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https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/10-dinge-die-mein-wochenbett-noch-schoener-machen
        Ihr Lieben, meine Tochter ist nun 2,5 Wochen alt. Langsam aber sicher kommt der Alltag zurück – auch, wenn wir alles sehr viel langsamer angehen lassen als sonst. Ich liege viel auf dem Sofa oder im Bett, genieße die Zeit mit dem kleinen Mäuschen, so lange die Großen im Kindergarten sind. Es ist so eine besondere Stimmung: Wochenbett plus Adventszeit – kuscheliger geht es ja kaum. Ihr merkt: Ich lasse es mir richtig gut gehen. 
Heute möchte ich Euch ein paar Dinge zeigen, über die ich mich in den letzten Tagen und Wochen sooooo gefreut habe – und gewinnen könnt Ihr auch was!. Los geht´s: 
1. BACKE BACKE KUCHEN
Meine liebe Freundin Kathrin ist die beste Bäckerin, die ich kenne. Ihr Geschenk zur Geburt: Dieser Gutschein. "Wochenbett-Bäckerei" steht darauf und sie verspricht, acht Wochen je ein Brot und einen Kuchen zum Wochenende für mich zu backen. Der Himmel auf Erden!
2. WICKELTASCHE DELUXE
Ich liebe die Sachen von Mara Mea – im Sommer hatte ich ein Umstandskleid der Mädels praktisch nonstop an. Jetzt stolziere ich mit dieser süßen Wickelclutch durch die Gegend. Cool, stylisch und praktisch. Jetzt schon ein absolutes Lieblingsteil!
3. LECKER SCHMECKER
Alle wissen ja, wie super wichtig es ist, sich gut während der Stillzeit zu ernähren. Dumm nur, dass ich momentan fast ständig das Baby auf dem Arm habe und einhändig kochen gar nicht so leicht ist. Eine tolle Lösung sind die herrlichen Gerichte von "Gesund und Mutter". Ich habe vegetarische Kost bestellt und eins mit Hähnchen und bin begeistert. Alles ist absolut lecker, frisch und ideal für stillende Mütter. Gibt es sogar in der veganen Variante und natürlich auch mit Fleisch. Und damit Ihr Euch auch verwöhnen lassen könnt oder eine Mama im Wochenbett damit überraschen könnt, verlosen wir 3 Gutscheine a 30 Euro. Kommentiert einfach, warum Ihr "Gesund und Mutter" ausprobieren wollt. Das Los entscheidet dann!
4. CREME DE LA CREME
Ich habe generell immer raue Haut – jetzt im Winter ganz besonders. Eine Neudentdeckung: Mio Skincare – die Bodycreme ist super reichhaltig und duftet herrlich. Auch toll: Die Brustwarzen-Creme für stillendene Mamas. 
5. SUPPENKASPAR IM WOCHENBETT
Meine Nachbarin Tine hat mir neulich ganz spontan ein Suppenhuhn ausgekocht und mir einen Topf Kraftbrühe vorbeigebracht. Mega lecker, mega lieb. Fühlte sich an wie von Mama. 
6. KLEINE, GROSSE KÜNSTLER
Am Abend vor Nikolaus wurde unsere Bude zur Malerwerkstatt. Die beiden Großen haben hier wie am Fließband Bilder für den Nikolaus produziert… Vielleicht hatten sie sonst Bedenken, er würde ihnen nicht die Stiefel füllen 🙂
7. POST ÜBER POSTE
Es haben mich so viele liebe Karten, Mails, SMS und Anrufe erreicht. Und Pakete! Der DHL Mann und ich sind jetzt beste Freunde 🙂 Liebe Lisa, über Dein Paket habe ich mich ganz besonders gefreut, über Deine lieben Worte und die Anteilnahme Deiner ganzen Familie. Ich freue mich schon, wenn das Mäuschen Euer Outfit anziehen kann!!! 
8. IN DER WEIHANCHTSBÄCKEREI
Fünf Kinder (davon zwei unter 4 Monaten), zwei stillende Mamas, jede Menge Mehl und noch mehr Spaß und Chaos – so ging es letzte Woche bei uns in der Küche zu. Wir haben Plätzchen gebacken und die Bude in ein Schlachtfeld verwandelt. Egal, kann man ja alles aufräumen. Und die Plätzchen waren leeeeeecker!
10. DAS FOTOSHOOTING
Gestern kam uns die wunderbare Lina Grün besuchen, ich liebe ihre Fotos schon seit Langem und sie hatte mich auch schon in der Schwangerschaft fotografiert. Gestern wurde dann das Minimädchen zum Model und ich hatte das erste Mal seit der Geburt keine Jogginghosen an, hab mich geschminkt. Herrliches Gefühl! Das Ergebnis gibt es bald hier im Blog!
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ZUM WEITERLESEN:
Ein Interview mit Hebamme Anja zum Thema Wochenbett
Über die Fehler in meinen ersten Wochenbetten
Ein "Und Ihr So"aus dem Wochenbett
 
 
               
10 Dinge, die mein Wochenbett noch schöner machen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/10-freizeit-tipps-die-ihr-im-homeschooling-while-working-lockdown-super-in-den-alltag-integrieren-koennt
       
Ihr Lieben, wenn wir in diesen besonderen Zeiten als Familien Freizeittipps erhalten, finden wir das ja immer nett gemeint und freuen uns, dass jemand an uns denkt, aber so wirklich kompatibel mit dem derzeitigen Pensum ist das leider – zumindest bei uns – oft nicht.



Allein am Freitag saßen wir zehn voll Stunden im Homeschooling, um alle Fristen einzuhalten, da dann auch noch die eigene Arbeit wartete, hatten wir genau null Sekunden an der frischen Luft. Wie sollen wir uns also entspannen, wenn wir nicht raus dürfen und im Homeschool-Hamsterrad feststecken? Na so natürlich… Mit unseren ultimativen (und nicht ernstgemeinten!) Tipps für einen wunderbaren Lockdown bei euch zu Hause!



Wie ihr euch das Leben im Lockdown versüßen könnt!



Legt euch einfach noch eine Runde vor die Waschmaschine, wenn ihr sie grad zum x-ten Mal angeschaltet habt. Die gleichmäßigen Umdrehungen beruhigen die überlastete Seele fast wie ein Yoga-Retreat.



Schließt mal kurz die Augen, wenn der Drucker für all die pdfs und jpg der Schule wieder auf Hochtouren läuft und stellt euch vor, es wären Meeresgeräusche. Ihr werdet merken: Euer Bluthochdruck-Wut-Puls geht sofort wieder runter…



Wenn ihr den Stundenplan der Woche für die Kids zusammen puzzelt, stellt euch einfach vor, es sei ein Strategiespiel, und für jeden Eintrag am Tag gibt es Punkte. Dann ist es endlich ein Spiel, das du mal gewinnst! (Du kannst dir Ende der Woche auch eine Urkunde ausdrucken, falls noch Druckerpatrone übirg ist).



Foto: pixabay



Wenn die Krümel von der Dauer-Esserei der Kinder mal wieder fest am Tisch kleben und ihr den Schwamm oder Spüllappen mit Wasser benetzt, nehmt einfach warmes Wasser und erinnert euch, wie schön das damals im Spa war, als man euch diese feucht-warmen Handtücher aufs Gesicht legte. Entspannung pur.



Macht die nächste Dusche zu einem Tropenschauer, das nächste Bügeln zu einem Matchbox-Auto-Rennen, brrrrrrmh, brrrhm. Und wenn ihr die Fenste putzt, macht einfach Scheibenwischer-Moves und erinnert euch zurück an die Zeit zwischen 15 und 18, als ihr noch heimlich im Auto Lover traft und die Tropfen auf euch niederprasselten… Romantik pur!



Nutzt WhatsApp auch mal als Service-Knopf wie in einem Nobelhotel und bestellt euch von eurem Partner oder euren Kindern Kaffee oder Cocktails ans Bett (da liegt ihr doch auch immer ab 19h, weil ihr einfach nicht mehr könnt nach diesen Tagen, oder?). Vielleicht klappt´s ja – und kostet gar nicht so viel.



Spielt Tetris mit der Geschirrspülmaschine!



Schreit eifach mal eure Chefs durchs Telefon so an, wie eure Kinder das nach Stunden der Einzelbeschulung tun und sagt „Sehn se, sehn se“ dazu „so behandeln mich hier meine MitarbeiterInnen auch!“. Es kann sich ja keiner vorstellen, was dieser Distanzunterricht wirklich für uns bedeutet.



Zieht euch morgens mal piekfein an, damit die Kollegen (also eure Kinder!) auch mal staunen und hinter euch herpfeifen (heute versucht: hat leider nicht funtkioniert, vielleicht klappt das bei euch besser).



Ihr wollt mal wieder was erleben? Dann schaut doch einfach mal in den Spiegel! Bei mir gleicht das mittlerweile einem Zoo-Besuch. Nicht, weil ich mittlerweile Verwahrlosungsläuse auf dem Kopf hätte (NOCH! nicht ;-)), sondern weil mein Ansatz mittlerweile so viele graue Haare freosetzt, dass ich mit viel Fantasie mittlerweile auch als Zebra durchgehen würde.







Baut für die 5-Minuten-Pausen ein Schokoladenbrötchen-Buffet auf, wie das Büdchen an der Schule und nehmt überteuerte Preise dafür, damit ihr euch noch in irgendeiner Weise selbstwirksam fühlt. Und bedient euch vor allem auch selbst dran. Hach, die guten alten Zeiten mit Quetschmann und Frikkabrötchen (wer kennt sie noch??!)



UND DANN SOLL MAL NOCH EINER SAGEN, WIR WÜRDEN NICHT DAS BESTE AUS DER SITUATION MACHEN! Just do it!!! Wir rocken das doch eh!
               
Lockdown: Nicht ganz ernstgemeinte Tipps für Eltern im Homeschooling
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/12-jahre-zwillinge-der-wahnsinn-auf-vier-beinen
       
Ihr Lieben, heute werden unsere Jungs 12. Seit Tagen redeten sie nun darüber, konnten es kaum noch abwarten, zählten die Tage rückwärts, schrieben Geburtstagslisten um, bastelten Einladungskarten, überlegten sich eine Cocktailbar mit lauter Säften und konnten nicht glauben, wie sehr sich die einzelnen Tage doch ziehen, wenn man auf DEN Tag wartet.



Nun ist dieser Tag heut ENDLICH gekommen.







Und mit diesem Tag werden meine Kinder so alt wie ich, denn 12+12+14 ergibt – genau: 38. Ich hab also mit dem heutigen Tag genau so viele Kindergeburtstag wie eigene Geburtstage gefeiert. Ist das krass oder krass?



Mit 38 Jahren habe ich als Mutter bereits 38 Kindergeburtstage gefeiert



Meine Tochter sagt zwar, das sei geschummelt, weil wir die Zwillingsgeburtstage ja oft zusammen feiern, aber mir und uns war es ja von Anfang an wichtig, diese kleinen, eineiigen Jungs für sich zu betrachten, JEDEN für sich. Als zwei eigenständige Personen, die eben durch Zufall gleichzeitig und mit dem gleichen Genmaterial ausgestattet in unser Leben traten.







Wir haben sie so gut wie nie gleich gekleidet. Haben geschaut, dass jeder eigene Freundeskreise aufbauen kann, indem wir sie in der Kita und in der Grundschule in unterschiedliche Gruppen bzw. Klassen brachten. Auch ihre Kinderzimmer haben sie in unterschiedlichen Stockwerken.



Hello Teeniezeit: Doppelt durch die Pubertät!



Heute gehen sie an der weiterführenden Schule in dieselbe Klasse (das wurde so entgegen unseres Wunsches eingeteilt), spielen in derselben Mannschaft, aber auf sehr unterschiedlichen Positionen, einer nämlich im Tor, so dass man sich da konkurrenzmäßig wirklich nicht in die Quere kommen kann. Und auf unterschiedlichen Positionen spielen sie auch im Alltag.







Es werden Zwillinge: Drei Dinge, vor denen man uns gewarnt hat



Dazu vielleicht ein kleiner Schwenk in die Vergangenheit: Als ich in der Schwangerschaft mein erstes Zwillingsbuch („Auf einmal zwei“* von Angela Grigelat) in der Hand hatte, habe ich mir vor allem drei Dinge gemerkt:



Zwillinge können wahnsinnig anstrengend werden. Denn der eine hat die Idee („Man könnte ja mal die Katze in die volle Badewanne setzen und schauen, ob sie schwimmen kann“) und der andere setzt sie um. #partnersincrimeDie Wahrscheinlichkeit einer Trennung von Zwillingseltern ist fünf Mal so hoch wie die von Einlingseltern.Zwillinge besetzen unterschiedliche Rollen in Familie. Oft ist das Phänomen zu beobachten, dass der eine der Star ist und der andere der Manager des Stars im Hintergrund, der strategischere, der Denker.







Lächeln wir über Punkt 1 mal hinweg (Wir haben gar keine Katze!), schauen zurückgelehnt auf Punkt 2 (Yay, wir arbeiten gegen die Statistik) und schauen uns Punkt 3 mal genauer an. Die unterschiedlichen Positionen im Alltag.



Familienkonstellation: Jedes Kind hat eine andere Rolle



Denn das stimmt SOWAS von. Erst vor drei Tage meinte meine Tochter: „Boah, stell dir mal, aus den beiden wäre nur EIN Mensch geworden!“ Mit all den Facetten, die die beiden mitbringen, in nur EINER Person!







Der eine, der so gern Witze erzählt und immerzu singt, der andere, der auch mal Ruhe braucht und sich zurückzieht, der dafür aber meist ausgeglichener ist und sich auch wunderbar allein beschäftigen kann. Der sich aufregt, dass das Mündliche in der Schule so hoch bewertet wird.



Eineiige Zwillinge: Gleiche Gene, unterschiedliche Persönlichkeiten



Der Andere, der lauter ist, mehr auffällt. Mehr auf die Außenwirkung setzt, mit Entertainerqualitäten daherkommt, während der andere unglaublich gern (und gut!, aber das ist peinlich, wenn ich das sage!) kocht und backt und zeichnet. Und Hunde liebt. Und alle Tiere und deswegen Vegetarier ist.







12 Jahre Jungsi und Bungsi (so nannte euch eure liebe Kita-Erzieherin in Berlin immer). Was HABT ihr uns in unzählige Gefühle geworfen, uns gefordert und überfordert und unendlich glücklich gemacht. Oft, viel und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das lange Doppelstillen, die Krankenhausaufenthalte im Babyalter, die Arm-, Finger- und Zehenbrüche. Der Umzug von Berlin ins Bergische bei Köln.



Wahnsinn, was wir mit euch schon alles erlebt haben! DANKE dafür!



Die Kita, die (viel zu frühe) Einschulung, die Fußballleidenschaft (die ich als euer größter Fan so teile!), der kurze Moment mit Instrumenten (keinen Bock mehr!), die vielen Klassenfeiern im Garten, die wunderbaren Reisen (Gibt´s da WLAN?), der komplett überfordernde Homeschoolblock im Lockdown, die unfassbar graue-Haare-machenden und endlosen Streitereien und Konkurrenzkämpfe zwischen euch.







Eure Fähigkeit, Entschuldigung zu sagen. Eure Empathie: „Mama brauchst du auch mal einen Drücker“? Eure Ab-und-zu-Dankbarkeit wie gestern im Auto. „Was?? Oma und Opa kommen auch zum Geburtstag? Und die Patentante? Boah, danke, dass ihr euch für uns und unseren Geburtstag so viel ausdenkt!“



Zwillinge potenzieren alles! Die Überforderung – aber auch das GLÜCK



Ab heute zahlt ihr bei Flugreisen also den Erwachsenenpreis. Nicht, dass wir in Zeiten von Corona noch fliegen würden, aber auf dem Papier und in der Theorie gibt es jetzt also Bereiche, in denen ihr schon als Erwachsene angesehen werdet. Mehr als die Hälfte eurer Zeit bei uns zu Hause und mit uns ist wohl jetzt vorüber (aber daran denkt die Mama gerade lieber mal nicht, denn sie ist schon gefühlsbeduselt genug…). Ich sag zum Schluss einfach nur



HAPPY BIRTHDAY, Jungs…



…und klopf mir und uns dabei mal kräftig auf die Schulter! Wir sind SO dankbar, dass es euch gibt!











Hier geht´s zu den weiteren Geburtstagsgrüßen:



Der vierte Geburtstag meiner Zwillinge



Kindergeburtstag auf dem Land: Unsere Zwillinge werden 5



Der 6. Geburtstag unserer Zwillinge: Alle Emotionen im Schleudergang



7 Jahre Zwillinge: Alles Liebe zum Geburtstag, Jungs!



8 Jahre Zwilinge: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jungs



Überrascht, überwältigt, überglücklich: 10 Jahre Zwillinge



Der neunte Geburtstag fehlt leider. Zu viel Stress gehabt?! 😉



Elf Jahre Zwillinge: Ein Geschenk für die Eltern



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12 Jahre Zwillinge: Der Wahnsinn auf vier Beinen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/15-gruende-warum-fussball-bildet-die-bundesliga-als-fruehfoerderungs-einrichtung
         Es ist Sonntagmorgen und wir können seit zwei Stunden in Ruhe frühstücken. Das liegt nicht daran, dass die Kinder bei den Großeltern übernachtet haben, sondern daran, dass neuerdings eine Stecktabelle der Bundesliga in der Küche hängt. Unsere beiden Söhne sind sieben und sie leben Fußball. Was das für ihre Bildung und ihre Entwicklung bedeutet, wird mir erst jetzt so richtig klar!
1. Kinder lernen lesen
Der eine Sohn steht mit meinem Handy in der Hand neben dem anderen Sohn und liest die aktuelle Tabelle vor: "Hooo-ffen-heim. Ah, Hoffenheim". Der andere steckt die kleinen Vereinssymbole in der Stecktabelle um, so dass alles seine Ordnung hat. Sie lesen freiwillig! Weil es um Fußball geht. Außerdem muss regelmäßig der Kicker und der Sportteil der Zeitung durchgelesen werden. "Mama, was steht da?" "Lies doch selbst…" "Na gut!"
2. Kinder lernen auswendig
Natürlich müssen unsere beiden am Montag in der Schule mitreden können, wer welchen Tabellenplatz hat. Also lernen sie sämtliche Vereine auswendig und ihre Tabellenplatzierung – plus Logo.
3. Kinder lernen Feinmotorik
Sie stecken kleine Pappkärtchen in kleine Papplücken. Immer wieder. Nach jedem Spieltag. Das ist doch fast wie Basteln!
4. Kinder lernen Zeichnen
Die Vereinslogos, besonders die der Vereine, die sie nicht mit „Buh“ berufen, müssen natürlich auch gemalt werden. Blätter her, Stifte raus, hier kommt der Geißbock.
5. Kinder lernen Geduld
In der dritten Liga kennen sich unsere Söhne nicht so gut aus, wie in der ersten, also müssen sie die Tabelle dreimal neu stecken. Das geht ohne Weinen, sie haben ein Mammut-Durchhaltevermögen, wenn es um Fußball geht. Wäre das hier ein Gesellschaftsspiel, hätten sie längst wütend die Figuren durch die Gegend geworfen.
6. Kinder bewegen sich
Nach der Tabelle gehen sie natürlich raus kicken, bewegen sich und versuchen, im Tor Manuel Neuer und im Feld Lewandowski nachzuahmen. Auch ein schauspielerisches Talent lässt sich dabei aus ihnen herauskitzeln.
7. Kinder trainieren ihr Langzeitgedächtnis
"Ach, das ist doch die Mannschaft die 3:0 gegen Hamburg gewonnen hat." Unsere Kinder wissen mittlerweile Dinge und Ergebnisse, von denen ich keine Ahnung habe. Es ist der wohl erste Bereich, in dem sie mich wissens-technisch überholen. Das macht mich sehr stolz. Und demütig natürlich.
8. Kinder lernen verlieren
Auch wenn sie noch oft weinen, wenn Ihr Lieblingsverein in der Bundesliga verliert, sie lernen, dass der Verein danach wieder aufsteht und irgendwann auch wieder gewinnt. In ihrem eigenen Verein klappt das mit dem Verlieren sogar schon ohne Tränen.
9. Kinder lernen Fairness
Wer eine rote Karte bekommt ist raus. Das wissen sie. Im Erziehungsalltag mit gelben oder roten Karten zu drohen ist die wirksamste Methode für echte kleine Fußballerfreunde. Echt jetzt.
10. Kinder lernen Teamwork
Beim Fußball zählt die ganze Mannschaft, nicht der einzelne. Alle müssen zusammen halten. Für den Geschwisteralltag üben wir das noch, da gibt es noch viele Konflikte, auf dem Platz allerdings leben sie Teamplay und gratulieren sich gegenseitig und großmutig zu ihren Toren.
11. Kinder lernen Ausdauer
In Zeiten des Überflusses geht es vielen Kindern so, dass sie nichts mehr richtig anpacken. Drachen steigen lassen, Memory spielen, ferngesteuertes Auto. Am Ende steht alles rum und nichts wurde richtig durchgezogen. Fußball hat eine ganz andere Beständigkeit in ihrem Leben. Da bleiben sie – im wahrsten Sinne des Wortes – am Ball. 
12. Kinder lernen Koordination
Gleichzeitig dribbeln, die Mannschaft im Auge behalten und die Ansagen des Trainers befolgen: Das ist so schwer wie eine Bruchrechnungs-Aufgabe aus dem Schulunterricht. Mindestens. Fußball ist also auch Mathe. Irgendwie.
13. Kinder lernen Konzentration
Von draußen schreien Eltern rein, sie blenden das aus, wenn sie auf dem Platz sind, weil sie selbst ihr Ziel am besten vor Augen haben. Schauen wir Fußball im Fernsehen, kann ich ihnen Schokolade und Gummibärchen und Chips gleichzeitig anbieten, sie reagieren nicht. Sie versinken komplett und konzentriert im Spiel.
14. Kinder lernen Disziplin
Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause, das wissen wir seit Tommy Gerhardt. Das gilt natürlich auch fürs Training. Zu Hause klappt das zwar noch nicht immer, aber wenn der Trainer etwas sagt, wird das befolgt. Und wenn sie es woanders können, wissen sie ja wenigstens, wie es geht. Beruhigend.
15. Kinder lernen Ehrgeiz
Sie wollen gewinnen. Das haben wir ihnen nicht eingebläut, das kommt von ganz von innen. Und je mehr sie sich mit Fußball auseinandersetzen, desto größer wird ihr Ehrgeiz. Das ist eine Entwicklung, die wir ihnen nicht hätten beibringen können. Es kommt einfach. Und Ehrgeiz ist doch immer gut. Auch wenn er für ein Hobby entfacht.
Das alles sind Dinge, die wir unseren Jungs trocken und in der Theorie nur schwer hätten beibringen können. Natürlich lässt sich das nicht nur auf Fußball, sondern auch auf alle anderen Sportarten anwenden. Oder auf ein Interesse an Dinosauriern, über das die Kinder Wissen anhäufen, das einem selbst nicht geläufig ist. Es ist fantastisch zu sehen, welche Persönlichkeiten und Interessen diese kleinen großen Leute in unserem Leben entwickeln.
               
15 Gründe, warum Fußball bildet: Die Bundesliga als Frühförderungs-Einrichtung | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/15-jahre-ohne-orgasmus-wir-sollten-offener-ueber-sex-reden
       
Ihr Lieben, mal Hand aufs Herz: Wie ehrlich seid Ihr beim Thema Sex? Sprecht Ihr mit Eurem Partner/in  darüber, was Euch Lust bereitet und wie Ihr Euer Sexleben gerade so findet? Und wie geht Ihr mit Sex-Flauten um, die es wohl in jeder Beziehung gibt, die aber immer noch ein Tabu-Thema sind? Wir haben heute ein Interview mit Kathrin, die sich gerade auf einer spannenden Reise zu sich selbst befindet. Sie hat nach 15 Jahren „reinen Tisch“ zum Thema Sex gemacht – was das genau heißt, lest Ihr hier.



Liebe Kathrin, Du bist seit 15 Jahren mit Deinem Mann zusammen und Du hast – wie Du selbst sagst – Euer Sexleben voll vor die Wand gefahren. Kannst Du uns erklären, was Du damit meinst? 



Ich habe mich all die Jahre lang nicht getraut, ihm zu sagen, dass ich keinen Orgasmus beim Sex erleben kann. Ich dachte allen Ernstes, mit mir stimme was nicht. Dass ich die einzige Frau bin, bei der das nicht funktioniert. Denn ich hatte keine Vorbilder und das meiste „Wissen“ aus Film und Pornos, wo überall die gleiche Geschichte von der immer lustvollen und stets mit dem Partner gemeinsam kommenden Frau erzählt wird. Ausführlich erzähle ich das auch hier: https://frauleben.de/weibliche-sexualitaet-meine-wahre-geschichte/



Wie würdest Du Euer Sexleben in den letzten 15 Jahren beschreiben?



Mein Partner ist sehr gefühlvoll und ihm war es immer wichtig, dass es mir gut geht. Zudem mag ich ihn und seine Nähe, so dass ich mich sehr mit ihm verbunden fühlte. Das Problem war auch nicht in erster Linie, dass ich nicht kommen konnte – sondern dass ich immer so getan hab als ob. Denn ich hatte so ja nie die Chance ehrlich zu äußern, was ich wirklich will, dass ich etwas anderes brauche. Aus seiner Perspektive war also alles in Butter.



Diese Kombination – das ständige Schauspielern UND das Unterdrücken meiner Bedürfnisse – sorgte irgendwann dafür, dass ich mich immer mehr zurückzog. Im wahrsten Sinne des Wortes gar keinen Bock mehr hatte.



Konntest Du denn alleine zum Orgasmus kommen?



Ja, das konnte ich. Einerseits habe ich bereits als Kind dieses wohlige Gefühl im Schoßraum entdeckt, wenn ich mich an eine Spielplatzstange hängte und die Beine hochzog. Heute weiß ich, dass das sogenannte „Coregasm“ sind – Orgasmen ausgelöst durch reine Muskelanspannung. Quasi ein Reflex.



Zudem wurde später ein Klitoris-Vibrator mein bester Freund, denn mit der Hand war ich wenig erfolgreich. Auch hier arbeitete ich mit viel Druck, Luftanhalten und hoher Körperspannung. Eine Methode, die schnell und zuverlässig zum Ziel führte, aber sehr punktuell und mechanisch ablief. Beides war nett zum „Druckablassen“, aber nichts, was mich erfüllte oder was ich ständig brauchte.



Wann hast du beschlossen, Deinem Mann die Wahrheit zu sagen und wie sagt man so etwas nach all den Jahren?



Ich wachte eines Morgens im Januar 2019 auf und wusste plötzlich: Jetzt muss es raus und zwar sofort. Wir wohnten damals in New York und er war schon im Büro (ca. 40 Minuten entfernt). Ich schrieb ihm eine Textnachricht, dass ich ihm unbedingt etwas sagen muss. An meinem Wortlaut erkannte er die Dringlichkeit und kam mit der nächsten Bahn nach Hause. Als er dann erwartungsvoll in der Küche vor mir stand, packte ich tränenüberströmt aus.



Wie hat er darauf reagiert?



Er war total erleichtert, weil er dachte, es sei wäre was richtig Schlimmes passiert. So sein Wortlaut. Also eine schwere Krankheit oder so. Er nahm die Nachricht super entspannt auf und mich in die Arme. Doch zu dem Zeitpunkt hatte er auch keine Ahnung, was das für unsere Beziehung bedeuten würde…



Erzähl, wie ging es dann weiter?



Danach folgte Chaos. In unseren Köpfen. In unserer Beziehung. Wir hinterfragten alles, was wir über Sexualität wussten und gelernt haben. Redeten zunächst unglaublich viel. 



Die ersten Male Sex waren dann sehr ernüchternd, weil es genauso ablief wie bisher, nur dass jetzt klar war, dass ich nicht kommen kann. Ich wusste, so kann das jetzt nicht bis ans Ende meines Lebens weitergehen. Ich brauchte was anderes. Nur was?



Daraufhin forderte ich eine Sexpause ein, um mich zu sortieren. Um herauszufinden, welchen Kurs ich jetzt stattdessen einschlagen kann. Er war verständlicherweise nicht begeistert, versuchte mir aber trotzdem verständnisvoll zu begegnen, was leider nicht so richtig klappte, wenn er Lust auf mich hatte und ich ihn abwies. Dann reagierte er verletzt. Manchmal auch mürrisch und vorwurfsvoll. Was mich wiederum kränkte. Das war eine echt intensive und sehr schmerzhafte Phase für uns.



Wann hast Du gemerkt, dass ihr Euch wieder annähern könnt? Und wie habt Ihr Euch dann angenähert?



Das dauerte ein paar Monate. Ich durfte so vieles lernen, z.B. dass die Person mit weniger Lust die Situation in der Partnerschaft kontrolliert. Ich lernte, mich in meinen Partner hineinzuversetzen, einen Perspektivwechsel vorzunehmen. 



Zudem lernte sich, dass es eigentlich gar nicht um „Sex“ geht – also um das klassische „Rein-Raus-Spiel“, sondern um echte Nähe und Verbindung und wie man diese herstellen kann.



Seine Aufgabe war, mir den Raum zu geben, den ich in dieser Zeit so dringend brauchte. Und mir zu vertrauen, dass ich ihn nicht bis ans Ende seines Lebens abweise und ernsthaft bemüht war, die Situation zu ändern. Nur eben Zeit brauchte. 



Wir haben es tatsächlich geschafft – und ich spreche wie gesagt von einem Zeitraum, der sich über viele Monate erstreckt – den anderen voll und ganz in seiner Person, seinem Verhalten und seiner Entscheidung zu akzeptieren. Den anderen zunächst voll und ganz loszulassen und gleichzeitig unsere inneren Wunden – jeder für sich – zu heilen.



Die Annäherung ging dann hauptsächlich von mir aus – als ich keinen Druck mehr, sondern tatsächlich inneren Frieden spürte – weil ich wusste, dass es in meiner Verantwortung liegt, wieder Nähe herzustellen. 



Wie geht es Euch heute? Was hat sich verändert, seit Du reinen Tisch gemacht hast?



Nun, ich kann jetzt nicht plötzlich auf magische Weise beim Sex kommen ☺.



Dafür hat uns diese Krise sehr eng zusammenrücken lassen. Wir können jetzt wirklich über alles reden, weil wir wissen, der Andere ist ernsthaft an unserem Standpunkt interessiert. Und weil wir uns nicht mehr verletzt und beleidigt zurückziehen, wenn der Andere nicht mit uns übereinstimmt. Hier ist viel Leichtigkeit und Humor eingezogen.  



Zudem ist unsere Sexualität sehr entspannt und gleichzeitig spannend. Weil ich mir einerseits immer noch Pausen erlauben darf, wenn ich sie brauche. Gleichzeitig erforsche ich weiterhin meinen Körper und entdecke allmählich eine neue, sehr wilde Seite an mir, die – so glaube ich – uns beiden gut gefällt.



Sexuelle Unlust ist immer noch ein Tabuthema – warum ist das so?



Gute Frage. Meine Erfahrung ist, dass kaum jemand offen und ehrlich über Sex redet. Dieses Thema ist sehr schambehaftet und viele denken – so wie ich damals – sie sind alleine mit ihrem Problem. Dazu kommt der Leistungsdruck, den die Medien erzeugen. Dass man/frau gefühlt immer willig sein muss und wenn das nicht der Fall ist, die Partnerschaft keine Gute ist. Unlust ist negativ konnotiert und wer will schon ein schlechter Partner sein?



Ich bin überzeugt, dass sich die Situation deutlich entspannen würde, wenn mehr Menschen ehrlich aussprechen würden, wie es wirklich bei ihnen im Bett ausschaut. Und wir die Maßstäbe an realen Menschen ausrichten.  Das ist im Übrigen auch mein Beweggrund für meinen Blog frauleben.de



Wenn eine Leserin hier genauso fühlt wie Du, welche Tipps würdest Du ihr gerne geben? 



Hol dir ein gutes Aufklärungsbuch über den weiblichen Körper.Ich mag die amerikanische Sexologin Emily Nagoski diesbezüglich zum Beispiel sehr. (-> Komm, wie du willst: das neue Frauen-Sexbuch)Rede!Mit deinen Freundinnen und deinem Partner. Mit Menschen, bei denen Du das Gefühl hast, Dich anvertrauen zu können. Ich habe das für mich als die „erleichternste Zeit“ abgespeichert, weil ich plötzlich merkte, dass ich nicht alleine auf dieser Welt bin mit meinen Problemen. Wir sind so viele!Verbinde Dich mit deinem Körper!Und das beziehe ich jetzt nicht nur auf die Sexualität. Finde heraus, was Dir gefällt und erlaube Dir genau das mit gutem Gewissen. Das kann so simpel wie Barfußlaufen oder ein Tanz am Morgen in der Küche sein. Sei neugierig, probiere Neues aus und versuche beim Genießen bewusst die Sinne zu öffnen. Denn wenn wir unserem Verlangen nach Lust (auch im Alltag) folgen, schaffen wir uns eine genussvolle Welt – genauso wie sie uns gefällt!







Wer mehr über Kathrin und ihre spannende Reise erfahren will, kann dies auf ihrem Blog https://frauleben.de oder ihrem Instagram-Kanal https://www.instagram.com/frauleben.de/. Dort könnt Ihr heute auch ein Video schauen, in dem sie mehr über ihre Sexpause erzählt. Vielen Dank für Deine Offenheit, liebe Kathrin!
               
15 Jahre ohne Orgasmus: "Wir sollten offener über Sex reden!"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/2020-war-nicht-alles-bloed-so-positiv-erlebt-jennifer-den-lockdown
       
Liebe Jennifer, Du bist Mama von zwei Mädchen und sagst: Der Lockdown hat auch gute Seiten.



Ja, für uns jedenfalls. Wir haben zwei Mädchen im Alter von 1,5 Jahren und 3,5 Jahren. Der wichtigste Punkt ist, dass wir morgens keinen Zeitdruck mehr haben, um pünktlich am Kindergarten zu sein.



So beginnt der Tag entspannt und die Kinder bestimmen, wann sie ausgeschlafen haben. Die Mädchen können den Tagesablauf mitgehalten. Es gibt bei uns feste Abläufe, aber keine festen Zeiten. Also wir stehen auf, ziehen uns an, dann wird kurz gespielt, danach gibt es Frühstück und danach sind wir bereit für den Tag und hängen nicht bis Mittag im Schlafanzug rum.



Unsere Gesellschaft ist so gehetzt und schnell geworden. Ich habe an manchen Tagen das Gefühl, die Kinder müssen funktionieren und sich nur nach den Zeiten der Erwachsenen richten. Seit Corona sind wir alle ruhiger geworden. Bei uns gibt es viel weniger Streit, weil ich mir viel mehr Zeit nehmen kann. Ich muss sie nicht beim Spielen unterbrechen, nicht beim Essen hetzen und auch beim Anziehen können die Kinder alles in ihrem Tempo machen.



Wie seid Ihr Eltern beruflich eingebunden und wie habt Ihr Euch organisiert?



Wir haben das große Glück, dass ich mich um Haushalt, Garten und Kinder kümmern kann, da ich noch in Elternzeit bin. Mein Mann verlässt das Haus am frühen Morgen und ist am späten Nachmittag für die Kinder da.



Du sagst, deine Töchter hätten enorm viel gelernt – was genau?



Dadurch, dass den Kindern kein Druck gemacht wird, sind sie sehr selbständig geworden. Von der Auswahl der Klamotten, übers Anziehen und Fertigmachen. Vor allem die Kleine hat sehr viele Fortschritte gemacht. Sie war sonst immer sehr müde, und nölig, weil ich sie immer wecken musste. Seit ihre große Schwester auch den ganzen Tag zu Hause ist, schläft sie zu ihren Zeiten und lernt von und mit der großen Schwester.



Die Große lernt das Strukturieren des Tages. Wir reden darüber, was wir erledigen möchten und sie hilft fleißig im Haushalt mit.



Ihre Wäsche habe ich im “normalen Alltag” immer in der Zeit gemacht, in denen sie im Kindergarten ist. Jetzt legt sie die Wäsche mit zusammen und räumt sie selbstständig an den Platz, an den sie gehört. Außerdem hilft sie beim Kochen.



Ich habe das Gefühl, die Kinder tauchen viel mehr in ihre Spielwelten ab, weil wir keine anderen Termine haben. Sie können total kreativ sein und nach ihren Bedürfnissen leben. Außerdem lernen die Kinder, Freundschaften zu schätzen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir andere sehen können. So haben wir Wege gefunden , wie die Kinder miteinander kommunizieren können. Unsere Große hat eine Brieffreundin, sie malt gerne Bilder. die wir dann mit einem kleinem Gruß verschicken. Die Freude ist riesig, wenn sie dann eine Rückantwort erhält.



Du hast uns geschrieben, weil du findest, dass bei uns in letzter Zeit sehr viel „negative“ Artikel zur Stimmungslage erschienen sind. Wie erlebst du gerade dein Umfeld?



Meist negativ. Die Sätze beginnen mit,“Wegen Corona können wir nicht…”. Meine Antwort ist darauf: „Überlegt, was machbar ist.“Wir sind ebenfalls traurig darüber, dass wir unserer Tochter zweimal sagen mussten, dass der Urlaub leider ausfällt. Sie hatte ihren Koffer schon gepackt und Wochen vorher immer gespielt, dass sie verreist. Wir haben es positiv erklärt, dass wir dafür zuHause tolle Sachen mit Papa machen.



Wir können zwar nicht schwimmen gehen, aber Ausflüge in den Wald machen. Und das machen wir jeden Sonntag. Der Wald ist spannend, es gibt viel zu entdecken und wir sind als Familie zusammen.



Dass Kinderturnen nicht stattfindet ist sehr traurig, aber mit etwas Kreativität kann man in jeder kleinen Wohnung Hindernisse und Parcours aufbauen. Oder auch vor der Haustür ein Wettlauf veranstalten.



Die Kinder entwickeln immer ganz viele eigene Ideen. Das man “nichts” machen kann, stimmt so nicht. Es ist nur ein „Umdenken“, gefragt.



Ganz generell: Wie hast du 2020 erlebt? Was hast du für dich gelernt? Und wo kamst du auch mal an Deine Grenzen?



2020 habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, sich mit Freunden zu treffen, um sich gegenseitig auszutauschen. Dass Urlaub eine wichtige Familienzeit ist, um einfach mal aus den Alltag zu kommen. Und dass man auch mal einen Ortswechsel braucht, um wieder durchatmen zu können. Für uns war es ganz selbstverständlich zu reisen. Nun vermissen wir es.



Ich habe aber auch gelernt, dass die Kinder nicht so viel Freizeitprogramm benötigen, sondern viel lieber einfach ihren Bedürfnissen nachgehen und in Ihrem eigenen Tempo durch den Alltag möchten. Dass Kinder super glücklich sind, wenn man als Familie zusammen ist.



Natürlich bin ich auch an meine Grenzen gekommen. Denn es ist ein Vollzeitjob, wenn man die Kinder rund um die Uhr bei sich hat und es keine Möglichkeit gibt, sich mal mit jemand zu treffen, man keinen Ausgleich hat.



Was wünscht du dir für 2021?



Dass wir weiterhin darauf achten, Termine unter der Woche nicht zu voll zu packen, um nicht in den Freizeitstress zu verfallen.



Und natürlich wünschen wir uns auch, bald wieder alle unsere Freunde zu sehen und entspannt verreisen zu können.



Foto.Pixabay
               
2020 war nicht alles blöd - so positiv erlebt Jennifer den Lockdown |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/25-jahre-ohne-dich
       
Wir schreiben den 10. August 2020. Heute vor 25 Jahren starb mein Cousin. Ich war damals 13 – und er auch. In den Sommerferien, wir beide zwischen der siebten und der achten Klasse. Sein Tod war ein Einschnitt.



Heute sind meine eigenen Kinder in dem Alter, in dem wir damals waren. Als meine Tochter nun 14 wurde, musste ich am Tag ihres Geburtstags nochmal sehr an alles, was damals war, denken.



Wir waren oft zusammen im Urlaub gewesen. Seine und meine Familie verstanden sich schon immer gut und das ist auch heute noch so. Seine Mama ist meine Patentante.



Wir Kinder waren alle in einem ähnlichem Alter und so hatten wir auch untereinander ein enges Verhältnis. Der gemeinsame Urlaub war gesetzt, wir schwammen im Meer, fischten Mini-Fische aus dem Wasser, um sie gleich wieder auszusetzen und machten sogar einen Segelschein für diese kleinen Opti-Nussschalen. Gemeinsam.



Als mein Cousin starb, hatte ich bereits meine Tante zu jung verloren. Die, die mit uns und den Großeltern gemeinsam im Großfamilienhaus wohnte. Sie hinterließ ihren Mann, zwei Kinder und uns als Großfamilie. Ich war in der dritten Klasse, zu klein, um die ganze Tragweite wirklich zu begreifen. Mit 13 war das anders.



Ich verlor meinen Cousin, der zwar nicht bei uns im Haus wohnte, der aber so präsent war, weil er genauso alt war wie ich und ja, wegen der Urlaube und der gegenseitigen Besuche und der großen Sympathie. Und weil wir partners in crime waren. Jeweils das zweite Kind der Familie. Gleicher Jahrgang. Er war halt nicht wegzudenken.



Quatsch machen im Urlaub mit Fußsalat. Mein Cousin und ich sitzen auf dem Tisch.



Er hatte glatte schwarze Haare und einen dunklen Teint. Ich hielt ihn für den schönsten Jungen, den ich kannte. Der, für den ich heimlich Brote toastete, wenn seine Eltern ihn ohne Abensessen ins Zimmer geschickt hatten, weil er wieder Mist gebaut hatte. Vielleicht sogar mit mir…  Ich höre ihn immer noch „Moah, Papa“ sagen, das sagte er öfter.



Es gab Brathähnchen an dem Tag, als ich von seinem Tod erfuhr. Ich brach sofort in Tränen aus.



Wenn ich heute an ihn denke, dann hat sich an dem warm-wertschätzenden Gefühl, an der Zuneigung zu ihm nichts verändert. Sie wird nicht kleiner, welch schöner Trost.



Und ein ganz kleines bisschen habe ich sogar das Gefühl, als hätte er damals einfach seine Körpertemperatur auf unsere verteilt, als er ging. Auf die Menscchen, die ihm nah waren. Welch schöne Vorstellung, dass wir alle  durch ihn mehr Wärme in uns tragen, mehr Liebe, wir mehr abzugeben haben, wenn es anderen nicht so gut geht.



Weil wir wissen, wie das ist, wenn sich plötzlich der Boden vor einem auftut. 



Weil wir wissen, wie es sich anfühlt, das CD-Cover unseres aktuellen Lieblingsliedes in ein Grab zu werfen: „Wish you were here“ von Rednex (einige werden sich erinnern). 



Ein Tod im Kinderzimmer. Im Sommer, in den Ferien, in denen noch so viele Pläne auf der Liste standen.



Gleich am Tag nach der bestürzenden Nachricht seines Todes machten wir uns auf den Weg zu seiner Familie, die in einer anderen Stadt wohnte. Meine Mutter am Lenkrad, meine Oma auf dem Beifahrersitz, die sagte: Kind, ich beneide dich so um dein Weinen. Ich durfte Gefühle zeigen, das habe ich mir bis heute als Schatz bewahrt.



Die Ankunft bei der Familie unter Schock. Die beiden Brüder, einer etwas älter, einer etwas jünger als er. Als ich. Wie wir in seinem Kinderzimmer standen und im Schulranzen nach Liebesbriefen schauten. Ungläubig.



Das Nachbarskind, das nach ihm fragte. Wie, er ist tot?



Meine Tante, die unten mit meiner Mama im Garten saß und sich über dieses neue Lied „Männer sind Schweine“ aufregte. Vollkommen banal. Aber eingebrannt in meine Erinnerung.



Später dann die ganze Schulklasse, ja, gefühlt der ganze Ort auf der Beerdigung. Ein Kind ist gestorben. Ein Kind darf nicht sterben. In unseren Herzen lebst du weiter…



Im Herbst dann ein Urlaub ohne dich, mit allen, die sonst immer mit dir an diesem Ort, in diesem Ferienhaus waren. So viele Tränen, so viele Erinnerungen, so eine große Chance, all das zu verarbeiten. Zumindest ansatzweise. Wisst ihr noch, wie furchtlos er über die Klippen sprang? Wie er immer alle Türen hinter sich offen ließ, so dass alle Tiere wild durch den Garten liefen?



Ich denke noch immer an ihn, voller Wärme. Ich schaue mir Fotos von früher an, rufe Erinnerungen ab und wäre so neugierig, was aus ihm wohl geworden wäre. Und wer.



Mein Cousin aber, der bleibt er für immer. 25 Jahre. Unfassbar. Unvergessen.
               
25 Jahre ohne dich | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/25-saetze-die-jede-mama-im-sommer-sagt
        Liebe Lisa, wir Mütter sind ja wirklich alle recht unterschiedlich. Wir gehen acht Wochen nach der Geburt wieder arbeiten oder bleiben die ersten Jahre zu Hause, stilllen gerne oder nehmen PRE-Nahrung, nehme die Kinder mit ins Ehebett oder möchten doch lieber, dass sie alleine schlafen. Wir kochen ausschließlich Bio oder finden das totalen Quatsch. Erziehen windelfrei oder schwören auf Pampers, nehmen sie mit auf Partys oder lassen sie lieber beim Babysitter. Es scheint, als gäbe es nur einen Konsens unter uns, nämlich, dass wir unsere Kinder heiß und innig lieben und unser Bestes geben. AAAABBBBBER, es gibt einfach ein paar Sprüche, die wir alle sagen. In den letzten Wochen war ich mit meinen zwei Kiddies oft am Badesee und habe am Schluss überlegt, dass es einfacher wäre, einen Lautsprecher am Ufer aufzustellen, der folgende Sprüche alle fünf Minuten runterrattert: 
Ich muss Dich noch eincremen
Du hattest heute schon ein Eis
Lass den Hut bitte an
Gib dem Jungen doch eine Schippe ab
Ohne Schwimmflügel kannst Du nicht so tief ins Wasser
Ich glaub, wir gehen mal ein bisschen in den Schatten
Nicht, dass Du einen Sonnenbrand kriegst
Zieh bitte die nassen Badesachen aus
Du kannst doch dafür die Gieskanne haben
Geh Dich mal aufwärmen
Nicht mit Sand schmeißen
Geh doch noch ein bisschen plantschen
Nicht mit Wasser spritzen, ich möchte nicht, dass meine Haare nass werden
Grab doch mal meine Füße ein
Gaaaanz tolle Sandburg, mein Schatz!
Ja, Du bist fast alleine geschwommen
Nein, hier gibt’s keine Krokodile
Wir kaufen Dir auch bald eine Luftmatratze
Du hast ja schon ganz blaue Lippen
Achtung, eine Wespe!
Bei der Hitze musst Du viel trinken!
Du kannst in den See Pipi machen
Wenn Du nicht aushörst, das Mädchen mit Wasser voll zu spritzen, fahren wir sofort heim
Nicht mit den dreckigen Füßen aufs Handtuch
Kekse sind alle, aber ich habe noch Wassermelone
Na? Kommt Dir das bekannt vor? Und: kannst Du noch Sätze ergänzen?
Photoquelle: sïanaïs/ photocase
 
 
 
 
 
 
               
25 Sätze, die JEDE Mama im Sommer sagt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/30-tage-weniger-zucker-warum-katharina-ihre-essgewohnheiten-ueberdenkt
        In Kooperation mit Alpro
Ihr Lieben, beim Thema Ernährung bin ich ein echtes Gewohnheitstier. Während in meinem Umfeld immer wieder neue Trends ausprobiert werden, Lebensmittel auf die Abschussliste kommen, Saftkuren begonnen werden, bin ich relativ stoisch. Nicht, weil ich nicht gerne Neues ausprobiere, sondern weil ich fand, dass ich mich recht ausgewogen ernähre und bisher keinen Grund sah, etwas umzustellen. 
 Doch seit meiner letzten Schwangerschaft hat sich etwas eingeschlichen, das ich nicht mehr so richtig raus kriege: Meine Lust auf Süßes. In der Schwangerschaft war das teilweise ganz schön extrem – ich hatte so schlimme Gelüste nach Orangenlimonade, dass ich die Flasche schon im Supermarkt zu Ende getrunken habe. Meine Hoffnung, diese Liebe zu zuckerhaltigen Getränken würde mit dem Babybauch verschwinden, erfüllte sich leider nicht. 
 Im Gegenteil – ich habe mir zudem angewöhnt, nach dem Mittagessen Schokolade zu essen. Als Dessert, als Belohnung für einen arbeitsreichen Vormittag und als Nervenstärkung für den Nachmittags-Trubel mit den Kids. Wenn die Tage besonders stressig waren, fand ich mich abends dann oft auf der Couch mit sauren Gummibärchen (die liebe ich wirklich sehr) wieder, einfach um meinen „Tank“ wieder aufzufüllen. 
 Nicht, dass Missverständnisse auftauchen – ich habe nichts gegen Süßigkeiten – auch meine Kinder dürfen naschen. Nur habe ich in den letzten Wochen gemerkt, dass es bei mir nicht mehr wirklich nur noch purer Genuss ist – sondern dass mein Kopf und mein Körper es „einfordern“, weil sie gewohnt waren, zu einer bestimmten Uhrzeit Zucker zu bekommen. Wenn ich mich dann bewusst dagegen entschieden habe, bekam ich richtig schlechte Laune – und im schlimmsten Fall sogar Kopfschmerzen. 
 Da war für mich dann der Zeitpunkt erreicht, meinen Zuckerkonsum etwas kritischer zu hinterfragen – auch meine anderen Gewohnheiten gleich mit. Und als ich das tat, merkte ich: Ich nehme nicht nur durch Schoki und Gummibärchen Zucker zu mir, sondern auch viel weniger Offensichtlich durch die vielen Milchprodukte, die ich esse. 
Mein Tag startet IMMER mit einem großen Milchkaffee. Danach mache ich mir ein Müsli mit Jogurt, Milch und Obst. Beim Blick auf die Verpackung der Vollmilch: 4,9 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Da ich Kuhmilch gut vertrage, habe ich tatsächlich noch NIE eine Alternative dazu in Erwägung gezogen. Was überall in den Cafés längst Standard ist, ist es bei mir zu Hause nicht. 
 Als ich darüber nachdachte, was mich davon abhält, einfach mal einen Sojadrink (hat gerade mal die Hälfte des Zuckergehalts auf 100 Gramm) für meinen Kaffee zu verwenden, musste ich mir eingestehen: Es ist nur die Gewohnheit. Dass es aber durchaus sinnvoll ist, die gewohnten Pfade mal zu verlassen – darüber habe ich mit Léonie, Digital Brand Manager bei Alpro, gesprochen: 
Liebe Léonie, ich bekenne: ich habe NOCH nie Alternativprodukte zu Kuhmilch und Jogurt gegessen und habe auch ein bisschen Bammel, weil ich meinen Kaffee gerne mit "normaler" Milch trinke. Warum würdest du mir ein Umschwenken empfehlen – nenn mir doch mal drei gute Argumente!
Liebe Katharina, ich freue mich ersteinmal sehr, dass du Lust hast, dich näher mit pflanzlichen Drinks, Joghurtalternativen und Co. zu beschäftigen. Wenn du deinen Kaffee gerne mit Kuhmilch trinkst, vielleicht magst du ja dein Müsli mal mit einem leckeren Mandeldrink probieren? Ein großer Vorteil von pflanzlichen Milchalternativen & Co. ist die große geschmackliche Vielfalt. Es lohnt sich also auch, sich durchzuprobieren, bis du deine Lieblingsprodukte gefunden hast. Ich liebe meinen Latte Macchiato mit einem Alpro Hafer- oder Sojadrink, weil diese geschmacklich dem Kaffee den Vortritt lassen. Dafür esse ich Porridge am liebsten mit dem Mandeldrink Ungeröstet-Ungesüßt – manchmal auch mit Haselnussdrink, dann schmeckt es fast ein bisschen nach Nuss-Nougatcreme. Mhmmm! Dank der großen pflanzlichen Vielfalt kann ich meinen Kaffee (oder Müsli, oder, oder) auch immer wieder anders genießen, je nachdem, worauf ich gerade Lust habe.   
Ich möchte mich grundsätzlich gesund und ausgewogen ernähren, mir etwas Gutes tun – dabei soll es lecker sein und möglichst unkompliziert in meinen Alltag passen. Pflanzliche Lebensmittel enthalten tendenziell weniger Kilokalorien, weniger Fett und viele Ballaststoffe. Alle Produkte von Alpro sind 100% pflanzlich, von Natur aus laktosefrei und punkten mit einem vergleichsweise geringeren Zuckergehalt – einige Alpro Produkte sind mit 0 g Zucker sogar komplett zuckerfrei.
Wie wir uns ernähren hat nicht nur Auswirkungen auf unsere eigene Gesundheit, sondern auch auf unseren Planeten. Eine pflanzenbetonte Ernährung gehört zu den effektivsten Maßnahmen gegen den Klimawandel. Ein Liter Alpro Sojadrink verbraucht in der Herstellung nur halb so viel Ackerfläche, 4-mal weniger Wasser und erzeugt insgesamt 2,5-mal weniger CO2 im Vergleich zu einem Liter Kuhmilch. 
Mit einer pflanzenbetonten Ernährung kann jeder ganz einfach etwas für das eigene Wohlbefinden und für unseren Umwelt tun. Mit der Vielfalt der Alpro Produkte bringe ich zudem ganz einfach große Abwechslung in meine Ernährung. 
Viele Alpro-Produkte sind ja auf Soja-Basis – was ist das Besondere an Soja und für wen ist das besonders geeignet?
Sojabohnen sind eine wertvolle pflanzliche Eiweißquelle: Sojaeiweiß zählt zu den hochwertigsten Proteinen und enthält alle essentiellen Aminosäuren. Solch hochwertige Eiweiße kann unser Körper in körpereigene Aminosäure-Bausteine, also Proteine, umwandeln. Diese brauchen wir unter anderem auch für die Reparatur und das Wachstum unseres Muskelgewebes – weshalb sie bei sportlichen Leistungen so wichtig werden. Aber nicht nur für Sportlerinnen und Sportler sind Sojaprodukte ein echter Allstar!
Alpro Sojaprodukte sind eine hervorragende Milchalternative, da sie ungefähr die gleiche Menge an Eiweiß, Calcium und ähnliche Vitamine wie herkömmliche Milchprodukte enthalten wie Kuhmilch – dabei sind 100 % pflanzlich, von Natur aus laktosefrei, reich an ungesättigten Fettsäuren (Omega -3 und Omega -6), gluten- und weizenfrei. Zudem enthalten die meisten Alpro Produkte weniger Zucker, als vergleichbare Kuhmilchprodukte. 
Die Qualität der Sojabohne ist auch für die Qualität des Endproduktes entscheidend, weshalb wir bei Alpro Sojabohnen verwenden, die speziell für die Nahrungsmittelherstellung angebaut werden. Alpro verwendet ausschließlich zertifizierte, gentechnikfreie Sojabohnen. Auch kaufen wir unsere Sojabohnen von langjährigen Vertragsbauern und nicht auf dem Weltmarkt oder aus Regenwaldgebieten. Unsere Landwirte respektieren den natürlichen Fruchtwechsel auf ihren Ackerflächen und betreiben eine nachhaltige Anbauweise. Durch die Förderung lokalen Anbaus können wir die Versorgung mit hochwertigen GMO-freien Sojabohnen sicherstellen, zu nachhaltiger Landwirtschaft beitragen und Transportwege auf ein Minimum beschränken.
Da die Kinder ja auch mal probieren sollen – welchen Geschmack würdet Du besonders für die Kinder empfehlen? Hafer? Soja? Mandel?
Probiert doch gemeinsam einmal aus, was euch am besten schmeckt? Bei uns Zuhause haben Soja-, Hafer-, und Mandeldrinks einen festen Platz in der Speisekammer und auf dem Tisch. Müsli und Porridge wird bei uns gerne mit dem Mandeldrink Original oder dem Mandeldrink Ungeröstet-Ungesüßt gegessen. Wenn ich mir einen Latte Macciato mache, muss es auch immer einen Kinder-Latte geben (ohne Kaffee) – der aufgeschäumte Soja- oder Haferdrink wird dann genüsslich und stolz gelöffelt. Becherweise gegessen werden von den Kindern auch so ziemlich alle Alpro Joghurtalternativen – mein Sohn liebt im Moment besonders die Sorte Kirsche mit Mehr Frucht und Ohne Zucker. 
Alpro Produkte können ab 1 Jahr in die gesunde und abwechslungsreiche Ernährung von Kindern integriert werden. Einzig den Alpro Reisdrink und die Kokosnussdrinks (enthalten Reis) empfehlen wir erst ab einem Alter von 5 Jahren, da der Gesetzgeber bislang keine Empfehlungen für den Verzehr von Reisprodukten für Kleinkinder formuliert hat. Wir empfehlen, bei der Ernährung von Kleinkindern zu Alpro Soja-Produkten mit Calcium zu greifen, da sie einen mit Milchprodukten vergleichbaren Anteil an Eiweiß und Calcium enthalten. Für Kleinkinder unter 2 Jahren empfehlen wir außerdem, nicht sämtliche Milchprodukte durch pflanzliche Produkte zu ersetzen, da sie natürlicherweise weniger Fett enthalten – und Fett wichtig ist für das gesunde Wachstum des Kindes. Ab dem 2. Lebensjahr können im Rahmen einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung alle Milchprodukte durch Alpro Produkte ersetzt werden.
Es geht bei der Challenge ja auch vor allem um bewussteren Zuckerkonsum – wie geht Alpro mit diesem Thema generell um?
Die Art und Weise, wie die Welt sich ernährt zu einem Besseren zu verändern klingt ambitioniert, und genau diese Vision steht im Mittelpunkt dessen, was wir bei Alpro täglich tun. Viele Menschen möchten sich heute gesund und ausgewogen ernähren, dabei spielt auch die tägliche Zuckerzufuhr eine große Rolle. Geschmack sollte dabei niemals einen Kompromiss für eine gesunde Ernährung bedeuten. Pflanzlich zu genießen ist ein einfacher Weg, um die eigene Zuckerbilanz deutlich zu verbessern. Wenn ich einen Milchkaffee mit dem Alpro Sojadrink Original genieße, bedeutet das nur 2,5 g Zucker in 100 ml, anstelle von 5 g Zucker in Kuhmilch in der gleichen Menge. Mit den pflanzlichen Produkten von Alpro ist eine zuckerbewusste & leckere Ernährung ganz einfach – insbesondere mit dem großen Angebot an zuckerfreien Produkten und den Joghurtalternativen mit mehr Frucht und ohne Zuckerzusatz.
 Guter Geschmack und gesunde Ernährung gehen bei Alpro Hand in Hand. Seit vielen Jahren arbeiten wir daran, mit unserem Produktportfolio Menschen dabei zu unterstützen, eine gute Zuckerbalance zu finden. Dabei verfolgen wir vereinfacht gesagt zwei Wege: zum einen entwickeln wir mehr und mehr leckere zuckerfreie Produkte. Zum anderen arbeiten wir stetig daran, den Zuckergehalt unserer gesüßten Produkte weiter zu reduzieren. Durch die große Auswahl an Produkten mit unterschiedlichen Mengen an Zucker – von zuckerfreien, über zuckerarme Produkte, bis hin zu gesüßten Produkten – ist für jeden Genussmoment das Richtige dabei. Ein Blick auf die Nährwertangaben verrät, wie viel Zucker sich in unseren Lebensmitteln versteckt. So kann ich entscheiden, an welchen Stellen ich im Alltag auf Zucker geschmacklich nicht verzichten mag und wo ich dafür Zucker einsparen kann.
 Gleichzeitig unterstützen wir Menschen dabei eine bewusste und gute Wahl zu treffen, indem wir zu einem größeren Bewusstsein für das Thema Zucker beitragen. Es geht darum, Spaß an einer bewussten, ausgewogenen Ernährung zu wecken und mit dem Alpro Produktsortiment zu unterstützen. Mit der 30 Tage Challenge laden wir alle dazu ein, ganz einfach und mit viel Spaß bewusster mit Zucker umzugehen und für sich ganz persönlich den Weg zur ausgewogenen Zuckerbalance zu finden. Ganz nach dem Motto: Wir sparen am Zucker, nicht am Spaß! Das Challenge Booklet mit allen Aufgaben, vielen Anregungen und Templates kann man sich kostenlos auf alpro.com/de herunterladen.
Mal ganz praktisch: Was würdest Du für ein gesundes, leckeres Frühstück empfehlen?
Dazu braucht es meistens gar nicht viel! Unter der Woche muss es schnell gehen und eine gute Grundlage für den Tag legen. Eine ausgewogene Mischung aus Vollkornprodukten, hochwertigem Eiweiß und gesunden Fetten, kombiniert mit leckerem Obst oder Gemüse sind eine gute Basis. Vollkornprodukten liefern Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die unser Gehirn und unsere Muskeln mit Energie versorgen, den Eiweiß- und Fettstoffwechsel regulieren und außerdem den Blutzuckerspiegel stabil halten. Das gibt uns länger Energie und verhindert Heißhungerattacken.
Ein perfektes, leckeres Frühstück sieht für mich zum Beispiel so aus:
 40 g Vollkorn-Müsli mit Nüssen, 1 kleiner Apfel (kleingeschnitten) und 1 handvoll Heidelbeeren mit ca. 100 ml Alpro Haferdrink. Dazu ein frisch gebrühter Soja-Latte Macchiato mit dem Alpro Sojadrink Barista und ein Glas stilles Wasser. So kann der Tag für mich starten!


Ja, wie Ihr oben mitbekommen habt, werde ich nun 30 Tage lang auf meinen Zuckerkonsum achten. Schon zu Beginn fällt mir auf, dass in fast allen Lebensmitteln Zucker versteckt ist und das, obwohl die empfohlene Zuckermenge pro Tag bei 90 Gramm liegt. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Challenges (ich habe auch noch nie eine gemacht), weil ich immer den Eindruck habe, dass sie unheimlich anstrengend sind und nur schwer umzusetzen. Diesmal aber ist es anders. Ich erhoffe mir, durch das bewusste Ersetzen der Kuhmilch-Produkte ordentlich Zucker einsparen zu können. Zumal – wie Léonie oben ja auch schon gesagt hat – pflanzliche Produkte absolut nachhaltig und sinnvoll für die Umwelt sind. Die Alpro Challenge steht unter dem Motto „Wir sparen am Zucker, nicht am Spaß“ – das hört sich für mich definitiv gut an. 
 Aber wie immer ist das mit den Gewohnheiten nicht ganz leicht. Ich gebe zu, dass mein erster Kaffee mit Sojadrink nicht zu 100 Prozent mein Ding war.  Die Experten sagen dazu, dass das relativ normal sei, weil man 30-60 Tage Zeit braucht, um alte Gewohnheiten loszulassen. Sehen wir also mal, was die nächsten Tage so mit sich bringen.Von Sekunde 1 dagegen mochte ich die Alpro Heidelbeer Jogurtalternative (mit 9,4 Gramm Zucker pro 100 Gramm – ein vergleichbares Produkt mit Kuhmilch hat 14 Gramm Zucker Pro 100 Gramm). Damit rettete ich mich in den ersten Tagen gut durch mein Mittagszucker-Tief.Ich bin gespannt, wie ich diese kleine, aber wichtige Umstellung in den nächsten Tagen erleben werde. Ich bin gespannt, wie mein Körper reagiert, ob sich mein Geschmackssinn durch weniger Zucker verändern wird und ob ich es hinkriege, dauerhaft weniger Kuhmilch-Produkte zu konsumieren. 
Drückt mir die Daumen, ich werde auf jeden Fall nach 30 Tagen ein Fazit für Euch ziehen. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn Ihr ebenfalls bei der 30 Tage Sugar Balance Challenge mitmacht und mir von Euren Erfahrungen berichtet!!!! HIER gibt es alle Infos rund um die Challenge, viel Spaß damit! 
               
30 Tage weniger Zucker - warum Katharina ihre Essgewohnheiten überdenkt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/50-50-elternschaft-wie-das-gelingen-kann
       
Liebe Marie, liebe Isabel, wir wollen heute über gleichberechtigte Elternschaft sprechen. Zuerst einmal: Wie definiert Ihr Gleichberechtigung? Bedeutet das automatisch 50/50?



Super Frage, denn das ist genau das was viele wohl abschreckt: Dass fifty fifty nur geht, wenn man immer alles genau durch die Hälfte teilt. Aber das geht natürlich fast nie und ist auch lebensfern. Denn welche Arbeit ist wie viel wert? Zählen drei gewechselte Windeln gleich viel wie eine Stunde Bad putzen? Wenn man so anfängt, wird es schnell nervig. Wir definieren Gleichberechtigung eher so: Dass man eine Partnerschaft auf Augenhöhe führt, dass alle Bedürfnisse gleich viel wert sind und gleich wichtig. Und natürlich, dass Hausarbeit und Kinderbetreuung, also unbezahlte Care-Arbeit, geschätzt und gerecht(er) verteilt werden.



Das heißt, dass es sicherlich mal Zeiten geben wird, in denen ein Partner mehr Care-Arbeit übernimmt und der andere mehr lohnarbeitet. Aber das sich das auch wieder abwechseln sollte und dass es finanziell immer fair bleibt. Dass also nicht immer einer (meistens die Frau) mehr Care-Arbeit leistet und eindeutige finanzielle Nachteile hat – vor allem auf lange Frist.



Gerade in den letzten Monaten gab es in vielen Familien die Rolle rückwärts in traditionelle Rollen – wie war das bei Euch?



Bei Marie war es so: Mein Mann ist Arzt und hat bei unserem Kind 5 Monate Elternzeit nehmen können, ein Teil davon fiel in den ersten Lockdown, was dazu geführt hat, dass er mit den Kindern zu Hause war (mein großer Sohn hat einen anderen Papa und lebt nur wöchentlich bei uns) und ich gearbeitet habe. Dieses Mal ist es so, dass er als Arzt natürlich kein Home Office machen kann, er sich aber ab und zu mal einen Tag frei nimmt. Ich bin also immer eine Woche mit dem großen Kind zu Hause, mache Home Schooling und Home Office und jede andere Woche teilweise im Büro (wir sind dort allein) oder im Home Office. Das kleine Kind ist meist in der Notbetreuung.Isabels Mann ist auch selbstständig und so teilen sich die beiden die Kinderbetreuung auf. Meistens macht einer den Vormittag und der andere den Nachmittag. Glücklicherweise kann auch die Oma ab und zu mal einspringen und die beiden wechseln sich mit ausgewählten Freunden ab.



Bei uns beiden wird Haushalt und Care-Arbeit also nach wie vor noch geteilt und wir sind – gerade in dieser besonderen Zeit – extrem froh darüber. Jetzt wird mal richtig deutlich, was Frauen alles leisten, viele arbeiten ja Teilzeit, stemmen aber zusätzlich auch noch wirklich alles, was mit Kindern und Zuhause zu tun hat, alleine. Wenn jetzt noch die Betreuung wegfällt, sind sehr viele natürlich buchstäblich überlastet. Und es wird auch klar, dass Care-Arbeit ganz oft der wesentlich anstrengendere Job ist.



Oft war man ja vor der Geburt des Kindes gleichauf – dann nimmt die Frau 12 Monate Elternzeit und schon ist das Gleichgewicht weg. Ist die Elternzeit vielleicht DER Punkt, an dem alles anfängt?



Davon sind wir überzeugt! Wir glauben fest daran, dass in den ersten Monaten der Grundstein für die Zeit danach gelegt wird. Es ist so wichtig, dass Papa auch viel Zeit allein mit dem Baby hat. Dass er eine Bindung zum Kind aufbaut, dass er eigene Strategien entwickelt und auch einfach weiß, wie es ist, sich um ein Baby und den Haushalt zu kümmern. Wenn man erstmal selbst die Erfahrung gemacht hat, versteht man die Lebenswelt der Mama viel besser. Man weiß, wie anstrengend es sein kann – und dass Care-Arbeit eben auch Arbeit bedeutet, egal wie sehr man sein Baby liebt.



Wenn man es schafft, dass auch Väter mehrere Monate Elternzeit nehmen (und man in dieser Zeit nicht unbedingt zusammen 2 Monate verreist, sondern der Vater alleine den Alltag schaukelt), dann ist schon mal viel für mehr Gleichberechtigung getan. Studien belegen auch: Väter, die Elternzeit nehmen, haben noch Jahre später eine bessere Bindung zum Kind und auch: diese Beziehungen sind eher die, die nicht zerbrechen.



Oft ist es ja leider noch so, dass der Mann mehr verdient als die Frau und es daher heftige finanzielle Einschnitte bedeuten würde, wenn der Mann seine Stunden reduziert. Diese Situation thematisiert ihr auch in Eurem Buch. Welche Lösung kann es da geben?



Ja, das ist immer das Killer-Argument… Dabei ist es so unfair, denn Arbeit ist nicht gerecht entlohnt. Frauen verdienen statistisch immer weniger als Männer, so geht es schon mal los. Care-Arbeit wird gar nicht entlohnt, dabei ist sie so wichtig. Auch viele „systemrelevante“ Jobs sind schlecht bezahlt. Deshalb sollte es nicht immer darum gehen, wer mehr verdient, denn das sagt erst mal nichts über den Wert der Arbeit aus.



Natürlich ist das aber leicht gesagt, wenn das Geld einfach nicht reicht, falls der Mann zum Beispiel reduziert. Es gibt trotzdem viele Möglichkeiten. Vielleicht kann er zumindest an zwei Nachmittagen früher gehen? Viele Männer scheuen das Gespräch mit ihren Chefs, dabei könnten sie so auch den Weg für andere Väter frei machen. Für die Elternzeit kann man sich zum Beispiel vorab einen Puffer zurücklegen.



Vielleicht kann man auch den Lebenstandard, soweit möglich, solange die Kinder klein sind, etwas zurückfahren. Wir glauben schon auch, dass es eine Prioriätenfrage ist: Muss der Zweitwagen her? Das Einfamilienhaus? Oder wollen wir stattdessen mehr Gleichberechtigung und auch Zeit als Familie? Vielleicht kann das alles noch ein bisschen warten, und dafür muss nicht ein Elternteil sich komplett und für lange Zeit zurücknehmen. Das ganze ist nämlich oft ein Teufelskreis, denn wie soll denn die Frau jemals beruflich aufsteigen (und mehr Geld verdienen), wenn sie dazu gar nicht die Chance bekommt? 



Manchmal hat man aber auch das Gefühl, dass die Frauen es den Vätern auch nicht so recht zutrauen, sich alleine um die Kinder zu kümmern  Welche Tipps habt Ihr da?



Ganz vorn angesetzt: Hier ist auch wieder die Elternzeit wichtig. Wenn Väter sich alleine um die Kinder kümmern, dann wissen sie, welche Bedürfnisse gestillt werden müssen und lernen selbst, wie sie gut mit den Kindern durch den Tag kommen. Vielleicht macht Papa dann einige Dinge anders als Mama, aber auch daran kann man sich als Mutter gewöhnen.



Wir glauben auch, dass wir Frauen so sozialisiert sind, dass wir denken, dass letztendlich WIR die Hauptverantwortlichen sind oder dass es gar eine Art Kümmer-Gen nur bei Müttern gibt – aber das ist Quatsch! Väter können sich wunderbar kümmern und schütten sogar ganz ähnliche Hormone wie Mütter aus, wenn sie mit dem Baby zusammen sind. Und das Schönste, wenn man gleichberechtigt lebt, ist: Die Verantwortung wird geteilt und lastet nicht so schwer auf unseren Schultern.



Marie ist zum Beispiel, nachdem das Kind abgestillt war, einfach mal weggefahren und hat los gelassen – und siehe da: Baby und Papa hatten eine gute Zeit! Auch Isabel und ihr Partner können sich unheimlich viele Freiräume geben, weil der jeweils andere immer nahtlos übernehmen kann. Man kann dann zum Beispiel auch einfach mal im Bett liegen bleiben, wenn man krank ist.



Wie habt Ihr das geregelt – gibt es Bereiche, für die ausschließlich Euer Partner zuständig ist?



Bei Marie ist es so aufgeteilt, dass ihr Partner mehr für die Küche, also Geschirrspüler etc. verantwortlich ist. Sie macht dafür mehr Wäsche. Das kleine Kind steht meist sehr früh auf, diese Morgenstunden übernimmt der Papa, bevor er zur Arbeit geht. Auch Abends bringt er das kleine Kind ins Bett. Bei Isabel ist es ähnlich, auch hier macht der Mann Küche, Kochen, Einkäufe – und sie eher Bad, Wäsche und sie macht auch mehr Organisation, also Mental Load. Die beiden teilen sich auch beim Ins-Bett-Gehen und jetzt auch beim Homeschooling gerecht auf.



Schafft Ihr Euch regelmäßig Auszeiten von der Familie? Wie klappt das ?



Marie: Jetzt im Lockdown ist das natürlich nicht so einfach. Vorher bin ich alle paar Wochen mal aufs Land zu meiner Mutter und hab dort mal eine Nacht durchgeschlafen und etwas Ruhe genossen. Oder Papa und Kleinkind sind zu seinen Eltern gefahren – und ich hatte mal ein Wochenende für mich. Jetzt ist es eher so, dass man sich mal allein ohne Kinder zum Spaziergang mit einer Freundin trifft…



Isabel: Bei mir ist das natürlich gerade auch nicht so einfach, aber ich brauche das eigentlich sehr. Ich fahre normalerweise ein Mal im Jahr alleine in den Urlaub, und mache auch mal ein Spa-Wochenende mit einer Freundin oder so etwas. Wir teilen uns in normalen Zeiten auch so auf, dass jeder zwei Tage pro Woche hat, an denen er oder sie den ganzen Tag und Abend frei hat. Da kann ich dann mal ohne Deadline arbeiten und am Abend auch noch zum Yoga gehen oder jemanden treffen.



Das klappt super, denn der Papa kennt ja alle Abläufe, er ruft dann also auch nicht ständig an und hat Fragen, oder so. Nur das Umfeld muss das noch lernen, dass Papas das auch alles können! Ich war vor zwei Jahren in London auf dem runden Geburtstag eines sehr guten Freundes und ich weiß noch, dass mich dort sicher zwanzig Leute gefragt haben, wo denn die Kinder seien. Als ich sagte: „bei ihrem Vater“, kam immer ein erstauntes: „Wirklich? Der bekommt das hin?“ zurück. Und ich dachte nur: Er kümmert sich um seine Kinder. Was ist daran so besonders?



Wenn man feststellt, dass man gerade nicht zufrieden ist mit der Aufteilung. Was sind kleine Schritte, die schon Veränderungen bringen?



Reden, reden, reden. Am besten, noch bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Manche Wochen laufen einfach nicht so gut und anstatt das runterzuschlucken, sollte man eine ruhige Minute mit dem Partner abwarten und darüber sprechen.



Auch genau hinschauen: Welche (unsichtbaren) Aufgaben sind es, die mich belasten? Wo fühle ich mich ungerecht behandelt? Wie kann man diese besser aufteilen? Wie wird die eigene To-Do-Liste kleiner? Aktiviert auch euer Netzwerk: Kann jemand anderes das Kind aus der Kita mitnehmen?



Außerdem: Die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren ist wichtig, am besten mit Ich-Botschaften. Aber manchmal gibt es einfach besonders stressige Zeiten, für die keiner etwas kann. So ist es jetzt gerade sicher auch bei vielen. Da ist es wichtig, sich mit dem Partner zu verbünden, zu versuchen, auch mal zu lachen und sich bewusst zu machen, dass das jetzt alles ziemlich crazy ist, aber auch wieder andere Zeiten kommen – und auf keinen Fall in Machtkämpfe oder den „Wer-macht-mehr“- Wettbewerb verfallen. 



Marie und Isabel sind liebe Bloggerkolleginnen von uns, Ihr kennt sicher Ihren Blog littleyears.de. Diese Woche ist nun ihr erstes Buch „fifty fity Eltern – So gelingt Euch gleichberechtigte Elternschaft “ erschienen, wir dürfen drei Exemplare verlosen. Schreibt uns dazu einfach in die Kommentare, warum Ihr das Buch gerne haben möchtet. Das Los entscheidet dann. Viel Glück!




               
50/50-Elternschaft - wie das gelingen kann | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/aber-mama-alle-anderen-duerfen-doch-auch
        Ihr Lieben, zuerst einmal ein gutes neues Jahr Euch allen! Viel Glück, Gesundheit und Freude – und auf dass sich einige der Dinge erfüllen, die Ihr Euch wünscht. Wir hoffen, Ihr hattet schöne Feiertage und habt die Familienzeit genossen. 
Hinter uns liegen fast zwei Wochen Ferien, es war eine intensive Zeit – auch mit den Kindern. Wir hatten viel Spaß, aber auch viele Diskussionen. Denn die Kinder waren in der letzten Zeit oft bei Freunden, weil zu Hause wegen des Umzugs Chaos herrschte. Wenn Kinder in anderen Familien zu Gast sind, entdecken sie natürlich auch, dass es in anderen Familien anders zu geht. Dass dort andere Regeln herschen, dass es andere Traditionen gibt und andere Eltern strenger oder weniger streng sind. Das erweitert den Horizont, stellt aber auch so manches in der eigenen Familie in Frage. Warum ist das bei uns so, wenn es doch bei Romy so ist? Warum darf Leo das und ich nicht? Abends gab es deshalb bei uns oft Erklärungsbedarf. 
Eins der großen Themen bei meiner Tochter ist gerade der Süßigkeiten-Konsum. Oder eher: Wo und wann darf genascht werden? 
Bei uns werden Süßigkeiten in einer Schale in der Küche gelagert, meine Kinder dürfen sich dort nach dem Mittagessen etwas aussuchen. Während der Feiertage haben wir zudem am Nachmittag immer eine Kaffeestunde gehalten – wir haben eine Kerze angezündet, saßen zusammen, haben Tee oder Kaffee getrunken und Plätzchen gegessen. Ihr merkt: Wir sind kein zuckerfreier Haushalt. ABER: Der Zugang zu Naschzeug ist eben durch uns Eltern kontrolliert. 
Freunde meiner Kinder aber dürfen Süßigkeiten auf ihren Zimmern lagern. In einer Familie bekommt beispielsweise jedes Kind am Anfang der Woche eine gewisse Menge, die sie sich selbstständig einteilen dürfen. Das funktioniert laut den Eltern auch ganz gut – heißt also, das Kind stopft nicht alles am ersten Tag in sich hinein. 
Die Vorstellung einer eigenen Süßigkeitenbox im Zimmer findet meine Große toll. Ich hingegen nicht. Das hat nicht mal etwas mit fehlendem Vertrauen zu tun, ich sehe nur nicht den Sinn dahinter, warum eine Siebenjährige und ein Dreijähriger Süßigkeiten im Zimmer haben sollte. Wie gesagt: Es gibt bei uns Schokolade und Co – aber eben unter meiner Aufsicht. 
Zunächst dachte ich, dass wir es vielleicht auch einfach mal ausprobieren sollten – kam dann aber wieder davon ab. Ganz einfach, weil ich nicht möchte, dass bei uns irgendwas geschieht, nur weil es woanders so ist. In jeder Familie gelten eigene Regeln, jede Familie fühlt sich mit anderen Dingen wohl. Sollte ich merken, dass eine Situation nicht mehr stimmig ist, würde ich sie ändern. Der Antrieb dazu müsste aber aus uns selbst heraus kommen – ich möchte niemand kopieren. 
Ich weiß selbst noch, dass mein liebster Satz früher war: "Alle anderen dürfen aber auch!" – und mein Vater sagte damals oft: "Wenn alle anderen aus dem Fenster hüpfen, musst du noch lange nicht hüpfen." Das ist natürlich etwas sarkastisch, aber es steckt auch Wahrheit darin. Wir Eltern sollten uns klar darüber sein, wie wir unsere Kinder erziehen wollen, was uns wirklich wichtig ist. Und wir sollten gar nicht so viel nach rechts und links gucken. Klar kann man sich von anderen Eltern inspirieren lassen, aber am Ende muss man für sich selbst wissen, was sich gut oder eben nicht gut anfühlt. 
Es gibt so viele Themen, bei denen wir uns in Zukunft überlegen müssen, wie wir damit umgehen. Ab wann bekommen die Kinder ein eigenes Handy? Ab wann Ohrlöcher? Wie lang dürfen die Kinder abends auf Partys? Wie viel Taschengeld finde ich angemessen?
Es ist und bleibt ein Ausprobieren, nichts ist in Stein gemeißelt, Prinzipien können überdacht werden. Und doch muss eins stimmen: Das eigene Bauchgefühl. 
Ich habe lange mit meiner Großen über die Süßigkeitenbox gesprochen. Ihr erklärt, warum ich das anders mache. Sie fand es nach wie vor nicht toll, aber ich glaube, sie konnte es nachvollziehen. Auch das gehört wahrscheinlich zu Erziehung dazu: Mal Entscheidungen zu treffen, die unpopulär vor den Kindern sind. 
Elternschaft ist und bleibt ein Abenteuer – auf dessen Weg wir alle wachsen. Ich bin so gespannt, was das neue Jahr bringt. Langweilig – soviel ist klar – wird es bestimmt nicht!
 
 
               
Aber Mama, alle anderen dürfen doch auch... | STADT LAND MAMA
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Ich erinnere mich ganz genau an die eine Nacht im späten Winter 2018. Dein Zimmer, erhellt durch den Vollmond, du liegst schlaflos in deinem Bett.  Deine Finger bilden eine Faust, deine Augen sind groß und starr, dein Atem schnell und flach. Ich stehe neben dir, der 17. große epileptische Anfall hat dich aus dem kurzen Schlaf gerissen. Ich stehe neben dir, halte deine kalte Hand. Das zweite Notfallmedikament strömt durch dein Blut und ich ahne, dass es nichts ändern wird. „Ich weiß, ich weiß, ich verstehe dich“, flüstere ich leise. Ich weine und verstehe. Verstehe, dass du nicht mehr kannst, dass du nicht mehr willst. Am nächsten Tag rufe ich im Hospiz an: „Ich glaube, mein Kind stirbt.“ Es ist März 2018.“



Ab diesem Tag war der Tod unser Begleiter. Manchmal war er leise, zurückhaltend, still. An manchen Tagen beängstigend, laut und stark. Ich wollte vorbereitet sein. Las über das Loslassen, das Sterben. Klappte die Bücher zu, mit dem Gedanken, ich kann das alles nicht. Schob die Gedanken beiseite, versuchte zu flüchten, den Tod auszuschließen, zu ignorieren. Schmiedete neue Pläne, erklärte alles mit Phasen, gab allem die Schuld, dem Mond, dem Wetter, der Stimmung, den Anfällen. Es sind Phasen, die sich ändern werden. Die gute Zeit wird zurückkommen, vielleicht nicht jetzt, aber irgendwann.



Wir müssen es durchstehen. Finja muss durchhalten.



Noch eine Nacht, einen Tag, weitere Wochen und Monate, Jahre. Für dich. Für mich. Für uns. Denn dann wird alles gut. Dachte ich. Hoffte ich.



Und Finja, sie baute immer weiter ab. Wenn sich ihr Körper von einem epileptischen Anfall zu erholen versuchte, bahnte sich schon der nächste an. Der ihr den Atem nahm, sie erst blass, dann blau wurde, ihr ganzer Körper sich verkrümmte und anschließend erschöpft zusammenbrach. Immer und immer wieder. Sie konnte nicht mehr essen, nicht mehr tief schlafen. Das Leben rauschte an ihr vorbei. Ohne sie. Finja wurde zerbrechlich. 



Mein Mann und ich diskutierten. Suchten nach Hilfe. Die Ärzte empfahlen eine Magensonde, damit Finja bei Kräften bleiben würde. Zum Essen fehlte ihr die Energie und die Lust. Verständlich. Nach Wochen fiel die Entscheidung: Eine Magensonde sollte die Nasensonde ersetzen.



Und wir hofften. Hofften, dass Finja durch die Sonde neue Lebenskraft bekommen würde, die schlechte Phase ein Ende finden und es einfach nur noch bergauf gehen würde. Wir lasen, sprachen mit dem Palliativteam, wogen ab und entschlossen uns. Die Sonde sollte nun in schlechten Tagen für eine Erleichterung sorgen. An Tagen, an denen sie nur schlief. An Tagen, an denen sie nur krampfte. Ihre Ernährung wäre sichergestellt.



Finja überstand die OP gut. Wir waren erleichtert, wurden entlassen und der Alltag nahm seinen Lauf. Finja schlief und ich sondierte. Es gab Tage, an denen sie es schaffte, selbst zu essen. Die feierten wir. Und es gab die Tage, an denen ich nicht wusste, ob sie Hunger hatte oder nicht. Kein offener Mund, der mir zeigte, dass sie Appetit hatte. Kein offener Mund, der mir ihren Durst verdeutlichte. Mindestens alle vier Stunden Nahrung. Sondieren gehörte dazu, wie das alltägliche Zähneputzen oder Umziehen. Ich verlor das Gefühl für ihr Bedürfnis.  



Die Anfälle blieben, die Medikamente wechselten.



Es gab nur noch kleine Hochs, die Tiefs überwogen. Finjas Hüfte luxierte durch die starken Krämpfe (der Hüftkopf saß auf beiden Seiten nicht mehr in der Hüftpfanne). Ihre Situation verschlechterte sich zunehmend. Schmerzen kamen hinzu, sodass jede Form von Bewegung zu einer Herausforderung wurde. Wir bekamen zeitnah einen Termin für die Hüft-OP. Und wieder war ich voller Zuversicht. So verließen wir das Krankenhaus. Finja bekam ein Pflegebett im Wohnzimmer. Und ich erinnere mich, wie ich ihr sagte: Du hast es geschafft. Wir haben es geschafft. Doch es änderte sich nichts an ihrer Anfallsituation. Sie war außer Kontrolle. Nach weiteren OPs war klar, die Ärzte können nicht mehr operieren. Schmerzmedikamente brachten eine Verbesserung, doch keine Lösung. 



„Dein Körper ist gebrochen. Deine Kräfte am Ende. Du möchtest nur noch in unseren Armen liegen, nicht mehr schlafen, nicht mehr essen. Deine Augen scheinen so verändert, so grau und starr. Wir halten dich jede Minute mit der unerträglichen Ahnung, wie dein Weg sein wird. Doch akzeptieren kann ich es noch immer nicht.



Dein Papa spricht das aus, was sich keiner traut, laut auszusprechen: Du möchtest und kannst nicht mehr. Dieser Satz, so schwer er auch ist, lässt dich sichtlich entspannen. Nur ich stehe da, und versuche den Silberlöffel weiterhin zwischen deine Zähne zu schieben. Dein Mund, so spitz und verbissen, dein Kopfbewegung energisch. „Lass mich, Mama, lass mich.“ Doch ich kann nicht. Die Magensonde war einst unsere Hoffnung und nun musste ich eingestehen, dass sie zwar dein Leben verlängert, die Lebensqualität jedoch verschlechtert hat.



Die Palliativschwestern an unserer Seite lassen mich verstehen, dass es Zeit ist, loszulassen.  Es sind 1,5 Jahre seitdem vergangen, in denen du jeden Tag gekämpft hast, für dich, für mich, für uns und nun soll ich dich gehen lassen. 



Finja starb am 12.10.2019 im Kinderhospiz Löwenherz in unseren Armen.



Ich stehe still. Der Alltag rauscht an mir vorbei, ich komme nicht hinterher. Mein Herz stolpert. Die Gedanken kreisen unermüdlich. Täglich durchlebe ich immer und immer wieder das Sterben von dir. 



Minute für Minute, jede Berührung, jeder Kuss, jedes Wort an dich, jeder Song, jede Nacht und jeden Tag. Da liegen wir, lauschen dem Wind. Dein Atem ist ruhig, deine Hände warm, deine Augen zunächst geschlossen, dann weit offen bis zur letzten Minute. Ich wiederhole es unendliche Male für dich, meine unendliche Liebe in Worten. Worte, die du aufsaugst, eine Träne aus deinem Auge läuft und deine kleine Hand sich fest an mich klammert. Loslassen. Loslassen, voller Schmerz und Sehnsucht. Doch das Loslassen, mein größtes Geschenk an dich und sogleich mein schlimmster Moment. Der Schmerz gräbt sich tief in meine Brust. Ich weiß nicht, wie ich atmen, wie ich leben soll – ohne dich. Ein Teil von mir ist mit dir gegangen. Zwischen Angst und Wut, Hoffnungslosigkeit, Begreifen und Leugnen bleibt der Schmerz – und die Leere, die mich betäubt.



Und um mich herum dreht sich die Welt weiter. Ich stehe still.



Besonders abends im Bett spreche ich die Realität innerlich oft aus: Finja, unser Kind ist tot. In dem Moment schnürt sich meine Kehle zu, ich vergesse Luft zu holen und gleichzeitig versetzt mir der Gedanke einen Stich ins Herz. Ich werde öfter gefragt, wie sich das wohl anfühlen muss – sein eigenes Kind zu verlieren. Ich kannte diese Gefühl nur ansatzweise, nur für Sekunden. Wenn das Neugeborene ruhig in seinem Bettchen liegt und man voller Panik aufspringt und nachguckt, ob es noch atmet. So ähnlich fühlt es sich jetzt an, nur dass es keine Beruhigung gibt, dass alles gut ist und der Schmerz einen jede Sekunde, jede Stunde begleitet. Mal schwächer, mal stärker.



Ich habe Finja über fünf Jahre 24 Stunden am Tag gepflegt. Ich bin zu einem Teil von ihr geworden. Ich war ihre Stimme. Ich habe für sie mitgefühlt, um Entscheidungen treffen zu können. Ich war non stop mit in ihrer Haut. Es war eine komplett andere Beziehung als zu einem gesunden Kind. Die Auswirkungen des Zusammenwachsens mit Finja wurden mir erst nach ihrem Tod richtig bewusst. Erst als sie gestorben ist, habe ich gespürt, welch großer Teil von mir mit ihr gegangen ist.



Finja ist weiterhin ein Teil von uns, wir reden täglich über sie, vermissen und weinen, aber lachen auch zusammen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Mein Mann ist kurz nach Finjas Tod wieder arbeiten gegangen.  Auch ich stürze mich täglich in neue Aufgaben und Projekte. Ich habe ein Herzensprojekt (www.finifuchs.de) mit einer anderen CDKL5-Mutter ins Leben gerufen. Ich will damit ein Stück zurückgeben und andere Eltern in ähnlichen Situationen unterstützen. Es lässt mich ein Stück in dieser „alten“ Welt, die zu unserem Leben, dem Leben mit einem behinderten Kind, geworden ist, weiterleben und überleben. 



„Ich halte dich, kurz bevor du für immer gehst. Keiner ist bei uns, nur wir beide. Ich schaukel deinen zarten, zerbrechlichen Körper in meinen Armen. Du blinzelst ein letztes Mal und das erste Mal seit drei Tagen, während ich flüstere: „Finja, ich begleite dich. Ich begleite dich bis zum Ufer. Ich werde bei dir sein, bis du bereit bist. Sorge dich nicht, nicht um das was kommt, nicht um uns. Wir werden immer an dich denken, lachen und glücklich sein. Wir werde immer in deiner Nähe sein.“ Drei Stunden später stirbst du.“



Wir trauern in vielen kurzen Schüben, mehr würden wir auch nicht ertragen. Die Lücke wird nichts und niemand füllen können, auch die Zeit heilt keine Wunden. 



Es liegt noch ein langer zehrender Weg vor uns, bis wir lernen werden, mit dem Verlust, dem Schmerz zu leben und sich unsere Blicke wieder für unsere Zukunft öffnen können. Und trotz allem haben wir in diesen Zeiten auch Momente der Freude, des Glücks, voller Dankbarkeit.



Eine sehr gute Freundin hat mir nach dem Tod von Finja folgenden Satz gesagt: „Finja konnte diesen Weg gehen, weil sie wusste, dass ihr diesen Weg mit ihr gehen werdet – weil ihr sie liebt.“ Dieser Satz spendet mir immer wieder sehr viel Trost neben vielen Schuldgefühlen, dem Schmerz und der Sehnsucht.



„Finjas Schwester liegt neben uns im Bett und wir starren in die dunkle Nacht mit den unendlich vielen Sternen. Neben uns liegt das zugeklappte Buch von Lucy und Stephen Hawking „Der Geheime Schlüssel zum Universum“. Wir verschlingen jede einzelne Seite und philosophieren anschließend über den Urknall und das Entstehen und das Sterben von Sternen.



„Fast alle Elemente, aus denen wir beide bestehen, sind im Inneren von Sternen, die zu einer Zeit existierten, als es unsere Erde noch gar nicht gab. Man könnte also sagen, dass wir allesamt die Kinder von Sternen sind.“



Die Vorstellung, dass Finja einfach nur weg ist, der Tod das Ende ihrer „Seele“ bedeutet, bringt mich an meine Grenzen. Zu gerne hätte ich einen Glauben an Gott, an die Seele oder an ein Leben im Himmel. So sind wir immer noch auf der Suche, mit der Hoffnung, dass das Endliche vielleicht nur bedeutet, dass sich die Form verändert in einem unaufhaltsamen, unendlichen Kreislauf – und mit dem Glauben, dass nichts im Universum verloren geht, auch nicht unsere Finja.



—-—-Mehr über Finja und Ihre Familie könnt Ihr HIER erfahren. Wir danken Janine sehr für Ihre Offenheit und Ehrlichkeit und sind tief berührt von dieser besonders wundervollen Familie
               
Abschied von Finja: Ich bin bei Dir, wenn Du bereit bist, zu gehen |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abschied-von-jonas-und-auch-papa-tritt-die-letzte-reise-an
        Ihr Lieben, Ende November haben wir hier ein Interview mit Stefanie veröffentlicht, das uns und Euch sehr berührt hat. Stefanies Mann, ihr Sohn Jonas und die Tochter Neele waren an Krebs erkrankt – alle drei hatten einen seltenen Gendefekt, der Krebserkrankungen verursacht. 
Eine Woche nach unserem Interview musste Jonas mit Fieber ins Krankenhaus, es ging ihm zunehmend schlechter. Jonas hatte noch so viel vor. Er wollte den Wechsel auf die weiterführende Schule miterleben, er wollte zur Jugendfeuerwehr, er wollte wieder Fußball spielen. Am 29.12. hat der Zehnjährige den Kampf gegen den Hirntumor verloren.
„Jonas ist gestern verstorben und wir sind alle unendlich traurig“, schrieb uns Stefanie am Tag darauf. Ein Abschied nach zehn Jahren Leben.
Am 31.12. wurde Jonas beerdigt. Silvester war für ihn immer das schönste Fest des Jahres gewesen, er liebte Raketen und den Jahreswechsel.
In die Trauer mischt sich nun die Sorge um Papa Sebastian, denn auch ihm geht es immer schlechter. Auch er hat einen Hirntumor und Lungenkrebs im Endstadium. Metastasen sind im ganzen Körper verteilt. „Wir begleiten nun meinen Mann auf seiner letzten Reise. Bald sind meine beiden Männer wieder vereint“, schrieb uns Stefanie.
Es sei wie ein nicht endener Albtraum, doch sie versuche, für ihre Töchter Neele (sie war ebenfalls schon an Krebs erkrankt, die nächste wichtige Kontrolle steht in ein paar Tagen an) und Lenja (sie ist die Einzige, die den seltenen Gendefekt nicht geerbt hat) stark zu sein. 
Stefanie schrieb uns auch, wie sehr sie sich über die Anteilnahme und die vielen lieben Gedanken freuen würde: „Das ist so lieb und berührt mich sehr.“ 
Für uns gibt es keine Worte, die beschreiben könnten, was wir im Angesicht des Schicksals von Stefanies Familie fühlen. Uns bleibt nur, ganz fest an sie zu denken!
Wer für die Familie spenden möchte, kann dies gern hier tun: 
Stefanie und Sebastian Ewald, IBAN: DE36 2307 0700 0333 7086 02, Bank: DB PFK (Deutsche Bank PGK)
—-Hier nochmal unser Interview mit Stefanie über das seltene Li-Fraumeni-Syndrom
 
               
Steffi Ewald: Abschied von Jonas - und auch Papa tritt die letzte Reise an
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abschied-von-tiger-wie-viel-trauer-koennen-wir-kindern-zumuten
       
Ihr Lieben, wir sind eine dreiköpfige Familie: mein Mann, meine fast 3-jährige Tochter und ich. Wir wohnen am Stadtrand in einem Einfamilienhaus mit viel Grün Drumherum.



Seit letztem Jahr Ende Oktober gehört unser Kater Tiger, genannt „Tigerchen“ auch zu unserer Familie. Er kam mit 9 Wochen zu uns und wir haben ihn so lieb gewonnen.



Da er sehr freiheitsliebend und abenteuerlustig ist, hat er sich auch schnell an den Freigang gewöhnt und wir dachten auch, dass wir uns nicht so viele Sorgen machen müssen, weil hier wenige Autos fahren und er sowieso nicht hoch zur Straße gelaufen ist, sondern immer auf die Wiesen oder in den Wald.



Leider haben wir dann letzte Woche Donnerstag gegen 13.30 Uhr plötzlich einen Anruf bekommen, dass sie unseren Tiger gefunden hätten. Mein Mann ist sofort hin. Es lag nur ein paar Häuser weiter mitten auf dem Spazier-Rundweg.



Er ist von einem Hund totgebissen worden.Das war erst mal ein Schock.



Mein Mann hat ihn zu uns nach Hause getragen und wir haben ihn erst mal in eine Kiste gelegt.



Dann hat er lange mit dem Hundebesitzer gesprochen. Wir waren, bzw. sind froh, dass die Hundebesitzer den Mut gehabt haben, uns direkt zu verständigen, so wissen wir wenigstens, wie es passiert ist. Nicht auszudenken, wenn wir ihn selbst leblos daliegend gefunden hätten…



Wir haben uns dann beraten und entschieden, unserer Tochter gegenüber ehrlich zu sein. Wie erzählten ihr, was passiert ist.



Da unser Tigerchen friedlich aussehend in der Kiste lag, haben wir uns alle gemeinsam von ihm verabschiedet, ihn noch mal gestreichelt und sie hat ihm ein Bild gemalt.



Wir haben ihn zusammen beerdigt und auch einen großen Stein bemalt und Blumen gepflückt.



Freitag und Samstag hat sie gar nicht von ihm gesprochen. Sie hat allerdings in den Nächten unruhiger geschlafen als sonst.



Wir sind alle sehr traurig und vermissen ihn so sehr. Wir haben auch noch nichts von seinen Sachen weggeräumt. Er lag immer auf dem Schaf-Fell auf unserer Liege vor dem Kamin.



Seit Sonntag spricht sie nun wieder täglich von ihm und fragt auch, ob wir irgendwann eine neue Katze bekommen.



Bezugnehmend auf das Alter unserer Tochter fragen wir uns jetzt: Wie viel sollte man mit dem Kind über Trauer sprechen? Sollte man zusammen weinen?



Ab wann sollte man über ein neues Haustier nachdenken?
               
Trauer um das Haustier: Wenn Kinder Abschied nehmen müssen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abtreibung-es-ist-euer-koerper-hoert-auf-euch-zu-schaemen
       
Ihr Lieben, wir freuen uns immer sehr, wenn Ihr uns Feedback zu unseren Geschichten hier schreibt – sei es auf Facebook oder im Blog – oder eben auch per Mail. Heute veröffentlichen wir mal so eine Mail – natürlich mit Einverständnis der Absenderin. Weil es mal wieder zeigt, wie unterschiedlich die Rucksäcke sind, die wir alle so durchs Leben schleppen und wie wichtig es ist, offen und zugewandt zu bleiben.



Liebe Lisa, liebe Katharina,Heute habe ich bei euch den Artikel von einer Frau über ihre Abtreibung gelesen, „Niemals würd ich abtreiben“ hieß die Überschrift.



Ich habe beim Lesen geweint, weil ich so gut nachvollziehen konnte, wie sich diese Frau fühlt. Und dann habe ich  noch all die Kommentare zu dem Artikel gelesen, die mich traurig stimmten. Denn sie zeigten, wie schnell und hart viele Menschen urteilen.



Ich freue mich für jede Frau, die ihr Leben meistert und die eine ähnliche Situation anders gelöst hat, die ihren Weg gegangen sind und jetzt die Kinder im Arm haben. Aber nicht jede Frau hat diese Stärke und nicht jede muss sie haben.



Kommentare wie: Das könnte ich NIE, das hätte ich NIE gemacht – bringen dem, der durch diese Erfahrung gegangen ist, gar nichts. Außer noch mehr Schuldgefühle.



Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Sie begann Ende 2011. Ich war mit meinem Partner erst 4 Monate zusammen, er kam aus einem „reichem“ Elternhaus, aber seine Eltern hatten unglaublichen Einfluss auf ihn. Ich war 19, er 26 und wir waren so verliebt. Wir sprachen über Kinder und hatten dieses „Wir gegen den Rest der Welt“-Gefühl.



Tatsächlich wurde ich schwanger – und wir freuten uns, hatten schon gleich einen Namen und zogen sehr schnell zusammen. Als wir das nächste Mal zu seinen Eltern fuhren, teilten mir diese auf der Türschwelle mit, dass ich Hausverbot habe und zogen ihren Sohn ins Haus.



Ich blieb einfach draußen stehen und wartete. Nach zwei Stunden kam mein Freund raus und sagte, er würde ausziehen. Ich verstand die Welt nicht mehr und brach sofort in Tränen aus.



Seine Eltern setzten ihn in einen Transporter und fuhren direkt in unsere Wohnung. Dort räumten sie alle seine Sachen aus, sogar das Bett nahmen sie mit. Ich versuchte die ganze Zeit, mit ihm zu reden, aber die Eltern gingen immer dazwischen. Als die Eltern alles verstaut hatten, drückte mir der Vater 400 Euro in die Hand und sagte: „Für die Abtreibung. Kümmere dich darum. Wenn du das Kind behält, machen wir dir das Leben zur Hölle.“



Ich war am Boden zerstört, versuchte die nächsten Tage, immer wieder mit ihm Kontakt aufzunehmen, versuchte es auch über seine Freunde. Ich kam nicht mehr an ihn ran. Dann fuhr ich zu meiner Mutter und erzählte ihr alles. Die sagte nur zu mir: „Ja, treib das Kind ab. Sonst kannst du dir eine andere Familie suchen.“



Und da saß ich nun. Alleine. Alle sagten: Treib das Kind ab. Niemand sagte: Ich helfe dir. Wir schaffen das.



Als ich meinen Freund dann irgendwann doch noch ans Telefon bekam, sagte der: „Du und das Kind seid mir egal. Ich werde nicht den Papi spielen. Wir hatten eine schöne Zeit, aber das ist jetzt vorbei.“ Eine Woche später trieb ich das Kind ab. Ich weinte davor, ich weinte danach.



Ich fühlte mich schuldig und ich spürte, wie viele Menschen mich verurteilten – den Vater jedoch ging niemand so heftig an. Wie kann das sein? Und auch seine Eltern bekamen niemals Gegenwind. Ich bekam alles ab. Ich fühlte mich so klein, so mies, dass ich tatsächlich Suizidgedanken hatte.



Aber ich bin noch hier und ich weiß heute, dass man sich wegen einer Abtreibung nicht so runter machen lassen muss. Dass man sich selbst nicht so fertig machen muss. Ich lasse mich nicht mehr verurteilen. Ich bin meinen Weg gegangen und hatte Gründe dafür. So wie jede andere Frau aus. Diese Gründe sind manchmal Verzweiflung, Angst, manchmal Hoffnungslosigkeit, manchmal auch Liebe. Es ist Euer Körper und Eure Entscheidung – und wie Ihr diese Entscheidung dann wegsteckt, ist auch Eure Sache. Wenn Ihr es gut verarbeitet: Prima. Wenn Ihr damit hadert: Auch ok, dann nehmt Euch Zeit. Aber eins müsst Ihr nicht: Euch schämen!



Eure Mariella








               
Abtreibung: Es ist Euer Körper! Hört auf, Euch zu schämen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abtreibungsgesetz-in-polen-wir-verhelfen-frauen-in-berlin-zu-einem-sicheren-schwangerschaftsabbruch
       
Ihr Lieben, ihr habt ja bestimmt die vielen Proteste von Frauen in Polen mitbekommen. Das Abtreibungsrecht in unserem Nachbarland gilt als eines der strengsten in Europa. Ein Schwangerschaftsabbruch ist seit 1993 eh schon nur legal, wenn die Gesundheit der Mutter in Gefahr ist, wenn sie vergewaltigt wurde oder wenn das Kind schwere Fehlbildungen diagnostiziert bekam. Das soll sich aber jetzt ändern.



Fehlbildungen oder geistige Behinderungen sollen als Grund für einen Abbruch nicht mehr gelten. Nur noch Straftaten oder Lebensgefahr sollen als Begründung akzeptiert werden. Dabei ist es wohl ohnehin und bereits jetzt schwierig, selbst bei einer medizinischen Indikation, einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen.



Viele Polinnen sehen sich darum gezwungen, für den Abbruch ins Ausland zu reisen. Die Berliner Organisation Ciocia Basia hilft ihnen dabei, sicher und straffrei abzutreiben. Eine der ehrenamtlichen Helferinnen, Gosia, hat uns mehr zu ihrem Engagement erzählt.



Liebe Gosia, ihr nennt euch Ciocia Basia, das heißt auf Deutsch „Tante Barbara“. Wer seid ihr, wie viele seid ihr, wie kamt ihr auf euren Namen und seit wann gibt es euchals Aktivistinnen-Gruppe?



CB: Ciocia Basia ist eine Gruppe von Freiwilligen, die sich zusammengetan haben, um polnischen Frauen einen sicheren Zugang zum Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen. Die Anzahl der aktiven Mitglieder variiert ein wenig, liegt aber ca. bei 15 Personen. Und es sind sowohl Personen aus Polen als auch aus Deutschland, aus Dänemark – wer Lust hat, Teil der Gruppe zu sein, soll es auch dürfen. Ciocia Basia gibt es seit den ersten Schwarzen Protesten in Polen in 2015 und der Name leitet sich ab von Aunty Jane.



Welche Motivation steckt hinter eurem Engagement? Frauen helfen Frauen? Oder gibt es eine persönliche Geschichte hinter eurer Gründung damals?



CB: Der Auslöser für die Gründung von Ciocia Basia war die Empörung über die polnische Regierung und der Wunsch, endlich mal etwas dagegen zu machen bzw. dafür, also etwas für die Menschen in Polen zu machen. Die Nähe zur polnischen Grenze brachte die Gründerinnen auf die Idee, daswas den Menschen in Polen verwehrt wird, doch im Nachbarland anzubieten.



Nun gehen in Polen die Frauen gerade auf die Straße, weil das Abtreibungsgesetz noch einmal verschärft wurde. Wie habt ihr auf die geplanten Neuerungen reagiert?



CB: Wir haben die Beratungen des Verfassungsgerichts online verfolgt und waren nach der Verkündung des Urteils ziemlich erschüttert. Manche von uns – die Desillusionierten 😉 – hatten zwar schon damit gerechtet, ich persönlich – die Naive – war aber sehr überrascht. Ich traue der Regierungzwar viel zu, aber darauf, dass das Verfassungsgericht der Klage zustimmen würde, war ich nicht vorbereitet. Die erste Reaktion war also ein kurzer Schock und natürlich viel Wut. Die Zweite: Wir sind da, wir machen weiter, es wird viel Arbeit auf uns zukommen, wir stehen bereit.



Was hat sich verändert seither?



Es folgte eine großartige Welle von Solidarität und ein tolles Gefühl der Gemeinsamkeit und Schwesternschaft 🙂 Da wir damit rechnen mussten und müssen, dass uns nun noch einmal mehr Schwangerschaften mit medizinischer Indikation nach der 14. SSW erreichen würden, haben wir uns natürlich intensiver mit diesen Abbrüchen beschäftigt. Was müssen wir über die Verfahren wissen, welche Unterstützung brauchen diese Personen, welche Praxen, welche Ärzte müssen wir evtl. kontaktieren, was können wir vorbereiten?



Wie ist die Situation in Polen grad? Ist es überhaupt noch möglich, Abtreibungen durchführen zu lassen?



CB: Um rechtskräftig zu werden, muss das Urteil im Gesetzblatt veröffentlicht werden. Erst dann ist es ein Gesetz. Bis dahin dürfte sich eigentlich nichts an der geltenden Regelung ändern. Das ist aber leider nurdie Theorie. Es war bisher schon schwer, eine Klinik zu finden, die einen Schwangerschaftsabbruch vornahm – die offiziellen Stellen sprechen von ca. 1000 Fällen im Jahr – nun wird es kaum ein Arzt mehr riskieren, sich mit den Veranlassern der Klage „anzulegen“.



Es ist heute schon üblich, Personen öffentlich – und unbestraft! – anzuprangern, z.B. mittels großer fahrender Plakat-Anhänger. Theoretisch wäre es noch möglich, aber wir wissen von Frauen, die uns bereits besucht haben, dass die Ärzte versuchen, Zeit zu gewinnen (bzw. zu verlieren) indem sie weitere Tests und Untersuchungen mit langer Wartezeit verordnen.



Was erzählen euch die Frauen, wie ÄrztInnen in Polen auf ihre ungewollte Schwangerschaft reagieren? Oder gehen viele schon gar nicht mehr in eine Arztpraxis?



CB: Die meisten Frauen trauen sich gar nicht, der Ärztin/dem Arzt von ihrem „Vorhaben“ zu erzählen. Viele gehen tatsächlich gar nicht erst dorthin, damit es keinen Eintrag über eine Schwangerschaft inder Patientenakte gibt! Die Stigmatisierung und die Angst vor Konsequenzen ist riesig.



Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, den Frauen erstmal klar zu machen, dass sie keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten haben. Es ist nicht nur völlig straffrei, einen Abbruch in Deutschland vorzunehmen, es ist auch straffrei, den Abbruch mit Medikamenten – so wie es in Deutschland in der Praxis gemacht wird – zu Hause durchzuführen.



Angeblich finden in Polen nur knapp über 1000 Abtreibungen pro Jahr statt, wie hoch, glaubt ihr, ist die Dunkelziffer?



CB: Das Gesundheitsministerium berichtet von 1110 Abtreibungen im Jahr 2019, 1074 davon waren Abbrüche auf Grund der medizinischen Indikation der Föten, 33 waren indiziert durch die Gefährdung des Lebens der Frau und drei durch ein Gewaltdelikt. Das bedeutet, dass es bald fast keine Schwangerschaftsabbrüche mehr in Polen geben wird. Die Zahl umfasst natürlich nur Abbrüche, die im Krankenhaus stattgefunden haben. Die tatsächliche Anzahl vorgenommener Abtreibungen ist schwer ermittelbar. Es sind viele.



Wenn wir die Zahlen betrachten, die uns die beiden großen Organisationen Women Help Women und Women on Web zuspielen und natürlich auf unsere eigenen Erfahrungen schauen und die aus unserem Netzwerk, würden wir vorsichtig schätzen, dass die Zahl 2019 bei ca. 120.000 bis 150.000 lag.



Habt ihr auch schon Frauen betreut, die in ihrer Verzweiflung versucht haben, die Schwangerschaft selbst zu beenden?



CB: Hier muss ich kurz mit dir klären, was genau gemeint ist. Der medikamentöse Abbruch kann bis zur 12. SSW tatsächlich sehr gut und sicher selbst zu Hause durchgeführt werden und hat nichts mit diesen schrecklichen Geschichten zu tun, von denen wir alle schon gehört haben. Ich hoffe sehr, dass diese Geschichten längst der Vergangenheit angehören!



Wir hatten also bisher keine Frauen, die mittels Stricknadel oder Kleiderbügel versucht haben, die Schwangerschaft zu beenden. Aber wir hatten schon einige Frauen hier, die auf Betrüger aus dem Internet reingefallen sind, die ihnen falsche oder gar keine Pillen geschickt haben. Oder sogar, die nach einer solchen Erfahrung bei einem Arzt (in keiner Praxis, sondern einem Privathaus) gewesen sind, der für ein Heidengeld einen „Abbruch“ vorgenommen hat. Ich brauche wahrscheinlich nicht zu sagen, dass es kein Abbruch war. Die Frau war dann ziemlich am Ende mit den Nerven, als sie endlich bei uns landete.



Das ist auch, was uns wirklich sehr, sehr leid tut, dass die Menschen in ihrer Verzweiflung noch ausgenutzt werden. Deshalb freuen wir uns – oh, Ironie des Schicksals – dass die Namen und Telefonnummern der Hilfsgruppen überall im Land bekannt wurden.



Wie helft ihr den Frauen ganz konkret? Wie können sie euch kontaktieren und von wo bis wo reicht eure Begleitung?



CB: Wir helfen überall dort, wo unsere Hilfe im Zusammenhang mit der Organisation des Abbruch-Termins benötigt wird. Wir informieren die Frauen zunächst über den Vorgang, über die gesetzlichen Regelungen. Dann helfen wir, einen Termin bei der Schwangerschaftskonfliktberatung zu vereinbaren. Da haben wir großartige Beraterinnen an der Seite, die uns unterstützen.



Weiter haben wir Praxen, die uns gut kennen und uns sehr entgegenkommen und zum Beispiel sehr kurzfristig Termine ermöglichen oder die Unterlagen ins Polnische übersetzt haben. Die Terminvereinbarung übernehmen wir also auch. Und ebenfalls die Betreuung vor Ort, es ist immer eine von uns auch in der Praxis dabei und übersetzt.



Da der operative Eingriff eine Übernachtung erfordert, helfen wir auch, wenn gewünscht, eine Unterkunft zu finden. Entweder helfen wir bei der Hotelbuchung oder fragen in unserem Netzwerk, ob jemand gerade ein freies Zimmer oder Bett hat und dieses zur Verfügung stellen kann. Das Abholen vom Bahnhof oder Flughafen kommt eher selten vor, aber auch das ist schon vorgekommen und natürlich, wenn es jemand braucht, machen wir das auch.



Welche Frauen kommen zu euch? Und wie geht es ihnen?



CB: Es kommen zu uns wirklich sehr unterschiedliche Menschen. Es sind Teenager, es sind 40-jährige, es sind Singles und Eheleute, Kinderlose und Paare mit Babys. Manche sind sehr entschlossen, sehr selbstsicher, manche sind zögerlich, kommen mit der Situation nicht so gut klar. Es ist so unterschiedlich, wie wir Menschen auch unterschiedlich sind. Wir versuchen, für jede Person ein Ohr zu haben und zuzuhören. Manchmal reicht das schon, damit sie sich besser fühlen.



Und wie sieht es nach dem Eingriff aus?



Wenn alles vorbei ist, hören wir von vielen, welche Last von ihnen gefallen ist und wie befreit sie sich fühlen. Manche aber – häufig sind es Personen, die unbedingt und sofort einen Termin haben wollten – kommen nach Berlin und stellen hier fest, dass sie doch keinen Abbruch wollen. Und das ist total ok für uns.



Ich denke manchmal, dass sie erst in dem Moment, in dem ihnen die Wahl gegeben wird, frei entscheiden können und das auch tun. Auch von ihnen haben wir schon häufig gehört, dass sie uns für die Möglichkeit der Wahl danken.



Wie lang betreut ihr die Frauen, bleibt ihr teils über Jahre mit ihnen im Kontakt?



CB: Im Schnitt dauert so ein Kontakt zehn Tage – so lange, wie wir zur Organisierung des Besuchs brauchen. Aber wir haben tatsächlich auch langanhaltende Kontakte. Ich persönlich bin mit einer Frau befreundet, die zu uns kommen wollte, aber dann doch nicht gekommen ist 😉 und wir haben zum Besipiel auch eine Frau, die bei uns war und die uns danach in Berlin auch ihre Wohnung als Unterkunft angeboten hat.



Bekommen die Frauen auch psychosoziale Begleitung?



CB: Wir haben guten Kontakt zu den Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung und zur pro familia oder dem Humanistischen Verband, sodass wir natürlich auch hier Hilfe anbieten können, wenn wir sehen oder hören, dass diese benötigt wird.



Habt ihr selbst irgendwelche psychologischen Schulungen oder Hilfen für die Begleitung der Frauen und ihrer Schicksale?



CB: Irgendwann im Laufe der Zeit haben wir tatsächlich darüber nachgedacht und haben auh bereits ein Webinar zum Thema gehabt. Demnächst werden wir einen weiteren Workshop dazu haben, speziell für den Umgang mit gewollt Schwangeren nach einer Diagnose.



Welche Geschichte ging dir persönlich so nah, dass du sie nicht vergessen kannst?



CB: Ich glaube, dass es meine erste Begleitung eines Paares mit einer Schwangerschaft in der 24. SSW war. Sie haben bereits um die 17. SSW erfahren, dass etwas nicht stimmt, der Arzt wollte aber nicht ins Detail gehen, beruhigte sie und sagte, sie mögen in zwei Wochen wiederkommen.



Dann bestätigte sich sein Verdacht, er schickte sie zur genetischen Untersuchung, die Ergebnisse lagen dann Ende der 22. SSW vor und sagten klar, dass das Kind sehr schwere Hirnschäden hat und sehr wenig Chancen auf ein Überleben hat. Auf ein einigermaßen normales oder erträgliches Leben gab es keine Hoffnung.



Die Ärzte in Polen konnten nun jedoch nicht mehr helfen – sobald das Kind nach der Geburt lebensfähig ist (und das ist es so um die 23. SSW) ist in Polen kein Abbruch mehr möglich. Sie suchten dann bei uns Hilfe, wir fanden ein Krankenhaus im Westen Deutschlands, welches ihnen schnell einen Termin gab. Sie fuhren dorthin, bekamen eine genaue Untersuchung durch den Chefarzt, der die Diagnose auch bestätigte, den Eingriff jedoch nicht durchführen konnte (oder wollte, durfte…).



Sie kamen dann nach Berlin und hier konnten wir ihnen endlich richtig helfen. Ich habe die beiden die ganze Zeit über betreut und sah, wie schlecht es ihnen ging. In Polen wartete die kleine Tochter auf die Eltern, die derzeit quer durch Europa reisten… Ich begleitete die Mutter später auch zur Beerdigung hier in Berlin und fand damit auch meinen Frieden mit der Situation.



Das war für mich das erste Mal, dass ich an einer Zeremonie für die Sternenkinder teilgenommen habe und es war sehr, sehr emotional, auch für mich, obwohl es mich eigentlich gar nicht betraf und ich damals noch kein Kind hatte.



Ihr helft nicht nur bei Schwangerschaftsabbrüchen, stimmt´s?



CB: Ja, wir helfen, wo wir können 🙂 Natürlich erreichen uns vor allem Anfragen im Zusammenhang mit ungewollten Schwangerschaften, aber wir helfen auch zum Besipiel dabei, „Pillen danach“ zu sammeln, um sie einem Kollektiv in Polen zu übergeben oder beantworten auch Fragen zu Sterilisierung, denn auch die ist in Polen verboten. Und wir bzw. unsere Tante in Wien – Tante Wienia unterstützen auch Frauen, die die Schwangerschaft austragen wollen (oder müssen) und das Kind zur Adoption freigeben wollen. Auch in den späteren Wochen der Schwangerschaft stehen wir ihnen bei.



Ihr gehört auch zum europäischen Netzwerk „Abortion Without Borders“, warum genau?



CB: Weil es ein großartiges Netzwerk ist 🙂 Und natürlich, weil es uns die Hilfe für Personen viel leichter macht, die uns ansprechen. Wir lernen so viel voneinander, wissen was wo möglich ist, können uns schnell austauschen, ggf. entlasten und viel effizienter arbeiten. Es ist z.B. manchmal einfacher (und günstiger), eine Peron mit medizinischer Indikation in der 17. SSW nicht den gesamten Prozess in Deutschland durchlaufen zu lassen, sondern sie nach Holland zu schicken oder nach Spanien.



Hat Corona etwas an eurer Arbeit verändert?



CB: Corona hat in erster Linie für viel Aufregung und Unsicherheit gesorgt. Viele, die uns kontaktiert haben waren noch ungeduldiger und hatten Angst, dass die Grenzen geschlossen werden. Aber ansonsten hat sich nicht viel verändert, außer, dass wir mehr Anfragen hatten.



Habt ihr auch durch die Verschärfung der polnischen Gesetze deutlich mehr Anfragen?



CB: In der ersten Woche wurden wir förmlich überschwemmt mit Anfragen. Viele haben uns gar nicht gebraucht, wollten sich aber absichern, dass es uns gibt und dass sie ggf. auf uns zählen können. Und ja, es gab auch ein paar Anfragen von Personen mit medizinischer Indikation zurBeendigung der Schwangerschaft.



Wie finanziert ihr euch?



CB: Die Gruppe selbst arbeitet ehrenamtlich, hat kein Büro, also ist das schon mal kostenfrei. Aber natürlich brauchen wir Geld, um die Personen, die uns besuchen ggf. unterstützen zu können. Ein Abbruch ist nicht billig und nicht jede von ihnen kann sich diesen leisten.



Wir haben vor dem Lockdown öfter Soli-Partys organisiert, bekommen aber oft sehr überraschend Spenden von anderen Gruppen, die ebenfalls Partys, Kochabende und andere tolle Sachen ins Leben rufen, um Geld für uns zu sammeln. Und natürlich gibt es noch die Online-Spendenaktionen, die wir derzeit auch nutzen. Darüber erfahren wir viel Zuspruch und natürlich auch finanzielle Unterstützung.



Welchen Wunsch hast du für die Frauen in Polen, aber auch für Frauen generell und weltweit?



CB: Ich würde generell allen Menschen wünschen, dass sie ein freies und selbstbestimmtes Leben führen können. Und speziell den Frauen, dass sie nicht mehr bevormundet werden, dass sie über sich selbst entscheiden können und dass sie auch die Kraft finden, sich dieses Recht zu holen, wenn es ihnen nicht gegeben wird.



Ihr könnt die Organisation Ciocia Basia durch Spenden unterstützen: https://de.gofundme.com/f/support-ciocia-basia, erreichbar sind sie unter der Emailadresse: ciocia.basia@riseup.net und unter der polnischen Telefonnummer: +48 22 39 70 500
               
Abtreibungsgesetz in Polen: "Sicherer Schwangerschaftsabbruch in Berlin"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abwechslung-im-homeschooling-so-machen-buchstaben-tierisch-spass
       
Ihr Lieben, das erste Schulhalbjahr ist um – und um es vorsichtig auszudrücken: Es war anders als erwartet. Während die älteren Jahrgänge vielleicht ganz gut mit dem Online-Lernen zurecht kommen, muss ich sagen, dass es für meinen Erstklässler eine ganz besondere Herausforderung war. Zum einen fehlte natürlich der ganze soziale Aspekt – die neuen Klassenkameraden, der Hort, die Mensa. Wo finde ich mich wie zurecht, wer wird mein Freund, welche Angebote gibt es nach Schulschluss? 



Zum anderen standen wir vor der riesengroßen Aufgabe, meinem Sohn die Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Uns war dabei wichtig, die Freude am Lernen in den Vordergrund zu stellen. Nichts ist Schlimmer, als wenn ein Kind schon in den ersten Jahrgängen nur Druck verspürt, sich verschließt und eventuell sogar verweigert. 



Aber: Wir Eltern sind natürlich keine Pädagogen, ich war mir oft nicht sicher, wie genau ich meinem Sohn lesen, schreiben und rechnen beibringen kann. Eins war klar: Ihm machte es große Freude, verschiedene Medien zu benutzen. Mal arbeiteten wir in seinen Schulheften, mal mit Online-Programmen. Alles, was Wissen spannend und abwechslungsreich vermittelt, ist willkommen – so wie die tolle Reihe „Mein Tier ABC“, die es bei Eurem Zeitschriftenhändler gibt oder die Ihr online HIER bestellen könnt.



Jede Ausgabe hat einen Buchstaben zum Thema und besteht aus einem Buch, einem Übungsheft und einem niedlichen Plüschtier (das natürlich mit dem Buchstaben anfängt). In dem Buch gibt es zum einen eine schöne Vorlese-Geschichte, in dem der Buchstabe immer farblich markiert ist und die Kinder sich so schnell die Groß-und Kleinschreibung des Buchstaben einprägen können. Hinter der Geschichte folgen sehr schöne Tierfotos und viel Wissenswertes zu dem Tier – zum Beispiel warum Affen so gut hören können oder oder oder. 







Das dazugehörige Übungsheft ist prima dafür geeignet, dass das Kind selbstständig darin arbeiten kann. Die Aufgaben benötigen nur wenig Erklärung von den Eltern und sind immer wieder durch Ausmalspiele aufgelockert. Mein Sohn hat das sehr sehr gerne gemacht. 







Und die Kuscheltiere halten immer ihren Anfangsbuchstaben in der Hand – die Tiere hat sich gleich unsere Jüngste unter den Nagel gerissen, die dank wochenlangem Homeschooling auch schon deutliches Interesse an Buchstaben zeigt und so ganz spielerisch ans Lernen geführt wird. 







Insgesamt gibt es 36 Ausgaben (also alle Buchstaben und die Zahlen von 1-10). Der ersten Ausgabe A liegt ein Elternbrief bei, der die Hefte genau erklärt. Jede Ausgabe kostet 1,99 Euro – und die finde ich viel besser investiert als in viele andere Zeitschriften mit Plastikspielzeug (Ausgabe 2 kostet 5,99€, ab Ausgabe 3 kostet jede Ausgabe 9,99€) Auch für Vorschulkinder ist „Mein Tier ABC“ super geeignet. 



Mein Fazit: „Mein Tier ABC“ ist eine schöne, kindgerechte Abwechslung im Homeschooling-Alltag. Mein Sohn hatte großen Spaß daran! Für alle, die also keine Lust mehr auf öde Arbeitsblätter haben, ist das genau das Richtige! 



Hier gibt es noch ein Video, in dem alles nochmal erklärt wird: https://www.hachette.de/Familie-Co/Mein-Tier-ABC/
               
Abwechslung im Homeschooling: So machen Buchstaben tierisch Spaß |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/achromatopsie-zwei-meiner-drei-kinder-sind-farbenblind
       
Ihr Lieben, im Februar war der „Tag der seltenen Erkrankungen„, wir haben auf unserer Facebook-Seite auf ihn hingewiesen. Auf diesen Post hin haben sich ganz viele LeserInnen bei uns gemeldet und uns von ihren Familien erzählt, in denen es auch seltene Erkrankungen gibt. Heute geht es um die zwei Kinder von Britta, die von einer sehr seltenen Augenkrankheit betroffen sind.



Liebe Britta, erzähl doch erstmal, wer alles zu eurer Familie gehört.



Unsere Familie besteht aus fünf Personen. Mein Mann Carsten (44), ich selbst (39) und unsere drei Kinder. Unsere Tochter ist 9 Jahre alt und unsere beiden Jungs sind 5 und 2,5 Jahre alt.



Zwei deiner drei Kinder haben eine recht seltene Erkrankung. Erzähl mal, um was genau es sich da handelt.



Unsere Tochter und unser jüngster Sohn haben Achromatopsie. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung der Zapfen auf der Netzhaut. Diese Störung hat eine totale Farbenblindheit, einen beidseitigen Nystagmus (=Augenzittern), extreme Lichtempfindlichkeit und eine stark verminderte Sehstärke (max. 10%) zur Folge.



Handelt es sich dabei um eine erbliche Krankheit?



Ja, es handelt sich um eine seltene Erbkrankheit von der etwa 1 von 30.000 Menschen betroffen ist. Die Krankheit wird autosomal rezessiv vererbt. Mein Mann und ich tragen also beide die Krankheit als Erbanlage in uns – ohne selbst betroffen zu sein.



Wie habt ihr zum ersten Mal gemerkt, dass bei euren Kindern etwas nicht stimmen könnte?



Wir selbst haben es eigentlich gar nicht gemerkt. Ab einem Alter von etwa 3 Monaten konnten wir damals bei unserer Tochter das Augenzittern wahrnehmen. Da es aber unser erstes Kind war und wir somit keinen Vergleich hatten, haben wir dies als ganz normal angesehen und uns keine Gedanken darüber gemacht. Dass es eben doch nicht normal ist, haben wir dann kurz darauf bei der U4 von der Kinderärztin erfahren.



Da ein Nystagmus auch ein Hinweis auf schwere und lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirntumore, Hirnblutungen, Schlaganfall und vieles anderes sein kann, wurde unsere Tochter sofort als Notfall in die Uniklinik aufgenommen. Es folgten viele Untersuchungen bei verschiedenen Spezialist:innen, die zum Glück alle keinen Hinweis auf eine dieser Erkrankungen lieferten. Was die Ursache für die Symptome war, konnte zu diesem Zeitpunkt jedoch auch nicht herausgefunden werden.



Wann hattet ihrschließlich  die Diagnose?



Die Diagnose haben wir durch einen glücklichen Zufall erhalten, als unsere Tochter 18 Monate alt war. Nachdem uns viele Ärzt:innen in verschiedenen Kliniken nicht helfen konnten, waren wir mittlerweile in einem Struggle aus Therapien und Arztterminen gefangen. Die starke Blendungsempfindlichkeit hat uns zu dem Zeitpunkt zusätzlich sehr eingeschränkt. Sobald es hell war, haben wir uns sehr viel in abgedunkelten Räumen, meistens zuhause, aufgehalten. Krabbelgruppen- oder Spielplatzbesuche waren nur schwer möglich. Dort war es zu hell, zu laut, zu wild und unsere Tochter hat bei jedem erneuten Versuch eigentlich immer nur geweint.



Ich wollte ihr zu diesem Zeitpunkt keinen weiteren Stress zumuten, zumal sie zunehmend panischer auf Ärzt:innen reagiert hat. Mit viel Überredungskunst habe ich mich dazu breitschlagen lassen, noch einen letzten Versuch in einer weiteren Uniklinik zu starten. Das war unser Glück, denn hier kannte man die Erkrankung und plötzlich hatten wir eine Diagnose, die kurz darauf auch durch einen Bluttest bestätigt war.



Was hat sich durch die Diagnose verändert?



Für uns war die Diagnosestellung eine enorme Erleichterung. Endlich wussten wir, was unsere Tochter hat, mit welchen Mitteln wir ihr wirklich helfen konnten und vor allem, dass sie nicht lebensbedrohlich krank ist. Sie hat Brillen mit speziellen Filtern (Kantenfiltern) bekommen, die die Blendung minimieren, was sie merklich zufriedener werden ließ.



In einem heilpädagogischen Kindergarten und mit unterstützender Reittherapie konnte sie im Laufe der Kindergartenzeit die motorischen Defizite aufholen und ein selbstbewusstes Mädchen werden. Bei unseren Jungs haben konnten wir aufgrund der familiären Vorbelastung direkt nach der Geburt einen Test machen lassen und dadurch bei unserem Jüngsten viel früher mit den entsprechenden Hilfsmitteln reagieren. Sein Start war dadurch wesentlich leichter für ihn selbst und uns alle.







Inwiefern schränkt die Farbenblindheit eurer zwei Kinder ihren/euren Alltag ein?



Wir haben grundsätzlich einen ganz normalen Alltag mit Schule, Kita und unserer Arbeit. An vielen Stellen leben wir einfach eine etwas andere Normalität, die uns aber grundsätzlich nicht einschränkt. Wir haben Stifte und Spiele mit Farbsymbolen markiert, unsere Tochter benutzt in der Schule Hilfsmittel um inklusiv am Unterricht teilnehmen zu können. Außerdem beschreiben wir unseren Kindern oft was wir sehen oder weisen unterwegs auf Stufen oder Stolperfallen hin. Man ist einfach ein bisschen aufmerksamer. Das passiert ganz automatisch.



Eingeschränkt sind sie und wir am ehesten durch die fehlende Mobilität. Unsere Tochter kann z.B. nicht einfach so zu einer Freundin gehen, da sie sich im Straßenverkehr nicht orientieren kann und daher immer abhängig davon ist, ob jemand sie bringen/holen kann. Da sie nicht Fahrradfahren kann ist auch eine Radtour als Familie nicht möglich. Das klingt erstmal nicht weiter schlimm, wir vermissen es aber sehr. Gerade in der aktuellen Corona-Situation fühlen wir uns noch ein bisschen mehr gefangen.



Die fehlende Mobilität war auch der Grund, warum wir uns entschlossen haben unseren Wunsch nach einem Haus auf dem Land in der Nähe unserer Eltern aufzugeben und in der Stadt zu wohnen. Wir leben sehr gerne hier und wir haben uns bewusst für uns und unsere Kinder dazu entschlossen um Ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben mit wenig Abhängigkeiten zu ermöglichen. Dennoch war es eine sehr schwere Entscheidung, die wir ohne die Erkrankung nicht hätten treffen müssen.



Wie gehen eure Kinder selbst mit ihrer Besonderheit um?



Die beiden gehen super damit um. Für sie ist es ganz normal und sie tun das, worauf sie Lust haben. Manchmal erfordert das eine ganze Menge Mut und ich bewundere sehr, dass sie es dennoch versuchen. In ihrem gewohnten Umfeld merkt man ihnen nicht an, wie stark ihre Beeinträchtigung ist und oft sind Menschen erstaunt, wie gut sie dennoch zurechtkommen. Wo sie an Grenzen stoßen finden sie (oder wir) Wege diese zu umgehen. Ich glaube aber, dass sie sich ihrer Stärken sehr bewusst sind und diese auch nutzen. Spannend wird es noch zu sehen, wie es wird, wenn sie Erwachsen werden und ob es Hindernisse geben wird, mit denen wir jetzt noch nicht rechnen. Aber egal was kommt. Sie werden es meistern, da bin ich sicher!



Hat das eine eurer Kinder, das Farben sehen kann, eine besondere Stellung in der Familie? Weil es den anderen hilft oder weil es öfter allein ist durch die Untersuchungen der anderen?



Mein erster Gedanke, nachdem wir wussten, dass unser jüngster Sohn auch betroffen ist, war: „Wir müssen auf unseren Mittleren aufpassen!“. Im Endeffekt war das leichter als gedacht. Klar gibt es Situationen in denen er derjenige ist, der die Farben benennt und „mal schnell“ etwas findet, was die anderen im Spielzeugchaos nicht sehen. Im Straßenverkehr bewegt er sich mittlerweile sicherer als seine große Schwester. Alles in allem kann er aber glücklicherweise einfach ein Kind sein.



Was macht euch – fern der Erkrankung – als Familie aus?



Hier darf jeder sein wie er ist. Das bedeutet nicht, dass es keine Reibungspunkte gibt, wir nie Streit haben und uns nie auf den Keks gehen. Geliebt wird hier trotzdem jeder. Mit Ecken und Kanten, sauber, schmutzig, laut, leise, bunt oder eben schwarz-weiß. Am Ende des Tages ist jeder hier ganz besonders und geliebt.



Welchen Mutmacher würdest du gern Familien mit auf den Weg geben, die ebenfalls mit selteneren Herausforderungen zu tun haben?



Haltet durch und gebt nicht auf! Ihr werdet verzweifelt sein, weinen, schreien, Angst haben und nicht mehr weiter wissen. Holt euch Hilfe, achtet gut auf euch und vertraut eurem Bauchgefühl. Dieser eine besondere Mensch braucht euch und wird es euch ewig danken!!!
               
Achromatopsie: Zwei meiner drei Kinder sind farbenblind |
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         Ihr Lieben, es gibt kaum eine Spezies, um die so viele Vorurteile ranken, wie um Einzelkinder. Warum eigentlich? Julia Katharina Müller ist selbst als Einzelkind und ohne Geschwister aufgewachsen und hat sich diesen Vorurteilen in ihrem Buch „How to survive als Einzelkind“ (Affiliate Link) humorvoll gewidmet.
Sind Einzelkinder wirklich so kleine verwöhnte Könige, wie es immer heißt? Sind Einzelkinder nur verwöhnt, weil Geschwisterkinder es ihnen nachsagen? Und ist es nicht am Ende egal, ob jemand verwöhnt ist, oder nicht, Hauptsache, die Person ist glücklich? Wir haben Julia mal gebeten, die gängigsten die Klischees über Einzelkinder für uns zu entkräften. Los geht´s:
1. Einzelkinder können alles teilen, nur Aufmerksamkeit nicht.
Ich möchte behaupten, dies ist völliger Humbug. Wir leben im Jahr 2019 – ich denke, dass sich die Spezies Einzelkind seither zum Vorteil entwickelt hat. Zum eigenen Vorteil natürlich.
In einem Land vor unserer Zeit, also als es noch Könige und Königinnen gab, die Hähnchenbollen über die Schultern warfen und aus Metallkelchen tranken, da kann ich mir gut vorstellen, dass Einzelkinder damals nach Aufmerksamkeit trachtende Furien waren, die ihre Haare jeden Abend mit hundert Bürstenstrichen gekämmt bekamen, damit sie weiterhin schön glänzten.
Da wir heutzutage aber im Jahr des Conditioner leben und unsere Haare auch zum Glänzen kriegen, wenn wir sie nicht jeden Abend bürsten lassen, kann sich unser Fokus auf ganz andere Dinge legen. In den frühen 2000ern war der Fokus vielleicht auf uns selbst, Techno-Mukke war ja ziemlich angesagt und dazu tanzte man tatsächlich alleine und nicht zu zweit, sodass der eigene Kosmos sich voll um sich selbst drehen und man sich toll präsentieren konnte.
Aber jüngst kann man den Fokus doch gar nicht mehr richtig auf sich selbst legen, oder? Wozu die ganze Meditation? Wozu das ganze Guru-Geschwafel? Um zu sich selbst zurückzufinden! Seine innere Mitte zu finden. Die haben wir nämlich irgendwo im WWW verloren.
Wie kann man die Aufmerksamkeit auf sich legen, wenn man pro Sekunde mit einem Instagram-Bild vollgeballert wird? Wenn um uns herum ständig Ablenkungsfaktoren lauern, die Werbung uns zuballert und die Aufmerksamkeitsspanne unserer Mitmenschen gar nicht dafür ausreicht, uns für länger als 30 Sekunden ihre Gedanken zu schenken, bevor sie sich wieder fragen, was sie als nächstes einkaufen müssen oder welches T-Shirt sie morgen anziehen?
Also: Wir leben in einem Zeitalter, in dem gar nicht mehr genug Aufmerksamkeit vorhanden ist, um sie teilen oder nicht teilen zu können. Ich würde die Überschrift ein wenig anders formulieren, etwa so: Einzelkinder können alles teilen, nur ihr Essen nicht – ach, was rede ich da. Wer teilt schon gerne sein Essen, wenn es gut schmeckt?
2. Einzelkinder sind verwöhnt. 
Aaaaahhh! Ich kann’s nicht mehr hören! Was bedeutet das überhaupt? Dass wir immer alles bekommen, was wir wollen? Dass unsere Eltern in Geld schwimmen? Soll ich Ihnen mal etwas verraten?
Unsere Eltern stehen nicht jeden Morgen vor meinem Bett, um uns mit einem Gemüsesmoothie zu wecken. Sie kaufen uns nicht alles, was wir wollen und auch wir müssen uns Nebenjobs suchen, um die Wohnung neben dem Studium zu finanzieren. Mehr als ein Hobby ist meist auch für uns nicht drin und wir können in unserer Pubertät tatsächlich nicht ohne Konsequenzen rebellieren. Woher kommt dieser Verwöhntsein-Mythos?
Wahrscheinlich von Geschwisterkindern, die auch gerne ein Zimmer für sich hätten, es aber teilen müssen. Ich weiß es wirklich nicht. Aber in einem Punkt sind wir wirklich verwöhnt und wir können nicht einmal etwas dafür:   Dieser Mythos ist damit nicht nur so alt wie die Sphinx, sondern auch teilweise die Wahrheit. Tatsächlich. Aber eben nur teilweise. Und ich hoffe sehr, dass er irgendwann ausstirbt.
Foto: Zaubertgut Fotografie
3. Einzelkinder übernehmen alle Neurosen ihrer Eltern.
So sehr ich diesem Mythos auch gerne widersprechen würde – es stimmt. Aber das ist doch auch ganz natürlich. Wir Menschen neigen schließlich dazu, alles uns Sympathische nachzuahmen und in unser Handlungsrepertoire aufzunehmen, da macht es doch Sinn, dass wir auch Neurosen von Menschen, die wir lieben integrieren. Warum ausgerechnet wir Einzelkinder dazu prädestiniert sein sollen, erklärt sich wahrscheinlich damit, dass wir alle Zeit der Welt haben, uns sie anzueignen, da wir ja permanent mit unseren Eltern abhängen.
Ihre Welt dreht sich eben nur um uns, da ist es klar, dass wir jede freie Minute liebend gern mit ihnen verbringen und so passiert es von ganz allein, dass wir in Schachtelsätzen schreiben (und reden), nicht auf die Fugen im Bürgersteig treten, die Kaffeetasse erst beim zweiten Mal richtig auf dem Tisch abstellen und die Apfelschorle immer ganz austrinken müssen und nicht einmal für zwei Minuten stehen lassen können.
Daher kommt es, dass wir unsere T-Shirts nach Farben sortieren, aber unsere Hosen egal sind und dass wir unser Bett immer gemacht haben müssen, bevor wir aus dem Haus gehen. Ob ich von mir rede? Pfff, ich bitte Sie. Ich bin Einzelkind. Ich bin verwöhnt. Als ob ich mein Bett machen und meine Klamotten sortieren würde. Das wäre ja gelacht.
4. Einzelkinder sind altklug und denken nur an sich selbst. 
Ob Einzelkind oder nicht – altkluge Menschen sind nervig. Menschen, die an sich selbst denken, ebenfalls. Und auch wenn das Eine gar nichts mit dem Anderen zu tun hat, sitze ich nun trotzdem hier an einem Freitagabend in Kalifornien an diesem Artikel, trinke ein Glas Rotwein dazu und snacke Möhren und Paprika mit Hummus.
Fakt ist, ich bin Einzelkind. Fakt ist auch, dass ich meinem Mitbewohner, der gerade neben mir auf der Couch schlummert ein Glas Wein sowie etwas zu essen angeboten habe und mich wirklich darüber freue, dass er immerhin Ja zum Wein gesagt hat.
Nicht so scheinheilig, Sie wissen schon, wir alle kennen diese Momente, wenn man aus Höflichkeit fragt und einfach nur hofft, dass der andere ablehnt (was in 99% der Fälle natürlich nicht passiert). Also kann ich schonmal sagen, dass ich der lebende Beweis dafür bin, dass Einzelkinder nicht immer nur an sich selbst denken.
Was das Altkluge angeht, bin ich mir nicht so ganz sicher. Immerhin habe ich ein ganzes Buch darüber geschrieben, das ganz altklug darüber philosophiert, warum die Menschheit uns komplett falsch einschätzt. Und ich schäme mich auch nicht, zu sagen, dass ich manchmal Dinge besser weiß, als andere Menschen. Nehmen wir meinen derzeitigen Klassenkameraden Max.
Max ist ein extrem gemütlicher Mensch (Geschwisterkind!) und unglaublich lieb, aber irgendwie scheinen bestimmte Informationen nicht zu ihm durchzudringen. Wie beispielsweise als wir letztens Kapitel 1 eines Buches lesen sollten – der Kurs hatte gerade begonnen und das ist ja einfach logisch – und in einem anderen Kurs der Begriff eines Kapitels Nummer 6 fiel, weil wir das Thema gerade behandelten.
Alles super, Max fragte mich nachmittags, welches Kapitel wir in welchem Buch lesen sollten, versicherte sich dann noch einmal am nächsten Tag und als wir dann das nächste Mal Unterricht hatten und der Lehrer fragte, wie uns das Kapitel gefallen habe, schlug er sich in gemütlicher Verärgerung aufs Knie und sagte: „Damn it! Ich habe doch tatsächlich Kapitel 6 gelesen anstatt Kapitel 1!“ Es ist mir bis heute unbegreiflich.
Und so komme ich zum selben Schluss wie in meinem Buch: Wir Einzelkinder sind nicht altklug. Wir wissen es oft einfach wirklich besser.
5. Eltern von Einzelkindern denken wohl nicht dran, was es für das Kind bedeutet, allein zu bleiben…
…nämlich manchmal etwas ganz Wunderbares. Meinen Sie, Leonardo da Vinci hätte seine Mona Lisa so hinbekommen, wie sie ist, wenn ein kleiner Bruder daneben gestanden hätte, der lustige Farbkleckse aufs Bild getupft hätte, wenn Leonardo nicht hinsah? Wäre Einstein jemals mit seiner Relativitätstheorie fertig geworden, wenn eine große Schwester ihn ständig mit besserwisserischen Sprüchen genervt hätte?
Wahrscheinlich nicht! Was würden wir nur machen, wenn wir die ganze Zeit von nervenden Geschwisterkindern abgelenkt würden und unser Genie unentdeckt bliebe? Vielleicht wären wir musikalisch immer noch im Mittelalter, wenn Elvis Presley damals nicht zur Musik gekommen wäre, weil er auf seine Schwester oder seinen Bruder aufpassen musste.
Fakt ist: Als Einzelkind hat man mehr Langeweile und muss sich zwangsläufig viel mehr mit sich selbst beschäftigen. Das bedeutet auf der einen Seite, dass man viel mehr über sich herausfindet und wahrscheinlich schon sehr früh versteht, was man so alles draufhat. Und nicht nur das: wir müssen uns unsere Freundschaften auch hart erarbeiten und selber suchen.
Johanna beispielsweise ist Geschwisterkind und sitzt nachmittags manchmal einsam in der Puppenecke und langweilt sich. Und bevor sie sich die Mühe macht, mit ihren Windelpupserstampfern neue Freunde auf dem Spielplatz nebenan zu gewinnen, spielt sie lieber mit ihrer jüngeren Schwester, auch wenn es vielleicht nicht ganz so aufregend ist.
Wir Einzelkinder dafür müssen uns nicht nur auf dem Spielplatz behaupten und aufpassen, dass man nicht unser Spielzeug klaut, sondern auch noch versuchen, Kontakte zu knüpfen und damit zurechtkommen, dass Gerrit nun mal lieber mit Gerda spielen will als mit uns, obwohl sie heimlich ihre Popel and seine Schüppe klebt, wenn er nicht hinsieht. So ist das nunmal.
Wir werden von Anfang an abgehärtet, also ist es eigentlich gar nicht so schlecht, allein aufzuwachsen. Und allein aufzuwachsen bedeutet immerhin auch, dass alle Geschenke unterm Tannenbaum für einen selbst sind. Ist das nicht wunderbar? Wir können uns unsere Spielkameraden aussuchen UND kriegen das größte Stück Torte. Keine Sorge, liebe Eltern. Einzelkind sein ist gar nicht mal so schlimm.
6. Einzelkinder sind sozial inkompetent.
Was bedeutet denn Sozialkompetenz? Laut unserer einzigartigen Internet-Suchmaschine ist es “die Fähigkeit einer Person, in ihrer sozialen Umwelt selbstständig zu handeln”. Also, ich kann mich glücklicherweise mit anderen Menschen verständigen. Ich kann alleine einkaufen gehen, Auto fahren, Behördenanrufe stehe ich schweißgebadet durch, aber ich stehe sie durch.
Haben Sie schon einmal versucht, Geld von einer Fluglinie zurückzubekommen? Geld, das Ihnen zusteht? Ja, ich auch nicht – und ich hoffe, dass dieses erste Mal das letzte Mal ist.
Ich habe für ein Gepäckstück doppelt bezahlt – einmal telefonisch durch den Kundenservice und dann noch einmal am Flughafen, weil der Betrag noch nicht abgebucht wurde und damit kein Beweis vorlag, dass ich den zweiten Koffer bereits bezahlt hatte – und mir wurde gesagt, dass ich einfach die Quittung beim Kundenservice einreichen müsse, um dann das Geld wiederzubekommen. Gesagt, getan.
Seit acht Wochen diskutiere ich mit dem Kundenservice, warum mir das Geld zusteht und ich sage Ihnen – so langsam verliere ich meine Sozialkompetenz. Meine letzte E-Mail enthielt mehr Großbuchstaben als so mancher Werbeslogan und ich frage mich, ob ich durchgängig mit hirnlosen Menschen kommuniziere, oder ob diese einfach keinerlei Sozialkompetenz besitzen, denn ich werde von einem Mitarbeiter zum nächsten gereicht.
Kann denn keiner dort selbstständig denken, handeln und arbeiten? Offensichtlich nicht. Lautete eine Frage beim Einstellungsgespräch “Wie gut sind Sie darin, Dinge zu ignorieren, an andere weiterzuleiten und ohne Gewissen arme Studentinnen abzuzocken?” Entschuldigung, ich schweife vom Thema ab, also: Einzelkinder sind sozial inkompetent? Nur, wenn sie für den Kundenservice bei Fluglinien arbeiten.
Julia Katharina Müller: How to survive als Einzelkind. Schwarzkopf & Schwarzkopf
7. Eltern von Einzelkindern projizieren alle Erwartungen einzig und allein auf dieses eine (ARME) Kind!
Naja, wohin sollen sie ihre Erwartungen auch sonst projizieren? Auf die Katze? Das Meerschweinchen? Ich weiß ja nicht so recht. Ich weiß, dass meine Mutter keinerlei offensichtliche Erwartungen an mich hatte und mich ziemlich sicher auch lieben würde, wenn ich mit fünfzig Jahren und dreißig Katzen noch immer in meinem alten Kinderzimmer wohne und Pferdeposter von den Wänden knibble.
Finde ich selbst nicht ganz so spektakulär, deshalb stelle ich unendlich viele Erwartungen an mich selbst, die ich mehr oder weniger erfülle. Was aber definitiv wahr zu sein scheint, ist, dass perfektionistische und dominante Eltern ihre Sprösslinge richtig unter Druck setzen können – und wenn gerade nur ein Sprössling da ist, dann hat das Einzelkind eben Pech gehabt.
Dann muss es eben mit drei Jahren ins Ballett, mit fünf Blockflöte lernen, dann mit Reiten anfangen, um neben der Schule noch in der Biologie AG der Vorreiter zu sein und bloß eine Eins vor dem Komma haben, wenn die Schule abgeschlossen wird. Aber das Gute ist ja, dass wir Einzelkinder besonders tough und egoistisch sind und somit sowieso genug Zeit für alle Hobbies haben, die unsere Eltern uns so aufbrummen, weil wir aufgrund unserer mangelnden Begeisterung zum Teilen keine Freunde haben.
Von daher ist es total in Ordnung, dass ihr, liebe Eltern, eure ganzen Erwartungen auf uns projiziert. Sorgt nur dafür, dass ein ordentlicher Therapieplatz für uns bereitsteht, wenn wir 18 sind.
8. "Ein Kind ist kein Kind."
Hä? Also, ich bin zwar noch keine Mutter, aber ich kann mir vorstellen, dass gerade ein Kind EIN KIND ist, denn bei welchem Kind ist man wahrscheinlich sekündlich hochsensible und helikoptermuttermäßig unterwegs, damit dem kleinen Stöpsel ja nichts passiert?
Genau, beim ersten. Berichten zufolge sind die Eltern beim zweiten Kind meist viel entspannter, deshalb auch der „Aber-Mama,-ich-durfte-das-in-seinem-Alter-noch-nicht“-Neid. Deshalb frage ich mich, welcher Mensch eine kurze Episode von Hirnschaden hatte und dieses Gerücht in die Welt gesetzt hat.
Denn das würde nicht nur bedeuten, dass Eltern erst beim zweiten Kind ihren Familientraum erfüllt sehen, sondern auch, dass keine der Mythen über Einzelkinder der Wahrheit entspricht. Denn wenn ein Kind kein Kind ist, dann gibt es ja quasi gar keinen Grund, warum Eltern ihren Einzelkindern viel zu viel Aufmerksamkeit, Liebe und Zuneigung schenken sollten. Hab ich recht oder bin ich altklug?
Foto oben: pixabay
 
               
Acht Klischees über Einzelkinder - und warum sie schwachsinnig sind | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/acht-wochen-nach-dem-tod-meines-ersten-kindes-bekam-ich-wieder-ein-baby-gastbeitrag-von-ines
        Mein Name ist Ines und erzähle Euch heute meine Geschichte. 
Am 12.12.2012 wurde meine erste Tochter Marla geboren. Sie war mein absolutes Wunschkind und noch dazu ein sehr friedliches Baby. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sie schrie oder sonst in irgendeiner Weise unglücklich war. Marla war ein echtes Traumbaby: mopsig und fidel, allesessend und stets lachend. Wir waren überglücklich. Im November 2013 erfuhr ich dann,  dass ich wieder schwanger bin – was für ein Segen! Marla sollte also große Schwester werden. Doch irgendwie kam alles anders, ganz anders..
Marla verweigerte plötzlich Essen und Trinken, war blass, hatte blaue Flecken und Fieber. 23.12.2013, vier Wochen nachdem ich erfahren hatte, dass mein zweites Kind unterwegs ist, stellten die Ärzte fest, dass Marla Leukämie hat. Von einem Tag auf den anderen gab es unser altes Leben nicht mehr. Langfristige Pläne waren hinfällig, die Ärzte sagten, wir sollten nur noch von Tag zu Tag denken. 
Alles änderte sich – auch die Schwangerschaft. Pötzlich war auch das eigentliche Wunschkind in meinem Bauch fehl am Platz und "überflüssig". Wir dachten sogar über eine Abtreibung nach, um uns voll auf Marla konzentrieren zu können. Ich entschied mich dagegen.  Zum einen hatte das neue Baby hatte genauso ein Recht auf Leben wie Marla und zum anderen sollte Marla doch ihr Geschwisterchen erleben…
Es stellte sich raus, dass Marla eine seltene Form der Leukämie hatte, die auf Chemotherapie nur bedingt bis gar nicht reagiert. Wir waren verzweifelt – und doch erlebten wir in dieser Zeit auch schöne Momente. Wir waren in einem sehr kleinen Krankenhaus mit tollen Ärzten und Schwestern, die sehr bemüht um uns waren. Marla begann auch wieder zu essen und nahm unter der Therapie sogar zu und wuchs.
Marla war so tapfer. Ihr fielen zwar Haare aus, sie erbrach sich von Zeit zu Zeit, aber sie lachte auch. Sie genoss das Leben und wir es mit ihr.
Nach einiger Zeit musste Marla für die Transplantation in eine andere Klinik verlegt werden. Dort verschlechterte sich ihr Zustand rapide. Sie quälte sich, aß nichts mehr, fieberte durchgängig. Ihre Organe versagten Stück für Stück und sie verlor auch ihr Lachen.
Marla hat nie gesprochen, nicht ein Wort. Aber kurz bevor sie starb, saß ich bitterlich weinend an ihrem Bett. Ich schluchzte: "Marla, versprichst du mir, immer auf uns aufzupassen von deiner Wolke? Auf uns und deine Schwester?" Ich war mir sicher, dass sie nicht antworten würde – doch sie sah mich an und sagte. "Ja!"    
Am 24.05.2014 wurde Marla morgens von den ersten ins Zimmer fallenden Sonnenstrahlen abgeholt.
Meine Welt blieb stehen. Und doch musste es weitergehen – in acht Wochen sollte mein zweites Kind zur Welt kommen. Ich fürchtete eine Frühgeburt, aufgrund der Anspannung und der Trauer. Doch das Baby blieb in meinem Bauch.  Es war das erste Mal, dass ich meine zweite Tochter bewusst wahrnahm und mich um sie sorgte. Sie hatte in der ganzen Zeit zuvor keine Rolle gespielt. Ich hatte keine Zeit gehabt, mich um sie zu kümmern. Und plötzlich spürte ich da jemanden in meinem Bauch.
Die folgenden Wochen verliefen wie in einem Zustand, den Drogenabhängige beschreiben. Ich erinnere mich an nichts mehr, fühlte mich so leer. Alles war so ruhig in der Wohnung und keiner war mehr da. Obwohl Marla nie gesprochen hatte, war sie so lebhaft gewesen. Nun war es still und kalt.
Meine Gefühle dem Baby gegenüber waren gemischt. Lange Zeit schaffte ich es nicht einmal, mir einen Namen zu überlegen. Ich haderte mit dem Schicksal. Warum wurde mein größter Wunsch nicht erfüllt, dass die Mädchen sich noch kennen lernen konnten? 
Ich habe die Natur verflucht. Sie nahm mir mein Kind, mein geliebtes, immer lachendes, wunderschönes Kind und dachte, mich überlisten zu können, indem sie mir ein Neues gibt? Ich verfluchte das Kind in mir, wollte meine Marla zurück und kein "neues".
Als ich dann beim Frauenarzt saß und die Kleine auf dem Ultraschall sah, änderte sich das. Ich bemerkte, dass ich doch Gefühle für das Baby hatte. Erstmals hatte ich wieder Hoffnung.
Am 25.7.2014 kam Thia per Kaiserschnitt auf die Welt. Sie wurde mir für einen kurzen Moment auf die Brust gelegt und sah mich direkt an. Ihre Augen und ihr Blick holten mich zurück ins Leben. Dieser kleine Wurm schrie bereits in den ersten 24 Stunden ihres Lebens mehr als Marla es je getan hatte. Thia war kerngesund, 3480 Gramm schwer, 51 cm groß und unfassbar zappelig. Sie hatte überhaupt keine Ähnlichkeit zu Marla, weder äußerlich noch vom Charakter. Heute weiß ich, dass das genau richtig für mich war.
Anfangs hatten ich viele Ängste. Darf ich Thia lieben? Genau so sehr lieben wie Marla? Oder setze ich Marla dann zurück, lasse sie nicht mehr an meinem Leben teilhaben?
Viele Wochen habe ich mit mir gehadert. Nach und nach erst habe ich verstanden, dass Thia Marla nicht ersetzt und nicht ersetzen kann. Sie ist meine zweite Tochter, die kleine Schwester, der Wildfang – mein Kind. Heute ist Thia 2,5 Jahre alt und nach wie vor hat sie keine Ähnlichkeit zu Marla, aber eine enge Beziehung zu ihr. Jeden Tag reden wir über Marla, manchmal nimmt Thia einen Keks und bringt ihn zu einem Bild von Marla im Wohnzimmer und "schenkt" ihn ihr.
Vom Vater meiner Töchter trennte ich mich vor 1,5 Jahren. Auch dieser Schritt war wichtig für mich, meine Kinder und meiner Trauerarbeit.
Thia ist der Grund, weshalb ich mir nach Marlas Tod nicht das Leben genommen habe. Marla wusste vielleicht, dass nur eine Schwangerschaft mich davon abhalten würde und schickte deshalb Thia. Denn dieses kleine Mädchen setzte mein Herz Stück für Stück wieder zusammen. Thia ist das mutigste und frechste Mädchen, welches ich kenne. Sie hat in ihrem kurzen Leben schon viel erleben müssen. Nichts davon habe ich ihr gewünscht, aber es zeichnet sie aus.
Ihre überstürmische, freche, stets zappelige, laute und mäkelige Art ist vielleicht auch der Tribut für die Schwangerschaft und erste gemeinsame Zeit. Thia und ich – wir mussten beide kämpfen, aber wir haben es geschafft!
Heute stehen wir mitten im Leben, erobern jeden Tag ein Stückchen Erde mehr und genießen jede Minute zusammen. Sie ist mein Kind, meine Tochter, mein Mädchen und ich liebe sie. Genauso wie ich Marla liebe.
——- Das Foto oben ist etwas ganz besonderes: Es ist das Einzige, was Ines mit beiden Mädchen zeigt – Marla an der Hand und Thia im Bauch… Mehr über Marla könnt Ihr auf DIESER Facebook-Seite lesen
—-ZUM WEITERLESEN
"Kommt Papa gleich wieder?" Eine Kinderbuch-Empfehlung zum Thema Trauer
Gastbeitrag von Aylin: Wie ich von Johanna Aschied nahm
Gastbeitrag: Vier Stunden nach seiner Geburt schlief mein Sohn für immer ein
 
               
"Acht Wochen nach dem Tod meines ersten Kindes bekam ich wieder ein Baby" Gastbeitrag von Ines | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/adoption-wir-haben-ein-kind-mit-down-syndrom-adoptiert
       
Liebe Laura, ihr habt vor einigen Monaten einen Säugling adoptiert, erzähl doch mal, wie es euch aktuell als Familie geht.



Die erste Zeit war wahnsinnig aufregend und stressig. Inzwischen ist unser Kind drei Monate alt und wir fangen an, uns als Familie einzuspielen. Mein Mann, der anfangs wegen Corona im Homeoffice war, geht wieder arbeiten. Es war eine Umstellung für mich, den ganzen Tag alleine zu Hause zu sein. Und ich habe immer noch oft das Gefühl, „nichts geschafft“ zu haben, wenn ich den ganzen Tag damit beschäftigt war, mich um das Kind zu kümmern. Am Anfang war alles nur stressig, mein Mann und ich hatten beide das Gefühl, ständig am Arbeiten zu sein und gar keine Pause mehr zu haben. Inzwischen gibt es auch Momente, in denen wir so etwas wie Familienidylle empfinden und genießen. Nun haben auch Herz und Verstand begriffen, dass wir Eltern sind. Und wir sind beide echt glücklich darüber.



Wie kam es zur Adoption, hattet ihr das schon länger vor?



Mein Mann und ich haben uns erst spät kennengelernt (er war 36, ich war 34 Jahre alt). Wir waren uns einig, dass wir Kinder haben möchten. Nach unserer Hochzeit 2017 haben wir aktiv mit der Familienplanung angefangen. Leider stellte sich heraus, dass ich keine Kinder bekommen kann. So beschlossen wir, uns als Adoptiveltern zu bewerben. Im Dezember 2018 hatten wir das erste Gespräch mit unserem örtlichen Jugendamt. Im Februar 2020 haben wir dann endlich die Zulassung bekommen und angefangen, uns zu bewerben. Wir haben vielleicht 50 oder 60 Bewerbungen verschickt. Nach nur drei Wochen kam dann der Anruf, dass es ein Kind für uns gibt. Das ist wirklich wahnsinnig schnell, wir waren sehr überrascht davon.



Beschreib doch gern mal den ersten Moment, in dem du euer Baby zum ersten Mal gesehen hast…



Als wir den Anruf bekamen, lag das Kind noch im Krankenhaus, es war zwei Wochen alt. Bevor wir es zum ersten Mal sehen durften, hatten wir erst ein Gespräch bei unserem örtlichen Jugendamt, dann beim Jugendamt des Ortes, wo das Kind geboren wurde. Wir waren also im Krankenhaus in einem Zimmer, das als Schlaflabor genutzt wurde und deshalb tagsüber leer war. Zuerst kamen die Ärztinnen und informierten uns über die wichtigsten medizinischen Details, dann endlich wurde das Baby ins Zimmer geschoben.



Es hatte den gleichen Strampler an wie auf dem Foto, das wir gesehen hatten. Es war gerade wach, denn es hatte Hunger. Mein Kopf und mein Herz konnten in dem Moment noch gar nicht begreifen, dass dies nun mein Kind, unser Kind sein würde. Ich sah es an und sprach mit ihm, aber es fühlte sich nicht so an, als würde ich zu meinem Kind sprechen. Ich habe keine Liebe auf den ersten Blick gespürt.



Zum Glück hat mich das nicht irritiert, weil ich schon von anderen Adoptiveltern gehört hatte, dass es nicht immer Liebe auf den ersten Blick ist. Geliebt habe ich dieses Kind also nicht sofort, aber ich war mir absolut sicher, dass ich dieses Kind annehmen kann. Schon nach den ersten paar Minuten sagte die Ärztin zu uns: „Sie nehmen es mit.“ Es war eigentlich keine Frage. Sie hat gespürt, dass wir die Entscheidung schon getroffen hatten.



Trotzdem haben mein Mann und ich beide spontan „Ja“ gesagt. Nachdem wird mit dem Kind allein waren, haben mein Mann und ich es im Body strampeln lassen, ihm alles andere ausgezogen, weil es im Zimmer so warm war. Und wir haben es genau betrachtet. Ich habe erst später gelesen, dass die meisten Eltern ihr Kind nach der Geburt erst einmal nackt lassen und ausgiebig ansehen. Irgendwie haben wir automatisch fast dasselbe getan wie leibliche Eltern.



Nun kam euer Baby mit dem Down-Syndrom zur Welt, wusstet ihr das vorab oder war das eine Überraschung?



Als ich den Anruf vom vermittelnden Jugendamt bekam, sagte mir die Mitarbeiterin gleich am Anfang, dass das Kind das Down-Syndrom hat und deshalb von den Eltern zur Adoption freigegeben wird. Es war also direkt klar, dass dieses Kind ein kleines Extra hat. Während des Zulassungsverfahrens mussten wir seitenweise Fragebögen ausfüllen, und in diesen wurde auch detailliert abgefragt, ob wir uns vorstellen könnten, ein Kind mit Behinderung aufzunehmen und welche Behinderungen für uns vorstellbar wären – und welche nicht.



Da wir zu den eher wenigen Adoptionsbewerbern gehörten, die für viele Behinderungen offen waren, haben wir immer geahnt, dass wir wahrscheinlich ein Kind mit einer Behinderung vermittelt bekommen würden. Insofern hatten wir damit gerechnet. Daher mussten wir auch nicht mehr darüber diskutieren, ob dieses Kind für uns in Frage kam oder nicht. Tatsächlich war es sowohl bei mir als auch bei meinem Mann so, dass unser Herz sofort laut und deutlich „Ja“ gesagt hat, als wir die Anfrage bekamen, ob wir dieses Baby aufnehmen würden.



Ihr bekommt nun von vielen Seiten zu hören, wie „bewundernswert“ und „mutig“ es sei, ein Kind mit Behinderung zu adoptieren, was macht das mit dir?



Natürlich verstehe ich, dass diese Aussagen positiv gemeint sind. Ich weiß den Respekt und die Anerkennung, die damit ausgedrückt werden, durchaus zu schätzen. Aber ein bisschen machen sie mich auch traurig. Weil darin der Subtext mitschwingt, dass ein Kind mit Behinderung weniger wert ist. Dass es irgendwie eine Heldentat wäre, wenn mensch sich eines solchen Kindes, das „keine/r haben will“ annimmt.



Es mag sein, dass es eine größere Herausforderung ist, ein Kind mit einer Behinderung groß zu ziehen. Dennoch – es sind eher die Vorurteile und Vorstellungen der Mitmenschen, die ihnen unser Handeln als „Heldentat“ erscheinen lässt.



Du sagst: Es ist immer mutig ein Kind zu bekommen, auch bei leiblichen Kindern wissen wir vorab nicht, ob sie mit oder ohne Behinderung zur Welt kommen…



Ja, das stimmt. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür. Auch ich bin mit einer Behinderung zur Welt gekommen, und meine Eltern wussten vorher nichts davon. Dennoch haben sie mich großgezogen und ich finde, sie haben ihre Sache gut gemacht.



Symbolbild: Papa mit Baby. Foto: pixabay



Das größte Problem ist, dass wir Menschen ein Bild im Kopf haben, wie unsere Kinder, wie Menschen generell, sein sollen. Wir denken, wenn ein Kind nicht so ist, wie wir es uns vorgestellt haben, wenn es nicht der Norm entspricht, dann könnten wir niemals glücklich sein. Und das Kind selbst schon gar nicht! Weil die meisten Menschen überzeugt sind, dass nur ein Mensch, der der Norm entspricht, in diesem Leben glücklich sein kann. Aber das stimmt nicht.



Und ich glaube, die meisten Familien, in denen ein Kind oder ein Mensch mit Behinderung lebt, wissen das. Die wenigsten Menschen mit Behinderung empfinden ihre Behinderung als Problem; es sind die anderen Menschen, die die Behinderung zu einem Problem machen. Die Barrieren errichten, statt sie zu beseitigen.



Ein guter Punkt, den du anführst ist auch, dass die meisten Behinderungen nicht angeboren sind, dass es selbst bei ohne Behinderung geborenen keine Garantie gibt,  dass es auch so bleibt…



Richtig. Im Grunde kann jeder Mensch irgendwann durch einen Unfall oder eine Krankheit von einer Behinderung betroffen sein. Und die meisten Menschen stellen dann fest, dass sie sich damit arrangieren können. Wie ich oben schon sagte: das Problem ist meistens gar nicht die Behinderung, sondern die Umwelt. Und Eltern, deren Kind durch eine Erkrankung oder einen Unfall eine Behinderung erwirbt, kümmern sich ja trotzdem und sehr liebevoll darum.



Leider ist es so, dass in unserer Gesellschaft sehr stark sortiert wird. Und dass es immer noch Strukturen gibt, die Menschen mit Behinderung in eine Art Parallelgesellschaft zwingen: eigene Kindergärten, eigene Schulen, eigene Arbeitsplätze. Dadurch gibt es wenig Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung und das sorgt für Vorurteile und Berührungsängste. Meine Erfahrung ist: je näher ich an einem Menschen bin, desto leichter fällt es mir, den Menschen zu sehen. Dann macht mir auch eine Behinderung keine Angst mehr.



Das hast du aber schön gesagt! Erzähl doch mal, wie sich euer Alltag verändert hat, seit euer Baby da ist…



Das erste, was sich verändert hat, sind unsere Essgewohnheiten. Mein Mann und ich haben immer abwechselnd gekocht, mit frischen Zutaten und so, richtig traditionell. Jetzt, wo das Kind da ist, haben wir oft weder Zeit noch Energie, um richtig zu kochen, und machen dann doch irgendwas aus der Tiefkühltruhe, was nur in den Ofen geschoben werden muss. Gemeinsames Essen ist auch schwierig geworden, weil häufig das Baby genau dann gefüttert werden will, wenn wir eigentlich essen wollten.



Auch unsere Arbeitsteilung im Haushalt hat sich verändert. Bisher haben wir abwechselnd die Arbeiten im Haushalt erledigt, also Wäsche waschen, putzen etc. Häufig haben wir parallel gearbeitet; er hat z.B. das Bad geputzt und ich hab in der Zeit Wäsche aufgehängt oder Staub gesaugt. Einkaufen sind wir immer gemeinsam gegangen. Nun passt immer einer von uns auf das Baby auf, während der andere Haushalt macht. Das gilt auch fürs Einkaufen; einer bleibt mit Baby zu Hause, der andere geht einkaufen.



Zu guter Letzt: Bevor ich Mama wurde, hab ich beim Einschlafen fast immer mit Kopfhörern ein Hörspiel gehört. Das mache ich jetzt nicht mehr, weil ich Angst habe, das Kind dann nicht zu hören, wenn es aufwacht.



Was würdest du anderen Adoptiveltern für die erste Zeit mit Baby raten?



Lasst euch nicht stressen. Klopft euch gegenseitig auf die Schulter und sagt euch, dass ihr gerade etwas Großartiges leistet. Denn leider ist es nicht so, dass Außenstehende immer erkennen, was es tatsächlich bedeutet, von heute auf morgen, ohne neun Monate Vorbereitungszeit, Eltern zu werden. Was alles innerhalb kürzester Zeit zu tun und zu organisieren ist.



Was uns geholfen hat: Ein Netzwerk von Leuten, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen und uns mit Babyausstattung unterstützen konnten. Wenn mein Mann und ich so ein Netzwerk nicht gehabt hätten, wären wir wirklich aufgeschmissen gewesen, zumal zu dem Zeitpunkt, als wir unser Kind bekamen, die Läden alle geschlossen waren. Außerdem tragen wir unser Kind so oft es geht im Tragetuch oder Tragesystem am Körper. Das ist für uns die beste Bindungsarbeit, die es gibt. Ein Kind lernt dadurch sehr schnell euren Geruch und eure Stimme kennen und reagiert auf euch.



Aber ganz gleich, wie ihr es handhabt: Es ist eine echte Mammutaufgabe und ihr dürft euch dafür feiern, dass ihr sie bewältigt.
               
Adoption: "Wir haben ein Kind mit Down-Syndrom adoptiert"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/afterwork-familie-wie-wir-die-wenige-zeit-mit-unseren-kindern-schoen-gestalten
        Ihr Lieben, seit Jahren schreibt unsere Bloggerinnen- und Journalistinnenkollegin Nathalie Klüver erfolgreiche Bücher, nun widmet sie sich mit Afterwork-Familie – wie du mit wenig Zeit, dich und deine Familie glücklich machst (Affiliate Link) DEM Thema unserer Müttergeneration: wie wir es zwischen Job, Haushalt, Ehe, Freizeit und allen weiteren Verpflichtungen auch noch schaffen, das Wichtigste nicht aus den Augen zu verlieren: schöne Zeit mit unseren Kindern zu verbringen!
Liebe Nathalie, dein neustes Buch "Afterwork Familie" widmet sich so genannten 3-Stunden-Eltern. Was genau ist damit gemeint?
Bei vielen Müttern beschränkt sich die Zeit mit ihren Kindern innerhalb der Woche auf die Zeit zwischen Kindergartenabholen/Schulschluss und dem Insbettbringen. Das sind, je nach Abholzeit und Insbettgehzeit, im Schnitt tatsächlich meist drei bis vier Stunden. Das kann je nach Tagesverfassung ganz schön viel oder ganz schön wenig sein.
Meistens eher wenig, denn in dieser Zeit muss ja auch noch der Haushalt, der Einkauf, das Essenvorbereiten, die Hausaufgaben, diverse Arzttermine, Fußballtraining, Freunde treffen und und und erledigt werden.
Da uns die Evolution leider noch keine dritte und vierte Hand hat wachsen lassen (Frechheit, oder?!) und wir uns auch nicht zweiteilen können, gibt es dieses Buch. Denn es gibt Tipps, wie wir diese knappe Zeit so gestalten, dass alle auf ihre Kosten kommen und es so wenig Streit und Stress wie möglich gibt.
Es geht also um die berühmte „Quality Time“ nach Dienstschluss, weil ja nun doch heute in den meisten Familien beide Eltern arbeiten gehen. Wie genau können wir diese kurze Zeit zu einer guten werden lassen?
Das Geheimnis liegt in Routinen und Ritualen. Damit ist kein esoterischer Dingsbums gemeint und auch kein starres Zeitkorsett. Es geht vielmehr darum, Rituale als eine Art Hängematte zu sehen, in die wir uns fallen lassen können ,wenn der Alltag mal wieder chaotisch und fordernd ist. Wenn wir Routinen und Rituale haben, nehmen wir unserem Gehirn das Denken und Organisieren ab. Und entlasten es.
Rituale fangen uns auf und geben auch unseren Kindern Sicherheit. Und sie sind es, die eine Art Familien Corporate Identity ausmachen, das, was uns als Familie ausmacht. Und das ist bei jeder Familie individuell. Das Buch soll dabei helfen, die Rituale und Routinen zu finden, die für genau die entsprechende Familie mit ihrer Situation richtig sind.
Und ganz wichtig, um die kurze Zeit zu einer guten werden zu lassen: Den Nachmittag entrümpeln. Alles Überflüssige rausschmeißen. Jeden Nachmittagskurs und Termin auf den Prüfstand stellen. Ich bin ein großer Fan vom freien Spielen und gemeinsamen Zeit vertrödeln. Das entspannt. Alle.
Und es gibt sehr viele Studien, die besagen, dass Kinder beim freien Spielen das lernen, was sie für ihr weiteres Leben brauchen, für die Schule, für die Zukunft. Auf dem Spielplatz toben und klettern bringt genauso viel wie Kinderturnen.
Mit den Eltern zusammen singen und im Takt klatschen genauso viel wie musikalische Früherziehung. Wenn es den Kindern Spaß bringt, ist das alles ok. Aber zwingen müssen wir sie nicht. Und uns auch nicht.
Deine Strategie klingt so wahnsinnig positiv: Lieber lachen statt meckern mit den Kindern. Wie meinst du das genau und für welche Situationen gilt das?
Ich wünschte, es wäre so einfach! Und ich wünschte, ich könnte das auch immer. Viel zu oft ertappe ich mich beim Meckern und Schimpfen und frage mich, was denn nun eigentlich der Anlass war. Und viel zu oft war der Anlass einfach nur nichtig. Sich selbst nicht so ernst zu nehmen, kann da helfen. Einfach mal den Blödsinn der Kinder mitmachen, entspannt sofort und man entgeht der Meckerfalle.
Ihr kennt es doch bestimmt: Mama meckert, weil sie genervt ist. Die Kinder meckern zurück, weil Mama meckert. Mama meckert noch mehr, weil die Kinder meckern. So geht es munter weiter, bis die Situation total eskaliert. Um aus dieser Spirale herauszukommen, hilft ganz oft Humor. Mitlachen. Selbst Quatsch machen. Sich selbst so richtig zum Deppen machen.
Ich bin letztens als ich total genervt von meinen Kindern war, wie ein Huhn im Kreis gelaufen, habe mit den Armen gewackelt und "gackgackgack" gemacht. Sie fanden es zum Schreien, hörten auf zu nerven und ich fand mich selbst so albern, dass ich irgendwann vor Lachen nicht mehr konnte.
Was auch hilft: Die Situation von außen betrachten. Dann fällt einem das Groteske auf. Denn das Leben mit Kindern ist voll von grotesken Situationen! Das hat ja oft echt was von Slapstick.

Du nimmst dich auch dem Thema Digitale Medien an. Wie viel sollten wir erlauben, welches Maß ist in welchem Alter richtig?
Unsere Smartphonesucht macht die Familienzeit kaputt! Ist so, ich nehme mich selbst davon nicht aus. Mit dem Handy in der Hand sind wir nicht mehr Herr unser Selbst, wir sind nur halb da, wenn überhaupt und das merken unsere Kinder und drehen so richtig auf.
Ganz abgesehen davon: Wie sollen wir ihnen beibringen ,dass man die Medien nur bewusst konsumiert, wenn wir es ihnen nicht vorleben? Deshalb bin ich sehr für Familienregeln für den Umgang mit digitalen Medien. Wie zum Beispiel: Am Essenstisch gibt es keine elektronischen Endgeräte.
Vom generellen Verbieten halte ich hingegen nix: Denn das wird es erst recht attraktiv und heimlich gemacht. Jede Familie muss da ihr eigenes Maß finden, das natürlich auch vom Alter der Kinder abhängt. Verteufeln würde ich die neuen Medien aber nie, denn sie bereichern unser Leben tatsächlich!
„Unser Alltag ist ihre Kindheit“ – was sagst du zu diesem Satz?
Ganz ehrlich: Ich mag den Satz nicht. Er setzt uns nur unnötig unter Druck. Nach dem Motto "Mist, heute nur das Haus geputzt, gegessen, ins Bett gebracht und gemeckert und keinen schönen erinnerungswürdigen Alltag gestaltet." Kindheit ist viel mehr als unser Alltag!
Dein Ziel ist es vor allem, Eltern zu entlasten. Ihnen das schlechte Gewissen zu nehmen, wenn Kinder ganztagsbetreut werden. Sehen wir das richtig?
Niemand muss ein schlechtes Gewissen haben! Kinder brauchen sogar ein anderes Umfeld, andere Erfahrungen. Und lieber drei Stunden am Tag miteinander verbracht als neun Stunden nebeneinander.
Wir als berufstätige Eltern geraten ja immer mal wieder in Situationen der akuten Überforderung. Hast du da ein paar ganz konkrete Tipps für uns, wie wir reagieren können, wenn das Telefon klingelt, die Pfanne brutzelt und das Kind einen Wutanfall bekommt, obwohl wir uns doch so sehr eine SCHÖNE Quality Time für den Abend vorgenommen hatten?
Tief durchatmen. Wenn keine akute Gefahr besteht, dass sich die Kinder verletzen, aufs Klo zurückziehen und die Ruhe genießen. Den oben genannten "sich selbst zum Deppen mach"-Trick anwenden. Ortswechsel helfen auch: Wenn die Kinder komplett durchdrehen, einfach noch mal raus an die frische Luft. Dann gibt es halt später Abendessen.
Wenn wir einfach nicht dazu kommen, das zu kochen, was wir eigentlich vorhatten, auf ein schnelles Gericht ausweichen. Ich habe immer Zutaten für so ein Notessen im Haus. Dann gibt es halt Tomatensuppe aus zwei Dosen Tomaten und ne Scheibe Brot dazu. Oder einfach nur Rührei. Oder was aus dem Tiefkühlschrank. Oder einfach nur Brot.
Und wenn die Einschlafbegleitung mal wieder ewig dauert, dann hilft es mir, das Ganze als Shavasana zu sehen, die Schlussentspannung beim Yoga. Meistens schlafe ich dabei ein, aber ein paar Stunden mehr Schlaf ist ja auch nicht das Schlechteste.
               
Afterwork Familie: Wie wir die wenige Zeit mit unseren Kindern schön gestalten | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alex-abgeholt-ein-kinderbuch-ueber-das-abholen-von-der-kita
       
„Du bist abgeholt, von der Polizei geholt“ – ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in meinem Leben als Kitamutter gehört habe. Diesen Nachsatz „von der Polizei geholt“ habe ich nie verstanden, schließlich stand ja ich in der Kitatür und nicht ein Uniformierter – aber ich habe das Gefühl, dieser Halbsatz gehört einfach zum Kitaleben wie Aramsamsam und Sand in den Schuhen. 



Ich stand schon in jeder Gemütslage an dieser Kitatür – oft komplett durchgeschwitzt, weil ich mich so beeilt hatte, um pünktlich zu sein. Das, was man dann nicht hören will ist: „Oh mann, Mama, warum bist du schon da?“ Ja, danke auch. Warum würdigt das Kind bitte schön meinen Spurt bis zu Kita nicht? Warum kann es nicht anerkennen, dass ich abends wieder arbeiten muss, weil ich mein Pensum nicht geschafft habe, um pünktlich abholen zu können?



Genau: Weil es ein Kind ist und anders tickt als wir Erwachsenen. 



Warum Kinder beim Abholen von der Kita manchmal so anders reagieren als wir uns das denken, thematisiert das wunderschön Kinderbuch „Alex, abgeholt!“ von Danielle Graf und Katja Seide. Ja, genau, hier klingelt es. Graf und Seide kennt Ihr natürlich alle von den Mega Bestsellern „Das gewünschteste Wunschkind“. Alles, was diese beiden Frauen machen, finden wir toll. Und somit auch ihr neustes Werk. Es gibt zwei Besonderheiten: 



Es wurde sehr viel Wert darauf gelegt, das Buch divers zu illustrieren. Die Kinder sind also nicht alle blond und blauäugig, die Kitagruppe ist bunt – sowohl was die Hautfarbe angeht als auch die Namen der Kinder. Auf der letzten Seite wird eine Spielplatzszene gezeichnet – dort sieht man Mamas mit Kopftüchern, Papas mit Nachwuchs und Kinder im Rollstuhl. Mich berührt das sehr, weil ich finde, dass unsere Gesellschaft eben genauso aussieht, man das aber immer noch viel zu wenig in Büchern sieht. Ganz toll gemacht vom Illustrator Günther Jakobs. 







2. Die Geschichte ist sehr ehrlich. Obwohl Alex sich freut, dass die Mama an der Kitatür steht, ist die Stimmung irgendwie nicht so gut. Die Socken rutschen, Alex ist hungrig und auch wieder nicht, Alex will kuscheln, aber auch nicht. Nichts hilft. Kein Buch, kein sanftes Zureden, kein Spielangebot. Die Mutter bleibt dabei zugewandt, macht keine Vorwürfe und hält all die Emotionen von Alex aus – bis Alex wieder glücklich ist. Auf den letzten beiden Seiten erklären Graf und Seide den Eltern, warum Kinder manchmal in der Kita-Gaderobe austicken und wie man cool bleiben kann, auch wenn andere Eltern kritisch gucken. „Sollte Ihr Kind nach einem Kitatag weinen, wütend oder jammern, nehmen Sie es nicht als Angriff oder Kritik, sondern als Stressabbau, der in diesem Moment wichtig ist.“ 



Ein tolles Buch für alle Kitakinder und Kitaeltern mit viel Gefühl, Liebe und dem Blick fürs Besondere. Absolute Empfehlung von uns! 



Danielle Graf / Katja SeideAlex, abgeholt!Vierfarbiges PappbilderbuchMit Illustrationen von Günther Jakobs22 Seiten, ab 2 Jahre, € 10,95ISBN: 978-3-407-75837-8
               
"Alex, abgeholt!" Ein Kinderbuch über das Abholen von der Kita |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/allein-verreisen-mit-kind-wie-das-gelingen-und-toll-werden-kann
        Ihr Lieben, würdet ihr euch das zutrauen – allein mit dem Kind zu verreisen? Es wäre schon eine Überwindung, oder? Vielleicht kann euch Angela, die Autorin von Allein mit Kind unterwegs (Affiliate Link) ja Mut machen…

 Liebe Angela, ein Fünftel aller Kinder in Deutschland lebt mit nur einem Elternteil und selbst die, die zu zweit erziehen, teilen sich oft wegen der begrenzten Urlaubstage die langen Ferienzeiten untereinander auf. Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, um glücklich allein mit Kind unterwegs sein zu können?
Jede Medaille hat zwei Seiten. Schaut euch einfach die Schöne an. Auch wenn es für viele eine Notlösung ist, allein mit Kind zu verreisen, hat diese Konstellation ihren eigenen Charme.
Das Wichtigste ist, dass ihr euch eure Bedürfnisse und Erwartungen an die Reise klar macht, und dabei keine faulen Kompromisse eingeht. Sonst seid ihr nachher garantiert unzufrieden. Wenn ihr All inclusive Hotels hasst, dann spart euch das. Entlastung bei der Kinderbetreuung könnt ihr auch auf andere Weise bekommen. Achtet andererseits aber auch darauf, dass ihr euch nicht überfordert, wenn ihr noch nie allein mit Kind unterwegs wart. Ein Backpackertrip in Thailand mit Baby ist nur dann eine gute Idee, wenn ihr diese Art zu reisen und fremde Länder auch schon ohne Kind kennengelernt habt.
Welche Dinge darf ich bei der Planung meiner Reise nicht vergessen?
Neben einigen Aspekten, die man bei allen Reisen beachten sollte, wie etwa Klima oder Saisonzeiten am Urlaubsziel, achte ich bei der Reiseplanung sehr darauf, dass sowohl mein Sohn als auch ich Zeit und Raum haben, unsere Bedürfnisse und Interessen auszuleben. Das steigert die Chancen auf einen harmonischen Urlaub enorm :-). Ich plane gezielt Aktivitäten, die uns beiden Spaß machen. Weil wir im Alltag schon viel Zeit zu zweit verbringen, gucke ich außerdem darauf, dass wir auf Reisen auch einmal beide Zeit für uns haben. Das gelingt meist dann ganz gut, wenn andere Kinder da sind, mit dem Lieblingsspielzeug oder mit einem neuen, faszinierenden Hörspiel oder Buch. Bei Reisen allein mit kleineren Kindern trägt ein Babyfon enorm zur Entspannung bei. Und generell gilt: Weniger ist mehr – sowohl beim Gepäck als auch beim (festgelegten) Programm. Daneben können für Reisen allein mit Kindern diverse spezielle Dokumente nötig sein. Aber das zählt eher zur Reisevorbereitung und würde hier zu weit führen.
Nun werden ja auch einige das erste Mal allein mit Kind fürchten. Was, wenn das Kind krank wird, irgendetwas Unvorhergesehenes geschieht? Welche Vorsichtsmaßnahmen können wir hier zu unserer Beruhigung ergreifen?
Die Sorge ist verständlich, denn Krankheiten und Unfälle unterwegs sind echte Herausforderungen.
Wenn ihr schon vor der Reise Informationen über die medizinische Versorgung an eurem Urlaubsziel findet, müsst ihr unterwegs nicht suchen. Und eine gute Reiseapotheke spart manchen Arztbesuch. Schlimmer als wenn das Kind krank wird, ist es aber meistens, wenn ihr selbst krank werdet, und euch nicht mehr um euer Kind kümmern könnt. Deshalb braucht ihr ein Sicherheitsnetz.
Meines hat zwei wesentliche Teile: Der eine ist eine Reisekrankenversicherung mit Rooming In und Kinderbetreuung. Der andere sind meine Freunde zuhause. Meistens haben zwei von ihnen meine kompletten Dokumente in Kopie und sind bereit, uns im schlimmsten Fall hinterherzureisen (auf Kosten der Versicherung). Ihre Kontaktdaten trage ich auf einer Notfallkarte bei mir. So fühle ich mich selbst für den schlimmsten Fall gut vorbereitet. Aber so viel passiert auch gar nicht. Ich habe in fast zehn Jahren Reisen mit Kind bisher nur einmal die Reisekrankenversicherung gebraucht.
Du hast ja nun selbst Erfahrung mit dem Alleinreisen mit Kind. Was gibt einem das, das einem das Zusammenreisen mit anderen nicht gibt?
Ich genieße vor allem die große Unabhängigkeit. Das Reiseprogramm muss ich nur mit meinem Sohn abstimmen. Abgesehen davon kann ich frei entscheiden. Das erlaubt es mir auch, viel spontaner und bedürfnisorientierter unterwegs zu sein, als wenn wir viele Interessen unter einen Hut bringen müssen. Gleichzeitig bieten Reisen allein mit Kind viel ungestörte Zeit zu zweit mit dem Kind. Ihr könnt euch so richtig aufeinander eingrooven, was im hektischen Alltag oder in großen Familien oft zu kurz kommt.

Wie lief denn deine allererste Reise mit Kind allein?
Überraschend gut! Ich. Als mein Sohn fünf Monate alt war, bin ich mit ihm zu einem Roadtrip nach Italien gestartet. Die ersten Tage habe ich allein mit ihm in Sachsen-Anhalt verbracht, dann folgte eine Woche gemeinsam mit meiner Mutter in Südtirol, eine weitere Woche mit (kinderlosen) Freunden in der Toskana und schließlich nochmal eine Woche allein mit meinem Baby in den Bergen. Dabei habe ich entdeckt, dass man sogar allein mit Baby wandern kann. Das hat mich sehr glücklich gemacht. Die Autofahrten habe ich in kurze Etappen von 3-4 Stunden unterteilt. So war es weder für mich noch für meinen kleinen Sohn anstrengend.
Jetzt mal ganz praktisch gefragt: Wie ist denn das abends, wenn das Kind oder die Kinder bereits schlafen? Sitzt du dann allein in deinem Zimmer?
Ich sitze dann tatsächlich oft alleine da. Aber ich gehöre auch zu den Menschen, die es genießen können, den Tag allein mit einem Bier und dem Reisetagebuch ausklingen zu lassen. Auf dem Zimmer sitze ich aber nicht. Dafür habe ich das Babyfon dabei, mit dem ich wenigstens raus gehen kann. Wenn mir nach Gesellschaft zumute war, habe ich bisher immer nette Reisebekannte gefunden. Ich finde, beim Reisen allein mit Kind kommt man sehr leicht in Kontakt mit anderen – meist schon allein durchs Kind. Wenn euch das besonders wichtig ist, dann könnt ihr auch gezielt Unterkünfte suchen, wo andere Familien sind, oder ihr schließt euch einer Gruppenreise an oder sucht euch Reisepartner.
Welche drei Tipps würdest du uns, die wir überlegen, uns mal allein mit dem Kind auf Reisen zu machen, als Mutmacher mit an die Hand geben?
1. Nehmt euch nicht mehr vor, als ihr euch und eurem Baby oder Kind zutraut, sichert euch für Notfälle ab, und achtet auf eure Bedürfnisse. Wenn ihr euch eurer Sache sicher seid, kann fast nichts mehr schiefgehen.
 2. Selbst wenn ihr nicht getrennt erzieht, seid ihr bestimmt auch im Alltag immer wieder allein mit euren Kids. Schaut einfach, wann das gut läuft und wann weniger. Diese Erfahrungen helfen euch, eure Reise so zu planen, dass ihr eine richtig gute Zeit zusammen habt.
 3. Hilfreich sind auch die Erfahrungen anderer Alleinreisender mit Kindern. Die findet ihr zum Beispiel in meiner Facebookgruppe Allein Reisen mit Baby und Kind, in meinem Blog unterwegsmitkind.com oder in meinem Buch Allein mit Kind unterwegs.
 
 
               
Allein verreisen mit Kind – wie das gelingen und toll werden kann | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehend-mit-mann-wenn-papa-selbststaendig-ist-und-viel-viel-arbeitet
       
Liebe Marlena, erzähl erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört und was Ihr beruflich macht.
Also zu unsere Familie gehören mein Mann Anil (33), unsere beiden Töchter (5 und 1) und ich (31).
 Mein Mann stammt aus Indien und ist gelernter Koch, seit 2 Jahren hat er nun bei uns in der Stadt ein eigenes Restaurant, das bedeutet er arbeitet teilweise 7 Tage pro Woche von morgens 9 bis nachts um 1. Pro Woche hat er meist einen Tag frei. Ich bin zurzeit noch in Elternzeit mit unserer zweiten Tochter, werde aber ab November wieder 25 Stunden als Logopädin arbeiten und beginne dann auch ein Fernstudium als Familienhelferin.
Dein Mann ist selbstständig. Hat das für dich mehr Vor-oder mehr Nachteile?
Die Selbständigkeit meines Mannes hat mehr Nachteile für uns als Familie. Wir sehen ihn sehr wenig, er nimmt an unserem Familienleben so gut wie gar nicht teil. Die Vorteile sind, dass wir finanziell deutlich unabhängiger sind – so war es für mich jetzt auch möglich, ein halbes Jahr länger Elternzeit zu nehmen. Und natürlich ist es auch angenehm, dass wir mal bei ihm im Restaurant essen gehen können, wenn ich es mal nicht schaffe, selbst zu kochen.
Du sagst, dass Dein Mann wenig am Familienleben teilhaben kann. Wo genau fehlt er Dir?
Mein Mann fehlt mir an allen Ecken und Enden. Ich vermisse ihn sehr bei allen alltäglichen Dingen, einkaufen, sauber machen, kochen, waschen….alles bleibt an mir hängen und das wächst mir manchmal ziemlich über den Kopf. Er fehlt mir bei den Freizeitbeschäftigungen der Kinder und den anderen Terminen, die man mit Kindern so hat. Ich muss immer alles alleine organisieren, ich kann ihn nie fest mit einplanen, weil er nie zuverlässig sagen kann, wann er zu Hause ist.
Am allermeisten vermisse ich ihn aber an den Wochenenden. Es gibt keine Familienausflüge zu viert, ich bin immer alleine mit den Mädels unterwegs. Außerdem besuche ich jede Hochzeit, jedes Familienfest, jedes Grillen bei Freunden alleine. Ich wünschte so sehr, er könnte da dabei sein. Das macht mich oft traurig.
Leidet Dein Mann unter der wenigen Familienzeit?
Mein Mann leidet leider sehr unter der wenigen Familienzeit. Er weiß, dass er so viel verpasst und dass die Kinder nur einmal klein sind. An seinem freien Tag nutzt er deshalb die Zeit mit den Kindern ganz intensiv. Er ist ein wundervoller Vater und hilft mir dann auch mit den Dingen im Haushalt, die liegen geblieben sind.
Wie fühlst Du Dich denn im Alltag?
Ich bin definitiv manchmal neidisch auf Familien, in denen die Aufgaben ganz anders verteilt sind und die Männer mehr übernehmen können. Im Moment bin ich nicht wirklich glücklich mit der Situation, ich würde mir wünschen, dass mein Mann sich mehr Freiräume schaffen kann und vielleicht auch spontan mal frei machen könnte. Die Selbstständigkeit ist schon immer sein Traum gewesen, wir haben den Schritt damals gemeinsam entschieden und ich stehe hinter ihm – aber etwas mehr Familienzeit wäre toll!!
Alleinerziehend mit Mann – empfindest du deine Situation so?
Ja, manchmal fühle ich mich so, aber ich glaube Alleinerziehende haben emotional eine ganz andere Ausgangssituation – denn ich habe ja einen Partner, auch wenn er nicht viel da ist. Seit mein Mann selbstständig ist, habe ich noch viel mehr begriffen, was Alleinerziehende jeden Tag leisten. Das ist wirklich ein Wahnsinns-Job.
Viele meiner Freunde und auch meine Familie haben noch nicht verstanden, was die Selbstständigkeit für mich bedeutet. Ich höre zu oft die Frage, wo mein Mann heute ist und die Antwort ist immer dieselbe – arbeiten. Egal ob Feiertag oder am Wochenende. Ich fühle mich nicht unbedingt alleinerziehend, weil mein Mann an der Erziehung so gut es geht teilhat, aber ja, ich fühle mich oft allein.
Kannst Du Dir manchmal auch Auszeiten für Dich nehmen?
Ich habe dank meiner tollen Eltern ab und zu die Möglichkeit mir eine Auszeit zu nehmen. Leider wohnen sie 100km entfernt, aber einmal im Monat bin ich mit den Kindern dort und dann kümmern sich meine Eltern meistens komplett um die beiden. Dann kann ich mit meinen Freundinnen mal einen Kaffee trinken gehen oder auch mal abends ins Kino. Bei uns zu Hause nehme ich meine Auszeit beim Sport. Unsere Kleine geht dann in die Kinderbetreuung im Fitnesstudio – nach dem Sport bin ich deutlich ausgeglichener und das tut allen gut.
Foto: Pixabay
               
Alleinerziehend mit Mann? Wenn Papa selbstständig ist und viel viel arbeitet.... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehend-mit-vier-kindern-mein-mann-betrog-mich-mit-einer-kollegin
       
Liebe Michaela, dein drittes Kind waren Zwillinge – und du somit Mama von vier Kindern. Erzähl mal – wie hast du das erste Jahr mit den vier Kindern empfunden?



Das erste Jahr war eine krasse Erfahrung. Trotz aller Belastungen und Schlaflosigkeit war ich aber sehr glücklich und dankbar, dass sich meine Zwillinge so gut entwickelten. Plötzlich waren wir eine Großfamilie. Das war wirklich irre.



Doch leider hat Deine Ehe nicht gehalten…



Ja, das stimmt. Wir waren bereits 16 Jahre zusammen und seit 13 Jahren verheiratet, als die Zwillinge geboren wurden. Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass bei vier Kindern wenig Zeit für die Beziehung bleibt. Mein Ex und ich hatten aber nie großen Streit, ich erlebte ihn den Kindern gegenüber auch als sehr fürsorglich. Nur: Wir beide haben in dieser Zeit wenig „richtig“ miteinander gesprochen – er konnte generell nicht gut über seine Gefühle und Bedürfnisse sprechen.



Dein Mann hat sich gut zwei Jahre nach der Geburt der Zwillinge verändert.



Ja, und zwar ziemlich klischeemäßig. Er fing an, viel Sport zu machen, traf sich mit Kollegen zum Joggen. Er färbte sich die Haare, achtete viel mehr auf sein Äußeres. Ich gebe zu, dass ich frustriert war, weil er mich mit den vier Kindern oft alleine ließ und ich einfach mitten im Kinderchaos steckte. Dennoch dachte ich nicht, dass er Trennungsabsichten hatte…



Wie hat er sich denn dann getrennt?



Einen Tag vor unserem Sommerurlaub sagte er mir im Beisein der Kinder (!), dass er nicht mit in den Urlaub fahren würde. Er habe sich entliebt und wolle die Trennung.



Ich war absolut fassungslos. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, nicht einfach alles so hinzuwerfen und dass wir uns ja Hilfe suchen könnten.



Aber er hatte seine Entscheidung getroffen und blieb hart. Am nächsten Tag fuhr er die Kinder und mich an den Bahnhof und setzte uns alleine in den Zug. Es war total surreal und ich komplett leer.



Kannst du erzählen, wie sich das angefühlt hat, also du realisiert hast, dass du nun alleinerziehend mit vier Kindern bist?



Ganz ehrlich? Ich dachte: „So, das war´s jetzt. Ich werde nie wieder glücklich sein.“



Ohne meine eigene Mutter hätte ich das alles nie geschafft. Sie hat mich aufgefangen, war immer an meiner Seite, hat mich weinen lassen. Das werde ich ihr nie vergessen.



Als sich dann herausstellte, dass mein Mann schon einige Zeit eine Affäre mit einer 20 Jahre jüngeren Arbeitskollegin hatte, hat mir das tatsächlich geholfen. Ich konnte endlich wütend sein und mich von meiner Ehe verabschieden.



Wie ist der Umgang geregelt?



Mein Exmann macht nur das Nötigste. Ich bringe ihm die Kinder jedes zweite Wochenende und er zahlt Unterhalt.



Wie ist Euer Verhältnis heute und wie das der Kinder zu ihrem Vater?



Wir waren wegen des Umgangs bereits zweimal vor Gericht, ein weiterer Termin steht noch aus. Ich wollte mit den Kindern umziehen – das wollte er nicht und beantragte das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das war für uns alle eine schlimme Zeit, seitdem ist absolute Funkstille zwischen ihm und mir, wir kommunizieren nur noch über unsere Anwälte. 



Die Zwillinge besuchen ihn gerne, er ist ihr Vater und somit natürlich sehr wichtig für sie. Mein Ältester hat keinen Kontakt mehr zu seinem Vater.



Wie schaffst du deinen Alltag? Wo hast du Unterstützung?



Ich arbeite zu 50% im Nachtdienst. Vieles ist mit den Jahren einfacher geworden, weil die Kinder einfach größer werden. Mein Ältester ist mittlerweile ausgezogen, er hat früher aber viel auf seine Brüder aufgepasst, wenn ich arbeiten musste. Und meine Mutter unterstützt mich auch immer.



Du hast ja auch wieder eine neue Beziehung…



Ja, dabei hatte ich mir nach der Trennung geschworen, nie wieder einen Mann an mich heranzulassen. Doch dann habe ich auf einer Party den Bruder einer Freundin kennengelernt. Er hat mich an dem Abend direkt gefragt, ob ich Kinder habe. Und als er gehört hat, dass es vier sind, hat ihn das nicht abgeschreckt.



Eineinhalb Jahre später ist er bei uns eingezogen und wir sind sehr glücklich. Und so kann ich aus dieser schmerzlichen Erfahrung des Verlassen-Werdens doch noch etwas Positives ziehen.



Was wünscht du dir für eure Zukunft??



Ruhe wünsche ich mir am meisten. Keine gerichtlichen Auseinandersetzungen mehr. Und natürlich hoffe ich sehr, dass meine jetzige Beziehung hält. Wir tun sehr viel dafür, reden viel miteinander, denn ich möchte nie wieder in einer stummen Beziehung feststecken…
               
Alleinerziehend mit vier Kindern - mein Mann betrog mich mit einer Kollegin |
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Ihr Lieben, wir schreiben hier oft über Alleinerziehende und ihre Herausforderungen im Leben. Nun hat uns Judith aber nochmal von einem Thema erzählt, das wir bislang gar nicht so auf dem Schirm hatten. Denn bei ihr stehen besonders verheiratete Männer Schlange – nicht für etwas Ernstes, sondern für geheime Affären und ein bisschen Aufmerksamkeit außerhalb ihres Familien-Radius. Das ist jedenfalls ihre Vermutung…



Liebe Judith, wie alt ist dein Kind und wie lange bist du schon Single?



​Ich bin schon seit der Schwangerschaft alleine. Meine Tochter ist mittlerweile zehn.



Nun hast du uns in einem
Nebensatz von einem Aspekt erzählt, den wir im Zusammenhang mit
Alleinerziehenden so noch nicht gelesen haben – gerade verheiratete Männer
stünden bei dir Schlange, sagst du. Erzähl doch mal. 



Ich lerne auch viele Single-Männer kennen, aber das läuft irgendwie anders ab. Als ich damals mit 30 plötzlich alleinerziehend war, hatte ich immer die Hoffnung, irgendwann einen tollen Mann kennenzulernen und dann doch noch die Chance auf eine ‚richtige‘ Familie zu haben.



Ein paar Monate nach der
Geburt begegnete ich doch tatsächlich einem Mann, in den ich mich verliebte –
und er sich in mich. Es war also alles perfekt. Irgendwann saßen wir dann mal
bei einem Kaffee zusammen und plötzlich erzählte er mir, dass seine Frau in ein
paar Wochen Stichtag habe – Baaaaaaam!! Wie bitte?!



Zu dem Zeitpunkt war meine Tochter noch kein Jahr alt. Ich konnte das absolut nicht verstehen. Sowas wie Affären und Fremdgehen gab es in meiner Welt nicht.



Und hast du es dann öfter
erlebt, dass Männer nicht mit offenen Karten spielten?



So kann man das nicht
sagen. In den letzten zehn Jahren sind auch regelmäßig Männer auf mich zu
gekommen, die mehr oder weniger ehrlich mit ihrer Situation (verheiratet sein)
umgegangen sind.



Mittlerweile wundere ich
mich darüber, wie viele Männer es gibt, für die ein Seitensprung völlig in
Ordnung zu sein scheint. 



Und die sprechen dich
dann einfach an?



Meistens sind es
erstmal ganz harmlose Begegnungen. In der Kita, beim Sport oder einfach
auf irgendeinem Geburtstag. 



Oft sind es ja erstmal harmlose Flirts, bis man
irgendwann nichtsahnend mit dem Kind im Supermarkt zwischen Ofenkäse und Haribo
steht und plötzlich ein Schwanzbild auf dem Handy-Display erscheint.



Oder ich bekomme die
schönsten, nettesten, romantischsten Nachrichten… den ganzen Tag… bis
irgendwann Feierabend ist oder Wochenende und plötzlich ist Totenstille. Vor
ein paar Jahren hat mich sowas immer noch verletzt. Aber mittlerweile, weiß ich
dann auch, was ich davon zu halten habe.



Wie erklärst du dir das?
Meinst du, sie sind auf der Suche nach Affären oder wollen dauerhaft ausbrechen
aus ihren bestehenden Beziehungen?



Es gibt viele Männer, die
absolut keine Ambitionen haben, ihre Familie zu verlassen. Die meisten wollen,
glaube ich, nur Aufmerksamkeit. Fühlen sich einsam in ihren Beziehungen und sehnen
sich nach jemandem, der ihnen zuhört.



Du sagst, die Männer
meinen, du müsstest dankbar sein, dass du als Alleinerziehende „überhaupt noch“
Aufmerksamkeit von ihnen kriegst, weil du ja so „bemitleidenswert“ seist. Was
meinst du da konkret?



Es gibt tatsächlich diese
Männer, die nicht verstehen können, dass ich keine Lust habe, mich auf einen
verheirateten Mann einzulassen. Oft kommt dann sowas wie: Ich dachte du freust
dich über die Aufmerksamkeit. 



Das Wort „alleinerziehend“ ist bei vielen Menschen (nicht nur bei Männern) immer noch stigmatisiert. Man sagt ‚alleinerziehend‚ und die Leute denken sofort: schwach, Opfer, benachteiligt, einsam. In vielerlei Hinsicht ist das sicherlich auch so. Allerdings bin ich nicht auf der Suche nach einem ‚Retter‘, vor allem nicht, wenn er eine andere zu Hause sitzen hat.



Der schlimmste Anmachspruch
war glaube ich mal der hier: „Du wirst deinen Traummann eh nie finden, also
kannst du auch mit mir vögeln.“



Wie reagieren die Männer,
wenn du ihnen sagst, dass du kein Interesse an einem vergebenen Mann hast?



Meistens lassen sie sich
nur schwer abwimmeln. Schicken immer wieder Nachrichten. Diskutieren, warum es
ja gar nicht sooo schlimm ist. Manche reden auch von Liebe … aber wollen
trotzdem bei ihrer Frau bleiben. 



Anders als du gibt es ja
auch viele Singles, die sagen: Ich darf machen, was ich will, er geht ja fremd,
nicht ich. Ist das bei dir Frauensolidarität oder wie kommt es, dass du da so
konsequent bist?



Ich fand es die letzten
Jahre aber schon teilweise verletzend, angelogen zu werden. Ich kam mir in
diesen Situationen oft vor wie ein Hobby oder Zeitvertreib – das ist sehr
verletzend.  Genauso verletzend ist es aber auch für die andere
Frau. Deswegen ist das für mich ein No go.



Wie stellst du dir jemanden
vor, der dein Herz erobern könnte? Oder suchst du einfach gar nicht, weil du so
zufrieden bist, wie alles ist?



Doch, ich suche. Ich glaube, wenn ich ihn sehe, dann weiß ich es einfach. 😉



Foto: pixabay
               
Alleinerziehende: Besonders verheiratete Männer machen mir Avancen | STADT LAND MAMA
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Hallo ihr Lieben, ich bin Meera, alleinerziehende Mama von den eineiigen Drillingen Martin, Gabriel, Johannes (3) und ihrem kleinen Bruder Leander (2).



Im ersten Corona-Lockdown habe ich mich riesig gefreut, als ihr in einem Post eure Community nach ihren Wünschen und Sorgen gefragt habt, und mal sehen wolltet, ob man das eine oder andere Problem nicht gemeinsam lösen kann. Damals habe ich euch geschrieben.



Als alleinerziehende Drillingsmutter hatte mich die Schließung der Kindergärten hart getroffen und ich suchte dringend nette Helfer, die bei uns mit anpacken wollten. Dann hatte sich das Problem gelöst, weil ich ein paar liebe Leute aus der Pfarrgemeinde um die Ecke gefunden hatte.



Alle Flohmärkte fallen aus: Wir suchen Second Hand-Kleidung



Nun, kurz vor Weihnachten, stehe ich vor der nächsten Herausforderung. Wie du dir sicher vorstellen kannst, arbeite ich mit einem sehr engen Budget. Jedes Mal, wenn meine Jungs aus ihren Sachen herausgewachsen sind – die Jungs sind allein in diesem Jahr bereits aus drei Größen rausgewachsen – oder Weihnachten vor der Tür steht, bringt mich das in eine schwierige Lage. Ich komme kaum hinterher.



Normalerweise lässt sich das Problem mit Second-Hand-Basaren und Flohmärkten ganz gut abfedern. Dieses Jahr leider nicht, weil diese dummerweise alle abgesagt wurden.







Darum wollten wir euch fragen, ob wir euch ausnahmsweise heute mal um eure Hilfe bitten dürfen:



Wir würden uns unglaublich über Kleiderspenden jeglicher Art freuen. Alles ab Größe 98 ist sehr willkommen, aber auch Kleidung für größere Kinder bis hin zur Pubertät kommt in Frage (ich würde sie aufheben für später). Ebenso würden wir uns über aussortierte Spielsachen, Bücher und Bastelsachen freuen, schlichtweg alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt.



Wer hat jüngst Kinderkleidung oder Spielzeug aussortiert?



Wer den zweiten Lockdown genutzt hat, um Platz im Schrank und Kinderzimmer zu schaffen und bisher vergeblich auf den nächsten erlaubten Flohmarkt wartet…



Wir freuen uns RIESIG, wenn ihr uns ein paar eurer aussortierten Sachen spendet! Glaubt mir, es ist nicht leicht zu fragen, aber es würde uns so sehr helfen. Wir wünschen euch eine wunderschöne Adventszeit und ein fabelhaftes Weihnachtsfest!



Eure Meera mit den Drillingen plus Eins



EDIT: WAAAAAAHNSINN, es haben sich sooo viele Menschen gemeldet, die helfen wollen! Aber auch viele weitere, die bedürftig sind. Wenn ihr also noch etwas abzugeben habt, schreibt uns gern an info@stadtlandmama.de mit der Angabe, was, in welcher Größe und ob für Jungs odere Mächen. Auch Spielzeug wird von vielen gesucht. Wir wollen – nicht nur in der Adventszeit – gern für euch da sein.




               
Drillingsmutter: Wer könnte uns mit Kinderkleidung helfen?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehende-elke-ich-ging-putzen-und-kellnern-um-ueber-die-runden-zu-kommen
       
Liebe Elke, Du bist alleinerziehend. Erzähl mal seit wann und warum die Beziehung nicht gehalten hat. 
Ich habe mich 2010 nach zehn Jahren Beziehung getrennt, unser gemeinsamer Sohn war damals drei Jahre alt. Ich war damals Ende 20 und merkte, dass wir nur noch nebeneinanderher lebten. Ich hatte keine Gefühle mehr für ihn, die über Freundschaft hinausgingen. Die Trennung war nicht leicht, denn es war ja nichts Schlimmes vorgefallen und mein Ex ein wirklich netter Kerl. Deshalb hat die Trennungsphase ein halbes Jahr gedauert – und auch, weil ich ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Kind hatte, dass ich die heile Familie zuerstöre. 
Tja, mit der Trennung wurde dann alles anders. Ich hatte keinen Job und als alleinerziehende, arbeitslose Mutter eine Wohnung zu finden, war fast fast unmöglich. Nur über Beziehungen fand ich eine kleine Wohnung. Ich musste Hartz 4 beantragen und fühlte mich wie der Abschaum der Gesellschaft. Ich besaß praktisch nichts, aber ich wollte es schaffen. Ich erinnere mich, dass es war seltsam war, die erste Nacht in der Wohnung zu schlafen, aber ich war auch zufrieden und erleichtert. 
Wie ist heute der Kontakt zum leiblichen Vater Deines Sohnes?
In den ersten zwei Jahren hatte ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinem Ex-Mann. Er unterstützte mich und nahm unseren Sohn so oft wie möglich. Das änderte sich, als er eine neue Frau kennen lernte. Ich erkannte ihn kaum wieder. Plötzlich schimpfte er, dass ich meinen Sohn nicht genügend fördern würde – dass mir für besondere Förderung schlicht das Geld fehlt, interessierte ihn nicht. Zudem beschimpfte er mich auch vor unserem Kind – was er genau sagte, möchte ich nicht sagen – aber es tat mir so unendlich leid für mein Kind, dass es das mitbekommen musste. Mittlerweile reden wir nicht mehr miteinander. 
Viele Alleinerziehende stehen finanziell schlecht da. Wie war das bei Dir?
Meine finanzielle Situation war natürlich ein Desaster. An manchen Tagen wusste ich wirklich nicht mehr weiter. Wenn etwas kaputt ging, konnte ich nächtelang nicht schlafen, weil ich nicht wusste, wie ich die Reperatur bezahlen sollte. Mein Ex hat den Mindestsatz an Unterhalt gezahlt. 
Zum Glück fand ich einen Job in der 40 Kilometer entfernten Großstadt und fing an, 30 Stunden die Woche zu arbeiten. Dadurch bekam ich keine staatliche Unterstützung mehr – das Ergebnis: Ich hatte weniger Geld als vorher und täglich zwei Stunden Pendelverkehr. Anfangs lief das eigentlich noch recht gut, weil meine Mutter oft den Kleinen von der Kita abgeholt hat und sich um ihn gekümmert hat. 
Doch dann bemerkte ich, dass mein Sohn mit der ganzen Situation nicht zurecht kam. Es war ja auch viel: Die Trennung, der Umzug, Mama ständig weg, Papa nicht da. Mein kleiner Sohn fing wieder an ins Bett und in die Hose zu machen. Nachts schrie er oft nach mir. Abends vor dem einschlafen fragte er, wann denn Papa zu uns zieht. Das tat mir unheimlich weh und so beschloss ich, meinen Job wieder an den Nagel zu hängen, um mehr Zeit mit meinem Sohn zu haben.
Ich hatte generell immer zu wenig Geld. Ich war nie mit meinem Sohn im Urlaub oder in Vergnügungsparks. Für einen Kinobesuch habe ich monatelang gespart. Im Supermarkt habe ich immer nur Angebote gekauft und Kleidung bekam ich oft von Freunden. 
Irgendwann hatte mein Sohn mal Besuch von einem Kita Freund. Als er unsere kleine Wohnung betrat und das kleine Zimmer meines Sohnes sah sagte er: “ Ich glaube Deine Mutter ist arm, oder? So ein kleines Kinderzimmer habe ich ja noch nie gesehen“  Diese Aussage tat mir sehr weh in meinem Mutterherz und ich werde diese Situation nie vergessen.
Um über die Runden zu kommen, bist Du dann putzen gegangen und hast in einer Bar gearbeitet…
Genau, ich hörte, dass eine Familie eine Putzfee sucht und zwar dreimal die Woche am Vormittag. Ich brauchte ein bisschen, um dort anzurufen, denn irgendwie schämte ich mich. Aber ich brauchte das Geld. Ich bekam den Job und fing sofort an. Die Familie war sehr lieb zu mir und ich bin ihr bis heute sehr dankbar. Die Arbeit war zwar anstrengend, aber entlastete mich finaniell sehr. Und ich war am Mittag zu Hause und konnte mich um mein Kind kümmern.
Dann sprach mich der Wirt unserer Dorfkneipe an, ob ich nicht Lust hätte zu kellnern. Uns so kellnerte ich jedes zweite Wochenende, wenn mein Sohn beim Vater war, Freitags und Samstags von 19 Uhr bis 3 Uhr morgens. Das war auch ganz schön kräftezehrend, aber der Verdienst und das Trinkgeld motivierten mich sehr. Endlich konnten wir uns wieder mehr leisten.
Wie sieht Deine Job Situation heute aus?
Bis 2015 habe ich geputzt und gekellnert, dann fand ich einen Job in einem mittelgroßen Unternehmen, in dem ich recht flexibel arbeiten kann. Der Job ist zwar nicht so gut bezahlt, aber er macht mir Spaß. 
Gibt es etwas, was Ihr Euch schon lange wünscht, was aber finanziell nicht drin ist?
Leider war ich bis heute noch nie mit meinem Sohn im Urlaub. Das wäre mein größter Wunsch. Das war bisher auch mit dem neuen Job nicht möglich, weil ich noch heute Schulden abzahle. Zwischenzeitlich musste ich mir ein neues Auto kaufen und so kam eins zum anderen.
Du warst dann nochmal schwanger, hast dich aber gegen das Kind entschieden. Kannst du uns mehr darüber erzählen?
Nachdem ich sechs Jahre Single war, habe ich 2016 meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Er ist das Beste, was mir passieren konnte und hat auch einen Sohn mit in die Ehe gebracht, der nur zwei Jahre jünger ist als meiner. Die beiden Jungs sind mittlerweile wie „echte“ Geschwister. Durch meinen Mann konnte ich mir nochmal eine Weiterbildung leisten – und gerade, als ich diese anfangen wollte, wurde ich schwanger. Unsere Familienplanung war eigentlich abgeschlossen, ich war schon Ende 30 und mein großer Sohn 12. Ich wollte nicht nochmal von vorne anfangen. Ehrlich gesagt haben wir dann einfach sehr egoistisch entschieden, dass wir dieses Kind nicht bekommen werden. Das ist nun 1,5 Jahre her. Wir reden noch oft über dieses Kind, es tut uns auch beiden leid – und doch glaube ich, dass es die richtige Entscheidung war. 
Was wünscht Du Dir für Eure Zukunft?
Ich wünsche mir für unsere Zukunft gar nicht viel. Außer, dass alles so bleibt wie es ist. Denn bis hierhin war es ein langer und verdammt harter Weg. Ich bin dankbar, dass ich nochmal so viel Glück erleben darf. Und ich würde mir wünschen, dass die Gesellschaft nicht so schnell über alleinerziehende Mütter urteilt, wenn sie Hartz 4 bekommen oder keinen tollen Job haben. Hinter jeder Alleinerziehenden steckt eine lange Geschichte. 
               
Alleinerziehende Elke: Ich ging putzen und kellnern, um über die Runden zu kommen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehenden-wg-gesucht-hilfe-bei-der-wohnungssuche-mit-kindern
       
Ihr Lieben, wir stellen hier immer gern neue Projekte vor, die Eltern helfen können. Da uns nach Berichten über Alleinerziehende und insbesondere über gegegeneite Unterstützung und gemeinsames Wohnen immer wieder Fragen erreichen, wo und wie man sich denn zusammentun könnte, haben wir uns sehr gefreut, als unsere Leserinnen Nanette Sommer und Christina Vogt mit einer tollen Initiative auf uns zukamen, die sie uns hier nun vorstellen:



Alles begann mit einem Gespräch auf dem Spielplatz zwischen zwei befreundeten Müttern. Die eine der beiden stand vor der Situation, beim ehemaligen Partner ausziehen und kurzfristig auf dem hart umkämpften Wohnungsmarkt in Hamburg eine bezahlbare Wohnung für sich und ihren Sohn suchen zu müssen. Natürlich im gleichen Stadtteil – denn ein Kitawechsel soll ihrem Sohn zusätzlich zur Trennung der Eltern erspart bleiben.



Alleinerziehend: Alles immer allein machen?



Dazu kommen weitere Sorgen: Den Alltag mit Kindern allein wuppen, selbst arbeiten gehen, den Einkauf erledigen, den Haushalt schmeißen. Dabei weiterhin Zeit für die Kinder zu haben und natürlich gut gelaunt und nicht gestresst zu sein – utopische Anforderungen, vor die man als Alleinerziehende(r) gestellt wird.



Auch die andere Mutter kennt das Problem gut – zwar ist sie nicht alleinerziehend, aber dennoch unter der Woche mit den Kindern allein. In dem Gespräch auf dem Spielplatz überlegten wir – Nanette Sommer und Christina Vogt –wie man die Ausgangsposition besser gestalten kann.



Alleinerziehenden-WG: Wo finde ich Gleichgesinnte?



Warum muss es immer der jeweilige Partner sein, mit dem man sich Miete, Organisation und die Sorgen im Alltag teilt? Warum nicht jemand in der gleichen Situation, mit dem man eine Alleinerziehenden-WG gründet? Doch wo findet man einen Gleichgesinnten? Die Idee der Website für die besondere Art der Wohnungssuche mit Kindern war entstanden.







Auch der Name der Website war schnell gefunden: Lemulike – Wie die Lemuren. Denn im Tierreich gibt es den Prototypen dieser Lebensart schon lange. Die Lemuren-Mütter gründen sogenannte Baby-Nester – ähnlich wie Wohngemeinschaften – und unterstützen sich gegenseitig. So können sie auch ohne Nachwuchs auf Futtersuche gehen.



Lemulike: Eine Website für die WG-Suche mit Kindern



Gemeinsam mit unserem Freund Tommy Ahrens, der beruflich als Anwendungsentwickler arbeitet und so unser Dreier-Team als IT Experte hervorragend ergänzt, haben wir die Website für eine maßgeschneiderte WG-Suche mit Kindern realisiert. Im Gegensatz zu den üblichen WG-Websites kann man bei uns spezifischere Kriterien auswählen, die im Zusammenleben mit Kindern wichtig sind, wie zum Beispiel die Anzahl der benötigten (Kinder-)Zimmer und die Anzahl und Alter der Kinder. Zusätzlich kann man bei uns jemanden suchen, der in der gleichen Situation ist und mit ihm zusammen eine neue WG gründen.







Zum Glück war uns zu Beginn nicht klar, dass das Projekt neben Job und Kindern aufwändiger wird als erwartet. Aber nun können wir mit Stolz sagen, dass wir seit Dezember 2020 online sind und erste Anzeigen auf der Seite haben. Das positive Feedback, das uns von Betroffenen erreicht, war jede Nachtschicht wert und motiviert uns weiterhin, die Idee und die Vorzüge von Alleinerziehenden-WGs bekannter zu machen.



Unser größtes Ziel ist es, ganz vielen Alleinerziehenden in Deutschland Entlastung im Alltag und der Geldbörse zu bringen, indem sie ihren WG-Partner über www.lemulike.com finden.
               
Alleinerziehenden-WG gesucht: Hilfe bei der Wohnungssuche mit Kindern
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleingeburt-auch-baby-nr-5-soll-ohne-hebamme-zur-welt-kommen
       
Liebe Michelle, erstmal herzlichen Glückwunsch. Du bist mit Kind Nr. 5 schwanger. Wie erlebst du diese Schwangerschaft?



Lieben Dank für die Glückwünsche. Ich bin noch relativ frisch schwanger – das bedeutet, ich bin noch in der Phase, in der mich unterschwellig den gesamten Tag über die Übelkeit begleitet und abends am stärksten ist. Des Weiteren spüre ich die Dehnung der Mutterbänder und eine gewisse Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Da ich aber ja noch vier andere Kinder habe, kann ich dieser Müdigkeit tagsüber nicht so richtig nachgeben – abends dafür umso mehr 🙂



Wir hatten 2018 ein Interview mit dir. Damals hast du uns von deiner vierten Geburt erzählt, die Du zu Hause hattest – und bei der du ganz bewusst auf Ärzte und Hebammen verzichtet hast. Wie fühlst du dich heute im Hinblick auf diese Geburt?



Nach wie vor empfinde ich diese Geburt als die Schönste von allen, auch wenn die anderen ebenfalls schön waren. Ich erinnere mich sehr gerne an diese vierte Geburt.



Damals gab es auch viele Gegenstimmen. So eine Geburt sei fahrlässig, denn es könne immer Komplikationen geben. Dieses Argument hörst du sicherlich öfter.



Ja, das stimmt.



Wie reagierst du darauf?



Es kommt drauf an, wer mein Gegenüber ist und wie ehrlich sein Interesse ist. Geht es nur darum, mich bzw. Alleingeburten zu verurteilen und seine Meinung als die einzig Richtige darzustellen, so lasse ich meinem Gegenüber seine Meinung und gehe gar nicht weiter darauf ein.



Besteht aber ehrlich gemeintes Interesse, so kann ich immer nur aus meiner Perspektive erläutern: Ich hatte eine Hebamme in Rufbereitschaft im Hintergrund, die keine 10 Minuten entfernt wohnt. Ich konnte jederzeit einen RTW rufen, der auch bei einer begleiteten Hausgeburt gerufen wird, sollten Komplikationen auftreten.



Ich hatte Bücher gelesen, in denen bestimmte Szenarien samt Hilfestellungen beschrieben wurden und nicht zuletzt war ich zuvor immer beim Frauenarzt und meiner Hebamme, die bestätigten, dass das Kind (und auch die Plazenta) richtig lagen und meine Schwangerschaft keinerlei Komplikationen aufwiesen – weder in dieser, noch in den vorangegangen Schwangerschaften und Geburten.



Und für mich einer der wichtigsten Punkte: Ich hatte und habe immer ein gutes Gefühl und hätte mich etwas beunruhigt, so hätte ich direkt die Hebamme dazu geholt. Ganz generell finde ich es schade, dass bei Alleingeburten immer der Fokus auf eventuellen Komplikationen liegt und nicht auf den positiven Effekten, die es auch gibt.



Welche Abmachung hattest du mit deinem Mann?



Es gab die Absprache, dass ich ihm sage, wenn ich kein gutes Gefühl mehr habe und dass er dann sofort die Hebamme oder den RTW rufen soll.



Hast du auch manchmal den Gedanken, dass du mit der Alleingeburt ein Risiko eingehst, das eigentlich vermeidbar wäre?



Ganz klar nein!



Wie soll die fünfte Geburt ablaufen?



Ich werde wieder meine Termine beim Frauenarzt wahrnehmen und mich von einer Hebamme begleiten lassen. Wenn tatsächlich alles passt – das Kind gesund ist, richtig liegt, die Plazenta gut liegt und ich mich sonst auch gut fühle, so ist mein Wunsch eine weitere Alleingeburt.



Verlässt mich das gute Gefühl, oder wird vorher etwas festgestellt, was eine Alleingeburt nicht möglich macht, so werde  ich sehen, welcher Weg diesmal der Richtige für uns ist.



ZUM WEITERLESEN: Unser erstes Interview mit Michelle über ihre Alleingeburt: https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleingeburt-warum-ich-bei-der-vierten-geburt-auf-aerzte-und-hebammen-verzichtete
               
Alleingeburt: Auch Baby Nr. 5 soll ohne Hebamme zur Welt kommen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alles-anders-gruesse-aus-der-viren-hoelle
        Tag Nummer drei mit Magen-Darm-Grippe im Hause der Stadt-Mama. Was soll ich sagen, außer: Puh, ich bin platt. Kaputt vom nächtlichen Bettwäsche-Wechseln, vom stundenlangen Getröste und Getrage. Vom Nicht-aus-dem-Haus-Können, vom Mit-Leiden und dem wenigen Schlaf. Samstag Abend fing es bei der Kleinsten an – gerade erst hatte der Sohn eine Mittelohr-Entzündung überstanden und schon ging es an einem anderen Ende los. 
Wenn so kleine Mäuse so krank sind, ist das für mich besonders schlimm. Sie können noch nicht verstehen, wenn man "Alles wird gut" sagt. Sie wissen noch nicht, dass nach 12 Stunden das Schlimmste überstanden ist. Sie wimmern und leiden – und wir Eltern mit ihnen. 
Eigentlich wollte ich am Sonntag bei unserem Umzug mithelfen, doch so lag ich auf einer Matratze mit meinem kranken Kind, während unsere Wohnung leer geräumt wurde. Am Sonntag nachmittag fing die Große dann an zu spucken – die Nacht von Sonntag auf Montag habe ich kaum geschlafen, weil ich zwischen den Mädchen hin und her gewechselt bin. Ich funktionierte, wie Mamas eben in solchen Situationen funktionieren. Automatismus. 
Gestern dann leichte Entwarnung, es scheint aufwärts zu gehen, aber natürlich waren die Kinder extrem anhänglich und in einer fast leeren Wohnung wirkt alles doppelt so trist. 
Ich wollte so viel schaffen, Weihnachtsgeschenke besorgen und den Geburtstag meiner Großen vorbereiten, arbeiten und im neuen Haus werkeln – nichts ging. Und anfangs habe ich noch innerlich geschmipft, mich geägert, mich schlecht gefühlt, weil ich nichts schaffe. Irgendwann habe ich damit aufgehört. War einfach nur noch in Jetzt. Es wird vorbei gehen, dachte ich. Und beschloss, bis dahin irgendwie ruhig zu bleiben. 
Es sind Mist-Tage, diese Krankheitstage – besonders, wenn nicht nur ein Kind krank ist. Die letzten Wochen waren hart, ständig war irgendein Kind krank, drei Mal mussten wir sogar ins Krankenhaus. Ich finde, wir haben nun genug gelitten, unsere Krankheitsliste ist voll, wir hatten einmal so gut wie alles. 
Drückt mir die Daumen, dass es weiter aufwärts geht und wir endlich die Adventszeit genießen können. 
               
Alles anders - Grüße aus der Viren-Hölle | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alles-liebe-zum-10-hochzeitstag-liebe-lisa-und-lieber-markus
        Vorhin hat mir Lisa diese Fotos geschickt – sie sind genau heute vor zehn Jahren entstanden. Am 2. Juni 2007 haben Lisa und Markus geheiratet und waren damals schon Eltern eines wunderbaren kleinen Mädchens – das heute ein großes wunderbares Mädchen ist und zwei tolle Brüder hat. 
10 Jahre verheiratet – das ist ein langer gemeinsamer Weg, sicherlich mit so einigen Höhen und Tiefen. Was zählt ist, dass Ihr Euch für einander entschieden habt und bis heute zusammen haltet. Das finde ich wunderbar und gratuliere Euch von Herzen. 
PS: LISA: Du siehst heute noch genau so aus wie vor zehn Jahren – wie machst Du das bloß???????
Und für alle Leserinnen habe ich mal die schönsten Filmzitate zum Thema Liebe zusammen gestellt. Einfach zum Mitfreuen und Herzklopfen kriegen. 
Es geht nicht darum mit wem du Freitagnacht verbringst, sondern mit wem du den ganzen Samstag verbringen willst."
(Justin Timberlake als Tommy, Zitat aus "Freunde mit gewissen Vorzügen")
"Ich weiß, was ich will. Denn es steht vor mir und ich halte es in meinen Händen. Wenn ich es für dich nicht bin, dann sag es mir lieber gleich.." – "Warum bist du dir so sicher?" – "Weil ich immer noch jeden Morgen aufwache und mich als erstes darauf freue, dein Gesicht zu sehen!"
 (Gerard Butler als Gerry, Zitat aus "P.S. Ich liebe dich")
Ich bin einfach viel besser, wenn du in meiner Nähe bist.  (Jim Sturgess als Dexter, Zitat aus "Zwei an einem Tag")
"Falls sich Ihre Gefühle jedoch verändert haben sollten… So muss ich Ihnen sagen, dass Sie mich verzaubert haben, voll und ganz und ich liebe, ich liebe, ich liebe Sie… Und ich wünsche mir, dass uns nie wieder etwas trennt." (Matthew Macfadyen als Mr. Darcy, Zitat aus "Stolz & Vorurteil")
"Vergiss nicht, ich bin auch nur ein Mädchen, das vor einem Jungen steht und ihn bittet, es zu lieben."
 (Julia Roberts als Anna, Zitat aus "Notting Hill")
"Und dann verliebte ich mich in ihn, so wie man in den Schlaf gleitet: langsam zuerst und dann rettungslos." (Shailene Woodley als Hazel, Zitat aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter")
 
 
               
Alles Liebe zum 10. Hochzeitstag, liebe Lisa und lieber Markus! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/allround-talent-fuer-die-familie-der-weltweit-erste-beutellose-zyklonsauger
       
Ihr Lieben, hier meldet sich heut die Land-Mama, denn wenn es um eine Kindheit mit viel Bewegung und Chaos und Viel Draußen- und Drinnensein und immer hin- und herlaufen geht, bin ich doch sofort am Start. Wir wohnen hier schließlich in einem Mehrgenerationen-Haus, das früher einmal ein Bauernhof war! Um uns herum befinden sich Wiesen, Wälder, eben die Natur.



Da werden beim Reinkommen schon mal die Matschsachen in die Ecke geworfen – autsch, und dann eben doch mit den dreckigen Schuhen komplett durch die Küche gegangen. Jede Mama wird das kennen! Wir sind einfach auch viele hier mit Oma und Opa und Onkel und noch einigen weiteren Personen im Haus, dazu unsere Hunde, die im Haus leben und die Tiere draußen (früher hatten wir sogar immer ein Hausschwein, eines hieß Albert Einschwein).



Leben auf dem Land: Wie klappt das mit der Hygiene?



Dazu bleibt es ja in Nicht-Corona-Zeiten auch oft nicht bei unseren drei Kindern, sie bringen Freunde mit, eigentlich ist hier immer Full-House. Ich liebe ja auch Gartenfeste oder Schulabschlussfeiern bei uns im Garten. Da ist es dann ein einziges Rein- und Rausgehen hier.







Und wo viele Leute sind, da ist auch viel Schmutz. Und da braucht es Kraft und Durchsetzungsvermögen, weil da so einiges anfällt, nicht nur Matsch von draußen, sondern in der Familie natürlich auch mal umgefallene Haferflocken oder Tierhaare oder halt einfach Staub. Wir heizen ja auch noch mit Holz hier. Da schwirren immer mal wieder Rußpartikelchen durch die Luft. 



Ein Staubsauger als Wunderwaffe für Familien



Und deswegen möchte ich euch heute unsere neue Wunderwaffe für Familien vorstellen. Den THOMAS CYCLOON HYBRID Pet & Friends Hygiene- und Zyklonstaubsauger. Klingt krass, oder? Und das ist er auch! Wer wirklich Wert auf Sauberkeit und Hygiene legt, ist damit voll in seinem Element.







Ich will euch kurz warnen: Gebt diesen Staubsauger niemals aus der Hand. Ich hab ihn kurz drüben bei meiner Mutter stehen gehabt für die Fotos für diesen Beitrag und zack, hörte ich, wie sie begann, loszulegen. Danach erreichte mich folgende WhatsApp:



„Ich sauge morgen noch mal weiter. Bisher: super lange Schnur die sich total leicht rausziehen lässt, ich kann sogar die Anrichte saugen ohne umzustecken. Die leichte Düse ist sehr angenehm. Die Turbo-Düse ist schwerer, kann bei besonderen Anlässen genommen werden, wenn wir mal wieder größere Feiern haben. Der Filter ist ja mega, habe ich in dieser Dicke noch nie gesehen! Das Leeren ist sehr einfach und umweltfreundlich. Morgen teste ich weiter!! Die Bedienungsanleitung hab ich gar nicht gebraucht, es erklärt sich aber alles von alleine.“



THOMAS CYCLOON HYBRID: Der weltweit erste beutellose Zyklonsauger



Was soll man dazu noch sagen? Vor allem, weil THOMAS, die Firma dahinter, spezialisiert auf ist auf allergikerfreundliche Staubsauger! (Ich kämpfe nämlich leider immer mit einer hartnäckigen Hausstaub-Allergie. Zurück zum Staubsauger-System: Dabei wird ein ausgeklügeltes patentiertes Wasserfiltersystem eingesetzt, dass nicht nur den Schmutz entfernt, sondern gleichzeitig noch die Luft erfrischt. Ganz nach dem Motto: „Staubsaugen erfrischend anders“.







Nur ein paar Eckdaten: 1.700 Watt Saugleistung plus 2 Boxen-System. Was das heißt? Wir haben es hier mit einem Zwei-in-eins-System zu tun. Saugst du mit der ZYKLON-Filterbox sagen wir Tierhaaren, Schmutz und Staub den Kampf an. Hierbei werden Grob- und Feinststaub in zwei unterschiedliche Kammern getrennt.



2-in-1-System: ZYKLON- und AQUA-Filterbox



Saugst du mit der AQUA-Filterbox, werden zudem Geruchsmoleküle in Wasser gebunden (auch Hausstaub z.B., was für mich Gold wert ist), was wahrhaftig zu einer frischeren Luft im ganzen Raum führt. Wie das geht? Nun, die AQUA-Filterbox wird vorab mit einem Liter Wasser gefüllt, der gesamte eingesaugte Schmutz sammelt sich dann in diesem Wasser und kann dann schließlich ganz einfach durch Ausschütten entsorgt werden. Das macht es dann auch möglich, Flüssigkeiten aufzunehmen.







Das Ganze kommt denn auch noch mit ordentlich Zubehör daher: u.a. mit einer Tierhaar-Teppichdüse, mit einer Tierhaar-Polsterdüse, mit einer Fugendüse. Und dazu einem Preis von (UVP): 299,95 Euro.  



THOMAS: Ein Familienunternehmen mit Tradition



Falls euch der Markenname THOMAS übrigens nicht direkt etwas sagt: Die Firma ist nicht nur auch ein Familienunternehmen und sitzt in NRW (Liebe Grüße in die Nachbarschaft!), sondern entwickelt eben auch seit 100 Jahren innovativste Produkte „made in Germany“. Was die Geräte neben ihrer Qualität vor allem auszeichnet: ihre Langlebigkeit.



Unser Fazit: Gerade in Familien ist so ein Allround-Talent unglaublich wertvoll! Gerade in Zeiten, in denen wir die meiste Zeit zu Hause verbringen wie jetzt gerade im Lockdown fällt einfach nochmal mehr Chaos an – ihr kennt das ja selbst. Da freut man sich über Helfer, die sich wirklich zuverlässig bewähren. Erzählt doch mal: Habt ihr auch Haustiere? Und wenn ja, welche?



P.S. Wir haben uns gefragt, wie man mich nach diesem Text jetzt nennt: Staubfluencer? Saugfluencer? InFLUSENcer?
               
Allround-Talent für die Familie: Der weltweit erste beutellose Zyklonsauger
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/als-frau-in-einer-maennerdominierten-branche-mama-ist-malerin-und-lackiererin
        Ihr Lieben, nach dem letzten Polizeiruf am Sonntag haben wir euch bei Facebook gefragt, ob es unter unseren Leserinnen möglicherweise auch Polizistinnen gibt – oder Frauen mit ähnlich spannenden oder ungewöhnlichen Berufen. Daraufhin meldeten sich etliche von euch, darunter auch Katrin. Sie macht den Auftakt unserer kleinen Berufsreihe, in der wir jetzt in unregelmäßigem Abstand immer mal wieder Mütter mit interessanten Berufen vorstellen. 
Liebe Katrin, als Malerin und Lackiererin arbeitest du in einer ziemlich männerdominierten Branche. Wie kamst du damals auf die Idee, diesen Beruf zu wählen?
Ich war damals mit der Schule im Jobcenter und dort konnte man diesen Test machen, was zu einem passt. Bei mir war da unter anderem dann auch Maler und Lackierer bei. Da ich auch so sehr kreativ bin, fand ich das interessant.
Ich habe mich dann für einen Praktikumsplatz beworben und war überrascht wie viel mehr dieser Beruf beinhaltet. Meine Ausbildung habe ich dann auch in dem Betrieb angefangen.
Nun hast du schon etliche Jahre im Beruf hinter dir, was macht dir heute noch so richtig Freude – und auf was könntest du manchmal auch gut verzichten?
Ich liebe es wenn wir kreative Techniken anwenden können und das lackieren macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Manchmal könnte ich auf das schleifen vorher gut verzichten   aber das ist auch ok denn es gehört dazu. Je besser die Vorarbeiten, desto besser wird das Endergebnis dann.
Mit welchen Vorurteilen hattest du zu kämpfen, als du noch neu warst im Business?
Am Anfang waren die Vorurteile wegen den körperlichen Anforderungen schon gegeben. Auch dass Frauen nicht auf eine Baustelle gehören. Dies kam allerdings meist eher von anderen Gewerken und da haben meine Kollegen immer hinter mir gestanden.
Du sagst, das mit den Vorurteilen sei besser geworden – was meinst du, womit das zu tun hat?
Ich glaube zum einen, weil ich schon einige Jahre dabei bin und die Erfahrung habe und zum anderen, weil es doch immer mehr Frauen in diesem Beruf gibt.

Bist du auch sonst praktisch begabt und kannst zu Hause viel selbst machen? Hast du vielleicht mit den Kids mal irgendwas Tolles erschaffen/gemacht?
Zuhause mache ich viel selber. Wir haben ein altes Bauernhaus und da müssen wir immer einiges machen. Zusammen mit meinem Partner machen wir das meiste selbst.
 Mit meinem Großen habe ich sein Kinderzimmer gemacht.
Nun ist deine Arbeit ja vor allem auch eine körperliche. Wie ruhig gestaltest du deinen Feierabend?
Ich habe das große Glück, in meinem Beruf halbtags arbeiten zu können, aktuell in Elternzeit. Wirklich ruhig ist es bei uns nie und Zuhause muss auch immer irgendwas gemacht werden.
Wie stellst du dir das in Zukunft vor, wenn du vielleicht irgendwann nicht mehr so viel schleppen kannst?
Ich hoffe das ich es noch lange schaffe und nehme mir meine älteren Kollegen als Vorbild. In meinem Ausbildungsbetrieb hatten wir einen Maler der bis zur Rente noch auf der Baustelle war und auch das Gerüst raus und runter kletterte. Und so viel schleppen ist es oftmals gar nicht und zur Not hat man Kollegen die einen unterstützen.
Was ist dir wichtig bei der Berufswahl deiner eigenen Kinder?
Ich würde mir wünschen, dass meine Jungs etwas Handwerkliches lernen und dann erst studieren, wenn sie das möchten. Am meisten wünsche ich mir, dass sie etwas machen, was sie wirklich begeistert und es sich für sie nicht wie Arbeit anfühlt.
 
               
Als Frau in einer männerdominierten Branche: Mama ist Malerin und Lackiererin | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/andrea-harmonika-seit-ich-kinder-habe-bin-ich-emotional-inkontinent
       
Um es mal klar und deutlich zu sagen: Wir liiiiieeeeeeeeben Andrea Harmonika. Für uns ist sie eine der lustigsten Stimmen in der Elternwelt, gleichzeitig schafft sie es aber, uns mit ihren Texten wirklich zu berühren. Heute haben wir einen Textauszug aus ihrem grandiosen Buch Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne (Affiliate Link) – lehnt Euch also zurück und genießt diese Zeilen! (Da das Buch bei Amazon zeitweise ausverkauft war – hier könnt ihr auch bestellen.)



„‚Wie gut, dass ich nicht da oben stehe’, denke ich jedes Mal, wenn ich mit den Kindern Die Eiskönigin schaue. Ansonsten würde mein nasses Gesicht nämlich immer an der Stelle, wo Königin Elsa hoch oben auf dem Berg ihre Krone in den Schnee wirft und „Ich bin frei“ singt, zufrieren.„Mama heult wieder“ sagt der Große dann zum Kleinen, und er sagt dies mit derselben Begeisterung, mit der er auch Sätze sagt wie: „Oma hat kein Internet“ oder „Heute gibt es Reste von gestern“.



„Mama heult wieder“







Aber es stimmt. Seit ich Mutter bin, gibt es für mich ständig was zu heulen. Kinderkriegen weicht nämlich nicht nur den Beckenboden, sondern vor allem auch die Psyche auf. Leider wird man auf Letzteres nicht annähernd so gut vorbereitet, wie auf die Tatsache, dass man sich spätestens nach der Geburt des zweiten Kindes einen Tampon herausniesen kann.



Das geht schon in der Schwangerschaft los. Sobald sich der Winzling erfolgreich eingenistet hat, kommen einem ständig die Tränen. Beim Anblick des positiven Schwangerschaftstests, des ersten Ultraschallbildes oder eines leeren Glases Nutella.



Mutterschaft: Gefühlsausbrüche und Achterbahn-Adrenalin



Nichts ist vor einem spontanen Gefühlausbruch sicher. Aber auch Väter sind vor emotionaler Inkontinenz nicht gefeit. Allerdings tritt diese häufig mit einer Zeitverzögerung von etwa 40 Wochen auf. Meistens vor lauter Dankbarkeit, wenn sie das erste Mal ihr Kind im Arm halten (oder weil ihnen die Frau unter der letzten Presswehe nicht die Hand gebrochen hat.)



Während also neugeborene Väter von ihrer ersten postpartalen Gefühlswelle umspült werden, sind Mütter zu diesem Zeitpunkt bereits echte Vollprofis. Zwei Liter Tränen habe ich nach der Geburt des Großen über die ersten Seiten von Henning Mankells Kennedys Gehirn in mein Badewasser geheult, weil zu Beginn der Geschichte eine Mutter ihren toten Sohn findet.



Das mag verständlich sein. Allerdings habe ich am selben Tag auch zwei Liter Tränen über einen Werbespot vergossen, in dem eine alte Frau ihrem Postboten eine Schachtel Schokoriegel schenkt.



Rührselige Lieder drücken auf die Tränendrüse



Emotionale Inkontinenz kennt keine rationalen Grenzen. Zumindest im Wochenbett. Danach pendelt sich das Ganze natürlich wieder ein. Außer, Sie stellen sich versehentlich den Tag vor, an dem das schlafende Baby in ihren Armen auszieht. Oder Sie bekommen ihren ersten Tesafilm-Quatschklumpen zum Muttertag geschenkt. Und wenn unterwegs im Radio ein rührseliges Lied läuft, sollten Sie vielleicht auch besser umschalten. Es könnte nämlich gut sein, dass Sie sonst nach zwei Strophen rechts ranfahren müssen, weil Sie vor lauter Mascara-Schmierfilm keine Verkehrsschilder mehr erkennen können.



Ach, machen wir uns nichts vor. Sobald wir Eltern werden, ist nichts mehr vor uns und unserer Knopfdruck-Gerührtheit sicher. Geburtssendung im Fernsehen? Läuft. Ein Orang-Utan-Baby küsst seine Mutter? Mimimi. Ihr Kind ist auf einem Spaziergang mit der Laugenstange im Mund eingeschlafen? Okay, das ist witzig. Aber sobald Ihnen besagtes Kind seinen ersten „Mama is lip“-Zettel schreibt, können wir für nichts garantieren.



Tränendrüsen-Burnout: Überall lauern die Heul-Gefahren



Überall lauern sie. Momente, in denen plötzlich kein Auge trocken bleibt. Manchmal kommen sie mit Ankündigung (zum Beispiel im Elternbrief für die Einschulung) oder einfach so ohne Vorwarnung.



Ich habe schon aus heiterem Himmel auf allen Vieren im Hausflur auf ein Kehrblech geheult. Aber nicht, weil ich kurz zuvor wie so ein Anfänger die Kinderschuhe umgedreht hatte, sondern weil sich plötzlich beim Gedanken an den letzten mit Sand gefüllten Kinderschuh mein Herz zusammengezogen hat.



Wobei es natürlich Unterschiede gibt. Nicht jede Mutter verliert automatisch die Nerven, sobald ein einarmiger Kinderchor in einer Casting-Show „Heal the World“ von Michael Jackson covert.



Natürlich gibt es Mütter, die nach der Eingewöhnung nicht erst eine Runde auf dem Kindergartenparkplatz in ihren Kaffeebecher heulen. Und während die einen schwer sentimental werden, sobald sie den ersten Milchzahn ihres Kindes in der Hand halten, erinnern sich die anderen vielleicht einfach nur kopfschüttelnd an die vielen wunden Hintern und schlaflosen Nächte, die das kleine, weiße Scheißerchen in ihrer Hand verursacht hat.



Irgendwann heult jede Mama der Erzieherin auf die Schulter



Aber um es mit den Worten der Verkäuferin, zu sagen, bei der ich letztens neue Trinkflaschen für die Kinder gekauft habe: „Einen hundertprozentigen Auslaufschutz gibt es leider nicht.“



Denn spätestens, wenn sie ein paar Jahre später zum letzten Mal die Jacke ihres Kindes vom Birnen-Haken nimmt, knickt auch die coolste Eingewöhnungsmutter ein, und nicht selten wird dann der einen innig geliebten Erzieherin beim Abschied die Schulter bis auf den BH-Träger nassgeheult.



Nicht zum Aushalten, diese Flennerei!



Aber was können wir denn jetzt dagegen tun? Diese unkontrollierte Flennerei ist ja nicht zum Aushalten!



„Buhuuuuu … Schon Schuhgröße 35.“



„Buhuuuuu … Im Internet erkennen Babys ihre Mütter am Geruch.“



„Buhuuuuu … Sie haben mir einen großen Strauß Lavendel gepflückt.“



Nun, als Erstes sollten Sie Ihre Kinder vielleicht daran erinnern, dass die frisch mit Lavendel bepflanzten Blumenkästen unter absolutem Pflückverbot stehen.



Zweitens könnten Sie während künftiger Krisensituationen eine Art desensibilisierende Gegenoffensive starten. Wenn Sie also beispielsweise am ersten Schultag ihrem kleinen Kind dabei zusehen, wie es mit der großen Schultasche auf die Bühne der Grundschulaula klettert, könnten Sie sich in den Oberschenkel kneifen und dabei leise ein Anti-Tränen-Mantra wiederholen.



Zum Beispiel dieses: Hackbratenhackbratenhackbratenhackbraten.



Das funktioniert meistens aber nur so lange, bis der Erste in der Reihe die Nase hochzieht. Emotionale Inkontinenz ist nämlich nicht nur die Pest, sondern leider auch seeehr seeehr ansteckend…



Das Geheule ist doch völlig normal



Oder aber Sie entscheiden sich für die dritte und letzte Herangehensweise: Es ist Ihnen einfach wurscht, dass Sie jetzt ein Lauch sind.



Was soll‘s? Dann können Sie halt an Kindergeburtstagen spätestens ab der Zeile „Wie schön, dass du geboren bist“ nicht mehr mitsingen. Lassen Sie Ihren Tränen freien Lauf. Am Ende unserer Nerven lautet nämlich die frohe Botschaft: Das Geheule ist völlig normal.



Tatsächlich hat es sogar einen tieferen Sinn, warum Sie immer, wenn Sie an den Hasen denken, der Ihnen vors Auto gelaufen ist, sich wünschen, dass dieser keinen Bau mit Jungen hinterlässt. Mutter Natur hat uns mit voller Absicht verweichlicht. All die sensiblen Antennen, die auf einmal überall aus dem Boden sprießen, helfen uns, besser die Bedürfnisse der uns anvertrauten Kinder wahrzunehmen.



Von der neugeborenen Sensibilität



Diese neugeborene Sensibilität treibt uns an, unsere Kinder in einen festen Kokon aus Liebe und Geborgenheit zu hüllen, in dem sie weder frieren noch hungern (oder aus dem Fenster geworfen werden, sobald sie einen wahnsinnig machen).



Deswegen ist am Ende unsere eigentliche Achillesferse nicht der ramponierte Beckenboden, sondern unser Herz. Dieses butterweiche Ding, das plötzlich bei jedem Pipifax dahinschmilzt.



Wenn sich also das nächste Mal Ihr Kind beim Poabputzen an Sie lehnt und flüstert: „Wenn ich groß bin und Du klein, dann helfe ich dir auch.“, dann denken Sie einfach an Olaf, den kleinen Schneemann aus der Eiskönigin. Wie er am Ende des Films ein loderndes Feuer im Kamin entfacht, um seiner Freundin Anna das Leben zu retten: „Manche Menschen sind es eben wert, dass man für sie schmilzt.“



Andrea Harmonika: Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne (Affiliate Link) oder hier
               
Andrea Harmonika: "Seit ich Kinder habe, bin ich emotional inkontinent" |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/angie-21-der-unfall-nahm-mir-beide-beine-nicht-aber-meinen-mut Daten zu groß für Dateiformat Künstliche Gliedmaßen nach einem Unfall: Angie, 21, hat beide Beine verloren | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/arbeitslos-durch-die-pandemie-ohne-job-leidet-mein-selbstwertgefuehl
       
Mein Name Anke, mein Leben wurde im Herbst 2019 auf den Kopf gestellt. Mein Arbeitgeber, bei dem ich mehr als 17 Jahre tätig war, ging praktisch über Nacht pleite. Die Stelle habe ich nach meinem Studium bekommen, im Laufe der Jahre bin ich dort durch einige Abteilungen gewandert. Nach meinen beiden Elternzeiten konnte ich unkompliziert in Teilzeit wieder einsteigen. Natürlich war auch dort nicht alles perfekt, aber rückblickend war es eine gute Zeit mit netten Kolleg*innen.



Ende 2019 spuckte unsere Firma also knapp 1.000 Leute zeitgleich auf den Arbeitsmarkt. Unser Jobcenter bildete Task-Forces, man war sich einig, dass wir alle schnell unterkommen – bei dem Arbeitsmarkt! Ich solle nicht das Erstbeste annehmen, riet mir die Job-Patin, es müsse zu meiner Familiensituation passen. 



Meine Familiensituation ist so: Ich habe einen Mann und zwei Söhne. Bei dem Großen (12) wissen wir seit seinem 6. Lebensjahr, dass er sich auf dem Autismus-Spektrum befindet, was seine für uns alle sehr anstrengende Kleinkindzeit rückblickend erklärt und uns Eltern heute zu Botschaftlern der Inklusion in seinen Schulen macht. Der Kleine (10) war immer schon impulsiv, heftig schwankend zwischen „himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“ und hat die Konzentration einer Eintagsfliege. Beides also keine Standard-Norm-Kinder: Sie benötigten immer ein wenig mehr Unterstützung, ein wenig mehr Verständnis, ein wenig mehr Pädagogik, als ich es bei „normalen“ Familien beobachten kann. Es kostete immer mehr Kraft, mehr Herz, mehr Stärke, als zumindest ich bei der Kindererziehung und -begleitung erwartet hatte, und schon in besseren, also einfacheren, Zeiten war das Leben oft einen Tick zu anstrengend für mich.



Durch Corona brach der Arbeitsmarkt ein



In den ersten Monaten der Arbeitslosigkeit bekam ich Jobangebote, die aber nicht optimal waren. Sie waren in Vollzeit, zu weit weg, oder passten einfach vom Gefühl nicht. Dann kam Corona. Und mit Corona kam die Verunsicherung bei den Firmen. Es gab wöchentlich weniger Stellenanzeigen, auf denen sich neben mir und manche meiner Kolleg*innen zunehmend mehr Menschen bewarben. Ich konzentrierte mich auf meine Weiterbildung, hatte aber plötzlich zwei Schulkinder zuhause, die nicht nur schulisch, sondern vor allem emotional begleitet werden mussten. Mein Mann zog mit Sack und Pack ins Homeoffice und plötzlich war bei uns zuhause jedes Zimmer voll und wir waren auf uns als Familie zurückgeworfen. Die Omas, die früher viel bei der Betreuung unterstützt hatten, distanzierten sich. Sie hätten aber sowieso keinen Platz mehr gefunden, überall lag Schulzeug, Arbeitsmaterial meines Mannes, meine Bewerbungs- und Weiterbildungsunterlagen – nur der Hund freute sich, dass immer alle da waren.



Der erste Lockdown brachte viele Tränen, der Kleine war so überfordert von der Arbeit allein zuhause, dass er jeden Tag mehrmals weinte. Seine Lehrerin, seine Förderlehrerin, wir Eltern und später auch unser erwachsener Neffe begleiteten ihn eng. Es musste praktisch ständig jemand neben ihm sitzen. Im Sommer bekamen wir die ADS-Diagnose des Kleinen.Jetzt im zweiten und dritten Lockdown arbeitet er dank gut eingestellter Medikation selbständiger und viel konzentrierter, hasst den Distanzunterricht aber nicht weniger, jedoch weint er eigentlich nur noch zweimal am Tag vor Überforderung.



Den Kindern fehlte die Alltags-Struktur



Der Autist genoss den ersten Lockdown, saß aber den ganzen Tag an seinen Aufgaben und wurde erst spät in der Nacht fertig. Ihm fehlt die Struktur, leider ist er völlig resistent gegen Aufforderungen, Hilfestellungen und elterliche Strafpredigten. Der zweite Lockdown hat ihn mental total zerpflückt, wir sitzen manchmal stundenlang und weit nach Mitternacht noch an seinem Bett, bis er aus seinen Meltdowns kommt. „Einer weint immer“, sage ich gerne zu meinen Freundinnen.



Mein Mann verbringt seine Tage in Telefon-Calls. An manchen Tagen reiche ich ihm das Mittagessen an den Computer, an den seltenen, entspannteren Tagen hilft er bei der Schulbegleitung und beim Kochen.



Und ich? Ich fühle mich gefangen in einem Leben, das ich nie leben wollte. Ich jongliere seit einem Jahr zwischen weinenden, verzweifelten Kindern, einem Mann mit Headset am Kopf, einem hungrigen und staubigen Hund, meiner Weiterbildung und den Bewerbungen. Meinen Kopf frei bekomme ich bei langen Spaziergängen mit meine Ex-Kolleg*innen – Leid verbindet. Unser Arbeitslosengeld läuft nun aus, einige fallen in Hartz4 – völlig unverschuldet. Unsere Branche ist tot.



Ich komme an meine Grenzen



Weinen kann ich nur nachts unter der Bettdecke. Da unser Großer nicht in den Schlaf findet, ist er eigentlich immer bis Mitternacht im Haus unterwegs, und jederzeit droht ein Meltdown. Wir reden mit Kinderpsycholog*innen, Therapeut*innen, dem Jugendamt, Lehrer*innen, aber richtig helfen können wir nicht wirklich. Jedenfalls fühlt es sich so an.



Und ich spreche mit potenziellen Arbeitgebern. Nachdem ich meinen Wunsch nach Teilzeit aufgegeben habe, zu oft musste ich in erschreckte Personaler-Gesichter schauen, wenn ich danach fragte (die Absagen folgten schnell). Ich tilgte meine Kinder aus dem Lebenslauf und schon kamen deutlich mehr Einladungen zu Gesprächen. Oft hörte ich nachher Lobenshymnen über mich, aber auch die Aussage, dass die Stelle jetzt besser doch nicht besetzt werden würde – die Pandemie und so. Zudem hätte es so viele Bewerbungen gegeben, man sei ja völlig überfordert. 



Ohne Arbeit leidet mein Selbstwertgefühl



Letztendlich bedeutet eine Absage für den Bewerber ja nicht nur ein „Nein, danke“, sondern auch jedes Mal eine Ablehnung, Zweifel an der eigenen Qualifikation, Zukunftsangst. Ich muss neben der ganzen Care-Arbeit noch ganz viel Seelenpflege bei mir selbst leisten. In manche Jobs verliebt man sich wie in einen Menschen, da schmerzen die Absagen noch mehr und es folgt tagelange Aufarbeitung mit allen Phasen der Trauer. Für jedes neue Bewerbungsgespräch muss man den Mantel der Verzweiflung abwerfen und sich verkaufen, als gäbe es kein Morgen mehr. Einmal habe ich mich dazu hinreißen lassen, auf die Einstiegsfrage, wie es mich gerade fühlen würde, mit „sehr müde“ zu antworten. War auch wieder falsch.



Bei allem Übel des letzten Jahres gab es aber auch Momente, über die ich inzwischen herzlich lachen kann. Denn meinen Humor habe ich zum Glück nie verloren. Mittagszeit – ich habe gerade zwei Pfannen und zwei Töpfe auf dem Herd, der Große schreit durchs Haus, dass das Internet tot und alles Kacke sei, der Kleine bekommt zeitgleich einen Wutanfall und ich sehe aus den Augenwinkeln, wie er sein Deutschheft in die Ecke schleudert, und der Hund verfolgt mich fiepsend und macht seinen Anspruch auf „Leckerlis – jetzt sofort“ geltend, als der Geschäftsführer eines Verbandes anruft: Ich habe mich ja bei ihnen beworben. –  Äh ja (Ich glaube schon, habe ca. 30 Bewerbungen offen, keine Ahnung jetzt gerade). Ich hätte zwar keine Kinder in meinem Lebenslauf angegeben, aber weil ich bei Aktivitäten „Elternbeiratsarbeit“ angegeben hätte (Verdammt, steht das noch drin???), wollte er mal fragen, ob ich mir vorstellen können, auch 6 Monate im Jahr in Hannover zu arbeiten. Meine Antwort hätte ehrlicherweise nur so lauten müssen: „Ja sofort, hol mich hier raus, ich bin eine Mama in einer Pandemie!!!“
               
Arbeitslos durch die Pandemie: Ohne Job leidet mein Selbstwertgefühl |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/astronautin-insa-thiele-eich-ich-bin-selbst-ueberrascht-dass-es-noch-moeglich-ist-die-erste-deutsche-frau-im-all-zu-sein
       
Insa Thiele-Eich, 34, ist eine von zwei Kandidatinnen, die 2020 als erste deutsche Frau ins All fliegen wird. Wie die Astronautin aus Königswinter das mit ihrem Job als Wissenschaftlerin und zwei kleinen Töchtern verbinden will – und wie Familienbett, Langzeitstillen und Weltraum-Vorbereitungen zusammenpassen.
Von Lisa Harmann
Welchen „Time Slot“ wir für das Interview einplanen würden, fragt Insa Thiele-Eich, 34, im Vorfeld unseres Treffens. Am Ende werden aus den geplanten anderthalb Stunden dreieinhalb, denn wenn es um Himmel und Erde, Geburten und Raketenstarts, Langzeitstillen und Schwerelosigkeit geht, wird Zeit zu etwas Relativem.
In einem Nebensatz erwähnt sie, dass sie am nächsten Tag nicht nur die Feier zum siebten Geburtstag ihrer Tochter ausrichtet, sondern am Abend auch nach Russland fliegen wird, um mit den ersten Parabelflügen in ihrem drei Jahre andauernden Astronauten-Training zu starten. Grenzen sind da, um sie zu überschreiten, scheint das Motto dieser Frau zu sein.
Jetzt ist sie allerdings ziemlich müde, denn ihre kleine Familie schläft im Familienbett, und in der vergangenen Nacht war das Patenkind zu Gast, das mit den Zähnen knirscht.
Wir treffen uns in ihrem Lieblingscafé in Bonn. Erst mal Kaffee. Der Barista kennt sie – sie hat Teile ihrer Doktorarbeit hier geschrieben – und zaubert ihr einen kleinen Astronauten in den Milchschaum.
 
Frau Thiele-Eich, Sie möchten ins All fliegen und schlafen sonst zusammen mit Ihrem Mann und den Töchtern in einem Bett?
Ja, tatsächlich. Für uns passt das als Familie. Ich mache nicht alles, was zum sogenannten Attachment Parenting gehört, weil ich davon ausgehe, dass eh jeder im besten Interesse seines Kindes und seiner Familie entscheidet und mich da ungern dogmatisch an Ratgebern orientiere. Aber ja, auch Langzeitstillen gehörte bei uns dazu. Das hätte ich nie erwartet. Ich dachte, man hört nach sechs Monaten einfach auf.
Lässt sich diese bindungsorientierte Erziehung denn mit Ihrem Vollzeitjob vereinbaren?
Ich habe zwei Monate nach der Geburt wieder angefangen zu arbeiten. Mein Mann hatte ein Jahr Elternzeit. Aber auch das ist ein Grund fürs Familienbett. Die Kinder sehen mich tagsüber nicht so viel – und nachts rollen dann zwei kleine Körper zu mir rüber. Das zeigt mir, dass es wichtig ist, dass ich nachts ihrem Bedürfnis nach Nähe entspreche.
Natürlich hätten mein Mann und ich auch abends gern mehr Zeit für uns. Aber ich kann eben nicht wie andere Mütter die Kinder um halb zwölf von der Schule abholen, dann machen wir es halt so.
Wie reagierte Ihr Umfeld auf die schnelle Rückkehr in den Job?
Mit „Oh mein Gott“. Das kam oft vor. Im Rückbildungskurs wurde ich bemitleidet, bei der Stillberatung wurde mir nahegelegt, ich könne doch einen Kredit aufnehmen, statt arbeiten zu gehen. Ich musste ziemlich standhaft bleiben, wenn ich sagte, ich gehe Vollzeit arbeiten, stille trotzdem, pumpe aber ab. Ich meine: Der Papa war ja bei ihr!
Ihnen fiel der Abschied also nicht schwer?
Na ja, als ich den ersten Tag zur Arbeit fuhr, wäre die Wimperntusche besser wasserfest gewesen, und das Abpumpen fand ich auch nervig. Trotzdem fühlte sich das insgesamt für uns stimmig an.



 

"Ich bin selbst überrascht, dass es 2017 noch möglich ist, die erste deutsche Frau im All zu sein." Das sagt Astronautin, Meteorologin und Zweifachmutter Insa Thiele-Eich im Interview mit mir für @elternmagazin (Eltern Family). Erinnert ihr euch an den Astronauten im Kaffee-Milchschaum, den ich hier bei Insta vor einiger Zeit gepostet habe? Das war der Tag unseres ersten Treffens. Und das war ganz schön besonders, weil wir plötzlich feststellten, was uns alles verbindet (und dass ein Foto ihres Vaters durch Zufall in unserer Küche hängt, weil der auch Astronaut war und mit unseren Söhnen posiert hatte). Ich poste ja hier eigentlich nur Privates und drüben bei Facebook die Job-Geschichten, aber das hier war so unvergesslich, dass es eben auch hierher gehört. #journalism #lovemyjob #beautifulmoments #interview #astronaut #iss #astronautin @astro_insa #powerfrau #impressingperson #beeindruckendepersönlichkeit
Ein Beitrag geteilt von  Lisa Harmann (@lisaharmann) am
  Okt 10, 2017 um 12:12 PDT
 

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Jetzt stehen Parabelflüge, Tauchkurse und ein Pilotenschein an …
Ja, das Training dauert drei Jahre. Ich werde weiter als Wissenschaftlerin arbeiten, habe aber die Stundenzahl reduziert. In zwei Jahren wissen wir, wer von uns beiden fliegen wird und wer nur als Backup, also als Ersatzfrau, eingesetzt wird. Mein Vater
war ja auch Astronaut, er hat zwölf Jahre gewartet, bis er endlich mal selbst ins All fliegen durfte. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) selbst werden wir nur zwei Wochen sein, die Kinder müssen also nicht allzu lang auf mich verzichten.
Bei den Parabelflügen steigen Sie mit einem Flugzeug sehr steil auf und dann wieder ab, sodass oben ein kurzer Moment der Schwerelosigkeit entsteht. Wird Ihnen da nicht schlecht?
Ach, ich habe schon einmal Parabelflüge gemacht, ich halte das gut aus, ich finde es eher spannend. Ich habe auch in den Schwangerschaften nicht zur Übelkeit geneigt.
Haben Sie eigentlich Vorgaben, etwa ein Verbot, schwanger zu werden?
Keine konkreten. Aber ich glaube, für eine Schwangerschaft wäre jetzt nicht der allergünstigste Zeitpunkt. In der ersten Zeit mit Säugling stehen ja erst mal seine Bedürfnisse im Vordergrund. Aber ich bin ja noch jung, wer weiß, was danach kommt.
Warum wollen Sie ins All?
Aus wissenschaftlicher Neugierde. Ich freue mich auf die vielen verschiedenen Experimente, die wir auf der ISS machen können. Zum Beispiel auch im Biologischen – beispielsweise, wie weibliche Hormone auf Schwerelosigkeit reagieren.
Es geht Ihnen also nicht vorrangig darum, dass jetzt auch mal dringend eine Frau ins All muss?
Tatsächlich wollte ich schon immer Astronautin werden. Ich bin selbst überrascht, dass es 2017 noch möglich ist, die erste deutsche Frau sein zu sein. Das ist der eine Teil meines Jobs, den ich von Herzen gern annehme. Es nervt mich nämlich, dass ich, wenn ich einen Kindergeburtstag zum Thema Raumfahrt organisiere, als Deko nur männliche kleine Astronauten kaufen kann.
Sie möchten einen Weg ebnen?
Wenn ich die Aufmerksamkeit, die uns jetzt zuteilwird, nutzen kann, um etwas zu ändern, nehme ich das dankend an. Ich möchte meinen Kindern vermitteln, dass auch Mütter Reifen wechseln können. Und dass nicht alle Mädchen MINT-Fächer, also Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, doof finden müssen. Die sind nämlich superspannend.

Nehmen Sie sich da auch ein Beispiel an Alexander Gerst, der seine Reise zur ISS im Herbst 2014 ja sehr öffentlich gemacht hat?
Auf jeden Fall! Er hat so viele Menschen erreicht mit seinen Fotos und Postings aus dem All! Ich finde das super, denn Raumfahrt ist ja schon etwas sehr Emotionales.
Inwiefern?
Es geht um Grenzüberschreitungen. Ich habe einmal gelesen, dass nur zehn Prozent aller Menschen an ihre Grenze gehen. 90 Prozent tun das also lieber nicht. Christoph Kolumbus haben sie damals auch gewarnt: Bist du bekloppt? Du wirst von der Erde fallen. Denn damals dachte man ja noch, die Erde wäre eine Scheibe. Aber, wie wir wissen: Er hat sich trotzdem auf den Weg gemacht. Es waren bislang erst 550 Menschen im All – das sind nicht besonders viele. Da finde ich es wichtig, all den anderen die eigenen Erkenntnisse dann auch weiterzuvermitteln.
Erschrecken Sie sich manchmal vor der eigenen Courage?
Klar. Man fliegt halt ins All, statt zu Hause mal wieder den Rasen zu mähen (lacht). Ich neige zudem dazu, in sehr stressigen Phasen auch noch Übernachtungspartys für die Kinder zu veranstalten.
Aber im Ernst: Manchmal denke ich natürlich auch, wie entspannend es wäre, nicht immer neue Pläne zu haben. Aber das wäre dann halt nicht ich. Wir versuchen, die Kinder nicht länger als 35 Stunden pro Woche fremdbetreuen zu lassen, mein Mann hat sich intern versetzen lassen, um öfter Homeoffice machen zu können.
Wir könnten uns für die Zukunft auch mal ein Au-pair-Mädchen vorstellen. Und wir haben ein super Freundesnetzwerk: Mal nimmt die eine die Kinder, mal die andere. Dann hat man auch nicht so ein schlechtes Gewissen.
Haben Sie manchmal Angst vor dem, was vor Ihnen liegt?
Auch. Wobei ich Angst – genauso wie ein schlechtes Gewissen – als gesunde Komponenten betrachte, sie lässt uns nachhaken: Kenne ich alle Risiken? Habe ich nichts übersehen? Ich bin beispielsweise mit den Kindern am Wasser sehr vorsichtig, weil ich keine Rettungsschwimmerin bin und das Risiko nicht abschätzen kann. Und ich weiß aus der Geschichte der Raumfahrt, dass dort alles getan wird, um aus vergangenen Fehlern zu lernen.

Haben Sie ein Ritual mit den Kindern, während Sie auf Dienstreisen sind?
Ja, ich habe immer „Muffin“ dabei. Das ist unser Dienstreise-Kuscheltier, ein Glubschi. Wenn ich weit weg bin, wie neulich in San Francisco, dann schicke ich mit dem Handy Fotos von „Muffin“ und erzähle den Kindern dazu kleine Geschichten. Die Mädchen schicken dann Smileys und Sprachnachrichten zurück. „Muffin“ soll natürlich auch mit ins All.
 
Dieses Interview erschien ursprünglich in der Zeitschrift Eltern Family (Ausgabe 11/2017).
               
Astronautin Insa Thiele-Eich: "Ich bin selbst überrascht, dass es noch möglich ist, die erste deutsche Frau im All zu sein." | STADT LAND MAMA
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Liebe Mia, deine Tochter kam acht Wochen zu früh auf die Welt – inmitten der Corona-Krise. Wie ist die Geburt abgelaufen?



Die Geburt war ein „geplanter“ Kaiserschnitt. Es zeichnete sich schon zwei Wochen lang ab, dass unsicher ist, wie gut unsere Tochter im Bauch versorgt ist. Zum Glück waren da schon die ersten Lockerungen nach Corona, sodass mein Mann mit dabei sein durfte. Wir trugen beide Mundschutz – aber bei einem 30-minütigen Kaiserschnitt ist das zu ertragen – bei einer normalen Geburt, die Stunden dauert, stell ich mir das unangenehmer vor.



Da das ganze OP-Team sehr nett war und ich den operierenden Arzt schon kannte, haben wir uns sehr gut aufgehoben gefühlt. Natürlich war es ein tolles Gefühl, unsere Tochter sehen zu können und auch wenn der erste Bussi auf den Mundschutz ging, waren wir glücklich, dass sie alles so gut überstanden hat.



Durch die Frühgeburt durftet ihr natürlich nicht gleich nach Hause. Wie ging es nach der Entbindung weiter?



Unsere Tochter kam, nachdem wir sie noch ein zweites Mal kurz sehen durften, auf die ITS für Frühchen, ich bin in den Aufwachraum und mein Mann ist zu unserer Tochter gegangen. Man sagt, dass Frühchenmamas nach einem Kaiserschnitt meist schneller wieder auf die Beine kommen, als wenn das Kind neben einem im Bettchen liegt und so war es bei mir auch: noch am Abend der OP hat der zweite Aufstehversuch geklappt und mein Mann konnte mich im Rollstuhl zu unserer Tochter bringen.



Ich selber bin fünf Tage im Krankenhaus geblieben, mein Mann immer an meiner Seite. Er kam eine Nacht vor der Geburt und blieb, bis ich entlassen wurde – das war mir eine unglaubliche Stütze. Möglich war dies, weil ich mir ein Einzelzimmer genommen hatte und somit der Platz neben mir eh frei war. Das kann ich nur jedem in unserer Situation empfehlen. Unsere Tochter ist noch immer im Krankenhaus – was ganz normal ist, denn Frühchen müssen bis mind. zur 36+0 SSW im Krankenhaus bleiben.



Sie konnte aber nach einer Woche von der ITS auf die IMC (etwas weniger Überwachung) und nach einer weiteren Woche auf eine weitere IMC (mit noch etwas weniger Überwachung) umziehen. Sie entwickelt sich toll und wenn man bedenkt, dass Sie noch immer 5,5 Wochen in meinem Bauch gehabt hätte, können wir mehr als stolz auf sie sein.  



Wie war die Situation auf der NEO?



Die Neonatologie an sich war super, gerade auf der ITS ist der Betreuungsschlüssel mit einer Schwester auf zwei Kinder super – die Mäuse werden rund um die Uhr umsorgt und bewacht und die Schwestern sind dabei geduldig mit uns Eltern, erklären alles und zeigen viel.



Die Hygiene war natürlich Mundschutz, beim Betreten des Zimmers immer die Hände und Arme waschen und desinfizieren und eigentlich nach allem was man getan hat desinfizieren. Gewickelt wird mit Handschuhen. Die Besuchsregeln sind ziemlich einfach und für mich grausam zugleich: Mama und Papa dürfen immer kommen, aber immer nur einer von beiden, dafür aber rund um die Uhr, außer zu den Übergabezeiten.



Wie ging es dir damit?



Ich bin gut mit der Situation zurechtgekommen. Geweint habe ich nur zweimal – das erste Mal, als mir klar wurde, dass wir druch Corona nicht zusammen zu unserer Tochter dürfen. Für mich war das ganz schwer, weil wir so ja nicht zusammenwachsen konnten – ich habe eh schon kein wirkliches Wochenbett, da wir ja immer zwischen Zuhause und Krankenhaus pendeln und dann können wir das alles nicht mal zusammen erleben.



Mich hat das auch wütend gemacht: weil wir uns auf dem Flur mit einem Kuss verabschiedet haben und dann ist einer ins Zimmer unserer Tochter gegangen und der andere hat gewartet – als ob das das Virus aufgehalten hätte. Ich hätte ja auch verstanden, wenn man mit den anderen Eltern der Kinder im gleichen Zimmer einen Besuchsplan hätte absprechen müssen, damit eben nicht gleichzeitig vier Leute im Zimmer sind, aber die Option gab es nicht.  



Es gab viele Eltern, die das noch viel schlechter verkraftet haben. Mütter, die bitterlich weinen, wenn die Männer weggeschickt werden. Weil man eben nicht als Familie zusammenwachsen kann – und das in der so schon verschärften Situation mit einem Frühchen. Wir haben mit unserer Tochter viel Glück, wenn man im gegenzug im Nachbarbett das kleine Baby sieht, das mit nur 624 Gramm zur Welt kam… Diese Mäuse brauchen genauso oder vielleicht sogar noch mehr als jedes zur richtigen Zeit geborene Kind, Mama und Papa.



Wie geht es deinem Mann damit?



Mein Mann macht eh aus jeder Situation das Beste – er hat immer geduldig gewartet, wenn ich dran war. Als ich wieder selber laufen konnte, haben wir eine für uns gute Regelung gefunden: einer geht früh zu ihr, der andere am Nachmittag und am nächsten Tag ist es genau umgekehrt. So ist immer einer bei dem dabei, was am Morgen so gemacht wird (Physio, Visite etc.) und bei dem, was am Nachmittag anliegt (baden etc.).



Welche Situationen wolltet ihr so gerne teilen – und konntet es nicht?



Baden war zum Beispiel ein riesen Thema für mich. Als ich gefragt wurde, wer sie als Erstes baden darf, habe ich dies von Herzen gern meinem Mann überlassen – weil ich wusste, er freut sich und hat da richtig Spaß dran. Als der Sonntag dann kam, er mit ihr dieses erste Mal erlebt hat und ich zu Hause auf der Couch saß, kamen ein zweites Mal in der ganzen Zeit die Tränen. Ein Video ersetzt nicht das Erlebnis. Es wird für immer nur seine Erinnerung bleiben!



Hast du versucht, auf eure Situation aufmerksam zu machen?



An diesem Sonntag, weinend auf der Couch, habe ich mich an das Ministerium für Soziales und Gesundheit unseres Bundeslandes gewandt. Hier habe ich fünf Tage später die Info erhalten: „Die Betretungsverbote für Krankenhäuser und andere Einrichtungen, die aufgrund der Situation erlassen wurden, sind inzwischen aufgehoben. Aber natürlich sind die Einrichtungen für das weiterhin bestehende Infektionsrisiko sensibilisiert und haben entsprechende Hygienekonzepte umgesetzt. Direkte Einflussmöglichkeiten auf die Besuchsregelungen in den Krankenhäusern haben wir leider nicht, da diese eigenständige Unternehmen sind.“ Ich muss mich also nun ans Krankenhaus wenden – da ich dort noch den richtigen Ansprechpartner suche, komme ich da aktuell nicht weiter, aber ich bleibe dran. Denn es wird weiter Eltern geben, denen die gemeinsamen Erinnerungen fehlen werden.



Wie geht es euch heute?



Wir bleiben die Optimisten, die wir immer waren. Seit fast zwei Wochen pendeln wir zwischen Krankenhaus und zu Hause und Büro und versuchen dabei, auch das UNS nicht zu verlieren – weil einer früh und der andere am Nachmittag im Krankenhaus ist, getrennt voneinander, heißt das eben auch: wenig Zeit miteinander.



Daher versuchen wir zusammen Mittag zu essen und haben das gemeinsame Abendbrot zum Austausch. Jeder hat dann immer etwas Spannendes zu erzählen, was unsere Tochter wieder Neues kann, wieviel mehr sie nun trinkt oder wiegt – man freut sich ja über jedes Gramm. Wir hoffen sehr, dass sie sich weiter so gut entwickelt und wir sie wirklich um die eigentliche 36+0 SSW herum mit heimnehmen dürfen…
               
Frühchen in Corona-Zeiten: Wir dürfen unser Baby nicht gemeinsam sehen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/aus-jeder-krise-kann-etwas-positives-entstehen-plus-gewinnt-ein-kinder-mutmach-tagebuch
        Februar 2017. Abschied am Schultor: "Mama, wenn du gleich weg bist, gehe ich wieder nach Hause! Ich gehe keinen Tag länger in diese scheiß kack Schule!!“
 Autsch! Das war deutlich!
 Spulen wir ein paar Monate zurück: Es ist Sommer 2016 und unser Sohn wird eingeschult. Wie die anderen Kinder auch, freut er sich auf den ersten Schultag.
 Doch schon nach kurzer Zeit machte sich große Frustration bei unserem Sohn breit: Die Lehrerin ist doch nicht so nett, wie er es sich erhofft hat. Man muss stundenlang ruhig auf dem Stuhl sitzen bleiben und sich an einen Haufen Regeln halten – und dabei natürlich still sein. Man muss vorgegebenes Unterrichtsmaterial abarbeiten und zu einem vorgegebenen Zeitpunkt fertig sein. Ein ganz schöner Hammer! Besonders für ein sehr sensibles, emotionales Kind, welches einen großen Bewegungs- und Mitteilungsdrang hat.
 Unser Sohn brauchte schon immer seine Zeit, um in Gruppen seinen Platz zu finden. Aber dieses Mal war es anders. Er war monatelang nur noch gereizt, hatte täglich Wutanfälle, schlechte Laune und entwickelte eine richtig große Aggression. Mit der Zeit kamen mehr und mehr Stressanzeichen hinzu.
 Sein Verhalten: Ein echter Hilfeschrei. Aber was tun? Klassenwechsel? Schulwechsel? Das würde bedeuten: Schon wieder eine neue Gruppe! Würde das die Situation wirklich verbessern? Wir überlegten hin und her, suchten Gespräche mit dem Schulpsychologischen Dienst, wälzten Bücher etc… Wie sollte es weiter gehen?!?
 Zurück zum anfangs erwähnten Tag im Februar dieses Jahres: Solche Aussagen kamen jetzt schon häufig und es musste sich etwas ändern!
 Wir entschieden uns nach unendlich schlaflosen Nächten dazu, ihn auf einer anderen Schule anzumelden. Wir fanden eine kleinere Schule, wo er auch schon ein paar Kinder kannte – mit einer sehr netten Lehrerin, die unser Sohn auf Anhieb mochte. Schon ein paar Tage später hatte er dort seinen ersten Schultag. Das ging alles so rasend schnell. Er fühlte sich an der neuen Schule direkt deutlich wohler. Aufatmen in unserer Familie. Das war wohl die richtige Entscheidung!
Seine Impulsivität und das angeeignete negative Verhalten ebbte natürlich nur langsam ab und ich dachte viel darüber nach, wie ich ihn positiv stärken könnte.
 Eines Tages kam mir die Idee mit ihm regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Ein besonders Tagebuch, bei dem die positiven Aspekte und die Dankbarkeit im Vordergrund stehen. Ich überlegte mir passende Fragen und fing parallel an, das Buch zu gestalten. Daraus entwickelte sich „Der kleine Optimist – das dankbare Tagebuch für Kinder“ mit verschiedenen Reflektionsfragen für jeden Tag.
Diese Tagebuch wurde zu unserem abendlichen Ritual und hat uns wirklich sehr geholfen den positiven Fokus zu behalten. Auch an Tagen, an denen scheinbar alles schief läuft und es viele Streitereien gibt, finden wir jetzt doch immer auch einige schöne Dinge. Und dazu haben wir auch soooo unglaublich viel, für das wir dankbar sein können.
 In diesem Sinne: Ich bin dankbar für meine wundervolle Familie und die Erkenntnis, dass nach jeder Krise auch wieder Sonnenschein kommt!
  
Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen ein abendliches Ritual einzuführen und gemeinsam mit deinem Kind über die schönen Momente des Tages zu sprechen.


  – Überlegt gemeinsam, wofür ihr dankbar seid: Was habt ihr alles? Was ist für euch selbstverständlich, was andere Menschen nicht haben? 
– Reflektiert gemeinsam, welche schönen Momente ihr am Tag erlebt habt – das können auch Kleinigkeiten sein…
– Haltet die schönen Momente schriftlich fest. 
 

—- GEWINNSPIEL: Wir verlosen ein Exemplar „Der kleine Optimist – das dankbare Tagebuch für Kinder“ , ein Tagebuch, das mit gaaaaanz viel Liebe gestaltet wurde und Eure positiv unterstützt. Kommentiert einfach hier, für was Ihr dankbar seid, das Los entscheidet dann. Mehr Infos gibt es auf Yvonnes Homepage. 


 
               
Aus jeder Krise kann etwas Positives entstehen - PLUS: Gewinnt ein Kinder- Mutmach-Tagebuch | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, Urlaub geht ja nicht so wirklich, wir sind also mal wieder mit den Kindern zu Hause. Was gibt´s da Besseres als ein paar Anleitungen für tolle Abenteuer direkt vor der Tür? Jana und Patrick Heck haben diese für uns aufgeschrieben in ihrem Buch Ausgebüxt!: Mikroabenteuer mit Kindern.  Uns geben sie hier in ihrem Gastbeitrag schon einmal die besten Tipps. 



„Endlich ist er da – der Frühling! Jetzt nix wie raus und… Ja, was denn eigentlich? Einfach nur spazieren gehen? Nix da, gerade jetzt warten da draußen so viele Abenteuer auf euch – wir haben 5 Mikroabenteuer zusammengestellt, die ihr mit euren Kindern einfach überall erleben könnt! 



Ostereiersuche im Wald



Im flauschigen Moos, hinter einer Baumwurzel oder in einer Felsspalte: die Vielfalt an Osterverstecken im Wald lässt das Herz eines jeden Osterhasen vor Freude übersprudeln! Verlegt die Ostereiersuche dieses Jahr doch mal in ein nahegelegenes Waldstück: Packt euch Proviant, Isomatten oder eine Picknickdecke, Oma und Opa ein und lasst den Osterhasen seine Arbeit machen, während die Kinder ein wenig abseits ihrer Entdecker- und Abenteurerlust frönen dürfen.



Denkt nur daran, den Bereich, in dem die Kinder suchen dürfen durch markante Elemente im Wald einzugrenzen und merkt euch ungefähr, was ihr dem Hasen mitgegeben habt, damit am Ende auch alles gefunden wird und nichts im Wald zurückbleibt.



Das Tolle an diesem Erlebnis: Nicht nur das Auffinden der Verstecke wird zum Abenteuer, beim Suchen werden deine Kinder ganz sicher so viele spannende Naturentdeckungen machen und noch dazu lässt euch die gemeinsame Zeit im Wald auftanken und entspannen – Schokohasen und Omas Kuchen tun ihren Rest dazu!   







Lieblingsplatz finden



Da draußen warten überall so viele wunderschöne Orte darauf, von euch entdeckt zu werden! Manche von ihnen strahlen ein so wohliges Zuhause-Gefühl aus, dass wir immer wieder dorthin zurückkehren möchten. Solche Orte sind die perfekte Alternative zum Spielplatz im Park oder zur Standard-Spazier-Runde: Deine Kinder können sich austoben, vertiefen und entdecken und du stürzt dich je nach Laune mit ihnen ins Abenteuer oder aber beobachtest das wilde Treiben entspannt von deiner Hängematte aus.



Um euren Lieblingsplatz zu finden, zieht mit Proviant im Rucksack los und haltet Ausschau nach einem Ort, der für euch besonders ist, an dem ihr gerne verweilt und euch wohlfühlt. Verlasst dazu auch ruhig mal die Wege oder strömt an einer vielversprechenden Stelle in verschiedene Richtungen aus. So findet ihr vielleicht einen schönen Aussichtspunkt, ein gemütliches Plätzchen am Ufer eines Baches, eine von knorrigen Bäumen umgebene Waldlichtung oder einen versteckten Strand am See. 



Einmal auserkoren, könnt ihr immer wieder zu eurem Lieblingsplatz zurückkehren und ihn als euer kleines, gemeinsames Geheimnis hüten.



Blind durch die Natur



Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Alles, was wir bewusst wahrnehmen, erfassen wir vorrangig über das Sehen.



Bei diesem Abenteuer geht es darum, das Licht einmal auszuknipsen und euch für eure anderen Sinne zu öffnen: fürs Fühlen, Riechen, Hören und vielleicht auch Schmecken. Sucht euch einen schönen, abwechslungsreichen Ort im Wald und führt euch gegenseitig mit verbundenen Augen durchs Gelände. Haltet dabei immer mal wieder inne, um spannende Dinge ertasten, beschnuppern und vielleicht auch schmecken zu lassen. Das kann ein Steinhaufen sein, ein Baumstamm oder der  Waldboden.



Besonders spannend wird es, wenn die Kinder die Führung übernehmen. Vertraue ihnen, dass sie dich sicher führen und lass dich auf dieses ungewohnte Erlebnis ein. Nehmt euch hinterher Zeit euch über eure Erfahrung auszutauschen: Wie hat sich das angefühlt? Was war besonders angenehm? Was eher unangenehm? Konntet ihr manche der Stellen wiedererkennen, an die ihr geführt wurdet? 







Löffel-Expedition



Ihr wollt die Outdoor-Saison einläuten, aber habt das Gefühl ihr kennt schon alles in eurer Gegend? Jede Wette, dass es bei euch noch was zu entdecken gibt! 



Bei diesem Abenteuer lasst ihr den Zufall entscheiden, wo es hingeht. Ihr braucht dazu eine Landkarte eurer Umgebung (am besten im Maßstab 1:25:000) und einen ganz normalen Löffel. Breitet die Karte auf dem Boden auf dem Boden aus. Jetzt stellt sich ein Kind darüber und lässt den Löffel mit geschlossenen Augen fallen. Dort, wo die Spitze hinzeigt, liegt euer Ziel. Vielleicht ist es ein Steinbruch, ein kleines Wäldchen oder ein Seeufer. Vielleicht aber auch ein unscheinbarer Fleck, der euch nie interessiert hätte. (Wenn die Spitze auf Startbahn Nr. 2 des Flughafens zeigt, darf auch noch mal gelöffelt werden.)



Macht es euch zu eurer heutigen Mission, dorthin zu kommen. Ihr werdet sehen: Es kann ganz schön anspruchsvoll sein, euren Ort zu erreichen. Wahrscheinlich müsst ihr kreativ werden um zu entscheiden wie ihr dort hin gelangt und am Ende geht es bestimmt Querfeldein. Wenn ihr angekommen seid, macht ein Heldenfoto zur Erinnerung und feiert eure erfolgreiche Expedition. Wenn nicht: Auch egal! Bei diesem Abenteuer ist auf jeden Fall der Weg das Ziel. Garantiert werdet ihr bei diesem Abenteuer viele tolle Orte entdecken, die ihr bisher noch nicht kanntet. 



Tipp: Wenn keine Papierkarte im Haus ist, versucht’s mal mit einem Ausdruck der Online-Karte von Mapy.cz







Konzert im Morgengrauen



Im Frühling gibt es einen besonderen Grund ganz früh aufzustehen: Von April bis Juni startet jeden Morgen ein kostenloses Konzert vom Feinsten. Hauptakteure sind die Vogelmännchen, die zu dieser Zeit trällern was das Zeug hält um ihre Liebste anzulocken. Und damit sie ihn auch unter den vielen anderen Männchen heraushören kann, startet der Gesang je nach Vogelart zeitversetzt. Der Gartenrotschwanz zum Beispiel fängt schon etwa 80 Minuten vor Sonnenaufgang an, der Buchfink als Langschläfer legt erst 10 Minuten vor Sonnenaufgang los. 



Welcher Vogel wann singt, verrät euch die NABU Vogeluhr. 



Dieses Abenteuer lässt sich besonders gut mit einem wilden Outdoor-Frühstück verbinden. Jetzt im Frühling sprießen nämlich überall die ersten frischen Wildkräuter. Und um daraus einen leckeren Frühstücksquark zu zaubern braucht ihr kein besonderes Pflanzenwissen. Für den einfachsten Kräuterquark der Welt braucht es zum Beispiel nur Brennnessel, Gänseblümchen und Löwenzahn. Dazu ein frisches Brot und ihr seid bestens verpflegt.



Tipp für Fortgeschrittene Ausbüxer: Wenn ihr nicht so früh aus den Federn wollt, dann schlaft doch gleich unter freiem Himmel. Sobald es nachts wärmer als 10 °C ist, geht das auch schon mit den Kleinsten. Packlisten und Praxistipps gibt’s hier.







Im Buch Ausgebüxt! – Mikroabenteuer mit Kindern von Jana und Patrick Heck findet ihr mehr als 40 Abenteuerideen und 30+ Outdoor-Rezepte für unvergessliche Erlebnisse in der Natur. Dazu gibt es alles zum Thema Ausrüstung, Outdoor-Wissen und handfeste Tipps, wie Mikroabenteuer euren Familienalltag bereichern und entspannter machen.












               
Ausgebüxt! 5 Naturabenteuer, die ihr diesen Frühling erleben solltet
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/back2school-mama-ist-verhext-wie-mich-die-kinder-mal-in-ausradierbare-frixion-stifte-verwandelten-mit-videobeweis
       
Ihr Lieben, ich weiß, man soll es ja nicht zu laut sagen, aber hey, vielleicht gehen unsere Kinder ja wirklich bald wieder zur Schule. Also so richtig, richtig, mit Schulbus und FreundInnen und in einem richtigen Klassenzimmer mit Lehrern und Lehrerinnen statt bei uns am noch gedeckten Küchentisch mit Mama, die eigentlich auch noch ein bisschen arbeiten müsste…



Zurück in die Schule: Sogar die Kinder freuen sich ein bisschen



Und das Allerbeste: Nicht nur ich würde mich darüber sehr freuen, sondern auch die Kinder! Zum ersten Mal in ihrem Leben denken sie am Ende der Sommerferien: Hach, so ein bisschen Schule und Normalität wäre ja schon auch mal wieder cool – back to school und zwar mit einem lachenden Auge! Deswegen werden hier auch schon fleißig Vorbereitungen getroffen (also zumindest bei einem von drei Kindern, ihr erinnert euch… 😉).







Unsere Große zeichnet sich ein Bullet Journal, für das sie im Rahmen der #back2school-Kampagne der FriXion Family die coolsten Stifte ever nutzen durfte. Vermutlich kennt ihr sie ja eh schon, diese ausradierbaren dick- und dünnminigen in hellrosa und dunkelgrün und noch viel mehr Farben. Und habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt, wie das funktioniert, dass man sie einfach so wegradieren kann?







Das liegt nämlich an einer Art Zaubertinte aus dem Hause PILOT (unter dem Link findet ihr noch tolle Schultipps für Eltern)! In Wahrheit nennt man das Verfahren thermosensitive Tintentechnologie… (wieder was gelernt). Durch das Reiben des integrierten Radierers am Ende des Stiftes erhitzt sich die Tinte auf über 60 Grad und wird dadurch unsichtbar.



Ausradieren und wieder herstellen: Mit FriXion Stiften können die Kinder quasi zaubern



Der Witz ist: Wenn man das Papier danach in den Tiefkühler legt, kann man alles wieder lesen, denn die Tinte wird bei Temperaturen von minus 10 Grad und kälter wieder sichtbar. Unsere Jungs mussten das natürlich sofort ausprobieren und siehe da: Es klappte!







Aber zurück zum Bullet Journal der Großen. Sie macht sich also jetzt einen Plan, wie sie ihre neuen Wochen mit Schule und Hobbys und Freundinnentreffen gestalten kann, unterlegt einige Worte mit Farben und variiert dabei verschiedene Stifte…  etwa den FriXion Ball, den Clicker (beide eignen sich vor allem ut zum Schreiben), den Point, Light, Light Soft (diese beiden sind sozusagen radierbare Textmarker und deswegen auch auf meinem Schreibtisch echt wichtig), Colors (mit dem kann man vor allem super ausmalen) und den Fineliner. Schaut mal, so schwierig ist das gar nicht, vielleicht mögen eure Kids oder ihr selbst das sogar mal nachzeichnen oder als Anregung nehmen?







Zu guter Letzt mussten wir uns aber natürlich auch noch einen kleinen Spaß erlauben. Denn wenn schon die FriXion Stifte ausradierbar sind und die Tinte wegzuzaubern ist… könnte man dann nicht vielleicht sogar auch die Mama weghexen…?! Kein Thema! Und so entstand dieses herrliche Video als Ferienprojekt, in dem mich die Jungs per Zauberhand in eine Handvoll cooler FriXion Stifte verwandelten, WEG WAR SIE:







Aber: Keine Sorge, das mit der Rückverwandlung hat danach dann auch wieder gut geklappt… sonst könnte ich diesen Text ja hier nicht schreiben 😉 Seid ihr denn auch schon in Vorbereitungen fürs neue Schuljahr? Habt ihr das Material schon zusammen? Oder habt ihr das Shopping für den Schulstart noch auf der To-do-Liste stehen?
               
#back2school mit FriXion Finelinern und Stiften mit Radierer von Pilot
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/behoerden-irrsinn-warum-wir-uns-nach-dem-tod-unseres-sohnes-nicht-gut-behandelt-fuehlten
        Liebe Dörte, Euer dreijähriger Sohn Johann ist im November 2019 überraschend gestorben. Kannst Du uns etwas darüber erzählen?
Johann kam 2016 als Frühchen zur Welt. Bereits bei 18+0 SSW hatte ich einen Blasensprung. Ich habe dann elf Wochen lang gelegen und wir haben es zusammen bis 29+0 SSW geschafft. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich eine Infektion ab, so dass er auf die Welt geholt wurde.
Es stand einige Tage lang nicht gut um ihn, aber er hat gekämpft wie ein kleiner Löwe, so dass er nach genau 100 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Er hatte zwar nachfolgend immer mal Probleme mit Atemwegsinfekten in der Winterzeit, wie es viele ehemalige Frühchen haben. Insgesamt war er aber nach allen ärztlichen Befunden ein völlig gesundes Kind ohne nennenswerte (gesundheitliche) Spätfolgen.
Er ging gerne in seine Kita, liebte Musik, Waschmaschinen und Staubsauger. Und seine große Schwester Emmi. Im Oktober haben wir seinen dritten Geburtstag gefeiert, er war so stolz, nun „auch groß“ zu sein.
Am 1. November wollte ich Johann morgens wecken, nachdem sich seine Schwester auf den Weg in die Schule gemacht hatte. In seinem Bettchen, mit seiner Kuscheldecke und seinem Hasen im Arm, habe ich ihn dann leblos gefunden. Er lag in der gleichen Position, in der er am Vorabend eingeschlafen war. Allem Anschein ist er im Schlaf gestorben. Einfach so.
Wie geht es Euch seit diesem Tag? Wie geht ihr mit dem schrecklichen Verlust um?
An diesem Morgen ist unsere heile Welt über uns zusammengebrochen. Die ersten Tage und Wochen sind wie in einem dichten Nebel an uns vorbeigezogen. Ganz häufig habe ich mich gefühlt, als würde ich träumen und mir verzweifelt gewünscht, ich könnte endlich, endlich aufwachen aus diesem Alptraum.
Nur sehr langsam hat sich in meinem Kopf die Erkenntnis durchgesetzt, dass das alles wirklich passiert ist und das „Ohne-ihn-sein“ nun unser Leben ist. Mein Mann und ich haben viel Halt aneinander und durch die Zuwendung unserer Familie, unserer Freunde und Kollegen gefunden. So viele Menschen haben Anteil genommen und das hat uns sehr getröstet.
Wir versuchen, jeden Tag weiterzumachen, allein für unsere Tochter müssen wir es. Sie ist so ein tapferes, mutiges und kluges Mädchen, wir tun alles, um es für sie leichter zu machen. Sie vermisst ihren kleinen Bruder, den sie immer beschützen wollte, sehr.
Für Dich war es eine zusätzliche Belastung, wie die Behörden mit Euch umgegangen sind. Was genau ist passiert nach dem Tod von Johann?
An jenem Morgen kamen neben dem Notarzt und den Rettungskräften auch Beamte der Kriminalpolizei zu uns. Sie haben Johanns Körper mitgenommen und in die Rechtsmedizin der hiesigen Uniklinik gebracht.
Das hängt damit zusammen, dass in Fällen wie diesem – wenn also ein Kind ohne ersichtlichen Grund stirbt – ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, um auszuschließen, dass es irgendeine Fremdeinwirkung gab, die den Tod zur Folge hatte.
Im Rahmen dieses Verfahrens wird eine rechtsmedizinische Untersuchung durchgeführt, um die möglichen Ursachen zu beleuchten. Auch an Johanns Körper wurde eine Obduktion durchgeführt, d.h. z.B. seine Organe begutachtet.
Man hat bei dieser Untersuchung nichts gefunden, was seinen Tod hätte erklären können, und daher weitere Untersuchungen, insbesondere der entnommenen Gewebeproben, angeordnet. Ein Ergebnis haben wir bislang nicht.
Dieses Verfahren ist gesetzlich vorgesehen und ich halte es auch für völlig richtig. Allerdings hat mich extrem belastet, dass wir während dieser Zeit nicht umfassend und mitfühlend informiert worden sind, darüber, was mit unserem Kind geschieht.
Immer wieder, wenn ich bei Polizei, Rechtsmedizin oder Staatsanwaltschaft angerufen habe, hat man mich hin- und herverwiesen und mir gesagt, dass vor dem formellen Abschluss des Verfahrens keine Informationen erfolgen werden.
Wir hingen in dieser Zeit völlig in der Schwebe, erst nach einer Woche hatten wir überhaupt die Möglichkeit, Johann noch einmal zu sehen und uns von ihm zu verabschieden. Ich habe letztlich die Informationen, die ich haben wollte, bekommen; das aber nur, weil ich immer und immer wieder nachgehakt und gebohrt habe.
Welche Reaktion hättest Du Dir stattdessen gewünscht?
Ich hätte mir gewünscht, dass ich zu Beginn des Verfahrens einmal vernünftig und umfassend informiert worden wäre, was nun passiert und welche Schritte im Einzelnen durchgeführt werden. Ich hätte mir gewünscht, dass man mir gesagt hätte, dass und wann die eigentliche rechtsmedizinische Untersuchung stattfindet.
Ich habe Nächte damit verbracht zu grübeln, ob man mein Kind bereits aufgeschnitten hat oder nicht. Ich wusste es ja einfach nicht. Und ich hätte mir gewünscht, dass man mir die vorläufigen Ergebnisse der medizinischen Untersuchung mitgeteilt hätte. Von sich aus und nicht nur, weil ich so hartnäckig wieder und wieder danach gefragt habe.
Ist es nicht ohne Weiteres naheliegend, dass man einer Mutter, die ihr Kind verloren hat, sagt, dass nach dem vorläufigen Untersuchungsbefund nichts dafür spricht, dass das Kind gelitten hat, als es starb? Dass es mit einiger Wahrscheinlichkeit keine Schmerzen hatte? Für mich und auch für meinen Mann war das unheimlich wichtig.
All diese Informationen hätte man uns ohne weiteres geben können, weil von Seiten der Behörde nie im Raum stand, dass gegen uns ermittelt wird. Es gab nie irgendwelche Verdachtsmomente, die es geboten hätten, bestimmte oder alle Informationen aus prozessualen Gründen zurückzuhalten.
Du bist Juristin – hat Dir dein Wissen in dieser Situation geholfen?
Ja, auf jeden Fall. Ich arbeite zwar nicht unmittelbar in diesem Bereich, aber ich kenne das grundsätzliche Verfahren, das in einem solchen Fall durchgeführt wird bzw. ich weiß schlicht, an welcher Stelle im Gesetz ich nachschauen muss.
Eigentlich noch wichtiger war aber, so glaube ich es jedenfalls, dass meine Hemmschwelle, hartnäckig immer weiter zu fragen, einfach niedriger war, als bei jemandem, der sich mit dem Ganzen nicht auskennt. Aufgrund meines beruflichen Hintergrundes habe ich natürlich viel weniger „Berührungsängste“ gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft.
Ich musste in dieser furchtbaren Situation, in der ich schon überfordert war, mich für einen Bestatter zu entscheiden, nicht auch noch einen Rechtsanwalt aussuchen, um meine Belange durchzusetzen.
Du hast Dich in einem offenen Brief an die Behörden gewandt. Warum war Dir das wichtig?
Das habe ich getan, weil ich mir wünsche, dass die Behörden ein wenig mehr Einfühlungsvermögen an den Tag legen, wenn Sie mit trauernden Familien konfrontiert sind. Ich erwarte nicht, dass der Staatsanwalt die ganze Zeit in seine Akte weint, weil er das Ganze so traurig findet. Das wäre auch gar nicht richtig, er soll ja objektiv ermitteln und herausfinden, was passiert ist. Das ist die Aufgabe der Behörde.
Einen Moment innezuhalten, sich vorsichtig vorzustellen, wie schrecklich die Situation für die Hinterbliebenen sein muss und sich dann zu überlegen, was man tun könnte, um es wenigstens nicht schlimmer für sie zu machen, ist alles, was ich erwarte.
Dazu gehört es, zu informieren und Fragen zu beantworten, wenn sie gestellt werden und nicht auf Formalien zu verweisen; das alles selbstverständlich nur, wenn das gewünscht wird. Wenn die Hinterbliebenen all das lieber gar nicht wissen wollen, ist auch das ihr gutes Recht.
Gab es Reaktionen auf den Brief?
Mittlerweile gibt es einen Gesprächstermin bei der Staatsanwaltschaft, dem ich positiv entgegen sehe. Auch der Informationsfluss seitens der Behörde klappt derzeit gut. Es gibt Hinweise auf eine unerkannte (Akut-)Erkrankung, die sich im Rahmen der weiteren Untersuchungen ergeben haben und die Johanns plötzlichen Tod erklären.
Die Trauerbegleiterin, die auch uns betreut, hat sich z.B. bereit erklärt, sich mit den Vertretern der Behörde zusammenzusetzen und diese darin zu schulen, wie Trauernde in einer solchen Extremsituation fühlen und was man tun könnte, um sie nicht noch zusätzlich zu belasten. Man könnte mit kleinen Dingen eine wirkliche Verbesserung erzielen, aber man muss natürlich bereit sein, sich ehrlich darauf einzulassen.
Von anderen Betroffenen haben wir zahlreiche Rückmeldungen erhalten, dass sie sich in einer vergleichbaren Situation befunden haben und sich, weil sie eben nicht „vom Fach“ sind, noch viel hilfloser als wir gefühlt haben.
Auch Selbsthilfegruppen und Vereine, die Trauerbegleitung anbieten, haben mir geschildert, dass häufig Angehörige bei ihnen sitzen, die Ähnliches erlebt haben und die darunter, neben all dem anderen Schmerz, sehr leiden. Ich denke, es handelt sich also wirklich um ein strukturelles Problem. Hier muss sich etwas ändern.
Was gibt Dir momentan Kraft, um nicht an Eurem Verlust zu zerbrechen?
Meine Familie, vor allem mein Mann und unsere Tochter. Meine Arbeit, von der ich merke, dass sie mir Freude macht, egal, was in meinem Leben sonst passiert. Unsere lieben Freunde, die immer für uns da sind.
Was wünscht Du Dir für die kommenden Monate?
Die Kraft, weiterzumachen. Dass irgendwann die Erinnerung an unseren fröhlichen Jungen und sein viel zu kurzes, aber so intensives Leben nicht mehr so überwältigend schmerzt.
Und ein Stück weit auch, dass ich etwas bewegen kann mit meinem Appell, und wenn es nur eine einzige Familie ist, der dadurch zusätzlicher Schmerz und unnötige Belastungen erspart bleiben.
               
Behörden-Kämpfe: Dörte fordert nach dem Tod ihres Sohnes mehr Empathie | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/beidseitige-mastektomie-so-kaempft-sich-barbara-nach-dem-brustkrebs-zurueck-ins-leben
       
Ihr Lieben, jede 8. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Deshalb greifen wir hier das Thema immer wieder auf, erzählen Geschichten von Betroffenen und klären immer wieder zum Thema Vorsorge auf. Sowohl Lisa als auch Katharina haben Fälle von Brustkrebs im näheren Freundes-und Familienkreis, deshalb berührt uns dieses Thema auch persönlich sehr. 



Heute möchten wir Euch die Geschichte von Barbara (49) erzählen, die bereits zwei Mal diese Diagnose bekam und zweimal tapfer gegen den Krebs gekämpft hat. Letzten August wurden ihr beide Brüste abgenommen, darüber erzählt Barbara im Interview. Und wir wollen Euch die Firma Amoena vorstellen, die Frauen nach einer Brustkrebserkrankungen durch spezielle Prothesen, Dessous und Bademoden Lebensqualität zurück geben möchte. 



Liebe Barbara, mit gerade mal 34 Jahren hast du die Diagnose Brustkrebs erhalten.



Genau, das war im Jahr 2006. Da ich keinerlei familiäre Vorbelastungen habe, hat mich das wirklich total umgehauen. Ich habe mich aber durchgekämpft, Operationen und Chemos überstanden. Und tatsächlich sah es so aus, als hätte ich Glück gehabt. 14 Jahre lang hatte ich „Ruhe“ und habe mein Leben sehr genossen. 



Bis du dann im März 2020 wieder einen Knubbel in der rechten Brust gefühlt hast…. 



Ja, ich habe mir aber tatsächlich zunächst nicht so viel dabei gedacht, da ich ein Jahr vorher eine ähnliche Situation hatte, die sich dann aber als harmlos herausgestellt hatte. Auf dem Ultraschall sah mein Arzt allerdings dann etwas, was ihm nicht so gefiel und er hat sofort eine Biopsie gemacht. Bis dahin war ich immer noch voller Hoffnung. Am 1. April klingelte dann mein Handy und es hieß: Da ist eine Krebsvorstufe in der rechten Brust. 



Kannst du beschreiben, was da in Dir vorging? 



Es fühlt sich wirklich so an, als würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen werden. Mir wurde heiß, alles in mir zog sich zusammen und ich dachte nur: Ich will nicht nochmal durch diese ganze Sache durchmüssen. Mein Mann kam während des Anrufs ins Zimmer, sah natürlich sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist. Er blieb ganz ruhig, nahm mich in den Arm und sagte: Wir schaffen das!



Wie ging es weiter?



Nach diversen Untersuchungen und Eingriffen war klar, dass es doch keine Vorstufe in der rechten Brust ist. sondern es sich um mehrere bösartige Tumore handelt. In der linken Brust wurden zusätzlich Vorstufen von Krebs gefunden. Es gab unterschiedliche Möglichkeiten, wie es für mich weiter gehen könnte. Eine Variante war komplette Abnahme der rechten Brust und die Entfernung des Gewebes in der linken und anschließende Bestrahlung dieser. Für mich kam eine Bestrahlung allerdings nicht mehr in Frage, das war für mich sofort klar. Und so habe ich relativ schnell gewusst, dass mein Weg eine beidseitige Mastektomie sein würde. 



Eine Entscheidung, die sicherlich sehr schwer zu fällen war. 



In der Theorie war alles entschieden. Aber ich fragte die Ärztin, ob ich noch Zeit hätte, mich ein paar Wochen an die Vorstellung zu gewöhnen. Aus medizinischer Sicht war das okay und so setzten wir den OP-Termin vier Wochen später an. In dieser Zeit gingen mein Mann und ich wandern. Ich musste dringend raus, eine andere Umgebung haben, mal andere Gedanken in meinem Kopf bekommen. Diese Zeit war für mich sehr wertvoll und als der Tag der OP kam, war ich wirklich bereit dafür. 



Erzählst du uns von diesem Tag? 



Am Abend vorher habe ich mich nochmal ganz bewusst von meiner Brust verabschiedet, sie mir ein letztes Mal angesehen. Nach der OP war ich ja erstmal komplett verbunden, da hatte ich noch gar kein richtiges Gefühl, wie ich jetzt aussehen könnte. Am Tag nach der OP kam meine Ärztin, um den Verband zu wechseln. Ich konnte einfach nichthinsehen, habe an die Decke geschaut und fing an zu heulen. Als die Drainagen gezogen wurden, war mein Mann dabei. Dafür musste der Verband natürlich auch abgemacht werden. Er hat mich da das erste Mal ohne Brust gesehen. Ich habe ihm die ganze Zeit dabei in die Augen geschaut, sein Blick sagte: „Es ist nicht schlimm. Du bist immer noch du.“ Das war sehr sehr beruhigend. 



Wann hast du dich dann das erste Mal ohne Brust gesehen? 



Es war am Tag nachdem die Drainagen gezogen wurden und ich die Pflaster wechseln wollte.  Abends sagte ich zu meinem Mann: „Ich bin jetzt soweit“ und wir sind ins Badezimmer. Er stand die ganze Zeit hinter mir, als ich den Verband öffnete und mich zum ersten Mal ansah. Er hat mich gehalten, war bei mir, das war ein großes Glück für mich. Ich habe große Narben, von der Achsel bis zur Brustmitte. So bin ich jetzt eben. 



Du hast dich erstmal gegen einen Brustaufbau also zb. gegen Implantate entschieden.



Ja, ich war so viel im Krankenhaus, hatte so viele Eingriffe, ich wollte nun einfach wieder Ruhe in mein Leben kriegen und mir Zeit geben, zu heilen.



Du trägst nun im Alltag Prothesen. 



Man bekommt schon im Krankenhaus einen Erstversorgungs-BH und Schaumstoff-Prothesen, wenn man das möchte. Da ich mich bisher nie mit diesem Thema auseinandersetzen musste, hatte ich diese Vorstellung, dass sämtliche Wäsche und Bademoden aus dem Sanitätshaus nur fleischfarben und unmodern seien. So mit dicken Trägern und breiten Hosen eben. Also habe ich angefangen zu recherchieren und bin auf die Firma Amoena gestoßen. Mich haben die schönen Materialien, die Schnitte und die Qualität der Prothesen total überzeugt. Ich dachte, ich könnte nie wieder einen trägerlosen BH tragen – und dann gab es da ein Modell und das hieß auch noch Barbara. Da war ich wirklich happy und habe gespürt, dass es weiter geht. 



Was hast du durch deine Krankheit gelernt?



Mir waren Brüste immer sehr wichtig. Für mich standen sie für Weiblichkeit. Heute weiß ich: Ich bin viel mehr als meine Brust. Ich sehe mich im Spiegel und sehe mich, mit Ecken und Kanten, mit all meinen Facetten und Begabungen. Ja, ich fühle mich schön und weiblich – auch ohne Brust. 



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Klar ist, dass jede Frau nach einer Mastektomie ihren eigenen Weg finden muss. Die einen möchten auf jeden Fall einen Brustaufbau, die anderen entscheiden sich wie Barbara dagegen und greifen auf Prothesen zurück. Amoena, eine Firma aus dem bayerischen Raubling bei Rosenheim, ist seit über 45 Jahren spezialisiert auf Medizinprodukte für brustoperierte Frauen. Sämtliche Amoena Produkte werden in enger Zusammenarbeit mit Medizinern und Ärzten entwickelt und von betroffenen Frauen intensiv getestet.



Oft ist es so, dass betroffene Frauen für ihre verschiedenen Anliegen zahlreiche Geschäfte und Sanitätshäuser abklappern müssten – bei Amoena finden sie alles unter einem Dach. Das spart Zeit und Kraft, die betroffene Frauen dringend für ihre Heilung brauchen.







Amoena bietet eine Rundum-Versorgung an, speziell an die Bedürfnisse der Frauen angepasst. So gibt es wirklich sehr hübsche Dessous und Bademoden für jeden Anlass und passend dazu die verschiedensten Prothesen. Die Brustprothesen sind keine starren, unbeweglichen, harten „Plastikteile“, sondern werden aus High-Tech-Materialien und hoch differenzierten Silikonen hergestellt. Sie sind also ganz weich, passen sich der Körperform an und kommen optisch sehr nach an die natürliche Brust heran. 







Für die Bademode gibt es spezielle  Prothesen, die so genannte Aqua Wave – so können Frauen nach einer Mastektomie auch wieder ganz normal an den Badesee oder ins Schwimmbad. Es gibt Prothesen, die ideal in die eingenähten Taschen der BHs passen sowie Prothesen, die direkt auf der Haut getragen werden, ohne dass sie unangenehm auf den Narben drücken. Für Frauen, die ungleich große Brüste – oder nach einer Mastektomie nur noch eine Brust haben – gibt es auch Prothesen wie die Amoena Adapt Air, deren Volumen sich individuell anpassen lässt. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Produkten, die die Narbenheilung unterstützen können. So gut wie alle Produkte von Amoena sind so genannte medizinische Hilfsmittel und werden deshalb von den Krankenkassen bezahlt oder bezuschusst. Man erhält die Produkte im Sanitätshaus auf Rezept vom Arzt. 



Für Barbara war Amoena ein Grund für mehr Normalität. „Durch die Prothesen ist meine Mastektomie nicht sofort für jeden sichtbar und die Vielfalt der Dessous geben mir die Freiheit nach wie vor alles tragen zu können was mir gefällt.  Für mich ist das ein großes Geschenk und ich bin sehr dankbar dafür!“Mehr Info: www.amoena.de








               
Beidseitige Mastektomie: So kämpft sich Barbara zurück ins Leben
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/berliner-und-potsdamer-aufgepasst-registrierungsaktion-am-9-11-carlos-will-leben
        Das ist Carlos. Carlos hat noch viel vor: Er muss noch schwimmen lernen, eine viel zu große Zuckertüte tragen, vom Fahrrad fallen, heimlich hinter der Turnhalle knutschen, zu spät nach Hause kommen und seine Eltern auf die Palme bringen. Und eigentlich hat Carlos noch genug Zeit dafür, denn Carlos ist erst zwei Jahre alt. Aber Carlos hat Leukämie und sucht dringend einen Knochenmarkspender. Um möglichst viele potentielle Spender zu gewinnen, erhält die Familie – die Eltern sind Darsteller bei GZSZ – tatkräftige Unterstützung von ihren Freunden und Kollegen der TV-Produktionsfirma UFA SERIAL DRAMA. Gemeinsam mit der DKMS organisieren sie eine Registrierungsaktion am
9. November 2014. Von 11-16 Uhr in der Metropolis Halle im Filmpark Babelsberg, Großbeerenstraße 200, 14482 Potsdam.
Hier geht es zum offiziellen Flyer der Aktion.
Aufruf der Eltern:
Seit einigen Wochen sind wir mit unserem Carlito (2 Jahre alt) im Krankenhaus.
 Er hat eine seltene Art der LEUKÄMIE (Blutkrebs).
 Auf einmal ist ALLES anders…
 Unendlich traurig und fassungslos standen wir da!
 Unsere Welt steht Kopf…
 Doch wir werden mit unserem Carlito kämpfen und ihn wieder gesund mit nach Hause nehmen.
 Die Chemotherapie hat begonnen und Carlito hat die ersten Operationen gut überstanden.
 Wir haben einen langen Weg vor uns und letztendlich steht uns eine Knochenmarktransplantation bevor.
 Carlito hat uns versprochen zu kämpfen, wie ein großer Löwe!
Uns ist bewusst geworden, dass es JEDEN von uns treffen kann!
 JEDER kann dazu beitragen Carlitos und das Leben Anderer zu retten!!!
Bitte nimm Dir die Zeit, informiere Dich über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei ( www.dkms.de ) und registriere Dich als Spender!
 Teile und like diesen Beitrag, sodass wir viele Menschen erreichen!
Wir danken jedem von Euch – von ganzem Herzen!
 Carlito, Susi & Jay
Die Texte haben wir dem Blog Carlos und Du entnommen.
               
Berliner und Potsdamer aufgepasst! Registrierungsaktion am 9.11.! CARLOS will leben! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bin-ich-schon-depressiv-oder-ist-das-noch-das-leben
       
Ihr Lieben, die Zeiten des Lockdowns bringen viele von uns an ihre Grenzen. Und manche sogar darüber hinaus. Aber ab wann erkennen wir, ob wir einfach nur erschöpft sind – oder schon Hilfe brauchen, um aus dem Loch wieder rauszukommen? Autor und Familienvater Till Raether erzählt in seinem neuen Buch Bin ich schon depressiv oder ist das noch das Leben von den Graustufen zwischen Überforderung, weil er sie selbst kennenlernen durfte bzw. musste.



Autor Till Raether. Foto: Stephanie Brinkkoetter



Lieber Herr Raether, mit Ihrem neuen Buch sprechen Sie mit Sicherheit einigen erschöpften Müttern und Vätern nach einem völlig unplanbaren Corona-Lockdown-Jahr aus der Seele. Gerade wenn Sie schreiben, dass Sie oft daran gedacht haben, sich hinzulegen – und einfach nicht wieder aufzustehen. Provakant gefragt: Ist das noch Erschöpfung oder sollten wir uns jetzt bereits alle Hilfe holen?



Ich denke, es ist nie verkehrt, sich Hilfe zu holen. Leider ist es in der Pandemie nicht einfacher geworden: Es gibt nicht genug Therapieplätze, das Prozedere ist noch komplizierter geworden, die Wartelisten sind lang. Es ist leicht, sich davon abschrecken zu lassen. Aber ich finde, es lohnt sich, dranzubleiben. Selbst, wenn man möglicherweise nur erschöpft ist. Und das nur würde ich in ganz große Anführungszeichen setzen.



Ihr Buch bietet echt hohes Identifikationspotential, weil es eben die Grauzone zwischen Erschöpfung und Erkrankung auslotet. Mögen Sie uns kurz mitnehmen in diese Grauzone?



Ich glaube, dass gerade bei Mehrfachbelastungen die Gefahr groß ist, sich immer wieder zu sagen: Ach, meine Erschöpfung, meine Überforderung, womöglich meine Niedergeschlagenheit – das liegt alles daran, dass ich so viel zu tun habe, dass alle was von mir wollen, dass ich keine Zeit für mich habe. Aber das wird wieder! Wenn man dann nach längerer Zeit merkt, nein, es wird nicht von allein, dann ist man, denke ich, womöglich langsam auf dem Weg raus aus der Grauzone, dahin, wo’s langsam doch immer dunkler wird. Und da komme zumindest ich auf die Dauer dann wirklich nicht mehr allein raus.



Welche Gefühle sind es in den grauen Tagen vor allem, die Sie heimsuchen? Hilflosigkeit? Sinnsuche? Müdigkeit?



Bei mir große Antrieblosigkeit, Gefühle von Sinnlosigkeit, und die feste Überzeugung, dass es mir nichts nützen würde, um Hilfe zu bitten.



Sie schreiben über sich selbst, dass Sie oft die Fassade wahren wollten, wenn Sie in die Depression rutschten. Das hat Sie viel Energie gekostet. Wie äußerte sich das und können Sie sich erklären, warum Sie sich so sehr bemühten, sich nichts anmerken zu lassen? Hatte das auch mit Scham zu tun?



Ich habe Depression lange als Zeichen persönlicher Schwäche gesehen. Vermutlich, weil meine eben auch mit einem so großen Schwächegefühl einherging: dem Gefühl, nicht mehr zu können, für alles zu schwach zu sein. Das passte nicht in das Bild, dass ich von mir selbst im Job und traditionellerweise auch als Mann und Vater hatte: Schwäche. Und, ja, dafür habe ich mich dann auch geschämt. Nicht gesellschaftlichen und meinen Erwartungen zu entsprechen.



Sie glaubten lange, Sie müssten sich einfach nur ein bisschen mehr zusammenreißen, oder? Beginnt hier nicht auch ein Teufelskreis der Selbstzermarterung?



Klar. Das mit dem Zusammenreißen ging bei mir eine ganze Weile gut, bis ich gemerkt habe, dass ich womöglich nur aus Angst und Schuldgefühlen so gewissenhaft bin und immer weiter durchhalte. Das hat mich auf die Dauer immer mehr Kraft gekostet, die mir dann wiederum anderswo gefehlt hat. Bis es eines Tages nicht mehr ging.



Ein gebrochenes Bein sieht man, eine gebrochene Seele nicht. Das macht es auch so schwer für Angehörige und Außenstehende, oder? Wie sind Ihre Nächsten mit Ihrer Erkrankung umgegangen?



Glücklicherweise sehr verständnisvoll. Mit wenig Druck. Aber auch mit Trauer und Mitgefühl. Aber ebenfalls, und das ist glaube ich ganz wichtig, mit dem klaren Signal: Wir können dir nicht helfen, aber wir können dich dabei unterstützten, dir von anderen helfen zu lassen. Das war sehr wichtig und sehr schön für mich.



Wie haben Sie Ihren Kindern Ihre Erkrankung erklärt, einmal hatten Sie ja sogar die Sorge, die Depression womöglich gar an Ihren Sohn weitervererbt zu haben…



Ich habe die Kinder, als sie kleiner waren, nicht damit konfrontiert. Als ich angefangen habe, Antidepressiva zu nehmen und mich um eine Therapie zu kümmern, waren sie zehn und dreizehn, und da habe ich recht offen und einfach zu ihnen gesagt: Ihr wisst ja, dass ich oft erschöpft und reizbar bin, das möchte ich nicht, und das ist leider immer schlimmer geworden, darum nehme ich jetzt Tabletten dagegen und mache eine Therapie. Das hilft mir, und ich bin ganz glücklich darüber. So, dass das nie ein Geheimnis oder ein Tabu war, aber auch ohne, dass sie jetzt ständig mit mir darüber reden müssen.



Bin ich schon depressiv oder ist das noch das Leben?



Sie sehnten sich nach Anerkennung. Sie fühlten sich irgendwie verkehrt. Bis irgendwann der große Zusammenbruch kam. Mögen Sie darüber erzählen?



Ich bin irgendwann ans Ende oder an die Grenze des sich Zusammenreißens gekommen. Eine Situation, in der ich mit der ganzen Familie unterwegs war auf der Suche nach einem Restaurant, kurz nach Weihnachten, acht oder neun Personen – und wir fanden nichts und ich hatte das Gefühl, alles hängt von mir ab, und obwohl ich wusste, dass das nicht stimmte, hatte ich keine Reserven mehr, um rational darauf zu reagieren. Ich hab also irgendwann im meinem Viertel auf der Straße gestanden und geschrien: Mir reicht es, ich kann nicht mehr, lasst mich alle in Ruhe! Das will man ja nicht. Sich so aufführen. Und sich so schlecht dabei fühlen. Am Montag danach habe ich einen Termin in der Depressions-Ambulanz gemacht.



Wie geht es Ihnen heute – und was macht vor allem der Lockdown mit Ihnen?



Ich bin glücklich, weil ich das Gefühl habe, mit den depressiven Stimmungen und Episoden, die immer noch da sind, gut umgehen zu können. Sie beuteln mich noch, aber sie bestimmen nicht mein Leben. Am Anfang hab ich den Lockdown sogar als Erleichterung empfunden: Endlich nicht rausgehen müssen, sich verkriechen dürfen, es schien, als wäre mein depressiver Lebensstil plötzlich Mainstream und eigentlich gewollt. Aber jetzt, im 13. Monat, hat sich dieses Gefühl der Erleichterung doch stark abgenutzt, muss ich sagen. Also, ich freu mich auf die Impfung.
               
Bin ich schon depressiv oder ist das noch das Leben?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bin-ich-wehmuetig-gedanken-ueber-meine-wohl-letzte-schwangerschaft
        Ihr Lieben, ich habe ja neulich darüber geschrieben, dass ich mich auch wieder auf die Zeit nach der Schwangerschaft freue – weil jetzt, mit so einem dicken Bauch eben doch einiges recht beschwerlich ist…
Eine Leserin stellte mir dann eine absolut berechtigte Frage. Sie fragte, ob ich denn auch ein kleines bisschen wehmütig sei, weil ich ja selbst sagen würde, es sei vermutlich die letzte Schwangerschaft. 
Das heißt also, dass ich wahrscheinlich nie wieder das Strampeln eines Babys in mir spüren werde, nie wieder gebannt einem CTG lauschen werde, nie wieder fasziniert auf ein Ultraschall-Bild gucken werde. 
Nie wieder Babysachen für ein eigenes Baby kaufen werde, nie wieder über Namen grübeln werde. Nie wieder diese Vorfreude auf ein eigenes Kind empfinden werde. 
Puh, ja, wenn ich darüber so nachdenke, macht mich das tatsächlich wehmütig. Und wie. Ich könnte losheulen und meinem Mann sofort das Versprechen abnehmen, noch mehr Babys in die Welt setzen. 
Ich kenne diese Wehmütigkeit von vielen Freundinnen von mir. Wenn die jetzt meinen Bauch sehen, murmeln die: "Ach, da kriege ich ja direkt auch nochmal Lust.." Das sagen selbst die, die schon einiger Zeit komplett mit der Familienplanung abgeschlossen haben. 
Wie ist das also bei uns? 
Ich komme aus einer Großfamilie und habe vier Geschwister. In der Kindheit fand ich das teilweise höchst nervig, heute toll. Wenn ich in den letzten Jahren mir meine eigene Familie vorgestellt habe, habe ich stets drei Kinder gesehen. Ich hatte das Glück, jeweils schnell schwanger zu werden – und somit diese Vorstellung Realität werden zu lassen. 
Mein Mann hat nur eine Schwester – und ihm hätten wohl auch zwei Kinder gereicht. Er freut sich auf die Kleine – hat aber schon ein paar Mal gesagt, dass ein viertes Kind für ihn kein Thema ist. Er sagte, dass sich auch auf die Zeit freut, wenn die Kinder alle etwas größer sind und wieder mehr Zeit für andere Dinge da ist. Sollten wir ein viertes Kind bekommen – nehmen wir mal an wieder nach rund drei Jahren – wäre die Große schon neun. 
Es ist ja sowieso eine der großen Herausforderungen, sich selbst, den Job und seine Ehe nicht irgendwo zwischen Windelwechseln und Kitaabenden zu verlieren. Mit zwei Kindern haben wir das bisher gut hinbekommen und ich glaube, auch drei können wir gut stemmen. Wie es mit vier Kindern wäre, weiß ich nicht.
Und ich merke auch jetzt, wie schön es ist, dass unsere Kinder nicht mehr ganz so mini sind. Sie spielen auch mal eine Stunde friedlich zusammen, man kann mit ihnen basteln, längere Fahrradausflüge machen, wir brauchen keine Windeln mehr, sie schlafen durch, die entwickeln einen eigenen Humor, sie interessieren sich für Buchstaben und Zahlen – und und und…
Eine Freundin von mir hat gerade ihr drittes Kind bekommen – und auch sie sagt, dass kein weiteres mehr folgen wird. Neulich traf ich sie und sie sah unfassbar müde aus. Auf meine Frage, wie denn die Nächte seien, antwortete sie: "Hart. Aber ich habe beschlossen, mich nicht zu beschweren. Ich mache das alles zum letzten Mal, also werde ich alles genießen. Auch die schlaflosen Nächte!" Das finde ich ganz schon weise…
Also: Auf die Frage, ob ich denn wehmütig sei, kann ich nur sagen: JA! Nicht immer, aber ab und zu. Dann tröste ich mich mit dem Gedanken, dass ich noch zwei kleine Geschwister habe, die hoffentlich noch ganz viele Babys bekommen und die ich als Tante genießen kann. 
Und was das Leben sonst noch bringt, ob es wirklich bei Dreien bleibt oder ob uns irgendwann doch noch die Lust auf ein Viertes erwischt…das bleibt abzuwarten 🙂
 
Ob Schwangerschaften ansteckend sind? Lest mal, was Lisa dazu sagt (und schaut Euch ihren Riesen-Schwangerbauch an)…
 
 
               
Bin ich wehmütig? Gedanken über meine (wohl letzte) Schwangerschaft | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bitte-nicht-brustkrebs-ich-will-doch-noch-meine-enkel-kennenlernen
         Wie ist das, wenn man die Diagnose Brustkrebs erhält? Wenn der Vorhang fällt über das bisherige Leben? Sich ein Abgrund auftut, das Ungewisse? Nicht zu wissen was jetzt kommt, wenn man nicht weiß, ob man überlebt?
Ich komme aus einer Familie, in der einige Frauen mütterlicherseits an Brustkrebs erkrankt sind. Auch meine Mutter bekam ihn. Zwar erst mit 72 Jahren, aber auch sie war betroffen. Zwei Frauen, eine Cousine und eine Tante, haben diese Krankheit nicht überlebt.
Ich konnte mir dieses Gefühl nicht vorstellen. Zwei Monate vor meinem 51. Geburtstag, am 29. Juli 2014, erhielt ich die Diagnose, die mir den Boden unter den Füßen wegriss und mein komplettes Leben aus den Fugen geraten ließ: BRUSTKREBS. Jetzt auch ich!!!
Ein wildes Chaos von Gedanken und Gefühlen begann: Muss ich jung sterben? Werde ich meine Kinder nicht aufwachsen sehen? Meine Enkel nicht mehr kennenlernen? Wer soll die Familie versorgen? Ich wollte doch noch so viele Dinge erleben.
Klare Gedanken fassen und funktionieren war jetzt erst mal nicht drin. Der pathologische Befund der Gewebebiopsie bestätigte es mir schwarz auf weiß: Mammakarzinom rechts oben außen – Päng!!!!! – Mein Gynäkologe meldete mich direkt in einem Kölner Brustzentrum an, denn „die wissen, was jetzt zu tun ist“.
Dort wurden dann auch noch auffällige Lymphknoten gestanzt und als wäre der Tumor in der Brust nicht schon genug, waren auch noch einige Lymphknoten befallen. Und wieder startete in meinem Kopfkino das Endzeitszenario. Metastasen in den Lymphknoten? Das kann nur bedeuten, dass der Krebs bereits gestreut hat.
Die folgenden drei Wochen waren eine emotionale Hölle. Aber aufgeben – das kam für mich nicht in Frage. Meine ganze Familie war in dieser Zeit mehr denn je für mich da. Vor allem mein Mann und meine beiden Söhne.
Mein Mann sagte mir jeden Tag, dass ich eine Kämpferin sei und gesund werden würde und dass er keine Zweifel daran hätte. Mir war klar, dass er mit dieser Extremsituation überfordert war, aber es gelang ihm, durch positive Betrachtung der Dinge, die Negativität zu minimieren.
Unermüdlich hielt er mich, wenn ich morgens mit Angst aufwachte. Meine beiden Kinder haben mich einfach in die Arme genommen, wenn ich meinen Gefühlen und Ängsten freien Lauf ließ. Ich danke euch so sehr, dass ihr mich während dieser Zeit getragen und ertragen habt.
Zwei Wochen später waren alle Untersuchungen vorbei. Die erlösende Nachricht: Man hatte keine Metastasen gefunden! Alles war frei! Leber, Lunge und Skelett.  
Es war also „nur“ der Tumor in der Brust und einige Lymphknoten. Das würde ich hinkriegen! Jetzt konnte ich wieder durchatmen. Meine Angst, jetzt schon sterben zu müssen, wandelte sich komplett in ein JA zum Leben, diese Krankheit anzunehmen und zu besiegen.
Dieser Tumor brachte mich dazu, Meinungen und Einstellungen zu einigen Dingen neu zu betrachten. Vor allem mich selbst zu lieben, aus meinem Hamsterrad auszusteigen und nicht nur zu funktionieren. Ich nannte ihn deshalb „meinen mir auferlegten Freund“.
Ich würde ihm zuhören, aber mich bestimmt nicht von ihm „platt“ machen lassen. Ich hatte verstanden er konnte jetzt gehen, dafür würden jetzt so einige Leute sorgen und natürlich vor allem ich selbst.

Sechzehn Chemotherapien musste ich über mich ergehen lassen. Trotz der Übelkeit bin ich, nach einigen Stunden Schlaf, immer raus an die frische Luft gegangen. Immer in Begleitung einer meiner Söhne, falls ich doch zusammenbrechen würde. Es ist nie passiert!
Im Gegenteil, die Bewegung an der frischen Luft sorgte dafür, dass ich mich besser fühlte. Jedenfalls diese viermal EC hatten es in sich, aber dieses Zeug hat dafür gesorgt, dass der Tumor sich rasch verkleinerte. Schon nach dem zweiten Mal um mehr als ein Drittel.
Vorher trug ich meine Haare kurz und schwarz und jetzt war es ein blonder Bob. Ich habe immer ein frisches Makeup aufgelegt und ging nie ohne Lippenstift aus dem Haus. Ich ging zum Yoga, zur Gymnastik und war viel draußen an der frischen Luft.
Ich hatte begonnen, diese Krankheit als Chance zu sehen. Am Anfang war ich in ein dunkles Loch gefallen, in dem nur die Angst, Traurigkeit und Wut zu spüren war. Doch zunehmend wuchs die Kämpferin in mir.
Ich wurde durch die Therapie komplett in meinem Alltag entschleunigt. Jetzt ging es nur um mich, darum, loszulassen, Dinge abzugeben oder auch mal liegen zu lassen. Das war ein Prozess, der mir nicht leichtfiel, mir, der Perfektionistin.
Aber genau dieser Prozess zeigte mir eben auch, was ich wirklich wollte. Ich entdeckte das Tanzen wieder für mich. Wie wunderbar mein Körper sich anfühlt, wenn ich ihm Raum gebe, sich in der Bewegung auszudrücken.
Dieses Gefühl wollte ich unbedingt weitergeben. Genau aus diesem Grund begann ich 2015 meine Ausbildung zur integrativen Tanztherapeutin bei der DGT Deutsche Gesellschaft für Tanztherapie e.V. in Köln. Hier erwerbe ich mir das notwendige Wissen, um Selbsterfahrungsgruppen durch den integrativen Tanz zu führen.
Woher du auch kommst, ob du reich oder arm bist, was du beruflich machst, welche politische Einstellung du hast oder an wen oder was du glaubst – es ist die pure Lebensfreude.

Info: Astrid Volk leitet seit zwei Jahren leitet Kurse und Workshops im integrativen Tanz – für alle, die im Raum Köln, Frechen, Hürth, Brühl und Erftstadt wohnen. Sie sagt: „Ich konnte schon vielen Menschen dieses wunderbare Gefühl weitergeben, von der Krebspatietenten bis hin zur jungen gestressten Mama. Die pure Lebensfreude, Lebendigkeit und Gelassenheit sind nur drei von so vielen Empfindungen, die während dieser Kurse und Workshops erlebt werden.“ Schaut euch gern mal um: www.tanzkoerper.de
Außerdem erfüllte sich Astrid neben dem Tanzen ein weiterer Traum für sie, bei dem auch die Fotos entstanden, die diesen Beitrag schmücken. Sie liebt das Spiel mit der Kamera, bewarb sich auf Anraten von Freundinnen bei verschiedenen Modelagenturen – und wurde genommen. Nun darf sie sich Best Age-Model nennen. Davon hätte sie im Leben nicht geträumt.
 
Fotos: Silvia Kroll
               
Bitte nicht Brustkrebs! Ich will doch noch meine Enkel kennenlernen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bke-erziehungsberatung-und-was-wenn-ich-ploetzlich-hilflos-vor-meinem-kind-stehe
       
Ihr Lieben, in Zeiten wie diesen, in denen wir viel Quality- und Quantitytime mit der Familie verbringen, weil wir uns immer wieder durch kleinere oder größere Lockdowns auf die Kernfamilie zurückberufen, tauchen neue Herausforderungen auf. Gerade in Erziehungs- und Familienfragen stehen Eltern manchmal hilflos vor ihren Kindern. Und auch für die Kinder selbst und für die heranwachsenden Jugendlichen ist das nicht immer leicht.











Die bke Erziehungsberatung – die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. – kümmert sich um diese Familien – um Menschen wie dich und mich – und bietet unterschiedlichste Hilfen an. Von der persönlichen Beratung bis hin zu einem Gruppenchat, einer Mailberatung oder Einzelchats unter vier Augen. Und zwar für Eltern, aber auch für Jugendliche. Außerdem gibt es ein Forum zum Mitdiskutieren und Austauschen.



Professionelle Unterstützung für Eltern, Jugendliche und Kinder



Viele Beratungsstellen sind auf die Unterstützung von Migrantenfamilien oder auf die Beratung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern besonders eingestellt. Aber es geht auch um grundsätzliche Themen, die in jeder Familie aufkommen – auch außerhalb von Pandemien: Um Schulprobleme, um Stress in der Pubertät oder Veränderungen in der Familie. Um den Umgang mit Trennung und Scheidung oder Emotions-Achterbahnen im Wochenbett oder in der Trotzphase der sonst so lieben Kleinen.



Ulric Ritzer-Sachs



Was die bke Erziehungsberatung genau leistet, weiß kaum einer besser als Ulric Ritzer-Sachs, er gehört zum Leitungsteam und erzählt uns im Interview, wie geholfen wird – und wo die Hilfen ankommen.  



Sehr geehrter Herr Ritzer-Sachs, Sie gehören zum Leitungsteam der bke-Erziehungsberatung. Haben Sie in Corona-Zeiten mehr Anfragen als sonst eh schon?



Ja, wir haben bedeutend mehr Anfragen, was sich vor allem an den Registrierungen zeigt. Zum Vergleich: 2019 haben sich 2873 Eltern und 1673 Jugendliche registriert. 2020 waren es 4760 Eltern und 2139 Jugendliche (bis heute).



Mit welchen Sorgen und Nöten melden sich Eltern gerade vor allem bei Ihnen?



Bei Eltern sind es grob gesagt Verunsicherungen und Überforderungen. Auch durch das Homeschooling über so eine lange Zeit. Das eigene Homeoffice, die Alltagssorgen, die besondere Stimmung durch die Pandemie, die Einschränkungen und dann auch noch die Beschulung waren und sind heftig, vor allem, wenn die Erziehungsaufgaben nicht gleichmäßig verteilt sind.



Sind das ähnliche Sorgen, die auch Jugendliche äußern, die sich an Sie wenden oder gibt es da gar nicht so viele Überschneidungen?



Jugendliche fühlen sich tatsächlich auch oft überfordert und machen das zum Thema. Die Pandemie hat Kinder und Jugendlicher meiner Meinung nach besonders hart getroffen. Erwachsene können daran festhalten, dass es irgendwann wieder vorbei ist. „Irgendwann“ ist aber für junge Menschen eine Ewigkeit.



Wenn ich jetzt Abi gemacht habe, nicht feiern kann, mein Auslandsjahr ins Wasser fällt, ich mich viel früher als gedacht bewerben muss, den Eltern weiter auf der Pelle hänge, die Ausbildung überhaupt nicht unter Coronabedingungen funktioniert (Reisekauffrau /-mann, Veranstaltungstechniker /-in, Koch oder Köchin…, oder z.B. in der Pflege schon zu Beginn überfordert bin das echt schlimm.



Jugendliche, die schon vor der Krise keine gute Beziehung zu den Eltern hatten, sind jetzt noch ärger dran. Sie stehen unter extremer Beobachtung, die Eltern arbeiten daheim, alles ist noch enger. Das kann zu erheblichen Spannungen führen. Mit diesen Themen wenden sich Jugendliche auch an uns.



Bei Ihnen arbeiten über 100 qualifizierte Fachkräfte. Wie können Sie Hilfesuchenden konkret helfen?



Wir helfen in der Einzelberatung, dort in der Mailberatung oder im Einzelchat. In der Mailberatung gibt es eine „eigene“ Fachkraft, mit Fachwissen, therapeutischer Zusatzausbildung und Lebenserfahrung, die neutral und fachkundig ohne Eigeninteresse zuhört, da ist, hilft, das eigene Handeln zu reflektieren und auch gemeinsam mit den Ratsuchenden Ideen und Auswege finden kann.



In den Chats gibt es Gleichgesinnte, die Peer-to-Peer-Beratung kann helfen aber natürlich auch die professionelle Begleitung durch die Fachkräfte. Chats gibt es mit offenen Themen, aber auch mit spezifischen Themen, wie „Hilfe, meine Eltern trinken“, Themen wie Trennung und Scheidung, auch Chats nur für Jungs oder Mädchen, für Väter und für Mütter. Auch Chats mit Jugendlichen und Eltern zusammen sind im Angebot. Allerdings zum Glück nicht mit der eigenen Familie 😉



Im Forum gibt es auf der Eltern- und Jugendseite die Chance, sehr schnell eine Unterstützung zu allen möglichen Themen zu bekommen. Entweder von Eltern und Jugendlichen, oder von den Fachleuten. Hier kann gefragt und diskutiert werden. Das Forum ist 24 Stunden täglich offen und wird fast den ganzen Tag betreut.



Erfahren Sie auch Dankbarkeit? Bekommen Sie manchmal Briefe? Welcher Dank hat Sie bislang am meisten beeindruckt?



Ja, wir bekommen tatsächlich oft gute Rückmeldungen. Menschen, die längere Zeit eine Mailberatung hatten, sind sehr oft dankbar und berichten über die Veränderungen und den Mut, den sie durch die Unterstützung bekommen haben. Jugendliche, die das Forum wegen der Altersgrenze verlassen müssen berichten, was sie alles geschafft haben und dass ihnen die Onlineberatung dabei geholfen hat.



In den Chats ist es oft auch außerordentlich lustig und kreativ. Die Menschen sind begeistert, dass andere das Gleiche empfinden und sich gegenseitig helfen. „Die“ beeindruckendste Rückmeldung gibt es also nicht wirklich, weil oft und regelmäßig neue dazu kommen. Die Neueste ist dann, bis zur nächsten, die Tollste und es fällt mir schwer, eine besonders hervorzuheben.



Gibt es Fälle, die Sie nach dem Feierabend noch mit nach Hause nehmen? Haben Sie da Beispiele? Und wer fängt Sie auf, was gibt Ihnen dann Kraft?



Es gibt Fälle, die besonders berühren. Jugendliche, die unter sehr schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind, Eltern mit extremen Schicksalsschlägen, Menschen, die Hilfe suchen und brauchen, sie aber nicht annehmen können. Es kommt auch vor, dass mich die beschäftigen, auch wenn ich frei habe. Das passiert allerdings nicht mehr sehr oft.



Mit etlichen Berufsjahren gibt es zum Glück viele Ideen, auch abschalten zu können. Mit Musik, Sport aber auch einer sehr zugewandten und liebevollen Partnerin. Professionell bietet die bke-Onlineberatungen aber sehr viel, um schwierige Beratungssituationen gut bewältigen zu können. Wir haben regelmäßig Intervision. Ein Fachteam sitzt, natürlich virtuell, zusammen und unterstützt sich gegenseitig.



Bei über 100 Kolleginnen und Kollegen ist darüber hinaus immer jemand online, die oder der ein Ohr, in unserem Fall 2 Augen zur Verfügung stellt und unterstützen kann. Das Koordinationsteam (=Leitungsteam) ist immer (ok, fast immer) ansprechbar und alle Fachkräfte können sich eine Einzelsupervision holen.



Ihre Beratung ist kostenlos, wie genau finanzieren Sie sich und Ihre Angebote?



Die Jugendministerkonferenz hat vor, oje, ich glaube fast 20 Jahren beschlossen, über den Königssteiner Schlüssel (das ist eine Mischung zwischen Bevölkerungszahl und Steueraufkommen der einzelnen Bundesländer) die bke-Onlineberatung zu finanzieren. Konkret bedeutet das: In den meisten Fällen werden Fachleute in den Erziehungsberatungsstellen vor Ort für die bke-Onlineberatung mit einem bestimmten Stundenvolumen freigestellt.



Einige Bundesländer haben auch etwas andere Finanzierungsmodelle. Die Jugendminister haben zum Glück gemerkt: Es ist egal, ob eine Mutter aus Berlin von einer Beraterin aus München und dafür ein Jugendlicher aus Erfurt von einem Berater aus Hannover beraten wird. Es gleicht sich aus, wenn bundesweit alle mitmachen. Und genau das passiert auch. Federführend in der Organisation ist das Land Bayern und unterstützt uns dadurch besonders.



Sie sind nun schon von Anfang an bei der Online-Beratung mit am Start. Wie haben sich die Themen über die Jahre verändert?



Ich bin nicht von Anfang an dabei, „erst“ so etwa 13 Jahre ;-). Die Themen haben sich eigentlich nicht wirklich verändert. Es kommen immer mal wieder neue Schwerpunkte dazu, wie jetzt in der Coronakrise zum Beispiel. Aber eigentlich geht es immer um Erziehung und Beziehung. Mit allen Schattierungen, die nur vorstellbar sind.



Was meinen Sie, warum Familien – auch außerhalb der Pandemie – heute mit der Erziehung überforderter wirken als früher? Oder ist das nur ein subjektiver Eindruck?



Ich habe keine Daten, ob die Überforderung zugenommen hat. Allerdings ist es heute – und das ist super! – normaler geworden, über Erziehung und auch Überforderung zu sprechen. Es verstecken sich vielleicht etwas weniger Menschen und es wird mehr darüber gesprochen.



Über Erziehungs- und Beziehungsthemen wird öffentlicher in den Medien berichtet, es gibt Dokus, Filme, Tutorials, Comedians, Kanäle und Blogs und noch viel mehr. Vielleicht entsteht so der Eindruck, dass es schwieriger geworden ist. Erziehung ist ganz sicher anspruchsvoller geworden, und auch die Ansprüche an Beziehungen sind gestiegen. Und das ist beides prima.



Nun befinden wir uns in einem erneuten Lockdown, was geben Sie Ihren BeraterInnen für diese Zeit als Mutmacher mit auf den Weg?



Ich bin ja auch noch ein Berater, nicht nur im Leitungsteam. Aber alle, Koordinations- und Beratungsteam sehen sich als gleichberechtigt und wir bilden eine sehr heterogene Einheit. Mit ähnlichen Haltungen, viel Kreativität, unfassbar variantenreichem Fachwissen und mit ganz viel Unterstützung gegenseitig. Wir loben, unterstützen, völlig egal, ob es einen Lockdown gibt oder nicht.



Und ganz viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten jeden Tag daran, das Beratungsangebot zu verbessern und zu erhalten. Deshalb gebe ich mit auf den Weg: Ihr seid wirklich einzigartig toll und ich bin froh, dazu gehören zu dürfen.



Und welche motivierenden Worte würden Sie gern für diese Zeit noch an uns Eltern und ihre Kinder richten?



Habt Euch lieb!



Hier finden Familien Hilfe: bke Elternberatung, bke Jugendberatung
               
bke Erziehungsberatung: Anlaufstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/black-lives-matter-das-ist-hier-bei-uns-in-den-usa-grad-wirklich-zum-angst-bekommen
       
Ihr Lieben, seit Tagen schauen wir nach Amerika und sind erschüttert von den Vorfällen dort. Wir haben kaum die richtigen Worte gefunden. Wir wollten gern mehr erfahren und haben Mikaela angeschrieben. Sie ist eine frühere Arbeitskollegin von Katharina und lebt schon lange in L.A. Mit ihr haben wir über den Präsidenten, Rassismus und die Demonstrationen gesprochen. Vielen Dank für die großartigen Antworten!



Liebe Mikaela, seit wann lebst du in den USA und warum bist du nach Amerika gezogen?



Ich bin vor knapp 13 Jahren von Hamburg nach Los Angeles gezogen. Kurz davor hatte ich in der Green Card-Lotterie gewonnen und konnte mich erfolgreich um die Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung bewerben. Seit gut sieben Jahren wohne ich im Ortsteil Palms.



Nachdem ich zunächst neun Jahre bei Universal Music in der digitalen Videoproduktion gearbeitet habe, bin ich jetzt seit drei Jahren als Copy Writer/Editor für eine Lokalisierungs-Firma tätig und schreibe Texte zu Musik, Film, TV, Videospielen und Apps sowie für Marketingunterlagen auf Deutsch.



Da L.A. aber extrem teuer ist, habe ich mir noch ein Business als Tiersitterin aufgebaut und schreibe noch hier und da für deutsche Medien. Die meisten Menschen hier haben mehr als einen Job.



Nun gehen seit dem gewaltsamen Tod von George Floyd viele Menschen auf die Straßen. Was hast Du in L.A. davon mitbekommen?



Ich arbeite seit Anfang März von zuhause aus und gehe, nachdem der Bürgermeister kurz darauf seine ‘Safer at home’-Order ausgesprochen hat, nur in meiner direkten Nachbarschaft spazieren oder fahre einmal die Woche mit dem Auto zum Zeitungsstand und in unser Pendant zum Futterhaus. Zum Supermarkt kann ich laufen. Heute wollte ich kurz vor der Ausgangssperre, die aufgrund der Proteste in L.A. seit drei Tagen gilt – zunächst von 20 bis 5:30 Uhr, dann von 18 bis 6 Uhr, inzwischen von 16 bis 6 Uhr – noch schnell meinen inzwischen doch recht leeren Kühlschrank auffüllen.



Da sah ich erstmals, dass mein Supermarkt seine Fenster mit Holzplatten vor Plünderern geschützt hat. Auch andere Geschäfte in meiner Gegend, die trotz der Corona-Vorgaben unter bestimmten Bedingungen auf haben dürfen, schließen früh oder machen gar nicht erst auf. Die Proteste an sich ziehen sich durch sämtliche Stadtteile, wobei ich das meiste im TV mitbekomme. Da ich bis 17 Uhr arbeiten muss, kann ich selbst nicht daran teilnehmen. Ich bin lediglich mit einer kleinen Gruppe hier in meiner Nachbarschaft kurz mitgelaufen. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich bei dem, was ich bisher so sehe, echt Angst bekomme. Und das, obwohl es abgesehen von mehr Hubschraubern oder vermehrten Polizeisirenen in meiner Wohngegend geht es eigentlich ruhig zu. Schlimmer ist es in den Einkaufsstraßen.



Freunde von mir wohnen nahe Melrose Ave und Fairfax Ave in West Hollywood und das Tränengas schaffte es sogar in ihre Wohnung. Bei anderen wurde eine Straße weiter ein Starbucks abgefackelt. Sie erzählten, dass zunächst alles friedlich war, bis die Polizei mit Riesenaufgebot und bis an die Zähne bewaffnet – sie erinnern dann wirklich mehr an Elitesoldaten – dazukam.



Das Schlimme ist, dass der größte Teil der Plünderer angeblich gar nichts mit den Protesten zu tun haben,sondern zum allergrößten Teil Kriminelle sind, die die Situation ausnutzen und oft von außerhalb kommen. Das macht mich unglaublich wütend! Vor allem die Besitzer kleiner Geschäfte leiden bereits dermaßen unter der Corona-Krise.



Natürlich muss protestiert werden. Die Mehrheit hier versteht den Schmerz und die Hilflosigkeit der schwarzen Bevölkerung. Die Plünderungen und die Gewalt aber lenken vom eigentlichen Grund der Demonstrationen ab und schaden der ganzen Stadt genauso wie den Bewegungen ‘Black Lives Matter’ oder ‘Justice for George’.



Ich sehe online Fotos von Polizisten, die friedlich mit den Protestierenden mitmarschieren. In L.A. fahren Polizeiwagen mit voller Absicht in Menschenmassen und Ähnliches. Erst am Dienstag gab es friedlichere Bilder von Demonstranten mit der Nationalgarde oder Beamten, die mit Schwarzen gemeinsam knieten.



Insgesamt belastet es einen enorm, allein die Berichterstattung zu verfolgen und diese Bilder auf allen Kanälen zu sehen. Keiner weiß wirklich, wohin das führt. Keiner weiß, ob sich diesmal endlich etwas ändert. Ich wohne alleine, stehe aber natürlich mit Freund*innen in Kontakt. Wir telefonieren oder FaceTimen. Aber dass man sich gerade jetzt nicht mal in den Arm nehmen kann, ist schon traurig.



Rassismus ist ein großes Problem in Amerika – hast du selbst Vorfälle mitbekommen?



Wenn ein Autofahrer von Polizisten angehalten wird, ist er in zwei von drei Fällen schwarz. So kommt es mir jedenfalls vor. Ich selbst bin einmal angehalten worden – und natürlich war der Beamte nett, scherzte und wollte noch nicht einmal meinen Führerschein sehen. (Ich hatte ein Schild übersehen und war falsch in eine Einbahnstraße gefahren, was ich natürlich innerhalb von zwei Sekunden bemerkte.)



Ein anderes Mal hatte ich mich nicht korrekt verhalten und war von der Rechtsabbiegespur doch noch ganz schnell geradeaus gefahren und ordnete mich in den Verkehr ein. Kurz darauf merkte ich, wie ein Wagen auf gleicher Höhe neben mir fuhr. Als ich rüber schaute, sah ich den sehr ernsten Blick eines Polizisten. Doch er hielt mich nicht an. Das hätte er einem Afroamerikaner garantiert nicht durchgehen lassen.   



Meine afroamerikanischen Freunde berichten hier und da von Vorkommnissen wie beispielsweise Benachteiligungen im Job. Da wurde einer farbigen Freundin, die um eine Gehaltserhöhung kämpfte, gesagt, sie solle halt nicht in einem so reichen Stadtteil wohnen. Das hätte sich der Vorgesetzte garantiert nicht bei einem weißen Mann getraut. Das Label, bei dem ich gearbeitet habe, beschäftigte zu über 90 Prozent Weiße. Inzwischen hat es sich wohl geändert. Eine ehemalige Kollegin erzählte mir, dass mit einem Mal fast nur noch Schwarze eingestellt wurden. Vermutlich, um einen Ausgleich zu schaffen. Schlimm, dass dies überhaupt nötig war.



Meine weißen Freunde, genauso wie die Freunde hispanischer oder asiatischer Herkunft, sind alle sehr anti Trump eingestellt und unterstützen ‘Black Lives Matter’. Das liegt sicher auch daran, dass in Los Angeles und Kalifornien Demokraten an der Spitze stehen. Aber der Großteil der Einwohner hier kommt aus anderen Ecken innerhalb den USA – und Gott sei Dank haben meine Freunde Hirn und Herz.



Wie erlebst du deine Wahlheimat gerade mit Trump an der Spitze?



Trump ist ganz klar ein Brandbeschleuniger. Ich hätte vor vier Jahren niemals gedacht, dass er gewählt wird. Wann immer mein Vater in Deutschland vor der Wahl auf Trump zu sprechen kam, winkte ich ab und meinte nur, der würde ja eh nicht gewinnen. Ich kann es immer noch nicht fassen, ehrlich gesagt. Und ich habe große Angst, dass er im November wiedergewählt wird.



Ein Mensch, der so krank ist – und ich glaube wirklich, dass er das ist – gehört nicht an die Spitze einer Weltmacht. Meiner Meinung nach lügt er, empfindet keinerlei Empathie, ist selbstverliebt, verscherzt es sich mit Verbündeten und ist in meinen Augen in vielerlei Hinsicht einfach dumm – scheint dann aber doch ganz genau zu wissen, was er da tut.



Ich finde, er nutzt die aktuelle Situation gnadenlos aus, um den Hass und die Gewalt noch zu schüren, in der Hoffnung, dass seine rechte Basis ihm im November den Rücken stärkt. Er ließ sich den Weg zu einer Kirche mit Tränengas freischießen, dabei waren die Demonstranten friedlich. Der Bischof erzählte jetzt, dass Trump weder gebetet noch George Floyd oder die Geschehnisse mit auch nur einer Silbe erwähnt hat. Er ließ sich nur mit der Bibel fotografieren und hielt diese auch noch wie einen Staubwedel nach dem Reinemachen in die Luft. 



Wie hat sich das Land seit Trump verändert?



Es ist erschreckend, wie offen sich Menschen hier als rassistisch und fremdenfeindlich outen. Trump an sich ist ja schon schlimm. Aber als fast noch schlimmer empfinde ich Otto Normalverbraucher, der seinen Rassismus und Fremdenhass jetzt offen auslebt. Warum auch nicht? Der Präsident macht’s ja vor! Nichts ist mehr Tabu. Barack Obama hat sicher auch nicht alles richtig gemacht und was das Rassismusproblem angeht auch nichts wirklich erreicht. Aber er das Land nicht dermaßen gespalten wie Trump. Obama weiß, das hat er jetzt in dieser Situation auch wieder bewiesen, dass wir vor allem Besonnenheit brauchen. Ihm waren die Menschen wichtig. Trump geht es nur um den eigenen Profit. Ich war sehr überrascht, als sich einige meiner ehemaligen Kollegen und sogar meine ehemalige Au pair-Mutter als Trump-Wähler outeten. Und nicht nur, dass sie ihn gewählt haben – sie stehen auch jetzt noch hinter ihm. Ich habe es aufgegeben, mit diesen Leuten zu diskutieren und den Kontakt eingestellt.



Wenn an der Grenze Kinder von Asylsuchenden von ihren Familien getrennt und in Käfige gesteckt werden, dann interessiert das die Republikaner, die hier ja sonst so ‘pro life’ und so ‘religiös’ sind, nicht. Eine Republikanerin aus dem Umfeld einer Freundin meinte eiskalt: ‘Das sind ja nicht unsere.’ Heutzutage sollte man sicher keinen Unterschied zwischen Mann und Frau in so einem Fall machen, aber ich muss ehrlich gestehen, dass mir Frauen, die Trump immer noch unterstützen, noch mehr zuwider sind als Männer. Gerade wenn es um Familien und Kinder geht. Mag ein archaische Einstellung sein, aber so fühle ich einfach.



Immigranten wie ich können jetzt ohne Prozess abgeschoben werden. Wenn ich beispielsweise meine Green Card nicht dabei habe und nicht nachweisen kann, dass ich seit mehr als zwei Jahren hier bin, können sie mich ohne Prozess direkt heim schicken – und müssen mich theoretisch vorher noch nicht einmal in meine Wohnung lassen.



Ich muss gestehen, dass ich inzwischen weniger ‘arrogant’ geworden bin, was den Kontakt zu anderen Deutschen angeht. Auch wenn meine US-Freunde dieselbe Meinung zu Themen wie Fremdenhass und Rassismus haben wie ich – du brauchst auch Leute, die deinen Background kennen und im selben Boot sitzen. Es ist einfach etwas anderes, ob deine Familie an der Ostküste der USA wohnt, du aber hier in Kalifornien und damit auch weit weg von deinen Lieben bist. Für uns Expats kommt noch hinzu, dass die Kultur anders ist. Du bist auch mit den Freunden, die du hier findest, nicht zusammen zur Uni gegangen und kennst sie nicht seit Kindertagen. Das ist eine ganz andere Basis.  



Was wünscht Du dir für die USA?



Dass die derzeitigen Unruhen zu echter Veränderung führen. Es muss schwerer werden, Polizist zu werden. Die Ausbildung muss verbessert werden. Ich kann in vielen Situationen Polizisten durchaus verstehen, wenn sie Angst bekommen und aus dieser Angst heraus falsch reagieren. Deshalb müssen sie vernünftig ausgebildet werden. Und die ‘guten Cops’ müssen die ‘bösen Cops’ anzeigen.



Gegen den Beamten, der George Floyd getötet hat, lagen schon so viele Beschwerden vor. Da hätten die Vorgesetzten längst reagieren müssen. Er wusste auch ganz genau, was er da tat, als er einem unbewaffneten, am Boden liegenden Mann sein Knie auf den Hals drückte. So jemand darf weder Polizist sein noch irgendeninen anderen Beruf ausüben, bei dem er eine Waffe tragen kann.



In den Schulen sollte Rassismus diskutiert statt unter den Teppich gekehrt werden. Wenn ein Schüler einen Schwarzen als N***** beschimpft, muss er bestraft werden – aber es muss auch darüber geredet werden, warum er das tut, was dieses Wort bei dem anderen Schüler auslöst und Ähnliches.



Am meisten wünsche ich mir einen Präsidenten mit Anstand. Einen, dem die Menschen wichtig sind, der sie und ihre Bedürfnisse ernst nimmt. Der beispielsweise das bisher suboptimale ‘Obamacare’ nicht abschaffen und damit Millionen Amerikanern die Krankenversicherung nehmen, sondern verbessern will.



Trump hat die Zuschüsse für mittlere Krankenversicherungspläne gestrichen. Die kosten nun so viel wie die teuersten Pläne. Das betrifft alle, die nicht über einen Arbeitgeber versichert sind, sondern eine Individualversicherung haben. Und davon gibt es in den USA Millionen! Das ist nicht wie eine Privatversicherung in Deutschland, sondern das Minimum, das jeder hier haben muss, um nicht im Krankheitsfall bankrott zu gehen. Ich hatte für etwas über ein Jahr eine solche Versicherung. Und mein monatlicher Beitrag stieg von knapp 400 Dollar mit Trump auf 650 Dollar.



Und die Leute sollen wählen gehen! In den Vorwahlen und vor allem im November. Und wenn sie den demokratischen Kandidaten nicht 100 % toll finden, sollen sie der Wahlurne nicht fernbleiben, sondern ihn trotzdem wählen. Leider haben die USA das Zwei-Parteien-System. Und jede Stimme, die nicht gegeben wird, ist letztlich eine Stimme für Trump.



Wie geht Ihr bei Euch im Freundeskreis mit dem Thema Rassismus um?



Wir diskutieren jetzt sicherlich noch mehr als sonst auch schon. Wie bereits erwähnt sind meine Freunde allesamt große Unterstützer von ‘Black Lives Matter’ und viele beteiligen sich an den Demos. Ich habe selbst zunächst nicht kapiert, warum ‘All Lives Matter’ so verhasst ist. Dann habe ich da mal drüber nachgedacht, wie leicht es mir von den Lippen kam als Antwort auf ‘Black Lives Matter’, und es mir auch von Freunden erklären lassen.



Rassismus habe ich schon immer verurteilt, aber gleichzeitig war auch ich mir meines ‘weißen Privilegs’ nicht so bewusst. Und da fängt es schon an:dass nicht nur der ein Rassist ist, der das N-Wort benutzt, sondern auchjene, die bewusst oder unbewusst das Thema Rassismus ausblenden undignorieren, weil es halt unbequem ist, sich damit zu beschäftigen. Washilft? Miteinander reden, sich schlau machen, mal die eigene Komfortzoneverlassen und mit jemandem den Dialog suchen, den man sonst vermutlichüberhaupt nicht wahrgenommen hätte.




               
"Black Lives Matter": Das ist hier bei uns in den USA grad wirklich zum Angst bekommen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/blitzableiter-dialoge-exklusiver-einblick-in-die-ehrlichen-gedanken-zweier-muetter
       










 Ihr Lieben, neulich fragte uns eine Leserin, ob wir auch so viel auf Whatsapp unterwegs seien. Wir wussten erstmal nicht, was sie damit meinte – dann schickte sie uns Screenshots. Screenshots von einem Dialog, den sie am Abend zuvor mit einer anderen Mutter aus ihrem Bekanntenkreis geführt hatte.
 
Sie sagte, ohne Whatsapp würde sie mittlerweile durchdrehen und dass doch sicherlich jede Mama solche "Blitzableiter"-Dialoge bräuchte. Und ja, konnten wir da sagen, natürlich kennen auch wir das. Und natürlich greifen auch wir ab und zu zum Handy. Wir haben uns in all dem also wiedererkannt.
 
Und damit ihr das auch könnt, haben wir die Mama gefragt, ob wir den Dialog hier anonymisiert veröffentlichen dürfen. Und tadaaa, hier ist er. In den Hauptrollen: Eine Dreifach- und eine Zweifachmutter. Ihr führt doch auch solche Gespräche, oder?! Los geht´s:
             
           Ich hab irgendwie grade die Krise.
            
          Das darfst du auch haben.
           
         Irgendwie hab ich gerade das Gefühl, dass alle in der Familie so ihr Ding machen und mich aber niemand fragt, was ich eigentlich will.
          
        Weißt du denn, was du willst?
         
       Ich hab echt das Gefühl, dass ich komplett selbstverständlich bin für alle. Und null wertgeschätzt.
        
      Das kenn ich.
       
     So, als seien meine Bedürfnisse zweitrangig.
      
    Hauptsache, wir funktionieren, ja.
     
   Zum Glück kennst du das. Es ist alles selbstverständlich. Immer. Dass man sich pausenlos hinten anstellt.
    
  Klar, was meinst du, warum wir beide so gern ins Büro fahren! Weil da wenigstens mal jemand Danke sagt.
   
 Ja! Genau! Und ich finde es so krass, wie viel selbstverständlicher sich mein Freund seinen Raum nimmt. Und zwar NIE mit schlechtem Gewissen. Der geht und ist weg.
  
Wie bei uns. Und wenn ich die ganzen Väter in meiner Timeline sehe! Die plötzlich Radfahren als Hobby haben und täglich zwei, drei Stunden auf der Piste sind. Neben dem Job. Da geht mir der Dampfpilz durchs Gehirn.
  
Ohne an die Family zu denken…
  
Kennst du EINE Mutter, die so ein intensives Hobby hat?
  
Hahahaha. Du hast so recht. Und wir mal weggehen, organsisieren wir uns vorher tot. Babysitter, Not-Babysitter. Schauen, dass alles im Kühlschrank ist, die Flaschen parat stehen.. oder wenn das Kind krank wird. Boah. Da geht er arbeiten wie immer – und ich jongliere wie ein Zirkusclown und muss alles verschieben. Wie selbstverständlich. Ich hab ja schließlich NUR den Teilzeitjob. Da kriege ich heute echt die Krise drüber. Heute nervt es mich total.
  
Weißt du was? Ich hab mir auch vorgenommen, dreister zu werden. Einfach zu sagen: bin übrigens Dienstagabend weg. Ohne Orga vorher. Einfach so. Und dabei fühle ich mich total cool und abgeklärt. dabei macht er das schon immer so 😉
  
Ach mann, meiner ist echt ein guter Vater, aber zeitlich eben total unterrepräsentiert.
  
Und dafür kriegt er dann noch kräftig Rentenpunkte, dafür dass er sein egregeltes Leben einfach weiterführen kann und wir immer Feuerwehr spielen.
  
Mich macht heut einfach fertig, dass niemand Danke sagt. Zu nichts.
  
Ich kenn das. Echt.
  
Das beruhigt mich etwas. Ich geh jetzt mal schlafen. Danke dir!
  
Du?
  
Ja?
  
Danke, dass du das alles so toll machst.
 

  
               
Blitzableiter-Dialoge: Exklusiver Einblick in die ehrlichen Gedanken zweier Mütter | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bodypositivity-und-bodyshaming-dicksein-steht-fuer-faulheit-verlotterung-und-keine-disziplin
       
Liebe Celsy, wir folgen dir auf Instagram – dort hast du in den letzten Wochen immer wieder das Thema Bodypositivity thematisiert, weil du findest, dass der Begriff falsch verwendet wird. Erklär das mal etwas genauer. 



Erschaffen wurde die Bodypositivity-Bewegung ursprünglich schon zwischen 1850 und 1890, während der ersten Welle des Feminismus, als Menschen mit Ablegen ihrer Korsetts gegen den Schlankheitswahn aufbegehrten. Die BoPo-Bewegung, auf die wir uns aber beziehen, entstand primär zwischen den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, als füllige und primär dunkelhäutige Menschen auf den Straßen für die Akzeptanz ihrer Körper demonstrierten.



Das bedeutet, die Bodypositivity, mit der auf Instagram geworben wird, ist eigentlich eine Bewegung dicker, schwarzer Menschen. Was sehen wir unter dem Hashtag allerdings? Lauter dünne, weiße Menschen, die ihre Cellulite in die Kamera halten oder ihren Bauch im Sitzen zusammendrücken und dann von Speckrollen reden. Das ist schlicht falsch.



Denn Bodypositivity bespricht nicht den alltäglichen Struggle, denn jede*r von uns in unserem durchoptimierten Leben hat, sondern beschäftigt sich mit der strukturellen Diskriminierung von Mehrgewichtigen. Das heißt eben auch, dass dünne Menschen in dieser Bewegung eigentlich keinen Platz haben. Sie können gern #selflove, #bodylove oder #stopbodyshaming benutzen. Aber es ist ein entscheidender Unterschied, ob ich mir mal doofe Sprüche anhören muss oder ob ich beim Besuch im Restaurant fürchten muss, dass der Stuhl zu schmal ist.



Du sagst, unsere Gesellschaft ist für dünne Menschen konstruiert.



Absolut! Stühle im Restaurant oder Sitze im Flugzeug sind zu schmal, Trampoline in Indoorparks sind maximal bis 100kg ausgelegt und selbst medizinische Geräte sind nur für normschöne Menschen konstruiert. Ich selbst musste mir während der Krebsdiagnostik immer wieder anhören, dass ein Ultraschall aufgrund meines Gewichts ja auch nur bedingt aussagefähig sei. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – wir können zum Mond fliegen, Daten rund um die Welt schicken, Sonnensysteme erforschen, aber eine Frau mit (damals) 100kg ist zu dick, um sie medizinisch anständig zu untersuchen.



Dicke Menschen werden aufgrund ihres Aussehens per se verurteilt: Übergewicht gilt in unserer Gesellschaft als Zeichen von Faulheit, von einer gewissen Art der Verlotterung und mangelnder Disziplin. Es gibt Studien, die zeigen, dass dicke Menschen für weniger leistungsfähig, für weniger kompetent und generell für weniger intelligent gehalten werden. Dünne Menschen hingegen werden positiver wahrgenommen. Wenn in Filmen oder Serien das Klischee von dumm, faul und unhygienisch bedient werden soll, was sind die Charaktere meistens? Richtig, sie sind fett.



Das ist es, was ich meine, wenn ich sage: Bei allem Bodyshaming haben dünne Menschen keinen Platz in der Bodypositivity-Bewegung: Weil die Hürden, die dicke Menschen überwinden müssen, viel höher und strukturell verankert sind.



Was wiegst du zurzeit und wie zufrieden bist du mit deinem Körper?



Aktuell wiege ich etwa um die 122kg. Das macht seit meiner Krebserkrankung ein Plus von 12kg innerhalb von nur 1,5 Jahren. Da ich sowohl an einer Schilddrüsenerkrankung als auch einer Stoffwechselstörung leide, ist mein Gewicht die reinste Achterbahnfahrt. 



Natürlich stört mich mein Gewicht. Ich wachse in einer Gesellschaft auf, die mir permanent vermittelt, dass nur dünne Körper gute Körper wären – mein Fell ist beileibe nicht dick genug, um das an mir abprallen zu lassen. Der Bauch dürfte gern etwas flacher, der Hintern knackiger und die Oberschenkel schmaler sein. Aber im Großen und Ganzen lerne ich mich gerade lieben. Neulich schrieb ich auf Instagram darüber: Je liebevoller die Beziehungen um mich herum sind, desto liebevoller bin ich mit mir selbst. Tatsächlich ist auch mein dicker Körper nämlich ziemlich sexy.



Wie war dein Verhältnis zu deinem Körper als Teenager?



Als Teenager habe ich permanent gehadert und eigentlich fand ich mich nie schön. Das lag vor allem aber auch an dem Feedback, das von außen kam: Selbst mit 68kg (und ich bin 1,75m groß) wurde ich wegen meines Gewichts gehänselt. Ich habe von Natur aus das, was man charmant als „weibliche Rundungen“ bezeichnet: Eine große Oberweite und ein breites Becken mit kräftigem Hintern. Meine Taille hingegen ist recht schmal. Bedeutet aber: Auch bei Idealgewicht komme ich nicht auf das 90-60-90-Idealmaß, das uns propagiert wird. Als Teenie war das ein Problem, weil es im Grunde hieß, wer nicht in eine Größe 34 oder 36 passt, ist dick. 



Gibt es in deiner Vergangenheit Momente, in denen du negative Erfahrungen wegen deines Aussehens/Gewicht gemacht hast? 



Frag eher nach den Momenten, in denen ich positive Erfahrungen gemacht habe. Die Antwort fiele kürzer aus.



Tatsächlich ist mein Leben bislang eine Reihe negativer Erfahrungen aufgrund meines Gewichts. Als Teenie war ich wegen großer Oberweite und kräftigem Hintern immer „die Dicke“. Nach dem Abitur sagte mir die Amtsärztin, für die Laufbahn im öffentlichen Dienst müsste ich mindestens 10 Kilogramm abnehmen.



Während der Schwangerschaften wurde ich immerzu ermahnt, niemals weiter zunehmen zu dürfen. (In jeder Schwangerschaft habe ich exakt 9kg zugenommen – meine Kinder waren beide davon schon 4,5kg bzw. fast 4kg schwer.) 



Das simpelste Beispiel aber ist: Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, wann ich das letzte Mal in ein Bekleidungsgeschäft gegangen bin und ein Kleidungsstück hat wirklich gepasst.



Von Gewichtsbeschränkungen in Freizeitparks, unbequemen Sesseln in Restaurants und dem Sportunterricht in der Schule fang ich gar nicht erst an.



Du bist vor Kurzem schwer krank gewesen und hast gegen den Krebs gekämpft. Hast sich in dieser Zeit deine Einstellung zum Äußeren verändert?



So skurril das klingt, aber wenn ich mir die Bilder von der Chemotherapie ansehe, staune ich immer wieder, wie schlank ich damals war. Ich bin damals aufgrund der Erkrankung auf 90kg „abgemagert“, ohne etwas dafür tun zu müssen. Und ich staune immer wieder, wie krass anders diese 30kg Gewichtsunterschied aussehen.



Gleichzeitig sehe ich die Glatze und vor allem mein eingefallenes, blasses Gesicht und denke – ich war zwar schlank, aber gesund sah ich eben nicht aus. Vielleicht ist das die Erfahrung, die mich daran am meisten prägt: Schlank sein will ich eben nicht um jeden Preis. Krass war dabei: Selbst während der laufenden Therapie bekam ich Komplimente darüber, dass ich ja nun echt schmal geworden sei. Schon bevor die Krankheit offiziell war, beglückwünschten mich Menschen zu meinem Gewichtsverlust.



Viel erschütternder als das Gewicht war aber der Haarverlust. Ich hab echt mit meiner Weiblichkeit gehadert, als die Haare ausfielen. Seitdem trage ich sie aber kurz – und stelle fest, wie sehr uns unser Bild von Schönheit und unsere Definition von Weiblichkeit anerzogen sind.



Du hast selbst eine kleine Tochter – was möchtest du ihr in Bezug auf ihren Körper mitgeben?



Ich möchte ihr vorleben, was ich viel zu spät gelernt habe: Ihrem Körper zu vertrauen. Dass Gesundheit so viel wichtiger ist als fünf oder zehn Kilo mehr oder weniger. Und dass Sinnlichkeit sich nicht durch die Abwesenheit von Körperfett definiert.



Wir haben den Eindruck, dass gerade die Hochphase der Selbstoptimierung ist. Kaum einer, der nicht gerade Intervallfasten macht oder täglich Online-Workouts. Was hältst du davon?



Grundsätzlich soll das ja erstmal jede*r machen, wie er*sie meint. Mir steht es nicht zu, zu beurteilen, ob das etwas Gutes oder Schlechtes ist.



Generell glaube ich aber, dass die Frage nach den Beweggründen im Mittelpunkt stehen sollte. Geht es mir gut mit dem Intervallfasten? Folge ich einer gewissen Ernährungsweise, weil sie meinem Körper besser tut und die Folgen einer Stoffwechselstörung abschwächt? Dann go for it, lass dich nicht aufhalten!



In meinem Fall, mit der Insulinresistenz, ist eine konsequente Low-Carb-Ernährung bspw. kein Trend und keine Diät, sondern medizinisch erforderlich, wenn ich gesund bleiben möchte. (Ob das gelingt verrate ich euch jetzt nicht, hihi!) 



Helfen tägliche Workouts dabei, meine mentale Gesundheit zu erhalten, weil sie mir helfen, Stress abzubauen und insgesamt zufriedener zu sein? Dann viel Spaß!



Halte ich allerdings Diät oder trainiere ich exzessiv, weil ich einem Schönheitsideal hinterher eifere und meine, dass nur fünf Kilo weniger mich glücklich machen können, würde ich die Motivation schon hinterfragen. Quält es mich, ist es vielleicht nicht unbedingt gut für mich.



Für mich ist der Schlüssel weniger Selbstoptimierung und mehr Lebensqualität.



Inwieweit ist das Thema Bodyshaming immer noch ein Problem, von dem Frauen betroffen sind? Ist Männern ihr Körper egaler als uns Frauen?



Ganz grundsätzlich wird Bodyshaming auch Männern gegenüber betrieben. Der „Bierbauch“ etwa ist etwas, das man exklusiv über Männer sagt. Auch sie werden mit einem Ideal des „perfekten Mannes“ konfrontiert, dem sich nur schwer ausweichen lässt. Meinem Mann geht das beispielsweise auch so, dass er glaubt, erst trainieren zu müssen, um attraktiv zu sein – und er ist wahrlich nicht stark übergewichtig.



Allerdings ist es patriarchale Taktik, dass uns Frauen das Thema mehr zu beschäftigen scheint. Schon seit Hunderten von Jahren wird Frauen quasi anerzogen, sich besonders um ihr Aussehen zu sorgen. Wir sollen vorzeigbar sein, adrett, immer frisch. Dahinter steckt eine ganz perfide Strategie: Je mehr wir Frauen damit beschäftigt sind, uns hübsch zu machen, desto weniger Zeit zum Denken und Demonstrieren haben wir. Frauenzeitschriften mit ihren 1.000 Schönheitstipp sind eine patriarchale Machtstruktur, um Gleichberechtigung zu verhindern.



Was heißt Schönheit für dich und welche drei Frauen findest du besonders schön?



Schönheit hat für mich mittlerweile viel, viel mehr mit der Attitüde und der inneren Einstellung als mit dem Äußeren zu tun. Ich finde auch stark mehrgewichtige Frauen schön, wenn ich sehe, wie selbstbewusst und souverän sie sich selbst darstellen. Ebenso steckt in Schönheit für mich auch viel Beziehung: Je enger ich mit jemandem bin, desto schöner finde ich diese Person.



Die drei Frauen, die ich besonders schön finde, sind:



Lotta Frei (@lottafrei), die mich gelehrt hat, dass Sexualität und Sinnlichkeit sich nicht an Kleidergrößen orientieren und ich keine Idealmaße brauche, um lustvoll zu leben. Gerade ihre Dessousfotos auf dem Blog zeigen einen herrlich normalen Frauenkörper, der aber ästhetischer kaum sein könnte.Meine (bald nicht mehr nur) Insta-Freundin Katharina (@jc.noir), meine absolute Style-Ikone! Ehrlich, Katharina ist SO schön! Sie kombiniert ihre Tattoos und Piercings mit einem megacoolen Style-Mix zwischen Alternative und Vintage Chic – und trägt dabei eben auch keine Größe 36.Kinderbuchautorin und Insta-Freundin Jana Heinicke (@janaheinicke), weil ihr Lächeln immer SO strahlt. Auch wenn ich weiß, dass die Zeit für sie aktuell nicht die einfachste ist, bezaubert sie mich immer wieder mit ihrem Lächeln. Gerade bei Jana sehe ich, wie schön Menschen sind, wenn sie das tun, was sie am meisten lieben. Und das gewinnt immer wieder mein Herz.



Auf instagram.com/idealistin_mit_dickkopf und  https://www.instagram.com/celsydehnert_wesertexte könnt mehr von Celsy lesen – es lohnt sich!
               
Bodypositivity und Bodyshaming: Dicksein steht für Faulheit, Verlotterung und keine Disziplin | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brandbrief-einer-mutter-an-den-ministerpraesidenten-so-geht-es-nicht-weiter
       
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil, sehr geehrter Minister Tonne,



mein Name ist Alexandra Jaeger. Ich bin 40 Jahre alt und Mutter von fünf Kindern. Einem Mädchen und vier Jungs. 14, 11, 6 und doppelt 3 Jahre alt. Und ich bin am Ende. Mit Latein. Und auch sonst.



Ich schreibe Ihnen heute diesen offenen Brief, weil ich meine Belastungsgrenzen erreicht habe. Die unserer Kinder sind längst überschritten.



Und ich fordere Sie auf: Verlieren Sie uns nicht aus den Augen! Lassen Sie uns nicht im Stich! Treten Sie an unsere Seite! Wir Eltern, wir Mütter und Väter brauchen Sie. Und zwar jetzt! Nicht erst zu Ostern.



Lassen Sie mich unsere Situation beschreiben. Und wenn Sie fertig gelesen haben, nehmen Sie meinen Namen aus diesem Brief und ersetzen ihn. Durch Müller. Meyer, Schulze oder Schmidt. Denn die Not, die ich Ihnen hier beschreibe, zerreißt gerade tausende Familien in Niedersachsen. Das, was ich hier berichte, ist meine Geschichte, ja, aber es ist gleichzeitig die Geschichte vieler. Und ich erlaube mir nun, für sie zu sprechen.



Fangen wir so an: Mein Mann arbeitet in gehobener Position im Lebensmitteleinzelhandel und sorgt dafür, dass sich in diesem Land auch künftig niemand Sorgen darüber machen muss, ob wohl ausreichend Klopapier, Hefe oder Mehl in den Regalen steht.



Ich selbst habe mich 2019 selbstständig gemacht und ein Hebammenzentrum gegründet, das Zwillings- und Drillingseltern auf die Geburt und das Leben mit ihren mindestens zwei Neugeborenen vorbereitet. Trotz dieser doppelten – wie heißt es so schön – „Systemrelevanz“ haben wir bis jetzt auf eine Notbetreuung unserer Kinder verzichtet.



Unsere Gründe dafür:



Wir wollten damit unseren Teil zur Pandemiebekämpfung beitragen.Wir wollten uns und unsere Familie, insbesondere aber die Erzieherinnen und Lehrer unsererKinder schützen.Wir sind bis heute der ungebrochenen Überzeugung, dass ein Notarzt, eine Altenpflegerin,ein Müllmann, eine Polizistin, ein Journalist, eine Pastorin, ein Bestatter und all die anderen, die gerade in sogenannten Berufszweigen allgemeinen öffentlichen Interesses beschäftigt sind, ihren Platz in einer Kindergarten-Notgruppe dringender benötigen als wir. Ich kann schließlich nachts arbeiten, wenn die Kinder schlafen. Und am Sonntagmorgen, so um 6 Uhr.



Oder zwischendurch, wenn die größeren Kinder vergessen müssen, dass sie eigentlich wilde, lustige und freie Pubertiere sind … weil sie wieder einmal meinen verdammten Job als Mutter übernehmen.



Ich schlafe schlecht. An unserem Kühlschrank hängen DIN A3-große Pläne und To-Do-Listen für alle Familienmitglieder. Wer macht wann auf welchem Endgerät welche Videokonferenz? Wer benötigt Hilfe von wem zu welcher Zeit? Welche Aufgabe lässt sich nicht aufschieben? Und immer wieder: Wer betreut wann die Wirbelwind-Zwillinge (die in ihrem kurzen Leben übrigens insgesamt 3 Wochen in einen Kindergarten gegangen sind) und was erledigen die jeweils anderen Familienmitglieder in dieser Zeit?



Homeschooling Klasse 6 und Klasse 8, Gymnasium. Homeoffice. Homecooking. Homecaring. Home- was-auch-immer. Und dazwischen unsere drei Kindergartenrocker.



Ich denke, Ihre Vorstellungskraft und vor allem Ihre Erfahrung als vierfacher Vater, Herr Tonne, reichen an dieser Stelle aus, um jedem der oben genannten Begriffe kleine, mittlere und große Dramen zuzuordnen.



Machen wir es kurz: Für uns bedeutet das alles eine extreme Belastung.Die wir bis hierher getragen haben. Und die wir nun nicht mehr tragen können.



Mein Antrag auf Notbetreuung wurde in der letzten Woche durch den Träger abgelehnt. Nicht etwa, weil ich keinen Bedarf anmelden konnte. Nein. Weil die Kita „voll“ ist. Ausgelastet. Keine Chance. Kein Erbarmen. Kein Nachrücken. Kein Platz-Sharing untereinander. Keine Kreativität. Keine Wechselmodelle. Keine Unterstützung.



Nur der Verweis auf Ihre Entscheidungen und Vorgaben. Und den Hinweis, ich hätte mich ja eher melden können. Dann wäre auch noch Platz gewesen für unsere Kinder („Frau Jaeger, das müssen Sie verstehen…da müssten wir ja jetzt drei Familien nach Hause schicken, um Ihnen Betreuung anzubieten. Das geht nicht.“)



Das Land Niedersachsen hat von Beginn der Pandemie an eine Notbetreuung angeboten. Dabei lag die Auslastungsgrenze für Kindertagesstätten stets bei 50 Prozent.



Denn die Kräfte der stärksten und belastbarsten Familien Ihres Landes gehen nun zuneige. Wer im Mai 2020 noch stand, wer es geschafft hat, sich unter Bündelung ALLER familiären Ressourcen IRGENDWIE bis in den Februar zu schleppen, der spürt heute seine Beine nicht mehr. Der wankt. Schnappt nach Atem. Kippt. Und kann – mit Verlaub! – nicht einmal mehr bis Ostern denken. Geschweige denn bis Ostern arbeiten!



Ich bin mir sicher, dass Ihnen die Last, die auf uns Familien, auf allen Müttern und Vätern, vor allem aber auf den Kindern liegt, bewusst ist. Ich bin mir sicher, dass hunderte Briefe wie der meine, Ihr Ministerium erreicht haben.



Das, was allerdings JETZT hier draußen in den Klein- und Großstädten, den Dörfern und Landkreisen unseres Bundeslandes passiert, hat Ihnen aber offenbar noch niemand erzählt.



Die Gesellschaft spaltet sich. Das viel beschworene Mantra „zusammen schaffen wir das!“ greift nicht mehr.Neid. Frust. Missgunst. Und noch viel mehr macht sich breit. „Warum hat Familie x einen Kitaplatz und wir nicht?!“ „Warum kommt Familie y mit Drohkulissen und Klageankündigungen durch?!“ „Warum sind unsere Bedürfnisse, unsere Not und unsere Erschöpfung weniger relevant als die von Familie Z?“



Und vor allem: „Warum lebe ich in Osnabrück und habe dort keine Betreuung, arbeite aber in der Nachbarstadt Rheine (NRW) und sehe dort jeden Tag, wie ein bisschen Normalität die Familien entlastet?“



Alles Fragen, die zusätzlichen Druck und zusätzliche Schmerzen erzeugen. Und die nicht länger unbeantwortet bleiben dürfen.



Ihr Ministerium schreibt auf der Internetseite, dass beispielsweise Platz-Sharing möglich ist. Dann nehmen Sie die Träger in die Pflicht (insbesondere die kommunalen!) ENDLICH diese Möglichkeit auch zu nutzen und umzusetzen!



Schaffen Sie den Rahmen für gute Entscheidungen. Und nehmen Sie den brodelnden Topf von der Flamme, der genau dann überschäumt, wenn in ein und derselben Stadt eine Kita (städtisch) strikt nach 50 Prozent Auslastung abriegelt und eine andere (100 Meter weiter die Straße runter, kirchlich) ihren Eltern und vor allem Kindern das Gefühl vermittelt, sie seien in ihrer Erschöpfung und mit ihrem Bedürfnis nach Entlastung willkommen, die vorhandene Notgruppenplätze unter den Eltern aufteilt und die im Rahmen der Möglichkeiten alles dafür tut, den Müttern und Vätern so ein paar extra-Atemzüge zu verschaffen.



Teilen Sie die Wochen auf! Oder die Tage! Oder die Kinder! Oder die Tageszeiten! Oder was auch immer. Aber bieten Sie uns, die wir bislang unter Mobilmachung sämtlicher Kräfte ihren Alltag gemeistert und damit ein großes Stück aktive Pandemiebekämpfung geleistet haben, eine Perspektive!



Wir schaffen das nicht mehr bis Ostern. Wir sind durch. Die Zeit hat uns zermürbt. Die Reserven sind erschöpft.



Keine gute Zeit, um einer Familie verständlich zu machen, wieso ein Erstklässler im Wechselmodell die Schule besuchen darf. Das anderthalb Jahre jüngere Geschwisterkind aber als potenzielle Gefahr gewertet wird und zuhause bleiben muss.



Das ist Wahnsinn. Und das ist auch nicht länger zu akzeptieren!



Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil, sehr geehrter Minister Tonne: Wir brauchen Ihre Hilfe. Und zwar jetzt!



Alexandra Jaeger




               
Brandbrief einer Mutter an den Ministerpräsidenten: So geht es nicht weiter!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brennpunktschule-wenn-wir-so-respektlos-mit-unseren-eltern-reden-wie-mit-unseren-lehrern-gibts-auf-die-fresse
       
Ihr Lieben, wenn wir wirklich verstehen wollen, was in deutschen Klassenzimmern schief läuft, müssen wir denen zuhören, die mittendrin sind. Mit ihrem Buch Leaks aus dem Lehrerzimmer. Mein Jahr als Lehrerin an der Grundschule des Grauens hat sich Lehrerin Katha Strofe (so nennt sie sich als Pseudonym) den Frust von der Seele geschrieben. Sie erklärt auch in voller Ehrlichkeit, was im derzeitigen Homeschooling schiefläuft – und was sich im deutschen Bildungssystem dringend ändern müsste.



Leaks aus dem Lehrerzimmer. Mein Jahr als Lehrerin an der Grundschule des Grauens



Liebe Katha Strofe, Sie sind Lehrerin in Berlin und haben bereits an einer Oberschule mit Wachschutz gearbeitet. Warum war der nötig?



 Der Wachschutz war nötig, weil es an der Schule viele Gewaltvorfälle gab, an denen auch immer wieder schulfremde Personen (vor allem Freunde von Schülern) beteiligt waren, die sich Zugang zum bis dato unbewachten Gebäude verschafft haben. In diesem Zusammenhang ist auch ein Lehrer verletzt worden, was dann endgültig zur Entscheidung für die Security führte. 



Sie sind dann an eine Grundschule gewechselt und dachten, bereits mit allen Wassern gewaschen zu sein. Was erwartete Sie jedoch dort?



 Mich erwartete dort vor allem: Das blanke Chaos. Während meine vorherige Schule sich wenigstens noch um Struktur sowie klare Regeln und Konsequenzen bemüht hat, scheint man an der Grundschule mehr oder weniger aufgegeben zu haben.



Das Schlimmste daran: Zwar kann man der Schulleitung dafür durchaus Vorwürfe machen, aber letztlich ist es in Anbetracht der Gemengelage an dieser Grundschule meiner Meinung nach kaum mehr möglich, unter diesen Umständen einen geordneten Schulalltag – oder auch bloß einen geordneten Schultag – hinzubekommen.



Wie können wir uns diese Situation vorstellen?



In jeder Klasse sitzen 28 Kids. Viele von ihnen stammen aus „bildungsfernen Schichten“, haben nie gelernt, wie wichtig Schule für sie ist. Hinzu kommen zahlreiche Flüchtlingskinder, die kaum Deutsch sprechen und dem Unterricht daher nur schwer folgen können.



Auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es viele, von der Diagnose „Leserechtschreibschwäche“ bis hin zu „geistiger Entwicklung“. Und dann sind da auch noch die Kinder aus Milieus, in denen ein gesetzestreues Leben als Mitglied der Mehrheitsgesellschaft abgelehnt wird. Die Kleinen haben sich bereits in der Grundschule den Habitus ihrer großen Brüder abgeschaut und ignorieren Regeln, sind aggressiv und sehen ihre Zukunft in der Kriminalität.



Wie zeigt sich das im Unterricht?



Viele der eben erwähnten Kinder fangen aus Langeweile, Desinteresse oder Überforderung heraus an, den Unterricht zu stören. Oder auch bloß, weil sie in der Schule aufmüpfig sein dürfen, ohne dafür sofort körperliche Gewalt zu erfahren. Denn zu Hause lernen sie „Autorität“ viel zu häufig nur in Verbindung mit Schlägen kennen. Wenn wir Lehrer dann versuchen, Konflikte stattdessen verbal zu lösen, werden wir nicht ernstgenommen.



Was hat das mit Ihnen als Lehrkraft gemacht?



Dieses permanente Scheitern war für mich nur sehr schwer auszuhalten. Ich scheiterte in pädagogischen Gesprächen und ich scheiterte im Unterricht – weil ich ja nie die ganze Klasse (oder auch nur die halbe) ins Boot holen konnte. Für die einen war mein Unterricht zu schwer, für die anderen zu leicht.



Jaja, ich weiß, dafür gibt es ja die „Differenzierung“ des eigenen Unterrichts, also die Stoffaufbereitung auf verschiedenen Niveaustufen. Aber ganz ehrlich, wer kann es schaffen, jede einzelne Unterrichtsstunde zeitgleich auf leistungsstarke und leistungsschwache Kids, Kinder mit Behinderungen, Kinder ohne Sprachkenntnisse, Verhaltensauffällige und konsequente Leistungverweigerer zuzuschneiden?  



Haben Sie Ihre Berufswahl schon mal bereut?



Meine Antwort erstaunt mich selbst, aber sie lautet wirklich „Nein“. Vielleicht, weil mich gerade durch die schlechten Erfahrungen der Ehrgeiz gepackt hat, es besser zu machen. Und außerdem mag ich Kinder und junge Menschen einfach sehr, sehr gerne – das hat mir auch die „Grundschule des Grauens“ nicht abgewöhnt!



Sie schreiben Ihr Buch unter Pseudonym – warum genau? Wovor fürchten Sie sich?



Man unterschreibt als Lehrer genauso eine Geheimhaltungsklausel im Arbeitsvertrag wie in der freien Wirtschaft. Ich fürchte also tatsächlich, dass ich durch meine „Leaks aus dem Lehrerzimmer“ meinen Job verlieren könnte. Außerdem möchte ich auch verhindern, dass ich an Schulen nicht mehr angestellt werde, weil meine Vorgesetzten und Kollegen Angst bekommen könnten, sie würden von mir bloß als „Stoff fürs nächste Buch“ genutzt werden.



Sie schreiben von „Hilflosigkeit und Wut über die miserablen Zustände an dieser (Ein-) Bildungseinrichtung“ – was genau läuft schief?



Ich habe ja schon einiges beschrieben, das schief bzw. gar nicht läuft. Aber nur der Schule die Schuld dafür zu geben, greift zu kurz. Wie so oft fängt der Fisch vom Kopf an zu stinken und das ist nun mal die Bildungspolitik. Schulen, die in sozial schwachen Einzugsgebieten liegen, dürften in meinen Augen nicht noch zusätzlich die Mammutaufgaben „Inklusion“ und „Willkommensunterricht“ für geflüchtete Kids stemmen müssen.



Lehrer wurden von politischer Seite immer mehr zur eierlegenden Wollmilchsau erklärt. Übrigens ohne dafür entsprechend ausgebildet zu werden. An den Unis unterrichten nicht wenige Dozenten Lehramtsstudenten, ohne selbst jemals als Lehrer gearbeitet zu haben. Ich verstehe eh nicht, warum das Lehramtsstudium keine „duale Ausbildung“ ist. Man erlernt den Umgang mit Kindern, Jugendlichen und Eltern oder wie man junge Menschen für die Schule begeistert nicht in einem Hörsaal, sondern in einer Schule.



Sie schreiben auch darüber, wie gering die Wertschätzung der SchülerInnen gegenüber ihren LehrerInnen ist…



Wie schon beschrieben, nehmen uns viele Kids nicht als Autorität wahr und gehen buchstäblich über Tische und Bänke. Daheim sitzen die Kinder häufig nur vor der Glotze, kommen nur selten vor die Tür. Ihre angestaute Energie lassen sie dann im Klassenzimmer raus und wetteifern ehrgeizig um den schulinternen Ruf als „schlimmste Klasse der Schule“.



Nennen Sie doch gern mal ein Beispiel.



Kurz vor meinen ersten Ferien an der Schule wurde ich einmal sehr überrascht davon, dass die Kleinen sich gar nicht auf die Ferien freuten: „Ferien is voll langweilig!“, wurde mir von der ganzen Klasse mitgeteilt und augenzwinkernd hinzugefügt: „In den Ferien kann man zum Beispiel keine Lehrer ärgern!“ „Dann ärgert doch mal zur Abwechslung eure Eltern“, schlug ich ebenso augenzwinkernd vor. „Bist du verrückt?! Wenn wir so respektlos mit unseren Eltern reden wie mit unseren Lehrern, gibt’s auf die Fresse!“, bekam ich zur Antwort. Die Kinder schnallen also, wie respektlos ihr Verhalten uns gegenüber ist. Ich weiß nicht, ob ich das beruhigend oder erst recht beunruhigend finden soll…



Nun sitzen wir in Deutschland seit einem Jahr immer wieder im Homeschooling, wo sehen Sie hier die größten Probleme?



Beim Homeschooling fallen mir so viele Probleme ein, dass ich eigentlich ein ganzes weiteres Buch darüber schreiben könnte. Ich versuche mich kurz zu fassen: Ich persönlich denke, die größten Schwierigkeiten beim Homeschooling sind für die Schüler fehlende Freunde, fehlende Selbständigkeit (kein Vorwurf, Tatsache), fehlende Tagesstruktur, fehlende technische Infrastruktur und fehlende Kenntnisse über den Umgang mit Technik. Wir Lehrer haben etliche Schulungen und Weiterbildung zu Lernseiten, Softwareprogrammen etc. bekommen – die Schüler bräuchten diese Weiterbildungen ebenso dringend. Nur, weil sie der Genration „digital native“ angehören, haben sie mit der Muttermilch trotzdem nicht die Bedienung von Microsoft Office aufgesogen…



Leaken Sie doch mal Ihre krassesten Erfahrungen aus dieser Zeit….



Für mich war es besonders schmerzhaft, dass viele Schüler an meiner jetzigen Schule durch den Distanzunterricht das Probehalbjahr nicht geschafft haben. Und dabei hat es besonders die leistungsstarken Schüler getroffen. Sie waren ehrgeizig und perfektionistisch – und haben daher häufig zwei Stunden lang ein Arbeitsblatt bearbeitet, für das sie im Präsenzunterricht nur zwanzig Minuten gehabt hätten.



Sie wollten auf Nummer sicher gehen und haben mehrfach ihre Arbeiten kontrolliert, korrigiert, zum Thema nochmal im Internet recherchiert, wieder etwas korrigiert. Dadurch sind sie irgendwann nicht mehr hinterhergekommen und haben angesichts des sich aufgetürmten Bergs an Hausarbeiten einfach kapituliert. Sich totgestellt, auf Mails oder Anrufe nicht reagiert. Nur noch auf dem Bett gelegen und an die Decke gestarrt. Leider habe ich all das erst hinterher erfahren, als bereits klar war, dass sie die Probezeit nicht bestanden haben…



Wie kommen wir raus aus der Misere? Aus der Chancen(un)gleichheit?



Ich komme mir mit einer Antwort darauf ziemlich unkreativ vor, weil ich im Endeffekt nur reproduzieren kann, was zahlreiche Menschen bereits vor mir festgestellt haben: Wir brauchen (zumindest in „Problemvierteln“) viel kleinere Klassen, damit Kinder individueller gefördert werden können.



Ich würde auch befürworten, dass wir bei der Inklusion etwas zurückrudern und Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf wieder Förderschulen besuchen. Die Inklusion ist ein toller Gedanke! Aber derzeit sitzen Kinder in Regelschulen, die kaum ihren eigenen Namen schreiben oder längere Zeit stillsitzen können. Sie haben keine Chance im Unterricht mitzumachen und finden nur schwer Freunde. Wem ist damit geholfen?
               
"Zu Hause so respektlos wie zu Lehrern? Da gäb´s auf die Fresse!“
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brettspiel-fuer-die-kleinsten-mit-traumfaenger-gegen-albtraeume
       
Eine Frage an alle Mamas mit mehreren Kindern: Dürfen Eure Jüngsten auch so viel mehr als Eure Erstgeborenen? Bei uns ist das wirklich ein riesen Unterschied – unsere Jüngste profitiert da ganz schön von den Geschwistern und darf in ihrem Alter Vieles, was für die Große unvorstellbar war. 



Aber: Manchmal führt das auch dazu, dass man fast vergisst, wie klein die Kleinsten noch sind. „Hach, die Strecke zu laufen schaffst du schon, soooo weit ist es ja nicht.“ oder „Klar kann sie dieses Puzzle schon, eins mit weniger Teilen haben wir eh nicht.“ Na, wer fühlt sich auch ertappt? Und noch ein Schicksal, das viele jüngere Geschwister teilen: Sie bekommen selten etwas Neues ganz für sich alleine 🙂



Heute möchte ich Euch ein Spiel vorstellen, das sich ganz speziell an die Kleinen richtet. Das Brettspiel Traumfänger von Asmodee eignet sich für Kinder ab 4 Jahren (das steht auf dem Karton, aber ich finde, es geht auch ab 3!) – das Design ist absolut kleinkind-gerecht, die Spielkarten schön groß und dick und die Spieldauer mit circa 15 Minuten auch ideal. 



Worum gehts? Ein Albtraum (der sieht aber nicht zu gruselig aus)  taucht auf. Aber mit Hilfe von süßen Kuscheltieren kann dieser besiegt werden – indem er einfach zugedeckt wird. Gelingt das, darf sich der Spieler sich ein Traumplättchen nehmen und auf seine Kuschelwolke legen. Wer seine Kuschelwolke zuerst ausgefüllt hat, ist der Gewinner. 







Meine Kleinste findet Traumfänger total toll – für sie ist es einfach zu verstehen, es gibt keine Hintertürchen oder komplizierten Zwischenschritte. Die Ansicht und die Materialien sind ideal für Kleinkinder – schön dick, lustig aufbereitet und nicht zu kleinteilig. Und meine Großen (6 und 9 Jahre) hatten auch noch Spaß daran – vorallem, weil sie merkten, dass ihre Schwester mal ebenbürtiger Spielpartner war. 



Ich kann Euch Traumfänger also als eins der ersten Brettspiele für Eure Kids empfehlen – und dabei spielt es natürlich keine Rolle, ob es Eure Erstgeborenen oder Geschwisterkinder sind. Es ist einfach ein richtig schönes Einsteiger-Spiel, das Euch viel Freude machen wird. Wer also noch eine Inspiration für Weihnachten braucht: Traumfänger können wir Euch absolut ans Herz legen!




               
Brettspiel für die Kleinsten: Mit Traumfänger gegen Albträume |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brief-an-meine-13jaehrige-tochter-mitten-in-der-pubertaet
         Hey, meine liebe Große,
nervt es dich eigentlich, dass du gerade in einer Lebensphase steckst, die viele von außen als kompliziert abstempeln? Huiuiui, 13 bist du jetzt, ein richtiges Pubertier. Wie doof das klingt: Pubertier. Wie ein Tier eben. Nicht wie ein Mensch im Wachstum. Einer, dem das ganze verheißungsvolle Leben noch bevorsteht. Wie spannend ist das denn!
Du hast es in der Hand, du kannst dein Leben noch gestalten. Alles ist möglich! Die großen Weggabelungen und Entscheidungen kommen erst noch. Noch liegt dir die Welt zu Füßen. Alle Freiheiten, alle Möglichkeiten, eine Wundertüte.
„Wow, bist du groß geworden“, sagen sie, wenn sie dich sehen und schieben fast alle noch ein „Oh je, jetzt kling ich schon wie ne alte Tante“ nach. Und ja, du hast einen riesigen Wachstumsschub hinter dir, die Bilder vom letzten Jahr zeigen noch ein Kind, heut bist du ein Teenie, eine Heranwachsende, eine junge Frau mit eigenem Willen und eigenen Vorstellungen vom Leben.
Noch vier Zentimeter dann hast du mich größentechnisch überholt. Deine Schuhgröße ist schon drei Nummern größer als meine, ich trage gerade deine Winterstiefel aus dem letzten Jahr auf. Da warst du 12 (sehr gemütlich!).
Du kommst jetzt mit zu Elternabenden, sitzt mit deinen MitschülerInnen giggelnd in der letzten Reihe. Boah, dieses Lachen, dieses Albernsein, dieses Austesten, dieses in den Freunden-Aufgehen, weil die Eltern ja eh peinlich sind.
Ich kann mich noch so gut zurückerinnern und schau da so gern hin, weil ich sehe, wie eingebettet du da bist. Was hast du für ein Glück mit deiner Klasse und deinen Freunden!



 

 
 


 


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  Aug 22, 2019 um 11:46 PDT
 

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Zusammen lasst ihr euch das Programm für den Schüleraustausch erklären und du entscheidest dann selbst, ob du dir das mit einer Gastfamilie vorstellen kannst, ob du in ein fremdes Land mit fremder Sprache gehst – oder nicht. Es liegt in deiner Hand. Und da liegt es gut, denn du weißt sehr genau, was du willst.
Wenn ich in mein altes Tagebuch aus der Zeit schaue, dann geht es um meinen Reitstall, darum, dass mein Lieblingspferd lahmt. Und klar, auch darum, dass ich Basti liebe, aber Frauke den jetzt hast. War das alles aufregend. Und schmerzhaft. Und beflügelnd. Und neu.
Grad erst sprachen wir darüber, wo du dein Schülerpraktikum machen könntest und wir haben überlegt, was spannend sein könnte und was gar nicht in Frage kommt. Wir sind da nicht immer einer Meinung. Das ist toll, weil wir so ins Gespräch kommen. Weil du mir Seiten zeigst, die neu für mich sind. Zwei Menschen, unterschiedliche Prioritäten.
In deiner Deutscharbeit neulich ging es um sexistische Werbung und du hast ein feministisches Pamphlet vorgelegt. Wie unfair das ist mit der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen. Der (männliche) Lehrer schrieb beschwichtigend daneben, dass das stimme, es im Lehrerberuf aber gerecht zugehe. Immerhin. Ich konnte mir ein inneres Grinsen nicht verkneifen.
Gestern wolltest du nach der siebten Stunde lieber mit dem Bus fahren, als abgeholt zu werden, obwohl der Bus so ungünstig fährt, dass du eine Stunde später nach Hause kommst als sonst. Und du musstest ja noch lernen für die Klausur im Diff-Kurs. Und trotzdem: Die Umwelt. Die ist wichtiger.
 



 

 
 


 


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Ein Beitrag geteilt von Stadt Land Mama (@stadtlandmama) am
  Sep 2, 2019 um 6:57 PDT
 

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Die Pubertät, eine komplizierte Phase. Ja, klar! Du wirst vom Kind zur Erwachsenen. Es ist ein Vorpreschen, Zurückkommen, ein Zweispalt manchmal – aber eben auch einer, der viel Energie freisetzt. Auch gute! Das Buch „Alle Dinge, die ich mit 13 wissen muss“ hast du längst aussortiert. Überhaupt aussortieren: Das liebst du. Du hast schon als Baby immerzu die einen Steine in die andere Kiste getan und wieder zurück. Sortieren.
Dein Zimmer ist heute das schönste im ganzen Haus, weil du – im Gegensatz zu mir – so ein Gestaltungstalent hast. Und wirklich Geschmack. Du magst es aufgeräumt. Und gemütlich. Übertreibst aber nicht. Wenn du dir etwas wünschst, dann ist das gut durchdacht, dann brauchst du es wirklich, Überfluss ist nichts für dich.
Deine Struktur macht dich verlässlich, deine Koffer packst du allein, seit du drei bist (kein Witz), du schreibst vor Urlauben Listen mit den nötigen Dingen, die ich dann abhaken kann, weil einfach nichts fehlt. Du backst Brownies oder Torte, wenn ich die Brüder zum Training fahre. Einfach, weil dir danach ist. Du lässt dich begeisterten, wenn es um Action geht. Und vor Verantwortung scheust du dich nicht.



 

 
 


 


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Ein Beitrag geteilt von Stadt Land Mama (@stadtlandmama) am
  Feb 18, 2019 um 10:52 PST
 

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Wenn ich dich zusammen mit deiner einjährigen Cousine sehe, läuft mir das Herz über. Ungelogen, ich glaube, wir könnten euch beide allein für eine Woche in den Urlaub schicken, ihr würdet das rocken. Du bist die Einzige, die die Kleine neben ihren Eltern hundertprozentig akzeptiert. Tut sie sich weh, schmiegt sie sich an dein Bein, will bei dir auf den Arm. Du tröstest. Sie weiß das.
Ich glaube, diese Liebe zwischen euch beiden ist unzerstörbar, ich glaube, die hält bis an euer Lebensende. Dieser Draht, diese Faszination für die jeweils andere. Die Babytränen, wenn du wieder gehst.
Warum ich das alles erzähle? Weil ich anderen Eltern Mut machen will. Natürlich ist die Pubertät voller Stimmungsschwankungen, voller Tage ohne Reden und dann wieder mit ununterbrochenem Redefluss. Voller Fragezeichen. Hinterfragen. In-Frage-stellen.



 

 
 


 


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Ein Beitrag geteilt von Stadt Land Mama (@stadtlandmama) am
  Sep 12, 2019 um 6:35 PDT
 

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Aber es ist auch mal schön, sich auf die wunderbaren Seiten dieser Phase zu konzentrieren.
Wenn da ein Athlet auf dem Zehn-Meter-Brett steht – kurz vor dem Sprung. Beängstigend, klar. Aber auch voller Mut und Verve und Adrenalin. Wo wird er landen, wie sanft wird er aufkommen, wie geht es von dort aus weiter?
Wenn die Skipperin die Segel spannt und aufbricht zur See mit einem guten Kompass an der Hand und trotzdem abhängig von den Winden, die sie umgeben.
Wenn aus der Raupe ein Schmetterling wird, der bunt ist – und zu fliegen beginnt…
Ich bin so dankbar und glücklich, das alles begleiten zu dürfen.
Deine Mama
 
P.S. Zieh dir bitte trotzdem morgen die warme Jacke an, du frierst dir doch den Axxx ab in dem dünnen Ding…
 
               
Brief an meine 13jährige Tochter mitten in der Pubertät | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brief-an-meine-zwillinge-so-hab-ich-eure-geburt-erlebt
       
Ihr Lieben, die Geburten der eigenen Kinder sind mit nichts vergleichar, kein Erlebnis der Welt wird da rankommen. Und deswegen hat sich meine Freundin und Kollegin Andrea an ein Buch gesetzt, für das sie 30 Mütter und Väter hat Briefe schreiben lassen. Persönliche Briefe an ihre Kinder. Über ihre Geburt.



Es heißt: Die Geschichte deiner Geburt: Mein Brief für dich! Und IHR KÖNNT DREI EXEMPLARE GEWINNEN. Bitte kommentiert dafür einfach unter diesem Blogbeitrag, warum ihr es gern hättet!



Und jetzt zurück zum Thema: Nicht nur ich, sondern auch einige Leserinnen von Stadt Land Mama haben sich auf diese Weise verewigt, denn wir hatten einen Aufruf der Autorin geteilt. Heute möchte ich euch gern meine Geschichte zeigen. Die Geschichte der Geburt meiner Zwillinge – als Brief an die Zwei. Was für eine emotionale Reise in die Vergangenheit… 



Die Geschichte deiner Geburt: Mein Brief für dich!



Glück hoch zwei: Jungsi und Bungsi* (48 & 49 cm, 2880 & 3020 Gramm)



Ihr lieben Zwei, ihr fragt euch vielleicht, warum ich euch heute und hier so komische Namen gebe, weil ihr das vermutlich gar nicht mehr erinnert. Aber immer wenn eure große, zwei Jahre ältere Schwester in den Kindergarten ging und ihr dabei wart, dann nannte euch ihre Erzieherin so. „Ach, guten Morgen, Jungsi und Bungsi!“ Ihr wart als eineiige Zwillingsjungs einfach wie bunte Hunde, man kannte euch in unserem Berliner Kiez, man mochte euch.



Und man kannte auch meinen Bauch, den ich am Ende meiner Schwangerschaft mit euch vor mir herschob. Ich konnte schon längst nicht mehr viele Meter zu Fuß gehen, also schwang ich mich mit dickem Bauch immer aufs Fahrrad, was wirklich merkwürdig und lustig ausgesehen haben muss so kurz vor der Entbindung…



Am Tag eurer Geburt fuhr ich noch selbst in die Klinik



Am Morgen des 25. September tauschte ich das Fahrrad ausnahmsweise einmal gegen das Auto aus, denn ich musste zum Vorsorgetermin in die Klinik, in der ich euch bekommen wollte. Die Große hatte ich im Geburtshaus entbinden wollen und war dann doch in einem Krankenhaus gelandet, das mir nicht gefiel. Also suchte ich mir für eure Geburt eine Klinik aus, die mir von vorn bis hinten zusagte, aber eben etwas weiter entfernt, am anderen Ende der Stadt lag.



Der Tag war unglaublich sonnig, ich klemmte mich mit dem dicken Bauch hinter den Lenker. Es war ein Donnerstag, genau zwei Wochen vor eurem errechneten Entbindungstermin. Ich brachte bereits 82 Kilogramm auf die Waage, der Unterschied war zu den sonst üblichen 57 schon enorm. Die Rippen unter der Brust fühlten sich taub an, der Bauch war kurz vor dem Platzen. Und ihr? Ihr wolltet natürlich Fußball spielen – wie heute noch. Der eine nach links, der andere nach rechts. Selbst Passanten konnten eure Bewegungen sehen, wenn ich etwas Enges trug. Wie waren wir da nur hingekommen?



Foto: Charles Yunck



Zu Beginn der Schwangerschaft konnte ich echt nicht glauben, dass ihr zu zweit unterwegs wart. Ich hielt, nur anderthalb Jahre nach dem ersten Kind, einen positiven Test in der Hand und verspürte das dringende Bedürfnis, mit dem ersten Ultraschall nicht bis zur zehnten Woche zu warten. „Ich möchte einfach sehen, ob da ein Frosch drin ist“, hatte ich einer Freundin noch mitgeteilt. Ob ich da schon was ahnte?



Zwillinge? Beim Ultraschall kippte ich fast von der Liege



„Einen Ultraschall vor der zehnten Woche müssen Sie aber selbst bezahlen“, unkte die Ärztin, und ich dachte: „Na und? Ich will mein Baby sehen…“ Ich freute mich so darauf und darüber. Und dann schallte sie. Und war lange still. Und schallte hin. Und schallte her. Und fragte, ob ich das wohl auch sähe. „Hier ist eins und hier ist noch eins“, sagte sie. „Sie erwarten Zwillinge! Sie müssen den Ultraschall also nicht selbst zahlen.“ Ab diesem Moment galt ich als frischgebackene Risikoschwangere. Bei zwei Babys im Bauch ist das aber ganz normal.



Die Sprechstundenhilfe öffnete die Tür und rief zu Kolleginnen und ins Wartezimmer: „Ui, hier sind Zwillinge unterwegs!“ Ich war perplex. „K-k-kann ich kurz meinen Mann anrufen?“Ganz ehrlich, hätte ich nicht schon auf dem Gynstuhl gelegen, wäre ich wohl umgekippt. Ich zog mich also wie in Trance an, und versuchte, euren Vater zu erreichen. Das musste ich draußen vor der Tür tun, da in der Praxis striktes Handyverbot herrschte. „Kannst du dich setzen?“, stotterte ich. „Nee, bin grad auf dem Weg zu einer Pressekonferenz, was gibt’s denn? „ES SIND ZWEI!“, schwappte es aus mir heraus. „Und beide gesund?“, fragte der Herr statt aus den Latschen zu kippen. Wie cool kann man sein?







Ich dagegen klingelte kurz darauf erstmal Sturm bei der Lieblingsnachbarin und bekam auf den Schreck etwas Warmes zu trinken. Am Nachmittag informierte ich meine Eltern, euren Opa und eure Oma, einzeln per Telefon. Mein Bruder hatte Geburtstag, ihm konnte ich es persönlich erzählen, als er am Nachmittag bei uns vorbeikam.



Zwillingsschwangerschaft: Die Sorgen der anderen – Wollt ihr mir alle Angst machen?



Meine Mutter, die schon wieder spürte, dass ihr Töchterchen im 600 Kilometer entfernten Berlin vermutlich bald einen Realitätsschock erleiden würde, kaufte sich vorsichtshalber ein Bahnticket für den nächsten Tag. Sie kam goldrichtig, denn auf die Anfangseuphorie folgten die Sorgen: Würde ich das packen mit zwei Babys? Hatte nicht eure große Schwester schon so viel geschrien in der Anfangszeit? Und was würde es für sie überhaupt bedeuten, gleich zwei kleine Geschwister zu bekommen, obwohl sie selbst noch so jung war?



Dazu kamen die Unkenrufe der Allwissenden. „Uh, Zwillinge. So starten ja ganz viele Schwangerschaften und enden dann doch nur mit einem Kind.“ Bitte was? Das ging bis zur Hälfte der Schwangerschaft so weiter, danach kamen die nächsten Paniker: „Schau dir am besten schon mal eine Frühchenstation an. Zwillinge kommen ja doch meist auf die Neonatologie…“



Nun saß ich da also zwei Wochen vor dem Entbindungstermin im Auto auf dem Weg in die Klinik. Ich war ganz bei mir, ganz ruhig, dachte an all die Zweifler und freute mich, ihnen mit euch das Gegenteil beweisen zu können. Frühchen würdet ihr jedenfalls schon mal nicht mehr werden. So viel war klar. Ha! Erst einen Tag zuvor war meine Mutter noch leicht genervt abgereist. „Die kommen ja eh noch nicht“, hatte sie gesagt und wollte erst wieder in einen Zug steigen, wenn die Wehen begannen, um sich dann um unsere kleine Große zu kümmern. Doch an diesem Tag kam alles anders.



Einleitung in der 38. Schwangerschaftswoche: Endlich die Zwillinge kennenlernen



Die Untersuchung verlief so, dass die betreuende Ärztin mir sagte, wir sollten mal über eine Einleitung nachdenken, ihr Zwei hättet nämlich bereits jeweils drei Kilo auf den Rippen, und in den letzten zwei Wochen könne sich eure Versorgung im Mutterleib verschlechtern. Ich, die ich eh seit Wochen wartete, weil ja alle gesagt hatten, dass ihr vermutlich kämet; ich, die ich mich wirklich kaum noch bewegen konnte vor lauter Bauch und die so unfassbar neugierig darauf war, euch zwei kleinen Herren endlich, endlich kennenzulernen, sagte zu. Okay, dann eben eine Einleitung. „Wie wäre es denn nächste Woche, dann sind wir im Oktober, dem Monat, für den sie auch ausgerechnet sind“, schlug ich vor. Doch die Ärztin hatte andere Pläne: „Äh, nein. Wir dachten eher an heute oder morgen!“



Uff!



Eine Einleitung könne bis zu fünf Tage dauern, erklärte mir die Ärztin. Und ich dachte, okay, dann lieber heute. Dann bleibe ich direkt hier, denn wenn ich jetzt noch heimfahre und weiß, dass es morgen losgeht, werde ich doch eh die ganze Nacht vor Aufregung nicht schlafen können. Ich informierte euren Vater, dass es jetzt losginge. Und ich rief meine Mutter an, sie könne sich nun doch wieder in den Zug setzen, nachdem sie tags zuvor erst die Hauptstadt verlassen hatte.



Die Geburt der Zwillinge beginnt: Alle entspannt



Gegen 11 Uhr wurde mir also ein Vaginalzäpfchen verabreicht (nicht schreien vor Ekel, bitte, ihr Zwei, so schlimm ist das gar nicht!), das die ersten Wehen in Gang bringen sollte. Zunächst tat sich aber gar nichts, Papa und ich spazierten noch durch den Klinikpark und durften schließlich in dem Zimmer, das wir später beziehen sollten, ein Mittagessen zu uns nehmen. Es gab Geschnetzeltes. Es schmeckte himmlisch und ich war wie auf Wolken. Bald würde ich euch, meine Babys, endlich kennenlernen. Papa hingegen brachte kaum einen Bissen runter. Ihr kennt ihn ja und wisst, wie nervös er also gewesen sein muss. Besser für mich, so konnte ich auch seine Portion noch in mich reinschaufeln, ich hatte solchen Hunger! Und ich wusste in diesem Augenblick ja auch noch nicht, dass ich viereinhalb Stunden später bereits eine waschechte Dreifachmutter sein würde und ich mir das mit dem Essen vor der Narkose vielleicht besser hätte sparen sollen… 



Ich bekam ein weiteres wehenförderndes Mittel, meine Werte sahen gut aus, man erkannte schon leichte Kontraktionen auf dem CTG, ich spürte sie aber noch nicht. Das sollte sich mit der zweiten Gabe ändern. Doch vorher verabschiedete ich erstmal euren Papa. Der vermutete, es würde noch Jahre dauern bis die Geburt losginge, und wollte eure große Schwester deshalb von der Kita abholen und meine Mutter empfangen. Klar, unsere Kleine wusste ja noch gar nichts davon, dass ihre Mama im Krankenhaus lag, um euch auf die Welt zu bringen und in die Arme zu schließen. Wir hatten sie morgens zur Kita gebracht, bevor ich zur Untersuchung gefahren war.



Geburtseinleitung: Eingeleitete Wehen fühlen sich anders an als natürliche Wehen



Mittlerweile spürte ich die Wehen, sie kamen in Stößen. Bei meiner ersten Geburt mit natürlichen Wehen war die Richtung jedoch eine andere. Drückten sie damals noch nach unten, hatte ich nun das Gefühl, sie sprengten mir die Rippen unter der Brust. Als das Gefühl zu krass wurde, klingelte ich die Hebamme heran. „Ist es schon mal passiert, dass jemandem unter der Geburt die Rippen brechen?“, fragte ich, weil ich wirklich das Gefühl hatte, meine Knochen würden dem Druck nicht mehr lange standhalten. „Ja, durchaus. Das kann passieren“, sagte sie. Da machste nix, dachte ich. Augen zu und durch! Die Abstände wurden kürzer und plötzlich wurde es wuselig um mich herum. Die Herztöne von dir, Bungsi, waren auffällig geworden.



Hattest du vielleicht einfach noch keinen Bock auf die Geburt? Ihr lagt schließlich so herrlich gemütlich zusammen – und wäret wohl noch über den Termin gegangen, wenn wir euch gelassen hätten, so jedenfalls meine Vermutung.







Ich stand nun unter Beobachtung, Bungsis Herztöne wurden nicht besser, ich geriet aber nicht in Panik, sondern war die Ruhe selbst. Ich vertraute euch beiden Knilchen – und darauf, dass alles gut werden würde. Als aber auch die Herztöne von Jungsi schlechter wurden, kam die wirklich einfühlsame Hebamme zu mir und erklärte mir die Lage. „Frau Harmann, wir wissen, wie sehr Sie sich eine natürliche Geburt wünschen, aber so, wie es jetzt gerade aussieht, wird es für Sie doch wieder auf eine Schnittentbindung hinauslaufen.“



Also doch ein Kaiserschnitt: Dann aber bitte als Schönheits-OP!



Ich reagierte unerwartet für das Pflegepersonal, brach weder in Tränen noch in Panik aus, sondern sagte zwischen dem Veratmen der Rippenstoß-Wehen nur: „Wissen Sie was, wenn das so ist, dann ist das so. Aber dann ist das für mich eine Schönheits-OP.“ Alle lachten. Und ich mit. Denn bei meiner ersten Geburt hatten sie mich nicht nur in Vollnarkose gelegt, so dass weder ich noch der Vater geistig oder physisch anwesend sein konnten, sie hatten mir auch eine hässliche, schwulstige Narbe hinterlassen, die nicht gut verheilt war und mich wirklich störte. „Abgemacht! Wir geben beim Schnitt unser Bestes“, versprachen sie und schoben mich in den OP-Saal.



Aber Moment, da fehlte ja noch jemand. Wo war eigentlich der werdende Vater geblieben? „Der ist mit Sicherheit längst auf dem Weg hierher“, sagte ich und rief ihn an. Ich erwischte ihn beim Kaffeeklatsch mit meiner Mutter und unserem Töchterchen. „Ähm, es geht los, ich würd dann jetzt gleich entbinden.“ Ach, du Schreck! Ich weiß nicht, wie er durch die Stadt geheizt sein muss, aber ich stellte mir diese Fahrt sehr lustig vor.



Fast hätte der werdende Papa die Geburt verpasst



Ich hatte mich für eine Teilnarkose entschieden und wollte bei eurem ersten Schrei wach sein. Dafür wurde alles vorbereitet, im Kreißsaal herrschte Gewusel, der Anästhesist machte Scherze, was mir sehr guttat, weil ich jetzt doch kurz Muffensausen bekam. Gleich würde man mir eine fette Spritze ins Rückenmark setzen. Ich schreie ja schon bei Akupunkturnadeln…



Dann platzte plötzlich euer Papa in die chaotische Idylle. „Ahhh, da ist er ja, der Vater! „Ooooooooooh, der hat ja noch gar keinen OP-Kittel an! Raus raus!“ Eine herrlich-lustige Situation, auch sehr typisch, und sie nahm ganz viel Druck von mir. Wir hatten so, so, so lange auf euch Zwei gewartet – und nun verpasste Papa fast die Geburt. Aber eben nur fast. Minuten später stand er im OP-Kittel an meiner Seite. Mir wurde die Betäubung in den Rücken gesetzt, vor mir spannte man ein grünes Laken auf, alles so wie im Film. Hello Hollywood, gleich sehe ich meine Babys!



Dann ruckelte man an mir, ich merkte das. Kurz darauf spürte ich etwas, dass ich so noch nie erfahren hatte und auch wohl nie wieder spüren werde: Plötzlich ließ die wahnsinnige Spannung der Haut und des Bauches nach. Es war wie ein Durchatmen des ganzen Körpers, ich fühlte mich wie auf Wolken. Und dann hörten wir den ersten Schrei! Das erste Baby war da. Jungsi! Du, der du auch bei einer natürlichen Geburt zuerst gekommen wärest, weil dein Kopf schon ganz fest im Becken gelegen hatte. Man hielt dich. Man streckte dich über das grüne Laken in unsere Richtung. Wir durften dich sehen.



Die Geburt meiner Zwillinge: Die schönsten Momente meines Lebens



Schon kam der nächste Schrei. Das nächste Kind. Ich konnte meinen Unterkörper nicht bewegen, mein Gesicht aber schon. Da warst du ja schon, Bungsi! Du wurdest mir ins Gesicht gedrückt, warst ganz warm und nass und hattest eine Stimme wie ein Engel. Es war der schönste Moment in meinem Leben.



Die erste Geburt konnte ich nicht bewusst miterleben, was mich lange danach noch beschäftigte. Nun aber war ich hautnah dabei. Ich durfte – zusammen mit eurem Papa – die ersten Lebensmomente von euch, unseren unfassbaren eineiigen Zwillingsjungs miterleben. Nichts kam jemals an dieses Glücksgefühl ran, die Stimmung war unglaublich! So freudig und freundlich und surreal.



Meine Entbindungsärztin gratulierte uns noch während ich zugenäht wurde. Der Papa erzählte, sie habe ihre blutigen Metzgerhandschuhe dafür in die Höhe gereckt. Ich jedoch bekam davon nichts mit. Ich schwebte. Ich befand mich in einem nie dagewesenen Glücksfilm!



Dann kam die Hebamme in den OP und erzählte, Papa habe sich drüben im Nebenzimmer schon entblößt. „Hoffentlich nicht ganz!“ erwiderte ich und brachte alle zum Lachen. Schließlich wurde auch ich in den Nebenraum geschoben – und da saß er: euer Papa mit nacktem Oberkörper und euch zwei kerngesunden kleinen Kerlchen auf der Brust. Ihr machtet Geräusche, die ich noch nie gehört hatte, die süßesten Schmatzgeräusche ever. Ich war wie auf Drogen, komplett euphorisiert! Einen von euch beiden durfte ich in den Arm nehmen und konnte gleichzeitig den anderen beobachten, anschauen, mich verlieben.







Ich weiß nicht, wie lange wir da glücksbetrunken saßen und staunten, bis wir irgendwann fragten, was ihr beiden denn wohl wiegt, wie groß ihr seid. „Das können wir gern mal prüfen“, sagten sie. Jungsi, du warst 48 Zentimeter groß und 2880 Gramm schwer, und Bungsi, du hattest 49 Zentimeter und 3020 Gramm. Anschließend duften wir die Verwandtschaft informieren, es war wie im Traum. Unglaublich schön und unvergesslich.



Eure Geburt versöhnte mich mit meinem ersten Erlebnis, weil in eurem Fall auch das Wochenbett so wunderbar war, weil die Menschen in diesem Krankenhaus mich wertschätzten und anerkannten, weil immer wieder jemand reinkam und fragte, ob alles okay sei, ob ich noch Wasser bräuchte bei all dem Stillen, ich sei ja quasi ein Weltwunder, ein Naturtalent, dass ich gleich zwei Kinder auf einmal satt bekommen könnte.



Ich heilte so schnell wie nie, konnte bereits am Tag nach der OP die ersten Schritte wagen, was nach der ersten Geburt undenkbar gewesen war. Und die Narbe? Es war tatsächlich eine Schönheits-OP geworden. Heute ist noch ein hautfarbener Streifen erkennbar, nur wer davon weiß, kann diese Linie sehen. Die Ärzte gaben ihr Bestes für mein Bestes. Für meine Familie und meine neugeborenen Kinder, euch, die ihr heute bereits zwölf Jahres alt seid und vermutlich die Augen verdreht vor so viel Kitsch. Aber das dürft ihr auch, ihr beiden. Weil Großwerden eben auch zum Muttersein dazugehört.



So schön, dass es euch gibt,



eure Mama
               
Brief an meine Zwillinge: So hab ich eure Geburt erlebt
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brustkrebs-frauen-geht-zur-vorsorge-der-tumor-fragt-nicht-ob-ihr-mama-seid
       
Ihr Lieben, manchmal kommt alles zusammen. Karneval, Corona – und bei Sabine auch noch eine Brustkrebs-Diagnose. Statt ausgiebig zu feiern, begab sie sich am Rosenmontag in die Behandlung. Ihre Kinder waren erst 6 und 2. Wäre sie nicht zur jährlichen Vorsorge gegangen – sie will sich nicht ausmalen, wie es dann ausgegangen wäre…



Liebe Sabine, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen sind, hast du gemerkt, als du nichtsahnend zum Frauenarzt gingst… welche Diagnose hast du dort bekommen und wie wurde es festgestellt?



Am 4.2.2020 hatte ich einen Routinetermin bei meiner Frauenärztin. Alles war gut, bis sie meine Brüste abtastete. Sie machte sofort einen Ultraschall. Beunruhigung lag in der Luft. Sie zeigte mir drei Knoten, die sie ertastet hatte. Ich sollte schnellstmöglich eine Mammographie machen, um es abzuklären. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch gestillt habe, dachte ich erst mal, es wäre von den Milchdrüsen. Durch den Ultraschall konnte ich die Knoten auch sehen. Den Termin für die Mammographie bekam ich erst am 13.2.2020.



Hattest du vorher nichts geahnt?



Nein, wie gesagt ich habe bis zu dem Zeitpunkt gestillt. Und ehrlich gesagt habe ich mich vorher nie selbst abgetastet. Ich bin da leider etwas nachlässig. Ich hatte aber die letzten Tage vor dem Termin ein komisches Bauchgefühl. Irgendwie hatte das neue Jahr nicht so gut angefangen. Ich hatte einen neuen Job ganz in der Nähe gefunden. Aber es passte nicht von der Empathie. Das Zusammenarbeiten war schwer.



Vielleicht lag es auch an der Krankheit, dass meine Konzentration gestört war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich zwei Wochen vorher meine Kündigung erhalten. Meine Mutter sagte mir im Nachhinein, dass ihr aufgefallen war, dass meine Haare nicht mehr so schön wie sonst waren. Sie fielen schnell zusammen. Ich glaube Mütter spüren so etwas.



Wie alt warst du im Augenblick der Diagnose und wie alt deine Kinder?



Ich war gerade 38 Jahre alt. Mein Sohn war 6 und meine Tochter noch 2 Jahre alt.



Mit welchem Gefühl bist du aus der Praxis rausgegangen?



Mit einem sehr schlechten Gefühl. Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf. Was ist, wenn ich jetzt Krebs habe? Sind es nur Zysten? Wie sage ich es meiner Familie? Ich behielt es erstmal für mich.



Und ließ mir überhaupt nichts anmerken. Ich war die nächsten Tage sehr angespannt und gereizt. Es ist schwer, niemanden etwas zu sagen. Und so zu tun als wäre alles in Ordnung.



Wie hast du es deinem Mann, deinen Kindern, deiner Familie erzählt?



Meinem Mann habe ich es erst am Tag der Mammographie und der offiziellen Bestätigung erzählt. Ich konnte nicht länger schweigen. Er war geschockt. Hat mich von der ersten Minute an unterstützt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.



An dem Tag habe ich meine kleine Tochter abrupt abgestillt. Ich habe ihr gesagt, dass die Mama ein Aua in der Brust hat und sie deshalb nicht mehr bei mir trinken kann. Zum Glück hat sie es gut verkraftet und auch verstanden. Ich wollte schon viel früher abstillen, aber wir haben beide nicht den richtigen Weg gefunden. Dass es so endet, hätte ich nie gedacht.



Mein Sohn hat sich eher zurückgehalten und keine Fragen gestellt. Meine Mutter war sehr geschockt. Erst dachte sie, ich hätte eine Fehlgeburt gehabt. Weil ich ihr nur von einem Termin beim Frauenarzt erzählt habe. Meine Schwiegereltern und auch der Rest der Familie waren auch sehr geschockt. Alle haben uns volle Unterstützung zugesagt. Wir konnten immer auf sie zählen. 



Musstest du eher sie trösten oder sie dich?



Für mich lief alles wie in einem schlechten Film ab. Ich konnte es nicht richtig begreifen. War das Realität? Wir haben uns gegenseitig getröstet. Es sind sehr viele Tränen geflossen.  Aber ich wollte nicht aufgeben. In den nächsten zwei Wochen folgte ein Termin dem anderen. Ich hatte keine richtige Zeit, über alles nachzudenken. Und zu entscheiden, was jetzt richtig oder falsch ist.



Mir wurde die Entscheidung durch die Ärzte abgenommen. Ich hatte auch keine große Wahl. Mein Mann war meine große Stütze. Denn was bei den Terminen gesagt wurde, ging teilweise total an mir vorbei. Mein Kopf war wie leer.



Welche Untersuchungen folgten?



Nach dem Frauenarzttermin folgte eine Mammographie. Dort hat man gesehen, dass die Knoten gut durchblutet sind, also bösartig. Kurz darauf bekam ich am 19.2.2020 einen Termin im Brustzentrum für eine Biopsie. Mit der Stanze wurden Gewebeproben genommen und diese ins Labor geschickt. Mein Mann war dabei und hat mir die Hand gehalten. Denn die Betäubung tat mehr weh, als die Stanze selbst. 







Am 21. Februar 2020, ich war gerade dabei unsere Tochter aus dem Kindergarten abzuholen, bekam ich den Anruf. SIE HABEN BRUSTKREBS. Bitte kommen Sie am 24. Februar 2020 (Rosenmontag) zur Besprechung. Der Verdacht auf Brustkrebs hat sich also bestätigt. Die Diagnose lautete: Mamma Karzinom rechts.



Am Faschingsdienstag wurde ich für zwei Tage stationär aufgenommen. Alle möglichen Untersuchungen (Blutabnahmen, Computertomographie, Herz-Ultraschall und Skelettzintigramm) wurden gemacht. Ich war vorher zum Glück noch nie richtig krank. Die einzigen Krankenhausaufenthalte waren die Geburten. Einen Tag vor dem 3. Geburtstag meiner Tochter bin ich entlassen worden.



Am 2. März 2020 wurde mir ambulant ein Port eingesetzt. Meine allererste Narkose und Operation in meinem Leben. Über den Port wurden mir die Chemomedikamente per Infusion gegeben. Das ist viel praktischer als alle zwei Wochen einen Zugang zu legen. 



Warst du von Anfang an optimistisch oder hattest du auch größere Ängste?



Zwischendurch gab es immer mal Phasen wo ich aufgeben wollte. Da mir gesagt wurde, dass ich den Krebs mit der Chemotherapie überstehen kann und die Heilungschancen gut sind, habe ich von Anfang an gekämpft. Natürlich denkt man irgendwann daran: Was wäre wenn du stirbst?



 Ich hatte die 100 % Unterstützung von meinem Mann. Ihm wurde direkt das Homeoffice genehmigt. Zum Glück hat er einen ganz hervorragenden Chef, der ihm zugesichert hat, dass die Familie erst mal vorgeht.



Gedanken die einem durch den Kopf gehen: Ich werde also in den nächsten Monaten meine Haare verlieren, mich total schlecht fühlen, mich übergeben. Kann mich wahrscheinlich nicht mehr um die Kinder kümmern. Das Wichtigste aber ist: Ich werde kämpfen. Es wird eine sehr harte Zeit. Wir schaffen das als Familie.



Nun fand deine Chemo-Therapie unter erschwerten Bedingungen statt, der erste Block fand zwei Wochen vor dem ersten Lockdown statt. Welche medizinische Bedeutung hatte das für dich (dein Immunsystem war ja vermutlich heruntergefahren, du durftest auf keinen Fall Corona bekommen, oder?)



Ich hatte zuerst vier große Chemos alle zwei Wochen und danach zwölf leichtere jede Woche. Wir haben unsere Kontakte direkt reduziert. Da kam uns der Lockdown eigentlich ganz gelegen. Denn alle mussten Schritte zurück machen. Meine Werte waren bis auf die Eisenwerte fast immer im Normalbereich.



Ich musste nur bei den großen Chemos mit dem roten Medikament die unangenehme Eiweißspritze bekommen. Damit die Leukozyten nicht im Keller landen. Als ich zur 1. Chemo ging, saß da eine junge Frau mit Mundschutz. Und ich dachte noch, das musst du jetzt auch überall tragen um keine Infektion zu bekommen.







Das Thema Corona war zwar schon überall zu lesen und zu hören, aber es war noch nicht im Fokus. Die Einkäufe hat mein Mann erledigt. Ich bin zu der Zeit nur zur wöchentlichen Blutabnahme zur Frauenärztin gefahren und zur Chemotherapie ins Krankenhaus. 



16 Wochen lang habt ihr dann Chemo, Homeoffice und Home Kita zu Hause gestemmt. Wie habt ihr das geschafft – und was hat das mit euch gemacht?



Ich weiß es nicht mehr so genau. Die Chemotherapie begann am 4.3.2020 und endete am 22.7.2020. Die Kinder waren viel draußen mit der Nachbarsfamilie. Zu der Zeit unser einziger Kontakt. Die Großeltern haben sie alle zwei Wochen im Garten gesehen. Mein Mann hat seit der Diagnose im Homeoffice gearbeitet. Wenn ich zur Chemo bin, dann hat er auf die Kinder aufgepasst. Mit Absprache seines Chefs, konnte er so flexibler mit der Arbeit sein.



Wir waren zu der Zeit viel im Wald, damit die Kinder auch mal was anderes als nur das Zuhause gesehen haben. Wir haben uns immer Orte gesucht, wo keine bis wenig Menschen waren. Das ist bis heute so geblieben. Und während der Chemo habe wir einige Fahrradausflüge gemacht. Es hat uns als Familie noch enger zusammengeschweißt. Klar ist es nicht immer einfach zu Viert den ganzen Tag aufeinander zu hocken. Das macht einen manchmal wahnsinnig. Mit 3 und 6 Jahren hat man auch viel mehr Energie, die raus will, als ältere Kinder.



Wie gut hast du die Chemo vertragen?



Bis auf ein paar kleine Wehwehchen, habe ich sie ganz gut vertragen. Meine Haare hatte ich natürlich verloren. Einmal bekam ich eine Mundschleimhautentzündung. Das war auch meine erste Begegnung im Krankenhaus mit der Corona-Schleuse. Die Müdigkeit war immer am Tag der Chemo extrem. Gegen Abend war ich dann so fertig, dass ich noch vor den Kindern ins Bett musste.



Bei den großen Chemos musste ich mir am nächsten Tag eine Spritze ins Bein geben. Damit meine weißen Blutkörperchen nicht zu weit nach unten fallen. Das hat zwei Tage so eine Art Muskelkater ausgelöst. Alles tat weh. Jede Berührung schmerzte. Das Kortison hat mich auch fertig gemacht. Ich habe es dann nach und nach reduziert. Zum Glück hatte ich nie mit Übelkeit ein Problem. Ab und zu mal ein mulmiges Gefühl im Magen.



Bei den wöchentlichen Chemos mit dem Medikament Taxol hatte ich mehrmals eine allergische Reaktion direkt beim Einfließen in den Körper. Aber die schnelle Reaktion der Schwestern hat Schlimmeres verhindert. Die Infusionen haben mich schon vor Ort müde gemacht, weil da ein Beruhigungsmittel dabei war. Zu der Zeit fingen dann die Haare wieder an zu wachsen.



Ich will damit nicht sagen, dass die Chemo ein Spaziergang war. Es ist auch bei jedem anders. Der eine verträgt die Chemo gut und der andere bekommt alle Nebenwirkungen, die es gibt. Aber mit Kindern muss man funktionieren. Sie fordern einfach ein und fragen nicht, ob man gerade keine Kraft hat. Ansonsten konnte ich zum Glück alles machen, was zu der Zeit möglich war. 



Eine Woche nach der Einschulung deines Sohnes fand dann deine OP statt. Wie war das für dich und was wurde genau gemacht?



Der Termin mit der Operation hat nur geklappt, weil ich beim dritten großen Chemoblock an der Corona-Schleuse wegen zu hoher Temperatur gescheitert war. Maske und Mütze erhöhen die Temperatur. Deshalb musste die Chemo um eine Woche verschoben werden. Bei mir wurde eine Mastektomie auf der rechten Seite gemacht.



Leider hatte ich vorher keine Möglichkeit mit einem Chirurgen über einen zeitnahen Wiederaufbau zu sprechen. Mit der Sommerpause und den Corona-Einschränkungen ist das irgendwie untergegangen. Es gäbe nur die Möglichkeit eines Wiederaufbaus mit Eigenfett. Aber das ist wieder eine langwierige Sache. 



Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass es so gelaufen ist. Ich hatte nach der OP wenig Schmerzen und auch keine weiteren Einschränkungen. Es gibt so viele schöne BHs und Bikinis, da fällt es überhaupt nicht auf, dass was fehlt. Meinen Mann stört es überhaupt nicht. Bis jetzt habe ich mich damit abgefunden. Aber ich werde eventuell nochmal einen Chirurgen kontaktieren.



Wie geht´s dir heute? Und was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?



Heute geht es mir wieder gut. Die Haare sind wieder komplett da. Wenn auch etwas durcheinander. Ich bekomme noch alle drei Wochen eine Antikörperspritze (Herceptin) und muss für fünf Jahre die Antihormontabletten (Tamoxifen) nehmen. Da merke ich bisher noch keine Veränderungen.



Ich bin wieder in meinem normalen Monatszyklus angekommen. Die beiden kleineren Tumore waren nach der zweiten Chemo direkt verschwunden. Der Haupttumor wurde bei der OP nicht mehr gesehen. Da hat man mir noch zwei Vorstufen entfernt. Ich bin bisher krebsfrei und hoffe, dass es so bleibt. Natürlich spielt immer die Angst vor jeder Untersuchung eine große Rolle. Dadurch dass es frühzeitig erkannt wurde, konnten sich auch keine Metastasen bilden.







Ich habe aus dieser Zeit mitgenommen, dass ich auch wichtig bin. Ich muss mich um meinen Körper und meine Gesundheit kümmern. Das vergisst man leider, wenn man eine Familie hat. Ganz viel habe ich in der Zeit der Anschlussheilbehandlung über mich und wie ich mich pflege gelernt. Ich hatte drei Wochen Zeit nur für mich. Das ist echter Luxus. Es waren die schönsten drei Wochen des Jahres 2020. Und ich habe total nette Menschen kennengelernt, mit denen ich immer noch in Kontakt stehe.



Zum Abschluss vielleicht noch: Vorsorge ist so wichtig. Egal ob Mann oder Frau. Geht zu eurem Arzt und lasst euch untersuchen. Bisher ist leider erst ab 50 Jahren eine Mammographie vorgesehen. Der Krebs fragt aber nicht nach dem Alter! Er kommt, wenn er es für richtig hält…
               
Brustkrebs: Geht zur Vorsorge! Der Tumor fragt nicht, ob ihr Mama seid
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/buecher-unsere-lese-empfehlungen-fuer-diesen-winter-oder-fuer-weihnachten
       
Ihr Lieben, wir sind in diesem Jahr mit sooo vielen tollen Büchern in Berührung gekommen, dass wir euch hier heute einmal eine Auswahl präsentieren wollen. Vielleicht schickt ihr die liste einfach an die Verwandtschaft, falls sie euch fragen sollte, was ihr euch wünscht…



Bücher zum ersten Jahr mit Kind / zur Geburt



Christian Hanne: Papa braucht ein Fläschchen. Überlebenstipps für das erste Jahr als Vater



Lisa Harmann, Katharina Nachtsheim: WOW MOM – der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind



Frauke Ludwig, Diana Schwarz: Baby Basics: Alles, was ihr über euer Baby wissen solltet



Jana Friedrich: Das Geheimnis einer schönen Geburt. Jede Geburt ist einzigartig. 50 Geschichten über die elementarste Erfahrung des Lebens



Christina Tropper, Jennifer Baro: Einer schreit immer



Mütter-Mutmacher-Bücher



Lisa Harmann, Katharina Nachtsheim: WOW MOM – der Mama-Mutmacher für mehr Ich in all dem Wir



Nora Imlau: Mein Familienkompass. Was brauch ich und was brauchst du?



Dr. Karella Easwaran: Das Geheimnis ausgeglichener Mütter. Starke Mütter – Starke Familien – Starke Gesellschaft



Rike Drust: Muttergefühle Gesamtausgabe



Vera Schroeder: Kleine Fluchten, großes Glück



Bücher zur Erziehung



Nicola Schmidt: Der Elternkompass. Was ist wirklich gut für mein Kind?



Danielle Graf, Katja Seide: Das Geschwisterbuch



Dr. Herbert Renz-Polster: „Menschenkinder: Artgerechte Erziehung – was unser Nachwuchs wirklich braucht“



Heidemarie Brosche: Hätte ich netter schimpfen sollen?



Stefanie Stahl und Julia Tomuschat: Nestwärme, die Flügel verleiht: Halt geben und Freiheit schenken – wie wir erziehen, ohne zu erziehen



Mental Load-Bücher



Laura Fröhlich: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles! Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen



Patricia Cammarata: Raus aus der Mental Load-Falle: Wie gerechte Arbeitsteilung in der Familie gelingt



Bücher zur Wackelzahnpubertät



Laura Fröhlich: Wackelzahnpubertät. Das sollten Eltern wissen und tun



Andrea Zschocher: Nicht mehr klein und noch nicht groß



Hilfen für Schule und Pubertät



Anke Willers: Geht’s dir noch gut oder hast du schon Kinder in der Schule?



Béa Beste: Gemeinsam schlau statt einsam büffeln



Tanja Baader: Xaver der Pirat. Wie du spielend einfach lernst. (Für Kinder mit Lernschwierigkeiten)



Inke Hummel: Miteinander durch die Pubertät



Jan Weiler: Die Ältern



Mütterbücher mit Humor



Jacinta Nandi: Die schlechteste Hausfrau der Welt (Ich habe laut gelacht, mehrfach!)



Marlene Hellene: Zu groß für die Babyklappe – Geschichten aus dem Müttergenesungswerk



Andrea Harmonika: Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne: Vom Sinn und Unsinn mit Kindern



Nina Massek: Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs



Nadine Luck: Fettnäpfchenführer Weihnachen



Lebenshilfe für Frauen



Nicole Staudinger: Schlagfertigkeitsqueen – In jeder Situation wortgewandt und majestätisch reagieren



Sabine Magnet: Und was, wenn alle merken, dass ich gar nichts kann? Über die Angst, nicht gut genug zu sein



Bücher zum Thema Sex



Katja Lewina: Sie hat Bock



Katja Grach: MILF-Mädchenrechnung: Wie sich Frauen heute zwischen Fuckability-Zwang und Kinderstress aufreiben



Recht und Arbeit in Familien



Nina Strassner: Keine Kinder sind auch keine Lösung: Schützenhilfe von der Juramama



Katrin Wilkens: Mutter schafft. Es ist nicht das Kind, das nervt, es ist der Job, der fehlt



Schicksalsschläge



Katrin Biber: Larissas Vermächtnis. Der schreckliche Mord an meiner Schwester und mein Weg zurück ins Leben.



Annunziata Hoensbroech: Schicksalsschlag. Der Weg zurück ist kein Spaziergang



Marlene Bierwirth: Meine Medizin seid ihr! Warum man den Krebs nicht allein besiegt



Romane



Laura Karasek: Drei Wünsche



Ildikó von Kürthy, Schriftstellerin, Journalistin, Bestsellerautorin, Buch: Es wird Zeit



Lynn Andersen: Dänische Dämmerung



Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall



Lisa Taddeo: Drei Frauen



Leila Slimani: All das zu verlieren



Anna Hope: Was wir sind



Géraldine Dalban-Moreynas: An Liebe stirbst du nicht



Dror Mishani: Drei



Judith Hoersch: Juno und die Reise den Wundern



Wandern mit Kindern



Claudia Lehnen: Kiesel, Gold und schroffe Felsen: GeoExkursioenen im nördlichen Rheinland



Gerti Keller: Mit Kindern wandern: Die schönsten Touren für die ganze Familie rund um Köln



Katrin Jäger: 52 kleine und große Eskapaden im Münsterland



Bücher für Kinder



Andrea Harmonika: Meine ersten Flachwitze



Rike Drust: Das Ei von Aua



Inke Hummel: Mönkel und der geheimnisvolle Turm



Christopher End: Der kleine Samurai findet seine Mitte



Nathalie Klüver: Der Blaubeerwichtel



Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: kind: Baby ist da



Antje Herden: Parole Teetee



Elif Shafak: Liane und das Land der Geschichten. Ein Buch über die Magie des Lesens. 



Hinweis: WERBUNG, denn alle Links, die wir setzen, sind Affiliate-Links, wenn ihr über unsere Links kauft, kriegen wir also ein paar Cent Provision.
               
Buchempfehlungen: Das sind die besten Bücher 2020
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/caroline-rosales-als-single-mom-wie-geht-es-ihr-nach-der-trennung
        Ihr Lieben, es ist lange her, dass Caro und ich „Stadt Land Mama“ gegründet haben. Nun ist sie heute für eine kurze Stippvisite zurück. Mit ihrem neuen Buch: Single Mom.  
Liebe Caro, wow, unsere Leser haben echt lange nichts von dir gehört. Seit du vor vier Jahren „Stadt Land Mama“ verlassen hast, um Bücher zu schreiben, hat sich bei dir im Leben einiges getan. Du bist jetzt Single Mom, hast dich vom Vater deiner zwei Kinder (mittlerweile 6 und 4 Jahre alt) getrennt. Wie kam es dazu und wie geht es dir damit?
Lisa, Du weißt gar nicht, was es mir bedeutet, ENDLICH mal wieder auf „Stadt Land Mama“ stattzufinden. Wenn ich mich hier so umschaue, ist alles nochmal eine Nummer schicker und professioneller geworden. Auch wenn das doof klingt, aber ich bin stolz und beeindruckt, was Katharina und Du aus dem Blog gemacht habt. Nämlich ein Magazin mit richtig guten Texten – wow!
Nun zu mir: Ich lebe mit meinen Kids seit fast drei Jahren alleine und ich glaube, es war für die ganze Familie und für mich die beste Entscheidung. Ich habe viel an Idealen festgehangen wie Heiraten, Kinderkriegen, Zusammenleben, Kleinfamilie.
Ich finde das nach wie vor alles schön, aber ich habe auch realisiert, dass ich nicht dafür gemacht bin und alleine anders und besser funktioniere. Ich denke, dass unsere Erziehung, unsere Prägung als Frau, uns sehr lenkt. Und irgendwann dachte ich: Aber was hat das alles mit mir zu tun?
Nun hast du deiner Erfahrung als Alleinerziehender ein Buch gewidmet, das heute bei rororo erscheint und Single Mom (Affiliate Link)heißt. Warum war es für dich wichtig, dieses Buch zu schreiben und worum geht es dir dabei?
Mir war das Wichtigste, ein Buch zu schreiben, dass Frauen, vor allem Mütter, glücklich macht. Ich fand die Literatur (nicht alles, aber vieles) über Alleinerziehende sehr tantig, schwer und tranig. Diese ganzen Ratgeber, die es da gibt, haben mich beim Lesen ziemlich runtergezogen.
Ich dachte, wenn ich meine Geschichte hergebe und teile, vom Kistenpacken bis zum Leben als Single Mom, dann kann ich meinen Beitrag leisten, dass sich das Bild der Alleinerziehenden wandelt. Dass es vielen Alleinerziehenden finanziell sehr schlecht geht, klammere ich in dem Buch nicht aus.
Ich finde, wir müssten alle zusammen wesentlich politischer und wütender werden. Etwas mehr Emotion würde der Debatte gut tun, sonst merken die Regierenden nicht, dass sich etwas ändern muss.
Weil Single-Eltern Leistungsträger sind, verdienen sie mehr Unterstützung durch das Sozialsystem. Da müsste eine Menge passieren.
Hast du zu deinem Ex-Mann und dem Vater deiner Kinder denn noch ein gutes Verhältnis? Und wie regelt ihr das mit den Kindern im Alltag?
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, ich würde auch sagen, wir haben relativ wenig Porzellan zerbrochen, das war im Nachhinein natürlich sehr gut. Klar, gibt es auch ab und zu Streit und manchmal sind wir gar nicht einer Meinung und keiner rückt von seinem Standpunkt ab – und das bleibt dann auch so.
Aber glücklicherweise sind wir uns in den großen Linien einig, das ist wichtig, wir wollen das Beste für unsere Kids und neigen beide dazu, sie sehr zu beschützen und zu verwöhnen.

Im Buch ist es dir wichtig, Alleinerziehende nicht als immer-jammernde, prekär lebende Einsame darzustellen, sondern zu zeigen: Hey, das muss alles gar nicht so schrecklich sein. Wie schaffst du es denn selbst, Geld zu verdienen, die Kinder trotzdem gut zu betreuen und dabei nicht zusammenzubrechen?
Das frage ich mich ehrlich manchmal gesagt auch. Ich arbeite vier Tage die Woche in der Redaktion und schreibe eben nebenbei die Bücher. Im Moment ist es viel Arbeit. Ich glaube, um es zu schaffen, muss man sich sehr zu Disziplin zwingen.
Ich versuche, weniger darüber nachzudenken, sondern einfach zu arbeiten und zu machen. Meine Mutter hilft mir viel, sie lebt in Berlin. Auch habe ich ein Aupair, sonst würde es gar nicht gehen. Sie ist so toll, sie sieht, wo etwas zu tun ist und unterstützt mich sehr gut, im Haushalt, mit den Kindern und durch ihre gute Laune.
Wenn morgens jemand sagt gegen halb sieben: "Guten Morgen, möchtest Du einen Kaffee", dann macht das den Unterschied und der Tag geht anders los.
Außerdem liebe ich meinen Beruf und kann meinen Kindern klar machen: Mama will das hier und es macht sie glücklich. Es ist auch unheimlich viel Wert, wenn die Mutter nicht ständig ein schlechtes Gewissen hat, dass sie arbeiten geht.
Du hast in einem Interview außerdem gesagt, dass sich immer mehr verheiratete Frauen jetzt bei dir melden und nachfragen, wie das so geht mit einer Trennung. Was antwortest du ihnen?
Ich sage ihnen, ein bisschen Mut, ein bisschen Rock'n'Roll wirst du brauchen und dein Leben wird nie wieder perfekt, aber es wird alles gut und es ist möglich.
Und dann gebe ich ihnen erstmal die Nummer meiner Beratung, meiner Anwältin, meiner Aupair-Agentur, meines Kindergartens, meines Frisörs. Das hilft den meisten viel mehr, als wenn ich zwei Stunden quatsche.
Caros Buch "Single Mom" könnt ihr gern hier bestellen (dann bekommen wir über einen Affiliate Link Prozente und würden uns sehr darüber freuen!)
Foto: Matthias Bothor
               
Caroline Rosales als Single Mom: Wie geht es ihr nach der Trennung? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/chemo-fuer-steffi-nach-abschied-von-papa-und-jonas-wie-es-der-familie-ewald-gerade-geht
       
Ihr Lieben, wir sind nach wie vor Steffi und ihrer Familie sehr verbunden. Ihr wisst ja vermutlich, um wen es geht. Papa und zwei von drei Kindern waren an Krebs erkrankt.



Dann starb der zehnjährige Jonas kurz vor Silvester. Schließlich nahmen sie Abschied vom Papa Sebastian – dann wurde auch bei Steffi Krebs festgestellt – Brustkrebs. Mitten in der Coronakrise hat sie nun mit der Chemotherapie begonnen.



Liebe Steffi, für dich gab es heute gleich zwei gute Nachrichten, erzähl doch mal davon – und welche Gefühle da in dir aufkamen.



Ich hatte heute meine erste Kontrolle (Sonographie) nach den ersten beiden Chemo-Zyklen und war wirklich erleichtert, zu erfahren, dass der Tumor bereits um mehr als die Hälfte geschrumpft ist.



Die Ärzte waren damit mehr als zufrieden und nun kann die Chemo wie geplant weiter erfolgen (da ansonsten keine weitere medikamentöse Option bei dieser Art von Tumor besteht) – im Anschluss kommt steht dann die Mastektomie an, also die Entfernung von Brustgewebe.



Dazu kam dann noch die erleichternde Rückmeldung, dass bei Neeles MRT nichts Auffälliges gefunden wurde. Ende April erfolgt dann noch der restliche Körper (ab Knie abwärts) da dieser Teil bei dem MRT letzte Woche nicht mit drauf war, da es ‚Probleme‘ gab… also nochmal Daumen drücken, aber wir sind natürlich froh, dass schon mal von Kopf bis Knie alles gut ist bei ihr.



Du hast mit
der Chemo angefangen, wie geht es dir damit, wie verträgst du sie?



Die Chemo vertrage ich bislang soweit recht gut – die ersten Tage habe ich schon ein flaueres, matteres Gefühl und Knochenschmerzen, aber alles in allem bislang toi toi toi erträglich. Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt…



Meine Schwiegermutter ist aber bei uns zur Unterstützung eingezogen, so dass wir zur Zeit gemeinsam die Mädels, Haushalt etc. wuppen – gerade auch in Anbetracht der Corona-Ausnahme-Situation. Wir gehören zwar beide sozusagen zur Risikogruppe, aber wir halten uns an „Stay at Home“.



Foto: Margret Witzke, Fotografie in der Altstadt



Wie war das
für dich, deine Haare zu verlieren?



Ja, insgeheim
hofft man irgendwie schon, dass man vielleicht zu den 0,01% der Fälle gehört, bei
dem die Haare nicht ausfallen und ich musste schon erstmal schlucken, als die
ersten Büschel dann tatsächlich fielen… Ich hatte meine Haare vorab ja schon
um über die Hälfte der Länge gekürzt, damit es dann vielleicht nicht zu krass
ist…



Da es dann
aber so gejuckt hat auf dem Kopf und überall diese ganzen Haare waren, war das
endgültige Abrasieren dann sogar eine Art Befreiung… Lenja wollte ihre Haare
dann auch schneiden 😉 Da gabs nen kleinen Pony 😉



Nun sieht
man mir halt die Krankheit an, da Glatze ja irgendwie schon mit einer Krebserkrankung
assoziiert ist… Die Perücke stört mich noch, daher trage ich nun erstmal
Mütze, da es schon echt kalt auf dem Kopf ist so ohne Haare.



Inwieweit
trifft euch die derzeitige Situation durch das Coronavirus?



Vor allem für Neele ist die Corona-Situation ganz, ganz schwierig – sie vermisst ihren Alltag, ihre Freunde und vor allem unsere Familie. Nun wird es nochmal schmerzlich bewusster, dass wir nie mehr zusammen am Frühstückstisch sitzen, nie wieder im Garten zusammen grillen, nie wieder abends gemeinsam kuscheln…



Dieses „notgedrungene“ Glück haben sozusagen ja gerade dank/ wegen Corona viele. Solche nie gehabte exquisite Familienzeit… Papa und Jonas fehlen uns allen sehr – vor allem jetzt…



Ich hoffe
sehr, dass durch diese Corona Ausnahme Situation alle Menschen ihr Leben noch
einmal bewusster und mehr zu schätzen wissen – das Schicksal kann von jetzt auf
gleich einfach alles verändern – egal ob durch Krebs, Corona oder etwas ganz
anderes…



Auch ich
hoffe, dass wir Mädels wieder einen immer mehr stückweiten neuen Alltag zurück
gewinnen werden – nun erstmal mit dem Corona Umstand und danach dann auch
wieder..







Magst du uns
erzählen, wie ihr Abschied von euren Männern genommen habt – und inwieweit ihr
sie immer noch in euren Alltag integriert?



Die Beerdigung war sehr emotional. Bastis Feuerwehrkameraden und Johanniter-Kollegen haben ihn zu Grabe getragen und es tut gut, zu wissen, dass die beiden in so vielen Erinnerungen weiterleben werden.



Info: Hier geht es zur Gofundme-Spendenseite für die Familie.
               
Krebs! Chemotherapie für Steffi nach dem Abschied von Mann und Sohn
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/chemotherapie-familienzusammenhalt-kerstins-dreijaehrige-tochter-hat-krebs
       

 Ihr Lieben, Anfang der Woche haben wir über eine Mama berichtet, die eine Gewebeveränderung in der Brust bemerkt hat und nun auf die Diagnose wartet. Daraufhin meldete sich eine weitere Leserin, die gerade gegen Brustkrebs kämpft, um ihre Kinder weiter aufwachsen zu sehen. Auch Kerstin kommentierte unter dem Beitrag und wünschte viel Glück. Sie kann vieles nachvollziehen, denn ihre eigene kleine Tochter hat Krebs. 
Liebe Kerstin, deine dreijährige Tochter hat Krebs. Wie geht es ihr gerade aktuell?
Neele ist im Oktober drei Jahre alt geworden, momentan befindet sie sich im Krankenhaus zu ihrer sechsten und vorerst letzten stationären Chemotherapie.
Um welche Krebsform handelt es sich?
Sie hat ein Neuroblastom mit Streuung im Knochenmark, ärztlich ausgedrückt ist sie im Stadium 4.
Wie und wann habt ihr das festgestellt?
Ziemlich genau vor einem halben Jahr, am 06. Juni 2017, bekamen wir diese Diagnose. Ihr ging es schon seit Anfang Mai "anders". Neele war immer ein sehr aufgewecktes, süßes, lebensfrohes Mädchen. Lieber alles zehn Mal alleine probieren, als dass ihr auch nur irgendjemand helfen sollte. Das änderte sich aber.
Sie wollte viel getragen werden, viel kuscheln, hatte wenig Appetit und war sehr still und in sich gekehrt. Also nichts Weltbewegendes, aber doch ein ganz anderes Kind. Diese Veränderung kam schrittweise. Und wir, mein Mann Christian und ich, schoben es auf Wachstum, Entwicklungsschübe, Zähne und was weiß ich für alltägliche Dinge, die bei Kindern in diesem Alter einfach normal sind.
Als sie Ende Mai dann aber knapp zwei Kilo abgenommen hatte, machte ich mir doch Sorgen und bat unseren Hausarzt um ein Blutbild. Dieser rief uns nach Pfingsten direkt am und schickte uns ins Krankenhaus. Dort wurde uns relativ schnell erklärt, was mit Neele los sei und dass wir einen langen anstrengenden Weg vor uns haben werden.
Was waren eure ersten Gedanken nach der Diagnose?
Mein Mann war völlig neben der Spur. Ich muss dazu sagen, dass er der "Hausmann" ist, der Teilzeit arbeitet und ich diejenige, die Vollzeit arbeitet und viel unterwegs ist. Er weinte viel, wurde still, in sich gekehrt.
Ich versuchte das Gegenteil, einfach auch, weil ich es gar nicht begreifen bzw. mir eingestehen wollte. Ich war ganz taff, blieb im Krankenhaus bei ihr, als alle diagnostischen Untersuchungen liefen und klärte unsere Umgebung – Kindergarten, Krippe, Familie, Freunde – fachmännisch auf. Dann bekam ich einen Hörsturz, durch zu starke seelische Belastung. Das war der Moment, ab dem ich mich dann auch zurückgenommen habe. Ich versuche trotzdem bis heute, nicht vor ihr zu weinen.
Wie hat euer Umfeld reagiert?
Unser Umfeld reagierte gemischt, teilweise mit Angst, Unwissenheit, Zurückziehen, aber zum Teil auch mit Besuchen, Unterstützung… Es war und ist alles dabei. Jetzt gerade bekommen wir viel Unterstützung von lieben Menschen. Ganz vorn dabei ist meine wundervolle Familie. Meine Eltern sind IMMER da. Sie kümmern sich um Josefine, unsere fünfjährige Tochter und unterstützen auch sonst, wo sie nur können. Und meine Brüder genauso.
Wie schaffst du das als Mutter?
Ich bin seit der Diagnose krankgeschrieben, um bei Neele sein zu können. Meinen Mann habe ich nach drei Monaten wieder in Teilzeit geschickt… Sonst hätten wir uns wohl zerfleischt.
Was macht die Krankheit eurer Tochter mit euch als Paar?
Das Problem ist, dass jeder seine eigene Ansicht von dem hat, was das Beste für Neele und alle ist. Und Kommunikation wird ja leider – auch von uns – vollkommen überbewertet. Jetzt, mir etwas Abstand, versuchen wir viel zu reden. Uns viel Zuneigung zu geben, uns zu unterstützen – auch damit Josefine sich nicht mehr um ihre Eltern sorgt. Wir versuchen, nicht alles persönlich zu nehmen und geben uns gegenseitig Raum… Wie gesagt, wir versuchen es. Es ist schwer, sehr schwer, als Paar durchzuhalten. Es ist eine wahnsinnige Belastung. Ich hoffe, dass, wenn das alles geschafft ist, wir wieder zu dem Paar werden, das wir waren…
Wie verträgt eure Kleine die Chemotherapie?
Neele macht es ganz toll. Sie bekommt eine sehr starke Chemotherapie. Diese läuft dann immer etwa sieben Tage stationär über Infusion im Krankenhaus. Wir wechseln uns ab, damit nicht einer allein die ganze Zeit im Krankenhaus bleiben braucht.
Und wie stehen die Chancen eurer Tochter auf Heilung?
Die Heilungschance stand bei ungefähr 25 Prozent… der Tumor spricht aber gut auf die Chemo an. Von 10×12 cm ist er auf 4×2 cm geschrumpft. Die Streuung ist so weit zurückgegangen, dass aus ihrem Blut Stammzellen gesammelt werden konnten und wir haben sechs Chemos überstanden. Am 28.12 steht die große Bauch-OP an…. Und danach entweder Bestrahlung oder direkt noch die Hochdosis-Chemo mit anschließender Stammzellenrückgabe. Es ist schwer, das alles "kurz" aufzuschreiben und ich vergesse bestimmt vieles….
Wird das Krankenhaus in solchen Zeiten zu eurem zweiten Zuhause oder gewöhnt man sich da nicht dran?
Zum zweiten Zuhause wird das Krankenhaus nicht…. Aber es sind wunderbare Schwestern dort, tolle Ärzte, andere liebe Eltern und auch die Zeit geht irgendwie rum.
Woher nimmst du deine Kraft und deine Hoffnung?
Wir funktionieren… Alle…. Irgendwie… Ich hoffe, das bleibt auch so noch für eine Zeit so – bis es vorbei ist. Ich mache mir große Sorgen um meine große Tochter… Sie weint viel, versteht nicht alles…. Trifft mit ihren Äußerungen viel zu oft mitten ins Herz. Ich nehme meine Kraft aus uns…. Neele macht weiter, immer wieder, immer weiter… Ich sehe ein Vorankommen…. Das hilft.
Liebe Kerstin, danke für Deine Worte und wir drücken alle zusammen ganz fest die Daumen für Euch!
               
Chemotherapie, Familienzusammenhalt: Kerstins dreijährige Tochter hat Krebs | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/co-elternschaft-ich-bekam-mein-kind-mit-einem-guten-freund
       
Liebe Jennifer, du bist 39 und hast eine vierjährige Tochter zusammen mit einem Co-Vater. Ihr seid also nicht als Paar, sondern als Freunde Eltern geworden, richtig?



Genau. Co-Elternschaft nennt sich unser Familienmodell.



Wie kam es dazu? Wann wuchs in dir der Wunsch nach einem Kind? Warst du da grad Single?



Ich wollte schon immer Kinder. Nur am Partner haperte es. Ich bin nicht so der Beziehungstyp. Also habe ich schon mit Ende 20 angefangen, mich darauf vorzubereiten, ein Kind alleine zu bekommen. Ein jahrelanger und auch schmerzhafter Prozess. Als ich fast soweit war, habe ich doch noch einen Partner gefunden. Er beschloss allerdings, doch keine Kinder zu wollen. Da war ich 34 und habe die Sache selber in die Hand genommen. Mir reichte es! Ich wollte einfach nicht länger passiv warten, sondern mein Schicksal aktiv in die Hand nehmen. Die beste, aber auch schwerste und mutigste Entscheidung meines Lebens.



Hattest du zunächst auch andere Möglichkeiten in Betracht gezogen? Also einen anonymen Spender oder Ähnliches?



Ja, ich wollte eigentlich Solomama mit einem Kind aus einer Samenspende werden. Das war die einzige Möglichkeit, die ich damals kannte. Ich war mitten in der Suche nach einer Samenbank, als mir jemand von der Co-Elternschaft erzählte.



Jennifer Sutholt



Wie hast du den Co-Vater dann gefunden? 



Totaler Zufall! Oder Schicksal? Ich habe einer Kollegin von meinem Plan mit der Samenbank erzählt. Im Gegenzug erzählte sie mir von ihrer Co-Elternschaft und wie gut das bei ihr läuft. Ich hörte wie gesagt zum ersten Mal von diesem Konzept. Sie sagte dann zu mir: „Wenn du das auch machen willst, ein Freund von mir und auch Kollege von uns, der möchte auch unbedingt ein Kind, frag doch ihn mal.“ Das habe ich getan und hier sind wir. Es passte gleich perfekt, menschlich, aber eben auch, dass wir beide Flugbegleiter sind. So ist das Kind jeweils bei dem, der nicht fliegen ist.



Wenn zu indiskret, lass die Frage einfach weg: Wie ist euer Kind dann entstanden? Mit ärztlicher Hilfe? Auf natürlichem Wege? Durch Insemination?



Wir haben in unseren Verhandlungen abgemacht, es mit der Bechermethode zu versuchen. Das ist simulierter Geschlechtsverkehr. Sex wollten wir keinen haben. Der Weg zum Arzt war unsere zweite Option, dort hätten wir uns aber als Paar ausgeben müssen. Die Bechermethode hat dann allerdings direkt beim ersten Versuch geklappt.



Wie war da die Stimmung bei euch? Habt ihr euch getroffen und begrüßt mit: „Guten Tag, lass uns ein Kind machen“? Lacht man da, wie war die Stimmung zwischen euch?



Das Treffen zum Machen des Kindes war tatsächlich ganz entspannt, wir waren nämlich zusammen im Urlaub auf Ibiza. Es war auch kein bisschen komisch, eher neutral, da uns ja klar war, dass das der notwendige Schritt ist, um an unser Wunschkind zu kommen. Die Bechermethode ist ziemlich steril und klinisch, da kommen eigentlich wenig Gefühle auf, weder Ekel noch Romantik.



Wie waren denn eure Reaktionen auf den positiven Schwangerschaftstest – hat jemand noch kalte Füße bekommen? Wie hast du, wie hat er reagiert?



Wir waren beide gleich glücklich, denke ich. Und gezögert hat keiner von uns, wir hatten uns ja wirklich gut abgesprochen und vorbereitet und wollten es unbedingt. Da ich zuerst den Weg der Solomama gehen wollte, war ich ziemlich entspannt, denn ich war ja eigentlich mental und finanziell darauf vorbereitet, es alleine zu machen. Dass ich jetzt Hilfe und einen Papa hatte, war ein richtig toller Bonus.



Wie war das in der Schwangerschaft, war er auch mal bei Untersuchungen dabei?



Ja, er war bei jeder Untersuchung dabei. Ab dem Zeitpunkt, ab dem der Ultraschall über die Bauchdecke gemacht wurde.



Wie war das bei der Geburt?



Auch beim Kaiserschnitt war er dabei. Erst saß meine Mama an meinem Kopf, um mich zu stärken, denn ich hatte wahnsinnige Angst. Als das Baby da war, hat er sie dann zur U-Untersuchung begleitet und saß ab da bei mir.



Wie habt ihr das rechtlich geklärt? Läuft das mit der Elternschaft dann im Grunde wie bei einem Elternpaar, das zusammen, aber nicht verheiratet ist?



Ganz genau so. Er hat schon vor der Geburt die Vaterschaft anerkannt und ist damit genauso Vater, wie jeder Partner einer Frau oder ein Ehemann.



Verbringt ihr heut Zeit zusammen mit eurem Kind oder wechselt eure Tochter zwischen euch?



Unsere Tochter wechselt hin und her, je nach Monat ist die Verteilung ungefähr 70/30. Sie ist mehr bei mir, dafür bekomme ich Unterhalt oder eher einen Betreuungsausgleich. Wir unternehmen aber auch öfter mal was gemeinsam, besonders, wenn unsere Tochter sich das wünscht, sie steht ja im Vordergrund. Wir fahren auch mindestens einmal im Jahr gemeinsam als Familie in den Urlaub.



Wie hat euer Umfeld anfangs reagiert? Und wie geht es jetzt mit der besonderen Situation eurer Familie um?



Am Anfang mussten wir viel erklären. Wir wussten ja selber nicht, wie es laufen wird. Jetzt weiß natürlich jeder Bescheid und alle freuen sich mit uns, wie gut es läuft.



Hattest du schon mal das Gefühl, dich in den Vater deiner Tochter zu verlieben, vielleicht einfach schon aus dem Grund, wie sehr auch er eure Tochter liebt?



Eigentlich nicht. Das Umfeld hat es schon irgendwie gedacht, vielleicht auch gehofft, warum auch nicht? Unser Papa ist ein sehr attraktiver, angenehmer Mann. Aber wir sind sehr unterschiedlich, als Paar wären wir grauenhaft. Er wäre mir viel zu gemütlich und ich ihm viel zu anstrengend. Aber als Eltern funktionieren wir gut, gerade weil wir so gegensätzlich sind.



Welche Vorteile hat euer Familienmodell?



Gerade ist mein Kind mit seinem Papa unterwegs und ich habe vier Tage frei. Vier Tage alleine in meiner Wohnung, komplett ohne Mental Load, denn den hat er. Ich kann ausruhen, wirklich ausruhen. Ich vertraue ihm komplett, er macht das schon immer richtig gut, ich weiß, ich kann mich zu 100% drauf verlassen, dass er die richtige Entscheidung zu egal was trifft. Das macht mich sehr frei. Wenn du selber Mama bist, dann weißt du sicher, was ich meine.



Wie stellst du dir deine Familie in fünf Jahren vor? 



Das überlasse ich ehrlich gesagt unserer Tochter. Bis zu einem gewissen Grade. Wenn es für sie so ok ist, dann machen wir weiter wie bisher. Mehr bei mir kann sie nicht sein, ich arbeite ja auch irgendwann wieder regelmäßig. Wenn sie mehr als Familie machen möchte, dann machen wir das. Zusammenziehen werden wir allerdings nicht. 



Im Moment ist es noch kein wirkliches Thema bei meiner Kleinen. Es ist eher so, dass ihre Freundinnen sauer sind, weil sie zwei Zuhause hat und zweimal Weihnachten feiern darf.



Zu guter Letzt: Du hilfst so vielen Frauen und Männern, ihr alternatives Familienmodell zu leben. Lass uns mal alle Links da, damit wir uns weiter bei dir durchstöbern können! 



Auf meinem Blog planningmathilda findest du eigentlich alle Informationen zur Co-Elternschaft. Auch die Erfahrungsberichte anderer Co-Eltern. Mittlerweile arbeite ich mit Katharina Horn zusammen, einer zertifizierten Kinderwunschberaterin. Ich habe einfach gemerkt, dass so viel Bedarf bei den Frauen ist. Sie brauchen Austausch, Informationen und Hilfsangebote. Und es sind viele Frauen, die Hilfe suchen. Das konnte ich nicht mehr alleine stemmen und Katharina ist perfekt qualifiziert, auch weil sie selber ein Kind aus einer Samenspende hat. Viele Frauen wissen zu Anfang nicht, ob sie den Weg der Co-Mama oder den der Solomama gehen möchten. Dort versuchen wir zu unterstützen.



Vielen Dank für das tolle Gespräch und so viel Offenheit!
               
Co-Elternschaft: "Ich bekam mein Kind mit einem guten Freund"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/cool-mama-oder-glucke-welcher-mama-typ-bin-ich-und-wie-schaetzen-mich-meine-freunde-ein
        Ich weiß noch, wie ich hochschwanger mit Kind Nr. 1 auf dem Sofa lag und vor mich träumte. Mein Lieblings-Tag-Traum damals: Wie ich als Mutter sein würde.
Cool und relaxed wollte ich sein. Mein Leben würde sich nicht total verändern, ich würde keine von den Frauen werden, mit denen man sich nicht mehr normal unterhalten kann, weil sie nur noch über den Windelinhalt ihres Babys reden wollen. 
Ich würde in Cafés sitzen, mein Baby würde im Kinderwagen schlummern, ich würde zweimal wöchtentlich zum Yoga gehen. Ich würde nie ungeschminkt aus dem Haus gehen und weiterhin auf mein Äußeres achten. 
Ich würde weiterhin viel Wert auf meine Ehe legen, wir würden uns regelmäßig einen Babysitter gönnen und schick essen gehen. 
Ich würde nach einem Jahr wieder in den Job einsteigen und den viel beschriebenen Spagat Karriere/Kind gut meistern. 
Hach ja, was soll ich sagen? Glücklicherweise kam vieles anders. Das was ich oben beschrieben habe, wäre auch nicht mehr ich gewesen, sondern das alles kann höchstens eine ausgedachte Super-Woman erfüllen. 
Ich habe durch die Kinder gelernt, dass wir loslassen müssen. Zu allererst die eigenen Vorstellungen davon, wie was zu sein hat. Wir sind keine Roboter, die zu funktionieren haben – und unsere Kinder schon gar nicht. 
Man kann sich noch so viel vornehmen und dann macht eine Magen-Darm-Grippe alles zu nichte. Man kann im Job selbstbewusst sein und trotzdem vor der Kita sitzen und heulen, weil man sein Baby abgibt. Man kann Gucci tragen und trotzdem Lang-Zeit-Stillen. Ich übertreibe – das merkt Ihr. Was ich damit sagen will: Du weißt nie, welche Art von Mutter Du wirst – bevor Du nicht Mutter bist. 
Manches aus meinen Tagträumen war aber dann doch gar nicht so unrealistisch. Mein Mann und ich nehmen uns tatsächlich regelmäßig Paar-Auszeiten, ich gehe auch weiterhin zum Yoga und habe einen Job, der mich glücklich macht. 
Was ich immer wieder merke: Es tut so gut, mich mit anderen Müttern auszutauschen. Oft mache ich mir um irgendwas Gedanken, gehe alles tausendmal im Kopf durch und komme nicht so recht voran. Da hilft ein Blick von außen, eine ehrlich Meinung dann doch ganz schön weiter. 
Und deshalb habe ich mal ein paar Freundinnen gefragt: Wie seht Ihr mich als Mutter? Was für ein Mutter-Typ bin ich. 
Meine Freundin M. sagte: „Konsequent, engagiert, lustig“. 
Meine Schwester meinte: „Liebevoll, manchmal ungeduldig, offen für Neues.“ 
Meine Freundin L. sagte: „Klar, beschützend, diszipliniert.“ 
Und Lisa meint: „Konsequent, liebevoll, realistisch“
Wie also unterscheiden sich die Einschätzungen meiner Freundinnen von meiner eigenen? Konsequent finde ich mich nur noch so lala. Ich habe das Gefühl, dass ich mit jedem Kind weicher finde. Und immer öfter sage: „Das ist alles nur eine Phase!“ 
Engagiert stimmt wohl – ich komme aus keinem Elternabend ohne ein Amt…
Beschützend und liebevoll möchte ich natürlich auf jeden Fall sein und es freut mich, dass mich andere auch so erleben. 
Was ich nicht bin – und das sieht auch kein anderer in mir: Ich bin keine Übermutter, ich kann relativ gut loslassen und meinen Kindern Dinge zu trauen. Ich würde mich also nicht als besonders ängstliche Mutter beschreiben.
Und ich bin keine gute Bastel-Mama. Für mich sind Kastanien-Männchen und Laternen-Bauen ein Horror. 
Und es stimmt wohl auch, was meine Schwester sagt: Geduld ist nicht meine Stärke. Wobei ich finde, dass ich mich schon gebessert habe. Aber ich gebe zu, dass ich davon genervt bin, wenn ich die gleichen Sachen hundert tausend Mal sagen muss…
Im Endeffekt ist es ja so: Wir alle tun unser Möglichstes, um die beste Mutter zu sein, die wir sein können. Wir müssen nicht perfekt sein, wir müssen authentisch sein. 
Und wenn Ihr wissen wollt, welcher Typ Mama Ihr seid, bittet Eure Freundinnen mal um eine Einschätzung – oder klickt HIER
oder kopiert das hier in ein neues Fenster: http://www.ratgeber-windeldermatitis.de/test-welcher-mamatyp-bist-du.html?utm_source=Facebook&utm_medium=StadtLandMama&utm_content=Blog
Ich habe den Test auch gemacht – und bin eine Latte Macchiato Mom – worüber ich sehr schmunzeln musste, denn ich kaffeeschlürfend hatte ich mir in meinen früheren Tagträumen ja immer so ausgemalt 🙂
               
Cool Mama oder Glucke - welcher Mama-Typ bin ich und wie schätzen mich meine Freunde ein? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/cooler-als-im-fitnessstudio-wir-testen-den-elektrodenanzug-von-stimawell-fuer-zu-hause
       
So, liebe Leute, Not macht erfinderisch, oder?! 😉 In Zeiten von #stayathome kommen wir halt nicht mehr so gut raus, die Fitnessstudios haben geschlossen oder krasse Hygienemaßnahmen – nicht, dass ich sonst in eines ginge, aber ich kenne einfach viele, denen ihr regelmäßiger Sport fehlt.



Katharina und ich rennen uns im Moment draußen die Seele aus dem Leib, weil die tägliche Jogging- oder Walking- oder Spazierrunde die einzige Me-Time am Tag ist. Aber was können wir tun, wenn wir Muskeln auch jenseits der Waden aufbauen wollen?



Nun, wir haben da jetzt einfach mal diesen Stimulationsanzug von StimaWell der Firma Schwa-Medico getestet. Und ich sage euch: Solche peinlichen Fotos, wie die in diesem Beitrag, gäbe es von mir nicht, wenn das Ding nicht so cool wäre…



So sieht das Gerät aus, dass du dann selbst für dein Training bedienst.



Wir haben so etwas noch nie gemacht, waren also absolute Anfänger – und JA, ich fühlte mich in dem hautengen Anzug, der sich wie eine zweite Haut an mich schmiegt, auch ein bisschen wie Lara Croft (also bis ich die Fotos sah, hahaha).



Den StimaWell-Anzug einfach für zu Hause mieten



Den Anzug müsst ihr übrigens nicht kaufen, man kann ihn einfach mieten und erstmal ausprobieren, ob das überhaupt etwas für einen ist. Kommen wir also zum Start: Wer mich kennt, weiß, dass ich keine besonders geduldige Bedienungsanleitungsleserin bin und nun waren da lauter Kabel und ich dachte schon: Au weia, ob ich das Ding jemals zum Laufen kriege.



Aber ich habe mir dann erstmal die kostenlose FREE-EMS-App runtergeladen, wo Schritt für Schritt und in Videos erklärt wird, was ich wann wie anstöpseln muss. Der Anzug wird dann auch erstmal von innen an den Elektroden befeuchtet, was das Anziehen dann weniger laracroft- als viel mehr leberwurstpellenartig macht, aber sobald das Ding sitzt, fühlt es sich wirklich an wie eine zweite Haut.



Turn it on. Und nein, dabei kann man offnbar kein normales Gesicht machen…



Für mich wählte ich also das Programm „Muskelaufbau Einsteiger“ aus. Auch dazu gibt es Videos, wie ich mich zu den Stromimpulsen an meinen Muskeln bewegen soll. Und ich dachte ja am Anfang noch: Ha! 20 Minuten, dass ich nicht lache. Nun, ähähm, es ist aber dann doch, also… ordentlich anstrengend, würde ich mal sagen. Denn du drückst deine Muskeln quasi gegen die Stromimpulse an. Das ist für an Bauch und Oberarmen Untrainierte wie mich jetzt gar nicht mal soooo ein Zuckerschlecken, tja. 



Hol dir dein Fitnessstudio in die eigenen vier Wände



Kein Wunder, dass es immer heißt, mit diesem EMS-Training reichen zweimal 20 Minuten pro Woche, um das Pensum einer ganzen Sportwoche abzudecken. Durch den Impuls der Elektroden werden deine Muskeln nochmal mehr herausgefordert, leisten also mehr Arbeit als bei herkömmlichem Sport – es braucht aber eben nicht mehr Zeit.  



Dazu kommt, dass durch die Stromimpulse besonders auch die tiefen Muskeln erreicht werden und so auch Rückenschmerz-Beschwerden gelindert werden.



Für Lisa bitte erstmal nur den Muskulaturaufbau Einsteiger 😉



Toll ist natürlich, dass ich für diesen Muskelaufbau das Haus nicht verlassen muss, wenn es mal regnet oder die Kids nicht allein bleiben wollen. Und wie gesagt, die Workoutsessions sind nicht mega lang, das lässt sich also auch als Mutter ganz gut in den Alltag integrieren.



Meine Kids lachen mich zwar aus, wenn ich an meinen Kabeln hänge, aber dafür kann ich sie bald im Armdrücken schlagen 😉



Wie funktioniert das mit der Fitness zu Hause?



Das Equipment, das ich jetzt hier gemietet hatte, ist zu 100 Prozent Made in Germany, komplett waschbar und sogar trocknergeeignet und am wichtigsten: medizinisch geprüft. Die Mietkosten betragen 199,- Euro für drei Monate.



Darin enthalten sind ein StimaWell ® EMS-Gerät inklusive Fernbedienung in Studioqualität, ein 12-Kanal-Stimulationsanzug, zwei Paar Bandelektroden, eine personalisierte Trainingskarte, 40 Trainings- und Einweisungsfilme inklusive Trainingsraum und Free-EMS-App und die Telefon-Hotline für Nachfragen.



Es können dabei bis zu vier Nutzer pro Paket gebucht werden, falls bei euch mehrere Familienmitglieder mitmachen wollen.




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Wie gesagt: Erschreckt euch nicht, wenn der Karton ankommt, es sieht nach vielen verschiedenen Kabeln und Bändern aus, aber es ist dann gar nicht so wild, wie es zunächst scheint. Im Grunde hat man es nach dem ersten Austesten raus und es gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung im Video.  



Für technisch nicht besonders Versierte empfiehlt sich aber jemand, der schon Erfahrung damit hat, was böte sich also Besseres an, als dass wir hier mal ganz kurz direkt einen Experten von Schwa-Medico zum Produkt und zum Training befragen:  



Was genau heißt eigentlich EMS und was sollten wir beim Training besonders beachten? 



EMS ist das Kürzel für Elektrische Muskel Simulation. Korrekt müsste dieses Form  „EMS-Ganzkörpertraining“ genannt werden (in den Studien wird auch immer richtigerweise WB– Whole Body EMS Training zitiert). Die Begrifflichkeit EMS Training machen sich dann auch gleich unseriöse Firmen zunutze und verkaufen kleine TENS Geräte mit ein paar Elektroden als EMS-Ministudio.  







Natürlich sollte man, bevor man überhaupt beginnt, die Sicherheitshinweise und die Gegenanzeigen in der Gebrauchsanweisung des EMS-Gerätes durchlesen.  



Vor der Trainingseinheit ist es wichtig, dass man sich gesund und nicht kränklich fühlt, keinen Alkohol oder Drogen zu sich genommen hat. Das kann den Körper sehr schnell überstrapazieren. Des Weiteren ist es wichtig, nicht auf nüchternen Magen zu trainieren, damit der Blutzuckerspiegel nicht darunter leidet. Und dass man bei einer Trainingseinheit trinken sollte, ist wohl allgemein bekannt. 



Wie viele Trainingseinheiten pro Woche sind für Anfänger sinnvoll? 



Als Einsteiger ist es ratsam, die Muskeln nur einmal pro Woche elektrisch zu stimulieren. Die Trainingseinheiten sollten dabei nicht länger als 10 Minuten sein und man sollte seine Muskeln mindestens 48 Stunden ruhen lassen. So erholen sich die Muskeln nicht nur von der Stimulation, sondern man erzielt auch die besten Ergebnisse. Die Häufigkeit sowie die Trainingsintensität sollten nur langsam gesteigert werden.  



Wie genau wirken die Elektroden am Körper? 



Mithilfe des Stromes wird die Hautbarriere überwunden und die Muskeln durch stimuliert. StimaWELL arbeitet hier mit Mittelfrequenz-Elektrotherapie und einem aufmodulierten niederfrequenten Strom.  



Im Prinzip passiert beim EMS-Training dasselbe wie bei einem herkömmlichen Krafttraining mit Gewichten. Nur dass dieser Effekt, der durch das Krafttraining entsteht, durch den Einsatz des Stroms wie ein Motor durch einen Turbolader verstärkt wird. 



Sieht aus wie Lara Croft? Naja, fast 😉



Wenn man beim Krafttraining mit Gewichten trainiert, sendet das Gehirn über die Nervenbahnen an die Muskeln einen notwendigen Impuls. Beim EMS Training ist es genau so, nur das hier die passenden Impulse von den Elektroden kommen. So können bestimmte Trainingseinheiten für unterschiedliche Muskelpartien verstärkt durchgeführt werden. 



Das hört sich nun alles recht seltsam an, aber ich kann euch versichern, dass ein gutes Training mit elektrischer Muskelstimulation nicht schmerzhaft ist. 



Ab wann kann ich Ergebnisse am Körper sehen? 



Jeder Mensch ist nun mal anders, genauso wie die ausgeführten Trainingsprogramme, deshalb ist es auch unterschiedlich, wann die ersten Ergebnisse zu sehen sind. Erfahrungsberichten unserer Nutzer zufolge ist der erste Erfolg beim EMS-Training eine bessere Körperhaltung.  



Außerdem berichten viele Nutzer, dass sich die ersten Erfolge bei den Muskeln nach ca. 5 Wochen zeigen und bei der Figur nach ungefähr 6 Monaten. Aber diese Angaben sind ohne Gewähr, denn wie am Anfang schon erwähnt, ist jeder Mensch verschieden. 



Für wen eignet sich das Produkt – und für wen eher nicht? 



Im Grunde ist das Training mit einem EMS-Gerät für jeden geeignet, der gesund ist. Nicht zu empfehlen ist es für Menschen mit Herzrhythmusstörungen, Anfallsleiden, Schwangere, kosmetischen Implantaten im Anwendungsbereich und noch weiteren. Eine Aufzählung finden Sie unter: https://www.stimawell.com/de-de/a/ems-training-fuer-einsteiger  



Wer hilft mir, wenn ich zu Hause mit der Inbetriebnahme nicht weiterkomme? 



Wenn die FREE-EMS APP mit den Trainingsvideos nicht ausreicht, steht auch eine kompetente Hotline zur Verfügung.







Na, was sagt ihr? Also nicht nur zu den Fotos (hehehe), sondern zu der Idee, sich sein eigenes Studio in die eigenen vier Wände zu holen? Ist doch zumindest mal einen Versuch wert, oder? Wir freuen uns, wenn ihr uns dann von den Blicken der Paketboten erzählt, die euch während einer Trainingseinheit „erwischt“ haben und denen im Anzug die Tür öffnet… 😉
               
Fitnessstudio für zu Hause: Wir testen den Elektrodenanzug von StimaWell
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/corona-blues-ich-merke-wie-mich-dieses-jahr-veraendert
       
Ich habe davon geträumt. Wir waren aus, erst beim Italiener, wir saßen alle an einem großen Holztisch. Pasta dampfte vor uns, mehrere Weinflaschen geöffnet. Wir mussten uns vorbeugen, um uns zu verstehen. Musik, so viele Stimmen, Kerzenlicht, Lachen. Danach sind wir noch in eine Bar, es war schon hell, als wir ein Taxi gerufen haben. In den Klamotten hing Rauch und Leben. Die Füße taten weh, wir hatten dieses Grinsen auf den Lippen.



Dann bin ich aufgewacht und war traurig. Richtig traurig. Ich sah, wie es draußen heller wurde, aber ich fühlte mich nicht leichter.



Es fehlt mir. Ihr, meine Freunde, ihr fehlt mir. Die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit, die Geselligkeit. Seit März kein Kino, kein Theater, kein Konzert, nur eine Handvoll Restaurantbesuche im Sommer, als man noch draußen sitzen konnte.



Zwei Wochenend-Trips abgesagt, die Taufe meiner Nichte auch. Nun stehen bei uns drei Kindergeburtstage an, wahrscheinlich darf nur ein Gast kommen.



Ich bin im letzten Jahr so viel spazieren gegangen wie nie zuvor. Das ist schön, wirklich. Aber ich habe das Gefühl, ich bin jetzt genug gelaufen.



Ich bin müde von den immer gleichen Tagen. Ohne große Highlights. Ich merke, dass dieses Jahr lang wird. Und dass ich mich verändere. Ich habe keine Lust mehr auf Zoom-Meetings mit meinen Freunden. Und ich habe auch keine Lust mehr, mit ihnen zu telefonieren. Also ziehe ich mich zurück. Aber ich vermisse sie doch so. Ich vermisse die alte Normalität.



Ich hoffe, dass umarmen, drücken, tanzen, gemeinsam lachen, zusammen sitzen, sich eine Bierflasche teilen, busseln, sich in Bars quetschen – dass das bald wieder möglich ist. Es ist nicht lebensnotwendig, ich weiß, aber es macht das Leben so viel bunter und fröhlicher.
               
Corona-Blues: Ich merke, wie mich dieses Jahr verändert... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/corona-impfung-fuer-kinder-was-das-fuer-meinen-behinderten-sohn-bedeutet
       
Ihr Lieben, von einigen Tagen gab es die Nachricht, dass bald schon Kinder ab 12 Jahren geimpft werden könnten. Diesen Artikel haben wir bei uns auf der Facebook-Seite geteilt, er wurde auch rege kommentiert. Daraufhin meldete sich Line bei uns – ihr Sohn ist schwerstbehindert, weshalb die ganze Familie seit über einem Jahr fast ohne Kontakte lebt. Für sie ist die Impfung ein absoluter Lichtblick, denn sie könnte endlich mehr Normalität bringen. Wir haben mit Line gesprochen:



Liebe Line, Du hast einen 13-jährigen Sohn. Erzähl uns doch bitte ein bisschen was über ihn.



Tim-Jonathan wurde als Frühchen mit einem Notkaiserschnitt in der 31. Woche geboren. Er wog 1400 g und war 32 cm groß. Im Mutterleib war er immer schon zu leicht im Schätzgewicht. Da auch meine großen Kinder eher als Leichtgewichte waren, beunruhigte dies in der Schwangerschaft erstmal weiter nicht.



In der 29. SSW hatte ich aber ein komisches Gefühl, deshalb bin ins Universitätsklinikum gefahren. Dort stellte man Unregelmäßigkeiten in der Versorgung durch die Nabelschnur fest. Das Ärzteteam wollte aber um jeden Tag kämpfen, den der kleine Mann im Bauch bleiben kann – wir schafften noch zwei Wochen.



In Tims erster Lebenswoche kam das Ärzteteam zu mir, mit der Bitte ihn einer weiteren Diagnostik zu unterziehen. Es wurde anhand der Vierfingerfurche an den Füßen eine Trisomie 21 vermutet. Das Ergebnis kam 2 Wochen später und die Vermutung bestätigte sich. Die Behinderung veränderte unser Leben kaum, weil Tim zu diesem Zeitpunkt noch mit ganz anderen Begleitsymptomen der Frühgeburt kämpfte.



Glücklicherweise war er ein Kämpfer und als wir entlassen wurden, bleib alles ganz gut händelbar -mal mit mehr oder mal mit weniger stressfreien Zeiten, wie mit jedem anderen Kind ohne Handicap auch. Die Entwicklung verlief etwas zeitverzögert, dennoch mit nicht allzu großem Unterschied zu Gleichaltrigen von Tim.



Je älter Tim wurde umso mehr Begleiterkrankungen und Einschränkungen traten auf. Unter anderem Hüftdysplasien mit Luxationen rechts und links, Patellaluxationen, Beinlängendifferenz, 100% Taubheit rechtes Ohr, Apnoen, Schlafstörungen, Inkontinenz, Autismusspektrumstörung, Verdacht auf Kinderdemenz, Autoaggression, schlechtes Immunsystem, Tim kann nur lautieren. 



Tim ist ein Kind mit sehr starkem Pflegeaufwand. Er kann keinerlei Hygienemaßnahmen alleine durchführen. Auch Essen und Trinken bedarf Assistenz durch uns. Er geht auf eine Heilpädagogische Waldorfschule, welche sich wundervoll um ihn kümmert und versucht, ihn für das Leben später fit zu machen. Unser Leben ist schon in großem Umfang auf Tim ausgerichtet. Schlafmangel, körperliche und psychische Belastungen bleiben leider nicht aus. Nur die große Liebe zum Kind und die schönen Momente mit Tim lassen es uns durchhalten/ aushalten. Tim hat noch eine kleine Schwester bekommen. Sie ist 3 Jahre alt. Seine älteren Geschwister studieren schon und wohnen nicht mehr zuhause. 



Tim musste leider schon oft operiert werden und lag dann lange Zeit in Beckenbeingips beidseitig. Das Versorgen der Gips-Innenverbände und das Wickeln von Tim war für uns dann sehr schwer, weil er ja nur liegen konnte. Nach der Gipsentnahme musste er immer wieder neu laufen lernen – das war eine Riesen Herausforderung.



Dein Sohn gehört zu Corona-Risikogruppe. Wie habt Ihr das letzte Jahr verbracht?



Tim war schon seit Februar 2020 zuhause, da er mal wieder krank war. Dann kam der Lockdown. Also sind wir seit Februar 2020 auf uns allein gestellt. Tims große Schwester war temporär zu ihrem Freund gezogen, weil sie dort besser fürs Abi lernen konnte – durch den Lockdown bliebt sie erstmal dort. Tim musste verkraften, dass seine Schwester weg war und auch erstmal nicht wieder kommen konnte – das Risiko für eine Ansteckung war einfach zu groß.



Tim war gesundheitlich seit dem Februar in einer extremen Situation. Ohne Vorwarnung und Anzeichen riss Tim sich Haare aus, verletzte sich selbst, war aggressiv uns gegenüber, war einfach wesensverändert. Durch Corona war kein Arzt bereit ihn anzuschauen, weil es damals noch keine Schutzausrüstung für Praxen gab. Nach 2 Monaten bekamen wir dann endlich ein Termin in einer Klinik und die Diagnose Verdacht Kinderdemenz.



Seit dem Lockdown unterrichte ich Tim zuhause. Ich werde aber durch seinen Klassenlehrer sehr unterstützt. Unser Sohn macht im Eins zu Eins -Unterricht durch mich sogar besser mit als in der Schule. Seine kleine Schwester macht einfach mit. So bekomme ich das gut umgesetzt. Therapien finden nur online statt. Allerdings muss ich sagen, dass sich alle große Mühe geben. 



Soziale Kontakte zu anderen gibt es nicht. Wir bleiben hier in unserer kleinen Blase. Mein Mann kann seit dem Lockdown im März 2020 im Homeoffice arbeiten. Was natürlich für mich eine Erleichterung bringt – wenn auch manchmal nur mental.



Das war sicher eine sehr harte Zeit. Was war das Härteste daran?



Unsere großen Kinder nicht mehr sehen zu können. Und der kleinen Schwester nicht den Kindergarten ermöglichen zu können, ebenso ihr Kinderturnen und Musikstunden. Die Isolation hier ohne Garten und Balkon war sehr hart. Dazu belastete mich die Unbelehrbarkeit der Coronaleugner/ Querdenker. Und ja, oft habe ich mich auch über andere Eltern geärgert, wenn ich gelesen habe, über was sie sich aufregen. Ich dachte mir dann oft: „Kommt einmal für ein bis zwei Tage zu uns, dann würdet Ihr vielleicht anders denken“  Aber ich weiß, dass das auch unfair ist, weil eben jede Situation anders ist, jede Familie anders tickt.



Hattest Du das Gefühl, dass Familien mit kranken Kindern einfach oft vergessen wurden? 



Nein, eigentlich hat sich das für mich nicht so angefühlt. Viele Menschen haben sich wirklich Mühe gegeben, uns zu helfen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir schon vor der Coronakrise gut aufgestellt waren, was Therapeuten, Ärzte und Rehamittelversorger betrifft. Außerdem haben wir wirklich tolle Freunde, die für uns da sind.



Was hättest du dir gewünscht?



 Mehr Solidarität und Rücksichtnahme aus Teilen der Bevölkerung, die eher nur an sich denken.



Nun gibt es Hoffnung, denn es könnte bald einen Impfstoff für Kinder geben. Wirst du deinen Sohn impfen lassen?



Ja, für uns wird es ein Segen sein. Durch eine Impfung wird Tims Risiko, einen schweren bis tödlichen Verlauf zu bekommen, verringert. Unser Leben wird sich durch die Impfung deutlich normalisieren.



Wie stehst du zu Impf-Skeptikern?



Das sollte jeder für sich selbst entscheiden dürfen, dennoch denke ich, dass in einer weltweiten Pandemie die Nutzen-Risiko-Abwägung anders betrachtet werden muss.



Was wünscht Du Dir für 2021?



Dass die Pandemie weltweit eingedämmt ist und wir alle wieder in unser altes Leben zurückfinden können.  
               
Corona-Impfung für Kinder: Was das für meinen behinderten Sohn bedeutet
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/corona-tagebuch-so-lief-meine-erste-woche-voller-emotionen
       
Ihr Lieben, wir haben hier in der letzten Woche viele Beiträge veröffentlicht, wie es Familien während der Corona-Krise geht. Wie Großfamilien ihren Alltag meistern, wie eine Familie seit Wochen in Italien in häuslicher Isolation lebt und wie Mütter beim Thema Homeschooling an ihre Grenzen kommen. 



Wie es uns ganz persönlich in diesen Zeiten geht, darüber haben wir noch nicht ausführlicher geschrieben. Heute möchte ich Euch einen Einblick in meine letzten Tage geben. 



Freitag, letzter Schul- und Kitatag



Ich habe einen dicken Kloß im Hals, als ich mich von den ErzieherInnen verabschiede. „Wir sehen uns dann hoffentlich nach Ostern“, sage ich und versuche zuversichtlich zu sein. Mein Sohn will sich am Nachmittag mit einem Freund verabreden, ich sage zum ersten Mal „Nein“ und weiß, dass ich es noch oft sagen muss. Mein Mann und ich haben am Abend vorher beschlossen, uns ab jetzt so weit wie möglich sozial zu isolieren. 



Samstag/Sonntag



Es ist unwirklich alles. Die Infektionszahlen schnellen in die Höhe. Irgendwie fühlt es sich an wie in einem Science Fiction-Film. In Berlin geht das Leben einfach so weiter. Das Wetter ist gut und Freunde berichten mir von vollen Parks und Cafés. Sind wir übervorsichtig? 



Am Abend sitzen wir zusammen und schreiben einen Tagesplan. Nach dem Frühstück erstmal ein kleiner Spaziergang, dann Homeoffice und Schule. Die Kitakinder machen in der Zeit Puzzels, Vorschulübungen oder malen. 



Ich fotografiere Lisa den Plan ab. Sie schreibt: „Wenn ihr das durchhaltet, geh ich vor Ehrfurcht in die Knie.“ Ich lache, weiß, dass es ambitioniert ist, aber ich bin total motiviert. 



Montag 



Ich sitze am Küchentisch, mein Mailprogramm ist geöffnet, zwei Kinder sitzen rechts und links neben mir, das andere gegenüber. Alle sind gut drauf. Das haut schon hin, denke ich mir. 



Am Nachmittag machen wir eine lange Radtour im Wald. 



Die Kinder streiten, ich meckere. Muss das jetzt sein, könnt Ihr nicht mal jetzt friedlich sein? 



Dienstag



Mein Mann arbeitet jetzt auch von zu Hause. Hat lange Telefonkonferenzen, muss sich konzentrieren. Ich spüre den Druck, die Kinder in dieser Zeit total ruhig zu halten. Wir gehen also viel raus. Wir schaffen viel weniger Hausaufgaben als wir wollen. Doch alles nicht so leicht, denke ich mir. 



Dazu kommt: Da meine Kinder normalerweise in der Kita oder im Hort essen, muss ich sonst mittags nie kochen. Was für eine Umstellung. Dieses Gekoche für fünf Menschen. Wir verbrauchen echt viele Lebensmittel. Eins der Kinder hat immer Hunger. Und die Spülmaschine läuft auch ständig. 



Abends bekommt meine Tochter den ersten Brief von ihrer Brieffreundin zurück. Sie liest ihn laut vor. Mein Herz zieht sich zusammen. Vor den Kindern breche ich in Tränen aus. Ich lege meinen Kopf auf den Küchentisch und schluchze einfach los. 



Mittwoch



Es geht mir nicht gut. Meine Motivation und meine Zuversicht sind weg. Ich habe plötzlich richtige Angst. Was, wenn das hier alles noch ewig dauert? Was, wenn wir uns jetzt noch nicht ausmalen können, wie die Welt in zwei Wochen aussieht? Was, wenn meine Eltern sterben und ich mich nicht mal von ihnen verabschieden kann? In Italien transportieren sie die Leichen in Lastwagen ab. Mir wird schlecht. 



Ich habe auch Angst um meine berufliche Zukunft. Was, wenn jetzt sämtliche Kunden wegbrechen? Ich bin selbstständig, es muss irgendwie weiterlaufen. 



Eine Freundin von mir arbeitet in der Veranstaltungs-Branche. Sie steht vor großen finanziellen Problemen. Sie weint am Telefon. Meine Schwägerin ist Tanzlehrerin. Auch sie hat von einem Tag auf den anderen keine Kurse mehr. 



Ich zoffe mich mit meinem Mann. Warum darf er automatisch in einem Raum arbeiten, zu dem man die Tür zumachen kann, während ich hier zwischen den Kindern arbeiten muss? Ist seine Arbeit wertvoller als meine? Ist seine Festanstellung automatisch mehr Wert als meine Freiberuflichkeit? Warum verfallen wir in so blöde Muster? 



Die Kinder kloppen sich. Sie streiten sich über Buntstifte, wer mehr Saft im Glas hat und wer schneller die Treppe runter laufen kann. Ich flippe aus. Werde richtig laut. Verdammt. 



Ich trinke zu viel Wein und schlafe schlecht. 



Donnerstag



Die Stimmung ist mies. Ich bin ungeduldig, weil meine Tochter die Mathe-Aufgaben nicht versteht. Sie heult und rennt ins Zimmer. Ich gehe ins Bad, schließe ab und heule auch. 



Ich habe keine Kraft, mich mit meiner Familie oder Freunden auszutauschen. Ich bin total emotional überfordert. Lisa versucht mich zu beruhigen. Lass uns Tag für Tag angehen, sagt sie. Ich verspüre richtige Panik. Könnte ständig losheulen. So kenne ich mich gar nicht. 



Zu Hause ist richtig dicke Luft. Die Kinder sind laut, anstrengend, überdreht. Mein Mann sagt, er habe so viel zu tun. Ach, und ich wohl nicht, oder was? Ich bin mir absolut sicher, dass ich das alles nicht aushalte und nicht schaffe, gleichzeitig zu arbeiten und die Kinder zu betreuen. Wir müssen uns besser aufteilen!



Und gleichzeitig schäme ich mich so für meine schlechte Stimmung. Ich sehe Bilder aus Flüchtlingslagern und fühle mich einfach nur schlecht. Ich denke an die, die kein schönes Zuhause haben, die in schlimmen Ehen feststecken, die psychische Probleme haben.



Freitag



Ich ziehe mir noch vor sieben Uhr die Schuhe an und gehe joggen. Der Wald gibt mir so eine Ruhe und Kraft. Die Sonne scheint, ich höre die Vögel. Es ist so friedlich. 



Ich kann kaum glauben, wie normal unser Leben noch vor einer Woche war. Die letzte Woche war so heftig, so viele Veränderungen. Ich sehne mich nach meinen Freunden. Danach, dass ich ein Glas Wein mit einer Freundin trinken kann. Auch die Kinder vermissen ihre Freunde. Schmerzlich. Die ersten Tränen fließen. 



Wir verbringen den Nachmittag auf den Rädern im Wald. Machen Picknick auf einem Baumstamm und radeln viele Kilometer. Die Ungewissheit bleibt. Wie geht es weiter? 



Abends kann ich nicht einschlafen. Mein Mann und ich haben lange miteinander gesprochen. Ich sage ihm, wie ich mich fühle. Dass ich das Gefühl habe, dass viel mehr Druck auf mir lastet als auf ihm. Wir wissen: Das Letzte, was wir jetzt brauchen, ist ein Ehekrach. Also reden wir sehr offen und machen klar, was unsere Wünsche für die nächsten Wochen sind und wie wir es schaffen, dass wir beide arbeiten können.



Samstag/Sonntag



Es gibt Soulfood. Pfannkuchen, Spaghetti Bolognese. Außerdem gucken wir „König der Löwen“ und essen Chips dazu. Die Kinder dürfen normalerweise nur am Wochenende Fernsehen gucken, aber wir einigen uns darauf, dass es ab jetzt jeden Abend Medienzeit gibt. Alles, was uns die nächsten Wochen leichter macht, werden wir annehmen.



Die Stimmung ist besser. Auch, wenn die Nachrichten erschütternd sind. Mein Vater lebt in Berlin und wir besprechen mit ihm, wie wir ihn in den nächsten Wochen versorgen. 



Abends checke ich mein Konto. Ich warte immer noch auf unbezahlte Rechnung. Ein beklemmendes Gefühl. Wir müssen den Hauskredit weiter abbezahlen. 



Montag



Ich stehe als Erstes auf und trinke ganz alleine meinen Kaffee. Woche Zwei von werweißdasschon hat begonnen. Tag für Tag, denke ich mir. Tag für Tag. 



Ich glaube, es wird uns alle immer wieder erwischen. Die Wut. Die Traurigkeit, die Ängste, das Vermissen, die Lebenssehnsucht, die Panik. Es wird in Wellen kommen. Gute und schlechte Tage werden sich abwechseln. Und irgendwie werden wir da durch kommen. Nicht ohne Schrammen, Verluste und Blessuren. Aber wir werden durchkommen. 



Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie wir den Grill aufstellen und alle Freunde einladen, wenn diese Krise vorbei ist. Wie wir uns zum ersten Mal seit Monaten umarmen. Wie die Kinder zusammen durch den Garten springen. Wie wir die Gemeinschaft völlig neu genießen werden. Wie wir an diesem Tag einen Drink zu viel trinken und uns immer wieder sagen, wie sehr wir uns vermisst haben. Ja, dieser Tag wird kommen. Und er wird wunderbar. 



Foto: Cindy und Kay Fotografie
               
Corona-Tagebuch: So lief meine erste Woche voller Emotionen |
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        „Es gibt da eine Auffälligkeit in ihrem Blut. Eine akute Cytomegalie-Erstinfektion. Für Sie ist das nicht schlimm. Ihr Kind kann davon allerdings schwere Behinderungen davontragen. Sie müssen umgehend behandelt werden.“ Cytomegabittewas? Ich bin in der 7.SSW, als mir meine Frauenärztin das am Telefon mitteilt. Ich begreife in dem Moment noch nicht, was diese Nachricht für Folgen haben wird. Heute bin ich im 9. Monat schwanger und habe eine Zeit voller Sorgen, Ungewissheit und dem Maximum an Vorsorge-Untersuchungen hinter mir – und bin Expertin geworden, was CMV für mich und mein ungeborenes Kind bedeutet.
Cytomegalie – Was ist das eigentlich?
Behinderungen? Krankes Kind? Schock. Starre. Unendliche Traurigkeit in der doch eben noch frisch gezeugten Vorfreude. Ein Alptraum, der auch morgens nach dem Aufstehen nicht aufhören will. Ich hatte mir fest vorgenommen, bei dieser – meiner 2. Schwangerschaft – nur das Nötigste an Vorsorgeuntersuchungen zu machen und nun soll ich direkt in ein auf CMV spezialisiertes Pränatal-Zentrum.
Ist das wirklich alles so schlimm, wie das am Telefon klang? Dr. Google hilft mit ersten oberflächlichen Informationen: CMV ist ein Virus ähnlich dem eines Herpes-Virus. Über 60 Prozent der erwachsenen Menschen weltweit tragen ihn in sich.
Er verursacht leichte Grippe-ähnliche Symptome, verläuft aber meist unbemerkt. Gefährlich ist der Virus aber dann, wenn das eigene Immunsystem heruntergefahren wird, z.B. bei einer Transplantation oder eben für einen Fötus – wenn die Mutter sich in der Frühschwangerschaft erstmals damit infiziert. Die Folgen für das ungeborene Kind können sein: Geistige und kognitive Einschränkungen, zu kleiner Kopf, Beeinträchtigung des Hör- und Sehvermögens bishin zu Blind- und Taubheit. Leber, Darm und Milz können unterentwickelt sein, Auswirkungen sind oft Frühgeburten oder später auftretende Epilepsie. Oder aber das Kind hat trotz der Infektion im Mutterleib auch nach der Geburt keinerlei Auffälligkeiten und ist gesund. Alles kann, nichts muss. Wir sind völlig verunsichert.
CMV ist die häufigste Infektionskrankheit im Mutterleib
Was viele nicht wissen: CMV ist die häufigste Infektionskrankheit, die ein ungeborenes Kind treffen kann. Häufiger als Toxoplasmose oder Röteln. Es gibt in Summe mehr Kinder, die davon betroffenen sind, als Babys, die zum Beispiel mit dem Down-Syndrom geboren werden. Und doch scheint kaum jemand etwas davon zu wissen und nur wenige Frauenärzte bieten den Bluttest als Routineuntersuchung zu Beginn der Schwangerschaft an. Dadurch gibt es auch eine anzunehmende hohe Dunkelziffer an Kindern, die mit CMV geboren werden, bei denen es aber vorerst nicht entdeckt wird. Denn das verrückte: Babys, die sich im Mutterleib mit CMV angesteckt haben, kommen oft augenscheinlich gesund auf die Welt – entwickeln aber auf Grund der Infektion dann innerhalb der ersten Lebensjahre Symptome. Diese werden wiederum selten auf eine CMV Erkrankung während der Schwangerschaft zurückgeführt. Man vermutet z.B. das der Grund für die meisten Hörschädigungen bei Kindern eine Cytomegalie Infektionen während der Schwangerschaft war. (Opt. Link zu dem Beitrag über Marie?)
Plötzlich risikoschwanger: Ein Arztmarathon
Das alles prasselt auf uns ein, in einer Phase, in der man doch voller Vorfreude sein sollte. Das Wort Abbruch steht im Raum oder alternativ: Verschiedene Therapien, die aber allesamt noch off-label sind, das heißt offiziell nicht zugelassen. Das Credo vom Arzt ist: „Wir sprechen hier im Moment von einem Risiko, nicht von einem kranken Kind.“ Wir schöpfen Hoffnung und entscheiden uns mit einer Infusions-Therapie mit Antikörpern zu beginnen. Denn auf welcher Grundlage könnten wir denn das aufkeimende Leben in mir beenden? Auf Grund von Prozenten?
Cytotect heißt das Medikament, das nun in insgesamt 5 Sitzungen bis zur 21. SSW in mein Blut läuft. Es soll die Übertragung des Virus auf das Baby verhindern. Die Infusion besteht aus Antikörpern, die den CMV-Virus eindämmen sollen. Es ist aber nicht offiziell zur Behandlung von Schwangeren zugelassen und die Wirkung ist umstritten. Einige Studien belegen, dass bei der rechtzeitigen Behandlung mit Cytotect eine Übertragung des CMV-Virus auf den Fötus verhindert werden kann, manche Ärzte halten dies allerdings für nicht nachweisbar. Die Antikörper werden direkt aus dem Blut von Menschen gewonnen – das erklärt evtl. auch die hohen Kosten nur einer Infusion: Knapp 3000 Euro. Eine Kostenübernahme bei meiner Krankenkasse wurde zum Glück bewilligt. Allerdings habe ich auch schon von Fällen gehört, die das nicht zahlen und man selbst dafür aufkommen muss.
Ich habe die Infusion gut vertragen. Es brennt etwas an der Vene & man erwartet ja schon fast, dass bei dem Preis das Ganze mit goldenen Kanülen gelegt wird. Was mich allerdings beunruhigt, ist die Unsicherheit, ob es wirklich was bringt oder die Inhaltsstoffe nicht noch negative Auswirkungen auf meinen kleinen fragilen Bauchbewohner haben könnten? Bei der Diagnose allerdings nichts zu unternehmen, war keine Option. Ich pendle also alle zwei Wochen ins Pränatal-Zentrum, was knapp 200 km von meinem Heimatort entfernt ist, die Woche dazwischen muss ich zu meinem „normalen“ Frauenarzt, um mein Blut auf Antikörper und Viruslast kontrollieren zu lassen. Jedes Mal Ultraschall auf Auffälligkeiten inklusive – bislang sieht da zum Glück alles gut aus. Die Schwangerschaft währenddessen genießen? Das will nicht so recht klappen, zu groß ist die Ungewissheit und die vagen Prognosen.
Fruchtwasseruntersuchung & Hiobsbotschaften
In der 21. SSW ist dann der Termin zur Fruchtwasseruntersuchung. Diese soll ermitteln, ob das Virus beim Baby angekommen ist. Auf diese Info warten wir seit der 1. Diagnose. Haben die Infusionen ihren Zweck erfüllt? Dürfen wir aufatmen? Nach der eigentlichen Punktion, dann aber erstmal wieder Warten: 5 Tage auf das Ergebnis. Versüßt wird es mir, mit der Nachricht, dass wir ein Mädchen erwarten und dass ich endlich auch ihre Tritte und Knuffe spüren kann. Aber die Anspannung ist riesig. Dann wieder einer dieser Anrufe, bei denen man schon beim Abnehmen das Gefühl hat, da stimmt was nicht.  „Es tut mir sehr leid Ihnen mitzuteilen, der CMV Virus ist im Fruchtwasser nachweisbar, ihr Baby hat sich infiziert.“ Die Nachricht trifft mich hart. Ich sitze, aber alles in mir sackt zusammen. Der Arzt erzählt am Telefon noch einiges mehr, dass er selbst sehr überrascht sei in meinem Fall, von Wahrscheinlichkeiten und weiteren Maßnahmen. Ich kann allerdings nicht richtig zuhören, will das Telefonat nur so schnell wie möglich beenden. Die Hoffnung der letzten Woche zerplatzt, der Albtraum geht weiter.
Wir sollen gleich am nächsten Tag wieder in die Klinik kommen, um das weitere Vorgehen zu sprechen. Nabelschnurpunktion. Tablettentherapie. Engmaschige Ultraschallkontrollen. MRT. Ich nehme das alles wie in einem Nebel wahr. Kann gerade nicht an weiteren Aktionismus denken, denke an mein kleines Kind in meinem Bauch, das nun auch gegen den Virus kämpfen muss. An den Psychoterror der letzten Monate. An eine Schwangerschaft, die von den ersten Wochen an mit Sorgen belastet wurde. An Halbwissen über Viren, Antikörper, Wirkungsweisen und das niemand so richtig erklären kann, was da eigentlich gerade genau in meinem Körper passiert. Wie der Virus Organe angreift – und mit neu aufkeimender Hoffnung: Eventuell auch nicht. Der Arzt hatte uns ganz am Anfang von einer Patientin erzählt, die mit Zwillingen schwanger war und sich mit CMV angesteckt hat. Ein Kind war nach der Geburt kerngesund, das andere schwer beeinträchtigt. Warum, kann keiner sagen. Diese Geschichte fasst für mich gut den Kenntnisstand und die Auswirkungen des Virus zusammen.
Tabletten-Therapie & MRT
Uns wird zu einer Therapie mit Virostatika-Tabletten geraten, Valaciclovir, der wir zustimmen. Ich muss nun 8(!) Tabletten täglich nehmen, alle 2 Stunden eine, bis zum Ende der Schwangerschaft. Alter Schwede. Das fühlt sich erstmal schwer krank an, statt freudig schwanger. Valaciclovir soll die Verbreitung des CMV-Virus eindämmen. Die hohe Dosis deshalb, weil man auf Nummer sicher gehen will, dass das Baby damit mitbehandelt wird und der Wirkstoff dort ankommt.
Bislang wurde das Medikament in der hochdosierten Form von Frauen gut vertragen, man sollte aber Leber- und Nierenwerte im Blick behalten. Auch beim Baby soll es zu keinen beobachteten Nebenwirkungen kommen. Es ist wieder ein Strohhalm, an den wir uns klammern. Eine Möglichkeit aktiv etwas zu tun, anstatt nur abzuwarten. Allerdings: Auch diese Behandlung ist mit nur ganz dünnen Studienzahlen belegt, es wird zwar von Behandlungserfolgen gesprochen, aber man weiß wenig über Nebenwirkungen langfristig – gerade fürs Kind, das gibt uns natürlich zu denken. Willkommen im Leben als Versuchskaninchen.
In der 31. Woche kommt noch eine ganz spezielle Untersuchung dazu, von der ich nicht gedacht hätte, dass das überhaupt möglich ist: Ich werde ins MRT geschoben und von meiner kleinen Bauchbewohnerin werden von allen Seiten Bilder gemacht. Diesmal gibt es positive Nachricht, die Aufnahmen aus dem MRT sind völlig unauffällig und unser Mädchen ist zeitgerecht entwickelt. Besonderer Fokus wird hier auf das Gehirn gelegt und nach Zysten oder Verkalkungen geschaut, die oft bei einer CMV Infektion entstehen. Wir dürfen etwas aufatmen. Es sind großartige Nachrichten, dass bislang keine Schädigungen zu sehen sind. Das es allerdings welche geben könnte, die man nicht sehen kann oder die noch kommen, bleibt weiter unklar.
CMV – Wie hätte ich vorsorgen können & Mein Wunsch an alle mit Kinderwunsch
Ich habe schon ein Kind, einen tollen kleinen Jungen, vier Jahre alt. Voller Freude am Leben – mein kleiner Weltentdecker und ganzer Stolz. Die Ärzte sagen in den meisten Fällen, infizieren sich Frauen mit CMV, die schon ein oder mehrere kleine Kinder haben, da bei Kindern der Virus sehr lange in Urin und Speichel verbleibt. Durch Küssen oder beim Wickeln kann man sich leicht anstecken.
Als mich meine Ärztin direkt nach Feststellen der Schwangerschaft über die üblichen Hinweise mit „kein Alkohol trinken“, „keine rohen Sachen essen“ aufgeklärt hat, sagte sie auch, ich sollte auf sehr gute Hygiene zwischen mir und meinem Sohn achten. Ich hielt das ehrlich gesagt für eine übertriebene Vorsichtsmaßnahme. Bin nun aber eines besseren belehrt. Aber hätte ich aufhören sollen mit meinem Sohn zu kuscheln? Wie soll man im Familienleben 9 Monate als Mutter „steril“ bleiben?
Wir haben unseren Sohn nach meiner Diagnose nicht auf CMV testen lassen, weil es uns letztendlich unrelevant erschien, woher die Infektion kam. Aber ich frage mich, wäre das nicht evtl. ein Ansatz zur Vorbeugung für eine Ansteckung? Wenn man weiß, dass man ein Kind plant, die eigenen Kinder und sich selbst vor der Zeugung auf CMV zu testen?  Es ließe sich dann auch besser eingrenzen, falls es zu einer Infektion während der Schwangerschaft kommt, wann diese erfolgt ist. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen über CMV informiert sind, Frauen besser wissen, was die Infektion für sie und ihr Kind bedeuten kann. Und ganz dringend, dass weiter an Therapien und Möglichkeiten geforscht wird, damit aufgetretene Infektionen wirkungsvoll bekämpft werden. Aus dem Hashtag #stopcmv soll Wirklichkeit werden.
Unser Endspurt der Schwangerschaft
Nun sind es nur noch wenige Woche bis zu unserem errechneten Entbindungstermin. Ich freue mich auf die Geburt, mein kleines Mädchen endlich in den Arm nehmen zu dürfen. Aber ich bin auch sehr nervös, wie es ihr gehen wird. Wir haben von Anfang der Schwangerschaft alle möglichen Szenarien im Kopf durchgespielt, was könnte sein, was wäre wenn, was macht das mit uns. Ich habe durch Austausch mit anderen Familien online die verschiedensten Geschichten kennen gelernt, wie es mit CMV Kindern nach der Geburt weiter ging. Das hat Hoffnung gegeben. Mir aber auch Angst gemacht. Mein Blick auf Familien mit körperlich und geistig beeinträchtigten Kindern hat sich verändert. Die Berührungsangst ist weg. Den Begriff normal stelle ich komplett in Frage. Was heißt normal? Was ist ein normales Kind?
Letzendes ist jede Schwangerschaft & Geburt ein Risiko. Man fordert das Glück heraus und weiß nicht welchen Weg das Schicksal für einen bereit hält. Man wünscht sich seine Zukunft natürlich positiv und unbeschwert. Mit rosig lachenden Babyspeck-Wangen, ein Kind blitzgescheit und perfekt in unsere Gesellschaft und das eigene egozentrische Leben integrierbar.
Die ganze Pränataldiagnostik ist für mich Fluch & Segen zugleich. Wir waren nun 9 Monate voller Sorgen, haben mich und das Baby bis in den kleinsten Winkel hoch und runter untersuchen lassen. Immer wieder auf Ergebnisse gewartet. Sind tief gefallen und mit viel Kraft wieder aufgerappelt. So oft habe ich den Satz gehört, du musst positiv bleiben, das überträgt sich auf dein Kind. Ich hätte nicht gedacht, wie schwer das fallen kann. Wie nahe man an Gedanken wie Abtreibung gestellt wird – kein Mensch sollte je in seinem Leben solche Entscheidungen treffen müssen.
Doch es sind auch die Vorsorgeuntersuchungen, durch die das Virus erst entdeckt wurde. Dass wir dadurch nach bestem Wissen des aktuellen medizinischen Kenntnisstandes handeln konnten, Therapien angehen, auch wenn diese nicht 100% erprobt sind. Und jeder Ultraschall mit den Worten „keine Auffälligkeit“ war ein Meilenstein.
Während ich das schreibe, knufft mich die kleine Dame von innen mal wieder an die Bauchdecke. Ich möchte ihr jetzt schon so gern alles Leid dieser Welt ersparen. Und freue mich, mit allen positiven Gedanken, die ich finde, auf das Leben mit ihr. Und egal wie unsere Geschichte ausgeht, es ist mir sehr wichtig, dass mehr Menschen und insbesondere die mit Kinderwunsch, über CMV aufgeklärt werden.
Über die Autorin: Julia, 36 Jahre alt, verheiratet, lebt im Süden der Republik und ist mit ihrem 2. Kind schwanger. Auf Instagram schreibt sie unter dem Namen smallstepsgetbigger über ihre CMV Geschichte und startet demnächst auf www.stop-cmv.de eine Website zum Thema Cytomegalie.
               
Cytomegabittewas? – Eine Schwangerschaft mit CMV-Infektion | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/cytomegalie-lange-war-nicht-klar-ob-mein-baby-gesund-zur-welt-kommt
       
Ihr Lieben, meinen ersten Gastbeitrag hier bei Stadt Land Mama habe ich noch mit dicker Kugel verfasst, ich spürte beim Schreiben die Tritte meiner kleiner Bauchbewohnerin, aber wusste noch nicht… ob wir bald ein gesundes oder krankes Kind auf dieser Welt willkommen heißen.



Alles war zu diesem Zeitpunkt noch möglich, denn ich hatte mich in der Frühschwangerschaft mit CMV infiziert. Cytomegalie ist die häufigste angeborene Infektionskrankheit bei Kindern und kann schwere Schädigungen auslösen… oder… das Kind kommt völlig gesund auf die Welt. Alles kann, nichts muss. Die Geschichte zu dieser sorgenvollen Zeit und meiner Therapie könnt ihr hier nachlesen. Nun möchte ich berichten, wie es nach der Geburt weiter ging.



Sechs Tage nach dem errechneten Termin waren wir endlich zu viert. Die Geburt war sehr heftig und endete mit einem ungeplanten Kaiserschnitt. Ich lag völlig gerädert auf dem Bett. Aber all der Druck und die Strapazen der letzten Wochen fielen in dem Moment ab, als mein Mädchen endlich bei mir im Arm lag.



Ganz ruhig schaute sie mich an. Aus all den abstrakten Sorgen wurde ein greifbarer Mensch. Noch im Kreißsaal wurden die ersten Tests wegen des Virus bei ihr gemacht. Es wurden Nabelschnurblut, Speichel und Urin-Proben fürs Labor entnommen. In den kommenden Tagen blieben wir im Krankenhaus und es gab spezielle Untersuchungen. Darunter ein Kopf-Ultraschall, Hör- und Sehtests.



Unser Wort des Jahres: Asymptomatisch!



Am Tag der Entlassung erhielten wir alle Ergebnisse und durften endlich aufatmen. Unsere Tochter hat nachweislich die CMV-Infektion in meinem Bauch durchlaufen und hat den Virus in sich, aber trägt bislang keine messbaren Symptome davon. Sie wird als asymptomatisch eingestuft. Die Erleichterung und Dankbarkeit darüber kann man nicht beschreiben. Da war alles dabei; weinen, lachen und ungläubige Stille – das Ganze kombiniert mit Wochenbett-Hormonen: ein wirklich feucht-fröhlicher Mix.Die Kleine wird nun bald ein halbes Jahr alt und hat sich ganz normal weiterentwickelt. Die Schatten der letzten Monate verlieren mit jedem Gramm Babyspeck ihren Schrecken, doch die Spuren dieses Jahres bleiben. Wir beobachten sie sehr genau, auch immer mit der verunsicherten Frage im Kopf, ob wirklich alles in Ordnung ist.



Alle drei Monate werden wir mit ihr in den nächsten Jahren noch zu einem speziellen Hör-Screening gehen, denn das ist auch bei Kindern, die als asymptomatisch eingestuft werden, die häufigste Spätfolge der CMV-Infektion im Mutterleib. Und wir beobachten sie sehr genau, denn auch kognitive Entwicklungsverzögerungen könnten noch auftreten. 



Keiner wird mir die Frage je beantworten können: Was wäre, wenn ich den Blutest auf CMV gleich zu Beginn der Schwangerschaft nicht gemacht hätte? Würde unsere kleine Maus nun auch so gesund vor sich hin strampeln, hätte ich keine Infusionen oder die Tablettentherapie bekommen? Was, wenn ich früher über die Gefahren von Cytomegalie informiert gewesen wäre?



Cytomegabittewas?



Das Verrückte ist, dass kaum einer etwas über CMV zu wissen scheint. Mich eingeschlossen! Vor der Nachricht meiner eigenen Infektion. Googelt man sich mit CMV durchs Netz, stößt man auf veraltete Veröffentlichungen zum Thema und auch viel Halbwissen. Der Bluttest ist zudem kein Standard bei der Vorsorge-Untersuchung in der Schwangerschaft und völlig zu Unrecht keine Kassenleistung.



Ich kann mich nur wiederholen: Es ist die häufigste Infektionskrankheit bei neugeborenen Kindern, weitaus mehr sind davon betroffen als z.B. von Infektionen mit Toxoplasmose oder Röteln, die allen bekannt sind. Und die Folgen einer CMV-Infektion können sehr gravierend sein.



Schon in der Schwangerschaft war mir klar: Egal wie unsere Geschichte ausgeht, ich möchte etwas daran ändern, dass es mehr Aufklärung über das Thema gibt. Mit meinem kleinen Blog smallstepsgetbigger auf Instagram habe ich unsere persönliche Geschichte aufgeschrieben und merke an den vielen Nachrichten, die mich darüber erreichen, wie viel offene Fragen es zu dem Thema gibt. Da muss was Großes dazu her!



Initiative „Stark gegen CMV“



Man kann schon fast sagen, das Schicksal hat mich mit zwei weiteren betroffenen Mamas zusammengebracht, die das gleiche Ziel verfolgten und gemeinsam haben wir mit viel Herzblut die Internet-Seite starkgegencmv.de aufgebaut. Direkt im Wochenbett habe ich angefangen die Website zu layouten und konzipieren. Beraten wurden wir beim Texten der Inhalte von CMV-spezialisierten Ärzten und haben die neuesten Erkenntnisse der Forschung mit aufgenommen.



Seit ein paar Wochen ist Starkgegencmv.de nun online und man findet darauf sehr viele Informationen zu Cytomegalie in der Schwangerschaft und bei Kindern. Wir setzen uns damit für mehr Aufklärung ein und wollen auch in der Gesundheitspolitik aktiv werden. Die Website ist Anlaufstelle für alle betroffenen Familien, aber auch Ärzte und am besten für alle Eltern, die es noch werden wollen. Mir war es wichtig eine Plattform zu schaffen, wie ich sie mir gewünscht hätte, als ich frisch von der Diagnose erfahren habe und ohne sich verunsichert durchs Netz zu googlen.



#starkgegencmv



Jetzt ist das Baby online inklusive dazugehörendem Instagram-Account und wir freuen uns stolz wie Bolle ihm bei den ersten Schritten & Wachsen zuzusehen. Wir haben noch viel vor, wollen Kampagnen online wie offline starten und die persönliche Beratung Betroffener weiter ausbauen. Das Ganze läuft komplett ehrenamtlich und wir investieren jede freie Minute um daran weiter zu feilen. Ich hoffe, dass sie sich die Informationen darauf schneller verbreiten als das Virus selbst – also bitte: teilen, teilen, teilen!



Über die Autorin: Julia, 37 Jahre alt, verheiratet, lebt im Süden der Republik und hat zwei Kinder. Auf Instagram schreibt sie unter dem Namen smallstepsgetbigger über ihre CMV Geschichte. Sie hat starkgegencmv.de mitgegründet und setzt sich für mehr Aufklärung über CMV ein.
               
Cytomegalie: "Lange war nicht klar, ob mein Baby gesund zur Welt kommt" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/daniel-duddek-mein-weg-vom-mobbing-opfer-zum-mobber-um-schliesslich-erzieher-zu-werden
       
„Mit zwölf sah ich aus wie neun, mit 16 wie zwölf und ich hatte ein Problem: ich dachte, alle meine Freunde sind mehr wert, denn sie hatten Freundinnen und einen Bart. Ich hatte beides nicht“, so beginnt die Geschichte von Daniel Duddek – einem der erfahrensten und erfolgreichsten Mobbing- und Resilienz-Experten Deutschlands.



Heute erzählt er uns von seiner persönlichen Mobbing-Geschichte und darüber, wie Eltern dazu beitragen können, ihre Kinder erfolgreich vor Mobbing zu schützen. 



„Mobbing ist – entgegen vielen anderen Definitionen – aus meiner Sicht kein Zustand, sondern ein individuell gefühlter Prozess. Dieses Verständnis ist eines der Leitmotive, auf deren Basis ich heute Kinder und Eltern dabei unterstütze, mit Mobbing-Erfahrungen besser umzugehen. Was zählt, ist das Gefühl, das mit der Erfahrung einhergeht. Denn nur dieses sollte der Gradmesser und die Richtschnur dafür sein, wie viel und welchen Unterstützungsbedarf ein Mensch, der nach seinem Empfinden von anderen gemobbt wird, hat. Mobbing fängt immer in uns selbst an – auf Opfer- wie auf Täterseite – und ist immer stark mit unseren eigenen Bedürfnissen und Gefühlen (vor allem uns selbst gegenüber) verbunden. Hier müssen wir ansetzen, wenn wir Mobbing aus unserer Gesellschaft verbannen wollen. 



Auch ich litt in meiner Realschulzeit unter Mobbing, fühlte mich klar als Opfer. Ich war klein für mein Alter und weit entfernt von jeglicher Männlichkeit – und in dem Alter macht das etwas mit einem. So klein meine Körpergröße, so groß war mein Minderwertigkeitskomplex und ich fühlte mich immer unterlegen. Das trug ich (unbewusst) wie ein Schild vor mir her und das übertrug sich auch auf mein Umfeld und diente geradezu als Einladung: Ich wurde gehänselt, gedemütigt, geschubst. Sprüche, wie „Hey, bei deinem Bartwuchs reicht aber auch ein raues Handtuch, um dich zu rasieren“ oder „Alles Unwichtige steht in Klammern“ in Bezug auf meine O-Beine, Boxhiebe auf die Schulter und Sätze wie „Ha, guck mal, mal wieder eingelaufen?“ schmerzten, verletzen mich tief und machten den Schulalltag zur Qual.



Mit Abstand und meinem heutigen Verständnis würde ich das Verhalten meiner damaligen Mitschüler gar nicht unbedingt als böswilliges Mobbing bezeichnen und auch sie selbst sahen es damals sicherlich eher als Spaß und Fopperei. Was ihr Verhalten in mir bewirkte, wusste nur ich…



Irgendwann mobbte ich selbst…



Ich litt innerlich, versuchte aber einen Weg zu finden, wie ich nach außen damit klar kam. Ich war schon immer sprachlich gewandt und merkte irgendwann, dass es gut bei meinen Mitschülern ankam, wenn ich blöde Sprüche machte, gerade auch gegenüber den Lehrern. Je mehr ich mich mit ihnen anlegte und von ihnen schließlich als „Plärrmaul“ deklariert wurde, desto mehr stieg ich in der Achtung meiner Mitschüler. Auch mein Humor kam gut an und Stück für Stück sahen mich andere nicht mehr nur als Opfer, sondern als jemand, der auch eine Kompetenz hat – nämlich mein Gelaber und meine lockeren Sprüche, die ich in jeder Situation raushaute. 



Das sprach sich rum und verschaffte mir eines Tages Zugang zu einer „Jugendgang“, die in der Stadt ihr Unwesen trieb. Mit dem Preis, dass ich selbst damit auf die Täterseite wechselte. Aus Angst, selbst erneut zum Opfer zu werden, wurde ich zum klassischen Mitläufer – trotz meiner eigenen Erfahrungen und dem vollen Bewusstsein, was das mit denen machte, die wir nun gemeinschaftlich angingen.  



Den ersten Schritt hinaus aus diesem destruktiven Prozess machte ich mit meinem Eintritt in die Theater-AG der Schule, in der ich meine sprachliche Kompetenz nun im positiven Sinne voll ausleben konnte. Hier erfuhr ich plötzlich enorm positive Bestärkung von Seiten der Lehrer und auch der Mitschüler, die bei Aufführungen in der Aula für mich applaudierten.



Das war ein ganz neues Gefühl und brachte mich dazu, mich immer mehr auf die Dinge zu fokussieren, die ich gut konnte – reden, lustig sein, musizieren – und meine (vermeintlichen) Defizite, wie z. B. kleiner als andere und körperlich unterlegener zu sein, zunehmend zu ignorieren. Ich musste also irgendwann meine Minderwertigkeitskomplexe nicht mehr durch Mobbing kompensieren, weil ich einen anderen Weg gefunden hatte, zu erkennen, dass ich gar nicht so minderwertig bin. 



Auf der Suche nach dem richtigen Männerbild



Die tatsächlich tiefgreifendste Wendung kam schließlich mit meiner Erzieherausbildung, in der ich mein Lebensthema und meine Berufung fand. Das war zunächst eine lustige und traurige Geschichte zugleich: Denn meine Berufswahl nach dem schlechten Realschulabschluss war erst einmal geprägt von der Suche „nach dem Beruf mit den wenigsten Männern“. Ich hatte nach wie vor Angst davor, mit „gestandenen Männern“ zu arbeiten – das Sinnbild meiner nach wie vor existenten Komplexe, kein richtiger Mann zu sein. Ich dachte: Ich werde Erzieher, da gibt es nur Frauen und Kinder. Heute kann ich darüber lachen – damals war das alles andere als witzig. 



Aus der Not heraus bin ich also Erzieher geworden … und aus einem mittelmäßigen Realschüler wurde in kürzester Zeit ein Einser-Fachabiturient und staatlich anerkannter Erzieher. Ich hatte in meiner Ausbildung meinen Lebensinhalt gefunden. Ich fühlte, das ist es: Kinder ins Leben zu begleiten und sie stark zu machen, das gibt mir komplette Erfüllung. Und nicht nur das: es zeigte sich mein außergewöhnliches Talent für diese Aufgabe. Das spiegelten mir die Lehrer stets zurück und auch ich selbst merkte, dass ich gut bin, wie ich bin und – das ist ein wichtiger Punkt – ich habe es angenommen, dass es so ist. 



Häufig können das Menschen, die voller Selbstzweifel sind, Lob und Anerkennung von außen nicht akzeptieren. Sie kämpfen innerlich weiter gegen das Positive an und entscheiden sich immer wieder dafür, das Negative höher zu bewerten. 



Stärken und Schwächen annehmen und den Fokus auf das Positive legen



Deshalb mein erster, essenzieller Rat, um Mobbing aus unserer Gesellschaft zu verbannen: Wir müssen die positiven Dinge nicht nur hören, sondern auch lernen, sie anzunehmen. Wir müssen uns selbst die Erlaubnis dafür erteilen, dass beides im Leben da sein darf: die Schwächen und die Stärken. Menschen suchen nach einem perfekten Leben, sie wollen perfekt sein, und dabei leiden sie immer wieder darunter, dass ihnen das nicht gelingt.  Wenn ich aber anfange, zu akzeptieren, dass beides in mir angelegt ist – Schwächen wie auch Stärken – dann kann ich mich dafür entscheiden, das Gute zu sehen, ohne das Schlechte zu ignorieren.



Wichtig: Dabei geht es nicht darum, alle Schwächen wegzudrücken und nur noch das Positive zu sehen, sondern schlicht und ergreifend darum, die Realität anzuerkennen: Ich kann was und ich kann was nicht. Aber meinen Fokus lege ich auf das Gute. 



Eltern sollten Kinder immer positiv bestärken



Eltern, aber auch Erzieher und Lehrer sollten den Kindern deshalb kontinuierlich zurückmelden, wenn sie etwas gut können, und dafür auch über den Tellerrand hinausschauen: Was ist vielleicht auch eine Stärke hinter einer vermeintlichen Schwäche eines Kindes? Bei mir war und ist es z. B., dass ich unordentlich und unsortiert war und bin. Eine große Stärke ist allerdings, dass ich jederzeit flexibel auf neue Themen aufspringen kann, weil ich in meinem Kopf keine vorgefertigte Struktur habe, die unbedingt eingehalten werden musst. 



Zeigt also euren Kindern in Kitas, Schulen und auch zuhause, dass sie gut sind, wie sie sind, und dass hinter vermeintlichen Schwächen oft Stärken stehen. Helft den Kindern aber auch, immer wieder das Positive zu fokussieren; das ist auch das, was mich damals gerettet hat.



Und noch ein wichtiges Thema: Helft den Kindern zu erkennen, dass nur, weil Menschen eine Meinung über sie haben, diese Meinung nicht unbedingt richtig und somit vor allem auch nicht wichtig ist. Unterstützt sie dabei, einen engen Kreis an Vertrauten aufzubauen, deren Meinung deinem Kind wichtig ist. Aber unterstützt Eure Kinder auch bei der Erkenntnis, dass sie nicht von jedem Menschen Kritik annehmen müssen; dass nicht jeder Mensch das Recht hat, sie zu beleidigen und innerlich zu verletzen, und wie wichtig es ist, sich von anderen Menschen auch abzugrenzen. Das gilt übrigens auch für Dich selbst. Suche dir ein positives, wertschätzendes Umfeld und beginne, dich selbst wertzuschätzen. Denn dann hat Mobbing keine Basis mehr. Sobald wir anfangen, uns minderwertig zu fühlen,  fällt Mobbing dagegen auf einen sehr fruchtbaren Nährboden.



Über den Autoren: Daniel Duddek ist Experte für das Thema Mobbing-Prävention und Familienharmonie. Seit über einem Jahrzehnt setzt er sich dementsprechend als ausgebildeter Erzieher, Trainer, Coach und Ausbilder, Buchautor und „Edutainer“ für das Wohl von Kindern und ihren Familien ein. Hierfür hat er sein eigenes Konzept „Stark auch ohne Muckis“ entwickelt. Mehr Infos unter www.daniel-duddek.de




               
Daniel Duddek: Mein Weg vom Mobbing-Opfer zum Mobber, um schließlich Erzieher zu werden | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/danke-fuer-alles-schoene-weihnachten-und-bis-bald-im-neuen-jahr
        Ihr Lieben, was war das für ein aufregendes Jahr! Wir haben privat so viel erlebt, haben gelacht, geweint, viel gearbeitet, gefeiert, geliebt, sind im Chaos versunken, waren krank, haben Nächte durchgetanzt, unsere sechs Kinder begleitet, sind an unsere Grenzen gestoßen, gescheitert und auch über uns hinaus gewachsen. 
Auch hier im Blog waren es turbulente Monate – wir sind unglaublich gewachsen und erreichen heute so viele Leser, dass wir es selbst oft kaum glauben können. Wir durften wunderbare Gastbeiträge veröffentlichen, berührende Interviews führen und so viel von Euch lernen. Dafür sagen wir DANKE. 
In den letzten Wochen aber haben wir gemerkt: Wir sind müde. Vom Jahr, von dem ganzen Trubel, und auch ein bisschen von der Online-Welt. Wir brauchen eine Pause. Seit Katharina im September 2015 eingestiegen ist, haben wir noch nie "Blog-Ferien" gemacht, sondern jede Woche mindestens sechs Beiträge produziert. 
Wir wollen die nächsten zwei Wochen mal richtig abschalten, uns komplett um unsere Liebsten kümmern, ENDLICH in Weihnachtsstimmung kommen, mal ein Gläschen Wein trinken, den Gedanken nachhängen, den Christbaum bewundern, früh schlafen gehen und und und.
Deshalb sagen wir heute schon: FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN. Haut Euch den Bauch voll, genießt die Feiertage, lasst Euch verwöhnen, knutscht die Kinder, singt laut Weihnachtslieder und freut Euch einfach an Eurer Familie. 
Wir sehen uns Anfang 2018 wieder – und bis dahin werden wir jeden Tag via Facebook einen Beitrag aus den letzten Jahren online stellen – weil er uns besonders berührt hat, weil er von euch besonders stark geklickt wurde oder weil wir uns einfach gern daran zurückerinnern. 
2018 wollen wir Stadt Land Mama weiterentwickeln. Wir sind schon sehr gespannt und freuen uns, dass Ihr weiterhin an unserer Seite seid.
Alles Liebe wünschen Euch Eure Lisa und Katharina
 
               
Danke für alles: Schöne Weihnachten und bis bald im Neuen Jahr! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/danke-fuer-eure-glueckwuensche-liebste-gruesse-aus-dem-wochenbett
        Soooo viele Glückwünsche. Sooo viele liebe Gedanken. Ich bin gerührt. 
Am Donnerstag kam unsere Tochter zur Welt. 3050 Gramm schwer, 53 cm groß und einfach perfekt. 
Die Geburt war anstrengend, viel härter als gedacht. Aber davon berichte ich nochmal ausführlich. 
Und wir plötzlich dreifache Eltern. Unglaublich. 
Die erste Nacht war nicht an Schlaf zu denken. Ich lauschte dem regelmäßigen Atem meiner Tochter, starrte sie stundenlang an. 
Am Tag drauf kamen die Großen zu Besuch ins Krankenhaus. 30 Minuten Voll-Alarm, totale Aufregung, leichte Überforderung. Wow – das wird ja was, wenn ich nach Hause komme. 
Am ersten Advent dann tatsächlich zu fünft am Essenstisch. Der Mann hat gekocht, das Söhnchen holt alle Feuerwehrautos aus dem Zimmer und zeigt sie seiner kleinen Schwester. Die Große hält zum ersten Mal das Baby und flüstert ihr liebe Sachen ins Ohr.
Rührungstränen kommen.
Es werden aufregende nächste Tage und Wochen werden. Wir alle müssen uns erstmal einspielen, unseren Platz in dieser Familie neu finden. Eins ist sicher: Liebe gibt es hier genug. 
Ich bin dankbar. Unendlich dankbar. Für ein weiteres gesundes Kind. Für meine ganze Familie. Für meine Freunde, die einfach so Kuchen vorbei bringen. Für liebe Mails und Anrufe.
Danke, dass Ihr alle so mitgefiebert habt. Und Euch mit mir freut!
———
Über die Fehler, die ich im letzten Wochenbett gemacht habe, lest ihr HIER
 
               
Danke für Eure Glückwünsche! Liebste Grüße aus dem Wochenbett | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/darf-man-seine-eigene-mutter-hassen-gastbeitrag-von-yvonne
        Ich habe keinen Kontakt mehr zu meiner eigenen Mutter. Warum ich den Kontakt abgebrochen habe, ist eine lange Geschichte. Zuerst möchte ich auf die Frage antworten, WANN ich den Kontakt abgebrochen habe. Es war, als ich selbst Mutter wurde und dadurch feststellte, dass meine eigene Mutter wirklich eine sehr schlechte Mutter war und ist.
Warum habe ich den Kontakt also abgebrochen? Zunächst einmal muss man wissen, dass ich ein Unfall war, meine Mutter war gerade mal 18 Jahre alt und sie musste meinen Vater heiraten, damit es im Dorf kein Gerede gibt. 
Meine Großeltern waren gegen diese Ehe. Sie konnten meinen Vater, der scheinbar ein Taugenichts und Säufer war, nicht ausstehen. 
Es kam, was kommen musste: An meinem ersten Geburtstag stritten sich meine Eltern so sehr, dass meine Mutter mit mir zu meinen Großeltern zog. Die Scheidung folgte bald. Als ich drei Jahre war, ging meine Mutter wieder arbeiten und meine Großmutter betreute mich. Worüber sie nicht glücklich war und mich das auch oft spüren ließ. 
Meinen leiblichen Vater lernte ich nie kennen, es hieß, er würde trinken und keinen Unterhalt zahlen. Er erschien auch nicht zu den Umgangswochenenden mit mir, sondern gründete einfach eine neue Familie. 
Meine Mutter hatte verschiedene Freunde – im Gedächtnis sind sie mir nicht geblieben. Nur einer. Der, für den sie mich verlassen hat. Als ich zehn Jahre alt war, ist sie einfach zu ihm gezogen. Ohne mich. Erst Jahre später traute ich mich zu fragen, warum sie mich zurück gelassen hatte. Sie sagte, ich hätte es bei meiner Oma besser gehabt, da wären ja auch meine Freunde in der Nähe. Und ihr Freund habe keinen Platz für mich in der Wohnung gehabt. Dass ihr Freund auch zu uns ziehen hätte können, kam ihr wohl nicht in den Sinn. 
Ich sah meine Mutter nur noch alle zwei Wochen, sie arbeitete zudem im Schichtdienst. Wenn ich von der Schule kam, war sie nicht da. Und abends war sie müde, ging schlafen oder noch mit Kollegen ein Feierabendbier trinken. 
Ich erinnere mich, dass ich als Kind manchmal darüber nachdachte, mich zu verletzen, damit ich ins Krankenhaus muss. Ich stellte mir vor, dass meine Mutter dann am Krankenhausbett sitzt, sich kümmert, sich sorgt. Danach sehnte ich mich so. 
In der Schule war ich der totale Exot: das einzige Scheidungskind. Aber nicht nur das – ich kannte  zudem meinen Vater nicht. Ständig musste ich erklären, warum ich bei meinen Großeltern lebe, warum meine Großmutter alles unterschrieb und nicht meine Mutter. Für mich als Kind war ein Spießrutenlauf. In der Grundschule gab es eine einprägende Situation. Die Hausaufgabe lautete: „Malt Eure Familie.“ Da sagte eine Mitschülerin allen Ernstes: „Das ist unfair. Yvonne hat kaum was zu tun, die muss nur ihre Mutter malen.“ Alle lachten, ich fing an zu weinen.  
Ein „Ich hab Dich lieb“ gab es bei uns zu Hause nicht. Anerkennung bekam ich nur, wenn ich gute Noten nach Hause brachte. Ich setzte mich selbst enorm unter Druck, ständig beste Leistung bringen. Gute Noten in der Schule, später Karriere, eine Beförderung, einen perfekten Freund.
Anfang 20 spitzte sich die Lage zu. Ich begann, meine Mutter zur Rede zu stellen. Sie jammerte nur. Sie sei selbst auch nur ein Opfer, ein Opfer ihrer eigenen herrischen Mutter, ihrer frühen Schwangerschaft, meines Vaters. 
Ich merkte, wie sehr mich alles belastete. Ich bekam Depressionen, nahm Anti-Depressiva. Doch mein Schmerz saß einfach zu tief. Ich trank zu viel Alkohol und brach mit 29 zusammen. Ich ging in Therapie, kam wieder auf die Beine. Ich lernte meinen jetzigen Mann kennen und bekam mit 34 Jahren ein Kind. 
Dieses Kind und eine vierjährige Therapie brachten den Durchbruch. Ich merkte plötzlich, dass meine Kindheit nicht normal gewesen war. Dass es nicht okay war, dass meine Mutter ohne mich ausgezogen war. Als ich meinen kleinen Sohn im Arm hielt und von unendlicher Liebe durchströmt war, fragte ich mich: Wie kann eine Mutter ihr Kind zurücklassen?
Als mein Sohn geboren wurde, hoffte ich dennoch auf Unterstützung von meiner Mutter. Dass sie mich besuchen kommt, mir hilft. Doch es war wieder mal alles anders. Sie erwartete, dass ich ihr ihren Enkel bringe. Und wenn ich mit dem Baby da war, erzählte sie mir nur, was ich alles falsch mache. Ich würde zu viele Feuchttücher benutzen, die Windeln falsch wechseln, der MaxiCosi sei nicht gut für die Haltung des Kindes, das Kind sei zu warm/zu kalt angezogen. 
Meine Mutter weckte das schlafende Baby ständig, damit sie auch „was von ihm hat“, wenn ich schon mal da war! Sie packte ihn grob an, um ihn abzuhärten, sie wolle kein Weichei als Enkel.
Eines Tages dann krachte es dann endlich richtig. Meine Mutter machte mich mal wieder runter, beschimpfte mich vor meinen Großeltern – da brach alles aus mir heraus. Meine jahrelang aufgestaute Wut, meine Trauer. Ich warf ihr an den Kopf, dass sie mich verlassen habe und was ich davon halten würde. Kurz: Es war eine sehr hässliche Situation, die ich verließ, nachdem sie mich als undankbares Gör beschimpfte. 
Als ich ging, löste sich ein enormer Druck von meinem Brustkorb. Es war, als könnte ich seit langer Zeit mal wieder durchatmen. 
Kurze Zeit später zog ich mit meiner Familie nach Frankreich, in die Heimat meines Mannes. Mit diesem Umzug kam es am Telefon dann auch mit meiner Oma und meiner Patentante zum Bruch. Es war ein schreckliches Gespräch, danach löschte ich alle Kontaktdaten aus meinem Handy und auch die Facebook-Verbindung. 
Jetzt sollte man denken, hier ist meine Geschichte zu Ende. Aber nein, es gibt einen zweiten Teil. Und der dreht sich um meinen Vater. 
Durch viele Zufälle lernte ich einige Monate nach meinem Umzug meinen Vater kennen. Wir telefonierten, ich stellte alle Fragen, die ich hatte und er antwortete. Und plötzlich erschien alles in einem anderen Licht. Meine Großeltern waren so sehr gegen diese Ehe gewesen, dass sie nach der Scheidung alle Kontaktversuche abblockten. Meine Mutter war es, die nicht zu den Umgangswochenenden erschien, er war auch kein Säufer, wie immer behauptet wurde. Er sagte, er habe irgendwann aufgehört, um mich zu kämpfen, weil er keine Kraft mehr gehabt hatte. 
Und nun musste ich damit zurechtkommen, dass ich mein bisheriges Leben in einer Lüge gelebt hatte. Manchmal hasse ich meine Mutter für all das, manchmal habe ich fast Mitleid mit ihr. Aber dann denke ich mir: Sie hat nicht mal mein Mitleid nicht verdient. 
—-ZUM WEITERLESEN: 
– Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern
-Wenn Kinder den Kontakt abbrechen- Interview mit einer verlassenen Mutter
– Zwei Familiengeschichten – warum wir keinen Kontakt mehr haben
               
Darf man seine eigene Mutter hassen? Gastbeitrag von Yvonne | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-kind-mit-dem-kleinsten-schnupfen-zu-hause-lassen-wie-soll-das-gehen
       
Ihr Lieben, ihr erinnert euch sicherlich an den Aufruf an die Politik, den unsere Leserin hier formuliert hatte. Leider hat sich seitdem noch nichts getan und die Auswirkungen für arbeitende Eltern werden erst jetzt so richtig sichtbar. Hier erzählt unsere Leserin, welche Auswirkungen das auf sie und ihr Leben hat.



„Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich weiß gar nicht, wie ich das als Alleinerziehende mit zwei Kindern schaffen soll mit den neuen Regelungen, dass kein Kind mehr mit Schnupfen in die Kita darf. Kind 1 musste ich sogar schon mit Schnupfen aus der Schule abholen! Wenn das so weitergeht, werde ich wohl bald meinen Job kündigen.



Das sind doch untragbare Zustände für Eltern, die arbeiten. Zumal meine Tochter eine Nierenerkrankung hat und sie des öfteren Schnupfen hat, weil sie ein schlechtes Immunsystem hat und wenn die Kinder deswegen nun dauerhaft zu Hause bleiben… puh, dann Gute Nacht…




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font-size:14px; line-height:17px; margin-bottom:0; margin-top:8px; overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;">A post shared by <a href="https://www.instagram.com/marlenehellene/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px;" target="_blank"> Marlene Hellene</a> (@marlenehellene) on <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2020-07-21T06:39:57+00:00">Jul 20, 2020 at 11:39pm PDT</time></p></div></blockquote><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script>
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Ich habe auch heute mal mit einer Kollegin gesprochen und im Kindergarten ihres Kindes ist es wohl noch schlimmer… Ein Kind mit Schnupfen darf erst nach 14 Tagen oder mit einer „Corona negativ“- Bestätigung vom Arzt wieder hingehen. Der Arzt stellt diese Bestätigung aber nicht aus und schreibt das Kind auch nicht krank, weil es mit Schnupfen ja nunmal nicht im herkömmlichen Sinne „krank“ ist…



Unsere Chefs laufen bald Amok hier. Wir können uns momentan vor Arbeit nicht retten und mich würde es nicht wundern, wenn bald keine Mütter und Alleinerziehenden mehr eingestellt werden… Es muss eine vernünftige Lösung her! Wie regelt ihr das denn? Wird das bei euch auch so streng gehandhabt?“
               
Das Kind mit dem kleinsten Schnupfen zu Hause lassen: Wie soll das gehen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-mama-traumland-an-einem-ort-an-dem-nie-einer-vor-wichtigen-terminen-krank-wird
         Ihr Lieben, es war recht ruhig von meiner Seite in letzter Zeit. Das liegt auch daran, dass hier über drei Monate eigentlich IMMER jemand krank war. Und wer, wenn nicht ihr, könnte am besten nachfühlen, was es heißt, wenn auf die Lungenentzündung die Streptokokken und auf die Magen-Darm-Grippe die Mandelentzündungen folgen…
Phasen, in denen wir schon abends angespannt ins Bett geht und uns fragen, mit welchem Infekt die Kinder wohl morgen wieder aufwachen, um uns dann ein paar Tage später gleich auch wieder umzuhauen. Never ending story, ihr kennt das.
Und wenn man dann da so liegt und nachdenkt, dann träumt man sich schon mal in ein Land, in dem niemand krank ist. Das hier, das wäre doch der Ort, den wir alle mal bräuchten, oder?
Das Mama-Traumland:
In diesem Land wird niemals nie ein Kind vor dem wichtigsten Berufstermin des Jahres krank.
Zum Frühstück gibt es immer frisch gepressten O-Saft, dessen Fruchtfleisch man nicht selbst aus der Presse pulen muss.
Die Mütter, deren Partner Vollzeit arbeiten, wohnen alle Tür an Tür und nehmen gegenseitig die Kinder vormittags oder abends, damit die andere arbeiten oder mal ins Kino gehen kann, ohne ein Vermögen für Babysitter auszugeben.
Die Gleichberechtigung wird nicht nur von den Müttern, sondern auch von den Vätern gelebt und ernst genommen.
Die Kinder haben mehrere vollwertige Ansprechpartner für ihre Belange.
Streit unter den Kindern gibt es genausowenig wie fiependes Plastikspielzeug. Dafür bringt die Journalistin den Kindern schreiben bei, der Schreiner lehrt Holzarbeiten, die Bibliothekarin entfacht das Feuer des Bücherlesens, und der Koch schickt die Kinder erstmal zum Ernten in den Garten, um dann eine Schnibbel-Party zu feiern mit dessen Ergebnis die anderen Mütter und Väter später überrascht (und satt) werden.
Helikopter sind nicht als Stempel für angeblich überbehütende Eltern reserviert, sondern als Mittel, um Autobahn-Staus auf dem Heimweg einfach zu überfliegen – um schneller bei seinen Liebsten zu sein.
Die Kinder lernen, dass nicht die nächste Playstation, sondern die anderen Kinder und Menschen in ihrer Umgebung das wichtigste im Leben sind.
Die Kinder können ohne Sorge gemeinsam vor die Tür – und einfach spielen statt wieder dreieinhalb Stunden an der Religionshausaufgabe zu sitzen, während die Eltern angemeckert werden, die ja auch nichts dafür können.
Geldsorgen hat an diesem Ort niemand, wer grad weniger Aufträge hat, wird von den anderen mitversorgt – und besonders die Kinder werden nicht spüren, dass in ihrer Familie etwas ganz anders ist als in anderen Familien.
Dem Erfinder von Spül- und Waschmaschinen wird an diesem Ort ein Denkmal gesetzt.
Mütter beäugen andere Mütter nicht skeptisch, nur weil sie anders handeln als andere. Mütter begegnen einander hier mit Neugier und dem Drang, sich vielleicht eine Scheibe von der anderen abschneiden und von ihrem Anderssein profitieren zu können.
Wein verursacht hier keinen Kater. Und Gummibärchenberge und roher  Keks-Teig kein Bauchweh.
Wer sich immer gehetzt fühlt, kann sich in Ausnahmefällen pro Woche zwei Stunden Zeit dazukaufen.
In Kindergärten und Schulnachmittagsbetreuungen sind genug Plätze für alle Kinder. Und diese dürfen Eltern flexibel nutzen und nicht „ganz oder gar nicht“, entweder fünf Tage die Woche mit voller Stundenzahl oder eben überhaupt nicht, wie es in der Realität noch oft der Fall ist.
Lehrer sind hier Motivatoren.
Es gibt einen Radierer für das elterliche schlechte Gewissen.
Jedes Haus hat eine sich selbst reinigende Badewanne.
Haustiere und Pollen lösen keine Allergien aus.
Das Wort Ausgrenzung existiert im Traumland-Wörterbuch erst gar nicht.
Für jeden Menschen hier sind mindestens zwei Stunden pro Woche Sport oder Singen freigehalten.
Die Kinderkleidung funktioniert magnetisch und wird gleich in den Schrank gezogen, sobald sie aus Versehen auf dem Boden gelandet ist…
Das wäre der Ort, an dem ich gern mit Euch allen leben würde. Was müsste es dort Eures Erachtens noch geben, um rund um glücklich zu sein?
               
Das Mama-Traumland: An einem Ort, an dem nie einer vor wichtigen Terminen krank wird | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-schlafen-des-anderen-nachts-bei-familie-landmama
        Ihr Lieben! Zum Glück haben wir die schwerst mehrfach unterbrochenen Nächte aus der Säuglingszeit ja hinter uns. Trotzdem ist Schlaf weiterhin ein Thema bei uns. Ziemlich oft, ein ständiger Begleiter. Vermutlich könnte man das bei uns einfach posttraumatische Schlafunterbrechungsstörung nennen.
Bekomme ich heut Nacht genug Schlaf? Müsste ich nicht eigentlich jetzt schon ins Bett, damit ich morgen fit bin? Soll ich mich nach dem Kinder-zur-Schule bringen lieber nochmal hinlegen? Schlaf, Schlaf, Schlaf kreist in meinem Kopf und immer der Zusatzgedanke: Man weiß ja nie, ob man wirklich genug davon bekommt.
Ihr wollt mich einweisen? Nein, ich bin einfach Mutter. Ich rechne immer mit allem. Mit Pseudokrupp-Anfällen um 4.28 Uhr. Mit Nacht-Ungeheuern um 23 Uhr oder Gewitter-Angst nach Mitternacht. Eben mit urplötzlichem Aus-dem-Schlaf-gerissen werden.
Und wenn auch wir in unserer Familie wenige Rituale pflegen, so hat sich zum Einschlafen doch der Satz zwischen mich und meinen Mann geschlichen, der im Grunde allabendlich (von mir!) gesagt wird: "Was? Schon wieder viertel vor zwölf? Ich wollte doch heut endlich mal früh ins Bett".
Ohne diesen Satz wäre ich wohl nicht ich und mein Mann würde mich nicht wiedererkennen. Er lächelt zum Glück milde, wenn der Satz wieder kommt, aber er hat auch wirklich gut lachen: Er braucht im Schnitt einfach zwei Stunden weniger Schlaf pro Nacht als ich. Außerdem ist er Morgenmensch und ich Abendmensch. Sprich: Ich komm morgens nicht raus ausm Bett, er abends nicht rein.
Das einzige Schlafproblem sind also mittlerweile nicht mehr die Kinder…sondern… nein, ein Problem sind die unterschiedlichen Gewohnheiten nicht. Sagen wir so: Es macht die Sache spannend. Und es zeigt: Wir können uns so langsam wieder um uns drehen und nicht mehr nur noch um die Kinder 😉 
               
Das Schlafen des anderen - Nachts bei Familie Landmama | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-schuloeffnungsdesaster-das-geht-doch-so-nicht-eine-mama-macht-sich-luft
       
Ihr Lieben, nach Katharinas Text über die Pandemie-Müdigkeit erreichte uns dieser Text einer Leserin, die sich mal ganz kurz Luft über die Schulöffnungen und das Nicht-Konzept dahinter machen muss.



„Um es direkt vorne weg zu sage, ich bin Mutter von drei schulpflichtigen Kindern (12/14/17), einem Kindergartenkind (5) und arbeite als Schulsozialarbeiterin an einer weiterführenden Schule. Ich kann also durchaus von mir behaupten, dass ich mitbekomme, was hier seit einem Jahr so wirklich los ist im Schulalltag.



Ein Lob für unsere Kinder!



Viel Lob habe ich leider nicht zu vergeben. Wer aber eines verdient hat und zwar ein riesengroßes  Lob sind unsere Kinder!!!



Seit einem Jahr ertragen sie Schulschließungen, Distanzunterricht, Öffnungen in Kleingruppen mit Hygiene- und Abstandsregeln, mit Masken im Unterricht, auf dem Schulhof, im Sportunterricht, dann wieder Unterricht mit allen, Anstehen zum Händewaschen, ständiges Ermahnen, die Maske richtig zu tragen, mit „Extra Luftholpause“ und ohne – je nach Schule – …  die Liste könnte noch eine Weile fortgeführt werden.           Und all das ertragen sie ohne durchzudrehen, ohne sich allem zu verweigern, ohne ihre Freunde, ohne ihren Sport, ihre Hobbies, ohne Geburtstagsparty…



Ein Lob für unsere LehrerInnen



Auch loben möchte ich die LehrerInnen, die den Kontakt zu ihren Schülern halten, die Verständnis aufbringen für häuslich schwierige Situationen, die versuchen, niemanden hinten rüber fallen zu lassen und das unter widrigsten Umständen. So gab es erst jetzt Tablets für die Lehrer, die seit einem Jahr ihre eigenen Endgeräte nutzen und aufpimpen mussten, um online überhaupt etwas anbieten zu können. Die versuchen, sich neue Methoden einfallen zu lassen, um es den SchülerInnen leichter zu machen.



Viele von ihnen erlebe ich im Alltag meiner Kinder leider nicht. Das Aufgabenpensum übersteigt oftmals bei Weitem das, was sie in der Schule in einer Woche geleistet hätten. Unverschämte Ansagen in Klassenchats mit Androhungen von schlechten Noten, wenn die SchülerInnen ihr Pensum nicht erledigen, sind – zumindest bei meinen Kindern – leider keine Seltenheit.



Schulöffnungen: Was leider schief läuft



Was mich aber gerade richtig wütend macht, ist Folgendes: Es gibt kein konkret ausgearbeitetes Konzept vom Land, wie die Schulen die Öffnungen zu gestalten haben. So dürften die Oberstufenschüler im kompletten Kurs unterrichtet werden, wenn die Schulen ein Hygienekonzept dafür vorlegen. In der gängigen Praxis hat man die Kurse trotzdem aufgeteilt, um die Räume nicht so voll zu packen. Das hat zur Folge, dass sie Distanzunterricht vor Ort haben. Das  Lehrpersonal  springt zwischen den Räumen  hin und her und kann auch nicht viel mehr Unterricht leisten, als im Distanzunterricht….



Dazu kommen Toiletten ohne Waschbecken, Toiletten die sich nicht schließen lassen, LehrerInnen, die als Beamte und somit als Vertreter dieses Landes weiterhin Stoffmasken tragen, weil sie nicht an die Pandemie glauben…



Keine Lüftungsanlagen, kein Wlan in den Gebäuden, keine langfristigen Konzepte, keine Planungssicherheiten für Eltern.



Seit dieser Woche dürfen auch wieder die unteren Stufen im Wechselmodell in die Schule. Das sind unterm Strich fünf Tage Unterricht in zwei Wochen, gefüllt mit Sport, Vertretungsunterricht und Ausfall. Wofür?? Natürlich freue ich mich, dass sie ihre Klassenkameraden sehen. Aber bei Familien mit mehr als einem Kind bringt das Wechselmodell mehr Organisationswahnsinn als alles andere. Mehrwert von Inhalten des Unterrichtes gleich Null.



Alle klassenübergreifenden Fächer werden im Klassenverband unterrichtet. Das heißt, Religion wird dann zu Philosophie, weil der Religionsunterricht in der Parallelklasse unterrichtet wird. In der zweiten Fremdsprache oder den anderen Wahlpflicht-Fächern hat man mal eben wieder eine neue Lehrkraft, die ein bisschen Vertretung anbietet. Warum sich auch einfach mal nur auf die Hauptfächer konzentrieren? Unsere Kinder schreiben sogar Klassenarbeiten im Homeschooling. Die heißen dann halt anders. Fachüberpüfung oder ähnlich. In einer bestimmten Zeit müssen Aufgaben erledigt werden, die dann bewertet werden wie eine Klausur.



Kostenlose, wöchentliche Test? Fehlanzeige an vielen Schulen. Vielleicht in der nächsten Woche, wenn sie denn geliefert werden…



Lüftungsanlagen? Wofür? Maske und Fenster auf reichen. Sind ja nur unsere Kinder. Die Mutante? Damit konnte man ja nun wirklich nicht rechnen.



Impfungen für Lehrpersonal. Wie jetzt? Gab es doch. Ach ja, nur für GrundschullehrerInnen. Dass die weiterführenden Schulen die komplette Zeit Notbetreuungen und Study Halls angeboten haben, egal. Dass es Sinn gemacht hätte, die Lehrer und Lehrerinnen zu impfen, bevor die Schulen wieder aufmachen? Egal. Dann fällt eben Unterricht aus, sollte es zu Impfreaktionen kommen. Egal. Man könnte meinen, unser Schulministerium ist vom Wendler Song inspiriert worden.



Wie hat meine Mama-Freundin so schön gesagt? Durch den vielen Distanzunterricht geben hab ich Mathe jetzt endlich mal wieder richtig drauf…„
               
Schulöffnungsdesaster: „Das geht so nicht!“ Eine Mama macht sich Luft
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-wunder-der-geburt-eine-hebamme-erzaehlt-von-ihren-schoensten-geburten
       

Mein Name ist Sylvia, bin inzwischen seit 13 Jahre Hebamme. Eine Zeit, in der man sehr sehr viel sieht, hört und mitbekommt. Heute möchte ich Euch fünf ganz besondere Geschichten erzählen. 
Meine faszinierendste Geburt:
Als noch recht frische Hebamme übernahm ich im Nachtdienst eine junge Erstgebärende, die mir die Kollegin mit 5-6 cm Muttermundweite übergab. Die italienischstämmige Frau war in der Wanne und wurde liebevoll von ihrer kleinen Nichte (ca. 6 Jahre alt) und ihrem Mann umsorgt.
Die werdende Oma, zwei Schwestern und noch eine Nichte (ca. 4 Jahre alt) kümmerten zudem sich um Getränke, Essen, Musik und positive Energie. Das große Mädchen fächerte ihrer Tante unablässig kühlende Luft mit dem Fächer zu, massierte ihr zwischendrin die Stirn und die Schultern und las der Gebärenden jeden Wunsch von den Augen ab.
Ich war ziemlich erstaunt, im Kreißsaal Kinder zu sehen, aber die große Selbstsicherheit dieser kleinen Mädchen und auch die Selbstverständlichkeit, mit der sie ganz bei der Sache waren, haben mich sehr schnell überzeugt. Es war einfach stimmig. Es war so ruhig, das Licht gedimmt. Es war nur leise Musik und das konzentrierte Atmen der Gebärenden zu hören.
Das Kind schwamm auch kurze Zeit später auf diese Welt und wurde so liebevoll begrüßt, wie ich es leider nur selten zu sehen bekomme. Es wurde mit Liebe in die Liebe geboren. Die beiden Mädels waren so verzaubert von der Geburt ihrer kleinen Cousine und ich bin sicher, dass sie die Geburt als absolut positives Erlebnis wahrgenommen haben und als erwachsene Frauen hoffentlich auch so selbstbestimmt und liebevoll gebären können.
Diese Geburt wird mir immer in Erinnerung bleiben und ich kann mit dieser Geschichte klar machen, dass es sehr wohl möglich ist, Kinder im Kreißsaal dabeizuhaben. Die Gegebenheiten müssen passen und die Kinder sollten gut vorbereitet werden. Und in erster Linie muss sich natürlich die Gebärende dabei wohl fühlen.
Meine überraschendste Geburt:
Vor nicht allzu langer Zeit bekam mein Mann spätabends einen Anruf von einem guten Freund und Kollegen, der ziemlich panisch ins Telefon rief: "Schnell!!! Schnell!! Deine Frau muss kommen, wir haben schon Presswehen!" Ich betreue eigentlich keine Hausgeburten, sondern arbeite in einem kleinen Belegkrankenhaus.
Das Paar kannte ich bereits vom 1. Kind und ich wäre auch diesmal wieder einfach „nur“ die betreuende Wochenbetthebamme gewesen. Der errechnete Termin der Frau wäre auch erst in einigen Wochen gewesen, was die ganze Situation nicht unbedingt beruhigte.
Ich bin mit Vollgas, in meinen Schlafklamotten, durch unser Dorf gerast. Die Familie wohnt nur wenige Kilometer entfernt. Auf dem Weg dahin tropfte das Adrenalin schon aus meinen Ohren. Was erwartete mich wohl dort? Ein Frühchen mit Atemproblemen oder Anpassungsstörungen? Vor dem Haus sah ich schon die Lichter des Rettungswagens.
Im Haus erwarteten mich die werdenden Eltern und zwei recht nervöse Sanitäter, die die Schwangere unbedingt noch in den Wagen verfrachten und schnell ab ins Perinatalzentrum wollten. Ich sah allerdings auf den ersten Blick, dass das mit dem Transport nichts mehr werden würde. Eine kurze vaginale Untersuchung bestätigte das.
Der Kopf war schon sehr tief, die Frau spürte starken Druck. Das Baby würde also jetzt gleich kommen, hier und jetzt. Ich befreite die Frau erstmal vom Blutdruckgerät und Pulsoxy, der werdende Papa legte den Boden noch schnell mit Handtüchern aus. Die Frau konnte so gut in den Kniestand gehen, der Mann stützte sie dabei. 
Ein paar Minuten später flutschte ein gar nicht so kleines Baby in meine Hände und wir konnten alle auf den ersten Blick erkennen, dass da wohl ein gewaltiger Terminfehler vorlag. Der kleine Mann war gar nicht so klein, sondern sah ziemlich normal groß und gewichtig aus. Den beiden Sanitätern und auch mir fiel ein Stein vom Herzen, dass alles so toll und positiv ausging.
Mutter und Kind wurden anschließend doch noch zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht, schließlich stand im Mutterpass ein völlig falscher Termin und bei der frischgebackenen Mama musste auch noch ein kleines bisschen genäht werden.
Der Papa hat sich danach gefühlt tausendmal bedankt, dass ich so spontan und schnell gekommen bin und augenblicklich die Situation entschärft und beruhigt habe. Ich war und bin immer noch so so so stolz auf meine erste Hausgeburt und denke sehr oft daran. 
Schnelle Geburt Nr. 1)
Vor kurzer Zeit erst kam in der Nacht ein werdender Vater mit seiner Frau im Rollstuhl in den Kreißsaal gejoggt! Er ist wirklich gerannt, hat seine Frau mehr oder weniger ins Bett gekippt, die Frau hat sich die Hose ausgezogen und – plopp – mir flog ein Kind entgegen!
Ich hatte weder die Herztöne gehört, das Abnabelungsset vorbereitet oder die Wärmelampe angemacht. Ich hatte ja noch nicht mal mehr Zeit mir Handschuhe anzuziehen, geschweige denn den Arzt zu informieren. Wären sie nur eine Minute später dran gewesen, wäre das Kind wohl im Aufzug geborenen worden! 
  
Schnelle Geburt Nr. 2)
Diese Geburt liegt schon etwas länger zurück. Die Frau hatte ich bereits bei ihrer ersten Geburt betreut, die wirklich sehr sehr lang ging. Ich war dann zum Schluss die dritte Hebamme und nach über 24 Stunden Kreißsaal lagen die Nerven blank. Beim zweiten Kind wollte sie deshalb ja nicht zu früh in die Klinik, sie wollte so lange zuhause warten bis sie es wirklich nicht mehr aushielt.
Nun ja, beim zweiten geht’s bekanntlich meist schneller, vor allem wenn die erste Geburt auch noch nicht lange zurückliegt. Es kam wie es kommen musste: Das Baby wurde im Auto vor der Krankenhaustür geboren.
Zu allem Unglück hat nämlich auch noch die Tür geklemmt! Nachts sind alle Kliniktüren verschlossen und werden dann nach Klingeln elektronisch geöffnet. Ging aber nicht. Es musste der Notfallschlüssel gesucht und geholt werden. Und genau in dieser Zeit wurde das Kind geboren. 
Und eine Geburt muss noch sein, die einzige Geburt (bei über 800), bei der ich jemals ein Tränchen (oder auch zwei) vor Freude verdrückt habe.
Zwei sehr junge Erstlings-Eltern wurden von der Oma ins Krankenhaus gebracht, weil sie beide noch keinen Führerschein hatten. Die Beiden waren mir auf ersten Blick sympathisch. Er war super aufgeregt, total hibbelig, hatte Angst um seine Freundin. Sie dagegen hat völlig in sich geruht, die Wehen gut veratmet und sich mit Neugierde auf den Geburtsvorgang eingelassen.
Die Geburt ging völlig problemlos und sehr zügig voran. Als schließlich die Presswehen einsetzten, mussten meine Hebammenschülerin und ich erstmal den werdenden Papa beruhigen. Der hat beinahe hyperventiliert, weil „es schon so weit war“!
Er ist hin- und hergerannt, hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. „Jetzt schon?! Oh Gott, es kommt jetzt schon?! Jetzt schon?!! Das dauert doch normal 20 Stunden!! Oh Gott, oh Gott!!!“, rief er die ganze Zeit.
Nach ein paar Minuten hat er sich aber doch wieder zu seiner Freundin hingesetzt, die immer noch die Ruhe in Person war. Sie hat nach Gefühl mitgeschoben und sich zwischen zwei Wehen zu ihm hingedreht und ihm zugehaucht: „Ich liebe dich“.
Der junge Kerl, eh schon fix und fertig, hat dann endgültig die Schleusen geöffnet und hemmungslos weinend seiner Freundin den Kopf gestreichelt und auch immer wieder geschluchzt: „Ich liebe dich auch so sehr!“
Uns Hebammen standen auch die Tränchen im Auge, weil diese zwei jungen Menschen unser Herz so ergriffen haben, wie ich es noch nie zuvor und bis heute nicht wieder erlebt habe.
Diese große Liebe zwischen diesen beiden war so echt, so sichtbar, so berührend! Dann wurde das Kind geboren und von der ersten Sekunde an mit Liebe umhüllt. Jeder konnte sehen und spüren, dass diese Drei ab jetzt eine Einheit waren.
 
               
Das Wunder der Geburt: Eine Hebamme erzählt von ihren schönsten Geburten | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-zweite-kind-sind-drillinge-was-es-bedeutet-vier-kleine-kinder-grosszuziehen
       
Liebe Danica, Du bist Vierfachmama. Dein Sohn Damian ist 6 Jahre, die Drillinge 3 Jahre. So viele Kinder mit geringem Altersunterschied – das ist eine Herausforderung. Erzähl mal, was sind bei Euch die stressigsten Momente des Tages? 



Häufig sind es die Situationen, in denen uns mal wieder klar wird, dass wir in der Unterzahl sind und die Kinder zusammen einen Art Eigendynamik entwickeln. Klassischerweise geschieht das gegen Abend, wenn es Richtung Bett gehen soll…



Lisa hat ja auch Zwillinge, aber Drillinge sind schon etwas ganz Besonderes. Wie war der Moment, an dem Du erfahren hast, dass es drei Kinder werden?



Es war ein Schock in Etappen, da bei mir auch erst „nur“ Zwillinge während des Ultraschalls gesehen wurden. Bei der nächsten Untersuchung haben wir dann plötzlich ein drittes Herzchen schlagen gesehen – dieser Anblick ließ mein Herz wiederum fast stillstehen. 



Ich war natürlich überwältigt von dieser Nachricht und irgendwie war das alles so unwirklich. Aber wir waren zu keinem Moment verzweifelt oder haben daran gezweifelt, dass wir es nicht irgendwie schaffen könnten. 



Was war die lustigste Reaktion von Euren Freunden und Bekannten, als ihr von den Drillingen erzählt habt?



Meine Mutter war die Einzige, die bereits von meiner Schwangerschaft wusste – allerdings wusste sie nichts von den Drillingen. 



Meine Mama liebt Kinder, besonders ihre Enkel. Daher habe ich mir gar keine Sorgen gemacht, dass sie mit der Nachricht überfordert sein könnte. Als ich es ihr dann schließlich gesagt habe, verschlug es ihr die Sprache. Etwa 30 Minuten später sagte sie, sie müsse nun los und braucht jetzt erst mal ein paar Tage um das zu verarbeiten. Diese Reaktion hat mich bei ihr doch sehr überrascht.



Mal zurück ins erste Lebensjahr der Drillinge. Habt ihr überhaupt geschlafen :-)? Was war das Krassteste in diesem Jahr?



Geschlafen haben wir sehr wenig. Das Krasseste in diesem Jahr war: das ganze Jahr! Es war einfach die Summe aus Allem. Alles immer jeden Tag schaffen zu müssen. Ohne eine wirkliche Aussicht darauf, dass es sich ändern würde. Dass man immer funktionieren muss, wie eine Maschine, die Kinder versorgen muss. Pausenlos. Dass man keine Zeit hat, für irgendetwas anderes. Der tägliche 4-Stunden-Rhythmus lief eben immer weiter. Egal ob Tag oder Nacht. Füttern, Wickeln und Bäuerchen machen bei 3 Kindern dauerte immer zwischen 1,5 – 2 Stunden. 



Und was ist heute das Tollste an Drillingen? 



Es ist wunderbar zu sehen, wie nah sie sich sind! Wie sie zusammen spielen, voneinander lernen und jeder von ihnen jeden Tag mit dem besten Freund/der besten       Freundin aufwachen darf.



Du hast neulich in einem Instagram-Post geschrieben, dass du dir früher nie vorstellen konntest, „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein. Was hattest du dir denn früher erträumt?



Ich hatte nie einen wirklichen Plan vom Leben, sondern habe immer das gemacht, wonach mir war. Somit stand ich noch kurz vor den Kindern mit der E-Gitarre auf der Bühne. Dass Hausfrau und Mutter meine nächste Herausforderung sein sollte, daran hätte ich nicht gedacht. 



Wie und warum habt Ihr dann als Familie die Entscheidung getroffen, dass Du erstmal zu Hause bleibst? 



Bei vier Kindern fällt so viel Arbeit im Haushalt und Organisatorisches an, dass man das nicht neben einem anderen Job schafft. Die vier Kinder sind eine Vollzeitaufgabe – und ich konnte mir nicht vorstellen, mich zwischen Kindern und Büro aufzureiben. Zudem habe ich die Vormittage auch einfach mal zum Ausgleich gebraucht, um dann die Nachmittage mit den Kindern mit voller Energie gestalten zu können. 



Keine Frage: Diese Entscheidung hatte einige finanziell harte Jahre zur Folge, die uns geprägt haben und die ich nie vergessen werde. Und dennoch hat es funktioniert und ich stehe voll hinter dieser Entscheidung. 



Wie du ja sagst: Kinder großzuziehen ist ein Fulltime-Job. Hast du trotzdem manchmal das Gefühl, dich rechtfertigen zu müssen, weil du „nur“ zu Hause bist? 



Eigentlich nicht. Die meisten wissen, wie viel Arbeit ein oder zwei Kinder machen und können sich dann in etwa hochrechnen, was bei uns zu Hause so los ist. 



Und das Wichtigste: ICH weiß, was das bedeutet, vier Kinder großzuziehen. Und ich weiß, dass ich mich für nichts zu rechtfertigen brauche. 



Wie hat sich Eure Partnerschaft durch die Kinder verändert?



Natürlich haben wir sehr viel weniger Zweier-Zeit zusammen als früher. Aber die harten Zeiten haben zusammengeschweißt. Wir wissen, dass wir uns auf den anderen verlassen können und das ist sehr viel wert!



Wo holst du dir Kraft und Auszeiten für den Familienalltag?



Ich versuche mir hin und wieder Vormittags etwas Zeit für mich zu nehmen. Dadurch bin ich viel ausgeglichener und diese Ausgeglichenheit spüren auch meine Kinder. Nur wenn es mir gut geht, kann ich eine gute Mutter sein, da bin ich mir sicher.



Wer mehr über Diancas Rasselbande erfahren will, kann ihr auf Instagram folgen: https://www.instagram.com/getthetriplets
               
Drillinge: Was es bedeutet, statt der geplanten zwei Kinder auf einmal vier grosszuziehen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/dating-als-single-mama-wie-das-zwischen-kids-und-karriere-klappt
       
In meinen Augen gibt es drei Sorten von Single-Müttern:



Zur ersten Gruppe gehören all jene, die ihr Mutterdasein von vorn herein vom Liebesleben separiert haben. Sie lieben möglichst heimlich, oder während die Kinder beim Vater sind. Motto, erstmal sehen, wie sich alles entwickelt, ehe der Nachwuchs ins Spiel kommt.



Die zweite Gruppe besteht aus den Müttern, deren Kinder sich im Laufe der Jahre an den regelmäßigen Durchlauf diverser „Onkels“ gewöhnen mussten: egal, ob Mama sich zum Kaffee abholen oder sich – upsi- in flagranti auf dem Sofa erwischen lässt. Irgendeiner ist immer am Start.



Die dritte Gruppe umfasst diejenigen, die es aufgegeben haben, in ihrem Alltag mit Kindern nach einer neuen Liebe zu suchen. Sex findet, wenn überhaupt, erst wieder statt, wenn die Kinder aus dem Haus oder man selbst im Altersheim ist. Die Idee dahinter ist im Grunde ja romantisch: mein Lieblingsopi in spe und ich,Tür an Tür im Pflegeheim, Likörchen im Wäscheschrank, jeden Abend gemeinsames Dinner ohne Diskussion darüber, wer was zahlt, demenzbedingt ständig frisch verliebt.



Ich bin quasi übergangslos von Gruppe eins in Gruppe drei gewechselt. 



Auch weil ich die Worte „Mama hat Sex“ trotz des unmittelbaren biologisch-evolutionären Zusammenhangs unvereinbar finde und den Kindern gegenüber so schwer zu erklären wie die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria. Ich gehöre nunmal nicht zu den aufgeklärten Müttern, die ihren Zehnjährigen anhand einer Banane demonstrieren, wie ein Blowjob funktioniert und ich weiß, dass das Erlebnis „Mama hat Sex“ mehr als verzichtbar ist – wie jedes Kind, das seine Eltern mal versehentlich bei der Ausübung ehelicher Pflichten erwischt hat. Doch auch jenseits des „Wortes mit den drei Buchstaben“ ist es hart für Kinder, durchlaufende, männliche Posten zuhause bei Mama zu ertragen.



Auch deshalb haben wir Singlemütter mehr Verantwortung als Singlefrauen ohne Kinder, die nur ein einzelnes, erwachsenes Herz verwalten müssen. Flirten ist für Single-Mütter nicht immer eine leichte Übung.



Nie vergesse ich jenen Sonntag Nachmittag an der Elbe, als ich zufällig einen sympathischen, frisch getrennten Kollegen traf. Links unten neben mir Ben, damals sechs. Wir unterhielten uns angeregt über das fragile Konstrukt Familie in Zeiten des Dating-Wahnsinns – wo jeder jeden lieben kann und das Angebot trügerisch unendlich scheint. Plötzlich, wie ein zu laut gedrehtes Tonband, von links unten:



„…der hat ja eine Riesen-Nase!“



(wir ignorieren das Kind, reden einfach weiter.)



Tonband, links unten, fährt fort: „Wie redet der denn! Ist das etwa Schweizerisch? Ist der Ausländer?“ (Ex-Kollege hat leicht bayrischen Akzent. Wir ignorieren das Kind immer noch.)



Hilfe, wo ist seine Stopptaste! Tonband, weiter in dritter Person von meinem Gesprächspartner sprechend : „Mama, wird das jetzt etwa unser neuer Papa?“



Ich sag mal so. Einen Einwurf dieser Art kann ein Erwachsener souverän ignorieren. „Haha, witzig Dein Sohn“, sagte der Ex-Kollege und winkte auf einmal hastig einer Begleitung, die nirgends zu sehen war. Den brauche ich wohl nicht mehr anzurufen. 



Mein Sohn bekam zur Strafe kein zweites Eis und die Anweisung, nächstens verdammt nochmal die Klappe zu halten, wenn Mama wieder flirtet. Er weiss nicht, was Flirten ist, entgegnet jedoch prophylaktisch: „Aber wieso denn Mama, der hatte doch echt eine Riesen-Nase!“



Natürlich ist uns Müttern klar, dass unsere Kleinen uns nicht aus purer Naivität ab und an die Tour vermasseln. Sondern weil es cooler ist, wenn Mama abends Chicken Nuggets macht – anstatt eines richtigen Essens! Oder wenn sie mit ihnen „The voice kids“ glotzt – anstatt eines richtigen Films! Wenn sie mit ihnen kichert, kuschelt und Blödsinn macht  – anstatt mit einem männlichen Outsider, der noch nichtmal Papa ist.



Umgekehrt erleben männliche Neu-Akquisen unsere Kinder immer wieder als Liebesstopper für Aktivitäten aller Art – auch wenn sie selbst Väter sind. Leider vergessen viele Eltern: „unwiderstehlich süß“ findet man meist nur die eigenen Kinder. Die Zehnjährige eines (heimlichen) Kurzzeit-Lovers hätte ich zum Beispiel nur über meine Leiche mit in den Urlaub genommen, nicht einmal im Beiboot mit Extra-Nanny. 



Grob vereinfacht: mit jedem Kind eines neuen Partners erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht als Bereicherung empfunden wird – egal, wie gerne man Kinder mag. 



So gesehen haben wir Single-Mütter gegen ungebundene, weibliche Konkurrenz keine Chance. Mit ihnen kann Mann jederzeit in den Urlaub fahren, auf dem Küchentisch vögeln, sie braucht keinen Babysitter für den spontanen Kinobesuch und hat ein höheres Budget für fast alles, was Spaß macht, zur Verfügung. Sie arbeitet im Gegensatz zu den meisten von uns Single-Moms Vollzeit und gehört nicht zur armutsgefährdetsten Gruppe im Land, den Alleinerziehenden. Eine „gute Partie“ ist kaum eine von uns, die wir auch noch den Unterhalt vom Ex riskieren, sobald bei uns einer einzieht (oder wir bei Einem). Fakt ist: ich – das sind drei! Ich bin besetzt, auch wenn ich Single bin, zu mindestens Dreivierteln. 



Meine Freundin Lisa, Mitte 40, vierfache Mutter, frisch geschieden, wollte schnellst möglich einen neuen Mann akquirieren und fand es sinnvoll, nicht auf den „Coup de Foudre“ am Gemüsestand zu hoffen, wo man als Mutter meist ungeschminkt, in Jogginghosen oder in Begleitung des Nachwuchses Karotten in Körbchen packt  – also vollkommen unvermittelbar. Sie erstellte ein Online-Profil auf einer Liebes-Plattform. Als sie das Kästchen hinter der Frage „im eigenen Haushalt lebende Kinder“ wahrheitsgemäß mit der Zahl VIER befüllte, protestierte ihr Bruder. „Bist Du irre! Aus der Vier machen wir jetzt mal ne schlanke Null!“ 



Und siehe da: die Bewerberzuschriften verzehnfachten sich.



Hier muss gesagt werden: typische Frauen-Lügen beim Online-Dating sind reine Zeitverschwendung. Wer bei Alter, Gewicht und Anzahl der Kinder flunkert, muss sich nicht wundern, wenn sie die Jungs einmal und nie wieder sieht. Für männliche Online-Profile, wo immer alle mindestens 1,80 Meter groß (auf Zehenspitzen) und CEO (an der eigenen Würstchenbude) sind, gilt umgekehrt das Gleiche. 



Eine andere Single-Mutter aus der Nachbarschaft, verorten wir sie in Gruppe zwei, schleppt seit Jahren ein Tinder-Date nach dem anderen an, mit denen sie irgendwas zwischen fünf Minuten und fünf Monaten liiert ist. Sie stellt sie ausnahmslos ihren Kindern vor, gerne als „Sandkastenfreunde“. Unlängst klingelte also so ein „Sandkastenfreund“ an ihrer Tür, um sie auf den berühmten Kennenlern-Kaffee abzuholen. Sohn Luis, 10, begrüßte den Mann mit den Worten: „Wow Mama, ihr müsst ja früher riesige Sandkästen gehabt haben…?“ 



Der Mann hatte dann doch keine Lust mehr auf den Kaffee.  







Dieser Text ist auch in Eltern family 08/2020 erschienen. Mehr über das Leben nach der Trennung mit Kindern schreibt Andrea Müller in ihrem neuen Buch: „Du kannst dich jetzt ausziehen, wir rauchen hier nackt: Über den Wahnsinn der Liebe in der Mitte des Lebens„ (Affiliate Link)




               
Dating als Single-Mama! Wie das zwischen Kids und Karriere klappt |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/depressionen-wenn-durch-die-krise-ploetzlich-die-dunklen-gedanken-wieder-kommen
       
Ich heiße Nathalie, bin 45 Jahre alt und habe eine 5-jährige Tochter. Mein Mann und ich arbeiten beide in systemrelevanten Berufen, daher ist unsere Tochter im Kindergarten in der Notbetreuung. Wir gehören zu denen, die derzeit nicht rund um die Uhr mit den Kindern zuhause sind. Wir gehen unserer Arbeit nach, bringen unsere Tochter morgens in den Kindergarten und holen sie nach der Arbeit wieder ab. Auf den ersten Blick hat sich für unsere Familie nicht viel verändert. Leider ist das nur auf den ersten Blick so.



Denn mit Corona ist der schwarze Hund zurück gekommen und fordert hartnäckig seinen Platz an meiner Seite ein. Der schwarze Hund – das sind meine Depressionen, die ich in den letzten zwei Jahren wirklich gut im Griff hatte. Ich bin medikamentös gut eingestellt und es ging mir gut. Doch nun scheint die Corona-Krise zu meiner persönlichen Krise zu werden. Schleichend und Stück für Stück hat die Depression immer mehr Platz in meinem Leben eingenommen und aus bunt und lebenslustig wurde grau und traurig.



Mal wieder kostet es mich jeden Morgen enorme Kraft, überhaupt aus dem Bett zu steigen, meine Tochter für den Kindergarten fertig zu machen, arbeiten zu gehen. Alltägliche Kleinigkeiten werden zu schier unüberwindbaren Hindernissen. Vom Haushalt reden wir mal gar nicht – wie gut, dass durch Corona keine Spontanbesuche kommen, die wären grad wirklich ernsthaft entsetzt und ich würde mich in Grund und Boden schämen.



Wenn ich dann von der Arbeit nach Hause fahre, ist meine Energie restlos aufgebraucht, ja eigentlich schon im Minusbereich. Ich hole dann meine Tochter aus dem Kindergarten, die mich anstrahlt. Wir könnten dann in den Garten oder was zusammen basteln oder Rad fahren gehen. Aber ich will mich nur noch verkriechen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als meine Ruhe zu haben, kein Handy, kein Telefon, keine Familie. Niemand, der etwas von mir will. Nur ich und die dunkle Leere.



Und dann ploppen die Bilder von anderen Mamas auf meinem Handy auf. Mamas, die wieder was Tolle mit ihren Kindern gemacht haben. Sie stellen Seife selbst her, malen Fensterbilder, veranstalten Geschicklichkeitsparcours im Garten. Und meine Selbstverachtung steigt von Tag zu Tag. Weil ich privilegiert bin und mein Kind noch in eine Betreuung geben kann und es dann danach trotzdem nicht schaffe, etwas Schönes mit meiner Tochter zu unternehmen.



Also raffe ich mich auf und mache etwas Schönes mit meiner Tochter. Aber das geschieht nicht mehr mit dem Herzen, weil ich mich häufig gar nicht mehr anwesend fühle. Meine Tochter fragt dann, warum ich so traurig bin. Ich will mein Kind schützen und finde es schrecklich, dass sie mitkriegt, wie es mir geht.



Mit der Depression sind auch die Panikattacken, Atemlosigkeit und Herzrasen zurückgekehrt – altbekannte Symptome, die den Alltag noch erschweren.



Es ist nicht die Angst, an COVID-19 zu erkranken, obwohl ich als chronische Asthmatikerin auch zur Risikogruppe gehöre. Nein, es sind vielmehr die Veränderungen, die ich in meiner Umwelt wahrnehme, die mich aus der Bahn werfen. 



Ich versuche stark zu sein für meine Tochter und fühle mich so schwach wie selten. Gelähmt, kraftlos, gleichgültig, hilflos, überfordert, traurig und auch gehörig wütend. Wütend auf mich selbst, dass ich es nicht schaffe, die Mutter zu sein für mein Kind, die ich gerne wäre. Wütend und traurig, dass ich meiner Tochter gegenüber viel zu oft in letzter Zeit laut werde und unendlich ungeduldig bin. Maßlos enttäuscht von mir selber, weil andere Mütter noch viel mehr leisten müssen als ich. All diese Gedanken sind nicht wirklich hilfreich, das weiß ich. 



Ich versuche, das Grau und das Dunkle wieder zu erhellen. Und das sind dann Momente wie heute beim Spaziergang, wenn die kleine Hand meiner Tochter sich in meine schiebt und wir gemeinsam Einhornspuren im Wald suchen (und natürlich auch gefunden haben :-)). Für einen Moment hat sich alles fast normal angefühlt – und hoffentlich wird es sich bald wieder öfter normal anfühlen. Normalität rockt!!!



Mich würde interessieren, ob es hier auch andere Mamas gibt, denen es so geht? Die durch die Krise einen Rückfall erleiden und verzweifelt dagegen ankämpfen, wieder aus dem Loch rauszukommen. Ich würde mich sehr über Austausch freuen.



Foto: Pixabay
               
Depressionen: Wenn die Gedanken plötzlich wieder dunkel werden
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/der-gagahof-ein-kinderbuch-ueber-das-gefuehl-anders-zu-sein
       
Ihr Lieben, für alle, die unser neues Buch „WOW MOM – der Mama-Mutmacher für mehr ICH in all dem WIR“ gelesen haben, ist Sabine Magnet keine Unbekannte mehr. In dem Kapitel „WOW, bin ich selbstkritisch“ haben wir ein Interview mit ihr über das Impostor-Phänomen, also das Gefühl, ein Hochstapler und nicht qualifiziert genug zu sein. Sabine hat dazu ein ganzes Buch geschrieben, das wir sehr empfehlen können (Hier könnt Ihr es bestellen).



Nun hat Sabine ein wunderschönes Kinderbuch geschrieben. Ein Buch über Außenseiter und das Gefühl, nicht ins System zu passen. Wir verlosen zwei Bücher am Ende des Interviews:







Liebe Sabine, Du bist Journalistin und Buchautorin – und hast nun ein Kinderbuch herausgebracht. Der „Gagahof“ ist ein besonderes Buch, mit einer besonderen Botschaft. Denn darin dreht es sich um Tiere, die alle Außenseiter sind und nicht in eine Norm passen. Erst als eine Dichterin auf den Hof kommt und sich auf alles einen Reim macht, ändert sich das Leben der Tiere. Warum wolltest du ein Buch mit „untypischen“ Helden und was können Kinder daraus lernen?



Als ich mit der Arbeit an dem Gedicht anfing, hab ich zuerst gar nicht an eine größere Aussage gedacht. Es sollte Spaß machen und Worte zu reimen, die erst mal nicht so recht zusammenpassen, macht total Spaß. Da hat die Katze eben eine Glatze und die Kuh kann da Kung-Fu. Erst als ich mit dem ersten Draft fertig war, hab ich gemerkt, was mein Herz ausdrücken will.



Wir werden oft für Dinge gehänselt oder gerügt, die ein Ausdruck unseres Selbst sind. Das tut weh und wenn wir weiter auf diese innere Stimme hören, dann macht es oft einsam. So lange, bis man seinen „Tribe“ gefunden hat, die Menschen oder die Tiere, die mich verstehen und mich so annehmen wie ich bin. Das ist die Botschaft: auch wenn andere sagen, man ist sonderbar, ist man doch genauso viel wert wie alle anderen. Und wenn ich suche, werde ich diejenigen finden, die genauso sonderbar sind wie ich. Und das wird toll werden!







Kennst du dieses Gefühl, nicht ins System zu passen? Und wenn ja: Wie gehst du damit um?



Ja, das kenne ich. Aber ich denke, das  Gefühl kennt jeder Mensch auf die eine oder andere Weise. Ich habe es genauso gemacht wie es im Buch steht. Ich bin hinaus die Welt, um meine Leute zu finden. Und sieht mein Leben tatsächlich ein bisschen so aus wie der Gagahof. 😉



Dieses Buchprojekt ist ein Frauenprojekt. Die Illustratorin Henriette Artz ist in Berlin und die Artdirektorinnen Linna Xu und Sharon Pang sind in Toronto, Kanada und Du bist in München. Wie war diese Zusammenarbeit?



Ach, das war ganz toll! Wir haben vor allem über WhatsApp-Konferenzen kommuniziert, über eine WhatsApp-Gruppe und über Emails. VIELE Emails. Es war immer eine freudige, wertschätzende Stimmung, sogar als es stressig wurde. Natürlich gab es Herausforderungen, zum Beispiel die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Kanada. Aber kurz vor der Druck-Deadline war der Zeitvorsprung für uns in Deutschland dann auf einmal total praktisch, zum Beispiel wenn mir nachts um 23 Uhr noch Fehler aufgefallen sind, konnte Linna die Korrekturen ganz in Ruhe einpflegen und das Dokument noch vor Tagesanbruch fertigstellen.



Das einzig Traurige war, dass wir die Premiere nicht gemeinsam feiern konnten. Ich hoffe, dass ich zumindest bald nach Berlin kommen kann, um mit Henriette anzustoßen. Sie hat fantastische Arbeit geleistet, ihre Zeichnungen sind einfach großartig – da würde ich sie zumindest gerne mal am Ellbogen stupsen…!



Das Buch ist während des ersten Lockdowns entstanden. Wie ging es dir ganz persönlich in dieser Zeit? Was hast du besonders vermisst und was hat dir vielleicht auch gut getan? 



Anfangs befand ich mich in einem seltsamen Zustand. Ich hab zwar einfach weiter gemacht, als wär nichts, aber innerlich war ich in einer Art Angstschock. Ich war drei Monate allein bis mein Lebensgefährte endlich nach Deutschland einreisen durfte. Dann fing ich langsam an, mich zu entspannen und kann jetzt viel besser mit der Situation umgehen. Was ich besonders vermisst habe, waren Berührungen und Menschen. Einfach die Präsenz von Menschen in meiner Nähe. In den öffentlichen Verkehrsmitteln, Restaurants, Theater… das Gefühl, am Leben von anderen Menschen teilzunehmen, wenn auch nur für fünf Minuten, das Gefühl, gemeinsam einen Raum mit Energie zu füllen, etwas gemeinsam gut zu finden, auch wenn man nie miteinander redet. Aber diese Pandemie hat mir auch geholfen, mir darüber klar zu werden, was ich noch machen will und dass ich jetzt damit anfangen muss, weil es sonst wieder morgen und dann morgen und dann nie wird. Das Gedicht über den Gagahof habe ich vor langer Zeit geschrieben. Aber das Buch ist deshalb entstanden, weil ich beschlossen habe, dass es jetzt an der Zeit ist.



Zurück zum Gagahof – hast du da eine Lieblingsfigur und wenn ja, welche ist das und warum?



Das ist so schwer! Ich mag natürlich das Huhn, das muhen kann, weil ich finde, dass Fremdsprachen immer weiterhelfen. Aber auch die Mamasau liebe ich. Oder das schüchterne Fotograf-Schaf. Oder das kleine Schweinchen, das seinen Drink fotografiert, das amüsiert mich sehr. Ich kann mich nicht entscheiden! Die sind alle toll! Aber am meisten identifiziere mich wohl mit der jungen Frau, die nach ihrem Platz auf dieser Welt sucht und nach einem Umfeld, in dem sie das tun kann, was sie glücklich macht. 



Wer den „Gagahof“ gewinnen will, kommentiert einfach, was er in letzter Zeit total gaga fand. Das Los entscheidet dann – viel GLÜCK!




               
Der Gagahof - ein Kinderbuch über das Gefühl, anders zu sein |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/der-groesste-renner-bei-den-kleinsten-gewinnt-das-coole-ferngesteuerte-peppa-wutz-auto-von-revellino
       
Ihr Lieben, es sind die kleinen Dinge, oder? Neulich hatten wir euch bei Instagram ein kleines ferngesteuertes Auto mit Peppa Wutz und ihrem Papa drin gezeigt.



Wir hatten nach der Magie und Faszination des kleinen Schweinchens gefragt und warum Kinder so sehr drauf abfahren und dann kurz in die Runde gefragt, wer sich denn über eine Verlosung des Peppa Wutz-Autos freuen würde. Und ihr habt es vielleicht gesehen oder gelesen: Alle wollten das! Und wisst ihr was? Nun dürfen wir euch heute verkünden:



Wir verlosen nicht ein Peppa Wutz-Auto.



Nein.



WIR VERLOSEN DREI PEPPA WUTZ-AUTOS! (Edit: Das Gewinnspiel ist bereits seit dem 19.11.20 beendet und ausgelost)



Drei ferngesteuerte Revellino My first RC Car „PEPPA PIG“s. Ein megatolles Weihnachtsgeschenk für eure Jüngsten ab zwei Jahren. Oder einfach nur ein toller Gewinn für zwischendurch!







Wir durften ja schon eines testen (sowie auch die Revellino Flower Cars in blau und pink) und ich konnte zwar unsere Teenies nicht mehr davon überzeugen, aber meine zweieinhalbjährige Nichte und die dreijährige Tochter meines Cousins dafür umso mehr. Auf dem Foto testet sie allerdings grad das Revellino Flower Car in blau aus der Peppa Pig Serie. Die Funktionen sind aber dieselben.







Was HATTEN wir für einen coolen Nachmittag mit sausenden Plüschautos und kreischend-fröhlichen Kindern. Das Beste ist: Man kann nicht nur Peppa und ihren Papa als Kuscheltiere aus dem Auto rausnehmen und ordentlich knuddeln (und später mit Klettverschluss wieder im Auto „anschnallen“), man kann den Plüschanteil des Autos auch einfach komplett abziehen, um es ganz praktisch in der Waschmaschine zu waschen (geht super bei 30 Grad)!







Das Auto kommt mit einer Fernbedienung daher und zu sehen, wie sehr sich kleine Kinder über Selbstwirksamkeit – also darüber, dass tatsächlich etwas passiert, wenn sie einen Knopf drücken – freuen ist einfach phänomenal. Ihr hättet mal die Jubelstürme hören sollen, als die Kleinen die Hupe des Autos in der Mitte der Fernbedienung entdeckten und die original Peppa Wutz-Titelmelodie ertönte. Großartig.



Neben der Hupe macht das Gefährt aber keine Geräusche (die Reifen sind extra aus geräuscharmem Gummi, danke, Revell!), sehr wohl lässt es sich aber lenken und nach vorn oder nach hinten steuern. Dafür gibt es genau zwei Knöpfe, das überfordert also nicht mal ein Kind ab zwei. Und für Kinder ab diesem Alter wird das 20cm-Gefährt schließlich empfohlen.



Wir können nur sagen: Dieses Auto war ein Megahit bei den Kleinen hier im Hause – und wird es wohl auch bei euch werden. Darum schreibt uns doch bitte einfach in die Kommentare, wer in eurem Haushalt sich am allermeisten über das Peppa Wutz-Auto freuen würde und hier entscheidet dann in einigen Tagen das Los. Wir benachrichtigen die Gewinner wie immer per Mail und drücken euch die Daumen! Für ein paar coole Lichtblicke in diesen merkwürdigen Zeiten! (Edit: Das Gewinnspiel ist bereits seit dem 19.11.20 beendet und ausgelost)



P.S. Neben Peppa gibt es natürlich auch noch weitere Revellinos, schaut euch gern mal bei www.revellino.de um.
               
Der größte Renner bei den Kleinsten: Gewinnt das coole, ferngesteuerte Peppa Wutz Auto von Revellino | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/design-kinderhochstuhl-vom-erfinder-des-tripp-trapp-im-wert-von-240-euro-zu-gewinnen
        ÜBERRASCHUNG! Wie schon gestern versprochen, gibt es heute eine ganz wunderbare Verlosung hier bei „Stadt Land Mama“. Die Firma Evomove hatte nämlich die tolle Idee, Caro zur Geburt ihrer kleinen Tochter einen NOMI Hochstuhl für Cleo zu schenken.
Caro war natürlich ganz gerührt und wir dachten trotzdem beide: Hm, NOCH schöner wäre es ja, wenn nicht nur Caro beschenkt würde, sondern auch IHR, unsere Leser. Also haben wir einen ZWEITEN Hochstuhl für Euch rausschlagen wollen! Und was sollen wir sagen? Es hat geklappt!

Wir verlosen hier nun also ganz hochoffiziell einen NOMI Kinderhochstuhl in der Standard-Ausstattung mit Bügel extra im Wert von 240,- Euro! Gestaltet wurde dieser vom Erfinder des Tripp Trapp Hochstuhls, Peter Opsvik, in Zusammenarbeit mit dem dänischen Unternehmen Evomove. Das Besondere: Es ist ein Hochstuhl, der vom Säuglings- bis ins Jugendalter genutzt werden kann! Er ist funktional, ergonomisch und super-sicher, aber er ist vor allem auch: schick. Ha, Klein-Cleo! Wenn Du wüsstest, was Dich da erwartet! Da wirst Du später noch Deine ersten Partys drauf verbringen auf dem Stuhl J

Selbstverständlich wird Caro sich auch noch einmal mit einem Erfahrungsbericht zum neuen Super-Hochstuhl als Geburtsgeschenk melden. Bis dahin drücken wir Euch die Daumen!
Was müsst Ihr tun? Bitte schaut Euch auf der Evomove-Seite die Farben des Hochstuhls an und schreibt uns Eure Lieblings-Farbkombi hier unter dem Blogeintrag in die Kommentare. Am kommenden DIENSTAG werden wir dann hier in den Kommentaren den glücklichen Gewinner bekannt geben. Die Losfee entscheidet. Wie immer. Und der Rechtsweg, der ist auch ausgeschlossen, wie immer.  VIEL GLÜCK!
P.S. Auf der BabyWelt in Hamburg (vom 28. – 30. März) zeigt das dänische Unternehmen Evomove zum ersten Mal den neuen Design-Hochstuhl Nomi dem deutschen Publikum. Stand C7. Neben der Präsentation wird auf der Baby Welt eine Fotografin schöne Familienfotos von und für die Besucher machen.
               
Design-Kinderhochstuhl vom Erfinder des Tripp Trapp im Wert von 240,- Euro zu gewinnen! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/deutsch-rap-und-backstreet-boys-wie-ich-durch-deezer-family-doch-fast-noch-zur-saengerin-geworden-waere
       

So, Ihr Lieben, es ist mal wieder Zeit für eine Beichte… ich glaube, ich hatte schon mal erwähnt, dass ich als Kind und Jugendliche mal mit dem Gedanken spielte, Schauspielerin zu werden. Ich durfte sogar mal zum Casting bei „Unter uns“… daraus wurde dann aber nichts.
Stattdessen ergatterte ich einen anderen Filmjob, der sogar freitagsabends in der Primetime um 20.15 Uhr ausgestrahlt wurde, auf RTL! Jetzt denkt ihr vielleicht, wooohooohooooo! Krimikommissarin, Bergdoktorin oder Abschlussballstar… aber, tja. Es war halt etwas anderes. Es war die Rolle der Frisöse in der Sendung „Die dümmsten Handwerker der Welt!“
Und es war auch mein letzter Job im Schauspielbusiness, denn – ja, man muss es so ehrlich sagen – meine Talente lagen einfach woanders.
Wie wir Songtexte handschriftlich fixierten…
Genauso ging es mir leider mit dem Traum von einer Karriere als Sängerin… diesen Traum nahm ich viel ernster. Nicht in Bezug auf einen späteren Job, aber ich sang einfach unheimlich gern. Man kann eigentlich sagen, dass ich meine Jugend mit Singen, Reiten und Tanzen verbrachte.
Mit dem Tag, als ich einen CD-Player mit Karaoke-Funktion geschenkt bekam, war denn leider auch die Jugend meines Bruders vorbei. Denn ich sang NONSTOP. Bei manchen Liedern kriegt er noch heute eine Wut-Gänsehaut, weil er sie so viele Abertausende Mal hören musste…
Denn es war ja so: ich wollte, um wirklich mitsingen und performen zu können, die Texte der Lieder haben. Dafür musste ich immer wieder STOP drücken. Dann schrieb ich handschriftlich auf, was ich gehört hatte (meist ergab das keinen Sinn!) und dann ging das Lied weiter.
Meine Lieblingslieder in der Jugend
Hatte ich erstmal den ganzen Text aufgeschrieben gab es dann sowieso kein Halten mehr.
YOU´VE GOT A FIRE IN YOUR HEART, I NEED A FLAME TO WARM ME, WHEN WE`RE APART. Kennt ihr das noch? Das sang Sissel zu den olympischen Sommerspielen in Lillehammer. MEGA!
Oder „Don´t speak“ von „No Doubt“. Oder den „Earth Song“ von Michael Jackson oder „Zombie“ von den Cranberries oder das gesamte Album von „Romeo und Julia“ und der „Fabelhaften Welt der Amelie“.
 
 Hier Lisa mit ca. 17 Jahren UND Walkman in der Hand…
 
Klickte ich die Karaoke-Taste wurde der Gesang ausgeblendet und ich konnte zu meinem schwarzen Plastik-Mikro greifen… WAS für tolle Erinnerungen. Also für mich, nicht für meine Angehörigen natürlich…
Das große Glück durch Streaming-Dienste
Heute haben wir es als Eltern leichter durch Streaming-Dienste wie Deezer. Ich kann gar nicht sagen, WIE sehr ich von Deezer profitiert hätte, als ich jung war. Nicht auszudenken!
Ein Klick, zack, und du hast sämtliche Songtexte zur Hand. In der App musst du echt nur das Mikro antippen, schon wird der Text angezeigt.
Kein Witz, ich merke deutlich, wie gut die Kinder dadurch Englisch lernen… Wir nutzen nämlich Deezer Family, so dass alle Familienmitglieder Zugang haben.
Nun ist es bei uns in der Familie so, dass sich die Kinder sehr oft und sehr gern im Wohnzimmer neben der Küche auf. So sind sie schön nah bei mir und können trotzdem ein bisschen chillen.
Hörspiele, Lieder, Podcasts: Jedes Kind braucht etwas anderes!
Der Konflikt ist nur oft der, dass der eine Sohn nach der Schule zum Runterkommen ein Hörspiel braucht, der andere lieber Musik hört und die andere sich aber einen Podcast anhören will. Wie kriegt man das in ein und demselben Raum vereinbart? Na eben, mit Kopfhörern fürs Handy.
 
Jedes Kind chillt bei uns für sich – obwohl alle im gleichen Raum sind: im Wohnzimmer.
Unsere Kinder haben alle zum Eintritt in die 5. Klasse, also zum Beginn der weiterführenden Schule, ein eigenes Handy bekommen. Ursprünglich, damit sie mir Bescheid sagen können, wenn der Bus nicht kommt. Dass sie ihr Handy vor allem für anderes nutzen, war mir ja aber vorher klar 😉
Und damit sie nicht nur komische Spiele zocken, finde ich Deezer super. Sie haben damit einfach Zugang zu Hörspielen, Liedern, Podcasts. Und sie können sogar Lieder, die sie im Radio hören und gut finden, mit dem „SongCatcher“ quasi scannen. Der Song, der zu hören ist wird per Knopfdruck identifiziert, Titel und Künstler werden angezeigt. Das Lied kann dann auch direkt der eigenen Playlist hinzugefügt werden.
Playlists: Die Lieblingshits meiner Kids
Und ich schnüffle zwar nicht in ihren Handys, hab sie aber gebeten, mir mal ihre persönlich zusammengestellte Playlist zu zeigen. So lernt man seine Kinder ja auch nochmal besser kennen 😉
Der Jüngste hört also "Holz" (Die Draufgänger), "Sweet but Psycho" (Ava Max), "High Hopes" (Panic! At the Disco).
Der ältere Bruder hört "Old Town Road (Lil Nas X), Someone you loved (Lewis Capaldi).
Beide haben "Nie ohne mein Team" (Bonez MC, RAF Camora) in der Liste, das läuft hier tatsächlich auch oft ohne Kopfhörer und laut, weil es das Lied ist, dass vor ihren wichtigen Fußballspielen immer per Trainer-Ghettoblaster in die Fußballkabine schallt, um den Teamgeist zu stärken 😉
Kein WLAN? Einfach Lieder herunterladen
Die Lieder lassen sich auch herunterladen, so dass kein WLAN gebraucht wird, wenn sie auf einer längeren Autofahrt mal Musik hören wollen oder wenn ich mal wieder im Wald durch ländliche Funklöcher jogge.
 
Dass die Hörspiele der Drei Fragezeichen noch drauf sind, darf ich hoffentlich auch noch erwähnen? Oder ist das zu peinlich? Sie können sie zum Teil mitsprechen.
Daneben gibt es auch Hörbücher, Playlists extra für Kinder oder musikalische Lerninhalte (sehr gut auch fürs Mozart-Referat im Musikunterricht), die sie sich mit einer Lesezeichenfunktion merken können.
Das Deezer Family Profil
Das alles funktioniert über ein Deezer Family Profil, das zulässt, dass jedes Kind seinen eigenen privaten Bereich hat, mit eigenen Playlists. Bis zu sechs Premium Profile lassen sich unter diesem Dach anlegen, um allein über 56 Millionen Songs auf Deezer anhören können!
Dazu hat Deezer hat außerdem als einziger Streamingdienst Flow. Flow ist der eigene persönliche Soundtrack, der nie endet, denn hier werden die Lieder vorgeschlagen, die uns gefallen müssten.
Merke für mich selbst: Nicht mehr so viele Karnevalslieder beim Joggen hören, sonst schlägt mir Flow auch im Alltag immer wieder ein Schnippchen in die rot-weiße Ausnahmezeit, die ich so liebe… 😉
Neben dem Algorithmus, der deinen Flow zusammenstellt sitzen aber auch MusikredakteurInnen, die mit ihrem Knowhow auch noch eine menschliche Note in deine Playlist bringen. Mega!
Deezer: Teile deine Musik mit anderen
Und was mir gefällt, kann ich dann halt auch direkt mit anderen teilen. Ich hab ja oft nach der halben Joggingstrecke solche Glücksgefühle, dass ich gern die halbe Welt umarmen würde.
Hier dann einfach einen Song, der dich grad motiviert, weiterleiten zu können (ich kann sie sogar direkt aus der App in die Instastories packen) – Weltklasse!
  Okaaaaay, ja, ich war auch LeonardoDiCaprio-Fan… hier mein Kinderzimmer von damals…
Witzig wird´s übrigens auch, wenn wir mal wieder in unserer Jugend schwelgen wollen… Dann können wir nämlich die 100%-Playlisten nutzen, die dann ALLE Songs eines Sängers abspielen.
Du brauchst mal einen Backstreet Boys-Tag, um dich an die erste Liebe oder das erste Konzert zurückzuerinnern? Bitte sehr! Deezer macht´s möglich (aber bitte nicht dann immerzu in meinem Flow spielen, ja? Sowas mach ich gern undercover ;-))
Ihr hört schon: Ich als Fast-Schauspielerin und Fast-Sängerin bin schwer begeistert, wie easy das alles heute geworden ist. Und die Kinder sind es auch.
Weil sie statt mit mir Backstreet Boys zu hören, einfach die Kopfhörer aufsetzen und Deutsch-Rap hören können… ganz ohne Stift und Zettel, um sich die Texte zu merken…
               
Deutsch-Rap und Backstreet Boys: Wie ich durch Deezer Family doch fast noch zur Sängerin geworden wäre | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/deutsche-aerztin-in-italien-nach-dem-grossen-corona-ansturm-kommt-jetzt-die-muedigkeit
       
Liebe Judith, du arbeitest als deutsche Ärztin in Italien und bist seit dem Ausbruch des Corona-Virus im Dauereinsatz. Wie geht es dir gerade?



Liebe Lisa, ehrlich gesagt bin ich gerade sehr müde. So ganz langsam löst sich die Spannung der letzten Wochen und weicht einer ganz schön argen Erschöpfung. Die letzten Wochen waren schwierig – beruflich, familiär, natürlich auch gesellschaftlich.



Ich war in den letzten Wochen durchgehend im „Funktionsmodus“. Jetzt fallen so langsam die Zahlen der Neuinfektionen mit Covid-19 und auch die Zahlen der Todesfälle. Wir hoffen alle inständig, dass wir bald am Ende des Tunnels angelangt sind und Stück für Stück wieder eine gewisse Form der Normalität einkehren kann.



Du hast selbst fünf Kinder, wie schützt ihr sie, wie sieht es mit der Betreuung aus? 



Das stimmt, ich bin 5-fache Patchworkmama. Meine ganz große Stieftochter studiert in Deutschland. Sie war noch vor wenigen Wochen für ein Hilfsprojekt in Thailand unterwegs. Sie konnte mit einem Flieger der deutschen Rückhol-Aktion zurückgebracht werden. Die zweitgrößte Stieftochter lebt bei uns in Italien. Sie hat eine Autoimmunerkrankung und gehört deshalb zu den Risikopatientinnen.



Nach langem Überlegen und nach dem raschen Anstieg der Krankheitsfälle hier in Italien, haben mein Mann und ich uns im März schweren Herzens dazu entschlossen, sie aus Sicherheitsgründen nach Deutschland zu bringen. Seitdem bin ich nun mit meinen drei Töchtern und unserem Aupair Elouise alleine hier in Italien. Arbeite ich in den Kliniken, passt Elouise auf die drei auf.



Du hast Menschen an Corona sterben sehen… Du kennst überfüllte Intensivstationen und Leichenhallen…



Die Welle hat Italien mit voller Wucht getroffen. Ich erinnere mich noch daran, wie wir Mitte Februar von den ersten Fällen in unserer näheren Umgebung gehört haben. Irgendwie waren wir alle noch sehr entspannt. Meine Kollegen*innen und ich haben noch intensiver auf sämtliche Hygienemaßnahmen geachtet, ansonsten aber weiter gemacht wie bisher.



Dann stiegen die Zahlen der Infektionen und auch die der Toten rasant an und nichts war mehr, wie bisher. Meine Krankenhäuser wurden komplett umstrukturiert, es wurden Covid-19-Zentren geschaffen, denen wir zuarbeiteten.



Wir wussten plötzlich nicht mehr, welche Patienten*innen positiv waren, welche nicht. Auch welche Kollegen*innen sich infiziert hatten, wussten wir nicht, wussten sie ja selbst nicht. Auch ob wir es waren, konnten wir nicht wissen.



Eine positive Covid-19-Probe. Foto: pixabay



Wir haben weiter gemacht, so gut, wie wir konnten, haben immer mehr Patienten*innen auch aus dem am stärksten betroffenen Norden übernommen. Dort waren die Intensivstationen mittlerweile am Rande der Kapazität und die Toten mussten mit Militärfahrzeugen aus den Städten gefahren werden.



Wir hier in der Toskana wurden nicht so überrollt wie der Norden. Dort musste zwischenzeitlich entschieden werden, wer behandelt wird und wer nicht, weil es einfach nicht genug medizinische Hilfe für alle gleichzeitig gab. Dennoch hat es auch uns Ärzte*innen und alle medizinischen Mitarbeiter hier in Mark und Bein getroffen.



Habt ihr genügend medizinische Ausstattung wie Masken und Schutzanzüge?



Ich denke, es geht uns hier wie allen Menschen auf der Welt, die gerade im medizinischen Bereich arbeiten. Es fehlt an sehr vielem. Wir schützen uns so gut es geht.



Welche Atmosphäre herrscht derzeit zwischen euch KollegInnen?



Es ist ein sehr starker Zusammenhalt da. Wir schreiben uns fast jeden Abend und wollen wissen, wie es dem anderen geht. Wir versuchen uns gegenseitig Mut zu machen.



Gerade wenn einer von uns Sorge hat, sich infiziert zu haben, sich auf einmal kränklich fühlt, versuchen wir uns gegenseitig zu beruhigen. Ich wüsste nicht, was ich in den letzten Wochen ohne meine Kollegen*innen gemacht hätte.



Was hältst du als Medizinerin von der Idee, die Corona-Maßnahmen in Deutschland wieder zu lockern und z.B. Autohäuser und Baumärkte wieder zu öffnen (Kitas und Schulen aber nicht)? 



Ich bin besorgt. Ich verstehe natürlich die gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Aspekte. Dennoch habe ich Bedenken, dass es zu früh sein könnte. Ich leide wirklich mit allen Eltern dieser Welt, die gerade Arbeiten, Homeoffice, Kinderbetreuung und Homeschooling gleichzeitig wuppen müssen. Es ist eine absolut extreme Situation.



Ich fühle sie alle, denn mir geht es ja genauso. Dennoch halte ich es aktuell für richtig, dass Kitas und Schulen weiter geschlossen bleiben. Kinder können symptomlose Überträger sein. Ich fände es schwierig, sie mit Masken und Handschuhen auszustatten und mit Abstandsregelungen wieder „in den Alltag“ zu entlassen.



Das Schlimmste, was jetzt passieren könnte, wäre meiner Meinung nach eine zweite Welle. Dann wären fast alle bisherigen Bemühungen umsonst gewesen und alles ginge wieder von vorne los. Ein Alptraum.



Was macht dir die größten Sorgen?



Ich mache mir momentan große Sorgen darüber, wie es nach dieser „Krise“ weitergehen wird. Ich wünschte mir, dass wir Menschen, nach diesem „Runterfahren auf Null“ in Zukunft andere Prioritäten setzen werden. Nämlich auf unsere Gesundheit, auf die Menschen, die wir lieben und auch auf diese Erde.



Plötzlich ist das Wasser in venezianischen Kanälen wieder klar, die Luft über den Städten smogfrei etc. Ich wünsche mir sehr, dass wir genau daran anknüpfen können und ab sofort verantwortungsvoll mit uns und allen anderen umgehen werden.



Ich habe aber die Befürchtung, dass das nicht so sein wird. Dass das alles hier ganz schnell wieder vergessen oder als „War doch gar nicht so schlimm“ betitelt wird und dass sich die Menschen sagen „Jetzt erst recht“. Sie noch verhältnisloser leben, weil sie ja eine Weile verzichten mussten.



Was meinst du, sind sinnvolle Maßnahmen in der Eindämmung des Virus?



Ich sehe das sehr klassisch medizinisch: Solange wir keinen Impfstoff bzw. keine optimalen Therapiemöglichkeiten haben, gilt es, die Infektionsketten zu unterbrechen. Leider ist das nur mit einem „Social Distancing“ möglich.



Hier liegt mir eine Sache ganz besonders am Herzen: Es geht nicht „nur“ um ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen. Obwohl ich es furchtbar finde, so etwas überhaupt sagen zu müssen. Es ist ethisch einfach höchstgradig verwerflich so zu argumentieren. Sind denn ältere oder kranke Menschen nicht besonders schützenswert?



Dennoch möchte ich betonen: Auch junge und völlig gesunde Menschen, ja, und auch Kinder, können schwer erkranken und versterben.



Auf Verschwörungstheoretiker („Ist doch alles fake und gar nicht so schlimm“) reagierst du mittlerweile allergisch…



Ja, weil Angehörige von Erkrankten oder Verstorbenen, meine Kollegen*innen, Krankenschwestern und -pfleger am Rande unserer Kräfte arbeiten.



Ich bin völlig schockiert darüber, welche Verschwörungstheorien vor allem in den sozialen Netzwerken rumgeistern. Das macht mich sprachlos. Ja, und ich finde, es würdigt alle herab, die gerade unter den widrigsten Umständen versuchen, Menschenleben zu retten.



Neulich habe ich einen Post gelesen, in dem der Autor tatsächlich schrieb, dass alles um Covid-19 frei erfunden wäre, reine Medienhetze und es nur um die Beschneidung von Menschenrechten und die totale Kontrolle ginge. Das macht mich nur noch wütend.



Wie sieht dein üblicher Tag im Moment aus? Und woher nimmst du die Kraft?



Nachdem ich mit den Kindern den Tag für das Homeschooling besprochen habe, gehe ich in die Klinik. Ich arbeite in drei verschiedenen Krankenhäusern. Meine Aufgabe ist aktuell hauptsächlich die Notfallversorgung. Danach kümmere ich mich um die Patientinnen, die nicht in die Klinik kommen können.



Ich telefoniere viel, schiebe Rezepte unter Haustüren durch etc. Nach meiner Arbeit kümmere ich mich um die Schulaufgaben der Mädchen. Hier in Italien herrscht ja seit fast 8 Wochen eine Ausgangssperre, sie sind also den ganzen Tag zu Hause. Wir spielen abends Karten, basteln und malen und quatschen viel. Das gibt mir Kraft.



Mit welchen Gefühlen und vielleicht auch Hoffnungen blickst du in die Zukunft?



Ich bin eigentlich ein sehr positiver Mensch und freue mich auf alles, was kommt, wenn „es“ vorbei ist. Wir haben in der Zukunft so viele schöne Sachen vor! Was meine Familie und mich betrifft schaue ich also sehr hoffnungsvoll in die Zukunft. Dennoch sind meine Gefühle sehr gemischt.



Ich wünsche mir einen gesellschaftlichen Wandel in vielen Bereichen. Ich wünsche ihn mir sehr, habe aber auch Zweifel, dass er uns gelingen wird. Das sorgt mich.
               
Deutsche Ärztin in Italien: Vom Corona-Ansturm in die Erschöpfung
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/diaeten-kuren-therapie-ich-habe-seit-meiner-kindheit-gewichtsprobleme
       
Liebe Helen, Du hast uns gesagt, dass Du schon seit vielen Jahren übergewichtig bist.
Ja, so lange ich mich erinnern kann, war ich stets ein kräftiges Kind. In meinem ersten und zweiten Lebensjahr war ich recht viel krank, hatte insgesamt 7 Lungenentzündungen in knapp 12 Monaten. Jedes Mal wenn es mich wieder niedergestreckt hatte, verlor ich in kurzer Zeit 2-3kg Gewicht, daher war meine Mutter froh, wenn ich danach aß.
Die Krankheit verwuchs sich bis auf ein daraus resultierendes Asthma weitestgehend, doch der Hunger blieb und so war ich bereits bei der Einschulung schwerer als die meisten meiner Freunde. Heute wiege ich 139 Kilo bei einer Größe von 1,72 Metern. 
Wie war das Essverhalten in Deiner Familie? 
Ich würde das Essverhalten meiner Familie als gut bürgerlich/deftig einstufen. Meine große Schwester trägt bis heute Größe 34 und war immer zu dünn, meine Mutter ermutigte sie stets zum essen, ich jedoch wurde gebremst. Meine Mutter war auch übergewichtig, nahm aber auch, um mir Vorbild zu sein, 20kg ab. Das hat mich damals aber nicht motiviert.
Wurdest du als Kind wegen deines Gewichtes gebmobbt und was hat das mit Dir gemacht? 
Über diese Frage musste ich wirklich lange nachdenken und kann aber sagen, dass ich nicht gemobbt wurde. Klar, es gab mal einen Spruch, aber kein richtiges Mobbing.  Ich hatte immer Freunde und war integriert, habe lange Fußball und Tischtennis gespielt. .
Wie war dein Gewicht als Teenager – also in einer echt aufregenden Zeit? Hast Du viele Diäten ausprobiert?
Ja absolut, ich kenne fast alles auf dem Bereich: FDH, WW, ich habe mich vegan ernährt und low carb. Es standen auch Abnehmkuren und stationäre Therapie in einer Adipositasklinik im Raum. Leider hatte alles immer nur mit kurzzeitigem Erfolg – denn ja, ich esse einfach gerne.
Mit 15 begann ich die Pille zu nehmen, die auch nicht gerade förderlich für das Abnehmen war. Irgendwann in der frühen Pubertät habe ich mal zu meiner Mutter gesagt: „Wenn ich mir jetzt den Finger in den Hals stecke, macht mich das Abendbrot nicht mehr dick“. Daraufhin ging meine Mutter mit mir zur Psychologin, was mir aber gar nicht geholfen hat. 
Du bist inzwischen verheiratet und hast drei Kinder. Hast du die Schwangerschaftskilos immer wieder verloren oder sind die geblieben? 
Ich habe in den Schwangerschaften eigentlich nie viel zu genommen (3kg, 4kg, 6kg). Daher war ich nach den Geburten schnell wieder bei meinem Ausgangsgewicht oder etwas drunter. Das ist bei meinem Ausgangsgewicht aber üblich so. Mein Mann kennt mich übrigens seit 20 Jahren, er hatte nie ein Problem mit meinen Kilos. Aber er macht sich schon Sorgen um meine Gesundheit. 
Wie findest du deinen Körper? 
Würde ich sagen, ich finde meinen Körper toll, wäre das eindeutig gelogen. Es gibt viele Teile meines Körpers, die ich nicht mag. Ins Schwimmbad gehen wir trotzdem, mittlerweile stehe ich da drüber und konzentriere mich auf meine Kinder. Meine Kleidung suche ich mir generell schon sotgfältig aus. Ich würde wohl nie in Leggins raus gehen oder in einem kurzen Kleid. Ich achte auch darauf, dass das Oberteil meinen Bauch kaschiert. 
Was sind generell die häufigsten Vorurteile gegenüber dickeren Menschen?
Dicke sind faul, das ist wohl Vorurteil Nummer 1. Ich liege auch mal gerne mit meinem kleinsten Kind auf der Couch, aber ich habe 3 Kinder, die in Schule und Kita gehen, zu Aktivitäten gefahren werden wollen. Wir wohnen auf 120qm und ist der Wäschekorb ist auch niemals leer – ich habe also genug zu tun. 
Das zweite Vorurteil ist:  Dicke sind unsauber… ja klar, mit Sicherheit findet man bei uns Staub und irgendwo auch Dreck, aber ich bin stets darum bemüht, dass meine Kinder ordentlich und sauber aus dem Haus gehen, genau wie ich selbst. 
Wann findest du dich besonders hübsch?
Wenn ich Zeit für mich hatte, die Haare nach dem Föhnen mal nicht im „Muddi-Zopf“ verschwinden, sondern über die Schulter fallen und meinem Gesicht schmeicheln. Am Besten gefalle ich mir übrigens auf Fotos, die mein Mann unbemerkt von den Kindern und mir macht. Da sehe ich dann entspannt aus und das wirkt sich auf meine Körpersprache aus. 
Gibt es irgendwas, was du aufgrund deines Gewichts nicht tun kannst, aber gerne tun würdest?
Ich fahre keine Achterbahnen, was mit Sicherheit aber auch daran liegt, dass ich ein riesengroßer Schisser bin. Letzte Woche wollte eins meiner Kinder, dass ich zu ihm ins Hochbett komme – das habe ich mich dann aber nicht getraut und das hat mich auch echt traurig gemacht. Ich gehe auch nicht Schlittschuh-Laufen, weil ich Angst habe, zu fallen und mir aufgrund des hohen Gewichts weh zu tun. Ich versuche aber schon, so viel wie möglich mitzumachen – was ich nicht schaffe, übernimmt dann mein Mann. 
Was möchtest Du deinen Kindern in Bezug auf ihren Körper mitgeben?
Schon in der ersten Schwangerschaft war meine größte Sorge mein Kind könnte übergewichtig werden. Ich habe auf die Ernährung der Zwerge geachtet, und war vielleicht das ein oder andere Mal zu streng. Ich versuche ihnen mitzugeben, was ein gutes Nahrungsmittel ist und was nicht, denn da kenne ich mich, zumindest theoretisch, ziemlich gut aus.
Meine Kids sind heute alle drei eher schmal und bewegen sich gerne und viel. Sie mögen Gurken und Tomaten, Äpfel und Himbeere, aber natürlich auch Eis und Kekse. Ich wünsche mir, dass die drei einfach gesund sind und sich so mögen wie sie sind. 
               
Diäten, Kuren, Therapie: Ich habe seit meiner Kindheit Gewichtsprobleme | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-10-punkte-checkliste-seid-ihr-bereit-fuer-einen-familienhund
       
Ein Familienhund ist eine wunderbare Bereicherung, denn mit einem Haustier aufzuwachsen ist toll. Aber: Es ist wichtig, sich VORHER genau zu überlegen, ob man als Familie bereit für einen Hund ist. Ein Hund ist ein Familienmitglied und soll ein Leben lang bei Euch bleiben.



Gerade im letzten Jahr haben sich viele Familien mit dem Thema Hund beschäftigt. Aufgrund der Corona-Pandemie haben alle mehr Familienzeit und alle gehen viel spazieren, weil sonst nichts geboten ist. Da überlegt man schnell, warum man nicht noch einen Hund mit auf die täglichen Runden mitnehmen könnte. Viele vergessen dabei, dass sich die Situation wieder ändern wird und der gewohnte Alltag zurück kehren wird. Überlegt Euch also alle genau, ob Ihr unter normalen Umständen auch genug Zeit für einen Hund habt. Diese 10 Punkte solltet Ihr als Familie diskutieren:



1. Sind die Kinder alt genug?



Es ist meist keine gute Idee, einen Hund oder gar Welpen ins Haus zu holen, wenn die Kinder noch im Säuglingsalter sind. Auf Dauer ist es sehr schwierig, gleichzeitig auf die Bedürfnisse eines kleinen Hundes und eines Babys einzugehen. Meist bleibt der Hund hier auf der Strecke.



Die Kinder sollten etwa drei bis vier Jahre alt sein, sodass man ihnen die Grundlagen im Umgang mit einem Hund erklären kann. Zu kleine Kinder ziehen häufig an Ohren oder Schwanz des Hundes. Das geschieht natürlich nicht aus böser Absicht, für den Hund sind solche Übergriffe aber sehr verstörend. Je nach Hund kann es hier zu Abgrenzungshandlungen wie Schnappen oder Zähne zeigen kommen.



Daher sollten die Kinder auf jeden Fall alt genug sein, um zu verstehen, wie sie sich einem Hund gegenüber verhalten sollten.



2. Sind alle Familienmitglieder bereit für einen Hund?



Die Frage, ob alle in der Familie auch wirklich einen Hund haben möchten, ist besonders wichtig. Es bringt auf Dauer nichts, wenn eine Person in der Familie so lange bequasselt wird, bis sie endlich zähneknirschend dem Hundekauf zustimmt. Hierbei besteht die Gefahr, dass diese Person eben auf lange Sicht kein enges Verhältnis zu dem Hund aufbaut, sondern ihn eher als Störenquelle betrachtet.



Setzt euch in aller Ruhe zusammen und schaut, ob wirklich alle Beteiligten mit dem neuen Rudelmitglied einverstanden sind und sich darauf freuen. Nur so gibt es auf Dauer ein friedliches und harmonisches Zusammenleben.



3. Sind wir als Familie bereit, uns um den Hund längerfristig zu kümmern?



Dieser Punkt wurde oben schon kurz beschrieben. Überlegt, ob ihr auch auf Dauer im normalen Alltag genügend Zeit findet, euch als Familie um den Hund zu kümmern. Während der Corona-Pandemie haben viele Leute mehr Zeit als ihnen lieb ist. Da erscheint die Haltung eines Hundes vielleicht als interessante Abwechslung.



Bedenkt aber, dass der Alltag sich wieder einstellen wird. Ist auch dann noch genug Freiraum da, um sich als Familie um einen Hund zu kümmern?



4. Können wir genug Zeit in die Haltung eines Hundes investieren?



Die artgerechte Haltung eines Hundes ist sehr zeitintensiv. Er braucht jeden Tag einige längere Spaziergänge. Außerdem sollte man Trainingszeiten einplanen, um den Hund geistig auszulasten. Auch das gemeinsame Spiel darf nicht zu kurz kommen.



Die Arbeitszeiten der erwachsenen Familienmitglieder spielen hier eine wichtige Rolle. Wie lange pro Tag ist man außer aus Haus wegen der Arbeit? Wie lange müsste der Hund alleine bleiben?



5. Haben wir genügend Platz für einen Hund?



Auch dieser Punkt ist wichtig. Hierbei kommt es natürlich auch auf die Hunderasse an. Chihuahuas benötigen nicht ganz so viel Platz wie ein Bernhardiner oder eine Dogge. Aber auch kleine Rassen brauchen genug Raum und Gelegenheit sich auszupowern. 



Außerdem benötigen sie einen eigenen Rückzugsort in der Wohnung, an dem sie nicht gestört werden. Es ist wichtig, dass eure Wohnverhältnisse euch und eurem Hund ein angenehmes und schönes Wohnen ermöglichen.



6. Bekommen wir Unterstützung von Freunden oder Familie?



Ist jemand zur Not da, der mal einspringen und sich um den Hund kümmern kann? Das kann ein Nachbar, Freund oder jemand aus der Familie sein. Was passiert, wenn man man Überstunden machen oder die Kinder länger in der Schule bleiben müssen? Manche Dinge sind nicht vorhersehbar. Gibt es für diesen Fall jemanden in der Nähe, der bei der Hundebetreuung aushelfen kann?



7. Haben wir die finanziellen Mittel für einen Hund?



Auch das Geld ist bei der Hundehaltung ein nicht unerheblicher Faktor. Ein Hund verursacht im Laufe seines Lebens allerlei Kosten. Hierzu zählen regelmäßig die Kosten für Futter und die notwendigen Impfungen beim Tierarzt. Auch um die Hundesteuer kommt man nicht drum rum. Eine Haftpflichtversicherung ist ebenfalls sehr sinnvoll und in manchen Bundesländern sogar Pflicht.



Es kann noch erheblich teurer werden, wenn eine Operation bei dem Hund notwendig wird. Überlegt euch daher vor dem Kauf eines Hundes, ob ihr genug finanzielle Mittel habt, um einem Hund ein sicheres und angenehmes Leben bieten zu können.



8. Welche Wesenszüge sollte ein Familienhund haben?



Ein Familienhund sollte einen freundlichen, sanften Charakter haben und auf keinen Fall zu Dominanz oder Aggression neigen. Er sollte kinderlieb sein und am besten nicht zu temperamentvoll. Ein ruhiger, sanfter, aber doch verspielter Hund passt am besten in eine Familie mit Kindern. 



Hierfür eignen sich Rassen wie der Goldene Retriever, Labrador, Labradoodle und viele mehr, die meist diese rassetypischen Merkmale eines Familienhundes aufweisen. 



Natürlich kommt es auch auf die richtige Erziehung an, sodass er gut mit Stresssituationen umgehen kann und seiner Familie Geduld und Vertrauen schenkt. 



9. Können wir unsere Freizeitaktivitäten und Urlaub anpassen?



Auch die Frage danach, wie in Zukunft der Urlaub mit Hund gestaltet werden soll, ist von besonderer Bedeutung. Für Hunde ist ein stundenlanger Aufenthalt in einer Hundebox im Frachtraum eines Flugzeugs kein angenehmer Start in den Urlaub.



Seid ihr bereit, eure Urlaube in Zukunft hundefreundlich zu planen? Dies bedeutet, dass manche Reiseziele wegfallen und man immer auch die Interessen des Hundes mit im Blick behält. So eignet sich beispielsweise eine Autoreise nach Holland oder Dänemark mit einem hundefreundlichen Apartment und nahem Hundestrand eher als eine Flugreise nach Thailand und ein 4-Sterne Hotel. 



10. Haben wir genügend Erfahrung und sind bereit, uns zu informieren?



Die Erziehung eines Hundes funktioniert nicht automatisch, sondern erfordert einiges an Erfahrung und Wissen über das Wesen der Hunde. Habt ihr bereits genügend Erfahrungen in der Haltung von Hunden? Falls nicht, solltet ihr euch ausgiebig informieren und gegebenenfalls auch eine Hundeschule besuchen. Es ist sehr wichtig, hierfür offen und bereit zu sein.



Fazit: Bedenkt immer, dass mit der Entscheidung Verantwortung für ein Lebewesen verbunden ist. Wenn ihr die oben beschriebenen Dinge beherzigt und ehrlich zu dem Schluss kommt, dass ihr den Bedürfnissen eines Hundes gerecht werden könnt, dann steht dem neuen Zuwachs in euer Heim nichts mehr im Wege. 



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Die Autorin dieses Textes ist Jesse Reimann, Ihr könnt noch viele mehr von Ihr auf Happyhunde.de lesen.  Jesse ist Studentin und lebt mit ihrer Mopshündin Pommes in Berlin. Sie und Pommes verbindet bedingungslose Liebe und die Offenheit, neue Dinge zu entdecken und auszuprobieren. Auf ihrem Blog findet Ihr allerlei Themen rund um den Hund, nützliche Tipps und Geschichten aus Jesses und Pommes’ Leben. 
               
Die 10 Punkte Checkliste: Seid ihr bereit für einen Familienhund? |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-5-mama-typen-die-jeder-kennt-gastbeitrag-von-menerva
        Dieser Blogeintrag dient lediglich dazu, dich mit lautem Gelächter ins Wochenende zu katapultieren, liebe Mutti! Es ist also nichts böse gemeint, oder zu ernst zu nehmen. Es gibt Muttertypen. Wir sind Mütter und wissen, dass wir bei Gott nicht alle gleich sind. Jede hat ihre eigene Methoden, Einstellungen und Werte. Ich persönlich finde es äußerst interessant diese Unterschiede zu betrachten. Diese Typen of „MassaHud“ konnte ich feststellen:
Godmother of Nature: Das ist die vegane, naturliebende YogiMama, die die Ruhe in Person ist. Alles ist gut, alles ist friedlich, aber mit einem Hauch von wildem Wesen. Sie trägt Haremshosen, ist Freizeitphilosophin und Musikerin. Ein Kinderwagen kommt ihr nicht ins Haus und von einer Flasche möchte sie sowieso nichts hören. Sie lebt nach dem Motto „Breast is Best“. Ihre Kinder werden in der Wildnis gestillt, danach werden frischer Bärlauch und Beeren für das Mittagessen gepflückt. Sie ist ein wahres Kind Mutter Natur. Ich muss sagen, mich spricht dieser Stil sehr an. 
DIY-Queen: Diese Mütter können alles! Gib´ einer von ihnen eine leere Plastikflasche und in ein paar Minuten hast du einen neuen Make-Up-Pinsel-Halter, der super ausschaut. Gib´ ihnen irgendetwas Altes, das du in den Müll schmeißen würdest und sie zaubern etwas Neues daraus, das man sehr wohl gebrauchen kann. Diese Bastelfeen, die aus Altes Neues und aus Nichts Etwas machen, sind für mich die kreativsten aller Muttis. Ich habe einmal versucht DIY Tutorials nachzumachen: FAIL! Meine Gaben begrenzen sich doch auf Schlafen und Essen.
Fashionista MOM: Nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder schauen aus wie aus dem Mode-Katalog. Farblich ist alles abgestimmt, so als wären sie von Coco Chanel persönlich eingekleidet worden. Oft sehe ich diese Mütter in Flughäfen, wo ich halbwach in Jogginghosen herumlaufe und meine Tochter IRGENDETWAS trägt, das bequem ist. Genau dann, sehe ich eine dieser Mütter, die wie JLO gekleidet ist und ihre Kinder mit Tab und Kopfhörer brav neben ihr sitzen, während meine Tochter unter meinem T-Shirt an einem meiner Nippel nuckelt und mich in die andere Brust zwickt.
OrganisationsMeisterin: Ich beneide diese Mutter! Das ist jene Mutter, bei der du vom Boden essen kannst. An manchen Tagen würde ich meinem Kind nicht einmal erlauben barfuß auf unserem Fußboden zu gehen, ABER diese Mama, bei der spielt das nicht. Sie ist die Mama, die die Wäsche nach Größe und Farbe zusammenlegt. Sie ist die Mama, die alles für ihre Kinder selber kocht. Sie ist die Mama, bei der jedes Fenster bis in allen verdammten Ecken sauber ist. Sie ist die Mama, bei der die Bücher im Regal alphabetisch geordnet sind und alles seine fixe Zeit hat. Sie ist einfach gut organisiert und das mit jeder Faser ihres Seins. 
BesserwisserinDeluxe: Obwohl wir alle diese Art von Mama hassen, steckt sie in uns-ALLEN. Natürlich, bei einigen mehr und wieder einigen weniger, aber da ist sie auf jeden Fall, diese Besserwisserin von Mudda. Diese Mama, die alles weiß, weil sie ja vor dir Mama geworden ist und alles was du erst noch erleben wirst sie schon längst erlebt hat- die gibt es überall. ÜBERALL AUF DER WELT! In dir, in mir, in uns. Wir müssen sie abschalten. Bewusst. Irgendwo ist ein Schalter, den suchst du bitte und dreh ihn am besten ab.
—–MEHR von Menerva könnt Ihr HIER in ihren Blog lesen 
 
Fotocredit: Asma Aiad
 
               
Die 5 Mama-Typen, die jeder kennt - Gastbeitrag von Menerva | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-gute-mutter-vs-die-rabenmutter-auch-muetter-duerfen-sich-mal-loben
         Ihr Lieben, es ist doch vermutlich bei vielen Eltern so, dass sie sich oft Gedanken über ihr Handeln machen, dass sie überlegen, ob dieses oder jenes den Kindern gut tut oder auch nicht. Wir denken an frühkindliche Traumata oder Schäden, wir denken an die Psyche, an die Bindungsfähigkeit, es gibt so viele Dinge, die es zu beachten gilt und die uns durch den Kopf gehen. Im Grunde sind diese Überlegungen allgegenwärtig.
Bin ich zu hart, bin ich zu lasch, bin ich zu gluckig oder zu fordernd?
Schade ich meinem Kind, wenn ich es allein einschlafen lasse? Schade ich meinem Kind, wenn es mit 10 noch mit mir zusammen einschläft? Bin ich zu hart, bin ich zu lasch, bin ich zu gluckig oder zu fordernd?
Neulich jedenfalls saß ich an einem kinderfreien Abend mit zwei tollen Frauen zusammen und wir stellten fest: Das Anstrengendste am Kinderhaben sind die ständigen Gedanken, die wir uns zum Wohle unserer Kinder machen. Es raubt so viele Kräfte, weil ja niemand sagen kann, was genau für uns und für sie das Richtige ist!
Alle Familienmitglieder haben andere Bedürfnisse
Da ist der eine Sohn, der am liebsten zu Hause ist und ständige Termine furchtbar findet, da ist der andere Sohn, der viel Action liebt und für den bestimmt ganz andere Dinge gut sind, als für den anderen. Jedes Kind ist anders, jedes Kind braucht anderes und es ist an uns Eltern, zu erkennen, was das sein könnte bzw. wie wir sie in ihrem individuellen Sein unterstützen können.
Manchmal, wenn sich die Geschwister wieder streiten und später ein Kind schluchzend bei mir auf dem Schoß sitzt, dann denk ich schon mal: Mensch, du wärest bestimmt lieber ein Einzelkind geworden. Während ein anderes Kind ohne die Geschwister gar nicht vorzustellen ist, weil es den Trubel liebt. So sind wir alle anders und so gehen alle Kinder mit der Situation zu Hause anders um.
In jeder Familie wird es manchmal lauter als gewollt
Und wenn es mal an einem Tag schlechter läuft, weil bei der einen ein Test in der Schule ansteht, bei dem anderen ein Fußballturnier und der wieder andere Ärger mit dem Kumpel hat – und wenn ich dann noch drei Abgaben für die Arbeit im Hinterkopf habe, jaaaa, dann ist das Alltag, aber es fühlt sich auch doof an, weil wir alle gereizt sind. Da wird es dann auch schon mal lauter als gewollt, da fliegen dann auch mal die Fetzen und wenn sich die Wogen dann wieder geglättet haben, dann spielen die Kinder einfach weiter, als wäre nichts gewesen, während wir Eltern grübelnd am Küchentisch zurückbleiben und überlegen, was wir mit unserem Handeln alles kaputt machen können und was wir doch manchmal für schlechte Eltern sind.
Ich denke, jede Mutter und jeder Vater denkt so etwas mal. Und im Grunde führt Kritik, ja auch Selbstkritik, auch dazu, dass wir es beim nächsten Mal besser machen. Aber es macht einen schon mürbe. Besonders, wenn man viel öfter das Gefühl hat, eine Rabenmutter zu sein, als eine richtig gute. Und deswegen möchte ich heute einfach mal betonen, wie toll wir Eltern sind. Ja, auch dann, wenn wir manchmal ausflippen und in die Tischkante beißen.
Wir sind keine schlechten Eltern, wir sind nur manchmal erschöpft
Wir tun das ja nicht, weil wir so schlechte Eltern sind, sondern weil wir uns so viel Mühe machen und Mühe nun mal erschöpft. Wir wachen nicht auf und denken: Heute brüllen wir mal rum! Nein, wir wachen auf und wollen unser Bestes geben, jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr. Und weil das auf Dauer einfach Kraft kostet, haben auch wir schwache Momente.
In den Ferien, wie jetzt gerade, verbringen wir in der Regel viel Zeit mit den Kindern. Ich versuche, ruhige Tage mit actionreichen Tagen zu kombinieren. Ich versuche, mir exklusive Zeit für jedes einzelne Kind zu nehmen. Ich versuche, sämtliche Fragen zu beantworten. Ich habe alles getan, um den bevorstehenden Start an der neuen Schule für unsere Große so angenehm wie möglich zu gestalten und vorzubereiten, wir sind mit dem Linienbus hingefahren, damit sie die Strecke schon kennt, wir haben etliche Fragen beantwortet, Sorgen besprochen, Mut gemacht und sogar schon neue Mitschüler getroffen, damit nicht alles so neu sein wird, damit sie sich schon kennen.
Wir sind alle guten Mütter!
Ich traue mich jetzt einfach mal, zu sagen, dass ich in diesen Ferien meistens eine ganz gute Mutter war. Und weil es mir so schwer fällt, das zu sagen oder zu schreiben und weil ich viel eher dazu neige zu sagen „Siehste, das haste heut wieder alles falsch gemacht“ und weil ich denke, dass es vielen anderen auch so geht, rufe ich euch heute einfach mal dazu auf, euch selbst auf die vollgesabberte Schulter zu klopfen und zu loben!
Erzählt uns, was ihr heute oder in den letzten Tagen gut gemacht habt als Mutter, was euch ein gutes Gefühl gemacht hat und wo ihr denkt: Ja, hierfür lohnt es sich, mich auch mal selbst zu loben. Ich freu mich sehr auf eure Geschichten! Denn Eigenlob stinkt heute mal nicht…
               
Die gute Mutter vs. die Rabenmutter: Auch Mütter dürfen sich mal loben! | STADT LAND MAMA
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Es gibt ja Familien, die in den Ferien ausschlafen. Und wenn die Kinder wach sind, ziehen diese sich leise in ihre Zimmer zurück und spielen bis Mittags in ihren Schlafanzügen. So eine Familie sind wir ….NICHT.



Wir müssen raus. Ich muss raus. Ich kann einfach nicht den ganzen Tag in der Bude sitzen. Ich mag auch nicht stundenlang basteln und vorlesen. Ich bin eine Draussen-Mama – dh. ich habe viel mehr Spaß daran, mit meinen Kindern durch den Wald zu stapfen, als mich auf den Teppich zu setzen und Pferd zu spielen.



Unsere Kinder müssen auch raus. Wenn die nicht zwei Mal am Tag frische Luft atmen, drehen sie durch. Streiten sich, meckern, nölen. Deshalb heißt unsere Lösung gegen komische Laune: Spazierengehen.



Eigentlich wollten wir über Weihnachten in den Schnee fahren. Aus bekannten Gründen war das nicht möglich. Nur zu Hause rumsitzen kam nicht in Frage, daher haben wir uns überlegt, möglichst oft die Kinder zu packen und die Umgebung zu erkunden. Brandenburg liegt ja vor der Tür und ist ja groß genug, um nicht auf Menschenmassen zu stoßen. Denn natürlich war uns bei den Ausflügen wichtig, dass sie corona-konform sind.



Der erste wunderbare Ausflug ging dann in den Schlosspark Babelsberg. Es war ein eiskalter Tag, die Sonne schien aber herrlich und wir haben sogar Picknick eingepackt, mit heißem Tee und vielen Leckereien. Man hat die ganze Zeit einen tollen Blick auf die Glienicker Brücke, wo ja früher Spione ausgetauscht wurden. Überall im Park gibt es Infotafel zum Mauerbau, zu unterirdischen Tunneln und Fluchtversuchen.Das fanden die Kinder natürlich spannend und so hat man direkt noch eine tolle Geschichtsstunde.







Der nächste Ausflug ging an die Havel, wo wir einen großen Marsch von fast 10 km gemacht haben. Das klappt mit den Großen schon super, für die Kleine nehmen wir einfach das Rad mit, dann sind diese Strecken auch kein Problem.



Einmal sind wir nach Mitte gefahren und haben eine Kultur-Tour gemacht, sind also über die Museumsinsel gelaufen, haben das neue Stadtschloss und den Berliner Dom bewundert, haben in die Spree gespuckt und die Hackischen Höfe angesehen.







Außerdem sind wir kreuz und quer durch den Grunewald gelaufen, der wirklich noch größer ist als ich dachte.







Ich weiß, es ist nicht immer leicht, Kinder zum spazierengehen zu bringen. Auch unsere motzen mal. Aber ich lasse mich davon nicht beeindrucken und merke schnell: Sind wir erstmal unterwegs, verfliegt die schlechte Laune schnell.



Wir konnten so lange keine Freunde sehen, nicht ins Schwimmbad, nicht ins Kino – all das, was man normalerweise in den Ferien macht. Unsere Ferien waren wirklich „anders“, wir waren fast nur alleine. Und dennoch waren sie schön. Vielleicht auch ein wichtiges Learning für die Zukunft, dass man gar nicht so viel Ferien-Trubel braucht….











Auf unseren Ausflügen rund um Berlin durften wir den Volvo XC 40 testen. Ein wunderbarer, nicht zu großer Stadt-SUV, mit dem man dank vier HD-Kameras ganz entspannt in jetzt Parklücke kommt. Unser Modell hatte ein großes Schiebedach, was für richtiges Cabrio-Feeling sorgte und Lederausstattung, was mit Kindern super praktisch finde (weil abwischbar…) Ich würde sagen, dass der XC 40 ideal für zwei Kinder ist. Drei Kindersitze passen nur schwer auf die Rückbank, mindestens ein Kind müsste dann schon so groß sein, dass es nur eine Sitzerhöhung braucht. Der Kofferraum hat ein Volumen von 1.328 L, da passen Kinderräder und Einkäufe easy rein. Sehr angenehm fand ich das erhöhte Sitzen, das einen guten Rundum-Blick ermöglicht. Der Mild-Hybrid verbraucht 6,3 Liter auf 100 km und verfügt über ein sportliches Fahrgefühl. Navigationssystem, Radio und Handyverbindungen lassen sich intuitiv über das Touchscreen bedienen. Generell gefiel mir das Innendesign ganz besonders gut, der Volvo XC 40 ist minimalistisch und stilsicher.



Fazit: Ein tolles Auto mit einer super Zwischengröße. Nicht zu groß und damit ideal für die Stadt, aber groß genug für Familien und Ausflüge. Und natürlich Volvo-Qualität. Vielen Dank für diese Schönen Testtage!




               
Die Kinder müssen an die Luft! Über unsere Ferien-Spaziergänge |
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Ihr Lieben, holt Ihr auch regelmäßig Steinberge aus den Jacken-und Hosentaschen Eurer Kids? Bei mir ist das auf jeden Fall so. Wenn ich diese Steine dann einfach auf die Straße kippen will, erklären mir meine beiden jüngeren Kinder immer entrüstet, dass das keine normalen Steine seien, sondern Edelsteine. Es scheint ein natürliches Gesetz zu sein, dass Kinder eine besondere Beziehung zu Steinen haben und in ihnen mehr sehen, als so mancher Erwachsener auf dem ersten Blick. Über die besondere Magie von Steinen haben wir auch mit Marijke gesprochen, in ihrem Online-Shop Familie Glücklichstein kann man wunderschöne Kraftsteine kaufen:



Liebe Marijke, wir wollen heute mit Dir über die Kraft von Steinen reden. Wann hast du das erste Mal gespürt, dass Steine eine besondere Wirkung haben können?



Nach der Geburt meiner Tochter Irma habe ich 2019 eine Ausbildung in Aura-Arbeit gemacht. Hier habe ich gelernt, mit Energien zu arbeiten und Blockaden zu lösen. Dazu haben wir unter anderem auch mit verschiedenen Edelsteinen gearbeitet, die auf bestimmte Körperstellen gelegt werden. Die Energie, die von den Steinen ausgeht, habe ich hier zum ersten Mal sehr bewusst wahrgenommen.



Meine eigenen Steine sind Zuhause dann direkt im Kinderzimmer verschwunden. Mein älteres Kind Anton hat sie gehütet wie einen Schatz und sich immer wieder ganz intuitiv einen Stein rausgesucht, den er dann den ganzen Tag in seiner Hosentasche bei sich getragen hat.



Welcher ist Dein Lieblingsstein und warum?



Ich habe gar nicht den einen Lieblingsstein, das wechselt immer mal wieder und ist sehr stimmungsabhängig. Besonders momentan, wo man täglich die turbulenteste Gefühls-Achterbahn fährt und zwischen Home-Office, Wechselunterricht und einer Kindergarten-Eingewöhnung oft am Rande des Wahnsinns steht.



Wenn ich mich aber für einen Stein entscheiden müsste, wäre es sicherlich der Rosenquarz. Eine große Portion (Selbst-)Liebe und Mitgefühl kann man einfach immer gebrauchen. Ich denke, es ist der Stein, der gerade momentan sowohl Eltern als auch Kinder gut supportet und daran erinnert, gut auf sich selbst acht zu geben und ordentlich Selbstfürsorge zu betreiben.







Beschreib uns mal, wann uns Steine im Alltag helfen können



Es gibt viele verschiedene Steine und jeder hat eine andere Energie, es gibt Steine, die beruhigen und beim Einschlafen helfen, andere machen ganz viel Mut und geben einen kleinen Anschubser, wenn man ein Hindernis zu überwinden hat.



Kinder haben so viel zu meistern in ihrem Alltag, da gibt es nervige Geschwister, blöde Mathe-Tests, ein Seepferdchen-Abzeichen, das Angst bereitet oder ein bevorstehender Schulstart, der Bauchweh macht.Und oft ist es gar nicht so leicht, all diese kleineren und größeren Ängste als Eltern aufzufangen und zu begleiten. Manchmal ist es für uns Erwachsene ja auch gar nicht so einfach, zu verstehen, wo genau die Ängste oder Sorgen des Kindes liegen. Und manchmal ist man als Eltern ja auch gar nicht immer dabei (was auch gut ist) um Mut zu zuzusprechen oder das Kind daran zu erinnern, dass es eine bestimmte Hürde gut meistern wird. 



Da braucht es neben liebevollen Mitmenschen, die unsere Kinder begleiten, einfach kleine Helfer, die unsere Kinder unterstützen und ihnen immer zur Seite stehen, wann immer eine Extra-Ladung Superpower gerade nötig ist. Die Glücklichsteine helfen den Kindern, sich selbst zu helfen, mehr auf ihr Gespür und ihr Bauchgefühl zu hören und eine gute Verbindung zu den eigenen Gefühlen aufzubauen.



Der Amethyst ist z.B. der perfekte Stein um etwas zur Ruhe zu kommen und ganz entspannt einschlummern zu können. Er beruhigt die Gedanken und hilft so, dass auch Alpträume wenig Chancen haben.Der Pyrit hingegen hat eine aktivierende Energie und hilft beim Abarbeiten der ganzen Hausaufgaben, die die Schulkinder derzeit im Home-Schooling/ Wechselunterricht bearbeiten müssen.



Man kann auch ein tolles, kleines Familienritual einführen, indem sich das Kind (oder natürlich auch jedes Familienmitglied) morgens einen Stein aussucht. Dieser Stein begleitet das Kind durch den Tag. Die Glücklichsteine sind so groß, dass sie perfekt in Kinderhände, kleine Hosentaschen, kleinere Fächer im Schulranzen oder unters Kopfkissen passen. Man kann dem Kind gut erklären, dass, immer wenn eine Ladung der Superpower benötigt wird, das Kind den Stein fest in der Hand halten und tief ein-und ausatmen soll. So kann sich das Kind mit der Superpower des Steines verbinden.Kinder stellen diese Energie gar nicht in Frage, für sie ist es total selbstverständlich, dass der Stein ein kleiner Superheld ist, der seine Superpower mit ihm teilt.







Über deinen Online-Shop kann man auch Steine speziell für Kinder bestellen. Erzähl mal, warum Kinder eine besondere Bindung zu Steinen haben.



Kinder sind noch intuitiv unterwegs und nicht so verkopft wie wir Erwachsene, sie stellen die Superpower der Steine nicht in Frage. Für sie ist z.B. ganz klar, dass das Tigerauge ganz viel Mut machen kann und der Hämatit hilft, sich besser konzentrieren zu können. Dadurch, dass es für sie so klar ist, manifestieren sie die Wirkung natürlich und dann passiert es auch so. Energie folgt immer der Aufmerksamkeit.



Die Steine sind natürlich auch einfach total schön anzusehen und anzufassen, manche glitzern oder sind kunterbunt, es gibt jede mögliche Form. Kinder sammeln die Steine auch total gerne und hüten sie wie einen Schatz.Die Steine sind für die Kinder ein super Selbsthilfe-Tool, mit dem sie lernen, auf ihre Gefühle zu achten und mit ihnen umgehen zu können. Alleine das Festhalten eines Steines in der Hand hilft die Aufmerksamkeit wieder auf sich selbst und weg von dem Problem zu richten. Und natürlich finden die Kinder auch super, wenn sie merken, wie stark sie sind und dass sie sich selbst helfen können.







In der Pandemie müssen unsere Kinder ganz schön viel wegstecken. Welchen Stein würdest du in diesem Falle empfehlen?



Die Pandemie hat den meisten Kindern einen großen Teil ihres bisher gewohnten Alltags genommen und durcheinander gewürfelt. Kinder orientieren sich an einem bestimmten Rhythmus oder an Dingen, die sich immer wieder wiederholen. Da ist klar was passiert, sie müssen nicht darüber nachdenken und das gibt ihnen Sicherheit und ein Gefühl von Kontrolle. Eine gewisse Beständigkeit, ein gewohnter Rhythmus im Tagesablauf, bestimmte Gewohnheiten, all das ist plötzlich weggebrochen bzw unterliegt derzeit einer ständigen Veränderung.



Ich finde den Amethyst derzeit besonders hilfreich, da er beruhigt und wie ein Zufluchtsort wirkt, an den man sich zurückziehen und einfach mal durchatmen kann. Mein Sohn empfiehlt den Regenbogenfluorit, weil er die dunklen Gedankenwolken einfach beiseite schiebt und die Sonne wieder scheinen lässt.



Deine Stein-Kombinationen sind auch wunderschöne Geschenke – zu welchem Anlass eignen sie sich besonders?



Zum einen gibt es in so einem turbulenten Kinder-Alltag natürlich immer eine Situation oder eine Gegebenheit, zu der ein Kind etwas zusätzliche Superpower gebrauchen kann. Da gibt es Streit mit den Eltern oder den Geschwistern, eine Mathearbeit die Angst bereitet oder ich einfach nur die immer weiter steigenden Anforderungen an unsere Kinder.



Und dann gibt es natürlich noch all die Ereignisse, die große Veränderungen im Leben eines Kindes bedeuten, z.B. wenn ein Kind in die Krippe oder in den Kindergarten kommt, wenn die Einschulung ansteht oder wenn ein Geschwisterchen auf die Welt kommt. Bei all diesen Veränderungen ruckelt es meist erstmal ganz schön und gerade für diese Situation sind die Glücklichsteine perfekte Begleiter.



Woher beziehst du die Steine?



Ich beziehe die Glücklichsteine von einem Großhändler aus Deutschland. Die Steine kommen ja aus der ganzen Welt, der Pyrit wird z.B. in Peru, Spanien und China gefunden, der Rhodonit kommt aus Madagaskar und Australien, den Bergkristall findet man auf der ganzen Welt, auch bei uns in Deutschland. Und es werden auch immer wieder neue Fundorte gefunden. Bei den unterschiedlichen Abbaugebieten weltweit ist es nicht so einfach, die Arbeits- und Umweltbedingungen im Blick zu haben und eine bestimmte Qualität zu gewährleisten. Ich habe einen Großhändler in Deutschland gefunden, der auf faire Arbeits- und Umweltbedingungen achtet und sich regelmäßig vor Ort davon überzeugt, dass die Arbeitsbedingungen stimmen.Ich glaube fest daran, dass die Steine uns nur dann mit positiver Energie versorgen können, wenn sie unter guten Bedingungen abgebaut werden.



Marijke von Familie Glücklichstein: https://www.familie-gluecklichstein.de, Fotos: @xeniabluhm_photography 
               
Die Kraft der Steine: Wie sie Kinder stark und mutig machen können |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-krise-ist-weiblich-warum-die-pandemie-vor-allem-die-frauen-trifft
       
Ihr Lieben, die meisten von Euch betreuen und beschulen gerade wieder ihre Kinder. Bei manchen läuft das reibungslos, bei anderen gibt es ganz schön viel Stress und Ärger. Bei allen ist und bleibt es aber eine gewaltige Leistung und Herausforderung. Nina Stahr ist dreifache Mutter und Landesvorsitzende der Grünen in Berlin. Sie hat das Buch geschrieben: „Die Krise ist weiblich“. Wir dürfen ein Kapitel daraus veröffentlichen:



„Wenn 8,8 Millionen Kinder, die in Deutschland in Kitas und Schulen gehen, plötzlich nicht mehr dort betreut werden können, dann geht auch das Modell, auf das sich ein Großteil der Paare hierzulande geeinigt hat, nicht mehr auf. Der Deal, dass beide Elternteile arbeiten, weil andere sich um die Kinder kümmern— in der Ganztagsschule, im Hort, in privater Betreuung und Freizeiteinrichtungen—, ist außer Kraft gesetzt.



Allerdings: Dieser Deal ist faul. Und war es auch schon vor Corona. Denn einerseits fördert der deutsche Staat mit seinem Steuermodell die Alleinverdienerehe, andererseits ist es hierzulande kaum möglich, von einem Gehalt allein eine Familie zu ernähren. Und selbst da, wo es möglich ist, bedeutet es für Frauen, wenn sie sich darauf einlassen, dass sie im Fall einer Trennung im Alter in die Armut rutschen, weil ihnen dann wiederum die Erwerbsjahre fehlen, in denen sie für sich selbst eingezahlt hätten. Ja, es gibt auch das umgekehrte Modell, doch kommt es so verschwindend selten vor, dass es in der Regel nun einmal die Frauen sind, die sich vor diesem Dilemma wiederfinden.



Im Klartext: Entweder Frauen zerreißen sich zwischen Erwerbsarbeit und Kindern—häufig auf Kosten der eigenen Gesundheit— oder gehen das Risiko ein, im Alter in Armut leben zu müssen. Das hat sich in der Pandemie fortgesetzt und verschärft; vieles wurde auf Frauen abgewälzt und die Zerrissenheit hat sich bis zur Grenze der Erschöpfung gesteigert und oft auch darüber hinaus. Doch noch etwas ist faul an diesem Deal. Denn Schulen und Kitas sind mitnichten dafür da, Eltern den Rücken freizuhalten, um als Arbeitskraft zur Verfügung zu stehen. Vielmehr sind sie Ausdruck des in unserem Grundgesetz verankerten Rechts auf Bildung. Nein, die Kita ist keine Kinderverwahrstätte— sie ist Bildungseinrichtung. Und auch wenn jetzt diskutiert wird, dass es einen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz und damit auf die Ganztagsbetreuung von Schulkindern geben muss, dürfen wir bei dieser Diskussion nicht vergessen: Auch die Schule ist in erster Linie Bildungseinrichtung.



Gerade die Ganztagsschule kann ein Instrument der besseren Chancengleichheit sein, deshalb setze ich mich auch dafür ein. Und auch ich möchte allen Eltern ermöglichen, arbeiten zu gehen und ihre Kinder in guten Händen zu wissen. Doch gleichzeitig müssen Kita und Schule viel mehr vom Kind aus gedacht werden. Was brauchen Kinder in Kita und Schule, um einen guten Start ins Leben zu bekommen? Und wenn Eltern das Gefühl haben, ihr einjähriges Kind ist einem Neun-Stunden-Kitatag noch nicht gewachsen, warum schaffen wir dann nicht auch für Eltern die nötigen Rahmenbedingungen, dem Bedürfnis ihres Kindes gerecht zu werden? Auf die strukturellen Änderungen, die es hierfür braucht, komme ich später noch einmal zurück.



Doch für die Zeit der Pandemie gilt: Kinderrechte, die ohnehin schon eine viel zu geringe Rolle in unserer Gesellschaft spielen, wurden jetzt völlig vernachlässigt. Würden wir Kinderrechte ernst nehmen, dann hätten wir eine digitale Bildungsstrategie bereits verankert. Respektierten wir die festgeschriebenen Rechte der nächsten Generation, so würden wir uns um ihr psychisches Wohlbefinden in diesen Zeiten enorme Gedanken machen. Der Anstieg häuslicher Gewalt an Kindern ist eines der Extreme. Aber belastend ist für Kinder auch das Gefühl, ständig im Weg zu sein, wegorganisiert zu werden. Die Eltern zu erleben, wie sie sich am Versuch aufreiben, Aufmerksamkeit zu geben und gleichzeitig für den Arbeitgeber verfügbar zu sein. Nicht mehr frei nach draußen zu dürfen, die Freunde nicht mehr zu treffen oder die Großeltern nicht mehr zu sehen. Was macht diese Situation mit Kindern? Was bedeutet es für unsere Demokratie, wenn eine ganze Generation das Gefühl vermittelt bekommt, du und wie es dir geht, das ist dem Staat egal? 



Auf sozialen Netzwerken wie LinkedIn machte alsbald ein Post die Runde: „Du bist auf stumm“ sei der Satz des Jahres 2020, eine Referenz an die vielen Videokonferenzen in Corona-Zeiten. Für Kinder ist wohl am meisten der Satz „Sei still, ich bin am Telefon“ in Erinnerung geblieben. 



Aus diesem Blickwinkel erscheinen die auf Familien bezogenen Entscheidungen über Corona-Maßnahmen besonders fehlgeleitet. Auch hier wurde nur die Perspektive der Erwerbswelt berücksichtigt: Welche Jobs sind wichtig, welche können eine Weile hintanstehen? Und ich sage nicht, dass es falsch war, diese Frage zu stellen. Denn natürlich müssen wir in einer solchen Situation sicherstellen, dass in Krankenhäusern weiterhin gearbeitet werden kann, dass die Polizei weiterhin einsatzfähig ist, dass Medien weiterhin unabhängig berichten können und dass der Supermarkt weiterhin öffnen kann. Doch eine zweite Frage hätte gleichberechtigt daneben stehen müssen: Was bedeuten diese Schließungen für die Kinder und Jugendlichen, was brauchen sie in dieser Zeit? Und daran knüpft sich die dritte Frage: Was brauchen die Eltern—das heißt meist die Mütter—die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen?



Diese Fragen müssen gleichermaßen gestellt und alle beantwortet werden. Ja, Betreuung in Kita und Schule ermöglicht Eltern, arbeiten zu gehen. Aber Kita und Schule sind gleichzeitig Bildungseinrichtungen und müssen vom Kind her gedacht werden. Und wenn sie wegfallen, dann darf eben nicht nur die Aufrechterhaltung der systemrelevanten Infrastruktur eine Rolle spielen, sondern der Wegfall der Bildungsinstitution muss genauso kompensiert werden wie der Wegfall der Betreuungsfunktion und damit die Unmöglichkeit, in normalem Maß der Erwerbsarbeit nachzugehen. Dafür braucht es gute Konzepte für Fernunterricht und für Verknüpfung von analogem und digitalem Lernen, damit zumindest der Teil der Kinder, der nicht zu Hause bleiben kann, in die Schule gehen kann. Und es braucht eine Lohnersatzleistung wie beispielsweise das Corona-Elterngeld, damit Eltern nicht gezwungen sind, Homeoffice und Betreuung von (kleinen) Kindern gleichzeitig zu leisten—und am Ende beidem nicht richtig gerecht zu werden.“



Nina Stahrs Buch könnt Ihr HIER bestellen
               
Die Krise ist weiblich: Warum die Pandemie vor allem die Frauen trifft | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-lisa-ist-zurueck-und-philosophiert-ueber-die-liebe-ohne-steuererklaerung
       
 
Nein, liebe Caro, ich bin nicht in einer Jauchegrube untergegangen, falls Du Dich das in den letzten Tagen gefragt haben solltest, aber ich bin eben auch nur EINE Person und konnte mich nicht zerteilen zwischen Präsenzwoche an der Uni (sechs Tage hintereinander von morgens bis abends), der Lesung in Leipzig, dem Anstoß neuer Projekte, dem Besuch bei der Verwandtschaft in Westfalen und den Vorbereitungen für meinen Geburtstag (diese Woche!). Das also nur als kleine Rechtfertigung. 
Zu Deiner Frage nach der Liebe. Ja, wir haben ja in unserem Buch einige Kapitel unseren Männern gewidmet und über die Liebe nachgedacht. Über die Liebe, die sich ändert, wenn ein Baby hinzukommt. Ich vergleiche unsere Beziehung in einem Kapitel mit einem Wollknäuel, das von einer Katze so richtig heftig durcheinandergebracht wurde (Schwangerschaft), das wir dann erst einmal entfädeln mussten (Geburt) und das wir nun ganz neu zusammengesetzt haben (Erste Zeit mit Kind). Das Knäuel sieht jetzt eben ganz anders aus als zuvor, vom Muster her, von der Konsistenz her, von der Farbe her. Es sieht aber eben trotzdem irgendwie cool aus. Neu, aber toll.
Andere haben vielleicht weniger Geduld beim Fädeln und wenn am Ende nur noch ein verknotetes Fadenknäuel übrig bleibt, dann kann das zu erheblichen Problemen führen. Mit das erste, was ich zum Thema Zwillinge und Zwillingseltern gelesen habe, als ich schwanger wurde, war übrigens, dass die Scheidungsrate bei Zwillingseltern viel höher ist, als die Scheidungsrate von Einlingseltern. Na danke. Vielleicht war es aber auch ganz gut, das zu wissen, um von Anfang an auf uns aufzupassen.
Schau Dir Sandy Meyer-Wölden und Oli Pocher an, jetzt mal als prominentes Beispiel. Sie haben exakt dieselbe Kinder-Zusammenstellung wie wir. Erst ein  Mädchen, dann Zwillingsjungs. Und wie man aus den Medien erfährt, haben sie es nicht geschafft. Da ist also scheinbar tatsächlich etwas dran an dem Beziehungsrisiko Kind.
Die Frage, welche EINE Person ich mit auf eine Insel nehmen würde, die Du Dir da gestellt hast, die stellt sich natürlich ganz anders, wenn man mehrere Kinder hat. Beziehungsweise: Sie stellt sich gar nicht mehr. So haben ja auch viele unserer Leser argumentiert. Bei uns ist die „Konkurrenz“ nicht mehr eins zu eins, Kind gegen Partner, sondern eben 3:1.  
Also Caro, wie wär´s mit einem zweiten Kind, damit du Dir diese Gedanken nicht mehr machen musst (Spaß!)? Nein, mal im Ernst. Du sagst das ja selbst ganz oft: Ich brauche Zeit, die ich nur mit meinem Partner verbringe. Meine Cousine sieht das genauso, sie hat jede Woche einmal eine Babysitterin, dann ist „Date Night“ für sie und ihren Liebsten. Mal gehen sie bowlen, mal essen, mal wellnessen. Herrlich. Bei uns schaffen wir das in dem Rhythmus leider nicht. Eins aber haben wir uns erhalten: Ein Wochenende im Jahr verbringen wir allein in einer anderen Stadt. Und trotzdem ist das kein Geheimtipp, der auf jeden Fall zur Erhaltung einer Beziehung führt. Es braucht viiiiiel Verständnis von BEIDEN Seiten, Geduld und Respekt, denke ich.
Neulich hab ich ein frisch verliebtes Paar im Park beobachtet. Um die 16/17 Jahre alt. Um sie herum sprühten Funken, so verliebt waren sie. Und da dachte ich, ja: Deswegen schwärmen so viele von ihrer ersten großen Liebe. Weil es eine Liebe sein durfte, in der man noch nicht über Steuererklärungen brühten musste, über den leeren Kühlschrank am Abend und über das Schrubben des Waschbeckens nach dem Zähneputzen…                                                                                                        Fotoquelle
               
Die Lisa ist zurück und philosophiert über die Liebe ohne Steuererklärung | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-mama-identitaetskrise-wenn-frauen-aus-dem-baby-kosmos-auftauchen-und-sich-neu-sortieren
         Das Baby wird größer und die Mama kommt ins Grübeln. Wo soll denn mein Weg eigentlich hinführen? Lisa hatte Besuch von einer Freundin, die sich genau darüber gerade Gedanken macht. Sie hat ihr einen Brief geschrieben, der vermutlich nicht nur für ihre Freundin, sondern im Grunde für alle Mütter in dieser Lebensphase gilt.
Liebe Nina,
so schön, dass du am Wochenende zu Besuch warst und wir uns mal wieder gesehen haben! Und weißt du was? Ich konnte so gut verstehen, dass du dein kleines Baby-Töchterchen vermisst hast, das waren schließlich die ersten zwei Nächte ohne sie! „Ich habe mich überschätzt“, hast du gesagt. Wie oft wir Mütter das tun! So geht das los… 
Du führst jetzt echt genau das Leben, das ich vor zehn Jahren führte. Du schiebst mit deinem Baby durch Prenzlauer Berg, wohnst am gleichen Platz wie ich damals, steuerst die gleichen Cafés an und himmelst dein blauäugiges Kind an – wie ich damals. Ich denk soo gern dran zurück. Und freu mich so, dass ich das durch dich jetzt nochmal ein klitzekleines bisschen wiedererleben darf. Und doch gibt es einiges, das ich erst jetzt zu schätzen weiß und einiges, das ich nicht misse. Schlaflose Nächte zum Beispiel. Das ständige Rätselraten, was das Baby jetzt wohl hat, warum es schreit, ob es wächst oder zahnt oder müde ist. Es kann ja noch nicht SAGEN, was los ist. Und da war noch etwas.
Ich nenne es die Mama-Identitätskrise.
Wir Ninas und Lisas und Katharinas dieser Welt stecken so viel Elan in unsere Kinder, so viel Schwung und so viel Liebe. Wir stürzen uns in die Untiefen des Familienkosmos und inhalieren das Abenteuer, lassen uns umschiffen von dem warmen Wohlgefühl der uns umhüllenden Wellen – und dann tauchen wir irgendwann wieder auf. Und merken: Huch, mich gibt´s ja auch noch! Ich war ja nicht immer Mama! Ich war ja auch noch so viel mehr! Und bin es noch. Aber wo ist das alles hin? Die Selbstsicherheit der Business-Frau, die ich mal war, die Schlagfertigkeit gegenüber Freunden, mit der ich mal glänzte. Ist das alles verloren? Kann ich überhaupt noch was? Oder kann ich nur noch Mutti?
Werde ich jemals wieder etwas anderes machen als stillen, wickeln, schuckeln? Ist Arbeiten überhaupt noch möglich? Und falls ja: Was kann ich noch und wo will ich überhaupt hin? Hab ich bislang in dem Job gearbeitet, der mich erfüllt? Ist das ein Job, für den es sich „lohnt“, mein Kind einige Stunden in die Obhut eines anderen zu geben? Oh Gott, ich kann mein Baby niemals abgeben. Noch ein Jahr Elternzeit? Reicht das finanziell? Reicht mir das intellektuell? Verpasse ich den Anschluss? An die Kollegen, an die Welt da draußen?
Liebe Nina, in genau dieser Phase steckst du gerade und ich weiß noch, wie dieses Fragengewitter über mir einbrach, das mich kalt und heiß hin- und herschleuderte.
Es ist wunderbar, mit dem Wissen, zehn Jahre später wieder im Job zu sein UND drei tolle Kinder und ein wunderbare Familie zu haben, zurückzudenken an die Babyzeit, weil man schon weiß, wie es ausgehen wird. Aber das weißt du ja jetzt noch nicht. Und das ist zermürbend. Manchmal, wenn ich den Mann morgens zu seiner Arbeit, in sein altes Leben gehen sah, war ich neidisch. Der kann einfach so weiter machen wie zuvor. Ich kann das nicht. Ich habe darüber auch mal geweint oder nachts wach gelegen. Jetzt kann ich sagen: Zum Glück. Denn ich hab so ziemlich genau das gefunden, was ich machen will und das hätte ich vermutlich nicht, wenn ich nicht stundenlang mit meinem Baby durch den Kiez geschoben hätte. Wenn ich einfach weiter für einen Arbeitgeber x geschuftet hätte. Vielleicht hätte ich dann mehr Geld, aber so viel weniger mich selbst.
Es gibt keine Universallösung für die Mama-Identitätskrise, aber es gibt eines, das wirklich helfen kann. Und das ist Vertrauen. Vertrauen in dich selbst und Vertrauen in die Zukunft. Und wenn dein Selbstvertrauen gerade ein bisschen wanken sollte, dann hol es dir von denen, die dich mögen, von deiner Familie, von deinen Freunden, von alten Arbeitskollegen – von mir.
Du bist eine so tolle Frau, du wirst deinen Weg machen, da bin ich mir absolut sicher. Nur weißt du im Moment noch nicht, wie der aussehen soll. Und so anstrengend dieser Zustand auch ist, so wichtig ist er. Du häutest dich gerade! Aus dir ist eine Mutter geworden. Du hast Seiten an dir kennengerlernt, die dir bislang verborgen waren. Jetzt sortierst du dich einfach gerade neu. Ein Baby reagiert auf solche Entwicklungsschübe mit Trotzphasen – Mütter mit Zweifeln. Weil alles so neu ist, weil sich das Leben neu sortiert. Deine Lebensprioritäten haben sich verschoben und in dieser neuen Welt musst du dich nun erst einmal zurechtfinden. Glaub mir, du wirst gestärkt aus dieser Phase hervorgehen. Auch wenn du jetzt sagt: Ja, aber ich bin doch gar kein Macher!
Und ob du ein Macher bist! Dein Kind ist noch nicht eins und du machst dir schon Gedanken über die Zukunft. Über deine Zukunft, besonders beruflich. Du weißt ziemlich genau, was du nicht willst und auch das ist schon ein großer Schritt. Und ob du nun ein Blog gründest oder eine Firma,  ob du einen Roman schreibst oder Tagesmutter wirst… Das wird dir einfallen, wenn die Zeit reif ist. Und lass dich ja nicht von den Businessfrauen um dich herum verunsichern. Denk immer dran, die sehen, während du deiner Tochter gerade beim Lächeln und Laufernlernen zuschaust, in das Gesicht ihres Chefs oder Kollegen und fragen sich genauso: Will ich das so? Ist es das wert? Wirklich! Wir sind doch Menschen und keine Maschinen. Alle haben mal Zweifel. Und fragen sich, ob das Gras auf der anderen Seite des Zaunes nicht doch noch grüner ist.
Du hast bestimmt nicht damit gerechnet, wie toll deine Tochter am Ende sein wird. Sie ist das Beste, was dir je passiert ist! Und sie hat dich zum Nachdenken gebracht, was du aus deinem Leben machen möchtest. Sie hat alles durcheinander gewirbelt und wird das auch noch eine Weile tun. Aber das ist kein Grund zum Verzweifeln. Jedenfalls nicht, solange du dir und euch vertraust. Eher wird dich das irgendwann sehr dankbar machen, glaube ich. Du wirst deinen Weg gehen, nein du gehst ihn schon längst. Ich kenne dich ja. Und bin positiv gespannt auf alles, was da noch so kommt.
Deine Lisa

 
               
Die Mama-Identitätskrise: Wenn Frauen aus dem Baby-Kosmos auftauchen und sich neu sortieren | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-typische-corona-woche-ein-stimmungsschwank-in-mehreren-akten
       
Ihr Lieben, ich möchte vor diesem Text eine Warnung aussprechen. Weil er Spuren von Übertreibung und Fiktion enthalten könnte. Für wen das gerade nicht in Frage kommt, einfach wieder wegklicken. Okay?



Die archetypische Corona-Woche



Dieser Text möchte niemanden angreifen und verlangt auch keine Angriffe. Er überspitzt unseren Corona-Alltag mit Homeschooling-while-working – ohne selbst an Corona erkrankt zu sein und mit Eltern, die zumindest zum Teil im Homeoffice arbeiten können. Luxuslage also quasi.



Und mit drei Teenagern, die jeden Morgen aus dem Bett springen und „Jiippiiiiiiieh, endlich wieder Arbeitsblätter bearbeiten rufen!“ (Natürlich nicht, auch das war ein Spaß. Zur Vorbereitung auf den Text.)



Montag: Los geht´s mit größter Motivation



Montag: Der Drucker läuft auf Hochtouren, Pläne werden gemacht. Der Wille ist da, alles besser zu machen als in der letzten Woche, wo es mal wieder eskalierte. Wir schaffen das schon. Tschakkalakka. Im Hintergrund der Sound von TikTok-Video-Gelächter. „MEDIEN WEG, SONST HAGELT´S VERBOTE.“ „Leg doch erstmal selbst dein Handy weg, Alda. Chill mal, Mama!“



Dienstag: Oh je, wir schaffen das niemals



Dienstag: Puh, ganz schön viel zu tun. So viel. Wie soll man das alles schaffen? Also, da mach ich lieber gar nichts. Warum sind eigentlich die Tage so lang, die Wochen aber so kurz? Die Jungs haben wieder HUNGEEEER! Und oh je, Merkel will wieder neue Regelungen bekanntgeben.







Ich will mich nicht dafür interessieren. Tu es aber leider. Und werde schier wahnsinnig über die Ungewissheit. Ich wüte und stampfe in meinem Zimmer, weil mich die Welt vergessen hat hier in der Einöde. Ich will das so nicht mehr. Alle sind gegen mich. Die Kinder, das Virus, ich hab keinen Bock mehr. Ich will meine Freunde, meine Freude, mein Früher zurück. Nie werden wir wieder normal leben können. 



Mittwoch: Es geht doch! Wir schaffen das



Mittwoch: Oh, die Sonne scheint, wie schön. Die Kids behaupten mit dem Wochenplan „fast fertig“ zu sein. Komisch, nachdem sie gestern und vorgestern quasi nichts getan haben. Ich glaub´s jetzt einfach mal. WEIL ICH ES GLAUBEN WILL. Aus Selbstschutz.



Die Kinder halten mit Zettel hin, wenn ich telefoniere. Sie wirken sehr überzeugend.



In der Pressekonferenz werden neue Verschärfungen bekannt gegeben. Ha! Das kann mir gar nichts (ich hab ja schließlich gestern schon vorgeheult). Das kriegen wir schon auch noch hin. Und mal ehrlich, ist ja auch sicherer so. Wegen der Gesundheit. 



Donnerstag: Am Ende der Nerven noch so viele Aufgaben übrig



Donnerstag: Geschwisterstreit schon vor dem Frühstück. Jobs, die echt dringend erledigt werden müssen. Im Hirn ne Massenkarambolage an ToDos. SO soll das jetzt wochenlang weitergehen? Das HALT ich nicht aus. Wo ist mein Leben hin? Alle wollen immer was von mir. Niemandem genüge ich grad. Nicht mal mir selbst. Wie hässlich ich bin. Scheiß Corona bringt Pickel und graue Haare.



Und die Kinder sind so lauuuut, jeder Schrei jedes Gepolter ein weiterer Stich in meine offene Wunde. Aua. Ich geh jetzt wutwalken. „Kiiiinder, alle an die Playsi oder an Netflix, dies ist ein Befehl.“ „Jipppieh! Geht doch Mama!“ Tür hinter mir zu. Bocklos loslaufen. Aus dem Weg, hier kommt das Mama-Mutanten-Monster!







Gute Musik hören. Einem Nachbarn zuwinken. Oooh, Menschen. Adrenalin ausschütten. Glückhormone auf halber Strecke. Allen per Whatsapp schreiben wollen, wie toll sie sind, wie sehr ich sie mag. Essen machen. Ist ja doch ganz nett diese Familie.



Erst abends kommen die Gespenster zurück. Ich komm nicht in den Schlaf, weil: zu viele Medien erlaubt. Zu wenig beim Homeschooling hinterhergekommen, wieder nicht bei xy gemeldet – und aaaaah, Hiiilfe, morgen ist Abgabetag.



Freitag: Eskalation deluxe



Freitag: Eskalation deluxe. Die Mathe-Aufgaben sind plötzlich verschwunden. Weg! Wir finden sie erst nach einem Vukan-Ausbruch am anderen Ende des Heftes. Huch. Oh, schon 12 Uhr, nächste Abgabe. Ei, das 3D-Haus in Kunst muss auch noch fertig werden. Wie lad ich das eigentlich gleich hoch? Anrufe von der Arbeit. Oops, noch nicht geschafft, ich setz mich nachher dran. Oder am Wochenende. Ah, aber das brauch ich doch zur Erholung.



Oh, jetzt erstmal noch ne Videokonferenz für die Kinder, wo ist das Material dafür? Ach, oben, Mist, letzte Session war ja im Kinderzimmer. Rennen. Poltern. Kalorien verbrennen. Alles brennt.



Um 18 Uhr nach der letzten Abgabe zusammenfallen. Abends nur noch tot ins Bett fallen. Nichts geht mehr. Nie werde ich wieder aufstehen können. Ich bin so platt, platter geht´s gar nicht. Wie kann uns Corona so viel nehmen und trotzdem so anstrengen?



Samstag: Wieder zu sich kommen



Samstag: Wacklige Seele. Erstmal Kaffee. Bloß kein falsches Wort. Nein, wir reden nicht über Homeschooling! Verboten! Was machen wir Schönes? Spazieren oder spazieren? Buuuh, auf keinen Fall. Ok, nur wir Großen. Mal raus hier aus dem Puff. Müsste ich jetzt Arbeit nachholen? Mal richtig aufräumen, das Homeschool-Zeug aus der gesamten Wohnung zusammensuchen und ordnen? Oder brauch ich Ruhe? Badewanne, Buch lesen?



„Boah, bist du lost“, sagen die Kinder. „Du machst heut GAR nix“, sagt der Mann. „Du brauchst deine Kraft ab Montag wieder“. Ok. Buch lesen. Herrlich. Zeitung. Kids Geräte erlauben. Zum Duschen überreden. Rausgehen dealen (erst Playsi nach ner Runde Fußball, klaro?). Sind ja schon süß die Kleenen so ohne Homeschool-Alarm. Megacoole Leute. Abends Couch gammeln. Sonntag. Oh, bisschen Kraft wieder. Bloß weiter schonen. Wie schön ist ein Leben ohne Anforderungen eigentlich?! Herlich.



Mit das Spannendste, was wir diese Woche erlebt haben.



Sonntag: Das Leben ist ja doch ganz schön



Sonntag: Was machen wir heut? Woanders spazieren, yay. Hochwasser gucken am Rhein. Kein Bock. Ach komm. Danach sind immer noch sechs Stunden vom Tag übrig. Torte holen. Hm. Fühlt sich fast wie so ein Leben an, oder? Behalt ich mir, der Montag kommt früh genug wieder.



Und wieder auf Anfang.
               
Die typische Corona-Woche: Ein Stimmungsschwank in mehreren Akten
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/distanzunterricht-mit-extra-herausforderung-ben-hat-adhs
       
Liebe Sabine, dein Sohn geht in die 3. Klasse und hat eine stark ausgeprägte ADHS Erkrankung. Bitte erzähl uns mal, wie das Euren Alltag beeinflusst.



Ben ist ein sehr impulsives Kind, das oftmals Gefahren nicht einschätzen kann und gerne übers Ziel hinausschießt, wie man so schön sagt. Im Alltag ist es insofern schwierig, dass er kein Ende kennt, immer sofort extrem eingeschnappt ist, und sich – was schulische Dinge betrifft – sofort verweigert, wenn etwas nicht läuft.



Im Umgang mit seinem jüngeren Bruder müssen wir immer ein Auge darauf richten, dass die Situation nicht eskaliert und über den üblichen Geschwisterstreit hinaus ggf. aggressiv endet. Auch sind die einfachsten Alltagsdinge für ihn schier unmöglich zu bewältigen. Sei es das Anziehen, Zähneputzen oder einfach nur mal eine Milch aus dem Keller holen.



Die extrem leichte Ablenkbarkeit führt dazu, dass wir ihn immer wieder erinnern, ermahnen oder eben komplett anleiten müssen. Und wenn dann mal ein normaler Tag nicht so läuft wie immer (z.B. weil man verschlafen hat) dann führt das in Bens Fall dazu, dass noch weniger Bereitschaft da ist mitzuwirken. Der Bewegungsdrang als solches ist unstillbar und kaum händelbar, wobei wir natürlich unser Möglichstes versuchen. 



Wann ist dir das erste Mal aufgefallen, dass dein Sohn „anders“ ist?



Ben war ein Schreibaby und hat mich schon damals ziemlich viele Nerven gekostet. Selbst die Hebamme erinnert sich nach so vielen Jahren immer noch an diese erste Zeit. Im Kleinkindalter fiel er dadurch auf, dass bei manchen Dingen so gar kein Lerneffekt eintrat (z.B. lauf nicht auf die Straße, da fahren Autos). Ben rannte gerne weg, kletterte überall hoch und höher und im Kindergarten gab es unentwegt Konfliktsituationen mit Elterngesprächen.



Dabei empfand ich aber zunächst nicht, dass Ben anders ist, sondern hatte vielmehr oft das Gefühl, dass wir bzw. ich als Elternteil versagt hatte und nicht in der Lage schien, mein Kind vernünftig zu erziehen.



Wie waren Deine Gedanken und Gefühle, als Dein Sohn in die Schule kam?



Nachdem durch Frühförderung, Elternberatung und unzählbare Gespräche im Kindergarten bereits eine leise Vermutung der ADHS im Raum stand, sahen wir der Einschulung natürlich mit gemischten Gefühlen entgegen. Allerdings hoffte ich auch, dass es vielleicht auch gar nicht so schlimm werden würde. Aber wir sollten schon nach der ersten Woche eines besseren belehrt werden.



Ben ging in der Schule über Tische und Bänke, hielt sich an keine einzige Regel, es flogen Stühle, Tische, Etuis, Stifte wurden zerbrochen und das schlimmste war, dass er sich auch anderen Kindern gegenüber oftmals gewalttätig zeigte. Bereits nach der ersten Woche hatten wir ein Gespräch mit der Lehrerin und der Schulleitung. Ganz oft musste ich Ben eher abholen, weil es einfach nicht funktionierte. Die Schule suchten wir damals einfach nach Wohnort aus und da Ben auch einen älteren Bruder hat, kam er eben auf die gleiche Schule. Da ja zu diesem Zeitpunkt auch noch keine wirklichen Diagnosen gestellt waren, handelte es sich also um die ganz normale Regelschule, die er auch nach wie vor besucht.



Ben hat in der Schule eine spezielle Unterstützung. Erzähl mal.



Schon im ersten Halbjahr von Bens Schulzeit wurde Ben auf Medikamente eingestellt, da er kaum noch händelbar war. Auch hier waren immer gemischte Gefühle vorhanden, denn wir wollten unser Kind ja schließlich nicht „ruhigstellen“, wobei man hier ganz klar sagen muss, dass man einem Bluthochdruckpatienten ja auch nicht seine Medikamente vorenthält und die Wissenschaft und Forschung hier heute schon viel viel weiter ist.



Es stellte sich eine etwas entspanntere Zeit ein, aber den Schulstoff den Ben im ersten Halbjahr verpasst hatte, konnte er nicht mehr aufholen. Zumal ihm auch gerade das Lesen und Schreiben, trotz verschiedenster Techniken nicht gelingen wollte. Ich nahm auf Anraten und durch viel Eigenrecherche dann Kontakt zum Jugendamt auf, über die man gemäß §35a SGB VIII einen Antrag auf Jugendhilfe für von seelischer Behinderung bedrohter Kinder stellen kann.



Eine letztendliche Entscheidung des Jugendamtes ließ lange und nach noch mehr Diagnostiken und Stellungnahmen auf sich warten. Erst am Ende des 2 Schuljahres wurde uns eine Integrationskraft, in Form einer pädagogischen Fachkraft genehmigt. Diese sollte Ben ab dem kommenden Schuljahrstart (er musste die 2 Klasse aufgrund der vielen Defizite wiederholen) für 20 Stunden in der Woche begleiten. Seine Aufgaben bestehen natürlich in erster Linie darin, Ben anzuleiten, überhaupt zu arbeiten, darauf zu achten, dass er einigermaßen an seine Aufgaben/Blätter/Stifte denkt und deeskalierend einzugreifen, wenn Ben in die totale Verweigerung geht.



Diese pädagogische Fachkraft kommt von einem Träger, wie z.B. der Caritas, der Diakonie oder eben von Hilfeeinrichtungen, die aber vom Jugendamt ausgewählt und bezahlt werden. In manchen Wochen, wenn mal wieder in der Schule gar nichts geklappt hat, hat er sich z. B. auch freitags in der Schule mit Ben hingesetzt und Dinge nachgearbeitet. Da in diesem Sommer endlich eine Diagnose im Bezug einer massiven Lese- und Rechtschreibschwäche gestellt wurde (die ich schon länger vermutete und leider oftmals so wie auch Dyskalkulie eine Begleiterscheinung der ADHS sein kann) sollte er nun auch Ben bei dem Verstehen von Aufgabenstellungen helfen. Denn spätestens, wenn die Zeit der Mathe-Textaufgaben anbricht, ist der größte Mathe-Profi aufgeschmissen, wenn er nicht lesen kann



Nun ist ja seit einigen Wochen kein Präsenzunterricht mehr und die Integrationskraft hilft Deinem Sohn somit nicht mehr. Wie klappt das Homeschooling bei Euch?



Schon im Lockdown im März war eine Beschulung bei gleichzeitiger Betreuung eines Kita-Kindes und selbst Arbeiten unmöglich. Die ganze Situation laugte mich so aus, dass ich psychisch richtig angeschlagen und fast acht Wochen krankgeschrieben war, letztendlich schickte ich dann unseren Jüngsten stundenweise in den Kindergarten um mich zu 100% Ben widmen zu können.



Ich versuche jetzt im zweiten Lockdown durch strukturiertes und dosiertes Vorbereiten die Aufgaben dementsprechend aufzuteilen. Mathe klappt eigentlich gut. Aber in Deutsch ist er ohne meine Hilfe komplett aufgeschmissen. Hinzu kommt, dass er so schnell ermüdet, dass eigentlich nach 10min schon die Luft raus ist. Er muss immer wieder angehalten werden, zu schreiben, zu rechnen, aufs Blatt zu schauen. Und wenn er dann etwas nicht sofort versteht, dann fliegt alles durch die Gegend, es wird gebrüllt, geschrien und er macht gar nichts mehr. Er hat dazu auch überhaupt gar kein Zeitgefühl und jeden Morgen führen wir eine Grundsatzdiskussion über alles.



Was sind gerade die stressigsten Momente bei Euch?



Das fängt eigentlich schon morgens beim Aufwachen an. Da Ben weder Zeit noch Ortsgefühle kennt und in den meisten Fällen seinen kleinen Bruder voll auf seiner Seite hat, ist es schon eine Tortur die zwei zum Frühstücken zu bewegen, ohne das nicht mindestens schon einer geweint oder gebrüllt hat. (Dabei ist Ben aber die treibende Kraft, der eben immer höher schneller weiter möchte).



Ben schafft es bis heute nicht sich selbstständig in angemessener Zeit anzuziehen und Zähne zu putzen. Er würde auch niemals seine Aufgaben alleine anfangen. Ich muss ihm alles vorbereiten, mehrfach erklären und über den gesamten Vormittag immer wieder schlichtend und helfend eingreifen. Und abends kommt dann noch diese unendliche Energie, die über den Tag gar nicht abgebaut werden konnte, während ich schon zweimal fertig in der Ecke liege.



Du bemühst Dich gerade beim Jugendamt um eine Entlastung. Um was geht es da genau?



Da unser Sohn eine bewilligte Integrationskraft gemäß §35a SGB VIII hat, aufgrund seiner Defizite und Einschränkungen, ist natürlich gerade für ihn und uns die Schulschließung eine Vollkatastrophe. Die Integrationskraft mit den dementsprechenden Geldern wird immer nach halbjährlichen Gesprächen im großen Kreis (Lehrerin/Träger/I-Kraft/Jugendamt) bewilligt.



Ich habe im ersten Lockdown beim Jugendamt angefragt, ob die Integrationskraft nicht wenigstens ein paar Stunden zur Entlastung zu uns nach Hause kommen kann. Einmal, um die Bindung natürlich zu erhalten und zum anderen, um eben auch hier eine 1 zu 1 Betreuung zu haben und mich als Hauptperson zu entlasten.



Allerdings ist das hiesige Jugendamt der Auffassung gewesen: Keine Schule-keine Integrationskraft. Nun im zweiten Lockdown habe ich erneut nach Hilfe gefragt und zunächst wieder eine Absage erhalten, obwohl ich durch ein seriöses ADHS-Forum weiß, dass es sehr wohl in NRW mehrere Städte gibt, die in diesem Bezug anders entschieden haben. Es wäre ja schon eine Entlastung, wenn der I-Helfer nur alle 2 Tage käme, oder 10 Stunden in der Woche, eben um auch mal einen Abstand nehmen zu können und die gesammelte Wut oder Ablehnung oder Verweigerung an jemand anderem abprallen zu lassen und überhaupt ein Lernen möglich zu machen. Nur leider steht das Jugendamt, das in diesem Fall auch in alleiniger Zuständigkeit handelt, auf einem anderen Standpunkt.



Und es kann weder die Lehrerin, noch der Träger, die Integrationskraft oder auch das Kreisamt nachvollziehen, an die mich auch bereits hilfesuchend gewendet habe. Im Gegenteil. Wird in anderen Bezirken eher wohlwollend und den Eltern entgegenkommend entschieden, bekomme ich noch nicht einmal eine Erklärung oder Antwort. Zuletzt hatte man mir nun angeboten, unseren Sohn in die Notbetreuung der Schule zu schicken, dann dürfte ihn die Integrationskraft auch begleiten. In eine Notbetreuung, die eben für Notfälle gedacht ist, da jeder auf diesem Planeten gerade darum bittet, möglichst zu Hause zu bleiben. Selbst in der Corona-Betreuungsschutzverordnung des Landes NRW steht es so drin.



Ich habe in der vergangenen Woche einen 2-seitigen Beschwerdebrief an das Jugendamt und den Bürgermeister geschrieben und bis heute keine Antwort erhalten. Ich habe mir die Finger wund telefoniert, habe Kompromissvorschläge gemacht, habe nach dem Vorschlag mit der Notbetreuung nochmal eine lange E-Mail verfasst, die Corona-Betreuungsverordnung rauf und runter gelesen und angefügt und es passiert nichts. Man lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern und das ist leider nicht das erste Mal, sondern ist genauso passiert im Bezug auf die Bewilligung der Integrationskraft über Monate und zuletzt im Bezug auf die dringend benötigte Lerntherapie, auf die wir jetzt schon seit über einem halben Jahr warten. Das Jugendamt hat es trotz mehrfacher Schreiben und Bitten einfach ausgesessen.



Was macht das mit Dir?



Ich bin ganz schön am Ende, jeder Tag ist ein Abenteuer. Meine berufliche Karriere habe ich an den Nagel gehängt, ich habe Schlafstörungen. Ich möchte doch nur, dass mein Kind – das sich diese Erkrankungen nicht ausgesucht hat, einen guten Start ins Leben bekommt.



Ich habe mitunter das Gefühl, das die Behörde in diesem Fall die Erschöpfung und vielleicht auch die Unfähigkeit für sich nutzt, um Geld einzusparen, weil eben nicht jeder mehr die Kraft aufbringen kann, auch noch an dieser Front zu kämpfen. Das macht mich extrem wütend.



Du hast ja noch zwei weitere Kinder. Hast du das Gefühl, denen gerecht zu werden?



Nein, meinen beiden anderen Kindern werde ich definitiv nicht gerecht. Unser Großer ist fast 18 und kommt zum Glück schon sehr gut alleine klar, aber wenn ich mir überlege, wieviel Zeit wir natürlich auch in vergangenen Jahren für Ben aufwenden mussten, tut es mir schon leid, dass er manches Mal seinen Weg irgendwie allein gehen musste.



Und unser Jüngster mit gerade mal 4 Jahren läuft halt einfach so mit, er ist zwar grundsätzlich viel pflegeleichter und umgänglicher als Ben das jemals war, aber er schaut sich auch viel ab und dann schaukelt sich das auch ganz schnell sehr hoch und gerade jetzt im Lockdown ist oftmals das Tablet gerade im Vormittagsbereich der Retter in der Not und das macht mir neben einem extrem schlechten Gewissen auch ein extrem schlechtes Gefühl.



Was wünscht du dir für die nächsten Wochen? 



Ich hoffe und bete gerade, dass meine Mutter-Kind-Kur nicht noch einmal abgesagt wird. Normalerweise wäre ich letztes Jahr im April gefahren, dies wurde dann jetzt auf den 02.02 dieses Jahres verschoben. In die Kur fahre ich nur mit unserem jüngsten Sohn und erhoffe mir trotz natürlich vieler Einschränkungen endlich mal etwas Luft zu holen und vor allem auch mal Zeit für den Kleinsten zu haben.



Ich wünsche mir außerdem, dass dieses ganze Dilemma mit dem Jugendamt noch ein gutes Ende findet. Und für die Zukunft einen laaaangen Urlaub mit meiner besten Freundin, den wir eigentlich auch schon im vergangenen Jahr machen wollten. Mit Mojito in der Hand am Strand liegen und endlich wieder Normalität. Und für meinen Sohn hoffe ich, dass er trotz aller Widrigkeiten im Leben seinen Weg findet und glücklich wird.




               
Distanzunterricht mit Extra-Herausforderung: Ben hat ADHS | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/drillings-mama-ein-kind-starb-kurz-nach-der-geburt
       
Liebe Doro, vor 4,5 Jahren hast Du Drillinge entbunden, leider kamen die Babys viel zu früh. Bitte erzähl uns von der Schwangerschaft.



Meine Schwangerschaft mit den Drillingen war schwierig. Meine Frauenärztin diagnostizierte bei mir ein PCO-Syndrom und meinte auf natürlichem Weg wird es schwierig schwanger zu werden. In der Kinderwunschpraxis wurde gesagt, dass wir zunächst mit Tabletten (Colomifen) versuchen, dass die Eizellen weit genug heranreifen, um dann gezielt einen Eisprung auszulösen. Tja, bei der Kontrolle vor dem Wochenende hieß es: „Wir warten noch bis Montag“. Am Montag hieß es: „Oh, sie hatten jetzt schon von alleine einen Eisprung, vielleicht haben wir ja Glück.“ Die Drillinge sind also das Ergebnis eines unkontrollierten Eisprungs nach einer Überstimulation meiner Eizellen. Das Ganze hätten wir uns sparen können, denn heute weiß ich, mein PCO-Syndrom wurde fehldiagnostiziert. 



Dass es gleich drei Kinder sind war sicher eine große Überraschung….



Ja, das war eine große Überraschung. Wir haben uns aber sehr gefreut. Leider war mir zwischen der 7. und 18. SSW  konstant schlecht und ich behielt nahezu nichts bei mir. Besser wurde es erst, nachdem ich 1 Woche in der Klinik war und dort deutlich stärkere Medikamente gegen die Übelkeit bekam. Zu diesem Zeitpunkt war ich trotz 3 Kindern in meinem Bauch um 8 Kilo leichter geworden.



Bereits in der 12. SSW stellte sich heraus, dass unsere Kleinste unterversorgt war. Leider waren ihre Plazenta und die ihres Bruders zusammengewachsen und sie bekam sozusagen nur die Reste, die er übrig ließ. Somit war nicht gewiss, ob sie die Schwangerschaft überleben wird.  Wie war der Tag der Geburt? Um die 22. SSW wurde bei mir dann ein verkürzter Gebärmutterhals festgestellt und ich blieb mit strenger Bettruhe in der Klink. 



Am Morgen des 06.05.2015 bei 26+2 SSW wurde bei einem Routine-Ultraschall festgestellt, dass sich Wasser in meinem Bauchraum und in der Lunge eingelagert hatte. Die Diagnose hieß HELLP-Syndrom, schwere Schwangerschaftsvergiftung. Der Kaiserschnitt wurde für den nächsten Morgen geplant.



Abends wurden aber dann die Werte von unserer Kleinsten, die sich als starke Kämpferin entpuppte, schlechter und es wurde ein Notkaiserschnitt unter Vollnarkose gemacht. Ich glaube, mein Gehirn hat sich an diesem Tag in irgendeinen Schutzmodus umgestellt, denn ich war relativ ruhig und entspannt, als es los ging. Ich fühlte mich sehr gut in der Klinik aufgehoben.



Als ich aus der Narkose aufwachte, war mein Mann bei mir. Er sagte, dass alle drei Kinder auf der Frühchenstation versorgt werden. Somit war für mich klar, dass alle drei Kinder leben – und ich war erstmal erleichtert.



Wie ging es den Kindern nach der Geburt?  Meine Zwerge kamen gegen 21.30 Uhr mit 780g (Sohn M.), 736g (Tochter R.) und 460g (Tochter E.) auf die Welt und wurden sofort intensiv-medizinisch versorgt. Alle mussten einmal reanimiert werden und konnten nicht selbstständig atmen.



Die Ärzte waren sehr vorsichtig mit Prognosen. Bei so frühen und kleinen Frühchen ist es fast unmöglich, genaue Prognosen zu machen, weil vieles auch von den Kindern selbst und ein wenig vom Glück abhängt. Ich durfte die Kinder am Abend des 07.05 – also ca. 24 Stunden nach der Entbindung – das erste Mal sehen. Sie waren so winzig und dennoch so schön. Richtig zu begreifen, dass das jetzt meine Kinder sind, fiel mir noch schwer. Den Kindern ging es zu diesem Zeitpunkt sicherlich allen nicht gut, aber sie waren stabil und am Leben.



Euer kleines Mädchen ist leider verstorben. Wann habt Ihr sie verloren? Drei Tage nach der Entbindung hatten wir ein langes Gespräch mit dem Kinderarzt. Er sagte uns, dass alle drei Kinder schwere Hirnblutungen entwickelt hatten, man wisse nicht, wie diese sich entwickeln würden. An Tag elf ging es unserer Tochter R. sehr schlecht, der Arzt sagte, dass sie die Nacht voraussichtlich nicht überleben werde. Und falls doch, dann sei die Prognose, dass R. mehrfach schwerstbehindert ist und sie keinerlei Lebensqualität mehr habe.



Wir entschieden uns, unsere Kleine auf ihrem Weg zu begleiten, indem wir sie zum Kuscheln aus dem Inkubator holten und sie nur noch die medizinische Unterstützung bekam, die sie brauchte, um nicht zu leiden. Gegen 1:30Uhr am 18.05.2015 hörte ihr Herz auf zu schlagen. Ich durfte unseren kleinen Engel selbst waschen und in ein sauberes Tuch wickeln. In dieser Nacht hatten mein Mann und ich das erste und einzige Mal mit unserer Tochter kuscheln können.



Kannst Du beschreiben, wie Ihr Euch da gefühlt habt – auf der einen Seite die Trauer und das Kind, aber auch stark sein müssen für die anderen beiden? Meine Gefühle in den Stunden, in denen wir die kleine Maus verabschiedet haben, sind bei mir emotional wie ein schwarzer Fleck in der Erinnerung. Ich weiß nicht, was ich gefühlt habe. Ich habe funktioniert und versucht, ihr soviel Liebe wie nur möglich mit auf ihren Weg zu geben.



Die Zeit danach war ein Auf und Ab. Einerseits verspürten wir unbändige Trauer über den Verlust und zugleich waren da diese zwei anderen winzigen Babys, die uns brauchten. Die beiden kämpften und jeden Tag mussten wir für sie Entscheidungen treffen – und nebenbei musste die Trauerfeier und die Beisetzung geplant werden. Ich kann heute sagen, dass ich durch den Verlust von R. unsere anderen beiden Drillingskinder mit allen Problemen und Besonderheiten, die sie haben, noch mehr als Geschenk sehe. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie leben!



Wie lange mussten die beiden Kinder noch im KH bleiben?



Wir waren insgesamt fast das komplette erste halbe Jahr stationär in der Klinik. Unsere Tochter E. musste mit nur 700g für eine Herz-OP in eine andere Klinik gefahren werden. Beide Kinder entwickelten in Folge der Hirnblutungen einen Hydrozephalus (umgangssprachlich aber nicht schön auch Wasserkopf genannt). Das bedeutet, dass ihr Hirnwasser nicht mehr normal abfließen kann. Da das Hirnwasser sich immer neu bildet entsteht ein Hirndruck, der zu Schäden im Hirngewebe führt, wenn er zu hoch ist.



Um einen Hirndruck zu vermeiden wurde bei beiden Kindern eine Rickham-Kapsel unter die Kopfhaut implantiert, von dieser geht ein Schlauch in die Hirnkammern. Über die Kapsel haben die Ärzte jeden Tag 1-2-mal überschüssiges Hirnwasser mit einer Spritze entnommen. Verstopft der Schlauch oder kommt es zu einer Infektion, muss die Kapsel raus und neu gesetzt werden. Mit 3kg sollten die Kinder dann einen sogenannten VP-Shunt bekommen. Das ist ein Schlauch mit Ventil, der von den Hirnkammern in den Bauchraum geht und das Hirnwasser dorthin ableitet. Von 460 und 780g zu 3000g ist es ein weiter langer Weg! Unser Leben bestand aus Ultraschall, Monitorpiepen, Wickeln mit winzigen Windeln, Physiotherapie, regelmäßigem Füttern über eine Magensonde und später immer mehr mit der Flasche.



Wie ging es den Kindern?



Unser Sohn machte sich gut, sein erstes Fläschchen mit 5ml Inhalt trank er mit Bravour – was, wie wir bei unserer Tochter sehen mussten, alles andere als selbstverständlich war. Unsere Tochter lief uns dank Verschlucken bei jeder Mahlzeit mehrfach blau an. Ihr nach dem Verschlucken zu helfen oder sie einfach durch gezieltes Massieren ans Atmen zu erinnern, waren Dinge, die uns in Fleisch und Blut übergegangen sind. Während unser Sohn dann Ende Oktober heim durfte, weil seine erste Shunt-OP gleich erfolgreich war, funktionierte der erste Shunt unserer Tochter für sie nicht wie er sollte. Nach einem erneuten Hirndruck bekam sie einen neuen Shunt mit einem anderen Ventil.



Im November waren dann endlich beide Kinder Zuhause. Im Feb/März 2016 hatte unser Sohn erneut eine Shunt-OP weil seiner nicht mehr richtig funktionierte. Unsere Tochter wurde ebenfalls 2016 aber im Mai geplant nochmal am Shunt operiert. Die OPs meiner Kinder hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon aufgehört zu zählen….



Welche Einschränkungen haben die Kinder durch die Folgen der Hirnblutung? 



Unser Sohn ist körperlich und geistig entwicklungsverzögert. Mit seinen 4,5Jahren krabbelt er, kann sich an Möbeln hochziehen und auch daran entlang laufen. Er hat einen Rollator für Kinder und kommt damit gut voran. An einer Hand laufen klappt mittlerweile auch recht gut. Er spricht mittlerweile auch ziemlich gut. Ohne seine Brille sieht er sehr schlecht, wäre in der Klinik damals nicht gelasert worden dann wäre er erblindet.



Unsere Tochter kann sich kaum fortbewegen, ihre rechte Hand hat durch die Hirnblutungen eine starke Spastik und sie kann sie kaum nutzen. Seit 3 Monaten schafft sie es, sich manchmal alleine hinzusetzen oder kommt in den Vierfüßlerstand. Sie spricht nur etwa 10 Wörter, was es oft selbst für uns Eltern schwer macht, zu wissen, was sie gerade möchte. E. hat auch eine Magensonde und bekommt 90% ihres Essens darüber.



Wie würdest Du Eure beiden Großen beschreiben?



Es sind fröhliche, neugierige, besondere Kinder, die ihre Umwelt verzaubern. Unsere Tochter hat dieses Funkeln in den Augen, das Kinder haben, wenn sie wieder einen Streich aushecken. Ich glaube, wenn sie könnte, wie sie wollte, dann müssten wir uns warm anziehen. Sie liebt vor allem ihren Papa über alles und meistens weiß der auch am besten, was sie uns gerade mitteilen will.



Unser Sohn ist ein kleiner Tüftler, er kann sich auch mal eine halbe Stunde konzentriert mit den Rädern eines Spielzeugautos beschäftigen. Er ist ein ziemlich empathisches Kind und merkt es sofort. wenn es jemandem in seiner Umgebung nicht gut geht, oft weint er dann mit. Manchmal treibt er mich aber auch in den Wahnsinn, er hat nämlich einen ausgewachsenen Schuhtick, das heißt, er krabbelt hier ständig mit allen möglichen Schuhen an den Händen durch die Bude.



Du bist dann nochmal schwanger geworden. Wie hast du diese Schwangerschaft erlebt?



Die Schwangerschaft war eine freudige Überraschung, die aber natürlich auch mit Sorgen verbunden war.  Meine Blutwerte wurden sehr oft getestet, um im Notfall eine Schwangerschaftsvergiftung zeitnah zu erkennen. Mit dem Chefarzt der Frühchenstation hatte ich ausgemacht, dass er mich vor der 30. SSW nicht sieht, das brachte ich als Etappenziel. Als das geschafft war, fielen viele Sorgen von mir ab. Unsere Tochter wurde reif geboren.



Wie bereichert Eure Kleinste Eure Familie?



Sie ist ein echtes Räuberkind und macht alles unsicher. Mit ihr dürfen wir erfahren, wie der Alltag mit einem völlig gesunden Kind ist. Ich habe endlich ein Kind, mit dem ich intensiv Bücher anschauen kann, mit den Großen ist das aufgrund der Sehschwächen schwierig.



Sie streitet sich natürlich auch mit ihren Geschwistern. Aber sie ist auch sehr fürsorglich. Wenn ihre große Schwester etwas braucht, läuft sie sofort los und holt es. Oder sie sagt uns Bescheid, wenn die Nahrungspumpe piepst und somit fertig ist.  Das ist wirklich sehr schön.



Ihr habt als Paar schwere Zeiten durchgestanden – was hat das mit Euch gemacht?



Alles in allem hat es uns zusammengeschweißt, wir haben auch immer alle Entscheidungen (z.B. für OPs ) gemeinsam getroffen. Aber es gab schon Phasen, in denen wir uns vor lauter Problemen ein wenig verloren haben. Manchmal zieht man sich dann in sein eigenes Schneckenhaus zurück. Alles in allem haben wir uns aber immer wieder gefunden und solange die Gefühle von beiden Seiten stimmen, ist alles gut.



Wie hast Du Dich durch all das verändert?



Ich habe das Leben mehr zu schätzen gelernt, ich bin unendlich dankbar für das, was ich habe und ich weiß, das es nicht selbstverständlich ist. Manchmal rege ich mich richtig auf, wenn Leute so unheimlich undankbar sind und immer nur rumheulen, weil alles so schlimm ist  – statt aufzustehen und das beste aus der Situation zu machen. 



Ich bin in vielen Situationen selbstsicherer und es interessiert mich weniger, was andere sagen oder denken. Ich habe gelernt, was es heißt, wenn man als Mutter seine Kinder wie eine Löwin verteidigt. Ich muss aber auch dazusagen, dass ich, als die Großen etwa 2 Jahre alt waren, eine Psychotherapie gemacht habe, weil ich zu diesem Zeitpunkt unter Depressionen litt. Diese Entscheidung habe ich nie bereut und es hat mir viel gebracht. 



Was wünscht du dir für die Zukunft?



Das alle meine Kinder irgendwann ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben führen können. 
               
Drillings-Mama: Ein Kind starb kurz nach der Geburt - über das Leben nach dem Verlust | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/du-liebe-zeit-der-paarzeit-adventskalender-fuer-ein-besseres-beziehungs-klima
       
 Ihr Lieben, wir machen heut mal ein kleines Experiment, ja? Nehmt euch doch bitte mal euer Handy zur Hand (falls ihr das nicht eh grad zum Lesen dieses Textes nutzt) und schaut nach, welche Worte ihr in den letzten SMS oder Whatsapp an euren Partner oder eure Partnerin verwendet habt.
Und?
Ist da ein Herzchen dabei? Ein Kuss? Ein liebes Wort? Oder haben wir euch erwischt und es ist wie bei uns einfach ein „bringst du nachher Brot mit?“ 😉
Eltern werden, Paar bleiben
Wir alle, die wir Kinder haben, wissen, wie schwierig es manchmal sein kann, die Beziehung nicht schleifen zu lassen. Da ist plötzlich so viel Alltags-Organisation, weniger Zeit und Schlaf, die Nerven sind auch nicht mehr die, die sie mal waren.
Eigentlich ein Zustand also, in dem man eher mehr als weniger Liebe braucht. Mal ehrlich: Wie oft dachtet ihr nicht auch in letzter Zeit mal: ICH WILL AUCH AUF DEN ARM und dass mich mal jemand drückt und mir sagt, dass alles gut wird? Manchmal hilft es, dass dann auch einfach mal auszusprechen.
Kannst du mich mal kurz in den Arm nehmen? Das war ganz schön anstrengend heut mit den Kids.
Es sind diese kleinen Dinge und Gesten, die uns und unserer Beziehung guttun. Mal eine Kuss-SMS schicken, wenn man aneinander denkt, einfach mal aussprechen, wenn der oder die andere gut aussieht. Eine flüchtige Handberührung, ein lieber Blick. Hach.

In der Theorie klingt das alles so gut. In der Praxis sprechen viele beim endlich mal zweisamen Abendessen im Restaurant dann doch über die Kinder, Ist ja auch schön! Sich auszutauschen, wie stolz man aufeinander und die gemeinsamen Kleinen ist. Und trotzdem kann es guttun, auch mal auf neue Themen gestoßen zu werden. Und genau DAS macht der Paarzeit- Adventskalender.  
Ein Adventskalender für mehr LIEBE und besseres KLIMA
Das Beste: Er macht nicht dick wie Süßigkeiten-Kalender. Er produziert keinen Plastikmüll wie Spielzeug-Kalender. UND er schenkt euch Zeit zu zweit und gute Themen! Ist das nicht toll?!
Der Adventskalender wird außerdem umweltfreundlich produziert. Die Verantwortung fürs Verpacken übernehmen Menschen in Förderwerkstätten. Und hinzu kommt auch noch: für jeden verkauften Adventskalender – er kostet 24 Euro für 24 Türchen – pflanzt das Unternehmen EINEN Baum.
Für jeden Kalender wird ein Baum gepflanzt!
Ein Adventskalender nicht nur für ein besseres Beziehungsklima…. 30.000 Bäumen konnten so bereits gepflanzt werden. Jahresziel: 50.000. Kriegen wir das hin?
Zudem werden im Dezember pro gekaufter Paarzeit-Box 2 Euro an Plant-for-the-Planet übergeben, um neben der Pflege der Bäume auch die weltweite Ausbildung von Kindern zu Klimabotschaftern zu unterstützen.
Paarzeit-Kalender – was erwartet uns?
24 Tage lang kommt der Adventskalender mit einer Storycard daher. Mit einer Klebefläche auf der Rückseite lassen sie sich einfach an eine Wand heften – und danach ohne Rückstände wieder ablösen -, man kann die Karten aber auch einfach in der Box lassen, je nachdem, wie ihr das schöner findet. Die Karten beinhalten jeweils eine Begrüßung („Liebes Paar!“) und dann werden Fragen oder Aufgaben gestellt.

Wenn du ganz spontan überlegst: Welcher schönste Moment mit deinem Partner kommt dir als Erstes in den Sinn. Ich habe natürlich direkt mal nachgefragt bei meinem Mann und er hatte SOFORT eine Szene im Kopf.
Gemeinsame Erinnerungen wiederbeleben
Nämlich die, als wir im deutschen WM-Sommer 2006 beim Public Viewing vor dem Berliner Reichstag im Publikum stand, Deutschland gegen Schweden gewann und ich nur wenige Tage vor der Entbindung unseres ersten Kindes stand. „Ich glaub, ich habe noch nie so viel Glück auf einmal empfunden“, sagt er.
Ist das nicht schön? Sich gemeinsam an Zurückliegendes zu erinnern und sich auf Bevorstehendes zu freuen? Es kostet nicht viel Zeit, bringt aber viele vielleicht längst vergessene Emotionen hoch. Genau das macht diesen Paarzeit-Adventskalender so besonders. Spread love and be happy!
 
               
Du LIEBE Zeit: Der Paarzeit-Adventskalender für ein besseres (Beziehungs-) Klima | STADT LAND MAMA
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Mein Name ist Frauke und auf den ersten Blick sieht man es uns auch gar nicht an, aber meine kleine Tochter und ich sind krank. Wir haben Zöliakie – eine Autoimmunerkrankung, die einen von 1.100 Menschen betrifft. Der Leidensweg bis zur Diagnose ist lang und bringt einen lebenslangen Verzicht mit sich.



Was ist Zöliakie? Unsere Körper reagieren auf Gluten, ein Klebereiweiß, das in vielen Getreiden, wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel enthalten ist. Gluten sorgt dafür, dass Brot, aber eben auch Erdbeertorte, Kekse oder sogar Schokolade und Joghurt schön geschmeidig und fluffig werden.



Unsere Brote aus Mais-, Reis- oder Kartoffelmehl sind trocken, bröseln und nerven vor allem meine Tochter. Backexperimente enden häufig in staubigen Klumpen oder einem Plätzchenteig, der eine untrennbare Verbindung mit Teigrolle und Arbeitsplatte eingeht.



Zöliakie heißt Verzicht



Der Verzicht ist das eine. Nach über zehn Jahren habe ich mich gut damit arrangiert. In unserem Vier-Personen-Haushalt, in dem auch noch zwei Menschen leben, die alles essen können, gibt es klare Regeln und wenig Gluten. Was das Leben aber schwer macht, ist sich ständig erklären zu müssen, aufzupassen und andere Menschen damit nicht vor den Kopf zu stoßen.







Häufig hören wir Bemerkungen wie „Ach, die paar Krümel, da passiert doch nichts“ oder „Ist doch nicht so schlimm, wenn du jetzt ein bisschen Gluten isst, stell dich nicht so an“, „Du bist aber pingelig“.



Gluten ist richtig gefährlich für uns



Ich weiß, dass hinter meinem Rücken über uns gelästert wird und ich für einige Eltern die „verrückte Über-Mutti“ bin. Vor allem im Umgang mit anderen Kindergarten-Eltern lernt man mit der Zeit, sich ein dickes Fell zuzulegen. Unsere Krankheit ist eben nicht „einfach nur“ eine leichte Allergie oder Unverträglichkeit, sondern es ist für uns tatsächlich gefährlich Gluten zu essen. Kurzfristige Reaktionen sind Bauchschmerzen, Durchfälle oder Übelkeit bis hin zu Erbrechen, meine Tochter wird motzig und müde. Essen wir versehentlich Gluten, so dauert es Tage, bis sich unser Darm erholt und wir uns wieder fit fühlen.



Langfristig gesehen schädigen wir mit Gluten unseren Darm, er kann keine Nährstoffe mehr aufnehmen, wird anfälliger für andere Krankheiten und das Krebsrisiko steigt. Zöliakie bringt häufig auch andere Krankheiten mit sich wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen. Es sind eben nicht einfach nur Bauchschmerzen.



Immer und immer wieder müssen wir uns erklären



Es ist anstrengend und nervt, sich immer wieder neu erklären zu müssen – sei es im Büro, bei Meetings oder wenn die Tochter bei einer neuen Kindergartenfreundin zum Geburtstag eingeladen wird. Ich kenne die Fragen, die gestellt werden und bete fast schon mantramäßig die Antworten herunter: Ja, das bleibt jetzt für immer. Nein, es ist keine Allergie. Dinkel ist nicht glutenfrei. Nein, leider wirklich nicht. Es ist schlimm, dass deine Tante keine Laktose verträgt, aber mit Milch hat das bei uns nichts zu tun. Und ja, ein paar Krümel reichen schon, um mich krank zu machen. Die offizielle Toleranzgrenze von Gluten in Lebensmitteln für Patienten mit Zöliakie liegt übrigens bei zwei Milligramm pro 100 Gramm. Das ist wirklich nur ein Krümel.



Gemein sind auch die vielen Fertigprodukte und Dinge in denen man kein Gluten vermutet. So machte mein Vater sich vor zwei Jahren zu Weihnachten die Mühe, den Rotkohl zur Gans selbst herzustellen. Gewürzt hatte er den Kohl mit normaler Brühe. Mein ebenfalls betroffener Bruder und ich verbrachten danach einige Stunden im Bad statt mit der Familie. Das ist doof und nervt – nicht nur uns Betroffene, sondern auch die Menschen, die sich für uns Mühe geben und vermeintlich glutenfrei kochen oder backen.



Jeder Restaurant-Besuch ist kompliziert



Wenn die Mutter der Kindergartenfreundin glutenfreie Muffins für unsere Tochter backen möchte, dann ist das zwar total lieb gemeint, wir lehnen aber trotzdem ab und ernten nicht immer Verständnis dafür.



Glutenfreie Produkte sollten eben nur in Schüsseln und Backformen gemacht werden, die wirklich nur für Glutenfreies gedacht sind, da auch hier Spuren zurückbleiben können. Der Mixer versprüht beim Anschalten häufig Mehlstaub – der dann auf unseren Backwaren landet und diese „kontaminiert“. Benutzte Holzbrettchen, Pfannen und Kochlöffel – all das sind Gefahrenquellen für uns. Genauso wie ein Frühstück neben einem „Nicht-Zöli“. Beim Aufschneiden der Brötchen fliegen die Krümel weit – und landen manchmal direkt auf unserem Teller.



Restaurantbesuche werden häufig zum Spießroutenlauf, und ich bestelle mir oft einfach nur einen Salat mit Essig und Öl, um Unfälle zu vermeiden. Zu oft ging das schon schief und die vermeintlich glutenfreien Trüffelspaghetti bescherten mir nach einem schönen Abend mit Freundinnen eine schlaflose Nacht. Mc Donald’s, der Gourmet-Tempel aller anderen Vierjährigen, lässt unsere Tochter kalt. Ihr Menü ist klein: Pommes und Eis ohne Soße. Das ist auf Dauer nicht wirklich ein Highlight.







Das alles klingt jetzt vielleicht wirklich total kompliziert und übertrieben und anfangs habe ich mich tatsächlich auch dafür geschämt und das Risiko heruntergespielt. Aber, und ich wiederhole mich gern, zwei Milligramm Gluten auf 100 Gramm reichen schon aus, um Beschwerden zu verursachen… und da reicht dann schon ein verdammter Krümel beim Frühstück mit Freunden oder der Familie.



Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, permanent auf uns und unsere Gesundheit zu schauen. Wer es nicht versteht oder verstehen will, hat halt Pech gehabt. Ich kann aber auch die andere Seite verstehen: Es muss frustrierend sein, wenn man auf die besonderen Bedürfnisse der Freunde eingehen möchte und dann trotzdem gefühlt alles falsch macht. Man hat es doch nur gut gemeint. Hier hilft es auf jeden Fall, miteinander ins Gespräch zu kommen, und die Sorgen und Ängste der Betroffenen ernst zu nehmen und zu verstehen. Uns „Zölis“ macht es nichts aus, wenn wir den Kuchen oder unser Essen zur Party selber mitbringen oder gemeinsam mit dem Gastgeber jeden Schritt der Zubereitung detailliert durchgehen. Statt Pizza zu bestellen, kann man ja auch prima gemeinsam glutenfreien Teig herstellen und belegen. Und so ein Leben ganz ohne leckere Erdbeertorte hat auch schöne Seiten: Eine große Schüssel selbstgepflückter Erdbeeren mit frischer Schlagsahne und Vanilleeis ist im Hochsommer nur schwer zu toppen.
               
Eben nicht nur ein bisschen Bauchweh! Frauke über ihr Leben mit Zöliakie
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Liebe Ricarda, Du steckst gerade mitten in einer Trennung. Wie lange warst du mit dem Vater Eurer beiden Kinder zusammen und wie würdest du eure Beziehung beschreiben?



Mein Mann und ich sind seit 13 Jahren zusammen, seit 11 Jahren verheiratet. In den ersten Jahren haben wir eine Fernbeziehung geführt, das war schön, aber wie der andere im Alltag lebt, bekommt man da nicht mit.



Ich wurde schwanger und wir zogen gemeinsam nach Niedersachen in ein idyllisches Bullerbü-Dorf. Für mich Berlinerin doch eine ganz schöne Umstellung. Wir kauften ein Haus und bekamen ein zweites Kind. Heute sind unsere Kinder 7 und 11 Jahre alt.



Irgendwann hat sich Eure Liebesbeziehung verändert – Ihr seid mehr und mehr zur „Familien-WG“ geworden. Wann war das?



Umso älter die Kinder wurden, desto mehr Freiräume gab es wieder und ich fühlte mich nicht mehr nur als Mutter. Ich bin ein sehr sozialer und interessierter Mensch, liebe Kultur, Musik, Abende mit Freunden. Ich arbeite als Lehrerin, bin nebenbei aber auch noch Musikerin. Darin gehe ich total auf und fühle mich nicht nur als „Muttertier.“



Mein Mann ist da ganz anders. Er liebt die häuslichen Verpflichtungen, die Konzentration und kuschelige Abgeschiedenheit nur mit unseren Kindern. Er arbeitet gerne im Garten und braucht keinen großen Imput von außen.



Mein Mann sagte irgendwann mal: „Du bist gar nicht mehr die Frau, die ich geheiratet habe.“ Da musste ich ihm sagen, dass ich eigentlich schon immer so war, diese Leidenschaften nur nicht ausgelebt habe oder er sie einfach auch nicht gesehen hat.



Wie ging es weiter?



Mein Mann ist eigentlich sehr loyal und ging zunächst mit mir in Ausstellungen und Konzerte. Er tat das für mich – aber das Ganze gab ihm selbst gar nichts. Er empfindet dafür einfach keine Leidenschaft. Und so begann ich, gewisse Dinge mit meinem Freundeskreis – und ohne ihn – zu unternehmen. Wenn ich nach Hause kam und ihm begeistert von meinen Erlebnissen erzählen wollte, erzählte er wiederum. dass er den ganzen Abend Stromanbieter verglichen hätte, um ein paar Euro zu sparen. Wir lebten einfach in zwei Welten.



Wann wurde dir das noch bewusst?



Wenn mein Mann dienstlich unterwegs war, verbrachte er die Abende immer im Hotelzimmer. Das konnte ich nie verstehen, hätte ich doch die Destination der Reise nach Dienstschluss erkundet. Er ist hygge, ich bin hungrig.



Und so lebten wir uns mehr und mehr auseinander. Still, weitgehend streitfrei, aber stetig. Dieser Prozess vollzog sich über 4 Jahren – inklusive getrennter Schlafzimmer.



Wann und warum habt Ihr beschlossen, Euch dann räumlich zu verändern?



Ich sagte immer wieder, dass ich so nicht den Rest meines Lebens verbringen will, dass ich von Partnerschaft und meiner Lebenszeit mehr erwarte als die konservative Werbeclipfamilie. Ich schlug Paartherapie vor, Paarzeit, Babysitter, Reanimation unseres Sexlebens. Aber er sah die Notwenigkeit nicht. Seine Lebensziele waren erfüllt: wunderbare Kinder, Haus, Garten, Hund, Frau, beruflichen Erfolg.



Irgendwann sagte ich ihm, dass wir ja als Paar schon lange getrennt seien und dass daher eine räumliche Trennung durchaus auch sinnvoll wäre. Ich favorisierte das Residenzmodell: Dass die Kinder also bei mir im Haus bleiben und engen Kontakt zum Vater haben. Damit war mein Mann aber nicht einverstanden.



Er war eher für das Wechselmodell, richtig?



Genau, er wollte, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel bei den Eltern wohnen. Ich halte als Pädagogin und Mutter gar nichts vom Wechselmodell und stimmte dem nicht zu.



Und weil ihr euch nicht einigen konntet, wurde es unschön…



Ja, mein Mann ließ zunächst alles von sich abprallen und nahm meine Trennungsabsichten nicht so richtig ernst. Ich holte mir juristischen Beistand, er auch. Und das ging nach hinten los. Die Anwälte traten eine Lawine voller Drohungen und Verleumdungen los – es war eine schreckliche Zeit. Schließlich sollte alles vor Gericht geklärt werden, aber die ständigen Streitereien hatten mich so mürbe gemacht, dass ich den Prozess absagte. Ich hatte keine Kraft für so eine Auseinandersetzung.



Und dann?



Tatsächlich rauften wir uns zusammen, fuhren sogar in den Urlaub, beruhigten uns. Ja, es kehrte Frieden ein. Meinem Mann genügte dieses WG-Leben, mir nicht. Ich will mehr und ich will meinen Kindern sowas auch nicht vorleben. Ich versuchte also rational eine Lösung zu finden. Es gab vier Wege:



Dem Wechselmodell zustimmen, hinter dem ich eigentlich nicht stehe. Einfach so weiterlebenKraft sammeln für eine zweite juristische Auseinandersetzung. Das wollte ich aber auch den Kindern nicht antun. Mich selbst bewegen und ausziehen.



Schnell war mir klar, dass es auf Weg 4 hinauslaufen wird. Und das brach mir das Herz. Ich weinte die ganze Zeit, aber mir war klar, dass mein Mann ein toller Vater ist und er den Kindern in diesem Bullerbü-Haus eine stabile, tolle Kindheit ermöglichen kann. Ich musste also loslassen.



Hast du mit deinem Mann über deine Gedanken gesprochen?



Nach einiger Zeit. Ich sagte: Was ist, wenn ich ausziehe? Wenn du hier im Nest bleibst mit den Kindern und ich Euch sehr intensiv besuchen komme? Wenn ich die Kinder dafür die gesamten Schulferien bei mir im Haushält wären – und wir so etwa auf 50/50 kommen würden? Was ist, wenn es tatsächlich gut werden würde? Wenn wir ein ganz individuelles, ungewöhnliches Familiennestingmodell auf die Beine stellen – und das Leben damit gar kein Nachteil wäre für uns alle? Wenn wir es schaffen, dass die Kinder gar nicht unter dem Beziehungsabbruch leiden, wie bei anderen Trennungen? Wenn wir es schaffen, dass wir Eltern die besten Freunde sind und bleiben? Wäre es nicht irre, wenn uns heimlich all die unglücklichen Paare beneiden, weil wir ein Modell gefunden haben, das mehr ermöglicht, als nur wegen der Kinder zu stagnieren? 



Der Gedanke machte meinen Mann ziemlich glücklich und mich auch. Er war sehr dankbar, dass ich so einen unkonventionellen Gedanken hatte. Und dann machen wir uns gemeinsam auf die Suche nach einer Wohnung für mich. Wir weinten zusammen, planten und sortierten Gedanken und Finanzen. Unser Weg stand nun fest.



Wie fühlte sich diese Entscheidung an?



Loslassen tut mir unheimlich weh. Mein Sohn hatte gerade Geburtstag. Mein Mann und ich bereiteten wie immer den Kuchen und Geburtstagstisch gemeinsam vor. Ich wusste, dass ich das auch im nächsten Jahr mit ihm tun würde, aber es wäre anders. Denn ich würde nicht mehr da wohnen. Ich saß mit Tränen in den Augen beim Geburtstagskaffee. Und solche Situationen gibt es ja ständig. Ich fragte mich, ob sich die Beziehung zu den Kindern verändern würde, wenn ich nicht mehr 24/7 da bin.



Und dennoch: An manchen Tagen empfinde ich Vorfreude auf mein neues Leben, auf Freiheit und Ausbrechen aus dem Käfig. Dann fühlt es sich wieder an, als würde ich mich auf eine vollbefahrene Autobahn stellen, wissend, dass ich überfahren werden könnte. Ich versuche alle Gefühle einfach zuzulassen, denn insgesamt fühlt sich der Weg richtig an.



Wie habt ihr all das den Kindern mitgeteilt und wie haben sie reagiert?



Den Kindern haben wir es an einem entspannten Sonntagmorgen gesagt. Ich habe mir die Worte genau zurechtgelegt. „Es gibt neue Entwicklungen im Leben, die einem zunächst Angst machen, sich aber hinterher als gut herausstellen. So war es als ihr eingeschult wurdet oder schwimmen gelernt habt. Nun gibt es in unserer Familie eine Veränderung, die euch vielleicht Angst macht oder traurig, aber Papa und ich sind sicher, dass es gut werden wird. Habt Vertrauen in uns.“



Und dann haben wir vom neuen Mamahause und dem Papahause, dem Nest, erzählt. Und dass ich die Spatzenmama bin, die sich im Nest um die Vogelkinder kümmert, manchmal wegfliegt, aber immer zurückkommt.  Im Anschluss haben wir das neue Haus gemeinsam besichtigt und einen fröhlichen Spaziergang im Standort gemacht. Die Kinder waren aufgeregt, fanden den Gedanken mehr spannend als beängstigend. Das lag sicher daran, dass wir die Nachricht gemeinsam angstfrei und übereinstimmend überbracht haben und dass wir sie als Ergebnis, nicht als Diskursoption vermittelt haben. Kinder können derartige Dinge nicht selbst entscheiden, es würde sie überfordern und in emotionale Konflikte bringen.



Momenten sind sie emotional stabil, suchen Möbel für ihre Zimmer aus, der Große googelt Freizeitangebote in der Umgebung vom Mamahause. Sie sehen, dass mein Mann und ich in den letzten Monaten sehr freundschaftlich miteinander umgehen und wir als Familie einen besseren Zusammenhalt haben als zuvor. 



Für enge Freunde haben wir einen Brief geschrieben, der u.a. den genauen Wortlaut an die Kinder wiedergibt. Wir erhoffen uns damit sensiblen Umgang mit den Kindern und uns, nach Möglichkeit Beistand und Unterstützung, wenn wir sie brauchen, aber auch Vorbeugen von Fragen, die unbedacht an die Kinder gerichtet werden könnten.



Wie sieht die aktuelle Regelung aus ?



Ich ziehe im Dezember ins neue Haus und werde ab dann 3 von 5 Wochentagen im Nest sein. Sollte es erforderlich sein, schlafe ich auch dort. Wir richten für mich im Untergeschoss ein Schlafzimmer mit Bad ein. So kann ich die „Familienlogistik“ nahezu weiterführen wie gewohnt: Abholen von den Schulen, Hobbys und Hausaufgaben der Kinder, ins Bett bringen. Mein neues Haus ist 30 Minuten entfernt. Ich werde auch spontan ins Nest fahren können, sollten die Kinder mich brauchen oder ich sie.



Da mein Mann beruflich viel verreist, verbringe ich diese Zeiten im Haus. An den Wochenenden wechseln wir uns ab, berücksichtigen aber die sozialen Aktivitäten der Kinder, die hier im Dorf an Wochenenden stattfinden (Kinderfeuerwehr, Waldkindergruppe). Die Ferien werden die Kinder hauptsächlich bei mir verbringen. Da ich Lehrerin bin, kann ich das ohnehin besser einrichten. 



Wie sind Freunde/Bekannte mit dieser neuen Situation umgegangen? Gab es auch mal Bashing? 



Die meisten Freunde sind betroffen und erstaunt. Viele bieten mir Gesellschaft an, wenn ich mich einsam fühle. Die werde ich brauchen! Ein paar Freunde werden uns familienlogistisch sicher unterstützen. Es gibt ein tolles Netz im Dorf.  



Es gibt aber einen Satz, den ich natürlich immer wieder höre: „Ok, ABER ich könnte es nicht.“  Ich hasse diesen Satz. Er impliziert für mich, dass irgendwas nicht mit mir, uns stimmt.



Wir müssen in diesen Schuhen gehen! ICH! Es ist unser Weg und meine Schuhe. Und da ist dieser Satz wenig hilfreich.



Es gibt auch wenige Stimmen, die mich als rabenmütterliche Egoistin darstellen, die ihre Kinder im Stich lässt. Ich habe schon gehört:“ Wie kannst du einschlafen, wenn du weißt, dass deine Kinder denken, dass du sie verlassen hast. Du fügst ihnen ein lebenslanges Trauma zu, spar schon mal für den Therapeuten. Keine richtige Mutter geht ohne ihre Kinder.“ Und auch: „Du willst dich doch nur selbst verwirklichen. Der arme Mann, der nun allein mit den Kindern ist. Du solltest dich darauf besinnen, was deine Rolle ist als Mutter. Deine Ansprüche an Leben und Partnerschaft sind nur Resultat deiner verwöhnten Privilegiertheit: Die meisten Ehen laufen so wie deine. Hör auf zu denken, du würdest in einem Walt Disney Film leben.“



Was machen solche Kommentare mit dir?



Mir tut das unheimlich weh. Ich bitte jeden bei seiner Bewertung gewiss zu sein, dass dieser Weg nicht leichtfertig oder aus einem Kurzschluss heraus entschieden wurde. Keiner hat das Recht, diese jahrelange Entwicklung mit einem unreflektierten Satz zu denunzieren.



Es ist völlig selbstverständlich, dass Väter eine Familie verlassen,  wenn eine Ehe auseinander geht. Mütter werden verurteilt.



Was wünscht Du Dir für Eure Zukunft?



Ich wünsche mir nichts mehr, als dass meine Kinder glücklich sind. Dass wir es schaffen so gute Eltern zu sein, wie sie es verdienen.  Unsere Kinder sollen sich nie von mir verlassen fühlen.



Eines Tages wird es sicher neue Partner in unseren Leben geben. Dann muss man sicher hier und da nachjustieren und das macht mir etwas Sorge. Wir haben darüber gesprochen was ist, wenn eine neue Freundin unser Modell ablehnt. Mein Mann sagte, dann sei sie die falsche Frau. Das sei unsere Familie, unser Modell. Und das sei etwas, was immer bleibt. Mein Mann ist im positiven und manchmal auch negativen Sinne unglaublich beständig. Das gilt auch für seine Worte und Entscheidungen. Ich wünsche ihm tatsächlich eine neue Frau an seiner Seite, die ihn mehr zu schätzen weiß als ich.



Und für mich hoffe ich, dass ich nie einschlafen muss mit dem Gedanken einen Fehler gemacht zu haben. Und dass viele liebe Menschen einen guten Gedanken, ein gutes Wort oder einen guten Wein für mich haben.  
               
Ehe-Aus: Ich bin ausgezogen, die Kinder bleiben beim Vater |
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         Ihr Lieben, unsere Leserin Nina kann sich nicht vorstellen jemals zu heiraten. Wenn überhaupt, dann würde sie es nur aus Vernunftgründen tun. Das war aber bislang noch nicht nötig. Hier erzählt sie uns von ihren Gedanken: 
Liebe Nina, du warst noch nie verheiratet und kannst dir auch nicht vorstellen, das je zu tun. Warum?
Liebe Lisa, ich hatte bisher zwei sehr lange Beziehungen. Aus der letzten Beziehung stammt mein Sohn, damals hätte ich JA gesagt, wenn ich gefragt worden wäre. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen über eine Ehe nachzudenken. Diese zwei Beziehungen haben meine Meinung zur Liebe nachhaltig geprägt.
Hast du denn generell Schwierigkeiten dich zu verlieben?
Ja, das habe ich. Jemanden toll finden ist einfach, aber zum Verlieben gehört mehr dazu als ein paar Schmetterlinge im Bauch. In meiner jetzigen Situation ist verlieben für mich ausgeschlossen, ich glaube, ich würde es nie mehr so weit kommen lassen. Verliebt sein bedeutet verletzbar sein.
Nun sagst du, eine Vernunftehe – also eine Ehe ohne Liebe – wäre die einzige Form der Ehe, die für dich in Frage käme. Wie meinst du das?
Ich würde das Pferd nur noch von hinten aufzäumen. Man muss zu vielen Themen die gleiche Meinung haben. Ähnliche Vorstellungen von Familie und sich vertrauen können. Zuverlässig sein und Achtung vor dem anderen haben. Das fehlt heute, meiner Erfahrung nach, in sehr vielen Beziehungen. Die Liebe oder das verliebt sein macht oft blind für wichtige Aspekte in einer Beziehung. Man übersieht gerne Unstimmigkeiten und Probleme –  die später, in einer Ehe und vielleicht dann sogar mit Kindern, fatale Folgen haben können.
Glaubst du, dass ein Zusammenleben ohne Liebe einfacher ist?
Ja, man wird so nicht so leicht verletzt. Wenn wir verletzt sind, zahlen wir dies oft dem Partner heim und so entsteht ein Teufelskreis aus dem viele Paare nicht herauskommen. In einer Beziehung und/oder Ehe, die auf Vernunft basiert, agiert man weniger emotional und lässt sich nicht von Gefühlen, sondern vom Verstand lenken. Dieser ist rational, Gefühle dagegen emotional.
Gibt es in deiner Vergangenheit eine Enttäuschung, die sich der Liebe gegenüber zu skeptisch werden lässt?
Eine große und ein paar kleinere. Meine letzte Beziehung ging in Juni 2016 auseinander. Mein Sohn und ich leben seitdem alleine. Ich war verletzt, gedemütigt, enttäuscht und stand, auch finanziell, mit fast nichts mehr da. Wie ein Mensch dem anderen so etwas antun, kann lässt mich nun skeptisch sein, wenn jemand anderes von Liebe redet. Wenn ich liebe, dann doch ohne Wenn und Aber.
Nun hast du einen Sohn. Hast du noch Kontakt zu seinem Vater?
Ja, und trotz unschöner Gründe der Trennung sehr guten Kontakt sogar. Es geht schließlich um unser Kind. Nichts meins, nichts seins, sondern UNSER Kind. Unser Sohn ist das Wichtigste in meinem Leben und dafür bin ich bereit jedes "Opfer" zu bringen. Wir verbringen Feiertage, Geburtstage und manchmal die Freizeit zusammen. Unser Sohn ist erst 6 Jahre alt und er soll erleben, dass wir weiterhin seine Eltern sind, auch wenn wir getrennt sind. Ja, ich muss manchmal die Faust in der Tasche machen und finde auch nicht alles immer toll, aber wenn es zu Gunsten des Kindes geht bin dazu fähig.
Würdest du sagen, du bist einfach nicht so der Beziehungsmensch?
Ja, absolut. Mir wurde der Glaube daran genommen, dass ich den Menschen finde, zu dem ich passe. Es gibt Momente, in denen ich sehr traurig bin, dass mein Traum von einer Kernfamilie geplatzt ist. Aber dann sehe ich mein wunderbares Kind an und erkenne wie schön unser Leben zu zweit ist.
Wie sähe für Dich die perfekte Situation für deine kleine Familie aus?
Wir wohnen schon im ländlichen Teil einer Großstadt mitten im Ruhrgebiet. Das ist schön, um uns herum sind Kühe und Pferde und ums Eck ist die Autobahn, um überall hin zu kommen. Hier möchte ich unbedingt bleiben. Mein Traum wäre ein großes Haus zusammen mit der ganzen Familie. Onkel, Tanten, Cousin und Patenkinder, das wäre wahnsinnig toll!
 
Foto: pixabay
               
Ehe? Nicht für mich! Ich kann mich einfach nicht so gut verlieben | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, wir sind so dankbar, dass Ihr uns aus Eurem Leben erzählt. Es gibt so viele Wege, manche sind holpriger als andere. Sabrina hat vor zwei Jahren einen Mann kennengelernt, der ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt hat. Bitte lest dieses Interview bis zum Ende durch – und denkt daran, dass Sabrina Eure Kommentare mitliest. Wir danken Sabrina für ihre Offenheit und dieses Interview.



Liebe Sabrina, vor zwei Jahren hast du dich in einen neuen Mann verliebt. Erzähl mal, in was für Lebensumständen du damals warst.



Ich war damals, wie ich dachte, recht glücklich. Mit meinem Mann war ich schon 12 Jahre verheiratet, er war meine Jugendliebe und wir waren 25, als wir geheiratet haben. Es folgte eine turbulente Zeit, geprägt von Kinderwunschbehandlungen und meiner Brustkrebserkrankung mit 34 Jahren. Aber vor zwei Jahren sah alles wieder tipptopp aus, nach dem langem Kinderwunsch hatten wir zwei tolle gesunde Kinder, wir waren in mein Traumhaus gezogen und ich war wieder gesund. Was sollte da schon noch schief gehen? 



Das hört sich eigentlich sehr gut an…



Natürlich gab es aber auch Momente in meiner Ehe, die mich genervt haben, z.B. dass wir so unterschiedlich waren. Er immer in Action, ich wollte auch mal zuhause sein. Generell waren wir in einigen Bereichen nicht richtig kompatibel, im Laufe der Jahre habe ich mich ihm immer mehr angepasst und irgendwie hat er immer den Ton angegeben. Ich hielt das für normal, Beziehungen erfordern halt Kompromisse, dachte ich. Dass ich offenbar meine Bedürfnisse ziemlich lange unterdrückt hatte, wurde mir erst klar, als dieser neue Mann in mein Leben trat. Der mich sah wie ich bin, mich so ließ wie ich bin und ich plötzlich merkte ich, wie entspannt sich eine Beziehung auch anfühlen kann.



Wo hast du den Mann kennen gelernt und wie waren seine Lebensumstände?



Nach meiner Erkrankung bin ich beruflich neu durchgestartet und so lernte ich auch neue Menschen kennen. Ich brauchte Hilfe bei einem IT-Problem und mir wurde jemand empfohlen, der mir helfen sollte. Schon beim ersten Treffen war es irgendwie nett, wir hatten einen ähnlichen Humor, das Unterhalten machte Spaß. Trotzdem hatte ich da noch keine Ahnung, was passieren würde.



Wir schrieben uns schnell mehr als notwendig und irgendwann verabredeten wir uns zum Mittagessen. Ganz harmlos. Er wusste von meiner Ehe und meinen Kindern und auch er hatte eine Beziehung. Wir verabredeten uns häufiger und eines Tages ergab es sich: Wir landeten zusammen im Bett.



Trotzdem war klar: Mehr wird daraus nicht. Lass uns doch gute Freunde werden, dachte ich. Es war Sommer, ich fuhr mit meiner Familie in den Urlaub und wollte entspannen. Trotzdem schrieben wir uns jeden Tag. Eines Tages erfuhr ich dabei, dass seine Freundin im 6. Monat schwanger war. Diesen Umstand hatte er bisher nie erwähnt. Für mich brach plötzlich eine Welt zusammen und ich wusste nicht warum. Heulend saß ich in der Ferienwohnung und fragte mich wieso. Ich war total verwirrt, er auch. Nach meinem Urlaub wollte er mich sehen, wir verabredeten uns und ich war so aufgeregt wie lange nicht mehr in meinem Leben. Er stand vor mir und gestand mir, dass es ihm ähnlich ging. Und ab da gab es irgendwie kein Halten mehr.



Keine einfachen Voraussetzungen. Wie ging es Euch dabei?



Es begann ein unglaubliches Auf und Ab. Wir haben uns in kürzester Zeit so heftig ineinander verliebt, dass wir jede mögliche Sekunde genutzt haben uns zu sehen – und wenn es nur 5 Minuten auf irgendeinem Supermarktparkplatz waren. Und jedes Mal haben wir uns angeschaut und gefragt: Was machen wir hier eigentlich? Aber wir konnten es nicht aufhalten. Es war, als hätten wir uns gesucht und gefunden. Als wäre da meine fehlende zweite Hälfte plötzlich aufgetaucht. Wir nahmen uns mit durch den Tag, schickten uns tausende Bilder von Dingen die wir gerade taten, um den anderen immer dabei zu haben. Es war eine wahnsinnig intensive Zeit.



Gleichzeitig hatte ich ein riesiges schlechtes Gewissen meiner Familie gegenüber und auch seiner Freundin. Ihm ging es natürlich ähnlich. Dass sie schwanger war, machte alles nur noch schlimmer. Hunderte Male wollten wir es beenden, jedes Mal konnten wir die Funkstille nicht mal einen halben Tag ertragen. Der Tiefpunkt kam, als er aus Druck von Freundin und Familie eingewilligt hatte, noch schnell vor der Geburt seines Kindes zu heiraten. Er heiratete also im kleinen Kreis, ein paar Wochen später kam das Kind zur Welt. Wenn wir uns sahen, haben wir beide nur noch geheult. Der Zauber des Anfangs war der absoluten Katastrophe gewichen. Jeder gefangen in seiner Welt und wir wussten nicht mehr ein noch aus.



Hat dein Mann in dieser Zeit gespürt, dass du dich veränderst? 



Am Anfang noch nicht, ich hatte eine Zeit lang einfach wahnsinnig gute Laune. Ich war ja total beflügelt von meinen Schmetterlingen im Bauch. Irgendwann kippte das natürlich. Ihm fiel auf, wie viel ich am Handy hing, dass ich lange Termine irgendwo hatte, die ich ihm nicht näher erläuterte. Er fragte, was los sei. Ich wiegelte ab. Dann kam die Phase, in der ich immer verzweifelter wurde. Jeder Tag in meinem normalen Familienalltag kam mir vor wie ein falscher Film. Ich hörte niemandem mehr richtig zu, meinen Freundinnen nicht, meinen Kindern nicht, meinem Mann schon gar nicht.



Ich vergaß Termine, hatte schlechte Laune und saß immer öfter heimlich heulend im Bad. Wir fingen an uns zu streiten. Ich hatte ja zwischenzeitlich erkannt, was mir in meiner Beziehung fehlte und dachte, wenn ich ihm das sage, dann haben wir vielleicht noch eine Chance. Vielleicht kann ich auch in meiner Ehe wieder glücklich werden. Ich habe es dann versucht, aber er verstand nicht, was ich ihm sagen wollte und bügelte mich mit einem „Du spinnst doch“ ab. Im Grunde war das dann der endgültige Todesstoß für meine Ehe. 



Wann habt Ihr beschlossen, dass es so nicht weiter geht und Ihr die Karten auf den Tisch legen müsst?



Als das Kind von meinem jetzigen Freund geboren wurde, ging er einen Monat in Elternzeit. Das bedeutete, dass wir uns nun noch weniger sahen als vorher. Zusätzlich stand Weihnachten vor der Tür. Wir sahen uns wochenlang nicht und drehten fast durch. In dieser Zeit habe ich einen Entschluss gefasst. Nämlich, dass es so einfach nicht weiter geht, wenn ich irgendwann mal wieder „normal“ leben will. Ich konnte nicht mehr denken, nicht mehr essen, nicht mehr arbeiten. Ich hatte ständig viel zu hohen Puls und konnte nicht mehr schlafen. Mir ging es so schlecht in der Situation, dass ich zum ersten Mal wirklich bereit war alles zu beenden. Ich war einfach total am Ende.



Auch ihm ging es zunehmend schlecht. Er nahm immer mehr ab und die Stimmung bei ihm zuhause war ähnlich im Keller wie bei mir. Darum habe ich ihm ein Ultimatum gesetzt. Ich habe ihm ein Datum genannt, bis zu dem er sich entscheiden sollte, wie er in Zukunft leben will und wenn er sich gegen mich entscheidet, dann würde ich das akzeptieren. Aber dann wäre es auch endgültig vorbei. Seine Entscheidung fiel schnell. Er wollte mich. Ich hatte meine Entscheidung schon vorher getroffen: Ich wollte ihn. 



Wie hast du es deiner Familie gesagt und wie waren die Reaktionen?



Kurz nachdem wir diese endgültige Entscheidung getroffen hatten, bat mich mein Mann zu einem Gespräch. Wir hatten mal wieder heftig gestritten. Wir redeten eine Weile um den heißen Brei und irgendwann hat er einfach gefragt, ob ich ein Geheimnis vor ihm hätte. Und dann brach es aus mir heraus. Ich gab alles zu, erzählte von den letzten Monaten. Es war eine richtige Befreiung. Ich glaube, mein Mann hat es zwar geahnt, aber dass es dann weit mehr als nur eine harmlose Affäre war, die da zutage kam, das hat ihn umgehauen.



Er war wahnsinnig verletzt und hat sofort alle unsere Freunde und die ganze Familie informiert, ohne dass ich es wusste. Meine Mutter hat daraufhin z.B. mehrere Wochen nicht mit mir gesprochen. Wir haben noch ein paar furchtbare Tage zusammen in unserem Haus verbracht und dann bin ich erstmal zu meiner Schwester ins Gästezimmer gezogen.



Wie haben die Kinder es aufgenommen?



Sie waren zu dem Zeitpunkt 4 und 5 Jahre alt. Ich konnte eigentlich kaum sprechen, als wir es ihnen gesagt haben. Ich habe nur geweint. Dass Mama einen Freund hat, haben wir nicht erzählt, nur dass wir uns trennen werden und ich ausziehe. Meine Kinder haben es ganz tapfer hingenommen und nur gesagt: Achso, dann haben wir jetzt zwei Zuhause? Sie hatten zum dem Zeitpunkt schon einige Freunde mit getrennten Eltern, daher fanden sie es wohl im ersten Augenblick gar nicht so ungewöhnlich. Natürlich haben sie hinterher auch immer mal wieder Fragen gestellt, wir haben immer versucht es so kindgerecht wie möglich zu verpacken und zu betonen, dass wir immer noch zusammen Mama und Papa sind, aber eben kein Paar mehr.



Ein paar Tage nach meiner Offenbarung hat auch mein Freund dann zuhause alles gesagt und ist erstmal zu seinem Bruder gezogen. Das Drama war natürlich nicht minder klein. Seine Frau, seine Eltern, keiner hat die Welt mehr verstanden. Kaum 4 Monate waren die beiden verheiratet, seine Tochter etwas über ein Vierteljahr erst alt.



Wie lebt Ihr heute?



Wir sind dann relativ schnell zusammengezogen in eine kleine Wohnung. Wir haben beide fast alles zurückgelassen und kamen uns erstmal wieder vor wie Studenten mit erstem eigenem Hausstand. Mit meinem Mann habe ich mich sehr zeitnah auf einen Wochenwechsel geeinigt, den wir bis heute durchziehen. 7 Tage Mama, 7 Tage Papa. Wir kommen alle damit sehr gut klar.



Die Frau von meinem Freund hat erstmal ein Kontaktverbot zwischen mir und ihrer Tochter ausgesprochen. Wir haben uns dem gefügt, um das Drama nicht noch mehr zu befeuern. Zum Glück durfte er seine Tochter regelmäßig sehen, wenn auch erstmal nur in kleinen Zeitfenstern. Kurz vor ihrem ersten Geburtstag durfte ich sie dann auch endlich kennenlernen. Mittlerweile ist die Kleine über 2 Jahre alt und verbringt 2 Nachmittage die Woche bei uns, sowie jedes zweite Wochenende komplett. In der Zwischenzeit sind wir auch noch mal umgezogen. Wir bewohnen jetzt ein kleines Haus auf dem Grundstück der Familie meines Freundes und wohnen nun quasi Tür an Tür mit meinen neuen Schwiegereltern, sowie seinem Bruder und dessen Frau.



Nach dem ersten Schock wurde ich tatsächlich gut aufgenommen in seine Familie und meine Kinder haben nun ein weiteres Paar Großeltern, eine neue Tante, einen neuen Onkel und im Grunde auch eine kleine Schwester.



Wie geht es euren Ex-Partnern?



Mein Mann hat sich nur eine Woche nach meinem Auszug bereits mit allerlei Dates getroffen. Man hätte fast meinen können, er hatte nur drauf gewartet wieder frei zu sein. Vielleicht war es aber auch einfach eine Kurzschlussreaktion, um sein verletztes Ego aufzupolieren. Nach etwas Austoben hat auch er nun ebenfalls eine neue feste Partnerin. Die Kinder mögen sie, mein Mann ist wieder glücklich und damit ein ausgeglichener Vater, das ist für mich die Hauptsache.



Mein Freund und seine Frau haben mittlerweile auch eine gute Ebene gefunden, die gemeinsame Tochter so aufzuziehen, dass sie auf kein Elternteil verzichten muss, obwohl sie kein Paar mehr sind. 



Kennengelernt haben sich aber mittlerweile weder mein Mann und mein Freund, noch ich und seine Frau. Da sind die Wunden einfach noch zu tief.



Rückblickend: Was war das Schwerste in der ganzen Zeit und warum hat es sich trotzdem gelohnt?



Die Zeit, nachdem der Zauber des Anfangs verflogen war und wir nicht wussten, wie es weitergehen soll, war definitiv sehr schwer und belastend. Ich hatte ständig ein so lautes „Das macht man nicht!“ und gleichzeitig ein „Ich liebe diesen Mann aber so sehr!“ im Kopf, dass es mich fast wahnsinnig gemacht hat. Dazu diese Geheimnisse vor allen und jedem.



Richtig schwer war aber auch die Zeit, nachdem wir allen alles gesagt hatten. Erstmal haben natürlich alle nur die armen betrogenen Partner gesehen. Ich hatte nicht nur meine eigene Familie zerstört, sondern zusätzlich noch eine weitere junge Familie kaputt gemacht. Dass aber BEIDE alten Beziehungen zerbrochen sind, weil da Menschen in Verbindungen gelebt haben, in den Bedürfnisse nicht gesehen, nicht gehört und nicht erfüllt wurden und darum überhaupt so viel Nährboden für diese neue Liebe da war, das haben viele erst verstanden, als sie mir mal zugehört haben.



Zum Glück haben mir viele zugehört. Einige Freundschaften sind trotzdem zerbrochen und in der Familie meines Freundes gibt es tatsächlich Verwandte, die bis heute nicht mehr mit ihm sprechen und mich auch nicht kennenlernen wollen.



Außerdem war natürlich schwierig, dass wir von einer Beziehung, die bisher aus kleinen Zeitfenstern und sehr viel Nachrichten schreiben bestand, plötzlich in der Situation waren, dass wir von jetzt auf gleich einen gemeinsamen Alltag mit zusätzlich 2-3 Kindern hatten. In Kombination mit den Dramen, die wir parallel anfangs mit unseren Ex-Partnern hatten, war es da manchmal doch auch eine Herausforderung, uns beide nicht aus den Augen zu verlieren. Im ersten Jahr gab es durchaus die ein oder andere Situation, in der ich dachte, wir scheitern jetzt. Zum Glück hat sich mittlerweile das meiste Drama in Luft aufgelöst.



Es war also die richtige Entscheidung?



Ja, ich bin jeden Tag aufs Neue froh, dass ich mich so entschieden habe. Dass wir den Mut hatten, uns für das Glück zu entscheiden. Entgegen aller Zweifel, entgegen aller Kritik und Wiederstände. Ich war in meinem ganzen Leben noch nie so glücklich. Wir haben eine so innige, aufrichtige Beziehung miteinander.



Wir ticken so gleich, ergänzen uns an den richtigen Stellen. Ich habe nie vorher einen Mann getroffen, der mir das Gefühl gibt, dass ich genau so richtig bin, wie ich bin. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Ich habe mich außerdem nie zuvor so schön gefühlt. Ich habe z.B. durch meine Krebserkrankung sehr viele Narben und musste mir die Brüste neu aufbauen lassen, was nicht an allen Stellen gut aussieht. Das hat meinen Freund nie gestört. Er schaut mich jeden Tag auf eine Art und Weise an, die mir das Herz aufgehen lässt. Er bringt das Beste in mir zum Vorschein, anstatt mich kleiner zu machen. Er strahlt eine so tolle Ruhe aus, die mir einfach nur guttut. Ich fühle mich angekommen.



In meiner Rolle als Mutter hat mich lange Zeit ein schlechtes Gewissen begleitet. Ich habe mich gefragt, ob ich das meinen Kindern antun kann. Ob ich mein Glück über ihres stellen kann. Ich bin aber mittlerweile zu dem Entschluss gekommen, dass ich nur eine gute Mutter sein kann, wenn ich glücklich bin. Und dass glückliche Kindheit nicht zwingend mit einer klassischen Kernfamilie einhergehen muss. Meine Kinder haben meinen Freund glücklicherweise als Bezugsperson von Anfang an akzeptiert und sind total happy mit der Erweiterung unserer Familie um die neue Schwiegerfamilie und die kleine Schwester. Meine Kinder haben ein gutes Gespür für mich. Bin ich glücklich, sind sie glücklich. Außerdem hoffe ich, dass sie an meiner neuen Beziehung sehen können, wie man respektvoll miteinander umgeht und dass sie davon einiges mit in ihr Leben als Erwachsene mitnehmen.  



Gibt es etwas, was du rückblickend anders machen würdest?



Da muss ich eigentlich schon vor der Begegnung mit meinem Freund anfangen. Wenn ich die insgesamt 20 Jahre Beziehung und 12 Jahre Ehe mit meinem Mann ansehe, dann waren da so einige Punkte, an denen ich hätte erkennen müssen: Nee, das ist hier nix für die Ewigkeit. Untreue gab es auch vor unserer Ehe schon bei uns, allerdings eher auf seiner Seite. Ich wollte ihm dann so sehr gefallen, damit das nicht wieder passiert, dass ich alle meine Bedürfnisse zur Seite geschoben habe. Mir erschien es normal, denn auch meine Eltern hatten eine ähnliche Beziehung.



Heute erkenne ich da durchaus Parallelen. Hätte ich das eher erkannt, es hätte uns viel Drama erspart. Heute würde ich mich für einen Mann oder die Erwartungen anderer generell nicht mehr so verbiegen. Es tut mir natürlich leid, dass ich mich auf diese so unschöne Art und Weise von meinem Mann getrennt habe. Betrug ist einfach immer sehr verletzend und auch nicht schönzureden. Ich kann es aber nicht rückgängig machen und vertraue darauf, dass alles einen Sinn hat. Mein Leben, meine Krankheit und auch meine alte Beziehung, alles hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin und in den sich mein Freund verliebt hat. Wäre es anders gewesen, eventuell hätte ich diesen tollen Mann nie getroffen.
               
Was tun, wenn die große Liebe erst nach der Hochzeit vor dir steht?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ehrenamt-und-elternarbeit-warum-wir-wichtig-finden-mit-den-erziehern-und-lehrern-ein-team-zu-bilden
         Ihr Lieben, oft lese ich Kommentare, die in irgendeiner Form belächelnd rüberkommen, wenn es um Ehrenämter und Elternabende geht. Selbst schuld, heißt es dann schnell, wenn du dir das alles antust. Schon wieder Elternsprecherin geworden? DU kannst aber auch nicht Nein sagen…
Ich finde das ehrlich gesagt unmöglich. Vermutlich, weil ich mich selbst angesprochen fühle, viel mehr aber deswegen, weil es das Engagement von Tausenden von fleißigen Helfern nicht nur nicht würdigt – sondern es auch noch ins Lächerliche zieht.
Ich komme jedenfalls gerade aus der Grundschule und habe mit drei weiteren Eltern zusammen mit der Lehrerin und einem Polizisten den Viertklässern beim Fahrradtraining geholfen. Die Abschlussfeste der vierten Klassen finden in unserem Garten statt und manchmal gehe ich sogar als Lesemutter in die Schulen.
Das erzähle ich nicht, um Lob zu erhaschen, das erzähle ich, weil ich finde, dass es richtig, richtig gute und wichtige Gründe gibt, sich neben Job und Alltag auch noch für solche Dinge einzusetzen. Wenn es die Zeit und der Job und alles andere zulassen zumindest.
Und hier kommen meine Gründe, warum ich es fantastisch finde, sich in den Schulen und Kindergärten der eigenen Kinder zu engagieren:

Nach dem Dienst in der Cafeteria noch schnell ein Käffchen im Lehrerzimmer? Wer hat sonst die Chance, solche Einblicke zu bekommen?
Beim Lesetraining helfen und dabei mit dem Lehrer der Kinder ein Team bilden? Das ist nicht nur ein schönes Zeichen für die Lehrer, dass man im Team arbeiten will – sondern auch für die Schüler.
In der Lehrer-Eltern-Konferenz mit entscheiden, wofür die Gelder des Fördervereins eingesetzt werden? Wann sonst kann man so sinnvoll mitgestalten. Es geht schließlich um unsere Kinder.
Den Wandertag der Kita begleiten? Wie sonst kommt man einmal so nah an die private Person der Erzieherin oder des Lehrers ran, um wirklich ein Team zu werden.
Einen kleinen Vortrag zu seinem Job in der Klasse halten? Wie stolz die Kinder sind, wenn dann auch ihre Eltern kommen. Wie sehr sie sich freuen, auch Mama und/oder Papa mal zu zeigen, wo sie sich tagtäglich so rumtreiben.
Ist es nicht schön, den Menschen auch mal zu begegnen, mit denen unsere Kinder täglich zu tun haben? Und ist es nicht toll, wenn Eltern nicht nur über Noten motzen, sondern sich darüber hinaus engagieren?

Natürlich kann das nicht jeder, es gibt Jobs, die lassen das nicht zu. Und es geht ja auch gar nicht um die Quantität des Einbringens. Da sein, Interesse signalisieren, das reicht ja oft schon!
Als Blogger bekommen wir Bestätigung in Form von Klicks und Likes, in Großkonzernen gibt es vielleicht eine Gehaltserhöhung für gute Leistung. Und unsere Erzieher und Lehrer? Ich glaube, sie freuen sich, wenn sie auch mal ein Dankeschön zu hören bekommen, wenn sie merken, dass man die Kinder nicht einfach nur an der Pforte abgibt und damit die Verantwortung allein in ihre Hände legt. Wenn man mitmacht, teilnimmt, sich einbringt.
Es sollte uns doch allen ein Anliegen sein, die Schule oder die Kita zu einem Ort zu machen, an dem die Lehrer und Erzieher gern arbeiten – und die Kinder sich wohlfühlen. Ein Ort, den wir mit unserer Hilfe weiter verschönern.
Foto oben: pixabay
               
Ehrenamt und Elternarbeit: Warum wir wichtig finden, mit den Erziehern und Lehrern ein Team zu bilden | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ehrlicheeltern-was-uns-als-muetter-am-alltag-mit-kindern-am-meisten-nervt
         Ihr Lieben, unter dem Hashtag #EhrlicheEltern haben in den letzten Tagen Hunderte Mütter und Väter bei Twitter davon erzählt, was sie in ihrem Familienalltag eigentlich am meisten nervt. Wir haben daraufhin eine Umfrage unter unseren Leserinnen gestartet und mal nachgefragt, wie es bei ihnen so aussieht. Hier eine Auswahl der Antworten.
Dass ich…. wartet mal kurz… leg bitte die Schere weg!!!… keinen Satz mehr… Moment…. jahaaa, ich komme zum Po abwischen…ohne Unterbrechung zu Ende… Nein! Nicht da rein!… bekomme.
Die Fremdbestimmung – mich danach richten wann der letzte schläft, wann der erste aufsteht, wann ein passender Zeitpunkt für X ist und irgendwas abbrechen, weil Y ansteht, Arbeit danach wie die Betreuung ist, etc.
Das man alles drölfmillionen mal sagen muss, fantastilliardenmal die verpeilten Kinder um etwas bitten muss, das ewige Gedrohe, man räume das Kinderzimmer das nächste Mal mit dem großen Müllsack auf, und das ewige Gefühl, dass man keinem genügt, nämlich den Kindern, dem Mann, dem Chef und den Kollegen, der Gesellschaft und vor allem sich selbst nicht! Irgendwie erwarte ich täglich den großen Knall, der alles wieder ins Lot bringt.
Ich würde so gerne mal einen ganzen Tag alleine auf die Toilette gehen und das ganz in Ruhe, ohne das ein Kind sich dabei versucht zu verletzten oder mir den Po abwischen will… think positive: Ich werde oft für „mein Ergebnis“ gelobt…
Die 80 Stunden-Woche mit keiner Nacht ohne aufwachende Kinder. Wochenenden wechseln zwischen Himmel und Hölle. Unfassbar genervt sein und rumbrüllen, sich selbst in der Sekunde nicht erkennen und die Sprüche seiner Mutter im Ohr haben, die man als Kind gehasst hat. Sie in der nächsten Sekunde wieder so verdammt süß finden, dass man sich fragt, wie sie einen so auf die Palme bringen konnten, wie nichts anderes im Leben.
Kinderlose Kollegen, die meinen einem die Welt zu erklären (man hetzt zum kranken Kind, Kommentar: ich hätte jetzt auch gerne frei) und andere Mütter, die alles besser wissen. Ach ja und das schlechte Gewissen, wenn man die Kinder vorm Fernseher parkt, weil man einfach in Ruhe kochen will oder Mal ein paar Minuten Pause braucht. Aber die Fremdbestimmung kann auch unfassbar nerven und ich wäre jetzt gerne in Thailand im Urlaub.
Andere Eltern und andere Kinder – und überhaupt ständig muss ich auf einmal mit Menschen zu tun haben, mit denen ich sonst nichts zu tun gehabt hätte. (Nette Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Mir fehlt der Gammelsonntag.
Dass man sich anhört wie eine hängen gebliebene Schallplatte "Bitte nimm die Füße vom Tisch…. nimmst du jetzt bitte die Füße vom Tisch…. Füüüüüüße vom Tisch…"
Dass man (wenn man die Lütten mal "weggibt" um zb zum Arzt zu gehen) dauernd in Eile ist, damit man ja so schnell wie möglich wieder verfügbar ist.
Dass man sich Mühe gibt was Schönes zu kochen und die Kids es nur mit einem abfälligen Blick "würdigen" und dann Nutellabrot verlangen.
Dass man nicht durch- bzw. aus- bzw. überhaupt irgendwie schlafen darf – und schon garnicht alleine im eigenen Bett.
Dass man die eigens für sich selbst heimlich gekaufte Schokolade dann doch teilen muss, weil sies irgendwie geschafft haben, das Versteck zu entdecken oder man einfach unachtsam war.
Wenn er nachts um 1:30 neben mir liegt und "Backe backe Kuchen" singt…
Das ständige Chaos….. NIEMALS ist es richtig ordentlich…. wenn irgendwo Land in Sicht ist, bricht an einer anderen Stelle im Haus wieder Krieg aus. Es gibt kein Zimmer, was die kleinen Monster nicht still und heimlich erobern.
Dass man als Mama nicht mehr einfach mal nur krank sein kann und die Erkältung oder was auch immer entspannt auskurieren kann.
Die Lautstärke! Definitiv die Lautstärke.
Ein einziges Mal, niemanden, der an der Tür rüttelt oder über Sinnloses ausfragt, kein Gestreite und keine Schlägerei vor der Klotür, keine lautstarke, im kompletten Umkreis von 5km hörbare, Diskussion, was ich denn so lange im Klo tue, kein "Mama, kann ich schnell rein? Mama, was sind das für Geräusche? Mama, ich muss jetzt auch, GANZ DRINGEND!".
Kaum habe ich morgens einen Fuß auf die „Kinder-Etage“ gesetzt, ist es vergleichbar mit dem Fettnäpfchen bei meinen Pubertierenden: ich tappe voll rein und rede mir den Mund fusselig. Mein Mantra: „Ich hab dich lieb! Ich hab dich lieb! … Wann ziehst du aus? Wann ziehst du aus?… Ich hab dich lieb! …“ Mal im Ernst – egal welches Alter – es gibt sch… Momente und Wunderschöne!
Das komplette Überfordertsein, wenn man mal allein und ohne die Kinder ist. Ich war dieses Jahr nach fast 10 Jahren zum ersten Mal alleine übers Wochenende weg und war völlig überfordert, mich schnell zu entspannen und möglichst alles zu genießen.
Die Parasiten! Ständig irgendwelche neuen Parasiten! Erst Läuse bei der Großen dann bei der Kleinen. Dann Würmer – äääähhh!!! Dann nochmal und nochmal und ich verpacke in der Zwischenzeit ständig Kuscheltiere in Gefrierfächer und Plastiktüten, koche Unterwäsche und Bettzeug und bügel und desinfiziere, um nach drei Wochen wieder den blöden Zettel aus der Schule zu bekommen: „In der Klasse ihres Kindes wurden Läuse festgestellt…“ Kein Horrorfilm schlägt diesen Zettel!!!
Mich nervt, dass Eltern sich wirklich rechtfertigen. Niemand mag Autonomiephasen und den ganzen Tag Kackofant hören. Punkt.
Die permanenten Streitereien. Kinder mit Kindern. Kinder mit Eltern. Eltern mit sich selbst. Nervig.
Zähneputzen, mein persönliches schwarzes Loch am Morgen (und auch am Abend), wenn das Geknatsche und Geschrei, die eh schon schwer erträgliche Lautstärke noch um einige viele Dezibel nach oben treibt, und alles an positiver Energie, die man nach einer, mal wieder, nicht durchgeschlafene Nacht irgendwie aufbringen konnte, aufsaugt und verschwinden lässt… für immer.
Das ständige Genörgle… Essen, Klamotten, Ausflugsziel, … untereinander… an allem gibt's was auszusetzen und dann kriegen sie sich noch untereinander in die Haare…
Was mich nervt: wenn ich trotz Bitte um Hilfe wieder alleine dastehe und den Haushalt nach der Arbeit schmeißen muss. Mein Mann redet sich gerne raus, dass er ja den ganzen Tag arbeiten war. Und die Krönung des Ganzen: ich soll morgens mehr helfen, damit er pünktlicher los kommt…
Das ständige Gefühl, für die Bespassung der Kinder zuständig zu sein…
Lehrer und Erzieherinnen die ihre privaten Vorstellungen anbringen. Mama, die Erika sagt sie war nicht so ehrgeizig wie du sie hatte viel mehr Zeit für ihre Kinder, warum arbeitest du?
Die Lautstärke, das ständige Diskutieren und das die Kids aus allem ein Wettkampf machen.
Das dauernd verfügbar sein müssen.
Dass man lange auf seine ganz persönlichen Bedürfnisse und Wünsche verzichten muss.
Wenn die Kinder krank sind am besten beide zusammen und dann noch alle Männerschnupfen haben.
Alles, was mit Schule zu tun hat.
Nicht Zähneputzen, nicht waschen nicht anziehen wollen.
Ständig irgendwen irgendwo hinfahren oder abholen.
Das einzige was mich nervt, ist das Aufstehen wie meine Tochter es bestimmt. Sonntags einfach mal liegen bleiben bis 8 Uhr wäre einfach ein Traum. Stattdessen ist meist gegen 05:30 Uhr der Tag wach.
Immer und immer wieder die gleichen Witze hören zu müssen.
Mitteilungen von Lehrerinnen.
Platz 3: Schnodder, Platz 2: Kotze, Platz 1: Kinderpupse (wieso stinken die so?)
Kinder-Geburtstage. Chaos, überdrehte Kinder, die ständige Angst vor Blut und Knochenbrüchen weil so aufgedreht wird, dieses krampfhafte bespaßen wollen, 3 Stunden die sich anfühlen wie 8 Tage…… Ich mag sie einfach nicht und bin froh, wenn sie rum sind…
Das ich immer für alles verantwortlich bin und für fünf Menschen mitdenken muss. Das geht in Kombi mit Schlafmangel und Reizüberflutung durch Kindergeräusche an die Substanz.
Mach die Hottentottenmusik aus!
Die viele Wäsche. Ich frag mich wo das alles her kommt? Da ist doch irgendwo ein Wäsche Monster was nachts alles wieder aus den Schränken raus zieht. Das Monster könnte doch zur Abwechslung mal Bügeln oder so.
Alles, ich meine wirklich alles, mehrfach sagen zu müssen. Und die Nachkommen reagieren erst, wenn das Muttertier laut wird. Und heulen dann im Chor vor Entrüstung!
Ständige Provokationen, ewiges Ausreizen.
Wenn beim Anziehen weggerannt wird…
Wenn das Essen nicht gegessen wird.
Klugscheißer, die einem sagen man solle sich nicht so anstellen und aufhören zu jammern. Schließlich habe man es ja so gewollt.
Die 24/7-Verantwortung.
Die fehlende Selbstbestimmung.
Diese Lebensmittelverschwendung, wenns wieder mal falsch war. Und die fehlende Anerkennung, wenn man sich 15 Std am Tag den Hintern aufreißt und es doch nicht genug ist.
„Mamaaaaa….“
Rollenspiele. Kotz.
 
Foto: pixabay
               
#EhrlicheEltern: Was uns als Mütter am Alltag mit Kindern am meisten nervt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-buch-wie-eine-liebeserklaerung-ans-leben-katy-schreibt-ueber-den-mord-an-ihrer-schwester-und-wie-sie-lernte-mit-der-trauer-zu-leben
       
Ihr Lieben, wir haben euch neulich gefragt, ob ihr euch für eine Rezension von Katys Buch „Larissas Vermächtnis„(Affiliate Link) hier im Blog interessieren würde. Katy hatte uns bereits hier ein unglaublich berührendes Interview zu ihrer Trauer und ihrem Wiederaufstehen gegeben: Wie ich nach dem Mord an meiner Schwester zurück ins Leben fand.



Nun hat sie ein Buch über die Zeit geschrieben, das ich in einem Rutsch durchlesen musste, weil mich ihr Weg sehr bewegt hat. Und weil ich weiß, was es für eine Familie, ja, sogar für die nächste Generation dieser Familie bedeutet, wenn etwas so Schreckliches geschieht.



Wenn Schicksale auch die nächste Generation prägen



Ich habe hier noch nie darüber geschrieben, aber auch die Schwester meiner Mutter wurde als Kind ermordet. Vielleicht erklärt das, warum ich mich thematisch viel mit den Themen Geburt und Tod auseinandersetze. Es hat auf jeden Fall mein Leben so geprägt, dass wir versuchen, jeden Tag, der uns geschenkt wird, so gut wie möglich mit Leben zu füllen.



Hier schreibt nun Katy über das Erscheinen ihres Herzenswerkes – mitten in einer weltweiten Pandemie. Denn normal, ha!, das wäre ja auch langweilig. 







„Über 4 Jahre langes Schreiben, Weinen, Herzbluten an der Tastatur. Hinfiebern auf den einen Moment, wenn dein Buch dann in den Händen gehalten werden kann. Ein Buch, das so viel mehr als das ist. Es sollte doch die Welt erreichen, Menschen berühren, ihnen Mut und Hoffnung schenken und sie inspirieren, den eigenen Weg zu gehen. Doch dann kam Corona!



Larissas Vermächtnis: Ein Buch über die größte Lebenskrise



Ein Buch über die größte Krise in meinem Leben kommt genau zu einer weltweiten Krise. WTF!, dachte ich im ersten Moment. Am 6. April war die Erscheinung. Zu der Zeit hatte keine Buchhandlung offen, und auch online gab es bei den Auslieferungen Probleme. Was habe ich geweint und mir Sorgen gemacht, dass dieses Buch nun niemanden erreichen wird.



Doch es hat sich durchgekämpft, sich nicht kleinkriegen lassen von diesem Virus. Es ist aufgestanden und hat sich in die Hände der Menschen geklemmt und die Herzen derer berührt. Und wurde sogar ein Bestseller in Österreich. Hart gekämpft und nicht aufgegeben, so wie ich mich damals, 2013, ins Leben zurückgekämpft hatte.



Katys Schwester wurde ermordet – von ihrem Freund



Im September 2013 wurde meine Schwester Larissa 21-jährig von ihrem Freund ermordet. Ich veranstaltete eine Party, weil ich das Leben und meine Gesundheit feiern wollte. Monate zuvor hatte ich nämlich eine Thrombose bekommen, die nun endlich ausgeheilt war. Am Morgen nach der Party bekam ich eine Nachricht von ihrem Freund. Larissa habe mitten in der Nacht die Wohnung verlassen und sei nicht mehr zurückgekommen. Ob ich wüsste, wo sie sei.



Von da an begann die Suche nach ihr. Erst in Tirol, dann in Österreich und schließlich bis nach ganz Deutschland. Knapp 2 Wochen später erfuhren meine Eltern, meine beiden anderen Schwestern und ich die schreckliche Wahrheit.



Larissa wurde erwürgt und im Stadfluss entsorgt, von ihrem Freund. Von dem, der mir nur scheinheilig Nachrichten geschickt hatte nach ihrem angeblichen Weglaufen. Er hatte ihr, nachdem sie Röchelgeräusche gemacht hatte, Bodylotion in den Hals gekippt. Sie hatte keine Chance.







Die Hölle auf Erden wurde mein neuer Alltag und ein Kampf ums Überleben. Konflikte innerhalb der Familie, die Frage nach dem Warum und eine mediale Aufmerksamkeit rund um die bevorstehende Verhandlung begleiteten mich tagtäglich. Wie sollte ich all das überleben? War ein Leben, in dem auch Freude wieder ihren Platz fand, überhaupt möglich?



Nach dem Mord: Ob es sich überhaupt noch lohnte, weiterzuleben?



Also kämpfte ich, machte Fehler, stand wieder auf und kämpfte weiter. Ich zweifelte, ob ich so überhaupt weiterleben konnte und wollte. Bis ich eine Sache entdeckte, die mir Hoffnung und Kraft schenkte. Kein teures Wunderheilmittel, sondern eine Möglichkeit, die ich einfach nur ergreifen musste. Und wollte!



Die Rede ist schlicht von Bewegung und Training mit dem eigenen Körpergewicht. Aber nicht im Fitnessstudio oder in einem Kurs. Ich musste für mich sein, brauchte Platz für meine Gefühle, musste wissen, dass ich notfalls auch einfach mal die Tränen laufen lassen kann und trainierte deshalb alleine, draußen.



Ich entdeckte den Sport für mich – weil Larissa ihn so geliebt hatte



Ich war nie besonders sportlich, aber Larissa war es immer. In erster Linie trainierte ich für sie, dann erst für mich. Das motivierte mich, dran zu bleiben und weiterzumachen. Aber vor allem passierte so viel mit meinen Gefühlen. Ich durfte lachen und weinen, schreien und sein, wie ich wollte, mit meiner ganzen Trauer. Und ich fragte mich mehr und mehr, ob das nicht für viele Menschen möglich sein konnte.







Wie toll wäre ein Sportkurs, in dem es primär um Gefühle ginge und Menschen mit Verlusten aufeinandertreffen würden, sich austauschen und trainieren könnten? Das fragte ich mich.



Die Verhandlung: Ich wollte dem Mörder nicht begegnen



Der Sport half mir, die Verhandlung zu überleben, oder besser, die Entscheidung zu treffen nicht hinzugehen und stattdessen etwas ganz anderes zu machen. In den Urlaub zu fahren. Mir das nicht zu geben. Dem Mörder nicht zu begegnen, mich nicht noch weiter aufwühlen zu lassen.



Natürlich brachte mir auch die Bewegung meine Schwester nicht zurück, aber für mich wurde sie zum Werkzeug, mit der Endgültigkeit ihres Todes umzugehen. Ich bewegte nicht nur meinen Körper, sondern es bewegte alles in mir, weil ich plötzlich wieder Hoffnung sehen konnte.



Die Vorstellung über einen solchen Sportkurs ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Also tüftelte ich an einem Konzept und gründete Jahre später, 2017, den SeelenSport®. Damit begleite ich andere Trauernde, hole sie zurück ins Leben und in die Aktivität. Mittlerweile bilde ich sogar Kursleiterinnen aus, damit auch sie Trauernden vor Ort helfen können. Und so ist etwas ganz Großes entstanden, das nicht nur mir, sondern auch vielen anderen hilft.



Die gesamte Gefühsachterbahn in einem Buch – ihr könnt es gewinnen!



Den gesamten Weg dahin – die komplette Gefühksachterbahn der letzten Monate und Jahre – habe ich in meinem Buch „Larissas Vermächtnis“ (Affiliate Link) festgehalten. Ihr könnt hier ein Exemplar gewinnen oder euch direkt eines bestellen, wenn ihr mögt. Denn auch wenn Situationen ausweglos erscheinen, gibt es doch fast immer Wege, die zurück ins Licht führen.



Um das Buch zu gewinnen, lasst Katy doch einfach einen lieben Gruß hier in den Kommentaren. Die Losfee entscheidet dann!
               
Ein Buch wie eine Liebeserklärung ans Leben: Katy schreibt über den Mord an ihrer Schwester - und wie sie lernte, mit der Trauer zu leben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-corona-gedicht-oh-pandemie-oh-pandemie-wie-mochte-ich-dich-nie
       
Die „Oster-Ruhe“ hin und her…mir fällt grad das Hinterherkommen schwer.



Darf ich jetzt Ostern noch zur Tante,was sagt dazu wohl die Mutante?



Welche Regel für wen und an welchem Tag?Was, wenn ich einfach nicht mehr mag?



Die Schulen auf, die Schulen zu,wir Eltern kommen nie zur Ruh



Wen interessiert´s, Mama und Papa machen das schon.Die sollen nicht jammern – was für ein Hohn!



Corona, du Teufel, zeigst uns deine Fratze.Hau doch ab, du olle Bratze!



Abstand, Lüften, Masken auf,mehr haben wir noch immer nicht drauf



Die Impfstoffe sind einfach noch nicht da…also geht’s weiter im Lockdown, wie wunderbar



Wir müssen wohl durchhalten –nicht nur für die Alten.



Auch für die Kids!24/7 – das ist kein Witz.



Homeschoolen, Geld verdienen, Streit schlichten,uns retten mit solchen Gedichten.



Oh, Pandemie, oh Pandemie,wie mochte ich dich nie!



Wir brauchen wie nie Zusammenhalt –Nicht irgendwann, sondern jetzt und bald.



Wir brauchen keine Zeigefinger, kein Gezeter,sondern Abstand, nur ein paar Meter.



Wir brauchen Entlastung, wir brauchen Konzepte.Ach, wenn diese Anspannung nur mal abebbte.



Gesundheit, Glück und gute Gedankenbraucht unsere Lebensliane zum Ranken. (ok, der war schlecht ;-))



Geh weg, hau ab, bring uns das Leben zurück…das ist, was wir brauchen, zu unserem Glück!
               
Ein Corona-Gedicht: Oh, „Pandemie, oh Pandemie, ich mochte dich nie“
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-emotionaler-wochenend-trip-meine-kleine-schwester-hat-geheiratet
        —In Kooperation mit VWImmer, wenn mich meine Tochter fragt, wer denn meine beste Freundin sei, dann nenne ich den Namen meiner Schwester. Meine Tochter meint dann, dass das nicht ginge, weil sie ja meine Schwester sei und somit nicht gleichzeitig meine beste Freundin sein könne. Ich sage dann: Doch, das geht trotzdem. 
Tatsächlich ist es so, dass ich mich aufs Engste mit meiner Schwester verbunden fühle. Das war nicht immer so. Als Kind habe ich es gehasst, dass ich sie oft zum Spielen zu meinen Freundinnen mitnehmen musste. Und als Teeanger sind wir uns gehörig auf den Keks gegangen. Ich kann den Zeitpunkt, an dem sich unsere Beziehung so verändert hat, gar nicht genau benennen. Aber heute ist es so, dass meine drei Jahre jüngere Schwester meine wohl engste Verbündete ist. 
Und so ist es nicht verwunderlich, dass ihre Hochzeit vor ein paar Wochen mein emotionales Highlight des Jahres war. Bereits Monate vorher wurden die Outfits geplant (am Morgen nach der Hochzeit sind wir alle in Tracht gegangen, wie ihr an den Fotos unten sehen könnt). Wichtig war mir außerdem, dass wir in der Location schlafen, wo auch gefeiert wurde – denn so konnten wir die Kinder hinlegen und dank Babyphone weiter die Feier genießen. 
Als meine Schwester dann an jeden Samstag morgen in die Kirche kam, habe ich sofort losgeheult. Ihr wunderschönes Kleid hatten wir tatsächlich gemeinsam in Berlin gefunden. Es war so, wie man es sich immer vorstellt. Sie zog es an, mir schossen sofort die Tränen in die Augen und ich sagte: "Das ist es. Das und kein anderes!"
Ich weiß, viele stehen der Ehe kritisch gegenüber. Ich selbst bin seit zehn Jahren verheiratet und das sehr gerne. Vielleicht rüht mich an der Ehe einfach die Zuversicht, die dahinter steckt. Wir wissen alle, dass jede dritte Ehe scheitert und dass man heute gewiss nicht mehr heiraten braucht, um zusammen zu leben. Wenn sich zwei Menschen aber trotzdem für diesen Schritt entscheiden, finde ich das romantisch. Für mich drückt das eine Hoffnung aus, dass man zu denjenigen gehört, die es schaffen. Und ich finde Hoffnung ist immer etwas Gutes. 
Es war auf jeden Fall ein wunderbar sonniges Wochenende voller Liebe, guter Begegnungen, Lachen und Freude. Ich könnte nicht glücklicher für meine Schwester sein. Und für mich war es tatächlich alles sehr entspannt, was auch an der Art lag, wie wir von Berlin ins tiefste Bayern kamen. Denn schon während der Reise ging ein Traum von mir in Erfüllung: Wir durfen den Multivan Generation Six von VW testen.
Im Alltag fahre ich ja einen uralten, sehr kleinen Wagen, in den wir zu fünft nur mit Mühe und Not passen. Es war klar, dass wir mit diesem Auto nicht die fast sechsstündige Fahrt zur Hochzeit antreten können. Da ich vor langen Autofahrten generell Bammel habe, weil sich meine Kinder so schnell im Auto langweilen, wünschte ich mir vorallem Platz und Flexibilität. 
Flexibilität, weil ich dann öfter mal Plätze tauschen kann und einem Kind Aufmerksamkeit geben kann, das es gerade braucht. Der VW Multivan ist dafür perfekt. Die ganz Große saß hinten in der letzten Reihe und genoss sichtlich ihre Ruhe. Die beiden Kleinen saßen in der Reihe hinter uns, was praktisch war, denn die Kleine braucht ja beim Essen und Trinken noch etwas Hilfe. Der Sohn stapelte all sein Spielzeug auf dem Tischchen zwischen den Stühlen. Irgendwann wollte er sich aber zu meiner Großen umdrehen, um Panini-Bilder zu tauschen – da die beiden Sitze in der mittleren Reihe schwenkbar sind, saßen sich die Kinder kurz darauf gegenüber. Als die Kleinste irgendwann einschlief, wechselte mein Sohn in die Reihe nach hinten neben seine Schwester und die beiden durften eine Serie auf dem Ipad gucken. 
Und auch für uns Erwachsenen war die Fahrt einfach entpannt. Der Bus ist einfach irre geräumig, all unser Gepäck ließ sich easy im Kofferraum verstauen. Außerdem vermittelt mir die Tatsache, dass man so erhöht sitzt, immer ein Gefühl des Überblicks und der Sicherheit. Als mein Mann auf der freien Autobahn mal aufs Gaspedal drückte, hatten wir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, der Bus würde "schwimmen" oder wackeln. Er war eher so, als würden wir auf Schienen fahren.
Vor ein paar Monaten, als wir umgezogen sind, hatte ich mir mal von einer Freundin deren VW Bus ausgliehen. Ich gestehe, dass ich zuerst etwas unsicher war, weil der Bus ja doch recht groß ist und ich nicht unbedingt die Einpark-Königin bin. Aber es ist eigentlich wie mit allem: Mit ein bisschen Übung klappt alles. Und so fühlte ich mich dieses Mal richtig heimisch in unserem Bus. Man fühlt sich nicht eingezwengt, kann bequem ein-und aussteigen, Eltern können ruhig ein bisschen mehr Wechselwäsche für die Kids einpacken, weil so viel Stauraum vorhanden ist.
Wir haben uns pudelwohl in unserem Testauto gefühlt und waren richtig traurig, als wir den rot-weißen Bus wieder abgeben mussten. Vielleicht erfüllen wir uns ja irgendwann den Traum und legen uns so einen Multivan zu – mit drei Kindern ist der auf jeden Fall ideal. 
Und für alle technisch Interessierten hier noch ein paar Infos: 
Kraftstoffverbrauch: 6,1 Liter/100 km, Kraftstoff: Diesel
CO2-Emission Kombiniert 158 g/km
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Größtes Lade-/Gepäckraumvolumen 5.800 l
7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Elektronisches Stabilisierungsprogramm, ABS, ASR, EDS, Berganfahrassistent, Bremsassistent, Klimaanlage "Air Care Climatronic" mit 3-Zonen-Temperaturregelung, Zusatzheizung und Klimahimmel, Sitzheizung für Sitze im Fahrerhaus, links und rechts, getrennt regelbar
 
Preis: ab 52.419,50 € inkl. MwSt.
FOTOHINWEIS: Das wunderbare Foto ganz oben von meiner Schwester und mir hat der tolle Moritz Hoffmann gemacht 
               
Ein emotionaler Wochenend-Trip: Meine kleine Schwester hat geheiratet! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-jahr-nach-dem-tod-meiner-oma-du-wirst-immer-noch-geliebt-aber-du-fehlst-uns-so
        Neulich stand meine Große vor Deinem Foto und sagte: "Ich vermisse sie." Ich nahm den silbernen Rahmen in die Hand und streichelte über Dein Foto. Es zeigt Dich auf der Taufe unseres Sohnes. Du siehst wunderschön aus. "Ich vermisse sie auch", sagte ich. 
Und ja, das tue ich. Fast jeden Tag. Du bist nun ein Jahr tot, deine Nummer konnte ich immer noch nicht aus meinem Telefon löschen. Und selbst wenn ich sie gelöscht hätte: Deine  Nummer ist eine der wenigen, die ich auswendig kann. 
In diesen Tagen kann ich das erste Mal von Dir und über Dich sprechen, ohne sofort in Tränen auszubrechen. So habe ich mich noch nie erlebt: Wenn ich in den letzten Monaten an Dich gedacht habe oder von Dir erzählt habe, habe ich sofort geheult. Ich konnte nichts dagegen tun, es nicht unterdrücken. Also hab ich viel geweint. 
Vor ein paar Tagen habe ich das erste Mal laut mit Dir gesprochen. Auch das ging bisher nicht, weil meine Stimme sofort wegbrach. Ich lief hier durch die Straßen und der Flieder blühte. Ich blieb stehen, guckte in den Himmel und sagte: "Wenn Du das doch sehen könntest. Das würde Dir gefallen." 
Und das stimmt. Du hättest mir am Telefon erzählt, wie sehr Du Dich über all die Blüten freust. Du hättest mir erzählt, wen Du alles beim Einkaufen getroffen hast und wann Du wieder zum Arzt musst. Ich hätte irgendwann gesagt: "Ich muss Schluss machen, ich ruf Dich wieder an." Und Du hättest gesagt: "Musst Du nicht. Du hast doch genug tu tun." Und ich hätte gesagt: "Ich will Dich aber anrufen." 
Wir haben oft telefoniert. Die letzten Male hattest Du aber keine Lust mehr zu reden. Also habe ich Dir Postkarten geschrieben. Jede Woche eine. Angerufen habe ich immer noch, aber es waren nur noch kurze Gespräche. Ich musste ins Telefon schreien, weil Du wirklich schlecht gehört hast. 
Jetzt muss ich lachen, weil ich an eine Situation denken muss in deinem letzten Herbst. Da habe ich mit den beiden Großen auf Dich aufgepasst, weil Du nicht mehr alleine leben konntest. Am Abendessenstisch hast Du einfach dein Höhrgerät ausgestellt, weil Du Deine Ruhe haben wolltest. Immer, wenn ich Dich gefragt habe, ob Du noch ein Brot haben willst, hast Du mit den Schultern gezuckt und gesagt: "Ich hör Dich nicht." Meine Kinder sind vor Lachem vom Stuhl gefallen. Sie fanden es klasse, dass Du Dich einfach so ausklinken kannst.
Ich sage meinen Kindern immer wieder, was für ein großes Geschenk es ist, dass wir Dich überhaupt so lange hatten. Wer hat schon noch eine Uroma in der Familie. 
Meine Kleinste trägt Deinen Namen, so bist Du immer bei uns. Und doch fehlst Du mir so. Wenn neben mir an der Ampel eine kleine, alte Dame steht, dann kneift mein Herz ganz doll. Das ist wahrscheinlich so, wenn man jemand sehr sehr lieb gehabt hat. 
Jetzt bist Du schon ein Jahr nicht mehr bei uns. Aber ich kann Dich immer noch vor meinem Auge sehen, ich kann Deine Sprüche immer noch hören. Du bist immer noch geliebt.
Dass ich hier über Dich schreibe, hättest Du seltsam gefunden. "Wer will das denn lesen", hättest Du gesagt. Ich hätte geantwortet: "Ich hoffe viele!" 
—- ZUM WEITERLESEN: Meine Woche mit Oma
 
 
 
 
               
Ein Jahr nach dem Tod meiner Oma: Du wirst immer noch geliebt, aber Du fehlst uns so | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-kind-ist-kein-kind-von-wegen-2
        Liebe Katharina, ich habe Deinen gestrigen Beitrag wirklich gern gelesen und freue mich auch, dass Du einen schönen Nachmittag in der U-Bahn hattest – mit nur EINEM Kind. Ich kenne diese Ruhe, herrlich. ABER.
Ich muss Dir mit entschiedener Überzeugungskraft sagen, dass ich bei diesem Ein-Kind-ist-kein-Kind-Satz an die Decke gehen könnte! Meine Erfahrungen mit dem ersten Kind waren so einschneidend, vermutlich ist das der Grund für meine immer wieder drohende Explosion bei diesem Satz. Denn wenn wir ehrlich sind: Nichts verändert unseren Alltag so sehr wie das erste Kind. Zumindest bei mir war das so…
Da das erste Kind in den meisten Fällen als Einzelkind auf die Welt kommt (mal abgesehen von Patchworkfamilien und Mehlingseltern) hat dieses EINE Kind einen beträchtlichen Anteil an dieser Lebensverwandlung. Und auch wenn Du sagst, dass Dein erstes Kind ein sehr pflegeleichtes war: Die Verantwortung, die Du plötzlich spürst! Die Veränderung an Deinem Körper! Die Sorge! Dieses Gefühl: Au weia, das bleibt jetzt für immer! Die Jobpause! Die Moltontücher in der ganzen Wohnung! Dieser Stolz! Dieses Freude!
Ein Kind ist kein Kind? PAH! Nichts hat mein Leben je so verändert, wie dieses eine erste Kind! Weil dieses eine erste Kind mich zur MUTTER gemacht hat. Als die nächsten Kinder zur Welt kamen, war ich ja längst Mutter! Und wusste, wie man stillt. Und dass man sie durchkriegt, diese kleinen Racker. Das wusste ich beim ersten Kind noch nicht!
Ein Kind ist kein Kind? Kann ich echt nicht unterschreiben. Mein Kind hat viel geschrien. Mein Kind kam, als ich 24 war und meine Freunde noch Party machen gingen, während ich die Nächte mit diesem tollsten-schönsten-wunderbarsten schreienden Wesen auf dem Arm durch unsere Wohnung tigerte und es vor sämtlichen Gefahren dieser Welt beschützen wollte. Dieses Kind war der anstrengendste und schönste Einschnitt in meinem Leben. Und es hat meinen Alltag und meine Gefühlswelt auf den Kopf gestellt.
Wenn ich heute Freunde nach der Geburt des ersten Kindes besuche oder Bekannte mit schon älteren Einzelkindern und sie mir sagen: „Ach, Dir brauch ich ja keinen vorzuheulen, Dir mit Deinen Dreien, ich hab ja nur eins!“ Ehrlich, dann fühle ich mich schlecht. Denn jeder, JEDER, hat das Recht mich vollzuheulen. Das tut nämlich gut! Ab und zu mal.
Und ich brauch mir nicht die müden Fotos aus dem ersten Babyalbum anzuschauen, um mich daran zu erinnern, dass auch ich mich oft überfordert fühlte mit „nur“ einem Kind. Das ist doch nur normal! Ich möchte jeden und jede drücken, der oder die auch schon mit einem Kind an seine Grenzen kommt, denn: Ja, ich kam auch an meine Grenzen. Mit einem Kind. Und hab dann trotzdem noch mehr Kinder gekriegt!
Und jetzt, da ich drei habe, ist es selbstverständlich WUNDERVOLL, wenn man mal nur eines hat – oder nur zwei. Hach. Dann ist es ruhig. Dann ist es schön und intensiv und gut. Aber das liegt nicht daran, dass ein Kind kein Kind ist. Sondern daran, dass der Alltag sonst so laut und wild ist, dass sowohl das eine Kind sich freut, mal ohne Unterbrechung zu spielen, als auch ich.
Wäre dieses eine Kind aber immer nur ein Kind, dann würde auch ich das wahrscheinlich nicht als ruhig wahrnehmen, mit nur einem Kind zu sein. Erstens, weil mir der Vergleich fehlte und zweitens, weil das Kind dann ganz anders spielen würde. Nur weil es WEIß, dass die Geschwister gleich wieder eintrudeln, spielt es so ruhig und gewissenhaft mit dem Lieblingsspielzeug, dass ihm mal keiner sofort wegnimmt oder kaputt macht, denke ich. Wäre da nicht die Gewissheit, dass es gleich wieder laut wird, ich glaube, das hätte eine andere Dynamik. Eine Ein-Kind-Dynamik. Keine Kein-Kind-Dynamik 😉
               
Ein Kind ist kein Kind? Von wegen!!!! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-kind-und-dann-zwillinge-wird-das-irgendwann-besser-ja-und-ob
         Ihr Lieben, im Grunde ist so ein Blog ja auch ein bisschen eine Selbsthilfegruppe. Ein Ort zum Austausch, zum Wiedererkennen, zum Abgleichen und zum Mut holen. Und wenn mich dann manchmal Anfragen von Lesern erreichen, dann katapultiert mich das ab und zu zurück in frühere Zeiten. Genauso ging es mir mit dieser Mail einer Leserin:
"Hallo Lisa! Ich lese schon lange begeistert euren Blog. Ich bin Mutter von zwei Kindern und lebe auf dem Land. Genauer gesagt in einem Bergdorf in den Schweizer Bergen. Es geht um meine Freundin J. Sie ist Mama eines Vierjährigen und frischgebackene Zwillingsmama. Sie macht das toll!!! Allerdings ist sie zur Zeit am Limit. Sie funktioniert grad nur noch, hat ein furchtbar schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Grossen und sie kann sich nicht vorstellen, dass ihr Leben irgendwann wieder "normal" wird. Sie hat Angst, vor allem was noch kommt. Ich dachte, vielleicht kannst du ihr ein paar Zeilen schreiben. So quasi als "gutes Beispiel" der gleichen Situation… LG Tina"
Zu Allererst: Was ist das für eine tolle Freundin, die mich extra anschreibt, um ihrer Freundin zu helfen!!! Danke liebe Tina, denn genau das ist es, was uns Müttern in überforderten Situationen hilft! Nicht nur unsere Kinder brauchen Aufmerksamkeit, sondern auch wir. Ich weiß noch genau, wie schwierig das am Anfang meiner  Mutterschaft für mich war, dass ich allein war, wenn mir jemand Hilfe anbot. Besonders, wenn ich krank war. Bevor ich Mutter wurde, umkümmerte mich dann jemand, brachte mir Tee oder Zieback, schaute nach mir. Seit ich Mutter bin, heißt diese Hilfe: Ich nehme Dir die Kinder ab, damit Du Dich erholen kannst. Und dann lag ich da alleine. Ohne Tee. Ohne Zwieback. Natürlich spielt sich das ein. Was ich aber sagen will: Wir Mütter brauchen manchmal nicht nur Hilfe mit den Kindern, sondern auch selbst Aufmerksamkeit. Toll also, wenn man Freunde hat, die sich sorgen und kümmern.
Tina, ich möchte Deiner Freundin sagen, dass ihre Gefühle in Ordnung sind. Wenn man seekrank ist, sollte man nicht mit dem Körper gegen die Wellen ankämpfen, denn das macht es nur schlimmer. Man sollte mit den Wellen mitgehen. Das gilt auch für die Extremsituation mit drei kleinen KIndern zu Hause. Deine Freundin kommt da jetzt gerade nicht raus aus der Situation. Ich weiß noch, wie müde ich war, wie klebrig sich alles anfühlte, auch das Gehirn. Mein Leben bestand aus stillen, stillen, essen machen, wickeln, meine Tochter war zwei, als unsere Zwillinge geboren wurden. Ich habe zweieinhalb Jahre lang keine einzige Nacht durchgeschlafen. Ich wusste manchmal nicht genau, ob Tag oder Nacht ist, man sitzt im Hamsterrad.
 
Bei uns kam hinzu, dass meine Jungs im Alter zwischen sechs und 18 Monaten gleich fünf Mal stationär ins Krankenhaus mussten, nie etwas Schlimmes, aber immer nervenaufreibend. Denn ich hatte eine weinende große Schwester zu Hause und neben dem kranken Baby immer noch ein gesundes mit in der Klinik – es mussten immer beide mit, weil ich sie stillte. Ich kann mich an vieles aus dieser Zeit nicht mehr erinnern, ich funktionierte wohl teils im Autopilot und wenn ich Dir einen Tipp geben darf, dann ist es dieser: Mach viele Fotos. So anstrengend die Zeit jetzt sein mag mit Deinen drei Kleinen, so schön ist es nachher, sich die Fotos anzuschauen und zu denken: Wow, so süß waren die? Ich hatte während der Zeit ja viel zu wenig Zeit darüber nachzudenken, wie süß sie sind, wie toll, wie wunderbar – und welches Glück es ist, mit so vielen Kindern beschenkt zu werden. Und ich verspreche Dir: Auch wenn Du jetzt das Gefühl hast, unterzugehen, die Zeit wird kommen, in der Du es als Geschenk ansiehst.
Und ich gebe Dir noch einen Rat. Hab keine Angst vor der Zukunft. Denk nicht zu viel dran, was in zwei Jahren oder fünf oder zehn sein könnte. Versuch, von Tag zu Tag zu leben oder wenn das zu lang ist: von Vormittag zu Nachmittag. Nimm Hilfe an, wenn sie Dir angeboten wird. Von Freunden oder von wellcome (Ehrenamtliche, die Familien mit Kindern unter eins helfen) oder von einer Mütterpflegerin. Lass Dir beim Arzt eine Haushaltshilfe verschreiben, wenn Du das Gefühl hast, Du brauchst da Hilfe.
Ich denke heute lächelnd daran, dass Katharina mich mal zu Hause besuchte, als die Zwillinge drei Wochen alt waren. Sie hat mir erst später erzählt, wie geschockt sie über das Chaos in unserer Wohnung war. Ja, es ging ums Überleben. Da war der Haushalt zweitrangig. Die Kinder mussten gestillt, gewickelt und bespielt werden. Und unsere Große wusste genau: Wenn ich beide Brüder gleichzeitig stillte, konnte ich nicht aufstehen. Und malte dann extra an die Wände. Ich beruhigte mich damit, dass ich mir, wenn die Kinder ausgezogen wären, eine neue Couch ohne Stillgeruch und Bäuerchen-Flecken zulegen würde. Und auch erst dann die Wände streichen würde, um mich bei der nächsten Mal-Aktion nicht aufregen zu müssen.    
Und ich konnte die Große ja auch verstehen. Es war ein Einschnitt. Für uns alle. Und wenn ich dann mal Zeit für sie allein hatte, dachte ich: So, JETZT ABER, was wollen wir Tolles zusammen tun? Und dann hatte sie keine Lust. Sie war und ist eben keine Maschine, die man zu gewissen Zeifenstern anknipsen kann. Und wenn soie dann spielen wollte, musste ich schon wieder stillen. Solche Situationen gab es viele.
Aber es wird wieder werden, liebe J! Es spielt sich ein! Die Kinder werden größer und Du wächst mehr und mehr in die Rolle der Mehrfachmutter rein. Und irgendwann wird Dich der Gedanke kalt erwischen, dass Du denkst: Stopp! Ihr könnt doch jetzt noch nicht so groß und cool und selbständig werden! Was ist denn hier los? Wo sind denn bitteschön meine Kuschelbabys hin? Und wenn Sie dann irgendwann in Kita oder Schule sitzen und Du mit einem Käffchen auf der Trrasse oder parkbank, dann lehnst Du Dich zurück und wirst vor Stolz fast platzen. Nicht nur auf die Kids, sondern auch auf Dich. Und wenn Du Dich dann fragst, warum Du so fit und fröhlich bist, dann wirst Du denken: Huch, seit wann schlafe ich nachts eigentlich wieder ungestört durch?
HALT DURCH, LIEBE J!
 
P.S. Einige werden das Foto oben vielleicht kennen,m aber es ist wirkliuch das Einzige, das ich öffentlich zeigen kann aus dieser Zeit. Ich war sooo müde. Und dieses Bild wurde gemcht, als ich grad frisch vom Frisör kam und kurz Erholung hatte. Das zweite Bild zeigt unsere Beiden im Krankenhaus auf Mallorca. Ja, wir wollten mal Urlaub machen, um wieder ein bisschen zu uns zu kommen. Es endete… so! Es entstand übrigens exakt heute vor sieben Jahren.
P.P.S Die wunderbare Blogprinzessin hat auch schon einen Mutmachtext für Zwillingseltern geschrieben. Schaut mal vorbei!
               
Ein Kind und dann Zwillinge: Wird das irgendwann besser? JA, UND OB! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-kind-zu-verlieren-ist-eine-fuerchterlich-traurige-sache
       
Als Inka ihren kleinen Sohn in der Schwangerschaft verlor, war da erstmal nur Ohnmacht. Ihre zwei großen Söhne waren schon elf und 16 Jahre alt, sie haben den Verlust und die Trauer sehr bewusst miterlebt.



Inka, die als Schauspielerin, Sängerin und Autorin Gefühle vor allem kreativ verarbeitet, kam ins Schreiben. Entstanden ist ein Buch, das unter die Haut geht – und sich nicht nur an Eltern richtet, sondern auch an Geschwisterkinder, die sich aufs Baby gefreut hatten: Joshua, der kleine Zugvogel (Affiliate Link). 



Im Buch geht es um ein kleines Vögelchen, das den Anschluss an die anderen verpasst, in einen Sturm gerät und sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfindet. Es hört schon Stimmen, die seinen Namen sagen, die nach ihm rufen, aber leider muss es weiter, weil es doch ein Zugvogel ist… 



Inka Pabst: Joshua, der kleine Zugvogel (Affiliate Link). Tulipan.



Wow, liebe Inka, du hast es geschafft, ein Buch für Geschwister und Eltern gleichermaßen zu schreiben die ein eigenes oder ein Geschwisterkind in der Schwangerschaft verloren haben. Du schaffst es, mit dieser Sternenkind-Geschichte ganz warme Gefühle damit beim Leser auszulösen, die keine Angst machen. Wie hast du das gemacht?



Das kann ich schlecht beantworten, aber ich bin dankbar, wenn es mir gelungen ist, den Menschen den Schrecken zu nehmen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen ohne dabei in einen emotionalen Abgrund zu stürzen.



Ein Kind zu verlieren ist eine ganz fürchterlich traurige Sache, aber die Liebe zu dem Kind ist und bleibt so  wunderbar, wie sie zu einem lebenden Kind ist. Die hört ja nicht auf. Und genau dieser Zerrissenheit wollte ich ein Bild geben.



Wie schwer fiel dir das Schreiben?



Das Schreiben selbst war nicht schwer, weil ich sie im Taumel des Schocks als Abschiedsgeschenk für unseren Sohn geschrieben hatte. Für mich als Künstlerin ist es eine selbstverständliche und intuitive Handlung, Erlebtes zu transformieren und in eine neue Form zu gießen.



Als Mehrdad Zaeri, dessen Arbeiten ich verehre, dann gesagt hat, dass er gerne mit mir die Geschichte zu einem Buch erweitern möchte und der Tulipan Verlag dieses Vorhaben unterstützte, musste ich weinen vor Glück.



Die Zeit der „Buchwerdung“ war für mich allerdings schwieriger als gedacht. Dass ich mit so einer persönlichen Sache an die Öffentlichkeit gehe, ließ mich extrem dünnhäutig werden und erforderte von meinen Freunden viele Streicheleinheiten…



Ich konnte natürlich nicht so professionell an ein Lektorat gehen, wie es sonst der Fall wäre. Da gab es ja keine Distanz. Aber es waren ganz wundervolle Menschen um mich herum, die damit sehr geduldig und liebevoll umgehen konnten.



Das Bild des Zugvogels, der weiterziehen muss, dessen Aufgabe nicht das Bleiben ist – wie kamst du darauf?



Es hat für mich etwas Tröstliches, wenn ich mir vorstelle, dass unser Sohn an einem anderen Ort fröhlich vor sich hin zwitschert.



Neben deinem Sohn im Herzen hast du zwei Söhne an der Hand, hast du ihnen das Buch vorgelesen und falls ja: wie haben sie reagiert?



Meine beiden älteren Söhne waren zu dem Zeitpunkt schon 11 und 16 Jahre alt und haben alles unmittelbar mitbekommen. Die Geschichte kannten sie von der Beerdigung und natürlich hat jetzt jeder ein eigenes Exemplar in seinem Regal. Sie lieben das Buch und das Wissen, dass andere es auch lieben.



Warum war es dir ein Bedürfnis, Joshuas Geschichte zu schreiben?



Als wir erfuhren, dass unser Sohn nicht leben wird, war da erst einmal nur Schock und Ohnmacht. Es war für mich einfach ein Grundbedürfnis unserem Sohn etwas Persönliches von mir mitzugeben. Die Geschichte steht auch so in seinem kleinen Sarg – sozusagen als Routenplaner für seine Reise.



Welche Reaktionen erreichen dich von LeserInnen des Buches?



Ich bekomme sehr viel Zuspruch. Natürlich habe ich gehofft, dass wir mit unserem Buch Trost spenden können, aber die sehr persönlichen und liebevollen Rückmeldungen berühren mich. Dass sich so viele Menschen bei mir bedanken, also damit habe ich wirklich nicht gerechnet.



Wie geht es dir und deiner Familie heute?



Uns geht es sehr gut!!! Und das sage ich bewußt mit drei Ausrufezeichen, um denjenigen Mut zu machen, die noch brusttief in der Trauer stecken. Es wird nie wieder wie vorher sein und es kann auch nach zehn Jahren passieren, dass einem der Schmerz impulsiv die Beine wegzieht, aber ich habe gelernt: Es geht vorbei!



Das Ersticken im Verlust wird tatsächlich besser, auch wenn man das lange, lange, lange nicht glauben kann und vielleicht sogar Angst hat davor, weil man sich dann als Verräter empfindet.



Wichtig fand ich, dass wir uns die Zeit nahmen, die jeder Einzelne für sich brauchte. Sich nicht hetzen lassen von dem Irrglauben, man müsse wieder ins „normale Leben“ zurückkehren. Wir waren lange out of order und ich glaube, das hat uns geholfen, dass jeder von uns seinen eigenen Weg gefunden hat mit dem toten Sohn oder toten Bruder leben zu können.
               
Sternenkind: Wenn Mütter ihre Babys in der Schwangerschaft verlieren
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-laptop-fuers-homeschooling-gewinnt-einen-travelmate-spin-b3-von-acer
       
Ihr Lieben, vielleicht erinnert ihr euch an unseren Bericht über die Laptops zum Homeschooling von Acer. Wir hatten darin schon angedeutet, dass wir möglicherweise im April auch ein Gerät verlosen dürfen. Einfach, um euch eine Freude zu machen!



Wir selbst haben davon keinen Vorteil, verdienen damit kein Geld, aber weil uns immer wieder auch Familien schreiben, dass sie sich kein Endgerät leisten können, haben wir uns nun nochmal stark gemacht für euch. Weil wir nämlich nicht übersehen, was ihr da grad alles leistet! Und deswegen dürfen wir euch hier heute mit Stolz verkünden:







Wir dürfen euch einen TravelMate Spin B3 von ACER schenken! Es ist das ideale Gerät für den Einsatz rund um Schulisches – es ist speziell dafür konzipiert! Es lässt sich drehen und wenden und klappen und kommt auch noch mit einem Stift daher, der im Gehäuse selbst geladen wird. Er ist der ideale Unterrichtsbegleiter!



Der Akku hält superlang und das gerät überlebt sogar Stürze aus 1,20m Höhe oder umgekippte Gläser. Bis zu 330ml Flüssigkeit können dem konvertiblen Gerät überhaupt nichts anhaben (Okay, vielleicht sagt ihr das euren Kindern nicht vorab, aber für den Hinterkopf ist das doch schon mal sehr beruhigend, oder? Bei uns im Homeschooling geht jedenfalls häufiger was daneben als in der Schule…) Die Stiftbedienung geschieht intuitiv, die Verbindungsgeschwindigkeit ist rasant und die dreijährige Garantie ist nur joch das i-Tüpfelchen.







Wenn ihr das Gerät gewinnen mögt, kommentiert hier bitte einfach im Blog, für wen das Gerät bei euch am ehesten in Frage käme, so wandert ihr in den Lostopf. Die Gewinner werden anschließend per Mal informiert. Wir drücken euch kräftig die Daumen und wünschen gutes Durchhalten für all die weiteren Homeschooling-while-Homeworking-Stunden, die uns noch so blühen!  




               
ACER TravelMate Spin B3: Gewinnt einen Laptop fürs Homeschooling
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-mutter-tochter-wochenende-in-berlin-von-exklusivzeiten-fuer-kinder-in-mehrkindfamilien
         Ihr Lieben, am Wochenende traf ich auf einem Empfang eine Mutter, die sagte: Hey super, du hast deine Tochter dabei? Meine beiden Kinder waren noch NIE länger als 20 Minuten voneinander getrennt. Wow, dachte ich da. Denn seit unsere große Tochter gleich zwei Brüder auf einmal kriegte – und da war sie ja auch gerade mal zwei Jahre alt – versuche ich, möglichst regelmäßig Exklusivzeiten mit ihr zu verbringen.
 Damals konnte das einfach nur ein Gang zum nächsten Drogeriemarkt sein, während Papa oder Oma auf die Zwillinge aufpassten – heute kann das eben auch mal ein ganzes Wochenende sein. Das gilt bei uns übrigens auch für die Zwillingssöhne. Ob ich mal mit nur einem einkaufen fahre  oder ob sich der Papa mal einen schnappt und in ein Museum oder zur Eisdiele fährt – wir halten solche Eins-zu-eins-Momente für sehr wichtig.
Und so brach ich letztes Wochenende mit unserer großen Tochter auf nach Berlin. Am Sonntag würde sie ihren elften Geburtstag feiern – und da sie auch in der Hauptstadt geboren worden war, war das für uns Grund genug, mal wieder in unsere Lieblingsstadt zu fahren. ES WAR SO SCHÖN! Nur wir zwei! Keiner redete dazwischen! Die volle Aufmerksamkeit gehörte ihr und mir und wir genossen es von Minute Eins an.

Wir lästerten im Flieger über das pappige Sandwich, das wir in dieser Form nicht mal den Hunden anbieten würden, wie wir feststellten, kauften uns dann ein Tagesticket der BVG und tuckerten mit dem Bus und unseren Rucksäckchen zum Hotel. Das Hotelzimmer war GANZ GENAU nach unserem Geschmack, wir freuten uns so über die Hängematte und das bodentiefe Fenster, das wir im Grunde alles um uns herum vergaßen. Wir plünderten die Chips aus der Minibar und irgendwie war alles perfekt. Ich konnte sie endlich mal wieder sehen, diese tolle Tochter, die sich gerade schnurstracks in Richtung Teeniewelt bewegt und von der ich im Alltag immer weniger mitbekomme, weil die Freunde so wichtig werden. Oder weil die Brüder dazwischenquatschen. Oder weil wieder für eine Klausur gelernt werden muss.  

Was ich sagen will: dieses Wochenende war Gold wert. Die gemeinsamen Erlebnisse, von denen wir jetzt noch dauernd erzählen. Das sich-endlich-mal-wieder-nah-sein. Das spontan ins Steakhouse fahren, das plötzlich im Sommerregen nass werden, das einfach-mal-machen-was-wir wollen. Die zehn Kilometer, die wir shoppend durch Berlin marschierten.

Ich gönne wirklich jedem Mehr-Kind-Elternteil solch schöne Stunden mit mal nur einem Kind. Denn am Ende profitieren alle davon! Das Kind, das Elternteil – und auch die Zu-Hause-Gebliebenen! Die hatten sich ein tolles Männerwochenende mit Stadionbesuch und langem Aufbleiben gegönnt. Und angeblich fingen die Jungs erst wieder an zu streiten, als wir mit unseren Rucksäcken zur Tür hereinkamen. Der Fall war schon tief. Von voller Leichtigkeit und Verantwortung nur für sich selbst und einen einzigen weiteren Menschen zurück ins Familien-Chaos mit Streit und Kochen und Aufräumen und allem, was eben sonst so ansteht im Zusammenleben mit so vielen Menschen. Aber es dauerte nicht lange, bis wir uns wieder zusammengewurschtelt hatten – und von der Energie schöpfen konnten, die uns dieses Wochenende allen bescherte.

               
Ein Mutter-Tochter-Wochenende in Berlin: Von Exklusivzeiten für Kinder in Mehrkindfamilien | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-paar-sommermonate-in-gewollter-obdachlosigkeit-mit-zwei-kleinkindern
         Ihr Lieben, immer wieder lassen wir hier Frauen – und manchmal auch Männer – zu Wort kommen, die aus ihrem Leben erzählen. Ja, auch von den verzweifelteren Phasen ihres Lebens – und wie sie wieder rausfanden. So erzählt heute Isabella ihre Geschichte.
Als die Zweifachmutter herausfand, dass ihre Beziehung nicht mehr funktioniert, verlor sie sich selbst. Und auch ein bisschen den Kontakt zu den Kindern. Sie wollte sich auf eine Reise zurück zu sich selbst machen – und setzte ihre Pläne durch.
Sie verkaufte alles, was sie besaß und tourte mit dem Geld aus dem Erlös zusammen mit ihren Kindern einen Sommer lang durch Deutschland. Die Kinder wuchsen in dieser Zeit als Schwestern stark zusammen, sie hatten – wie die Mama – Freude mit den vielen neuen Gesichtern, Wohnungen und Betten.
Immer kamen sie bei Freunden unter – auch am Bodensee und in Hamburg. Doch eine Stadt tat es ihnen besonders an. Und in diese sind sie nun auch gezogen…  hier wird Isabella im nächsten Jahr nochmal ein Studium beginnen…
Wie alles begann…
„Es ist Anfang Juli. In elf Tagen werde ich den Schlüssel meiner Mietwohnung abgeben und frei sein. Ich habe Elternzeit genommen, brauche eine Auszeit. Ich will danach nicht mehr in meinen Beruf zurückkehren.
 Ich habe im OP gearbeitet, hab Menschen sterben sehen. Habe alles dafür getan, dass Schwerverletzte nicht sterben. Habe toten Menschen Organe entfernen lassen, habe aufgeregten Kranken gut zugesprochen.
Währenddessen habe ich meine Beziehung verloren. Die Beziehung zu dem Vater meiner Kinder, aber auch zu mir selbst – und zu den Kindern.
So konnte und sollte es nicht weitergehen.
"Ich wollte ein selbstbestimmteres Leben"
Ich habe beschlossen, dass es nun an der Zeit sei, ein selbstbestimmteres Leben zu führen. Eins, in dem ich aktiv mein Glück gestalte. Eins, das weniger von Kompromissen geprägt ist, in dem es mehr um die Bedürfnisse meiner Kinder und um meine Wünsche geht.
In letzter Zeit war ich sehr frustriert, traurig, wütend und gestresst. Ich rannte den Minuten hinterher, war ständig ungeduldig. Ich bekam Atemnot. Daraufhin kündigte ich die Wohnung, die Verträge mit den Kindergärten und beantragte Elternzeit.

Da stehe ich jetzt, wenige Tage vor der gewollten Obdachlosigkeit. Ich habe schon fast alles verkauft und aussortiert. Ich habe Angst und Gelassenheit in mir. Ich bin ruhig und aufgeregt.
"Wir wollten die Geschichte unseres Lebens umschreiben"
Ich entscheide mich für eine andere Kindheit meiner Kinder. Ich möchte die Geschichte unseres Lebens so nicht weiterschreiben, ich möchte sie umschreiben.
Die Geschichte gefällt mir nicht mehr, sie ist schon viel zu lange viel zu traurig. Das ahnt keiner, denn ich lächele immer und habe für andere jederzeit ein paar lustige Worte auf Lager. Ist die Tür zu, sieht es ganz anders aus. Luftnot. Herzrasen. Ich kann nicht einschlafen.
Wir sind alles Kinder mit auferlegten Glaubenssätzen, unterdrückten Gefühlen und verletzten Bindungen. Wir sind das Ergebnis unserer Eltern und deren Eltern und deren Eltern.
Die eigene Kindheit war schwer
Traumata, Verlust, Gewalt – das alles wird so lange in uns wiedergeboren, bis einer es auflöst. Wenn ich meine Kinder möglichst wenig mit meinen unaufgearbeiteten Erfahrungen und Erlebnissen belasten möchte, dann muss ich jetzt etwas ändern. An mir, an meiner Situation, an meiner Art zu denken. Das spüre ich sehr deutlich.
Nimm deine Angst und mach Vertrauen draus. Nimm deine Trauer, und mach Frieden daraus. Das wird zu meinem Mantra.
Wahre Freiheit ist in unserem Inneren versteckt. Sie kommt nicht durch Reisen in ferne Länder oder materiellen Besitz. Sie benötigt Achtsamkeit, Bewusstsein und viel, viel Loslassen.
Loslassen erfordert Mut. Ob es nun der teure Fernseher ist oder eine schlimme Kindheitserinnerung, eine alte Freundschaft oder eine Vorstellung von Karriere – Loslassen erfordert Mut und Vertrauen.
Das alte Leben ließ Isabella hinter sich
Ich gebe alles auf, meinen Beruf, meine Wohnung, meine engen Freundschaften und möchte mich wiederfinden. Mich selbst wieder spüren, meine Gefühle und Beweggründe entdecken. Ich möchte wieder wissen wer ich bin, was ich will, was mich erfüllt. Ich möchte die Liebe des Lebens wieder spüren.
Seit vier Wochen bin ich gemeinsam mit meinen Kindern und meinem neuen Partner nun „obdachlos“, ohne Heimat, in die wir zurückkönnen. Mit Koffer und Rucksack auf Lebensreise. Unser erstes Ziel ist Leipzig. Dort lebt eine Freundin, bei der wir erstmal wohnen konnten. Obdachlos, das heißt bei uns nicht unter Brücken wohnend, sondern ohne festen Wohnsitz lebend. Sich treiben lassend.
Leipzig ist schön. In einer Aufbauphase. Von modernsten Bauten bis zu heruntergekommenen Gebäudekomplexen findet sich hier alles. Die Stadt ist mit fast 500.000 Einwohnern eine echte Großstadt. Kunst, Kultur, Kreativität und schräge Vögel finden sich dort problemlos. Das Spannende an Leipzig ist für mich eindeutig das Gegensätzliche. Von bewusst retro zu sehr modern.

Nach wenigen Tagen treibt es uns weiter, nach Berlin. Dort lebt mein Bruder, in dessen Wohnung wir unterkommen, weil er im Urlaub ist. Berlin hat so bunte Menschen!
Wie wir uns in Berlin verliebten
Menschen interessieren mich schon immer sehr. Je schräger sie sind, desto mehr faszinieren sie ich. Was in Heidelberg als höchst mutige Mode gewertet werden würde, ist in Berlin schon wieder langweilig.
 Menschen in allen Farben und Formen, Kleidung von rebellisch über chic zu punkigen Hippies und Männern, die zu ihrem Hüftschwung stehen. Berlin ist wie eine Modenschau.
Ein Mensch schöner als der andere, lauter körperliche Besonderheiten, keine Norm, alles schräg. Ich fühle mich plötzlich so unendlich wohl. Meine Kamera kann nicht mehr still an meiner Schulter hängen, sie will am liebsten jeden Einzelnen fotografieren.
Hier gehör ich hin, denke ich mir immer wieder. Hier bin ich richtig. Und obwohl mein Mutterherz mir ein schlechtes Gewissen macht, weiß ich, dass ich hier wohnen werde.
Nicht nur die Menschen faszinieren mich, sondern auch die unzähligen Geschäfts -und Selbstverwirklichungsideen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt – hier können alle etwas erreichen, nicht nur die akademischen Zielstreber.
Dann kommt mein Bruder aus dem Urlaub wieder und wir müssen weiterziehen. Ich habe mich schon immer gefragt, wie es wohl ist, am Meer zu leben.

Also geht es nach Lübeck und von dort aus an den Timmendorfer Strand. Es ist warm und ich freue mich über das wohlige Gefühl, im Urlaub zu sein. Wir entscheiden spontan, die Nacht am Strand zu schlafen. Frei sein.
Oder wollen wir doch am Meer leben?
Immer mehr Urlauber machen sich auf den Weg zurück ins Hotel und wir beginnen, uns ein kleines Lager zu bauen. Ein gemieteter Strandkorb ist das Bett der Kinder, die warm in Decken gehüllt und mit Batterie betriebener Lichterkette mehr als zufrieden scheinen. Sie schlafen mit den Geräuschen des Meeres ein und ich staune über die robuste Abenteuerlust meiner Kinder.
Die Jüngste ist 2 Jahre alt, sie kam in meiner kleinen Dachgeschosswohnung zur Welt. Auf dem Boden unter dem Fenster, begrüßt durch herrliche Mai-Sonnenstrahlen. Die Beziehung zu dem Vater der Kinder war von Anfang an sehr turbulent. Ich gab mir große Mühe, um aus ihm einen Familienmenschen zu machen – und scheiterte kläglich.
Mein Wunsch nach einer intakten Familie war aber so groß, dass ich nicht aufgeben wollte. Ich wollte so sehr Teil einer liebevollen Familie sein. Meine Kinder sollten in einer gesellschaftlich anerkannten Familienkonstellation aufwachsen.
Warum ich nicht viel früher ging
Also hielt ich an der Beziehung fest, fühlte mich aber so alleine und emotional verlassen. Als unsere zweite Tochter sieben Monate alt war, zog er abends los und traf sich mit einer anderen Frau.
In den Tagen danach klingelte sein Handy ununterbrochen, ständig kamen Nachrichten. Mit schlimmstem Herzklopfen nahm ich es und las die Nachrichten. Das, was ich da las, raubte mir den Atem.
Ich hatte keine Kraft mehr, ich hatte keine Hoffnung mehr. Wenige Wochen später schmiss ich ihn raus. Ich versank wochenlang in einen Zustand des Schocks. Nichts, was ich tat, kann ich rückblickend verstehen.
Ich war wie in einer zweiten Pubertät. Mit dem Leben überfordert und niemandem an der Seite, der mich verstand. Ich rappelte mich hoch, arbeitete viel, kümmerte mich um andere – und verlor mich.

Und dann dieser Abend am Meer, mit meinen großartigen Kindern und einem neuen Mann an meiner Seite. Ganz langsam kommt mein Atem zu mir zurück. Meine Augen sind wieder bereit, das Schöne zu erkennen. Es liegt noch ein Schleier auf ihnen, aber ich spüre, wie dieser nur noch an dünnen Fäden hängt.
Happy End: Wir sind angekommen!
Wir reisen den Sommer weiter und landen in Berlin. Zurück zu den bunten Vögeln, in deren Mitte ich mich so wohlfühle. Auch, wenn wir für unsere Reise nicht jahrelang unterwegs waren und nicht mal Deutschland verlassen haben – so hat es doch das Leben von vier Menschen komplett verändert – und ein Fünftes erzeugt…“
Mehr zur Familie auf Instagram: @familieinberlin
 
               
Ein paar Sommermonate in gewollter Obdachlosigkeit mit zwei Kleinkindern | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-vater-greift-zur-flasche-die-sieben-witzigsten-szenen-aus-dem-neuen-elternzeit-buch-von-christian-hanne
         Ihr Lieben, endlich ist es da, das zweite Buch von Christian vom Familienbetrieb. Genau, das ist der, der uns hier jeden Freitag mit den witzigsten Familientweets versorgt und uns permanent zum Lachen bringt. Und deswegen wollen wir euch die lustigsten und einschlägigsten Szenen aus seinem neuen Buch "Ein Vater greift zur Flasche" (Affiliate Link) nicht vorenthalten. Er beschreibt darin die Phase seiner Elternzeit – und wie er allein mit der Babytochter permanent am Rande des Wahnsinns agierte…
Über die Zeit, wenn das Baby endlich mal schlief:
„Nachdem die Tochter das Fläschchen bis auf den allerletzten Tropfen leer getrunken hat, verdreht sie die Augen und schläft ein. Ich bringe sie ins Bett und betrachte sie eine Weile. Was für ein Leben. Essen, schlafen und zwischendurch ein wenig Amüsement einfordern. Mehr spätrömische Dekadenz geht nicht. Am liebsten würde ich mich zur Tochter legen. Es heißt ja nicht umsonst »Schlafe, wenn dein Kind schläft«. Allerdings müsste die Wohnung auch mal wieder richtig aufgeräumt und geputzt werden. Das erledigt sich nämlich nicht im Schlaf. Wenn das so wäre, nähmen wahrscheinlich viel mehr Väter Elternzeit.“
Über die Zeit im Wartezimmer der Kinderarztpraxis:
„Mir gegenüber sitzt eine hochschwangere Mutter, die bemüht ist, ihre knapp zweijährige Tochter namens Lisa- Marie für eine Bio-Reiswaffel zu begeistern. Aber die kleine Lisa-Marie kann sich dafür ebenso wenig erwärmen wie für das Alternativangebot eines selbst gebackenen veganen Müslikekses. Das spricht für die kulinarische Kompetenz der Kleinen, denn wer isst schon gerne gepresstes Vogelfutter oder getrockneten Bauschaum.“
Über die Auswahl des ersten Breis für seine Tochter:
„Ich suche weiter nach einem geeigneten Brei, mit dem wir nicht Gefahr laufen, ein frühkindliches Essenstrauma bei der Tochter hervorzurufen. Warum gibt es denn keine in Gläschen abgefüllte Pizza Margherita? Eine Idee, deren Umsetzung großen Reichtum verspricht, sodass wir einen Sternekoch engagieren könnten, der jeden Tag erlesene Breie für unser Kind zubereitet.“
Über seine Abneigung gegen Familienfeste:
„Onkel Otto stellt sich vor, und bevor ich meinen Namen nennen kann, fängt er übergangslos an, von seinen verschiedenen und sehr zahlreichen Krankheiten zu erzählen. Anscheinend haben sie alle mit seinem empfindlichen Magen und seinem nervösen Darm zu tun. Zum Abschluss seines zehnminütigen Monologs lässt er mich wissen, dass er keinen Rotkohl essen könne, ohne danach die ganze Nacht auf dem Klo zu verbringen. »Das läuft wie die Niagarafälle«, ruft er über den Tisch. »Nur schneller! Und mehr!« Onkel Ottos anschauliche Metaphern wirken nicht gerade appetitanregend. Aus Solidarität verzichte ich auf den Niagara-Rotkohl. Den Rest des Hirschbratens und der Knödel lasse ich auch abräumen. Wo der Kellner schon einmal da ist, ordere ich einen weiteren Schnaps. Sicherheitshalber gleich einen doppelten.“

Über die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach der Elternzeit:
„Anschließend beginnt der Chef mit einem seiner gefürchteten Monologe, gegen die Fidel Castros Parteitagsreden als pointierte Grußworte gelten können. Um nicht ins Wachkoma zu fallen, untermale ich die Ansprache des Chefs im Kopf mit Kinderliedern. Er redet über das erhoffte Neugeschäft (»Taler, Taler, du musst wandern«), die notwendige Produktivitätssteigerung im Büro (»Wer will fleißige Handwerker sehen«), den anstehenden Besuch einiger Kollegen aus dem Pekinger Büro (»Drei Chinesen mit dem Kontrabass«), den Betriebsausflug nächsten Monat (»Ri ra rutsch, wir fahren mit der Kutsch«) und die farbliche Neugestaltung der Büros (»Grün, grün, grün sind alle meine Kleider«). Dann ist er endlich fertig, und wir dürfen zurück an unsere Schreibtische (»Schlaf, Kindlein, schlaf«).
Über Geburten per Kaiserschnitt:
„Wenn man einschlägige Mütterforen im Internet liest – und das sollte man tunlichst vermeiden –, bekommt man den Eindruck, dass Mütter mit Kaiserschnittentbindungen am untersten Ende des Mütter-Rankings angesiedelt sind. Quasi die Rosinen unter den Müttern (Anm. der Red.: der Autor mag keine Rosinen! Und keinen Rosenkohl! Lieber Käsekuchen!). Nur Mütter, die nicht stillen, sind noch weniger angesehen. Die sind der Rosenkohl unter den Müttern. Der fehlende Geburtsstress bei einem Kaiserschnitt soll dazu führen, dass diese Kinder später häufiger unter Anpassungsschwierigkeiten leiden. Das ist natürlich Blödsinn. Denn, wer wurde auf natürliche Weise geboren? Genau, Hitler. Und der war ja wohl der anpassungsgestörteste Mensch, den man sich vorstellen kann.“
Über die Geburt seines zweiten Kindes:
„Der Kaiserschnitt läuft problemlos – eine Feststellung, die einem recht leicht aus der Feder fließt, wenn man nicht selbst auf dem OP-Tisch liegt und den Bauch aufgeschnitten bekommt. Da der brustabwärtige Teil der Freundin durch ein grünes Tuch abgetrennt ist, bekomme ich von dem Eingriff ohnehin nicht wirklich etwas mit. Nach knapp 30 Minuten ertönt hinter dem Vorhang ein schmatzendes Geräusch, dann ein Brüllen, und schließlich sagt einer der Ärzte: »Da ist er ja, der kleine Mann.« Ich schließe daraus, dass wir einen Sohn haben. Oder dass gerade ein 1,60 Meter großer Arzt den Raum betreten hat.“
Christian Hanne: Ein Vater greift zur Flasche – Sagenhaftes aus der Elternzeit. Seitenstraßen Verlag. 12 Euro. (Amazon Affiliate Link)
 
 
               
Ein Vater greift zur Flasche: Die sieben witzigsten Szenen aus dem neuen Elternzeit-Buch von Christian Hanne | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eine-airline-bietet-gegen-aufpreis-plaetze-ohne-kindergeschrei-toller-service-oder-ausgrenzung
        Guten Morgen, Ihr Lieben! Ich bin heut genervt. Ich glaube, das gehört zum Elternsein dazu. Eine zu kurze Nacht, zu viel Geschrei schon VOR der ersten Tasse Kaffee und das Hamsterrad-Gefühl durch nicht-enden-wollenden Sommerferien und rund-um-die-Uhr-Kinderbetreuung ohne Atempause… Ich denke, Ihr versteht mich. Darum heute nur ein kurzer Aufreger. Ich zitiere aus einem Zeitungsbericht:
„Über den Wolken kann Kindergeschrei grenzenlos nervtötend sein. Die ungewohnte Situation, die trockene Luft und nicht zuletzt der Lärm der Triebwerke: Für Kinder und Babys ist Fliegen manchmal echter Stress. Für Fluggäste, die daneben sitzen, auch. Wer schon einmal auf einem Transatlantikflug neben einem plärrenden Baby saß, weiß, wie ausdauernd so ein Sitznachbar sein kann.“
Und weil das so anstrengend ist, bietet Scoot Airlines laut diesem Artikel in der Süddeutschen nun Reisenden gegen einen Aufpreis Plätze in kinderfreien Zonen an. Ehrlich gesagt: Heute würde ich mich auch gern in solch eine Zone einkaufen. So für zwei ruhige Stunden mal 😉 Trotzdem halte ich generell eher wenig von dieser dauernden Trennung von Personengruppen. Alte ins Altenheim, Kinder bitte nur in die Nähe von Erwachsenen, wenn sie still sind. Überhaupt macht sich die Süddeutsche immer mal wieder Gedanken über kleine Störenfriede an Bord von Flugzeugen, wie dieser Text meines Mannes beweist… Was meint Ihr – habt Ihr Verständnis für Menschen, die ohne Kindergeschrei fliegen möchten oder ist das Familiendiskriminierung?
               
Eine Airline bietet gegen Aufpreis Plätze ohne Kindergeschrei. Toller Service oder Ausgrenzung? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eine-impfung-gegen-hpv-wird-fuer-maedchen-und-jungen-gleichermassen-empfohlen-ab-einem-alter-von-9-jahren-ein-paar-gedanken-zum-thema
       
Ihr Lieben, neulich saß ich mit einem unserer Jungs in der Kinderarztpraxis, weil wir in Zeiten von Corona lieber einmal mehr die aufkommenden Halsschmerzen untersuchen lassen, um ausschließen zu können, dass da möglicherweise eine Infektion vorliegt. Und wie das so ist, kommen Mutter und Sohn besonders dann gut ins Gespräch, wenn mal die anderen Geschwister nicht dabei sind.



Da im Wartezimmer im Moment auch nur eine einzige Familie zugelassen ist, hatten wir also auch keine Mithörer. Und wie wir uns da so umsahen, fielen ihm neue Plakate an der Wand auf. „Mama, wieso hängen hier Plakate von Olympia 72, wenn doch da die israelische Mannschaft ermordet wurde.“ Bääm. Elf Jahre alt und dann das.







Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich in diesem Moment war. Dass er so viel Hintergrundwissen hat, klar, aber auch, dass er mit so offenen Augen durch die Welt geht. Und deswegen ließen wir weiter unseren Blick durchs Wartezimmer schweifen und dann hing da eben auch ein Plakat zum Thema HPV-Impfung bei Jungs, denn offenbar können sie nicht nur Überträger der Krankheit sein, sondern auch selbst an HPV-bedingten Krankheiten erkranken. „Was ist das jetzt also genau?“, wollte er wissen und so informierten wir uns in den Infoblättchen, die ebenfalls verfügbar waren.



HP-Virus und HPV-bedingte Krebsarten



HPV, darüber hatten wir in unserem ersten Artikel zur #entschiedengegenkrebs-Kampage bereits geschrieben, steht für Humane Papillomviren. Diese werden über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung erfolgt über Haut- und Schleimhautkontakt, also den unmittelbaren Kontakt mit infizierten Haut- und Schleimhautbereichen. Über kleinste, oftmals nicht sichtbare Verletzungen der Haut bzw. Schleimhaut kann das Virus dabei in den Körper eindringen.



Manche HP-Viren können bestimmte Krebsarten, wie etwa Gebärmutterhalskrebs, Scheiden-und Schamlippenkrebs, Analkrebs oder auch Peniskrebs und Mund-Rachen-Krebs, verursachen.



Da eine Ansteckung oft zunächst beschwerdefrei verläuft, bleibt sie des Öfteren unerkannt. Häufig klingt die Infektion dann auch innerhalb eines Jahres ohne gesundheitliche Einschränkungen wieder ab. Schon einige Wochen nach der Ansteckung können bestimmte HPV-Typen sogenannte Genitalwarzen (auch Feigwarzen oder Kondylome genannt) auslösen. Genitalwarzen sind die häufigste HPV-bedingte Erkrankung im äußeren Genitalbereich. Bei einer anhaltenden Infektion mit bestimmten krebsauslösenden HPV-Typen können sich bei einigen Menschen über viele Jahre bestimmte Krebsvorstufen oder Krebsarten entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel Gebärmutterhals- und Scheidenkrebs bei Frauen sowie Peniskrebs bei Männern. Von Analkrebs und Krebs im Mund-Rachen-Bereich können sowohl Frauen als auch Männer betroffen sein.



Als Mutter möchte ich meine Kinder so gut wie möglich schützen



Ganz so drastisch habe ich das meinem Sohn nicht erklärt, dafür war die Wartezeit in der Arztpraxis auch einfach zu kurz, aber für manche Kinder sind eben Viren und alles, was mit ihnen zusammenhängt  – gerade in der aktuellen Zeit – besonders spannend. Schade, dass ich nicht selbst Ärztin oder Biologin bin, um das noch besser erklären oder darstellen zu können. Dafür bin ich Mutter und als Mutter möchte ich meine Kinder natürlich so gut es geht schützen.







Und eine Form des Schutzes gegen bestimmte HP-Viren ist eben die Impfung. Ich weiß, wie kritisch das viele sehen und wir werden hier auch niemals eine Empfehlung für oder gegen etwas aussprechen, aber es ist uns ein Anliegen, zumindest darüber aufzuklären, DASS wir die Möglichkeit einer solchen Impfung haben.



#entschiedengegenkrebs: Wie sieht es mit der Impfung gegen HPV aus?



Was viele nicht wissen: Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab einem Kindesalter von neun Jahren empfohlen – und zwar für Mädchen und Jungen gleichermaßen. Wenn zwischen dem 9. Und 14. Lebensjahr geimpft wird, benötigt man zwei Einzelimpfungen im Abstand von fünf Monaten, ab einem Alter von 15 Jahren und bei einem zu kurzen Impfabstand, sind es drei Einzelimpfungen. Für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 17 Jahren wird die HPV-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen und in der Regel auch von den privaten Krankenversicherungen bezahlt. Darüber hinaus bieten viele Krankenkassen im Rahmen einer Zusatzleistung auch erweiterte Altersbestimmungen für die Übernahme der Impfung an.



Bei Zweifeln oder Fragen ist übrigens auch die Krankenkasse ein guter Ansprechpartner! Zudem geben staatliche bzw. seriöse Institutionen wie das Robert-Koch-Institut, die BZgA oder auch das Deutsche Krebsforschungszentrum gute Informationen zum Thema raus – für alle, die sich gern tiefer einlesen möchten.







Wichtig ist vielleicht noch, hier zu erwähnen, dass die HPV-Impfung nicht vor allen HPV-Typen schützen kann, die Krebs verursachen können. Je nach verwendetem Impfstoff kann sie aber bestimmten HPV-bedingten Erkrankungen vorbeugen, wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Scheiden- und Schamlippenkrebs sowie deren Vorstufen und Genitalwarzen.



Es geht nicht nur um den Schutz des Einzelnen



Mädchen und Jungen können sowohl Überträger als auch Betroffene von HPV-bedingten Erkrankungen sein. Darüber hinaus können die Folgen einer Erkrankung am Gebärmutterhals eben nicht nur die junge Frau selbst, sondern auch die gemeinsame Zukunft mit dem Partner im Hinblick auf einen gemeinsamen Kinderwunsch betreffen.



Bei mir führten diese Infos jedenfalls dazu, dass ich zu Hause nochmal den Impfpass unserer Kinder in die Hand nahm und checkte, wann eigentlich was nochmal aufgefrischt werden müsste. Dadurch, dass unsere drei Kinder jetzt so groß sind, dass sie nicht mehr dauernd zu U-Untersuchungen müssen, kann das ja schnell mal in Vergessenheit geraten.







Für die Entscheidungsfindung finde ich persönlich es aber zusätzlich wichtig, mal mit einem Arzt drüber zu sprechen. Da nehm ich dann alle neugierigen Jungs aus unserer Familie mit hin. Vielleicht klärt sich dann auch die Frage nach den Olympia 72-Plakaten im Wartezimmer… dann hätten wir gleich alle wichtigen Fragen im derzeitigen Kinder-Kosmos geklärt!



Seid ihr denn schon entschieden? Zum Thema Impfung empfehlen wir euch auf unserer Seite noch folgende Beiträge:



Gastbeitrag einer Kinderärztin: „Darum ist es so wichtig, dein Kind zu impfen.“Zwischenruf zum Thema Impfung von Lisa und Katharina




               
HPV-Impfung für Mädchen und Jungen ab neun Jahren
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eineiige-zwillinge-mit-welchen-tricks-sie-uns-spaeter-einmal-veraeppeln-werden
         Mein Mann hielt mir am Morgen einmal einen Zeitungsartikel vor die Nase. „Zwillinge unter Terrorverdacht“, stand da. „Was haben unsere Jungs denn nun schon wieder angestellt?“, fragte er dazu. Und nein, unsere beiden Söhne sind erst acht, sie stehen natürlich nicht unter Terrorverdacht – es sei denn, man bezieht es auf die Ordnung in ihren Zimmern. Aber ja, wenn wir mal weiterdenken: Unsere Zwillinge sind eineiig, viele Menschen haben Schwierigkeiten, sie auseinanderzuhalten. Ihnen steht die Welt offen – und zwar nicht nur die legale Variante.
Die Betrügereien begannen ja bereits mit dem ersten Ultraschall! Nichts ahnend wartete ich darauf, dass mir nun mein zweites Kind gezeigt werden würde – und dann schwamm da auch noch ein drittes herum! Sie haben mich doch tatsächlich um eine Schwangerschaft betrogen, die beiden Schlawiner. Um eine Schwangerschaft, um eine Geburt. Und um die Eins-zu-Eins-Beziehung zwischen Mutter und Kind. Nun, die wäre womöglich eh nicht so intensiv ausgefallen, weil wir schon eine Tochter hatten, aber dennoch: Hintereinander war der Plan, nicht gleichzeitig. Und ich brauche wahrscheinlich nicht zu erwähnen, dass der jeweilige Zwilling die Bezugsperson Nummer Eins für den anderen ist – und ich als Mama erst an zweiter Stelle komme.   
Aber das war wohl erst der Anfang. Wenn wir mal weiterdenken, werden ihnen als eineiige Zwillinge noch viel mehr Betrügereien möglich sein, als uns lieb sind. Zum Beispiel in der Schule: Wer hätte sich nicht mal einen Klon gewünscht, wenn es in der Mathearbeit um fiese Kurvendiskussionen ging? Wer weiß, vielleicht ist ja einer unserer Zwillinge ein Zahlen-Ass und der andere eher ein Künstler – und sie könnten sich so gegenseitig unterstützen… Sie gehen schon jetzt in unterschiedliche Schulklassen, sie könnten also heimlich den jeweils anderen schicken, wenn mal wieder eine Mathearbeit oder eine Kreativ-Präsentation ansteht. Einzig die winzigen Leberflecke am Fuß würden sie verraten, denn die sind unterschiedlich. Aber wer schaut da schon nach?! Und vor allem: Wer weiß dann, wem welcher Fuß gehört?
Sie könnten sich auch beim Fußball heimlich auswechseln, wenn der andere nicht mehr kann. ie Mnnschaftskameraden ruft eh immer beide Namen, wenn sie einen meinen, weil es im gleichen roten Trikot selbst für uns Eltern manchmal schwierig ist, spontan zu sagen, wer wer ist. Auf den Spielerpässen ähneln sich die Fotos der beiden eben auch so sehr, dass niemand Lunte riechen würde.
Sie könnten auch in Liebesdingen kooperieren und den Mutigeren vorschicken, wenn der Schüchterne mit seiner Freundin Schluss machen will. DAS wäre dann aber doch wirklich fies… Hier geht es schließlich um Gefühle! Anders beim Autofahren.
Sollte später einmal einer seinen Führerschein verlieren, könnte er einfach mit dem des Bruders weiter fahren. So ein Zwillings-Dasein kann also wirklich Vorteile haben, wenn man mal so darüber nachdenkt! Auch ein verlorener Reisepass vor einem lang ersehnten Urlaub könnte durch den Zwillingspass ersetzt werden, wie praktisch! Zumindest, so lange sie nicht gemeinsam verreisen wollen…
Es geht aber auch noch härter! Selbst eine Karriere als Schwerverbrecher steht ihnen offen, wie wir 2009 erfuhren, als unsere Zwillinge gerade einmal ein Jahr alt waren. In dem Jahr gab es einen spektakulären Einbruch in das Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. Die Täter: Eineiige Zwillinge. Das Problem: Die DNA-Spuren der beiden. Diese sind bei eineiigen Zwillingen in einem üblichen kriminalistischen Routineverfahren nicht voneinander zu unterscheiden. Sprich: Die Zwillinge könnten jeweils nur wegen Beihilfe zum Verbrechen verurteilt werden. Und schließlich könnten sie sich auch bei den Sozialstunden gegenseitig „vertreten“… In der Vorbereitung auf einen solchen Coup müssten sie trotzdem vorsichtig sein: Die Fingerabdrücke nämlich unterscheiden sich auch bei eineiigen Zwillingen! Wäre ja sonst auch viel zu einfach alles.
Noch weiter gedacht, könnten sie auch ihre Vaterschaft leugnen, wenn eine Frau von ihnen schwanger geworden sein sollte. Niemand wird so schnell feststellen können, welcher der beiden nun der Vater des Kindes ist. Wer muss also Unterhalt zahlen? Doch wohl nicht ich, hm? Oder müssten sie dann halbe-halbe machen?
Und dabei hatte doch alles so lustig begonnen! Die Witze begannen mit dem Tag, an dem wir verkündeten, dass unsere anderthalbjährige Tochter gleich zwei Geschwister bekommen würde. Zwillinge! Waaas? Wir konnten es ja selbst kaum glauben.
„Ha, zwei auf einen Schlag.“
„Zwei Fliegen mit einer Klappe.“
„Praktisch, dann seid Ihr direkt mit der Familienplanung durch!“
„Hey, Ihr Schnäppchenjäger, zwei zum Preis von einem, oder was?“
Wir bekamen auch eine Tüte „Nimm 2“-Bonbons geschenkt. Eine Anspielung. Selbstredend. Wir lachten mit, wir waren aufgeputscht von der Überraschung. Dann weinten wir auch ein bisschen, weil wir uns fragten, wie das alles werden würde, ob wir das schaffen könnten. Schließlich malte unsere Große eine dicke Mama mit zwei Minis im Bauch. Zu süß, sie freute sich! Und dann traten die beiden im Bauch von innen in zwei verschiedene Richtungen. Unsere Babys!
Wie das wohl werden würde mir ihnen, wo ich doch schon im Schwangerschaftsyoga Probleme hatte, wenn wir „zu unserem Kind atmen sollten“ und ich mich fragte „zu welchem Kind denn jetzt?“ Auf jeden Fall würde es lustig werden, wenn alles schon so lustig begann. Und wir sponnen die wildesten Zwillingsfantasien und spinnen sie noch heute, wie man an unserem Ausflug in die potentiell-kriminelle Zukunft unserer Jungs unschwer erkennen kann.
Frauen und Juweliere nehmt Euch also in Acht vor unseren Jungs…  Und vor uns Eltern, die sich diese ganzen lustigen Gedanken leisten. Und die sich insgeheim freuen darüber, dass sie um eine Schwangerschaft und eine Geburt betrogen wurden… um gleich zwei tolle Jungs auf ihrem Weg begleiten zu dürfen. Für Überraschungen sorgen sie jedenfalls schon seit dem ersten Ultraschall. Und jeden Tag aufs Neue.
 
Dieser Beitrag erschien ursprünglich als Kolumne der Zeitschrift Eltern.
               
Eineiige Zwillinge: Mit welchen Tricks sie uns später einmal veräppeln werden | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/einmal-fasching-nicht-in-pink-bitte
        Liebe Lisa, ich bin kein Freund von Karneval/Fasching, das weißt Du ja. Was nicht bedeutet, dass ich meiner Tochter die Freude daran nehme. Die ist nämlich seit Wochen aufgeregt und ganz wild aufs Verkleiden. Heute war´s dann endlich soweit: In der Kita wird Fasching gefeiert. Seit ein paar Tagen frage ich, neugierig wie ich nun mal bin, ihre Freundinnen, welches Kostüm sie denn ausgesucht haben. Und kriege fast immer die gleiche Antwort: PINK. Was bedeutet: Fee, Prinzessin, Elfe. Und ganz cool sind die, die sagen: Tinkerbell oder Elsa. Elsa? Welche Elsa, fragen sich jetzt vielleicht sämtliche Jungs-Mamas. Jaja, Elsa ist gerade der heißeste Scheiß des Planeten. Kurz zur Erklärung: Elsa ist die Hauptfigur aus Disneys Kracher „Die Eiskönigin“ (auf engl. Frozen). Sie besitzt magische Kräfte und kann mit ihren Händen alles zu Eis gefrieren lassen. Weil sie einmal ihre kleine Schwester Anna versehentlich damit verletzt hat, zieht sie sich immer mehr zurück und flieht schießlich in die Einsamkeit der Berge. Ihre Schwester Anna will sie zurückholen –was sie auch schafft. Und irgendwie geht’s natürlich auch um die wahre Liebe – denn nur die kann den Eis-Fluch besiegen.
Ich habe mir den Film tatsächlich angesehen und fand ihn – vorsichtig gesagt – bescheiden. Irgendwie ist er soweit weg von den Disney-Filmen meiner Kindheit. Aber gut, so ist das eben. Meine Tochter ist auf jeden Fall voll im Anna-und-Elsa-Fieber – und das obwohl sie nur 15 Minuten des Films gucken durfte (er ist nämlich noch viel zu spannend). Doch durch ihre Kita-Freunde ist sie infiziert  – sie tragen fast täglich Shirts und Kleider mit Elsa-Prints. Was meine Tochter auch möchte. Und was ich nicht will. Ich bin eine von den Müttern, die versuchen, Klamotten so wenig wie möglich Bedeutung zu geben. Wir diskutieren morgens nicht, was angezogen wird. Ich lege es raus und sie zieht es an. Natürlich gibt es bei uns Feiertags-Outfits, aber an ganz normalen Tagen trägt sie Jeans und Pulli – und die wiederum sind bunt. Ich möchte nicht, dass sie ausschließlich Pink und Glitzer trägt. Zu meiner eigenen Verwunderung klappt das bisher auch noch gut.
Zurück zum Fasching: Meine Tochter wollte also plötzlich auch ein Elsa-Kostüm. Ich habe lange überlegt, ob ich ihr die Freude nehme, wenn ich so ein Kostüm nicht kaufe. Und bin dann zu der Entscheidung gekommen, dass sie genauso viel Spaß haben wird, wenn sie im Kostüm des letzten Jahres (Pippi Langstrumpf) oder in dem von Helloween (Hexe) geht. Also habe ich gesagt, dass es dieses Jahr kein Neues gibt, weil sie bereits zwei hat. Wir haben die alten Kostüme also herausgezogen, ich habe sie gelobt und bewundert – und das Kind war happy.
Natürlich wäre es ein Leichtes gewesen, ihr irgendwo günstig einen neuen Glitzerfummel zu kaufen, aber ich denke, dass schon Kinder in ihrem Alter verstehen können, dass es nicht jedes Jahr etwas Neues braucht. Ich bin absolut kein strikter Konsumkritiker, gehe gerne lust-shoppen, aber dieses Immer-mehr-immer-neu nervt mich. Gerade für Kinder. Meine Tochter ist vier – ich bin froh, wenn dieser ganze Modekram noch ein bisschen dauert.
Ich bin auf jeden Fall stolz, wie glücklich sie heute morgen in ihrem Kostüm vor mir stand, obwohl es nicht komplett pink ist, obwohl es nicht Elsa ist. Obwohl sie ganz anders aussieht als ihre Kita-Freundinnen heute. Gegen den Strom schwimmen fängt manchmal eben schon beim Fasching an….
               
Einmal Fasching NICHT in Pink, bitte! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/einzelgaenger-mein-kind-will-sich-nie-mit-freuden-verabreden
       
Hallo zusammen, ich heiße Inga. Mein Sohn ist 10 Jahre, geht in die vierte Klasse – und verabredet sich nicht. Nie.



Dabei spielt er eigentlich gerne mit anderen Kindern, auch wenn er sich dabei nicht immer geschickt verhält…. Aber im Hort spielt er durchaus mit seinen Klassenkameraden.



Zu Hause spielt er immer mit seinem kleinen Bruder, der acht Jahre alt ist und in die dritte Klasse geht. Wenn der sich mal verabredet, kann der Große nichts mehr mit sich anfangen und hängt nur rum.



Daher hat der Große angefangen, dem Kleinen seine Verabredungen schlecht zu machen oder umwirbt selbst dieses Kind und will unbedingt sein Freund sein.



Wir haben schon oft mit unserem Großen gesprochen und gesagt, dass er sich selbst Freunde suchen soll und dass wir gerne auch Freunde bei uns haben oder ihn zu Freunden bringen. Aber es nützt nichts. Er will nicht – sondern er hängt an meinem Rockzipfel wie ein Dreijähriger.



Kennt das jemand? Was habt Ihr gemacht? Und gibt sich das vielleicht mit der Zeit?



Foto: Pixabay
               
Einzelgänger: Mein Kind will sich nie mit Freunden verabreden
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elf-jahre-zwillinge-ein-geschenk-fuer-die-eltern
         Ihr Lieben, heute werden unsere Zwillinge elf. Zusammen also 22. Zähle ich die 13 Jahre der großen Schwester hinzu, sind es 35 Kindergeburtstage, die ich mit meinen Kindern bereits gefeiert habe. Im nächsten Jahr werden sie zusammen 38, so alt wie ich dann.
Und ab dem folgenden Jahr werden sie mich überholt haben, ab dann werde ich also mehr Kindergeburtstage als eigene Geburtstage gefeiert haben. Sie überholen mich! Und das nicht nur in der Anzahl ihrer Jahre 😉
Zwillinge? Man schafft das!
Sie überholen mich auch in rasanten Schritten, was ihre digitalen Fähigkeiten angeht. Wie geht nochmal Airdrop – und wo finde ich den Batteriesparmodus? Klick, klick, zack, und mir wird geholfen. "Woher kannst du denn PowerPoint?" "Hä? Das ist doch selbsterklärend!"
Und ja, manchmal überholen sie auch meine Nerven. Auch heute noch, na klar 😉 Elf Jahre Zwillinge, WAS für ein Abenteuer! Und trotzdem möchte ich allen Zwillingseltern Mut machen.
Denn: Ja, man überlebt das mit zwei Kindern auf einmal. Das betone ich so explizit, weil ich oft Nachfragen bekomme: Schafft man das? Natürlich! Wir sind Mamas, wir schaffen alles. Nicht immer ohne Tränen und Schweiß, aber das verlangt ja auch keiner!
 



 

 
 


 


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  Sep 25, 2018 um 12:25 PDT
 

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Wie oft habe ich das Gefühl einfach dazwischen zu erziehen… 😉 Kennen das die Mehrlingseltern unter euch?
Das begann schon in der Schwangerschaft, als die Dame im Geburtsvorbereitungskurs meinte: Und jetzt atmen wir mal alle zu unserem Kind in den Bauch. Ja, zu welchem denn?!, fragte ich mich und atmete einfach dazwischen.
Und so geht es bis heute weiter, wenn mal wieder ein Schokopapier auf dem Boden liegen geblieben ist. "Räumt ihr das dann bitte gleich noch weg?" "War ich nicht!" "War ich nicht!", heißt es dann aus zwei Ecken.
Ich habe keine Kameras installiert, um den Übeltäter ausfindig zu machen, sie können es IMMER auf den anderen schieben. Also räumt es am Ende wer weg? Na? Das meine ich jedenfalls mit dem Dazwischen-Erziehen… da gibt es Hunderte Beispiele.
Schwangerschaft und Geburt. Schon elf Jahre her
Meine letzte Schwangerschaft und Geburt soll jetzt also schon elf Jahre her sein. Elf, das ist ja die kölsche Glückszahl – da erwarten wir also einfach mal nur Gutes vom nächsten Jahr.
Aufs gesamte Leben bezogen sind die elf Jahre ja im Grunde so viel Zeit wie das Wochenbett im ersten Jahr mit Kind. Unsere beiden Jungs entspringen jetzt also dem Wochenbett ihres Lebens. Gehen nach der intensiven Kennenlernzeit raus in die Welt. Ist das nicht ein schöner Vergleich? Stimmt es nicht irgendwie? Die Schonzeit ist vorbei, das große Kuscheln, jetzt kommt der nächste Schritt…
Sie schlafen nachts längst durch, sie wollen lange wach bleiben, bleiben am Wochenende gern auch mal bis elf im Bett. Sie ziehen sich alleine an und um, packen ihre Ranzen und Fußballtaschen. Das alles mag wie selbstverständlich klingen, aber damals, als ich mit drei Kindern in zwei Jahren jede Nacht durchmachte, wickelte, fütterte und schuckelte, da war das für mich unvorstellbar.
Unvorstellbar, dass sie mal selbstständig eine Treppe gehen würden ohne runterzufallen, unvorstellbar, dass sie überhaupt mal würden laufen oder durchschlafen können.

Dass sie auf dem Fußballplatz alles geben würden, alle Leidenschaft und Energie. Dass sie neugierige Fragen stellen als seien sie in einem Journalistenhaushalt groß geworden (räusper), dass sie das Zwillings-Dasein verfluchen ("Nie bin ich mal ohne ihn") und schätzen gleichzeitig ("Wenn wir keine Zwillinge wären, hätten wir jetzt wahrscheinlich noch gar nicht Geburtstag").
Ein Geschenk für die Eltern
Zum ersten Geburtstag unserer Jungs wünschte ich mir einen moderneren Zwillingskinderwagen, den ich auch mal ohne Rückenbruch den Bürgersteig hochgehievt bekomme. Und weil ich das ein so schönes Ritual fand, auch uns als Eltern zum Zwillingsgeburtstag zu beschenken, haben wir das nun, zehn Jahre später genauso gemacht.
Wir haben uns gestern ein neues Bett bestellt. Zur Feier des wiedergekehrten Schlafes. Und aus Freude über elf Jahre Dreifacheltern! Jawoll!
 
Zum Nachlesen:
Der vierte Geburtstag der Zwillinge
Der fünfte Geburtstag der Zwillinge
Der sechste Geburtstag der Zwillinge
Der siebte Geburtstag der Zwillinge
Der achte Geburtstag der Zwillinge
Der zehnte Geburtstag der Zwillinge
 
               
Elf Jahre Zwillinge: Ein Geschenk für die Eltern | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elf-tipps-wie-wir-uns-die-zeit-rund-ums-homeschooling-schoen-machen
       
Ihr Lieben, neulich habt ihr euren Blog-Beitrag „Elf (Freizeit-)Tipps die ihr im Homeschooling-while-working-Lockdown super in den Alltag integrieren könnt„, der ja eher witzig gemeint war. Mich hat er inspiriert, euch mal zu erzählen, was uns in dieser Zeit grad besonders gut tut.



Hier kommen die Top 11 von unserer Leserin Nelly:



 1. Das Lied von Lotte „Mehr davon“ richtig laut hören. Tanzen muss man automatisch 🙂




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2. Das Buch „Der Drache aus dem blauen Ei“ mit den Kindern lesen



3. Das BVG Video „Ist mir egal“ schauen.




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4. Rodeln gehen 



5. Einen Strauß Tulpen für den Esstisch kaufen



6. Die Kinder einen Film anschauen lassen und sich selbst in die Badewanne mit viel Schaum legen



7. Das Tinte-Milch-Experiment machen als Pause beim Homeschooling



8. Allein durch einen verschneiten Wald laufen







9. Schnelle Tulpen falten und an Freunde / Omas / etc. versenden  



10. Kinder mit mit AlbaBerlin sporteln und lassen und selbst eine Sporteinheit parallel einlegen   



11. Einen Teller Früchte schneiden, restliche Weihnachtsschokolade schmelzen und damit übergießen.   




               
Elf Tipps, wie wir uns die Zeit rund ums Homeschooling schön machen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elfmillionenstimmen-jetzt-politik-fuer-familien-machen
       
Ihr Lieben, hier kommt ein Gastbeitrag unserer KollegInnen Falk Becker, Märry Raufuss und Lisa Hafeneger. Sie haben eine Initiative gegründet, um sich nicht weiter als Familien ungehört zu fühlen. Sie schreiben:



Seit mehr als einem Jahr sind über elf Millionen Familien in Deutschland in besonderem Maße Leidtragende der Pandemie. Die massive Erhöhung der Aufwände durch parallele Erwerbsarbeit und Carearbeit bei gleichzeitig fehlender Betreuung für Kinder führt zu einer enormen psychischen und/oder finanziellen Belastung. Eltern stehen durch Ihr relativ junges Alter und fehlende Priorisierung in der Impfreihenfolge am Ende, Kinder werden frühestens im nächsten Jahr geimpft. Familien werden bis zur Beendigung der Pandemie erhöhten Belastungen ausgesetzt sein. 



Corona Pandemie: „Viele Eltern sind verzweifelt“



Foto: pixabay



In den letzten Wochen und Monaten haben wir in unserem privaten Umfeld und in den sozialen Netzwerken die Verzweiflung von vielen Eltern gespürt. Viele fühlen sich und ihre Belange in der Politik nicht ernst genommen. Wir haben viele Aussagen und Fragen gelesen, wie:



“Was können wir tun?” 



“Eine Demo geht gerade nicht, ein Streik ist eine hohe Hürde. Was geht sonst noch?”



“Wir sind so viele, aber wir und unsere Belange werden kaum beachtet.” 



Initiative #elfmillionenstimmen



Das hat uns nachdenklich gemacht. Gemeinsam starten Märry Raufuss, Falk Becker und Lisa Hafeneger heute die Initiative #elfmillionenstimmen.







Wir wollen, dass die Belange von Familien in den politischen Überlegungen grundsätzlich Einfluss finden. Diese Aktion richtet sich direkt an politische Entscheider*innen. Deren Job ist es, unter Berücksichtigung verschiedener Interessensgruppen und wissenschaftlicher Erkenntnisse, Entscheidungen zu treffen.



Familien als wichtige Interessengruppe wahrnehmen!



Wir treten dafür ein, dass Familien als wichtige Interessengruppe überhaupt wahrgenommen werden. Mit dieser speziellen Aktion geht es uns nicht darum, Einzelmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu fordern. Dazu gibt es bereits gute Initiativen wie #nocovid. Es geht auch nicht darum, spezielle familienpolitische Maßnahmen zu fordern.



Wir fordern, dass die Bedürfnisse von Familien bei allen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie, aber vor allem bei allen zukünftigen Gesetzesvorhaben, zuerst betrachtet werden (Familienvorbehalt). Jeder Beschluß, jedes Gesetz muss darauf geprüft werden, dass er Familien und vor allem Kinder nicht benachteiligt und ausreichend beachtet. 



Familien mit besonderen Herausforderungen und/oder Belastungen



Dies gilt besonders für oft benachteiligte Gruppen wie Alleinerziehende, pflegende Eltern, Familien mit Hartz IV-Bezug und von Vorerkrankungen betroffenen Kindern.



Die Abgeordneten in Eurem Wahlkreis sind für euch zuständig und verantwortlich. Diese können wir direkt in die Pflicht nehmen. Daher haben wir für Euch auf der Seite https://elfmillionenstimmen.de/ einen offenen Brief an Abgeordnete bereitgestellt. 



Zusätzlich findet Ihr dort eine Liste mit all den notwendigen Links, um die für Euch verantwortlichen Abgeordneten und ihre Adressen zu finden, um diesen Brief (oder einen eigenen) abzuschicken – egal ob auf dem Postweg oder per Mail.



„Je lauter wir werden, desto eher werden wir gehört“



Doch es reicht nicht, wenn nur wenige Mails und Briefe eingehen. Wir brauchen eine Welle. Wir müssen sichtbar sein und die Kräfte von so vielen Eltern wie möglich mobilisieren.



Bitte werdet auch Ihr ein Teil von #elfmillionenstimmen. Denn: Je lauter und zahlreicher unsere Stimmen sind, desto besser werden wir gehört. Auf unserer Webseite findet Ihr alle Details. 



Danke!
               
#elfmillionenstimmen – Jetzt Politik für Familien machen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eltern-bleiben-nach-der-trennung-ein-guide-fuer-den-umgang-mit-ex-partnern
       
Ihr Lieben, die Kinder werden größer und immer öfter hört man im Freundes- und bekanntenkreis von Trennungen. Von solchen, bei denen die Kinder und ihr Wohl zum Glück an erster Stelle stehen, aber auch von unschöneren Streitigkeiten zwischen sich ehemals Liebenden. Wir haben Familienpsychologin Marianne Nolde, die das Buch Eltern bleiben nach der Trennung. Was Ex-Partner für sich und ihre Kinder wissen sollten. (Affiliate Link) geschrieben hat, mal um ein paar Tipps gebeten.



Liebe Frau Nolde, Sie sind Familienpsychologin und haben nun ein Mutmach-Buch für Trennungseltern geschrieben. Warum war das wichtig?



Ich habe 36 Jahre lang als Gutachterin bei Familiengerichten erlebt, was nach einer Trennung alles schiefgehen kann. Manche Probleme entstehen dadurch, dass Eltern in der Trennungsphase wichtige Informationen fehlen und sie zum Beispiel die Gründe für das Verhalten ihrer Kinder falsch einschätzen. Da steht meistens gar keine böse Absicht dahinter. Die Stresssituation der Erwachsenen verstellt manchmal den Blick auf das, was die Kinder gerade brauchen würden.



Als Gutachterin kam ich oft zu spät, weil ich meistens erst mit der Familie zu tun hatte, wenn der Rosenkrieg so richtig entbrannt war. Es ist viel leichter, zu einem früheren Zeitpunkt gute Lösungen anzustoßen.  Also beschloss ich meine Erfahrungen aufzuschreiben, damit Eltern in Trennung davon profitieren können. Und meine Erfahrungen sind ziemlich umfangreich: Neben der langen Berufserfahrung kommt auch noch die private Erfahrung dazu, denn meine erste Ehe mit Kindern wurde geschieden.



Familienpsychologin Marianne Nolde. Foto/Copyright: Birgit Röpke



Ich war damals seit acht Jahren Gutachterin und von der Trennung reichlich geschockt. Wenn ich nicht die gesammelte Erfahrung aus meinem Berufsalltag gehabt hätte, hätte ich wohl manches anders gemacht und meinen Frust mit ziemlicher Sicherheit stärker auf die Kinder übertragen. Mir hat wirklich geholfen zu wissen, was endloser Streit mit den Kindern macht, und das wollte ich ihnen nicht zumuten und habe alles daran gesetzt, dass es nicht so kommt. Das hat sich gelohnt, denn am Ende haben wir nach allerlei Widrigkeiten zu einem ziemlich schönen Happyend gefunden. Und jetzt möchte ich einfach weitergeben, was uns und anderen geholfen hat. 



Neben der Aufklärung über mögliche Betreuungsmodelle und psychologische Hintergründe möchte ich  den Eltern Mut machen, dass es für die Familie nach der Trennung gute Lösungen gibt. Eine glückliche Kindheit ist definitiv auch nach Trennung der Eltern möglich, das ist die gute Nachricht. Die besten Lösungen sind die, die Eltern gemeinsam finden und hinter denen sie gemeinsam stehen können.  Dazu möchte ich ermutigen, dass Eltern ihren ganz persönlichen Weg für ihre Nach-Trennungsfamilie erfinden, der gerade für sie am besten passt.



Gibt es denn tatsächlich die Möglichkeit, dass Mutter und Vater gestärkt aus einer Trennung hervorgehen?



Das kann ich klar mit ja beantworten, denn bei mir war es so. Mein erster Mann und ich, wir waren wirklich kein Traum-Ehepaar. Aber als Ex-Partner sind wir schließlich beide ein ganzes Stück über uns hinausgewachsen.



Wenn man sich mit den eigenen Anteilen am Scheitern der Beziehung befasst, statt sich dauerhaft gegenseitig die Schuld zuzuschieben, kann man wirklich daran reifen. Ich finde, man hat etwas davon für sein weiteres Leben, denn mit sich selbst muss man ja weiterhin zusammenleben und auskommen, mit dem anderen nur noch sehr begrenzt. Ich habe auch viele andere Eltern erlebt, die einen guten Weg gefunden haben. Manche von ihnen sagen, dass ihnen gar nichts anderes übrig blieb als weiter zu reifen, um das schaffen zu können. Und plötzlich haben sie es dann doch hinbekommen, ihren Kindern zuliebe. Manchmal mit Hilfe von Beratung oder Mediation. Wenn es allein nicht klappt, ist das meine unbedingte Empfehlung.



Wie erklären Sie sich, dass aus Sich-ehemals-Liebenden zum Teil verhärtete Parteien werden, die nur noch über ihre Anwältin oder ihren Anwalt miteinander ins Gespräch kommen können?



Bei einer Trennung mit Kindern geht es um viel. Kinder haben heute für die Eltern meistens einen sehr hohen emotionalen Wert, und die Angst ist groß, dass man nach der Trennung noch mehr verlieren könnte als den Partner, zum Beispiel den innigen Kontakt zum Kind. Bei einer Trennung sind viele enttäuschte Erwartungen und verletzte Gefühle im Spiel. Man hatte sich sein Leben völlig anders vorgestellt, sieht eventuell den Partner als Verursacher des eigenen Elends. Und dann wird um Sachthemen gestritten oder um das Kind, als Ersatz für die nicht erfüllten emotionalen Bedürfnisse. Vielleicht sind auch Rachegelüste mit dabei. Ich gestehe: Ich hatte welche, habe mich aber glücklicherweise dagegen entschieden, die auszuleben – eine der besten Entscheidungen in meinem Leben finde ich.



Wenn der Streit nach der Trennung weiter eskaliert, kommen zu den eh schon erlittenen Verletzungen ständig noch welche hinzu, und es wird immer schwerer, davon noch loszulassen. Manche kommen aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus, daher mein dringender Rat: Begeben Sie sich am besten gar nicht erst da hinein. Es gibt Anwälte, die bei solchen Eskalationen mitwirken, aber glücklicherweise auch sehr viele, die im Sinne der Kinder auf gütliche Lösungen hinarbeiten.



Wie schaffe ich es denn tatsächlich, trotz verletzter Gefühle und eigener Trauer einen guten Umgang mit dem Ex zu finden?



Mir hat es geholfen mir klarzumachen, wie entscheidend wichtig das für unsere Kinder sein würde. Damit hatte ich ein gewichtiges Motiv, und das haben viele Eltern, denn die meisten wollen doch das Beste für ihre Kinder.



Es ist aber vor allem am Anfang oft schwer, auch mir ist es schwergefallen. Dann darf man sich auf jeden Fall Hilfe holen, man sollte das sogar tun. Ich als Fachfrau habe mir damals eine therapeutische Unterstützung gesucht, weil ich Zweifel hatte, ob ich ohne jede Begleitung aus dem Gefühls-Chaos bald wieder herauskommen würde. Ich hatte Sorge wegen der Belastung der Kinder, wenn ich darin zu lange steckenbleiben würde. Es gibt Beratungsstellen, Therapeuten oder Gruppenprogramme für getrennte Eltern wie „Kinder im Blick“. Man muss das wirklich nicht alleine schaffen. Mit Unterstützung ist es genauso viel wert. Unser Großer hat uns bei seiner Hochzeit ganz rührend dafür gedankt, dass wir das hinbekommen haben. Steht im Buch. Als Motivationshilfe.



Worauf sollten Eltern bei der Trennung vor allem in Bezug auf die Kinder achten?



Sehr wichtig ist Respekt vor den Bindungen des Kindes an beide Eltern. Dazu gehört, dass der andere Elternteil nicht unfreundlich behandelt wird und man nicht schlecht vor den Kindern über den anderen spricht (und auch nicht beim Telefonat mit besten Freunden, wenn das Kind mithören kann). Kinder sollten nicht in Loyalitätskonflikte verstrickt werden. Ich empfehle Ex-Partnern zum Beispiel, erstmal miteinander zu überlegen, wie die Betreuung nach einer Trennung weitergehen kann, und das anschließend mit Ihren Kindern zu besprechen. Ich finde es sehr unglücklich, wenn Kinder sich bei der Trennung für den einen oder anderen Elternteil entscheiden sollen. Das belastet sie und die Beziehung zum Elternteil, den sie quasi „abgewählt“ haben. Solche Konflikte bleiben ihnen erspart, wenn die Eltern Verantwortung übernehmen und selbst ein Konzept erarbeiten. Das kann ja anschließend im Gespräch mit den Kindern an deren Wünsche angepasst werden, die sollen natürlich nicht übergangen werden. Die meisten Kinder werden aber froh sein, wenn sie keine Grundsatzentscheidungen treffen müssen.



Eltern bleiben nach der Trennung. Was Ex-Partner für sich und ihre Kinder wissen sollten. (Affiliate Link)



Und wenn mein Kind am Boden zerstört reagiert? Was dann?



Erstmal: Ihr Kind darf das. Kinder dürfen nach der Trennung traurig sein. Wenn sie es nicht wären, wäre das doch eigentlich ziemlich merkwürdig. Man könnte sich dann sogar fragen: Ist da mit der Bindung irgendetwas schiefgelaufen, wenn die Trennungssituation das Kind nicht sonderlich berührt?



Wenn das Kind traurig, am Boden zerstört oder sauer auf seine Eltern ist, die das nicht besser hinbekommen haben, braucht es jemanden, der mitfühlend an seiner Seite ist und ihm seine Gefühle nicht ausredet. Dabei möglichst als Elternteil nicht in die Falle tappen, sich schuldig zu fühlen oder zu rechtfertigen. Das ist überhaupt nicht nötig. Wenn das Kind merkt, dass der begleitende Elternteil seine Trauer und seine verletzten Gefühle wahrnimmt und aushält, wird es sich verstanden fühlen. Und dann ebbt die Gefühlswelle auch wieder ab.



Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind mehr Unterstützung braucht, dann gibt es dafür passende Anlaufstellen, z.B. Gruppen für Trennungskinder.



Wichtig finde ich jedenfalls: Es ist überhaupt nichts verkehrt daran, wenn ein Kind seine Trauer zeigt. Es vertraut seinen Bezugspersonen dann soweit, dass es ihnen seine Gefühle zeigen kann. Bedenklicher fand ich oft, wenn es hieß: Dem Kind fehlt überhaupt nichts, es vermisst nichts. Diese Kinder hatten manchmal nicht den Mut, ihrer Trauer Ausdruck zu geben, weil sie ihren Eltern einfach nicht zugetraut haben, damit klarzukommen.



Als Eltern ein Team bleiben – auch nach der Trennung – wie kann das gelingen, gibt es da ein Geheimrezept?



So geheim ist das gar nicht. Als wichtige Zutaten würde ich verwenden: Selbstreflexion (nicht immer war`s der andere), Kompromissbereitschaft, dem/der anderen auch etwas gönnen können, miteinander reden UND sich zuhören (eins von beidem reicht nicht), die Einsicht, dass in aller Regel beide Eltern für die Kinder wichtig sind und ich daher irgendwie noch mit dem anderen klarkommen muss, wenn ich meinen Kindern nicht schaden will, und schließlich der Wille, das auch umzusetzen.



Ich möchte allerdings an dieser Stelle unbedingt darauf hinweisen, dass es nicht IMMER funktionieren wird, dass beide Eltern weiter zusammenarbeiten, auch wenn es in der Regel die beste Lösung ist. Wenn jemand alleinerziehend im eigentlichen Sinne ist und der andere Elternteil nicht mitwirkt, dann KANN das gute Gründe haben. Mit der Betonung der Bedeutung beider Eltern möchte ich auf keinen Fall dazu beitragen, dass Eltern, die aus gutem Grund alleinerziehend sind, oder ihre Kinder stigmatisiert werden. Manchmal geht es nicht anders, und dann ist genau das die beste Lösung fürs Trennungskind.



Wenn Sie in Ihre Praxis schauen: Welcher Tipp ist der, der Ihren Familien am meisten hilft?



Ich habe die Familien ja aus der Warte der Gerichtsgutachterin erlebt und nicht der Familientherapeutin. Wenn ich aus meiner Berufserfahrung heraus einen Tipp geben sollte, wäre es dieser: Gehen Sie davon aus, dass Ihr Kind beide Eltern liebt, und finden Sie einen Weg, dass es das nach der Trennung weiter leben kann ohne Angst, damit jeweils dem anderen Elternteil weh zu tun.  Gesunde Bindungen sind nämlich so wichtig für die gesamte weitere Entwicklung. Und die kann das Kind – wenn die Eltern mitmachen – auch nach einer Trennung noch mit beiden erleben.
               
Eltern bleiben nach der Trennung: Über den Umgang mit Ex-Partnern
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eltern-in-der-corona-krise-unsere-umfrage-fur-verbesserungsvorschlage-an-die-politik
       
Ihr Lieben, wir haben jetzt alle die ersten Monate in Zeiten der Corona-Pandemie überstanden und wir realisieren, dass es da nun eine neue Lebensrealität gibt, mit der wir nun zurechtkommen (müssen). Deal with it, ist wohl das Motto, das die aktuelle Lage am besten trifft. Aber was können wir draus lernen? Wir können wir mit unseren Erfahrungen nun vorankommen? Vorsorgen, dass es nicht wieder so ein Wahnsinn wird?



Wir sind in den letzten zum Teil recht laut geworden hier bei Stadt Land Mama, weil wir die Lage gerade für Eltern zum Teil als untragbar empfanden. Vieles, was Familien anging, wurde politisch einfach nicht von Anfang an mitgedacht und so saßen wir vereinbarend und uns acht Krakenarme herbeiwünschend zwischen gefühlt tausend Aufgaben und drehten am Rad (wir zumindest, da sind wir ganz ehrlich).



Wie krass uns das „Homeschooling while working“ überforderte



Ja klar, war ja auch ALLES kein Thema! Homeschooling mit drei Kindern in unterschiedlichen Klassen in 36 unterschiedlichen Fächern, trösten, schlichten, erklären, kochen, einkaufen, koordinieren. Und zwar ohne jegliche Hilfe, während wir gleichzeitig unsere Jobs bitte auch noch ausfüllen sollten, die Wirtschaft am Laufen halten, arbeiten, nachts, am Wochenende, in den Randzeiten ohne Ausgleich durch Freundinnen, ohne Hilfe von Großeltern, ohne Entschädigungszahlungen wegen ausfallender Aufträge, ohne Verdienst, ohne Dank.




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Es war für viele von uns viel zu viel und deswegen diskutierten wir bei SternTV mit dem NRW-Familienminister, ließen wir uns vom Deutschlandfunk zu Hause für eine Reportage begleiten, gaben Interviews, schrieben Protestbriefe und engagierten uns mit Hashtags wie #coronaeltern und #elterninderkrise. Viele in unserer Umgebung kratzten am Burnout oder wurden sogar mit einem handfesten Zusammenbruch krankgeschrieben. Weil so viel zu lasten der Familien ging.



Plötzlich waren wir Lehrer, Erzieher, Entertainer, Streitschlichter, Köche, Aufräumer, Manager, Trainer



Wir mussten ganz plötzlich alles gleichzeitig sein: Lehrer, Erzieher, Entertainer, Streitschlichter, Köche, Babysitter, Putzer, Aufräumer, Manager, Trainer usw. Wir forderten, den Druck aus dem Lehrplan zu nehmen die Schulen zu digitalisieren, ein Corona-Elterngeld einzuführen, Konzepte für Kitakinder zu entwickeln. Wir versuchten, all jenen eine Stimme zu geben, die selbst keine Kraft mehr hatten, sich auch noch ums Lauwerden zu kümmern um dringende Veränderungen.



Wir sorgten uns um Bildungsgerechtigkeit und um all die Kinder, die Gewalt in der Familie erfahren. Um Alleinerziehende und Risikopatienten, um Eltern, die Kinder mit Behinderungen plötzlich allein betreuen mussten.



Konstruktive Lsöungsvorschläge: Was können wir tun, damit es nicht wieder so weit kommt?



Und wir möchten, dass diese Forderungen auch heute nicht verhallen. Denn Corona ist noch da. Die Pandemie ist nicht bezwungen. Wir alle leben zurzeit in der Ungewissheit, was sich wieder normalisieren und was sich dauerhaft verändern wird in unserem Land, in Europa und der ganzen Welt.



Und deswegen möchten wir euch – euch alle! – ins Boot holen. Zusammen mit Anne-Luise von Grossekoepfe und Anke von Lächeln und Winken möchten wir Stimmen von Eltern sammeln, die wir gemeinsam an die Politik herantragen möchten.  



Darum haben wir uns vier ausgedacht, die sich auf eure individuelle Situation beziehen. Helft uns, ein umfassendes Stimmungsbild zu kreieren, das sich konstruktiv in die Überlegungen der künftigen politischen Maßnahmen einbeziehen lässt? Dann antwortet doch bitte mit maximal fünf Sätzen zu jeder dieser Fragen! Und zwar nicht (!) hier in den Kommentaren, sondern auf Surveymonkey (einfach Link klicken).



1. Was ist im Moment eure größte Angst?



2. Was ist euer schwerwiegendstes Problem im (Familien-)Alltag? 



3. Was wäre eure Idee bzw. was bräuchtet ihr gerade am dringendsten, damit sich die Situation für euch als Eltern verbessern würde? 



4. Wie viele Personen leben in eurem Haushalt?



Wir danken euch für euren Input! Lasst uns gemeinsam schauen, dass wir hier etwas bewegt bekommen – im Sinne aller Familien, die mit ihren Kindern die Zukunft heranziehen – und auf diesem jedwede Entlastung und Wertschätzung gebrauchen können. Auch und gerade in Ausnahmezeiten wie diesen.



DANKE!
               
Eltern in der Corona-Krise: Unsere Verbesserungsvorschläge an die Politik | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eltern-werden-paar-bleiben-julia-ueber-diese-grosse-herausforderung
       
Die meisten Paare sind wohl darauf vorbereitet, dass sich mit Kind das Leben verändert. Sicher haben auch einige vorher gehört, dass es wichtig ist, „Zeit zu zweit“ zu haben. 



Und dann, mit Kind, passiert der Alltag. 



Das Kind will nur getragen werden, alle sind platt. Haushalt, Kind, Arbeit, Spieltreffen, Schlafmangel. 



Und Abends, Zeit zu zweit!? Zu müde. Kind ist noch wach. Keine Lust auf Körperkontakt. 



Viele Mamas, die heute oft immer noch den größten Teil der Care-Arbeit für die Kinder übernehmen, sagen dann „Ich kann nicht mehr, und dann kommt noch er und will was“. 



Schnell fällt die Paarbeziehung hinten runter. 



Gerade für die Mütter, die ganz natürlich nach der Geburt einen besonderen Fokus auf die Entwicklung des Kindes legen, ist es wichtig, diesen Fokus auch wieder auf die Paarbeziehung zu lenken. 



Wie kann also Paarbeziehung und Beziehungsglück nicht trotz sondern gerade mit Kind(ern) gelingen? 



Es erfordert ganz sicher den Willen dazu. Und dann Kreativität, ein Hinterfragen von Glaubenssätzen und Erwartungen. Es erfordert neue Wege zu gehen, die sich lohnen – damit die Eltern glücklich und das Familienleben auch für die Kinder stabil wird und bleibt! 



Wie kann das jetzt ganz konkret aussehen? Was kannst du tun? 



Der erste und wichtigste Schritt hin zu einer glücklichen Beziehung ist auch mit dem ersten Kind die klare Entscheidung für die Beziehung. Das klingt vielleicht banal, doch Klarheit und Ziele sind wichtig, um deine Gedanken und Handlungen in diese Richtung auszurichten. Nur wenn du klar sagst, dass dir deine Paarbeziehung wichtig ist, kannst du beginnen diese Beziehung aktiv zu gestalten! 



Außerdem: Werde dir deiner Haltung deinem Partner gegenüber bewusst! Die beste Kommunikation ist nichts wert, wenn die Haltung dahinter nicht stimmt. Möchtest du das Verhalten deines Partners in den Vordergrund stellen und meckern oder dahinter blicken? Bist du bereit, tiefer zu gehen und zu verstehen, was euch beide wirklich bewegt? Es geht darum deinen Partner zu SEHEN! 



Viele sagen dann: Das alles bringt doch nichts, wenn er nicht mit macht! An einer Beziehung müssen beide arbeiten! Immer mache ich alles, er muss auch mal den ersten Schritt gehen! 



Ich kenne das, ich war selbst da. Es ist eine Illusion – einer, Du!, kannst die ersten Schritte vorgehen und deine Beziehung aktiv positiv gestalten. Vertraue darauf, dass dein Partner ebenso los- und mitgeht, wenn er sieht, welchen Fußabdrücken er folgen kann! Es lohnt sich!



Über die Autorin: Julia Reid ist selbst Mama von drei Kindern. Nach dem ersten Kind hat sie selbst erlebt, wie nah man als Paar einer Trennung kommen kann, wenn die Beziehung zum Partner zu sehr in den Hintergrund rückt. Sie gibt als systemische Beraterin ihre Erfahrungen auf dem Weg zu einer glücklichen Beziehung an Mütter weiter. In ihrer kostenfreien Facebook Gruppe „Als Mama ins Beziehungsglück“ gibt sie Tipps, Input und Hilfestellungen! Julia ist auch per email zu erreichen: info@juliareid.de
               
Eltern werden - Paar bleiben! Julia über diese große Herausforderung... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elternfrage-ist-ein-kind-mit-fuenf-jahren-schon-schulreif
        "Ich heiße Julia und habe eine Tochter, die im Februar 5 Jahre alt wird. Sie soll im September, also mit fünfeinhalb, in die Schule gehen. Die Erzieherinnen in der Kita sagen, dass unsere Tochter schulreif sei.
Eine Lehrerin einer Kooperationsschule hat nun allerdings keine Empfehlung zur Einschulung gegeben. Sie meinte, das Kind sei "nicht interessiert, sondern trainiert." Es ist mir wichtig zu sagen, dass wir unsere Tochter zu nichts zwingen. Wir sitzen nicht mit ihr am Tisch und üben irgendwelche Sachen. Unsere Tochter will von selbst lernen. Sie guckt sich die Sachen so lange an, bis sie sie kann – dann werden sie uninteressant. 
Wir haben einfach Angst, dass es ihr in der Schule zu schnell langweilig wird, wenn wir sie ein Jahr später einschulen.
Vielleicht gibt es hier ja Eltern, die bereits Erfahrung damit haben? Oder vielleicht Lehrer, die mir einen Tipp geben können?"  
 
Foto: PIXABAY
 
 
               
Elternfrage: Ist ein Kind mit fünf Jahren schon schulreif? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/emotions-explosion-mutterschaft-wie-das-leben-mit-kindern-wirklich-ist
         Als ich Mutter wurde, dachte ich, es kommt einfach ein lächelndes Wesen zu uns dazu.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ich hätte jeden Tag gute Ideen, um die Kinder bei Laune zu halten.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ich würde das Kind schon schaukeln.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ich hätte die Geduld eines Mammuts.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, alles geht so weiter wie bisher, nur schöner.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, das Zu-Bett-bringen sei wie im Film. Gute-Nacht-Kuss, Licht aus, Tür zu.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ach, so ne durchwachte Nacht kenn ich doch von Partys.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, es wäre die Krönung unserer Liebe und Beziehung.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, das geht schon alles so weiter mit dem Job.
 
Ich bin froh, dass ich das dachte. Ich bin mit großer Freude reingeschliddert in dieses große Ding namens Mutterschaft. Mit Zuversicht und guter Hoffnung.
 
Und ja, es kam ein lächelndes Wesen dazu. Eines, das aber eben auch gern mal sechs Stunden pro Abend schrie.
Und ja, manchmal habe ich auch heute noch gute Ideen, um die Kinder am Nachmittag bei Laune zu halten, viel öfter aber denke ich: Ui, wie schaffen wir es jetzt trotz Hausaufgaben und Einkaufen noch pünktlich zum Training?
Und ja, wir haben das Kind bzw. die Kinder schon geschaukelt. Aber manchmal haben wir uns darüber auch einfach mal selbst vergessen.
Und ja, die Geduld eines Mammuts – die habe ich tatsächlich manchmal bewiesen, wenn es in der Kita-Garderobe wieder mal 48 Minuten länger dauerte, um die Gummistiefel anzuziehen. Gelingt aber halt auch nicht jeden Tag.
Und ja, das Auto blieb das Gleiche, der Partner blieb der gleiche, der Job auch – und trotzdem war einfach nichts mehr wie vorher, weil allein die Tragweite jeder Entscheidung so groß geworden ist. Weil da plötzlich diese große Verantwortung ist.
Und ja, das Zu-Bett-Bringen, irgendwann schlafen die Kinder wirklich. Jeden Abend. Aber bestimmt nicht nach dem ersten Gute-Nacht-Kuss, sondern nach Zahnputz-Diskussionen, Vorlese-Marathon und Hunger-Durst-Pipi-Wasauchimmer-Rufen.
Und ja, so durchwachte Nächte kannte ich, aber hahahaha. Drei Jahre ohne Schlaf? Nicht im Leben hätte ich mir das vorstellen können.
Und ja, die Kinder waren uns sind die Krönung unserer Liebe. Sie sorgen aber eben auch für ordentlich Zunder.
Und ja, das geht schon alles mit dem Job. Wer aber einmal Abgaben, Vorträge, Kinderkrankheiten und Haushalt auf einmal zurecht-jongliert hat, weiß, dass das Danach mit dem Vorher nicht mehr zu vergleichen ist.
 
Unser Leben ist reicher geworden durch die Kinder. Unendlich reicher. So viel Liebe, so viel Vertrauen, so viel Glück und Stolz. Aber es ist auch schwieriger geworden, es ist laut, chaotisch und die Verantwortung wiegt schwer. Alles ist größer und dichter und komplexer geworden.
Es ist wahnsinnig schön und wahnsinnig anstrengend. Und um nichts in der Welt würde ich tauschen wollen.
Das Leben mit Kindern ist eine Emotions-Explosion – in alle Richtungen. Und niemand hat jeden Tag gute neue Ideen und lebt für immer harmonisch vor sich hin. Deswegen reicht es zu sagen: Es ist vielleicht nicht so rosig wie in der naiver Erstvorstellung, wie das so wird als Mutter. Niemand von uns ist perfekt. Aber es ist trotz der immensen Herausforderung einfach das Größte, das uns je passieren konnte.
 
 
               
Emotions-Explosion Mutterschaft: Wie das Leben mit Kindern wirklich ist | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entbindung-drei-geburten-drei-ganz-unterschiedliche-erlebnisse
        Ihr Lieben, wir hoffen ja immer, dass wir Euch Leser mit dem, was wir schreiben, auch wirklich erreichen. Dass unsere Texte Euch Mut machen, Euch trösten, Euch zum Lachen bringen, manchmal auch zum Mitfühlen und Mitweinen. 
Besonders schön finde ich es, wenn Ihr nach einem Artikel konkrete Fragen schickt. "Kannst Du nicht mal darüber schreiben, ob und wie unterschiedlich die drei Geburten waren?" fragte eine Leserin nach diesem Artikel. Klar, kann ich! 
1. Geburt (Dezember 2010)
Weil miene Tochter im Bauch nicht mehr richtig wuchs, waren die Ärzte der Meinung, dass die kleine Maus "draußen" besser versorgt sei als "drinnen" – und so wurde drei Wochen vor Geburtstermin eingeleitet. Die erste Tablette bekam ich an einem Sonntag Morgen um neun Uhr, meine Tochter wurde am Dienstag um 6.50 Uhr morgens geboren. Dazwischen lag viel Warten, Tränen, Ungeduld, noch mehr "Ich kann nicht mehr". Die Geburt zog sich unglaublich und kostete eine Menge Kraft. Die Kleine war wohl einfach noch nicht bereit für die Welt… 
2. Geburt (Januar 2014)
Über diese Geburt habe ich schon mal ausführlich gebloggt, HIER gehts zum Artikel. Nach der ersten Geburt hatte ich unglaubliche Angst, dass wieder eingeleitet werden muss und habe mir so gewünscht, dass es von alleine los geht. Was es einen Tag vor Einleitungstermin (40+6) dann auch ging. Ich erinnere mich richtig gerne an diese Geburt. Natürlich war sie schmerzhaft, aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass das Baby und ich gemeinsam arbeiten. Da ich zu Hause schon viel geschafft hatte, ging es im Krankenhaus realtiv schnell. Sogar die Hebamme sagte später, dass sie diese Geburt wunderschön fand. 
3. Geburt (November 2016)
Nach der schönen Geburt meines Sohnes freute ich mich fast auf die Geburt meines dritten Kindes. Einige Blogger-Kollegen waren fast zeitgleich schwanger und beschrieben ihre dritten Geburten praktisch als Spaziergang. Bei allen ging es sehr schnell. Tjaaaaaaaaaa, bei mir nicht. Die ganze Nacht fühlte ich mich schon irgendwie unwohl, konnte aber zum Glück nocheinigermaßen schlafen und somit Kraft schöpfen. Sobald die Kinder in der Kita waren, wurden die Schmerzen aber mehr und ich ging Runde um Runde hier um den Block spazieren. Obwohl es November war, war es relativ warm und die Sonne schien herrlich. Während ich also so durch die Gegend lief, konnte ich immer wieder mein Gesicht in die Sonne halten und war dafür unglaubich dankbar. Was seltsam war, dass sie Abstände zwischen den Wehen so unregelmäßig waren. Mal waren es vier Minuten, dann wieder acht, dann wieder fünf. Im Stehen waren die Schmerzen kaum auszuhalten, im Liegen waren sie fast weg. Irgendwann beschlossen wir, ins Krankenhaus zu fahren. Ganz einfach, weil ich null komma null einordenen konnte, wie lange es wohl noch dauern würde. Manchmal hatte ich das Gefühl, kurz vor den Presswehen zu stehen, dann dachte ich wieder, dass es noch Stunden dauern könnte. 
Im Krankenhaus angekommen war der Muttermund bei 4 Zentimetern, das war um 14 Uhr. Das Wechselspiel zwischen hammerharten Wehen und zu langen Abständen ging weiter. Ich hatte eine tolle Hebamme, der ich irgendwann ganz klar sagte, dass ich sie jetzt brauche, weil mir die Moral flöten ging. Ich wurde weinerlich und hatte keine Kraft mehr. Irgenwann ging es dann doch ganz schön schnell und um kurz vor 19 Uhr war meine Tochter dann da – die Nabelschnur zwei mal um den Hals und ganz blau… Die Hebamme meinte dann, dass das wohl der Grund gewesen sei, warum die Kleine nicht richtig mitgearbeitet habe- und es deshalb eben doch recht lange gedauert habe. 
Ich hatte einfach Glück, dreimal spontan zu entbinden. Jede Geburt war einzigartig, die der Mädels waren sehr viel anstrengender als die meines Sohnes. Ich habe mir unglaublich viel Gedanken gemacht, wie so eine Geburt wohl ablaufen würde – nichts davon trat ein. Ich war abgetaucht in meiner ganz eigenen Welt und hatte einen großartigen Unterstützer, meinen Mann, an meiner Seite. So eine Geburt ist defintiv die größte körperliche Erfahrung, die eine Frau machen kann. Und es ist wohl auch die intentivste Erfahrung, die ein Paar zusammen durchstehen kann. 
Die ersten Minuten nach der Geburt, mit dem Baby auf dem Bauch, der Erschöpfung, der Erleichterung, dem Glück, dem Schmerz – all das ist magisch. Es ist ein Wunder, ein absolutes Wunder. Jedes, einzelne Mal. 
PS: Das Foto oben entstand einen Tag nach der Geburt meiner kleinen Tochter 
——ZUM WEITERLESEN:
– Der Tag, an dem Katharinas Sohn geboren wurde
– Gedanken über die anstehende Geburt
– Wie eine Geburt wirklich abläuft
 
 
               
Entbindung: Drei Geburten - drei ganz unterschiedliche Erlebnisse | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entbindung-mit-geschwistern-unsere-grossen-kinder-waren-bei-der-geburt-des-kleinsten-dabei
       
Ihr Lieben, wenn sich eine Hebamme an uns wendet und erzählt, dass sie neulich eine wunderwunderschöne Geburt begleiten durfte, dann werden wir hellhörig. Nathalie, so erzählte sie, habe ihr viertes Kind bekommen – und die großen Geschwister wären wie selbstverständlich dabei gewesen. Die Zwillinge sind 6 Jahre alt und das dritte Kind dreieinhalb.
Das Baby sei in einer vollkommen harmonischen und unaufgeregten Stimmung zu Welt gekommen, die sie fasziniert hätte. Als wir nachfragten, stellte sie uns den Kontakt zu ihr her. Denn wir wollten doch genauer wissen, wie das so war… auch für die Kinder.
Nathalie, Du bist neulich nochmal Mama geworden. Was war besonders an dieser Geburt?
Für mich war das gar keine so besondere Geschichte wie für viele andere, denen wir davon erzählen. Es wird vor allem von anderen als etwas Außergewöhnliches wahrgenommen. Viele in unserem Umfeld haben es als besonders empfunden, dass wir die älteren Geschwister bewusst in der Nacht geweckt haben und sie komplett an der Geburt und Nachgeburt haben teilhaben lassen.
Wo hast du das Kind denn bekommen? Und war der Ort der gleich wie bei den letzten Geburten?
Meine eineiigen Zwillinge habe ich vor sechs Jahren in der Uniklinik geboren, bei meinem dritten sowie jetzt bei meinem vierten Kind war ich zur Geburt zu Hause. Dort kamen beide im Wasser zur Welt.
Deine Hebamme beschrieb die Geburt später als "unglaublich". Hast du das auch so empfunden?
Unser viertes Kind machte sich erst nach dem errechneten Entbindungstermin auf den Weg. Für mich war es aufgrund der „Übertragung“ und des hohen Gewichts doch psychisch anstrengend, aber insgesamt eine völlig normale und weitestgehend selbstbestimmte Geburt.
Und wie war das mit den großen Kindern? Waren sie die ganze Zeit dabei?
Ja, selbst das fiebrige Kind hat mein Mann geweckt. Alle Kinder blieben dann dabei, bis die Hebammen auch unser Haus verließen und haben dann noch ein paar Stunden geschlafen.
Wie hast du sie darauf vorbereitet, was sie da erleben werden?
Eigentlich gar nicht, ich habe sie gefragt, ob wir sie wecken sollen. Da haben alle unisono geantwortet, dass sie gerne dabei wären.
Ihr habt gar nicht drüber gesprochen?
Doch, schon. Wir haben lange darüber gesprochen, wann das Baby kommt, dass es das selber entscheidet und dann durch die Scheide rauskommt. Sie wussten, dass wir einen Geburtspool aufbauen würden und Hebammen dazu kommen würden. Vom eigentlichen Geburtsablauf habe ich nichts erzählt. Für Sorgen war keine Zeit.
Und wie hast du das zusammen mit ihnen erlebt?
Es hat mich wirklich mit Stolz erfüllt, ihnen eine natürliche selbstbestimmte Geburt live zeigen zu können. Keine schmerzerfüllte Hollywood-Szene, sondern eine ruhige angestrengte Atmosphäre. Ich habe mich gefreut, dass sie es sehen durften und alles gut gelaufen ist.
 Für mich ist die Geburt eines Kindes etwas völlig Normales, an dem die Familie teilhaben darf. Und genauso habe ich das empfunden. Als völlig natürlich. Das habe ich versucht, meinen Kindern genauso zu vermitteln.
Fragen sie heute noch viel danach?
Nein, da es sich für sie als normal und als nichts Besonderes anfühlt. Das Thema kommt nur auf, wenn Freunde danach fragen und wissen möchten, wie es für sie war.
Und wie war das für sie? Hast du das Gefühl, es hat sie verändert?
Ach, eigentlich hat es sie nur insofern verändert, als dass sie merken, dass die Umwelt es als etwas Besonderes empfindet. Wirklich, wir haben da keine große Sache draus gemacht.
Wie geht es euch denn heute mit dem Baby und der neuen Familienkonstellation?
Uns geht’s prächtig, wir hatten eine wundervolle Betreuung durch unsere Hebamme. Alle lieben unser neues Familienmitglied und der Kleine gehört einfach zu uns 🙂
               
Entbindung mit Geschwistern: "Unsere großen Kinder waren bei der Geburt des Kleinsten dabei" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entsorgte-mama-fuehlende-muetter-haben-die-sorge-streitende-vaeter-das-recht
        Ihr Lieben, manchmal erreichen uns Geschichten, die sich lesen wie ein Roman. So auch diese hier von unserer Leserin Hella, die eigentlich anders heißt. Nach Jahren konnte sie sich endlich aus ihrer gewalttätigen Ehe befreien. Doch der Kampf ist noch nicht zu Ende. Denn jetzt geht es um die Kinder. Lasst euch ein bisschen Zeit, die Geschichte ist recht lang. Wir aber finden: Jeder der Worte sollte in diesem Fall auch gesagt werden…
Es ist Februar 2014, als ich im Hochbett meiner älteren Tochter liege und wieder der Gedanke in mir aufsteigt „Du musst dich trennen, es führt kein Weg daran vorbei, du verdrängst das immer nur.“
So schnell dieser Gedanke sich in mein Bewusstsein drängt und heftiges Herzklopfen in mir auslöst, so schnell kann ich ihn auch wieder verdrängen.
Wir hatten zwei gute Jahre hinter uns. Zwei Jahre in denen ich dachte, es hat sich alles geändert und wir sind auf einem guten Weg, eine glückliche Familie zu werden.
Zwei Jahre zuvor, im März 2012, hatte ich unsere zweite Tochter zur Welt gebracht. Ein absolutes Herz- und Wunschkind für mich. Ich war glücklich, mein Mann lebte endlich Familie, unternahm mit uns Dinge und verbrachte Zeit mit uns, seiner Familie.
Gewalt in der Ehe: Zwei Jahre, in denen er nicht zuschlug
Das Wichtigste aber war: Es waren zwei Jahre, in denen er nicht zugeschlagen hat. Mich nicht mit anderen Frauen betrogen hat. Jedenfalls nicht so, dass ich es mitbekommen habe.
Endlich schloss er sein Studium ab und übernahm nach schwierigen Jobaussichten mit meiner Hilfe eine eigene Praxis. Durch die Selbstständigkeit hatten wir noch weniger Probleme mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und er verdiente endlich Geld verdient, ich war neben der Kinderbetreuung endlich nicht mehr allein verantwortlich für die Finanzen und das Geldverdienen.
Doch all das, was ich positiv sehen konnte, setzte meinen Mann im Februar 2014 wieder so stark unter Druck, dass er sich abermals Bestätigung bei anderen Frauen suchen musste. Angeblich, weil ich ihm „zu wenig Bestätigung“ gäbe und „schuld daran“ sei, dass er jetzt den Druck der Selbstständigkeit auf sich lasten hätte.
Ich wollte mich trennen. Ich wusste, es geht nicht mehr. Gleichzeitig hatte ich große Angst.
Ich wollte meinen Kindern nicht die Familie nehmen und konnte mir auch nicht vorstellen, es alleine zu schaffen. Dennoch habe ich mit meinem Mann gesprochen und ihm gesagt, dass ich mich trennen werde und es nicht mehr länger akzeptieren werde, dass er mich immer und immer wieder betrügt.
„Du kannst dich trennen, dann nehme ich dir alles, ich nehme dir die Kinder.“
Seine Antwort war kurz und knapp: „Du kannst dich trennen, dann nehme ich dir alles, ich nehme dir die Kinder, ich mache dich nackig.“
Selbstschutzmechanismen greifen gut. Schnell wollte ich wieder einen schönen Alltag, alles wegdrücken, weitermachen, mich nicht mit dem Thema auseinandersetzen. Schon bald kam der Alltag zurück und die Trennung war kein Thema mehr.
Ich hielt an meinem „Projekt heile Familie“ fest. Äußerte sogar den Wunsch nach einem dritten Kind. So wie ich es mir immer gewünscht hatte, eine Familie mit drei Kindern. Ebenso wie bei den ersten beiden Kindern wollte mein Mann kein weiteres Kind und mein Wunsch wurde kommentarlos abgeschmettert.
Das Leben ging weiter, bis 2016 meine Mutter plötzlich verstarb. Mein Mann war für mich da. Jedenfalls hielt er mir den Rücken frei, so dass ich genug Zeit hatte, mich um alles zu kümmern.
Nach dem Tod meiner Mutter ging er wieder fremd
Offenbar schenkte ich ihm in dieser Phase wieder zu wenig Aufmerksamkeit, so dass es wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter wieder eine andere Frau gab.
Ich war gerade dabei, für meinen Mann die Einweihungsparty seiner neuen Praxis zu planen. Dies sollte eigentlich von seinen Mitarbeiterinnen übernommen werden, doch offenbar hatte das nicht geklappt und mein Mann geriet in Panik. Der Termin stand und die Gäste waren eingeladen, aber es war nichts vorbereitet.
Die vorherigen Tage hatte ich schon mit beiden Kindern Besorgungen gemacht und Getränke und Knabbereien in die Praxis gefahren. Am Abend saßen wir zusammen auf dem Sofa, ich war gerade dabei, Catering-Firmen anzuschreiben als das Handy meines Mannes blinkte. Es lag zwischen uns und zeigte die Nachricht einer Frau an: „Bleibt es bei morgen Abend 19 Uhr?“.
Mein Mann versuchte sich – wie immer – rauszureden. Doch ich ließ nicht locker. Sagte, dass es mir nur darum geht, dass er ehrlich mit mir ist. Dann kam die ehrliche Antwort. Ein Schlag ins Gesicht, der mich durch das ganze Wohnzimmer fliegen ließ. Mein einziger Gedanke dabei: „Hoffentlich sieht man morgen keinen blauen Fleck im Gesicht.“
Doch auch das reichte noch nicht, um endlich meine Sachen und meine Kinder zu schnappen und zu gehen. Ich blieb.
"Ich blieb, weil ich die perfekte Familie wollte"
Ich blieb mit der Hoffnung auf Besserung, ich blieb, weil ich die perfekte Familie wollte. Ich blieb, weil ich meinen Kindern eine Trennung nicht antun wollte.
Und dem nicht genug, denn kurze Zeit später war ich wieder schwanger. Ich freute mich sehr, liebte dieses kleine Wesen in mir vom ersten Tag an. Die Reaktion meines Mannes fiel anders aus: „Oh Gott, dann können wir ja demnächst unter der Brücke schlafen, das ist unser finanzieller Ruin.“ Es war absurd, denn nie hatten wir so viel Geld, wie zu diesem Zeitpunkt.
Zum ersten Arztbesuch konnte mein Mann mich nicht begleiten. Das kannte ich schon aus den vorherigen zwei Schwangerschaften. Das erste Ultraschallbild unseres dritten Kindes kommentierte er mit „Jup“, mehr sagte er nicht.
Ich bekam Blutungen. Die Blutungen gingen und kamen. Eines Abends wusste ich, das Baby wird nicht bleiben. In dieser Nacht spürte ich, dass es sich verabschiedete. Beim Arztbesuch am kommenden Tag begleitete mein Mann mich ausnahmsweise und hielt mir die Hand, als der Arzt bestätigte, was ich bereits gefühlt hatte: „Ich kann keine Herzschläge mehr sehen.“
Ich wollte Abschied nehmen, mir Zeit lassen. Doch die Blutungen wurden so stark, dass mir keine Zeit blieb. Meine Freundin fuhr mich ins Krankenhaus und die Ärzte sagten mir, sie müssten eine Ausschabung machen, um die Blutung zu stillen.
Ich rief meinen Mann an und bat ihn, zu mir zu kommen, ich hatte Angst und brauche ihn. Meine Freundin würde kommen und auf die Kinder aufpassen. Seine Antwort: „Das ist jetzt schlecht, ich habe schon ein Glas Wein getrunken, ich kann dich ja morgen abholen.“
Verlust meines Babys: Ich MUSSTE mich trennen
Ich wusste, ich muss gehen, ich wusste ENDLICH: ich werde gehen.
Ich erholte mich von dem Verlust meines Babys, nahm Abschied, machte es mit mir selbst aus. Gestaltete ein Buch mit Erinnerungen und verstand, warum sie nicht bleiben konnte.
Ich war innerlich auf dem Weg zu gehen, mich zu trennen. Bei einem gemeinsamen Familienurlaub über Pfingsten spürte ich deutlich, dass ich es nicht mehr aushalte, dass ich nur noch weg möchte.
Eine Woche nachdem wir aus dem Urlaub zurück waren hatte ich eine berufliche Abendveranstaltung. Zufällig fuhr ich gleichzeitig mit einem Mann von dieser Feier nach Hause, den ich bereits zwei Jahre zuvor kurz kennengelernt hatte und der damals schon Herzklopfen in mir ausgelöst hatte. Zuhause angekommen fragte er, ob wir noch ein Bier zusammen trinken wollen. Wir redeten bis morgens um 4 Uhr. Nie zuvor habe ich mich so verstanden gefühlt.
Von diesem Tag an trafen wir uns immer wieder. Stundenlang redeten wir. Er war meine kleine Oase, ich sagte immer: Meine Glaskugel, in der ich die Welt vergessen kann, Kraft tanke.
Aufgeladen mit Energie und Kraft, begann ich Ende 2017 nach Wohnungen zu suchen. Als mein Mann merkte, dass ich es ernst meine und mich tatsächlich trenne, schwankte seine Stimmung zwischen lammfromm – „bitte bleib bei mir! – hoch aggressiv „Du bist MEINE Frau!“.
So viel Gewalt in der Trennungsphase
In der Phase der Trennung hat er mich so oft eingesperrt und geschlagen wie nie zuvor in so kurzen Abständen. Dennoch habe ich nicht die Polizei gerufen. Ich wollte immer nur deeskalieren. Dachte, wenn ich die Polizei rufe und ihn aus der Wohnung verweisen lasse, eskaliert alles und wir bekommen keine gute Einigung für die Kinder hin.
Ich zog aus und ließ ihm alles. Immer in der Hoffnung, dass er sich beruhigen wird, wenn ich nur gerecht und fair bleibe und wir uns für die Kinder gut verständigen können.
Seine Deeskalation bestand darin, mir anzukündigen, dass er mir ab sofort die Kinder nicht mehr, wie vereinbart, bringen wird und er mir „einen großzügigen Umgang alle 14 Tage von Fr-So gewährt“.
Über eine Anwältin reichte ich beim Familiengericht einen Antrag auf Übertragung des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts und Klärung des Umgangs ein. Was im Juni 2018 bei der darauffolgenden Gerichtsverhandlung beim zuständigen Familiengericht folgte, hatte ich in Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten.
Der Verfahrensbeistand, der für unsere Kinder bestellt wurde, gab kurz und knapp seine Einschätzung ab. Das Jugendamt teilte seinen Eindruck von dem anderthalbstündigen Gespräch mit, welches im Vorfeld der Verhandlung mit meinem Mann und mir geführt wurde. Die Richterin stellte ein paar Fragen.
Alle drei (Verfahrensbeistand, Jugendamt, Richterin) waren der Meinung, dass wir zwei intelligente Menschen sind, beide über ausreichend materielle und finanzielle Ressourcen verfügen, sowie beide beruflich so flexibel, dass eine hälftige Kinderbetreuung kein Problem sei.
„Fühlende Mütter haben die Sorge, streitende Väter das Recht“
Meine Anwältin wagte einen Vorstoß und führte die 13 Jahre häusliche Gewalt an, sowie die Tatsache, dass bis zum Zeitpunkt der Trennung die Kinderbetreuung fast ausschließlich von mir übernommen wurde. „Was in der Vergangenheit liegt, wollen wir uns heute hier nicht anschauen, wir blicken jetzt positiv in die Zukunft“, war der knappe Kommentar der Richterin zu den geschilderten Sachverhalten.
Mein Einwand, dass ich möchte, dass ein psychologisches Gutachten erstellt wird, kommentierte die Richterin mit: „Gut, wenn Sie es darauf ankommen lassen wollen. Die Gutachterin hat immer viel zu tun, das kann bis zu einem Jahr dauern. Bis zur Fertigstellung des Gutachtens werden die Kinder dann dort leben, wo sie amtlich gemeldet sind und das ist beim Vater.“ Punkt.
Unter Schock stimmte ich der Richterin zu und wir kamen zu der „Einigung“, dass unsere beiden Töchter, 6 und 10 Jahre alt, ab sofort im Wechselmodell leben werden.
So stehe ich in Tränen aufgelöst vor dem wunderschönen, alten Gerichtsgebäude und erkenne, dass ich mich zwar mit viel Kraft, Mut und Stärke aus 13 Jahren Demütigung befreit habe, das deutsche Rechtssystem aber imstande ist, diese Demütigung in potenzierter Form weiterzuführen.
Ich möchte mich schreiend, weinend auf die Treppen des Gerichtsgebäudes schmeißen. Für meine wundervollen Töchter tue ich dies aber nicht. Ich stehe auf und versuche, ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Hoffe darauf, dass sie irgendwann verstehen und reflektieren und besonders, dass sie trotz dieser schwierigen Bedingungen zu glücklichen und selbstbewussten Frauen werden, die ihren eigenen Weg gehen.
 
Foto: pixabay
 
               
Entsorgte Mama: Fühlende Mütter haben die Sorge, streitende Väter das Recht | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entspannt-bleiben-als-jungsmutter-sie-tun-dinge-fuer-sich-und-nicht-gegen-mich
       
Ihr Lieben, wenn es eine Dame in Social Media gibt, der ihr als Mütter folgen solltet, dann steht Juli Scharnowski definitiv ganz weit oben auf der Liste! Ihr Blog Doppelkinder und die dazugehörige Instagram-Seite lohnen sich in jeder Hinsicht, weil es ihr – wie uns – vor allem um Ehrlichkeit geht, um Mutmachen, um Mom-Empowerment.



Sie coacht Eltern sogar unter dem Titel „From Mom to Wow“ – und warum uns dieser Titel so wahnsinnig sympathisch ist, könnt ihr euch bei uns als WowMom-Autorinnen sicher denken, hihi. Was sie tut, tut sie jedenfalls auf so charmante Weise, das man Juli eigentlich gern selbst zur Mama haben will. 



Nun hat Juli neben ihren Zwillingsjungs nicht nur noch ein Jungsbaby dazu bekommen, sondern auch noch ein Buch herausgebracht. Es heißt Starke Jungs brauchen entspannte Eltern (Affiliate Link). Wie das gehen soll? Enstpannt bleiben im Alltag mit drei kleinen Wilden? Das hat uns Juli im Interview erklärt.







Liebe Juli, als du noch keine Kinder hattest, hattest du da schon eine Vision von euch als Familie? Wie viele Kinder es mal würden und ob es Jungs oder Mädchen sein würden?



Ich habe immer den allerersten Impuls zu sagen, dass ich immer von drei Söhnen geträumt habe. Ich weiß aber auch, dass das menschliche Gehirn ein Meister des Selbstbetrugs ist. Doch die Vorstellung davon, mit drei kleinen wilden Kerlen – und einem großen – zu leben hat mir schon gut gefallen.



Ich weiß noch, dass ich mich in der Zwillingsschwangerschaft sehr gefreut haben zu hören, dass mindestens ein Kind ein Junge ist – das andere hat sich lange bedeckt gehalten und es lief unter „ein Junge und ein weiteres Kind“. Als dann Nummer 3 unterwegs war, hat meine Freundin anfangs immer gefrotzelt, dass ich jetzt bestimmt ein Mädchen bekomme.



Ich fand die Vorstellung irgendwie komisch, vermutlich, weil ich es eben nicht anders kenne. Als ich mich dann mit dem Gedanken angefreundet hatte, hat sich das Baby als Junge geoutet und es fühlte sich richtig an – so wie sich ein Mädchen bestimmt auch richtig angefühlt hätte.



Nun ist das ja so ne Sache mit Visionen und Vorstellungen. Als Mutter holt einen ja tagtäglich die Realität ein. Welches war deine größte Mutterschaftsüberraschung? Wo lagst du mit deiner Vorstellung komplett daneben?



Ich war bei den Zwillingen davon überrascht, wie schwer es oft war, diese beiden impulsiven, sehr fordernden – so erschien es mir – Babys zufrieden zu stellen. Ich hatte nicht erwartet, wie anstrengend das Elternleben tatsächlich ist.



Ich bin heute zudem eine komplett andere Mama als ich es mir jemals erdacht habe. Ich wollte streng und konsequent sein – was nicht bedeutet, dass ich nicht auch mal bei meinen Standpunkten bleibe. Aber heute macht es mir eine riesige Freude, meinen Söhnen Vertrauen zu schenken und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.



Ich lasse mich auch mal von ihnen überzeugen und sie sich von mir, wir verhandeln, finden Kompromisse und Wege, dass es uns allen möglichst gut geht. Bevor ich lospoltere versuche ich erstmal, ihre Motive zu begreifen.



Und ich habe mir immer vorgenommen, total rigide in Sachen Zucker und Süßkram zu sein. Aber da habe ich die Rechnung ohne meine beste Freundin gemacht – ebenfalls dreifache Jungsmama, mit etwas älteren Kindern – die den Zwillingen zum ersten Geburtstag einen Kuchen mit Industriezucker und Schokolade gebacken hat. Da stand ich dann mit meinen ernährungspolitisch korrektem Bananen-Muffins…







Nun hast du als Erstes Zwillingsjungs
bekommen – und nun noch einen Jungen hinterher. Du bist Jungsmama durch und
durch. Wie sind die Reaktionen darauf? Bewundernd? Vielleicht sogar auch mal
mitleidig, weil Jungs derzeit irgendwie einen keinen ganz so guten Ruf zu
genießen scheinen?



Ich fand schon in der Schwangerschaft mit unserem dritten Sohn die Reaktionen der Leute total interessant, die mich nach dem Geschlecht des Kindes gefragt haben. Einigen entgleisten regelrecht die Gesichtszüge, andere sprachen ihr Mitleid aus, viele fanden und finden es sehr beeindruckend. Ich glaube, neutrale Reaktionen waren fast nie dabei.



Interessanterweise bekommt mein Mann da immer eher ein verbales Schulterklopfen und Anerkennung – so als Vater dreier Söhne. Wohingegen der Mann meiner Schwester – sie hat drei Töchter – ebenfalls oft bemitleidet wird.



Ich habe den Eindruck, dass es in unserer Kultur oftmals als Ideal betrachtet wird, zwei Kinder zu haben, und zwar einen Sohn und eine Tochter. Schon bei den Zwillingen kam immer die Frage: „Oh, ein Mädchen und ein Junge?“ Als ich das verneinte, bekam ich oft zu hören, „Ach schade, Junge und Mädchen wäre doch besser gewesen, oder?“



Da hakt es bei meinem Verständnis ein wenig aus, ich habe drei gesunde Kinder, wie könnte ich mich da in Gram darüber ergehen, dass nicht das „richtige“ Geschlecht dabei ist?



Zudem werden meiner Erfahrung nach Jungen oft als anstrengender empfunden, weil viele von ihnen viel Energie haben – okay, das haben Mädchen bestimmt auch – doch sind sie oftmals wilder, verfügen übe mehr Muskelmasse als Mädchen, sind oft lauter und impulsiver.



Das passt nicht gut in unser System, in dem es beispielsweise in vielen Schulen immer noch darum geht, dass 20 bis 30 kleine Menschen still sind und still sitzen, während einer spricht.



Du hast nun ein Buch geschrieben: Starke
Jungs brauchen entspannte Eltern. Müssen wir Jungs also anders begleiten als
Mädchen?



Ich bin keine Freundin von Pauschalisierungen, doch sehe ich es oft, dass viele Jungen in unserer Zeit andere Herausforderungen haben als Mädchen – eben weil unser Denken oftmals noch sehr in Rollenklischees verhaftet ist.



Ich finde es absolut wichtig, dass meine Söhne lernen, emotional intelligent zu sein, dass sie gut mit ihren Gefühlen umgehen, dass sie alle sein dürfen und nichts davon falsch ist. Sie sollen lernen, gut mit sich und ihrer Energie umzugehen, sich Strukturen zu schaffen und Wege finden, sich in ein gesellschaftliches System einzufinden, ohne sich selbst und ihre Wesensart zu verleugnen.



Die Gender-Debatte ist wichtig und wertvoll, ich wünsche mir, dass sie dafür sorgt, dass alle Menschen, ungeachtet des Geschlechts, die gleichen Möglichkeiten haben.



Dennoch gibt es eben männlich und weiblich, gibt es Männer und Frauen und Jungen und Mädchen – und die unterscheiden sich körperlich und psychisch. Also finde ich es wichtig, beide Geschlechter unter dem großen Ganzen der Gleichwertigkeit da abzuholen, wo sie stehen. Deshalb gibt es übrigens auch ein Starke-Mädchen-Buch (Affiliate Link) von meiner Autoren-Kollegin Dr. Judith Bildau.







Nun ist es ja nicht so leicht,
„entspannt“ zu sein als Eltern, gerade als Mehrfacheltern, da ist ja
immer eine Menge los, es gibt viel zu tun, wie ist also der Zustand der
Entspannung im Titel deines Buches zu verstehen?



Deshalb geht es in dem Buch zum einen darum, wie Eltern – insbesondere Mütter, da sie sich zu großen Teilen am meisten um die Kinder kümmern und sie es sind, die die Bücher lesen, sich erden und gut für sich sorgen können.



Auf der anderen Seite liefert das Buch ganz viele Informationen darüber, was hinter dem Verhalten eines Kindes stecken kann, denn das hat eigentlich immer eine Ursache, und was ich von meinem Sohn in welchem Alter erwarten kann.



Wenn ich also weiß, dass es etwas auch mit sechs, sieben oder acht Jahren für ein Kind völlig normal ist, während eines Wutanfalls mit Dingen um sich zu werfen, dann macht es die Situation vielleicht nicht angenehmer, doch entspannt das ungemein. Denn den Eltern wird mit Informationen die Angst genommen, etwas falsch zu machen, sowie der Druck, dass das Kind doch eigentlich so und so funktionieren sollte.



Außerdem liefert das Buch für alle Situationen, die sich in Gesprächen mit Jungseltern als besonders konfliktreich herauskristallisiert haben, ganz konkrete Lösungsvorschläge. Und da dürfen sich die Leser mit ihren Familien dann ausprobieren und gucken, was für sie passt.



Entspannung kann also insbesondere dann entstehen, wenn wir informiert sind, wenn wir uns auf unsere Kinder einlassen und – und das vor allem – wenn wir gut auf uns selbst achten.



Was sind denn die Dinge, die deine Kinder
dir beigebracht haben – und von denen auch wir vielleicht im Alltag profitieren
können?



Wir Erwachsenen denken ja gerne, dass wir den Perspektivwechsel und Empathie für uns gepachtet hätten. Dabei sind wir mit unseren Interpretationen, etwa bezüglich eines Verhaltens unserer Kinder, oft sehr bei uns. Sie lehren mich täglich darin, einen Schritt zurückzumachen und den Raum aufzumachen für ihre Motive und Beweggründe, diese zu erfassen und meine nicht als richtiger oder wichtiger zu nehmen.



Ein Beispiel: Ich komme heute in die Küche, weil ich die beiden Vierjährigen ziemlich dreckig lachen höre, da kriegen Eltern ja spitze Ohren. Zwischen ihnen auf der Küchenbank lag eine umgestürzte, zuvor halb volle, Schale mit Joghurt und Müsli. Die beiden hatten einen Mordsspaß daran, dass da nun der ganze Kladeradatsch auf der Bank liegt.



Früher wäre ich schnell mit Gemotze und Vorträgen darüber, dass Essen kein Spielzeug ist, dabei gewesen. Heute frage ich erstmal, ob die Schale vielleicht abgestürzt ist und dann sehe ich den völlig unbefangenen Entdeckergeist meiner Kinder dahinter. Denn das ist es, was sie tun wollen: die Welt entdecken und das Leben erforschen.



Sie wissen, dass Essen kein Spielzeug ist – zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Doch in solchen Situationen siegt der Forschergeist. Und das ist vielleicht die zweite große Lektion meines Mamalebens: Ich übe mich darin, das Verhalten meiner Kinder nicht persönlich zu nehmen, denn sie tun Dinge FÜR sich und nicht GEGEN mich.



Julia Scharnowski: Starke Jungs brauchen entspannte Eltern (Affiliate Link)
               
Leben mit Söhnen: Starke Jungs brauchen entspannte Eltern
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/erst-brustkrebs-dann-zwillinge-katharinas-hoehen-und-tiefen-mit-happy-end
        Ihr Lieben, Katharinas letzte Lebensjahre sind zu dramatisch und gleichzeitig kitschig, als dass man sie in ein Drehbuch schreiben könnte. Was diese Frau an Höhen und Tiefen erlebt hat? Erst Brustkrebs – dann Zwillinge. Eine schier unglaubliche Geschichte – mit Happy End…
Liebe Katharina, du hast etwas gebraucht, um uns deine Antworten zu schicken, weil dir ein bisschen das Leben in die Quere kam…
Ja, jetzt ist es wirklich schon eine ganze Weile her, als du mir deine Fragen geschickt hast und erst heute komme ich dazu, dir meine Antworten zu schicken.
Als ich damals mit vorzeitigen Wehen und verkürztem Gebärmutterhals in der Klinik lag, habe ich es mental nicht geschafft, das alles zu schreiben. Und als unsere Zwillinge dann da waren und wir uns ein bisschen eingespielt hatten, war ich abends einfach zu müde… Ich glaube, du weißt ja wie das mit Zwillingen und dann auch noch im ersten Jahr ist.
Es gab vor knapp drei Jahren einen Einschnitt in deinem Leben, mit dem du niemals gerechnet hattest…
Oh ja. Und ich würde ja gerne sagen, dass ich den Krebs bei meiner regelmäßigen Selbstuntersuchung jeden Monat getastet habe. Aber die führte ich damals leider noch nicht durch. Denn: Krebs? Ich? Niemals!

Und dann?
Dann habe ich meine Gynäkologin gewechselt und bei der ersten Untersuchung tastete sie auch meine Brüste ab und bat mich dann, mich auf die Liege zu legen… die hatte etwas getastet. Und da war er, der Knoten, dick und schwarz in meiner Brust.
Sie war sich noch nicht sicher, was es genau war… oder sagte das zumindest so. Aber sie schickte mich mit Nachdruck weiter in ein Brustzentrum zur Abklärung.
Wie ging es dir da?
Da wurde mir erst mal ganz anders… aber schnell beruhigte ich mich, dass das bestimmt nur eine Zyste oder etwas anderes Harmloses sei. Denn Krebs? Ich? Niemals!
Und dann war es doch Krebs, Brustkrebs. Welche waren deine ersten Gedanken nach der Diagnose?
Mein erster Gedanke war: „Das kann nicht sein.“ Und mein zweiter war: „Werde ich sterben?“. Das habe ich auch die sehr unempathische Ärztin gefragt, die mir die Diagnose mitgeteilt hat. Ihre Antwort war „Irgendwann werden wir alle sterben, aber ob Sie an diesem Krebs sterben, das kann ich Ihnen nicht sagen“.
Im Prinzip ist an dieser Antwort ja nichts falsch, aber vielleicht auch nicht das, was eine 27-Jährige in dieser Situation hören möchte und auch sollte. Gerade hier hätte ich mir sehr viel mehr Einfühlungsvermögen gewünscht.

Welche Pläne hattest du eigentlich gehabt, als die Krankheit dazwischenkam?
Mein Plan war leben. Ich war seit zwei Jahren mit meinem heutigen Mann zusammen, hatte nach meinem beendeten Journalismusstudium und Volontariat einen Neuanfang gewagt – mit meinem Traumstudium zur Sozialarbeiterin. Die Hälfte hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon hinter mich gebracht.
Außerdem stand der Kinderwunsch definitiv schon im Raum. Zwar noch nicht zu genau diesem Zeitpunkt, aber für die nähere Zukunft.
Hast du dich nach dem Warum gefragt?
Anfangs habe ich mich das definitiv gefragt. Warum? Warum ich? Warum jetzt? Aber die Fragen konnte ich recht schnell hinter mir lassen. Außerdem habe ich bald erfahren, dass ich BRCA1 positiv bin, also eine Genmutation habe, bei der die Trägerinnen im Laufe ihres Lebens zu fast 90 Prozent an Brustkrebs erkranken.
Im ersten Moment ist dies zwar eine niederschmetternde Diagnose, dass ich mir mit Mitte 30 auch die Eierstöcke entfernen muss, aber irgendwie war der Gendefekt auch die Antwort auf das Warum.

Wer oder was gab dir Kraft in dieser Zeit?
Kraft gegeben hat mir definitiv mein heutiger Mann. Er war von Minute eins an meiner Seite, hat mich nie alleine gelassen, war für mich stark, meine Schulter, mein Fels, hat mich getragen als ich nicht mehr konnte und mich ertragen, als ich es selbst kaum noch konnte.
Er hat mir meine Haare abrasiert, nach den OPs meine Hand gehalten, mich zu jeder Chemo gebracht, mich nach sämtlichen Rückschlägen aufgebaut, hat bei den Ärzten die richtigen Fragen gestellt und mir trotz Glatze, fehlenden Wimpern und Augenbrauen und etlichen Kortison-Kilos gesagt, dass ich für ihn die schönste Frau der Welt bin. Ohne ihn hätte ich das alles nicht geschafft.
Weiterhin haben mir meine Freundinnen sehr geholfen. Meine beste Freundin hat mir einen Chemo-Adventskalender gemacht. Nach jeder Chemo durfte ich ein Päckchen öffnen. Darin waren zum Beispiel Badezusätze, Mandala-Malbücher, Fotos von uns oder Bibi & Tina Hörspiele als MP3.
Wie hast du die Chemo vertragen? Wann konntest du zum ersten Mal wieder aufatmen?
Anfangs habe ich die Chemo super vertragen – bis auf die üblichen Wehwehchen. Aber nach der Hälfte bekam ich eine schwere Lungenentzündung als allergische Reaktion auf die Chemo. Und von da an lief es… so richtig bergab.
Was hieß das genau?
Ich musste die Chemo mehrere Wochen unterbrechen, habe sehr viel Kortison nehmen müssen – und dadurch habe ich eine so starke Osteoporose entwickelt, dass mir mehrere Wirbel gebrochen sind. Das waren die schlimmsten Schmerzen meines Lebens.
Ich bin fast jeden Tag mehrmals hingefallen, da mir der Schmerz so in den Rücken gefahren ist, dass ich einfach umgekippt bin. Einmal sogar auf der Straße. Zum Glück konnten Knochenmetastasen ausgeschlossen werden und es war „nur“ Osteoporose.

Wie hat sich der Krebs in dieser Zeit entwickelt?
Als ich wieder mit der Chemo weitermachen sollte, haben wir gemerkt, dass der eine Tumor (bei mir waren beide Brüste befallen) gewachsen statt geschrumpft war. Das war wohl der größte Schock bis dahin. Die Chemo wirkte bei mir nicht – das war eine sehr, sehr, sehr schlechte Diagnose bei triple negativem Brustkrebs.
Also haben wir die Operation vorgezogen, in der die Tumore entfernt wurden und mit einer komplett neuen Chemotherapie von vorne begonnen. Das war wirklich hart, aber ich hatte ein Ziel vor Augen.
Drei Wochen nach meiner letzten Chemo habe ich mir das komplette Brustdrüsengewebe entfernen lassen und mir stattdessen Silikonimplantate einsetzen lassen. Damit wollte ich das Kapitel Krebs bzw. Akuttherapie abschließen. Aber leider sollte es anders kommen.
Oh nein!
Als ich in der Reha war, tastete ich einen kleinen Knubbel an meiner Brust, welchen ich sofort untersuchen ließ. Die Ärztin in der Reha gab Entwarnung, aber ich wollte meine Gynäkologin nach der Reha nochmal schauen lassen. Der Knubbel, den ich tastete, war kein Krebs… allerdings fand meine Gynäkologin eine 3 cm große Lymphknotenmetastase in der Achsel.

Der Krebs war zurück. Und das nur drei Monate nach meinem Chemo-Marathon. Das komplette Staging begann von vorne und wie durch ein Wunder wurden keine weiteren Metastasen gefunden. Daher entschieden meine Ärzte, dass der Tumor in der Achsel vorerst nur operiert und bestrahlt werden sollte.
Eine weitere Chemo wollten sie sich für Metastasen aufheben, mit denen ehrlich gesagt fast jeder zu diesem Zeitpunkt rechnete. Aber auch hier kam es mal wieder anders als gedacht – dieses Mal im positiven Sinne.
Erzähl.
Ich vertrug die Bestrahlung sehr gut und konnte währenddessen sowohl Vorlesungen besuchen, als auch meinem Nebenjob im Kindergarten nachgehen. Ja und heute, fast drei Jahre nach der letzten Bestrahlung sitze ich hier, ohne dass wieder etwas zurückkam. Und langsam, aber auch nur sehr langsam, traue ich mich aufzuatmen.

Nun gab es ja noch einmal einen Einschnitt in dein Leben… diesmal aber einen unglaublich positiven. Erzähl doch mal…
Ja, im Dezember 2017 haben wir eine Nachricht bekommen, mit der mein Mann und ich niemals gerechnet hätten! „Ja, Sie sind schwanger und zwar schon in der zehnten Woche. Hier ist der Herzschlag – bum bum – und hier ist noch einer – bum bum –. Sie bekommen Zwillinge“, sagte man uns in der Arztpraxis.
Hätte ich nicht schon gelegen, ich wäre umgekippt. Ja, mir war übel, ja mir war schwindelig und ja, ich war verdammt müde. Aber ich hatte tausend Begründungen dafür gefunden – zum Beispiel Metastasen – aber im Traum wär mir keine Schwangerschaft eingefallen.

Zumal meine Menstruation nach der Chemo sehr unregelmäßig kam und auch meine Gynäkologin noch drei Wochen zuvor (damals war ich bereits schwanger, aber wir wussten es noch nicht) sagte, dass eine Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt nahezu unmöglich sei.
Am 08. Mai 2018 um 23:48 Uhr bin ich Mutter geworden. Ein neuer Wendepunkt, ein neues „Davor“ und „Danach“, eine neue Aufgabe, ein neuer Sinn. Heute sind unsere beiden kleinen Wunder bereits 16 Monate alt und halten uns ordentlich auf Trab.
Was für eine Wendung! Wenn deine letzten fünf Jahre ein Film wären, wie würde er heißen?
Puh, das ist eine gute Frage … ich sage manchmal, mein Leben ist wie eine Soap Opera, aber das, was ich erlebt habe, kann sich eigentlich keiner ausdenken. Es gab so viele Höhen und Tiefen und wieder Höhen.
Ich glaube, der Film sollte einen eher lustigen Titel haben. Vielleicht sowas wie „Fertig ist besser als perfekt“ oder vielleicht etwas Schönes wie „Wunder geschehn‘, ich hab’s gesehn‘“. Aber auf jeden Fall hat mein Film ein Happy End.
               
Erst Brustkrebs, dann Zwillinge: Katharinas Höhen und Tiefen - mit Happy End | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/erst-ein-kind-und-dann-zwillinge-wie-kann-man-sich-vorbereiten-leserfrage
         Ihr Lieben, meine Freundin und ich haben eine dreijährige Tochter und nun erwarten wir Zwillinge!
 
Wir möchten uns gerne so gut wie möglich darauf vorbereiten, aber außer Eurem Blog habe ich wenig Verwertbares im Internet gefunden. Spannend fände ich Bücher über die Vorbereitung des Paares auf die Zwillinge und wie man die Erstgeborene frühzeitig einbindet und sicherstellt, dass sie nicht untergeht. Auch Blogs wären hilfreich.
 
Habt ihr Tipps, was Euch und Euren Leserinnen geholfen hat und interessant war?
 
Vielen Dank für Eure Unterstützung!
 
Zum Weiterlesen:
 
Ein Kind und dann Zwillinge – wird das irgendwann besser?
 
Wie wir unsere Zwillinge einmal trennten und sie sich vermissten
 
Eineiige Zwillinge – mit welchen Tricks sie uns später einmal veräppeln werden
 
 
 
               
Erst ein Kind und dann Zwillinge - wie kann man sich vorbereiten? Leserfrage | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/erzieherin-basteln-zum-muttertag-geht-das-auch-wenn-ein-kind-seine-mama-verloren-hat
       
Ihr Lieben, in unseren Elternfragen stellen wir immer wieder Themen zur Diskussion, um möglicht viel Input von unseren Leserinnen zu bekommen. Austausch ist schließlich wichtig und gut. Diesmal haben wir aber auch eine Expertin zur Beantwortung der Frage hinzugezogen, weil sich mit Sicherheit viele LeherInnen und ErzieherInnen fragen, wie sie mit dieser Situation einfühlsam umgehen können. Erst schreibt unsere Leserin. Dann die Expertin. Los geht´s:



Muttertag: Eigentlich basteln wir immer für die Mamas



„Ich bin Erzieherin in einer Grundschule und betreue eine Gruppe 7- bis 8-jähriger Kinder. Ich hoffe einfach, dass wir bald wieder normal arbeiten dürfen und stehe dann vor einem Problem: dem Muttertag.



Normalerweise basteln wir da alle zusammen, ich mache das seit Jahren mit meinen Gruppen und habe auch viele Idee. Die meisten Eltern, bei denen ich schon Geschwisterkinder betreut habe, wissen, dass es von mir immer etwas Nettes gibt.



Die Mama ist tot: Kann ihr Kind trotzdem etwas basteln?



Aber nun haben wir ein Kind in der Gruppe, welches seine Mama verloren hat. Das Kind kommt damit scheinbar gut klar, es redet offen darüber und wirkt so, als wäre ein guter Teil der Trauerarbeit schon bewältigt. 



Aber was mache ich denn nun? Wenn ich nichts basteln lasse, fragen viele andere Eltern. Zudem werden die Kinder mitbekommen, dass andere Gruppen basteln werden.



Hat jemand Ideen, wie ich das regeln kann, ohne Tränen auszulösen? Soll ich den Papa mal ansprechen? Letztes Jahr wäre mein erstes Jahr mit diesem Kind gewesen, aufgrund des Lockdowns stellte sich die Frage da aber nicht.



Tipps von der Trauerbegleiterin



In diesem Fall haben wir mal eine Expertin um Antwort auf diese Leserinnenfrage gebeten. Das hat nun Mechthild Schroeter-Rupieper vom Lavia Institut für Familien Trauerbegleitung empfohlen:



Das ist eine gute Frage, die sich immer wieder stellt. Ich würde das Kind auf jeden Fall auch etwas basteln lassen, denn es hat ja eine Mama, auch wenn die woanders ist. Ich würde das Kind fragen, wo es die Bastelei hintun kann.



Jedes Kind hat eine Mama, auch wenn die vielleicht woanders ist



Und wenn die Kinder ein Bild malen, dann darf dieses Kind es einlaminieren, weil das Bild ja auf den Friedhof kommt – und wenn der Friedhof zu weit weg ist oder es ein Friedwald ist oder es eine Seebestattung war, so dass man nichts hingeben kann, dann kann es ein Bild sein, das man ins Fenster hängt, damit die Mama es vom Himmel aus sehen kann.



Also: Lasst auf jeden Fall das Kind mitmachen! Denn das Kind hat ja auch eine Mama – wie alle anderen. Nur eben an einem anderen Ort!



Was würden wir bei einer Mama machen, die vielleicht grad in Kur ist? Oder bei Scheidungseltern, wenn sie woanders wohnt und nicht immer in der Nähe ist? Es ist die Mama, es bleibt die Mama, deswegen darf sie auch etwas zum Muttertag bekommen.



Macht doch aus dem Muttertag auch einen Dankeschöntag



Und wenn es ein Gedicht gibt, das auswendig gelernt wird, dann kann das Kind zum Friedhof gehen und es aufsagen. Oder es darf das Gedicht in der Klasse aufsagen und dabei wird das Fenster aufgemacht damit die Sprache rausgehen kann – hier geht es einfach drum, diese Verbindung zu schaffen.



Auch die Mama von der Mama, also die Oma, hört es sich vielleicht gern an. Oder das Kind darf sogar ein zweites Geschenk machen, wenn die Oma zum Beispiel eine Art Mutter-Eersatz ist – oder vielleicht dürfen ja sogar alle Kinder noch ein Zweitgeschenk machen und allen Leuten, die ihnen noch so guttun, auch etwas schenken. Dann wird es ein Mutter- und Dankeschöntag <3
               
Basteln zum Muttertag – auch wenn ein Kind seine Mama verloren hat?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-ist-liebe-vier-leserinnen-oeffnen-uns-ihr-herz
        Ihr Lieben, weil wir in letzter Zeit einige schwer verdauliche Themen hatten, gibt´s heute mal was fürs Herz. Drei Leserinnen haben uns Liebesgeschichten aufgeschrieben. Hach, lesen und einfach mitfreuen. 
 
Annette: 
Ich lernte meinen Mann kennen, als ich mir gerade sicher war, dass ich die Scheidung von meinem Exmann einreichen werde. Er, 10 Jahre älter, suuuuuper sympathisch und unglaublich höflich und lustig. Wir kannten uns schon viele Jahre vorher, haben uns immer mal wieder auf Feiern gesehen, aber nie wahrgenommen.
 
Dieser Abend, es war ein Freitag im Dezember, wir sind mit gemeinsamen Freunden auf den Weihnachtsmarkt gegangen -und es war wirklich magisch. Denn eigentlich hatte ich gar keine Lust auf Ausgehen. Ich war schließlich mitten in einer Trennung und das letzte, was ich wollte, war eine neue Beziehung. 
 
Doch dann sah ich ihn und es war sofort ein Draht da. Immer wieder trafen sich unsere Blicke, es war um mich geschehen. 
 
Die anderen gingen danach noch was trinken, ich musste aber nach Hause zu meinem Kind. Also ging ich früher, fand ihn aber auf Facebook und wir schrieben das ganze Wochenende. Am Sonntag telefonierten wir über zwei Stunden. Es hatte sich schon so eine Sehnsucht entwickelt, als wären wir schon eeeeewig zusammen.
 
Am Dienstag Abend ganz spontan kam er um 22.00 Uhr zu mir.  Seit diesem Tag waren wir nicht mehr getrennt. 
 
Ja, das ging alles sehr schnell…Mittlerweile sind wir  3 Jahre verheiratet, haben einen gemeinsamen Sohn und diese wundervolle Tochter aus meiner ersten Ehe. Leider hab es einige Rückschläge. Bei meiner Tochter wurde Mukoviszidose festgetsllt, kurz danach bekam ich eine Krebsdiagnose. All das schweißet uns zusammen und machte unsere Liebe stark. Momentan geht es uns beiden gut, ich bin krebsfrei, die Große ist auch ziemlich fit. Mein Mann ist in der ganzen Zeit mein Fels. Er liebt uns alle so sehr und dafür danke ich ihm unendlich.
 
Marion:
Ich hatte nie besonders viel Selbstbewusstsein, dachte immer: "Wer will mich schon?" Überbleibsel einer unschönen Kindheit….
Dann kam ER und sagte, er fände mich toll. Und schön. Und sexy. Und lustig. Und clever. Ich lachte ihn aus. Er konnte unmöglich mich meinen. 
 
Aber er blieb dran, war geduldig und hörte mir zu. 
Und dann ließ ich zu, glaubte daran, dass ich liebenswert bin und öffnete mein Herz. Heute haben wir zwei tolle Kinder. Und er sagt mir immer noch, dass ich schön bin. Und sexy und clever. Ich glaube, das muss echte Liebe sein….
 
Ute: 
"Ich lass Dich nicht allein, Bärchen."  Das hast Du mir gesagt, als ich Angst vor der Führerscheinprüfung hatte. Und Du hast tatsächlich die ganze Zeit auf dem Parkplatz gestanden und auf mich gewartet. Ich bin durchgefallen und Du hast mich getrötstet. 
 
"Ich lass Dich nicht allein, Bärchen."  Das habe ich Dir gesagt, als Du vor zwei Jahren Deinen Job verloren hast. Und ich habe tatsächlich all die Zeit mit Dir gehofft und gekämpft. Das waren zwei harte Jahre, manchmal habe ich gedacht, wir packen das nicht. 
 
Aber so ist das Leben. Es gibt nicht nur sonnige Tage. Da muss man durch, das hilft nichts. Und wir sind durch. Hand in Hand. Weil wir uns lieben.
Bärchen, wir schaffen alles. Das verspreche ich Dir. 
 
Alva: 
Frisch verliebt? Oh ja, das bin ich! Verliebt in das Leben. Verliebt in die Liebe. Ich bin über beide Ohren frisch in meinen 6-jährigen verliebt. Das war nicht immer so. Vor noch knapp einem Jahr habe ich nicht einmal gewagt, daran zu glauben, dass ich jemals nochmal Liebe, Freude oder Glück empfinden darf. Dunkle Jahre liegen hinter mir, in denen ich weder mein Leben, noch meine Familie, noch meine Freunde geschätzt habe oder gerne um mich hatte.
Ich wollte allein sein, die Wohnung nicht verlassen und weiter am Küchentisch sitzen und weinen, ohne zu wissen warum ich überhaupt weine. Eine dunkle Zeit, die ich niemandem wünsche. Ich hatte Depressionen.
 
Doch ich habe es aus dem Loch geschafft und schätze die kleinsten Dinge. Was früher undenkbar, aber immer von mir gewünscht war: Es ist ein schönes Gefühl, sich endlich wieder über das Lachen des eigenen Kindes zu freuen, das Gefühl der Zufriedenheit, wenn der Kurze morgens ins Schlafzimmer kommt und einen guten Morgen Knutscher verteilt.
Und dann mein wunderbarer zukünftiger Ehemann, der mich in der schweren Zeit nicht alleine gelassen hat, meinen Sohn als seinen eigenen angenommen hat und alle Hürden mit uns überwunden hat.  Der meine kleine Familie aufgefangen hat, als sie am Ende war und – als ob das nicht alles schon genug Liebesbeweis wäre – möchte er mir dieses Jahr noch das Versprechen für die Ewigkeit geben.
 
Ich genieße endlich wieder mein Leben, ich spiele mit meinem Kind (Undenkbar bis vor einigen Monaten), ich danke für mein Leben und die Liebe, die ich erfahren durfte, als ich sie am nötigsten gebraucht habe. Ich werde jetzt schon sentimental, wenn ich daran denke, dass sich mein Lebenspartner ganz für uns als Familie opfert und mit "unserem" Sohn gemeinsam am Altar auf mich wartet. Er heiratet eine Familie, die durch schwere Zeiten erschüttert wurde und er hat es gekittet. Er hat meinem Jungen den Halt gegeben, den er brauchte, als ich mich nicht mehr als Mutter fühlte.
Ich habe es aus dem Loch geschafft und danke meinem starken Willen und vor allem meiner Familie, die mir in den dunkelsten Momenten so viel Liebe gab. Ich bin frisch verliebt. In alles was kommt.
 
 
 
 
               
Es ist Liebe - vier Leserinnen öffnen uns ihr Herz | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-ist-wieder-erkaeltungszeit-was-uns-mamas-und-den-kids-nun-wirklich-hilft
        Null bis vier Grad, dichte Wolken, leichter bis mittelstarker Sprühregen – Willkommen im Berliner Winter. Dieses Wetter begleitet uns nun schon seit Wochen, genau wie die Abwesenheit der Sonne.
Seit Oktober trage ich nun Schal und Mütze, ich friere eigentlich nonstop und mein Verbrauch an frischem Ingwer ist rekordverdächtig.
 Ich weiß, dass andere Eltern den Herbst und Winter lieben. Sie erzählen dann vom Blättersammeln, von langen Spaziergängen und betonen, es gäbe kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung.
 Wenn ich an diese Jahreszeit denke, sehe ich die Kinder und mich dauererkältet – weshalb ich definitiv die wärmeren Temperaturen bevorzuge.
 Meine Kinder gehen in die Schule, in den Kindergarten und zur Tagesmutter – eine größere Bandbreite an Virenherden gibt es wohl kaum.
 Es gab schon Wochen, in denen wir Krankheits-Domino spielten – einer nach dem anderen fiel um. Und alle berufstätigen Eltern wissen, was das dann bedeutet.
Früher habe ich mich oft über den Tag „gedopt“, also einfach Erklärungsmedikamente genommen, um den Tag zu schaffen. Das ging auch ein paar Tage gut – doch dann hat es mich meist nur komplett umgehauen.
Seit ich Kinder habe, achte ich viel mehr auf meine Gesundheit – und natürlich auch sehr auf die der Kinder. Mein Gefühl sagt mir, dass regelmäßiges Joggen, viel warmer (Ingwer-)Tee, Gemüse und Obst mein Immunsystem stärken. Und wenn uns doch mal etwas erwischt, möchte ich die Kinder und mich so lange wie möglich mit sanften Methoden behandeln. Dazu gehört viel trinken, Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen, Kartoffelwickel gegen Husten, Inhalieren, viel Schlaf.
Nun haben wir in den letzten Wochen Breathox ausprobiert, den ich Euch hier vorstellen möchte: Breathox ist ein Salzinhalator, der ausschließlich mikronisierte Salzkristalle verwendet und somit ein Naturprodukt ist. Dass die Inhalation von Salzkristallen bei Atemwegsbeschwerden helfen können, ist bekannt. Breathox ist allerdings der einzige Inhalator mit extrem fein gemahlenen Kristallen, die ganz tief in die unteren Atemwege gelangen. Das verwendete Salz wird in Dänemark unter dem Mariager Fjord abgebaut und ist frei von pharmazeutischen Wirkstoffen oder chemischen Zusatzstoffen. Deshalb können ihn auch schon Kinder ab fünf Jahren benutzen.
Die Anwendung ist kinderleicht. Man muss das Gerät senkrecht halten, die obere Hälfte ganz nach oben drücken, um die Einzeldosis freizusetzen. Dann nimmt man den Inhalator in den Mund und atmet tief ein. Zur Ausatmung nimmt man den Breathtox natürlich aus dem Mund. Empfohlen werden Anfangs fünf Einzeldosen vier Mal täglich.
 Meine achtjährige Tochter ist besonders anfällig für Bronchitis und ihr nächtliches Husten raubt ihr oft den Schlaf. Deshalb haben wir den Salzinhalator zusammen getestet. Wie schon beschrieben, ist die Anwendung selbst für ein Kind kein Problem. Ich bin kein riesen Fan von „Salz-Geschmack“, aber die Einzeldosen waren- auch für meine Tochter – absolut erträglich. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass die Salzkristalle tief in die Atemwege gehen und nicht nur an der Oberfläche bleiben.Fazit: Mir gefällt am besten, dass ich genau weiß, was in dem Produkt steckt – nämlich nur Salz – und dass es sofort anwendbar ist – ohne dass ich das Gerät erst aufladen oder eine komplizierte Anwendungsbeschreibung lesen müsste. Der Breathox ist sicher ein gutes Mittel für all die, unter Asthma, Heuschnupfen, Bronchitis oder einfach einer Erkältung leiden. Die Salzpartikel entziehen nämlich dem Gewebe in den Atemwegen die Flüssigkeit, die Schleimhäute beruhigen sich und der Schleim löst sich leichter (und damit auch die Pollen oder der Staub, den man so einatmet).
Wer also den Breathox testen möchte, kann nun hier eins von drei Testpaketen gewinnen. Erzählt uns einfach, warum ausgerechnet Ihr den Inhalator braucht – das Los entscheidet dann. Viel Glück und gute Besserung Schniefnasen da draußen.
               
Es ist wieder Erkältungszeit! Was uns Mamas und den Kids nun wirklich hilft | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-muss-ja-nicht-weit-weg-sein-nachhaltig-mit-der-familie-verreisen
       
Liebe Kerstin, mit Hofbauer Familienreisen leitest du ein Familienunternehmen, das auch stark von der Coronakrise betroffen ist. Viele möchten gerade nicht nur aus Nachhaltigkeits- sondern auch aus Gesundheitsgründen auf Flugreisen verzichten: Welche schönen Reiseziele gibt es denn für Familien innerhalb von Deutschland? Hast du da gute Empfehlungen?



Wir wohnen in München und haben ja somit die Berge vor der Tür. Mein Tipp in Süddeutschland ist auf jeden Fall der Bayerische Wald. Dort gibt dort viele tolle Kinder- und Familienhotels und schöne Bauernhöfe. Dazu findet man eine Vielzahl von familienfreundlichen Ausflugszielen. Es wird also nie langweilig. Aber natürlich sind die Nord- und Ostsee speziell im Sommer weiterhin die Spitzenreiter in Deutschland. Aber es gibt auch Regionen, die man vielleicht noch nicht so kennt, z.B. die Mittelgebirge wie die Rhön oder das Sauerland. Auch die Reiseveranstalter haben diesen Trend natürlich erkannt. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass es spezielle Familien-Rad-Reisen unter anderem entlang der Mosel oder Donau gibt? Das ist dann natürlich ein 100% nachhaltiger Familienurlaub! Wir selbst waren gerade eine Woche auf einem Bauernhof im Allgäu. 



Worauf sollten wir zu Reisebeginn achten? Was muss unbedingt mit in den Koffer und welche Notfalladressen brauch ich vor Ort?



Das kommt natürlich ganz auf das Reiseziel an. Innerhalb Deutschlands muss man gar nicht viel mitnehmen, man bekommt ja alles, was man braucht z.B. Windeln auch im Supermarkt vor Ort. Viele Hotels bieten dazu eine so umfassende Ausstattung für Kinder, dass das meiste zuhause bleiben kann. Bewährt hat sich aber z.B. in südlichen Ländern und im Hochsommer generell eine Abdunkelung für die Schlafzimmer im Hotel oder im Ferienhaus. Hier kann man z.B. ganz einfach eine Rolle Alufolie und Tesafilm mitnehmen und bekommt damit das Zimmer gut abgedunkelt. Da aus eigener Erfahrung nicht alle Unterkünfte über einen Rausfallschutz für normal große Betten verfügen, empfiehlt es sich meist, den eigenen mitzunehmen. Es gibt hier Modelle, die man recht klein zusammenklappen kann und die dann unten in einen großen Koffer gehen. Auch macht es durchaus Sinn, sich vorab im Internet zu informieren, wo vor Ort das nächste Krankenhaus oder ein Kinderarzt ist. Eine gute Reiseapotheke und ausreichend Sonnenschutz sollte man natürlich auch immer dabei haben.



Nicht nur durch ein wachsendes Klimaschutz-Interesse, sondern auch durch Corona hat sich doch mit Sicherheit viel in deinem Alltag als Reiseberaterin verändert, oder?



Das Thema ist natürlich für mich als Mama aber auch als selbständige Reiseberaterin für Familienurlaub absolut präsent. Ich merke, dass viele Familien wieder mehr den Wunsch haben im näheren Umfeld zu „urlauben“. Ich bekomme z.B. viele Anfragen für Italien, Kroatien, aber auch Holland oder Österreich. Also Ziele, die man mit dem eigenen PKW erreichen kann. Das hat sich in den letzten Wochen durch die Corona Krise natürlich nochmal verstärkt. Man sollte aber nicht so weit gehen und Flugreisen pauschal verteufeln. Da bin ich ganz ehrlich. Und mit der Bahn reisen bislang tatsächlich nur sehr wenige Familien in den Urlaub, was sicherlich mit der Gepäckproblematik und der fehlenden Mobilität vor Ort zu tun hat.



Nochmal generell zu dir als Expertin für Familienreisen. Was sollten wir – auch fernab von Coronazeiten – für Dinge beachten?



Am wichtigsten ist es sich schon bei der Planung des Urlaubs genau zu überlegen, was man für Erwartungen und Wünsche hat. Und das ist manchmal in der Tat nicht einfach, z.B. wenn Papa gerne mal wieder Tauchen würde, die Kinder ohne Aussicht auf Wasserrutschen gar nicht erst mitfahren wollen und Mama am liebsten einfach nur ihre Ruhe möchte. Da heißt es dann zu überlegen und zu sondieren, wie und wo man welche Wünsche am besten vereinbaren kann. Also Art des Urlaubs und das Reiseziel sollte genau überlegt sein. So hat man eine gute Chance, dass die Ferien auch das werden, was sie sein sollen, nämlich die schönste Familienzeit des Jahres!“



Nun sagen ja einige: Wieso sollten wir mit Kind reisen, das ist ja nur eine „Verlagerung des Arbeitsplatzes unter erschwerten Bedingungen“. Warum hältst du es trotzdem für eine gute Idee, mit Kindern zu verreisen.



Eine absolut gute Idee, ja, denn „Die Welt ist schön, schau sie dir an“! Nur wer die Welt mit Ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit auch gesehen hat, weiß doch was es zu schützen gilt. Dazu werden aus Kindern die fremde Länder, Kulturen und Religionen sehr früh kennen- und schätzen gelernt haben, ganz automatisch weltoffene und tolerante Menschen. Davon bin ich ganz fest überzeugt und hoffe, dass das auch bald wieder möglich ist.  




               
Urlaub: Nachhaltig verreisen mit der ganzen Familie
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-sind-drillinge-wie-es-ist-auf-einen-schlag-dreifache-mama-zu-sein
       
Liebe Christina, Du bist im Sommer 2019 Mama von Drillingen geworden. Erzählst du uns ein bisschen von dieser Schwangerschaft?



Mein Mann und ich haben uns Kinder gewünscht, wir wussten aber von Freunden, dass es einige Zeit dauern kann, bis es klappt. Wir hatten unser Traumhaus gefunden, ich hatte einen festen Job als Lehrerin – worauf sollten wir also noch warten?



Viel schneller als erwartet hat es dann geklappt. Eine Freundin, die ich sehr früh eingeweiht habe, sagte noch aus Spaß am Tag des ersten Frauenarzt-Termins: „Stell dir vor, es werden Zwillinge.“ Wir haben beide gelacht und sie schob nach: „Oder Drillinge!“



Die Schwangerschaft an sich war komplett problemlos. Mein FA hat von Anfang an gesagt, dass es das Ziel ist, die 30.SSW zu schaffen und das habe ich problemlos geschafft. Ich selbst hätte gerne auch noch länger ausgetragen, aber die Drei waren groß genug, sodass eher die Gefahr bestanden hätte, dass sie sich gegenseitig die Nabelschnüre abdrücken.



Das Einzige, was die Schwangerschaft getrübt hat, war natürlich die Angst. Mit drei Kindern schwanger zu sein, heißt nicht automatisch auch drei Kinder zur Welt zu bringen, geschweige denn, drei Kinder aus dem Krankenhaus mit nach Hause zu nehmen. Aber zum Glück ist alles gut gegangen!



Zurück zu dem Moment, als der Frauenarzt sagt: Es sind Drillinge! Was hast du da gedacht und gefühlt? Und wie hat dein Mann reagiert?



Es war wunderbar, dass der Frauenarzt beim Ultraschall sofort Herzaktivität gesehen hat. Dann war er kurz still und sagte: „Nochmal herzlichen Glückwunsch, ich sehe da noch einen Herzschlag.“ Ich war baff, habe mich aber gefreut. Nach einer Pause sagte er. „Und nochmal Glückwunsch, da ist NOCH ein Herzschlag.“ Da war ich natürlich komplett sprachlos.



Als ich nach Hause kam, hat er direkt an meinem Gesicht gesehen, dass „etwas nicht stimmt“ und fragte nur: „Zwillinge?“ Als ich sagte: „Nein, Drillinge“, hat er natürlich gedacht, ich veräppel ihn. Als die Neuigkeiten dann wirklich ankam, war die Freude riesig, aber es hat sich auch ganz surreal angefühlt.



Wie waren die Reaktionen von Freunden und Familie?



Die meisten haben erstmal gelacht oder wollten es nicht glauben. Meine Schwiegermutter ist aus dem Lachen gar nicht mehr rausgekommen. 



Denk mal zurück an die ersten Monate mit den Babys. Was war das Schwerste? Habt Ihr überhaupt noch geschlafen?



Das Schlimmste für mich war, die Kinder im Krankenhaus zu lassen, als ich entlassen worden bin. Ich habe zwar überlegt, im KH zu bleiben, aber alle Ärzte und Hebammen haben mir davon abgeraten und gesagt, wir sollen nach Hause, damit vor allem ich mich noch erholen kann nach dem Kaiserschnitt. Im Nachhinein war das die beste Entscheidung, auch wenn bei mir immer die Tränen flossen, wenn wir nach Hause gegangen sind.



Als Helena, Johanna und Till dann endlich zu Hause waren, lief es eigentlich direkt sehr gut. Mein Mann und ich sind gemeinsam nachts aufgestanden, um das Fläschchen zu geben. Da waren wir schnell ein eingespieltes Team. Mein Mann hat kurz vor der Geburt seinen ganzen Resturlaub genommen und ist danach direkt in Elternzeit gegangen.



Wann bist du wieder zurück in deinen Job?



Ich hatte nach der Geburt fünf Monate Mutterschutz und bin danach wieder arbeiten gegangen. Das war die erste richtige Belastung für uns.



Ich war den halben Tag aus dem Haus und mein Mann alleine mit den Dreien. Genauso anstrengend war es, dass ich nachts immer mit aufgestanden bin und dann um 6 Uhr der Wecker klingelte. Besonders anstrengend war dann der Dezember für uns, da ich dann auch noch Prüfungen machen musste für die Verbeamtung auf Lebenszeit. Im Nachhinein weiß ich nicht mehr, wie ich diese Prüfungen geschafft habe.



Was hat Euch damals geholfen?



Mein Mann und ich haben in der Schwangerschaft eine Sendung gesehen („Wir sind Mehrlinge!“), dort wurde über eine Familie mit Fünflingen berichtet. Diese Familie wurde von Stern TV begleitet, sie heißen „Beutelsbacher“. Immer wenn uns in der Nacht beim Füttern die Augen zufielen oder das Bäuerchen einfach nicht kam, haben wir gesagt: „Stell dir vor, die Beutelsbacher mussten jetzt noch zwei füttern.“ Eigentlich haben wir immer viel gelacht und haben auch jetzt immer noch Freude daran, dass wir das Glück haben, drei gesunde Kinder zu haben.



Was ist das absolut beste an Drillingen?



Alles ist eigentlich toll. Mittlerweile sind Helena, Johanna und Till 1 ½ Jahre alt und spielen gelegentlich auch schon ganz ruhig miteinander. Aber im Endeffekt ist immer was los und das ist toll. Mit Drillingen zuhause ist es selten, dass Freunde einen länger besuchen oder so.



Und wenn man dann abends auf der Couch sitzt, ist man auch froh einfach mal zu zweit zu sein. Ich glaube, dass wir bestimmt seit einem Jahr abends keinen Fernseher anhatten und uns was angeschaut haben. 



Wie habt ihr das letzte Jahr mit Corona und den Kindern gemeistert?



Als es im Februar losging mit den Coronameldungen war das für uns erstmal sehr schweierig. Als Lehrerin sehe ich jeden Tag hunderte Menschen und bin auch in engem Kontakt mit ihnen. Im Endeffekt ist man jeden Tag mit Angst zur Schule gefahren. Als sich die Lage dann zugespitzt hat und der erste Lockdown kam, war ich sehr beruhigt, dass ich nicht mehr in die Schule musste.



Meine Schule hat zum Glück von Anfang an ein gutes Online-Konzept gehabt, sodass ich vormittags ganz normal unterrichtet habe. Für uns war der erste Lockdown ein Segen. Die Kinder haben damals noch zweimal Mittagsschlaf gemacht und sind dafür am liebsten im Kinderwagen rumkutschiert worden. Das konnten wir dann gemeinsam machen. Mein Mann wäre total aufgeschmissen gewesen, wenn wir das nicht gemeinsam hätten machen können. Wie hätte er das mit drei Kindern machen sollen? 



Im Laufe des Jahres hat man dann ja gelernt mit Corona zu leben. Im November 2020 habe ich dann nachmittags einen Anruf bekommen, dass ich in Quarantäne muss, da eine Kollegin positiv getestet wurde. Ich bin daraufhin auch zum Test und hatte eine paar Tage später auch das positive Ergebnis. Das war natürlich ein Moment, vor dem wir uns das ganze Jahr über gefürchtet hatte. Was passiert, wenn einer von uns Corona bekommt und es dann noch ein schlechter Verlauf ist? Und noch schlimmer, was passiert, wenn wir eines der Kinder anstecken? 



Was für ein Schreck….



Auch hier hatten wir eigentlich wieder Glück. Wir haben so weitergemacht wie zuvor auch. Ich hatte zum Glück keinerlei Symptome. Ich habe online weiter unterrichtet und mich auch weiter um die Kinder gekümmert. Es wäre gar nicht möglich gewesen, dass ich mich isoliere. Es gibt niemanden, der uns mit den Kinder hätte helfen können, sodass uns klar gewesen ist, dass wir da einfach durchmüssen. Wir sind heilfroh, dass alles gut gegangen ist. Keines der Kinder hat Symptome gezeigt.



Was wünscht du dir für 2021? 



In der kommenden Woche wird endlich unser Garten fertig gemacht, sodass wir dann mit den Kindern wieder mehr raus können. Natürlich wünsche ich mir, dass die Kinder und wir gesund bleiben. Für den Alltag wünsche ich mir, dass wir einfach mehr mit den Kindern unternehmen können. Sie werden im Juli zwei Jahre und ich freue mich darauf, endlich mal mit ihnen schwimmen zu gehen.
               
Es sind Drillinge! Wie es ist, auf einen Schlag dreifache Mama zu sein
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/essstoerung-fuer-meine-kinder-will-ich-die-krankheit-besiegen
       
Liebe Nina, du hast viele Jahre lang eine schwere Essstörung gehabt. Wann trat sie erstmals auf und wie lange und wie hat sie sich im Laufe der Jahre entwickelt? 



Die Essstörung hat sich ganz langsam eingeschlichen. Ich war etwa 12, als ich am Knie operiert wurde. Eine Arzthelferin hat sich meinen ausgefüllten Fragebogen angeschaut, auf dem auch mein Gewicht notiert war und hat in etwa gesagt „Du siehst gar nicht so aus, als würdest du so viel wiegen“. Damals wog ich ca 40 kg, leider weiß ich meine Größe nicht mehr. Dieser Satz war sicher nicht negativ gemeint, aber ab da bekam Gewicht für mich eine andere Rolle. Familiär war es oft schwierig. Meine Eltern sind geschieden, meine Mutter hatte/hat ein Alkoholproblem und ihr zweiter Mann war sehr aggressiv. Es gab einige unschöne Erlebnisse und so führte eins zum andern. 



Wie hat diese Essstörung Dein Leben geprägt?



Phasenweise sehr unterschiedlich. Es gab Zeiten, in denen ich neben Bulimie mit magersüchtigen Tendenzen auch in eine Sportsucht gefallen bin. Das war vor allem in der Oberstufe der Fall. Ich bin um 6:00 Uhr ins Fitnessstudio oder Schwimmbad, damit ich schon vor Schulbeginn ein besseres Gefühl hatte. In Freistunden und nach der Schule das Gleiche. Freundschaften haben natürlich darunter gelitten.



Ich hatte nicht mehr viel Zeit für anderes als Essen, Kotzen, Sport.. und wenn ich Phasen hatte, in denen ich fast nichts gegessen habe, war ich schlecht gelaunt. Oder wenn die Waage nicht das angezeigt hat, was ich mir gewünscht hätte. Ich denke es war für viele eine schwere und anstrengende Zeit. Mit 19 habe ich eine Therapie begonnen, damit wurde es langsam besser.



Wie war das Verhältnis zu Deiner Familie?



Mit meinem Vater habe ich grundsätzlich ein sehr gutes Verhältnis. Allerdings vertritt er die Meinung, dass Therapeuten selbst einen Therapeuten brauchen und man sich nur selbst helfen kann. Unterstützung war also nicht vorhanden. Auch Verständnis hat gefehlt. Ich glaube. es ist bis heute so, dass er denkt „ich hätte ja nur normal Essen müssen“.



Mit meiner Mutter habe ich mich nach Außen hin auch gut verstanden. In mir drin habe ich ihr aber für vieles Vorwürfe gemacht. Ihr gegenüber konnte ich sie allerdings nie äußern. Sie ist sehr depressiv und neigt zu suzidalen Gedanken. Ich hatte immer Angst, dass es meine Schuld wäre, wenn sie sich irgendwann etwas antut.



Dann bist du schwanger geworden. Ein Zeitpunkt für dich, um umzudenken…



Die Schwangerschaft kam ziemlich unerwartet. Aber ich habe mich von Anfang an gefreut. Zu der Zeit war ich mitten im Studium und in Prüfungsphasen wieder ganz tief in der Bulimie. Aber mit dem positiven Test habe ich mir geschworen, dass ich nicht mehr erbreche. Schließlich war ich plötzlich nicht mehr nur für mich verantwortlich, sondern auch für ein kleines Wesen (das mittlerweile schon 6 ist und einen 3-jährigen Bruder hat).



Mir war zu Beginn oft schlecht. Manchmal hätte ich mich gerne übergeben. Aber der Wunsch meinem Baby alle wichtigen Nährstoffe zu geben war größer. Ich war bei einer Ernährungsberatung, weil ich selbst keinerlei Gefühl für Menge und Ausgewogenheit hatte. Mein Gewicht war zu der Zeit relativ normal (54 kg/168cm). Bei Bulimie ist das aber nicht ungewöhnlich. Die Gewichtszunahme war anfangs nicht so leicht für mich. Ich habe meine Waage von zuhause verbannt und mich nur noch bei den Vorsorgeuntersuchungen gewogen. Dort hat man ja Kleidung an und ich kannte nie mein genaues Gewicht. Das war auch gut so. 



Das muss alles sehr schwer gewesen sein…



Ich habe mir einfach immer wieder vor Augen geführt, für wen ich das mache. Wenn ich kurz davor war rückfällig zu werden, habe ich mir die Ultraschallbilder angeschaut und wusste sofort wieder, dass es sich lohnt stark zu bleiben. Ich war aber auch die komplette Schwangerschaft in therapeutischer Behandlung. Anfangs sogar 2x pro Woche, gegen Ende nur noch alle zwei Wochen. Meine Therapeutin hat mir wahnsinnig viel Halt gegeben. Sie war auch Ärztin (zwar keine Frauenärztin) und konnte mir auch aus medizinischer Sicht gut erklären, warum es so wichtig ist durchzuhalten. 



Wie hast du dann die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft erlebt?



Schlimm war für mich vor allem die Zeit, in der man gesehen hat, dass ich zugenommen habe, aber noch nicht erkennen konnte, dass es ein Schwangerschaftsbauch ist. Aber auch diese Zeit habe ich überstanden. Als es dann langsam eine Kugel wurde, mochte ich meinen Bauch sehr gerne. Hätte ich nie für möglich gehalten.



Wie ging es dir nach der Entbindung?



Nach der Geburt war ich erstmal mächtig stolz auf meinen kleinen Sohn. Mit mir kam ich die ersten Tage auch gut klar. Nach einem Besuch meiner Mutter (und dem Satz: „Also ich hatte zwei Wochen nach der Schwangerschaft nicht mehr so einen Bauch“) hat sich das geändert. Das gute Gefühl war nicht mehr so präsent. Das Stillen hat bei mir leider auch gar nicht geklappt (ich hatte mit 17 eine Brustverkleinerung und dabei sind wohl zu viele Milchkanäle gekappt worden), was mich auch sehr zurückgeworfen hat. Ich hatte das Gefühl total zu versagen. Alle können ihr Baby ernähren, nur ich/mein Körper schafft das nicht.



Aber dank einer wunderbaren Hebamme habe ich es geschafft, die Situation zu akzeptieren und auch ein bisschen anzunehmen. Obwohl das Körpergefühl nicht mehr ganz so gut war, konnte ich mich mit der Zeit wieder mit ihm anfreunden. Rückwirkend kann ich gar nicht mehr genau sagen, wie ich es dazu kam. Gestärkt hat mich auf jeden Fall mein Mann (der immer hinter mir steht) und natürlich mein Zwerg, der mir immer wieder ein Lachen ins Gesicht gezaubert hat.



Doch dann hattest Du einen Rückfall….



Als ich wieder schwanger wurde, fielen mir die körperlichen Veränderungen deutlich leichter. Auch nach der Geburt hatte ich ein besseres Gefühl meinem Körper gegenüber. Als mein Kleiner 5 Wochen alt war, hatte ich einen epileptischen Anfall und es wurde Epilepsie diagnostiziert. Ich durfte nicht mehr Auto und Fahrrad fahren, konnte meine Berufsziele nicht mehr verfolgen (ich habe Lehramt studiert und hatte die Auflage fünf Jahre anfallsfrei zu sein, bevor ich mit den Kindern arbeiten darf) und es hat sich schlagartig alles verändert. Das geplante Referendariat musste ich absagen.



Das Ganze hat mich leider wieder in die Essstörung getrieben. Ich hatte das Gefühl keinerlei Kontrolle mehr zu haben. Ich war plötzlich darauf angewiesen, dass andere mir helfen (wenn ich z.B. zum Arzt musste etc.), musste mir eine berufliche Alternative suchen und sehr viel zu Fuß erledigen. Dadurch sind meine Schwangerschaftskilos schnell verschwunden. Nach und nach aber auch immer mehr zusätzliche.  Über das Essen bzw Nicht-Essen konnte ich mir die fehlende Kontrolle holen. Ich bin dann für zwei Monate in die Klinik gegangen, in der ich früher schon öfter war. Dort hatte ich auch eine Therapeutin von früher, die mich kannte und genau wusste, wie sie mir helfen kann. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.



Wie geht es Dir heute? 



Heute geht es mir sehr gut. Ich habe 2017 eine Ausbildung begonnen, gerade bin ich mitten in den Abschlussprüfungen. Mein neuer Beruf macht mir sehr viel Spaß und ich weine dem Lehramt nicht hinterher. Essen wird nie so locker sein, wie es für gesunde Menschen ist, aber ich komme gut zurecht. Ich genieße das Leben mir meinen drei Männern (auch wenn es manchmal anstrengend ist 😉 ) und denke, dass ich auf einem guten Weg bin.



Foto: Pixabay
               
Essstörung: Für meine Kinder will ich die Krankheit besiegen |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/exklusiv-fuer-stadt-land-mama-leser-wir-verlosen-eine-traumhafte-nonomo-federwiege
        Ihr Lieben, jawohl! Manchmal werden Träume wahr! Wir haben Euch vor einiger Zeit bei Facebook gefragt, was Ihr Euch für eine Verlosung wirklich wünschen würdet und wir sind dem natürlich nachgegangen! Dies hier ist der erste große Deal, den wir daraufhin für Euch aushandeln konnten: Wir verlosen eine NONOMO® Federwiege für Babys im Wert von 170,- Euro.
Auszug aus der Produktbeschreibung: „Viele Babys schlafen besser ein, wenn sie geschaukelt, getragen oder mit dem Auto durch die Gegend gefahren werden. Frisch gebackene Eltern kennen das genau und sind oft ratlos, welche besseren Alternativen es dazu geben kann. Die NONOMO®  Federwiege bietet Eltern Abhilfe. Mit sanften Auf- und Abbewegungen wiegt die spezielle Hängematte Babys mühelos in den Schlaf und macht Stubenwagen und klassische Babywiegen überflüssig. Als natürliche Einschlafhilfe punktet die Federwiege auch bei Schreibabys und wird von Ärzten und Hebammen empfohlen.„
Und wir verlosen nicht nur die tolle Wiege, sondern durften gleich auch noch ein Interview mit Angela Koszewa führen, die vom Wickeltisch aus ihren Job im Finanzsektor schmiss, um ihr Unternehmen rund um die Wiege aufzubauen…
 Wie und wann kamt Ihr eigentlich auf die Idee, Euer Berufsleben umzukrempeln und es einem von der Decke hängenden, wippenden Babybettchen zu widmen – Passiert so etwas spontan in der Nacht oder hattet Ihr schon immer davon geträumt?
So ein bisschen von beidem: Wie die meisten träumten auch wir davon „mal was Eigenes“ zu machen ohne wirklich konkrete Gedanken dazu zu haben. Als ich dann nach der zweijährigen Babypause zurück in meinen alten Beruf in der Finanzdienstleitung zurück sollte, wurde mir bewusst, dass die Geburt meines Sohnes die Sicht auf viele Dinge verändert hat. Obwohl ich meinen Beruf vorher mit viel Engagement und Leidenschaft gemacht hatte, bekam ich fast Bauchschmerzen bei dem Gedanken wieder als Filialleiterin in einer Bank zu arbeiten.
Durch mein Kind hatte ich aber in den letzten beiden Jahren gelernt viel mehr auf mein Gefühl zu hören und dem bin ich dann auch gefolgt: ich habe meinen Job gekündigt und erst mit einem kleinen Onlineshop angefangen Babywiegen aus aller Welt zu importieren und zu verkaufen.
Durch einen unglücklichen Zufall ist uns einer unserer Hauptlieferanten weggebrochen  und da war schnell klar: wir machen unsere eigene Babywiege!
Ihr habt quasi vom Wickeltisch aus eine neue Karriere begonnen. Welche Tipps habt Ihr für Eltern, die sich nach der Geburt neu erfinden und selbst verwirklichen möchten?
Kinder lehren einem vor allem zwei Dinge: Geduld und Flexibilität. Das sind beides Eigenschaften dir man wunderbar gebrauchen kann, wenn man selbstständig ist!
Unser Blog heißt ja „Stadt Land Mama“, weil Caro in der Stadt und Lisa auf dem Land wohnt: Wo fülht Ihr Euch mit Euren Kindern denn am wohlsten?
Obwohl man es wahrscheinlich nicht erwartet: das Ruhrgebiet bietet uns beides: wenn ich vorne aus dem Wohnzimmerfenster schaue, dann kann ich am Horizont riesige Schlote sehen und ein Sinnbild der Industriekultur. Wenn wir hinten aus dem Garten gehen, dann können wir Abend um halb 6 den Bauen besuchen und zusehen wir er die Kühe in den Stall treibt und an den Pferdekoppeln vorbei spazieren. Genau diese Gegensätze schätzen und lieben wir so an unserer Heimat.
TEILNAHMEBEDINGUNGEN:
Unser Gewinnspiel startet heute und endet am Sonntag, den 29.9.2013. Ihr habt also zehn Tage Zeit, Euer Glück zu versuchen! Um mit in den Lostopf im Rennen um die Nonomo Federwiege zu kommen, müsstet Ihr bitte den Link zu diesem Artikel mit Euren Freunden teilen. Wer keinen eigenen Facebook-Account hat, darf natürlich trotzdem mitmachen. Entweder, indem er einen Freund bittet, es zu teilen oder – ganz analog – diesen Text ausdruckt und ihn seinen Freunden zeigt 🙂 (Bitte mit Fotobeweis!). Okay? Dann drücken wir Euch jetzt mal die Daumen, dass das klappt! Toi, toi, toi.
               
Exklusiv für Stadt-Land-Mama-Leser: Wir verlosen eine traumhafte NONOMO Federwiege | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/extreme-eifersucht-unser-sohn-ging-auf-seinen-kleinen-bruder-los
       
Liebe Natascha, als Euer erstes Kind 2 Jahre alt war, kam Euer zweites Kind. Anfangs freute sich der Große, doch dann kam extreme Eifersucht hinzu…



Genau, zuerst schob er seinen Bruder immer weg, wenn er in der Nähe war. Oder er schrie extra laut, wenn der Kleine einschlafen sollte. Später wurde es richtig körperlich. Der Große sprang mit den Knien voran in die Spielecke, zerkratzte dem Bruder mit Autos den Kopf und er hat ihn auch mal ins Gesicht gehauen. Als der Kleine dann sitzen konnte, hat der Große ihn umgeschubst. Der Höhepunkt war, dann als die beiden auf dem Spielhaus waren und der Große den Kleinen an den Füßen packte und über das Geländer warf. 



Wie seid Ihr Eltern damit umgegangen?



Anfangs haben wir sehr sehr viel erklärt und geredet. Dann war ich immer dabei und es gab auch Spielpausen, das heißt, die beiden haben nicht mehr zusammen gespielt. Es wurde alles aber nicht viel besser und ich wusste einfach nicht weiter. Da haben wir uns Hilfe geholt.



Wo hast Du um Hilfe gebeten und wie sah diese aus?



Als der Große drei Jahre alt war, habe ich einen Antrag auf Familienhilfe beim Jugendamt gestellt. Die Familienhilfe hat sich erstmal unsere Familie angeschaut und unseren Alltag. Dann haben wir überlegt, wo Struktur fehlt, wo wir konsequenter sein müssen. Vorher haben wir oft mit „noch einmal, dann“ gearbeitet, die Familienhilfe hat uns beigebracht, direkt einzugreifen. Wir merkten, dass der Große oft wie in einer Blase war und uns gar nicht richtig gehört hat. Wir sind auch viel vorausschauender geworden und haben nun feste Exklusivzeiten für jedes Kind.



Außerdem haben wir Techniken zum runterkommen gelernt, zum Beispiel die Augenbrauen massieren, das Gesicht mit den Fingern abtippen, Hände und Füße schütteln. Das hilf sehr gut, besonders wenn der Große überdreht.



Heute ist Euer Großer 5 Jahre alt, wie würdest du ihn beschreiben?



Er ist ein interessierter, sehr starker Junge, der sich gerne körperlich verausgabt. Höher, schneller, weiter. Er schaukelt für sein Leben gern, aber strengt gerne auch den Kopf an. Warum leuchtet der Mond, wie scheint die Sonne, warum machen Flugzeuge weiße Spuren – er will alles wissen. Er scannt seine Umwelt, kann viel erklären, erkennen und für sich nutzen. Aber häufig ist das auch alles zu viel für ihn.



Sobald es laut wird, wird er auch laut. Wenn sich etwas stark verändert, bekommt er Wutausbrüche und/oder wird sehr traurig. Wenn er wütend ist, muss sein Bruder das Meiste einstecken, wenn wir mal nicht rechtzeitig eingreifen. Manchmal ist er noch sehr impulsiv, dann geht auch mal was zu Bruch. Er hat auch schon mal in eine Glastür getreten….Im Großen und Ganzen müssen wir alles bruchsicher gestalten, die Gefahr scheint ein großer Trigger zu sein. Aber wenn wir im Haus was verändern, dann werden wir beleidigt, geschlagen und dann wieder weinend umarmt.



Du hast ja schon früh festgestellt, dass er grobmotorisch sehr weit ist, feinmotorisch aber gar nicht. Sag uns mal ein typisches Beispiel dafür. 



Er konnte mit 8 Monaten laufen und sehr gut klettern, aber ist an Dingen wie Motorikschleifen lange gescheitert. Er hat sehr lange nur gekritzelt und kann erst seit ca. einem halben Jahr Menschen malen. Alles, wofür er Feingefühl braucht, muss sehr geübt werden. Eine Linie ausschneiden ist zb super schwer für ihn.



Ihr habt irgendwann auch den Kinderarzt gewechselt. Was hat der über Euren Sohn gesagt?



Ja, beim alten Kinderarzt fühlten wir uns nicht ernstgenommen. Der neue Arzt hat bei der U9 gleich gemerkt, dass einige Dinge nicht ganz die Norm sind und wollte, dass unser Sohn mal richtig untersucht wird. Er hat sich auch das U-Heft angesehen und festgestellt, dass bei jeder Untersuchung ein Kommentar zur Lebhaftigkeit meines Sohnes steht – da war für ihn klar, dass Klärungsbedarf besteht. 



Nun habt Ihr seit einigen Wochen eine Diagnose. Wie lautet die?



ADHS. Er ist feinmotorisch weit unter dem Durchschnitt, dafür aber im Grobmotorischem weit drüber. 



Was wünscht du dir für Eure Familie?



Ich hoffe, dass wir mit den externen Hilfen weiterhin positive Entwicklungen schaffen. Er hat nur noch 1,5 Jahre bis zur Einschulung und bis dahin hoffe ich, dass wir und er noch viel lernen. Ich möchte weiterhin eine Medikation vermeiden, er soll sich spüren lernen und lernen, mit all seinen Gefühlen umzugehen. Ich wünsche mir, dass wir aneinander wachsen und den Kindern den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen können. 
               
Extreme Eifersucht: Unser Sohn ging auf seinen kleinen Bruder los
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/faellt-es-euch-auch-so-schwer-hilfe-anzunehmen
        Ihr Lieben, es liegen ein paar "aufregende" Tage hinter mir…Bei der letzten Kontrolle hat meine Frauenärztin festgestellt, dass der Gebärmutterhals bereits ganz schön verkürzt ist. Die Folge: Wenn ich nicht wollen würde, dass das Baby zur Welt kommt, solle ich mich schonen und die Füße hochlegen. 
Das war vor zwei Wochen, in der 34. Schwangerschaftswoche – und zu dem Zeitpunkt hätte die Kleine wirklich noch nicht kommen müssen…
Also hab ich mich ganz brav geschont – so gut das eben geht mit zwei kleinen Kindern. Soll heißen: Die Nachmittage waren hier wie immer trubelig, die Vormittage habe ich aber weitgehend liegen verbracht. Alle Blogbeiträge und sonstigen Jobs habe ich mit dem Laptop auf dem Sofa geschrieben – ich habe viele Termine, für die ich kreuz und quer durch die Stadt fahren hätte müssen, abgesagt. Und ich habe es konsequent vermieden, schwere Dinge durch die Gegend zu schleppen. 
Was soll ich sagen? Es fiel mir verdammt schwer. Weil ich wieder mal mit einem Thema konfrontiert war, das mich schon lange begleitet: Meine Unfähigkeit, Hilfe anzunehmen. 
Denn natürlich boten liebe Freundinnen an, die Kinder von der Kita zu holen. Oder für uns einkaufen zu gehen. Oder mir Mittagessen kochen. 
Stets meine erste Reaktion: Neeeeeeein, das schaff ich schon noch alleine.  
Eine Freundin fragte mich irgendwann, was ich ihr erzählen würde, wenn die Situation umdreht wäre. Ich antwortete, dass ich ihr sagen würde, dass sie spinnt. Und dass ich wohl beleidigt wäre, wenn sie meine Hilfe immer ausschlagen würde…
Warum ist es also so, dass wir gerne sofort bereit stehen, um anderen zu helfen – uns selbst es aber so oft so schwer fällt, nach Hilfe zu fragen? 
Ich fürchte, es ist bei mir einfach das unschöne Gefühl, ich könnte jemandem zur Last fallen. Jemand könnte durch mich Umstände haben. 
Umstände – die ich für jede meiner Freundinnen sofort auf mich nehmen würde – und sie wahrscheinlich nicht mal als Umstand sehen würde. 
Was soll ich Euch sagen: Ich habe mich durchgerungen, tatsächlich einiges abzugeben. Es fiel mir nicht leicht, aber es musste eben so sein. Bin ich da ein Einzelfall oder geht es Euch manchmal auch so?
Wie auch immer: Durch die Hilfe anderer konnte ich wirklich nochmal einen Gang zurück schalten – was sich gelohnt hat. Ich bin in der 36. Schwangerschaftswoche und laut Frauenärztin ist der Befund nicht schlechter geworden… 
Jetzt geht´s wirklich in den Endspurt… Drückt mir die Daumen, dass es noch ein paar Tage ruhig bleibt und wir in Ruhe alles für die Ankunft der kleinen Maus vorbereiten können..
PS: Das Foto oben entstand gestern – da war ich endlich mal wieder "draußen" unterwegs war, um ein paar Klamotten fürs Krankenhaus kaufen…
               
Fällt es Euch auch so schwer, Hilfe anzunehmen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fall-toennies-in-rheda-wiedenbrueck-wieder-sind-kinder-und-eltern-die-leidtragenden-der-corona-massnahmen-protestbrief-einer-mutter
       
Ihr Lieben, ihr habt es vermutlich bereits in den Nachrichten gehört. In einer großen Fleischfabrik in Ostwestfalen, bei Tönnies, wurden über 650 MitarbeiterInnen positiv auf Corona getestet. Das ist beispiellos und erfordert Maßnahmen. Jedoch beziehen sich diese bislang mal wieder ausschließlich auf Eltern und ihre Kinder.



Der Kreis hat mit sofotiger Wirkung die Schulen und Kitas wieder geschlossen. Und das, während alles andere im öffentlichen Leben einfach im Normalbetrieb weiterläuft. Darüber musste sich unsere Leserin nun mal ihre Wut von der Leber schreiben: In einem offenen Beschwerdebrief an den Landrat.







Sehr geehrter Herr Adenauer,



mit großer Besorgnis habe ich gestern Ihre Pressekonferenz über die Corona Fälle bei Tönnies verfolgt. Diesen Brief schreibe ich Ihnen im Namen von vielen Eltern aus Rheda-Wiedenbrück.



Wieder einmal entscheiden Sie und die Politik über ein wichtiges Thema und wieder fällt die Entscheidung so aus, dass Sie viele Eltern in akute Nöte bringt.



Vorgeschichte: In unserer Elternschaft waren wir alle für die erste Schließung der Kitas und Schulen, um damit das Infektionsgeschehen zu verlangsamen. Auch haben wir den eingeschränkten Regelbetrieb, der nun vor 1,5 Wochen gestartet ist, organisiert bekommen und vollstes Verständnis für die strengen Trennungen der Gruppen, damit man diese im Infektionsfall nicht alle schließen muss.



Warum aber schließen Sie jetzt alle Kitas und Schulen ohne zu prüfen, in welchen Gruppen betroffene Kinder von Tönnies MitarbeiterInnen sind und machen nicht nur diese zu?



Sie erwähnten, dass es in der Vergangenheit ein probates Mittel war, Schulen und Kitas zu schließen. Hatten Sie bereits Gelegenheit die neuesten Studien aus Baden-Württemberg zu diesem Thema zu lesen? (Hier ein Link zum Prepaper).



Ein weiterer Punkt, der mich umtreibt, ist, dass ein Großteil der Eltern auch engagierte ArbeitnehmerInnen sind, die unser Sozialsystem und unsere Wirtschaft mit am Laufen halten. Wie denken Sie, wirkt Ihr Signal auf uns, Schulen und Kitas zu schließen, während alles Andere im Normalbetrieb weitergehen soll?



Und wozu werden mit dem Bund Grenzwerte erhoben, wenn diese um ein Vierfaches überschritten werden und – bis auf die Schließung der Schulen und Kitas – nichts weiter passiert? Können Sie das Risiko für die restliche Bevölkerung tatsächlich in der Form ausschließen?



Um es mal ganz stumpf zu sagen: wir als Eltern fühlen uns verarscht. Wir gehen gerne mit, wenn die Maßnahmen nachvollziehbar und fair sind. Das wäre in diesem Fall jedoch im ersten Schritt ein Lockdown für mindestens sieben Tagen, um zu schauen, wie sich die Infizierten-Zahlen im Kreis entwickeln.



Dass dies heute nicht beschlossen wurde, sagt viel über Ihre Interessengebiete und über die Prioritäten der Politik aus.



Warum werden Cafés, Eisdielen, etc. nicht wieder geschlossen? Warum wurden die Kontaktverbote nicht wieder verschärft? Diese Mittel wären mindestens ebenso probat, um das Infektionsgeschehen wieder einzudämmen. Erinnern Sie sich daran, dass es Anfang März kurz vor der ersten Schließung der Kitas und Schulen deutschlandweit täglich lediglich zwischen 200 – 900 Fälle gab? Wir sprengen diese Zahl in einem kleinen Kreis!



Vergessen Sie bitte nicht, die Kinder, die Sie heute zurücklassen, sind die WählerInnen der Zukunft.



Und sollten meine Kinder mich in der Zukunft fragen: „Mama, meinst du, es ist eine gute Idee, Kinder zu bekommen?“ Dann werde ich antworten: „Überlege es dir gut, mein Schatz, es ist das größte Glück auf der Welt, aber wenn es hart auf hart kommt, dann wirst du mit deinen Kindern und deiner Familie auf dich allein gestellt sein, weil die Politik dich nicht sieht…“



Hochachtungsvoll,



Eine Bürgerin mit Kindern
               
Tönnies in Rheda-Wiedenbück: Corona-Maßnahmen wieder nur für Eltern
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familie-es-ist-und-bleibt-ein-abenteuer
        Wir drei, wir sind ein ganz schön eingespieltes Team.
Eins steht über allem: Die übergroße Liebe, die ich für Euch empfinde.
Ihr seid so unterschiedlich. Mädchen und Junge, klar. Aber nicht nur das.
Sie schläft lieber dunkel, ruhig und allein, er tapst jede Nacht zu mir ins Bett.
Sie hat die ganz feinen Antennen, er ist der kleine Rowdy.
Sie geht recht offen auf neue Leute zu, er klammert sich erstmal lieber an Mamas Hosenbein.
Sie ist die Große, manchmal schon so vernünftig. Er ist der kleine Charmeur und weiß das genau.
Ich hatte Glück mit Euch beiden. Ihr wart einfache Babys. Nie bin ich nachts mit dem Kinderwagen durch die leeren Straßen gezogen, es gab nie nächtelanges Schreien.
Ihr habt relativ früh durchgeschlafen, wart nie ernsthaft krank.
Ihr seid fröhlich und glücklich, habt Freunde und geht gerne in den Kindergarten.
Wäre es nicht so, würde ich Euch trotzdem wie verrückt lieben.
Manchmal geht ihr mir wahnsinnig auf die Nerven. Ihr seid beide so mäkelig beim Essen, Ihr schmeißt Eure Jacken immer in den Hausflur. Es gibt Zeiten, da streitet Ihr von morgens bis abends.
Ich würde Euch aber um nichts in der Welt anders haben wollen. Ihr seid perfekt so.
Ganz oft erwische ich mich, dass ich Euch angucke und mir denke: Was habe ich nur für coole Kinder! Was habe ich nur für ein Glück.
Bald kommt Eure kleine Schwester auf die Welt. Ich freue mich so – und Ihr auch. Manchmal aber habe ich Bammel. Wie wird sich das auf uns alle auswirken? Werden die Karten neu gemischt? Werdet Ihr Euch schnell an die neue Situation gewöhnen? Eifersucht – ein Thema?
Dann beschließe ich, Vertrauen zu haben. Dass alles gut werden wird. Dass ich ein drittes Mal einen kleinen Menschen zur Welt bringe, der genauso perfekt ist, wie er ist. Und dass dieses Mädchen unsere Familie bereichern wird. Euch und uns, die Eltern.
Familie, es ist und bleibt ein Abenteuer. Ich bin so froh, dass ich genau Euch und Euren Papa dafür an Board habe! 
 
Foto: http://www.lenimoretti.com
               
Familie - es ist und bleibt ein Abenteuer! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familie-ewald-jetzt-ist-auch-mama-stefanie-an-krebs-erkrankt
       
„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, schrieb Stefanie auf ihrer Instagram-Seite. Und darunter „Es IST Brustkrebs.“



Als wir diesen Post letzte Woche sahen, konnten wir es nicht fassen. Für das, was Stefanies Familie durchmachen muss, gibt es keine Worte.  Es übersteigt alles, was wir uns vorstellen können.



Im November haben wir erstmals über Stefanies Familie berichtet. Ihr Mann, ihr Sohn Jonas und ihre Tochter Neele leiden an dem seltenen Li-Fraumeni-Syndrom. Nur die kleinste Tochter Lenja trägt dieses Gen nicht in sich. Das Li-Fraumeni-Syndrom ist ein seltener Gendefekt, der ursächlich für häufige und frühe Krebs-Erkrankungen jeglicher Art ist. Weltweit sind davon 400 Familien betroffen. 



Jonas ist Ende Dezember an einem Hirntumor gestorben, Papa Sebastian hat Lungenkrebs im Endstadium, Metastasen sind im ganzen Körper. Tochter Neele hatte einen Tumor im Oberschenkel, kämpfte sich doch die Chemos und muss nun regelmäßig zur Kontrolle.



Am 17. 2 hatte Stefanie nun einen auffälligen Befund, sie wurde mit Verdacht auf Brustkrebs zur Biopsie geschickt. Wenige Tage danach stand fest: Es ist Brustkrebs. Ein aggressiver Tumor mit einer ungünstigen Prognose. Auch Stefanies Mutter ist an Brustkrebs verstorben.



„Mütter haben keine Angst vor dem Tod. Ihre größte Angst ist es, ihre Kinder zu verlassen. Weil sie wissen, dass niemand sie so lieben wird wie sie selbst“, schrieb Stefanie.



Heute wird Stefanie operiert. Am Donnerstag beginnt die Chemotherapie. „Ich versuche so viel wie möglich jetzt zu regeln, was die Mädchen angeht. Wo sie nach meinem Ableben hingehen usw.“, schrieb uns Stefanie. „Das alles haben die Mädchen einfach nicht verdient.“



In unserem beruflichen und privaten Leben sind wir schon oft mit traurigen Schicksalen konfrontiert gewesen. Doch das Schicksal von Stefanies Familie berührt uns ganz besonders. Wir hoffen mit der Familie und denken fest an sie.



Wir wissen, dass viele von Euch schon gespendet haben. Stefanie ist von Eurer Hilfsbereitschaft sehr berührt, sie bedankt sich von Herzen. Wer der Familie weiterhin etwas finanzielle Last nehmen will, kann weiterhin spenden:



Stefanie und Sebastian Ewald, IBAN: DE36 2307 0700 0333 7086 02, Bank: DB PFK (Deutsche Bank PGK)



Zusätzlich haben Freunde auch ein Fundraising ins Leben gerufen:  https://www.gofundme.com/f/familieewald
               
Brustkrebs: Stefanie kämpft für ihre Töchter um ihr Leben
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familien-update-seit-15-monaten-zu-fuenft-oder-haben-wir-das-haerteste-hinter-uns
        Ihr Lieben, am letzten Wochenende saß ich mit meinen beiden Kleinen auf dem Spielplatz. Der Vierjährige spielte seelig mit einem Bagger im Sand, die Kleine lief auf der Wiese herum und sammelte Stöcke. Es war herrliches Wetter, ich lehnte mich auf der Bank zurück und schloss die Augen. Es war friedlich und wunderbar ruhig. Ich bemerkte, dass dies wohl der erste Spielplatzbesuch seit langer langer Zeit war, an dem ich nicht darauf achten musste, dass die Kleine eine Kellerassel verschluckt oder Streit zwischen den Großen schlichten musste. Ich konnte einfach mal wieder da sitzen und meine Gedanken schweifen lassen – auch, wenn es wahrscheinlich nur sieben, acht Minuten so friedlich war. 
Am Abend waren wir bei Freunden eingeladen. Die Große spielten mit anderen Kindern im Garten und die Kleine beschäftigte sich mit der Spielküche. Wir Erwachsenen konnten in Ruhe essen, ein Glas Wein trinken und uns unterhalten. Als wir wieder zu Hause waren, sagte ich zu meinem Mann: "Ich habe das Gefühl, das Härteste haben wir hinter uns." 
Nun weiß ich natürlich, dass noch einige schwere Phasen vor uns liegen. Die Trotzphase der Kleinen, die Einschulung des Mittleren und auch die Große wird wahrscheinlich nicht so ein easy-peasy Schulkind bleiben wie jetzt in der ersten Klasse bleiben. Und trotzdem fühlt es sich so an, als hätten wir einen Meilenstein hinter uns gelassen. 
Denn ich sage es Euch ganz ehrlich: Ich finde das erste Jahr mit Baby ganz schön hart.  Natürlich ist es wunderbar, sein Neugeborenes auf der Brust liegen zu haben, es zu riechen, mit ihm zu kuscheln. Aber: Dieser ständige Schlafentzug, das wirklich nonstop verfügbar-sein. Das "Nicht wissen, warum das Baby weint". Ich empfand auch die Stillzeit immer als körperlich sehr anstrengend und war ich immer froh, wenn mein Kind dann andere Nahrungsquellen hatte außer mir hatte.
Meine Kleine ist nun 15 Monate alt, sie läuft herum, fängt an ihm Sand zu buddeln. Ihre Geschwister können mit ihr spielen, wenn ich mal die Wäsche aufhängen muss. Sie zeigt auf die Sachen, die sie haben will und sagt AUA, wenn Ihr was weh tut. Sie schläft (9 von 10 Nächten) sehr gut. Sie geht super gerne zur Tagesmutter, was mir wieder etwas mehr Freiheiten lässt. 
Irgendwie fühlt es sich gerade super an, dass die Kinder etwas größer werden. Mit den Großen kann man zu Mark Forster im Wohnzimmer abdancen, abends lese ich mit der Großen GEMEINSAM ein Buch. Der Mittlere hilft Papa am Wochenende richtig toll im Garten, die Kinder bleiben im Auto sitzen, wenn ich noch schnell zum Bäcker rein muss.  Das ist richtig toll!
Klar, die Kleine ist immer noch klein – aber sie ist kein Baby mehr. Ich hatte manchmal ein bisschen Bammel davor, ob ich deshalb nicht wehmütig sein würde. Aber momentan spüre ich nichts davon. Es fühlt sich einfach gut an. 
"Die sollen nicht so schnell groß werden" – das hört man ja so oft von Eltern. Das kann ich schon auch nachvollziehen. Und doch finde ich diese Phase jetzt so super spannend. Ich freue mich, die Welt noch mal mit anderen Augen zu sehen. Mit den Augen meiner Kinder, die größer werden, selbstbewusster, neugieriger. Und es macht mich glücklich zu merken, dass wirklich jedes Alter seinen ganz besonderen Zauber hat. 
               
Familien-Update: Seit 15 Monaten zu fünft oder: haben wir das Härteste hinter uns? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familienberaterin-eltern-duerfen-auch-mal-richtig-aus-dem-hemd-fliegen
       
Ihr Lieben, in diesen krassen Lebensphasen mit sooo viel Zeit zusammen mit den Kindern, sind Menschen wie Inke Hummel Gold wert.



Die Bonnerin ist nämlich nicht nur Mutter dreier Kinder und erfolgreiche Autorin (Miteinander durch die Pubertät für die Eltern und Der Mönkel und der geheimnisvolle Turm für die Kinder), sondern vor allem Elterncoach und Familienberaterin. Uns greift sie in diesem Inteview ein bisschen erziehungstechnisch unter die Arme. Danke dafür, liebe Inke!



Inke Hummel. Foto: Jens Unglaube / Bad Honnef



Liebe Inke, du bist Familienbegleiterin und Elterncoach mit bindungsorientiertem Ansatz und wir fragen uns: Wirst du grad von Anfragen überrannt, weil viele Familien nicht mehr weiter wissen?



Ja, tatsächlich bekomme ich etwa seit Mai oder Juni letzten Jahres deutlich mehr Anfragen als sonst, habe leider auch Wartezeiten für Neuaufnahmen von Familien von 2-3 Monaten je nach Thematik und empfehle schon vielfach Kolleg*innen, damit den Eltern rascher geholfen werden kann.



Gibt es etwas, das alle Familien, die bei dir Hilfe suchen gerade eint?



Grundsätzlich sind es ähnliche Themen wie immer von Schlafberatung und Eingewöhnung über Fragen zum Umgang mit bestimmten Temperamenten beim Kind oder Ideen für den Umgang mit der eigenen Wut der Eltern.



All diese Probleme treffen aber nun natürlich auf ganz andere Voraussetzungen: Distanzunterricht, geschlossene Kindergärten, fehlende Vereinsarbeit, kein Kontakt zu Großeltern, Eltern im Homeoffice, kaum Unterstützung durch Babysitter, wegbrechende Netze, fehlender Raum für Selbstfürsorge bei den Eltern, diffuse Ängste bei allen Familienmitgliedern, ellenlange Wartelisten für Ergotherapeut*innen und Kinderpsycholog*innen… 



Puh, allein diese Aufzählung klingt schon nach viel…



Überall ist Überforderung bei gleichzeitig viel geringeren Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen. Und überall sitzt ein riesiges schlechtes Gewissen. Die Arbeit leidet, die Partnerschaft auch, an die eigene Gesundheit kann man kaum noch denken, weil man in freien Momenten nur schlafen mag.



Das Einkaufsverhalten lässt zu wünschen übrig, die Ernährung sowieso, die eigenen Eltern lässt man irgendwie im Stich. Das kleine Kind, das große Kind – keiner bekommt, was er braucht. Viele stehen einfach vor einem Berg und haben auch nicht das Gefühl, dass Entspannung greifbar ist.



Du sagst, ein gut geleiteter Perspektivenwechsel kann dazu führen, die Familienatmosphäre komplett zu verändern und zu entspannen. Kannst du uns da ein Beispiel nennen – bezogen auf unsere aktuelle Situation mit den Kindern, die grad rund um die Uhr zu Hause sind?



Ich sag’s wie es ist: Viele Themen kann ich mit meinen Familien im Moment nicht so angehen wie sonst, weil viele Ideen gerade nicht umsetzbar sind. Aber in manchen Punkten kann man sich doch noch entscheiden, und das ist nicht immer der optimalste Corona-Weg. Das macht es so schwer.



Aber wenn ich eine Familie habe, die mit mehreren Kindern und Job und vielleicht auch noch mit psychischen Themen belastet ist, muss ich mich eben manchmal zwischen Pest und Cholera entscheiden, wenn ich sonst alles ausgeschöpft habe: Corona-Risiko etwas höher oder Zusammenbruch der Familie?



Beispielsweise habe ich mit einer alleinerziehenden Mutter die Möglichkeit gefunden, Betreuungshilfe für ihr jüngstes Kind zu nutzen und einen flexiblen Babysitter in den Alltag zu integrieren, auch wenn es eine familienfremde Studentin mit hier und da anderen Kontakten ist.



Oder für ein Kind haben wir wegen der spät startenden Therapie erstmal Unterstützung durch eine Künstlerin organisieren können, die durch ihre Art auch schon eine Hilfe ist, dass das Kind sein Gefühlsthema besser angehen kann.



Wie kann ich damit umgehen, wenn sich mein Kind dem Distanzunterricht verweigert, wenn alles immer nur Kampf ist, wenn es den Familienfrieden bedroht?



Oh, immer wieder kommt es in den Gesprächen auch dazu, dass Eltern entdecken, was sie so ausbremst beim In-Beziehung-Sein mit den Kindern: die Angst vor der Relevanz der Schulnoten. Auch da kann man gemeinsam lockerer werden, Ängste angehen und überwinden, wirklich etwas verändern. Das sind oft sehr individuelle Geschichten und Lösungen.



Vielen hilft es dabei schon grundlegend zu hören, dass sie ganz und gar nicht allein sind mit einer schwierigen Lehrkraft, einem bockenden Kind, der vollkommenen Hilfslosigkeit, wenn man bei Physik oder deutscher Grammatik klug helfen soll.



Der Weg ist meist: lockerer werden / Ängste loswerden, Fokus auf die kindlichen Bedürfnisse beim Lernen, Fokus auf bestimmte Fächer, offene Gespräche mit den Schulen. Alles was hier über die Beziehungsebene hinausgeht wie Konzentrations- oder Motivationsthemen oder auch „Lernen lernen“ übergebe ich dann aber an versiertere Kolleg*innen.



Erste Hilfe bietet übrigens die Seite https://www.mit-kindern-lernen.ch mit viel Input rund um beziehungsstarkes Lernen.



Nun sind ja auch die Geschwister enger und öfter zusammen als sonst, bei uns kracht es da wirklich auch mal ordentlich, wie reagierst du bei deinen eigenen Kindern auf solche Situationen?



Ehrlich gesagt auch mit kürzerer Zündschnur als sonst, gerade wenn es passiert, während ich eigentlich dringend etwas fertig bekommen muss. Allerdings haben wir das Privileg von recht viel Platz und drei Kinder, die mit vielem relativ selbständig klarkommen und sich auch allein gut aus dem Weg gehen können, so dass sich selten Situationen ergeben, in denen sie übel zanken.



Ggf. bin ich in der Regel sehr pragmatisch und lösungsorientiert unterwegs: also erstmal auflösen (unter Umständen jeden in sein Zimmer bitten), dann Stück für Stück gucken, wer was braucht. Wenn es an irgendeiner Stelle immer wieder knallt, setzen wir uns zusammen hin und regeln den Verlauf grundsätzlich anders.



Für wie wichtig hältst du Rituale in diesen unsicheren Zeiten? Mir fallen Rituale immer schwer, weil ich sie auch schon mal als eingrenzend empfinde, aber vermutlich sind sie wahnsinnig wichtig für ein Gefühl der Sicherheit, oder? Hast du gute Ideen für sinnvolle Rituale in diesen Zeiten?



Aus den Beratungen heraus habe ich den Eindruck, dass sie allen ganz gut tun, den jüngeren Kindern in stärkerem Maße. Klare Tagesabläufe mit aufgehängten Plänen und das Einhalten von Ritualen, die sie zum Beispiel aus der Spielgruppe oder dem Kindergarten kennen sind da gute Dinge – viel Inspiration gibt es immer bei Susanne Mierau, z.B. hier zur Tagesstruktur im Homeoffice mit anwesenden Schul- und/oder Kitakindern/.



In einer Beratungsfamilie war auch das gemeinsame Kindernachrichtengucken und -besprechen ein wichtiger Fixpunkt, in einer anderen das gemeinsame Planen der warmen Mahlzeiten und damit auch des Einkaufs.



Bei uns sind es die gemeinsamen Mahlzeiten morgens und abends sowie wochenends das Rausgehen. So bleiben wir im Rhythmus, den Schule und Job erfordern, und auch im Miteinander, damit man rechtzeitig merkt, wenn es jemandem nicht gut geht, was den anderen bewegt usw.



Manchmal will ich einfach nur noch selbst auf den Schoß, hältst du auch das für normal? 😉



Total! Alle sehnen sich nach Umarmungen und einer Mama oder einem Papa, die bzw. der ihnen sagt „Ich regle das alles für dich, mein Schatz. Lehn dich zurück. Hier ist dein Marshmellow-Kakao!“ Ich finde das total logisch. Es sind einfach für uns alle mehr Aufgaben als sonst, die wir schlecht sortiert bekommen.



Und es gibt keinen Punkt X, zu dem wir die Tage herunterzählen können, um uns an diesem Countdown festzuhalten. Noch dazu ändert sich die Lage ständig und es kommen wieder neue, angstmachende Details dazu.



Man kann sagen, es ist alles irgendwie schaffbar, es gibt so viel Schlimmeres, durchatmen, weitermachen. Aber man darf auch sagen: „MICH trifft das gerade sehr, ich kann nicht durchatmen und weitermachen. Das reicht nicht mehr!“



Den extrovertierten Menschen fehlt ihr Ausgleich da draußen, den introvertierten fehlt die Pause zu Hause. Selbst wenn jemand es nur als minikleinen Stress wahrnimmt, ist es kontinuierlicher Stress. Das fordert.  



Am Freitag war bei mir im Homeschooling die Luft so raus, dass ich explodiert bin, es war zu viel. Ich brauchte dann am Sonntagabend, als die Sorge in mir hochzog, dass es ab Montag so explosiv weitergeht, ein schönes Erlebnis mit den Kindern. Irgendwas zwangloses, das uns niemand von außen aufgezwungen hat. Wir haben ihnen das dann genauso gesagt und einmal alle zusammen Karten gespielt. Das tat so gut. Kann auch das ein Schlüssel sein, ein Perspektivwechsel?



Genau das. Ein richtiger Cut. Dazu gehört oft ein kräftiges Aus-dem-Hemd-fliegen. Wichtig ist, dass man das als Stoppschild wahr- und annimmt, sich hinsetzt und echt umdenkt. Oft schafft man das alleine, und manchmal hilft es einfach, wenn von außen jemand mitguckt, weil man den Wald vor lauter Bäumen echt nicht sieht oder auch einfach nicht ausreichend Inspiration hat, die eingeschliffenen Wege noch mal neu zu denken.
               
Familienberaterin: "Eltern dürfen auch mal richtig aus dem Hemd fliegen"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fast-perfekte-eltern-bring-bier-mit-wir-muessen-ueber-kinder-reden
       
Ihr Lieben, ist das nicht schön, wenn auch Eltern sich ihren Humor bewahren? Es erleichtert so vieles, einfach auch mal öfter über Dinge zu lachen, es schenkt einfach Leichtigkeit. Laura Marie Wilke und Benjamin Kuhlhoff beherrschen diese Kunst ziemlich genial, wie man schon am Namen ihres Podcasts und des gleichnamigen Buches dazu hört: Bring Bier mit, wir müssen über Kinder reden. Wir haben da mal nachgehorcht….



Bring Bier mit, wir müssen über Kinder reden



So so, ihr beiden, ihr seid als FAST perfekt. Erzählt doch mal. Was macht ihr gut. Was läuft bei euch regelmäßig schief mit den Kids? 



Laura: Ich würde sagen, dass ich es gut im Griff habe, auf meine eigenen Bedürfnisse zu blicken. Das ist mit zwei Kleinkindern ja manchmal gar nicht so einfach. Wenn nicht gerade irgendein Virus wütet, klappt es in unserer Familie ziemlich häufig, dass jeder mal ein bisschen Zeit für sich hat. Und das wiederum gibt Kraft und macht Lust auf Familienzeit.



Regelmäßig schief läuft, dass ich die Snacks für den Spielplatz, das Geld für die Gruppenkasse, die Wechselklamotten für den Ausflug, das Geschenk für den Kindergeburtstag usw. usw. usw. vergesse. Das Immer-an-alles-denken-müssen finde ich eines der anstrengendsten Dinge am Elternsein und ich scheitere regelmäßig daran. 



Ihr wollt der Elternschaft das Verbissene nehmen, ihr wollt mehr Lockerheit und Humor. Wann brauchtet ihr euren Humor besonders, um eine Situation zu überleben? 



Laura: Humor ist doch gerade zu Pandemie-Zeiten im Homeoffice mit Kleinkindern das Einzige was noch für ein kleines Feuer in Herz und Hirn sorgt. Zwar werden die Witze und Sprüche mit den fortschreitenden Wochen immer platter (und das abendliche Glas Wein parallel dazu immer voller), aber es hilft doch. Eine andere Extrem-Elternsituation ist das Wochenbett mit Kind 1. Fassungslos, erschüttert, überglücklich und völlig ahnungslos was das passiert, helfen blöde Sprüche und zu versuchen, das alles jetzt nicht zu ernst zu nehmen. Ich habe noch nie so herzhaft gelacht wie nach der ersten Dünnschiss-Dusche eines Babys. 



Benni: Das Babykriegen und haben ist ja im Grunde der Freifahrtschein für öffentlichen Fäkalhumor. Das ist eine der schönen Sachen daran. Im Grunde gibt es jeden Tag eine extreme Situation, in der man am liebsten weinen würde, aber dann doch besser einfach schallend lacht. Ich habe zum Beispiel einmal ein Erdnussbuttersandwich gegessen und wenig später meinen Sohn gewickelt. Nach dem Wickeln entdeckte ich auf dem Handrücken noch ein paar hellbraune Reste und mir war im Zuge geistiger Umnachtung völlig klar, dass das ja nur Erdnussbutter sein kann. Nach dem Ablecken wusste ich: Es war keine Erdnussbutter. Und nach dem Erbrechen habe ich dann erstmal Tränen gelacht. 



Machen wir uns alle zu viel Druck? Sollten wir als Eltern viel öfter mal alle Fünfe gerade sein lassen und eine Dose Bier öffnen? Oder den Häagen Dasz-Becher mit Cookies and Cream (ich habe Dream statt Cream geschrieben, ich denke, das sagt bereits alles, oder?)?



Laura: Ich finde, das hilft enorm. Als kinderlose Frau war es meine Lieblingsbeschäftigung in netter Gesellschaft zu essen und zu trinken, zu klönen und die Zeit dabei zu vergessen. Mit Baby schien das auf einmal nicht mehr möglich zu sein. Die Erkenntnis, dass man sein altes Ich nicht begraben muss, weil man Eltern geworden ist, empfand ich als sehr befreiend. Klar ändert sich mega viel und die meisten der eigenen Bedürfnisse stehen nicht mehr an erster Stelle, aber ein paar sollte man sich doch bewahren. Wer Lust hat, mit der besten Freundin auch noch die zweite Flasche Wein zu öffnen, sich wenn die Kinder schlafen eine komplette Tüte Lakritze reinzuschrauben oder von nichts mehr träumt, als mal wieder einen ganzen Tag im Bett zu liegen und eine Serie durchzubingen, sollte das nicht nicht tun, weil er/sie Mutter oder Vater ist. 



Benni: Wer nicht schon mal mit dem Killer-Kater auf dem Spielplatz sein Kind angeschaukelt hat, der werfe die erste Biertulpe. Es tut natürlich höllisch weh und ist körperlich anstrengend, wenn man am Vorabend mal nicht der vernünftige Vater war, aber es sind eben auch die Momente, die einem das Gefühl geben, das es das „alte“ Leben noch irgendwo gibt. Und der Aufruf zur Lockerheit ist ja nicht gleichbedeutend mit Nachlässig- oder Unaufmerksamkeit gegenüber den Kindern. Im Gegenteil, ich glaube für Kinder ist es eben auch eine Befreiung, wenn alle Beteiligten nicht darauf schauen, was man denn laut Ratgeber A in Situation B machen sollte, sondern sich darauf verlässt, dass man es schon okay macht, wie man meint. Und wenn es schiefgeht, dann wir keines der Kinder einen bleibenden Schaden davontragen, nur weil die Snackbox mal nicht mit handgepustetem Dinkelbrot gefühlt ist.  



Laura Marie Wilke und Benjamin Kuhlhoff. Foto: Benjamin Zibner



Ihr geht in eurem Buch auch der Frage auf den Grund, warum Eltern so oft über andere „schreckliche“ Eltern lästern. Verratet Doch mal, woher das kommt…. 



Benni: Es ist wie immer: Man versucht sich abzugrenzen und seine eigene Unsicherheit zu überspielen. Denn gerade beim ersten Kind ist alles neu, man ist komplett verunsichert und hat sich selbst noch nicht in der Rolle eingefunden. Und dann hilft es sich andere anzugucken und zu erkennen: So will ich es schon mal nicht machen. Außerdem macht es eben auch manchmal Spaß in Klischees zu verfallen, während man ja selbst sein eigenes lebt. 



Apropos Klischees… Was meint ihr: Werden alle Eltern irgendwann spießig?



Benni: Das kommt wohl darauf an, was man als spießig ansieht. Wenn es darum geht, in der gleichfarbigen Funktionskleidung mit dem eBike durch die Gegend zu fahren, dann ist das sicherlich zu verhindern. Da müssen dann auch Freunde mal kurz einschreiten, wenn man Tendenzen erkennt. Aber eine gewisse Hinwendung zur Verlässlichkeit kann sich wohl kaum ein Eltern-Duo absprechen. 



Nun schreibst du, Laura, dass du besonders gern Schimpfwörter mit Bügelperlen schreibst. Zeigt das nicht ganz wunderbar den Spagat, den wir da täglich leisten? Wir machen so Sachen wie Basteln zwar (auch wenn wir vielleicht nicht wirklich dafür gemacht sind), tun es aber nach unseren eigenen Regeln? Können wir das bitte mal kurz philosophisch durchdenken? 



Laura: Ich bastele super gerne, wenn es keine Regeln gibt. Irgendwas Aufgemaltes ausschneiden und nach Vorgabe aneinander kleben. Voll öde. Phantasielos. Das versuchte ich zu vermitteln. Seid frei, klebt wild, malt wie ihr wollt, prickelt nicht wie andere es erwarten. Nun lebe ich hier aber teilweise mit Kindern zusammen, die (beim Basteln!!!) gerne klare Vorgaben haben und akkurate Vorlagen lieben. Trotzdem hat das Kind die spannendsten Einfälle und erfindet gerne Geschichten um sein Werk. Man kann also auch in starren Systemen, seine Kreativität ausleben, wenn man will. Wieder was gelernt.  



Benjamin, du findest Sand in der Unterhose doof, fandest ehrlich gesagt auch Kinder doof, bevor du selbst Vater wurdest… war das eine 180-Grad-Wende, die dich heute sogar zum Elternvertreter in der Kita gemacht hat? 



Benni: Das war eine 180-Grad-Wende mit anschließendem Doppelsalto in ein null Grad kaltes Wasserbecken. Ich hätte natürlich vor der Geburt meiner Tochter auch nie gedacht, dass ich da reingeraten würde. Aber ich habe bereits in der Schule immer kläglich versagt, wenn es darum ging, sich wegzuducken, wenn Aufgaben verteilt werden. Das haben andere besser im Blut, zu erkennen, wann denn mal eben dringend das Schuhband zugemacht werden musst – obwohl man Birkenstocks an den Füßen hast. Und Schwupps, ist man Elternvertreter. Aber andererseits versteht man so eben auch manchmal besser, was in der Kita so im Hintergrund abgeht und kann sogar auch seine Meinung einbringen. Es ist also nicht alles schrecklich. 



Was war das Peinlich-Lustigste, das ihr je mit euren Kindern erlebt habt? 



Benni: Ich würde sagen, als einziger Vater in einer Art Baby-Singkreis zu sein und sich irgendwann im Kreis laufend und Tierstimmen imitierend zu Gitarrenklängen zu bewegen, ist mir im Nachhinhein schon unironisch peinlich. Eigentlich gibt es jeden Tag einen Moment, in dem man vor Lachen umfallen könnte. Auch wenn das einfach unpassend ist. Aber ich kann nicht verleugnen, dass ich die Art, wie kleine Kinder unvermittelt umfallen, jedes Mal lustig finde. Doch je älter die Kinder werden, desto komplizierter wird es, die innere Freude zu verstecken. Neulich habe ich eine längere Fahrradtour mit unserer Tochter (5 Jahre) gemacht. Wir hielten an der Ampel an, sie guckte zu mir hoch und sagte aus dem Nichts: „Ich schwitze wie ein Schwein!“ Da war ich schon sehr stolz und habe ihr ein Spaghetti-Eis spendiert. 



Welche ultimativen (Über-)Lebens-Tipp möchtet ihr anderen Eltern noch schnell zurufen?



Benni: Glaubt keinen Eltern, die erzählen, ihr Kind schläft seit der ersten Woche durch! Vergleicht euch nicht mit irgendwelchen Insta-Eltern-Bubbles. Lasst Chaos und Fehler zu! Lasst euch auf Spielideen von Kindern ein. Und geht auf Augenhöhe, wenn ihr mit euren Kindern sprecht! Und kauft das Buch zum Podcast „Bring Bier mit, wir müssen über Kinder reden!“. Gerne im Buchladen nebenan. 
               
Fast perfekte Eltern: „Bring Bier mit, wir müssen über Kinder reden“
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fehlgeburt-ich-war-allein-in-der-klinik-als-ich-mein-kind-verlor
       
Mein Name ist Anna, ich bin Mama von zwei tollen Jungs, die meinen Mann und mich sehr glücklich machen. Und dennoch haben wir das Gefühl, dass unsere Familie noch nicht komplett ist. 



Bei den Jungs bin ich problemlos schwanger geworden und auch die Schwangerschaften waren ohne Auffälligkeiten. Im September letzten Jahres haben wir beschlossen, dass wir aufhören zu verhüten. Ich war überrascht, dass es dieses Mal nicht sofort klappte. Im März hielt ich dann endlich einen positiven Test in der Hand.



Wir freuten uns riesig, allerdings war es genau der Tag, an dem Schulen und Kitas schlossen und die Pandemie so richtig Fahrt aufnahm. Ich hatte Angst, mich in der (Früh-)Schwangerschaft mit Corona anzustecken. Damals war das Virus ja noch total unbekannt und keiner wusste, was da auf einen zukommt.



Aufgrund dieser Bedenken habe ich zügig einen Termin bei meiner Gynäkologin ausgemacht, die zwar bestätigte, dass ich schwanger bin, aber auch sah, dass nicht alles optimal aussah. Ich hatte ein Hämatom hinter der Fruchthöhle, was bedeutete, dass ich mich schonen sollte.



Schonen – mit zwei Jungs zu Hause, die Schulen und Kitas dicht, der Mann weiterhin auf der Arbeit und ohne Kontakt zu den Großeltern wegen Kontaktbeschränkungen. Ihr könnt Euch vorstellen, wie schwer es war, sich zu schonen…



Meine Hebamme kontrollierte regelmäßig das HCG-Hormon, um zu sehen, ob sich die Schwangerschaft normal entwickelt, wir merkten aber, dass dies wohl nicht so war.



Am Karfreitag, ich war in der 9. Woche, bekam ich plötzlich Blutungen. Als sie stärker wurden, fuhr ich nachts ins Krankenhaus. Allein, weil mein Mann mich wegen Corona nicht begleiten durfte… Im Ultraschall im Krankenhaus konnte man dann keinen Herzschlag mehr finden.



Mir wurde gleich angeboten, eine Ausschabung zu machen. Ich war völlig überfordert und emotional durcheinander und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich wurde in ein Krankenzimmer gebracht, dort gab es leider keinen Handyempfang. Also ging ich wieder in den Krankenhausflur und rief meinen Mann an, dem ich erst einmal sagen musste, dass wir unserer Baby verloren haben und er mit mir entscheiden solle, ob ich eine Ausschabung machen lassen solle oder auf den natürlichen Abgang warten soll. Mein Mann war auch überfordert und sagte, er würde mich bei allem unterstützen.



Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Hebamme, war mir klar, dass ich nach Hause gehen möchte und es dort passieren lassen will. Ich bekam von einer Krankenschwester einen kleinen Teddybär mit einem Stern auf der Brust. Als Symbol für unser Baby, ein Sternenkind. Dieser Moment war wirklich hart – ich war ganz alleine und konnte kaum begreifen, was da gerade passiert.



Wieder zu Hause verbrachte ich den Tag im Bett, abends wurden die Blutungen und Schmerzen heftiger und um 19.30 Uhr war es vorbei. Ich war nun nicht mehr schwanger.



Der Verlust unseres Kindes trifft mich hart, aber ich habe auch immer noch mit der Tatsache zu kämpfen, dass ich im Krankenhaus so alleine war und niemand da war, der mich in den Arm genommen hat. Ich verstehe die Sicherheitsmaßnahmen im Krankenhaus, aber in Situationen wie meiner muss man vielleicht individuell entscheiden, welcher der richtige Weg ist…



Ich habe lange gebraucht, um wieder stabil zu sein. Jetzt möchten wir es nochmal versuchen, obwohl mir bewusst ist, dass die Zeit jetzt gerade nicht ideal ist. Drückt mir trotzdem die Daumen, dass alles gut ausgeht und wir bald zu fünft sind.
               
Fehlgeburt: "Ich war allein in der Klinik als ich mein Kind verlor" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fehlgeburt-was-hat-euch-in-dieser-situation-geholfen
       
Ich heiße Kathi, bin 34 Jahre alt und habe eine 5 jährige Tochter. Am Nikolaustag habe ich erfahren, dass ich in der 11. Woche mein zweites Kind verloren habe. Seitdem bin ich in einem tiefen Loch.



Ich weine sehr viel, spüre nur Leere und Kälte in mir. Mein Mann und ich sprechen zwar viel darüber, aber ich bin einfach nur traurig. Meine Frauenärztin war leider sehr empathielos, das schmerzt zusätzlich.



Daher meine Bitte: Es würde mir gut tun, wenn andere Mamas berichten, wie sie nach einer Fehlgeburt wieder auf die Beine gekommen sind, was ihnen geholfen hat und wann der Schmerz besser wird. Vielen Dank für Eure Hilfe.




               
Fehlgeburt: Was hat Euch in dieser Situation geholfen? |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fitness-influencerin-mit-81-jahren-erika-rischko-ist-die-coolste-oma-auf-tiktok
       
Liebe Frau Rischko, Sie sind 81 Jahre alt und TikTok-Star – als Fitness-Influencerin. Das klingt so unglaublich. Wie kam es dazu?



Meine Tochter hat im Februar 2020 die ersten Videos auf Instagram hochgeladen für Familie und Freunde. Dann kam der Lockdown im März und irgendwie hat jeder auf Instagram Fitness gemacht, einschließlich Fitness Challenges. Und dann hat meine Tochter im April TikTok entdeckt und der Rest ist Geschichte…







Sogar Ihr Mann macht ja mittlerweile mit bei ihren Videos. Was gibt Ihnen das für sich selbst, aber auch für Sie als Paar und Familie?



Spaß, Spaß, Spaß. Und ein paar lustige Videos für alle. Wir haben schon immer viel Zeit miteinander verbracht, aber durch das Drehen verbringen mein Mann und ich noch mehr Zeit mit unserer Tochter, was sehr schön ist.



Zehn Millionen Aufrufe hat Ihr erfolgreichstes Video mittlerweile: Können Sie das glauben? Was macht das mit Ihnen?



Ich bin sehr stolz darauf, aber auch echt geehrt, dass auch so viele junge Menschen uns toll finden. Ich bekomme die nettesten Komplimente und es ist einfach schön, dass so viele Leute mich und meinem Mann inspirierend finden.







Ihr rheinisches Motto lautet: „Je oller, desto doller“ – Legen Sie doch gern mal los und machen uns jungen Müttern ein bisschen Mut fürs Alter!



Man soll immer nur das machen, wozu man Lust hat. Finde etwas, das dir Spaß macht, sonst hält man nicht durch. 



Sie haben ja sogar neue, künstliche Kniegelenke und lassen sich dennoch nicht abhalten… wie besiegen Sie Ihren Schweinehund?



Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mal keine Lust zum Sport hatte – daher gilt, ich muss keinen inneren Schweinhund überwinden, sorry. 



Tanzen, Power-Yoga, Faszien-Training: Sie machen Videos zu verschiedensten Sportarten und mit ganz unterschiedlichen Übungen zu Hause, sogar Trizeps-Training an Stühlen: Welche mögen Sie selbst am liebsten und welche hat Ihnen zuletzt den schlimmsten Muskelkater beschert?



Ich liebe jegliche Form von functional workouts. Das mache ich am liebsten. Wobei mir TRX (Schlingentraining) meist den den größten Muskelkater beschert.







Was gibt Ihnen der Sport und was können wir daraus vielleicht für uns mitnehmen, um gut mit all unseren Kindern durch den Lockdown zu kommen?



Sport gibt mir Seelenfrieden. Der Ausgleich zum Alltag ist so wichitg. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, wie Familien im Lockdown alles so gut meistern – homeschooling, homeoffice. Hut ab an alle, die das so toll meistern! Wenn möglich vielleicht das ein oder andere Workout Video zusammen machen – es gibt so viele bei YouTube, da sollte für alle was dabei sein und wenn das Wetter es zulässt: Draußen Spot machen zusammen als Familie.
               
Fitness-Influencerin mit 81: Erika Rischko ist die coolste Oma auf TikTok
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/frohe-ostern-an-euch-alle
       
Ihr Lieben, wir hoffen, Ihr habt eine dampfende Tasse Kaffee oder Tee vor Euch, der Osterhase war schon da und hat Euch ordentlich Schokolade gebracht.



Ja, es sind „schon wieder“ andere Ostern, als wir es uns wünschen. Zum zweiten Mal in Folge seid Ihr vielleicht nicht mit Euren Liebsten zusammen. Vielleicht fühlt sich dieses Jahr auch alles noch schwerer an als letztes Jahr, denn uns allen stecken verdammt anstrengende Monate in den Knochen.



Haltet mich für naiv, aber mir war letztes Jahr an Ostern nicht klar, wie lange und wie sehr diese Pandemie unser Leben beeinflussen wird. Im letzten Jahr ist wohl fast jeder von uns durch die verschiedensten Phasen gelaufen: Hoffnung, Wut, Müdigkeit, Verzweiflung, Resignation -alles war dabei. Oft haben wir gedacht, dass wir keine Kraft mehr haben. Aber: Wir haben es geschafft. Wir haben es geschafft, heute unseren Kindern ein schönes Osterfest zu bereiten, wir haben unsere Kinder durch monatelanges Homeschooling begleitet, sie emotional aufgefangen – das ist eine WAHNSINNS-LEISTUNG.



Wir wollen Euch alle heute einmal virtuell fest in den Arm nehmen. Ihr seid großartig, wir sind so stolz auf Euch.



Wir sind auch sehr dankbar, dass Ihr uns im letzten Jahr die Treue gehalten habt, dass wir miteinander durch diese schwere Zeit gegangen sind. Euer Vertrauen, Eure Lebensgeschichten haben einen groben Anteil daran, dass auch wir immer wieder aufgestanden sind und für Euch weiter gemacht haben.



Lasst uns weiter gut zusammen halten, von einander profitieren, auf einander achten und nachsichtig miteinander sein. Mehr denn je brauchen wir Banden, um nicht alleine durch dieses Chaos zu müssen. Wir bleiben weiterhin Euer virtuelles Dorf, bei dem Ihr Euch nicht verstellen müsst und in dem alle Emotionen erlaubt sind.



Frohe Ostern, Euch allen.




               
Frohe Ostern an Euch alle | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/frohe-wechseljahre-mit-35-kam-steffi-in-die-menopause
       
Liebe Steffi, im Jahr 2017 wurde bei Dir ein Borderlinetumor am Eierstock festgestellt. Was genau ist ein Borderlinetumor und wie wurde das festgestellt?



Im Dezember 2016 hatte ich während meiner Periode leichte Beschwerden, was für mich völlig ungewohnt ist, denn normalerweise habe ich das unglaubliche Glück, dass ich nie Schmerzen während der Periode habe.



Deshalb vereinbarte ich vorsorglich einen Termin bei meinem Gynäkologen. Bei der Ultraschalluntersuchung stellte mein Gyn dann eine „Zyste“ am Eierstock fest, sowie freie Flüssigkeit im Bauchraum. Er war aber ganz entspannt und meinte, wir nehmen erstmal Blut ab und beobachten es. Das war kurz vor Weihnachten und ich war froh, dass doch alles ok ist.



Nach den Feiertagen erhielt ich aber einen Anruf von meinem Arzt, der plötzlich gar nicht mehr entspannt war. Die Blutuntersuchung hatte ergeben, dass mein Tumormarker erhöht war und ich sollte umgehend in die Praxis kommen. Dort erklärte er mir, dass dies dringend näher untersucht werden muss und ich vereinbarte einen Termin im Krankenhaus zur Bauchspiegelung.



Die Zyste wurde entfernt und schon im Krankenhaus teilte man mir mit, dass es wohl ein Borderlinetumor ist, das ist eine Form von Eierstockkrebs. Der Unterschied hierbei ist, dass diese Form von Krebs sich nicht invasisv verteilt, sondern auf dem Gewebe sitzt. Das bedeutet auch, dass die Heilungs- und Behandlungsoptionen viel erfolgsversprechender sind.



Kannst du sagen, was bei der Diagnose in Dir vorging? 



Ja, das war hart. Mein Kleiner war gerade 1 geworden, ich wollte diese Babyzeit so richtig genießen, mein mittleres Kind ist mit einer angeborenen Fehlbildung zur Welt gekommen und damals fühlte ich mich immer betrogen, um die erste innige Zeit mit ihm, die durch Krankenhausaufenthalte geprägt war.



Ich stillte meinen Kleinen noch voll, er wollte einfach nicht essen und nun musste ich von heute auf morgen ins Krankenhaus und es fühlte sich an, als ob er mir aus dem Arm gerissen wurde. Und dazu die Angst, ob ich je wieder gesund werden würde und meine die Kinder aufwachsen sehen kann.  Nach meiner Eierstockentnahme wurde mir noch der Harnleiter verletzt, Urin lief in meinen Bauch und ich hatte sehr starke Schmerzen. Da man aber noch warten wollte, bis die endgültigen Laborergebnisse da sind, musste ich das 3 Wochen aushalten – rückblickend die schlimmsten 3 Wochen in meinem Leben. 



Wie ging es weiter? Welche Therapien/Operationen hast du erhalten? 



Die 3 Wochen zwischen der Eierstockentnahme und der großen OP verliefen wie in Trance. Als feststand, dass es sich um einen Borderlinetumor handelte, war ich auf der einen Seite natürlich erleichtert, da dies operativ sehr gut zu behandeln ist. Aber ich hatte auch Angst vor der großen OP. Ich hatte Angst davor, dass mir alle Fortpflanzungsorgane entnommen werden – ob das der Fall sein würde, stand vor der OP nämlich noch nicht fest. Man wollte versuchen ,organerhaltend zu operieren, wobei auch immer gesagt wurde: „Sie haben ja schon 3 Kinder, da können sie ja froh sein.“



Mir wurden schließlich doch beide Eierstöcke, die Gebärmutter, der Blinddarm und Teile des Bauchnetztes entfernt. Während der OP stellte man noch fest, dass mein Harnleiter verletzt war und in meinem Bauchraum Urin gelandet war. Dies wurde direkt mit behoben.



Es gab Nebenwirkungen dieser heftigen OP….



Nach der OP wurde mir direkt eine Östrogensalbe auf den Nachtisch gestellt und gar nicht viel dazu gesagt. Nur: „Das müssen sie jetzt einmal täglich anwenden, um Osteoporose vorzubeugen.“ Das klang logisch für mich, also benutzte ich sie und hatte weiter noch keine Idee welche Konsequenzen so eine große Operation bedeuten sollte. 



Wie hat sich dein Körper durch diese Hormonumstellung verändert?



Mein Körper war von jetzt auf gleich in den Wechseljahren, mit gerade mal 35 Jahren. Die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen blieben aufgrund der Hormonsalbe aus. Aber ich hatte fortan Schwierigkeiten meinen Urin zu halten, was mich fertig gemacht hat. Außerdem bin ich vergesslich geworden, habe immer wieder Schmerzen in den Gelenken, die Haut im Scheidenbereich ist komplett trocken. Dazu kommen die Vernarbungsschmerzen der OP.



Und dann hast du in der Reha festgestellt, das sich auch deine Klitoris verändert hat. Was hat es damit auf sich? 



Aufgrund der fehlenden Hormonversorgung kommt es zur Scheidenatrophie. Das heißt, die Haut wird dünner, die Milchsäurebakterien verschwinden und das saure Milieu ist nicht mehr vorhanden.  Außerdem geht die Speicherfähigkeit der Fettdepots an der Harnröhre verloren, das ist dann auch der Grund, weshalb ich Schwierigkeiten mit dem Urin halten habe bzw. immer kleine Mengen verliere und weshalb die Klitoris so geschrumpft ist.



Hattest du damals das Gefühl, du bist gut informiert und aufgeklärt?



Auf keinen Fall. Natürlich wurde ich darauf hingewiesen, dass ich keine Kinder mehr austragen kann, dass ich ein erhöhtes Risiko besitze für Osteoporose – aber das war es auch schon. Ich musste mir die Informationen selber zusammentragen und bin noch nicht am Ende damit. Es ist auch wahnsinnig schwierig, einen ganzheitlichen Ansprechpartner zu finden, im Sommer habe ich endlich einen Termin in einer Hormonsprechstunde in der Uniklinik. Ich bin gespannt und hoffe sehr, einen Ort zu finden, wo ich mich aufgehoben fühlen kann.



Zur Atrophiebehandlung gibt es eine neue Lasermethode, die sehr erfolgversprechend, aber nicht von den Krankenkassen getragen werden.



Das Körperliche ist das eine – wie hat deine Seele das alles verdaut?



Es gibt Zeiten, da geht es mir gut und ich habe fast vergessen, was da 2017 über uns alle hereinbrach. Aber dann kommt immer wieder die große Traurigkeit, nie wieder ein Baby in mir spüren zu können, nie wieder einem Kind das Leben zu schenken. Ich durfte diese Entscheidung nicht selbst treffen und das belastet mich immer wieder. 



Meine Tochter befindet sich zurzeit in der Pubertät und ihre Menstruation ist eingesetzt. Das hat mich so aus der Bahn geworfen. Dieses Gefühl nicht, mehr im Club zu sein.  Manchmal habe ich das Gefühl, mein Körper ist schon älter als ich es bin.



Ich bin gar nicht der Typ, der sich unterkriegen lässt, sondern stehe immer wieder auf und schaue nach vorne. Dennoch finde ich so wichtig, die Traurigkeit aber auch zuzulassen. Leider ist das aber gesellschaftlich ein schwieriges Thema. Entweder sind Menschen unsicher, weil sie nicht wissen, wie sie mit einer Krebserkrankung umgehen sollen – oder sie sagen: „Stell dich nicht so an, du hast ja drei Kinder.“



Wodurch hast du in dieser schweren Zeit Kraft geschöpft?



Ich habe einen unglaublich tollen Mann, der mich in allem unterstützt, der die schlimme Zeit großartig gemeistert und den Laden hier alleine geschmissen hat und sich auch noch nebenbei um mich gekümmert hat. Er weiß immer, wie es mir geht und versteht mich ohne Worte. Im Sommer 2018 haben wir dann noch mal geheiratet, es war unser Festival der Liebe, ein Familienfestival mit viel Musik für alle. Und natürlich haben mir meine Kinder viel Kraft gegeben.



Wie geht es dir heute? 



Mir geht es wirklich überwiegend sehr gut. Ich habe meinen Weg mit der Menopause gefunden, habe mich eingerichtet und weiß mittlerweile in welche Richtung es geht.



Ich habe aber immer noch Sorge, dass es zu einem Rezidiv kommt und bin jedes Mal unglaublich froh, wenn mein Gynäkologe nichts gefunden hat…
               
Frühe Wechseljahre: Mit 35 kam Steffi in die Menopause |
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Ihr Lieben, wir wünschen Euch frohe Weihnachten. Ja, dieses Fest in anders. Vielleicht sehnt Ihr Euch gerade schmerzlich nach den Großeltern, vielleicht seid Ihr aber auch ganz glücklich damit, weniger Reisestress zu haben als in den letzten Jahren. Vielleicht seid Ihr müde und angestrengt vom letzten Jahr, vielleicht voller Hoffnung auf 2021.



Jeder hat dieses Jahr anders lebt, jeder hatte ein anderes Päckchen zu tragen, jede Familie geht anders mit diesen Herausforderungen um. Das haben wir ganz deutlich an all Euren Zuschriften, Mails und Kommentaren in den letzten Monaten gemerkt.



Wir alle haben aber viel gelernt in 2020. Wie begehrt Klopapier und Hefe sein können, zum Beispiel. Oder dass sich Zoom-Meetings auch herrlich in Jogginghose machen lassen. Was ein R-Wert ist und die AHA-Regeln. Was Social distancing, Superspreading und Herdenimmunität bedeuten.



Und vor allem: Wie unglaublich wichtig menschliche Nähe, Umarmungen, persönliche Treffen sind. Diese lassen sich auf Dauer einfach nicht durch virtuelle Dates und Telefonate ersetzen….



Heute ist Weihnachten und wir wünschen Euch von Herzen schöne Feiertage. Ohne Geschwisterstreit, mit herrlichem Essen, mit Ruhe und Entspannung. Zur Erinnerung: Es muss nicht nonstop wunderbar sein – wenn die Stimmung kippt, rettet sie mit einem schönen Film. Es muss kein Vier-Gänge-Menü sein, eine leckere Hauptspeise und Eis zum Nachtisch sind doch total ausreichend. Lasst Euch nicht unter Druck setzen von perfekten Weihnachtsbäumen, Kindern in Kleidchen und glücklichen Paaren in den Social Media Kanälen. So ist das Leben nicht wirklich und das wisst Ihr auch.



Lehnt Euch zurück und seid stolz auf Euch, dass Ihr dieses Jahr gepackt habt. Wir alle haben viel geleistet und ausgehalten. Darauf stoßen wir heute mit Euch an. Macht es Euch gemütlich – nicht perfekt.



Frohe Weihnachten, Ihr Lieben!
               
Frohe Weihnachten an Euch alle! | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, Sabrina, 37, bekam mitten in der Coronazeit ihr zweites Kind – und alles lief anders als erwartet. Ihren Rückblick aufs letzte Jahr bezeichnet sie gar als Alptraum.



Was ist passiert? Zusammen mit ihrem Mann, 39, und dem sechsjährigen gemeinsamen Sohn hatten sie sich auf das neue Baby gefreut. Sie hatten sich extra eine Entbindungsklinik ausgesucht, in der sie nach der Geburt in einem Familienzimmer genug Zeit und Ruhe gehabt hätten, das neue Familienmitglied kennenzulernen. Der Papa, der große Bruder, die Mama und das Baby. 



Mitten in der Pandemie kam die Tochter als Frühchen zur Welt



Doch dann kam das kleine Töchterchen am 13.7.2020 zehn Wochen zu früh zur Welt. Die Geburt war ein Notkaiserschnitt, der Papa durfte nicht mit in den OP. Sabrina erzählt: „Ich habe Milena im OP zum ersten Mal schreien gehört. Es war ein so schönes Gefühl!“ Doch dann sah sie nur noch, wie ihre Kleine an zig Kabel geschlossen und in den Inkubator gelegt wurde. „Sie war so zerbrechlich, so zierlich und klein“, erzählt die Mama.



Nach der Geburt durfte ihr Mann noch ganze 20 Minuten bei ihr bleiben, bis 1.21 Uhr, dann musste er gehen. Milena kam auf die Intensivstation. „Ich blieb allein zurück, in meinem Zimmer. Ohne mein Baby, ohne meine Familie.“ Sabrina kämpft. Hält durch. Für sich. Für ihre kleine Familie.



Der Papa durfte das Baby nur 45 Minuten pro Tag sehen



Jeden Tag durfte der Papa sie und ihre Kleine pandemiebedingt zwischen 14 und 18 Uhr nur für 45 Minuten besuchen. Erst am dritten Tag durften sie ihr Baby zum ersten Mal känguruen. Mit Maske, aber immerhin – mit Körperkontakt.



In den ganzen ersten acht Wochen durften sowohl Mama als auch Papa ihre kleine Tochter nur mit Maske sehen. Sabrina sagt: „Ich fühl mich da um die Zeit beraubt. Durch die Maske war ja kein Kuss möglich oder Ähnliches.“



Die Geschwister lernen sich erst 8 Wochen nach der Geburt kennen



Der große Bruder durfte seine kleine Schwester bis zur Entlassung nicht kennenlernen. „Er durfte sie nicht einmal für eine Minuten sehen, nicht einmal aus der Ferne. Uns blieb nur, ihm Fotos zu zeigen.“ Dabei hätte er sich doch immer so an alle Vorgaben gehalten mit Desinfektionsmittel, Abstand und Hände waschen. Es reichte nicht und so verpasste er die ersten zwei Monate im Leben seiner kleinen Schwester. Er hat gelitten. „Jeden Tag hat unser Sohn geweint, weil er Milena so gern einmal sehen wollte.“



Sabrina hat von anderen Kliniken gehört, in denen das Besuchsrecht etwas liberaler gehandhabt wurde. Hier habe hatte sie keine Chance, sagt sie. „Ich bin echt froh, dass unsere Tochter noch ein Baby ist und von all dem nichts mitbekommt.“



Happy End zu Hause: Die Familie ist vereint



Milenas Start ins Leben als Frühchen war schwer. Mittlerweile entwickelt sich die Kleine aber richtig gut. Die Familie konnte sich nach dem Krankenhausaufenthalt endlich kennenlernen und zusammenwachsen. „Wir sind froh, endlich komplett zu sein“, sagt Sabrina, „und der große Bruder liebt seine Schwester über alles.“ Vielleicht sogar noch etwas mehr, weil er sie erst so spät kennenlernen durfte. Die Sehnsucht in dieser Zeit war einfach zu groß.
               
Frühchen: „Ein Alptraum, unser Baby in der Pandemie zu bekommen“
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/frueher-waren-die-wehen-kuerzer-aber-das-glueck-nicht-kleiner-lisa-ueber-das-glueck-ueber-ihre-erstgeborene
        Huhu Caro, ich weiß, Du bist grad internetlos unterwegs, sonst würdest heute sicherlich Du hier etwas schreiben, denn ICH muss mich ja erstmal von der gestrigen Kindergeburtstagsparty erholen 😉 Eigentlich jedenfalls. Ich bin noch etwas schlapp und mein Magen hat die vielen Süßigkeiten irgendwie auch nicht vertragen, so dass ich hier jetzt etwas wehleidig am Schreibtisch sitze und eigentlich lieber schlafen würde.
Aber weil ich mit meinem Wehenposting bei Facebook sagenhafte Resonanz erhalten habe und ich just jetzt gerade bei Spiegel Online einen Artikel zum Thema gefunden habe, muss ich doch kurz reinhauen, in meine Tasten (ist ja auch viel schöner, als die Steuererklärung, die hier nach mir ruft, wuhää). In dem Artikel heißt es nämlich, dass die Eröffnungsphase heute viel länger dauert als noch in den 60er Jahren! Die erste Phase der Wehen dauert heute erheblich länger. Bei Erstgebärenden sind das immerhin 2,6 Stunden zusätzlicher „Arbeit“. Ganz erklären könnne die Wissenschaftler den Unterschied nicht, es spielen wohl aber auch das Alter und das Gewicht eine Rolle, und beides ist im Durchschnitt höher geworden. Ein anderer Grund könnte auch der häufige Einsatz einer PDA sein, die die Geburt eher verlängert.
Nun, nachdem ich all die Leser-Kommentare zur Länge der eigenen Geburten gelesen habe – wow! – glaube ich auch, dass das wohl wirklich stimmt. Was habe ich da gelesen? 50 Stunden? 30 Stunden? Ein Wahnsinn. Meinen ganzen Respekt habt Ihr für diese Leistung. Die Frage ist ja auch, ab wann man zählt…
Ich dachte morgens um 8 Uhr zum ersten Mal: Irgendwas ist hier grad anders. Konnte es aber noch nicht richtig beschreiben. Um elf wollte mein Vater mit mir irgendwo hinfahren und ich blieb in weiser Voraussicht mal lieber zu Hause, weil irgendetwas rhythmisch war. Ich rief dann auch schon mal meinen Mann auf der Arbeit an, dass sich womöglich im Laufe des Tages noch etwas tut… Um 14 Uhr platzte die Fruchtblase. Zu Hause! Ich informierte Hebamme und Mann. Um 17 Uhr fuhren wir ins Geburtshaus, weil die Wehen heftig wurden. Und gegen 21 Uhr hätte unser kleines Wunder eigentlich in die Geburtswanne rutschen sollen. Alles war perfekt, Muttermund vollständig geöffnet, heftige Presswehen, aber es kam kein Kind. Geburtsstillstand. Um 23 Uhr kam der Krankenwagen und brachte mich in die Klinik. Die Kleine war nicht zu packen, also musste ein Kaiserschnitt her, der uns um 0.20 Uhr zu stolzen Eltern machte…
Sieben Jahre ist das jetzt her. Sieben Jahre, einen Tag und die feste Überzeugung später, dass uns nichts Besseres hätte passieren können als dieses Kind zu diesem Zeitpunkt, in dieser Nacht. Wir sind so glücklich und dankbar. Immer noch und immer mehr.
 
               
Früher waren die Wehen kürzer. Aber das Glück nicht kleiner... Lisa über das Glück über ihre Erstgeborene | STADT LAND MAMA
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Mein Leben  verlief genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Behütete Kindheit, Schulabschluss, duales Studium, einen liebevollen Mann, ein gemeinsames Zuhause und dann war er da – der positive Schwangerschaftstest! Die Krönung meines Traums vom Leben, den ich mir als junges Mädchen immer gewünscht hatte.



Es folgte die Bestätigung durch meine Frauenärztin und die nicht in Worte zu fassende Freude wuchs stetig. Da fiel es schon schwer, die ersten zwölf Schwangerschaftswochen nichts zu verraten. Aber dafür hatten mein Mann und ich uns bewusst entschieden. Zu oft und zu nah hatten wir schon miterlebt, dass das Glück plötzlich in dieser kritischen Phase von der Natur ausgebremst wurde.



Doch irgendwann war auch diese Wartezeit überstanden und wir teilten unser Glück mit jedem, der es hören wollte (oder auch nicht). Für zwei Wochen.



Denn dann stand unser Leben plötzlich Kopf! Blutungen!



Der Schock, die Fahrt mit dem Krankenwagen und die nicht enden wollende Stunde des Wartens, bis wir endlich wussten was Sache ist, werde ich nie vergessen. Wir hatten Glück. Das „Baby“, denn das war es für uns auch in diesem Stadium der Schwangerschaft und nicht bloß ein „Fötus“, lebte. „Plazenta praevia“ lautete die Diagnose, ein paar Tage Krankenhaus, zwei Wochen schonen und dann sollte alles wieder ganz normal weiterlaufen, so die Prognose des Arztes.



Doch es kam anders. Aus ein paar Tagen wurden drei Monate stationärer Krankenhausaufenthalt. Außer Duschen, Toilette und ab und an ein paar Spazierfahrten im Rollstuhl war Liegen angesagt. Aber das war nicht das Problem. Das Problem war die Angst, die ständigen nicht enden-wollenden Komplikationen, das „wir können nichts sagen“ der Ärzte. Es brachte mich nahezu an meine Belastungsgrenze.  



Aussagen wie „Ihr seid doch jung und habt noch Zeit für ein Baby“ oder „Du musst dich auch mal mit dem Gedanken beschäftigen, dass das Baby es nicht schafft“ trafen mich mitten ins Herz. Nein, ich wollte, dass dieses Baby lebt und dafür wollte ich alles in meiner Macht stehende tun. Nur leider stand ganz im Gegensatz zu meinem bisherigen Leben nicht wirklich viel in meiner Macht.



Aber wir hielten weiter durch. Den Tag in der 17. Schwangerschaftswoche, an dem ich wegen eines möglichen Abbruchs kein Abendessen mehr bekam überstanden wir genauso wie die letzten beiden Wochen vor der Geburt, in denen ich jeden Morgen nüchtern zum Ultraschall erscheinen musste und immer wieder neu entschieden wurde, ob wir es noch einen Tag oder ein paar Stunden hinauszögern konnten.



Dann traten eines Nachts erneut Komplikationen auf und es war besiegelt. In aller Ruhe sollte die Morgenschicht den Kaiserschnitt vorbereiten. Im Ultraschall dann die Überraschung: unser Baby, das seit Wochen (nur noch mit einem Hauch von Fruchtwasser) quer gelegen hatte, was einen T-Kaiserschnitt bedeutete, hatte sich gedreht. Für mich war es wie ein Zeichen! Und dann wurde es doch noch ein Wettlauf mit der Zeit. Im CTG fielen die Herztöne immer wieder ab. Hektik kam auf. Ich hatte Panik. Nein, das durfte nicht sein. Wir hatten es so lange geschafft. Jetzt durfte es nicht daran scheitern, dass die Geburt vielleicht zeitlich etwas zu spät stattfand.



Doch die Ärzte gaben alles und es reichte. Mit 30,5 cm und gerade mal 570 Gramm erblickte unser Sohn mit 27+2 Schwangerschaftswochen das Licht der Welt.



Und von mir fiel alles ab. Mein Körper und ich hatten alles getan, was möglich war. Und trotzdem war es viel zu wenig, so jedenfalls mein Gefühl. 



Nun lag dieses wirklich zarte kleine Menschenkind, das sich eigentlich in meinem Bauch noch wochenlang gemütlich hätte ausruhen sollen, dort ganz allein. Voller Kabel und Schläuche. Ich denke, man muss nicht groß erklären, was das für eine Mama bedeutet. 



Angefeuert durch die Hormone, die eine Geburt so mit sich bringt, konnte ich nur noch eins – weinen, weinen, weinen und doch war da immer das unendliche Glück und die Hoffnung auf die gemeinsame Zukunft.



Es folgten Wochen des Aufs und Abs. Jede Bradykardie versetzte mich in Panik und ich dachte, mein Kind stirbt. Dann kam es zu Infektionen. Tage, an denen man sich von den Ärzten einen kleinen Hoffnungsschimmer erhoffte und doch nur hörte „wir müssen abwarten“. Sich am Abend von seinem Baby verabschieden zu müssen und nicht zu wissen, ob man es jemals lebend wiedersehen würde, war der pure Horror.



Aber wir hatten sehr großes Glück. Vielleicht der Sechser im Lotto, wie ein Arzt uns damals sagte. Von all den typischen Komplikationen, die gerade Extrem-Frühchen, bekommen konnten, blieben wir verschont. Unser Sohn kämpfte was das Zeug hielt! Und nach zehn Wochen konnte er  alleine atmen, seine Nahrung aus der Flasche trinken und der große Tag war da: Wir durften alle zusammen nach Hause!



Das war super schön, aufregend und beängstigend zugleich. Bislang hatte mir doch immer der Monitor gezeigt, ob es meinem Kind gut ging. Würde ich es bemerken, wenn etwas nicht stimmte? Ich musste erst lernen, mit der Situation umzugehen und sie einzuschätzen, meinem Mamainstinkt zu vertrauen und die Angst war zu Beginn nach wie vor mein treuer Begleiter. Die letzten Monate hatten uns alle geprägt und der Weg in ein „normales“ Leben war gar nicht so einfach. Doch die Zeit half uns dabei und unser Sohn entwickelte sich, zwar etwas langsamer als ein reif geborenes Baby, zu einem kleinen fröhlichen Jungen. 



Heute bemerkt man seine Frühgeburtlichkeit nur noch daran, dass er zu klein und zu leicht für sein Alter ist. Und an den Fragen, die er hierzu stellt. Von Anfang an haben wir uns dazu entschieden, offen mit diesem Thema umzugehen. So begann sein Leben und das haben wir in seinem Babyfotoalbum auch festgehalten.



Als unser Sohn fünf Jahre alt wurde häuften sich die Fragen zu seiner Geburt. So sehen doch keine Babys aus. Zumindest nicht die Babys, die er bisher kannte. Und was machten die ganzen Kabel und Schläuche an seinem Körper?



Uns war es wichtig, dieses Thema kindgerecht mit ihm aufzuarbeiten. Deshalb sahen wir uns nach geeigneter Kinderliteratur zu diesem Thema um. Doch das, was wir suchten, fanden wir nicht.



Im Nachhinein betrachtet war es auch für mich so etwas wie Verarbeitung des Erlebten, denn ich setzte mich hin uns schrieb für meinen Sohn (und für meine Tochter, die drei Jahre später ebenfalls als Frühchen zur Welt kam) ein Kinderbuch nach meinen Vorstellungen. Neben der Schwangerschaft und Geburt wird das Leben auf der Intensivstation mit seinen Fachbegriffen im Detail dargestellt und kindgerecht erklärt. Aber was mir ganz besonders wichtig war: Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Gefühlswelt und warum Frühchen etwas ganz Besonderes sind und bleiben!



Mit der Veröffentlichung des Buches „Gekämpft! Geschafft! Niklas erklärt die Frühchen-Welt“ geht für mich ein großer Traum in Erfüllung. Der Traum, den Kindern, die zu Beginn ihres Lebens schon so kämpfen mussten, zumindest bei der Aufarbeitung ein bisschen zu helfen.




               
Frühgeburt: Mein Sohn kam mit 570 Gramm auf die Welt |
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Viele Monate sind ins Land gegangen, heute möchte ich Euch erzählen, wie es Paul geht. Vor fast genau einem Jahr gab es hier ein Interview mit mir, Peggy, über die Essstörung meines fünfjährigen Sohnes. Damals aß er nur bestimmte Brotsorten, Pudding, Äpfel und Bananen. (HIER das erste Interview zu der Essstörung) Voller Hoffnung gingen wir damals nach Graz in eine Klinik, die auf frühkindliche Essstörungen spezialisiert ist.



Wir verließen die Klinik mit wenig Erfolgen. Ich bin daraufhin in ein tiefes Loch gefallen, um mich abzulenken, habe ich mich in die Arbeit gestürzt. 2019 war nicht mein Jahr, es hat mir alles sehr stark zusetzt, ich habe mich selbst, meine Ehe und meine Freunde stark vernachlässigt.



Anfang Januar 2020 habe ich beschlossen, dass nun Schluss ist mit diesen Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen. Ich habe eine Kur für Till, den kleinen Bruder von Paul, und mich beantragt, um unsere Bindung zu stärken. Till musste schon immer viel zurück stecken. Paul hat so viel Energie gesaugt, da blieb oft zu wenig für Till übrig. Wegen Corona musste die Kur nun ausfallen, aber wir holen das ganz sicher nach.



Wie geht es Paul? Aktuell recht gut. Seine Blutwerte werden alle sechs Monate im SPZ kontrolliert,  zuletzt war „nur„ der Vitamin D- Wert sehr niedrig, er bekommt weiterhin Movicol.



Paul wächst zu einem schlauen, selbstbewussten Jungen heran und freut sich unheimlich auf die Schule. Er interessiert sich sehr für Zahlen und Buchstaben. Er geht regelmäßig zur Ergo und Logopädie. Bei der Ergo liegt gerade der Fokus auf Vorschularbeit.



Die Esstherapie machen wir seit Graz nicht mehr, einfach um den Fokus nicht mehr aufs Essen zu lenken. In der Logopädie macht er verschiedene Übung, um seine Mundmuskulatur zu stärken. Seine Zungenmuskulatur ist schwach, es fällt ihm schwer zu schnalzen oder aus einem Strohhalm zu trinken bzw. diesen nur zwischen Zunge und Gaumen festzuhalten. Die Logopädin meinte, dadurch das Paul nur bestimmte Konsistenzen an Nahrungsmitteln isst, ist die Zungenmuskulatur nicht so gut ausgebildet.



Sein Würgereflex ist weiterhin sterk vorverlagert, was die Erklärung dafür ist, dass er viel eher würgen muss als manch anderer, wenn er sich zum Beispiel nur verschluckt oder hustet. Ich bin so unendlich dankbar dafür das Paul so tolle, engagierte Therapeutinnen hat, die Mädels machen ein tollen Job und Paul geht nach knapp drei Jahren immer noch gerne hin. Ich denke, wir wären heute nicht da wo wir aktuell sind, gerade in Bezug auf Sensorik.  Das Anfassen verschiedener Konsistenzen, von schleimigen, weichen Materialien machen Paul jetzt fast schon Freude.



Trotz der Therapie in Graz hat sich in Bezug aufs Essen nicht viel getan. In der Kita isst er nach wie vor nur trockenes Brot, zu den Obstpausen Apfel oder Banane. 



Zum Frühstück isst er nur Dinkeltoast mit Schoko Aufstrich. Mittags tauscht Toast mit Knäckebrot oder Filinchen. Dazu gibt es meist Banane oder Apfel. Wir haben uns eine Heißluft Popcorn Maschine angeschafft, so dass er auch oft eine Schüssel Popcorn (naturbelassen/zuckerfrei) zu Mittag isst. Ansonsten gäbe es alternativ noch Laugenstange oder Dinkelstangen. Er mag auch die ganze Bandbreite der „frechen Freunde“. Als Corona anfing, habe ich in der Drogerie alle Tüten davon leer gekauft. Ich hatte tatsächlich Angst, dass wir ein Problem mit der Nahrungsversorgung bei Paul bekommen könnten….



Zum Abendessen isst er meist  einen Schokopudding. Dieser Pudding ist auch das Einzige, was er mit dem Löffel isst. Es gibt noch einen anderen Schokopudding aus dem Biomarkt, den er auch gerne mag, aber diesen isst er nur gedippt mit Dinkelstangen, niemals mit dem Löffel. Dazu gibt es Knäckebrot, wenn er gut drauf ist, mit Erdbeermarmelade – aber da muss es auch eine ganz bestimmte Sorte sein.



Manchmal experimentiert Paul auch, letztens zum „Kaffee“ wollte er Apfelmus, weil sein Bruder das gegessen hat. Würde ich das zum Thema machen, würde er das neue Lebensmittel sofort ablehnen. Deshalb ist es wichtig, so eine Seltenheit nicht zu kommentieren. Er wollte Zimt und Zucker dazu, ich habe ihn machen lassen. Das hat ihm so gut geschmeckt, dass er vier Schüsseln gegessen hat.



Ich bin mir zu 1000% sicher, das Paul an der seltenen Krankheit SED (selektive Essstörung) leidet. Leider sind die Forschungen dazu in Deutschland noch nicht so weit, im englischsprachigen Raum sieht das anders aus, dort ist SED  seit 2013 eine anerkannte Krankheit.



Ich möchte über diese Krankheit aufklären und so für den Umgang mit Betroffenen sensibilisieren. Denn: Viele Betroffene ziehen sich später ziemlich aus dem Sozialen Leben zurück. Sie haben keine Freude daran, mit Freunden essen zu gehen. Sie wollen nicht mit ihrem Partner kochen, nicht auf Geschäftsessen gehen. Das alles ist ein Graus für sie und so grenzen sie sich aus.



SED- Erkrankte werden zurückgewiesen, belächelt, nicht ernst genommen und das empfinden sie als noch viel schlimmer als die Sache an sich. Ich möchte, dass (Kinder-) Ärzte darin geschult werden, dass sich Betroffene oder deren Eltern wahrgenommen fühlen und nicht mit Aussagen wie „das verwächst sich“ oder „ach, das ist doch nur eine Phase“ abgestempelt werden.



Ich versuche Paul zu helfen, in dem ich mich mit seiner Störung auseinander setze und unsere Freude und Familie seine Krankheit verstehen. Ich will, dass er sich sicher, akzeptiert und angenommen fühlt.



Ich bin bei meiner Recherche auf einen englischen Psychologen aufmerksam geworden, der sich auf diese Störung spezialisiert hat. Der Psychologe geht nicht von einer Essstörung aus, so wie sie bei Anorexie oder Bulimie vorliegt, sondern er verfolgt den Ansatz, dass es sich bei dieser Störung um eine Form der Phobie / Angst vorm unbekannten-Essen handelt.



Das könnte Sinn ergeben, weil es bei dieser Essstörung ja nicht darum geht, dass man eine verzerrte Wahrnehmung seines eigenen Körpers hat (was bei Anorexie und Bulimie ja zentral ist), sondern der Körper leitet eine Abwehrreaktion gegen das Essen ein, weil hier eine Fehleinschätzung dahingehend erfolgt, dass unser Unterbewusstsein das Essen als unsicher einstuft und daher ablehnt. 



Wichtig ist mir noch zu sagen, dass SED-Betroffene nicht in die Enge getrieben werden wollen.  Aussagen wie „Ach, probiere doch mal“ oder „Das ist soo lecker“ setzt sie enorm unter Druck. Denn es ist nicht eine Frage des Wollens, sondern des Könnens. Viele Betroffene können nicht „sichere Lebensmittel“ weder riechen, anfassen, probieren, schmecken, kauen oder unmöglich schlucken. Sie empfinden Angst, bekommen Schweißausbrüche, bekommen Panik, müssen würgen oder sich gar übergeben.  



Es zerreißt mich innerlich, dass Paul so empfindet.  Als seine Mutter möchte ich ihm seinen Weg so einfach wie möglich gestalten und ihn immer unterstützen. Ich weiß, er wird nie ein Gourmet-Koch werden, aber vielleicht schaffen wir es, dass er mit seiner Störung selbstbewusst und gut in unserer Gesellschaft leben kann.
               
Frühkindliche Ess-Störung: Mama Peggy erzählt, wie es Paul heute geht | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, gestern erreichte uns dieser Beitrag unserer Leserin Sabrina, den wir gern hier mit euch teilen wollen. Uns ist natütlich bewusst, dass es auch Menschen gibt, die wahnsinnig froh sind, dass nun in Bundesländern wie NRW mit steigenden Inzidenzwerten keine Schule in Präsenz stattfinden wird.



Trotzdem gibt es auch für sie ja keinerlei Entlastung, was das Arbeitspensum angeht, dass sie eben neben der Begleitung des Distanzunterrichts auch noch bewältigen müssen, als wäre nichts. Als gäbe es keine Pandemie. Als existierten unsere Kinder mit ihren Sorgen, mit ihren Launen, mit ihren Aufgaben und Fragen nicht. Und genau hier braucht es Entlastung.



Wir dürfen als Eltern einfach nicht übersehen werden – ganz gleich, ob wir für oder gegen Schulschließungen sind. Die Mehrfachbelastung drückt sonst zu viele von uns in die Knie. Hier Sabrinas Appell:



Ihr Lieben, ich würde mich freuen, wenn das Ende der Schulferien und der „Beginn“ der „Schulzeit“ zum Anlass genommen wird, um die schwierige Situation der Eltern zu sehen und um uns Gehör zu verschaffen.



Ich möchte für die Rechte meiner Kinder einstehen und mir in der Zukunft keine Vorwürfe anhören müssen, warum ich nicht für meine Kinder eingestanden bin. Und auch für meine Rechte als (arbeitende) Mutter. Ich möchte Antworten auf Fragen zu der (gefühlten) Ungerechtigkeit und Trägheit des Schulsystems.Ich möchte Verantwortung für das von mir geforderte Tun übernehmen!!!



Ich wohne in Vaihingen/Enz, bin 35 Jahre alt, verheiratet, Mutter von fünf Kindern und Juristin.Aufgrund der bevorstehenden Homeschooling-Zeit lag es mir am Herzen, meinen Frust nicht nur weiter in mich hineinzufressen, sondern einen Weg zu finden, meine Ängste und Sorgen herauszulassen.Das, was mir in den Sinn gekommen ist, ist natürlich nur eine Momentaufnahme eines Tagesabschnitts von mir und wahrscheinlich auch von vielen anderen Eltern. Ich möchte damit meinen Unmut und mein Leid zum Ausdruck bringen. Ich möchte, dass der Situation der Familien mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.



Ich bin Mutter von fünf Kindern zwischen anderthalb und neun Jahren und arbeite halbtags als Juristin.Meine Kinder können aufgrund eines Verdachtsfalls nicht in den Kindergarten. Deshalb betreue ich sie zu Hause. Da ich arbeite, habe ich gestern Abend – nach meiner regulären Arbeit morgens und meinem normalen Alltag als Mutter – abends noch für den nächsten Tag vorgearbeitet.



Am Morgen habe ich mit an mir zupfenden Kindern im Home Office noch weitergearbeitet, damit ich dann, während ich mit den Kindern draußen war, alles mit meinem Chef telefonisch besprechen konnte. Während ich dann anschließend die Kinder gebadet habe, habe ich das Badezimmer geputzt.



Jetzt schlafen die Kleinsten, ich setzte mich zu den Größeren und lese eine Geschichte vor, bevor ich dann Mittagessen machen werde und es in den normalen Tagesablauf übergeht. Abends werde ich dann wieder nacharbeiten, was ich heute Morgen nicht geschafft habe.



Zwischendurch versuche ich, nicht den Verstand zu verlieren, weil die ganze Situation auch mich persönlich als Mensch ohnehin schon belastet. Und dann will mir jemand noch vorschreiben, dass ich ab Montag auch noch für die Beschulung meiner größten Kinder verantwortlich sein soll?



Weil nicht genügend Tests beschafft werden konnten? Weil es in einem Jahr nicht gelungen ist, einen sicheren Arbeits- und Lernplatz für Lehrer und Schüler zu gestalten? Weil diese Unflexibilität des Systems es nicht zulässt, dass Lehramtsstudenten, Referendare oder Aushilfslehrer herangezogen werden um in leerstehenden, momentan ungenutzten Räumlichkeiten, eine einigermaßen funktionierende Beschulung gestalten zu können? Weil die Ausrede „Wir können da auch nichts für! Was will man denn machen, wir ändern es ja doch nicht!“ viel einfacher ist, als sich Gedanken zu machen, wie es funktionieren könnte?!



Mit persönlich geht das eindeutig zu weit und da werde ich mich weigern. Ich bin nicht dafür zuständig, das auszubaden, was in einem Jahr Corona nicht geregelt werden konnte.



„Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die volle Verantwortung für dein Tun übernimmst“ (Dante Alighieri).Mit freundlichen Grüßen,Sabrina
               
5 Kinder, Job & wieder Homeschooling: „Nur nicht den Verstand verlieren“
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuenf-kinder-von-vier-maennern-scarlett-wuchs-im-chaos-auf
       
Liebe Scarlett, als dein Bruder 16 war, hat er erfahren, dass er nur dein Halbbruder ist, dass also der Mann, der ihn großzog, nicht sein leiblicher Vater ist. Wie hat er das erfahren und wie hat er reagiert?



Zunächst muss man sagen, dass wir eine ziemlich große Familie sind. Meine Mutter lebt mittlerweile in der 6. Ehe. Dass das im Laufe der Jahre kein Spaß war, wenn man bedenkt, dass sie auch noch etliche Affären nebenbei hatte, könnt ihr euch sicherlich vorstellen.



An dem Tag, an dem mein Bruder das erfahren hat, ging es mal wieder im finanzielle Unterstützung. Der „Vater“ zahlte unregelmäßig und hat auch sonst oft Ärger gemacht. Er hat meine Mama und uns Kinder mehrfach körperlich attackiert. Diesmal ging es um seinen Zuschuss zu einer Klassenfahrt und der „Vater“ hat es im Zuge dessen am Telefon einfach rausgeknallt.



Was für ein Mensch muss man sein, um so etwas Wichtiges einfach in seinem Zorn loszuwerden? Er war ja jahrelang wirklich wie ein Vater – da müsste er doch eigentlich das Bedürfnis haben, sein Kind zu schützen – auch wenn es nur auf dem Papier sein Kind ist. 



Du sagst, du als Schwester hättest schon länger von dem Familiengeheimnis gewusst. Wie kam es denn dazu und wie hattest du zuvor auf die Info reagiert?



Wie schon gesagt: unsere Familie ist groß und nicht ganz konventionell…Ich wusste es tatsächlich schon eine ganze Weile, weil ich meine Mutter mal am Telefon belauscht hatte. Und als ich 13 Jahre alt war, hat meine Mutter mir es auch direkt ins Gesicht gesagt. Ich frage mich, warum sie das getan an. Warum sie mich als Kind da reingezogen hat….



Was es mit mir gemacht hat? Es war halt einfach so. Wir sind fünf Geschwister von vier verschiedenen Männern. Ganz platt gesagt, ob es jetzt der Vater oder der Vater war, war mir damals echt egal. Meine Geschwister waren meine Geschwister. Es war mir auch immer ziemlich egal, dass sie ja „nur Halbgeschwister“ sind. Das macht für mich bis heute keinen Unterschied. Sie sind meine Familie und ich liebe sie bis heute. Wenn man seine Geschwister füttert, badet, wickelt, sie ins Bett bringt, dann ist es egal, ob man den gleichen Vater hat.



Wie bist du mit deinem Bruder seit diesem Telefonat umgegangen?



Er tat mir sehr leid. Tut er noch heute. Er hatte das nicht verdient, es auf diese Weise zu erfahren und ich glaube, dass er sich ziemlich verlassen und betrogen gefühlt haben muss. Er hat über all die Jahre viel Ablehnung von seinem „Vater“ gespürt und wusste nie warum. Nun kannte er den Grund. Er muss viele schreckliche Gedanken in seinem Kopf gehabt haben. Er war wütend, traurig, enttäuscht.



Das heißt, dass der Vater es von Anfang wusste?



Das glaube ich nicht. Damals haben wir noch viel gefilmt. Ich habe mir die Aufnahmen angesehen – als mein Bruder noch ein Baby war, sieht man die Freude des Vaters über seinen Sohn. Ja, man konnte die Liebe wirklich sehen. Irgendwann veränderte sich das. Ich weiß nicht, ob das mit der Trennung von meiner Mutter kam oder später. Auf jeden Fall wurde es richtig schlimm, nachdem er eine neue Frau kennenlernte, die selbst einen etwas älteren Sohn hatte und meinen Bruder nicht leiden kann.



Es tut mir wirklich leid um meinen Bruder. Ich wünschte mir oft, dass ich eine bessere Schwester für ihn gewesen wäre.



Welche Erklärungen hat deine Mutter?



Meine Mutter ist ein Kapitel für sich. Sie hatte eine schreckliche Kindheit, sie ist von ihrem Vater missbraucht und geschlagen worden und das hat sie nie aufgearbeitet. Das hat sie innerlich kaputt gemacht und zu der Frau, die sie heute ist.



Ein Teil von mir hasst sie, weil unsere Kindheit schrecklich war. Es war das pure Chaos. Meine Mutter hat so viel Mist gebaut und ich hoffe, eines Tages sieht sie das auch ein.



Weiß dein Bruder denn mittlerweile wer sein leiblicher Vater ist?



Nein, der leibliche Vater weiß wohl auch überhaupt nicht, dass es meinen Bruder gibt. Meine Mutter schweigt bis heute über den leiblichen Vater.



Was hat das alles mit eurer Geschwisterbeziehung gemacht?



Im Laufe der Jahre haben wir alle den Kontakt zu unserer Mutter abgebrochen und auch der Kontakt unter uns fünfen ist sehr dürftig. Es ist einfach so viel passiert, es ist einfach schwer. Ich liebe meine Geschwister, aber irgendwie geht es gerade nicht…



Das muss hart für dich sein…



Ja, das ist es. Ich weine oft. Ich weine um meine Kindheit. Ich wollte einfach nur ein sicheres, harmonisches Zuhause. Das hatten wir alle nicht. Und diese Wunde wird nie verheilen, weil wir diese Zeit nicht nachholen können. 



Du bist mittlerweile selbst Mama.



Genau, meine Tochter wird im Dezember sechs Jahre alt, mit ihrem Vater bin ich nicht mehr zusammen. Aber wir wohnen sehr nah beieinander und leben das Wechselmodell.  Nach allem, was ich erlebt habe, habe ich mich entschieden, dass sich die Geschichte nicht wiederholen darf.



Ich war nie verheiratet, wollte nie von jemandem abhängig sein. Ich tue mich schwer, Männern zu vertrauen. Aber ich tue mein Bestes, um meine Geschichte zu verarbeiten. Dazu gehört auch, dass ich mich sehr darum bemühe, dass meine Tochter ihren Papa und mich als gutes Team erlebt. Sie soll immer spüren, dass wir sie lieben und dass sie gewollt ist. Denn ich weiß, was das mit Kindern macht, wenn sie genau das nicht spüren….
               
Fünf Kinder von vier Männern - Scarlett wuchs im Chaos auf |
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Das ist die Geschichte von unserem kleinen Kämpfer Tim. Ich möchte auch gerne unsere Geschichte erzählen, denn wir mussten lernen zu schwimmen – zu schwimmen zwischen Trauer und Glück.Vor fünf Jahren war unsere Welt noch in Ordnung. Unsere Welt, das waren mein Mann, unsere bezaubernde Tochter und ich. Ich war wieder schwanger und wir freuten uns sehr auf unser zweites Kind.



Ich hatte eine wunderschöne Schwangerschaft, 41 Wochen lang konnte ich meinen Kleinen spüren. Ich wusste, es ging ihm gut. Alles war vorbereitet und wir warteten gespannt auf seine Ankunft.



Der Tag, der unser aller Leben für immer veränderte….



Der Tag seiner Geburt sollte ein besonderer Tag werden, der 29. Februar. Dass dieser eine Tag unser Leben für immer verändern sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht. An diesem Tag entschied mein Frauenarzt, dass ich eingeleitet werde. Die Wehen setzten schnell und heftig ein, so dass ich meinen Mann anrief, dass er sich auf den Weg machen kann. Gemeinsam betraten wir den Kreißsaal, wo die Hebamme bereits auf uns wartete.



Die Wehen wurden immer stärker und ich hatte ein komisches Gefühl, das ich nicht deuten konnte. Ich sagte zu meinem Mann, dass ich das Gefühl hätte, wir sollten einen Kaiserschnitt machen, weil irgendetwas nicht stimmte. Die Hebamme redete mir jedoch gut zu, so dass wir uns nur für eine PDA entschieden. Und plötzlich ging es sehr schnell, die Geburt ging los.



Nach wenigen Presswehen war er da, aber im Kreißsaal blieb es still. Unser kleiner Kämpfer hat einfach nicht geatmet.



Auch ich kämpfte plötzlich um mein Leben



Sofort rief unser Frauenarzt den Kindernotdienst und orderte eine Ärztin hinzu. Die Ärzte taten alles, was in ihrer Macht stand, sie haben um unser Baby gekämpft. Während die Ärzte unser Söhnchen reanimierten und für den Transport in die nächste Kinderklinik vorbereiten, lag ich bereits im OP, denn dort kämpften die Ärzte um mein Leben.



Ich bin auf der Intensivstation aufgewacht, angeschlossen an alle möglichen Geräte – ohne zu wissen, wie es meinem Baby geht. Drei Tage ohne meinen Jungen vergingen, dann durfte ich ihn endlich sehen. Überall in seinem kleinen Körper steckten Schläuche und ständig schlug ein Alarm an.Für uns begann eine schwere Zeit voller Höhen und Tiefen. Denn natürlich klammerten wir uns an jeden noch so kleinen Strohhalm, jede noch so winzige Verbesserung des Zustandes führte zu regelrecht euphorischen Glücksmomenten. Umso schlimmer war dann die Enttäuschung, die Wut, wenn sich sein Zustand verschlechterte und neue negative Befunde von den behandelnden Ärzten verkündet wurden. Wir waren plötzlich gezwungen, uns mit dem Tod auseinanderzusetzen. Mit dem möglichen Tod des eigenen Kindes, für das wir unser eigenes Leben gegeben hätten – nur, damit es gesund werden würde.



Unser Kind sollte gehen dürfen



Der schlimmste Tag war Tag 5 nach seiner Geburt. An diesem Tag teilten uns die Ärzte mit, dass es keine Hoffnung mehr für ihn gäbe. Die Gerät sollten abgeschaltet werden – unser Sohn, unser kleiner Kämpfer, sollte „selbst entscheiden“, ob er gehen oder bleiben würde. Drei Tage später wurden die Geräte abgeschaltet und unser Baby begann zu kämpfen.



Lieber Tim, Du wolltest nicht gehen und hast alles versucht, um bei uns zu bleiben. Die Ärzte haben so mit uns gelitten, weil du so unerbittlich weiterkämpftest. Du wolltest einfach nicht gehen und musst gespürt haben, was für eine Lücke du hinterlassen würdest. Acht Stunden haben wir mit dir gekämpft, gehofft, geweint und dir immer wieder gesagt, dass du gehen darfst… Du konntest nicht gehen, so lange wir bei dir waren sind. Die Ärzte haben dich dann auf deinem letzten Weg begleitet. Dann hast du es geschafft und konntest gehen. Wir haben dich dann das erste und einzige Mal gebadet. Haben dich hübsch gemacht für deine letzte Reise.Alles, was bisher normal und lebenswert gewesen war, wurde in diesem Moment außer Kraft gesetzt. Unendliche Trauer mussten wir bewältigen, manchmal auch die schwerwiegende Schuldfrage. Eine eindeutige Antwort nach dem Warum gibt es leider bis heute nicht.



Ein Verlust, den man eigentlich nicht überwinden kann



Unser kleiner Kämpfer hat eine Lücke hinterlassen, die kaum wieder zu schließen ist. Wir blieben zurück und mussten etwas überwinden, das eigentlich nie zu überwinden ist. Doch genau 13 Monate nach Tims errechneten Geburtstermin, wurde seine kleine Schwester drei Wochen zu früh auf die Welt geholt. Und plötzlich bekam das Leben wieder einen neuen Sinn, eine neue Aufgabe.Der Schmerz wurde dadurch nicht weniger, wir konnten nur etwas besser mit ihm leben. Und selbst das gelang uns nicht immer. Es gab Momente, in denen das Leid über den Verlust so groß war, dass wir das Gefühl hatten, keine Luft mehr zu bekommen.



Die Jahre sind vergangen, Jahre vollgepackt mit Erinnerungen und Erfahrungen. Trotzdem hatten wir so manches Mal das Gefühl, es wäre erst gestern gewesen, dass wir dich verloren haben. Und die Erinnerungen an dich sind sehr lebhaft und präsent, aber es kommen eben auch keine neuen dazu.



Und dann erfuhren wir abermals von einem unverhofften Wunder, ein kleiner Bruder kündigte sich an. Die Schwangerschaft war nicht einfach, aber dann war ein neues Baby da, das unserem Tim so ähnlich sah.



Seit fünf Monaten bestimmt nun auch er unseren Alltag. Manchmal führt das Glucksen dieses Babys zu einem schlechten Gewissen, dafür, einfach weitergemacht zu haben. Aber was bleibt uns auch anderes übrig? Die Welt hört nicht auf, sich zu drehen – auch nach einem Verlust nicht, auch nicht für uns.Lieber Tim, Du warst der beste Schutzengel für unsere unverhofften Wunder. Wir sind dir so dankbar, dass du von da oben so gut auf uns aufpasst. Und ganz leise ist da die Hoffnung, dass da noch etwas kommt nach dem Tod. Dass eben nicht einfach alles vorbei ist. Dass du irgendwo auf uns wartest. Die Hoffnung, endlich die Frage nach dem „Warum“ beantwortet zu bekommen. Die Hoffnung, zu verstehen.




               
Fünf Tage nach seiner Geburt mussten wir Tim für immer gehen lassen |
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Ihr Lieben, wenn eine Schwangerschaft mit Zwillingen beginnt und schließlich nicht mit zwei Kindern im Arm endet, ist das ein Einschnitt, den kaum einer nachempfinden kann, der oder die es nicht selbst erlebt hat. Wir hatten bereits einmal einen Gastbeitrag einer Mutter hier auf dem Blog, die mit Zwillingen schwanger war und wusste: Nur eines ihrer Kinder wird lebend zur Welt kommen.
Alexandra, unsere heutige Gastbeitrag-Autorin hat fünf Kinder, darunter auch Zwillinge. Sie betreut Mehrlings-Eltern und findet: Wir sollten viel mehr über den Verlust reden, denen Zwillingseltern mitmachen, wenn sich die Schwangerschaft doch noch anders entwickelt als erwartet. Hier kommt ihr rührender Beitrag.
"Als die Nachricht auf meinem Handy aufploppt, sitze ich am Küchentisch. Der Mittlere malt ein Bild. Aus dem Zimmer der Ältesten dröhnt Musik. Sie tanzt. Irgendwo im Flur streiten die Zwillinge um ein Auto.
„Ich werde eure WhatsApp-Gruppe nun verlassen müssen. War gerade beim Ultraschall. Eines der Babys ist tot. Das Herz schlägt nicht mehr. Dem zweiten geht es gut. Ich bin so traurig.“
Ich lese die Nachricht. Wieder und wieder …werde eure Gruppe nun verlassen müssen… eines der Babys ist tot…das Herz schlägt nicht mehr…dem zweiten geht es gut…ich bin so traurig…“
Mein Finger schwebt über den Buchstaben. Ich möchte antworten. Irgendetwas sagen, dass den Schmerz der Mama lindert, die diese Worte verfasst hat. Irgendetwas hoffnungsvolles. Oder Anteil nehmendes. Oder Mut machendes.
Irgendetwas, das ihr zeigt, dass sie nicht allein ist mit dieser verdammten Diagnose, mit ihrer Trauer und ihrem großen Verlust. Und mit dem was nun kommt. Ich tippe fünf Worte. „Du wirst immer Zwillingsmama bleiben.“
Und ich weiß, dass das stimmt. Und gleichzeitig stimmt es nicht.
Denn Anke (und sie könnte auch Tanja, Mirja, Swetlana oder Ina heißen) wird in einigen Wochen Mutter. Sie bekommt ihr Baby in den Arm gelegt. Sie wird es riechen und fühlen und küssen und herzen. Sie wird lernen zu stillen. Oder auch nicht. Sie wird die ersten kleinen Spaziergänge mit dem Kinderwagen unternehmen.
Sie wird sich mit anderen Mamas treffen, wird mit wenig Schlaf auskommen, wird Windeln wechseln und winzige Finger streicheln, wird vorsingen und an Grenzen stoßen, wird viele neue Erfahrungen machen und jeden Tag mehr hineinwachsen in ihre neue Rolle.
Sie wird glücklich sein. So verdammt glücklich! Und sie wird trauern. Denn egal, was passiert, egal, ob ihr Baby das erste wundervolle Lächeln lächelt, ob es krabbeln lernt oder plötzlich Bauklötze stapeln kann, ob es vor Freude quietschend einen vorbeilaufenden Hund bestaunt oder ihre Zeit stehen bleibt, wenn es friedlich auf ihrer Brust eingeschlafen ist – mein Gott – es wird immer etwas fehlen!
Ein Platz wird leer bleiben. Im Auto. In der Wiege. Im Zwillingswagen, den sie nun nicht mehr braucht. Und in ihren Armen.
Und darüber wird sie wahrscheinlich weinen. Aber wahrscheinlich nur ganz allein. Nur für sich. Und wahrscheinlich auch nur, wenn es niemand sieht.
Ich lese noch einmal. „…das Herz schlägt nicht mehr… dem Zweiten geht es gut…Ich bin so traurig…“ Ja. So ist es. Genau so. Und so wird es immer bleiben. Anke hat ein Kind verloren. Und sie wird ein Kind gebären. Sie wird immer Zwillingsmama sein. Und sie wird es nicht sein. So ist das also. Und daran wird nicht einmal die Zeit etwas ändern.
Und auch kein Blick in irgendwelche Statistiken, die besagen, wie viele der ursprünglichen Zwillingsschwangerschaften mit der Geburt von nur einem Säugling enden. Meist bildet sich der verlorene Zwilling zurück, verschmilzt mit der Plazenta. Manchmal völlig unbemerkt von den Eltern und Ärzten. Aber oft eben auch erst zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft. Wie bei Anke. Und dann wird es gruselig.
Ihre Zwillinge waren real. Sie hat ein Ultraschallbild in der Hand gehalten, auf der zwei Fruchthöhlen zu sehen waren. Und dann, ein paar Tage später, hat sie beide Herzchen schlagen sehen. Wieder ein paar Tage später paddelten in den Fruchtblasen dann zwei Miniastronauten. Mit allem was dazugehört. Händchen. Beinchen. Hoffnung.
Und nun das. „…eines der Babys ist tot. Das Herz schlägt nicht mehr. Dem zweiten geht es gut…“ Ich spüre die Wucht und Endgültigkeit, die in jedem der Worte steckt. Ich höre meine Jungs vor der Tür krakeelen – diesmal geht es um das BLAUE!! Bobbycar – und denke mir: „Was wäre, wenn einer…?!“
Ich kann den Satz nicht einmal theoretisch zu Ende denken. Dabei bringen mich meine fünf Chaoten und insbesondere das Doppelpack mindestens einmal täglich an den Rand der Fassungslosigkeit. Ein Mädchen. Vier Jungs. 12. 10. 4. Und doppelt 1. Zwischen dem „Pubertier“ und dem Vierjährigen haben wir in der 15. Woche ein Kind verloren. Ein Mädchen.
Wir haben die kleine Maus, die wir so ersehnt haben und die für uns so viel mehr war, als ein 12-Zentimeter-Wunsch mit Armen und Beinen, beerdigt, auf einem Sammelbegräbnisfeld der Kirchengemeinde unserer Stadt. Hätte sie uns nicht verlassen, hätten wir den Mittleren, der hier immer noch sitzt und malt, nicht. Dann wäre alles anders. Kein bisschen besser. Aber nicht so wie jetzt.
Noch etwas kommt mir in den Sinn. Jede Zwillingsmama wird diesen kurzen Schreckmoment kennen, in dem der Arzt sagt: „Da ist ja noch eins!“ Diese Minuten der Panik, der Fragen und – so beschreiben es viele Eltern in unseren Kursen – des Schocks.
Früher oder später kommt die unfassbare Freude über das doppelte Glück. Früher oder später ist die Botschaft „Ihr bekommt Zwillinge!“ im Herzen angekommen. Dann IST das so. Dann SIND da zwei Kinder und nicht eins. Und dann erscheint es wenig hilfreich, den Eltern irgendwelche Zahlen vorzubeten, die berechnen, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich es war, am Ende auch zwei Kinder in die Arme zu schließen.
Verdammt noch mal! Diese Eltern müssen nicht an ihr Glück erinnert werden, IMMERHIN NOCH EIN wunderhübsches und perfektes Baby zur Welt gebracht zu haben. Das spüren sie schon selbst beim ersten Blick. Und das wäre auch ziemlich mies, den beiden Geschwistern gegenüber. Dem, der gegangen ist. Und dem, der noch übrig ist, auch.
Diese Eltern müssen nicht daran erinnert werden, stolz zu sein. Und dankbar. Und liebend. Und zufrieden. Sie sind Eltern! Das alles passiert von ganz allein.
Nein. Sie müssen auf ein sensibles Umfeld treffen, dass ihnen sagt: „Alles was ihr nun fühlt, von größtem Glück bis tiefster Trauer, ist ok.“ Sie müssen auf ein Umfeld treffen, das ungeborene Kinder – egal welcher Anzahl! – nicht erst ab einer gewissen Schwangerschaftswoche als „real“ und „betrauernswert“ erachten.
Auf Angehörige, Freunde, Ärzte, Hebammen und Nachbarn, die nicht sagen „Du hast ja noch das eine…“, sondern die fragen: „Wie fühlst Du Dich? Können wir etwas für dich tun?“ Auf Menschen, die einfach mal sagen: „Das tut mir leid. Ich fühle mit Dir.“
Denn wann, liebe Mamas da draußen, ist ein Kind ein Kind? Mit acht Wochen? Mit 12? Mit 34? Oder vom positiven Schwangerschaftstest an? Wann, liebe Mütter und Väter, hat eine andere Mutter und ein anderer Vater das Recht, über den riesigen Verlust eines winzigen Traums zu weinen? Richtig. Immer!
Und zwar immer dann, wenn den verwaisten Eltern danach ist. Wer von uns hat das Recht, Anke nun an ihre Dankbarkeit zu erinnern, sie zu Tapferkeit und Freude zu ermahnen? Auch richtig: Niemand.
Anke hat ein Baby verloren. So wie Tanja. Und Swetlana. Und Anna. Und Ina. Dem anderen geht es gut. Hoffen wir, dass sie in diesen schrecklichen Stunden nicht allein ist mit der herzzerreißenden Nachricht ist. Anke hat ein Kind verloren. Es wird in ihr bleiben, bis das zweite zur Welt kommt. Es wird mit seinem Geschwisterchen geboren. Und es wird fehlen. Ganz gleich was geschieht.
Schreiben wir an Anke. Und sagen ihr, wie leid uns tut, was sie erleben muss. Sie. Und viele andere Mamas und Papas, die eines für immer bleiben werden: Zwillingseltern."
 
Foto: pixabay
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Über die Autorin und "extrakind"

Alexandra, die Autorin dieses Gastbeitrages ist 38 Jahre alt und Mama von fünf Kindern. Einem Mädchen. Und vier Jungs. 12. 10. 4. Und doppelt 1. Sie hat mit extrakind ein Kompetenzzentrum für Zwillings- und Drillingseltern aufgebaut. Zusammen mit erfahrenen Kliniken vor Ort bereitet extrakind Mütter und Väter in Hannover, Coesfeld oder Essen auf die Geburt vor.
Je tiefer Alexandra in die Thematik eintaucht, desto vielschichtiger werden auch die Themen, mit denen sie zu tun hat. Sie schreibt: „Hinter jeder Anmeldung, jedem Seminar und jedem Workshop stehen individuelle glückliche und traurige Geschichten, stehen Menschen, stehen Eltern. Wir möchten Ansprechpartner für alle sein – ganz gleich, wie viele Babys den Mamas und Papas letztlich in den Arm gelegt werden.“
Und weiter: „Eine Fehlgeburt ist immer schlimm. Aber sie hat in zwischen zumindest eine gewisse Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Eine Fehl- oder Totgeburt eines Zwillings nicht. Denn schließlich ist die Mama, der das passiert, so die leider weit verbreitete Ansicht, ja noch schwanger. Soll sie sich freuen, heißt es dann. Darüber müssen wir sprechen.“
Wovon sie in ihrem Alltag noch zu hören bekommt? Zum Beispiel so etwas:
·       Von Beschäftigungsverboten, die aufgehoben werden, weil „ja jetzt keine Risikoschwangerschaft mehr vorliegt“.
·       Von Ärzten, die schlecht schallen und die Mütter und Väter eine Woche in dem Glauben lassen, eines ihrer Kinder sei verstorben, obwohl das gar nicht stimmt.
·       Von Drillingen, bei denen Mediziner vorschlagen, mindestens ein Kind „wegzumachen“, um den anderen weniger Risiko zuzumuten
Ist euch so etwas auch passiert? Schreibt uns gern eine Nachricht, denn darüber sollte nun wirklich nicht länger geschwiegen werden.
Foto: privat
               
Für immer Zwillingsmama! Von Freude und Trauer, wenn nur ein Zwilling lebend zur Welt kommt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuer-kleine-baumeister-kreative-und-nachhaltige-baumodelle-von-maurer-max
       
Ihr Lieben, wir freuen uns ja immer über neue Bastel-und Spielideen für unsere Kinder – und Ihr sicher auch. Schließlich sind die Kinder ja immer noch alle viel zuHause, viele Hobbys können nicht stattfinden. Wir stellen Euch heute etwas vor, das garantiert gegen „Laaaaaangweeeeeilig“-Rufe hilft, denn es wird Euren Kindern sehr sehr viel Spaß machen. Die Bau-Modelle von Maurer Max fördern nämlich die Kreativität und das handwerkliche Geschick, erfordern aber auch Ausdauer. Wir sind begeistert, daher freuen wir uns sehr, dass wir an Euch vier Modelle verlosen dürfen. Aber zuerst einmal alle Infos zu den tollen Bau-Modellen:



Lieber Damir, heute gehts um die tollen Bau-Modelle von Maurer Max. Erzähl mal, wie genau Eure Baumodelle funktionieren?



Die Modelle bestehen aus 70 bis 150 Holzelementen, die nach einem genauen Schema zusammengesetzt und mit einem ökologischem Holzleim auf Wasserbasis miteinander verklebt werden. Im Verkauf in Deutschland (über amazon) haben wir aktuell vier Modelle (Carport, Gartenhäuschen, Ferienhaus, Berghütte). es werden aber in diesem Jahr noch bis zu 15 weitere Modelle folgen. Geplant sind Leuchtturm, Ritterturm, Kirche, Feuerwehrgebäude, Wassermühle, Bahnhofsgebäude, Haus mit Etage und Balkon etc. 



Für welches Alter sind die Baumodelle geeignet? Müssen Eltern da viel unterstützen?



Die Modelle sind für Kinder ab 5 Jahren geeignet. Ab einem Alter von 7 Jahren können die Kinder die kleineren Modelle meistens ohne die Hilfe der Eltern zusammensetzen. Besonders, wenn das Kind das zweite oder dritte Modell zusammenbaut, weiß es meistens schon wie es funktioniert und kann es dann ohne Hilfe Erwachsener zusammenbauen 



Euch ist Nachhaltigkeit ganz wichtig. Bitte erzähle etwas über die Materialien.



Die Maurer Max Modelle werden alle in Kroatien aus europäischen Hölzern (Erle und Pappel) gefertigt. Die Holzelemente werden aus den Holzresten einer Möbelproduktion gefertigt. Wir kaufen da praktisch die Reste auf und verarbeiten sie dann weiter zu den Maurer Max Modellen. Maurer Max ist praktisch ein upcycling von Holzresten. 







Welche Talente werden durch Eure Baumodelle gefördert?



Es werden verschiedene Talente gefördert. Konzentration und präzises Arbeiten sind besonders wichtig. Die Kinder lernen so, dass man einmal Gebautes und Geklebtes nicht mehr rückgängig machen kann und werden dadurch zu noch mehr Konzentration und Präzision motiviert. Kreativität wird auch sehr stark gefördert. Zwar wird durch die Bauanleitung das Aussehen des Modells vorgegeben, aber danach können die Modelle beliebig angemalt werden und im Kinderzimmer mit den anderen Spielsachen integriert werden. Das Tolle ist auch, dass die Kids realitätsnahe Gebäude selber bauen können und sich dadurch schon mal wie kleine Baumeister fühlen können. Jedes Kind, das ein Maurer Max Modell gebaut hat, platzt vor Stolz. 







Wenn du Maurer Max mit drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?



Kreativität, Vielseitigkeit und Kinderspaß.



Warum sind die Produkte auch ideale Geschenke für Kinder? 



Die Maurer Max Modelle sind anders als die Standardspielsachen aus Plastik. Sie wecken bei den Kindern die Neugier und das Interesse mal was anderes auszuprobieren. Hinzu kommt, dass Holz ein schönes, natürliches und edles Material ist im Vergleich zu Kunststoffprodukten. Das Tolle bei Maurer Max ist, dass die Kinder mit einem Modell sehr lange beschäftigt sind. Das Zusammenbauen dauert 1-2 Stunden. Dann kommt das Bemalen hinzu, das auch noch einmal 1-2 Std. dauern kann und danach natürlich das Spielen. Die Kinder sind also über einen relativ langen Zeitraum mit etwas sinnvollem beschäftigt. Vorallem in der aktuellen Zeit, wo die Kinder viel zu Hause sind, ist es eine super Beschäftigungsmöglichkeit. 



Wenn Ihr jetzt eins der tollen Modelle gewinnen wollt, geht bitte HIER auf die Seite, sucht Euch Euer Wunschmodelll aus und schreibt es uns in die Kommentare. Das Los entscheidet dann. VIEL GLÜCK!




               
Für kleine Baumeister: Kreative und nachhaltige Baumodelle von Maurer Max
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuer-mich-waren-die-kaiserschnitte-freudige-erlebnisse-ein-mutmachender-gastbeitrag
        Die Tränen flossen. Ich saß im Geburtsvorbereitungskurs, schwanger mit meinen Zwillingen, und weinte. Es ging um das Thema Kaiserschnitt, und ich wusste, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit einen Kaiserschnitt haben würde. "Geburtsunmögliche Lage", hatte der Chefarzt der Uniklinik gesagt. "Niemand in Deutschland wird Sie mit dieser Lage spontan entbinden." Die Zwillinge lagen wie Yin und Yang ineinander verschlungen. Dabei hatte ich mir doch so sehr gewünscht, sie spontan auf die Welt bringen zu können.
 Ein paar Wochen später flossen wieder Tränen. Doch diesmal waren es Tränen der Rührung und des Glücks. Die Tränen flossen einige Tage nach der Geburt der Zwillinge. Ich musste noch einmal in den Kreißsaalbereich, um ein Formular unterschreiben zu lassen. Als ich diesen Bereich des Krankenhauses wieder betrat, wurde ich geflutet von Gefühlen. Hier hatte ich meine Kinder zur Welt gebracht. Hier hatten meine Wunder das Licht der Welt erblickt. Per Kaiserschnitt. Der Kaiserschnitt war für mich ein so gutes Erlebnis, eine so runde Sache, dass ich beim Rückblick darauf Tränen des Glücks weinte.
 Woran lag es, dass ich dieses Erlebnis als gut empfunden habe? Ich hatte mehrere Wochen Zeit gehabt, um mich auf den Kaiserschnitt einzustellen. Ich habe generell keine Angst vor Ärzten, Krankenhäusern, Operationen und Narkosen. Das OP-Team war klasse. Ich fühlte mich gut betreut, als werdende Mutter ernst genommen und insgesamt gut aufgehoben. Die Anästhesistin stand mir die ganze Zeit bei uns, gab mir Sicherheit. Der Chefarzt leitete die Operation kompetent und vertrauenserweckend nach der sanften Misgav-Lagach Methode. Die ganze Atmosphäre im OP war so entspannt, wie das bei einer Operation nur sein kann.
Ihr bekommt einen Kaiserschnitt? Nicht traurig sein – auch das können wunderschöne Geburten werden
Die Kinder wurden mir nach der Entbindung gezeigt, dann kurz von den Kinderärzten versorgt und wieder zu mir gebracht. Meine Tochter konnte ich direkt nach der OP im Kreißsaal anlegen und stundenlang mit ihr kuscheln. Mein Sohn musste zunächst noch mal in ärztliche Betreuung, bevor er zu uns zum Kuscheln und Stillen kommen durfte. Schön war auch, dass die Kinder durch einen Blasensprung circa drei Wochen vor dem geplanten Kaiserschnitttermin die Geburt ins Rollen gebracht hatten. Sie hatten selbst ihren Geburtstermin bestimmt. Ich hatte mehrere Stunden Wehen gehabt. Es war aufregend gewesen, nach dem Blasensprung ins Krankenhaus zu fahren. Es war für mich so näher dran an einer spontanen Geburt als ein Kaiserschnitt am geplanten Termin.
 Am Tag nach dem Kaiserschnitt konnte ich bereits aufstehen und mit einer Physiotherapeutin sanfte Übungen machen. Echte Schmerzen hatte ich nur am Tag nach der Operation. Und auch diese wurden durch Schmerzmittel gut gedämpft. Insgesamt war ich sehr schnell wieder fit. Stillen konnte ich vom ersten Tag an. Die Schmerzen des ersten Tages, vor allem beim Aufsetzen und Aufstehen, will ich aber nicht verhehlen. Das ist fies. Und ich kenne Frauen, die deutlich länger körperlich unter den Folgen eines Kaiserschnitts gelitten haben. Eventuell hatte ich Glück, dass ich diese Operation gut "vertragen" habe. Oder sie wurde an meiner Uniklinik besonders gut durchgeführt. ZB. war die Narbe nach einigen Wochen kaum noch sichtbar.
 Dieser erste Kaiserschnitt war ein so gutes Erlebnis, dass ich mich bei meiner zweiten Schwangerschaft, diesmal mit einem Kind, bewusst für einen Kaiserschnitt entschieden habe. Zwar war es kein "Wunschkaiserschnitt". Denn es gab zwei medizinische Indikationen für einen Kaiserschnitt (der vorausgegangene Kaiserschnitt und die Größe des Kindes).
Ich habe mir während der Schwangerschaft viele Gedanken über die Geburt gemacht und innerlich immer zum Kaiserschnitt geneigt. Trotzdem habe ich intensive Gespräche mit der Hebamme und drei Ärzten dazu geführt. Ich habe auch noch mal einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, um nicht automatisch auf den Kaiserschnitt zuzusteuern. Aber das innere Gefühl blieb bestehen: Ich möchte wieder per Kaiserschnitt entbinden.
So funktioniert eine Kaisergeburt
Diesmal bot die Uniklinik mir sogar den Weg einer "Kaisergeburt" an. Das ist ein Kaiserschnitt, bei dem man versucht, einer spontanen Entbindung möglichst nahe zu kommen. Dabei wird das Tuch vor dem Kopf der Mutter im Moment der Entbindung etwas abgesenkt, so dass die Mutter sehen kann, wie das Kind entwickelt wird. Man sieht nicht den Schnitt, da ist der dicke Bauch davor.
Ich fand es spannend und schön, zu sehen, wie meine Tochter aus mir heraus gehoben wird. Sie kam danach direkt zu meinem Mann und mir zum Kuscheln. Wieder war die Atmosphäre im OP gelöst, wir haben sogar gescherzt und ich fühlte mich wieder rund um gut betreut. Als wir erfuhren, dass unsere Tochter mit über 4600 g noch schwerer als erwartet war, waren wir sehr froh, diesen Weg gewählt zu haben. Wieder hatte das Kind durch einen Blasensprung vor dem geplanten Kaiserschnitttermin seinen Weg in die Welt selbst in die Hand genommen. Wieder hatte das Kind (und ich!) mehrere Stunden Wehen erlebt vor der Operation.
 Ich habe riesigen Respekt vor Frauen, die spontan entbinden. Die wenigen Stunden Wehen, die ich erlebt habe, haben mir einen winzigen Vorgeschmack dessen gegeben, was sie durchgestanden haben. Ich finde auch nach wie vor, dass die spontane Entbindung das Natürlichste der Welt ist. Allerdings habe ich durch meine positiven Kaiserschnitterlebnisse meine Ansicht zum Kaiserschnitt geändert.
Für mich war es die richtige und sogar eine sehr gute Geburtsmethode. Wir sind rundum zufrieden und Blicken voller Freude auf die Geburten zurück. Die Kaiserschnitte waren für mich auch nicht nur ein notwendiges Übel, sondern ein wirklich freudiges Erlebnis. Eben die Geburten meiner Kinder. Ich finde deshalb auch den Begriff "Kaisergeburt"  angemessen. Denn es ist viel mehr als ein Schnitt, es ist eine Geburt.
 Ich wünsche allen, die einen Kaiserschnitt haben müssen oder haben möchten, dass sie ein ebenso gutes Erlebnis haben.
Zum Weiterlesen: Gastbeitrag von Ute – Wie ich nach zwei Kaiserschnitten eine Hausgeburt erlebte.
               
"Für mich waren die Kaiserschnitte freudige Erlebnisse!" Ein mutmachender Gastbeitrag | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuer-silvester-jahreshoroskop-zum-selbst-ausdrucken
         Ihr Lieben, ich weiß nicht, ob ihr auch mit Kindern ins Neue Jahr feiert – wir tun das aber! Und damit es nicht langweilig wird, haben wir uns ECHT viele Spiele und Sachen ausgedacht.
Eine davon ist, dass die große Tochter und ich uns diese Sätze hier ausgedacht haben. Wir hatten damit bereits im  letzten jahr solchen Spaß, dass wir sie in diesem Jahr auf JEDEN Fall nochmal ausdrucken und wieder neu mischen. Ihr braucht einfach drei Schälchen, in denen ihr die einzelnen Zettelstreifen zu Beruflich, Privat und Gesundheit/Freizeit mischt. Jeder Gast zieht aus jedem Schälchen einen Zettel. Dann wird reihum vorgelesen… VIEL SPASS dabei. Das Neue Jahr kann nur gut werden…
 
Beruflich

Lassen Sie die Chancen, die sich für Sie ergeben nicht ungenutzt.
Sie erleben zwischen April und Juni die absolute Hoch-Phase im Job oder in der Schule – mit vielen Erfolgen.
Für Sie wird sich eine sehr spannende neue Chance ergeben – vielleicht sogar eine neue Schule oder ein neuer Arbeitsplatz
Ihr Job/ihre Schule fordert Sie nicht mehr so besonders. Sie werden sich stattdessen ein (vermutlich ehrenamtliches) neues Projekt suchen, das Ihnen gut tun wird.
Ein Kollege oder eine Kollegin, die Ihnen schon lang ein Dorn im Auge ist, wird sich endlich aus Ihrem Umfeld verabschieden.
Ein neuer Vorgesetzter wird sie so richtig gut motivieren. Plötzlich macht alles wieder mehr Spaß.
Sie werden unerwartet befördert.
Für Sie steht Mitte des Jahres eine große Veränderung im Job/in der Schule an.
Eine lang gehegte Idee wird endlich zum Erfolg.
In diesem Jahr schaffen Sie mit viel weniger Aufwand viel mehr als in den Jahren zuvor.
Endlich hört der große Stress auf und Sie können die Früchte der Saat der letzten Jahre ernten.
Es steht beruflich/schulisch etwas ganz, ganz Neues an, das Sie fordern, aber nicht überfordern wird.
Sie sind beruflich/schulisch voll im Flow. Ihre Kollegen/Mitschüler beneiden Sie.
Bei Ihren Erfolgen im nächsten Jahr wird anderen schon beim Zugucken schwindelig. Bitte nicht abheben!
Ihr Umfeld pusht Sie in ungeahnte Höhen.

 

 Privat

Sie werden sich nochmal neu verlieben.
Ihre Ausstrahlung ist phänomenal und das werden nicht nur viele Außenstehende merken – sondern es Ihnen auch offensiv mitteilen.
Geben Sie sich einen Ruck und gehen Sie mal wieder ausgiebig feiern. Sie werden merken, wie gut Ihnen das tut.
Ein Mensch wird Ihnen den Kopf verdrehen. Für Singles heißt das: Es kann heiß her gehen. Für Vergebene wird das Feuer, das lodert, wohl im Verborgenen bleiben. Vorsicht! Verbrennen Sie sich dabei nicht die Finger.
Es wird einen heimlichen Verehrer bzw. eine heimliche Verehrerin in Ihr Leben treten…
Ihre Familie hält in diesem Jahr eine Wahnsinns-Überraschung für Sie bereit.
Auf einer Hochzeit werden Sie den unvergesslichsten Abend des Jahres erleben.
Ihre Wohnsituation wird sich maßgeblich verändern. Eine Herausforderung, der Sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegensehen.
Ein wunderbarer Mensch tritt in Ihr Leben und wird Ihnen so schnell so nah sein, als hätte es nie ein Leben ohne sie oder ihn gegeben.
Sie werden sehr viel mehr Zeit mit Ihren Freunden verbringen als im letzten Jahr.
Ein Nachbarschaftstreffen wird Ihnen die Augen öffnen.
Durch ein unverhofftes Treffen wird bei Ihnen eine ganz neue Leidenschaft entfacht.
Die Fahrt in eine andere Stadt hält für Sie unglaublich tiefgehende und gute Gespräche bereit.

 
Gesundheit/Freizeit

Für Sie steht eine abenteuerliche Reise an.
Sie werden ein neues Hobby für sich entdecken, das Ihnen in allen Lebensbereichen positive Impulse geben wird.
Das nächste Jahr wir IHR Jahr. Sie fühlen sich fit wie lange nicht.
Sie werden etwas ganz Neues für sich entdecken, in dem Sie sehr erfolgreich werden…
Sie werden an einen Ort kommen, an dem Sie noch nie waren, zu dem Sie aber unbedingt noch einmal zurückkehren möchten.
Gesundheitliche Einschränkungen, die Ihnen 2018 erschwert haben, werden sich in Luft auflösen.
Das nächste Jahr ist das Jahr, in dem Sie sich in Ihrer Haut endlich mal wieder rundum wohlfühlen werden.
Ihre Fitness wird auf den Prüfstand gestellt, ein paar Stellschrauben werden gedreht – und schon wird sich einiges verändern.
Sie fühlen sich ab dem Frühling stark wie ein Baum und bleiben trotzdem innerlich beweglich.
Ein unerwarteter Geldsegen steht Mitte des Jahres vor der Tür.
Ein Fest wird Ihre Sicht auf die Dinge nachhaltig verändern.
Sie werden all Ihren Mut zusammennehmen, um etwas auszuprobieren, was Sie noch nie getan haben. Dass Sie es schaffen, wird Ihnen ganz  neue Kraft geben.
Ein Lied/ein Musikstück wird Sie unerwartet emotional werden lassen.
Nie hätten Sie gedacht, dass Ihnen das mall passieren könnte, aber 2019 steht es an. Etwas, das Sie von sich selbst nicht erwartet hätten.
Das nächste Jahr ist für Sie das Jahr der Dankbarkeit. Sie können fast körperlich spüren, welches Glück Sie im Leben haben.

 
Foto: pixabay
               
Für Silvester: Jahreshoroskop zum Selbst Ausdrucken! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-aber-du-liebst-deinen-mann-doch-nicht-mehr-als-deine-kinder
        Ihr Lieben, heute gibt es mal wieder einen Gedanken, die sich wohl viele machen. Ich erinnerte mich beim Lesen an das tolle Buch "Böse Mütter" von Ayelet Waldman (Dringende Lese-Empfehlung), die einmal in einer Kolumne geschrieben hatte, dass sie ihren Mann mehr liebe, als ihre Kinder – was zu heftigsten Reaktionen in den USA führte… bis hin zu Morddrohungen… Liebe Vanessa, ich hoffe, unsere Leser sind gnädiger mit Dir 🙂 So wie auch Deine Einstellung ja keine ganz so polarisierende ist wie die der amerkianischen Autorin. Aber lest selbst.
„Aber Du liebst Deinen Mann doch nicht mehr als Deine Kinder?“ ist eine der Fragen, die der Ein oder Andere sicher schon gehört hat. Ich auch. Und ich habe darüber nachgedacht und diskutiert. Und ich habe mich gefragt: Wie ist das denn jetzt mit der Quantität und Qualität unserer Liebe? Wen liebt man denn jetzt am meisten und am besten? Die Kinder? Den Partner? Das erste Kind? Das zweite Kind? Das Dritte, Vierte, Fünfte? Alle gleich? Den Partner mehr oder weniger? Komme ich mit meiner Liebe durch den „Liebes-TÜV“??? 
Und dabei kam mir der Gedanke, ob das eigentlich wichtig ist? Ob man es denn überhaupt irgendwie messen kann oder, ob es tatsächlich etwas bedeutet wen man wann, wie, wo am meisten liebt? Und ich dachte mir – ist das nicht total egal? Man liebt einfach, oder? Kann es nicht so einfach sein? Müssen wir uns ständig Selbstzweifeln unterziehen oder uns mit anderen vergleichen, die vermeintlich anders lieben, „besser“ lieben? Denn kein anderer kann je wissen was wir tatsächlich fühlen. Oft wissen wir das ja selbst nicht so genau… Ich habe es mit der Tatsache „schwanger“ mal versucht zu vergleichen:
In erster Linie – wenn es denn so ist – ist man schwanger. Man ist nicht ein bisschen oder viel schwanger, sondern man ist einfach schwanger. Man ist beim zweiten Mal nicht schwangerer als beim ersten Mal – zum Beispiel. Der Eine hat einen großen Bauche, der Andere einen Kleinen. Der Eine trägt „rundherum“, der Nächste „nach vorn“. Und trotzdem sind alle SCHWANGER. Nicht mehr oder weniger, nicht besser oder schlechter.
Und so ist es mit der Liebe auch – finde ich. Wir alle lieben unsere Kinder. Punkt. Wir lieben unseren Partner. Punkt. Wir müssen das nicht in Relation setzen. Wir müssen den Einen nicht mehr oder weniger als den Anderen lieben. Wir müssen unsere Liebe keiner Bewertung unterziehen, denn sie ist da und das können wir spüren und alles andere ist egal, ist nicht wichtig. Denn so wie jeder einzelne von uns unterschiedlich ist, lieben wir jeden Menschen unterschiedlich und das ist völlig ok und muss nicht ständig bewertet werden.
Ich liebe meinen Mann, meine Kinder, meine Freunde – jeden anders, keinen liebe ich „schlecht“. Und wir sollten uns nicht verunsichern lassen, wenn andere Gefühle mal das Gefühl der Liebe überlagern. Das ist vermutlich auch das was der Eine oder Andere bei seinen Kindern manchmal empfindet und dadurch meint, das eine Kind vielleicht weniger zu lieben. Ich glaube nicht daran, dass man mehr oder weniger liebt. Ich glaube, dass wir einfach lieben – ganz unterschiedlich, jeder so wie er eben ist.
Fotoquelle: Die Illustration habe ich einem wirklich empfehlenswerten Buch entnommen, das BABY ALBUM heißt und ENDLICH mal nicht mit den herkömmlichen rosa/hellblau-Farben aufmacht, sondern wirklich schön illustriert ist. Bibliografische Angaben: Andrea Wong: Babyalbum, südwest Verlag. Und so sieht das vielversprechende Cover aus:
               
Gastbeitrag: „Aber Du liebst Deinen Mann doch nicht mehr als Deine Kinder?“ | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-bin-ich-eine-schlechtere-mutter-weil-meine-kinder-keine-hobbys-haben
        "Hanna würde sich gerne mal mit Jule verabreden. Wie sieht es denn Donnerstag bei Euch aus?"
"Donnerstag hat Jule Geige." 
"Freitag?"
Da geht sie zum Ballett."
"Montags?"
"Da ist Töpfern – so sorry!"
Oh mann, wann ist es eigentlich so schrecklich voll im Terminplan von manchen Kindern geworden? Ich stelle immer wieder fest: Fast alle Klassenkameraden meiner achtjährigen Tochter sind so beschäftigt wie ein Dax-Vorstand. Sport, Musik, Handwerk – fast jeder Tag ist besetzt. Ich frage mich: Wann haben diese Kinder Zeit zum Spielen?
Ich bin kein Fan von dieser Hobby-Flut. Meine Tochter spielt Flöte – das wars. Klar gab es Zeiten, da wollte sie tanzen, Tennis spielen, reiten. Aber ich habe es nicht erlaubt. Sie geht in die Schule, spielt ein Instrument, das muss doch reichen. Ich habe keine Lust, dass meine Achjährige jetzt schon im Freizeitstress ist. 
Nur: Bei vielen Müttern stoße ich dabei auf Unverständnis. Als ob ich das Kind vernachlässigen würde, nur weil ich nicht jedes Mode-Hobby mitmache. Als wäre ich eine schlechtere Mutter, weil ich finde: Kinder sollen am Nachmittag vorallem spielen.
Ich bin zudem nämlich alleinerziehend und berufstätig. Zum einen kann ich es mir einfach nicht leisten, denn Hobbies kosten Geld. Zum anderen habe ich auch keine Lust, den Fahrdienst zu spielen. Wir haben so wenig gemeinsame Zeit, die möchte ich nicht im Auto verbringen. 
Ich bin wirklich zunehmend genervt von diesem Förderungswahn. Über Mamas, die ihre Dreijährigen zum Chinesisch schleppen, lachen alle. Aber über Mamas, die Achtjährige mit Hobbys zu ballern, nicht. Da ist es Potential-Entfaltung. 
Lasst Eure Kinder doch einfach Kind sein. Geht mit ihnen spazieren, baut Lego zusammen, verabredet sie mit Freunden, geht in den Zoo, lest ihnen Bücher vor. Ich glaube, das ist viel wertvoller als das x-te Hobby. 
               
Gastbeitrag: Bin ich eine schlechtere Mutter, weil meine Kinder keine Hobbys haben? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-darum-lasse-ich-mein-kind-nicht-impfen
        Ihr Lieben, das Thema Impfen ist sensibel – das haben gestern auch bei der Diskussion auf unserer Facebook-Seite gemerkt. Wir danken unserer Leserin Juliane hier für ihre offenen Worte und dass sie ihren Weg durch den Impf-Entscheiungsdschungel mit uns teilt!
 
Ich bin vieles… aber sicherlich nicht verantwortungslos!
 
Puh… was für ein Thema! Impfen Pro und Contra. Seit Tagen fliegen mir bei jedem facebook-Besuch die Schlagzeilen zum Thema Impfen und Masern entgegen. Heute dann die traurige Meldung über ein an Masern verstorbenes Kind. Schrecklich! Ein Kind zu verlieren ist wohl das Schlimmste was einem so widerfahren kann.
Was auch schrecklich ist, sind die Kommentare dazu, die dahin reichen, dass „Impfgegnern“ fahrlässige Tötung vorgeworfen wird. Hier ist meine persönliche Grenze des guten Geschmacks deutlich überschritten!
Aber von vorne: Ich bin Mitte 30, habe einen Mann, 2 Kinder, ein Haus und einen Job. Meine ältere Tochter ist (leider) komplett durchgeimpft. Für uns stand es nie zur Debatte das nicht zu tun. Ich litt Höllenqualen als dieser kleine, gerade einmal 2 Monate alte Mensch, diese Spritzen in Oberschenkel bekam. Na ja, der Zweck heiligt die Mittel und irgendwie war’s ja dann auch recht schnell wieder vergessen.
Eines Tages wurde ich angesprochen, von einer Heilpraktikerin. Ob ich mich zu dem Thema Impfen ausreichend informiert hätte und, ob ich das Kind wirklich diesen ganzen Impfungen aussetzen wolle. Ich hielt diese Frau damals für völlig irre. Trotz allem war ich leicht verunsichert und sprach daraufhin den Kinderarzt an. Eine Aufklärung zum Thema Impfen hatte es bis dato nicht gegeben bzw. wurde darauf reduziert, mir diese kleine Broschüre zu dem Thema auszuhändigen.
Auf meine Nachfragen reagierte der Arzt ganz souverän und erklärte mir, dass das halt schon sehr, sehr wichtig sei mit dem Impfen und es in ganz, ganz seltenen Fällen Komplikationen geben könnte und die meisten Reaktionen zwar kurz nach der Impfung auftreten würden, aber dann irgendwie doch nicht in einen Zusammenhang gebracht werden könnten (Neurodermitis, Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten etc.).
Alles klar, ich war beruhigt, mehr wollte ich nicht hören. Das Kind wurde planmäßig durchgeimpft und ich war völlig sicher das einzig richtige zu tun. Weiter wollte ich mich auch mit dem Thema nicht beschäftigen, wozu auch, taten ja andere und wenn die Ärzte das so empfehlen, wird das auch seine Berechtigung haben.
Dann kam mein 2. Kind auf die Welt. Das Kind schrie…und schrie…. und schrie… das aber nur am Rande, denn darum geht es ja heute nicht hauptsächlich. Führt allerdings letztlich zu meiner/unserer Geschichte.
Hier das Gleiche, 2 Monate alt, die erste Impfung stand an. Wieder ließ ich dem kleinen Bündel Mensch 2 Spritzen in den Körper jagen, es fühlte sich nicht mehr so schlimm an – ich hatte ja schon fast Routine.
Als meine Tochter nach 10 Wochen immer noch Tag und Nacht schrie, suchte ich die besagte Heilpraktikerin auf. Es war alternativlos, die Schulmedizin hatte keine Lösung parat. Und da so viele bei Heilpraktikern und Osteopathen gute Erfahrungen gemacht hatten, war das mein letzter Versuch.
Relativ schnell erklärte sie mir, dass meine Tochter vermutlich an einer Impffolge litt (das bezog sich aber erstmal nicht konkret auf die Schreierei). Wieder saß ich da und dachte „Die ist doch irre!“  Ich wollte das schlichtweg nicht hören. Ich wollte nicht hören, dass ich meinem Kind etwas angetan habe und erst Recht wollte ich das zweite Kind nicht anders behandeln als das erste und das erste Kind war ja nunmal durchgeimpft. So sollte es auch beim 2. sein. Ich war da recht beratungsresistent, wie man so schön sagt.
Jeden Monat ging ich zur Behandlung mit meinem schreienden Bündelchen und jeden Monat wurde es besser. Nicht gut, aber besser. Meine Tochter war extrem viel krank, eigentlich mehr krank als gesund und das behandelten wir. Sie war klein und sehr „zart“, wirkte geradezu zerbrechlich. Zudem hatte sie einen ausgerenkten Halswirbel und einen Schlüsselbeinbruch von der Geburt, alles wurde behandelt. Dann kam die nächste Vorsorge und somit der nächste Impftermin. Wieder ließ ich alles impfen. In den nächsten Nächten war das Geschrei meiner Tochter wieder so extrem, dass ich nicht mehr ein noch aus wusste. Ich weiß nicht wie viele Male am Tag ich die Heilpraktikerin anrief und anflehte mir zu helfen. Ich schrie sie an, dass ich es nicht mehr hören könnte, dass die Impfungen alles Schuld sein sollen, Impfungen seien wichtig und richtig und ich wollte endlich wissen was meiner Tochter fehlte, warum sie so schrie. Sie blieb vollkommen ruhig und nannte mir die Globuli, die ich meiner Tochter geben sollte. Über das Impfen sprachen wir beim darauffolgenden Termin. Sie verstand mich und verstand, dass ich doch nur das „Beste“ für meine Kinder wollte, aber Impfungen seien tatsächlich kritisch zu hinterfragen und es könne schlichtweg nicht sein, dass ein und derselbe Impfstoff bei Millionen von unterschiedlichen Menschen gleich wirken soll. Wer sich einmal mit Homöopathie befasst hat, weiß, dass hier der Mensch ganzheitlich betrachtet wird und somit völlig individuell zu behandeln ist. Da ich mein Leben lang mit Allergien zu tun hatte und ich tatsächlich den letzten Frühling/Sommer komplett ohne Heuschnupfen überstanden habe, nämlich genau seit ich selbst auch in Behandlung bin, kann ich dieser alternativen Medizin mehr als nur meinen Glauben schenken (der im Übrigen nichts nützt). Aber das nur am Rande.
Allmählich wurde es wieder besser mit unserer Tochter, sie schrie immer weniger und ich war guter Dinge, dass es irgendwann gut werden würde. Dann bekam sie einen heftigen Ausschlag am ganzen Körper. 2 Tage später die nächste U und somit die nächste Impfung. Zuvor hatte sie die ein oder andere Nacht durchgeschlafen und wesentlich weniger geschrien. Der Arzt meinte lapidar, dass sie vermutlich Neurodermitis hätte, verschrieb eine Salbe und jagte dem Kind die 3. 6-fach Impfung + Pneumokokken ins Bein. Ich stand da wie paralysiert, meine Tochter schrie, der Arzt verließ das Behandlungszimmer.
Die nächsten Tage und Nächte waren ein einziger Albtraum. Unsere Tochter bäumte sich schreiend aus dem Schlaf heraus auf und war nicht mehr zu beruhigen. Sie schrie und schrie und schrie… Eine Woche später der nächste Heilpraktikertermin. Ich erzählte ihr von der letzten Impfung und, dass die letzten Nächste schrecklich waren. Ich hatte mich in den vergangenen Wochen dann auch mal auf die Impfkritik.de-Seite getraut und angefangen zu lesen. So richtig toll las sich das alles nicht. Meine Skepsis wuchs und die Heilpraktikerin sagte mir klar und deutlich, dass sie uns nicht mehr helfen könnte, wenn ständig diese Impfungen dazwischen geschossen würden. Dafür wäre es dann einfach zu teuer, wenn man ständig wieder bei Null anfangen müsste. Ich heulte und heulte… saß da auf dem Stuhl und war verzweifelt. Unter Tränen fragte ich sie, ob sie das mit dem Hautausschlag wieder hinkriegen würde. Sie hat es hingekriegt! Nach vielen Monaten war die Haut wieder hergestellt und seitdem nicht mehr auffällig.
Da ich Reaktionen unserer Tochter (nächtliches Schreien) eindeutig mit den Impfungen in Verbindung bringen konnte, stand fest, dass wir sie erstmal nicht weiter impfen lassen würden. Sie sollte erstmal gesund werden, stark werden, nicht mehr so infektanfällig, einfach stabil. Die Heilpraktikerin sagte, dass man ja sich später überlegen könnte, ob man und was man weiter impft, aber, dass dieses Kind sich erstmal erholen sollte. In der folgenden Zeit las ich mich mehr und mehr in die Thematik ein, ich stellte viele Fragen und bekam Antworten.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich hier nichts Fachliches beitragen möchte und auch keine Quellen zitieren möchte, denn lesen kann jeder selbst. Ich will nicht missionieren und irgendwen bekehren, aber ich habe es satt als verantwortungslos bezeichnet und beschimpft zu werden. Das bin ich ganz bestimmt nicht, wie ihr vielleicht schon gemerkt habt.
Es stecken immer Geschichten und Schicksale dahinter und es gibt mehr als schwarz oder weiß im Leben. Egal, ob man sich dafür oder dagegen entscheidet – jeder will das Beste für sein Kind, keinem ist es egal, keiner nimmt billigend irgendetwas in Kauf. Die meisten haben Angst vor den Krankheiten, ich habe Angst vor den Impfungen, vor dem was sie mit meiner Tochter machen könnten.
Wie gesagt, ich möchte mich hier nicht weiter fachlich auslassen. Nicht, weil ich es nicht kann, sondern weil es hier schlichtweg den Rahmen sprengen würde.
In meinem Umfeld stoße ich, in einem sehr durchgeimpften Ort, auf Neugier, auf Respekt und auf Akzeptanz. Und auch ich bringe Respekt und Akzeptanz auf für alle, die es anders machen als wir. Weil jeder für sich und sein Leben verantwortlich ist bzw. das seiner Kinder. Mir steht es nicht zu, zu verurteilen und euch allen da draußen genauso wenig.
Unser jetziger Kinderarzt, selbstverständlich Impfbefürworter, sagte mir bei der letzten Vorsorgeuntersuchung (nachdem ich ihm mitteilte, dass wir keine MMR-Impfung wünschen), dass keiner von uns wissen kann was passiert – wir können impfen und das Kind bekommt keine Masern, Mumps oder Röteln (was ja so leider auch nicht stimmt) oder wir impfen und das Kind wird schwerst behindert. Die Verantwortung tragen wir als Eltern. Und dieser Verantwortung stelle ich mich voll und ganz. Ich habe keine Angst vor diesen Krankheiten, ich weiß wie ich sie behandeln kann.
Ich schütte meinen Kindern auch nicht Unmengen von Fiebersaft in den Körper, weil Fieber eine gesunde Reaktion des Körpers ist, einen Virus zu bekämpfen. Im Übrigen einer der schlimmsten und folgenschwersten Behandlungsfehler bei Masern!
Ich habe eine andere Einstellung zu vielen Dingen bekommen, insbesondere zu unserem Körper und ich sehe vor allem, dass es meinen Kindern deutlich besser geht, als vielen ihrer Freunde. Sie sind deutlich weniger krank und wenn, kann der Körper damit deutlich besser umgehen. Aber das ist eben meine Geschichte und jeder darf seine eigene Geschichte haben und sich dementsprechend verhalten.
Aber schließt doch bitte wieder eure Schubladen, Impfgegner wie Impfbefürworter. Wir sind keine dinkelfressenden, jahrelang-stillenden, in-Jutebeutel-gesteckten Esotherikhexen, die ihren Namen tanzen – genauso wenig wie die Impfbefürworter alle ignorante, karrieregeile, nicht-stillende-Alete-reichende, von-den-Medien-manipulierte Dumpfbacken sind.
Jede Entscheidung hat seine Berechtigung und jeder trägt die Konsequenzen seines Handelns. In diesem Sinne, friedliche Grüße.
Hier ein Zwischenruf dazu von Katharina und Lisa.
Und bitte lest auch unseren Gastbeitrag der Impfbefürworterin!
               
Gastbeitrag: Darum lasse ich mein Kind nicht impfen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-einer-kinderaerztin-darum-ist-es-so-wichtig-dein-kind-zu-impfen
        Ihr Lieben, nach dem impfkritischen Gastbeitrag unserer Leserin Juliane haben wir eine Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde um einen Gastbeitrag zum Thema Impfen gebeten: Dr. Tatjana Czernin. Sie schreibt hier nicht nur als Ärztin, sondern vor allem auch aus ihrer subjektiven Sicht als als Mama. Sie ist nach der Geburt ihres dritten Kindes derzeit in Mutterschutz. Vielen lieben Dank, liebe Frau Dr. Cz. für´s Möglichmachen! Das ist nicht selbstverständlich!
Meine Kinder sind geimpft worden, alle drei. Keines von ihnen war ein Schreikind und sie sind alle extrem wenig krank, noch nie musste eins in 9 Kinderjahren wegen einer Infektion ins Krankenhaus. Sie erleben eine sehr naturbezogene und naturnahe Kindheit wovon sie sicherlich auch gesundheitlich profitieren, denke ich. So habe ich aus Muttersicht keine Probleme mit Impfungen oder deren Nebenwirkungen erlebt. Ich bin auch beruhigt, das mein kleines Baby von vier Monaten nicht durch seine Geschwister eine Varizellen- oder Masernerkrankung nach Hause geschleppt bekommt. Das Risiko einer immer letalen späteren Reaktivierung der Masern (SSPE) wäre erhöht und ich würde für die nächsten Jahre sicher eine Beunruhigung davontragen.
Mein größtes Problem an der Impfkritik besteht an der Gedankenisolation auf das eigene privilegierte Umfeld. Wenn Sie selbst ein Kind hätten, das an Leukämie erkrankt ist, dann hätten sie zur Zeit eine richtige Wut auf all die Gegner, denn sie können ihrem Kind das Leben kosten. Und das tun sie auch. Ich habe schon Kinder unter Chemotherapie an Varizellen (Auslöser von Windpocken) sterben sehen, sowie ein drei Monate altes Kind an einer Masernmeningitis innerhalb von 30 Stunden. Danach kann man beim besten Willen und auch als Rudolf Steiner-Anhänger nicht mehr dagegen sein. Es ist zu grauenvoll.
Andere, Immungeschwächte oder Schwangere, durch Mutmaßungen gesundheitlich zu gefährden ist tatsächlich fahrlässig.
Sobald man den Kindersitz nicht 100% fachgerecht angebracht hat, stürzt sich eine Horde perfekter Mütter auf einen – aber am Nachmittag werden die Masernerkrankten Kinder auf Kindergeburtstage mitgenommen. Das führt mich zu der Meinung, dass Nicht-Impfen ein hausgemachtes Luxusproblem ist. Wenn in Entwicklungsländern die Meinung verbreitet wird, man impfe nicht, weil die Kinder dann vermehrt schreien, dann verlieren wir zu Recht unsere Glaubwürdigkeit.
Was Bill Gates in die andere Richtung schafft, ist mehr als beeindruckend. Es sollen innerhalb seiner Kampagne 11 Millionen Leben durch Impfungen gerettet werden. Wer sind wir, die wir von so einem hohen Ross einen so großen Fortschritt in der Medizin über den Haufen werfen?! Dafür geht es uns schlichtweg zu gut.
Ich beziehe mich nicht auf komplett alle Impfungen aber in ihrer Kombination machen sie dann wieder Sinn, da es hier oft um die Gewährleistung der Compliance innerhalb von Risikogruppen geht. Durch die Kombinationsimpfungen ist sehr viel abgedeckt, auch die Erkrankungen, die vielleicht wenige betreffen oder risikoarm sind wie Mumps oder Hepatits B würden vernachlässigt und wieder zum Problem werden, wenn sie nicht innerhalb des Schemas abgedeckt würden. 
Ich bin auch als universitär ausgebildete Kinderärztin gegenüber der Schulmedizin kritisch.
Ich gebe ebenfalls keinen Fiebersaft, wenn es den Kindern nicht allzu schlecht geht, ich glaube an die Heilsamkeit von fieberhaften Erkrankungen. Ich habe eine Hausgeburt hinter mir und habe mit 38 Jahren noch kein Antibiotikum eingenommen. Mein Morbus Basedow wurde durch Akupunktur ohne Medikamente geheilt.
Meine Chinesische Ärztin sagt zurecht: "Doctors are very good in some emergency cases but they don’t understand a lot".
Man muss aber glücklicherweise nicht allzu viel verstehen, um die demographischen Daten von kindlichen Todesfällen aufgrund von ansteckenden Kinderkrankheiten korrekt interpretieren zu können. Wer davor die Augen verschließt, leidet unter einem Übermaß an Zivilisation.
               
Gastbeitrag einer Kinderärztin: "Darum ist es so wichtig, Dein Kind zu impfen" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-einer-zwillingsmama-mein-sohn-ist-gesund-meine-tochter-behindert
        Vor acht Jahren ging unser größter Traum in Erfüllung: Nach langem Kinderwunsch wurde ich endlich schwanger. Mit Zwillingen – und dann auch noch ein Junge und ein Mädchen! Hätte ich einen Wunschzettel ausfüllen dürfen, hätte ich es mir genauso gewünscht.
Nach einer nicht einfachen Schwangerschaft kamen unsere Zwillinge in der 29.SSW auf die Welt. Die acht Wochen auf der Frühchen-Intensivstation meisterten die beiden relativ gut. Aufgrund der Frühgeburt wurden wir auch zuhause gut unterstützt mit Physio-Therapeuten und einem Sozialpädagogischen Dienst, der uns zur Seite stand. Irgendwie deutete nichts darauf hin, dass eines der beiden Kinder später mal zu 80%  schwerbehindert sein würde. Alles fühlte sich gut und normal an.
Bis zu dem Tag, als wir zur U 4  beim Kinderarzt waren. Der sehr erfahrene Kinderarzt sagte uns nach kurzer Begutachtung unserer Tochter, dass sie wohl eine leichte halbseitige Spastik hätte. Die sei durch einen Sauerstoffmangel bedingt. Wann dieser Sauerstoffmangel auftrat – ob im Mutterleib, bei der Geburt oder erst auf Frühchen-Station – wir wissen es nicht.
Der Sauerstoffmangel hat zur Folge, dass meine Tochter sich langsamer entwickelt als ihr Bruder. Während unser Sohn zum Beispiel mit einem Jahr schon lief, dauerte es bei unserer Tochter bis nach dem dritten Lebensjahr. Bei meiner Tochter wurde im Alter von 4 Jahren zudem eine Entwicklungsverzögerung diagnostiziert, die sich nun zu einer globalen Entwicklungsstörung gemausert hat, sie ist also auch geistig behindert und von einer starken Intelligenzminderung betroffen. 
Charlotte sieht hübsch und völlig normal aus – man sieht ihr die Behinderung nicht an. Ein großes Glück könnte man meinen. Doch wenn ein achtjähriges Mädchen schreiend an der Supermarktkasse steht, weil es keine Süßigkeiten bekommt und sonst völlig "normal" aussieht, haben fremde Menschen wenig Verständnis. Die Blicke schwanken dann zwischen Entsetzen und Abfälligkeit, da ich ja offensichtlich nicht in der Lage bin, mein Kind richtig zu erziehen.
Meine Tochter hat bisher leider kaum Freunde. Das liegt auch daran. dass sie in spezielle Einrichtungen ging, wo auch traumatisierte Kinder waren. Traumatisiert, weil sie aus keinen guten Elternhäusern kommen. Für mich ist es dann natürlich schwer, zu diesen Eltern eine Verbindung aufzubauen und ich wollte auch nicht, dass meine Tochter zu diesen Familien nach Hause geht. Also habe ich die Kinder zu uns eingeladen, was gut geklappt hat, bis die Eltern dazu kamen. Ich musste mir dann oft übelste Vorwürfe gefallen lassen und habe die Treffen nicht wiederholt. 
So muss meine Tochter leider damit klar kommen, dass ihr Bruder Besuch von vielen Freunden bekommt und sie nicht. Ich überlege mir dann immer, was ich Schönes mit ihr machen könnte, sie bastelt und malt gerne. Ich denke aber, eine Freundin wäre ihr lieber.
Zum Glück ist sie nun  in der 1. Klasse einer Waldorfschule für Kinder mit geistiger Behinderung, es kristallisieren sich neue Freundschaften heraus und auch mit den Eltern ihrer Klassenkameraden verstehen wir uns nun bestens.
Jetzt habe ich viel über meine Tochter erzählt. Nun zu meinem Sohn. Er ist wirklich ein ganz ganz tolles Kind: Er ist verständnisvoll, geht gerne in die Schule, hat viele Freunde. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, wie einfach doch das Leben wäre, wenn ich zwei gesunde Kinder hätte. 
Ich versuche irgendwie den Spagat zu schaffen, es beiden Kindern recht zu machen, nicht ungerecht zu sein. Ich weiß, dass ich meinem Sohn viel abverlange und immer wieder an sein Verständnis als „großer“ Bruder plädiere. Das Verständnis seinerseits ist sehr groß und darüber bin ich sehr glücklich:
Er versucht sie, aus einem Schreianfall herauszuholen, indem er sie in den Arm nimmt. Er geht freiwillig zuerst aus der Badewanne, obwohl ich ihm versprochen habe, dass er heute länger als seine Schwester drin bleiben darf, er animiert sie zum Spielen und macht auch viel Quatsch mit ihr – wie Kinder es in diesem Alter eben tun.
Aber ich verstehe ihn auch, wenn er sagt:  „Mama ich hätte gerne eine andere Schwester“ oder „Warum ist sie bloß behindert?“ Ich weiß wovon er redet, meine Schwester hat Down Syndrom, was für mich als Kind auch nicht leicht war. Ich musste auch lernen, zu tolerieren, zu verzichten und zu akzeptieren. 
Die Behinderung hätte genauso gut auch ihn treffen können. Ich versuche ihm zu erklären, dass er sehr dankbar sein sollte, dass er ein gesunder Junge ist.  Dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist, wie er an seiner Schwester sehen kann. Und vorallem sage ich ihm, dass seine Schwester die Behinderung nicht ausgesucht hat und dass es unsere Aufgabe ist, sie zu verstehen und sie genauso zu lieben, wie sie ist. 
Für meine Tochter ist es nicht leicht zu sehen, dass sie vieles nicht so gut kann und ihr Bruder ihr in so vielem Voraus ist. Viele ihrer Wutausbrüche sind sicherlich auch das Resultat dieser Erkenntnis.
Und ich als Mutter stehe oft am Rande der Verzweiflung, weil ich mich oft frage, ob das alles richtig ist, was ich hier mache. Darf meine Tochter bei jedem „Nein“ von mir schreien, als würde ich ihr körperliche Schmerzen zufügen? Darf sie mich dumme Kuh nennen,  obwohl ich ihr sage, dass man das nicht sagen darf? Und was wäre, wenn mein Sohn ein Schimpfwort zu mir sagen würde? Ja, da gäbe es Ärger, aber richtig. Warum? Weil er versteht, was er da sagt.
Ein behindertes Kind versteht es nicht, mit so einem Kind kann man nichts „ausdiskutieren“. Selbstverständlich wird meine Tochter auch erzogen und wenn ich dem Umfeld glauben darf, dann ist uns das auch ganz gut gelungen. Im Rahmen des Möglichen. Mehr ist momentan einfach nicht drin. Eine enge Zusammenarbeit mit den Pädagogen und Lehrern ihrer Schule ermöglicht uns, an den kritischen Punkten mit ihr zu arbeiten.
Der Kinderarzt, der so früh schon die Diagnose unserer Tochter stellte, untersuchte unsere Tochter mit 6 Jahren ein letztes Mal bevor er in Rente ging. Abschließend sagte er, dass es unser großes Ziel sein sollte, dass sie irgendwann ein einigermaßen eigenständiges Leben führen kann. Wir werden alles dafür tun, ihr das zu ermöglichen.
Mit meinem Sohn führen wir regelmäßige Gespräche und fragen ihn wie er sich fühlt, ob er das Gefühl hat, dass er zu kurz kommt. Dass er jederzeit zu mir oder zu Papa kommen kann wenn ihn etwas bedrückt. 
Ich glaube und hoffe meine beiden Kinder haben eine glückliche Kindheit –  auch wenn sie gegenseitig viel Verständnis aufbringen müssen. Letztendlich sind wir eine ganz normale Familie, die einfach versucht das Beste aus der Situation zu machen. Und irgendwie finde ich, dass uns das ganz gut gelingt.
 
               
Gastbeitrag einer Zwillingsmama: Mein Sohn ist gesund, meine Tochter behindert | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-mein-baby-ist-nicht-mit-mir-verwandt-ich-wurde-mama-durch-eine-eizellspende
       
Wenn ich darauf angesprochen werde, dass mein kleiner Sohn mir ähnlich sieht, dann muss ich immer schmunzeln und daran denken, dass es alles andere als selbstverständlich ist, dass er da ist. Und dass er mir dabei tatsächlich auch noch verdammt ähnlich sieht… Bei uns war irgendwie alles anders, als bei anderen und als es natürlicherweise sein sollte. Aber – wie ein Arzt während der Schwangerschaft zu mir sagte – das ist eben auch erlaubt.



Schwanger durch eine Eizell-Spende



Mein Sohn ist durch eine Eizellspende entstanden. Wir haben uns für diesen Weg entschieden, da der Wunsch nach einer Familie irgendwann übermächtig wurde. Dass es auf natürlichem Wege nicht klappen würde, war klar. Ich hatte meine Diagnose Turner-Syndrom schon als Kind bekommen. In meinem Fall bringt dieser Chromosomenfehler unter anderem einen Herzfehler und Unfruchtbarkeit mit sich. Ich lebe ganz gut damit, wenn auch zwei Herzoperationen und Hormontherapien wegen meiner nicht funktionierenden Eierstöcke dazugehören. Im Alltag bin ich kaum eingeschränkt und man sieht mir mein Syndrom auch kaum an.



Trotzdem musste ich meinen Körper mit seinem Syndrom nochmal neu akzeptieren, als wir uns so sehr ein Baby wünschten und nun einmal keine Eizellen bei mir zu finden waren…



Immerhin sprach medizinisch nichts gegen eine Eizellspende. Diesen Weg wollte auch mein Partner unbedingt mit mir gehen. Ich hatte anfangs eher meine Zweifel. Würde das Kind für mich immer das Kind einer anderen Frau sein? War ich bereit dazu, auf diese Weise Mutter zu werden? Erst nachdem ich mir hundertprozentig sicher war, dass die Eizellspende auch für mich die richtige Entscheidung war, stimmte ich zu.



Eizell-Spenden sind in Deutschland nicht erlaubt



Da Eizellspenden in Deutschland verboten sind, mussten wir ins Ausland gehen. Ein Sprung ins Blaue war es auch, denn deutsche Ärzte dürfen keine Klinik empfehlen oder in diese Richtung beraten. Tipps gibt es höchstens von Paaren, die schon eine Eizellspende hinter sich haben.



Nach einigen Vorgesprächen mit der Klinik unserer Wahl, extrem viel Papierkram und Voruntersuchungen in Deutschland, wurde in Tschechien eine Spenderin für uns gefunden.



Insgesamt schenkte sie uns neun Eizellen, die mit
Samenzellen meines Mannes befruchtet werden konnten und sich gut entwickelten.
Dreimal sind wir zum Embryotransfer nach Tschechien gefahren. Ich habe eine unglaubliche,
nicht näher bestimmte Menge an Hormonspritzen bekommen. Wir haben eine
ebenfalls unglaubliche Menge Geld für Behandlungen und Medikamente bezahlt
(nicht für die Spenderin, die Eizellspende in Tschechien ist nicht kommerziell)
und gefühlte hundert Jahre (eigentlich nur 14 Tage…) nach jedem Embryotransfer
gezittert und gewartet, bis wir endlich den Schwangerschaftstest machen konnten
und erfuhren, ob es geklappt hatte.



Nach dem ersten Embryotransfer hatte ich leider eine frühe Fehlgeburt. Nach dem zweiten Embryotransfer waren alle Tests negativ. Beim dritten Transfer war einfach alles perfekt, das Team in Tschechien war noch freundlicher als sonst sowieso schon und alle wünschten uns Glück. Es war ein wunderschöner Junitag und ich war mir hundertprozentig sicher: dieses Mal klappt es.



Und das hat es dann auch! Der Test war positiv, ich durfte zum ersten Ultraschall und wir konnten die Herztöne unseres Babys hören! Und die haben mich komplett geflasht. Ich war ja ein Herzkind, ich habe so oft meine eigenen Herztöne gehört… Und so hatte ich sofort eine Verbindung zu meinem Baby. Ab diesem Moment war es für mich da und war absolut und ohne den geringsten Zweifel mein Baby.



Dann gab es natürlich auch eine Menge Informationen über
alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen. Unter anderem erzählte meine
Frauenärztin uns natürlich auch von den pränatalen Bluttests auf
Chromosomenfehler. Sie sagte auch: Jetzt wo sie so viel getan haben, um
schwanger zu werden, soll auch alles in Ordnung sein mit dem Kind.



Im Grunde genommen sprach sie also eine Abtreibung bei einer Diagnose an. Und das mir gegenüber? Mir, die ich selber mit einem Chromosomenfehler, dem Turner-Syndrom, zur Welt gekommen bin? Nee, niemals. Für mich hätte es keinen Grund für eine Abtreibung geben können. Das hätte ich niemals übers Herz bringen können.



Aber auch das wurde mir vor Augen geführt: Dass ich selbst
ein Mensch mit einer Diagnose bin. Mit einem Syndrom, das ein Abtreibungsgrund
ist. Für mich als einen Menschen, der mit dem Turner-Syndrom gut lebt, ist das
immer wieder mehr als schockierend.



Bei uns aber zeigte jede Untersuchung: Mit unserem Baby war alles in bester Ordnung. Es wuchs und gedieh bestens in meinem Bauch.



Auch mit mir war bis fast zum Schluss alles in Ordnung. Allerdings empfahl der Kardiologe einen Kaiserschnitt. Ich war in den Schwangeren-Kursen dann die einzige mit geplantem Kaiserschnitt und wurde dafür teilweise auch schief angeschaut. Dabei konnte ich gar nichts dafür! Es war ja schließlich eine medizinische Notwendigkeit und kein Wunschkaiserschnitt.



Die Situation im OP war für mich weder komisch noch beunruhigend, sondern mir aus meiner Kindheit eher vertraut. Ja, es ist eine große Operation, und um einen neuen Menschen auf der Welt zu begrüßen ist es nicht gerade die schönste Umgebung. Aber für mich bedeutet der OP auch: Sicherheit. Hier sind eine Menge Leute, die alles dafür tun, dass es uns gut geht, und eine Menge Geräte, die uns überwachen, hier wird schon alles klappen.



Und dann kam dieser magische Moment, in dem unser kleines Eizellspendenbaby seinen ersten Schrei tat und über dieses grüne Tuch gehalten wurde.



Zu sagen, dass ich spontan bis über beide Ohren verliebt in
dieses blaue, tropfende Bündel war, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Dass
der Anblick meines kleinen Neugeborenen mich derart umhauen könnte, hätte ich
nicht gedacht. Er war sooo süß und weich und warm… Ich wollte ihn nur noch
knuddeln und anschauen.



Foto: pixabay



Und ich hätte ihn sooo gerne gestillt… Aber da es einen Verdacht auf Peripartum-Kardiomyopathie gab und somit auch eine lebensbedrohliche Situation für mich bestand, musste ich sofort abstillen. Heute geht es uns beiden super, mein Kardiologe war bereits drei Monate nach der Geburt wieder begeistert von meiner Herzsituation.



Tja, nicht natürlich empfangen, nicht natürlich entbunden, nicht gestillt. Bei uns ist wirklich alles anders als normal.



Im Wochenbett habe ich sehr damit gehadert, dass ich meinen Kleinen nicht stillen durfte. Dadurch, dass bei uns eben alles anders war, fühlte ich mich nicht mehr geerdet und ich hatte auch ein bisschen Angst, dass künstliche Befruchtung, Kaiserschnitt und Fläschchennahrung negative Folgen für meinen Kleinen haben könnten. Es tat weh, in den Babygruppen all die Mütter ihre Babys stillen zu sehen, während ich nur Fläschchen geben konnte.



Aber die anderen Mamas waren super. Immer wieder haben sie
gesagt: Ist doch egal, dein Sohn wird auch mit Fläschchen groß, er sieht
überhaupt nicht so aus als würde es ihm schlecht gehen, mach dir keine Sorgen.
Und entgegen der Befürchtung meiner Hebamme habe ich auch nur positive
Reaktionen darauf bekommen, dass mein Sohn eine Eizellspende war. Unverständnis
gab es bei denen, denen ich davon erzählt habe, eher dafür, dass Eizellspende
in Deutschland verboten ist.



Eine natürliche Geburt und Muttermilch sind das Beste für Mutter und Kind. Aber was konnte ich denn dafür, dass das bei uns nun einmal nicht ging? Denn was bei uns ganz bestimmt nicht anders ist, ist die Bindung zwischen uns, meine bedingungslose Liebe für meinen Sohn und dass ich alles für ihn geben würde, mit ihm weine, mit ihm lache und ihm alles zeige und beibringe, was er wissen muss.



Ob ich manchmal an die Spenderin denke?



Ja, klar. In Tschechien ist die Eizellspende anonym, das heißt wir haben keine Möglichkeit, sie kennen zu lernen. Das einzige, was wir über sie wissen, ist dass sie genauso alt ist wie ich. Manchmal frage ich mich, wie sie wohl aussieht und wie ihr Leben aussieht. Was ihre Beweggründe waren, ihre Eizellen zu spenden und ob sie eine eigene Familie hat. Was mein Sohn vielleicht von ihr hat.



Und ich bin ihr unendlich dankbar. Nur durch ihre Hilfe
haben wir heute unseren kleinen, riesig großen Schatz und sind überglückliche
Eltern.



Ob es besser wäre, wenn Eizellspende in Deutschland erlaubt
wäre?



Ja, auch wenn ich mit der Behandlung in Tschechien absolut zufrieden war, würde ich mir das wirklich wünschen. Es war vor allem nach der Fehlgeburt schwierig, der Vermittler zwischen den deutschen und den tschechischen Ärzten zu sein und irgendwie am Telefon zu erklären, was passiert war und welche Untersuchungen hier gemacht worden waren.



Außerdem wäre es schön gewesen, hier in Deutschland nach unseren medizinischen Standards, ohne Auslandsreisen und vielleicht auch mit der Möglichkeit, die Spenderin kennen zu lernen, die Behandlung durchzuziehen. Und natürlich könnte, wenn die Behandlung erlaubt wäre, die Krankenkasse auch einen Teil der Kosten tragen. Und letztendlich werden diejenigen, die die Eizellspende wirklich nutzen möchten, es immer tun… Egal ob sie dafür ins Ausland müssen.



Lest dazu gern auch: Solomama: Ich wollte unbedingt ein Kind – auch ohne Partner.
               
Gastbeitrag: "Mein Baby ist nicht mit mir verwandt, ich wurde Mama durch eine Eizellspende" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-mein-langer-weg-zur-vereinbarkeit-wie-ich-nun-kinder-und-beruf-meisterte
        Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für mich kein Problem – dachte ich, als ich noch keine Familie hatte. Doch ich musste mir leider eingestehen, dass es immer noch große Diskrepanzen gibt und dass die Chancengleichheit heutzutage leider immer noch eine Lüge ist. 
Anfang 2014 habe ich mich aus der Not heraus selbstständig gemacht, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei mir nicht möglich war. Das war damals übrigens nicht meine Meinung, sondern die Meinung von anderen. Nämlich derjenigen, die höchstwahrscheinlich an meiner Leistungsfähigkeit und Flexibilität als zweifache Mutter zweifelten und die mehr als 100% von einem Mitarbeiter erwarten…
Mein damaligen Arbeitgeber sagte irgendwann in einem Gespräch, wir müssten eine Lösung finden. Damit meinte er eine gegenseitige Aufhebung des Vertrages. Denn als Projektleiterin/Business Consultant war ich viel unterwegs gewesen und musste flexibel sein. Mit zwei Kindern und einem Mann, der ebenfalls viel auf Reisen war, war die Ausübung der früheren Jobinhalte kaum mehr möglich – wenn ich meine Kinder auch noch sehen wollte.
Ich hatte sogar Verständnis für die Lage meines damaligen Chefs (heute nicht mehr), denn sie mussten tatsächlich Rücksicht auf mich als Mutter nehmen. Und ich hatte mich auch verändert. Ich wollte nicht mehr zu 100 % flexibel sein. Ich wollte mir nicht ständig ein Bein für den Job ausreißen, viele Überstunden machen und viel auf Reisen sein. Und so unterschrieb ich den Aufhebungsvertrag. 
Wir zogen von München in meine Heimatstadt Rottweil und ich war zuversichtlich, bald eine neue Arbeizt zu finden. Ich hatte ja was vorzuweisen, einen guten Lebenslauf und viel Wissen auf meinem Gebiet. 
Aber: Pustekuchen! Ich erlebte eine absolute emotionale Bruchlandung. Denn bei Telefonaten und Vorstellungsgesprächen, hörte ich ganz viele, kuriose und unterschwellige Kommentare. Ich wurde reduziert. Ich war nicht mehr eine ambitionierte Frau, die arbeiten will, sondern die Mutter mit zwei Kindern und sooooo klein mit Hut. Diese Sätze habe ich tatsächlich gehört:

Frau Weinmann, wir haben Sie 6 Wochen hingehalten, weil wir schauen wollten, ob wir noch was Besseres finden. (27 -jähriger Personalreferent)
Denken Sie wirklich, Sie können zu 100% arbeiten? Als 2-fache Mutter?
Iris, du hast zwei kleine Kinder, meine Kinder sind schon älter, ich denke, nicht, dass du den Job gut ausführen kannst.
Ich dachte immer die Mütter seien ungepflegt, doch sie sehen richtig gut aus. (ÄHM?? – Headhunter in Stuttgart)

Mein Selbstbild war zerstört und mein Selbstbewusstsein war am Ende. Und ich verlor den Glauben daran, dass Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen sind. Ich war wirklich frustiert. Doch dann beschloss ich, nicht aufzugeben.  
Ich wollte es allen zeigen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist und machte mich selbstständig. Warum?  

 Ich wollte mit meiner Arbeit etwas bewegen aufgrund meiner langjährigen Erfahrung in der Industrie und in der Medienbrache mit unterschiedlichen Auslanderfahrungen einer Arbeit nachgehen, die für mich anspruchsvoll genug war und nicht irgendeinen Job machen, um Geld zu verdienen 
Ich wollte mein eigenes Geld verdienen und die Familie damit unterstützen, denn wir hatten uns ein Dreifamilienhaus gekauft und mit einem Teil meines Gehaltes gerechnet

Anfangs war es unglaublich hart. Manchmal schlief ich nachts nur vier Stunden. Nachdem ich die Kinder in die Kita gebracht hatte, fing ich an zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen. Um 16. 30 Uhr holte ich die Kinder wieder ab, kümmerte mich um sie, fuhr zu Hobbies oder Freunden. Wenn die Kinder dann im Bett waren, machte ich den Haushalt und arbeitete noch weiter. 
Mein Mann und ich blieben als Paar völlig auf der Strecke. Wir hatten kaum mehr Zeit füreinander und das Geld, das ich in Anbetracht der zeitlichen Aufwände verdiente, war eher ein Hungerlohn und weit unter dem Mindestlohn.  Häufig dachte und sagte ich zu meinem Mann, dass ich mal wieder herzhaft lachen, Spaß haben möchte und ich mal wieder gerne Zeit für mich hätte.  
Irgendwann stellte ich fest, dass ich gar keine Ziele, Träume und Wünsche habe und Hobbies schon lange nicht mehr. Außerdem kam immer wieder die Sinnfrage auf. Sinn des Lebens und meiner Arbeit. Denn auch wenn ich Aufträge erledigte, die zwar sehr anspruchsvoll und gut waren, musste ich mich ziemlich dafür motivieren. Im dritten Jahr lief es zwar finanziell dann richtig gut, aber die Sinnfrage ließ mich nicht mehr los. Ich wollte endlich mehr über mich und meine Träume erfahren. 
Und plötzlich spielten in der Jobfrage ganz andere Aspekte eine Rolle. Es ging nicht mehr nur ums Geld und darum, es allen beweisen zu wollen. In meiner heutigen beruflichen Ausrichtung geht es nun um meine Leidenschaft andere zu inspirieren, zu motivieren und zu unterstützen und zum anderen, meine Grundmotive, nämlich das Recht auf Selbstverwirklichung und eine erfüllte Arbeit als Mutter ausführen zu dürfen. Ich gründete Momcoach.de und berate nun andere Frauen, die sich selbstständig machen wollen, gebe Webinare und Seminare. Klar – dieses für mich neue Business war ein Risiko, ich musste wieder von vorne anfangen. Doch in Anbetracht der zukünftigen Aussichten, der Unabhängigkeit, der Möglichkeit, die Familie und den Beruf zu vereinbaren, meine Leidenschaft zu leben und andere zu unterstützen lässt mich aufblühen und lächeln. Ich bin also auf dem richtigen Weg. 
—-ALLE INFOS ZU UNSERER GASTAUTORIN UND DEN COACHINGS FINDET IHR HIER
               
Gastbeitrag: Mein langer Weg zur Vereinbarkeit - wie ich nun Kinder und Beruf meisterte | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-schwanger-mit-zwillingen-unsere-hoehen-und-tiefen-in-fast-neun-monaten-bis-zur-geburt
         "Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich am Abend vor der entscheidenden Nachricht mit Freunden und meinem Mann beim Essen saß. Ich war absolut überzeugt, dass ich NICHT schwanger bin: Keine Übelkeit, kein Ziehen in der Brust, keine Müdigkeit, nichts. Ich fühlte mich einfach frustrierend normal.
Am nächsten Tag musste ich morgens zur Blutabnahme, mittags gab es dann die Ergebnisse. Da ich aufgrund einer hormonellen Störung namens PCO-Syndrom nicht einfach so schwanger werden kann, wurde unser Kinderwunsch von Anfang an ärztlich begleitet, daher auch die Blutentnahme zum Schwangerschaftstest.
Montags saß ich mittags im Büro und wartete zur vereinbarten Zeit auf den entscheidenden Anruf – innerlich schon vorbereitet auf schlechte Nachrichten. Das Gespräch war kurz, in Gedanken habe ich das Wichtigste auf meinem Notizblock mitgekritzelt. Ich legte auf und schaute auf den Block: „Deutlich positiv“.
Ich glaube, ich musste es dreimal lesen, bevor die Botschaft in meinem Kopf ankam. Im Nachhinein weiß ich, dass ich „deutlich“ positiv auch ein deutlicher Hinweis auf Zwillinge ist – das war mir damals aber noch nicht klar.
Wenige Tage später hatte ich den ersten Termin beim Frauenarzt. Im Ultraschall sah man deutlich EINEN Herzschlag – und einen kleinen Punkt. Der Frauenarzt sagte, das könne noch ein zweiter Embryo sein, oder eben nicht. Zwei lange Wochen später gab es die Bestätigung: Zwillinge.
Ich war überrascht würde ich sagen. Überrascht, aber nicht geschockt. Theoretisch besteht bei künstlichen Befruchtungen eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit auf Mehrlinge, aber die Wahrscheinlichkeit ist trotzdem gering. Mein Mann brauchte erstmal ein paar Tage, um sich an den Gedanken zu gewöhnen.
Ich kann mich erinnern, dass ich mir damals einen speziellen Ratgeber für Zwillinge zugelegt habe. Allerdings waren die Geschichten dort dermaßen angsteinflößend, dass ich das Buch tatsächlich zurück geschickt habe. Ich besorgte mir stattdessen einen normalen Schwangerschaftsratgeber, bei dem man dachte, die Auswahl des richtigen Schlafsacks sei das größte Problem beim Eltern werden. Aber das war mir lieber als schon vor der Geburt in Panik zu verfallen.
Die ersten drei Monate der Schwangerschaft verliefen relativ unaufgeregt. Mir war ab und zu etwas übel, aber insgesamt habe ich mich gut gefühlt. Nur auf Kaffee hatte ich leider gar keine Lust – ab und zu wollte ich gern mal einen Kaffee trinken, aber beim puren Geruch ist mir die Lust leider wieder vergangen.
In der 14. Woche hatten wir abends Besuch und waren später im Bett als üblich. Mitten in der Nacht wachte ich auf und fühlte mich nicht gut. Ich ging zur Toilette und hatte Blutungen. Ich erspare euch die Details, aber ich war mir sicher, dass ich mindestens ein Kind verloren hatte.
Panisch weckte ich meinen Mann und wir fuhren ins nächstbeste Krankenhaus. Das war der vermutlich schlimmste Moment meiner Schwangerschaft. Ich war in Panik und kaum ansprechbar, obwohl ich sonst ein sehr kontrollierter Mensch bin. Ihr könnt euch meine Erleichterung vorstellen, als tatsächlich mit beiden Babys alles ok war. Wir durften wieder nach Hause.
In den kommenden Wochen war ich vor allen Dingen müde, ansonsten ging es mir gut. Wir fuhren nochmal in den Urlaub, das Leben ging weiter. Ich hatte auch eine kompetente Hebamme gefunden, die gut zur mir passte und viel Erfahrung hatte – auch mit Zwillingen.
Ungefähr um Weihnachten fühlte ich mich jeden Tag etwas schlechter: Ich war erschöpft, musste mich ab und zu hinlegen, weil ich nicht mehr sitzen konnte. Nach Silvester hatte ich wieder einen Termin bei meinem Frauenarzt, das war ungefähr in der 26. Woche. Mein Gebärmutterhals war etwas verkürzt, er schrieb mich krank. Eine Woche später hatte ich einen Termin zur Untersuchung im Krankenhaus. Mein Frauenarzt hatte mit mir vereinbart, dass im letzten Trimester die Untersuchungen abwechselnd bei ihm und im Krankenhaus stattfinden, da Zwillinge eben eine Risikoschwangerschaft sind.
Doch leider kamen vorzeitige Wehen und ich musste ins Krankenhaus. In den ersten zwei Wochen war ich noch frohen Mutes, dass ich bald nach Hause darf. Leider hatte ich kontinuierlich Wehen, die auch immer deutlich im CTG zu sehen waren.
Wenigstens durfte ich nach einigen Tagen den Wehenhemmer absetzen und habe ab dann nur noch Tabletten bekommen, die bei mir auch recht gut funktioniert haben. Naja, zumindest bis zur 33. Woche. Zu diesem Zeitpunkt lag ich schon ungefähr fünf Wochen im Krankenhaus, und mir war klar, dass ich Frühchen haben werde und vor der Geburt nicht mehr nach Hause komme. Ich hatte auch schon die Frühchenstation gesehen und mit den Schwestern gesprochen, daher hatte das Thema Frühchen seinen Schrecken etwas verloren, zumal meine Zwillinge ja „späte“ Frühchen sein würden.
In der Nacht vor der Geburtsnacht hatte ich stärkere Wehen und meldete mich morgens bei der Visite freiwillig zur Untersuchung. Wie erwartet war der Muttermund schon leicht geöffnet.
Am nächsten Morgen gegen 5 Uhr wurden die Zwillinge mit 20-minütigem Abstand spontan geboren – 6,5 Wochen vor dem errechneten Termin. Da die beiden meine ersten (und einzigen) Kinder sind fehlt mir der Vergleich, aber eines weiß ich sicher: Das zweite Kind „flutscht“ nicht einfach hinterher, sondern ist echte Arbeit – zumindest wenn das zweite Kind schwerer ist und in Beckenendlage geboren wird. Aber ich fand es großartig, dass ich die beiden spontan auf die Welt bringen durfte, trotz Frühgeburt, Zwillinge und Beckenendlage beim zweiten Kind.
Nach einigen Wochen (ungefähr bis zum errechneten Geburtstermin) durften wir die beiden mit nach Hause nehmen – und das Abenteuer Zwillinge ging richtig los.
Die beiden sind jetzt fast 7 Jahre alt – und es ist einfach eine großartige Erfahrung, Zwillinge zu haben. Kurz gesagt: Die ersten beiden Jahre ist man im Überlebensmodus, und ab dem 3. Geburtstag ungefähr wird es spürbar jeden Tag entspannter."
 
Foto: pixabay
               
Gastbeitrag! Schwanger mit Zwillingen: Unsere Höhen und Tiefen in fast neun Monaten bis zur Geburt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-so-ist-mein-leben-als-wheelymum
        Ihr Lieben, immer wieder haben wir das große Glück, dass tolle Mamas Gastbeiträge bei uns schreiben. So auch heute. Ju ist eine wheelymum, also eine Mama im Rollstuhl, und erzählt uns heute von ihrem Leben. Vielen Dank für diesen Text!!!!
"Ich bin eine Mama. Eine Mama eines 2-jährigen Sohnes. Ich dachte, ich würde auch gerne einmal bloggen. Warum das denn? Es gibt doch schon so viele Elternblogs. Natürlich gibt es die – und jeder hat seine Berechtigung. Denn jeder schreibt aus seinem Leben, seine Erfahrungen und von seinen Kindern.
Mein Blog soll sich aber etwas von den anderen unterscheiden. Denn ich unterscheide mich von anderen Eltern. Ich bin eine wheelymum.
Das bedeutet, dass ich auf Grund einer neurologischen Erkrankung zu großen Teilen auf den Rollstuhl angewiesen bin. Teilweise kann ich in der Wohnung noch mit Unterarmstützen gehen, außer Haus benötige ich aber immer einen Rollstuhl. Ja, ich bin behindert. Und ich war bereits behindert, als ich schwanger wurde.
Ich musste mit etlichen Vorurteilen kämpfen. Vor allem fühlte ich mich alleine, bis auf meine Familie.Eine Schwangerschaft ist eine große Veränderung für jede Frau – für jede Familie. Bei jeder Schwangerschaft gibt es viele offene Fragen. Bei meiner Schwangerschaft gab es aber kaum Ansprechpartner. Wir mussten uns – fast alleine – durchkämpfen. Gerne hätte ich mich, vor allem mit anderen behinderten Eltern, ausgetauscht. Ich habe aber kein geeignetes Forum gefunden. Nach fast 3 Jahren, habe ich nun den Entschluss gefasst, nicht mehr nur zu jammern, sondern einfach selbst so einen Platz zu bieten. Und nun blogge über mein Leben mit einer chronischer Krankheit, Gehbehinderung und Schmerzen.
Ich blogge auch über unser Leben als Familie. Als Mama, Papa und Sohn mit Besonderheiten. Nicht nur anderen behinderten Eltern möchte ich eine Austauschmöglichkeit bieten, ich möchte auch überhaupt auf uns behinderte Eltern aufmerksam machen. Es gibt uns. Wir sind da. Auch wenn wir kaum gesehen werden. Wir lieben unsere Kinder wie ihr alle. Und wir wollen nur das Beste für sie. Selbstverständlich gibt es bei uns auch immer wieder Schwierigkeiten. Manche sind anders als bei Euch, andere sind einfach die Selben.
Meine Familie und ich wollen ein Teil der Gesellschaft sein und mussten dafür einige Hürden nehmen. Böse Blicke und Sticheleien überhören wir. Rechtfertigungen und Vorurteile waren an der Tagesordnung. Denn es gibt sie immer noch. Die Meinung, dass behinderte Menschen weniger wert sind. Oder das körperliche Behinderung mit geistiger Behinderung gleichgesetzt wird. Vor allem aber, dass ich meinem Kind zu viel zumute, oder ihn in Gefahrensituationen nicht schützen kann.
In meinen 2 Jahren als Mama ist dies, Gott sei Dank, noch nicht passiert. Ich schätze Gefahren anders ein. Und ich vertraue auf mein Kind. Wir beiden sind ein eingespieltes Team. Immer wieder stoßen andere Menschen damit an die Grenzen ihres Verständnisses. Dann höre ich Aussagen wie: „Das arme Kind.“ oder „Wie leichtsinnig. Wie kann man nur als Behinderte Kinder bekommen.“ Ganz besonders hat mich folgende Aussage von zwei Frauen getroffen: „Wie kann man nur die Gesundheit des Kindes gefährden.? “ Auf Nachfrage, was genau sie denn meinte, bekam ich die Antwort, dass das Kind bestimmt auch erkrankt und ich doch so nur dem Staat zu Last falle. Am liebsten wäre ich den beiden Damen, mitten ins Gesicht gehüpft. Geht aber leider nicht. Ich musste 2 x schlucken und sagte dann: „Lieber hat man Sohn eine Kindheit in Liebe als mit so verbitterten Menschen.“
 Solch ein Urteil ohne den Hauch eines Hintergrundes zu kennen, macht mich wütend, traurig und sprachlos. Aber es gibt auch die positiven Erfahrungen, die Mut machen. Mitmenschen, die an mir vorbeifahren und sagen, wie toll sie das Rollstuhlkinderwagengefährt finden. Ein freundliches Lächeln mit den Worten: „Schau mal die zwei. Wie süß.“
Manchmal bekommen wir auch Hilfe angeboten. Einfach so. Hilfe können wir mittlerweile annehmen. Dies war ein Lernprozess. Aber unser ganzes Leben ist in diesem Prozess. Wir lernen Neues, verabschieden uns von Altem und bleiben offen. Offen für diese Welt und für das Leben. Für die Überraschungen und Herausforderungen, die es für uns bereit hält. Der nächste Bordstein, der zu hoch ist kommt bestimmt. Wir schauen einfach, wohin uns der Weg führt, den wir gehen (befahren) können.
In unserem Ort sind wir als Familie angekommen. Natürlich wird es hier immer wieder neue Herausforderungen geben, aber ich bin zuversichtlich, dass wir dies gemeinsam schaffen können. Unser Alltag funktioniert ganz gut, im Großen und Ganzen unterscheidet er sich nur ein wenig von gesunden Eltern. Es gibt viele Kleinigkeiten, die das Leben etwas erschweren. Aber man gewöhnt sich daran und stellt sich darauf ein. Schließlich ist es unser Leben. An viele dieser Kleinigkeiten denkt ein Nichtbetroffener im ersten Moment nicht. Das verlange ich aber auch nicht. Ich möchte lediglich etwas sensibel machen, für die Belange der Rollstuhlfahrer im Alltag.
Mein Sohn geht momentan noch ganz unbefangen mit meiner Krankheit um, wie sich das in Zukunft entwickelt??? Ich habe keine Ahnung, aber ich freue mich darauf diese Erfahrungen mit anderen zu teilen. Denn sie werden mit Sicherheit nicht immer nur positiv sein. Angst habe ich momentan davor noch nicht. Ich würde mich aber freuen, wenn ich mich dann mit anderen (behinderten) Eltern austauschen kann. Eins habe ich in den letzten Jahren gelernt: Niemand ist alleine. Wir alle können voneinander profitieren, wir müssen uns nur trauen und von dem perfektionistischen Bild von Familie Abstand nehmen und anderen Hilfe und Unterstürzung anbieten und diese auch selbst annehmen können.
Aus diesem Grund möchte ich auch von Euch wissen: Was würdet Ihr gerne von mir wissen? Was kann ich Euch erklären? Habt Ihr in eurer Umgebung Eltern die eine Behinderung haben? Würdet Ihr Euer Kind einer Mama mit Behinderung anvertrauen?
So wie sich hier Stadtmama und Landmama unterscheiden, so unterscheide ich mich als wheelymum von den beiden. Aber eins haben wir alle gemeinsam. Wir lieben unsere Kinder!“
               
Gastbeitrag: So ist mein Leben als Wheelymum | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-spaetabbruch-ja-oder-nein-die-wohl-schwerste-entscheidung-meines-lebens
         In den Kinos läuft gerade "24 Wochen" an – darin geht es um späte Schwangerschaftsabbrüche – und die Frage: Kriege ich ein behindertes Kind? Julia hat genau das durchlebt und berichtet heute von den Wochen voller Ungewissheit, Trauer und auch voller Liebe zu dem ungeborenen Kind. Danke, Julia, für Dein Vetrauen und diesen sehr berührenden Text: 
Sein Gesicht fixiert den Bildschirm, die Gesichtsmuskeln deutlich angespannt, es wird still im Raum. Das bis gerade eben noch lockere Gespräch ist verstummt. Außer dem Surren des Gerätes ist nichts zu hören.
Ich spüre, dass dies der Moment sein könnte, der alles verändert. 
Es ist Juni 2011, draußen strahlt die Sonne, und bis vor ein paar Sekunden genoss ich mein Leben wie selten zuvor. So viel Glück auf einmal war beinahe unvorstellbar. Damals war ich 33 Jahre alt, schwanger mit meinem zweiten Kind, verheiratet und bereits mit einer kleinen Tochter gesegnet. Ich bin Julia, und möchte Euch heute berichten, wie es zu unserer Entscheidung des Spätabbruchs kam:
 
Mein Frauenarzt stellt fest, dass das kleine Wesen, das tanzend in meinem Bauch auf dem Bildschirm zu sehen war, nicht so aussieht, wie es sollte. Darm, Leber und der Magen schwammen in einer Art Ballon vor dem Bauch des Babys.
Man nennt dies Omphalozele, die in der Regel mit 80%-iger Wahrscheinlichkeit mit weiteren chromosomalen Dysbalancen, geistigen und körperlichen Fehlbildungen einhergeht.
 
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich dies allerdings noch längst nicht. Das einzige, was mein Gynäkologe im Juni 2011 noch herausbringt, ist zu fragen, wann genau mein Termin zum Ersttrimester-Screening sei. Übernächste Woche. Er nickt stumm, sagt zum Abschluss, er könne die Situation nicht gut einschätzen, der Befund könne sich bis zum Ende der 12. Woche zurückbilden – was angesichts meinem Status in der 11. Woche allerdings fraglich war – das begriff ich umgehend.
 
Beunruhigt, aber noch zuversichtlich, schaute ich etwa zwei Wochen später in einer Praenatal-Praxis auf den riesigen hochauflösenden Bildschirm. „Das wird schon“, versuche ich mir immer wieder einzureden.
Der Cursor bewegte sich sofort auf den Bauch des kleinen Embryos, der fröhlich vor sich hinzappelte. „Ein hübscher kleiner Junge“ sagte der Arzt ganz ruhig, nahm ein paar Maße, und erläuterte schließlich, was zwei Wochen zuvor auch bereits deutlich zu sehen war.
Das Fragezeichen in meinem Kopf versperrte mir Sicht und klare Gedanken. Der Arzt gab sich bedeckt, zeigte mir am PC nach Eingabe des Befundes die errechnete Wahrscheinlichkeit für Trisomien. Dort stand: Riskio1:3.
 
Ich begriff durchaus, was das bedeuten kann, jedoch lagen Nackenfalte und weitere Maße im Normbereich. Mein Mann sagte jetzt nichts mehr, seine anfänglichen Fragen konnte auch der Praenatal-Spezialist nicht mit Gewissheit beantworten. Für eine Chorionzottenbiopsie (Plazentapunktion, um fetales Erbgut zu genetischen Analysen zu erlangen), war es bereits zu spät. Klarheit über genetische Fehlbildungen könnte nur eine Fruchtwasserpunktion erzielen. Frühestens in vier Wochen. Die Zeit stand jetzt still.
 
Wir standen unten auf der Straße, die Autos rasten vorbei, meine Ohren rauschten, der Kopf war leer. Instinktiv ahnte ich, dass hier ein Alptraum mit ungewissem Ausgang beginnen könnte. Noch immer auf dem Bürgersteig, malten wir uns undeutliche Szenarien aus, unfähig, auch nur einen Kaffee trinken zu gehen.
Wie paralysiert fuhren wir heim, wo uns unsere 16 Monate alte Tochter, unser ganzes Glück, freudig entgegen hüpfte. Ich hoffte auf Tränen, die mich erlösen. Nichts dergleichen.
Absolute Taubheit, Gefühl der Ohnmacht. Fragen über Fragen, Dr. Google, Mediziner in Familie und Bekanntenkreis wurden überstrapaziert – am Ende dennoch das Gefühl, keinen nennenswerten Schritt weitergekommen zu sein. „Et hätt noch immer jot jejange“, wie der Kölner gerne sagt, klang genau jetzt wie ein schlechter Witz.
 
Die Zeit verging endlos langsam, das Leben zog vorbei wie in Trance. Die Ungewissheit erdrückte uns. Nach vier quälenden Wochen konnte endlich eine Fruchtwasserpunktion durchgeführt werden. Ein Humangenetiker wurde hinzugezogen. Völlig emotionslos und ohne jegliche Mimik, erläuterte er uns alle Möglichkeiten, die unter dem Verdacht einer genetischen Fehlverteilung das potentielle Leben unseres Sohnes bestimmen könnten.
Ein erster Schnelltest nach drei Tagen schloss die häufigsten Trisomien wie z.B. Down-Syndrom und Trisomie 18 aus. Wir atmeten auf, wagten es, neue Hoffnung zu schöpfen. Wird doch noch alles gut? Wir wollten uns so gerne auf unseren Sohn freuen können.
Es folgten erneut zwei qualvolle, lange Wochen, bis das endgültige Ergebnis vorliegen sollte. Jedes Telefonklingeln konnte die erhoffte Antwort bringen. Natürlich trafen genau in dieser Zeit die unmöglichsten Anrufe ein – von Stromgesellschaften bis Abo-Verkauf.
Ich wurde immer aggressiver, konnte keine körperliche Nähe mehr zulassen, mein Mann stützte sich in seine Arbeit. Dann, eines Nachmittags in der 20. Woche, der Anruf: Monosomie 9/ Trisomie 14 an bestimmten Bruchpunkten.
Ich musste mich setzen, begriff nicht. Der Genetiker erklärt emit ruhiger Stimme, dass unser kleiner Junge mit großer Wahrscheinlichkeit keine Reflexe zum eigenständigen Atmen haben werde, von erheblichen Deformationen und schwersten geistigen Behinderungen auszugehen sei.
 
„Und jetzt?“ Er dürfe keinesfalls Empfehlungen aussprechen – könne uns jedoch mitteilen, dass erfahrungsgemäß 95% der betroffenen Eltern in so einem Falle die Schwangerschaft vorzeitig abbrechen. Selbstverständlich gebe es aber Eltern, für die diese Option nicht in Frage komme, die der Natur ihren Lauf lassen möchten. Allerdings müsse er darauf hinweisen, dass es der Embryo in solch einem Fall häufig nicht bis zur 40. Woche schaffen werde, und das Baby auch für den unwahrscheinlichen Fall einer Lebendgeburt selbst unter Einsatz intensivster Maschinerie nicht lebensfähig sein werde. Je weiter die Schwangerschaft, umso schwieriger würden die Geburt des Kindes und emotionale Verfassung der Eltern werden.
Schon jetzt war die Situation so entsetzlich, wir fühlten uns unserem Baby so sehr verbunden. Noch weitere Wochen und Monate darauf zu warten, bis das Herz unseres Sohnes aufhört zu schlagen – ein unvorstellbarer Gedanke.
 
Der Arzt bat uns, genug Bedenkzeit zu nehmen. Natürlich hatten mein Mann und ich bereits mögliche Ausgänge besprochen. Für uns stand fest, dass ein sporadisch auftretender organischer Befund bei sonst unauffälligem genetischen Ergebnis für uns kein Grund sei, die Schwangerschaft zu beenden. Es hätte 1-2 Jahre zermürbenden Dauer-Krankenhausaufenthalt für unseren kleinen Jungen und uns bedeutet – wir hätten dies liebend gern in Kauf genommen, selbst wenn eine riesige vertikale Narbe mit Anschlussoperationen über Jahre einen lebendigen, glücklichen kleinen Jungen gezeichnet hätte.
Bei schwerwiegenden geistigen Behinderungen sei für uns beide jedoch Schluss. Das mag für Außenstehende hart und abgebrüht klingen, für uns war dies jedoch das Ergebnis wochenlanger Überlegungen, zermürbender Tage, Diskussionen, Durchspielen aller denkbaren Szenarien.
Wir haben eine gesunde kleine Tochter, und allein diese Phase voller Angst und Ungewissheit hat uns an unsere Grenze gebracht. Unsere Tochter war weinerlich und anhänglich, wir waren kaum in der Lage, uns tatsächlich um sie zu kümmern. Wir waren uns selbst schon zuviel. Immer wieder sprangen Freunde und Bekannte ein. Uns wurde klar, dass sich diese Situation mit fortschreitender Schwangerschaft für uns alle nur noch verschlimmern würde. Es mag seltsam klingen, aber von dem Moment an fiel ein großer Ballast von uns ab.
 
Wir entschieden uns für einen Abbruch im Universitätsklinikum unserer Stadt. Das bedeutete einen erneuten Ultraschall. Ich sah auf dem Bildschirm ein normal großes Baby, das am Daumen nuckelte, mit den Beinchen strampelte, das Herzchen schlug und auf den ersten Blick schien alles normal. Welches Glück diese kleinen Tritte für eine werdende Mutter bedeuten, muss ich glaube ich nicht extra beschreiben. Mir zerrissen sie beinahe das Herz. Ich wusste, dass dies das letzte Mal war, an dem ich meinen Sohn lebendig erleben würde.
 
Die folgenden Tage bis zum Tag X verbrachten wir in einer Ruhe, die uns fremd geworden war. Wir spürten einen Zusammenhalt wie schon lange nicht mehr, informierten uns beim städtischen Friedhof, trafen uns mit den engsten Freunden, verbrachten entspannte Stunden mit unserer Tochter, und bereiteten uns auf den bevorstehenden Tag vor.
Sagen wir so…wir versuchten es und dachten auch, auf das was kommen sollte, halbwegs vorbereitet zu sein. Ich verspürte solch eine Liebe zu meinem ungeborenen Kind, die ich nicht zu beschreiben vermag. Diese Liebe beinhaltete gleichzeitig aber auch den Wunsch, dem Leid ein Ende zu bereiten. Wir hatten eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Die kleinen Tritte wurden stärker und ich wanderte auf einem schmalen Grat zwischen unbeschreiblich großer Liebe und schrecklichem Gewissen.
 
Es kam der Abend des 6. September, der Klinikflur war dunkel, das Zimmer aus den 60er Jahren, karge Einrichtung. Im Mülleimer blutige Bestecke und Schläuche aus vorherigen Prozeduren. Mir wurde schlecht. Um Mitternacht erschien eine Schwester, die mir erklärte, dass sie nun ein Zäpfchen einführen würde, das den Muttermund aufweicht, damit er sich von allein öffne.
Sollten morgen früh keine Wehen eintreffen, würde man die Gabe alle 8 Stunden wiederholen. Ab der ersten Gabe sei der Prozess allerdings irreversibel. Mein Mann und ich schauten uns an. Wir nickten. Selten hatte ich mich so schäbig und schuldig gefühlt wie in dem Moment, in dem das Zäpfchen seinen Weg nahm. Kein Zurück mehr. Wir hatten für uns so entschieden, und mussten nun diesen Weg gehen.
 
Nach etwas mehr als 17 Stunden wurde unser kleiner Junge geboren. Eine einfühlsame Hebamme nahm ihn im Empfang und sagte „Ein kleiner süßer Junge, sehr krank – möchten Sie ihn sehen?“ Meine Angst dauerte wenige Sekunden. Und dann war alles plötzlich völlig normal.
Das winzige Wesen von 22 cm und 220 g lag in meinen Armen, wir konnten es anfassen und küssen, und sahen nur das hübsche Gesicht und den winzigen Körper. Lange Zeit, die ich nicht mehr einschätzen kann, hielten wir unser Baby, musterten und streichelten es, wie es alle frisch gebackenen Mütter und Väter es tun. Die Natur hatte sämtliche Ängste von Bord geworfen und es so eingerichtet, dass wir uns trotzdem in diesem Moment freuten und Glück verspüren durften. Natürlich waren der Tod und das Ausmaß der Fehlbildungen deutlich zu sehen, doch in diesem Augenblick war das alles völlig nebensächlich. Wir verspürten pures Glück und ließen keinen anderen Gedanken zu.
 
Die Realität kam am nächstenMorgen. Unser Junge wurde durch die Seelsorge gesegnet, niedlich angezogen und in ein Körbchen gelegt. Dann kam der Moment des Abschieds für immer. Darauf kann man sich unmöglich vorbereiten. Gerade erst „kennengelernt“ und schon wieder verabschieden.
Dass er nicht mehr lebte, spielte gar keine so große Rolle, für uns war er unser Fleisch und Blut, das wir nicht hergeben wollten. Panik überkam mich. Ich versuchte mich zu beruhigen und dankte insgeheim dem technischen Zeitalter, dass Smartphones Erinnerungen so festhalten können, wie es früher nicht möglich gewesen wäre. Die Klinik hatte zum Glück auch eine niedliche Mappe mit Fotos, Fußabdrücken und Erinnerungsstücken vorbereitet.
 
Zuhause schlug die Wucht erst später zu. Mit Baby im Bauch in die Klinik zu gehen und mit leeren Händen in eine stille Wohnung zurückzukehren war ein Faktor, den ich verdrängt hatte. Ebenso hatte ich nicht in Bedacht gezogen, dass die hormonelle Veränderung erst versetzt eintritt. Wir bereiteten eifrig die Beerdigung unseres Sohnes auf einem sogenannten Sterntaler-Feld des städtischen Friedhofs vor. Hier werden nur Früh- und Totgeburten unter 500 Gramm bestattet. Babys über 500 Gramm gelten bereits als „Kinder“ und haben Anspruch auf ein richtiges Kindergrab.
Erst nach der Beerdigung war Trauer so richtig möglich. So glücklich und beschwingt sich eine Schwangere fühlt, so elend spielt einem der Hormonabfall mit – vergleichbar mit einer Wochenbettdepression – nur ohne Baby.
 
Rückblickend können wir sagen, dass es für diese Situation kaum besser hätte ablaufen können. Der „roboterähnliche“ Humangenetiker, über den ich mich zunächst aufregte, hat seinen Auftrag genau so erfüllt, wie es sein sollte. Er zeigte die Fakten klar auf und hat durch seine Art und Weise dafür gesorgt, dass für einen Moment die Emotionen außen vor bleiben und die Betroffenen gut verstehen können worum es geht.
 
Der ein oder andere Arzt hätte uns sicherlich etwas mehr Empathie entgegenbringen können, jedoch sind auch diese Leute nur Menschen, denen es sicherlich nicht leicht fällt, auch nach zig Berufsjahren solche Diagnosen zu übermitteln. Wir können von Glück sprechen, dass wir (leider) genügend Vorgänger haben, durch die eine Petition im Bundestag erwirkt werden konnte, die einen Gesetzesbeschluss nach sich zog, dass Babys unter 500g nicht als „Klinischer Abfall“, sondern als Mensch mit einem Recht auf eine anständige Bestattung gelten dürfen. Wir hatten Glück mit der Universitätsklinik, die wie viele (aber immer noch nicht genügend) Kliniken mittlerweile auf den Umbruch in diesem lange als Tabu geltenden Thema reagierte.
Wir wissen aber auch, dass es viele Eltern gibt, die keine so klare Diagnose erhalten. Sie müssen eine weitaus schwierigere Entscheidung treffen, weil niemals klar sein wird, wie schwer der Grad der Behinderung sein wird.
Ich persönlich ziehe absolut den Hut vor allen Eltern, die in eine Situation wie diese geraten, ganz egal wie sie sich entscheiden. Das ist und bleibt ein Supergau, das ist nichts, was man von heute auf morgen entscheiden kann. Sondern ein Prozess, in den man hineinwachsen muss und der letztlich zu einer Entscheidung führt, die sich wahrhaftig niemand leicht macht.
 
Unsere Beziehung hat seitdem oft gewackelt, die Unbeschwertheit von früher ist nicht mehr selbstverständlich. Wir versuchen, so locker es eben geht, mit dem Thema umzugehen, nach vorne zu schauen. Es gibt aber auch hier und da Tage, an denen uns selbst die Freude an unserer Tochter nicht leicht fällt. Sie ist ein tolles, aufgewecktes Mädchen, das inzwischen in die erste Klasse geht. Sie weiß, dass wir mit dem Grab für unseren Sohn einen Ort haben, an den wir immer gehen können. Dort kann man zur Ruhe finden und sich auf die Antwort besinnen, weshalb es für unseren Kleinen und viele weitere Babys so ausgegangen ist. Besonders oft gehen wir allerdings nicht dorthin, denn das Leben geht weiter. Wir tragen die Verantwortung für unsere Tochter und versuchen, ihr das Leben so glücklich wie es nur geht zu gestalten, aber auch uns selbst nicht zu verlieren.
 
Manchmal schaue ich mir die Fotos und Erinnerungen an, und bin trotz allem immer wieder nur dankbar, dass wir unseren winzigen Sohn im Arm halten durften. Es fällt meinem Mann und mir zeitweise schwer, Familien zu sehen, die ein weiteres Kind im Alter unseres Sohnes oder jünger haben.
Wir bleiben trotz allem stark und möchten ein Geschwisterkind für unsere Tochter. Drückt uns die Daumen!
 
 
               
Gastbeitrag: Spätabbruch ja oder nein - die wohl schwerste Entscheidung meines Lebens | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-alex-so-helfe-ich-fluechtlingen
        Ihr Lieben, immer wieder beschäftigt uns das Schicksal der Menschen, die alles hinter sich lassen mussten, um vor Krieg und Elend zu fliehen. Wer hier schon eine Weile mitliest, weiß das. Und wir freuen uns sehr, dass wir so tolle Leserinnen wie Alexandra haben – die einfach mit anpacken und helfen. Heute erzählt sie uns davon – dieser Bericht tut sehr gut nach all den Horrormeldungen in der letzten Zeit. DANKE dafür! 
"Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich lebe mit meinem Mann und meiner 2-jährigen Tochter in Hamburg. Nach meinem Studium bin ich vor zehn Jahren in die Hansestadt gekommen und bin einfach hier geblieben. Nach meinem Jahr Elternzeit mit meiner kleinen Maus musste ich mich wieder auf Jobsuche begeben, da ich vorher nur einen befristeten Vertrag hatte. Gesagt, getan und ich nun arbeite seit Sommer 2015 in einem neuen Unternehmen und  musste mich neu in der Welt von Gebäudereinigung, Haustechnik  und Grünanlagenpflege zurechtfinden.
In meiner ersten Woche erzählte mein Chef mir von dem Problem, Fachkräftenachwuchs zu gewinnen. Und an diesem Tag stolperte ich über einen Artikel der Handwerkskammer, in dem ein Projekt angekündigt wurde, Flüchtlingen eine Chance für eine Ausbildung zu geben.
Ich war sofort Feuer und Flamme und auch mein Chef war angetan von der Idee. Ich war von Anfang an als Projektleitung zuständig, koordinierte mit der Handwerkskammer die Teilnahme an einem Speed-Dating mit 50 Flüchtlingen und bereitete meinen Chef darauf vor.
50 Flüchtlingen waren zuvor unterschiedliche Handwerksberufe wie Fleischer, Bäcker, Maler und Gebäudereiniger erklärt worden. An unseren Tisch kamen Mohammad und Rajab. Beide sprachen kein Wort Deutsch, ein Übersetzer half bei der Verständigung. Seit ein paar Monaten sind erst in Deutschland, beide aus Syrien geflüchtet. Mit Ihnen wurde eine Art Lebenslauf erstellt – typisch Deutsch 🙂
Der erste Eindruck war sehr positiv und so wurde bereits eine Woche später nach einem zweiten Gespräch der Ausbildungsvertrag unterzeichnet. Rajab hat die Ausbildung leider schnell ausfamiliären Gründen aufgeben müssen, dafür schlug Mohammad seinen Schwager Hussain vor, den wir dann den Ausbildungsplatz gaben. Seit November betreue ich die beiden als eine Art Mentor in allen Belangen, die nichts mit Berufsschule oder der beruflichen Ausbildung zu tun haben.
So habe ich zusammen mit der Handwerkskammer eine Beschleunigung für die Aufenthaltsgenehmigung gekämpft, mit den beiden bei der Bank ein Girokonto eröffnet, die Krankenkassenanträge ausgefüllt, Heirats- und Geburtsurkunden übersetzen lassen, Anträge für Jobcenter etc. ausgefüllt… Viel Arbeit, die mir aber sehr viel Spaß gemacht hat und immer noch macht! Und das Tolle ist, dass ich auch während der Arbeitszeit Vieles regeln kann und mein Chef mich dabei unterstützt.Ich konnte Mohammad und Hussain zu Terminen beim Jobcenter, der Ausländerbehörde oder der Sprachschule begleiten.  
Das größte Problem war von Anfang an, dass die beiden noch in Erstaufnahmeunterkünften wohnten. Ihre Familien wurden bedroht, die Chance in der Freizeit zu lernen war aufgrund des Geräuschpegels und Platzmangels nicht gegeben.
Dass der Wohnungsmarkt in Hamburg katastrophal ist, wissen alle. Aber eine Wohnung zu finden, die a) ins Budget dessen passt, was das Jobcenter zahlt, b) dessen Vermieter/Verwaltung willig ist, Flüchtlingen eine Chance zu geben und c) in einem Stadtteil liegt, der ansatzweise in der Nähe von Berufsschule und Arbeitsstätte liegt – das ist fast unmöglich. Zum Glück haben wir als Dienstleister im Gebäudemanagement viele Kontakte, und so kam ich mit einer Hausverwaltung in Kontakt, die tatsächlicher Weise Wohnungen im Preissegment, in perfekter Lage im Angebot hatte – und unseren Azubis eine Chance geben wollte.
Das alles ging so rasant – innerhalb von 2 Wochen wurde der Mietvertrag unterschrieben und der Einzugstermin stand fest. Das hießt für mich: Möbel organisieren, Helfer zum Tragen, ein Auto und und und. Dass im Februar die Grippewelle bei unserer Familie startete, machte meine Arbeit nicht leichter. Aber durch meinen wunderbaren Mann, der als Kurier Kleinmöbel aus ganz Hamburg einsammelte, einen tollen Schwager, der nicht nur seine Waschmaschine spendete, sondern auch mit anpackte und vielen liebenswerten Freunden und Bekannten, die Handtücher, Geschirr, Bettwäsche, Sofas etc. spendeten, kam innerhalb von 2 Wochen zwei komplette Hausstände zusammen!  Es war ein großartiges Gefühl, die Frauen bei der Wohnungsübergabe zu sehen: die eigenen vier Wände, eine Einbauküche, eine Waschmaschine – nicht zum teilen, sondern nur für die eigene Familie. Es flossen auf allen Seiten Tränen der Freude!
Und ja – ich bin noch lange nicht fertig!  Die Kita-Plätze für die beiden Kinder der Familien sind gefunden, nächste Woche gehen wir zur Anmeldung. Beide Frauen sind wieder schwanger und da muss noch die arabisch-sprechende Hebamme gefunden werden. Und am besten auch einen Tandem-Partner, damit die Frauen zu Hause Deutsch lernen können. Aber ich kaue ihnen nicht nur alles vor. Die beiden müssen ab jetzt ihre Überweisungsträger für z. B. Strom und Wasser selbst ausfüllen, Termine bei den Behörden selbst machen und bei der Post darauf achten, dass sie Fristen nicht versäumen.
Letzens fragte ich Mohammad und Hussain, wie es ihnen gefällt, in Deutschland zu sein, was ist gut und was nicht. „Du bist das Beste an der Arbeit“ haben sie zu mir gesagt. Ich habe gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. Und dann sagten sie: „Ich fühle mich hier nicht mehr fremd“ – da wusste ich, dass mein Einsatz so viel mehr ist, als einfach nur ein Job! 
 
               
Gastbeitrag von Alex: So helfe ich Flüchtlingen | STADT LAND MAMA
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        „Ein Kind verändert alles“ – das hört man als werdende Mama nun wirklich zu Genüge. Ich dachte da ganz banal an schlaflose Nächte, weniger Zeit für sich und den Partner, chaotischen Haushalt. Und natürlich diese unendliche, bedingungslose Liebe zu diesem halben Meter Mensch, der gefühlt 24h am Tag etwas von dir will. All diese Dinge trafen auch tatsächlich ein, keine Frage. Aber sie wurden komplett in den Schatten gestellt von dem, wie Mama-Sein nach und nach meine Zukunftsvorstellungen auf den Kopf stellte.
Demian kam Ende November 2015 als absolut geplantes Wunschkind in unsere Familie. Mein Mann und ich waren hin und weg von diesem kleinen Bündel und unserer neuen Elternrolle. Im ersten Babyjahr soll es die meisten Trennungen geben, habe ich irgendwo gelesen. Wow. Das war etwas, was wir absolut nicht nachvollziehen konnten (und können). Natürlich ist es anstrengend, aber hey, die schönen Momente überwiegen doch, oder? Bei uns lief jedenfalls alles super und wir waren eine glückliche Familie, der es an nichts gefehlt hat.
Knapp 1,5 Jahr vorher waren wir aus unserer einjährigen Weltreise zurückgekehrt und haben uns mittlerweile einiges aufgebaut – Steffen, mein Mann, hatte einen guten Job und ich konnte die Elternzeit voll und ganz ausnutzen. Wir waren dabei unser Haus in Steffens Heimatort auszubauen, hatten eine Finanzierung am Laufen und waren sogar Hundeeltern von Mischling Carlos geworden. Eine ganz normale typische Familie eben! Aber wir wären nicht wir, wenn unsere Geschichte hier nun mit „Und so lebten sie glücklich bis an ihr Lebensende“ aufhören würde.
Doch erst einmal zurück zu mir, einer frischgebackenen Mama, die noch gar nicht ahnte, welche Wendung ihr Leben bald nehmen würde.  Ich bin ein Mensch mit ganz klaren Vorstellungen vom Leben und weiß so gut wie immer, was ich will. Auch vor der Geburt meines Sohnes hatte ich mir schon einiges ausgemalt: ein halbes Jahr stillen, länger muss nun wirklich nicht sein. Nach ein paar Monaten sollte das Baby dann doch bitte in seinem eigenen Bettchen schlafen. Und eigentlich könnte ich nach 2 Jahren spätestens wieder arbeiten gehen, es spricht ja nichts gegen eine Kita. Und wie sieht es heute aus? Demian feiert in einem Monat seinen 1. Geburtstag, ich kenne niemanden, der in diesem Alter noch mehr stillt, als wir („fast voll“ würde ich das nennen). Er schläft immer noch im Familienbett und eine Fremdbetreuung (zumindest unter 3) kommt für mich absolut nicht in Frage. Schwupps, alle Vorsätze gingen innerhalb nicht einmal eines Jahres über Bord. 
Es ging noch viel weiter. Wir haben uns immer mehr mit bedürfnisorientierter Erziehung befasst und hatten diesen unheimlich starken Wunsch, unser Kind frei aufwachsen zu lassen. So frei wie es uns nur möglich ist. Und für uns, die eh schon ein Jahr mit Rucksack durch die Welt gereist sind, besteht Freiheit zu einem sehr großen Teil darin, ortsunabhängig  zu sein. Trotz Haus und einem wirklich glücklichen Leben hier in unserer Kleinstadt, sind wir nie ganz „angekommen“. Und seit unser Sohn auf der Welt war, wurde das Gefühl immer stärker, dass das hier nicht der richtige Weg für unsere Familie ist. Wir sind nun einmal freiheitsliebende Weltenbummler und muss man denn wirklich komplett anders leben, wenn man Kinder hat? Heute ist unsere Antwort: nein. Wir haben uns dafür entschieden, unser Lebensweise zu überdenken und einfach mal so zu leben, wie wir es uns vorstellen und für unsere Familie für richtig erachten. Ganz ohne gesellschaftlichen Normen und Erwartungen Beachtung zu schenken. Und so steigen wir am 4. Januar 2017 in den Flieger nach Thailand und beginnen unsere Weltreise – und zwar open end.
Zunächst werden wir monatelang in Südostasien unterwegs sein. Die Vorfreude ist einfach riesig, denn gerade Thailand haben wir auf unserer Weltreise ganz besonders ins Herz geschlossen. Sogar so sehr, dass wir am Strand von Koh Samui geheiratet haben! Wir freuen uns, wieder minimalistisch unterwegs zu sein – was in unsere 2 Rucksäcke passt, kommt mit. Und das muss gut überlegt sein, gerade mit Kind. Zurzeit arbeiten wir an unserer Packliste, um auch wirklich gut ausgerüstet zu sein. Endlich hat der unnötige Konsum ein Ende – viel zu sehr lassen wir uns hier in Deutschland zum Kaufen animieren. Unterwegs wird es nicht möglich sein und fühlt sich einfach nur befreiend an, können wir aus eigener Erfahrung sagen. Damit unser Sohn trotz unserer Ortsunabhängigkeit eine gute Bindung zu seinen Großeltern und restlichen Familie aufbauen kann, werden wir in den warmen Monaten viel mit unserem Wohnmobil in Europa unterwegs sein und immer wieder in Deutschland vorbeischauen. Auf unseren Touren wird uns unser Hund Carlos begleiten, der in den Wintermonaten bei meinen Eltern gut untergebracht ist und den wir dann sicherlich nach unserer Zeit in Asien als eine sehr verwöhnte Socke wieder in Empfang nehmen dürfen. 
Oft werden wir auf die Finanzierung der Weltreise angesprochen. Leider sind wir nicht über Nacht Millionäre geworden, sondern müssen natürlich schauen, wie wir uns langfristig finanzieren. Vorerst greifen wir auf Ersparnisse zurück und haben einige Ideen für ein Online-Business, welche wir nach und nach „ausprobieren“ werden. Aus Erfahrung wissen wir, dass man in Asien sehr günstig leben kann und haben uns nicht zuletzt deswegen für Thailand als unser erstes Reiseziel entschieden. Unser Budget müssen wir gut im Auge behalten, aber wir reisen sparsam und kommen mit sehr wenig aus.
„Mutig“ sagen die einen, „Verrückt“ die anderen und „totaler Quatsch“ liegt bestimmt auch einigen auf der Zunge. Für uns fühlt sich einfach endlich alles richtig an. Wir sind glücklicher und ausgeglichener denn je und nur auf diese Weise können wir als Eltern auch unser Kind glücklich machen. So verschieden Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Meinungen und das ist absolut großartig! Es gibt so viele Familien mit ganz unterschiedlichen Lebensweisen, Zukunftsvorstellungen und Wünschen.  Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, wenn es darum geht, glücklich zu sein.  Natürlich steht uns das Wohl unseres Kindes immer an erster Stelle und sollten wir merken, dass ihm diese Lebensweise nicht gut tut, wäre wir in Handumdrehen wieder in Deutschland. Aber wir möchten diesen Schritt wagen, uns auf das Abenteuer „Weltreise“ einlassen und schauen, wohin dieser Weg uns führt.
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Mehr von Alina und ihrer Familie könnt ihr HIER lesen
               
Gastbeitrag von Alina: Weltreise statt Haus und Garten - so veränderte uns unser Kind | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-anne-von-der-schwersten-woche-meines-lebens-wie-angehoerige-mit-einer-moeglichen-abtreibung-umgehen
         Und dann, ich döste grad im Garten, kam mein Schwager zu mir und riss mich aus meinen Tagträumen. Er müsse mal mit mir reden. Oh je, ich war sofort wach. Nein, nein, er und meine Schwester, sie würden sich nicht trennen oder so, ich sollte jetzt einfach mal kommen.
Ich ging mit. Was konnte los sein? War etwas mit dem Baby, das vor drei Monaten geboren war? War etwas mit der Großen, Vierjährigen? Oder hatte meine Schwester womöglich eine schlimme Krankheit? Mein Kopf spielte Kirmes, als ich da neben meinem Schwager die Straße entlanglief. Wir wohnen in einer kleinen Siedlung nicht weit voneinander entfernt. Meine Kinder waren zum Glück alle verabredet an diesem Tag, deswegen auch das Dösen in der Sonne…
Ich trat also in das kleine Reihenendhaus meiner Schwester und die Luft war zum Schneiden dick. Sie saß auf dem Sofa, vor ihr brabbelte im Reisebettchen das Baby, mein Schwager setzte sich zu ihr, ich nahm auf einem Stuhl Platz. Mein Schwager begann, zu reden. Es sei nicht leicht für sie, mir das jetzt zu sagen oder überhaupt mit jemandem darüber zu reden…
Meine Schwester, meine große toughe Schwester, beginnt nun, zu weinen. Mein Schwager nimmt sie in den Arm. Das Baby strampelt vor ihnen, als sie sagen: Wir sind schwanger. Und wir können dieses Kind nicht bekommen. Wir werden es nicht bekommen.
Stille.
Sammeln.
Aha…
Dann beginnt meine Schwester unter Schluchzen zu erzählen. Ihr sei jetzt schon alles zu viel, die letzte Schwangerschaft sei schon nicht leicht für sie gewesen, sie wisse überhaupt nicht, wie es oder ob es überhaupt beruflich weitergehe, die Finanzen seien ehschon knapp, auch die Ehe nicht immer ganz so leicht, nun, in dieser Situation, ein drittes Kind, wäre unvorstellbar.
Mein erster Gedanke: Ihr habt ein Haus. Ihr habt euch. Und ihr habt Liebe.
Es gibt schon zwei wunderbare Kinder, die Sachen könnten aufgetragen werden. Man kann doch nicht einfach so sagen, es geht nicht?! Wir schaffen das schon.
Ich seufze und sage: „Ich möchte, dass ihr wisst, dass ich hinter euch stehe, egal, welche Entscheidung es am Ende ist.“ Wir umarmen uns. Meine Schwester weint. Mein Schwager sagt: „Wir weihen dich ein, damit du die Kinder während des Eingriffs nehmen kannst. Du hättest ja eh gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt.“
Ich verlasse das Haus. Wie betäubt. Die Infos müssen erstmal ankommen, duchsickern. Ich muss das jetzt alles verstehen. Muss ich das? Ich muss wohl.
Wie mechanisch hole ich meine Kinder von den Hobbys. Was ist los, Mama, du bist so still. Verarbeiten, ruhig bleiben, einfach weiter funktionieren. In der Nacht liege ich wach. Spreche viel mit meinem Mann. Spreche mit meiner besten Freundin, obwohl ichs keinem sagen soll. Aber ich brauche Orientierung und Halt.
Ich hielt mich bislang für eine Powerfrau. Ich bemühe mich sehr um Gleichberechtigung. Ich will keine staatlichen Einschränkungen für Frauen, ich möchte, dass jede selbst über ihren Körper, ihre Karriere, ihr Leben entscheiden kann. Abtreibungen? Aber Hallo! Unser Körper, unser Recht.
Und jetzt, da es mich selbst betrifft, wackelt plötzlich mein Konstrukt. Ich will diese Abtreibung nicht. Ich will nicht, dass dieses Kind nicht leben darf. Ich will mich in dieses Kind genauso verlieben wie in meine anderen Nichten und Neffen. Ich will, dass sie ihr Geschwisterchen kennenlernen.
Für mich ist dieser kleine Zellhaufen sofort ein Lebewesen, ein Mensch, ich bin – leider – sofort verliebt. Und das lässt mich nicht ruhig. Ich nehme meine Nichten, als meine Schwester mit ihrem Mann zum Beratungsgespräch bei ProFamilia geht. Ich denke: Die werden ihnen nochmal Möglichkeiten aufzeigen, wie es doch noch gehen kann. So eine schnelle, weitere Schwangerschaft schockt einen vielleicht erstmal, aber sie werden sich bestimmt noch umentscheiden.
Als sie wiederkommen steht der Termin für den Eingriff fest. Ab diesem Tag läuft die Uhr rückwärts. Wie kann ich meiner kleinen Nichte oder meinem kleinen Neffen das Leben retten? Ich denke minütlich an dieses Kind, überschütte es gedanklich mit guten Gedanken und Geborgenheit. Wenn dich keiner will, ich will dich. Nur, dass du es weißt…
Die Schwiegermutter meiner Schwester, die nun auch eingeweiht ist, versucht es mit einem Gespräch mit ihrem Sohn. Keine Chance. Ich schreibe meiner Schwester einen Brief und habe Herzrasen, als ich ihn losschicke.
 Ich mache ihr Mut. Wir schaffen das. Ich unterstütze finanziell, kräftemäßig. Wenn das nicht reicht: ich würde dein Kind sogar adoptieren.
Meine Schwester schreibt, sie sei gerührt. Ich weiß, dass die Entscheidung längst gefallen ist. Und trotzdem war dieser Brief wichtig. Für mich. Denn so weiß ich, dass ich alles versucht habe für dieses Kind, das mein Fleisch und Blut geworden wäre. Ja, das klingt pathetisch, aber genauso ging es mir in diesem Moment.
Nein, ich wollte nicht übergriffig sein, es ist ihre Entscheidung und es ist ihr gutes Recht. Aber ich wollte, dass dieses Kind spürt, dass es geliebt wird, auch wenn es nur für eine ganz kurze Zeit von wenigen Wochen zu uns gehörte. Zu unserer Familie. Ich weine Rotz und Wasser.
In der Nacht vor dem Eingriff schlafe ich nicht. Ich wälze mich rum, ich denke so fest ich kann an dieses Wesen im Bauch meiner Schwester, das ich im nächsten Jahr hätte kennenlernen können. Seine Zeit läuft.
 Am Morgen zünde ich eine Kerze an. Ich schicke meine Kinder in Kita und Schule und übernehme das Baby meiner Schwester, ihre Große ist da schon bei der Tagesmutter.
Ich schnappe mir den Kinderwagen und schiebe. Und schiebe. Und gehe die größte Runde meines Lebens. Bloß kein Stillstand. Ich treffe durch Zufall eine Freundin. Was für ein Glück, Kaffee trinken. Ablenken. Über Belangloses reden. Als ich zurückkomme, schaue ich auf die Uhr. Jetzt müsste es vorbei sein.
Und ich werde ruhig.
Der Kampf ist vorbei. Nun lässt sich nichts mehr ändern. Nun werde ich meinen Frieden damit schließen.
Meine Schwester muss nach ihrer Wiederkehr erstmal liegen. Ich übergebe das Baby an meinen Schwager. War lieb, ja. Alles geklappt.
Ich setze mich an den Küchentisch vor meine Kerze und denke: Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan. Mein Gerüst hat gewackelt. Ich brauche einige Zeit, um wieder auf festem Boden zu stehen.
Es war ein Höllenritt, weil ich selbst anders gehandelt hätte. Weil ich mich vom Leben überraschen lasse und Dinge hinnehme, die im Grunde nicht zu ändern sind – und dann versuche, das Beste draus zu machen. Aber ich bin nicht du und du bist nicht ich und ich bin nicht sie.
Nach Wochen merke ich, dass mein Wunsch nach diesem Kind auch ein egoistischer war. Ich wollte diese Nichte oder diesen Neffen. Aber ich stecke nicht in der Haut dieser Familie. Es steht mir nicht zu zu urteilen. Vielleicht hätte diese Familie es tatsächlich nicht getragen – und ich bin sicher, niemand macht sich diese Entscheidung leicht. Es war ein Gefühlschaos für alle Seiten. Für niemanden leicht. Eigentlich gab es nur Verlierer. So fühlte sich das an.
Aber ich habe am Anfang gesagt, ich trage jede Entscheidung mit und zu diesem Wort musste ich nun auch irgendwie stehen. Es sind jetzt ein paar Monate vergangen seit dem Eingriff. Ich denke immer noch manchmal an den Termin, an dem unsere Familie eigentlich größer geworden wäre. Aber ich schaffe es, mit einem Lächeln an das kleine Wesen zu denken.
Weil ich ihm alles, was ich ihm mitgeben konnte auch wirklich mitgegeben habe.
Geliebt wird es immer noch.
That´s what family is made for.
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Mehr zum Thema Schwangerschaftsabbruch: – Ich habe mein ungeborenes Kind Miriam gennant – Warum Maike den Abbruch nicht bereut – Abtreibung, diesen Fehler mache ich nicht ein zweites Mal 
 
               
Gastbeitrag von Anne: Von der schwersten Woche meines Lebens – wie Angehörige mit einer möglichen Abtreibung umgehen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-anne-warum-ein-studium-mit-kind-eine-gute-idee-ist
         Ihr Lieben, unsere Leserin Anne ist 27 Jahre alt, schwanger mit Kind Nr. 2 und sie hat seit drei Jahren eine Tochter. Sie kam zu Beginn von Annes Studiums zur Welt, ihr Sohn wird zum Ende des Studiums geboren. Wie das alles ging? Das hat sie, die sonst unter www.umgenaeht.com bloggt, für uns aufgeschrieben, um anderen die Angst zu nehmen.
 
Ein Studium mit Kind? Warum nur? Hier die kleine Vorgeschichte. Als ich 2008 endlich fertig mit der Schule war, wollte ich in die große weite Welt oder zumindest nach Berlin, um irgendwas zu studieren, was mich meinem Traumjob ein entscheidendes Stück näher bringen sollte – dem der Journalistin.
Die Liebe machte einen Strich durch die Rechnung
 
Ende 2008 fand ich mich in Rostock wieder, in einer abgewrackten 2-Zimmer-Wohnung mit der liebsten Mitbewohnerin und ich begann, Anglistik und Kommunikation zu studieren. Natürlich nur für ein Semester, dann sollte es in die Hauptstadt zum Weiterstudieren gehen. Doch ich fand meine große Liebe und blieb – bis heute.
Nach dem abgeschlossenem Studium wollte ich nun endlich Journalistin werden, aber da war auch der bereits sehr intensive und langjährige Wunsch, eine Familie zu gründen, und zwar besser heute als morgen. Als mein jetziger Mann dann sein Studium erfolgreich abschloss und sich entschied, hauptberuflich Musik zu machen, war klar, dass mein Traum und sein Traum wenig kompatibel waren.
Ich befasste mich also lange mit meinem Wunsch und war schnell ernüchtert. Ich habe in einer Blase gelebt und mir meinen Traumjob so rosig vorgestellt, obwohl es nur wenige zum großen Erfolg schaffen und der Weg dahin sehr steinig sein kann. Ich dachte über Alternativen nach, befasste mich lange mit meinen Interessen und entschied, dass ich zwei Praktika machen wollte: einmal im Journalismusbereich und einmal an einer Schule für Geistigbehinderte.
DAS sollte mein Beruf werden!
 
Nach zehn Minuten am ersten Praktikumstag in der Schule war ich „angekommen“ und sagte das zweite Praktikum ab. Ich bewarb mich für ein Lehramtsstudium im Fach Sonderpädagogik und bekam im Sommer 2012 die Zusage, fast zeitgleich mit dem positiven Schwangerschaftstest. Im Oktober begann der fünfte Monat meiner Schwangerschaft und mein erstes Semester in der Sonderpädagogik. In der Einführungsveranstaltung spürte ich unsere Tochter zum ersten Mal treten…
Zeitlich passte es super – die Vorlesungszeit ging bis Ende Januar, das neue Semester begann Mitte April, der errechnete Termin für die Geburt war Mitte März. Weil ich von vielen hörte, dass Studium und Kind zusammen machbar sind, beantragte ich nach Rücksprache ein Urlaubssemester unter Vorbehalt. Ich wollte sehen, ob es möglich wäre, gleich weiter zu studieren, mit einigen wenigen Veranstaltungen pro Woche.
Unsere Tochter kam acht Tage später Ende März gesund und munter zur Welt. Meine Welt schien jedoch auf einmal auf den Kopf gestellt, ich war überfordert, konnte die negativen Gefühle nicht einordnen, wollte wieder mein altes Leben zurück. Rückblickend hatte ich vielleicht „nur“ Startschwierigkeiten, vielleicht war es aber auch ein bisschen mehr (darüber könnte ich wohl auch einen langen Artikel schreiben).
Weiter studieren nach der Geburt
 
Nachdem wir uns eingependelt hatten, wollte ich unbedingt weiter studieren, um wieder ein bisschen ICH zu sein, nicht stehen zu bleiben, nicht den Anschluss zu verlieren. Ich hob den Antrag auf und ging einige Wochen nach Semesterbeginn wieder in die Vorlesungen. Mit meinen Dozenten hatte ich schon in der Schwangerschaft abgemacht, dass das so in Ordnung wäre und ich sollte einfach sehen, wieich beides vereinbaren kann.
Zum Ende des Semesters legte ich mir mehrere Wochenendseminare, dadurch war es möglich, auf wöchentliche Veranstaltungen zu verzichten und alles musste eben an mehreren Wochenenden nachgeholt werden. Für mich die perfekte Lösung, denn hatte ich unsere Tochter ja vorher bereits stundenweise beim Papa gelassen, fiel es
 mir jetzt nicht schwer, sie vom Morgen bis zum Nachmittag bei ihm oder unseren Eltern zu lassen. Diese kamen dann entweder zu uns, oder sie wurde für ein Wochenende abgeholt.
Als ich anfing, wieder für Klausuren zu lernen und Hausarbeiten zu schreiben, entlasteten sie mich wieder und betreuten unsere Tochter an den Wochenenden, sodass ich lernen oder schreiben konnte. Schnell merkten wir, dass wir aber ohne Fremdbetreuung so nicht weitermachen konnten. Ich hatte weniger Veranstaltungen im zweiten Semester besucht und wollte im dritten nun wieder voll einsteigen. Also kam Frieda bereits mit sechs Monaten zur Tagesmutter für exakt 6 Stunden am
 Tag, von denen sie in den ersten Monaten mindestens 3-4 Stunden verschlief. Ich konnte studieren, mein Mann arbeiten. Mittlerweile geht sie in eine tolle Kita und hatte bisher keine Probleme damit, abgegeben zu werden, worüber ich sehr froh bin.
Es war kein Spaziergang, aber genau das Richtige
 
Natürlich war es nicht immer so leicht, wie es hier vielleicht klingen mag. Es war mitunter richtig, richtig stressig. Am Anfang bin ich alle zwei Stunden bei Wochenendseminaren nach Hause gefahren, um abzupumpen, denn auch Frieda sollte bis zum sechsten Monat Muttermilch bekommen. Es gab viele Vorträge, Klausuren und Hausarbeiten. Oft waren Gruppentreffen notwendig, die nicht selten bei uns nach 20 Uhr stattfanden, gut, dass meine meist jüngeren Kommilitonen überwiegend sehr verständnisvoll waren. Wir sind so viel hin- und hergefahren, weil unsere Familien je zwei Stunden entfernt wohnen.
Ich habe mich oft unter Druck setzen lassen, wenn andere mir von ihren Vorbereitungen auf Unterrichtsstunden, Klausuren, etc. berichtet haben und musste einsehen, dass ich eben nur die Leistung erbringen kann, zu der ich nach dem Kind-zu-Bett-bringen noch in der Lage war und das war bisher okay. Ich bzw. wir mussten viel Kritik dafür einstecken, dass wir unsere Tochter so früh zur Tagesmutter gegeben haben, dass sie oft bei den Großeltern war, dass ich immer noch studierte…
Aber es gab auch so vieles, für das ich dankbar bin. Ich habe im ersten Studium Englisch studiert und konnte mir nun einen Großteil der Veranstaltungen anrechnen lassen, mit ein Grund dafür, warum ich jetzt nicht länger als nötig studieren muss (hoffentlich). In der Sonderpädagogik habe ich fast ausschließlich tolle und meist verständnisvolle Dozenten gehabt, die auch mal nachsichtig und mitunter sogar sehr fürsorglich waren.
Überraschung zum Studienende!
 
Ich konnte mein Kind zu Veranstaltungen mitnehmen, wenn es nicht anders ging und hatte liebe Kommilitonen, die sich über ihre Anwesenheit gefreut haben. Und vor allen Dingen bin ich für unsere Familien dankbar, denn mit einem selbstständigen Musiker, der überwiegend an den Abenden und Wochenenden arbeitet, wäre ich ohne sie aufgeschmissen gewesen.
Jetzt, 2016, bin ich am Ende des Studiums angelangt, ich habe versäumte Veranstaltungen aufholen können und kann mich nun auf die Examensarbeit konzentrieren, während unser zweites Kind mir sanfte Tritte verpasst – Überraschung, ich bin wieder schwanger und studiere immer noch. Wenn alles klappt, habe ich die Arbeit bis zur Entbindung schon „lange“ abgegeben und die mündlichen Prüfungen weitestgehend vorbereitet, bekomme unser Baby, mache kurz Pause und habe dann Anfang nächsten Jahres meine mündlichen Abschlussprüfungen.
Und wenn ich dann fertig bin, habe ich zum ersten Mal ein paar Monate bis zum Berufseinstieg richtige Elternzeit, auf die ich mich diebisch freue. Denn, wovon ich lange glaubte, dass ich es nicht brauchte, weiß ich jetzt, dass ich es unbedingt ausprobieren möchte: einfach mal nur Mama sein.
 
               
Gastbeitrag von Anne: Warum ein Studium mit Kind eine gute Idee ist | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-anneke-warum-ich-mein-kind-auch-in-den-ferien-in-die-krippe-bringe
        Ihr Lieben, neulich haben wir auf unserer Facebookseite einen Artikel geteilt, in dem es darum ging, dass Kinder auch Auszeiten brauchen. Und ob man deshalb die Kinder während der Ferien in den Hort oder die Kita schicken sollte. Es wurde viel über diesen Artikel diskutiert, auch darüber, dass viele berufstätige Eltern gar nicht die Möglichkeit haben, alle Ferien zu Hause abzudecken. Im Zuge der Diskussion meldete sich Anneke bei uns und schickte uns diese ehrlichen Zeilen. Vielen Dank dafür liebe Anneke! 
Ich heiße Anneke und ich bin eine Landmama. Und zwar eine richtige Landmama. Meine Mutter war schon eine Landmama und ihre Mutter auch. Bei uns im tiefsten Ostfriesland arbeiten die Männer im Dreischichtsystem bei Enercon oder VW und die Mütter von (exakt zwei Kindern) bleiben zu Hause und kümmern sich um Haus und Hof, bis die Kinder drei Jahre alt sind und halbtags in den Kindergarten gehen. Dann geht Mama wieder arbeiten. Natürlich nur ein bisschen, versteht sich von selbst.
Ich übertreibe etwas. Natürlich gibt es hier auch alle anderen Familiemodelle, aber dieses traditionelle Modell ist auf jeden Fall noch sehr verbreitet. 
Ich selbst bin nach einem Jahr Elternzeit wieder teilzeit in meinen alten Beruf eingestiegen. Ich konnte zwei ganze Tage arbeiten, einen Tag hat mein Mann unsere Tochter betreut, den anderen meine Mutter.  Es ist mir sehr schwer gefallen, mich schon nach einem Jahr von meiner Tochter zu trennen. Anfangs verfluchte ich die Entscheidung, nur ein Jahr Elternzeit genommen zu haben.
Aber es stellte sich heraus, dass alles ganz gut funktionierte und ich war froh, keine Fremdbetreuung in Anspruch nehmen zu müssen. Außerdem baute meine Tochter so auch eine tolle Bindung zu Papa und den Großeltern auf. 
Als sie 1,5 Jahre alt war, meldete ich sie für den Kindergarten an. Ein hinreißender Waldorfkindergarten, in den sie gehen sollte, sobald sie drei Jahre alt ist. Ich hatte direkt ein gutes Gefühl. Und meine Tochter fühlte sich auf Anhieb wohl und begann zu spielen und interessierte sich für die anderen Kinder. Ich war begeistert und wusste, dass sie dort in 1,5 Jahren bestens aufgehoben sein würde. 
Und dann kam alles anders. Ich wurde wieder schwanger. Ich bekam Panik, dass ich zwei Kinder niemals bewältigen könnte und mir die Große keine Zeit lassen würde, das zweite Kind zu stillen oder mich überhaupt drum zu kümmern.
Meine Hebamme rat mir, die Große vielleicht doch in eine Krippe zu geben. Zeitlich wäre es ideal gewesen, die Große hätte nach den Sommerferien starten können und wäre bereits eingewöhnt gewesen, wenn im Herbst das Baby käme. Ich dachte trotzdem: So ein Quatsch. Ich gebe mein Kind nicht in die Krippe!
Am Abend erzählte ich meinem Mann von dem Gespräch mit meiner Hebamme. Er sagte, dass das gar keine schlechte Idee sei. Mein Mann ist übrigens Franzose, in Frankreich wird, wie wir alle wissen, mit dem Thema Kinderbetreeung ganz anders umgegangen. Das gab mir zu denken. Zwei Menschen, deren Meinung ich sehr schätzte, hielten es für eine gute Idee. Und dann hatte tatsächlich die Krippengruppe nur wenige hundert Meter von unserem Zuhause kurzfristig einen Platz frei. Ein Zeichen?!
Drei Wochen später ging meine Tochter in die Krippe. Und es fühlte sich richtig an. Sie ging an den drei Tagen, an denen ich nicht arbeitete. Ich brachte sie morgens nach dem Frühstück hin und sie konnte ein paar Stunden schön spielen. Sie bekam viele neue Eindrücke und fand schnell Freunde. Zum Mittagessen holte ich sie wieder ab.
In der Zeit, in der sie weg war, konnte ich mich um den Haushalt kümmern, einkaufen, und mich auch mal ausruhen und Kräfte sammeln. Es war einfach toll! Wie dumm ich war, mein Kind erst mit drei in den Kindergarten geben zu wollen, dachte ich mir.
Ende November wurde meine zweite Tochter geboren. Mein Mann war die ersten Wochen bei uns zu Hause und wir hatten alle einen sanften Start in das Leben zu viert.
Und dann kamen die Weihnachtsferien! Mein Mann musste wieder arbeiten und das nicht zu knapp. Über die Feiertage und zwischen den Jahren hat er Hochsaison und war zu Hause praktisch nicht mehr präsent. Die Krippe hatte in dieser Zeit geschlossen und ich war zwei Wochen praktisch alleine mit einem Neugeborenen und einer Zweijährigen. Ich will jetzt nicht rumjammern, so schlimm war es nicht. Aber die Tage zogen sich einfach wie Kaugummi, ich glaube, das kennt jede Mama. Und ich hatte schon morgens Angst davor, die Kinder abends ins Bett bringen zu müssen. Je länger wir aufeinander hockten, desto schlechter wurde die Stimmung.
Ich kann also nicht leugnen wie erleichtert ich war, als nach zwei Wochen die Krippe wieder los ging.
Als nun, ein halbes Jahr später, der Zettel aus der Krippe kam, dass sechs Wochen Ferien wären, bekam ich kurz Panik. Meine Tochter ist ein tolles Kind! Sie ist definitiv eins von der pflegeleichten Sorte. Und auch ihre kleine Schwester ist ein wahrer Goldschatz! Ich möchte nichts an diesen Kindern ändern. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, sechs Wochen Sommerferien (in denen mein Mann beruflich auch wieder Hochsaison hat) kaum überstehen zu können. 
 Darum habe ich meine Tochter für drei Wochen Ferienbetreuung angemeldet. Ich weiß, ich sollte mich freuen, Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können und ich sollte die kurze Zeit, in denen sie noch so klein sind, genießen.
Aber der Alltag mit den Beiden ist einfach auch verdammt anstrengend. Und wenn ich nicht hin und wieder eine Pause bekommen kann (man hat ja nicht mal die Nächte Ruhe), verliere ich früher oder später einfach die Nerven. Ich merke einfach, dass die Tage wesentlich besser laufen, wenn meine Tochter ein paar Stunden in der Krippe ist und ich in dieser Zeit Kraft sammeln kann. Ansonsten bin ich irgendwann einfach überlasten und schreie das Kind auch mal an, was mir dann wieder total leid tut. 
Ich frage mich: Macht es mich zu einer schlechten Mutter, wenn ich das Kind auch in den Ferien in die Krippe bringe? Ich weiß: Einen Preis für die beste Mutter erhalte ich dafür definitiv nicht.
Aber: Muss ich als Mutter eigentlich immer super sein? Muss man allen Kinderkram immer gut finden, um eine gute Mutter zu sein? Ich mag Trubel im Haus und lachende tobende Kinder. Aber trotzdem nervt es mich, wenn überall Sand und Dreck rum liegt. 
Ich liebe es, Geschichten vorzulesen und Bilderbücher anzugucken. Aber irgendwann, wenn das Kind beim Ins-Bett-Bringen immer noch ein Buch ansehen will, sehne ich mich danach, dass es endlich schläft.
Ich mag puzzeln und mit Bauklötzen spielen  aber ich male und knete nicht gerne. 
Geht es nicht allen Mamas so? Und noch ein Gedanke: Kann es sein, dass nicht jedes Alter der Kinder für alle Eltern gleich gut passt? Vielleicht genießen die einen besonders die Babyzeit, andere spielen am liebsten mit Kleinkindern. Und wieder andere finden es super, wenn die Kinder schon älter sind.
Aber klar, sowas darf man ja als Eltern nicht sagen. Eltern dürfen sich nicht beschweren. Denn dann wird gesagt: "Du hättest Dir ja keine Kinder anschaffen brauchen."
Nun ist es aber so, dass man nie im Voraus weiß, wie es ist, ein Kind zu haben. Nicht selten sind Eltern überrascht und geben leise zu, dass sie sich das alles anders vorgestellt haben. 
Sollen denn nur perfekte Menschen Eltern werden? Ist natürlich Quatsch, denn niemand ist perfekt. Vielleicht sollten wir uns einfach in das Abenteuer Familie reinstürzen, Situtationen anschauen, reflektieren und wenn man ein Problem hat, eine Lösung finden, die für alle passt. Ja, ich glaube, das wäre eine ziemlich gute Sache! 
               
Gastbeitrag von Anneke: Warum ich mein Kind auch in den Ferien in die Krippe bringe | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-charlotte-asperger-adhs-ritalin-unser-sohn-ist-einfach-anders
       

Liebe Charlotte, Dein Sohn wurde vor eineinhalb Jahren eingeschult. Du sagst, das hätte Euer Leben verändert. Warum?
Wir hatten schon im Vorschuljahr ein "komisches Bauchgefühl", das sich beim Thema Tom und Schule einstellte. Wir besprachen unsere Bedenken mit den Kita-Erziehern, die die Bedenken allerdings wegwischten. Auch die Schuluntersuchung ergab lediglich ein "Problem" mit der Stifthaltung, was uns nach langem Zureden beim Kinderarzt 6x Ergotherapie einbrachte. Unsere Kinderärztin hat bei den U-Untersuchungen immer gesagt, dass Tom sich ganz normal entwickelt. Einmal fragte ich sie, ob es sein kann, dass mein Sohn sich ab und zu autistisch benimmt. Er ist mein erstes (und einziges) Kind – mir fehlen schlicht die Vergleichsmöglichkeiten. Die Ärztin sagte, sie könne keine autistschen Züge erkennen. 
Drei Wochen nachdem die Schule begonnen hatte, wurden wir schon zum Elterngespräch gebeten. Tom machte alles im Unterricht – nur nicht das, was er sollte. Er krabbelte unter den Tisch, er sang, brummte, pfiff; versteckte sich hinterm Vorhang, sammelte imaginäre Ameisen am Boden, träumte sich weg in seine eigene Welt. Das war der Startschuss für einen Marathon an Gesprächen mit Ärzten, Therapeuten, dem Jugendamt, Lehrern, Pädagogen, Betreuern. Bis heute ist dieser Marathon nicht zu Ende
Wie war Tom denn so als Baby und Kleinkind? Hast Du da auch schon bemerkt, dass Tom "anders" ist?
Tom hat von Geburt an geschrien bis er sechs Monate alt war. Er war sofort unzufrieden, wenn er nicht alles mitkriegte. Unsere Hebamme sagte immer, er "glotzt". Tom schlief schon als Säugling maximal zwei Stunden tagsüber. Und das war heftig. Ich konnte ihn nie ablegen, sondern musste ihn immer tragen. Dann guckte er mit weitaufgerissenen Augen alles an, sog wie ein Schwamm alles in sich auf. Nur dann war er ruhig. 
Als er dann so langsam Spielzeug für sich entdeckte, war es interessant, dass er sich manchmal "ewig" mit einem Teil beschäftigt hat – er hat es richtig "studiert". Dinge wurden nach Größen und/oder Farben sortiert – so richtig bewusst wurde mir das, als er ca. zwei Jahre alt war. Ich fragte eine Erzieherin in der Kinderkrippe in einem Elterngespräch, ob es sein kann, dass er sich autistisch verhalte – ich wurde nur belächelt.
Zu Hause wurde sein Verhalten immer auffälliger. Bestimmte Dinge mussten immer in einer festen Reihenfolge passieren – z. B., wie welche Klamotten angezogen wurden oder wie wir Stifte einsortierten. Er aß auch die verschiedenen Sachen auf seinem Teller nur in einer von ihm vorher festgelegten Reihenfolge. Zu Hause habe ich das natürlich mitbekommen, aber ich kann verstehen, dass dieses Verhalten in einer Kita vielleicht nicht so auffällt. Daher kann ich die Aussagen der Erzieher, Tom sei nicht auffällig, sogar verstehen. 
Erzähl uns mal von dem Ärzte-Marathon….
Tom bekam ja nach der Schuluntersuchung Ergotherapie. Als sie sechs Sitzungen vorbei waren, stellte uns die Kinderärztin kein weiteres Rezept aus. Sie sagte, dass es doch ein größeres Problem sein müsse, wenn die sechs Termine nicht ausreichen würden. Daher wurden wie erst mal zu einer Psychiaterin. Diese unterzog Tom einem IQ-Test und meinte, dass er überdurchschnittlich intelligent sei, aber zu 95% Wahrscheinlichkeit ADHS hätte und seine Möglichkeiten deshalb nicht ausschöpfen kann. Sie verschrieb uns weiter Ergotherapie mit Schwerpunkt ADHS. Für uns erstmal ein Schock. Wir wurden auch über die Gabe von Medikamenten aufgeklärt. Ritalin stand plötzlich im Raum. Das wollten wir auf keinen Fall, wir hatten einfach zu viele Schauergeschichten gehört…
Über das Jugendamt beantragten wir eine Schulbegleitung. Eine Mitarbeiterin vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst kam einmal die Woche für eine Unterrichtsstunde, um unser Kind zu unterstützen. Zum Halbjahr der ersten Klasse gab es ein weiteres Elterngespräch. Die Lehrerin sagte, dass Tom fast gar nicht mehr am Unterricht teilnehmen würde, in seine Welt abtauchen würde und nur schwer zurück zuholen sei. Ich brach in Tränen aus. Mein Kind war gerade ein halbes Jahr in der Schule, ich hatte keine Vorstellung, wo das noch hinführen sollte.
Wie ging es weiter?
Auf Anraten ließen wir eine sogenannte große Diagnostik in der ortsansässigen Kinder- und Jugendpsychiatrie durchführen. Die Ärztin dort bestätigte meinen Verdacht, den ich schon so lange hatte. Sie vermutete bei Tom eine Autismusspektrumstörung! Es wurden unzählige weitere Tests gemacht und nach vier Monaten teilte man uns im Diagnoseabschlussgespräch mit, es gebe keine feste Diagnose. Es stehe fest, dass eine Aufmerksamkeitsdefizitstörung bestehe, der Autismus konnte noch nicht fest bestimmt werden.
Tom hat in einigen Tests ganz typische Autismus-Anzeichen gezeigt und in anderen wieder sehr wenig. Er kommt nicht über den Cut-off – vereinfacht erklärt: Wenn man für Autismus 10 Punkte bräuchte, kam Tom nur auf 9 Punkte. Die Ärzte rieten uns, Tom in die Tagesklinik aufzunehmen, dort wäre er über Monate hinweg beobachtet und beschult worden.
Wir hatten gerade jedoch nach langem Kampf die Schulbegleitung für seine normale Schule bewilligt bekommen – die hätten wir dann absagen müssen. Deshalb entschieden wir uns gegen einen stationären Aufenthalt. Wir sind der Meinung, dass eine Diagnose es nicht wert war, ihn aus seinem gewohnten Umfeld herauszureißen und ihm die Chance auf eine Schulbegleitung zu verwehren. Dann gehen wir das Thema Diagnose eben zu einem späteren Zeitpunkt nochmal an. 
Die Diagnose Aufmerksamkeitsstörung gibt es ja bereits. Kannst Du diese Diagnose etwas genauer beschreiben?
Tom hat eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Auf Dinge, die ihn interessieren, kann er sich sehr lange konzentrieren – geht es um Hausaufgaben reduziert sich die Aufmerksamkeitsspanne jedoch auf 15 Minuten. Dann fängt er an nervös zu werden. Wenn er eine Aufgabe nicht sofort begreift, stiegt sein Frustlevel schnell an und er wird noch nervöser. Er schweift dann ab, beschäftigt sich mit Stiften, Anspitzen, Lineal, Radierer und taucht in seine Welt ab.
Als das Thema Ritalin das erste Mal auftauchte, habt Ihr Euch dagegen gewehrt. Nun nimmt Tom die Medikamente aber doch – auf eigenen Wunsch, wie Du gesagt hast. 
Wir haben immer offen mit Tom über alles, was ihn betrifft, gesprochen. Wir haben ihm auch erklärt, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und darüber gesprochen, was er und wir bereits sind, zu tun. Im Sommer haben wir nach 15 Monaten die Ergotherapie abgebrochen, weil Tom nicht mehr mitgemacht hat. Und dann kam ein Schlag: Die endlich gefundene Schulbegleitung kündigte am zweiten Tag des 2. Schuljahres. Das Jugendamt hat sich sehr um einen Ersatz gekümmert, aber die können auch nicht zaubern – und so war Tom wieder alleine. 
Eines Tages bei den Hausaufgaben schaute mein Kind mich plötzlich an und sagt: "Mama, ich glaube, ich brauche die Tabletten für die Konzentration." Ein Schlag in den Magen hätte mich kaum schlimmer treffen können. Weil es sein Wunsch war, haben wir einen Termin bei der Psychiaterin ausgemacht und wurden dort gründlich aufgeklärt. Nachdem die Kinderärztin auch noch ein großes Blutbild machte und dort alles gut war, haben wir mit den Tabletten angefangen. Erstmal nur zu Hause, später auch für die Schule. Die haben wir natürlich informiert.
Stellst Du Veränderungen fest, seit er das Medikament nimmt?
Am Anfang haben wir bemerkt, dass Tom am Nachmittag, wenn er recht früh das Medikament genommen hatte, sehr unruhig war. Als wäre die Unruhe, die er unter Einnahme nicht ausleben kann, aufgestaut und müsse nun aus ihm raus. Seine Medikation wirkt etwa eine halbe Stunde nach Einnahme für 2-3 Stunden. Wir stellten auch fest, dass der Appetit nach Einnahme deutlich weniger wird, so dass Tom nachmittags plötzlich riesen Hunger bekam. Das alles musste sich erst einspielen. Die Schule und auch die Leistungstest geben uns bisher positives Feedback über die Veränderungen von Tom. 
Von Anfang an hattest Du ja auch den Verdacht auf Asperger Autismus bei Tom – welche Symptome zeigt Dein Sohn dafür?
Er hat viele feste Routinen, die eingehalten werden müssen. Tom ist zudem sehr schüchtern, er hat kaum Augenkontakt zu anderen Menschen außer uns Eltern. Körperkontakt – kuscheln oder Haare waschen – kann er fast nur mit mir. 
Körperwahrnehmung ist bei Tom ein großes Thema. Er war sehr lange tagsüber nicht trocken, weil er oft so in seiner Welt versunken, dass er die Signale seines Körpers überhört und teilweise täglich eingenässt hat. Lärm tut ihm körperlich weh. Waschmaschine, Staubsauger, Mixer – selbst die Toilettenspülung kann er kaum ertragen.
Emotionen kann er nur schwer zeigen oder gar in Worte fassen. Manchmal äußern sich seine Emotionen in einem unglaublichen Wutausbruch, weil er sich einfach nicht anders ausdrücken kann. Der Frust darüber muss sehr groß sein. Er braucht immer feste Grenzen bzw. müssen Dinge, die besprochen oder vereinbart werden auch möglichst genau so geschehen. Ein abgesprochener Tagesablauf muss möglichst so eingehalten werden. Passiert das nicht, wirft ihn das teils komplett aus der Bahn – er versteht dann die Welt nicht mehr und wird nervös, konfus, stottert oder kann sich sprachlich gar nicht mehr ausdrücken. Wenn ich ihm Änderungen erkläre, kommt er oft ganz gut zurecht. Aber eben nicht immer. 
Für Euch als Familie ist das sicher auch alles nicht leicht. Wie geht Ihr damit um?
Es ist hart. Mein Mann arbeitet in Dauernachtschicht. Er ist dadurch leicht reizbar, oft launisch und wenig zugänglich für die "Macken" seines Sohnes. Es gibt oft Streit und oft kommt mir unsere Ehe vor wie eine WG mit Kind. Unsere Ehe hat sehr gelitten. Nach nun mehr fünf Jahren, die ich auf ihn einrede, er müsse sich Hilfe holen, ist bei ihm eine klinische Depression diagnostiziert worden. Er hat einen IQ von über 140 und ist eigentlich in seinem Job unterfordert und dauer-frustriert. Die Kraft zum Ändern hat er scheinbar nicht – aber das kann ich ihm nicht abnehmen.Er muss jetzt eine Therapie machen. Das hat ihm sein Arzt verordnet – wir warten auf einen Therapieplatz.
Ich stelle mich oft vor mein Kind, wenn mein Mann wieder ungerecht wird, weil er Tom nicht versteht. Ich weiß, dass er es eigentlich schon tut, aber er ist selbst sehr durch seine Erziehung geprägt – und die war nicht besonders schön. 
Was wünscht Du Dir für Eure Zukunft als Paar?
Dass mein Mann wieder mein Mann wird und unser kluges tolles Kind so nimmt, wie es eben ist. Dass er ihn versteht, wie ich es tue. Dass wir unser Versprechen von vor 10 Jahren "… in guten wie in schlechten Zeiten…" halten können und auch mal wieder gute Zeiten kommen.
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Gastbeitrag von Charlotte: Asperger, ADHS, Ritalin? Unser Sohn ist einfach anders | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-claudia-als-ich-14-war-zog-meine-mutter-still-und-heimlich-aus
        Ich war 14 Jahre alt und kam von der Schule nach Hause. Ich schloss die Tür auf und sofort sagte mir mein Gefühl: "Hier stimmt etwas nicht." Mein Vater kam mir entgegen und ich fragte: "Wo ist Mutti?" Er sah mich nicht mal richtig an, als er sagte: "Sie ist mit Deiner Schwester ausgezogen." 
Ich stand regungslos im Flur, meine Welt brach zusammen. Mein Vater ging einfach an mir vorbei und verließ die Wohnung. 
Ich erinnere mich, dass ich nicht mal weinen konnte. Ich stand unter Schock. Ich hatte Angst vor meinem Vater. Wenn wir nicht parierten, gab es einen Schlag in den Nacken. Wenn wir nicht rechtzeitig zu Hause waren, sperrte er einfach die Tür zu, so dass wir nicht mehr ins Haus kamen. Und leider wurde er, als ich 12 Jahre alt war, auch sexuell übergriffig. Und nun war das Schlimmste eingetreten: Ich war von nun ab mit ihm allein. Und meine Mutter mit meiner Schwester über 100 Kilometer weit weg. 
Der Gedanke, der mich über Jahre hinweg quälte: "Warum hat meine Mutter meine Schwester mitgenommen und mich zurück gelassen?" Ich fand darauf keine Antwort und ich war so verletzt, dass ich meine Mutter dafür gehasst habe. 
Dazu muss man sagen, dass meine Mutter es auch sehr schwer mit meinem Vater gehabt hat. Sie war komplett eingeschüchtert und wirkte depressiv. Bis heute weiß ich nicht, ob sie von sich ausgegangen ist oder ob mein Vater sie rausgeworfen hat. Wie es auch war – sie hat mich zurück gelassen. 
Meine Mutter hat mir so oft gefehlt. Alle meine Mitschüler hatten ihre Eltern, Geschwister, Oma und Opa. Ich war immer allein. Auch bei Abschlussfeiern der Schule. Ich war so schrecklich einsam. 
Später wurde meine Mutter krank, eine schlimme Nervenkrankheit. Zunächst wollte ich sie nicht in der Klinik besuchen, dann überwand ich mich doch und ging hin. Sie, meine Schwester und ich saßen zusammen und Mutti fragte mich: “Und was macht die Schule?“ Ich antwortete ihr, dass ich nicht mehr zur Schule gehe und meinen Realschulabschluss gemacht habe. Sie nickte nur und frage: “Und was macht die Schule?“ Danach habe ich sie sieben Jahre nicht mehr gesehen. Durch meine Schwester wusste ich immer, wie es um meine Mutter steht. Aber ich selbst konnte nicht hin, ich brauchte Distanz. 
 
Dann kam ein Anruf meiner Schwester, dass es meiner Mutter schlechter gehe, sie habe einen Luftröhrenschnitt bekommen und läge auf der Intensivstation. Ich fuhr natürlich ins Krankenhaus und da lag sie nun, überall Kabel, Schläuche und Geräte. Meine Schwester hat sich einen Stuhl genommen und ihre Hand gehalten. Sie hat mir ihr gesprochen und ihre Hand gestreichelt. Ich stand nur versteinert da, fühlte mich innerlich zerrissen und bin hinaus auf den Flur gelaufen. Eine Krankenschwester sprach mir gut zu und sagte, ich könne meine Mutter ruhig anfassen und streicheln. Ich ging zurück ins Zimmer, aber ich konnte das nicht. Ich rannte raus aus dem Krankenhaus. 
 
Mir war bewusst, dass sie sterben würde und ich habe ihr gewünscht, dass sie endlich erlöst wird. Ich habe draußen viel über meine Mutter nachgedacht und mich an die schönen Dinge erinnert. Dass sie Musik liebte, zum Beispiel. Dass sie viel mit mir gekuschelt hat, als ich noch klein war. Dass sie wenig geschmipft hat und uns oft Süßigkeiten zugesteckt hat. Mich plagte das schlechte Gewissen, dass ich sie jahrelang nicht besucht hatte. Ich konnte ihr einfach nicht verzeihen, dass sie mich zurück gelassen hatte. Sie war einfach gegangen, ohne eine Erklärung. Ohne einen Brief. Ohne einen Anruf, 
 
Und dann starb meine Mutter. Als meine Schwester es mir am Telefon erzählte, konnte ich nicht weinen. In der Kapelle dann brachen die Dämme. Der Organist spielte Let it be von den Beatles – und auch heute, zehn Jahre nach dem Tod, kann ich dieses Lied nicht hören. Während der Trauerfeier regnete es in Ströhmen, als wir dann heraus kamen, schien plötzlich die Sonne. Die Sonnenstrahlen wärmten mein Gesicht. Das war der Moment, in dem ich Frieden schloss und meiner Mutter vergab. 
Heute geht es mir wieder gut, ich habe mir externe Hilfe geholt, um meine Geschichte zu verarbeiten. Heute denke ich mit einem Lächeln an meine Mutter zurück. Ich weiß, dass sie selbst eine schreckliche Kindheit hatte und der Schritt, meinen Vater zu verlassen, wohl die härteste Entscheidung in ihrem Leben war. 
Ich bin im Reinen mit ihr und mir. Und ich sehe meinen Sohn an und denke, dass sie eine gute Oma gewesen wäre.
 
               
Gastbeitrag von Claudia: Als ich 14 war, zog meine Mutter still und heimlich aus | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-conny-du-hast-vier-jungs-du-arme
         Ich bin Conny, noch 36 Jahre jung und Mutter von vier zauberhaften Jungs im Alter von 17, 14, 9 Jahren und 4 Monaten. Bis zum Jahr 2006 gehörten wir zur Gattung der durchschnittsdeutschen "normalen" Zwei-Kindfamilie. Das änderte sich mit der Geburt unseres dritten Sohnes im Januar 2007 schlagartig.
Plötzlich waren wir nicht mehr die Familie A., sondern "die Familie mit den vielen Kindern". An der Supermarktkasse mit dem Wocheneinkauf für fünf Personen und drei Kids im Schlepptau wurden wir plötzlich als "Hartzvierer" bepöbelt. Nur zur Info: Wir sind beide voll berufstätig und finanzieren unsere Großfamilie selbst. Die Mutter eines guten Bekannten begrüsste mich bei meiner nachmittäglichen Dorfkinderwagenrunde nicht mit den Worten "Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs", sondern liebevoll mit einem "Na, nun reicht's aber langsam hin, nech". Worauf ich nur antworten konnte: "Jetzt gehts erstmal richtig los". Dass ich damit Recht behalten sollte, konnte ich damals ja nicht wissen.
Irgendwie waren wir immer speziell
Die Jahre vergingen, die Jungs wurden grösser, kamen in den Kindergarten und in die Schule. Aber irgendwie waren wir immer "speziell" und andere wussten immer was zu unserer Mitgliederzahl zu sagen. Gerade Ein-Kind-Muttis mussten immer Kommentare abgeben wie "Na, eins könnt ihr doch noch". Hä? Aber man bekommt ja ein dickes Fell und das Repertoir an dummen Antworten auf dumme Fragen wird auch immer größer.
Acht Jahre lebten wir dann mit unseren drei Kindern in trauter Fünfsamkeit zusammen und langsam hatte sich auch das Umfeld an unsere Kinderschar gewöhnt, als ich im letzten Jahr einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt. Juhuuu! Wir sind wieder im Gerede!
Wieder schwanger!
Meine erneute Schwangerschaft hatte sich gefühlt schneller herumgesprochen, als der Zeitungsfritze mit seiner morgendlichen Runde fertig war. Natürlich gab es viele, die uns gratulierten, aber auch genug, die meinten, dass das doch total unüberlegt ist und wir doch eigentlich schon so gut wie fertig waren und überhaupt: Muss das jetzt wirklich nochmal sein? Ich bin ja schließlich nicht mehr die Jüngste und mein Mann dann auch schon 42 und der große Sohn ja quasi fast aus dem Haus.
Irgendwann machten sich die Leute dann Gedanken über das dieses Mal hoffentlich weibliche Geschlecht unseres Kindes. Erschreckenderweise wusste jeder, dass es ein Mädchen werden muss beim vierten Versuch. Ich dachte immer, wir haben vier Kinder und nicht vier Versuche...
Beileidsbekundungen: Noch ein Junge?
Und dann stand bald fest, unser vierter Versuch würde wieder ein Junge. Ich wurde bemitleidet, ja mir wurden quasi Beileidsbekundungen ausgesprochen. Wenn ich diese dankend ablehnte und erklärte, dass dies keinen Grund zur Trauer darstelle und wir uns über unseren erneut männlichen Nachwuchs wahnsinnig freuen, wollte man mir dies nicht wirklich glauben, und setzte noch schnell hinterher: "Naja, hauptsache gesund". Und das ist unser kleiner Mann in der Tat, auch wenn sein Start ins Leben etwas holprig war.
Wir sind eine glückliche Vier-Jungs-Familie und auch etwas stolz, in den Augen vieler "anders" zu sein. Denn normal kann ja jeder.
               
Gastbeitrag von Conny: "Du hast vier Jungs? Du Arme!" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-doris-ich-habe-depressionen-und-will-nun-mein-leben-aendern
        Ein paar Eckdaten: Ich bin 37 Jahre alt, alleinerziehende Mutter eines 10- Jährigen, habe einen Vollzeitjob und ich lebe jeden Tag am Limit.
Das wäre sicher super aufregend, wenn ich Extremsportlerin wäre, aber das bin ich nicht.
Viele würden mein Leben als stinknormal bezeichnen. Ich tue das nicht… mehr!
Ich habe Depressionen!
Wer in meiner Nähe ist, lacht viel, sehr viel. Ich bin sehr lustig.
Wenn ich könnte, würde ich damit mein Gelde verdienen. Meine momentane Berufssituation hat nämlich einen sehr großen Anteil daran, wie es mir geht. Auch im Büro bringe ich die Kollegen zum lachen -vor allem meinen Chef. Jeder muss also denken, es ginge mir wunderbar.
Aber es ist an der Zeit, etwas zuzugeben: Leute, es ist meine Masche!
Jetzt ist es raus! Diese Masche hat auch immer funktioniert.
Bringe sie zum Lachen, dann hast du sie unter Kontrolle. Vor allem eben meinen Chef. Er hat mir in den letzten Jahren so viele gemeine Sachen gesagt.
Sich darüber lustig gemacht, dass ich Single bin.
Das ADHS meines Sohnes mit meiner schlechten Erziehung abgetan.
Besondere Aufmerksamkeit jedoch schenkte er immer wieder den 20 kg, die ich mir in den letzten zwei Jahren angefressen habe. Das war ja auch einfach zu offensichtlich. Genauso wie die drei grossen kahlen Stellen auf meinem Kopf…
Jeden Tag war ich auf der Hut, zog den Kopf ein – immer bereit einen lustigen Spruch loszulassen, um eine mögliche verbale Katastrophe abzuwenden – weg zu lachen!
Und dann kam mein Urlaub. Drei Wochen.
Die erste Woche verbrachte ich weinend auf meiner Couch, immer mit der Angst im Nacken, ich hätte vielleicht einen Fehler im Büro gemacht und man könnte mich deswegen anrufen. Natürlich passierte auch genau das… ich weiß nicht, wie Panikattacken sich anfühlen, aber ich fühlte mich schrecklich, mir blieb die Luft weg, mir wurde heiß und Adrenalin schoß durch meinen Körper.
Die zweite Woche verbrachte ich mit meiner besten Freundin in einem wunderschönen Hotel in Andalusien mit einem atemberaubenden Blick auf den Ozean. Doch kam das wirklich in mir an? Abgesehen von meiner Gesichtsfarbe veränderte sich an meinem Zustand nichts.
Die dritte Woche grübelte ich zwei Tage vor mich hin, igelte mich wieder ein.
Ich habe mir in den letzten drei Jahren Hilfe gesucht. Bei der Erziehungsberatungsstelle im Ort, Ergotherapie für meinen Sohn. Als die Situation im Hort untragbar wurde, suchte ich eine Tagesmutter, die auch "große" Kinder betreut. Ich kämpfte um einen ambulanten Therapieplatz für mich und fand einen.
Doch trotz all dieser Hilfe fehlte etwas: EINE ENTSCHEIDUNG VON MIR!
Am Mittwoch meiner letzten Urlaubswoche überedete eine Freundin mich zu einem Besuch im Fitnesstudio und während wir auf dem Fahrrad strampelten sagte sie einen Satz, der mich so berührte, mich so tief drinnen traf, dass ich bereit war eine Entscheidung zu treffen.
"Wir ziehen das jetzt zusammen durch!"
Ich war nicht mehr allein…
Am nächsten Tag ließ ich mich krankschreiben – meine Ärztin tat das mit großer Freude, schließlich riet sie mir schon vor einem Jahr zu einem Jobwechsel. Das war der kleinste Schritt. Ich war felsenfest davon überzeugt, das ich NIE WIEDER ein Wort mit meinen Chefs sprechen wollte. Also steckte ich die Krankmeldung kommentarlos in einen Briefumschlag und trug ihn mit klopfendem Herzen zur Post.
Mein nächster Weg führte mich zur Gleichstellungsbeauftragten unserer Kleinstadt – ein Rat meiner Erziehungsberaterin. Nachdem ich ihr meine Geschichte erzählt hatte, bot auch sie mir ihre Hilfe an. Wir verabredeten uns, um Bewerbungen zu schreiben und sie entließ mich mit den Worten: "Sie sind eine tolle Frau, die schon so viel geschafft hat, und ich freue mich, ihnen dabei helfen zu dürfen, wieder auf die Füße zu kommen."
Beim darauffolgenden Gang zum Arbeitsamt war mir mulmig. Noch nie in meinen 20 Berufsjahren war ich dort mit der Absicht aufgetreten, mich mehr oder weniger freiwillig in die Arbeitslosigkeit zu begeben. Aber ich wußte eben nicht, ob ich so schnell einen neuen Job fidnen würde, oder ob ich schnell genug wieder gesund wäre, um eine neue Stelle anzutreten. Ich spielte mit offenen Karten und bekam… HILFE! Man sagte mir, wenn ich ein Attest meiner Ärztin hätte, in dem sie bescheinigt, dass sie mir dringend empfielt, aus gesundheitlichen Gründen, den Arbeitgeber zu wechseln, mir keine Sperre drohe.
Ich war so unglaublich erleichtert, dass ich nicht auch noch um unseren Lebensunterhalt fürchten musste – auch wenn es natürlich deutlich weniger Geld wäre.
Meine Freundinnen, meine Schwester, sogar Menschen, denen ich auf Grund meiner eigenen Hilflosigkeit mehrmals vor den Kopf gestoßen hatte standen mir bei. Riefen an, schrieben Nachrichten, ließen mich wissen, dass sie da sind!
Mein Entschluß steht fest: Ich werde kündigen! Mich befreien von einem tyrannischen Chef und einer vermeitlich unfehlbaren Chefin.
Natürlich bleiben die Anrufe nicht aus, schließlich hatte ich mich nicht telefonisch abgemeldet, aber ich gehe nicht ran – auch wenn mir jedes Mal die Luft wegbleibt, wenn die Nummer auf dem Display erscheint. Aber ich bin einfach nicht in der Lage mit ihnen zu sprechen.
Ich habe gelernt, dass ich Situationen nicht aushalten muss, dass ich sie ändern kann.
Greift nach Händen, die euch gereicht werden und haltet sie fest!
Ich weiß, dass mein Weg noch weit ist und gerade erst begonnen hat. aber ich werde ihn gehen, mit all seinen großen und kleinen Steinen. Depressionen können uns lähmen, bis uns jemand an die Hand nimmt.
Und wer weiß, vielleicht mache ich demnächst beruflich etwas ganz anderes…
 
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Gastbeitrag von Doris. Ich habe Depressionen - und will nun mein Leben ändern | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-doris-mein-mann-hat-mich-betrogen-so-kaempfen-wir-um-unsere-ehe
        Es gibt Momente, da ist alles gut. Es gibt aber Tage, an denen stelle ich alles in Frage.Wirklich alles. Unsere Liebe, unser Leben, unsere Ehe.
Fast 3 Jahre sind vergangen, aber ich spüre immer noch, wie sich meine Brust zusammen zieht, wenn ich daran denke. An den Betrug. An sein Fremdgehen. 
Ich kann es noch fühlen, diese Ohnmacht, alles bricht weg, wenn man erfährt, was passiert ist. Was passiert war, fragt Ihr Euch?
Mein Mann hat mich betrogen. Mit meiner Freundin. Er ist mit ihr ausgegangen, ist um die Häuser gezogen und er hat mit ihr geschlafen – während ich zu Hause mit einem Dreijährigen und einem Säugling war. 
Als ich erfuhr, dass ich betrogen werde, dachte ich, ich müsste sterben. Diese Lügen, diese Erniedrigung. Von ihm und ihr. Sie, meine Freundin, die nur ein paar Treppenstufen über uns wohnte, hätte mir fast alles genommen. Wenn ich daran denke, dass sie in dieser Zeit oft mit uns frühstückte, mit den Kindern spielte – und mit meinem Mann schlief…
Das war vor drei Jahren. Wir sind heute immer noch eine Familie. Ich weiß, viele denken sich jetzt: "Wie konnte sie nur bleiben?" Früher hätte ich das auch gesagt, hätte gesagt: "Verlass ihn!" Aber ich bin geblieben – geblieben, um zu kämpfen. Und ich glaube heute, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. 
Wir sind zur einer wundervollen Therapeutin gegangen. Sie sagte, dass unsere Ehe anzusehen ist wie die Jahresringe eines Baumes. Im 6.Jahr haben wir Risse und es war schwer -aber es werden immer mehr Ringe kommen, die uns zusammen schweißen. Wir gehen gut miteinander um. Wenn er abends weggeht, gehe ich ohne Kopfkino ins Bett. Er weiß, dass er nicht noch eine Chance bekommt. 
Ich bin froh, dass die Kinder sich nicht an diese schwere Zeit erinnern können. Aber mein Herz erinnert sich. Manchmal frage ich mich, ob ich ihn je wieder so lieben werde, wie vor dem Betrug. Manchmal weine ich, nicht vor den Kindern, sondern ganz still für mich. Weil ich immer noch nicht begreifen kann, wie er UNS aufs Spiel setzen konnte. In mir ist eine Traurigkeit, ganz tief. 
Und doch: Wie sind eine Familie, wir sind wieder glücklich. Wenn uns jemand sieht, denkt er bestimmt: Was für eine Bilderbuchfamilie! Er ist ein wunderbarer Vater. Ich kann nicht in seinen Kopf schauen, aber er sagt, dass er uns alle über alles liebt. Wir nehmen uns bewusst Zeit für uns, gehen mal essen oder einfach ins Café. WIR sind uns wieder wichtig, das ist damals wohl auch in Vergessenheit geraten.
Es ist nicht leicht, aber ich glaube, dass es wichtig ist, um seine Familie zu kämpfen. 
               
Gastbeitrag von Doris: Mein Mann hat mich betrogen - so kämpfen wir um unsere Ehe | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-eva-ich-liebe-einen-15-jahre-juengeren-mann
        Ihr Lieben, vor Kurzem schrieb Pia bei uns, dass sie sich in einen Mann verliebt hat, der rund 30 Jahre älter ist als sie. Danach entstand eine tolle Diskussion, ob und wieviel Altersunterschied eine Liebe verträgt.
 
Im Zuge dessen hat sich Eva bei uns gemeldet. Sie ist mit einem wesentlich jüngeren Mann zusammen – und sehr glücklich. Weil „ältere Frau, jüngerer Mann“ für viele heute immer noch ein Tabu ist, baten wir Eva, uns ihre Erfahrungen aufzuschreiben. Danke, Eva, für den Einblick – Euch nur das Beste!
 
„Oft werde ich gefragt: „Wie ist das zwischen Euch eigentlich losgegangen?“ Dann sage ich: „Ich habe ihn eben kennengelernt – so wie jedes andere Paar sich auch irgendwie, irgendwo kennenlernt.“ 
 
Ich habe ihn das erste Mal im Reitstall gesehen, er nahm an einem Ausritt teil, den auch ich mitmachte. 
Wir haben uns gut verstanden und einfach mal Nummern ausgetauscht. Er hat angerufen und wir haben uns getroffen. Wir haben DVDs geguckt, zusammen gekocht, ganz normale Dinge eben und ich dachte, es sei rein freundschaftlich. 
 
Doch irgendwann dämmerte es mir, dass dieser 19-jährige „Junior“ (so nannte ich ihn anfangs) tatsächlich Interesse an mir hatte. An mir, 34 Jahre alt, alleinerziehend, mitten im Leben stehend. War ich für ihn nicht eine „alte Schachtel?“ 
 
Es hat noch Monate gedauert, bis ich mich auf die ersten Gefühle einließ.  Stattdessen fragte ich mich: „Was sollen die Leute denken?“ und vor allem: „Was soll meine 10-jährige Tochter denken???“. Eine gute Freundin fragte mich, warum ich mir so viele Gedanken mache. Männer hätten ständig jüngere Frauen. Da würde schließlich auch keiner was sagen.
 
Dazu kam, dass mein Freund auf eine ganz liebevolle Art hartnäckig blieb – und irgendwann ist es einfach passiert. 
Am nächsten Morgen kam meine oben genannte Freundin zu Besuch. Sie sah die Knutschflecken an meinem Hals, grinste und brummelte: „Anfänger, was?“.  Dazu kann ich nur sagen: „NEIN…ganz und gar nicht.“
 
Und dennoch habe ich mich wirklich schwer getan, eine richtige Beziehung mit ihm einzugehen. Zwischen uns liegen 15 Jahre – das ist viel und irgendwie auch nicht.
 
Ich habe vielleicht mehr Jahre auf dem Buckel – er verfügt aber über sehr viel Lebenserfahrung, weil er in seinen jungen Jahren schon sehr viel mehr durchmachen musste als ich. Ich bin auch eine unübliche Mitt-Dreißigerin, mein Freund ist in Vielem sogar spießiger als ich…
 
Wir sind nun seit eineinhalb Jahren zusammen, die Beziehung mit ihm läuft gut. Er nimmt mich so wie ich bin – mit allen Ecken und Kanten (und ja, mit den Rundungen auch). Er ist für meine Tochter da, ohne zu versuchen, deren Papa zu ersetzen. Braucht er auch nicht – sie hat nämlich einen und der ist toll, auch wenn ich nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte.
 
Mein Freund packt an, wo er kann und ist endlich mal ein richtig tolles männliches Rollenvorbild für mein Kind. 
Er ist kein naiver Jungspund – er hat einen guten Job, wir teilen gemeinsame Hobbys, geben einander aber auch Freiräume. 
Er bleibt auch, wenn es hart wird. Gemeinsam haben wir gerade den tragischen Tod eines geliebten Angehörigen und die Fehlgeburt unseres Krümels  durchgestanden. 
 
Ja, diese Beziehung hat mich auch einige Freunde gekostet, die mit dieser „Konstellation“ nicht klargekommen sind. Andere Freunde sind geblieben, viele dazu gekommen. Meine Herzensfamilie ist gewachsen und ich bin zufrieden. Wirklich zufrieden und ich glaube, dieses Gefühl, bei einem Menschen angekommen zu sein, hatte ich vorher noch nie. 
Ich höre schon wieder die Leute unken: „Wenn er erstmal 25 ist, dann will er bestimmt ne andere, ne junge knackige Frau!“. 
Das ist möglich, und ja, ich verschließe auch nicht die Augen davor. Aber das könnte mir auch bei jedem anderen Mann passieren. 
 
Wir sind hier und jetzt glücklich.
Warum muss ich mir jetzt Gedanken darum machen, was alles schief gehen könnte?
Und damit den Augenblick vergiften? Und was wäre wenn es dann doch funktioniert?
Ich gelange langsam an den Punkt,  an dem es mir egal ist, was die Leute denken.
 
Ja, ich sehe halt ein bisschen älter als mein Freund aus – ganz einfach, weil ich einfach älter BIN. Und dafür muss ich mich genauso wenig schämen wie er. Wie schon mein kluger alter Papa sagte, als ich meinen neuen Freund vorstellte: „Alt werden se ja von alleene Kind!“. 
 
Alter ist eine Zahl. Sonst nichts. Und wenn sich zwei Menschen lieben, dann sollen sie es verdammt nochmal einfach tun und auf ihr Herz hören – unabhängig vom Geschlecht, der Hautfarbe – oder eben des Alters. 
 
               
Gastbeitrag von Eva: Ich liebe einen 15 Jahre jüngeren Mann | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-jana-meine-kindheit-war-wie-eine-isolationshaft
        Immer wieder sind wir zutiefst berührt, wenn uns Leserinnen ihre Lebensgeschichten erzählen. Wir sind so dankbar für Euer Vertrauen. Heute erzählt Jana (die eigentlich anders heißt, der Name wurde von uns geändert) von ihrer Kindheit, die von einer Mutter gesprägt war, die unter einer Persönlichkeitsstörung leidet…
"Erst als ich selbst Mutter wurde, stellte ich fest, dass irgendetwas so gar nicht stimmt in meinem Leben. Besonders in meiner Gefühlswelt schienen einige Dinge völlig verkehrt zu laufen und ergaben keinen Sinn mehr. Denn ich liebe meine Tochter von Herzen, sie ist unser Wunschkind und war mehr als herzlich in unserer Familie willkommen. Ich fühlte auf einmal, dass ich ihr eine Liebe gab, die mir selbst so fremd war, die ich nicht als Erinnerung abrufen konnte. Die ich selbst als Kind nie bekommen hatte. Ich brauchte dennoch fast drei Jahre mehr, um heraus zu finden, dass meine Mutter unter einer narzistischen Persönlichkeitsstörung litt und meine Kindheit deshalb so war, wie sie war.
Meine Kindheit war eine einsame Zeit, heute würde ich sagen, ich war in Isolationshaft, ohne dass es irgendjemandem aufgefallen wäre. Meine Familie wirkte nach außen völlig normal und unauffällig, durch das Jahr fanden regelmäßig Familientreffen an Geburtstagen statt, alles wirkte sehr eng und vertraut. Es war normal, dass meine Mutter mehrfach am Tag mit ihrer Mutter telefonierte und über alles in ihrem Leben Bericht erstattete, es war normal, dass meine Mutter keine richtigen Freunde hatte, sondern immer betonte, dass alles in der Familie bleibt und man "fremden" Leuten nichts von sich erzählt, geschweige denn ihnen vertraut.
So war ich erst im Kindergarten, dann in der Grundschule und später auf dem Gymnasium ein einsames Kind, ein Außenseiter und Sonderling. Die Kindergeburtstage meiner Klassenkameraden fanden ohne mich statt, ich durfte nicht mit auf Klassenfahrt, nicht mit ins Schwimmbad, nirgendswohin.
Ich war zu Hause, entweder allein oder unter Aufsicht meiner Mutter. Mein Vater arbeitete von früh bis spät. Ich sehnte ihn abends nach Hause, weil ich dann eine kurze Verschnaufpause hatte und ich kurz der Dauerkontrolle meiner Mutter entfliehen konnte. Wenn mein Vater da war, war meine Mutter ein anderer Mensch, nachgiebiger, wohlwollender, freundlicher. Wenn er nicht da war, zog sie über ihn her, machte ihn schlecht, entwürdigte ihn, aber nie direkt, sondern auf eine sehr subtile Art. So lernte ich, dass mein Vater ein minderwertiger Mensch ist, der alles, was er ist, meiner Mutter zu verdanken hat, ohne sie wäre er nichts. Ich habe das geglaubt, so wie alles Kinder das glauben, was ihre Mutter ihnen erzählt. Heute schäme ich mich zutiefst dafür.
Ich wachte jeden Morgen mit Angstschweiß auf
In der Grundschule war mein Selbstbewusstsein bereits so beschädigt, dass ich davon überzeugt war, für die Welt völlig nutzlos zu sein und niemals im Leben etwas erreichen würde. Auf dem Gymnasium wurde ich schnell zum beliebten Mobbingopfer, da ich die Regeln der sozialen Interaktion nicht verstand, meine Unsicherheit und Schüchternheit taten ihr übriges. Ich verbrachte Jahre damit, jeden Morgen mit Magenkrämpfen und Angstschweiß aufzuwachen, ich hatte körperliche Schmerzen und wusste nicht, woher sie kamen, ich stand ständig unter Stress und Anspannung und quälte mich selbst mit Horrorszenarien bezüglich meiner Zukunft.
Fast täglich träumte ich davon, einfach zu sterben und meine Ruhe zu haben. Meine Mutter bemerke dies alles, beobachtete und tat nichts, sie sah einfach dabei zu und kümmerte sich weiter um sich selbst.
Meine Teenagerzeit kam und ich begann erste Beziehungserfahrungen zu machen, natürlich immer streng kontrolliert und überwacht von meiner Mutter. Meine Art Beziehungen zu führen, hatten von Anfang an ein merkwürdiges Muster. Ich versuchte grundsätzlich mich allen Wünschen meines Freundes anzupassen, ihm alles Recht zu machen, alle seine Interessen zu kopieren, ich mutierte sozusagen zu einem perfekten Spiegelbild.
Ich wurde stets verlassen mit der Aussage, dass es mit mir langweilig wäre und ich zu nichts eine eigene Meinung hätte. Diese Erfahrungen bestätigten mich immer wieder in meinem ohnehin sehr negativen Selbstbild.
Meine Mutter hatte kein Interesse an mir
Die Kontrolle meiner Mutter war immer darauf gerichtet wie ich nach außen wirke. Sie hatte nie Interesse daran, mich als Menschen kennen zu lernen, meine Träume oder Ideen als Kind waren für sie gänzlich irrelevant. Bis heute weiß ich, dass sie nie Interesse an mir als Mensch, als Persönlichkeit hatte und darin auch kein Problem sah oder sieht. Meine Pubertät fand im Stillen statt, meine Mutter verweigerte mir altersgemäße Kleidung, Hygieneprodukte oder verbat mir Dinge wie das Rasieren der Beine oder das Benutzen von Wimperntusche. Sie entschied bis zu meinem 18 Lebensjahr welche Kleidung ich trug, da sie nichts anderen kaufte. Ich bekam zwar Taschengeld, durfte aber nicht einkaufen gehen.
Mit Blicken und Gesten, die nur ich verstand, gab sie mir zu verstehen, dass ich zu dick war und zu viel aß, gleichzeitig erlaubte sie mir nicht, Sport- oder Tanzkurse zu besuchen und kaufte mir hochkalorisches Essen. Ich hatte ständig das Gefühl, mit ihr in Konkurrenz zu stehen. Ja, sie war eine schöne Frau, und ich durfte nicht die geringste Chance haben, auch als hübsch wahrgenommen zu werden. So trug ich die alten Sachen meiner Verwandten auf, teilweise sogar Kleidung von meiner Oma. Mit 18 Jahren fühlte ich mich uralt, ich war emotional völlig erschöpft und gleichzeitig komplett unvorbereitet auf das Leben, was nun vor mir lag.
Ich wußte nichts über mich als Mensch, die einfachsten Dinge, wie mein Lieblingsessen, Lieblingsfarben, Kleidungsstil war mir unbekannt, ich war nur eine erweiterte Form meiner Mutter. Alles drehte sich immer um sie, alles passierte wegen ihr und ich musste arbeiten, um einem Idealbild gerecht zu werden, welches sie von mir erschaffen hatte. Erst wenn ich dieses Idealbild erreichte, wäre sie bereit mich zu lieben.
Ich habe jetzt dreißig Jahre "gearbeitet", sie konnte mich als Baby nicht lieben, nicht als Kleinkind oder Schulkind, sie hat den Teenager genauso ablehnend gegenüber gestanden wie der jungen Frau oder der Mutter, die ich jetzt bin. Ich war der Feind in ihrem Leben und werde es wohl immer bleiben.
Es ist sehr schwer Außenstehenden zu erklären, was mir passiert ist, den der Großteil der Dinge, die meine Mutter mir zugemutet hat, fand ohne Zeugen statt, es waren sehr subtile Verhaltensweisen, Gesten, die nur ich verstand und die mir große Angst einjagten. Es sind Sätze wie: Kinder ruinieren dir nur das Leben! Nichts kriegst du auf die Reihe! Immer mußt du alles hinschmeißen, du bist eine Versagerin! Du bist so egoistisch, kalt, denkst nur an dich! Die mich zeitlebens begleitet haben.
Was macht mich glücklich?
Ich war ein auffallend stilles, liebes und zuvorkommendes Kind. Ich kann bis heute jedem Menschen förmlich seine Wünsche von den Augen ablesen und habe gleichzeitig große Probleme damit, zu wissen, wie es mir geht und was ich brauche, um glücklich zu sein.
In den nächsten zehn Jahren sind viele schlimme Dinge in meinem Leben passiert, meine 20ziger waren keine schöne Zeit, aber ich habe sie überlebt. Und ich habe eine Therapie gemacht und den Grund gefunden, warum mein Leben so verlaufen ist und wie ich meine seelischen Wunden heilen kann. Es ist ein langer Weg, aber ich bin nicht allein, habe mit Anfang dreißig einen wunderbaren Mann geheiratet und eine Familie gegründet. Ich habe meine universitäre Ausbildung nachgeholt und gehe jetzt meinen Weg…"
 
Info: Von der Caritas gibt es ein eingängiges Video mit Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern, schaut mal rein.
 
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Gastbeitrag von Jana: Meine Kindheit war wie eine Isolationshaft | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-jasmin-fuehlt-ihr-euch-auch-manchmal-wie-erziehungs-versager
        Mein Name ist Jasmin und ich habe drei Kinder im Alter von 9 bis 3 Jahren. Ich bin gerne Mutter und liebe meine Kinder mehr als alles auf der Welt. Ohne zu zögern würde ich mein Leben für sie geben. Meine Kinder sind tolle Kinder mit vielen Talenten, einem fröhlichen Herz – und einem enormen Nervfaktor. Es gibt Tage, da weiß ich einfach nicht mehr weiter. 
So ein Tag war heute. Es begann zehn Minuten, nachdem wir alle zu Hause waren. Ich freue mich tatsächlich jeden Tag darauf, die Nachmittage mit meinen Kindern zu verbringen. Aber in letzter Zeit ist diese Freude dann nach zehn Minuten getrübt. 
Meine Kinder motzen, schimpfen, streiten. Es fällt- für mein Gefühl – zu wenig Bitte und Danke. Es wird alles so selbstverständlich genommen und das macht mich traurig. Manchmal denke ich mir, dass meine Kinder gar nicht wissen, WIE gut es ihnen geht. Wir Eltern lieben sie und unterstützen sie in allem. Wir leben in einer schönen Wohnung und können es uns finanziell erlauben, Urlaub zu machen und den Kindern Hobbies zu ermöglichen. 
Ich arbeite Teilzeit und kann die Kinder relativ früh aus dem Hort und Kindergarten abholen. Am Nachmittag fahre ich sie zu Freunden, den Hobbies oder wir machen was Schönes miteinander. Sie sind also nie nie Letzten, die irgendwo abgeholt werden oder sind alleine, wenn sie nach Hause kommen. 
Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse, denke ich, dass meine Kinder alle Voraussetzungen für eine unbeschwerte, schöne Kindheit haben. Ich weiß, man kann von Kindern nur bedingt Dankbarkeit erwarten. Aber wir reden auch oft über Kinder, denen es nicht so gut geht. Sie sehen in der Schule auch die Situation von Scheidungskindern, deren alleinerziehenden Mütter um 17 Uhr abgehetzt in den Hort kommen. Sie bekommen mit, dass nicht alle Kinder mit auf Klassenfahrt können. Wir reden über die Flüchtlingskinder, die ihre Heimat verloren haben. Vor diesem Hintergrund – wäre da ein kleines bisschen Bewusstsein für ihre Situation drin?
An vielen Tagen schaffe ich es, die Missstimmung wieder wegzubekommen. Ich habe mich im Griff und versuche, auf die Kinder einzugehen. Und an manchen Tagen explodiere ich einfach. Manchmal heule ich auch aus Wut. So wie heute. Ich habe alle drei Kinder angeschrien und mich danach gleich geschämt. 
An solchen Abenden sitzen mein Mann und ich zusammen und mir kommen Gedanken, ob wir vielleicht alles falsch gemacht haben. Ob wir zu sanft waren, zu lasch, zu wenig konsequent. Oder ob ihr Verhalten ein Schrei nach mehr Aufmerksamkeit ist, weil wir doch nicht gut genug sind. 
Ich fühle mich dann immer wie ein kompletter Erziehungsversager. Mir fallen dann rückwirkend tausend Situationen ein, in denen ich falsch reagiert habe. Wo ich zu laut geworden bin. Wo ich vielleicht auch ungerecht war. 
Und mir fehlen auch die Ideen, wie wir diese verkorksten Situationen meiden können. Soll ich besonders sanft sein, wenn meine Kinder eklig sind? Nach dem Motto: Dein Kind braucht besonders viel Liebe, wenn es sie am wenigsten verdient."
Oder muss ich mal auf den Tisch hauen, sie bis 17 Uhr im Hort lassen und sämtliche Hobbies streichen, damit den Kids ein Licht aufgeht? 
Ich habe in der ersten Schwangerschaft so viele Bücher gelesen, so viele Ratgeber. Aber ich fühle mich oft trotzdem hilflos…
Was ich weiß: Ich will diesen ständigen Zoff nicht mehr. Er macht mich mürbe und traurig. Nur: Wo ist der Ausweg?
Foto: pixabay
 
               
Gastbeitrag von Jasmin: Fühlt Ihr Euch auch manchmal wie Erziehungs-Versager? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-johanna-einmal-one-way-ticket-bitte-als-expat-familie-nach-seoul-in-suedkorea
         "Seid ihr verrückt, Südkorea? Mit der ganzen Familie? Mit zwei kleinen Kindern?" So und ähnlich waren die meisten Reaktionen, als wir davon erzählten, dass wir erstmal für eine Weile nach Seoul ziehen würden. Dennoch haben wir unsere Koffer (und noch viel mehr) gepackt, unsere Zelte in Deutschland abgebrochen und sind mit Kind und Kegel ans andere Ende der Welt gezogen. Für wie lange? Das wissen wir noch nicht.
Wie fühlt sich das an? Was erwartet mich? Werde ich den Herausforderung gewachsen sein? Werde ich es für meine Kinder so gestalten können, dass auch sie sich wohlfühlen?
Manchmal hat man ja so ein Bauchgefühl. Es fühlte sich von Anfang an gut und richtig an. Der Zeitpunkt war und ist perfekt, die Kinder sind noch klein und können sich an eine fremde Umgebung schnell gewöhnen. Sowieso scheint für sie einzig und alleine der Umstand zu zählen, dass Mama und Papa bei ihnen sind. Dort wo Mama und Papa sind, ist ihr zuhause – ortsunabhängig!
My home is where my parents are! Eine Beobachtung, die gundsätzlich gut tut und die es zu genießen gilt!
Aber nun von vorne. Dass wir jobbedingt nach Südkorea ziehen, entschieden wir relativ kurzfristig. Mit einer Vorlaufzeit von circa vier Monaten hatten wir aber genügend Zeit, uns zumindest oberflächlich auf den Umstand, dass wir Deutschland erst einmal den Rücken kehren werden, einzustellen.
Wir verabschiedeten uns von unserem bisherigen Alltag, unseren Routinen, unserer Umgebung, unseren sicheren Orten, unserer Wohnung, unseren Freunden und unserer Familie. Viele Abschiede. Dennoch, die Gefühle waren immer überlagert von einer freudigen Erwartungshaltung und dem Gespanntsein, was uns in Korea erwarten würden.
Glücklicherweise konnten wir uns auf unserer Orientierungsreise einen ersten Eindruck unserer neuen Heimat machen. Wohnung und Kindergarten gefunden, sämtliche To-Dos erledigt, konnte ich mich zurück in Deutschland in Einkäufe stürzen.
Shoppen, shoppen, shoppen – massenweise Lebensmittel, Windeln, Babyartikel mussten eingekauft werden – denn ich hatte das Gefühl all das dort nicht finden zu können, oder zumindest nicht unbedingt in der Qualität und zu den Preisen, wie wir es gewohnt waren. Zum Teil sollte sich das bewahrheiten, teilweise aber auch nicht.
Und dann war er plötzlich da, der Tag der großen Abreise, der Sprung ins kalte Wasser – es fühlte sich an nach: Augen zu und durch. Ich habe mir versprochen, ich werde nicht weinen, in keinem Moment, ich möchte lachen, denn ich wollte weder meinen Kindern, noch unserer Familie das Gefühl geben, dass das was wir da machen etwas Schlimmes ist. Ich glaube, ich habe es geschafft. Dennoch war es natürlich ein sehr prägender Moment, als wir uns zuhause und am Flughafen von all den Menschen trennen mussten, die bis zu diesem Zeitpunkt alltäglicher Bestandteil unseres Lebens waren.
 
We are like islands in the sea,
separated on the surface but connected in the deep.
(William James)
 
Ich bin nicht der Mensch, der die Menschen, die mir nahe sind und mir viel bedeuten, ständig um mich haben muss, um zu wissen, dass wir in der Tat fest miteinander verbunden sind. Für mich zählt das Wissen und die Gewissheit darüber, dass diese Menschen da sind und da sein werden, auch wenn wir uns eine ganze Weile nicht haben sehen können. Im heutigen Zeitalter modernster Technologien, wo wir in Millisekunden Nachrichten um den ganzen Erdball senden können, mit Video telefonieren und uns in Echtzeit an jedem Ort dieser Erde problemlos sehen können, hat die Ferne ein wenig an Distanz und die Distanz ein wenig an Magie verloren, findet ihr nicht auch?
Und somit wusste ich, dieser Abschied ist erstmal nur ein Abschied bis zum nächsten Skype Video-Call nach einem 10-Stunden-Flug oder bis zu den nächsten 50 Bildern, die wir in den kommenden Tagen um den halben Globus senden würden.
Eine wesentlich größere Herausforderung als das Verabschieden sollte das Ankommen werden. Hiermit meine ich nicht das physische Ankommen in einer fremden Stadt, den anstrengenden Flug mit zwei Kids oder das Beziehen einer relativ leeren Wohnung unter Berücksichtigung des Umstandes, dass unser komplettes Hab und Gut noch drei Monate über die Weltmeere schippern würde.
Nein! Mit Ankommen meine ich, die Herausforderungen und Neuheiten, die einen in einer fremden Kultur, auf einem fremden Kontinent, in einem fremden Land, mit fremden Menschen erwarten, anzunehmen.
Die Schwierigkeit dabei scheint zu sein, dass man allzu gerne vergleicht. Man vergleicht mit dem, was man bisher kannte und beginnt zu bewerten – das Alte und das Neue. Um ein solches Abenteuer aber glücklich und zufrieden erleben zu können, sollte man unvoreingenommen, offen für und neugierig auf das sein, was einen in der neuen Heimat erwartet.
Zugegebenermaßen entspricht das Leben als Expat-Familie in Südkorea nicht dem Leben eines durchschnittlichen Koreaners. Die meisten unserer neuen Freunde sind ebenfalls Expat-Familien. Einen tiefen und realistischen Einblick in das „real-korean-life“ konnten wir bisher noch nicht bekommen.

Dennoch haben wir uns zu arrangiert mit den Gepflogenheiten einer anderen Kultur und leben in einem Land, dass so völlig anders ist als Europa und als Deutschland.  Die Kinder können unsere Vorbilder sein. Wir durften schon einige schöne Situationen miterleben, in denen es offensichtlich wurde, dass einander verstehen und miteinander zurechtkommen zum Beispiel nicht zwingend etwas mit gemeinsamer Sprache zu tun haben muss.
Die Vielfalt unserer Welt, unserer Kulturen und uns Menschen kann man dann am besten sehen, wenn man zumindest für eine Weile seine gewohnte Umgebung, seinen sicheren Hafen, verlassen hat und in eine andere Welt eintauchen konnte – nach vier Monaten Leben am anderen Ende der Welt ist das mein erstes Fazit – alleine dafür hat es sich gelohnt!
 
P.S. Falls Euch Johanna bekannt vorkommt… .Ja, sie hat hier bei uns schon einmal einen tollen Gastbeitrag veröffentlicht. Und zum Weiterlesen empfehlen wir Euch Johannas Blog Mamalogik!
               
Gastbeitrag von Johanna: Einmal One-Way-Ticket bitte - Als Expat- Familie nach Seoul in Südkorea | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-katja-seit-ich-mutter-bin-gibt-es-mein-altes-leben-nicht-mehr
        Als ich mich heute morgen in dem großen Spiegel im Flur sah, musste ich plötzlich laut los lachen. Die Schlafanzughose, die ich trug, war mehr als reif für die Waschmaschine. Meine Haare waren wild irgendwo am Hinterkopf zusammen geknotet und überdimensional große Augenringe schmückten mein Gesicht. Ich guckte mich ein zweites Mal wirklich erstaunt an. Und setze mich dann auf den kalten Flurboden und heulte. 
Aber von vorne. Ich heiße Katja, bin 33 Jahre alt und war bis vor Kurzem in einer großen Werbeagentur tätig. Ich hatte mein eigene Team, das ich führte und für das ich verantwortlich war. In Konferenzen stand ich selbstsicher vor 50-60 Leuten, erklärte meine Ideen, überzeugte, stritt, argumentierte. 
Ich war eine sportliche, schlanke Frau mit einem Hang zu coolen Klamotten. Alle sechs Wochen außerdem Friseur, alle zwei Monate Maniküre und Pediküre. 
Nun bin ich nicht mehr nur Katja, sondern auch die Mutter von Mats, 4 Monate alt. 
Ich bin auf einmal die moppelige, haarige und ungepflegte Version von der Katja, die ich mal war. Alles an mir ist weich und riesig. Mein Bauch, mein Po, mein Busen. Meine Haare sind strähnig, meine Beine unrasiert, meine Fingernägel nicht lackiert. 
Ich bin nicht mehr schlagfertig, nicht mehr witzig, nicht mehr kreativ. Mein einziges Argument meinem vier Monate alten Sohn gegenüber ist, meine Brust heraus zuholen – anders kriege ich ihn nicht ruhig. 
Ich, die immer dachte, mit Power und Fleiß, ist alles zu schaffen, verzweifel plötzlich an einem kleinen Jungen. 
Nie nie nie nie hätte ich gedacht, dass sich das Leben so verändert, wenn man Mutter ist. Wobei – eigentlich hat sich nur MEIN Leben verändert. Mein Mann sieht nach wie vor toll aus, wenn er ins Büro oder vom Büro kommt. Er hat nach wie vor spannende Meetings und tolle Kunden. 
Manchmal, wenn Mats richtig schlecht drauf ist, mache ich die Augen zu und träume mich weg. Irgendwohin, wo es richtig still ist. Wo kein Kind schreit, wo ich nicht stundenlang den Kinderwagen durch die Gegend schiebe, wo ich nicht panisch durch den Supermarkt hetze, weil ich Angst habe, das Baby könnte gleich aufwachen. 
Bevor jetzt hier der Shitstorm los geht: Natürlich liebe ich meinen Sohn. Ich würde, ohne zu zögern, mein Leben für ihn geben. Wenn man ehrlich ist – habe ich ihm bereits mein Leben gegeben. Von dem, wie es war, bevor er kam, ist nichts mehr übrig. 
Von all dem, was ich füher gerne gemacht habe, nehme ich gerade Abstand. Ich gehe abends nicht aus (wer passt auf Mats auf? Ich stille ja noch voll und er schläft absolut unberechenbar), ich mache mich nicht schick (mir passt ja auch nichts mehr), ich treffe kaum noch Freunde (weil ich Angst habe, die kippen um, wenn sie mich sehen). 
Vielleicht lache ich in einem halben Jahr über diesen Text. Vielleicht erlange ich meine Selbstsicherheit wieder, vielleicht auch meine alte Figur. 
Ich lerne extrem viel über mich selbst. Was bleibt von mir übrig, wenn man all das abzieht, was früher einmal wichtig war? Was ist wirklich die pure Katja? 
Diese Zeit – das ist sicher – ist die wichtigeste Lektion in meinem Leben!
 
Foto: Pixabay
               
Gastbeitrag von Katja: Seit ich Mutter bin, gibt es mein altes Leben nicht mehr... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-nadine-meinem-mann-ist-seine-freiheit-wichtiger-als-die-familie
        Ihr Lieben, kürzlich haben wir auf unserer Facebook-Seite einen Artikel geteilt, in dem eine Frau beschreibt, wie wenig ihr Mann sich in der Familie engagiert. Und dass sie keine Lust habe, ihn ständig zu bitten oder auf seine Mithilfe zu hoffen. Daher habe sie ihn verlassen. Dieser Artikel wurde viel kommentiert und wir merkten, dass viele unsere Leserinnen solche Situationen erleben. Eine von ihnen ist Nadine und sie schreibt heute bei uns ihre Geschichte auf: 
„Mein Name ist Nadine, ich bin 34 Jahre alt, mein Mann ist 14 Jahre älter als ich und wir haben eine gemeinsame Tochter, die mittlerweile 2,5 Jahre alt ist.
Wichtig ist mir, zu sagen, dass unsere Tochter ein absolutes Wunschkind war – von beiden Seiten aus. Und trotzdem läuft bei uns einiges schief… Aber von vorne..
Es begann, als ich im sechsten Monat schwanger war. Wir hatten erst vor vier Monaten geheiratet und eigentlich war ich sehr glücklich. Da teilte mein Mann mir mit, er würde gerne für ein paar Tage mit einem Freund nach Portugal reisen –  schließlich wisse er nicht, wann er das nächste Mal alleine verreisen könne und er brauche nun mal auch seine Freiheit.
Ich habe seinem Wunsch zugestimmt, ich wollte, dass er zufrieden und glücklich ist. Aber ich habe oft darüber nachgedacht, warum er nicht den Wunsch verspürte, dass wir noch einmal zu zweit verreisen…
Ganz generell kam ich mir in der Schwangerschaft schon oft alleine und unverstanden vor – ich hab es auf die Hormone geschoben.
Als unsere kleine Maus geboren wurde und mein Mann uns vier Tage später aus dem Krankenhaus abgeholt hat, hab ich zu Hause vielleicht einen Strauß Blumen und ein bisschen liebevolle Dekoration erwartet. Wie dumm von mir! Mein Mann setzte uns vor der Tür ab, sagte: „Ich muss heute noch arbeiten und morgen auch.“  Und dann stand ich da, mit dem Baby auf dem Arm und Schmerzen vom Kaiserschnitt, und war alleine. Zum Glück habe ich eine tolle Mutter, die immer Zeit für mich hatte und mich immer unterstützt hat. (An dieser Stelle: Danke, Mama! Ich liebe Dich!!!)
Von Anfang an war klar, dass ich die Nachtschichten komplett übernehme. Nach drei Tagen zog mein Mann ins Gästezimmer – für die nächsten fünf Monate!
Seine Begründung: Er brauche seinen Schlaf, müsse ja fit für den Job sein. Unter der Woche sah ich das ja ein, aber warum galt das auch für die Wochenenden? Ich erfuhr null Unterstützung von ihm und war einfach nur einsam.
Ich funktionierte nur noch
 
Dazu kam, dass ich oft das Gefühl hatte, dass ich meinem Mann nicht mehr gefalle. Und das, obwohl ich zu den Glücklichen gehöre, die sehr schnell ihre alte Figur wieder haben.
Ich begann, nur noch zu funktionieren. Jeden Tag, jede Nacht. Ich wollte als Mutter perfekt sein und als Ehefrau.
Die Abende verbrachte ich oft allein. Mein Mann geht gerne aus, er sagt immer, er braucht auch Zeit für sich. Manchmal geht er viermal die Woche aus, wenn ich Glück habe auch nur einmal – und dafür muss ich ihn dann auch noch loben.
Die Erinnerung an unseren ersten gemeinsamen Familienurlaub mit unserer damals acht Monate alten Tochter verdränge ich. Ich hatte auf Familienzeit gehofft, aber auch im Urlaub habe ich mich komplett allein um sie gekümmert, während mein Mann ausgeschlafen hat, sich am Pool gesonnt hat und es in zehn Tagen geschafft hat zwei Bücher zu lesen – während ich noch nicht mal die eine Klatschzeitung durchgelesen habe.
Was für mich nicht so schlimm war, denn ich genoss die Zeit mit meiner Tochter – aber ich war auch unendlich traurig, dass mein Mann scheinbar nicht den Wunsch danach verspürte.
Mein Wunsch waren immer zwei Kinder. Mein Mann sagte aber nun ganz klar, er könne sich ein zweites Kind nicht vorstellen. Es sei alles so stressig und so teuer. Nur mal nebenbei: Es geht uns finanziell gut, auch, wenn mein Gehalt momentan wegfällt. Das hält er mir auch oft vor und ich habe immer das Gefühl, finanziell abhängig von ihm zu sein und für alles dankbar sein zu müssen….
Ach ja, das liebe Geld. Das ist auch immer wieder Thema bei uns. Egal, was ich für unsere Tochter mache, er findet es immer übertrieben. Ein Beispiel: Als unsere Tochter ihren ersten Geburtstag feierte, hatte ich die Wohnung geschmückt, ein paar Freunde eingeladen und eine Torte bestellt. Als mein Mann das mitbekam, ist er ausgeflippt und sagte, das sei völlig krank und übertrieben. Und ich stand da, zwischen Luftballons und Kuchen, uns brach in Tränen aus. Ich verstand es einfach nicht – es war doch auch seine Tochter.
Aber ich funktionierte weiter, Tag für Tag …
Ein paar Monate später kam mein Mann und sagte, er sei völlig fertig. All der Stress und so. Und er wolle eine Woche alleine nach Mallorca fliegen, um sich mal richtig auszuruhen. Mich hat er übrigens nie gefragt, ob ich mal eine Pause brauche.
Er flog nach Mallorca und ich hoffte, er wäre nach dem Urlaub ausgeglichener. Als er wieder zu Hause war, sagte er nur, dass eine Woche viel zu kurz sei.
Dann kaufte er sich einen teuren Sportwagen
 
In der Winterzeit wurde ich auf einmal richtig krank, das Immunsystem streikte. Sechs ganze Wochen Husten, der mich tagsüber quälte und nachts nicht schlafen lies, Fieber und drei verschiedene Antibiotika . Aber hey, auch hier war ich auf mich alleine gestellt und habe mich komplett um unsere Tochter gekümmert.
An Weihnachten ist dann alles eskaliert, mein Mann hatte sich einen Sportwagen gekauft, in den wir als Familie gar nicht hineinpassten. Da sagte ich ihm, dass ich so nicht mehr leben kann und will.
Mein Mann zog vorübergehend aus , für 5 Monate . In dieser Zeit kam ich zur Ruhe, der Kleinen und mir ging es super. Sie hat sich gefreut, wenn der Papa sie an den Wochenenden zu einem Tagesausflug geholt hat.
Ja, in diesen 5 Monaten hat er sich rührend um sie gekümmert und ich dachte wirklich, er hätte es verstanden, um was es im
Leben geht. Es geht nicht um Status oder Geld , es geht einzig und allein um die Familie, denn das ist doch das Einzige was zählt.
Ich musste mich entscheiden. Trennung oder ein erneuter Versuch? Meine Gedanken: Ich will nicht, dass mein Kind ein Scheidungskind wird. Ich liebe ihn doch auch noch. Schaffe ich es wirklich alleine?
Ich bin eingeknickt und mein Mann zog wieder ein. Wir gingen zur Eheberatung. Anfangs war ich happy und dachte wir schaffen das als Familie.
Aber heute , nach vier Monaten Eheberatung, muss ich sagen dass ich nicht weiß wie es weiter gehen wird. Mein Mann ist wieder in seinem alten Schema – und ich bin unglücklich.
Wir haben komplett andere Vorstellungen von unserer Zukunft. Ich sehe uns mit Kindern – er will das alles nicht . Er gibt sich ab und zu schon mehr Mühe als früher , aber insgesamt ist es nicht viel anders . Und dann noch dieses Gefühl , nicht mehr richtig geliebt zu werden, zerreißt und macht so unfassbar traurig .
Und ich weiß auch, dass man einen Menschen nicht mehr ändern kann, vor allem dann nicht , wenn er die Dinge ganz anders sieht als man selbst.
Die Therapeutin sagte mal, mal müsse sich von der Frau verabschieden, die man vor der Geburt war. Ich habe das schon längst – mein Mann nicht.
Jeden Abend vor dem Schlafen gehen, stehe ich am Bett meiner Tochter und beobachte sie beim Schlafen. Dann überkommt mich dieses wahnsinnige Gefühl von Liebe und Stolz. Ich sage mir, dass ich sie beschützen und lieben werde, solange ich lebe.
Wenn ich dann alleine im Bett liege,  während unten noch der Fernseher läuft,  frage ich mich, wie lange ich noch so leben will und kann. Soll ich wirklich meine Träume und Ziele komplett für ihn aufgeben?  Habe ich nicht auch das Recht auf Glück?
Für die Eheberatung sehe ich keinen Bedarf mehr, wir drehen uns im Kreis und werden nie dieselben Ziele und Träume haben …“
               
Gastbeitrag von Nadine: Meinem Mann ist seine Freiheit wichtiger als die Familie | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-nicole-unser-sohn-ist-manisch-depressiv
        Jedes Mal, wenn wir über ihn sprechen, sagt mein Mann diesen einen Satz: "Früher war er ganz anders; ein ganz normales Kind." Dann merke ich, wie sehr er sich nach dieser Zeit sehnt und wie es ihn innerlich zerreißt. 
Dazu immer diese quälenden Fragen: "Was haben wir falsch gemacht? Hätten wir früher was merken müssen? Wird er jemals ein selbstständiges Leben führen können?"
Unser Sohn ist psychisch krank : Schizoaffektive Störung, er ist manisch-depressiv…
Diese Krankheiten sind vielfältig und für alle Beteiligten eine enorme Belastung  – grade, weil es kein Allheilmittel gibt, es gibt keinen Fahrplan, wie man damit umgehen könnte.
Angefangen hat alles, als unser Sohn Mark seine erste Ausbildung begann. Er zog in eine andere Stadt, in eine eigene Wohnung – und war völlig überfordert mit dem Leben.
Die ersten Anzeichen kamen. Völlug überdrehte Anrufe, Nachrichten mit überzogenen Kommentare, seltsame Sefies. Wir begannen zu ahnen: Hier stimmt was nicht. 
Mark ist nicht mein leibliches Kind. Sein Vater und ich lernten uns kennen und lieben, als er noch mit Marks Mutter verheiratet war. Mark war damals 15 Jahre alt, mitten in der Pubertät. Wir fragen uns oft, ob die Trennung der Eltern zu traumatisch für ihn war…
Ärzte jedoch erklärten uns, dass die Krankheit nicht durch die Trennung entstanden sein kann. Sie war schon vorher da – die Trennung könne aber natürlich ein Trigger gewesen sein. 
Als wir merkten, dass Mark immer seltsamer wird, rief ich naiv und panisch die Jugendpsychatrie an. Wir waren überfordert und ich hoffte, es gäbe die Möglichkeit, ihn dort unterzubringen. Ich telefonierte mit einer sehr netten Dame, die mir erklärte, dass nicht nur die despressiven Phasen gefährlich seien. Sie sagte: „Eine Manie ist mindestens so schlimm, wenn in der Akutphase nicht sogar schlimmer, als eine Depression. Die Patienten springen aus Fenstern, weil sie glauben, sie könnten Fliegen. Sie springen vor Autos, weil sie sich für unbesiegbar halten. Sie verspielen Ihr Geld, kaufen wie wild ein, machen Schulden…“
Nach dem Telefonat heulte ich nur noch und sagte zu meinem Mann, dass wir Mark zu seinem eigenen Schutz zwangseinweisen müssten. Wir sprachen lange mit Marks Mutter, sie fuhr noch am Abend zu ihrem Sohn und nahm ihn mit zu sich. 
Am nächsten Morgen klingelte das Telefon und Marks Mutter erzählte etwas, was alles veränderte: Mark habe die ganze Nacht im Wohnzimmer gesessen und mit nicht existenten Wesen kommuniziert. Er sei völlig wirr.
Es folgte, was kommen musste. Mark wurde zwangseingewiesen. Weil er die Pfleger angriff, wurde er ans Bett fixiert. Diese Bilder haben sich fest eingebrannt und ich werde sie nie mehr vergessen. 
Insgesamt war Mark nun vier Mal in der Klinik. Die Abstände der „Episoden“ werden immer kürzer. Dazwischen sucht er sich tatsächlich immer wieder Ausbildungsplätze, setzt sich auch im Auswahlverfahren gegen Mitbewerber durch. Aber dann läuft alles wieder aus dem Ruder. 
Er sagt, er sei nicht krank. Klares Zeichen der Krankheit – Uneinsichtigkeit. Er verweigert die Medikamente, verweigert die Therapie. Er sitzt in seinem Zimmer und kommuniziert mit seinen Freunden auf der ganzen Welt…Im wahren Leben hat er keinen einzigen Freund. Dann stellt er wilde Theorien über Leben in fernen Galaxien auf. 
Er wird nächste Woche 23 Jahre alt und hat keine Perspektive. Marks Mutter schämt sich für ihren Sohn und tut so, als gäbe es die Krankheit nicht. Und wir verzweifeln. 
Gestern hat mein Mann zu mir gesagt: "Ich weiß, dass Mark sich irgendwann etwas antun wird. Ich schäme mich für den Gedanken… aber dann ist es endlich vorbei. Ich kann nicht mehr.."
Es zerreißt mir das Herz zu sehen, wie ein Mensch am Leben scheitert. Zu sehen, wie ein Vater sein Kind aufgibt, das er eigentlich mehr als alles andere auf der Welt liebt. 
Und ich? Ich bin machtlos. Auf dem Papier bin ich nur die Stiefmutter. Aber im Herzen ist er mein Sohn. Und das wird er immer bleiben. 
               
Gastbeitrag von Nicole: Unser Sohn ist manisch-depressiv | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-sandra-so-gelang-mir-nach-zwei-jahren-das-abstillen
        Abstillen? Nichts leichter als das, dachte ich, nachdem das mit meiner ersten Tochter so super geklappt hatte. Nach etwa einem Jahr beendeten wir unsere Stillbeziehung in beiderseitigem Einvernehmen.
Nach dem ersten Stilljahr mit meiner zweiten Tochter war noch immer kein Ende in Sicht. Es hätte sich auch nicht richtig angefühlt, schon aufzuhören, da waren wir beide uns einig. Und es störte mich auch nicht, obwohl ich viel unterwegs war. Aber nicht allein, nein – ich schleppte meine Kids einfach überall mit hin. Selbst auf der Buchmesse hatte ich ein Baby um den Bauch gebunden. Auch bei Auftritten, bei denen ich auf der Bühne stand, waren meine Kinder immer dabei. Wenns ihnen zu bunt wurde, schliefen sie an die Brust gekuschelt ein. Wenn sie Durst hatten, wurde eine Musikpause angekündigt. Die Bedürfnisse der Kinder gingen vor – und jeder im Publikum hatte Verständnis dafür.
Also eigentlich alles kein Grund zum Abstillen. Aber als schon fast zwei Jahre rum waren, wollte ich irgendwann nicht mehr, denn im Gegensatz zu allen anderen Mamas in meiner Umgebung schien ich eine Rückwärtsentwicklung durchzumachen: Hatten wir im ersten Jahr noch immer mehr Stillmahlzeiten durch feste Nahrung ersetzt (die Sache mit dem Brei sparten wir aus), so gab es jetzt mit jeder Woche plötzlich wieder mehr Milchmahlzeiten. Eigentlich hatte ich sogar das Gefühl, dass ich ununterbrochen stillte – ob ich wollte oder nicht. Und je mehr meine Tochter wollte, desto weniger wollte ich.
Nur: Wie kam ich aus dieser Zwickmühle wieder raus? Ich befragte andere Stillmamas, von denen ich wusste, dass sie sehr lange gestillt hatten. Fast von allen erfuhr ich, dass sie es immer noch taten –aber inzwischen heimlich, schließlich waren die Kids ja schon viel zu alt für Muttermilch – zumindest nach der Meinung des Umfelds.
Ich rief eine Stillberaterin an und ließ mir ein paar Tipps geben. Die Quintessenz: „Ich glaube, Sie sind dazu noch nicht bereit – und deswegen funktioniert es nicht.“ Stimmte das?
Ich horchte in mich hinein: Ja, irgendein Teil von mir wollte abstillen, weil er nicht mehr konnte – ein anderer Teil aber genoss die Nähe zur Tochter, auch wenn es mir oft zu viel Nähe war – na ja, zumindest zu viel Brustnähe. Nähe allgemein kann ein Kind ja nie genug haben.
In meiner Verzweiflung rief ich meine Hebamme an, die mich besser kennt als viele meiner Freunde, obwohl sie mich ja insgesamt nur etwa zwei Jahre meines Lebens begleitet hat. Sie ist für mich viel mehr als die Frau, die mir geholfen hat, meine beiden Kinder an meinem Wunschort – zu Hause – zur Welt zu bringen.
Ich sehe sie fast schon als eine Art Hexe, eine gute, weise, empathische Hexe, die unheimlich viele Dinge weiß, die sie eigentlich gar nicht wissen kann. Dinge wie das Geschlecht des Kindes, das sie anhand von Herztönen und Bauchform der Mutter bestimmen kann. Oder Krankheiten: In der Zeit, als sie uns betreute, ist ein lieber Mensch, der uns sehr nahestand, ins Koma gefallen. Wir hatten ihr nie etwas über ihn oder seine Krankheit erzählt. Sie wusste trotzdem, was Sache war, obwohl sie ihn nie gesehen hatte.
Und diese Frau, die mir auf angenehm-unheimliche Weise fast schon allwissend erschien, sagte mir nun: „Sandra, ich glaube, das Thema Abstillen wird für dich in wenigen Wochen der Vergangenheit angehören, sonst würden wir jetzt hier nicht miteinander reden. Ich glaube, du hast die Lösung schon gefunden!“
Ich sollte die Lösung schon gefunden haben? Ganz im Gegenteil: Ich suchte verzweifelt nach dem ultimativen Abstillrezept. Das Buch "Kleines Windelmonster" von Dagmar Geislers hatte ich geliebt –innerhalb einer Woche war beim ersten Kind die gewünschte Wirkung eingetreten, allein durch das gewünschte Dauervorlesen im letzten Sommerurlaub. So etwas musste es doch auch fürs Abstillen geben.
Doch ich merkte: Nein, so etwas gab es leider nicht. Also schrieb ich selbst. Es entstand die Geschichte vom kleinen Milchvampir, der einfach nicht von der Muttermilch ablassen will. Einige Sachen sind ziemlich autobiographisch: Die total fertige Mutter, die sich nicht mehr zu helfen weiß. Der Vater, der sieht, wie sehr seine Frau leidet – und der deshalb versucht, für sie Partei zu ergreifen. Und auch die Szene am Strand: Der Milchvampir, der sich einfach mal selbstbedient – umgeben von anderen Seebesuchern, die ihm und seiner Mama merkwürdige Blicke zuwerfen.
Nur eins hatte ich immer noch nicht: den Schluss.
Dann kam mir das Schicksal zur Hilfe: Ich bin eigentlich nie krank – von der gelegentlichen Erkältung einmal abgesehen – aber plötzlich wurde ich richtig, richtig krank. So sehr, dass mich das Stillen noch viel mehr schlauchte als in den Wochen davor.
Und ich hatte vor allem verdammte Angst davor, mein Kind anzustecken, vielleicht sogar durch die Muttermilch. Ich wusste, dass das sehr, sehr unwahrscheinlich war. Aber es half mir, konsequent zu bleiben, das mit dem Abstillen wirklich durchzuziehen. Ich hatte ja gesehen, dass meine Tochter die Nächte ohne Muttermilch problemlos überstand, wenn ich nicht in der Nähe war. Also konnte ich davon ausgehen, dass sie es auch insgesamt schaffen würde. Wir fanden ein alternatives Einschlafritual – und wenn sie nachts aufwachte, gab sie sich mit Wasser zufrieden und schlief gleich darauf wieder ein.
Wieder hatte meine Hebamme die Wahrheit weit vor mir erkannt: Wenige Wochen darauf war das Thema Abstillen tatsächlich vom Tisch.
Auch die Stillberaterin hatte Recht: Der Schlüssel ist, dass die Mutter wirklich abstillen wollen muss. Dann klappt das auch.
Ich hoffe, dass „Der kleine Milchvampir“ diejenigen Mütter unterstützt, denen es so geht wie mir damals. Gleichzeitig hoffe ich aber auch, dass der auf das Kinderbuch folgende Stillbrief diejenigen Mütter in ihrer Entscheidung zum Langzeitstillen bestärkt, die eigentlich noch stillen wollen, sich aber durch ihr Umfeld zum Abstillen gezwungen fühlen.
Foto: www.ruthfrobeen.de
               
Gastbeitrag von Sandra: So gelang mir nach zwei Jahren das Abstillen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-steffi-ich-wollte-eine-bauchstraffung-doch-dann-kam-ich-ins-gruebeln
        Mein Name ist Steffi und vor drei Tagen war ich bei einem plastischeen Chirurg in einer renommierten Hamburger Schönheitsklinik. Er fragte ganz nüchtern: "Warum kommen Sie? Ich sagte: "Wegen meines Bauches." 
Tja, mein Bauch. Ich habe drei Schwangerschaften hinter mir und das siehrt man meinem Bauch an. Er ist nicht mehr der flachtste und straffste. Eigentlich nicht verwunderlich. Aber irgendwie sehe ich überall Mütter mit perfekten Bäuchen. Meinem Bauch sieht man dagegen an, was er durchgemacht hat. Dass er gelebt hat. Er ist gezeichnet von tiefen Rissen durch die maximale Dehnung meiner Bauchhaut. Er ist gezeichnet von den kleinen Menschen, die in mir wachsen konnten. Mein Bauch hat Unglaubliches geleitet. Und genau deswegen bin ich auch hin-und hergerissen. 
Ich bin kein Typ für Schönheits-OPs. Und dennoch fühle ich mich unter Druck gesetzt. Als Frau und Mutter. Manchmal verstecke ich meinen Bauch beim Sex mit meinem Mann, weil ich mich unwohl fühle. 
Und nun ziehe ich mein Kleid hoch und zeige meinen Bauch einem Chirurgen. „Ja, da könnte man gut operieren, ihr Bauch schreit förmlich nach einem flachen, straffen Bauch", sagt er. Er macht ein Foto, misst meinen Bauch ab und zeigt mir am Computer, was alles geformt werden würde. Ich gucke nach rechts, dort liegt eine Broschüre mit dem Titel: "Gutes Aussehen steigert ihr Selbstbewusstsein." Und plötzlich fühlt es sich total falsch an, hier zu sein. 
Ich bin nicht das erste Mal hier. Das letzte Beratungsgespräch fühlte es sich auch schon falsch an. Ich verließ die Klinik und fühlte mich unsicher, traurig, verletzt und abgewertet.Danach beschloss ich dennoch: Ich lasse mich icht am Bauch operieren. 
Nun stehe ich wieder hier und gucke mir den Arzt an. Er und auch sein Kollege letztes Mal sehen sehr gestriegelt aus. Ich frage mich: Warum ist er wohl Schönheitschirurg gewoden? Was war seine Motivation? Ist ihm Schönheit das Wichtigste? Und was wäre, wenn ich seine Frau wäre und nach drei Schwangerschaften so aussehen würde? Würde er mich austauschen gegen eine junge, straffe Frau, wenn ich nicht mehr dem Schönheitsideal entspräche?
Jetzt werden sich sicher viele fragen, warum ich einen zweiten Termin ausgemacht habe. Vielleicht brauchte ich nochmal die Bestätigung, dass dieser Ort nichts für mich ist. Vielleicht musste ich nochmal merken, dass eine Bauch-OP Schwachsinn ist. Ich höre, dass der Bauchnabel ausgeschnitte wird und sehe Bilder, die mich eher an Unfallopfer erinnern. Narben, komplett gestraffte Haut. Irgendwie Frankenstein-mäßig. 
Ja, ich finde meinen Bauch nicht mehr so schön wie früher. Ich wünschte, er wäre straffer, flacher und hätte keine tiefen Risse. Ich trage seit Jahren keinen Bikini mehr. Und trotzdem habe ich mich nun endgültig gegen eine OP entschieden. Ich möchte meine Schwächen akzeptieren und nicht durch eine OP zum Glück und zum Selbstbewusstsein kommen. Eigentlich ist es doch gaga: Es ist doch nur ein Bauch. Mehr nicht. Ich bin soviel mehr.
Ich bin eine Frau und Mutter mit drei Kindern. Mein Körper hat Höchstleistung vollbracht. Ich verneige mich vor mir selbst. Mein Bauch nicht der schönste Bauch ist, er zeigt Spuren vom Leben, vom Kinder-Kriegen, von Bindegewebsschwäche, von Gewichtsabnahme. Rein nüchtern betrachtet, ist mein Bauch vermutlich für viele nicht attraktiv. Das ist ok so. Ich bin eben nicht perfekt. 
Ich lasse mich auch wegen der Kinder nicht operieren.Die Kinder hätten mich sicherlich gefragt, was mit meinem Bauch passiert ist. Ich finde die Vorstellung so traurig, sagen zu müssen, dass Mama ihren Bauch hat „schön“ operieren lassen. In unserer Welt voller Perfektions- und Optimierungswahn hätte ich damit einen großen Teil dazu beigetragen und meinen Kindern vermittelt: „Wenn dir etwas nicht an deinem Körper gefällt, dann gibt es tolle Chirurgen, die deinen Körper verändern." 
Das will ich nicht vermitteln. Ich kann nicht sagen: "Mein Bauch ist wunderbar und ich liebe ihn." Aber ich kann sagen: "Mein Bauch gehört zu mir. Und ich akzeptiere ihn." Und ich kann wieder anfangen, Bikinis zu tragen….
Foto oben: Pixabay
               
Gastbeitrag von Steffi: Ich wollte eine Bauchstraffung, doch dann kam ich ins Grübeln... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-warum-ich-mich-gegen-ein-kind-mit-down-syndrom-entschieden-habe
        Ihr Lieben, gestern hat uns Julia von ihrem Schwangerschaftsabbruch berichtet. Viele von Euch haben sich gemeldet, alle waren sehr berührt von dem Thema. Es ist und bleibt nach wie vor ein Tabu-Thema, über das nur wenige Frauen sprechen. Deshalb lassen wir heute Lara erzählen.
Auch sie stand vor der Entscheidung: Kriege ich dieses Kind oder nicht? Auch sie hat sich entschieden, die Schwangerschaft abzubrechen. Wir wissen, dass diese Texte schwer verdaulich sind. Aber sie sind wichtig – deshalb veröffentlichen wir sie. Um die ganze Bandbreite des Themas zu zeigen, haben wir morgen noch einen Bericht einer Mutter, die sich gegen einen Abbruch entschieden hat – obwohl schwere Fehlbildungen bei ihrem Kind diagnostioziert wurden. 
"Mein Name ist Lara und auch ich habe einen medizinisch indizierten Spätabbruch in der 19. Woche hinter mir. 
Das hier ist meine Geschichte: In der 14. Schwangerschaftswoche, zwei Wochen nach dem Erstsemester-Screening, kam meine Welt ins Wanken. Mein Frauenarzt sprach von einer auffallenden Biochemie, aber weil die Nackenfaltenmessung nichts Auffälliges zeigte, empfahl er uns den Praena-Test.
Eine Woche später das Ergebnis: Es könnte sich um Trisomie 21 handeln.
Ich machte eine Fruchtwasseruntersuchung – diese brachte dann die Gewissheit.
„Es ist eine Laune der Natur“, sagten die Ärzte in der Praxis für Humangenetik. Es gäbe Selbsthilfegruppen für Betroffene.
Ich wollte keine Selbsthilfegruppe besuchen – denn mir war klar, dass ich dieses Kind nicht bekommen würde.
Wir haben bereits einen Sohn (2,5 Jahre alt) und ich traute es mir schlicht nicht zu, neben meinem Job und meinem ersten Kind ein behindertes Kind großzuziehen. Dabei will und wollte ich schon immer zwei Kinder. Wenn ich die Augen schließe und mir meine Familie vorstelle, sehe ich immer vier Personen.
Trotzdem entschied ich mich, dieses Kind nicht zu bekommen. Ein, zwei Tage, bevor der Termin zum Abbruch anstand, spürte ich keine Kindsbewegungen mehr. Ich hoffte insgeheim, das Kind hätte mir die Entscheidung abgenommen. Doch dann sah ich auf dem Ultraschall, dass es lebte – und das brach mir das Herz.
Ich nahm die Tablette, die die Wehen einleitete. Ich sagte zu meinem Mann: „Jetzt lebt der Krümel nicht mehr.“ Ich war überzeugt, dass es so war, denn ich empfand das, was da in meinem Bauch passierte, als Gewalt. Als Gewalt, die das Baby nicht überstehen kann. Noch nie habe ich meinen Mann so traurig gesehen. Seine Augen füllten sich mit Tränen.
Ich wollte keine Schmerzmittel gegen die Wehenschmerzen. Ich hoffte, der physische Schmerz würde mir bei der Verarbeitung später helfen. Als ich zwischen zwei Wehen zur Toilette musste, ging es plötzlich ganz schnell. Dort, auf der Toilette, habe ich unseren Sohn geboren. In die Hände meines Mannes.
Als wäre das nicht schon traumatisch genug, stellten die Ärzte fest, dass das Kind lebte. Vier Stunden lang schlug sein Herz – dann starb unser Sohn in meinen Armen. Wir nannten ihn Edgar. Er wog 233 Gramm.
Wir hatten eine Box dabei, die mit Teddyfell ausgekleidet war. In der Box lag ein Engelchen und ein klitzekleiner Schlafsack mit Edgars Initialien – eine liebe Freundin hatte ihn genäht. Wir wollten ihn unter einem wunderschönen Apfelbaum begraben.
Weil unser Sohn jedoch lebend zur Welt kam – und er nicht, wie alle immer vermutetet hatten, die Geburt nicht überleben würde, durften wir ihn nicht mitnehmen. Die Hebamme nahm ihn mit und wir mussten einen Bestatter beauftragen. Am 13. Mai konnten wir ihn dann endlich beerdigen.
In mir ist seitdem eine unendliche Leere. Ich weiß, ich habe mich für den Abbruch entschieden. Dass Edgar so leiden musste, macht es aber unerträglich.
Während mein Mann sich in die Arbeit stüzzt und sich so ablenkt, stehe ich oft an Edgars Grab. Ich gucke mir Fotos von ihm an, das hilft mir sehr. Edgar ist ein Teil von uns, wir werden ihn nie vergessen.
Ich möchte immer noch ein zweites Kind. Vielleicht kann mir eine weitere Schwangerschaft helfen, meine tief klaffende Wunde im Herzen zu verschließen. Heilen, das weiß ich aber, wird sie nie. 
Weitere Artikel zum Thema Down-Syndrom findet Ihr HIER und HIER.
 
               
Gastbeitrag: Warum ich mich gegen ein Kind mit Down-Syndrom entschieden habe | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-wie-mobbing-meiner-tochter-das-leben-zur-hoelle-machte
        Die Tochter unserer Leserin Julia wurde in ihrer Schule gemobbt. Es war eine harte Zeit für die ganze Familie, weil Tochter Lilly sich komplett zurück zog und niemand mehr an sich heran ließ. Heute schreibt Julia ihrer Tochter einen Brief und lässt die ganze Geschichte Revue passieren: 
Meine liebe Lilly, es ist Anfang September 2016, die Sommerferien sind gerade zu Ende und für dich beginnt die vierte Klasse. Ich sehe, dass du aufgeregt bist und dich auf die Schule und das Wiedersehen mit deinen Freundinnen freust. Vor allem Angeline hast du jetzt lange nicht gesehen. Auch im Verein laufen die Proben wieder an und ich sehe mit Stolz, dass du dich an das Instrument heranwagst, das mir so sehr am Herzen liegt. Du bist lieb, hilfsbereit und tolerant. Du versuchst, allen gerecht zu werden und deine Aufmerksamkeit auf alle Individuen in deinem Leben zu verteilen. Du kümmerst dich liebevoll um deine krebskranke Omapa, der Mama deines Papas. Du weißt, dass sie nicht mehr allzu viel Zeit auf dieser Welt hat. Das macht dich traurig, aber du gehst mit unserer Hilfe ganz wunderbar und ohne Berührungsängste damit um und beschenkst sie mit ein paar schönen Stunden.
Die Tage vergehen, der September neigt sich dem Ende zu. Langsam wird mir bewusst, dass du dich veränderst. Zum einen körperlich. Ich sehe, dass die Pubertät so langsam Einzug hält in dein Leben, außerdem fällt mir auf, dass du ein bisschen zugenommen hast. Aber auch charakterlich veränderst du dich. Du bist in letzter Zeit schnell aufbrausend und zickig. Selbst im Verein hat man mich deshalb schon zur Seite genommen. Sie sagen, du seist respektlos gegenüber Erwachsenen. Ich bin irritiert und frage mich, warum du dich veränderst.
Deine Omapa stirbt. Und mit ihr geht ein Teil von dir. Ich trauere mit dir und wegen dir. Es tut weh zu sehen, wie deine Omapa dir fehlt. Deine Wutausbrüche schiebe ich darauf und erkläre auch im Verein, was los ist. Alle reagieren mit Verständnis, behandeln dich liebevoll und lassen dir deine Temperamentausbrüche durchgehen. Ich fühle mich wie eine Marionette zwischen Arbeit, Kindern, Verein, dem trauernden Sohn deiner Omapa – meinem Mann. Die Beisetzung und alle Bürokratie, die folgt, nagen schwer an mir. Ich muss stark sein für deinen Papa, seine Schwester und für euch. Ich habe Angst, dass du und dein Bruder zu kurz kommen.
Doch wir überwinden diese Phase, du freust dich auf Weihnachten und machst eine lange Wunschliste. Deine Wutausbrüche bleiben jedoch. Ich sehe, dass du dich zurückziehst und immer häufiger geraten wir heftig aneinander. Eigentlich bist du doch sehr hilfsbereit – doch wenn ich dich jetzt um Kleinigkeiten bitte, gehst du sofort in die Luft. Du knallst mir die Tür vor der Nase zu und wirfst mir Gemeinheiten an den Kopf. Auch mit deinem Bruder streitest du jetzt sehr oft und der Papa bekommt ebenfalls regelmäßig deine Wut zu spüren. Wir sind ratlos. Was ist nur los? Soll das alles nur die Pubertät sein? Ich beginne, mich zu belesen. Ich erfahre, dass man mit pubertierenden Kindern sehr verständnisvoll umgehen muss, denn oft wissen sie selbst nicht, was mit ihnen los ist. Es ist wie ein kalter Neustart eines Computers. Alles wird neu sortiert in deinem hübschen Köpfchen. Man soll Ruhe bewahren, aber auch klare Grenzen ziehen. Manchmal gelingt es mir nicht, cool zu bleiben. Ich kann genauso temperamentvoll sein wie du. Und dann streiten wir. Manchmal schreien wir uns an und manchmal bin ich gemein zu dir. Weil ich nicht weiter weiß. Ich fühle mich absolut hilflos und sehe zu, wie du dich immer mehr veränderst.
Weihnachten geht vorüber, das neue Jahr beginnt. Wir verbringen Sylvester auf den kanarischen Inseln im Warmen. Die Sonne tut uns gut, wir entspannen. Die Weihnachtsferien enden und der Alltag hat uns wieder. Und schon sehe ich wieder das Teufelchen in dir, das uns das Leben schwer macht. Von deiner Unbeschwertheit ist nicht mehr viel übrig. Ich merke, dass du dich anders kleidest. Eigentlich kombinierst du die unmöglichsten Muster und Farben und dabei ist es dir völlig egal, was andere darüber denken. In letzter Zeit wählst du jedoch unauffällige Farben. Die neue Jacke von Omama, Pink und blau gestreift mit Sternchen, magst du nicht anziehen. Sie sei zu schade für die Schule, sagst du und trägst sie nur in deiner Freizeit. Du isst sehr viel zur Zeit. Ich merke, dass du dir nachmittags, wenn ich noch in der Arbeit bin, Unmengen an Nahrung zubereitest. Als ich versuche, mit dir darüber zu sprechen, nennst du mich gemein und verkriechst dich in deinem Zimmer. 
Es wird immer schlimmer und ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Hilflos und zweifelnd an mir und an dir suche ich vergeblich nach einem Ausweg. Es fühlt sich an, als wollte man Wasser mit bloßen Händen halten. All meine Versuche einen Zugang zu dir zu finden, sind Einbahnstraßen. Dein Papa und ich überlegen, ob wir professionelle Hilfe brauchen. 
Es ist April geworden. Ostern ist gut gewesen, die Ferien taten dir gut. Wir konnten einige schöne Erlebnisse teilen und verstehen uns gut. Einige Tage nach den Ferien jedoch, werde ich im Verein wiederholt auf dein Benehmen angesprochen. Es würde nicht gehen, dass du Erwachsenen die Zunge raustreckst und einfach aus den Proben marschierst. Du hättest ein freches Mundwerk entwickelt und so könne man keine vernünftige Probe mit dir machen. Ich resigniere, steige ins Auto und weine still vor mich hin, weil ich nicht weiß, wie ich dir helfen kann. Weil ich nicht weiß, was überhaupt los ist.
Ich weiß, welche Kleinigkeiten dich in den letzten Wochen so sehr auf die Palme brachten, aber das große Ganze habe ich nach wie vor nicht verstanden. Deine Veränderung verändert alles in unserem kleinen Universum. Es ist, als hätte sich ein dunkler Schleier über die Familie gelegt, in der Arbeit geht mir nicht mehr alles so leicht von der Hand. Im Verein lauert ständig ein neues Gewitter. Du gehst nicht mehr raus, deine Freundschaften leiden. Deine Leistungen in der Schule verschlechtern sich. Du verkümmerst wie eine Pflanze, die man nicht gießt. Nicht körperlich, seelisch. Ich gieße und gieße, gebe dir soviel Liebe und Vertrauen, wie ich kann. Aber deine Wurzeln können nichts aufnehmen. 
Nach dem neuen Vorfall im Verein will ich mit dir darüber sprechen, will dir klarmachen, dass es so nicht weitergeht. Dass wir gemeinsam eine Lösung finden müssen – wenn ich doch nur wüsste, wofür. Du brichst in Tränen aus, wie so oft und schlägst mir die Tür vor der Nase zu. Diesmal jedoch höre ich, wie du in die Welt hinaus schreist, dass niemand dich versteht und wir alle ja keine Ahnung hätten. Das lässt mich aufmerken. Ist nun endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem ich in dich schauen kann? Ich folge dir. Ich nehme dich in den Arm und du weinst bitterlich an meiner Brust. Mein Shirt ist schon ganz nass und ich warte. Ich sage dir, wie so oft, dass ich dich hunderttausend mal bis zum Mond und zurück liebe, aber nicht weiß, wie ich dir helfen soll, wenn du nicht mit mir sprichst und mir nicht absolut vertraust. Dass du mir helfen musst, damit ich dir helfen kann. Irgendwann werden die Schluchzer kleiner und du findest deine Worte wieder. Was du jetzt sagst, zieht mir den Boden unter den Füßen weg:
„Mama, wenn ich aus dem Fenster springe, tue ich mir dann genug weh, um nicht zur Schule zu müssen?“
BUMM! Es schlägt ein wie eine Bombe. Ich bin voll Angst und Sorge, hunderttausend Fragen wirbeln in meinem Kopf und doch fühle ich mich leer. Ich kämpfe mit den Tränen. Da stehst du, schaust mich an und ich schaue herunter auf das Häufchen Elend, das mich hilfesuchend mit großen, nassen Augen ansieht. Und da sehe ich das unabdingbare Vertrauen in dir, dass ich ganz bestimmt, jetzt und sofort, all deine Probleme schlagartig lösen kann. Ich nehme dich fest in den Arm und so sitzen wir Sekunde um Sekunde, Minute um Minute. Die Zeit verrinnt und ich lasse dich weinen. Weine mit dir. Du sagst, ich hätte doch soviel um die Ohren und mache mir immer so viele Sorgen und deshalb wolltest du mich nicht mit deinen Sorgen nerven.  
Ich sage dir, dass du und dein Bruder die zwei einzigen Dinge in meinem Leben sind, wofür ich die Welt anhalte und nichts wichtiger ist.  Du beginnst zu erzählen und erzählst und erzählst. Von Franzi, die immer so gemeine Sachen sagt und dafür sorgt, dass du nicht mehr mit Angeline spielen kannst. Davon, dass Franzi es schafft, dass du deine Freundinnen aus der Klasse nicht mehr sprechen kannst und Helena und Lea, mit denen du in den Ferien immer draußen gespielt hast, immer mitmachen. Davon, dass andere Kinder betreten zu Boden sehen, wenn du gerade wieder herunter gemacht wirst. Dass du über den ganzen Schulhof gejagt wirst und keiner dir hilft, alle nur lachen. Davon, dass du deine Sachen einpacken musst, wenn du aufs Klo musst, damit sie niemand klaut und kaputt macht. Die zerbrochenen Stifte hast du vor mir versteckt. Und du erzählst davon, dass dir in der Schule niemand zuhören will.
Ich bin völlig platt und habe ein riesiges Loch im Bauch. Warum habe ich das Offensichtliche nicht gesehen? Bin ich derart mit Blindheit geschlagen, dass ich nicht bemerkt habe, dass du in den Ferien lockerer warst? Dass du die bunten Kleider nur zuhause angezogen hast? Dass du peinlich genau darauf achtetest, dass dein Bruder dich zur Schule begleitet? Eine Stinkwut auf mich selbst breitet sich aus und zieht ihre Wellen in Richtung deiner Peiniger. Die Löwin in mir erwacht und ich beraume eine Familienkonferenz ein.
Du sollst die Gelegenheit bekommen, ganz und gar unser Mittelpunkt zu sein. Außer dir ist im Moment nichts wichtig. Du erzählst nun auch deinem Papa und deinem Bruder, was dir in der Schule widerfährt. Die ganzen Gemeinheiten. Die Attacken. Das Anrempeln und Beleidigen. Das Drohen und Auslachen. Das Ausschließen. Dein Bruder, cool und pragmatisch wie er ist, rät dir, alles an dir abprallen zu lassen und zu zeigen, dass dich das nicht ankratzt, dann würden die anderen schon aufhören.
Doch das bist du nicht. Du brauchst die Gleichheit und Gerechtigkeit, die Harmonie zu allen Menschen. Du zerbrichst bei dem Versuch, gleichgültig zu sein. Du fragst uns, warum gerade du ausgewählt wurdest? Darauf haben wir keine Antwort. Ich verspreche dir, sofort am nächsten Tag mit deiner Klassenlehrerin zu sprechen. Abends setze ich mich an den Computer und rechcheriere. Dabei entdecke ich das riesige Ausmaß des Mobbings. Ich dachte immer, das betrifft eher ältere Kinder, Jugendliche. Cybermobbing und Schlägereien auf dem Pausenhof. Du bist doch erst neun?! 
Bei meinen Recherchen jedoch, werde ich schnell eines besseren belehrt. Ich lerne, dass Mobbing immer eine Gruppendynamik aufbaut. Einzelne Täter(innen) untergraben die Beziehungen des Opfers zu seinen Freundschaften und demontieren damit seine Hilfsstrategien. Nach und nach wird die Gruppe einbezogen, die Opfer werden unglaubwürdig geredet und finden keine Ansprechpartner mehr. Sie werden lächerlich gemacht, es werden Lügen verbreitet und nach und nach verliert das Opfer an Ansehen. Die Täter(innen) jedoch werden gestärkt in ihrer Macht, die sie über andere ausüben. Ich erkenne, dass du in einem lehrbuchmäßigen Mobbingverlauf gefangen bist. 
Mir ist wichtig, dass du verstehst, das du nichts falsch gemacht hast. Du bist nicht Schuld! Du – bist – nicht – schuld! .Nach jedem Vorfall telefoniere ich mit deiner Klassenlehrerin. Im Mai lädt sie uns zum Gespräch ein. Als du erzählst, hört sie dir aufmerksam zu und wird auf ihrem Stuhl immer kleiner. Sie gesteht uns, dass sie mit den Protokollen dieser Art Elterngespräche inzwischen ihre Wände tapezieren könnte. Sie ist sehr jung. Sie hat euch in der dritten Klasse frisch nach der Universität übernommen. Sie ist sehr lieb und deshalb magst du sie auch sehr. Leider hat auch sie kein Patentrezept gegen das Mobbing und die Täter(innen) der Klasse tanzen ihr auf der Nase herum. Aber ab sofort bleibt sie, so oft es geht in deiner Nähe. Es finden Gespräche mit den Täterinnen statt. Die Klasse erhält eine Doppelstunde zum Thema Mobbing. Als das nicht hilft, werden die Täterinnen zur Schulleitung zitiert. Sie bereuen und geloben Besserung.
Nur leider stimmt nichts davon. Du erzählst mir, dass die Kinder jetzt vorsichtiger sind. Sie achten darauf, dass kein Lehrer in der Nähe ist, wenn sie dir ein Bein stellen. Sie flüstern dir im Vorbeigehen gemeine und verachtende Worte ins Ohr. Beim Sport stehen alle auf, als du dich auf die Bank setzt. Deine Kleidung findest du nach dem Sportunterricht im Mülleimer. Ich rate dir, allen aus dem Weg zu gehen, wenn das möglich ist und jeden Angriff deiner Klassenlehrerin zu melden. 
Dannn rufst du mich weinend vom Schulklo an. Du traust dich nicht nach Hause zu laufen, weil Dir Prügel angedroht wurde. Ich schalte die Schulleiterin ein, sie rät mir, psychologische Hilfe zu suchen, da du dich ja immerzu in die Opferrolle begeben würdest. Das würden die Kinder natürlich ausnutzen. So seien sie halt in dem Alter. Da könne man nichts machen. Zuhause zeigst du mir den Wunschzettel für deinen Geburtstag. Auf ihm steht nur ein Wort: Schulwechsel. 
Nun setze ich alle Hebel in Bewegung. Gemeinsam suchen wir eine neue Schule aus. Der neuen Schulleiterin erzählst du, was Dir im letzten Jahr passiert ist.  Sie zeigt dir ihr Programm der „Streitschlichter“. Ein aktives Anti-Mobbing-Programm ihrer Schule. Deine Augen leuchten. Deine zukünftige Lehrerin kommt auch dazu. Sie strahlt Ruhe und Wärme aus. Sie nimmt dich in den Arm, obwohl ihr euch heute zum ersten mal gesehen habt. Als die Schulleiterin dir erklärt, dass du aufgenommen wirst und bleiben darfst, wenn es dir gefällt, sehe ich, wie die Last von tausend Tonnen von dir abfällt. Deine Körperhaltung öffnet sich, dein Lächeln ist echt. Wieder kullern dir die Tränen über die Wangen, aber diesmal vor Freude. Wir gehen beschwingt in die Ferien und wissen, dass das die Einzige und richtige Entscheidung war.
Das war vor einem Jahr. Du bist gut in deiner neuen Schule angekommen. In den letzten zwölf Monaten hast du langsam aber stetig zu deiner alten Form zurück gefunden. Die Wutausbrüche sind sehr viel seltener geworden, deine Selbstsicherheit ist fast wieder da, wo sie einmal war. Noch bist du manchmal verunsichert, wenn in der Klasse getuschelt wird. Du hast manchmal noch Angst, dass alles von vorn beginnt.
Du hast eine Erfahrung machen müssen, die ich keinem Kind wünsche und doch, bist du daran gewachsen. Ich bin unsagbar stolz auf dich. Ich liebe dich hunderttausenmal bis zum Mond und zurück, das sage ich dir immer wieder. Und du antwortest jedes mal „Ich liebe dich Mama, unendlich oft bis zum Mond und zurück! – Gewonnen!“
 
               
Gastbeitrag: Wie Mobbing meiner Tochter das Leben zur Hölle machte | STADT LAND MAMA
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        Mein Name ist Henrike, ich bin 38 Jahre alt und meine Kinder sind 7, 4 und 2. Sie sind hinreißend – und anstrengend. Ich würde nicht sagen, dass ich überfordert bin, aber ich stoße oft an meine Grenzen. 
Mir war immer klar, dass ich nicht nur ein Kind haben will. Ich fand die Vorstellung toll, an einem großen Tisch mit vielen Kindern zu sitzen. Ich wollte Trubel und Leben in der Bude. Ich wollte sie auch auf ihrem Weg begleiten, daher war mir klar, dass ich nicht vollzeit arbeiten werde und reduzierte auf 25 Stunden. Ich mag meinen Job – was ich aber nicht gemacht habe, ist die große Karriere. Das ist – meiner Meinung nach – in Teilzeit nicht machbar. 
Ich bin mit meinem Leben zufrieden, es gibt gute und weniger gute Tage, aber wir sind alle gesund und das ist das Wichtigste. Doch manchmal ertappe ich mich bei einem seltsamen Gedanken: Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich nur ein Kind bekommen hätte?
Meine Antwort lautet: Es hätte viele Nachteile, aber es wäre auch definitiv weniger anstrengend. 
Ich müsste mich nicht ständig zerteilen, um allen Kindern gerecht zu werden. Ich hätte viel weniger Wäsche. Ich würde mich weniger wie ein Taxiunternehmen fühlen, wenn ich mal wieder alle zu den Hobbies fahre. Die Abendessen wären ruhiger, wenn wir nur zu dritt am Tisch säßen. Wir könnten auch mal in den Urlaub fliegen – nur drei anstatt fünf Flüge zu zahlen scheint machbar. 
Ich hätte mehr Zeit für mich, könnte regelmäßig zum Sport und Freunde treffen. Wir als Paar hätten abends mehr Zeit füreinander, weil wir nicht damit beschäftigt wären, eine ganze Rasselbande ins Bett zu bringen. 
In Restaurants könnte ich vielleicht mal wieder mein Essen genießen, weil das eine Kind ganz friedlich malt und nicht seine Geschwister unter dem Tisch tritt. 
Ich hätte beruflich aufsteigen können, wenn das eine Kind alt genug gewesen wäre, um nchmittags auch mal alleine zu Hause zu sein. 
Neulich stieß ich zufällig auf ein paar alte Fotos. Sie zeigten meinen Mann und mich mit unserem ältesten Sohn im Griechenland-Urlaub. Er war etwa zwei Jahre und unfassbar süß. Ich erinnere mich gut an den Urlaub, er war wunderbar. Wir waren total entspannt. Während der eine mit dem Kind buddelte, konnte der andere lesen. Es gab keinen Geschwister-Zoff und ZWEI Erwachsene konnten sich um EIN Kind kümmern – was für eine Luxus-Situation. 
Die Erfahrung, eine Mama zu sein, möchte ich nie mehr in meinem Leben missen. Ich habe nur oft das Gefühl, dass wir Eltern uns ständig zerreisen und es doch nicht reicht. Ja, manchmal frage ich mich: Wäre es nicht für alle leichter gewesen, hätten wir nur ein Kind? Wäre dann noch ein bisschen mehr von uns als Personen übrig und wären wir dann ein bisschen weniger "nur Eltern"?
Ich weiß, das sind keine populären Gedanken. Man hat deshalb gleich ein schlechtes Gewissen und NATÜRLICH würde ich keins meiner Kinder je wieder her geben. Aber dennoch: Manchmal denke ich sehr gerne an die Vater-Mutter-ein Kind-Zeit zurück. 
Geht es noch irgendjemand so? 
Foto: Pixabay
               
Gastbeitrag: Wie wäre mein Leben, wenn ich nur ein Kind bekommen hätte? | STADT LAND MAMA
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Mein Name ist Marlene und ich möchte Euch heute von dem schlimmsten Erlebnis meines letzten Jahres erzählen…
„Schlaf gut, kleiner Mann“, flüsterte ich meinem Sohn zu, nachdem er gerade friedlich eingeschlafen war. Hätte ich gewusst, was ein paar Stunden später passieren sollte, hätte ich sicherlich andere Worte gewählt. Bedeutungsvollere, größere Worte. Aber es gab keine Anzeichen auf das, was an diesem Abend passieren würde. 
Es war eine Bilderbuchschwangerschaft gewesen und eine recht einfache Geburt. Unser Sohn war kerngesund, ein kräftiger, großer Junge. An diesem Abend war er genau 14 Tage alt und lag friedlich schlummernd und frisch gestillt neben mir. Er lag auf dem Bauch, denn tatsächlich wachte der Kleine immer auf, sobald er auf dem Rücken lag. 
„Manche Babys sind eben von Anfang an Bauchschläfer“, hatte die Hebamme zu mir gesagt. Auch mein Mann, ich und unsere größere Tochter schlafen ausschließlich auf dem Bauch – und wenn ich daran dachte, wie sehr mich das Auf-dem-Rücken-Schlafen in der Schwangerschaft gequält hat, konnte ich nachempfinden, warum mein Kleiner sich so schwer damit tat.
Die Hebamme gab mir den Tipp, das Baby zum Einschlafen auf den Bauch zu legen und wieder umzudrehen, wenn es fest schläft. Genauso machten wir es seit ein paar Tagen und es klappte wunderbar. 
Normalerweise wartete ich, bis der Kleine eingeschlafen war, und ging dann ins Wohnzimmer, um noch ein bisschen zu lesen oder fernzusehen. Nur an diesem Abend hatte ich irgendwie das Bedürfnis, noch ein wenig bei ihm zu bleiben, seine Nähe zu genießen, ihm ab und zu übers Köpfchen zu streicheln. Ich bin mir sicher – hätte ich das an diesem Abend nicht gemacht, wäre er heute nicht mehr bei uns. 
Ich blieb also bei ihm, bestaunte ihn, tippte ein bisschen am Handy herum, griff immer mal rüber, streichelte ihn am Kopf – und plötzlich fühlte sich etwas komisch an. Ich bemerkte, dass er kälter war als gewohnt. Nicht so, wie Babys beim Schlafen sind, sondern richtig kalt. Ich stupste ihn an, sprach ihn an, doch er reagierte nicht.
Die Panik stieg in mir auf. Ich rief laut nach meinen Mann. Ich öffnete den Schlafsack des Kleinen und konnte sehen, dass sich der Brustkorb nicht mehr bewegt. Ich nahm ihn hoch, seine Beine und Arme hingen rechts und links herunter, als wären sie aus Wachs. Ich schrie nach meinem Mann, er solle den Krankenwagen holen, weil der Kleine nicht mehr atmet. 
Ich war wie im Tunnel, als mein Mann mir das Handy übergab. Am anderen Ende der Leitung stellte mir jemand Fragen, aber ich war nicht in der Lage, diese zubeantworten. Ich hörte, ich solle mein Baby vor mich legen – aber das wollte ich nicht. Ich wollte mein Baby weiterhin im Arm halten, umgriff seinen Brustkrob und rüttelte diesen immer wieder leicht hin und her. 
Noch immer war mein Kind ohne jegliche Körperspannung. Ich hatte einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys gemacht. Vier Jahre vorher, vor der Geburt der großen Schwester zum ersten Mal, in der zweiten Schwangerschaft zur Auffrischung noch einmal. Natürlich wusste ich in der Theorie genau, was zu tun war. Aber in diesem unbeschreiblichen Moment war ich so unter Schock, so in eine Starre verfallen, dass ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, das Kind zu beatmen. Ich weiß, dass klingt total schlimm und ich mache mir deshalb auch schreckliche Vorwürfe. Aber mein Kopf war in diesem Moment einfach leer, ich konnte nicht klar denken. Und so rüttelte ich weiterhin an dem Brustkorb. 
Plötzlich bemerkte ich, dass der Kleine einen winzigen Atemzug nahm. Kein tiefes Nach-Luft-schnappen, nur ein winziger Atmemzug und dann wieder nichts. Diese kleine Regung gab mir Hoffnung und tatsächlich kam ein zweiter Atemzug und dann noch einer. In seinem Körper machte sich wieder so etwas wie Spannung breit, die Atempausen wurden immer kürzer, bis er wieder normal atmete und die Augen öffnete.
Ich fing an zu weinen. Ich weinte und weinte, hielt mein Baby auf dem Arm und ließ es nicht los. Als der Krankenwagen und der Notarzt endlich da waren, war der Kleine zwar sehr müde, aber ansonsten erinnerte nichts mehr an das, was er und wir gerade durchlebt hatten.
Wir fuhren ins Krankenhaus und unser Sohn wurde durchgecheckt. Atmung, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, alle Werte waren total normal. Tagelang machten sie in der Klinik alle möglichen Tests – sie blieben alle ohne Befund. Er war nach wie vor ein normales gesundes Baby.
Nur, dass in meiner Welt nichts mehr normal war.
Schließlich stellten die Ärzte die Diagnose: ALTE (Apparently Life-Threatening Event), ein durch rechtzeitiges Eingreifen verhinderter Plötzlicher Kindstod.
Wir machten einen erneuten Erste-Hilfe-Kurs und bekamen für Zuhause einen Überwachungsmonitor mit. Ich merkte, dass für mich nichts mehr so war wie vorher. Alle Glücksgefühle über das Baby waren weg, ich spürte nur noch Angst. Während ich bei meinem ersten Kind oft dachte, die Zeit solle still stehen, hatte ich jetzt nur einen Wunsch: Der Kleine sollte so schnell wie möglich das erste Lebensjahr hinter sich bringen, damit die Gefahr des Plötzlichen Kindstodes schnell sinkt. 
Sobald mein Kind nun eingeschlafen war, wurde sofort immer der Monitor eingeschaltet. Da ein so kleiner Zwerg quasi ständig schläft, war es für uns einfacher, den Monitor in der Anfangszeit permanent anzuhaben. Das Gerät hat uns überallhin begleitet, im Auto, beim Spazieren gehen, beim Kuscheln, immer war mein Kind verkabelt. 
Natürlich fällt so ein verkabeltes Baby auf – ich musste die Geschichte also immer und immer wieder erzählen. Das machte es für mich nicht leichter, sondern eher schwerer. Denn es warf mich immer und immer wieder zurück in das Geschehene. Manchmal versuchte ich einen flapsigen Spruch zu machen und sagte: „W-Lan-Babys gab es gerade keine, da haben wir eins mit Kabel genommen.“
Das Ganze ist nun über ein Jahr her, den Monitor benutzen wir nur noch nachts, in ein paar Tagen müssen wir ihn abgeben und mir graut es davor. Es gab in der gesamten Zeit keinen weiteren Zwischenfall. Mittagsschlaf macht der Kleine inzwischen in der Krippe, ohne Monitor und ohne dass ich ab und zu nach ihm schauen kann. Ich muss zugeben, dass ich jeden Tag um die Mittagszeit nervös werde und mir schon oft ausgemalt habe, in die Krippe zu kommen und von den Erzieherinnen zu hören „Tut uns leid, er ist nicht mehr aufgewacht“.
Und noch immer träume ich nachts von diesem Moment, als ich diesen kleinen leblosen Menschen auf meinen Händen hatte und seine Arme und Beine wie aus Wachs an ihm herunter hingen – dann wache ich panisch auf.
Noch immer denke ich jeden Abend beim ins Bett bringen daran, dass die Worte, die ich jetzt sage, die letzten sein könnten, die er jemals hört. Jeden Abend erzähle ich ihm, was wir am nächsten Tag vorhaben, damit es nicht wie ein Abschied klingt. Jeden Abend flüstere ich ihm zu, wenn er eingeschlafen ist und ich das Zimmer verlasse „Bitte bleib bei uns!“.
Wir hatten uns eigentlich immer drei Kinder gewünscht, aber nach diesem Vorfall war unsere Familienplanung mit einem Schlag beendet. Ich kann einfach keinem Baby mehr beim Schlafen zusehen. Ich verfalle in Panik, wenn ich ein schlafendes Baby ohne Monitor irgendwo sehe und ich würde das bei einem weiteren eigenen Kind nicht aushalten.
Diese Selbstverständlichkeit, dass die Kinder am nächsten Tag wieder aufwachen werden, die ist weg. Seit dieser Nacht habe ich das Vertrauen ins Leben schlicht verloren. Auch wenn bei uns nochmal alles gut gegangen ist."
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Da wir wissen, dass das Thema Plötzlicher Kindstod für viele frischgebackenen Eltern sehr aufwühlend ist, möchten wir Euch sagen: Die Fälle von Plötzlichem Kindstod sind in den letzten Jahren stetig zurück gegangen. Hier gibt es viele gute Infos, wie man die Risikofaktoren minimieren kann und wo Eltern Hilfe finden können: 
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/sids/
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/vorbeugung-kindstod/
https://www.geps.de/
Foto: Pixabay
               
Gastbeitrag: Wie wir unseren Sohn knapp vor dem Plötzlichen Kindstod bewahrten | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbetrag-von-tuelay-und-ploetzlich-durfte-ich-ein-leben-retten
        Ihr Lieben, vor ein paar Wochen habe ich mich bei der DKMS regisierten lassen. Das hatte ich schon ganz lange vor, denn wenn ich die Spendenaufrufe für todkranke Menschen sehe, zieht sich mein Herz zusammen. Was wenn mein Blut ein Leben retten könnte und ich es nur nicht weiß, weil ich bisher zu bequem war, um mich registieren zu lassen. Dabei ist dieser Vorgang so einfach, dauert nur ein paar Minuten. Wie das funktioniert, könnt ihr HIER nachlesen. Auch unsere Leserin Tülay hat sich registrieren lassen und so einem Menschen das Leben gerettet. Hier kommt ihre Geschichte: 
"Ich glaube, es war das Jahr 2011 als mein Mann und ich uns bei der DKMS typisieren ließen. Ich hatte vorher gehört, dass man hatte einen passenden Spender für ein junges Mädchen gesucht und wir haben uns gedacht: 'Mensch, vielleicht ist einer von uns ja der passende Spender?'
Die Typisierung war es eher unspektakulär: Formulare ausfüllen, Blut Abnahme, fertig. Monate später haben wir erfahren, dass kein passender Spender für das junge Mädchen gefunden wurde und Sie den Kampf gegen den Blutkrebs verloren hatte. Das hat mich damals sehr getroffen.
Wir bekamen kurz darauf unsere DKMS Spender Ausweise zugeschickt und lange Zeit hörten wir nichts – bis Ende 2014 ein Brief im Briefkasten lag. Ich wäre in der engeren Auswahl für einen Patienten und ob ich denn nochmal Blut abgeben könnte, um weitere Kontrollen durchzuführen. Das tat ich natürlich sehr gerne. 
Im Februar 2015 bekam ich einen Anruf von der DKMS und mir wurde mitgeteilt, daß ich zu 100% mit einem Patienten übereinstimme und ob ich noch bereit wäre zu spenden…
Ich habe nicht eine Sekunde nachgedacht und sofort JA gesagt. Denn ich wusste, dass es einen Menschen gibt, der totkrank ist und der meine Hilfe braucht. Wie kann man denn „Nein“ sagen?
Diese schreckliche Krankheit Blutkrebs kommt in den unterschiedlichsten Arten vor und kann jeden Menschen in jedem Alter treffen. Man kann nicht sagen: ' OK, ich bin jetzt über 20 Jahre alt und werde keinen Krebs mehr bekommen!' oder „'Mein Kind ist jetzt über 10 Jahre alt und wird keinen Krebs bekommen!'  So tickt diese heimtückische Krankheit leider nicht.
Ich stellte mir zudem vor, dass jemand, den ich liebe Blutkrebs bekommen würde – würde ich dann nicht auch sehnslichst auf einen Spender hoffen? 
Am 22.05.2015 war es dann soweit. Das Krankenhaus des Patienten hatte sich für die Therapie „Stammzellen über das Blut“ entschieden und so musste ich nicht am Knochenmark operiert werden. Ich durfte in der Nord Klinik in Nürnberg spenden. Die Ärzte und die Krankenschwestern in der onkologischen Transplantationsabteilung waren sehr freundlich und die ganzen 5 Stunden bei mir. Ich habe in diesen Stunden viel über diese Krankheit, die Therapien und „die Zeit danach“ erfahren. Ich konnte das alles in diesem Augenblick noch nicht so richtig begreifen.
Doch nach fast 2 Stunden sah ich in dem Beutel über mir eine gelbe Flüssigkeit. Ich fragte den Arzt, was das denn ist und er sagte: 'Das ist das LEBEN!' Es traf mich wie ein Schlag und plötzlich fing ich an zu weinen. DAS waren meine gesunden Stammzellen! DAS würde „mein Patient“ bekommen und DAS bisschen Flüssigkeit würde vielleicht sein Leben retten…
Ich war überwältigt von der Arbeit der Ärzte, von den Maschinen, die mein Blut zogen und die Stammzellen filterten.  Am Ende der 5 Stunden kam heraus, daß ich am nächsten Tag nochmal spenden muss, da die Stammzellen nicht die gewünschte Anzahl erreicht hatten.
Der nächste Tag war genauso erfolgreich und noch im Krankenhaus rief ich die DKMS an.  'Vielen Dank für Ihre Spende. Ihre Stammzellen sind auf den Weg nach Dänemark zu einem 58 jährigen Mann!'
Ich weinte und weinte. Vielleicht vor Erleichterung oder aber auch vor dem Erkenntnis, dass ich meinen Vater mit 58 Jahren bei einem Verkehrsunfall verloren hatte. 58 Jahre! So jung. Vielleicht war er auch Vater und vielleicht hatte er auch Enkelkinder. Vielleicht könnte wenigstens ER seine Kinder aufwachsen sehen. Wie Sie den Führerschein machen, auf der Universität studieren, den Abschluss bekommen, sich verlieben, heiraten und Kinder bekommen. Mein Vater durfte das alles nicht sehen, er wurde aus dem Leben gerissen! Aber vielleicht darf mein genetischer Zwilling das alles nun erleben?
Ende 2015 bekam ich plötzlich einen Anruf von der DKMS. „Meinem Patienten“ ginge es ausgezeichnet, er wurde entlassen und wäre aktuell GEHEILT.  Ich begriff es zuerst nicht, denn es dröhnte in meinen Ohren. Ich war so aufgeregt… Dann hörte ich es deutlicher „Sie haben ein Menschenleben gerettet. Sie können stolz auf sich sein.“
Das bin ich auch, heute und auch in der Zukunft.
Ich habe oft versucht, meinem genetischen Zwilling einen Brief zu schreiben. Aber was soll ich Ihm sagen? Was kann ich einem praktisch fremden Menschen, der MEIN Immunsystem trägt, sagen? Ich weiß es nicht…
Aber ich bin stolz. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, man kann es wirklich nicht in Worte fassen. Ich habe einen Teil von mir gespendet, aber ich bin immer noch vollkommen! Mir fehlt keine Niere oder Lungenflügel. Ich habe gesunde Stammzellen gespendet, ein gesundes Immunsystem. Diese Stammzellen haben sich in mir schon längst wieder regeneriert. Ich habe also NICHTS an und in meinem Körper verloren und doch so viel dazugewonnen!
Es ist einfach ein Geschenk, ein Leben retten zu dürfeb. Ich bitte jeden von Euch darüber nachzudenken Stammzellen-Spender zu werden. Es ist so einfach LEBEN zu retten und dieses unbeschreibliche Gefühl lässt Euch die Welt mit anderen Augen sehen.. Es wird Euer Leben verändern…"
               
Gastbetrag von Tülay: Und plötzlich durfte ich ein Leben retten | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, eine Geburt in Anwesenheit der großen Geschwister – das klingt so schön und so harmonisch, aber wie ist es in Wahrheit? Ich hätte mich ja zum Beispiel gesorgt, dass sie mich vielleicht aus der Konzentration bringen, aber unsere Leserin Katharina hat es gewagt… hier erzählt sie ihre berührende Geschichte einer ganz besonderen Geburt.



„Wir haben drei Kinder (8 Jahre, 4,5 Jahre und 8 Monate) und ich kann sagen, dass es drei schöne Geburten waren, aber die letzte war definitiv die schönste: Zuhause und alle waren dabei. Daran würde ich euch gerne teilhaben lassen…



Entbindung: Das dritte Kind sollte eine Hausgeburt werden



Schon vor der dritten Schwangerschaft war mir klar, dass das nächste Kind zuhause zur Welt kommen soll, wenn nichts dagegen spricht und so haben wir uns schon ganz zu Beginn nach einer Hebamme umgeschaut, die uns dabei begleiten soll. Mein Mann war dadurch, dass es für mich so klar war, auch schnell bei mir was eine Hausgeburt betrifft. Wir wohnten zu dem Zeitpunkt erst 1,5 Jahre in einem wunderschönen kleinen Dorf mit so wunderbaren Freunden um uns herum, dass es gar nicht schlimm war, dass keine Familie vor Ort ist, die uns bezüglich Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett unterstützen konnte.



So klar es auch für uns alle war, dieses Kind zuhause zu bekommen, war doch lange nicht so richtig geklärt, was denn mit den beiden Großen ist, wenn es losgeht. Wir haben dann hin und her überlegt und unsere Freunde und Nachbarn mit in die „Planung“ einbezogen, aber so richtig frei machen konnte ich mich nicht. Erst nach einem tollen Gespräch mit unserer Hebamme platzte der Knoten und unser Motto war: Alles kann und nichts muss!



Aufklärung der Geschwister: Das passiert bei einer Geburt



Wir haben dann immer wieder mit den Mädchen über die bevorstehende Geburt gesprochen – was da halt passiert und dass sie dabei sein dürfen, wenn sie möchten, aber auch runter zu den Nachbarn können, wenn sie sich nicht wohl fühlen oder es langweilig wird. Das Buch „Runas Geburt“ hat uns und die Kinder sehr angesprochen – können wir nur empfehlen, aber auch die „Was ist was Bücher“ zum Thema Baby waren spannend … Ganz klar war für die beiden aber, dass sie auf jeden Fall als Erste gucken wollen, ob sie einen Bruder oder eine Schwester bekommen, sodass unsere Große mit ihrer Lehrerin schon alles für den Ernstfall geklärt hatte, dass sie – wenn es losgeht – nicht in die Schule kommen kann oder von den Nachbarn abgeholt wird. 😉



Jetzt aber zur Geburt selbst… Was es nicht gab, war ein ewiges Warten und Hoffen, dass es denn nun endlich losgeht, denn unser Baby machte sich eine Woche vor Termin auf den Weg zu uns. Am Abend war noch nicht das kleinste Anzeichen zu spüren. Wir waren alle noch überhaupt nicht auf Geburt eingestellt. Mein Mann war abends bei Freunden im Dorf und ich hatte Besuch von einer lieben Freundin, mit der ich noch bis halb zwölf Tee trank und quatschte. Als ich dann nachts gegen 2 Uhr zur Toilette musste, platze mir die Fruchtblase, was für mich eine neue Erfahrung war, da die anderen beiden Geburten mit Wehen anfingen.



Die Geburt beginnt: Alle bereit für´s Baby



Ich rief meine Hebamme an, um mich zu versichern, dass rosafarbenes Fruchtwasser normal ist und schickte sie nochmal ins Bett mit den Worten: „Wir melden uns, wenn wir dich brauchen!“ Wir waren beide ziemlich müde und ich schickte auch meinen Mann ins Bett zu den Mädchen, da die Kleinere eh etwas unruhig schlief. So konnte ich ganz in Ruhe in mich reinhören und -fühlen.



Ich duschte und legte mich dann in die Badewanne, doch so richtig fand ich keine bequeme Lage, sodass ich mich wieder anzog und bei Kerzenschein durch die Wohnung schlich. So langsam spürte ich Wehen und als sie spürbar stärker und regelmäßig wurden, weckte ich meinen Mann und er rief unsere Hebamme an, damit sie sich auf den Weg machen konnte. Bis dahin saß ich auf einem Gymnastikball und konnte die Wehen gut in mich hinein atmen. Unsere Hebamme kam mit ihrer Schülerin, die wir vorher auch schon kennengelernt hatten und unglaublich nett war, so gegen 5 Uhr. Sie fragte, ob sie mit unserer Kamera während der Geburt Fotos machen darf, was wir toll fanden – eine wunderschöne Erinnerung von verwackelten Glücksmomenten.



Eine Wassergeburt zu Hause – ohne Komplikationen



Noch schliefen die Mädchen. Ich hatte mich zwar auf eine Geburt im Schlafzimmer eingestellt, aber es zog mich dann doch nochmal in die Badewanne (auch die ersten beiden, kamen in der Wanne zur Welt, aber die war riesig im Vergleich zu unserer zuhause) und ich fand dann doch mit Hilfe unserer Hebamme ein gute Position und konnte mich mit meinem Mann neben mir, wieder auf die Wehen einlassen und mit jeder weiteren schon etwas mitschieben. Zehn Minuten vor 6 Uhr ging dann die Badezimmertür auf und unsere Große tapste hinein und zur Toilette. Sie war beim Pinkeln nicht zu überhören in dieser ruhigen Stimmung und wir mussten alle lachen.



Ihr Papa erkläre ihr dann, dass das Baby bald kommt und sie ruhig nochmal ins Bett gehen kann, wenn sie möchte, was sie dann auch tat. Keine Minute später linste dann die Kleine rein: „Ich wollte mal gucken, was ihr hier macht! Kommt das Baby jetzt?“ Wir dachten alle, es dauert noch eine Weile und deshalb brachte mein Mann auch sie nochmal ins Kinderzimmer, drehte die Heizung an und brachte ein paar Bücher ins Bett mit den Worten, dass sie erstmal wach werden sollen, jederzeit kommen können und Bescheid sagen sollen, wenn sie runter zu den Nachbarn wollen. Es dauerte aber keine zehn Minuten mehr, da war ihr Geschwisterchen geboren.



Nach kurzem Staunen und ein paar Freudentränen über dieses weitere Wunder, holte mein Mann dann gleich die Mädchen, schließlich wollten sie nachschauen, was es ist. Und diesen Moment werde ich nicht vergessen – diese leuchtenden und aufgeregten Augen der Mädchen, als sie ins Badezimmer kamen und ihr Geschwisterchen das erste Mal sahen.



Man sah ihnen richtig an, wie überwältigt sie waren. So saßen, hockten, lagen wir alle eine ganze Weile zusammen, bis ihnen einfiel, dass sie ja noch gar nicht wissen, ob es ein Junge oder Mädchen ist. Unsere Große guckte nach und sagte leise: „Ich glaub, es ist ein Mädchen!“ Ich schaute auch nochmal nach und konnte es nur bestätigen – wir hatten also nun drei ganz tolle Mädels. Noch ein paar Minuten später kündigte sich mit einer leichten Wehe die Plazenta an und unsere Hebamme sagte ganz geheimnisvoll: „Eure Mama kann zaubern, sie kann machen, dass das Wasser rot wird!“ Und so war es dann auch – die Kleine staunte, was ihre Mama so kann und die Große wollte natürlich wissen, ob das Blut ist (ja!) und ob das weh tut (nein!).



Mein Mann und unsere Hebamme halfen mir aus der Wanne und ins Bett nebenan, wo wir dann alle zu fünft erstmal ganz lange kuschelten. Das Babymädchen trank zwischendurch und die großen Schwestern hatten einige Fragen und wollten dann natürlich auch mal halten und küssen, später dann mit untersuchen und anziehen. Und auch diese Momente bleiben so sehr in Erinnerung und würden mich glatt nochmal zum Schwangerwerden und Gebären verleiten, aber wir sind jetzt komplett. 😉



Hallo, Baby! Kuscheln zu fünft im Bett: Ganz ohne Klinikstress



Es folgten dann noch die Anrufe bei den Omas und Opas, Onkel, Tanten, bester Freundin, die alle die Mädchen machten. Gegen 9 Uhr gingen sie dann runter zu unseren Nachbarn, die ein bisschen Oma und Opa-Ersatz sind und sich schon auf ihren eventuellen Einsatz freuten, dann aber völlig baff waren, als die Mädels verkündeten, dass ihre Schwester schon geboren ist und sie jetzt erstmal bei ihnen frühstücken wollen!



Ich fänd es so schön, wenn ich mit unserer Geschichte einige werdende Eltern zu einer Hausgeburt auch mit Geschwisterkindern ermutigen kann – mir ist schon klar, dass es nicht immer so rund läuft und wir sicher auch Glück hatten, was z.B. die Tageszeit oder die Länge der Geburt betrifft… Aber dieses Auf-alles-einlassen, wie es kommt und nichts erwarten, hat uns eine unglaubliche Ruhe gegeben, was unsere Großen auch schon vor der Geburt gemerkt haben.



Hausgeburt: Vom großem Vertrauen und Loslassen



Ich hatte die ganze Zeit während der Geburt absolutes Vertrauen in mich, unsere Hebamme und meinen Mann und die Kinder und ich hab mich so wohlgefühlt in unseren eigenen vier Wänden. Es war die Einzige der drei Geburten, bei der ich die Wehen als nicht schmerzhaft empfunden hab. Selbstbestimmt von vorne bis hinten. Von daher bin ich super froh, dass wir uns dafür entschieden haben und die großen Mädchen erzählen immer wieder gerne von der Geburt ihrer kleinen Schwester.



Und abschließend noch: Wir haben die Mädchen etwas später gefragt, was sie denn in den zehn Minuten gemacht haben, als Papa sie nochmal ins Bett gebracht hat… Ihre Antwort: „Na, wir haben natürlich gelauscht!““
               
Hausgeburt mit Geschwistern: Eine einmalige Entbindung
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gehirntumor-steffis-tochter-neele-ist-todkrank
       
DIPG. Diffuses intrinsisches Ponsgliom. Inoperabel.



Diese Diagnose hat Neele, die kleine Tochter von Steffi Ewald gestern bekommen. „Tut uns leid, da ist etwas, was da nicht hingehört“, sagten die Ärzte gestern zu Steffi. Ein Tumor, der gleiche wie bei Neeles Bruder Jonas. Im Stammhirn, unheilbar. Die Ärzte glauben, dass Neele nur noch wenige Wochen lebt. Neele leidet, genau wie Jonas, an einem seltenen Gendefekt, der Krebserkrankungen begünstigt.



Am Donnerstag hatte Neele noch ihr Freischwimmen-Abzeichen gemacht, heute kann sie schon nicht mehr sprechen, ist halbseitig gelähmt.



„Ich halte es nicht aus. Ich schaffe das nicht nochmal“, schreibt Steffi uns gestern. Wir alle können es nicht fassen.



Vor sieben Tagen haben wir hier noch berichtet, dass der Horror endlich mal eine Pause zu machen scheint. Steffi war nach 16 Chemotherapie-Blöcken endlich krebsfrei, war zuversichtlich, dass der Familie nun endlich ruhigere Zeiten bevor stehen.



Steffi hat im Dezember 2019 ihren Sohn Jonas verloren, wenige Wochen später ihren Mann Basti. Ab März kämpfte sie selbst gegen den Brustkrebs. Und nun Neele.



Es gibt keine Worte. Es ist nicht zu begreifen. Wir sind unglaublich traurig.



Wer Steffi wenigstens die finanzielle Last nehmen will, kann das hier tun:



Stefanie und Sebastian Ewald, IBAN: DE36 2307 0700 0333 7086 02, Bank: DB PFK (Deutsche Bank PGK)



Zusätzlich haben Freunde auch ein Fundraising ins Leben gerufen:  https://www.gofundme.com/f/familieewald



Falls es hier noch andere DIPG-Betroffene gibt: Bitte schreibt uns Eure Erfahrungen mit Therapien in die Kommentare. Steffi liest hier mit und ist dankbar für den Austausch.
               
Gehirntumor: Steffis Tochter Neele ist todkrank | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/geschwisterstreit-geschwisternaehe
        Sie streiten.
Sie streiten morgens nach dem Aufwachen.
Sie streiten beim Anziehen, sie streiten beim Frühstück, sie keifen, schreien, beleidigen sich. Sie streiten auf dem Weg zur und von der Schule.
Sie streiten beim Mittagessen und danach. Sie streiten bei den Hausaufgaben. Sie streiten beim Spielen im Garten, sie knallen Türen, sie wüten und schluchzen.
Sie streiten im Auto auf dem Weg zum Sportverein. Dort streiten sie nicht, da sind sie ein Team und halten zusammen. Auf dem Heimweg, da streiten sie wieder.
Sie werfen sich Schimpfwörter zu, sie zoffen sich um Stifte, Beinchen stellen und Wissen. „Das Herz eines Blauwals ist so groß wie ein Auto.“ „Nein, so groß wie ein Bus.“ Handgreiflichkeiten.
Treten, Beißen, Hauen. Trösten.
Sie streiten sich beim Abendessen, beim Treppensteigen und beim Zähneputzen. Dann streiten sie sich um den Platz neben mir im Familienbett.
Dann streiten sie nicht mehr. Dann schlafen sie. Dann schleich´ ich mich weg.
Wenn ich wieder komme, schlafen sie Arm in Arm, Bein über Bein. Ganz nah, der eine beim anderen.
Und ich lege mich dazu und atme durch.
Diese Ruhe.
Diese Nähe.
Frieden. 
 
Katharina hat sich auf diesen Beitrag hin auch einmal die Geschwisterbeziehung ihrer Kinder angeschaut.
               
Geschwisterstreit, Geschwisternähe | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/geschwisterstreit-teil-2-wie-das-bei-uns-ist
        Hach Lisa, ich danke Dir für Deinen gestrigen Text. Über das ein der andere haben wir ja schon am Telefon gesprochen, Geschwisterstreit ist eins der Themen, über die wir uns oft ausstauschen. Denn: Ich bin eine Leidensgenossin. Auch meine Kinder streiten viel. 
Ich bin die, auf die Dein Satz "Wenn ich den Erzählungen meiner Freundinnen lausche, höre ich denn auch raus, dass es auch Mädchen und Jungen gibt, die sich viel streiten. Selbst wenn sie nicht gleich alt sind. Es ist also vermutlich Glück oder Pech, ob sich Geschwister verstehen, egal, ob sie zwei Minuten, zwei Jahre oder ein ganzes Jahrzehnt auseinander sind." zutrifft. Meine beiden Großen sind drei Jahre auseinander und zoffen sich was das Zeug hält. 
Auch ich kann gar nicht genau sagen, wann das anfing. Definitiv nicht, als mein Sohn geboren wurde. Meine Große war stolz und ganz lieb zu dem Baby. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie sich enttrohnt fühlte. Und auch als er ein Krabbelkind war und regelmäßig ihre Legotürme umwarf, nahm sie es gelassen. 
Der Streit, der kam später. Wir hatten Phasen, da begann der Zoff wenige Minuten nach dem Auftstehen. Es war ein ständiger Wettkampf. Wer ist zuerst in der Küche, er hat mehr Müsli, wer hat den schöneren Löffel. Sogar im Urlaub am kilometerlangen Sandstrand stritten sie sich, weil beide an genau der gleichen Stelle buddeln wollten und niemand bereit war, zur Seite zu rücken. 
Und wie wir Eltern nun mal so sind, war ich zunächst davon überzeugt, dass wir an dem Zoff schuld sind. Also achtete ich darauf, immer ganz gerecht zu sein. Ich verbrachte wieder mehr Einzelzeit mit jedem, machte klare Ansagen, wer was wann darf, damit alle sich darauf einstellen können und merken, dass jeder an die Reihe kommt. 
Aber ich habe auch manchmal die Nerven verloren, wurde laut, habe beide vom Essenstisch weggeschickt, weil selbst bei den Mahlzeiten nur gestritten wurde. Dauer-Streit macht mürbe. 
Ich habe viel mit meinen Kindern darüber gesprochen, warum sie sich streiten – sie konnten keinen Grund nennen, außer: Der/Die Andere ist blöd. Meine Nachfrage, ob sie sich benachteiligt fühlten oder ob ich etwas tun kann, damit sie nicht mehr so viel streiten, kommentierten beide mit ungläubigem Blick und einem NEIN. 
Auch bei uns gibt es immer wieder Phasen, in denen es gut läuft, in denen sie wirklich mal schön miteinander spielen. Und als meine Tochter während den Herbstferien fünf Tage bei Oma und Opa war, gab es echt, tiefe Wiedersehensfreude und "Ich hab Dich soooooo vermisst." 
Wenn ich an meine Kindheit mit vier Geschwistern zurück denke, erinnere ich mich auch an Streit. Ich war vorallem genervt, dass ich meine kleine Schwester oft mitnehmen sollte. Und auch mit meinen Brüdern gab es Zoff – wobei ich glaube, dass es bei uns alles noch im Rahmen war. 
Ich glaube auch nicht, dass meine beiden Großen sich hassen – aber sie empfinden sich als Rivalen. Bisher teilten sie sich auch ein Zimmer und ich habe die große Hoffnung, dass sich die Lage entspannt, wenn beide bald ihr eigenes Reich haben. 
Mich machte dieser Dauer-Streit richtig taurig, oft dachte ich, wir hätten alles falsch gemacht. Wenn ich dann mal Einzelzeit mit einem Kind hatte, stellte ich schnell fest: Dem ist nicht so. Wir haben tolle Kinder, richtig tolle. Die sind lustig und fröhlich und klug und empatisch. Nur im Duo klappt es eben nicht immer gut. 
Gerade sind wir in einer Phase, in der es gut läuft. Ich kann keinen Grund erkennen, warum das so ist. Nichts ist anders als noch vor ein paar Wochen. 
Heute sind meine vier Geschwister ganz ganz ganz wichtige, wertvolle Personen in meinem Leben, die ich schätze und sehr liebe. Ich glaube fest daran, dass meine Kinder irgendwann auch erkennen, wie toll es ist, einander zu haben. Vielleicht brauchen sie einfach nur noch etwas Zeit.
Bis dahin versuche ich ruhig zu bleiben, "Geschwisterplüsch"-Bilder von anderen nicht als Vorbild zu nehmen und mich über die Zeit zu freuen, in denen sich meine beiden Großen verstehen. Und wenn es wieder mal kracht, schnappe ich mir eben das Telefon und rufe Dich an. 
–PS: Dass meine beiden so friedlich wie da oben im Foto basteln, war lange Zeit fast undenkbar. Umso mehr freue ich mich gerade darüber…
 
 
               
Geschwisterstreit Teil 2 - wie das bei uns ist | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/geschwisterstreit-wie-der-staendige-zoff-annika-muerbe-und-traurig-macht
       
Mein Name ist Annika und ich habe vier Kinder im Alter von 8, 4, 2 Jahren und 10 Monaten. Ich habe mir früher oft vorgestellt, dass meine Kinder alle friedlich miteinander spielen – aber leider ist bie uns Geschwister-Zoff an der Tagesordnung. Am meisten streiten sich die 4-Jährige und die 2-Jährige. Das fängt schon morgens an. Ein schiefer Blick und schon gehts los. 
Meine 8-Jährige ist ein ziemlicher Harmonie-Mensch, sie hält sich meistens raus. Die 4-Jährige dagegen ist ein anderes Kaliber, sie geht gerne auf Konfrontation. Kommt dann noch die trotzige 2-Jährige dazu, knallt es. Gestritten wird um alles: Wer putzt besser Zähne? Wer war erster am Auto? Wer hat die besseren Spielsachen? Die beiden Mädels teilen sich ein Zimmer, das heißt, die Streitereien hörten selbst abends nicht auf. Sie stritten sich um Bettdecken und Kissen, ob das Gute-Nacht-Licht aus oder an bleibt, und ob die eine der anderen im Dunkeln die Zunge rausstreckt. Es war zum Verrückt-werden, daher habe ich vor Kurzem einen Cut gemacht – die 2-Jährige schläft nun vorerst wieder bei uns im Bett. 
An einem typischen Tag geht das Gezanke von morgens bis abends. Am Nachmittag besonders intensiv, weil die Kids von der Kita müde sind und deshalb schneller genervt sind. Ich achte daher sehr auf strukturierte Tage und darauf, dass die Nachmittage relativ ruhig sind. Ich muss aber ehrlich zugeben, dass es mir vor Wochenenden und Ferien oft richtig graut, weil die Kinder da eben nicht stundenlang durch die Kita getrennt sind. Ich muss mir also am Wochenende und den Ferien ständig was Neues einfallen lassen, damit die Streithähne nicht pausenlos aufeinander losgehen. 
Es macht mich so unglaublich mürbe, dass ich immer wieder sagen muss: "Hör auf, Deine Schwester zu ärgern." Oder "Bitte nicht ständig stänkern." Dazu immer dieses Heul-Schreien – es macht mich einfach wahnsinnig. Wenn ich so eine Ansage mache, ist es ein paar Minuten ruhig, dann geht es wieder los. Mittlerweile versuche ich, mich nicht mehr so viel in das Gezanke einzumischen, sondern nur noch einzuschreiten, wenn es in einer Richtung geht, die ich nicht akzeptieren kann – also wenn gehauen oder geschubst wird. 
Ich selbst habe nur eine Schwester, mit der ich fünf Jahre keinen Kontakt hatte, weil es ein blödes Missverständinis gab. Seit Anfang 2019 ist aber alles wieder ok, unser Verhältnis ist sogar inniger und enger als je zuvor. Deshalb sage ich zu meinen Kindern auch immer: "Es ist normal, dass man sich in einer Familie mal streitet. Aber es ist wichtig, dass man sich wieder veträgt." 
Ich hätte nie gedacht, dass das Thema Geschwisterstreit bei uns mal so dominierend sein würde. Daher würde ich mich freuen, wenn hier andere Mamas erzählen, wie es bei ihnen zu Hause ist und ab wann sie in das Gezanke eingreifen. 
               
Geschwisterstreit: Wie der ständige Zoff Annika mürbe und traurig macht | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gesund-und-lecker-in-den-tag-gewinnt-unseren-lieblings-porridge-von-3bears
       
Wir sind eine absolute Frühstücksfamilie. Soll heißen: Wir wachen auf und haben Hunger. Das Frühstück ist unser gemeinsamer Start in den Tag – und eigentlich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Denn ich merke immer wieder, dass ich ein gutes Frühstück brauche, um leistungs-und nervenstark in den Tag zu starten. 



Seit Jahren besteht unser Frühstück aus Müsli oder Porridge, ganz einfach, weil es drei große Vorteile hat: 1. Es ist schnell zubereitet, 2. es ist gesund und abwechslungsreich (je nachdem welches Obst, Nüsse man dazu tut) und 3. es ist leicht verdaulich, man fühlt sich also nicht „übervoll“ nach dem Frühstück. 







Gerade in der kälteren Jahreszeit lieben wir alle warmen Porridge, er wärmt den Magen, macht einfach ein gutes Gefühl. Unsere absolute Lieblingsmarke ist dabei 3Bears. Sie überzeugen uns, weil de Zutaten zu 100 Prozent Bio sind und aus regionalem Anbau stammen. Die fünf Geschmacksrichtungen enthalten keinerlei (Zucker-)Zusätze und durch die Vollkornhaferflocken sättigt der Porridge dauerhaft. 



Nun gibt es Nachwuchs in der 3Bears-Familie. Seit dieser Woche gibt es nämlich zwei Porridge-Sorten extra für Kinder: WILD KIDS in den Geschmacksrichtungen Fruchtfeierei und Kakaobanane. Die Breie sind extra cremig und einfach mega lecker: Beide Sorten geben mit Bio Hafer-, Dinkel- und Gerstenflocken jede Menge Energie für den Tag. 







Toll finden wir auch, dass hinter 3Bears eine sympathische Familie steht, die großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legt. Wir haben mit der Gründerin von 3Bears Caro gesprochen:



Liebe Caro, wie sieht ein perfektes Frühstück für dich aus?



An Werktagen natürlich mit Porridge, ich brauche morgens etwas Warmes. Unser Porridge ist in ein paar Minuten fertig, dann noch saisonale Früchte, Nüsse oder Saaten drauf – mehr Abwechslung geht kaum.Mein perfektes Frühstück findet zu Hause am Esstisch statt. Ich versuche, so viel entspannte Zeit wie möglich morgens zu haben, bevor dann der strikt durchgetaktete Arbeits- und Familientag startet.



Mein perfektes Wochenend-Frühstück sind Pancakes aus unserem „Kernigen Klassiker“, so lecker und so lange sättigend … hmmm …



Warum ist Porridge gerade für Kinder ein ideales Frühstück?



Porridge macht sehr lange satt, es gibt sehr viel Energie. Aber er sorgt für gleichmäßige Energie über einen langen Zeitraum und nicht für ein krasses  Energy High, wie wenn Kids Zucker essen. Die komplexen Kohlenhydrate sind das Zauberwort, die geben Kraft für Kita, Kindergarten und Schule. Und dann ist da noch was: Man kann Porridge jeden Tag neu variieren, mal mit Kakao Nips, mal mit Früchten, man kann Kids somit auch ganz unbewusst an viele Lebensmittel gewöhnen.



Es gibt ja viele Porridge Marken auf dem Markt – was ist an 3Bears so besonders? 



Wir sind komplett „Made in Germany“ und ohne Zucker oder sonstige Zusatzstoffe, dafür mit einem sehr hohen Fruchtanteil. Unsere Haferflocken kommen aus einer Traditionsmühle im Schwarzwald. Wir machen keinerlei Kompromisse bei der Qualität. Vor 3Bears gab es keinerlei Porridge-Mischungen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, wir haben diese Erweiterung bei den Cerealien erst hierzulande eingeführt. Das macht uns natürlich besonders und zeigt uns, dass wir eine Lücke geschlossen haben.



Wen würdest du gerne mal zum Frühstück einladen? 



Barack Obama, weil er für mich einer der inspirierendsten Persönlichkeiten unserer Zeit ist. Ich bin beeindruckt von seinem Mut, seinen Entscheidungen, auch seinem Humor, seiner Liebe zu Nachhaltigkeit und zu unserem Planeten.  



Du bist Unternehmerin und Mama – was waren für dich die härtesten Momente im letzten Jahr?



Der härteste berufliche Moment war, als ich zum ersten Mal im leeren Büro stand und mich so hilflos fühlte, weil ich nicht wusste, wie es weiter geht. Da musste ich echt tief durchatmen, mich neu fokussieren. Mein kleiner Sohn hat mir sehr geholfen positiv zu bleiben. Die langen Spaziergänge mit ihm haben mit den Kopf frei gemacht.



Als Familie war es sehr hart, dass wir nicht zu Tims Eltern nach Großbritannien reisen konnten. Dass unser Sohn seine Großeltern, Cousinen und Cousins so lange nicht sehen konnte, war traurig. Aber wir sind glücklich, dass wir alle gesund sind und hoffen, dass wir uns bald alle wieder sehen können.



Und weil wir alle Produkte von 3Bears lieben und Euch von Herzen empfehlen können, freuen wir uns, dass wir zwei große Probierpakete mit all den leckeren Sorten für Eltern und Kids verlosen dürfen. Schreibt uns dazu in die Kommentare, mit wem Ihr mal gerne frühstücken würdet -das Los entscheidet dann. Viel Glück!




               
Gesund und lecker in den Tag: Gewinnt unseren Lieblings-Porridge von 3Bears
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gewinnspiel-holt-euch-die-kroetigen-kino-olchis-fuer-eine-party-nach-hause
       
Ihr Lieben, wie schade ist eigentlich, dass wir schon SO LANGE nicht mehr ins Kino können? Wir sind eine totale Kino-Familie und vermissen das schon arg. Aber! Wir wären ja nicht wir, wenn wir nicht irgendwie auf die Situation reagieren würden – wie sie ist. Also lasst uns das Kino doch einfach nach Hause holen, wenn es anders eben gerade nicht geht! Und zwar mit den Olchis!!!



Die passen nämlich nicht nur ganz hervorragend in die aktuelle Krise – weil sie entspannt, gutmütig und komisch sind und einigen von uns damit echt Einiges voraushaben, hihi… Nein, sagen wir, weil sie uns mit ihrer guten Laune und ihrer erfrischend frechen Art aus der Trägheit und Lethargie holen können.







Deswegen haben wir für euch nicht nur den Olchi-Erfinder Erhard Dietl interviewt, sondern dürfen euch am Ende auch noch ein riesiges Paket für eine fette Olchi-Party bei euch zu Hause verlosen!



„Gute Laune und Spaß für die ganze Familie: Entdecke die krötigen Film-Olchis im supercoolen Look!“



Warum das Ganze?! Natürlich, um Euch eine Freude zu machen! Wer, wenn nicht ihr habt es verdient?! Aber eben auch, weil die Olchis am 22. JULI in die Kinos kommen! Die Kino-Olchis sind ein bisschen grüner als sonst, ein bisschen frischer, ein wenig moderner, überzeugt euch gern selbst, hier kommt der wirklich witzige Trailer zum neuen Film:




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Die Produkte zum neuen Film sind übrigens bereits im Handel erhältlich! Es gibt so richtig viele, hier erstmal nur eine Auswahl: So könnt ihr hier z.B. bereits einen Blick in das Buch zum Film werfen oder es gleich bestellen. Es gibt außerdem ein Olchi Hörbuch, ein Witzebuch, ein Olchi-ABC, einen Familienkalender und vier verschiedene Olchi-Leporellos – das krötige Rätsel-Leporello, das schleimige Rätsel-Leporello, das muffelnde Experimente-Leporello und das grätige Rekorde-Leporello.







Drei Fragen an Erhard Dietl, den Erfinder der Olchis



Lieber Herr Dietl, Sie sind der Erfinder der Olchis, was meinen Sie, wie die Olchis in Schmuddelfing durch die Corona-Zeit kommen würden – und mit welcher Laune?



Erhard Dietl: Olchis lassen sich durch so etwas nicht die Laune verderben, eine schlechte Laune hilft nämlich auch nicht weiter.Sie haben übrigens grüne Blutkörperchen (in der Form von Fischgräten), dadurch sind sie immun gegen Menschenkrankheiten. Nur wenn sie etwas Frisches erwischen, bekommen sie überall bunte Flecken.Zur Corona-Krankheit hab ich Olchi-Mama gefragt, sie meinte, wir würden uns nur falsch ernähren.



Wie viel Olchi steckt denn in Ihnen selbst?



Erhard Dietl: Im Gegensatz zu den Olchis wasche ich mich täglich, mag lieber Sonne als Regen und um Schlammpfützen mache ich einen Bogen.Die Olchis als freundliche und entspannte Lebenskünstler sind mir aber ein Vorbild. Am meisten finde ich mich in Olchi-Opa wieder, denn der sitzt am liebsten gemütlich auf dem rostigen Ofen, kaut seine Knochenpfeife und denkt sich Lieder und Lügengeschichten aus, genau wie ich.Und ein Opa bin ich inzwischen ja auch schon geworden, nur zu Olchi-Opas 985 Jahren fehlt mir noch ein Stück…







Zu guter Letzt: Was würden Sie Ihren Olchis als Freudenrufe in den Mund legen, wenn Sie nach der langen Zeit endlich wieder ins Kino dürften?



Erhard Dietl: Die Olchis gehen nicht ins Kino. Aber ich und alle meine Freunde werden hingehen, uns natürlich den neuen Olchi-Film ansehen und vor Freude mit Popcorn um uns werfen.Schleimeschlamm und Käsefuß, das Leben ist ein Hochgenuss!  



Gewinnspiel: Holt euch die Kino-Olchis nach Hause!







Und jetzt geht´s los mit unserem Gewinnspiel. Ihr habt die einmalige Chance, euch die krötigen Kino-Olchis nach Hause zu holen und dürfen euch folgende Knaller-Gewinne verlosen: Zwei Olchi-Fan-Pakete bestehend aus jeweils 3 Kinotickets, 1x Buch zum Film, 1x Familienkalender, 1x Rätsel-Leporello.



Was ihr dafür tun müsst? Kommentiert bitte hier einfach unter dem Blogbeitrag in den Kommentaren, bei welcher Szene im Trailer ihr am meisten grinsen musstet – oder warum gerade ihr oder eure Kinder die größten Olchi-Fans seid. Wir drücken euch die Daumen und wünschen euch viel Spaß bei eurer eigenen Olchi-Party zu Hause!



Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja schon mal Schimmel-Muffins dafür backen…




               
Gewinnspiel: Holt euch die krötigen Kino-Olchis für eine Party nach Hause!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gewinnt-eine-traum-baby-kuscheldecke-von-ztoff-im-wert-von-15990-euro
       
Ihr Lieben, konzentrieren wir uns doch mal auf die positiven Seiten des Lebens! Ich werde nämlich dieses Jahr nochmal PATENTANTE und ich weiß nicht wie es euch geht, aber mich rührt es immer sehr, wenn jemand mir solch großes Vertrauen entgegenbringt. Hachz…



Und da ich bislang zwei Patensöhne habe, freue ich mich nun, ein kleines Mädchen in meinem Herzen und in meinem Familienumfeld begrüßen zu dürfen – dann hab ich drei eigene und drei Patenkinder, passt doch, oder?! Dazu mittlerweile vier Nichten (noch keinen Neffen! Liebe Verwandtschaft, lässt sich da vielleicht noch was regeln?! Ich lieeeebe doch Babys! Klimper, klimper…)







Ein tolles Geschenk zur Geburt fürs Baby: Ztoff Krabbeldecken



Jedenfalls wisst ihr ja, was wir als Geschenk zur Geburt für die MAMA empfehlen (wisst ihr nicht? Doch, unseren Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind natürlich). Was aber kann etwas Tolles fürs BABY sein? Und da sind wir auf diese wirklich wunderwunderbare Krabbel- und Kuscheldecken-Idee des Kölner Labels ZTOFF gekommen. Hier werden nur Stoffe mit OEKO-TEX® Standard 100- verwendet, die Decken werden wirklich per Hand genäht und sind nicht nur total kuschelig, sondern dabei auch  noch hautfreundlich.



Die Meilensteinkarte auf diesem Bild gibt es gratis zum Download im Ztoff-Shop.



Die Mama meines neuen Patenkindes ist nämlich auch waschechte Kölnerin – lebt aber leider nicht mehr hier und soll natürlich beim Spielen mit ihrer Kleinen an ihre Heimat – und an uns! – erinnert werden, weshalb ich ihre eine personalisierte Decke mit dem Namen des Babys und dem Kölner Dom schenken werde. Und weil ich mich ja nicht allein darüber freuen soll, sollt ihr nun auch noch eine Mega-Chance bekommen!



GEWINNSPIEL: Wählt Design, Motiv und Namen für die Ztoff Kuscheldecke aus!







Gewinnt hier und heute eine einmalige ZTOFF Kuschel- oder Krabbeldecke mit Patchwork-Oberfläche zum Entdecken für eure Babys im Wert von 159,90 Euro! Bitte klickt euch einmal durch die verschiedenen Decken von Ztoff und sagt uns in den Kommentaren, welche Decke euch interessiert:



Die Krabbeldecken sind dicker gepolstert für den Boden, die Kuscheldecken eignen sich auch noch für ältere Kinder – welches Design euer Favorit wäre und welches Motiv ihr gern wählen würdet. Wenn die Losfee euch zieht, dürft ihr zusätzlich noch einen Wunschnamen angeben, der dann für euch auf die Decke genäht wird.







Ist das super oder super?! Schaut euch auf jeden Fall mal auf der Seite von Ztoff um, man merkt einfach, mit wie viel Liebe hier gearbeitet wird. Gründerin Hanna hat auch selbst gerade nochmal ein Baby bekommen, ihr drittes Kind, sie weiß also wirklich genau, wovon sie spricht.



Stoffdecken für Babys – aus Leidenschaft



Eigentlich kommt sie beruflich aus einer ganz anderen Branche, kümmert sich aber leidenschaftlich gerne um Ztoff – neben dem Job als Vollzeitmama im Lockdown, wir kennen das ja grad alle…







Wir drücken euch die Daumen fürs Gewinnspiel. Und sollte es nicht klappen, packt euch die Decke einfach auf den nächsten Wunschzettel… für weiches Liegen, für die ersten Drehungen, für Vorlesestunden – einfach zum Wohlfühlen.



Oder geht einfach selbst los und beginnt mit dem Shopping… Wir dürfen euch nämlich zusätzlich zum Gewinn noch einen Rabatt anbieten, mit dem Rabattcode STADTLANDMAMA10 gibt es für die nächsten drei Tage einen Rabatt von 10% auf das gesamte Sortiment.




               
Kuscheldecke und Krabbeldecke für Babys von Ztoff zu gewinnen!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gewinnt-kinokarten-fuer-einen-besonderen-film-und-erfahrt-wichtiges-zum-thema-hochbegabung
        Ihr Lieben, es gibt ein Mädchen in der Kindergartengruppe meiner Tochter, die schon mit vier Jahren lesen konnte – ohne, dass ihre Eltern mit ihr geübt hätten. Sie hat es sich selbst beigebracht, hat einfach eine besondere Begabung dafür. Vielleicht habt Ihr selbst so ein Kind zu Hause oder kennt eins, vielleicht habt Ihr aber auch nur mal wieder Lust auf einen Kinoabend mit Freundinnen oder dem Liebsten – dann möchten wir Euch heute einen Film ans Herz legen, der sich mtit dem Thema Hochbegabung auseinander setzt. 
Am 13. Juli startet "Begabt – die Gleichung des Lebens". Um was geht´s? Der alleinstehende Frank Adler (Chris Evans) hat die Vaterrolle für seine hochbegabte Nichte Mary (McKenna Grace) übernommen. Die Siebenjährige ist ein Mathe-Wunderkind, doch Frank möchte alles dafür tun, dass das Mädchen zu normal wie möglich aufwächst, abseits von Leistungsdruck und Intelligenztests. Doch dann taucht Franks herrische Mutter Evelyn (Lindsay Duncan) auf, sie hat andere Pläne und möchte Marys Talent fördern..
In den USA „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ zum erfolgreichen Indie-Hit aufgestiegen und wird sicher auch hier die Herzen der Zuschauer erobern. Denn auch wenn das eigene Kind nicht hochbegabt ist, ist dieses Thema für alle Eltern interessant. Letztendlich geht es doch darum, zu erkennen, was das eigene Kind gerne macht, es darin zu unterstützen und zu ermutigen – es aber auch nicht mit Hobbies voll zu stopfen oder zu überfordern. Hier zeigen wir Euch schon mal den Trailer: 
 
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Ein Film also für alle Eltern! Ihr wollt ihn sehen? Kein Problem: Wir verlosen 4 mal 2 Kino-Karten. Schreibt uns einfach in die Kommentare, was Eure Kinder besonders toll können (meine Tochter kann zum Beispiel toll puzzeln, mein Sohn Fahrrad fahren). Das Los entscheidet dann. VIEL GLÜCK. 
Im Zuges dieses Filmes haben wir uns gefragt: Wann ist ein Kind eigentlich hochbegabt? Und was können Eltern tun, dass diese Gabe nicht zum Fluch für das Kind wird? Genau darüber haben wir mit Dr. Birgit Oschmann vom Institut für das begabte Kind in Bochum, besprochen: 
Wann genau gilt ein Kind als hochbegabt und was sind die Anzeichen dafür, dass mein Kind hochbegabt sein könnte?
In der Intelligenz-Forschung gilt ein Kind nur dann als hochbegabt, wenn es in entsprechenden Tests einen Wert von über 130 Punkten erreicht bzw. einen Prozentrang von 98. Das bedeutet, dass etwa 2 Prozent der Kinder eines Jahrgangs intellektuell hochbegabt sind. Die Zahl der überdurchschnittlich intelligenten Kinder – also mit einem IQ-Wert zwischen 115 und 130 liegt bei etwa 15 Prozent.
Hochbegabte Kinder zu erkennen erfordert Erfahrung. Eine genaue Diagnose ist nur mit Hilfe eines normierten Testverfahrens möglich. Auch besonders begabte Kinder sind in ihrem Verhalten und ihren Vorlieben sehr unterschiedlich. Es gibt also kein standardisiertes Verhaltensmuster eines hochbegabten Kindes. Allerdings gibt es einige typische Merkmale, die auf eine Hochbegabung schließen lassen. Ich möchte an dieser Stelle auf unsere Homepage verweisen, da dort eine ausführliche Liste an Anzeichen aufgeführt ist. Natürlich treffen nicht alle Merkmale gleichzeitig auf ein einzelnes Kind zu. Verfügt ein Kind aber über einige dieser Aspekte, ist die Absicherung mit Hilfe eines Intelligenztests ratsam.
Um einige Beispiele zu nennen:

Kinder neigen dazu, besonders ihre starken Bereiche weiter auszubauen: ausschweifende Diskussionen darüber, ob ein Bild gemalt oder ein Aufsatz geschrieben werden soll; das Kind nutzt dabei lieber seine herausragende Sprechfähigkeit, als eine Arbeit mit der Hand auszuführen (asynchrone Entwicklung der Sprache versus Feinmotorik?!).
intensives Ausleben von Interessensgebieten (deutlich dem Alter voraus), dann wieder Sprung zu anderen Gebieten
hohe Detailwahrnehmung
ausgeprägter Sinn fürs Sortieren und Ordnen, z.B. Erkennen von Automarken mit drei Jahren
häufig früh ausgeprägtes Interesse an Buchstaben. Sobald die Kinder die Buchstaben beherrschen, kann das Interesse auch wieder abebben
Desinteresse und Langeweile bei Routine- und Wiederholungsaufgaben wie z. B. Üben von Musikstücken, Training des Einmaleins
Kritikäußerungen an dem Ergebnis eigener Anstrengungen
nicht immer gruppenkonform, andererseits Bedürfnis, Mitglied einer Gruppe zu sein
teilweise sehr früh unabhängig und autonom, Autoritäten werden hinterfragt, Anweisungen kritisch durchleuchtet, Kinder werden daher schnell als respektlos eingestuft

Wie genau stellt man dann eine Hochbegabung fest?
Ein wichtiges Mittel zur Bestimmung intellektueller Begabung ist ein Intelligenztest. Ein IQ-Test sollte stets von erfahrenen Psychologen, Pädagogen oder Testern mit ausgewiesener Expertise ausgeführt werden. Der IQ-Test ermöglicht eine zuverlässige und objektive Einschätzung der Höhe der Intelligenz. Das Testergebnis gibt letztlich den IQ-Wert eines Kindes im Vergleich zur Altersnorm an.
Ein Intelligenztest kann, wenn er richtig interpretiert wird, als echte Erziehungshilfe und als Grundlage eines pädagogischen Forder- und Förderkonzeptes dienen. Mittels eines IQ-Tests ist es möglich, eine individuelle und treffsichere Profilanalyse der Stärken und Schwächen eines Kindes zu erstellen. Die Ergebnisse der einzelnen Untertests lassen eine gute Interpretation zu: Worauf sollte in der Erziehung geachtet werden? Wo liegen Stärken? Wo sind Besonderheiten zu erkennen? In welchen Bereichen sollte besonders gefördert werden? 
Ein Test kann so zur individuellen Entwicklungsberatung und zur Interventionshilfe herangezogen werden – im Bereich der überdurchschnittlichen Intelligenz/Hochbegabung besonders auch für rzieherische Präventionsmaßnahmen. Ein Index über Fähigkeiten und Fertigkeiten lässt Rückschlüsse zu, ob das Kind seine Fähigkeiten tatsächlich voll nutzt.
Ab welchem Alter ist ein Intelligenztest sinnvoll?
Ein Test ist zu jeder Zeit möglich und vor allem dann angeraten, wenn die aktuelle Situation eine "Standortbestimmung" notwendig macht. Der frühestmögliche Zeitpunkt für eine Testung ist dann gegeben, wenn das Kind in der Lage ist, die Testsituation auszuhalten – in der Regel ist das bereits im Kindergartenalter der Fall. Natürlich sind die Testverfahren für die jüngeren Kinder noch nicht so umfangreich ausdifferenziert, sie sind aber aussagekräftig und geben gute Hinweise. Die Tests sind dem jeweiligen Alter auf 3 Monate genau angepasst. Um die Entwicklung des Kindes aufmerksam verfolgen und die entsprechende Förderung optimieren zu können, ist es häufig ratsam, bereits schon vor Schulbeginn einen Intelligenztest durchzuführen.
Immer wieder hört man davon, dass hochbegabte Kinder nicht gut in der Schule sind – woran liegt das?
Hochbegabt sein heißt nicht gleichzeitig schulischer Leistungsträger sein oder gute Noten haben. Dies wird leider immer wieder verwechselt. Fehlendes Wissen kann nicht immer durch Intelligenz ausgeglichen werden. Während der Schulzeit müssen sich intellektuell begabte Kinder den Unterrichtsstoff häufig aneignen wie normal begabte – in demselben (für sie zu langsamen) Tempo, mit demselben (für sie zu leichten) Schwierigkeitsgrad und in demselben (für sie zu geringen) Umfang, und dies trotz ihrer sehr viel schnelleren Auffassungsgabe, ihrer herausragenden Denk- und Gedächtnisfähigkeiten. Bei intellektuell hochbegabten Kindern kann Langeweile und fehlende Anerkennung zu Motivationsverlust und Schulunlust führen. Dauert die Unterforderung über längere Zeit an, sind massive Lernschwierigkeiten vorprogrammiert: Lerntechniken werden nicht entwickelt, Grenzen der eigenen Möglichkeiten werden nicht erfahren, die mit Anstrengung noch erreichbaren Erfolge werden nicht erfahren, Bewältigungsstrategien für Misserfolge und Frustration werden nicht entwickelt
Wie können wir als Eltern hochbegabte Kinder unterstützen?
Eltern haben zuhause ausreichend Möglichkeiten, den Familienalltag interessant zu gestalten:

Ausflüge in Museen und Theater
Bücher ohne Limit: mit einem Ausweis der Stadtbücherei
kontrollierten Zugang zum Computer/Internet ermöglichen
Auswahl geeigneter Fernsehsendungen
Strategiespiele

·Wichtig ist auch Kontakte zu gleich Befähigten zu ermöglichen. 
Ziel ist es, hochbegabte Kinder ergänzend zum Schulstoff intellektuell stärker auszulasten (hochbegabte Kinder lernen gern!), um zu verhindern, dass Schulunlust oder Leistungsverweigerung auftreten. Begabungsförderung setzt immer individuelle Behandlung voraus. Für eine gesunde Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit, ein stabiles Selbstbild und psychisches Wohlbefinden ist es erforderlich, dass o früh wie möglich auf die besonderen Entwicklungsbedürfnisse hochbegabter Kinder eingegangen wird.
Wie können Lehrer ein hochbegabtes Kind unterstützen?
Der/die Klassenlehrer/-in in der Grundschule steht vor einer schweren Aufgabe, da die Lernvoraussetzungen der Kinder sehr unterschiedlich sind. Bei intellektuell hochbegabten Kindern kann Langeweile und fehlende Anerkennung zu Motivationsverlust und Schulunlust führen. Dauert die Unterforderung über längere Zeit an, sind massive Lernschwierigkeiten vorprogrammiert. Zur Förderung hochbegabter Schüler gibt es unterschiedliche Maßnahmen. Übliche innerschulische Instrumentarien sind zum Beispiel die Akzeleration (Beschleunigung) der Schulzeit durch Überspringen einer oder mehrerer Klassen, Teilakzeleration und das Enrichment (Anreichern) durch zusätzliche Fördermaßnahmen über den normalen Schulstoff hinaus. Mit diesen Fördermaßnahmen sind Nutzen, aber auch Nachteile verbunden. Auch sind nicht alle Maßnahmen für alle Kinder gleichermaßen geeignet. Hier gilt es, die Sinnhaftigkeit einer Maßnahme für jedes Kind sorgfältig abzuwägen und ihren Effekt regelmäßig zu überprüfen.
Unterrichtliche Maßnahmen zur inneren Differenzierung können bedeuten, den Lernstoff zu komprimieren und die gewonnene Zeit durch Anreicherung des Unterrichtsstoffes zu nutzen. Sinnvoll ist es, dies über Streichen oder Verkürzen von Übungsphasen zu erreichen. Häufig reagieren die SchülerInnen sehr positiv auf den Verzicht von starren, methodischen Regeln.
Jedoch ist stets darauf zu achten, dass Arbeits- und Lernmethoden beherrscht werden! Diese sichern auch den weiteren Erfolg.
Was würden Sie sagen: Ist Hochbegabung für die meisten Kinder eher Fluch als Segen?
Das kommt darauf an, wie man mit der Situation umgeht, wie frühzeitig die Hochbegabung erkannt wird und wie gut/sinnvoll gefördert wird. Unser Ziel ist es, dass Eltern die Hochbegabung ihres Kindes / ihrer Kinder nicht als (Erziehungs-)Problem sehen. Wir unterstützen Eltern nach besten Kräften, dass sie ihre hochbegabten Kinder ohne größere Schwierigkeiten zu fröhlichen und selbstbewussten Menschen erziehen können.
 Kann man ein hochbegabtes Kind auch zu viel fördern?
Wichtig ist, für jedes Kind die richtige Förderung zu finden. Dabei hilft der IQ-Test im Sinne eines Begabungsprofils, um hierbei die Stärken und Schwächen zu sehen und diese entweder zu unterstützen oder auszulasten. Mit Hilfe dieser Stärken- und Schwächenanalyse herauszufinden, wie für das individuelle Kind die optimale Förderung aussieht, ist das Entscheidende.
 
               
Gewinnt Kinokarten für einen besonderen Film und erfahrt Wichtiges zum Thema Hochbegabung | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gleichberechtigt-leben-wir-teilen-uns-kind-und-haushalt-halbe-halbe
        Ihr Lieben, wie kann man das eigentlich im Alltag hinbekommen, wenn sich Mann und Frau wirklich alles teilen, wenn beide Jobs haben, sich beide ums Kind kümmern, beide sich verantwortlich für den haushalt fühlen? Das haben wir Sara gefragt, die genau dieses Modell lebt. Schaut gern auch mal in ihrem Instagram-Kanal vorbei, das lohnt sich.
Liebe Sara, du sagst, dein Mann und du, ihr teilt euch die Hausarbeit und die Betreuung eures Sohnes 50:50 – wie genau haben wir uns das vorzustellen?
Hallo Lisa, wir arbeiten beide 30 Stunden, seit unser Sohn in die Kita geht. Mein Mann bringt ihn montags zur Kita und muss dann bis Dienstagabend immer in einer anderen Stadt arbeiten, das heißt, ich habe bis dann alleine „Dienst“. Am Mittwoch habe ich dafür komplett frei, außer meiner Arbeit natürlich.
Ich muss weder hinbringen noch abholen und kann mir auch nachmittags allein was vornehmen. Donnerstag und Freitag teilen wir uns ebenfalls auf.
Wir haben dadurch nicht nur freie Nachmittage, um zum Sport zu gehen oder allein Freunde zu treffen, wir sind auch bei der Arbeit ziemlich flexibel. Ich kann 2-3 Tage die Woche auch Überstunden machen, die ich im Krankheitsfall von Niklas abbummeln kann, wenn wir keine Kind-krank-Tage mehr haben oder nehmen wollen. Unser Leben ist dadurch ziemlich entschleunigt, trotz Kind.
Hat sich dieses Modell durch Zufall ergeben oder war es immer euer Plan, in einem Halbe-Halbe-Modell zu leben?
Wir haben schon vor der Geburt – oder eigentlich, bevor ich schwanger war – darüber gesprochen, wie wir uns das Leben mit Kind vorstellen. Für mich war klar, dass ich mein altes Leben nicht komplett aufgeben will. Das betrifft alle Bereiche.
Meine Arbeit macht mir Spaß und ich wollte nicht so lange in Elternzeit und danach nur wenige Stunden machen. Außerdem mache ich gern und relativ viel Sport, auch dazu wollte ich weiter Zeit haben. Nach der ersten Phase im ersten Jahr habe ich nun wirklich viele Freiheiten zurück. Außer, dass ich abends um 22 UHr hundemüde bin und nicht mehr so oft feiern gehe :D.
Für meinen Mann wiederum stand fest, dass er sich auch um sein Kind kümmern will, wenn es da ist, und es nicht nur zum Abendbrot sehen will. Durch das halbe Jahr Elternzeit von Matthias haben die beiden auch von Beginn an eine enge Bindung und es ist nie ein Problem, wenn ich mal weg bin.
Wie sind die Reaktionen auf euer Modell, wenn ihr darüber sprecht? Lasst mich raten: Dein Mann wird dafür vor allem bewundert?!
Von Frauen höre ich oft, dass die mich beneiden. Wenige haben so viel Zeit für sich wie ich, da die Partner Vollzeit arbeiten und an ihnen nach 20 oder mehr Arbeitsstunden in der Woche auch alles rund um die Kinderbetreuung hängen bleibt.
Sie müssen jeden Tag von der Kita zur Arbeit und zurück hetzen, das ist natürlich super stressig! Viele sagen auch, dass es finanziell für sie nicht ginge. Das trifft sicher manchmal zu, da muss sich politisch noch einiges ändern, weil da einfach auch falsche Anreize geschaffen werden oder Kitaplätze fehlen oder zu teurer sind.
Oft merken wir aber, dass das eigentlich nur ein Vorwand ist, weil beide Gehälter nicht so weit auseinander liegen oder beide sehr gut sind. Wir verzichten natürlich auch auf Geld dadurch und müssen kürzer treten. Trotzdem weiß ich, dass wir da sehr privilegiert sind, weil es für einige Familien sonst sehr knapp wird.
Männer spiegeln mir übrigens oft, sie würden ja eigentlich auch sehr viel machen, obwohl sie das klassische Modell wählen. Es scheint ein bisschen einen wunden Punkt zu treffen.
Wie genau nehmt ihr die Aufteilung? Tragt ihr in Listen ein, wer wann was und wie viel gemacht hat? Oder putzt der Mann einfach das Bad, wenn du das letzte Mal dran warst?
Wir hatten schon eine Aufgabenaufteilung für den Haushalt, als wir zusammengezogen sind. Da haben wir uns ein bisschen an den persönlichen Vorlieben orientiert. Ich hasse saugen und wischen, das macht also mein Mann. Dafür mache ich Wäsche und putze das Bad. Als dann unser Sohn kam, war natürlich alles auf den Kopf gestellt.
Vor allem die Wäscheberge waren dreimal so groß ;D. Direkt nach der Geburt war unser Deal, den mein Mann so vorgeschlagen hat: Ich muss stillen und ausruhen, sonst nichts. Er hat den Haushalt gemacht, eingekauft, Kitas besichtigt, gewickelt.
Fürs Stillen hab ich mich freiwillig entschieden, aber wir haben nach ein paar Wochen auch mal die Flasche gegeben, wenn ich mal einen Abend weg war oder mal ein bisschen länger schlafen wollte. Gerade in den ersten Monaten habe ich gemerkt, dass es wirklich schwierig ist als Mutter, weil das Kind einfach so sehr von dir abhängt, dein Körper erschöpft und kaputt ist von der Schwangerschaft, Geburt und den schlaflosen Nächten.
Das haben Männer nicht und manchmal war ich da schon neidisch auf meinen Mann.
Gibt es denn auch Aufgaben, die eher dir liegen und andere, die eher sein Ding sind? Oder wird tatsächlich alles geteilt?
Ja, mein Mann liebt backen und basteln, ich hingegen bin eher der Finanz- und Behördentyp. Ich kümmere mich um alle Rechnungen, Kitagutscheine, Elterngeldanträge usw. Eigentlich untypisch. Aber ich kann auch leider überhaupt keine handwerklichen Sachen, da ich das nie gelernt und auch nicht wirklich Interesse daran habe. Am Ende haben wir aber den gleichen zeitlichen Arbeitsaufwand für unsere Aufgaben.
Wer von euch geht zum Kita-Elternabend? Wer bleibt zu Hause, wenn euer Sohn krank ist?
Kitaabende und U-Untersuchungen beim Arzt machen wir abwechselnd. Da wir beide flexible Arbeitszeiten und „nur“ 30 Stunden haben, schaffen wir es bisher, an Kind Krank Tagen abwechselnd zu arbeiten und bummeln dann ein paar Stunden einfach ab. Das ist aber trotzdem natürlich Verhandlungssache: Wer hat den wichtigeren Termin oder dringende Aufgaben?
Da haben es ganz klassische Familien einfacher, da dann einfach die Hausfrau zuhause bleibt, wie sonst auch. Das ist anstrengend und hängt auch viel vom Arbeitgeber ab. Gerade bei Männern wird ja schon oft komisch geguckt, wenn die wegen eines kranken Kindes zuhause bleiben wollen. Das muss sich unbedingt ändern, denn es sorgt dafür, dass Chef*innen Vorurteile gegenüber Müttern haben. Die würden ja oft fehlen und wären nicht zuverlässig usw.
Ihr habt sicherlich auch schon von Mental Load gehört, also den vielen Dingen, die man im Kopf behalten muss, das Ans-Geschenk-denken, wenn ein Geburtstag ansteht zum Beispiel, die ganze gedankliche Leistung eben. Meist liegt die bei einer Person. Bei vielen Paaren, die wir bereits interviewt haben, liegt diese Arbeit – auch bei Paaren, bei denen beiden Vollzeit arbeiten – bei der Frau. Wie ist das bei euch?
Oh ja, ein wichtiges Thema! Ich hab dazu neulich mal einen spannenden Test gemacht und wir teilen das auch ziemlich gerecht auf. Das ist aber ein Punkt, der früher mehr bei mir lag und den wir immer wieder neu diskutieren.
Ich bin ziemlich (über-)organisiert und ungeduldig und mir gehen Sachen oft nicht schnell genug. Davon ist mein Mann, manchmal zu Recht, genervt. Ich mache es dann einfach schon, weil ich denke, dass es dann erledigt ist. Mütter – auch ich – müssen da mehr Vertrauen haben und loslassen.
Väter machen dann zwar Fehler, aber die passieren Müttern ja auch. Neulich war zum Beispiel mein Mann beim Kinderarzt und ich hatte nicht wie üblich die Wickeltasche im Kinderwagen gelassen. Natürlich passierte dann das Unvermeidliche: Kind kackt. Meine Schuld, also raste ich mit nassen Haaren und der Wickeltasche hinterher.
Wenn man sich alles teilt, muss man eben auch die „Übergabe“ besprechen, das haben wir schon oft gemerkt. Das ist ein bisschen Mehraufwand, aber dafür hat man an anderer Stelle den Kopf wieder frei.
Seid ihr selbst in gleichberechtigten Verhältnissen aufgewachsen?
Nein, überhaupt nicht. Meine Mutter war die meiste Zeit alleinerziehend und mein Mann wuchs ganz klassisch auf. Sein Vater war ziemlich viel arbeiten und seine Mutter zuhause. Beide Familien finden unser Modell super und sagen, sie hätten es sich gewünscht, dass es damals auch schon so machbar gewesen wäre.
Ihr habt jetzt schon ein bisschen Erfahrung: Welche Vorteile hat euer Modell und worauf sollte man als Paar achten, wenn man auch zu einem solchen Modell wechseln möchte?
Vorteile gibt es eine Menge! Keiner ist vom anderen finanziell abhängig, das ist wohl der größte. Dann haben wir beide viel Zeit mit dem Kind, das ist uns auch wichtig. Und wir haben Zeit für Freunde, Sport und uns! Für mich kann ich noch sagen, dass ich nicht in der Muddi-Schublade gelandet bin bei der Arbeit, sondern weiterhin tolle Projekte und Verantwortung bekomme, weil ich flexibel bin. Mein Mann weiß zudem, wie anstrengend es mit einem Kleinkind ist und wertschätzt somit die Carearbeit vermutlich deutlich mehr als viele andere Männer. Mich entlastet auch sehr, dass unser Sohn eine zweite, gleichberechtigte Bezugsperson hat.
Was ich empfehlen kann, ist reden, reden, reden. Und zwar am besten vor der Geburt schon! Auch danach muss man immer wieder gucken, ob beide glücklich sind mit der Aufteilung oder ob einer gerade überfordert ist. Ich war immer mal wieder soweit, dass ich einfach kaputt war. Mein Mann sagt dann: Mach mal Urlaub ein Wochenende mit einer Freundin, ich übernehme. Das mache ich auch in zwei Wochen das nächste Mal und ich weiß: Es wird kein Problem und auch kein zusätzlicher Aufwand. Ich muss nicht vorkochen oder meinem Mann nicht sagen, was unser Sohn gerade am liebsten isst oder welche Windeln er kaufen soll oder wann Badetag ist. Ich kann einfach fahren und mir Bilder von einem glücklichen Kind schicken lassen.
 
               
Gleichberechtigt leben: Wir teilen uns Kind und Haushalt halbe-halbe | STADT LAND MAMA
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Und dann wird ein kleiner Mensch geboren, von dem du dir sicher bist, dass du ihn sein Leben lang begleiten wirst. Aus der Ferne vielleicht, aber doch stetig und beständig. Ein Baby, dass den Bauch seiner Mama ausbeulte, nachts um sich trat und die Mama schlaflos und stauend im Bett liegen ließ.



Ein kompletter Mensch, in winzig klein. Perfekt. Einfach grandios. Mit Händen und Füßen, mit Fingernägelchen und Flaum auf dem Kopf, mit dieser bezaubernden Stimme, die noch kein Schreien ist, eher… eine Melodie des Glücks.



Es ist doch immer wieder ein Wunder. Wie Augen entstehen können, wie kleine Knochen, die immer größer werden, wie ein Charakter, ein Eigensinn. Ein Miniatur-Mensch mit Haut und Haar, fähig zu Atmen, zu trinken, mit den Ärmchen zu fuchteln, Vertrauen aufzubauen. Urvertrauen.



Ein Kind ist geboren, ein Strauß voller Hoffnung.



Was du wohl auf das Blatt deines Lebens schreiben wirst? Wo deine Reise dich hinführen wird?



Ich bin für dich da. Ich werde für dich da sein. Dich begleiten und dir zur Seite zu stehen. Dir und deinen Eltern, die dich zu sich geholt haben, ins Leben und ins Herz. Ein Puzzleteil der Liebe.



Die Endorphine fliegen, die Welt steht still, ein neuer Mensch ist geboren. Nichts ist grad wichtiger als das Hier und Jetzt. Das Staunen und Verlieben. Das Erschöpftsein, das sich niemals zuvor mehr gelohnt hat.



Willkommen im Leben, du kleiner Mensch. Fühl dich getragen. Und nie allein.







P.S. Neben diesem Text als Geschenk zur Geburt empfehlen wir auch unser Buch WOW MOM – der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind




               
Glück, Hoffnung, Urvertrauen: Ein Kind ist geboren. Ein Wunder!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/grosser-bruder-aus-frankreich-wir-haben-einen-au-pair-mann
       
Ihr Lieben, es ist so toll, wenn sich aus unseren Geschichten hier neue Geschichten ergeben. Wir lieben diesen Austausch mit Euch. Juliane hat den Gastbeitrag von Rahna gelesen, die als Au-pair nach Deutschland kam und keine guten Erfahrungen gemacht hat. Juliane hat sich daraufhin bei uns gemeldet, weil ihre Familie nämlich im ersten Lockdown ein männliches AuPair aus Frankreich aufgenommen hat. Davon erzählt sie uns im Interview:



Liebe Juliane, erzählt erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört.



Wir sind eine dreiköpfige Familie. Unser Sohn wird dieses Jahr eingeschult, wir sind daher bislang von Homeschooling verschont geblieben. Wir wohnen im Rhein-Neckar gebiet. Mein Mann ist 41 Jahre alt und ich bin 37. Wir sind beide voll berufstätig, ich arbeite als Juristin für eine größere Unternehmensgruppe, mein Mann in der Bauüberwachung, wir beide pendeln recht weit zu unseren Arbeitsplätzen… also normalerweise zumindest. 



Im ersten Lockdown habt Ihr Euch entscheiden, ein Au-pair aufzunehmen. Warum?



Unser Familienalltag war schon länger herausfordernd. Dadurch, dass ich vor Corona nur drei Tage in der Firma und ansonsten im Homeoffice gearbeitet habe, konnten wir uns das Holen und Bringen zwar immer aufteilen. Aber nur ein außerplanmäßiger Termin oder eine längere Sitzung oder ein Zugausfall brachten uns regelmäßig ins Schwitzen. Für die Tage, in denen wir nicht in der Heimatstadt arbeiteten, hatten wir immer noch eine Babysitterin am Start, weil wir im Notfall immer über eine Stunde nach Hause gebraucht hätten. Es gab zwar nie einen echten Notfall, aber für mich fühlte es sich war es besser an, darauf vorbereitet zu sein.



Mit Corona änderte sich – wie in so vielen Beziehungen – die Balance in unserer Familie. Unser Kind war plötzlich zu Hause. Von Anfang an ging es ihm damit nicht gut. Er ist ein Einzelkind, in unserer Straße gibt es keine anderen Kinder, mit denen er zumindest über den Gartenzaun hätte spielen können.



Ich konnte voll von zu Hause arbeiten, mein Mann hingegen konnte in dem ganzen Jahr so gut wie nie von zu Hause arbeiten. Mein Alltag sah dann schnell so aus: Ich setzte mich um 4 Uhr morgens an den Schreibtisch und arbeitete bis 9 Uhr. Da habe ich schon mal eine Menge Arbeit weggeschafft, weil ich den erst des Tages zwischen Kind, Haushalt und Arbeit hin und her gesprungen bin.



Auch wenn ich mir immer wieder gesagt habe, dass es anderen viel schlechter geht, wir hatten immerhin keine finanziellen Einbußen, waren alle gesund, schwanden meine Kräfte zusehends. Und ich kam auch nicht mit der neuen Rolle klar. Plötzlich war ich für alles verantwortlich, weil ich ja zu Hause war. Ich konnte nichts und niemandem gerecht werden und wurde immer unzufriedener und müder. 



Ein Gefühl, das wohl alle Mütter gut kennen….



Ja, absolut. Wir hatten vorher schon darüber gesprochen, dass uns ein Au-pair, jemand  sehr entlasten würde. Jenseits von Corona auch deshalb, weil unsere Arbeitsplätze nun mal nicht in der gleichen Stadt sind. Au-pairs in Deutschland sollen maximal 30 Stunden in der Woche arbeiten. Bei uns geht es vor allem um die Randzeiten. Je früher wir morgens los kommen, desto früher sind wir (häufig zumindest) abends wieder da. Dann brauchen wir aber jemanden im Haus, der morgens das Kind versorgt und in den Kindergarten bringt. Nach dem Kindergarten sind es in aller Regel mal noch zwei bis drei Stunden, sehr selten mehr.



Das Wochenende ist Familienzeit, d.h. das Au-pair hat frei, kann aber teilhaben. Das Au-pair kommt damit bei uns maximal auf 20 Stunden in der Woche, für mich steht aber im Fokus, dass ich nicht ständig auf Absprung bin. Wenn ich um sechs aus dem Haus gehe, ist das völlig ok, weil ich nicht zuständig bin. Wenn ich nachmittags doch noch die eine Sache fertig machen möchte und einen Zug später nehme, ist das überhaupt kein Problem. Wenn mal was mit dem Kind sein sollte oder der Kindergarten warum auch immer früher zu macht, ist jemand hier und wir werden nicht aus der Bahn geworfen. 



Mit schwindenden Kräften im ersten Lockdown wurden diese Überlegungen und die Aussicht auf jemand, der mir ermöglicht mal ins Büro zu fahren, eine Zoomkonferenz ohne Bestechungssüßigkeiten durchzuziehen und einfach meinem Kind eine schöne Zeit macht, wenn ich arbeite, immer konkreter. Deshalb haben wir im Mai angefangen, uns auf die Suche zu machen. 



Was war Euch wichtig bei der Wahl des Au-pairs und wie habt Ihr sie gefunden?



Wir haben die Idee offen mit unserem Sohn besprochen. Wir haben ihm erklärt, dass es nicht darum geht, dass wir mehr arbeiten wollen, sondern darum, dass wir mehr gute gemeinsame Zeit haben und es uns besser geht, wenn jemand da ist, wenn wir beide in unseren Büros sind. Wir haben auch viel über den Lockdown gesprochen, uns ausgetauscht, wie es für ihn war und waren uns einig, dass der nächste Lockdown anders werden muss. Er konnte gut erklären, dass er sich ständig weggeschoben gefühlt hat und viel alleine war. Und er auch gefühlt hat, dass ich traurig und gestresst bin und nie richtig Feierabend habe, sondern immer irgendwas mache. 



Er hat entschieden, dass es ein männlicher Au-pair sein soll. Die Vorstellung, einen „großen Bruder auf Zeit“ zu bekommen, fand er super. Also haben wir nach einem männlichen Au-pair gesucht. 



Wir haben uns wegen Corona auf das europäische Umland beschränkt. Einreisen mit Visa waren uns zu heikel. Wichtig waren uns Grundkenntnisse in Deutsch, weil das Au-pair relativ viel allein klar kommen muss. Gewünscht haben wir uns jemanden, der schon mal alleine gelebt hat, weil wir uns zumindest ausgemalt haben, dass derjenige dadurch ausreichend selbstständig ist. 



Wir haben uns dann mit jedem unterhalten, der schon mal einen Au-pair hatte oder jemanden kennt, der mal einen AuPair hatte oder selbst mit einem AuPair aufgewachsen ist. Wir haben uns viele Geschichten angehört und Tipps abgeholt. Dann haben wir uns in entsprechenden Foren angemeldet, ein Profil angelegt und angefangen zu suchen. in diesen Foren haben Gastfamilien und Au-pairs Profile und über den entsprechenden Algorithmus bekommt man dann Vorschläge. Suchen wollten wir alleine, die Vorstellung, dass uns AuPairs  von Dritten vorausgewählt werden, fanden wir irgendwie doof. Klar war aber, dass wir dann, wenn wir jemanden gefunden haben, eine Agentur einschalten wollten. Mehr für den Au-pair als für uns. Wir empfanden es als fair, wenn der Au-pair hier einen unabhängigen Ansprechpartner hat und bestenfalls auch Au-pair-Treffen.



Welche Voraussetzungen sollte man haben, wenn man ein Au-pair aufnehmen will?



Die Mindestvoraussetzungen für die Aufnahme eines Au-pirs sind gesetzlich festgelegt. Das Au-pair braucht ein eigenes abschließbares Zimmer. Auch Art und Umfang der Tätigkeiten sind vorgeschrieben. Das Au-pair muss die Möglichkeit haben, einen Deutschkurs zu machen und soll Teil der Familie sein.



Wir haben viel Platz im Haus, so dass das kein Problem war. Unser Au-pair hat quasi eine eigene Etage. Dort sind sonst nur noch mein Arbeitszimmer und unser Gästezimmer. Aber am Wochenende und außerhalb meiner Arbeitszeiten ist er hier allein. Was mir persönlich ganz wichtig ist, ist ein eigenes Badezimmer für den Au-pair.



Und klar, man muss offen sein. Es zieht jemand ein ins Haus und damit in die Familie. Jemand, der den Alltag mit einem lebt. Jemand der eine Meinung zu dem hat, wie wir leben, miteinander umgehen, was wir essen etc. Er ist kein Gast, der mal ein Wochenende reinschaut, für den man vorher aufräumt und lecker kocht und alle sich vernünftig benehmen und der wieder weg ist, bevor das normale Chaos ausbricht. Das muss einem klar sein und das muss man wollen. Unser AuPair ist schnell Teil unserer kleinen Familie geworden, mit allen Höhen und Tiefen. 



Welche Rechte und welche Pflichten hat Euer Au-pair?



Unser Au-pair bekommt, wie gesetzlich vorgeschrieben, 280 € Taschengeld sowie monatlich 50 € Zuschuss zum Deutschkurs. Wir zahlen außerdem eine Krankenversicherung in Höhe von 40 € im Monat. Er wohnt hier natürlich einfach mit, also Wohnkosten, Essen etc. gehen auf uns. Er nimmt an Ausflügen Teil und würde mit in Urlaub fahren, wäre das möglich. Wir stellen dem Au-pair ein Auto, das er sowohl für Ausflüge mit unserem Sohn nutzt, aber auch einfach so nutzen kann. Wir tanken das Auto und zahlen die Versicherung. Wir haben die Kosten für die Agentur bezahlt, ca. 350 € einmalig. Außerdem hat er ein Fahrrad zur Verfügung. Insgesamt kommen wir damit monatlich so auf rund 600 € Kosten. Maximal darf ein Au-pair in Deutschland 30 Stunden arbeiten. Im Lockdown kommen wir da dran, in „normalen“ Wochen nicht annähernd. 



Wie funktioniert es im Alltag gerade? Wo spürst du Entlastung? 



Wir haben von vorneherein kommuniziert, dass wir Flexibilität brauchen. Zum einen wegen Corona und der unklaren Betreuungssituation des Kindergartens, zum anderen aber auch wegen unserer Art zu arbeiten.



Grundsätzlich ist unser AuPair für die Wege zum und vom Kindergarten zuständig. Morgens macht er Frühstück für unseren Sohn, achtet darauf, dass er wirklich Zähne putzt und packt seinen Rucksack. Nachmittags betreut er unseren Sohn, bis einer von uns da ist. Am Wochenende hat er in aller Regel frei. Manchmal auch ein bis zwei Tage unter der Woche, je nachdem, wie es bei uns beruflich gerade aussieht. 



Neben der Kinderbetreuung macht unser Au-pair auch schon mal einen kleineren Einkauf, kocht gelegentlich und erledigt so Sachen wie Spülmaschineausräumen, Müll raus bringen oder Wohnzimmer von Spielzeug befreien. Den Aufwand würde ich auf höchstens drei Stunden pro Woche schätzen und das läuft auch einfach nebenher. Er ist Teil der Familie und wenn einer von uns Bescheid gibt, dass das Essen gleich fertig ist, deckt er schnell den Tisch. Oder wenn er rausgeht, nimmt er eben den Müll mit…



Für mich ist es unheimlich entlastend zu wissen, dass ich nicht immer auf dem Sprung sein muss. Die Jungs verstehen sich super und ich weiß, wenn es bei mir später wird, gehen die halt bolzen, essen heimlich ein zweites Eis, bauen eine Höhle oder spielen Lego bis zum Umfallen. Das Kind ist gut aufgehoben und ich komme mit einem freien Kopf dazu, weil ich meine Sachen fertig machen kann. Unserer Beziehung hat die Entscheidung gut getan, weil dieses Ungleichgewicht nicht mehr so da ist. 



Du sagst, die Jungs verstehen sich super….



Unser Sohn stellt unseren Au-pair als „seinen großen Bruder aus Frankreich“ vor. Das hat schon einige Fragen aufgeworfen 😉 Tatsächlich beschreibt es die Beziehung der beiden aber ganz gut. Der Kleine bewundert den Großen und findet alles cool, was der cool findet. Und der Große ist manchmal etwas genervt vom Kleinen, wenn der zum 200x an seinem Zimmer vorbeistapft, obwohl er frei hat, weil der Kleine „nur mal eben was schauen muss“. Manchmal kracht es zwischen den beiden ordentlich, aber im Großen und Ganzen haben sie sich sehr sehr gerne. Unser Sohn will jetzt auf jeden Fall nach Frankreich auswandern und zu seinem großen Bruder ziehen, wenn er wir ihn zu dolle nerven. Die Zeit unseres Au-pairs endet im Sommer. Für den Herbst haben wir schon eine Nachfolgerin. Diesmal ein weibliches Au-pair, die unser Sohn wieder mit aussuchen durfte.



Ist es manchmal komisch, jemand zusätzlichen im Haus zu haben?



Klar, am Anfang ist es komisch. Die erste Zeit habe ich mich immer komplett fertig gemacht, bevor ich runter gegangen bin. Das lässt aber nach… Dadurch, dass wir drei Etagen haben und in der mittleren keine Gemeinschaftsräume sind, kann man sich dahin zurückziehen. Aber eigentlich ist das nicht nötig. Irgendwie passt das immer. Wenn wir Spieleabende machen, oder einen Film schauen, ist er dabei, wenn er Lust hat, oder eben nicht. Wir haben alle ein recht gutes Gefühl füreinander. 



Alles in allem also die absolut richtige Entscheidung, oder?



Wir hatten Angst vor der finanziellen Belastung und vor der Tatsache, dass hier plötzlich eine uns fremde Person lebt. Klar, finanziell ist die Entscheidung ein Einschnitt. Aber für uns war es das wert. Fremd war uns unser AuPair vielleicht für eine Woche. Er ist Teil unserer Familie und wir finden das schön. 



Wir Drei sind insgesamt im Miteinander entspannter. Wir Erwachsenen können mit freierem Kopf unsere gemeinsame Zeit genießen und schieben uns nicht immer den „aber Du musst heute abholen“-Peter zu. Das Kind hat einen Freund dazu gewonnen und genießt es, sich auch mal so richtig geschwisterlich gegen uns zu verschwören.
               
"Großer Bruder aus Frankreich": Wir haben einen Au-pair-Mann
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/grundschul-leiterin-zu-oeffnungen-meine-gesamte-schulfamilie-ist-am-ende-ihrer-kraefte
       
Ihr Lieben, seit dem 16.12. sind die Schulen fast überall geschlossen, am Montag steht nun die schrittweise Öffnung der Grundschulen an. In Berlin dürfen zunächst die Klassen 1-3 wieder in die Schule, allerdings im Wechselbetrieb und in halber Klassenstärke. Katharinas Sohn wird also eine Woche 4 Stunden am Tag Unterricht haben und dann wieder eine Woche zu Hause bleiben.



Auf Instagram sprach Katharina neulich darüber, dass es so wirke, als gäbe es wenig gute Konzepte zu Schulöffnung – oft würden Lehrer ausgebremst und die Bürokratie legt Vieles lahm. Daraufhin meldete sich Anna bei uns. Sie ist Leiterin einer Grundschule, wir durften ihr ein paar Fragen stellen:



Liebe Anna, Du bist Schulleiterin einer Grundschule in NRW. Wie geht es dir aktuell?



Mir selbst geht es gut. Ich habe in der Krise gelernt, gut auf mich und meinen Körper zu achten, Anzeichen der Überlastung wahrzunehmen und darauf zu reagieren.



Wie ist die Situation bei Euch an der Schule kurz vor der Schulöffnung?



Aktuell sind bei uns knapp über 40 Kinder in der Notbetreuung.Wir können sie, aufgrund unserer schuleigenen Endgeräte und einem stabilen WLAN in die täglich stattfindenden Videokonferenzen zuschalten. Kinder aus allen Jahrgängen haben mehrfach am Tag die Möglichkeit mit den Lehrkräften fachlich und beziehungstechnisch digital in Kontakt zu treten.



Man merkt allen mittlerweile deutlich an, wie anstrengend und herausfordernd ein Lernen in der Distanz ist. Meine gesamte Schulfamilie ist am Ende ihrer Kräfte und auf die gilt es jetzt besonders gut aufzupassen. 



Wie lautet die Ansage, wie und wann es bei Euch wieder los geht?



In NRW geht es am dem 22.02.2021 mit einem Wechselmodell wieder zurück in den Präsenzunterricht.



An meiner Schule kommen die Kinder einer Klasse im tageweisen Wechsel. Dadurch kann der Stundenplan innerhalb von zwei Wochen komplett abgebildet werden und jede Lehrkraft (wichtig für die Teilzeitkräfte) kommt an den für sie vorgesehenen Tagen.



An den Distanzlerntagen arbeiten die Kinder weiterhin an ihren digitalen Pinnwänden und mit ihren gut vorstrukturierten Materialheftern. Die Aufgaben haben vorrangig einen übenden und vertiefenden Charakter.



Ich bin als Schulleiterin sehr froh, dass alle Kinder wieder eine direkte Anbindung an die Schule bekommen, bzw. mehrfach in der Woche vor Ort sind. Die Entscheidung halbe Klassenstärken wieder zurück in die Schule zu holen, erachte ich als sehr gut. Dadurch können wir unsere hohen Hygienestandards weiterhin aufrechterhalten und haben die Möglichkeit aktiv und direkt Beziehungsarbeit zu leisten. 



In Berlin ist der Berliner Lehrerverband gegen eine Schulöffnung, weil sich im Vergleich zur Schulschließung vor 2 Monaten kaum etwas geändert habe. Darüber ärgere ich mich sehr. Kannst du das verstehen?



Ich kann deinen Ärger sehr gut nachvollziehen. Alle Eltern leisten aktuell enorm viel und oft weit über ihre Grenzen hinaus. Die berufliche, schulische und private Ebene verschwimmt.



Eltern sind in aller erster Linie Beziehungspartner und Mutter und Vater für ihre Kinder; keine Lehrkräfte, die durch pädagogisches Fachwissen glänzen. Wir haben andere Stärken und diese benötigen eure Kinder mehr denn je. Auf Stress muss man mit Liebe reagieren!



Gefühlt hat die ganze Welt es geschafft, sich online weiterzuentwickeln und Lösungen zu finden – nur an den Schulen höre ich immer wieder: „Der Datenschutz erlaubt das nicht.“ Kannst du was zum Datenschutz erklären?



Der Datenschutz ist Ländersache und wird unterschiedlich ausgelegt. Es gibt Bundesländer, die fast alle digitalen Plattformen und Anwendungen verbieten; wiederum andere, die bewusst keine Positiv-/Negativ-Liste herausgeben.



Diese Einstellung findet sich auch bei Schulleitungen wieder. Hierbei ist es wichtig, dass man sich Einverständniserklärungen der Familien einholt bzw. auf Wichtiges aufmerksam macht. Datenschutz ist ein hochsensibles Thema und darf meines Erachtens nur von qualifizierten Juristen besprochen werden. 



Eltern müssen seit vielen Wochen zu Hause die Kinder (mit-)beschulen. Langsam geht allen den die Puste aus. Wie erlebst du die Eltern an deiner Schule?



Durch unsere sehr gut vorstrukturierte Distanzlern-Atmosphäre sind die Eltern durch uns etwas in ihrem eigenen Tag organisiert worden. Verlässlich haben die Kinder zweimal täglich eine Videokonferenz mit zusätzlichen freien Sprechstunden, in denen sie Nachfragen stellen, sich unterhalten oder gemeinsam lernen können. Dennoch hadern alle Beteiligten immer wieder mit technischen Problemen und das stimmt unzufrieden und belastet sehr.



Anfänglich war dies einer der Hauptgründe, warum die Eltern in meiner Schulfamilie unzufrieden waren. Durch einen wöchentlichen Fragebogen konnten wir einige Stolpersteine aus dem Weg räumen bzw. adäquater auf Probleme reagieren. Es ist sehr wichtig transparent zu sein, seine eigenen Schritte zu erklären und in die Familien hineinhören zu dürfen. Dies ist eine der Hauptaufgaben – neben dem Vermitteln von Unterricht. Meine Lehrkräfte und auch meine beiden Schulsozialarbeiterinnen leisten aktuell Außergewöhnliches. 



Was müsste passieren, damit guter Online-Unterricht überall möglich ist?



Für einen gut funktionierenden Onlineunterricht benötigt es für jede Person in meiner Schulfamilie ein digitales Endgerät; Kinder, Lehrkräfte, Schulleitung, Schulsozialarbeit, OGSMitarbeitende usw.Zudem muss es an jeder Schule einen Glasfaseranschluss bzw. eine gute WLAN-Anbindung geben und passende digitale Präsentationsflächen.



Schulübergreifend macht es Sinn, dass es einheitliche Plattformen gibt, die sich direkt mit allen wichtigen Daten füttern lassen und somit Übergänge einfach gestalten lässt. 



Jetzt stehen die Schulöffnungen an. Welche Maßnahmen müssten deiner Meinung nach passieren, damit die Klassenzimmer möglichst sicher sind?



In allererster Linie sollten Klassenzimmer von Grund auf größer und nach inklusiven Maßstäben eingerichtet sein. Dies wird wohl aber noch ein hehrer Zukunftswunsch bleiben… Aktuell hätte es schon seit Monaten geeignete Luftfilteranalagen geben müssen, die allen Beteiligten das Maske tragen ersparen würde.



Gerade in der Grundschule ist dies von der physiologischen Seite her nur schwer auszuhalten und die Kinder benötigen unsere Mimik sehr. Sie lesen Vieles aus unseren Gesichtern ab und wir Erwachsene kommunizieren oft nonverbal.   



Wenn du dir drei Dinge für deinen Beruf wünschen könntest – was wäre das? 



An unsere Bedürfnisse angepasste Räumlichkeiten und Ausstattungen für alle SchulformenMehr FlexibilitätMehr selbstbestimmtes Handeln und Agieren



Was ist der größte Hinkefuß in deinem Beruf? 



Für mich gibt es keinen Hinkefuß. Mein Beruf bereichert mich täglich mit meinen Themen und Spektren, die ich bislang noch nicht kannte. Herausforderungen würde ich es eher nennen und an diesen wächst man ja bekanntlich. Ich bin offen für kleine und große Mutausbrüche in meiner gesamten Schulfamilie und sehe diese immer im Fokus all meinen Handelns. 
               
Schulleiterin: "Meine gesamte Schulfamilie ist am Ende ihrer Kräfte"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/habt-ihr-optimierungs-bedarf-am-partner-wir-gruenden-eine-maennerungsschneiderei
         Ihr Lieben, manchmal schreibt der Alltag die lustigsten Geschichten und so kam es, dass ich auf unser "Stadt Land Mama"-Facebookseite einige witzige Namen hochlud, die von Standesämtern genehmigt (Pepsi-Carola) bzw. abgelehnt (Störenfried, Satan) wurden.
In diesem Kontext wollte ich – wie wir das häufiger mal machen – schauen, ob sich daraus ein Interview oder Gastbeitrag entwickeln lassen könnte. Doch mir geschah dabei ein Fauxpas. Ich schrieb also folgendes:
Gibt es hier eventuell Leserinnen, die ihren Mann haben ändern lassen, weil es einfach nicht mehr ging? Oder die das zumindest überlegt haben? Dann meldet euch gern bei uns, da hätten wir mal Interesse an einem Gastbeitrag oder Interview…
Nach einigen Stunden wies mich Katharina per Whatsapp auf meinen Verschreiber hin und ich schaute nach und brach zusammen vor Lachen über unsere Kommentatorinnen, hier nur Auszüge:

Es gibt sicher einige, die ihren Mann geändert haben, aber ihr meint sicher ihren Namen
Wo kann ich das anmelden? Ich hätte da ein paar Dinge zum Ändern parat
Das war definitiv ein freudscher Verschreiber Ha ha ha ha
WO kann man den Mann ändern lassen?? Ich glaube, viele Frauen würden da Schlange stehen

Und da achten wir: Herrje, DAS wäre doch mal ne Marktlücke, die Nachfrage scheint ja offenbar groß zu sein. WIR GRÜNDEN EINFACH EINE MÄNDERUNGSSCHNEIDEREI! Aber so richtig!
Mit Rund-um-die-Uhr-Service und Hotline auch für dringende Notfälle, wenn sich akut Sand im Getriebe der Beziehung befindet. Mit schneller Umsetzung Ihrer Änderungs-Wünsche, mit Expresslieferung (gegen kleinen Aufschlag) und Veredelungen exakt nach Ihren Vorstellungen – und nach Maß.
Dabei bieten wir verschiedene Einzelarbeiten genauso wie größere Gesamt-Pakete an. Vom Anti-Furz-und Rülpsmechanismus (auch bei Frauen anwendbar), dem Einbau einer Staubsaug- und Bügelfunktion bis hin zum Allrounder-Paket „Vereinbarkeit komplett“.
Darin enthalten: Ein Karriereknick-Angst-Radierer, ein 24-Stunden-Laufzeit-Akku plus Multitaskingfunktion für die Dauer der Elternzeit (wird danach leider wieder abgeschaltet, weil zu kostenintensiv). Wer hier ein Abo für regelmäßige Wartungsarbeiten abschließt, bekommt eine Gratis-Espressomaschine oben drauf.
Ganz neu im Sortiment: Eine externe Speicherdatei (wie der Cookidoo beim Thermomix, einfach zum Anklicken am Gürtel) mit Rezepten, die man dem Mann aufspielen kann, um das Portfolio aus Wurst, Steak und Bolognese etwas zu erweitern und überraschender zu gestalten.
Genauso lässt sich ein Kalender aufspielen, der mit kleinen Elektroschocks zaghaft an Verwandtschafts-Geburtstage und gemeinsame Wochenend-Verabredungen erinnert (Nie wieder: „Waaas? Davon wusste ich gar nichts!“).
Noch in der Entwicklung befindet sich eine aufspielbare Gesicht-Erkennungs-App, die Namens-Infos über die Nachbarin ("Hieß die Ingrid?"), die ehemalige Kollegin ("Hab ich die denn schon mal gesehen?") oder den Nachwuchs von Freunden ("Letztes Mal hieß der doch noch Marvin!") direkt ans Gehirn sendet.
Für Einsteiger bieten wir aber auch erstmal unser Schnupper-Angebot mit 10 Prozent Rabatt (Rabattcode: Changeyourman2019) auf die konstruktiven Service-Pakete „Anerkennung/Zuhören“, „Barthaarfreies Bad“ und „Sockenfreie Couch deluxe“.
Als Willkommensangebot gibt es für die ersten 25 Kunden ein Disco-Feuerzeug und das Buch "Dreibeiner verstehen" gratis dazu.
Welches Paket würdet ihr buchen? Oder gibt es noch Dienstleistungen, die wir zusätzlich anbieten sollten? Wir sind gern bereit, unser Start up-Portfolio noch auszubauen…
Ihr Team der Mänderungsschneiderei
 
Foto: pixabay
 
               
Habt ihr Optimierungs-Bedarf am Partner? Wir gründen eine Männerungsschneiderei | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hallo-baby-nr-3-du-wirst-ein
        Ihr Lieben, ich bin Euch ja noch eine gaaaaaanz wichtige Information schuldig. Morgen komme ich in die 32. Schwangerschaftswoche und Ihr wisst immer noch nicht, ob ein Junge oder ein Mädchen unsere Familie bereichert. 
Taaaataaaaaaaa – es wird ein MÄDCHEN!
Ich freue mich sehr darüber. Natürlich wäre auch ein kleiner Junge mehr als willkommen gewesen – aber ich gebe zu, dass ich mir ein klitzekleines bisschen mehr ein Mädchen gewünscht habe. Wieso?
Es ging mir weniger um mich, sondern mehr um meine große Tochter. Ich sage immer, dass sie mein Spiegel ist. Bin ich gestresst, läuft es zwischen uns nicht gut. Bin ich ruhig und ausgeglichen, klappt es ganz wunderbar. Sie wird im Dezember sechs Jahre alt und hat ganz ganz feine Antennen für Stimmungen, Schwingungen und Situationen. 
Ich habe mir für sie eine Schwester gewünscht. Weil ich weiß, wie schön es ist, eine Schwester zu haben. Nun sind meine Schwester und ich nur drei Jahre auseinander (meine Mädchen werden sechs Jahre auseinander sein), dennoch hoffe ich, dass meine Große und meine Kleine ein ähnlich dickes Band verbindet wie mich und meine Schwester. 
Ich habe auch noch drei Brüder – und finde jeden toll. Aber das Verhältnis zu meiner Schwester ist etwas ganz Besonderes. Wir sind in vielem so gleich, in manchem ganz unterschiedlich. Es gab Zeiten, da hat sie mich nur genervt. Und Zeiten, da konnte ich nur mit ihr über bestimmte Dinge reden. 
Gerade haben meine Schwester und ich wieder ein gemeinsames Wochenende verbracht, zu zweit, ohne Männer und Kinder. Herrlich war das (darüber schreibe ich aber noch einen gesonderten Blogpost). 
Wie auch immer: Ende November kriege ich also ein kleines Mädchen. Mein Söhnchen wird also der Prinz in der Mitte bleiben. Bei seinem Selbstbewusstsein wird er keine Probleme damit haben – mehr noch, ich könnte mir vorstellen, dass er durchaus seinen Vorteil daraus ziehen wird – spätestens in der Pubertät, wenn er die Freundinnen beider Schwester anhimmeln kann 🙂
Diese Schwangerschaft läuft ehrlich gesagt ziemlich nebenbei. Obwohl ich mir wirklich vorgenommen habe, sie zu genießen, habe ich neben Job, Alltag, Kindern, Ehe einfach kaum Zeit dazu. 
Dann liege ich abends im Bett, streichel meinen Bauch und flüstere: "Wir freuen uns schon so sehr auf Dich, kleines Mädchen! Wir werden Dich genauso lieben, wie Du bist. Hier warten zwei tolle Geschwister auf Dich. Du wirst mit Liebe überschüttet werden!"
(Dieses Foto zeigt meine Schwester und mich ziemlich genau vor einem Jahr)
Foto oben: http://www.lenimoretti.com
 
               
Hallo Baby Nr.3! Du wirst ein.... | STADT LAND MAMA
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        Mein geliebtes, kleines Söhnchen – HALT – Du bist natürlich nicht mehr klein, darauf bestehst Du, schließlich wirst Du heute drei Jahre alt. Also nochmal von vorne:
Mein geliebtes Söhnchen – Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag! Wir könnten nicht glücklicher sein, Dich in unserer Familie zu haben. Du bist so wichtig für uns, Deine Eltern und Deine Schwestern.
Es ist ein Geschenk, Dir dabei zu sehen zu dürfen, wie Du die Welt eroberst. Wie Du mehr und mehr herausfindest, was Du magst und was Du nicht magst. 
Es ist herrlich, Deine Begeisterung für Feuerwehrautos, Polizei, Baustellen, Raumschiffe und Piraten zu sehen. Du bist ein richtiger Kerl, mit einer Vorliebe für alles, was Krach macht und blinkt. 
Als die Frauenärztin mir sagte, dass Du ein Jungs wirst, war ich etwas überrumpelt. Warum auch immer hatte ich das Gefühl, dass Du ein Mädchen wirst. Dein Vater hat sich unglaublich gefreut, ich war erstmal etwas verhalten.
Denn während ich immer wusste, wie ich meine Töchter erziehen will, war ich mir gar nicht sicher, was ich einem Sohn mitgeben muss, damit er ein "richtiger Kerl" wird. Und damit meine ich nicht, dass ein "richtiger Kerl" Fußball spielen muss, sich mit Kumpels kloppt und am Moped rumschraubt. 
Es stellte mich vor die Frage: Was ist ein richtiger Kerl heute eigentlich? 
Ich kam zu der Erkenntnis, dass es vorallem darum geht, dass aus Dir ein richtig GUTER Kerl wird. 
Einer, der für sich und andere einsteht. Der weiß, was er vom Leben will, aber seine Mitmenschen nicht mit Ellenbogen zur Seite drängt. Der einfühlsam ist, Humor hat, Rücksicht nimmt, sich engagiert. Der Lust hat, die Welt zu entdecken. Der gerne auf Bäume klettert und mir beim Backen hilft. Der gerne lacht und fröhlich ist. 
Ich habe mich gefragt, ob ich wohl eine gute Jungs-Mutter werden würde. Was für ein Quatsch. Ich bin einfach Mutter. Und ich versuche, Dich und Deine Geschwister zu guten Menschen zu erziehen. 
Du bist für mich schon so ein guter Mensch. Du bist ein Sonnenschein, manchmal noch ein Kuschel-Baby, dann schon wieder ein ganz Großer. 
Du bist einzigartig, ich würde nichts an der Dir ändern. Du machst mich sehr glücklich und dankbar. 
Happy Birthday, mein Sohn. Ich liebe Dich!
—– Zum Weiterlesen:
-Der Tag, an dem das Söhnchen geboren wurde
-Plötzlich ist das Söhnchen ein Jahr alt
– Der zweite Geburtstag vom Söhnchen
 
Foto: www.lenimoretti.com
 
               
Happy Birthday! Katharinas Sohn wird heute 3! | STADT LAND MAMA
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24.11.2016 – ein Donnerstag. Schon in der Nacht wache ich mit Schmerzen auf, ich weiß, was diese Schmerzen bedeuten. Ich bin unruhig, laufe Runde um Runde um den Esstisch. Alles ist dunkel, es ist still. Zwischendurch lege ich mich immer wieder aufs Sofa. Noch zwei Tage bis zum errechneten Geburtstermin. Vorgestern sagte die Hebamme noch, dass es wohl noch etwas dauern wird. Ich bin mir sicher: Unser drittes Kind wird bald auf der Welt sein.



Gegen halb acht erwacht der Rest der Familie. Mein Mann frühstückt mit den Großen, bringt sie in die Kita. Ich ziehe mir die Schuhe an und will spazieren gehen. Alleine. Ich brauche Ruhe und will mich voll und ganz auf mich konzentrieren. Draußen hat es 15 Grad. Die Vögel zwitschern und die Sonne scheint. Ich bin so dankbar für dieses Wetter. Ich laufe und laufe durch die Natur, halte mein Gesicht in die Sonne und spreche mit meinem Baby.



Um 14 Uhr werden die Schmerzen so stark, dass wir ins Krankenhaus fahren. Ich kann nicht einschätzen, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist. Diese Geburt ist anders, als ich sie mit vorgestellt hatte. Von so vielen Seiten hatte ich gehört, dass die dritten Kinder praktisch „rausfallen.“ Dem kann ich nicht zustimmen. Im Krankenhaus dann eine leichte Enttäuschung. Muttermund bei 4 cm. Die Hebammen winken mich sofort in den Kreissaal durch. Drittes Kind, das sollte ja jetzt schnell gehen.



Tut es aber nicht. Die Schmerzen sind heftig, manchmal katapultieren sie mich irgendwo in eine Zwischenwelt. Aber dann gibt es wieder lange Pausen. Zu lange, das weiß ich. Ich werde weinerlich. Mir steckt die unruhige Nacht in den Knochen. Die Kraft geht aus. Ich will, dass es jetzt vorbei geht.



Um kurz vor 19 Uhr kommt unser drittes Kind auf die Welt. Unsere Tochter ist ganz blau, denn sie hat die Nabelschnur zwei mal um den Hals. Die Hebamme reagiert sofort, wir warten auf den ersten Schrei. Als er kommt, falle ich in mich zusammen. Vor Erschöpfung und Erleichterung.



Das erste Jahr war hammerhart. Unsere Kleinste war ein dünnes, ständig krankes Kind. Norovirus, mehrmals Hand-Mund-Fuß, stundenlanges Geschrei, Pseudo-Krupp-Anfälle So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Hieß es nicht, dass dritte Kind läuft einfach so nebenbei mit?! Mehrmals ist unsere Kleinste so krank, dass wir ins Krankenhaus müssen oder kurz vor der Einweisung stehen. Wir leiden alle mit.



Weil unsere Tochter so zart ist, entscheiden wir uns, sie nicht in die große Kita zu geben, sondern in eine kleine Tagesmutter-Gruppe. Die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Und ein Wendepunkt. Das erste Jahr haben wir geschafft, unsere Kleine wird stabiler, wir auch. Als Baby fremdelte sie viel, guckte nur skeptisch in die Welt – nun wird ihr Wesen weicher, sonniger.



Dann nochmal ein Rückschlag, plötzlich hinkt unsere Tochter. Die Ärzte stellen sie auf den Kopf, finden aber nichts. Das Hinken schränkt sie so ein, dass sie irgendwann nicht mehr laufen will. Wir machen uns über Wochen große Sorgen, keine leichte Zeit. So plötzlich wie das Hinken anfing, so plötzlich ist es auch wieder weg. Bis heute für alle ein Rätsel.



Im Jahr 2020 ist unsere Kleinste ein strohblonder Wirbelwind. Frech, schlau, verkuschelt, Mark-Forster-Fan. Sie kann Radfahren, darf alles viel früher als ihre Geschwister, von denen sie eh unglaublich profitiert. Neulich nahm sie einen Stift und schrieb einfach ihren Namen. Hä, woher kannst du das denn? „Ich fürchte, ich bin die Schlauste hier“, sagt sie cool. Der Rest der Familie bricht in schallendes Gelächter aus.



Sie ist und bleibt mein Baby, auch wenn sie längst keins mehr ist. Sie darf so viel bei uns im Bett schlafen, wie kein Kind zuvor. Wenn ich sie morgens aus dem Bett hebe und sie sich noch ganz warm an mich kuschelt, ist sie noch so winzig. Und das genieße ich. Dieses Mädchen hat mich viel weicher gemacht, dafür werde ich ihr immer dankbar sein.



Gestern morgen war sie zu müde zum frühstücken. Da sagte sie: „Mama, kannst du mich füttern?“ Und ich: „Bist du dafür nicht schon ein bisschen zu groß?“ Da sagte sie: „Wir könnten ausmachen: Du fütterst mich jetzt. Und ich füttere dich, wenn du alt bist.“



Du schlaues, tolles Mädchen. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Vier Jahre Du. Dich hat es in unserer Familie noch so gebraucht. Du bist wirklich der Kracher und wir alle lieben dich wie verrückt. Happy Birthday!



Foto: Lina Grün
               
Happy Birthday, Kleinste! Ein Rückblick auf die letzten vier Jahre
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Liebe Lisa,  ich würde mal sagen, das letzte Jahr war schon eins der krasseren in deinem Leben. Aber weisst du was? Du bist krasser. Denn obwohl du mehrmals an deine Grenzen gekommen bist und gesagt hast, dass du nicht mehr kannst, bist du immer noch da. Du stehst immer noch auf beiden Beinen, ihr seid alle gesund geblieben, ihr habt sehr viel miteinander geschafft in diesem Jahr. Die Kinder haben sich an das Homeschooling gewöhnt, du begleitest deine drei Teenies jeden Tag durch diese aufregende Phase ihres Lebens. Du bist für mich auch im letzten Jahr die zuverlässige, kreative und emphatische Freundin und Kollegin gewesen wie all die Jahre zuvor. Du, unsere täglichen Nachrichten und Telefonate, unsere gemeinsamen Projekte – all das hat mich oft durch emotionale Tiefs gerettet. Du bist für viele Menschen ein Anker, ein Herzensmensch, DER Grund, warum alles doch nicht so schlecht läuft.



Wie wichtig du bist und wie gut du dieses letzte Kack-Jahr gemeistert hast, darüber habe ich mir deiner Family gesprochen. Happy Birthday, meine Liebe. Lehn dich zurück und genieß einfach, was deine Liebsten über dich sagen. Sie haben diese Fragen für dich beantwortet:



Liebe Mama, am meisten gezofft haben wir uns im letzten Jahr über….



Sohn 2: … Über die Rangfolgen in der Familie: Wer ist der Bessere? Und auch ein bisschen um die Playstation.



Tochter:  … eigentlich hatte ich gar keinen Streit mit dir.



Sohn 1: …die Playstation natürlich.



 Am Schönsten war es mit Dir im letzten Jahr….



Sohn 2: … an Silvester. Weil wir endlich mal wieder Leute getroffen haben.



Tochter: …im Urlaub in Frankreich, weil alle einfach mal entspannt waren.



Sohn 1: … in Frankreich. Weil wir da einen Mega-Pool hatten.



Ich glaube, für dich war es das Schwerste im letzten Jahr:



Sohn 2: … es die ganze Zeit mit uns auszuhalten und nicht direkt auszurasten.



Tochter: …ganz klar HomeSchooling, und dazu auch noch keine Freunde sehen zu können.



Sohn 1: … der Lockdown und dass du plötzlich Lehrerin sein musstest.



Wenn Corona vorbei ist, will ich sofort mit dir….



Sohn 2: … in die USA reisen.



Tochter: …nach New York reisen, um zu shoppen.



Sohn 1: … nach Mallorca fliegen.



Ich finde, das hast du im letzten Jahr richtig gut hinbekommen:



Sohn 2: … Mutter sein!



Tochter: …wie du uns ausgehalten hast.



Sohn 1: … Erziehung!



Für das nächste Jahr wünsche ich dir….



Sohn 2: … Gesundheit, Friede Freude, Eierkuchen – mit Schokolade.



Tochter: ….dass Karneval stattfindet, du deine Freunde siehst, gesund bleibst, Glück hast und das Buch ein Erfolg wird. 



Sohn 1: … kein Corona!



Liebe Lisa, mich als deinen Mann hat im letztes Jahr  meisten beeindruckt …



… wie du ein ganzes Pandemie-Jahr lang den falschen Eindruck erwecken konntest, du hättest einen Stab an Mitarbeitern – für die Pflege des Blogs, das Schreiben eines Buchs, den Mathe-, Deutsch- und Chemie-Unterricht der Kinder, das Waschen der Wäsche, das Kochen zur Mittagszeit, die Vorbereitung eines Frankreich-Urlaubs und die Organisation eines Austauschjahres für die Tochter. Erst gegen Jahresende wurde mir klar, dass das alles von einer Person erledigt wurde: von dir!



Deinen nächsten Geburtstag feiern wir… 



Mann: .. absolut Corona-unkonform, also mit sehr vielen Menschen, ganz viel Nähe, Alkohol, ohne Sperrstunde und – auch wenn’s der Kölnerin schwerfällt – ohne Maskierung.



Liebste Lisa, ein Hoch auf dich und auf ein glückliches neues Lebensjahr!




               
Happy Birthday, Lisa! Hier schreiben dein Mann und deine Kinder |
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Mein Name ist Anna und als unser erstes Kind 4 Jahre alt war, wünschten mein Mann und ich uns ein zweites Kind. Ich wusste ja nicht, wie schnell es klappen würde – umso erstaunter war ich, als ich direkt im ersten Zyklus schwanger wurde. Wow, das war wirklich eine tolle Überraschung.



In der Nacht vor dem ersten Frauenarzt-Termin wachte ich plötzlich mit höllischen Schmerzen im rechten Unterbauch auf. Die Schmerzen waren sehr sehr stark und wehenartig. Ich ging auf die Toilette und sah, dass ich blutete. Ich dachte sofort an einen natürlichen Abgang. Da die Schmerzen einfach zu heftig waren, fuhr ich nachts noch ins Krankenhaus. 



Die Ärzte machten mir Mut, dass noch alles gut gehen könnte



Die Wartezeit dort war unerträglich. Ich hatte solche Angst und solche Schmerzen. Nach Stunden des Wartens wurde ich endlich untersucht. Der Ultraschall zeigte nichts Ungewöhnliches und der HCG – Wert lag bei über 500. Ich bekam ein Schmerzmittel und mir wurde gesagt, dass noch alles möglich sei und es auch noch eine normale Schwangerschaft werden könnte. Ich solle einfach am nächsten Tag nochmal zum Frauenarzt.



Dort war ich am nächsten Tag auch und der Frauenarzt wollte mich auch beruhigen. Aber ich fühlte mich nicht gut aufgehoben und fuhr wieder in die gynäkologischen Ambulanz ins Krankenhaus. Es folgten wieder stundenlanges Warten, HCG – Wert Kontrollen, Ungewissheit. Plötzlich stand das Wort „Eileiterschwangerschaft“ im Raum –  aber keiner wollte sich festlegen. Und so fuhr ich wieder nach Hause.



Dann war klar: Etwas stimmt wirklich nicht 



Nachts bekam ich wieder starke Schmerzen, weshalb ich am nächsten Morgen wieder ins Krankenhaus fuhr. Dort dann der Schock beim Ultraschall: Es gab eine Einblutung am rechten Eileiter. Meine Hoffnung, diese Schwangerschaft würde in einem natürlichen Abgang enden, war nun vom Tisch. Die Ärzte sagten, dass irgendwas nicht stimme und man „nachschauen“ müsse.



Völlig verunsichert und voller Angst entschied ich mich für die OP noch am selben Tag. Ich bekam eine Bauchspiegelung und eine Ausschabung  – am nächsten Tag dann die Diagnose Eileiterschwangerschaft am rechten Eileiter. Mein HCG-Wert war zum Glück gesunken, so dass ich nach Hause durfte. Allerdings war die Voraussetzung, dass ich weiterhin zur HCG-Kontrolle zu meinem Frauenarzt gehe. Ich wollte einfach mit dem Thema abschließen und konnte es kaum erwarten, bis der HCG-Wert endgültig unter der Nachweisgrenze liegt. 



Am nächsten Tag dann der nächste Schock: Als ich wieder in der Praxis anrief, um nach meinem HCG-Wert zu fragen, bekam ich die Nachricht, dass er leicht gestiegen sei. Ich war fix und fertig, denn das hieß, dass ich weiterhin Schwangerschaftsgewebe in mir trug und es sind noch Reste in meinem Eileiter waren.



Ein paar Tage später kamen die Schmerzen zurück und ich musste wieder in die Notaufnahme. Die Ärzte überlegten, mir ein Medikament zu geben, damit die Schwangerschaftsreste absterben – das hätte aber auch bedeutet, dass ich bis zu einem Jahr warten sollte, wieder schwanger zu werden. Für mich unvorstellbar.



Glücklicherweise gingen die Schmerzen dann zurück und auch der HCG-Wert sank. Ich war mittlerweile psychisch echt angeschlagen, konnte aber endlich damit abschließen.



Unser Kinderwunsch blieb aber stark und nach ein paar Monaten probierten wir es erneut. Es klappte wieder ganz schnell – und mittlerweile halte ich unser zweites Kind im Arm. Ich bin so dankbar und erleichtert, dass diesmal alles gut gegangen ist. Ich will mit meiner Geschichte allen Frauen Mut machen, dass es auch nach so einer Vorgeschichte gut ausgehen kann. Viele Grüße an Euch alle!



Foto: Pixabay
               
Happy End: Nach einer Eileiterschwangerschaft bekam ich noch ein Baby |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/happy-halloween-grusel-accessoires-und-kleidung-fuer-die-ganze-familie
         Ihr Lieben, irgendwie ist es wirklich so. Auch in Deutschland kommt man – wenn man Kinder hat, um Halloween nicht mehr drumherum. Und weil wir uns selbst so schwer getan haben, für die ganze Familie Grusel-Accessoires zu finden, haben wir Euch hier einmal einige aufgelistet, die wir ganz cool fanden. Und hier kommen sie, unsere Halloween-Entdeckungen:
Für die ganze Familie

Handschuhe, die im Dunkeln leuchten und die auch nach der Halloween-Party noch durch den Winter zu gebrauchen sind.
 
Für den WauWau

Eine Hundebox in Hai-Optik für den Hund – nicht nur zu Halloween ein Hingucker.
Für die Wohnung

Supersüße und günstige schwarz-lila Fledermäuse zur Deko.
Für das Baby

Plüsche-Spinnen-Kostüm für Babys. Sweeet!
Für den Vater

Wenn sich Papa als haariger Verwandter oder Yeti verkleiden will.
Für die Damen

Spinnen-Ohrring. Das Tier kriecht quasi duchs Ohrloch.
Für die Mama

Damen-Halloween-Kostüm in schwarz mit Flügeln.
Für die Jungs

Fluoreszierende Gebisse, die im Dunkeln leuchten
Für die Mädchen

Spinnen-Haarreif für die Mama.
 
Kurzer Transpanrenz-Hinweis: Dieser Post ist kein bezahlter Post, dh wir bekommen kein Geld von den Firmen, die wir hier vorstellen. Die Links führen allerdings zu Amazon und sind so genannte Affiliate Links. Das heißt: Falls ihr einen der Links klickt und etwas kauft, bekommen wir eine Provision in Höhe von einigen Cents. Für Euch ändert sich aber nichts, außer dass ihr uns damit eine kleine Freude macht 🙂
Aufmacherfoto: pixabay
               
Happy Halloween: Grusel-Accessoires und Kleidung für die ganze Familie | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hautpflege-und-sonnenschutz-bei-kindern-interview-mit-elsa-devillechabrolle-von-la-roche-posay
         Ihr Lieben, die Sonne scheint in diesem Sommer relativ heftig, da fragen wir uns natürlich wie viele andere Eltern auch: Wie kann ich die Haut meines Kindes richtig schützen? Was kann ich falsch, was richtig machen? Wir haben Elsa Devillechabrolle, die Schulungsleitung von La Roche-Posay nach Tipps und Tricks gefragt.
Frau Devillechabrolle, ab wann braucht mein Kind überhaupt Sonnenschutz?
Babys kommen mit einer sehr dünnen Haut zur Welt und die natürlichen Schutzmechanismen der Haut sind noch nicht vollständig ausgebildet. Daher sind sie sehr empfindlich, was Sonnenschutz angeht. Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, deshalb müssen sie immer geschützt bleiben. Babys und Kleinkinder sollten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden und immer mit einem Hut, Sonnenbrille und T-Shirt geschützt werden.
Allgemein ist es wichtig, darauf zu achten für die jeweiligen Altersgruppen passende Sonnenschutzprodukte zu verwenden. Für Babys ab schon sechs Monaten bieten wir Anthelios Sonnenschutzprodukte , etwa den ANTHELIOS Sonnenschutz BABY MILCH LSF 50+ für die indirekte Sonneinstrahlung an. Für Kinder ab drei Jahren, die sehr gerne in der Sonne spielen, bieten wir natürlich auch entsprechend geeignete Sonnenschutzprodukte an.

Muss der ganze Körper eingecremt werden oder nur die Stellen, die wirklich mit der direkten Sonneneinstrahlung in Kontakt kommen?
Im Schatten ist die Strahlung natürlich nicht so stark, aber es kommt trotzdem die Hälfte des direkten Sonnenlichts auf die Haut. Reflektion durch Wasser und Sand kommen auch im Schatten auf die Haut. Die Haut hat von Grund auf eine sogenannte „Eigenschutzzeit“. Das bedeutet, dass man in dieser Zeitspanne in die Sonne gehen kann ohne Rötungen zu bekommen. Diese „Eigenschutzzeit“ ist abhängig vom Hauttyp, von der Jahreszeit, von der Uhrzeit und vom Ort. Sobald diese „Eigenschutzzeit“ verbraucht ist, bekommt man einen Sonnenbrand, egal ob man am Strand liegt oder im Schatten ist. Daher ist es wichtig immer den ganzen Körper einzucremen.
Wie oft muss am Tag nachgecremt werden?
Pro Körperteil (1 Bein, 1 Arm, Bauch, Rücken…) braucht man 2 Fingerbreit Creme. Hier gilt das Motto „besser zu viel als zu wenig“. Der Sonnenschutz sollte alle zwei Stunden erneuert werden, vor allem nach dem Baden, wenn man schwitzt und nach dem Abtrocknen. Schwer zu erreichende Partien wie der Rücken und an der Kleidung entlang und empfindlichen Hautpartien wie Ohren, Nase und Lippen nicht vergessen.
Welcher Lichtschutzfaktor eignet sich denn für welches Kind?
Da Kinder keine komplett ausgebildeten Schutzmechanismen haben, empfehlen wir den maximalen Schutz von 50+. Sie haben ja auch eine Creme extra für Kinder mit Sonnen-Allergie.
Was ist denn eigentlich eine Sonnenallergie, wie entsteht sie?
Eine Sonnenallergie wird überwiegend durch die UVA-Strahlen ausgelöst. Sie äußert sich in Hautausschlägen wie Rötungen oder Bläschen. Da ist es extrem wichtig, ein Sonnenschutzprodukt mit einem sehr hohen UVA-Schutz zu verwenden.

Was, wenn mein Kind doch versehentlich mal einen Sonnenbrand bekommt? Wie schlimm ist das? 
Unsere Haut ist für eine kurze Zeit in der Lage, die UV-Strahlen ohne sichtbare Schäden auszuhalten. Nach dieser sogenannten Eigenschutzzeit bekommt man einen Sonnenbrand und weitere nicht sofort sichtbare Folgen. Nach neueren Erkenntnissen ist außerdem davon auszugehen, dass nicht nur Sonnenbrand die Haut langfristig schädigt. Die Gefahr der UVA-Strahlen ist nicht sofort spürbar und wird oft unterschätzt.
Besonders bei Kindern sollte man Sonnenbrand vermeiden, da die Haut noch nicht ganz in der Lage ist sich selbst zu schützen. Jeder Sonnenbrand im Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken: die Haut erinnert sich an alle Schäden!
Was kann im Falle eines Sonnenbrandes Abhilfe verschaffen? Auch für uns Erwachsene?
Bei den ersten Anzeichen von Sonnenbrand sollte die Sonne gemieden werden. Egal ob bei Kindern oder bei Erwachsenen sollte man die Haut mit einem effizienten Produkt wie dem Posthelios Hydra-Gel von La Roche-Posay kühlen. Zusätzlich viel trinken, damit die Haut sich selbst regenerieren kann!
Manchmal hat man das Gefühl, die Sonne wird uns Eltern ganz schön verteufelt, immer wird von ihrer Gefahr ausgegangen. Machen wir uns da zu viele Sorgen?
Aber UV-Strahlen sind für uns Menschen lebensnotwendig: Vitamin D wird erzeugt, die Wärme tut uns gut und hilft Depressionen zu bekämpfen und beugen Rachitis vor. Mit dem richtigen Verhalten in der Sonne können wir die Sonne ganz gut genießen.
               
Hautpflege und Sonnenschutz bei Kindern: Interview mit Elsa Devillechabrolle von La Roche-Posay | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/heimlich-verliebt-ich-kann-meine-erste-grosse-liebe-nicht-vergessen
       
Mein Name ist Samantha, ich bin seit 13 Jahren mit meinem Mann zusammen, 10 davon verheiratet. Wir haben drei Kinder und er ist ein sehr guter Vater. Wir verstehen uns sehr gut, wir sind ein richtig gutes Team und auch sexuell läuft es bei uns nach all den Jahren noch gut.



Vor meinem Mann war ich mit einem anderen Mann zusammen. Und diese Beziehung war wie von einem anderen Stern. Als wir uns kennenlernten, sprühten die Funken. Schon die erste Begrüßung haute mich um. Der Handschlag war wie ein Blitz durch meinen ganzen Körper, noch heute weiß ich, wie er damals roch. Wir waren 3 Jahre zusammen, dann kam ein Umzug und wir verloren uns aus den Augen.



Vor einiger Zeit hat mich dieser Mann durch Facebook wieder gefunden. Als ich seine Zeilen las, war das sofort das Gefühl von früher und eine tiefe tiefe Sehnsucht in meinem Herzen. Ich hatte ihn all die Jahre nie vergessen und war total durcheinander.



Und dann kam das Wiedersehen



Wir haben uns getroffen und alles fühlte sich an wie früher. Wir sind beide verheiratet, haben beide Familien und wussten, dass wir wohl nie wieder zusammen sein werden. Und dennoch ist das eine tiefe Verbindung zwischen uns. Er ist meine erste große Liebe und wird es auch immer bleiben.



Ich liebe meinen Mann, aber der andere Mann ist etwas ganz Besonderes für mich. Wir schreiben ab und zu Nachrichten, die mich absolut umhauen. Nachrichten, die voller Traurigkeit sind und Sehnsucht.



Mein Mann und meine Kinder haben es verdient, dass ich ganz bei ihnen bin, aber ein Teil von mir ist bei dem anderen Mann. Ich kann es einfach nicht abstellen, obwohl ich es will.



Gibt es hier Frauen, die Ähnliches erlebt haben? Wie ging es Euch damit? Ich freue mich über Austausch.
               
Heimlich verliebt: Ich kann meine erste große Liebe nicht vergessen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/helme-heine-wird-80-drei-fragen-an-den-autor-des-kinderbuch-klassikers-freunde-mit-gewinnspiel
       
Ihr Lieben, genau heute an Ostersonntag wird der Autor des Kinderbuch-Klassikers „Freunde“, das mich schon durch meine eigene Kindheit begleitete, 80 Jahre alt. Wir gratulieren dem Granden der Kinderliteratur und danken ihm von Herzen für sein Werk! Mit seinen Kinderbüchern hat er einfach über Jahrzehnte hinweg Klassiker-Status erreicht.



80 Jahre Helme Heine: Der Autor von „Freunde“ hat Geburtstag



Und ganz besonders die drei Freunde aus Mullewapp begleiten auch heute noch viele kleine und große Leserinnen: Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar. Finger hoch, wer die Drei auch noch von früher kennt! Hach, herrliche Kindheitserinnerungen!



Helme Heine: Freunde



Wir sind ein bisschen ehrfürchtig, dass wir Helme Heine anlässlich seines Geburtstages nun einfach mal drei Fragen stellen durften. Immerhin hat er nicht nur uns durch die Kindheit begleitet, sondern seine Bücher millionenfach verkauft. Sie wurde in 35 Sprachen übersetzt, außerdem konnte er sich vor Preisen und Auszeichnungen wie dem „Europäischen Jugendbuchpreis“ oder dem „Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur“ kaum retten.



Lieber Herr Heine, hätten Sie je damit gerechnet, mit Ihrem Buch „Freunde“ eine ganze Generation von Kindern zu erfreuen?



Helme Heine: Jeder Autor träumt davon, einen Bestseller zu schreiben, der aber ein paar Jahre später eh wieder in Vergessenheit gerät, weil neue Bestseller kommen und gehen. Die FREUNDE haben es geschafft, zum Klassiker zu avancieren. Sie werden mich überleben.



Wie haben Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar Ihr Leben geprägt?



Helme Heine: Sie haben mir die finanzielle Freiheit geschenkt, neue eigene Wege zu gehen.



Wie würden die drei Freunde aus Mullewapp auf die aktuelle Lage für Kinder reagieren?



Helme Heine: Johnny stellt sich das Corona-Virus wie kleine Katzen vor, die man nicht sehen kann, die aber trotzdem gefährlich sind.



Der dicke Waldemar hat keine Angst vor Corona, weil das Virus Schweine nicht mag. Er fürchtet sich eher vor der Maul- und Klauenseuche und würde deshalb eine Maske tragen.



Franz von Hahn würde sich eine neue Schlafstange im Abstand von zwei Metern bauen, denn weiter kann das Virus nicht springen.



Wir danken Ihnen, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben!



Und nun hat sich der Verlag aus Anlass des Geburtstags von Helme Heine auch noch etwas ganz Besonderes überlegt, nämlich eine limitierte Sonderausgabe von „Freunde“.



Gewinnspiel: Wir verlosen 3x die Werkstattausgabe von „Freunde“



In dieser so genannten Werkstattausgabe der „Freunde“ erzählt der Autor von der Entstehung der Figuren und gibt Einblicke in seinen Schaffensprozess. Außerdem befindet sich darin ein Druck einer bislang unveröffentlichten Illustration von Hahn, Maus und Schweinchen. Und wir dürfen an euch drei (!) dieser Ausgaben verlosen.



Bitte schreibt uns dafür einfach hier im Blog in die Kommentare, was FREUNDE für euch bedeuten. Die Losfee zieht die Gewinner und diese werden schließlich per Mail informiert. Wir drücken euch die Daumen und wünschen euch noch einen wundervollen Oster-Sonntag!
               
Helme Heine wird 80: Interview mit dem Autor des Kinderbuchs "Freunde"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/herbstspaziergang-warum-es-fuer-unsere-kinder-manchmal-ausnahmen-von-der-regel-gibt-kooperation-mit-capri-sun
         Ihr Lieben, es lässt sich nicht mehr verleugnen. Es ist Herbst, die Bäume lassen ihre Blätter fallen und der Wald ist wieder bunt – in Gelb-, Braun- und Orangetönen. Es ist die Zeit der warmen Getränke und der Einkuschelei auf dem Sofa. Mit Kindern lässt sich auf diese Weise aber kein ganzer Tag verbringen, wenn unsere Drei sich nicht genügend bewegen, dann gerät hier schnell der Haussegen ins Wanken. Wie aber kann ich sie davon überzeugen, nach einem anstrengenden Tag in der Schule nochmal mit mir rauszugehen, ein bisschen zu rennen und frische Luft zu atmen?

„Kommt, Kinder, wir schnappen uns die Hunde und laufen noch eine Runde“, versuche ich es. „Nöö, langweilig“, hallt es mir entgegen. Landkindern, die den Wald vor der Nase haben, zu bitten, „einfach mal ne Runde zu gehen“, das zieht bei uns irgendwie schon länger nicht mehr. Und ich kann ja nicht täglich eine Schnitzeljagd organisieren. Also setzen wir andere kleine Highlights. „Komm der Boden ist matschig, lasst uns auf Tierfährtensuche gehen.“ Naja, das zog zumindest einmal. Was aber komischerweise meist ganz gut klappt ist der Vorschlag eines Picknicks. „Kommt, ich pack ein paar Überraschungen in den Rucksack, dann machen wir zwischendurch eine kleine Rast und stärken uns. Ähm, muss ja auch keine lange Runde sein…“, versuche ich es und ernte ein: „Na guuuuuuuuuuut.“

In der Fantasie stecke ich dann ein paar Äpfel und ein paar Trauben ein, in Wahrheit sieht das aber natürlich ganz anders aus. Da dürfen dann auch mal ein paar nicht-obstige Knabber-Snacks mit – und diesmal auch einige Trinkpacks von Capri-Sun Pure Fruit & Water. Die hatten wir noch nie, was auch kein Wunder ist, denn sie sind ganz neu! Sie kommen mit 60 Prozent Fruchtsaft und 40 Prozent Wasser ohne Kohlensäure daher – und das ganz ohne Zuckerzusatz! Klingt doch gut, oder? Bislang gibt es sie in zwei Geschmacksrichtungen: Tropical und Apfel-Erdbeere. Bei uns gibt es sonst nur sehr selten Trinkpäckchen, also sind sie ein ganz wunderbares Überraschungselement für den kleinen Spaziergang, den wir an diesem Nachmittag anvisieren.

Die Jungs holen die Hunde, jeder nimmt einen an die Leine. Die Große ist verabredet, an diesem Nachmittag also gar nicht dabei. Die Sonne steht schon tief, lässt aber noch einige Strahlen durch. Und ich sehe die Jungs, den einen mit Rucksack, vor mir hermarschieren und denke mal wieder: Wie gut ihnen das tut. Wie schwer es ist, sie von so einem Spaziergang zu überzeugen, aber wie schön es dann auch wiederum ist, zu sehen, wie viel Spaß sie daran haben. Wir gehen vorbei an einer Schafswiese. Wir lassen die Hunde schnuppern, einer der Jungs klettert auf den Hochsitz.

Schließlich kommen wir an einen kleinen Holzplatz, wo sie für eine kleine Rast auf einen ausrangierten Anhänger klettern wollen. Leider rutscht einer der Jungs ab und schreit. Ein fieser blauer Fleck am Schienbein. Ich tröste kurz und helfe ihm dann beim Aufstieg. Oben dürfen sie dann den Rucksack plündern, sie trinken und essen mit Blick ins Tal. Und, oh Wunder, sie mögen vor allem die Apfel-Erdbeer-Capri-Sun, während für mich als Maracuja-Liebhaberin dafür mehr von der Tropical-Sorte übrig bleibt. Es ist ein schöner Ausflug und gerade weil wir sonst keine Trinkpäckchen dabei haben, war das nochmal ein i-Tüpfelchen. Denn was ist schöner, als uns ab und zu mal Ausnahmen von der Regel zu erlauben? 
Und das war übrigens der Blick auf dem Rückweg….

               
Herbstspaziergang: Warum es für unsere Kinder manchmal Ausnahmen von der Regel gibt – Kooperation mit Capri-Sun | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/herzgeschichte-wie-wir-unsere-zwillinge-einmal-trennten-und-sie-sich-vermissten
         Ihr Lieben, dieser Text erschien urpsrünglich im Blog Nusenblaten, in dem wir den Kindern die Namen Franz, Helene und Paul gaben.
"Ich weiß noch, damals, da hatten wir einen Erpel-Überschuss auf unserem Ententeich und die armen zwei übrig gebliebenen und nicht vom Fuchs geholten Weibchen mussten sich täglich der Erpel-Meute stellen. Bald hatten sie keine Federn mehr und ich, noch Kind, und meine Mutter errichteten ein Enten-Frauenhaus, in das wir die zwei Entchen in Kur schickten. Sie hatten ein feines Außengehege, die Erpel kamen nicht mehr an sie ran. Getrennte Haltung.
Getrennte Haltung braucht es bisweilen auch bei Kindern, besonders wenn man mehrere davon hat. Und darum beschlossen wir, dass Franz mal ein Papawochenende gebrauchen könnte. Die beiden fuhren am Freitag Richtung Westfalen, ich blieb mit Helene und Paul zu Hause. Die Zwillinge, das muss man hinzufügen, bewegen sich zum größten Teil auf einem einzigen Quadratmeter. Sie spielen und sie streiten. Man trifft sie meist gemeinsam an. Und weil das Streiten in letzter Zeit erheblich Überhand nahm, dachten wir: Getrennte Haltung könnte gut tun.
Es war ein tolles Wochenende. Für alle! Paul, Helene und ich hatten schließlich sturmfrei, gingen Freitagabend ins Kino, Montagmorgen zum Nikolausfrühstück zu Freunden, nachmittags zur Feier in den Reitstall, abends zum Essen zu Verwandten und so weiter. Ereignisreich, streitarm. Helene und Paul gerieten nicht einmal aneinander. Herrlich für mich, herrlich für Paul, herrlich auch für Helene, die die Streitereien der Jungs genauso wenig leiden kann wie ich. Sie fragte dann auch: Mama, können wir nicht öfter so ein Wochenende machen?
Derweil spielte Franz bei Oma Westfalen, der Papa konnte Zeitung lesen, der Sohn Lego bauen, keiner schmiss ihm seine Türme um oder noch schlimmer: baute einen höheren. Dieser ständige Vergleich. Er sprach besser und langsamer als sonst, er war ausgeglichen und man erkannte ihn kaum wieder. Die Oma glücklich, weil sie nicht den Streithahn von sonst, sondern ein lammfrommes Bürschchen da hatte, Franz glücklich, weil ausgeglichen, Papa sowieso.
Das war aber nicht alles. Denn Franz und Paul, so sehr sie die Streit- und Vergleichsabstinenz genossen, vermissten sich. Und wie! Abends gab es Tränen. “Ich kann nicht schlafen, ohne meinen Bruder. So was machen wir aber nicht wieder.” Es war herzerwärmend. Am Samstag morgen hielt Paul es dann nicht mehr aus (am Tag zuvor war sein Bruder abgereist), er wollte ihm eine SMS schreiben. Ich erlaubte das und war gespannt.
Er geht seit August zur Schule. Er lernt mit der Schreiben-nach-Hören-Methode. Und er schrieb:
“Franz. Es. Femesedes”"
 
 
               
Herzgeschichte: Wie wir unsere Zwillinge einmal trennten und sie sich vermissten | STADT LAND MAMA
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Mein liebes Töchterlein, heut wirst du 14. Manchmal beginnen zu dieser Zeit gerade erst die Sommerferien, in diesem Jahr liegt dein Geburtstag mittendrin. Viele deiner Freunde und Freundinnen sind verreist und trotzdem weiß ich von einigen, dass sie bereits im Hintergrund Überraschungen für dich organisieren.



Und was kann es für eine Mutter Schöneres geben, als zu sehen, wie gut du da eingebettet bist, wie groß das Netz ist, das dich hält und wie viel größer es wird durch all die Erfahrungen, die du machst, die Abenteuer, die du erlebst, wie sehr du gemocht wirst?!



Als deine Fruchtblase vor 14 Jahren platzte, da tobte in Berlin, wo wir damals noch lebten, grad die Loveparade durch die Stadt. Mein Vater war zu Besuch zu uns gekommen und vor lauter Geburtsanfangsschreck fuhr er dann an die Siegessäule, um sich die Raver anzuschauen, vermutlich, um zu verarbeiten, dass sein kleines Töchterchen jetzt ein Töchterchen, sein erstes Enkelchen, zur Welt bringen würde.



Es war ein Samstag, an dem alles losging. Du kamst dann um kurz nach 0 Uhr, ein Sonntagskind…



Dein Papa arbeitete an dem Tag, ich rief ihn an, dass es jetzt wohl losgehe. Am eigentlich errechneten Geburtstermin am Tag zurvor hatte ich noch geweint, weil du einfach nicht kamst. Wie bestellt und nicht abgeholt, äh, nicht angekommen.



Ich freute mich doch soooo auf dich, ich wollte dich so gern kennenlernen, gucken, wie du aussiehst, schnuppern, wie du riechst, welche Stimme du wohl haben würdest?



Am Tag drauf dann also endlich der Geburtsbeginn. Regelmäßige Wehen, Blasensprung zu Hause. Dein Vater, der nach meinem Anruf erstmal noch seinen Text zu Ende schreiben wollte, bis eine Kollegin sagte: „Fährst du wohl mal nach Hause, du kriegst jetzt ein Kind!“ Wir gingen dann in den Wehen noch Pizza essen in Prenzlauer Berg, Außenterrasse, nach jedem Bissen erstmal atmen, wegatmen, so weit war es da schon.



Gegen 17 Uhr dann ins Geburtshaus. Oder war es 19 Uhr? Zeit und Raum verschwammen, am besten ging es mir in der Geburtswanne, meine Hebamme am Rand und Händchen drücken. Dann Geburtsstillstand, anderthalb Stunden Presswehen ohne Kind, Krankenwagen, Klinik, Vollnarkose. Du warst ein Sternengucker im hohen Geradstand.



Kurz nach Mitternacht warst du da. Schon angezogen, als ich dich das erste Mal im Arm hielt. „Ist sie das?“, fragte ich nach dem Aufwachen aus der Narkose. Und ja, das war sie. Das warst du.



Ein Baby, das läuft.



Du sahst aus wie dein Papa, was ich erstmal ganz schön frech fand, schließlich hatte doch ICH all die Mühen von Schwangerschaft und Geburt auf mich genommen 😉



Du hattest diesen heißen WM-Sommer in meinem Bauch verbracht, die Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land, euphorische Stimmung. Eine Woche nach dem Finale kamst DU. Diesen Sommer werde ich nie vergessen.Mit elf Monaten lerntest du laufen, mit 16 Monaten Laufrad fahren, aber da warst du nicht mehr zu halten.



Als du anderthalb warst, teilte mir der Gynäkologe mit, dass du wohl gleich zwei Geschwisterchen bekommen würdest. Ich sagte, wenn die genauso viel schreien wie du am Anfang, zieh ich aus (über diese Zeit berichte ich ausführlich in unserem Buch Wow Mom, da gibt es auch ehrliche Fotos aus der Zeit). Und sie schrien nicht so viel.



Als kurz nach der Geburt der beiden dein Papa mal nach der Arbeit nach Hause kam und eine Tüte Tiefkühlpommes auf dem Arm trug, meintest du aber bestimmt: „Bitte nicht noch mehr Babys“. Du wusstest schon immer, was du wolltest, du Wahnsinnsfrau.







Heute vor zehn Jahren, zu deinem vierten Geburtstag, bekamst du ein Mini-Einrad. Abenteuer, ausprobieren, Geschwindigkeit waren schon immer dein Ding. Du hast keine Lust auf Langeweile, du willst etwas erleben, du willst laut lachen und das Leben mit großen Löffeln zu dir nehmen.



Jetzt bist du 14. Willst dein eigenes Ding machen, teilst längst nicht mehr alle Erfahrungen mit uns, fährst allein mit den Mädels nach Köln und regelst dein Leben quasi selbstständig. Du richtest dein Zimmer ein, baust es um, machst es dir schön und entwickelst dich dabei fast von allein weiter. Immer öfter suchen wir deinen Rat, nicht mehr du unseren. Du hast eine unfassbare Auffassungsgabe und so viel Empathie, dass du sofort merkst, wenn die Stimmung kippt oder jemand getröstet werden muss.



Erziehen mussten wir dich eigentlich nie, du bist ein Organisationstalent und ein Kindermagnet, mittlerweile so groß wie ich… wohin du wohl noch willst… ich bin gespannt und könnte dankbarer nicht sein, deine Mama sein zu dürfen…



Happy birthday, meine Große!
               
Herzlichen Glückwunsch zum 14. Geburtstag, Tochterherz! | STADT LAND MAMA
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        Kennt Ihr diese Tage, an denen Ihr um 10 Uhr schon denkt: "Ach, eigentlich könnte ich jetzt auch schon wieder ins Bett!"? So ein Morgen war bei uns gestern. Irgendwie war der Wurm drin. Es fing schon nachts an. Die Kleinste hat (MAL WIEDER!!!!) eine Rotznase und deshalb schlecht Luft bekommen. Sie ist mehrmals nachts weinend aufgewacht, irgendwann lag sie auf meiner Brust und ich habe im Sitzen geschlafen. Weil die Nacht so unruhig war, war die Kleine dann auch nicht wie üblich um sechs wach – sondern erst um sieben. Und auch der Rest der Familie hat so lange geschlafen – was natürlich desatröse Folgen hatte 🙂
Denn statt gemütlichem Frühstück gab es von Sekunde 1 die Ansage: "Heute muss es schnell gehen! Wir haben verschlafen."
Während ich die Müslischalen vorbereitete, piepste mein Handy. Erinnerung an den U6 Termin der Kleinsten um 9.15 Uhr. Ach Du Scheisse, hatte ich ja total vergessen. Also schnell noch das Vorsorgeheft und den Impfpass suchen. Dazwischen immer mal wieder: "Kinder, futtert mal schnell alles auf, wir müssen bald los." 
Das Handy piepste wieder. Mail vom Elternvertreter der Schulklasse meiner Tochter. Heute würde ja die Projektwoche starten. Daher kein Schulranzen, sondern nur ein Rucksack, Federmäppchen, Bastelzeug, Brotbox, Hausaufgabenheft mitnehmen.
Kreisch-Punkt 1: Ich hatte die Bastelutensilien nicht alle besorgt.
Kreisch-Punkt 2: Die Große hatte keinen Rucksack mehr, ihrer ist vor zwei Wochen kaputt gegangen, ich habe allerdings schon einen Neuen gekauft, den sie aber erst zu ihrem Geburtstag Mitte Dezember kriegen sollte. Also schnappte ich mir den Rucksack vom Sohn, der ist aber ganz schön klein (Kindergarten-Rucksack halt), da passte das ganze Zeug nicht rein. Also: Hurra Hurra, es gab ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk – zur Freude der Großen, ich ärgerte mich schwarz. 
Beim Anziehen wollte mein Sohn unbedingt die dicken Skihandschuhe anziehen, die letztes Jahr noch seiner Schwester gehörten und die eigentlich noch nicht bereit ist, sie weiter zu vererben. Es folgte also ein Grundsatz-Streit der Geschwister zu dem Thema "Das ist aber meeeeeeeeeeinssssss."
Die Große fand ihren Schal nicht, die Kleine aß die Staubflusen vom Boden. Als ich sie endlich im Winteranzug hatte, roch ich, dass die Windel voll ist. Ein Blick auf die Uhr: Das wird alles verdammt knappt. 
Alle rannten zum Auto. Kaum saßen wir drin, fiel mir ein, dass ich die Blumen für die Kita in der Küche vergessen habe. Und das Untersuchungs-Heft der Kleinen. Also ich wieder raus aus dem Auto, um beides zu holen. Die Kids drehten derweil Radio Teddy so laut, dass die ganze Straße wach war. 
Zurück im Auto. An der ersten Ampel dachte ich: Das gibts doch nicht. Ich hab zwar das Untersuchungsheft geholt, aber die Blumen hab ich erneut stehen lassen. 
Eine Vollbremsung vor der Schule. die Große knutschen und verabschieden. Dann weiter zur Kita, dem Sohn war inzwischen auch aufgefallen, dass ich die Blumen vergessen habe und schmollte. Und sagte, dass ich eine voll fiese Mama bin. Danke auch. 
Söhnchen abgeben, Baby wieder ins Auto – da sah ich, dass im Fußraum noch ein Paket lag, das ich seit Tagen wegbringen will. Neben dem Kinderarzt ist eine Poststation, also ging ich dort noch schnell rein und traf leider auf eine unfassbar unfreundliche Servicekraft. Sie schrie mich doch tatsächlich an, weil ich den Laden betrat, obwohl es erst 8.59 Uhr war und nicht 9.Uhr (die Tür war aber schon aufgeschlossen?!?). Obwohl ich versuche, meinen Ärger wegzuatmen, habe ich mich auf eine Diskussion eingelassen und ihr gesagt, dass ich ihren Ton unangemessen finde – worauf sie noch unverschämter wurde. Manchmal nervt Berlin mit seiner Unfreundlichkeit…
Wütend verließ ich den Laden und steuerte auf den Kinderarzt zu. Da ich noch zehn Minuten Zeit hatte, holte ich mir noch einen Kaffee im Cafe nebenan. Während ich wartete, sah ich, dass die Kleine in der Trage pennt. Ich nahm meinen Kaffee, setzte mich kurz, ein Blick auf die Uhr: 9.22 Uhr. Und ich dachte: "Hach, was freue ich mich heute abend auf mein Bett :.-)" 
Nach dem Kinderarzt Termin rief ich dann meinen Mann, der gerade auf Dienstreise ist erzählte ihm von dem Morgen. Als ich es so hintereinander her erzählte, lachten wir beide und er sagte: "Das kannst Du gut verbloggen." Kluger Mann, den ich da hab 🙂
 
               
Hilfe - so ein Chaos! Ein fast normaler Morgen bei der Stadt-Familie | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hilferuf-einer-mutter-ich-kann-die-kinder-nicht-bei-schnupfen-zu-hause-lassen
       
Ihr Lieben, in den letzten Tagen haben  wir vermehrt Nachrichten bekommen, dass die Betreuungszeiten der Kitas und Schulen viele Mütter weiterhin vor ein riesige Problem stellen – und vielen von Euch ist jetzt schon Angst und Bange davor, wie im Herbst alles laufen soll. Eine Leserin – nennen wir sie einfach mal Agnes – hat uns diesen Brief weitergeleitet, den sie auch an den Ministerpräsidenten ihres Bundeslandes geschickt hat….



Sehr geehrter Vertreterinnen und Vertreter unseres Landes:



dies ist ein Hilferuf! Ich bin völlig am Ende und bitte Sie eindringlich: sorgen Sie dafür, dass wir in NRW wieder eine verlässliche Kinderbetreuung bekommen! Eine Betreuung, die auch tatsächlich genutzt werden kann und keine, die nur in der Theorie auf dem Papier besteht!



Ich bin alleinerziehende Mutter dreier kleiner Kinder, 3 Jahre, 5 Jahre und 8 Jahre alt, und nahezu voll berufstätig. Ich arbeite in einem Beruf, den ich im Home-office ausüben kann, der jedoch höchste Konzentration verlangt.



Dass die jetzige Pandemie eine nie da gewesene Ausnahmesituation ist und Sie als Politiker vor allergrößte Herausforderungen stellt, ist mir sehr bewusst. Großen Respekt für Ihre Arbeit in diesen schwierigen Zeiten! Wofür ich aber überhaupt kein Verständnis habe ist, dass die Belange und Bedürfnisse und Nöte von Kindern und berufstätigen Eltern nach wie vor die allerletzte Priorität im politischen Handeln zu haben scheinen.



Wochenlangen Shutdown mit Home-Schooling, Home-Kita, Home-office, geschlossenen Spielplätzen und absoluter Isolation (Großeltern fallen wegen Risikogruppenzugehörigkeit weg) haben mich ganz knapp vor einen Burn-out gebracht. Dann kam Ende April endlich die Notbetreuung für Alleinerziehende. Aber schon Anfang Juni mit dem Übergang zum eingeschränkten Regelbetrieb in den Kitas wurde die Situation für viele Alleinerziehende – so auch für mich – wieder prekärer.



Denn die reduzierten Betreuungszeiten reichen nicht aus, die Arbeitszeit abzudecken!



Mit der nun geltenden Regelung, dass Kinder mit leichtesten Krankheitsanzeichen, wie Schnupfen oder Husten, so lange nicht mehr betreut werden dürfen, bis sie 48 Stunden symptomfrei waren, wurde aus der Kita-Öffnung eine totale Farce!



Ich habe drei normal gesunde Kinder. Normal gesund heißt aber, bis zu 12 Infekte im Jahr sind völlig normal und im Rahmen dessen, was das Immunsystem der Kinder braucht, um zu trainieren. Ein Schnupfen dauert mit viel Glück nur ca. 7 Tage. Schon bei Husten sieht es anders aus: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. schreibt „Eine Hustenerkrankung wird meistens durch Infektionen mit Viren (mehr als 90%) der oberen und mittleren Atemwege im Rahmen eines grippalen Infekts ausgelöst und dauert nicht länger als 8 Wochen.“



Meine Kinder werden grundsätzlich nicht gleichzeitig krank – da sie ja andere Kontaktnetze haben, sondern stecken sich im Zweifelsfall nacheinander an. Normaler Weise husten und schnupfen die Kinder in den Kitas von September bis Mai durchgängig ohne Unterbrechung. Was von Kinderärzten als völlig normal angesehen wird.



Auf Grund der aktuellen Regelung gibt es aber ein unvorstellbar großes Problem für berufstätige Eltern! Lassen Sie mich kurz einmal überschlagen: 12 Infekte in den kommenden Monaten, Annahme 6x Schnupfen, 6x Husten (und hier die optimistische Annahme, dass der Husten nur 4 und keine 8 Wochen dauert) = 6*1 Woche + 6*4 Wochen = 30 Wochen pro Kind. Stimmt nicht, dazu kommt ja jeweils noch 2 Tage gesund zuhause: 12*0,29 Wochen = 3,4 Wochen. Insgesamt also gut 33 Wochen, die ein Kind nicht betreut werden darf!!



Ich habe aber wie gesagt 3 Kinder, die in der Regel nach einander und nicht gleichzeitig krank werden!



Ich muss deshalb davon ausgehen, dass es im nächsten Jahr nicht eine einzige Woche geben wird, in der ich arbeiten kann und gleichzeitig meine Kinder betreut weiß!!



Die bisherigen Regelungen helfen überhaupt nicht weiter: die wenigen Kindkrank-Tage sind ein winziger Tropfen auf den heißen Stein und auch die Corona-Lohnfortzahlung gibt es ja nicht, wenn die Einrichtung auf dem Papier theoretisch auf hätte.



Zudem hilft die Corona-Lohnfortzahlung alleinerziehenden Eltern nicht wirklich weiter! Die ist toll für Familien mit zwei Gehältern, wo nur der Wegfall eines Gehaltes kompensiert werden muss. Aber als Alleinerziehende ist auch die Corona-Lohnfortzahlung wegen geschlossener Betreuungseinrichtung nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der nicht einmal reichen würde, die Miete zu bezahlen.



Um es kurz zusammen zu fassen: Kinderbetreuung in Kitas besteht de facto nicht! Als Alleinerziehende bin ich darauf angewiesen zu arbeiten (ich habe sogar nur einen befristeten Vertrag). Die totale Überforderung, alles alleine regeln zu müssen, Arbeit und Kinderbetreuung, hat mich bis zum Burn-out gebracht. Eine Mutter-Kind-Kur hatte ich bereits Anfang des Jahres (als alles noch vergleichsweise „easy“ in einer Vor-Corona-Welt lief) verordnet bekommen: Nur wurde die mir leider wieder abgesagt, weil die allermeisten Mutter-Kind-Kliniken keine Kinder unter 6 Jahren mehr aufnehmen (meine auch nicht). Bei der aktuellen Platzvergabe sind die Kliniken bei Anfang Sommer 2021. Vorher besteht für mich also keine Möglichkeit, dieses Hilfsangebot zu nutzen.



Es gibt schlicht keine Möglichkeit für mich und meine Kinder, dieses Jahr irgendwie zu überstehen, es sei denn, Sie sorgen dafür, dass es wieder eine verlässliche Kinderbetreuung gibt!!



Es kann nicht sein, dass



– in allen Lebensbereichen immer weiter gelockert wird; das Nicht-tragen von Masken im Alltag keinerlei Konsequenz zu haben scheint (Menschen, die in Geschäften ihre Maske „korrekt“ tragen, sind inzwischen zur Minderheit geworden),



– gleichzeitig es längst nicht mehr darum geht, ob Kinder Super-spreader sein könnten, sondern allein noch darum, ob sie vielleicht doch annähernd genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene (und viele Studien sagen ja sogar, dass Kinder „harmlos“ sind, was das Infektionsgeschehen betrifft) und trotzdem in keinem anderen Bereich so hart durchgegriffen wird, wie bei den Kindern!!



Wem außer den Kindern wird abverlangt, bei jedem noch so kleinen Schnupfen so lange zuhause zu bleiben, bis sie 2 ganze Tage wieder gesund waren??!!



Wieso wird trotz der verbreiteten Studienlage, dass Kinder das Infektionsgeschehen nicht treiben, immer noch am allerhärtesten bei den Allerkleinsten durchgegriffen??



Kinderschutzorganisationen warnen vor vermehrter Gewalt gegen Kinder – und ich muss leider sagen, dass ich diese Warnung für sehr berechtigt halte!! Wenn in einigen Monaten und Jahren herauskommt, was diese Zeit für Kinder bedeutet hat, wird die Politik nicht sagen können, sie hätte davon nichts gewusst…. ich bin absolut überzeugt von gewaltfreier Erziehung, aber auch ich schreie meine Kinder inzwischen viel zu häufig an, wenn ich nach einer Videokonferenz wieder feststelle, dass die nächste Tür bemalt ist, die nächsten wichtigen Unterlagen zerschnitten wurden, die Geschwister sich wieder bis aufs Blut streiten… Bei der Erziehungsberatungsstelle habe ich natürlich auch schon um Hilfe gefragt. Die Antwort lautete: „Ihre Kinder sind noch so klein, das ist die Trotzphase, die brauchen mehr Aufmerksamkeit.“ Und genau da sind wir wieder beim Kern des Problems!



Bitte tun Sie etwas!! Ich kann nicht mehr!



1. Schaffen Sie die unsinnige Regelung ab, dass erkältete Kinder nicht mehr betreut werden dürfen (da müssen andere Regelungen her, um das Corona-Geschehen zu kontrollieren, z.B. regelmäßige Pool-Tests)!



2. Sorgen Sie für mehr Unterstützung insbesondere für Alleinerziehende, wenn die Kinder doch zuhause betreut werden müssen!



3. Sorgen Sie dafür, dass Mutter-Kind-Kurkliniken wieder Mütter mit kleinen Kindern aufnehmen müssen (denn gerade die sind aktuell am stärksten Kurbedürftig)!



Mit freundlichen Grüßen, eine verzweifelte Mutter




               
Hilferuf einer Mutter: Ich kann die Kinder nicht bei Schnupfen zu Hause lassen! |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hirntumor-statt-abi-marlene-18-sagt-meine-medizin-seid-ihr
        Sie hat ihre Follower bei Instagram mitgenommen, als es ihr am schlechtesten ging – zur Chemo- und zur Strahlentherapie. Denn kurz vor dem Abi bekommt Marlene im Alter von 18 Jahren eine niederschmetternde Diagnose: Hirntumor.
Mit ihrem Blog und ihrer Offenheit betreibt sie emotionale Aufklärung! Ihr Buch "Meine Medizin seid ihr" (Affiliate Link) setzt ihren Social-Media-Kanälen nun noch eine Krone auf. Was der Krebs mit ihr, mit ihrer großen Liebe und mit ihrer Familie gemacht hat, erzählt sie uns hier im Interview. 
Liebe Marlene, auf dem Cover deines Buches strahlst du, obwohl deutlich zu sehen ist, dass deine Haare nach der Chemo gerade erst wieder nachwachsen. Was hat dir den inneren Antrieb gegeben, durch deine Therapie hinweg so optimistisch zu bleiben?
Meine Familie und Freunde die immer und zu jeder Zeit für mich da waren, haben mich immer unterstützt und so dafür gesorgt, dass nicht in ein Loch falle und sie haben mich immer aufgefangen und angetrieben. Sie haben mir gutgetan, mich von meiner Krankheit und der Therapie abgelenkt und ein bisschen Normalität in meinen Alltag gebracht, was in so einer ungewöhnlichen Zeit im Lebe, unheimlich gut tut.
Nun hast du dein Buch sogar "Meine Medizin seid ihr" genannt. Wer hat dir durch die schwere Zeit geholfen und gibt es überhaupt Worte, die deinen Dank in Worte fassen könnten?
Auch hier kann ich wieder meine Familie, Freunde aber auch Community nennen, es war immer jemand für mich da und ich bin unglaublich dankbar. Ja es ist tatsächlich schwer meinen Dank in Worte zu fassen, ich weiß vor allem gar nicht was ich ohne meine Familie gemacht hätte, sie war mir eine riesige Stütze und der Dank dafür ist nicht in Worte zu fassen.

 Du hast die Diagnose Hirntumor kurz vor deinem Abi bekommen, du warst 18 Jahre alt. Während alle anderen ihren Abschluss feierten, lagst du um dein Leben bangend in der Klinik. Du hättest alle Berechtigung gehabt, in Selbstmitleid zu zerfließen, das hast du aber nicht getan… neigst du einfach sowieso dazu, Dinge so anzunehmen, wie sie sind?
Das ist eine gute Frage… ich glaube ich würde nein darauf antworten. Früher, vor meiner Erkrankung fiel es mir schwer Dinge einfach anzunehmen, ich habe mir oft diskutiert oder war sauer, wenn Dinge nicht so liefen wie ich es mir vorgestellt hatte. Anfangs war ich auch wirklich sauer, sauer dass ich mitten im Abi abbrechen musste, dass meine lange gezüchteten Haare ausfielen, dass ich im Krankenhaus sein muss, während alle anderen an mir vorbei ziehen. Mit der Hilfe meiner Eltern, Freunde und meinem damaligen Freund habe ich gelernt, dass es ok ist und ich die Dinge annehmen muss so wie sie sind. Natürlich war ich sauer und das ist auch ok, aber ewig sauer und traurig zu sein bringt mir auch nichts und macht die gesamte Situation nicht besser. Versuchen die schönen und guten Dinge in all dem Schlechten zu sehen und versuchen das Beste draus zu machen, macht doch viel mehr Spaß und die Zeit dann doch ein bisschen schöner. Das habe ich für mich gelernt und nicht nur für die Zeit der Krankheit, sondern für mein ganzes Leben. Ich habe für mich gelernt, dass man manchmal einfach Dinge so annehmen muss, wie und man das Beste draus machen muss.
Wir sind ja hier ein Mamablog, wie geht es denn deiner Mutter heute – und hast du mit ihr mal offen darüber gesprochen, wie diese Zeit für sie war? Sie hatte immerhin noch zwei weitere Kinder plus Pflegekinder, um die sich in der Zeit des Sorgens und Bangens um dich kümmern musste…
Ich rede mit meiner Mama ganz viel und sehr offen über alles, meine Mama ist quasi meine beste Freundin wie man so schön sagt. Heute geht es ihr wieder gut und von Zeit zu Zeit, jetzt wo die Krankheit immer weiter in den Hintergrund rückt wird das Thema auch leichter für sie.
Ich muss sagen, anfangs fiel es mir sehr schwer mit ihr über das ganze Thema zu sprechen, da sie selbst ihre Mutter am Krebs verloren hat und ich wusste wie schlimm die ganze Sache für sie war. Ich wusste selbst nicht wie ich mit ihr umgehen sollte, was ich sagen sollte… Irgendwann entschied ich mich meine Gedanken einfach offen auszusprechen, was die beste Entscheidung war. Gemeinsam sind wir durch diese schwere Zeit gegangen und ich glaube meiner Mama tat es sehr gut, dass ich so positiv mit dem ganzen Thema umgegangen bin.
Dennoch weiß ich, dass meine Diagnose sehr schlimm für sie war und sie das Thema heute auch immer noch zu Tränen bringen kann. Die Krankheit hat uns noch mehr zusammengeschweißt und aber dennoch war sie nicht einfach. Meine Mama hatte zu dieser Zeit zum Glück unheimlich viel Unterstützung durch meinen Papa und auch meine älteren Geschwister haben meine Eltern immer unterstützt, also die Familie hat immer zusammengehalten. Ich weiß, dass das Reden für uns alle gut war und vor allem die große Leidenschaft des Reitens und der Pferde hat meiner Mama auch sehr durch diese schwere Zeit geholfen.

Du hast dich entschieden, offen mit deiner Erkrankung umzugehen, Menschen in einem Blog und bei Instagram auf dem Laufenden über deinen Gesundheitszustand zu halten. Würdest du dich wieder dafür entscheiden?
Eindeutig: Ja!
Ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung. Ich habe so ganz viele tolle Menschen kennengelernt, Gleichgesinnte gefunden und man war quasi nie alleine. Man konnte sich austauschen und hat sich gegenseitig online unterstützen. Zu dem hatte ich zu dieser Zeit, in der ich sowieso nicht viel machen konnte, ein Hobby gefunden, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich war schon immer ein offener Mensch und ich wollte auch einfach erklären was so im Krankenhaus und bei einer Chemotherapie passiert. Ich wollte nicht das arme kranke Mädchen sein und abgeschieden von der Außenwelt sein. Mein Hobby das Fotografieren und Fotos online stellen wollte ich mir nicht nehmen lassen und ich wollte zeigen, dass es gar nicht so schlimm im Krankenhaus ist. Ich wollte über diese Krankheit sprechen und zeigen, wie wichtig es ist auf den Körper zu hören, dass Krebs nicht nur eine Alterskrankheit ist. Heutzutage kommt fast jeder Mensch mit dem Thema irgendwie in Berührung und ich finde es sollte kein Tabuthema mehr sein, wo keiner sich traut darüber zu sprechen.
 Außerdem war es irgendwann sehr praktisch, da auch Familie, die weiter weg wohnt immer auf dem neusten Stand meiner Therapie und meines Zustands war, weil ich das ja online geteilt habe.
Beim Lesen deines Buches habe ich viel Zuversicht erlebt – und nicht einmal das Gefühl gehabt, du würdest an deiner Genesung zweifeln. Stimmt das oder hattest du wirklich eigentlich nie Todesangst?
Ja das stimmt. Ich hatte wirklich eigentlich keine Todesangst, da der Tod für mich nie wirklich greifbar war. Außerdem war das Thema sterben so weit weg von mir und meinem derzeitigen Leben, dass ich es für mich persönlich irgendwie nie im Raum stand. Mir war natürlich bewusst, ich habe eine lebensbedrohliche Krankheit, aber ich wusste auch, ich kann wieder geheilt werden. Sterben war für mich einfach keine Option, habe ich immer gesagt. Der Tod war einfach viel zu weit weg und meine Prognose war auch nicht schlecht, deshalb hab ich mir da auch nicht versucht so viele Sorgen zu machen und erstmal positiv zu denken.
 Ein besonderer Begleiter in der Zeit war auch dein Freund, der immer wieder Thema im Buch ist. Seid ihr heute noch zusammen? Und wenn ja: Wie hat sich eure Liebe verändert durch all das, was ihr zusammen durchgemacht habt?
Nein, wir sind nicht mehr zusammen, aber ja er war mir in dieser Zeit eine große Stütze und ich bin froh, dass ich ihn an meiner Seite hatte.
Und wenn du jetzt mal nur an dich denkst: Inwiefern bestimmt die Angst noch dein Leben, dass die Krankheit zurückkommt? Und lebst du dein Leben intensiver, nutzt du jeden Tag, seit du weißt, dass das alles nicht selbstverständlich ist?
Die Angst hat mein Leben persönlich nie bestimmt und tut sie bis heute immer noch. Mir geht es gut, ich bin fit und habe keinen Grund zur Sorge. Ich sage immer, solange es mir gut geht und ich keine Beschwerden habe, habe ich doch auch keinen Grund zur Sorge und es bringt mir nichts mich verrückt zu machen und wegen jedem kleinsten Ziepen Panik zu machen. Ich habe aber natürlich gelernt mehr auf meinen Körper zu hören und ungewöhnliche Dinge schon Ernst zu nehmen. Ich würde schon behaupten, dass ich mein Leben jetzt anders leben als vorher und dass sie etwas verändert hat und ich jetzt ein Stück weit bewusster lebe.

Ich glaube meine Sicht auf das Leben hat sich geändert, zum positiven, ich schätze besondere Momente, Augenblicke und Erlebnisse mehr als vorher und kann sie glaube ich, ein Stück weit mehr genießen. Ich schätze Beziehungen zu Menschen die mir wichtig sind noch mehr und weiß, wie wichtig diese sind. Ich habe sehr viel für mich und mein eigenes Leben und meine Zukunft gelernt, aber natürlich fällt man trotzdem immer wieder in den Alltagstrott und vergisst manche Dinge. Trotzdem bin ich einfach nur glücklich und unheimlich froh leben zu dürfen und hier auf dieser Welt zu sein und das schönste daraus zu machen! Ja, der Krebs hat mich verändert und mir gezeigt wie wertvoll und schön das Leben ist und sein kann.

 Das Buch: Marlene Bierwirth: Meine Medizin seid ihr. Warum man den Krebs nicht allein besiegt (Affiliate Link)
 
 
 
               
Hirntumor statt Abi! Marlene, 18, sagt: Meine Medizin seid ihr | STADT LAND MAMA
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Liebe Christin, Euer Sohn, der im Mai 5 wird, ist hochbegabt. Wann ist Dir das erste Mal etwas in diese Richtung aufgefallen?
Er war als Baby schon sehr aufmerksam und zeigte ein großes Interesse an seiner Umwelt. Es war aber weniger ein Moment oder ein Gedanke, der uns darauf brachte, sondern vielmehr seine Entwicklung und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, die sich mit der Zeit zeigten. Er hatte schon sehr früh eine rasche Auffassungsgabe, konnte komplexe Zusammenhänge nicht nur verstehen, sondern sich auch merken und zeigte ein großes Zahlenverständnis.
Auch feinmotorisch war er immer sehr geschickt, mit knapp 18 Monaten hat er Geschenkbänder in Steckholzklötze gefädelt. Sehr auffallend war auch sein Gedächtnis, er konnte sich an Wege, Orte und Geschehnisse erinnern, die teilweise ein Jahr, zurücklagen; er konnte ganze Buchseiten "mitlesen" – das ging so weit, dass er uns korrigierte, wenn wir ein Wort falsch lasen. Seine abstrakte Wahrnehmung wie auch sein Humor waren für uns auch ein Indiz – er sagte zum Beispiel „zum Glück bin ich schon vier, sonst wäre ich ein Dreieck“ und „der Nachthimmel sieht aus wie ein Zimmer ohne Licht“.
 Wir hatten immer wieder sehr gutes Feedback von seinen damaligen Erzieherinnen aus der Krippengruppe, die uns sehr anschaulich vor Augen geführt haben, dass er sich kognitiv anders entwickelt als gleichaltrige Kinder. Wir hatten keine Vergleichsmöglichkeiten und uns fehlte auch die Erfahrung, seine Entwicklung einzuschätzen. Die Erzieher haben eine mögliche Hochbegabung recht früh erkannt, mit 2 Jahren und ihn sehr liebevoll, mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Feingefühl in der Krippe betreut. Ich bin ihnen heute noch unendlich dankbar dafür. 
Welche Stationen habt Ihr durchlaufen, bevor es dann die Bestätigung auf eine Hochbegabung gab?
 Zum Glück haben gar keine Stationen. Da wir die Hochbegabung bereits sehr früh vermutet hatten, haben wir sehr viel zu diesem Thema gelesen und seine Entwicklung beobachtet. Als die Situation im Kindergarten anfing schwierig zu werden, weil er, wie es heißt „verhaltensauffällig“ war, haben wir uns dazu entschlossen, ihn im November letzten Jahres, durch einen sehr erfahrenen, auf diesem Gebiet spezialisierten Psychologen in München, testen zu lassen. Die Testung ergab einen Gesamt-IQ von 142, in allen Bereichen befindet er sich über 130, sein besonderes Talent liegt im räumlich visuellen Bereich, dort liegt der IQ bei 145 +.
 Viele Eltern von hochbegabten Kindern beschreiben die Hochbegabung als Fluch und Segen – wie siehst Du das?
 Da kann ich teilweise zustimmen. Es ist kann sehr anstrengend sein, wenn er alles bis ins kleinste und letzte Detail wissen will, er immer Neues lernen möchte und er wirklich alles, was er dann auch lernen will, innerhalb kürzester Zeit kann – die Langweile kommt da schnell auf. Seine Frustrationstoleranz ist sehr niedrig, wenn etwas nicht so klappt oder sofort funktioniert, wie er sich das vorstellt. Wir müssen ihm vieles, was das Zwischenmenschliche betrifft, sehr ausführlich und mit viel Gefühl erklären, weil er sich manches Gesagte sehr zu Herzen nimmt – besonders Situationen im Kindergarten. Das ist aus der Ferne sehr schwer aufzufangen. Gleichzeitig ist es aber auch wundervoll einen so vielseitig interessierten und wissbegierigen Sohn zu haben an dem man selbst mitwachsen kann.
 Manchmal wird Eltern vorgeworfen, sie seien ja nur "ehrgeizig" – hast Du das auch erlebt? Bzw. gab es mal blöde Kommentare von außen?
 Allerdings. Wir sind viel belächelt worden, wenn das Thema mal zur Sprache kam. Wir haben uns vor der Testung oft anhören müssen, dass wir nicht objektiv sind. Blöde Kommentare gibt es leider immer, von "das tut mir leid zu hören" bis hin zu "bist du sicher, dass er kein Autist ist?" oder „wenn er so schlau ist, warum kann er dann noch nicht Fahrrad fahren? Das sollte er dann doch können?“. Da spiegelt sich die Unwissenheit, die Unsicherheit und der Neid der anderen wider.
 Wir wünschen uns mehr Offenheit, Toleranz, Verständnis und Wertschätzung, nicht nur bei den Mitmenschen, vor allem auch in unserem Bildungs- und Betreuungssystem. Leider ist durch Vorurteile und Mythen ein Klima geschaffen worden, in dem die Bedürfnisse von hochbegabten Kindern vernachlässigt werden. So wie jedes Kind einzigartig und individuell ist, so ist auch die Hochbegabung bei jedem Kind unterschiedlich.
 Wie wird Euer Sohn nun gefördert? 
 Im Kindergarten wird er gar nicht gefördert, da die Meinung vertreten wird, dass das bei einer Kindergartengruppe von über 20 Kindern nicht möglich ist. Außerdem sagte man uns, dass eine Förderung ihrer Meinung nach nicht notwendig sei, da er ja bisher auch nicht gefördert wurde und sich trotzdem gut entwickelt hat. Dass aber ein Zusammenhang besteht zwischen seinem Verhalten und einer fehlenden Förderung bzw. Forderung wird leider nicht gesehen.
 Zuhause fördern, fordern und unterstützen wir ihn mit dem, was ihn gerade antreibt und interessiert. Er macht sehr gerne Vorschulblöcke, große Puzzle, übt Lesen, Schreiben und Rechnen, hört Hörbücher zum Thema Universum und Astrophysik oder baut mit Lego. Es gibt auch einige Angebote für hochbegabte Kinder, die wir wahrnehmen, wie Experimentier- Forschungs- und Baukurse sowie Spieletreffs.
 Wie geht Dein Sohn mit allem um? 
 Er weiß nicht, dass er hochbegabt ist, da wir nicht finden, dass das für ihn zum jetzigen Zeitpunkt eine Rolle spielen sollte. Klar, er merkt schon, dass er teilweise mehr als die Vorschulkinder kann und weiß, aber da versuchen wir ihm zu erklären, dass es immer Menschen geben wird, die weniger können als er, genauso, wie es welche geben wird, die mehr können. Wenn es später um Schule und weiterführende Schule geht und er auch älter ist, wird er das entsprechend mitbekommen. Von seiner Hochbegabung wissen nur eine Handvoll Menschen. Er hat zum Glück viele Freunde und findet auch schnell überall Anschluss. 
 Was würdest Du anderen Eltern raten, die vermuten, dass Ihr Kind hochbegabt ist?
Informieren, das ist der erste Schritt. Es gibt sehr gute Literatur zu dem Thema, die umfassend informiert (James T Webb, Hochbegabte Kinder, Das große Handbuch für Eltern) oder Beratungsstellen wie die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V. (DGhK). Wenn man Gewissheit möchte, dann testen lassen www.die-hochbegabung.de, das ist der Expertenkreis Hochbegabung/Potenziale des Berufsverbandes Deutscher Psychologen und ist auf Begabungsdiagnostik und Beratung spezialisiert. Eine Hochbegabung zu erkennen, ist nicht einfach. Eine einheitliche Definition dafür gibt es nicht. Hochbegabung ist so vielseitig und facettenreich und zeigt sich bei jedem Kind anders, da jedes Kind ganz besondere Talente und Fähigkeiten hat.
Und, zu guter Letzt, nicht verunsichern lassen! Auch wenn der Kindergarten, die Schule oder das Umfeld etwas Anderes erzählen und wilde Diagnosen erstellen, bleibt auf der Spur und euch selbst und eurem Kind treu. Man selbst muss als erstes dazu bereit sein, diesen Weg mit seinem Kind zu gehen. 
Gab es auch schon Zeiten, in denen Du Dir gewünscht hast, Dein Sohn hätte keine Hochbegabung?
Nein, niemals. Wir lieben ihn ganz genau so wie er ist – einzigartig und wundervoll.
Was wünscht Du Dir für die Zukunft Deines Kindes?
Eine wunderschöne, sorgenfreie Kindheit, liebe Menschen um ihn herum, die ihn so akzeptieren und lieben, wie er ist; viele gute Freunde, die ihm Halt geben und Mut, er selbst zu sein und Stolz darauf zu sein, wer er ist.
ZUM WEITERLESEN: Auch Ilonas Sohn ist hochbegabt und So waren die ersten Schuljahre für meinen hochbegabten Sohn 
Foto: pixabay
               
Hochbegabte Kinder - eine Mutter erzählt, wie der hohe IQ das Leben verändert | STADT LAND MAMA
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         Ihr Lieben, es ist lang her, dass ich die letzte Windel gewechselt habe. Seit zwei Jahren bin ich keine Kitamutter mehr und werde es wohl auch nie mehr sein. Im Sommer hat unsere Tochter denn auch schon die komplette Grundschulzeit hinter sich gebracht. Ihr kennt das alle: Als Eltern kommen einem manche Tage so unendlich lang vor und trotzdem denken wir plötzlich: Huch! Schon wieder ein Jahr vorbei. Das ist skurril. Einerseits vergeht die Zeit so langsam, andererseits so schnell!
Ich merke, wie wir so langsam aus der Brut- und Aufzuchtsphase auftauchen und uns mal wieder umschauen, mal wieder die Luft außerhalb des Familienkosmos schnuppern, nach links und rechts schauen – mal schauen, was das Leben sonst noch so zu bieten hat. Zu wissen, dass die großen Lebensevents wie Heiraten und Kinder kriegen sich bewahrheitet haben, ist wunderbar. Aber es schafft auch ein Fragezeichen. Was kann da jetzt noch kommen?
Wir können nicht von Highlight zu Highlight leben, uns aber doch mit kleinen Dingen immer wieder schöne Momente organisieren, die uns erfüllen. Ich feiere zum Beispiel immer meinen Geburtstag. Wir feiern in diesem Jahr unseren 10. (!!!) Hochzeitstag mit einer fetten Party. Wir gehen auf Hochzeiten oder mal (selten) ins Theater, fahren in den Urlaub. Wir schaffen uns auf der Arbeit kleine Highlights, ein gedruckter Text in einer großen Zeitung kann wirklich beflügeln! Oder Eure Komplimente hier für Stadt Land Mama, die uns immer mal wieder erreichen. Es sind die kleinen Dinge, die das große Ganze zu einem Glücklichen und Kraftvollen machen können. Man muss sie nur beachten. Und das gelingt mir nicht immer. Aber an guten Tagen. Dann schon!
Und dann weiß ich auch: Die Party der Hochzeit mag einschneidend gewesen sein und ein Highlight. Und die Geburten der Kinder, die Schwangerschaften, das Willkommenheißen, das Zusammenwachsen als Familie – unglaublich prägend und unvergesslich. Aber das wirkliche Glück liegt nicht in diesem einen Tag, in dieser einen Zeit – sondern darin, das ab diesem Zeitpunkt immer leben zu dürfen! Denn die Ehe und die Kinder: die sind ja da!
               
Hochzeit, Kinder kriegen: Liegt das Schönste etwa schon hinter uns? | STADT LAND MAMA
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Nach einer mehr als unruhigen Nacht weckt mich der Wecker viel zu früh für mein Befinden. Aber muss ja, es geht wieder los mit dem Homeschooling-while-working-Wahnsinn (kurz: HWWW).



Bei der Großen im Zimmer brennt schon Licht, es ist 7 Uhr. Wir frühstücken kurz. Um 7.50h muss sie in der ersten Zoom-Konferenz sitzen. Ich trinke einen ersten Kaffee. Der Papa verabschiedet sich zur Arbeit.



Ich verschaff mir einen Überblick über mein Postfach und redigiere einen Text. Nur das Nötigste. Dann wecke ich die zwei weiteren Kinder um 7.30 Uhr. Sie haben heute in der ersten Stunde noch keine Zoomkonferenz.



Während des Weckens kommt aus dem Nachbarzimmer bereits eine Nachfrage in Französisch. Für die Beantwortung muss ich einen ganzen Text über die Besetzung Frankreichs auf Französisch lesen. Ich habe noch nichts gegessen. Mit Klärung der Aufgabe gehe ich runter.



Ich bereite den Jungs einen Kakao zu. Wir schauen gemeinsam ins Padlet. In zehn verschiedenen Fächern gibt es neues Material und Ansprachen und Wochenpläne und Abgabefristen und Zoom- oder Teams-Termine. Ich versuche, einen Wochenplan zu erstellen und zu durchschauen, wann wer wie vor welchem Computer sitzen muss und werde unterbrochen. „Ich habe solchen Hunger!“ Stimmt. Frühstück gab´s ja auch noch keins. Ich muss jetzt aber nochmal in Erdkunde helfen. Auf Englisch. Es geht um CO2-Emissionen und climate change.



Die nächsten Kinder machen sich an die Arbeit. „WAS HEISST SCHLITTEN FAHREN AUF ENGLISCH?“ „Warte kurz, ich räum noch schnell die Müslischüsseln vom Tisch und dann fragst du nochmal freundlich…“



Eine Freundin, Vierfachmama mit Gymnasium, Gesamtschule, Grundschule und Kitakind schreibt: „Hier ist es echt eine Katastrophe. Musste schon morgens vor 9h Playstation- und Handyverbot aussprechen, weil das Kind dem Lehrer erzählte, die Kamera sei kaputt, damit es nebenher Tiktok schauen kann.“ 



„MAAAMAAA, kannst du mir hier nochmal helfen, das Padlet lädt nicht.“ Ja, wartet, tüüütatataaaa, hier kommt die IT-Spezial-Einheit.



„Wo ist denn meine Bio-Mappe, ich hab schon überall gesucht?“ Also suchen helfen. Zwei DIN A 5-Hefte fehlen auch noch. Okay, kaufen wir nachher. „Wir müssen auch noch ein Puppenhaus basteln. Da brauch ich Material.“ Eins nach dem anderen.



Eine Freundin schreibt: „Ich bin kurz vor einer neuen Homeschooling Explosion! Ich mach´s einfach nicht mehr! So ein Scheiss, ey!“



„Ich hab IMMER noch totaaaaal Hunger“ Drei Teenies in einem Haushalt. Nimm dir halt was.



Das Telefon schellt, ich muss kurz rangehen, es geht um einen Text. Ich verziehe mich in mein Schlafzimmer, weil alle anderen Zimmer besetzt sind. Die Verbindung ist da oben schlecht. Ich höre mich selbst. Von unten schreit es Maaaaamaaaaaa.



„Ja, was denn?“



„Darf ich mir was vom gestrigen Abendessen nehmen?“



Gnaaaaah. Ich gehe wieder runter, ich muss den Zahnarzt sprechen, dem Jüngsten ist am Wochenende ein Stück Zahnrausgebrochen. „Nee, da kann er nicht, da hat er eine Teams-Konferenz.“ Ich, die Bürovordame. Morgen also auch noch Zahnarzt. Ach, und die Brille ist ja weg. Optiker anrufen. Der sagt, wir brauchen erst einen Termin beim Augenarzt. Der hat aber erst morgen wieder Sprechstunde. Es ist noch nicht mal 11 Uhr. Ich habe noch nichts gegessen und noch keine Minute Frischluft gehabt.



Das Digital-Arbeitsblatt lädt nicht. Ich drucke pdfs aus, der Drucker läuft heiß. Wo ist neues Papier?



Wir diskutieren jetzt über Hühnerhaltung für Bio. Ich muss noch eine Kolumne schreiben. Ich schreibe. Schicke ab. Katharina ruft an, dass sie zu dem Thema doch bereits geschrieben hat, ich müsste ein anderes nehmen. Umsonst gearbeitet in meinem Mini-Timeslot, freigekauft durch Playstationminuten. Ich breche zum ersten Mal zusammen.



Eine Freundin schreibt: „Ich bin kurz vorm Kollaps.“ Wenigstens geht es allen so, denke ich.



„Hast du das Blatt nicht zweimal ausgedruckt?“ DOCH! Aber ich druck es auch noch ein drittes Mal aus. Gleich braucht es auch schon wieder Mittagessen.



Überall liegen Blätter. Ich krieg immer mehr Mails. Ich will antworten. Meine Mutter ruft an. Der Schornsteinfeger muss nochmal kommen. Bitte Speicher freiräumen. Warum denn heute? Ich kann jetzt schon nicht mehr.



Die Tochter ruft, wir sollten alle ausm WLAN raus, ihre Videokonferenzen ruckeln. Alles notenrelevant jetzt im erneuten Lockdown. Sie vermisst ihre Freunde. Immerhin befinden wir uns bereits seit November im Lockdown. Ich versuche, zu trösten, aufzubauen. Ich will ja selbst auf den Arm. Jetzt muss sie etwas als Word-Dokument hochladen. Sie hat kein Word. Wir müssen gemeinsam eine Probeversion mit lauter Kennworten einrichten.



Ich muss noch einen Vortrag vorbereiten für morgen Abend. Anderthalb Stunden Reden, wann soll ich das zusammenschreiben? Ich räum die Spülmaschine aus. Ich hab das Gefühl alles anzufangen, aber nichts zu schaffen. Der Berg der To dos wird größer und mich bis zum Ende der Woche zerquetschen.



Die Stimmung kippt, die Geschwister brüllen sich an. Alle sind überfordert. Alles ist wieder einmal neu. Die Fußballtrainer schreiben, jeder aus der Mannschaft müsste heut nachweislich 4 Kilometer auf Zeit laufen. Also keine neue Brille heut Nachmittag.



 Ich hänge in einer Warteschleife am Telefon. 19,5 Minuten lang, bis ich eine Bestellung stornieren kann.



Ich habe noch keinen einzigen Hauch Frischluft geatmet. Das große Kind hat bis 15.40 Uhr Videokonferenzen. Der Mann kommt wieder und blutet. Hatte einen Haut-Eingriff beim Arzt, muss liegen. Ich schicke die Jungs raus zu ihrem Fitnesslauf. Ich schreibe diesen Text.



Mein Arbeitstag beginnt um 17 Uhr nach einem Tag, der sich jetzt schon wie dreimal Vollzeitarbeiten anfühlte. Ich bin kaputt. Ich werde arbeiten, bis in die Nacht hinein. Das mit der Frischluft wird heut nix mehr. 



P.S. Bitte kommentiert behutsam, wir können Pauschalurteile nicht mehr gut hören. Wenn hier auch nur einer oder eine schreibt, WIR HÄTTEN KEINE KINDER KRIEGEN SOLLEN, WENN WIR DARAUF KEINEN BOCK HABEN, dann titschen wir wirklich im Dreieck. Wir LIEBEN unsere Kinder und würden sie jeden Tag aufs Neue bekommen. Aber wir Eltern brauchen Geld, um sie zu ernähren (welch Überraschung!), wir können unser Arbeiten in weltweiten Pandemiephasen mit Homeschooling nicht einfach einstellen. Wäre das immer so, dass wir die Kinder zu Hause unterrrichteten, hätten wir sicherlich einiges anders geplant. So aber kracht das alles in einen sonst ganz anders getakteten Alltag. Das führt uns aber nicht dazu, unser Kinderkriegen zu bereuen, sondern laut zu werden gegen die Umstände, unter denen wir sie hier großziehen sollen. Wir lieben nämlich Kinder. Und wollen das Beste für sie. Obwohl uns die Umstände grad restlos überfordern.
               
Homeschooling Tag 1: Minutenprotokoll einer Mutter
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-mit-sieben-kindern-franzi-ueber-ihren-grossfamilien-alltag
       
Liebe Franzi, Ihr habt 7 Kinder. Erzähl erstmal, wer alles zu Eurer Familie gehört und wie und wo Ihr lebt.



Mein Mann Christian und ich haben sieben Kinder. Malte (16 J., 9. Klasse  Sekundarstufe), Charlotte (15, 8. Klasse Sekundarstufe), Finn (13, 7. Klasse Gymnasium), Levke (11, 6. Klasse, Sekundarstufe), Matilde (10, 4. Klasse     Grundschule) Fine  (8, 2 Klasse Grundschule) und Milan (6, 1. Klasse          Grundschule). 



Wir leben in einem kleinem Dorf in Sachsen Anhalt, vor der Tür haben wir die Elbe mit ihrer tollen Landschaft. Unser Haus ist groß, was aber auch viel Putzarbeit bedeutet.  Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer, auf jeder Etage gibt es ein Bad. Das Haus hat einen großen Garten samt Spielplatz.



Natürlich gehören noch Tiere zu unserem verrückten Haufen: 3 Katzen, 1 Hund , Meerschweinchen, Hamster, Fische , Achatschnecken.



7 schulpflichtige Kinder und wochenlang Homeschooling. Eine unvorstellbare Leistung. Wie sieht Euer Tagesablauf aus?



Unser Alltag gerade ist sehr durcheinander. Ich habe es aufgegeben, nach den vielen Wochen zu Hause alle um 7.00  Uhr zu wecken. Das führt nur zu sehr schlechter Laune der Teenies…



Gegen 9 sollten dann aber schon alle wach sein, sonst werden wir ja nie fertig mit den Hausaufgaben. Es gibt kein Frühstück mit allen mehr – wer was essen will, macht sich einfach schnell was.



Dann schauen wir die Pläne durch. Wer macht was, wer braucht wo Hilfe? Wer braucht wann einen Laptop? Weil ständig jemand Hilfe braucht oder an der Sinnhaftigkeit der Aufgaben zweifelt, muss ich praktisch nonstop dabei sein.



Wäsche und Haushalt mache ich nebenbei oder abends. Alles, was nicht total wichtig ist, lassen wir sein. Weil ich finde, dass die Kinder auch mithelfen können, haben wir mittlerweile zwei Putznachmittage ausgemacht, an denen jeder seine festen Haushalts-Aufgaben erledigt.



Mittags koche ich dann für neun Personen. Es gab mal Zeiten, in denen ich gerne gekocht habe, aber langsam läuft auch das nur noch halbherzig nebenbei.



Nach dem Mittagessen haben alle eine Stunde Pause, wo ich einen Kaffee trinke und die Küche sauber mache. Danach ist wieder Homeschooling angesagt. Bis Papa um 17 Uhr nach Hause kommt, der dann Physik und Chemie kontrollieren muss, da streike ich nämlich. Um 19 Uhr gibts dann Abendessen, danach müssen die Großen oft nochmal ran.



Stichwort digitaler Unterricht. Wie erlebst du das gerade? Was klappt, was nicht?



Ich empfinde es als pures Chaos auf beiden Seiten. Die Lehrer sind überfordert, Server stürzen ab oder sind so überlastet, das stundenlang nichts geht. Trotzdem sollen alle Unterlagen am Freitag abgegeben werden. Die Unterlagen von Levke habe ich neulich erst um 23 Uhr rüber schicken können.



Milan war genau 10 Wochen in der 1. Klasse. Vor dem Lockdown waren wir nämlich schon einmal in Quarantäne. Er kennt das schulische Leben ja kaum. Und trotzdem muss jede Woche ein neuer Buchstabe gelernt werden, ich bringe ihm lesen und rechnen bei. Aber er will das nicht mit mir machen und sagt immer, er wolle zu seiner Lehrerin. Ich habe keine Kraft mehr für die täglichen Kämpfe und denke mir: Gut, dann ist es halt so.



Und bei den Älteren?



Finn (13 Jahre) hat drei unterschiedliche Programme, über die er arbeiten muss, ich kannte vorher keins davon. Er verzweifelt an der Technik, mit der er sich auch nicht so gut auskennt. Eigentlich braucht jeder bei irgendwas Hilfe, Homeschooling dauert bei uns von morgens bis abends. Es gibt kaum ein anderes Thema mehr…



Mal ganz praktisch: Sitzt jedes Kind in einer eigenen Lernecke oder macht Ihr das alles am großen Küchentisch?



Sehr unterschiedlich. Milan und Fine sitzen immer in der Küche, Levke eigentlich auch, weil sie sehr viel Unterstützung in der Schule braucht. 



Der Rest sitzt in seinen Zimmern, sie versuchen aber auch, sich gegenseitig zu helfen, weil jeder woanders Stärken hat. 



Bei uns sind die Nerven teilweise ganz schön dünn. Wann sind bei Euch das letzte Mal die Fetzen geflogen?



Die Nerven sind hier auch sehr dünn, aber es herrscht eine komische Ruhe. Ich nenne es mal Resignation. Irgendwie reißen sich alle zusammen,  aber das finde ich auch nicht mehr normal. Und auch das Lachen im Haus ist manchmal über Stunden verschwunden .



Hast du überhaupt noch Zeit, mal alleine zu sein? Und wenn ja, was machst du dann?



Nein, habe ich nicht – die Katze begleitet mich sogar aufs Klo – ich glaube, sie möchte auch mal ihre Ruhe.



Was fehlt Euch in den letzten Monaten am allermeisten?



Unser normales Leben mit Sportverein, Jugendclub, unseren Freunden und Familienausflügen.



Kannst du auch etwas Positives in dieser Zeit sehen?



Das wird immer schwieriger! Dafür ist zu viel passiert, was uns als Familie zwar enger zusammen geschweißt hat – aber auch für sehr viel Schmerz und Tränen gesorgt hat. 



Wohin soll der erste Urlaub gehen, wenn es wieder möglich ist?



An die Ostsee und am besten gleichzeitig in die Berge. Ich glaube, wir müssen uns aufteilen. 



Wenn du drei Wünsche frei hättest, was dich entlasten könnte – was wäre das? 



Nicht nur ich brauche Entlastung,  auch die Kinder. Für sie wünsche ich mir „normale Schule“. Für mich eine Maschine, die die Wäsche zusammenlegt.




               
Homeschooling mit sieben Kindern - Franzi über ihren Großfamilien-Alltag |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-my-ass-warum-es-nicht-moeglich-ist-800-jobs-gleichzeitig-zu-uebernehmen
       
Ihr Lieben, ihr habt wenig von mir gehört in den letzten Wochen. Das hatte zum einen den Grund, dass ich keine Millisekunde mehr Zeit hatte für IRGENDWAS, zum anderen aber auch den, dass ich vor lauter Wut und Verzweiflung und Überforderung überhaupt keine klaren Gedanken mehr fassen konnte.



Homeoffice, Homeschooling, Homezusammenbruching (nach Marlene Hellene)



Direkt am Anfang vielleicht noch ein schneller Kommentar, weil Katharina und ich uns dazu auch schon viel ausgetauscht haben und sie mit einem Grundschul- und zwei Kitakindern in einer ganz anderen Lage ist: Die Begleitung von Kindern auf der weiterführenden Schule ist vermutlich einfach nochmal eine Spezial-Herausforderung. Mein Bericht hier ist rein subjektiv und natürlich nicht allgemeingültig.



Und bevor hier jetzt meint, das sei Jammern auf hohem Niveau: Ich bin von Natur aus überhaupt kein Jammerlappen.



Ich wuppe gern drei Kinder und Haushalt und drei Jobs, ich scheue Arbeit nicht und Fleiß, aber was hier in den letzten Wochen los war, das geht einfach auf gar keine Kuhhaut. ICH GEHE AM STOCK, ich bin so dünnhäutig, dass ich bei den kleinsten Dingen anfange zu zweifeln, zu weinen – oder zu explodieren.







Beginnen wir bei der betagten Dame, die ich auf einer meiner Weglaufrunden im Wald drehte, um mal kurz mein Hirn und Seelenleben durchzupusten: „Ach, ihr seid ja jetzt alle zu Hause mit den Kindern“, sagte sie. „Tja, das haben wir früher alle so gemacht.“



Maximalüberfordert: Mamas Nerven sind extrem gespannt



Allein, dass ich bei diesem Satz an bereits an die Decke
gehen und explodieren wollte, zeigt, wie arg geschädigt mein Nervenkostüm
bereits zu Beginn der Homeschool-Phase war. Denn nein, das mussten früher eben
nicht alle Frauen. Gleichzeitig ihren eigenen Job wuppen PLUS die Kinder zu
Hause am Küchentisch über die kulturellen Bedeutungen von Efeu aufklären. Nein!




Ein weiterer Satz, bei dem ich grad ausflippe ist: „Hach, jetzt seht ihr Eltern mal, was Lehrer so leisten.“ NEIN, das sehen wir eben nicht! Ganz und gar nicht!







Ein Lehrer hat Zeit, sich auf den Unterrichtsstoff vorzubereiten. Wir hatten die nicht. Ein Lehrer wird für seinen Job bezahlt, wir nicht. Ein Lehrer ist ausgebildet für die Beschulung in seinem Fach. Wir sind das nicht.



Was Eltern gerade leisten ist mit dem Job des Lehrers nicht zu vergleichen



Ein Lehrer unterrichtet nicht in seinem eigenen Wohnzimmer zwischen ausgelaufener Limo und überkochendem Nudelwasser, weil er dabei noch das Mittagessen vorbereitet weil sonst die Stunden des Tages nicht ausreichen. Und ein Lehrer muss NICHT gleichzeitig drei Kinder in unterschiedlichen Altersklassen von unterschiedlichen Schulen in ALLEN Fächern, die es gibt, unterrichten.



Das soll den Beruf des Lehrers überhaupt nicht schmälern! NULL. Ich liebe, was ihr da tut.



Aber es hat NICHTS, aber auch rein GAR nichts mit dem zu tun, was Eltern in der ganzen Welt grad im Homeschooling leisten, während sie mit der anderen Arschbacke in ihrem Job hängen, um am Ende des Monats ihre Miete weiter zahlen zu können!



Ein Mehr an allem: Mehr Haushalt, mehr Einkaufen, mehr Kochen, mehr Konflikte, mehr To Do-Listen



Und die Abertausenden an Massen an Essen, die die Kinder
plötzlich verputzen, weil sie den ganzen Tag zu Hause sind! Und die
Klopapier-Pakete für zehn Euro! Ja, so viel haben wir neulich für EIN Paket
ausgegeben, ich konnte selbst nicht glauben, wie verzweifelt wir bereits waren.








Schon allein während ich das hier schreibe, steigt mein Puls so sehr, dass ich mich kurz beruhigen und durchatmen muss. Wer hat eigentlich beschlossen, dass in diesen Extremwochen kein FITZELCHEN des ach so wichtigen Unterrichts der Kinder ausfallen darf, wir, die wir das Geld verdienen (müssen) aber komplett zurückstehen?



Meine Kinder schaffen gerade mehr als ich. Ich KANN kaum arbeiten bei dem Pensum, den unsere drei Kinder auf ihren weiterführenden Schulen da leisten sollen. Und was ist eigentlich erst mit den Kindern, die keine elterliche Unterstützung bekommen?



Ihr glaubt, ich spinne? Keine Sorge, das dachte ich in den letzten Wochen auch diverse Male.  Ich erzähle einfach mal frei weg von der Achtklässlerin. Es geht um drei (!) Wochen, ok? Nicht um ein ganzes Schuljahr. Los geht´s.



Schulische Anforderungen zum Verrücktwerden



In Englisch muss sie ein 210-Seiten Buch lesen, jedes der dreißig Kapitel in einem kleinen Text zusammenfassen und dazu – natürlich! – noch einige Zusatzaufgaben.







In Bio (sonst zwei Schulstunden pro Woche) hat sie 28
Arbeitsblätter, auf denen Aufgaben stehen, die nicht etwa einfaches Ankreuzen
bedeuten, sondern zum Beispiel: Lies diesen zweiseitigen Text über Diabetes
mellitus und schreib dann eine Geschichte zum Thema „Diabetes bekommen nicht
nur ältere Menschen, mich Paul, 17, hat es auch erwischt“, in dem du alle
Informationen des Textes mit einbaust.



Und das ist nur eine von vier Aufgaben auf EINEM Arbeitsplatz. Abgesehen davon, dass dann auch noch Arbeitsblätter in Sexualkunde eingereicht wurden. Jeder Teenie dieser Welt freut sich, dass mal so richtig schön mit Mama und Papa durchzusprechen alles.



KEIN KIND SCHAFFT DIESEN SCHULSTOFF GANZ ALLEINE!



In Mathe wurde das neue Thema binomische Formeln eingeführt,
wir haben Youtube-Videos dazu rausgesucht, denn nein, ich hatte nicht mehr auf
dem Schirm, wie das geht. Ein Kind soll das alleine machen? Ist klar, drei
Wochen jeden Tag alleine motivieren für jedes Fach. Dass ich nicht lache.







In Deutsch ist Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ dran –
mit Dialoganalysen, bei denen selbst ich mal nachschlagen musste. In Geschichte
durfte sie Napoleons Hoch- und Tiefpunkte sondieren und die Frauenrechte in der
Französischen Revolution analysieren – auf Englisch, weil sie im Bilingualzweig
ist.



Euch wird schon schwindelig? Es gibt auch noch Aufgaben in ALLEN anderen Fächern, ja sogar in Sport. UND ICH HABE NOCH ZWEI KINDER!



Die auf eine andere Schule gehen! Bei der jeder Fachlehrer einzelne Emails mit Anhängen und Ansagen und Abgabeterminen schickt. Dazu einen Papa, der derzeit jobbedingt 14 Stunden pro Tag in irgendwelchen Krisenstäben sitzt und abends völlig fertig neben uns ins Bett sinkt.



Homeschooling: Und nebenbei sollen/müssen Eltern ja auch noch arbeiten



Und obwohl ich JEDES Auftragsangebot abgelehnt habe in dieser Zeit, gibt es Abgaben, die ich im Job einhalten muss, weil ich sie zugesagt habe, bevor hier der Wahnsinn ausbrach. Ich lese und bewerte neben der Beschulung der Kids gerade als Jury-Mitglied einer Journalistenschule über 300 Bewerbungsreportagen. Nachts!



Ich war in den letzten zwei Wochen zweimal Livegast in der Sendung „Live nach Neun“ in der ARD, mit Lampenfieber und Vorbereitung inklusive. Dazu ein Live-Talk mit dem Führungststab eines Unternehmens.







Ich schreibe eine große Geschichte für ein Magazin, die nächste Woche fertig sein muss. Ich führe die Interviews dazu, während drei hungrige Menschen um mich herum flitzen. Menschen, die genau wie ich teils einen solchen Lagerkoller entwickeln, dass hier nicht nur Nasen bluteten, sondern auch eine Kinderbrille zu Bruch ging.



Alles wird zu viel, jedes kleine bisschen mehr bringt das Fass zum Überlaufen



Kein Thema, fahren wir halt auch noch zum Optiker! Und zu 48 Supermärkten, damit wir endlich Klopapier finden. Ach, und Kieferorthopäde muss ja auch noch sein, inklusive Desinfektion durch Komplett-Maskierte (ist das alles gruselig grad!).



Ich habe für Stadt Land Mama versucht, weiter Kooperationen
zu schreiben und Interviews zu führen. Ich habe mit Kunden telefoniert, aber
kaum mit Katharina, obwohl wir das sonst täglich tun. Ich habe für einen
Auftrag ein Interview mit einer Kinder- und Jugendtherapeutin, die sagte,
Schule und Familie sollten dringend voneinander getrennt werden, um das Eltern-Kind-Verhältnis
nicht dauerhaft zu beschädigen.



Ich spüre es an meinen Nerven. Ich merke es zum Beispiel beim Essen, wenn wieder alle meckern, dass es nicht schmeckt oder sich niemand an die wenigen Regeln hält. Ich könnte in die Luft gehen. Es ist zu viel.



Und es geht mir nicht um gute Noten oder eine dringende Versetzung. Es geht mir darum, meine Kinder in dieser schweren Phase zu unterstützen. Es geht mir darum, dass wir das alle gemeinsam hier irgendwie ohne größere Schäden hinkriegen. Und das gelingt mir eben nicht immer.



Welcome to Burnout: Es ist einfach zu viel



Ich war an einem Tag so verzweifelt und desillusioniert,
dass ich nur noch starr ins Leere blicken konnte. Dass ich auf Tipps („Nimm die
Schule doch nicht so ernst“) nur noch mit einem „Ich brauche keine Tipps“
antworten konnte.



Mein starrer Blick mit Augenrändern am Verzweiflungstag. Ohne Filter.



Denn wenn du eh schon an dir als Mutter zweifelst und das
habe ich verdammt nochmal in den letzten Wochen des Öfteren getan, weil ich das
einfach nicht genießen konnte wie andere, dann willst du nicht auch noch am Freitag
den Lehrern schreiben müssen, dass ihr als Einzige die Aufgaben nicht gepackt
habt. WEIL IHR ES NICHT HINKRIEGT. Weil ihr zu doof, zu wenig fleißig, zu
unfähig seid.



Ich war überzeugt, die schlechteste Mutter auf dem Erdball zu sein, als mein Kind sagte: „Sorry Mama, dass ich heut nicht so funktioniert hab, wie du es gebraucht hättest.“ Kein Kind soll jemals so etwas denken müssen.



Ich fühlte mich auch so undankbar, weil wir ja ein Dach über dem Kopf haben, weil wir gesund sind, weil ich nicht alleinerziehend bin oder zur Risikogruppe gehöre. Und weil ich mich trotzdem so leer und ausgelaugt und unglücklich fühlte. Als 24-Stunden-Bedürfnisbefriedgigungsmaschine, auf deren Schultern gefühlt die Last der ganzen Welt lag. Ich glaube, jede sollte das Recht auf Unglücklichsein haben, auch wenn es anderen noch schlechter geht.



Ich habe so tolle Freundinnen, bei denen ich mich in den schlimmsten Momenten auskotzen kann. Die mir dann Blumen schicken, wie Silia oder Katharina.



Ich musste begreifen, dass Gemüse nicht schneller wächst, wenn man dran zieht und dass, wenn meine jüngeren Kinder keinen Bock auf Schooling hat, es auch einfach nichts bringt außer Kampf. Okay, dann ist halt heut am Dienstag Wochenende. Wir holen es am Samstag nach. Bitte, danke, Frau Rottenmeyer.



Nein, wir sitzen eben nicht alle im selben Boot



Ich musste verstehen, dass wir eben nicht alle im selben Boot
sitzen. Wir paddeln alle mit zwei Meter Abstand (oder mehr) nebeneinander her
durch unbekanntes Gewässer, haben Muskelkater vom ungewohnten Rudern, rufen uns
Dinge aus der Ferne zu, sehnen uns nach Pausen und wüssten gern, auf was wir
eigentlich zusteuern. Manche sitzen in löchrigen Schlauchbooten, manche müssen
schauen, dass die kaum zu bändigenden Kids nicht über Bord gehen, andere
paddeln einsam und allein. Ich fühle mit Euch!







Ich will wieder mit euch gemeinsam auf ein Boot! Ich vermisse Euch da draußen! Ich bin ein geselliger Mensch, ich drücke gern, ich brauche Menschen. Und ich will arbeiten. Meine Arbeit macht mich glücklich und finanziell unabhängig, das ist mir sehr wichtig.



Wir dürfen uns selbst über diesen Wahnsinn nicht vergessen



Ich will meine Freunde sehen. Ich brauche Ausgleich. Ich will keinen Lehrerjob machen, weil ich ihn mir nicht ausgesucht habe und weil es dem Verhältnis zu meinen Kindern Abbruch tut. Ich will die Leichtigkeit zurück.



Zum Glück sind in NRW jetzt erstmal Osterferien. Dann hoffe ich, der Druck lässt nach und wir können uns alle beruhigen. Ich werde mir die grauen Haare anschauen, die ich in den letzten Wochen über diesen Wahnsinn entwickelt habe und dann werde ich mein Corönchen richten und weitergehen.



Dass wir nach den Osterferien in der Heim-Beschulung weitermachen könnten – daran möchte ich bitte noch nicht einmal denken. Ich war selten so überfordert und platt. Und ich will gar kein Mitleid. Ich will einfach nur meine Normalität zurück. Und dass sich niemand schlecht fühlt, wenn es ihm oder ihr in den letzten Wochen ähnlich ging. <3
               
Homeschooling: Wie es Eltern in den Wahnsinn treibt
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Auf den Schultern von Eltern lastet eine gigantische Verantwortung: Homeoffice, um die Familie zu versorgen und Homeschooling, um die Kinder zu bilden. Sie fühlen sich zerrissen und haben das Gefühl, sie werden niemandem wirklich gerecht: dem Kind oder den Kindern nicht, dem Partner oder der Partnerin nicht, dem Job nicht und am wenigsten sich selbst.  Eltern fragen sich: Wie soll ich den Spagat zwischen Homeoffice und Homeschooling schaffen? Wie kann ich garantieren, dass mein Kind in der Schule den Anschluss nicht verliert? Wie können wir tägliche Konflikte, Reibereien und Diskussionen vermeiden und den Lockdown einigermaßen entspannt und schön erleben? Dazu möchte ich heute allen Eltern sagen:



Liebe Mama, lieber Papa,



ich weiß, es ist schwer. Und DU kannst schwere Sachen meistern. Im letzten Lockdown habe ich als Lehrerin und Lerncoach viele Familien begleitet und gemeinsam mit Eltern umsetzbare und einfache Strategien entwickelt, wie das Lernen Zuhause mit mehr Freude und Erfolg gelingen kann. In diesem Artikel möchte ich dir drei Überlebensstrategien fürs Homeschooling an die Hand geben. 



Falls du jetzt eine Zauberformel erwartest, muss ich dennoch enttäuschen. Patentrezepte gibt es meiner Meinung nach nicht, wenn wir Kinder ins Leben begleiten. Als Mama bist du Expertin für deine Familie und darfst selbst wissen, was sich für dich stimmig anfühlt und was nicht.



Eine Sache haben jedoch alle Eltern gleich gemacht, wenn sie einen entspannteren Lockdown-Alltag wollten: sie haben sich von Perfektionismus und allzu hohen Ansprüchen verabschiedet! Statt dem Umstand hinterher zu trauern, dass sie jetzt nicht so viel schaffen als sonst, übten sie sich in Dankbarkeit für das, was sie geschafft haben. Sie haben sich auf das fokussiert, was schon gut läuft und dadurch mehr Gutes in ihr Leben gezogen.



Denn wie sagte Francis Bacon so schön: „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“



1. Nimm den Druck raus



„Ich will aber nicht!“ „Du musst aber!“ – Wutanfälle, Tränen, Diskussionen. Was regen wir uns manchmal wegen der Schule auf, oder? Es stresst und, dass Kinder Hausaufgaben verweigern, dass sie in bestimmten Fächern, in bestimmten Situationen auf stur schalten oder dass an machen Tagen einfach gefühlt gar nichts geht. Viele Eltern spüren dann einen Zwiespalt: Auf der einen Seite wollen sie ihre Kinder nicht in ein System pressen. Sie wollen nicht, dass sie einfach nur „funktionieren“. Sie möchten die Bedürfnisse ihre Kinder respektieren und wünsche sich glückliche und starke Kinder. Gleichzeitig sollen sie eine fantastische Zukunft haben und ihnen sollen einmal alle Türen offen stehen. Deswegen ist vielen Eltern Schule auf der anderen Seite wiederum nicht völlig egal: Schule muss aber. Ein schlechtes Gewissen und schlechte Stimmung ziehen den Aufgabenmarathon ins schier Unendliche. Kommt dir das vielleicht bekannt vor?



Ich kenne das, wenn im Kopf die „Das-muss-das-muss-das-muss-jetzt-aber“-Maschine rattert. Als Lehrerin lehne ich mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und sage dir als Mama: Nichts muss! Gar nichts muss! Erst recht nicht zu jedem Preis!“ Vielleicht magst du mal überlegen, in welchen Situationen es dich besonders stresst, dass dein Kind Aufgaben nicht macht und dich dann fragen, wie wichtig diese eine Aufgabe in fünf Jahren ist? 



Lehrpläne bauen Wiederholungsschleifen ein. Das bedeutet, dass besonders wichtige Themen immer und immer wieder angesprochen werden. Versäumt es dein Kind jetzt eine bestimmte Fähigkeit zu erwerben, kann es das immer noch zu einem späteren Zeitpunkt tun. Wir Lehrkräfte können Wissenslücken auffüllen. Was sich nicht so einfach flicken lässt, sind gebrochene Herzen. Eine gesunde und stabile Beziehung zu den Eltern ist da Fundament von jedem Lernerfolg.



[Dennoch ist die Sorge vieler Eltern nicht ganz unberechtigt. Schließlich werde im Unterschied zum ersten Lockdown nun an vielen Schulen auch im Fernunterricht Noten gemacht. Manche Lehrkräfte erwarten, dass Aufgaben bis 15 Uhr zurückgeschickt werden. Passiert das nicht, werden Sechsen verteilt. Ich akzeptiere, dass auch Lehrkräfte ihren „Feierabend“ möchten, gleichzeitig kann ich jedes Elternteil nur ermutigen, sich ernsthaft zu fragen, ob sie sich diesen Rahmenbedingungen hingeben wollen. Und zu welchem Preis. Denn Druck und Angst vor schlechten Noten waren noch nie gute Lernbegleiter.]



2. Fokus auf das Positive



Der Volksmund sagt: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!“ Fragen wir unsere Kinder: Welche Aufgaben fehlen dir noch?, Was hat heute nicht geklappt bei der Videokonferenz?, Wo kommst du nicht weiter?, führen wir ihnen ihre Schwächen vor Augen. Stattdessen könnten wir mal ganz bewusst versuchen, den Fokus auf das Positive zu legen und fragen: Was hast du heute schon erledigt? Was läuft gut? Was war lustig in der Videokonferenz?



Die Kinder aktuell zu begleiten, kann wahnsinnig anstrengend sein. Dazu kommt, dass die meisten Kinder in der Schule bisher nicht gelernt haben, wie man selbstständig lernt, wie man sich selbst motiviert oder sich seine Zeit selbst einteilt. Egal, wie anstrengend dieser Zeit aktuell ist, sie ist gleichzeitig eine großartige Chance, genau diese Fähigkeiten zu lernen. 



Wenn in viele Haushalten die Drucker rattern, fühlt es sich bestimmt nicht nach „Bildung der Zukunft“ an. Gleichzeitig fördern wir gerade ganz wichtige Zukunftskompetenzen: die Fähigkeit, selbstständig lernen zu können und vor allem einen Leben lang selbstständig lernen zu wollen. Das bekommen wir als Eltern hin, indem wir unseren Kindern Erfolge vor Augen führen und gemeinsam mit ihnen machbare Ziele entwickeln. 



Ein Morgenritual könnte zum Beispiel so aussehen: Du fragst dein Kind: Was hast du gestern geschafft, worauf du heute stolz bist? Und fragst es dann: Was willst du heute schaffen, um heute Abend stolz und zufrieden ins Bett gehst? Was diese Frage mit Kuchen zu tun hat, erfährst du weiter unten / Spoiler: diese Frage hat etwas mit Kuchen zu tun.



3. To Dos greifbar machen für Kinder



Wie die Aufgaben in diesem Homeschooling-Distanzlern-Fernunterrichts-Ding gerade genau aussehen, das ist von Schule zu Schule und manchmal von Lehrkraft zu Lehrkraft unterschiedlich. Kein Wunder also, dass Kinder schnell den Überblick verlieren. Mit drei Fragen können Eltern ihre Kinder begleiten, sodass sie Klarheit und Struktur in den Tag bekommen: Was muss? Was kann? Bis wann?



Manche Familien arbeiten mit komplexen Familien-Planern. Jedes Familienmitglied hat eine Spalte an einem Whiteboard, auf einer Zettel-Übersicht an der Wand oder auf einem beschreibbaren Kühlschrank. Wichtige Aufgaben und Termine wie Videokonferenzen kommen dann zum Beispiel auf rote Post-it-Zettel. So sehen Kinder auch, wenn Eltern in wichtigen Gesprächen sind. Aufgaben, die anfallen, aber keine Deadline oder Priorität haben, kommen auf gelbe Zettel. Schöne Sache oder gemeinsame Pausen-Aktivitäten auf grüne Zettel.



Sobald eine Aufgabe erledigt wurde, darf sie abgerissen und in einen imaginären Basketball-Korb geworfen werden. Am Ende des Tages kann man sich dann gemeinsam freuen, was da alles drin liegt und was man alles geschafft hat. Auch das Führen von „Have Done“-Listen anstelle von „To-Do-Listen“ motiviert und hinterlässt am Ende des Tages ein gutes, zufriedenes Gefühl.



Im Lockdown hält mich vor allem Süßkram bei Laune! Deswegen habe ich diese Methode entwickelt: Das To-Do-Törtchen. Kinder können damit das Prinzip von „wichtig“ und „dringend“ einfach verstehen und veranschaulichen. Das Törtchen: Was ist die eine Aufgabe, die du heute erledigen willst, sodass du heute Abend zufrieden ins Bett gehst? Mit dieser Frage definieren wir den Tagesfokus. Das Törtchen alleine macht schon satt, Sahnehaube und Deko sind „nice to have“, jedoch brauchen wir sie nicht. Hat das Kind das „Törtchen“ erledigt, ist es satt. Das Tagesziel ist erreicht und es darf zufrieden sein. Genau dadurch bekommt es vielleicht Hunger und hat Lust auf die Sahnehaube, d.h. 2-3 weitere Aufgaben, die wichtig sind. Die Kirsche kann als „Highlight“ eine weitere Aufgabe sein oder etwas, das das Kind heute nur für sich tun möchte. 



Um im Homedurchdrehing nicht den Kopf zu verlieren, habe ich noch drei weitere Überlebensstrategien:



Gebt schönen Bewegungspausen eine genauso hohe Bedeutung wie Schulaufgaben: tanzt, spielt, lacht, schmust – je mehr wir in der Öffentlichkeit auf Distanz gehen, desto mehr dürfen wir Zuhause zusammenrücken, um emotional gesund zu bleiben. Und genau das ist die Grundlage fürs Lernen!Macht den „Arbeitsplatz“ gemeinsam zu einem „Arbeitsparadies“! Wie? Alles, was ablenkt, verschwindet in einer Krimskrams-Kiste, Alphawellen, Lernmusik oder Baustellen-Kopfhörer schützen vor störenden Geräuschen von Geschwisterkindern und signalisieren „Ich lerne jetzt!“. Und vielleicht kann ein neuer Sitzplatz eine neue Perspektive auf das Lernen Zuhause bringen? Versucht’s doch einmal. Frage dein Kind, was es braucht und wie sein idealer Arbeitsplatz aussieht.Dein Kind braucht keine Ersatz-Lehrkraft! Es braucht Dich! Eltern sind gerade in höheren Klassen schnell mit ihrem Latein am Ende und fluchen ganz schön, wenn sie sich auf einmal noch einmal in angewandte Mathematik hineinfuchsen sollen. Zur Vermittlung von Wissen gibt es großartige Lernapps oder Erklärvideos im Internet. Außerdem ist es wahnsinnig bequem für Kinder zu sagen: „Mama, ich versteh das nicht!“ und zu wissen, dass Mama kommt und die Aufgabenstellung erklärt. Was wäre, wenn Mama antwortet: „Okay. Was verstehst du denn schon? Aha. Was noch? Was noch?“ Das braucht zu Beginn Geduld, führt jedoch auf lange Sicht dazu, dass Kinder ihre Aufgaben eigenständig erledigen und ihr Selbstvertrauen stärken.



Liebe Eltern, ich hoffe, ich konnte Euch mit diesen Anregungen ein wenig Zuversicht schenken und Euch Druck nehmen. Ihr machst das gut genug. Euer Kind hat alles, was es braucht: EUCH. Rückblickend werden wir alle gestärkt aus diesem seltsamen und anstrengend Homeschooling-Distanzlern-Fernunterrichts-Ding hervorgehen, auch wenn wir jetzt noch nicht wissen, wofür es gut war….







Über die Autorin: Lisa Reinheimer ist Lehrerin und Gründerin von „klassenheld“. Sie zeigt Eltern Möglichkeiten auf, wie sie ihre Kinder erfolgreich durch die Schule bringen können. Sie kombiniert dabei Methoden aus dem Lerncoaching und der Persönlichkeitsentwicklung und macht die „Spielregeln“ des Spiels „Schule“ transparent. Arbeitserfahrung sammelte sie an verschiedenen Schulen in Deutschland, Hong Kong und Singapur. Ihr Podcast landete auf Platz #1 in der Kategorie „Kindererziehung“. Schüler und Eltern wählten sie 2019 zur „coolsten Lehrerin“. Ihren Homeschooling-Survival-Guide könnt Ihr Euch HIER runterladen.
               
Homeschooling-Tipps: So übersteht Ihr die nächsten Wochen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-wir-haben-aufgegeben-bevor-wir-daran-zerbrechen
       
Seid Ihr schon mal an etwas gescheitert, was eigentlich total wichtig ist? Und Euch deshalb total als Versager gefühlt?So fühle ich mich gerade. Worum es geht? Homeschooling! Ein Thema, das die meisten Eltern aktuell sehr belastet, denn es ist einfach alles viel: Homeoffice, Homeschooling, Haushalt, 24 Stunden Kinder, die belastende Enge.Homeschooling. Das ist für mich das Unwort des Jahres. Wie jeder andere auch sitzen wir seit etwa sechs Wochen zu Hause ohne Schule, ohne Freunde, ohne Hobbys. Ich heiße Judith,  bin alleinerziehend und arbeite als  Gesundheits- und Krankenpflegerin auf einer Covid 19- Station. Meine Tochter ist acht Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Normalerweise ist sie eine sehr gute Schülerin, bei Lehrern und Mitschülern unheimlich beliebt und ein kleiner Sonnenschein. Sie ist sehr emphatisch, später möchte sie auch mal Krankenschwester werden.Als Krankenschwester habe ich bereits relativ früh sehr genau die Entwicklungen des Corona-Virus in anderen Ländern verfolgt. Auch, weil ich in unserem Krankenhaus natürlich die Vorbereitungen auf die Pandemie mitverfolgen konnte. Ganze Stationen wurden zu Isolationsstationen, Patienten wurden verlegt, Operationen abgesagt. Durch diese Informationen war mir ziemlich früh klar, dass wir auf eine Schulschließung zusteuern.



Deshalb habe ich mit meiner Tochter viel über dieses Szenario gesprochen, was das dann bedeutet und dass sie ihre Hausaufgaben natürlich trotzdem machen muss. Wir waren uns aber beide sicher, dass wir das mit dem Homeschooling gut hinbekommen. Sie war ja eine gute Schülerin, die auch immer ohne großes Murren Hausaufgaben machte.



Und dann kam der Tag X. Die Schulen machten zu. Wir bekamen eine Menge Schulstoff nach Hause, ein paar Tage klappte das Bearbeiten recht gut. Doch ich merkte, dass sich meine Tochter veränderte. Sie wurde von Tag zu Tag verschlossener, verbrachte immer mehr Zeit alleine in ihrem Zimmer und hörte einfach still ihrer Musik zu. Das ist absolut untypisch für sie.



Was die Schulsachen betrifft, kam ich gar nicht mehr an sie ran. Wir brachten uns sehr schnell gegenseitig zur Verzweiflung, es flossen viele Tränen. Glücklicherweise kamen dann die Osterferien und ich hatte die Hoffnung, dass einfach nur die Luft bei meinem Kind raus ist und es nach den Ferien wieder besser klappt.



Als wir dann nach den Ferien wieder neu starteten, begann das Drama wieder von vorne. Ich dachte, ich müsste strenger sein, damit das klappt. Aber ich war gleichzeitig aus so kaputt von meiner Arbeit, dass ich das Streng-Sein nicht durchhielt.



Wir leben mit meiner Mutter zusammen, also dachten wir, dass sie das Homeschooling übernimmt. Aber auch das klappte nicht. Homeschooling bedeutete für uns alle nur noch Tränen der Wut, Verzweiflung, Aggressionen. Teilweise flogen sogar Sachen durch die Luft.



Und dann kündigte die Klassenlehrerin an, bei jedem Kind die Arbeitsblätter der letzten Wochen abzuholen, um zu gucken, wer was geschafft hat. Nun gerieten wir noch mehr unter Druck – plötzlich reichte es nicht mehr, ein bisschen was zu machen – wir sollten alles fertig machen.



Die Folge: Es wurde noch mehr geweint, noch mehr geschrien und ich fühlte, wie mein Kind sich von mir entfernte. Da beschloss ich an einem Sonntagabend: Jetzt ist Schluss. Wir geben auf.



Ich merkte einfach, dass unser Familienfrieden völlig im Eimer ist, dass die Liebe und Geborgenheit total auf der Strecke bleibt. Und das wollte ich nicht. Niemals.



Am Montag morgen rief ich in der Schule an. Wir wohnen in einem kleinen Dorf, die Dorfschule ist im nächsten Ort. „Ich muss Ihnen was beichten. Wir haben die Schulaufgaben nicht geschafft“, sagte ich der Lehrerin. Ich erzählte ihr von unseren letzten Wochen, wie sehr mein Kind unter der ganzen Situation leidet und dass ich auch einfach überfordert bin.



Wir sprachen darüber, warum ich meine Tochter nicht in die Notbetreuung gebe. Ich hätte ja Anspruch, aber da ich direkt mit Covid 19- Patienten zusammen komme, halte ich es für keine gute Idee, dass mein Kind mit anderen Kindern betreut wird.



Die wunderbare Klassenlehrerin hörte sich das alles an und versprach, sich etwas zu überlegen. Zwei Stunden später rief sie wieder an und sagte, dass meine Tochter nur noch eine Stunde am Tag lernen müsse – vor und nach der Lerneinheit würde sie mit der Lehrerin telefonieren.



Und obwohl ich weiß, dass es richtig so war, die Lehrerin um Hilfe zu bitten, habe ich das Gefühl, versagt zu haben.  Wenn ich auf Instagram sehe, wie alle Mütter erfolgreich Homeschooling machen, wenn Freundinnen meiner Tochter erzählen, dass sie sogar die Zusatzaufgaben gemacht haben, dann macht mich das fertig. Wir sind gescheitert und zwar so richtig.



Ich bin nicht stolz darauf, aber ich glaube, dass viele Eltern gerade an ihre Grenzen kommen. Mein Text soll Euch Mut machen, ehrlich mit den Lehrern zu sprechen. Denn der Duck, den wir Eltern und die Kinder verspüren, ist enorm. Wir wären beinahe daran zerbrochen.



Jetzt gehen wir den Weg anders. Mit weniger Homeschooling, dafür mit mehr Liebe, kuscheln, spielen und Netflix. So werden wir diese Zeit schaffen. Ganz bestimmt.








               
Homeschooling: "Wir haben aufgegeben, bevor wir daran zerbrechen"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/i-break-together-ein-jahr-corona-chronologie-eines-pandemiejahres
       
Ihr Lieben, wer hätte gedacht, wie lang uns Corona als Gesellschaft lahmlegt. Hätte man mir letztes Jahr gesagt, dass das alles so lang andauert, hätte ich es nicht geglaubt. So wie ich mir ganz zu Anfang der Pandemie auch nicht vorstellen konnte, dass wir mal alle Masken tragen würden in der Öffentlichkeit… Wir hatten jedenfalls jetzt genug Zeit, das alles mal sacken zu lassen und ich dachte neulich, wir könnten doch mal eine kleine Chronologie der Ereignisse verfassen. Sollen wir? Okay, los geht´s:



Februar 2020:



Irgend so ein Virus aus China könnte gefährlich werden. Naja, ist ja weit weg. Die Optimisten leben weiter wie bisher.



März 2020:



Ähm, WTF?! Unsere Kinder dürfen nicht mehr zur Schule?! Wir dürfen nicht mehr raus, niemanden mehr treffen? Im Ernst? Krass.



April 2020:



Der Osterurlaub fällt ins Wasser. Fuck. Hier gibt´s ja jetzt wirklich eine ernsthafte Bedrohung? Unser System ruckelt. Alles ist neu. Alles ist so überfordernd!  



Mai 2020:



Phase des Realisierens: Kann das denn wahr sein? Geht das jetzt immer so weiter? Wer holt uns hier raus? Immerhin haben wir uns langsam an die Masken gewöhnt.



Juni 2020:



#FamilienInDerKrise. #CoronaEltern. Leute, wir müssen laut werden, wir werden hier grad komplett von der Politik übersehen.



Juli 2020:



Oh, wie süß schmecken eigentlich Lockerungen? Fast wie ein Ausflug in unser altes Leben. Und wie entspannt ist doch ein Leben ohne Homeschooling…



August 2020:



Die Tränen laufen, als die Kinder wieder in Schule oder Kita dürfen. Vor Rührung. Vor Erschöpfung. Und weil uns der Anblick so vieler kleiner Menschen mit Masken noch immer erschüttert. Houston, wir haben wirklich ein Problem. Bitte lasst uns alle gesund durch die Krise kommen!



September 2020:



Das Oktoberfest wird abgesagt. Klausuren, Tests, Referate – unseren Kindern wird alles abverlangt, weil niemand weiß, wie lange sie noch zur Schule können. Und es müssen ja schließlich Noten her!



Oktober 2020:



Es gibt Impfstoffe demnächst? Im Ernst: Wie geil ist das denn?! Wird etwa alles wieder gut? Na gut, dann gehen unsere Kinder halt jetzt weiter nicht zu ihren Hobbys, aber dann ja bald vielleicht wieder!



November 2020:



Lockdown light? Cola Zero? Ich will aber Zucker! Ich will entweder die echte oder gar keine. Das bringt doch sonst alles nix!



Dezember 2020:



Keine Weihnachtsmärkte. Massen-Aufläufe auf Glühwein-Wanderwegen. Wir wollen raus. Wir suchen uns Wege. Sie werden verboten.



Januar 2021:



Hallo neues Jahr! Unfassbar, dass wir hier immer noch in dieser Krisensituation festsitzen! Wenn Zahnarztbesuche zu Wellness-Momenten werden, weil man endlich mal wieder was erlebt und unter Leuten ist, mit denen wir nicht verwandt sind.



Februar 2021:



Kein Karneval. Dafür: Hallo Mutanten! Ihr wolltet uns nochmal so richtig die Zunge rausstrecken, als wir die ersten zaghaften Hoffnungen zuließen, stimmt´s?



März 2021:



Puh. Wisst ihr noch, wie die Pessimisten im letzten Jahr vor Ostern scherzten, als es hieß: „Lockdown bis Ostern“ und wir danach witzelnd fragten: „Ostern in welchem Jahr denn?“



Fortsetzung folgt…



Und jetzt ihr: In welcher Phase befindet ihr euch gerade? In der Phase der Akzeptanz? Ist dann halt so? Oder in der Phase des Schulterzuckens? Weil: Ist ja eh längst nichts mehr planbar? In der Phase des Genervtseins oder der Unverständnis? In der Phase der Wut? Oder in der Phase der Dankbarkeit, weil uns zwar viel genommen wurde, aber immer noch so viel da ist, wenn wir nur hinschauen? Erzählt doch mal! 
               
"I break together": Ein Jahr Corona! Chronologie eines Pandemiejahres
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-arbeite-vollzeit-mein-mann-bleibt-zu-hause-warum-das-immer-noch-fuer-unverstaendnis-sorgt
       
Liebe Karolina, erzähl erst mal, wer alles zu deiner Familie gehört.



Zu meiner Familie gehört mein Mann Lukas (30 Jahre), der Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei einem namhaften Versicherungsunternehmen ist, momentan ist er in Elternzeit. Mein Sohn (3 Jahre) und meine Tochter Amelie (7 Monate), die im Juli letzten Jahres zur Welt kam. Ich, Karolina (32 Jahre alt), bin Lehrerin an einer Mittelschule. 



Du bist nach der Geburt Deiner Tochter wieder Vollzeit eingestiegen. War das in der Schwangerschaft schon klar oder wann habt ihr das so entschieden?



Bei meinem Sohn Noah, war bereits in der Schwangerschaft klar: Ich bleibe mindestens 1 Jahr zuhause. Da hab ich nicht mal darüber nachgedacht, wieder arbeiten zu gehen. Ich kannte zu dieser Zeit auch niemanden, der wieder sofort ins Berufsleben eingestiegen ist. Es war einfach selbstverständlich für mich, dass ich für die Versorgung des Babys zuständig bin. Deshalb blieb ich ein Jahr zu Hause.



Als ich mit meiner Tochter schwanger wurde, habe ich zunächst gedacht, dass ich auch wieder zuhause bleiben werde. Mein Mann überraschte mich irgendwann mit der Frage: „Wieso bleibe ich eigentlich nicht zuhause und du gehst arbeiten?“ Zum ersten Mal dachte ich ernsthaft darüber nach. Wieso sollte ich nicht gleich wieder anfangen und warum sollte mein Mann nicht mal die Erfahrung zuhause machen? Mit einem noch unsicheren Gefühl gingen wir noch hochschwanger zu einer Beratungsstelle. Dort wurden wir umfassend informiert und wir gingen mit einem positiven Gefühl nach Hause. Ab diesem Zeitpunkt wussten wir: Lukas geht in Elternzeit.



Warum wolltest du möglichst schnell wieder arbeiten gehen?



Kurz und knapp: Ich liebe meine Arbeit.



Ich bin sehr gerne Lehrerin und arbeite unheimlich gerne mit Kindern und Jugendlichen. Sie liegen mir sehr am Herzen und als Klassenlehrerin baut man auch eine intensive Beziehung auf. Zudem kenn ich diese positive Einstellung zur Arbeit auch von meinem Elternhaus. Meine Mutter ist leidenschaftliche Krankenschwester, die auch mit drei Kindern immer gearbeitet hat.



Es ist in Deutschland immer noch selten, dass der Vater ein Jahr Elternzeit nimmt. Wie waren die Reaktionen darauf?



Unsere Eltern wussten nicht mal, dass es diese Möglichkeit gibt und waren zunächst überrascht. Meine Schwiegermutter, die sieben Kinder großgezogen hat, war schockiert, dass ihr Sohn sich das antun will 🙂



Unsere Freunde reagierten überrascht, aber sehr positiv, weil sie meinen Mann bereits als sehr engagierten Vater kannten.



Wie reagierte der Arbeitgeber deines Mannes?



Zunächst sehr erstaunt, aber dann haben sich alle zusammen gesetzt und besprochen, wie die Zeit ohne meinen Mann ablaufen kann. Ich empfand das als sehr lösungsorientiert.



Ein Arbeitskollege allerdings war recht wütend – er arbeitet mit vier anderen Kollegen in einem Team mit meinem Mann. Er empfand die Entscheidung als egoistisch und unkollegial. Er fühlte sich im Stich gelassen.



Gab es auch Unverständnis, dass Du wieder schnell arbeiten möchtest?



Oh ja. Viele Freundinnen waren echt erstaunt und haben mich gefragt, ob ich das wirklich so machen will. Wenn ich ihnen meine Gründe erklärt habe, habe ich meistens danach viel Zuspruch bekommen. Allerdings gab es auch Mütter, die sagten, dass sie das niemals machen würden – da musste ich schon schlucken und habe mich gefragt, ob meine Entscheidung wirklich richtig ist. Auch im Kollegium in der Schule waren die Reaktionen sehr gemischt…



Und wie hast Du Dich in den ersten Wochen zurück im Job gefühlt?



Ehrlich gesagt: Es ging mir erst nicht so richtig gut. Ich dachte sogar darüber nach, was die Nachbarn darüber denken, dass ich als Mutter wieder arbeiten gehe und der Papa zu Hause bleibt. Es kam mir alles unwirklich vor – gerade hatte ich noch diesen riesigen Babybauch und dann stand ich schon wieder im Klassenraum…



Und ich tue mich auch manchmal bei meinen Freundinnen schwer, weil ich da einfach merke, dass ich eine„andere Mutter“ bin. Ich habe vormittags keine Zeit frühstücken zu gehen, keine Zeit, an einer Krabbelgruppe oder dem Babyschwimmen teilzunehmen. Wenn ich solche Verabredungen absagen muss, fühle ich mich schon wie ein Außenseiter und auch wie eine schlechte Mutter…Ich muss mich dann richtig „zurückholen“ und mir klar machen, dass unser Weg für unsere Familie gut ist.



Bei eurem ersten Sohn bist du ein Jahr zu Hause geblieben – wie hast du das Jahr damals erlebt?



Das Jahr Elternzeit mit meinem Sohn war ein schönes und ereignisreiches Jahr. Das erste Mal Mutter werden, ist schon an sich ein unbeschreibliches Gefühl. Und das Jahr mit Baby sowieso. Das erste halbe Jahr verging so schnell, da alles neu für mich und für unsere Ehe war. Nach und nach verspürte ich aber immer mehr den Wunsch, wieder „rauszukommen“. Ich wollte nicht nur Baby versorgen und Haushalt führen, sondern auch was für mich tun, und auch was für die Haushaltskasse beisteuern. Ehrlich gesagt, habe ich meinen Mann beneidet, dass er zur Arbeit gehen durfte… Nur Ehefrau und Mutter zu sein, hat mich nicht zu 100% erfüllt.



Ärgert es Dich, dass es immer noch als üblich gesehen wird, dass automatisch die Frau zu Hause bleibt? 



Ich wünsche mir, dass es sich viel mehr Männer trauen, die Aufgabe zu Hause zu übernehmen. Und die Frauen müssen lernen, loszulassen und dem Vater die Aufgaben zu Hause zutrauen. Männer können das genauso gut wie Frauen – und deshalb sollte keine Frau ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie wieder arbeiten geht.



Findest du, dass eigentlich viel mehr Väter den Job zu Hause machen sollten, damit sie mal wissen, was die Frau leistet?



Auf jeden Fall! Ich kann allen Männern nur ans Herz legen, Elternzeit zu nehmen. Man muss ja nicht die volle Zeit nehmen – aber ein paar Monate komplett zu Hause sein, das ist eine wichtige Erfahrung. Die Zeit, sich völlig auf die Familie und das Kind zu konzentrieren, bekommt man nicht oft. Und die Väter durchleben mal den ganz normalen Alltag, den die Frauen zu Hause stemmen. Das fördert ganz sicher das Verständnis füreinander.



Wie hat Eure Aufteilung Eure Beziehung verändert?



Unsere Beziehung und unser Familienverhältnis hat sich seit der Elternzeit meines Mann noch mehr gefestigt. Wir führen ein sehr harmonisches Familienleben. Mein Mann verbringt so viel Zeit mit den Kindern und da ich nur vormittags in der Arbeit bin, verbringen wir nun jeden Tag gemeinsam. Das war vorher nicht so, da mein Mann oft bis zu den späten Abendstunden gearbeitet hat. Und ich persönlich fühle mich auch wohl. Wie sagt man so schön: Glückliche Mutter- glückliche Kinder. 



Was möchtest du noch zu dem Thema sagen?



Frauen, die schnell nach der Geburt wieder in den Job einsteigen, bekommen viel Gegenwind – vor allem in den sozialen Netzwerken.  Das finde ich absolut unnötig. Wäre es nicht viel besser, jeder Familie die Freiheit zuzugestehen, ihren eigenen Weg zu finden?  
               
Mama arbeitet Vollzeit, Papa bleibt zu Hause
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-alleinerziehend-und-am-ende-meiner-kraefte-gastbeitrag-von-barbara
        Ferienzeit – den Bildern auf Facebook nach sonnen sich viele Freunde und Bekannte in Portugal, Italien oder Griechenland. Ich liege währendessen – jetzt die dritte Woche – mit einer Lungenentzündung auf der Nase. Nein, im Bett. Absolute Bettruhe – während es draußen 36 Grad im Schatten hat. Es ist die einzige Woche in diesem Jahr, die ich komplett kinderfrei habe und ich habe schon damit geliebäugelt ein paar Tage wegzufahren. Einfach mal raus hier und wenn es nur zwei Stunden Fahrt sind irgendwo ins Nirgendwo, einfach mal raus…
Im letzten Jahr hat es mich gegen Ende der Sommerferien mit einer mehrmonatigen Schilddrüsenentzündung gebeutelt. Wie immer haben es alle kommen sehen. "Kein Wunder", sagen sie, "alleinerziehend mit fünf Kindern und dann noch selbstständig – das kann ja nicht gut gehen."  Jetzt liege ich heulend im Bett und mein Optimismus der letzten Jahre, dieses Leben mit meinen Kindern irgendwie lebenswert hinzubekommen, schwindet von Minute zu Minute.
Während meine Tochter mit der Lebensgefährtin meines ehemaligen Mannes morgens dem Sonnenaufgang im Meer entgegenschwimmen will, während sich meine Jungs zwei Wochen im Pfadfinderlager dem Abenteuer stellen und meine Jüngsten mit ihrem Vater genüsslich im Schwimmbad aalen, kuriere ich mich von den Strapazen der letzten Wochen aus. Wenigstens die anderen können meinen Kindern was bieten. Ich kann mir all das nicht leisten. Zeitlich nicht und finanziell schon gar nicht. 
Warum muß die Zeit vor den Sommer- und Winterferien immer so unglaublich stressig sein? Einer meiner Söhne mußte das Gymnasium verlassen, aber jetzt mitten in den Sommerferien sind alle Schulen voll und wir wissen überhaupt nicht, wo das Kind zu Schulbeginn zur Schule gehen kann. Meine Tochter hatte vor mir die Lungenentzündung und mein Großer hat endlich seinen Realschulabschluß geschafft!
Für die Kleinsten habe ich endlich einen Krippen- und Kindergartenplatz in einer Einrichtung, aber lange war nicht klar, wovon ich die Aufnahmegebühren zahlen soll. Im Moment lebe ich von Hartz IV. Geht nicht anders – fünf Kinder und ein Alleinverdiener in der Bedarfsgemeinschaft. So viel Geld werde ich nie im Leben verdienen, als das ich die Kinder alleine durchbringen kann.
Und vor den Ferien ein Termin nach dem anderen in den Kindergärten und Schulen. Drei Schulfeste an einem Nachmittag. Haushalt, meine Selbstständigkeit, Termine, Termine… ach ja, meinen Geburtstag habe ich dieses Jahr mal endlich gefeiert. Und danach lag ich das erste Mal auf der Nase pünktlich zu Ferienbeginn. Richtig auskuriert habe ich das Ganze nicht und zehn Tage später ist sie wieder da, die Lungenentzündung. 
Ich liebe meine Kinder. Es sind fünf wunderbare Prachtexemplare und ich habe sie alle gewollt. Sie alleine zu erziehen habe ich aber nicht gewollt. Da habe ich leider einen Fehler gemacht, der mir nie verziehen wird. Und den ich mir nicht verzeihen kann. So ist es nun einmal. 
Jetzt muß ich mich erst einmal von der Lungenentzündung erholen. Und jetzt schon wieder darüber nachdenken, wie die nächsten Wochen geplant werden. Ob ich meine Selbstständigkeit aufgeben soll, frage ich mich in dieser Zeit immer wieder. Abgesehen davon – wer nimmt schon eine alleinerziehende fünffache Mutter… . Und dann fehlen mir die Qualifikationen.
Wenn ich die Artikel über die Gleichberechtigung der Frau lese, daß viele Frauen genauso viel arbeiten wollen wie Männer, dann muß ich lachen. Wie soll das gehen? So sehr ich mich auch anstrenge, Kinder und Beruf mal eben zu wuppen, das zehrt an den Nerven. Ja, die Väter sind irgendwie da, aber haben ihre Vollzeitberufe, die aber noch nicht einmal den vollen Unterhalt abwerfen. Dann wäre ein finanzieller Ballast weniger vorhanden. Wenn es Probleme gibt oder ich krank bin, dann sind sie so gut es geht da. Darüber mag ich mich nicht beschweren. Aber die Sorgen des Alltags, die kleinen und großen Bedürfnisse, die Wutausbrüche und Zickenattacken, die Erziehungsfragen und die Standfestigkeit, das alles bleibt an mir hängen. 
Ich wünsche mir einfach mal mehr freudige und leichte Momente mit den Kindern. Zeit und Luft zum Durchatmen. Kinder sind so etwas Wunderbares und die Zeit mit ihnen ist begrenzt. Das kann die nächsten Jahre nicht so weiter gehen. Noch habe ich keine Lösung dafür. Aber es ist auch irgendwie mein Leben und ich darf doch auch mal wieder ein kleines bißchen glücklich sein. Ich würde meinen Kindern so gerne mehr Leichtigkeit bieten und nicht nur Sorgen. Mein Sohn sagte einmal: „Du stehst immer wieder auf, Mama. Du läßt Dich nicht unter kriegen.“ Ein schönes Kompliment. Hoffentlich behält er recht.
Foto: Pixabay
               
"Ich bin alleinerziehend und am Ende meiner Kräfte" - Gastbeitrag von Barbara | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-dreifache-mama-zwei-kinder-sind-sternchen
       
Ich heisse Gina und bin 26 Jahre alt. Ich habe drei Kinder, zwei davon sind bei den Sternen. Schwanger werden war nicht selbstverständlich für mich. Sieben Jahre lang haben wir auf ein Kind gehofft, aber meine Eileiter waren verklebt und ich wurde einfach nicht schwanger. Nach einer Eileiter-Durchspühlung hat es schließlich doch geklappt und im Juli 2019 kam unser Sohn zur Welt. Wir waren sehr glücklich.



Sechs Monate nach der Geburt wollten wir es erneut versuchen und tatsächlich hatten wir im Februar 2020 einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ich war so erleichtert, dass es diesmal so schnell geklappt hat. In der 14. Schwangerschaftswoche bekam ich plötzlich starke Blutungen, wir fuhren sofort ins Krankenhaus. Die Fahrt bis dahin erschien mir ewig zu dauern.



Meinem Kind schien es gut zu gehen



Eine Ärztin untersuchte mich und sagte dann: „Ihr Kind lebt, aber sie haben ein Hämatom an der Gebärmutter, das sie Blutungen verursacht.“ Ab da hieß es: Bettruhe. Ich versuchte mich so gut es geht zu schonen und vier Wochen verstrichen, in denen ich zwar immer wieder mal Blutungen hatte, aber mein Frauenarzt kontrollierte wöchentlich und alles schien ok. Ich war dankbar für jeden Tag, den wir schafften.



Ende Mai veränderte sich alles. Ich bekam eines Abends auf einmal Schmerzen. Nach einer Weile bemerkte ich, dass diese Schmerzen kommen und gehen – ich also Wehen hatte. Mein Mann rief den Rettungswagen, der uns ins Krankenhaus brachte.



Dann kam mein Kind viel zu früh zur Welt



Im Krankenhaus konnten die Ärzte die Wehen nicht stoppen und ein paar Stunden später platzte die Fruchtblase. Ich war in der 18. Schwangerschaftswoche.



Unser Sohn kam um 0.25 Uhr zur Welt, war wunderschön und war 20 cm groß und wog 185 Gramm. Ich nahm ihn in den Arm, wir machten Fotos und verabschiedeten uns von ihm. Vier Wochen später wurde er mit anderen Sternchen zusammen beerdigt.



Die Obduktion ergab, dass er gesund gewesen war, meine Plazenta hatte sich aber gelöst und das hatte die Wehen ausgelöst. Die Ärzte machten mir Mut. Sie sagten, ich habe ja schon ein gesundes Kind, mein Körper könne also Kinder bekommen.



Im Oktober war ich wieder schwanger. Dieses Baby verlor ich in der 11. Woche.



Ich weiß noch nicht, wie es für uns weiter gehen wird. Warum uns zwei Kinder verlassen haben, ist sehr schwer für uns zu verstehen. Natürlich geht das Leben weiter, aber ich werde diese zwei Kinder niemals vergessen. Sie werden immer in unseren Herzen sein, wir werden immer über sie reden. Denn sie sind Teil unserer Familiengeschichte.
               
Ich bin dreifache Mama - zwei Kinder sind Sternchen |
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Liebe Saskia, Deine Ehe hat turbulente Zeiten hinter sich. Du hattest eine Affäre und Dein Mann hat es herausbekommen. Kannst uns den Moment beschreiben, an dem alles aufflog?
Der Zeitpunkt, an dem er es herausfand, war eigentlich der, zu dem ich mit meiner Affäre damals schon beschlossen hatte, dass wir den Kontakt abbrechen müssten. Es war kompliziert geworden, es waren viele Gefühle im Spiel, aber wir haben beide Familie, einen festen Job und Wohnungseigentum, und das an unseren jeweiligen Wohnorten… daher lag das letzte Treffen schon über einen Monat zurück. Und ich wusste auch, dass es das letzte sein würde. Ich hatte mich entschieden.
Mein Mann wollte an dem Morgen früh aufstehen und noch am Computer arbeiten. Da er beruflich im Umbruch steckte, nahm er meinen Computer, rief das E-Mailprogramm auf, bei dem ich noch eingeloggt war und entdeckte intime Mails von einem anderen Mann. Daraufhin kam er ins Bad, wo ich mich für die Arbeit fertig machte und stellte mich zur Rede. Er sagte, dass ihm bewusst gewesen sei, dass es bei uns nicht gut lief – ich hatte ihn oft gebeten, anders mit mir umzugehen, anders mit mir zu reden, sich mehr Zeit für uns zu nehmen. Aber er hat es letztlich nie als so dringlich empfunden, als dass er etwas hätte ändern sollen.
Wie lang ging die Affäre da schon?
Die Affäre ging da schon etwa über ein halbes Jahr. Sie war wie gesagt schon so gut wie vorbei. Wir schrieben uns nur noch sporadisch, während wir anfangs jede Minute Nachrichten verschickten. Ab und an telefonierten wir noch, so richtig loslassen wollten wir uns irgendwie noch nicht. Denn wir beide waren in unseren jeweiligen Beziehungen irgendwie unzufrieden und hatten in uns gegenseitig etwas Neues und Aufregendes entdeckt.
Was hat dir die Affäre gegeben, was dir zu Hause fehlte?
Wir taten uns gegenseitig gut. Ich nahm sehr viel Energie aus ihm und konnte für meinen Alltag daraus Kraft schöpfen. Während ich mich (bereits zuvor, nicht erst seit der Affäre) mit meinem Mann über jede Kleinigkeit stritt oder das Gefühl hatte, er würde mich einfach nicht verstehen, konnte ich mit dem anderen Mann stundenlang telefonieren und über jede Albernheit lachen.
Wir hatten das Gefühl, genau zu wissen, was der andere sagen würde; es brauchte nicht viele Worte, denn wir verstanden uns manchmal blind. Wir schrieben uns zu jeder Tages- und Nachtzeit Nachrichten, und ich genoss einfach diese grenzenlose Aufmerksamkeit seinerseits. Mein Partner saß manchmal spät abends neben mir auf der Couch und schaute mich nicht einmal mehr an. Ich hatte das Gefühl, ich würde komplett ausgeblendet von ihm. Wir hatten oft Streitgespräche, dass ich mich allein gelassen fühlte, mit Haushalt, mit Kleinkind, mit Vollzeitjob als Berufseinsteiger – und er tat es oftmals mit dem Kommentar ab, dass bei mir wohl wieder die Hormone verrückt spielen würden und ich doch einfach ausziehen solle. Das war sehr verletzend und irgendwann kam ich zu der Schlussfolgerung, dass ihm die Beziehung nicht mehr viel Wert sein muss.
Hattest du ein schlechtes Gewissen oder war es eher ein Gefühl von: Wenn mich hier keiner sieht und ich als Frau nicht mehr wirklich existiere, hol ich mir halt Bestätigung woanders?
Ich hatte kein schlechtes Gewissen. Mir ist bewusst, dass die meisten Menschen sagen, dass man egoistisch und selbstverliebt ist, wenn man sich nur Bestätigung von außen holen will. Und dass eine Affäre in einer Beziehung zu haben ja wohl das allerletzte ist, egal was passiert ist. Ich dachte selbst einmal so.
 Aber es läuft nicht immer alles nach Plan. Ich habe nie nach einer Affäre gesucht und hätte auch nie gedacht, dass ich dazu fähig wäre. Doch wenn man einmal in dieser Situation war, und man merkt, wie gut es einem eigentlich tut, dann hat man plötzlich eine ganz andere Perspektive daraus. Es bestätigt einen darin, dass man doch nicht zu hohe Ansprüche hat. Es hat mich auch darin bestätigt, mich wieder als Frau mit körperlichen Bedürfnissen wahrzunehmen oder dass ich auch Auszeiten nehmen darf. Ich habe durch die Affäre einen ganz anderen Blickwinkel auf mich selbst kennengelernt.
Wie ging es nach dem Auffliegen weiter?
Wenige Tage danach kam meine beste Freundin mit ihrem Mann spontan zu Besuch. Sie hatte von allem erfahren und wollte mich unterstützen, auch weil ihr klar war, dass ich nicht mehr weiter wusste. Wir beide redeten sehr viel über beide Männer, reflektierten ihr Verhalten, ihre Worte, interpretierten vielleicht auch ein bisschen zu viel hinein. Letztendlich war ich froh darüber, denn ich konnte die verschiedenen Standpunkte besser nachvollziehen und war mir meiner eigenen Entscheidung sicherer. Ich war sehr erleichtert über ihren Besuch und bin ihnen beiden für ihre sehr reflektierte Art und Weise sehr dankbar.
Ihr Mann ist in der Zeit mit meinem Mann zu unserem Wochenendgrundstück gefahren, um das er sich immer kümmert, und wollte mit ihm in Ruhe reden. Ich denke, er wollte ihm erklären, wie es so weit kommen konnte, und was er seinerseits verändern könnte. Dass mein Mann nur noch seine Arbeit sah und vor alles stellte. Dass er mich das Babyjahr fast komplett allein gelassen hat und nach meinem Berufseinstieg immer noch der Meinung war, ich wäre Hauptverantwortliche für unser Kind. Dass er sich zu Hause sehr viel zurücklehnt und unser Kind oft zu mir dirigiert („Geh mal zu Mama, die macht das!“).
Bei meinem Partner kam aber nur an, dass er sich um nichts kümmern würde und faul zu Hause rumliegen würde. Er fühlte sich nicht nur von mir, sondern auch von ihm als Freund betrogen. Der Mann meiner Freundin kam eher wieder zurück und sagte mir aber einen entscheidenden Satz: Er ist der Meinung, dass du die Richtige für ihn bist. Er braucht Zeit, damit er das alles verarbeiten kann, aber er will weiter mit dir zusammen bleiben.
Ihr seid auch wirklich noch zusammen. Wie habt ihr Aufbauarbeit geleistet, nachdem alles rauskam?
Mein Mann brauchte in Ruhe Zeit um das alles zu verarbeiten weil es für ihn „sehr plötzlich“ kam. Er durchforstete meine komplette Technik, um alles durchzulesen, was ich mir mit dem Anderen geschrieben hatte. Auch Sachen, von denen ich dachte, sie wären längst gelöscht. Das bekam ihm natürlich nicht gut und er hatte sehr viele schlaflose Nächte, in denen er so gut wie nie mit mir redete, und wenn dann nur, um mir immer wieder die selben Fragen zu stellen oder mich zu beleidigen weil er selbst so verletzt war.
Auf meiner Seite war es natürlich nicht weniger anstrengend. Ich überlegte oft nachts, ob es vielleicht nicht besser wäre, eine Art Übergangszeit zu vereinbaren, sodass man erst einmal sich selbst darüber im Klaren werden könne, was man will und was man vom Anderen erwartet. Aber mit einem Kleinkind und keinerlei Verwandtschaft in der Nähe ist dies ein organisatorisches Ding der Unmöglichkeit. Manchmal stand ich am Rande des Auszugs, ich wollte einfach gehen und alles hinter mir lassen. Ich fühlte mich gedemütigt weil er alle privaten Nachrichten laß, weil er mein Handy regelmäßig durchsuchte nach Kontakten, Nachrichten, Ortungsdiensten, Telefonlisten, allem. Er wollte mir nicht glauben, dass wir keinen Kontakt mehr hatten. Wenn ich im Job eine Konferenz hatte, unterstellte er mir, ich würde mich mit irgendwem treffen. Das Ganze ging so weit, dass er mir erklärte, ich würde mich nur wegen besserem Sex mit anderen Männern treffen (wahllos!), weil er ja bei mir nichts mehr bewegen würde.
Er verletzte mich nun, da ich ihn verletzt hatte. Das wollte ich auf gar keinen Fall. Vor allem nicht als Vorbild einer Beziehung für mein Kind. Also sagte ich ihm, dass wir zusammen an unserer Beziehung arbeiten mussten, wenn wir eine führen wollen. Wenn er es wollte, durfte er nicht nur von mir erwarten, dass ich in allem zu Kreuze krieche vor ihm, und er mir mit dieser Rechtfertigung einer Affäre alles an den Kopf hauen könnte, was ihm gerade passte. Ich wollte eine Beziehung auf Augenhöhe.
Da in meinen Augen der Respekt schon lange vor der Affäre verloren gegangen war, organisierte ich eine Paartherapie bei der Diakonie. Wir hatten zwar nur zwei oder drei Sitzungen, aber diese haben uns sichtlich gut getan und auch ein paar Handlungsanstöße gegeben, wie wir uns verhalten können, wenn es zu Meinungsverschiedenheiten oder Streitpunkten kommt. Gern wäre ich noch öfter hingegangen, aber die unregelmäßige Arbeit von ihm ließ es nicht mehr weiter zu. Dennoch war es ein Anfang.
Nach vielen Gesprächen war uns klar, dass wir Entlastung brauchen, wenn wir wieder Kraft in unsere Beziehung geben wollen und uns auf UNS konzentrieren möchten. Wir schufen uns Freiräume, er nahm sich arbeitstechnisch zurück, bringt sich viel mehr beim Kind ein. Noch heute haben wir mindestens einen festen Termin in der Woche, den wir nur für uns zwei reservieren. Wir gehen essen, kochen zusammen zu Hause, gehen in die Sauna oder verabreden uns einfach nur zu Hause für ein paar Minuten zum Kaffee bevor ich unser Kind aus dem Kindergarten abhole.
Wie würdest du reagieren, wenn er eine Affäre hätte?
Das hört sich jetzt vielleicht sehr ungerecht an, aber ich würde die Beziehung wahrscheinlich beenden. Und zwar aus folgendem Grund: es war so dermaßen kraftzehrend und nervenaufreibend für beide Seiten, diese Beziehung nach meiner Affäre wieder richtig aufzubauen und zu stärken. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das nicht noch einmal durchmachen könnte.
 Wir beide sind uns jetzt dessen bewusst, was wir gemeinsam in unseren 14 Jahren geschaffen haben und auch was wir durchgemacht haben. Diese Festigung, die wir jetzt geschafft haben, erneut in Frage zu stellen, wäre wie eine Ohrfeige an alles, woran wir beide im letzten Jahr gearbeitet haben. Und nicht zuletzt eine Absage an unsere Beziehung.
               
Ich bin fremdgegangen! Wie wir nach meiner Affäre an unserer Ehe gearbeitet haben. | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-mit-zwillingen-schwanger-aber-nur-ein-kind-wird-lebend-zur-welt-kommen-gastbeitrag-von-judith
        Heute ist wieder ein eher wenig guter Tag. Ich denke viel nach und bin traurig. Seit Monaten bin ich zu Hause und manchmal fällt mir die Decke auf den Kopf.. Aber ich muss mich viel ausruhen und an das Wohl unseres gesunden Zwergs in meinem Bauch denken.
Ich bin in der 34. Woche mit Zwillingen schwanger. Das klang immer so schön, wenn man erzählen konnte, dass man Zwillinge erwartet und alles gut ist und man sich toll fühlt. Ich hatte keine typischen Schwangerschaftsbeschwerden. Nicht mal die viel prognostizierte Übelkeit, die bei einer Zwillingsschwangerschaft doch so viel schlimmer sein soll.
Anfang Juli im vergangenen Jahr erfuhren wir bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt, dass ich schwanger bin. Es war allerdings noch sehr früh und so sollten wir zwei Wochen später noch einmal kommen, um sicher zu gehen. Beim nächsten Besuch sah ich auf einmal zwei Fruchthöhlen und meine Frauenärztin fragte mich, ob ich gut zählen kann… So erfuhren wir, dass wir Zwillinge bekommen werden.
Wir haben uns einfach nur gefreut. Ich habe mich wie Superwoman gefühlt und fest daran geglaubt, dass wir das alles hinbekommen. Negative Stories und Blogs über das Leben mit Zwillingen habe ich nicht gelesen, sondern mich auf mein Urvertrauen verlassen, dass wir das als Eltern toll machen werden und dass es ein Geschenk ist. Auch die nächsten Untersuchungen waren super und ich fühlte mich einfach nur toll. Ich ging ganz normal weiter arbeiten und ab dem 5. Monat sah man auch endlich einen schönen Babybauch.
Dann gab es diese eine Routineuntersuchung bei unserer Frauenärztin. Sie hielt sich beim Ultraschall relativ lang an einem Zwilling auf und bat uns danach noch zum Gespräch. Auf einmal sagte sie Dinge wie „Mir ist etwas im Ultraschall aufgefallen, was ich gerne von der Feindiagnostik abklären lassen würde. Etwas scheint mit den Beinen und den Nieren nicht zu stimmen.“
Der mächste freie Termin bei einem Feindiagnostiker war zwei Wochen später. Zwei Wochen lief ich wie ferngesteuert herum – trotzdem blieben wir positiv und haben immer gesagt, dass die Medizin heute so weit ist und wir das alles gut hinbekommen werden.
Der Termin beim Feindiagnostiker war das schlimmste, was ich bis dahin in meinem Leben ertragen habe. Der Arzt zählte fast eine Stunde lang die verschiedensten Fehlbildungen an unserem kleinen Zwerg auf. Unser Kind sei schwerstbehindert. Ich weinte schon bei der Untersuchung auf der Liege und konnte mich kaum noch beruhigen.
 Der Arzt empfahl uns, dass wir uns eine zweite Meinung einholen sollen, da dieses Thema weitreichende Entscheidungen von uns abverlangt. Es gab aber auch eine gute Nachricht an diesem schrecklichen Tag: Der zweite Zwilling war vollkommen gesund. 
Wir vereinbarten einen zweiten Termin bei einem anderen Pränatalmediziner mit sehr guten Ruf und jahrelanger Erfahrung. Es hieß wieder warten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich irgendwie emotional von meinen Babys in meinem Bauch entfernt. Diese Diagnose hat mich so überrumpelt, dass ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll.
Ich konnte es nicht fassen, dass meine bisher so unkomplizierte Schwangerschaft sich so radikal verändert hatte. Zum einen waren da die unglaublichen Sorgen, zum anderen sitzt man nur noch bei Ärzten und fühlt sich wie ein Versuchskaninchen. 
Der Besuch beim zweiten Spezialisten ergab leider die gleichen Ergebnisse wie die erste Untersuchung. Und dann kam zum ersten Mal dieses Wort auf: selektiver Fetozid.
Unser Arzt sprach das Thema einmal an, um uns auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Danach sollten wir ihn aktiv ansprechen, sollten wir diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Die Vorstellung, ein Baby zu verlieren, war für uns die Hölle. Nur noch ein Baby statt zwei? Wir bekommen doch Zwillinge. Das war mittlerweile fest in unseren Köpfen verankert.
Uns wurde empfohlen eine Humangenetikerin mit einzubeziehen, um herauszufinden, ob ein genetischer Defekt vorliegt. Wir stimmten zu. Mir wurde Fruchtwasser entnommen. Es kam nichts bei den Untersuchungen heraus. Es lag kein genetischer Defekt vor. Nicht, dass ich mir das gewünscht hätte, aber so war es noch schwieriger zu verstehen, warum unser kleiner Zwerg so krank war. Wochenlang waren wir bei Ärzten und Beratern. Vor jedem Arztbesuch hoffte ich insgeheim, dass jemand sagt, dass alles nur ein Irrtum gewesen ist. Dass alle Fehlbildungen weg sind und sich alles zum Guten wendet. Aber niemand sagte uns so etwas.
Wir fuhren über Weihnachten zu unseren Familien und versuchten etwas Abstand zu gewinnen. Danach haben wir beide noch einmal über alles gesprochen und eine Entscheidung getroffen.
Wir haben uns für den selektiven Fetozid entschieden. Ich kann mich an dieses Wort immer noch nicht gewöhnen. Es klingt so medizinisch. Wir teilten unserem Arzt unsere Entscheidung mit. Er besprach unseren Fall vor einer Ethikkommission , die aus mehreren anderen Ärzten besteht. Sie stimmten dem Eingriff zu.
Der Eingriff kann erst ab der 32. Woche vorgenommen werden, da Risiken für eine Frühgeburt des anderen Kindes zu hoch ist. Die Gesundheit des zweiten Zwillings stand immer im Fokus. Das Warten bis zum Eingriff war unerträglich. Nebenbei schwingt immer die Angst mit, dass mit dem gesunden Kind auch noch irgendwas passieren könnte.
Vor zwei Wochen war es dann soweit. Wir fuhren zusammen in die Klinik, der Eingriff sollte am nächsten Morgen stattfinden. Mein Freund durfte im Krankenhaus schlafen, so fühlte ich mich nicht ganz alleine.
Unser Arzt, der uns nun bereits seit einigen Wochen betreut hatte, führte den Eingriff selber durch. Er begrüßte mich, nahm meine Hand und fragte, mich wie es mir geht und ob ich es immer noch will. Er hatte ein ganz liebes mitfühlendes Gesicht und nahm mir die Angst. Auch für ihn war dies kein leichter Tag. Das habe ich ihm angesehen. Der Eingriff selber dauerte nicht lang. Weder mein Baby noch ich verspürten irgendwelche Schmerzen. Dann hörte sein Herz auf zu schlagen.
Vielleicht klingt das komisch, aber ich konnte nicht weinen.
Wir hatten uns solange auf diesen Tag vorbereitet und uns auch stets psychologisch betreuen lassen. In den letzten Wochen hatten auch wir angefangen, uns auf unser gesundes Kind zu konzentrieren. Wir wollten uns darüber freuen, dass wir bei all dem Leid, das uns widerfährt, am Ende ein gesundes Baby in den Armen halten werden.
Aber es ist unglaublich schwer, Babysachen zu kaufen, das Kinderzimmer einzurichten und sich wieder positiv auf seine Schwangerschaft einzustellen, wenn man so eine emotionale Last erfährt.
Ich weiß, dass uns das Schlimmste noch bevorsteht. Die Geburt wird ein Wechselbad zwischen Trauer und Freude. Ein Kind wird bei uns bleiben, eins nicht. Wir wollen auch das, das schon von uns gegangen ist, nach der Geburt sehen und uns von ihm verabschieden.
Niemand bereitet einen auf so ein Schicksal vor. Ich hätte nie gedacht, einmal so eine Entscheidung treffen zu müssen. Es zerreißt mir das Herz.
Unser kleiner Zwerg wird für immer in unseren Herzen bleiben. Und ich werde ihn immer sehen, wenn ich unseren anderen Zwerg anschauen werde.
Ich wünsche mir, dass dieses Thema öffentlich diskutiert werden kann und andere betroffene Eltern eine Plattform finden, um darüber zu reden. Man hat das Gefühl, dass das Thema noch sehr hinter verschlossenen Türen abläuft und man sich als Eltern irgendwie schlecht fühlen muss, wenn man diese Entscheidung getroffen hat. Ich hoffe, dass mein Beitrag dazu beiträgt das Thema weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.
Zum Weiterlesen:
Gastbeitrag von Aylin: Meine Reise mit Johanna – wie ich von meinem Kind Abschied nahm
Gastbeitrag von Katharina: Warum wir uns nach der Geburt unseres Sohnes mit Down-Syndrom für ein weiteres Kind entschieden haben
               
"Ich bin mit Zwillingen schwanger - aber nur ein Kind wird lebend zur Welt kommen" - Gastbeitrag von Judith | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-nur-so-behindert-wie-ich-mich-behindern-lasse-ein-autist-erzaehlt-aus-seinem-leben
       
Ihr Lieben, wie oft haben wir hier schon über Autismus gesprochen, haben ExpertInnen interviewt oder Eltern von autistischen Kindern zu Wort kommen lassen. Heute lassen wir aber einfach mal einen jungen Mann zu Wort kommen, der selbst betroffen ist und uns aus seinem Leben mit Autismus-Diagnose erzählt. Wir sind so unglaublich dankbar für diese Einblicke, lieber Paul-Christian Mühlfeld! Hört ihm zu, es lohnt sich!







Lieber Paul-Christian, wir sind so froh, in dir jemanden gefunden zu haben, der mit uns über Autismus spricht, statt über jemanden zu sprechen, der betroffen ist. Du gehst sehr selbstbewusst mit dem Thema um und sagst: „Ich bin Asperger, und das ist gut so!“ Erzähl doch mal, warum.



Ja, ich habe mittlerweile meinen Asperger angenommen. Es ist nicht so, dass ich nun dankbar bin Autist zu sein, aber ich sehe auch, was der Autismus in mir für Stärken weckt. Früher war ich ständig damit beschäftigt, mich anzupassen, habe mich bemüht nicht aufzufallen. Das hat meine ganze Kraft gebunden und am Ende des Tages hat es doch nicht geklappt, man lehnte mich einfach ab. Das ist als Kind schwer zu verstehen, denn du willst dazugehören.



Ich musste erst lernen, dass man, wenn man anders ist, nie dazugehören wird, weil die Menschen sich ein eigenes Bild von dir gemacht haben, ohne zu wissen, wer du bist.



Wie nimmst du denn das Bild in der Öffentlichkeit wahr?



Leider ist das Bild von Asperger Autismus in der Öffentlichkeit sehr mit Klischees behaftet: Wir sind krank, behindert, leben in unserer eigenen Welt, sagt man.



Nichts davon stimmt, unsere Gehirne sind etwas anders verdrahtet, dadurch denken und fühlen wir anders. Autismus ist eine andere Form des Seins. Wir müssen also nicht geheilt und schon gar nicht bedauert werden. Wir müssen nur erkennen, dass wir so wie wir sind, gut sind.



Das klingt sehr stark. Hattest du auch mal schwache Momente?



Ich habe lange mit meinem Autismus gehadert, mich gefragt warum ausgerechnet ich. Meine Großmutter hat damals zu mir gesagt: Warum willst du unbedingt sein wie alle, sei doch froh, dass du anders bist. Mache aus deinem Anderssein etwas Besonderes, nimm dich an und dir wird es besser gehen. Damals war ich wütend, weil sie nicht verstehen wollte, wie mir zumute ist.



Nach und nach habe ich es verstanden. Ich habe diejenigen analysiert, die mich mobbten und demütigten, die sich Respekt durch Schläge verschafften. Was war an denen besser als an mir? Wollte ich so sein wie die? Die Analyse meiner Mitschüler fiel nicht gut aus. Gut, ich konnte mich nicht so gut verkaufen wie sie, war nicht so laut, lieber allein und den vielen seltsamen Spielen, die sich im Schulhaus und vor allem auf dem Schulhof abspielten, hatte ich keinen Zugang. Ich verstand sie einfach nicht. Warum wollte ich also unbedingt dazu gehören?



Was machte das mit dir?



Langsam verstand ich meine Großmutter, die mir gesagt hatte, dass ich erst mich mögen muss, bevor ich anders sein will. Warum wollte ich zu einer Gruppe gehören, die mich ablehnt, über mich lacht, wenn ich mal wieder nicht sprechen konnte, mich schikaniert und mich schlägt?



Ich verstand mich selbst nicht mehr.



Mit der Diagnose eignete ich mir dann auch Kenntnisse über den Autismus an und erkannte mich in vielem wieder. Die Erkenntnis, dass ich Autist bin, war erst schrecklich, aber sie ermöglichte mir eine Neuorientierung, ich konnte an einer neuen Schule noch einmal von vorn anfangen, weg von allen, die mich kannten, weg von allen schlechten Erinnerungen. Eine Chance, die ich ergreifen wollte.



Welche Schule ist es geworden und was lief dort anders?



Die web-individualschule. Sie hat viel dafür getan, dass ich mich annehmen konnte. Mit jedem Erfolg, mit jeder guten Leistung, mit jedem anerkennenden Wort, fand ich zu mir. Ich erkannte meine Stärken, wusste, was ich kann. Und langsam wusste ich, dass ich trotz Autismus einmal alles erreichen kann, ich muss es nur wollen und zulassen.



Ich wurde selbstbewusster, gewöhnte mich an Anerkennung und Lob, setzte mir Ziele. Irgendwann war mir der Autismus so egal wie die Tatsache, dass ich Linkshänder bin. Ich begriff, dass ich nur behindert bin, wenn ich mich behindern lasse.



Wie ging es weiter?



Ich fand nach und nach zu mir. Schwierigkeiten machten mir lange die Erfahrungen der Vergangenheit. Was ich erlebt hatte, zehrte noch an mir und stürzte mich oft in depressive Phasen, auch heute noch. Oft erlebte ich die Demütigungen noch einmal, was körperlich an mir zehrte. Ich begab mich in Therapie, die ich lange abgelehnt hatte.



Befreit von allem habe ich mich, indem ich ein Buch über meinen Weg bis zur Diagnose geschrieben habe: Asperger Autismus: Mein Bekenntnis zum Leben. Dort konnte ich aller Erlebte verarbeiten, habe aber auch begriffen, dass es vorbei ist.



Mich zu demütigen, weil ich anders bin, kann man nur noch, wenn ich es zulasse und ich lasse es nicht zu, denn ich bin stark genug, zu mir zu stehen.



Wow. Erzähl mal mehr.



Als Paul-Christian hatte ich nur Ablehnung erfahren, wurde gemobbt, gedemütigt und geschlagen. Ich hatte mich aufgegeben.



Als Autist fand ich zu mir, ich lernte mich neu kennen und erlebte nur Fortschritte und Erfolge. Ich hatte mich mit dem Wissen, dass ich nichts für meinen Autismus kann, mit mir ausgesöhnt, erkannt, wer ich bin und ich war stolz auf mich.



Uns Autisten wird oft vorgeworfen, dass wir Schwierigkeiten im Miteinander haben, sozial nicht zurechtkommen. Das sehe ich anders, wir haben Schwierigkeiten mit einem „Miteinander“, in dem jeder nur sich selbst liebt, seinen Platz behauptet und verteidigt, wo keiner auf den anderen eingeht, ihn auch einmal bei der Hand nimmt, wenn es notwendig ist und man füreinander da ist. Dort wo der Schein mehr gilt als das Sein konnte und wird nie mein Platz sein. Ich möchte mich nicht anpassen müssen, um dazuzugehören. Wer das erwartet oder fordert, kann nicht mein Freund sein.



Was verstehst du unter einem Miteinander?



Unter einem Miteinander verstehe ich, dass man so angenommen wird, wie man ist und sich nicht verstellen muss. Heute kann ich sagen, dass es gut ist, wie ich bin. Ich möchte gar nicht anders sein möchte, aber vor allem bin ich nicht mehr bereit, Kompromisse einzugehen, nur damit man mich anerkennt. Ich bin wie ich bin – und das ist auch in Ordnung.



Manchmal wünsche ich mir sogar, die Welt wäre ein wenig autistischer, da wäre manches einfacher. Es erfordert viel Kraft, sich anzunehmen wie man ist, aber wenn man es geschafft hat, fühlt man sich sicher und ist angekommen – bei sich und im Leben. Ich habe es geschafft und darauf bin ich stolz.



Wie alt bist du und wann wurde deine Asperger Autismus – Diagnose gestellt? War das auch eine Erlösung für dich, weil es endlich einen Namen für all das gab?



Ich werde nächste Woche 20 Jahre alt, die Diagnose wurde gestellt, als ich 14 Jahre alt war. Viele Autisten sagen, dass die Diagnose eine Erlösung für sie war, weil sie dann wussten, woran sie sind. Das war bei mir anders.



Ich wusste schon immer, dass ich anders bin. Der Weg zur Diagnose hieß für mich, dass der Arzt mir helfen wird, wie alle anderen zu sein. Das Erste was ich aus der Diagnose verstand, war, dass es keine Krankheit ist, es also auch nicht geheilt werden kann, ich damit leben muss, weil es für immer so bleibt. Und damit muss man erst einmal zurechtkommen.



Für mich war das keine Erlösung, für mich war die Diagnose eine Katastrophe und es hat lange gedauert, bis ich mich überhaupt mit ihr beschäftigt habe. So zu bleiben hieß aber, dass ich weiter gemobbt und geschlagen werde und dass ich nie irgendwo dazugehören werde. Mit der Diagnose war das Wort Looser quasi auf meiner Stirn eingebrannt.



Wie hast du es dann doch geschafft, die Diagnose zu verarbeiten?



Ohne Therapie hätte ich es nicht geschafft, diese Diagnose zu verarbeiten. Kein Mensch erklärt dir, wie du mit dieser Diagnose umgehen sollst. Mein Leben brachte sie erst einmal total durcheinander. Dieser Satz „Man kann nur lernen, damit zurechtzukommen“ verfolgte mich wochenlang.



Wie lernt man so etwas? Ich wollte nicht damit zurechtkommen, ich wollte wie alle sein.



Neben dem Therapeuten waren es meine Großeltern, die mir halfen. Auch sie mussten ja lernen, was Autismus bedeutet. Und ich las Bücher, ich beschäftigte mich mit Persönlichkeiten, denen Autismus nachgesagt wurde. Ich erkannte mich in vielen Darlegungen wieder. Langsam erkannte ich, dass Autistischsein nicht das Ende der Welt ist. Rückwirkend betrachtet finde ich die Diagnostik sehr wichtig, aber noch wichtiger finde ich, dass den Betroffenen erklärt wird, was diese Diagnose bedeutet.



Du hättest dir also mehr Begleitung gewünscht?



Ich bekam die Diagnose und verstand nichts, musst aber damit leben. Ich wusste immer, das sich anders bin, die Diagnose gab dem Ganzen mehr oder weniger einen Namen. Was das aber bedeutet, wie man lernt, damit umzugehen, das erklärte mir niemand.



Zum Glück sind meine Großeltern mit mir gemeinsam zum Therapeuten gegangen. Sie haben gelernt, mich zu verstehen, wie auch ich lernen musste mich selbst zu verstehen. Noch heute, wenn ich Rückschläge habe, depressive Phasen kommen, weil ab und zu die Vergangenheit und das Erlebte präsent sind, suche ich mir therapeutische Hilfe. Früher habe ich mich geschämt, einen Therapeuten zu brauchen, heute bin ich froh einen zu haben.



Du wirst oft unterschätzt, weil du zwar ein supersmarter Typ bist, aber im Alltag nicht redest. In welchen Situationen fällt dir das besonders auf?



Das mit dem Nichtreden ist eine spezielle Art, eine extra Diagnose. Man nennt es Mutismus. Mutismus oder psychogenes Schweigen ist eine Kommunikationsstörung, wobei keine Defekte der Sprechorgane und des Gehörs vorliegen. Der Mutismus tritt mehrheitlich in Verbindung mit einer Sozialphobie auf. Im Jugend- und Erwachsenenalter ist das Schweigen häufig eingebettet in Depressionen.



Wie zeigt sich das bei dir?



Wenn ich unter Druck bin, aufgeregt bin oder Stress habe, kann ich nicht sprechen. Das hat auch nichts mit dem eigenen Willen zu tun, ich bemühe mich zwar, aber es geht nicht.



Früher hat mich das wahnsinnig gemacht, denn es ist peinlich. Alle schauen dich an, warten auf deine Antwort und du kannst nichts sagen. Langsam komme ich besser damit zurecht. Bin ich gut vorbereitet, passiert es mir kaum. Telefonieren oder spontane Antworten sind noch immer schwierig, aber es wird besser und man gewöhnt sich kleine Tricks und Kniffe an, die Sprachlosigkeit zu überwinden.



Die Menschen, die mich kennen wissen es und bei Fremden bin ich sowieso vorsichtig, nicht nur beim Sprechen. Aber es gelingt mir, wenn ich Augenkontakt vermeiden kann. Und ich übe sehr viel. Ich habe sogar schon geschafft vor zwei Schulklassen eine Lesung zu halten, wer weiß, was Mutismus bedeute, weiß auch, was für ein Riesenerfolg das war.



Ich brauche für solche Aktionen eine sehr lange Anlaufzeit. Aber ich komme ganz gut zurecht mit dieser Einschränkung. Ich habe gelernt zu vertrauen und bei Menschen, denen ich vertraue, bin ich auch nie sprachlos.



Beschreib dich mal, was macht dich, was macht dein Leben aus?



Ich denke, dass ich mein Leben in vielen Bereichen nicht mehr so sehr von dem anderer Menschen unterscheidet. Ich bin sehr empfindlich, was Geräusche, Licht, Gerüche und Temperaturen, aber vor allem Berührungen betrifft. Darauf muss ich achten, sonst bin ich schnell überfordert. Wer mit mir zu tun hat, muss sich also dran gewöhnen, dass es bei mir kalt und immer etwas dunkler ist, aber ansonsten habe ich alles, was man braucht, um den Alltag zu bewältigen gelernt.



Ich weiß, dass ich auf einigen Gebieten noch Nachholbedarf habe, bin aber geduldig mit mir. Zu Hause wurde immer sehr darauf geachtet, dass ich mich nicht hinter meinem Autismus verstecke und ich selbstständig werde.



Natürlich führe ich nicht das Leben eines typisch 20- jährigen, bei mir gibt es keine Partys, keine großen Treffen und ich habe einen sehr begrenzten Freundeskreis, aber ich habe mir mein Leben so eingerichtet, dass ich zurechtkomme, mich wohlfühle und auch meinen Spaß habe. Ich bin glücklich und mehr kann man doch nicht erreichen, oder?



Man muss seinen Autismus annehmen und wie einen guten Freund behandeln, sich aber nicht davon einschränken und unterkriegen lassen. Ich kenne meine Defizite und komme damit klar.



Dir begegnen immer wieder Hürden im Alltag. Was wäre wirklich gelebte Integration für dich?



Ich denke, dass Integration nicht reicht, es braucht Inklusion und die hat in Deutschland – trotz guter Gesetze – zu wenig Bedeutung. Bei uns in Bayern ist das besonders schlimm. Wie kann es sein, dass Autisten auch im Jahr 2020 noch unbeschult zu Hause sitzen, weil es noch keine alternativen Schulen gibt? In Bayern werden Förderschulen gebaut, statt sie zu schließen.



Wie kann es sein, dass Schulen, wie die web-individualschule in Bochum, nicht finanziert werden, weil man sich noch immer hinter sozialer Isolation versteckt. Statt uns Autisten zu unterstützen werden wir ausgegrenzt und abgeschoben. Die Pandemie zeigt uns doch, was unser Regelschulsystem wert ist, nachdem die Digitalisierung verschlafen wurde.



Und wie kann es sein, dass Autisten, insbesondere hochfunktionale wie ich, auf dem ersten Arbeitsmarkt keinerlei Chancen haben? Es hat sich schon lange herumgesprochen, dass Autisten wertvolle Arbeitskräfte sein können, wenn sie die notwendigen Rahmenbedingungen haben, aber kein Arbeitnehmer ist bereit, uns diese zu geben.



Ich habe die Fachoberschulreife mit einem sehr guten Ergebnis absolviert, studiere jetzt erfolgreich BWL und habe null Aussichten einmal selbstbestimmt zu leben. Kann das sein?



Was wünschst du dir da konkret?



Als Autist wünsche ich mir, dass Behörden hinter den Paragrafen auch mal den Menschen sehen. Ich wünsche mir Supermärkte, in denen die Lautsprecher und Durchsagen nicht so laut schreien, dass ich den Markt wieder verlassen muss, sondern ich wünsche mir eine angenehme Atmosphäre.



Ich wünsche mir, dass man nicht Gesetze für, sondern mit Behinderten macht und ich wünsche mir, dass nicht der Staat entscheidet, wie ein Mensch mit Behinderung zu leben hat. Das darf nur derjenige selbst entscheiden. Und ich wünsche mir, dass die UN-Behindertenrechtskonvention endlich einmal mit Leben erfüllt wird.



Mein größter Wunsch ist, dass eine Behinderung in unserem Land keine Rolle mehr spielen darf, weil alle Menschen gleich sind.



Du hast bereits mehrere Bücher geschrieben, eines davon heißt „Asperger Autismus: Mein Bekenntnis zum Leben.“ Dein Ziel damit ist es auch, Vorurteile abzubauen. Welche meinst du da genau?



In dem Buch habe ich zuerst meine eigene Diagnose verarbeitet. Dann wollte ich den Menschen zeigen, dass es nicht schlimm ist, Autist zu sein. Gleichzeitig habe ich auch die Irrwege und Umwege durch Behörden und Ämter aufgezeigt. Und ja, ich wollte Vorurteile abbauen, zeigen wie wir sind, wenn man uns sein lässt, wie wir sind. Ich wollte zeigen, dass wir das Recht haben so zu sein, wie es unser Autismus zulässt, dass wir uns nicht verändern müssen, um dazu zugehören.



Ich wollte auch Betroffenen zeigen, dass man auch als Autist alles schaffen kann. Ich bekomme viele Rückmeldungen, dass das Buch geholfen hat, die eigene Diagnose anzunehmen und zu verstehen. Das ist gut, genau das wollte ich auch erreichen. Man muss lernen sich zu verstehen, erst dann kann man die Diagnose annehmen und an sich arbeiten, ohne sich anzupassen.



Wie sehen deine Pläne aus?



Ich schreibe gerade am zweiten Teil „Ein Autist wird erwachsen.“ Es soll zeigen, dass es gut ist, Ziele zu haben und diese zu verwirklichen, aber auch, dass nicht alles gelingt. Wer nichts wagt, wird nie wissen, wo seine Grenzen sind. Auch wir müssen, wie alle anderen Menschen auch, mit Rückschlägen fertig werden. Aber wir haben durch die Diagnose auch die Chance, das Beste aus uns herauszuholen.



Ich will zeigen, dass schon etwas mehr Verständnis und ein wenig Anerkennung helfen. Mein Hauptanliegen ist zu zeigen, dass wir nicht besser und nicht schlechter sind als jeder andere auch.



Du schreibst, dass viele bei Autismus gleich an soziale Isolation statt an selbstbestimmtes Leben denken, erklär mal genauer, was du damit meinst.



Das ist einfach zu erklären. Wir Autisten werden nicht verstanden, weil man sich zu wenig mit Autismus beschäftigt. Die einen sagen, dass es eine Modekrankheit ist, für andere sind wir geistig behindert.



Wir kommen im Regelschulsystem selten zurecht, statt uns zu fördern und eine alternative Beschulung zu suchen, werden wir ausgeschult, einfach aus dem Regelschulsystem ausgeschlossen, für unbeschulbar erklärt. Damit ist aber unser Weg zu Ende, bevor wir angefangen haben zu leben. Andere bestimmen, was aus uns wird und wir lassen es zu.



Das ist für mich Diskriminierung in Vollendung.



Weil statt Hilfen nur noch mehr Hürden in den Weg gestellt werden?



Schulen, die uns liegen und in denen wir erfolgreich sein könnten (Internetschulen) werden uns verwehrt, weil wir dort sozial isoliert wären. Das ist Quatsch, es geht bei diesen Entscheidungen nur um die anfallenden Kosten. Wir haben aber nicht nur die Schulpflicht, wir haben auch das Recht auf kostenlosen Zugang zu Bildung. Und das müssen wir uns holen, notfalls einklagen.



Jeder Autist, der im Regelschulsystem überfordert wird, ist sozial überfordert. Die Klassen sind zu voll, es gibt keine Ruhepole. Auf dem Schulhof Massen, Lärm, Gerüche, Geräusche, alles, was uns überfordert.



Wir brauchen klare Ansagen ohne viel Trara, spezielle Lehrmaterialien, die für uns verständlich sind, wir brauchen Rahmenbedingungen und die muss man uns schaffen. Als Autist hast du Anspruch auf Nachteilsausgleich, um den zu bekommen musst du gefördert werden. Das wird nicht einmal versucht.



Auch bei dir nicht?



Ich wurde nicht ein einziges Mal dem Förderdienst vorgestellt, aber ausgeschult, weil mein Förderbedarf zu hoch war. Woher wollte man das wissen?



Die Internetschule hat man mir aber versagt, weil ich dort zu sozial isoliert sei, weil dort von zu Hause gelernt wird. Die Behörden haben weder meine Diagnose begriffen noch sich mit der Schule beschäftigt. Sie haben auch nicht begriffen, dass mich der Stress in der Schule kaputt gemacht hat.



Was muss da noch deutlicher werden?



Man muss begreifen, dass Autismus eine andere Form des Seins ist und man uns nicht hinbiegen kann, bis wir in ein System passen.



Was aus uns wird, was wir wie lernen können, muss man mit, nicht über uns entscheiden. Ich möchte bestimmen können, wie und wo ich lernen kann. Die Alternative ist nicht Förderschule oder Schulausschluss, die Alternative ist Autismus verstehen.



Wie sieht dein Alltag jetzt gerade aus?



Ich studiere mittlerweile im Fernstudium Betriebswirtschaft. Eine Art des Studiums, die mir liegt und mit der ich gut zurechtkommen. Ich hab an der Webschule gelernt, mich zu fokussieren, das hilft mir jetzt sehr.



Mein Alltag unterscheidet sich sicher in einigen Dingen von dem eines Gleichaltrigen, was aber wieder nur das Miteinander betrifft. Ich bin mehr der Einzelgänger, habe wenige, aber gute Freunde. Was man nicht kennt, vermisst man nicht.



Ich brauch keine Partys, keine großen Gesellschaften. Meinen Alltag habe ich so eingerichtet, wie er für mich passt. Für manch andere sicher gewöhnungsbedürftig, aber ich lebe nicht das Leben der anderen, sondern meins und für mich ist es perfekt. Ich kenne meine Schwächen und auf die achte ich besonders.



Stress überfordert dich und du brauchst recht feste Strukturen in deinem Alltag. Was brauchst du noch, um dich sicher und gut zu fühlen?



Ja, mein Tag ist sehr strukturiert. Ich lege immer fest, wie meine Woche aussehen soll und daran halte ich mich auch. Mir fällt es schwer, spontan zu sein oder vom Plan abzuweichen, deshalb fühle ich mich in meinen festen Strukturen wohl. Mein Umfeld versucht ebenfalls, meine Strukturen einzuhalten, obwohl ich mittlerweile auch schon mit Veränderungen zurechtkomme. Mein Zimmer ist meine Festung.



Hier habe ich die Rahmenbedingungen, die ich brauche. Ich hab feste Rituale für meine Verpflichtungen, feste Zeiten, die sich alle bemühen einzuhalten, so das auch das Zusammenleben klappt. Ich muss immer wissen, wer wo ist und werde nervös, wenn ich das nicht weiß.



Ich habe gelernt, auf unverhoffte Situationen zu reagieren, habe aber auch noch immer einige Eigenarten, die für Außenstehende schwer nachvollziehbar sind. Ich habe die volle Unterstützung meiner Großeltern, die mich natürlich besser kennen als jeder andere, die dafür sorgen, dass mich nichts so schnell aus der Bahn wirft. Aber die schreiten auch ein, wenn ich mich in Kleinigkeiten und Unwichtigkeiten verliere.



Ich habe andere Prioritäten bei Aufgaben, die zu erledigen sind, das bringt oft Redebedarf mit sich. Aber wir arrangieren uns. Für mich ist es wichtig, dass ich Ruhe habe. Lärm stresst mich noch immer und nimmt mir dann Kraft, die ich für andere Dinge brauche.



Feste Strukturen und ein Wochenplan helfen mir, mich zu organisieren, das brauche ich als Korsett, als Halt. Und es gibt bestimmte Dinge und Rituale, die pedantisch wirken, für mich aber wichtig sind.



Wofür bist du in deinem Leben gerade besonders dankbar?



Am meisten bin ich meinen Großeltern dankbar, was sie für mich getan haben und tun, ist mehr als normal. Sie haben mir geholfen, das zu werden, was ich heute bin. Sie haben immer zu mir gestanden, mich erzogen immer ich selbst zu sein, haben mir Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein vermittelt, mich stark gemacht. Ohne sie, würde es mich heute nicht mehr geben.



In der schlimmsten Phase meines Lebens, als ich nicht mehr konnte, haben sie gekämpft. Sie haben mich aus einer Schule genommen, die ich wegen Mobbing, Diskriminierung, wegen Demütigungen und Gewalt fast nicht überlebt hätte. Sie wussten zu diesem Zeitpunkt selbst nicht, wie es weitergehen soll, aber sie waren da.



Sie haben gekämpft! Gegen Behörden und Ämter, die nicht sehen und mich in ein System pressen wollten, in dem ich versagen musste. Durch drei einstweilige Anordnungen und eine anschließende Klage vor dem Verwaltungsgericht haben sie mir den Besuch der web-individualschule in Bochum ermöglicht. Eine Schule, die mich gerettet hat.



Meine Großeltern waren und sind an meiner Seite und ich weiß, dass sie immer für mich da sein werden, in guten und in schlechten Zeiten. Und ein weiterer Dank geht an ebendiese Schule. Hier nimmt man Kindern wie mir die Angst vor der Schule und die Angst vorm Leben. Die Lehrer zeigen dir, dass du etwas wert bist, dass du etwas leisten kannst und vor allem zeigen sie dir, dass du genauso wie du bist, gut bist. Die Chance an dieser Schule zu lernen, war die größte Chance meines Lebens und ich würde sie jedem gönnen, der durch die Raster des Regelschulsystems fällt.



Die web-individualschule mit einem Team von Lehrern, die ihren Beruf nicht nur leben, sondern lieben, bedeutet gelebte Inklusion und ist meist die letzte Rettung für geschundene Seelen.



In deinem Buch schreibst du: „Ich habe gelernt, meine Stärken gezielt einzusetzen und meine Schwächen anzunehmen und dass diese Diagnose auch eine Chance sein kann.“ Inwiefern?



Ich habe durch die Diagnose zu mir gefunden, mich erkannt. Ich kenne meine Stärken und meine Schwächen. Und ich weiß, was dem Autismus geschuldet ist und ich somit nicht ändern kann. Der Autismus hat aber auch Vorteile. Ich bin zielstrebig, fokussiert, kann gut mit Zahlen umgehen, analytisch denken, ich bin loyal, ehrlich und meist zuverlässig. Alles, was ich vorher nicht an mir entdeckt habe. Meine Stärken lagen lange verborgen unter dem Wunsch, anders zu sein.



Heute weiß ich, wer ich bin und was ich kann. Aber auch, was ich nicht kann. Was ich kann, kann ich also gezielt und verstärkt einsetzen. An dem, was ich nicht kann, kann ich arbeiten und wenn ich merke, dass es Dinge gibt, die ich nicht erlernen kann, weil sie mich überfordern, akzeptiere ich das.



Was möchtest du gern anderen Betroffenen und ihrem Umfeld noch mit auf den Weg geben?



Betroffenen möchte ich mit auf den Weg geben, sich von der Diagnose nicht unterkriegen zu lassen. Erst einmal tut das, was man erfährt, weh, weil man es nicht versteht. Seht die Diagnose als das an, was sie ist: Ein Anfang auf einem Weg, den du ab heute selbst bestimmst.



Versuche dich über Autismus zu informieren. Sortiere: Was trifft auf dich zu, was auf keinen Fall? Ändere, was du ändern musst und kannst, aber akzeptiere auch, was du nicht kannst.



Man darf nie vergessen, dass es bei Entscheidungen, die getroffen werden, um einen selbst geht. Also entscheide mit und lass nicht andere entscheiden, was gut für dich ist. Sei mutig und steh dazu, dass du anders bist, denn anders ist nicht schlecht. Du allein entscheidest, wohin dein Weg dich führt, kein anderer.



Ändere das, was du willst. Lass dich von niemanden aufhalten und gehe deinen Weg. Du alleine bestimmst dein Tempo und dein Ziel. Suche dir Menschen, denen du vertraust, gemeinsam geht es besser. Schäme dich nicht, weil du autistisch bist. Sei stolz, anders zu sein, mache aus dir etwas Besonderes.



Was wünschst du dir für deine Zukunft?



Mir wünsche ich zuallererst, dass meine Großeltern noch ein langes Stück des Weges mit mir gemeinsam gehen.



Ich wünsche mir, dass ich mein Studium mit sehr guten Ergebnissen beende und einen Arbeitgeber finde, dem egal ist, dass ich anders bin, anders als der Durchschnitt. Einen, der in mir sieht, was ich bin: Ein junger Mann, der sein Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen will. Ein Team, dass mich annimmt und an dem ich wachsen kann. Eine eigene Familie, in der ich geborgen bin und der ich alle meine Liebe und mein Vertrauen schenken kann.



Außerdem wünsche ich mir und allen Menschen, dass diese Pandemie bald vorbei ist und wir wieder leben können, wie es uns gefällt. Vielleicht etwas demütiger und nicht mehr so egoistisch. Geben wir dem Leben immer ein Stück mehr als wir nehmen. Uns allen wünsche ich alles Glück dieser Welt.



Ich bedanke mich für dieses Interview.



Weitere Infos findet ihr bei Paul-Christian Mühlfeld auf der Website.
               
Autismus: "Ich bin nur so behindert, wie ich mich behindern lasse"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-fuehre-eine-ehe-aber-ich-liebe-meinen-mann-nicht-mehr
       
Liebe Lydia, Du bist seit 10 Jahren verheiratet, Ihr habt drei gemeinsame Kinder. Du sagst, von außen sieht alles gut aus, aber innen stimmt gar nichts mehr. Wie meinst du das? 
Eigentlich ist es ganz einfach. Ich liebe meinen Mann nicht mehr. Und dennoch schaffe ich es nicht, mich zu trennen. Weil diese Ehe den Kindern und mir eben eine gewisse Sicherheit gibt. 
Meinst du, dein Mann ahnt, dass du ihn nicht mehr liebst?
Ich habe ihm schon öfter gesagt, dass die Liebe weg ist. Denn natürlich beschäftigt mich das Ganze sehr. Er nimmt mich – so scheint es – aber nicht richtig ernst. Ich glaube, es ist leichter und bequemer für ihn, meine Andeutungen zu ignorieren und zu tun als sei alles normal. Vor den Kindern streiten wir auch nicht und machen auf heile Familie. 
Sehr präsent ist auch noch Dein Ex…
Ja, manchmal taucht er einfach in meinen Träumen aus. Für mich "erschreckend" ist, weil es meistens total zusammenhanglos ist. Es sind selten die Tage, an denen ich intensiver an ihn gedacht habe, sondern oft Tage, an denen ich nicht an ihn gedacht habe. Es sind oft ganz normale Träume. Träume von Alltagssituationen, die sich total vertraut anfühlen. Manchmal tauchen auch meine Kinder auf und es fühlt sich alles heil und vertraut an. Träume, aus denen ich nicht aufwachen möchte, voller Gefühl von Geborgenheit, Wärme und Harmonie. Morgens hängen mir dann diese Gedanken nach. Ich wüsste gerne, wie es ihm geht und ich stelle mir auch die Frage, wie mein Leben an seiner Seite verlaufen wäre. 
Habt Ihr denn Kontakt?
Nein, das letzte Mal Kontakt hatten wir vor ca 6 Jahren per SMS. 
Für Dich ist das alles sehr belastend. Kannst Du mir jemandem darüber reden? 
Nicht so richtig. Mit meiner Nachbarin habe ich mal darüber gesprochen, als sie mir erzählt hat, dass sie sich hat scheiden lassen, um zu ihrer alten Liebe zurück zu kehren. Dass es mit meinem Mann nicht so rosig ist, dass wissen schon meine engsten Vertrauten (Eltern, Bruder und 2 Freundinnen), von den Gedanken an meinen Ex wissen sie aber nichts
Warum ist das damals mit Deinem Ex auseinander gegangen? 
Er hat damals auf Montage gearbeitet hat und ich hatte das Gefühl, immer nur aufs Wochenende und auf ihn zu warten. Eines Tages hatte sein Bruder einen schweren Unfall bei der Arbeit und ist dabei ums Leben gekommen. Ich wollte für meinen damaligen Freund da sein, aber irgendwie haben wir es nicht geschafft zu reden. In unserem Freundeskreis gab es damals immer mehr Hochzeiten, ich wollte das auch, aber er zog nicht so richtig. Ich wollte, dass das Leben vorwärts geht, ich hatte Pläne, wie mein Leben verlaufen sollte. Heute ist mir klar, dass mir mehr Geduld so viel hätte geben können. 
Und wie kamst du dann mit deinem Mann zusammen und warum?
Mein Mann war zu der Zeit der beste Freund dieser besten Freudin. Wir zogen alle in eine WG und stellten fest, dass wir uns mögen. Es ging alles so schnell, er war sich total sicher und ich war auf einmal mittendrin. Er wollte all das, was ich eigentlich auch wollte und so heirateten wir. 
Warum genau bleibst du bei ihm, wenn du ihn eigentlich nicht mehr liebst?
Auf die Frage gibt es mehrere Antworten. Bequemlichkeit, Sicherheit, Feigheit, Scham. Zum einen gibt es mir eine gewisse Sicherheit bei ihm zu bleiben. Er hat einen Job (ich arbeite zur Zeit nur im Mini-Job) und nimmt seine Aufgabe als "Versorger" ernst. Wir haben 3 gemeinsame Kinder (8, 6 und 2), die ihren Vater brauchen und natürlich will ich auch keine offiziell gescheiterte Ehe. Manchmal habe ich auch die Hoffnung, dass sich mein Mann noch ein bißchen ändert und diese Ehe/Familie schöner wird.
Wenn ich mich trennen würde, würde ich wohl mit den Kindern in die Nähe meiner Eltern ziehen, die 500 km entfernt wohnen. Das würde aber auch bedeuten, dass die Kinder ihren Vater nicht mehr so viel sehen, das will ich ihnen nicht antun. 
Wie stellst du dir die nächsten Jahre vor?
Die nächsten Jahre werde ich auf jeden Fall für meine Kinder da sein. Wahrscheinlich werde ich dieses Leben weiter leben… meine ganze Kraft in die Kinder investieren und versuchen, ihnen möglichst viel mit auf den Weg zu geben. Ihnen die Möglichkeit geben "normal" aufzuwachsen. Ich werde versuchen, nicht zu oft drüber nachdenken, ob es mir besser gehen könnte. 
               
Ich führe eine Ehe - aber ich liebe meinen Mann nicht mehr | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-glaube-nicht-mehr-an-das-maerchen-von-der-vereinbarkeit-gastbeitrag-von-christina
       

Ich bin Mutter einer 5jährigen Tochter und berufstätig. Ich arbeite 40 Stunden die Woche, bin ehrenamtlich engagiert und alleinerziehend.


Lange Zeit habe ich an ein Märchen geglaubt. An das Märchen von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
„Toll, wie du das schaffst!“ „Echt, du engagierst dich ehrenamtlich?“ „Ich könnte das nicht“ Solche Sätze habe ich gehört. Von Freunden, von meinen Netzwerkpartnern, von Kollegen. Der 45 Stunden Kitaplatz war da, aber er hat nicht gereicht für die Abendtermine im Job, für die vielen Sitzungen und Veranstaltungen. Harte Realität 1, ich 0.
In einem Jahr steht die Schule an. Mein Arbeitsplatz ist nicht weit weg. 15-20 Minuten. Die Schule ist direkt gegenüber. Langfristige Planung und Organisation ist alles. Also nehme ich mit dem Jugendamt Kontakt auf. Frage nach Randzeitenbetreuung. „Liebe Frau S., es ist toll, dass Sie sich jetzt schon darum kümmern. Aber ich kann Ihnen leider wenig Hoffnung machen. Versuchen Sie das doch über Ihren Freundes- und Bekanntenkreis zu regeln.“ Aha. Danke für die Info.
In meinem Kopf fängt die Rechnerei an. Wenn ich noch ein bisschen Pause machen will, schaffe ich inkl. An- und Abfahrt vielleicht 32,5 Stunden die Woche. Mehr geht nicht. Denn ich will ja zuhause sein, wenn meine Tochter heimkommt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie es bei mir war, wenn ich aus der Schule kam: Es gab Dinge, die wollte ich meiner Mutter erzählen. Sofort. Wenn sie nicht da war, nicht ansprechbar war, habe ich diese Dinge nicht erzählt. Auch nicht später.
Da ist sie wieder, die Realität. Realität 2, ich 0.
Und ich werde wütend. Wie kann es sein, dass meine Leistungsbereitschaft von den Rahmenbedingungen gebremst wird? Wieso habe ich das Gefühl keine Wahlmöglichkeiten zu haben?
Neben meinem Beruf habe ich mich in den letzten Jahren ehrenamtlich engagiert, habe Verantwortung übernommen. Mit dem Ziel Einfluss zu gewinnen, um Dinge verändern zu können. Ich wollte kämpfen, für die Frauen, für die Vereinbarkeit. Fast sechs Jahre lang habe ich am Rand meiner Kräfte gearbeitet. Habe alles gegeben. Habe mich engagiert, Impulse gegeben, straffe Zeitpläne aufgestellt, Aufgaben jongliert. Und jetzt?
Die Realität zeigt mir, dass ich von manchen Dingen trotzdem ausgeschlossen bleibe. Von bestimmten Netzwerken – weil ich eine Frau bin. Von sozialem Leben – weil ich keinen Partner habe, der beim Pärchenabend seinen Mann steht. Das fühlt sich an wie eine Sackgasse. Es schmerzt mich, das Gefühl zu haben, dass all mein Engagement, all meine investierte Zeit und mein Input mich letztlich nicht dahin führen, wo ich hin möchte.



In meinen schwachen Momenten frage ich mich dann, ob das nicht alles ein bisschen viel verlangt ist. Ein Fehler im System sozusagen: Sei eine tolle Mutter, sei beruflich erfolgreich, sei gesund und fit, tu was für die Gemeinschaft, führe einen tollen Haushalt – ach und der Garten? Ja, der sollte bitte auch aussehen wie ein Ausschnitt aus der Landlust.
Muss man denn, um erfolgreich zu sein und Teil der Gesellschaft zu sein, unbedingt einen Partner haben? Und in welchem Jahrhundert leben wir denn, wenn in manchen Regionen nicht eine einzige Frau in den letzten zwanzig Jahren so viel erreicht hat, dass sie als Vorbild für andere Frauen mit Ambitionen gelten kann?
Zufällig stolpere ich über ein Zitat aus einer Studie des BMAS von 2013:
„Alleinerziehende zeichnen sich häufig durch einen hohen Aufstiegswillen aus, sie finden Erfüllung im beruflichen Erfolg, der ihnen im Vergleich zu Müttern in Paarfamilien sogar wichtiger ist, sie betrachten Erwerbstätigkeit als Teil ihrer Identität und sehen demzufolge ihr wirtschaftliches uns soziales Fortkommen vor allem durch unzureichende Betreuungsmöglichkeiten gefährdet.“
Das bringt meine Wahrnehmung gerade ziemlich auf den Punkt. Die Rahmenbedingungen stimmen nicht. Die Realität, die mir so häufig zeigt, was alles nicht geht, ist in der Gesellschaft und in der Politik noch nicht angekommen. Nach wie vor gibt es erzkonservative Modelle wie das Ehegattensplitting, während ich als Alleinerziehende von dieser Entlastung nur träumen kann. Jede dritte Ehe wird geschieden, Witwen stehen mit Kindern, Steuerklasse zwei und 60% des Rentenanspruches ihres Ehemannes da.
Wann kommt die Realität endlich auch dort an, wo sie am dringendsten gebraucht wird? Wann ändern sich die Rahmenbedingungen in der Gesellschaft, in der Politik und in den Köpfen?
Denn was häufig vergessen wird: der Durchschnittsbürger nimmt Alleinerziehende oft als irgendwie gescheitert wahr. Zu Unrecht wie ich finde. Klar, die permanente Belastung verändert einen. Pausenlos Hauptansprechpartner/in für ein oder mehrere Kinder sein, Alleinverdiener/in, oft genug in Unterhalts- oder Sorgerechtsstreiereien verwickelt und so gut wie keine Zeit für sich selbst – so sieht für viele der Alltag aus.
  Dennoch schaffen diese Frauen und Männer extrem viel, sind in der Regel weit über das normale Maß hinaus leistungsbereit und zudem auch bestens organisiert.
Aus meiner Sicht müssten solchen Menschen – mit und ohne Kinder – doch alle Türen offen stehen. Oder? 

 
               
Ich glaube nicht mehr an das Märchen von der Vereinbarkeit - Gastbeitrag von Christina | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-habe-alles-verloren-warum-meine-kinder-nicht-mehr-bei-mir-leben-duerfen
        Ihr Lieben, in den Jahren, in den wir euch hier bei Stadt Land Mama immer wieder Einblicke in die verschiedensten Familien geben, erreichen uns immer wieder auch Schicksale, die auch uns selbst noch Tage später beschäftigen. Weil sie so unbegreiflich sind.
Die Geschichte von Viktoria ist so eine und deswegen möchten wir vor diesem Text eine TRIGGERWARNUNG aussprechen.
Bitte lest nur weiter, wenn ihr euch zutraut, über väterliche Gewalt zu lesen – Gewalt nicht nur gegen die eigene Frau, sondern auch gegen die Kinder. Hier erzählt uns Viktoria aus ihrer Sicht, wie ihr Mann sich veränderte und ihr gesamtes bisheriges Leben erschütterte. Ihr Ex-Mann sitzt seither im Gefängnis. 
Leider ist häusliche Gewalt auch heute noch ein großes Thema. Wenn ihr selbst welche erlebt oder bei anderen davon mitbekommt: Die Nummer des Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" ist kostenlos – und 365 Tage im jahr rund um die Uhr erreichbar:  08000 116 016.
Ihr könnt euch aber auch an die Opferhilfe-Organisation Weißer Ring wenden, auch sie haben ein "Opfer-Telefon" eingerichtet, anonym und kostenfrei, besetzt täglich von 7 bis 22 Uhr, die Nummer: 116 006. Das Wichtigste ist. Holt euch Hilfe! Damit es nicht so weit kommen muss, wie es bei Viktoria kam…
"Mein Name ist Viktoria, ich erzähle Euch heute, wie mein Leben aus den Fugen geriet und ich den Traum von der heilen Familie begraben musste….
Als ich meinen heutigen Ex-Mann kennenlernte, dachte ich, ich hätte den Jackpot geknackt. Er war kinderlieb, mochte Tiere, war freundlich und lieb zu mir. Es fühlte sich perfekt an. Ich hatte keine schöne Kindheit, habe einige Trauma erlitten und bin seit längerer Zeit in Therapie wegen Depressionen. Doch nun schien mein Leben durch meinen Mann eine gute Wendung zu nehmen.
Ich wurde schnell schwanger, bekam eine Tochter – und weil sich alles so gut anfühlte, wurde ich bald darauf wieder schwanger. Erneut ein Mädchen. Ich war so stolz und glücklich. Diese beiden Kinder waren für mich ein Wunder, denn eigentlich hatten mir die Ärzte gesagt, dass es schwer für mich werden würde, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. 
Doch mit der Geburt unserer zweiten Tochter veränderte sich mein Ex-Mann. Er war traurig und schlecht gelaunt. Ich bohrte nach, fragte nach dem Grund und er sagte, er wolle einen Sohn und sei enttäuscht über die zweite Tochter.
Mich schockierte das. Er sagte, dass ich wieder schnell schwanger werden sollte, damit wir endlich einen Sohn kriegen könnten. Ich sagte ihm, dass es für mich undenkbar sei, sofort wieder schwanger zu werden. Doch mein Mann ließ nicht locker. Immer wieder sprach er von einem Sohn. Er wurde mürrischer. 
Als das Baby zwei Monate alt war, wurde mein Ex ungeduldig und es kam zum Sex – von meiner Seite aus nicht freiwillig. Danach war ich komplett unter Schock. Wie hatte es soweit kommen können? Früher war er mir gegenüber nie grob gewesen, nun war er es. Es war nicht das letzte Mal, dass das passierte. 
Wir stritten uns öfter. Er wurde immer wieder grob. Irgendwann habe ich gesagt, dass ich mich trennen möchte, weil das so nicht mehr weiter gehen kann. Nachdem ich meinen Trennungswunsch ausgeprochen hatte, legte sich ein Schalter bei ihm um.
Er flippte komplett aus, schlug mich, unser Baby und unsere Tochter. Ich versuchte, die Kinder zu schützen, schaffte es aber nicht. Seine Kräfte gegen meine Kräfte. Ich konnte nur noch den Notarzt und die Polizei alarmieren. 
Wir kamen ins Krankenhaus, meine Töchter und ich. Wir wurden sofort stationär aufgenommen, zwei Wochen mussten wir in der Klinik bleiben. In dieser Zeit durfte ich die Kinder nur in Begleitung des Jugendamtes sehen.
Für alle war ich die Mutter, die es nicht geschafft hatte, ihre Kinder von einem gewalttätigen Mann zu schützen. Es war, als würden alle mit dem Finger auf mich zeigen. 
Meine Kinder wurden vom Krankenhaus in eine Pflegefamilie gebracht, wo sie nun seit anderthalb Jahren leben. Das war meine Strafe dafür, dass ich sie nicht hatte schützen können. Und das schmerzt mich bis heute mehr als die körperlichen Blessuren, die mir mein Ex angetan hat.
Ich habe mich bemüht, die Kinder wieder zu mir zu holen. Ich habe mir so sehr gewünscht, dass sie wieder bei mir leben. Gutachter und Experten sind aber der Meinung, dass ich nicht erziehungsfähig bin. Sie sagen, ich sei schwach und könnte meine Kinder nicht schützen. Dafür trage ich nun die Konsequenzen. 
Momentan kann ich meine Töchter alle zwei Wochen sehen. Manchmal habe ich in den Besuchsterminen das Gefühl zu ersticken, weil mein Kind eine andere Frau "Mama" nennt.
Es schnürt mir die Kehle zu und ich kann nicht glauben, dass diese Situation nun für immer so bleiben soll. Manchmal denke ich, dass mein Leben jetzt schon allen Sinn verloren hat und dass für mich nie wieder die Sonne scheinen wird.
Meine Kinder wurden verletzt. Ich will nur das Beste für sie. Wenn alle Gutachter und Experten zu dem Schluss kommen, dass ich meine Kinder nicht großziehen kann, dann werde ich mich diesem Entschluss fügen. 
Mein Ex-Mann ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Und ich? Ich wurde nicht von einem Richter verurteilt, aber vom Leben. Ich werde wohl nie wieder mit meinen Kindern zusammenleben. Ich habe Angst, dass ich mehr und mehr aus ihrem Leben verschwinde und irgendwann gar nicht mehr daran teilnehme. 
Der einzige Grund, warum ich morgens aufstehe, ist: Wenn die Mädchen groß genug sind und wissen wollen, warum sie nicht bei mir groß werden konnten, möchte ich da sein und ihnen Antworten geben. Bis dahin werde ich versuchen, durchzuhalten. Für sie.
 
 
               
Ich habe alles verloren - warum meine Kinder nicht mehr bei mir leben dürfen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-habe-das-turner-syndrom-und-bin-dank-eizellspende-mutter-geworden
       
Liebe Claudia, Du hast das Tuner-Syndrom. Was genau ist das und was bedeutet das für dein Leben?



Das Turner-Syndrom ist ein Chromosomenfehler. Normalerweise haben Menschen ja in jeder Zelle 46 Chromosomen, Frauen 46 XX und Männer 46 XY. Bei Turner-Syndrom ist das zweite X-Chromosom verändert oder fehlt. In der klassischen Variante ist der Chromosomensatz also 45 X0.



Das Turner-Syndrom gilt rein genetisch als Intersexualität. Aber wirklich nur, weil es eben eine Veränderung der Geschlechtschromosomen ist! Körperlich ist man bei Turner-Syndrom komplett weiblich und kommt mit allen weiblichen Organen zur Welt. Wie ich auch fühlen sich fast alle Betroffenen als vollwertige Frauen und wollen auch so wahrgenommen werden. 



Das Syndrom wirkt sich ganz unterschiedlich auf den Körper aus. Fast alle von uns sind kleinwüchsig. Auch unfruchtbar sind wir fast alle, da die Eierstöcke verkümmert sind. Viele von uns haben auch Herzfehler und Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ 1 oder die Hashimoto-Schilddrüsenentzündung. Ein gedrungener Körperbau mit kurzen Beinen und eine flügelförmige Hautfalte an beiden Seiten des Halses gehören auch zu den Symptomen. Aber damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. 



In meiner Kindheit waren definitiv mein angeborener Herzfehler, der zweimal operiert werden musste, und der Kleinwuchs die vorherrschenden Themen. Zum Kardiologen gehe ich auch heute noch mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle. Außerdem habe ich auch Hashimoto, was regelmäßig kontrolliert werden muss um die Medikamente anzupassen. 



In der Pubertät war es das Erwachsenwerden und zu-einer-Frau-werden mit der Hormontherapie und die Auseinandersetzung mit der Unfruchtbarkeit, die mir schwerfielen.



Abgesehen von den Turner-typischen Wehwehchen lebe ich ein ganz normales Leben mit Ausbildung, Beruf und Ehe. Auch mit ziemlich viel ganz normalem Chaos. Und bis zur Schwangerschaft mit ziemlich viel Kampfsport und Musik. Im Alltag schränkt es mich kaum ein. 



Wann ist die Diagnose gestellt worden und wie hast du davon erfahren?



Die Diagnose wurde gestellt als ich ungefähr sieben Jahre alt war. Soweit ich mich erinnere, haben meine Eltern mich damals mit in die Endokrinologie genommen und mir wurde von dem Arzt dort im Aufklärungsgespräch alles erklärt, was zu dem Syndrom dazugehört. Und zwar komplett ungefiltert! Ich habe also im Alter von sieben Jahren gelernt, was Chromosomen sind und erfahren, dass mir eines davon fehlt, dass ich deshalb kleinwüchsig bin und den Herzfehler habe und dass ich unfruchtbar bin und Hormontherapien machen muss. 



Wie ging es dir damals mit dieser Diagnose?



Als ich die Diagnose bekommen habe fand ich das eigentlich nur spannend und interessant. Das Herz war ja zu dem Zeitpunkt schon versorgt und der Rest kam mir dann gar nicht so schlimm vor. 



Man muss auch sagen, dass ich ja durch den Herzfehler immer schon eine Sonderstellung hatte. Gesund und normal gibt es in meinem Leben ja praktisch gar nicht und das vermisse ich auch nicht. Ich habe durch das Turner-Syndrom ganz andere Erfahrungen gemacht als andere Menschen, die aber genauso wertvoll sind. Außerdem habe ich einen ganz normalen Alltag zwischen Job und Familie, wo sich das Turner-Syndrom so gut wie nie bemerkbar macht.



Andererseits verfluche ich das Syndrom natürlich schon manchmal. Man fragt sich: Warum ausgerechnet ich? (Obwohl man weiß, dass diese Frage zu nichts führt…) Die gesundheitlichen Probleme und Therapien zu managen ist manchmal, wenn viele Arztbesuche anstehen, wirklich anstrengend. Vor allem die Zeit, als ich am Herz operiert worden bin, war richtig hart. Genauso wie auch die Zeit der Kinderwunschbehandlung. Und dann gibt es die nervigen Kleinigkeiten: Ich bin nicht so sportlich wie andere, bin eben einfach klein, entspreche nicht dem gängigen Schönheitsideal oder Frauenbild. Normale Dinge wie einfach so oder mit etwas „Übung“ schwanger werden oder einfach so meine Tage bekommen, an Verhütung denken müssen, gibt es in meinem Leben eben einfach nicht. All diese Dinge, die man eigentlich erst im Vergleich mit anderen, gesunden Frauen spürt, können einen schon manchmal zermürben. 



Welche Therapien hast du bekommen und ab wann und warum?



Ziemlich schnell nach der Diagnose haben wir mit einer Wachstumshormontherapie begonnen. Mit Turner-Syndrom wird man ohne Therapie meistens nicht größer als 1,45 m. Es gibt eine Formel, mit der man die erwartete Größe berechnen kann. Bei mir hat sie ca. 1,43 ergeben. Durch Wachstumshormone bin ich jetzt 1,52 m „groß“.



Um die Pubertät auszulösen, gab es dann im Alter von 13 Östrogene und Progesteron, ähnlich wie die Pille. Diese Hormone gibt man, um die Entwicklung in Richtung Frau und die Gesundheit von Knochen und Blutgefäßen zu fördern. Daher werde ich sie auch noch bis ins hohe Alter nehmen müssen.



Ich nehme außerdem noch Schilddrüsenhormone, auch ungefähr seit meinem 13. Lebensjahr, da damals auch die Hashimoto-Schilddrüsenentzündung akut wurde. 



Wie ist dein Partner damit umgegangen, dass du keine leiblichen Kinder bekommen kannst? 



Tatsächlich gab es in meinem Leben nur einen Partner: meinen Mann und Vater meines Sohnes. 



Er hatte schon lange, bevor er mich kennen gelernt hat, einen starken Kinderwunsch, daher war er zu Beginn unserer Beziehung auch noch skeptisch. Ich habe ihm schon gesagt, dass ich das Turner-Syndrom habe, als wir uns gerade erst kennen gelernt hatten und noch lange kein Paar waren. Er hat sich dann entschieden, den Weg der Eizellspende mit mir zu gehen.



Du hast die Eizellspende gerade erwähnt. Kannst du da mehr darüber erzählen?



Als die Diagnose gestellt wurde, haben meine Eltern immer schon gesagt: „Ach, wer weiß was die Medizin alles kann, wenn du in 20 Jahren mal Kinder willst“  Und von daher war ich für Kinderwunschbehandlungen auch immer offen. Natürlich wollte ich zuerst eine fertige Ausbildung und einen Beruf haben, wie jeder andere auch, bevor ich Mutter werde. Aber Mutter werden wollte ich auf jeden Fall irgendwann. Und Eizellspende erschien mir da als die beste Möglichkeit. Eizellen aus Stammzellen oder übrigem Eierstockgewebe zu gewinnen, ist leider noch nicht möglich bzw. klappt nicht zuverlässig, und Adoption ist mit viel zu vielen bürokratischen Hindernissen behaftet.



Wir haben uns letztendlich eine tschechische Klinik ausgesucht. Bei uns hat es beim dritten Versuch geklappt, der erste Versuch endete leider in einer frühen Fehlgeburt und der zweite war ein Negativ. 



Das heißt, du bist Mutter. Was bedeutet diese Mutterschaft für dich?



Sie ist ein absolutes Geschenk! Wirklich, auch wenn es wie ein Klischee klingt, es ist eine ganz neue Form von Liebe, die ich durch meinen Kleinen kennen gelernt habe. Natürlich ist er manchmal anstrengend, wie jedes Kind. Für mich ist auch manchmal die Verantwortung, die man für so einen kleinen Wurm hat, unglaublich groß und erdrückend. Aber es ist so wahnsinnig schön zu sehen, wie er sich entwickelt und jeden Tag lernt, die Ärmchen nach uns ausstreckt und uns umarmt und all das tut, was Jungs in seinem Alter nun mal tun. 



Alles in Allem, obwohl ich meinen Sohn weder natürlich empfangen, noch natürlich zur Welt bringen oder stillen durfte, bin ich einfach eine ganz normale Mama. Auch wenn er aus einer Spendereizelle entstanden ist, würde ich ihn niemals als fremd oder „nicht mein Kind“ empfinden. Ich bin der Spenderin und den Ärzten an unserer Klinik einfach nur unglaublich dankbar, dass sie sein Leben möglich gemacht haben!



Was hat dir in schweren Momenten, wenn du mit dem Schicksal gehadert hast, geholfen?



In allererster Linie der Rückhalt durch meine Eltern und meinen Mann. Klar gibt es auch bei uns Konflikte (ich bin ein riesengroßer Sturkopf) aber ich weiß: Wenn ich meine Familie nicht hätte, wäre ich definitiv nicht dort, wo ich heute bin. Wenn es darauf ankommt, sind sie alle für mich da. 



Außerdem hilft mir immer der unerschütterliche Glaube an mich selbst und meinen Körper. Durch die Erfahrungen in meiner Kindheit und den Kampfsport weiß ich sehr genau, was mein Körper kann und was ich kann. Und ich weiß, dass mich so schnell nichts aus der Bahn wirft. 



Was rätst du anderen betroffenen Frauen? 



Ich rate dazu, mit der Diagnose offen umzugehen und darüber zu reden. Es bringt selten die oft befürchteten Nachteile und nur, wenn wir darüber sprechen, kann man Vorurteile abbauen und auch Eltern und werdenden Eltern von Turner-Mädchen Ängste nehmen. 



Ich finde auch den Kontakt zu anderen Betroffenen ganz wichtig, denn die haben dasselbe oder ähnliches durchgemacht wie man selbst und verstehen einen. 



Ich rate auch zu Kampfsport, denn dadurch entwickelt man ein ganz anderes Selbstbewusstsein. 



Außerdem: Sich niemals unterkriegen lassen oder erzählen lassen, dass man eingeschränkt oder behindert wäre. Das Leben mit Turner-Syndrom ist genauso wertvoll, wie ohne. 



Embryonen mit Turner-Syndrom haben eine Wahrscheinlichkeit von nur 2 %, zu überleben und es bis zur Geburt zu schaffen. Jede, die es geschafft hat, ist ein Wunder. Was könnte uns da noch aufhalten?
               
Ich habe das Turner Syndrom und bin dank Eizellspende Mutter geworden
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-habe-meine-tochter-still-geboren-bericht-einer-sternenmama
        Ich habe lange überlegt, ob ich diese Zeilen schreiben soll oder nicht. Zuerst zu uns: Wir sind eine junge Familie, Paul 26 Jahre, unsere Kinder Marie 5, Tim 3 und ich ,27 Jahre alt. Mein Mann und ich wollten unser kleine Familie wachsen lassen und beschlossen, noch einmal schwanger zu werden.
 
Ich wurde sofort schwanger, aber die große Freude wollte sich irgendwie nicht einstellen. Wir schoben es auf den Stress, der uns wegen des Umzugs von einer Großstadt in ein kleines Dorf, bevorstand. 
 
Bei den Kontrolluntersuchungen war immer alles prima, das Kind entwickelte sich bestens, es war also eine ganz normale Schwangerschaft. Und doch ließ mich dieses Gefühl, irgendwas würde nich stimmen, nicht los. Ich beruhigte mich. Was solle denn denn nicht passen? 
 
Und dennoch haben wir Freunden und auch unseren Kindern erst sehr spät von der Schwangerschaft erzählt. Ich wollte abwarten, weil ich eben ständig dieses Gefühl hatte…
 
Die Wochen vergingen, doch das Baby strampelte nie, so dass ich es gespürt hätte. In der 20.Schwangerschaftswoche hatte ich einen Termin bei meiner Hebamme. Ich fragte sie, ob das normal sei, dass ich nichts spüre. Sie meinte: "Jaja kann sein, das wird bald kommen, dann spürst du das Baby regelmäßig." 
 
Trotz der beruhigenden Worte konnte ich ab da nicht mehr richtig schlafen. Ich wusste einfach, dass was nicht stimmt. Auch mein Mann versuchte, mit Mut zuzusprechen, mein komisches Gefühl blieb. 
 
An einem Freitag in der 21. Schwangerschaftswoche hatte ich das Gefühl, dass ich Fruchtwasser verliere. Aber noch immer nicht konnte ich oder wollte nicht wahrhaben, dass etwas nicht stimmt. Samstag gingen wir noch auf eine Familienfeier, dort fühlte ich mich so unwohl und musste mir eindlich eingestehen, dass ich Fruchtwasser verliere. 
 
Mein Mann und ich fuhren ins Krankenhaus. Die Ärztin machte einen Ultraschall. Da war nichts. Kein Herzschlag, keine Bewegungen. Die Ärztin sagte die Worte, die keine werdende Mutter hören möchte: Es tut mir leid, Ihr Kind ist verstorben. 
 
In diesem Moment wusste ich nicht, was passierte. Ich konnte nur an zwei Dinge denken: Wie soll ich meinen Kindern sagen, dass ihre Schwester gestorben ist? Und wie soll ich das Baby auf die Welt kriegen?
 
Es riss mir den Boden unter den Füßen weg, es war wie im Film, in einem sehr schlechten Film. In meinem Kopf die Fragen: Warum? Warum wir? Warum jetzt? Bin ich schuld an ihrem Tod? Wie soll es weiter gehen? Ich lag auf dieser Liege undd verfluchte die Welt. Verfluchte das verdammte Schicksal.
 
Es wurde vereinbart, dass die Geburt zwei Tage später eingeleitet werden sollte. Zuhause angekommen, ist mein Mann zusammen gebrochen. Er weinte so sehr, wie ich es noch nie vorher gesehen hatte. Zusammen mit den Kindern zündeten wir eine Kerze für unser verstorbenes Baby an und versuchten kindgerecht zu erklären, was passiert ist, was passieren wird und warum Mama und Papa so traurig sind.  Das Wochenende verbrachten wir mit weinen, lachen und trösten. Wir kuschelten zu fünft (Baby im Bauch) im Bett und versuchten zu begreifen, was gerade mit uns passiert.
 
Dann wurde die Geburt eingeleitet, unter schmerzvollen Wehen und nach neun Stunden wurde unsere Prinzessin geboren. Sie war einfach perfekt, perfekt für uns. Wir machten viele Bilder von ihr, wir wickelten unser Baby in Tücher und kuschelten mit ihr, flüsterten ihr Geheimnisse ins Ohr und streichelten sie. Sie wurde gewogen und gemessen. Es stellte sich heraus, dass die Todesursache eindeutig eine Nabelschnuranomalie war und das Baby dudurch untersorgt wurde. 
 
Die weltbeste Hebamme begleitete uns auf diesem besonderen Weg. Ein Weg der Freude, ein Baby zu bekommen, aber auch die Gewissheit zu haben, dass wir wieder alleine nach Hause gehen würden. Ich verbrachte noch eine Nacht in der Klinik und wurde dann entlassen. Zu Hause verkrochen wir uns und weinten. Es war so unwirklich, ich war so unendlich traurig, mein Herz war leer. Aber ich musste auch stark sein für meine anderen Kinder und versuchte, trotzdem für sie da zu sein.Sie haben mir gezeigt, dass das Leben trotzdem schön ist und wie kindlich der Tod wahrgenommen werden kann.
 
Mein Mann und ich hat diese Zeit zusammen geschweißt. Wir fühlen uns vom anderen noch mehr geliebt und halten fest zusammen. Wir schätzen einander und wissen, dass wir jeden Berg gemeinsam besteigen können. Unsere Kinder haben nun eine Schwester im Himmel, einen besonderen Stern, der über sie wacht. Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich mit meinen tollen Kindern und meinem wunderbaren Mann erleben kann. 
 
Wie geht es mir heute? Ich arbeite wieder, manchmal sitze ich einfach da und weine und lass zu, dass ich unendlich traurig bin, dass dieses Kind nicht bei uns nicht. Manchmal schaue ich verstohlen andere Babys an und beneide schwangere Frauen um ihre gesunden Kind im Bauch. Die Frage nach dem Warum ist geblieben. Manchmal denke ich, dass uns unser Sternenmädchen auserwählt hat, weil wir die Kraft hatten, ein Kind zu Grabe zu tragen. 
 
Vielleicht hat irgendwann noch ein viertes Kind Platz in unseren Herzen und hier auf Erden und macht sich auf den Weg zu uns. Noch bin ich noch nicht bereit für diesen Schritt, aber wer weiß, was das Leben noch so bringt…
 
Foto: unsplash
 
 
               
Ich habe meine Tochter still geboren - Bericht einer Sternenmama | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-hatte-eine-fehlgeburt-und-helfe-nun-anderen-frauen-durch-diese-trauer
       
Liebe Katrin, Du arbeitest als Trauerbegleiterin. Was genau tust Du als Trauerbegleiterin und wer sind deine Patienten?
Zur Trauerbegleitung kommen Frauen und Paare, die schon länger an ihrem unerfüllten Kinderwunsch leiden, Fehlgeburten hatten oder deren Baby rund um den Zeitpunkt der Geburt gestorben ist. Manchmal passieren die Fehlgeburten auch während einer Kinderwunschbehandlung, was für die Paare oft schwer auszuhalten ist.
Es kommen aber auch Frauen, die sich aus verschiedenen Gründen für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben und diesen Schritt im Nachhinein bereuen. In meiner Praxis bekommen die Betroffenen den Raum und die Zeit, die sie brauchen, um sich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen, genauso aber auch mal Abstand davon zu bekommen.
Bei mir dürfen sie sich so zeigen, wie sie sich gerade fühlen. Sie dürfen traurig, wütend, erschöpft, aber auch fröhlich sein und sich dem Leben wieder zuwenden, weil das alles dazu gehört. Ich begleite dabei den Weg durch die Trauer mit ihren unterschiedlichen Phasen, halte die Gefühle mit aus, schaffe die Möglichkeit, sie auszudrücken und gebe Impulse für die nächsten möglichen Schritte. Als Heilpraktikerin kann ich den Prozess naturheilkundlich unterstützen.
Zu Deinem Beruf bist Du durch deine persönliche Geschichte gekommen. Du hattest selbst eine Fehlgeburt. Kannst Du uns hier davon erzählen?
Ja, ich habe von Anfang an offen über meine Fehlgeburt gesprochen. Sie ist in den Sommerferien passiert und die Frage: "Wie war euer Urlaub?" habe ich ehrlich beantwortet. Ich war völlig überrascht, wie viele Frauen daraufhin von ihren Fehlgeburten erzählt haben.
Bei mir war es so, dass im Sommer 2016 innerhalb von sieben Wochen meine beiden Hunde gestorben sind und ich dazwischen die Fehlgeburt hatte. Zu diesem Zeitpunkt war ich hauptberuflich als Krankenschwester und nebenberuflich in meiner Naturheilpraxis tätig. Ich hatte kurz vorher eine neue Stelle als medizinischer Fachdienst in einer Behindertenwerkstatt angetreten und wollte wegen des Infektionsrisikos nicht die üblichen zwölf Wochen abwarten, um meinen Vorgesetzten über die Schwangerschaft zu informieren. Schon gleich nach dem Gespräch hatte ich ein komisches Gefühl.
Als hätte ich es geahnt, bekam ich am 12. August in der 9.SSW bei einer Routineuntersuchung die Diagnose "Missed Abortion" von meiner Frauenärztin mitgeteilt. Es war Freitagmittag und mit der Information, dass der Embryo keinen Herzschlag mehr hat, bekam ich eine Überweisung zur Ausschabung. Ich war völlig geschockt und konnte es nicht glauben. Meine Frauenärztin bot mir an, nach dem Wochenende nochmal einen Ultraschall zu machen, damit ich mir sicher sein kann.
Ich rief vom Auto aus weinend meinen Mann an und verbrachte ein tränenreiches Wochenende. Ich stand wie unter Schock und hatte das starke Bedürfnis, mich zurückzuziehen. Auch die Kontrolle am folgenden Montag brachte das gleiche Ergebnis. 
Du wolltest keine Ausschabung im Krankenhaus vornehmen lassen. 
Ja, mir war schnell klar, dass ich auf einen natürlichen Abgang warten würde. Ich habe versucht, die Hebammen, die mich bei Hausgeburt meiner ersten Tochter begleitet haben, zu kontaktieren, aber sie waren beide nicht erreichbar. Also habe ich mir selbst überlegt, was ich brauche, um die Wartezeit und die kleine Geburt gut zu überstehen.
Meine Tochter Johanna hatte Kindergartenferien und wir hatten eigentlich verschiedene Unternehmungen mit ihr geplant. Wir haben ihr erklärt, dass sie leider doch kein Geschwisterkind bekommt, was sie gut aufgenommen hat. Sie sah natürlich wie traurig ich bin, denn ich habe kein Geheimnis daraus gemacht, schien aber nicht zu sehr zu leiden.
Ich habe mich selbst naturheilkundlich behandelt, um meine seelische Balance wiederzufinden und um mich auf die kleinen Geburt und das kleine Wochenbett vorzubereiten. Während dieser Zeit habe ich mich auch besonders gut um meinen Körper gekümmert, habe mich gepflegt und eingecremt, mir Pausen gegönnt, darauf geachtet, was ich wann brauche.
Mein Körper hat schnell gemerkt, dass die Schwangerschaft zu Ende geht und so hatte ich schon ab Dienstag Blutungen. Trotz meiner Traurigkeit habe ich beschlossen, die Zeit mit positiven Erlebnissen zu verbringen. Ich habe mit meiner Tochter im Garten gespielt, bin am Mittwoch mit meiner besten Freundin und unseren Kindern auf den Augustmarkt und Eis essen gegangen. Am Donnerstag waren mein Mann und ich mit Johanna Tretbootfahren. Dabei habe ich zunehmend Wehen bekommen, die sich aber mit Schmerztabletten gut aushalten ließen.
Am Freitagabend, genau eine Woche nach der Diagnose war es soweit. Während ich in der Küche Kartoffeln schälte, hat sich mein Sternenkind auf den Weg gemacht und wurde geboren. Ganz unspektakulär. Für mich war der natürliche Weg genau richtig, zu spüren und zu sehen, was passiert ist. Aber ich verstehe es auch, wenn Frauen sich für einen Ausschabung entscheiden.
 Leider bekam ich von meiner Frauenärztin keinerlei Informationen, wie so eine Fehlgeburt abläuft, dass ich Anspruch auf Begleitung durch eine Hebamme habe oder wohin ich mich wenden kann, wenn ich damit nicht klarkomme. Das hat mich dazu bewegt, wenige Wochen später die Fortbildung zur Trauerbegleiterin bei Trauer in der Kinderwunschzeit beim Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland BKiD zu beginnen. Ich hatte ja schon meine Praxis und viele Jahre Erfahrung als Krankenschwester im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie mit Schwerpunkt Traumatherapie, so dass die Trauerbegleitung ergänzend dazu kam.
Eine Fehlgeburt ist immer ein heftiger Schicksalsschlag. Wie bist du mit deiner Trauer umgegangen und wer war dir in dieser Zeit eine Stütze?
Mir hat es geholfen, bewusst Abschied zu nehmen und auch den körperlichen Prozess bewusst zu durchleben. Mein Mann, meine Familie und meine Freundinnen haben mich in dieser Zeit unterstützt, indem sie präsent waren. Ich konnte über meine Gefühle reden und wurde ernstgenommen.
Die Fortbildung zur Trauerbegleiterin half mir natürlich auch sehr, mich intensiv mit meinem eigenen Verlust auseinanderzusetzen. Nach dem Tod meines zweiten Hundes bin ich zur Krisenintervention zu einer meiner Ausbilderinnen gegangen, weil mich die Summe der Verluste so aus der Bahn geworfen hat. Auch TherapeutInnen müssen nicht alles allein bewältigen und dürfen sich Hilfe holen.
 Außerdem glaube an einen liebenden Gott, der auch in schweren Zeiten für mich da ist. Das hat mich gestärkt. Und ich sehe einen Sinn in meiner Geschichte. Ohne mein eigenes Erleben, wäre Trauerbegleitung nicht Teil meiner Arbeit geworden.
Gab es auch Menschen, die gesagt haben: "Jetzt ist aber auch wieder gut." und erwartetet haben, dass Du normal funktionierst?
Nein, weder in meinem privaten Umfeld noch auf der Arbeit. Von meinen Patientinnen höre ich aber leider häufig, wie wenig mitfühlend und ungeduldig ihre Familien, ihre Mütter und Großmütter mit ihnen umgehen.
Warum ist das Thema immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft?
Ich glaube, dass es grundsätzlich noch vielen Menschen schwerfällt, über belastende Gefühle zu sprechen. Oft wollen die Betroffenen niemandem zur Last fallen oder haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, sich zu öffnen. Viele Frauen haben auch Angst, dass sie irgendetwas falsch gemacht haben und fühlen sich schuldig an der Fehlgeburt.
Bei Paaren, die in Kinderwunschbehandlung sind, weiß oft nicht mal das nahe Umfeld vom unerfüllten Kinderwunsch, weil das Thema Unfruchtbarkeit so schambesetzt ist. Diese Frauen und Männer machen ganz viel mit sich selber aus.
Viele Paare trauern unterschiedlich nach so einem Verlust – und geraten darüber in eine Beziehungskrise. Wie war das bei Euch?
Mein Mann hat mir offen gesagt, dass es für ihn noch kein "richtiges Kind" war und er noch keine Beziehung aufgebaut hat. Durch seine Offenheit wusste ich, woran ich bin und was ich von ihm erwarten kann. Er hat mich in jeder Phase meiner Trauer ernstgenommen und unterstützt.
Gibt es ein Muster, wie Männer eher trauern und wie Frauen? Was rätst Du Paaren, die betroffen sind?
Ja, es gibt typische Reaktionsmuster, die aber nicht zwingend bei jedem Paar zu 100 Prozent so auftreten müssen. Bei mir in der Praxis erlebe ich, dass die Frauen eher die sind, die reden wollen und weinen und die Männer sich eher zurückhalten. Manchmal, weil sie stark für ihre Frauen sein wollen und sich bemühen optimistisch zu bleiben, manchmal, weil sie gut in der Lage sind, sich den Verlust distanzierter anzuschauen und dann wieder wegzupacken, um im Alltag und auf der Arbeit zu funktionieren. Manchmal leiden sie aber auch so sehr, dass sie dem Schmerz nicht noch mehr Raum geben wollen.
Es gibt keine richtige oder falsche Trauer, jeder muss seinen individuellen Weg finden, aber es kann Paaren helfen, sich über ihr Erleben und ihren jeweiligen Umgang damit auszutauschen. Zu erfahren, warum der/ die Andere so oder so reagiert ermöglicht realistische Erwartungen und kann das gegenseitige Verständnis fördern.
Sich bewusst Zeit für die Trauer und für die Paarbeziehung zu nehmen ist ganz wichtig. Das können die Paare zusammen gestalten, oder mit Hilfe einer Trauerbegleitung, um einen festen Rahmen dafür zu haben und neue Impulse zu bekommen. Wenn das Paar schon Kinder hat, bleibt im Alltag oft wenig Zeit dafür und geht unter. Da hilft ein verbindlicher Termin mit einer dritten Person und ein Babysitter.
Viele Menschen drücken den Schmerz einfach weg. warum ist es so wichtig, über seine Gefühle zu reden?
Auch das Wegdrücken hat seine Berechtigung, zumindest zeitweise. Manchmal ist der Schmerz so vernichtend, dass das Wegdrücken eine Überlebensstrategie ist. Ich versuche mit meinen PatientInnen dosierte Ventile zu schaffen. Ein Pendeln zwischen hinschauen, darüber reden und wieder Abstand nehmen und entlasten.
Wenn reden schwerfällt, kann es auch helfen, die Gefühle in einem Bild oder aus Ton darzustellen. Das macht die Vielfalt der Gefühle und das Unaussprechliche im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar und sichtbar.
Gibt es einen Fall aus deiner Praxis, der dich ganz besonders bewegt hat?
Mich bewegen alle Geschichten meiner PatientInnen, wobei ich darauf achte, mitzufühlen statt mitzuleiden. Das ist ein großer Unterschied.
Aktuell bewegt mich der Fall von einem lesbischen Ehepaar, dessen Baby bei der Geburt gestorben ist. Die beiden kamen zum ersten Termin gemeinsam und dann die leibliche Mutter weiter zur Trauerbegleitung. Die Aufarbeitung der Geburt, das Vermissen des Babys, aber auch die Lebensumstände und der Umgang mit der eigenen Trauer und dem Umfeld waren Themen unserer Treffen. In den letzten Monaten wurde der Kinderwunsch wieder stärker und die leibliche Mutter fühlte sich bereit noch einmal schwanger zu werden. Nach mehreren Versuchen mit Hilfe von Samenspende hat es geklappt und sie ist wieder schwanger. Eine Schwangerschaft nach dem Verlust eines Kindes kann von sehr gemischten Gefühlen und Ängsten geprägt sein. Auch in dieser Zeit stehe ich begleitend zur Seite.
Was ist das Ziel Deiner Arbeit – wie willst du die Menschen, die zu Dir kommen, entlassen?
Mein Anliegen ist es, die Trauernden in ihrem ganz persönlichen und individuellen Prozess der Trauer zu unterstützen und mit ihnen einen gangbaren Weg zu finden, das weitere Leben zu gestalten. Trauerarbeit bedeutet nicht, dass die Trauer abgearbeitet wird und dann weg ist, sondern zu lernen, damit umzugehen und sie ins Leben zu integrieren. Sie darf immer wieder auftauchen, aber sie verändert sich, wird weniger schmerzhaft.
Auch das nicht lebende Kind bekommt seinen Platz und darf Teil der Lebensgeschichte bleiben. Wenn die Trauernden sich wieder so gestärkt fühlen, dass sie ihren Weg allein fortsetzen können, endet meine Begleitung.
Wie geht es Dir momentan? Stimmt es, dass Zeit alle Wunden heilt?
Mir geht es sehr gut. 4 Monate nach der Fehlgeburt fühlte ich mich bereit für ein neues Kind und wurde wieder schwanger. Meine Tochter Rebecca kam vor fast 2 Jahren im Geburtshaus zur Welt.
 Die Zeit allein heilt aus meiner Sicht nicht alle Wunden. Aber es hilft, sich Zeit für die Heilung zu nehmen.
—– Kontakt zu Kathrin findet Ihr über Ihre Homepage: https://www.heilpraktikerin-wiesneth.de
               
Ich hatte eine Fehlgeburt und helfe nun anderen Frauen durch diese Trauer | STADT LAND MAMA
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Ich heiße Manuela und ich möchte heute meine Gedanken mit Euch teilen. Ich finde die aktuelle Situation sehr beängstigend und weiß, wie viel Arbeit (unter erschwerten Bedingungen) die meisten aktuell leisten müssen und wieviel Leid (in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens) dieser Virus bringt. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich aktuell „nur“ in der Lage bin, die Zeit zu Hause mit sozialer Isolation einigermaßen unbeschadet zu überstehen:



Ich bin mittlerweile 8 Wochen zu Hause und ich betone es gerne nochmals: Nur zu Hause!



Ja, ich gebe zu: Am Anfang dachte ich noch die Krise würde mich in meine persönliche tiefe Krise katapultieren. Doch irgendwie kam ziemlich zügig alles anders. Ich bemerkte schnell wie gut uns diese Situation tut. Uns als Familie, aber eben auch jedem Einzelnen.



Denn wir haben auf einmal etwas, was im täglichen Wahnsinn verloren geht. Wir haben Zeit. Zeit miteinander und Zeit füreinander. Und zusätzlich hat jeder noch Zeit für sich. Auch nicht zu verachten.



In meiner Familie gibt es seit Wochen kein Gehetze mehr. Alles läuft ruhig und gelassen, das Tempo ist egal. Früher waren für uns Spaziergänge eine Geduldsprobe, weil wir nur mit 1 km/h vorwärts kamen. Immer mussten wir anhalten, weil gerade etwas erforscht werden musste oder ein Kind hatte keine Lust mehr zu laufen.



Das ist mir nun egal. Ich habe ja Zeit.  Sollen die Kinder doch zum hundertsten Mal wegen eines Gänseblümchens stehen bleiben, ich schau mir derweil die Wolken an und genieße die Ruhe. Ich habe ja auch keinen Stress. Ich muss nicht zum nächsten Termin, zum Sport, oder sonst wo hin und zu mir kommt auch keiner.



Es ist mir völlig egal, wann die Kinder ins Bett gehen und wann es Abendessen gibt, weil am Morgen schließlich keiner super gestresst die Kinder (meist gegen ihren Willen) fertig machen muss. Es ist egal, wer wann mittags schläft. Es wird gegessen, wenn wir hungrig sind und es wird geschlafen, wenn wir müde sind. Fertig. Kein Gehetze. Ist das nicht wahnsinnig positiv?!



Und wenn wir uns für Frühstück entschieden haben, das kleine Mädchen aber vorher so gerne noch mit allen zusammen einen Stuhlkreis machen will…, ja dann wird eben ein Stuhlkreis gemacht. Warum auch nicht?



Am Anfang hatte ich große Sorge, dass ich die Kinder nicht beschäftigen könne. Was soll ich sagen? Sie beschäftigen sich selbst. Oder wir machen halt einfach tolle Dinge zusammen.



Und weil der Mann sich zu Beginn der Krise als Ausgleich einen Bagger lieh, um unseren Garten mit viel Spaß und zerstörerischer Wut vollends in sämtliche Einzelteile zu zerlegen, sind wir nun zu viert damit beschäftigt uns ein Paradies zu schaffen. Unser Paradies. (Noch ein Vorteil von Corona: Es kommt einfach keiner in unseren Garten … ohhh! Das kann auch Entlastung sein…. Muss man sich schließlich nicht für 1 Meter tiefe Baggerspuren schämen, sieht ja keiner.)



Habe ich eigentlich erwähnt, dass ich auch so wahnsinnig viel Zeit habe, weil ich mein Haus nur noch dann putze, wenn ich selbst Lust dazu habe!? Allein dafür möchte ich der Krise einfach mal danken. Es kann einfach keiner unangemeldet kommen und entlarven, wie es bei mir aussieht, wenn ich eben nicht gerade geputzt habe.



Ich weiß ganz genau, dass die meisten Frauen auch nur putzen, weil sie Angst haben, es könnte jemand unangemeldet kommen. Was das allein für einen Stress auslöst ist unbeschreiblich. Zack. Corona. Stress weg… Kommt keiner. Das Putzen kann mich mal. Es sei denn …ich habe Lust dazu.



Und heute Morgen erst: Ich war im Bad und wollte gerade ein bisschen putzen… Da hörte ich den Rest der Familie singen: „Es regnet, es regnet, die Erde wird nass!“  Kurz schien mir mein Putzen noch interessanter, aber dann kam die kleine Dame in Gummistiefeln mit ausgeklapptem Regenschirm bei mir angelaufen: „Mama? Wir feiern eine Regenparty. Kommst du auch?“  Aus dem Hintergrund rief der Mann: „Sag Mama, dass sie einen Regenschirm mitbringen muss.“ Ich fand das so süß, dass ich mein Putzen sein ließ und mich auf den Weg ins Wohnzimmer machte und siehe da?! Da stand sie, meine Familie mit ausgeklappten Regenschirmen und Gummistiefeln. Und so machten wir unsere Regenparty… mitten am Morgen, im Haus, ohne Regen und unsere kleine Tochter gab stets den Ton an, welche Lieder wir zu trällern hatten und wie die Regenschirm-Choreografie dazu auszusehen hatte. 



So ist also MEIN Corona-Alltag. Ein Alltag, in dem die Zeit mehr im Vordergrund steht als das Geld, ein Alltag in dem das Miteinander als Familie so groß geschrieben wird wie vermutlich nie wieder. Ich muss sagen: so lange ich gezwungen bin, tauche ich sehr gerne ab in diese sonderbare Corona-Welt. Und schließlich versuche ich wie jeder auch aus dieser Krisen-Situation nur das Beste zu machen



Mehr von Manuela ( unter anderem auch diesen Artikel in längerer Version) könnt Ihr unter https://troesteschlalo.blogspot.com lesen.
               
Ich hatte noch nie so viel Zeit - und das genieße ich. Manuelas Alltag in der Corona-Krise | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, erinnert ihr euch noch an Pauk-Christian Mühlfeld, der uns hier im Blog einen stolzen Gastbeitrag über sein Leben als Autist schrieb? Wir erzählen hier so viel über Menschen, spannend ist es aber eben auch, sie selbst zu Wort kommen zu lassen. Und so hat sich Nils Tauber für uns hingesetzt und einen Brief an uns Mütter geschrieben. Er kam mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt und ist heute glücklicher Zweifachpapa. Lest hier seinen Brief:







Liebe Mamas, jedes Kind ist einzigartig, das wisst ihr ja eh selbst. Aber manche Kinder sind vielleicht noch etwas einzigartiger als andere. Es heißt immer so schön: Hauptsache gesund! Aber was, wenn nicht? Wenn es Auffälligkeiten im Ultraschall oder nach der Geburt gibt?



Wenn deinem Kind vielleicht eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte diagnostiziert wird? Vermutlich ist das dann erstmal ein Schock für dich. Das ist nur menschlich! Das ist vollkommen okay. Und es hat gar nichts mit der Liebe zu deinem Kind zu tun – oder eben alles. Weil du willst, dass es ihm gut geht. Dass es keine Probleme hat oder bekommt. Dass es nicht auffällt und sein Leben so leben kann, wie es will. Vielleicht kreisen da auch Fragen in eurem Kopf herum:



Wieso gerade unser Baby? Was habe ich falsch gemacht? Wie sollen wir das hinbekommen? Wie wird mein Baby zu Beginn ernährt? Was für Operationsmethoden gibt es, wo können diese Operationen durchgeführt werden? Wie soll das alles funktionieren?



Meine Eltern haben sich diese Fragen mit Sicherheit auch gestellt, als sie nach meiner Geburt feststellten, dass ihr Sohn mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt gekommen war. Sie wussten es vorher nicht. Es war ein Schock für sie. Das war 1982. Ich war ein besonderes Kind. Aber welches Kind ist das nicht? Und ja, meine Eltern sind an mir und meiner Diagnose mit Sicherheit gewachsen, aber das sind sie an meinem Bruder ohne Diagnose auch… Heute bin ich selbst Vater zweier Kinder.



Vor der Geburt der beiden habe ich mich intensiver mit meiner eigenen Geschichte auseinandergesetzt und auch mir selbst Fragen gestellt: „Was, wenn auch unser Kind mit einer Spalte zur Welt kommt?“. Meine Frau hat mir darauf nur geantwortet: „Es ist ganz gleich, ob unsere Kinder mit einer Spalte zur Welt kommen, du wirst sie doch eh in allem unterstützen. Du hast das doch alles schon durchgemacht und weißt, was sie erwartet – schau, was aus dir geworden ist“. 



Und sie hatte so recht. Niemals hätte eine Diagnose meine Liebe geschmälert und ja, ich hatte gute Vorbilder, nämlich meine Eltern. Natürlich lassen sich Menschen und Situationen nie gut miteinander vergleichen, aber was ich an ihnen wirklich schätzte, war, dass sie mich im Rückblick in meiner Kindheit und Jugend immer völlig „normal“ behandelt haben. Das war auch meinem älteren Bruder gegenüber sehr wichtig!



Essentiell ist es – und zwar egal, ob Kinder mit Sonderausstattung oder nicht – den eigenen Kindern Selbstbewusstsein zu vermitteln und immer ein offenes Ohr für ihre Anliegen zu haben. Ich habe immer versucht, meine „Kämpfe“ alleine auszufechten und wollte meinen Eltern nicht noch mehr aufbürden, sie hatten doch schon genug mit mir durchgemacht. Ich wollte sie nicht mit meinen Problemen belasten. 



Um ehrlich zu sein, hat aber doch wahrscheinlich jeder Jugendliche und junge Mensch diese „Themen“, jedes Kind meint, nicht perfekt zu sein und seine Macken zu haben, für die er sich vielleicht auch mal schämt. Somit war ich wohl ein ganz „normales“ Kind.



Trotzdem gab es neben Höhen schon auch ordentlich Tiefen in meinem Leben. Meine Arztbesuche und Operationen nahmen natürlich viel Zeit in Anspruch und auch mein Selbstbewusstsein musste ich erstmal aufbauen.



Eines Tages auf der Heimfahrt saß ich etwa mit meinem Bruder vorn im Bus, als aus den hinteren Reihen verletzende Bemerkungen zu meinem Aussehen kamen. „Komm mal zu uns nach hinten Behindi“ oder „Spasti, willst du mich heute Abend mal besuchen?“ Plötzlich stand ein Mädchen neben mir, kicherte blöd und sagte dann: „Hey Plattnase hörst du mich nicht? Schau mich mal an.“ 



Am liebsten wäre ich vor Scham im Boden versunken. Mein Bruder stieß mich in die Seite und zischte: „Hör nicht auf den Scheiß“. Mühsam unterdrückte ich meine Tränen. Zu Hause verkroch ich mich in mein Zimmer und gab mich meinem Schmerz hin. Auch über diesen Vorfall habe ich nie mit meinen Eltern gesprochen. 



Oder an einem anderen Tag, mein Bruder und ich waren wieder auf dem Heimweg, stiegen wir aus dem Bus und überquerten den Schulhof der Grundschule, als ein Junge auf mich zugerannt kam und mir meine Tasche entriss. Mein Bruder wurde stinksauer und holte sie für mich zurück.



Mein damals noch mangelndes Selbstbewusstsein zeigt sich auch in folgender Szene. Wir standen nach der Schule wieder einmal am Busparkplatz. Irgend so ein Volltrottel aus der Hauptschule rempelte mich auf einmal an und rief: „Hey du Vollassi, aus welcher Tonne haben sie dich denn geholt?“ Ich habe mich nicht gewehrt und bin einfach in den Bus gestiegen. Da hat er an die Scheibe geklopft, dumm gelacht und eine Fratze gezogen, die wohl mein Äußeres widerspiegeln sollte. 



Ich kann aber mittlerweile mit Stolz sagen: Meine Erfahrungen haben mich gestärkt, ich habe eine sehr hohe Sozialkompetenz und habe eine starke Resilienz entwickelt, die mir im heutigen Berufsleben zugutekommt. Ich halte mich für extrem empathisch, wenn andere Menschen in meinem Umfeld nicht gut behandelt werden oder wenn ich junge Menschen mit Einschränkungen – welcher Art auch immer – sehe.



Heute bin ich bin ein glücklicher Ehemann und zweifacher Familienvater von zwei kleinen Kindern. 2008 bin ich in die Schweiz ausgewandert, habe meine Frau dort kennengelernt, im letzten Jahr meinen MBA abgeschlossen und bin nun glücklich als Führungskraft in einem Unternehmen.



Dass das alles so gekommen ist, dass ich diese persönliche Entwicklung durchmachen konnte, das habe ich unter anderem auch meinen Eltern zu verdanken. Sie haben mich immer unterstützt, mir aber auch den nötigen Freiraum gegeben, um mich frei zu entfalten. 



Was ich damit sagen will, wenn ihr selbst eine überraschende Diagnose erhalten solltet: Gemeinsam bekommt ihr das hin! Bedenkt dabei auch gern, dass meine Geschichte im Jahr 1982 begann – und sich bis heute vieles verändert und auch verbessert hat. In einem wertschätzenden und liebevollen familiären Umfeld und mit den heutigen Möglichkeiten steht eurem Kind die Welt offen! Ihr könnt so stolz auf euch und euer Kind sein – und glücklich darüber, dass wir genau hier aufwachsen und leben dürfen.



Euer Nils Tauber







Mehr Informationen zu Nils Tauber auf seiner Website. Er hat auch ein Buch geschrieben: Gespalten. zwischen Intoleranz und Akzeptanz. Weiterführende Informationen zum Thema gibt es bei der Selbsthilfevereinigung für Lippen-Gaumen-Fehlbildungen e.V..
               
"Ich kam mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-lass-mich-auf-einen-anderen-planeten-schiessen-wenn-die-hausaufgaben-explodieren
         Ihr Lieben, ich weiß nicht, wie eure Nachmittag aussehen, aber hier, mit drei Kindern auf weiterführenden Schulen, von denen zwei noch ganz neu in dieser Welt aus Raucherecken, Bus-Schubsereien und zu tief hängenden Hosen mit Unterhosenansatz-Blickfreigabe sind, explodiert es regelmäßig.
 
Und so gern ich mich manchmal per Beamer auf einen anderen Planeten schießen lassen würde dann, so sehr kann ich es auch verstehen. Ich weiß noch, wie furchtbar ich es früher fand, wenn meine Mutter mir etwas in Mathe erklären wollte und "drei weniger eins" sagte, statt "drei minus eins".
 
Ich weiß nicht, wieso, aber mir zieht sich noch heute alles zusammen, wenn ich daran denke. Weil ich meine eigene Methode des Rechnens hatte vielleicht. Oder weil die Lehrerin die Erste Vertrauensperson in Sachen Mathe war und damit ein erster Abgrenzungsversuch zum Elternhaus. die Lehrerin sagte "minus", also hieß es auch "minus. Punkt. Ich weiß nicht, was dahinter steckt, aber meinen Kindern geht es mit mir oft genauso.
 
Wenn ich sage, dass sie für die Striche fürs schriftliche Subtrahieren oder Multiplizieren ein Lineal nehmen sollen. Wenn ich auf das Datum und die Aufgabe plus Seitenangabe am Rand bestehe. Wenn ich erkläre, dass das Ergebnis der Textaufgabe nicht reicht, sondern dass auch der Rechenweg aufgeschrieben werden muss.
 
Ich bin dann leider die blödste Mama der Welt. Und nein, das drücken sie nicht so gepflegt aus wie ich es hier gerde tue… da entsteht eine Wut, die ganz tief von innen kommt. Der Tag war lang, der Linienbus kam zu spät, es ist ja auch viel für so junge Schüler an einer so großen neuen Schule. Aber es liegt nicht nur daran, denn Mathe ist eben besonders.
 
Warum verursacht Mathe solche Wut? Ich kann mich ja selbst noch gut an diese Faust in meinem Bauch erinnern, wenn ich Mathe nicht kapierte. Bei mir war das stark Lehrerabhängig, ob mich Mathe zum Heulen oder zum Lachen brachte.
Im Abi hatte ich den tollsten Mathelehrer, er hatte die richtigen Worte, um mir alles zu erklären und unter der Mathe-Abiklausur stand eine Strebernote. Ich weiß also: Mathe kann richtig Spaß machen. Ich würde meinen Kindern so gern ein Stück von dieser Begeisterung mitgeben. Das funktioniert zur Zeit jedoch nicht.
 
Ich sage: Der Rechenweg ist richtig, aber du müsstest es anders hinschreiben, und ZACK, explodiert hier wieder ein kleines Bömbchen. Ich versuche, ruhig zu bleiben, die Folge ist Verweigerung. Wir gehen auseinander. Kommen wieder zusammen. Ich erkläre es noch einmal, ernte ein "Was? Ich hab grad nicht zugehört", whrend jemand seinen Radiergummi auseinanderknibbelt und frage mich, was ich hier eigentlich gerade mache.
 
Und ja, dann kann ich auch nicht diplomatisch bleiben und sage Sachen wie: "Wisst ihr was, es ist nicht meine Schullaufbahn, ICH hab schon Abi, es ist euer Leben. Entweder ihr nehmt meine Hilfe an oder ihr lasst es und dann seht ihr nachmittags halt, wie ihr allein klarkommt."
 
Ihr ahnt schon, was mir dabei durch den Kopf geht: Ich biete Hilfe an und ernte dafür Verachtung. So fühlt sich das an.
 
Dass das ein persönlicher Konflikt ist, der da ausgetragen wird, dass es vermutlich gar nicht um Mathe geht, sondern um die Machtverhältnisse zwischen Mutter und Kindern geht – objektiv weiß ich das.
 
Aber ich bin ja auch nur ein Mensch und kann nicht jede Situation wie ein Engel lösen und neutral von außen betrachten. Ich hab keine Supernanny im Ohr, die mir immer wieder ein "Ruhig bleiben" ins Ohr flüstert. Also kracht es hier regelmäßig bei den Hausaufgaben.
 
Und wenn sich dann alle wieder beruhigt haben, will auch keiner mehr ausziehen, die Familie wechseln oder sich auf einen anderen Planeten schießen lassen.
 
Im besten Fall lachen wir später drüber und nehmen uns vor, es am nächsten Tag besser zu machen. Klappt manchmal. Aber eben nur bis zur nächsten Explosion. Und die kommt bestimmt. Vielleicht gehört es auch einfach dazu. 
 
 
 
               
"Ich lass mich auf einen anderen Planeten schießen": Wenn die Hausaufgaben explodieren | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-sehe-fuer-hannah-denn-meine-tochter-kam-blind-zur-welt
       
Liebe Alina, deine Tochter kam vor fünf Jahren blind zur Welt. Gab es irgendwelche Anzeichen darauf in der Schwangerschaft?



Nein, während der Schwangerschaft mit meiner Tochter Hannah gab es keine Anzeichen dafür, dass sie blind zur Welt kommen wird. Sie kam als süßes, dickes Baby 11 Tage nach ET auf die Welt.



Wie wurde die Blindheit dann festgestellt? 



Eine sichere Diagnose haben wir bekommen, als Hannah 10 Wochen alt war. Als Erstes ist tatsächlich meiner Mutter aufgefallen. Sie bemerkte, dass Hannah nie Blickkontakt suchte, wenn ich sie stillte und sowieso nur ganz selten die Augen öffnete.  Für mich war das erstmal nicht weiter beunruhigend.



Wir haben es dann aber bei der nächsten U-Untersuchung angesprochen. Dort hat sich gezeigt, dass ihre Pupillen nicht auf Licht reagierten. Zwei Wochen später beim Augenarzt gab es das selbe Ergebnis. Dann sind wir nochmal zu einem Spezialisten, der bestätigt hat, dass unsere Tochter blind ist.



Wie hast du dich zum Zeitpunkt der Diagnose gefühlt? 



Um ehrlich zu sein, habe ich mich schon nach dem ersten Verdachtsmoment mit dem Gedanken angefreundet, eventuell ein blindes Kind zu haben. Deswegen hat es mich dann auch gar nicht mehr sooooo geschockt, als es dann bestätigt wurde.



Natürlich war ich auch oft traurig und habe geweint. Das passiert mir auch heute manchmal noch. Aber dann sehe ich, wie toll meine Tochter ihren Alltag meistert und was sie für ein unglaublich fröhliches und glückliches Mädchen ist.



Wie geht es deiner Tochter heute?



Hannah hat mit knapp 6 Monaten Frühförderung bekommen und wir mussten einmal die Woche zur Physiotherapie. Mit 1 konnte sie krabbeln und mit 2 dann alleine ohne Unterstützung laufen. Aufgrund ihrer Blindheit hat sie Probleme, Dinge die sie nicht kennt, anzufassen. So kann sie bis heute weder Sand noch Knete anfassen.



Auch was das Essen angeht, hat sie Schwierigkeiten Neues auszuprobieren. Sie hat auch Probleme mit lauten, umbekannten Geräuschen. Da kann sie einfach nicht filtern, wo sie herkommen. 



Ansonsten ist sie ein ganz normales 5-jähriges Mädchen. Sie liebt Puppen, spielt gerne mit ihren Barbies und hört Hörspiele. Seit Sommer 2019 geht sie in einen regulären Kindergarten, hat dort viele Freunde gefunden und fühlt sich super wohl. Dazu muss ich sagen, dass sich die Suche nach einem Kindergarten als sehr schwierig erwiesen hat. Alle Kindergärten, die für uns in Frage gekommen wären, sahen sich der Aufgabe leider nicht gewachsen, Hannah zu betreuen. Bis auf den einen, in dem sie nun ist.



 Jetzt ist sie ja in einem Alter, in dem sie durchaus versteht, dass sie blind ist. Wie besprecht Ihr das Thema?



Hannah weiß zwar, dass sie blind ist, das sagt sie auch immer wieder von sich selbst. Aber der ganzen Tragweite ist sie sich noch nicht bewusst. So versteht sie zum Beispiel nicht, dass sie auch als Erwachsene noch blind sein wird. Oder dass sie ihr Leben lang einen Langstock benutzen muss.



Gab es von außen schon mal blöde Bemerkungen oder Vorurteile?



Wir haben bisher Gott sei Dank nur gute Erfahrungen gemacht. Natürlich haben viele Menschen Mitleid und denken, dass Hannah unter ihrer Blindheit leidet. Aber wer Hannah kennt weiß, dass das definitiv nicht der Fall ist.



Auch Vorurteile, dass sie für immer bei uns wohnen muss und niemals ein selbstständiges Leben führen wird, stimmen einfach nicht. Ich und mein Mann werden alles dafür tun, dass unsere Tochter so selbstständig wie möglich wird.



Müsst Ihr auf irgendwas im Alltag besonders achten? 



In unserem Alltag müssen wir eigentlich alles verbal begleiten. Zum Beispiel, wenn etwas im Weg liegt, sie ihren Pullover falsch herum angezogen hat oder beim spazieren gehen Menschen entgegen kommen. Wir müssen quasi Hannahs Augen sein.



Was wünscht du dir für deine Tochter?



Für Hannah wünsche ich mir, dass sie ihr Leben genießt.  Ich wünsche ihr Mut, um all die Dinge zu erreichen, die sie sich vornimmt. Freunde, die es ehrlich mit ihr meinen. Und vor allem ganz viel Vertrauen in sich selbst!



Ich als ihre Mama weiß, dass sie ganz viele Dinge schaffen wird. Dass sie stark genug ist, auch mal Niederlagen einzustecken. Und ich wünsche mir, dass sie das sieht und sich dessen immer sicher sein wird.
               
Ich sehe für Hannah, denn meine Tochter kam blind zur Welt |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-verlor-fuenf-kinder-bevor-ich-endlich-meine-tochter-in-die-arme-schliessen-konnte
       
Liebe Anette, Du hast zwei Töchter – aber bevor Deine Töchter zur Welt kamen, hast Du insgesamt fünf Kinder verloren. Kannst Du mehr darüber erzählen? 
Mein Mann und ich haben im Januar 2008 geheiratet, kurz darauf hielt ich auch schon einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ich hatte die ersten fünf Monate eine stark ausgeprägte Übelkeit, aber ich war absolut sorglos, als das erste Trimester vorbei war. 
In einer Nacht, Ende der 20. Schwangerschaftswoche, hatte ich plötzlich starke Kopfschmerzen und Oberbauchschmerzen, musste mich mehrfach übergeben. Morgens fuhr ich gleich zum Frauenarzt, . der stellte fest, dass der (sonst immer sehr niedrige) Blutdruck erhöht war und dass vermehrt Eiweiß im Urin war. Das sei aber kein Grund zur Sorge, hieß es. Und so vergingen die Wochen. Es machte mich etwas stutzig, dass ich immer noch keine Kindsbewegungen spürte. In der 23. Schwangerschaftswoche war dann Feindiagnostik, dort sagte der Gynäkologe die unfassbar unsensiblen Worte: "Ich sehe hier nur noch Knochensalat.." 
Für uns brach eine Welt zusammen. Wir wurden ins Krankenhaus überwiesen, wo man den Verdacht bestätigte – allerdigs deutlich sensibler. Das Krankenhaus ging sehr gut mit uns um, die leitende Chefärztin war einfach wundervoll. Ich bekam die Wehentabletten und einige Stunden später habe ich meine Tochter still zur Welt gebracht. Bei der Nachuntersuchung hieß es, unser Fall sei ein tragisches Unglück gewesen und wir könnten versuchen, wieder schwanger zu werden, wenn wir uns bereit dafür fühlen. Und so wurde ich zwei weitere Male schwanger, beide Babys gingen aber in der 6. Schwangerschaftswoche ab. Ich war fix und fertig. 
Du bist Anfang 2009 wieder schwanger geworden. 
Ja, und diesmal hatte ich das Gefühl, dass es klappen könnte. Bis ich in der 11. Schwangerschaftswoche wieder einen Gynäkologen-Termin hatte. An diesem Tag wurde festgestellt, dass unser kleines Baby nicht mehr lebte. Ich konnte meine Tränen nicht zurück halten. Und auch die Ärztin weinte mit. Sie überwies mich ins Krankenhaus, wo die Ausschabung vorgenommen wurde. Mein Mann und ich waren am Boden zerstört. Doch auch dieses Mal hieß es, man wisse nicht, was die Ursache dafür sei und wir sollten einfach weiter machen. 
Und Ihr habt ja auch einen neuen Versuch gewagt….
Ja, Anfang 2010 war ich wieder schwanger. Als wir die ersten 12 Wochen überstanden hatten, war ich schon erleichtert. Und als die 23. Woche vorbei war, war ich richtig froh. Es hieß, alles sei in Ordnung, der Junge sei zwar zierlich, aber wochengerecht entwickelt. Ich spürte Kindsbewegungen, alles schien ok. In der 26. Schwangerschaftswoche bekam ich allerdings Wassereinlagerungen und der Blutdruck stieg wieder. Da der Sommer sehr heiß war, hieß es, das käme von den hohen Temperaturen.
Aufgrund unserer Geschichte hatten wir uns ein Gerät gekauft, mit dem man die Herztöne seines Babys suchen und hören kann. Wann immer ich einen Panikanfall bekam, legte ich das Gerät auf und vergewisserte mich, dass das Baby noch lebt. In der 27. Schwangerschaftswoche konnte ich plötzlich keine Herztöne mehr finden. Und auch die Hebamme, die ich alarmiert hatte, konnte nichts mehr feststellen. Wir fuhren ins Krankenhaus und bekamen dort das bestätigt, was wir längst wussten: Unser Sohn war tot. Einen Tag brachte ich unseren Sohn zur Welt. Er wurde gewaschen, angezogen und wir hielten ihn lange im Arm. Wir konnten uns würdevoll von ihm verabschieden.
Diesmal war aber klar, dass es nicht nur ein tragischer Einzelfall ist..
Genau. Wir bekamen einen Termin beim Humangenetiker und erfuhren, dass es ein Muster gab. Beide Plazenten waren durchzogen von Infarkten.  Während ich in der ersten Schwangerschaft wohl ein sogenanntes HELLP Syndrom hatte, war es hier eine Präeklampsie mit akuter Plazentainsuffizienz. Man nahm mir Blut ab, ein paar Wochen später teilte mir der Humangenetiker mit, dass ich wohl eine  Gerinnungsstörung, ein sogenanntes Anti-Phospholipid-Syndrom, habe. Unbehandelt würden 90 Prozent der Schwangerschaften so enden wie meine. Es tat gut, endlich einen Befund zu haben.
Nach all diesen Erlebnissen – woher hast Du noch die Kraft genommen und weiterhin an ein Kind geglaubt?
Mein Mann und ich hatten einfach den tiefen Herzenswunsch nach einem Kind. Und außerdem haben wir beide einen Dickkopf. 
Wie ging es dann weiter?
2012 wurde ich wieder schwanger und seltsamer Weise kann ich keine Angst. Ich schätze, ich habe mich einfach ein Stück abgekapselt. Wir haben jede Stichwoche, also die 23. und die 27. überstanden, waren aber sehr viel in ärztlicher Behandlung. In der 33. Schwangerschaftswoche wurde ich dann wegen Bluthochdruck und Wassereinlagerungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte machten schnell klar, dass wir kein Risiko eingehen würden, ich bekam die Lungenreifespritzen. Eines Abends wurde das CTG schlecht und so wurde meine Tochter in der 34. Schwangerschaftswoche per Notkaiserschnitt geholt. Ich war aufgeregt, aber irgendwie auch erleichtert, dass sie nun raus kommt. Ich war mir sicher, dass man sich "draußen" besser um sie kümmern kann. Und so kam es auch. Heute ist meine Tochter kerngesund und wird dieses Jahr eingeschult. 
Du bist dann wieder schwanger geworden, aber auch die Schwangerschaft mit Deiner kleinen Tochter war nicht ohne Komplikationen, oder?
Das stimmt, ich hatte eine Ringelrötel-Infektion und viele Wochen Blutungen. Ich hatte ständig Angst, dieses Kind auch zu verlieren. Deshalb habe ich mich für einen geplanten Kaiserschnitt mit anschließender Sterilisation entschieden. Ich wollte nur noch unser 2. kleines Wunder im Arm halten und dann nie wieder durch so eine belastende Schwangerschaft gehen müssen. Im August 2018 wurde unsere Kleine dann auf die Welt geholt.
Wie hat sich Eure Partnerschaft durch all diese Erlebnisse verändert?
Unsere Partnerschaft ist so tief – ich kenne keine tiefere. Wir spürten schon immer eine tiefe Verbindung zueinander, aber mit jedem Schicksalsschlag wurde diese Verbindung nur noch tiefer. Mir haben viele Männer gesagt, dass sie das alles nicht mitgemacht hätten. Mein Mann ist geblieben. Und die Liebe und Zuneigung ist größer denn je.
Was fühlst du heute, wenn du deine beiden Mädchen siehst?
Ich fühle bei dem Anblick meiner beiden Kinder eine tiefe Liebe. Wir haben so hart gekämpft und wenn ich die beiden sehe, dann weiß ich, dass es richtig war. Auch wenn uns viele hier in unserem kleinem Örtchen für verrückt gehalten haben, weil wir nicht aufgegeben haben…
In der Zeit, in der Du die Fehlgeburten hattest, welche Sätze von Außenstehenden haben dich da verletzt?
Es gab tatsächlich einige Menschen, von denen wir glaubten, sie seien Freunde, die sich abgewendet haben. Ich habe natürlich auch einige der typischen Sätze gehört: 
"Es war doch noch kein richtiges Kind", "Seid froh, dass es jetzt passiert ist und nicht später", "Dann macht ihr halt ein neues Kind", "Ihr seid noch jung".
Dabei kann eben niemand DIESES Kind ersetzen und natürlich war dieses Kind bereits UNSER Kind und für uns ein richtiges Kind. Mittlerweile bin ich nicht mehr wütend über diese Sätze. Sie stammen von Unwissenden. Und niemand, der nicht selbst sowas erlebt hat, kann den Schmerz nachvollziehen.
Was hast Du über Dich selbst in dieser schweren Zeit gelernt?
Ich weiß jetzt, wie stark ich sein kann. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich all das überstehen kann. 
Wie würdest du dich selbst als Mutter beschreiben?
Ich liebe jede Sekunde mit den Kindern und koste sie aus. Wahrscheinlich lasse ich auch ein paar Sachen mehr durchgehen, weil ich viele Jahre dachte, ich würde solche Momente nie erleben dürfen. Ansonsten bin ich wahrscheinlich eine eher ängstliche Mutter. Ich muss lernen loszulassen. Daran arbeite ich.  Ich war ein Jahr in einer Gesprächstherapie und dort ist mir vieles bewusst geworden. Ich kann und werde meine Kinder natürlich immer unterstützen und stärken. So wie jede liebende Mutter. In diesem Jahr steht die Einschulung an. Ich bin etwas nervös, aber wir werden auch diese neue Phase meistern.
Was möchtest du anderen Müttern, die Fehlgeburten hatten, sagen?
Es lohnt sich definitiv zu kämpfen. Wenn der tiefe Wunsch nach einem Kind da ist, dann haltet daran fest. Informiert euch selbst, sucht euch gute Ärzte, mit denen ihr auch offen über alles reden könnt,  und die ihr befragen könnt, wenn Unklarheiten bestehen. Und begreift, dass ihr nicht die Schuld tragt für das, was passiert ist. Es war für mich ganz wichtig, das zu erkennen.
 
Foto: Pixabay
 
 
               
Ich verlor fünf Kinder, bevor ich endlich meine Tochter in die Arme schließen konnte | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-werde-als-alleinerziehende-oft-kritisch-beaeugt
       
Liebe Sabrina, seit wann bist du alleinerziehend?



Ich bin alleinerziehend seit dem 4. Schwangerschaftsmonat. Der Vater hat sich also bereits vor der Geburt getrennt.



Ich selbst bin bald 35 Jahre alt und gelernte Speditionskauffrau. Mein Sohn ist achte Jahre alt und geht in die 2. Klasse. Ansonsten leben wir hier ganz normal. Wir wohnen in einer kleinen Stadt in der Nähe von Frankfurt in einer Vier-Zimmer-Wohnung. Ich gehe arbeiten und der Zwerg geht in die Schule. Meine Mama wohnt im selben Ort und wir sehen uns recht häufig.



Wo siehst du
die größten Herausforderungen für dich als Alleinerziehende?



Die größte Herausforderung ist, glaube ich, die ständige Frage, ob man seinem Kind genügend Aufmerksamkeit schenkt. Auch wenn ich nicht Vollzeit arbeiten gehe, habe ich recht häufig das Gefühl, dass ich das nicht schaffe.



Man geht arbeiten, muss kochen, Hausaufgaben kontrollieren dann ist da noch die Wäsche und der Haushalt… und irgendwann fällt man müde auf die Couch und ist froh, wenn das Kind im Bett ist. Ich selbst bin ein Mensch, der hohe Ansprüche an sich selbst stellt bzw. mag ich es gern, wenn etwas nach „Plan“ verläuft (ich weiß das ist schwierig mit Kind 🙂 ) Diese Anforderungen an mich selbst runterzuschrauben ist auch noch eine große Herausforderung.



Hat das
Alleinerziehendsein auch Vorteile für dich?



Hmm… Vorteile… schwierig zu sagen… ich habe den Vorteil, dass ich das alleinige Sorgerecht habe und somit alle Entscheidungen alleine treffen kann… das klingt jetzt sehr bürokratisch. Über andere Vorteile habe ich ehrlich gesagt noch nicht nachgedacht…



Nun sagst du,
dass dich dein Umfeld ganz schön krass beäugt…



Es sind vor
allem die Blicke. Teilweise habe ich das Gefühl, dass ich selbst und auch das
Kind von oben bis unten gemustert werden. Welche Klamotten man trägt, wie die
Frisur sitzt. Sowas eben. So nach dem Motto: Alleinerziehend, kein Geld, ist
die vielleicht „assi“.



Wenn man dann erzählt, dass man 30 Stunden arbeiten geht die Woche, dann werden die Blicke teilweise freundlicher. Vielleicht ist es alles nur Einbildung, aber mich hat das lange traurig gemacht. Mittlerweile gebe ich da nix mehr drauf. Es hat nur leider einen langen Moment gebraucht, bis ich zu dieser Einstellung gekommen bin.



Was hat dir dabei geholfen?



Es ist schwierig zu sagen, was genau da hilft, Es sind mal Freunde und Familie die helfen… dann ist es einfach nur ein guter Film, den man sich anschaut und mal abschalten kann… oder es ist dein Kind selbst, das dich nach einem anstrengenden Tag abends auf der Couch anschaut und sagt: Mama, ich hab dich lieb.



Da es bestimmt
nicht nur dir so geht: Hast du Tipps, wie man zu dieser Einstellung hinkommt?



Einen Tipp kann ich nicht wirklich geben… ich denke, bei jedem gibt es irgendwann den Zeitpunkt, an dem es „klick“ macht… hat bei mir auch länger gedauert… Was ich nur sagen kann: Schaut euch euer kleines Wunder an und seid stolz darauf, was ihr erreicht habt. Das, was wirklich zählt ist, dass euch nichts auf der Welt dieses Gefühl der Verbundenheit nehmen kann.



Wie kriegst du
denn sonst deinen Alltag mit Job und Kind gewuppt?



Unser Alltag ist eigentlich relativ normal und nichts Besonderes. Arbeit/Schule danach einkaufen und nach Hause. Hin und wieder treffen wir uns mit Freunden, was auch nicht immer einfach ist zu koordinieren (jeder hat ja selbst Termine oder Hobbys der Kinder).



Mit der Arbeit kann ich auch alles super gestalten. Ich habe einen tollen verständnisvollen Chef und eine super Kollegin die mich und meine Situation unterstützen.



Gerade in unserer aktuellen Situation habe ich bislang nur Verständnis entgegengebracht bekommen. Ich kann den Zwerg mit auf Arbeit nehmen oder auch von zu Hause aus arbeiten.



Kommst du
finanziell gut über die Runden?



Finanziell geht es uns ok. Wir kommen gut über die Runden. Trotz allem würde ich mich über mehr Geld nicht beschweren 😉 Um das Finanzielle mache ich mir aber schon immer Gedanken. Es gibt immer wieder Dinge die bezahlt werden müssen (Winterreifen, Auto-Inspektion etc.). Urlaub ist – wenn überhaupt – nur einmal in Jahr möglich. Ich denke beim Einkaufen oft darüber nach, ob ich das jetzt wirklich brauche. In vielen Fällen verkneife ich es mir dann. Bei größeren Anschaffungen oder Luxusartikeln überlege ich oft sehr lange.



Alles in allem geht es uns nicht schlecht, aber die finanzielle Sorge ist doch immer auch unterschwellig präsent. Aktuell haben wir die Situation, dass wir nach einer neuen Wohnung Ausschau halten, da das Haus in dem wir wohnen verkauft wurde und der neue Vermieter eine Person ist, mit der man lieber nichts zu tun haben möchte. Wir haben einen sehr günstigen Mietvertrag, der auch dazu beiträgt das es uns finanziell ganz gut geht.



Bei der Suche nach einer neuen Wohnung hat es mir dann die Sprache verschlagen, da die aktuellen Mietpreise einfach nicht zu bezahlen sind. Falls wir also umziehen würden, würde sich unsere finanzielle Situation stark verändern.



Inwiefern
kümmert sich dein Ex mit ums Kind?



Mein Ex kümmert sich alle zwei Wochen um den Zwerg. Die Ferien werden auch geteilt. Mein Ex hat einen anderen Lebensstandard und ist z.B. letztes Jahr ist mit unserem Sohn zweimal in den Urlaub geflogen. Ansonsten telefonieren die beiden hin und wieder mal miteinander. Die Kommunikation zwischen mir und meinem Ex hat sich gebessert, jedoch läuft vieles über WhatsApp.



Wer oder was hilft dir im Moment am meisten?



Momentan hilft mir meine Mutter am meisten. Sie passt hin und wieder auf den Zwerg auf. Natürlich gibt es auch noch die restliche Familie und auch Freunde, doch die eigene Mama ist halt einfach die erste Anlaufstelle. 😉
               
"Ich werde als Alleinerziehende oft kritisch beäugt" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-wollte-unbedingt-ein-kind-auch-ohne-passenden-partner-interview-mit-vera
        Liebe Vera, Dein Sohn ist jetzt fast zwei Jahre alt und ist mit einer Samenspende gezeugt worden. Erzähl mal wie es dazu kam. 
Mein Leben lang spielten Kinder eine große Rolle für mich. Immer stand für mich fest, dass ich irgendwann selbst Mutter sein möchte. Nach meinem Studium lebte ich einige Zeit in Berlin, mein Kinderwunsch wurde stärker. Mit Beziehungen tat ich mich allerdings immer schwer.  Je älter ich wurde umso schwieriger wurde das. Der Gedanke, ein Kind ohne Partner zu bekommen, war für mich nie abwegig.
Und irgendwann stand fest: Ich mach das alleine. Ich zog zurück in das Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Dort gibt es ein sicheres soziales Netz. Nachdem ich beruflich hier wieder fest im Sattel saß, das war um meinen 30 Geburtstag herum, fing ich an zu recherchieren. In Deutschland ist es immer noch nicht ganz einfach, als Single ein Kind zu bekommen. Ich musste einige Entscheidungen treffen. Möchte ich einen bekannten oder anonymen privaten Spender oder werde ich einen ganz offiziellen Weg über eine Kinderwunschklinik und eine Samenbank gehen und so weiter und so weiter. Mir war wichtig, dass mein engstes Umfeld wie meine Eltern und Familie und Freunde eingeweiht sind und hinter mir und meiner Entscheidung stehen.  
Was weißt Du über den Samenspender? 
Letztendlich entschied ich mich dazu, mich an meine Frauenärztin und darüber hinaus an eine Kinderwunschklinik zu wenden. Überall, wo ich meinen Wunsch vorstellte, wurde ich ernst genommen und sehr nett und verantwortungsvoll behandelt. Dafür bin ich unendlich dankbar. Den Samen bezog ich aus Dänemark. Als Single ist es in Deutschland nicht möglich, Samen von einer deutschen Samenbank zu kaufen. In Dänemark gilt der Samenspender nicht als rechtlicher Vater. Schwanger wurde ich durch eine IVF Behandlung.
Ich habe ein Babyfoto von dem Spender gesehen, seine Stimme gehört – durch ein Audiointerview, eine Beschreibung der Mitarbeiter der Samenbank gelesen und zig gesundheitliche Daten bekommen. Es war am Ende eine Herzensentscheidung, sein Foto hat mich angesprochen und er sah aus, als passe er in unsere Familie. Mir war wichtig, dass seine äußerlichen Merkmale meinen ähneln. Man darf in Deutschland nur auf offene Spender zurückgreifen, d.h. dass der Spender einverstanden sein muss, dass seine Daten gespeichert werden. Die Kinder,  die durch seinen Samen entstehen, haben die Möglichkeit ihn zu kontaktieren, sobald sie alt genug sind. Das find ich auch sehr wichtig.
Du warst ja praktisch von Anfang an alleinerziehend. Hattest Du jemals Bammel davor?
Oh ja natürlich. Ich hatte sehr großen Respekt vor dieser Aufgabe und habe ihn immer noch. Schaffe ich es, den Alltag mit einem Kind alleine zu wuppen? Wie kann ich das finanziell schaffen? Was ist mit den großen Fragen: Wie möchte ich mein Kind erziehen, in welchen Kindergarten soll es gehen, soll ich impfen und stillen? Was ist, wenn meinem Kind der Vater fehlt? Wie kann ich ihm trotzdem männliche Rollenvorbilder bieten… all das sind nur Beispiele von dem, was mich beschäftigte – noch bevor ich überhaupt schwanger wurde. Der große Vorteil bestand darin, dass bei mir ‚das alleinerziehend sein‘ geplant war und ich viele Dinge im Vorfeld regeln konnte. Außerdem hatte ich nicht mit einer Trennung zu tun.
Bist Du offen damit umgegangen? Und wie waren die Reaktionen von Freunden und Verwandten?
Ja, ich bin von Anfang an offen damit umgegangen. Meine Familie und Freunde waren ja schon in die Entscheidung eingebunden. Mit ihnen habe ich von Anfang an  meine Sorgen, aber auch jede Hoffnung und Vorfreude besprochen. 
Als ich schwanger war habe ich immer offen darüber gesprochen, wie mein Sohn entstanden ist. Mir war wichtig, dass niemand denkt, mein Kind sei ein „Unfall“.  Wir wohnen in einem kleinen Dorf in Ostwestfalen. Mein Weg war sicher für den ein oder anderen befremdlich. Reaktionen, die mich erreicht haben, waren aber ausnahmslos positiv. 
Wie hast Du die Schwangerschaft und Geburt empfunden? Hast Du Dir da manchmal gewünscht, es wäre jemand an deiner Seite?
Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern, insbesondere meine Mutter war während der Schwangerschaft und auch während der Geburt an meiner Seite. Die Schwangerschaft war nicht immer einfach. Natürlich wäre es schön gewesen, diese Sorgen zu teilen aber auch dieses Wunder mit dem Vater gemeinsam zu erleben.  Aber ich habe mich nie alleine gefühlt. 
Mein Sohn wurde fünf Wochen zu früh geboren und war anfangs sehr schwer krank. Es war nicht klar, ob er es schafft. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens, allerdings gleichzeitig die schönste, weil ich Mama dieses wunderschönen Jungen sein darf. 
Wie und wann wirst Du mit deinem Sohn über seinen Vater sprechen?
 
Mein Sohn wird von Anfang an Bescheid wissen. Bei uns wohnt eben kein Papa. Das ist schade, das empfinde ich ehrlich so und auch mein Sohn soll das immer sagen dürfen. Er darf alle Fragen stellen und bekommt sie wahrheitsgemäß, aber kindgerecht beantwortet. Es gibt mittlerweile einige schöne Kinderbücher zu dem Thema. Ich möchte, dass er immer das Gefühl hat und in dem Wissen aufwächst, dass er unheimlich gewünscht und willkommen ist. 
 
Was findest Du das Schwerste am Alleinerziehend sein?
 
Am schwierigsten ist, dass ich das Gefühl habe, immer 120 Prozent geben zu müssen. Sowohl im Job als auch Zuhause. Ich arbeite als Schulsozialarbeiterin und bin dort auch sehr gefordert. Außerdem habe ich oft Termine außerhalb meiner regulären Arbeitszeit, für die ich Betreuung für meinen Sohn organisieren muss. Außerdem ist es immer eine Herausforderung, wenn mein Sohn z.B. krank ist oder eine andere unvorhergesehene Situation eintritt. Ohne meine Familie würde das nicht gehen. Was bleibt, ist immer ein schlechtes Gewissen, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. 
 
 
Du hast gesagt, ein Kind sei dein sehnlichster Wunsch gewesen. Was findest Du am Besten am Mama-Sein?
 
Die Liebe. 
 
Was wünscht Du Dir für die Zukunft?
 
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der alle Formen der Familie gleich angesehen und behandelt werden. Ich wünsche mir, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Eltern ermöglichen, Familie zu leben so wie es für diese Familie richtig ist. Dass es Kindergärten gibt, in die man sein Kind gerne und voller Vertrauen bringt und Schulen, die Kinder dazu anregen, ihre Fähigkeiten zu entfalten und frei zu lernen.
Ich würde mir wünschen, dass mein Sohn glücklich, stark und lebensbejahend bleibt. Dass er findet, was ihm fehlt und sich darüber freuen kann, was er hat. 
               
"Ich wollte unbedingt ein Kind - auch ohne passenden Partner" - Interview mit Vera | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-wuensche-mir-ein-zweites-kind-aber-mein-leider-mann-nicht
       
Ihr Lieben, wir haben hier schon öfter über das Thema Kinderwunsch geschrieben, dabei ging es aber bislang immer darum, dass ein Partner vielleicht gar keine Kinder will – oder dass es körperlich einfach nicht klappt mit dem Schwangerwerden. Bei Jessi und Ronny ist das anders.
Die beiden haben eine leibliche Tochter und einen angenommenen Pflegesohn. Jessi sehnt sich schon länger nach einer weiteren Schwangerschaft… ihr Mann allerdings nicht. Wie es ihr damit geht? Das erzählt sie uns heute.
Das Besondere an dieser Geschichte: Auch ihr Mann redet offen über die Situation. Er wird morgen bei uns im Blog zu Wort kommen. Jetzt aber erstmal: Jessi.
"Es gibt Tage, an denen ich weine – z. B., wenn in unserer ehemaligen Krabbelgruppe oder in meinen Lieblingsblogs eine neue Schwangerschaft verkündet wird. Ich freue mich für die Frauen. Gleichzeitig bin ich neidisch, denn ich möchte auch so gern noch ein Baby. Aber mein Mann will nicht.
Die Sehnsucht kam schleichend, flüsterte mir erst leise, dann immer lauter ins Ohr. Ließ mich in der Fantasie Tritte im Bauch spüren. Den Geruch eines Babys, meines Babys noch mal riechen. Die vielen ersten Male mit ihm erleben. Mittlerweile fühle ich mich ohne dieses Baby, als fehle mir ein Arm oder ein Bein – einfach unvollständig.
Unser erstes Kind kam trotz Pille. Wir wollten eigentlich erst unser Haus bauen. Nun kamen Hausbau und Kind zusammen. Ronny fragte, ob wir die Schwangerschaft nicht „verschieben“ könnten. Ich redete drei Tage nicht mit ihm. Verschieben! Doch als er die Herztöne unserer Tochter im Ultraschall sah, war er dann doch sehr begeistert. Er hat es eben nicht so mit Veränderungen…
In der Schwangerschaft wurde ich krank, ich hatte starke Schmerzen. Diagnose: Osteopenie. Meine Knochendichte gleicht der einer 70-jährigen. In den ersten Jahren nach der Geburt fragten die Leute immer mal wieder: Und wann kommt das Zweite? Ronny wollte eigentlich auch kein Einzelkind. Aber nachdem er gesehen hat, was für Schmerzen ich habe, wollte er kein Kind mehr.
Er macht sich Sorgen um meine Gesundheit, unser Haus, die Firma, unser Auskommen. Er fürchtet auch, dass seine „Prinzessin“ zurückstecken müsste, wenn noch ein Baby kommt. Das Schlimme ist: Ich kann diese Argumente sogar nachvollziehen. Aber ich sehne mich trotzdem so sehr nach einem zweiten Kind. Es gibt Situationen, da liege ich weinend im Bett und schicke ihn mit einem „Lass mich in Ruhe“ raus.
Ich bin auch der festen Überzeugung, dass wir das mit einem zweiten Kind schaffen würden. Und ich glaube, auch unsere Tochter würde von einem Geschwisterchen profitieren. Manchmal fragt sie mich: „Mama, wann kriegen wir ein neues Baby?“. Dann sage ich: „Das musst du Papa fragen.“ Ich weiß, dass das gemein ist, aber es ist die Wahrheit. Ich habe noch so viel Liebe in mir!
Ich glaube, Ronny denkt, mit einem zweiten Kind würde es doppelt anstrengend. Er hat es gern aufgeräumt. Das würde natürlich erst mal chaotischer, aber es spielt sich auch wieder ein. Und er ist so ein toller Papa. Er sagt: „Mein schönstes Geschenk ist die Zeit mit meiner Tochter.“
Meine Riesenangst ist, dass wir wirklich kein Kind mehr kriegen. Wenn wir aber beide stur bleiben, kann es nur einen Verlierer geben: mich.“
MORGEN FOLGT DER ZWEITE TEIL DER GESCHICHTE, IN DER PAPA RONNY SEINE SICHT AUF DIE LAGE SCHILDERT.
Diese Geschichte erschien ursprünglich in der Zeitschrift Eltern. Protokoll: Lisa Harmann
Zum Weiterlesen bei Jessi von feiersun: Sehnsucht oder: Ich sage nichts, aber ich fühle
 
               
"Ich wünsche mir ein zweites Kind, aber mein leider Mann nicht" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/impfneid-ausgangssperren-sind-die-braven-am-ende-die-doofen
       
Ihr Lieben, ihr lebt ja vermutlich auch seit langem in Wellen. Mal zieht euch eine runter, mal lässt euch eine mal wieder ein bisschen durchatmen, vielleicht sogar ein bisschen Sonne genießen. Die Pandemie-Wellen schütteln uns und unser Nervenkostüm jedenfalls kräftig durcheinander. Gerade im Moment geht es bei mir wieder so einigermaßen, weil die Osterferien ohne Homeschooling ganz guttaten, aber der Zustand kann sich wöchentlich, ach was, täglich, wenn nicht gar stündlich ändern.



Soziale Kontakte pflegen per Telefon



Nun merke ich, dass ich wieder mehr telefoniere. Je länger ich mich nicht wirklich verabreden oder mit echten Menschen treffen kann, desto mehr sehne ich mich nach Gesprächen – im Notfall dann halt per Telefon. Ganz eigentlich telefoniere ich nämlich gar nicht mehr so gern seit ich Kinder habe, denn ihr kennt das ja selbst….



Sobald jemand in der Leitung ist und wir als Mama plötzlich nicht mehr so geistig präsent im Alltag der Kinder, haben sie plötzlich Fragen oder brauchen dringend was oder fangen genau dann an zu streiten. Also telefoniere ich grad ganz gern, wenn ich spazieren gehe. Bisschen Natur drumherum und keiner, auf den ich aufpassen oder um den ich mich kümmern muss.



Schwarzmarkt, um an Impfungen zu kommen?



Und so quatschte ich also neulich mit einer alten Freundin, die in einer Großstadt lebt und es kam die Sprache auf die schleppenden Impfungen gegen Corona. Da erzählte sie von einem „Schwarzmarkt der Impfungen“. Von Schwangeren etwa, die die Berechtigung für die Impfung als „Begleitperson“ für 400 Euro anbieten. WIE BITTE?!



Das ist ja fast wie bei Konzerttickets, die dann unter der Hand für das Doppelte und Dreifache verkauft werden. So weit ist es jetzt also schon gekommen?! Zu THE GERMAN ANGST kommt jetzt also auch noch THE GERMAN IMPFNEID.



Meine Freundin jedenfalls brachte das auf 180. Seit Monaten halte sie sich an jede erdenkliche Regel, schränke sämtliche Aktivitäten und Kontakte ein, beachte brav alle Vorgaben und hat plötzlich die Sorge, damit irgendwann einfach nur noch doof dazustehen.



Sind die Braven die Letzten, die an eine Impfung kommen?



Zu den Letzten zu gehören, die dann irgendwann mal geimpft werden, weil sie einfach wartet, bis sie dran ist, während sie jetzt von allen Ecken und Enden hört, wie sich Impftermine erschlichen werden, weil irgendwer dann doch noch einen Arzt kennt oder sich als Ehrenamtlicher durchmogelt oder vor einem Impfzentrum vor Feierabend auf übrig gebliebene Dosen hofft. Oder sich eben eine Berechtigung als Begleitperson erkauft…



Sie hat einfach die Sorge, mit ihrer Angepasstheit abgehängt zu werden, irgendwann ausgelacht zu werden für ihre Untätigkeit, für ihre Konformität. Für all den Verzicht, den sie geleistet hat, dann am Ende noch hämisch angegrinst zu werden von den kleinen Pandemieteufelchen, die von Schulter zu Schulter springen und unken: Hehehehe, guck mal, die Doofe hat´s halt nicht gerafft. Wer nix wagt, der nix gewinnt.



Jede Impfung gegen Covid-19 bringt uns ein Stück weiter zurück zur Normalität



Meine Freundin ging sogar noch weiter und meinte: Gerade diejenigen, die das mit den Regeln nicht so genau nähmen – so ihr Gefühl – seien nämlich jetzt plötzlich die Ersten, die irgendwie an eine Impfung gekommen sind. Weil sie es ja bräuchten. Weil sie ja auch weiter nicht bereit seien, sich so einzuschränken, wie es eigentlich angebracht wäre.



Junge Leute mitten im Leben, die schon geschützt seien, obwohl die eigene Mama mit Mitte 60 und Vorerkrankungen noch nicht einmal einen Termin habe, weil die Wartelisten einfach viel zu lang sind. Oder andere eben rein rechtlich vorher dran sind.



Impfneid: Was wir daraus lernen



Fakt ist: Wenn es mehr Impfstoff gäbe, bräuchten wir uns solche Gedanken nicht zu machen. Wir brauchen einfach jetzt mal eine ganz, ganz große Menge! Fakt ist auch: Jeder und jede Geimpfte ist einer oder eine mehr auf dem Weg zurück in eine neue Normalität. Fakt ist genauso: Wir wollten dieses doofe C nie und wollen es jetzt so kurz vor einer möglichen Schutzimpfung auch einfach nicht mehr bekommen. Wir wollen gesund bleiben! Und das ist gut so! Trotzdem bleibt da ein fader Beigeschmack bei vielen. Kennt ihr solche Gefühle? Ich glaube, die sind normal.
               
Impfneid, Ausgangssperren – sind die Braven am Ende die Doofen?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/in-der-18-schwangerschaftswoche-bekam-ich-die-diagnose-leukaemie-gastbeitrag-von-mareike
        Es klopft an der Tür zu meinem Zimmer, Nr. 146, Station 9. "Frau Bothe, wir haben da etwas gefunden…"
Der Rest des Satzes, den der Arzt, der am Morgen die Knochenmarkpunktion – um Schlimmeres auszuschließen – durchgeführt hat, hört sich an als wäre ich unter Wasser oder hätte Watte in den Ohren. Ich will noch nicht sterben. Ich bin 24. Ich bin in der 18. Woche schwanger. Ich habe zwei kleine Jungs. Gerade erst haben wir ihren ersten und zweiten Geburtstag gefeiert.
Akute Leukämie – AML M3. Aha. "Und wie lange habe ich noch?" Ich bin so nüchtern und frage die Fakten ab, um irgendwie meine Gefühle in Schach zu halten. "Morgen Frau Bothe, da geht's los! Leider dürfen Sie ihre Kinder während der Chemotherapie nicht sehen. Ansteckungsgefahr zu groß. Sie müssen sich morgen früh verabschieden." "Und wenn ich das nicht überlebe? Und was ist mit dem Baby?"  "Es gibt eine 50:50 Chance, es tut mir leid."
Diese Diagnose ist nun 5 Jahre her und wenn ich diese Zeilen schreibe, fühlt es sich an wie die Geschichte einer anderen. Ich versuche Distanz zu diesen Erinnerungen zu wahren. Doch ist das fast unmöglich, denn das ungeborene Baby von damals schaut mich jeden Tag aus ihren wundervollen wasserblauen Augen an. Gesund. Neugierig. Wunderhübsch und sooo unendlich stark.
Bevor ich damals ins Krankenhaus kam, hatte ich kaum Anzeichen für irgendeine Krankheit. Ich war müde… ja. Schwanger eben. Ich hatte ein paar blaue Flecke mehr. Vom Toben mit den Jungs natürlich. Dann der Routine Check bei meinem Gynäkologen: Blutwerte miserabel. Am nächsten Morgen direkt ins Krankenhaus. Nach 14 Tagen diverse Verdachtsdiagnosen und zig Untersuchungen dann die Diagnose Leukämie.
Die Therapie begann rasch. Es wurden Zugänge gelegt, ein spezieller Port und ich bekam ein Zimmer auf der Isolations-Station. Aber halt, der Abschied von den Kindern… es war grauenvoll. Mein Mann kam mit den Jungs ins Krankenhaus und es war langweilig für die beiden. Sie trotzten, tobten und waren einfach überdreht. Wir machten es daher kurz. Kurz  – aber nicht schmerzlos. Als sie den Flur hinuntergingen und ich da alleine stand, zersprang mein Herz in 1000 Stücke. Es waren wirklich körperliche Schmerzen.
Was mir unheimlich Kraft gab, war mein kleines Babymädchen in meinem Bauch. Ich war nicht allein. Niemals. Ihr zu Liebe musste ich diesen ganzen Scheiß durchstehen. Wir schaffen das, sagte ich, wir sind Powerfrauen. Insgesamt drei Chemotherapiezyklen habe ich mit meiner Tochter im Bauch durchgestanden. Ich habe 15 Kilo abgenommen. Ich habe geweint, ich habe mich aber auch gefreut, als die Blutwerte besser wurden, wenn ich ein paar Tage nach Hause durfte, wenn meine Kinder mich umarmten.
Als meine Tochter bei 36+1 per Kaiserschnitt geboren wurde und fest stand, dass sie mit ihren 46 cm und 2560 Gramm ein topfites kleines Mädchen ist, war ich so unendlich glücklich. Dieser ganze Kampf hatte sich gelohnt. Allein für diesen einen ersten Moment mit diesem wundervollen Baby. Ein Chemotherapiezyklus stand mir allerdings noch bevor. 10 Tage nach der Entbindung sollte es losgehen, was hieß, dass ich mein 10 Tage altes Baby lange nicht sehen würde. Nein, nein, nein – das durfte einfach nicht sein, das konnte keiner von mir verlangen…
Zwei Tage bevor es im Krankenhaus wieder losgehen sollte, bekam ich einen Anruf von meinem behandelnden Arzt. "Wir haben uns entschlossen, aufgrund Ihrer immer recht stabilen Blutwerte und ihrer persönlichen Umstände die letzte Chemotherapie ambulant durchzuführen", sagte er. Ich schätze, der Arzt ist noch immer taub auf einem Ohr oder hat mindestens ein kleines feines Dauerpiepen zurückbehalten von meinem Freudenschrei.
Im November 2012 erhielt ich also meine letzte Chemo – und befand mich dann in kompletter molekulargenetischer Remission. Klingt super, ne?! War es auch. Und ist es immernoch. Anschließend musste ich noch 1,5 Jahre lang Medikamente nehmen und mir einmal wöchentlich eine Spritze abholen. Erhaltungstherapie. Es ging mir gut während der Zeit. Erstaunlich gut. Ich war und bin immer positiv und ich glaube ganz fest daran, dass das sehr hilft.
Heute habe ich noch zwei weitere kleine Wunder in meinen Armen. Während den Schwangerschaften war meine Angst erneut zu erkranken immer da. Immer wieder gibt es Momente, Dinge, Situationen, die mich zurückversetzen. Flashback. Doch meine Tochter erinnert mich immer daran, wie stark ich war. Wie stark sie war. Was für ein perfektes Team wir sind. Wir könnten gegen den Rest der Welt bestehen. Sie ist meine Welt. Und ich bin ihre.
Chemotherapie und (erneute) Schwangerschaft – wie kann das funktionieren. Vielleicht fragt sich das die ein oder andere nun. Ich möchte vorab klarstellen, dass ich die folgenden Dinge nur betreffend für meinen persönlichen Fall schreibe. Ich bin kein Professor und glänze daher nur mit dem Wissen, was ich mir angeeignet habe und mit meiner Erfahrung. Jede Krebserkrankung ist anders und jede Chemotherapie ebenso. Die Reaktion des Körpers natürlich auch. Ich hatte Glück im Unglück. Gleich mehrfach. Meine Form der Leukämie hat prognostisch günstige Aussichten. Sie betrifft hauptsächlich das Gerinnungssystem. Die größte Gefahr sind spontan auftretende Blutungen. Die Chemotherapie – für meinen Fall – war eine der nicht hoch aggressiven und die Chancen, dass ein ungeborenes Baby das übersteht, waren durchaus gegeben. Außerdem hatte ich das erste Trimester der Schwangerschaft bereits hinter mir. Die Organe waren alle angelegt und die kritische Zeit vorbei. Die Kleine war also ausgestattet mit allem, was sie brauchte um mit mir in den Kampf zu ziehen. Ich wurde engmaschig kontrolliert. Ultraschall, Abstriche, Organsscreenings… zu bestimmten Zeiten alle zwei Tage.
Mein Baby war immer aktiv und es beruhigte mich ungemein sie zu spüren. Vergleichbare Fälle gab es kaum bis gar nicht. Deshalb konnten auch die Ärzte mir nicht sagen, wie es ausgeht, wann sie geholt werden muss, welches das größere Risiko ist: eine frühe Frühgeburt oder die Gefahr der Chemotherapie während sie in mir heranwächst. Da es ihr gut ging, ließ man sie so lange wie möglich in meinem Bauch. Dennoch waren alle jederzeit darauf vorbereitet, dass auch alles anders kommen könnte. Die Lungenreife bekam ich sehr zeitig. Für den Falle eines Falles…
Die erneuten Schwangerschaften sind für mich nicht selbstverständlich und ja, es gab auch kritische Stimmen. Meine Eizellen waren schließlich schon während der Chemo in mir und keiner kann sagen, inwieweit mein Erbgut eventuell geschädigt wurde. "Ihr seid leichtsinnig!" "Wieso setzt du deine Gesundheit auf's Spiel?" Ja. Wieso? Es hat mir sehr geholfen, diese eine Schwangerschaft zu verarbeiten. Ich habe mich während dieser Zeit sehr mit meinen Ängsten beschäftigt und war mir zu jeder Zeit bewusst was passieren kann, wenn eine meiner Eizellen nicht "gesund" ist. Mir wurden alle möglichen und unmöglichen Vorsorgeuntersuchungen angeboten. Die meisten habe ich abgelehnt. Was hätte es geändert? Nichts. Mein Baby ist mein Baby. Und ja, sie sind beide gesund. Ja, wir hatten Glück. Aber mal ehrlich: Das haben wir uns mehr als verdient.
               
In der 18. Schwangerschaftswoche bekam ich die Diagnose Leukämie - Gastbeitrag von Mareike | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/in-die-weite-welt-traeumen-gabriela-und-ihr-sohn-waren-schon-in-35-laendern-und-zeigen-uns-die-schoensten
       
Ihr Lieben, Reisen waren wohl nie weiter entfernt von uns als jetzt gerade. Aber eben darum freuen wir uns, dass Gabriela Urban von Mami bloggt uns mit ihren Geschichten ein bisschen mitnimmt in die große weite Welt.



Mit ihrem fünfjährigen Sohn hat sie bereits 35 Länder bereist – und ist noch lange nicht fertig. Sie hat nun auch einen Mutmacher für Reisen mit Kindern geschrieben, der echt toll geworden ist: Wenn ich mal groß bin, werd ich auch ein Machu Picchu (Affiliate Link).



Gabriela Urban: Wenn ich mal groß bin, werd ich auch ein Machu Picchu (Affiliate Link).



Liebe Gabriela, du hast mit deinem Sohn in den letzten fünf Jahren 35 Länder bereist. Welche war deine liebste Reise und warum? Und welche war seine liebste Reise und warum?



Gabriela Urban: Das ist eine sehr schwierige Frage, da für mich alle Reisen besonders waren. Aber wenn ich mich ad hoc für eine entscheiden müsste, dann würde ich wohl ganz spontan unsere Reise nach Rumänien sagen, die so ganz anders verlaufen ist, als zuvor geplant …



Vieles ist auf unserer Reise damals schiefgelaufen, wir haben Begegnungen gemacht, die nicht so schön waren und meine Nerven lagen irgendwann blank, sodass ich ausgerechnet wegen einem Teller Spaghetti mitten im Restaurant in Tränen ausgebrochen bin.



In jenem Moment ist mir bewusst geworden, dass ich meine Reisepläne ändern musste und so kam es, dass wir ganz spontan aufs Land zu Bauern in eine absolut nicht touristische Gegend „geflohen“ sind. Es war genau die richtige Bauchentscheidung – und ein wundervolles Erlebnis. Warum genau? Das kannst du in meinem Buch nachlesen.



Mein Sohn spricht noch heute sehr viel von unserer Reise durch Myanmar und Laos (damals war er ca. 3,5 Jahre alt). Ich glaube, dass es für ihn die erste Reise war, die er so richtig bewusst wahrgenommen hat – und sich noch an zahlreiche Ereignisse, Eindrücke und Begegnungen erinnern kann.



Ich musste ihm tatsächlich erst vor Kurzem hoch und heilig versprechen, dass wir irgendwann mal wieder nach Myanmar und auch zu seinem besten Freund Jay in Laos fahren werden.



Malaysia.



Nun sind Kinder auf Reisen ja nicht dauerhaft gut gelaubt 😉 Wie reagierst du auf einen Trotzanfall unter tropischen Palmen? 



Erst mal tief ein- und ausatmen ­– und versuchen, mich nicht aus der Fassung bringen zu lassen. Ich weiß, leichter gesagt als getan. Trotzanfälle bei kleinen und auch größeren Kindern sind schon zuhause eine echte Geduldsprobe, aber auf Reisen fordern sie uns Eltern noch um einiges mehr heraus.



Denn in der Regel befinden wir uns in einer ungewohnten Umgebung, umzingelt von fremden Menschen, die andere Sitten und Bräuche pflegen, erregen mit unserer exotischen Präsenz eh schon viel Aufmerksamkeit, können uns eventuell räumlich nicht zurückziehen, haben keine Privatsphäre, es ist heiß und drückend, womöglich muss man auch noch das schwere Gepäck managen oder ein Busticket kaufen, und Hunderte unbekannte Augenpaare scheinen einen zu beobachten und gebannt darauf zu warten, wie man gleich auf das schreiende, vielleicht sogar sich auf dem Boden wälzende Kind reagiert …



Puh, was für eine Herausforderung, in solchen Situationen die Nerven zu bewahren! Dennoch sollten Eltern unbedingt die Ruhe bewahren, sich nicht in die Auseinandersetzung begeben und lieber außen vor bleiben. Auch wenn einem gerade sicherlich selber nach Schreien zumute ist. Denn man sollte bedenken, dass in vielen Kulturkreisen eine unkontrollierte Gefühlshandlung von Erwachsenen in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel lautes Schimpfen, als befremdlich wirkt.



Weitere Tipps bei Trotzanfällen im Urlaub wären: Das Kind der Aufmerksamkeit durch andere Schaulustige (und von denen gibt es auf Reisen oft zu viele!) zu entziehen.



Und auch kurz aus dem Blickfeld des Kindes zu entschwinden kann oft ebenfalls eine gute Maßnahme sein. Wenn sich das Kind wieder beruhigt hat und die Familie später im eigenen Zimmer ist, sollte man auf jeden Fall noch mal die Trotzattacke thematisieren und dem Kind im ruhigen Ton klarmachen, in welche Schwierigkeiten der Gefühlsausbruch die Familie gebracht hat oder hätte bringen können. Beispielsweise, dass man fast den Bus verpasst hat oder das Kind hätte verlorengehen können, weil es weggerannt ist.



Südamerika vor kurzem.



Hast du als erfahrene Reisende gute Tipps
für lange Auto- oder Bahnfahrten oder Flüge mit Kindern?



Mein allererster Tipp ist: Mach dich im Vorfeld bloß nicht verrückt. Egal, wie lang der Flug oder die Fahrt auch werden soll. Denn sind die Eltern gestresst, sind es in der Regel die Kinder auch.



Nutze nach Möglichkeit bei kleinen Kindern das Mittagsschläfen, um die Fahrtzeit zu verkürzen. Mach es deinem Kind und auch dir selber mit Kissen, Decke & Co. gemütlich. Kleine Spielsachen und ausreichend Essensproviant sollten auch griffbereit sein.



Und außerdem kann man als Familie lange Fahrten auch herrlich nutzen, um miteinander zu reden, Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst zu spielen, vorzulesen und intensiv zu kuscheln.



Warum findest du, sollten wir auch mit
Kindern schon reisen, wenn es uns möglich ist?



Ganz einfach, weil Reisen ein wunderbares Abenteuer für die ganze Familie sein kann – vor allem für unseren Nachwuchs. Man entdeckt gemeinsam in kleinen Schritten fremde Länder, erlebt spannende Dinge, verbringt viel intensive Zeit gemeinsam an schönen Orten – und außerdem schweißt eine Reise auch zusammen.



Ich persönlich finde, dass es ein wunderbares Geschenk an unsere Kinder ist, wenn sie auf Reisen ihren eigenen Horizont erweitern und neue Dinge erfahren können, die sie so zuhause nicht lernen würden. Das beobachte ich oft bei meinem eigenen Sohn.



Jedes Mal, wenn wir wieder nach Hause zurückkehren, habe ich – aber auch unsere Familie und die Erzieher in der Kita – das Gefühl, dass er ein großes Stück gewachsen ist. Nicht nur physisch, sondern insbesondere auf psychischer Ebene. Uns allen kommt es dann vor, als ob er immense Sprünge in seiner Entwicklung, Wahrnehmung und auch in seinem Selbstwertgefühl gemacht hat.



Sri Lanka mit Baby.



Du reist ja oft allein mit Kind, woher
nimmst du den Mut und ist dir auch schon mal etwas passiert, dass dich vor Ort
erstmal überfordert hat? 



Ich finde, dass alleine reisen mit seinem Kind, nicht unbedingt etwas mit außergewöhnlichem Mut zu tun hat. Klar erfordert es erstmal eine gute Belastbarkeit und Organisation, aber im Grunde ist das alleine Reisen mit seinem Kind, wie auf befristete Zeit alleinerziehend zu sein. Nur halt unter Palmen oder an anderen schönen Orten.



Was ich persönlich als generelle Herausforderung empfinde, wenn ich alleine mit meinem Sohn unterwegs bin, ist gleichzeitig das Gepäck und Kind zu managen. Genau deswegen versuche ich, immer mit einem minimalistischen Gepäck zu reisen. Und dann kommt natürlich die große Frage, was mache ich, wenn ich selber auf Reisen krank werde?



In Myanmar zum Beispiel habe ich mir eine üble Magen-Darm-Geschichte auf dem Nachtmarkt zugezogen und 1,5 Tage überwiegend vor der Kloschüssel verbracht. Oder in Peru bin ich ganz unglücklich die Treppe runtergefallen und ich war mir im ersten Moment so sicher, dass ich mir jetzt den Fuß gebrochen habe, was zum Glück doch nicht der Fall war.



Aber diese Situationen haben mir gezeigt, dass es auch in äußerst überforderten Reisesituationen Lösungen gibt. Außerdem habe ich einen Masterplan für den Notfall im Kopf … Wie dieser aussieht, kann man in meinem Ratgeber nachlesen.



In einem Tempel in Laos.



Wie bereitest du eure Reisen vor? Und wie
entscheidest du über die Ziele?



Die Entscheidungen treffe ich meistens aus dem Bauch heraus. Irgendwie schwebt mir ein neues Reiseziel vor, bei besonders exotischen Ländern informiere ich mich selbstverständlich vorab erstmal über Krankheitsrisiken, politische Lage etc. und dann buche ich einfach den Flug. Mittlerweile darf mein Sohn ebenfalls mitentscheiden, wohin es als Nächstes geht.



Unsere Reisen, insbesondere unsere Langzeitreisen, plane ich nie vorab. Meine konkreten Reisevorbereitungen sehen unter anderem so aus: Facharzt oder Tropeninstitut konsultieren, ggf. Impfungen vornehmen, Auslandskrankenschutz abschließen, ggf. Visa beantragen oder andere notwendigen Dokumente besorgen und Checklisten zum Packen schreiben.



Checklisten sind echt ein wahrer Segen vorm Urlaub. Denn sie bewahren einen nicht nur davor, im Chaos zu versinken, sondern sie geben auch einem das beruhigende Gefühl, dass man alles im Griff hat.



Wie hast du das vor mit deinem Sohn, wenn er
zur Schule geht? 



Das wird definitiv sowohl für meinen Sohn als auch mich eine riesige Umstellung sein. Dennoch bin ich mir sicher, dass auch wir uns daran gewöhnen werden, halt nur noch in den Schulferien reisen zu können. Denn für mich ist klar, mein Sohn wird ganz normal – wie seine Kitafreunde auch – in unserer Heimat zur Schule gehen.



Mama und Sohn in Kambodscha.



Wo seid ihr gerade – und wo geht die
nächste Reise hin? 



Wir sind gerade von unseren 4,5-monatigen Reise durch Südamerika zurückgekommen. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise musste ich unseren Armenien-Roadtrip im Mai absagen. Leider!



Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir – bevor im Sommer 2021 die Schulglocken für uns läuten –, noch eine Weltreise machen können. Gerade träume ich unter anderem von Äthiopien, Madagaskar, Indien, Bhutan, Usbekistan, Kirgistan, Kazachstan …



Ob ich diese Weltreise mit meinem Kind tatsächlich unternehmen kann, steht aber natürlich noch in den Sternen.



Welche drei Reise-Ziele empfiehlst du für
welches Alter ganz besonders (mit Baby, mit Kleinkind, mit Kitakind)? 



Also ich
finde mit Baby oder Kleinkindern Bali, Thailand und Malaysia sehr gut. Mit
Kitakindern ist ein Roadtrip gut geeignet, ich bin ja ein ganz großer Fan von
Georgien und Albanien, insbesondere, wenn das Reiseziel touristisch nicht so
überlaufen sein soll.
               
Reisen mit Kind: Gabriele war mit ihrem Sohn schon in 35 Ländern
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/insa-thiele-eich-ueber-astronautinnen-training-homeschooling-und-klimawandel
       
Ach, so ein Blick über den Tellerrand ist doch immer toll, oder? Gerade jetzt, da viele von uns viel mehr Zeit zu Hause verbringen als sonst, wo wir nicht mehr reisen können, drehen wir uns ja doch oft (also wir zumindest) auch um uns selbst.



Wie schön ist da ein Einblick in eine gnz andere Welt bzw. ins Weltall… denn da will Dreifachmama Insa Thiele-Eich als erste deutsche Frau hin. Zur ISS. Wie klappt das mit dem Raumfahrt-Training – so mitten in der Isolation? Wir haben sie gefragt. 



Liebe Insa, du steckst mitten im Astronautinnentraining, versuchst die erste deutsche Frau auf der ISS zu werden: wie klappt das grad in der Corona-Krise?



Insa Thiele-Eich: Anfang März hatten wir eine gemeinsame Trainingswoche in Köln geplant, zu der meine Kollegin nicht mehr anreisen durfte. Deshalb haben wir direkt vorsorglich besprochen, wie wir die nächsten Monate gestalten, und eine Onlinevorlesung zu Raumfahrttechnik geplant, die wir bisher zeitlich nur schlecht unterbekommen hatten.



Insa Thiele-Eich mit Claudia Kessler von „Die Astronautin“. Foto: Manfred H. Vogel



Außerdem muss ich z.B. meinen Flugschein im Herbst erneuern, und benötige dafür noch einiges an Flugzeit – das ist momentan noch möglich, solange ich keinen Unterricht nehme. Das Tauchtraining ist dafür gerade ausgesetzt. Insgesamt läuft es also anders als geplant, aber wir machen das Beste daraus und kommen gut voran.



Anfang März ist auch unser Bildungsprojekt code4space, dass wir gemeinsam mit der Fraunhofer-Initiative »Roberta® – Lernen mit Robotern« entwickelt haben, gestartet: Grundschulkinder sollen in Teams mit dem Calliope ein Experiment programmieren, eines davon nehmen wir mit auf die internationale Raumstation.



Wir haben das Programm jetzt umgestellt, so dass auch von zu Hause aus daran teilgenommen werden kann, und freuen uns sehr über Einsendungen! (In NRW kann man gerade sogar 2000 Calliopes gewinnen)



Wie sehen deine Tage gerade konkret aus?



Insa Thiele-Eich: Das Vereinbaren von Arbeit der Erwachsenen, der Schule bei zwei Kindern die jeweils eine 1:1 Betreuung erfordern, und ein 18 Monate altes Kleinkind erfordert bei uns logistische Meisterleistungen.



Wenn wir einen Plan haben, läuft es relativ gut. Haben wir leider nicht jeden Tag, dann wurschteln wir uns so gut es geht durch und probieren, den Humor zu bewahren.



Mein Mann steht um 4 Uhr morgens auf. Die Kinder wachen gegen 9 Uhr auf, ich betreue sie dann bis ca. 11 Uhr und übergebe dann ein Schulkind plus Kleinkind an meinen Mann. Mittags probieren wir, kurz alle zusammenzusitzen, dann schnell den Mittagsschlaf ausnutzen um weiterzuarbeiten.



Nachmittags arbeite ich weiter, tausche aber auch manchmal gegen einen Waldspaziergang und hole die Stunden dann spätabends nach. Einmal pro Woche gibt es einen Filmabend (für die Erwachsenen Pflichttermin), und vom gesparten Urlaubsgeld beauftragen wir gerne mal den Lieferdienst – das machen wir sonst nur selten.



Beim Tauch-Training für die Weltraum-Mission. Foto: Benjamin Schulze



Abends spielen wir seit ein paar Wochen oft Brettspiele, oder virtuell Montagsmaler, Werwolf, und mal eine Runde Kniffel mit Oma und Opa. Langweilig war uns noch nie, und gefühlt rast die Zeit so dahin. Ich kann ehrlich gesagt nicht glauben, dass wir jetzt schon so viele Wochen hinter uns haben!



Eure Kinder sind 9, 6 und 1 Jahr(e) alt. Ihr arbeitet beide Vollzeit, bzw. du 120% (bei zwei Arbeitgebern). Wie klappt es bei euch mit Home-schooling undHhome-krippe-ing und Homofficing?



Insa Thiele-Eich: Für uns war besonders die Umstellung am Anfang enorm anstrengend. Ich dachte: „Corona Pause! Alle Veranstaltungen abgesagt, Zeit, um auf der Arbeit so richtig loszulegen!



Zu Hause endlich Zeit nur für uns und all meine Selbstoptimierungs-Projekte! Wir kochen nur noch gesund! Wir machen jeden Tag Yoga! Wir reflektieren Abends zusammen vor dem Kamin mit einem Obstteller den Tag und gestalten dann gemeinsam die Fotobücher der letzten zehn Jahre!“ Tja.



Die Auswirkungen der Pandemie zu überblicken, sowohl finanziell als auch besonders bei den Kindern emotional, hat mir enorm viel Energie abverlangt. Leider ist zeitgleich eine sehr enge Verwandte in palliative Behandlung gekommen – die sehr kurze Lebenserwartung in Kombination mit Corona verschärft vieles.



Wir haben es bis zu den Osterferien geschafft, uns an die neue Situation zu gewöhnen, nicht zuletzt dank meiner Cousine, die uns Ende Februar besucht hat und dann nicht wieder nach Hause fahren konnte. Sie studiert zwar ebenfalls mit ca. 30 Semesterwochenstunden und muss viel für die Uni tun, es hilft aber enorm, wenn ein weiterer Erwachsener im Haus ist der im Notfall einfach noch ein bisschen gute Laune verbreiten kann.



Dank diverser (weiterer) Privilegien wie z.B. einem Garten läuft es jetzt bei den Kindern relativ rund, womit ich nur meine, dass wir nicht mehr jeden Tag am Rande des Wahnsinns stehen.



Und meine Arbeit und das Training schaffe ich zwar, lange aber nur mit Müh und Not. Erst jetzt nach sechs Wochen kommt langsam etwas Leichtigkeit dazu, TROTZ aller Privilegien. Obstteller gibt es hin und wieder, alle zwei Tage mal einen Sonnengruß, aber Fotobücher macht hier immer noch keiner.



Mich hat es zerrieben, dass diese Krise soziale Ungerechtigkeiten verstärkt: fehlende Wahlmöglichkeiten für Familien, besonders Alleinerziehenden, in Form eines Corona-Elterngeldes, das Wegbrechen von allen sozialen Netzwerken für die 50.000 Familien mit Kindern, die der Hochrisikogruppe angehören.



Beim Flug-Training – auch das gehört zur Ausbildung dazu.



Die schlechte Bezahlung in systemrelevanten Berufen in denen meist Frauen arbeiten, dann noch Nachrichten wie drohende Zwangsverpflichtung von Pflegekräften, Kurzarbeit und fehlende Tests in diesen Bereichen. Zeitgleich sollen Fußballspieler natürlich getestet werden und hier in NRW öffnen die Möbelhäuser, verkaufsoffene Sonntage waren in Planung…manches macht(e) mich wirklich fassungslos.



Ich habe dann beschlossen, Mails und Briefe an unsere Abgeordneten zu schreiben, um mich nicht nur passiv zu ärgern sondern aktiv zu werden. Die Antworten sind bisher aber sehr unkonkret, also bleibe ich weiter dran.



Ihr seid ja bereits ein stark gleichberechtigtes Paar, gab es jetzt in der Ausnahmesituation trotzdem Dinge, die nachjustiert werden mussten in Sachen Mental Load?



Insa Thiele-Eich: Es läuft in vielen Dingen sehr gut, aber auch bei uns gab es noch Potential, um es mal konstruktiv auszudrücken. Früher hat ein Blick in den Google Kalender oft die Zuständigkeiten geklärt – wenn ich auf Dienstreise bin, koche ich natürlich nicht.



Jetzt sind viel öfter Absprachen nötig, so dass wir in punkto Kommunikation von dieser Krise ziemlich profitiert haben (oder haben werden – es ist ein Prozess. 😉 )



Besonders mein Mann lebt gerne in den Tag hinein, und fängt an zu kochen wenn er Hunger hat. Ich hätte am liebsten schon am Vorabend minutiös aufgelistet, wer wann was macht. Wir mussten also eine gesunde Mischung von beidem finden, und sind da auf einem guten Weg.



Die Paarbeziehung ist definitiv etwas, auf das wir in den nächsten Wochen mehr Fokus legen müssen – bisher ist auch hier mehr Türklinke in die Hand geben, und da mein Mann um 4 Uhr aufsteht um zu arbeiten, geht er oft mit den Kindern ins Bett.



Tiger King versetzt zu schauen macht nicht ganz so viel Spaß. Da müssen wir dringend schauen, wie wir mehr Paarzeit in den nächsten Wochen unterbekommen. Die Kinder bleiben bei uns nämlich bis zu den Sommerferien den größten Teil zu Hause.



Nun bist du ja auch Meteorologin: meinst du, diese Zeit hier kann zumindest in Sachen Klimawandel etwas bewirken?



Insa Thiele-Eich: Das war einer meiner ersten Gedanken. Tatsächlich haben Analysen gezeigt, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie global gesehen zu ca. 5,5 Prozent weniger CO2 Emissionen führen wird.



Schwerelosigkeit üben. Foto: Markus M. Gloger/Space Affairs



Das ist natürlich toll, und ich würde mich sehr freuen wenn viele Maßnahmen wie digitale Meetings oder auch mehr home office in Deutschland einziehen würden – diese Zahl zeigt aber leider eines der Hauptprobleme: individuelle Einschränkungen, wie momentan hauptsächlich im Verkehrssektor zu sehen, KÖNNEN allein nicht genug ausrichten.



Wir bräuchten nämlich jedes (!) Jahr eine Verringerung um 7,6 Prozent. Hier wird mehr als deutlich, dass es seitens der Politik ganz andere Hebelwirkungen braucht.



Und das macht mir Sorge, besonders wenn ich sehe, wie renitent manche jetzt schon den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegenüberstehen.



Wie sind denn jetzt deine weiteren Pläne in Sachen Weltall?



Insa Thiele-Eich: Es gab bei uns noch zwei große Fragezeichen: mit wem starten wir, und wer zahlt den Start? Ein möglicher Anbieter, SpaceX, startet am 27. Mai zum ersten Mal mit einem astronautischen Flug zur Raumstation – wir sind also sehr gespannt!



Zur Finanzierung der Mission hatten wir sehr positive Gespräche mit der Bundesregierung. Ich war ziemlich optimistisch, Antwort sollten wir im März erhalten. Verständlicherweise wurden wir jetzt erstmal vertröstet, aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben!  
               
Insa Thiele-Eich: Astronauten-Training, Homeschooling und Klimawandel
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/inside-impfzentrum-von-ruehrungstraenen-und-hoffnungsschimmer
       
Ihr Lieben, unsere Leserin Andrea findet, es sei an der Zeit, mal über tolle Erfahrungen in der Corona-Zeit zu berichten, denn während ihrer Arbeit im Impfzentrum hat sie etliche rührende Dinge erlebt. „Diese Erfahrungen haben mein Leben nachhaltig geändert“, sagt sie. „Ich werde sie immer im Herzen tragen.“ Hier erzählt sie ihre Geschichte:



„Ich habe am 17.12. unerwartet meine bisherige Stelle als Arzthelferin verloren, weil mein damaliger Arbeitgeber der Meinung war, ich wäre überbezahlt (weit unter Tariflohn wohlgemerkt!) und somit war ich von heute auf morgen für fast zwei Monate freigestellt.



Wie ich zu meiner Arbeit im Impfzentrum kam



Nach dem ersten Schock kam mir bei Facebook ein Stellenangebot für unser Impfzentrum unter. Ich dachte mir: Zwei Monate bezahlt daheim sitzen (bis mein Arbeitsvertrag beendet ist) oder bewerben und dabei sein? Ich habe mich beworben und wurde sofort genommen! Mit meiner Ausbildung zur Arzthelferin und 20 Jahren Berufserfahrung passte ich da perfekt rein. Eine Vollzeitstelle mit etwas mehr als Tariflohn für Arzthelferinnen.



Anfangs – also noch im Dezember – gab es einiges im Zentrum zu organisieren und ab 01.01.2021 ging es los mit dem Impfen. Zuerst war ich ca. sechs Wochen mit einem Kollegen als mobiles Team in Senioreneinrichtungen im ganzen Landkreis und auch in der nächstgelegenen Stadt unterwegs.



Ende der Einsamkeit: „Im Seniorenheim freuten sich alle so über ihre Impfung“



Wir hatten wunderbare Erlebnisse mit den tollen Mitarbeitern der Heime, der Heimleitung und den Bewohnern der Einrichtungen. ALLE haben sich so sehr gefreut, jetzt endlich geimpft zu werden! Sie waren glücklich, dass wir kamen und dass wir mit jeder Impfdosis mehr, die Hoffnung brachten, dass niemand der Bewohner mehr würde einsam sterben oder leiden müssen. Es waren viele lange Arbeitstage, die aber jede Minute wert waren.



Ich persönlich hatte in dieser Zeit keine Angst mich anzustecken. Alle Hygienemaßnahmen wurden mehr als eingehalten und als Prio 1 geführte Mitarbeiter eines Impfzentrums haben viele von uns Mitarbeitern sofort die erste Impfung erhalten. Ich war wirklich jeden Tag stolz darauf, ein Teil des Ganzen zu sein und in gewisser Weise zum Ende der Pandemie beitragen zu können.



Und dabei stimmte auch noch die Chemie! Ich habe ja schon in einigen Praxen oder Kliniken gearbeitet, aber so ein tolles Team an Mitarbeitern und beteiligten Ärzten habe ich noch NIE erlebt!!! Auch wenn es manchmal stressig war und die bürokratischen Hürden uns teils in den Wahnsinn trieben: DIE KOLLEGEN MACHTEN ES IMMER ZU EINEM TOLLEN TAG!



Tolles Teamwork: Vom mobilen Impfteam ins Impfzentrum



Nachdem alle Bewohner der Seniorenheime geimpft waren, ging es für mich direkt im Impfzentrum vor Ort weiter. Die Menschen, die kamen, waren alle froh, eine Impfung zu bekommen und somit meist gut gelaunt. Ich weiß nicht, wie oft uns Menschen dankten, dass wir das machen – egal ob sonn- oder feiertags.



So viel Dankbarkeit hab ich selten erlebt, es hatte etwas von einer Aufbruchsstimmung in all der Erleichterung. Wir haben seit Beginn immer sieben Tage die Woche geimpft, wenn Impfstoff da war. Und es wurde bei uns NIE auch nur eine Dosis weggeschmissen entgegen mancher Pressemeldung!



Ein Ehepaar hat mich dabei ganz besonders berührt. Beide waren den Tränen nah, als sie sagten: „Endlich können wir nach vielen Monaten wieder ohne Gefahr unsere Kinder und Enkel treffen.“ Sie hatten sich so einsam gefühlt in den Monaten zuvor, weil sie fast ausschließlich allein zu Hause geblieben waren.



Schulkameraden, ehemalige Lehrer, Briefträger: Wiedersehen beim Impfen



Daneben gab es aber viele weitere schöne Szenen… Ich hab alte Schulkameraden nach Jahrzehnten beim Impfen wiedergesehen, ehemalige Lehrer… Meinen Briefträger geimpft, damit meine nächsten Pakete sicher ankommen 🤣 Ach, irgendwie war einfach alles toll. Ganz besonders die großartigen Kollegen, die wirklich zu Freunden wurden.



Natürlich gab es auch mal unschöne Momente, wir wollen hier ja nichts romantisieren. Das ein oder andere Mal stand jemand am Einlass und tat lautstark kund, dass er auf eine Impfung bestehe, auch wenn die Regierung mit ihrer Priorisierung das anders sehe. Aber solche Szenen waren wirklich eher die Ausnahme.



Ich habe mittlerweile jedenfalls große Hoffnung auf Normalität für uns alle. Die Impfungen nehmen Fahrt auf, wir sind auf einem guten Weg. Und auch für mich persönlich hat sich alles zum Guten gewendet. Seit April arbeite ich jetzt wieder als Arzthelferin in einem Krankenhaus – und nebenher natürlich noch im Impfzentrum. Auf 450-Euro-Basis. Weil es Sinn ergibt. Weil es mich stolz und glücklich macht, was wir hier alle gemeinsam erreichen können. Auf dass diese verdammte Pandemie bald mal ein Ende nimmt.
               
Inside Impfzentrum: Von Rührungstränen und Hoffnungsschimmer
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/inside-notaufnahme-irina-erzaehlt-von-ihrem-harten-alltag-als-krankenschwester
       
Liebe Irina, Du bist Krankenschwester in einer Notaufnahme in einem Krankenhaus. Schätz mal ab, wie viele Patienten Du in einer Schicht so betreust.
Genau, ich arbeite in einem Krankenhaus in einer Kleinstadt. Wir sind das einzige Krankenhaus im Umkreis von etwa 60 Kilometern. Wir betreuen im Jahr ca. 35000 Patienten im Durchschnitt, also ca. 100 Patienten pro Tag – verteilt auf drei Schichten. Ich arbeite meist im Spätdienst und an Wochenenden, dann ist am meisten los. Ich habe im Schnitt etwa 50 Patienten. 
Und wie viele davon sind echte Notfälle? Und ab wann gilt man eigentlich als Notfall?
Tja, die Definition "Notfall" ist schwierig. Klar ist, dass die allerwenigsten Patienten in lebensbedrohlichen Zuständen sind, wenn sie kommen. Aber: Wenn ich abends oder am Wochenende mit dem Fuß umknicke und nicht mehr laufen kann, bin ich ja auch irgendwie ein Notfall, weil ich ja zu dieser Tageszeit nirgends sonst hin kann…
Wir arbeiten mit dem Manchester Triage System. Das ist ein System, das uns hilft die Patienten richtig einzuschätzen, d.h. wann sie spätestens ein Arzt sehen muss. Alle Patienten werden von der Triageschwester angesehen und befragt und die Vitalzeichen ermitteln. Dann wird der Patient in die Gruppen eingeteilt:
Rot Sofort, Orange 10 Min, Gelb 30 Min, Grün 1 1/2 Stunden, Blau 2 Stunden.
Bei dem Beispiel mit dem verletzten Knöchel würde ich sagen Kategorie Gelb oder Grün, je nachdem wie die Schmerzen sind. Wenn der Knöchel schon am Vortag verstaucht wurde, eher Blau, weil die Schmerzen ja dann scheinbar auszuhalten sind. 
Ich muss dazu natürlich auch sagen: Auch das beste System kann nicht jeden Menschen perfekt erfassen, deshalb machen wir auch mal Fehler.
Hast Du also auch den Eindruck, dass viele Menschen in die Notaufnahme kommen, obwohl es eigentlich nicht dringend ist? Warum glaubst Du, ist das so?
Ja, ich habe oft den Eindruck, dass viele zu uns kommen, obwohl sie kein Notfall sind. Aber mal ehrlich: Wenn ich beim Hausarzt anrufe und keinen Termin bekomme, dann kann ich das schon verstehen. Noch schlimmer ist es mit Fachärzten, da wartet man ja oft drei Monate auf einen Termin. Also fährt man in die Klinik, da wird man auf jeden Fall vom Arzt angesehen, vielleicht wird man sogar stationär aufgenommen und es werden dann alle Untersuchungen gemacht. 
Manchmal wundere ich mich aber auch, wie hilflos viele junge Erwachsene sind. Sie sind es gewohnt, immer alles sofort zu bekommen. Klappt ja bei Amazon und Co auch – ich will etwas, google es, bestelle es und dann ist es ganz schnell bei mir. 
Und natürlich sind auch viele ältere Menschen bei uns, deren Kinder weit weg leben und sich deshalb nicht kümmern können. Wenn sie stürzen, ist dann eben keiner da, der sie umsorgt. Also kommen sie ins Krankenhaus. 
Oft müssen die Menschen in der Notaufnahme stundenlang warten und werden ungeduldig. Bist Du schon mal beschimpft worden und was musst Du Dir so anhören?
Einmal? Es gab Zeiten, da bin ich in jeder Schicht beschimpft worden.  "Sie sind zu nichts fähig" oder "Sie Arschloch" und "Das ist ein Saftladen, bewegen Sie Ihren Arsch", das sind dann fast noch die netteren Kommentare. Mittlerweile wurde aber so viel über den Zustand in den Notaufnahmen berichtet, dass fast alle Verständnis haben. 
Ich kann auch verstehen, dass man nach stundenlangem Warten ärgerlich wird – aber ich kann es nicht ändern. Wir haben nur eine gewisse Anzahl an Räumen, Personal und Ärzten –  irgendwann kommt alles an seine Grenzen. Ich mache mir immer klar, dass ich nur der Prellbock bin. Wir werden aber mittlerweile auf Deeskalations-Fortbildungen geschickt, damit wir lernen, wie wir uns richtig in solchen Situationen verhalten…
Dieser Stress macht Euch aber sicher auch zu schaffen.
Ja, absolut. Dieser Stress macht krank – viele Kollegen fallen deshalb aus. Die letzte vollbesetzte Schicht hatten wir vor einem dreivierten Jahr. Früher waren wir so gut besetzt, dass es nicht aufgefallen ist, wenn mal jemand krank ist. Dann hat man das, was man an dem Tag nicht geschafft hat, einfach am nächsten Tag nachgeholt. Heute sind wir aber statt vier Kollegen nur noch zwei – und wenn der andere krank ist, dann ist nur noch Chaos. Dann arbeite ich 8 Stunden im Dauermodus und hoffe einfach, dass ich nichts übersehe. Das Telefon klingelt ständig, ich muss ständig in Schichten einspringen, weil alle krank sind. 
Ich sehe, dass viele Kollegen einfach kündigen und sich im Supermarkt an die Kasse setzen. Da ist es wenigstens ruhiger. 
Ich war ja gerade mit meiner kleinen Tochter im Krankenhaus. Von Betreten des Krankenhauses bis Ankunft im Zimmer vergingen mehr als 5 Stunden. Drei Ärzte haben sie – trotz eindeutiger Diagnose Gehirnerschütterung – untersucht, wofür wir jedes Mal lange warten mussten. Diese Ärzte müssen ja auch immer einen eigenen Bericht schreiben, das ist doch eine ungeheure Bürokratie, oder?
Ja, aber so ist Deutschland! Wir schreiben uns zu Tode. Tatsächlich nimmt die ganze Dokumentation viel mehr Zeit in Anspruch als die Arbeit am Menschen. Denn die Angst, man könnte verklagt werden, weil man etwas übersehen hat, ist groß. Kommt also ein Kind mit Gehirnerschüttertung zu uns, schaut der Unfallchirurg, der Neurologe und der Kinderarzt drauf. Kommt eine Dame mit Bauchschmerzen, wird der Internist, der Allgemeinchirurg, der Gynäkologe und vielleicht sogar noch der Urologe hinzugezogen. Und das alles muss dokumentiert werden. 
Gibt es einen Fall, der Dich sehr berührt hat?
Puh, das ist eine schwere Frage. Man sieht in der Notaufnahme das ganze Spektrum der Menschheit. Von der feinen Dame bis zum Obdachlosen ist alles dabei: Der bärenstarke Rocker, dem man nachts nicht alleine begegnen will, der aber vor der Spritze Angst hat. Der 5-jährige Junge, der vom Auto erfasst wurde und uns unter den Händen wegstirbt. Der Mann, der sich zur Befriedigung ein Glas in den After eingeführt hat oder einen Tannenzweig in den Penis steckt. Kinder, die misshandelt wurden. Alkoholiker, die die ganze Notaufnahme mit Gesang unterhalten. Obdachlose, die total verwahrlost sind. Frauen, die Angst haben, ihre Frisur könnte vom Arzt berührt werden. 
Es gibt immer Geschichten, die einen freuen, die einen zum Lachen bringen, berühren, aber auch anekeln. Es ist manchmal so, dass man ein Kind reanimiert, dann verlässt man den Raum und wird von jemand angebrüllt, weil er so lange warten muss. Ich versuche, das alles nicht so nah an mich ranzulassen – aber das klappt nicht immer. 
Was müsste sich Deiner Meinung nach sofort ändern, um die Situation in der Notaufnahme zu verbessern?
Wir brauchen mehr Personal, das besser bezahlt wird. Außerdem mehr Räume und bessere Arbeitszeiten. Außerdem glaube ich, dass ein Krankenhaus kein Wirtschaftsunternehmen sein dürfe, denn dann wird immer gespart – und das am falschen Ende – nämlich am Personal. Um der Personaluntergrenze zu entkommen werden bei uns jetzt Zentren gebildet, d.h. aus rein internistischen und chirurgischen Stationen werden gemischte Stationen gemacht. Das macht alles noch schlimmer. 
Foto: Pixabay
 
 
 
 
               
Inside Notaufnahme: Irina erzählt von ihrem harten Alltag als Krankenschwester | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/intensivkrankenschwester-auf-corona-station-frust-muedigkeit-und-schlechte-laune
       
Ihr Lieben, unsere Leserin Heike ist 31 Jahre alt, hat zwei Kinder im Alter von eins und vier und arbeitet seit fast zehn Jahren als Krankenschwester auf Intensivstation.



Nach der Geburt ihres jüngsten Kindes war sie ein Jahr in Elternzeit und begann dann vor einigen Monaten wieder, im Job einzusteigen. Nicht mit der vollen Vollzeitstundenzahl, aber mit mehreren Diensten pro Woche. Deswegen hält sie sich für „noch nicht so ausgelaugt“, wie ihre Kolleginnen und Kollegen weltweit. Trotzdem ist sie praktisch von Null auf Hundert ins kalte Wasser geschmissen worden, was das Arbeiten mit Corona angeht.



Heike, wie geht es Dir gerade als Person, Mensch und Frau?



Ich fühle mich aktuell noch nicht maßlos überfordert. Allgemein nerven mich Corona und die damit verbundenen Einschränkungen aber sehr. Natürlich ist es notwendig, aber es ist eben einfach auch sehr belastend. Als Ausgleich habe ich schon immer Joggen genutzt. Das kann ich jetzt zum Glück auch noch machen.



Wie viele Stunden die Woche bist Du außer Haus und wie ist die Kinderbetreuung geregelt?



Wie oben schon erwähnt arbeite ich nur Teilzeit. Allerdings eben auch im 3-Schichtsystem. Also Früh-, Spät- und Nachtdienste. Wann in der Woche ich in der Klinik bin, variiert, je nachdem wie mein Mann arbeitet.



Er arbeitet ebenfalls im Schichtdienst in einer anderen Branche. Allerdings hat er einen festen Rhythmus. Um diesen herum werden meine Dienste geplant. Die Kinderbetreuung teilen wir uns somit. Wir geben uns sprichwörtlich die Klinke in die Hand. 



Hast du Angst deine Familie anstecken zu können? Bekommt ihr genug Tests?



Ich habe sogar sehr große Angst, Zuhause jemanden anzustecken. Ich bin inzwischen doppelt geimpft, aber inwieweit ich das Virus weitergebe, ist ja noch nicht ganz klar. Die dadurch entstehende Isolation ist natürlich sehr belastend. Man soll ja sowieso so wenig wie möglich mit anderen Menschen zusammenkommen, aber selbst meine Mutter (sie ist 72 Jahre alt) sehe ich kaum noch, weil ich Angst habe, sie anzustecken. Darunter leiden vor allem die Kinder. Sie hängen sehr an ihrer Oma!



Da vor einigen Wochen das Virus auch in unserem Team ankam, wurden wir die letzten vier Wochen alle wöchentlich durchgetestet. Aber auch so steht es uns frei, zweimal die Woche abgestrichen zu werden. 



Wie hat sich dein Arbeiten verändert – im Vergleich zur Zeit vor Corona und im Vergleich zum ersten Lockdown?



Wie schon gesagt, habe ich den ersten Lockdown nicht auf der Arbeit miterlebt. Von Kollegen habe ich aber jetzt schon öfter erzählt bekommen, dass sie ihn als nicht so krass empfunden haben wie die zweite Welle jetzt!



Es sind viel mehr Patienten mit viel schwerwiegenden Verläufen. Und ja, es gibt gravierende Veränderungen im Arbeiten, ich würde sogar sagen: Es ist gar nichts mehr wie es war!



Arbeiten in voller Montur. Schutzkittel, doppelt Handschuhe, OP-Haube, Schutzbrille und das Schlimmste… die FFP 3 Masken! Also kaum Luft. Aufgrund der personellen Engpässe und hygienischen Vorschriften kommt es nicht selten vor, dass man mal drei, vier oder mehr Stunden so am Patientenbett steht. Da ist die Birne ,,luftleer“ und so fühlt man sich auch! 



Mal davon abgesehen, dass wir angehalten sind, nicht mal mehr zusammen Pause zu machen. Es ist einfach nichts mehr wie es mal war! Und so sind natürlich auch meine Kollegen drauf: Frust, Müdigkeit und schlechte Laune sind Dauerbegleiter. 



Als Team, so wie es vor der Pandemie war, agieren wir nur noch selten. Man ist eher Einzelkämpfer geworden. Klar gibt es Hilfen. Springer nennt sich das. Sie helfen, Patienten zu betten oder reichen uns Utensilien ins Zimmer, wenn wir sie benötigen, aber am Bett im Zimmer ist es sehr einsam geworden.



Was war die emotionalste Situation, die Schönste und Traurigste?



Vieles lässt man nicht mehr an sich ran. In Bezug auf Corona finde ich es eben besonders schlimm, dass der Kampf so aussichtslos ist. Vorher hat man Patienten intubiert und maschinell beatmet, um ihnen Entlastung zu geben und in den meisten Fällen führte das zu Linderung oder gar Genesung. Jetzt kommt mit der Intubation viel zu oft der letzte Weg.



Was meinst du damit?



Leider sind bislang ohne Ausnahme alle Patienten verstorben, die ich bis zur Intubation begleitet habe. Der Tod ist insofern trauriger bei uns auf der Station, weil sie viel zu oft alleine bzw. ohne Angehörige sterben… 



Dürfen gar keine Angehörigen kommen?



Das ist ein schwieriges Thema. Eigentlich herrscht ja Besuchsverbot. Allerdings gibt es hiervon natürlich auch immer wieder Ausnahmen. Gott sei Dank!



Wenn es also einem Patienten sehr schlecht geht, dürfen natürlich auch die Angehörigen kommen. Das muss nur gut kommuniziert und abgesprochen werden. Man muss die Angehörigen auch sehr an die Hand nehmen.



Vorher konnten sie sich, wenn sie bekannt auf Station waren, auch frei mit den Patienten in deren Zimmer bewegen, gehen wann sie wollten. Jetzt muss man sie anleiten, wie sie sich anzuziehen haben – also die Schutzkleidung – oder sie sind sehr unsicher im Umgang mit den Erkrankten, denen es ja nun so schlecht geht und bei denen keiner weiß, wie es für sie weiter geht.



Habt ihr psychologische Hilfe, um all das zu verarbeiten?



Ja! Es gibt seit kurzem die Möglichkeit an Supervisionen teilzunehmen. Im Team wird auch viel gesprochen. 



Wie sieht denn so ein Tag bei dir im Dienst aus?



Umziehen in blaue Krankenhauskleidung, große Übergabe im Pausenraum, kleine Übergabe am Bett bzw. wegen Corona vorm Zimmer an der Kurve, Platzcheck (Geräte überprüfen, beim Patienten vorstellen, etc.) Medikamente geben, Diagnostik, OP-Fahrten.



Es gibt auch kleine Unterschiede zwischen den Schichten: Im Frühdienst kommt noch Waschen, Betten beziehen und Mobilisieren dazu, im Spätdienst Systemwechsel an den Geräten.



Neben gewöhnlichen Aufnahmen kommen dann noch Notfälle dazu. Da gibt´s das Notfalltelefon, das geht, wenn auf Normalstationen Patienten reanimiert werden müssen. Da rufen sie dann uns als Notfallteam, dazu einen Arzt und eine Pflegekraft.



Optimalerweise hat eine Pflegekraft zwei Patienten zu versorgen. Bei speziellen Therapien wie ECMO (Lungenersatztherapie) hat man nur diesen einen Patienten.



Man ist aber schon oft flott unterwegs, weil der Arbeitsauswand schon hoch ist und häufig was dazwischenkommt. Es kommt auch häufig vor, dass wir dann doch für drei oder vier Patienten zuständig sind. 



Zwischen den Zimmern dürfen wir in Isolations-Kleidung hin- und herlaufen, solange alle auch Covid haben. An die Schränke und zum Pausenraum hingegen dürfen wir nur ohne Isokleidung.



Wenn du nach einer langen Schicht nach Hause kommst, sind da auch noch Menschen, die Bedürfnisse haben. Wird dir das schnell zu viel oder tankst du Kraft aus deiner Familie?



Nein, es ist mir gar nicht zu viel! Klar ist man müde, wenn der Dienst dann endlich rum ist, aber ich freu mich, meine Kinder zu sehen. Sie sind noch so unverdorben. Quatsch haben sie ohne Ende im Kopf, aber sie wissen noch nicht, wie viel Schwieriges oder Trauriges da draußen herrscht. Das macht mich dann ruhiger.



Allerdings ist es auch schwierig, die gute Laune mitzuleben. Eben weil man den Tag über so viel Leid und Hoffnungslosigkeit sieht.



Was würde dir und deiner Branche gerade helfen? Fühlst du dich übersehen oder zu wenig wertgeschätzt?



Also was ich zuerst zu dieser Frage sagen muss, ist, dass ich mich nicht vorrangig über die Bezahlung beschwere! Das ist ja das, was man im Moment vorherrschend hört! Zu wenig Geld, für eine zu hohe Belastung! Es mag zwar schön sein, mehr Geld auf dem Konto zu haben, aber wenn man keine Zeit hat es auszugeben, ist es auch doof. Ich habe mich damals für diesen Beruf entschieden und wusst ja in etwa, was finanziell auf mich zukommt.



Ich denke aber, dass es unserer Branche guttun würde, wenn man bei der Schichtgestaltung mehr Wert auf die Grundbedürfnisse von Menschen legt. Schlaf, Essen, Familie, usw. Mehr Freizeitausgleich, andere Schichtsetzung.



Nachtdienste später anfangen und dafür morgens etwas länger laufen lassen. Dafür den Frühdienst nicht um 6 Uhr, sondern vielleicht erst gegen 7 oder 8 beginnen lassen und dann eben auch den Spätdienst mehr in den Mittag hineinplanen. So könnte man evtl. mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitern bewirken und damit vielleicht auch ein größeres Interesse am Job, weil es einfach wieder mehr Spaß macht.



Meiner Meinung nach ist an der jetzigen Situation nichts groß zu ändern. Man wird nicht in wenigen Wochen erfahrene Intensivfachkräfte aus dem Hut zaubern. Das lernt man ja über Jahre. Ich denke, da müssen wir jetzt einfach alle durch und für die Zukunft lernen.



Was gibt dir Kraft, wer gibt dir Anerkennung. Wer baut dich auf?



Ganz klar meine Familie! Besonders mein Mann. Wir führen eine sehr temperamentvolle Ehe, wenn ich das mal so sagen darf. Wir streiten leidenschaftlich und genauso schnell vertragen wir uns wieder. Aber wenn es mir schlecht geht, ist ER immer für mich da. Er kann mich eben auch so gut verstehen, wenn ich von dem Schichten genervt bin, weil er es ja selbst gut kennt.



Was hat Corona mit dir als Mensch gemacht?



Ich bin noch vorsichtiger geworden. Also besonders als Privatperson. Man hält halt einfach Abstand zu allem und jedem. Das wird auch nicht mehr so schnell vorbei gehen. Bei vielen…
               
Intensiv-Krankenschwester auf Corona-Station: "Frust und Müdigkeit"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-bettina-zimmermann-warum-sie-sich-gegen-tetanus-engagiert-und-was-sie-als-mutter-ueberrascht-hat
        Es gibt ja so Menschen, die trifft man das erste Mal und trotzdem fühlt es sich so an, als würde man sich schon länger kennen. Genau so ging mir das mit der Schauspielerin Bettina Zimmermann.  Das lag wahrscheinlich vor allem daran, dass die 42-Jährige so unglaublich locker, freundlich und lustig ist. 
Und: Sie ist emphatisch. Man merkt sofort, wie sehr sie ihre Reise nach Haiti bewegt hat. Denn genau um diese Reise ging es, als ich Bettina getroffen habe.
Als diesjährige Aktionsbotschafterin der Initiative von Pampers für UNICEF „1 Packung = 1 lebens- rettende Impfdosis“ war sie im Sommer nach Haiti gereist, um sich vor Ort ein Bild über den Kampf gegen Tetanus zu machen. Bereits seit 12 Jahren unterstützt Pampers gemeinsam mit UNICEF im Kampf gegen Tetanus. Über ihre Erfahrungen dort erzählt Bettina im Interview: 
Haiti wird häufig von Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen und Erdbeben heimgesucht, zuletzt 2016 vom Hurrikan Matthew. Welche Auswirkungen waren für das Impfprogramm gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen spürbar?
Wir haben in Haiti eine Gesundheitsstation, ein Krankenhaus und einen mobilen Impfposten besucht. Es war schön zu sehen, dass gerade das Krankenhaus in der Stadt Jacmel einen sehr guten Standard hat. 
Das heißt aber nicht, dass es mit europäischen Verhältnissen vergleichbar wäre. Das Krankenhaus hat beispielsweise keinen Rettungswagen, sodass die Patientinnen, etwa bei Komplikationen bei der Geburt, meist gar nicht rechtzeitig eingeliefert werden können. Und auch die Infrastruktur selbst, vor allem der Zustand der Straßen, bedeutet insbesondere auf dem Land erschwerte Bedingungen für die Mütter, wenn es darum geht, ins Krankenhaus oder in die Gesundheitsstation zu kommen. 
Wie laufen die Impfungen in Haiti ab? 
Das kommt ganz darauf an, wo sie durchgeführt werden. Im Krankenhaus und der Gesundheitsstation laufen sie ähnlich ab, wie wir das vom Hausarzt gewohnt sind. Wir haben allerdings auch einen mobilen Impfposten besucht, der vor allem dazu dient, die Menschen in abgelegenen Gegenden zu informieren und eben zu impfen. Die Information über die anstehenden Impfungen kann man sich so vorstellen: Ein paar Tage, bevor die UNICEF-Helfer in den Ort kommen, geht jemand durch den Ort und erklärt den Menschen dort, wann und wo sie sich ein nden müssen. Am Tag der Impfung hat in unserem Fall eine Dame ihr Gartengrundstück zur Verfügung gestellt. Dort hat sie mit Stühlen eine Art Wartezimmer unter freiem Himmel aufgebaut, und die Menschen kamen nach und nach dran. 
Was genau ist der Hintergrund der Initiative von Pampers für UNICEF? 
Die Initiative der beiden Partner setzt sich bereits im zwölften Jahr für die Eliminierung von Tetanus bei Müttern und Neugeborenen ein. Die Infektionskrankheit, auch Wundstarrkrampf genannt, ist insbesondere direkt nach der Geburt eine Gefahr für Mutter und Baby. Gerade wenn die Mütter zu Hause gebären und beispielsweise die Nabelschnur mit einem nicht sterilen Gegenstand durchtrennt wird. Mutter und Baby können vor dieser tödlichen Gefahr bei der Geburt geschützt werden. Wenn die Mutter gegen Tetanus geimpft ist, gibt sie diesen Schutz für die ersten zwei Monate auch an ihr Baby weiter. 
Ich selbst habe drei Kinder – Bettina und ihr Mann Kai Wiesinger haben gemeinsam vier Kinder – für uns ist es kaum vorstellbar, dass weltweit immer noch 53 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter und ihre noch ungeborenen Kinder von Tetanus bedroht sind.  Daher unterstützen wir aus vollem Herzen die Initiative von Pampers für UNICEF „1 Packung = 1 lebens- rettende Impfdosis“. Was bedeutet: Bis zum 31. Dezember unterstützt jeder Kauf von Pampers Windeln die Aktion und rettet damit vielen Frauen und Kindern das Leben. 
Und Bettina ist nicht nur eine ganz wunderbare Aktionsbotschafterin – sondern eben auch (wie oben schon gesagt) Mama. Und zwar eine wie Du und ich – mit genau den gleichen Problemchen, wie sie im Interview verrät: 
Wann hatte ein Kind von Dir den letzten Tobsuchtsanfall?
Es ist Herbst  – das heißt, die Diskussion „Zieh bitte eine ordentliche Jacke an“ oder „Du brauchst eine Mütze“ ist wieder top aktuell 🙂
Mit was hättest Du nie gerechnet, bevor Du Mutter wurdest?
Dass man mit so wenig Schlaf auskommen kann.
Was wünscht Du Deinen Kindern?
Dass sie ihren eigenen Weg finden. Dass sie sich nicht von der Schnelllebigkeit anstecken lassen, sondern dass sie sich Zeit nehmen, Dinge zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich hoffe, sie werden sich nie vom Populismus anstecken lassen. Und natürlich ein gesundes, glückliches, langes Leben.
 
               
Interview mit Bettina Zimmermann: Warum sie sich gegen Tetanus engagiert und was sie als Mutter überrascht hat | STADT LAND MAMA
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Liebe Celsy, Dein zweites Kind war wenige Wochen alt, als Du eine Krebsdiagnose erhalten hast. Dir ging es zuvor schon einige Zeit nicht besonders gut, aber recht lange hatte keiner eine Diagnose. Kannst Du mal erzählen, welche Anzeichen es gab und wer schließlich die Diagnose gestellt hat?
Alles begann mit bleiernder Müdigkeit und Kreislaufproblemen. Zunächst schoben wir es auf den niedrigen Hb, der bei der Entlassung nach dem Kaiserschnitt schon nur bei 9,0 lag. Im Laufe der Zeit kamen aber auch Magenkrämpfe, Durchfälle und Kurzatmigkeit über mehrere Wochen hinzu. Ich hörte auf zu essen, weil sich mir beim Anblick von Essen der Hals zuschnürte. Schließlich bekam ich regelmäßige Schmerzattacken, die sich vom Nacken über die Wirbelsäule bis ins Becken zogen. Der Schmerz saß wirklich in den Knochen und pulsierte mit meinem Herzschlag. Die Schmerzen waren so stark, dass ich während dieser Attacken bewegungsunfähig war. Kurz vor Ostern stellte ich fest, dass ein Lymphknoten am Hals deutlich geschwollen war. Aber wir schoben das auf die ewigen Erkältungen, die ich hatte. Als ich anfing, sogar mitten in Gesprächen einfach einzuschlafen, wussten wir, irgendwas muss passieren. Nach der Nachsorge beim Gynäkologen, ich war ja noch im Wochenbett, wurde ich zum Hausarzt geschickt. Die Blutwerte seien „irgendwie nicht in Ordnung“ und ich solle das weiter kontrollieren lassen. Mein Hausarzt sah die Blutwerte, hörte sich meine Probleme an und schickte mich ins Krankenhaus. Er war der erste, der etwas Schlimmeres als eine bloße Wochenbettproblematik vermutete. Bereits während der Schwangerschaft waren die Entzündungswerte und die Zahl der Leukozyten, die für unsere Immunabwehr gebraucht werden, erhöht. Als ich bei meinem Hausarzt saß, ging die Zahl geradezu durch die Decke.
Im Krankenhaus wurde ich direkt auf die Intensivstation verlegt, weil sämtliche Blutwerte völlig im Keller waren und man jederzeit mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand rechnete. Ich mein, habt ihr schon mal Tütchen mit Kalium nehmen müssen? Ich vorher auch nicht!
Nachdem das Krankenhaus in einem Zeitraum von 10 Tagen alle möglichen Differenzialdiagnosen ausgeschlossen hatte, folgten zwei Lymphknotenentnahmen. Mein Onkologe, zu dem ich bereits überwiesen wurde, teilte mir schließlich mit, dass ich Lymphdrüsenkrebs, genauer Morbus Hodgkin Stadium IV B, habe. Dies bedeutete, dass Lymphdrüsengewebe am Hals, im Nacken, unter den Armen, im Brustraum, im Oberbauch und teilweise in der Leiste von Tumoren befallen war. Außerdem war die Milz befallen und mein Knochenmark ebenso.
Wie ging es Dir in dem Moment der Diagnose? Und welche Prognosen haben die Ärzte gestellt?
Ganz ehrlich? ich hatte mit der Diagnose tatsächlich gerechnet. Dass Lymphdrüsenkrebs eine mögliche Option sein könnte, hatte man mir auf der Intensivstation schon gesagt. Als die Diagnostik trotz zahlreicher Tests kein Ergebnis brachte, wusste ich im Grunde schon, dass ich Krebs habe. Ich war einfach realistisch. Trotzdem war ich natürlich völlig am Boden, als mein Onkologe den Verdacht bestätigte. Ich hatte furchtbare Angst, dass ich meine Kinder nicht aufwachsen sehe und fragte zu allererst genau danach: „Werde ich meine Kinder aufwachsen sehen?“ Mein Onkologe gab keine Prognose, sagte aber, dass Lymphdrüsenkrebs sehr gut heilbar ist und dass er stark davon ausgeht, dass ich sogar noch meine Enkelkinder kennenlernen werde. Eine Info am Rande: Ein guter Onkologe gibt niemals eine fixe Prognose. Dafür ist der Behandlungsverlauf bei jedem Patienten viel zu individuell.
Wenn man sich aber an Fakten aufhalten will: Generell stehen die Chancen, Morbus Hodgkin zu überleben, bei circa 85%. Bei meiner schweren Diagnose spricht man von weniger als dem durchschnittlichen Satz, aber auch da stehen die Chancen in meinem Alter recht gut.
Du musstest durch einige Chemoblöcke. Was was für Dich das Schwerste in dieser Zeit?
Das Schwerste war, dass ich plötzlich so abhängig und wenig belastbar war. Mir fehlte die Kraft für alles, greifen, laufen, stehen. Ich konnte mich nicht alleine um die Kinder kümmern, konnte meine Tochter, die ja noch ein Säugling war, nicht einmal alleine tragen. Zu Beginn habe ich teilweise 12 von 24 Stunden geschlafen, teilweise sogar länger. Außerdem habe ich am Anfang der Chemotherapie kaum denken können. Gedanken begannen, verloren sich dann aber, bevor ich sie zu Ende gedacht hatte. Gespräche zu führen war zu Beginn kaum möglich. Für mich als Autorin war das der Alptraum. Außerdem hatte ich immer wieder, bedingt durch den Krebs und dann die Medikamente, schlimme, schlimme Schmerzen, die mich immer wieder in die Knie gezwungen haben.
Gab es Tage, an denen Du keine Hoffnung mehr hattest?
Ja, die gab es. Wenn die Schmerzen besonders schlimm waren, war ich durchaus hoffnungslos, dass das Ganze jemand enden würde. Aber wirklich kurz vor dem Aufgeben stand ich Anfang November, am Ende des dritten Chemozyklus. Die Blutwerte waren so schlecht, dass wir die Chemotherapie nicht fortsetzen konnten. Außerdem hatte ich schlimme Schmerzen und war am Ende mit meinen Kräften. Die Kombination aus den Schmerzen, der Schwäche und der Perspektivlosigkeit, wann die Chemotherapie schließlich fortgesetzt und beendet werden würde, nahm mir jeden Lebenswillen. An einem Wochenende Anfang November wollte ich tatsächlich einfach sterben.
Du hast zwei kleine Kinder – wie sind sie damit umgegangen, dass Du krank bist und inwieweit habt Ihr Ihnen von dem Krebs erzählt?
Erik war zu Beginn der Therapie fast 2 und Nova gerade einmal fünf Monate alt. Viel erzählen brauchten wir ihnen also nicht, das Verständnis für solche Dinge fehlt in dem Alter ja völlig. Alles, was Erik mitbekam, war, dass ich zu Anfang und zwischendurch im Krankenhaus war und dass ich ansonsten mit dem Taxi zum Arzt fahre. Das haben wir ihm auch erklärt, dass Mama krank ist, sich deshalb viel ausruhen muss und zwischendurch mit dem Taxi zum Arzt fährt, damit es ihr bald besser geht.
Man merkte schon, dass die Kinder gemerkt haben, dass es mir nicht gut ging. Zu besonders schlimmen Zeiten haben sie sich ruhiger verhalten als sonst. Gerade der Große schien an manchen Tagen besonders ruhig zu spielen, um mich nicht allzu stören. Während ich im Krankenhaus lag, hat er unter meiner Abwesenheit sehr gelitten, hat oft nach mir gefragt. Durch die Kita, den Rückhalt der Familie und vor allem durch die liebevolle Zuwendung durch meinen Mann haben die beiden Kids das aber ganz gut weggesteckt, glaube ich. Hoffe ich.
Was war Deine allergrößte Angst in dieser Zeit?
Meine allergrößte Angst war, dass ich sterbe und meine Kinder mich einfach vergessen. Einfach, weil sie noch so klein sind und ich ja nun weiß, dass sie sich an diese frühen Jahre nicht erinnern werden. Für mich war es die absolute Horrorvorstellung, dass ich den Krebs doch nicht besiege und meine Kinder mich nur noch von Fotos kennen würden. Dass sie wohlmöglich eine neue Frau meines Mannes (die ich ihm sehr gönnen würde, im Falle dessen) als Mutter verstehen würden, weil sie sich an mich einfach ja nicht mehr erinnern könnten.
Und was hat Dir Kraft gegeben?
Kraft gegeben haben mir diese ganz besonderen Menschen in meinem Leben, die ich durch diese Zeit aber auch ganz neu in Ehren halte. Allen voran natürlich mein Mann, der von der ersten Minute an alles mit mir durchgezogen hat und nicht eine Minute daran gedacht hat, mich im Stich zu lassen. Egal wie sehr ich gelitten, gekotzt und geschimpft habe, er war immer da und hat alles mit mir getragen. Außerdem meine Schwiegerfamilie, vor allem meine Schwiegermutter und meine Schwager und Schwägerinnen. Alle haben sich so, so, so sehr dafür eingesetzt, dass wir alles hatten, was wir brauchten, dass ich auch jetzt noch völlig überwältigt bin.
 Außerhalb der Familie hat mir aber auch meine beste Freundin Lisa-Marie so, so, so viel Kraft gegeben, durchzuhalten. Was diese Frau sich den Allerwertesten für uns aufgerissen hat, ist unfassbar! Sie hat uns einfach mit so viel Liebe und praktischer Hilfe unterstützt. Ich liebe sie wirklich sehr dafür, dass sie mich auch in der dunkelsten Sekunde im Arm gehalten und festgehalten hat.
Dein Mann war die ganze Zeit an Deiner Seite. Was bedeutet Dir das?
Ich liebe meinen Mann nach dieser ganzen Sache mehr als ich es jemals gekonnt hätte. Das letzte Jahr war in unseren bald 13 gemeinsamen Jahren das härteste und er hat das einfach wunderbar gemeistert. Ich bin bis heute beeindruckt davon, wie er es geschafft hat, völlig selbstverständlich all das zu leisten, was ich nicht leisten konnte. Vor allem aber bin ich sehr berührt von dieser bedingungslosen Liebe, die er für mich hat. Selbst als ich von der Chemo gezeichnet, ohne Haare, Wimpern, Augenbrauen und total aufgequollen vor ihm stand, hat er mich nicht nur geliebt, sondern auch noch begehrt, WEIL er mich so liebt. Er hat das ganze mit so viel Fassung getragen und sich so sehr aufgeopfert, ohne auch nur eine Minute darüber zu klagen. Mein Mann ist mein Held, so kitschig es klingt.
Wie geht es Dir momentan? Wie geht es weiter? 
Momentan geht es mir gut. Seit Anfang Januar befinde ich mich offiziell in Remission, bin also krebsfrei. Als gesund gelte ich allerdings erst nach fünf Jahren ohne Rückfall. Momentan kämpfe ich noch mit Nebenwirkungen der Chemotherapie. Ich bin wenig(er) belastbar, habe immer wieder gemeine Schmerzen in den Knochen und Gelenken, phasenweise wird mir noch ein bisschen übel und ich habe immer wieder Probleme mit dem Magen. Aber insgesamt fühle ich mich gut, ich arbeite auch schon wieder als selbstständige Autorin und Texterin.
Im März machen wir erstmal ein paar Tage Urlaub. Anschließend muss ich im April zur ersten Nachsorgeuntersuchung, inklusive CT und Blutuntersuchungen. Diese Nachsorgetermine stehen jetzt erstmal alle drei Monate an, weil die Gefahr eines Rückfalls doch recht hoch ist, jedenfalls innerhalb der ersten zwei Jahre.
 Ansonsten kümmere ich mich gerade um eine Psychotherapie sowie um Reha-Sport. Darüber hinaus versuchen wir, so normal wie möglich weiterzuleben. Ich engagiere mich ehrenamtlich politisch und verfolge verstärkt mein feministisches Engagement. Wir machen Ausflüge, kümmern uns um das Haus, das wir 2017 gekauft haben und jonglieren mit dem alltäglichen Wahnsinn.
Wenn Du etwas positives aus dem letzten Monaten ziehen willst – was wäre das?
Die Menschen, die mir wirklich wichtig sind, sind mir noch näher. Uns als Familie, auch im erweiterten Kreis der Schwiegerfamilie, hat das Ganze sehr zusammengeschweißt. Auch meine beste Freundin und ich sind uns näher als je zuvor.
 Außerdem hat der Krebs meinem Mann und mir gezeigt, wie sehr wir doch gleichberechtigt leben und erziehen können, wenn wir uns nur trauen, alte Muster aufzubrechen. Durch die Notwendigkeit heraus, haben wir alle Bereiche unseres gemeinsamen Lebens wirklich gleichwertig verteilen können. Ich hätte mir gewünscht, dass wir dazu keine Chemotherapie gebraucht hätten, aber im Endeffekt hat uns das letzte Jahr beigebracht, uns gegenseitig wirklich in ALLEN Bereichen den Rücken freizuhalten. Natürlich gibt es immer noch Reibungspunkte und Rückfälle in alte Muster. Aber dadurch, dass wir beide so herausgefordert waren, loszulassen und/oder Verantwortung zu übernehmen, sind wir unserem gleichberechtigten Ideal näher als zuvor.
Wenn dieses Interview eine andere Mutter liest, die gerade in einer ähnlichen Situation ist – was willst Du ihr sagen? 
Ich bin kein Fan von diesen pauschalen Aussagen oder Szenarien. Gerade, wenn man als Elternteil schwer krank wird, ist es so individuell, was gerade hilfreich ist und was besser ungesagt bleibt. Nicht jeder gute Rat ist immer auf jeden anwendbar und gut Gemeintes kann schnell belastend werden. Allerdings kann ich allen nur dazu raten, sich Hilfe zu holen. Gerade in solch einer Ausnahmesituation ist es ok, nicht alles allein stemmen zu können. Ein Netzwerk, das einen auffängt, ist unbezahlbar!
Wer mehr über Celsy und ihr Leben erfahren möchte, kann ihr auf Instagram folgen: https://www.instagram.com/idealistin_mit_dickkopf/
               
Interview mit Celsy: Kurz nach der Geburt meines Babys bekam ich die Krebsdiagnose | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-dani-der-vater-meiner-kinder-ist-ein-schwuler-freund
        Ihr Lieben, es ist uns hier bei STADTLANDMAMA meeeeega wichtig, zu zeigen, dass Familie heute viel mehr bedeuten kann, als Vater, Mutter, Kind. Deshalb stellen wir Euch immer wieder die verschiedensten Familien-Konstellationen vor. Heute erzählt uns Dani aus Erding, wie sie als lesbische Mama von zwei Kindern lebt. Wir bedanken uns für dieses schöne Interview und wünschen Deiner tollen, bunten Familie alles Liebe!
Liebe Dani, erzähl erstmal: Wer gehört zu Deiner Familie? 
Meine Kinder Valentin, gerade 6 Jahre geworden und Johanna, fast 5 Jahre. Meine Partnerin Emilija, mein Dad, meine Mama, meine Brüder, viele Freunde und natürlich der Papa meiner Kinder, Chris.
Du bist lesbisch. Wann hast Du Dich geoutet?
Als ich 28 Jahre war, habe ich es meiner Mama gesagt, sie sagte, dass sie es schon geahnt hatte. Freunde wussten das schon sehr viel eher, ich habe das auch offen gelebt, in einer Großstadt wie München war das kein Problem.
War Dir schon immer klar, dass Du Kinder haben möchtest? 
Ja. Ich wollte schon immer Kinder haben und auch gleich 2 davon. Ich habe selber Geschwister und fand es immer toll, dass ich kein Einzelkind bin.
Welche Möglichkeiten hast Du gedanklich durchgespielt, um schwanger zu werden? Wäre zb. ein anonymer Samenspender auch in Frage gekommen?
Ich hatte einen Freund gefragt, ob er sich das vorstellen könnte. Er sagte damals nein. Als dann Valentin geboren war, sagt er, schade, dass er nicht der Vater ist. Einen anonymen Spender wollte ich nicht, für mich war und ist es wichtig, dass die Kinder Ihren Vater kennen. Und dass es eine männliche Bezugsperson für sie gibt. Schließlich wachsen sie ja mit 2 Frauen auf.
 Der Vater Deiner Kinder ist ein schwuler Freund. Wer von Euch hatte die Idee, sich zusammen zu tun?
Chris ist mittlerweile ein sehr guter Freund geworden, kennengelernt haben wir uns vor 7 Jahren über eine Anzeige im Internet, er suchte eine lesbische Frau zum gemeinsamen Kind kriegen. Und da er auch in München wohnte haben wir ein "Date" ausgemacht. Wir haben uns gesehen und innerhalb von 30sek. war uns beiden klar, dass es passt. Wir haben uns dann regelmäßig getroffen, zusammen gekocht, die Freunde kennengelernt etc. und nach ca. 3 Monaten bin ich per Insemination sofort schwanger geworden.
Wie waren die Reaktionen Eurer anderen Freunde und Eurer Familie auf die Pläne?
Erst als ich schwanger war haben wir es allen erzählt. Die Freunde fanden es cool, meine Mama war im ersten Moment sehr sehr überrascht, sie fragte: Wie geht denn sowas was?..muss ich heute noch lachen über diese Reaktion. Aber im Nachhinein war sie dann doch glücklich, dass sie Oma wird.
Habt Ihr gemeinsam dann all die "Eltern"-Sachen gemacht? Vorbereitungskurs, Erstausstattungskauf usw.? Gabs da mal doofe Redaktionen?
Kinderwagenkauf, Babybett, Wickelkommode, Strampler, Windeln… all das habe ich mit meiner Partnerin gekauft. Überhaupt haben wir das alles zusammen gemacht, Chris war nur ab und an dabei. Komische Reaktionen gab es nicht. Die Leute waren eher interessiert und haben gefragt. Ich habe mir immer gesagt, wer was wissen soll, soll fragen. Je normaler darüber gesprochen wird, desto normaler kommt das auch bei den Leuten an.
War der Vater auch bei der Geburt dabei?
Bei beiden Geburten war meine Partnerin dabei. Es waren spontane Geburten, Valentin kam am Vatertag, Chris war zu diesem Zeitpunkt in Österreich und ist dann gleich am nächsten Tag direkt ins KH gefahren. Johanna kam an meinem Geburtstag, sehr überraschend. Auch hier war Chris dann 1 Tag später im KH.
 Wie ist das rechtlich zwischen Euch geregelt?
Chris ist eingetragener Vater und steht auch in der Geburtsurkunde. Das wollten wir beide so. Er kann die Kinder jederzeit sehen. Und finanziell haben wir uns auch geeinigt.
Und wie ganz praktisch? Wo wohnen die Kinder? Wie oft seht Ihr Euch?
Die Kinder wohnen bei mir, das ist auch DAS Zuhause. Alle 2 Wochen Dienstag und Mittwoch werden sie vom Papa aus der KiTa abgeholt. Und 1x im Monat haben sie ein langes Wochenende zusammen. Für mich und meine Partnerin auch ganz schön, wenn wir mal ohne Kinder sind.
Wie erklärt Ihr den Kindern, dass Mama und Papa kein klassisches Elternpaar sind?
Gar nicht, sie kennen es ja nicht anders. Sie spielen gerade sehr gerne Rollenspiel: Mutter, Vater, Kind. Oder Mutter, Mutter, Kind. Oder Vater, Vater, Kind. Ich finde es toll, dass sie jetzt schon so aufwachsen, dass es viele Arten von Familie gibt. Johanna sagte kürzlich, wenn Sie groß ist dann heiratet sie Isabell und sie bekommt dann das Baby. Daraufhin sagte Valentin, 2 Mädchen können keine Kinder kriegen, da brauchst Du einen Mann. Antwortet Johanna, na und, dann frage ich halt den Benjamin. (ein Junge aus ihrer KiTa).
Was würdet Ihr Euch für Regenbogen-Familien wünschen? 
Mehr Verständnis. Schließlich geht es hier um die Kinder. Und wenn diese glücklich und viel Liebe groß werden dürfen, ist es doch ganz egal, wie die Konstellationen sind. Und auch von anderen Regenbogen-Familien: Mutig sein und Farbe bekennen. So wie es die Kinder mögen: Hauptsache bunt 😉Mehr zu dem Thema, gibt es bei uns hier und hier
               
Interview mit Dani: Der Vater meiner Kinder ist ein schwuler Freund | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-danny-der-richtige-vater-muss-nicht-unbedingt-der-erzeuger-sein
       

Liebe Danny, wir möchten über Deinen Vater sprechen. Zuerst einmal: Wer ist dein leiblicher Vater und wie war Euer Verhältnis? 
Mein leiblicher Vater war er mit uns Kinder sehr streng und wenig liebevoll. Es gab viele Auseinandersetzungen – auch zwischen mir und meinen Eltern. Meine Mutter hat sich schließlich von meinem Vater getrennt. 
Wie hast Du Dich nach der Trennung gefühlt? 
Ehrlich gesagt war es eine Erleichterung. Er hat im Alltag auch nicht gefehlt, weil er vorher auch kaum am Familienleben teilgenommen hat. 
Dann hat Deine Mutter einen neuen Partner gefunden…
Genau. Etwa ein Jahr nach der Trennung ist meine Mutter wieder öfter ausgegangen und hat mir dann erzählt, dass die jemanden kennen gelernt hat. Ich habe mich für sie gefreut und – wie man das als Teenager so macht – sie auch ein bisschen damit aufgezogen.  Als sie ihn uns nach einer Weile vorstellte, war mir sofort klar, dass dieser Mann bei uns bleiben wird. 
Warum ? Was war so besonders an dem neuen Partner?
Er war so ruhig und verständnisvoll. Ich hatte sehr schnell Vertrauen zu ihm. Meine kleine Schwester mochte ihn auch sofort und mein Bruder hatte den selben Humor – das passte einfach. Das Wichtigste war aber: Er war präsent. Er machte Familienausflüge mit, interessierte sich für uns, das kannten wir so gar nicht. Auch meine Mutter veränderte sich durch ihn zum Positiven hin. 
Er wurde für Dich die Vaterfigur.
Absolut. Er zog bei uns ein und war mehr Vater, als mein leiblicher Vater es je war. Ich kann mich noch erinnern, wie wichtig es mir war, dass wir Kinder ihm zum ersten Vatertag ein Geschenk besorgten. Es war einfach wunderbar, ihn bei uns in der Familie zu haben. Als er und meine Mutter schließlich heirateten, war ich sogar Trauzeugin. 
Ihr habt sogar seinen Nachnamen angenommen.
Ja, mit der Geburt meiner Kinder wurde unsere Verbindung noch stärker. Er ist ein wundervoller Opa und es war mir so wichtig, dass die Kinder und ich seinen Nachnamen tragen und nicht den meines Erzeugers. Ich musste den Richter davon überzeugen, wie ernst es mir war. Aber es hat geklappt und nun tragen wir seinen Namen. 
Es ging ja noch weiter. 
Vor zwei Jahren hat mein Vater mich und meine Geschwister adoptiert – wir sind nun offiziell SEINE Kinder. Es berührt mich immer noch total, wenn er mich begrüßt und sagt: "Na, Kind, wie geht`s?" Das ist echt das Größte. Wir wussten immer, dass wir ihm viel bedeuten, dass er uns aber adoptiert hat, ist ein großer Schritt und für mich der größte Liebesbeweis.
Was hast Du Deinem Vater zu verdanken?
Er hat mir zugehört, mir Ratschläge gegeben, mich aufgefangen. Er ist so lustig und geduldig – und packt an, wenn es sein muss und quatscht nicht nur. Er hat mir das Vertrauen an einen Vater zurück gegeben und dafür bin ich unendich dankbar. 
Foto: Pixabay
               
Interview mit Danny: Der richtige Vater muss nicht unbedingt der Erzeuger sein | STADT LAND MAMA
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Liebe Dini, wer gehört denn alles zu Eurer Familie  und wie lebt Ihr?
Wir sind: Axel (40), Dini (34), Elijah (11), Simin (8), Mio (4), Yari (knapp 2) und Rumi (9 Wochen). Wir leben auf einem ehemaligem Bauernhof, den wir zum Gnadenhof umfunktioniert haben. Dieser befindet sich mitten in einem kleinen Dorf im vorderen Odenwald.
Fünf Kinder, da ist sicher einiges los. Wie sieht Euer typischer Alltag aus?
Unter der Woche sind unsere Tage durch Schule, Kita und nachmittägliche Termine relativ durchgeplant. Wir verbringen auch relativ viel Zeit im Auto, um die Kinder zur Freien Schule zu bringen. Unsere beiden Großen besuchen eine Waldorfschule mit alternativem Konzept, die wir mitgegründet haben und die sich nun im zweiten Jahr ihrer Laufbahn befindet. Unser 4jähriger geht auf eigenen Wunsch in einen kleinen, sehr familiären Kindergarten mit nur 14 Kindern und einem zugewandten und integrativen Konzept.
Mein Mann arbeitet als Lehrer für Kunst und Religion am Gymnasium und leitet dort zusätzlich noch die Nachmittagsbetreuung. Ich bin mit den jeweils kleinsten Kindern Zuhause, kümmere mich in den 3 Stunden am Vormittag um Haushalt, Hof, Tiere und Garten, bereite das Mittagessen vor und bespaße zwischendurch die Kinder bzw versuche, sie in meine Tätigkeiten miteinzubeziehen.
Wolltet Ihr immer eine Großfamilie oder hat sich das eher so ergeben?
Ich komme selbst aus einer Großfamilie und bin die Älteste von insgesamt 8 Kindern. Für mich stand es schon immer fest, dass ich selbst einmal mehr als die "klassischen" zwei Kinder möchte. Mein Mann hat nur einen Bruder, konnte sich aber immer auch mehrere Kinder vorstellen. Ich persönlich habe mich erst ab dem dritten Kind wie eine „richtige Familie“ gefühlt und dieses Gefühl verstärkt sich von Kind zu Kind.
Was sind für dich die schönsten und die stressigsten Momente des Tages?
Das Stressigste sind die Zeit-und Terminvorgaben, die die Schulpflicht uns auferlegt.  Hier wird ja nicht nur massiv in den Biorhythmus unserer Kinder eingegriffen, sondern auch die freie Zeit für die Familie beschnitten. Morgens alleine fünf Kinder fertig zu machen, mit Essen, frischen Klamotten zu versorgen und dabei Streitigkeiten aufgrund von Müdigkeit zu schlichten, Demotivation ins Gegenteil zu verkehren und dann auch noch alle mit zig Winterklamotten auszustaffieren und ins Auto zu bekommen…das bringt mich definitiv an meine Grenzen. Ebenso empfinde ich die Abende als stressig – aber nur, wenn wir uns selbst unter Druck setzen, die Kinder pünktlich wegen des Frühen Aufstehens ins Bett zu bekommen.
Die schönsten Momente des Tages sind für mich, wenn wir alle gemeinsam am Tisch sitzen und essen. Wenn ich mit allen Kindern auf dem Sofa liege, ein Buch vorlese und dabei das Baby stille. Ebenso die Einschlafbegleitung unserer ersten vier Kinder im Familienbett, das ist immer so ein heiliger Moment für mich und wenn die ersten Kinder anfangen, in den Schlaf zu gleiten, denke ich immer voller Demut und Dankbarkeit „Wow, das sind alles meine“.
Nun hast Du uns gesagt, dass Du auch schon blöde Kommentare zu Euerer Großfamilie gehört hast – welche waren das und wann?
Die Kommentare kommen meistens in den Schwangerschaften und werden von Kind zu Kind extremer. Es geht von „Nicht schon wieder!“, „Oh Gott!“ Ausrufen (mit Händen über den Kopf zusammenschagen) über Belehrungen wie „Jetzt reicht es aber mal“ und „So vielen Kindern kannst du doch gar nicht gerecht werden“ bishin zu völliger Ignoranz meiner Verkündigung, bei der dann einfach nahtlos in ein anderes Thema übergeleitet wird. Ebenso unverschämte Fragen wie „Hast du denn sonst keine anderen Pläne mehr für dein Leben?“ oder „Sammelt ihr die alle in ner Vitrine?“ oder „Braucht ihr nach dem nächsten Kind vielleicht mal einen Fernseher?“ 
Was meinst Du – wie profitieren Eure Kids von so vielen Geschwistern?
Was wir immer wieder rückgemeldet bekommen ist, dass unsere Kinder eine außergewöhnlich hohe Sozialkompetenz aufweisen, sehr empathisch auf die Bedürfnisse anderer reagieren.Ich denke, da trägt die tägliche Interaktion zwischen den Geschwistern bestimmt einen guten Teil dazu bei. Ebenso ist immer mindestens ein Spielpartner vorhanden, es kommt also fast nie Langeweile auf. Unsere Kinder sind alle stark verbunden und auch, wenn es natürlich auch hier täglich Streitigkeiten gibt, überwiegt dennoch der Zusammenhalt und Spaß, den sie miteinander haben.
Ich fand die Umstellung von zwei auf drei Kinder ganz schön heftig – was war bei dir die heftigste Umstellung?
Ebenso die Umstellung von zwei auf drei Kinder. Hier haben wir auch den größten Abstand von knapp vier Jahren und irgendwie hat es eine Weile gebraucht, bis ich mich an das dritte bedürfnisstarke Baby gewöhnt hatte bzw den Alltag nach 18 Monaten durchgängig fast schlaflosen Nächten, geregelt zu bekommen.
Wo holst Du Dir im Alltag Auszeiten bzw Kraft?
Gute Frage. Wenn ich mit dem Baby auf dem Sofa sitze, stille ich manchmal extra lang und bleibe so einfach noch ein Weilchen länger sitzen. Ebenso gehe ich fast jeden Abend alleine in die Badewanne für 30 Minuten, das heiße Wasser entspannt mich und gibt mir wieder neue Kraft.
Habt Ihr Unterstützung durch Großeltern oder Putzkraft?
Leider nein. Weder das eine noch das andere.
Was meinst Du, warum es heute einfach nicht mehr so viele Großfamilien gibt?
Zum einen denke ich, dass vielleicht mangelnde Unterstützung dafür verantwortlich ist. Uns allen fehlt ja eigentlich das Dorf, das es braucht, ein Kind großzuziehen. Auf der anderen Seite empfinde ich es so, dass sich das Bild einer kinderreichen Familie im gesellschaftlichen Kontext sehr stark verändert hat. Heute empfinden viele Menschen es als Verzicht, sich mehrere Jahre ihres Lebens den Kindern zu widmen und dabei nach ihrer Wahrnehmung, Selbstverwirklichung, Emanzipation, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, oder Luxusgütern einzuschränken.
Wenn Du Dir eine Sache für Euren Alltag wünschen könntest, was wäre das?
Befreiung von der Schulpflicht und regelmäßige Unterstützung im Haushalt.
               
Interview mit Dini: Über die schönsten und stressigsten Momente mit einer Großfamilie | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-einem-reproduktions-mediziner-ueber-den-kinderwunsch-von-single-frauen-und-lesbischen-paaren
       
Lieber Herr Dr. Puchta, Sie arbeiten seit über 20 Jahren als Reproduktionsmediziner in einer Kinderwunschklinik und helfen Menschen, die sich vergeblich Kinder wünschen. Inwieweit haben sich ihre Patienten in den Jahren verändert?



Zu Beginn meiner Tätigkeit kamen vor allem heterosexuelle, verheiratete Paare zu mir, bei denen es einfach nicht klappen wollte. Heute sind etwa die Hälfte meiner Patienten lesbische Paare und Single-Frauen mit Kinderwunsch. 



Lassen Sie uns über die Single-Frauen sprechen. 



Gerne. Ich stelle immer wieder fest, dass des in der Öffentlichkeit über diese Frauen immer noch viele abwertende Klischees gibt. Es heißt dann oft: „Ach, das sind dann die, die keinen Mann mehr abbekommen haben. Die Hässlichen, die Übriggebliebenen.“



Was natürlich Quatsch ist. 



Ja, sicher. Ich durfte durch meinen Beruf viele, viele Frauen treffen und ich kann nur sagen, dass diese Single-Frauen ganz besonders starke, tolle Frauen sind, die genau wissen, was sie wollen. Wenn sie zu mir kommen, ist das: Ein Kind, auch ohne den passenden Partner. 



Ich habe selbst vier Töchter und weiß, wie schwer es für die heutige Frauengeneration ist. Ich finde es gut, dass die Frauen nicht auf den Prinzen auf dem weißen Pferd warten, sondern ihr Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen. 



Dennoch trauen sich viele Kinderwunsch-Kliniken nicht, Single-Frauen zu behandeln…



Das stimmt. Singe-Frauen werden – außer in Bayern und Berlin – Probleme haben, eine Kinderwunsch-Klinik zu finden. 



Woran liegt das?



An dem Embryonenschutzgesetz, das es seit 1991 gibt. Dieses Gesetz muss man aus unserem historischen Kontext betrachten. Das Gesetz wurde beschlossen, um unter allen Umständen den Verdacht der Embryonen-Experimente zu vermeiden, was wir ja aus einer sehr dunklen Zeit der deutschen Historie kennen. Das ist natürlich wichtig – aber dennoch ist dieses Gesetz nun 30 Jahre alt und unsere Gesellschaft hat sich verändert. Also sollten auch diese Gesetze angepasst werden. 



Viele Kollegen aus anderen Bundesländern haben schlicht Angst vor einer Strafverfolgung. In Bayern und Berlin erlaubt die Rechtsprechung eine Behandlung von Single-Frauen. 



Woher stammen die Samen, mit denen die Befruchtungen durchgeführt werden?



Wir arbeiten seit vielen Jahren mit einer großen dänischen Samenbank zusammen. Ich sage zu den Frauen immer, dass sich das vielleicht ein bisschen krass anhört, aber dass es wie beim Online-Shopping ist. Auf der Internetseite kann man die äußeren Merkmale, also Größe, Augen-und Haarfarbe des Spenders auswählen, außerdem bekommt man ein Babyfoto des Spenders. Wenn man mehr Geld bezahlt, bekommt man auch ein Erwachsenen-Foto des Spenders. Wenn die Frau sich einen Spender ausgewählt hat, kann es wenige Tage später losgehen. 



Aber natürlich ist die Frau nicht an diese Samenbank gebunden. Sie kann frei wählen, woher der Samen stammt. 



Welche Rechten und Pflichten haben eigentlich die Samenspender?



Sie sind aus jeder Versorgungsverpflichtung oder Erbfolge raus. Sie treten alle Rechte – wie zum Beispiel bei der Erziehung- ab. Allerdings hat jedes Kind das Recht, mit 16 Jahren den Samenspender zu kontaktieren. 



Haben Sie auch Fälle, in denen zum Beispiel ein Freund einer Single-Frau Samen spendet?



Ja, das gibt es auch und ist natürlich auch möglich – kommt aber eher selten vor. 



Wie hoch ist die Chance, durch eine Behandlung schwanger zu werden?



Das hängt natürlich vom Alter und der Gesundheit der Frau ab. Generell würde ich sagen, pro Versuch liegt die Chance bei 35 Prozent. Wichtig ist hier zu sagen, dass im Normalfall keine künstliche Befruchtung stattfindet (IVF oder ICSI), sondern eine Insemination mit gewaschenen und aufbereiteten Spermien im natürlichen Zyklus. Wir versuchen es so natürlich wie möglich, ohne zusätzliche Hormone.



Und wenn das nicht klappt?



Bleiben drei Versuche erfolglos, kann man es mittels IVF/ICSI versuchen. Dazu muss man aber sagen, dass sich auf diesem Gebiet sehr viel getan hat. Früher waren diese künstlichen Befruchtungen sehr belastend für die Frauen. Heute braucht es dazu nur noch eine einzige Spritze, die die Eierstöcke für die nächsten zehn Tage automatisch steuert. 



Gibt es Fälle aus Ihrer Praxis, die Sie besonders berührt haben?



Mich berühren Patientinnen, die durch ein Unglück ihr Leben komplett neu sortieren müssen. Wenn Frauen zum Beispiel durch Krankheit oder einen Unfall ihren Partner verloren haben, mit dem sie eigentlich eine Familie gründen wollte. Und die dann die Kraft und den Mut haben, ihren Kinderwunsch alleine zu verwirklichen. 



Und ich hatte mal eine Patientin, die bereits 25 künstliche Befruchtungen in anderen Kliniken hinter sich hatte. Eine Zahl, die für mich kaum zu glauben war. Wir besprachen, dass wir noch einen einzigen Versuch starten werden. Wir hatten unglaubliches Glück, dass es dieses Mal klappte und die Frau endlich schwanger wurde. 



Leider gibt es ja immer noch Menschen, die finden, dass Babys nur in eine klassische Vater-Mutter-Konstallation geboren werden sollten und es falsch finden, Single-Frauen oder lesbischen Paaren Familie zu ermöglichen. Was sagen Sie diesen Menschen?



Dass das totaler Quatsch ist. Es gab auch in der Vergangenheit immer wieder Zeiten, in denen Kinder ganz alleine von den Frauen erzogen wurden – zb. weil die Männer im Krieg gefallen sind. Das Einzige, was wirklich zählt: Dass die Kinder wirklich geliebt werden. Und ob sie das von einem heterosexuellen oder homosexuellen Paar, von Mutter oder Mutter und Vater, von einer 18-jährigen Frau oder einer 42-Jährigen, spielt keine Rolle. Kinder brauchen Liebe. Und die Menschen, die sich bewusst für eine Kinderwunsch-Behandlung entscheiden, haben immer eine Menge Liebe zu geben. 



—- Dr. Jörg Puchta, Reproduktionsmediziner und Vorreiter des Social Freezings, arbeitet am Kinderwunschzentrum an der Oper in München
               
Kinderwunsch-Behandlung für lesbische Paare und Single-Frauen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-eva-warum-wir-uns-ganz-bewusst-fuer-nur-ein-kind-entschieden-haben
        Liebe Eva, Ihr habt einen Sohn. Wusstest Ihr schon immer, dass ihr "nur" ein Kind haben möchtet oder hat sich das eher so ergeben?
Ja, wir haben uns bewusst für „nur“ ein Kind entschieden. Ein Kind war bei uns lange Zeit gar kein Thema, wir haben erstmal unser Leben zu zweit genossen. Als wir dann aber eine Familie gründen wollten, war dies eine sehr bewusste Entscheidung. 
Warum hast Du Dich nie mit mehreren Kindern gesehen?
Mit einem Kind ist alles einfach zu händeln, als mit zwei oder drei oder vier. Unser Sohn wird bald 12 Jahre alt und er braucht uns nicht mehr jede Minute. Er kann seine Wünsche klipp und klar äußern. Ich habe erst neulich zu meinem Mann gesagt, wie toll entspannt jetzt alles ist. 
Hast Du selbst Geschwister?
Ich hab einen 4 Jahre älteren Bruder, wir haben eine gute Beziehung zueinander. Wir sehen uns öfter, weil unsere Mutter bei uns wohnt.
Wir hören immer wieder, dass sich Einzelkind-Eltern für Ihre Entscheidung rechtfertigen müssen. Hast Du auch schon mal blöde Sprüche bekommen? Und wenn ja, wie reagierst Du darauf?
Ja klar kennen wir solche Sprüche, aber die prallen einfach an uns ab. Wir haben uns bewusst dafür entschieden und da hat sich niemand einzumischen. 
Warum glaubst Du, haben Einzelkinder teilweise so einen schlechten Ruf?
Weil vielleicht einige oder viele Einzelkinder zu verwöhnt sind. Und damit meine ich nicht nur im materiellen Sinn, sondern auch erzieherisch.
Es heißt ja immer, Einzelkinder hätten ein schlechteres Sozialverhalten. Wie ist das bei Deinem Sohn?
Unser Sohn ist sehr hilfsbereit, hat eine sehr hohe soziale Kompetenz. Beim Fußball zum Beispiel ist er der Erste, der zu einem Gefoulten rennt – egal ob er in seinem Team spielt oder beim Gegner.Ich glaube, schlechtes Sozialverhalten kommt überall vor -bei Einzelkindern und bei Geschwisterkindern.
Was ist Dir generell in der Erziehung deines Sohnes wichtig?
Uns ist wichtig, dass er freundlich und höflich ist. Dass er sich gut benimmt, dass er sachlich diskutiert und anderen Menschen Respekt zollt – egal wie alt sie sind und woher sie kommen.
Hat sich dein Sohn jemals Geschwister gewünscht?
Loris wünscht sich meistens keine Geschwister. Manchmal, wenn er Streit mit seinem Kumpel hat, hätte er gern nen Bruder, aber ansonsten ist er froh, dass er allein ist.
Eine Freundin von mir ist Einzelkind, sie sagte mal zu mir: "Wenn eine Eltern tot sind, habe ich keine Familie mehr." Wie geht es Dir, wenn Du sowas hörst? Hast Du Angst, Dein Sohn könnte sich dann einsam fühlen?
Nein, das glaube ich nicht. Familie sind ja nicht nur Geschwister, sondern auch Tante, Onkel und soweiter. Außerdem können auch Freunde wie Familie sein – Familie hat unserer Meinung nicht nur was mit Blutsverwandtschaft zu tun.
 
               
Interview mit Eva: Warum wir uns ganz bewusst für "nur" ein Kind entschieden haben | STADT LAND MAMA
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Liebe Katharina, wer gehört alles zu Deiner Familie? 
Unsere Familie besteht aus meinem Mann Michael (30), unserem Sohn Raphael (2) unserem Hund Benji (8) und mir (31). Mein Mann und ich lernten uns 2013 im Internet kennen und haben uns schnell verliebt. Kurze Zeit später kündigte mir mein damaliger Arbeitgeber betriebsbedingt und ich beschloss aus Hamburg zu meinem Mann in eine Kleinstadt in Niedersachsen nahe Soltau zu ziehen… War das eine Umstellung! Aber er befand sich noch in der Ausbildung und so erschien es mir sinnvoll. Im November 2016 kam unser Sohn zur Welt. Es hat etwas über ein Jahr gedauert, bis ich endlich schwanger wurde. 
Wie hast Du die erste Zeit mit Baby erlebt?
Die erste Zeit mit Baby war für mich wahnsinnig emotional! In allen Facetten. Es war spannend und aufwühlend zugleich zu bemerken, wie sehr mein Körper und meine Emotionen sich verändert haben. Und dann lag da dieses Wunder in meinen Armen und ich wusste, dass es gar kein größeres Glück für mich geben kann. Muttergefühle sind ein Bücher füllendes Thema…
Wie sieht Eure berufliche Situation aus? 
Mein Mann arbeitet Vollzeit mit 44 Wochenstunden von Montag-Freitag als KfZ-Mechatroniker, ich arbeite 30 Std. /Woche als Pflegehelferin in einem Pflegewohnstift in Früh – und Spätschicht. In den Beruf bin ich allerdings zufällig rein geschlittert. Eigentlich bin ich gelernte Kauffrau für Bürokommunikation
Ihr habt "nur" ein Kind, wann hast Du das erste Mal gehört: "Na, wann kommt das zweite Kind?" 
Puh, das war recht früh! Ich hatte eine tolle Schwangerschaft und eine wirklich unkomplizierte Entbindung. In der ersten Schwangerschaft haben wir sogar schon über ein zweites Kind gesprochen. Doch als Raphael dann geboren war, war dieser Wunsch plötzlich weg. Und er ist bis heute nicht zurück gekommen. Ich mag die Frage nach dem zweiten Kind nicht, weil sie aussagt, dass immer ein zweites Kind folgen muss, um als Familie komplett zu sein. 
Hast Du also das Gefühl, dass mindestens zwei Kinder erwartet werden?
Ja, dabei finde ich, dass man auch ohne Kinder eine Familie sein kann. Ich finde, es ist egal, ob es null, ein oder mehrere Kinder sind – hauptsache alle sind glücklich mit der Situation. 
Nun habt Ihr ja beschlossen, dass Euer Kind ein Einzelkind bleiben soll. Wie und warum habt Ihr so entschieden?
Weil es sich richtig und gut anfühlt, wie es momentan ist. Wir sind genau so glücklich. Wir sehen bisher einfach keinen Anreiz etwas an unserer Familiensituation zu ändern. Vielleicht überkommt es uns irgendwann nochmal, aber momentan sind wir sehr happy so. 
Meinst Du, Euer Kind hätte gerne Geschwister?
Das weiß ich nicht… Ich weiß auch nicht, ob man etwas, das man nicht kennt, wirklich vermissen kann. Ich selbst habe einen jüngeren Bruder und würde man mich fragen, ob ich gern mehr Geschwister gehabt hätte, würde ich sagen "Keine Ahnung, ich weiß ja nicht, wie mein Leben dann gewesen wäre!"
Einzelkinder haben keinen besonders guten Ruf. Ärgert dich das?
Ärgern ist übertrieben… Ich finde es sehr schade. Ein Mensch sollte als Individuum gesehen werden, unabhängig davon, ob er Geschwister hat. Ob ein Kind Geschwister hat oder nicht, sagt das für mich rein gar nix über seinen Charakter oder seine soziale Kompetenz aus. Mal ehrlich: wenn ich jemanden kenne lerne, dann frage ich auch nicht als erstes: "Hast du Geschwister, oder bist du Einzelkind?". Das spielt ja keine Rolle. Ich kenne Menschen, die in großen Familien aufgewachsen sind und sehr sozial agieren, rücksichtsvoll sind und mehr geben als nehmen. Ich kenne aber auch Menschen mit Geschwistern, die sehr egoistisch sind, ohne Rücksicht alles beanspruchen, was sie wollen, weil sie vielleicht irgendwann gelernt haben, sich gegen andere durchzusetzen. Und beide Seiten kenne ich auch von Einzelkindern. Ich denke, es spielen einfach so viel mehr Faktoren für die Entwicklung eines Kindes eine Rolle. 
Wie reagieren die Menschen, wenn du offen sagst, dass Ihr kein zweites Kind haben wollt?
Die meisten Menschen sind verwundert. Es passt irgendwie nicht ins gängige Bild. Die Menschen haben permanent das Bedürfnis, einem dazu ungefragt ihre Meinung oder Weisheiten aufzudrücken. Was das für einen Sinn ergibt, ist mir schleierhaft, aber für mich gibt es da gar keinen Diskussionsbedarf. Diese Entscheidung ist sehr persönlich, jede Familie muss diese für sich treffen. Ich habe auch mal gehört: "Na ja, eins ist besser, als keins!" und ich habe gedacht "Ne… Wenn jemand keins möchte und glücklich damit ist, dann ist DAS besser!"
Was möchtest du deinem Kind an Werten mitgeben?
Oh, eine Menge! Ein großes Vorbild ist da für mich meine Mama, denn sie hat meinen Bruder und mich zu rücksichtsvollen und hilfsbereiten Menschen erzogen. Ihr war immer wichtig, dass wir niemanden, insbesondere alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen, vorverurteilen. Und das möchte ich auch unserem Sohn mitgeben. Ich denke, es ist wichtig, zu hinterfragen. Egal, worum es geht. Ehrlichkeit finde ich auch wichtig.
Außerdem möchte ich gern, dass er nie verlernt, auf seine Gefühle und Bedürfnisse zu hören und diese zu formulieren. Und wenn es nur für sich selbst ist. Er soll sich nie seiner selbst wegen schlecht fühlen. Ob man das nun als klassischen "Wert" definiert, weiß ich nicht. Letztendlich ist es am wichtigsten, dass er glücklich ist.
               
Interview mit Katha: Warum unser Sohn wahrscheinlich ein Einzelkind bleiben soll | STADT LAND MAMA
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        Ihr Lieben, ich bin sicher nicht alleine mit meinem Geständnis, dass mich meine Kinder manchmal auf die Palme bringen können. Früher hätte ich nie gedacht, dass mich so kleine Menschen an meine Grenzen bringen können. Wenn ich merke, dass ich gleich ausflippe, verlasse ich den Raum. Schließe mich ein paar Minuten im Badezimmer ein und atme tief durch. Denn ich will nie nie nie in die Situation kommen, in der mir die Hand ausrutscht. Doch ich weiß, dass viele Eltern – obwohl sie es vielleicht nie wollten – doch mal einen Klaps auf den Po oder die Hand geben. Und laut einer Studie geben mindestens 10 Prozent aller Eltern ihren Kindern Ohrfeigen, 40 Prozent versohlen sogar den Hintern. Das Thema Gewalt an Kindern ist ein Tabu-Thema, die Betroffenen schämen sich. Oft entsteht ein Teufelskreis. Deshalb ist es umso wichtiger, darüber zu sprechen.
Ich bin daher sehr glücklich, dass Katia Saalfrank heute die wichtigsten Fragen zum Thema Gewalt beantwortet. Ich habe sie neulich auf einem Event getroffen, kannte sie natürlich noch aus Supernanny-Zeiten. Sie erzählte mir von ihrer Initiative "Kinder sind unschlagbar" und dass sie sich wünscht, dass bei Eltern die Hemmschwelle sinkt, sich zu einer Beratung zu trauen, wenn sie sich denken „mir rutscht gleich die Hand aus“ oder „ich bin überfordert“. Katia ist eine Frau, zu der man ab der ersten Sekunde Vertrauen hat und die eine unglaubliche Ruhe und Wärme ausstrahlt. Katia hat ihre Familiensprechstunden-Praxis in Berlin, doch sie macht auch deutschlandweit und im deutschsprachigen Ausland Online-Beratungen. Die Beratungen sind natürlich vertraulich. Aktuelle Kurse und Seminare finder Ihr im Anschluss an dieses Interview. Vielen Dank, liebe Katia für die Beantwortung unserer Fragen und Deinen Einsatz gegen Gewalt an Kindern!
Gibt es Schätzungen, wie viele Kinder zu Hause Gewalt erfahren?
Eine im Jahr 2012 vom Forsa-Institut im Auftrag der Zeitschrift Eltern erstellte Studie offenbart dramatische Zahlen. 40 Prozent der Eltern gaben an, ihre Kinder zu verprügeln („Hintern versohlen“), weitere 10 Prozent schlagen ihre Kinder ins Gesicht („Ohrfeige“). Die Hälfte aller Eltern greift also zu körperlicher Gewalt. Zu berücksichtigen ist bei diesen Angaben im Übrigen, dass Gewalt ein schambesetztes Tabuthema ist. So wurden bei der Datenerhebung nur Eltern berücksichtigt, die auch bereit waren, über ihr Gewaltverhalten Auskunft zu erteilen. Es ist deshalb von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Gewalt findet hinter geschlossenen Türen statt, findet oft im Verborgenen und nicht sichtbar statt und ist deshalb schwer zu schätzen. Deshalb müssen wir genau hinschauen und dürfen nicht wegsehen. Übrigens: Im Schnitt kommen nach Angaben der Kinderschutzorganisation „Deutsche Kinderhilfe“ „nach wie vor mehr als drei Kinder pro Woche zu Tode“. Nicht jedes Kind, das Gewalt erfährt, wird sichtbar verletzt oder kommt gleich zu Tode. Das ist jedoch kein Grund, andere Formen der Gewalt zu verharmlosen.
Welche Spuren hinterlassen Schläge bei einem Kind?
Schläge hinterlassen fatale Spuren: Sie zerstören beim Säugling und Kleinkind die unersetzliche Sicherheit, geliebt zu werden. Das Urvertrauen ist gestört – wie man auch beim Erwachsenen später erleben kann, außerdem erzeugen sie Ängste beim Kind: Die Erwartung der nächsten Strafe ist immerzu präsent. Die Beziehung ist also nicht von Liebe und Vertrauen, sondern von Angst geprägt.
Aber es gibt noch weitere fatale Auswirkungen auf Kinder. Wenn Kinder Schläge erleben, wird bei ihnen das Mitgefühl und die Sensibilität für andere und für sich selbst zerstört. Desensibilisierung ist die Folge. Die Fähigkeit, sich einzufühlen, Empathie zu entwickeln, ist nicht gegeben oder wird zerstört. Ein inneres Wachstum ist nicht oder nur begrenzt möglich, und die Entwicklung des Kindes wird beeinträchtigt.Weiterhin werden durch Schläge Ärger und Wut beim Kind und den Wunsch nach "Rache" produziert und gespeichert. Der Wunsch, der oft zunächst noch unterdrückt wird, richtet sich dann aber entweder gegen Geschwister oder auch gegen andere Personen. Oft können auch diese unterdrückten Wutgefühle erst im Erwachsenenalter ihren destruktiven Ausdruck finden, dann aber oft heftig.Schläge "programmieren" außerdem das Kind, unlogische Argumente zu akzeptieren: „Wenn ich dir weh tue, geschieht es zu deinem Besten!“ So wird das Kind programmiert, den Schmerz der Demütigung als nicht schmerzhaft zu registrieren. Es setzt eine gefährliche Desensibilisierung beim Kind ein.
Wo fängt für Dich Gewalt an? Ist der Klaps auf die Finger noch ok?
Nein! Gewalt ist Gewalt. Die Botschaften an das Kind, die selbst durch vermeintlich „leichte“ Schläge gesendet werden, sind – wie schon erläutert – vielschichtig und fatal. Das Kind erfährt keinen Respekt und keine Wertschätzung und wird in seinem Urvertrauen tief erschüttert. Es wird fortan, wenn es auf die Eltern reagiert, häufig nur aus Angst handeln. Das Kind lernt, dass es den eigenen Schmerz nicht fühlen darf, dass dieser vielmehr ignoriert werden muss. Und: Das Kind erfährt keinen Respekt und keine Wertschätzung, persönliche Grenzen werden so von uns Erwachsenen missachtet. Die Botschaft ist: Du hast meine Grenze überschritten – Deine ist mir aber nichts wert. Das ist elterlicher Machtmissbrauch. „Ein Klaps hat noch keinem geschadet!“ Wer so etwas sagt, hat wahrscheinlich, physisch oder psychisch, selbst gewaltvolle Erfahrungen gemacht – und beweist mit diesem Satz das Gegenteil, nämlich, dass ein Klaps durchaus schaden kann. Veränderung dauert. Sie dauert auch, weil wir als Gesellschaft nicht bereit sind, das Wissen, das wir gewonnen haben, anzuwenden und Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für unser Handeln und Tun den Kindern gegenüber. 
Wie erlebst Du Eltern, die ihre Kinder geschlagen haben?
Ich erlebe, dass es Eltern sehr schlecht geht. Sie sind traurig, sehr enttäuscht von sich selbst und haben große Schuld- und Schamgefühle. Damit gehen wir dann um und erarbeiten dann einerseits wie sie als Eltern Verantwortung übernehmen und diese Situation in der Beziehung zum Kind gut klären können und entwickeln andererseits auch neue Handlungsalternativen, damit sie in Zukunft anders damit umgehen können.
Ganz praktisch: Wenn ich merke, dass meine Nerven so angespannt sind, dass mir gleich die Hand ausrutscht – was kann ich unternehmen, dass es eben NICHT passiert?
Man kann hier auf zwei Ebenen arbeiten: Einmal im Konfliktmoment und die andere Ebene ist die Reflektion danach. In der konkreten Situation ist es gut, sich so früh wie möglich selbst zu unterbrechen, sich herauszunehmen. Am besten ist es, kurz aus dem Zimmer zu gehen oder die Situation zu verlassen, durchzuatmen und sich zu beruhigen. Wenn dann die Anspannung und der Stress etwas nachlassen, kann man besser mit der Situation umgehen. Die Reflektion danach zeigt dann häufig, dass der Ärger und die Wut oft nicht nur durch das Verhalten des Kindes, sondern durch verschiedene Faktoren ausgelöst wurden. Deshalb ist es hilfreich neue Alternativen und die Reflektion gemeinsam und im Austausch mit jemandem begleiten zu lassen. Wichtig ist, dass Eltern in dieser Umbruchzeit möglichst viele gute Erfahrungen machen können. 
Wohin können sich Eltern wenden, wenn sie merken, dass die da in eine Gewalt-Spirale reingerutscht sind?
Es gibt zahlreiche kostenlose Beratungsstellen. Zum Beispiel haben Eltern die Möglichkeit sich anonym im Internet unter www.buendnis-fuer-kinder.de oder www.elterntelefon.de Beratung von erfahrenen Psychologen und Pädagogen zu holen. Unter www.kinderundjugendtelefon.de findet man auch Kontakt-Telefonnummern und Adressen für hilfesuchende Kinder und Eltern. Auch das zuständige Jugendamt bietet natürlich kostenfreie Beratung und Unterstützung an. Oft ist die Hemmschwelle für Beratung bei diesem heiklen Thema groß, da Eltern große Angst vor Verurteilung haben oder auch Bedenken entstehen, sich einem Amt gegenüber zu offenbaren, welches dann unter Umständen auch tätig wird und Eltern unter Druck setzt. Mit dieser Sorge kommen Eltern dann oft zu mir und entscheiden sich dann oft für eine private, aber dafür kostenpflichtige, pädagogisch-psychologische Beratung ohne Anbindung an öffentliche Stellen. 
Warum schlagen Eltern überhaupt zu?
Nicht nur Kinder aus sogenannten bildungsfernen Schichten sind gefährdet. Auslöser für Gewalt gegen Kinder sind Stress und Überforderung, und so existiert Gewalt in allen Formen als ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Eltern die ihre Kinder schlagen, sind meist selbst geschlagene Kinder oder zumindest Kinder, die gestraft wurden. Sie haben einen ganz bestimmten Mechanismus erlebt und  sind von ihren Eltern nicht nur in Bezug auf ihr kindliches „Fehlverhalten“ mit Vorwürfen und Drohungen, sondern auch noch wegen der dann folgenden Tränen geschimpft und kritisiert worden, ja vielleicht sogar gestraft oder geschlagen worden. Dies stellt dann eine weitere Kränkung des Kindes dar. Es empfängt folgende Botschaft: Nicht nur mein Verhalten war verkehrt und hat die Mutter/den Vater gekränkt, auch mein Gefühl, die aufkommende Trauer, ist falsch und wird negativ bewertet. Diese stark emotionalen Erfahrungen werden gespeichert, miteinander gekoppelt und führen so im Gehirn zu bestimmten Vernetzungen, die die Betroffenen im Erwachsenenalter dann die erlebte Gewalt weitergeben lassen werden. Diese Mechanismen sind oft subtil und müssen sich nicht immer im sichtbaren Ausagieren von Gewalt manifestieren. Eltern können ja mal bei sich selbst schauen, denn manchmal verdrängen Betroffene die erlittenen Demütigungen und Kränkungen sogar und glauben sich an eine gute Kindheit zu erinnern. Dennoch bringen genau diese verdrängten Erfahrungen die Menschen dann später dazu, eben jene Gewalt, die sie selbst erfahren haben, als Erziehungsmittel einzusetzen. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um einen starren Automatismus, sondern um ein erkennbares Muster. Wir sind unseren Erfahrungen nicht hilflos ausgeliefert. Kommt ein innerer Prozess der Selbsterkenntnis in Gang, haben wir die Chance, diese erlebten Muster zu unterbrechen. Dies kann oft schon mit wenigen Beratungen erfolgen.
 
Eure Initiative „Kinder sind unschlagbar“ richtet sich gegen Gewalt an Kindern. Seit wann engagierst Du Dich in dieser Initiative und was war der Ausschlag dafür?
Unschlagbar ist eine Plattform gegen Gewalt an Kindern und für eine gewaltfreie Beziehung zu Kindern. Diese Initiative gibt es jetzt seit März 2015. Ausschlag dafür war die Aussage des Papstes, der das Schlagen von Kindern in der Erziehung befürwortet hat. Das hat mich so schockiert, dass ich einen offenen Brief an den Papst geschrieben habe. Die vielen Rückmeldungen haben mich bestärkt, noch mehr mit diesem Thema auch in die Öffentlichkeit zu gehen und als Christian mich ansprach und fragte, ob wir nicht gemeinsam etwas FÜR Kinder und GEGEN Gewalt an Kindern  machen wollen, war ich sofort begeistert und dann haben wir losgelegt: Mit Unschlagbar bieten wir Eltern und Familien eine Platform um sich auszutauschen, um Vorurteile zu beseitigen und wir wollen Hilfestellung für alle geben, groß oder klein. Durch zahlreiche Unterstützung von Freunden, unbekannten und bekannten Menschen wollen wir Sicherheit geben, dass Gewalt keine Lösung ist und mit unserer Plattform einen Ort bieten an dem gegenseitiger Austausch und Bestärkung dazu beitragen das Gewalt an Kindern nicht als Bagatelle angesehen wird und letztenendes aus jedem Familienleben verschwindet. Wir – das bin nicht nur ich, sondern auch Christian Bahrmann (Vater, Schauspieler, Sänger, Moderator und Puppenspieler – bekannt als der beste Freund von Kikaninchen aus dem gleichnamigen Format KiKANiNCHEN auf KiKA von ARD und ZDF). Wir sagen : "Kinder sind unschlagbar"
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Wer sich aktuell gestresst fühlt, nicht mehr weiter weiß, nicht mehr richtig runter kommt, sollte es mal Hypnose versuchen. Damit kann in wenigen Minuten eine effektive und effiziente körperliche Entspannung und geistige Erholung innerhalb kürzester Zeit erreicht werden, die nachhaltig und tiefenwirksam ist. Eltern können so leicht in ihrem stressigen Alltag für sich und den Stressabbau sorgen. Hier findet Ihr Infos zu den Veranstaltungen in Berlin am 27. und 28. Juli. 
Und hier noch tolle Veranstaltungen im Herbst: 
 
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-infoveranstaltung-hypnose-f%C3%BCr-m%C3%BCtter-und-v%C3%A4ter/
 
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-beziehung-statt-erziehung-1/
 
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-die-autonomieephase-bei-kindern/
 
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-strafen-regeln-konsequenzen/
 
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-auff%C3%A4lliges-verhalten-bei-kindern/
               
Interview mit Katia Saalfrank: Schläge hinterlassen immer fatale Folgen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-katy-wie-ich-nach-dem-mord-an-meiner-schwester-zurueck-ins-leben-fand
        Ihr Lieben, manchmal ist die Welt klein und Menschen finden über Umwege zueinander, weil man denken könnte, sie müssten zueinander finden. Jedenfalls suchte in einem Forum für Frauen eine Frau Unterstützung. Sie schrieb, sie habe eine Freundin, die gern ein Buch veröffentlichen würde.
Ich meldete ich daraufhin bei ihr und erzählte, dass ich vielleicht helfen könne, weil ich den ein oder anderen Kontakt in die Buchbranche hätte. Sogleich vermittelte mir ebendiese Frau den Kontakt zu Katy. Wir telefonierten – und verstanden uns gleich auf Anhieb. Und nicht nur das. Wir stellten auch noch fest, dass wir sogar gemeinsame Bekannte haben.
Wir redeten über unsere Familien und ihre Geschichten. Und Katy hat eine besonders bewegende zu erzählen, denn vor fünf Jahren – im Herbst 2013 – wurde ihre damals 21 Jahre alte Schwester (im Foto links) ermordet. Seitdem ist für Katy und ihre Familie nichts mehr, wie es war. Wie sie heute auch Kraft aus der Trauer zieht, das hat sie uns in einem berührenden Interview erzählt. Katy, danke vielmals für Dein Vertrauen!
Liebe Katy, Du beschreibst deine Schwester Larissa als Deinen "Zwilling im Herzen". Ihr seht auf dem Bild so glücklich aus! Was war sie für ein Mensch und was verband Euch besonders?
 Hach was für eine tolle Frage, endlich fragt mal jemand nach ihr und nicht immer nur wie war der Mörder… Danke! 
Sie war wohl einer der lebensfrohsten Menschen, die ich je gekannt habe. Sie hat immer gelacht und war stets motiviert, all ihre Vorhaben anzugehen und auch gut zu meistern. Sie hat das Leben mit einer bewundernswerten Leichtigkeit gelebt und sich selten über Kleinigkeiten beschwert. Sie war sportlich und liebte die Natur. Ihr Lebensmotto war Lebe.Lache.Liebe. Jeden Tag. Ihr Herz war großzügig gegenüber Menschen, die es nicht leicht hatten und daher half sie stets, so gut es ging.
Wir waren uns charakterlich sehr ähnlich und auch unsere Beziehung zu unseren Eltern war ähnlich aufgebaut. Unsere Interessen waren fast immer dieselben und sie erinnerte mich stets an mein jüngeres Ich. Eine ähnliche Verbindung hatten meine anderen beiden Schwestern zueinander.
Larissa und ich verstanden uns blind und hatten den großen Traum, zusammen nach Wien zu gehen, nachdem ich mein Studium in Innsbruck abschloss. Sie wollte Technische Physik studieren, ich wollte weiter Archivwissenschaften studieren.
2013, also vor fünf Jahren, wurde Deine Schwester ermordet. Was genau ist passiert?
Ich veranstaltete eine Party bei mir zu Hause. Dorthin kamen auch Larissa und ihre neue Bekanntschaft – ein Mann, den sie zwei Monate zuvor kennengelernt hatte. Wir verbrachten eine lustige Partynacht und sie beide gingen zu ihm nach Hause. Dort kam es zum Streit.
Er erwürgte Larissa anschließend und entsorgte sie im nahe gelegenen Stadtfluss. Am nächsten Tag erzählte er mir, dass meine Schwester mitten in der Nacht die Wohnung verlassen habe. Von da an begann die Suche nach ihr – für zehn lange Tage. Auch er half bei der Suche mit.
Nach zehn Tagen kam die Wahrheit durch einen Fehler seinerseits ans Licht. Er handelte scheinbar aus Eifersucht auf einen Freund von mir an jenem Abend.
Hattet Ihr eine Vorahnung, dass so etwas passieren könnte?
Nein. Die beiden kannten sich gerade mal zwei Monate etwa. Ich lernte ihn erst direkt bei der Feier kennen. Er war mir auf Anhieb sympathisch und nicht auffallend. Kurz bevor sie nach Hause gegangen sind, war er kurz eifersüchtig auf einen Freund von mir, aber solche Dinge passieren tagtäglich beim Ausgehen und heißen nicht sofort, dass jemand einen Mord begeht.
Dennoch habe ich mir lange Vorwürfe gemacht. Auch wenn ich heute weiß, dass ich sowas niemals hätte ahnen können.
 Wie erinnerst Du Dich an diese Zeit der Ungewissheit während der Suche?
Diese Zeit hat mich an meine körperlichen Grenzen gebracht. Jeden Tag diese Ungewissheit zu haben, zwischen Hoffnung und Angst zu leben, war derart belastend, dass mein Körper mit Haarausfall und Schwächeanfällen reagierte.
Zudem musste ich permanent erreichbar sein für etwaige Hinweise und telefonierte oder simste gefühlt 23 Stunden pro Tag mit diversen Suchleuten, Unterstützern oder der Kripo. Wir haben täglich gesucht, um nicht nichts zu tun und hatten sehr viele Helfer an unserer Seite.
Gegessen habe ich irgendwas, manchmal auch nichts, aber darauf habe ich kaum geachtet. Schlafen konnte ich ebenso kaum. Geredet haben wir innerhalb der Familie viel und haben uns alle möglichen Szenarien immer wieder durch den Kopf gehen lassen. 
Wann konnte Larissa beerdigt werden und wie habt ihr diesen letzten Weg gestaltet?
Nachdem am 6. Oktober 2013 ihr Körper im Inn gefunden wurde, konnte die Beerdigung etwa eine Woche später stattfinden. Ich habe dafür ein Video mit ihren schönsten Momenten zusammengeschnitten, wir haben Luftballons zum Himmel steigen lassen.
Ihre Lieblingsband „Bluatschink“ hat extra gespielt und im Anschluss gab es eine Trauerfeier in einem örtlichen Lokal. Es war der einzige Abschied, den wir hatten, denn sehen konnten wir sie nicht mehr. Diesen Tag mit so viel anderen Menschen zu teilen, war einerseits schön… andererseits hätte ich mir in dieser besonderen Situation mehr Intimität gewünscht.

Du bist in der Zeit der Trauer sehr nah zusammengerückt mit Deiner Familie, mit deinen Eltern und mit Deinen weiteren beiden Schwestern. Was hat Dir das in dieser Zeit bedeutet? 
 Das war nicht von Anfang an so. Erst hat uns die Trauer weit auseinandergerissen, da jeder anders mit dem Verlust umging und keiner wusste, wie er sich verhalten sollte. Viele Konflikte und Streitigkeiten sind dadurch entstanden. Erst als wir uns damit beschäftigt und offen miteinander geredet haben, konnten wir diese Konflikte überwinden und daran wachsen.
Der Zusammenhalt bedeutet mir enorm viel, denn sie waren mein Grund, weiterzuleben und weiterzukämpfen. Vor allem meine jüngeren Schwestern waren teilweise meine Motivation, mich nicht gehen zu lassen und ein gutes Vorbild zu sein.
Wann wurde aus dem Schockzustand Trauer, wann Wut – und wann und wie konntest du Dich zurück ins Leben, in deine Zukunft wagen?
Ich finde – rückblickend betrachtet-, dass sich gleich nach der Beerdigung der erste tiefe Trauer-Zusammenbruch breit machte und von da an all diese Zustände immer wieder abwechselten. Das hing stark davon ab, welcher Tag war, welches Ereignis, was wieder in den Medien stand und wie es meiner Familie erging.
Bei mir kam noch dazu ganz viel Angst bis hin zu Panikattacken vor dem Mörder. Ich hatte schwere Alpträume, die mir meine ganze Kraft raubten. 
Schritt für Schritt habe ich es immer wieder mal gewagt, Alltägliches zu versuchen. Meistens endete es in einem Tränenmeer – egal ob beim Einkaufen, Spazieren, Waschen, Kochen oder zur Uni gehen. Jede dieser alltäglichen Handlungen hat mir bewusst gemacht, dass das Leben trotz dieses Schmerzes weitergeht und das hat mich immer wieder neu überrollt.
Ich war noch nicht bereit dazu, dass es weitergehen sollte und doch musste ich weitermachen, denn schließlich brauchte ich Geld, um zu leben. Deshalb funktionierte ich irgendwie, sodass ich wenigstens noch meine Miete bezahlen konnte. Dabei griff ich zu Beginn sehr oft zum Alkohol, mit dem ich glaubte, besser durch den Alltag zu kommen. Allerdings hat er meinem Körper und meiner Psyche mehr Schaden bereitet, als positive Entwicklungen.
Wer oder was hat Dir auf diesem Weg am meisten geholfen?
Meine Freunde waren sicherlich vor allem zu Beginn eine enorm wichtige Stütze, gerade weil es innerhalb der Familie schwierig war. Von Beginn an hatte ich zudem eine Therapeutin, die mir ebenfalls enorm geholfen hat. Was mir allerdings wirklich das Leben gerettet hat, waren Bewegung und Sport.
Vor Larissas Tod hatte ich einen Ski-Unfall mit Kreuzbandriss als Folge. Ich wurde operiert und bekam noch eine Thrombose dazu. Monate später war mein Knie besser, aber noch lange nicht gut. Nachdem Larissa starb, hatte ich mich nicht mehr um mein Knie gekümmert. Dadurch wurde es zunehmend schlechter.
Anfang 2014 hatte ich einen Termin bei meinem Operateur. Dieser sagte mir, dass ich anfangen solle meine Muskulatur aufzubauen, weil ich sonst niemals wieder würde joggen können. Das war der erste Funke.
Meine Schwester war immer die Sportskanone und meine persönliche Motivation zum Sport. Ich ging raus aus der Praxis und dachte: „Ich werde für dich trainieren, kleine Schwester.“ Erst versuchte ich es in einem Fitnessstudio. Das ließ sich aber mit meinen Heulkrämpfen nur schwer vereinbaren, weshalb ich meine Übungen nach draußen verlegte. Dort fühlte ich mich frei und konnte all meinen Gefühlen freien Lauf lassen.
Ich spürte, wie toll es sich anfühlte, meinen Körper wieder wahrzunehmen und ihm die Kraft zurückzugeben, die er nun deutlich brauchte. Meine körperliche Verfassung verbesserte sich und ich konnte auch wieder Freude und Glück spüren. Seit diesem Tag trainiere ich regelmäßig – bis heute. Der Sport ist mein Lebensinhalt geworden.
Dieses Training hat mich auch durch die Zeit der Verhandlung gebracht (der Täter bekam 20 Jahre mit anschließender Sicherungsverwahrung), mir geholfen, Entscheidungen für mich und meinen Körper zu treffen und auf mich zu achten.
Du hast dann Seelensport gegründet, einen "bewegten Weg aus der Trauer". Was genau bietest Du da an und was gibt Dir das auch für Dich selbst?
Ich würde es eher so nennen: einen bewegten Weg für die Trauer. Denn meine Trauer ist noch immer da. Sie hat sich verändert, wie sich alles im Leben stetig verändert, aber sie ist ein täglicher Teil von mir, der meine Liebe zu meiner Schwester zeigt.
Das Training nimmt mir die Trauer nicht und auch sonst keinem, vielmehr geht es darum, durch die Bewegung einen Weg zu finden, mit ihr umzugehen – und mit all den damit verbundenen Gefühlen. Es geht darum, den Körper als Instrument zu nutzen, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und den Körper gleichzeitig zu stärken.
Ich biete den Seelensport in ganz unterschiedlichen Formen an: Kurse vor Ort in Innsbruck, eine Erholungswoche in den Bergen, Workshops in ganz Deutschland und Österreich. Außerdem halte ich Vorträge zum Thema Trauer in Bewegung, biete aber auch Online-Trainings an. Außerdem schreibe ich einen Blog über Themen aus dem Bereich Trauer.
Das Gefühl, einen Teil meiner Schwester in der Form in die Welt hinauszutragen und anderen trauernden Menschen Hoffnung zu machen, dass ein Leben mit der Trauer möglich ist und auch mit einem Lächeln verbunden werden darf, schenkt mir innere Zufriedenheit und einen Sinn in diesem neuen, zweiten Leben, wie ich es nenne.

 Fünf Jahre sind nun seit dem Mord an Deiner Schwester vergangen. Ich habe Dich am Telefon als fröhlichen Menschen empfunden, der jeden Tag nutzen möchte. Dein Leben scheint intensiver geworden zu sein. Und zwar nicht nur im Schmerz, sondern auch in der Dankbarkeit. Ist mein Eindruck richtig?
Ja, absolut. Als junger Mensch lebt man oft mit dem Gedanken, dass das Leben unendlich sei und verschiebt gerne vieles nach hinten. Mir wurde bewusst, dass wir alle sterblich sind und der Tod jeden Tag eintreffen kann. Mit diesem Gedanken lebe ich Momente bewusster und intensiver, aber auch meine Beziehungen. Ich verschwende keine Zeit mehr für Dinge, die mir nicht gut tun oder mich belasten.
Was möchtest Du anderen Menschen gern mit auf den Weg geben, die mit Schicksalsschlägen leben müssen?
Sich bewusst Zeit für sich und für seine Gefühle. Geduldig mit sich sein und einen Schritt nach dem anderen gehen. Trauer braucht Zeit, Geduld und ein liebevolles Umgehen. Wenn wir uns auf diese schmerzvolle Reise einlassen, verbergen sich dahinter ganz viele schöne, bereichernde Momente, neben all den Tränen. Sich dabei keinen Druck von außen geben zu lassen, sondern bei sich zu bleiben, ist ganz wichtig.
Du musst gar nichts. Außer sein. Es ist deine Trauer, dein Schmerz, also auch deine Regeln.
Das sind schöne Worte. Wie geht es jetzt in Deinem Leben weiter?
Derzeit bin ich auf der Suche nach einem Verlag, weil ich das Geschehene bereits niedergeschrieben habe und gern veröffentlichen würde. Mit meiner Geschichte möchte ich anderen Menschen Hoffnung
 schenken, aber auch aufklären, was ein Trauerweg nach einem Mord bedeutet und inwiefern wir alle hier miteinspielen.
Außerdem startet ab Herbst 2019 mein Ausbildungsprogramm für SeelenSport-TrainerInnen. Denn mein Wunsch und Ziel ist, dass für jeden Trauernden dieser Kurs neben den Gesprächsgruppen in vielen Städten zugänglich sein wird. Die Ausbildung richtet sich an TrauerbegleiterInnen, TherapeutInnen und TrainerInnen.
Ansonsten lasse ich mich überraschen, denn am Ende weiß doch niemand, wie es wirklich weitergeht im Leben.
Denn das findet genau Jetzt und Hier statt und darf gelebt werden!

  
               
Interview mit Katy: Wie ich nach dem Mord an meiner Schwester zurück ins Leben fand | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-nina-der-vater-meiner-kinder-ist-33-jahre-aelter-als-ich
        Ihr Lieben, neulich hat unsere Leserin Eva ja von ihrer Beziehung mit ihrem 15 jahre jüngeren Freund erzählt. Die Resonanz darauf war riesig, einige von Euch fragten sich aber, wie sich so eine Beziehung anfühlt, wenn gemeinsame Kinder im Spiel sind.
Ob es nicht komisch sei, wenn der Vater auch der Opa sein könnte. Genau darüber haben wir mit Nina gesprochen, sie ist 33 jahre Jünger als ihr Mann – sie haben drei gemeinsame Kinder. Tausend Dank für Deine Offenheit und alles Liebe für Euch!
Liebe Nina, erzähl doch erst mal, wer alles zu deiner Familie gehört!
Zu meiner Familie gehört mein Mann Michael, der 68 Jahre alt ist, womit wir direkt beim Thema wären! 😉 Ich bin 35, und wir haben gemeinsam 3 Kinder: Lena und Paul sind bald 4 Jahre alt, und Clara ist im August zur Welt gekommen!  
Der Altersunterschied zwischen dir und deinem Mann ist ja schon relativ groß. Wie und wo habt ihr euch kennen gelernt und wusstest du von Beginn an, wie alt er ist?
Schon bevor ich ihn kennenlernte, hatte ich von ihm gehört und wusste, wie alt er ist! 😉 Ich war auf einem 60. Geburtstag eingeladen, habe mich dort umgesehen und mir überlegt, mit wem es interessant sein könnte, sich zu unterhalten… und da ist er mir direkt aufgefallen.
Er hat sich genau das Gleiche gedacht, und mich dann angesprochen. An dem Abend gingen wir ohne die Nummer des jeweils anderen auseinander, die wir uns dann beide auf ziemlich abenteuerliche, lustige und romantische Art und Weise versucht haben, zu besorgen. Und 3 Monate nach unserem ersten Kennenlernen rief er an. Danach folgte dann erst mal ein 3-jähriger lockerer Kontakt, zwar konnten wir uns beide mehr vorstellen, aber waren zum einen in Beziehungen, und haben zum anderen beide über den Altersunterschied nachgedacht… wir hatten beide vorher noch nie deutlich jüngere bzw. deutlich ältere Partner! Erst als ich fertig promoviert hatte, hat er sich dann ein Herz gefasst und wir haben es probiert! 🙂
War der Altersunterschied je ein Thema zwischen euch. Und wenn ja, wer hatte damit mehr Probleme?
Natürlich war das ein Thema! Bei 33 Jahren lässt er sich nicht verheimlichen und wir haben jede Menge lustige Situationen erlebt… bis hin zu Leuten, die mir gratuliert haben, dass ich mich für mein (vermeintlich hohes) Alter aber hervorragend gehalten hätte!
Aber Probleme haben wir bisher beide keine, glaube ich! Wir haben es uns ja gut überlegt, ob wir zusammen sein wollen, und haben uns von Anfang an so gut verstanden, dass wir unsere Beziehung nie in Frage gestellt haben… im ersten Jahr unserer Beziehung haben wir beide ein Sabbatical eingelegt und sind ein halbes Jahr mit dem Rucksack um die Welt gereist, was uns auch noch mal sehr zusammengeschweisst hat. Wir lieben uns und haben schon so viele tolle Erlebnisse geteilt, das ist viel wichtiger als unser Alter. 
 Wie hat dein und auch sein Umfeld, also Eltern und Geschwister und Freunde, auf eure Beziehung reagiert, als sie noch ganz frisch war?
Mein Umfeld ist von mir extravagante Ideen und unabhängige Entscheidungen gewöhnt, von daher kann ich mich zwar an erstaunte Reaktionen erinnern, aber ansonsten wurde unsere Beziehung in meinem Umfeld ganz schnell normal. In Michaels Umfeld gab es ein paar Vorbehalte. Z.B. wurde ihm vorgeworfen, er würde sich an mir vergreifen und seiner Verantwortung mir gegenüber nicht gerecht werden… Das war schon übel, aber ob das überhaupt der wahre Grund für die Vorbehalte war, wage ich mal zu bezweifeln. Jedenfalls haben wir solche Dinge immer besprochen und nie mit uns alleine ausgemacht, und da doofe Reaktionen nur sehr vereinzelt vorkamen, hat uns das nicht so wirklich beeindruckt. Alles in allem hat unser Umfeld sehr gut reagiert, wir haben ganz wenige Kontakte verloren – vielleicht nicht mehr, als andere Paare auch verlieren, weil sie den neuen Partner einfach doof, nervig, arrogant, was auch immer finden…? Zum Glück sind bei uns weitaus mehr neue Freunde dazugekommen, die wir gemeinsam als Paar gefunden haben! 
 Waren gemeinsame Kinder sofort ein Thema? Oder habt ihr euch wegen seines Alters doch Gedanken gemacht?
Beim ersten Date hat Michael mich nach Kindern gefragt, und ich hab' gesagt, dass ich Kinder möchte – nicht sofort, aber irgendwann auf jeden Fall. Für ihn war diese Idee erst mal neu, er hatte natürlich nicht konkret geplant, sich eine junge Frau zu suchen und mit über 60 drei Kinder zu bekommen. Aber irgendwie fand er diese Aussicht auch toll! Danach haben wir ehrlich gesagt nie wieder daran gezweifelt, dass wir Kinder haben wollen, und sind die Sache angegangen. Allerdings etwas früher, als ich es mit einem gleich alten Mann getan hätte… da hätte ich vielleicht noch länger gewartet. Aber so dachten wir, dass jedes Jahr früher den Kindern ein Jahr mehr mit ihrem Papa schenkt. 
Welche Vorteile hat ein älterer Vater gegenüber einem jüngeren Vater?
Ich habe ja nie Kinder mit einem jungen Vater gehabt, außerdem ist das schwer und auch irgendwie müßig zu vergleichen… denn ich denke, jeder hat seine ganz eigene Familienkonstellation, die Vorteile und Nachteile beinhaltet! Unser großer Nachteil ist sicherlich, dass mein Mann unsere Kinder nur für eine absehbare Zeit begleiten kann, und dass vielleicht Alter oder Krankheit unser Familienleben mal belasten werden. Dagegen stehen aber so viele Vorteile: Mein Mann bringt ganz viel Lebenserfahrung und Reife mit, was ihm bzw. uns allen im Umgang mit den Kindern und auch in den Entscheidungen rund um unsere Familie viel nützt. Er hat viel Zeit für die Kinder, denn der Großteil seines Berufslebens liegt bereits hinter ihm, und momentan arbeiten wir beide, teilweise zusammen, teilweise jeder für sich, freiberuflich. So sind wir sehr flexibel. Außerdem bringen seine vielen Berufsjahre auch mit sich, dass wir schon finanziell abgesichert sind und in dieser Hinsicht keine Sorgen unser Familienleben belasten. Aber ganz ehrlich: diese Aspekte erfahre ich jetzt, und freue mich daran, aber habe das so nicht abgesehen oder geplant… der allergrößte Vorteil ist für mich, dass ich ihn liebe, dass er mich liebt und dass wir unsere Kinder lieben… und das hat mit alt oder jung gar nichts zu tun. 
Gab es schon mal doofe Reaktionen im Kindergarten oder in der Schule?
Ganz am Anfang, als wir zusammen waren, hatten wir das Gefühl, dass wir schon mal schief angeguckt werden oder mit dem üblichen Klischee "Reicher, alter Mann sucht sich hübsches, junges Dummchen" konfrontiert werden, obwohl wir dem gar nicht entsprechen: Wir sind beide gleich gut ausgebildet, wir sind beide beruflich erfolgreich, mein Mann braucht keine junge Frau als Schmuck, und ich brauche keinen alten Mann als Versorger. Die Leute, die uns näher kennenlernen, merken das ziemlich schnell, und so haben wir z.B. im letzten Jahr, in dem unsere Kinder in den Kindergarten gehen, ganz viele nette Kontakte aufgebaut und sogar Freundschaften geschlossen. Das einzige, was vielleicht besonders ist, ist das große Interesse an uns – wir fallen halt auf und man erkennt uns viel schneller wieder als andere Paare. Das macht mir aber nichts, ist auch nett, in Restaurants und im Blumenladen schon ab dem 2. Besuch mit Namen begrüßt zu werden! 😉 
Interessanterweise gibt es seit ein paar Jahren gar keine doofen Reaktionen auf unseren gemeinsamen Auftritt mehr… wir treten auch beruflich gemeinsam als Paar auf, und bekommen beruflich wie privat so viel positives Feedback: dass wir uns toll ergänzen würden, dass wir zusammen sehr sympathisch sind, dass man uns anmerkt, dass wir eine gute Ehe führen. Ich glaube mittlerweile, dass die Art, wie das Umfeld auf einen reagiert, viel mehr mit der Selbstverständlichkeit, mit der man selbst auftritt, zu tun hat! Und am Anfang waren wir selbst noch unsicherer, was unseren Altersunterschied betrifft, und das hat doofe Reaktionen begünstigt. 
 Nehmen eure Kinder überhaupt wahr,  dass ihr Vater so viel älter ist als die Mutter?
Bisher nicht – für unsere Kinder sind alle Menschen über 20 alt, und da machen sie keine weiteren Unterschiede. Trotzdem sind wir natürlich sensibel für dieses Thema und haben auch im Kindergarten nachgefragt, ob unter den Kindern das Alter unseres Papas eine Rolle spielt. Aber das ist bisher nicht der Fall. Trotzdem haben wir Sorge, dass unsere Kinder irgendwann mal wegen ihres alten Vaters gehänselt werden. Deswegen liegt meine Erklärung für diesen Fall schon bereit: es gibt eben junge und alte Väter, gesunde und kranke Väter, weisse und schwarze Väter, liebevolle und weniger liebevolle Väter, Väter, die immer da sind und Väter, die nie da sind, Väter, die mit der Familie zusammenwohnen und andere, die wo anders wohnen… Ich denke, jeder Vater hat seine Vor- und Nachteile, und das Alter ist da ein ziemlich untergeordneter Punkt. Und nimmt man alle Vor- und Nachteile zusammen, dann haben unsere Kinder mit ihrem Papa ein ziemlich grosses Los gezogen! 🙂 
 Wie gehst du mit der Angst um,  dass du vielleicht irgendwann alleine mit den Kindern da stehen könntest?
Mir ist sehr bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendwann alleine mit den Kindern dastehe, für mich deutlich höher ist als für viele andere Mütter. Aber ich denke, wenn das wirklich passieren sollte, kann ich das schaffen. Zum einen treffen wir Vorkehrungen, dass in unserem Leben alles gut organisiert ist, so dass ich es auch alleine managen könnte. Zum anderen tun wir alles dafür, dass mein Mann lange gesund bleibt und lange lebt, und nehmen gesundheitliche Themen sehr ernst, angefangen bei gesunder Ernährung bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen und anderen Arztbesuchen. Und wir rauchen nicht und trinken beide keinen Tropfen Alkohol! Das mit dem regelmässigen Sport ist noch eine Baustelle… aber wir sind zumindest voller guter Vorsätze! Damit fühle ich mich eigentlich ziemlich wohl… ist ja auch nicht so, dass junge Väter nicht krank werden können oder sterben können – nur trifft es diese Familien dann oft völlig unvorbereitet. 
 Wie bereichert der Altersunterschied eure Paarbeziehung?
Das ist schwer zu sagen… mein Mann als Mensch bereichert mich und er hat wahnsinnig viele Stärken, für die ich ihn bewundere – wobei er mich genauso bewundert für meine Stärken… Aber welche Stärken etwas mit seinem Alter oder meiner Jugend zu tun haben, kann ich nicht sagen! Doch, eine Sache gibt es: mein Mann hat ja schon 50 Jahre Beziehungserfahrung auf dem Buckel, und das merkt man schon! Er ist extrem ausgleichend, vorausschauend, wertschätzend… und wenn ich mal rummotze, nimmt er das überhaupt nicht ernst, sondern sagt nur: "Du blöde Kuh, ich lieb' Dich trotzdem!" – und dann müssen wir beide lachen. Mit meinen gleichalten Freunden haben sich Konflikte schneller hochgeschaukelt. Aber auch hier kann ich mir letztendlich nicht sicher sein, ob das an seinem Alter liegt, oder einfach an seinem Charakter. 
Und wo merkst du doch, dass etliche Jahre zwischen euch liegen?
Es gibt so bestimmte Freizeitbeschäftigungen, die typisch sind für meine Generation, glaube ich: DVD-Abende zum Beispiel! Versteht mein Mann gar nicht, warum man einen Abend in bester Gesellschaft verplempern soll, ohne sich zu unterhalten, sondern indem man in den Fernseher stiert. Er geht z.B. lieber ins Theater. Aber ehrlich gesagt: ich auch!
 Hattest du früher auch Beziehungen mit gleichaltrigen Männern? Und wie waren die für dich?
Ich hatte bisher nur Beziehungen mit gleichaltrigen Männern, und mein Mann hatte vor mir nur Beziehungen mit gleichaltrigen Frauen. Die waren auch gut, aber letztendlich hat mich kein Mann so nachhaltig beeindruckt und fasziniert wie er. Aber ich glaube auch hier, dass das viel mehr mit ihm als Person zu tun hat als mit seinem Alter. 
Wie geht dein Mann damit um, dass er wahrscheinlich nicht mehr erleben wird, ob seine eigenen Kinder selbst einmal Kinder bekommen?
Das habe ich ihn gefragt, und er sagt: "Da hab' ich noch nie drüber nachgedacht!" Ich glaube, wir sind (meistens) sehr lebenstüchtig und denken über die Sachen, die wir nicht ändern können, nicht so viel nach. Mir gibt es manchmal einen Stich, wenn ich denke, dass er unsere Töchter wahrscheinlich nicht zum Altar wird führen können oder so was… aber dann denke ich: so viele Bräute werden nicht von ihrem Vater zum Altar geführt… z.B. weil sie mit ihrem Vater zerstritten sind oder weil die Eltern zerstritten sind. Das stelle ich mir noch viel schlimmer vor als einen tollen Vater und ein erfülltes Familienleben gehabt zu haben, nur eben nicht für immer. 
Was rätst du Paaren in einer ähnlichen Situation,  die noch nicht wissen, ob sie mit so einem Altersunterschied umgehen können?
Auch wenn ich von vielen Vorteilen unserer Situation berichten kann, würde ich niemandem raten, in Herzensdinge auf die Ratschläge anderer zu vertrauen… Man spürt, ob man mit jemandem unbedingt zusammen sein will! Wenn man jemanden aufrichtig liebt, dann ist es egal, ob derjenige jung, alt, schwarz, weiss, krank, gesund, arm oder reich ist, dann sollte man seinem Herzen folgen. Und ansonsten gilt: "a maybe is always a no"! Für uns war es nicht nur ein "vielleicht", und wir sind für unseren Mut, unserem Herzen zu folgen, reich belohnt worden, und selbst wenn weniger schöne Zeiten auf uns warten sollten: damit kann ich besser leben, als damit, unser Glück gar nicht gelebt zu haben!
               
Interview mit Nina: Der Vater meiner Kinder ist 33 Jahre älter als ich | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-regina-meine-leben-mit-bald-fuenf-soehnen
        Liebe Regina, du bist mit deinem 5. Kind schwanger – es wird wieder Dein fünfter Junge. Verrate doch mal, was du gedacht hast, als du das Geschlecht beim Frauenarzt erfahren hast.
Ganz ehrlich: ich war total glücklich. Ich habe mir einen Jungen gewünscht.´Mein Mann hat insgeheim auf eine Prinzessin gehofft ,aber ich wollte nach 4 Jungs einfach kein Mädchen mehr.
Wolltet Ihr schon immer viele Kinder –  oder hat sich die Großfamilie ergeben?
Wir wollten eigentlich immer 4 Kinder. Aber – so wie nach jeder Geburt – hab ich auch nach Nr. 4 schon im Kreissaal zu meinem Mann gesagt: "Das war nicht das letzte Kind!" Ich musste ihn allerdings schon etwas überzeugen, noch ein fünftes Kind zu bekommen – vorallem musste ich ihm versprechen, dass dann auch wirklich Schluss ist. Schauen wir mal, wie es weiter geht 🙂
Was ist das schönste daran, eine Jungsmama zu sein?
Es gibt einfach viele schöne Momente mit meinem Jungs. Ich glaube auch, dass mir einiges erspart bleibt – zb. die typischen Mädchenzickereien. Und ich muss im Winter keine langen Haare föhnen. Ich werde mich nicht mit Teenie-Töchtern ums Badezimmer streiten müssen. Ich finde Jungs einfach toll, sie sind kleine Wirbelwinde und ich stehe gerne auf dem Fußballplatz.
Hand aufs Herz: Hast Du Dir auch mal ein Mädchen gewünscht?
Ja, als ich das zweite Mal schwanger war, habe ich mir ein Mädchen gewünscht. Als ich erfahren habe, dass es wieder ein Junge wird, war ich schrecklich enttäuscht. Als mit bewusst wurde, dass ich enttäuscht bin, war das schlimmes Gefühl. Denn eigentlich war ja alles wunderbar – ich war mit einem gesunden Jungen schwanger. Das schlechte Gewissen über die Enttäuschung überwog alles – und danach habe ich mir nie wieder ein Geschlecht gewünscht. Ich war einfach nur dankbar über gesunde und fröhliche Kinder. 
Wie reagieren Fremde auf Eure Jungs-Truppe?
Die meisten bedauern mich. Viele Leute haben wohl die Vorstellung, dass man mit so vielen Jungs regelmäßig grundsanieren muss. Aber es gibt auch Leute, die uns ihre Bewunderung aussprechen. 
Welchen Spruch kannst Du nicht mehr hören?
Da gibt es viele, aber am Schlimmsten finde ich: "Macht ihr jetzt so lange weiter, bis ihr ein Mädchen bekommt?" oder "Schon wieder schwanger? Das war aber doch jetzt bestimmt ein Unfall…"
Was ist Dir besonders wichtig bei der Erziehung deiner Söhne?
Besonders wichtig ist mir ihre Selbstständigkeit. Ich möchte keine verwöhnten Muttersöhnchen, die von Hotel Mama direkt zur Freundin ziehen, weil sie weder kochen noch Wäsche waschen oder putzen können. Die Erziehung der Jungs ist in diesen Punkten aber nicht besonders schwer, weil ihr Papa ihnen genau das vorlebt. Er putzt und kocht – genauso wie ich das mache. Also sehen unsere Jungs, dass der Haushalt  eben nicht reine Frauensache ist. Außerdem möchten wir den Kindern Respekt vor anderen Menschen vermitteln und dass alle Menschen gleich sind. 
Was wünscht Du Dir für Deine Kinder? 
Ich wünsche mir, dass sie glücklich werden. Dass sie einen Job haben, der sie erfüllt und nicht nur zum Geldverdienen erledigt wird. Und natürlich, dass sie einen Partner/in finden,mit dem sie glücklich sind. So glücklich wie ihr Papa und ich es sind. Ohne seine Mithilfe wäre unsere Großfamilie nämlich nicht möglich. Er kümmert sich sehr liebevoll um uns und ich bekomme regelmäßig Auszeiten. 
Wer oder was ist gerade total angesagt bei Deinen Jungs? 
Bei Paul (10 Jahre) Dragons, Johannes (7 Jahre) Minions und Fussball, Noah (2 Jahre) Bob der Baumeister, Cars, Feuerwehrmann Sam, bei Jona (1 Jahr) Spielzeuge der großen Brüder klauen
 
Gibt es was, was du zum Thema Jungs-Mama schon immer mal los werden wolltest?
 
Ich kann jede Mama verstehen, die sich ein Mädchen wünscht. Aber ganz ehrlich: Jungs sind soooooo toll. Sie sind wild und frech aber auch so sensibel und loyal. Sie sind so hilfsbereit, kümmern und beschützen sich untereinander. Sie sind einfach super. Ich freue mich schon, wenn sie noch älter sind und ihre Freundinnen mit nach Hause bringen. Aber bis dahin genießen wir unsere Bande und leben im Hier und Jetzt. 
 
 
               
Interview mit Regina: Meine Leben mit (bald) fünf Söhnen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-saskia-ich-bin-mit-16-jahren-mutter-geworden
       

Liebe Saskia, Du bist sehr jung Mutter geworden. Hattest Du das Gefühl, dass Du in deiner Schwangerschaft deshalb anders behandelt worden bist?
    
Das stimmt, ich bin mit 16 Jahren schwanger geworden. Aber nein, ich habe keine negativen Erfahrungen gemacht. Ich hatte einen ganz tollen Gynäkologen, der mich sehr ernst genommen hat. Und meine großartige Hebamme hat mich auch von Beginn an unterstützt. Ob andere Leute komische Gedanken hatten, war mir schlicht egal. 
 
Wie verlief denn die Schwangerschaft?
 
Ich hatte mit Übelkeit zu kämpfen, aber generell verlief die Schwangerschaft bis Mitte 7. Monat sehr gut. Ich bin weiterhin zur Schule gegangen und hatte auch dort die vollste Unterstützung. Mein letzter Untersuchungstermin endete jedoch damit, dass ich sofort ins Krankenhaus musste, weil ich zu viel Eiweiß im Urin hatte und mein Blutdruck viel zu hoch war. Es bestand der Verdacht auf Präeklampsie. Vier Tage später wurde meine Püppi in der 30. SSW per Notkaiserschnitt geholt, weil ihre Herztöne zu schwach waren.
 
War Deine Tochter ein Wunschkind?
 
Absolut. Auch von dem Vater meiner Tochter, der zu dem Zeitpunkt 19 Jahre alt war.
 
Wenn man so jung schwanger wird, muss man sich doch sicher jede Menge Fragen anhören. Welche störte Dich am meisten?
 
Ja, ich wurde oft gefragt, ob das Kind geplant war. Aber mich hat diese Frage nicht gestört, denn meine Tochter war ein Wunschkind und ich war und bin stolz darauf, dass ich mit 16 schon reif dafür war. Gestört hat mich eher die Frage "Wie stellst du dir das alles vor? Ein Kind kann man nicht einfach wieder abgeben!“ Als wäre mir das nicht klar gewesen. Es war nervig, immer und immer wieder Rechenschaft abzulegen. 
 
Wie lief der Alltag mit Baby dann ab?
 
Bei uns war es nach der Geburt nicht so einfach. Meine Tochter lag noch drei Monate im Krankenhaus und hat gekämpft. Ich bin kurz nach ihrer Geburt in eine Mutter-Kind-WG gezogen, weil ich ja noch minderjährig war. Das war anfangs sehr hart, weil die Mamis da alle ihre Kinder bei sich hatten und ich jeden Tag ins Krankenhaus fahren musste.
Als ich sie dann aber endlich nach Hause mitnehmen konnte, war es so schön! Meine Kleine war ein sehr sehr einfaches Kind. Ich brauchte tatsächlich kaum Hilfe, denn ich hatte durch jahrelanges Babysitten schon etwas Erfahrung. 
Es war eher so, dass meine Bezugsbetreuerin eines Tages meinte “Zwei Stunden in der Woche nehme ich sie dir ab, damit du mal dein Ding machen kannst!“ Das wollte ich zunächst nicht, weil ich immer bei meiner Tochter sein wollte. Aber als ich mich dann mal durchgerungen habe, sie abzugeben, konnte ich die Zeit für mich alleine auch genießen. 
 
Nun ist es ja nicht bei einem Kind geblieben… 
 
Ja, mittlerweile habe ich drei wundervolle Kinder im Alter von 8, fast 6 und 1,5 Jahren! 
Ich habe mich, als meine erste Tochter ca 6 Monate alt war, zum dritten und letzten mal von ihrem Erzeuger getrennt. Ursprünglich wollte ich sie alleine groß ziehen. So hätte ich alles alleine entscheiden können und mir würde kein Mann mehr auf die Nerven gehen.
 
Nur einen Monat später lernte ich jedoch meinen jetzigen Mann kennen…Zuerst haben wir nur telefoniert, stundenlang. Ich wollte eigentlich keine neue Beziehung, aber er ließ nicht locker. Nach ein paar Wochen hab ich ihn dann von der Arbeit abgeholt und der Verrückte hat mich sofort geküsst. Ich war total perplex, hab mir dann aber gedacht: “Gut, scheinbar weiß er was er will, dann nagel ich ihn jetzt fest.“ Seitdem sind wir zusammen.
Nach 8 Monaten wurde ich, wieder geplant, direkt schwanger. Wir zogen um und lebten unser Leben zum ersten mal ohne das Jugendamt im Nacken. Es war so ungewohnt und doch so schön. Es lief alles perfekt. Im Januar 2016 guckte mein Mann mich eines Morgens an und sagte: “Du bist schwanger!“ 
 
Eigentlich wollte ich kein drittes Kind mehr, aber ich war tatsächlich wieder schwanger. Das hat mich zum ersten Mal ganz schön aus dem Latschen gehauen. Die beiden Großen waren gerade aus dem Windel-Buggy-Alter raus und wir Eltern hatten mal wieder etwas mehr Zeit für uns. Und dann sollte plötzlich alles wieder von vorne los gehen?
Ich gebe zu, dass ich mich mmit em Gedanken ganz schön schwer getan habe, auch, weil ich wieder arbeiten gehen wollte. Mein Mann aber sagte zu mir: "Warte erst mal ab. Wenn du unseren Dicken erstmal auf dem Arm hälst, änderst du deine Meinung sowieso.“ Er hatte Recht. Ich bin bis heute Zuhause und habe jede einzelne Minute mit dem Kleinen genossen und könnte mich für meine doofen Gedanken in der Schwangerschaft ohrfeigen. Trotzdem finde ich jetzt, dass wir komplett sind! 
 
In welchen Situationen merkst du heute noch, dass du sehr viel jünger bist als die anderen?
 
Hm, da gibt es nur eine Situation, die ich aber eher lustig finde. Die meisten Mütter aus der Klasse meiner Tochter sind im Alter meiner Mutter. Sie fluchen dann immer, wie alt sie schon sind und ich bin ja erst 24. Ansonsten gibt es eigentlich nichts. Für mich war mit 16 eben der richtige Moment, Mutter zu werden. 
 
Das heißt, Du würdest wieder so jung Mutter werden?

   Ja, ganz klar ja! Ich liebe mein Leben so wie es ist, sehr! Genau so habe ich mir mein Leben immer vorgestellt (bis auf das dritte Kind). Und ich habe schon als kleines Mädchen immer gesagt: “Ich werde ganz früh Mama!“


 
               
Interview mit Saskia: "Ich bin mit 16 Jahren Mutter geworden" | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, am 5.1. startet die neue Staffel der „SOKO Hamburg“, Paula Schramm spielt in der ZDF-Serie eine Kommissarin. Paula hat ein Kind und hat uns verraten, wie sie durch die Corona-Krise gekommen ist und was sie am meisten vermisst.



Liebe Paula, ein Schauspielerinnenleben ist aufregend, weil immer wieder mit neuen Stoffen und neuen Teams gedreht wird, es ist aber auch immer aufregend, weil nie klar ist, ob es nach dem aktuellen Projekt ein weiteres gibt. Warst du deswegen vielleicht besser auf die unsichere Jobsituation in Corona-Zeiten vorbereitet?



Ja, das ist ein interessanter Gedanke. So habe ich das noch gar nicht gesehen… Aber es stimmt wohl: in meinem Beruf gibt es keine Sicherheiten. Nicht vor, und nicht nach Corona. Es war für mich trotzdem ein gewisser Schock, da der Lockdown ein paar Tage vor meinem ersten Drehtag bei der „Soko Hamburg“ begann.



Ich wusste zu der Zeit nicht, wie lange ich kein Geld verdienen werde. Wir als Familie hatten fest mit der Gage gerechnet und brauchten diese auch sehr dringend, da wir zuvor einen Monat in Costa Rica verbracht haben. Und das hatte uns finanziell die Hosen ausgezogen. Aber ich sage mal so: Freiheit hat ihren Preis. In vielerlei Hinsicht.



Als Schauspielerin gehst du mit offenen Augen durch die Welt, saugst Dinge und Menschen in dich auf – fehlt dir das gerade durch die Beschränkungen?



Ja und nein. Natürlich fehlt mir, wie wahrscheinlich allen, die engen sozialen Kontakte, auch die körperlichen Berührungen zu meinen Freunden und Familienmitgliedern.



Andererseits bin ich manchmal sehr zerstreut. Im ersten Lockdown hatte ich sehr intensive Momente mit mir, meinen Gedanken, meiner Gefühlswelt, meinem Humor. Trotz der Ängste gab es einen Moment der Besinnung oder zumindest der Konfrontation mit mir selbst. Das konnte ich sehr wertschätzen und erlebte eine gewisse kreative Bereicherung. Ein bisschen so, wie man sich Weihnachten immer vorstellt – wie es aber selten wird, weil man anstatt nachzudenken eher viele Geschenke in überfüllten Geschäften kauft, oder sich über die Macken von Familienmitgliedern ärgert.



Nun bangen viele KünstlerInnen in diesen Zeiten um ihre eigene, aber auch um die Zukunft ihrer Branche. Wie geht es dir aktuell und bekommst du das in deinem Umfeld auch mit?



Ich bekomme das mit. Auf jeden Fall. Andererseits muss man sagen, es war schon immer eine Branche, die viel aus eigener Kraft auf die Beine gestellt hat. Ich denke, das wird weiter so sein. Es gibt einige Leute, die es gewohnt sind kämpferisch kreativ und innovativ zu sein. Und Kreativität steht am Anfang einer jeden Problembewältigung. Das haben die letzten Monate ja wohl deutlich gezeigt.



Da kursiert ja auch gerade dieser furchtbare „Witz“ mit dem Arzt, der dem Künstler sagt: „Sie haben noch sechs Monate zu leben“ und der ihm entgegnet „Wovon denn?“ Neigst du in solchen Zeiten auch eher zu schwarzem Humor oder findest du das eher geschmacklos?



Ich nehme es mit Humor. Ich bin aber von der Situation zunehmend genervt, muss ich zugeben. Diese Sage vom armen Künstler, der sich irgendwie durchschlägt, nervt. Wir sind alle arbeitende, steuerzahlende Menschen, die auch Familien und Verantwortungen haben.



Was würdest du dir in diesen Zeiten zur Kulturförderung wünschen?



Gezielte Unterstützung. Gesehen werden. Und ganz speziell für mein Department: finanzielle Unterstützung. Für Schauspieler gab es keine Hilfen. Die meisten von uns haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das berühmte, tolle Kurzarbeitergeld griff oft nicht. Ich habe zwar noch nie Hartz4 in Anspruch genommen, aber ich bezweifle, dass ich davon überhaupt hätte Miete zahlen können.



Du bist mit 25 Jahren Mutter geworden, dein Sohn ist jetzt 5, wie geht er mit der Krise um und wie schaffst du Sicherheiten für ihn?



Ich schaffe Sicherheiten, indem ich einfach von Tag zu Tag lebe und mich mehr auf das „Hier und Jetzt“ konzentriere als auf „hätte, könnte, werde“. Das halte ich schon immer so. Sonst wäre der Beruf auch nichts für mich. Zudem scheint mir einfach die Sonne aus dem Hintern. Ich liebe, es Mutter und Mensch zu sein und für mich bringt jeder Tag das Potential, ein richtig guter zu werden.



Ich nenne das Überlebensstrategie. Das Glas ist halb voll. Alles andere macht für mich echt keinen Sinn. Und so gebe ich das auch an meinen Sohn weiter. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine kleine Kreativwerksatt zu Hause haben werde, obwohl ich zwei linke Hände habe.



Paula Schramm. Foto: Prepeek



Da auch ich bereits mit 24 Mutter wurde, interessiert mich: Würdest du nochmal so jung Kinder bekommen?



UNBEDINGT! Das war eine so gute Entscheidung. Ich bequatsche auch alle jüngeren Kolleginnen, die mich nach einem Rat fragen. Ich habe dieser Entscheidung so viel zu verdanken. So viel Energie, Leichtigkeit, Erwachsenwerden und gleichzeitig spielerisch die Welt wieder neu sehen. Verantwortung tragen, aber nicht dogmatisch werden. Von Anderen lernen und sich selbst dabei finden. Und am Liebsten: Von meinem Sohn lernen und lieber mal hinhören, anstatt ihm meine Welt zu erklären.



Kinder bedeuten Einschränkungen. Eine Entscheidung FÜR etwas, ist auch immer eine Entscheidung GEGEN etwas anderes. Man kann nicht alles gleichzeitig haben, das ist ja klar. Aber dadurch, dass ich so jung war, habe ich mir über vieles auch keine Gedanken gemacht. Wie lange ich nicht arbeite, wer was über mich denkt, ob das der richtige Mann ist, wie ich danach aussehe, ob ich danach noch besetzt werde… hat mich überhaupt nicht interessiert. Jetzt hätte ich definitiv größere Zweifel und Ängste.



Nun bist du in deinem Leben viel und gern gereist, wie schaffst du es mit der derzeitigen Unfreiheit umzugehen? Holst du dir die Welt vielleicht sogar durch deine sagenumwobene vegetarische Küche ins Haus?



Danke, dass du meine Kochkünste so lobst. Ich werde das hier gleich mal so weiterleiten. Also, mein Sohn und ich backen seit dem Lockdown jeden Samstag einen anderen Kuchen. Letztens ist uns wirklich der weltbeste Schokokuchen gelungen. Ansonsten koche ich sehr regional, mein Freund verwendet das als Synonym für langweilig. Ich nenne das bewusst und gesund und smart.



Wir waren dieses Jahr sehr viel mit unserem Camper unterwegs. Da ist man prima für sich. Sehr Corona-freundlich. Ich hab das sehr genossen. Es muss nicht immer die weite Reise sein. Wobei man bei einer Autoreise auch mal merkt, dass Sardinien auch nicht um die Ecke ist. Und man vielleicht länger braucht als 45 Minuten in einem Billigflieger. Und man erlebt auch mehr. Aber man braucht eben viel Zeit. Und die hat man natürlich nicht immer.



Aber ich vermisse die weiten Reisen schon auch. Ich weiß, fliegen ist schlecht für die Umwelt, aber die Welt nicht zu entdecken ist ja auch keine Lösung. Menschen, die etwas von der Welt gesehen haben, über den Tellerrand hinausgeschaut haben, sind denke ich auch weniger anfällig für den ganzen nationalistischen Quatsch, der hier gerade bedauerlicherweise erneut die Runde macht.



Also wir brauchen Wasserstoffflugzeuge. Ganz flott. Das ist ja klar.







Siehst du Chancen in der Krise? Oder ziehst du für dich persönlich Lehren daraus?



Meine Lehre: wir müssen den Kapitalismus ersetzen. Das fliegt uns sonst allen gewaltig um die Ohren. Weniger ist mehr. Klingt so abgedroschen, stimmt aber. Wir haben uns doch alle gefragt, was uns glücklich macht, oder wobei wir uns wohlfühlen. Und ich tippe mal, dass wenige Antworten mit Konsum und sich totarbeiten zu tun haben.



Außerdem habe ich viel zugehört in diesem Jahr. Und denke, das sollten wir alle mehr. Zuhören und aushalten. Ist nicht einfach, ich weiß. Aber es hilft ja nix.



Du hast schon als Siebenjährige vor der Kamera gestanden, hast für Kika gespielt, für Soko Hamburg, aber auch schon Kinofilme. Welchen Dreh wirst du nie vergessen und wieso?



Mein erster Kinofilm „Französisch für Anfänger“. Ich war 15 und kam zum ersten Mal richtig mit der Arbeit an sich als Schauspielerin in Berührung. Da ist die Liebe für den Beruf tatsächlich gesät worden. Und auch die französische Idee vom Leben und Genuss ist mir bis heute geblieben. Ich wohne jetzt in West-Berlin. An sich nicht so mein Fall. Aber die vielen französischen Feinkostläden mit ihrem verbotenen schimmligen Käse…herrlich.



Außerdem haben mich auch die Umstände der Dreharbeiten sehr gefordert und geprägt. Da mein Schul-Direktor mir nach diesem Dreh keine weiteren Freistellungen geben wollte und er meinte, ich könne an seiner Schule nicht das Abitur machen und parallel Schauspielerin werden, war mir klar, ich muss mein heißgeliebtes Gymnasium verlassen. Und damit auch meine neuen Freunde. Ich habe mein Abi dann an einer Privatschule gemacht. Das war irgendwie einsam, aber eine Form von Unverständnis meinem frühen Berufswunsch gegenüber, hatte mich schon seit meiner Kindheit begleitet.



Hilft dir dein Schauspieltalent in deiner Mutterschaft? Weil du immer auch noch ein bisschen Kind geblieben bist und das Spielen liebst…. ?!



Haha. Bestimmt:) Und ich lese so gern vor. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es mal einen Abend gab in den letzten fünf Jahren, an dem ich kein Buch vorgelesen habe. Also mindestens eins. Das ist sicher auch eine Berufskrankheit.
               
Paula Schramm: Es ist super, jung Kinder zu bekommen
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        Liebe Simone, Du hattest einen Schwangerschaftsabbruch – in welchen Lebensumständen warst du damals?
Ich hatte vor acht Jahren einen Abbruch, da war ich 29. Mein jetztiger Mann und ich waren etwa vier Jahre zusammen – er studierte noch, ich hatte meinen ersten Job im Handwerk. Geld gab es bei uns also immer zu wenig.
Wie hast Du Dich gefühlt, als Du von der Schwangerschaft erfahren hast?
Es war der totale Schock. Wir hatten kurz vorher zufällig darüber gesprochen, dass es kein guter Zeitpunkt wäre, um nun ein Kind zu bekommen. Kurz darauf war ich schwanger und emotional meilenweit davon entfernt, Mutter zu werden. 
War dir also schnell klar, dass Du das Kind nicht bekommen möchtest?
Eigentlich ja. Beim Frauenarzt habe ich sofort geweint, weil mir klar war, dass wir jetzt kein Kind wollen. Trotzdem hat die Frauenärztin mir sofort den Mutterpass ausgestellt – da könnten ja dann auch die nächsten Schwangerschaften eingetragen werden, meinte sie. Für mich war das ein Unding  – die ganze Sache ist auch ohne Mutterpass schon belastend genug…
Wem hast Du dich in dieser Zeit anvertraut? Und wie hat sich Dein Freund verhalten?
Mein Freund steckte damals mitten in den Prüfungen, er war wie vor den Kopf gestoßen. Wir haben uns dann nochmal beraten, uns dann aber gemeinsam für den Abbruch entschieden. Zum Glück habe ich eine tolle Familie, die mich sehr aufgefangen hat. Sie haben mich auch auf den Wegen zu Pro Familia begleitet. 
Wie hast Du dann den Tag des Abbruches erlebt?
Es fühlte sich so an, als sei das gar nicht ich, der das passiert. Es war so, als würde ich einer anderen Frau zuschauen. Die OP selbst war ganz kurz und die Mitarbeiter waren nett. Ich fühlte mich aber die ganze Zeit wie im Nebel. 
Und wie waren die Tage/Wochen danach?
Ich habe versucht, alles ganz tief in mir zu vergraben und das alles nicht so an mich ranzulassen – obwohl meine Entscheidung richtig für mich war. Der Abbruch wurde in der 7. SSW gemacht und natürlich habe ich in den Wochen danach ständig nachgerechnet, wie weit ich jetzt wäre. Ein paar Tage nach dem Abbruch bin ich wieder arbeiten gegangen und dachte, dass es mich ablenkt. Das hat aber nicht funktioniert. Ich bin zusammengebrochen und habe mir Hilfe bei Pro Familia geholt. Das war das Beste, was ich hätte machen können.
Ich bin dort an eine super tolle Sozialarbeiterin geraten, die mir wahnsinnig geholfen hat – noch heute denke ich viel an sie. Und ich habe Tagebuch geschrieben, schreiben hat mir geholfen. Ebenso wie der Austausch mit einer netten Autorin, die ein Buch über ihren Abbruch geschrieben hat. Ehrlich gesagt, ist mir die Zeit danach aber auch sehr schwammig in Erinnerung…
Du hast allerdings dann ein schlimmes Erlebnis mit einer Therapeutin gehabt.
Genau, nach der Pro Familia-Beratung habe ich mit noch eine Therapeutin gesucht. Die sagte sofort zu mir: "Ja, sie haben ihr Kind getötet." Ich kann nur sagen: Keine Frau macht leichtfertig einen Schwangerschaftsabbruch. Und keine Frau braucht dann solche Sprüche. Ich bin nie wieder zu der Therapeutin, sondern habe mit einem anderen Therapeuten alles aufgearbeitet. Ich kann nur jedem empfehlen, sich Hilfe zu holen. Niemand muss einen Abbruch alleine aufarbeiten. 
Bist Du wegen deiner Entscheidung noch anderswo negativ beurteilt worden?
Ja, einige Freunde, denen ich mich anvertraut haben, konnten mich nicht verstehen und sagten: "Wie kann man sowas nur machen." Und als ich nach dem Abbruch einen Arzt um eine Krankmeldung bat, sagte der: "Klar, sie bereuen das jetzt also. Und deshalb geht´s ihnen schlecht." 
Mit dem Wissen von heute – würdest Du dich heute wieder so entscheiden?
Puuh, schwere Frage. Vor einem Jahr habe ich nämlich ein Kind bekommen. Damals war es die richtige richtige Entscheidung, ich habe mich damals nicht als Mutter gesehen. Heute bin ich eine andere Frau – auch wegen des Abbruchs vor vielen Jahren. Mit dem Wissen von heute würde ich keinen Abbruch mehr machen – aber wie gesagt, damals war es eine andere Situation und ich stehe zu meiner Entscheidung. 
Wie geht es Dir heute?
Heute geht es mir gut. Der Abbruch gehört jetzt zu meinem Leben dazu. Es ist gut, dass so viel Zeit zwischen dem Abbruch und der Geburt meines Sohnes lag. So konnte ich alles in Ruhe verarbeiten, mir selbst vergeben. Denn durch unbedachte Äußerungen haben es viele Menschen geschafft, in mir ein Schuldgefühl zu erzeugen und das musste ich auch erstmal verarbeiten – obwohl ich mir sicher bin, dass ich damals eine für mich richtige Entscheidung getroffen habe. Aber die Sprüche der Leute, die brennen sich ein, die vergisst man nicht.
Glücklicherweise hat meine Beziehung den Abbruch auch überstanden – es war nicht leicht, aber heute sind wir eine glükliche Familie. 
 


 


 
               
Interview mit Simone: Keine Frau treibt ein Kind leichtfertig ab | STADT LAND MAMA
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Liebe Sonja, Deine erste Ehe ist auseinander gegangen, weil Dein Ex-Mann sich irgendwann als schwul geoutet hat. Erzähl bitte mal ein bisschen was über Eure Beziehung. 
Wir waren insgesamt fünf Jahre zusammen, eineinhalb davon verheiratet. Wir haben recht jung geheiratet, wir waren gerade mal 20 Jahre alt. Da wir beide noch in der Ausbildung waren, waren Kinder zwar ein Thema, aber wir waren uns einig, dass wir damit noch warten wollen. 
Eigentlich war ich der Meinung, dass wir glücklich miteinander waren. Er hat mir einen klassischen Heiratsantrag gemacht, wir konnten sehr gut miteinander reden. Ich kam mit seiner Familie gut klar, die allerdings sehr konservativ ist. Diese Einstellung ist vermutlich auch der Grund für seine ganzen Heimlichkeiten. 
Genau über diese Heimlichkeiten möchtest Du uns erzählen. 
Nach der Hochzeit änderte sich plötzlich das Verhalten meines Exmannes. Dazu muss man sagen, dass wir erst nach der Hochzeit unsere erste gemeinsame Wohnung bezogen – vorher hatten wir in meiner kleinen Wohnung gelebt und er hatte auch noch ein Zimmer bei seinen Eltern gehabt. In der neuen Wohnung hatte er ein Büro, in das er sich oft zurück zog. Immer öfter war die Tür verschlossen, wenn ich heim kam. Da wusste ich noch nicht, dass er in dieser Zeit mit anderen Homosexuellen chattete. 
Das heißt, Du hattest wirklich keine Ahnung, dass Dein Mann schwul ist?
Nein. Er wurde jedoch immer abweisender, musste angeblich viel arbeiten und verbrachte die Wochenenden mit Freunden. Wenn ich fragte welche Freunde es seien, sagte er, es seien Arbeitskollegen, die ich nicht kennen würde. Und er schlief immer häufiger auf dem Sofa. 
Wie hast Du von seiner Homosexualität erfahren?
Es kam eher zufällig heraus. Eines Abends lag sein Handy auf dem Küchentisch und eine SMS mit einer Adresse erschien auf dem Display. Von da an nahm ich ihm nicht mehr ab, dass er so viel arbeiten muss. Aber ich sagte noch nichts. Bis er ein ganzes Wochenende weg blieb und sein Handy in dieser Zeit komplett ausgeschaltet war. Als er wieder nach Hause kam, fragte ihn direkt, ob er mir vielleicht endlich etwas sagen solle. Da beichtete er, dass er seit einem halben Jahr einen Mann kenne und eine Beziehung mit ihm führe. Er brach vor mir zusammen und wir weinten und weinten. 
Ich glaube, er war auch erleichtert, denn er gab zu, dass er sich seit dem Teenageralter mehr zu Männern hingezogen fühlte, seine Familie aber nicht „enttäuschen“ wollte. Für mich war das alles auch ganz schön viel und so zog ich erstmal zu einer Freundin. Ich erzählte erstmal niemandem von dem wahren Grund, denn ich wollte ihn ja nicht outen. 
Betrogen werden ist immer hart. Macht es den Betrug für dich leichter oder schwerer, dass du mit einem Mann betrogen wurdest?
Für mich war es tatsächlich leichter, weil es keine Suche nach dem Schuldigen oder dem Auslöser gab. Mein Ex kann ja nichts für seine sexuelle Neigung und es war für ihn sicherlich fürchterlich hart, diese so lange zu verstecken. Aber trotzdem ist es natürlich nie schön, betrogen zu werden. 
Wie ging es weiter?
Wir haben uns nach ein paar Tagen zusammen gesetzt und waren uns schnell einig, dass diese Ehe nicht mehr länger bestehen bleiben kann. Als er sich vor seinen Eltern outete, war ich auch dabei. Diese Situation war mehr als unschön, wir wurden beide praktisch hinausgeworfen. Ihm warfen sie vor, dass Homosexualität nicht natürlich sei und mir, dass ich es ja schon länger gewusst hätte und sie angelogen hätte. Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr zu seiner Familie. 
Zwischen meinem Ex und mir lief es anfangs noch freundschaftlich, später wurde es leider doch noch hässlich. Ich hatte durch meine Ausbildung Anspruch auf Trennungsunterhalt. Den wollte er unter keinen Umständen zahlen und obwohl wir vorher beide eine stressfreie Trennung wollten, arbeitete er plötzlich dagegen – bis ich den Anspruch auf das Geld zurück nahm und verzichtete.
Nach dem Scheidungstermin brachen wir den Kontakt ab. Es kam später noch heraus, dass er mich nicht nur mit einem Mann betrogen hatte und es auch mit der Verhütung nicht immer ganz genau genommen hatte. Das machte mich dann schon sehr wütend. 
Wie lebt Ihr beide heute? 
Ich weiß, dass mein Ex mit dem Mann von damals auch heute noch eine offene Beziehung führt. Ich selbst habe eine neue Beziehung und bin vor kurzem Mutter geworden. Mein Ärger auf meinen Ex ist verflogen, ich habe Frieden geschlossen. 
Was hast du durch die ganze Geschichte über dich selbst gelernt?
Ich verurteile Menschen heute nicht mehr so schnell und denke: Jeder hat sein Päckchen zu tragen und oft gibt es eine lange Geschichte dahinter, warum ein Mensch so ist wie er ist. 
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass niemand seine sexuellen Neigungen oder Wünsche verheimlichen muss. Jeder sollte so leben können wie er es für richtig hält – ohne Angst von der Familie abgelehnt zu werden. 
Foto: Pixabay
               
Interview mit Sonja: Kurz nach der Hochzeit outete sich mein Mann als schwul | STADT LAND MAMA
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        (Symbolbild)
Ihr Lieben, Unsere Leserin Katrin ist alleinerziehend und genervt davon, dass getrennt lebenden Vätern immer mehr Rechte zugeschrieben werden – die Pflichten dabei ber vergessen werden. Sie selbst kämpft zum Beispiel schon lange darum, dass die Kinder mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen als nur jedes zweite Wochenende. Sie bemängelt, dass es keinerlei Handhabe für Alleinerziehende gibt, den anderen Elternteil mehr einzubinden, wenn dieser nicht dazu bereit ist.
Liebe Katrin, du bist alleinerziehende Mutter zweier Söhne und findest die Debatte um den Kindesunterhalt „unsäglich“. Erklär doch mal, was genau dich so auf die Palme bringt…
Die Bundesfamilienministerin forciert Kinderarmut anstatt sie zu bekämpfen. Für mich ist es unfassbar, dass die ohnehin laut aktuellem Armutsbericht der Bundesregierung stark von Armut betroffene Gruppe der Alleinerziehenden durch Reduzierungen der Unterhaltszahlungen weitere finanzielle Einbußen hinnehmen soll. Übrigens wird auch der Unterhaltsvorschuss ab 1. Juli 2019 gekürzt! Das Geld, das jenen Kindern zusteht, deren unterhaltspflichtige Elternteile nicht zahlen!
Dies alles geht vor allem zu Lasten der Kinder, deren Möglichkeiten zur Teilhabe weiter sinken und die – viel schlimmer noch – noch weniger entspannte Zeit mit ihren doppelt und dreifach belasteten Eltern verbringen können, die dann noch mehr finanzielle Sorgen durch weitere Arbeitsstunden kompensieren müssen.
Dazu geht diese absurde Debatte davon aus, dass die Kosten für die Kinder durch Tage beim anderen Elternteil spürbar sinken. Das ist kompletter Unsinn, denn die Lebensmittel sind in der Regel der kleinste Teil, die Fixkosten für Wohnung, Hort, Schulverpflegung und -material, Kleidung, Klassenreisen und vieles mehr bleiben gleich.
Noch immer drücken sich viel zu viele Väter in Deutschland vor der Unterhaltszahlung – laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Statistik sogar die Hälfte! Während ein Viertel nur teilweise bezahlt… nur jeder vierte Unterhaltspflichtige zahlt danach den vollen Betrag…
Nun ärgert dich besonders, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung und auch in der Politik vor allem um mehr Rechte für getrennt lebende Väter geht, dass dabei aber die Pflichten unter den Tisch fallen… was genau meinst du damit?
… und zugleich sinkt der Unterhaltsvorschuss ab Juli. Der kleinste Teil der nicht geleisteten Unterhaltszahlungen wird zurückgeholt. Das ist alles unfassbar.
Zu den Pflichten: In meinem Freundeskreis von alleinerziehenden Frauen kämpft der größte Teil mit dem Problem, dass Väter – insbesondere wenn die Trennung schon etwas länger zurückliegt – das Interesse verlieren und sich zunehmend zum Fun-Dad entwickeln oder langsam einfach immer weniger präsent sind. Das klingt wie eine Beschreibung aus einer anderen Zeit, ist aber leider weit verbreitete Realität.
Ich selbst kämpfe schon lange darum, dass die Kinder mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen als nur jedes zweite Wochenende. Der Vater ist aber nicht bereit, beispielweise an einem Tag in der Woche, etwas weniger zu arbeiten, so dass die Kinder dann bei ihm allein oder fremdbetreut wären. Selbst eine Mediatorin beim Jugendamt hat ihm schon mitgeteilt, dass Umgang ohne seine Anwesenheit keinen Sinn ergibt. Er bleibt aber dabei.
Ich kenne sogar Väter, die keine Ferienzeiten mit den Kindern verbringen möchten. Vielleicht sind das Einzelfälle. Schaut man sich aber die Zahlen zu den nicht geleisteten Unterhaltszahlungen aber an, sagt dies doch Einiges über das „Stimmungsbild“ aus. Und wenn Unterhaltszahlungen für mehr Betreuung reduziert werden sollen, dann müssen die Unterhaltspflichtigen zwingend an den Fixkosten für Betreuung, Klassenreisen und Co. beteiligt werden.
Worum es mir aber ganz besonders geht, ist, dass es keinerlei Handhabe für Alleinerziehende gibt, den anderen Elternteil mehr einzubinden, wenn dieser nicht dazu bereit ist. Es kursiert immer noch das Bild von der gekränkten Mutter, die dem Vater die Kinder aus purer Boshaftigkeit vorenthält und zu faul zum Arbeiten ist. Oft ist es aber umgekehrt: Gerade bei den nicht so schönen Dingen wie Krankheitstage, Arztbesuche und Elternabende kann sich der andere Elternteil rausziehen, ohne irgendwelche Folgen. Alleinerziehende sind dieser Willkür völlig ausgeliefert.
Es gibt keinerlei Verpflichtung für den anderen Elternteil kooperativ zu sein. So kann ich mich nicht daran erinnern, dass der Vater meiner Kinder sich in den 6,5 Jahren, in denen wir nun Schulkinder haben, Krankheitstage übernommen hat. Und das ist kein extremer Fall, so läuft es in den meisten Fällen. Meine Position im Job stärkt es übrigens auch nicht, wenn ich immer wieder ausfalle, weil etwas mit den Kindern ist.
By the way … nach meiner Rückkehr in eine Unternehmensberatung für politische Kommunikation aus meiner ersten Elternzeit von sechs Monaten wurden mir alle Projektleitungen entzogen mit dem Hinweis, dass in Teilzeit meine Ansprechbarkeit für die Kunden nicht gewährleistet sein. Das ist die nächste Baustelle für Eltern insgesamt, denn damals war ich noch nicht allein, aber für Alleinerziehende eben ganz besonders.
Was hältst du vom Wechselmodell, bei dem die Kinder dauerhaft zwischen den zwei Elternteilen pendeln?
Schon aus Sicht der Kinder halte ich davon nichts, aus dem einfachen Grund, dass ich auch nicht gern jede Woche woanders wohnen möchte. Aber das sollte jede Familie selbst entscheiden und nicht – wie von der FDP jüngst gefordert – vorgegeben werden. Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung brauchen die Kinder ein „Nest“, also einen Hauptwohnort, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Die Kinder sind durch die Trennungen der Eltern ohnehin belastet. Ich finde nicht, dass sie noch mehr auf sich nehmen sollten, weil ihre Eltern diese Entscheidung getroffen haben.
Das Nestmodell, in dem es eine Kinderwohnung gibt in der die Eltern wechselseitig mit den Kindern wohnen, könnte eine Alternative sein, aber ist wohl in den wenigsten Fällen realisierbar. Wir könnten auf jeden Fall nicht drei Wohnungen in Berlin finanzieren.
Ein anderer wichtiger Punkt schließt aber an das zuvor Gesagte an. Leider ist es nach meiner Erfahrung so, dass Frauen nach wie vor den Löwenanteil der so genannten Sorgearbeit leisten, egal in welchem Modell die Familien leben. Das heißt, die Frauen machen die komplette Kinderorganisation: Sie kennen die Kleidergrößen, die anstehenden Referatstermine, backen die Kuchen für die Feste und besorgen den nächsten Termin zu Haare schneiden sowie die Geschenke für die Einladungen zu Kindergeburtstagen. Die Liste ließe sich endlos fortführen. In den mir bekannten Wechselmodellen, funktioniert das ebenso. Der größte Teil der Sorgearbeit bleibt bei den Frauen.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Zumindest bei meinem Arbeitgeber wäre es kaum möglich im Wochenwechsel mal voll und mal Teilzeit (ich arbeite 75%) zu arbeiten. Ich gehe davon aus, dass das auch anderswo schwierig wäre. Das heißt konkret, dass im Falle eines Wechselmodells der Vater meiner Kinder nicht mehr unterhaltspflichtig wäre, ich dennoch eine große Wohnung von meinem 75%-Gehalt finanzieren müsste und wohl weiterhin den größten Teil der Familien-Organisation übernehmen würde. Nicht zuletzt sind unsere Kinder nun 11 und 13 Jahre alt und entscheiden auch manchmal selbst, wo sie ihre Zeit verbringen. Das ist in der Regel bei mir.
Wie ist es denn bei dir und deinen alleinerziehenden Freundinnen? Teilt ihr euch da mit euren ehemaligen Partnern die Kosten für Hort, Kita, Sportkurse, Schulbücher, Hobby-Ausrüstung?
Nein, das ist Teil des Unterhalts und wir tragen alles darüber hinaus allein.
Wir könnte denn für sich eine gute Lösung aussehen, bei der die Frauen nicht zu kurz kommen?
Frau Giffrey kann ja gern finanzielle Anreize dafür schaffen, dass auch der unterhaltspflichtige Elternteil mehr Verantwortung und Zeit für die Kinder übernimmt. Aber bitte nicht finanziert von den alleinerziehenden Elternteilen, die auch so schon jeden Cent umdrehen müssen. Wie bereits gesagt, die Kosten sinken nur unwesentlich, wenn Kinder etwas mehr Zeit beim anderen Elternteil verbringen. Das heißt der alleinerziehende Elternteil müsste sich nach diesen Plänen noch mehr einschränken und das würde zu einem weiteren Anstieg von Kinderarmut führen! 
Wenn wir es uns leisten können den größten Teil der nicht gezahlten Unterhalte nicht zurück zu holen, können wir wohl auch jene Familien von staatlicher Seite finanziell unterstützen.
Interessant wäre allerdings – auch mit Blick auf die Unterhaltszahlungsmoral – wie viele Familien überhaupt von Frau Giffreys Idee betroffen wären und wie geprüft werden soll, welche Betreuungszeiten und welche Anteile der Sorgearbeit die Elternteile übernehmen. Das klingt doch alles sehr nach inhaltsleerer Symbolpolitik, die nicht zu Ende gedacht wurde.
Insgesamt ist aber ein grundlegendes gesellschaftliches Umdenken ist nötig. Hin zu der Wahrnehmung, dass Kinder ein ganz bedeutender Teil unserer Gesellschaft sind für deren Wohlergehen wir alle gemeinsam Sorge tragen sollten. In dieser Welt würde auch die Sorgearbeit entlohnt und wichtige Meetings grundsätzlich nur vormittags stattfinden. Im Ernst: Auch steuerlich werden Alleinerziehende gegenüber Ehepaaren benachteiligt.
Viele Alleinerziehende können nicht voll arbeiten und  haben später entsprechende Einbußen in der Altersvorsorge. Für vielleicht 16 Stunden Arbeit pro Tag (was nicht übertrieben ist, wenn man noch kleine Kinder hat und berufstätig ist), landet man relativ sicher in der Altersarmut. Es kann nicht sein, dass die Teile der Gesellschaft, die sich mit aller Kraft um Kinder kümmern, an allen Fronten benachteiligt und in die Armut gezwungen werden. Diese andauernden Existenzängste spüren auch die Kinder.
Hinzu würden in dieser idealen Welt Unterhaltspflichtige diesen gern zahlen, da sie verstanden haben, dass damit einen entscheidenden Beitrag für das Wohlergehen ihrer Kinder leisten. Die Zahlen zu den nicht geleisteten Unterhaltszahlungen sind haarsträubend. Das Absenken des Unterhaltsvorschusses ist ein Skandal. Elternteile, die zu Krankheitstagen, Elternabenden und Ferien keine Lust haben, sollten dazu verpflichtet werden, aber natürlich nur, wenn das Kindeswohl nicht in Gefahr ist. In einer idealen Welt würden  Alleinerziehenden deutlich steuerlich entlastet und nicht benachteiligt.
Ein weiterer Punkt übrigens: Arbeitgeber*innen und Kolleg*innen jubeln in der Regel nicht auf, wenn sie hören, dass die Bewerber*innen alleinerziehend sind. Im Berufsleben befinden wir uns in einer endlosen Rechtfertigungsschleife. Ist mir gerade gestern passiert: Als ich um 15 Uhr das Büro verließ, um mich um meine Kinder zu kümmern, kommentiert eine Kollegin dies mit „Dein Leben möchte ich haben“ – da kann ich schon ganz schön sauer werden manchmal.
Käme für dich auch eine Art Mütter-WG in Frage?
Selbst im Studium war ich nicht wirklich ein WG-Mensch. Aber für viele wäre das bestimmt eine tolle Alternative. Fehlt bloß noch der bezahlbare Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen…
Wie lautet dein Appell an all die Alleinerziehenden da draußen, denen nicht die ihnen zustehende Unterstützung gewährt wird?
Bildet Banden!
Zum Weiterlesen empfehlen wir: Keine Auszeiten, etliche Pflichten: Wie einsam es macht, alleinerziehend zu sein
 
Foto: Pixabay
 
               
Interview: So kann es nicht weitergehen mit Alleinerziehenden in Deutschland | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-zum-thema-cyber-mobbing-wie-schuetze-ich-mein-kind-vor-angriffen-im-internet
        Ihr Lieben, es gab eine Zeit, da war ich nicht besonders beliebt in der Klassengemeinschaft. Das war hart und ich habe ganz schön darunter gelitten. Wie wir alle wissen, reichen oft schon Kleinigkeiten, um sich "ins Aus" zu schießen. 
Zu meiner Schulzeit hieß das, dass man alleine am Pausenhof rumstand – heute hat sich das Mobbing verändert. Denn es spielt sich zum großen Teil im Netz ab. Immer wieder hört man von Fällen, bei denen Jugendliche aufs Gemeinste online schikaniert werden. Dass unangenehme Fotos verbreitet werden, Whatsapp-Gruppen rein zum Lästern gegründet werden, dass es wüste Beschimpfingen in den sozialen Netzwerken gibt. 
Unsere Kinder wachsen alle ganz anders als wir mit dem Internet auf. Es gehört für sie ganz natürlich dazu – und das ist auch gut so. Allerdings müssen wir Eltern aufpassen, was und mit wem die Kinder im Netz kommunizieren. Und wir müssen wachsam sein, um die ersten Anzeichen von Cyber-Mobbing zu erkennen. 
Wir haben mit Celina Kranich von der Telekom Computerhilfe über das Thema Mobbing im Internet gesprochen. Celina Kranich und ihre Kollegen beraten täglich Kunden bei Fragen rund um PC, Smartphone und Co., retten verloren geglaubte Dateien, säubern virenverseuchte Rechner oder unterstützen aktiv gegen Rufschädigung im Internet. Vielen Dank für die spannendenden Antworten: 
Cyber-Mobbing – ein relatives neues Phänomen. Aber deshalb nicht weniger akut. Gibt es Zahlen, wieviele Kinder/Jugendliche davon betroffen sind?
Das Phänomen Cyber-Mobbing ist durch die Digitalisierung der Kommunikation zu einem ernsten Problem geworden und erreicht vor allem bei Jugendlichen eine neue Dimension. Kein Wunder – denn einen Großteil ihrer Freizeit verbringen die Kids zunehmend interaktiv. Freundschaften und Beziehungen werden heute ganz selbstverständlich per Handy gepflegt, ebenso Videos und Fotos im Netz geteilt. Das hat aber auch seine Schattenseiten. Wir von der Computerhilfe der Telekom haben dazu eine repräsentative Online-Umfrage unter Eltern beauftragt. Das Ergebnis ist alarmierend: Jeder Vierte Befragte kennt ein Opfer von Cyber-Mobbing im persönlichen Umfeld. Bei 7 Prozent waren sogar die eigenen Kinder betroffen. Die Experten sind sich einig, dass uns das Thema in den nächsten Jahren weiter begleiten wird und die Zahlen noch steigen werden.
Wie kann ich als Eltern erste Anzeichen bei meinem Kind erkennen, dass es Cyber-Mobbing erlebt?
Die Reaktionen der Kinder können sehr unterschiedlich sein. Vermehrte gesundheitliche Probleme wie Bauchschmerzen oder Schlafstörungen können ebenso ein Anzeichen sein wie plötzliche Verhaltensänderungen. Einige ziehen sich zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere spielen die Situation erst einmal herunter – hier sind Geduld und Gesprächsangebote der Eltern gefragt. 
Optimalerweise wissen Eltern, was die eigenen Kinder im Internet machen, in welchen sozialen Medien sie sich bewegen und mit wem sie Kontakt haben. Entscheidend ist dabei, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und Interesse zu zeigen – nicht nur am realen Leben sondern eben auch an den digitalen Gewohnheiten. Wie wäre es zum Beispiel, einmal gemeinsam im Internet nach lustigen Videos zu suchen und diese zu „liken“ oder zu teilen? Dabei kann man ganz nebenbei auf die Gefahren aus dem Netz aufmerksam machen. Auf einer solchen Vertrauensbasis fällt es den Kindern leichter, eventuelle Probleme anzusprechen. 
Wo erfahren die meisten Kinder/Jugendliche Cyber-Mobbing und kann man sagen, was die Haupt-Mobbing-Gründe sind?
Unsere Umfrage hat ergeben, dass Cyber-Mobbing hauptsächlich in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten stattfindet. Die Auslöser dafür können vielfältig sein. Der Übergang zwischen einem Scherz über das Aussehen bis hin zu Bloßstellung und Beleidigung im Internet ist oft fließend. Was für den einen ein vermeintlich harmloser Witz ist, bedeutet für den Betroffenen meist psychische Qual. Oft geht dem Cyber-Mobbing eine lange Streitigkeit im realen Leben voraus, in anderen Fällen passiert es aus heiterem Himmel. Konflikte in der Klasse können sich zum Beispiel plötzlich ins Internet verlagern. Auch wenn eine Freundschaft auseinanderbricht, kommt es häufig vor, dass intime Geheimnisse oder persönliche Details, wie Fotos oder Videos, ungewollt veröffentlicht werden.
 Wie kann ich Mobbing im Netz vorbeugen?
Gemeinsam mit dem Kind sollten die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook & Co angepasst werden. So kann man verhindern, dass nicht alle Daten automatisch für alle Nutzer sichtbar sind oder über die gängigen Suchmaschinen gefunden werden können. Prüfen Sie auch, wer die Beiträge des Kindes sehen und posten kann oder wer Ihr Kind auf Bildern markieren kann: Nur ausgewählte Freunde oder die gesamte Öffentlichkeit? Ratsam ist es auch, in regelmäßigen Abständen die Freundesliste zu aktualisieren und gegebenenfalls einige Kontakte auszusortieren. Denn je überschaubarer die Liste, umso einfacher ist es, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten. 
Darüber hinaus gibt es ein paar Grundregeln, die man den eigenen Kindern mit auf den Weg geben kann. Dazu gehört, niemals unüberlegt zu posten. Sensibilisieren Sie Ihre Kinder für die Inhalte die es veröffentlicht. Der Unterschied zwischen vertraulichen und öffentlichen Inhalten sollte bekannt sein. Hilfreich ist es, einen gedanklichen Schulhof-Check zu machen und sich zu fragen: Würde ich ein bestimmtes Foto oder eine Information auch auf dem Schulhof herumerzählen? Denn wenn peinliche Texte oder Bilder erst einmal im Netz sind, erreichen sie oft ein großes Publikum. 
Was sollte ich als Erstes tun, wenn ich merke, dass mein Kind Cyber-Mobbing ausgesetzt ist?
Unerwünschte Inhalte verbreiten sich im Netz extrem schnell. Daher ist es wichtig, umgehend aktiv zu werden, um die Verbreitung einzudämmen. Konkret heißt das, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen: Wer ist der Täter oder sind es vielleicht sogar mehrere? Wo wird gemobbt? Worum geht es konkret? Oft kennen sich Täter und Opfer von der Schule. Dann lohnt es sich unbedingt, auch die Lehrer zu Rate zu ziehen. In jedem Fall kann der Betreiber der Seite informiert werden, auf der das Cyber-Mobbing stattfindet. So kann der Täter geblockt werden. Gleichzeitig sollten Screenshots von den unerwünschten Inhalten gemacht werden, die als Beweismittel dienen können. Denn manchmal sollten die Opfer eine Anzeige in Betracht ziehen. 
Wie genau sieht die Computerhilfe Plus der Telekom aus?
Damit es erst gar nicht zu Cyber-Mobbing kommt, setzten wir einen besonderen Schwerpunkt auf Vorbeugung und geben unseren Kunden Tipps und Tricks für die sichere Nutzung sozialer Netzwerke. Denn wenn der Ernstfall eintrifft und sich rufschädigende Inhalte erst einmal im Netz befinden, ist es oft schwer, sie vollständig zu löschen. Mobber können hartnäckig sein, indem sie Inhalte auf vielen verschiedenen Plattformen streuen. Auch einfache Social-Media-Posts ziehen oft unüberschaubare Reaktionen auf anderen Kanälen nach sich, was eine vollständige Löschung kompliziert macht. Wir von der Telekom Computerhilfe Plus unterstützen Familien in solchen Fällen. Unsere Experten gehen sofort gegen alle Formen von Cyber-Mobbing vor, ob Beleidigungen, üble Nachrede oder diffamierende Fotos und Videos. Jeder Fall wird individuell analysiert, um eine passende Strategie zu entwickeln und die richtigen Maßnahmen umzusetzen. Bis die Löschung der relevanten Inhalte erfolgt, müssen beispielsweise die richtigen Ansprechpartner und Kontakte recherchiert werden, die Vermittlung zwischen den Konfliktparteien ins Rollen gebracht, Gegendarstellungen verfasst und alle relevanten Kanäle beobachtet werden. So können wir in enger Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern den guten Ruf der Betroffenen wiederherstellen. Alle Infos rund um die Computerhilfe Plus der Telekom findet ihr unter www.telekom.de/computerhilfe-plus
 
               
Interview zum Thema Cyber Mobbing - wie schütze ich mein Kind vor Angriffen im Internet | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ist-mein-sohn-multimedia-suechtig
        Ich heiße Sabine und habe einen 13-jährigen Sohn. Vor einigen Monaten ging mein Junior immer zu einem Freund, um dort Playstation zu spielen. Schließlich kam er auf die Idee, dass er sich Videos davon auf You Tube angucken kann. Weil der Bildschirm des Handys so klein war, kam ich auf die Idee, ihm zu Weihnachten ein Tablett zu schenken – ich dachte, dass er ja auch für die Hausaufgaben (Englisch Übersetzungen ) nutzen könne.
Seitdem hängt er nur noch an diesem Teil. Nachdem die Noten schlechter wurden, habe ich den Konsum auf 1 Stunde/Tag beschränkt. Während der Ferien habe ich nun diese Beschränkung aufgehoben, weil ich die Hoffnung hatte, dass es irgendwann doch langweilig werden würde und er es satt haben würde.
Aber nein – ,ch weiß gar nicht, wann er Abends ins Bett geht.Wenn er morgens aufsteht, hat er das Teil in der Hand.Wenn sein Freund anruft, ob er zum Fahrradfahren kommt, muß ich ihn zwingen raus zu gehen.
Mittlerweile weiß ich aber nicht mehr, ob das nicht schon Sucht ist – denn wenn das Akku leer ist, holt er sich das Handy und spielt da weiter. Jetzt weiß ich nicht mehr weiter. Kann man von einem 13 jährigen erwarten, dass er den Spiele-Konsum selbst einschränkt? Oder soll ich handeln? Und wenn ja wie?
               
Ist mein Sohn multimedia-süchtig? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/its-your-day-today-herzlichen-glueckwunsch-liebe-katharina
         Meine liebe Katharina,
heute hast du Geburtstag und wenn du nicht so bescheiden und unnarzisstisch wärst, dann hättest du mir vermutlich seit Tagen durch die Blume gesagt, dass ja jetzt auch noch dein Geburtstag ansteht.
Du weißt ja, ich liebe Geburtstage und hier stehen ja jetzt bei uns auch wieder einige Geburtstag an… über die ich erzähle. Du aber fährst still und heimlich einfach mal mit deiner Familie auf Tour und sagst keiner Menschenseele, dass es heute so weit ist.
Heute vor 29 Jahren (und ein paar zerquetschten) kamst du als Katharina-Baby auf die Welt und wenn das kein Grund zum Feiern ist, dann weiß ich es auch nicht.
Seit vier Jahren bist du mein bloggerisches Puzzleteil, bist oft genug mein Rückgrat und hast dich durch diesen täglichen Kontakt, den wir haben, sehr tief in mein Herz geschlichen. Denn ich wüsste nicht ein Gespräch, das eigentlich dienstlich sein sollte, in dem wir nicht doch noch auf das ein oder andere Kind oder den ein oder anderen Ehemann (uups) oder die ein oder andere familiäre Geduldsprobe gelenkt worden wäre.
Wie ähnlich wir in manchen Dingen ticken, hätte wohl keine von uns vor vier Jahren erahnen können. Da war das Gefühl: das wäre gut mit der Frau. Aber es war nicht abzusehen, wie wenig uns rosarote Elefäntchen interessieren, wie sehr wir beide an der Realität hängen, wie ähnlich wir in gewissen Herangehensweisen ans Leben ticken. Man könnte sagen, ist doch nicht so wichtig, ihr seid halt Kollegen, aber das ist nicht so.
Wenn sich Arbeit nicht wie Arbeit anfühlt, weil die Kollegen stimmen. Wenn man gemeinsam an einer guten Sache dran ist und um die Zielvorgabe nicht streiten muss, dann ist das mehr als wir erwarten können. Und genau sowas haben wir hier mit Stadt Land Mama.
Wir sehen uns nicht oft, Katharina, und dein Ehemann bleibt ein Phantom (ich hab ihn wirklich noch nie gesehen!), aber wenn wir uns treffen ist es, als säßen wir jeden Tag beim Kaffee zusammen.

Du bist energetisch, aber nie zweifellos, du bist erfolgreich und trotzdem am Boden geblieben. Du wuppst drei Kinder und einen Job und ein Blog und ein Haus und etliche Freunde und was sonst eben unseren Alltag in dieser Rushhour des Lebens ausmacht. Und du verlierst dich dabei trotzdem nie selbst, auch wenn sich das manchmal so anfühlt. Du verstehst es, dich zurückzuholen in den Fokus und hörst dabei nie auf, mehr zu wollen.
Das ist etwas, das sehr, sehr wertvoll ist. Danke, dass ich das mit dir teilen darf. Ich bin sehr froh, dich in meinem Leben zu haben!
HAPPY BIRTHDAY, KATHARINA  
 
Zum Weiterlesen: Warum gerade Mütter ihren Geburtstag feiern sollten
               
It´s your day today... Herzlichen Glückwunsch, liebe Katharina! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jacinta-nandi-ich-bin-die-schlechteste-hausfrau-der-welt
       
Ihr Lieben, als meine Mutter neulich vor mir stand und mir erzählte, sie habe bei frauTV einen Bericht über eine Frau aus Prenzlauer Berg gesehen, die ein feministisches Pamphlet gegen Hausarbeit geschrieben hätte, dachte ich erst: WIE BITTE? Denn sie sagte gleich auch den Namen des Buches, das sie verfasst hatte: Die schlechteste Hausfrau der Welt (Affiliate link).



Als meine Mutter dann meinte, sie hätte ihren Freundinnen erzählt, dass sie mir dieses Buch zu Weihnachten schnenken wolle, rieten ihr alle ab. Und das fand ich gut, denn: EY! Was will man mir denn bitte damit sagen?



Am Ende hat sie es mir nicht zu Weihnachten geschenkt, sondern früher. Irgendwie fand sie, ich solle es lesen. Und da ich leider auf den ersten 32 Seiten schon so laut gelacht habe über die Ehrlichkeit von Jacinta Nandi, habe ich gleich ganz viele davon nachbestellt, um sie wiederum meinen Freundinnen als Adventsüberraschung zu überreichen.



Zum Glück hat die Autorin sofort JA gesagt, als wir sie fragten, ob sie uns ein Interview geben würde.



Jacinta Nandi: Die schlechteste Hausfrau der Welt (Affiliate link)



Liebe Jacinta, du bezeichnest dich als die schlechteste Hausfrau der Welt. Womit hast du dir diesen Titel verdient?



Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, aber es passieren mir immer so viele Desaster und Katastrophen und Pannen und Unfälle. Manchmal denke ich, ich bin verflucht. Waschmaschinen gehen kaputt, Flaschen von Rotwein zerbrechen in der Einkaufstüte. Ich denke, ich bin die schlechteste Hausfrau der Welt, obwohl ich das eigentlich nicht sein will… aber ich kann es halt nicht besser!



Immerhin: Ich finde, dass ich ganz okay kochen kann. Jetzt habe ich eine kleine Wohnung in Lichtenrade für mich und meine Jungs, und ich habe vor, ganz viele Pies zu kochen. Mit Pies sollen wir durch den Lockdown-Winter kommen! Also vielleicht verbessere ich mich doch?



Kannst du verstehen, dass ich etwas pikiert war, als meine eigene Mutter, die Tür an Tür im gleichen Haus mit mir wohnt, mir dein Buch als Geschenk mitgebracht hat?!



Es gibt eine Geschichte in unserer Familie, dass eine Tante einer Nichte das Supernanny-Buch zu Weihnachten geschenkt hat – die Nichte hat sie daraufhin bis Ostern nicht mehr besucht! Ich hoffe natürlich, dass ganz viele Menschen den „schlechten Hausfrauen“ in ihrem Umfeld dieses Buch schenken – aber es eignet sich eben schon auch sehr gut als passiv-aggressives Geschenk.



Es ist schon belastend, das Gefühl zu haben, nicht gut genug, nicht ordentlich genug zu sein. Ich muss einfach lernen, damit klarzukommen, denn egal wie viele Stunden ich am Tag putzen würde – ich würde immer noch manche Leute enttäuschen oder sogar anekeln. Und nicht nur Deutsche.



Meine Stiefmama, die nicht im Buch vorkommt, ist eine sehr ordentliche, saubere Hausfrau. Sie staubsaugt jeden Tag und hat mich mal gefragt: „Wenn man nicht jeden Tag staubsaugt, wie entscheidet man dann, welchen Tag man wegfallen lässt?“ Und ich sagte ihr: „Du wirst überrascht sein, wie leicht es ist, das zu entscheiden!“



Ich habe das Gefühl, ich lasse jeden Tag etwas wegfallen! Meine Mama war auch eine schlechte Hausfrau. Meine Stiefmama bügelt die Bettlaken, aber meine Mama hat entschieden, dass ich mein Schulhemd mit 5 Jahren selbst bügeln soll. Ich habe es natürlich total vermasselt – braune verbrannte Flecken überall. Dann sagte meine Mama: „Oh schade, du bist zu jung, um selbst die Hemden zu bügeln, aber leider zu alt, dass ich das für dich mache, wir müssen einfach die Hemden ganz schnell aufhängen, so dass sie ungebügelt fast gebügelt aussehen. Wir haben keine andere Wahl!“



Du lebst als Engländerin in Deutschland, was kommt dir an uns und unserem Leben am merkwürdigsten vor?



Ich bin gerade umgezogen und die Sache mit den Lampen und Lichtern ist mir so rätselhaft. Zwanzig Jahren bin ich nun hier und verstehe es immer noch nicht. Alle Menschen brauchen doch Licht, oder? Oder gibt es eine Vampir-Community in Deutschland, von der ich nie gehört habe? Lasst doch die Lichter drin in den Wohnungen, wenn ihr umzieht!



In deinem Buch nimmst du kein Blatt vor den Mund. Du nennst dein Söhnchen gern auch mal kleines Arschloch und betonst, dass DU das darfst, weil du ihn liebst wie niemand sonst, dass das aber sonst keiner sagen darf…



Mein Teenager hat neulich die Kapitel gelesen, wo ich ihn mit einem gewalttätigen Ehemann aus einem Ken Loach Film vergleiche, er fand sie sehr lustig, da war ich erleichtert, weil ich dachte, das könnte zu hart gewesen sein. Und ich hatte ein schlechtes Gewissen, denn er hat sich zum ordentlichste Teenager der Welt entwickelt. 



Dein Buch ist auch ein bisschen ein feministisches Manifest geworden, weil du sagst: NUR, weil ich hier vielleicht gerade zu Hause beim Kind und nicht außerhalb des Hauses erwerbstätig bin, heißt das für meinen Typen noch lange kein sauberes Haus…



Ich habe das Gefühl, dass man nicht über Hausarbeit redet, weil: Wenn man das Thema verschweigt, können wir so tun, als ob wir gleichberechtigt seien. Also redet man nicht drüber: Wie viel machst du, wie viel macht dein Mann? Männer verdienen oft viel besser als Frauen – heißt das dann also zwingend, dass ein Mann Feierabend hat, eine Frau aber nicht? Eine Frau, selbst wenn sie arbeitet, dabei aber weniger verdient als ihr Mann, hat nie Feierabend, und der Mann doch?



Ich erinnere mich noch daran, wie ich einmal sehr krank war und ich gerade eine ganze Woche allein mit dem Baby hinter mir hatte und mein Ex sich aufs Sofa legte, während ich noch putzte. Er war supersauer auf mich, weil da noch Flecken auf dem Boden waren oder so was. Ich erinnere mich, wie ich mich fragte, ob er sich nicht schämt. Sogar, wenn er mehr Geld verdiente, sogar, wenn ich gar kein Geld verdienen würde? Wie kann er denken, dass er Feierabend haben sollte, und ich nie? Ich verstehe das bis heute nicht. 



Für wie unterdrückt hältst du uns Frauen? Und für wie unterdrückt nochmal Hausfrauen im ganz Besonderen?



Manchmal denke ich, dass sich nicht so viel geändert hat seit unseren Mamas, die Hausfrauen waren, oder? Das Einzige, das sich geändert hat, ist, dass man jetzt nicht mehr über Hausarbeit redet und so tut, als ob Männer und Frauen gleichberechtigt sind.



Und manchmal denke ich dann doch wieder, dass sich viel geändert hat – mit den neuen Vätern, die doch Elternzeit nehmen, die doch zum Spielplatz gehen, die doch einsehen, dass Kindererziehung Arbeit ist und dass ihre Beziehungen Team-Arbeit benötigen. Und ich denke mir manchmal, dass ich ein bisschen einen verzerrten Blick habe, da ich mit jemandem zusammen war, der wirklich – ohne es zu realisieren oder bewusst zu wissen – sehr sehr sehr altmodische Ideen hatte.



Aber ich denke, die Zukunft wird den queeren Familien und den Alleinerziehenden gehören. Und ich denke, die Alleinerziehenden müssen sich zusammentun und neue Formen der Familien gründen. Das Jobcenter sollte es zum Beispiel leichter machen, dass zwei Alleinerziehende in eine Mama-WG ziehen können. Damit tun sie sich immer noch manchmal schwer wegen Bedarfsgemeinschaft und so weiter. Aber es sollte normal und normaler sein, dass Frauen zusammen mit anderen Frauen leben und ihre Kinder gleichzeitig großziehen.



Die Wahrheit ist: Kinder zu kriegen und eine Familie zu haben, ist eine Menge Arbeit – aber es ist eine so schöne Arbeit. Wenn man akzeptiert, dass Kindererziehung erschöpfend, chaotisch und auch schmutzig ist, genießt man dieses Leben sehr. Ich zumindest genieße es sehr. Und ich denke, viele Männer genießen es auch, sie sind einfach nicht alle bereit, diese Aufopferung zu bringen, die es aber eben auch braucht. Das finde ich schade für die Frauen, die dadurch alleine die Belastung tragen müssen. Schade für die Kinder, die dadurch eine viel müdere Mama erleben müssen – aber am Traurigsten ist es für die Männer, oder? Sie erziehen ihre Kinder nicht. Die tun mir leid, ehrlich gesagt!



„Niemals wischen“ war der Tipp einer feministischen Freundin auf einem Netzwerktreffen von lauter kreativen Frauen, der sich für immer in mir eingebrannt hat. Sie sagte: „Mädels, wenn ihr in einer Sitzung mit lauter Anzugträgern sitzt und es fällt ein Glas um. Steht NIEMALS auf, um es wegzuputzen. Ihr geratet SOFORT in die Rolle der Putzfrau. TUT es nicht, wenn ihr ernstgenommen werden wollt…“ Ist das nicht krass? Dass sowas überhaupt noch betont werden muss? Und wie ertappt man sich fühlt, weil das leider im Leben immer noch so ist, dass die Frauen rennen, wenn es um solch „niedere“ Arbeiten geht?



Ja, ich denke, deswegen bin ich die schlechteste Hausfrau der Welt – weil ich nicht merke, wenn was umfällt!!!



Ich habe mal gelesen, dass Jane Austen wahrscheinlich deswegen so schlecht buchstabiert – sie war schlimmer als Agatha Christie – damit sie nicht als Governess (Nachhilfelehrerin) arbeiten muss.  Und ich frage mich, ob ich nur deswegen so schlecht putze, damit ich nicht putzen muss? Naja, eher denke ich, handelt es sich bei mir um Talentmangel… 



Nun bist du ja eine stolze Missy-Feministin, bist aber trotzdem irgendwie zu Hause in eine Rolle geraten, in der der Herr von dir Ordnung und Sauberkeit erwartet. Du darfst noch den Haushalt machen, während er längst auf der Couch liegt. Was ist da schiefgelaufen? Und hat sich da was verändert, seitdem er dein Buch gelesen hat?



Ich weiß echt nicht, was schiefgegangen ist, aber wir haben uns jetzt getrennt. Nicht direkt wegen dem Buch muss ich sagen!



Du schreibst ja viel über dein Scheitern, darüber, dass es bei anderen immer sauberer und ordentlicher ist (I feel you). Glaubst du, dass es Frauen gibt, die da einfach weniger Talent haben? Oder ist es der fehlende Wille, sich so abzurackern, wenn es doch kein Geld oder irgendwelche Anerkennung dafür gibt?



Ich meine, ich bin auch sehr schlecht im Korrekturlesen. Wenn ich meine eigenen Texte Korrektur lesen, kann ich die Worte nicht mehr lesen. Ich denke, diese Unfähigkeit, auf Details zu achten, macht mich zu einer untalentierten Hausfrau.



Ich höre auch nicht zu, wenn jemand mir erklärt, wo es lang geht, ich gucke nur die Hände an und dann gehe ich los, in irgendeine Richtung!



In deinem Buch schreibst du: „Mit Hausarbeit kann man als Frau nie gewinnen. Macht man sie nicht, ist man eine Schlampe. Macht man sie doch, ist man eine dumme Schlampe, die sich ausbeuten lässt.“ Wie kommen wir da also wieder raus? Was möchtest du uns wütenden Frauen Ermutigendes entgegenrufen? 



Man muss – oder Frau muss – gleichzeitig akzeptieren, dass es scheiße ist, und es gleichzeitg einfach machen. Es ist so deprimierend, aber es geht nicht anders. Ich glaube nicht, dass Frauen versuchen sollten, ihre Männer zu überreden, mehr mitzumachen. Ich denke, viele Männer sollten lieber darüber nachdenken, warum sie sich nicht als Team mit ihrer Partnerin sehen.  



Und ansonsten? Kauft gern alle mein Buch als Weihnachtsgeschenk, dann werde ich Millionärin und kann mir diese Robotor-Staubsauger kaufen! Oder vielleicht einen echten Roboter? Wie viel würde so was kosten? Geht doch!
               
Jacinta Nandi: „Ich bin die schlechteste Hausfrau der Welt“ | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jeden-donnerstag-sex-10-missverstaendnisse-im-liebesleben-von-baby-eltern
       
Ihr Lieben, es gibt ja so Themen, die man eher weniger gern in großer Runde bespricht, deswegen freuen wir uns heute umso mehr, dass uns unsere Kollegin Verena Carl – Autorin des brandneuen Buches Eltern sein, Paar bleiben. Besserer Austausch, mehr Selbstfürsorge, weniger Stress – uns diesen Gastbeitrag zum Thema Sex im ersten Jahr mit Kind verfasst hat… Denn man fragt sich ja schon, wie das gehen soll…. los geht´s. Viel Spaß beim Lesen.



Autorin Verena Carl. Foto: Silje Paul



„Ich weiß ja nicht, wie’s euch geht, aber in meiner ersten Zeit als Mutter habe ich beim Anblick eines Bettes nur an das eine gedacht: schlafen. Lang, tief und ungestört, am liebsten ganz für mich. Ich glaube, damit bin ich nicht allein: Bei den meisten frischgebackenen Eltern kreisen die Gedanken ja eher darum, ob das Baby einen wunden Po bekommt, wenn die Mutter Tomatensalat isst oder wie man jetzt eine größere Wohnung findet, ohne sich dumm und dämlich zu zahlen. Und nicht so sehr um neue Liebespositionen, Sextoys mit Fernbedienung per App oder ob man sich einfach mal ein Hotelzimmer mieten sollte und so tun, als wäre man einander nochmal völlig fremd. Schön wär’s, aber geht ja eh nicht, wegen Corona.



„Ist das normal, dass so wenig läuft zwischen uns?“



Irgendwann, so zwischen sechs Wochen und sechs Monaten, kommt oft ein weiterer Gedanke dazu: Ist das normal, dass (noch immer) so wenig läuft zwischen uns, oder fangen wir demnächst an, uns mit »Mutti« und »Vati« anzusprechen? Nicht immer geht es im Bett so einfach zurück auf Los, nur weil körperlich nichts mehr dagegen spricht und das Kind nicht mehr in Zwei-Stunden-Takt aufwacht. Was, wenn einer von beiden oder sogar beide die Lust an der Lust verlieren, Gelegenheiten eher vermeiden als nutzen, sich weder verführen lassen noch selbst aktiv werden – bis aus der vorübergehenden Funkstille eine dauerhafte Sendepause wird? An wem von beiden liegt es, und ist Sexflaute eher Ausdruck eines tiefer liegenden Beziehungsproblems, oder ist umgekehrt erst die Lustlosigkeit da, und die seelischen Gewitterwolken folgen?



Foto: pixabay



Sex ist nicht alles im Beziehungsleben. Aber was wir im Bett miteinander tun, wie wir uns dabei berühren, ansehen, miteinander sprechen – das kann den Ton setzen und die Stimmung für all das, was im Alltag vor und nachher zwischen uns passiert. Schließlich machen wir uns nackt im wahrsten Sinn des Wortes, sind empfänglicher, aber auch verletzlicher. Deshalb ist es gefährlich, wenn sich in der ersten Zeit mit Baby Misstöne dort einschleichen, die zu einer Entfremdung führen können.



Sollten wir uns zum Sex verabreden?



Als ich letztes Jahr anfing, ein Buch über Partnerschaft und Elternsein zu schreiben, dachte ich bei diesem Thema an einen Ratschlag, den ich als junge Mutter manchmal las: »Verabredet euch an einem festen Abend jede Woche zum Liebemachen!« Schon klar, welcher Gedanke dahintersteckt: Gelegenheiten schaffen, nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten. Trotzdem fand ich den Gedanken unangenehm: Als wäre Sex so eine mechanische Angelegenheit: Rein, raus, aus die Maus, Haken dran. Deshalb habe ich im Gespräch mit einer Hebamme, einer Forscherin und einem Männer-Therapeuten und Psychologen eine Reihe von typischen Missverständnissen zwischen Männern und Frauen zum Thema Sex und Elternschaft gesammelt. Die Antworten sind überraschend und können helfen, den Knoten aufzulösen. Ob Liebe nach Zeitplan auch dabei ist? Lasst euch überraschen….



Eltern sein, Paar bleiben. Besserer Austausch, mehr Selbstfürsorge, weniger Stress



ER SAGT: »Das Leben mit Baby ist schön, aber oft anstrengend – warum nutzen wir nicht Sex zur Entspannung?«



»Die erste Zeit mit einem Kind wird oft als ausgesprochen fordernd empfunden, das gilt für beide Seiten«, sagt die Schweizer Psychotherapeutin und Forscherin Valentina Rauch-Anderegg. »Unterschiedlich ist aber, welchen Einfluss das auf ihre Sexualität hat. Bei einem mittleren Stresslevel nutzen Männer Sex tendenziell als Ventil – sie können sich dann besser entspannen, abschalten, Kraft tanken. Bei Frauen bewirkt mittlerer Stress genau das Gegenteil: Den meisten schlägt er auf die Libido.«



Denn einer der größten Stressfaktoren in dieser Zeit, der Schlafmangel, ist auch noch ungleich verteilt. In den ersten drei Monaten nach der Geburt eines Kindes schlafen Mütter im Schnitt etwa eine Stunde weniger pro Nacht, bei Vätern sind es nur 13 Minuten, so eine Studie der Universität Warwick. Und auch die Schlafzufriedenheit sinkt bei Frauen in dieser Zeit dramatischer. Das heißt im Umkehrschluss: Ein Mann, der seine Frau in den Monaten nach der Geburt verführen möchte, hat die besten Karten, je mehr er sich um das Baby kümmert und dafür sorgt, dass sie mal richtig durch- und ausschlafen kann. Candle-light-dinner, Blumenbouquets und edle Getränke können ja später wieder zum Einsatz kommen….



SIE SAGT: »Kuscheln? Davon bekomme ich mehr als genug!«



Wickeln, streicheln, herumtragen, alle paar Stunden anlegen oder beim Füttern im Arm halten – wenn junge Mütter jetzt eines im Überfluss haben, dann ist es Körperkontakt. Nicht nur, weil es für das Baby überlebensnotwenig ist, gehalten, berührt, gesehen zu werden, sondern auch weil es für beide Seiten eine ganz besondere Erfahrung ist, wie die körperliche Nähe und Verbundenheit über die Schwangerschaft hinaus andauert.



Dass in dieser Lebensphase Sex – und damit die Möglichkeit, erneut schwanger zu werden – nicht im Vordergrund steht, weil jetzt das Baby alle Nähe braucht, die es bekommen kann, das unterstützt die Natur durch einen raffinierten Trick. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das uns liebevoll und bindungsbereit macht – nicht zufällig derselbe Stoff, der auch bei einer sexuellen Begegnung den Körper überschwemmt.



Nicht von ungefähr kommt es, dass manche Mütter mit Befremden bemerken, dass die Stillsituation in ihnen latente Lustgefühle weckt. Kein Grund zur Sorge, das ist eine instinktive, körperliche Reaktion! Aber auch Mütter, die das Stillen selbst als weniger lustvoll erleben oder ihr Baby mit dem Fläschchen ernähren, fühlen sich in Sachen Zärtlichkeit oft richtiggehend gesättigt und haben eher das Bedürfnis, ihren Körper auch einmal für sich zu haben, statt den Körper ihres Partners zu spüren. Denn Hautkontakt und Nähe teilt man eben jetzt auch mit einem weiteren, innig geliebten Menschen. Das ist völlig normal und schon gar kein Grund zur Eifersucht – Bedürfnisse ändern sich auch wieder.



ER SAGT/SIE SAGT: »Ich kann nicht, wenn das Baby zuschaut!«



Von der Liebeshöhle zum Kinderzimmer – diese Verwandlung machen jetzt die meisten Elternschlafräume durch. Gut so, denn Experten wie die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Jugendmedizin raten: Ein Baby gehört ins eigene Bett, aber in unmittelbare Nähe der Eltern. Das ist nicht nur einer der besten Schutzfaktoren gegen den gefürchteten Plötzlichen Kindstod (SIDS), sondern auch ganz praktisch: kein weiter Weg zum nächtlichen Füttern, und manche Babys, die im Halbschlaf greinen, lassen sich schon dadurch beruhigen, wenn man ihnen sanft zuspricht – schläft das Baby in einem eigenen Raum, bekommen Eltern diese subtilen Signale oft gar nicht mit.



Einen großen Haken hat die neue Schlafsituation aber schon: sie wirkt auf viele Paare als Liebestöter. Was, wenn das Kind etwas mitbekommt von dem, was wir treiben – wird es davon nicht überfordert? Die Mainzer Hebamme und Sexualberaterin Clara Eidt gibt Entwarnung: »Kleine Babys werden davon nicht beunruhigt, denn sie können geistig gar nicht einordnen, was da passiert. Außerdem waren sie ja auch während der Schwangerschaft nah dran.« Bleibt die Hemmung trotzdem, ist die Lösung einfach: So lange nicht noch andere Kleinkinder abends durch die Wohnung turnen, bietet sich das Wohnzimmersofa oder eine Matratze an.



Oder steckt vielleicht ein größeres Problem hinter dem vordergründigen Argument? Sprich: Nutzt sie (oder er) das schlafende Kind bewusst oder unbewusst, um Sex aus dem Weg zu gehen? Dann lohnt es sich, dem auf den Grund zu gehen: Fühlt er/fühlt sie sich nicht mehr wahrgenommen? Oder hat vielleicht Lust auf Sex – aber nicht so, wie es der Partner oder die Partnerin will?



SIE SAGT: »Findet er mich nicht mehr schön?«



Er will am liebsten sofort wieder, sie nicht. Er gibt Gas, sie bremst. Sie gibt um des lieben Friedens willens nach, er will mehr. Ein typisches Szenario im Schlafzimmer junger Eltern – aber es kann durchaus auch genau anders herum sein. Vor allem bei solchen Paaren, die sich besonders aktiv um Gleichberechtigung bemühen, bei denen sich die Väter mit derselben Hingabe und Zeit um ihr Baby bemühen wie die Mütter oder, bei Rollentauschpaaren, auch noch mehr. »Väter, die viel Körperkontakt mit ihren Babys haben, tragen, wickeln, baden, haben häufig genau die gleichen Schwierigkeiten wie die Mütter: umschalten von der Rolle des treusorgenden Elternteils auf die Rolle des oder der feurigen Geliebten«, sagt der Bielefelder Männer-Psychotherapeut Björn Süfke.



Dasselbe Bild, nur spiegelverkehrt: Sie würde ihm gern an die Wäsche gehen, aber er mag nicht – oder sein Kopf mag, sein Körper verweigert sich. Süfke: »Die männliche Sexualität wandelt sich vielleicht nicht so sehr wie die weibliche nach einer Geburt, aber sie ist genauso Schwankungen unterworfen. Die Potenz ändert sich, und ob ein Mann Lust hat oder nicht, ist sofort sichtbar.« Das liegt dann aber meist weniger daran, dass sie noch ein paar Kilo mehr auf den Hüften hat oder Dehnungsstreifen am Po und er deshalb weniger angetörnt von ihr ist – auch wenn Frauen das befürchten. Sondern, dass er gerade von Kopf bis Fuß auf Vaterliebe eingestellt ist. Versteht sie das, versteht sie auch: Seine vorübergehende Unlust ist keine Zurückweisung und bedeutet nicht, dass ich nicht mehr begehrenswert bin.



ER SAGT: »Wozu anfangen, wir werden ja doch wieder unterbrochen!«



Nicht ausgeschlossen. Die Schlafzyklen Neugeborener betragen gerade einmal 45 Minuten, und wenn Babys es im ersten Lebenshalbjahr schaffen, sechs Stunden am Stück zu schlafen – also mehrere Zyklen miteinander zu verknüpfen – spricht man bereits von Durchschlafen. Es ist also rein rechnerisch gut möglich, dass Eltern auf den ein oder anderen Höhepunkt verzichten müssen, weil sich das Kind im unpassendsten Moment meldet. Nur: Wer darauf wartet, dass diese Phase vorbei geht, der kann sich auf eine lange, sexlose Zeit einstellen. Da hilft nur eins: Mut, Abenteuerlust, und Frustrationstoleranz.



SIE SAGT: »Nehme ich ihm eigentlich was weg, wenn ich mich erstmal um meine eigene Lust kümmere?«



Sex in einer Partnerschaft ist eine Schnittmenge: Das, was jeder für sich erotisch findet, und das, was beide miteinander teilen. Wenn sich zwei Menschen finden und lieben, bleiben deshalb fast immer Bereiche außen vor, die nur einem von beiden gehören: Meist hat jeder und jede eigene Bilder, Erinnerungen, Phantasien, die zuverlässig für Erregung sorgen. Dass eine Solo-Nummer kein kläglicher Ersatz für traurige Singles sein muss, sondern das Liebesleben sogar bereichern kann – schließlich ist es leichter, die eigenen Bedürfnisse zu benennen, wenn man sich mit dem eigenen Körper auskennt -, das zeigt eine Studie der Uni Bonn: 90 Prozent aller Männer und 86 Prozent aller Frauen besorgen es sich (auch) selbst, wobei die Frauen deutlich aufgeholt haben. Also auch Verliebte, Vergebene, Verheiratete. Was auch ein guter Einstieg sein kann für das neue Sexleben nach der Geburt.



»Viele Frauen nutzen Selbstbefriedigung, ehe sie wieder mit dem Partner schlafen, um herauszufinden: Was hat sich in meinem Körper verändert, fühlt sich etwas anders an als zuvor?«, berichtet Hebamme Clara Eidt. Es gibt Sicherheit, zu spüren: Auch wenn ich jetzt Mutter bin – ich bin noch immer ein sexuelles Wesen, und meine eigene Lust bleibt vertrautes Terrain. Gerade wenn sie eine größere Geburtsverletzung erlebt hat und Angst vor Schmerzen bei der ersten Penetration, kann das eine schöne Spielart für den Neustart sein: sich selbst neu kennen lernen, dann vielleicht den Partner Hand anlegen oder zuschauen lassen, und umgekehrt. Sex ist schließlich viel mehr als das Rein-Raus-Steckspiel!



ER SAGT: »Liebt sie mich nicht mehr, wenn sie weniger Lust hat? Oder war ich am Ende nur ein besserer Samenspender für sie?«



»Lustlosigkeit ist oft nur ein Zeichen des eigenen Körpers«, sagt Hebamme Clara Eidt: »Nicht »ich will gar keinen Sex«, sondern »diese Art von Sex möchte ich (gerade) nicht.« Hört darauf, was euer Körper euch stattdessen sagen möchte! Vielleicht ist gerade eine andere Form von Kontakt dran. Und sei es, dass sie nichts lieber hätte, als dass er ihr zärtlich das Gesicht streichelt oder ihr die Schultern massiert.



SIE SAGT: »Erotische Gedanken sind mir gerade fast wichtiger als Sex. Aber das zählt nicht, oder?«



Sex ist immer auch Kopfsache: Findet da oben nichts statt, nützt die tollste Technik in den tieferen Etagen nichts. Das heißt aber auch: Manchmal ist es völlig ausreichend, wenn Erotik im Oberstübchen bleibt – und gerade in der ersten Familienzeit ist das oft die beste Alternative zur Totalflaute. Männertherapeut Björn Süfke: »Es geht nicht darum, so häufig wie möglich miteinander zu schlafen, sondern sich einfach weiterhin mit dem Thema zu beschäftigen. Und zwar, in dem beide Partner einander signalisieren: Ich sehe dich immer noch als sexuelles Wesen. Sind die Kinder schon etwas größer, kann das auch ein anzüglicher Insiderwitz sein, eine Bemerkung zwischen Tisch abräumen und Zähne Nachputzen, die Kinder nicht verstehen, Eltern aber sehr wohl: »Wenn wir jetzt allein wären, ich würde die Fischstäbchen vom Tisch fegen und…. « So hält man die Anziehung lebendig, auch wenn man den Gedanken nicht immer in die Tat umsetzen kann.«



ER SAGT: „Wenn wir uns jeden Donnerstag abend zum Sex verabreden und in unseren Kalender eintragen, wird’s schon wieder rund gehen!«



Uff, denken jetzt vor allem die Mütter: Kennen wir das nicht schon aus der Zeit, in der wir unsere Leidenschaft nach Eisprungkalender eingeteilt haben, damit es bald klappt mit dem Wunschbaby? Der klassische Erotik-Tipp für junge Eltern klingt nach einem ziemlichen Downer. Schließlich ist die Zeit mit einem Baby ohnehin immer zu knapp, so manche Sportstunde oder Verabredung muss dran glauben, weil das Kind in letzter Sekunde Hunger hat oder eine neue Windel braucht, und jetzt erinnert auch noch jeden Donnerstag die Kalender-App per Signalton: 21 Uhr, los, Liebe machen? Nein: so ist das nicht gedacht.



Nicht als Druckmittel, schon gar nicht als einzuforderndes Recht, sondern als Möglichkeitsfenster: Heute schaffen wir uns Raum für uns zu zweit, wie wir ihn füllen, ist Stimmungssache. Jedenfalls erhöht das die Vorfreude sowie die Chance, überhaupt mal wieder gemeinsam zur Sache zu kommen, ungemein. Denn auf eine Gelegenheit, bei der alles stimmt – die eigene Laune, die freie Zeit, frisch enthaarte Beine – können junge Eltern buchstäblich lange warten. Wenn das Möglichkeitsfenster am Donnerstag abend zuklappt, weil das Baby gerade heute besonders unruhig ist, dann keinen Stress machen: Lieber den Paar-Abend verschieben oder zur Not ausfallen lassen, als gar nicht erst ansetzen. So kann’s tatsächlich was werden mit dem Klassiker…



ER SAGT/SIE SAGT: »Ich bin einfach zu traurig für Sex. Wenn das vorbeigeht, dann kommt die Lust sicher von selbst wieder.«



50 bis 70 Prozent aller Mütter erleben in den Tagen nach der Geburt den so genannten »Baby Blues«, auch bekannt unter dem volkstümlichen Namen »Heultage«: Egal wie groß das Glück, plötzlich ereilt sie ein Stimmungstief, das auch mit Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit und anderen Begleitsymptomen einher gehen kann. Dauert von wenigen Stunden bis zu maximal einer Woche, und hat mit dem starken Absinken des Östrogen- und Progesteronspiegels nach der Schwangerschaft zu tun – also eine Frage der Körperchemie, die sich in der Regel von selbst wieder einpendelt, und damit auch die Stimmung. Ganz anders bei der so genannten »postpartalen Depression«: eine behandlungsbedürftige, psychische Krise, die schätzungsweise zehn bis 15 Prozent aller Mütter im ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes treffen kann. Auch Väter können davon betroffen sein, diese allerdings eher gegen Ende des ersten Lebensjahres.



Die Symptome sind unterschiedlich – nicht alle Frauen sind niedergeschlagen und antriebslos, manche werden auch hyperaktiv und kommen kaum zur Ruhe, auch nicht nachts. Bei den Männern äußert sich eine solche Depression eher in Angstzuständen, Aggressionen oder Rückzug. Aber ob in der stillen oder der agitierten Form, auch sexuelle Lustlosigkeit und eine Art Gefühlstaubheit gegenüber dem Baby, aber auch dem Partner oder der Partnerin gehören zum Bündel der verschiedenen Symptome. Deshalb können Probleme im Bett auch ein Warnhinweis sein: Achtung, ich brauche Hilfe! Sprecht in einem solchen Fall mit der Nachsorgehebamme, Gynäkologin oder Gynäkologen, Hausärztin, und sucht euch weitere Informationen, z.B. hier.



Für weibliche Lustlosigkeit gibt es noch weitere psychische Gründe, die mit den Umständen der Geburt zu tun haben können. Zum einen: verletzende Bemerkungen, die sich tief ins Bewusstsein eingegraben haben. Hebammen berichten, dass im Kreißsaal manchmal Sätze fallen, die keine Frau gerne hören möchte: »Das sieht ja hier aus wie nach einem Bombenangriff« (ein Arzt beim Nähen einer Dammverletzung). Zum anderen: Die Mutter hat das Gefühl, dass über sie bestimmt wird, und ihre Bedürfnisse übersehen werden. Was als entwürdigend, kränkend, übergriffig empfunden wird, ist dabei oft stark subjektiv – in manchen Fällen, so schreibt etwa die Geburtshelferin Viresha Bloemeke in ihrem Buch »Es war eine schwere Geburt« (Kösel Verlag), triggern solche Erlebnisse auch frühere Erfahrungen sexueller Gewalt, häufig jene, die der Frau gar nicht bewusst sind. Auch hier der dringende Rat: Holt euch die Hilfe einer Therapeutin oder eines Therapeuten!“



Verena Carl ist Autorin und Journalistin mit Schwerpunkt Psychologie und Gesellschaft. Sie hat zwei Kinder und schreibt unter anderem regelmäßig fürs ELTERN-Magazin und die BRIGITTE.



Für weiterführende Infos zur Verarbeitung einer schweren Geburt oder postpartaler Depression empfiehlt die Autorin den Verein Licht und Schatten.
               
Jeden Donnerstag Sex? 10 Missverständnisse im Babyeltern-Liebesleben
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jetzt-bin-ich-dran-wenn-das-leben-als-mama-ploetzlich-eine-ganz-neue-wendung-nimmt
       
 Ihr Lieben, das Leben als Mutter ist oft turbulent. Und wenn die Kinder dann größer werden, dann ist es spannend, was passiert, wenn sich Mütter plötzlich wieder mehr selbst wahrnehmen und in sich selbst hineinhorchen: Was will ICH eigentlich vom Leben? Wo könnte MEIN Weg jetzt hinführen? Die eine kauft sich dann ein Pferd oder eröffnet einen Shop, eine andere merkt vielleicht: Nee, alles war gut so wie es ist und ich mach das jetzt einfach so weiter wie vor den Kindern. Und wieder andere, wie Dreifachmama Kristina, 33, aus Berlin, erleben nach langer Suche plötzlich einen AHA-Moment in ihrem Leben. Einen, der alles verändert. Wir haben sie dazu mal interviewt.
Liebe Kristina, in deinem Leben als Dreifachmutter gab es irgendwann einen Punkt, an dem sich alles verändert hat. Magst du uns davon erzählen?
Ja, sehr gerne! Ich war einige Jahre in der Film- und Modebranche tätig und bin gelernte Hutmacherin. Ein wunderschöner und sehr erfüllender Beruf. Es hat mich immer sehr zufrieden gemacht, abends etwas in der Hand zu halten, was erst nur eine Idee in meinem Kopf war und dann im Laufe der Stunden zu etwas Reellem geworden ist.
Davor, dazwischen und danach hat mich aber auch immer wieder mein vorheriger Beruf zu sich zurückgezogen. Ich hatte immer wieder verschiedene organisatorische Positionen in der Film- bzw. Werbefilmbranche. Auch hier fand ich es sehr befriedigend, wenn aus einer Idee durch viel Organisation plötzlich etwas Reales wurde. Durch die Kinder haben sich meine Prioritäten dann aber sehr verändert.
Ich hatte jedoch nie Zeit in all dem Trubel, der durch drei Kinder entsteht, zu hinterfragen, was ich da eigentlich mache. Ich bin einfach gerannt und gerannt und war, obwohl ich meine Höchstgeschwindigkeit konstant gehalten habe, trotzdem gefühlt immer ein wenig zu langsam. Als ich plötzlich durch glückliche Fügung ein wenig Abstand zu allem hatte war plötzlich glasklar, dass ich das nicht mehr möchte.
Wie war das genau? 
Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich mit ihr zu einem Yoga-Retreat nach La Gomera kommen wollte. Wir kannten uns nicht gut, fast überhaupt nicht und Yoga war bis dahin auch nicht so meins gewesen. Es war sehr untypisch für mich, dass ich trotzdem sofort zugesagt habe. Noch untypischer war, dass dann auch tatsächlich nichts dazwischen kam. Kein Kind wurde krank und kein beruflicher Auftrag kam dazwischen, der ihrenVater daran gehindert hätte, die Kinderbetreuung für eine Woche zu übernehmen. Plötzlich fand ich mich ALLEINE mit einem Kaffee in der Hand in einem Flugzeug wieder.
Mir wurde klar, dass ich nicht mehr nur etwas machen wollte, was mich zufrieden macht, sondern etwas, das mich glücklich macht. Und meine glücklichsten Momente waren bisher immer jene, in denen ich für jemanden da sein konnte, dem es nicht gut ging und dabei gespürt habe, dass meine Worte oder Taten Positives bewirken konnten. Im ersten Moment dachte ich an eine Aufgabe wie Trauerbegleiterin oder Ähnliches. Der Flug war aber nicht lang genug, um das Thema abschließend zu klären. Ich war mir jedoch so sicher, dass etwas Neues anstand, auch wenn sich dieses Neue gerade noch in Nebel hüllte. Aber: Noch im Flugzeug tippte ich eine E-Mail, in der ich alle meine künftigen beruflichen Vorhaben absagte. Und plötzlich war alles offen…
Inwiefern?
Ich hatte auf einmal – ohne dies bewusst zu planen oder mir darüber so wirklich im Klaren zu sein – die Freiheit, alles neu zu arrangieren, alle Steine neu zu platzieren. Es war eine wunderschöne Woche, in der sich soviel bewegt hat und in der ich zwar nichts beschlossen habe – der Nebel blieb noch eine ganze Weile -, aber in der sich die Weichen neu gestellt haben. Es klingt kitschig aber es war, als hätte jemand vor meiner Nase die Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen.
Was ist das für eine Welt?
Also ich denke, bei mir kamen viele Komponente zusammen, es war nicht nur das eine oder das andere, sondern tatsächlich die Mischung… Als erstes Mal war ich total überrascht über den herzlichen und freundlichen Umgang miteinander, dieses Gefühl der Gemeinschaft mit fremden Menschen, diese vorbehaltlose Freundlichkeit, die mir entgegen gebracht wurde. Ich war davor einige Jahre fast ausschließlich damit beschäftigt gewesen, die vielen Verantwortlichkeiten, die auf meinen Schultern lagen, zu jonglieren…
Das hat mir das Gefühl gegeben, dass ich nur gut bin, wenn ich das alles schaffe und plötzlich waren da Menschen, die es überhaupt nicht interessierte, was ich geschafft und erledigt hatte, die mir einfach so die nettesten und rührendsten Dinge sagten, die ich seit langem gehört hatte. Dazu Yoga und Meditation, sich nur mit sich und den eigenen Themen beschäftigen, Sonnenschein und Wellenrauschen, es war das Gesamtpaket. Aber ich will jetzt nicht alles rosarot malen, es gab auch Tränen, herausfordernde Gespräche und Momente, in denen ich als nicht Yoga-affiner Mensch diese Gruppe anstarrte und dachte: Das ist jetzt nicht euer Ernst! 
Die schönen Momente haben aber überwogen und für mich ist Yoga und Meditation seitdem nicht nur Sport oder Teil eines Lifestyles, sondern eine Art "Werkzeug", das Berge versetzen kann. 
Wie meinst du das?
Es geht für mich nicht so sehr um das, was auf der Matte passiert, akrobatische, anstrengende Positionen sind nicht so meins. Es geht mir mehr um das Fühlen in das man kommt, wenn man eine ruhige, langsame Yogapraxis hat. Das bleibt dann auch nicht auf der Matte, das trägt man mit sich in den Supermarkt und zum Elternabend. Ich bin durch Yoga und Meditation z.B. sehr viel verständnisvoller und herzlicher geworden, ich nehme Dinge weniger persönlich und bin weniger subjektiv oder verurteilend. Wenn jetzt jemand unfreundlich zu mir ist werde ich nicht sauer oder denke: was hab ich dir denn getan? Ich denke: Ach Mensch, du hast es wohl gerade nicht so leicht. Das wiederum entspannt mich. Eine Aufwärts-Spirale sozusagen.
Aber natürlich gibt es auch bei mir eine Lücke zwischen dem Wissen darüber, was mir hilft und dessen Umsetzung. Wer jetzt denkt, ich sitze den ganzen Tag meditierend und lächelnd auf einer flauschigen Wolke, der irrt sich gewaltig. Da kommt auch bei mir oft zuviel Leben dazwischen und außerdem ist das auch nicht mein Ziel. Oft haftet „Yoga-Leuten“ so ein Klischee vom politisch und ökologisch korrekten Übermenschen an. Da will ich nicht hin. Aber es ist schön zu wissen, was ich tun kann, wenn es mir nicht gut geht, ich feststecke und Probleme gerade übergroß wirken.
Nichts geht über dieses herrliche, fast schon angetrunkene Gefühl, wenn man aus einer guten Yogaklasse kommt. In so einem Moment ist es mir unmöglich, destruktive Dinge zu denken oder zu tun und ich glaube, so geht es jedem wirklich entspannten, glücklichen Menschen. Der Weg zum Entspannt- und Glücklichsein führt für mich über Yoga, Meditation, Natur und gesunde Ernährung. Das möchte ich teilen und deswegen sind genau das die Komponenten, die ich zusammen mit Burnout-Therapie in meinen Retreats vereine.
Ach so, du gehst also nicht nur zum Yoga, sondern bietest auch eigene Klassen an? 
Ja, genau. Der Dalai Lama hat mal gesagt: Würden wir jedem 8-jährigen Kind beibringen zu meditieren (und Yoga und Meditation gehören für mich hier zusammen), könnten wir die Welt in einer Generation zu einer besseren machen. Ich bin mir sicher, er hat recht und deswegen möchte ich meinen Beitrag dazu leisten. Da Stress die Wurzel so vieler Übel ist, habe ich es mir deshalb zur Aufgabe gemacht, Menschen bei Stressbewältigung und Burnout zu helfen und ihnen Methoden an die Hand zu geben, die für mich Dinge bewirkt haben, die mal unmöglich schienen und die meine Welt jeden Tag zu einer schöneren machen!
Erzähl mal von deiner Ausbildung.
Als erstes habe ich viel gelesen und recherchiert, Google war eine Weile mein bester Freund und ich habe einfach probiert, herauszufinden, was für mich gute Bausteine sind. Als erstes habe ich dann an einer Schule in Kalifornien die Methode der Achtsamkeit erlernt, danach habe mich in Indien zur Yoga- und Meditationslehrerin und Reiki Meisterin ausbilden lassen. Später habe ich in Berlin ein Ausbildung zur Burnout-Therapeutin gemacht. Einmal im Monat bin ich in London, um dort alternative Heilmethoden zu studieren.
Jetzt bietest du Retreats an der Ostsee, auf Bali in Indien usw. an. Wie machst du das denn alles als Mutter dreier Kinder? 
Der Vater der Drei ist Kameramann, er ist oft lange weg, um Spielfilme zu drehen. Das hat mich lange Zeit in die klassische Rollenverteilung gedrängt. Ich am Herd, er am Set. Das hat mich fast wahnsinnig und sehr sehr unzufrieden gemacht. Ich bin einfach nicht der Typ dafür, was ich aber erst nach und nach rausgefunden habe, also erst, als ich schon mittendrin gesteckt habe. Ich finde es total toll, wenn Mütter sich ganz darauf einlassen können, für ihre Kinder da zu sein. Ich bin auch für meine da, aber ich liebe sie ja auch, wenn ich mal weg bin. Aber um wieder auf deine eigentliche Frage zurück zu kommen, wir haben uns nach langen, zähen Verhandlungen darauf geeinigt, dass ich jetzt auch mal dran bin, das zu machen, was viele Männer so selbstverständlich tun: Einen Job zu haben und ohne schlechtes Gewissen arbeiten zu gehen.
In der Zeit haben die Kinder entweder Papa-Zeit oder die Großeltern kommen. Ich denke Kinder profitieren davon, viele Bezugspersonen zu haben. Ich mag das, wenn ich nach Hause komme und sie sind „gewachsen“, weil jemand anderes Dinge anders gemacht hat, als ich sie immer mache, sie sich darauf einstellen und dabei Neues lernen. Manchmal benutzen sie dann auch neue Worte, die in meinem Sprachschatz einfach nicht vorkommen. Meistens finde ich sie selig und entspannt vor, wenn ich wiederkomme.
Natürlich vermissen sie mich ab und zu – und ich sie auch, aber sie machen es mir tatsächlich sehr einfach, was glaube ich daran liegt, dass sie von ihrem Vater von klein auf gewohnt sind, dass er mal eine Weile weg ist, aber immer immer immer wieder zurückkommt. Ich glaube, das hat ihnen Vertrauen geschenkt, dass alles gut ist, auch wenn wir mal nicht zusammen sind. Ich hab tatsächlich noch nie ein "Mama, geh nicht" gehört. Vielleicht dürfen sie, wenn ich nicht da bin, auch einfach viele tolle Dinge, die sie bei mir nicht dürfen… Da müsste ich mal eine Befragung starten.
Nun hilfst du Menschen, die Burnout-gefährdet sind. Mütter geraten ja auch immer wieder in Überforderungs-Situationen (also ich zumindest :-)) Hast Du da einen Kniff, eine Art Erst-Hilfe-Maßnahme, die wir in unserem Alltag anwenden könnten?
Oh ja, ich auch! Es gibt einfach keinen Job auf der Welt, der fordernder ist. Erste Hilfe-Maßnahme, wenn gar nichts mehr geht: Kinder mal kurz vor den Fernsehen, einen ruhigen Ort suchen, eine Kerze anmachen, sich auf den Boden setzen und einfach nur atmen, an nichts denken und wenn das mit dem an-nichts-denken nicht funktioniert, sich nicht dafür verurteilen. Wieder von vorne anfangen und die Momente ausdehnen, in denen der Kopf mal kurz leer ist. Freundlich und wohlwollend zu sich selber sein, ist tatsächlich auch sehr hilfreich. Beides ist am Anfang nicht so einfach, ist aber wie die meisten Dinge, eine Sache der Übung.
Mütter denken oft, sie haben versagt, wenn sie erschöpft sind. Es steht ihnen nicht zu, denn schließlich haben sie ja „nur“ die Kinder. In unserer Gesellschaft werden nach wie vor Dinge mehr wertgeschätzt, die einen ledernen Sessel und einen Schreibtisch beinhalten. Ein Manager mit einem 10- bis 12-Stunden-Arbeitstag, freien Wochenenden und 25 Tagen bezahltem Urlaub im Jahr, darf selbstverständlich erschöpft sein, jeder versteht das und zeigt Mitgefühl. Mütter mit 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr hören dagegen eher mal: Aber andere schafften das doch auch! Und die anderen Mütter raunen sich zu: Die ist ja völlig überfordert.
Genau aus diesem Missstand heraus sind Mütter eine meiner liebsten Zielgruppen. Im Sommer gibt es ein Retreat nur für Mütter, an einem Ort zu dem man nicht zu lange fliegen muss, sich aber trotzdem weit weg von zuhause fühlt! Oh da freue ich mich sehr drauf! Anfang des neuen Jahres werde ich das auf meiner Facebook-Seite und auf meiner Homepage bekannt geben und ich würde dann auch sehr gerne einen Platz für das Retreat unter den Stadt-Land-Mamas verlosen!
Was würdest du Müttern empfehlen, die auch noch auf der Suche nach ihrer Erfüllung sind?
Abstand zum Alltag schaffen, Ruhe finden, in sich hineinhorchen – was macht mich glücklich, was möchte ich wirklich!?
Fragen wie: Wie ist das umsetzbar? Wie mache ich das mit den Kindern?, die sollten erst danach kommen. Ich habe mir die Fragen lange Zeit in der falschen Reihenfolge gestellt und dabei kam einfach gar nichts heraus. Wenn man weiß, was man will, findet man auch einen Weg, es umzusetzen. Andersherum jedoch, also etwas zu finden, was praktikabel und umsetzbar ist und mit dem man es allen recht macht und einen trotzdem erfüllt – ist schwierig.

Liebe Kristina, danke für diese tollen Einblicke in dein Leben!
Und falls sich jemand angesprochen fühlt: Habt ihr auch mal so einen Wendepunkt in eurem Leben als Mutter oder Vater gehabt? Dann meldet euch gern bei uns für ein Interview oder Änliches. Wir finden das super-spannend.
 
Und: Wir sind für den Scoyo ELTERN!-Blogaward nominiert. Würden Ihr uns ein Herzchen schenken? Das geht auch mehrfach… DANKE!
               
"Jetzt bin ich dran": Wenn das Leben als Mama plötzlich eine ganz neue Wendung nimmt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jetzt-bist-du-erloest-katjas-brief-an-ihren-vater
        Ihr Lieben, es ist für uns wunderbar, dass wir immer wieder Mails von Euch Lesern mit diesen berührenden Texten bekommen. Wir danken Euch so sehr für Euer Vetrauen. Heute veröffentlichen wir hier den Brief von Katja, die erst vor Kurzem ihren Vater verloren hat: 
"Lieber Papa, dein Leben war sehr bewegt. Ende der 50er Jahre bist du mit deiner Mutter und deinen Schwestern aus Oberschlesien nach Deutschland gekommen. Dein Vater hatte einen Antrag auf Familienzusammenführung gestellt. Der Ort Gladenbach hat in deinem Leben eine zentrale Rolle gespielt. Hier hast du beim Hausbau der Sudetenstraße 17 geholfen, deine geliebte Frau Monika, unsere Mutter, kennen gelernt und mehrere Jahre deines Lebens gewohnt. 
Nach dem Umzug nach Mannheim im Jahr 1976 seid ihr mit uns in jeden Sommerferien und zu allen Familienfesten nach Gladenbach gefahren. Aber du hast dort nie Urlaub gemacht oder dich bedienen lassen, nein, du hast immer deine Eltern und später deine Schwester Helga bei der Instandhaltung des Hauses unterstützt. Dieses Haus hat dich immer begleitet, so dass ihr 2010 dort wieder eingezogen seid. Aufgrund der Verschlechterung deines Gesundheitszustandes musstet ihr leider 2015 wieder ausziehen. Mit dem Tod deiner Schwester im letzten Jahr hast du sogar noch einen Teil des Hauses geerbt. 
Mit Monika hast du fünf Kinder erzogen und den schwersten Schicksalsschlag einer Ehe erlebt. Der Tod von Nicole im April 1997 war eine harte Probe für eure Beziehung. Aber ihr habt sie gemeistert und im Dezember 2016 Goldene Hochzeit gefeiert. Wer kann schon von sich behaupten über 50 Jahre mit ein und dem selben Menschen Tisch und Bett geteilt zu haben?! Das ist schon etwas ganz Besonderes. Mama hat die Worte zur Hochzeit „In guten wie in schlechten Zeiten“ ernst genommen und dir immer zur Seite gestanden. Auch als du krank wurdest, hat sie die Herausforderung angenommen und dich mit Liebe und Hingabe gepflegt. Bis zum Schluss.
Beruflich bist du 1976 deiner Berufung gefolgt und hauptamtlicher Mesner in Maria Hilf, auf dem Mannheimer Almenhof, geworden. Über 40 Jahre deines Lebens haben Mama und wir dich mit deiner geliebten Kirche teilen müssen. Sogar im Ruhestand konntest du ohne deine Kirche nicht leben. Die Kündigung von Seiten der katholischen Kirche im Jahr 2009 hat dir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen und dich letztendlich krank gemacht. Demenz ist eine furchtbare Krankheit und du hattest sie am wenigsten verdient. Was sich der liebe Gott dabei gedacht hat, weiß ich bis heute nicht. 
Als die Krankheit massiv in deinen Alltag eingegriffen hat und du sogar irgendwann deine Kirchenlieder nicht mehr singen konntest, habe ich die Welt nicht mehr verstanden. Die letzten Jahre waren für dich, Mama und uns nicht leicht. Dir dabei zuschauen zu müssen, wie die Krankheit immer mehr Teile deines Gehirns geschädigt und somit die Kontrolle über deinen Körper übernommen hat, war hart und teilweise unerträglich. 
Für Mama muss es noch unendlich schwerer gewesen sein als für uns. Ich möchte mich auf diesem Wege im Namen von Papa bei dir, liebe Mama, bedanken, dass du dein Leben erst für uns und dann für Papa zurück gestellt hast. Wir lieben dich.
Als du, Papa, letzte Woche Montag nicht mehr auf eines deiner Lieblingslieder, „Von guten Mächten“, reagiert hast, wusste ich, es ist Zeit Abschied zu nehmen. Ich habe dich losgelassen und dir auch gesagt, das du gehen darfst. Jetzt müssen wir uns von dir verabschieden, Papa. Du bist erlöst und dir geht es gut. Pass bitte mit uns auf Mama auf, bis ihr euch eines Tages wiederseht.
In ewiger Liebe deine Tochter Katja"
 
               
"Jetzt bist Du erlöst" -Katjas Brief an ihren Vater | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/katharina-soll-leben-diese-familie-sucht-einen-stammzellspender-fuer-ihr-baby
         Ihr Lieben, wenn man an Stammzellspenden denken viele schnell an Leukämie, also Blutkrebs. Aber es gibt auch andere Krankheiten, die eine solche Spende nötig machen – und so ist die kleine Katharina mit ihren neun Monaten bereits auf der Suche nach einem passenden Spender.
Katharina leidet an einer Septischen Granulomatose, einem seltenem Gendefekt, der dafür sorgt, dass das kleine Mädchen keine Immunität hat. Ein banaler Schnupfen kann für sie lebensgefährlich werden und für zwei Monate Klinik sorgen, weil sich daraus schwere Erkankungen wie eine Lungeninfektion entwickeln können.
Normalerweise sind nur Jungen betroffen, während Mädchen nur Träger des Gens sind. Aber das Leben ist wie ein Lottospiel und so trat der seltene Fall ein, dass ihre Tochter krank wurde. Nur 1 Prozent ihrer Immunzellen ist intakt. Für ein „normales“ Leben reicht das leider nicht aus.
Katharina ist nun auf die Hilfe der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, angewiesen und sucht gemeinsam mit den Eltern einen passenden Fremdspender. Wir haben mit Mama Anastasia über die schwierige Situation gesprochen.
Anastasia, ihr sucht für Eure Tochter Katharina einen Stammzellspender. Wie geht es ihr aktuell?
Unserer Kleinen geht es gerade ganz gut, an sich ist sie ja gesund – solange sie infektfrei ist.
Beschreib uns doch Eure Katharina mal. Was macht sie aus?
Sie ist ein sehr, sehr liebes Kind, weint kaum – und das ist nicht übertrieben. Sie ist immer gut gelaunt, lächelt und lacht viel,  ist sehr neugierig. Wirklich wie ein Sonnenschein.

Man sieht ihr ihre schwere Krankheit nicht an. Und doch weißt du, wie es um sie steht. Wie geht es Dir als Mama gerade?
Das ist schwer zu sagen. Wenn ich sage „ganz gut“, müsste ich lügen… Aber ich versuche, es mir nicht anmerken zu lassen, zumindest tagsüber. Ich kann's nicht ändern und schlechte Laune hilft uns auch nicht. Ich versuche den Alltag so zu meistern, wie es auch schon immer war, mit gewissen Einschränkungen natürlich! Aber die Erkrankung wird nicht in den Vordergrund gerückt, das ist mir wichtig…
Und wenn die Kleine dann schläft?
Nachts sieht die Situation bei mir ganz anders aus, ich leide an Schlaflosigkeit. Da kommen die ganzen Ängste und Sorgen raus, die ich tagsüber nicht zeige.
Erinnerst du dich noch an den Moment der Diagnose?
An den Moment der Diagnose erinnere ich mich noch zu gut! Es war der 10. Oktober.  Wir wurden in der Dresdner Uniklinik stationär aufgenommen, da die Kleine seit zwei Wochen hohes Fieber hatte und schlechte Blutwerte. Dort wurde ihr nochmal Blut abgenommen für unterschiedliche Tests, u.a. wurde auch routinemäßig auf Septische Granulomatose (CGD) getestet, obwohl das ja eigentlich nicht sein konnte, denn bei Mädchen bricht die Krankheit ja eigentlich nicht aus…
Und dann?
Keine zwei Stunden später kam die Ärztin mit der Diagnose. Meine Reaktion dazu: hysterisch-erleichtert-geschockt. Hsyterisch, weil ich es nicht glauben konnte, denn für mich wsr klar: Mädchen kriegen keine CGD, das ist vererbungstechnisch doch gar nicht möglich. Erleichtert, weil es keine Leukämie war, was ich insgeheim befürchtet hatte, geschockt, weil auch die GGD tödlich enden kann.

Konnten die Ärzte das denn glauben?
Sie meinten, sie mussten den Test auch ein paar Mal wiederholen, um es selbst glauben zu können. Unsere Kleine hat nur 1% der gesunden Immunzellen, was für das Führen eines komplett normalen Lebens nicht ausreicht. Und da sie keine Immunität hat, wurde aus einem banalen Schnupfen eine schwere Lungeninfektion. 
 Nun ist Katharina ja noch klein und versteht noch nicht, was mit ihr passiert. Ist das ein Vorteil oder eher ein Nachteil, weil man ihr nicht erklären kann, warum es so wichtig ist, dass die Ärzte sich kümmern?
Dass Katharina noch klein ist, hat nur Vorteile. Die günstigste Zeitspanne für Transplantation ist bis 3,5 Jahre. Das Wichtigste ist aber: Sie wird sich hoffentlich daran nicht erinnern! Nicht an die Chemo, nicht an damit verbundenen Schmerzen, die Übelkeit und alles, was dazugehört. Ihre Psyche bleibt heil, so unsere Hoffnung.
Was ist euer größter Wunsch?
Unser allergrößter Wunsch wäre, dass schnellstmöglich ein passender Spender für unsere Tochter gefunden wird, damit wir sie aufwachsen sehen dürfen! Dass wir unbeschwert mit ihr rausgehen können ohne an eine potenzielle Ansteckung denken zu müssen! Einfach mal einen Spaziergang und überhaupt das Leben genießen zu können! Wir geben die Hoffnung nicht auf!
 
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So könnt ihr euch bei der DKMS registrieren lassen:
Katharina kann nur mit einer Stammzellspende überleben. Katharinas Mama hofft auf viele Menschen, die diesen Artikel lesen, teilen – und sich vielleicht selbst registrieren lassen. Die Registrierung geht einfach und schnell online unter https://www.dkms.de/gemeinsam-gegen-blutkrebs. Die DKMS schickt ein Registrierungsset raus, man füllt eine Einverständniserklärung aus und macht einen Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen. Dann werden die Gewebemerkmale im Labor analysiert. Und dann heißt es: Hoffen, dass ein Spender für die kleine Katharina gefunden wird.
               
Katharina soll leben! Diese Familie sucht einen Stammzellspender für ihr Baby | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/katrin-gegen-den-wind-wie-ich-aus-einer-notlage-ploetzlich-ans-filmset-geriet
         Ihr Lieben, Katrin befand sich in einer misslichen beruflichen Lage, als sich ihr plötzlich der Himmel öffnete. Da war jemnd, der an sie glaubte. Und der ihr Verantwortung für ein Projekt gab, von dem sie noch heute profitiert. Aus einer Notalge ans Filmset. Hier erzählt unsere Leserin von ihrem ganz persönlichen kleinen Wunder.
Liebe Katrin, dein Jahr begann mit einer fünfwöchigen Reha, in der du von deiner Familie getrennt warst. Erzähl mal, wie das für dich war.
Eigentlich sollte diese Reha Klarheit in mein Leben bringen, doch ich kam müde und kaputt zurück. Mir lief die Zeit davon, ich hatte keinen Job in Aussicht, der sozialen Abstieg war vorprogrammiert…
Dank eines Bekannten meines Mannes fand ich einen Teilzeitjob auf Steuerkarte! Meine Rettung! Aber das war noch nicht alles…
Erzähl!
Einen Monat später folgte dann das Highlight des Jahres! Ich bin seit meiner Jugend ein großer Fan einer Serie, die in den 90er Jahren in Schleswig-Holstein gedreht wurde und sehr beliebt war.
2015 war einer der Hauptdarsteller von damals hier an einer Freilichtbühne in meinem Wohnort engagiert und so gründete ich eine Fan-Gruppe bei Facebook, der mittlerweile über 500 Fans angehören. Eine Freundin animierte mich damals, ein Meet & Greet zu organisieren, was auch tatsächlich stattfand. So festigte sich der Kontakt zu dem bekannten Schauspieler immer mehr.
Es bildete sich eine Art Theaterclique und wir trafen uns immer wieder in verschiedenen Theatern und zu unterschiedlichen Aufführungen. Anschließend kam es oft zu einem netten Gespräch mit ihm. 🙂
Nun war ich bedingt durch die Reha bei einem Event nicht dabei und so erfuhr er davon, was bei mir los war. Scheinbar hat ihn das berührt.
Und der bekam also etwas von deiner Situation mit?
Anfang April 2019 bei bestem Frühlingswetter saß ich bei einer Bekannten mit ihm auf einer Bank im Garten. Die beiden hatten etwas ausbaldowert und mich eingeladen.
Er fing an: „Du, ich mach’ Dir ein Angebot!“ Ich musste laut lachen und wiederholte seinen Satz mit der Ergänzung „Na, hoffentlich kein Unmoralisches!“
Er: „Ich plane einen Filmdreh und dafür bräuchte ich Komparsen, viele Komparsen und Du würdest die betreuen! Hast Du Lust dazu?“
Nein zu sagen, war jetzt keine Option! Das war klar! Ich sagte natürlich zu, ohne wirklich zu wissen, was da im nächsten halben Jahr auf mich zukommen würde. Erstmal hieß es natürlich Stillschweigen, denn es sollte noch niemand von dem Projekt etwas wissen.
Er zeigte mir auf seinem Laptop einen Teaser, denn er war schon im Ausland aktiv gewesen und hatte Teile zum Film gedreht. Allein das war sehr beeindruckend, die Aufnahmen und die Musik dazu.
Dann hörte ich eine lange Zeit nichts mehr von ihm und ich wusste nicht, ob und wann das Projekt denn nun starten würde. Nur ein grober Zeitraum stand fest. Ich verzichtete auf meinen Sommerurlaub, um ihn für dieses Projekt aufzusparen.
Wie ging es weiter?
Im August kam dann ein Anruf, ich bekam das Drehbuch per Mail und hatte erstmal gut was zu lesen. Dann trafen wir uns Ende August in Hamburg in einem Café. Dort lernte ich auch sein Patenkind kennen, die die Produktionsleitung für das Projekt übernahm.
Ein „Kronjuwel“ im Multitasking und wieder eine Person, die mich sehr wertschätzte. Einfach irre!
Dann ging es Schlag auf Schlag, Urlaub vom Chef einholen, Ferienwohnung über eine gute Bekannte buchen, Koffer packen und auf ins Abenteuer „Filmdreh“!
Mitte September reiste ich dann für zwei Wochen an die Nordsee. Ich war die „Komparserie-Chefin“ für einen Kinofilm, der 2020 rauskommen soll. Vor 24 Jahren stand ich selbst als Komparsin vor der Kamera – eine „tragende“ Rolle, mit einem Surfbrett oder -segel im Hintergrund den Strand bunter machen.
Nun hatte ich ein Filmhandy und einen Email-Account, damit die Leute mit mir Kontakt aufnehmen konnten, wenn sie an einer Komparsen-Rolle interessiert waren. Und das waren ziemlich viele!!!
Ich habe über 800 Mails beantwortet und auch im Social-Media-Bereich ging die Post ab. Vor allem als ein Video-Aufruf gestartet wurde, von dem ich nichts wusste. Es war an meinem Geburtstag, der sowieso schon durch die ganzen Umstände sehr besonders war!
Von da an kam im Zwei-Minuten-Takt Anfragen per Mail. Zum Glück war ich vorbereitet und konnte immer per copy & paste einen Vordruck mit Infos versenden.
Ziel war es, für ein Wochenende gut 200 Personen zu finden, die im Hintergrund Besucher eines Surf- und Kitecontest darstellen sollten. Das habe ich geschafft, denn es waren viele Menschen dabei, die dieses Projekt unterstützen wollten.
Man muss dazu sagen, dass es sich um eine Low-Budget-Produktion handelte. Es gab ein kleines Goodie, aber keine Gage, wie sonst üblich.
Wow, das klingt so schön!
Ja, das ist es auch! Ich habe bei diesem Projekt so viel Wertschätzung erfahren, wie noch in keinem anderen Job! Und das, obwohl ich null Erfahrung in der Filmbranche hatte. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich dafür bin, dass ich diese Chance bekommen habe.
Weiß der besagte Schauspieler davon?
Oh ja, das habe ich ihm mehrmals gesagt, was es für mich bedeutet, dass er mir das ermöglicht hat…unglaublich!
Was hast du aus dieser Erfahrung mitgenommen, was hat es dich über das Leben gelehrt?
Es geht immer irgendwie weiter, Aufgeben ist keine Option!
Wertschätzende Menschen sind war ganz Besonderes! Wertschätzung ist in unserem hektischen und oberflächlichen Leben sehr verloren gegangen. Vor allem im beruflichen sollten sich Vorgesetzte mehr vor Augen führen, wie wichtig das ist, was Mitarbeiter täglich leisten.
Die Dreharbeiten zum Projekt sind jetzt zu Ende und der Alltag hat mich wieder. 2020 folgt die Premiere und ich werde diesen Film aus einer ganz anderen Perspektive sehen.
Viele Menschen, die im Hintergrund herumwuseln, kenne ich mit Namen! Das wird sicher ganz lustig sein. Ich freue mich sehr darauf.
 
               
Katrin gegen den Wind: Wie ich aus einer Notlage plötzlich ans Filmset geriet | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/katy-ueber-den-weg-aus-der-trauer-mich-hat-der-sport-gerettet
       
Liebe Katy, wow, nach deinem beeindruckenden Buch Larissas Vermächtnis legst du nun dein neues Werk „Seelensport“ nach. Wie schaffen wir es, mit der Stärkung des Körpers auch die Seele zu stärken?



Unser Körper und unsere Seele sind im Grunde genommen eins. Das eine steht mit dem anderen so stark in Verbindung, dass wir es nicht trennen können – leider aber noch viel zu oft tun. Für mich ist die Seele nichts Spirituelles, sondern eben unsere Hormonparty im Körper, die Gefühle mit sich bringt und entstehen lässt.



Wenn wir einen gestärkten Körper durch Sport, ausreichend Pausen etc. haben, dann geht das auf unser allgemeines Wohlbefinden über. Wir fühlen uns dadurch ausgeglichener, können besser mit stressigen Situationen umgehen, Dinge, die uns auch körperlich belasten besser „wegstecken“. Wir sind im Grunde genommen einfach widerstandsfähiger, leistungsfähiger und gut vorbereitet für die Herausforderungen im Leben.







Wie hat das ganz konkret in deiner Situation und nach dem Mord an deiner kleinen Schwester geklappt?



Bevor ich mit dem Sport begonnen habe, trank ich beinahe jeden Tag viel Alkohol, habe mich sehr ungesund ernährt und mich eben gar nicht bewegt. Als ich dann damit anfing, spürte ich in den ersten Trainings schnell, wie lebendig sich mein Körper plötzlich anfühlte. Ich spürte ihn plötzlich wieder, im positiven Sinn, fühlte mich leichter und freier, kraftvoller und stärker.



Ich konnte dadurch meinen Gefühlen Raum geben und ihnen einen Kanal schenken, über den sie nach außen gelangen konnten. Den Alkohol ließ ich dann auch ziemlich schnell weg und ernährte mich zunehmend ausgewogener. Mit den ersten Wochen dann veränderte sich meine Haltung.. Ich war aufrechter, spürte durch die zunehmende Muskulatur und Spannung in meinem Körper, dass noch viel Kraft in mir verborgen lag.



Es machte mich selbstbewusster, zielstrebiger und ich erlangte ein gewisses Vertrauen in meinen Körper zurück. Außerdem verbesserte sich meine Konzentration, meine Schlafqualität, meine unkontrollierten emotionalen Ausbrüche nahmen ab. Ich spürte, wie sich eine Sehnsucht nach Freude in mir ausbreitete und im Training und auch nach dem Training durch die Hormonausschüttung stattfand. Zuversicht, Hoffnung und Mut gewannen durch mein Training wieder ihren Platz zurück. Das ging nicht von heute auf morgen, und war ein intensiver Prozess, aber jede Bewegung half mir, mich selbst wieder zu finden.







Der Sport hat dir etwas gegeben, das dir in der Trauer nichts anders geben konnte. Was genau war das?



Die Möglichkeit meinen ganzen Körper in meinen Trauerprozess miteinzubeziehen und meine eigene Kraft direkt spüren zu können. Ein Freiheitsgefühl, das ich bei keinen anderen Angeboten sonst gefunden habe.



Freunde können mal verreisen, Therapeuten mal im Urlaub sein, aber den Sport, den können wir für uns überall mit hinnehmen.



Ist es auch diese Selbstwirksamkeit, die dir so geholfen hat?



Ja absolut! Dieses Gefühl der Unabhängigkeit und der Selbstbestimmtheit, die den Sport so wertvoll für mich machten. Ich war dann ja auch viel unterwegs, um immer wieder Abstand vom Alltag zu gewinnen. Egal ob es Sri Lanka war, London oder Berlin, ich stand morgens auf suchte mir einen Strand oder Park und trainierte einfach los. Freier konnte ich nicht sein.



Tränen nennst du im Seelensport „Gefühlsperlen“, das klingt so wertvoll…



Ja, beim Sport schwitzt man ja ordentlich im Normalfall, beim SeelenSport schwitzt man eben neben dem körperlichen Schweiß  auch die Gefühle raus – und da kullern dann die Gefühlsperlen hinunter



Trauer bringt viele Gefühle mit sich, Wut, Verzweiflung, Angst. Brauchst du zu den unterschiedlichen Emotionen auch unterschiedliche Übungen?



Ja unbedingt. Wenn wir uns Wut vorstellen, dann sehen wir gleich Fäuste vor uns und ein Stampfen, lautes Schreien. Da ist ganz viel Energie, die raus möchte. Das braucht schnelle Bewegungen, ein Hauen und Boxen.



Wenn wir Angst spüren (aber nicht direkt in echter Gefahr sind), brauchen wir ein Sicherheitsgefühl, das kann zum Beispiel sein, indem wir uns neigen und den Arm über den Kopf ziehen und leise zu uns sagen: Ich bin sicher und beschützt.



Oder wir möchten die Oberhand gewinnen und kämpfen gegen die Angst für einen Moment, fühlen uns dadurch mächtiger und erlangen Kontrolle zurück über unsere Gedanken. Wenn wir traurig sind, brauchen wir Ruhe, Nähe, Geborgenheit, eine Umarmung. Dafür braucht es langsame, ruhige Bewegungen , die sich an mein Inneres richten.



Mit der Zeit hast du begriffen, wie sehr dich all diese Gefühle auch weiterbringen, auch tragen, so schmerzhaft sie in dem Moment auch sein mögen. Magst du uns zu diesem Annehmen, zu dieser Akzeptanz einmal mehr erzählen?



Ja ich habe irgendwann verstanden, dass es nichts bringt den Gefühlen aus dem Weg zu gehen, sie einzudämmen, zu unterdrücken oder ignorieren. Wir glauben oft, wenn wir traurig sind und die Traurigkeit wegdrücken, dann wäre die Traurigkeit fort. Aber so ist es nicht, sie schlummert und werkelt weiter in uns und zeigt sich dann meist durch körperliche Reaktionen wie Schmerzen und Verspannungen.



Wenn ich mir aber stattdessen Zeit und Raum gönne und dem Gefühl Aufmerksamkeit und einen Ausdruck schenke, dann kann es rausfließen, belastet nicht mehr. Seitdem ich das verstehe und so praktiziere, geht es mir körperlich und seelisch so viel besser. Ich bin gelassener und lebe mit meinen Gefühlen statt gegen sie. Ich höre ihnen zu, erkenne darin meine Bedürfnisse und nehme sie an, wie sie nun mal gerade daherkommen.



Du möchtest auch andere bewegen. Nicht nur mit deiner Geschichte, sondern wirklich auch körperlich bewegen. Du bietest Kurse an, wer besucht sie?



Es sind vor allem Menschen, die Verluste erlebt oder Lebenskrisen durchgestanden haben. Sie kommen mit dem Wunsch, sich wieder zu spüren, sich zu bewegen und mit ihren Gefühlen zu arbeiten. Die Jüngste war bisher 11, die älteste Dame 74. Sie kommen aus allen Berufssparten und familiären Konstellationen. Die meisten davon haben einen positiven Zugang zur Bewegung bzw. den Wunsch danach. Außerdem sind es fast ausschließlich Frauen, die zu mir kommen. Männer gehen eher zu den männlichen Trainern.



Neben den Kursen für Trauernde bietest du aber auch Lehrgänge für Menschen an, die selbst Seelensport-Trainer werden wollen, was genau hat es damit auf sich?



Die Nachfrage kam ziemlich schnell, ob ich mein Wissen und meine Übungen nicht auch in einer Ausbildung anbieten könnte, denn Vielen wollten das Konzept gerne in ihrem Ort mit ihren Kund*innen ausführen. Also habe ich das umgesetzt und mittlerweile gibt es fast 30 Trainer*innen in Deutschland, Belgien, Österreich und Italien. Es war immer mein Wunsch, dass Menschen die Möglichkeit haben, zu einem Gesprächskreis zu gehen und/oder daneben einen SeelenSport Kurs besuchen können. Für 2022 sind bald wieder neue Termine offiziell draußen, voranmelden kann man sich dazu schon.



Nun warst du in letzter Zeit nicht nur mit deinem neuen Buch schwanger…. Erzähl mal, was dein Körper im Privaten grad mit dir macht….



Ich hab ja schon viel erlebt, auch körperlich, aber eine Schwangerschaft war und ist wieder eine ganz neue Herausforderung. Mit den letzten Jahren habe ich mich selbst und meinen Körper sehr gut kennengelernt und plötzlich wurde er mir mit jedem Tag wieder fremder und ich erkannte mich selbst nicht mehr. So vieles veränderte sich so schnell. Spannend, aber auch seltsam.



Mir war die ersten Wochen sehr übel, ich kämpfte mit Kopfschmerzen und einer echt heftigen Erschöpfung. Ich konnte mich daher kaum noch sportlich bewegen, ging aber viel spazieren. Mittlerweile hat mich leider eine Symphysenlockerung erwischt, was ziemlich schmerzvoll ist und unangenehm. Spazieren geht nun also auch nicht mehr, was wiederum für meine hohe Thrombosegefahr gar nicht gut ist. Aber ich war noch nie so glücklich um mein Trainingswissen, wie jetzt gerade. Das hilft mir sehr, weil ich mich nun doch gut auskenne, was ich machen kann und schnell Alternativen finde.



Welche Rolle spielt deine Trauer in der Zeit der Schwangerschaft?



Ich dachte, sie würde eine viel größere spielen, als sie es gerade tatsächlich tut. Vielleicht auch weil ich eben derart körperlich beschäftigt mit mir war/bin. Aber es gab natürlich auch sehr emotionale Momente, in denen ich Larissa nun besonders vermisse. Ich wünschte, ich könnte sie nun an meiner Seite haben und mit ihr diese Erfahrungen teilen. Sie fehlt mir schon besonders stark gerade und ich glaube, das wird noch mehr, wenn dann die Geburt da war. Aber das ist okay so, ich gebe dem Ganzen dann seinen Raum und dann passt es auch wieder. Die Trauer nimmt mich also nicht ein, sondern ist eher wie eine liebevolle Begleiterin.



Schaust du in ruhigen Minuten manchmal staunend auf dein Leben und denkst: Krass, nicht mal in einem Film würde der Regisseur so übertreiben?



Ohjaaaa, tatsächlich. Ich denke oft, wow, mein Leben bzw. die letzten Jahre könnten eine Netflixserie sein. Ich glaube, einem Regisseur würden definitiv die Augen aus dem Kopf fallen, wenn er das Drehbuch sehen würde. Sowas kann niemand erfinden, solche Geschichten schreibt wirklich nur das Leben.



Wer noch mehr über Katy lesen will, wir hatten bereits zwei Interview mit Ihr: Wie sie nach dem Mord an ihrer Schwester zurück ins Leben fand und über ihr erstes Buch über den Umgang mit der Trauer




               
Katy über den Weg aus der Trauer: "Mich hat der Sport gerettet!" |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kein-sex-steffi-trennte-sich-von-ihrem-mann-weil-im-bett-nichts-mehr-lief
        Liebe Steffi, erzähl erstmal, wer zu Deiner Familie gehört. 
Zu meiner Familie gehören meine 6 Kinder zwischen 19 und 7 Jahren und ich, Steffi, fast 39 Jahre alt. Ich lebe mit meinen jüngsten Kindern in Berlin, momentan bin ich nicht berufstätig.
Du hast Dich von Deinem Partner letztes Jahr getrennt. Wie lange wart Ihr zusammen und wir würdest Du Eure Beziehung beschreiben?
Wir waren knapp 4 Jahre zusammen, er ist nicht der Vater meiner Kinder. Anfangs war es wirklich schön, wir haben viel unternommen und uns gut verstanden. Aber schnell wurden die Bemühungen um eine gute Partnerschaft einseitig – alles Liebevolle ging nur noch von meiner Seite aus.
Bei Euch ging es bei der Trennung auch um das Thema Sex.
Ich würde sogar sagen, dass es bei der Trennung vorallem darum ging, dass wir kaum Sex hatten. Was nicht an mir lag. Ich hätte gerne öfter mit ihm geschlafen, aber mein Ex hatte einfach kein Interesse daran. Man muss dazu sagen, dass wir nicht zusammen gelebt haben. Ich war meistens bei ihm, wenn meine Kinder bei ihrem Vater waren, also am Wochenende.
Wir hätten dann jede Menge Zeit gehabt, aber auch dann hatten wir keinen Sex. Er schob als Argument vor, dass wir uns ja nur so wenig sehen und dass es dann auf Abruf passieren müsste und das wäre nichts für ihn. Dass ihn das nur unter Druck setzen würde.
Wenn ihr dann doch mal miteinander geschlafen habt  – wie war es dann?
Wenn es zum Sex kam, dann immer nur nach meiner Initiative. Er hat sich dann auch nicht besonders bemüht. Liebevoll auf mich eingehen, mich streicheln, mich im Arm halten – das gab es nicht.
Du hast sicherlich mit ihm über Deine Wünsche gesprochen. 
Ja, klar. Ich habe ihm gesagt, wie wichtig Sex und Nähe für mich ist. Mein Ex-Partner sagte nur, er habe eben nicht so viel Lust, er fühle sich zu alt für Bettsport- er ist ein Jahr älter als ich. Und er würde lieber nur ein bisschen kuscheln. Anfangs habe ich schon überlegt, ob es an mir liegen könnte. Ob er mich nicht sexy findet. Aber den Gedanken habe ich schnell verworfen. Vielleicht auch, weil ich eine gute Beziehung zu meinem Körper habe und im Großen und Ganzen zufrieden mit mir bin. Heute weiß ich: Ich hätte mich viel früher deshalb trennen sollen. Aber ich hatte die Hoffnung, dass wir daran arbeiten und es besser wird.
Warum ist dir Sex wichtig?
Sex ist für mich eine gute Gelegenheit, um vom Alltag zu entspannen. Es ist zudem auch ein tolles Gefühl, wenn man spürt, dass man von seinem Partner begehrt wird. Und dass man seinen Partner gerne anfasst. In meinen früheren Beziehungen hatte ich immer ein gutes, erfüllendes Sexleben. Für mich gehört Sex zu einer Beziehung, sonst könnte man ja auch einfach befreundet sein. Das heißt nicht, dass man sich in jeder freien Sekunde die Kleider vom Leib reißen muss – aber so 1 bis 2 mal die Woche wäre doch schön.
Du glaubst also nicht, dass eine Beziehung auch ohne Sex funktionieren kann? 
Auf Dauer sicherlich nicht. Jedenfalls nicht für mich.
Warum gerät das Thema Sex bei vielen Paaren irgendwann in den Hintergrund?
Weil der Alltag einfach so herausfordernd ist. Kinder, Job, Haushalt. Klar ist es da auch mal schön, nur auf der Couch zu liegen und TV zu schauen. Aber wenn es nur noch so ist, läuft doch was falsch…
Was möchtest du anderen Frauen in deiner Situation raten?
Schämt Euch nicht für Eure sexuellen Bedürfnisse. Redet mit Euren Partnern, wenn Ihr nicht glücklich mit Eurem Sexleben seid! Das Leben ist zu kurz für schlechten Sex.
               
Kein Sex: Steffi trennte sich von ihrem Mann, weil im Bett nichts mehr lief | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/keine-auszeiten-etliche-pflichten-wie-einsam-es-macht-alleinerziehend-zu-sein
         Liebe Annette, wie alt sind deine Kinder und seit wann bist du alleinerziehend?
Meine Kinder sind 11 und 13 und ich bin seit 7,5 Jahren alleine mit ihnen.
Du gehst sehr ehrlich mit deiner Situation um. Was bedeutet es wirklich, alleinerziehend zu sein?
Eigentlich ist es ganz simpel: Alleinerziehend ist einfach eine Familie, die nur einen statt zwei Erwachsene hat. Den ganzen Alltag, die Schule, die Kita, die Hobbys, die Krankheiten, die Ferien der Kinder allein organisieren.
Jeden Großeinkauf, jedes Abendessen, jede einzelne Wäscheladung, jeden Putztag selber machen. Jeden Wutanfall, jeden Geschwisterstreit, jede Entscheidung, jeden Geburtstag, jeden Elternabend alleine lösen. Jeden Euro selber verdienen, die Altersvorsorge selber finanzieren, nichts teilen und nichts zusammenlegen können.
Jede Sorge alleine tragen, keinen Austausch haben und nie, wirklich nie zu Hause einen erwachsenen Ansprechpartner haben. Niemals sagen können: kannst Du mal übernehmen? Keine Alternative, kein Plan B.
Du hast dich nach einem Text bei uns gemeldet, in dem wir sagten: Mütter brauchen Auszeiten – und sollten sich diese auch nehmen. Da sagtest du: Halt, Stopp, so einfach ist das nicht! Bei uns jedenfalls nicht. Wie ist es bei dir?
Der Text hat mich geärgert, weil es für mich danach klang, als ob eine Auszeit zu nehmen die grandioseste Idee aller Zeiten wäre, nur wären die anderen Mütter halt noch nicht darauf gekommen. Wäre es einfach ein Erfahrungsbericht gewesen: ok. Aber er klang nach Ratschlag und Aufforderung: nimm doch einfach mal eine Auszeit. Als ob das so einfach wäre, und als ob ich nicht selber wüsste, wie gut so eine Auszeit täte.
(Das hier ist der Text zu Auszeit für Mütter, um den es geht.)
Wie ist es bei Dir?
Wenn ich Zeit für mich alleine haben will, müssen die Kinder woanders sein und ich frei von Pflichten. Wenn ich dazu noch wegfahren will, muss ich es bezahlen. Und da wären wir auch schon am Ende der Geschichte: selbst wenn die Kinder beim Vater sind, habe ich keine Auszeiten, sondern jede Menge Pflichten.
Was machst du dann?
Meistens arbeite ich schlichtweg durch, weil ich sonst mit den ganzen üblichen kindbedingten Fehlzeiten niemals auf meine 100% käme. Wenn ich nicht arbeite, räume ich die Wohnung auf, kaufe ein, mache die Wäsche. Wenn ich auch das nicht mache, schlafe ich. Das ist meine Auszeit: Schlafen. So wie mein Wellness: Duschen.
Triffst du auch mal Freunde dann?
Ich versuche, Freunde zu treffen, ohne mein wertvolles Kontingent an Zeit für mich alleine anzuknabbern. Ein Balanceakt.

Welche Hilfen würdest du dir wünschen und von wem?
Ich würde mir mehr Unterstützung in meinem direkten Umfeld wünschen, und ich würde mir wünschen, dass ab und zu mal jemand anruft und fragt, ob wir was zusammen machen. Mit oder ohne Kinder.
Aber alle sind so sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, dass sie nicht auf die Idee kommen, sich zu vernetzen oder einfach mal Freunde zu treffen. Jede Kontaktaufnahme kommt von mir, und das ist unfassbar mühsam.
Wenn du einen Wunsch frei hättest, welchen würdest du dir erfüllen wollen?
Ich wünsche mir mehr Zeit mit meinen Kindern und ich möchte mal von etwas sehr Schönem überrascht werden.
Nun ist es ja nicht nur logistisch und finanziell schwierig, allein zu sein mit den Kindern, sondern auch emotional. Wie verbringst du deine Abende?
An ein, zwei Abenden pro Woche bin ich gar nicht zu Hause, sondern ich arbeite. An den anderen Abenden gehe ich mit meinen Kindern oder kurz nach ihnen ins Bett. Sie sind groß und liegen gegen 21 / 21.30 Uhr im Bett, da räume ich noch die Küche auf, versuche dieses Interview zu beantworten und gehe schlafen.
Und mit welcher erwachsenen Person tauschst du dich aus?
Ich habe ein, zwei gute Freundinnen, die ich aber sehr selten treffe, unser Alltag ist zu kompliziert für Überschneidungen. Im Alltag gibt es niemanden für den Austausch, da brüte ich alles alleine aus.
Und das Bloggen als mutterseelesonnig?
Eine Zeitlang habe ich gebloggt, was einen tollen Austausch mit anderen Frauen in ähnlichen Situationen ergeben hat. Aber es hat mich auch sehr in eine virtuelle Welt geführt und mich immer mehr von meinem realen Leben entfernt.
Hinzu kam, dass immer mehr Menschen zu viel von mir wussten. Die Followerzahl wurde größer und irgendwie gruselt mich diese anonyme Masse, die mein Leben verfolgt. Ich habe alles offline genommen und konzentriere mich wieder auf mein analoges Leben.
Gibt es etwas, auf das du dich in der Zukunft sehr freust?
Mit meinen erwachsenen Kindern auf ihre hoffentlich schöne Kinderzeit zurück blicken.
Was möchtest du anderen Alleinerziehenden gern mit auf den Weg geben?
Lasst Euch nicht bekloppt machen: es liegt nicht an Euch, wenn Ihr erschöpft seid: das ist wirklich so anstrengend. Lasst Euch nicht erzählen, Ihr müsstet Euch nur besser organisieren, Euch Netzwerke schaffen, Euch mal 'ne Auszeit nehmen oder mal in Kur fahren. Nein, Ihr wisst ganz genau, was Ihr braucht, was Ihr könnt, was Euch gut tut, und was Euch fehlt.
Oft geht es einfach nicht anders, es ist jetzt halt so und vielen bleibt nur, durchzuhalten und darauf zu hoffen, dass die Lage sich einigermaßen entspannt, wenn die Kinder größer werden. Alleinerziehend zu sein ist nichts, was ein normaler Mensch schaffen muss, und deshalb braucht sich keine Alleinerziehende Vorwürfe zu machen, wenn sie nicht mehr kann. Sie soll und sie darf laut jammern und diese Missstände anprangern, das ist gerechtfertigt!
 
Zum Weiterlesen: Gastbeitrag – Ich bin alleinerziehend und am Ende meiner Kräfte
 
 
               
Keine Auszeiten, etliche Pflichten: Wie einsam es macht, alleinerziehend zu sein | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/keine-kraft-mehr-wegen-corona-habe-ich-meinen-job-gekuendigt
       
Hallo ihr Lieben, mein Name ist Hanna, ich habe drei Kinder im Alter von 3,5 und 7 Jahren. Ich habe jahrelang als Erzieherin gearbeitet und habe nun schweren Herzens meinen Job gekündigt. Warum?



Corona hat mich geschafft. Im letzten Jahr mussten die Kinder mehrfach in Quarantäne, dazu kam das Distanzlernen des Schulkindes. Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt und um ehrlich zu sein, hat das mit ihm und Homeoffice und dem Homeschooling auch nicht besonders gut funktioniert.



Ich habe mich lange aufgerieben, aber irgendwann was klar, dass es so nicht weiter geht. Ich habe also gekündigt und kümmere mich nun wieder vollständig um die Kinder. Das nimmt mir zwar Druck, macht mich aber auch sehr traurig. Ich würde gerne erfahren, ob es noch mehr Eltern gibt, die ihren Job schon gekündigt haben, weil einfach alles zu viel war. Danke für Eure Geschichten.
               
Keine Kraft mehr: Wegen Corona habe ich meinen Job gekündigt |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kind-mit-behinderung-hier-finden-eltern-digitale-unterstuetzung
       
Ihr Lieben, diesen Blog hier macht vor allem der Austausch mit Euch so wertvoll. Wir bekommen mittlerweile echt viele Leserfragen und sind immer ganz gerührt, wie toll Ihr die anderen Mamas mit Ratschlägen versorgt. Es braucht eben doch ein Dorf, um ein Kind groß zuziehen.



Ein anderes, besonderes digitales Dorf stellen wir Euch hier vor: intakt.info. Es ist eine Plattform für Eltern mit behinderten Kindern. Judith, einer der Frauen hinter der Plattform, hat uns folgende Zeilen dazu geschrieben:



„Jede Mama kennt diesen Gedanken, ob während der Schwangerschaft oder auch noch später: Was, wenn mein Kind nicht gesund ist? Was, wenn es durch eine Behinderung ‚anders‘ ist, als die anderen Kinder?



Manche Eltern bekommen schon recht früh eine Diagnose, manche werden erst im Laufe der Jahre damit überrascht. Egal wie – IMMER gibt es danach Fragen und neue Herausforderungen.



Wir sind uns sicher: Jede Hürde kann überwunden werden. Oft braucht es nur das richtige Wissen darüber. Sich dieses Wissen anzueignen ist aber extrem anstrengend, vor allem weil viele Eltern erstmal voll damit beschäftigt sind, den Schock der Diagnose zu verarbeiten.



Genauso ging es einer Mama vor über 20 Jahren. Ihr Kind bekam eine Diagnose und sie fühlte sich sehr alleine damit. Also machte sie sich auf die Suche nach anderen betroffenen Eltern und Kindern. Sie wollte zudem andere Familien unterstützen und ihr Wissen weitergeben. So entstand intakt.info.



Es ist zwar richtig, dass jeder seinen Weg selbst gehen muss und die Anforderungen und Herausforderungen jeder Familie sehr unterschiedlich sind. Doch gewiss ist: Ihr seid nicht alleine.



Es gibt viele Eltern, die Ähnliches „durchmachen“ und die die emotionale Lage der betroffenen Eltern aus ihrer eigenen Erfahrung heraus verstehen können. Deshalb gibt es bei uns Eltern als Experten. Wenn eine Mama also eine Frage ins Forum stellt, bekommt sie von einer anderen Mutter, die vielleicht schon länger mit der Behinderung zu tun hat, eine Antwort.



Neben der Community, die Raum für alle Fragen und Anliegen der Ratsuchenden bietet und von ehrenamtlichen ModeratorInnen begleitet wird, gibt es auch Fachbeiträge mit verständlichen Informationen rund um das Thema Behinderung. Erweitert wurde das Angebot durch Videos und Interviews mit Elternteilen und Selbstbetroffenen, die individuelle Lebens- und Entscheidungswege aufzeigen und so auch andere dabei unterstützen, ihren ganz eigenen Weg zu finden. Intakt.info ist kostenfrei und wir hoffen, dass wir vielen Familien eine Stütze sein können.



Mehr Infos unter www.intakt.infokontakt@intakt.infoInstagram: intakt.info, Youtube: intakt-videos
               
Kind mit Behinderung - hier finden Eltern digitale Unterstützung |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kind-warum-bist-du-so-anstrengend-gastbeitrag-von-insa
         Du kleiner süßer Junge, so klein bist du mittlerweile gar nicht mehr. Neun Jahre, das klingt viel. Deine Schwester hat in dem Alter bereits ihren  Koffer für die Ferien selbst gepackt (und nichts vergessen). Du bist ganz anders. Unser Jüngster. Ein Träumerle.
Manchmal würde wir gern in deinen Kopf kriechen, um zu schauen, wie deine Welt von dort aus aussieht. Du kannst dich in Comics verkriechen, gedankenlos vor dich hin zeichnen. Das ist wundervoll und du wirkst so zufrieden dann. Du kannst dich stundenlang in Playmobil spielen vertiefen. Aber leider ist da ja auch noch der Alltag. Und deine und diese Welt passen da so gar nicht zusammen.
Du kannst Druck – besonders Zeitdruck – überhaupt nicht leiden. Überhaupt spielt Zeit bei dir eine andere Rolle als bei anderen. Los, wir müssen in zwei Minuten zur Schule fahren! Hopp, hopp. Und du? Machst Kleber auf und versuchst noch etwas zu basteln.
Wenn du von der Schule kommst, wirfst du deine Jacke auf den Boden. Auch wenn du sonst von draußen reinkommst – immer. Seit fünf Jahren predige ich dir: Bitte hänge die Jacke an die Kinder-Garderobe. Das kommt bei dir nicht an. Es ist dir einfach nicht wichtig. Manchmal habe ich das Gefühl, ich klopfe bei dir gegen eine milchige Glasscheibe. Es dringt einfach nicht zu dir durch.
Heute Morgen fragte ich, wo deine Brille sei. „Keine Ahnung“. Aber du musst doch wissen, wo du sie zuletzt hingelegt hast? Wir haben zusammen gesucht – und sie nicht gefunden. Du wirst sauer dann. Bist überfordert.
Dann schreist du: "Ein Schuh fehlt". Mit einem Schuh kann man nicht zur Schule gehen. Der andere ist weg, weg, weg. Maaaamaaaa! Wo ist der Schuh? Ich antworte dir, dass ich deinen zweiten Schuh nicht  habe. Du wirst wütend, weil: Wir haben den bestimmt versteckt. Du schaffst es einfach nicht, deine Sachen beisammen zu halten. Du würdest manchmal sogar ohne Schulranzen losziehen, wenn ich dich nicht fragen würde, ob du da nicht durch Zufall etwas vergessen hast…
Jeden Abend diskutieren wir darüber, dass du Zähneputzen musst. Dich von selbst einfach mal bettfertig machen? Tust du nicht. Du gehst ins Zimmer, legst dich aufs Bett und wartest, bis wir sagen: Jetzt zieh mal dein Hose aus, jetzt putz mal deine Zähne. Warum ist das so?
Deine Schwester macht das alles von selbst, an der Erziehung allein kann es also nicht liegen. Welche Hilfestellungen brauchst du, damit du besser klarkommst? Auf Dauer ist es für uns so anstrengend, immer und immer wieder das Gleiche zu sagen.
Nichts geschieht einfach mal so – und das zieht so viel Energie. Und ja, wir geraten dadurch auch oft aneinander. Kannst du das jetzt nicht einfach mal machen? Dich morgens anziehen, damit wir pünktlich zur Schule kommen? Warum fällt es dir so schwer, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen?
Dir ist es ja sogar zu anstrengend, dir neue Socken aus dem Kinderzimmer zu holen… Manchmal glaube ich, dir ist die Welt einfach zu schnelllebig und viel. Manchmal glaube ich auch, du wärst lieber Einzelkind geworden, hättest deine Ruhe und könntest dich in deinen Fantasiewelten verlieren. Und Zeit ohne Stress ohne Druck, einfach nur sein, in voller Harmonie.
Ich war so nicht, deine Schwester ist so nicht, deswegen ist es so schwer für mich, dich zu verstehen. Und ich möchte dich so gern verstehen, weil du ein toller Kerl bist. Klug, sensibel, ein treuer und loyaler Freund für deine Kumpels. Du bist so gerne Kind, du spielst so ausgiebig, du könntest über ein blinkendes Polizeiauto oder über eine fahrende Modelleisenbahn ausflippen vor Begeisterung. Hast du vielleicht einfach keine Lust auf diese Erwachsenenwelt?
Die Schule stört dich nur, „die sind das selber schuld, wenn sie den Unterricht so früh beginnen lassen, dann bin ich halt müde“. Solche Sätze sagst du.
Du könntest auch einfach immer zu Hause bleiben, glaub ich. Im Pyjama. Ohne Stress. Mit Hörspielen, Comics und Stiften. Aber leider lässt sich das weder mit unserem Alltag, noch mit der Schulpflicht in Deutschland kombinieren.
Wenn es ein Sabbatical gäbe wie im Job – ich glaub, ich würde dir das für die Schule nehmen. Dich einfach nochmal ein Jahr lang spielen lassen, bis dir langweilig wird. Und vielleicht könntest du dann mit neuer Energie und ein bisschen mehr Eigenverantwortung zurückkehren. Aber das ist Wunschdenken. Stattdessen ziehst das alles grad so viel Energie. Erwarten wir zu viel von Dir?
 
Foto: pixabay
               
"Kind, warum bist du so anstrengend?" Gastbeitrag von Insa | STADT LAND MAMA
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         Wenn wir an Demenz denken, denken wir an alte Menschen. Dass auch Kinder dement werden, wissen viele nicht. Auch Karen wusste darüber wenig. Bis ihre Tochter Sophie an juveniler NCL erkrankte. Sie ist 16 und kann immer weniger.
NCL, das ist die Abkürzung für Neuronale Ceroid Lipofuszinose, eine Stoffwechselkrankheit, die das zunehmende Absterben von Nervenzellen zur Folge hat. NCL ist die häufigste Form von Kinderdemenz. JNCL wird durch einen Fehler im Erbmaterial verursacht, der rezessiv vererbt wird. Die Zerstörung der Neuronen führt bei den Betroffenen zu Erblindung, geistigem Abbau, motorischen Störungen, Epilepsie und einem vorzeitigen Tod.
Sophie ist eines von rund 700 betroffenen Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Sie war von Anfang recht langsam in ihrem Denken. Mit vier bekam sie ihre erste Brille, aber sie kam nicht richtig damit klar. Sie sah einfach trotzdem nicht besser, hatte Probleme mit den Stufen der Treppe. Sie besuchten diverse Augenärzte, viele sagten, die Eltern sollten nicht überbesorgt sein. Das Kind habe ja schließlich 50 Prozent Sehkraft. 50 Prozent! „Wir sollten mal nicht den Teufel an die Wand malen, sagten sie, manchmal seien Kinder halt langsamer“, erinnert sich Sophies Mutter. Doch sie blieb dran.
Karen besuchte mit Sophie die Neuropädiatrie an der Medizinischen Hochschule Hannover, beim ersten Besuch tappte man diagnostisch noch im Dunkeln, beim zweiten Besuch zeigte Sophie als Symptom ein für JNCL typisches Schielen und der Arzt wusste nun, in welcher Richtung er suchen musste und schickte ihr Blut ans Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie blieb so lange dran, bis festgestellt wurde: Sophie hat juvenile NCL.
Die Diagnose war ein Schock für ihre Mutter. Aber gleichzeitig auch eine Erleichterung. Endlich musste sie nicht weiter suchen, was mit ihrem Kind los war. Trotzdem rechnete sie nicht mit sowas – Kinderdemenz.

NCL ist eine Krankheit, die rein palliativ behandelt wird. Bei der juvenilen Form kann man nichts tun, um die Kinder zu heilen. Trotzdem ist die Lebenserwartung unterschiedlich. Manche Betroffene sterben mit 20, andere mit 30. Um weiter zu forschen und die Krankheit verstehen zu können, gibt es die NCL-Stiftung, die sich hauptsächlich mit der juvenilen Form (JNCL) beschäftigt, welche am häufigsten auftritt.
Sophie ist jetzt 16. Sie sieht nicht mehr, kann nur noch hell und dunkel unterscheiden. Ihre Sprachfähigkeit lässt nach, man versteht sie immer schlechter. „Das hält Sophie nicht davon ab, den ganzen Tag zu reden“, lächelt die Mutter. „Aber man versteht sie eben nicht mehr wirklich gut“. Ihr Gang wird schlechter, ihre Schritte langsamer, die Beine formen sich zu einem X. Die Verschlechterungen kommen in Schüben.
Sophie selbst soll so lange wie möglich nichts davon erfahren, wie ihre Krankheit ausgehen wird. Sie soll leben. Weiter Spaß haben auf ihrer Blindenschule und sich an ihrem vierjährigen Bruder freuen – der gesund ist.
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DREI FRAGEN AN DEN VORSTAND DER NCL-STIFTUNG, FRANK STEHR
Ist der Krankheitsverlauf von Sophie ein typischer?
Ja, es handelt sich hier um den typischen Verlauf der juvenilen NCL. Die Kinder entwickeln sich bis zum Einschulalter ganz normal. Es treten keine Auffälligkeiten auf. Wobei Sophie relativ früh schon Sehprobleme hatte. In der Regel beginnen die im Alter von 5 bis 8 Jahren. Die betroffenen Kinder erblinden dann innerhalb kürzester Zeit. Hier müssten dann die Augenärzte hellhörig werden. Parallel fangen dann die schulischen Probleme an aufgrund der einsetzenden Demenz. Mit ca. 10 bis 12 Jahren treten dann epileptische Anfälle auf. Auch die Motorik und die Sprache leiden unter der Krankheit. Die jungen Erwachsenen werden dann schwere Pflegefälle und kein Patient wird selten älter als 30 Jahre.
Welche Hilfen gibt es für Familien wie die von Sophie?
Hier wäre an erster Stelle die NCL-Gruppe Deutschland zu nennen, eine ehrenamtlich geführte Selbsthilfegruppe. Es haben sich betroffene Familien organisiert, die einander helfen. Wichtige Themen, wie z.B. die Trauerbegleitung, die Betreuung der gesunden Geschwisterkinder, der Umgang mit den epileptischen Anfällen, werden im Rahmen von Jahres- und Regionalgruppentreffen besprochen.
Die Unikliniken in Hamburg und Göttingen sind die klinischen NCL-Zentren in Deutschland. Außerdem können Kinderhospize die Familien entlasten.
Die gemeinnützige NCL-Stiftung setzt sich indirekt für die NCL-Familien ein. Die Stiftung setzt Forschungsimpulse, fördert internationale Wissenschaftskooperationen und informiert Augen- und Kinderärzte, um eine frühe Diagnose zu ermöglichen und den Eltern eine jahrelange Odyssee durch Warte- und Sprechzimmer zu ersparen. Außerdem werden bereits SchülerInnen der Biologie-Oberstufe im Rahmen von Lernpartnerschaften für seltene Krankheiten sensibilisiert.
Warum wissen so wenige Menschen, dass es Kinderdemenz gibt?
Bei Kinderdemenz bzw. NCL handelt es sich um eine seltene Krankheit. Man geht davon aus, dass es 5.000 bis 8.000 verschiedene seltene Erkrankungen gibt. Die kann nicht jeder kennen, selbst die Fachleute nicht. Daher liegt es an uns, die NCL-Stiftung, Kinderdemenz bekannter zu machen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit darauf zu lenken. Denn Kinderdemenz birgt auch ein großes Forschungspotential. Medikamente, die für NCL entwickelt werden, könnten möglicherweise auch bei den wesentlich häufiger vorkommenden Demenzen des Alters, wie Alzheimer, helfen. Hier geht es darum, über den Tellerrand zu schauen und auch die seltenen Erkrankungen nicht zu vernachlässigen.
 
Info: Wer die Arbit der NCL-Stiftung untstertützen will, kann das sehr gern mit einem Klick auf diesen Link tun und spenden.

               
Kinderdemenz: Sophie, 16, hat juvenile NCL. Wie bewunderswert ihre Familie damit umgeht | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kinderlos-nach-sechs-fehlgeburten-ich-verstehe-deinen-schmerz
       
Ja, genau: Ich, Christina Diehl, schreibe einen Gastbeitrag für „Stadt Land Mama“. Dabei bin ich gar keine Mama. Oder doch? Ich habe innerhalb von fünf Jahren sechs Fehlgeburten gehabt. Manche sprechen in diesem Fall von mir als sechsfache Sternenmama. Ich beschreibe mich heute als kinderlos und trotzdem rundum glücklich!



Bis dahin war es ein langer Weg. Ich habe unendlich um meine Verluste getrauert, war verzweifelt. In manchen Momenten verließ mich die Hoffnung, jemals wieder einen fröhlichen Tag erleben zu dürfen.



Aber irgendwann konnte ich mein Schicksal akzeptieren, es loslassen und schließlich in Stärke verwandeln! Meine letzte Schwangerschaft liegt fünf Jahre zurück – heute nutze ich meine persönliche Geschichte, um anderen Betroffenen Mut zu machen. Dafür schreibe ich Artikel, stelle mich als Speakerin auf die Bühne und spreche – ganz aktuell – im Fernsehen über meine Erfahrungen.



Meinen ersten Beitrag habe ich vor rund drei Jahren veröffentlicht. Die positive Resonanz, die ich seither bekomme, versetzt mich immer wieder aufs Neue ins Staunen. Als ich meine erste Fehlgeburt mit damals Mitte dreißig erlebte, war ich fest davon überzeugt, als eine der ganz wenigen von diesem Schlag getroffen worden zu sein. Heute schreiben mich im Schnitt zwei bis drei Frauen pro Woche an, um mir von ähnlichen Erlebnissen zu berichten. Viele bedanken sich dabei für meine Offenheit und bestätigen mir, sich dadurch weniger allein gelassen zu fühlen.Und warum schreibe ich nun all das in diesen Blog, in dem sich normalerweise über das Muttersein ausgetauscht wird? Ganz einfach: Weil mich eben auch sehr viele Mütter zu diesem Thema kontaktieren. Und meistens wiederholt sich sinngemäß in all diesen Nachrichten folgender Satz: „Tut mir leid, dass ich Dir über meine Fehlgeburt schreibe – immerhin habe ich bereits ein Kind und das Jammern steht mir eigentlich gar nicht zu.“Wisst Ihr, der Grund, warum ich heute so positiv in die Zukunft schauen kann, hat mit einem entscheidenden Faktor zu tun: Ich habe mich im Laufe der Jahre mit so vielen Müttern ausgetauscht und gerade sie machten mir klar, dass es auch in ihrem Alltag weiterhin gute und schlechte Zeiten gibt. Das war unglaublich tröstlich für mich. Sie halfen mir dabei, meine Perspektive zu wechseln: Sie hatten das Kind, das ich nicht hatte – ich wiederum die Freiheit, nach der sie sich nicht selten sehnten.



Seit dieser Erfahrung würde mir keine einzige Erklärung einfallen, warum wir Frauen uns aufgrund verschiedener Lebensmodelle voneinander entfernen sollten. Ich weiß heute: JEDE Frau hat ihre ganz eigenen Schmerzpunkte – ob nun mit Kind oder ohne! Deshalb hat auch jede Frau das Recht, um ihr verlorenes Kind zu trauern. Ohne Wenn und Aber.Meine Antwort bleibt deshalb für jede Betroffene gleich: „Ich verstehe Deinen Schmerz. Und ich schenke Dir die Hoffnung, dass Du eines Tages wieder glücklich sein wirst – so wie ich es heute bin!“



P.S. Ihr könnt Christina auch bei Instagram folgen.
               
Kinderlos nach sechs Fehlgeburten: Ich verstehe Deinen Schmerz! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kinderwunsch-aus-maennlicher-sicht-meine-reise-vom-unerfuellten-kinderwunsch-zum-grossen-glueck-durch-adoption
       
Bei Thorsten läuft alles bombig, er ist charmant, kommt gut an, arbeitet „in den Medien“, geht auf Aftershowpartys, feiert gern und viel…. Schließlich lernt er auch noch die Frau fürs Leben kennen – auf dem Weg zum Oktoberfest. Eine Liebesgeschichte wie aus dem Buche:



Er sieht sie im Zug auf dem Weg nach München. Verliert sie aus den Augen. Plötzlich steht sie in einem der Festzelte wieder genau vor ihm. Und bereits an diesem Abend legen sie fest, wie sie ihre Tochter später einmal nennen wollen.



„Wir wollen doch einfach nur ein Baby!“



Doch der Weg dahin wird steiniger als sie sich das je hätten vorstellen können. Seine Freundin wird einfach nicht schwanger. Sie gehen am Ende sogar zu Wahrsagern und Kräuterhexen, sie haben Sex nach Termin, kein Arzt findet eine biologische Ursache.



Autor Thorsten Beyer



Am Ende versuchen sie es mit künstlicher Befruchtung, er muss in den „Entnahmeraum“ mit Pornozeitschriften – macht erstmal Fotos davon, um sie seinen Freunden zu schicken, weil er nicht glauben kann, dass das wirklich so aussieht mit einlaminierten Bildchen zum Abwischen… puh.



Kinderwunschklinik: Bangen und Hoffen



Sieben Versuche scheitern (dargestellt in den sieben nicht ausgefüllten Herzchen auf dem Cover des Buches). Immer die Hoffnung, dann die Enttäuschung. Einmal wird seine Freundin tatsächlich schwanger (dargestellt in dem ausgefüllten Herzchen auf dem Cover). An Weihnachten wollen sie die frohe Botschaft verkünden. Doch beim Ultraschall in der zehnten Woche sieht die Ärztin plötzlich keinen Herzschlag mehr. Die beiden brechen zusammen. Es ist der Tiefpunkt ihrer Kinderwunsch-Geschichte.



Sie gehen unterschiedlich mit dem Schmerz um, das Baby muss unter Vollnarkose „ausgeschabt“ werden. Danach scheitert die Beziehung fast. Seine Freundin macht sich auf den Jakobsweg auf, um sich klarzuwerden, ob sie diese kinderlose Beziehung noch will. Er bleibt zu Hause und hört kaum was von ihr, macht sich verrückt.



Unerfüllter Kinderwunsch: Eine harte Probe für die Beziehung



Doch nach der Rückkehr entscheidet sie sich für ihn. Sie nehmen Abschied von ihrem Wunsch nach einem leiblichen Kind. Feiern. Reisen. Melden sich bei einer Adoptionsstelle. Müssen ein Wochenende mit anderen Adoptionsanwärtern in einer Jugendherberge verbringen. Warten zwei Jahre.



Wollen sich einen Hundewelpen anschaffen, ein Zwergdackelbaby, sie haben schon zugesagt. Doch dann verändert ein Anruf ihr Leben für immer. Ein Baby ist geboren. Ein Mädchen. Ob sie es kennenlernen wollen?







Thorsten bricht weinend auf der Arbeit zusammen. Natürlich wollen sie es sehen! Im Krankenhaus dann Liebe auf den ersten Blick. Die beiden haben 24 Stunden Zeit, Eltern zu werden, sich um Ausstattung zu kümmern, stehen vor Drogerieregalen und wissen überhaupt nicht, was sie jetzt kaufen sollen, was man für ein Baby braucht.



Das große Glück durch Adoption: Endlich Eltern!



Am nächsten Tag sind sie Eltern und nehmen eine kleine Babytochter mit nach Hause. Sie bekommt den Namen, den die beiden Jahre zuvor auf dem Oktoberfest bereits festgelegt hatten. Sie sagen beim Hundezüchter ab. Sie informieren ihre Eltern und den Freundeskreis. Niemand kann es glauben. Es ist: das ganz große Glück durch Adoption. Bis heute!



Thorsten hat nun ein Buch über ihre Geschichte geschrieben: Der neunte Storch. Meine Reise vom unerfüllten Kinderwunsch zum großen Glück durch Adoption. Er hat es im Eigenverlag rausgebracht, weil die Verlage nicht an das Thema glaubten. Ein Mann mit Kinderwunsch? Wen sollte das interessieren? UNS zum Beispiel. Weil wir finden, dass wir viel zu wenig auch über die männliche Sicht auf die Familien-Dinge hören, auf Emotionales. Darum haben wir ihn zum Interview gebeten.



Der neunte Storch. Meine Reise vom unerfüllten Kinderwunsch zum großen Glück



Thorsten, eure Geschichte auf dem Weg zum eigenen Kind liest sich fast wie eine Soap Opera – musst du dich selbst manchmal kneifen, weil du nicht glauben kannst, was euch da alles passiert ist?



Im Nachhinein relativiert sich natürlich alles ein wenig. Die Zeit heilt auch hier Wunden – zumindest die oberflächlichen. Die inneren Wunden vernarben nach und nach, das Schreiben über die Vorkommnisse hat geholfen, aber auch der enorme Zuspruch im Umfeld nach der Veröffentlichung.







Der Wunsch alles aufzuschreiben und in einem Buch festzuhalten kam mir bereits vor geraumer Zeit – und zwar noch bevor uns der neunte Storch dann doch noch wie aus dem Nichts mit einem Kind segnete. Wir haben über die Jahre eine enorm große Menge an unterschiedlichen Erfahrungen gemacht, mit einer Menge an Haupt- und Nebengeschichten sowie unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema, wirklich fast wie in einer Soap. Skurrile Situationen, Trauer, Freude, Beziehung, Freunde und vieles mehr. Nur leidenschaftliche Erotik war nicht dabei 😉



Was waren die skurrilsten Situationen auf dem Weg zu eurem Kind?



Bei diesem Thema kommt es zwangsläufig zu skurrilen Situationen, das lässt sich ja gar nicht vermeiden. Die einzige Lösung für uns lautete hier: Nehmt´s mit Humor!



Es beginnt mit der Recherche im Internet, wo man bereits auf hunderte, gar tausende Einträge zum Thema „Kinderwunsch“ stößt. Jeder Artikel wurde von einem noch größeren Fachmann geschrieben. Die meisten haben jedoch einzig und allein das Ziel, mit dem Leid anderer Menschen Profit zu machen. Leider gerieten auch wir recht schnell in den Strudel der Ausweglosigkeit, so dass man so einiges versuchte, um sein Problem zu lösen.



Es begann mit überteuerten Vitaminpillen, ging über Wahrsagerinnen und endete im Entnahmeraum. Aber der größte Albtraum war ein Buch, welches mir meine Frau eines Tages auf den Tisch legte: Ein Buch über eine „Massage für die Fruchtbarkeit“. Unfassbar. Jemand wollte uns weismachen, dass eine bestimmte Massagetechnik (am Rücken oder Bauch! 😊) die Empfängnis steigern konnte. Ohne Worte…



Wie war das für dich als Mann, dass es mit dem Schwanger werden einfach nicht klappen wollte?



Ehrlich gesagt habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, ob ich jetzt ein Mann oder eine Frau bin, die mit diesem Problem zu kämpfen hatte. Es gab keine biologische Ursache und somit war es unser gemeinsames Problem. Glücklicherweise verspüre ich nicht diesen „Jäger und Sammler-Drang“ und sah das Problem auch nicht als Schwäche eines Mannes an, sondern als eine Sache, die uns als Menschen traurig und ratlos zurückließ. Das Geschlecht tat hier nichts zur Sache.



Was hat die Kinderwunschphase mit eurer Beziehung gemacht?



Oft zollten uns die Leute Respekt, dass wir immer noch zusammen waren. Denn so viele Beziehungen wären am unerfüllten Kinderwunsch gescheitert, erzählten sie. Wenngleich es – wie oben im Einstiegstext erwähnt – eben auch eine Phase von ungefähr zwei Wochen gab, wo meine Frau die Beziehung hinterfragte und zur Entscheidungsfindung auf den Jakobsweg ging.



Am Ende hat uns das Thema aber eher noch enger zusammengeschweißt. Es gab und gibt in einer solchen Situation keinen wichtigeren Menschen als seinen Partner oder seine Partnerin. Man ist zusammen am Boden zerstört und dann wieder himmelhochjauchzend. Das hat uns verbunden. 



Ihr seid mit der Trauer unterschiedlich umgegangen – wie war es mit der Freude, als ihr durch die Adoption endlich eure Tochter im Arm halten durftet?



Nach den tiefsten Tiefen der Vergangenheit kam es drei Jahre später – wir hatten das Thema „unerfüllter Kinderwunsch“ und die damit verbundenen dunklen Wolken gerade beiseitegeschoben – an Tag X zu dem großen Moment, als das Jugendamt anrief.



Meine Frau überlegte kurz, ob sie denn überhaupt noch ein Kind haben wolle, denn wir waren doch eigentlich gerade zum ersten Mal seit Jahren wieder glücklich. Nachdem wir unser Mädchen jedoch im Arm halten durften, brachen alle Dämme. Das größte Glücksgefühl, das wir jemals erleben durften. Bei meiner Frau und mir. Bis heute.



Ab welchem Moment war es EUER Kind?



Wir sagen es immer und immer wieder: Wir hätten sie selbst nicht besser „machen“ können. Unsere Tochter ist ein absolutes Traumkind, so dass es gefühlt vom ersten Moment an UNSER Kind war. Plötzlich lag sie da neben unserem Bett im Beistellbett. Dort, wo nicht einmal 48 Stunden vorher noch der Stuhl mit den hingeworfenen Klamotten stand. Und es fühlte sich normal und richtig an.







Aber durch die verschiedenen, formalen Prozesse (die übrigens alle komplett nachvollziehbar sind) mussten wir über ein Jahr lang warten, bis die Adoption auch formal abgeschlossen war und sie unseren Nachnamen annahm, spätestens da waren wir eine richtige Familie ohne Wenn und Aber.



Eure Tochter wird jetzt drei. Hört ihr auch Sprüche, wem die Kleine ähnlichsieht? Wie reagiert ihr darauf?



Diese Sprüche hörten wir von Anfang an. Von der freundlichen Oma, die sich über den Kinderwagen beugte, bis zu Bekannten, die wir zufällig auf der Straße treffen. Vermutlich liegt es aber tatsächlich neben einer künstlichen Freundlichkeit daran, dass sie vor Allem meiner Frau verdammt ähnlichsieht. Man sagt ja auch, dass Babys eine gewisse Mimik von ihren Eltern annehmen. Vielleicht liegt es aber auch nur an den blauen Augen und den blonden Haaren von Tochter und meiner Frau😊



Was unterscheidet euer Leben mit Adoptivkind von einem Leben mit leiblichem Kind?



Am Anfang war es ganz klar die Unsicherheit, ob die leiblichen Eltern das Kind zurückhaben möchten. Erst vor dem Notar – frühestens acht Wochen nach der Geburt kann eine Adoptionsabgabe notariell vollzogen werden – wurde sie auch formal zur Adoption freigegeben.



Danach hatte unsere Tochter einen Vormund von der Stadt. Glücklicherweise eine großartige Frau, die alle Entscheidungen traf und die uns unsere Elternzeit im Ausland ermöglichte, wo wir als Familie zusammenwuchsen. Zuletzt der andere Nachname bis zur formalen Adoption vor dem Familiengericht ein Jahr später.



Jetzt liegen die Herausforderungen darin, unserer Tochter so früh wie möglich zu erklären, dass sie nicht bei „Mama“ im Bauch war und sie somit eine etwas andere Geschichte hat, als es andere Kinder haben. So viel wie nötig, aber ohne sie damit zu überfordern. Später werden wir sie dabei unterstützen ihre eigene, ganz persönliche Geschichte aufzuarbeiten. Bedingungslos und ohne Einschränkungen unserseits.



Die glückliche Familie!



Wie geht es euch heute als Familie?



Es klingt vielleicht ausgelutscht, aber es stimmt wirklich: Wir freuen uns jeden Tag über unser kleines, großes Glück. Wirklich jeden. Dieses kleine, unser Mädchen, aufwachsen zu sehen ist das Beste, was uns passieren konnte. Das Thema „Adoption“ gerät immer mehr in den Hintergrund.



Was möchtest du Kinderwunsch-Familien Mutmachendes mit auf den Weg geben – die sich vielleicht grad noch im Tal befinden…



Wir waren zu Gast in den tiefsten Tälern, jetzt sind wir auf den höchsten Höhen. Ich habe die enorme Leidenszeit jedoch nicht vergessen. Schon früh war mir klar, dass ich all diejenigen unterstützen will, denen es ähnlich geht – auch, um das Thema „Unerfüllter Kinderwunsch“ gesellschaftsfähiger zu machen.



Die Betroffenen müssen merken, dass sie nicht alleine sind! Niemand darüber spricht, vermutlich weil es eine „Schwäche“ zeigt. Deswegen wollte ich Farbe bekennen und Gesicht zeigen. Schaut her, uns ging das ganz genauso. Darum auch das Buch. Denn es betrifft nicht nur Herrn und Frau Mustermann aus Musterstadt, sondern Deine besten Freunde, Deine Nachbarn und vielleicht sogar Dich selbst.



Wer mehr zu Buch und Autor erfahren möchte… bei Instagram:  https://www.instagram.com/derneuntestorch/ und bei Facebook: https://www.facebook.com/derneuntestorch/ Und wenn ihr die Stimme des Autoren hören mögt, klickt euch gern mal in den Podcast mit ihm von den Kollegen von Ich bin dein Vater.
               
Kinderwunsch: Ein Vater über Tiefpunkte und großes Glück durch Adoption
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kinderwunsch-wenn-ich-noch-eine-glueckliche-mama-sehe-muss-ich-kotzen
          Foto: Klaus Sick
Liebe Anna, du bezeichnest Kinderwunsch-Frauen als die „Spaßbremsen jeder Party“. Erzähl uns doch mal von der letzten unangenehmen Situation auf einer solchen Feier?
Da muss ich nicht lange überlegen – es war eine Hauseinweihungsparty in einer Reihenhaussiedlung. Eine Dame hielt mich fälschlicherweise für eine Nachbarin und fragte, auf welche Schule meine Kinder gehen. Ich sagte, dass ich keine Kinder habe – sie fragte entsetzt zurück, warum ich denn dann hier wohnen würde, oder ob ich nur einfach noch keine Kinder hätte? Ich habe ihr erklärt, dass ich weder Nachbarin bin noch schwanger. „Aber Sie wollen schon Kinder?“ vergewisserte sie sich. „Das Glück fällt nicht vom Himmel“, war meine Antwort, und sie wurde dann ganz still und suchte eilig eine Möglichkeit, von mir weg zu kommen.
Frauen sehen sich ja häufiger im Leben übergriffigen Fragen oder Kommentaren ausgesetzt („Uiii, jetzt bist du aber zu dünn geworden“, „Oooh, hast du denn da schon mal über eine Brustverkleinerung nachgedacht?“). Welche Übergriffigkeiten nerven dich als Kinderwunsch-Frau am meisten?
Am meisten stört es mich, wenn Menschen ungeniert ganz direkt nachfragen: „Kann Dein Mann nicht oder liegt es an Dir?“ Ich frage ja auch nicht, wenn jemand zur Toilette geht, ob er mit Inkontinenz zu kämpfen hat. Das ist so eine Frage, der man schlecht ausweichen kann, ohne den Fragesteller anzugreifen. Wenn ich „das ist jetzt aber sehr persönlich gefragt, oder?“ entgegne, sind die Menschen oft beleidigt. Als wäre ich gezwungen, Auskunft zu geben.
Bekommst du auch Tipps von fremden Leuten? Sind da auch esoterische dabei? Erzähl mal von den skurrilsten.
Ich glaube, das schlimmste war die Frau, die mir riet, bei einem Gewitter draußen schwimmen zu gehen, wenn ich gerade meinen Eisprung habe. Dann könnte ich nämlich mit Glück durch einen Blitzeinschlag auf die Wasseroberfläche wie eine seltene Amphibie mich selbst durch elektrische Impulse befruchten – so sei das bei der heiligen Maria auch gewesen.
Besonders schön sind auch die Anhänger der Tensor-Bewegung: die möchte nämlich, dass ich mein Essen vor dem Verzehr mit einem Metallteil „entstöre“, um schlechte Schwingungen zu vermeiden.
Was macht das mit dir, wenn Leute so sind? 
Wenn ich die Person sehr gut kenne, sage ich auch mal, dass das jetzt nicht hilfreich ist oder nervt. Mag ich den Tippgeber nicht sonderlich, oder es ist vollkommen abwegig, dann werde ich schnell sarkastisch, ironisch oder reagiere mit albernen Rückfragen wie „Muss ich mich dann zum Meditieren auch in einen Pentagondodekaeder setzen?!“
Innerlich bin ich etwas hin- und hergerissen. Eigentlich meint der Mensch es ja gut, und daher ist es unhöflich und undankbar von mir, genervt zu sein. Dann kommt zu dem unglücklich-sein noch ein schlechtes Gewissen hinzu.
Was ist denn schlimmer – ein mitleidiger Dackelblick, ein „Iss halt mehr Gemüse“ oder ein „Naja, für irgendwas wird es schon gut sein“?
Am Schlimmsten ist ein: „Naja, Kinder sind ja auch nicht alles, da bleibt Dir auch manches erspart.“ Mit einem Dackelblick kann ich umgehen, irrsinnige Tipps kann ich wegbügeln, und „für irgendwas wird es schon gut sein“ ist zwar nicht sehr empathisch, stimmt aber möglicherweise. Aber dieses „Ist doch nicht so schlimm“ ist unsensibel.
Hast du dein Verhalten seitdem geändert? Sprichst du es manchmal dann einfach gar nicht mehr an?
Ich suche das Gespräch darüber nicht. Wenn es entsteht, weiche ich aber auch nicht aus. Mir ist daran gelegen, nur mit denen darüber zu sprechen, die ein ernsthaftes Interesse haben. Es ist kein Thema für Smalltalk.
Du nennst Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch auch „Sehnsuchtsfrauen“. Was genau braucht ihr?
Meiner Erfahrung nach brauchen wir aufrichtige Empathie. Oder überhaupt Aufrichtigkeit. Wenn jemand mit dem Thema nichts anfangen kann, dann sollte er lieber nichts sagen, anstatt austauschbare Allgemeinplätze auszuplaudern.
Wir brauchen jemanden, der uns verbal oder physisch in den Arm nimmt und vielleicht sagt: „Stimmt, das ist wirklich traurig und es tut mir leid für Dich.“
Wohin packst du deine Trauer, wenn es dich erwischt? Und in welchen Situationen erwischt es dich?
Traurigkeit erwischt mich unvermittelt. Natürlich gibt es Situationen, die Traurigkeit hervorrufen – aber ich muss ja nicht zwangsweise am Einschulungstag vor einer Grundschule stehen um mich selbst runterzuziehen. Wenn ich traurig bin, gehe ich mit dem Hund raus, mache Sport und nehme ein spannendes Buch mit in die – kinderfreie – Sauna. Ich verdränge viel – wenn es zu viel wird, muss ich schreiben und damit verarbeiten.
Dein Buchtitel ist bewusst provokant gewählt (wir lieben ihn!): „Wenn ich noch eine glückliche Mami sehe, muss ich kotzen“. Ist da also auch Neid? Ja, selbst Neid auf fettige Haare und erschöpfte Blicke?
Neid ist ja keine schöne Tugend. Also möchte ich eigentlich nicht neidisch sein. Und im Prinzip bin ich auch kein neidiger oder missgönnender Mensch – aber Wehmut ist da, Traurigkeit darüber, dass es bei mir nicht so ist, wie bei anderen. Dass ich nicht eine Mutter bin, die in komischem Entsetzen im Durcheinander-Zimmer ihres Teenager-Sohnes steht.
Was möchtest du anderen in deiner Lage noch mit auf den Weg geben?
In unserer Lage ist Traurigkeit ein Begleiter, mit dem jede von uns auf ihre eigene Weise umgeht – schämt euch dessen nicht. Und mein persönlicher Tipp, auf den ich in meinem Buch eingehe – entscheidet euch irgendwann, wie weit ihr für euren Kinderwunsch gehen wollt. Eine Entscheidung macht vieles einfacher.
Und hier vielleicht noch ein paar Worte für unbedarfte Nicht-Betroffene…
Mein Buch hat eine Menge lustige Begebenheiten, die zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen entstehen können – mich überrascht es immer, wie unterschiedlich wir einige Situationen wahrnehmen. Aber generell: Wenn ihr uns versteht, tröstet uns, wenn ihr uns nicht versteht, dann lasst uns in Ruhe. Wie Harry Rowohlt sagte: „Sagen, was man denkt. Und vorher was gedacht haben.“

Anna Schatz: Wenn ich noch eine glückliche Mami sehe, muss ich kotzen -Mein Leben mit einem unerfüllten Kinderwünsch (Affiliate Link)
               
Kinderwunsch: Wenn ich noch eine glückliche Mama sehe, muss ich kotzen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kita-nicht-mit-uns-warum-wir-unsere-kinder-nicht-in-den-kindergarten-schicken
        Es gibt Familien, die sich bewusst gegen eine Betreuung ihrer Kinder im Kindergarten entscheiden. Was sind das für Leute?
Das Haus, in dem Shirley, 41, und David, 46, mit ihren beiden Kindern Karlo, 6, und Rosa, 4, leben, steht am Stadtrand von Berlin und wirkt ein bisschen wie die Villa Kunterbunt. Zwar gibt es keine Veranda mit Pferd, aber es ist ein Ort voller bunter Wärme, ein bisschen anders als die anderen. An der Küchenwand hängen Plakate mit Zahlen und Buchstaben, im Schlafzimmer steht ein riesiges Familienbett. Und auf dem Parkett im Flur hat jemand aus bunten Streifen Hüpfekästchen geklebt. Neben den zwei Kleinen wohnt seit einigen Monaten auch noch Davids 17-jährige Tochter Lynn mit ihrem Freund Lucky bei ihnen. Es ist ein Haus der offenen Tür.
Und es ist ein Haus voller Kinder, auch jetzt an einem ganz normalen Vormittag unter der Woche. Denn Shirley und Davids Kinder wachsen kitafrei auf. Sie sind in keine Krippe gegangen und gehen jetzt nicht in den Kindergarten. Sie sind zu Hause bei Shirley. Sie ist eine „Selbstbetreuerin“.
Die neue Generation Mütter, die ihre Kinder selber ,betreut‘
Ich stehe im Flur, als Rosa und Karlo (mit Kissen) um die Ecke kommen. Karlo ruft: „Wer kann besser schmeißen?“ Rosa: „Ich!“ Karlo: „Angeber.“ Bevor ich Shirley besuche, habe ich im Blog intuitiveeltern.de nachgelesen, was das genau ist, eine Selbstbetreuerin. Dort steht: „Die neue Generation Mütter, die ihre Kinder selber ,betreut‘, ist keine Generation der Muttis am Herd, die den ganzen Tag nur kochen, backen, putzen und das Kind aufs Töpfchen setzen.
Es sind Mamas und Papas, die es lieben, für ihre Kinder da zu sein, ihnen Fragen zu beantworten und mit ihnen gemeinsam zu wachsen. Das ist Selbstverwirklichung pur, ziemlich anspruchsvoll und alles andere als eintönig. Es geht hier nicht um das bloße ,Betreuen‘, es geht um eine ganz bindungsbewusste Lebensform – die immer mehr Eltern anstreben.“
Aber sind nicht auch Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten schicken, für ihre Kinder da und beantworten ihre Fragen? Haben wir nicht gerade mit dem Kita-Ausbau erreicht, dass wir auch als Mütter berufstätig sein können? Und ist das nicht wahnsinnig anstrengend, wenn man 24 Stunden am Tag die Kinder um sich hat? Als ich mich an den Küchentisch der Villa Kunterbunt setze, habe ich viele Fragen. Shirley kocht uns einen Tee, stellt ein zweites Frühstück auf den Tisch. Und die Art, wie sie das tut, mit ruhigen unaufgeregten Bewegungen, beantwortet schon eine meiner Fragen: Nein, sie wirkt nicht genervt, nicht angestrengt. Eher sehr entspannt.
Kein Hetzen, Kein Wecken, kein Groll – ein Leben ohne Kita
Später, als wir in unsere Brötchen beißen, erklärt sie, wie sehr sie es schätzt, dass sie morgens nicht hetzen muss, die Kinder ausschlafen lassen kann und dass sie dann gemeinsam in Ruhe frühstücken. Der Kindergarten, sagt Shirley, sei für sie eine „künstlich erschaffene Welt mit homogener Altersstruktur: Gleichaltrige spielen mit Gleichaltrigen.“ Ihre Kinder hingegen hätten auch mit Älteren und Jüngeren zu tun, mit den Nachbarn, mit Papas Arbeitskollegen, mit Freunden. „Deshalb ist es auch Quatsch, wenn die Leute denken: Ohne Kita lernen die Kinder keine Sozialkompetenz.“
Außerdem, sagt Shirley, sei sie viel mit ihnen unterwegs. Im Dinopark, im Museum, in der Musikstunde oder Bibliothek, im Wald oder am See. „Allerdings legen wir nach einem Ausflugstag meist auch einen Ruhetag ein.“
Der 18-jährige Lucky kommt jetzt in die Küche, holt sich einen Apfel, schält ihn. Er hat Karlo im Schlepptau und erklärt ihm nebenbei, was ein Putsch ist: „Der König wird vom Thron gestoßen und dann …“. Karlo ist ganz Ohr! „Wir haben es ja versucht mit einer Kita“, sagt Shirley. „Aber Karlo war es dort zu laut, zu wild, zu wuselig. Die ganzen Regeln, zu festen Zeiten essen, schlafen, rausgehen – er wollte viel lieber bei seiner Familie bleiben.“
Happy daheim: „Das hier macht mich glücklicher“
Shirley, die damals als Kommunikationsberaterin in der Werbebranche arbeitete, machte sich viele Gedanken: Würde sie das schaffen, zu Hause bleiben, mit Kind, ohne eigenes Einkommen? Jetzt sagt sie: „Ja, es war anfangs eine große Umstellung. Aber heute bin ich näher bei mir und beim Menschsein als je zuvor. Ich fühle mich weder gestresst noch unterfordert. Im Gegenteil: Wir entdecken gemeinsam die Welt. Und ich habe genug Erfahrungen mit der Arbeitswelt gesammelt, um sagen zu können: Ja, das hier macht mich glücklicher.“
„Komm wir marschieren, ich bin der Sheriff “, sagt Karlo, der jetzt einen Hut aufgesetzt hat. Rosa marschiert hinterher: „Ich bin der Boss, ist das klar?“ Fällt dir denn hier nie die Decke auf den Kopf, frage ich. Und Shirley schüttelt den Kopf. Wenn sie Abwechslung brauche, gehe sie auf Messen, zu Wochenend-Seminaren oder organisiere Arbeitsgruppen. David kümmere sich dann um die Kinder. Allerdings: Zeit für sie beide bleibe dabei im Moment wenig. Das ist aber auch der einzige Nachteil, der Shirley zum Leben als Selbstbetreuerin einfällt.
Anerkennung? Braucht Shirley nicht von außen, nicht von einem Chef, die holt sie sich aus ihrem Familienleben. Nicht alle in ihrem Umfeld akzeptieren die Entscheidung, die Kinder selbst zu betreuen. Einige Freunde haben sich zurückgezogen – weil sie als Familien ganz anders leben. „Oder vielleicht auch, weil sie ihren eigenen Lebensentwurf infrage gestellt sehen“, sagt Shirley. „Viele berufstätige Eltern sind ja gestresst. Wir aber haben keinen Zeitdruck.
Kein schlechtes Gewissen, weil das Kind beim Abgeben weint. Keinen Orga-Wahnsinn, wenn es krank wird … Das provoziert scheinbar.“
„Vorsicht Banküberfall! Bewegen Sie sich nicht! Schnell, betäubt ihn.“ Karlo und Rosa sind in Aktion. Jetzt spielen auch Lucky und Lynn mit. Für 13 Uhr haben sich Anja, Steffi und Alex mit ihren Kindern angekündigt – alle Selbstbetreuerinnen. Sie verabreden sich oft – auch, weil es für ihre Kinder sonst fast unmöglich wäre, bis zum Nachmittag Spielkameraden „in freier Wildbahn“ zu treffen, denn die sind in der Kita. Konkurrenz unter den Kindern? „Gibt es so gut wie nicht. Sie brauchen ja nicht dauernd die Ellenbogen ausfahren, um ihren Platz zu sichern. Sie sind sicher“, meint Shirley.
Alex, 30, ist mit Johannes, 1, und Marie, 4, da. Eigentlich sollte Marie spätestens mit drei in den Kindergarten, doch dann lernte Alex eine Selbstbetreuerin kennen. Erst dachte sie: „Die spinnt ja, die Kinder brauchen doch eine Kita zum Austoben! Und zum Freundefinden.“ Aber dann sah sie, wie glücklich dieses andere Leben offenbar alle machte. Und es faszinierte sie immer mehr. Das wollte sie irgendwann auch.
Ein Elternteil bleibt zu Hause? Das muss man sich leisten können
Um sich die Selbstbetreuung „leisten“ zu können – ein Gehalt fällt ja weg –, haben Alex und ihr Mann das Auto abgeschafft. Alex weiß, dass viele Selbstbetreuer mit Hartz IV aufstocken. Sie findet das okay: „Auch Eltern, die ihre Kinder nicht selbst betreuen, nehmen ja Zuschüsse vom Staat für den Kitaplatz in Anspruch.“
Alex hat auch die Internetseite kindergartenfrei.org ins Leben gerufen. Dort können sich Selbstbetreuer vernetzen. Ungefähr 1600 aktive Mitglieder hat das Netzwerk. Die meisten sind Mütter, aber Alex erzählt auch von einem Papa, dessen Frau sagte: „Wenn du keine Kita für unser Kind willst, musst du die Betreuung übernehmen.“ Und das tut er seither. Dass es bei den anderen oft auf eine klassische Rollenteilung hinausliefe, habe damit zu tun, dass die Männer leider immer noch oft mehr verdienten.
Kitafrei erzogen: Wie soll das später in der Schule werden?
„König Dustin, was wollen Sie von uns?“, ruft Karlo in die Küche und zieht jetzt auch die dreijährige Johanna mit ins Spiel. Johanna ist die Tochter von Anja, 34. Die ist ausgebildete Bühnentänzerin und stieß nach einer missglückten Kita-Eingewöhnung auf das Kitafrei-Netzwerk. Wie sie alle sich das später vorstellen mit der Schule, frage ich jetzt: „Da müssen die Kinder sich ja an viele Zeitvorgaben und Regeln halten. Habt ihr keine Angst, dass das schwierig wird?“
Haben die vier nicht. Viele Selbstbetreuer suchen sich später freie Schulen, bei denen sie mitbestimmen können – erfahre ich. Manche wandern sogar aus in Länder, wo man seine Kinder selbst und zu Hause unterrichten darf. „Ich bin jetzt müde, ich will gehen“, sagt Johanna zu ihrer Mama. Die fragt, ob sie sich kurz zusammen hinlegen können. „Kein Problem“, sagt Shirley.
Ja, Selbstbestimmung spielt eine große Rolle in ihrem Leben. Sie und die anderen Mütter haben sich entschieden, nicht mitzurennen in der Rushhour des Lebens und phasenweise auszusteigen aus der modernen Leistungs- und Effizienzgesellschaft. Das kann man mutig finden. Oder sogar besonders emanzipiert. Aber auch kurzsichtig, naiv, rückständig: Shirley und die anderen kennen diese Kritik.
Kritik von außen an den „Helikopter-Hippies“
Sie wissen, dass manche sie „Helikopter-Hippies“ nennen und ihnen eine überbehütende Erziehung vorwerfen. Oder als Weibchen abstempeln, die keine wirtschaftliche Verantwortung für sich übernehmen. Aber sie haben gelernt, mit Gegenwind umzugehen.
„Ich weiß, wie Berufstätig-Sein geht – und ich werde es auch wieder sein, wenn die Kinder größer sind“, sagt Shirley – und die anderen nicken. „Nur eins“, sagt Anja, werde sie niemals begreifen: „Warum Kita-Fans immer meinen, andere Leute könnten unsere Kinder besser erziehen als wir Eltern, die sie lieben.“
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Infobox: DAS SAGT DIE WISSENSCHAFT! In einer Zwillingsstudie mit 1200 Kindern fand der amerikanische Psychologe Elliott M. Tucker-Drob heraus: Kinder, die bis zur Einschulung zu Hause betreut wurden, waren genauso fit wie Kita-Kinder – wenn sie aus bildungsnahen Haushalten kamen. Kinder aus bildungsfernen Familien hingegen wiesen gegenüber Kita-Kindern häufiger Defizite auf.
Dieser Report erschien zuerst in der Zeitschrift Eltern Family.
               
Kita? Nicht mit uns: Warum wir unsere Kinder nicht in den Kindergarten schicken | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kitastreiks-schulschliessungen-bitte-nehmt-uns-eltern-das-neue-stueckchen-normalitaet-nicht-direkt-wieder
       
Ihr Lieben, Katharina und ich müssen uns immer noch manchmal vormittags kneifen, wenn wirklich mal alle drei Kinder aus dem Haus sind und sich mit anderen Kindern treffen und wir mal ganz kurz ungestört IRGENDWAS machen können – und sei es die Steuer oder schnell solche Texte wie diesen hier verfassen – ohne dass dabei etwas umkippt, jemand auf Toilette muss, Hunger hat oder auch mal „an der Tastatur“ schreiben will.



Ehrlich: Das, was vor Corona normal war, ist es nun nicht mehr.



Und wenn das mal klappt, dass wirklich keiner Schnupfen hat und alle Familienmitglieder ihrer Wege gehen können, dann fühlt sich das für uns grad an wie auf Wolken. Nicht, weil wir unsere Kinder nicht leiden können, sondern einfach, weil dieses 24-Stunden-Aufeinanderhocken auch einfach nicht gesund ist.



Weil wir merken, wie ausgeglichen unsere Kinder sind, weil sie endlich wieder Gleichaltrige treffen können (und nicht immer nur die eigenen Geschwister zum Streiten vor sich haben, hehe).



Nun sieht es aber ja so aus, als könnte es wieder zu Einschränkungen kommen… München wird nun strenger und auch Berlin steht auf zwei Warn-Ampeln bereits auf gelb… nun denn. Gerade meldete sich eine Mutter mit folgender ängstlicher Anfrage an uns:



„Liebe StadtLandMamas, ich lese gerade die Ankündigung von Streiks in den Kitas… Und ich kriege die Panik. Jetzt sind gerade eben die Eingewöhnungen gewesen und alles ist noch ganz sensibel für die Kleinsten.



Ein Streik und damit mehrere Tage – wie viele ist ja nicht klar – würden für uns und andere bedeuten, dass wir wieder eine Unterbrechung haben, wieder die Krisen bei dem Einstieg in den Kitaalltag.



Ehrlich gesagt haben wir persönlich mit zwei Kindern in Schule und Kita mit mehrerlei Infekten schon fünf Wochen in der Kita zur Eingewöhnung gebraucht.



Ich bin gerade so dankbar für diese Phase des „EndlichmalwiederDingeschaffens“, der physischen Regeneration und des Ankommens in der Kita. Sorry, wenn ich Euch damit so den Frust auf den Schreibtisch kippe.



Aber wie seht ihr das? Wie geht ihr mit der Sorge um, dass alles wieder schließen könnte? Wie mit der ständigen Planungsunsicherheit? Plant ihr Aktionen, damit Familien besser durch die nächste Zeit kommen? Gibt es irgendetwas, mit dem wir uns gegenseitig unterstützen könnten?“
               
Schulschließung wegen Corona & Kitastreik: Nehmt Eltern die neue Normalität nicht wieder! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/koennen-sie-bitte-dafuer-sorgen-dass-mein-dackel-erschossen-und-mit-mir-eingeaeschert-wird-aus-dem-leben-einer-mama-und-bestatterin
       
Ihr Lieben, wir finden es ja immer wieder faszinierend, hinter verschiedene Vorhänge zu schauen. Heute öffnet uns unsere Leserin Janina die Pforte zu ihrem Leben als Mutter und Bestatterin…



Liebe Janina, wenn dich deine Kinder fragen, als was du arbeitest, was sagst du ihnen dann?



Unsere Große ist bereits 11. Sie weiß, was ich beruflich mache und ist damit groß geworden. Wenn sie Fragen dazu hat, beantworte ich diese immer wahrheitsgemäß. Unsere Kleine ist grade zwei geworden, spricht noch nicht und stellt demnach auch keine Fragen, aber wenn sie damit anfängt, wird auch sie stets möglichst ehrliche Antworten von uns bekommen.



Wie kam es dazu, dass du Bestatterin wurdest, war das schon immer dein Traum?



Als ich aus der Schule kam, hatte ich noch keinerlei Kontakt mit dem Tod und dem Sterben. Ich bin fast sicher, dass ich nicht mal wusste, dass es den Beruf des Bestatters gibt. Eine offizielle Berufsbezeichnung gibt es erst seit 2003, die staatlich anerkannte Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist erst seit 2007 möglich.



Vor dieser Zeit wurden Bestattungen meist von Handwerksbetrieben wie Tischlereien mit ausgeübt und genau in einen solchen Betrieb habe ich eingeheiratet, nicht wissend, worauf ich mich einlasse. Als meine Schwiegermutter in Rente gehen wollte, war es unsere freie Entscheidung, ob wir das Unternehmen weiterführen wollen oder eben nicht.



Wir haben uns dafür entschieden und es nie bereut. Ich bin beruflich angekommen und sehr froh, diesen Beruf ausüben zu dürfen – mit allen Vor- und Nachteilen. Ich bin Bestatterin mit Herz und Überzeugung. Daran halte ich fest.



Was muss man als guter Bestatter mitbringen neben Empathie, Flexibilität, Kreativität und Organisationstalent?



Empathie ist definitiv das A und O. Man muss Nähe zulassen, aber auch Distanz wahren… eine schwierige Gradwanderung. Emotionale Stabilität ist daher unabdingbar.



Kann man sagen, ihr seid so eine Art Weddingplaner, nur eben für den Abschied?



Schön ausgedrückt und ja, irgendwie schon, nur anders herum, weniger lustig und die Organisation ist zeitlich natürlich sehr begrenzt.



Was wir tun: Wir begleiten die Angehörigen auf ihrem schweren Weg und sorgen dafür, dass Sie Zeit und Raum für sich und ihre Trauer haben. Unser Ziel ist es, dass Angehörige fähige Unterstützung finden und in angemessener Form Abschied nehmen können.



Die Aufgaben sind dabei vielseitig, wir beraten, begleiten, organisieren und gestalten. Wir sind 24 Stunden am Tag erreichbar und unsere Arbeit beginnt mit dem Klingeln des Telefons. In der Regel findet als Erstes das Trauergespräch statt, wir führen dies meist in den Räumlichkeiten des Verstorbenen oder der Angehörigen. Das persönliche Umfeld gibt in diesem Moment eine gewisse Sicherheit und die Familien fühlen sich zu Hause einfach besser.



Ich lasse die Angehörigen immer erstmal erzählen, die meisten sind dabei sehr offen, beschreiben die letzte Zeit, was genau passiert ist. Ob es zu erwarten war oder ob jemand plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, ist dabei nebensächlich, es tut immer weh und man ist nie darauf vorbereitet. Erst wenn diese Last der Trauer ein wenig gesackt ist, fange ich mit meiner „To-do-Liste“ an.



Ich benötige für die Erledigung der Formalitäten ein paar Dinge des Verstorbenen, z.B. das Stammbuch (falls vorhanden), Geburtsurkunde, Meldebescheinigung etc., das variiert ein wenig, je nach dem, wer gestorben ist. Ich erkundige mich nach Rentenkasse(n), Krankenversicherung(en), Versicherungen im Allgemeinen und Kirchenzugehörigkeit.



Dann geht es um die Bestattungsart, den Bestattungsort und den Bestattungstag, die Überführung, Ankleiden und Einbetten, Aufbahrung und Abschied am offenen Sarg, die Auswahl des Sarges und der Urne, um Musik, Bilder, Erinnerungen, freie Trauerredner, Fotografen, Auswahl des Floristen für den Blumenschmuck, Lokalität für eine Kaffeetafel, besondere Dekorationen, gestalten der Traueranzeigen und Trauerkarten. Ich informiere die Pastorin, den Organisten, die Küsterin, die Friedhofsverwaltung, den Gärtner und organisiere Sargträger (falls benötigt).



Ich kontaktiere Krankenhäuser, Standesämter, Ordnungsämter, involvierte Polizei, Krankenkassen und Rentenkassen. Ich spreche mit Vereinen, z.B. Schützen, Feuerwehr oder Jägerschaft. Ich gebe Traueranzeigen auf und drucke die Trauerkarten selbst. Ich koordiniere Termine, vermittle an den Steinmetz, beantrage Sondergenehmigungen und erfülle Sonderwünsche.



Am Tag der Bestattung sorge ich für einen reibungslosen Ablauf, reserviere Kirchenbänke und Parkplätze für die Familie, dekoriere, fotografiere, führe Kondolenzlisten, nehme Trauerbriefe entgegen, verteile Liederzettel (falls vorhanden), spiele im richtigen Moment Musik ein und leite die Sargträger und die Trauergemeinde aus der Kirche bis zum Grab.



Ich bin mir sicher, dass ich bestimmt etwas vergessen habe, aber im Großen und Ganzen besteht mein Job aus diesen oben erwähnten Dingen. Abwechslungsreich und weitreichend.



Nimmst du die Trauer der Menschen, denen du begegnest manchmal auch mit nach Hause?



Das bleibt leider nicht aus, auch wenn ich stets versuche, es nicht mit nach Hause zu nehmen. Viele der Verstorbenen kannte ich persönlich. Ich kenne die Familien und die Hintergründe, all die Schicksale – oft unfair und überraschend. Das kann ich nicht vor der Haustür abschütteln. Aber ich habe einen großartigen Mann, der mich in schwierigen Situationen immer wieder auffängt.



Erzählst du dann auch den Kindern davon?



Natürlich. Wenn ich bedrückt bin –  oder gar weine – merken sie das ja eh. Ich denke, ich würde ihnen eher Angst machen, wenn ich meine Gefühle vor ihnen verstecken würde. Kinder können im Grunde sehr gut mit diesem Thema umgehen, weit besser als Erwachsene und wenn wir erreichen wollen, dass dies kein Tabu-Thema mehr ist, dürfen wir unsere Kinder nicht ausschließen.



Wie hat sich dein Bild vom Tod gewandelt, seit du damit beruflich zu tun hast?



Mein Bild hat sich in dem Sinne gewandelt, dass ich jetzt überhaupt eines habe. Ich habe mich vorher nie damit beschäftigt. Der Tod ist manchmal sehr „dreckig“. Er bringt vielerlei Wahrheiten ans Licht und hat furchtbare Eigenschaften im Gepäck.



Wenn ich das sage, dann meine ich nicht den Verstorbenen selbst, sondern die Umstände drumherum. Ich erlebe immer wieder, dass Familien bereits beim Trauergespräch über das eventuelle Erbe streiten, die Verantwortung von einem zum anderen schieben und laut darüber diskutiert wird, wer die Kosten trägt, anstatt gemeinsam zu entscheiden und eine Lösung zu finden. Daraus entsteht dann Streit, dieser führt zu Hass, Neid und Gier. Das macht mich traurig, ich finde, es sollte in solchen Momenten nicht um Geld gehen.



Im Todesfall sollte eine Familie sich halten und füreinander da sein, der Verlust ist schlimm genug, da braucht keiner diese zusätzliche Belastung. Ich finde für jede Familie den richtigen Weg und auch mit wenigen Mitteln kann eine wunderschöne und würdevolle Trauerfeier gestaltet werden.



Natürlich gibt es viele Familien die in schweren Zeiten zusammenhalten und es ist wunderbar zu beobachten, wie diese durch traurige Ereignisse noch fester zusammenwachsen. Und selbstverständlich gibt es auch positive Seiten. In vielen Fällen, vor allem wenn der Verstorbene schwer krank war, kann ich ganz klar sagen, dass der Tod hier eine Erlösung war und das kann man auch ganz deutlich in den Gesichtern dieser Menschen sehen.



Gerade nach schwerer Krankheit rate ich dringend dazu am offenem Sarg Abschied zunehmen. Bei Kerzenschein und leiser Musik fällt es auch den Angehörigen leichter die „Erlösung“ zu sehen und zu spüren. Das hilft enorm bei der Trauerbewältigung. Manchmal, das finde ich sehr interessant, sterben Witwer oder Witwen, vor allem wenn sie sehr lange zusammen waren, in kurzer Zeit hintereinander, so, als könnten sie nicht ohne den anderen. Oft fällt der Todestag auf den Hochzeitstag oder ein für sie besonderes Datum.



Andere sterben, wenn ein neues Familienmitglied unterwegs ist. Das mag alles Zufall sein, vielleicht aber auch nicht. Aber ich will auch ehrlich sein, bei Unfallopfern oder Kindern (auch schwer erkrankt) kann ich keine positiven Seiten finden. Auch Familien, die ich in den letzten Jahren öfter besucht habe, können meist nichts Positives daran finden. Viele verabschieden mich mit Worten wie: „Wir mögen dich ja wirklich gerne, aber…!“ Das ist ok für mich.



Was war der prägendste Arbeitstag, den du je hattest?



Das ist gar nicht so leicht, es gibt einige. In den meisten Fällen habe ich meine Gefühle voll und ganz unter Kontrolle, zumindest für den Moment, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich bin ein Mensch mit Gefühlen und wenn ein 4-jähriger in der Kirche ruft: „Ich will meinen Papa zurück!“, gehe auch ich weinend und allen voran zum Friedhof.



Wir haben das Gefühl, dass alle gerührt „Ohhhh“ rufen, wenn eine Frau sagt, sie ist Hebamme. Wie reagiert denn dein Umfeld, wenn du sagst, dass du täglich mit dem Tod zu tun hast?



Das „Ohhh“ kommt mir bekannt vor, aber dann kommt meistens Stille. Der Stille folgen dann aber durchaus pikante und teils lustige Fragen, wie: Kann ich meinen Sarg selber bauen? Liegen auf dem Meeresgrund hunderte von Urnen? Brechen Sie den Verstorbenen beim Ankleiden die Knochen? Die sind dann ja ganz steif! Sprechen Sie mit den Verstorbenen? Kann ich die Asche mit nach Hause nehmen? Werden die Verstorbenen von Würmern durchlöchert?Aber das skurrilste was ich tatsächlich mal gefragt wurde war… Können Sie bitte dafür sorgen, dass mein Dackel erschossen wird, damit er mit mir eingeäschert werden kann?!



Was meinst du, warum das Sterben immer noch ein solch großes Tabu in unserer Gesellschaft ist?



Angst. Jeder für sich. Jeder auf seine eigene Weise. Sie ist überall. Einzig die Angst macht aus dem Tod und dem Sterben ein Tabu-Thema.



Tagtäglich mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert zu sein: Was gibt dir das für dein Leben?



„Keiner von uns kommt ihr lebend raus. Also hört auf, euch wie Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Springt ins Meer. Sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit“, sagt Anthony Hopkins. Ich denke, das trifft es ganz gut.
               
Bestatterin: Wie ich als Mutter mit dem Tod im Beruf umgehe
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/konfetti-und-liebe-die-ehe-fuer-alle-ist-da-hier-die-schoensten-tweets-zum-thema
         Ihr Lieben, der Bundestag hat es soeben beschlossen! Die Ehe für alle kommt. Und weil die Emotionen gerade im Netz so hochkochen, wollten wir euch an dieser Freude heute einfach malteilhaben lassen. Viel Spaß damit an diesem historischen Tag!
Die Sendung mit der Maus freut sich

Mehr Liebe!#Ehefueralle pic.twitter.com/K9ezof1DY5
— Sendung mit der Maus (@DieMaus) 30. Juni 2017
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Beatrice von Storch freut sich nicht

Die Fahrkarte zum Bundestag: 2,70€
Der Cappuccino im Besucher-Café: 3,50€
Das Gesicht von Beatrix zur #Ehefüralle Abstimmung: unbezahlbar pic.twitter.com/hjLLJSw7wg
— thore (@thorekau) 30. Juni 2017
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Teresa Bücker von der Edition F ist happy

.@volker_beck weint und ich weine mit. Danke an alle, die so lange für diesen Tag gekämpft haben! #ehefueralle
— teresa bücker (@fraeulein_tessa) 30. Juni 2017
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Die heute-show lässt nach Fehlern suchen

Wir leben jetzt in einem völlig anderen Land#Ehefueralle #Bundestag pic.twitter.com/PEqplEPZRg
— ZDF heute-show (@heuteshow) 30. Juni 2017
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Mami Huntzefuntz kann ihr Glück kaum fassen

Bald kann ich auf die Frage, ob ich verheiratet sei, einfach Ja antworten.
Statt "ich lebe in einer eingetragenn Lebenspartnerschaft".
— Mami Huntzefuntz (@krispels) 30. Juni 2017
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Auch Suse ist gerührt

Die #EheFüralle macht Hoffnung, dass noch viel mehr möglich ist in diesem Land:In Richtung #Menschlichkeit , #Toleranz und #Inklusion
— Suse Bauer (@revoluzZza) 30. Juni 2017
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Selbst Spongebob zeichnet Regenbögen

pic.twitter.com/jlwNm9bvdK
— (((Joshi Fischer))) (@thetruemilhouse) 30. Juni 2017
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Und Jenny macht sich gleich auf den Weg

Mit Regenbogenfahne#aufdemweg durch den #bundestag So ein schöner besonderer Tag. #ehefueralle
— Jenny (@fasthase) 30. Juni 2017
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Das Familienministerium ist erleichtert

Der Deutsche Bundestag hat heute die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften beschlossen. #Ehefüralle pic.twitter.com/DLTXnTMszZ
— BMFSFJ (@BMFSFJ) 30. Juni 2017
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Während Schnorri auch nachdenkliche Töne anstimmt

Dieser Tag gehört denen, die ihr Leben lang im Geheimen liebten. Die vor dem Gesetz niemals Witwer waren. Nie zusammen beerdigt. #EhefürAlle
—Schnorri (@spektrallinie) 30. Juni 2017
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Zum Mitweinen ist auch dieses Video von Buzzfeed aus dem Zuschauerraum des Bundestags. Wenn Bilder mehr sagen, als Worte <3

JA! #EheFürAlle pic.twitter.com/LumsyqtbwA
— BuzzFeedNewsDE (@BuzzFeedNewsDE) 30. Juni 2017
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Jane jubelt mit einer animierten Kinderzeichnung

#ehefueralle #loveislove pic.twitter.com/VOTDxOfhGk
— Jane Regenbogenmutti (@Regenbogenmutti) 30. Juni 2017
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Jens bringt die vielen frei gesetzten Emotionen sachlich auf den Punkt

Ein schöner Moment von Demokratie.
— Jens Stoewhase (@Stoewhase) 30. Juni 2017
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Böhmi nimmt es selbstverständlich mit Humor

Die Väter (und vier Mütter) des Grundgesetzes kannten kein Internet.
Darum wollen 226 CDU/CSU-Abgeordnete das Internet nicht.
— Jan Böhmermann (@janboehm) 30. Juni 2017
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Und Sonja merkt man ihre Freude in jedem Wort an

Freude, Rührung. Hoffnung für den Weg zu mehr Gerechtigkeit. #ehefüralle
— Sonja (@Mama_notes) 30. Juni 2017
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Alle Welt schaut grad auf uns

Germany voted for same-sex-marriage today! I could get used to my social media timelines full of love and celebration about politics.
— Christoph Rauscher (@christowski) 30. Juni 2017
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Und selbst GOTT äußert sich 😉

Die Welt versinkt im #Hass & Deutschland setzt ein Zeichen für die #Liebe. #EheFürAlle
— Gott (@GottesGetweete) 30. Juni 2017
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Elly findet die beste Verknüpfung zum Berliner Wetter

Heute der Regen. Morgen der Regenbogen.
— Elly Abendstern (@ellyabendstern) 29. Juni 2017
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An dieser Stelle denkt jemand an unserer aller Zukunft 😉

Ich bin für die Ehe für alle und für Junggesell*innenabschiede für niemand.
— Was soll das alles (@C_Holler) 29. Juni 2017
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Wie das alles in der Praxis umzusetzen ist? Das fragt sich der Vater von Hatice Akyün…

Mein Vater fragt, wer denn jetzt bei wessen Eltern um die Hand anhalten muss. #Ehefüralle
— Hatice Akyün (@HaticeAkyuen) 30. Juni 2017
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Und Ruthe braucht jetzt leider Kopfhörer

Die negative Seite der #EheFuerAlle :Bei meinen lesbischen Nachbarn läuft grade zum 8. mal in voller Lautstärke Campino mit TAGE WIE DIESE.
— Ralph Ruthe (@ralphruthe) 30. Juni 2017
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Zu guter Letzt nur ein Wort von der großen Ninia

Finally.
— Ninia LaGrande (@NiniaLaGrande) 30. Juni 2017
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Foto: pixabay
Zum Weiterlesen:
"Mama, ich bin lesbisch!" Wie sich das Outing des eigenen Kindes anfühlt
Warum wir den Begriff Regenbogenfamilie nicht mögen
 
 
               
Konfetti und Liebe: Die Ehe für alle ist da! Hier die schönsten Tweets zum Thema | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kontakabbruch-der-tochter-meine-mutter-und-ich-wir-passen-einfach-nicht-zusammen
         Es gibt Eltern, die den Kontakt zu ihren Kindern abbrechen. Und es gibt Kinder, die den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen. Neulich haben wir diesen Text zum Thema erneut auf unserer Facebookseite verlinkt. Eine Leserin fragte, ob es möglicherweise auch Kinder gibt, die den Kontakt abbrechen, ohne Misshandlungen erlebt zu haben. Und daraufhin meldete sich Annika, die sofort bereit war, uns ein Interview zu geben. Allerdings nicht unter ihrem echten Namen.
Annika, Du hast vor drei Jahren den Kontakt zu deiner Mutter abgebrochen. War das ein Abschied mit Knall oder eher ein leises Verschwinden?
Es gab immer wieder mal Funkstille zwischen uns und jede wurde mit einem sehr lauten Knall eingeleitet. Der Auslöser war jedes Mal, dass ich nicht mehr nach ihrer Pfeife getanzt habe.
Was gab den Auslöser für die endgültige Trennung?
Im Dezember vor drei Jahren habe ich das letzte Mal mit meiner Mutter gesprochen. Der große Knall war eigentlich seit Monaten überfällig. Meine Zwillinge waren gerade zehn Monate alt und wir wollten über Weihnachten zu den Eltern meines Freundes. Seit drei Jahren war er an Weihnachten nicht mehr bei ihnen. Meine Mutter hatte andere Pläne. Sie ließ auch nicht mit sich reden und warf mir vor, nur an mich zu denken. Meine letzten Worte an sie waren nicht sonderlich nett, denn ich war sehr wütend.
Du sagst, deine Mutter und du, ihr hättet nie zusammen gepasst. Wie äußerte sich das in der Kindheit?
Meine Eltern waren immer viel arbeiten. Meine Mutter war Krankenschwester im 3-Schicht-System und war entweder auf Arbeit oder schlief.
Die guten Zeiten erlebte ich fast ausschließlich mit meiner Oma. Das änderte sich, als ich acht Jahre alt wurde und wir 300 Kilometer weit weg zogen, mitten in die Stadt. Meine Mutter hatte sofort einen Job und so blieb nur mein Stiefvater als Verbündeter. Doch vier Jahre später trennten sie sich und ich blieb mit meinem Bruder allein bei meiner Mutter. Nun war ich die "Große" und musste mich kümmern.
Und dann?
Sie arbeitete und ich versorgte meinen Bruder. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mit meiner Mutter reden konnte. Darüber, was mich interessierte, was in meinem Leben vor sich ging, welche Boygroup ich aus welchen Gründen gut fand und welche nicht, ob ich verknallt war. Einige Male habe ich es versucht, aber es hat sie nicht interessiert. Sie hat mir nicht zugehört und so ließ ich es und telefonierte lieber stundenlang mit meiner besten Freundin.
Wie ging es dann weiter?
Als ich 16 war, zog sie mit meinem Bruder zu ihrem Freund (200 Kilometer weg) und ließ mir die Wahl, ob ich mit wollte. Ich wollte nicht! Die Wohnung wollte sie sowieso behalten, also hatte ich weiterhin ein Dach über dem Kopf.
Drei Jahre später kam sie zurück. Ohne meinen Bruder (der war zu seinem Vater gezogen) dafür mit meiner zwei Jahre alten Schwester. Sie hatte einen neuen Job als Krankenschwester und ich hatte ein neues Ziehkind.
Wie klappte das?
Ab da fing es immer öfter an, richtig zwischen meiner Mutter und mir zu knallen. Wegen jeder Kleinigkeit wurde sie laut und drohte mir mit Rausschmiss. Ich fing an, mir heimlich eine Wohnung zu suchen und meinen Auszug vorzubereiten.
Als ich die Zusage für die Wohnung hatte, musste ich nicht lange auf den nächsten Knall warten. Es war wiedermal eine Kleinigkeit. Ich tanzte nicht nach ihrer Pfeife. Sie wurde laut, sagte, ich solle gefälligst verschwinden und ging. Ich tat ihr den Gefallen und war bei ihrer Rückkehr nicht mehr da. Mein Schlüssel lag im Briefkasten.
Und dann war erstmal Funkstille?
Es dauerte Monate, bis meine Oma mich überredet hatte, wieder den Kontakt zu suchen. Ich machte es für meine Oma und wegen meiner Schwester. Von meiner Mutter kamen nur Vorwürfe. Die Schuld lag natürlich allein bei mir. Aber ich war ein prima Babysitter.
Mit 23 Jahren wurde ich dann selbst schwanger. Der Moment, als ich meiner Mutter davon erzählte, war schrecklich. Sie versuchte mich zwei Stunden davon zu überzeugen, dass es falsch sei.
Oh weh…
…meine Oma hingegen freute sich so sehr. Ihr erstes Urenkelchen war unterwegs.
Meine Mutter gewöhnte sich an den Gedanken, Oma zu werden und freute sich dann sogar darauf. Meine Beziehung zum Kindesvater ging kurz nach der Geburt in die Brüche und meine Mutter unterstützte mich die ersten Monate.
Ein Jahr später starb meine Oma. Wir fuhren zur Beerdigung und weinten am Grab. Aber darüber geredet haben wir nie.
Wann kam der nächste Knall?
Meine Tochter wurde drei Jahre alt, als der nächste Knall kam. Ich hatte eine Geburtstagsparty geplant. Da ich Leute eingeladen hatte, die meine Mutter nicht mochte, sollte ich die Party doch bitte verschieben. Ich sagte nein und hörte Monate lang nichts mehr von ihr.
Kurz vor Weihnachten rief sie an, ich ging nicht dran und erfuhr dann von einem Bekannten (der mich anrufen sollte), wie krank sie sei und dass sie keinen hatte, der sich kümmerte. Das kümmerte mich dann aber nicht. Ich hatte meine eigenen Sorgen.
Aber ihr hattet dann nochmal Kontakt?!
Weitere Monate vergingen und meine Tochter wurde vier. Von Oma hörte sie nichts. Zwei Monate später haben wir meiner Schwester ein Päckchen zum Geburtstag geschickt und so schlich sich der Kontakt wieder ein. Natürlich lag die Schuld ein weiteres Mal allein bei mir.
Die nächsten vier Jahre liefen ziemlich gut. Ich hatte gehofft, dass sie mich endlich als erwachsene Frau und Mutter anerkannt hatte. Dann lernte ich meinen jetzigen Freund kennen und hatte nicht mehr so viel Zeit. Die Unstimmigkeiten wurden wieder mehr.
Auch deine Lebenslage veränderte sich nochmal…
Ja, zwei Jahre später wurde ich wieder schwanger – mit Zwillingen. Meine Mutter freute sich sehr. Doch diese Freude half nichts. Als ich im Supermarkt an der Kasse stand und ihr am Telefon vergebens erklärte, dass ich grad nicht telefonieren kann und auflegte, war es wieder soweit. Ich hatte sie verärgert. Als ich zurückrief ging sie nicht mehr ran.
Aber dann kam nochmal eine Annäherung!?
Nach einer Vorsorgeuntersuchung in der 21. Schwangerschaftswoche kam ich mit dem RTW ins Krankenhaus und sollte operiert werden. Mein Freund drängte mich dazu, meine Mutter anzurufen. Sie war sehr reserviert und kühl. Sieben Tage war ich im Krankenhaus und sie rief regelmäßig an und auch danach war alles wieder entspannter. Sie plante sogar ihren Urlaub zur Geburt der Zwillinge ein.
Weihnachten verbrachte ich ruhig mit meiner Tochter, meinem Freund und dem dicken Babybauch zu Hause und auch Sylvester war schonen angesagt. Mitte Januar war ich dann wieder im Krankenhaus und nach einer Woche wurde spontan ein Notkaiserschnitt angeordnet. Mein Freund musste auf meine Tochter warten und schaffte es nicht mehr zum Kaiserschnitt. Meine Mutter aber ließ alles stehen und liegen und fuhr mit dem Taxi durch die halbe Stadt, um bei mir im Kreissaal zu sein.
Und dann krachte es endgültig?
Ja, denn auch diese gute Phase hielt nicht lange. Nur zehn Monate waren die Kleinen als der schon erwähnte letzte Knall zum endgültigen Kontaktabbruch führte. Meine Mutter meint, ich halte mich für etwas Besseres. In ihrer Welt steht sie an erster Stelle. Andere Meinungen sind nicht gefragt.
Wie ging es Dir in der Zeit nach dieser letzten Trennung – fühltest du dich erlöst oder bedrückt?
Ich fühlte und fühle mich befreit. Ich muss mir nicht mehr überlegen, ob ich meiner Mutter alles recht mache, ob es Streit gibt wenn ich Nein sage. 34 Jahre habe ich mich immer wieder untergeordnet und klein gemacht. Das ist vorbei.
Menschen brauchen Wurzeln, heißt es. Hast du das Gefühl, dass dir eine Basis fehlt – oder hast du dir eine eigene andere Basis erschaffen, die dir Halt gibt?
Meine Verbündete war immer meine Oma. Sie hat schon an der Art, wie ich ans Telefon ging, gehört, wie es mir geht. Zu ihr hatte ich immer vollstes Vertrauen und konnte mich immer an sie wenden. Und dann kam meine Tochter zur Welt. Meine eigene kleine Familie.
Hast du irgendwelche Hilfe, um mit der Trennung klarzukommen? Oder hattest du Hilfe, um dir überhaupt bewusst zu werden, dass es besser wäre, den Kontakt ganz abzubrechen?
Ich brauchte keine Hilfe, denn die Trennung war für mich eine Erleichterung. Vor dem Kontaktabbruch rief meine Mutter jeden Tag an. Sie wollte über Belangloses reden und selbst wenn die Zwillinge vor Hunger schrien, sie redete einfach weiter. Es war ihr einfach egal, dass ich keine Zeit hatte. Sie wollte reden also hatte ich mir Zeit zu nehmen. Ging ich nicht ans Telefon klingelte sie ewig weiter. Das war kein Zustand und ich war wirklich froh und erleichtert, dass dieser Terror aufhörte.
Fragst du dich manchmal, wie es ihr geht, was sie gerade macht?
Nein. Ich höre aber manchmal von meinen Geschwistern wenn was passiert ist. Ich könnte aber auch damit leben, wenn ich nichts erfahre.
Fürchtest Du Dich, ihr einmal aus Versehen zu begegnen?
Sie wohnt nicht in der Nähe und verlässt kaum ihre Wohnung. Also bin ich sehr sicher, dass das nicht passieren wird.
Nun bist du selbst Mutter. Wie hat eine Mutterschaft deine Sicht auf die Dinge (in Bezug auf die eigene Mutter) verändert?
Ich nehme sie als Negativbeispiel und stelle mir des Öfteren die Frage, wie sie auf gewisse Situationen reagiert hätte und hat und mache es dann anders. Ich will, dass meine Kinder zu jederzeit zu mir kommen können und sich geliebt fühlen.
Möchtest du es mit deinen Kindern durch deine Geschichte gerade anders machen?
Auf jeden Fall. Meine Kids sollen später sagen können, dass sie eine tolle Kindheit hatten und mich zu einer glücklichen Oma machen, die ihre vielen Enkel oft und gern zu Besuch hat.
Zum Weiterlesen: Interview mit einer "verlassenen" Mutter
Fotoquelle: pixabay
 
               
Kontakabbruch der Tochter: "Meine Mutter und ich - wir passen einfach nicht zusammen" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kooperation-mit-axa-warum-vertrauen-so-wichtig-und-loslassen-so-schwer-ist
        Es war ungefähr ein halbes Jahr, bevor ich zum ersten Mal schwanger wurde. Ich saß mit meiner Freundin, die bereits eine kleine Tochter hatte auf einem Spielplatz im hippen Berlin Prenzlauer Berg. Seit meine Freundin Mutter war, waren unsere Mädels-Abende selten geworden und ich dachte, wir könnten uns nun einen schönen Quatsch-Nachmittag machen, während das Kind im Sand buddelt.
Ich fing gerade an vom neusten Büro-Klatsch zu erzählen, da sprang meine Freundin auf und sagte: „Clara, geh da vom Gebüsch weg. Da ist es dreckig.“ Dann setzte sie sich wieder. Ich erzählte weiter. Bis meine Freundin aufsprang und rief: „Clara, Vorsicht, das Holz ist nass. Nicht, dass Du beim Balancieren abrutschst.“  Ich war irritiert, setze meine Geschichte aber fort. „Süße, geh nicht zu nah an die Schaukeln, da sind andere Kinder drauf, die Dich treffen könnten.“ Ich merkte, dass ich meiner Freundin auch erzählen könnte, ich sei gerade von einer Nordpol-Expedition zurück gekehrt – sie hatte eh nur Augen und Ohren für ihr Kind. Die Rutsche war zu nass, das Klettergerüst zu hoch, die anderen Kinder zu wild. Nach einer Stunde verabschiedete ich mich und schnaubte wütend an der nächsten Ecke: „So werde ich nie als Mutter sein.“
Ach ja, ich war die perfekte Mutter – bis ich selbst Kinder bekam.
Denn als meine Tochter dann im selben Alter war wie Clara damals, konnte ich meine Freundin plötzlich ziemlich gut verstehen. Wir Mütter haben unsere Antennen nonstop aufgestellt. Wo könnte dem Kind was passieren? Geht es ihm gut? Ist ihm kalt oder zu warm? Hunger? Durst? Müde?
Und trotzdem ist mir diese Spielplatz-Szene mit Clara niemals aus dem Kopf gegangen. Ich habe mich von Beginn meiner Mutterschaft gezwungen, meinen Kindern etwas zuzutrauen. Wenn die Rutsche nass ist, spürt das Kind das recht schnell selbst. Wenn es beim Klettern an seine Grenzen kommt, wird es mich rufen. Wenn es Hunger hat, wird es sich melden. Das Gute: Immer, wenn ich versucht war, in das Übermutter-Schema zu rutschen, rückte mir mein Mann den Kopf zurecht. Väter sind generell einfach lässiger mit Herausforderungen. Er sagte oft zu mir: „Sie kann das allein“, wenn ich schon aufspringen wollte, um zu helfen.
„Ich kann das schon alleine“– ein Satz, den jede Mutter toll findet  – und zugleich erschreckend. Denn es fordert uns persönlich heraus. Wieviel trauen wir unserem Kind wirklich zu? Ich bin überzeugt, dass ein Großteil der Eltern folgende Sätze viel häufiger sagen sollte:
1. Du kannst das!
2. Versuch es gleich noch mal!
3. Trau Dich!
Doch bei allem Zutrauen – natürlich müssen wir ständig abwägen, wo wir uns fahrlässig verhalten. Wann ist das Kind vielleicht übermütig und will zu schnell zu hoch hinaus? Wann müssen wir die Hand hinhalten? Und wann können wir tatsächlich mal entspannt auf einer Bank sitzen und einfach nur zuschauen?
Wie immer ist es wohl das berühmte Bauchgefühl, auf dass es ankommt. Ihr kennt Euer Kind am besten. Ist es ein kleiner Draufgänger, der mit dem Kopf durch die Wand will und nur ungern nach Hilfe fragt?
Oder ist es ein schüchternes Pflänzchen, das viel Ermutigung braucht und Zuspruch?
Ich bin nun seit fast sechs Jahren Mutter und meilenweit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber ich glaube daran, dass Kinder Erfolgserlebnisse brauchen, um stark und selbstbewusst zu werden. Dass Ermutigung immer der bessere Weg ist.
Manchmal ist es schwer für uns Mütter auszuhalten, wenn Kinder Dinge plötzlich alleine können. Denn das heißt ja, dass sie groß werden. Eigenständig. Und uns vielleicht irgendwann nicht mehr brauchen.
Dann tut es vielleicht gut, eine andere Bezugsperson dazu zuholen – den Vater, die Patin, die Oma, und diese nach ihrere Einschätzung zu fragen. Oft ist ein Blick von außen heilsam und rückt unsere Bedenken wieder zurecht.
„Ich kann das schon alleine“ – ist eigentlich ein wunderbarer Ausspruch eines Kindes. Weil er zeigt, dass das Kind sich etwas zutraut, dass es ein Ziel hat und an sich glaubt. Was können wir uns Schöneres wünschen?
PS: Natürlich gibt es auch einen Moment, an dem ich „Ich kann das alleine“, so gar nicht gerne höre… Und zwar Montagmorgen, wenn wir eigentlich schon längst unterwegs sein müssten und das Söhnchen darauf besteht, sich in aller Ruhe die Schuhe alleine anzuziehen 🙂
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Diesen Text haben wir im Rahmen einer Kooperation mit der  Kindersicherheitsinitiative von AXA verfasst. Was die Initiative erreichen will, erklärt jetzt Anja Barghoorn, Sprecherin der AXA Kindersicherheitsinitiative: 
Ihr stellt den Satz „Ich kann das schon alleine!“ in den Mittelpunkt einer Kampagne. Warum?
Kannst Du zählen, wie häufig Du „Ich kann das schon alleine!“  von Deinen Kindern gehört hast? Es ist total toll, wenn Kinder ihre Eigenständigkeit entdecken. Aber im Alltag kann einen das auch ganz schön fordern, weil man entscheiden muss: Traue ich das meinem Kind zu? Was kann passieren? Ist das Risiko vertretbar?
Die meisten Eltern sind sich einig, dass es weder gut ist, sein Kind in Watte zu packen, noch das Gegenteil. Aber wie findet man das richtige Maß? In Interviews, die wir für unsere Studie, den AXA Kindersicherheitsreport, geführt haben, hat sich gezeigt, dass das echt ein Thema ist. Manche Eltern hat es regelrecht verunsichert. Deswegen widmen wir dem jetzt eine Kampagne. Weil wir uns wünschen, dass Eltern bewusst und selbstbewusst entscheiden. Wer kennt denn ein Kind schon besser als Mutter oder Vater? Wer seinen Nachwuchs im Alltag beobachtet, kann in der Regel auch gut einschätzen, was man ihm zutrauen kann ‒ mit gesundem Elternverstand sozusagen.
Und was macht man mit seinen Ängsten?
Gerade aus dem Sicherheitsgedanken heraus ist es wichtig, dass Kinder eigene Erfahrungen machen und lernen, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Die Eltern spannen das Sicherheitsnetz, aber das darf nicht so eng sein, dass Kinder sich darin nicht mehr frei bewegen können. Sie sollten ihre Grenzen austesten dürfen und dazu gehört auch, sich mal eine Schramme zu holen. Dafür gibt es Kinderpflaster mit Piraten und Prinzessinnen und die tröstenden Arme von Mama oder Papa. Es bringt nichts, die eigenen Ängste auf sein Kind zu übertragen. Manchmal ist es besser, sie mit sich auszumachen und zu lernen, dem eigenen Kind zu vertrauen.
Ihr beschäftigt Euch täglich mit Kindersicherheitsthemen, Kinderunfällen und Gefahren. Beeinflusst Euch das?
Ja, klar, aber positiv. Man ist den Gefahren ja nicht einfach ausgeliefert. Ganz im Gegenteil: ein Großteil der Kinderunfälle ist vermeidbar. Man schätzt sogar bis zu 60 Prozent. Und es braucht manchmal nicht viel, um Unfälle zu verhindern. Sensibilisiert zu sein, reicht oft schon aus.
Mit der AXA Kindersicherheitsinitiative wollen wir genau das erreichen: Eltern für Gefahren im Alltag sensibilisieren, damit sie bewusst entscheiden können, wie sie ihnen begegnen. Ich weiß zum Beispiel, dass in unserem Garten ein paar Pflanzen wachsen, die meine Töchter nicht essen sollten, aber sie sind auch nicht so giftig, dass sie beim ersten Blatt oder bei der ersten Beere gleich umfallen würden. Das Risiko kann ich vertreten. Unsere Putzmittel stehen aber in einer verschlossenen Kammer und nicht unter der Spüle. Denn kindersichere Verschlüsse halten nicht das, was ihr Name verspricht, und Unfälle mit Reinigungsmitteln können wirklich übel ausgehen. 
Ihr sagt, Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Andererseits soll man ihnen was zutrauen. Wie passt das zusammen?
Kinder können oft mehr schaffen als man denkt. Und es ist wichtig, dass sie den Freiraum bekommen, sich auszutesten. Aber trotzdem bleiben sie Kinder und sie haben nicht dieselben Fähigkeiten wie wir Erwachsene. Erkennen Deine Kinder zum Beispiel, von wo Du rufst, wenn sie Dich nicht sehen?
Kinder sehen und hören die Welt anders als wir. Hören, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, ein Hupen aus dem Wust an Geräuschen auf der Straße herausfiltern oder erkennen, wie schnell sich ein Auto auf sie zubewegt ‒ das sind Beispiele für Fähigkeiten, die Kinder erst entwickeln müssen. Wenn man das weiß, versteht man auch, warum sie erst gegen Ende der Grundschulzeit alleine mit dem Rad auf die Straße sollen. Und genauso haben sie zwar früh ein Bauchgefühl, aber echte Risikokompetenz entwickeln sie erst später.
Alle Infos zu der Initiative und viele spannende Texte gibt es HIER. Es lohnt sich!!!
 
               
Kooperation mit AXA: Warum Vertrauen so wichtig und Loslassen so schwer ist | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kooperation-schafft-ihr-es-noch-gemeinsam-zu-fruehstuecken-der-groupon-familienguide-gibt-tipps
        Ihr Lieben, als wir neulich im Zuge unseres Relaunches (bald, bald – sehr bald, wird diese Seite etwas erwachsener werden, wir sind in den letzten Zügen) fragten, was Ihr Euch wünschen würdet, da schrieben einige, dass sie gern auch mehr über ältere Kinder lesen würden.
Deswegen haben wir zugesagt, als Groupon uns fragte, ob wir nicht ihren Familienzeit-Guide vorstellen können. In dem Guide geht es um Tipps für Alltag und Freizeit mit Kindern zwischen zehn und 16 Jahren.  Und das ist auch schon die Krux, denn welches Kind hat in diesem Alter noch Lust auf einen sonntäglichen Spaziergang mit Mama und Papa? Tja.
Der Freundeskreis wird spannender. Das Handy. Man kann es sich denken… Groupon wollte also wissen, wie Familien mit dieser Herausforderung umgehen und hat 1200 Eltern befragt – dazu, wie sie ihre Zeit einteilen, wie sie sich organisieren, welche Rituale sie haben. Aus diesen Ergebnissen entstand dann der Familienguide – entwickelt zusammen mit dem Familienforscher Bernhard Heinzlmaier.
Die Studie bestätigt: Je älter die Kinder werden, desto knapper, teurer und schlechter planbar wird die Familienzeit. Weil die Kids sich vom Elternhaus ablösen wollen oder auch weil die Eltern ihnen in der wenigen gemeinsamen Zeit gern etwas ganz Besonderes bieten wollen. Was die Studie noch hervorbrachte?  Wir haben einmal einige spannende Erkenntnisse rausgesucht und persönlich- ehrlich kommentiert:
Je größer der Stress im Alltag, desto größer der Druck, die Familienzeit optimal zu nutzen. Das sagte mehr als die Hälfte der Befragten.
Könnt Ihr das nachempfinden? Noch sehe ich meine Kinder so oft, dass ich mich nicht wirklich reinfühlen kann. Aber wenn ich mir anschaue, wie der Papa am Wochenende drauf ist, der die Kinder in der Woche weniger sieht… Doch, er hat schon immer Lust, auch etwas zu unternehmen und nicht nur zu Hause rumzusitzen. Wir waren allein an den letzten Wochenende auf einem Bauernhof mit Pferden und Kutschfahrt, im Panorama-Park und verreist zu den Schwiegereltern…
Weniger als ein Drittel der Befragten pflegt feste Rituale für die Familienzeit. Viele nehmen zum Beispiel das Frühstück nicht gemeinsam ein.
Tja, also wenn ich ehrlich bin… wir sind relativ wenig ritualisierte Menschen, das waren wir auch schon vor den Kindern. In der Woche schaffen wir es tatsächlich oft nicht gemeinsam zu frühstücken. Da isst die Tochter schon, während ich den Söhnen beim Anziehen helfe. Am Wochenende kommt es aber schon mal vor, dass wir gemeinsam frühstücken… würden die Kids nicht dauernd aufstehen und schon mal spielen MÜSSEN 😉
Die Unternehmungen werden mit zunehmendem Alter der Kinder teurer. 69% der Eltern mit Kindern zwischen 10 und 16 Jahren bestätigten, dass gemeinsame Unternehmungen mit zunehmendem Alter der Kinder teurer werden und 42% finden, dass auch das Angebot an Aktivitäten weniger wird.
Nun, ich finde auch den Zoo schon unheimlich teuer, da werden wir mit fünf Personen locker 80 Euro los. Aber es stimmt schon. Neulich haben wir uns mal überlegt, in einen Klettergarten zu fahren – und haben es dann gelassen, weil die Preise astronomisch waren. Vielleicht sollten wir unseren Kindern das Angeln schmackhaft machen? Wäre günstiger… aber Spaß beiseite. Ich kann mir schon vorstellen, dass es eher teurer wird.
Eltern fällt es oft schwerer als ihren Kindern, das Smartphone vom Küchentisch zu verbannen.
Ah, jetzt fühle ich mich ertappt. Ich finde das ja selbst schlimm. Und ich lege das doofe Ding ab heute immer ins Nebenzimmer. Aber zum Nachtisch einmal kurz draufschauen… wenn die Kids eh schon aufstehen… das Essen ist als Eltern ja schließlich oft die erste (oder einzige) Gelegenheit am Tag, mal kurz zu sitzen…
Zum Schluss: Die Einführung einer digitalen Etikette ist übrigens auch einer von vielen Tipps von Eltern für Eltern im Groupon Familienzeit-Guide. Und kostenlos ist er auch. Nur so als Hinweis zum Ende 😉
Wie sieht es bei Euch aus? Wie verbringt Ihr Eure Familienzeit am liebsten? Und klappt das dann auch?

Transparenzbalken: Für diesen Beitrag haben wir ein Honorar erhalten.
               
Kooperation: Schafft Ihr es noch, gemeinsam zu frühstücken? Der Groupon-Familienguide gibt Tipps | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kranke-kinder-und-job-wie-macht-ihr-das
        Claudia aus Leizig hat zwei Kinder – von denen irgendwie in letzter Zeit immer eins krank war. Schlimm für die Kids, schlimm für Mama – und auch doof für den Chef. Kennt Ihr Ihre Gedanken und könnt ihr Mut machen? 
"Es ist kurz nach 6.00 Uhr und das große Kind (6 Jahre) jault im Kinderzimmer auf. Völlig verbimmelt springe ich aus dem Bett und eile hin. Ein Wort kann tatsächlich auslösen, dass ich mich hinsetzen und weinen möchte. Ohrenschmerzen. Das allein ist zwar für das Kind nicht schön, aber dem voraus ging bei uns im Juni: eine Woche Bindehautentzündung beim kleinen Kind (5 Jahre), danach eine Woche Magen-Darm-Infekt beim großen Kind, zwei Wochen Virus-Infekt bei der Mama, plötzliches Fieber und Schüttelfrost beim Papa und dann diese OHRENSCHMERZEN.
Ich gebe zu, mein erster Gedanke war nicht, mein armes Kind, sondern, wie bringe ich meinem Chef bloß bei, dass ich schon wieder nicht anwesend sein werde und mit diesem traurigen, betreuungsintensiven Kind auch kein Home Office drin ist. Der pure Stress bricht da aus.
Ich arbeite schon Teilzeit, um sowohl für Familie als auch eigene Projekte genug Zeit zu haben, aber wenn man es selbst für 10 Stunden in der Woche nicht schafft, zuverlässig verfügbar zu sein, ist das mehr als ernüchternd. Ich frage mich immer häufiger, ob ich nicht lieber „nur“ Hausfrau sein sollte, um mich nicht so zerteilen zu müssen. Um diesem permanenten schlechten Gewissen ausweichen zu können. Die Arbeit daheim ist ja nicht weniger, jede Frau weiß das. Vielleicht ist nur die Zerrissenheit kleiner.
Mein Mann hilft, wo er kann. Aber in seinem Job sind die Arbeitszeiten eher kundenfreundlich, als familienfreundlich.
Wie machen andere Mütter das? Also nicht nur ganz praktisch gesehen, sondern gewissensmäßig? Seid Ihr da entspannter? "
               
Kranke Kinder und Job - wie macht Ihr das? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/krankheit-versetzung-geburt-alles-zu-viel-mein-mama-akku-ist-grad-einfach-leer
        Ihr Lieben, ihr kennt das, in manchen Zeiten ist einfach der Wurm drin. Für Sabrina liegt gerade ein solches Jahr hinter ihr. Sie fühlt sich so müde. Gerade als sie denkt, dass nun alles normaler und entspannter werden könnte, steht schon wieder eine Versetzung ihres Mannes an. Diese Unstetigkeit während man fürs Kind stetig da sein muss… das kann auf Dauer schon schlauchen. Gerade, wenn man eh schon so viel duch hat, wie unsere Leserin… 
Liebe Sabrina, dein Mann ist Soldat – was genau bedeutet das für euer Familienleben generell?
Als wir uns kennenlernten, warnte er mich. Er ist Marine-Soldat. Er fährt zur See, mit großer Leidenschaft. Es ist keine Planung möglich. Er ist nie da. Wollte sein Haus nicht für einen Umzug aufgeben.
Ich fand das perfekt. Ich war gern allein, aber genauso gern auch in der Weltgeschichte unterwegs. Doch immer loyal und treu. Für mich war das die perfekte Konstellation einer Beziehung. Anfangs bedeutete es: Keinen Nachwuchs. Und dann war ich doch unerwartet schwanger. Die Freude war riesig.
Für uns stand schnell fest, wir werden eine kleine Familie – Papa, Mama, Kind. Spontane romantische Hochzeit zu zweit vor der nächsten Seefahrt, die erst kurz vor der Geburt enden sollte. Aber generell sollte die Seefahrt noch einige Jahre andauern und erst später sollte ein Posten an Land angestrebt werden.
Und was bedeutet sein Job jetzt aktuell grad ganz konkret für euch?
Wir zwei Mädels sind von Sonntagabend bis Freitagnachmittag mit unseren Hunden in unserem Zuhause auf dem Land, während mein Mann 500 km entfernt in einer Großstadt arbeitet und eine kleine Wohnung hat. Planungssicherheit in den kommenden Jahren? Nein. Die gibt es nicht.
Wir wissen aktuell nur, welches Bundesland es wohl in gut zwei Jahren werden wird. Wir könnten hier alles aufgeben und mitziehen, aber wie oft? Wie oft soll unsere Tochter die Schule wechseln? Wir hatten gehofft, dass wir diesen Schritt zum Wechsel an die weiterführende Schule machen können, aber wohin? Welcher Stützpunkt wird es werden? Und wie lange?
Ihr führt also – mal wieder – eine Fernbeziehung jetzt? Wie fühlst du dich damit, wenn du an die nächsten drei Jahre denkst?
Wenn man nur die Beziehung zwischen meinem Mann und mir betrachtet, empfinde ich die Fernbeziehung eher als Gewinn. Für mich fühlt es sich ein bisschen wie unser Anfang an. Damals konnten wir, wenn er zur See fuhr, nur alle drei Wochen miteinander telefonieren, täglich eine Mail versenden, wenn überhaupt.
Jetzt sitzen wir an den Wochenenden lange zusammen, besprechen Dinge, tauschen Banalitäten der Woche aus, schmieden Pläne. Wir telefonieren nicht täglich, schicken uns aber jeden Morgen und Abend einen Kussmund zu. Gibt es wichtige Dinge zu besprechen, die nicht bis zum Wochenende warten können, nehmen wir uns die Zeit am Telefon.
Unsere Tochter ruft ihren Papa an, wenn sie es möchte. Ich fordere sie nicht auf. Manchmal plaudern die beiden Ewigkeiten, an anderen Tagen werfen sie sich nur Doppelküsse durchs Telefon und an manchmal möchte sie lieber lesen statt zu telefonieren.
Neben der alleinigen Alltags-Organisation – fehlt dir auch die Körperlichkeit, das Nahsein?
Wenn mein Mann früher von Seefahrten nach Hause kam, wurden sämtliche körperliche Verzichte der vergangenen Wochen oder Monate sofort nachgeholt. Heute ist das anders. Da brauche ich am Freitagnachmittag erstmal eine ganz lange Umarmung, einen Kuss auf die Stirn. Ich denke, da unterscheiden wir uns kaum von anderen Paaren, die viele Jahre zusammen sind und im Hintergrund Kinder haben.
Dein Mann erkrankte dann im Jahr der Geburt recht schlimm… was war los und wie ging es dir damit?
Ja, wir haben 2010 als miesestes Jahr unseres Lebens auserkoren. Ich war zuvor von der Großstadt zu ihm in die Provinz gezogen. Habe meinen guten Konzernjob gegen eine Minifirma getauscht.
Im Spätsommer legte sein Schiff ab. Kurz zuvor erfuhren wir, dass wir Mädchen-Eltern werden. Zwei Wochen vor dem Geburtstermin sollte es wieder einlaufen. Ich hatte nie Angst, dass das schief gehen würde. Im Gegenteil.
Wochenlang überlegt ich, was ich wohl anziehen könnte, damit der Babybauch gut zur Geltung kommen würde. Überlegte, wie ich ihm per Mail meine Gefühle zu diesem kleinen Mädchen in meinem Bauch erklären kann.
Seine Mails wurden irgendwann kurz angebunden. Er erzählte von Bauchschmerzen, Sättigkeitsgefühl, Übelkeit. Klar gab es ein Arzt an Bord. Und dann kam der Anruf aus dem Ausland…
„Dein Mann ist im Krankenhaus. Er wurde sediert und abtransportiert. Man weiß noch nichts.“ Absolute Ohnmacht. Da dachte ich, ich halte es nicht aus. Aber das war noch nichts gegen das, was noch auf uns wartete.
Zwei Tage später wurde er nach Deutschland eingeflogen. Nachts. Die Untersuchungen ergaben einen Blinddarmdurchbruch. Aber nicht frisch. Nein. Es war Tage her. Not-Operationen. Aufatmen. Die nächste Not-OP. Aufatmen. Wieder eine Not-Operation. Aufatmen… Und so ging es weiter.
Er wurde ins Koma versetzt und ich saß da. Im 8. Monat schwanger. Hilflos und voller Angst, was das Leben da gerade mit mir macht. Viele Wochen bangte ich um sein Leben. Habe im Schwesternwohnheim des Krankenhauses übernachtet, da ich mir die Zugfahrten raus aufs Land nicht mehr zutraute und Angst hatte, nicht rechtszeitig bei ihm sein zu können, wenn es notwendig war.
Meine Schwangerschaft rückte nach hinten. Alles drehte sich um Infusionen, Därme, Vormundschaften, Lungenembolie, künstliche Möglichkeiten seinen Körper zu stabilisieren. Er war nur noch ein Bündel Elend. Körperlich, seelisch. Und mir ging es nicht besser.
Um die Zeit des Geburtstermines ging es ihm erstaunlich gut. Zumindest für seine Verhältnisse. Er hatte 50 kg in kurzer Zeit verloren (er ist fast 2m groß, kam mit 120kg in die Klinik, drei Monate später hatte er nur noch 73kg) konnte sich nicht aufrecht halten, hatte einen künstlichen Darmausgang, aber er war anwesend.
Zwei Tage nach Stichtag ließ ich die Geburt einleiten. Ich wünschte mir so sehr, dass er die Geburt miterlebte. Ich wollte, dass er für das, was er da sah, weiter kämpfte. Unsere Tochter wurde geboren.
Notkaiserschnitt. Warum auch immer. Ich kann mich nicht erinnern. Ich kann mich an fast gar nichts erinnern. Nur an die dünnen, blassen Hände meines Mannes. Die Wochen nach der Geburt? Keine Ahnung. Ich weiß fast nichts mehr.
Sie war perfekt. So unglaublich perfekt. Doch sie weinte. Immerzu. Ich legte sie schlafend in die Arme meines Mannes. Er konnte sie immer nur kurz halten. Ständig wurde sie weggelegt. Mein Mann brauchte ja Hilfe.
So ging es über Wochen, Monate. Ein kaputter Mann, ein ständig weinendes Baby. Ich konnte nicht schlafen. Ich konnte nicht stillen. Da war nichts. Die Hebamme meinte, das ist nicht schlimm. Doch, das war schlimm!
Dieses kleine Wesen hatte doch schon keine normale Geburt, keine 100 %-ige Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Keinen starken Papa. Eine schwache Mama. Lief ich mit ihr durch unser Haus, um sie in den Schlaf zu wiegen, liefen mir die Tränen stumm im Gesicht herunter. Vor Liebe, vor Kummer, vor Selbstmitleid.
Dann kam der Nachmittag, an dem er sagte, dass er so nicht leben will. Mit diesem künstlichen Ausgang, mit dieser Schwäche. Ich habe meinen Mann einweisen lassen. Wieder eine Operation. Doch dieses Mal mit dem Wissen, dass es schief gehen kann. Ja, ich habe das Leben meines Mannes riskiert. Aber für sein Leben. Es ging gut. Warum auch nicht?
Wir waren doch eigentlich frisch verheiratet, verliebt, plötzlich Eltern. Nach einem guten Jahr Krankenhaus, Reha, Geburt, Medikamente, Zusammenbrüche und so vielen Menschen, die für uns da waren, ging es bergauf.
Was für ein Auf und Ab. Du warst damals auch noch frisch von der Großstadt in die Provinz gezogen – und hast es bis heute schwer damit, stimmt´s? Was genau macht das Leben dort schwer und was vermisst du aus der Stadt?
Bist du nicht im Schützenverein, hast du verloren. Und ich bin nicht im Schützenverein. Auch nicht bei der freiwilligen Feuerwehr. Somit wirst du nicht integriert. Du bist immer die Zugezogene.
Die Zugezogene, die manchmal zu offen ihre Meinung vertritt, deren Mann ja nur am Wochenende da ist, die bestimmt eine Affäre hat. Ja, ich vermisse die Anonymität der Stadt oder die Möglichkeit, eine Schule für unsere Tochter wählen zu können.
Nun hast du im Januar einen tollen neuen Job gefunden, in dem du sich sehr engagierst. Jetzt bricht dir eine weitere Versetzung deines Mannes grad das Rückgrat…
Genau, im Januar habe ich in einen neuen Job gewechselt. Abwerbung in ein Start Up. Ich arbeite sehr gern. 30 Stunden die Woche. Eine 8-Jährige und zwei Hunde bilden das Nachmittagsprogramm. Die Versetzung meines Mannes kam zu April. 500 km Entfernung für drei Jahre. Ich schaff das schon. Klar. Ich schaffe sonst auch alles.
Du hattest gedacht, du schaffst das schon. Jetzt hat sich die Realität eingeholt. Wie genau geht es dir jetzt gerade?
Leider muss ich mir momentan eingestehen: Ich schaffe gerade gar nichts. Mich überfordert das, was neben dem Alltag kommt. Ein Kieferorthopäde, der mir vormittags einen Termin für ein Schulkind anbietet. 72km Fahrerei zwischen Wohnort, Arzt, Wohnort, Arbeit, Wohnort. Ja, keinen Urlaubstag nehmen.
Was ist, wenn man den für einen Notfall braucht, denn jetzt muss ich den Notfall alleine regeln. 500 km sind zu viel für den Notfall.
Ein Handballspiel der 8-Jährigen am Sonntagmorgen und dann darf sie nicht mal aufs Feld. Ein Tierarzt, der plötzlich keine Kleintiere mehr behandelt. WhatsApp-Gruppen, in denen permanent Unnützes geäußert wird.
Lehrkräfte einer Grundschule, die nicht kommunizieren wollen oder können und so eingefahren sind. Die Blicke der Dorfprominenz beim Einkauf. Entscheiden, welche Tapete gekauft werden soll oder was die Familie sich Weihnachten auf den Tellern wünscht. Plötzlich stehe ich da und weine…
Wie geht es deinem Mann damit?
Mein Mann konnte es anfangs nicht deuten. Er fühlte sich wohl hilflos. Seine Frau, ich, funktionierte einfach nicht mehr. Ich bin müde vom Alltag. Nein, irgendwie auch nicht. Müde vom Alltag, den ich irgendwie alleine wuppen muss.
Kann mich kaum entscheiden, ob ich nur Sofa und Kuscheldecke möchte oder ein Treffen mit meinen Mädels aus der großen Stadt. Auszeit. Kurz mal Urlaub von den Verpflichtungen, von den WhatsApp Gruppen, von den Blicken, von der Dorfschule, vom Job.
Nur noch ein paar Tage durchhalten. Dann ist 2020.
Was wünschst du dir fürs nächste Jahr?
Es wird eine Auszeit kommen. Das weiß ich. Das hoffe ich.
 
Foto: pixabay
               
Krankheit, Versetzung, Geburt: Alles zu viel! Mein Mama-Akku ist grad einfach leer | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kuckuckskind-mein-leiblicher-vater-weiss-nichts-von-mir
       
Liebe Karo, es gibt eine Geschichte zu deinem Lebensbeginn, die unser Mutterherz zusammenziehen lässt, denn dir wurde irgendwann erzählt, deine Mutter habe nach deiner Geburt vier Stunden lang geweint, weil du angeblich „das hässlichste Baby“ bist. Wer hat dir das erzählt, wie hast du darauf reagiert?



Tja, so genau weiß ich das nicht mehr, wer mir das gesagt hat. Das ist zu lange her. An was ich mich aber erinnern kann, ist das Gefühl, das ich nach diesem Ausspruch hatte. Ich war wie betäubt. Kein Kind will als hässlich gelten und die eigene Mutter zum Weinen bringen….



Kannst du dir erklären, was da bei einer Mutter los gewesen sein könnte?



Mittlerweile bin ich 38 und selbst Mutter von zwei Kindern. Bei jeder Geburt sahen meine Kinder aus wie mein Mann, deswegen weiß ich, warum sie geweint hat…



Wie meinst du das?



Ich war ein Kuckuckskind – und weiß bis heute nicht genau, wer mein Vater ist. Ich glaube also, dass sie bei meinem Anblick an meinen Erzeuger denken musste…



Meine Mutter hatte nie ein glückliches Händchen, wenn es um Männer ging. Sie erzählte mir mal, dass sie selbst bei 50:50-Entscheidungen stets die falsche Wahl treffen würde.



Ich wuchs bei meiner Mutter und meinem Stiefvater auf. Mein Stiefvater kann charmant sein, wenn er möchte. Aber er hatte auch ein Alkoholproblem und war gewalttätig. Ich vermute, dass meine Mama Angst hatte, dass er merkt, dass ich nicht sein Kind bin. Die Angst war unbegründet, denn er hält bis heute daran fest, dass ich seine Tochter bin.



Seit wann bist du denn sicher, dass du ein Kuckuckskind bist – dass dein vermeintlicher Vater gar nicht dein Erzeuger ist?



Das Ganze ist rausgekommen, als ich 20 war und das erste Mal Blut gespendet habe. Meine Mutter hatte B und mein Stiefvater 0. Ich habe AB. Geahnt hatte ich aber schon länger etwas, weil ich meinen Impfausweis gefunden hatte und dort noch der Familienname des Exmannes meiner Mutter stand. Ich wusste relativ früh, dass mein Stiefvater mich wohl adoptiert hat.



Als ich meinen Verdacht äußerte, wurde mir erklärt, dass dies damals so war bzw. dem Ganzen ein Übersetzungsfehler vorausging. Meine Mutter war kurz vor dem Kalten Krieg als Parteilose aus dem kommunistischen Polen geflohen.



Wie hast du reagiert, als du dann Gewissheit hattest?



Die Gewissheit war eine Erleichterung, dass ich mir das alles nicht eingebildet hatte. Ich war ganz ruhig und habe meine Mutter alles erzählen lassen. Endlich hatte ich für Vieles eine Erklärung. Meine beiden Schwestern sind beide dunkel mit braunen Augen, meine Mama auch. Meine Nichten, mein Großvater – alle hatten dunkle Augen. Mein Stiefvater hat graue und meine sind blau.



Als Kind hab ich mich oft gefragt, ob ich vertauscht worden bin. Die Erklärung mit einem anderen biologischen Erzeuger war einleuchtender und erklärte auch die Tränen-Geschichte bei der Geburt.



Hat deine Mutter dir gesagt, wer dein Erzeuger ist?



Ich denke, ich habe leider damals die falschen Fragen gestellt. Ich wollte wissen, wie er war und nicht, wer er ist. Ich kenne bis heute nur seinen Vornamen, seinen Beruf, wo er ungefähr gearbeitet hat, dass er einen Sohn hat, aber leider nicht, wie er mit Nachnamen heißt.



Nach dem Tod meiner Mutter war ich bei ihrer besten Freundin, aber sie hatte meiner Mutter geschworen, es nicht zu verraten. Ich habe jahrelang nach ihm gesucht, mittlerweile lasse ich es. Er weiß nichts von mir und ich will sein Leben auch nicht durcheinanderbringen.



Konnten dir deine Schwestern bei der Suche helfen?



Meine jüngere Schwester weiß gar nichts. Meine ältere Schwester hat Erinnerungen an einen Mann, der mein Vater sein könnte. Sie sagt, wenn ich lache, sehe ich aus wie er. Sie hat mir alles erzählt, woran sie sich erinnern kann und hat mir auch beim Suchen geholfen, aber an seinen Nachnamen kann sie sich nicht erinnern.



Mittlerweile habe ich den Personenkreis ziemlich eingrenzen können und bin mir fast sicher, dass er es ist. Aber wie gesagt, ich will ihn gar nicht mehr kontaktieren. Ich bin auch ein verdammter Angsthase und habe Sorge, dass er nichts von mir wissen will.



Woher kommt diese Angst?



Ich habe einfach Angst, zurückgewiesen zu werden. Ich rede mir ein, dass ich stark genug wäre, damit umzugehen. Aber ich zweifle sehr oft daran.



Was denkst du heute über deine Mutter?



Sie war eine gute Frau, sie hat sich in den 70er Jahren scheiden lassen, das war absolut nicht üblich damals und erforderte viel Mut. Allerdings kann ich nicht verstehen, warum sie meinen Stiefvater nicht verlassen hat. Er war nie ein guter Vater, auch nicht zu seinen leiblichen Töchtern. Ich glaube, meine Mutter hatte es allen in allem nicht leicht…



Und was hast du dir im Umgang mit deinen Kindern am meisten vorgenommen?



Meine Kinder sollten den besten Vater der Welt haben, jemanden, der für sie immer da ist und auch ihr bester Freund ist. Mit ihnen spielt und ihnen zuhört. Das habe ich geschafft. Wir sind immer füreinander da. Unsere beiden Kinder stehen immer an erster Stelle für uns beide, das war mir immer sehr wichtig.
               
Kuckuckskind: „Mein leiblicher Vater weiß nichts von mir...“ |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kurz-nach-der-hochzeit-hatte-mein-mann-eine-affaere-wie-wir-unsere-ehe-gerettet-haben
       
Ihr Lieben, vor ein paar Tagen haben wir über unsere Facebook-Seite gefragt, wer durch eine Paartherapie einen echten Neustart geschafft hat und uns davon erzählen würde. Wir haben soooo viele Mails erhalten, einige Geschichten werden wir Euch hier nach und nach erzählen. Den Anfang macht Anna – vielen Dank für dein Vertrauen und den Mut, Euren Weg mit uns zu teilen!



Liebe Anna, Du hast im Jahr 2016 deinen Mann geheiratet und hattest bereits ein Kind mit ihm. Wie würdest du zu diesem Zeitpunkt eure Beziehung beschreiben?



Genau, wir haben 2016 standesamtlich geheiratet, damals war unser Sohn gerade sieben Wochen alt. Im Jahr darauf folgte dann die kirchliche Hochzeit mit großer Feier. Die Hochzeit war toll und ich war sehr glücklich, auch wenn das härteste Jahr unseres Lebens hinter uns lag – unser Sohn war das, was man als „Schreikind“ bezeichnet und hat insbesondere mich an die Grenzen meiner Belastbarkeit und darüber hinaus gebracht.



Zeitgleich sind wir von einem Bundesland in ein anderes umgezogen, haben ein Haus saniert und derweil sechs Monate aus zehn Umzugskartons in einer Ferienwohnung gewohnt, bis das Haus fertig war. Parallel habe ich noch versucht mich selbstständig zu machen…



Wir waren zum Zeitpunkt unserer Hochzeit bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen, hatten Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt und gemeistert, aber ich würde sagen, bis dahin nichts außergewöhnliches. Und mein Mann war in diesem ersten Jahr mit Kind und auch davor immer mein Anker, der sprichwörtliche Fels in der Brandung – ich hab immer gedacht: Solange er an meiner Seite ist, kann mir nichts passieren.



Dann ging es zur gemeinsamen Elternzeit ins Ausland. Da hast du herausgefunden, dass dein Mann eine Affäre hat. Wie hast du es rausgefunden?



Die Hochzeit war im Frühling 2017, im November 2018 gingen wir für vier Wochen nach Neuseeland, gemeinsame Elternzeit „genießen“, im April 2018 war unser zweiter Sohn geboren. Noch auf dem Hinflug habe ich mir Gedanken darüber gemacht, dass die Zärtlichkeiten zwischen uns merklich abgenommen hatten und hatte das auch im Vorfeld schon ein paar Mal angesprochen, er hat es aber immer abgeblockt bzw. verleugnet.



Vor Ort wurde es dann immer merkwürdiger und ich hatte das Gefühl, er geht mir regelrecht aus dem Weg. Zwei Tage nach unserer Ankunft ließ mir das keine Ruhe mehr, nachts um 2 weckte ich ihn und bat ihn, mit mir aufzustehen. Die Kinder schliefen im Elternbett und wir gingen in das Kinderzimmer der Ferienwohnung, wo ich ihn mit meinen Beobachtungen konfrontierte. Ich fragte ihn, ob er mich noch lieben würde und er sagte, er wisse es nicht.



Erst auf eine weitere Nachfrage hin gestand er mir die Affäre. Seitdem weiß ich, was es mit diesem Sprichwort auf sich hat: Den Boden unter den Füßen verlieren. Ich fühlte mich tatsächlich wie im freien Fall, nahm kaum noch wahr, was er sagte -nämlich, dass er mich auf keinen Fall verlassen wolle, er hätte die andere Frau schon seit einem halben Jahr nicht mehr getroffen usw.



Im Nachhinein kann ich ganz klar sagen, er wollte, dass ich es herausfinde, war zu feige, es von sich aus zu sagen.



Die Affäre begann kurz nach Eurer Hochzeit und dauerte über die Schwangerschaft und Geburt Deines zweiten Kindes an, war das dann besonders schmerzhaft für Dich?



Ja, das herauszufinden, war hart. Tatsächlich lernte er die Frau wenige Monate nach unserer Hochzeit kennen und für mich waren damit viele Erinnerungen vergiftet – auch die Geburt unseres zweiten Kindes. Immer wieder habe ich mich gefragt, in welchen für mich wichtigen Situationen er wohl mit den Gedanken bei seiner Affäre war. Das ist letztendlich aber nur Folter und ändert für niemanden etwas.



Fast noch schmerzhafter als die Affäre war für mich aber die Erkenntnis, dass er sich seiner Liebe zu mir nicht mehr sicher war. Mir war klar, dass wir eine Zeit hinter uns hatten, die für uns als Paar nicht gerade wohltuend war, aber mit sowas hatte ich in keinster Weise gerechnet.



Hast du an Trennung gedacht oder war euch schnell klar, dass ihr kämpfen wollt?



Ich hab natürlich über Trennung nachgedacht, während er ja immer wiederholte, er wolle sich auf keinen Fall trennen. Aber ich wollte auch nicht die bemitleidenswerte Mutti sein, die nur wegen der Kinder nicht verlassen wird. Meine innere Stimme Pro-Trennung war also nur mein Stolz und vielleicht ein bisschen ein Gefühl von „man muss sich trennen, wenn einer eine Affäre hat“.



Dagegen sprach, dass sich an meiner Liebe zu ihm ja nichts geändert hatte und ich natürlich mir selbst aber vor allem auch den Kindern dieses Drama ersparen wollte. Ich war deshalb relativ schnell bereit, uns noch eine Chance zu geben.



Nach der Rückkehr habt Ihr eine Paartherapie gemacht. War das deine Voraussetzung, dass es nochmal was wird? Und gab es noch andere Voraussetzungen?



Genau, noch in dieser ersten Nacht habe ich angefangen, Paartherapeuten zu suchen und hab ihn auch gar nicht danach gefragt, was er davon hält. Zum Glück hat er das auch nie in Frage gestellt. Mir war klar, wenn das nicht nochmal passieren soll, muss sich etwas ändern und das werden wir alleine nur sehr schwer oder vielleicht auch gar nicht schaffen. Deshalb wollte ich die Therapie auch direkt nach unserer Rückkehr.



Eine weitere Voraussetzung – wenn man es so nennen kann – war für mich, dass er mir (zu gegebener Zeit) ehrlich sagt, ob er die Liebe zu mir wieder „gefunden“ hat oder nicht.



Welche Gründe hat dein Mann für die Affäre angegeben?



Wie schon beschrieben hatten wir eine sehr stressige Zeit hinter uns, in der in erster Linie unsere Beziehung als Paar auf der Strecke blieb. Er fühlte sich von mir nicht verstanden und zum Teil auch bevormundet, aber der Hauptgrund war wohl einfach die Gelegenheit. Wären wir zu dem Zeitpunkt in einer entspannteren Phase als Paar gewesen, hätte er die Gelegenheit einfach nicht erkannt oder verstreichen lassen, aber so war er empfänglich und was als harmloser Flirt begann, war plötzlich eine Affäre.



Was habt Ihr in der Therapie gelernt?



Wir haben gelernt besser zu kommunizieren – den anderen oder das, was er sagt, nicht sofort zu deuten, sondern erstmal anzunehmen und versuchen zu verstehen. Also vermutlich das, was man in den meisten Therapien lernt.



Gab es besonders schmerzhafte Momente in der Therapie?



Ich habe mich bewusst für eine Form der Paartherapie entschieden, die sich sehr wenig mit Vergangenem beschäftigt, sondern vor allem in die Zukunft blickt. Das Ziel war, uns Handwerkszeug in Form von Kommunikationsmodellen an die Hand zu geben, die uns helfen, künftige Konflikte als solche zu erkennen, auszutragen und zu lösen.



Natürlich kamen wir trotzdem nicht an einer „Bestandsaufnahme“ vorbei, aber die fiel eher kurz aus. Was mich dennoch getroffen hat: Mein Mann hat als Grund für seine Unzufriedenheit u.a. angegeben, dass er mich nur noch in der Mutterrolle gesehen hat und nicht mehr als (Ehe)Frau. Das fand ich sehr hart, denn das war genau, was ich nicht wollte und wo ich immer versucht habe gegenzusteuern.



Aber unser erstes Kind war so fordernd, dass es für mich kaum Gelegenheiten gab, die Mutterrolle abzulegen, auch wenn ich mich sehr danach gesehnt habe.



Was hast du über dich selbst dort gelernt?



Dass ich mich am Ende des Tages doch nur auf mich selbst verlassen kann. Ich hab früher oft nicht verstehen können, wenn jemand gesagt hat „ich habe nichts geahnt“. Hätte mich vor drei Jahren jemand gefragt, ob ich mal die betrogene Ehefrau sein würde, ich hätte meinen Arm darauf verwettet, dass das nicht passiert. Das hat mein Urvertrauen erschüttert und mich auch sehr an mir zweifeln lassen.



Wann war der Punkt, an dem du dachtest: Jetzt packen wir einen Neustart!



Die ersten Tage und Wochen waren natürlich hart – uns kam zu Gute, dass wir allein als Familie im Ausland waren und uns erstmal nur mit uns beschäftigen konnten. Deshalb wussten auch nur sehr wenige Menschen, was passiert ist. Auch als wir wieder in Deutschland waren, gab es viele Situationen, die das Gedankenkarussell angeschmissen haben. Immer wieder hat mich eine tiefe Traurigkeit gepackt und später auch Wut.



Aber insgesamt wurden diese Phasen weniger und kürzer und inzwischen – 1,5 Jahre nach besagter Elternzeit – führen wir eine erfüllte und glückliche Beziehung, das kann ich ganz klar so sagen. Es gab also nicht den einen, eindeutigen Wendepunkt, sondern es war ein langer und steiniger Weg.



Was habt ihr konkret verändert und wie geht es euch heute?



Zunächst mal haben wir unfassbar viel gesprochen. Es ist nicht so, als hätten wir uns vorher angeschwiegen, aber nachdem die Affäre auf dem Tisch war, haben wir plötzlich über ganz andere Dinge gesprochen und in der Paartherapie dann auch gelernt, wie das ohne Vorwürfe und möglichst wertfrei gelingen kann.Dann haben wir angefangen uns zu schreiben – das ging von mir aus, weil ich anfangs häufig das Gefühl hatte, mein Mann geht schon wieder zur Tagesordnung über, während ich noch gegen das Ertrinken kämpfe. Also habe ich ihm das alles aufgeschrieben, weil es mir einfach zu viel war für ein Gespräch.



Außerdem haben wir uns feste Zeiten vorgenommen, in denen wir uns nur mit uns beschäftigen. Dazu gehört eine Date-Night auswärts pro Monat (mein Mann ist beruflich sehr viel unterwegs, deshalb stellt uns monatlich z.T. schon vor Herausforderungen). Dazu gehört aber auch, dass wir uns jeden Tag die Zeit nehmen wollen, den anderen zu fragen, wie es ihm wirklich geht. Solche und andere Dinge, die nach Banalitäten klingen, für uns aber notwendig waren, damit wir nicht wieder im alten Trott landen und nur damit beschäftigt sind, das Leben rund um Kinder, Jobs, Haus und andere Hobbies oder Verpflichtungen zu organisieren.
               
Kurz nach der Hochzeit hatte mein Mann eine Affäre - wie wir unsere Ehe gerettet haben |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lasst-uns-ueber-geld-reden-wie-koennen-wir-frauen-uns-bloss-gut-absichern-fuer-spaeter
       
 Ihr Lieben, ich weiß nicht, wie das in euren Familien so war und ist, aber soweit ich das überblicken kann, reden wir hierzulande nicht wirklich über Geld. Fast so, als wäre es das letzte Tabu. Warum eigentlich?
Wir wissen doch nur zu gut, wie schwierig das mal für uns – besonders für uns als Frauen und Mütter, die kurz- oder langfristig aus dem Job ausscheiden oder die Erwerbsarbeitszeit reduzieren – werden kann.
Der Begriff Altersarmut mag uns jetzt noch fremd vorkommen, aber was, wenn wir unser Leben lang alles gegeben haben und dann am Ende mit leeren Händen dastehen?
Über Geld reden! Wie war das damals bei uns in der Familie?
Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke, wurde über Geld nicht viel geredet. Ich habe nie gewusst, was meine Eltern verdienen, ich weiß das bis heute nicht. Es hat mich auch nie wirklich interessiert. Und auch von Freunden und deren Eltern wusste ich das nicht. Es war einfach kein Thema.
Zeichnung: Stephan Andreae
Was ich mitbekommen habe, war, dass weder mein Vater noch meine Mutter jemals ungern zur Arbeit gingen. Nie hab ich sie mal stöhnen gehört, sie machten gern, was sie taten. Sie waren mir da ein wirklich tolles Vorbild, denn ich wusste: Ich möchte auch mal einen Job, der mich erfüllt und mit dem ich ohne großes Stöhnen auch ein Leben mit Kindern finanziert bekomme – wie meine Eltern eben.
Sorg für dich selbst! Der beste Tipp, den meine Mutter mir geben konnte
Meine Eltern waren keine Menschen, die mir permanent Tipps gaben, eher lebten sie mir einfach etwas vor, von dem ich viel für mich und mein Leben mitnehmen konnte. Trotzdem gibt es da diesen einen Satz, den meine Mutter vermutlich nicht einmal mehr erinnert, der mich aber bis heute prägt – und den ich auch meiner Tochter mit auf den Weg gegeben habe.
„Mach dich nicht abhängig. Leg dir immer ein bisschen Weglauf-Geld zur Seite, von dem nur du weißt.“
Weglauf-Geld! Ist das nicht ein schönes Wort?! Ob man mit dem Ersparten später doch den Familienurlaub bezahlt oder einen längeren Krankenhausaufenthalt kompensiert ist am Ende ja egal. Aber es macht frei, zu wissen, dass da immer ein bisschen Geld auf der hohen Kante liegt, mit dem man sich selbst oder seine Liebsten im Zweifel retten kann.
Die Mütter-Falle: Wie wir uns absichern können, wenn wir weniger verdienen
Nun begeben sich viele von uns als Mütter natürlich doch übergangsweise auch mal in Abhängigkeiten. Das lässt sich ja oft gar nicht vermeiden. Trotzdem kann man natürlich so vorsorgen, dass es nicht nur bei der Haushaltsführung oder der Kinderbetreuung gleichberechtigt zugeht – sondern auch finanziell! 
Im Schnitt verdienen Frauen nun einmal weniger als Männer. Das ist Fakt! Und sie gehen öfter und länger in Eltern- oder Teilzeit. Dadurch entstehen Lohnunterschiede, es gibt Lücken im Lebenslauf (also nicht im Sinne von Freizeitvergnügen, sondern im Sinne von bezahlter Arbeit) und so sammeln wir Frauen also weniger Rentenpunkte und stehen im Alter einfach nicht gut da.
Laut OECD (2019) liegt die Rente bei heutigen über 65-jährigen 46 Prozent niedriger als bei gleichaltrigen Männern. Das ist ECHT viel!
Drohende Altersarmut: Wie wir mit Union Investment dagegen steuern können
Und wenn ihr euch jetzt fragt, wann ihr euch zwischen Kinderhusten, Job und Haushalt im Vereinbarkeitskarussell nun auch noch Gedanken zu Anlage-Sparen, Fonds und Rentenmodellen machen sollt, dann können wir euch beruhigen.

Denn wir haben einfach mal im Sinne von uns ALLEN mal Expertin Kerstin Knoefel, Leiterin Vertriebs- & Vermarktungsmanagement von Union Investment gefragt, was wir – die wir im Alltag alles geben, damit es allen gutgeht – tun können, um für UNS und UNSER Alter vorzusorgen.
Eine Umfrage von Union Investment in privaten Haushalten ergab, dass trotz der schlechten Zinsen immer noch viele Frauen am klassischen Sparbuch festhalten. Welche guten Alternativen haben wir da?
Kerstin Knoefel: Tatsächlich ist es so, dass sich beinahe zwei Drittel der Frauen (63 Prozent) zwar über das gegenwärtige Zinsniveau ärgern. Andererseits zeigen sie aber nur wenig Bereitschaft überhaupt zu handeln. Wenn sie dann aktiv werden, bevorzugen sie eher risikoarme Anlagen.
Das Problem dabei ist nur, dass heutzutage, beim aktuellen Zinsumfeld Sicherheit zum Risiko geworden ist, da man unter dem Strich Geld verliert.
Unsere Befragungen haben ergeben, dass trotzdem allerdings nur 28 Prozent der Sparerinnen bereit wären, ihr Geld in etwas anderes als verzinsliche Anlagen wie Tages- oder Festgeld zu investieren. Und das, obwohl sie es eigentlich besser wissen. Denn drei Viertel aller Frauen (75 Prozent) wissen, dass man mit einem Fondssparplan bei regelmäßigen Einzahlungen die höchsten Erträge erzielt.
Damit sind wir auch schon bei den Alternativen: Denn Fondssparpläne bieten attraktive Ertragschancen und sind gleichzeitig bequem und flexibel. Insbesondere Sparerinnen, die noch keine Erfahrung mit Fonds besitzen, erleichtern sie mit kleineren Sparraten ab 25 Euro monatlich den Einstieg.
Ihre Forschungen ergaben auch, dass Frauen zu weniger Risiko in Geldanlagen neigen als Männer. Wie kann denn da ein guter Kompromiss gefunden werden?
Kerstin Knoefel: Wichtiger als ein Kompromiss ist es, eine Struktur für das Vermögen herzustellen, die Stabilität mit Renditeaussichten verbindet. Eine solche Struktur ist vergleichbar mit der Statik eines Hauses, das auf mehreren Säulen basiert.
Dazu gehören neben liquiden Geldern, also einem schnell verfügbaren ‚Notgroschen‘, auch Geldwerte (beispielsweise verzinsliche Wertpapiere), Substanzwerte (zum Beispiel Aktien) und Sachwerte wie Immobilien.
Im Ergebnis bedeutet dies für die Geldanlage: mehr Chancen auf Erträge gepaart mit Risiken, die überschaubar bleiben. Wie eine solche Vermögensstruktur konkret aussehen kann, hängt auch von den ganz eigenen Zielen und persönlichen Anforderungen ab.
Doch mit Produkten wie Investmentfonds lassen sich Chancen und Risiken selbst für vorsichtige Anlegerinnen gut in Einklang bringen.

In Geld- Dingen setzen Frauen eher auf Expertenwissen als Männer, sie gehen sachlicher an das Thema heran. Was halten Sie also zum Beispiel von der Idee, Eltern im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes einen Pflicht-Finanzberatungstermin einzuräumen, damit gar nicht erst ein finanzielles Ungleichgewicht innerhalb der Familie entsteht?
Kerstin Knoefel: Tatsächlich ist es natürlich wichtig, sich regelmäßig mit seiner Geldanlage, der Altersvorsorge und den hier möglicherweise bestehenden oder entstehenden Lücken zu beschäftigen. Um sich entsprechendes Expertenwissen einzuholen, ist eine Beratung in einer Bank sicherlich sehr zu empfehlen.
Ein Anlass für ein solches Beratungsgespräch könnte sicherlich die Geburt eines Kindes sein. Genauso wichtig ist es aber auch, sich beispielsweise bereits zum Berufsstart mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen – Stichwort vermögenswirksame Leistungen.
Es gibt also viele einschneidende Momente im Leben, die man als Anlass nehmen kann, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Dies aber verpflichtend zu einem einzelnen Lebensereignis einzuführen, scheint mir persönlich nicht unbedingt zielführend. Vielmehr ist der regelmäßige Blick auf mein Geld ausschlaggebend.
Nun haben Ihre Umfragen auch ergeben, dass sich viele Frauen nicht so gern mit Finanzthemen auseinandersetzen, weil es ihnen als „zu kompliziert“ erscheint. Können Sie uns denn den ultimativen Tipp geben, den wir als Frauen und Mütter befolgen sollten, um im Alter gut abgesichert zu sein?
Kerstin Knoefel: Mein Tipp wäre, alle drei Säulen der Altersvorsorge zu nutzen. Denn die gesetzliche Rente ist ja nur ein Baustein, auf den wir für später setzen. Hinzu kommt die zweite Säule der betrieblichen Altersvorsorge.
Die dritte Säule ist die geförderte und die ungeförderte Vorsorge. Hiermit meine ich insbesondere die Riester-Rente. Denn gerade für Frauen mit Kindern ist die Riester-Rente mit ihren Zulagen und überschaubaren monatlichen Einzahlungen eine gute Möglichkeit, die Säulen eins und zwei zu ergänzen.
So muss zum Beispiel eine Frau mit zwei Kindern nur mindestens 60 Euro im Jahr einzahlen, um vom Staat eine Förderung in Höhe von 756 Euro pro Jahr zu erhalten.
 
 
               
Lasst uns über Geld reden! Wie können wir Frauen uns bloß gut absichern für später? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lasst-uns-wieder-gnaediger-mit-uns-selbst-sein
        Wir Frauen – und vielleicht besonders wir Mütter – haben einen hohen Anspruch an uns selbst. Im Job wollen wir erfolgreich sein, nebenbei zuckersüße, liebenswerte Kinder großziehen, ihnen ein schönes Heim bieten, den Liebsten glücklich machen, unsere Freundschaften pflegen, regelmäßig Sport machen, über das Weltgeschehen informiert bleiben, ein Amt in der Elternvertretung wahrnehmen und und und. Diese Liste ist schier endlos.
Lustigerweise haben wir diese absurden Ansprüche nur an uns selbst. Mit anderen sind wir sehr viel gnädiger.
Das fällt mir immer auf, wenn ich mit Lisa spreche. Wenn sie mir erzählt, was sie gerade alles so macht, bleibt mir die Spucke weg. „Du bist so fleißig. Du bist echt eine Heldin“, sagte ich ihr. Dass sich bei ihr die Wäsche im Keller stapelt, finde ich nicht schlimm. Die kann sie ja nicht auch noch schaffen. Ist doch klar. 
Wäre es meine Wäsche, würde ich mir schon wieder einen tadelnden Blick zu werfen. Bei Lisa schaffe ich zu sehen, was sie alles schafft. Und lege nicht den Finger in die Wunde, was sie nicht schafft.
Oder meine andere Freundin. Die sieht schon morgens immer so toll aus. Während ich oft wie ein zerrupftes Huhn in der Kita auftauche, ist sie wohl nach dem ersten Kaffee in einen Jungbrunnen gefallen. Außerdem macht sie wahnsinnig viel ehrenamtlich und ihr Haus ist ein Traum. Immer frische Blumen, immer sauber. Als ich ihr neulich meine Bewunderung ausspreche, lacht sie und sagt: „Ich hätte lieber Deinen Job. Bei meiner Halbtagsstelle sitze ich nur die Zeit ab und recherchiere im Internet nach den neusten Wohntrends. Nur deshalb sieht meine Bude so gut aus.“
Ich wusste, dass sie keinen Wahnsinns-Job hat – gestört hat es mich nie. Würde ich auf ihrem Bürostuhl sitzen, würde ich mich wahrscheinlich ständig fragen, wie ich mich beruflich verändern könnte.
Wieso können wir bei Freundinnen und generell oft bei anderen Frauen über all die kleinen Unperfektheiten hinweg sehen? Sie sogar charmant finden, niedlich, angenehm. Und uns selbst ständig antreiben, ALLES zu sein, ALLES zu können. Das ist doch komplett irre.
Das wäre doch ein schöner Vorsatz für die nächsten Wochen und Monate.
Lasst uns gnädiger zu uns selbst sein. Lasst uns öfter über uns selbst lächeln.
Loben wir uns wieder mehr und klopfen uns mal anerkennend auf die Schulter.
Ich bin mir sicher, jede Einzelne von uns hat es mehr als verdient.  
               
Lasst uns wieder gnädiger mit uns selbst sein! | STADT LAND MAMA
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Liebe Angi, beschreib mal, wie Ihr als Familie gerade lebt.



Ich bin 41 Jahre alt und lebe in Gelsenkirchen. Ich bin gelernte Altenpflegerin. Bis Mitte April habe ich als Haushaltshilfe bei einem ambulanten Pflegedienst gearbeitet, dann kam Corona und ich habe meinen Job verloren.  Ich lebe mit meinen beiden Töchtern (16 und 6 Jahre) in einer 3 1/2 Zimmer Wohnung (knapp 70 Quadratmeter)



Die Kleine schläft bei dir im Schlafzimmer, fehlt Dir manchmal ein Rückzugsort?



Ja, absolut. Und meiner Tochter fehlt er auch. Die Große hat ihr eigenes Zimmer, aber aufgrund der 10 Jahre Altersunterschied kann sich die Kleine nicht mit der Großen das Zimmer teilen. Mit 16 braucht man einfach Raum für sich…Deshalb ist es nun eben so wie es ist.



Du hast dich auf einen Artikel gemeldet, in dem eine Mutter davon schreibt, wie es ist „arm“ zu sein. Würdest du Euch auch als arm bezeichnen?



Arm-sein ist schon ein heftiger Begriff. Sagen wir es mal so: Selbst als ich noch meinen Job als Haushaltshilfe hatte, musste ich mit Arbeitslosengeld 2 aufstocken. Das Geld reicht bei uns zum Leben, ich kann aber nichts sparen. Und Extraausgaben sind auch nicht drin. Ich kann mit den Kinder nicht ins Kino oder in einen Freizeitpark. Für Geburtstagsgeschenke muss ich an anderer Stelle sparen. Wünscht sich ein Kind mal ein etwas größeres Geschenk, kann ich das nicht erfüllen.



Ihr habt zum Beispiel noch nie Urlaub gemacht. Ist das Thema bei Euch zu Hause? Und wie sähe dein Traumurlaub aus? 



Oh ja, es ist oft ein Thema. Die Freunde meiner Kinder fahren fast jedes Jahr in den Urlaub und nach den Ferien erzählen alle Kinder in der Klasse von ihren Urlaubserlebnissen. Das ist für meine Kinder schon schwer.



Die Große würde so gerne mal nach Italien, der Kleinen ist das Ziel egal, Hauptsache sie kann mal das Meer sehen. Und ich würde super gerne mal nach Norwegen.



Du bist nach dem Wegfall deines Jobs nun ganz auf staatliche Unterstützung angewiesen…



Ja, ich bekomme Kindergeld und Arbeitslosengeld. Außerdem bekomme ich auch Unterhaltsvorschuss, da der Vater der Kinder keinen Unterhalt zahlt. Er hat seit Jahren keinen Kontakt zu den Kindern und will nicht zahlen…



Was ist dir in deiner Familie besonders wichtig?



Meine Kinder sind für mich das größte Glück und ich möchte, dass sie glücklich sind – auch wenn wir nicht viel Materielles besitzen. Sie wissen, dass wir immer zusammen halten, auch wenn es schwer ist und dass ich immer für sie da bin. Ich glaube, das ist auch sehr sehr wertvoll….




               
Leben am Existenzminimum: Angi war noch nie mit den Kindern im Urlaub |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leben-mit-teenagern-noe-keinen-bock
       
Ihr Lieben, ich weiß nicht, wie eure Kinder in den Sommerferien drauf sind und auch bei uns gab es ja mal andere Zeiten, aber mit zwei Fast-12jährigen und einer Vierzehnjährigen sind die Urlaubszeiten einfach andere geworden als damals.



Ich bemerke, wie es mich ab und zu piekst, wenn Katharina erzählt, wie viel Zeit sie mit den Kindern draußen verbringt, einfach im Wald, ein bisschen spazierengehen (früher war das bei uns ja auch noch möglich…). Ich traue mich mittlerweile aber schon gar nicht mehr, das Wort Spaziergang überhaupt in den Mund zu nehmen, denn ich kenne die Reaktion bereits: Nö, keinen Bock.



Wollen wir denn heut vielleicht mal einen Ausflug machen? Nö, keinen Bock.



Kommt schon, vielleicht mal aufs Riesenrad, bisschen Nervenkitzel? Nö, keinen Bock, hab Höhenangst.



Wollen wir mal Freunde besuchen? Nö, keinen Bock. Jetzt chill doch mal.



Okay, dann lasst uns heut Mittag doch wenigstens mal Pizza essen gehen. Nö, keinen Bock. Bestell doch was und hol uns das her.



Es scheint Pattex an unserer Couch zu kleben. Sie wollen sich da nicht mehr wegbewegen. Ihr Traumleben bestünde derzeit aus Netflix und TikTok, gepaart mit Chips, Schoko-Rosinen und Kinderschokolade.



Mein Essen schmeckt schon lang nicht mehr, am besten würde es jeden Tag einfach nur Kaiserschmarrn geben. Und während wir uns damals früh um 5 Uhr mit drei Kleinkindern, die schon die ganze Nacht kaum geschlafen hatten, wünschten, sie würden irgendwann ausschlafen, haben sie nun Aufstehzeiten zwischen 8.15h und 13.30h (kein Witz, in diesen Ferien auch schon vorgekommen). Der erste Weg führt dann nach dem Aufwachen – ihr könnt es ahnen – auf die Couch.



Wie wärs denn mit ner Hose? Nö, keinen Bock.



Zähneputzen? Maaamaaaaa.



Okay, kommt, dann spielen wir jetzt ein Spiel. Und uuuuuuuuuups, einer holt wirklich eins. Jetzt wird´s spannend. Der Tisch steht noch voll vom Frühstück. Der Spielholer sagt zum Bruder: Ey, räum das mal frei. Der Bruder hat aber keinen Bock auf Kommandos. Also Handgemenge, Beschimpfungen. Kein Spiel. Keinen Bock mehr.Puh.



Ihr könntet jetzt sagen: Okay, lass sie halt. Liegen sie eben den ganzen Tag auf der Couch. Lass dir davon deinen Tag nicht diktieren. Gelingt mir auch manchmal, aber nicht immer. Weil ich weiß, dass sofort wieder alle Augen an irgendwelchen Medien hängen, wenn ich mich nicht kümmere. Und weil das doch auch MEIN Sommer ist. Und so laufe ich halt weiter gegen Wände. Versuche, zu animieren, mir Aktionen wie das perfekte Dinner (jedes Kind kocht mal) auszudenken, um die Kids wenigstens ein paar Minuten am Tag von der Couch zu locken.



Und okay, ihre Hobbys haben sie ja auch noch. Fünf Mal die Woche bewegen sie sich also für mehrere Stunden. Und dann schau ich vom Rand zu und genieße, dass ich mal kurz nicht gegen Couch und Medienkonsum ankämpfen muss, dass ich mich mal kurz nicht eingesperrt fühle im eigenen Zuhause, weil niemand rauszulocken ist (und ich fahr doch auch nicht alleine Riesenrad, während ich weiß, dass sie ihre Zeit zu Hause vergeuden!) und denke, hach, ist das schön, wie groß und selbständig sie schon sind und dass sie überhaupt noch zu irgendwas Bock haben, wenigstens aufs Hobby.



Und später lese ich mich durch Twitter-Timelines und merke: Puh, es geht ja gar nicht nur mir so. Es ist einfach das Alter der Kinder!!! (Und trotzdem brauch ich, glaub ich, dringend mal das neue Buch von Inke Hummel, Miteinander durch die Pubertät!)



Vielleicht liegt es ja auch ein bisschen an der coronabedingten Strukturlosigkeit der Tage, an der dadurch entstehenden Trägheit und daran, dass wir hier seit über vier Monaten so nah aufeinanderhocken. Wer will das schon mitten im Abgrenzungsalter. Wobei: Sie KÖNNTEN ja mehr weg von mir. Das wäre dann aber ja unlustig, weil da dann keine Wand mehr wäre, die man einrennen könnte… und die scheint grad sehr wichtig zu sein. Hoch 3!



Dann rennt mal alle schön weiter dagegen. Ich brauch dann halt nur ab und zu mal einen Schreiner aka Freundin, die mich als Wand wieder schleift, aufbaut und mir neuen Putz verleiht… 😉
               
Leben mit Teenagern: Nö, keinen Bock | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lesefrage-von-svenja-welche-anzeichen-hatten-eure-adhs-kinder
        Ich heiße Svenja und ich habe neulich bei Euch das Interview zum Thema ADHS gelesen und genau deshalb melde ich mich heute. 
Es geht um meinen 3-jährigen Sohn. Er ist ein normal entwickeltes, aufgewecktes und liebes Kind. Wir haben sehr viel Freude an ihm.
Eine Sacher aber bereitet mit Kopfzerbrechen: Mein Sohn ist sehr wild. Nicht mit anderen Kindern, da ist er wirklich rücksichtsvoll. Nein, ich meine, er macht einfach sehr viel Quatsch, quasselt ununterbrochen, ist nonstop in Bewegung, hüpft und rennt durch die Wohnung. Und das, obwohl wir viel draußen sind und er sich eigentlich dort genug bewegt.  Seine Tagesmutter findet ihn auch lebhaft, aber nicht auffällig.
Und obwohl er so voller Energie ist, kann er sich sehr lange auf Sachen konzentrieren. Er guckt zum Beispiel fast eine Stunde lang Bücher an oder spielt Gesellschaftsspiele. Er merkt sich sehr viel, kennt alle möglichen Tiere, weiß wo sie leben und was sie essen. Er interessiert sich bereits für Zahlen. Das alles zeigt mir, dass er sich konzentrieren kann, wenn er will. 
Trotzdem gibt es Situationen, die mich nachdenklich machen. Wenn er müde oder unsicher ist, dreht er auf und ist kaum noch zu halten. Mir gelingt es dann kaum noch, ihn runterzubringen. 
Ich weiß, dass es sowieso zu früh für eine Diagnose ist, aber ich würde gerne von Müttern mit Kindern mit ADHS wissen:
Gab es im Kleinkindalter schon erste Hinweise auf ADHS?
Wie zeigte es sich?
Und konnten eure Kinder mit ADHS sich auch auf Sachen längere Zeit konzentrieren z.b auch im Spiel versinken,Bücher angucken oder puzzeln?
Ich würde mich freuen, wenn ich viele Rückmeldungen bekomme
               
Lesefrage von Svenja: Welche Anzeichen hatten Eure ADHS-Kinder? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-ab-wann-duerfen-eure-kinder-mit-barbies-spielen
        Mein Name ist Paula und meine Tochter ist gerade 5 Jahre alt geworden. Ich bin kein großer Fan von Barbie-Puppen, mich schreckt Ihr Äußeres mit diesen riesigen Brüsten und der schmalen Taille ab und bisher gab es deshalb auch noch keine Barbies bei uns zu Hause. Meine Tochter spielt ab und zu bei ihrer Cousine mit Barbies und wünscht sich nun auch eine. 
Bisher habe ich immer ihren kleinen Bruder als Ausrede vorgeschoben, weil der ja die kleinen Schuhe, Ringe und Kronen in den Mund stecken könnte. Jetzt zieht diese Ausrede aber nicht mehr. 
Ich frage mich: Sind Barbies wirklich schon etwas für Fünfjährige? Ab wann haben denn Eure Kinder mit diesen Puppen gespielt? Bin ich zu empfindlich oder könnt Ihr verstehen, dass ich keine Barbies mag….
 
               
Leserfrage: Ab wann dürfen Eure Kinder mit Barbies spielen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-eileiter-durchtrennen-als-verhuetung-hat-jemand-erfahrung-mit-der-sterilisation-der-frau
         Ihr Lieben, ich bin 39 und mein Mann acht Jahre älter. Wir haben ein Kind in der dritten Klasse und ein Kind, das 16 Monate alt ist. Das Thema Familienplanung ist für uns – ohne viel Diskussion, sondern in vielen guten Gesprächen – abgeschlossen.
Zufällig begegnete ich neulich auf der Straße meiner Hebamme, die mich bei meinem jüngsten Kind betreut hat. Wir quatschten ein wenig und das Thema Verhütung kam auf.
Die Hebamme nannte die Sterilisation für Mann oder Frau als Alternative, wenn der Kinderwunsch WIRKLICH WIRKLICH WIRKLICH abgeschlossen sei.
Bislang war das für mich gar kein Thema, mich sterilisieren zu lassen. Das Thema war eher, ob mein Mann es machen lässt und wenn nicht, welches Verhütungsmittel dann für uns in Frage käme.
Nun frage ich mich: Hat hier eine Leserin Erfahrung mit der Durchtrennung ihrer Eileiter und könnte darüber berichten? Könnt ihr das empfehlen?
Das würde uns sehr helfen!
 
Foto: pixabay
               
Leserfrage: Eileiter durchtrennen als Verhütung? Hat jemand Erfahrung mit der Sterilisation der Frau? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-gibt-es-unterstuetzung-fuer-auslandsaufenthalte-von-kindern
         Ihr Lieben, ich weiß gar nicht, ob mein Anliegen bei euch richtig ist, aber ihr seid deutlich besser vernetzt als ich und könnt mir vielleicht sagen, an wen wir uns wenden können.
Eine Freundin von mir, die verwitwet ist und drei Töchter hat, möchte ihrer ältesten Tochter gerne ein Auslandsjahr in den USA ermöglichen.
Das Ganze sollte durch ein Teilstipendium finanziert werden, nun erhielt die Tochter aber leider nach vielen Wochen des Hoffens und Bangens die Absage… es werden zwar immerhin 1000 Euro Zuschuss gewährt, aber dann fehlen immer noch 10.000 Euro.
Es wäre nach der schweren Zeit des Verlustes wirklich ihr Lebenstraum, dieses Auslandsjahr zu absolvieren. Sie ist eine sehr gute Schülerin und hatdas Gefühl, dass ihr das wirklich etwas bringen würde.
Weiß hier jemand durch Zufall, ob es staatliche Unterstützung geben kann? Ob es Stipendien gibt? Ob es Organisationen gibt, die helfen? Oder könnte man damit auch ein Crowdfunding starten – falls ja, welche Plattform würdet ihr da empfehlen?
Wenn ihr da helfen könntet, würden wir uns riesig freuen.
DANKE und ganz viele liebe Grüße!
               
Leserfrage: Gibt es Unterstützung für Auslandsaufenthalte von Kindern? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-kann-ein-vater-nach-jahrelanger-funkstille-wieder-eine-bindung-aufbauen
       
Mein Name ist Monique, es geht heute um den Sohn meines Mannes aus einer anderen Beziehung. Als der Junge drei Jahre alt war, ging diese Beziehung auseinander. Heute ist er 18 Jahre alt. Kurz nach der Trennung damals hat mein Mann viel unternommen, um den Jungen zu sehen. Er hat Karten geschrieben, Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten geschickt – alles kam ungeöffnet zurück. Er wollte den Jungen auch immer sehen, aber die Mutter hat das damals boykottiert. Irgendwann hat mein Mann aufgegeben, er wollte auch nicht an dem Jungen zerren. All die Jahre hat er Unterhalt gezahlt und seinen Sohn vermisst. 
Nun gab es einen Gerichtstermin, wie es mit dem Unterhalt weitergeht, weil der Junge ja volljährig ist. Dort haben sich Vater und Sohn also nach langer Zeit wiedergesehen und der Sohn wirkte nicht abgeneigt, seinen Vater endlich wieder kennen zu lernen. Mein Mann hat seinem Sohn danach sofort einen Brief geschrieben, auf den es aber keine Reaktion gab. 
Nun fragt er sich, ob er nach dem Motto "Steter Tropfen hölt den Stein" weitermachen soll, also immer schreiben und hoffen, dass irgendwann eine Antwort kommt – oder ob der Zug einfach nach all den Jahren abgefahren ist. 
Uns hat das Thema all die Jahre begleitet und wir sind sehr traurig darüber, dass wir den Sohn nicht begleiten konnten. Ich bin mir sicher, er hatte es gut bei einer Mutter und da ich ihre Seite nicht kenne, kann ich ihr auch nichts vorwerfen. Dennoch ist es eben so, dass mein Mann keinen Kontakt zu seinem Sohn hatte, obwohl er ihn gerne gehabt hätte. 
Meine Frage: Gibt es da draußen ähnliche Fälle? Hat jemand Kontakt zu seinem Vater/seiner Mutter nach langen Jahren der Funkstille? Ich würde mich sehr über Eure Erfahrungen freuen. 
 
               
Leserfrage: Kann ein Vater nach jahrelanger Funkstille wieder eine Bindung aufbauen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-mein-kind-zieht-sich-mehr-und-mehr-zurueck-was-soll-ich-tun
        "Ich heiße Valentina und habe zwei Kinder. Meine Große ist 12 Jahre alt, meine Kleine 8. Es geht hier um die Situation mit meiner Großen. Ich weiß, es ist ein schwieriges Alter, aber ich mache mir Sorgen. Denn sie kapselt sich mehr und mehr ab. Sie kommt von der Schule, isst wortkarg ihr Mittagessen und verschwindet dann in ihrem Zimmer. Bis zum Abendessen. 
Sie hat auf nichts Lust, erzählt nichts, unternimmt nichts mit uns. Sie will immer nur ihre Ruhe und sitzt stundenlang auf ihrem Bett. 
Ich weiß, dass Freundinnen nun wichtiger sind als ich. Aber ich möchte den Anschluss nicht völlig verpassen. Ich weiß nicht mehr, was sie bewegt, von was sie träumt, mit wem sie befreundet ist. 
Die Schule läuft soweit ok, da kann ich nicht klagen. Aber mir fehlt einfach die Nähe zu meinem Kind. Ich habe es auch schon direkt angesprochen, aber dann sagt sie nur: "Ach, Mama, ich will lieber meine Ruhe."
Wer hat diese Phase mit einem angehenden Teenie-Kind schon durchgestanden und hat Tipps, wie ich mich verhalten kann?"
 
Foto: Pixabay
 
               
Leserfrage: Mein Kind zieht sich mehr und mehr zurück - was soll ich tun? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-mein-mann-will-sich-nicht-auf-corona-testen-lassen
       
Hallo Ihr Lieben, wie löse ich den Konflikt, wenn mein Mann von den Regeln zur Vermeidung der Ansteckung mit Corona gar nichts hält? Seine Argumente sind ganz lapidar: „Es nervt“ und „Was für einen Sinn hat das?“



Er möchte sich auch nicht testen, wenn wir nächste Woche meine Eltern besuchen fahren. Ich teste mich regelmäßig auf der Arbeit und werde mich auch vor dem Besuch testen. Auch ein Teil seiner Familie möchte sich nicht testen, obwohl allesamt im Hochinzidenz-Gebiet wohnen.



Was soll ich tun? Ich habe alles versucht, habe erklärt, gezeigt, vorgemacht. Nichts scheint zu fruchten. Kennt jemand das und hat Tipps? Ich kann ihm ja auch nicht aus dem Weg gehen, wir wohnen schließlich zusammen…
               
Leserfrage: "Mein Mann will sich nicht auf Corona testen lassen"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-soll-ich-die-befoerderung-annehmen
       

Ich heiße Marina, ich bin 29 Jahre alt, habe zwei Kinder (1 und 4) und einen ganz wunderbaren Ehemann. Ich arbeite seit 9 Jahren mehr oder weniger in derselben Richtung gearbeitet, allerdings immer als Angestellte ohne Leitungsfunktion. Vor kurzem kam ein Headhunter auf mich zu – mit einem konkreten Angebot, einen Managerposten zu übernehmen. Dieser beinhaltet die Führung eines Teams und weitere "höhere" Tätigkeiten. Obwohl sich das spannend anhört, zögere ich. Warum? 
Zum einen habe ich ein bisschen Angst, meine bisherigen sicheren Hafen, also meinen Job, aufzugeben. Im neuen Job kämen ganz neue Herausforderungen auf mich zu, ich müsste ein Team führen. Ich frage mich zudem, ob ich dann noch genug Zeit für die beiden Kids habe, die ja doch noch recht klein sind. 
Bisher läuft es zwischen meinem Mann und mir eigentlich sehr gleichberechtigt – wir teilen und zum Beispiel die Kinderkrankheitstage 50/50 auf und auch übernimmt er viele Aktivitäten und Pflichten. Ich weiß also, dass mein Mann mich unterstützen würde in dem neuen Job und trotzdem habe ich Bammel. 
Daher würde ich gerne hier Fragen, ob es andere Mamas gibt, die einen ähnlichen Karrieresprung mit zwei kleinen Kindern gewagt haben und mir berichten, wie es geklappt hat. Darüber würde ich mich sehr freuen. 
Foto: Pixabay
               
Leserfrage: Soll ich die Beförderung annehmen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-soll-ich-ihm-den-seitensprung-verzeihen-der-kinder-zuliebe
        "Mein Name ist Julia, ich bin 35 Jahre alt, seit 6 Jahren verheiratet. Ich habe bereits einen Sohn aus einer anderen Beziehung, er ist 10 Jahre alt, die gemeinsame Tochter von meinem Mann und mir ist jetzt 4.
Die Beziehung, aus der mein Sohn entstand, ist sehr unschön zu Ende gegangen. Der Vater hat kein Interesse mehr an seinem Jungen und hat uns Knall auf Fall verlassen. Mein Sohn hat sehr stark darunter gelitten – tut es auch heute noch. Verständlich – wie willst Du einem damals Vierjährigen erklären, dass es nicht seine Schuld ist, dass Papa sich nicht kümmert. 
Mein jetziger Mann hat meinen Sohn immer sehr gut behandelt und ihm den Vater ersetzt. Auch, wenn ich glaube, dass mein Sohn nie wirklich über den Verlust seines leiblichen Vaters hinwegkommt, so hat mein jetziger Mann doch wirklich sehr viel Gutes bewirkt…
Bis vor zwei Monaten dachte ich, wir seien eine glückliche Familie. Ja, es lief gerade nicht zu 100 Prozent gut, aber wo ist das schon der Fall? Durch einen dummen Zufall kam ich aber vor zwei Monaten dahinter, dass mein Mann eine Affäre mit einer Kollegin hat. Meine Welt brach zusammen. Er hat sofort alles zugegeben und gesagt, dass er die Affäre beendet. 
Er möchte, dass ich ihm verzeihe – ich bin aber so gekränkt und verletzt, dass ich ihn am Liebsten vor die Tür setzen würde. Was ich auch sicher getan hätte, wären da nicht die Kinder. Wie soll ich meinem Sohn erklären, dass ihn bereits zum zweiten Mal der wichtigste Mann in seinem Leben verlässt? Und will ich meiner Tochter wirklich das gleiche zumuten wie das, was mein Sohn durchgemacht hat? 
Also schweige ich und leide. Und spiele vor den Kindern heile Welt. Aber es macht mich krank. Ich habe Angst, dass er wieder fremd gehen könnte. Ich bin so unglaublich verletzt. 
Ich weiß einfach nicht mehr weiter…was würdet Ihr in der Situation tun?" 
 
               
Leserfrage: Soll ich ihm den Seitensprung verzeihen - der Kinder zuliebe? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-sollen-unsere-kinder-jetzt-mehr-oder-weniger-medien-konsumieren
       
Ihr Lieben, unsere Leserin Marit fragt sich, warum alle bislang Medien verteufelt haben – und nun im Homeschooling plötzlich alles anders sein soll. Sie schreibt: Homeschooling zum xten Mal. Aber ich stehe hier derzeit vor Fragen, die mich echt wahnsinnig machen. Es hat etwas von Asterix und dem Haus, das Verrückte macht.Überall wird darüber gesprochen, dass wir Kinder vor zu viel Medienkonsum schützen sollen. Wir Eltern sollen es vorleben, wir Eltern müssen das kontrollieren. Es gibt Apps zur Kontrolle, es gibt Youtube Kids, es gibt dies und das. Und bitte, ganz wichtig, die Kinder sollen draußen spielen.



Kinder sollen raus vor die Tür – es sei denn, sie stören die Nachbarn



Nun ist es bei uns im Ort schon sehr anstrengend, die eigenen Kinder raus zu lassen, denn irgendein Bürger stört sich immer. Ja, es sind Jungs.



Sie spielen im Bach und bauen einen Staudamm aus Blättern und Zweigen… es stört. Sie klettern auf einen Glascontainer und sitzen einfach nur cool oben drauf, es stört. Sie spielen auf einem Kinderspielplatz und auch dies stört. Wo die Kinder hingehen werden sie verjagt. Ständig wird ihnen mit der Polizei gedroht.



Und bevor es nun heißt, dass ich dann wohl sehr freche Kinder habe, nein. Das habe ich nicht. Eins meiner Kinder hat sogar selektiven Mutismus. Es ist fast stumm. Es ist nicht frech. Aber ja, es sind Jungs. Es sind männliche Ronja Räubertöchter.



Sollen Kinder also doch lieber vor die digitalen Medien?



Ich dachte, das soll man so machen? So soll es doch sein? Aber halt nicht vor der eigenen Tür. Da stört es die Gesellschaft dann doch. Also traut man sich nicht mehr, seine Kinder raus zu lassen und setzt sie doch vor die Switch? Aber bitte nur mit Zeitbegrenzung und Überwachungs-App!Und nun kommt Homeschooling. Meine Kinder sind in der 2. und 3. Klasse. Sie sind 8 und 9 Jahre alt. Sie können auf Bäume klettern, sie können rückwärts laufen, sie können schwimmen und vom Beckenrand springen. Sie können Radfahren und balancieren. Aber sie können nicht ein Dokument einscannen, abspeichern, und dann in dieser Moodle Plattform wieder hochladen. Das können sie nicht, denn sie sollen doch den Medien fern bleiben. … oder jetzt etwa doch nicht?



Ist Kinderschutz im Medien-Dschungel nicht mehr möglich?



Jetzt sollen sie das können und alleine machen? Und wenn man als Mutter hilft, dann ist man eine Helikoptermutter? Und oben drauf, während die Laptops meiner Jungs absolut auf Kinder und ihr Alter eingerichtet sind, mit eingeschränkter Zeit, gesperrten Websiten etc, sollen sie nun von der Grundschule aus Videos angucken, die eben – warum auch immer – bei Youtube Kids gesperrt sind. Ernsthaft?



Jetzt sind diese Sicherheiten, die uns bereits im Kindergarten 1x jährlich um die Ohren gehauen wurden, ja sogar einen dicken Umschlag vom Land Hessen bekommt man als Eltern – nun ist das alles nicht mehr so wichtig, es ist Schall und Rauch?



Ich habe auch keine Lösung für das Homeschooling-Problem als solches. Aber dieses hier treibt mich wirklich in den Wahnsinn.



Wie handhabt denn ihr das?
               
Sollen unsere Kinder jetzt mehr oder weniger Medien konsumieren?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-von-hannah-wie-klappt-das-stillen-als-berufstaetige-mutter
        Ich heiße Hannah und ich bekomme bald mein drittes Kind. Ich möchte es gerne stillen. Allerdings übernimmt mein Mann die komplette Elternzeit, ich werde acht Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gehen. Ich habe einen tollen Job, der mich sehr glücklich macht und ich bin mir sicher, dass mein Mann das wundervoll zu Hause meistern wird. Wäre da eben nur nicht sie Sache mit dem Stillen. 
Ich wüsste gerne, ob es hier Mamas gibt, die in einer ähnlichen Situation waren. Wie geht Stillen als berufstätige Mutter? Habt Ihr einfach immer abgepumpt? Und wie machen das die Männer – kann man die Muttermilch unterwegs gut aufwärmen? Wie geht das im Alltag, wenn die Brust nicht ständig verfügbar ist? 
Ich freue mich über Eure Erfahrungen. 
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Leserfrage von Hannah: Wie klappt das Stillen als berufstätige Mutter | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-von-julia-wie-geht-ihr-mit-eifersucht-auf-den-mann-um
        "Mein Name ist Julia, ich bin seit einem halben Jahr mit Kind Nr. 2 zu Hause. Unser Großer Sohn ist drei und geht in die Kita. Bevor ich Mutter wurde, habe ich als Peronalerin gearbeitet. Ich hatte jetzt nicht die mega Karriere, aber hatte einen tollen Job und liebe Kollegen. 
Der Deal zwischen meinem Mann und mir war und ist, dass ich zwei Jahre zu Hause bleibe, damit wir die Kids nicht zu früh fremdbetreuen lassen müssen. Nun merke ich aber: Ich bin nicht so glücklich mit der Situation. Denn ich entwickle Neid auf meinen Mann – was mir echt peinlich ist. 
Ich bin neidisch darauf, dass er Lunch-Dates mit Kollegen hat. Dass er während Dienstreisen im Hotel schlafen kann. Dass er auf Weihnachtsfeiern eingeladen ist. Dass er Bestätigung bekommt durch seinen Job. 
Ja, ich weiß, das hört sich schrecklich kindisch an. Und es wird noch schlimmer: Ich beneide ihn, dass er einen Grund hat, sich morgens gut anzuziehen. 
Ich fühle mich so hausmütterlich, so "nutzlos", obwohl ich ja weiß, dass mein Beitrag, den ich leiste, wichtig ist. Ich erziehe ja die Kinder, biete ein Heim, kümmer mich um alles, was eben so ansteht. Und trotzdem sehne ich mich nach mehr. Nach rauskommen. Nach Nicht-nur-Mutter-sein. 
Mein Mann ist wirklich toll und er sagt immer, wie stolz er auf mich ist. Aber ich merke, wie meine seltsame Stimmung unser Verhältnis belastet. 
Wer hat einen guten Tipp für mich? Soll ich doch wieder früher anfangen zu arbeiten? Wäre das aber nicht wahnsinnig egoistisch gegenüber meinem kleinen Kind?"
 
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Leserfrage von Julia: Wie geht Ihr mit Eifersucht auf den Mann um? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-von-nadja-warum-provoziert-mein-sohn-die-ganze-familie
        Mein Name ist Nadja, wir haben vier Kinder im Alter von 15,12, 8 und 4 Jahren. Mein Mann arbeitet an vier Tagen pro Woche im Außendienst und ist in dieser Zeit nicht zu Hause. Wir sind eine "normale" Familie, die schon einige Höhen und Tiefen gemeinsam durchgestanden hat. 
Heute möchte ich Euch von meinem achtjährigen Sohn berichten, der mir seit der Einschulung Sorgen bereitet. Er ist ein fröhliches, sensibles Kind, meiner Einschätzung nach bekommt er von allen Kindern die meiste Aufmerksamkeit. Seine großen Geschwister beschäftigen sich gerne mit ihm und wenn wir Eltern beide arbeiten müssen, kümmern sich Oma und Opa sehr liebevoll um ihn. 
Generell versuche ich, jedem Kind exklusive Zeit mit mir zu geben. Auch, wenn es manchmal nur ein paar Minuten sind, in denen man gemeinsam auf dem Bett sitzt und den Tag bespricht. Ich höre zu, wenn sie mir von ihren Problemen berichten und wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden. 
Zurück zu meinem Sohn: In der Schule hat er intellektuell keine Probleme, obwohl er der Jüngste in seiner Klasse ist. Er hat Freunde und kommt gut mit den anderen Kindern klar. 
Allerdings hat er mit den Lehrerinnen Probleme. Er beschreibt sie als sehr ungeduldig und schnell genervt. Er sagt, die Lehrerinnen würden schnell laut werden. Und so kommt es nun oft vor, dass er morgens vorgibt, krank u sein. Mal hat er Bauchweh, mal tut ihm der Kopf weh…
Und auch sonst verändert er sich. Er schreit seine Geschwister an, heult, provoziert, meckert und motzt an allem herum. Er sucht richtig Streit, bis einer der Größeren darauf einsteigt und zurück schreit. Er rudert dann nicht zurück oder entschuldigt sich, sondern wird albern, quatscht überdreht herum, bis die ganze Familie genervt ist. 
Häufig endet es damit, dass ich Verbote und Strafen verhänge, ihn ins Zimmer schicke. Und ja, manchmal platzt mir auch der Kragen und ich brülle rum. Das alles macht nicht nur ihn traurig, es ist für uns alle so unglaublich frustrierend. 
Ich möchte nicht diese Schreimutter sein, die völlig genervt alles verbietet. In diesen Momenten kann ich weder ihn noch mich selbst leiden.
Aber irgendwie sind wir in so einem Studel und ich weiß nicht, wie wir da wieder heraus kommen. Ich möchte einen entspannten Alltag. Was soll ich tun? Wer kennt solche Situationen und kann mir Tipps geben?
—ZUM WEITERLESEN: Wie mich die Wut zu einer Mama macht, die ich nie sein wollte
 
               
Leserfrage von Nadja: Warum provoziert mein Sohn die ganze Familie? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wann-faengt-fuer-euch-fremdgehen-an
        Ihr Lieben, ich heiße Melli, bin 39 Jahre und habe drei Söhne (21, 12 und 10 Jahre alt). In den letzten Tagen habe ich bei Euch mit großem Interesse die Beiträge zum Thema Fremdgehen gelesen. Und ich bin ins Grübeln gekommen und brauche mal andere Meinungen. 
Mein Lebensgefährte uns ich sind seit drei Jahren zusammen, seit einem Jahr wohnen wir mit meinen beiden kleinen Kindern zusammen. Mein Freund ist öfter mal im Internet unterwegs und hat dort eine Frau kennen gelernt, mit der er sich gut versteht. Rein freundschaftlich, wie er sagt. Neulich hat er sie sogar mal zum Abendessen getroffen. Es kriselt etwas bei uns und er sagte, es hätte ihmmal gut getan, mit jemand über unsere Probleme zu reden. 
Ich glaube ihm das nicht so richtig und sagte, er könne mir ja dann die SMS zwischen den beiden zeigen. Das wollte er aber nicht und sagte, er würde sich nicht kontrollieren lassen und ich sei einfach nur übetrieben eifersüchtig. 
Ich finde: Wenn man nichts zu verbergen hat, kann man es auch zeigen, oder? Ich finde auch irgendwie, dass er mich schon betrogen hat – selbst wenn er keinen Sex mit ihr hatte. Er hat mich doch hintergangen, oder? 
Oder steigere ich mich in etwas rein? Wie würdet Ihr reagieren? 
 
               
Leserfrage: Wann fängt für Euch Fremdgehen an? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-was-hilft-bei-neurodermitis
        "Mein Name ist Anna und mein Sohn (3) hat heute die Diagnose Neurodermitis bekommen!  Er hatte in den letzten 3 Monaten zwei akute Schübe und hat sich teilweise blutig gekratzt. 
Da ich selber Krankenschwester bin und mein Mann Arzt, stehen wir auf "Kriegsfuß" mit Kortison bei Kindern! Also behandeln wir ihn im Moment bei starken Juckreiz mit Cetirizinsaft und cremen ihn zweimal täglich mit 5% Ureasalbe ein. 
Mich würde es sehr interessieren, ob andere Eltern Erfahrungen mit alternativen Therapien bei Kindern gemacht haben! Ich freue mich sehr über Eure Antwort"
               
Leserfrage: Was hilft bei Neurodermitis? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-was-schenke-ich-einer-frischgebackenen-mama-zu-weihnachten
        Hallo Ihr lieben Stadt-Land-Mama-Leser. Ich heiße Alina, bin 20 Jahre alt, habe noch keine Kinder  – und deshalb brauche ich Eure Hilfe. Ich bin nämlich an Weihnachten bei der Schwester meines Freundes eingeladen – und die hat Anfang November ein Baby bekommen. Für den Kleinen hab ich schon ein Geschenk – aber der frischgebackenen Mama möchte ich auch was mitbringen – ich weiß nur nicht genau was. 
Daher meine Frage: Was brauchen Mamas in der ersten Zeit wirklich? Ich bin total dankbar für alle Tipps!
 
               
Leserfrage: Was schenke ich einer frischgebackenen Mama zu Weihnachten? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-was-wenn-ich-noch-ein-baby-will-er-aber-nicht
        "Ihr Lieben, ich brauche Euren Rat, denn ich weiß nicht so richtig weiter. Ich heisse Sabine und habe bereits zwei Kinder (10 und 12) – vom Vater bin ich getrennt. Seit zwei Jahren habe ich einen neuen Partner und natürlich haben wir über das Thema "ein eigenes Baby" gesprochen.
Leider gehen hier unsere Meinungen komplett auseinander. Ich hätte gerne noch ein Kind – er ist komplett dagegen. Ich bin schon 36 und kann keine 5 Jahre mehr warten, daher kommt das Thema regelmäßig auf den Tisch. 
Ich kann sehr schlecht damit umgehen, dass er kein Kind will und wir streiten uns immer wieder deswegen. 
Ich habe das Bedürfnis mich auszutauschen zu diesem Thema. War jemand in einer ähnlichen Situation?" 
               
Leserfrage: Was, wenn ich noch ein Baby will - er aber nicht? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wer-verbringt-die-ferien-bewusst-und-freiwillig-zu-hause
        Mein Name ist Anni und ich wüsste nämlich gerne, ob es Familien gibt, die ganz bewusst in den Sommerferien nicht verreisen, sondern zu Hause bleiben. Weil es vielleicht günstiger, erholsamer, ökologischer oder stressfreier ist. 
Bislang wäre es für mich undenkbar gewesen, im Sommer oder in den Ferien mehrheitlich generell nicht zu verreisen. Diese Sommerferien empfinde ich aber als extrem durchgeplant und getaktet mit Feriencamps und Betreuung für die Kinder, während wir Eltern noch arbeiten. Dann stehen zwei Wochen Familienurlaub an – zugegeben an einem tollen Ort.
Aber irgendwie fehlt mir die Zeit für etwas Leerlauf. Bei den Kindern ist die Luft raus. Die möchten so lang es geht im Schlafanzug gammeln und nachmittags vielleicht Freunde treffen (sofern diese nicht verreist sind) oder ins Schwimmbad gehen. Aber dann ist auch gut. Ich überlege ernsthaft die nächsten Sommerferien 3 Wochen einfach nur zu Hause zu bleiben. Vielleicht machen wir ein bisschen Programm; aber vielleicht leben wir auch einfach nur so in den Tag hinein. Wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, könnten wir immer noch die Verwandtschaft in der alten Heimat besuchen. Das ist günstig und ja auch irgendwie schön. Gefühlt wird man ja immer ganz mitleidig angeschaut, wenn man sagt, man bleibt in den Ferien zu Hause! Ich glaube, da würde ich mittlerweile drüber stehen! 
Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen! Wer hats ausprobiert und verbringt seine Ferien bewusst und freiwillig zu Hause?
               
Leserfrage: Wer verbringt die Ferien bewusst und freiwillig zu Hause? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-erklaere-ich-den-kindern-dass-sich-oma-und-opa-ungluecklich-getrennt-haben
       
Liebe Stadt Land Mamas, ich folge eurem Blog schon länger und finde immer wieder spannende und vor allem lebensnahe Beiträge, in denen ich mich oft wiederfinde. Das gibt mir als stolze 2-fach Mama Kraft und Verständnis für meine eigenen Gefühle. Im Moment weiß ich in einer Situation aber nicht weiter, denn meine Eltern haben sich getrennt.



Vor drei Jahren hat mein Vater meine Mutter für eine andere Frau verlassen. Ich gebe zu: Ich bin zwar schon erwachsen, aber es tat höllisch weh…



Meine eigentliche Sorge aber sind die Kinder und der Umgang mit ihren unglücklich getrennten Großeltern. Das bereitet mir jedes Mal Kopfschmerzen, denn ich kann mich in meinem Umfeld darüber nicht wirklich austauschen. Ich finde es schwierig an Geburtstagen, Feiertagen, an den Wochenenden….



Ich würde mich auf ein Paar Tipps riesig freuen, wie andere Mamas in ähnlicher Situation damit umgehen. Wie kann man den Kindern einen normalen, unbeschwerten Umgang mit den Großeltern gewährleisten, ohne in den Konflikt der beiden mit einbezogen zu werden? Denn dieser scheint nicht so einfach aus unserem gemeinsamen Leben verschwinden zu können.



Vielen Dank noch Mal für eure Mühe und Arbeit
               
Wie erkläre ich den Enkeln, dass sich Oma und Opa getrennt haben?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-helfe-ich-meinem-kind-bei-der-trauerarbeit
        Mein Name ist Marietta, meine Kinder sind sechs und vier Jahre alt. Wir wohnen in einem Mehrgenerationenhaus, also in der Wohnung im Erdgeschoss leben meine Eltern. Meine Mutter ist an Krebs erkrankt und wird bald sterben. Meine Kinder sehen natürlich, wie Oma abbaut und ich versuche, sie langsam auf den Abschied vorzubereiten. 
Besonders mein Großer hängt sehr an der Oma, er ist zudem sehr sensibel. Schon jetzt wacht er häufig nachts auf und weint, er sagt dann, dass er nicht will, dass Oma stirbt. 
Hat jemand von Euch Ähnliches erlebt und kann mir gute Tipps geben, wie ich meine Kinder im Fall des Falles auffange?
               
Leserfrage: Wie helfe ich meinem Kind bei der Trauerarbeit? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-ueberstehe-ich-diese-herbstnachmittage
        Ich heisste Bettina, ich habe drei Kinder und gehe halbtags arbeiten. Ich hole alle drei Jungs um 14.30 Uhr aus der Schule/Kindergarten ab. Im Sommer gehen wir dann viel raus, die Jungs spielen Fußball auf der Strasse oder fahren Rad. 
Nun steht aber die nasse, dunkle Jahreszeit an und wir können nicht mehr so viel raus. Das Problem: Drinnen gibt es nach kurzer Zeit Streit. Das macht die Nachmittags zäh und unschön. 
Daher: Wie macht Ihr das? Streiten sich Eure Kinder drinnen auch so viel mehr als draußen? Und wie beschäftigt Ihr die Kinder jetzt im Herbst? Danke für Eure Tipps. 
               
Leserfrage: Wie überstehe ich diese Herbstnachmittage? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-wuppen-andere-mamas-ihre-selbststaendigkeit
       
Mein Name ist Janina, ich habe 2012 meine Ausbildung zur Immobilienkauffrau begonnen, zu diesem Zeitpunkt war mein großer Sohn 1 ½ Jahre alt und ich alleinerziehend. Während der Ausbildung war mir sehr schnell klar, dass ich im Vertrieb – also als Immobilienmaklerin – arbeiten möchte. Das ist aber zu 90 % nur als selbstständige Beraterin in Franchiseunternehmen möglich. Da ich keinen Sinn in einer Selbststsändigkeit sah, bei der man wöchentlich seiner übergeordneten Geschäftsstelle, Zahlen, Daten und Fakten liefern soll, habe ich mich 2015 kurz nach dem Ende meiner Ausbildung selbstständig gemacht.
Nun war ich junge Mutter, alleinerziehend und selbstständig. Während der Anfangsphase habe ich mich in verschiedenen Bereichen weitergebildet, damit ich meinen Kunden mehr bieten kann. Heute verkaufe ich nicht nur Immobilien, sondern biete auch Home-Staging und Energietarifberatung an.
2016 habe ich meinen neuen Partner und Vater meines zweiten Sohnes kennengelernt. Im August 2018 kam unser Sohn per geplantem Kaiserschnitt zur Welt, ein Tag davor hatte ich noch eine Besichtigung und drei Wochen später stand ich auch wieder in der Immobilie, um sie meinen Kunden zu zeigen. Mein Sohn war dabei, er ist noch heute dabei, wenn ich Kundentermine innerhalb der Arbeitszeit meines Partners habe. Oft bekomme ich positives Feedback, doch langsam ist er zu mobil und möchte seine Umwelt erkunden. Das heißt, ich muss immer abschätzen, ob der Kunde mit einem Kleinkind im Schlepptau klarkommt oder ob es besser ist den Termin auf den frühen Abend oder das Wochenende zu legen.
Nun möchten mein Partner und ich noch ein Kind. Der Zeitpunkt ist gut, denn ich bin momentan noch am Windeln wechseln, alle Klamotten, der Kinderwagen, die Wiege – es ist alles noch da.
 Meine Selbstständigkeit ist aber auch da und ich bin im Markt noch nicht so angekommen, dass mir die Immobilien von allein zufliegen, ich muss dafür arbeiten, Zeit haben, Feingefühl für Kunden haben und Ideen haben wie meine nächste Marketingaktion aussieht.
Ich habe mir momentan die Grenze von drei Immobilien parallel gesetzt, damit ich weder Arbeit noch Kinder vernachlässige – das klappt gut. Hinzu kommt, dass es sein kann, dass ich die Möglichkeit bekomme eine von mir seit Kindesbeinen an geliebte Immobilie zu pachten, um darin ein Kreativ- und Veranstaltungszentrum ins Leben zu rufen – also viel Arbeit, aber auch ein absoluter Herzenswunsch.
Ich persönlich denke, ich bekomme das schon gewuppt – ich wuppe immer alles irgendwie und versuche mich selbst dabei nicht zu vergessen – aber es wäre schön von anderen Mamas zu hören, die bereits Erfahrung haben, vielleicht auch Mamas die all das schon geschafft haben, weil die Kindern nun groß sind und die Firma läuft oder einfach nur zu hören, auf was man achtgeben sollte.
 Ich freue mich auf Antworten.
               
Leserfrage: Wie wuppen andere Mamas ihre Selbstständigkeit? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserinnen-erzaehlen-seit-ich-die-pille-nehme-habe-ich-keine-lust-mehr-auf-sex
        Ihr Lieben, neulich haben wir auf unserer Facebook-Seite einen Artikel geteilt, in dem es über die Nebenwirkungen der Pille geht. Ganz viele von Euch haben uns daraufhin geschrieben und gesagt; "Ja, uns geht es nicht gut, seitdem wir hormonell verhüten." Heute erzählen uns Maja und Iris ihre Geschichten: 
Liebe Maja, in welchem Alter hast Du begonnen, die Pille zu nehmen und wie lange hast Du sie genommen?
Als ich 16 war habe ich mit der Pille angefangen und ab da viele Jahre lang. Es gab einige Pausen – 5 Jahre lang hatte ich die Spirale und 2 Jahre war ich mit einem Mann zusammen, der sterilisiert war. Und natürlich während der Schwangerschaften war ich pillenfrei. Sonst allerdings immer. Heute bin ich 43 Jahre alt. 
Wie hat sich Dein Körper dadurch verändert?
Rein äusserlich hat sich mein Körper nicht verändert.
Wo hast Du dann Veränderungen gespürt?
Ich hatte ganz klar weniger Lust auf Sex, wenn ich die Pille genommen habe. Immer wenn ich eine Pause hatte, kam meine Lust zurück. Das war schon enormer Unterschied. Mit Pille hatten wir maximal einmal die Woche Sex.
War das auch Thema in Eurer Beziehung?
Mein Mann hat es so hingenommen. Es war mir auch nicht bewusst, dass die Pille daran Schuld ist. Ich dachte, ich sei einfach müde vom Alltag. Erst, als ich die Pille jetzt wieder abgesetzt habe, ist mir bewusst geworden, wie die Hormone all die Jahre meine Lust gedrosselt haben. 
Warum hast Du die Pille denn abgesetzt. 
Ich habe mich wieder für die Spirale entschieden. Ich wollte einfach keine Pille mehr nehmen. 
Wie hat sich Euer Sexleben verändert, seit du die Pille abgesetzt hast?
Ich fühle mich attraktiver und wohler in meiner Haut. Wir haben viel mehr Sex, meist jeden zweiten Tag. Und der Sex ist auch einfach besser geworden, er fühlt sich viel freier an. 
—-
Liebe Iris, seit wann nimmst Du die Pille? 
Seit Januar 2017, vorher hatte ich 5 Jahre lang die Kupferspirale. Ich konnte sie nicht weiter nehmen, da ich sehr starke Blutungen hatte und deshalb regelmäßig Eiseninfusionen gebraucht habe. Das wollte ich einfach nicht mehr. Meine Ärztin wollte mir dann Hormon-Spirale einsetzen. Ich habe aber Migräne und die Hormonspirale kann das noch verstärken. Aso blieb für mich nur die Pille.
Wie hat sich Dein Körper und Deine Psyche verändert, seit Du die Pille nimmst?
Körperlich hat sich nicht viel verändert. Aber ich fühle mich unausgeglichener und gehe schneller an die Decke – leider.
Was hat die Pille mir Deiner Libido gemacht?
Meine Libido ist irgendwo – aber leider nur nicht bei mir. Ich muss mich wirklich aufraffen, um Sex zu haben. Wenn es dann zu Sex kommt, ist er sehr schön, aber es kommt eher selten dazu, weil ich schlicht kein Bedürfnis nach Sex habe.
Hast Du schon mal über andere hormonfreie Verhütungsmethoden nachgedacht?
Kondome mochten mein Mann und ich noch nie. Ich mag den Geruch und die Haptik nicht und mich nervt auch dieses Gefummel, um das Kondom drüberzuziehen. Temperatur-messen habe ich benutzt, um schwanger zu werden. Daher ist es für mich mental zu behaftet, um es als Verhütungsmittel zu nutzen. Ich will auf gar keinen Fall nochmal schwanger werden, daher ist mir Temperatur-messen irgendwie zu unsicher, obwohl ich weiß, dass es bei vielen Frauen super klappt. 
Dein Mann möchte sich im August sterilisieren lassen. Wer hatte die Idee dazu? Und was erhofft Ihr Euch von diesem Schritt?
Die Idee kam eigentlich von uns beiden. Wir sind jetzt 14 Jahre zusammen, unsere Familienplanung ist nach zwei Kindern abgeschlossen. Eine Sterilisation für mich wäre viel komplizierter gewesen und teurer, daher wird mein Mann jetzt diesen Weg gehen. Wir freuen uns, dass alles danach unkomplizierter wird und ich wirklich keine Angst mehr vor einer Schwangerschaft haben muss. Ich bin sehr froh, dass ich nun bald keine Hormone mehr nehmen muss. Manchmal fühlt es sich nämlich so an, als würde ich meinen Körper damit vergiften. 
Wie wichtig ist Euch generell das Thema Sex in der Beziehung?
Sehr wichtig! Vor der Pille hatten wir sehr oft Sex, jetzt kaum noch. Ich hoffe, dass meine Libido sich wieder erholt. Wir sind noch jung und wollen unsere Beziehung in jeder Hinsicht genießen. 
Foto: Pixabay
               
Leserinnen erzählen: "Seit ich die Pille nehme, habe ich keine Lust mehr auf Sex" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserinnen-frage-muss-man-alleinerziehend-anders-erziehen
        Liebe Stadt-Land-Mamas, mir geht seit dem Urlaub ein Thema durch den Kopf: Muss man alleinerziehend anders erziehen? Oder funktioniert Erziehung und Zusammenleben anders?
Meine Tochter ist drei und wir sind seit über einem Jahr nur noch zu zweit. Im Urlaub waren wir zu Besuch bei Freunden und dort habe ich gemerkt, wie anders eine 4-köpfige Familie tickt. Die Fronten Eltern – Kinder waren klar. Die Kinder machten zusammen alles viel schneller (Gruppenzwang?) und meine Tochter hat fast nie mit mir diskutiert.
Ich habe das Gefühl, dass sie uns beide zu Hause eher als Partner sieht. Am liebsten hätte sie das Sagen und nimmt Ansagen von mir nie hin. Sie hat immer das letzte Wort.
Als wir dort anderthalb Wochen bei der anderen Familie waren, nicht. Da hat sie auf mich gehört und mich nicht ständig in Frage gestellt. Vielleicht fiel es ihr dort leichter, sich einzuordnen. Oder sie hat sich weniger getraut aufzumucken. Auf jeden Fall hat sie sich noch nie so schnell angezogen, die Zähne geputzt etc. wie dort.
Nun meine Frage: Kennen andere Alleinerziehende das auch? Und falls ja, wie geht Ihr damit um?
               
Leserinnen-Frage: Muss man alleinerziehend anders erziehen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lieblings-kinderbuch-wie-uns-carina-und-peter-wohlleben-von-ihrem-kleinen-eichhoernchen-piet-ueberzeugten
       
Ihr Lieben, wusstet ihr, dass Mückenbabys mit dem Po atmen oder dass Salamander Sonnenbrand bekommen können? Ha, seht ihr! Ich wusste das als Landmama nämlich auch noch nicht! Und obwohl das supersüße Kinderbuch Kühle Pfötchen für Piet (Affiliate Link) von Bestseller-Autor Peter Wohlleben und seiner Tochter Carina eigentlich für Zweijährige wie meine kleine Nichte gedacht ist, lernen so auch die vorlesenden Cousins und Cousinen im Buch noch etwas, nämlich meine Kinder. So ist das Buch nicht nur als familiäres Gemeinschaftswerk entstanden, sondern wird bei uns auch so vorgelesen… ist das schön, dass das hier jetzt die Teenies übernehmen!







Denn was HABE ich unseren Kindern früher viel vorgelesen (am besten IMMER und IMMER wieder dasselbe Buch, phasenweise konnte ich die Texte auswendig…), nun sucht in diesem wirklich toll illustrierten Wunderwerk das kleine Eichhörnchen Piet ein kühles Plätzchen im warmen Sommer. Doof nur, dass Eichhörnchen kein Eis essen dürfen, wie es Förster Peter zur Abkühlung tut. Es kann sich auch nicht – wie es die Biene tut – einfach unter ein Blatt setzen, da passt nämlich gerade mal sein Öhrchen drunter und in den Teich zu den Fröschen kann es ja auch nicht springen, weil Piet als Eichhörnchen nun mal nicht schwimmen kann. Tja.







Wie Piet es dann doch noch schafft, sich zu erfrischen und den heißen Tag kühl über die Bühne zu bringen, lest ihr im Buch dann einfach selbst. Denn das lohnt sich nicht nur aufgrund der süßen Geschichte, sondern auch für die vielen Kläppchen, die auf den Buchseiten aufgeklappt werden können und unter denen sich wertvolle Sachinfos befinden, zum Beispiel zum Lieblingsessen von Maulwürfen (psssst, das sind Regenwürmer….) und mit Einblicken in das Innere eines Ameisenhügels….



Schaut mal, letzte Woche entdeckten wir einen echten Ameisenhügel im Wald.



Und wenn es schon im Inneren des Buches um unsere Umwelt geht, dachte sich der Verlag Oetinger, dass das doch auch fürs Äußere ganz wunderbar wäre. Also wurde das Buch umweltfreundlich, schadstofffrei und klimabewusst hergestellt – das Verfahren nennt sich Cradle to Cradle.



Durch den matten Umschlag fasst es sich auch einfach viel besser an. Wir können die Kühlen Pfötchen für Piet also nur wärmstens und von Herzen empfehlen. Sei es für die eigenen Kinder beim Picknick unter einem Apfelbaum, für die Nichten und Neffen, wenn die eigenen Kinder schon größer sind oder, nun ja, für die Mamas und Papas oder Omas und Opas, die einfach auch selbst nochmal ein tolles Bilderbuch in der Hand halten und über Mückenpopos schmunzeln wollen…  Große Lese-Empfehlung jedenfalls von uns für euch!




               
Bestes umweltfreundliches Kinderbuch: Kühle Pfötchen für Piet
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lockdown-bockdown-keine-ahnung-obs-mir-gut-geht
       
Ihr Lieben, seit gestern sitzen wir nun also im Lockdown light. Tun wieder einen Schritt zurück, wo wir doch grad wieder behutsam begannen, am Leben zu schnuppern. Die Kinder durften nach den fünf Monaten zwischen März und August endlich wieder zum Sport. Eine gewisse Normalität setzte wieder ein. Ein bisschen Frieden fürs Gehirn, ein Instagramfilter über den Sorgen, die dieses Virus mit sich bringt. Leider mehr Schein als Sein, denn die Sorgen waren ja nie weg und nun treten sie wieder ungefiltert in unser Leben.



Lockdown light: Was machen wir nun mit dem November?



Das Wetter wird schlechter. Die Tage beginnen nebelig. Geburtstage werden nicht mehr gefeiert, Gastwirte, Theaterschauspieler und Hoteliers haben Zwangsurlaub. Wir liegen wie in Lauerhaltung in dieser Schlacht, immer wartend, dass was passiert. Quarantäne für die Kids, eine Ansteckung, irgendwelche Hiobsbotschaften ja, wir rechnen irgendwie damit.



Ich kenn uns so gar nicht. Wir, die wir sonst so optimistisch durchs Leben gegangen sind, alles wird schon gut werden. Freude und Leichtigkeit. Nun gibt es im Draußen kaum noch etwas, auf das wir uns freuen können. Ich habe da keine Lust drauf, niemand hat da Lust drauf, aus dem Lockdown wird ein Bockdown. Ich bin so down, ich hab keinen Bock. Wir brauchen doch Lichtblicke. Etwas, das uns aus dem grauen NO-vember, aus dem Alltagstrott holt, also müssen wir die Freude im Innern finden.



Halloween, Karneval am 11.11., Geburtstage: Klein zu Hause



Wie viele Bilder von Verkleidungen und Gruseltagen ich am Wochenende gesehen habe. „Dann machen wir es uns halt zu Hause schaurig-schön“ haben viele an Halloween wohl gedacht. Oder die vielen schönen Waldbilder im bunten Herbstlaub. Ein bisschen Leichtigkeit und Spaß für die Kinder – so, so wichtig.



Trotzdem: Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, kann ich nur noch sagen: Gerade gut. Oder: Gerade nicht so doll. Weil es zwei Stunden später schon wieder ganz anders aussehen kann. Ich bin stimmungsschwankiger geworden durch Corona, dünnhäutiger, manchmal verstehe ich mich selbst und meine Launen nicht.



Sehnsucht! Was mir fehlt, seit Corona in unser Leben platzte: Vorfreude



Ich liebe Reisen, aber das geht ja nun nicht mehr, die Vorfreude fällt weg. Ich liebe Karneval, aber das geht ja nun nicht mehr, die Vorfreude fällt weg. Ich liebe Freundetreffen, geselliges Beisammensein, festes Drücken, aber das geht ja nun nicht mehr. Ich liebe Abwechslung, ich liebe es, außer Haus zu sein, ich liebe Sport oder den Kindern beim Sport zuzusehen. Hm. Das macht mich melancholisch. Das macht mich stimmungsschwankig, aber das ist ja okay. Da kommen wir schon durch.



Ich mag aber auch, wenn es anderen gut geht. Manchmal kommt dann der Weltschmerz. Was ist mit den Pflegenden, die gerade über ihre Grenzen gehen? Was ist mit den Intubierten, die das Virus erwischt hat, mit den Trauernden, die nicht mehr alle zur Beerdigung dürfen. Was ist mit den Obdachlosen, die keine „Laufkundschaft“ mehr haben. Mit denen, die wirklich um ihre Existenzgrundlage fürchten, was ist mit der Veranstaltungsbranche, wir können doch ohne Kultur nicht leben!



Allen soll es gut gehen! Vom Weltschmerz auf unseren Schultern



Ich fühl da so mit, es zieht mich so runter. Diese Warterei, dieses zermürbende Nicht-Wissen, wie es weitergeht. Dieses permanente Gefühl, nun kommt der nächste Hammer.



Ich esse viel mehr. Für ein paar Glücksgefühle zwischendurch. Ich telefoniere viel mehr. Statt persönlichere Kontakte. Ich zweifele mehr. Ich rede mehr in Luftblasen. Was wäre, wenn. Hätte, wäre, könnte. Wie viel Gehirnkapazität das fordert. Ich muss mir wieder aktiv „coronafreie Kopfzeiten“ gönnen.



Mini-Highlights im Alltag: Sich über die kleinen Dinge freuen



Mich freuen, dass die Kinder gesund sind. Dass sie zumindest in der Schule heute ihre Freunde sehen können. Im Hier und Jetzt leben. Was morgen ist, sehen wir dann. Nur von morgens bis mittags planen und von mittags bis abends. Fragen beantworten. Sorgen wegstreicheln, denn auch an den Kindern geht das alles nicht einfach so vorüber.



Damit rechnen, dass Trump wiedergewählt wird, damit man morgen bei der Wahl nicht so enttäuscht ist. Abwarten und schauen, statt zu sehr mitzufühlen. Nicht in Emotionen verlieren für Sachen, die wir nicht ändern können. Gutes tun, weil es selbst so gut tut. Einfach mal Postkarten verschicken oder Pralinen.



Es gibt sie, die Lichtblicke. Wir müssen nur genau hinschauen



Für Mini-Highlights im Alltag sorgen, wenn die nächste Zeit doch so highlightarm werden wird, ohne Weihnachtsmärkte, ohne Adventsbasare, ohne ausartenede Weihnachtsfeiern. Sich über und auf Kleines freuen. Sich bewusst mit Sachen beschäftigen, die Spaß machen, Dinge in den Kopf holen, die glücklich machen.



Sich freuen, dass in Berlin Kinder unter 12 doch noch kontaktlos Sport machen dürfen. Sich über Babyfotos der neuen Nichte freuen, die man zwar gern näher kennenlernen würde, deren Bilder aber eben auch schon glücklich machen. Sich über Verbündete im Job und Freundeskreis freuen, bei denen man sich mal auskotzen kann, sich freuen, dass die ersten Amazon-Rezensionen für unser Buch eintrudeln, sich über ein leckeres Essen hermachen oder einen lieben Gruß verschicken.



Machen wir das Beste draus: Alle zusammen!



Machen wir das Beste draus. Schließlich betrifft es uns ja alle. Und auch das kann ja tröstlich sein. Außerdem haben wir ja uns hier. Meldet euch, wenn ihr Hilfe brauchen solltet. Wenn ihr mal Frust loswerden wollt oder Lob. Lasst uns hier einen kleinen Wohlfühlplatz schaffen für die nächste Zeit. Wir schippern ja doch alle gemeinsam durch dieses Meer der Elternschaft.



P.S. Tipp von meinen Mädels: Einfach liebevoll von CORONALE statt von anstrengendem Lockdown sprechen, dann klingt es wie ein cooles Festival und nimmt dem Ganzen das Dunkle (hilft wirklich, oder?)
               
Bockdown im Corona-Lockdown: Keine Ahnung, ob´s mir gut geht
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lockdown-so-geht-es-uns-gerade
       
LISA: Ja, es war keine Überraschung, dass aus dem Lockdown light ein harter werden würde und dennoch füllten sich bei mir während der Pressekonferenz wieder die Tränendrüsen. Weil es für mich gefühlt schon seit Wochen ein Zu-wenig an allem war. Zu wenig Freunde, zu wenig Zeit für mich, zu wenig Abschalten, zu wenig Ablenkung, zu wenig Leichtigkeit. Und jetzt sollte es also wieder NOCH mehr Einschränkungen geben? Noch weniger Ich in all dem Wir? 



Ich war mir am Sonntag nicht sicher, das noch einmal packen zu können. Noch einen harten Lockdown, noch einmal zurückgeworfen, alleingelassen mit all den Anforderungen und Aufgaben. Die vielen Schulmails, die vielen Unsicherheiten, kein ungestörtes Arbeiten mehr, nicht mehr aus dem Haus können. Aus dem Zuhause, das mir eh schon so aus dem Hals raushängt, weil ich immer im Homeoffice arbeite, aber sonst auch mal eine Dienstreise oder ein Reportagetermin außerhalb möglich waren oder einfach den Kindern beim Fußballspielen zuschauen. 



Zuhause, das ist für mich immer auch Arbeit. Für den Job, den Haushalt oder die Kinder. Andere können sich zu Hause hervorragend entspannen. Ich kann das vor allem außerhalb meines Zuhauses. Wenn ich mal was anderes erlebe…



…Ich erlebe aber nichts anderes mehr.  



Wir haben uns auch in den letzten Wochen schon unglaublich eingeschränkt. Kein Sport mehr, kein Hobby, keine Abendessen oder Freundetreffen in größeren Gruppen. Wenn ich rausgehe, gehe ich allein durch den Wald. Mir reicht das auf Dauer aber nicht. Zurück zu Hause dann Kinder- und Geschwisterexplosionen, manchmal erinnert das hier an ein Nahkampfgebiet. Dreimal Pubertät heißt eben auch: Dreimal sich lösen wollen. Und das aber grad nicht können. Weil Freunde nicht mehr erlaubt sind. Alles wird diskutiert. Mit uns. Miteinander. Es schlaucht. Bei aller Liebe erschöpft das eben auch. 



Es mutet an, als müssten wir als Eltern immerzu funktionieren, immer Gas geben auf allen Ebenen, aber es fehlt eben an Tankstellen! Da sind keine Highlights wie Hochzeiten oder Geburtstage oder Urlaube. Da sind keine Abwechslungen, nur zermürbende Routine und Hamsterrad. Und wann das alles vorbei sein soll ist ungewiss. 



Ich glaube mittlerweile nicht mehr an Termine. An 11. Januare. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kinder Mitte Januar wieder zur Schule gehen. Ich weiß nicht, wann wir dann Geld verdienen sollen. Ich weiß aber auch nicht, wann wir dann Kraft tanken sollen. Wir alle, die wir alle unterschiedliche Päckchen zu tragen haben, aber alle zusammen in dieser Pandemie festsitzen. Ich hab einfach keinen Bock mehr auf Corona. Ich will jetzt gern mein altes Leben zurück. Für mich. Und für alle anderen.



KATHARINA: Das Dèjá-vu trifft mich mit dem Vorschlaghammer auf dem Kitaflur. Ich schiebe meine kleine Tochter in den Gruppenraum, murmle etwas in meine Maske, dann verlasse ich das Gebäude fluchtartig, weil mir die Tränen in die Augen schießen. 



„Wer weiß, wann wir uns dann wieder sehen“, hatte die andere Mutter auf dem Flur gesagt und das war mein Knackpunkt. Diesen Satz hatte ich am letzten Tag vor dem ersten Lockdown so oft gehört. Damals war ich noch voller Hoffnung, dass der ganze Spuk vorbei nach Ostern ist. 



Heute, Monate später, bin ich schlauer. Nichts ist vorbei. Wir stecken bis zum Hals drin. Dass am 10.1. wieder Normalität einkehrt, glaube ich nicht. Ich bin nicht mehr nur hoffnungsvoll, sondern realistisch.. 



Auch die Kinder haben dazu gelernt. Sie wissen, dass sie in den nächsten Wochen wieder nicht zur Schule, zu den Hobbys, zu ihren Freunden dürfen. Sie wissen, was auf sie zukommt. Sie schlucken die Enttäuschung darüber runter runter und sind tapfer. Wie so oft im letzten Jahr. 



Gestern hatte meine Große Geburtstag. Ihr größter Wusch war, dass sie da noch zur Schule gehen und Muffins an ihre Freunde verteilen kann. Wir freuen uns alle sehr, dass das noch geklappt hat. Es war ein anderer Geburtstag. Aber er war auch sehr schön.



Wie ich mich fühle? Nach der Kita habe ich im Auto schlimm geheult. Dann gings wieder. Manchmal erwische ich mich, dass ich denke: Was, wenn das alles nie vorbei geht? Was, wenn meine Kinder so aufwachsen müssen?



Ich denke viel über mich und meine Erwartungen nach. Über Dinge, die ich für selbstverständlich gehalten habe. Darüber, was für mich wirklich wichtig ist. Darüber, was bei uns in der Familie gut läuft und wo die Punkte sind, über die wir immer wieder stolpern. 



Am Abend lesen wir „Weihnachten im Mövenweg“. Die Kinder dort gehen auf einen Weihnachtsmarkt, haben Adventsfeiern in den Schulen und Musikvorspiele. Krass, denke ich, all das fällt dieses Jahr aus. Alles nicht lebensnotwendig, aber es hat vielen Leuten viel Licht und Freude gebracht. Also doch sehr wichtig. 



Im Frühjahr haben alle Bananenbrot auf Instagram gebacken, jetzt werden Kerzen gefärbt und Wichteltüren angebracht. Wir essen nur Plätzchen und ich trinke zu viel Rotwein. 



Auch diese Zeit wird vorbei gehen. Das hoffe ich. Und irgendwann werden wir zusammen sitzen, von diesem seltsamen Jahr erzählen, von dem Weihnachten, das so anders war. Und dann wird es sich anfühlen, als sei es nur ein schlechter Traum gewesen. Weil die Welt dann wieder eine andere ist. 



Bis dahin, Kopf einziehen und durchhalten, die Maßnahmen sind wichtig und richtig. 



Ihr seid nicht allein. Wir sind da. 
               
Lockdown: So geht es uns gerade | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lynn-andersen-wie-aus-unserem-daenemark-urlaub-ein-thriller-entstand
       
Ihr Lieben, ich weiß nicht, ob ihr auch Familien habt, mit denen ihr gern in den Urlaub fahrt – das funktioniert ja auch nicht mit allen. Aber wir haben da so eine Familie, mit der wir gern wegfahren, weil nicht nur wir Erwachsenen uns super verstehen – sondern auch die Kinder. Weil wir fast identische Ansichten zu Sightseeingfrequenz und Entspannungsetappen haben und wir ähnlich locker mit unseren Urlaubskindern umgehen.



Zusammen verbrachten wir also mal zwei wirklich wundervolle
Wochen in Dänemark. Wir hatten zwei recht günstige Ferienhäuschen am Strand, so
dass wir uns gegenseitig besuchen konnten. Und vor allem die Kids immer
entweder in ihrem oder in unserem Garten spielten.



Es war das erste Mal in meiner gesamten Mutterkarriere, dass ich fünf Bücher in zwei Wochen Ferien verschlang. Einfach, weil die Kinder ja sich hatten. Da auch das Wetter noch so wunderbar mitspielte, war das echt rundum perfekt.



Aber der Urlaub hatte Nachwirkungen. Lynn Andersen, die Mama der anderen Familie, zog sich danach nämlich zurück in ihr Kämmerlein – und was dort entstand, räusper, macht mir jetzt zugegebenermaßen doch ein bisschen Angst. Denn sie schrieb einen Thriller. Einen Roman, der genau dort spielt, wo wir zusammen waren: Dänische Dämmerung (Affiliate Link).



Und – HILFE! – es wird ein deutsches Ehepaar ermordet
aufgefunden. In einem Sommerhaus an der dänischen Nordseeküste. Ähem. Nun.
Also. Ich gehe mal fest davon aus, dass das… – also zum Glück lebe ich ja noch!
Fiktion, Fiktion, der Roman ist natürlich ausgedacht. Ich bin trotzdem stolz,
dass dieser Urlaub Lynn mit zu diesem Werk inspiriert hat. Ich wollte doch
jetzt nochmal genauer nachfragen…



Autorin Lynn Andersen.



Liebe Lynn, unser gemeinsames Urlaubsdorf ist nun Kulisse
deines Thrillers „Dänische Dämmerung“ geworden. Wer genau stand denn nun
eigentlich Pate für das ermordete deutsche Ehepaar, ähäm?!



Lynn Andersen: Ein sehr sympathisches Ehepaar. Aber auch wenn ihr ebenfalls sehr sympathisch, seid, dir und deinem Mann würde ich niemals etwas zu Leide tun. Nicht mal schriftlich.



Nun ist das Buch ja tatsächlich etwas für Thriller-Fans…
dass nur der kleine Sohn des Ehepaars übrig bleibt, macht mir ein bisschen
Angst, es komplett zu lesen. Schafft man das als Mutter, du hast ja schließlich
selbst zwei Kinder…?



Lynn Andersen: Frag mal wie es mir ging, das nicht nur zu lesen, sondern selbst aufzuschreiben. Aber manchmal muss eine Autorin tun, was eine Autorin tun muss. Für die Spannung geht man dann auch mal an die Grenzen.



Aber ganz ehrlich: Man kann das Buch gerade gut als Mutter oder Vater lesen. Es geht darin nämlich auch viel um Beziehungsthemen, das Scheitern am Anspruch eine perfekte Familie sein zu wollen und um wahre Liebe.



Du bist ähnlich wie ich irgendwann, von Berlin aufs Land
rausgezogen. Kommen dir in der Einsamkeit und Stille die besseren Ideen? Oder
woher nimmst du die Fälle, die dann den Weg in deine Bücher schaffen?  



Lynn Andersen: Sie kommen immer dann, wenn ich mich frage: Was könntest du denn als nächstes schreiben? Wo und wann das ist, bestimme ich ganz allein.



Das Landleben hilft natürlich ein bisschen dabei. Denn dort kann man super beim Spaziergang oder beim Joggen nachdenken. Aber auf der Zugfahrt in meine alte Heimat Berlin sind mir auch schon richtig gute Ideen gekommen – und da befindet man sich ja genau zwischen Stadt und Land.



Im Buch verschwindet irgendwann auch die Ehefrau des
Kommissars, der Fall wird immer verworrener. Wie machst du das beim
Bücherschreiben, sprichst du dann mit echten Kommissaren, fährst du zum
Recherchieren raus?



Lynn Andersen: Da ich ja auch Journalistin bin, könnte ich niemals etwas schreiben, das total unwahrscheinlich ist. Deshalb habe ich für dieses Buch tatsächlich mit dem Pressesprecher der Polizei Osnabrück gesprochen. Ich wollte, dass mein Protagonist, Daniel Konermann, einen Lebenslauf hat, der realistisch ist und seinem Alter entspricht.



Für meinen zweiten Roman Luderplatz (Affiliate Link) habe ich mich sehr lange mit einer Rechtsmedizinerin unterhalten, die wirklich einen schönen schwarzen Humor hatte. Oder ich habe mit der Berliner Feuerwehr über die Bergung von Wasserleichen gesprochen. Meistens fließt dann etwas aus diesen Gesprächen mit in die Geschichte ein.



Ach ja, in unserem Dänemarkurlaub bin ich über den örtlichen Friedhof geschlendert und habe mir typisch dänische Namen von Grabsteinen aufgeschrieben und in unserer Ferienhaussiedlung habe ich mir Straßen- und die Kosenamen der kleinen Häuser notiert.



Mein Onkel ist Arzt, er gab mir mal einen Tipp für einen fast perfekten Mord und ein Freund ist Segler, der konnte mir was zu einem bestimmten Sturm sagen, der auch in der Dänischen Dämmerung über das Land fegt.







Und wie denkst du dir die Handlung aus? Wirklich an einem
großen Tapetenblatt, auf dem die Handlung aufgemalt wird, so wie man sich das
so vorstellt?



Lynn Andersen: Ne, bei mir beginnt alles ein paar Nummern kleiner. Mit einem Notizbuch, das ich immer bei mir habe und in dem auch mal Einkaufslisten zu finden sind und die nächsten Netflix-Serien stehen, die ich noch gucken muss. Da kommt alles rein, was ich mir zu einer Geschichte überlege. Stichworte, erste Handlungsstränge, mögliche Namen, Orte, Mordmethoden.



Von da geht es dann später in ein erstes Word-Dokument, dass dann „Notizen und Ideen“ heißt. Und irgendwann wird daraus ein Exposé, also eine Handlungszusammenfassung, die dann mein Agent zu sehen bekommt. Sagt er, das ist gut, mache ich weiter mit den Probeseiten.



Allerdings hatte ich dieses Mal tatsächlich vor, mir einen Ablaufplan an die Wand zu hängen, aber irgendwie hat es nicht geklappt. Stattdessen schreibe ich Veränderungen lieber ins Notizbuch. Manchmal muss ich auch richtig rechnen, wenn die Handlung in mehreren Zeitebenen stattfindet zum Beispiel.



Und ich brainstorme zwischendurch mit einer Freundin, die auch Autorin ist und die die Namen meiner Protagonisten besser im Kopf hat als ich. Die findet jeden logischen Fehler und hilft auch dabei sie aufzulösen!



Nach einigen Krimis ist dies nun dein erster Thriller.
Warum war dir das mal ein Bedürfnis? Und zu allerletzt. Warum spielt er genau
dort, wo wir zusammen mit den Kids einen der entspanntesten Urlaube ever
verbrachten 😉?



Lynn Andersen: Spannende Geschichten zu erzählen, das ist mein Bedürfnis. Ob dann am Ende ein Krimi oder Thriller daraus wird, eine Liebesgeschichte oder eine Komödie, ist für mich eigentlich nebensächlich. Dass es jetzt ausgerechnet Dänemark sein musste, lag genau an dieser Entspanntheit, die wir dort alle erlebt haben.



Alle Türen sind offen, jeder fühlt sich absolut sicher, die Menschen sind freundlich, das Dosenbier schmeckt und die Hot-Dogs sowieso. Und genau dann, wenn alles perfekt ist, also an so wunderbar unschuldigen Orten und in den schönsten Momenten, stelle ich mir eigentlich immer die Frage: Was wäre, wenn…



Und, schwupps, befinde ich mit mitten in einem Mord-Szenario. Ich schätze, das ist eine Art Berufskrankheit von mir.



Lynn Andersen: Dänische Dämmerung. Emons. (Affiliate Link)
               
Dänische Dämmerung: Lynn Andersen schreibt ihr Thriller-Debut
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/macht-euch-nicht-abhaengig-so-koennen-sich-frauen-absichern-die-zu-hause-bei-den-kindern-bleiben
        Ihr Lieben, ihr kennt das sicherlich, immerzu wird uns suggeriert, dass wir nach der Geburt schnell zurück in den Job sollen. Was, wenn ich das als Mutter gar nicht will? Wenn ich zu Hause bei den Kindern bleiben möchte?
Dann ist das vollkommen okay, sagt Vereinbarkeitsexpertin Nicole Beste-Fopma („Beruf und Familie – Passt!“, Affiliate Link), allerdings nur, wenn sie sich dann auch entsprechend absichern. Mit diesem Vertrag kann das gelingen. Danke für diesen wertvollen Gastbeitrag!
"Wollen wir nicht alle ein zufriedenes, selbstbestimmtes Leben leben? Wir bekommen Kinder oder auch nicht. Wir bekommen ein Kind oder gleich einen ganzen Stall voll. Wir sind erwerbstätig oder auch nicht. Wir üben unseren Job für wenige Stunden aus oder ganz viele. Wir lassen die Kinder in der Kita betreuen oder von den Großeltern oder von jemand anderem, dem wir vertrauen.
Doch egal was und wie wir es machen, wir machen es in den Augen einiger immer falsch. Warum nicht jede nach ihrer Fasson? Warum berichten wir in den Zeitungen, Zeitschriften und im Internet nicht vorurteilsfrei von allen Möglichkeiten und weisen lediglich auf die jeweiligen Herausforderungen hin?
Es lässt sich auch heute noch beobachten, dass Paare, sobald das Kind da ist, in das traditionelle Familienmodell zurückfallen. Wenn auch nicht vollends, dann doch zumindest in ein Modell, in dem der Mann der Hauptverdiener ist und die Frau dazu verdient. Und das ist ok! Kinder wachsen nicht von alleine auf und nicht jede*r will den Nachwuchs schon mit wenigen Monaten in die Hände einer Kinderbetreuer*in geben, damit beide Vollzeit erwerbstätig sein können.
Die Frau macht sich damit aber abhängig. Selbst dann, wenn sie dazuverdient. Denn von dem, was sie verdient, kann sie im Fall der Fälle – Scheidung – nicht leben. Zwar ist es heute sicherlich einfacher, wieder in den Job einzusteigen. Es gibt viele tolle Beispiele von, in erster Linie, Frauen, die mit 40 wieder eingestiegen und sogar noch mal so richtig durchgestartet sind. Aber darauf sollte man sich nicht verlassen.
Deshalb bin ich der Meinung, dass man mit dem Partner einen Vertrag abschließen sollte. Und zwar genau dann, wenn man gemeinsam beschließt, dass einer von beiden Stunden drastisch reduzieren oder gar ganz zuhause bleiben wird. Der Vertrag sollte dann folgende Punkte beinhalten:
Entgangener Gewinn: Das Elternteil, das zukünftig nur wenig bzw. nichts verdient, erhält im Fall einer Scheidung die Hälfte des während der Zeit der Kinderbetreuung erwirtschafteten Gewinns. Wer in einer Gütergemeinschaft lebt, erhält das auch ohne Vertrag. Dieser Passus ist also nur wichtig für Paare, die eine Gütertrennung vereinbart haben.
Lohnausgleichszahlung: Wer lange Zeit nicht erwerbstätig war, wird nicht so viel verdienen, wie eine Arbeitskraft, die immer im Job war. Daher sollte für einen bestimmten Zeitraum eine Ausgleichszahlung vereinbart werden.
Wiedereinstieg: Nicht immer gelingt der Wiedereinstieg so schnell und reibungslos wie man/frau es sich wünscht. Hier sind beide Parteien gefragt. Die eine muss sich dazu verpflichten, intensiv nach einem Job zu suchen. Die andere verpflichtet sich dazu, für einen Zeitraum x finanziell zu unterstützen. Legt einen monatlichen Betrag fest und vergesst nicht, dass das Leben jedes Jahr teurer wird!
Betreuungsbonus: Lebt das Kind die meiste Zeit bei einem Elternteil, muss dieser auch immer für die Betreuung aufkommen. Abends mal einen Babysitter holen, um auch mal wieder „unter Leute“ zu kommen. Teuer! Über den gesetzlich geregelten Unterhalt hinaus, sollte auch hier mindestens einen Abend pro Woche Geld für einen Babysitter verhandelt werden.
Rentenausgleich: Last but not least, muss auch an der Alter gedacht werden. Altersarmut ist weiblich. Muss aber nicht sein. Vieles ist schon im Gesetz geregelt, aber nicht, dass auch der gesetzliche und betriebliche Rentenanspruch fifty-fifty geteilt werden muss.
In diesem Sinne: Wenn ihr Euch gegen den Job und für die Kinder entscheidet, macht das! Aber sichert Euch ab!"
 
Die Autorin dieses Beitrages, Nicole Beste-Fopma, hat ein sehr empfehlenswertes Buch zum Thema geschrieben: "Beruf und Familie – Passt!" (Affiliate Link). Für alle, die sich noch eingehender mit dem Thema Vereinbarkeit beschäftigen wollen.

 
               
Macht euch nicht abhängig! So können sich Frauen absichern, die zu Hause bei den Kindern bleiben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-glueck-gemischte-gefuehle-nach-der-geburt-sind-vollkommen-normal
       
Unsere Leserin hat ihre Drillinge kerngesund zur Welt gebracht. Alle Welt freute sich so über die Geburt und die kleinen Wunder. Doch Mama haderte. Damit, dass andere sich nachts um ihre Kleinen kümmerten. Sie erkannte sich selbst nicht wieder.
Dass solche großen, ambivalenten Gefühle nach der Geburt vollkommen normal sind, wusste sie da noch nicht. Mi ihrem Text möchte sie all jenen Mut machen, die sich wie sie nicht getraut haben, darüber zu sprechen, dass neben dem großen Glück auch ganz schön viele Ängste und Sorgen mit im Gefühlscocktail auftauchten.
"Als unsere Kinder vor einigen Jahren in der 32. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, hatte ich schon viereinhalb Wochen im Krankenhaus verbracht. Mit Hilfe von Wehenhemmern, einem wunderbaren Arzt und meinem sozialen Umfeld, das mich umsorgt und in allem bestärkt hat, konnten wir es schaffen, die Geburt bis zur 32. Woche hinauszuzögern.
Nun war also der große Tag gekommen und unsere Drillinge erblickten – zwar noch klein, aber kerngesund – das Licht der Welt. Trotzdem würde es noch sieben Wochen dauern, bis wir unsere Mädchen mit nach Hause würden nehmen können.
Nach einigen Tagen hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich bei mir im Gegensatz zu allen anderen das Gefühl des Glücks einfach nicht einstellen wollte. So viele Menschen traf ich in den Tagen nach der Geburt, alle mit einem strahlenden Gesicht und den Worten, wie toll doch alles verlaufen sei.
Objektiv war mir völlig klar, dass all diese Menschen Recht hatten. Die Kinder und ich wurden bestens medizinisch versorgt und die Krankenschwestern und Ärzte waren alle sehr nett… und doch schmerzte mein Herz jeden Abend unglaublich.
Ohne meine Kinder nach Hause gehen zu müssen, das fühlte sich nach einer völlig falschen Situation an. Ich fühlte mich sehr verloren und ja, auch undankbar – schließlich ging es uns doch allen gut. Warum also konnte ausgerechnet ich mich dem Glück nicht anschließen?
Wenn ich morgens in die Klinik kam und eine Schwester mir sagte: "XY hatte eine sehr unruhige Nacht aber ich habe viel mit ihr gekuschelt und dann ging es ihr besser", konnte ich das kaum aushalten. Ein fremder Mensch tröstet mein Kind und ich sollte auch noch dankbar dafür sein?
Ich weiß, wie ungerecht mein Gefühl gegenüber den vielen Menschen war, die für uns immer nur das Beste wollten… aber in dem Moment konnte ich einfach nicht anders. Einmal sagte ein Arzt zu mir „Fahren sie doch nochmal ein Wochenende in den Urlaub ihren Kindern geht es hier doch gut“. Für mich war das vollkommen unvorstellbar. Ich wollte doch gerade bei meinen Kindern sein!
Diese Mischung aus Neid auf das Glück der Anderen und Überforderung mit dieser völlig neuen Situation machte mich fertig. Zumal dies überhaupt nicht meinem Wesen entsprach! Ich versuchte doch eigentlich immer allen wohlwollend gegenüberzutreten.
Mir ging es emotional sehr schlecht, doch ich traute mich einfach nicht, das auch klar zu äußern. Ich ließ nichts von diesen Gefühlen nach außen dringen, sondern blieb damit völlig für mich allein, weil ich nicht den Mut hatte, darüber zu reden. Alle Welt war doch so glücklich und ich sollte ihnen jetzt sagen, dass mir ständig zum Heulen zumute war? Ich habe sehr lange gebraucht, diese Zeit anzunehmen und zu verarbeiten und noch heute verspüre ich manchmal Schmerz, wenn ich daran denke. 
Als die Kinder etwa anderthalb Jahre alt waren, hatte ich das Gefühl ich müsste etwas tun, um dieses Thema endlich abzuschließen und meine Gedanken an diese Zeit in eine andere Richtung zu lenken. Den Schmerz, den diese Zeit verursacht hatte, konnte und wollte ich annehmen, um damit abzuschließen oder zumindest meinen Frieden zu schließen.
Ich habe damals viel gelesen und regelmäßige Sitzungen bei einem Mentalcoach wahrgenommen, um mit ihm zu ergründen, was eigentlich mit mir los war und wie ich diese Zeit anders einordnen kann. Ich hätte mir rund um die Geburt gewünscht, dass mich jemand gefragt hätte, wie es mir eigentlich geht, jeden Abend ohne meine Kinder nach Hause gehen zu müssen. Wie sich das anfühlt, diese kleinen Menschen für eine sehr lange Zeit in sich zu tragen und von einem Tag auf den anderen dann auch noch räumlich getrennt sein zu müssen.
Diese damit verbundene Ohnmacht nicht in sich zu tragen, sondern offen damit umzugehen, hätte mir sicher sehr geholfen. Ich möchte jedem, der sich in diesem Text wieder erkennt, Mut machen, darüber zu reden. Anzunehmen, dass es okay ist, wenn man in Ausnahmesituationen neben Glück noch Gefühle wie Überforderung, Verlorenheit und Unsicherheit spürt.
Als ich mich neulich mit einer Zwillingsmama unterhielt, kamen wir auf dieses Thema zu sprechen. Sie sagte dann irgendwann „Du bist die Erste, die mich versteht“. Ihr war es genauso ergangen und seitdem lässt mir das keine Ruhe. 
Es ist so wichtig, zu wissen, dass eine Situation, die für andere objektiv mehr als in Ordnung ist, sich für einen selbst alles andere als in Ordnung anfühlen kann. Alle Menschen, die mich damals umgaben, wollten ja immer nur das Beste. Wenn man nicht selbst in dieser Situation ist, ist es sehr schwierig dies nachzuvollziehen.
Darum finde ich es wichtig, ohne Scham darüber zu reden, dass diese erste neue Familienzeit unter besonderen Voraussetzungen mehr Aufmerksamkeit benötig als "nur" die medizinische Betreuung."
Wenn ihr Kontakt zu unserer Gastautorin aufnehmen wollt, schreibt uns einfach eine kurze Nachricht. Wir vermitteln dann gern.
 
Hilfe für Betroffene:
In Köln begleitet Nicole Ebrecht-Fuß Frauen, denen es ähnlich ergangen ist. Sie bietet auch die deutschlandweit einzige Selbsthilfegruppe für Frauen nach traumatisch erlebter Geburt an: Winyan.
Außerdem bietet der Verein Schatten und Licht Hilfen bei Krisen rund um die Geburt.
Zum Weiterlesen:
Von der Angst, keine gute Mutter zu sein (Spiegel Online)
Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche? Eine sehr persönliche Buchrezension
Wie Ulrike nach einer postpartalen Depression noch ein Kind bekam

  
 
 
               
Mama-Glück?: Gemischte Gefühle nach der Geburt sind vollkommen normal | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-kannst-du-mal-aufhoeren-zu-motzen
         Ihr Lieben, wer mich kennt, weiß, dass ich ganz gerne gute Laune habe. Umso mehr fällt es wohl auch bei den Kindern ins Gewicht, wenn es bei uns zeitweise mal ein bisschen motziger zugeht.
Das kann zum Beispiel in Stoßzeiten wie in der Phase kurz nach den Sommerferien so sein, wenn plötzlich alle wieder Schulbrote brauchen, alle wieder ins Büro müssen, nachmittags wieder Hausaufgaben auf dem Programm stehen und abends möglichst pünktlich das Licht ausgehen soll, damit man am Morgen durch die Müdigkeit nicht noch motziger ist.
Nun, so eine Phase ist das hier gerade. Alle leicht überfordert (schön, das einfach mal aufzuschreiben, denn ja, es ist ganz normal, als Mama oder Papa auch mal überfordert zu sein), alle irgendwie aufgescheucht und durcheinander. Wer braucht wann welches Sportzeug und wer hat den Elternbrief wieder nicht abgegeben und wer hat jetzt nochmal den Wandertag oder braucht eine Unterschrift? Dazu diese elende Müdigkeit, denn wir selbst müssen uns ja auch erst wieder an das frühe Aufstehen zwischen 6 und 7 Uhr gewöhnen.
Nun kam ich heute nach der Arbeit nach Hause, hatte kurz Zeit, den Jungs Hallo zu sagen und einen Kaffee zu trinken und musste dann los, unsere Tochter von ihrem Lang-Tag an der Schule abzuholen. Als wir beide zurück zu Hause waren, kamen wir nicht rein. Die Türklinke war mit Tape-Band zugeklebt und unten war das Sicherheitskettchen vorgeschoben.
"KÖNNT ihr uns mal bitte reinlassen?" "Höhö, nöö."
"Jungs, echt jetzt, was soll das? Kann man euch nicht EINMAL zu Hause lassen, ohne dass ihr irgendwelchen Quatsch macht?" "Mann Mama, jetzt motz doch nicht schon wieder. War  doch nur ein Scherz…"
Sind sie nicht süß? Ja, okay, am Ende lacht man drüber, aber nach einem langen Tag ist einem eben nicht dauernd zum Lachen zumute. Besonders nicht, wenn man dann reinkommt und sie SCHON WIEDER ihre Jacken einfach auf den Fußboden geworfen haben, obwohl ich ihnen in diesem Jahr schon Trölfmillionen Mal gesagt habe, dass sie dafür eine Extra-Kindergarderobe haben. Und wenn ich dann sage, dass sie jetzt bitte Hausaufgaben machen sollen. Nö. Und erwähne, dass nachher auch noch Training ist. Nö. Und dass sie ihre Joghurt-Deckel bitte vom Sofa kratzen sollen. Nö.
Wuhäääääääääää. Buhuuuu.
Verdammte Hacke, jetzt macht doch mal IRGENDWAS, das ich sage!!!
„Boah, Mama, kannst du auch mal EINEN Tag hinkriegen, an dem Du nicht motzt?“ Und das kommt dann in dem gleichen Motzton, den ich nach acht verweigerten Handlungsanweisungen an den Tag lege. Meine Kinder! So süß.
Und morgen versuche ICH dann einfach mal zu allem Nö zu sagen. Aber ohne Motzen. Das dürfen sie dann übernehmen. So ein Rollentausch müsste doch eigentlich Wunder bewirken, oder??? Und nächste Woche sind wir dann ja hoffentlich eh wieder eingegroovt. Bis zu den nächsten Ferien, wenn wieder alles außer Rand und Band gerät. Bestimmt. Ich kenn doch meine Pappenheimer…

 Bitte lest dazu auch diesen Beitrag von uns: "Rollentausch: Wie das wäre, wenn ich mich als Mama einen Tag lang wie mein Kind verhalten würde"
—––IN EIGENER SACHE: Wir sind mit diesem Text für den Scoyo Eltern Blog Award nominiert. HIER könnt Ihr uns Eure Stimme schenken, wir würden uns sehr darüber freuen!
               
"Mama, kannst du mal aufhören zu motzen?" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-meeting-am-weltfrauentag-muetter-vernetzt-euch
       
Ihr Lieben, wir haben es bereits in unserem Beitrag „Frauen vereinigt euch“ erwähnt: Wir brauchen einander! Wir brauchen ein Netzwerk. Wir müssen miteinander arbeiten, uns gegenseitig aufhelfen, wenn wir gestolpert sind, uns anfeuern, wenn es grad gut läuft.



Morgen ist Weltfrauentag und für uns ist dieses Miteinander DAS Motto schlechthin dafür. Wir dürfen uns nicht gegenseitig ausbremsen, wir sollten neugierig, nicht wertend mit unterschiedlichen Lebensmodellen umgehen. Gerade unter uns Frauen! Wir brauchen Zusammenhalt und Solidarität!



Und weil uns dieser Netzwerk-Gedanke so gefällt, haben wir Juliane Schreiber und Sarah Drücker von Mama Meeting aus Anlass des Weltfrauentags um einen Gastbeitrag für uns gebeten.



MÜTTER VERNETZT EUCH!



„Einmal Vereinbarkeit, bitte, auf die Hand, also To-Go, oder meinetwegen, packen Sie’s ein, aber nicht in Plastik!“ Es wäre so schön, könnte ich die Lösung für Kind, Karriere, Life itself als Mensch und Mama einfach irgendwo kaufen.



Denselben Wunsch haben viele Unternehmen und bauen den Kickertisch zum Wickeltisch um, planen Sommerfeste für die ganze Familie und hoffen, dass die Working Mom im Notfall nicht nur dem Kind, sondern auch ihrer Company zur Seite steht.



Es gibt heute gar nicht mehr so viele Unternehmen, die nichts für die Familienfreundlichkeit tun wollen. Laut Studie des Bundesministeriums für Familie halten sich schon 44 Prozent der ArbeitgeberInnen für sehr familienfreundlich. Aber nur 24 Prozent der ArbeitnehmerInnen finden, dass ihr Arbeitsplatz ihre Ansprüche an Familienfreundlichkeit erfüllt.



Die Bedürfnisse von Eltern sind
so fluide wie Babyspeichel



Und genau diese Ansprüche sind das Problem. Die sind nämlich völlig individuell, Lebensphasenabhängig und ändern sich manchmal über Nacht, insbesondere wenn die Nacht wegen des Dreitage-Fiebers schlaflos für die ganze Familie war. Darum predigen die einen Vereinbarkeitsgurus Flexibilität sei der Schlüssel.



Andere sagen, gerade klare Strukturen geben den Eltern zumindest im Arbeitskontext Halt und Sicherheit. Fakt ist: Wir haben keine Vereinbarkeit, weil es sie so als fertiges Ding in der Dose, in kleinen und großen Portionen, nicht gibt.



Wir haben alle individuelle Baustellen. Wir brauchen heute dies und morgen das. Unsere Ansprüche sind so fluide, wie der Sabber, der unseren Babys über‘s Kinn auf den Pulli tropft.







Hinter jeder starken Mama
steckt ein ganzes Netzwerk für den Support in unterschiedlichen Bereichen



Vielleicht ist Vereinbarkeit darum eigentlich ein Netz, mit vielen Punkten, die wir zu unterschiedlichen Zeiten ansteuern und nutzen. Und diese Verknüpfungen sind Menschen, die mich und meine Familie in unterschiedlichen Situationen begleiteten, unterstützen oder mir einfach nur die Augen öffnen für Lösungen, die ich bisher übersehen habe.



Was wir bei Moms, die es scheinbar easy schaffen Kind und Karriere zusammen zu bringen, nämlich häufig nicht sehen, ist das Netzwerk in ihrem Rücken.



„Behind every great women, there is a shit ton of other dope ass women”. Mit diesem Satz auf einem Protestplakat hat eine Referentin beim Mama Meeting mal ihren sehr beeindruckenden Vortrag begonnen.



Die richtige Information zur
richtigen Zeit kann für die Vereinbarkeit Gold wert sein



Wir, das sind Sarah Drücker und Juliane Schreiber, haben „Mama Meetings“ ins Leben gerufen zum Weiterbilden mit anderen Working Moms, zu ganz unterschiedlichen Karrierethemen (Gehaltsverhandlungen, Work-Life-Coachings, Unternehmensgründung, uvm).



Spannend wurde es aber meist auch abseits des Vortragsthemas, wenn Nummern und Tipps ausgetauscht wurden. Denn da erzählte eine, wie sie ihr Familienchaos mit der Scrum-Methode in den Griff bekommen hat.



Eine andere bekam einen wertvollen Pressebeitrag für ihre Petition. Die nächste bekam die Nummer eines guten Coaches für die berufliche Umorientierung. Und die, die langsam verzweifelte weil sie zwischen Kita-Absagen und Wiedereinstieg hing, erfuhr, wie sie ihren Anspruch einklagen konnte.  



Ein digitaler Business-Club für
berufstätige Mütter



Um diese Synergien immer verfügbar zu machen, haben wir 2020 den ersten digitalen, branchenübergreifenden Business Club für Working Moms gegründet.



Wir fänden es super, wenn wir Vereinbarkeit auch einfach irgendwann online bestellen könnten, mit Klima-neutralem Versand (!). Bis dahin geben wir uns als Mitglieder dieses Mama-Clubs gegenseitig Rückendeckung, Ratschläge und Kontakte weiter, um durch die Herausforderungen eines Alltags, der jeden Tag anders ist, zu navigieren.



Denn dank dieser wertvollen Kontakte, verkürzen sich die Momente, in denen wir nicht weiter wissen oder fürchten unter zu gehen, auf wenige Minuten und bewahren uns so davor für Tage, Wochen oder sogar Monate an uns und der Welt zu zweifeln.



Man braucht nicht nur ein Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Auch wir Großen brauchen dieses Dorf, für alle Lebensbereiche und können es uns oft einfach über ein „Hallo, ich hab mal eine Frage“ aufbauen.







Zu Mama Meeting:



Mama Meeting GbR – Seit 2018 bringt Mama Meetings Working Moms zusammen, um sich zu beruflichen Themen weiterzubilden und zu networken.



2019 erschien „MOMTASTIC: Frau sein, Mama werden, cool bleiben“ (Affiliate Link), das Buch der Mama Meeting Gründerinnen, Sarah Drücker und Juliane Schreiber, rund um modernes Muttersein.



Mit dem Launch des ersten digitalen, überregionalen Business Clubs bringt Mama Meeting Working Moms in ganz Deutschland zusammen, um ein verlässliches und für alle Mitglieder wertvolles Netzwerk zu bilden.
               
Mama Meeting: Ein Business Club für Mütter im Job
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-mutig-mittendrin-wie-zur-hoelle-machen-das-andere-muetter-bloss
       
Ihr Lieben, heut schreibt euch Corinna Mamok. Die Zweifachmama hat sich im letzten Jahr einfach mit Mann und zwei Kindern ins Auto gesetzt und einen deutschlandweiten Roadtrip durchgezogen. Um Mütter zu treffen und zu erfahren, wie sie das hinkriegen mit Kindern und Job und Vereinbarkeit und Leben. Drei von ihnen stellt sie uns in diesem Beitrag vor…



Das Ergebnis von Corinnas Roadtrip. Ihr Buch: Mama, mutig, mittendrin



„Wie zur Hölle machen das andere Mütter bloß?“ Diese Frage hat mich letzten Sommer dazu gebracht, innerhalb von acht Tagen mit meiner Familie über 3000 km in einem Polo quer durch Deutschland zu fahren. Klingt im ersten Moment ziemlich crazy und eher nach einem Horrortrip, als nach einer Tour für eine Familie mit zwei Kindern. Doch ganz ehrlich: es war eine unglaublich coole Reise, die mir zeigte, dass unser Familienmodell flexibler ist als ich dachte!



Unser Roadtrip mit zwei Kindern durch Deutschland



Es war die letzte Recherche-Tour für mein Buch „Mama, mutig, mittendrin“ und gleichzeitig die erste mit der gesamten Familie. Durch die Pandemie musste ich meine Termine für die letzten Interviews immer wieder nach hinten verschieben und irgendwann blieb tatsächlich nur diese eine Woche in den Sommerferien übrig. Anstatt die Sommerferien getrennt von meiner Familie zu verbringen, packte ich alle ein und wir machten unseren ersten Roadtrip durch Deutschland. Acht Tage, acht Termine und fast jeden Tag in einer anderen Stadt aufwachen. Das war der Plan.



Ich muss sagen, ich hatte wirklich einen unglaublichen Respekt vor dieser Reise. Die möglichen Horrorszenarien malte ich mir in den buntesten Farben aus. Die Top drei bestand aus: kilometerlangen Staus, quengelnden oder kranken Kindern. Keine Ahnung, warum ich so ein Kopfkino hatte. Ich glaube es waren die harten Fakten, die mich so nervös gemacht hatten. Manchmal ist es schon schwer, seine Kinder für eine einstündige Autofahrt zu begeistern, wie sollten über 3000km in aaacht Tagen funktionieren?



Die Familie als Stütze auf der Deinstreise



Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie, aber wir haben diese Strecke tatsächlich ohne Stau, ohne Regen und ohne Gemecker zurückgelegt. Die Einzige die mal gemeckert hatte, war ich selbst, als ich nach vier Tagen ein kleines Erschöpfungstief hatte. Doch das hielt zum Glück nicht lange an. Vor allem weil ich meine Familie dabei hatte. Aus der befürchteten Belastung wurde eine unglaublich große Stütze.



Corinna Mamok. Foto: Ulrike Pager



Am coolsten fand ich allerdings, dass mein Mann und ich die Rollen während dieser Tour getauscht hatten. Ich arbeitete und er übernahm die komplette Care-Arbeit. Ich weiß nicht in wie vielen Zoos die drei waren. Sie hatten jedenfalls sehr viel Spaß und unser Rollentausch wurde erstaunlich schnell akzeptiert.



Papa übernimmt, wenn Mama arbeitet



So kam es irgendwo auf der Autobahn zwischen Berlin und Stralsund dazu, dass die Kinder zum ersten Mal „PAPA ich habe Hunger“ gesagt haben. Das war echt ein Moment in dem ich die Engelchen in meinem Kopf singen hörte. Denn auch wenn mein Mann und ich versuchen, uns die Carearbeit gerecht aufzuteilen, sieht unser Alltag oft anders aus. Meist landen wir unter der Woche bei 75/25. Aus diesem Grund habe ich diese acht Tage unglaublich genossen. Es war plötzlich so unfassbar leise in meinem Kopf… der Wahnsinn.



Doch zurück zur Anfangsfrage: „Wie machen das andere Mütter bloß?“ Diese Frage kläre ich in meinem Buch „Mama, mutig, mittendrin“. Während meiner Buchrecherche habe ich mit über 50 Frauen über Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Mama und Frausein gesprochen. Drei dieser Frauen, möchte ich dir hier vorstellen und dir erzählen, was genau mich an ihnen so fasziniert hat.



Mélissa, 37 Jahre, Zwillingsmama, verheiratet, selbstständig



Mélissa bei einem Workshop. Foto: Corinna Mamok



Mélissa ist eine dieser Frauen, die in einen Raum kommen und plötzlich erscheint alles viel heller als zuvor. Sie hat diesen unbeschreiblichen Drive und diese unbändige Fröhlichkeit. Als Diplomatentochter hat sie schon die ganze Welt bereist und schließlich in Deutschland ein Zuhause gefunden. Heute sagt sie, sie liebt Deutschland. Auch wenn der Weg dorthin nicht immer einfach für sie war. Denn auch wenn sie zuvor in vielen unterschiedlichen Ländern gelebt hat, sah sie sich in Deutschland erstmals mit dem Gefühl konfrontiert, eine Migrantin zu sein.



Mélissa. Foto: Corinna Mamok



Das Wort an sich bedeutet ja nichts anderes als dass eine Frau in ein anderes Land zieht um dort zu leben und zu arbeiten. Mélissa kam nach Deutschland um hier zu studieren, doch die äußeren Einflüsse, das Gefühl fremd zu sein und die Sprachbarriere nagten an ihrem Selbstbewusstsein. Schließlich schaffte sie es aber dennoch, Fuß zu fassen und und unterstützt heute andere Migrantinnen dabei, ihren Weg zu finden.



Wenn man sie heute anschaut, scheinen diese Herausforderungen Dämonen der Vergangenheit zu sein. Ich habe sie als eine starke und unabhängige Frau, mit einem unglaublichen Urvertrauen kennengelernt, die ihren Zwillingen genau das auch mitgibt.



Nora, 28 Jahre, 1 Kind, verheiratet, selbstständig



Nora in ihrem Goldschmiede-Element. Foto: Corinna Mamok



Nora hat mich mit ihrem unbändigen Gleichberechtigungssinn begeistert. Sie ist wie eine feinfühlige Amazone, man muss sie einfach erlebt haben. Nora selbst wurde schon in einem (für diese Generation) sehr fortschrittlichen Rollenmodell großgezogen. Denn während ihre Mutter ihre Selbstständigkeit rockte übernahm ihr Papa die Mittagsschicht mit den Kindern und betreute sie. Und so ähnlich macht sie es auch bei ihrem eigenen Kind.



Nora mit ihrer Familie. Foto: Corinna Mamok



Ihr Mann Ben und sie teilen sich die Care-Arbeit auf, wobei er in Elternzeit ist und sie weiter in ihrer eigenen Goldschmiede arbeitet. Nora hat mir gezeigt, dass „Mama werden“ nicht zwangsläufig bedeutet, dass man beruflich eine Pause machen muss.



Katrin, 45 Jahre, 2 Kinder, verheiratet, 10 Jahre Elternzeit



Katrin. Foto: Corinna Mamok



Katrin umgibt eine unfassbare Aura. Sie hat mich von der ersten Sekunde an in ihren Bann gezogen. Vor allem, weil sie so viele Dinge so anders macht wie ich. Während die meisten meiner Tage unglaublich straff getaktet sind, lässt sich Katrin bei allem was sie tut Zeit. Nach eigener Aussage, macht sie alle Aufgaben gerne, so lange sie genug Zeit für die Dinge hat.



Als ich sie für ein Interview anfragte, sagte sie: „Eigentlich würde ich viel lieber meine Wäsche zusammenlegen“. Ich war zugegebenermaßen stark irritiert, doch zum Glück hat sie Ja gesagt. Denn wenn ich Katrin nicht getroffen hätte, hätte ich ganz viel verpasst. Während ich nach der Geburt schon mit den Hufen gescharrt habe, um weiter zu studieren, hat Katrin mittlerweile schon mehr als zehn Jahre Elternzeit hinter sich. Ihre Sichtweise aufs Muttersein und aufs Leben zu erfahren war unfassbar bereichernd.



Katrin an einem ihrer Lieblingsplätze. Auch sie ist Goldschmiedin. Foto: Corinna Mamok



Die ganze Geschichte dieser Frauen und das was ich von ihnen gelernt habe erfährst du in meinem Buch „Mama, mutig, mittendrin“. Wenn du auch deinen eigenen Weg als Mutter finden möchtest und du dafür noch ein bisschen Mut und Inspiration brauchst, kann ich dir mein Buch nur ans Herz legen. Denn die 30 unterschiedlichen Frauen zeigen dir, dass es nicht den einen Weg gibt um Mama zu sein, sondern immer nur den eigenen. Ich habe diese Frauen mit der Intention „Was kann ich von dir lernen?“ interviewt und genauso habe ich auch dieses Buch geschrieben. Mit „Mama, mutig, mittendrin“ will ich meine Erkenntnisse an meine Leserinnen weitergeben. Ich möchte zeigen, dass Familie bunt ist.



Danke Katharina und Lisa, dass ihr mir hier eure Bühne zur Verfügung gestellt habt und so schön, dass wir alle für die gleiche Sache kämpfen! Von Herzen Danke.



Eure Corinna



Wenn du Fragen an mich hast, schreib mir gerne über Instagram oder auf meiner Website, ansonsten geht es hier zum Buch.
               
Mama, mutig, mittendrin: „Wie zur Hölle machen das andere Mütter bloß?“
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mann-weg-job-weg-wie-sabrina-ihr-ganzes-leben-umkrempeln-musste
       
Liebe Sabrina, am Valentinstag vor 5 Jahren hat Dich dein Mann nach 10 Jahren verlassen. Kam das für dich überraschend oder hattet ihr schon länger Probleme?



Verrückt, dass es schon so lange her ist. Aber ja, es war genau am Valentinstag vor 5 Jahren. Am Morgen kaufte mir mein Exmann noch Blumen und am Abend gestand er mir dann, dass er mich nicht mehr liebt und sich in der Ehe schon länger nicht mehr wohl fühlt. Am Tag danach ist er ausgezogen.



Für mich kam das tatsächlich sehr überraschend. Wir hatten 2009 ein Haus gekauft und gründlich saniert und uns einen Hund angeschafft. 2012 und 2014 kamen dann unsere Wunschkinder zur Welt. Mit rundem Kugelbauch haben wir eine wunderschöne Hochzeit gefeiert. Eine absolute Bilderbuchfamilie, so wie zumindest ich es mir immer gewünscht habe. Mein Exmann war nicht nur mein Mann, er war mein Vertrauter und bester Freund in allen Lebenslagen.



Woran lag es dann, dass sie Ehe auseinander gegangen ist?



 Jedes Problem, jede Freude, jeden Urlaub und eigentlich jeden Tag haben wir 10 Jahre lang vollständig miteinander geteilt. Wenn er auf der Arbeit war hat er mehrmals angerufen. Vielleicht war das im Nachhinein alles zu viel für ihn. Ich weiß es nicht, darüber geredet hat er nicht. Ich hab noch versucht, ihn von einer Paartherapie zu überzeugen aber er hatte eigentlich schon alles mit sich selber ausgemacht. Klar hatten wir, vor allem nach dem zweiten Kind (die beiden sind genau 2 Jahre auseinander), kaum Zweisamkeit mehr und auch große gemeinsame Unternehmungen als Paar blieben aus.



Für mich war das alles aber auch nicht unnormal, denn der Kleine war ja grade 14 Monate alt, wurde noch voll gestillt, schlief bei uns im Bett und hat zudem das gesamte erste Jahr fast ausschließlich geweint. Aber ich wusste immer, dass diese Phase vorbei gehen würde und dann auch in unsere Paarbeziehung wieder „Normalität“ kommen würde. Jetzt grade standen die Bedürfnisse der kleinen an erster Stelle. Er sah das anders. Natürlich habe ich versucht, ihn davon zu überzeugen. Aber er blieb bei seiner Entscheidung, die ich nun eben mittragen musste. 



Wie ging es dir in den Wochen nach der Trennung?



Ich habe danach ziemlich abgebaut. Nächtelang ausschließlich geweint, bin zu Freundinnen gefahren, konnte nicht alleine sein. Ich hab aufgehört zu essen, in kürzester Zeit 15kg abgenommen und natürlich dadurch auch keine Milch mehr für meinen Sohn gehabt. Ich war zu dem Zeitpunkt noch in Elternzeit – wir hatten sogar immer mal über ein drittes Kind gesprochen – daher hätte ich auch so schnell noch nicht wieder arbeiten müssen. Ich hatte plötzlich unglaubliche Existenzängste. Ich wusste, ich kann in meinen Job als Bankkauffrau alleinerziehend nicht zurückkehren. In der Privatkundenbetreuung hätte ich von 8-20 Uhr flexibel arbeiten müssen. Vorausgesetzt ich hätte Vollzeit wieder angefangen. Meine Kinder so lange fremdbetreuen zu lassen, kam für mich absolut überhaupt nicht in Frage… Teilzeit wäre aber finanziell undenkbar gewesen. Kurzum, ich hatte einfach eine riesige Angst vor der Zukunft. Zumal der Mann mit dem ich bis zu diesem Zeitpunkt ja immer sämtliche Ängste und Sorgen geteilt und besprochen hatte, plötzlich einfach nicht mehr da war…. 



Wie seid Ihr miteinander umgegangen?



Eigentlich sind wir also gar nicht miteinander umgegangen. Haben weder gestritten noch sonst was. Ich glaube, er hatte einfach ein unglaublich schlechtes Gewissen, wollte aber mir gegenüber auch keinesfalls irgendeinen Hauch einer Chance vermitteln. Statt dessen ist er mir eher aus dem Weg gegangen und hat mir dazu geraten, eine Therapie zu beginnen. Ich habe mich aber statt dessen für eine Mutter-Kind-Kur entschieden. Einfach um raus zu kommen. Und die war gut. Ich hab Abstand bekommen und da dort ja immer auch Gesprächstherapien dazugehören, habe ich das Angebot gerne angenommen. Die Therapeutin hat aber eigentlich nur einen Satz zu mir gesagt: „Sie brauchen keine Therapie. Sie sind einfach unglaublich traurig und das ist grade auch Ihr gutes Recht. Geben Sie sich Zeit.“



Und so konnte ich die Zeit im Allgäu mit meinen Kindern sogar ein bisschen genießen. Ein Teil von Deutschland, den ich übrigens noch gar nicht kannte. 



Wie haben deine Kids die Trennung erlebt?



Für die Kinder, die zu dem Zeitpunkt ja wirklich noch ganz klein waren, hat mein Exmann sich zweimal in der Woche einen Nachmittag frei gehalten und sie abgeholt, um mit ihnen etwas zu unternehmen. Anfangs hat er sie abends wieder zu mir gebracht aber als sie dann älter wurden, haben sie auch bei ihm übernachtet. So ist es bis heute geblieben, auch wenn er mittlerweile eine neue Familie hat. Die Wochenenden verbringen sie immer bei mir. Anfangs war das für meine Tochter nicht so leicht. Sie wollte nicht mit ihm fahren und lieber Zuhause bleiben. Aber mittlerweile sind sie beide gerne bei ihm und freuen sich auf die Papatage. Er ist nach wie vor ein großer Teil ihres Lebens und das ist für uns alle sehr wichtig. 



Du hast dann tatsächlich auch noch deinen alten Job gekündigt. Warum?



Mich beruflich umorientieren zu müssen war eigentlich ein Gedanke, den ich von Anfang an im Kopf hatte. Ich wollte keinesfalls ein Leben lang abhängig sein von meinem Exmann. Aber wie eben schon geschrieben, hätte sich mein Job bei der Sparkasse keinesfalls mit der Kinderbetreuung vereinbaren lassen. Weder zeitlich noch finanziell. Auch wenn wir uns auch ums Geld nie gestritten haben, so wusste ich doch, dass ich irgendwann wieder Vollzeit arbeiten muss. Also habe ich einen Termin bei der Arbeitsagentur gemacht. 



Relativ schnell hat sich da rausgestellt, dass ich Anspruch auf eine Umschulung habe. Ich war zwar nach wie vor unbefristet angestellt, aber auch mein Arbeitgeber sowie auch die Agentur haben gesehen, dass sich meine Kinder nicht mit dem Job vereinbaren lassen. In der Arbeitsagentur hat man es mir dann so erklärt, dass ich ja pro Kind zwei Jahre Elternzeit hatte, also seit vier Jahren aus meinem Job quasi raus war. Somit galt ich auf dem Arbeitsmarkt im kaufmännischen Bereich als schwer vermittelbar. Mein ganz großes Glück, wie sich dann heraus gestellt hat. 



Wie sah dein neuer beruflicher Weg aus?



So richtig wusste ich anfangs nicht, wo die Reise hingehen konnte. Die Arbeitsagentur hat mir dann einen Termin vermittelt bei einer Organisation, die Frauen helfen, sich weiterzuentwickeln oder eben auch nach der Elternzeit wieder einzusteigen. Das hat mir sehr geholfen. Wichtig war mir nach wie vor, dass sich der neue Job mit meinen Kinder vereinbaren lässt. Also dass ich uns finanziell über Wasser halten kann und auch nicht zu weit pendeln muss. Wir haben dann gemeinsam nach meinen Talenten, Stärken und Interessen gesucht und ziemlich schnell gemerkt, dass es eigentlich nur den einen Weg geben kann. Erzieherin. Diese werden hier in NRW händeringend gesucht, die Bezahlung ist gut, die Arbeitsplätze mehr als sicher. In den letzten Wochen hatte sich außerdem herausgestellt, dass ich ziemlich belastbar war. Eine gute Voraussetzung für den Erzieherberuf 😉 



Aber auch meine weiteren Qualifikationen passten. Ich hab 2003 vor meiner Ausbildung zur Bankkauffrau Abitur gemacht. Mir fehlten also nur noch die 900 Stunden Berufserfahrung in einer Kita. Auf die Suche nach einer Praktikumsstelle habe ich mich dann sofort gemacht. Auch hier hatte ich schnell großes Glück und bin an die Leiterin einer ganz kleinen Kita geraten, in der ich selber schon als Kind gewesen bin. Die liebe Uta hat sofort eingewilligt. Eine Woche später durfte ich anfangen



 Meine Arbeitszeiten konnte ich aufgrund meiner tollen Chefin so legen, dass ich immer an den Tagen bis 16:30Uhr arbeiten musste, an denen die Kinder sowieso bei ihrem Papa waren. Die anderen Nachmittage hatte ich für meine Kinder frei.Nach den 900 Stunden durfte ich dann die richtige schulische Ausbildung beginnen. Unterrichtszeiten waren von 7:50-14-30 Uhr. Danach war lernen angesagt. Ganze 2 Jahre durch. Darauf folgte das Anerkennungsjahr in der Kita. Dieses war in Vollzeit. Also 39 Wochenstunden, danach noch die Berichte, Bildungsdokus usw. zuhause. Ja, das war anstrengend. Aber mir fiel es relativ leicht da ich wusste, wofür ich alles mache. Die Ausbildung hab ich mit fast nur „sehr gut“ abgeschlossen auch wenn in den 3,5 Jahren wirklich meine gesamte Freizeit dafür drauf gegangen ist. Mein Wecker hat jeden Morgen um 4:30 Uhr geklingelt, abends bin ich nie nach 21 Uhr ins Bett gegangen. Haushalt, Garten, Hund und Co. wollten ja nebenbei auch noch von mir versorgt werden. Zwischendurch bin ich echt auf dem Zahnfleisch gegangen. Aber der Wille war immer da.



Und so konnte ich im letzten Sommer in einem tollen Familienzentrum im Nachbarort beginnen. Mit 30 Wochenstunden, auch so flexibel dass ich die Arbeit gut mit meinen Kindern vereinbaren kann. Und auch die Bezahlung ist sehr viel besser als bei der Sparkasse. 



Beschreib mal, wie du dich gefühlt hat, als du bemerkt hast: ich schaffe das alles aus meiner Kraft heraus!



Ich wusste nicht, ob ich es schaffe. Aber ich wollte. Meine Kinder haben mir von Anfang an die Kraft dazu gegeben. Sie waren immer mein Antrieb. Natürlich bin ich anfangs von vielen belächelt worden. „Wie kannst du deinen „guten“ Job aufgeben?“ Aber irgendwie wollte ich es genau denen zeigen. Ich hatte zu Beginn Angst, nicht lernen zu können. Ich war immer eine Durchschnittsschülerin, hab mein Abi knapp mit 2,9 gemacht. Ich hab es gehasst lange Texte zu lesen, war schon immer eher der praktische Typ. Aber genau das war plötzlich auch gefragt. Mitdenken, selber machen, Dinge anders angehen als andere.



Der Abteilungsleiter unserer Erzieherschule hat zu Beginn der Ausbildung zu uns gesagt. „Die Mütter unter Ihnen werden ihre gesamte Freizeit dieser Ausbildung opfern. Es reicht, wenn Sie sie nachher mit „ausreichend“ bestehen.“Aber genau das wollte ich nicht. Ich hatte so einen unglaublichen Dämpfer durch die Trennung meines Exmannes erlebt, mich von jetzt auf gleich wertlos gefühlt, dass ich es eben genau anders machen wollte. Und genau das hat sehr geholfen. Ich bekam ein „sehr gut“ nach dem nächsten. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viel Lob bekommen wie in dieser Zeit. Das hat so unglaublich gut getan, dass ich irgendwann das Gefühl hatte, alles schaffen zu können. Und so war es dann ja auch. 



Was hast du in all der Zeit über dich und das Leben gelernt?



Gelernt habe ich definitiv, dass das Leben manchmal anders kommt, als man es plant. Und eben dass man dann nicht den Kopf in den Sand stecken darf, sondern für seine Ziele einstehen muss auch wenn sie zunächst unerreichbar scheinen. Manchmal darf man auch einfach nicht so viel nachdenken und muss einfach mal beginnen. Rückblickend war es wirklich ganz schön mutig diesen Weg zu gehen. Aber er war so richtig. 🙂



Viele Dinge fügen sich erst im Nachhinein. Ich hab einfach Vertrauen gehabt. In mich, in das Leben, in die Zufälle und vor allem auch in meine Kinder. Das habe ich von meiner Oma gelernt. Die einzige Erwachsene, die mich die ganze Zeit unterstützt und bestärkt hat. Die, die immer an mich geglaubt hat. Jetzt im Februar, nachdem sie wusste, dass ich es geschafft habe und meinen Weg nun alleine weiter gehen kann, ist sie friedlich neben mir eingeschlafen.



Mein Exmann und ich sind mittlerweile geschieden. Es ist die ganze Zeit friedlich abgelaufen zwischen uns. Wohl vor allem, weil ich dem ganzen nicht besonders viel an Bedeutung gegeben habe, sondern mich auf mich und die Kinder konzentriert hab. Für einen Rosenkrieg hatte ich weder Kraft noch Lust noch Zeit. Unser Haus mit meinem traumhaft großen Garten konnte ich aber behalten. Ich hab einfach einen Teil des Hauses untervermietet. So klappts auch finanziell. Der Garten macht natürlich viel Arbeit aber er ist auch der Ausgleich zu meinem stressigen Alltag.
               
Mann weg, Job weg - wie Sabrina ihr ganzes Leben umkrempeln musste |
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Ihr Lieben, heute haben wir Marlene Hellene hier bei uns im Blog zu Gast. Ihr kennt sie vielleicht von Twitter oder aus dem Blog von tollabea, wo sie mit ihrem trockenen und manchmal derben Humor ganze Menschenmengen im Internet begeistert.



Nun hat sie ein neues Buch geschrieben, das uns vor lauter Lachen wirklich zum Hghlight in der Corona-Krise wurde: Marlene Hellene: Zu groß für die Babyklappe. Geschichten aus dem Müttergenesungswerk. (Affiliate Link). Ob das wohl ein Witz sein soll?! Wir haben die Zweifachmutter gefragt…



Marlene Hellene hat sogar schon zwei Bücher geschrieben. „Man bekommt ja so viel zurück“ und „Zu groß für die Babyklappe“.



Liebe Marlene, dein Buch heißt „Zu groß für die Babyklappe“, was genau meinst du damit, willst du uns etwa direkt auf dem Titel mitteilen, dass du eine verdammte Rabenmutter bist, die ihre Kinder am liebsten wieder hergeben würde? 😉



Ja, genau das. Nächste Frage.



… Nein, natürlich nicht. Aber wir kennen sie doch alle, die Momente, in denen wir die motzige Siebenjährige oder den bockigen Fünfjährigen am liebsten mal klein gefaltet in die nächste Babyklappe stopfen oder dem Storch wieder auf den Rücken schnallen möchten.



Mutterschaft ist eben nicht nur Erdbeereis mit Sahne, sondern manchmal einfach ziemlich ranzige Milch. Ich bin häufig müde, genervt, angepisst (nicht nur im übertragenen Sinne) und habe die Schnauze gestrichen voll. Das ist normal und muss auch völlig ok sein.



Ich bin Mensch, keine Mama-Maschine, die ständig lächelnd den lieben Kleinen hinterher räumt. Und trotzdem liebe ich meine Kinder bis zum Umfallen. Und trotzdem will ich sie keine Sekunde missen. Das eine schließt das andere nicht aus.



Nun bist du Shitstorms gewöhnt… bei welchen Textstellen im Buch grummelt dir der Magen, wo hast du gedacht: Au weia, ob ich das so schreiben kann?



Schon beim Titel 🙂 Natürlich beschreibe ich Begebenheiten oft recht überzogen und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors. Das stößt manchen Menschen auf. Mir wird vorgeworfen, ich jammere zu viel, ich wisse mein Mutterglück nicht zu schätzen und meine Kinder seien arme ungewollte Wesen. Aber das ist völlig in Ordnung.



Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, allen gefallen zu wollen. Mit meinen Kindern habe ich den Titel des Buches sogar besprochen. Sie haben gelacht und sind sich meiner Liebe gewiss. Das ist die Hauptsache.



Ich musste ja mehrfach laut schallend loslachen (sorry, dass ich euch geweckt hab, Kids….) zum Beispiel, als du als ausgewiesene Heidin beim Einschulungsgottesdienst deiner Tochter extra weit hinten und nah an der Tür Platz nimmst und dich dein Vierjähriger fragt, wer von den beiden ökumenischen Herren da vorn denn nun Gott sei… musstest du an einigen Stellen eigentlich selbst lachen? 



Ich habe das Buch bereits im November letzten Jahres fertig geschrieben. Als es jetzt vor wenigen Tagen fix und fertig in meinem Briefkasten lag, habe ich nochmal mit Abstand darin gelesen und konnte über meine eigenen Geschichten lachen. Bei jedem zweitem Satz dachte ich „Oh, das habe ich geschrieben? Ich war ja richtig lustig.“



Kaum noch halten konnte ich mich ja bei der Frage deiner Kids, wie sie eigentlich in deinen Bauch gekommen sind und du auf die Frage „Hast du uns verschluckt?“ am liebsten mit einem „Eben nicht!“ geantwortet hättest… (hahahahahaha!) Erzähl uns doch gern mal noch ein paar peinliche Geschichten aus deinem Alltag… 



Ach, hier passiert das Übliche. Kinder nehmen einfach kein Blatt vor den Mund. Da wird im Kindergarten jedem erzählt, wo Mama sich überall Haare abrasiert oder der Postbote wird gefragt, ob er gut pupsen kann. Ich habe da mittlerweile ein dickes Fell und amüsiere mich über die schamesroten Gesichter der anderen.



In deinem Buch geht es um den Wahnsinn des Schulranzenkaufs genauso wie um den nahezu zum Scheitern verurteilten Versuch, als Familie nachhaltig zu leben, sowie um merkwürdige Eltern, die ihre Kinder so aufklären wie die deiner Freundin, bei der zu Scheide immer „Katharina“ gesagt wurde und die heute immer losprusten muss, sobald sich jemand mit „Hallo, ich heißt Katharina“ vorstellt… das ist doch ausgedacht, oder?



Okay, vielleicht übertreibe ich manchmal. ABER: Die Katharina Geschichte ist absolut wahr. Beweis anbei:







Nun ist dein Buch in der großen weiten Welt da draußen. Welche größten Freude und welche größten Ängste verbindest du mit dem Erscheinen? 



Das Schönste ist wirklich, wenn ich meine Leser mit meinen Texte berühre. Das klingt so abgedroschen. Aber das ist echt so. Es ist toll, wenn man Menschen zum Lachen bringen kann.



Und Ängste. Naja, ich habe schon Angst davor, dass niemand das Buch mag und es ein Ladenhüter wird, der irgendwann auf dem Wühltisch landet und nur noch als Unterlage für wackelige Regale taugt. Schließlich steckt in diesem Buch viel Arbeit und Herzblut und ich glaube wirklich, dass ich vielen Eltern damit Freude bereiten kann.



Zu guter Letzt: Wie kann man bitte so lustig und dabei so sympathisch sein wie du?



Oh, ich bin voll oft voll unsympathisch. Also manchmal. Wenn ich Hunger habe zum Beispiel. Dann werde ich echt zum Monster. Mein Mann kann ein Lied davon singen.



Außerdem glotze ich ständig und überall mit starrer Miene in mein Handy. Das wirkt bestimmt auch nicht immer sehr liebreizend. Und wenn es sein muss, sage ich meine Meinung sehr deutlich und in strengem (naja) Ton.



Puh, dann sind wir beruhigt. Danke, Marlene! Für das Buch, für deinen Humor – und dafür, dass es dich gibt!



Marlene Hellene: zu groß für die Babyklappe. Geschichten aus dem Müttergenesungswerk. (Affiliate Link).
               
Marlene Hellene über ihre Kinder: Zu groß für die Babyklappe.
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mastektomie-ich-habe-mir-die-brueste-vorsorglich-entfernen-lassen
       
Liebe Caroline, Deine Mama ist vor 4,5 Jahren an Brustkrebs gestorben. Sie war gerade mal 48 Jahre alt. Kannst du uns mehr über deine Mama erzählen?



Meine Mutter war bei der ersten Erkrankung 35 Jahre jung. Diagnostiziert wurde der Brustkrebs jedoch erst 2 Jahre später. Die Ärztin schickte sie beim ersten Mal wieder weg und faselte etwas von „Sie sind so dünn, da merkt man halt jeden Knochen“.



Als der Tumor dann schon von außen sichtbar war, ging sie 2005 wieder zur Untersuchung. Da war er natürlich schon ziemlich groß. Es war ein sehr aggressiver Tumor. Meine Mutter war eine sehr rationale Frau. Gefühle wurden nicht wirklich gezeigt, zumindest uns Kindern gegenüber nicht. Sie wollte den Krebs besiegen und hat gekämpft.



Welche Therapien hat deine Mutter dann bekommen?  



Sie bekam damals die klassische Chemo. Zum Glück ambulant. Aller 2-3 Wochen, wenn ich mich richtig erinnere. Danach ging es ihr immer ein paar Tage ziemlich schlecht. Nach ein paar Monaten wurde der restliche Tumor operativ entfernt und die anschließende Bestrahlung begann. Kurz vor meinem Abi 2006 war sie dann tumorfrei.



Leider kam der Krebs 2012 zurück. Ich war gerade mit dem Studium fertig und für mein Referendariat nach Ludwigsburg gezogen (6 Autostunden von meinen Eltern entfernt). Diesen Tumor (es war wohl wieder diese Art Tumor, allerdings im Knochen hinter der Brust) konnte man wohl nicht mehr mit derselben Chemo bekämpfen. Sie bekam eine Therapie, die diesen Tumor einkapseln sollte, sodass er nichts „anstellen“ konnte, also weder wachsen, noch strahlen und somit keine lebensnotwendigen Organe beschädigen.



Dies ging ein paar Jahre gut. 2014 dann wieder eine Schockdiagnose. Der Tumor hatte gestreut. Meine Mutter bekam wieder eine Chemotherapie, die sie gut vertrug.



Im selben Jahr wurde ich schwanger. Dies war das größte Glück für sie. Sie hatte immer Angst davor, dass sie ihre Enkelkinder nicht mehr kennenlernen würde. Ihre Enkeltochter gab ihr viel Kraft. Wir wohnten damals in München und versuchten uns so oft wie möglich zu sehen. 



Wann war klar, dass deine Mutter sterben wird?  



Irgendwann schlugen die Therapien nicht mehr wie erhofft an. Der Krebs streute auf die Leber. Meinem Vater war Ende 2015 klar, dass meine Mutter nur noch ein paar Monate haben wird. Er fragte einen Arzt dann auch ganz direkt. 



Wie bereits erwähnt, standen Gefühle in unserer Familie nicht so im Vordergrund und somit wurde auch nicht wirklich über den Tod gesprochen. Jeder hoffte nur das Beste und redete sich auch dieses ein.



Im April 2016 heirateten wir standesamtlich bei München. Da war meine Mutter noch dabei. Diese Reise war jedoch ein riesiger Kraftakt für sie. Als sie schon direkt nach der Hochzeit abreisen und nicht mehr zum 1. Geburtstag ihrer Enkeltochter bleiben wollte, wurde mir innerlich klar, dass es nicht mehr lang gehen wird. Ich habe es aber weggeschoben.



Anfang Mai wollten wir meine Familie besuchen fahren. Da meinte mein Vater am Telefon, dass ich mehr Sachen einpacken sollte. Damit sagte er mir durch die Blume, dass es bald passieren würde.Tatsächlich ging es dann auch ziemlich schnell, was gut für meine Mutter war. Sie wollte nicht lange leiden, sie wollte nicht zum Pflegefall werden, sie wollte nur noch erlöst werden. Am 12. Mai ging sie dann von uns. Sie starb zu Hause in ihrem Bett. Wir konnten sie alle noch einmal sehen. 



Du hast das Gen für Brustkrebs geerbt. Seit wann ist das klar und wie wurde das festgestellt? 



Als ich nach München zog, schickte mich meine neue Gynäkologin auf Grund meiner Familiengeschichte in die Uni um untersuchen zu lassen, ob der Tumor meiner Mutter genetisch bedingt ist. Dort wurde mir nach der Untersuchung gesagt, dass ich in 5 Jahren nochmal kommen solle. Das verstand ich alles nicht so richtig.



2019 erkrankte eine Schulfreundin von mir mit gerade mal 30 Jahren an Brustkrebs. Da erinnerte ich mich an diese Fünf-Jahres-Aussage und machte einen Termin. Ich ging hin und dachte: Was soll sich schon geändert haben?



Die Ärztin klärte mich aber darüber auf, dass man 2013 nur 2 Gene kannte, die für Brustkrebs verantwortlich sein könnten. 2019 waren es schon 18 bekannte Gene. Das war schockierend und doch dachte ich, dass ich schon keins davon haben werde.



Was leider nicht stimmte….



Genau. Ich habe das Palb2-Gen von meiner Mutter geerbt.



Was bedeutet das genau? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du auch erkrankst? 



Das Palb2-Gen hängt wohl ganz stark mit den bekannten BRCA1 und 2 Genen zusammen, weshalb ich zu einer 70%igen Wahrscheinlichkeit noch in den 30ern an Brustkrebs erkranken könnte (ich bin jetzt 34). Außerdem bringen diese Gene häufig den aggressivsten Tumor mit sich, der dann ganz schnell wächst. 



Puh, wie hast du das aufgenommen?



Ich war natürlich total durcheinander und konnte es gar nicht glauben, dass es MICH getroffen hat. Wir sind glücklicherweise 2 Tage nach der Diagnose für 10 Tage mit unseren beiden Töchtern nach Mallorca in den Urlaub geflogen. Dort konnte ich abschalten und meine Gedanken und Gefühle ordnen. Ich hatte mir (und auch allen anderen) immer gesagt, dass ich mir die Brüste abnehmen lassen würde, wenn sich herausstellt, dass ich so ein Gen in mir trage. Doch es ist die eine Sache, sich das theoretisch vorzunehmen. Wenn es dann soweit ist, ist der Schritt dann doch ganz schön heftig.



Wie hast du dich dann schlussendlich entschieden?



Auf Grund der Palb2-Diagnose wurde ich nach dem Urlaub ins MRT geschoben. Dabei fand man einen Knoten. Ich musste zur Biopsie. Diese Tage des Wartens und der Ungewissheit haben mich psychisch extrem belastet und stärkten meinen Entschluss zur Mastektomie. Der Knoten war gutartig, meine Nerven waren dennoch am Ende. Da war ich mir sicher, dass ich diesen Weg gehen muss.



Kann man sich auf diese Operation irgendwie mental vorbereiten? Wie ging es dir mental nach der Op?  



Ich habe mir eigentlich immer nur gesagt, dass ich es meinen beiden Mädels und meinem Mann schuldig bin. Und natürlich auch mir selbst. Und vielleicht auch ein wenig meiner Mutter. Hätte sie damals gewusst, dass ihr Tumor genetisch bedingt war, hätte sie wahrscheinlich genauso entschieden und, wer weiß, wohlmöglich würde sie noch leben.



Nach der OP ging es mir mental sehr gut. Ich hatte 2 Kinder gestillt und war körperliche Veränderungen gewohnt. Außderdem habe ich in der Woche in der Klinik so viele tragische Schicksale gesehen, dass ich nie daran zweifelte, ob es die richtige Entscheidung gewesen ist. 



Und wie ging es dir körperlich? 



Oh, das war schon ziemlich heftig. Vorher verglich ich die OP immer mit meinen beiden (nicht ganz komplikationsfreien Geburten) und die hatte ich ja auch geschafft. Aber es war dann doch sehr anders und viel viel schmerzhafter.



Die erste Woche im Krankenhaus konnte ich meinen Oberkörper kaum bewegen und war auf viel Hilfe angewiesen. Auch die Wochen darauf. Wir hatten glücklicherweise Unterstützung von der Lebensgefährtin meines Vaters bekommen. Meine jüngste Tochter war damals erst 1,5 Jahre alt und ich durfte (und konnte) nicht schwer heben. Es wurde aber von Woche zu Woche besser.



Es gibt ja die Möglichkeit, die Brust mit Implantaten wieder aufzubauen. Was denkst du darüber? 



Das habe ich selbstverständlich machen lassen. Wenn man die Möglichkeit hat, warum nicht. Das wird alles innerhalb einer OP gemacht, also Mastektomie mit anschließendem Wiederaufbau. Man hat also „nur“ einmal Schmerzen. Und meine Krankenkasse hat alles bezahlt. 



Wie geht es Dir heute? Und wie ist deine Familie mit all dem umgegangen? 



Mir geht es heute (es ist nun fast ein Jahr her) sehr gut. Ich bin so froh, dass es zeitlich gerade so passte. Früher wäre es auf Grund des Stillens nicht möglich gewesen (es müssen zwischen letztem Stillvorgang und OP mindestens 6 Monate liegen) und kurz darauf hätte man mich coronabedingt nicht mehr operiert.



Meine Familie war eine sehr große Unterstützung für mich. Mein Mann stand voll und ganz hinter meiner Entscheidung. Am schwierigsten war es für meine große Tochter. Sie hatte große Angst um mich. Sie kann sich zwar nicht mehr an ihre Oma erinnern, jedoch sprechen wir sehr oft mit ihr über sie.



Im Kindergarten erzählte sie, dass Mama die Brüste abgeschnitten werden und es nun neue aus Plastik geben würde. Wir erklärten ihr, dass ich das mache, damit ich nicht die doofe Krankheit bekommen würde, an der Oma sterben musste. 



Was möchtest du noch zu dem Thema sagen? 



Mir ist es ganz wichtig, dass viele von meiner Geschichte lesen. Das Thema wird, meiner Meinung nach, viel zu wenig publik gemacht. Vor Jahren hörte man mal von Angelina Jolie, jedoch dachte ich immer, dass sich solch OPs nur Promis und Superreiche leisten könnten. Kaum einer weiß, dass die meisten Krankenkassen heutzutage dafür aufkommen. Hätte ich meine Frauenärztin nicht gehabt, hätte ich mich höchstwahrscheinlich auch nicht testen lassen.



Jede Frau mit einer ähnlichen Familiengeschichte sollte sich darüber Gedanken machen, wie sie mit dem Wissen darüber, ein Krebs-Gen in sich zu tragen, umgehen würde. Einige Frauen wollen es gar nicht wissen, weil eine OP nicht in Frage käme. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass einer Frau mit einem dieser Gene mehr Vorsorgeuntersuchungen zustehen würden.Ich konnte mein Risiko durch die OP von ca. 70% auf etwa 3% minimieren.  



Abschließend möchte ich Euch noch eine ganz tolle Serie empfehlen. „The Bold Type“ beschäftigt sich auch sehr intensiv mit diesem Thema. „Sex and the City“-like mit mehr Tiefgang. Wirklich sehr sehenswert!
               
Mastektomie - Ich habe mir die Brüste vorsorglich entfernen lassen |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mehr-medienzeit-im-lockdown-fuer-die-kinder-schon-aber-bei-disney-immerhin-mit-kindersicherung
       
Ihr Lieben, das letzte Jahr war für uns alle sehr intensiv. Viele von uns mussten jeden Tag zwischen mehreren Rollen hin-und herspringen: die Schulkinder beschulen, Kitakinder bespaßen, den eigenen Job schaffen und und und. Aber: Neben all diesen neuen Herausforderungen gab es auch etwas sehr Positives: Nämlich so viel Zeit als Familie wie nie zuvor. 



Wie wir diese genutzt haben? Wir waren sehr viel in der Natur, waren spazieren, Rad fahren, Fussball spielen. Wir haben viele Ausflüge gemacht, die nahe Umgebung erkundet. 



Und auch Indoor haben wir viel unternommen. Die Kinder haben sehr viel gemalt und gebastelt, außerdem wurden riesige Landschaften und Städte mit Lego erbaut. Wenn man die Kinder fragen würde, was ihnen am Besten in all der Zeit gefallen hat, wäre das sicher: Der Kinoabend am Freitagabend. Ja, immer, wenn wir eine Woche geschafft hatten, wurde das mit einem schönen Film und Popcorn gefeiert. Da wir drei Kinder in unterschiedlichem Alter haben, war es dann immer die große Aufgabe, einen Film zu finden, der allen Kindern gefällt. Die Lösung kam eigentlich immer von Disney+. Denn Klassiker wie „Das Dschungelbuch“ oder „Susi und Strolch“ kann man einfach immer wieder schauen und dort gibt es auch jede Menge neuere Filme wie „Die Unglaublichen“ oder „Vaiana“. 







Natürlich wollten meine Kinder aber auch mal etwas alleine schauen, meine 10-Jährige hat sich für „Burg Schreckenstein“ entschieden, mein Sohn für die „Lego Star Wars“ Serie und unsere Jüngste guckte „Mickey-Maus Wunderhaus“. 



Wie in jeder Familie aber auch, musste Disney+ auch mal herhalten, wenn mein Mann und ich gleichzeitig wichtige Telefonate hatten, für die wir wirklich Ruhe brauchten. Genau für den Fall duften die Kinder die wunderbaren Tierreportagen von National Geographic schauen – auch eine Art von Homeschooling 🙂 Ich glaube, es gibt kaum eine Familie, in der die Medienzeit nicht ausgedehnt wurde. Genau darüber haben wir mit dem Medienexperten Dr. Thomas Feibel gesprochen:  



Lieber Herr Feibel, durch den Lockdown haben viele Kinder mehr Zeit vor den neuen Medien verbracht als normalerweise. Wie sehen sie die Auswirkungen so einer kurzfristigen Mehrnutzung? 



Natürlich verbringen Kinder in dieser schwierigen Phase mehr Zeit mit digitalen Geräten. Wenn ihnen aber verschiedene Studien eine Sucht attestieren, finde ich das falsch und ungerecht. Was sollen denn Kinder machen, wenn sie im Lockdown keinen persönlichen Kontakt mehr zu anderen Freundinnen und Freunden und Mitschüler und Mitschülerinnen haben dürfen? Dann kann z.B. das Smartphone einen rettenden Nutzen haben. Ich würde aber die Nutzungszeit aufteilen wollen: So müsste die Bildschirmzeit für Homeschooling und Freizeit voneinander abgekoppelt werden. Die Lockdown-Zeit ist in Sachen Neue Medien eine Ausnahmezeit. Danach sollten Eltern jedoch die Nutzungszeiten wieder in geregelte und vernünftigere Bahnen lenken.



Viele Eltern sind sich unsicher, wieviel Medien denn nun okay sind. Haben Sie da eine Faustregel?



Als Orientierung können die Empfehlungszeiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herangezogen werden. Allerdings ist jedes Kind anders, jedes Kind reagiert anders – es kommt eben immer auf die jeweilige Reife des Kindes an. Ich halte es für empfehlenswert, wenn Kindern eine fest vereinbarte Bildschirmzeit zur Verfügung steht. Dann können sie es sich selbst einteilen, ob sie lieber gamen oder streamen wollen. Seit aber Kinder ein eigenes Smartphone haben, ist die Kontrolle, was sie und wann sie damit etwas machen, schwieriger geworden. Darum lautet meine Regel: Es muss in der Familie handyfreie Zeiten geben – für Kinder und Eltern. Also beim Essen zum Beispiel, aber auch keine digitalen Geräte über Nacht im Kinderzimmer.



Worauf sollten Eltern achten, wenn sie dem Kind das Tablet in die Hand drücken?



Das kommt auf das jeweilige Alter an, aber auf jeden Fall sollten Kinder erstmal einen Medienführerschein machen, um Chancen nutzen und Gefahren einschätzen zu können. Eltern sollten die Kaufmöglichkeiten einschränken und die Jugendschutzeinstellungen nutzen. Das klappt bei jungen Kindern sehr gut, im Teenageralter wird es knifflig. Ich kenne Jugendliche, die ihr Handy einfach zurücksetzen, wenn die Eltern bestimmte Einstellungen darauf vorgenommen haben. Darum rate ich dazu mit Kindern gemeinsam einen Mediennutzungsvertrag (www.mediennutzungsvertrag.de)) abzuschließen, die sämtliche Rechte und Pflichten festhalten. Aber auch das muss kontrolliert werden.



Inwiefern können Kinder von guten Medieninhalten profitieren?



Das funktioniert nur erfolgreich, wenn ihnen ihrem Alter entsprechende Medien zur Verfügung stehen, die sie nicht überfordern oder Angst machen. Mit der richtigen Auswahl vermögen anspruchsvolle Medieninhalte die Fantasie und Kreativität anzuregen und auch informativ oder lehrreich zu sein. Sie können Kindern neue Dinge, fremde Welten und Phänomene zugänglich machen und ihr Interesse wecken. Darum sollten Eltern mit jungen Kindern gemeinsam die Auswahl treffen.



Klar ist also, dass es am meisten darauf ankommt, welche Inhalte Kinder nutzen. Und dass Eltern mit ihren Kinder besprechen, welche Inhalte für ihr Alter geeignet sind. Bei Disney+ gibt es dazu eine seit dem 23.2 Star, eine verbesserte Kindersicherung. Eltern haben die Möglichkeit, den Zugang zu Inhalten für bestimmte Profile zu sperren, also somit sicher zu stellen, dass die Kinder nur altersgerechte Formate sehen. Wir haben das natürlich auch ausprobiert – und es ist wirklich sehr leicht zu installieren. Denn sobald man Disney+ aufruft, wird man gebeten, die Kindersicherung zu aktivieren, also Altersbeschränkungen zu zustimmen und das Ganze per PIN abzusichern. Der ganze Vorgang dauert keine Minute und man kann nichts falsch machen. 







Bei uns bedeutete die Kindersicherung beispielsweise, dass mein Sohn die Lego Star Wars Serie gucken kann, die „echten“ Filme aber nicht. Die erweiterte Kindersicherung sorgt einfach für ein besseres Gefühl, denn so kann verhindert werden, dass Kinder zufällig auf Inhalte stoßen, die noch nicht für sie geeignet sind. Gerade für Kinder, die sich mit den Tablets auch gerne mal in die eigenen Zimmer zurück ziehen, ist das sehr wichtig. 







Wir können Disney+ wirklich sehr empfehlen. Ich liebe den Mix aus neuen Inhalten und den Klassikern. Viele Charaktere kennt man noch aus seiner eigenen Kindheit und auch für uns Erwachsene waren die Kinoabende am Freitag immer ein Wochenhighlight. Und die Kids – na, die lieben das Programm sowieso! 
               
Mehr Medienzeit im Lockdown für die Kinder? Schon... Aber bei Disney+ mit Kindersicherung! | STADT LAND MAMA
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        „Ich bin Cindy, 35 Jahre alt. Mein Mann Benjamin ist 37 und unsere Kinder heissen Cedrik (18) Lara Belana (14) und Samantha (6).  Wir leben in einer großen Wohnung in Berlin und hier herrscht immer ein gemütliches Chaos. Ich möchte Euch heute unsere Familien-Geschichte erzählen.
Meinen Sohn bekam ich mit 16 Jahren, es war Liebe auf den ersten Blick – die Beziehung zu seinem Vater hielt aber nicht. Mit 19 bin ich nach Berlin gezogen, lernte dort den Vater meiner mittleren Tochter kennen und lieben. Diese Beziehung hielt 7 Jahre, dann trennten wir uns.
Und so war ich alleinerziehend mit zwei Kindern. Bis ich Benjamin kennen lernte. Erst wollte ich keine neue Beziehung, ich hatte Angst, wieder verletzt zu werden. Doch er ließ nicht locker.
Meine Kinder mochten Benjamin von Beginn an, Cedrik stellte ihm nach 3 Monaten ein Ultimatum: „Wenn Du jetzt bleibst, bleibst du für immer. Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann musst Du jetzt gehen.“  Unglaubliche Worte für einen 10-Jährigen.
Benjamin nahm meinen Sohn in den Arm und sagte: „Ich bleibe für immer, versprochen!“
Seitdem sind wir eine sehr glückliche Familie – und Benjamin und ich wünschten uns ein gemeinsames Kind. Leider klappte es nicht.  Wir beschlossen, keine aufwendigen Test zu machen und fanden uns einfach damit ab, schließlich hatten wir ja schon zwei tolle Kinder.
Zur gleichen Zeit wurde die Freundin meines Bruders schwanger. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, nur soviel: Die beiden hatten Probleme mit Drogen und Alkohol….
Ich war frustiert, denn beide wollten das Kind gar nicht wirklich – während wir uns nach einem Kind sehnten.
Als das Baby geboren wurde, halfen und unterstützen wir sie, so gut wir konnten. Aber mein Bruder und seine Freundin bauten einfach keine Bindung zu dem Baby auf, das Jugendamt schaltete sich ein. Die Kleine musste ins Krankenhaus, denn sie hatte durch den Drogenkonsum ihrer Mutter Entzugserscheinungen und leider wurde auch das FAS-Syndrom (Fetales Alkoholsyndrom) festgestellt.
Wir boten an, die Kleine zu uns zu nehmen, bis die leiblichen Eltern dazu fähig sein würden. Aber mein Bruder und seine Freundin wollten das nicht.
Doch ganz plötzlich stand eines Tages doch die Kindsmutter mit der Kleinen (gerade mal sechs Monate alt) vor unserer Tür. Sie sagte: „Willst Du sie noch haben? Dann nimm sie, sonst kommt sie zu Pflegeeltern.“
Für mich war sofort alles klar. Natürlich würden wir dieses Mädchen bei uns aufnehmen. Ich rief meinen Mann an und sagte, er solle Windeln und Babynahrung mitbringen. Auch er freute sich sofort riesig.
Wie unsere großen Kinder auf den unerwarteten Zuwachs reagierten? Wir haben ihnen die ganze Situation erklärt und beide waren sofort damit einverstanden, dass die kleine Sam bei uns bleibt.
Es folgte eine schwere Zeit. Denn das Jugendamt wollte, dass Sam zu einer für sie wohl schon vorher ausgesuchten Pflegefamilie kommt. Es hieß außerdem, wir könnten mit Sams Besonderheiten (also den Folgen des Alkohol-und Drogenkonsums der Mutter) nicht gut genug umgehem. Glücklicherweise widerlegte das das Familiengericht und wir bekamen das alleinige Sorgerecht für Sam.
Vor drei Jahren hat sich mein Bruder, Sams Vater, das Leben genommen. Er fehlt mir sehr, denn ich habe ihn sehr geliebt – auch, wenn wir viele Differenzen hatten.
Sams leibliche Mutter hat einen neuen Partner, alle paar Monate meldet sie sich per Mail und fragt nach, wie es Sam geht.
Samantha kennt ihre Geschichte, sie weiß wer und wo ihre leiblichen Eltern sind. Natürlich immer nur soweit, wie es altersgerecht und unserer Meinung nach für Sie ok ist. Sie ist ein tapferes Mädchen und geht damit sehr gut um. Uns war es wichtig, dass wir sie nie anlügen. Und wenn sie ihre leibliche Mutter sehen möchte, würden wir ihren Wunsch unterstützen.
Samantha erzählt jedem, dass sie uns als ihre Eltern ausgesucht hat und dass das was Besonders sei – schließlich könnten das nicht alle Kinder.
Ja, bei uns ist immer was los. Wir sind keine 0815-Familie, aber wir halten zusammen und für mich ist meine Familie genauso perfekt.
Mein größter Dank gilt meinem Mann. Ohne ihn wäre das alles nicht möglich. Es ist nicht selbstverständlich, wie er alle Kinder annimmt. Ich liebe ihn dafür unendlich.“

               
"Mein Bruder war drogensüchtig, da nahmen wir seine Tochter auf"
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        Liebe Janine, Dein Lebensgefährte hat vor 13 Jahren sich das Leben genommen. Kannst Du uns von dem Tag erzählen?
Es war ein Freitag im August 2004, es war mein letzter Arbeitstag vor unserem Urlaub. Mein Lebensgefährte wollte mit Freunden auf ein Konzert und erst am nächsten Tag wieder heimkommen. Er stieg richtig glücklich auf sein Motorrad, wsr voller Vorfreude. Nachts um 2 Uhr bekam ich eine SMS mit den Worten: "Ich liebe dich".
Das war das letzte Lebenszeichen, er kam nicht mehr nach Hause. Es dauerte eine Woche bis die Bereitschaftspolizei ihn fand. Ich wusste von Beginn an, dass etwas Schlimmes passiert ist. Dass er einfach abgehauen ist, kam nicht in Frage. Doch die Ungewissheit, was genau passiert ist, war schrecklich. 
Als die beiden Kripobeamten am Fundtag bei mir klingelten, wusste ich, dass sie haben ihn tot gefunden. Meine erste Frage lautete dennoch: "Ist er tot?" Und die zweite Frage: "War er es selbst?"
Es klingt blöd, aber es war mir wichtig, dass er es selbst getan hat und nicht Opfer eines Verbrechens wurde. Es hat mir in meiner Trauer irgendwie geholfen zu wissen, dass es wohl sein Wunsch war zu sterben. Man möchte für diejenigen, die man liebt, das Beste. Und wenn es für ihn so das Beste war, dann soll es auch für mich ok sein – das sagte ich mir immer wieder wie ein Mantra vor. Denn natürlich ist mein Leben ist in diesem Moment wie ein Kartenhaus eingestürzt.
 

Kam der Suizid für Dich überraschend oder gab es vorher Anzeichen?
Er litt an Depressionen, war auch in psychologischer Behandlung. Die letzten 8 Monate ging es ihm viel besser. Er lachte viel und hatte wieder Ziele und neue Projekte, hatte sich beruflich verändert. Ich dachte, wir hätten es geschafft. 
Es klingt komisch, aber irgendwie habe ich immer gefühlt, dass ein Suizid passieren könnte. Nur nicht zu diesem Zeitpunkt. 
 
Wie hast Du die ersten Wochen und Monate nach dem Tod erlebt?
 
Ich war innerlich gebrochen. Ich hab nur noch funktioniert, wie ein Roboter. Mein alter Hund hat mich am Leben gehalten, um ihn musste ich mich kümmern, ihn versorgen.
Ich hatte dann einen unglaublichen Drang, unser Zuhause zu verändern. Kleiderschrank ausräumen, neue Möbel, ausmisten. Ich wollte alles verändern, um den Schmerz dadurch weniger zu spüren. Bloß nicht nachdenken über das Geschehene. 
Nach meinem Urlaub ging ich wieder arbeiten – so als wäre nie was gewesen. Einerseits hat es gut getan, dass der Rest in meinem Leben noch stabil war, aber andererseits war meine Leistungsfähigkeit sehr reduziert, so dass ich auch am Wochenende arbeiten musste, um mein Pensum zu schaffen. 
 
Während mein Freund verschwunden war, gab es Suchmeldungen in den örtlichen Zeitungen – jeder wusste also, was los war. Für mich war das Leben dann wie ein Spießrutenlauf, ich wurde beim Einkaufen oder Spazierengehen angestarrt oder fremde Menschen sprachen mich einfach an – mitunter sehr taktlos. 
 
Wie sind Bekannte und Freunde mit Dir umgegangen?
 
Meine engen Freunde waren in dieser Zeit immer für mich da. Meine beste Freundin hat auch in der Zeit der "Suche" bei mir geschlafen. Meinen Freunden bin ich immer noch von Herzen dankbar. Bekannte haben so getan, als sei nichts passiert oder haben mich vollgejammert, dass sie einfach nicht verstehen, wie er sowas tun konnte. 
 
Was hat Dir in dieser Zeit geholfen?
 
Meine Freunde, vor allem meine beste Freundin und mein Hund. Und meine Arbeit. 
 
Was waren besonders harte Momente in dieser Zeit?
 
Über die eigenen Kräfte zu gehen. Meine ganze Kraft hatte ich in der Suchzeit verloren. Ich hatte meinen Selbstwert verloren.  
Die Beerdigung war hart, ebenso wie die Fundstelle zu sehen. Ich war mit vielem überfordert. Dabei habe ich auch meine Eltern oft vor den Kopf gestoßen, ich konnte mit ihrer Liebe und ihrer Bemutterung nichts anfangen, es hat mir die Luft abgedrückt. Das tut mir heute sehr leid. 
 
Suizid ist immer noch ein Tabu-Thema. Warum ist das so?
 
Ich denke, dass Angehörige sich dafür schämen – zumindest war es bei mir so. Es ist kein natürlicher Tod. Und damit kommen Menschen bzw die Mitmenschen nur schwer klar. Generell haben die meisten Menschen Angst vor dem Tod, da redet man ungern darüber. 
Und zusätzlich ist dem "gesunden" Menschenverstand unbegreiflich, wie man Suizid begehen kann. Ich selbst habe von klein auf im Religionsuntersicht gelernt:  "Du darfst nicht töten, auch nicht dich selbst."
 
Was möchtest Du Menschen sagen, die gerade ähnliches erlebt haben wie Du damals?
 
Macht euch keine Vorwürfe, dass ihr zu wenig getan oder geholfen habt.  Derjenige sah den Freitod als Erlösung, als Ausweg für sich selbst. Es hat mit Euch persönlich gar nichts zu tun. Es ist eine Kurzschlussreaktion oder manchmal auch geplant. Die Frage nach dem Warum, wird bei den meisten bleiben, aber tief in eurem Herzen kennt ihr die Antwort, nur kann man die rational sehr schwer nachempfinden. Fühlt euch alle umarmt. 
 
WICHIGE INFO: Sollten Sie selbst Hilfe brauchen: Bei der Telefonseelsorge erhalten Sie rund um die Uhr Hilfe – und zwar unter der kostenlosen Rufnummer 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222.
 





 






 
               
"Mein Freund hat sich das Leben genommen" - Interview mit Janine | STADT LAND MAMA
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Mein Name ist Rahna und ich bin in Bulgarien geboren. Ich bin als Au-pair Mädchen nach Deutschland gekommen und hier geblieben. Heute habe ich selbst Kinder und sehe meine Zeit als Au-pair sehr kritisch. Zumal ich mit vielen ehemaligen Au-pairs Kontakt habe, die noch weit Schlimmeres in ihrer Zeit erlebt haben. Ich hatte wohl noch Glück mit der Familie, für die ich gearbeitet habe, ich betrachte meinen Fall eher als eine moderate, aber kontinuierliche Form von Ausbeutung.



Als ich Bulgarien verlassen wollte, befand sich das Land in einer tiefen wirtschaftlichten Krise. Viele junge Menschen hatten Angst um ihre Zukunft und wollten nur noch weg. Es gab nur wenige Möglichkeiten, legal ins Ausland zu gehen. Meine Freunde bewarben sich an Unis oder für Greencards.



Ich bewarb mich nach dem Abitur an verschiedenen Hochschulen, schrieb eine Bewerbung nach der anderen, aber es geschah einfach nichts. Keiner wollte mich haben. Ich verzweifelte zunehmend. Wenn ich die Nachrichten im Fernsehen sah, wurde mir bange. Ich wusste, dass ich in Bulgarien keine Zukunft haben würde.



Au-pair Mädchen: Meine Chance auf Arbeit in Deutschland



Meine Mutter arbeitete in der Vertretung einer großen deutschen Firma in Sofia, und sie hatte viele Kontakte ins Ausland. Der Cousin eines Arbeitskollegen, selbst ein Bulgare, lebte seit über 20 Jahren in Deutschland, arbeitete als HNO-Arzt und plastischer Chirurg. Er suchte dringend ein bulgarisches Au-pair Mädchen, das seinen Kindern Bulgarisch beibringen sollte. Ich wusste: Das ist meine Chance.



Wir trafen uns im Büro meiner Mutter. Ich hatte mich so gut wie möglich auf das Kennenlernen vorbereitet, war aber unglaublich nervös. Ich brauchte diesen Job so dringend… Der Mann saß bereits im Büro als ich kam. Hellblaues akkurat gebügeltes Hemd, braune Cordhose und Ledersegelschuhe. Er hatte graumeliertes Haar und sah sehr sympathisch aus. Wir sprachen sehr kurz miteinander, was mich ziemlich überraschte, denn es ging schließlich darum, dass ich mich um seine Kinder kümmern sollte. Er stellte mir nur wenige Fragen, die in meinen Augen völlig irrelevant für den Job waren. Wie auch immer – ich bekam den Job.



Den frostigen Februar verbrachte ich in Warteschlangen vor der deutschen Botschaft in Sofia. Anfang März hielt ich meinen Reisepass mit dem Dreimonats-Visum wie eine teure/kostbare Trophäe in den Händen. Meine Mutter erzählt mir heute noch, dass sie mich zu Hause glücklich tanzend vorfand. Ich war überglücklich – in einer Zeit, in der es in Bulgarien nichts gab, worüber man glücklich sein konnte. Es war 1997.



Deutschland schien zunächst das Paradies zu sein



Ich kam am 15. März in einer kleinen Stadt im Süden Deutschlands an. Nach 35-stündiger, anstrengender Busfahrt mit langen Wartezeiten an den Grenzen, zusammengepfercht zwischen Männern, die nachts ihre Schuhe auszogen und nach einer Mischung aus Alkohol, Zigaretten und billiger Knoblauchwurst aus dem Mund rochen. Das Wetter bei der Abfahrt am Busbahnhof Sofia war kalt, der Schneeregen vermischte sich mit den Tränen meiner Mutter, und alles rund um uns war braungrau von den Autoabgasen.



In dem deutschen Städchen erwartete mich das Paradies auf Erden. Die Magnolien blühten, der Himmel war irgendwie übertrieben blau, hier und da tanzten weiße Wölkchen zwischen den schönen Fassaden der Häuser. Menschen fuhren auf Fahrrädern, die Wege waren sauber. Ich bekam ein eigenes Zimmer, frisch gestrichen und neu möbliert. Mein Monatslohn betrug 350 D-Mark, wobei der Vater beschlossen hatte, mir 300 davon auszuzahlen und 50 davon für die Zeit danach ansparte. Eine Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel bekam ich nicht, sondern ein Kinderfahrrad. Damit fuhr ich bei jedem Wetter.



Die ersten Wochen waren sehr hart. Das Heimweh erschlug mich, und ich wusste nicht recht, wie ich mich verhalten sollte, was von mir erwartet wird, und vor allem wusste ich wenig über den Alltag in Deutschland mit Kindern. Mir war gar nicht klar, welche Aufgaben ich demnächst haben werde. Ich wusste nichts über meine Rechte und Pflichten und auch nicht, dass mir ein Sprachkurs zustand, dass ich ein Recht auf freie Zeit hatte. Das alles erfuhr ich erst viel später.



Die Ausbeutung begann: Ich arbeitete rund um die Uhr



Und so stand ich der Familie sieben Tage in der Woche zur Verfügung. Ich kümmerte mich um die Kinder, brachte sie zur Kita und holte sie ab. Kümmerte mich um die Wäscheberge, kaufte ein und kochte. Putzen gehörte zu den Aufgaben einer Putzfrau aus Bosnien. Der Au-pair Mutter war es besonders wichtig, dass ihre hochwertigen Kochtöpfe richtig per Hand gespült werden. Auch ihre Unterwäsche bedurfte eines besonderen Umgangs. Das fiel dann wieder in meinen Aufgaben-Bereich.



Im April bekam ich eine starke Erkältung und merkte schnell, dass Kranksein und besonders Arztbesuche unerwünscht waren. Ich musste in dem ganzen Jahr zwei Mal zum Arzt, und das bekam ich richtig zu spüren. Nachdem die Arztrechnung ins Haus geflattert war, verschlechterte sich die Stimmung enorm.



Ab Mai kamen beide Kinder morgens früh direkt nach dem Aufwachen zu mir ins Bett, um zu kuscheln, wir malten viel und lasen Bilderbücher. Sie halfen mir beim Einkaufen und Kochen, hingen gemeinsam mit mir die Wäsche auf. Zudem lernten die Kinder sehr schnell bulgarisch, was toll war. Beide hatten sehr viele Verkleidungskostüme in einer Truhe im Kinderzimmer, ich fand sie zu schön, um sie nur einmal im Jahr anzuziehen, also gingen wir immer öfter als Pikachu, Marsupilami oder Rotkäppchen zum Bäcker.



Im Juni ließ ich mir einen Bibliotheksausweis ausstellen, auch, weil er für Au-pairs kostenlos ist. Ich hatte inzwischen ein Arbeitsvisum für ein Jahr bekommen. Wenn wir am Wochenende zum Markt gingen, stellten mich die Kinder den Verkäufern als ihre Mutter vor. Die Verkäufer staunten, wie unterschiedlich wir doch aussahen.



Ich gab mein Bestes, wurde aber immer einsamer



An den Abenden, an denen es nicht so viel zu bügeln gab und die Kinder bereits in ihren Betten schliefen, setzte ich mich in meinem Zimmer in den Sessel und starrte die Orchidee auf der Fensterbank an. Ich war sehr einsam. Ich schrieb in dieser Zeit ständig Briefe und Tagebuch. Wenn ich es mir leisten konnte, kaufte ich mir eine Telefonkarte für 12 Mark und bei Aldi Süßigkeiten und rief aus einer stinkenden Telefonzelle meine Eltern an. Zwischen Tränen, Satzteilen und Schokolade schmolz mein Guthaben, und meine Traurigkeit wuchs.



Meine sozialen Kontakte beschränkten sich auf Gespräche in der Familie oder auf ein paar Sätze mit anderen Eltern beim Abholen der Kinder. Die Gast-Eltern arbeiteten viel, und wenn sie zu Hause waren, schloss sich jeder in sein Arbeitszimmer ein. Manchmal kam der Vater spät abends leicht angetrunken nach Hause. Er weckte den Jungen, um mit ihm Fußball im Flur zu spielen, weil er ihn den ganzen Tag nicht gesehen hatte. Die Mutter sagte dazu nichts und tat so, als ob sie schlafen würde.



Ab September kochte ich fast täglich typisch bulgarische Küche wie gefüllte Paprika, Pansensuppe oder Banitza. Es kam öfter vor, dass der Vater abends nach dem Essen, bevor er seine obligatorische Gauloises rauchte und ein Glas Rotwein trank, zum Telefon griff, um seinen Cousin in Sofia anzurufen und ihn voller Begeisterung zu fragen: „Rate mal was ich gerade gegessen habe?“ Die Mutter machte einmal wöchentlich Salzkartoffeln mit Fischstäbchen und grünem Salat. Als mein Vertrag zu Ende ging, ersetzte sie mich durch einen Thermomix und schenkte mir als Abschiedsgeschenk ein Kochbuch für Anfänger.



Ich sehnte das Ende des Au-pair-Jahres herbei



Das Jahr lief weiter, Tag für Tag. Ich musste alle Ausgaben in ein Heft eintragen und penibel jeden Kassenzettel aufbewahren und vorlegen als Nachweis. Wenn mein Haushaltsgeld erschöpft war, setzten wir uns zusammen und gingen Punkt für Punkt alle Ausgaben durch. Weil ich den Kindern auf dem Markt Bratwurst im Brötchen gekauft hatte statt Brote von zu Hause mitzunehmen, gab es riesigen Ärger. Also kaufte ich  den Kindern Eis von meinem Gehalt.



Im Dezember freute ich mich schon riesig auf Weihnachten und Silvester. Meine ältere Schwester studierte damals in Berlin, und ich durfte sie dort über die Feiertage besuchen. Meine Mutter sollte aus Sofia einfliegen, damit wir ihren 60. Geburtstag zusammen feiern konnten. Da ich mir keine Bahnfahrkarte leisten, konnte fand ich eine Mitfahrgelegenheit in der kostenlosen Stadtzeitschrift. Als ich den Gast-Vater nach meinem Lohn fragte, um für meine Mutter und meine Schwester Geschenke kaufen zu können, behauptete er, dass er mir bereits den Monatslohn für Dezember ausgezahlt hätte. Eine glatte Lüge und der wohl schlimmste Moment in diesem Jahr für mich. Ab dann zählte ich nur noch die Tage bis zum Ende meiner Au-pair-Zeit.



Warum ich das erzähle? Ich weiß, damals war es noch eine andere Zeit, aber auch heute gibt es viele Au-pairs, die nicht gut in ihren Familien behandelt werden. Schaut hin, wenn Euch etwas auffällt und sprecht diese Frauen an. Vielleicht helft Ihr damit jemandem in Not.
               
Au-pair: Kaum Wertschätzung als Rund-um-die-Uhr-Kindermädchen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-hat-angst-was-kann-ich-tun
       
Mein Name ist Marion, ich habe eine fast fünfjährige Tochter. Meine Tochter hat Ängste, ich weiß weiß weder, woher sie kommen, noch wie ich damit umgehen soll.



Sie bleibt zum Beispiel nie alleine in einem Raum, nicht mal kurz. Zudem kommt nahezu panische Angst im Dunkeln.



Es gab kein traumatisches Ereignis und sie kann auch nicht benennen, warum sie Angst hat. Fakt ist, dass ich as Gefühl habe, dass die Ängste schlimmer werden.



Gibt es hier Mamas, die Erfahrungen damit haben? Wie habt Ihr Eure Kids gestärkt?
               
Mein Kind hat Angst. Was kann ich tun? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-haut-und-beisst-wie-sich-das-fuer-die-eltern-anfuehlt
        Ihr Lieben, Was, wenn das eigene Kind zum "Täter" wird, wenn es andere haut, beißt und ärgert? Wenn es sich damit selbst ins Abseits katapultiert, weil es nicht mehr zu Kindergeburtstagen eingeladen wird? Wenn es irgendwann einfach in der Schublade "laut und ruppig" steckt – und da nicht mehr wirklich rauskommt? Wir haben mit einer Mama gesprochen, die ein solches Kind hat. 
Liebe Kristin, Du hast uns erzählt, dass Dein Kind ein anderes Kind mobbt. Erzähl uns erstmal ein bisschen mehr über Dein Kind. 
Zu unserer Familie gehören mein Mann, ich, mein Sohn Jonas (bald 6) und meine Tochter Lene (bald 2). Jonas war ein absolutes Wunschkind, auf das wir fast zwei Jahre gewartet haben. Er liebt alles, was mit der Feuerwehr zu tun hat. Wahrscheinlich hat er das von seinem Papa, Opa und Onkeln. Ebenso liebt er das Handwerk. Es kam schon sehr oft vor, dass er Sachen auseinanderschraubt, um zu sehen, wie sie funktionieren.
Wann hast Du das erste Mal davon gehört, dass Jonas andere Kinder ärgert?
Das erste Mal, dass Eltern und Erzieher mich ansprachen war, als er zwei Jahre alt war. Er fiel vor allem durch Beißen auf. Er schubste aber auch größere und ältere Kinder einfach um und ließ sich nichts sagen. Eine Phase, dachten wir, doch es steigerte sich von Jahr zu Jahr. Beißen tut er zwar nicht mehr, doch er ärgert und setzt andere Kinder so unter Druck, dass diese mittlerweile nicht mehr in den Kindergarten wollen.
Wie genau sieht dieses Unter-Druck-setzen aus? 
Er wendet sich hauptsächlich an "schwächere" Kinder, die nicht viel Selbstvertrauen haben. Er "entzieht" ihnen die Spielerlaubniss in seiner Gruppe und schließt sie aus, wenn sie nicht das machen, was er möchte.
 Aber er kann auch schnell aus der Haut fahren und schlägt dann auch Kinder. 
Du hast sicher nach dem ersten Vorfall sofort mit deinem Kind gesprochen.
Ja, natürlich. Wir haben sehr viel darüber gesprochen und er weiß auch, dass es falsch ist. Dennoch hat er keine Empathie für das betroffene Kind. Generell fehlt es ihm an Empathie, auch uns gegenüber. Ich gehe mittlerweile jeden Tag mit einem beklemmenden Gefühl zur Kita. Es ist eigentlich schon Alltag, dass entweder eine Erzieherin oder eine andere Mutter zu mir kommt und wieder etwas berichtet, was Jonas einem anderen Kind angetan hat. 
Wie gehen denn die anderen Eltern mit Euch um?
Meistens wurden wir persöhnlich von anderen Eltern angesprochen. Da wir eher ländlich wohnen, macht es jedoch immer ziemlich schnell die Runde, wenn wieder etwas vorgefallen ist. Oft bekomme ich dann böse Blicke und Ablehnung. Jonas wird fast zu gar keinem Geburtstag eingeladen und auch Spieleverabredungen werden dankend abgelehnt. Selbst wenn er sich jetzt um 180 Grad ändern würde, steckt er bereits in dieser Schublade…  
Wie geht Ihr damit um?
Natürlich haben wir immer wieder nach Fehlern in unserer Erziehung gesucht. Ich habe mir sogar Hilfe bei der Kinder- und Jugendberatung geholt. Diese waren mit seinem Verhalten jedoch so sehr überfordert, dass sie uns auch nicht weiterhelfen konnten. Sie und der Kindergarten haben uns dann gebeten, ihn mal beim Arzt vorzustellen. Dass es vielleicht gar nicht an uns liegen könnte, habe ich vorher gar nicht in Betracht gezogen. 
Inweiweit unterstützt Euch die Kita?
Vorweg muss ich sagen, dass wir einen super Kindergarten haben, der uns mega unterstützt. Wir arbeiten eng zusammen und probieren oft neue Dinge aus. Sie schreiben sehr oft Beobachtungsbögen, die sie mir für die ärtzliche Behandlung geben. Da er sich auch mit der Feinmotorik schwer tut, fordern sie ihn da besonders. Jonas Ergotherapeutin kommt regelmäßig in die Kita und bespricht neue Übungen mit der Kita.
Wie ist die Situation jetzt? 
Zur Zeit sind wir immer noch bei der Ergotherapie. Auch im SPZ (sozial-pädriatisches Zentrum) sind wir wieder in Behandlung. Fest steht, dass Jonas eine Tiefensensible Wahrnehmungsstörung hat. Konzentration, Ausdauer und Wahrnehmung (vor allem Druck und Schmerz) sind absolut im Keller. Es steht der Verdacht von ADS im Raum. Dies kann unser SPZ aber erst testen, wenn er in die Schule gekommen ist. Bis dahin bleibt uns nur die Ergo und viel Geduld.
Was möchtest du unbedingt zu dem Thema noch los werden?
Es ist noch nicht lange her, dass es einen Vorfall auf dem Spielplatz gab. Ich habe versucht, der Mutter zu erklären, dass es bei ihm dieses Problem gibt. Sie entgegnete mir nur, dass ich "dann nicht mit so einem Kind auf den Spielplatz gehen sollte, er wäre eine Gefahr für alle". Ich wünsche mir so sehr, dass man nicht nur denkt, dass die Eltern ihre Kinder nicht unter Kontrolle haben oder nicht erziehen. Manchmal steckt so viel mehr dahinter, wenn ein Kind sich anders benimmt. 
 
Foto: pixabay
 
               
Mein Kind haut und beißt: Wie sich das für die Eltern anfühlt | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, die Sommerferien sind ja nicht nur eine Zeit der Erhoung, sondern für viele auch eine Zeit der Umstellung, der Abschiede und Neuanfänge. Dann zum Beispiel, wenn die Kitazeit vorbei ist und nun bald die Schule anfangen wird. Da sind nicht nur die Kinder aufgeregt (verständlich!), sondern auch die Erwachsenen (ebenso verständlich!). Schön, wenn wir da einige Tipps mit an die Hand bekommen, von Menschen wie Viola, die nicht nur selbst vier Kinder hat, sondern auch Grundschullehrerin ist und das Buch Mein Kind wird Schulkind. Was Eltern zum Schulbeginn wissen müssen. Insider Tipps einer Lehrerin und Mutter. (Affiliate Link) geschrieben hat.



Liebe Viola, wenn Eltern eines wollen, dann ist es, dass es ihrem Kind gut gehen möge. Wie können wir ihm einen sanften Start in die Schulzeit ermöglichen?



Indem wir unser Kind stärken und ihm das Gefühl geben, jederzeit liebevoll an seiner Seite zu stehen. Natürlich sind dafür auch die Jahre vor dem Schulstart entscheidend. Unser Kind sollte sich seiner Stärken bewusst sein und mit Freude und Zuversicht seine Schullaufbahn beginnen. Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, indem sie im Vorfeld eventuelle Sorgen gemeinsam besprechen und dem Kind versichern, dass sie fest an seine Fähigkeiten glauben. Ebenso gibt es tolle Bücher, die Kindern den neuen Lebensabschnitt Schule erklären und die Vorfreude auf die Einschulung wecken.



Zudem sollten Eltern gerade zu Beginn der Schulzeit keine Erwartungen an das Kind formulieren oder Druck ausüben. Kinder brauchen Zeit, um sich in ihrem neuen Umfeld zu orientieren und einzuleben. Diese Herausforderungen müssen Kinder in den ersten Wochen und Monaten für sich bewältigen. Zusätzlicher Druck von außen blockiert da nur.







Du bist Grundschullehrerin, hast aber auch selbst vier Kinder. Ist die Einschulung für jedes Kind nicht ganz individuell besonders?



Ja, absolut. Jede Einschulung ist emotional, denn auch ich als Mama muss mein Kind loslassen. Ich muss akzeptieren, dass mein Kind neue Wege beschreitet und sich meine Rolle als Mutter Schritt für Schritt verändern wird. Das fällt Müttern wie Vätern oft schwer, denn man fragt sich unweigerlich, wo die Zeit geblieben ist. Gefühlt wurde der Nachwuchs doch gerade erst entbunden – und schon steht er vor einem mit einer Schultasche auf dem Rücken.



Der erste große Lebensabschnitt ist nun vorbei und ein neuer beginnt. Von daher ist die Einschulung sicher für jede Familie ein emotionales und einschneidendes Ereignis.



Wie können Eltern ihre Kinder jetzt in den Ferien auf den ersten Schultag vorbereiten?



Mein liebster Tipp ist tatsächlich: Geht mit euren Kindern draußen spielen! Wer schaukeln kann, wird Subtraktion leichter verstehen. Wer mutig in die Höhe klettert, wird Perspektiven besser einordnen können. Es gibt unzählige Beispiele dafür, wie wichtig kreatives Spiel im Freien ist. Somit ist jeder Spielplatzbesuch ein kleines Puzzleteil im großen Ganzen, das später zum Schulerfolg beiträgt. Versucht doch mal, euer Kind zu neuen Spielen oder anderen Klettergeräten zu animieren. Dabei lernen Kinder oft viel mehr, als wir Erwachsene wahrnehmen können.



Wer gerne mit seinem Kind konkrete Lerninhalte üben will, dem empfehle ich einen gemeinsamen Besuch im örtlichen Buchladen. Übungsmaterialien sollten auf jeden Fall mit dem Kind zusammen gekauft werden, damit es das Heft anfassen, anschauen und durchblättern kann. Schließlich wird es die Aufgabe des zukünftigen Schulkindes sein, die Seiten mit Leben zu füllen. Und das geht viel leichter, wenn das Übungsheft Spaß macht und das Kind durch sein Layout motiviert.



Und wenn der große Tag gekommen ist. Was sollten wir beachten?



Das Schulkind sollte im Mittelpunkt stehen und nicht die Feier. Viele Eltern sind sehr darauf bedacht, ein großes Fest für die Freunde und Familie abzuhalten. Das ist natürlich gut gemeint, doch häufig arten die Vorbereitungen in Stress aus und der große Tag kann gar nicht richtig genossen werden.



Dabei ist es viel wichtiger, geistig und emotional bei seinem Schulanfänger zu sein, der diesen Tag nie vergessen wird. Wirklich Anteil zu nehmen an dem Moment, in dem der Name des eigenen Kindes erklingt, es die Stufen auf die Bühne hinaufeilt und mit einem großen Strahlen im Gesicht von seiner KlassenlehrerIn begrüßt wird. Das ist viel wichtiger als die tollste Dekoration oder die größte Foto-Torte bei der anschließenden Feier präsentieren zu können.



Falls ich ein recht schüchternes Kind habe, sollte ich dieses nochmal ganz besonders vorbereiten und bestärken?



Auf jeden Fall. Bei sehr schüchternen Kindern empfehle ich Eltern zudem, vorher Kontakt zum KlassenlehrerIn zu suchen und mit ihm/ihr über das Verhalten des Kindes und die damit verbundenen Ängste zu sprechen. Einige Kinder sind eher laut und forsch, andere leise und zurückhaltend. Das ist in einer Schulklasse mit durchschnittlich 26 Kindern ganz normal und kein Lehrer wird solch ein Elterngespräch als merkwürdig empfinden. Im Gegenteil. In einem direkten Gespräch können Eltern ihre Sorgen darlegen und der Lehrer kann sich bereits zum Schulanfang individueller auf dieses Kind einstellen. Das ist ein Vorteil für beide Seiten.



Häufig bestätigen sich Befürchtungen der Eltern bzgl. bestimmter Verhaltensweisen ihrer Kinder in der Unterrichtspraxis übrigens nicht. Einige Kinder blühen nach einigen Wochen in der ersten Klasse regelrecht auf. Sie merken, dass ihnen neue Dinge zugetraut werden und sie diese Herausforderungen meistern können. Dadurch erfährt ihr Selbstbewusstsein einen großen Schub und sie wachsen kontinuierlich an ihren Anforderungen.



Um diese positive Entwicklung konstant und sicher leiten zu können, sollten weiterhin regelmäßig Gespräche mit dem Klassenlehrer geführt werden. So wird gewährleistet, dass das Kind sich souverän in seinem Umfeld bewegt und seine Schüchternheit Schritt für Schritt überwindet.



Viola Herrmann: Mein Kind wird Schulkind. Was Eltern zum Schulbeginn wissen müssen. Insider Tipps einer Lehrerin und Mutter.



Was, wenn ich selbst vielleicht früher nicht ganz so gute Erfahrungen mit der Schule gemacht habe… sollte ich das thematisieren oder auf keinen Fall?



Nein, bitte lasst euer Kind seine eigenen Erfahrungen machen! Nur weil Eltern die Schulzeit als nicht so schön erlebt haben, bedeutet das noch lange nichts für die Wahrnehmung des Kindes. Jedes Kind verdient die Chance, völlig unbelastet seinen eigenen schulischen Weg zu gehen und seine eigenen Erfahrungen dabei zu sammeln. Diese werden absolut individuell sein, denn jeder Mensch erlebt sein Umfeld auf ganz unterschiedliche Art und Weise.



Prinzipiell sollten Eltern auf sämtliche negative Prophezeiungen verzichten – das gilt nicht nur für die Schule. Kinder werden durch solche Aussagen nur emotional beschwert und sind in ihrer Sichtweise dann nicht mehr frei. Dabei sollten wir unsere Kinder viel eher dazu anregen, neuen Lebenssituationen unvoreingenommen zu begegnen.



Vielleicht ist mein Kind anfangs noch recht motiviert, verliert dann aber die Lust und wirkt gereizt. Wie kann ich darauf reagieren?



Zunächst würde ich das Gespräch mit meinem Kind suchen und versuchen herauszufinden, was es bedrückt. So ein Verhalten entsteht ja nicht ohne Grund und diesen gilt es herauszufinden.



Sofern das Kind keine Auskunft geben kann oder möchte – und der Zustand längere Zeit anhält – rate ich dazu, den KlassenleiterIn zu kontaktieren. Vielleicht gab es in der Schule eine Situation, die mein Kind als sehr unangenehm empfunden hat? Oder es gibt neue schulische Inhalte, von denen mein Kind sich überfordert fühlt? Darüber kann der KlassenlehrerIn gezielt Auskunft geben, denn er hat täglich mehre Stunden intensiven Kontakt zu meinem Kind.



Meistens lassen sich diese Probleme durch gemeinsame Gespräche sehr gut in den Griff bekommen. Wichtig ist auch die Rückmeldung an das Kind, dass seine Sorgen ernst genommen werden und sich eine Lösung sicher finden lassen wird.



Nun heißt es: Der Ernst des Lebens beginnt. Wie schätzt du diesen Satz ganz persönlich ein?



Ich persönlich mag diesen Satz überhaupt nicht und ich habe ihn auch noch nie zu einem Kind gesagt. Er impliziert ja, dass alles Positive im Leben eines Kindes mit dem Tag der Einschulung endet: Kein Spaß mehr, keine Freude und gespielt wird am besten auch nicht mehr. Dabei trifft all das überhaupt nicht zu.



Natürlich gehen Kinder primär in die Schule, um zu lernen. Doch Schulleben ist viel mehr als Fachunterricht und auch der kann – mit dem richtigen Lehrer – sehr viel Spaß machen. Schule ist soziales Leben, denn hier werden Freundschaften fürs Leben geschlossen. Schule ist wertvolle Lebenszeit, denn diese wird hier Zuhauf verbracht. Schule bedeutet Emotionen, denn hier wird geweint, gelacht, gestritten, vertragen und gerne auch verliebt. Schule ist nicht der Ernst des Lebens. Schule ist das pralle Leben mit all seinen Höhen und Tiefen – immer wieder neu und aufregend.



Was möchtest du allen I-Dötzchen, I-Männchen und wie sie noch genannt werden mit auf den Weg geben?



Ich möchte ihnen sagen, dass sie an sich glauben sollen. Sie dürfen auf sich vertrauen, denn alles, was sie für ein erfolgreiches (Schul-)leben benötigen, tragen sie bereits in sich. Es muss nur noch reifen.



Sie sollen mutig sein und ihren eigenen Weg gehen. Nicht immer ist dabei der kürzeste Weg der beste. Manchmal dauert es, bis man sein Ziel (z.B. eine gute Note oder neue Freunde) erreicht. Wichtig ist nur, dass man mutig den ersten Schritt macht und darauf vertraut, dass man sicher am Ziel ankommen wird.



Ich wünsche allen zukünftigen Schulkindern von Herzen, dass sie aufgeschlossenen Lehrern begegnen, die ihre ganz speziellen Fähigkeiten erkennen und fördern. Und ich wünsche ihnen Eltern, die jederzeit liebevoll an ihrer Seite stehen, ohne ihnen dabei alle Herausforderungen des Lebens abzunehmen.
               
Mein Kind kommt in die Schule: Was wir als Eltern beachten sollten
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-sitzt-im-rollstuhl-und-das-hat-unser-aller-leben-sehr-veraendert
       
Liebe Nicole, heute geht es um dein drittes Kind, das im Rollstuhl sitzt und entwicklungsverzögert ist. Wann ist Euch zum ersten Mal aufgefallen, dass er sich anders entwickelt, als andere Kinder?



Mir ist es schon sehr früh aufgefallen, etwa im Alter von 3 Monaten. 



Was ist die genaue Diagnose und wie lang hat es gedauert, bis Ihr sie hattet?



Unser Jüngster kam in der 29.SSW zur Welt und hat am 3. Lebenstag eine Hirnblutung erlitten, eine recht häufige Komplikation bei so kleinen Frühchen. Eine richtige Diagnose, wie wir sie heute auf Rezepten stehen haben, haben wir nie ins Gesicht gesagt bekommen. Im Prinzip sind wir in die Diagnose irgendwie reingewachsen. Schwierig zu beschreiben, da Entwicklungsverzögerungen aufgrund von Hirnblutungen so vielfältig sind. 



Erzähl uns gerne mehr über deinen Sohn.



Unser Kind ist heute 7 Jahre alt und motorisch auf dem Stand eines 10 Monate alten Kindes, sprich er kann krabbeln und mittlerweile auch kurz frei sitzen (er fällt leider irgendwann um).



Er kann sich wahnsinnig gut mit seinem Rollstuhl bewegen. Da wo andere Kinder in Pfützen springen, fährt unser Kind mit einem Affenzahn durch, blockiert die Räder, dreht sich im Kreis und hat einfach so richtig viel Spaß dabei. Sein größter Traum ist es, einmal beim WCMX mitzumachen (skaten im Rollstuhl).



Er ist jetzt 7 und die Schere zu anderen Kindern in seinem Altern klafft immer weiter auseinander. Er kann mittlerweile gut sprechen, aber Gespräche mit ihm sind sehr schwer, da er sich fast gar nicht konzentrieren kann und die Frage quasi sofort wieder vergessen hat. Nichtsdestotrotz schnattert er den ganzen Tag und dafür bin ich (meistens 😊 ) sehr dankbar. Er hat in den letzten Jahren wirklich tolle Fortschritte gemacht, was wir anfangs nie gedacht hätten. 



Wie war die Erkenntnis für dich, dass dieses Kind immer mehr Betreuung brauchen wird, als die Großen? 



Das wird uns erst im Laufe der Jahre bewusst. Es ist ein Prozess, der nicht endet. Und dieser Prozess ist anstrengend. Er ist sehr anstrengend. Es ist traurig, es macht Angst. Angst vor der Zukunft. Was ist, wenn wir nicht mehr sind. Was ist nach der Schule. Was ist, wenn…



Ja, ich habe auch öfter mit der Entscheidung, ein 3. Kind bekommen zu haben, gehadert. Wir lieben dieses Kind alle von ganzem Herzen, aber es ist einfach verdammt anstrengend. Durch so eine Behinderung wird das ganze Leben wie man es kannte, auf den Kopf gestellt und wir sind alle seitdem eingeschränkt.



Seid Ihr unterschiedlich mit dieser Erkenntnis umgegangen?



Wir haben in den letzten 7 Jahren viele, sehr viele Federn gelassen. Mein Mann hat deutlich länger gebraucht, um die Behinderung unseres Kindes annehmen zu können.  Jeder geht einfach anders mir sowas um und einige brauchen auch professionelle Hilfe.



Als Paar gab es uns lange nicht. Wir haben lange Zeit nur funktioniert. Während ich das schreibe, kullert so mache Träne, weil es einfach weh tut, das zuzugeben.



Gerade sind wir dabei uns als Paar wiederzufinden. Ich hoffe sehr, dass wir es schaffen zwischen Pflege, Schulkindern, Arbeit. Seit Corona sind wir sehr auf uns alleine gestellt. Vorher hatten wir mal Zeit Luft zu holen, wenn Therapien anstand oder die Schule. Nun ist vieles nicht mehr möglich, wie sind alle ständig zu Hause, das zehrt sehr an uns.



Wie gehen die großen Geschwister mit dem kleinen Bruder um?



Unsere Mittlere liebt ihren kleinen Bruder sehr. Unser großes Kind (Teenager) ist oft unsicher und auch genervt, da unser Jüngster wirklich sehr fordernd und laut ist. Nichtsdestotrotz sind alle 3 toll zusammen und ohne seine großen Geschwister wäre unser Kind heute nicht da wo er ist. Geschwister können sehr motivierend sein.



Welche Förderungen bekommt Euer Kind normalerweise?



Er bekommt Physio, Logo und Ergo. Da er eine Förderschule besucht, hat er sogar die Möglichkeit dort 2x/Monat Schwimm- und Reittherapie zu bekommen.



Momentan pausieren alle Therapien in der Schule und das merken wir leider enorm an seinen Beinen. Seit einer Woche machen wieder Physio in einer externen Praxis, da es ohne Therapien einfach nicht geht. Seine Spastik in den Beinen hat sich in den letzten Wochen enorm verschlechtert.



Inwieweit beeinflusst das alles Euren Familienalltag? 



Die Behinderung unseres Kindes beeinflusst unseren Familienalltag enorm. Unser ganzes Leben ist auf das Leben mit einem Kind im Rollstuhl ausgerichtet. Im letzten Jahr haben wir ein barrierefreies Haus gebaut, da wir in unserer kleinen Wohnung nicht bleiben konnten. Barrierefreie Wohnungen für 5 Leute? Gibt es quasi nicht.



In den Urlaub fahren oder Ausflüge machen? Wir sind eine recht sportliche Familie (gewesen) und wir lieben wandern, lange Fahrradtouren, Skifahren – aber mit einem Kind im Rollstuhl? Wir machen viel möglich und sind vor 2 Jahren durch den Harz gewandert, stoßen aber nun an unsere Grenzen. 30kg Kind plus Rollstuhl bekommt man eben nicht mehr einfach so den Berg hochgeschoben. Fahrradtouren? Müssen wir immer genauestens planen, da Berge einfach schwierig zu erfahren sind, genauso wie Waldwege. 



Die Realität sieht so aus, dass mein Mann (wenn möglich) mit den 2 großen Kindern allein in den Skiurlaub, zum Skifahren fährt oder Radtouren macht und ich mit dem Kleinen eben daheim bin.



Vielleicht hat ja hier jemand DIE Idee für uns? Das belastet uns schon sehr und ich habe oft ein schlechtes Gewissen den großen Kindern gegenüber, da wir manchmal nichts gemeinsam unternehmen können, was sie sich wünschen, da es eben unmöglich mit Kind im Rollstuhl ist oder sich das Programm am Rollikind orientiert. 



Was würdest du dir für dein Kind wünschen?



Mein größter Wunsch ist es, dass er weiterhin so selbstbewusst mit seinem Rolli durchs Leben rollt, wie er es jetzt macht und wir ihm dafür das nötige Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben können. 



Was möchtest du anderen Eltern mit auf den Weg geben?



Eigentlich hört bzw. liest man ja dann meist, man wächst mit seinen Aufgaben und das wird schon. Aber nein, es wird nicht und es muss nicht werden. Man darf weinen, schreien, wütend sein. Man darf zweifeln und trauern. Trauern um das unbeschwerte Leben, das man sich ausgemalt hat. Man darf wütend sein auf alles und jeden. Man darf seinen gesamten Frust rausschreien und mit dem Leben hadern. Das mache ich oft, auch noch nach über 7 Jahren. 



Aber danach sollte man wieder voller Dankbarkeit auf das Zurückschauen, was man schon geschafft hat. Welche Herzen und Menschen man bewegt hat. Dass man tolle Kinder hat. Dass das Leben auch mit behindertem Kind sehr lebenswert und wertvoll sein kann. Und das Zweifeln normal ist.



Ja, das mag ich gern mit auf den Weg geben. Du musst nicht immer stark sein. Schwäche ist natürlich, authentisch, menschlich und gehört einfach zum Leben dazu. 
               
Mein Kind sitzt im Rollstuhl und das hat unser aller Leben sehr verändert | STADT LAND MAMA
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Ich heiße Franziska und es geht um meinen Sohn, der drei Jahre ist. Ich brauche dringend Tipps und Erfahrungen von anderen Mamas.



Mein Sohn spricht nämlich nicht, also so gut wie nicht. Nur ganz wenige Wörter. Im Kindergarten haben die Erzieher schon gesagt, dass er eine Entwicklungsverzögerung auf Grund der fehlenden Verständigung habe. Ich finde, er ist eigentlich ein sehr aufgewecktes Kind, puzzelt gerne, fährt gerne Rad, liebt es im Wasser zu platschen. Aber spricht eben nicht. Der HNO bestätigt, dass er eine Hörleistung auf beiden Ohren von 100 Prozent hat und es gibt auch keine Paukenergüsse. Das ist also als Grund ausgeschlossen. Unser Kinderarzt meint, mein Sohne brauche einfach noch etwas Zeit. Ich habe aber Angst, dass wir zu spät reagieren. Logopädie sei noch zu früh, sagte der Kinderarzt.



Das Ganze beschäftigt mich sehr und ich weine auch oft deshalb, weil ich nicht weiß, was ich machen kann. Gibt es hier Mamas, die ähnliches erlebt haben und mir sagen können, wie sich Ihre Kinder entwickelt haben?



Foto: Pixabay
               
Mein Kind spricht nicht - wer hat Tipps? | STADT LAND MAMA
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Mein Name ist Silke und mein vierjähriger Sohn muss nächste Woche am Herzen operiert werden.  Die neuen Corona-Regeln sehen vor, dass wie bisher nur ein Elternteil mit ins Krankenhaus darf – ich aber nicht mehr über Nacht bleiben darf.



Das ist das ganze Prozedere: Man wird vorher mittels PCR- Test getestet, außerdem alle zwei Tage mit einem Schnelltest. Man muss den ganzen Tag eine Maske tragen, muss aber nachts das Krankenhaus verlassen. Diese Logik erschließt sich mir nicht.



Es kann doch niemals sicherer sein, die Mütter abends nach Hause zu schicken. Dort haben sie sicherlich mehr Kontakte – und was ist, wenn sie vielleicht die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen müssen, um ins Krankenhaus zu kommen? Da ist doch viel mehr „Bewegung“ drin, als wenn alle bei ihren Kindern bleiben.



Das heißt, dass mein Vierjähriger alleine im Krankenhaus übernachten muss. Sollte hier nicht das Sicherheitsgefühl des Kindes schwerer wiegen? Dazu kommt die enorme emotionale und organisatorische Belastung für mich. Ich wohne fast 1 Stunde von diesem Spezialkrankenhaus weg, dh. ich muss morgens um fünf Uhr los, um da zu sein, wenn mein Kind aufwacht. Und abends um 20 Uhr muss ich wieder zurück. Den ganzen Tag steht mir übrigens auch keine Essensversorgung zu. Das raubt einem doch komplett die Kräfte.



Das Ronald McDonald Haus nebenan nimmt nur Eltern auf, die nicht in der Stadt wohnen. Für Eltern, die hier in der Stadt leben, gibt es eine lange Warteliste. Ich hatte nun das Glück, dass ich für ein paar Nächte ein Hotelzimmer bekommen habe. Die restliche Zeit werde ich wahrscheinlich in meinem Büro auf dem Fußboden schlafen, da mein Büro nicht ganz so weit weg ist vom Krankenhaus.



Ich finde das ganze wirklich Ungeheuerlich. Meine Frage ist: Hat hier eine andere Mama Erfahrungen mit Kindern im Krankenhaus während der Corona-Zeit? Wie ging es Euren Kindern damit?  Und wie ging es Euch damit?
               
Mein Kind wird operiert - und ich darf nicht bei ihm bleiben |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-mann-hat-krebs-viola-ueber-2020-voller-hoehen-und-tiefen
       
Es gibt Geschichten, die uns sehr berühren und an die wir immer wieder denken. Oft fragen wir nach einigen Monaten dann nach, wie es den Beteiligten geht und freuen uns, wenn wir Euch hier auch ein Update geben dürfen.



Viola haben wir im Januar diesen Jahres interviewt, ihr Mann hatte eine aggressive und unheilbare Krebsform und es sah alles nicht gut aus. (HIER das Interview) Dementsprechend bereitete ich mich innerlich auf schlechte Nachrichten vor, als ich Viola nun erneut anmailte. Aber: Es gibt gute Neuigkeiten und wir freuen uns sehr sehr mit Viola und ihrer Familie. Hier also das Update, das sie uns geschickt hat :



„Die Zeit zwischen Januar 2020 und August 2020 war unfassbar hart, einfach nur schlimm und traurig, denn es ging meinem Mann immer schlechter. Die Therapie war so aggressiv, dass er am Ende zu schwach zum laufen war. Dazu kam eine plötzliche Schwerhörigkeit, die sich niemand erklären konnte. Anfang März erwischte ihn noch eine Lungenentzündung, da wurde die ganze Situation wirklich richtig kritisch.



„Wirklich kritisch“, diese Worte belauschten meine Kinder einmal in einem Gespräch von mir mit einer Freundin. Sie fragten danach: „Mama, was heißt wirklich kritisch? Heißt das, dass Papa stirbt?“ Dieses Gespräch mit den Kindern war sehr sehr hart für uns alle.



Doch mein Mann erholte sich.  Aufgrund von Corona musste seine Stammzellentransplantation mehrmals verschoben werden, das zerrte sehr an unseren Nerven. Ich hatte ständig das Gefühl, dass uns die wenige Zeit, die uns bleibt, zwischen den Finger zerrinnt. Im Juni/Juli bekam er dann eine Hochdosis-Chemo mit anschließender Stammzellentransplantation.



Dieser Vorgang war sehr heftig. Zu sehen, was diese Therapie mit meinem Mann macht – und ihm nichts von dem Leid abnehmen zu können, brachte mich an meine Grenzen. Dazu kamen auch noch die sehr eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten. Vier Wochen lang bangten wir erneut, denn mein Mann war einfach nur schwach, es ging ihm richtig schlecht.



Doch auch hier kämpfte er sich zurück. Zu Hause ging es wieder bergauf. Ich weiß noch, dass ich es kaum glauben konnte, als er eines Tages plötzlich wieder die Kraft hatte, den Geschirrspüler auszuräumen.



Doch es gab plötzlich neue Herausforderungen. Die Jungs hatten sich daran gewöhnt, dass ich ihre Ansprechpartnerin und Bezugsperson war und ich hatte mich daran gewöhnt, für alles zuständig zu sein. Plötzlich war mein Mann „wieder da“ und wollte einbezogen werden. Diese Neuaufteilung verlief nicht reibungslos.



Momentan ist mein Mann tatsächlich krebsfrei – damit hätte niemand gerechnet. Wir wissen nicht, wie lange das so bleibt. Wir wissen ja aus Erfahrung, dass der Krebs jederzeit zurück kommen kann. Mein Mann wird engmaschig betreut und will Anfang 2021 wieder anfangen zu arbeiten.



Wie kann man weiterleben, wenn man weiß, dass dieser Krebs meinen Mann irgendwann töten wird? Tja, man lernt einfach damit zu leben. Man muss es lernen. Der Krebs begleitet uns wie eine kleine Regenwolken, er ist irgendwie immer da – aber eher hinter uns als über uns. Und man lernt damit zu leben.



Ich bin einfach nur unendlich dankbar für die Zeit, die wir zu viert erleben dürfen. Durch Corona waren wir noch enger als je zuvor zusammen – und das hat uns gut getan. Ich bin seit Mai in therapeutischer Behandlung, was mir sehr gut tut. Die letzten zwei Jahre waren schlimm und ich bin permanent über meine Grenzen hinweggegangen. Nun suche ich die Scherben wieder zusammen und setze sie wieder zusammen.



Ich bin noch dankbarer für all die schönen Kleinigkeiten des Alltags, für jeden Tag ohne den Krebs. Und ich weiß, wie stark ich bin. Das macht mir für all das, was kommen mag, Mut.



HIER NOCHMAL DAS ERSTE INTERVIEW MIT VIOLA: https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/uns-bleibt-nicht-mehr-viel-zeit-violas-mann-ist-unheilbar-an-krebs-erkrankt




               
Mein Mann hat Krebs - Viola über 2020 voller Höhen und Tiefen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-onkel-ist-ein-grapscher-was-soll-ich-tun
       
Ich bin 34 Jahre, Mama von 3 Kindern im Alter zwischen 4 und 8 Jahren. Ich wohne mit Mann und Kinder in einem schönen Häuschen auf dem Land.



Ich habe eine sehr liebe Patentante, sie ist die Schwester meiner Mutter. Sie hat selber Familie und drei erwachsene Kinder. Ich war als Kind sehr oft bei ihr und komme jetzt auch mit meinen eigenen Kindern gerne vorbei. Eigentlich… Denn der Mann meiner Patentante ist ein Grapscher.



Letztes Jahr im Februar ging ich mit meiner Patentante, ihrem Mann und noch einer Tante von mir zum Karneval. Mein Mann konnte an diesem Abend leider nicht mit, weil er krank wurde.An diesem Abend fasste der Mann meiner Patentante mich unsittlich an. Er streichelte meinen Oberschenkel (unbemerkt von anderen, wir saßen am Tisch, ich neben ihm, die zwei Tanten gegenüber). Zuerst dachte ich, es sei nur ein Versehen gewesen. Aber als er dann mit seiner Hand immer weiter nach oben streichelte, stand ich schlagartig auf und fuhr mit einem kurzen Tschüss nach Hause. Es war schon spät und daher dachten sich meine wohl Tanten nichts dabei.



Im Sommer besuchte ich meine Patentante und ihre Familie, sie hatte Geburtstag. Da drängte ihr Mann sich sehr nah neben mich auf die Bank. Ich sagte gleich, ich müsse auf Toilette und ging dann mit meinen Kindern in Garten und fuhr relativ bald nach Hause.



Durch Corona haben wir alle uns nun relativ lange nicht mehr gesehen. Letzte Woche musste ich für meine Mutter etwas bei meiner Tante abholen. Kaum schaute sie nicht hin, fasste er mir an den Hintern. Ich war geschockt.



Meiner Mutter hab ich es erzählt, sie meinte aber, ich solle nichts sagen, denn so was würde die Familie kaputt machen. Er habe ja auch nichts wirklich Schlimmes getan.Mein Mann weiß es auch und er wird den Onkel das nächste Mal zur Rede stellen. Ich habe aber Angst, dass die Situation eskaliert und ich dann den Kontakt zu meiner Patentante zerstöre… Ich weiß einfach nicht, wie ich mich verhalten soll. Es ist alles sehr unangenehm für mich.



Was würdet Ihr machen?
               
Mein Onkel ist ein Grapscher. Was soll ich tun? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-partner-schaut-durch-mich-als-frau-hindurch-seit-unsere-tochter-da-ist
       
Mein Freund und ich (beide 37) sind seit sieben Jahren ein Paar. Vor vier Jahren kam unsere Tochter zur Welt, ein absolutes Wunschkind. Dass er kein „klassischer Gentleman“ ist, wusste ich schon immer. Gestört hat es mich nie, selbst ist die Frau und gleichberechtigt sowieso. Mir waren andere Dinge an ihm wichtiger: Verlässlichkeit, Witz, Spontanität und ein Blick für das Schöne im Leben. 



Doch gerade nach der Geburt eines Kindes wünscht sich jede Frau doch Unterstützung und Wertschätzung von ihrem Partner. Das Gegenteil war der Fall: Ich konnte dabei zusehen, wie er mich immer weniger als Frau und Partnerin wahrnahm. Ich fühlte und fühle mich zur Mutter und Alltagsmanagerin „degradiert“. Das geht nun seit vier Jahren so. Er ist ein guter Vater, hat ein halbes Jahr Elternzeit genommen und arbeitet wie ich bis heute Teilzeit, um sich ebenso um unsere Tochter zu kümmern. Mein Herz geht auf, wenn ich ihn im Umgang mit der Kleinen sehe. Er lässt mir Freiräume und Zeit für meine Hobbies. Aber ich als Frau mit Wünschen und Bedürfnissen existiere für ihn kaum noch. Eifersucht gegenüber meiner Tochter verspüre ich nicht, ich bin eher froh, dass die zwei sich so gut verstehen. Und trotzdem: Wo bleibe ich?



Gesehen werde ich, bzw. mein Tagewerk dann, wenn der Alltag nicht „läuft“: Wenn keine saubere Wäsche mehr im Schrank oder das Kind krank ist, Reparaturen am Haus fällig sind, die Frage nach dem Mittagessen ungeklärt oder das Toilettenpapier aus ist. Am schlimmsten ist für mich die Ablehnung in körperlichen Dingen. Sex findet seit Jahren nur wenige Male im Jahr statt, und dann auch nur auf meine Initiative. Nähe und Bestätigung sucht er dann, wenn er Sorgen hat, Sex aber nicht. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich mir „einen Korb“ geholt habe.



Dabei lasse ich mich nicht gehen, ich bin wieder in Topform, gehe regelmäßig zum Sport und zum Friseur und kleide mich nach wie vor weiblich und attraktiv. Dennoch habe ich das Gefühl, er schaut einfach durch mich hindurch. Auf meine Frage nach dem Warum bekomme ich Vorwände: müde, zu wenig Zeit, Kopfweh, Kind könnte wach werden,… Fragen meinerseits nach dem, was er sich wünscht lässt er unbeantwortet.



Noch nie in meinem Leben habe ich mich so unattraktiv gefühlt wie in den letzten Jahren an seiner Seite, obwohl ich das wohl objektiv gesehen nicht bin. Aber dieses Gefühl als Frau und sexuelles Wesen, für den eigenen Partner unsichtbar zu sein, macht mich so unendlich traurig und vergiftet so langsam unser Zusammenleben. 



Für mich gehört ein gemeinsames erfülltes Sexualleben einfach zu einer guten Partnerschaft dazu. Ich habe ihm gesagt, dass meine Liebe zu ihm irgendwann sterben wird, wenn das Körperliche fehlt. Darauf beteuert er stets, dass sich etwas ändern wird und er es ja auch will. Geändert hat sich nichts.



Eine Paartherapie hat er abgebrochen, als der Therapeut ihm gesagt hat, er müsse sich erst einmal selbst darüber klar werden, was er will. Eine andere Frau schließe ich aus, ich wüsste nicht wann und wie da eine andere im Spiel sein könnte. Ich spüre wie die einstige Liebe, die mich mit ihm verband, jeden Tag ein bisschen mehr verschwindet.



Mein Wunsch war lange, dass er mich wieder als die Frau wahrnimmt, mit der er einst gern geschlafen hat. Inzwischen ist das anders: Wenn mich die Kraft verlässt, weiter für unsere Familie zu kämpfen, dann wünsche ich mir nur noch eines: Dass er der fürsorgliche Vater für unser gemeinsames Kind bleibt, der er heute ist.
               
Mein Partner schaut durch mich als Frau hindurch, seit unsere Tochter da ist | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-sohn-passt-in-kein-system-von-wutanfaellen-und-dem-ewigen-kampf-in-der-schule
       
Liebe Jasmin, erzähl erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört



Zu meiner Familie gehören meine 17jährige Tochter, mein 15 jähriger Sohn, mein 13 jähriger Sohn und ich.



Heute geht es um dein drittes Kind, das Dich besonders fordert. Wann ist Dir das erste Mal bewusst geworden, dass dieses Kind anders ist?



Bereits im Kleinkindalter war er deutlich komplizierter als seine Geschwister. Er hatte täglich mehrmals Wutanfälle, deren Ursachen oft nur schwer nachvollziehbar waren. Er schlief sehr schlecht und wachte immer wieder schreiend auf. Er war dann völlig abwesend. Der Kinderarzt vermutete den Nachtschreck als Ursache. Auch nässte er nachts noch sehr lange ein.



Vom Körperbau her war er schon recht früh eher atlethisch – schlank und muskulös. Er hatte einen sehr starken Bewegungsdrang, war quasi immer mit Vollgas unterwegs, was ihm diverse Unfälle bescherte. Trotzdem hatte er ein unglaubliches Körpergefühl, lernte blitzschnell Fahrradfahren, Inlineskating und kletterte sehr sicher.



Es gab immer Dinge,die mit ihm schnell zum Problem werden konnten. Angefangen bei der falschen Reihenfolge beim Anziehen. Wurden seine Routinen unterbrochen war der Tag voller Wutanfälle. Große Menschenansammlungen konnte er nicht verarbeiten, dann trotze und bockte er.



Wie seid ihr damit umgegangen?



Als ich mich von seinem Vater trennte, war er gerade ein Jahr alt. Ich war also auf mich allein gestellt und kam oft an meine Grenzen – physisch sowie psychisch. Es war teilweise wirklich unglaubllich, welche Kräfte er in seiner Wut entwickeln konnte. Eine zeitlang habe ich gehofft, dass das nur eine Phase wäre, die ich nun eben aushalten musste. Aushalten war dann das Stichwort für einige schwere Jahre.



Relativ früh nach der Trennung habe ich das Jugendamt um Hilfe gebeten, da die Situation – plötzlich alleinerziehend mit 3 Kleinkindern – nicht leicht war. Ich bekam eine Familienhilfe, die uns 2 Jahre begleitete. Es half mir sehr, mit ihr manche Situationen zu reflektieren, Strategien zu entwickeln und zu hören, dass ich nicht alles falsch machte, dass ich eine gute Mutter war. Am Verhalten meines Sohnes änderte das jedoch nichts.



Als er dann in den Kindergarten kam wurde es nochmal schlimmer. Hinzu kam, dass ich kurz nach der Eingewöhnung wieder arbeiten gehen musste. Es verging kein Tag, an dem mein Sohn nicht schrie und weinte, wenn ich ihn im Kindergarten ließ.Im Kindergarten selbst hatte er nie eine feste Bezugsperson, das Personal wechselte und dann wurde das Konzept in offene Gruppen geändert.



Welche Auswirkungen hatte das auf ihn?



Häufig wurde er wegen Kleinigkeiten wütend, warf Gegenstände, schlug und beleidigte andere Kinder und Erzieher, lief einmal sogar davon, indem er aus dem Fenster kletterte.Seltsamerweise wurde er zu einem anderen Kind, wenn er dann zur Strafe ins Büro der Kindergartenleitung musste. Dort war er ruhig, spielte und malte. Er verbrachte dort viel Zeit und es gefiel ihm besser, als in der Gruppe mit den anderen Kindern.An manchen Tagen waren seine Wutanfälle so heftig, dass er auf dem Schoß fixiert und gehalten werden musste, um ihn und andere zu schützen. Besonders häufig war dies der Fall, wenn im Kindergarten etwas besonderes anstand, z.B. Karneval, Geburtstage, Sommerfeste etc.



Am Anfang war das für mich völlig unverständlich. Erst mit der Zeit verstand ich, dass sowas einfach zuviel für ihn war, es wich vom gewohnten Tagesablauf ab. Es gab zuviele Eindrücke, die er nicht verarbeiten konnte. Die fehlende feste Bezugsperson machte es ihm nicht leichter, sich in dem Chaos sicher zu fühlen.Wenn es ganz schlimm war, verletzte er sich selbst. Schlug den Kopf auf den Boden und sagte, er hasse sein Leben. Damit umzugehen war wohl in all den Jahren für mich das Schlimmste, es brach mir das Herz mein Kind so zu sehen.



Was genau sind denn heute die härtesten Momente mit ihm?



Mittlerweile ist er 13 Jahre alt und es ist deutlich leichter geworden. Die Wutausbrüche sind sehr viel seltener. Was jedoch nach wie vor zu ihm gehört ist, dass er nichts tut, was für ihn keinen Sinn macht. Das größte Problem dabei sind Hausaufgaben. Die ganze Grundschulzeit war was das angeht ein einziger Kampf. Stundenlanges Geschrei und Getobe, Verweigern bis hin zu weglaufen. Zeitweise war ich so am Ende meiner Kräfte, dass ich seine Hausaufgaben, machte um den Diskussionen mit ihm und den Lehrern zu entgehen. Ich schrieb mit links, damit es nicht auffiel.



Mein Sohn sieht in Hausaufgaben keinen Sinn, in Gesprächen darüber, warum er sich so weigert sagt er :“ Mama, wenn du Feierabend hast, bringst du auch keine Gäste mehr mit nach Hause. Wenn ich aus der Schule komme, dann habe ich Freizeit. Lernen soll ich in der Schule.“



In der weiterführenden Schule habe ich aufgehört, seine Hausaufgaben zu machen und ihm gesagt, dass er von nun an die Konsequenzen tragen muss. Wenn er sich weigert. Jeden Tag biete ich ihm 3 Chancen, mit mir gemeinsam Hausaufgaben zu machen – nicht einen Tag ist er bereit dazu. In regelmäßigen Abständen werde ich daher zum Gespräch in der Schule gebeten. Irgendwann wollte die Schule, dass er mittags dort bleibt um seine Aufgaben in der Betreuung zu machen. Es wurde davon ausgegangen, dass ich einfach nicht in der Lage war, mit ihm Hausaufgaben zu machen. Man steckte mich in die Schublade: jung, alleinerziehend, überfordert.



Nach einem Halbjahr wurde dieser Versuch beendet, da mein Sohn sich auch dort weigerte. Es ist nicht so, dass er den Stoff nicht kann, aber durch das unflexible System führt allein die Verweigerung der Hausaufgaben zu schlechten Noten – 3x die Aufgaben vergessen und es gibt ein ungenügend.



Da kommen in einem Schuljahr natürlich einige ungenügend zusammen. Aber genauso konsequent, wie die Schule auf ihren Ablauf besteht, genauso konsequent verweigert mein Kind die Hausaufgaben. Mit allen Konsequenzen.Ansonsten ist er mittlerweile ganz gut lenkbar, wenn man ihm die Dinge erklärt und ihm Zeit und Raum gibt. Unternehmungen sind immer noch schwierig mit ihm.



Ihr habt Euren Sohn auf alles mögliche testen lassen. Auf was genau und was kam dabei raus?



Bereits auf Anraten des Kindergartens wurde mein Sohn psychologisch begutachten. Im SPZ wurden diverse Tests durchgeführt u.a. auf ADHS und andere Verhaltensstörungen. Ein Intelligenztest sollte zeigen, ob er hochbegabt sei. Er hatte weder ADHS, noch war er hochbegabt. Eine Psychologin diagnostizierte nach einigen Terminen eine oppositionell aufsässige Verhaltensstörung mit Anpassungsstörung. Daraufhin folgten Psychotherapie, Ergotherapie, Traumatherapie (es wurde vermutet, dass er die Trennung nicht verarbeitet hatte) und Frühförderung. Teilweise schien es, als wüssten die Ärzte selbst nicht, was ihm helfen würde. Medikamente kamen für mich nicht in Frage, so lange man mir nicht sagen konnte, welche Ursache man damit behandeln wollte. Unter gar keinen Umständen wollte ich ihn lediglich ruhig stellen.



Zwei Jahre ging das so, abgesagte oder kurzfristig frei gewordene Termine, neue Therapien oder Therapeuten – auf all das reagierte mein Kind mit Überforderung. Während ich auf der einen Seite damit kämpfte, meinen Sohn von Termin zu Termin zu bringen, kämpfte ich auf der anderen Seite mit Erziehern und Lehrern darum, Raum für die besonderen Bedürfnisse meines Sohnes zu schaffen. Bis ich irgendwann an einen Punkt kam, an dem ich nicht mehr konnte. Von da an begann ich zu verstehen, dass nicht mein Sohn das Problem war, sondern das System. Alle Versuche, meinen Sohn in das Schema zu pressen waren, fehlgeschlagen, weil sich an den Rahmenbedingungen nichts änderte.



Also beschloß ich, die Strategie zu ändern. Ich beendete alle Therapien und begann, meinen Sohn zu akzeptieren, wie er war.



Wie gehen seine Geschwister damit um?



Seine Geschwister kennen es im Grunde ja gar nicht anders, für sie ist das normal. Natürlich gibt es auch mal Tage, an denen jemand seinen Unmut äußert. Aber im Großen und Ganzen denke ich, habe ich eine gute Balance gefunden, allen dreien gerecht zu werden.Meine Tochter ist vor zwei Jahren an JIA (juvenile idiopathische Arthritis) erkrankt, das hat den Fokus ein wenig verschoben. Erstaunlicherweise kommt mein jüngster Sohn damit sehr gut zurecht, dass in gewissen Zeiten seine Schwester mehr Aufmerksamkeit bekommt.



Wie geht es Deinem Sohn aktuell?



Aktuell würde ich sagen, er ist auf einem guten Weg. In der Klasse haben seine Mitschüler ihn akzeptiert, wie er eben ist. Er hat Freunde, jedoch sind diese Freundschaften anders, als die seiner Geschwister. Nur selten möchte er irgendwohin zum Spielen oder lädt Freunde ein. Auch Geburtstage sind nicht seine Welt.Hobbies haben wir einige ausprobiert: Fußball, Kartfahren, Jugendrotkreuz. Lange dabei geblieben ist er nie. Er kocht sehr gerne gemeinsam mit mir zusammen oder spielt online mit seinen Freunden.



Schulisch ist es nach wie vor schwierig. Er ist intelligent und lernt schnell was ihn interessiert – die Noten sind jedoch durch die fehlenden Hausaufgaben und die Fächer bzw. Themen, die ihn nicht interessieren teilweise sehr schlecht.



Was wünscht du dir für dein Kind?



Ich wünsche mir, dass er seinen Weg findet und ich es geschafft habe, ihm zu vermitteln, dass er wundervoll ist. Ich wünsche ihm, dass er sich nicht ständig verteidigen muß und akzeptiert wird, wie er ist. Ich möchte einfach, dass er glücklich wird und ein zufriedenes Leben führt – also genau wie jede andere Mutter wünsche ich meinem Kind das Beste. Ich hoffe, dass irgendwann jemand sein Potential entdeckt und nutzt.



Foto: Pixabay
               
Mein Sohn passt in kein System. Von Wutanfällen und dem ewigen Kampf in der Schule |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-vater-ist-obdachlos-wie-ich-ihn-durch-eine-twitter-suche-wiederfand
       
Ihr Lieben, ich weiß nich, wie es euch geht, aber wenn ich im TV Familienzusammenführungen sehe, muss ich immer mitweinen. Norman Wolf hat auch so eine erlebt – aber ohne Fernsehkameras. Seit er zwölf war hatte er keinen Kontakt mehr zu seinem Vater gehabt – bis er sich irgendwann via Twitter auf die Suche machte. Und ihn fand.



Lieber Norman, 2018 wurde dein Name bei Twitter (@deintherapeut) öfter genannt als der von Jan Böhmermann – und zwar auch durch deine öffentliche Suche nach deinem Vater…



Verrückt, oder? Ich versuche mal, in Kürze zu erklären, wie es dazu kam:
Mein Papa ist aus meinem Leben verschwunden, als ich zwölf war. Nach einigen
Jahren schloss ich in meinem Kopf mit ihm ab, redete mir selbst ein, dass er
tot ist.



Elf Jahre später – ich war dreiundzwanzig – erhielt ich ein Foto, das
meinen Vater zeigte. Er sah gealtert aus, ungepflegt, irgendwie krank – aber er
war am Leben. 



Der Fremde, der mir das Foto geschickt hatte, erklärte mir, dass er in Hamburg lebe und ein obdachloser Mann ihn angesprochen habe. Er suche nach seinen Söhnen. Der Fremde habe beschlossen, ihm zu helfen, und mich schließlich über Facebook gefunden.



Ich war verwirrt und überfordert, aber fest entschlossen, mit Papa zu
sprechen. Doch der Fremde antwortete nicht mehr auf meine Nachrichten. Auch die
Polizei konnte mir nicht helfen und ich hatte bereits meine Koffer für ein
Au-pair-Jahr in den USA gepackt.



Je länger ich dort war, desto mehr rückte der Gedanke an meinen Papa
in den Hintergrund. Bis Weihnachten kam und ich es nicht mehr aushielt.
Irgendwas musste ich tun. Und dann dachte ich: Es gibt doch immer wieder Leute,
die Twitter nutzen, um nach Jobs oder Wohnungen zu suchen. Könnte ich
Twitter nutzen, um nach meinem Papa zu suchen? Also setzte ich kurzerhand einen
Tweet auf, hängte das Foto an, das ich bekommen hatte, und drückte
auf “Senden”.



Was dann passierte, war ein kleines Wunder. Innerhalb weniger Stunden
wurde der Tweet tausende Male geteilt. Fremde Menschen sprachen mir Mut zu,
gaben mir Tipps, hielten die Augen offen.



Und tatsächlich: Nur zwei Tage später war Papa gefunden. Und bereits
im Januar flog ich nach Hamburg und schloss ihn in die Arme – zum ersten Mal
nach zwölf Jahren.



Norman als Kleinkind mit seinem Vater.



Du hast deinen Vater gesucht, gefunden, wieder gesucht… wann hast du ihn
zuletzt gesehen, wann hattet ihr zuletzt Kontakt? 



Vor ein paar Wochen. Da bin ich mit meiner besten Freundin nach Hamburg
gefahren, um ihn zu treffen. Beim letzten Mal hatte das nicht geklappt, da
hatten wir die ganze Stadt nach ihm abgeklappert – aber keine Chance.



Dieses Mal hatten wir mehr Glück. Das liegt auch daran, dass ich inzwischen
ganz gut abschätzen kann, wann er sich wo aufhält. Mit vielen der Menschen, die
ihn kennen und täglich sehen, bin ich inzwischen vernetzt.



Ein- bis zweimal pro Woche bekomme ich eine Nachricht wie diese: “Hi
Norman, habe eben deinen Papa gesehen. Ihm geht’s okay, hat eine neue Jacke.
Ich soll dich grüßen!“



Wie kam es überhaupt zu dem Kontaktabbruch damals?



Als ich elf war, verlor Papa seine Arbeit. Am gleichen Abend kam er sturzbetrunken aus der Kneipe nach Hause. Ich weiß noch, dass Mama da schon schlief. Und wie verzweifelt ich war, als ich versuchte, ihm die Treppe hochzuhelfen.



Seitdem wurde es nur schlimmer. Er fand keine neue Arbeit, wir bekamen
Geldprobleme, er verbrachte immer mehr Zeit in der Kneipe. Irgendwann stolperte
er betrunken auf die Straße und wurde von einem Auto erwischt. Das war der
Moment, als meine Mutter sagte: “Es geht nicht mehr, ich kann nicht mehr.”



Ich sah ihn nicht mehr oft, nachdem er ausgezogen war. Irgendwann verklagte
Mama ihn auf den Unterhalt, den er uns schuldig blieb. Doch die Staatsanwaltschaft
fand nur noch eine leere Wohnung vor.







Nun werfen dir einige Medien Sensationsgier vor, bezichtigen dich der Lüge,
vieles an deiner Geschichte sei fragwürdig, ein Therapeut seist du schon gar
nicht, es gab einen Shitstorm bei Twitter, der Verlag, den du eigentlich
angedacht hattest, wollte das Buch, das du über dich und deinen Vater plantest
nicht mehr veröffentlichen…



Ich glaube, viele Menschen sind einfach misstrauisch – gerade im
Internet. Für mich war es ärgerlich, immer wieder zu lesen, dass meine
Geschichte “fake” sei. Weißt du: Ich muss seit fünfzehn Jahren mit dieser
Geschichte leben. Und als ich mich dann endlich traue, darüber zu
sprechen, werde ich der Lüge bezichtigt. Das tut weh.



Das Buch vorerst auf Eis zu legen, war schließlich eine gemeinsame
Entscheidung des Verlags und mir. Wir hielten es nicht für den richtigen
Zeitpunkt. Also habe ich mir Zeit genommen, meine Geschichte in Ruhe
aufzuschreiben und sie mit einer sehr feinfühligen Lektorin auszuarbeiten.
Dafür bin ich heute sehr dankbar.



Normans Buch: „Die Fische schlafen noch„ (Affiliate Link)



Trotzdem haben mich die vielen negativen Kommentare belastet. Ich bin
leider niemand, der ein besonders dickes Fell hat.



Man denkt immer: Dann mach das Handy doch einfach aus. Aber irgendwann
hilft auch das nicht mehr. Stell dir mal vor: Einer der Hater hat die
E-Mail-Adresse meines Gastvaters herausgefunden und ihm eine gehässige E-Mail
über mich geschrieben. Ob er denn wirklich wolle, dass “jemand wie Norman”
auf seine Kinder aufpasse? 



Am schlimmsten Tag, als ich tatsächlich eine Morddrohung bekommen hatte,
fuhr ich mit dem Auto ans Meer und drehte die Musik so laut auf, bis
es mir in den Ohren wehtat. Musik tröstet mich oft. Ein bisschen so, wie der
Alkohol früher meinen Papa getröstet hat.



Wie geht es dir denn heute? 



Besser. Seit ich das Buch geschrieben habe und die Geschichte geordnet auf
Papier steht, spukt sie nicht mehr so penetrant in meinem Kopf herum. Und auch,
wenn mein Papa noch immer auf der Straße lebt, hat sich trotzdem einiges
verbessert: Ich weiß, dass er lebt und wo er sich ungefähr aufhält. Und er
weiß, dass es da draußen immer noch Menschen gibt, die sich um ihn sorgen und
ihn liebhaben. Das ist viel wert, glaube ich. Und auch privat hat sich da etwas
Wunderbares ergeben…



Du bist also frisch verliebt? 



Ja! Und so glücklich, oh man. Ich habe Niklas kurz vor Veröffentlichung
meines Buches kennengelernt. Als dann der ganze PR-Kram anstand, hat mir das
super viel Kraft gegeben. Er ist zum Beispiel die ganze Nacht aufgeblieben, um
mich im Frühstücksfernsehen zu sehen und kam am selben Tag noch zu meiner
Lesung.



Nun warst du ja bis vor kurzem noch in den USA als Aupair. Wie war das und
was hat dir das gegeben? 



Was mir das gegeben hat? Eine zweite Familie, würde ich sagen. Ich vermisse
die Kids jeden Tag. Wir skypen oft. Gerade dem Großen bedeutet das viel – er
quietscht vor Freude, wenn er mich auf dem Bildschirm sieht, und sagt immer
wieder, dass ich “nach Hause kommen“ soll. Das bricht mir jedes Mal das Herz.



Im Mai komme ich sie besuchen. Aber nichts verraten, das wird eine
Überraschung!



Welche Konsequenzen ziehst du aus deiner Geschichte? 



Das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Je mehr Leute dich kennen, desto
mehr Leute sind dabei, die dich nicht leiden können und dich das wissen lassen.
Inzwischen kann ich besser mit solchen Kommentaren umgehen.



Das sind Leute, die kennen mich nicht, die haben nicht erlebt, was ich
erlebt habe. Sollen sie doch urteilen. Ich habe meine Familie, meine beste
Freundin und meinen Freund, die mich alle großartig unterstützen.



Falls du mal selbst Kinder haben solltest: wie und in welcher Welt sollen
sie groß werden?



In einer Welt, die ohne Vorurteile auskommt. Die nicht rassistisch ist und
nicht homophob. Die Menschen mit Behinderung genauso inkludiert wie Obdachlose.




Meine Kinder sollen mal nicht über Menschen richten, deren Geschichte sie nicht kennen. Das wäre mir wichtig, so möchte ich sie erziehen. Ein Vorurteil kann ich ihnen da recht schnell nehmen – schließlich werden sie zwei Papas haben.







Wenn ihr mehr über Normans Geschichte erfahren wollt, sei euch sein Buch empfohlen: Die Fische schlafen noch – Wie ich meinen Vater an den Alkohol verlor und ihn  auf der Straße wiederfand (Affiliate Link).
               
Mein Vater ist obdachlos: Wie ich ihn durch eine Twitter-Suche wiederfand | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-vater-war-alkoholiker-meine-mutter-spielsuechtig-interview-mit-julia
        Ihr Lieben, vor ein paar Tagen hatten wir hier den Gastbeitrag von Yasmin, die über ihre Kindheit voller Gewalt berichtet hat. Die Reaktionen darauf waren unglaublich – viele von Euch haben ganz Ähnliches erlebt und wollten davon erzählen. So auch auch Julia, die wir heute im Interview haben: 
Liebe Julia, Du hast Gewalt in Deiner Kindheit erleiden müssen. Wer hat sie Dir angetan und wann fing es an?
Mein Vater war ein prügelnder Alkoholiker, meine Mutter war spielsüchtig und hat nach der Scheidung von meinem Vater auch oft zugeschlagen. Gerne mit dem Kleiderbügel oder Holzkochlöffel. 
Es begann sehr früh in meiner Kindheit, ich muss etwa zwei Jahre alt gewesen sein. Damals gab es noch keine Fernbedienungen für den Fernseher und ich war dafür zuständig, die Programme umzuschalten, wenn mein Vater TV guckte. Wenn ich es wagte, umzuschalten, ohne dass er es sagte, schlug mein Vater zu. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, schlug mein Vater einmal so heftig zu. dass ich durch das Badezimmer flog. Ich schlug zwischen Klo und Badewanne auf, mien Vater ließ mich einfach liegen. Wenn mein Vater getrunken hatte, war er sehr gewaltbereit. 
Hattest Du auch mal das Gefühl, geliebt zu werden?
Ich war ein Unfall, das wurde mir ständig gesagt. Vor mir hat meine Mutter ein Kind abgetrieben, nach mir zwei Kinder. Sie sagte mir oft, es wäre besser gewesen, wenn sie mich auch abgetrieben hätte. Ich hörte ständig Sachen wie: "Wenn DU nicht gewesen wärst, hätte ich meinen tollen Job nicht aufgeben müssen. Wenn DU nicht gewesen wärst, hätte ich deinen Vater nicht heiraten müssen. Ohne DICH wäre mein Leben so viel einfacher gewesen!' Sie hat mir also quasi ständig meine Existenz zum Vorwurf gemacht, obwohl ich da ja nun am wenigsten für konnte.
Wie haben sich Deine Eltern verhalten, nachdem sie Dich geschlagen haben? 
Sie haben sich nie entschuldigt., Ich war immer die Böse und ich war immer schuld an den Schlägen. Mit meinem Vater habe ich keinen Kontakt mehr, mit meiner Mutter schon. Wenn ich sie später damit konfrontiert habe, machte sie sich lächerlich, sagte: "Jaja, ich war ja soooo eine schlechte Mutter." Meine Mutter ist ebenfalls von ihrem Vater geschlagen worden, sie kennt es nicht anders. 
Wie hast Du Dich nach den Übergriffen gefühlt?
Einfach nur klein und schlecht. 
Sind die Übergriffe jemand aufgefallen? 
Nein, nicht wirklich. Als meine Eltern sich getrennt haben, hat mein Vater schnell wieder geheiratet. Meine Stiefmutter hat die Schläge natürlich gesehen, sie hat aber ebenfalls viel getrunken und nicht eingegriffen. 
Hast Du Dich jemand anvertraut?
Nein, ich habe mich geschämt. Meine Oma, die Mutter meiner Mutter, wusste aber, wie es mit geht. Sie habe ich auch immer angerufen, wenn meine Mutter mal wieder in der Spielhalle und ich abends alleine war. 
Du bist dann in eine Pflegefamilie gekommen. Wann war das?
Mit 12 Jahren. Meine Mutter spielte nur noch und ich war einfach zu viel alleine. Bekannte von meiner Mutter, die ebenfalls zwei Teenager-Töchter hatten, haben mich aufgenommen. Ich habe dort auch keine große Liebe erfahren. Ich war eben da, meist alleine in meinem Zimmer oder bei Freunden.
Du hast versucht, Dir das Leben zu nehmen. 
Ja, drei mal. Das letzte Mal war es auch ganz schön knapp…Meine Couisine hat mich damals im Krankenhaus besucht und sagte nur: "Weißt Du eigentlich, was Du Deiner armen Mutter damit antust?" Niemand fragte nach den Gründen für meinen Suizidversuch. Meine Mutter holte mich irgendwann ab und wir sprachen nie ein Wort darüber. 
Wann hast Du damit begonnen, Deine Erlebnisse professionell aufzuarbeiten?
Mit 24 oder 25 Jahren hatte ich wieder eine Phase, in der es mir psychisch sehr schlecht ging. Ich hatte wieder Suizid-Gedanken und zog die Reißleine. Ich ging zweimal die Woche in die Therapie, das hat mich gerettet. Die Therapeutin sagte zu mir: "Es ist ein Wunder, dass Sie diese Kindheit überlebt haben." 
Wie hat die Gewalt in Deiner Kindheit Dich geprägt?
Ich habe bis heute Albträume. Außerdem habe ich mir lange Partner gesucht, die mich ebenfalls schlecht behandelten. Dieses unterbewusste Muster habe ich dank Therapie durchbrochen, bin heute glücklich verheiratet und habe zwei tolle Töchter. 
Was ist Dir in ihrer Erziehung besonders wichtig?
Ich möchte, dass sie so viel Geborgenheit wie möglich erfahren und ganz viel Liebe bekommen. Das heißt nicht, dass ich nicht auch konsequent oder auch mal streng bin. Aber ich schreie nicht rum und ich würde sie niemals schlagen. 
Du hast heute noch Kontakt zu Deiner Mutter – warum?
Ich wollte meiner Mutter die Chance geben, eine gute Oma zu sein. Ich habe ihr mehr als nachdrücklich deutlich gemacht habe, dass sie ihre Enkelkinder nie wieder sehen wird, wenn sie mit ihnen auch nur ansatzweise das macht, was sie mit mir als Kind getan hat. Ich liebe meine Mutter nicht. Ich nenne sie nicht Mama oder Mutti. Ich nenne sie Oma. Ich habe eine gewisse Art von Mitleid für meine Mutter, weil sie selbst als Kind geschlagen wurde und es vielleicht einfach nicht anders kannte…
Was möchtest Du unbedingt noch sagen zu dem Thema?
Das ist ganz einfach: Man darf Kindern niemals Gewalt antun. Keine körperliche und keine Seelische. Denn das werden sie ihr ganzes Leben nie wieder los.
               
"Mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter spielsüchtig" - Interview mit Julia | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-vater-war-ein-uneheliches-kind-und-wuchs-deshalb-bei-der-tante-auf
       
Liebe Christina, heute geht es um deinen Vater. Genauer gesagt um die Kindheit deines Vaters.



Genau, mein Papa wurde im Sommer 1946 geboren. Er ist das Kind eines B-Soldaten, also eines Reservisten, der für Verwaltungsarbeiten auf dem Hof, auf dem seine Mutter lebte, stationiert war.  Der eigentliche Mann seiner Mutter war im 2. Weltkrieg gefallen. Sie war also alleinstehend bzw. verwitwet.



Weißt Du, wie deine Großmutter auf diese Schwangerschaft reagiert hat?



Ich gehe davon aus, dass sie sehr verzweifelt gewesen ist. Ein uneheliches Kind war in dieser Zeit ja noch eine völlig andere Nummer als heute. Sie stand unter enormen Druck des Hofherren, auf dessen Hof ihre Familie lebte und arbeitete. Auf einem angesehenen Hof durfte so etwas nicht passieren.



Gleichzeitig wollte sie unter keinen Umständen, dass mein Vater in einem Heim groß wird. Zum Glück war das Verhältnis zu ihrer Schwester sehr liebevoll und innig. Meine Großmutter hat bei ihrer Schwester meinen Vater entbunden und ist dann ohne das Baby zurück auf den Hof. Mein Vater ist also bei seiner Tante groß geworden, die etwa 100 km von seiner Mutter entfernt wohnte.



Hat dein Vater noch Geschwister oder Halbgeschwister?



Die Mutter meines Papas hat drei Kinder. Die Tante, bei der er aufwuchs, zwei. Sein Vater hat auch ein weiteres Kind. Mein Vater hatte aber weder zu diesem Geschwister noch zu sein Vater Zu ihm oder zu dem Kind bestand aber nie Kontakt.  Mein Papa hat erst bei seiner Hochzeit  den Namen seines Vaters auf der Heiratsurkunde erfahren.



Wie war die Beziehung zwischen deinem Vater und seiner leiblichen Mutter?



Papa verbrachte jedes Jahr die Sommerferien auf dem Hof seiner leiblichen Mutter. Bis zu seinem 7. Lebensjahr wusste er aber nicht, dass sie seine Mutter ist. Er hat sie einige Male mit Mama angesprochen, das wurde aber vehement abgelehnt und fühlte sich für ihn auch falsch an. 



Das heißt, seine Tante war für ihn die Mama.



Ja, und für mich ist es die Großmutti.



Glaubst du, das wäre heutzutage alles anders gelaufen, weil der gesellschaftliche Druck der heilen Kleinfamilie nicht mehr so hoch ist?



Die Welt in der Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg war eine andere als heute. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Familienstrukturen neben der Vater-Mutter-Kind-Konstellation und alle funktionieren irgendwie. Ich bin mir sehr sicher, dass es in heutiger Zeit anders gelaufen wäre.



Hatte dein Vater trotz allem eine schöne Kindheit?



Meine Großmutti war eine sehr liebevolle Mutter und Großmutter. Ich glaube, dass Papa die schönste Kindheit hatte, die er hätte haben können. Und auch der der Hof auf dem seine leibliche Mutter gelebt hat, ist sehr schön. Direkt an einem Fluss liegend mit integrierter Mühle. Ich glaube, dass er in seinen Sommerferien hier mit seinen Halbgeschwistern viele Abenteuer erlebt hat.



Gab es jemals eine Aussprache zwischen allen Parteien? Gab es Vorwürfe, die offen oder unterschwellig immer wieder hochkamen?



Das ist ein bisschen schwierig zu beantworten. Papa ist nach meinem Empfinden ein Kind zweiter Klasse. Bei seinen Halbgeschwistern war er immer nur der „Jürgen“, aber nie ein gleichwertiges Geschwisterkind.  Ähnlich verhielt es sich bei seinen „Geschwistern“ von seiner Tante. 



Hast du deine leibliche Oma denn mal kennen gelernt?



Papas leibliche Mutter ist leider schon lange vor meiner Geburt gestorben.



Was macht die ganze Geschichte mit dir und mit deiner Mutterschaft?



Ich wusste lange nichts von dieser Seite meiner Familiengeschichte. Erst mit 16/17 habe ich überhaupt davon erfahren. Für mich war das ok, da zur Familie meines Papas eh  nie viel Kontakt bestand – außer zu der Großmutti.



Mein Papa war immer sehr liebevoll zu mir und meinen Geschwistern und sehr kreativ was seine Spielideen anging. Das hat er eindeutig von Großmutti. Die konnte sowas auch gut. Ich versuche meinen Sohn auch auf ähnlich kreative Art und Weise in Haushaltsführung und an verschiedene Aufgaben ran zu führen.
               
Mein Vater war ein uneheliches Kind- und wuchs deshalb bei der Tante auf
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-elternzeit-waehrend-der-corona-krise-so-ist-der-alltag-mit-drei-kleinen-kindern
       
Ich heiße Finja und ich möchte euch einmal einen Einblick in meinen Corona-Alltag mit 3 kleinen Kindern geben ( Hilda 9 Monate, Paul 2,5 Jahre und Jonas 5 Jahre).



Ich bin 34 Jahre alt und befinde mich derzeit in Elternzeit. Mein Mann Olli ist in Vollzeit berufstätig und verlässt früh morgens das Haus.



Ich schlafe bei meinem mittleren Sohn. Ich werde vom Babyphone geweckt, das mein Mann beim Gehen vor die Zimmertür gestellt hat. Ich versuche leise aufzustehen, und schleiche ins obere Stockwerk, um Hilda aus dem Bett zu nehmen.



Natürlich ist ein 9 Monate altes Kind nicht leise, wenn es die Mutter erspäht. Ich werde lautstark und freudestrahlend begrüßt, deshalb wacht kurz darauf Paul auf. Er ist stinkesauer darüber, dass Mama nicht mehr neben ihm liegt. Er meckert darüber so sehr, dass auch Jonas schläfrig aus seinem Zimmer kommt. Der wiederum ist nun traurig, dass er nicht der Erste war, der wachgeworden ist.



In Unterhose, Top und zotteligen Haaren stehe ich in der Küche und mache mir mit Baby auf dem Arm einen Kaffee. Absetzen ist gerade nicht drin, bei Hilda kommen die Zähne.



Die Kinder wollen fernsehen. Ich bin müde und sage ja. Nachdem geklärt ist, ob zuerst ein Bagger auf der Baustelle angeschaut wird oder doch lieber einen Folge Ninjago, ist mein Kaffee fertig. Ich setze mich auf den Fußboden. Sofas und Stühle werden absolut überbewertet und so trinke ich meinen ersten Schluck Kaffee, in der Hoffnung, auch diesen Tag gut rumzubekommen.



Der Blick auf die Uhr: Es ist 7.15 Uhr.



Der zweite Schluck Kaffee. Dann die Frage der Jungs nach Frühstück. Einer möchte Müsli, der andere Brot. Ich mache das Essen fertig, inzwischen steckt sich das Baby alle, wirklich alle Krümel auf dem Boden in den Mund. 



Das Brot ist geschmiert. Tränenausbruch bei Paul. Ich habe fälschlicherweise das Brot zusammengeklappt. Schokoaufstrich und Frischkäse fügen sich harmonisch zusammen. Aber halt! Genau SO soll es ja nicht sein! Bei dem hektischen Versuch, die totale Verschmelzung aufzuhalten, immer wieder die Schritte und Blicke zu Hilda.



Frühstück ist geschafft. Fernsehgucken beendet. Hilda weint. Nun muss eine Flasche her. Die Windel könnte auch neu gemacht werden.



Paul hingegen zieht sich die Windel selber aus und möchte auch keine Neue umgewickelt bekommen. Er ist ja schließlich schon ein großer Junge.



Jetzt soll geknetet werden. Stellt sich die Frage: Erst Knete holen oder erst die Windel und die Flasche? Erst Knete. Aber wohin damit? Auf dem Fußboden geht nicht, Hilda isst ja alles. Also ab auf das Sofa mit Unterlage und Knete, egal, dass das eigentlich nicht erlaubt ist. Die Jungs kneten und ich gehe ich die Küche, um eine Flasche zu machen,



Aus dem Augenwinkel sehe ich Paul aufstehen und innehalten. Eine Pipipfütze ist entstanden. Der Weg zum Töpfchen war wohl zu weit. Ich lege also Hilda auf den Teppich. Suche einen Lappen und flitze zum Pipisee. Während ich wische, höre ich es in der Küche rascheln. Hilda hat den Papiermüll entdeckt. Also mit Pipilappen schnell Hilda geschnappt. Pipilappen entsorgen und sichergehen, dass Hilda nichts verschluckt hat. Zeitgleich bekommt Jonas eine Knetkrise, es läuft einfach nicht so, wie er will.



Der Blick auf die Uhr: Es ist 10 Uhr.



Mein Kind ist nicht am Papier erstickt, die Knetkrise überwunden und Paul saß auf dem Töpfchen.



Mein Herz rast. Mir ist unfassbar warm. Ich steh im Wohnzimmer und führe die Diskussion, ob man jetzt schon Süßigkeiten essen darf.



Es ist 11 Uhr. Jonas Freund Hanno aus unserer Coronagemeinschaft kommt zu uns. Sie verschwinden oben im Kinderzimmer. Kurze Zeit später wird auch dort nach Legobauhilfe verlangt. Also Treppe rauf, Treppe runter mit Hilda auf dem Arm.



Fast 13 Uhr. Essen machen. Wir sitzen alle am Tisch. Die Kinder sind guter Laune. Alle reden lustig durcheinander. Während ich Hildas Brei zubereite, hat sie sich, schon am Tisch sitzend, die Gabel von rechts und mit Pech das Glas von links geschnappt. Mit viel Liebe und Hingabe versucht Paul Hilda etwas Essen abzugeben. Natürlich viel zu große Stücke. Jetzt heißt es Ruhe bewahren, Pauls Bemühungen wertschätzen, aber auch Hilda vor einer viel zu großen Nudel retten.



Zwischen den lustigen „Kacka-pups-Gesprächen“ der Großen höre ich die Waschmaschine im Keller und den Geschirrspüler im Rücken piepen. Ich ignoriere es einfach, denn wann soll ich das bitte noch machen?



Das Essen ist beendet. Die Großen gehen spielen und Hilda macht Mittagsschlaf. Weil Paul bei seinem Bruder und dessen Freund nicht so richtig mitspielen kann, nehme ich mir jetzt die Zeit nur für ihn. Ich schmeiße mich also zu ihm auf den Fußboden, aber Paul ist nicht so richtig zufrieden mit mir: ich stelle die Autos immer falsch hin, baue an den falschen Orten falsche Sachen und sage auch nie das Richtige. 



14.30 Uhr. Hilda ist wieder wach. Die Kinder müssen jetzt an die Luft. Die Großen wollen auf Tempo Strecke fahren, Paul wiederum schmeißt bei jedem Käfer und jeder Blume das Laufrad auf den Boden und geht auf Entdeckungstour. Hilda will eigentlich auch nicht mehr im Kinderwagen sitzen, sondern lieber krabbeln….



Hatte ich schon erwähnt, dass gerade unsere Hausfassade renoviert wird? Das Haus eingerahmt von Gerüsten, die Fenster sind quasi blickdicht zugeklebt. Gutes Timing. 



16 Uhr. Wir sind alle gemeinsam draußen gewesen und heil wieder zu Hause angekommen. Ich bin total erschöpft.



Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Kinder über alles. Aber unterschiedliche Altersstufen bedeutet auch unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden….



Ich kann den Satz: „Wie gut, dass du noch in Elternzeit bist!“ nicht mehr hören. Ähhhhh…ja. Habe ich es deshalb einfacher? Nein!



Genau so sehr hasse ich den Satz: „Du hast es dir mit 3 Kindern ja selber so ausgesucht.“ Ja,  aber unter anderen Voraussetzungen als sie derzeit gegeben sind. In einem System, wo ich mit jedem Kind das erste Lebensjahr intensiv bis 14 Uhr allein zu Hause verbringe, meine 2 Großen gut untergebracht sind und ich mich auf einen gemeinsamen Nachmittag mit ihnen freue. Wenn es System Kita und Schule nicht geben würde, hätte ich vielleicht keine 3 Kinder und sicherlich nicht in solch geringem Altersabstand bekommen. 



Jeder Tag ist eine Herausforderung. Und ich träume mich manchmal in die Zukunft, wenn ich wieder arbeiten werde. Einfach mal raus. Allein mit dem Auto oder dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Einfach mal anderen Stress erleben. Allein einen Kaffee trinken. In der Mittagspause ins Brot beißen…



Für mich klatscht abends keiner. Es wird höchstens noch geschimpft, weil jetzt Zähne geputzt werden soll.



Es ist 20.30 Uhr. Ich sitze auf dem Sofa und trinke ein Glas Wein. Mein Mann und ich unterhalten uns noch ein wenig, dann schlafe ich auf dem Sofa ein. 



Irgendwann schleppe ich mich ins Kinderzimmer und schlafe dort. Bis das Babyphone sich meldet. Ich mache vorsichtig die Augen auf. Paul liegt neben mir.Es beginnt ein neuer Tag…
               
Meine Elternzeit während der Corona-Krise: So ist der Alltag mit drei kleinen Kindern | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-mutter-hat-mich-vernachlaessigt-ich-leide-bis-heute-darunter
       
Liebe Nora, du hattest keine schöne Kindheit. Wie bist du aufgewachsen?



Ich bin in einer kleinen Stadt am Niederrhein aufgewachsen – mit meinen Eltern und zwei Geschwistern. Mein Vater war berufstätig, meine Mutter Hausfrau. Damals war schon das Verhältnis in der Familie (Onkel/Tante, Großeltern mütterlicherseits) sehr schwierig, es gab also erstmal nur unsere „Kernfamilie“. Als mittleres „Sandwich“-Kind hatte ich immer das Gefühl unterzugehen, nicht wichtig zu sein.



Wie war dein Verhältnis zu deiner Mutter?



Meine Mutter war permanent überfordert und hatte selten Zeit, uns WIRKLICH zuzuhören. Wenn ich zum Beispiel von der Schule kam, fragte sie zwar, wie es war – ging dann aber in den Keller, um die Wäsche zu holen, ohne meine Antwort abzuwarten. Sie wollte oft ihre Ruhe haben und schickte uns Kinder zu Freunden. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie schon meine bloße Anwesenheit stört. Das hat mich nachhaltig geprägt und ich habe immer mehr versucht, mich unsichtbar zu machen.



Wir Kinder hatten auch kein Recht auf eine Meinung. Gab es Streit und wir haben uns verteidigt, schmiss meine Mutter Sachen durch die Gegend oder es gab Ohrfeigen.



Das Schlimmste für mich aber war, dass ich zunächst nicht aufs Gymnasium durfte – weil meine Schwester es nicht geschafft hatte und nach einem Jahr abgehen musste. Erst in der 10. Klasse durfte ich endlich aufs Gymnasium wechseln.



Du sagst auch, dass Deine Mutter Euch nie unterstützt hat.



Ja, als ich meinen Führerschein bestanden habe, hat sie sich nicht mal gefreut oder mir gratuliert. Um den Führerschein abzuholen, bin ich 6 Kilometer gelaufen, weil mein Schülerticket nicht für diese Strecke galt und meine Mutter keine Lust hatte, mich zu fahren.



Fürs Abi habe nie zu Hause gelernt, weil meine Mutter lieber wollte, dass ich im Haushalt helfen. Ich würde sagen, wir wurden psychisch vernachlässigt. Nach einem Streit gab es keine Entschuldigung oder Versöhnung. Sie sagte immer, es gäbe nichts mehr zu reden und wir wurden weggeschickt.



Ich glaube, mit 14 habe ich das erste Mal daran gedacht wegzulaufen. Aber mir war klar, dass ich nirgendwo hin konnte und auf der Straße leben wollte ich nicht.



Hattest du Freunde oder Verwandte, denen du dich anvertrauen konntest?



Für Außenstehende war alles vollkommen normal. Meine Mutter prahlte auf Geburtstagen/vor Freunden damit, wie sie dies oder das uns gegenüber durchgesetzt hatte und bei Kindern alles nur ein Machtkampf sei. Darunter habe ich sehr gelitten und mich immer mehr zurückgezogen.



Wie ist er Kontakt heute zu deiner Mutter?



Heute ist der Kontakt oberflächlich. Über die Jahre gab es immer mal wieder Kontaktabbrüche von 1-2 Jahren meinerseits. Wenn es meinen Sohn nicht gäbe, würde ich sie gar nicht sehen. Mischt sie sich in die Art, wie ich mit meinem Kind umgehe ein, weise ich sie sehr bestimmt ab und dann ist auch erstmal wieder Ruhe.



Diese Kindheits-Erfahrungen haben dich natürlich geprägt. Wie ist deine eigene Mutterschaft?



Als mein Sohn geboren wurde, war ich überglücklich. Er war kein geplantes Kind und der Papa hatte trotz Heirat noch kein Visum erhalten – kurz vor der Geburt kam er für 14 Tage, er lebte im Balkan. Ich war furchtbar einsam, ein frühzeitiges Beschäftigungsverbot hat mich vorzeitig sozial lahm gelegt. Mein Sohn war ein absolutes Schreikind und ich alleine und vollkommen überfordert.



Ich habe nachts kaum geschlafen, sondern den Haushalt nachgeholt, den ich tagsüber nicht schaffte. Wenn ich überfordert war, habe ich mein Kind auf dem Boden abgelegt und bin aus dem Zimmer gegangen. Manchmal habe ich das Waschbecken volllaufen lassen, den Kopf untergetaucht und meine Verzweiflung und Schmerz ins Wasser geschrien.



Mein Mann kam nach drei Monaten dauerhaft nach Deutschland. In der ersten gemeinsamen Zeit wurde uns schnell klar, dass es mir sehr schlecht ging: Panikattacken, schlaflose Nächte und Zwangshandlungen. Ich konnte zB keinen Krümel am Kind dulden – die abendliche Waschroutine durfte nicht ein bisschen abweichen, sonst bin ich zusammen gebrochen. Und immer öfter brach ich scheinbar grundlos in Tränen aus.



Im Sommer bin ich immer erst abends raus, weil ich dachte, die Sonne könnte dem Kind schaden.  Ich wollte unbedingt alles richtig machen.



Und eines Morgens wachte ich auf, sah mein Kind an und fühlte nichts mehr. Die Liebe, die da war, dieser Drang zu schützen, waren einfach weg. Ich hatte den Gedanken, dass mein Mann und Sohn ohne mich besser dran wären.



Da wusstest du, dass du dir Hilfe holen musst….



Ja, ich habe mit meiner Hebamme aus dem Rückbildungskurs gesprochen und parallel über Postnatale Depression gegoogelt. Ich habe einen Selbsttest zur Ersteinschätzung gemacht – so ungefähr mit voller Punktzahl. Die Kontakte der Hebamme führten mich dann zu einer Therapeutin der ProFamilia, die mich ohne Entgelt und Wartezeit sofort einlud. Die Diagnose: Postnatale Depression gepaart mit BurnOut. Die Lösung: Zeit für mich, Ruhe durchatmen, verzeihen.



Es hat etwas über ein Jahr gedauert, bis ich sagen konnte, dass es mir besser ging. Mein Mann war und ist mein Fels in der Brandung, er hat mich immer unterstützt. Ohne ihn hätte ich es nicht so gut geschafft und er trägt einen großen Teil der Verantwortung, dass ich heute bin wo ich bin.



Während dieser zwei Jahre Therapie habe ich viel gelernt. Über meine Stillgruppe bin ich an die Autoren wie Nora Imlau, Jesper Juul, und Renz-Polster gelangt. Die diversen Bücher und Blogbeiträge haben mir sehr geholfen, zu verstehen, warum ich so bin wie ich bin.



Was hast du konkret erkannt?



Ich kann mich in einer Diskussion nicht durchsetzen. Wenn mich jemand grob anspricht oder anschreit, wird mein Kopf leer und ich kann nicht mehr sprechen. Es formen sich einfach keine Worte mehr. Ich habe große Schwierigkeiten damit, meine Gefühle zu zeigen. Zärtlichkeiten im Alltag muss ich planen, ich muss mich immer wieder daran erinnern und es kostet mich unglaublich viel Kraft. All die Jahre des Unsichtbar-Seins haben sich sehr stark in meinem Verhalten fest gesetzt.



Wie geht es dir heute?



Mittlerweile weiß ich, dass Mutter-sein nicht perfekt-sein bedeutet. Und ich kann sehen, dass meine Mutter getan hat, was sie konnte. Dass sie ihr Bestes gegeben hat. Aber es hat einfach nicht gereicht, doch das ist nicht unbedingt ihre Schuld. Ein bisschen kann ich meinen Frieden damit machen, auch wenn ich weiß, dass es niemals ein klärendes Gespräch geben kann. Sie würde es nicht verstehen und wenn, könnte sie nicht damit umgehen. 



Ich habe eine neue Therapie begonnen und arbeite nun an meinem Selbstbewusstsein und meiner Beziehungsunfähigkeit. Vieles holpert in meiner Ehe, aber wir sind auf einem guten Weg und ich möchte unbedingt eine Veränderung bewirken. Mein Sohn geht 35 Stunden die Woche in den Kindergarten, ich habe eine 30 Stunden Arbeit. Für mich ist klar, dass ich nicht nur Hausfrau und Mutter sein kann. Auch wenn die viele Arbeit manchmal schwer ist und nicht immer meinen früheren Vorstellungen entspricht, ist das für alle die beste Entscheidung. Die Kita hat ein unglaublich tolles Konzept und ich bin einfach nicht in der Lage, mein Kind über längere Zeit intensiv so zu betreuen, wie ich es gern zu würde.



Ich bin lieber voll da, wenn ich da bin – als mich wegzuwünschen, weil mich die Wutanfälle emotional herausfordern. Wir leben bedürfnisorientiert, mein Sohn darf mir immer alles sagen und mich auch anschreien – auch wenn gerade das für mich sehr schwer ist. Aber er soll lernen, dass alle Gefühle in Ordnung und richtig sind und wir lernen zusammen, mit allen Gefühlen umzugehen.



Im Dezember kommt ein Geschwisterchen. Ich habe furchtbare Angst, in der Elternzeit zu vereinsamen, deshalb kümmere ich mich um eine stundenweise Betreuung ab dem 6. Monat für mein zweites Baby. Dank meines Therapeuten weiß ich, dass ich bei depressiven Verstimmungen gut aufgefangen werde und ich habe eine wundervolle Hebamme. Heute weiß ich, dass ich viele Fehler gemacht habe – den größten zu glauben, ich könnte perfekt sein. Aber da das nicht möglich ist, beschränke ich mich darauf, die Mutter zu sein, die mein Kind braucht.
               
Meine Mutter hat mich vernachlässigt - ich leide bis heute darunter |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-nerven-sind-einfach-durch-marieke-ueber-die-sorge-die-beherrschung-zu-verlieren
       
Mein Name ist Marieke, ich bin alleinerziehende Mama von zwei Jungs im Alter von 9 und 6 Jahren. Die beiden sind sehr laut, sehr wild und manchmal denke ich: Komplett unerzogen. Leider nehmen die beiden sehr wenig Rücksicht auf mich. Wenn ich sie bitte, mal leiser zu spielen, weil ich arbeiten muss, klappt das nie. Sie schmeißen Dinge durch die Gegend, streiten am laufenden Band. Das ist nicht erst seit Corona so…



Zudem wird auch nie gemacht, was ich sage. Bis die beiden sich abends bettfertig gemacht haben, dauert es ewig. Meisten klappt es erst, wenn ich richtig laut werde.



Und da sind wir schon bei dem Problem. Ich merke, dass ich zunehmend hilflos werde. Da alles Reden und Bitten nichts bringt, schreie ich viel mehr, als ich jemals wollte. Und leider erwische ich mich auch immer wieder dabei, dass ich die Kinder am Liebsten schütteln würde – oder noch schlimmer, dass ich ihnen am liebsten eine kleben würde.



Ich bin noch nie handgreiflich geworden und möchte das auch nicht. Aber immer öfter muss ich sofort den Raum verlassen, damit ich das nicht tue.



Ich brauche keine Verurteilung, sondern Rat. Was macht Ihr, wenn Ihr so richtig wütend werdet? Und wenn ihr merkt, dass Ihr dabei seid, die Beherrschung zu verlieren? Ich freue mich über Eure unterstützenden Tipps.
               
Meine Nerven sind einfach durch - Marieke über die Sorge, die Beherrschung zu verlieren | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-schwiegermutter-ist-eher-das-model-schwiegermonster-gastbeitrag-von-steffi
        Kennt Ihr auch dieses Klischee von der nervigen Schwiegermutter, oder wie es in einem Filmtitel heißt „Schwiegermonster“? Ich mag eigentlich keine Klischees. Und bis zu einem bestimmten Zeitpunk, konnte ich dieses Klischee von dem Schwiegermonster nicht nachvollziehen. Ich hatte mit meinen vorherigen Schwiegermüttern in spe eigentlich nie Probleme. Das mag auch daran liegen, dass ich ein extrem harmoniebedürftiger Mensch bin und ich mich recht gut an andere Menschen anpassen kann. Ich bin offen und freundlich.
Und dann kam der Tag, der alles änderte. Ich war erst wenige Tage mit meinem jetzigen Lebensgefährten zusammen, da stellte er mich schon seiner Mama vor. Schon beim ersten Betreten der Wohnung dachte ich: „Ohje!“ Und das lag jetzt nicht nur daran, dass die Wohnung komplett mit Zigarettenrauch und Raumspray benebelt war. Es lag vielmehr an der großen Frau mit den hellblonden Haaren und grellrot geschminkten Lippen.
Man konnte schon aus der Entfernung erkennen, dass sie der Karrieretyp a la "Ich weiß alles besser und kann alles besser und der Rest der Welt ist eh zu blöd"- Typ ist. Aber hey, ich wollte ja nicht mit ihr, sondern mit ihrem Sohn eine Beziehung eingehen. Ich lächelte also und hielt Smalltalk. Da mein Lebensgefährte sehr an seiner Mama hängt, hatte ich nun jedes Wochenende das Vergnügen in einer verräucherten Wohnung Smalltalk zu üben. Aber es wollte sich zwischen ihr und mir kein positives Gefühl einstellen. Ihr ständiges Geschimpfe über die Unfähigkeit anderer Menschen, insbesondere die ihres Noch-Ehemannes und seiner neuen Freundin, zehrte stark an meinen Nerven. Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich ging mit ihr sogar shoppen und Kaffeetrinken (der Horrortrip meines Lebens). Aber es half nichts.
Ich hatte aber einen Hoffnungsschimmer, als ich schwanger wurde. Denn – Achtung, noch ein Klischee – Babys erweichen doch die Gemüter von fast jedem! Nun, was soll ich sagen. Als sie die frohe Botschaft erfuhr, weinte sie vor Freude und meinte, jetzt hätte sie endlich wieder ein Sinn in ihrem Leben. Wenig später schlug das aber um in: "Ich hätte so gerne auch noch ein Baby, am liebsten mit meinem Ex." Ich hatte große Mühe nur innerlich die Augen zu rollen und mir auch nur innerlich die flache Hand an die Stirn zu schlagen.
In der Schwangerschaft war ich nur ungern bei ihr in der Wohnung. Einfach weil mir immer übel von dem ganzen Zigarettenqualm war und auch, weil ich genervt war, weil sie trotz meiner Schwangerschaft direkt neben mir rauchte. 
Und dann kam der Tag der Tage. Ihr lieben Mamas, ihr kennt das bestimmt selber. Die Hormone in der Schwangerschaft lassen uns Dinge tun und sagen, die wir sonst nie machen würden. Wir waren wieder mal in ihrer Wohnung und mir war total übel. Also schlug ich vor, dass wir uns doch beim nächsten Mal woanders treffen könnten, da mir von dem Rauch einfach schlecht wird. Ihre Antwort war nur, dass ich mich nicht so haben soll. Ich explodierte innerlich! Und sagte dann: „Wenn das Baby da ist und du weiterhin in der Wohnung rauchst, wirst du uns hier eh nie wieder sehen.“ Oh oh! Schwerer Fehler! Ausgelegt wurde mir diese „Entgleisung“, dass ich ihr das Enkelkind vorenthalten wollte!
Nach der Geburt besuchte sie uns regelmäßig. Wir waren aber kaum bei ihr, da sie in einem Umzug steckte (ich hatte die blödsinnige Hoffnung, dass ihre Wohnung dann rauchfrei würde, da sie ja dann einen Balkon hatte – wie gesagt, blödsinnig). Als alle Umzüge überstanden waren, ging es aber los! Ich war mit meinem ersten Baby total unsicher und befolgte daher gerne die Tipps der einschlägigen Ratgeber. Von Schwiegermutter bekam ich da zu hören, ich solle mich mal locker machen.
Bei einem Familienfest zeigte sie mir dann, was sie von meinen Wünschen und meiner Erziehung hielt. Unsere Maus war knapp 7 Monate alt und hatte auch schon vier Zähnchen. Was meine Schwiegermutter dazu verleitete, ihr eine Krokette in den Mund zu schieben. Ich sagte ihr, dass ich das nicht möchte, da die Empfehlung ist, so kleinen Kindern noch kein gewürztes und fritiertes Essen zu geben. Sie lächelte mich an und nickte. Wenig später verließ ich kurz den Tisch und als ich wieder kam, grinste sie ganz komisch. Und nur wenig später sollte ich erfahren warum. Die kleine Maus spuckte nämlich eine Krokette aus! Ich war innerlich mal wieder auf 180! 
15 Monate nach der ersten Geburt bekam ich unsere zweite Tochter. Wir fanden es eine gute Idee, als Schwiegermutter uns anbot, doch ein paar Tage bei uns zu wohnen, um uns zu helfen. Wir willigten ein (wie schon erwähnt, ich bin harmoniebedürftig und gebe nie die Hoffnung auf).
Aus den paar Tagen wurden letztendlich fast 6 Wochen. Ja, sie half mir. Aber es war furchtbar. Sie gab mir ständig das Gefühl, alles falsch zu machen. Sie war ständig am aufräumen bzw umsortieren, da es so, wie ich es gemacht habe, einfach nicht richtig oder gemütlich aussah. Aber das für mich Schlimmste war das Verwöhnen ihres Sohnes. „So ein großer Mann braucht täglich ein gutes, frisch zubereitetes Abendbrot! Er hat den ganzen Tag gearbeitet, da muss er nicht auch noch im Haushalt helfen, er sollte sich vielmehr vor dem Fernseher entspannen!“
Ja klar, ich kümmere mich also um zwei kleine Kinder, gehe nach der Elternzeit wieder arbeiten und abends koche ich dann noch groß und wenn er dann auf dem Sofa entspannt, schmeiße ich auch noch den Haushalt. Er fand die Idee toll. Streit war also vorprogrammiert.
Auch bis zum nächsten Zoff mit meiner Schwiegermutter brauchte es nicht allzu lange. Als die Kinder 3 und 2 Jahre alt waren, sollten sie bei Oma übernachten. Ich sagte ihr noch, dass die Kinder gerne etwas Fernsehen dürfen, aber nur so was wie Winnie Puuh oder ähnlich harmloses.
Sie nickte. Als wir die Kinder wieder abholten, erzählte uns die Große stolz, dass sie Dornröschen von Walt Disney geschaut haben. DORNRÖSCHEN!!! Kennt ihr den Film? ICH bin erwachsen und finde den schon gruselig. Ich sagte meinem Lebensgefährten, dass ich das nicht gut finde. Er meinte nur, ich solle mich nicht so haben, er hätte schließlich auch schon Schneewittchen mit Ihnen geschaut, als ich mal am Wochenende Dienst hatte. Wie ich wenig später erfahren musste, hatten meine Kinder schon so gut wie alle Filme von Disney gesehen. Ich war sprachlos! 
Ein weiterer Streitpunkt war und ist die Schlafgewohnheit unserer Kinder. Ich blieb gerne bei Ihnen bis sie schliefen, da ich es einfach nicht ertragen konnte, wenn sie weinten. Meine Schwiegermutter war der Meinung, dass ich komplett übertreibe und einfach rausgehen soll. So würden sie am schnellsten lernen, alleine einzuschlafen. Achtung Spoiler: Ihr könnt euch sicher denken, wie sie unser Familienbett nach der Geburt unseres dritten Kindes findet. Jedesmal, wenn die Mädchen bei ihr geschlafen haben, kam die Große ängstlich zu mir und fragte: Müssen wir wirklich bald alleine in unseren Zimmern schlafen? 
Und da bin ich schon bei meinem nächsten Erlebnis mit Kleinkind und Essen. Wir haben zu fünft Oma und inzwischen ihren neuen Lebensgefährten besucht. In der Nähe ist ein großes Outlet Zentrum und mein Lebensgefährte wollte da unbedingt hin. Oma und der neue Opa boten sich an, dass wir die Kinder ruhig bei ihnen lassen können und wir in Ruhe mal shoppen könnten. Ich ging mit einem unguten Gefühl. Als wir alle wieder zu Hause waren, wurde mein Gefühl bestätigt. Die Große erzählte nämlich, wie Oma ihrem gerade mal 6 Monate alten Enkel ein Gummibärchen in den Mund gesteckt hat und es dann schnell wieder herausfischen musste, weil der Kleine sich fast daran verschluckt hätte. Wie Bitte?!?!?!?
Und jetzt kommt für mich der Höhepunkt! Letzten Herbst kam sie mit der Bitte, dass sie mit den großen Mädchen nächstes Jahr gerne Urlaub machen möchte und zwar im Ausland. Innerlich schrie ich sofort NEIN!!!. Mein Lebensgefährte sagte sofort, dass er kein Problem hat, wenn Oma und Opa mit den Mädchen Urlaub machen möchten, aber die Idee mit dem Ausland gefiele ihm nicht. Gott sei Dank, waren wir uns da einig… 
Aber meine Schwiegermutter legte es natürlich so aus, dass nur ich die Spaßbremse sei. Sogar der gemietete Weihnachtsmann sagte (geimpft von meiner Schwiegermutter): Ich solle im nächsten Jahr ruhig die Zügel bei den Kindern loslassen und mehr Vertrauen haben. Und immer wieder bekomme ich so kleine Seitenhiebe, weil ich, und nur ich, nicht möchte, dass Oma und Opa mit den Mädels wegfliegen. Aber etwas Positives hat die letzte Geschichte doch noch. Der „neue“ Opa ergriff nämlich ein klein wenig für mich Partei. Er sagte mal zu meiner Schwiegermutter: „Regeln sind Regeln, egal ob wir sie verstehen oder nicht. Ich bin einfach froh, dass wir überhaupt mit den Mädels Urlaub machen können.“ Seitdem kam nichts mehr von Schwiegermama, aber ich bin mir sicher, es wird nicht lange auf sich warten lassen…
               
Meine Schwiegermutter ist eher das Model Schwiegermonster - Gastbeitrag von Steffi | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-tochter-ist-einsam-wie-der-lockdown-freundschaften-veraendert
       
Liebe Mamas, heute hatte ich ein Gespräch mit meiner Tochter, das mich sehr erschütterte. Und ich weiß gar nicht mehr, wie ich reagieren soll oder wie ich ihr irgendwie helfen kann. Die seelische Belastung für die Kinder ist ja in dieser Zeit sowieso schon enorm. Um was geht es?



In der Klasse meiner Tochter (9) sind drei Mädchen, mit denen sie in der Pause spielt und mit denen sie gemeinsam zur Schule läuft. Mit zweien davon trifft sie sich normalerweise auch nachmittags. Diese beiden Mädchen kennen sich von klein auf und ihre Mütter sind eng befreundet.



Das dritte Mädchen im Bunde ist sehr dominant. Beim letzten Geburtstag meiner Tochter kam sie beispielsweise nicht gut damit zurecht, dass sie nicht im Mittelpunkt steht und hat die Feier beinahe gesprengt. Nach dem Geburtstag hat sie angefangen, die beiden anderen Mädchen gegen meine Tochter anzustacheln. Sie sollten die Straßenseite wechseln, wenn meine Tochter auf dem Schulweg dazukommt oder sollten sagen, dass meine Tochter in den Pausen nicht mitspielen darf.



Meine Tochter litt darunter, aber wir suchten immer wieder einen Weg, damit sie sich damit arrangiert. Dann kam der November-Lockdown. Wir haben uns sehr strikt daran gehalten. Anfang 2021 habe ich dann die Mutter eines der Mädchen gefragt, ob meine Tochter mit ihrer Tochter draußen spielen könnte. Meine Tochter hatte bis dahin keinen anderen Kinderkontakt.



Daraufhin erklärte die andere Mutter mir, dass ihre sich Tochter bereits mit den beiden anderen Mädchen trifft.  Das hätten sie vor einiger Zeit so entschieden und sie könnten da nichts für meine Tochter tun. Das war natürlich ein harter Schlag. Meine Tochter wollte dann wenigstens mit den Mädchen telefonieren, aber es hieß immer, sie hätten keine Zeit.



Meine Tochter mag die beiden Mädchen total gerne – und ist nun völlig isoliert, während die anderen drei Mädchen eine noch stärkere Verbindung aufbauen. Heute beim Videotreffen der Klasse berichten die Mädels freudestrahlend, was sie alles zusammen machen. Meine Tochter hat danach nur geheult. Sie war den ganzen Tag völlig frustriert.



Jetzt fragt Ihr, was mit den anderen Kindern in der Klasse ist. Es gibt nur noch vier weitere Mädchen. Entweder habe ich kein Vertrauen in die Eltern in Sachen Umgang mit Corona oder meine Tochter hat keine Beziehung zu ihnen. Die Jungs haben gerade ganz andere Interessen, da ist leider auch kein Freund dabei.



Nächste Woche beginnt der Wechselunterricht. Mir graut jetzt schon vor dem Schulweg, da die anderen Mädels bestimmt ganz dicke miteinander sind. Ich ahne jetzt schon, dass dieses eine Mädchen meine Tochter bei den anderen beiden schlecht macht.



Ich habe es bei den Müttern angesprochen, aber kein Feedback dazu bekommen. Die Mädchen haben noch anderthalb Schuljahre miteinander. Jetzt kommt ihre Lieblingslehrerin auch nicht mehr in den Präsenzunterricht, weil sie schwanger ist. Neben all dem ganzen Corona-Kummer kommt das jetzt auch noch hinzu. 



Wie kann ich meiner Tochter helfen mit dieser Situation umzugehen? Sie hat gerade nichts mehr, worauf sie sich freuen kann… Danke für Eure Tipps, Eure Ute.
               
Meine Tochter ist einsam - wie der Lockdown Freundschaften verändert |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-tochter-ist-so-aengstlich-wer-weiss-rat
       
Mein Name ist Lilli und ich habe eine 6-jährige Tochter. Sie ist sehr ängstlich, traut sich ganz viele Sachen nicht. Ich würde sie gerne unterstützen und bin auf der Suche nach Büchern zu dem Thema Mutig-sein. Toll wäre, wenn es ein Mädchen in der Hauptrolle ist. Außerdem suche ich Bücher zum Schulstart -also wie ist es, eingeschult zu werden. Denn auch davor hat meine Tochter etwas Bammel….



Ich freue mich über Buchtipps und auch sonst über Eure Erfahrungen, wie man ängstliche Kinder stärken kann.



Foto: Pixabay
               
Meine Tochter ist so ängstlich. Wer weiß Rat? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-tochter-will-sich-mit-11-schon-schminken-wie-kann-ich-reagieren
       
Ihr Lieben, meine Tochter ist 11 Jahre alt. Insgesamt würde ich sie überhaupt nicht als frühreif bezeichnen, aber ihr Umfeld – viele circa ein Jahr ältere Freundinnen und TikTok – führt dazu, dass sie im tiefsten Winter bauchfrei durch die Gegend rennt und sie, wenn ich sie ließe, mit pinkfarbenem Lipgloss raus ginge.



Ihre Freundinnen (11 bis 12 Jahre alt) schminken sich teilweise schon. Wir reden aber nicht über ein bisschen Schminke, sondern über das volle Programm mit Foundation, Rouge, Wimperntusche, Lidschatten und Highlighter (hab ich noch nie im Leben benutzt).



Ganz generell habe ich nichts gegen Schminken, und vermutlich sind die Mädels heutzutage generell etwas früher dran als wir damals. Aber Schminken mit 11? Muss das sein?



Es fällt mir sehr schwer, da gut zu argumentieren. Von Lolita hat meine Tochter vermutlich nie etwas gehört. Das einzige Argument ist derzeit, dass ich das nicht will und es ihr nicht erlaube. Auch den Umgang mit den Freundinnen will ich natürlich nicht verbieten.



Aber ich habe schon etwas Sorge, dass die älteren Mädels einen schlechten Einfluss auf sie haben könnten. Könnt ihr dazu mal was schreiben oder fragen, wie andere in ähnlichen Situationen – vor allem in Bezug auf Schminke in so jungem Alter – agieren? 
               
Meine Tochter will sich mit 11 schon schminken. Wie kann ich reagieren?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mexikanische-tradition-wie-wir-dem-tod-auf-einmal-froehlich-begegneten
         Ihr Lieben, wir leben ja hier in der Großfamilie und in einem offenen Haus mit vielen verschiedenen Menschen – sogar aus verschiedenen Nationen! Und so kommen wir immer mal wieder in den Genuss anderer Traditionen. Am Dienstag war ja Allerheiligen, in Mexiko heißt dieser Tag „Día de los muertos“. UND DER WIRD GEFEIERT!
Die Menschen stellen Fotos ihrer Verstorbenen auf, sie bauen eine Art Altar oder Erinnerungstisch. Es braucht bunte Wimpel und Blumen. Außerdem stellen sie die Lieblingsspeisen und Getränke ihrer verstorbenen Liebsten auf. Da gibt es für den Opa ein Gläschen Whiskey, für die Oma ein Stück Avocado – und für den verstorbenen Hund natürlich Leckerli. Was ist denn das bitteschön für eine schöne Tradition?

Es geht darum, die Toten wieder zu sich zu holen, sich nicht nur an sie zu erinnern, sondern sie einzuladen zu sich nach Hause. Ihre Seelen sollen in der Nacht vorbeikommen, für sie steht auf dem Altar extra ein Spiegel bereit, damit sie sich anschauen können. Neben dem Spiegel liegt ein kleines Handtuch und eine Waschschüssel mit Wasser, damit sollen sie sich frisch machen können.
Alles auf den Altären hat seine Geschichte, die Beigaben stellen die vier grundlegenden Elemente der Natur dar. Früchte als Symbol des Elements Erde, Scherenschnittbilder aus Seidenpapier (oben) stehen für die Luft bzw. den Wind, die Getränke stehen für das Wasser und die Kerzen für´s Feuer.
Am Abend werden nämlich Kerzen und Räucherstäbchen entzündet – und es braucht selbstverständlich Tequila! Denn nein, an diesen Tagen wird nicht geweint! An diesen Tag wird gefeiert – und WIE! Die Freude über die tollen Personen, die mal zu unserem Leben gehörten, die wird betanzt und betrunken. Die Freude darüber, dass sie mal da gewesen sind übertrumpft an diesem Tag die Trauer, dass sie nicht mehr bei uns sind. Ein buntes, fröhliches Fest – und einer der wichtigsten Feiertage der Mexikanern! Selbst die UNESCO weiß das zu schätzen und hat den Brauch 2003 zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt…

Ich kann nur sagen: Mir gefällt diese Lebensfreude, ich mag diese Tradition. Wir haben vorgestern auf Opa und Oma getrunken, auf die verstorbenen Tanten und Onkel und auf alle, die wir vermissen. Wir haben lustige Anekdoten erzählt. Und wisst ihr was? Die Kinder waren dabei, es war ein fröhlicher Abend und irgendwann haben sie mit ihrer Saftschorle mit uns angestoßen. Auf alle, die nicht mehr bei uns sind, die uns aber zu dem gemacht haben, was wir sind.
Lese-Tipp: Auch Spiegel Online hat vorgestern einen schönen Beitrag über das mexikanische Fest geschrieben. Witzig, ich hatte vorher noch nie davon gehört…
               
Mexikanische Tradition: Wie wir dem Tod auf einmal fröhlich begegneten | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/michael-hat-adhs-und-wird-oft-gehaenselt-nun-hat-er-endlich-einen-freund
       
Liebe Sandra, dein siebenjähriger Sohn hat ADHS. Beschreib mal, was ihn so besonders macht.



Ich habe zwei Jungs, 17 und 7 Jahre alt. Beide haben ADHS. Da ich ADHS vom Großen schon kannte, habe ich bei meinem kleineren Sohn Michael früh gespürt, dass auch er anders ist.



Ich bin mit ihm zur Heilpraktikerin, war beim Osteopathen, um ihm gut auf seinem Weg zu unterstützen. Das 1.Schuljahr war geprägt von Gesprächen mit der Lehrerin, da Michael seine Emotionen nicht gut in den Griff bekam. Michael ist jedoch sehr hilfsbereit, er hilft Kindern, die in Schwierigkeiten sind. Er ist höflich und freundlich, hat feine Antennen!



Oft erfahren solche Kinder Ausgrenzung durch andere Kinder. Wie war das bei deinem Sohn?



Michael hat kaum Freunde und wird beim Spielen in der Schulpause ausgegrenzt. Er fragt oft andere Kinder, ob er mitspielen darf, aber die lehnen ihn dann ab. Zudem ist Michael relativ kräftig und wird daher oft gehänselt. Mir zerreißt es das Herz, wenn ich das mitbekomme – Michaels großer Bruder Tom wird dann richtig wütend auf die anderen Kinder.



Doch nun hat Michael einen tollen neuen Freund gefunden. Erzähl mal…



Ja, Gott sei Dank gibt es Jonas! Er ist nun Michaels bester Freund! Sie kennen sich noch aus dem Kindergarten und Jonas ist hochsensibel. Er kann es nicht ertragen, wenn ihn andere anfassen und er mag auch keine größeren Menschenansammlungen. Aber: Er mag meinen Sohn und will ganz viel mit ihm spielen. 



Wie reagiert dein Sohn auf diese Freundschaft?



Die beiden Kinder haben ein tolles Gefühl füreinander und verstehen sich – ohne sich zu verurteilen! Jonas sagt, dass er versteht, dass Michael manchmal so wütend ist. Und für Michael ist es kein Problem, wenn sich Jonas nicht anfassen lässt, sich mal zurück zieht und mal nichts braucht! Sie lassen sich einfach so, wie sie sind und nörgeln nicht am anderen rum. Es ist so wunderbar zu sehen, wie glücklich beide sind.



Und wie fühlst du dich damit?



Uns als Familie macht es sehr glücklich zu sehen, das Michael nicht mehr allein ist. Dass er endlich einen besten Freund gefunden hat, der für ihn einsteht und sagt:  Wenn Michael nicht mit spielen darf, spiele ich auch nicht mit!



Immer noch gibt es viele Vorurteile in Bezug auf ADHS. Was ist dir ganz wichtig dazu zu sagen?



ADHS Kinder sind genauso besonders wie Kinder, die ohne ADHS aufwachsen. Sie haben andere Fähigkeiten, aber unser Schulsystem ist nicht bereit für Kinder, die nicht der Norm entsprechen….



Und was würdest du Eltern raten, die gerade ganz frisch die Diagnose bekommen haben?



 Diese Diagnose ist eine Hilfe, denn nun wisst Ihr, was Sache ist und könnt Eure Kinder dementsprechend unterstützend. Es ist viel möglich, über Ernährung, strenge Struktur, Heilpraktiker. Ich verspreche Euch: Jeder Kampf, jede Träne, jede Bemühung sind unsere Kinder wert!
               
Michael hat ADHS und wird oft gehänselt. Nun hat er endlich einen Freund.... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mit-meiner-dunklen-haut-gehoerte-ich-nie-dazu-wie-ich-meine-familie-suchte-und-liebe-fand
         Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen, meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Bis hierhin gleicht diese Geschichte wahrscheinlich 10.000 anderen.
Meine Mutter und ich haben aus diversen Gründen leider keinen guten Kontakt zueinander, sie wollte mir auch deshalb nie erzählen, wer mein Vater war. Meine Mutter kommt aus Bayern – und zwar aus einem kleinen Dorf mit einer ausschließlich weißen Gesellschaft.
Ich bin nicht weiß.
Bis vor zwei Jahren war das alles, was ich über meine ethnische Identität wusste.
Klar, ich habe im Spiegel gesehen, dass ich dunklere Haut habe und konnte mir denken, dass mein Vater wohl nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit deutsch war.
Noch dazu komme ich aus einer Großfamilie mit sehr vielen, sehr deutsch aussehenden Geschwistern. Acht, um genau zu sein. Meine Geschwister sind weiß. Überwiegend blond. Blauäugig. Es gibt nichts, was wir – rein äußerlich – gemein hätten.
Mein ganzes Leben lang habe ich mich falsch gefühlt. Ich war zu dunkel, zu kräftig, hatte zu breite Hüften.
In der Pubertät begann ich schließlich, mich zu vergleichen. Ich denke, so gut wie alle Mädchen tun das. Ich habe mich natürlich – auch weil es in meiner Umgebung niemanden gab, der aussah wie ich – immer mit europäischen Mädchen verglichen… und da war die Unzufriedenheit vorprogrammiert.
Nie würde ich so schmal sein wie sie, meine Oberschenkel waren so breit wie deren zwei Beine.
Meine Haare waren nicht zu bändigen und außerdem schnitt sie mir meine Mutter selbst. Ich habe Afrohaar, eine natürliche Krause, und fühlte mich ehrlich gesagt schrecklich aussehend.
Wenn man es zusammenfassen möchte, habe ich meine komplette Kindheit und Jugend damit verbracht, so weiß zu sein wie nur möglich. Und einem Idealbild von Frau hinterherzurennen, das ich unmöglich je erreichen konnte.
Ich fühlte mich falsch. Und dieses Gefühl habe ich auch in mein Erwachsenenleben mitgenommen.
Ich bin irgendwann eben älter geworden, hab geheiratet, ein Kind bekommen, mich scheiden lassen – und zum zweiten Mal geheiratet. Mein jetziger Ehemann ist mein Seelenverwandter, mein bester Freund und einer der wenigen Menschen, die wussten, wie sehr es mich verletzte, nicht zu wissen, woher mein Vater kam und warum ich so anders bin als andere…

Oft haben wir gerätselt, welcher Ethnie „mein Braun“ wohl ähneln würde, aber ich wusste nichts.
Und dann wurde meine Tochter älter. Und ich habe die Anzeichen gesehen: Einmal wollte sie sich ihre braune Haut abwaschen. Dann nichts mehr essen, damit sie so dünn wird wie ihre Freundinnen. Sie wurde in der Grundschule von Mitschülern rassistisch beleidigt, man sagte ihr „sie solle dahin gehen, woher sie kommt“.
Und dann kam die Frage, vor der ich mich gefürchtet habe: „Mama – woher kommt unsere Hautfarbe eigentlich?“
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich gelitten habe, ihr auf diese Frage keine Antworten geben zu können.
Mein Mann hat beobachtet, wie sehr mich dieses Thema belastet hat und schenkte mir im Frühjahr 2018 einen DNA-Test von einem dieser Internetportale. Ich glaube, bis zur Auswertung waren es die sechs längsten Wochen meines Lebens.
Ich habe nicht viel erwartet. Man weiß ja auch vorher nicht, was da dann wirklich rauskommt. Nach sechs Wochen kamen die Ergebnisse…
Über 3.000 DNA Matches, und endlich Antworten.
Meine ethnische Herkunft ist Puerto Rico, eine kleine Insel in der Karibik, die amerikanisches Hoheitsgebiet ist. Und es kam noch viel besser!
Da ich nicht wirklich wusste, was ich jetzt tun sollte, sendete ich meine Geschichte an die Menschen, die am nächsten mit mir verwandt schienen. Cousinen dritten Grades zum Beispiel. Und tatsächlich: Es kamen Antworten. Und es kam Hilfe.
Eine meiner Cousinen betreibt schon lange Ahnenforschung und meldete sich umgehend zurück. Heute weiß ich, dass sie es auf den ersten Blick erkannt haben muss. Ich sehe meiner amerikanischen Familie unfassbar ähnlich.
Berührt von meiner Suche und der Geschichte half sie mir in monatelanger nächtlicher Recherche zuerst herauszufinden, wie wir miteinander verwandt sind, und wie ich da einzusortieren bin (ihre Großmutter und mein Großvater waren Halbgeschwister). Sie richtete eine Facebook-Gruppe ein. Sie lud jeden ein, mit dem sie verwandt ist und erzählte jedem meine Geschichte.
Sie animierte so viele Verwandte wie möglich, sich einen DANN-Test zu kaufen und plötzlich hatten wir eine Cousine zweiten Grades gefunden. Dann passierte erst mal lange nichts.
Als ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben hatte und dachte, näher als Cousinen würde ich meiner Familie nie kommen, bekam ich eines Morgens eine Nachricht über Facebook.
Eine Frau schrieb mir, dass sie meinte, dass es möglich sei, dass wir Schwestern wären. Sie erzählte mir, dass ich ihrem Vater unwahrscheinlich ähnlichsehen würde, dass er sich auch im Zeitraum meiner Zeugung in Deutschland aufgehalten hat.
Wenn man solange nach seiner Familie gesucht hat wie ich, möchte man so etwas nicht glauben, wenn man es liest. Zu viel Hoffnung und zu viel Enttäuschung hängen an so einer Nachricht.
So sah er aus. Ein Foto von Tinas Papa
Vicky – so heißt meine Schwester – überzeugte ihren Bruder, seine DNA testen zu lassen. Männliche DNA-Treffer sind zuverlässiger. Und tatsächlich stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden um meine Halbgeschwister handelte.
Leider erfuhr ich in diesem Moment auch, dass mein Vater schon sein einigen Jahren verstorben war.
In einem völlig verrückten 4-tägigen Roadtrip machte ich mich Anfang des Jahres mit meiner besten Freundin auf nach Texas, um meine Geschwister kennen zu lernen – und ja, es war genau so emotional, wie man es sich aus den bekannten TV-Formaten vorstellt.
Ich habe so gezittert und bin mit so viel Liebe empfangen worden! Meine Schwester und mein Bruder sind mir charakterlich so ähnlich… Wenn ich mit beiden zusammen bin, erkenne ich mich in ihnen wieder, viel mehr als in meinen deutschen Halbgeschwistern. Wir haben so viele ähnliche Interessen – von äußerlichen Dingen mal ganz abgesehen.
Ich glaube nicht, dass jemand, der nicht in so einer Situation ist, begreifen kann, was es für jemanden wie mich bedeutet: Zum ersten Mal in seinem Leben von Menschen umgeben zu sein, die aussehen wie man selbst.
 24 Stunden in Amerika haben gereicht, um dieses Gefühl des Falschseins in Nichts aufzulösen.
Als ich zurückkam, war mir bewusst, dass das genau das ist, was meine Tochter benötigt. Ihr diese Perspektive zu zeigen, war 2019 mein einzig wirklich wichtiges Ziel.
Zehn Monate habe ich alles zusammengespart, was ich finden konnte, um uns das zu ermöglichen und mit ihr und meinem Mann nach Amerika zu fliegen, bevor ihre Pubertät vollständig eingesetzt hat.
Sie ist gerade 11 geworden und man merkt den Teenager schon… Ich wollte, dass sie aus ihrer weißen Blase herauskommt, und viel früher als ich begreifen kann, dass nichts an ihr falsch ist, sondern sie einfach aussieht und ist, wie es ihrer ethnischen Herkunft entspricht.
Noch nie habe ich mein Kind so entspannt, so ausgeglichen erlebt, wie in den zwei Wochen, die wir in Amerika verbracht haben.
Sie mit ihre Cousinen und Cousins spielen zu sehen, eine Möglichkeit, die sie hier nie hätte, von allen zu hören, wie hübsch sie eigentlich ist, Komplimente von anderen 11jährigen Jungs auf der Straße zu bekommen und mit dieser alles umfassenden puerto-rikanischen Familienliebe überschüttet zu werden, war genau das, was sie benötigt hat.
Als wir zurückkamen, hatte ich den amerikanischen Teenager praktisch im Gepäck. Natürlich hat sich seit diesen Tagen alles verändert in meinem Leben.
Wie ich mich selbst in dieser Gesellschaft wahrnehme, welche Möglichkeiten uns als Familie plötzlich offenstehen, der unwahrscheinliche Stolz, von einem der schönsten Flecken der Erde zu kommen. Ohne Vorbehalt in eine Familie aufgenommen worden zu sein, die größer ist, als alles was ich mir je hätte vorstellen können.
Leider hatte ich nicht mehr die Möglichkeit, ein Gespräch mit meinem Vater zu führen, was ich bis heute sehr bedaure.
Doch seine Schwester – meine Tante – seine Cousins und Cousinen, seine Neffen und Nichten, haben nie nach den Umständen gefragt, wie ich in ihre Familie gekommen bin.
Das Einzige, was für diese Menschen zählt, ist dass ich die Tochter meines Vaters bin und mit ihnen verwandt bin. Allein das genügt, um mich in eine Blase aus Liebe einzuhüllen und mir das Gefühl zu geben, endlich eine Heimat gefunden zu haben.
Nichts ist falsch. Ich bin einfach eine Rodriguez – und es gibt nichts, auf was ich stolzer wäre.
 
Edit: Tina versucht gerade, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu bekommen, um vielleicht irgendwann mal für einige Zeit „rüber“zugehen und mit der Familie zu leben, die ihr so gefehlt hat.
               
Mit meiner dunklen Haut gehörte ich nie dazu: Wie ich meine Familie suchte - und Liebe fand | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mitarbeiterin-im-jugendamt-welchen-druck-es-bedeutet-entscheiungen-fuer-familien-zu-treffen
        Mein Name ist Yasmin und ich wollte schon immer im Jugendamt arbeiten. Während meines Studiums der Sozialarbeit habe ich dort ein Praktikum gemacht und wusste: Das ist es. Das willst du machen! 
Warum? Ich hatte die Hoffnung, dort etwas bewegen zu können. Entscheiden zu können, verändern zu können. Tief in mir gab es auch den Wunsch, Kinder zu retten. Die Welt ein bisschen besser zu machen.
Nach ein paar Jahren im Jugendamt habe ich nun gelernt, dass dieser Job vor allem eins ist: eine permanente Herausforderung. Ich trage eine riesige Verantwortung, denn durch mein Handeln nimmt das Leben anderer Menschen manchmal eine Wende, die es ohne mich nicht gegeben hätte. Das kann gut oder schlecht sein.
Meine Arbeit ist oft ein Spannungsfeld aus völlig unterschiedlichen Interessen. Zum einen haben die Eltern Anspruch auf Hilfe zur Erziehung oder Beratung, zum anderen muss ich den Schutz von Minderjährigen sicherstellen – und auch gegen den Willen der Eltern und Kinder entscheiden. Diese Entscheidungen sind oft hart und setzen mich unter Druck. Druck, den ich alleine nicht verarbeiten könnte. Zum Glück habe ich fähige KollegInnen, die mich unterstützen und mit denen ich mich gut austauschen kann. 
Auf mir lasten viele Erwartungen. Die Mutter wünscht sich, dass ich auf ihrer Seite bin. Der Vater hofft auf meine Hilfe, weil er seine Kinder seit Monaten nicht mehr gesehen hat. Dann gibt es die Kinder, die große Angst haben, ins Heim zu müssen und denen die Eltern erzählt haben, dass ich sie nur abhole, weil sie nicht lieb waren. Jeden Tag erlebe ich eine Fülle von Emotionen, die ich auch erstmal verarbeiten muss. Eins ist mir aber auch wichtig: Es gibt in meinem Job auch viele sehr schöne Emotionen. 
Denn oft sind die Menschen, mit denen ich arbeite dankbar und sehen mich als Bereicherung. Wenn wir zusammen Lösungen finden ist das wunderbar. Manchmal ist es aber auch ganz anders. Dann sage ich den Familien: „Nun haben Sie das Jugendamt im Haus und ich weiß, dass sie das nicht wollen. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie Sie mich schnell wieder loswerden.“
Denn darauf läuft alles hinaus – ich kann keine Kinder retten ohne die Eltern. Wenn es allerdings zur Unterbringung kommt, gibt es oft kein Happy End mehr. Wenn das Sorgerecht auf nur ein Elternteil übertragen und der andere Elternteil vom Umgang ausgeschlossen wird, entsteht Leid.
Ich habe in den letzten Jahren oft erlebt, dass Kinder – ganz egal, was ihnen angetan wurde – immer bei beiden Eltern sein wollen. Für mich ist das manchmal nur schwer zu ertragen, aber deshalb tue ich bis zu einem bestimmten Punkt alles dafür, mit den Eltern zusammenzuarbeiten. Manche Eltern aber machen nicht mit, sie streiten weiter bis aufs Übelste, sie sind weiter nicht in der Lage, den Kindern ein angemessenes Zuhause zu bieten und jeder Versuch, es gemeinsam zu erarbeiten, scheitert. 
Ich erinnere mich an jeden Fall.
An jedes einzelne Kind.
Ich erinnere mich an den kurz vor Weihnachten geborenen kleinen Jungen, dessen Mutter eine leichte geistige Behinderung und einen gewalttätigen Vater hatte. Ich konnte das Baby bei der Tante unterbringen, es war eine Nacht und Nebel-Aktion und ich kannte die Tante nicht. Ich musste mich auf mein Bauchgefühl verlassen und sehr spontan eine Entscheidung treffen.
Anschließend unterstützten wir die Mutter bei der Trennung vom Kindsvater, sie zog in ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen – nicht weit von der Tante entfernt. So konnte sie ihren Sohn immer besuchen, musste die Verantwortung aber nicht allein übernehmen. Dem Vater wurde das Sorgerecht entzogen und der Umgang verwehrt. Es war unglaublich emotional und auch angsteinflössend, denn der Mann bedrohte auch uns.
Heute, vier Jahre später, ist es immer noch ganz offensichtlich die richtige Entscheidung für alle Beteiligten gewesen. Tatsächlich so etwas wie ein Happy End – trotz Trennung von Mutter und Kind.
Ich erinnere mich aber auch an die alleinerziehende Mutter, die es drei Jahre lang geschafft hat, ihre Alkoholsucht und  körperliche und emotionale Gewalt an den beiden Kindern trotz ständiger Familienhelferin vor mir zu verheimlichen. An das Gefühl, versagt zu haben, als sich der Verdacht schließlich doch bestätigte. An die für immer schwer gestörten und geschädigten Kinder, für deren Geschichte ich mich wohl immer ein Stück mitverantwortlich fühlen werde.
Das, was ich so sehr an meiner Arbeit liebe, nämlich den unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten so nahe zu kommen, ist gleichzeitig auch das anstrengende. Auch auf meiner Seite entsteht Frust über Menschen, die sich nicht verändern. Nicht bereit sind, ihr Handeln zu hinterfragen.
Genau so ist es auch auf der Gegenseite. Einige Menschen fühlen sich machtlos gegenüber dem Jugendamt und unverstanden. Oft ist es wohl auch leichter, die Schuld auf uns zu übertragen, als sich selbst in die Verantwortung zu nehmen. Man liest von all den schrecklichen Dingen, die das Jugendamt tut. Entweder machen wir nichts und Kinder sterben obwohl wir von Missständen wussten oder wir nehmen völlig grundlos Kinder in Obhut, so die Vorurteile.
Und so liest man in der Öffentlichkeit quasi nie von der guten Arbeit, die wir machen. Von der Nähe, die entsteht und der Verbesserung, die erzielt wird. Von den MitarbeiterInnen, die täglich ihr Bestes zu geben, um Wege zu finden, damit Familien wieder besser funktionieren können.
 
               
Jugendamt: Eine Mitarbeiterin erzählt von ihrem Alltag
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mobbing-update-so-geht-es-lilly-nach-dem-schulwechsel
       
Liebe Julia, vor zwei Jahren hast du bei uns sehr eindrücklich und emotional beschrieben, wir Mobbing Deiner Tochter Lilli das Leben zur Hölle gemacht hat und wie Euer ganzes Familienleben darunter gelitten hat. Deine Tochter hat dann die Schule gewechselt. Wie ist sie in der neuen Klasse zurecht gekommen?



Lilly war natürlich unheimlich aufgeregt am Anfang  und auch etwas ängstlich.



Nach den ersten Wochen hat die Schule festgestellt, dass Lilly erhebliche Lernstandsdifferenzen zu ihren MitschülerInnen hat. Gemeinsam haben wir dann beschlossen, sie eine Klassenstufe tiefer „einzuschulen“.  In dieser Klasse dann fand sie recht schnell Anschluss zu den Kindern, war jedoch noch lange sehr unsicher. Wurde gelacht oder getuschelt, bezog sie dies anfangs noch lange auf sich. Dank vieler guter Gespräche mit den LehrerInnen und der Sozialpädagogin gab sich das mit der Zeit.



Nach etwa einem Schuljahr war sie fester Bestandteil der Klasse und nicht mehr wegzudenken. Sie identifizierte sich zu 100% mit ihrer Klasse, die untereinander stark verbunden sind. Lilly war dort sehr sehr glücklich.



Wie geht es Ihr heute, ganz aktuell? Beschreib mal die Veränderungen an ihr im Vergleich zu vor zwei Jahren. 



Vor einer Woche begann Lillys neue Ära in der weiterführenden Schule, was bedeutet, dass sie ihre Grundschulzeit hinter sich lassen musste. Lilly war sehr traurig, aber gleichzeitig war da auch große Vorfreude.



Lilly ist jetzt in einer kleinen, einzügigen Oberschule und lernt gerade ihre neuen KlassenkameradInnen kennen. Zwei SchülerInnen aus ihrer alten Klasse sind mitgekommen. Ich glaube, sie ist sehr glücklich dort und hoffe, dass das auch so bleibt. Auf jeden Fall hat sie aus der Erfahrung mitgenommen, sehr auf die Stimmung unter ihren Mitmenschen zu achten, zu intervenieren, wenn sie denkt, es sei nötig und auch wehrhaft zu sein, wenn es angebracht ist.



Nach wie vor ist sie sehr auf Harmonie bedacht. Im Vergleich zu 2016 – 2018 ist sie deutlich selbstbewusster, sehr strebsam und ordentlich geworden. Und sehr reif, sie schätzt ihre richtigen Freundschaften wirklich sehr.



Welche Spuren hat die diese schwere Zeit hinterlassen?



Lilly denkt natürlich sehr ungern an die schlimme Zeit zurück. Insgesamt  ist Lilly sensibilisiert dafür, nicht noch einmal in eine solche Situation zu kommen. Dies führt mitunter dazu, dass sie Dinge tut oder bestimmte Kleidung anzieht, weil es gerade „in“ ist. Sie möchte also sehr angepasst sein. Was ein bisschen schade ist, da Individualität in meinen Augen viel mehr ausmacht als einzelne Meinungen.



Habt Ihr die Kinder, die Lilli damals gemobbt haben, noch einmal getroffen? Gab es da irgendeine Einsicht?



Nein. Mit dem Schulwechsel war keine Kontaktaufnahme mehr möglich oder auch gewünscht. Über Dritte haben wir jedoch mitbekommen, dass erstaunlich viele Kinder der Klasse die Situation nicht so dramatisch erlebt haben und über Lillys scheinbar plötzlichen Weggang ziemlich erstaunt waren.



Außerdem soll es anschließend einfach das nächste Opfer gegeben haben. Was mir sehr wichtig ist hier klarzustellen, wie gut die Beziehung zu ihrer damaligen Lehrerin eigentlich war. Sie war ja in der damaligen Zeit erkrankt und über viele Monate nicht im Dienst. Lilly war sehr traurig, dass sie sich nicht verabschieden konnte.



 Im Winter waren wir auf Lillys Wunsch noch einmal zum Tag der offenen Tür in ihrer alten Grundschule und ihre Lehrerin war auch wieder da. Die beiden haben sich gesehen, in den Arm genommen und ganz lange gehalten. Ich glaube, das war für beide ein ganz wichtiger Abschluss der Geschichte. 



Als wir neulich deinen Text nochmal über unsere Facebook-Seite gepostet haben, war die Resonanz wieder enorm. So viele Eltern erzählten uns davon. dass es auch ihren Kindern nicht gut geht. Was würdest du betroffenen Eltern raten?



Erstens: Traut eurem Kind, damit es euch vertrauen kann!  Es ist keine Kleinigkeit, wenn die MitschülerInnen Gemeinheiten sagen oder die Eigentümer ungefragt nehmen oder, oder, oder. Euer Kind muss das unbedingte Gefühl haben, bei euch sicher zu sein, alles erzählen zu dürfen und diese Erzählungen dürfen nicht infrage gestellt oder verlacht werden.



„‚Ach, das war doch nichts!“ oder „Das ist doch nicht so schlimm gewesen!“ geht vielen Eltern schnell über die Lippen, verunsichert das Kind aber enorm. Lilly hat damals gesagt, ihre Sorgen kämen ihr so unwichtig vor gegenüber unseren Sorgen. Daran knabbern mein Mann und ich heute noch. 



Zweitens: Folgt eurem Bauchgefühl, es ist da, auch wenn ihr es manchmal vielleicht nicht wahrnehmen könnt. Viele Leute werden Euch Ratschläge geben oder denken, es besser zu wissen. Wichtig ist aber nur, was ihr mit euren Kindern gemeinsam entscheidet. Die „Anderen“ müssen nicht mit den Konsequenzen eures Handelns oder Unterlassens leben. Nur ihr und euer Kind. 



Warum sollte viel mehr über Mobbing gesprochen werde bzw warum ist das immer noch ein Tabu-Thema?



Zum Einen möchte keine Schule gern zugeben, dass Mobbing bei ihnen existiert. Zum Anderen fehlt in den Schulen massiv Aufklärungsarbeit. Die Lehrkräfte sind aus meiner Sicht nur sehr unzulänglich auf diese Situationen vorbereitet, da muss unbedingt mehr passieren.



Außerdem habe ich die Erfahrung machen müssen, dass es in der Gesellschaft angesehen ist, wenn man „Ellenbogen“ hat, sich wehren kann und sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Egoismus ist in gewisser Weise schon in den Grundschulen wichtig.



Ich war sehr erschrocken darüber, wie unbarmherzig schon die Kleinsten miteinander umgehen. Ich frage mich dann auch, wieviel Elternarbeit nötig ist. Ich selbst musste mich ja auch erst umfänglich belesen, bevor ich wusste, wie ich mit Lilly weitermachen möchte. Ich weiß nicht, ob es vielleicht Möglichkeiten gäbe, Eltern schon im letzten Kitajahr mitzunehmen und in dieser Richtung zu sensibilisieren. Ich fühlte mich jedenfalls abgrundtief hilflos.



Was ist das Wichtigste, was Eltern ihren Kindern sagen können, wenn sie gemobbt werden? Wie kann man Kinder da aufbauen?



Lilly sagte einmal, dass es ihr sehr gut getan hat, dass wir sie ernst genommen haben, ihr zugehört und jeden Tag gefragt haben, wie ihr Tag war. Darauf legt sie auch heute noch wert. Ich glaube, für Lilly war es das Wichtigste, dass wir ihr immer wieder gesagt haben, dass wir für sie da sind und dass es nichts gibt, was wichtiger ist, als sie und ihr Bruder.



Ihr Selbstwertgefühl war am Boden und das wieder aufzubauen, ist – so glaube ich – das Wichtigste gewesen. Die Stärken des Kindes stärken. Und notfalls keine Scheu haben, einen Kinderpsychologen aufzusuchen. Lilly hatte auch einige Stunden Verarbeitungstherapie. 



Was wünscht Du Dir für die Zukunft von Lilli? 



Ich wünsche mir, dass sie ihren Weg findet und verfolgt. Wir unterstützen sie in jeder ihrer Entscheidungen so gut wir es können. Es wäre schön, wenn sie ihre Träume und Ziele verwirklichen kann, dabei gesund und lebendig bleibt und hin und wieder ihre Eltern besucht 😉 .







HIER KÖNNT IHR DAS ERSTE INTERVIEW MIT JULIA LESEN: https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-wie-mobbing-meiner-tochter-das-leben-zur-hoelle-machte
               
Mobbing-Update: So geht es Lilly nach dem Schulwechsel |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/moderatorin-und-zwillingsmutter-laura-karasek-ueber-sexismus-schoenheitswahn-dicpics-weibliche-lust-und-fremdgehen
       
Ihr Lieben, Laura Karasek ist Juristin, Moderatorin und Autorin – und sie lässt sich in keine Schublade stecken. Nicht in die der Mama von Zwillingsfrühchen, die 2015 zu früh ins Leben starteten, nicht in die der Tochter des namhaften Literaturkritikers Hellmuth Karasek, nicht in die der „Barbie“, der wortgewandten und intellektuellen Schriftstellerin oder der Karrierefrau im Businessoutfit. Sie will das alles sein, sie ist das alles – und polarisiert und magnetisiert damit gleichermaßen. 



In unserem Gespräch stellen wir etliche Parallelen fest, nicht nur lärmen all unsere Zwillinge im Hintergrund, während wir telefonieren – und haben Hunger! – sondern auch sie wurde geprägt von einem immer über den Tellerrand denkenden Vater, auch sie ging früh, mit 16, ins Ausland, auch sie ist irgendwie rastlos, will nicht auf der Stelle stehen bleiben und das Leben in großen Löffeln zu sich nehmen. Auf unsere Buchempfehlungen meldet sie sich mit den Worten: „Wow, was Romane angeht haben wir echt denselben Literatugeschmack.“ Und als ich schließlich google, wann Laura denn geboren ist, stelle ich fest, dass wir im selben Jahr unter demselben Sternzeichen und mit nur vier Tagen Unterschied geboren sind…



Nicht nur hat Laura meinen absoluten Lieblingsroman des Jahres 2020 geschrieben („Drei Wünsche*“) und wird durch ihre ZDFneo-Sendung „Laura Karasek – Zart am Limit“ immer bekannter, wird am 1.1.2021, zu Neujahr, mit Florian Silbereisen auf dem traumschiff durch die Idylle schippern, nein, sie hat auch einen wundervollen Gastbeitrag für unser neues Buch („Wow Mom*“) geschrieben und wir durften sie nun auch noch zum Interview bitten. Lehnt euch zurück, das wird eine wilde, spannende Reise durch die Themen, die uns Frauen heutzutage so beschäftigen. (*Affiliate Links)



Dieser Blick! Foto: David Straßburger



Liebe Laura, ich muss einfach mit diesem Zitat beginnen, mit dem wir auch deinen Text in unserem Buch betitelt haben: „Für eine Mutter siehst du echt noch ganz gut aus“. Wie oft hörst du das und was entgegnest du?



Es ist jetzt nicht so, dass ich das dauernd höre, aber ein paar Mal ist es schon passiert, wenn ich abends rausgegangen bin und gesagt habe, dass ich übrigens schon Mutter bin. Und dann sagen die echt: „Uh, das sieht man dir gar nicht an.“ Das ist so ein vergiftetes Kompliment, weißt du. Das ist so ein Kompliment, das meint: „Ach so, ja daaafür ist es ja noch ganz okay…“ Oder „Du siehst gar nicht aus wie eine Anwältin.“ Aha, wie sieht eine Anwältin denn aus? Klüger, vornehmer, biederer?



Ich wusste nicht, dass da an Mütter andere Maßstäbe angelegt werden. Und ich Idiotin reagiere dann auch noch meistens mit einem: „Oh, voll nett, vielen Dank“ und ärgere mich dann, weil ich eigentlich denke: „Was für ein Arschloch“. Sowas kommt ja häufiger von Männern, würde ich sagen. Von Frauen kommen andere spitze Bemerkungen.



Zum Beispiel?



Ach, neulich war ich etwa in der Uniklinik für eine Untersuchung und da sagt ernsthaft die Ärztin so zu mir: „Wieso hatten Sie denn einen Kaiserschnitt?“ Und ich sag: „Ja, ich hab Zwillinge.“ Und sie so: „Ja, aber das muss man ja nicht.“ Also richtig vorwurfsvoll, wo ich so dachte: Warum muss ich mich jetzt vor irgendeiner fremden Ärztin dafür rechtfertigen, dass ich einen Kaiserschnitt hatte?!



Und dann hat man natürlich auch so ein paar Mädels im Bekanntenkreis, die dann – weil ich ja arbeite, wie du weißt – sowas sagen wie: „Laura, das ist ja so witzig, deine Kinderfrau und deine Kinder sehe ich immer auf dem Spielplatz, aber deinen Mann oder dich sehe ich da nie…“



Haha. Deinen Mann also auch nicht? Tsss. Lass uns aber doch direkt mal bei ihm und den Klischeefragen bleiben: Also stört ihn das denn gar nicht, dass du so viel arbeitest?



Doch natürlich, total, da rastet er regelmäßig aus, aber ich finde, ich hab die Prügel dann auch verdient. (lacht) Nein, Spaß beiseite. Er hat mich ja so kennengelernt, ich war damals noch Anwältin in einer Großkanzlei, wo man jetzt auch nicht wenig arbeitet… Und ich muss sagen, mein Mann ist einfach so cool. Ich find es total geil, dass ich dieses Thema mit dem Mental Load zum Beispiel gar nicht allein bei mir habe, weil mein Mann mir wirklich sehr viel… NEIN. Ich finde das blöd zu sagen, er nimmt mir so viel ab. Er nimmt mir nicht viel ab, es ist einfach genauso seine Aufgabe wie meine und er ist genauso gerne mit den Kindern zusammen und wirklich genauso viel mit den Kindern zusammen wie ich. Ich sehe da wirklich keinen Unterschied in unserer Beziehung, obwohl er auch Vollzeit und sehr viel arbeitet.



Ich finde das wirklich immer blöd, wenn Frauen – wie ich grad fast! – sagen: „Da unterstützt er mich“, denn das suggeriert ja, dass es primär die Aufgabe der Frau ist, irgendwie die Einkäufe zu machen und – was weiß ich – zur Drogerie zu gehen oder so. Ich finde, es gibt halt Sachen, die macht er lieber und da ist er auch besser drin, etwa bei den ganzen blöden Ablagen und Steuern und Rechnungen. Und ich mach dann halt die Fotoalben 😉 Das ist schon in Ordnung. Aber als Frau wird man immer gefragt „Wer ist denn bei den Kindern, wenn Du auf Geschäftsreise bist?“ Männer werden das nicht gefragt. Oder wie man das alles unter einen „Hut“ bekommt.



Cilling. Foto: Gaby Gerster



Jetzt beschreibst du in deinem Roman „Drei Wünsche“ ja ziemlich detailgetreu eine Frau, die mit einem älteren Herrn fremdgeht. Wie fand er das denn?



Ähm, das fand er gut, weil er weiß, dass ich einen sehr feministischen Blick oder einen weiblichen Blick auf Lust und auf weibliche Sexualität ganz wichtig finde. Mir ging einfach dieses Klischee auf den Geist, dass immer nur die Männer fremdgehen. Naja, ich lebe hier halt auch in Frankfurt und hier sind viele Bänker und viel Geld… ich hatte es einfach satt, immer nur von Männern zu lesen, die ´ne Geliebte haben. Und weißt du, es muss doch genauso viele Frauen geben, die fremdgehen!



Ich bin in einer früheren Beziehung auch mal fremdgegangen und fand das durchaus aufregend. Das war sicherlich nicht das Klügste von mir, wobei ich auch unglücklich war in der Beziehung und so, aber ich glaube, auch Frauen haben manchmal das Bedürfnis nach Leidenschaft und neuer Lust und Sex mit jemand anderem. Wie sie das dann ausleben ist ihre Entscheidung. Natürlich sollte man das, wenn man Treue in seiner Beziehung vereinbart hat, nicht machen.



Ich kenne aber auch viele Leute, die eine offene Ehe führen und damit sehr gut fahren. Ich glaube aber, dass es ein Klischee ist, dass nur Männer eine Libido haben. Wir haben auch eine Libido!



Du sagst ja auch oft, du probierst total gern verschiedene Versionen von dir selbst aus. Welche davon ist dir denn am sympathischsten und welche magst du weniger?



Oh, da hat Benjamin von Stuckrad-Barre mal den schönen Satz gesagt: „Stell dich hinten an in der Reihe aller, die mich doof finden: die ersten 120 bin ich selbst.“ Ich glaube, das kennt jeder. Und auch ich selbst schwanke immer sehr zwischen Hybris und Selbstzweifel und Selbstverzweiflung. Ich kann jeder Version was abgewinnen. Niemand sollte in einer Version als Geisel verhaftet bleiben. Lieber Dinge ausprobieren! Die Welt ist so reichhaltig.



Ich mag durchaus die laute, lebhafte Laura, die sehr gesellig ist und die sehr viel Exzess braucht und Adrenalin. Ich mag aber auch die andere, die ich sein kann. Die etwas Schwermütigere, die Melancholischere, die Einsame, die man beim Schreiben manchmal ist, das weißt du ja selber. Weil man beim Schreiben ja eher alleine ist und man auch mal tiefer graben muss in seinen Erinnerungen und in seiner Seele.



Die mag ich auch, aber die kennen einfach weniger Leute, glaube ich. Jeder Mensch hat doch verschiedene Versionen von sich selbst, sowohl charakterlich als auch beruflich. Ich bin als Moderatorin anders als als Schriftstellerin und ich war auch als Rechtsanwältin anders. Das Wesen bleibt natürlich. Ich hab leider kein Schauspieltalent, deswegen bin ich nicht Schauspielerin geworden, aber ich mag das auch. Man kennt das ja auch von Freundinnen!



Mit meinen Mütter-Freundinnen rede ich zum Beispiel anders als mit meinen Single-Freundinnen. Mit denen rede ich total gern über Männer, über Ghosting, über toxische Beziehungen, weil ich das ja auch alles schon erlebt habe und noch kenne. Mich interessiert das auch immer noch und weiterhin. Nur, weil ich Mutter bin und verheiratet, heißt das ja nicht, dass diese Themen für mich keine Rolle mehr spielen.



Du lässt dich also nicht auf eine Rolle allein beschränken?



Der Mensch ist doch so ein wundervoll widersprüchliches Wesen! Ich finde das immer so schade, dass man denkt, nein, jetzt bin ich aber Anwältin oder jetzt bin ich aber Mutter, jetzt darf ich nicht mehr so und so sein. Oder jetzt rede ich nur noch über Babybrei und Klamotten aus Hafer und Hirse, nein! Mich interessieren immer noch Themen wie Gesellschaft, Liebe, Dating, Sexismus.



Auch wenn ich keine Ehe führe, in der eben diese Klischees, über die wir vorhin gesprochen haben, eine Rolle spielen. Ich habe Probleme wie Ungleichberechtigung in meiner Ehe wirklich nicht, ich sehe aber Freundinnen – Frauen und Bekannte – die darunter leiden, dass die Männer sich andere Sachen rausnehmen als sie ihren Frauen genehmigen. Wo die Frauen zu Hause wirklich so ein bisschen abgestellt werden. Und deswegen ist es mir wichtig, das anzusprechen. Für die Gesellschaft und für andere Frauen, weil ich finde, wenn man so eine Reichweite hat oder eben wie wir in der Literaturbranche arbeitet oder in der Medienbranche und die Möglichkeit hat, auf diese Themen Aufmerksamkeit zu richten, dann sollte man das tun.



Du lässt dich da ja überhaupt nicht in irgendeine Schublade stecken, ich hab mir mal aufgeschrieben, weil ich mit meiner Tochter jetzt wieder Chemie lernen musste: Öl und Wasser stoßen sich ab und du kannst sie verbinden… Ist das bei dir Selbstbewusstsein oder ist es Selbstschutz?



Definitiv Selbstschutz! Ich bin gar nicht besonders selbstbewusst. Ich hab zwei Kritiker als Eltern gehabt, ich bin Kritik also gewohnt. Auch von mir selber. Ich kann mich schon gut zerfleischen.



Wenn wir jetzt mal im Klischee zu bleiben, haben ja eher Frauen die „Begabung“, an sich herumzumäkeln oder immer zu denken, sie müssten einem Bild entsprechen oder jemandem etwas beweisen. Ich schütze mich davor, indem ich sage: Wenn du mich ´ne Tussi nennst oder ´ne Barbie, dann erfüll ich das jetzt auch. Dann setz ich mich hier halt hin mit ´nem pinken Lipgloss. Und wenn mir dann jemand sagt: „Du siehst gar nicht so aus wie ne Autorin“, denn das betrifft ja nicht nur meine Rolle als Mutter und dann weiter meint „Ich hätte gedacht, du bist ´ne Spielerfrau“, dann hau ich das nochmal extra drauf. Weil ich denke, wenn ich jetzt anfange, mich so zu geben oder so anzuziehen, wie andere es von mir erwarten, dann knick ich ja ein, dann geb´ ich ja nach.



Dann ist das also eine klassische Trotzreaktion mit deinem Äußeren?



Genau, ich bin eigentlich noch ein 13jähriges trotziges Mädchen. Ich suche nicht mein inneres Kind, ich versuche, meinen inneren Teenager zu umarmen.



Hockst du so rum. Foto: privat



Jetzt hast du ja neulich bei Instagram erwähnt – das haben wir ja auch auf unserer Stadt Land Mama-Facebookseite geteilt und wurde ziemlich stark diskutiert – dass es viele Frauen gibt, die für mehr Schönheit ein paar IQ-Punkte hergeben würden. Gilt das auch für dich, würdest du das tun?



Ich finde das ne interessante Frage. Ich finde diese Statistik spannend, ich habe ne ganze Sendung zum Thema Sexismus gemacht und eine Sendung zum Thema Schönheit und Schönheitswahn und Selbstoptimierung für ZDFneo. Ich war auch gestern in Stuttgart bei einer Konferenz, wo es um weibliche Rollenbilder in den sozialen Medien ging und auf dieser Konferenz wurde eben auch diskutiert, warum viele besonders erfolgreiche Influencerinnen eben doch wieder sehr klassische tradierte Rollenbilder besetzen. Die Frage war, ob sie mit den Themen wie Make-up, Beauty und Fashion Rollenbilder verfestigen, dass Frauen schön zu sein haben.



Und ja, natürlich sag ich mal so: Es gibt auch dazu Studien, dass schöne Menschen erfolgreicher sind. Da heißt es aber eben auch, wenn man zu schön ist, will einen auch wieder keiner einstellen. Ok, das Problem hab ich nicht (lacht). Aber ich glaube schon, dass das Thema Optik durch Social Media wieder wahnsinnig groß geworden ist.



Man kann auch sexy sein, wenn man Mutter ist. Man darf auch attraktiv sein, wenn man eine intellektuelle Schriftstellerin ist. Ich glaube, man darf auch widersprüchlich sein und kann sagen: Ja, ich interessiere mich halt genauso dafür, mal auf ne Party zu gehen und da nen Minirock anzuziehen und da einfach nur zu tanzen und Spaß zu haben, wie ich es auch genießen kann, zu Hause auf dem Sofa zu liegen und irgendwie Gedichte von Rilke oder Brecht zu lesen. Ich finde, das schließt sich einfach nicht aus!



Und ich glaube: Ja, ich wäre wahrscheinlich bereit, IQ-Punkte abzugeben, um einen Makel auszugleichen – vielleicht, weil ich vermessenerweise denke, dass da noch genügend übrigblieben. Aber vielleicht irre ich mich da auch.



Trotzdem erwähnst du ja manchmal in Social Media auch, wie unwichtig Schönheit eigentlich ist. Das finde ich jetzt spannend…



Ja, ich finde es schade, darauf reduziert zu werden. Als Frauen stehen wir ja unter genug Druck! Du musst ne gute Mutter sein und ne tolle Karriere machen und du musst ne tolle Ehefrau ein und ne tolle Freundin und ne tolle Tochter für deine Eltern und du sollst dies und das… Und dabei sollst du aber bitte auch noch aussehen, als würdest du gleich noch einen Victorias Secret Angel-Auftritt haben.



Natürlich ist das jetzt sehr hochgegriffen, aber bei Männern ist das immer okay, wie die aussehen. Bei Politikern wird das Äußere einfach nicht so häufig kommentiert wie bei Politikerinnen und das nervt mich. Und leider machen das auch zum Teil Frauen, dass egal, was ich anhabe oder wie mein Look ist, dass sie dann erstmal sagen: „Ähhh, die hat zu viel Make-up. Ohh, da zeigt sie wieder zu viel Haut!“ Ich finde, das sollte viel egaler sein. Wenn das für mich so okay ist, wie ich rumlaufe, dann ist es doch nichts, worauf man ständig bei anderen Frauen auf ihrer Optik rumhacken sollte! Das hat sich in der Gesellschaft auch verändert.



Inwiefern hat sich das verändert?



Ich bin inzwischen so, dass ich Menschen darauf aufmerksam mache, wenn sie sagen: „Guck mal, wie sieht die denn aus!“ Oder: „Uh, guck mal, die, die hat nen viel zu fetten Arsch für die Hose“. Dann sage ich: „Entschuldige, lass das bitte.“ Das sage ich auch zu anderen Frauen, weil das einfach nicht geht. „Lass die doch die Hose tragen! Warum stört es dich? Warum tangiert es dich, wie diese andere Frau aussieht. Es hat nichts mit dir zu tun, lass es doch einfach.“ Das, glaub ich, meine ich damit, dass das nicht so wichtig sein sollte.



Also sollten wir uns weniger miteinander abgleichen, meinst du?



Ja! Dieser Vergleich macht doch todunglücklich! Mich macht ja schon der Vergleich mit mir selbst unglücklich, wenn ich Fotos von mir angucke, wo ich noch 25 war, da wird man auch sentimental und denkt: Aww, da war noch alles möglich, und jetzt mit Corona: Oh, da war noch alles schöner! Und wir sollten eben auch nicht dauernd auf andere Frauen gucken mit so nem Negativblick. Man könnte doch eher sagen: „Wow toll, wie schafft die das?“



Ich mein, ich hab auch ne Freundin, die Model ist und die sagt: „Ey, das ist auch krass harte Arbeit, so auszusehen, das ist ja kein Geschenk Gottes. Ich ess wenig, Ich mach jeden Tag mindestens zwei Stunden Sport.“ Das ist ja jetzt nicht so, dass das jedem einfach so zufällt. Was mich belustigt, ist, wenn total schöne Frauen behaupten: „Ach, ich mache gar nix dafür, ich seh einfach nur so aus von Wasser und Spinat. Ich mach nie Sport. Und ich kann essen, was ich will.“ Also ICH kann nicht essen, was ich will. Schön wärs.



Lass uns trotzdem nochmal weg von den Frauen und hin zu den Männern gehen. Wie ist das? Bekommst du da sexistische Sprüche oder bekommst du da täglich oder minütlich Dicpics? Wie ist das da?



Nein, die Dicpics haben etwas nachgelassen in letzter Zeit, seit es da so viele Aktionen gab, wo Frauen das dann öffentlich gemacht haben. Ich hab schon Dicpics bekommen, auch schon ganze Fotolovestorys, so richtig mit Hand an der Hose, steifem Penis und Ejakulat.



Wie reagierst du darauf? Anzeige? Auch öffentlich machen?



Mal so, mal so. Entweder ignorier ichs. Oder ich machs auch mal öffentlich, wenn es besonders dreist ist. Wie neulich, da hat mir wieder einer geschrieben in so ner Direct Message. Sogar siezend! „Ja, Frau Karasek, ich bin bestimmt nicht der Einzige, aber ich muss gestehen, ich hole mir jedes Mal einen runter, wenn ich Sie im Fernsehen sehe.“ Das hab ich dann anonymisiert und in meiner Story geteilt. Darauf gab es viele Reaktionen von Frauen.



Zum Teil sind ja auch so lächerliche Dinge dabei wie: „Ich biete Ihnen 500 Euro, wenn Sie mir Ihre getragenen Schuhe schicken.“ Es sind viele Fußfetischisten unterwegs und ich weiß von anderen Moderatorinnen, dass sie auch diese Anfragen bekommen. Es gibt offenbar sehr viele Leute, die auf Füße sehr abgehen. Die dann auch Geld dafür zahlen wollen, um ein Foto von Füßen zu bekommen. Viele wollen auch ein Foto von meiner Achselhöhle haben, das ist mir auch neu. Dass man damit richtig Geld machen kann… haha. Neulich schrieb auch einer „Bitte schicken Sie mjr ein Foto in Strapse! Fassen Sie sich ein Herz!“ Ach so, stimmt, es ist ja kurz vor Weihnachten, haha – na dann erbarme ich mich natürlich…



White lady. Foto: privat



Was macht das mit dir? Hast du dadurch einen anderen Blick auf Männer?



Ich glaube, es ist total individuell, ich kann das ganz gut ab, weil ich damit auch irgendwie – so schlimm es klingt – ein bisschen groß geworden wird. Ich hab als Frau auch einfach schon sehr viele übergriffige Männer im echten Leben erlebt. Ich kenne ja auch noch ne Zeit vor Social Media, genau wie du, und ich kenn auch noch ne Jugend ohne Handys und da gabs auch schon eklige Situationen.



Im Ansatz gibt es ja sowas auch in meinem Roman „Drei Wünsche“, wo ein Typ der einen Figur aufs Klo folgt und ihr von hinten in der Kabine die Hand in ihr Röckchen und in ihre Strumpfhose steckt. Ich hab auch neulich wieder so ne Situation gehabt, wo mir (vor Corona) vier Typen im Hotel in den Aufzug gefolgt sind, mich dort bedrängt haben und dann in meinem Flur auch ausgestiegen sind. Die kamen bis zur Zimmertür mit…. das macht mir dann schon Angst. Ich bin als Teenager auch belästigt worden, begrapscht, bedrängt. Auch von Taxifahrern. Das Virtuelle macht mir nicht so Angst. Weil ich das Gefühl hab, das sind so Trolle, die da irgendwie so rumsurfen und ich kann das ab.



Das heißt aber nicht, dass ich das okay finde oder meine, andere Frauen müssten das auch aushalten. Niemand muss das. Weißt du, ich glaube, jede muss individuell schauen, wo ihre Grenzen überschritten sind. Die Eine fühlt sich belästigt, wenn einer sagt „Na, du Hübsche“ oder wenn ein Bauarbeiter hinterherpfeift und eine andere sagt, mir macht das nichts, aber deswegen macht das die Aktion der Männer nicht in Ordnung. Nur weil ich gewisse Sprüche halt schon so lange kenne, macht das die Sprüche ja nicht okay.



Hat das irgendwas mit deinem Feminismus gemacht?



(denkt nach) Ja. Also ich hab doch erst sehr spät begriffen, dass ich überhaupt Feministin bin…



Hatte das durch Zufall auch mit deiner Mutterschaft zu tun?



Ja.



Bei mir auch. Bis dahin dachte ich, ich sei gleichberechtigt…



Ja, oder? Also bei mir ging das los (spricht mit ihrer Tochter, die sich beschwert, dass sie in ihrem Kinderzimmer telefoniert, worauf sie ins Büro wechselt), als ich Anwältin wurde. Da hab ich schnell begriffen: Oh, hier gelten irgendwie andere Regeln und jede Woche wird mein Outfit kommentiert. Man ist da natürlich auch in so ner Männerwelt und das hat ja auch durchaus seinen Reiz, weil man immer so ein bisschen ein Alleinstellungsmerkmal hat. Und ich hab das durchaus auch genossen aber gleichzeitig gemerkt: Ja, das hat was Positives, aber dieses Alleinstellungsmerkmal ist eben auch lästig, wenn man in einem Meeting eben auch mal „Blondie“ genannt wird vor anderen Anwälten. Ein Kanzlei-Partner sagte mal zu mir: „Ja, Blondie, wir haben verstanden.“ Und natürlich die ewigen Kommentare, dass man zu laut ist oder zu emotional oder ob man seine Tage hat.



Oder wenn du als Frau nicht eingeladen wirst, weil die Männer alle zum Eintracht-Spiel gehen und du denkst: Geil, jetzt gehen die Chefs alle mit den jungen Anwälten Gokart fahren oder ins Stadion und ich hab jetzt vielleicht berufliche Nachteile, weil ich nicht dabei bin als Frau. Und dann wurde ich Mutter und da hat es bei mir wie bei dir auch Klick gemacht und ich dachte: Krass, da gelten ja echt andere Bewertungsmaßstäbe. Für die Männer ändert sich nichts. Also schon in der Schwangerschaft ist das ja naturgegeben so, aber auch danach! Da habe ich gemerkt, dass man sich dauernd rechtfertigen muss, dass es abfällige Kommentare gibt, egal wie mans macht.



Wo kommt dieser Druck her, was ist da los?



Wir leben im Patriarchat. Selbst von Frauen kommen ja Kommentare wie: „Vermisst du deine Kinder nicht, wenn du so viel arbeitest?“ Ich glaube, die meinen das gar nicht so. Ihnen wurde das einfach von Anfang an so eingebläut. Die Frau ist halt für die Kinder da. Dazu wird uns noch immer beigebracht und vorgelebt: Es gibt nicht genug Platz für euch alle. Es ist nur die eine Frau da im Vorstand. Oder es gibt nur die eine Frau auf dem und dem Posten und deswegen ist da eine große Verunsicherung. Ich war halt auch oft auf Panels oder in Shows die Quotenfrau.



Ich glaube, viele Menschen sehen in dem Lebensentwurf, den ich habe, einen Angriff auf den eigenen Lebensentwurf. Im Sinne von „Ah die macht es anders als ich, damit muss die ja meinen, dass ich es falsche mache.“ Aber Vielfältigkeit ist kein Angriff! Nie! Es braucht keine Rechtfertigung.



Wenn eine Freundin von mir keiner Erwerbsarbeit nachgeht, verurteile ich sie genauso wenig wie eine Freundin von mir, die sagt: Ich will keine Kinder. Ich verurteile auch nicht meine Freundin, die ein ganz, ganz umtriebiges Sexleben hat. Warum sollte ich? Ich finde das geil! Also meine Mädels wissen auch, dass sie damit immer zu mir kommen können, wenn sie erzählen wollen, was sie mit Männern grad erleben. Ich freu mich, gib mir Details! Erzähl mir alles, kann ich Fotos sehen? Ich liebe das.



Ich erinnere mich ja auch selbst an meine wilden Jahre und ich beschäftige mich halt auch gern mit Sex, mit Lust und Dating und finde das alles hochinteressant. Und Monogamie oder nicht, ich finde das spannend und verstehe nicht, warum Leute da so moralisch werden, weil: Es wird ja niemand vor Gericht gezerrt, der sagt: Ich hab mich für ein Leben ohne Kinder oder ohne Mann oder mit tausend Männern entscheiden oder ich fahre fünfgleisig.“ Ist mir doch egal, also mach es doch! Leben und leben lassen. Und da erwarte ich aber auch, dass mir die gleiche Toleranz und Großzügigkeit entgegengebracht wird: „Ich tu dir doch gar nichts. Ich nehm dir nichts weg, ich WILL dir auch gar nichts wegnehmen. Ich will nur mein Leben so leben, wie ich möchte.“ Wir wollen doch alle nur glücklich sein.



Pretty in pink (and black). Foto: privat



Das klingt auch sehr weise. Dafür muss man ja auch bei sich sehr angekommen sein, um diese Größe zu haben alle so sein lassen zu können wie sie sind. Haben dich deine Kinder vielleicht auch so ein bisschen dahingeführt? Du warst ja auch länger mit ihnen als Frühchen auf der Intensivstation, hat das deine Prioritäten schon nochmal verändert und dir gezeigt, was eigentlich wirklich wichtig ist und dass das eben kein Lipgloss ist, sondern dass die Kleinen überleben.



Total. Also die Intensivstation und in der Zeit ist ja auch noch mein Vater gestorben, das steht ja nun auch alles sehr autobiographisch in „Drei Wünsche“. Das hat mich sehr demütig gemacht. Es hat mir gezeigt, wie belastbar mein Mann, wie belastbar wir als Team sind. Das werde ich ihm nie vergessen, wie er zu mir damals war, wie wir da zusammen in diesem Krankenhaus gewohnt haben, wochenlang und einfach nur wollten, dass die Kinder von diesen Schläuchen wegkommen und von diesen piepsenden Geräten. Und da hab ich auch gedacht: Mir kann wirklich keiner vorschreiben, wie ich meine Kinder erziehen, wie ich sie lieben, wie ich als Mutter zu sein habe. ICH war da mit denen. Ich liebe sie über alles, das kann keiner bewerten, der da nicht selbst durchgegangen ist und ich brauche mich überhaupt nicht vor irgendjemanden zu rechtfertigen.



Das Wichtigste war einfach, dass die beiden nach Hause kommen und dass wir meinen Vater noch einmal sehen konnten. Den haben wir noch einmal besucht, bevor er starb, deswegen hab ich immer gehofft, dass wir entlassen werden, damit ich eben diese Reise noch antreten kann nach Hamburg, weil wir ja in Frankfurt leben und mein Vater auch nicht mehr reisefähig war, er konnte nicht zu uns. Ich wiederum konnte nicht weg von den Neugeborenen und wollte auch nicht weg. Aber es hat dann noch geklappt, wir konnten ihn noch einmal besuchen. Das war alles schmerzhaft. Da hab ich irgendwie so gedacht: Man braucht so viel mehr Nachgiebigkeit auch mit anderen Menschen und wir brauchen auch mehr Fehlerfreundlichkeit und viel mehr Mut zur Schwäche. Jeder Mensch hat so seine Kämpfe und seine Sorgen.



Gilt das nicht auch für uns selbst? Müssen wir das alles nicht auch auf uns selbst anwenden und gnädiger mit uns sein?



Natürlich! Viel gnädiger sogar. Wir sind viel zu oft viel zu hart mit uns. Und damit meine ich nicht, uns selbst den ganzen Tag zu sagen, wie geil wir sind, wir sind ja nicht die Trumps. Aber mal zuzugeben: Das habe ich falsch gemacht. Ja, gut. Aber ich lebe ja auch zum ersten Mal und übe noch. Wir könnten ja viel liebevoller zu uns sein. Ohne Schuldgefühle. Wir sind ja keine Monster, hoffentlich!



Hast du noch Sehnsüchte? Fühlst du dich angekommen?



Nie! Ich bin der sehnsüchtigste Mensch, den ich kenne. Ich liebe das Wort Sehnsucht, das Gefühl. Ich beneide da auch manche für ihre Zufriedenheit. Und staune, dass ihnen das reicht. Das soll gar nicht arrogant klingen, ich finde das wirklich faszinierend. Meinem rastlosten, getriebenen Wesen entspricht dieses Ankommen nämlich irgendwie gar nicht, ich habe viele Wünsche. Ich will immer noch mehr.
               
Laura Karasek über Sexismus, Schönheitswahn und weibliche Lust
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/momshaming-warum-sich-frauen-gegenseitig-das-leben-schwer-machen
       
Liebe Frau Pommer, Sie sind Fünffachmutter und haben nun ein Buch über Momshaming geschrieben. In welcher Situation wurden Sie denn selbst mal so „geshamt“, dass sie es bis heute nicht vergessen haben?



Als ich mit 18 Jahren schwanger wurde, ging ich noch zur Schule, damals in Österreich aufs Gymnasium. Mein Matheprofessor meinte zu mir: „Eine Mutter macht bei mir keine Matura“. Das war für mich krasses Momshaming, denn in Folge ließ er mich erst bei der mündlichen Matheprüfung bestehen, als der damalige Direktor aufstand und sagte: „Lass sie doch in Ruhe, das ist doch Mobbing.“ Damals habe ich auch gemerkt, wie wichtig es ist, Fürsprecher zu haben.



Die größte Feindin ist die andere Mutter, diesen Satz hört man immer wieder. Erleben Sie das auch selbst so? Und welche Geschichten bekommen Sie denn da in ihrer Praxis als Familientherapeutin zu hören?



Vielen Frauen, die in meine Praxis kommen, ist das Phänomen „Stutenbissigkeit“ unter Frauen natürlich ein Begriff und das betrifft nicht nur die Mutterschaft, sondern auch den beruflichen oder familiären und freundschaftlichen Alltag. Einige von ihnen machten auch Erfahrungen, die sie ein Leben lang prägten.



Beispielsweise, wenn die Schwiegermutter die erzieherischen Fähigkeiten der Schwiegertochter mehrfach bei ihrem Sohn in Frage stellt und dadurch einen Keil zwischen die beiden bringt. Oder aber wenn die Working Moms sich im Kindergarten gegen die „@home Moms“ verbünden – da kann es emotional schon mal recht unangenehm werden. Meist spielen Neid, Eifersucht oder eigene innere Unsicherheit eine große Rolle, sobald Frauen untereinander auf sich losgehen.



Aber auch die eigene unverarbeitete Biografie, die uns schnell mal unerledigte Themen auf andere projizieren lässt, spielt eine große Rolle. Natürlich gibt es auch wunderbare Frauenkreise und hilfreiche Mütter, die verstanden haben, dass es in der heutigen Zeit, in der wir an so vielen unterschiedlichen Orten leistungsmässig sehr gefordert sind, nur dann eine wirklich erfüllende Mutterschaft gegeben kann, wenn wir einander hilfreich die Hand reichen und das ganze Thema Kinder und Beruf unter dem Motto: Miteinander statt gegeneinander läuft.



Es ist schon erstaunlich, wie unglaublich hilfreich und unterstützend Mamas sein können, aber auch wie garstig und abwertend sie an der ein oder anderen Stelle miteinander umgehen. 



Was sind denn die häufige Bashing-Sätze?



„Hast du schon gesehen, die hat schon das dritte Kind mit Kaiserschnitt bekommen und stillt nicht einmal?“



„Also wenn ich so viel arbeiten würde wie sie, hätte ich keine Kinder in die Welt gesetzt.“



„Hab gehört, sie kann nicht kochen, nur ihr Mann, vermutlich sind ihre Kinder deshalb so schmal und kränklich.“



Vorurteile, Misstrauen und eigene Inkompetenz wird oftmals damit kompensiert, indem andere abgewertet werden, das ist ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem und betrifft nicht nur Mütter.



Wir hier bei Stadt Land Mama setzen ja sehr auf die Solidarität unter Müttern und tun das auch in unseren Wow Mom-Büchern. Uns geht es immer um Bestärkung, Wertschätzung, Anerkennung. Warum fällt das aber offenbar so vielen schwer?



Bestärkung, Wertschätzung und Anerkennung sind unglaublich wichtige Werte und Säulen für ein angenehmes. und respektvolles Miteinander, somit unerlässlich. Allerdings treten sie oft im Alltagsstress, vor allem dann, wenn großer Druck auf den eigenen Schultern lastet, in den Hintergrund.



Meiner Erfahrung nach stehen gerade Frauen, die Mütter werden wollen oder bereits, sind unter großem Druck. Je nach sozialem und kulturellem Hintergrund ist es einerseits völlig normal Kinder in die Welt zu setzen, arbeiten zu gehen, Karriere zu machen. Vielfach sind die Anforderungen an Frauen enorm hoch. Man soll top gestylt in den super Job gehen und dort Vollgas geben, zu Hause dann kochen, den Haushalt und die Kinder managen, Sport machen, tolle Freunde haben, sich um die Eltern kümmern und womöglich auch noch irgendetwas anderes Besonderes leisten, indem man sich sozial engagiert.



Katharina Pommer: Stop Momshamig – Miteinander statt Gegeneinander (Affiliate Link)



Nennen wir mal nur ein paar Begriffe, die zu Shaming führen können: Impfung, Familienbett, Langzeitstillen, Kitafreie Erziehung, Attachment Parenting usw. Liegt das Shaming vielleicht auch daran, dass wir heute als Mütter so viele Freiheiten haben, dass wir auf so viele unterschiedliche Arten und Weisen Mütter sein können?



Als ich vor knapp 21 Jahren zum ersten Mal Mama wurde, gab es weder Social Media, noch Foren, Gruppen, Blogs, noch gehörte es zur täglichen Routine, bei Fragen auf „Dr. Google“ zurück zu greifen. Wir konnten die Menschen fragen, die uns unserem unmittelbaren Umfeld lebten und auf ihren Rat hören oder eben unseren eigenen Weg finden. Nun reicht eine Frage in einer Social Media Mamagruppe und es kommen schnell mal 300 Kommentare von unterschiedlichen Frauen, aus unterschiedlichen sozialen, gesellschaftlichen oder kulturellen Hintergründen zusammen. Darüber hinaus gibt es eine Vielfalt an Erziehungsratgebern, die allesamt für unterschiedliche Richtungen plädieren.



Einerseits ja gut, dass man an viele Infos ran kommen kann andererseits aber auch eine Überforderung, die schnell auch zu einer Überlastung führen kann. Viele Mütter berichten in Folge, dass sie gar nicht mehr wüssten, was denn nun „das richtige“ sei und verlassen sich entweder auf ihre intuitive Kompetenz oder eben ausschließlich auf die Stimme Dritter, die meist auch dazu führen kann, dass Mama das Gefühl hat: „die Verbindung zu ihrem Kind und zu sich selbst, der Mutter und Elternschaft zu verlieren.“



Wie können wir denn gut auf Angriffe wie „Naja, musst du ja selbst wissen, ob du deinem Kind eine Vollzeit-Fremdbetreuung zumuten willst“ reagieren?



Im Grunde, indem wir uns selbst eine gewisse Resilienz und ausreichende Portion Selbstvertrauen zulegen. Je selbstsicherer wir in dem sind, wie wir unser Mamaleben gestalten wollen und je klarer wir das kommunizieren, umso wahrscheinlicher ist es auch, dass wir Grenzen ziehen können und entspannt auf Angriffe reagieren können. In dem Beispiel von oben wäre die Antwort: „Gut, dass du es sagst, ja genau ich weiß, was das Beste für uns ist, danke.“ Meist ist es ja so, wenn wir uns etwas zu Herzen nehmen, dann fühlen wir uns schneller verletzlicher und werden dadurch auch angreifbarer. 



Nochmal zurück zu den Ursachen für Momshaming. Tun viele Mütter das nicht vielleicht auch aus der puren Überforderung heraus? Nach dem Motto: Wenn alle rotieren, um irgendwie zu überleben, beißen sie irgendwann um sich.



Natürlich, das ist ein großes Thema, wenn nicht eines der Hauptthemen. Aus diesem Grund bezeichne ich Momshaming generell als gesellschaftliches Thema. Es muss sich hier generell etwas verändern und Müttern deutlich mehr Unterstützung zukommen, als bisher. Schauen wir bitte mal die Zahlen der Alleinerziehenden Mütter an, mehr als die Hälfte lebt unter der Armutsgrenze, oder Frauen, die ihr Arbeitsleben gegen die Erziehung der Kinder eintauschten und in Folge auf Rentenpunkte verzichten müssen und auch nicht wenige an Altersarmut leiden.



Oder schauen wir auf große Firmen, die ihren weiblichen Mitarbeitern anbieten, die Eizellen einfrieren zu lassen, damit diese zuerst Karriere machen können, um auch noch gegen die 50 nicht auf die Mutterschaft zu verzichten. DAs sind Themen über die öffentlich debattiert werden muss und es kann nicht sein, dass es das stets heißt: „Sie hätten ja keine Kinder bekommen müssen, selber schuld.“ oder „Da werden jetzt auf Muss Minderheiten gefunden, um wieder Aufmerksamkeit zu erhaschen, den Frauen gehts doch gut!“



Wir sind der festen Überzeugung, dass Frauen nicht von Natur aus zickig sind. Sondern, dass sich viel zu viele in einer Notlage befinden und dann aus dieser Situation heraus kritisch beäugen. Wenn wir selbst genug Kraft und Liebe haben, können wir die auch nach außen geben. Was meinen Sie dazu?



Als Frau, Therapeutin und Mutter von fünf Kindern, darunter drei Töchtern kann ich das natürlich nur bestätigen. 



Ein Mensch wird dann aggressiv, unruhig oder gar depressiv, wenn er unter Stress und Druck steht und dies oftmals nicht verbalisieren kann oder eben keine für ihn angemessene Hilfe bekommt. Sobald wir eine Mit-Mutter sehen, die gestresst scheint, sollten wir ihr, sofern es die eigenen Ressourcen erlauben, hilfreich die Hand reichen. Zum Beispiel sehen wir eine Mama an der Supermarktkasse die Lebensmittel aufs Band legen, ihr Zweijähriger liegt brüllend auf dem Boden neben ihr, weil er das zweite Überraschungsei nicht bekommen hat, trotzt also dem Alter entsprechend.



Ihr vierjähriger Sohn läuft schon mal zum Ausgang und sagt selbstbewusst: „Ich warte im Auto, Mama.“ Panik steigt in ihrem Gesicht auf und sie braucht sichtlich Hilfe. Anstatt sich hinten in der Schlange über das Gebrüll und die Wartezeit zu ärgern, sollten wir ihr im besten Fall anbieten, die Ware für sie weiter aufs Band zu legen, sodass sie ihren Vierjährigen zurück holen kann.



Gehen wir noch einen Schritt weiter: Das Problem „Momshaming“ liegt unseres Erachtens nicht an den Frauen selbst, sondern am System, das sie benachteiligt. Und das ihnen zudem noch alles abverlangt. Gerade in einem Jahr wie diesem, in dem Mütter so sehr allein gelassen und nicht gesehen wurden… sehen Sie das ähnlich?



Selbstverständlich. Der Corona Lockdown fordert vorwiegend Mütter, das belegen auch neueste Studienergebnisse. Sie balancieren zwischen Home Office, dem plötzlichen Lehrerinnendasein, Haushalt und der 24/7 Kinderbetreuung und das ohne Hilfe! Ich habe bereits im April ein Schreiben an die Regierung verfasst, dass es dringend finanzielle Unterstützung oder Sondereinrichtungen für Mütter und ihre Kinder geben muss. Dies wurde ja größtenteils in Folge auch umgesetzt.



Was ich aber auch feststellte ist, dass die ganze Welt nun hoffentlich die womöglich zuvor romantisierte Vorstellung von: “ Du bist ja nur zu Hause, wie schön“ auf Eis gelegt hat. Es ist alles andere als „nur schön“ stets zu Hause zu sein, wie viele Mütter, es vor allem aus den ersten Wochen mit einem Neugeborenen kennen. Da kann man nicht einfach mal eben ins Theater, Kino oder ins Restaurant gehen, auch viele weitere gesellschaftliche Ereignisse liegen erstmal still, von den finanziellen Einbußen wollen wir gar nicht erst sprechen. Vielen Frauen ist es nach der Elternzeit nämlich nicht mehr möglich in den alten Job, für den sie vielleicht lange gearbeitet und studiert hatten, zurück zu kehren.  Der „Mütter Lockdown“ (Wochenbett) in dem sich jede frisch gebackene Mama erstmal befindet, sobald sie ein Baby bekommt, wurde mir persönlich viel zu selbstverständlich gesehen und stellt für die meisten Mütter eine enorme Belastung dar. Wie wir nun auch an den weltweiten Reaktionen sehen. Auch hier reicht die sich einfach machende Aussage: „Hätten sie halt keine Kinder bekommen“ nicht aus! Es muss sich in der gesellschaftlichen Haltung Müttern gegenüber radikal etwas ändern. Wertschätzung, Achtung und Anerkennung sind die wichtigsten Pfeiler.



Auch in Ihrem Buch geht es ja nicht nur um das Shaming von Müttern untereinander, sondern um das gesellschaftliche Shaming („Frauen können nicht parken!), das finanzielle Shaming durch den Gender Pay Gap und das Arbeitgebershaming durch Bewerbungsfragen nach dem Kinderwunsch, die Männern so gut wie nie gestellt werden… Was würden Sie sich künftig für uns Mütter in Deutschland wünschen?



Das Mütter deutlich mehr wahrgenommen werden indem was sie leisten, worauf sie verzichten und klare gemeinschaftliche Unterstützung und Anerkennung erhalten. Beispielsweise auch kostenfreie Elternkurse oder Programme, wie sich Familie und Beruf vereinbaren lassen, ohne dabei auszubrennen. Ich würde mich hier  gern auch an Richard David Prechts Vorschlag des bedingungslosen Grundeinkommens halten und dieses zuerst für Mütter in den Raum werfen, vor allem die Alleinerziehenden, die sich wirklich im Alltag oft damit abstrampeln, für ihre Kinder vorbildlich da zu sein und auch arbeiten zu gehen. Das darf man den vielen fleißigen Frauen, die die Kinder in die Welt setzen, die zukünftig unser aller Rente zahlen, durchaus gemeinschaftlich anerkennen. 
               
Momshaming: Warum sich Frauen gegenseitig das Leben schwer machen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muetter-wg-wir-haben-uns-als-alleinerziehende-einfach-zusammengetan
        Liebe Annika, ihr seid zwei Muttis, drei Kinder zwischen fünf und sechszehn, zwei Hunde und zwei Katzen und wohnt in einer Frauen-WG. Wie kam es dazu? 
Steffi und ich waren quasi zeitgleich durch mit unseren Beziehungen und mussten nicht lange überlegen, ob wir uns einfach zusammen tun. Der Beschluss stand Anfang des Jahres und im Mai bin ich mit meiner Tochter (6) und meinem Hund Wassily zu Steffi gezogen. Sie hat eine fünfjährige Tochter, einen sechzehnjährigen Sohn, den Hund Grayson und die Katzen Lily und Socke.
Ihr lebt in Nürnberg, wie genau lebt ihr da?
Wir wohnen am Stadtrand in einem Haus aus den 60ern – noch so nah an der Stadt, dass man immerhin die Burg sieht. Das Haus hat sogar einen großen Garten mit Obstbäumen und eine Terrasse, auf der wir übersommert haben, allmählich ziehen wir uns nach drinnen zurück. Auf zwei Etagen verteilt hat jedes WG-Familienmitglied sein eigenes Zimmer und wir teilen uns ein großes Wohnzimmer, die Küche und ein Bad.
Nun ist es ja schon schwierig, eine Familie zu finden, mit der man mal zusammen in den Urlaub fahren kann, weil es andere Essensgewohnheiten, andere Schlafrhythmen, andere Erziehungsmethoden gibt. Weil sich die Kinder vielleicht nicht so gut verstehen wie die Eltern und so weiter… wie klappt das bei euch?
Wir sind beide nicht sonderlich starr bei Regeln und eher flexibel. Es ist auch für uns beide völlig ok, dass es eben nicht immer alles gleich sein kann – das lernen die Kinder auch nach und nach immer besser. Und wenn es ganz arg ist, die Kinderzimmer sind auf unterschiedlichen Etagen und dann können sich beide auch mal zurückziehen. Feste Regeln gibt es eh bloß so, dass sie für die Kinder nachvollziehbar sind und sich an den Bedürfnissen von allen orientieren. Wir Muttis sind uns da aber auch einfach extrem ähnlich – wir haben ähnliche Werte, Vorstellungen und Erwartungen.
Letztes Jahr waren wir tatsächlich sogar zwei Mal zusammen im Urlaub – einmal "mit allen" (Hund, Väter, großes Kind, Gepäck ohne Ende). Und einmal nur wir zwei mit unseren kleinen Mädels, haben uns sogar ein Hotelzimmer geteilt und hatten es paradiesisch miteinander. Uns war damals schon klar, dass wir am liebsten in einer Kommune wohnen würden, allein die Vorstellung, abends immer noch mal zusammen sitzen zu können – wir haben uns im letzten Jahre eigentlich jeden Abend geschrieben, wie gern wir jetzt noch einen Wein zusammen trinken würden.
Worüber gab es zuletzt Streit bei euch im Haus?
Richtigen Streit gab es bei uns bisher nicht. Ab und zu kriege ich einen kleinen Ausblick auf die Zeit mit einem pubertierenden Kind. Der Bub ist aber umgänglich und wenn es kein Geschirr mehr gibt, weil er es in seinem Zimmer hortet, mach ich kurz das WLan aus und schon ist es wieder da – bisher alles ganz entspannt…
Wie unterstützt ihr euch gegenseitig im Alltag?
Bis zu den Sommerferien waren beide Kinder noch im gleichen Kinderladen – da hat immer eine die Kinder gebracht und eine sie abgeholt. Jetzt geht meine Tochter in die Schule und wir sind jetzt morgens immer etwas früher dran, da gibt es kein gemeinsames Bringen mehr. Alltagssachen wie Kaffee kochen und Einkaufen macht immer nur eine, wir essen auch alle zusammen und so teilen wir uns alles immer irgendwie auf – superlange Absprachen und Pläne gibt es nicht, klappt auch so mit zwischendurch planen und überlegen gut.
Das Schönste ist natürlich, dass unsere Hunde auch ein Herz und eine Seele sind und man die beiden auch gut zusammen versorgen kann. Keine von uns hätte weiter arbeiten, allein mit Kind sein und ihren Hund behalten können. So geht halt eine spazieren und eine bleibt bei den Kindern oder eine kommt mittags heim und geht mit den beiden raus. Außerdem sind die Papas auch voll involviert und wir schauen alle immer, dass möglichst beide Mädels parallel bei uns bzw. bei ihnen sind, wir wollen alle, dass die beiden viel Zeit miteinander verbringen können und auch die Väter machen gern Ausflüge zu viert. Die Papas sind auch jederzeit willkommen und kommen mal zum Abendessen und bleiben mindestens auf einen Kaffee, wenn sie die Mädchen bringen oder holen.
Ist es ein Glücksfall, dass ihr euch gefunden habt und es so gut funktioniert oder glaubst du, das kann ein Modell für viele sein, wenn sie nur gewisse Voraussetzungen erfüllen?
Ich glaube, es ist in jeder Hinsicht ein Glücksfall für uns beide, dass wir uns haben – denn wir sind einfach sehr gute Freundinnen und dadurch ist das Zusammenleben einfach schon herrlich, weil ich mich jeden Morgen freue, sie zu sehen. Man muss aber definitiv ein WG-Typ sein, ich glaub, nicht jeder mag das unbedingt, auch wenn man in unserem großen Haus mit den vielen kindfreien Zeiten echt Raum für Rückzug hat. Wir machen natürlich auch nicht alles zusammen, aber wir verbringen einfach gerne Zeit miteinander, gehen zusammen aus, gammeln zusammen unseren Kater weg und reden über alles. Aber ich glaube, wenn noch andere involviert sind, die man so zum Zusammenwohnen "zwingt", muss es zwischen allen schon gut passen. Zum Glück verstehen sich alle Kinder auch sehr gut und vermissen sich richtig, wenn sie sich ein paar Tage nicht sehen. Diese Form des Wohnens ist so noch ziemlich unbekannt.
Offenbar ist es auch schwierig, Förderungen dafür zu bekommen, weil es „dafür kein Formular gibt“… welche Hürden musstet ihr nehmen?
Unsere Hürde war ganz anderer Art – wir haben sehr nette Vermieter, die allerdings etwas weiter weg wohnen. Dadurch, dass das Haus schon etwas älter ist und sie es ziemlich günstig vermieten, war eine Bedingung des Mietens, dass man kleine handwerkliche Dinge selbst erledigt. Da mussten wir selbst erstmal überlegen, ob wir uns das zutrauen und haben dann versichert, dass wir genug Hilfe haben und manche Sachen auch selbst erledigen können.
Was meinst du, warum sich nicht viel mehr Alleinerziehende zusammen tun, um sich gegenseitig zu unterstützen, Kosten zu sparen und sich zusammenzutun?
Ich weiß sowieso nicht, warum sich Mütter überhaupt nicht mehr zusammen tun. Seit meine Tochter in die Krippe geht, habe ich mich mit anderen Müttern (unter anderem Steffi) zusammen getan und wir haben an festen Nachmittagen gegenseitig unsere Kinder mitgenommen und uns dann abends getroffen und für einander gekocht. Die Kinder profitieren meiner Meinung nach wahnsinnig davon, Spielpartner zu haben mit denen sie gemeinsam wachsen können und einfach auch andere Familien kennen zu lernen.
Ich habe keine Familie hier und diese Nachmittagsverabredungen waren und sind für mich und die anderen Mütter das Highlight der Woche! Man hat einen Nachmittag, an dem man länger arbeiten kann oder den man für sich nutzen kann, abends nette Gesellschaft und Zeit, sich auszutauschen, Tipps zu holen und dadurch, dass die Kinder miteinander spielen, ist es meistens super entspannt. Außerdem sitzt jemand am Tisch, der sich freut, weil jemand anderes gekocht hat und mäkelt garantiert nicht am Essen rum. Das kann sehr schön sein…
Dann geht man mit seinem satten Kind nach Hause, ist beseelt von einem netten Plausch und das Kind ist ausgeglichen, weil es den ganzen Nachmittag gespielt hat. Vielleicht hatte ich immer Glück und hab nur nette Mütter und nette Kinder kennen gelernt? Aber das war und ist für mich Gold wert. Und dadurch, dass das eigene Kind den anderen Haushalt so gut kennt, sind wir auch irgendwann dazu übergegangen, Übernachtungen der Kinder beieinander zu organisieren.
Dann kann die Partymutti ausschlafen, zum (späten) Frühstück kommen und es ist für alle wahnsinnig entspannt. Und wenn es nicht entspannt ist, wirft man die Glotze an und damit kommen wir alle klar, weil wir alle wissen, wie es ist. An einem Nachmittag hat man Lust, zehn Runden UNO zu spielen und erträgt Knete oder Wasserfarbe überall und manchmal halt nicht.
Auch wenn man nicht alleinerziehend ist, Mutter sein kann einfach mega anstrengend sein und Kind sein sowieso – da braucht man unbedingt gute Freunde, die einen verstehen und mit denen man ehrlich über alles reden kann und einfach sein kann wie man ist.
               
Mütter-WG: Wir haben uns als Alleinerziehende einfach zusammengetan | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muss-ich-meinem-chef-vom-kinderwunsch-erzaehlen
       
Ich heiße Lara und bin seit fast einem Jahr stolze Mama einer kleiner Tochter. Ich bin noch bis zu ihrem ersten Geburtstag in Elternzeit. Schon während der Schwangerschaft war mir eigentlich klar, dass ich nicht an meinen alten Arbeitsplatz zurück will. Ich war über Jahre nicht glücklich dort.



Ich arbeite in einer großen Firma und habe mich intern beworben. Tatsächlich hat es geklappt und durch den internen Wechsel hätte ich keine Probezeit und der Vertrag ist unbefristet.



Nun kommt allerdings der Haken: Ich kann zunächst Teilzeit einsteigen, aber spätestens im Herbst möchte mein Chef, dass ich Vollzeit arbeite. Das war so abgemacht, aber nun kann mir keiner sagen, ob das mit dem Krippenplatz für unser Kind im Herbst auch wirklich klappt.  Die Kitas können uns keine feste Zusage mehr geben. Deshalb stehen wir nun auch bei einer Tagesmutter auf der Warteliste. Meine Mutter wohnt zwar in der Nähe, aber es kann keine Lösung sein, unser Kind monatelang von ihr betreuen zu lassen.



Jetzt bekomme ich also echt etwas Magendrücken, weil ich nicht weiß, wann wir einen Platz bekommen und wie kooperativ der Chef ist, wenn ich ihm sage, dass ich nicht Vollzeit arbeiten kann…



Und Haken Nummer 2:Mein Chef hat indirekt gesagt, er bräuchte jemanden verlässlich für ca. 3 Jahre. Versteht mich nicht falsch, aber wir wünschen uns auch noch ein 2. Kind. Ich bin schon Mitte 30 und werde nicht jünger. Ich will nicht jetzt sofort schwanger werden, aber in so einem Jahr oder 1,5 Jahren wäre es schon schön (vorausgesetzt es klappt dann auch!)



Ist das dann unverschämt gegenüber dem Chef? Müsste ich dann ein schlechtes Gewissen haben? Ich freue mich auf eure Antworten!
               
Muss ich meinem Chef vom Kinderwunsch erzählen? |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mut-zum-traurigsein-geht-es-eigentlich-allen-anderen-immer-besser
         Ihr Lieben, manche Tage sind einfach zum Wegwerfen. Das ist einfach so, wir können nicht immer fröhlich sein, nicht immer voller Power. Natürlich zeigen wir das nicht so gerne. Wir posten Fotos, wenn wir gerade happy sind. Wenn wir im Urlaub sind. Wenn wir auf einem tollen Konzert sind.
Wir posten eher kein Foto, wenn wir mit den Kindern motzen, wenn wir mit einer Tafel Schokolade unter der Bettdecke liegen, wenn wir vor dem Spiegel stehen und denken: Was guckst DU mich heute eigentlich so doof und blass und pickelig an? Ist was?
Aber ganz ehrlich, solche Tagen gehören eben auch dazu. Und es gehört auch dazu, sich zu fragen, ob das Gras auf der anderen Seite des Zaunes vielleicht grüner ist. Und es gehört auch dazu, sich mal so zu fühlen, als würden alle es irgendwie alles hinkriegen, NUR MAN SELBST NICHT.
In solchen Fällen braucht es eine Freundin, die man anrufen kann. Eine, der man sagt: Bah, iih, alles kacke heut, die Welt ist so UNGERECHT und ich will aufn Arm und ne Runde Mitleid und Kopfkraulen. Ich fühl mich so einsam und ich arbeite so viel und nichts läuft nach Plan und alles ist so: bäh und klebrig.
So ein Tag kann ein Montag sein, ein Dienstag, der kann im Sommer oder im Winter sein. Ganz egal. Er ist jedenfalls zum Heulen.
Die Kinder, die Karriere, die Gleichberechtigung, die Auftragslage, der Haushalt, die Steuer – whatever, es braucht meist gar keine Gründe, wir suchen sie uns dann halt einfach. Gründe, um sich mal so richtig schlecht zu fühlen. Denn ganz sicher: Wir werden IMMER etwas finden, dass uns grad ärgert oder schlechte Laune beschert. Und wisst ihr was? So unangenehm das auch ist, es ist auch wichtig, solche Gefühle mal zuzulassen.
Erst nach Regen fühlt sich doch der Sonnenschein so richtig schön und wärmend an. Erst nach einem kalten Winter wissen wir den Frühling so richtig zu schätzen. Erst wer sich mal kurz klebrig gefühlt hat, kann auch die Dusche und die anschließende Frische genießen.
Keiner Frau der Welt strahlt den ganzen Tag die Sonne aus dem Hintern. Die Kinder können sich nicht den ganzen Tag vertragen, die Babysitter können uns nicht jede Party ermöglichen und nein, es kann auch einfach nicht jeder Auftrag glücken.
Dass wir das gern hätten, zeigt aber ja auch nur, wie ambitioniert wir sind. Wie sehr wir uns wünschen, alles gut zu machen. Wie viel Energie wir haben.
Denn es ist uns nicht egal, wie es unseren Kindern geht, wir leiden mit, wenn sie ihre Problemchen mit nach Hause bringen. Es ist uns nicht egal, wenn wir unsere Freunde nicht mehr oft genug sehen, weil sie uns wichtig sind und weil wir für sie wichtig sind. Und es ist uns auch nicht egal, wenn es auf der Arbeit nicht rund läuft, weil wir gern von ganzen Herzen dabei sind.
Wenn ihr also demnächst mal wieder einen schlechten Tag habt, dann denkt genau daran: Dass der nur so schlecht ist, weil ihr es so gut machen wollt. Dass ihr vielleicht nur so drauf seid, weil ihr gerne alles gebt. Und wenn das dann auch nicht hilft – dann hilft vielleicht eben doch mal die Tafel Schokolade unter der Decke. Morgen kommt bestimmt ein neuer Tag.
Und vielleicht postet ihr dann nicht nur Fotos davon, sondern auch vom Klebrig-Zustand davor… denn selbst das Liken eines fröhlichen Sonnenfotos macht mehr Spaß, wenn wir zuvor das Schokobild zu Gesicht bekommen haben. Ganz nach dem Motto: Lebe lieber unperfekt. Wir sind doch alle nur Menschen… 😉
 
               
Mut zum Traurigsein: Geht es eigentlich allen anderen immer besser? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mutter-vater-kind-und-jobs-wie-wir-versuchen-als-ganz-normale-familie-gleichberechtigt-zu-leben
       
Ihr Lieben, Kind und Beruf stressfrei zu vereinen, das ist manchmal gar nicht so leicht. Vor allem, wenn das Kind noch klein ist. Wie dieser Spagattrotzdem gelingen kann, darüber haben wir – Julia und Adam Meine– nun ein Buch verfasst, das wir selbst gern gehabt hätten, als wir Eltern wurden und uns die Betreuung unseres Kindes gleichberechtigt aufteilen wollten: Abenteuer Kind und Karriere: Wie berufstätige Eltern das Baby- und Kleinkindalter gelassen erleben können.“ (Affiliate Link) Wir wollen damit Eltern Mut machen, denn was man sich in der Therorie so einfach vorstellt, ist ja in der Praxis dann doch manchmal eine Herausforderung.



Eltern müssen ihr Leben nicht komplett aufgeben



Natürlich ändert sich alles im Leben, wenn man ein Kind bekommt. Was wir aber gemerkt haben, ist, dass Eltern ihr bisheriges Leben deshalb natürlich trotzdem nicht vollständig aufgeben müssen. Julia ist Vertriebsleiterin bei einem großen Unternehmen… und glückliche Mama. Ich bin Ingenieur… und ein totaler Familienmensch. Ich genieße mein Vaterdasein, die Zeit mit Lukas, gemeinsames Fußballspielen und Fahrradtouren. Unser Sohn ist mittlerweile sechs Jahre alt und wenn man eins sagen kann, dann… dass es nie langweilig wird mit ihm 😉



Langweilig, ja, das war es auch nicht, als Lukas noch klein war. Denn Juliaund ich waren uns schon vor der geplanten Schwangerschafteinig, dass keiner von uns beiden komplett aus seinem Beruf aussteigen wollte. Wir planten, Lukas gemeinsam beim Heranwachsen zu begleiten und trotzdem weiter unseren Jobs nachzugehen – ein Wunsch, den ja viele haben. Wir haben beide lange studiert und uns im Berufsleben etwas aufgebaut. Das sollte nicht einer von uns aufgeben müssen, fanden wir.



Vater uns Mutter sollten gleich viel Zeit für Kind und Karriere haben



Denn dann hätte einer von uns beiden viel mehr Zeit mit ihm verbringen dürfen als der andere. Das wäre auch nicht gerecht. Deshalb haben wir sehr viel miteinander gesprochen. Abgewägt, wer was möchte und versucht, eine gemeinsame und für alle Beteiligten passende Basis zu finden. Eine Basis, die vor allem Lukas gegenüber voller Liebe, Respekt und Verantwortung ist. Bei der Mama und Papa gleichermaßen für ihn da sein können.



Dass dieses Vorhaben nicht immer leicht umzusetzen war, können sich wohl alle Eltern vorstellen. Es sind auch Tränen geflossen und manchmal wussten wir nicht, wo uns der Kopf steht. Aber wir haben es geschafft. Gemeinsam haben wir einen guten Weg gefunden, um unser Familien- und Arbeitsleben miteinander zu verbinden.



Und wir haben dadurch so viel gewonnen: Liebe, Zeit und Freiheit! Aus unseren Erfahrungen haben wir mal 5+1 Tipps für berufstätige Eltern mit Kindern im Baby- und Kleinkindalter verfasst:



1. Perfektionismus adé



Beginnen wir mit einem Geheimnis, das keines sein sollte: Die perfektenEltern gibt es nicht. Ihr seid für euer Kind perfekt, egal ob euer Bauchstraff, die Windel gekonnt gewickelt oder auf dem Spucktuch ein Fleck ist.Und ihr handelt perfekt als Eltern, wenn ihr immer zum Wohle euresKindes entscheidet. Elternschaft ist kein Wettkampf! Was macht schon einFleck auf dem Hemd oder der Bluse? Hauptsache, ihr seid glücklich!



2. Plant euren Tag



Eltern kennen das: Heute Nachmittag ist das Fest im Kindergarten undnatürlich hat wieder keiner an den Kuchen gedacht. Ganz ehrlich, es istauch nicht immer leicht in dem Wust aus Terminen den Überblick zubehalten. Vielleicht nutzt ihr einfach einen Familienplaner oder besser noch eine Familienplaner-App, auf die ihr von überall zugreifen könnt. Tragt alle Termine ein und vor allem: Sprecht euch ab, wer was übernimmt! So habt ihr den Kopf frei für Familie und berufliche Verpflichtungen.



3. Home-Office



Nicht erst seit Corona ist das Arbeiten im Home-Office eine wahreBereicherung für Eltern, vor allem, wenn sie einen langen Fahrtweghaben. Vor allem aber könnt ihr nach eurem Rhythmus und in eurer Zeiteinteilung arbeiten. Und wenn ihr die E-Mails erst abends beantwortet, wenn das Kind schläft, ist das auch ok (aber bitte nur im Notfall – Feierabend ist wichtig).



4. Pareto-Prinzip – oder 80 ist das neue 100



Es gibt Menschen, die scheinbar mühelos Familie, Partnerschaft, Beruf undHobbys managen. Diese Menschen verwenden – bewusst oder unbewusst– oft das Pareto-Prinzip. Was eigentlich aus dem Zeitmanagementstammt, verhilft euch zu einem stressfreien Familienleben als berufstätigeEltern. Denn es besagt, dass ihr mit einem Einsatz von 20 Prozent eurerZeit bereits 80 Prozent aller zu erledigenden Aufgaben schaffen könnt,privat wie beruflich.



Ein Beispiel: Nachdem euer dreijähriges Kind im Kinderzimmer gespielt und alle Kisten ausgekippt hat, habt ihr zwei Möglichkeiten. A.: Alle Spielzeuge werden nach und nach zeitaufwändig in die entsprechenden Kisten sortiert. B.: Ihr handelt nach dem ParetoPrinzip und legt die großen und gerne genutzten Spielzeuge zurück an ihren Platz und sortiert die anderen nur grob in Kisten. Dass dann mal ein Baustein bei den Autos landet, kann passieren. Dafür seid ihr schneller fertig. Das Kinderzimmer sieht auf den ersten Blick wieder gut aus. Und ihr könnt die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen und zum Beispiel gemeinsam ein Eis essen gehen.



5. Vier-Tage-Woche



Wer träumt nicht davon, nur vier Tage in der Woche zu arbeiten? Wirhaben unsere Arbeitswoche durch die Pareto-Regel verkürzt. Um jeweilseinen freien Tag in der Woche zu genießen, haben wir beide unsereArbeitszeiten auf 80 % reduziert. Obwohl wir weniger arbeiten, erledigenwir in etwa genau so viele Aufgaben wie zuvor. Dies ist besondersinteressant, wenn sich beide Elternteile für eine Vier-Tage-Wocheentscheiden und so das Potenzial besonders gut ausgeschöpft werdenkann.



Und weil uns bewusst ist, dass diese Regelung leider nicht in jedem Berufumsetzbar ist, gibt es noch einen letzten Tipp:



5. + 1 Gemeinsam seid ihr stark!



Ein Kind zu bekommen und beim Heranwachsen zu begleiten, ist ausunserer Sicht das Schönste, das wir erlebt haben. Leider sind die damitverbundenen Herausforderungen nicht immer leicht zu meistern. Gut,dass ihr das nicht alleine machen müsst. Tauscht euch aus unterPartnern, Freunden, Familie. Sucht euch Unterstützung, nehmtHilfsangebote an – das ist keine Schwäche. Menschen leben seit Urzeitenin einer Gemeinschaft. Nutzt diese, denn nur zusammen seid ihr stark!







Wenn ihr mögt: Weitere Tipps und Tricks, wie ihr Kind, Familie und Job stressfrei miteinander vereinbaren könnt, erhaltet in dem neuen Buch von Julia und Adam Meine: „Abenteuer Kind und Karriere: Wie berufstätige Eltern das Baby- und Kleinkindalter gelassen erleben können.“ (Affiliate Link)
               
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Wie wir als ganz normale Familie gleichberechtigt leben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muttergefuehle-wie-sich-mein-autistischer-sohn-zum-ersten-mal-verliebte
       
Ihr Lieben, wie fühlt sich das an, wenn dem eigenen Kind das Herz gebrochen wird? Wir haben eine Mama gefragt, die gern anonym bleiben würde. Hier erzählt sie vom ersten Herzflimmern ihres Teenagers…



„Wir haben zwei Söhne und eine Tochter. Unsere Jungs sind fast drei Jahre auseinander. Inzwischen sind sie schon 20 und 18 Jahre alt. Doch ich kann mich noch gut erinnern, als sie das erste Mal verliebt waren. Dies war ausgerechnet fast zur gleichen Zeit. Der „Kleine“ war 14, fast 15. Er ist Asperger Autist und ich erkannte ihn gar nicht wieder.



Er hatte dieses Mädchen beim Football Training gesehen. Sie war eigentlich wegen einem anderen Jungen dort, doch hatte offensichtlich Interesse an meinem Sohn gefunden. Mein Kind lief mit einem Dauergrinsen und Herzchen-Augen durch die Welt. Plötzlich waren Gespräche möglich, die er sonst abblockte.



Unser Sohn hat sich verliebt



Er machte Witze mit und über seinen Bruder. Beim Abendessen beteiligte er sich an Gesprächen, die er sonst zwar wahrnahm, sich jedoch kaum beteiligte. Man könnte sagen, er blühte auf. Sein Kontakt zu diesem Mädchen war zunächst ausschließlich über verschiedene soziale Medien. Jedoch kam sie häufiger zum Training und zu dem ein oder anderen Spiel.



Mein Mann und ich bemerkten seine Veränderung und sprachen mit ihm darüber. Er schwärmte ein bisschen von ihr und als sie zu einem Training kam, zeigte er sie mir. Natürlich so, dass es niemand mitbekam. Ich sollte sofort sagen, was ich von ihr hielt. Es schien ihm wichtig zu sein.



Ich erklärte ihm, dass sie ganz nett ausschaut. Aber ohne mit ihr zu sprechen, es mir unmöglich ist, zu sagen, was ich von ihr halte. So kam es, dass sie an einem Nachmittag zu uns kam. Unser Sohn hatte zwei Nachmittage sein Zimmer aufgeräumt, umgestellt, die Fenster geputzt, das Bett frisch bezogen, gesaugt und gewischt. Er war stolz wie Bolle und nervös.



Der erste Besuch des Mädchens



Als sie hereinkam, stellte sie sich kurz vor und die zwei verschwanden eine Etage höher in seinem Zimmer. Zwei Stunden später wurde sie abgeholt. Die zwei mochten sich nicht wirklich voneinander trennen und so kam es, dass mein Kind nur noch mit Kopfhörern auf den Ohren herumlief, weil die zwei dauernd via sozialer Medien telefonierten. Am Wochenende haben es die zwei geschafft, 12 Stunden online zu telefonieren, dass sie darüber eingeschlafen sind. So wie in dieser Werbung.



Ich fand es schön, wie sehr verliebt mein Kind doch sein kann. Nachdem wir so einiges an Erfahrung machen mussten und er so viel lernen musste, was für andere Menschen ganz normal ist. Blickkontakt, Körperkontakt, Nähe zulassen. Mit ihr fiel es ihm so leicht und ich hatte richtig Freude daran, es zu beobachten. Sie war gerne bei uns gesehen, fühlte sich bei uns wohl und auch mein Kind war gerne bei ihr.



Die Beziehung bröckelt



Irgendwann erzählte mir mein Sohn dann, dass sein Mädchen einen besten Freund habe. Er würde diesen Jungen aber nicht als Konkurrenten sehen, Freunde kann ja jeder haben, aber irgendwie passte da was nicht in ihre Erzählungen.



Mein Kind beschrieb mir, welche Situationen er komisch findet und ich erklärte ihm, wie Freundschaft und Beziehung halt auch unterschiedlich sein können. Mein Rat war, offen mit ihr zu sprechen. Leider war hier das soziale Netzwerk schneller. Freunde von ihr schrieben meinen Sohn an, dass sein Mädchen ihren besten Freund geküsst habe…. Und das Schicksal nahm seinen Lauf.



So schnell, wie die neuen Medien sind, so schnell konnte ich ihn gar nicht auffangen. Chatverläufe, Beschimpfungen, Blockierungen, Fotos gingen hin und her.



Liebeskummer und Enttäuschung



Irgendwann riefen uns die Eltern an, verbaten unserem Sohn den Kontakt zur Tochter. Ich fragte, ob ich die Situation aus unserer Sicht erzählen dürfe. Der Vater war ganz Ohr und wurde in seiner Emotionalität wieder etwas nüchterner, konnte ich doch glaubhaft versichern, dass mein Kind nur auf die Dinge reagiert hat, die ihm zugetragen wurden und niemals seine Freundin derart angreifen wollte.



Ich hatte am Küchentisch ein Häufchen Elend sitzen. Er weinte, zeterte und war von aller Welt maßlos enttäuscht. Nie mehr würde er sich verlieben. Nie mehr würde er sein Herz verschenken. Nie mehr würde er sich trauen sich zu öffnen. Er hatte das Gefühl, jeder trampelte auf ihm herum. Mein Mann und ich hörten zu, hielten ihn im Arm, trockneten Tränen und verschwiegen sämtliche klugen Ratschläge, die er eh nicht hören wollte.



Enttäuschte Liebe: Wie geht es weiter?



Seither hat er es noch ein paar Mal mit den Mädchen probiert, vorsichtig, so gut wie möglich nichts von sich preisgebend. Die nächste hatte einen Ex-Freund der meinem Sohn mit Freunden ständig auflauerte und drohte. Da hat er aufgegeben und das Mädchen in die Wüste geschickt und ich habe meinem Kind „verboten“, sich mit Mädchen einzulassen, bevor er 18 Jahre alt ist.



Zunächst war das als Scherz gemeint, doch es entwickelte sich, dass es für meinen Sohn einfacher war, mit der Situation umzugehen. So konnte er, wenn es nicht gleich passte, sich darauf beziehen, nicht zu dürfen und die Sache war geritzt. Ich bin mir sicher, wenn es in der Zeit heftig gefunkt hätte, hätte er sich auch auf das Mädchen eingelassen und ich hätte einen Kopfstand machen können, es wäre ihm egal gewesen. Was absolut berechnet von mir war.



„Sein Mädchen ist da draußen“, ist sich die Mama sicher



Inzwischen ist er 18. An seinem Geburtstag ist er offiziell einer Singlebörse beigetreten. Auch hier hat er sich mit einigen „Matches“ getroffen. Doch das ist nix für ihn. So erklärte er mir. Er möchte nicht mehr suchen, konzentriert sich auf seine Ausbildung und meint, dass SEIN Mädchen erst noch gebacken werden muss. Es mangelt ihm nicht an Interessierten, er will einfach nicht, sagt er.



Als Mama sage ich: sein Mädchen läuft da draußen herum. Er wird sie finden, wenn es aufgehört hat nach ihr zu suchen. Ich freue mich darauf, ihn wieder mit Dauergrinsen und Herzchen-Augen zu sehen.“



Mögt ihr auch noch die Liebesgeschichte ihres zweiten Sohnes lesen? Dann schreibt uns in den Kommentaren und wir setzen uns ran…
               
Muttergefühle: "Wie sich mein autistischer Sohn zum ersten Mal verliebte"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mutterschaft-ist-nicht-gleich-mutterschaft-ich-wuenschte-meine-kinder-wuerden-nicht-immerzu-streiten
       
Ich heiße Judith, bin 37 Jahre alt und habe drei Kinder (3, 7, 9 Jahre alt). Meine Kinder sind toll. Lustig, klug, lieb und emphatisch – wenn sie jeweils mit mir alleine sind. Sobald aber ein Geschwisterkind dazu kommt, verändert sich die Dynamik komplett. Sie streiten sich jeden Tag, nutzen jede Chance, den anderen zu ärgern. Sie vergleichen sich nonstop und gönnen sich nicht die Butter auf dem Brot. Und das macht unser Familienleben verdammt anstrengend.



Meine Hauptaufgabe ist es, die Emotionen der Kinder abzufangen und irgendwie umzuleiten. Ich stehe den ganzen Tag unter Spannung, immer in Angst, dass gleich der nächste Konflikt anfängt. Wie ein lauerndes Tier, das der Ruhe nicht traut, weil es weiß, dass es gleich wieder rund geht.



Unser Leben könnte so schön sein – ohne Geschwisterstreit



Ich erkläre, beschwichtige, versuche den Kindern klar zu machen, dass dieser ganze Zoff nichts bringt, außer schlechte Laune. Dass unser aller Leben so viel schöner sein könnte, wenn sie freundlicher zueinander wären.



Diese Gespräche bringen… nichts. Rein gar nichts. Jeden Tag aufs Neue hoffe ich, dass mein Gerede fruchtet. Und jeden Tag aufs Neue zeigen die Kinder mir, dass meine Hoffnung – zumindest kurzfristig – umsonst war. Ich frage mich oft: Was haben wir falsch gemacht? Warum gehen die Kinder so miteinander um?



Am Wochenende sind mein Mann und ich ständig damit beschäftigt, die Kinder voneinander zu trennen. Wir unternehmen mit jedem Kind einzeln etwas, damit die Reibereien gar nicht erst entstehen. Doch jede Mahlzeit wird zur Belastungsprobe. „Was schaust du so blöd?“, ruft der eine und tritt den anderen unter dem Tisch. Und schon gehts wieder los…



Der doofe Vergleich: Die Kinder meiner Freundin streiten nie



Wenn ich meine Freundin, die auch drei Kinder hat (die sich immer wunderbar verstehen), frage, wie ihr Wochenende war, sagt sie: „Toll, die Kinder haben bis 14 Uhr so schön im Schlafanzug gespielt.“ Wenn ihre Kinder zur gleichen Zeit ein Hörspiel hören wollen, einigen sie sich auf ein gemeinsames. Sie reißen sich nicht einfach das Buch aus der Hand, sondern fragen: „Kann ich das Buch haben, wenn du fertig bist?“ Sie boxen sich nicht darum, wer wo im Auto sitzen darf. Meine Freundin kennt dieses Gefühl im Magen nicht, wenn der nächste Geschwisterzoff anschwillt.



Mutterschaft ist nicht gleich Mutterschaft: Von unterschiedlichen Herausforderungen



Warum ich das erzähle? Weil ich dadurch gemerkt habe, dass Mutterschaft nicht gleich Mutterschaft ist. Eltern, deren Kinder sich nie oder nur kaum streiten, können nicht verstehen, wie mürbe das macht. Wie müdemachend und enttäuschend die Tage sein können. Sie verstehen die Verzweiflung nicht, die ich spüre, weil der Streit sowas von dämlich ist. Und weil er schon morgens mit dem Aufwachen beginnt und erst mit dem Schlafen endet.



Meine Freundin kann am Sonntagvormittag in Ruhe Kaffee trinken und Zeitung lesen. Wir müssen um neun Uhr mit den Kindern raus, weil sie uns sonst die Bude auseinandernehmen. Meine Freundin sagt: „Schade, dass das Wochenende schon vorbei ist“, ich denke nur: „Zum Glück ist heute wieder Schule!“



Und wenn Mutterschaft nicht gleich Mutterschaft ist, heißt das auch, dass nicht jede Mutter gleich viel schaffen kann. Meine Freundin schafft es vielleicht, nach einem herrlich entspannten Sonntagmorgen die ganze Wäsche wegzubügeln, während ich am Sonntagabend völlig fertig vor dem TV einschlafe.



Urlaub = Streiten an einem anderen Ort



Und wenn meine Freundin den gemeinsamen Familien-Urlaub genießt, bin ich vielleicht nur froh, wenn der Alltag wieder anfängt, weil Urlaub für uns „Streiten an einem anderen Ort“ bedeutet.



Mutterschaft ist nicht gleich Mutterschaft. In jeder Familie gibt es andere Hürden, andere Minenfelder. Aber: In manchen Familien gibt es ganz generell weniger Minenfelder. In manchen Familien läuft der Alltag einfach geschmeidiger. In manchen Familien ist einfach mehr Harmonie. Ich würde lügen, wenn ich mir das nicht auch wünschen würde. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich darauf vorbereitet gewesen wäre…



Jetzt interessiert mich: Kennt Ihr diese Gefühle? Und wie schafft Ihr es, die Nerven zu behalten? Ich danke Euch für den Austausch!



Zum Weiterlesen…. Nicola Schmidt: Warum streiten Geschwister so viel und wie können sie zu einem Team werden?
               
Geschwisterstreit: Ich wünschte, meine Kinder würden nicht immerzu streiten. | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muttersein-bedeutet-loslassen
        Liebe Lisa, hach, ich bin immer noch ganz glücklich über einen tollen Konzertabend bei Fanta 4. War das cool! Mein Mann und ich haben getanzt, Flaschenbier getrunken und uns kurzzeitig gefühlt wie mit 16. Ein wunderbarer Abend. Als wir dann wieder zu Hause waren, ging mir der NIDO-Artikel durch den Kopf, in dem stand, dass 30 Prozent aller Eltern überhaupt nicht mehr zu zweit ausgehen. Diese Zahl macht mich wirklich nachdenklich. Wieso fällt es so vielen Eltern schwer, sich Zeit für einander zu nehmen, mal wieder Paar zu sein?
Ich erinnere mich an meinen Rückbildungskurs mit meiner großen Tochter. Da sagte die Kursleiterin in die Runde: „Bildet Euch nicht ein, Ihr wärt der Sonnenkönig. Eure Kinder werden auch überleben, wenn Ihr Euch mal einen Babysitter nehmt. Gönnt Euch ab und zu ne Pause.“ Dieser Spruch – auch wenn er nur so dahin gesagt war – hat mich schon damals ins Nachdenken gebracht. Zu dieser Zeit konnte ich mir kaum vorstellen, dass irgendwer außer mir jemals auf mein Baby aufpassen könnte. Aber ganz tief in meinem Herzen wusste ich, dass Muttersein auch Loslassen bedeutet. Und umso früher ich Menschen finde, denen ich vertraue, desto leichter würde ich loslassen können.  Aber wie sieht der perfekte Babysitter aus? Er sollte in einem früheren Leben möglichst Notarzt gewesen sein, außerdem sollte er/sie gerne singen und basteln, spazieren gehen, sich in Erziehungsfragen auskennen, ausgewogen kochen, die Kinder niemals fernsehen lassen. Das ist natürlich Quatsch. Am Allerallerwichtigsten ist, dass er/sie lieb ist, liebevoll mit den Kindern umgeht und dass man von der ersten Sekunde an ein gutes Bauchgefühl hat.
Wir hatten das Glück, so einen einen Babysitter-Engel zu finden. Trotzdem waren die ersten Male (ich gebe es ja zu) nicht entspannt, wenn wir ausgegangen sind. Teilweise rannte ich die letzten Meter nach Hause, weil ich einfach nur noch zu meinem Baby wollte. Oder ich hatte mitten im Restaurant Schweißausbrüche, weil ich dachte, die Babysitterin könnte womöglich doch eine international gesuchte Irre sein, die mir mein Baby klauen will. Was natürlich auch alles Quatsch war.
Also sind wir regelmäßig ausgegangen und es wurde von Mal zu Mal leichter. Manchmal musste ich mich regelrecht zwingen, weil ich mir einredete, auf dem Sofa sei es genau so schön und da hätte ich das Baby wenigstens im Blick. Uns hat bestimmt geholfen, dass wir zu der Zeit noch eine Menge kinderloser Freunde hatten, bei denen wir oft zum Abendessen eingeladen waren und denen ich zeigen wollte, dass man trotz Kindern noch ausgehen kann. Und jedes Mal, wenn wir wieder nach Hause kamen, war ich froh, dass ich meinen Hintern vom Sofa gekriegt hatte. Denn ein Abend nur unter Erwachsenen tut Hirn und Herz wirklich gut.
Als das zweite Kind geboren wurde, hatte ich wieder Bedenken. Was, wenn eins aufwacht und das andere weckt? Kann die Babysitterin zwei Kinder beruhigen? . Nur vier Wochen nach der Geburt meines Sohnes hatten wir Hochzeitstag und ich habe mich abermals dazu gezwungen, diesen besonderen Tag nicht einfach ausfallen zu lassen. Wir sind in ein Restaurant nicht weit von der Wohnung entfernt gegangen und ich habe sehr sehr oft auf mein Handy geguckt – und trotzdem war es ganz anders, als sich zu Hause bei Kerzenschein einen schönen Abend zu machen.
Mit dem Umzug in einen anderen Kiez verloren wir unseren Babysitter-Engel. Also habe ich mich erneut auf die Suche gemacht. Glücklicherweise wohnen hier um die Ecke zwei Teenager, die sich um Babysitter-Jobs reißen. Die eine hat sogar einen Babysitter-Führerschein beim Jugendamt gemacht. Also haben wir es wieder gewagt. Und es klappt ganz ganz toll. Auch, weil ich mir immer wieder sage: Wenn irgendwas ist, bin ich in spätestens 25 Minuten zu Hause.
Mein Mann und ich haben uns fest vorgenommen, mindestens einmal im Monat etwas allein zu machen (besser alle 14 Tage). Ich gestehe, ich genieße es, essen zu gehen, ohne, dass ich darauf achten muss, ob jemand den Brotkorb runter reißt oder ein Glas umwirft. Ohne dass jemand auf Toilette muss, sobald mein Essen vor mir steht. Dass wir in Ruhe reden können. Dafür investiere ich gerne ein paar Euro, die ich eben an anderer Stelle spare.
Aber vor allem merke ich, dass dieses Alleine-Ausgehen eine wichtige Lektion für mich als Mutter ist. Dass ich übe, loszulassen. Dass ich für meine Kinder auch andere Vertrauenspersonen schaffe. Dass ich mir klar mache, dass nicht nur die Kinder Pflege brauchen sondern auch meine Ehe.
Passend dazu erschien gerade auf Spiegel Online dieser Artikel.
So, Lisa, und jetzt möchte ich natürlich gerne wissen: Wann warst Du das letzte Mal mit Deinem Mann alleine aus?
P.S. Ich sehe gerade: Lisa war ohne Kinder mit ihrem Mann in London. Hier schreibt sie darüber.
               
Muttersein bedeutet Loslassen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/na-kriegst-du-deine-tage-oder-was-nataly-bleuel-erklaert-warum-die-hormone-eben-nicht-alles-schuld-sind
       
Ihr Lieben, wie wenig wir über uns und unsere Körper wissen, fällt mir nicht nur bei den Bio-Hausaufgaben meiner Teenies auf. Auch Journalistin Nataly Bleuel wollte mehr über sich als Frau und über Hormone erfahren, die doch immer wieder gerade mit uns und unseren Launen in Verbindung gebracht werden.



Klingt erstmal fad in deinen Ohren? Dann lest mal, wie Nataly Bleuel dazu schreibt – und vor allem WAS. Ihr Buch Das sind die Hormone. Wie sie uns durchs Leben dirigieren, wie sie Stimmung machen und wie wir damit umgehen (Affiliate Link) kann ich euch nur von Herzen empfehlen. Das Interview hier ist aber auch schon mal ziemlich toll…



 as sind die Hormone. Wie sie uns durchs Leben dirigieren, wie sie Stimmung machen und wie wir damit umgehen. (Affiliate Link)



„Na, du hast wohl mal wieder deine Tage, oder?“ Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Spruch gehört hab, wenn ich mal etwas launischer war als sonst. Frau Bleuel, können wir wirklich jede unserer Launen guten Gewissens auf unsere Hormone schieben?



Natay Bleuel:
Nee, die armen Hormone sind nicht an allem schuld. Sie sind biochemische
Botenstoffe, also übermitteln sie Informationen wie beispielsweise: Mein Körper
ist grad mit sich beschäftigt, das fordert Energie, also schone mich grad mal
bisschen mit all den Anforderungen, die ein Alltag als berufstätige Mutter mit
sich bringt: BIN IM STRESS!



Aber nicht
(nur), weil grad die Biochemie die Kontrolle übernommen hat, über mein Fühlen,
Denken und Handeln. Als wär ich eine Maschine. Oder eine Monade. Nee, ich bin
ein Mensch.



In einer
Umwelt, die seine hormonellen Stimmungen und prickelnde wie schlechte Launen
mitbeeinflussen kann (Stress, Wonnemonat Mai). Und im Körper drin hab ich
außerdem noch Nerven, ein Immunsystem, Herz, Bauch, Organe und, hey, einen
Verstand! Der auch ein bisschen auf Launen einwirken kann. Das Gleiche betrifft
übrigens auch Männer. Die sind auch nicht nur schwanz-, äh,
testosterongesteuert.



Was meinen
Sie, warum wir so wenig über diese kleinen Viecher namens Hormone wissen?



Hormone sind
Chemie, da hatte ich in der Schule auch schon eine 5. Leider. Denn erst mit 50
hab ich mich zu trauen gefragt: Wie kann es sein, dass Chemie meine Gefühle
macht? Kann das wahr sein? Ist es wirklich so?



Das
Hormonsystem ist total komplex und sensibel. Es gibt an die 1000 Hormone, von
denen selbst Endokrinolog*innen längst nicht alles wissen. Und es zu erklären,
beispielsweise Leuten wie mir, ist ja auch schon meinen Chemielehrern nicht
geglückt. Das ist aber eigentlich ein Skandal. Denn es geht hier um unseren
Körper und um unser Leben und um Klischées, die immer wieder mit angeblichen
hormonellen Unterschieden begründet werden: Frauen sind so, Männer so.



Und ‚die’
Hormone steuern das angeblich alles, nebenbei noch andere wesentliche Dinge
wie: Lust, Kinderkriegen, Altern, Scheißstimmungen, Unlust oder Krankheiten wie
Diabetes, Depressionen, Endometriose, Schilddrüsenunterfunktionen, Demenz und
viele schreckliche und schöne Dinge mehr. Da wüsste man doch mal gern genauer,
was stimmt. Und was die Forschung so weiß und behauptet. Und dann merkt man:
erschreckend wenig – und einiges ist auch noch falsch.



Nun kennen
wir als Frauen ja wirklich zum Teil heftigste prämenstruelle Ausnahmezustände.
Ich könnte ein paar Tage vor der Regel zum Teil die Wände hochgehen, zum Teil
falle ich aber auch in ein ziemlich depressiv wirkendes dunkles Loch. Und
OBWOHL ich weiß, dass das hormonell bedingt sein müsste, kann ich mich nicht
dagegen wehren. Wieso lassen uns die Hormone so irrational werden?



Genau das
war, als ich anfing mit meinen Recherchen, eine meiner beiden dringlichsten
Fragen: 1. (Wie) kann Chemie Gefühle machen? 2. Warum lande ich immer wieder in
dieser furchtbar paradoxen Situation: Ich bin total gereizt, aber wehe, jemand
sagt: Hast wohl deine Tage?



Das macht
mich dann extrem wütend, a) weil ich nicht reduziert werden will auf ein
deterministisches Phänomen wie ‚hysterische Zicke, die gerade ihre Tage hat‘;
weil b) das gerade total ernst ist: Ich bin am Anschlag, ich bin todtraurig,
ich bin schwach. Nimm mich ernst! Mach dich nicht über mich lustig! Stempel
mich nicht als tierischen Trottel ab!



Und dann –
es ist ein paradoxer Irrsinn –, wenn es vorbei ist, am Tag danach, schlag ich
mir selbst an die Stirn und sag mir: Ach so, war ja nur das PMS, der
Milcheinschuss, die Wechseljahresgereiztheit, der Testosteronüberschuss, das
Pubertier!



Jetzt, nach
den Recherchen würde ich provokant sagen: Es ist gar nicht so irrational. Es
ist auch manchmal folgerichtig. Weil das Leben manchmal zum Wändehochgehen und
zum Heulen oder Überschnappen ist. Und ich persönlich finde, das kann ruhig
auch mal zum Ausdruck gebracht werden, das ist Punk. Sind aber nicht all die
vielen Frauen und Männer, mit denen ich für das Buch gesprochen habe, meiner
Meinung.



© Julia Sellmann



Nun lebe ich hier mit drei pubertierenden Kindern äh Jugendlichen in einem Haushalt (man muss ja in ihrer Hormonlage sehr vorsichtig sein mit dem, was man über sie sagt), wie genau schafft der Körper es denn, genau pünktlich im Jugendalter die Pubertät vorbeizuschicken?



Flapsig
gesagt, der Körper ist ja nicht dumm, nein, er ist sogar oft sehr viel schlauer
als wir, und irgendwann möcht er halt mal Lust haben, Sex und vielleicht sogar
Nachwuchs und von den Jugendlichen in meinem Umfeld weiß ich, dass man äußerst
gespannt auf Busen, Behaarung und die ersten Bacio („Bussi“) hoffen kann.



Und dann
kommt, zack, ein hormoneller Startschuss in die Pubertät: Es ist der Moment, ab
dem die Hormonkaskade zu sprudeln beginnt und dafür verantwortlich ist, das
sagen einige Endokrinolog*innen, ein Eiweiß-Hormon mit dem hübschen Namen Kisspeptin.
Der Mensch wird, so kann man es umschreiben, quasi vom Hormon geküsst in die
Geschlechtsreife hineingeschubst. Wie genau das geht, braucht etwas mehr Platz
und deshalb steht es im Buch.



Gleichzeitig
wird mir Angst gemacht: Wenn erstmal die Wechseljahre bei dir einsetzen, dann
hast du keine Lust mehr auf Sex, wirst unten trocken wie Sand usw. – was können
Sie uns in solchen Momenten als Expertin Schlagfertiges an die Hand geben?



Oh oh oh, so
ein Schmarrn. Da müsste ich jetzt echt ausholen, denn über die Wechseljahre
lässt sich sehr viel sagen, sehr viel Überraschendes, Unterschiedliches und
total Gegensätzliches, daher: Buch!



Eins nur: Ich habe von vielen Frauen gehört, dass sie nie zuvor so tollen Sex hatten und auch ich persönlich war selten so ausgelassen und gechillt mit meinem Körper und meinem Leben wie in diesem Alter. Obwohl ich nicht zu den etwa fünf Prozent Frauen gehöre, die die Wechseljahre gar nicht zu spüren bekommen.



Ein Drittel,
sagt die Gynäkologin und Vorsitzende der Menopausen-Gesellschaft Kathrin
Schaudig, hätten kaum Symptome, ein Drittel so, dass sie damit leben können,
und nur ein Drittel litten so darunter, dass sie etwas dagegen tun wollen (und
können).



Zu den
Wechseljahren wie zu anderen hormonellen Phasen versuche ich, eine eigene
Haltung zu bewahren: Sie gehören zu mir, lassen mich lernen, reifen und altern –
und das ist gut so! Jetzt kommen vielleicht noch mal 30 Jahre, mit denen ich,
so lebenserfahren, souverän und weise, wie man da nun mal sein kann, was Cooles
anfangen kann: Freiheit, die ich mir nehme!



Heißt: Es
ist auch meine Einstellung zum Leben, die es schön und gut machen kann. Quasi
kurz vor der Erleuchtung.



Was hat Sie
selbst bei der Recherche zu diesem Buch am meisten überrascht?



Dass der
menschliche Körper ein derart euphorisierendes Wunder ist! Dass man von der
Wissenschaft so viel lernen kann, zum Beispiel auch, dass ihre Hypothesen und
Studien – sehr viel öfter als wir sie nachplappern – gar nicht haltbar sind;
beispielsweise haben auch Frauen Testosteron und auch Männer Östrogen.



Und dass es
unglaublich tolle neue Forschungsrichtungen gibt wie die ‚soziale
Neuroendokrinologie‘, die den Menschen als Ganzes sieht, mit Körper, Geist und
Umwelt, und damit quasi ganzheitlich denkt. Für philosophisch angehauchte
Soziologinnen wie mich eine Revolution.



Vor allem
anderen aber: die Gespräche mit den Frauen (und Männern), die ja die Grundlage
des Buches sind. Die Menschen können so schlau und daher schön sein. Und bei
diesem Thema hat mich das überwältigt: Wirf den Begriff HORMONE in eine Runde,
vor allem von Frauen, und es geht sofort aufs Ganze.



Wer bin ich?
Wie fühle ich? Was denken die anderen über mich? Wie soll ich sein? Und wie und
was und wann will ich’s eigentlich selbst? Über Hormone lassen sich nicht nur
Menschen, sondern ganze Kulturen und Gesellschaften hinterfragen.
               
Hormone: Nataly Bleuel erklärt wie sie unsere Körper steuern
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nach-12-jahren-kinderlosigkeit-wurden-wir-durch-eine-adoption-endlich-eltern
        Liebe Katrin, erzähl doch mal, wer zu Deiner Familie gehört.
Zu unsere Familie gehören aktuell, außer mir selbst (37 Jahre alt): mein Mann Denis (46 Jahre alt), unser kleiner Sohn Aaron (18 Monate alt) und nicht zu vergessen unser Familienkater Bernhard (10 Jahre).
Aaron ist adoptiert. Kannst Du erzählen, warum Ihr keine leiblichen Kinder habt?
Wir haben 2004 beschlossen, ein Kind zu bekommen. Nach 2 Jahren Übung waren wir leider immer noch nicht Eltern, also suchten wir medizinische Hilfe. Dabei stellte sich heraus, dass ich eine Hormonstörung habe und mein Mann an Azoospermie leidet. Für uns kam damit nur eine ICSI in Frage, die erste ließen wir im März 2007 durchführen. Es folgten im Lauf der nächsten 7 Jahre noch 4 weitere ICSI und diverse Kryo-Versuche, die, bis auf eine sehr frühe Fehlgeburt, ohne Ergebnis blieben.
Wann hattet Ihr das erste Mal den Gedanken an eine Adoption?
Mein Mann hatte den Gedanken schon gleich nach unseren Diagnosen, ich selbst war damals ja erst 26 Jahre alt und konnte mich damit überhaupt nicht anfreunden, solange die Ärzte uns Hoffnung auf ein leibliches Kind machten. Erst als Bekannte von uns Anfang 2015 adoptierten, kam das Thema wieder auf. Und zu dem Zeitpunkt war ich dann auch bereit, zumindest darüber nachzudenken und mich näher zu informieren.
Hattet Ihr auch Bedenken? Und wenn ja welche?
Ich hatte jede Menge Bedenken. Was ist, wenn das Adoptivkind mit 16 total schrecklich ist? Werde ich dann denken: Wenn es mein eigenes wäre, wäre es total anders?! Und auch das Verfahren hat uns Angst gemacht. Man muss sich schon ziemlich „nackig“ machen vor dem Jugendamt.
Wie seid Ihr dann vorgegangen und wie lange hat das Prozedere gedauert?
Der erste Schritt war ein persönlicher Termin bei der Adoptionsvermittlungsstelle unseres Landratsamtes Anfang April 2015. Die zuständige Bearbeiterin war uns beiden auch wirklich auf Anhieb sympathisch, hat alles ganz wunderbar erklärt, was auf uns zukommen wird und uns nach 2 Stunden Gespräch erst einmal wieder nach Hause geschickt, mit der Aufgabe alles sacken zu lassen und eine Nacht darüber zu schlafen.
Am nächsten Tag waren wir sicher, diesen Weg gehen zu wollen und haben unseren Antrag angefordert. Um den Antrag in Gänze auszufüllen, haben wir etwa 6 Monate benötigt. Keine Angst, so lange brauchen nicht alle – ich habe im Juli 2015 einen neuen Job begonnen, da lag das Projekt Adoption ein wenig auf Eis. Zum Antrag gehörten Fragen zu unseren Lebensumständen, unserer finanziellen und familiären Situation, wir mussten Meldebescheinigungen, ein erweitertes Führungszeugnis und ein ärztliches Attest einreichen, in dem uns bescheinigt wird, dass wir keine lebensverkürzenden oder psychischen Krankheiten haben, die uns in der Erziehung eines Kindes beeinträchtigen. Außerdem wird von jedem Partner ein handgeschriebener Lebensbericht (von Geburt bis jetzt) erwartet, sowie ein gemeinsamer Lebensbericht ab dem Start der Beziehung.
Im Oktober 2015 besuchte uns unsere Adoptionsvermittlerin zu Hause um unser Wohnumfeld kennenzulernen und lud uns bei der Gelegenheit zu 4 Seminaren im Rahmen des Bewerbungsverfahrens ein. Nach Abschluss der Seminare (Mitte April 2016), die sich um ungewollte Kinderlosigkeit, Bindung und Wurzelsuche drehten und uns gut auf alles kommende vorbereitet haben, sollte Mitte Juni 2016 unser Abschlussgespräch im Adoptivbewerberprozess stattfinden. Im Rahmen des Abschlussgespräches wird noch einmal über das Bewerbungsverfahren gesprochen, ob man bei seiner Entscheidung bleibt, vielleicht nicht nur Adoptiv-, sondern Pflegeeltern werden möchte. Im Anschluss erfolgt eine abschließende Prüfung durch das Jugendamt und der Prozess endet mit der Zuteilung einer Bewerbernummer, mit der man auf der Warteliste geführt wird.
Wie und wann war der Moment, als Ihr erfahren habt, dass Ihr Eltern werdet?
Unfassbar aufwühlend. Denn so früh (Ende April 2016) hatten wir nicht mit einer positiven Nachricht gerechnet. Ursprünglich hieß es, dass das Adoptionsbewerbungsverfahren etwa 2 Jahre in Anspruch nimmt und man dann auf der Warteliste ist und es keine Garantie dafür gibt, wie lange es dauert, bis ein Kind Eltern sucht.
Wir waren also völlig überrascht, als 2 Wochen nach unserem letzten Seminar ein Anruf vom Jugendamt kam (Freitag). Ich habe in meiner Mittagspause zurückgerufen, weil ich dachte, wir bräuchten noch Unterlagen für das Abschlussgespräch oder es würde noch irgendetwas für den Antrag fehlen. Doch am anderen Ende der Leitung hieß es plötzlich: „Ich weiß, es ist sehr ungewöhnlich und schnell, aber am 02. Juni kommt ein Kind zur Welt, das zu Ihnen passen würde.“
Mir zittern jetzt noch die Hände, wenn ich das schreibe. Ich bekam ein paar Informationen zur abgebenden Mama und dass es ein Junge wird und sollte mit meinem Mann übers Wochenende nachdenken, ob wir dieses Baby aufnehmen wollen. Wenn wir uns dafür entscheiden, würde uns die abgebende Mama gern kennenlernen um ihrerseits zu entscheiden, ob wir passen würden. Gleich nach dem Auflegen rief ich völlig aufgewühlt Denis an und erwischte ihn auch in der Mittagspause beim Einkaufen. Ich glaube, er musste seinen Kollegen bezahlen lassen, weil er auch total überwältigt war. Wir wussten aber sofort: Natürlich wollten wir dieses Baby!!! Also riefen wir montags auf dem Jugendamt an und sagten zu. 11 Tage nach dem Anruf trafen wir uns auf dem Jugendamt mit unserer abgebenden Mama. Am nächsten Tag (Freitag der 13.) erhielten wir den erlösenden Anruf: „Ihr dürft Euch jetzt 3 Wochen schwanger fühlen!“
Wie und wo habt Ihr Euer Kind das erste Mal gesehen?
Am 3. Juni wurde unser Sohn um 14:59 Uhr per Kaiserschnitt geboren. Wir erhielten den Anruf um 18:30 Uhr und sind sofort losgefahren, 100 km bis in die Geburtsklinik. Dort trafen wir unsere Bearbeiterin vom Jugendamt und die zuständige Kollegin aus der Stadt, in der Aaron zur Welt kam. Um 20 Uhr haben wir ihn das erste Mal auf der Neointensiv besuchen können und in den Arm nehmen dürfen. Ein perfekter Moment. Die Welt stand ganz kurz still für uns. Nach 12 Jahren KiWu war es nun endlich geschafft – wir waren eine Familie.
Wer sich über die zeitliche Differenz wundert: nach dem KS musste erst gewartet werden, bis die Mama aus der Narkose erwacht war, um zu fragen, ob sie bei ihrer Entscheidung, ihr Kind zur Adoption frei zu geben, bleiben möchte. Erst nach ihrem O.K. wurden wir informiert.
Was wisst Ihr über Aarons Ursprungsfamilie? 
Wie oben schon beschrieben, haben wir im Vorfeld schon Kontakt zur abgebenden Mama gehabt, den abgebenden Papa haben wir nur kurz im KH zu Gesicht bekommen. Wir wissen, dass es bei beiden eine Suchtproblematik gab bzw. gibt, da unser Sohn einen Entzug nach der Geburt durchlebt hat.
Im Vorfeld war klar, dass die Mama ihr Leben nicht wirklich im Griff hat, das hat sie uns gegenüber auch so erklärt. Sie hat selbst als Kind zeitweise im Kinderheim gelebt, weil ihre Mutter erkrankt war und wollte das für ihr Kind nicht. Sie wirkte in unserem Gespräch sehr klar und reflektiert und ich habe den allerhöchsten Respekt vor ihrer Entscheidung Aaron abzugeben. Als Mama hat sie wirklich im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht, für ihr Kind das Beste zu tun. Und das verdient unsere Hochachtung.
Wir haben eine Regelung getroffen für künftige Kontakte: wir schreiben gegen Weihnachten einen Brief, sie antwortet und im Sommer treffen wir uns. Das Alles wird allerdings vom Jugendamt begleitet.
Wie war das Gefühl, als Ihr Aaron mit nach Hause genommen habt?
Er hat 11 Tage auf der Neointensiv verbracht und wir haben ihn jeden Tag dort besucht. Ich konnte nicht dort bleiben,  es gibt nur ein Familienzimmer, das natürlich stillenden Müttern vorbehalten ist. Also war das nach Hause kommen einerseits sehr aufregend und andererseits wirklich lang ersehnt, nachdem wir jeden Tag knapp 3 Stunden Fahrt hinter uns hatten. Und dann war alles total tiefenentspannt. So wie in der Klinik schon. Er schlief, er futterte, wir kuschelten ganz viel und waren einfach glücklich miteinander.
Wie ging es danach weiter? War das Adoptionsverfahren schon abgeschlossen?
Die ersten 8 Wochen mussten wir noch ein bißchen bangen, ob die abgebenden Eltern wirklich den Notartermin wahrnehmen und von ihrer Elternschaft ‚abtreten‘. Nach 10 Wochen war es dann soweit, Aaron bekam einen amtlich bestellten Vormund und sie besuchte uns regelmäßig bis zu unserem Notartermin im März 2017, bei dem wir notariell beglaubigen ließen, dass wir Aaron an Kindestatt annehmen wollen. Im Juli 2017 mussten wir 3 zum zuständigen Familiengericht und dort wurde entschieden, dass das Adoptionsverfahren abgeschlossen ist, Aaron jetzt unseren Nachnamen tragen darf und eine neue Geburtsurkunde bekommt, in der wir als seine Eltern eingetragen sind.
Was hättest Du nie so vermutet, bevor Du Mutter wurdest?
Dass ein Kind tatsächlich alles verändert. Die Welt dreht sich nur noch um den kleinen Zwerg, der Garten, das Haus – egal, wenn es unordentlich und ungeputzt aussieht, Hauptsache der Mini ist glücklich und zufrieden.
Wie waren die Reaktionen aus dem Umfeld auf die Adoption?
Durchweg positiv. Da wir sehr offen mit unserem Kinderwunsch umgegangen sind, hat sich wirklich jeder im Umfeld mit uns gefreut. Alle waren sehr überrascht, denn wir hatten von den Adoptionsplänen nur ganz engen Freunden erzählt, damit wir nicht ständig gefragt werden, wann wir endlich dran sind. Und überwältigend, wie viele Glückwünsche und Geschenke von Freunden, Bekannten, Nachbarn und Kollegen uns erreichten. Das rührt mich heute noch.
Was möchtest Du anderen ungewollt kinderlosen Paaren sagen, die über eine Adoption nachdenken und nicht wissen, ob das was für sie ist.
Hört auf Euer Bauchgefühl. Und informiert Euch am besten nicht nur im Internet, sondern wirklich vor Ort bei Eurem zuständigen Jugendamt. Nehmt Euch Zeit für diese Entscheidung und trefft sie nicht leichtfertig, aber habt auch keine Angst. Es ist nur halb so schlimm, wie ich am Anfang dachte und das Ergebnis entschädigt für all die Hürden die man überwinden muss.
Wie hat sich Euer Leben verändert, seit Euer Sohn bei Euch ist?
Wir sind eine Familie geworden. Das ist die wichtigste Änderung. Bald geht unser Sohnemann in den Kindergarten, das wird auch nochmal viel verändern, bisher waren wir 18 Monate zusammen zu Hause und haben die Zeit genossen. Er kann laufen und fängt inzwischen an, alles nachzubrabbeln, liebt Traktoren, Bagger, Laster, alles was groß ist und Krach macht. Die Prioritäten verschieben sich eben, wenn man Eltern wird. Aber das kennt Ihr doch sicher alle.
Wie und wann werdet Ihr Aaron sagen, dass Ihr nicht die leiblichen Eltern seid?
So früh wie möglich. Das haben wir auch in den Seminaren so gelernt. Wenn man kein großes Geheimnis darum macht, können die Kids es für gewöhnlich besser verarbeiten. Bestes Beispiel ist mein Neffe (bei Aarons Geburt 5 3/4 Jahre alt und 6 Wochen vorher nochmal großer Bruder geworden): am 4.6. waren wir schnell bei meinem Bruder, bevor wir ins KH fahren wollten. Er fragte ganz aufgeregt, wo denn mein Baby sei. „Im KH, dein Brüderchen musste doch auch noch ein paar Tage im KH bleiben.“ Nächste Frage: „Aber du warst doch gar nicht schwanger?!“ Schlaues Kerlchen…
Ich habe ihm dann erklärt, dass eine andere Frau Aaron geboren hat, sich aber nicht um ihn kümmern kann und ihm eine andere Familie gesucht hat, die ihn aufnehmen kann. Und dass wir Aaron genauso lieb haben und er genauso zur Familie gehört, wie sein neues kleines Brüderchen. Und am Sonntag, als meine Eltern aus dem Urlaub kamen, ist er ganz aufgeregt zu meiner Mama geflitzt: „Oma, Katrin hat ein Baby bekommen, das hat aber eine andere Frau geboren. Und wir haben Aaron genauso lieb wie meinen kleinen Bruder!“ Er hat bisher noch nicht wieder nachgefragt. Ähnlich werden wir es mit Aaron halten.
Foto: http://www.photolo.de
               
Kinderwunsch: Nach 12 Jahren wurden wir durch Adoption endlich Eltern
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nach-fruchtwasserembolie-mit-amputationen-ich-wollte-unbedingt-eine-mutter-fuer-meine-kinder-sein
       
Ihr Lieben, mein Name ist Andrea, ich bin 41 Jahre alt, meine große Tochter ist acht und die „Kleine“ wird am Sonntag fünf. Mein Mann und ich sind immer noch glücklich verheiratet.



Wenn mich jemand fragt, was ich mir wünschen würde, fällt mir immer zuerst ein, dass ich gerne meine Hände und Füße wieder hätte… 😉 Nachdem das leider kein realistischer Wunsch ist, würde ich mir für uns alle gerne die Normalität und Selbstverständlichkeit von „Vor Corona“ zurückwünschen. Mal sehen, ob dieser Wunsch realistischer ist. Ansonsten bin ich rundum glücklich. Ich habe eine tolle Family mit Hund und drei Katzen.



„Sport, Natur und die Berge waren früher mein Leben“



Geboren bin ich 1979, ich war immer sehr sportlich, immer in der Natur unterwegs, habe getanzt, bin viel geritten und in den Bergen unterwegs gewesen, von Wandern bis Klettern.



Andrea Dahm mit ihrem Mann Roland



2013 kam unsere erste Tochter Annika gesund zur Welt, am 14.3.2016 kam unsere zweite Tochter Charlotte mit einem medizinisch notwendigen Kaiserschnitt gesund zur Welt. Beim Lösen der Plazenta erlitt ich über eine Monitorlänge einen Herzstillstand, mein Herz fing aber wieder selbständig an zu schlagen.



Nach der Geburt begannen die Blutungen



Daraufhin kam ich für zwei Stunden zur Überwachung und durfte erst danach zu meiner Tochter. Während dieser zwei Stunden hätte eigentlich ein Sandsack auf meinen Bauch gehört, da ich verhältnismäßig stark geblutet hatte, es aber wohl im ganzen Krankenhaus keinen verfügbaren gab!Nach weiteren zwei Stunden auf der Normalstation und nicht endenden Blutungen wurde ich wieder in den OP gebracht. Man wollte die Kaiserschnittnarbe nochmal anschauen. Ich warf meinem Mann, Charlotte und einer Freundin noch eine Kusshand zu und sagte, dass sie gut auf Charlotte aufpassen sollen. Wer konnte ahnen, dass ich erst wieder am 2.12.2016, nach 263 Tagen Krankenhaus nach Hause kommen würde?



263 Tage Krankenhaus nach der Entbindung der zweiten Tochter



Aber zurück zur OP, ich wurde dort in Vollnarkose gelegt. Mein Herz hat noch anderthalb Stunden durchgehalten, dann hat es aufgehört zu schlagen. Sie konnten den Blutungsgrund nicht finden, zweieinhalb Stunden wurde ich händisch mit Herzdruckmassage reanimiert. Ich hatte eine fulminante Lungenembolie.Der Rettungshubschrauber aus dem Klinikum Großhadern kam und ich wurde unter laufender Reanimation an die ECMO (Herzlungenmaschine) angeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt wurde klar, dass ich bei der Entbindung eine Fruchtwasserembolie erlitten hatte, bei der Fruchtwasser ins Blut gerät und einen Schock auslöst.



(Anmerkung der Redaktion: Diese Komplikation tritt laut Wikipedia in Industrieländern nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 80.000 bis 1 zu 120.000 auf.)



Fruchtwasserembolie: Sehr seltene Form der Geburtskomplikation



Die Folgen sind kaum kontrollierbare Gerinnungsstörungen. Auf der einen Seite läuft das Blut einfach aus dir raus, auf der anderen Seite bilden sich zig Thromben und verstopfen Herz, Lunge, Gefäße etc. Ein Teufelskreislauf, den 90% der Betroffenen nicht überleben.



Ich habe es überlebt, aber mit gravierenden Folgen: Ich lag vier Wochen im Koma, habe über 40 Blutkonserven erhalten, zig Operationen und aufgrund der kreislaufstabilisierenden Medikamente (um die Versorgung der lebensnotwendigen Organe zu gewähren) sind die körperentferntesten Glieder (Hände und Füße) abgestorben. Durch die Reanimationsverletzungen sind außerdem der Dickdarm und Teile meiner Bauchmuskeln abgestorben.



Unterarm, Unterschenkel, Füße, Hände: Amputationen bei der Mama



Drei Monate später waren meine Füße und Hände kohlrabenschwarz, eine erhoffte Rettung unmöglich. Somit wurden mir am 17.06.2016 beide Unterschenkel und am 21.06.2016 der rechte Unterarm, sowie die linke Hand amputiert.



In den nächsten sechs Monaten habe ich mich Schritt für Schritt zurück ins Leben gekämpft. Ich wollte unbedingt eine Mutter für meine Kinder sein und möglichst nahe an mein altes Leben anknüpfen. Als ich entlassen wurde, habe ich bei 1,72 m nur noch 45 kg gewogen und konnte nichts alleine.



Zurück ins Leben: „Die Zeit nach der Klinik war brutal hart“



Die nächsten 14 Monate waren brutal hart: Charlotte musste erst verstehen, dass ich ihre Mama bin, ich musste auch alles neu lernen. Charlotte hatte mit ihren damals neun Monaten wahnsinnige Probleme mit den Prothesen, gerade mit der Handprothese. (Ich trage nur rechts eine Prothese).



Sie musste beim Laufenlernen lernen, dass Mama sie nicht festhalten kann, sondern sie sich an der Mama. Dass das Wickeln mit Mama zig Mal länger dauert, Socken anziehen ganz anders funktioniert, Brei füttern… aber wir haben es gemeistert 🙂 Von 2017 bis 2020 hatten wir viel Unterstützung im Haushalt und beim Kochen. Mittlerweile schaffen wir es als Familie größtenteils alleine.



Was ich aus der Zeit mitgenommen habe: Es gibt keine Grenzen!



Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe? „Es gibt keine Grenzen, die Grenzen setzen wir uns ganz alleine im Kopf!“ und „Jeden Tag einen Schritt mehr, der Glaube versetzt nämlich Berge – im Positiven wie Negativem.“ Mit den Prothesen komme ich sehr gut klar, sie sind ein Teil von mir und werden nur zum Schlafen abgelegt. Einen Rollstuhl benutzte ich nicht mehr.



Im September 2020 habe ich mir meinen Traum erfüllt und bin mit meinem Mann Roland, unserem Hund Felikes und zwei Freunden zur Höllentalangerhütte am Fuße der Zugspitze gewandert. 12 Kilometer und 1.300 Höhenmeter. Nichts ist unmöglich… oder fast nichts.



„Was ich wirklich vermisse: Händchen halten“



Es gibt Dinge, die ich mit dem heutigen Stand der Technik oder mit meinen Prothesen nicht kann. Ich werde nie wieder klettern, mit meinen Prothesen kann ich nicht rennen oder joggen. Und die Hände? Das ist der viel größere, viel schwerer zu ersetzende Verlust. Nie mehr so spüren wie früher, kein „Händchen halten“ mehr. Oder die praktischen Dinge: Ein Pferdeschwanz für die Kinder – unmöglich. Mir die Augenbrauen zupfen? Unmöglich.



Eigentlich ist alles unmöglich, wofür man zwei Hände braucht, manches Essen geht auch nur geschnitten, z.B. Spaghetti, ansonsten – unmöglich.



Andrea mit Mann und Hund beim Wandern in den Bergen.



Kleine Erfolge für die Selbständigkeit gibt es aber: Hosenknöpfe selber zu machen, BH an- und ausziehen. Alles bedarf viel Übung, viel mehr Zeit als normal und wehe eine Prothese hat einen technischen Defekt!



„Viele Leute merken gar nicht, dass ich vierfach amputiert bin“



Ich gehe sehr offen mit meiner Geschichte um und finde es immer wieder faszinierend, dass viele Leute gar nicht merken, dass ich 4-fach amputiert bin. Am meisten fällt allerdings die linke Hand ohne Prothese auf.Ich fahre wieder Auto und Fahrrad; auch wenn es ein Dreirad ist, wir machen tolle Urlaube in Kanada, Schweden, Dänemark. Mein Mann kann wieder Vollzeit arbeiten, eigentlich sind wir eine ganz normale Familie!



Natürlich vermisse ich ab und zu mein altes Leben, es ist für mich vieles einfach komplizierter und zeitaufwändiger. Alles muss gut geplant und durchdacht sein, keine Spontanität – sogar Duschen ist zeitaufwändiger, da ich alle Prothesen aufwändig in Badeprothesen wechseln muss.



Keine Spontanität mehr: Alles muss gut geplant und durchdacht sein



Auch Kleidungwechseln geht nicht immer ohne Hilfe, ich musste mich von allen bisherigen Schuhen verabschieden und auch kleidungstechnisch musste ich mich umstellen.Ich werde oft gefragt, woher ich meine Stärke und Positivität habe. Da kann ich nur antworten: Ich war schon immer so, ich glaube daran, dass alles seinen Sinn hat, schaue nach vorne und verliere nie mein Ziel aus den Augen.



Andrea mit ihren zwei Töchtern am Strand.



Am Sonntag wird unsere kleine Maus 5. Wir feiern einen ganz normalen Geburtstag, Wehmut oder Schwermut ist mit diesem Tag nicht verbunden! Unsere Große, Annika hilft mir schon in vielen Dingen ganz zauberhaft und spielerisch, wie Kuchen backen, Salat waschen, Dressing machen…



Wenn Schicksalsschläge Dankbarkeit lehren



Ich kann allen nur raten, nicht so auf Äußerlichkeiten zu achten, das Leben ist viel zu kurz und viel zu schön, um sich permanent Gedanken darüber zu machen, wie man aussieht, ob man der augenscheinlichen Norm entspricht.



Ich habe wunderbare Menschen, Freunde, Familie um mich und da hat sich zwischen damals und jetzt nichts geändert. Warum auch? Als Mensch habe ich mich nicht verändert, nur körperlich, ein bisschen mehr Terminator 🙂



Ich bin unendlich dankbar, dass ich meine Kinder aufwachsen sehen darf, so viel Selbständigkeit zurückbekommen habe und genieße jeden Tag mit meinem Mann und Kindern.







Anmerkung der Redaktion: Wir können kaum in Worte fassen, wie sehr du uns mit deiner Lebenseinstellung beeindruckst, Andrea. Wir wünschen dir, deiner Tochter Charlotte, deiner Familie einen wunderbaren fünften Geburtstag am Sonntag. Fünf Jahre neues Leben! Wow, Wahnsinn!
               
Fruchtwasserembolie: Sie verlor Hände & Füße – die Lebensfreude blieb
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/narben-der-vergangenheit-wie-erklaere-ich-sie-meinen-kindern
       
+++ Triggerwarnung: Sexualisierte Gewalt in der Kindheit +++



Ich heiße Sandra, bin 30 Jahre alt und Mama von zwei Kindern (5 und 6 Jahre alt). In meiner Kindheit habe ich sexuellen Missbrauch erlitten, weshalb ich mit 11 Jahren anfing, mich selbst zu verletzten.



Mich zu ritzen erschien mir das einzig Richtige. Jeder Schnitt fühlte sich an wie der einzige Weg, um meine Verzweiflung loszuwerden. Später habe ich zweimal versucht, mir das Leben zu nehmen.



Heute, 19 Jahre später, geht es mir seelisch besser, ich bin reifer und selbstbewusster geworden. Doch mein Körper ist von Narben überzogen. Ich verstecke die Spuren der Vergangenheit unter langer Kleidung und habe gelernt, mit meinen Verletzungen zu leben.



Und nun kommt das große ABER: Ich habe keine Ahnung, wie ich diese Narben meinen Kindern erklären soll. Eines Tages werde ich ihnen wohl Rede und Antwort stehen müssen. Vielleicht gibt es hier ja andere Mamas mit einem ähnlichen Schicksal, die mir ein paar Jahre voraus sind. Wie bespricht man das Unaussprechliche mit seinen Kindern? Ich bin sehr dankbar für Hilfe von Euch!




               
Narben der Vergangenheit: Wie erkläre ich sie meinen Kindern? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nein-danke-ich-trinke-nicht-wie-ich-meine-kindheit-mit-einem-alkoholkranken-vater-erlebte-und-ueberwand
         Ihr Lieben, diesen Gastbeitrag einer Leserin müssen wir behutsam ankündigen, denn Sabines Vater war nicht nur alkoholkrank, sondern kam ihr auch zu nah. Der Beitrag beinhaltet keine Details, aber wem sich jetzt schon die Nackenhaare sträuben, der möge an dieser Stelle selbst entscheiden können, ob er weiterlesen mag. Danke für euer Verständnis. Und Sabine: Danke für dein Vertrauen.
 
Eigentlich spielt es in meinem alltäglichen Leben schon lange keine Rolle mehr. Und doch…
…plötzlich ist alles wieder da.
Ausgelöst durch den süßlichen Bier-Atem eines Fremden, die „netten“ Geschichten von damals, die von meinem Vater erzählen, der „ja schon immer gerne gefeiert und getrunken hat“ oder auch „ja, nach 1-2 Bierchen war er charmant und anhänglich“. Charme ist nicht alles, und ein betrunkener Vater (oder eine betrunkene Mutter) gibt keinem Kind das Gefühl von Vertrauen, Verlässlichkeit und Geborgenheit.
„Wir trinken doch alle mal was, aber gleich von ,Alkoholiker` zu reden, – also wirklich – das geht doch zu weit. Respektloses Gör!“ Ich war gerade 15 Jahre alt, als ich begann, mich aus diesem Sumpf zu lösen. Ich kannte den Unterschied zwischen etwas trinken und Alkoholismus leider nur zu gut.
Ja, mein Vater war Alkoholiker. ,War´ nicht etwa, weil er den Absprung und Entzug geschafft hätte, sondern weil er sich vor über fünf Jahren mit multiplem Organversagen zu Tode gesoffen hat. Das hört sich hart an und genau das war es auch, vor allem für meine Mutter, meinen Bruder und mich.
Was mir an seinem frühen Tod leid tut? Das ist schnell beantwortet:
Ich bedauere meine Oma zutiefst, da sie ihre beiden Kinder überlebt hat (meine Tante starb vor vielen Jahren) und an diesem Schmerz schier zerbrochen ist.
Und ich trauere um den Vater, den ich nicht hatte, sowie die Möglichkeit, „reinen Tisch“ mit ihm machen zu können. Er starb relativ überraschend, so dass ich mich nie mit ihm aussprechen, ihn konfrontieren konnte, all das, was unausgesprochen blieb.
Denn mit dem Alkohol in seinem Leben fingen auch die „Besuche“ in Badezimmer und meinem Kinderzimmer an. Über Jahre hinweg war ich die gefügige, süße Zweit-Frau meines Vaters ohne Wissen meiner Mutter.
Wie ich das verkraftet habe? Ich weiß es nicht.  Bis ich Mitte 20 war, existierte dieser Teil meiner Kindheit nicht oder nur bruchstückhaft in meinem Gedächtnis. Aber zumindest eines habe ich mittlerweile begriffen: Irgendwann holt es dich ein. Irgendwann funktionieren die besten Verdrängungsmechanismen nicht mehr.
Da sehe ich meine damals 5-jährige Tochter auf den Opa zulaufen und alles in mir schreit „Nein, komm` zurück, fass` sie nicht an“. Und da sind sie, von einer Sekunde auf die andere, die Erinnerung, die Angst, die Übelkeit, die Scham. Jahrelang in die dunkelsten Winkel meines Gehirns und meiner Seele gestopft und zugeschüttet.
Mit voller Wucht hat es mich da gepackt. Und trotz wunderbarer Menschen wie meinem Mann oder meiner besten Freundin schlitterte ich ohne Umwege in eine Depression.
Mein Vater war keiner, dem man seine Sucht sofort angesehen hätte. Der schöne Schein, die Fassade blieb lange intakt. Nur die Abstürze am Wochenende, die das Pegeltrinken unter der Woche oft nach sich zog, kamen in immer kürzeren Abständen. Doch im Alltag funktionierten wir alle und wahrten den Schein von der ach so perfekten Familie. Offensichtlicher waren die Geldprobleme, die Schulden, die Zwangsversteigerung des selbst erbauten Hauses. Einer geregelten Arbeit konnte mein Vater bald nicht mehr nachgehen. Er hangelte sich von einer selbständigen Beschäftigung zur nächsten, bis er zuletzt nur noch zu Hause saß, trank und sich bemitleidete.
Sein Tod war ein Schlusspunkt und zugleich ein Anfang.
Heute geht es mir gut. Ich habe einen tollen Ehemann, zwei bezaubernde Kinder und einen kleinen, aber feinen Freundeskreis von Menschen, die mir am Herzen liegen.  Ich habe mir Hilfe gesucht und eine Therapie gemacht. Mein nächstes Umfeld kennt meine Geschichte und hat Verständnis, wenn ich mal eine schlechtere Zeit durchmache.
Die „netten Geschichten von damals“ treffen mich nicht mehr. Und die Einladung zu einem Drink kontere ich mittlerweile gelassen. Nein, Danke, ich trinke nicht.
Zum Weiterlesen: Auch Leserin Julia hat uns von ihrer Kindheit mit einem alkoholkranken Vater erzählt. Und Nahla erzählt, wie sie ihre eigenen Kinder erzieht, wo ihr ein eigenes Eltervorbild fehlt.
Fotohinweis
 
               
"Nein danke, ich trinke nicht": Wie ich meine Kindheit mit einem alkoholkranken Vater erlebte - und überwand | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nein-mama-ist-eben-nicht-immer-das-maedchen-fuer-alles-findet-laura-froehlich
       
Ihr Lieben, als wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal von dem Begriff Mental Load hörten, ging uns ECHT ein Licht auf. Endlich gab es eine Begründung dafür, warum wir permanent kurz vor dem Hirninfarkt standen, weil sich so viele To do´s in unserem Kopf tummelten: Die mentale Last.



Dass diese für Familien vor allem von Müttern getragen wird, geht natürlich nicht. Und deshalb setzt sich unsere Kollegin Laura, die ihr aus der Müttersprechstunde kennt oder durch ihren letzten Gastbeitrag oder weil sie auch Teil des Blogfamilia-Teams ist, tagtäglich dafür ein, dass das Gewicht unter Paaren besser verteilt wird!



Nun legt die Dreifachmama sogar ein ganzes Buch zum Thema vor: Laura Fröhlich: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles!: Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen (Affiliate Link). Ihr könnt es am Ende des Beitrags sogar gewinnen. Aber lest erstmal:



Liebe Laura, die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles – so heißt dein neues Buch. Fühlst du dich trotzdem manchmal so?



Mittlerweile fühle ich mich sehr selten mental belastet, und weiß, wie ich die Reißleine ziehen kann. Aber ich kenne das Problem natürlich ganz genau. Eine lange Zeit hatte ich das Gefühl, zu Hause für alles verantwortlich zu sein, was die Familienorganisation betrifft. Wo sind die Wintersachen, wo liegt der Haustürschlüssel? Wann muss das Kind zum Kinderarzt und was wünscht sich die Schwiegermutter zum Geburtstag? Was muss auf den Einkaufszettel?



„Wenn ich nicht dran denke, tut es keiner“, das fasst das Dilemma vieler Mütter ganz gut zusammen. Im Buch erzähle ich anfangs, wie schlecht es mir damals ging und wie viele Konflikte mein Mann und ich austrugen. „Du kümmerst dich um nichts!“, hab ich ihm vorgeworfen. Er dagegen sagte mir, dass ich ständig an ihm rummeckere und er es mir nie recht machen könne. Solche Diskussionen führen Tausende von Paaren zu Hause.







Wir seid ihr mit euren drei Kindern durch die Corona-Zeit geschliddert? Wurde die Rollenverteilung klassischer oder konntet ihr die mentale Last der Familienorganisation dennoch gut aufteilen? 



Mein Mann und ich haben vor einem Jahr begonnen, die gesamte Familienorganisation sowie die Denk- und Kümmer-Arbeit neu aufzuteilen. Mittlerweile sind wir darin geübt und das hat uns durch die Corona-Krise gerettet. Wäre sie zwei Jahre vorher gekommen, säße ich jetzt mit Nervenzusammenbruch beim Arzt.



Ich weiß, wie schwer es für viele Eltern war, Homeschooling, Kinderbetreuung und Job zu schultern und sich dabei nicht in die Haare darüber zu kriegen, wer wie viel macht. Mein Mann und ich haben gelernt, Erwerbstätigkeit und die unsichtbare Care-Arbeit gleichwertig zu betrachten, und die Familie gemeinsam zu organisieren. Das war auch für uns ein langer und auch anstrengender Prozess, der sicher niemals abgeschlossen sein wird.



Wenn du jemanden den Begriff Mental Load in drei Sätzen erklären müsstest, welche Worte würdest du wählen? 



Mental Load ist die mentale Belastung, die vor allem entsteht, wenn sich Menschen umeinander kümmern, so wie Eltern um ihre Kindern. Viele hunderte Aufgaben fallen an, an die gedacht, die organisiert und ausgeführt werden müssen, und sie werden zu einem großen Berg an Arbeit, die jedoch unsichtbar bleibt. Die Person, die diese Kopf-Arbeit hauptsächlich oder ganz alleine tut, ist mental stark belastet, weil sie nie aufhört, kein Geld und kaum Anerkennung bringt.



Wann und wie kamst du denn selbst in Kontakt mit dem Phänomen – und: hat es dir die Augen geöffnet?



Ich selber bin über die Jahre in eine starke mentale Belastung geschlittert, weil ich von mir als Mutter erwartet habe, mich um alles zu kümmern. Diese eigene Erwartung entsteht durch den Eindruck von außen, dass die Mutter für alles zuständig ist, was Haushalt und Kinderbetreuung betrifft. Da ich nach der Geburt der Kinder jeweils ein Jahr Elternzeit genommen habe und danach in Teilzeit eingestiegen bin, war ich viel öfter zuhause als mein Mann und habe fast die gesamte Familienorganisation übernommen. Zeitweise war ich dadurch fix und fertig, hatte Rückenschmerzen und konnte überhaupt nicht mehr abschalten. Erst als ich das Konzept von Mental Load kennengelernt habe, ist mir ein Licht aufgegangen.







Die Augen geöffnet hat mir auch die Beschäftigung mit den stereotypen Geschlechterrollen: „Männer sind für das Geldverdienen zuständig, Frauen für das Kümmern.“ Auch mein Mann und ich haben seinem Beruf viel mehr Bedeutung beigemessen und uns keine Gedanken über die Alternative gemacht, dass auch er länger in Elternzeit gehen könnte als die gewöhnlichen acht Wochen. Zudem habe ich von klein auf gelernt, dass es die Frauen sind, die sich zu Hause um alles kümmern, und diesen Anspruch übernommen. Wir wollen heute alle Rollen erfüllen: die liebevolle Mutter, die gute Hausfrau und die erfolgreiche und moderne Frau. Und so versuchen wir, alle Ansprüche zu erfüllen, und komme nicht mehr raus aus dem Hamsterrad.



Nun verziehen viele Männer schon allein bei dem Begriff Mental Load die Augen, wie können wir trotzdem mit ihnen ins Gespräch darüber kommen?



Wenn Männer sich mit dieser Problematik konfrontiert sehen, haben sie oft das Gefühl, dass wir ihnen allein die Schuld dafür geben. Dabei haben sich sicherlich die wenigsten Männer bewusst dazu entschlossen, die Familienorganisation an die Partnerin abzudrücken. Wir leben in einem patriarchalen System, indem Frauen als Geberinnen sozialisiert werden. Manche Männer finden das bequem, andere leiden darunter, dass ihnen ihre Kümmer- und Organisations-Kompetenz abgesprochen wird. Viele von uns Frauen meinen, die Familienorganisation und die Kinderbetreuung besser zu bewältigen, dabei ist das keine Frage des Geschlechts, sondern der Übung.



Männer können übrigens nur gewinnen, wenn sie sich mit Mental Load beschäftigen und einen Teil der Last übernehmen. Kein Genörgel mehr, jeder weiß, was es konkret zu tun gibt, sie können das eigene Zuhause endlich selbst mitgestalten und haben eine entspannte Partnerin.



Was erwartet uns denn in deinem Buch ganz genau? 



Im Buch habe ich meine eigene Geschichte beschrieben, die aber die Geschichte vieler Frauen sein könnte. Wie ist es mir gelungen, die mentale Belastung zu überwinden? Wie sind mein Mann und ich über Mental Load ins Gespräch gekommen und welche Lösungen haben wir für den Alltag entwickelt?



Ich habe mich auf die Spur begeben und herausgefunden, warum wir Frauen uns verantwortlich fühlen, und warum Männer nicht genug Chancen bekommen, um sich als kompetente Väter und Kümmerer zu beweisen. Zusätzlich kommt eine Psychiaterin zu Wort, die Experten-Tipps gibt. Im dritten Teil lernen Eltern, wie sie das Problem mit der mentalen Last zuhause lösen können. Übrigens gibt es zusätzlich für alle die ultimative Aufgabenliste mit Auswertungsfunktion, die man sich kostenlos auf meinem Blog www.heuteistmusik.de herunterladen kann. Eltern können sich diese Liste anpassen und wie das geht, erfahren sie in einem dazugehörigen Video.Ich möchte Frauen außerdem Mut machen, sich auf sich zu konzentrieren und selbst Erwartungen stellen zu dürfen. Frauen lernen von klein auf, sich um andere zu kümmern und die Gefühle der anderen zu regulieren. Was sie nicht lernen, ist sich um sich selbst zu kümmern.



Und: Hat sich durch das Schreiben deines Buches an deiner Privatsituation etwas geändert? Konntest du deine guten Tipps also direkt auch zu Hause bei euch anwenden ;-)? 



Die Beschäftigung mit dem Thema hat mein Leben und das meiner Familie sehr bereichert. Ich habe das Abgeben erlernt und mein Mann ist mittlerweile ein richtiges Organisationstalent geworden. Wir streiten nicht mehr über alltägliche Kleinigkeiten, sondern besprechen einmal die Woche, was es zu tun gibt und wer was übernehmen kann. Dabei gibt es keine starren Rollen, sondern wir achten darauf, wie es uns beiden geht, oder ob einer gerade akut gestresst ist.



Zu guter Letzt: Wann, meinst du, erscheint das erste Buch über Mental Load aus der Feder eines Mannes?!



Ja, darauf bin ich auch gespannt. Natürlich gibt es auch mental belastete Väter, aber ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass es im Großen und Ganzen ein Frauenproblem ist, das durch unsere Sozialisierung und das patriarchale System entsteht. Dennoch brauchen wir bei dieser Diskussion die Männer unbedingt an Bord, und es ist wichtig, ihre Perspektive zu betrachten, denn genau das hilft uns, das Problem zu lösen. Richtig toll finde ich das Buch von Nils Pickert, „Prinzessinnenjungs“, in dem er darstellt, wie problematisch die Sozialisierung von Jungen ist. Er kommt auch in meinem Buch zu Wort.



Wir können das Problem nur gemeinsam bewältigen und das ist auch ein Grund, warum es besonders für Alleinerziehende schwierig ist. Darüber müsste ich eigentlich noch ein zweites Buch schreiben.



Und jetzt könnt ihr das Buch auch noch gewinnen! Was ihr dafür tun müsst? Bitte streikt doch mal einen Tag lang und kümmert euch um NICHTS, um euch mental zu entlasten. 😉 Zudem dürft ihr uns hier einfach einen Kommentar hinterlassen, ob oder warum ihr es gern haben möchtet! Wir drücken die Daumen!!!
               
Mental Load: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nein-wir-muetter-sind-nicht-immer-an-allem-schuld
        Neulich traf ich eine Bekannte beim Einkaufen. Meine kleinste Tochter saß im Kinderwagen und war äußerst schlecht gelaunt. Sie nölte, wollte nicht im Wagen bleiben und irgendwie war einfach alles blöd. Auf die Frage, wie es uns denn so gehen würde, sagte ich: "Ach eigentlich ganz gut, aber die Kleine ist gerade irgendwie schlecht drauf." Meine Bekannte nickte, sagte, sie kenne das und fragte: "Hast Du gerade schlimm Stress, so dass die Kleine Dich spiegelt?"
Ich weiß, meine Bekannte meinte das nicht böse, ganz sicher nicht. Sie wollte wahrscheinlich einfach nur helfen. Umso länger ich aber über diese Frage nachdenke, desto mehr ärgere ich mich über sie. Denn eigentlich heißt das mal wieder (überspitzt ausgedrückt): Du als Mutter bist wahrscheinlich schuld daran, dass das Kind schlecht drauf ist. 
Und dem möchte ich jetzt einfach mal ein lautes "NEIN, wir Mütter sind nicht an allem Schuld" entgegen rufen. 
Meine Tochter war schlecht drauf, weil ihr seit Wochen die Nase läuft und sie vielleicht einfach auch schon müde war. Und nicht, weil mir ein Abgabetermin im Nacken hängt. 
Ich bin da jetzt einfach mal so vehement, weil mir – wenn ich darüber nachdenke – ganz viele Szenen einfallen, in denen wir Mütter für alles verantwortlich gemacht werden. 

Fremdelt das Kind, liegt es wohl daran, dass die Mutter so schnell wieder arbeiten gegangen ist und das Kind dann umso mehr an der Mütter hängt, wenn sie da ist
Fremdelt das Kind, liegt es wohl daran, dass die Mutter sich entschieden hat, drei Jahre zu Hause zu bleiben und das Kind verzieht
Schreit das Baby am Anfang viel, ist die Mutter wohl unentspannt
Wirft sich das Kind wütend auf den Boden, liegt es wohl daran, dass die Mutter keine klaren Ansagen macht
Schläft das Kind nicht alleine ein, liegt es wohl daran, dass sie Mutter es nicht von Anfang an probiert hat
Isst das Kind nur ungern Gemüse, hätte die Mutter vielleicht früher mit Fingerfood anfangen sollen
Ist das Kind schlecht in der Schule, übt die Mutter wohl nicht genug Mathe mit ihm
Streiten sich die Geschwister, verteilt die Mutter vielleicht die Aufmerksamkeit nicht gerecht genug

Mich nervt das. Wie wäre es mit: 

Fremdelt das Kind, liegt es vielleicht daran, dass das Kind einfach etwas schüchtern ist
Wirft sich das Kind wütend auf den Boden, macht es das vielleicht, weil es in der Trotzphase ist und es einfach gerade zu der Entwicklung dazugehört
Schreit das Baby am Anfang viel, kann es vielleicht einfach nicht anders und ist ein High-Need-Baby
Schläft das Kind nicht alleine ein, ist es vielleicht einfach noch nicht so weit
Isst das Kind nur ungern Gemüse, wird es auch so groß werden und Geschmäcker entwickeln sich ja noch
Ist das Kind schlecht in der Schule, liegt seine Begabung vielleicht eher im Lesen als in Mathe
Streiten sich die Geschwister, liegt es vielleicht daran, dass sie sich einfach gerade doof finden

Jeder unterschreibt sofort, dass unsere Kinder eigene Charaktere sind. Wir beziehen sie früh mit ein, wollen ihnen nichts überstülpen und glauben, dass sie ihre eigene Meinung haben. Wenn es aber mal schlecht läuft, sind sie plötzlich ferngesteuerte Wesen, die nur unser Verhalten spiegeln?
Keine Frage: Natürlich hat es eine Auswirkung, wie wir als Eltern uns verhalten. Natürlich überträgt sich manchmal die Anspannung der Eltern auf die Kinder. Natürlich entwickeln sich Kinder aus einem liebevollen Umfeld anders als Kinder, die unterdrückt werden oder für die Eltern nie Zeit oder ein nettes Wort haben. Aber der absolute Großteil von uns gibt doch jeden Tag sein Bestes und unseren Kindern fehlt es an nicht Grundlegendem.
Also vielleicht haben die Kinder eben einfach auch mal einen miesen Tag, eine blöde Phase – ohne dass wir Eltern daran schuld sind.
Wobei – eigentlich wird die Verantwortung oft eher nur an die Mütter abgegeben. Jedenfalls hat mich noch nie jemand gefragt: "Ist die Kleine vielleicht schlecht drauf, weil der Papa gerade Stress im Job hat..?" 
 
               
Nein! Wir Mütter sind nicht immer an allem schuld! | STADT LAND MAMA
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        Liebe Juliane, erzähl uns mal, wie und wo Du deinen Mann kennengelernt hast. 
Ich kenne meinen Mann schon seit der Schulzeit, da fanden wir uns auch schon gut. Nach der Schule verloren wir uns aber erstmal aus den Augen. Als ich ihn dann etwas später auf einem Jahrmarkt wieder sah, nahm ich all meinen Mut zusammen, habe meine Handynummer auf einen Zettel geschrieben, ihm gegeben und gesagt: Ruf mich an.
Noch am gleichen Abend schrieb er eine SMS – und so nahm das Ganze seinen Lauf. Wir sind bis heute sehr glücklich miteinander und haben einen achtjährigen Sohn, der unser ganzer Stolz ist.
Heute geht es auch um deine Schwiegereltern, zu denen du kein unbelastetes Verhältnis hast. Wie war denn Euer erstes Kennenlernen?
Das war schrecklich und komisch zugleich. Mein Mann und ich wollten ins Kino fahren ,aber Mann merkte, dass er die Autopapiere zu Hause vergessen hatte. Also fuhren wir nochmal zum Haus seiner Eltern, wo er auch noch wohnte. Es war kurz vor 17 Uhr und der Vater meines Mannes machte im Schlafanzug die Tür auf und sagte nur: „Hallo.“ Es war eine seltsame Sitiation.
Wann hast Du das erste Mal bemerkt, dass sie sich gerne einmischen? 
Die erste Situation war harmlos, aber irgendwie bezeichnend. Immer, wenn ich bei meinem Mann war, legte ich mein Handy, meinen Schlüssel auf ein kleines Schränkchen am Eingang. Wenn ich wieder gehen wollte, lagen die Sachen in meiner Tasche. Klar ist das kein riesen Ding, aber irgendwie fand ich es komisch, dass sie einfach so meine Sachen umräumen.
Mit der Zeit mischten sie sich in viele Themen ein, vorallem in unsere Finanzen.
Seit Euer Sohn auf der Welt ist, empfindest du die Einmischung als besonders anstrengend, richtig?
Ja, manchmal denke ich, sie seien die Eltern. Sie mischen sich ständig in alles sein. Warum unser Sohn diesen Pulli an hat und nicht einen anderen, der doch viel schöner ist. Warum der Junge schon wieder spielen darf, es gäbe doch sicher noch Hausaufgaben. Warum der Junge jetzt Gummibärchen essen darf, Obst sei doch gesünder.
Sie kaufen ihm ständig Klamotten, die ich aber nicht mag oder die nicht passen. Wenn man sie zurück gibt, sind sie total beleidigt. Und wenn unser Sohn mal bei ihnen zu Hause ist, dann darf er plötzlich ganz lange fernsehen, was ich gar nicht gut finde.
Sie mischen sich auch in unseren Alltag ein. Gerade erst musste ich mir eine Predigt anhören, warum ich in den normalen Supermarkt gehe und nicht zum Discounter – da sei doch alles so viel günstiger und ich solle aufs Geld achten.
Wie reagierst du auf das Verhalten deiner Schwiegereltern?
Ich lasse mir das nicht gefallen und spreche sie direkt darauf an. Leider endet das dann oft im Streit, weil sie mich einfach nicht verstehen. Wenn der Ton dann lauter wird, packe ich unseren Sohn ein und fahre nach Hause.
Was sicherlich nicht für gute Stimmung sorgt….
Ganz und gar nicht. Meine Schwiegereltern haben mir auch schon gesagt, sie hätten sich beim Jugendamt erkundigt, dass es auch für Großeltern Umgangsrecht gäbe und dass sie dieses Recht unter allen Umständen wahrnehmen würden.
Für deinen Mann ist die Situation sicherlich auch nicht leicht. 
Ja, für ihn ist das sehr belastend, immerhin sind es seine Eltern. Aber: Er steht voll hinter mir und sagt seinen Eltern immer, wenn sie eine Grenze überschreiten.
Welches Verhältnis würdest du dir zu den Schwiegereltern wünschen?
Ich wünsche mir, dass sie nicht ständig Unruhe in unser Familienleben bringen. Dass wir uns unterstützen anstatt uns gegenseitig das Leben schwer zu machen. Aber ehrlich gesagt habe ich da wenig Hoffnung. Die Schwiegereltern sind beide Rentner und haben den ganzen Tag nichts zu tun – außer sich in unser Leben einzumischen. Ich fürchte, das wird irgendwann mit einem riesen Knall enden.
               
Nervige Schwiegereltern - wenn Opa und Oma sich in alles einmischen... | STADT LAND MAMA
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         Ihr Lieben, wenn umwälzende Erfahrungen im Leben unserer Kinder passieren, dann geschieht das manchmal auf eine Art, die wir nicht erwarten. Zum Glück weiß ich das mittlerweile, immerhin bin ich seit mittlerweile zwölf Jahren Mama. Aber manchmal ist es eben ein Spagat.
Ob das Kind neu in der Kita ist, neu in der Grundschule, neu an der weiterführenden Schule. Ob vielleicht ein neuer Partner dazugekommen ist oder ein Umzug oder ob es sonst eine grundlegende Veränderung gegeben hat – so etwas lässt unsere Kinder nicht kalt.
Manche Kinder reagieren still, andere überfordert, wieder andere mit Ablehnung oder sogar Aggression. Jedes Kind verarbeitet solch neue Situationen auf irgendeine Weise.
Da kann das Nicht-Auffinden eines zweiten Sockens zum tränenreichen Drama werden – ja, auch bei zehnjährigen Kindern oder noch älteren. Da kann das Einschlafen abends wegen der Nervosität vor der neuen Situation auch mal wieder Stunden dauern. Da kann sich alles falsch anfühlen, was sonst Routine ist.
Für alle Eltern, deren Kinder gerade in einer solchen Situation stecken: Ich wünsche euch Geduld und starke Nerven! Aber seid nachsichtig mit euren Kindern. Sie können ihre Emotionen noch nicht so gut formulieren wie wir, wissen vielleicht selbst nicht, was mit ihnen los ist.
Es ist immer ein Spagat in der Erziehung. Wann muss Stopp auch mal Stopp heißen? Wann kann ich nachgiebiger sein? Wann brauchen die Kinder abends wirklich noch ein Kapitel aus dem Buch, um runterzukommen und wann möchten sie einfach nur das Licht ausschalten um ein paar Minuten nach hinten verzögern…
Es ist September. Viele von euch, unseren Leserinnen, werden im Moment Kinder haben, die neu in Kita, Grundschule oder weiterführender Schule unterwegs sind. Die ersten Tage waren die Kinder vielleicht euphorisch, ihr Eltern wart stolz und im Zwiespalt zwischen: Oh Gott, mein Kind, es ist doch grad erst geboren! Und: Wow, mein kleines Kind ist schon soooo groß, wie stolz ich bin.
Und diesen Zwiespalt der Gefühle machen eure Kinder auch grad durch! Im einen Moment sind sie mutig und trauen sich was. Sie wirken fast „erwachsen“. Und im nächsten Moment sind sie wieder wie „Babys“, brauchen eine Umarmung und eine ganz große Portion Liebe.
Diesen Spagat hinzubekommen, das ist nicht leicht. Sie ernst zu nehmen, ihnen etwas zuzutrauen und dann aber auch wieder weich zu sein, ihnen Halt geben und Fürsorge. Ein Kind, das uns grad noch angebrüllt hat, dann plötzlich wieder liebevoll zu umarmen. Das klingt paradox und viellicht fühlt es sich auch so an. Aber ich sag euch etwas aus meiner Erfahrung: Ich glaube, genau das kann in solchen Momenten Gold wert sein. Einfach die Mama zu sein. Der Papa. Der Wohlfühl-Anker.
Fragt euch, woher dieser Vulkanausbruch der Emotionen gerade herkam. Für euch mag es so wirken, als sei er aus dem Nichts gekommen, aber irgendwas scheint in euren Kindern zu brodeln. Ein „So, Ihr Süßen, so langsam machen wir uns mal bettfertig“ kann dann zu Schreien führen, zu Wutschnauben, zu Türen knallen, Treppen trampeln, Wäscheberge zertreten, was auch immer – und ihr steht davor und denkt: Ist er oder sie jetzt verrückt geworden?
Es ist okay, das zu denken! Aber seid euch sicher: Eure Kinder tun das nicht, um euch zu ärgern. Oder weil sie plötzlich alles, was bislang da war, in Frage stellen. Sondern einfach, weil sie gerade überfordert sind mit der Situation. Weil ins Bett gehen für sie vielleicht gerade bedeutet, gleich in den Tunnel zu gleiten, der sie direkt auf diesen Pausenhof führt, der ihnen mit alle den fremden Kindern vielleicht noch Angst macht. Weil es bedeutet, dass morgen vielleicht zum ersten Mal ein neuer Lehrer kommt oder eine Bastelarbeit ansteht, von der sie glauben, sie nicht zu schaffen.
Ihr seid in diesen Momenten ihr Blitzableiter. Alles muss raus. Ich glaube, es bringt nichts, dann Strenge walten zu lassen. Ich glaube, es bringt etwas, dann zu versuchen, der Fels in der Brandung zu sein. Tief Luft zu holen. Ruhig zu bleiben. Abzuwarten, bis der Gewittersturm vorübergezogen ist und man das Kind wieder mit Worten erreicht. Manchmal kann es helfen, dann eine Umarmung anzubieten. Kann es sein, dass es dir grad nicht gut geht? Wird dir grad alles zu viel? Kann ich dir irgendwie helfen?
Und dann kann es passieren, dass das coole Kind von gerade, das plötzlich den Schulweg allein meistert oder sonstige vermeintlich erwachsene oder große Aufgaben übernimmt, plötzlich wieder ganz klein wird. Sich ankuschelt. Seufzt. Und vielleicht sogar vor Erleichterung weint.
Probiert es mal aus. Ich schaff das auch nicht immer. Aber wenn, dann endet es meist in ganz viel Liebe und Wärme.
 
Foto: pixabay
               
Neu in Kita oder Schule: Umarmt eure Kinder, wenn sie durchdrehen | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, wie oft hören wir von Trennungen, in denen die einstige Liebe zu einem Kampf wird, sich die Elternteile in ihrem Schmerz verlieren und nicht mehr rational handeln können. Bei Tina, 47, Papa Frank, 47, und ihren Jungs Moritz, 11, und Fabian, 9, ist das anders gelaufen. Die Eltern sind zwar kein Paar mehr, aber zusammen mit ihren Kindern immer noch eine Familie. Wie ist ihnen das gelungen?  



Liebe Tina, du bist nicht mehr mit dem Papa deiner Kinder zusammen, seit wann seid ihr getrennt und wie kam es dazu?



Wir haben uns 2017 getrennt, nachdem wir drei Jahre darum gerungen haben, ob wir unsere Ehe wieder hinkriegen können. Es lag schon vorher manches im Argen. Ich war nach Fabians Geburt länger krank und nach und nach hat sich unsere Beziehung in etwas sehr Schweres entwickelt ­– über das Elternwerden, die Verantwortung (auch die wirtschaftliche), das Reinfallen in traditionelle Rollenverteilung, weil es beruflich für Frank in seinem Job keine Alternative zu geben schien…



Irgendwie funktionierten wir nur noch als Elternteam, aber als Liebespaar hatten wir trotz Unterstützung der Großeltern und regelmäßiger Paargespräche einfach kein Tanzparkett mehr. Keine Leichtigkeit. Keinen Spaß. Obwohl wir uns wirklich bemüht haben. Wie es dann so klassisch geht, habe ich mich auch noch verliebt. Auch wenn mit diesem Mann keine neue Beziehung entstanden ist: Drei Paartherapien später war klar, dass unsere Ehe nicht mehr wird.



Hast du schon während der Trennung gemerkt, dass das bei euch besser klappen könnte als bei anderen oder war da doch erstmal auch viel Schmerz?



Da war ganz viel Schmerz. Aber wir hatten das Glück, einen Therapeuten zu treffen, der uns da gemeinsam durchbegleitet hat. Die Methode heißt Imago-Therapie und wir haben das als etwas sehr Besonderes empfunden, wie diese Gespräche unsere emotionale Verbindung am Leben gehalten haben. So haben wir beide relativ schnell geschafft, über Schuldzuweisungen hinauszukommen und zu schauen: Was hab ich selbst dazu beigetragen und wofür kann eben einfach keiner was. Statt den anderen für den eigenen Schmerz verantwortlich zu machen.



Woran man es vielleicht schon gemerkt hat, dass wir eine gute Chance haben, das hinzubekommen, war, dass es unter allem Schmerz auch ein großes Wohlwollen gab zwischen uns. Ich glaube, jeder hat dem anderen zugestanden, dass man es eben so gut gemacht hat, wie man konnte.



Wie habt ihr dann den Kindern erzählt, dass Mama und Papa nicht zusammenbleiben?



Das war ein schrecklicher Tag. Wir waren schon eine ganze Zeit drumrum geeiert und Moritz ist ein sehr aufmerksames Kind. Er hatte einfach gespürt, dass etwas wirklich nicht stimmt. Als er mich ganz konkret gefragt hat: „Mama, ihr trennt euch aber nicht?!“, da konnte ich ihn nicht mehr anlügen oder mit Ausflüchten abfüttern. Er war 8 und das Ganze hing schon über ein Jahr wie ein Damoklesschwert über seinem Kopf.



Auch wenn das überhaupt nicht so geplant war und Frank es auch gar nicht gut fand, dass ich allein mit Moritz drüber geredet habe – es hatte auch Vorteile, dass unser Großer sich nach vielen lauten Tränen erstmal wieder ein bisschen stabilisieren konnte. Am nächsten Tag haben wir uns zu viert zusammengesetzt, die Taufkerzen der Kinder angezündet, uns an den Händen gehalten und versprochen, dass wir das zusammen gut hinkriegen und eine Familie bleiben.



Das ist soweit schon ganz gut gelaufen. Trotzdem war es für den 5-jährigen Fabian die totale Überforderung. Erst zwei Jahre später hat er erzählt, dass ihm das alles viel, viel zu schnell gegangen ist. Schon zwei Wochen später ist Frank in eine Übergangswohnung gezogen. Für ihn musste das sein, damit er unter dem Schmerz nicht zusammenklappt. Für unseren Kleinen war es nicht gut. Aber an dieser Stelle war klar: Wir Eltern müssen sehen, dass wir stabil bleiben (oder werden), damit wir für die Kinder da sein können.



Nun werden ja viele Schauergeschichten zu Trennungen erzählt, hattest du auch Angst, dass es bei euch so werden könnte, dass ihr irgendwann nur noch über eure AnwältInnen miteinander kommuniziert?



Nein. Es hat in dem Prozess ein paar wirklich kritische Momente gegeben, wo einer von uns angefangen hat, aus der eigenen Verletzung um sich zu schießen. Aber glücklicherweise hat es dann immer der oder die andere geschafft zu sagen: „Du, das wird jetzt hässlich. Das wollen wir nicht. Ich geh jetzt raus und wir reden ein andermal weiter“. Darüber bin ich sehr dankbar. Wenn man einen solchen Weg weitergeht und beide nur noch im Modus „Angriff oder Verteidigung“ sind, entstehen ganz schnell Verletzungen, die bleiben und Gräben durch die Elternbeziehung ziehen.



Was hat sich für euch zunächst geändert?



Wir wollten, dass die Kinder nicht noch ihr gewohntes Zuhause, Freunde, den bekannten Schulweg verlieren. Und außerdem die Beziehungen zu beiden Eltern bestehen bleiben. Darum zog Frank in eine möblierte Wohnung und kam zweimal die Woche, die Kinder ins Bett zu bringen und nahm sie einen Tag am Wochenende. So sahen sie sich fast alle zwei Tage. Im Lauf der Jahre haben wir das immer wieder modifiziert, sodass ich auch abends mal länger wegkonnte oder jeder von uns auch mal ein ganzes Wochenende off hatte. Mittlerweile wohnen wir nur 200 Meter voneinander entfernt und die Jungs können sehr unkompliziert wechseln. Das schätzen wir alle sehr.



Nun sagst du, dass ihr das richtig gut hinbekommen habt, aus dem Paar das ihr mal wart, eine Verbindung auf Augenhöhe hinzubekommen. Woran genau machst du das fest?



In diesem Prozess der Trennungsbegleitung mit dem Paartherapeuten hat es eine Stunde gegeben, wo wir beschreiben sollten, was wir uns für unsere „neue Beziehung“ als getrennte Eltern wünschen. Da hat sich gezeigt, dass uns beiden am wichtigsten ist, sich darauf verlassen zu können, dass der andere es gut mit einem meint. Wenn ich darauf vertrauen kann (und das liegt ja nicht nur am Verhalten des anderen), ist eigentlich jeder Konflikt nur noch eine schlichte Meinungs- oder Bedürfnisverschiedenheit. Nichts, woraus man ein Drama machen muss. Und das merken wir beide sehr im Alltag. Da gibt es viel „Nee du, hätte mir auch passieren können“ und „Kann ich verstehen, war blöd, aber ja keine Absicht“.



So wie wir das machen, das muss man auch abkönnen. Wir kommunizieren zum Teil deutlich mehr als früher. Ich glaube, das geht gar nicht anders, wenn man wirklich die ganzen vielen Themen gemeinsam „beeltert“. Aber unser Modell ist auch sehr flexibel und so haben wir beide genug Freiraum für die Beziehung mit den Kindern und andererseits für viele andere Dinge, die wir gern ohne sie tun.



Wie habt ihr es ganz konkret geschafft, als Nicht-Mehr-Paar die Kinder nicht aus den Augen zu verlieren, nicht in einen Rosenkrieg zu geraten?



Die wichtigsten Werkzeuge dafür habe ich vielleicht aus zwei Büchern mitgenommen. Die „Glücklichen Scheidungskinder“ von Remo Largo und das andere heißt „Als Paar getrennt, als Eltern zusammen“. Geblieben sind daraus zwei Aufträge: 1. Egal, was ihr entscheidet, stellt das Wohl der Kinder an oberste Stelle, denn die können gar nichts dafür, und 2. Vermeidet, dass sie Bindungsabbrüche erfahren und in Loyalitätskonflikte geraten, denn die sind toxisch.



So, und damit ist man ganz schön krass an die Leine genommen. Denn wenn das Wohl der Kinder obenan steht, muss ich auf den anderen Elternteil (wenn da eine gesunde Beziehung besteht) einfach gut aufpassen. Und auch mal meinen ersten Impuls von „Ungerecht!“ oder „Nicht mit mir!“ in Ruhe überdenken. Also war zum Beispiel klar, die Jungs feiern weiter Weihnachten bei meinen Eltern – weil das für sie Stabilität und Weihnachtszauber ist. Und Frank hat 2017 tapfer den Abend anders verbracht. Mittlerweile feiern wir wieder alle zusammen.



Das so vernünftig zu regeln ist schwierig, wenn es an existenzielle Dinge wie finanzielle Versorgung, Wohnen oder Arbeitenmüssen geht. Wir hatten viele Gespräche nach dem Motto: „Bei dem Gedanken geht es mir echt ganz schlecht, da krieg ich Panik, da bräuchte ich …“. Für mich war ganz toll, dass Frank in Momenten, wo ich echt am Boden war, immer gesagt hat: „Hey Tina, wir sitzen in einem Boot, ich bin immer noch an deiner Seite, wir kriegen das zusammen hin.“



Das ist glaube ich zentral: dass man es schafft, sich einen Kern von Loyalität zu bewahren für die Familie, die man mal gemeinsam gegründet hat. Das geht nur, wenn beide mitmachen.



Würdest du eine Trennung manchmal auch als Chance bezeichnen?



Ich will das nicht hochjubeln. Es ist nicht unbedingt ein leichter Weg. Auch wenn man sich als Eltern gut versteht, fehlen viele Momente der gegenseitigen Entlastung, Unterstützung und des Teilens. Aber ja, die Chance ist, dass bestimmte Kränkbarkeiten, die einen in der Beziehung unentspannt machen, aus der Elternbeziehung „rauswachsen“. Wir hatten früher ganz ungute Diskussionen über Erziehung, wo immer mitschwang: „Du findest, ich mache es nicht gut genug“. Heute sind wir da viel konstruktiver und können auch hinnehmen, dass wir zu manchem eben verschiedene Ansichten haben.



Und bei uns hat die räumliche Nähe und gerade auch Corona und die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten dazu geführt, dass die viel beschworene „Mental Load“ nochmal fairer aufgeteilt werden konnte. Jetzt weiß der Vater genau, was die Kinder in ihrer Freizeit tun, wann der Gitarrenunterricht per Skype ist, wie die Klassenleitung heißt und wann die Akut-Sprechstunde beim Kinderarzt ist. Die Trennung sorgt vielleicht für die Möglichkeit zu überprüfen: Wie viel Alltagsverbindung will ich zu meinem Kindern? Das klappt natürlich nur, wenn sich beide Elternteile einigermaßen einig sind, wie sie sich das wünschen. Da haben wir einfach Glück. Aber innerhalb der Ehe wäre das so nicht gelungen.



Hast du Tipps oder Mutmacher für Frauen, die sich grad in der Trennungsphase befinden – oder gerade überlegen, den Schritt zu wagen?



Ich hab die Erfahrung gemacht: Jede ungute Diskussion, jeder Streit birgt auch immer die Chance, es diesmal anders zu machen und mehr Wohlwollen und Verständnis in die Beziehung zu bringen. Das ist eine bewusste Entscheidung: anzuerkennen, dass der oder die andere es so gut macht, wie es eben geht. Und auch: dass die Liebesbeziehung, die man sich gemeinsam gewünscht hat, nicht gelungen ist. Darüber dürfen beide trauern – und manchen fällt es leichter, wütend als traurig zu sein.



Aber eine Trennung ist umgekehrt auch eine Auffoderung, für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Anfangs denkt man vielleicht, oh Gott, es geht nur ums Überleben, weiter funktionieren. Aber wenn sich die eigenen Gefühle wieder beruhigen, wird es wirklich einfacher. Und es gibt gute Unterstützung: Beratungsstellen wie pro familia, der VAMV (Verein alleinerziehender Männer und Frauen), Facebookgruppen für getrennte Eltern oder eben auch Trennungsbegleitung – sorgt gut für euch, dann könnt ihr auch für eure Kinder besser sorgen.



Zum Weiterlesen:



Eltern bleiben nach der Trennung: Ein Guide für den Umgang mit Ex-Partnern



Trennung – Und jetzt? Wo finde ich Hilfen, was muss ich als Frau und Mutter jetzt beachten?



Buchtipps:



Remo Largo, Monika Czernin: Glückliche Scheidungskinder: Was Kinder nach der Trennung brauchen



J. Willems, B. Appeldoorn, M. Goyens: ls Paar getrennt, als Eltern zusammen: Wie eine gemeinsame Erziehung nach der Trennnung gelingt



Marianne Nolde: Eltern bleiben nach der Trennung: Was Ex-Partner für sich uns ihre Kinder wissen sollten




Eltern bleiben nach der Trennung: Ein Guide für den Umgang mit Ex-Partnern





               
Gute Trennung als Eltern: „Wir sind auch weiterhin eine Familie"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neue-liebe-ich-lernte-meinen-mann-in-einer-seitensprung-app-kennen
       
Liebe Saskia, du hast deinen Mann auf einer
Seitensprung-App kennengelernt. Erzähl doch mal, wie es dazu kam, dass du dich
da überhaupt angemeldet hast…



Ja, ich habe meinen jetzigen Lebensgefährten über diese App kennengelernt. Allerdings muss ich gestehen: Ich war damals in meiner Ehe auch schon da angemeldet…



Warum?



Hmm, ich habe eine Werbung gesehen und ich dachte „Och, meld dich da mal an und schau was da kommt.“ Im Nachhinein weiß ich, dass mir in meiner Ehe etwas gefehlt hat. Das war mir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht so richtig klar. Ja, und dann kamen die ersten Anfragen. Manche haben nett geschrieben manche ziemlich plump.



Warum hast du dich gerade dort angemeldet und nicht in
einer üblichen Dating-App? Hattest du vielleicht auch Lust, jemanden kennenzulernen,
der vielleicht vergeben ist – und der nicht gleich Beziehungsansprüche anmeldet?



Ich glaube, ich habe mich dort einfach aus Neugier
angemeldet. Und ich denke, ich wollte keine neue Beziehung, sondern eher ein
Abenteuer. Ehrlich gesagt habe ich mir aber überhaupt keine Gedanken drüber
gemacht, was da auf mich zu kommt!



Ich wollte einfach mal wieder begehrt werden und mal wieder spüren, dass sich jemand nur für mich interessiert – als Frau. Ich war in einer Beziehung und habe drei Kinder. Ich war Ehefrau, Mutter und Kümmerer, aber Zeit für mich und meine Person war da wenig. Mein Interesse, mal zu sehen, wie meine Marktchancen so standen, war also groß. Denn ich fragte mich schon, wer noch Interesse an einer 37jährigen mit drei Kindern hat.



Du hast einige Dinge in dieser App erlebt, das hast du schon angedeutet. Besonders bezeichnend fandest du, dass die meisten Männer schrieben, sie hätten sowas NOCH NIE gemacht… und dass sie eigentlich treu sind.



Anfangs war das eher lustig und interessant, was die Männer so alles schreiben, um eine Frau zum Date zu bekommen. Und genau, was mich zum Schmunzeln brachte war, dass die meisten schrieben, dass sie sowas noch nie gemacht hätten und vor allem immer treu gewesen seien. Naja, bei den ersten glaubst du das, aber irgendwann zweifelst du auch daran.



Manche schrieben wirklich nett und fielen nicht gerade mit der Tür ins Haus. Aber manche haben direkt gesagt, was sie wollten und das war meistens nicht reden. 😉



Aber es gab auch wirklich sehr nette. Und ich habe
mich auch mit Zweien getroffen. Einer kam von weiter her und wir haben lange
geschrieben und uns dann in einem Hotel verabredet, das auf der Mitte zwischen
unseren Wohnorten lag.



Das war ziemlich aufregend und im Nachhinein auch irgendwie unsicher. Er hätte ja auch sonst was mit mir anstellen können… Ich hatte aber zumindest eine Freundin eingeweiht, wo ich bin und dass wir abends noch in Kontakt bleiben. Einfach zur Sicherheit.



Die Sorge blieb unbegründet. Es war ein sehr schöner Tag und eine aufregende Nacht. Ich muss aber gestehen: So würde ich das nicht noch einmal machen.



Und deine zweite Begegnung?



Der andere Mann kam aus meiner Nähe. Und wir sind anfangs immer nur spazieren gegangen und haben geredet, das war sehr schön. Irgendwie wie eine Insel, die ich mir geschaffen habe, um aus meinem Alltag rauszukommen.



Irgendwann aber haben wir uns dann auch bei ihm
getroffen, er war Single. Und da kam es natürlich auch zu mehr. Und auch das
war sehr schön und irgendwie vertraut. Ein sehr netter Mann, auch mit seiner
Geschichte hintendran. Das Ganze lief so circa drei Monate lang.



Wir haben dann festgestellt, dass es zu eng wurde und wir
wollten beide nicht weitergehen. Ich sehe ihn heute manchmal noch zufällig in
der Stadt oder wir schreiben kurz, wie es dem anderen geht, da ich ihn als
Person mag. Aber mehr wird da auch nicht mehr sein.



Während der Zeit war ich noch mit meinem Exmann
zusammen. Allerdings steuerte die Ehe in dieser Zeit bereits dem Ende entgegen.
Ich fragte mich in dieser Zeit oft und viel, warum ich mich mit anderen treffen
und mit ihnen auch intim werden wollte.



In meinen Augen gibt es immer einen Grund, warum man
sich auf sowas einlässt. Meistens würde ich sagen, dass in der Beziehung
einfach der eine nicht mehr die Wünsche und Sehnsüchte des Partners erkennen
kann. So etwas entsteht natürlich schon weit bevor es zu einem Seitensprung
kommt.



Du sagst, viele in der App wollten dir auch einfach nur ihre Fantasien mitteilen…



Ja, ein Mann zum Beispiel wollte nur schreiben und Geschichten, die er sich vorstellt, mit mir teilen. Zum Beispiel: Wir kannten uns nicht und trafen uns zufällig. Blicke wurden ausgetauscht und es funkte direkt zwischen uns, wir wussten genau, worauf es hinauslaufen sollte. Wir gingen gleichzeitig aus dem Raum und trafen uns draußen. Und so weiter…



Es waren viele Geschichten, die ich so gar nicht mehr alle wiedergeben kann, er hat mir auch von seiner Frau erzählt und dass er sie liebt und er glaubt, dass sie eine Affäre hat. Er hat mich gefragt, wie ich manche Dinge sehen würde. Ich habe versucht, ihm den Blick seiner Frau wiederzugeben. Das war, als rede man halt mit einer Freundin darüber.



Wir haben auch telefoniert und es war einfach nur schön mit ihm zu sprechen und auch die Ansichten zu manchen Themen von einem Mann zu bekommen.



Und dann kam plötzlich der Mann, mit dem du heute zusammen bist. Wusstest du sofort, dass dieser hier anders ist als der andere?



In der Zwischenzeit war ich getrennt von meinem Exmann und hatte mit den Kindern meine eigene Wohnung bezogen. Während der Zeit hatte ich mich abgemeldet von der App. Als ich jedoch dann quasi frei war, dachte ich: Komm, melde dich nochmal an, du darfst es ja jetzt.



Und ja, da kamen natürlich auch wieder Anfragen von Männern. Und da war dann eine Anfrage von einem Mann. Profil ohne Bild. Nur eine Frage stellte er mir: Lust auf Frühstück in Lübeck? Irgendwas hat mich denken lassen: Warum nicht?!



Wir tauschten Nummern aus und so fingen wir an zu schreiben. Natürlich habe ich dann direkt ein paar Bilder bekommen. Und fand ihn nett. Da sein Wohnort circa 300 km von meinem entfernt war, dachte ich mir nichts Großes dabei. Wir schrieben und telefonierten drei Wochen täglich mit Bild. Und was soll ich sagen: Er hatte sich irgendwie in mein Herz geschlichen, bzw. die Neugier geweckt.



Also trafen wir uns nach drei Wochen das erste Mal
persönlich. Er kam zu mir und wir gingen in ein Lokal. Ich hatte natürlich auch
wieder eine Freundin eingeweiht und einen Zeitpunkt ausgemacht, zu dem wir
telefonieren. Sicherheit geht vor!



Es war total aufregend, ich habe mich gefühlt wie ein
Kind, das sich auf etwas ganz Besonderes freut. Wir unterhielten uns den ganzen
Abend und dann entschied ich mich, ihn mit nach Hause zu nehmen. (Die Kinder
waren nicht da) Wir tranken noch einen Wein und redeten ziemlich viel.



Und dann kam es zu mehr. Er fuhr dann am nächsten Tag wieder heim. Wir schrieben immer noch täglich und telefonierten weiterhin. Ich dachte, ich lasse mich darauf mal ein, es ist ja ne Fernbeziehung und wer weiß wie lange so was hält.



Wieso hatte er sich im Seitensprung-Portal angemeldet?



Muss ich ihn mal fragen!



Ihr habt euch sozusagen schreibend kennengelernt. Schreibt ihr euch auch heute noch viel, gehört das zu eurer Beziehung dazu? 



Ja, das Schreiben und Telefonieren ist ein Bestandteil unserer Beziehung. Wir haben nun zwei Jahre eine Fernbeziehung geführt und uns fast jedes Wochenende gesehen. Entweder kam er zu mir oder ich fuhr an den kinderfreien Wochenenden zu ihm. Freitags nach der Arbeit. Und sonntags wieder zurück. Und seit drei Monaten wohnen wir tatsächlich hier in meinem Wohnort zusammen in einem Mietshaus – gemeinsam mit meinen Kindern. Er hat seine Wohnung aufgegeben.



Es war einfach praktischer so herum. Ich hatte gerade erst eine neue Arbeitsstelle gefunden, die Kinder sollten ja auch nicht zu weit weg von ihrem Vater. außerdem brauche ich meine Familie im Hintergrund. Er hingegen arbeitet immer noch von Montag bis Donnerstag in seinem Heimatort und kommt dann donnerstags nach Hause zu uns. Also ist das Schreiben und Videotelefonieren weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Beziehung.



Wie würdest du reagieren, wenn du erfahren würdest, dass er auch heute noch die App auf seinem Handy hat?



Ich glaube, ich wäre sauer und enttäuscht, wenn er die App noch auf dem Handy hätte. Und auch mit Frauen schreiben würden. Gerade, weil ich durch meine eigene Geschichte ja weiß, dass einem irgendwas fehlt in der Beziehung, wenn man sowas macht. Ich würde es ansprechen und würde versuchen, die Kurve zu bekommen, dass wir wieder zusammenfinden.



Was schätzt du am meisten an eurer Beziehung?



Ich schätze sehr an unserer Beziehung, dass wir beide unsere Freiräume haben, allein schon durch die halbe Fernbeziehung. Wir können gut miteinander reden, lachen und auch ernste Gespräche führen. Das klingt jetzt blöd, aber er ist mein Mann!



Der, der mich hält, wenn es mir nicht gut geht und der mir auch mal meine Ruhe lässt, wenn ich zickig bin. Oder mir einen blöden Spruch gibt, wenn ich mich in etwas reinsteigere. Er stand mir in den letzten zwei Jahren – die wirklich einige Hürden brachten – immer bei. Und auch wenn er manchmal nicht persönlich da war, um mich in den Arm zu nehmen.



Wir nutzen unsere gemeinsame Zeit gerade auch an den Kinderfreien Wochenenden für uns und unsere Liebe. Das ist mir sehr wichtig. Er sieht mich nicht als Mama und Haushälterin – sondern als Frau. Wenn er mich anschaut, weiß ich, dass er mich sieht.



Ach, ja ganz wichtig noch: Er versteht sich mit den Kindern und will auch nicht der Vater sein, sondern ein Freund. Klar sagt er auch mal was, wenn es zu doll wird. Aber im Großen und Ganzen unterstützt er mich und gibt mir einfach ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit.



Vielleicht zum Schluss noch: Ich finde, dass man auch
als Mutter von Kindern eine attraktive und liebenswerte Frau sein kann und
manche Männer die Eigenschaften einer Frau, die Kinder hat, gar nicht zu schätzen
wissen.
               
Neue Liebe: "Ich lernte meinen Mann in einer Seitensprung-App kennen" | STADT LAND MAMA
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        Ihr Lieben, eigentlich sollten die ersten Tage und Wochen mit einem Neugeborenen rosa-wonnig-weich sein. Man sollte gemeinsam im Bett kuscheln, jeden Augenblick genießen und sich langsam kennenlernen. Doch für manche Familien sieht die erste Zeit nach der Geburt ganz anders aus. Wenn Kinder so früh auf die Welt kommen, dass sie tage-oder wochenlang im Krankenhaus bleiben müssen. Wenn die Babys so klein sind, dass sie nicht alleine atmen und trinken können. Wenn Eltern wochenlang darauf warten müssen, endlich mit ihren Kindern zu schmusen. Wir haben hier im Blog immer wieder über Frühchen und ihre Familien berichtet – Ihr und wir waren jedes Mal ganz gerührt von den kleinen Kämpfern. Und umarmen alle Eltern, die diese Situation erlebt haben – oder gerade erleben. Wir wissen, dass dies eine harte Zeit ist. 
Doch es ist wichtig, dass wir über Frühchen berichten und allen Eltern Mut machen. Genau das wollen wir in den nächsten Wochen. Gemeinsam mit der Pampers Frühcheninitiative im Rahmen von „Deutschland wird Kinderland“ erzählen wir hier vier Geschichten von Frühchen-Familien. Von ihren Kämpfen, ihren Hoffnungen, ihren Tränen und Träumen – und davon, wie es ihnen heute geht. Mit der Initiative „Deutschland wird Kinderland“ möchte Pampers allen Familien zur Seite stehen – auch und besonders Frühchen-Eltern. Deshalb hat Pampers nun gemeinsam mit Kinderkrankenschwestern und -pflegern von Neugeborenen- Stationen eine extrakleine Windel für Frühgeborene entwickelt. Die neue Größe P-3 wurde für die ganz kleinen Frühchen (kleiner als 800 g) entwickelt, sie zeichnet sich durch einen besonders schmalen Windelkern aus der extra an die Größe der kleinsten Frühchen angepasst wurde, um den Babys eine optimale Hüftposition zu ermöglichen. Ab Oktober kommt die kleinste Frühchenwindel sowie eine weitere Größe (P-1 für Frühchen unter 2.300 Gramm) in den Krankenhäusern zum Einsatz.
Ilva, die zweite Tochter von Elina, war so ein frühes Früchchen und wog bei ihrer Geburt gerade mal 835 Gramm. Heute erzählt uns ihre Mutter die ganze Geschichte im Interview:
Liebe Elina, Deine Tochter Ilva ist Dein zweites Kind und kam in 27+0 SSW zur Welt. Hatte sich die Frühgeburt angekündigt oder war es eine bis dahin völlig normale Schwangerschaft?
Ilva war ein absolutes Wunschkind und ich bin schnell schwanger geworden. Leider hat mein Ex-Mann dann beschlossen, dass er nicht mehr länger zur Familie gehören möchte und hat mich verlassen. Trotzdem verlief die Schwangerschaft gut, meine Freude auf das Baby war durch die Trennung nicht getrübt. in der 26+0 Schwangerschaftswoche bin ich an einem Montag ganz früh aufgewacht und habe gleich gemerkt, dass irgendwas anders ist. Als ich aufgestanden bin, lief mir das Blut schon die Beine runter. 
Bist Du ruhig geblieben oder warst Du panisch?
Ich hatte keine Schmerzen und ich habe Kindsbewegungen gespürt, das hat mich etwas beruhigt. Außerdem hatte ich ja noch meinen Sohn zu Hause, der zu dem Zeitpunkt noch nicht mal zwei Jahre alt war. Vor ihm konnte ich ja nicht panisch sein. Ich habe also meinen Ex verständigt, wir haben unseren Sohn zur Tante gebracht und sind dann ins Krankenhaus.
Was haben die Ärzte dort festgestellt?
Dass es dem Kind gut geht, dass es lebt. Ilva bekam dann die erste Lungenreife-Spritze. Die Ärzte entschlossen sich aber, uns mit Blaulicht ins nächst größere Krankenhaus zu bringen. Da war mir dann schon klar, dass nicht alles ok ist. In dem anderen Krankenhaus haben sie dann erstmals eine Vermutung ausgesprochen. Sie sagten, es könne sein, dass meine Fruchtblase gerissen ist. Mir war wichtig, dass alle von Anfang an mit mir Klartext sprechen. Ich bin Physiotherapeutin, kenne mich also auch mit medizinischen Begriffen aus. Es war mir wichtig, dass ich weiß, was mit mir passiert. Ilva bekam die zweite Lungenreifenspritze und wurde auf 620 Gramm geschätzt. 
Wie ging es weiter?
Ich musste im Krankenhaus bleiben, hatte immer wieder mal Wehen und bekam Wehenhemmer. Außerdem wurden die Blutwerte immer schlechter und mir war klar, dass eine Geburt näher rückte. Der Oberarzt sagte mir ganz klar: Kinder unter 1000 Gramm haben eine 50/50 Chance. 
Wann kam Ilva dann zur Welt?
Genau eine Woche später, also und er 27+0 Schwangerschaftswoche. Ich hatte gerade Mittaggegessen, da kam die Krankenschwester rein und sagte, die Blutwerte seien nun so schlecht, dass sie die Kleine nun holen würden. Ich wusste, dass der Start für sie hart werden könnte. Doch dann hörte ich sie schreien – und ab dieser Sekunde habe ich nicht mehr daran gezweifelt, dass sie es schaffen würde. Ilva wog 835 Gramm, war 34 Zentimeter groß und hatte einen Kopfumfang von 23 Zentimetern. 
Wann durftest Du sie sehen?
Etwa zwei bis drei Stunden nach dem Kaiserschnitt. Sie lag in dem Raum für die ganz frühen Frühchen und sah aus wie ein kleiner Vogel, der aus dem Nest gefallen war.  Natürlich war sie voller Kabel und es gab nur eine winzige Stelle am Oberarm war frei – da habe ich meinen Finger hingelegt – das war der einzige Hautkontakt der möglich war. 
Wie haben die Ärzte ihren Zustand beurteilt?
Sie wollten sich natürlich nicht festlegen, weil man nie sicher sein kann, was der nächste Tag bringt oder ob es Schäden im Hirn gab. Allerdings war ihre Sauerstoffsättigung im Blut ungewöhnlich gut, das hat alle überrascht. 
Gab es bange Momente?
Natürlich. An einem Tag war der Bauch total aufgebläht und keiner wusste warum. Ilva bekam einen Einlauf, aber es wurde nicht besser. Die Ärzte sprachen schon von einer Darm-OP. Da habe ich ihr vorsichtig den Bauch massiert und ihr gesagt, dass sie mir jetzt keinen Schrecken einjagen soll. Kurz darauf entleerte sich der Darm komplett und das Problem war gelöst. 
Wie ging es Dir in der ganzen Zeit?
Ich hatte ja schon ein Kind, mein Ex kümmerte sich in dieser Zeit viel um ihn. Trotzdem wollte er ja auch Mama-Zeit und die wollte ich ihm auch geben. Und ich wollte so viel wie möglich Zeit bei Ilva verbringen – das war mitunter schon viel. Aber ich wusste ja, wofür ich kämpfe. Mein Ziel war es, dass wir Weihnachten zu Hause feiern können. 
Hat es geklappt?
Wir wurden am 2.12. entlassen – einen Monat vor dem errechneten Geburtstermin. Ilva wog 2200 Gramm und war 42 Zentimeter groß. 
Wie war es für Dich nach Hause zu kommen?
Einfach nur wunderbar. Endlich vereint mit meinen zwei Kindern. Ich war so glücklich. 
Wie sind andere Menschen mit Dir umgegangen?
Was mich wirklich traurig gemacht hat, war, dass ich so gut wie keine Glückwunschkarten oder kleine Geschenke zur Geburt bekommen habe. So, als gratuliere man nicht zu „so einem Kind.“ Generell waren viele wohl mit der Situation überfordert. Eine Bekannte wollte ein Foto von Ilva aus dem Krankenhaus sehen. Da habe ich ihr eins gezeigt und sie sagte: „Oh, ist das süß.“ Da habe ich mich doch sehr gewundert. Wie kann man zu einem voll verkabelten Frühchen „süß“ sagen?
Wie hat Ilva sich entwickelt?
Das erste Jahr war sie ganz klar entwicklungsverzögert. Zu ihrem zweiten Geburtstag hatten sich jedoch bereits alle Unterschiede zu Gleichaltrigen verwachsen.
Was ist Ilva für ein Kind?
Man merkt ihr an, dass sie schon früh kämpfen musste. Sie weiß genau, was sie will und was sie nicht will. Und auf der anderen Seite ist sie sehr einfühlsam und emphatisch. Sie ist ein ganz besonders Kind. 
Du hast nach Ilva noch ein Kind bekommen. Konntest Du diese Schwangerschaft nach den Erlebnissen überhaupt noch genießen?
Ich habe einen neuen Partner gefunden und wir haben uns noch ein gemeinsames Kind gewünscht. Ganz unbelastet war diese Schwangerschaft nicht, aber es ist alles gut gegangen. 
Wie hat Dich Ilvas Geburt verändert?
Ich genieße die Zeit mit den Kindern mehr. Und ich weiß, wie glücklich ich sein kann, drei gesunde Kinder zu haben.
 
               
Neue Serie: So tapfer sind Früchchen und ihre Familien. Folge 1: Ilva kam mit 835 Gramm zur Welt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neues-zuhause-gesucht-wer-kann-steffi-helfen
       
Ihr Lieben, weil wir ja seit Samstag einer Welle der Hilfebereitschaft surfen, hoffen wir für Steffi nun auch auf ein Weihnachtswunder. Steffi hat uns diese Nachricht geschrieben:



Ich bin alleinerziehende Mutter von 3 Kindern, fast 10, fast 17 und 18. Wir wohnen in Hürth bei Köln in einem Haus. Dieses ist jetzt zu groß für uns, weil meine Ehe im letzten Jahr kaputt gegangen ist und ich die Miete alleine nicht bezahlen kann. Ich suche also für uns vier eine Wohnung mit vier Zimmern, maximal Miete 1250 Euro, in oder nahe Hürth.



Ich bin schon lange auf der Suche, finde aber nichts und stehe im März mit den Kindern auf der Straße….Wer etwas weiß, bitte mail an info@stadtlandmama.de



Vielen Dank, Eure Steffi
               
Neues Zuhause gesucht: Wer kann Steffi helfen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neurofibromatose-typ-1-wie-ein-chromosomenfehler-unser-familienleben-beeinflusst
       
Liebe Evelyn, Dein Sohn ist 10 Jahre alt und hat eine genetische Erkrankung. Bitte erzähl uns, welche genau und wie sie sich äußert. 



Mein Sohn leidet an Neurofibromatose Typ 1. Auch Morbus Recklinghausen genannt. Obwohl es eine genetische Erkrankung ist, kann sie auch spontan auftreten, also auch ohne dass ein Elternteil betroffen ist. Es ist ein neurokutanes Syndrom, das heißt, dass sowohl das Nervensystem als auch die Haut betroffen ist. Der Fehler liegt auf Chromosom 17. Er verhindert, dass der Eiweißstoff Neurofibrom gebildet wird. Was genau das für Auswirkungen hat, ist noch nicht komplett erforscht. Unter anderem ist Neurofibromin aber ein Tumorsuppressor, verhindert also das Wachstum von Tumoren.



Da es bei NF1 Patienten nicht oder nicht richtig funktioniert, kann es zu einem vermehrten Tumorwachstum bei den Betroffenen kommen. Im Normalfall sind es zwar gutartige Tumore, sie können aber entarten.  Es gibt recht klare Symptome wie hellbraune flache Pigmentflecken auf der Haut – Café-au-lait Flecken genannt, sommersprossenartige Pigmentierung in Achsel und/oder Leiste, Lisch Knötchen (Hamartome) der Iris, Neurofibrome (Nerventumore), Optikusgliom (Sehnervtumor), Knochenveränderungen wie Tibiadysplasie, Keilbeindysplasie oder Skoliose.



Trotzdem ist es oft nicht einfach eine Diagnose zu stellen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die Krankheit immer noch zu wenig bekannt ist. Abgesehen von den Symptomen können noch verschiedenste Begleiterkrankungen auftreten. Wahrnehmungsstörungen, Lernstörungen, Aufmerksamkeitsstörung mit oder ohne Hyperaktivität, Autismusspektrumstörung, motorische Störungen, Sprachentwicklungsverzögerungen… Alles kann, nichts muss. Die Ausprägungen sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und es kann nicht vorhergesagt werden, wie die Krankheit verläuft. Ich finde, diese Ungewissheit ist das Schlimmste an NF1. 



Ihr habt die Diagnose erst seit 1,5 Jahren – warum erst so spät und was waren die Vermutungen zuvor?



Mein Sohn kam nach einer schwierigen Schwangerschaft auf den ersten Blick gesund zur Welt. Allerdings gab es Anpassungsstörungen. Monatelang war er ein schwacher Trinker, schlief kaum, schrie viel. Seine motorische Entwicklung verlief langsamer als die seines älteren Bruders, war aber noch einigermaßen in der Norm. Später schickte uns die Pädagogin in der Krippe erstmal zur Ergotherapie. Aufgrund seiner Entwicklungsmerkmale und fehlender NF1 Diagnose gab es verschiedene Ansätze. Zum Beispiel Sensorische Integrationstherapie. Später machten wir noch eine psychologische Entwicklungsdiagnostik und Visualtraining wegen der visuellen Wahrnehmungsstörung.



Auf meiner Liste stand noch ein Hörtraining aufgrund der auditiven Wahrnehmungsschwierigkeiten und natürlich Legasthenietraining auf Anraten der Psychologin. Wegen seiner Aufmerksamkeitsstörung suchten wir auch noch nach einem Psychotherapie Platz… 



All das war keineswegs falsch und hat ihm und uns auch geholfen. Zumindest teilweise. Denn mein Sohn beschloss irgendwann einfach nicht mehr mitzumachen. Im Nachhinein versteh ich ihn total. Aber mein Förderwahn veranlasste mich dazu, alles Menschenmögliche zu versuchen. 



Ständig schienen sich neue Baustellen aufzutun. Ob und wie sie zusammenhingen war nicht immer klar. Ich war verzweifelt.



Wie ging es dann weiter?



Im Herbst 2018 hörte ich in einem Seminar das erste Mal etwas von Neurofibromatose. Da machte es Klick. Plötzlich ergaben die Puzzleteile ein vollständiges Bild. Auch das Rätsel um seine Pigmentflecke schien gelöst. Gleichzeitig war ich aber natürlich schockiert und wollte es nicht wahrhaben. 



Ich vereinbarte einen Termin bei einem Hautarzt, erzählte aber nichts von meiner Vermutung. Er diagnostizierte einen Hautpilz und schickte uns mit Cremen und Co nach Hause. Die Flecken verschwanden dadurch natürlich nicht. 



Monate später konnte ich mich dazu durchringen einen Termin beim Kinderarzt zu machen. Wieder wollte ich nichts von meiner Vermutung sagen. Schließlich wollte ich nicht, dass er mich für eine paranoide Mutter hält… Ich versuchte ihn dezent auf die Flecken hinzuweisen und er ging darauf ein. Zwar tat er es als recht unwahrscheinlich ab und verharmloste die Krankheit, veranlasste aber einen Gen-Test. In derselben Woche kontaktierte mich die Schulärztin, wies mich auf die Flecken hin, fragte, ob wir sie schon hatten untersuchen lassen und bestätigte somit meine Befürchtung. Da war es Juni. Im August erhielten wir das Ergebnis der humangenetischen Untersuchung. Befund: pathologisch. 



Wie stark ist Dein Sohn davon beeinträchtigt? Gibt es Behandlung/Therapien dagegen?



Im Vergleich zu anderen Betroffenen ist mein Sohn im Moment relativ wenig davon beeinträchtigt. Wie oben beschrieben hat er einige Baustellen. Lese-Rechtschreib-Störung, ADS, diverse Wahrnehmungsstörungen und Schwierigkeiten in der emotionalen Regulation, motorische Koordinationsstörung, muskuläre Hypotonie. Wie bei jedem anderen Kind ohne zu Grunde liegenden Gen-Defekt kann man an diesen Dingen arbeiten.



Eine Heilung für die Neurofibromatose gibt es aber nicht. Man kann nur versuchen durch gezielte, regelmäßige Arzttermine ein möglichst aktuelles Bild über mögliche Begleiterkrankungen zu bekommen. Je nach Befund mindestens 1x jährlich Schädel MRT, Organultraschall und Augenuntersuchungen, um Tumore rechtzeitig zu erkennen. Ebenso Untersuchungen beim Hautarzt wegen der kutanen und subkutanen Neurofibrome und Check-ups beim Orthopäden um mögliche Knochendeformitäten frühestmöglich erkennen und behandeln zu können. 



Wie geht dein Sohn psychisch damit um? Ist es eine Belastung für ihn?



Ich denke, vieles kann er noch gar nicht richtig erfassen. Zum Beispiel was die Krankheit alles mit sich bringen und was medizinisch auf ihn zukommen könnte. Allerdings ist mein Sohn auch ein Verdrängungskünstler. Er flüchtet sich gerne in seine eigene Welt. Die Untersuchungen holen ihn jedoch regelmäßig in die Realität zurück. So fragte er mich im vergangenen Sommer:  Mama, wann muss ich wieder in die Röhre (MRT)?– In einem Monat ungefähr.Wie oft muss ich noch in die Röhre?– Schatz, dein ganzes Leben lang immer wieder.Auch noch wenn ich schon 12 bin?– Auch wenn du 12 bist, wenn du 30 bist, wenn du 60 bist…Wenn ich 60 bin, dann bist du ungefähr 90. Lebst du dann noch?– Hm, ich weiß nicht. Es ist schon möglich, dass ich dann noch lebe.Mama, kommst du dann auch noch mit mir mit zum MRT wenn ich schon 60 bin?



Er möchte nicht, dass jemand von seinen Freunden etwas von der Krankheit weiß und spricht nicht gern darüber.



Hat die Erkrankung Eures Sohnes Auswirkungen auf die anderen Kinder?



Ja, da bin ich ziemlich sicher. Mein Großer musste von Anfang an ziemlich zurückstecken. Sobald der Mittlere geboren war, verlangte er den Großteil meiner Aufmerksamkeit. Erst aufgrund des exzessiven Schreiens und der schlaflosen Nächte, später aufgrund der vielen Therapiemaßnahmen. Mittlerweile sind sie ja zu dritt und natürlich kosten die Arzt- und Therapietermine nach wie vor viel Zeit und Energie.



Die Kleine versuche ich währenddessen bei den Großeltern oder Freunden unterzubringen, aber oft muss sie auch mit, was ihr natürlich nicht immer Spaß macht. Den Großen kann ich schon mal allein zu Hause lassen. Immer wieder mal bekomme ich zu hören, dass ich mich ständig nur um den Mittleren kümmere. Genauso wirft mit den Mittlere aber auch vor, dass ich dauernd nur was mit der Kleinen mache, oder der Große immer alles darf…  



Zum Glück sind der Große und die Kleine sehr selbständig was die Schulaufgaben betriff, denn der Mittlere braucht auch hier viel Aufmerksamkeit und Begleitung. Worunter die Geschwister noch leiden, sind die emotionalen Ausbrüche ihres Bruders.  Er ist leicht ablenkbar und oft am Limit, weil ihn vieles, was für andere Kinder ganz normal ist, jede Menge Energie kostet. Das hat dann schon mal zur Folge, dass er aufgrund der Überforderung schreit und tobt und diverse Gegenstände durchs Zimmer fliegen.



Ich versuche sie und uns davor zu schützen, indem ich zum Beispiel präventiv bei Hausübungen eine möglichst ablenkungsfreie Umgebung schaffe, die Aufgaben in kleine Portionen aufteile und ihm so viel Gestaltungsfreiraum wie möglich verschaffe. Es klappt nicht immer. Dann müssen wir schon mal in Deckung gehen und dann und wann hat auch schon ein Möbelstück dran glauben müssen…



Wo hast du dich informiert bzw. wo können andere betroffene Menschen Hilfe finden?



In Deutschland gibt es den Bundesverband Neurofibromatose und in Österreich den Verein NF Kinder. Das sind Patientenorganisationen, die sich um die Anliegen der Betroffenen kümmern und versuchen die Forschung voranzutreiben, sodass es hoffentlich irgendwann eine Heilung gibt.



Was wünscht du dir für eure Zukunft?



Ich wünsche mir, dass mein Sohn zumindest einen guten Freund hat und  immer liebevolle Menschen an seiner Seite sind, die ihn begleiten. Dass er sein Potenzial entfalten kann. Er ist so ein kreativer, umsichtiger, empathischer Junge, hat tolle Ideen und kann richtig mit anpacken. Beim Kochen und Holzhacken zum Beispiel. Er freut sich über so viele kleine Dinge und man kann super mit ihm Spaß haben.



Ich wünsche mir, dass ihn andere auch so sehen können und ihn einfach annehmen, wie er ist. Natürlich wünsche ich mir auch, dass er nie gegen einen bösartigen Tumor kämpfen muss und es bald eine Heilung für NF gibt.
               
Neurofibromatose Typ 1 - so lebt unser Sohn damit
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nicht-mehr-klein-und-noch-nicht-gross-haben-die-kinder-jetzt-das-schoenste-alter
       
Gestern saß ich auf dem Spielplatz, zwei Kinder kletterten, eins buddelte. Es war friedlich und ich konnte einfach auf der Bank sitzen und in den Himmel schauen. Kurz nach uns kam eine Mama, die ein Baby in der Babytrage hatte und ein Zweijähriges an der Hand. Sie konnte nicht eine Sekunde sitzen, sondern hopste nonstop von einem Bein auf das andere, damit das Baby nicht aufwacht – während sie gleichzeitig dem Kleinkind beim Klettern und Rutschen half. Ich dachte nur: WOW, was die Frau da leistet und: Wieviele Jahre war ich genau wie diese Mutter, immer in Bewegung, immer dabei, weil jemand stürzen könnte oder Hilfe brauchte.



Meine Kinder sind drei, sechs und neun – ich wickel nicht mehr, schlafe nachts (meistens) durch, die Kinder spielen miteinander oder verabreden sich, können sagen, wenn ihnen was weh tut. Es ist tatsächlich möglich, dass ich mich mittags mal hinlege, während die Kinder alle in ihren Zimmern sind und CD hören.



Meine Kinder sind nicht mehr klein – aber eben auch noch nicht so groß wie Lisas. Noch finden sie uns Eltern nicht peinlich, noch haben sie Lust, Dinge mit uns zu unternehmen, noch kuscheln sie gerne mit uns. Noch sind wir Eltern für sie die Helden, ohne große Fehler, unantastbar auf Platz eins der wichtigsten Menschen. Noch denken sie, wir hätten für jedes Problem eine Lösung.



Wir kämpfen noch nicht gegen die Gunst der Freunde an, streiten noch nicht wegen der Verlockungen von Handys und Playstations. Wenn ich sage: „Wir gehen heute ins Freibad“ brechen alle noch in Jubelgeschrei aus – niemand sagt: „Nö, keinen Bock.“



Neulich sagte meine Freundin: „Das hier sind die goldenen Jahre. Die Kinder brauchen uns nicht mehr nonstop, aber sind noch nicht so weit, dass sie sich von uns abgrenzen. Das sind wirklich nur ein paar Jahre – und die müssen wir genießen.“



Irgendwie hallen diese Worte bei mir gewaltig nach.



Denn ich habe ein bisschen Angst, dass sie stimmen könnten. Dass wir jetzt die schönsten Jahre mit den Kindern haben. Das soll nicht heißen, dass es bei uns zu Hause manchmal nicht SAUANSTRENGEND ist. Täglich gibt es hier Geschwisterstreit und drei sehr unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Temperament. Und dennoch: Eigentlich ist das Alter der Kinder jetzt wirklich schön.



Wie geht es anderen Mamas da draußen? Habt Ihr die Babyzeit ganz besonders genossen? Oder findet ihr es jetzt toll mit Teenagern? Ich freue mich sehr, wenn Ihr mir verratet, welche Phase für Euch besonders schön war!




               
Nicht mehr klein und noch nicht groß: Haben die Kinder jetzt das schönste Alter? |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nicola-schmidt-ueber-fehler-in-der-erziehung-und-warum-kinder-nie-schuld-sind
       
Ihr Lieben, in Zeiten der Emotionalität mag das vielleicht erstmal nicht so hip klingen: Ein faktenbasiertes Buch über Erziehung, den Elternkompass. In dem die bindungsorientierte Erziehungs-Expertin Nicola Schmidt fragt, was wirklich gut für unsere Kinder ist. ABER!



Nicola Schmidt wäre nicht Nicola Schmidt, wenn sie daraus nicht abermals ein Wunderwerk macht. Denn sie hat sich zwar beim Schreiben auf Studien und handfeste Beweise bezogen, aber sie hat das Buch aufgebaut wie ein Krimi. Nicht trocken geschrieben, sondern voller Spannung.



Sie hat sich bei den Themen vor allem gefragt: Wo kommt das her, dass wir so handeln? Wo führt das hin? Und: Wollen wir das so weitermachen? Und oft war die Antwort einfach: Nein, das wollen wir nicht!



Kinder als Tyrannen ansehen zum Beispiel: „Wenn der zu viel Aufmerksamkeit kriegt, nutzt der das nur aus“ hören wir da zum Beispiel. Die Familie als Machtsystem statt als Bindungssystem, – aber das macht keinen Sinn, denn Kinder sollten nie als Feinde betrachtet werden, deren Verhaltensweisen bekämpft werden müssen. Wie kam es trotzdem zeitweise dazu? Wer kam auf die Idee, das als gute Idee der Erziehung zu propagieren. All diese Fragen stellt sich Bestseller-Autorin und Wissenschaftsjournalistin Nicola Schmidt in ihrem neuen Buch. Wir durften sie zum Interview bitten.







Liebe Nicola, Eltern haben heute im Grunde alle Freiheiten, sie dürfen gebären wie und wo sie wollen, dürfen ihre Kinder antiautoritär, frei, geborgen, bindungsorientiert oder ganz anders erziehen dürfen in Patchwork und Großfamilien in Communitys oder Queerfamilien aufwachsen und eigentlich sollte damit doch alles gut sein. Trotzdem hat man das Gefühl, die Verunsicherung wächst. Wie kommt das? Oder wächst sie gerade durch die vielen Freiheiten?



Ja, ich denke, sie wächst wegen der vielen Freiheiten. Und weißt du was? Ich finde das wunderbar! Es wird ja oft bemängelt, dass Eltern unsicher sind. Aber ich möchte jedem Elternteil danken, das unsicher ist, das sagt: „Ich brauche Hilfe, ich weiß nicht, wie es geht oder wie ich es anders oder besser machen kann“. Denn die Zeiten, in denen Eltern sich 100%ig sicher waren… puh, das waren selten kluge, menschenfreundliche Sicherheiten des „So macht man das halt“. Ich bin dankbar für jeden und jede, die den Mut hat, neue Wege zu gehen.



Wir hatten zu viele Sicherheiten aus Ideologie und Politik statt aus Entwicklungspsychologie und Medizin. Zu diesen ideologisch-politischen Sicherheiten möchte ich persönlich wirklich nicht zurück. Also ist die Unsicherheit heutiger Eltern ein gutes Zeichen. Ein Zeichen des Aufbruchs. Ich verneige mich vor ihnen!



Nun hast du als Orientierung einen Eltern-Kompass geschrieben – wie kamst du auf die Idee?



Ehrlich gesagt kam die Idee von meinen LeserInnen. Immer wieder fragten sie mich nach meinen Vorträgen oder Ausbildungskursen, auf welche Fakten ich mich beziehe, wo die Studie dazu steht und welche Wissenschaft dem Gesagten zugrunde liegt. Ich habe schon als Kind gelernt: Schau nach der Quelle! Und dann nach einer Gegenquelle! Und dann bilde dir erst eine Meinung. Und jetzt gibt´s im Elternkompass allein 508 Fußnoten 😉 – und ich bin sicher, dass da nicht die Wahrheit drinsteht, aber der Stand dessen, was wir heute sicher wissen. Und das lohnt sich, anzuschauen, es waren eine Menge Überraschungen dabei, sogar für mich!



Du hast selbst Kinder und lebst in einer Patchwork-Familie. Welche Ratschläge in Sachen Erziehung haben dir persönlich wirklich geholfen?



Bei ganz kleinen Kindern hat mir geholfen, zu erfahren, dass Frust erlaubt ist.  Ich dachte immer, ich müsste meine Kinder möglichst ohne Frust und Trauer durch ihr Leben lotsen. Dabei müssen sie ja erleben dürfen, dass das Leben nicht immer nur Freude ist. Durch diesen Frust aber – und das dürfen und sollten wir ihnen zeigen – müssen sie nicht allein durch.



Wunderbare Augenöffner, für die ich sehr dankbar bin, waren für mich Autoren wir Laura Markham, Lienhard Valentin, Rick Hanson, Daniel Siegel und Tyna Bryson. Sie haben mir zum Beispiel gezeigt, dass ich andere Menschen runterregeln kann, wenn ich meinen eigenen Atem beruhige und ganz in meinem Körper ankomme. Klingt verrückt?! Klappt aber!



Mit angehaltenem Atem und rasendem Herzschlag hingegen kann ich mein Kind nicht beruhigen – dann bin ich ja selbst völlig dysreguliert. Und unsere Kinder spiegeln uns. Als ich das verstanden hatte, konnte ich meinen Kindern von einem Moment auf den anderen viel besser helfen. Das funktioniert wirklich ein bisschen wie eine Fernbedienung – und nicht nur im Gespräch mit den Kindern, sondern auch mit Erwachsenen, im Straßenverkehr, bei Geschäftsverhandlungen. (In „Erziehen ohne Schimpfen“ erkläre ich, wie das geht.)



Und welche Tipps waren eher kontraproduktiv?



Nicht geholfen hat mir, wenn jemand sieben Wochen nach der Geburt meinte, das Kind bräuchte jetzt aber mal Zeit für sich alleine. Mit sieben Wochen? Und außerdem sprach man mir jede Kompetenz ab: „Der Kleine muss aber jetzt auch mal langsam in die Betreuung, weil du ja gar nicht ausgebildet bist dafür.“ Als würde ich ohne Ausbildung nicht wissen, wann mein Kind Hunger hat oder müde ist. Oder man sagte mir, dass ich mir mit Sicherheit nur einbilde, was mein Kind braucht – es aber eigentlich nicht wissen kann. Da war ich wirklich verunsichert. Heute weiß ich: Alles Unsinn. Aber als junge Mutter traf mich das tief, im Elternkompass erzähle ich die Geschichte dazu. Aber Studien zeigen ganz klar: Ein Baby und Kleinkind kann zu Hause genauso alles fürs Leben lernen wie in einer Einrichtung.



Elternkompass: Was ist wirklich gut für mein Kind? Alle wissenschaftlichen Studien ausgewertet



Im Untertitel deines neuen Buches fragst du „Was ist wirklich gut für mein Kind?“ Kannst du das in drei Sätzen beantworten?



Ein positives Menschenbild der ElternFriedliche Eltern: Peaceful parents – happy kids.Eltern, die Nein sagen können – und zwar nicht zum Kind, sondern zum Druck von außen. Das geht ja schon mit der Geburt los:Nein, ich will keinen vorsorglichen Intravenösen Zugang zur Geburt gelegt bekommenNein, Sie nehmen das Kind nicht ohne mich mit in ein anderes Zimmer



Diese Überkonformität, die wir gelernt haben führt oft zu schlechten Entscheidungen – vor allem gegenüber unseren Kindern. Und die haben nun mal keine Lobby, um sich zu wehren. Wir sagen viel zu oft Nein zu Kindern statt zu anderen, die vermeintlich Druck auf uns ausüben – oft meinen sie es ja nur „gut“, aber es hilft uns nicht. „Emotional discomfort“ nennt man das. Dieses doofe Gefühl gegenüber anderen, für das wir dann lieber unser Kind opfern bzw. den Druck an die Kinder weitergeben statt diesem Gefühl standzuhalten. „Wenn du jetzt nicht still bist, gehen wir nie wieder in den Zoo!!“ Statt dass wir verstehen, dass es halb sechs ist, das Kind müde und durch und dass es jetzt tatsächlich ein Eis und einen Arm braucht – und nächstes Mal gehen wir halt ne Stunde früher schon nach Hause, bevor alles eskaliert…



Nun raten ja auch viele, aufs Bauchgefühl zu hören. Danielle Graf vom Gewünschtesten Wunschkind aller Zeiten gibt in unserem eigenen Buch allerdings zu bedenken, dass ihr das Bauchgefühl allein niemals gereicht hätte, um zu verstehen, dass ein Baby zum Beispiel durch Pucken, als festes Einwickeln, zu beruhigen ist. Sie sagt: Ein Mix aus Bauchgefühl und guten Ratschlägen ist wichtig. Wie stehst du dazu?



Ich stehe dem Thema Bauchgefühl sehr skeptisch gegenüber. Was die Leute damit ja eigentlich meinen, ist ihre Intuition, also das Bauchgehirn, das über Wiederholung und Erfahrung funktioniert. Was aber, wenn meine Erfahrung ist, dass ich als Kind von meinen Eltern eher als Feind denn als Freund angesehen wurde? Wenn ich dann in Stress gerate, ruft mein Bauchgehirn automatisch diese Erfahrungen ab – ungefiltert vom Neokortex. Hier ist es dann essentiell wichtig, eben nicht nur aufs Bauchgefühl zu achten, sondern rational zu handeln und nachzudenken, was das Beste sein könnte.



Insofern sollten im Grunde nur diejenigen ungefiltert auf ihr Bauchgefühl hören, die eine fantastische Kindheit hatten. Mit einer aktiven, gesunden Empathie geht das. Was sich falsch anfühlt, ist dann in der Regel auch falsch. Was sich richtig anfühlt, ist aber nicht unbedingt richtig. Ich empfehle also generell allen Eltern lieber eine Mischung aus Intellekt und Bauchgefühl.



Wissenschaftler würden Babys immer trösten, sagst du und belegst das auch in deinem Buch. Erzähl mal mehr dazu.



Naja, warum trösten wir Babys nicht? Weil wir glauben, die testen uns aus, die wollen die Macht übernehmen. Ein verrückter Gedanken, denn dazu ist das Babygehirn noch gar nicht in der Lage. Oder vielleicht weil wir denken, sie müssten das jetzt lernen mit der Selbstberuhigung. Können Sie aber auch noch nicht – auch das kann ihr Gehirn noch nicht. Ein schreiendes Baby hat Stress. Und unter Stress lernt kein homo sapiens. Eher Programmieren wir damit ihr Gehirn auf „Die Welt ist gefährlich, ich bin hier allein.“



Die Folge: Entweder sie schreien dann noch mehr als zuvor oder wenden autoaggressive Energien – nach innen. Und das ist später schwer zu therapieren, weil es präverbal geschieht. Weil ein Baby noch keine Worte für das Erlebte hat und es dann auch später in der Aufarbeitung schwierig ist, das Unbehagen aus dieser Anfangszeit mit Worten zu benennen. Diese eigenartige Vorstellung von „Strenge“ oder „Stärke“ ist meines Erachtens der häufigste Erziehungsfehler in Deutschland: Wenn wir das einmal machen, müssen wir das immer weiter machen – totaler Quatsch. Ein Kind zu beruhigen ist genau das Gegenteil, wir bringen ihm dadurch bei, wie man sich beruhigt und dann kann es erst lernen, das später selbst zu schaffen.



Woher kommt die Idee des Schreienlassens also?



Genau das hab ich mich fürs Buch auch gefragt – und herausgefunden, dass es sich an das Training von Zirkustieren und an die Behandlung von Angststörungen anlehnt. Und allein das zeigt ja schon, wie wenig es zu kleinen Menschenkindern passt.



Wie lautet denn die beste Lösung für diese Herausforderung?



Konsequent sein. Und zwar in dem Sinne, dass ich mich konsequent nach der Verfassung meines Kindes richte. Ist mein Kind in guter Verfassung, kann ich meine Regeln durchziehen. Ist es in keiner guten Verfassung kann ich Fünfe gerade sein lassen. Und für Babys gilt nunmal, dass wir sie zu 100% ko-regulieren, da stellt sich die Frage gar nicht. Erst im zweiten Lebensjahr fangen wir überhaupt damit an – das reicht noch allemal. Können müssen sie es übrigens erst, wenn sie 16 sind!



Warum machen wir das? Wenn es in guter Verfassung ist fällt es unserem Kleinkind leicht, sich an soziale Vorgaben zu halten. Denken wir doch mal an uns: Wenn es mir gut geht, kann ich meinen Diätplan strikt durchziehen. Wenn nicht, brauch ich aber meine Trostschokolade. Denn wenn zu den schlechten Tagen auch noch Druck kommt, kann das nicht gut funktionieren. Das macht uns nicht zu schlechten Menschen! Wir lernen einfach besser, wenn es uns gut geht – aber lernen tun wir es ganz sicher!







Was heißt das für unsere Erziehung?



Nachsichtige Eltern haben kooperative Kinder. Nein, diese Kinder fangen nicht an, uns auf der Nase rumzutanzen. Dazu vielleicht ein Beispiel aus der Praxis: Der Sohn, sechs Jahre alt, kommt zu mir. Ich hatte versprochen, dass wir am Abend einen Film zusammen schauen. Ich bin aber hundemüde heut, hatte einen anstrengenden Tag und sage das auch ganz offen. Mein Kind quengelt dann nicht. Es sagt ann: „Das verstehe ich, dann lass uns den Film morgen schauen.“  – ein kooperatives Kind.



Wenn er von mir allerdings gelernt hätte, dass wir Dinge auf Teufel komm raus durchziehen, egal was ist und wie es allen geht, dann hätte er mir vermutlich in dieser Situation auch eine Szene gemacht. Es lohnt sich also auf Dauer, hier zu investieren (ich neige zur Faulheit – auch in Erziehungsdingen, deswegen liebe ich nachhaltige Lösungen, auch wenn sie am Anfang mehr Arbeit machen)



Es gibt ja auch viele – besonders Erstkind-Eltern –, die Rituale sehr ernst nehmen und glauben, wenn sie auch nur EINE Ausnahme machen, seien sofort alle Mühen dahin. Ist das wirklich so?



Ohhhh! Und dann sagen die Leute: „Tja, selbst schuld.“ Das Schuldsystem in Deutschland ist einfach sehr stark ausgeprägt. Und wird weitergegeben an die Kinder. Das ist natürlich Quatsch. Siehe oben. Wenn ein Kind in guter Verfassung ist: wunderbar. Wenn nicht, darf es Ausnahmen geben. Und auch an Weihnachten oder andern besonderen Tagen. Unsere Kinder sind keine programmierbaren Maschinen. Das ist ein absoluter Irrglaube, dem aber sehr viele aufsitzen. Sie dürfen uns als fehlbare und flexible Menschen erleben und wir dürfen ihnen beibringen, dass man nachsichtig mit sich und anderen sein kann. Freuen wir uns – wenn wir alt sind und unsere Suppe aufs die Strickjacke kleckern, werden sie auch nachsichtig mit uns sein!



Du schreibst, dass „kleine Hausaufgabenhasser besser als ihr Ruf“ sind. Ist das so? Ja? Ja? Es würde mich persönlich seeehr interessieren….



Hausaufgaben sind nach Studienlage nicht zielführend. Ein Elternvertreter sagt mal öffentlich, dass Hausaufgaben eigentlich Hausfriedensbruch seien, das fand ich sehr passend. Denn das Schulsystem greift an dieser Stelle ja in das Familienleben ein – die Schulzeit ist vorbei und trotzdem müssen wir uns noch nach ihren Regeln richten. Warum sollten wir das tun? Viele glauben, dass die Kinder da was lernen würden, aber Studien zeigen, dass das gar nicht der Fall ist. Es verschärft nur soziale Unterschiede. Denn die meisten Kinder können die Aufgaben nicht alle selbständig erledigen – und so fallen schwächere Kinder, denen keiner hilft, viel zu schnell hintenüber. Das zementiert soziale Ungleichheit. Das merken wir ja auch jetzt im Homeschooling bzw. Distanzunterricht wieder ganz besonders deutlich. Für mich eine sozialpolitische Katastrophe.



Du sagst auch, dass schon eine Stunde mehr Schlaf die Lernfreude unserer Kinder steigern kann. Das ist ja vielleicht gerade jetzt in Lockdownzeiten auch ein wichtiges Thema, wenn dann doch öfter mal ein Auge zugedrückt wird bei den Zu-Bett-Geh-Zeiten am Abend (räusper…)



Grundschüler stehen noch relativ leicht morgens früh auf, das belegen Studien. Aber schon Kinder stehen in der Schulzeit so gegen 6.30 Uhr auf, doch ihre gehirngerechte Zeit startet erst so gegen 8.30 Uhr würde ich sagen. Bei Teenagern ab 12 etwa verschiebt sich der Biorhythmus schon allein körperlich weiter um mindestens eine, wenn nicht gar zwei Stunden nach hinten. Lehrer sagen mir dazu: Das weiß doch jeder! Bis 10 Uhr kann ich Schüler dieses Alters im Grunde nur bei Laune halten, erst dann kann man mit ihnen arbeiten.



Im Projektmanagement größerer Firmen wird ja häufig gefragt: Wann und zu welcher Zeit arbeiten Sie am effektivsten? Für Schüler höheren Alters hieße das also: Einen späteren Schulstart. Eine Studie hat hier gezeigt, dass schon ein eine Stunde späterer Schulbeginn Effekte hat: weniger Streit, weniger Aggressionen. Die Lebenszufriedenheit steigt schon bei einer viertel Stunde später beginnendem Unterricht. Das muss man sich mal vorstellen!  Und es geht noch weiter: Sogar die Suizidneigung unter Schülern im Teenager-Alter in den USA sank in einer Studie, wenn sie erst um 9 Uhr in die Schule müssen.



Die Evidenz ist also eindeutig, in den USA hat die Kinderärztevereinigung sogar schon öffentlich an die Regierung appelliert, es zu ändern – aber es passiert nichts. Es gibt in Deutschland erste Schulen, die darauf reagieren und das ist gut – denn es gibt überhaupt keinen Grund, daran festzuhalten außer der Trägheit des Systems.



Wenn wir mal wieder nicht so ruhig bleiben konnten, wie wir wollten, denken viele von uns Eltern ja schnell: Oh je, ob ich jetzt wohl dauerhaft was kaputt gemacht habe in der Seele meines Kindes? Kannst du sagen, wie schnell wir wirklich was kaputtmachen bzw. wie robust unsere Kinder dann doch sind?



Nein, das kann ich nicht. Da gibt es keine Studie, die besagt: Ab ein, zwei, drei Mal schreien geht etwas kaputt. Man könnte aber auf jeden Fall sagen: Die Dosis macht das Gift. Eine einzige stark demütigende Erfahrung kann sich ein Leben lang einbrennen – fragt mal in eurem Bekanntenkreis, jeder kann so eine Geschichte erzählen. Aber zur Beruhigung: Es gibt kaum etwas, dass wir nicht mit Liebe wieder heilen könnten.



Wie? Indem wir anerkennen, dass das nicht okay war, dass es nichts mit dem Kind zu tun hatte und dass wir uns ändern wollen. Und natürlich, indem wir etwas ändern, damit es nicht wieder dazu kommt. Indem wir unserem Kind die glasklare Message aussenden: „Du bist nicht schuld.“ Nicht sagen: „Wenn DU dich nicht so danebenbenommen hättest, müsste ich nicht…“ Bitte nicht! Sondern: „Egal, was Du getan hast, es rechtfertigt mein Verhalten nicht. Es ist allein meine Verantwortung, wie ich darauf reagiert habe. Du bist nicht schuld.“ Auch dann nicht, wenn wir mal denken: Na, aber heut war er oder sie es DOCH schuld. Ich kenne diesen Gedanken auch. Aber wenn ich dann wieder bei Verstand bin, wird mir immer klar: Nein, die Kinder sind niemals schuld. Jesper Juul sagt: für die Stimmung in der Familie sind einzig und allein die Eltern verantwortlich. Nicht schön. Aber wahr.



Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät, sagst du. Heißt das, wir haben doch jeden Tag die Chance, nochmal zu versuchen, es besser zu machen?



Sogar für uns selbst! Wenn ich eine schlechte Kindheit hatte, kann sich meine Struktur im Gehirn durch Achtsamkeit und Selbstliebe so verändern, dass das in einem Gehirnscreen sogar sichtbar wird, so dass nachher kein Unterschied mehr zu Gehirnen von Menschen mit glücklicher Kindheit mehr festzustellen ist. Wir können das verändern! Eine tolle Technik dafür ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode namens Mind Based Stress Reduction. Die bieten sogar viele Krankenkassen an, ich kann das nur empfehlen, es kann unser ganzes Leben verändern.



Was meinst du, brauchen unsere Kinder, um gut für die Zukunft gewappnet zu sein?



Glaube. Liebe. Hoffnung. Das Einzige, das sie aus meiner Sicht wirklich lernen müssen bis sie sechs sind, ist: Ich bin gut.



Wir müssen ihnen Resilienz vorleben und beibringen. Wie steht man wieder auf, wenn etwas schief gegangen ist? Wie entschuldigt man sich? Wie pflegt man Beziehungen? Wie macht man etwas wieder gut? Und wie bleibe ich stark, auch wenn es gerade viel ist? Sie brauchen auch Empathie und Bindungsfähigkeit, anderen Menschen, aber auch unserem Planeten gegenüber. Sie werden als Menschheit die Probleme lösen müssen, die wir ihnen hinterlassen haben. Nicht allein, nicht mit „Ich, ich, ich“ – auch wenn das im Kapitalismus schwer zu vermitteln ist – sondern mit der Kraft des Wir. Und sie können das schaffen – so viele Eltern gehen jetzt schon die richtigen Schritte und wir übergeben dann den Stab an starke Kinder. Ich bin sicher, dass alles gut wird.



Hier geht´s zum Buch: Nicola Schmidt: Elternkompass: Was ist wirklich gut für mein Kind? Alle wissenschaftlichen Studien ausgewertet
               
Nicola Schmidt: Fehler in der Erziehung und warum Kinder nie schuld sind
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/niemals-haette-ich-gedacht-dass-ich-mich-in-einen-anderen-mann-verliebe
       
Mein Name ist Wiebke, ich bin 30 Jahre alt und seit 10 Jahren mit meinem Mann zusammen. Unser gemeinsames Kind wird demnächst 4 Jahre alt.



Seit zwei Monaten steht meine Welt Kopf. Ich habe mich tatsächlich in einen jüngeren Mann verliebt. Er ist ein Kollege und 18 Jahre alt.



Vor zwei Monaten kam er neu zu uns in die Firma, wir wurden uns vorgestellt und sind uns ab dann regelmäßig (aber immer nur kurz) begegnet. Immer wenn ich ihn gesehen habe, spürte ich danach „Schmetterling im Bauch.“ Zunächst wollte ich es nicht wahrhaben, schob das alles weg – aber es kam immer wieder und immer deutlicher. Sobald ich nur an ihn dachte, wurde mir ganz warm und alles kribbelte. Einfach ein wunderbares Gefühl.



Gleichzeitig schäme ich mich, schließlich bin ich verheiratet. Momentan verhalte ich mich wie ein verknallter Teenie. Ich schaue ständig nach, wann wir das nächste Mal Dienst zusammen haben, suche ihn in den sozialen Netzwerken und starre seine Bilder an. Ich kann nicht mal genau sagen, was mir so gut an ihm gefällt – aber er bringt mich echt um den Verstand.



Neulich kam es zu einer zufälligen kleinen Berührung, die mich komplett elektrisiert hat. Den restlichen Tag musste ich darauf achten, nicht völlig verteilt und verliebt durch die Gänge zu schweben.



Ich denke viel an ihn, stelle mir vor, wie wir uns küssen, uns näher kommen, wie wir Zeit miteinander verbringen, Händchen halten und lachen.



Niemand weiß von meiner Gefühlsachterbahn. Keine Kollegin, keine Freundin, kein Familienmitglied. Was sollte ich auch darüber berichten? Dass ich völlig verknallt in einen 18-Jährigen bin?



Auch mein Mann merkt nichts davon, ich kann meine Gefühle vor ihm gut verstecken. Und natürlich weiß auch mein Kollege nichts von meinen Träumen. Ich reiße mich zusammen.



Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass er wohl in eine andere Stadt versetzt wird. Das heißt, dass wir uns bald nicht mehr sehen werden. Zum einen macht mich das sehr traurig – zum anderen hoffe ich einfach, dass dann auch diese Gefühle verschwinden und ich wieder voll bei meiner Familie sein kann.



Niemals hätte ich gedacht, dass ICH mich in einen anderen Mann verliebe. Seit ich mit meinem Mann zusammen bin, war nie ein anderer Mann Thema. Ich frage mich: Warum hat es mich jetzt erwischt und was soll mir das sagen? Eine verrückte Zeit liegt hinter mir und ein bitter-süßer Abschied vor mir…



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Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich in einen anderen Mann verliebe
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/oh-wie-schoen-ist-brandenburg-unsere-top-10-ausflug-tipps
       
Um ehrlich zu sein, war ich ganz schön voller Vorurteile, als ich vor 15 Jahren nach Berlin gezogen bin. Wenn ich auf die Landkarte schaute, war alles ringsum die Hauptstadt für mich Niemandsland. Ich hatte keine Ahnung, wo die Uckermark liegt, wo die Havel – und daran änderte sich auch erst Jahre später etwas  – nämlich mit der Geburt meiner Kinder. 



Wie wir alle wissen, verändert sich die Freizeitgestaltung mit Familie sehr. Kinos, Bars und Restaurants sind plötzlich nicht mehr so wichtig. Dafür wächst die Sehnsucht nach Ruhe, Weite und Natur. Und davon gibt es im Berliner Umland mehr als genug. Ja, wie schön Brandenburg ist, wusste ich lange nicht – umso begeisterter bin ich heute. 



Ich möchte Euch heute meine 10 Lieblingsziele in Brandenburg vorstellen. Vielleicht plant Ihr ja die Sommerferien in diesem schönen Bundesland oder möchtet von Berlin aus einen Kurztrip starten? Es gibt soooo viel zu entdecken. 



Die Seen in der Uckermark



Nicht umsonst wird die Uckermark auch „Klein-Schweden“ genannt. Mehr als 500 Seen gibt es in der Heimat unserer Kanzlerin. Und das Gute: Im Gegensatz zu den Berliner Stadtseen sind die auch im Sommer nicht überfüllt. Es gibt genügend Pensionen und Hotels für jeden Geldbeutel, so dass einem langen Wochenende nichts im Wege steht. 



Der Barfuß-Pfad



Über Stock und Stein, durch Matsch und Kies, Wasser und Stroh – der Barfuß-Pfad Beelitz-Heilstätten ist ein tolles Erlebnis für die ganze Familie. Mit allen Sinnen wird hier Natur erlebt – ganz wunderbar. Infos unter: https://derbarfusspark.de



Dinopark Germendorf



Mehr als 650 Tiere zum Angucken, Füttern und Streicheln – plus der Urzeitpark mit den riesigen Dinos – das ist ja wohl ein Kinderparadies. Und die Eltern können auf dem riesigen Gelände gut spazierengehen oder sich bei einem Picknick erholen. Infos unter:  http://www.freizeitpark-germendorf.de



Ziegeleipark Mildenberg



Ein Industriemuseum unter freiem Himmel, bei dem Groß und Klein ganz viel lernen können. Es gibt übrigens auch einen außergewöhnlich coolen Spielplatz auf dem Gelände. Infos unter: https://www.ziegeleipark.de







Gut Boltenhof 



Vor etwas mehr als einem Jahr waren wir selbst ein paar Tage dort und total begeistert. Die Ferienwohnungen sind gemütlich und die Kinder dürfen beim Tiere füttern und Gänse treiben helfen. Ringsum herrscht Ruhe und eigentlich will man gar nicht mehr weg. Hier gibt es den ausführlichen Bericht dazu. Und hier noch mehr Infos: https://gutboltenhof.de







Der Spreewald 



Nicht nur wegen der sauren Gurken zu empfehlen 🙂 Quer durch den Spreewald gibt es tolle Paddel-Kanäle, immer wieder kann man halten, um eine Kleinigkeit zu essen oder zu verschnaufen. Für alle, die einen aktiven Urlaub möchten, ideal. Die Kinder werden es lieben. Infos unter:  https://www.spreewald.de



Baumhaushotels



Zugegeben – wir selbst haben es noch nicht ausprobiert, aber viele Freunde von uns. Und da alle begeistert waren, steht eine Übernachtung in der Baumkrone bei uns ganz oben auf der Liste. In Brandenburg gibt es dazu mehr als genug Möglichkeiten. Infos: https://www.baumhaushotel-uckermark.de



Draisine fahren 



Ideal für alle kleinen Eisenbahn-Fans. Vom Bahnhof Zossen und von den Draisinenstationen Templin und Fürstenberg nördlich Berlins starten die so genannten Draisinentouren auf stillgelegten Bahnschienen. Macht total Spaß. Infos unter: https://erlebnisbahn.de/draisine_angebote.html



Das Kloster Chorin



Es gibt ja so Orte, die eine ganz spezielle Magie haben. Die ehemalige gotische Zisterzienserabtei gehört für mich dazu. Im Sommer gibt es dort unter freiem Himmel klassische Konzerte und wechselnde Ausstellungen. Infos:  https://www.kloster-chorin.org



Stechlinsee



Mit 70 Metern Tiefe der tiefste See Brandenburgs mit herrlich klarem Wasser und flachen Stränden. Ideal für Familien und Tauchfans. Und man kann natürlich auch herrlich Spazierengehen dort. 







FAZIT: Durch die Pandemie haben wir wohl alle wieder mal gemerkt, wie schön es in Deutschland ist und dass man gar nicht immer die große Fernreise buchen muss. Es gibt so viel vor Ort zu erkunden. Brandenburg bietet so viel Abwechslung – es gibt schicke Wellnesshotels, günstige Unterkünfte, Sportaktivitäten, Entspannung, Kultur und Natur. Ein wunderschönes Bundesland, das es absolut verdient hat, erobert zu werden! 



Für mehr Infos, einfach HIER klicken!







Fotoquellen: Bild: Ziegeleipark Mildenberg, TMB Fotoarchiv/Julia Nimke/TMB_Fotoarchiv:René Pätznick Bild: Stechlinsee, TMB-Fotarchiv_Steffen Lehmann
               
Oh, wie schön ist Brandenburg! Unsere Top 10 Ausflug-Tipps |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/operationen-statt-kuscheln-unsere-tochter-kam-schwerkrank-zur-welt
       

Liebe Christine, Euer erstes Kind kam im Juni 2013 zu Welt. Wie war die Schwangerschaft? 
Die Schwangerschaft war sehr schön und völlig komplikationslos. Es gab nie den Verdacht, dass etwas nicht stimmen könnte. Ich war so richtig gerne schwanger. Wir haben uns entschieden, nur die normalen Ulltraschalluntersuchungen zu machen – also keine Nackenfaltenmessung oder ähnliches. Unser Kind sollte in einer Geburtsklinik zur Welt kommen, die keine Neugeborenenintenivstation hatte. Es war also klar, dass das Baby verlegt werden muss, wenn was sein sollte. 
Neele kam am 3.6.2013 reif geboren, zwei Tage über Termin, zur Welt. 
Beschreib mal das Gefühl, das Du deine Tochter zum ersten Mal gesehen hast.
Ich konnte es kaum fassen, dass unser Mädchen nun wirklich da war. Mutter zu sein, war ein großer Traum von mir – und der war nun in Erfüllung gegangen. Ich war einfach nur voller Liebe und Glückshormone. 
Zunächst sah auch alles gut aus – doch einen Tag nach der Geburt bekam sie leichtes Fieber…
Da ich viel Blut verloren hatte, blieben wir lange im Kreißsaal. Erst abends gegen 20 Uhr bezogen wir unser Zimmer. Neele spuckte viel, sie hatte wohl viel Fruchtwasser geschluckt. Das Stillen klappte auch nicht so richtig, Neele schlief lieber. 
Mein Kreislauf machte Probleme und die Krankenschwestern wollten Neele zur Beobachtung mit ins Schwesternzimmer nehmen. Um 5 Uhr morgens kam Neele zu mir zurück, wir kuschelten ganz viel, um 8 Uhr kam mein Mann. 
Um 9 Uhr wurde Neele dann nochmal untersucht und da hieß es dann, sie hätte Temperatur und sie würde nicht gut aussehen. Der Kinderarzt sagte, er wolle Neele ins Kinderkrankenhaus verlegen. Kurz darauf kamen eine Kinderärztin und zwei Sanitäter und holten Neele ab. Mein Mann und ich waren total geschockt. Die Gesundheit unseres Kindes stand aber natürlich im Vordergrund. Ich konnte nicht mit ins Kinderkrankenhaus, weil ich aufgrund des Blutverlustes und der Kreislaufprobleme nicht auf die Beine kam. 
Wie ging es dann weiter?
Wie sich später herausstellte, hatte die Kinderärztin Probleme Neele transportfähig zu bekommen. Als sie endlich stabil war, sind sie in größter Eile nach Hannover ins Krankenhaus, dort kam Neele mit einer Sauerstoffsättigung von 30 % an. Der Plan war, dass mein Mann erst noch ein paar Dinge für mich von zu Hause abholt und dann zu Neele fährt. Als er weg war, kam die Gynäkologin und sagte mir, dass Neele nun in der MHH sei, sie einen Herzfehler habe und operiert werden müsse. Ich solle meinen Mann anrufen, damit er nach Hannover fährt und diverse Unterschriften leistet. Diesen Anruf konnte ich nicht mehr tätigen, so geschockt war ich. Die Ärztin rief meinen Mann dann an, der sofort nach Hannover fuhr. 
Es stellte sich heraus, dass deine Tochter einen schweren Herzfehler hatte. Was genau hatte sie und war das während der Schwangerschaft je ein Thema gewesen?
Nein, das war in der Schwangerschaft nie ein Thema gewesen. Neele hat eine Transposition der großen Arterien. Normalerweise funktioniert der Blutkreislauf wie eine Acht. Bei Neele war es nicht so, ihre Organe wurden deshalb nicht mit Sauerstoff versorgt. Sie hatte das Glück, dass ihr Ductus sich nicht sofort schloss und sie ein Loch im Herzen hatte, so dass doch noch ein bisschen Sauerstoff ankam.
Beschreib mal, wie es Dir/Euch nach dieser Diagnose ging.
Ich bzw. wir  bin/sind in ein tiefes Loch gefallen. Wir haben die Welt nicht verstanden. Wir haben uns ganz oft gefragt, warum es uns trifft. Was wir verbrochen haben, dass das Schicksal uns so trifft. Wir waren in einer absoluten Abwärtsspirale.
Wie verlief die OP dann?
Neele wurde am 7. Lebenstsg am offenen Herzen operiert. Es wurden die großen Arterien und die Herzkranzgefäße getauscht. Da wir nun täglich auf der Intensivstation waren, haben wir genug andere tragische Situationen mitbekommen. Man weiß nie, ob die Kinder überleben. Dafür gibt es keine Garantie. Die Kinder hängen an der Herzlungenmaschine und man weiß nie, wie es ausgeht…
Schlussendlich hat Neele wahnsinnig viel Glück gehabt und auch sehr gekämpft. Es hieß anfangs, das wir von 6 bis 8 Wochen Krankenhausaufenthalt ausgehen sollen. Neele war nach 3 Wochen zu Hause. 
Wie hat sich deine Tochter nach diesen Strapazen erholt? 
Wir waren so froh, nach den 3 Wochen endlich zu Hause sein. Neele bekam im Krankenhaus die Flasche mit abgepumpter Muttermilch und zu Hause haben wir es dank unserer Hebamme tatsächlich geschafft zu stillen. Dafür war im Krankenhaus leider keine Zeit.
Neele musste zu regelmäßigen Kontrollen beim Kardiologen, zum Augenarzt und ins sozialpädiatrische Zentrum.  Schlussendlich war klar, dass sie es alleine schaffen kann, sich ganz normal zu entwickeln. Ihre Augen haben nichts abbekommen und sie trug auch keine Hirnschäden davon.
Wie geht es deiner Tochter heute?
Neele geht es sehr gut, sie muss keine Medikamente nehmen. Sie wird zwar keine Profisportlerin werden, aer sie wird ganz normal ihren Weg gehen dürfen. Sie geht zum Schwimmen und zum Tanzen. Sie ist eine wahre Kämpferin.
Woraus hast du in dieser schweren Zeit Kraft gezogen?
Schwierige Frage. Mein Mann hat abends immer die Großeltern angerufen und hat von den Fortschritten berichtet. Er war so oft mein Sprachrohr, da ich zu viel auch mit mir und meinen Hormonen beschäftigt war. Es blieb kaum Zeit zum Nachdenken. Man war ja die meiste Zeit beim Baby und genoss jede Minute, wenn man es sehen oder auf dem Arm halten konnte. Ich war so dankbar, dass mein Mann mit vor Ort sein konnte und auf mich und unsere Tochter aufpasste. Ich denke, wir konnten uns gegenseitig gut auffangen und unterstützen. 
Znser Freundeskreis und auch unsere Hebamme waren in dieser schweren Zeit immer für uns da. Auch nach Neeles Op und der Zeit im Krankenhaus haben sie zu uns gehalten und uns zugehört. 
Du hast noch ein weiteres Kind bekommen – wie hast du diese Schwangerschaft und Geburt erlebt? 
Wir waren uns lange nicht sicher, ob wir es uns trauen, noch mal ein Kind zu bekommen. Die zweite Schwangerschaft war dann leider auch gar nicht unbeschwert. Wir haben alle für uns wichtigen  Untersuchungen durchgeführt, um diesmal vorab informiert zu sein. Wäre diesmal wieder etwas mit dem Herzchen gewesen, hätten wir uns für eine andere Geburtsklinik entschieden. 
Alles in allem sind wir aber sehr dankbar, zweifache Eltern sein zu dürfen. 
Wenn man in dem Ganzen etwas positives sehen will – was wäre das für dich?
Ich weiß, dass mein Mann und ich alles schaffen können, dass wir alle Probleme gemeinsam meistern können. Wir sind ein super Team. 
               
Operationen statt Kuscheln - unsere Tochter kam schwerkrank zur Welt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/pandemuede-andere-spruehen-vor-motivation-ich-bin-einfach-nur-muede
       
Ich scrolle durch Instagram und sehe Menschen, die vor Motivation strotzen. Sie gründen Startups, bauen Lauben um, streichen Küchen, halten Vorträge. Sie sind geschminkt, haben richtige Outfits an. Sie haben Ideen im Kopf, über die sie leider noch nicht sprechen können und dann posten sie ein Mittagsmenü, das ich im Leben nicht nachkochen könnte. An ihnen scheinen diese Pandemie-Monate abzuperlen, sie sind immer noch leistungsfähig und gut gelaunt und nicht wie ich einfach sehr sehr sehr müde.



Ich mache Instagram zu und fühle mich schlecht. Weil mein Tagesziel oft nur ist, dass abends alle gesund und satt im Bett liegen. Weil ich keine Energie mehr habe, in Hochbeeten Gemüse anzupflanzen und weil mein Pulli, den ich gerade trage, eigentlich schon gestern in die Wäsche gehört hätte.



Aber dann erinnere ich mich: Hey, wir leben gerade in einer weltweiten Pandemie. Es ist ok, erschöpft zu sein. Es ist ok, dass die Kraft schwindet. Es gibt Tage, die richtig gute laufen und Tage, die einfach für die Tonne sind. So ist das eben. Eigentlich was es schon immer so.



Und die anderen, denen immer alles gelingt, die zeigen auch nur Ausschnitte aus ihrem Leben. Auch sie sitzen ganz sicher oft abends auf dem Badewannenrand und kämpfen mit den Tränen. Auch sie stellen abends fest: Huch, keine Milch mehr. Und in der Waschmaschine liegt seit zwei Tagen nasse Wäsche.



Und selbst wenn ihnen tatsächlich all das nicht auch passiert: Das ist auch ok. Jeder geht auf einem anderen Pfad durch diese Zeit. Jeder meistert diese Monate anders. Jeder hat andere Lebensumstände und andere Hilfen im Background.



Es ist ok, dass du dich fühlst wie du fühlst. Nichts von dem, was wir gerade erleben, konnten wir planen. Wichtig ist nur, dass wir alle da irgendwie durchkommen, mental und körperlich. Alles andere hat keine Bedeutung.



Und – daran glaube ich fest – es wird alles auch wieder leichter werden. Ich freu mich schon so drauf.
               
Pandemüde: "Andere sprühen vor Motivation, ich bin einfach nur müde"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/papi-papa-kind-wie-wir-durch-altruistische-leihmutterschaft-eltern-wurden
       
Ihr Lieben, als wir die Geschichte von Alessandro, seinem Mann und der gemeinsamen kleinen Tochter Sofia zum ersten mal hörten, wollten wir sofort mehr wissen. Wie war das damals mit dem Kennenlernen, wann kam der Kinderwunsch auf, wie habt ihr euch schließlich für den Weg entschieden, den ihr gegangen seid.



Dabei ist uns bewusst, dass der Weg der Leihmutterschaft durchaus auch kritisch betrachtet wird, wir würden euch trotzdem bitten, dieser individuellen Familiengeschichte eine unvoreingenommene Chance zu geben. Weil sie für die Beteiligten augenscheinlich das ganz große Glück bedeutet…



Lieber Alessandro, erzähl doch erst einmal zum Einstieg, wer alles zu eurer Familie gehört.



Wir sind eine kleine, aber sehr glückliche Familie. In unserer Familie gibt es einen Papi – das ist mein Mann–, einen Papá – der bin ich – eine wunderschöne Tochter, sie heißt Sofia und dazu natürlich auch unser kleiner Hund Max.



Wie habt ihr Zwei euch kennen- und lieben gelernt – und war von Anfang an klar, dass ihr auch einen Kinderwunsch habt?



Ich habe meinen Partner vor zehn Jahren im Urlaub kennengelernt. Das war sehr witzig, weil wir erst jeweils mit mehreren Leuten dort waren – Fabian für die Hochzeit seiner Schwester, ich mit Freunden. Wir haben uns am Strand zum ersten Mal gesehen, ich war 31 und war sofort total fasziniert von seinen wunderschönen blauen Augen. Wir haben sofort begonnen zu quatschen, damals erstmal auf Englisch, ich konnte da noch gar kein Deutsch, ich komme aus Italien. Tja, und nun bin ich durch ihn seit neun Jahren in Deutschland.



Du bist zu ihm gezogen?



 Nicht direkt, erst einmal sind wir zwischen Köln, wo Fabian lebte und Florenz, wo ich wohnte, gependelt. Eine klassische Fernbeziehung. Ursprünglich komme ich aus Modena, einer kleinen Stadt in Nord-Italien, wo Ferrari, Balsamico und Tortellini herkommen 😉 Ich bin dann nach Florenz gegangen, wo ich zwölf Jahre lebte. Nachdem ich Fabian kennengelernt hatte war ich dann jedes zweite Wochenende in Köln. Nach einem Jahr Fernbeziehung hab ich mich dann aber entschieden, ein Sabbatical vom Job zu nehmen, um zu schauen, wie das klappt, wenn wir ein halbes Jahr zusammen in der gleichen Wohnung wohnen.



Und?



Ja, was soll ich sagen? Es hat mega gut geklappt! Bei uns waren auch die Themen Familie und Kind fast ab sofort ein Thema. Der einzige Nachteil, den ich damals für mich als schwuler Mann empfand, war nämlich im Grunde, nicht Vater werden zu können. Ich liebe Kinder und für mich bedeutet Familie eben auch ein Leben mit Kindern. Wir haben dann recht schnell angefangen, die unterschiedlichsten Lösungen für uns zu recherchieren.  



Wie seid ihr das Thema Elternwerden dann ganz konkret angegangen?



Bevor wir wirklich konkret in die Planung in Sachen Kinderwunsch gingen, hat es dann doch noch etwas gedauert. Ab 2015 haben wir ernsthaft darüber gesprochen. Wir haben über Adoption nachgedacht, das nach einem zweiten Gespräch aber dann doch für uns ausgeschlossen. Wir wären recht weit hinten in einer langen Reihe von Wartenden gewesen und vielleicht hätte es auch nie geklappt. Auf ein Kind kommen statistisch 20 Eltern, die voller Hoffnung warten.



Wie ging es dann weiter?



Schließlich war auch das Thema Pflegekind ein Thema. Letztlich haben wir uns auch dagegen entschieden. Vor allem wegen der emotionalen Bindung, die man über die Jahre aufbaut, um es dann doch eventuell wieder in die Ursprungsfamilie zurückgeben zu müssen.  Das war einfach keine vorstellbare Option für uns. Da gibst du so viel Liebe, baust so eine tiefe Verbindung auf – und musst dann doch wieder loslassen. Puh.



Später hat uns das Thema Leihmutterschaft viel Energie gekostet. Wir haben unheimlich viel Zeit darein investiert, weil es zwar viele verschiedene Möglichkeiten gibt, für uns aber auch ethische Fragen im Raum standen. Wäre das vertretbar? Für uns wäre es im Falle einer Leihmutterschaft wichtig, dass sie nicht genetisch involviert ist. Dass sie also nicht ihr leibliches Kind austrägt, sondern ein Kind mit anderen genetischen Wurzeln.  Tatsächlich haben wir das dann geschafft.



Was bedeutet das konkret?



Das heißt: Es gibt eine Frau, die die Eizelle spendet und eine Frau, die das Kind als Leihmutter austrägt, mit dem Kind aber nicht blutsverwandt ist. Es gibt also keine genetische Verbindung.



Wie habt ihr das geschafft?



Wir haben es in Kanada mit der Hilfe von einer Klinik in San Diego, Kalifornien, geschafft. Die Frau, die die Eizelle gespendet hat, kommt aus Kalifornien und die Leitmutter kommt aus Kanada. Warum Kanada? Kanada ist eines der wenigen Länder, das nur die Altruistische Leihmutterschaft erlaubt (Anm. d. Red.: das heißt, die Frau bekommt kein Geld für das Austragen des Kindes, sondern lediglich eine Kostenerstattung für die anfallenden Kosten). Insgesamt sind es nur drei Länder weltweit, in denen ausschließlich diese Möglichkeit erlaubt ist. Aus diesem und einigen weiteren Gründen haben wir uns entschieden, Kanada zu wählen.



Das Land hat seit vielen Jahren Erfahrung mit Leihmutterschaft und seit 2004 gibt es einen rechtssicheren Weg dank des Assisted Human Reproduction Act. So ist es Frauen, die aus altruistischen Motiven Paaren helfen möchten, ein Kind zu bekommen, nicht nur möglich gemacht worden, sondern es wird auch gesellschaftlich total akzeptiert. Um auszuschließen, dass die Frauen es nur aus Geld-Gründen machen, bekommen sie keine finanzielle Kompensation dafür.



Das hat uns beeindruckt, wir wollten nämlich kein ausnutzendes System von kommerzieller Leihmutterschaft unterstützen, sondern wirklich sichergehen, dass die Frau das aus freien Stücken tut. Kosten, die entstehen, sind pränatale Vitamine, benötigte Medikamente im Verfahren und in der Schwangerschaft, Umstandskleidung, Reisekosten zu Arztterminen.



Das hat uns sehr zugesagt und die Vorstellung, dass wir auf diese Weise mit einer eigenen Samenspende ein leibliches Kind bekommen könnten, hat uns gefallen. Es schafft ja durchaus eine emotionale Verbindung, wenn man etwas von sich selbst im eigenen Kind wiedersieht – im Gesicht, in seinem Verhalten. Also entschieden wir uns schlussendlich für diesen Weg.



Wie funktionierte dieser Weg ganz konkret?



Auf dem Weg zu unserem Wunschkind haben wir viel Unterstützung von einem Freund von uns bekommen, der für eine Klinik in San Diego arbeitet. Er hat uns geholfen die Kontakte mit einer Agentur in Kanada zu knüpfen, um dann die Möglichkeit zu bekommen, eine Leihmutter kennenzulernen. Nicht wir haben die Leihmutter ausgewählt, sondern genau andersrum. Sie hat unser Profil entdeckt und wollte uns kennenlernen.



Wie war das Kennenlernen?



Das erste Kennenlernen war per Skype und für uns war es sofort Liebe. Wir sind heute noch in Kontakt mit „Laura“, sie ist uns eine echte Freundin geworden, wir nennen sie nicht Leihmutter, weil sie einfach viel mehr für uns geworden ist.



Werdet ihr eurem Kind davon erzählen?



Natürlich. Für uns ist Transparenz für unsere Tochter sehr wichtig. Sie kennt „Laura“ und wir skypen alle zwei Wochen. Sie hat auch selbst einen Sohn, der acht Jahre alt ist.



Habt ihr die Leihmutter persönlich getroffen? Wie war das beim ersten Kennenlernen?



Wir kennen die ganze Familie von „Laura“, denn bevor unsere Tochter Sofia auf die Welt kam, haben wir die ganze Familie und ihre Freunde in Kanada besucht und kennengelernt.  Wir waren vier Wochen vor der Geburt da und sind auch bis vier Wochen nach der Geburt dortgeblieben.



Wie war das?



Es war wunderschön zu sehen, wie offen und tolerant die kanadische Kultur ist und dass es der Familie gut geht. Wir sahen: „Laura“ hatte einen Job, eine tolle Wohnung, ein wunderschönes Auto, ihr Vater hat ein Unternehmen, ihre Freundinnen sind tolle Menschen und sie haben keine Not oder Ähnliches. Das heißt: Sie brauchten kein Geld, sie wollten einfach helfen.



Wow!



Ja! Dazu kommt, dass „Laura“ lange einen Kinderwunsch hatte, bevor sie schwanger wurde und sie hat die Schwangerschaft mit ihrem Sohn dann so genossen, dass sie das gern noch einmal erleben wollte. Sie hatte einfach sehr schöne Erinnerungen daran. Sie wollte ein Stück von ihrem Glück weiterzugeben, einem Paar wie uns den Traum vom eigenen Kind erfüllen helfen, darum hat sich sich in der Agentur listen lassen. Wichtig dabei: Die Frau sucht sich das Paar aus, bei sie sich vorstellen kann, die Leihmutter zu werden. Sie hat also letztelich uns ausgewählt, nicht wir sie, weil sie unsere Geschichte so spannend fand. Für sie kam es tatsächlich aber auch nur in Frage, wenn unser Kind nicht ihre genetische Tochter wäre.



Und das habt ihr dann genau so gemacht?



Ja, ganz genauso. „Laura“ hat immer betont, wie wunderschön es wäre, zu sehen, dass Sofia in unserer Familie mit so viel Liebe aufwächst. Das hat sie super glücklich gemacht und das macht es sie heute noch. Sie hatte auch kein Problem damit, Sofia nach der Geburt abzugeben, weil ja von Beginn der Schwangerschaft an klar war, dass sie unser Baby austrägt und es bei uns aufwachsen würde.



Wie habt ihr euch geeinigt, wer der leibliche Vater sein wird?



Für uns war nicht wichtig, wer der Vater genetisch wird, uns war einfach nur wichtig, eine Familie zu gründen. Vom ersten Moment seit Sofia auf der Welt war, war sie unsere Tochter. Es gibt keine leibliche Verbindung, die bei uns einen Unterschied machen könnte. Aus diesem Grund sagen wir auf die Frage nach der Vaterschaft immer nur: Sie ist unsere Tochter. Wichtig ist nicht der genetische Aspekt, sondern unsere Liebe und Erziehung, die sie prägen. 



Welche Emotionen gingen dir durch den Kopf, als der Schwangerschaftstest positiv war? Wie habt ihr reagiert?



Als wir das Ergebnis bekamen, dass unsere Freundin schwanger war? Das war WOW, wie ein Feuerwerk im Bauch. Das ist etwas, das du nie konkretisieren konntest und dann passiert es wirklich und du weißt, dass in neun Monaten ein Kind euer Leben komplett umkrempeln würde. Das war für uns wunderschön.



Wart ihr dann neun Monate lang mit schwanger?



Wir waren auf jeden Fall mit schwanger, ich habe 12 Kilo zugenommen! 😉 Das ist die psychische Schwangerschaft, wir haben jede Woche mit „Laura“ geskypt und engen Kontakt gehabt. Später sind wir hingeflogen und es war für uns so schön, diesen Bauch anzufassen, dieses Herz zu spüren. Wir haben die ganzen Untersuchungen mitbekommen, sie hat uns per Skype „mitgenommen“. So konnten wir immer die Entwicklung von unserem süßen Engel sehen. Am Ende war es wunderschön, auch zur Geburt vor Ort zu sein. Es war wohl die schnellste Geburt, die man je hätte erleben können, ich glaube, es waren 26 Minuten. Dann war Sofia da.



Erzähl mal von diesem ersten Moment….



Als Erstes wurde sie mir auf den Arm gelegt.  Zweieinhalb Stunden hatte ich sie so, hab ihr die erste Milch gegeben und allein dieses kleine Wesen von Auge zu Auge zu sehen…. Für mich war das einfach der schönste und emotionalste Moment in meinem Leben. Das Stärkste, was ich je erlebt habe.



Wie waren die ersten Wochen? Euphorisch? Völlig fertig? Emotional überfordernd? Mit Babyblues?



Wir sind dann noch vier Wochen in Kanada geblieben und waren sehr, sehr glücklich. Müde auch, Sofia war alle anderthalb Stunden wach. Aber wenn die Kleine auch nur ein Geräusch machte oder wenn dich ein Blick von ihr traf, war alle Müdigkeit vergessen.







Heute seid ihr glücklich zu dritt. Würdet ihr alles wieder so machen?



Heute sind wir zu dritt und ich kann dir sagen, ich würde das eine Milliarde Mal wieder machen. Weil es ein Wunder war, eine wunderschöne Reise. Was ein Baby als neues Familienmitglied mitbringen kann, ist unbeschreiblich. Und unbeschreiblich ist auch die Art von Liebe, die man entwickelt. Sie ist mit nichts vergleichbar, nicht mit einer Beziehung oder mit einer Liebe, die man für die eigenen Eltern oder für Freunde oder Freundinnen empfindet.



Es ist einfach so anders, so viel tiefer. Du hast diese große Verantwortung, die gleichzeitig ein bisschen Druck macht, weil du natürlich immer auch ein paar Ängste hast, dass etwas passieren könnte. Die Gesundheit, die Umwelt, jetzt Corona….



Was hat sich verändert?



Diese große Liebe verändert ja auch dich selbst ganz stark. Wir zwei sind viel ruhiger geworden. Wir überlegen gemeinsam, wie wir am besten mit ihr umgehen können, wie wir sie erziehen können. Wir lesen viel darüber. Versuchen aber gleichzeitig, auch ein bisschen verrückt zu bleiben und auch spielerisch mit ihr umzugehen, ganz toll zusammen zu singen, Klavier zu spielen. Wir sind definitiv eine sehr musikalische Familie und auch Sofia liebt Musik. Wir freuen uns immer, wenn wir zusammen singen und Klavierspielen können. Ein Kind zu bekommen, war einfach die genau richtige Entscheidung für uns.



Das klingt alles fast zu schön, um wahr zu sein.



Ach was, natürlich ist es mit einem Kind nicht immer einfach und schön, manchmal ist das auch schwierig und problematisch. Aber diese Probleme und Schwierigkeiten als Familie zusammen zu meistern, während alle Familienmitglieder das gleiche Ziel haben – also zusammenbleiben und über Probleme zu sprechen und sie zu lösen – dann ist das kein Problem, sondern einfach das Leben.



Es existiert kein Leben ohne Herausforderungen. Aber es macht jeden Tag Spaß aufzustehen, diese kleine Maus zu sehen, wie sie sich entwickelt und wie die Kleine neue Worte oder neue Bewegungen lebt, Sofia ist jetzt zwei und das ist einfach auch ein super witziges Alter.



Was möchtest du anderen Familien mit Kinderwunsch mit auf den Weg geben?



Was ich Familien rate oder wünsche, egal ob hetero oder gay, man muss einfach versuchen, das als positive Erfahrung zu nehmen, man muss das wirklich wollen. Kinder sind kein Spielzeug, das man sich anschafft und wieder weglegt. Es ist wichtig, man selbst zu bleiben und möglichst diesem Wesen viel Liebe zu geben. Kinder brauchen kaum materielle Dinge, sie brauchen keine Statussymbole, sie sind pure Menschen und brauchen Präsenz, Liebe und viel Geduld.



Sie müssen die Welt entdecken und das ist manchmal gar nicht so leicht. Und in diesen Momenten müssen wir dableiben, ruhig bleiben und den kleinen Menschen begleiten.



Für uns als schwules Paar oder für schwule Paare, die Eltern werden möchten, ist es noch schwieriger wegen des ganzen Prozesses, aber wenn man es wirklich will, findet sich ein Weg. Und ja, so ein Kind verändert im Alltag und für die Beziehung vieles, es wird auch ein bisschen Leichtigkeit nehmen, darüber sollte man sich im Klaren sein. So eine Entscheidung sollte dringend mit Herz, Bauch und Leidenschaft getroffen werden.



Neben der Euphorie und Vorfreude ist es wichtig, sich zu fragen, ob das mit Kind zu schaffen ist, wie Freunde und Bekannte das erleben, die schon Kinder haben. Und wenn man sich darüber dann im Klaren ist, wenn dann alles geregelt ist und es losgehen kann…. Dann wird es einfach wunderschön.
               
Schwules Paar: "Wir wurden Eltern dank Leihmutterschaft"
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Mein Name ist Peggy, ich bin 36 Jahre alt und für mich war 2020 das Jahr, in dem ich zum ersten Mal tiefe, richtige Liebe kennengelernt habe.



Zuvor war ich zwölf Jahre mit einem Mann verheiratet, mit dem ich zwei Kinder habe. Für diese zwei wundervollen Kinder werde ich diesem Mann für immer dankbar sein. Es sind UNSERE Kinder und das werden sie auch immer bleiben. Aber ich war in unserer Ehe unglücklich, denn es war eine Zweckgemeinschaft.



Aus Bequemlichkeit blieben wir zusammen



Sehr viele Jahre lang war ich nur noch aus Bequemlichkeit mit ihm zusammen und weil ich den Kindern keine Trennung antun wollte. Und auch, weil ich auch dachte, eine Ehe fühle sich eben so an. Geborgenheit, Zuneigung, Begehren – all das gab es nie zwischen uns.



Mitte 2019 war ich aber an einem Punkt, an dem ich so nicht mehr leben wollte, nicht in dieser Konstellation. Ich nahm all meinen Mut zusammen trennte und mich von meinem Mann.



Diese Trennung war das Beste, was mir passieren konnte. Ich spürte, dass da noch viel mehr auf mich wartet. Ich blühte auf – was sich auch auf die Kinder auswirkte. Es war so, als käme bei uns allen die Leichtigkeit und das Glück zurück.



Ich suchte das Glück auf einer Dating-Plattform



Ich meldete mich auf einer Partnerschafts-Plattform an und lernte dort auch einen anderen Mann kennen. Nach einiger Zeit beschlossen wir, uns zu treffen. Auf dem Weg zu dem Treffpunkt war ich mehrmals drauf und dran, umzukehren. „Was machst du da eigentlich? Du bist doch kein Teenager mehr“, dachte ich. Aber dann sammelte ich wieder allen Mut zusammen und erschien an dem Treffpunkt.



Wir trafen uns auf dem Parkplatz vor einem Restaurant – und als ich ihn sah, setzte mein Herz aus. Ich habe nie an Liebe auf den ersten Blick geglaubt, aber genau das passierte mir. Dieser Mann strahlte von der ersten Sekunde so viel Herzlichkeit und Ehrlichkeit aus, dass ich völlig überwältigt war.



Aus dem ersten Prickeln wurde Liebe



Wir gingen ins Restaurant, setzten uns gegenüber und alles war sofort vertraut. Er erzählte mir aus seinem Leben, auch von all den Schwierigkeiten, die er bisher bewältigen musste. Ich war von so viel Selbstverständlichkeit und Selbstbewusstsein beeindruckt. In mir schlichen die Selbstzweifel hoch, ob das wirklich was werden könnte – ich hatte nicht gerade das größte Selbstbewusstsein und außerdem: Wer wollte schon eine Zweifach-Mama?



Wir redeten und redeten – bis das Restaurant zumachte. Es war ein unglaublich schöner Abend. Ich war verliebt – und er auch.



Bereits am folgenden Wochenende trafen wir uns in einem Hotel. Diese Tage hauten mich um. Er gab mir das Gefühl, etwas wert zu sein, schön zu sein, wichtig und besonders zu sein. Er hörte mir zu, sah mich an – ich musste mich nicht verstellen, sondern war gut so wie ich war. Wir konnten nicht genug voneinander bekommen. Irgendwann wurde uns klar, dass es diese Liebe nicht nur in Büchern oder Filmen gibt – nein, dass wir sie gerade erleben.



Das große Liebesglück: Happy End mit tollem Ausgang



Wir sind nun seit einem Jahr zusammen, haben dieses verrückte Jahr 2020 gemeinsam überstanden. Er ist sogar zu uns gezogen, versteht sich super mit den Kindern. Wir sind immer noch so verliebt wie am Anfang, er ist aufmerksam, liebevoll und ehrlich. Für 2021 wünschen wir uns ein gemeinsames Kind. Drückt uns die Daumen, dass dieser Wunsch wahr wird…
               
Peggy: "Ich dachte, solche Liebesgeschichten gibt´s nur im Film" |
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Liebe Juliane, Deine Mutter hat – also du noch ein Kind warst – immer wieder Pflegekinder aufgenommen. Erzähl doch mal ein bisschen was über deine Mama.



Meine Mama ist für mich das größte Vorbild, denn sie setzt sich schon ein Leben lang für andere Menschen ein. Und dabei stellt sie sich selbst, eigentlich seit ich denken kann, hinten an. Für andere mag das vielleicht nicht richtig klingen…nie Zeit für sich haben, kaum bestandsfähige Freundschaften zu anderen pflegen, keine Reise, kein Ausflug, keine Verabredung ohne Kinder und das über viele, viele Jahre hinweg. Aber genau das hat meine Mutter gewählt und zwar aus voller Überzeugung und mit ganzem Herzen.



Wie sieht Eure Ursprungsfamilie aus?



Ich bin das jüngste von drei leiblichen Kindern meiner Mama. Als meine Mutter 28 Jahre alt war, bekam sie Krebs. Den besiegte sie, aber sie war für sieben Jahre erwerbsunfähig. Neben unserer Erziehung, dem Haushalt, dem Alltag suchte sie aber noch nach einer Aufgabe, die sie komplett erfüllte und ihr Freude machte.



In der Nachbarschaft ergab es sich, dass sie immer wieder mal ein Kind betreute und als „Tagesmutter“ fungierte. Anfang der 90er Jahre fand sie dann in der Tageszeitung einen Artikel, der sie sehr bewegte und letztendlich zu dem Entschluss brachte, ihr „Hobby“ zum Beruf zu machen.



Das Jugendamt suchte dringend Eltern, die sich vorstellen könnten, Kinder bei sich aufzunehmen, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben konnten. Sie stellte sich daraufhin dort vor und informierte sich ausführlich. Nachdem sie dann auch zu Hause mit uns darüber sprach und ein „OK“ von uns bekam, war ihr klar, dass das ihre neue Aufgabe im Leben sein würde.



Im weiteren Verlauf gab es viele Beratungsgespräche, Tests und Hausbesuche, bei denen mit uns allen gesprochen wurde. Als alles Formelle endlich abgeschlossen war und wir die Prüfung zur Pflegefamilie bestanden hatten, zog das erste Pflegekind bei uns ein. Zu dem Zeitpunkt waren meine Geschwister 13 und 11 und ich 3 Jahre alt. Ich bin damit also aufgewachsen.



Kannst du dich noch an dieses erste Pflegekind erinnern?



Mein 1. Herzgeschwisterchen war ein kleiner Junge, nur wenige Monate alt, misshandelt und verwahrlost. Bei uns fand er ein liebevolles zu Hause auf Zeit. Und wir alle taten unser Bestes, ihn fühlen zu lassen, was die Liebe einer Familie bedeutet. Knappe 2 Jahre hat der kleine Mann unsere Familie bereichert.



Wieviele Kinder waren insgesamt bei Euch?



Es waren mehr als 30 Kinder. Die Gründe, warum ein Kind ein „Pflegekind“ wird, sind zahlreich. Misshandlung, Drogenkonsum der Eltern, Verwahrlosung, Obdachlosigkeit, vorrübergehende oder dauerhafte psychische Probleme der Mutter oder auch die bewusste Entscheidung gegen das Kind.  Allerdings waren die Kinder, die zu uns kamen, immer erste wenige Wochen bis Monate alt.



Da ich ja damals selbst noch sehr klein war und auch meine Geschwister noch nicht komplett selbstständig waren, wollte meine Mutter bewusst keine älteren Kinder aufnehmen. Der ständige Wechsel und die damit einhergehende, emotionale Belastung für die eigene Familie, wäre bei älteren Kindern wesentlich größer gewesen als bei Säuglingen. Meist blieben die Kinder nur einige Monate in Kurzzeitpflege bei uns. In einigen Fällen aber auch bis zu 2 Jahre, bevor sie meist in Dauerpflege- oder Adoptivfamilien weitervermittelt wurden. Manche Kinder konnten aber auch in ihre Herkunftsfamilien zurück geführt werden.







Gab es ein ganz besonderes Geschwisterlichen für dich?



Ja, ein Kind ging einen anderen Weg, es blieb in unserer Familie. Der kleine Mann hatte damals keinerlei Perspektive, zurück in seine Herkunftsfamilie zu kommen oder in eine fremde Familie zu kommen. Er war ein Frühchen und kam zu uns, als er 4 Wochen alt war. 4 Wochen, die er allein in einem Inkubator auf der Frühgeborenenstation verbringen musste.



Seine Mutter war abhängig von Alkohol und Schlaftabletten. Und die Auswirkungen ihres Drogenkonsums verfolgten ihn und uns während seiner gesamten Kindheit und auch noch bis heute. Trotz all der Schwierigkeiten haben wir uns dieser Aufgabe aber angenommen, ihn als Sohn und Bruder in unsere Familie aufgenommen und versucht, alle Höhen und Tiefen mit ihm zu meistern. Es gab wundervolle Zeiten mit ihm und wir freuten uns über jeden Fortschritt, den er machte. Aber es gab auch Zeiten, die vor allem meine Mutter an ihre äußersten Grenzen brachte.



Heute ist er 23 und frischgebackener Papa. Aber auch, wenn unser Verhältnis nicht so innig ist wie bei anderen Geschwistern, so kann er sich doch immer auf mich verlassen. Er hat es auch heute noch nicht leicht im Leben, denn auch eine liebevolle Kindheit können seine Herkunft und die Zeit der Schwangerschaft leider nicht komplett kompensieren. Meine Mama und auch wir Geschwister unterstützen ihn aber so gut es möglich ist. Und sein kleiner Sohn ist für mich mein Neffe und so werde ich auch für ihn da sein, wenn er mich braucht.



Gab es auch mal Eifersucht zwischen den Geschwistern?



Dadurch, dass ja schon seit ich denken kann, immer Pflegekinder da waren, war es für mich eigentlich nie komisch oder befremdlich. Ich kannte es ja gar nicht anders. Die Freude, wenn ein Anruf kam und ein neues Kind bei uns einziehen sollte, war immer groß. Jedes Mal bereiteten wir zu Hause alles gemeinsam vor. So wie man das eben macht, wenn ein neues Familienmitglied auf dem Weg ist. Das Bettchen wurde frisch bezogen, die Kleider in der passenden Größe in die Kommode geräumt, Kinderwagen und Babyschale bereit gestellt und die Wickeltasche gepackt. Die Freude bei meiner Mama war ihr immer anzumerken. Es war toll, immer ein Baby im Haus zu haben. Statt einer Puppe, konnte ich ein echtes Baby wickeln und spazieren fahren.



Für uns Geschwisterkinder war es selbstverständlich, unsere Herzgeschwister in unseren Alltag zu integrieren. Sie waren einfach da und bekamen genau die Aufmerksamkeit, Kuscheleinheiten und Liebe, wie wir. Sicher hat meine Mama uns auf eine andere Art geliebt und in ihrem Herzen waren wir immer auf Platz 1. Das hat sie unsere Herzgeschwister aber nie spüren lassen.



An Eifersucht und negative Gedanken in Bezug auf die Pflegekinder, kann ich mich erst erinnern, als ich schon älter war. Es gab immer mal wieder Zeiten, in denen ich mir wünschte, meine Mama hätte einen „normalen“ Job. Nach Feierabend heim kommen und Zeit für mich haben. Frei haben an den Wochenenden. Manchmal wollte ich einfach nur das jüngste Kind sein, das Nesthäkchen, das nicht immer Rücksicht auf die ständig wechselnden, jüngeren Geschwister nehmen muss, die doch eigentlich nur Gäste bei uns waren. Die Freude bei der Ankunft eines neuen Herzgeschwisterchens blieb trotzdem immer. Und je älter ich wurde, desto mehr verstand ich, wie sehr diese kleinen Menschen uns brauchten und wie gut es uns dreien ging, weil wir in einer „normalen“ Familie aufwuchsen durften.



Wie hast du die Abschiede von den Herzgeschwistern erlebt?



Abschiede waren immer schwer. An die Zeit, in der ich noch kleiner war, kann ich mich natürlich nicht mehr wirklich erinnern. Aber später war es immer sehr traurig. Mehrere Monate oder gar Jahre jemanden bei sich aufnehmen, ihn zum Teil der Familie machen und ihn lieb gewinnen. Und dann muss er plötzlich wieder gehen. Und vermutlich sieht man ihn auch niemals wieder.



Aber genau wie die Vorbereitung auf ein neues Pflegekind, ist der Abschied immer ein wichtiger Bestandteil mit festen Ritualen gewesen. Auch heute noch, schreibt meine Mama für jedes Kind ein kleines Büchlein über die Zeit bei uns/ihr und persönliche Gewohnheiten. Dazu gestaltet sie ein Fotobuch und oft auch eine Erinnerungskiste. Liebevoll packt sie jedes einzelne Mal persönliche Dinge zusammen, wie Lieblingsspielsachen, Fläschchen und Pflegeprodukte und Kleidung. Meine Herzgeschwister hatten bei ihrer Ankunft oft nicht einmal eigene Kleidung und sie gingen meist mit einem ganzen Umzugskarton an persönlichen Sachen.



Die Gefühle beim Abschied waren aber unterschiedlich intensiv. Es gab Kinder, die man mehr ins Herz geschlossen hat als andere. Meist waren es die, die es besonders schwer hatten oder aus sehr schweren Verhältnissen kamen. Und eine Rolle spielte natürlich auch, welchen Weg die Zukunft für das jeweilige Kind nahm.



Für Außenstehende mag es vielleicht befremdlich klingen, aber es war sehr viel schwieriger, Kinder gehen zu lassen, die zurück in ihre Herkunftsfamilie kamen (denn sie waren ja nicht ohne Grund bei uns), als solche, die eine neue Familie bekamen (denn dort konnte man sich sicher sein, dass alles nur Mögliche getan wurde, dass es dem Kind an nichts fehlte). Die meisten Kinder wechselten von der Kurzzeitpflege bei uns zu einer Dauerpflegefamilie, hin und wieder auch mit Aussicht auf Adoption.



Habt Ihr heute noch zu einigen Kindern Kontakt?



Zu einigen ehemaligen Pflegekindern und deren Familien hat meine Mutter bis heute den Kontakt gehalten. Die Kinder wissen dann auch, dass sie einige Zeit ihres Lebens bei ihr/uns verbracht haben. Für sie ist es sehr schön zu sehen, was aus ihren einstigen, kleinen Sorgenkindern geworden ist. Zum Teil sind die Pflegekinder von damals heute schon selbst Eltern geworden.



Ich bin heute 34 nun schon seit 7 Jahren selbst Mutter. Die Pflegekinder, die meine Mutter heute aufnimmt, haben nicht mehr den Charakter eines Geschwisterkindes für mich. Dennoch ist es für mich und meine Familie immer schön, wenn ein Herzkind bei meiner Mama lebt. Und auch über die Entfernung versuchen wir, ein Stück Familie oder auch Freunde für das jeweilige Kind zu sein.



Wenn Hilfe nötig ist, sind wir jederzeit da, zu Geburtstagen der Kinder feiern wir zusammen und für mich ist es selbstverständlich, dass es an Weihnachten und Ostern auch für diese kleinen Menschlein ein Geschenk gibt. Solange sie bei meiner Mama leben, sind sie Teil der Familie. Und so wird es immer sein.



Gab es Herzgeschwister, die Die besonders im Gedächtnis geblieben sind?



Es gibt nicht DAS Kind, was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist. Vielmehr sind es die Gründe, warum sie zu uns kamen. Ich kann mich nicht mehr an jede Geschichte erinnern, aber vieles vergisst man natürlich nicht. Gerade seit ich selber Mutter bin, muss ich sehr oft darüber nachdenken, dass nicht jedes Kind einen so positiven Start ins Leben hat,wie meine eigenen.



Ich erinnere mich z.B. an ein Kind, das nicht einmal einen Namen von seiner Mutter bekam. Es hatte also keine Identität. Die Schwestern im Krankenhaus gaben ihm dann seinen Vornamen. Oder der kleine Junge, der zu uns kam, in schmutzigen und übel riechenden Sachen, der außer drei nach Zigarettenrauch riechender Schlafanzüge rein gar nichts besaß.



Oder das Mädchen, das viele, viele Monate brauchte, um Vertrauen zu anderen Menschen zu fassen, weil es völlig verängstigt war. Es gab Babys, die bereits einen Drogenentzug hinter sich hatten und solche, die bitterlich weinten, wenn sie bei einem Besuchskontakt ihre leiblichen Eltern sahen.



So viele Geschichten, so viele verschiedene Schicksale. Und die damit verbunden Mütter, die ihre Kinder nicht behalten konnten, nicht behalten durften, nicht behalten wollten. Mütter, die alles taten, um ihre Kinder wieder zu bekommen, Mütter, die zu keinem Besuchskontakt erschienen, Mütter die ihre Kinder freiwillig her gaben, Mütter, denen ihre Kinder genommen worden oder werden mussten. Mütter die erst ihr eigenes Leben bereinigen mussten oder solche, die jenes beenden wollten.



Was hast du durch diese Geschichten für dich gelernt?



Ich habe von klein auf vieles miterlebt. Viele Facetten des Lebens habe ich gesehen. Und daraus habe ich vor allem gelernt, meinen eigenen Kinder immer die beste Mutter zu sein, die ich irgendwie sein kann. Und in dieser Einstellung ähnele ich meiner Mama, worauf ich sehr stolz bin. Sie hat so viel Gutes getan mit ihrer Arbeit und tut es noch immer. Im nächsten Monat wird sie 60 Jahre alt und ein Ende ihrer Arbeit ist noch lange nicht in Sicht. Denn ohne diese Kinder würde sie wohl ihren Lebensinhalt verlieren.



Könntest du dir auch vorstellen, ein Pflegekind aufzunehmen?



In die Fußstapfen meiner Mama zu treten, kann ich mir durchaus vorstellen. Das ist sogar immer mal wieder Thema in meiner Familie. Allerdings würde das erst in Frage kommen, wenn meine Kinder älter sind. Mit 7, 3 und 1 Jahr sind sie in meinen Augen noch viel zu jung, denn sie nehmen mich 24/7 voll und ganz in Anspruch. Sie müssen ihre Eltern ja schon mit ihren Geschwistern teilen. Noch mehr „Konkurrenz“ muss nicht sein. Außerdem bin ich mit den Dreien absolut ausgelastet und könnte einem kleinen Herzkind derzeit überhaupt nicht gerecht werden.



Wenn sie aber alle 3 Schulkinder sind, weiß ich schon jetzt, wird sehr wahrscheinlich auch bei mir eine Leere entstehen. Vielleicht ist es dann an der Zeit, einem kleinen Herzkind ein Zuhause auf Zeit in unserer Familie zu geben.



Was braucht man deiner Meinung nach, um ein Pflegekind aufzunehmen?



Vor allem das Bewusstsein, dass das ganze zeitlich begrenzt ist. Nicht jeder schafft es, ein fremdes Kind in sein Leben und vor allem in sein Herz zu lassen, es zu behandeln, wie sein eigenes und es dann wieder loszulassen, ohne daran zu zerbrechen. Ein schmaler Grad.



Man muss außerdem bedenken, dass die Kinder, wie jung sie auch sein mögen, alle ihr „Päckchen“ mitbringen. Ob auf Drogenentzug, oder psychisch/physisch beeinträchtigt, alles kann dabei sein. Damit muss man umgehen können. Und damit verbunden sind auch viele Verpflichtungen, wie Arztbesuche oder Therapien, Gespräche mit dem Jugendamt und auch meist regelmäßige Besuchskontakte mit den leiblichen oder zukünftigen Eltern. Das alles ist nicht einfach, vor allem, weil man auch nirgendwo ein wirkliches Mitspracherecht hat.



Man sollte also emotional gefestigt sein und ein möglichst sicheres, familiäres Umfeld haben. Auch die finanziellen Möglichkeiten sollten gegeben sein. Ein Vollzeitjob oder überhaupt ein Job ist als Pflegemutter (zumindest von sehr kleinen Kindern) kaum möglich. Also sollte der (Ehe)Partner ein ausreichendes Einkommen haben. Ein Gehalt gibt es als Pflegemutter nicht. Eher eine Aufwandsentschädigung. Das sollte meiner Meinung nach anders laufen (aber das ist hier nicht das Thema…)



Abschließend kann man sagen, dass Pflegemutter/vater zu sein schon eher eine Berufung ist, als ein Beruf. Pflegemutter/vater sein heißt, alles zu geben für ein Kind – vor allem Gefühle, Nähe und Verständnis.








               
Pflegekinder: Wir haben mehr als 30 Kindern ein Zuhause gegeben |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/pinterest-so-werdet-ihr-erfolgreich-mit-pinterest
        Ihr Lieben, wer von Euch nutzt Pinterest? Wir wetten, sehr viele von Euch. Sei es zur Inspiration, wenn das Kinderzimmer umgestaltet werden soll oder wenn Ihr originelle Rezepte für Geburtstagskuchen sucht. Pinterest ist DIE Online-Pinnwand – mehr als 322 Millionen Menschen nutzen Pinterest derzeit weltweit.
Aber Pinterest ist nicht nur zum „Schöne-Bilder-gucken da“, es kann auch für Selbstständige unglaublich wertvoll sein. Wir wissen, dass viele von Euch nach der Geburt ihres Kindes/der Kinder nicht mehr zurück in den alten Job sind und nun selbstständig arbeiten.
Für genau die und alle, die es noch vorhaben, gibt es heute einen Kracher: Gemeinsam mit Andrea und Julia von marketingmagie bieten wir Euch einen KOMPLETT KOSTENLOSEN Pinterest-Einsteiger-Kurs an. Ihr könnt in Online-Seminaren alles über Pinterest lernen, wie man Pins erstellt, auf was man achten muss und und und.
Dazu müsst Ihr nur hier klicken:  https://marketingmagie.de/pinterest-starterkurs-anmelden und Euch anmelden, am 17.2. geht es dann los.  Zuerst einmal aber stellen wir Euch Julia und Andrea vor: 
Liebe Andrea, liebe Julia, heute geht es um das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und wie Pinterest dabei helfen kann. Erzählt doch mal, wo und wie Ihr gearbeitet habt, bevor Ihr Kinder bekommen habt.
Andrea: Ich war in einer großen PR-Agentur tätig, die auf den Kultursektor spezialisiert ist. Als Leiterin der Berliner Niederlassung habe ich Kommunikationsstrategien für Museen, Stiftungen, Festivals aber auch für das kulturelle und soziale Engagement internationaler Konzerne entwickelt und gesteuert. Das war eine spannende Zeit, in der ich viel herumgekommen bin und großartige Menschen kennengelernt habe. Aber natürlich war da an 9 to 5 auch nicht zu denken.
Julia: Ich habe über 10 Jahre als Texterin und Konzepterin beim Radio, in Agenturen und bei Start-ups gearbeitet und in dieser Zeit hunderte Texte, Beiträge und Marketing-Konzepte entwickelt. Was mir daran gefallen hat, war, dass jeder Tag anders war.
Dann seid Ihr Mütter geworden. Vor welchen Problemen standet Ihr da plötzlich?
Andrea: Für mich hatte meine Tochter absolute Priorität vor der Karriere. Für sie wollte ich da sein. Das hieß: 1 Jahr Elternzeit und nur noch halbtags im Job. Nicht zu arbeiten kam nicht in Frage. Ich liebe, was ich mache. Aber ein Büro in Teilzeit zu leiten, war eine wirkliche Herausforderung. Da kamen Anrufe rein, wenn ich gerade auf dem Spielplatz war. Das war ein ständiger Spagat, es allen Recht zu machen.
Dann habt Ihr beschlossen, Euch selbstständig zu machen. Ein großer Schritt. Was waren Eure größten Ängste?
Julia: Ich habe meine Selbstständigkeit Schritt für Schritt neben dem Job aufgebaut, 2 Jahre lang. Dann hatte ich genug feste Kund*innen, um “Tschüß” zum Angestelltendasein zu sagen. Angst hatte ich deswegen keine.
Andrea: Ich bin da ganz naiv reingegangen, die Selbstständigkeit entwickelte sich ganz langsam während der dritten Schwangerschaft und Elternzeit. Aber dann wollte ich mehr. Vor allem mehr Sicherheit, dass immer genug reinkommt. Kaum war etwas weniger zu tun, hatte ich schubweise Angst zu scheitern.
Wie beeinflusst die Selbstständigkeit Euren Alltag mit Kindern?
Andrea: Meine Selbstständigkeit entspannt unseren Alltag immens. Ich entscheide, wann und wo ich arbeite. Ich bring die Jüngste ohne Gehetze in die Kita. Und bin da, wenn die Großen aus der Schule kommen. Und wenn mal ein Kind krank ist, muss ich nicht – am besten schon am Abend vorher – panisch die Großeltern als Babysitter sichern. Schulferien, Stundenausfall, Kita zu – kann ich auffangen. Dinge, die nicht liegenbleiben dürfen, schiebe ich dann auch mal in den Abend. Natürlich ist das nicht alles eitel Sonnenschein. Aber der Stress bleibt bei mir und meinem Mann. Die Kinder bekommen ihn (kaum) zu spüren.
Ihr arbeitet als Texterinnen, Online-Strateginnen und Beraterinnen für Pinterest-Marketing. Pinterest wird für Selbstständige immer wichtiger – warum? 
Julia: Viele Selbstständige wissen (noch) gar nicht, dass sie Pinterest für ihr Business nutzen können. Pinterest ist mehr als schöne Bildchen. Pinterest ist eine echte Geheimwaffe, wenn es um dauerhafte Reichweite für Blogger*innen, Unternehmer*innen und Kreative geht. Mit der richtigen Pinterest-Strategie können sie neue Kund*innen und Käufer*innen für ihr Produkt oder ihre Dienstleistung finden. Deshalb machen wir gerade viel Aufklärungsarbeit, weil so immens viel Potenzial in Pinterest steckt 🙂
Andrea: Pinterest eignet sich gerade für kleine Unternehmen und Selbstständige ohne großes Marketing-Budget, um Wunschkunden auf die Seite zu bekommen. Dazu kommt, dass es planbar ist und – einmal gut angelegt – nur 1-2 Stunden Arbeit pro Woche verlangt. Anders als Social Media Kanäle, wo ständig Posts und Stories gefragt sind. Das war perfekt für uns beide und sicherlich auch für viele andere Mamas.
Viele meinen ja, sie könnten das mit den Sozialen Netzwerken und Marketing-Plattformen schon irgendwie alleine – und verschenken so aber viel Potenzial. 
Andrea: Stimmt, denn oft fehlt eine individuelle Strategie. Die ist vor allem bei Pinterest super wichtig. Aber woran die meisten scheitern, das sind: Geduld, Experimentierfreude und das falsche Verständnis von Pinterest. Denn Pinterest tickt einfach ganz anders als Facebook, Instagram, Youtube.
Julia: Meiner Erfahrung nach versuchen viele Selbstständige überall präsent zu sein und merken dann, dass das viel Zeit und Energie einfordert. Oft zu viel. Besser ist es, sich auf wenige(re) Kanäle zu fokussieren und dann dort nicht halbherzig, sondern mit voller Power zu posten und zu pinnen. Eine tolle Kombination ist zum Beispiel Instagram und Pinterest, oder Facebook und Pinterest. Pinterest sorgt langfristig und kontinuierlich für immer neue Blog-Leserinnen, Kund*innen und Leads. Instagram bzw. Facebook sind großartig, um eine Community aufzubauen, sich auszutauschen und auch Persönliches zu zeigen.
Ihr bietet unseren Lesern ja einen ganz tollen Pinterest-Kurs an. Was sind die Inhalte und wie lange geht das?
Julia: Ja, über diese exklusive Kooperation freuen wir uns sehr! Wir sind ja selber StadtLandMama-Fans und dürfen seit Dezember 2019 auch eure Pinterest-Strategie für euren Blog genauer unter die Lupe nehmen.
Andrea: Dabei kam uns die Idee zum Pinterest-Kurs. Uns war schnell klar: Die StadtLandMama-Leserinnen sind doch genau diejenigen, für die Pinterest perfekt ist: Mamas, die einen eigenen Blog haben, die vielleicht neu anfangen und ein Herzensbusiness starten möchten, aber wie wir kein Geld in Marketing investieren wollen, das nur kurzfristige Effekte ausspuckt – und die zudem wenig Zeit haben (wie so viele Mamas).
Julia: Der Kurs motiviert alle Leserinnen endlich auf Pinterest loszulegen! Wir zeigen ihnen, wie sie Pinterest für ihr Business oder ihren Blog nutzen können, um über Monate und Jahre hinweg (neue) Blog-Leser*innen, Leads und Verkäufe auf Autopilot zu generieren. In unserem kostenlosen 4 Wochen-Kurs erklären wir den Teilnehmerinnen, alles was sie über einen erfolgreichen Pinterest-Start wissen müssen und zwar simpel und strukturiert. Wir starten dann Schritt für Schritt direkt in die Umsetzung, alle zusammen. Am 17..02.2020 gehts los.
Was sind die Voraussetzungen, dass ich daran teilnehmen kann?
Andrea: Gute Frage! Spaß daran, etwas Neues zu lernen. Der Kurs ist perfekt für alle, die mit ihrem Business oder ihrem Blog nicht weiterkommen und sich neue Leser*innen oder Kund*innen wünschen. Wir zeigen allen, die Pinterest noch nie für ihr Business genutzt haben oder mit ihren ersten beruflichen Schritten auf Pinterest nicht zufrieden sind, wie sie bei Pinterest in 2020 so richtig durchzustarten.
Julia: Idealerweise bringt man etwa 2 Stunden pro Woche Zeit mit (die sich alle Teilnehmerinnen frei einteilen können) – und hat bereits einen Blog oder eine Website, die über Pinterest groß rausgebracht werden soll.
Was sind die Ziele des Kurses?
Andrea: Die Teilnehmerinnen werden endlich verstehen, wie Pinterest tickt und bereits erste Schritte mit uns gemeinsam auf der Plattform machen. Wir sind über die ganzen 4 Wochen mit Feedback, Motivation und Tipps an ihrer Seite.
Julia: Wer Pinterest effektiv einsetzt, macht sich nicht nur ein wirkungsvolles Marketing-Tool zunutze. Am Ende bringt es den Teilnehmerinnen auch mehr (freie) Zeit, mehr finanzielle Sicherheit und Selbstbestimmtheit. Und darum lieben wir Pinterest auch so!
Und hier nochmal der Link für den kostenlosen Starter-Kurs: https://marketingmagie.de/pinterest-starterkurs-anmelden
               
Kostenloser Pinterest Kurs: Wir schenken Euch einen Einsteiger-Kurs! | STADT LAND MAMA
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Liebe Renate, wir hatten 2019 ein Interview mit Dir, in dem Du über Euren Abschied von Elian erzählt hast. Dieses Interview hat viele Menschen berührt. Du bist danach erneut schwanger geworden. Wie verlief diese Schwangerschaft?



Ja, 2019 war ein ganz besonderes Jahr. Wir bekamen die Zwillinge Emily und Elian. Elian musste wegen den Folgen eines E.Coli Keimes zu den Sternen reisen. Das war Anfang April 2019.  Anfang September 2019 fuhren wir dann nach Kroatien in den Urlaub. Wir brauchten Abstand vom Alltag, denn das Leben verlief nach Elians Beerdigung wieder ziemlich „normal“. Im Urlaub dann, wobei…auch schon vorher, waren wir uns einig: Wir wünschen uns definitiv noch ein Kind – liebevoll Regenbogenbaby genannt.



Tatsächlich wurde ich wieder sehr schnell schwanger. Alles war gut, die Übelkeit nicht so ausgeprägt wie bei den Zwillingen. Es war ein Moment der Freude, als wir den positiven Test in der Hand hielten. Wir wussten, dass nichts schief gehen wird, denn Elian hat uns ein Regenbogenbaby geschickt. Oft wurden wir gefragt, warum wir ein fünftes (sechstes) Kind wollten. Ob es ein Ersatz für Elian sein sollte…



Was es natürlich nicht war.



Nein. Ganz und gar nicht. Wir haben uns eigentlich gesagt, dass nach vier Kindern Schluss ist. Dann schummelte sich jedoch ein Kind dazu und wir bekamen Zwillinge. Das Schicksal entschied, dass wir fünf Kinder haben sollten. Und der Wunsch nach dem fünften Kind war danach einfach da. Nicht als Ersatz für Elian. Aber als fünftes gewünschtes Kind an der Hand. 



Wie verlief denn die Schwangerschaft mit Samu?  



Die Schwangerschaft an sich verlief total komplikationslos. Es war eine der schönsten Schwangerschaften. Samu war das aktivste Kind in meinem Bauch. Immer wenn ich Sorge hatte, hat er sich bemerkbar gemacht. Manchmal so sehr, dass mein Mann und ich richtig herzlich lachen mussten. Wir haben Scherze gemacht, dass dieses Kind das erste Kind der Welt sein wird, dass aus der Bauchdecke gekrochen kommt. Auch die Kinder konnten sehr viel Kontakt zu Samu aufnehmen. Vor allem unser Ältester war begeistert davon. Fast täglich streichelten meine Großen den Bauch und sagten ihm, wie sehr sie sich freuen, große Geschwister zu werden.



Dann kam der Tag der Geburt….



Ja, Samu kam ziemlich schnell im Geburtspool zur Welt. Die großen Kinder haben während der Geburt im Kinderzimmer „Die Eiskönigin“ geschaut. Samu hatte ein Glückshäubchen. Die Fruchtblase platzte erst, während seine Schultern geboren wurden.  Ich legte ihn auf meine Brust und mein Mann rief die Geschwister.



Wir waren alle überglücklich. Die drei Großen schauten sich Samu ganz genau an und streichelten über seine Wange. Es war einfach alles perfekt. Unsere Glücksblase konnte nichts zerstören. Dachten wir… 



Leider habt Ihr Samu verloren. Kannst du uns mehr darüber erzählen? 



Samu ging es sehr gut. Und er war unfassbar hübsch! Am Morgen kamen die großen Geschwister zu uns ins Bett und wir kuschelten als Großfamilie alle zusammen. Die Kinder zogen sich an, Samu bekam eine frische Windel und wir gingen alle gemeinsam runter. 



Wir frühstücken gemeinsam. Samu trank noch eine Flasche, denn irgendwie wollte er nicht an meine Brust. Aber dabei dachte ich mir nichts. Meine Hebamme war für 10 Uhr angekündigt, die kann mir bestimmt weiterhelfen – dachte ich. 



Um 9:45 sahen wir die Hebamme vorfahren. Also brachten wir schnell die Großen nach oben, damit ich in Ruhe mit der Hebamme reden kann. Und in dieser Zeit passierte das Unfassbare. 



Ich ließ meine Hebamme rein. Klein Samu war keine 5 Minuten unbeobachtet gewesen. Ich begrüßte die Hebamme, sie schimpfte mit mir, warum ich denn auf den Beinen bin und fröhlich im Haus rum hüpfe. Ich sei im Wochenbett.



Wir gingen zu Samu – und er war blass. Sie schaute mich an und sagte: „Seine Farbe gefällt mir nicht.“ „Mir auch nicht“, sagte ich. Sie nahm den Kleinen hoch und stimulierte ihn am Rücken, er spuckte ein klein wenig Milch. Sie legte ihn sofort auf unseren Wohnzimmertisch und fing an unseren kleinen Engel zu reanimieren. 



Ich rief auf Anweisung den Rettungsdienst, die auch sehr schnell kamen. Als die Rettungskräfte übernahmen, brach ich weinend in den Armen meiner Hebamme zusammen. 



Mein Mann war bei den Kindern oben im Kinderzimmer, damit sie nichts mitbekommen. Samu wurde in den Inkubator gelegt und in den Rettungswagen gebracht. Meine Hebamme und ich wurden auch mitgenommen. 



Im Krankenhaus angekommen schickte man uns auf die Station, dann sollten wir zum Oberarzt. Ich sah meine Hebamme an und sagte: „Wenn es ein Gespräch mit dem Oberarzt gibt, dann hat Samu es nicht geschafft.“ Kurz darauf teilte uns der Oberarzt mit, dass Samu gestorben sei.



Hast du Samu nochmal gesehen?



Ja, ich durfte ich noch ein Mal zu ihm. Er sah so friedlich aus. Nicht gequält. Ich habe ihn nochmal in den Arm genommen, bevor ihn die Kripo „beschlagnahmt“ hat. Ja, die Kripo kam und hat mich befragt. „War das Kind gewünscht?“ und „Wie viel hat der Kleine getrunken?“Nach dem „Verhör“ durfte ich nach Hause. Mein Mann hat den großen Jungs schon erklärt was passiert ist. Er nahm mich einfach nur in den Arm.  Kaum angekommen, war die Kripo auch schon bei uns zu Hause. Sie wollten sich ein Bild von unserem Zuhause machen und ob wir auf das Baby gut vorbereitet waren. Sie fotografierten Samus Kleiderschrank, die Windeln, seine Flaschen, die er getrunken hatte, seine Kleidung, einfach alles.



Wie habt Ihr Euch da gefühlt?



Wir fühlten uns wie Verbrecher. Natürlich suchten wir den Fehler auch bei uns. Hatten wir was übersehen? Hätten wir anders handeln können?  Nach 3 langen Tagen kam der Anruf der Kripo. Ich wusste, dass wir nichts falsch gemacht haben, trotzdem zitterte ich am ganzen Körper. Der wirklich nette Kripobeamte sagte uns, dass wir keine Schuld an Samus Tod haben. Todesursache: „Plötzlicher Kindstod“. Einerseits fiel eine große Last von uns ab. Auf der anderen Seite kam natürlich die Frage nach dem Warum. Warum schon wieder wir?



Wie schafft man, an diesen zwei Verlusten nicht zu zerbrechen?



Darauf kann ich keine richtige Antwort geben. Mein Mann und ich sind immer füreinander da gewesen. Egal ob bei Elian oder bei Samu.  Wir hören uns zu, verstehen uns, reden viel, schweigen zusammen. Und dann haben wir noch unsere vier wundervollen Kinder an der Hand, die uns immer gezeigt haben, wie schön es ist, eine Familie zu sein. Sie sind unser Lebenselixier. Mein Mann sagt so schön: Wir leben für das Leben und nicht für den Tod. Und Leben haben wir wirklich viel im Haus.



Wie gehen die Kinder damit um?



Die zwei Mädels haben nicht viel mitbekommen. Ich denke, unser 3 Jähriger auch nicht so wirklich. Also ja, er hat mitbekommen, dass wir sehr traurig sind, denn Tränen haben wir nicht vor ihm verborgen. Aber den Grund hat er nicht wirklich verstanden. Da war jemand, der nun nicht mehr da ist. Und das ist okay für ihn. 



Unser 4 1/2 Jähriger hatte deutlich mehr daran zu knabbern. Er tat uns so leid. Tagsüber war er abgelenkt. Abends, wenn wir ihn ins Bett brachten fing er an bitterlich zu weinen. Er vermisst Samu. Wir hatten ihm ja versprochen, dass er ihn jeden Tag kuscheln und streicheln darf. Wir erklärten ihm, was passiert ist. Jeden Tag aufs Neue. Es flossen unfassbar viele Tränen. Bei unserem Großen und bei uns. Es war nicht einfach „stark“ zu sein, wenn man sein Kind so sehr leiden sieht. 



Wir beschlossen, dass wir einen Seelentröster brauchen. Also zog ein kleiner Kater ein und brachte tatsächlich wieder ein wenig Freude ins Haus. Ihm tat der Kater unfassbar gut. Er tröstete uns alle auf eine besondere Art und Weise. 



Was hat Dir geholfen, wenn die Trauer übermächtig wurde?



Was mir persönlich sehr geholfen ha bzw hilft: An die Öffentlichkeit zu gehen. Ich habe einen Instagram-Account eröffnet und unsere Geschichte geteilt. Mittlerweile zeigt dieser Account aber unseren Alltag als Großfamilie und nicht „nur“ die tragische Geschichte. Zudem haben wir bei einem WDR Beitrag zum Thema Sternenkinder mitgewirkt. Es ist so wichtig, dass Sternenkinder – egal wann sie gestorben sind – kein Tabu-Thema mehr sind. Und ich habe angefangen, ehrenamtlich bei „Dein Sternenkind“ als Koordinatorin zu arbeiten.



Du hast Dir dann tatsächlich einen beruflichen Traum erfüllt. Erzähl mal.  



Ich bin Gesundheits–und Krankenpflegerin und habe auf einer interdisziplinären Intensivstation gearbeitet. Ein toller Job. Aber mit den Schwangerschaften wurde der Wunsch immer größer, Hebamme zu werden. 



Also habe ich mich trotz Schwangerschaft auf die Hebammenausbildung sowie das Studium beworben und tatsächlich einen Platz bekommen. Ich wusste, dass ich genügend Menschen um mich habe, die mich dabei unterstützen. Und so habe ich im Oktober begonnen, meinen Traum zu erfüllen. Ich werde Hebamme!!!



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Hier unser erstes Interview mit Renate über den Verlust von Elian



Wer Renate auf Instagram folgen möchte, kann das hier tun: https://www.instagram.com/mom_midwifetobe_sternenmama
               
Plötzlicher Kindstod: Ich habe zum zweiten Mal ein Kind verloren | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/polifidelity-wir-sind-vier-frauen-die-zusammen-leben-und-sich-lieben
       
Ihr Lieben, Stadt Land Mama ist bunt! Wir stellen hier immer wieder unterschiedliche Erziehungsstile, Lebensmodelle und Partnerschaften vor. Diese Vielfalt finden wir ganz großartig und empfinden es als großes Geschenk, dass Ihr Eure Geschichten mit uns teilt. Heute geht es um eine Beziehung von vier Frauen. Vielen Dank für Eure Offenheit und dieses tolle Interview!



Liebe Elena, bitte sag doch erst mal, wer alles zu Eurer Familie gehört. 



Zu meiner Familie gehören Julia (Mama), Viviane (Mami), ich (Mammina Ella), Lara (Mum Lavi) und die Kinder Leyla (7), Helena (3) und Johann (1). Außerdem haben wir noch 4 Katzen – 2 äußerst pelzige Selkirk Rex und zwei nackige Sphynx Katzen. Bei uns ist also Full House 🙂



Wir haben hier schon öfter über polyamore Beziehungen berichtet – Ihr selbst bezeichnet Euch als „Polifidelity“. Was genau bedeutet das?



Polyfidelity bedeutet, dass wir keine weiteren Partner haben. Weder auf emotionaler, noch sexueller Ebene. Wir bilden ein sogenanntes geschlossenes Quad. Also kurz gesagt: wir vier sind zusammen und wir sind uns vieren untereinander treu. 



Du bist mit Lara verheiratet und Julia mit Viviane. Kannst du uns mal erzählen, wie Ihr Euch als Paare gefunden habt?



Genau, ich bin mit Lara verheiratet seit Dezember 2020 und Viviane und Julia sind seit April 2016 verheiratet. Julia hat Lara und mir über Instagram eine Nachricht geschickt. „Ich wollte auch mal liebe Grüße da lassen“, schrieb sie uns – und das war der Anfang. Seit diesem Tag schrieben wir hin und her, es wurde schnell ein enger Kontakt. Uns fiel auf, dass wir wahnsinnig viele Parallelen in unseren Geschichten hatten. Unser Kontakt war ohne Hintergedanken, dass wir den das andere Paar Daten wollten, es war rein freundschaftlich. Aber wie das Leben eben so spielt, kam alles anders als gedacht.



Wer von Euch hat dann das erste Mal gespürt, dass da mehr Gefühle im Spiel sind?



Julia meinte irgendwann, ob wir uns nicht mal treffen wollen. Wir hatten auch Lust darauf und so kamen Julia und Viviane und die Kinder zu uns. Es war von der ersten Sekunde total familiär und als die fünf sich verabschiedet haben, waren wir richtig traurig.



Sobald die Tür geschlossen war, schaute Lara mich an und meine „Ohje … Ich glaube, da sind Schmetterlinge in meinem Bauch.“ Meine Reaktion war: „Puh, gut, dass du das sagst. Mir geht es genauso.“ Tatsächlich hat es dann auch Viviane bald thematisiert, dass da mehr ist, als ursprünglich geplant war….



Wie steht Ihr zum Thema Eifersucht?



Eifersucht war früher innerhalb unserer Beziehung definitiv ein größeres Thema als heute. Als alles noch neu und irgendwie unsicher war. Je länger wir letztendlich auch zusammen sind, desto mehr nimmt die Eifersucht ab. Einfach auch, weil man eine ganz andere Vertrauensbasis zueinander hat. Das A und O ist die Kommunikation! Ohne geht es nicht, denn niemand kann dem anderen in den Kopf schauen. Es ist einfach wichtig, Bedürfnisse, Wünsche und Ängste offen und ehrlich zu kommunizieren. So können wir uns alle schnell und gemeinsam darum kümmern. 



Mal ganz praktisch: Seid Ihr alle vier völlig „gleichberechtigt“ oder sind die jeweiligen Ehepaare doch noch stärker miteinander verbunden?



Es gibt sicherlich vereinzelt mal Punkte, wo man als Ehepaar noch enger miteinander verbunden ist. Wir haben ja als „Einzelpaare“ auch eine Vorgeschichte und daher gibt es auch Themen, die man doch zuerst mit dem Ehepartner bespricht und ggf. dann nochmal mit allen. Aber insgesamt würde ich schon sagen, dass wir „gleichberechtigt“ sind, gerade – wenn es uns eben auch alle vier (sieben) betrifft. 



Was ist die größte Bereicherung für Dich durch Euer Lebensmodell?



Durch zwei weitere Menschen erweitert sich einfach der Horizont sehr. Man beschäftigt sich nochmal mit ganz anderen Themen und Ansichten. Außerdem gibt es nochmal zwei Menschen mehr, die die eigenen Bedürfnisse befriedigen, sei es körperlich oder thematisch. Zum Beispiel: Ich habe keinen Spaß am Sport, die anderen aber schon. Ich freuen mich dann, wenn die anderen das zusammen genießen können. Auf der anderen Seite habe ich Interessen, die nicht alle, sondern eben vielleicht nur eine andere teilt.



Was auch super ist: Wir teilen uns alle Care-Arbeit zu viert. Jeder macht das, was er gerne macht, die eine kocht gerne, die andere macht lieber Wäsche, die andere bespaßt in der Zeit die Kids. So bleibt übrigens auch für jeden mehr Me-Time, weil die Pflichten einfach durch vier geteilt werden.



Und was ist die größte Herausforderung? Wo knallt es am häufigsten?



Ganz klar die Koordination unserer Terminkalender. Wir arbeiten alle vier und da braucht es viel Organisation. Und natürlich ist das Thema „Besitzansprüche“ immer wieder ein Thema. Da lernen wir stetig dazu, es ist ein Prozess.



Wie thematisiert ihr Eure Lebenssituation mit den Kindern? Ist es für sie schwer verständlich, dass Ihr nicht das klassische Modell lebt?



Wir thematisieren das nicht explizit. Wir wollen den Kindern Normalität vermitteln. Andere Eltern thematisieren mit ihren Kindern auch nicht, dass sie zu zweit in ihrer sind Partnerschaft und warum. das so ist. Wenn Fragen aufkommen, antworten wir altersgerecht und ehrlich. Wir lieben uns und sind zusammen. Mehr muss man da eigentlich nicht thematisieren. Die Kinder wachsen damit auf, dass sie lieben dürfen wen sie wollen und nicht eingeschränkt sind im Geschlecht oder auch Anzahl der Partner.



Wie haben Eure Familien auf Euer Modell reagiert?



Unsere Familien waren überrascht, allerdings letztendlich positiv gestimmt. Wir haben ihnen erzählt, wie es uns geht und dann sagten sie „Wo die Liebe hinfällt“ – und dann war das Thema gegessen. Seitdem wird einfach „kein Ding“ mehr daraus gemacht.



Über welche Vorurteile ärger Ihr Euch?10. Was meint Ihr, wie Ihr in 5 Jahren lebt? 



Toi, Toi, Toi, wir haben bisher sehr wenig Negatives abbekommen. Also wirklich geärgert hat uns bisher nichts. Wir werden oft gefragt, wie es sein kann, dass man wirklich alle gleich liebt. Unsere Antwort darauf ist, dass man doch auch alle seine Kinder liebt. Liebe ist doch letztendlich das Einzige, was nicht weniger wird, wenn man es teilt…



Wie stellt Ihr Euch Euer Leben in ein paar Jahren vor?



Hoffentlich leben wir dann mit 4 oder vielleicht auch 5 Kindern in unserem Dreiseiten-Hof. Mit Hund und Gemüsegarten und sowas. Okay, das ist tatsächlich ganz schönes Wunschdenken, aber die Bestellung ans Universum ist raus. Bis dahin lässt es sich auch wunderbar in unserer neuen Wohnung aushalten – auch mit Hof und Garten und Platz für Nachwachs :-))



Wer mehr über diese vier tollen Frauen erfahren will, kann ihnen auf Instagram folgen: https://www.instagram.com/happypolyfamily/




               
Polifidelity: Wir sind vier Frauen, die zusammen leben und sich lieben |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/politiker-privat-jagen-mit-philipp-amthor-und-porsche-fahren-mit-christian-lindner-sie-sind-auch-nur-menschen
       
Ihr Lieben, auch hier in unserem Blog haben wir uns in letzter Zeit häufiger mal an „die Politik“ gewandt – weil wir uns als Eltern nicht so gesehen fühlten, wie wir uns das gewünscht hätten oder weil wir Maßnahmen für gut oder weniger gut hielten.



Was Politiker und Politikerinnen in Zeiten von Social Media aushalten müssen, ist schon enorm. Was wir dabei viel zu oft vergessen: Sie sind auch nur Menschen. Solche, die sich entschieden haben, sich für uns und uner Land einzusetzen. Und eben auch Leute, die ein Privatleben haben – mit Hobbys und Leidenschaften.



Spiegel-Journalist Marc Hujer hat einige von ihnen – vor Corona – für sein Buch AUCH NUR EIN MENSCH: Politiker und ihre Leidenschaften – und was sie uns über sie verraten begleitet und echt gute Anekdoten mitgebracht.



Autor Marc Hujer. Foto: Peter Rigaud



Lieber Herr Hujer, Politiker und Politikerinnen sind auch nur Menschen, das besagt bereits ihr Buchtitel. Aber wie zeigte sich das vor allem während Ihrer Arbeit am Buch?



Ich habe Politiker jenseits ihres politischen Alltags begleitet, in Situationen also, in denen sie nicht Profis sind, und da passiert schon mal die ein oder andere kleine Panne, mit der sie zurechtkommen müssen: Julia Klöckner kippt mit ihrer Vespa um, mit Anton Hofreiter gerate ich in einen Stau, Christian Lindner wird auf der Autobahn überholt.



Was hat Sie veranlasst, auch mal hinter die Kulissen der PolitkerInnen zu schauen? Was war die Idee dahinter?



Normalerweise erleben wir Politiker auf Parteitagen, bei Wahlkampfreden, im Deutschen Bundestag, in Situationen also, die sie schon tausendmal erlebt und einstudiert haben. Da sind sie dann in gewisser Weise wie Schauspieler, die nicht nur eine bestimmte Rolle spielen, sondern auch einen bestimmten Sprechtext haben, an den sie sich halten können.



Ich habe nun versucht, Politiker anders zu erleben, ihnen bei ihren Hobbies oder Leidenschaften jenseits der Politik oder wie man das sonst nennen will, zuzusehen. Ich glaube, dass man ihnen so ein Stück näher kommt, gerade weil sie dann meist sehr bemüht sind, sich besonders gut darzustellen. 



AUCH NUR EIN MENSCH: Politiker und ihre Leidenschaften – und was sie uns über sie verraten



Wunderschön ist ja Ihre Beobachtungsgabe und Ihr Blick fürs Detail. So entstehen Gespräche, z.B. mit Christian Wulff, die Erinnerung bleiben. Ich zitiere: „Schröder war der, der am Gitter des Kanzleramts gerüttelt hat“, sagt Wulff, „ich war der, der nach den Öffnungszeiten gefragt hätte.“ Ein exemplarisches Beispiel, wie sich Charaktereigenschaften auch in der Politik widerspiegeln. Müssen wir die Personen erstmal in Gänze begreifen, bevor wir ihre Politik verstehen und bewerten können?



Ich glaube jedenfalls, dass es hilft. Es ist doch so, dass viele Menschen gar nicht mehr bereit sind, sich andere Meinungen anzuhören, schon gar nicht von Politikern, die sie angeblich sowieso nicht leiden können. Es muss sich wieder mehr zugehört werden und dazu gehört auch, dass man sich zunächst einmal auf eine Politikerin oder einen Politiker einlässt, statt sie oder ihn zu verteufeln. Dann kann man sich seine Meinung bilden.



Nun sind wir ein Magazin für Eltern, es viel auch um Vereinbarkeit und darum wie politisch das Private ist. Welche Meinung haben Sie dazu – und hat sich diese Meinung nach all Ihren Begegnungen verändert?



Politiker vertreten nicht nur bestimmte politische Meinungen, sie sind auch Vorbilder. In diesem Sinne spielt es natürlich auch eine Rolle wie sie in ihrem Leben mit bestimmten Fragen umgehen, dazu gehört meines Erachtens auch, dass es ein Leben jenseits der Politik geben muss. In meinem Buch geht es zwar nicht um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Anhand der Art und Weise aber, wie die von mir porträtierten Politikerinnen oder Politiker ihr Leben jenseits der Politik vorgeführt haben, bekommt man schon eine Ahnung davon, wieviel da tatsächlich dran ist oder ob alles nur eine Show ist.



Anton Hofreiter macht Pralinen. Foto: Sonja Och



Was meinen Sie – haben sich die ProtagonistInnen bei Ihren Besuchen für Ihr Buch wirklich ehrlich gezeigt oder war auch Ihre Begleitung bei vermeintlich Privatem das eher ein Teil ihrer öffentlichen Aufgabe? 



Politiker sind natürlich Profis der Öffentlichkeitsarbeit, sie stehen unter Dauerbeobachtung und natürlich ist sich jede der von mir porträtierten Personen bewusst, dass sie etwas vorführen und natürlich bemüht, sich in bestem Licht darzustellen. Aber genau das macht ja den Reiz aus: das Bemühen zu beobachten, sich ins rechte Licht zu rücken. Das fängt ja schon bei der Auswahl an: Beim Pralinen selber machen? Auf der Vespa? Oder auf der Großwildjagd? Ich finde, schon allein das sagt viel über eine Person aus, eben gerade weil sie sich da bewusst zu inszenieren versucht.



Welche Person und welche Situation haben Sie bei der Begleitung der politischen Akteure am meisten überrascht? 



Eindeutig Anton Hofreiter, weil ich geglaubt hatte, er sei ein zwar sympathischer, aber verschrobener Nerd, der ein bisschen lebensfremd ist. Dann habe ich ihn erlebt als dem Leben äußerst zugewandt. Auf einer gemeinsamen Bergwanderung wollte er nicht wandern, sondern nur essen. Wir haben praktisch jedes Gasthaus, das auf dem Weg lag, besucht, eines sogar zweimal, auf dem Hin- und auf dem Rückweg.



Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kloeckner (CDU). Foto: Sonja Och



Wir alle haben ein Bild von DEM Herrn Söder, von DER Julia Klöckner, Frau Wagenknecht oder Herrn Lindner. Auch Sie haben ja ein solches. Stimmt es bei den meisten mit dem überein, was sie in der Freizeit mit ihnen erlebt haben?



Ich versuche mich in meinen Porträts so weit wie möglich zurückzuhalten mit einem Urteil. Ich beschreibe zum Beispiel wie mich Christian Lindner in seinem Porsche mit auf die Autobahn nimmt, ob das nun einem bestimmten Bild von ihm entspricht, soll jeder selber entscheiden.



Ist er der Yuppie, ein Karrierist ohne echte Leidenschaften, den sicher viele in ihm sehen? Oder ist er ein Mann, der für seine Überzeugungen steht, weil er ein Hobby vorführt, das viele Menschen wahrscheinlich nicht so sympathisch finden wie Pralinen selber machen?



Und was Markus Söder betrifft: In meinem Porträt geht es weniger um die Frage, ob Markus Söder ein harter Hund ist oder nicht. Es beschreibt viel mehr, wie gerne er ein harter Hund sein will. Und da kann man das ein oder andere Mal über ihn lachen. Ob man ihn deshalb aber sympathisch finden mag, muss jeder selber entscheiden.



Was uns als Journalistinnen natürlich interessiert: Wie haben Sie die AkteurInnen überzeugen könne, bei ihrem Projekt mitzumachen?



Ich habe Ihnen gesagt, dass es eine Chance sein könnte, dass Menschen, die ihnen gewöhnlich nicht zuhören würden, weil sie in der falschen Partei sind oder die falsche Meinung vertreten, ihnen vielleicht einen Moment ihre Aufmerksamkeit schenken.



Mit wem würden Sie sich – fern der politischen und journalistischen Bühne – auch privat mal auf ein Getränk treffen und warum?



Mit Christian Wulff. Er ist ein feiner Mensch.



Und zu guter Letzt: Was war krasser – Jagen mit Philipp Amthor oder Autofahren mit Christian Lindner?



Eindeutig Jagen mit Philipp Amthor. Christian Lindner fährt mit seinem Porsche nämlich gar nicht so schnell.
               
Auch nur ein Mensch: Politiker Philipp Amthor und Christian Lindner privat
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/polyamore-liebe-morgens-kuscheln-sich-die-kinder-halt-zu-vier-erwachsenen-ins-bett
       
Liebe Vicky, erzähl doch mal, wie das ist, wenn eins deiner drei Kind morgens ins Schlafzimmer kommt und sich zwischen vier Menschen zu Papa kuschelt…



Am Anfang war es sehr ungewohnt. Wir wussten nicht genau, wie die Kinder reagieren. Die ersten Male waren sie sich unsicher, ob sie sich ins Bett trauen sollten. Manchmal habe ich das Gefühl für Kinder sind Erwachsene im Bett irgendwie anders als außerhalb des Bettes. Erwachsene im Bett sind irgendwie fremd und ungewohnt.



Ich weiß, dass uns immer wieder enge Freunde und Verwandte berichteten, dass unsere Kinder sich nicht so recht in die Nähe ihres Bettes trauten, wenn sie zum Übernachtungsbesuch waren.



So nahm ich es auch jetzt wahr. Glücklicherweise kann Ungewohntes vertraut werden. Nach einiger Zeit also sind sie wie früher zu uns ins Bett gekommen.  Mal kuscheln sie sich dazu und wählen dafür zielstrebig mich oder meinen Mann aus, mal kommen sie zum Toben, das geht mit allen 4 Erwachsenen gut, mal lesen wir gemeinsam oder es gibt wilde Diskussionen über den Frühstücksstart, während sie auf uns herumhopsen.



Grundsätzlich genieße ich es, dass es irgendwie in den Situationen morgens inzwischen normal ist und ich mir keine Gedanken mache, ob unsere Kinder sich wohl fühlen, da ich sehe, dass es so ist. Ich finde sogar schön, dass sie sehen, dass mein Mann zu anderen Menschen nah ist oder ich und es uns allen damit gut geht.



Wie handhabt ihr eure offene Beziehung? Seid ihr ein Viererpärchen, lebt ihr zusammen oder trefft ihr euch ab und zu?



Es hat sich alles entwickelt, wie so vieles im Leben und wir hatten zu keinem Zeitpunkt im Vorhinein den Plan, dass wir einmal diesen Weg gehen wollen. Hätte mir jemand vor ein paar Jahren mein heutiges Leben beschrieben, hätte ich nur lachend den Kopf geschüttelt.



Begonnen hat alles, als wir uns mit dem Thema gewaltfreie Kommunikation auseinander gesetzt haben. Wir haben viel darüber gesprochen, was wir brauchen und wünschen und was diese Wünsche beim anderen auslösen.



Wir lernten uns gegenseitig und an manchen Stellen auch uns selber die Wahrheit zuzumuten. Vor allem ich merkte, dass ich mir vorher Gedanken und Gefühle unbewusst verbot, weil sie nicht in das Bild von einem „normalen Leben“ passten.



Letzten Herbst wurden wir von Freunden inspiriert, uns Fragen zu stellen, wie: „Was wäre, wenn eine*r von uns beiden zu einem anderen Menschen hingezogen fühlt? Diese Frage war spannend und darüber lernte ich auch meinen Mann völlig neu kennen. Es gab so viele Fragen, die mich interessierten und die ich von ihm wissen wollte. Es gab so vieles, was mich neugierig machte und was ich von ihm noch nicht wusste.



Irgendwann waren wir an dem Punkt, dass wir verstehen und nachvollziehen konnten, dass wir beide neugierig auf Nähe zu anderen Menschen waren und gleichzeitig wussten wir nicht, wie wir uns in beiden Rollen in einer konkreten Situation fühlen würden. Wir wünschten uns sehr, uns gegenseitig den Freiraum schenken zu können und hatten auch Sorge uns zu überlasten und zu sehr mit unseren Ängsten konfrontiert zu werden.



Wie ging es dann weiter?



Wir vereinbarten miteinander zu reden, wenn einer von uns einen konkreten Wunsch hatte. Irgendwann sagte ich zu meinem Mann, dass ich gerne einer Frau nah wäre und mein Mann sagte dann, dass ihm das wahrscheinlich leichter fallen würde zu akzeptieren.



Eine Woche später auf einer Party knutschte ich auf einer Party mit einer Frau. Ein Gefühlschaos begann und wir redeten und redeten und redeten. Wie ging es uns? Wie fühlten wir uns? Mein Mann suchte Sicherheit und hatte viele Fragen. Ich hatte Durcheinander und viele Emotionen und zum ersten Mal die klare Erfahrung, dass das, was ich gerade mit der Frau erlebte, nichts an meinen Gefühlen zu meinem Mann änderte. Die vielen Gespräche brachten uns einander sehr nah. Wir waren so nah, wie wir es zuvor noch nie waren.



In dieser ersten Zeit war es so, dass ich mich regelmäßig mit der Frau traf. Ich traf sie nur alleine und meist abends, wenn die Kinder bereits schliefen und nur bei ihr oder irgendwo draußen. Vor und nach jedem Treffen sprachen wir viel. Manchmal war es leicht, manchmal war es schwer. Wir durchliefen einen Prozess und entwickelten uns gemeinsam und jede*r für sich. Etwa drei Monate später merkte ich, dass mich der Gedanke mehr und mehr beschäftigte, wie es für mich wäre, wenn mein Mann auch einem anderen Menschen nah wäre. Ich vermutete, dass ich mehr Schwierigkeiten mit einer solchen Situation hatte. Ich hatte Angst, wie es für mich wäre und gleichzeitig wünschte ich mir die Chance mich entwickeln zu können und eben die wunderbare Freiheit, die ich gerade genoss, meinem Mann auch zu schenken.



Hat dein Mann sich diese Freiheit dann auch genommen?



Ja, und es war entlastend zu merken, dass ich die Situation total entspannt beobachten konnte und mich wohl fühlte, ihn nah und eng umschlungen mit ihr tanzen zu sehen.



Nach dem Abend befanden wir uns neu in einem großen Gefühlschaos und in einem Raum voller Fragen? Wer sind wir beide jetzt? Was sind unsere Gedanken und Gefühle? Was sind meine Ängste und was erfüllt sich für meinen Mann, wenn er mit einem anderen Menschen so nah ist? Warum ist es aufregend und was ist, wenn daraus verliebt sein oder Liebe wird? Wir setzten uns wieder mit Grundsatzfragen auseinander und fragten uns Dinge, wie: Glauben wir daran, dass Liebe nur für einen Menschen reicht in Bezug auf eine*n Partner*in oder ist es wie mit Freunden und Kindern? Können wir da nicht auch viele Menschen lieben und mit ihnen verschiedene Beziehungen führen?



Und was waren die Antworten?



Dass wir neugierig sind. Mein Mann, die Frau, die er mochte und ihr Partner haben dann irgendwann vorgeschlagen, dass wir uns ja auch zu viert nah sein könnten. Mein Mann und ich waren erst etwas unsicher, aber dann siegte die Neugier.



Zurzeit verbringen wir also gemeinsame Zeit zu viert und sind uns auch nur sexuell nah, wenn wir alle da sind. Wir sitzen oft an gemeinsamen Abenden zusammen und fragen uns, wo wir stehen, was wir uns wünschen und was uns Angst macht.



Im Alltag leben wir als Familie zu fünft in einer Wohnung und dann versuchen wir mit all unseren unterschiedlichen Zeitfenstern und auch noch der Situation, dass wir in unterschiedlichen Städten wohnen möglichst häufig Treffen zu siebt zu machen oder auch mal zu viert, wenn die Kinder bei den Großeltern sind.



Wie geht ihr mit Eifersucht um, gibt es feste Termine und Aufteilungen, wer wann mit wem?



Eifersucht ist ein sehr spannendes Thema. Ich für mich war zu Beginn meiner Beziehung mit meinem Mann sehr eifersüchtig. Selbst wenn er mit meinem kleinen Bruder Fifa spielen wollte, zweifelte ich an seiner Liebe zu mir.



Mit den Jahren lernte ich zu vertrauen und auch anzunehmen, dass mich Kontrolle und Unsicherheit nicht glücklich machte. Es war wichtig mir zu vertrauen immer wieder zu mir zu finden, anstatt mich komplett abhängig von dem Handeln, der Gedanken und der Gefühle eines anderen Menschen zu machen. Ich glaube inzwischen, dass, sollten wir uns irgendwann trennen, ich darüber unendlich traurig wäre, da wir einfach bereits so viel Schönes miteinander teilen und mein Mann ein Mensch ist, den ich unglaublich liebe, der mir sehr wichtig ist und der mich so gut kennt, wie sonst kein anderer Mensch. Gleichzeitig bin ich mir inzwischen auch sicher, dass ich wieder glücklich werden würde, auch wenn sich unsere Wege in Hinsicht einer Liebesbeziehung trennen würden. Diese Veränderung hilft mir, dass ein Teil in mir sich entspannt und auch bereit ist, viel zu lernen. Ich wünsche mir sehr, dass mein Mann glücklich wird.



Spannend finde ich, dass ich Eifersucht sehr unterschiedlich wahrnehme. Jetzt in der Viererkonstellation bin ich nur auf die Frau eifersüchtig, wenn sie meinem Mann nah ist. In allen anderen Varianten empfinde ich kein bisschen Eifersucht. Und ob ich auf die Frau eifersüchtig bin, ist auch sehr von der Situation und vor allem davon abhängig, wie gut es mir grundsätzlich in diesem Moment geht.



Wie alt sind die Kinder und haben sie es jemals anders erlebt oder ist es für sie Normalität?



Unsere Kinder sind 8, 5 und 3. Bis vor einem Jahr haben wir einer rein monogame Beziehung gelebt und waren damit auch mit gewöhnlichen Höhen und Tiefen sehr zufrieden und glücklich. Glücklicherweise kennen wir eine andere Familie im Freundeskreis, die ebenfalls eine offene Beziehung führt. Somit ist es nicht nur bei unseren Kindern ein bisschen anders als gewöhnlich.



Wissen die Freunde eurer Kinder, deren Eltern, die Erzieher oder Lehrer eurer Kinder Bescheid, damit sie im Falle von Nachfragen gewappnet sind? 



Nein, bisher nicht. Wir fragen uns in letzter Zeit öfters, wann wohl der richtige Zeitpunkt dafür ist. Grundsätzlich haben wir nicht das Bedürfnis mit der Klassenlehrerin darüber zu sprechen und gleichzeitig ist uns wichtig, dass unser Kind nicht in eine blöde Situation kommt.



Ich glaube auch, dass es mit meiner Familie nicht leicht wird, darüber zu sprechen. Sie wollten sicher ein anderes Leben für mich und würden sich sicher Sorgen machen. Meine Eltern sind getrennt und ich bin mir sicher, dass unser Modell sie triggern würde.



Hast du das Gefühl, eure Kinder mit eurem Lebensmodell in Konflikte zu bringen? Wie erklärt ihr ihnen, dass das bei euch ein bisschen anders als bei den meisten ist?



Ich habe Sorge, dass sie irgendwann das Gefühl haben, dass wir zu anders sind und sie sich wünschen einfach in einer normalen Familie groß zu werden. Das wünschen sich viele Kinder und gleichzeitig habe ich das Gefühl mit unserem Lebensstil eine Steilvorlage zu bieten.



Meine größte Sorge ist, dass unsere Kinder Menschen begegnen, die unser Lebensmodell in Schubladen stecken und verurteilen und das nicht von unseren Kindern trennen können.



Grundsätzlich fahren wir das Modell, das wir Fragen, die die Kinder haben ehrlich beantworten. Wir erklären ihnen zurzeit unser Lebensmodell nicht, da es sie nicht zu beschäftigen scheint. Vermutlich erklären auch selten Eltern ihren Kindern, warum sie nur mit einem Menschen nahe sind. Alles was sie wissen wollen, versuchen wir altersentsprechend zu erklären.



Könntest du dir ein anderes Leben überhaupt noch vorstellen?



Also manchmal, wenn es schwer ist, denke ich, es war auch schön, mich mit all den Sorgen und Ängsten und vor allem mit mir selber nicht so sehr auseinander zu setzen. Dann denke ich, dass wir doch einfach wieder monogam leben könnten. Aber dann wird mir klar, dass ich die Zeit jetzt sehr bereichernd finde. Ich habe so viel gelernt, bin gewachsen und führe ein emotionales und lebendiges Leben.



Ich bin einfach gerade sehr dankbar für drei so wunderbare Menschen in meinem Leben, denen ich auf körperlicher und emotionaler Ebene nah sein darf.



Hand aufs Herz: Ist es manchmal auch anstrengend, so viele Herzen unter einen Hut zu bekommen? 



Ja, das ist es auf jeden Fall. Wir sind alle unterschiedliche Charaktere und haben unterschiedliche Lebensgeschichten. Es gibt immer wieder Situationen, die eine Person von uns triggert, wo wir anderen ganz entspannt sind.  Ich denke, es ist in Ordnung, wenn wir auch immer mal wieder mit unangenehmen Gefühlen in Kontakt kommen. Mir selber Schwäche einzugestehen und mir Zeit zu lassen, fällt mir schwer. Rücksicht auf mich selber zu nehmen lerne ich gerade sehr.



Und noch einen Mutmacher zum Schluss: Was rätst du Menschen, die auch ausbrechen und einfach mal machen wollen, was sie wollen?



Mhh gute Frage! Ich glaube mein Rat ist: Trau dich, dass was du eben gerade noch so kannst. Spiele deine Ideen mal ganz frei in deiner Phantasie aus, und gucke was die Phantasiewelt mit dir macht. Ich denke manchmal, ich fände schön in einer großen WG zu wohnen mit den drei Menschen, die ich gerne mag und den Kindern, die da sind und allen, die noch dazu kommen. Was daraus wird? Keine Ahnung und die Idee ist jetzt einfach mal eine Phantasie und bereichernd und erfüllend.



Hinterher fühlt sich das Verlassen der Komfortzone meistens bereichernd an, auch wenn vielleicht schwere Phasen dazu gehören. Es findet eigentlich immer Wachstum statt, da du dich auf etwas Neues einlässt. Versuch dabei möglichst ehrlich mit dir selber zu sein und mit deinen Mitmenschen, die dir wichtig sind. Reden, reden und mehr reden.



Ein Gedankentipp, der mir oft hilft: Gesellschaft prägt uns sehr und Gesellschaft verändert sich. Wir sind genauso wie wir fühlen und denken richtig. Lebensmodelle, die vor 100 Jahren richtig waren, sind es 50 Jahre später nicht mehr und heute gibt es wieder neue Modelle. Wir dürfen Gesellschaft mitgestalten und zur Veränderung beitragen, wenn wir uns damit wohlfühlen und Lust haben ein bisschen mutig zu sein.
               
Polyamore Liebe: Morgens kuscheln sich die Kinder halt zu vier Erwachsenen ins Bett | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/postnatale-depression-mein-mann-verliess-mich-als-es-mir-schlecht-ging
       
Liebe Sylvia, nach der Geburt deines zweiten Kindes ging es dir nicht gut. Kannst du erzählen, was los war?



Ich hatte bereits nach der Geburt des ersten Kindes mit postnatalen Depressionen zu kämpfen. Leider äußerte sich diese beim zweiten Mal ganz anders, so dass ich erst relativ spät verstand, was mit mir los war.



Der Vater der Kinder ging schnell wieder arbeiten, ich war alleine mit den beiden Kindern. Ich war absolut überfordert, weil mein großes Kind auch hochsensibel ist.



Leider hast du keine Unterstützung durch deinen Mann erfahren. Du sagst, er hatte kein Verständnis. Wie genau hat sich das geäußert?



Wie gesagt ging mein Ex-Mann schnell wieder arbeiten und ich war emotional komplett alleine. Die zweite Geburt war sehr heftig, das habe ich nie verarbeitet. Ich hatte einfach keinen, mit dem ich darüber sprechen konnte. Wenn ich versuchte, dieses Trauma mit meinem Ex zu besprechen, sagte er nur, ich sollte es nun ruhen lassen, schließlich sei ja auch alles gut ausgegangen. Was diese schlimme Erfahrung mit mir machte, interessierte ihn nicht.



Er ging seinem normalen Alltag nach, ich fühlte mich einsam und eingesperrt. Es war schrecklich.



Hast du generell das Gefühl, dass viele Menschen immer noch denken, dass eine Depression eben nur „schlecht drauf“ ist?



Ja, definitiv! Besonders, wenn man gerade ein Kind bekommen hat. Mein Umfeld hat erwartet, dass ich mich gefälligst darüber freue, ein Kind bekommen zu haben. Dass die Geburt tragisch verlaufen ist, sollte ich nicht thematisieren. Ich sollte mich nicht so anstellen. Ich sollte die gut gelaunten Mama sein. Ich fühlte mich komplett unverstanden.



Eure Ehe hat nicht gehalten. Wie ist die Trennung abgelaufen?



Ich muss sagen, dass ich natürlich weiß, dass die Zeit nicht leicht war und dass es auch kriselte. Aber ich war der festen Überzeugung, dass wir diese Zeit gemeinsam überstehen können.



Dann sagte er mir, dass es da eine andere Frau gibt, mit der er so gut über alles sprechen kann und die ihm gut tut. Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Ich habe versucht, zu kämpfen und habe alles gegeben. Ich wollte so dringend gefallen, wieder gut genug sein, dass ich irgendwann gar nicht mehr ich selbst war…



Nach sehr schmerzhaften sechs Monaten habe ich gemerkt, dass das alles nichts bringt. Ich habe angefangen, mir eine Wohnung zu suchen, habe mir genau überlegt, wie ich mein Leben finanzieren kann und alle Existenzsorgen zur Seite geschoben. Dann habe ich allen Mut zusammen genommen, habe eine Wohnung gemietet und bin mit den Kindern ausgezogen.



Wie ist seitdem der Kontakt zwischen Euch?



Er ist ein guter Papa. Die Kinder lieben ihn und er liebt sie. Er holt sie so oft wie möglich ab. Zwischen uns gibt es einen schrecklichen Nervenkrieg unter dem ich sehr leide.



Nach über 13 Jahren wieder alleine zu sein – kannst du uns von der ersten Nacht nach der Trennung erzählen?



Es war Befreiung pur. Die letzten Tage und Nächte in der gemeinsamen Wohnung waren schrecklich. Ich hatte das Gefühl, nun langsam wieder zu mir selbst zurück kehren zu können. Und doch habe ich sehr lange gebraucht, um mich von dem Bild der heilen Traumfamilie verabschieden zu können.



Für die Kinder war es nicht so leicht.  Aber mit vielen Gesprächen, Erklärungen und auch Hilfe von außen haben wir es ganz gut in den Griff bekommen. 



Wie geht es dir heute? 



Gut, ich bin gefestigt in meiner Rolle als alleinerziehende Mama, auch wenn ich natürlich auch viele schlechte Tage habe. Letztes Jahr war ich sehr stolz, dass ich mir den Kinder alleine in den Urlaub fahren konnte. Vieles im Alltag ist definitiv anstrengend, dass man immer alles allein machen muss….Aber ich spüre auch, wie stark mich die letzte Zeit gemacht hat.



Könntest du dir wieder eine Beziehung vorstellen?



Ja, langsam kommt dieser Gedanke wieder auf. Aber wirklich nur sehr langsam und vorsichtig…



Foto: Pixabay
               
Postpartale Depression: Mein Mann verließ mich, als es mir schlecht ging |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/priska-lachmann-ich-bin-eine-schlechte-mutter-von-wegen
       
Ihr Lieben, Priska ist 3fache Mädchenmama und hat sich nach ihrem Theologiestudium entschieden, doch lieber Autorin statt Pfarrerin zu werden. Ihre Kinder sind 3, 7 und 11 Jahre alt. Ihr Buch „Mama. Frau. Königstochter“ (Affiliate Link) schrieb sie für all die Verzweiflungsmomente, die man als Mama erlebt…



„Ich bin nicht gut genug“, „Ich bin eine schlechte Mutter“, „Meine Träume sind ausgeträumt“. Das Buch soll in diesen Momenten wie eine gute Freundin sein und zeigen, dass man nicht alleine ist. Wir dürfen dieses Kapitel aus dem Buch hier exklusiv zeigen.







„Wir leben in einer Welt, in einem Zeitalter der schein­baren Perfektion. Auf Instagram werden unsere Fotos gefiltert und vermitteln so genau den Eindruck, den wir von uns preisgeben wollen. Wir wollen den Erwartungen entsprechen, die diese „perfekte Welt“ an uns hat.



Wir sind einer permanenten Flut an perfekten Bildern ausgesetzt, von perfekten Frauen und Müttern und vielen anderen glücklichen, erfolgreichen Menschen. Alles ist voller Lachen und Glückseligkeit. Noch dazu sind wir überflutet von unterschiedlichen Nachrichten, Meinungen und Überzeugungen, die jeden Tag auf uns einströmen und uns sagen, wie wir leben und uns optimieren sollen. Wir sitzen währenddessen aber in unserem realen Leben.



Als Mama können wir nicht rund um die Uhr glückselig sein



Zwischen angebrannten Töpfen mit Essensresten, vollgespuckten Mullwindeln und ungewa­schenen Vorhängen, und haben noch dazu immer zu wenig Geld auf dem Konto. Wir spüren manchmal wenig von dieser Glückseligkeit, die wir vermittelt bekommen, und die ganzen Meinungen, wie wir zu leben haben und was wir zu denken haben, können uns leicht überfordern. Kennst du diese Verzweiflungsmomente, wenn du dir sehnlichst nur mal fünf Minuten für dich wünschst und dich im Bad einschließt?



Weißt du, wovon ich spreche, wenn ich dir erzähle, dass ich manchmal im Bad dann heimlich weinen muss, weil ich so erschöpft und müde bin? So frustriert vom Alltag? So genervt von den Streitereien oder manchmal auch einfach nur so traurig?



Alle möglichen Gedanken schießen mir in diesen Mo­menten durch den Kopf und machen mir das Leben zu­sätzlich schwer. Lügen, die sich in meinem Herz festsetzen wollen, negative Überzeugungen, die mich zusätzlich run­terziehen. Alles, was ich dann brauche, ist jemand, der diesen Stimmen die Wahrheit über mich entgegensetzt, der mir Worte des Trostes und Mitgefühls schenkt, Worte der Wertschätzung. Jemand, der mir sagt: „Du bist gut genug“.



„Du rockst das. Du machst das fantastisch. Du bist genug.“



Genau diese Person möchte ich für dich in solchen Mo­menten sein. Deshalb schreibe ich dieses Buch. Ich will dich mit den unterschiedlichen Kapitelüberschriften bei deinen vertrauten Gedanken abholen, und dir dann zusprechen: „Du rockst das. Du machst das fantastisch. Du bist genug. Gut genug. Und sogar mehr als das: Du bist eine unendlich geliebte, wundervolle Mama, Frau und Königstochter!“



Mutter zu sein fühlt sich oft an wie eine wilde Achterbahn­fahrt. Und je älter die Kinder werden, desto gefährlicher wird die Achterbahn. Wir fangen an mit der harmlosen Raupenbahn, dann fahren wir mit einer Wichtelbahn durch einen Zauberwald voller Einhörner und steigen irgendwann auf die Ritterachterbahn um. Bei dieser geht es auch schon mal richtig steil nach oben und unten und scharf um die Kurve, und es kitzelt im Bauch. Dann folgt die Wildwasserbahn. Hier kann es manchmal nass und rutschig werden, aber richtig krass wird es erst danach, in der abgefahrenen Hurrikanbahn mit Loopings, 90­Grad­Steigung und einer Fahrtgeschwindigkeit, dass man kaum noch denken kann. Dann ist alles, was zählt, einfach im Wagen sitzen zu bleiben. Augen zu und durch.



Die gute Nachricht ist: Mamasein ist keine Mathearbeit



Die gute Nachricht ist: Mamasein ist keine Mathearbeit. Unsere Kinder sind uns nicht anvertraut worden, um zu testen, ob wir es mit ihnen schaffen oder versagen. Note 1 oder Note 6, die gibt es hier nicht. Das sollten wir uns immer wieder vor Augen halten. Du hast den „Muttertest“ schon bestanden, indem du dich dafür entschieden hast, ein neues Leben auf dieser Welt willkommen zu heißen. Bei allen anderen Aufgaben geht es nicht ums Bestehen, sondern nur noch darum, an ihnen zu wachsen.



Das nächste Mal, wenn jemand im Supermarkt zu dir sagt: „Oh, warten Sie nur, bis Ihre Kinder Teenager sind!“ und alles, was du tun möchtest, weinen ist, wenn du später zu Hause ankommst und siehst, dass dein zweijähriges Kind wieder alles ausgeräumt hat, was du gerade erst weggeräumt hast, weil du dir denkst: „Wirklich? Ich soll diese Situation jetzt mehr genießen, weil es später nur noch schlimmer wird?“, dann stell dir vor, ich würde meinen Arm um dich legen, dich anlächeln und sagen:



„Entspann dich. Du bist müde? Ich auch. Du bist er­schöpft und du kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen? Ich auch. Wir versagen alle. Und wir machen alle einen fantastischen Job!“







Es ist längst offensichtlich, warum es Frauen in unserer Generation so schwerfällt, Mutter zu sein: Sie fühlen sich hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Leitbil­dern, die die Gesellschaft ihnen suggeriert. Die gute Mutter einerseits, die Karrierefrau andererseits. Frauen tragen ihr schlechtes Gewissen jeden Tag mit sich herum. Das Ideal der Mutter, die immer für ihr Kind da ist, konkurriert mit dem der Businessfrau, die finanziell unabhängig ist, oder mit dem der idealen Partnerin, die trotz ihres Kindes im­mer genug Kraft und Zeit in ihre Partnerschaft investiert.



Gute Eltern sind keine professionellen Erzieher, sondern Menschen, die ihre Kinder aus ganzem Herzen lieben.



„Pflichtbewusstsein, das Streben nach Perfektion und übersteigerte Qualitätsansprüche, so die Forscher, belasten Eltern heute so sehr, dass diese an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gerieten und in ihrer eigenen Lebensgestal­tung stark eingeschränkt seien.“ Vielleicht sind es auch Schuldgefühle, die Mütter von au­ßen übergestülpt bekommen. Von anderen Frauen, die uns sagen, wie wir stillen, schlafen und erziehen sollen.



Wer kennt sie nicht, diese Kommentare: „Was? Dein Kind hat Saugverwirrung? Du solltest ihm wirklich keinen Schnuller mehr geben!“; „Oh, dein Kind schreit die ganze Zeit? Hast du es nicht mit dem Schnuller versucht?“; „Bitte, warum willst du schon abstillen?“; „Was, du stillst immer noch?“; „Also, Plastikspielzeug gibt es bei uns ja gar nicht.“; „Ele­na­ Marie wird ja im Montessori ­Stil erzogen, das solltest du auch mal probieren.“ Und so weiter. Es nimmt kein Ende. Es geht in der Schwangerschaft los und endet irgendwann, wenn die Kinder erwachsen sind.



Gemeinsam Zeit zu verbringen muss nicht anstrengend sein, sondern darf auch einfach Freude bereiten



Aber wir müssen uns in solchen Situationen immer wieder vor Augen halten: Gute Eltern sind keine professionellen Erzieher, sondern Menschen, die ihre Kinder aus ganzem Herzen lieben. Gute Eltern sind vor allem authentisch und nehmen die Bedürfnisse ihrer Kinder wahr und ernst. Sie geben ihnen Raum, um sich zu entwickeln und ihre Gaben zu entfalten. Sie merken, wenn es ihrem Kind schlecht geht und können es trösten. Gute Eltern holen sich Unterstüt­zung und Hilfe und entschuldigen sich bei ihren Kindern, wenn sie Fehler gemacht haben. Wichtiger als Perfektion ist es ohnehin, den eigenen Kindern die Welt zu zeigen.



Matschen, Käfer anschauen, gemeinsames Kochen, Pilze suchen, Ball spielen, Geschich­ten lesen – mit den Kindern darf man all das machen, was einem selbst auch Spaß macht. Gemeinsam Zeit zu verbringen muss nicht immer anstrengend sein, sondern darf auch einfach Freude bereiten. Wenn dein Mann gern angelt, darf das Kind mit. Liebt der Papa Musikmachen, darf das Kind dabei sitzen und zuhören.



„Die Kindheit ist die wichtigste Lebenszeit, die genossen werden sollte“



Mama näht gern? Das Kind darf es lernen. Wir müssen außerdem keine 24/7­Animateure für unsere Kinder sein. Auch Langeweile kann manchmal gut und sogar förderlich für die Kreativitätsentwicklung unserer Kinder sein. Die Kindheit ist nicht die Zeitspanne im Leben unserer Kinder, in der wir sie möglichst „optimieren“ müssen, damit sie später die besten Jobs bekommen. Die Kindheit ist die wichtigste Lebenszeit, die genossen werden sollte – von den Kindern genauso wie von den Eltern.







Wenn Muttersein keine Klassenarbeit und Durchfallen demnach nicht möglich ist, klingt das für mich wie eine Einladung, die kleine Stimme in unserem Kopf, die uns sagt, dass wir schlechte Mütter sind und immer wieder versagen, mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen zu überhören. Wenn du deine Kinder liebst, machst du alles richtig.



„Du darfst Fehler in der Erziehung machen, Hauptsache, du liebst deine Kinder.„



Vielleicht hilft dir auch die Erinnerung daran, dass du nicht allein dafür verantwortlich bist, dass deine Kinder „gelingen“. Sie sind kein unbeschriebenes Blatt, sondern Gott selbst hat den Anfang ihrer Geschichte bereits ge­schrieben, und er wird sie weiterschreiben – selbst wenn du ein paar „Rechtschreibfehler“ einbauen solltest.



Du darfst Fehler in der Erziehung machen, Hauptsache, du liebst deine Kinder. Und wenn du versuchst, deine Kinder selbst an den Tagen gern zu haben, an denen sie die schlimmsten Kinder auf der ganzen Welt waren, dann bist du eine wirklich gute Mutter. Also, lass dich einfach darauf ein und genieß die aufregende Achterbahnfahrt ohne Leistungsdruck.“
               
Priska Lachmann: "Ich bin eine schlechte Mutter? Von wegen!"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/produkte-zum-ueberleben-der-ferienzeit
        Ihr Lieben, in NRW sind sie schon fast geschafft, in Berlin stehen sie noch an: Die Herbstferien. Fast zwei Wochen Schulfrei liegen bereits hinter Lisa und ihren Kindern und weil es jetzt öfter mal Anfragen gab, wie wir diese Zeit meistern, haben wir uns überlegt, hier einmal nach und nach Produkte aufzulisten, die uns die Zeit erleichtert haben. Extra Produkte und keine Veranstaltungen, da diese ja schon vergangen wären. Extra keine Waldaktivitäten, weil nicht alle einen Wald vor der Tür haben.
Falls Ihr auch noch Ideen habt, schickt uns gern ein Foto mit einem kleinen Text.
Liebe Grüße und viel Spaß mit dieser losen Serie!
Los geht´s jetzt gleich mit
Produkt Nummer 1, einem Zeichenbuch, von dem auch Mama profitiert.
Produkt Nummer 2, einem Gesellschaftsspiel bei dem auch die Eltern nicht vor Langeweile im Boden versinken müssen.
Weitere folgen. Morgen.
               
Produkte zum Überleben der Ferienzeit | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/psychische-gesundheit-von-kindern-wir-muessen-viel-mehr-dafuer-tun
       
Ihr Lieben, 2020 war für uns alle ein krasses Jahr. Jede Familie ist anders mit den neuen Herausforderungen umgegangen und jede Familie steckt sie auch anders weg. Einige fanden diese Zeit schon entschleunigend, andere einfach nur schrecklich. Und immer wieder erreichen uns auch Nachrichten von Müttern, die sich Sorgen um ihre Kinder machen, weil diese sich in diesem Jahr komplett verändert hätten. Psychische Gesundheit bei Kindern – ein Thema, das noch viel zu wenig Beachtung findet. Wir haben mit Tilman, einem der Gründer von Aumio – einer Achtsamkeits-App für Kinder, genau darüber unterhalten:



27 Prozent aller Schulkinder zeigen psychische Auffälligkeiten, schreibt Ihr auf Eurer Internetseite. Was meint Ihr: Inwieweit hat die Corona-Pandemie Einfluss auf diese Zahl?



Enge, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und kaum soziale Kontakte zu Gleichaltrigen und Verwandten: All dies sind einschneidende Veränderungen im täglichen Leben von Kindern. Das macht vielen zu schaffen. Schlafstörungen, Stress und Konzentrationsprobleme sind häufig die Folge. In einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gaben zwei Drittel der befragten Kinder eine verminderte Lebensqualität und ein geringeres psychisches Wohlbefinden an. Besonders schwierig für Kinder ist die Unsicherheit und die fehlende Aussicht auf ein baldiges Ende der Einschränkungen. In einer solchen Situation braucht es Geduld, Verständnis und Akzeptanz. Und genau dabei kann Achtsamkeit helfen, auch den Jüngsten unter uns.



Wir Eltern gehen mit den Kindern regelmäßig zum Arzt, um die körperliche Entwicklung zu untersuchen – wird Eurer Meinung nach die mentale Gesundheit bei Kindern vernachlässigt?



Die psychische Gesundheit erhält in unserer Gesellschaft insgesamt noch nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Besonders im Kindesalter findet das Thema häufig kaum Beachtung. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Großteil aller psychischen Probleme ihren Ursprung früh im Leben haben – 50% aller psychischen Probleme entstehen vor dem 14 Lebensjahr. Viele Probleme, die sich erst später im Leben manifestieren, könnten durch einfach präventive Maßnahmen verhindert werden. 



Gute Ernährung und Sport gehören heute genauso zum Alltag der meisten Kinder wie das regelmäßige Zähneputzen – warum nicht auch öfter mal auf die geistige Hygiene achten? Mit kleinen Übungen kann die mentale Gesundheit von Kindern gezielt gefördert werden. Das fördert nicht nur das Wohlbefinden im Hier und Jetzt, sondern hilft den Kindern dabei, Stärke und Resilienz zu entwickeln, wovon sie ihr Leben lang profitieren werden.



Welche psychischen Auffälligkeiten sind denn am häufigsten?



Das ist je nach Altersgruppe unterschiedlich,  die meisten Auffälligkeiten zeigen sich aber bei Kindern zwischen 9 und 11 Jahren. Bei jüngeren Kinder um die 6, 7 Jahre sind die häufigsten Auffälligkeiten Sprachentwicklungsprobleme, denen häufig auch soziale Angst zugrunde liegt.



Danach folgt ADHS in verschiedenen Ausprägungsformen, die gekennzeichnet sind durch Aufmerksamkeitsprobleme, einen übermäßiger Bewegungsdrang oder häufige Wutanfälle. Doch auch emotionale Störungen, also stark ausgeprägte Schüchternheit, Angst und Nervosität oder Depressionen spielen bei jüngeren Kindern schon eine Rolle. Hier nehmen die Auffälligkeiten ab 9, 10 Jahren stetig zu und werden über die Jugend immer ausgeprägter. 



Ihr empfehlt schon für Kinder Meditation und Achtsamkeits-Training. Was soll das bewirken?



Achtsamkeit beschreibt die Fähigkeit, bewusst und aufmerksam im Moment zu sein. Viele Kinder sind von Natur aus erstmal sehr neugierig und so meistens schon sehr achtsam. Die vielen Unruhen und Reizüberflutung des Alltags führen jedoch auch bei ihnen dazu, dass sich der Autopilot einstellt und sie beginnen unbewusst, gestresst und in Gedanken verloren durch das Leben zu fliegen. 



Durch regelmäßiges Einüben von Achtsamkeit, beispielsweise durch Meditation, lässt sich das Gedankenkarussell leichter stoppen. Und Stress und Sorgen lassen sich auch mal abschalten. Das bewusste Wahrnehmen der eigenen Gefühle hilft zudem dabei, Mitgefühl zu entwickeln – für andere, aber auch für sich selbst. All diese Eigenschaften wirken sich bei Kindern positiv auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche aus.  



Ihr habt Aumio entwickelt – was genau ist das?



Aumio ist eine App mit Meditationen und Geschichten für Kinder ab 6 Jahren, die wir gemeinsam mit Expert*innen an der Freien Universität Berlin entwickelt haben. Das Ziel der App ist es, Übungen zur Achtsamkeit kindgerecht in spielerische Kurse zu verpacken und ihnen Tools an die Hand zu geben, die ihnen im Alltag helfen können.



Neben Kursen zu Themen wie Konzentration oder Entspannung gibt daher es nun auch einen Kurs, der speziell für die Corona-Situation entwickelt wurde und der Kindern dabei helfen soll mit den aktuellen Schwierigkeiten besser umzugehen. Außerdem werden Kinder-Yoga Videos und Schlafgeschichten angeboten, die den Alltag in den eigenen vier Wänden erleichtern sollen.







Wie wirkt sich Aumio auf Kinder aus? 



Aumio hilft Kindern in erster Linie dabei sich besser zu konzentrieren oder sich zu entspannen. Wir beobachten dass die Übungen insbesondere die Konzentration und Aufmerksamkeit stärken. Kindern hilft ein Training mit Aumio dabei, sich weniger ablenken zu lassen und beim Lernen fokussiert zu bleiben – ob zuhause oder in der Schule. 



Durch zu viele Reize finden viele Kinder oft abends außerdem nicht die Ruhe abzuschalten und einzuschlafen. Wir bieten Meditationen, Entspannungsübungen und Traumreisen, die dabei helfen, schneller ein- und erholsamer durchzuschlafen. Außerdem bieten wir Kinder-Yoga Videos und Entspannungsgeschichten, die Kindern dabei helfen herunterzufahren.



Zudem lernen Kinder in den Geschichten bei Aumio wertvolle Kompetenzen für ihr Leben. Und sie verstehen: ich bin nicht allein. Auch andere Kinder haben Ängste, Sorgen oder können manchmal mit ihrer Wut nicht umgehen. Was das überhaupt ist – Angst und Wut – das erfahren Kinder in Aumios Abenteuern und erfahren dann, wie sie im Alltag mit diesen starken Gefühlen umgehen können.



Viele Eltern wollen die Kinder ja eher weg vom Smartphone holen – warum ist Eure App etwas Sinnvolles auf dem Handy?



Wir sehen in Studien, dass Kinder sich in der Corona Zeit häufig an das Smartphone gewendet haben, um dem Alltag zu entfliehen und Ablenkung zu finden. Natürlich ist es schöner, wenn sie dafür auch andere Möglichkeiten haben. Früher oder später werden Kinder jedoch den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Geräten lernen müssen. 



Es kommt dann vor allem darauf an, auf die Qualität der Inhalte zu achten, welche Kinder auf Smartphone oder Tablet anschauen und ihnen einen bewussten Umgang damit beizubringen. Youtube und viele Spiel-Apps sind hier oft keine gute Wahl: Sie sind darauf ausgerichtet die Kinder so lange wie möglich vor dem Bildschirm zu halten. Mit Aumio haben wir eine App geschaffen, mit der Kinder auf eine achtsame Art und Weise interagieren können. Dabei wird das Smartphone auch mal weggelegt, wenn es an eine bewegte Übung geht. Bei anderen Übungen werden die Augen geschlossen und es wird einer Meditation oder Traumreise gelauscht.



Was ist Euer persönlicher Hintergrund und warum was das Thema ein Anliegen für Euch? 



Die Idee für Aumio stammt von unserem Gründer Jean Ochel (Psychologe und Achtsamkeitstrainer), der Aumio vor dem Hintergrund einer persönlichen Leidensgeschichte entwickelt hat. Jean: “Als Kind und Jugendlicher war ich selbst von ADHS und Angstproblemen betroffen. Das machte das Heranwachsen mal mehr, mal weniger herausfordernd. Im Umgang mit anderen war es teilweise schwierig, das meiste Leid steckte jedoch in mir drin und machte ich mit mir selbst aus. Daher konnten meine Eltern auch nicht wissen, dass ich vielleicht zusätzliche Unterstützung gebraucht hätte. Und tatsächlich ist das bei den meisten Kindern mit psychischen Schwierigkeiten noch heute so. Viele leiden im Stillen. Im Psychologiestudium habe ich dann Achtsamkeitsübungen und Meditation als wirksame Technik entdeckt – das hat mir damals sehr geholfen. Ich hatte auf einmal nicht mehr diese impulsiven Wut-Momente, konnte mich beim Lernen deutlich besser konzentrieren und wurde vor allem nicht mehr von so vielen zweifelnden Gedanken geplagt. Ich war rundum zufriedener und dachte mir: warum konnte ich das nicht schon eher haben?”



Wer möchte, kann sich HIER noch mehr Infos über Aumio holen. Wir finden: Aumio ist eine tolle Idee, unsere Kinder mental zu unterstützen. Um alle Familien schnell und unkompliziert zu unterstützen, hat sich das Team von Aumio (siehe Foto unten) entschlossen, die App bis zum Ende des Jahres kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Probiert es doch einfach mal aus!



Und: Zur Weihnachtszeit veranstaltet Aumio eine „Achtsamkeits-Challenge“ mit einem besonderen Gewinnspiel: Pro abgeschlossener Achtsamkeitsübung (Dauer 5 Min.), sammelt man Abzeichen in Form von Sternen, die im persönlichen “Reisepass” in der App angezeigt werden. Bei 4 Sternen erhält jede*s Kind ein Aumio-Stickeralbum von uns geschenkt. Zusätzlich verlost Aumio unter allen Einreichungen drei Tonie-Figuren, die mit Aumio Geschichten bespielt sind. Mitmachen kann jede*r – einfach einen Screenshot mit den 4 Sterne machen und an info@aumio.de senden.




               
Psychische Gesundheit von Kindern - wir müssen viel mehr dafür tun! |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/pubertaet-in-der-pandemie-wie-koennen-wir-unseren-teenagern-helfen
       
Ihr Lieben, gerade erreichen uns besonders viele Anfragen zum Thema Teenie und Pandemie. Eigentlich wäre es die Zeit der Abgrenzung unserer Kinder, nun sitzen wir aber im Lockdown und merken, wie sehr die Situation unseren Teenies mittlerweile zusetzt.



Wie sagte der Schulleiter unserer Großen neulich noch so schön? „Neunte Klasse und Corona – schlimmer geht´s ja eigentlich nicht.“ Die Kinder wollen raus, sie wollen Zeit mit ihren Freunden, Abenteuer, eigene Erfahrungen sammeln, wollen in den Pausen giggeln, ihre Eltern peinlich finden. Stattdessen sehen sie grad: Nur ihre Eltern und ihre „meganervigen“ Geschwister.



Hilefruf einer Mutter: Meine Teenager-Tochter fühlt sich leer



Bei Instagram haben wir gestern den Hilferuf einer Mutter geteilt, weil ihre 15jährige Tochter ihr eröffnet habe, dass sie sich nur noch leer fühlt – und irgendwie „unnütz“. Ihr Leben bestehe nur noch aus ihrem Zimmer, Zoom und Schulaufgaben. Nach draußen gehe sie kaum noch, was sollte sie da auch? Sie habe Angst, bei all den Verboten und Untersagungen und Regeln irgendwas falsch zu machen.



Und noch eine Leserin schrieb uns folgendes: „Ich habe gerade euren Text von der Schulsozialarbeiterin gelesen und für mich schließt sich da jetzt eine Frage an – vielleicht mögt ihr die mal an die Community weitergeben?



Wie können wir unsere Teenager aus dem Corona-Tief holen?



Wie kann ich meine pubertierenden Teenager gerade am besten unterstützen? Also nicht beim „Schuldesaster“, sondern in ihrer aktuellen Lebensphase unter Coronabedingungen!



Wie geht man am besten mit den Launen und Ausbrüchen, aber auch mit dem Zurückziehen um? Wann muss man sich Sorgen machen? Was kann man ihnen gutes tun? Welche Zugeständnisse sollte/ muss man machen?“



Wie können wir unseren Teenagern also helfen? Wäre es eine Möglichkeit, sie doch Freunde und Freundinnen treffen zu lassen, wenn sich alle vorher testen? Mit negativen Schnelltests wäre ja vielleicht sogar vielleicht mal ein Übernachtungsdate mit dem oder der BFF (best friend forever) möglich – für ein paar Lachkrämpfe und ein bisschen Leichtigkeit zwischendurch.



Hoffnung geben, kleine, sichere Schritte wagen



Vielleicht hilft es auch, alte Fotoalben rauszukramen, das Zimmer neu zu gestalten oder Bucket Lists zu schreiben, welche Urlaube man im Leben noch erleben will. Oder man plant/erträumt einen längeren Auslandsaufenthalt, um mal auf andere Gedanken zu kommen, um mal wieder Highlights zu schaffen im doch sehr monotonen Alltag grad…



Oder man lässt sich mal einen Shoppingtermin geben oder bedient sich in der Schmink-Abteilung des Drogeriemarktes, um sich mal richtig das Gesicht zu verunstalten. Alles natürlich nur Tropfen auf den heißen Stein, aber vielleicht Mini-Schritte raus aus der Lethargie!?



Habt ihr noch gute Ideen? Wie macht ihr das mit euren Teenies? Lasst uns mal austauschen und schauen, wie wir unsere Kinder gemeinsam aus diesem Loch ziehen können! Mit Communitypower! Damit es am Ende allen wieder besser geht.
               
Pubertät in der Pandemie: Wie können wir unseren Teenagern helfen?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/raus-und-machen-dieser-vater-erklaert-warum-urlaub-mit-kindern-nichts-kosten-muss
         Ihr Lieben, manchmal können Dinge viel einfacher sein, als wir sie uns vorstellen. Wenn von Abenteuern die Rede ist, dann denken viele an Fernreisen, an wilde Segeltrips, an teure Investitionen. Christo Förster denkt da anders. Der Zweifachvater sagt: Wieso weit weg fahren, wenn das Abenteuer doch gleich vor der Tür stattfinden kann? Wieso viel Geld in die Hand nehmen, wenn Erlebnisse auch direkt vor unserer Nase möglich sind?
"Als ich eines Nachmittags kurzerhand mit dem Fahrrad aufbrach, um über Nacht von Hamburg nach Berlin zu fahren, hatte ich keine Ahnung, dass diese Aktion mein Leben völlig auf den Kopf stellen sollte. Die Abenteuer, die oft so weit weg schienen, lagen auf einmal überall herum. Ich musste sie nur machen", schreibt Christo in seinem neuen Buch Mikroabenteuer (Affiliate Link). Motto des Werkes: Raus und machen!
Wir finden: Das ist eine großartige Philosophie – besonders im Leben mit Kindern. Denn der Entdeckerdrang wird ihnen ja qua Haus mitgeliefert. Deswegen fragt Christo zurecht: "Warum warten bis du genug Geld, genug Urlaub, genug Mut hast? Time is now." Für uns erzählt er hier von einem Wochenende mit seinen Kindern – und ohne Zelt. DANKE DAFÜR, CHRISTO. Los geht´s:

Wenn es um Abenteuer geht, können wir alles von unseren Kindern lernen: die Neugier, das Entdecken, die Achtsamkeit. Deshalb lohnt es sich extrem, nicht die Kinder mit auf ein Abenteuer zu nehmen, sondern uns von ihnen mitnehmen zu lassen. Keine Kilometervorgaben, keine Etappenziele, einfach raus und sein!
Als meine Frau mit einer Freundin für ein paar Tage in die Sonne fliegt, entscheiden meine Tochter und mein Sohn, dass wir mal wieder ans Meer müssen. Ich schlage Fehmarn vor, eine Nacht am wilden Strand mit unendlich vielen Steinen – und habe Glück: Vorschlag gekauft.
Am nächsten Morgen steigen wir mittags in Hamburg-Altona in den Zug und fahren zwei Stunden bis nach Burg auf Fehmarn. Von dort sind es nur noch ein paar Kilometer mit dem Bus bis an die Steilküste Katharinenhof. Es regnet, aber immerhin ist es windstill (was auf Fehmarn eher selten vorkommt).
 
Das Schöne am trüben Wetter ist ja immer, dass draußen nicht viel los ist. Genauso ist es auch hier und heute. Kaum sind wir unten am Wasser, sind die Kinder nicht mehr zu halten. Regen? Völlig egal! Wir klettern über umgestürzte Bäume, hüpfen von Stein zu Stein, sammeln Muscheln und „Donnerkeile”, die versteinerten Schalenteile urzeitlicher Tintenfische.
Irgendwo zwischen Katharinenhof und Staberhuk schlagen wir unser Nachtlager auf. Isomatten, Schlafsäcke, Biwaksäcke und ein Tarp als Regenschutz, mehr haben und brauchen wir nicht. Brotzeit, flüchtiges Zähneputzen und eine lange Geschichte von Möwe Jonathan zum Einschlafen. Als es in den frühen Morgenstunden doch kälter wird als gedacht, rücken wir noch enger zusammen.
Wir schlafen bis 8 Uhr, länger als zu Hause, machen uns ein einfaches Frühstück und ziehen dann weiter den Strand hinunter. Zwei Angler sind die einzigen Menschen, die wir treffen. Jetzt blinzelt sogar die Sonne etwas hinter den Wolken hervor.
 
Die Kinder entdecken einen kleinen Wasserfall, in dem ein totes Reh liegt, ein altes Boot und sind vor allem spürbar stolz, dass sie tatsächlich die Nacht draußen verbracht haben. Mein Sohn läuft alleine Hundert Meter voraus, meine Tochter fachsimpelt mit mir darüber, welche Steine sich als Perlenschmuck eignen.
Bei Staberhuk verlassen wir den Strand und wandern noch ein paar Kilometer landeinwärts nach Staberdorf. Busse fahren hier heute nicht, also halten wir die Daumen raus. Mit zwei Kindern ist das easy – gleich das erste Auto hält an und macht sogar einen Umweg, um uns direkt in eine Pizzeria nach Burg zu fahren. Erst Spaghetti in echt, dann als Eis, so habe ich es versprochen.
 
Während wir uns den Bauch vollschlagen, beginnt es draußen wieder zu regnen. Macht uns immer noch nichts. Als wir am Abend in Hamburg wieder aus dem Zug steigen, fühlt es sich an, als wären wir eine ganze Woche weg gewesen. So viel haben wir gar nicht gemacht, aber wir haben großartige, simple Erinnerungen im Gepäck. Neben mehreren Kilo ganz besonderer Steine natürlich.
 
               
Raus und machen! Dieser Vater erklärt, warum Urlaub mit Kindern nichts kosten muss | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/regenbogen-familie-wichtig-ist-liebe-nicht-blutsverwandtschaft
       
Liebe Nicole, wer gehört alles zu deiner Familie?



Zur Familie gehören meine Frau und ich – Alter so in den späten 30ern bzw. frühen 40ern, beide tätig im sozialen Bereich, wohnhaft in Süddeutschland in einer größeren Stadt, dabei mitten in dieser ohne Garten, aber immerhin mit Balkon etc. in einer „Durchschnittsmietwohnung“.



Dann K1 – 8 Jahre alt, besucht die 2. Klasse der Grundschule, falls diese gerade geöffnet hat, leibliches Kind aus der früheren (Hetero-)Ehe meiner Frau und damit mein Stiefkind – hat aber auch noch einen Vater, den es regelmäßig sieht.



K2 – 2 Jahre alt, besucht theoretisch eine Kita, war praktisch nun aber seit Mitte März nicht mehr dort. Unser gemeinsames Kind, ausgetragen von mir. Hat einen „Gefrierpapa“ in Dänemark, den es kennenlernen kann, wenn es volljährig ist. Wurde von meiner Frau mit einem knappen Jahr als Stiefkind adoptiert.



Außerdem haben wir zwei Sternenkinder, wovon wir eines auch in unser Stammbuch eintragen ließen, da es bereits als kleiner Mensch mit Herzaktion im Ultraschall sichtbar war. Ein paar Haustiere wuseln auch noch mit rum.



Wo habt Ihr Euch kennen und lieben gelernt?



Wir haben uns tatsächlich (so unwahrscheinlich das für Andere klingt) auf der Arbeit kennengelernt. Meine Frau lebte damals noch mit ihrem jetzigen Ex-Mann zusammen. Deswegen hatte ich nicht auf dem Schirm, dass sie sich überhaupt für mich interessieren könnte, aber sie war hartnäckig. Schließlich hat sie sich von ihrem Ex-Mann getrennt und danach begann unsere Beziehung. Das ist mittlerweile 6 Jahre her. 



Du hattest ja auch zwei Fehlgeburten. Kannst du mehr darüber erzählen?



Die Fehlgeburten erfolgten kurz nacheinander und liegen nun ca. 3,5 Jahre zurück. Ich habe damals sehr darunter gelitten, auch heute denke ich noch oft an die beiden kurzen Schwangerschaften zurück. Ich bin traurig darüber, dass ich diese Kinder nie kennenlernen werde. Da es meine beiden ersten Schwangerschaften waren, habe ich damals total an mir und meinem Körper gezweifelt und weil mein Kinderwunsch übermächtig war, war meine größte Angst, dass ich nie ein leibliches Kind haben werde.



Dabei ging es mir weniger um den Aspekt, ein „eigenes“ Kind zu bekommen, als um die Erfahrung, das Kind austragen und von Anfang an begleiten zu dürfen. Auch körperlich ging es mir länger nicht gut, ich hatte kurz hintereinander zwei Ausschabungen und die plötzlichen Hormonumstellungen waren heftig.



Das dritte Mal hat es aber dann geklappt!



Genau, die Schwangerschaft mit K2 war dann meine dritte und verlief zum Glück sehr unkompliziert, das hat mich in gewisser Weise „entschädigt“ und ich habe auch das Vertrauen in mich zurückgewonnen. Die Fehlgeburten haben unsere Paarbeziehung damals sehr belastet, weil wir sehr unterschiedlich mit den Verlusten umgegangen sind und meine Frau auch an einen Punkt kam, an dem sie die Kinderwunschbehandlung nicht mehr fortsetzen wollte.



Das war für mich aber völlig undenkbar. Wir hätten uns in dieser Zeit sogar fast getrennt, weil die Positionen unvereinbar schienen. Schlussendlich hat sie sich dann darauf eingelassen, nach einer längeren Behandlungspause einen letzten Versuch zu wagen und ich mich darauf, dass wir nicht weitermachen würden, wenn es erneut zu einer Fehlgeburt käme. Zum Glück ging dann alles gut. 



Wir denken ja immer, dass unsere Gesellschaft mittlerweile so weit ist, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften völlig normal sind. Erlebst du das so oder gab es für euch auch schon mal blöde Situationen?



Wir haben nie offene Diskriminierung oder Abwertung erlebt. Insgesamt empfand und empfinde ich die gesamte „Elternwelt“ aber schon noch als sehr (cis-)heteronormativ. Nur als kleine Beispiele, im Geburtsvorbereitungskurs wurde ständig von „den Männern“ oder „den Papas“ gesprochen, obwohl die Hebamme wusste, dass ich mit einer Frau zusammen bin.



Oder ich wurde in Mamatreffs etc. grundsätzlich nach „meinem Freund/Mann“ gefragt, konnte mir dann immer überlegen, ob ich es jetzt einfach so stehen lasse oder mich erkläre. Oft kamen auch Fragen, die ich als distanzlos empfand, z. B. danach, wie unser Kind entstanden ist, welche Kriterien wir bei der Auswahl des Spenders angelegt hätten etc.



Ich bin grundsätzlich ein offener Mensch und ich trage auch gerne zur Aufklärung anderer bei. Aber von wildfremden Menschen recht intime Dinge gefragt zu werden oder immer wieder erklären zu müssen, dass ich nicht heterosexuell bin, das finde ich anstrengend. Ich gehe davon aus, dass das in den allermeisten Fällen nicht böse gemeint ist von den Gesprächspartner*innen. Vielleicht steckt auch teilweise nur die fehlende Übung in inklusiver Sprache dahinter.



Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Regenbogenfamilien ganz selbstverständlich mitgedacht und mitbenannt werden, genauso wie alleinerziehende Elternteile, Pflege- und Adoptiveltern etc. und da ist schon noch ein Stück Weg zu gehen aus meiner Sicht.



Wie erleben das Eure Kinder, dass die nicht in einer klassischen Vater-Mutter-Kind-Konstellation groß werden?



Wir sind ja schon eine etwas spezielle Konstellation, mit Regenbogen und Patchwork – zudem dass unsere Kinder verschiedene leibliche Mütter haben. K2 ist aktuell noch zu klein, um da etwas zu sagen zu können. Es weiß, dass K1 einen Papa hat, den es auch kennt. Das wird mit zunehmendem Alter denke ich noch interessant. Für K1 spielt der leibliche Vater eine wichtige Rolle, ich bin eher eine zusätzliche Bezugsperson als „Elternersatz“.



Die Kinder nehmen – denke ich – das als selbstverständlich hin, was sie erleben und wir ermöglichen ihnen auch Kontakte zu anderen Familien, die nicht „dem Standard“ entsprechen, um vorzubeugen, dass sie sich irgendwie „unnormal“ fühlen.



Was bedeutet Familie für Euch? Welche Werte sind Euch wichtig?



„Love makes a family“ ist etwas, was viele Familien eint, die vom „Standardmodell“ abweichen. Für uns ist nicht wichtig, wer mit wem (nicht) blutsverwandt ist, sondern dass wir zusammen leben und uns lieben. Für unsere Kinder ist es uns wichtig, sie zu selbstständigen, eigenständig denkenden Menschen zu erziehen, die anderen Menschen und deren Themen offen begegnen, diese aber auch kritisch hinterfragen können.



Wir versuchen ihnen vorzuleben, dass wir Geschlechterstereotype zwar kennen, ihnen aber nur bedingt folgen und wir möchten sie ermächtigen, sich frei zu entscheiden, ob sie eine Sache mögen, unabhängig davon, ob sie geschlechtstypisch ist oder nicht (das ist im Übrigen gar nicht so einfach und wir tappen auch in die eine oder andere Falle dabei). Wir vermitteln ihnen, dass alle Menschen gleich viel wert sind, unabhängig von Äußerlichkeiten und Gruppenzugehörigkeiten. Ansonsten sind uns denke ich die Dinge wichtig, die anderen Familien auch wichtig sind – zusammen leben, lachen, streiten, sich wieder versöhnen, irgendwie gut durch die Schulzeit kommen etc….



Wenn Du eine Sache für Eure Familie ändern könntest, was wäre das? 



Über diese Frage habe ich jetzt lange nachgedacht und tatsächlich fällt mir nichts ein. Vielleicht finden wir irgendwann ein bezahlbares Haus mit Garten, das wäre schön, aber wenn nicht, ist auch alles gut so, wie es ist 🙂
               
Regenbogen-Familie: Wichtig ist Liebe, nicht Blutsverwandtschaft |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/reportage-aus-dem-kinderhospiz-solange-marie-lacht
       
Marie Richter ist 13 Jahre alt und gilt als „schwerst mehrfach behindert“. Was das bedeutet, was ihre Drillingsgeschwister dazu sagen und warum sie sich im Kinderhospiz wohlfühlt, das erzählen wir in dieser Geschichte.
Von Lisa Harmann und Annette Etges
Maries Lachen ist ansteckend. Wenn sie lacht, wackelt ihr ganzer Körper und alle Menschen um sie herum lachen mit. Marie ist ein ganz besonderer Mensch, sie braucht rund um die Uhr Hilfe von anderen. Sie sitzt in einem Rollstuhl auf dessen Rädern Chamäleons kleben. Dadurch, dass sie kaum sehen kann, hört sie aber besonders gut. Wenn ihr Vater oder ihre Mutter ihren Namen sagen, lächelt sie fröhlich.
Wir treffen Marie mit ihren Geschwistern und ihren Eltern Ines und Uwe im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe. Ein Kinderhospiz ist ein Ort, an den Familien kommen, die ein schwer krankes Kind haben. So wie die Familie von Marie. Immerhin 4000 Kinder in Deutschland erkranken pro Jahr unheilbar. Einige von ihnen werden im Kinderhospiz Balthasar betreut.

Lisa-Marie Scherer vom Balthasar mit Marie
Vom Eingang aus blickt man auf eine bunte Wand aus roten, blauen, gelben Handabdrücken. Als Marie zum allerersten Mal im Balthasar war, durfte auch sie sich auf der Wand verewigen. Jedes Kind, das hierher kommt, darf das. „Die bunte Hände-Wand ist unser Gästebuch“, sagt Lisa-Marie Scherer, die im Hospiz arbeitet.
Ein Hospiz ist ein trauriger Ort? Aber doch nicht immer!
Manche Menschen glauben, dass ein Hospiz ein trauriger Ort sei, weil dort auch manchmal Menschen sterben. Aber wer einmal in einem Kinderhospiz zu Gast war, der weiß, dass dies ein Ort ist, an dem besonders viel gelacht wird, deswegen fühlt sich Marie hier auch so wohl. Ins Kinderhopsiz kommen Klinikclowns, um den Kindern eine Freude zu machen, außerdem hängen bunte Bilder an den Wänden und es gibt ganz viele tolle Spiele. Denn wenn ein Kind schon so krank ist, dass es vielleicht früher sterben wird als andere, dann soll es hier jeden Tag so richtig genießen können. Zum Beispiel im Snoezelen-Raum.
Marie liebt den Raum. Ihr Vater hebt sie aus ihrem Rollstuhl auf das Wasserbett in der Mitte des Raumes. Sie liegt in seinen Armen. Theresa und Lukas, ihre Drillingsgeschwister, die zu Besuch sind, legen sich dazu und „chillen“. Ein bisschen fühlt man sich in dem Raum wie in einem Raumschiff-Film. An der Decke hängt eine Discokugel, die bunte Punkte an die Wände wirft, am Eingang blubbert eine Lavalampe in gedämpften Farben, das Licht ist gedimmt. Marie und ihr Papa genießen das Schwappen des warmen Wassers unter ihnen. Und auch die Geschwister entspannen: Das Tolle am Kinderhospiz ist, dass sich hier nicht nur die kranken Kinder wohl fühlen, sondern auch die gesunden, so wie Theresa und Lukas.

Die ganze Familie zusammen im Snoezelen-Raum
Nach dem Besuch im Snoezelen-Raum darf Marie noch in den Spielraum. „Papa“, sagt sie und der hebt sie vorsichtig in das Klangbett. Das ist eine Art Holzwippe, an der links und rechts Musik gemacht werden kann. Auf der einen Seite kann man mit den Händen trommeln, auf der anderen Seite sind Saiten befestigt, die klingen, wie eine Gitarre. Das Schöne daran: Marie spürt die Klangwellen durch das Holz, auf dem sie liegt und entspannt dadurch ihre Muskeln. Ihre lackierten Finger strecken sich ganz lang, sind nicht mehr zur Faust geballt. Die Entspannung dauert allerdings nur so lang an, bis der Papa seinen Schlüssel fallen lässt. Marie hört das und fängt laut an zu lachen. Alle im Raum lachen mit. Maries Lachen kommt ganz tief aus ihr raus.
Marie ist anders als andere Kinder, sie lebt mit einer Behinderung
Maries Gehirn funktioniert nicht so wie das anderer Kinder. Eigentlich könnte sie gar nicht sprechen, trotzdem sagt sie „Mama“ und „Papa“ – und „Mimi“, so nennt sie sich selbst. Oder hebt ihre Hand, um damit zu signalisieren, dass sie jetzt gern kuscheln möchte. Marie kuschelt unheimlich gern. Und ihre Geschwister und Eltern nehmen das an.

Um den Alltag zu Hause zu erleichtern, hilft ein Aufzug für Marie
Vier Wochen im Jahr darf Marie ins Kinderhospiz kommen, mal mit ihrer Familie, mal ohne. Sie kann nicht essen und bekommt ihre Nahrung über einen Schlauch, der direkt in ihren Bauch führt. Wenn sie morgens zur Schule geht – denn ja, auch Marie geht zur Schule – dann begleitet sie eine Pflegerin. Marie braucht auch oft Medikamente, Tag und Nacht, so dass immer jemand wach sein muss, um auf sie aufzupassen. Deswegen hilft ihren Eltern zu Hause ein Pflegedienst. Da kommt eine Krankenschwester ins Haus und hilft Marie, damit auch ihre Eltern mal schlafen können. Um die 15 bis 17 Waschmaschinen pro Woche kümmern sich die Eltern trotzdem selbst.
Die beste Therapie sind ihre Drillingsgeschwister
„Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen“, sagt der Vater und berührt Maries Finger. Sie tut dabei, was sie am liebsten tut: sie lacht. Neben ihr hüpft eine andere kleine Hospizbewohnerin umher und aus ihrem kleinen Tablet schallt ein Lied: „Vielen Dank, für die Blumen, vielen Dank, wie liebt von Dir“.
„Die beste Therapie ist, dass unsere Kinder Drillinge sind“, sagt Ines. Marie lebt mittendrin in einer großen Familie und hat durch Theresa und Lukas so oft das Wort „Papa“ und „Mama“ gehört, dass sie es einfach auch sprechen kann, obwohl die Ärzte das eigentlich für unmöglich halten. Welche Krankheit sie eigentlich hat, das hat bislang noch niemand herausgefunden.

Strahlendes Relaxen: Theresa ist Maries Drillingssschwester und kommt gern mit ins Balthasar
Marie und ihre Geschwister kamen zu früh zur Welt, in der 30. Schwangerschaftswoche, also zehn Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin. Lukas wog 1400 Gramm, etwas mehr als eine Milchtüte also. Theresa wog 1600 Gramm. Und Marie als Dritte wog nur 790 Gramm, weniger als eine Ravioli-Dose. Zunächst war sie die fitteste von den Dreien. Mit etwa sechs Monaten zeigte sich aber, dass Marie eine schwere Hirnschädigung und starke Epilepsie hat. Die Ärzte stellten fest: Marie würde nie laufen lernen, immer Windeln brauchen. Vielleicht würde sie auch nicht so alt werden wie ihre Geschwister.
"Alle drei sind ganz toll"
„Geschenke muss man nehmen, wie sie kommen. Auch wenn vielleicht eine Ecke fehlt“, sagt Mama Ines und meint ihre Kinder. „Alle drei sind ganz toll.“  Marie kann zwar nicht laufen oder essen. Dafür hat sie ein ganz besonderes Gespür für Situationen. Sie merkt sofort, wenn etwas nicht stimmt. Oder wenn die Stimmung gut ist. „Wir brauchen wirklich kein Mitleid!“, sagt die Mama. Sie nennt Marie „Engelchen“ oder „Schlingel.“ Das Engelchen mag nicht, wenn Mama telefoniert, dann wird es zum Schlingel und protestiert lautstark. 
Solange sie lacht: Marie genießt ihre Zeit mit der Familie im Hospiz
Lukas will später gern Insektologe werden. Theresa möchte gern in einem integrativen Kindergarten, also einer Einrichtung mit behinderten Kindern, arbeiten. Ihre Schwester hat sie geprägt. Und die? Die möchte einfach leben! Und weiter lachen. Denn solange Marie lacht, lächeln alle Menschen in ihrer Umgebung.
 

Infokasten: Ein Kinderhospiz ist ein Ort der Begegnung. Hier werden unheilbar kranke Kinder betreut. Der Unterschied zu einem Erwachsenen-Hospiz ist, dass hier nicht nur Menschen in der Phase kurz vor ihrem Tod betreut werden, sondern schon viel früher. Ein Kinderhospiz ist dafür da, dass die ganze Familie Kraft schöpfen kann, denn das Leben mit einem schwer kranken Kind ist nicht immer einfach. Aufgenommen werden können Familien mit Kindern, die eine unheilbare Krankheit haben, die lebensverkürzend ist. Im Kinderhospiz arbeiten Kinderkrankenschwestern und -pfleger, Pädagogen und Trauerbegleiter. Außerdem kommen bei Bedarf Physiotherapeuten und Ergotherapeuten ins Haus.
Das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe wurde 1998 als erstes Kinderhospiz Deutschlands eröffnet, viele, die dort waren, bezeichnen das Haus als „zweites Zuhause“. Im Balthasar gibt es acht Plätze im Kinderhospiz und vier im Jugendhospiz. 28 Tage pro Jahr stehen Familien mit schwer kranken Kindern im Kinderhospiz zu. Alles darüber hinaus wird über Spenden finanziert. Der Kostenträger übernimmt etwa 30 Prozent der Kosten. 70 Prozent, das sind mehr als 1,2 Millionen Euro pro Jahr, müssen über Spenden finanziert werden. Eltern können auch nach dem Tod ihres Kindes noch vorbei kommen. 
Spendenkonto des Kinderhospizes Balthasar:
Kinder- und Jugendhospizstiftung
 Konto 190 11
 Pax Bank Köln
 BLZ 370 601 93
 BIC: GENODED1PAX
 IBAN: DE 23 3706 0193 0000 0190 11
Bitte schreibt Eure vollständige Adresse in den Verwendungszweck, damit eine Spendenquittung zugestellt werden kann.    
 
               
Reportage aus dem Kinderhospiz: Solange Marie lacht... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/reportage-wie-ulrike-nach-einer-postpartalen-depression-noch-ein-kind-bekam
         Ulrike Schrimpf hat sich noch einmal getraut. Nachdem sie nach der Geburt ihres zweiten Kindes an einer postpartalen Depression erkrankte, hat sie nun noch ein Baby bekommen – und ist nicht wieder erkrankt. Ein Happy End? Ja. Aber eins, um das sie kämpfen musste
Von Lisa Harmann
Bist du verrückt? Wieso denn noch ein Kind? Baby Felix gluckst und greift nach den Haaren seiner Mama. Dass es ihn gibt, ist nicht verrückt – wohl aber mutig. Seine Mama Ulrike Schrimpf, 40, erkrankte nach der Geburt von Felix’ großem Bruder Michael, 5, an einer postpartalen Depression. Es traf sie so schwer, dass sie zeitweise nicht sicher war, ob sie weiterleben wollte. Und trotzdem hat sie es noch einmal gewagt: Sie hat ein drittes Kind bekommen, Felix. Er ist jetzt sieben Monate alt.
Das Schreiben hat Ulrike aus dem Tal geholfen
In ihrer Wohnung hängen Bilder von Zara, Ulrikes Kinderbuch-Heldin. Zara, die fiktive Hauptfigur, hat Ulrike rausgeholt aus der Krise, die sie als „einen der schlimmsten Zustände, die einer Mutter widerfahren können“ bezeichnet. Als sie in der Psychiatrie lag, hatte ihr erster Sohn Johannes, 10, sie gebeten, ihm eine Geschichte zu schreiben – und beim Verfassen empfand Ulrike zum ersten Mal wieder so etwas wie Freude. Ablenkung. Selbstheilung. Seither arbeitet sie als Autorin. Neben den drei Zara-Romanen für Kinder hat sie ein eindrucksvolles Buch über ihre Erkrankung geschrieben: „Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?*“.

Die Geister kamen meist nachts. „Meine Nächte sind grellweiß, Zwangsgespenster“, schreibt Ulrike in ihrem Buch. „Ich zittere, meine Zähne klappern. Meine Haare und mein Gesicht sind schweißnass. Die Angst schüttelt mich. Mir wird schlecht. Mein Sohn wacht auf, er saugt entschlossen und tapfer – er rührt mich so tief! Meine Tränen tropfen auf sein Gesicht, seine Ärmchen, seinen weichen Haarflaum. Plötzlich weiß ich: Nichts ist gut. Ich brauche Hilfe!“
Es war November, als Ulrike ihr zweites Kind bekam, draußen war es kalt, dunkel, frostig. In ihr drin auch. Anders als andere Mütter entwickelte Ulrike in ihrer Krankheit keine Bindungsstörung zu ihrem Kind. Ein gängiges Vorurteil ist, dass Mütter mit einer postpartalen Depression ihre Kinder nicht lieben können. De facto betrifft das aber nur 30 Prozent der Mütter, die erkranken. Bei Ulrike war es eher das Gegenteil. Sie liebte ihr Kind so sehr, dass sie irrationale Sorgen entwickelte.
Panikattacken und Angst – wenn die Depression nach dir greift
Ulrike hatte Angst. Angst, ihren Kindern keine gute Mutter zu sein. Angst, ihre Beziehung zu ruinieren. Angst, nie mehr etwas Herausforderndes, Interessantes in ihrem Leben zu machen. Sie hatte Angst vor dem Schlafen und Angst vor dem Leben. Sie traute sich nicht mehr, mit Baby im Arm die Treppe runterzugehen, also ließ sie sich im Sitzen Stufe für Stufe hinabgleiten. „Du und depressiv? Da lachen ja die Hühner“, hatte ihre Zwillingsschwester am Telefon gesagt. Niemand hätte damit gerechnet. Vor allem nicht sie selbst.
„Aber du wolltest das Kind doch“, hieß es. Eben. Und trotzdem ging es ihr nicht gut. Wie eine Naturgewalt brach die Krankheit über sie herein. Ihr zweites Kind war zehn Wochen alt, als sich Ulrike einweisen ließ. Sie hatte Schlafstörungen, Herzrasen, Panikattacken, Schweißausbrüche. Und sie hatte Schuldgefühle. Was bin ich nur für eine Mutter?
Drei Wochen verbrachte sie in der Klinik. „In einer Depression erlebt man die negativen Dinge intensiver, die positiven nimmt man gar nicht mehr wahr“, sagt Ulrike. Doch die Behandlung half ihr. Bald wurde sie entlassen. Nach vier Monaten: ein Rückfall. Heftig, aber kurz. Was sie da noch nicht wusste: Der Heilungsprozess einer Depression verläuft nicht linear, sondern eher so, wie sich ein Delfin im Wasser bewegt. In Kurven nach oben. Nach dem Rückfall ging es endgültig bergauf.
Wer erkrankt an einer postpartalen Depression?
Die Geburt eines Kindes ist ein Ereignis, das zu sogenannten Schwellenerlebnissen im Leben eines Menschen gehört, in denen Abschied und Neubeginn ineinandergreifen. Etwa 19 Prozent aller Mütter entwickeln nach der Geburt depressive Symptome, sieben Prozent von ihnen bekommen eine schwere, behandlungsbedürftige Depression. Meist erkranken Frauen sechs bis acht Wochen nach der Geburt.
„60 Prozent der Frauen, die zu mir kommen, sind Akademikerinnen zwischen 30 und 40 Jahren“, sagt Dr. Claudia Reiner-Lawugger. Die Ärztin leitet seit 15 Jahren die Spezialambulanz für perinatale Psychiatrie in Wien. Frauen wie Ulrike. Nachdem sie jahrelang ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben geführt haben, sitzen sie plötzlich mit ihrem Baby in einer Wohnung weit weg von ihrem Büro und den Freunden. Nichts ist mehr geordnet und verlässlich, wie sie es kennen. „Für mich war am anstrengendsten, dass ich mich für alles verantwortlich fühlte, für jede Missstimmung und jeden Konflikt“, sagt Ulrike. Aber nicht ein Symptom allein führt zur Depression. Bei Ulrike kamen mehrere Dinge hinzu. Eine gescheiterte Beziehung – die zum Vater ihres ersten Sohnes. Ein Umzug von Berlin nach Wien. Eine Fehlgeburt. Die Erkrankung ihres Vaters.

Die Heilungschancen bei einer postpartalen Depression sind groß, wenn sich Frauen helfen lassen. Schon drei bis vier Wochen nach Behandlungsbeginn tritt in den meisten Fällen eine enorme Verbesserung ein, sagt die Ärztin. So war es auch bei Ulrike. Sie wurde psychotherapeutisch begleitet und bekam Antidepressiva.
Ulrike hatte sich immer drei Kinder gewünscht. Mit jedem Tag, der seit der Krankheit verging, rückte der Kinderwunsch näher an Ulrike heran. „Mit der Krankheit ist es wie mit einer Geburt. Je länger sie zurückliegt, desto mehr verdrängt man den Schmerz.“ Ihr Mann war nicht direkt überzeugt von der Idee eines dritten Kindes: „Es ist doch gerade alles so schön, wie es ist“, sagte er.
Sollte sie wegen der Depression auf weitere Kinder verzichten?
Sollte sie auf weitere Kinder verzichten, aus Furcht, sie könnte mal wieder in eine Krise stürzen? Ulrike spürte: Sie würde es immer bereuen, kein drittes Kind bekommen zu haben. „Ich wollte noch ein Baby. Aber ich wollte nie wieder an einer Depression erkranken“,sagt Ulrike. Ihre Ärztin sagte: „Dann setz die Antidepressiva erst gar nicht ab.“ Ulrike nahm weiter Medikamente, gering dosiert, aber dennoch. Nicht absetzen? Auch in der Schwangerschaft nicht? Dr. Reiner-Lawugger sagt: „Es gibt Antidepressiva, die auch in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden können.“
Ulrike hielt sich an ihren Rat und nimmt auch heute noch Antidepressiva, wenn auch gering dosiert: „Bei einer Herzkrankheit sagt ja auch keiner, geh einfach mal an die frische Luft.“ Sie erinnert sich noch, wie ihr die Medikamente damals geholfen hatten, wie langsam die alte Ulrike zurückkam.
„Ich war lebensmüde, ich wollte so nicht weiterleben. Das war ein traumatisches Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Ich hatte keine Gedanken, wie ich konkret meinem Leben ein Ende setzen kann. Aber da war das passive Gefühl, wie praktisch es doch wäre, wenn jetzt ein Auto käme, dann wäre der Schmerz vorbei.“
Wenn Ulrike jetzt darüber spricht, kann sie das nicht mehr nachvollziehen. „Weil ich mein Leben jetzt so toll finde.“ Sie muss daran denken, wie ihre Ärztin während ihrer Krankheit zu ihrem Mann gesagt hatte: „Sie können diese Krankheit nicht verstehen.“
Ulrike wurde mit dem dritten Kind schwanger, als die Krankheit vier Jahre zurücklag. Im vierten Monat bekam sie eine Panikattacke. „Da lag ich wach und dachte: Wie konnte ich nur vergessen, wie schrecklich sich das anfühlt? Das schaff ich nicht noch mal.“ Sosehr sie sich ein Kind wünschte – sie fragte sich, wieso sie das Schicksal noch einmal herausfordern musste.
Oh nein, kommt die Depression wieder?
Zwei Wochen lang dauerte dieser Zustand an, dann legten sich die Sorgen wieder. Bis zur Geburt blieb es ruhig. Dann kam Felix. Sein Name bedeutet „der Glückliche“. In der ersten Nacht nach der Entbindung schlief Ulrike nicht gut. Da war kurz die Angst, sich wieder reinzuschrauben in den düsteren Teufelskreis. Aber gleichzeitig traute Ulrike sich, darauf zu vertrauen, dass alles gut werden wird. Und es wurde gut.
In den ersten vier Lebensmonaten wunderte sie sich oft: Huch, mir geht es ja gut. Seitdem hat sie das Vertrauen, dass es nicht noch mal passieren wird. Und es passierte nicht wieder. Nach Felix’ Geburt blieb Ulrike gesund.
Felix lacht durch das Babyphon. Ulrike holt ihn aus dem Vormittagsschlaf, er trägt eine Sternchenstrumpfhose. Wir essen Croissants und Topfengolatschen (Blätterteig-Quarktaschen). Ulrike steht kurz auf und kratzt eine grüne Glibberhand von der Tapete. Sie lacht. „Meine Jungs!“ Dann brechen wir auf zur Spezialambulanz von Claudia Reiner-Lawugger. Unregelmäßig besucht Ulrike sie noch.
Die Psychiatrie: Ort der Angst – und der Rettung
Die Bäume, die den Park vor der Psychiatrie an diesem Tag wie einen Schlossgarten wirken lassen, machten Ulrike damals Angst. Ihre Schatten hingen schwer auf ihr, als sie das erste Mal den Anstieg Richtung Ambulanz emporging. Damals war es Winter, und die Bäume wirkten beängstigend wie Gerippe, deren Äste nach ihr greifen könnten. Jetzt bin ich endgültig verrückt, dachte Ulrike. Heute, im Schein der Sonne, werfen die Blätter und Äste angenehm kühle Schatten, wir gehen bergauf. Nichts deutet auf das dunkle Tal hin, das Ulrike durchschritt.
Wir setzen uns ins Wartezimmer. An den Wänden hängen bunte Bilder mit Süßigkeiten-Nahaufnahmen. Die Balkone des Gebäudes sind vergittert – Vorsichtsmaßnahme. Eine Frau mit Kopftuch und einem etwa acht Monate alten Baby spricht Ulrike an: Sind Sie nicht die Frau, die das Buch geschrieben hat? Und jetzt haben Sie noch ein Kind? Meinen Sie, ich schaffe das auch?
Viele betroffene Frauen fragen sich das. Ulrike macht der Mutter Mut, so wie es gute Therapeuten machen würden: „SO wird Ihnen das nicht noch einmal passieren.“ Genauso wird es nämlich nicht mehr. Vielleicht ähnlich, aber nicht mehr so. Denn wer einmal erkrankte, hat sich bereits ein Netz aus Ärzten und Menschen aufgebaut, die ihnen guttun. Das schafft Sicherheit.
Alle sollten doch glücklich sein, wenn ein Kind kommt…?!
Wir dürfen ins Behandlungszimmer. Schräg über der Ärztin hängen Geburtskarten an der Wand, fröhliche Grüße zum Willkommen auf dieser Welt. Alle sollen doch so glücklich sein, wenn ein Kind kommt. Claudia Reiner-Lawugger sitzt uns gegenüber. Ulrike küsst Felix’ Stirn: „Es ist natürlich nicht immer alles leicht mit dem dritten Kind, aber es ist gut. Ich würde mich immer wieder für Felix entscheiden.“ „Schau“, sagt sie zur Ärztin, „der Felix sieht dich an, als wüsste er, dass es ihn ohne dich nicht gäbe.“
 
ADRESSEN, AN DIE SICH BETROFFENE WENDEN KÖNNEN:
Marcé-Gesellschaft für Peripartale Psychische Erkrankungen: Marcé Gesellschaft
Schatten & Licht e.V.: Initiative peripartale psychische Erkrankungen: Verein Schatten und Licht
 
ZUM WEITERLESEN:
"Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?": Eine sehr persönliche Buchrezension
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Foto Ulrike Schrimpf: Natascha Unkart
Foto Babywiege: Pixabay
               
Reportage: Wie Ulrike nach einer postpartalen Depression noch ein Kind bekam | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/revenge-bedtime-prokastination-warum-wir-uns-abends-noch-trash-tv-und-insta-reinballern-statt-einfach-zu-schlafen
       
Ihr Lieben, wir sind ja sonst weit weg vom Ratgebertum, wir können kaum Tipps geben, weil wir uns ja selbst nur so durchwurschteln durchs Leben, unsere Bücher sind darum auch kein Service-Journalismus, wir bieten kein Infotainment, sondern Emotainment. Also emotionale Unterhaltung.



Wir können Identifikationsfläche bieten und von uns oder von anderen erzählen, aber eben keine Allheilmittel oder Praxis-Tipps wie das WissenschaftlerInnen können, die jahrelang zu ihren Themen forschen (wobei wir hier bei Stadt Land Mama im Kontakt mit euch ja eigentlich auch schon so ne Art jahrelanger Forschungserfahrung haben, oder?).



Revenge Bedtime Prokrastination: Ein Name für unsere Müdigkeit!



Und trotzdem wollen wir heute mal eine Ausnahme machen und ein bisschen Bildungsexpertinnen spielen, denn wir haben einen neuen Begriff gelernt, den wir euch heute dringend erklären möchten. Er heißt: Revenge Bedtime Prokrastination. Und wir lieben diesen Begriff!



Im Einzelnen bedeuten die Worte: Rache. Zu-Bett-Geh-Zeit. Prokrastinieren (also Dinge aufschieben). Bei dem Begriff geht es um ein Phänomen, von dem wir vermutlich ALLE grad betroffen sind. Es geht um die Zeit, wenn die Kinder im Bett sind, wir schon todmüde – und uns dann trotzdem nicht schlafen legen oder zur Ruhe kommen! Ihr kennt das soch auch, ODER?! Endlich gibt es einen Namen für dieses Phänomen!



Abends rumdaddeln statt schlafen: Zeit, die wir selbst gestalten



Weil das – gerade jetzt, in dieser krassen Zeit ohne externe Kinderbetreuung – für viele von uns einfach die erste Zeit am Tag ist, die wir SELBST gestalten können. In der wir wieder Herr bzw. Herrin über unser Tun sind. In dem wir SELBST entscheiden können. In der uns niemand anspricht, niemand braucht, niemand uns unterbricht.



Von dem Phänomen sind nämlich vor allem Menschen betroffen, die tagsüber einen viel zu straffen Zeitplan hatten. Die Zeit wird dann leider aber nicht sinnvoll genutzt, sondern oft mit viel zu viel Instagram oder Trash-TV. Einfach, weil für echte Hobbys die Kraft fehlt. Fühlt ihr euch jetzt etwa ertappt? Also ich schon. Und wie!



Wir schieben also das Schlafengehen (bedtime) für quasi Sinnloses auf (prokrastinieren) – als Rache (revenge) für den viel zu vollen Tag. Voilà: Revenge Bedtime Prokrastination. WIE TOLL IST BITTE DIESER BEGRIFF?!



Und wisst ihr, wann und wo ich ihn zu hören bekam? Abends um 22.55Uhr, als ich schon komplett übermüdet nach einem Homeschool-Tag im Bett lag und „nur noch mal eben“ in dieser neuen App „Clubhouse“ vorbeischauen wollte. Also exakt in dem Moment, als ich grad selbst vom Phänomen betroffen war und mich einfach nur noch kurz vom Schlafen abhalten wollte.



Dort diskutierten nämlich grad Susanne Mierau und ihr Mann Clemens unter dem Titel „CoronaElternSelbsthilfegruppe“ unter anderem mit Bloggerin Sonja Lehnert und Hebamme Anja Constanze Gaca. Diskussionsteilnehmer Ben Gross schaltete sich dann in die Diskussion ein und erzählte von der Revenge Bedtime Prokrastination.



Trash-TV und Insta geben uns die Kontrolle über unser Leben zurück



Es war für alle Zuhörenden ein so schönes Aha-Erlebnis, dass wir dann doch noch was gelernt hatten in der Zeit des Prokrastinierens, das dazu dienen sollte, die Kontrolle über unser Leben zurückzuerlangen. Ich dachte, das müsste ich mit euch teilen.



Denn wenn ihr das nächste Mal wieder abends den Dreh zum Einschlafen nicht findet, wie ihr euch noch mit medialem Schutt zuballert, dann denkt dran: Ihr seid einfach nur Teil eines wissenschaftlichen Phänomens. Und das ist doch auch schon mehr als nichts 😉  



Wenn ihr mehr zum Thema erfahren mögt, schaut gern mal bei unserer Kollegin Tollabea vorbei: Warum ist uns der Schlaf so unwichtig?
               
Revenge Bedtime Prokrastination: Warum wir abends nicht einfach schlafen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rock-den-himmel-mein-held-der-krebs-nahm-dieser-familie-den-papa-nicht-aber-die-wuerde
         Ihr Lieben, wir haben durch dieses Blog so viel mit Menschen zu tun, mit unterschiedlichen Lebensweisen, mit verschiedensten Herausforderungen und tatsächlich wird es nie langweilig.
Wir sprechen mit LeserInnen, KollegInnen, AutorInnen, ExpertInnen, Widersachern und Unterstützern. Ines Gillmeister ist eine Blogger-Kollegin von uns, sie schreibt auf „Cancer is an asshole“ über die Geschichte ihrer Familie. Ines ist aber nun auch Buchautorin – und obwohl wir ihren Texten im Netz schon solange folgen, hat uns ihr Buch umgehauen – und zwar vor Begeisterung. Rock den Himmel, mein Held (Affiliate Link) heißt es.
Ines hat im letzten Jahr – sechs Jahre nach der Diagnose – ihren Mann an den Krebs verloren. Ach, was sag ich. Ines beschreibt das selbst viel schöner. Sie nennt es: Simon hat über Kunibert gesiegt. Kunibert, so nannten sie den Krebs vor den Kindern, denn sowohl Ines als auch ihrem Mann Simon war es unheimlich wichtig, dass die Kinder weiter in ihrer unbeschwerten Kinderwelt leben konnten. Kunibert, die Krabbe, knabberte also an Papas Knochen, das tat weh und macht ihn mitunter schwach.
Eine kleine Abenteuergeschichte tobte da durch Papas Körper. Die Ritter (aka Chemo), die gegen die Krabbe ankämpften, sorgten dafür, dass seine Haare ausfielen. Das war ein Zeichen dafür, dass die Ritter besonders stark kämpften. So erzählt es ihnen ihre Mama. Was Ines in dieser Zeit geleistet hat, ist unvergleichlich.
Nicht nur stellte sie Wahnsinns-Registrierungskationen für die DKMS auf die Beine, nein, sie kümmerte sich nachts um ihren immer schwächer werdenden Mann und tagsüber um die zwei Kinder, heute fünf und zehn Jahre alt. Und das immerzu voller Liebe und Verständnis und Lebensfreude.
Nutze den Tag! Jeder ist wertvoll! Das Buch ist – auch für Nicht-Betroffene – ein Lehrstück in Sachen Demut und Dankbarkeit. Ich konnte es nach der ersten Seite nicht mehr weglegen. Ich habe es am Wochenende komplett durchgelesen. Die letzte Seite gestern, am Weltkrebstag.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich muss auch bei Büchern, die rührend geschrieben sind, immer wieder weinen. Ich musste es, als Ines darüber schrieb, wie sie ihre Tochter Emma zum zehnten Geburtstag überraschten. Beim Heiratsantrag, der zwei Tage vor der Hochzeit so überraschend kam – denn gerade wenn eine Situation so schwer erscheint, sind es bei mir die fröhlichen Momente, die mir die Tränen in die Augen treiben.
Ein so berührendes, mutmachendes, bewundernswertes Buch: unglaublich. Von der ersten bis zur letzten Zeile mitreißend. Dankbar machend. Beeindruckend, vor allem, wie gesagt, wie den Kindern hier ein Recht auf Schatzsuchen und Seifenblasen und Freude und Leichtigkeit ermöglicht wird in einer solchen Ausnahmesituation. Meinen allergrößten Respekt!
Wir können Ines nur Danke sagen. Danke, dass sie uns Leser auf diese, ihre Heldenreise mitnimmt. Dass sie nicht müde wird, sich für die DKMS zu engagieren und Leben zu retten. Dass sie einen für ihre Familie so guten und richtigen Weg eingeschlagen hat.
Danke für ihre Liebe und Großherzigkeit, die durch jede Zeile dieses besonderen Buches fließt…

Und hier kommt unser Interview mit Ines. Nur falls ihr euch wundert: Die Fragen an Ines hatte ich bereits vor dem Lesen des Buches verfasst.
Liebe Ines, wir folgen dir schon so lang. Im letzten Jahr ist dein Mann gestorben. Nun hast du tatsächlich eure Geschichte zwischen zwei Buchdeckeln unterbringen können, wie fühlt sich das für dich gerade an?
Ich habe das ehrlich gesagt noch gar nicht realisiert. Es fühlt sich toll an und gleichzeitig absolut unecht. Simon hatte diese Idee schon so viel länger als ich und ich hätte nie gedacht, diese auch tatsächlich umsetzen zu können. Immerhin habe ich gar keine Ahnung, vom Buch schreiben und ehrlich gesagt auch nicht wirklich vom bloggen. Ich schreibe einfach nur…
Ist das Buch ein bisschen auch eine Liebesgeschichte geworden?
Ja, allerdings. Ich hoffe, dass das Buch es schafft, die Liebe zwischen Simon und mir zu zeigen. Vor allem aber die Liebe zum Leben.
Ich finde immer wieder faszinierend, wie viel Kraft aus Trauer wachsen kann, wie viel Energie da plötzlich ist. Auch bei dir habe ich dieses Gefühl. Ich mein, ein ganzes Buch schreiben, ein Blog füllen, sich um seine Kinder kümmern… Wird dir nicht auch manchmal schwindelig?
Ich bin müde, sehr so gar. Für viele Dinge brauche ich länger als noch vor einem Jahr. Manche Dinge klappen gar nicht. Vor allem die letzten Monate mit Simon zollen nun ihren Tribut. Ich bin nicht stark, ich mache nur das, was ich kann. Ich schütze meine Lieblingsmenschen und versuche, unseren Kindern ein Netz zu bieten, in dem sie sich fallenlassen können. Das Buch schrieb sich fast von allein, in zehn Tagen. Es war alles in meinem Kopf und musste raus. Es half mir, zu realisieren, was da eigentlich geschehen ist.
Du gehst mit deiner Trauer offen um, nimmst deine LeserInnen mit auf diesem Weg. Hast du auch schon mal an diesem Weg gezweifelt?
Ja, oft. Trauer bedeutet für viele Menschen schwarze Kleidung, das Verbot zu lachen und Kinder, die in ihrer Verzweiflung untergehen. Trauer und Tod scheinen nach wie vor Tabuthemen zu sein. Weil diese Themen Angst machen. Weil sie bedrückend sind. Weil sie vor Augen führen, dass das Leben endlich ist. Darum schreibe ich darüber. Es ist schlimm, Trauer zu leben, und diese Trauer ist nicht immer schwarz. Bunt geht auch. Oder mit Glitzer. Oder mit Eis und vielen bunten Streuseln.
Ich habe versucht, die Kinder in viele Dinge mit einzubeziehen; Sarg anmalen, den Baum im Friedwald aussuchen. An Simons Geburtstag am 30.12. sind wir zu seinem Baum in den Friedwald gefahren. Mit seinem Lieblingskuchen, Luftschlangen und Musik. Die Kinder bastelten eine Geburtstagskrone für ihn und wir alle haben Happy Birthday gesungen. Trauer kann lebendig sein. Trauer sollte lebendig sein. Ich möchte zeigen, dass besonders Kinder von dieser Art der Trauer profitieren. Ich möchte zeigen, dass es okay ist, nicht okay zu sein.
Meinst du, Trauer ist noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft? Gibt es also auch Menschen, die euch aus dem Weg gehen?
Definitiv ja. Trauer kann das Umfeld sprachlos machen. Unser Sohn geht sehr offensiv mit dem Tod unseres Helden um. Er erzählt es jedem. Das überfordert. Ich verstehe das. Ich verstehe die Sprachlosigkeit.

Dein neues Leben, das Leben danach, besteht aus vielen Emotionen. Bei welchen Gedanken an Simon musst du denn auch heute noch immer grinsen?
Immer wenn wir Auto gefahren sind, war ich Beifahrer. Ich hab doch keinen Führerschein. Immer wenn Simon bremsen musste (sachte bremsen, an einer roten Ampel, keine Vollbremsung) hielt er seinen rechten Arm vor meine Brust, als würde ich sonst durch die Windschutzscheibe fliegen. Wenn ich heute bei irgendwem mitfahre und diese Person muss bremsen, dann vermisse ich diesen Arm und muss gleichzeitig lächeln.
Ich muss besonders doll grinsen, wenn ich daran denke, was Simons erste Worte waren, als wir in unser neues Zuhause gezogen waren. Wir haben einen Garten vor der Tür und unser Held sagte, dass da auf gar keinen Fall irgendwelche Spielgeräte hineinkommen. AUF GAR KEINEN FALL. Und Haustiere werden wir uns auch nicht anschaffen. Drei Monate später zog der erste Hund bei uns ein. Das Schaukelgerüst stand fast zeitgleich im Garten. Etwas später gesellte sich ein riesiger Sandkasten dazu und am Ende noch ein Trampolin. 2016 zog Hund Nummer Zwei bei uns ein. Und letztes Jahr die Schildkröten unserer Tochter. Naja…
Was können wir von den Kindern in Sachen Trauer und den Umgang damit lernen?
Erwachsene tendieren dazu, im See der Trauer zu ertrinken. Kinder hingegen springen durch Pfützen. In einer Minute sind sie tief traurig, weinen, schreien und fluchen. Einige Minuten später aber springen sie wieder lachend durch die Gegend und erzählen davon, wie schön die Zeit mit dem Verstorbenen war. Als ich mit unserem Sohn den Sarg angemalt hatte, war das für mich sehr beklemmend. Leo aber fand das toll. Er war glücklich darüber, Simon solch ein Geschenk machen zu können.
In der einen Hand hielt er den Pinsel, mit dem er gemalt hatte. In der anderen Hand einen rosa Donut, der wohl sehr lecker gewesen war. Er hüpfte um den Sarg herum, malte ihn auch von innen an, damit Simon etwas „zum Angucken“ hat. Leo sang dabei die ganze Zeit. Kinder sind unbefangener, sie realisieren. Sie leiden. Aber sie vergessen trotzdem nicht, dass das Leben lebendig ist. Zumindest dann nicht, wenn sie Erwachsene an der Seite haben, die in der Lage sind, sie zu tragen.
Die Frage "Wie geht es dir?" ist für viele Trauernde schwierig zu beantworten, denn wie soll es einem nach einem solche Verlust schon gehen… Trauerbegleiter empfehlen, lieber andere Fragen zu stellen, z.B.: "Mensch, wie kommst du grad durch den Alltag?" Kannst du das bestätigen?
Wie geht es Dir? Das ist tatsächlich die Frage, die ich am schwierigsten beantworten kann. Ich glaube, dass besonders am Anfang Fragen jeglicher Art schwierig zu beantworten sind. Besser sind Dinge wie „Ich komme morgen mal auf einen Kaffee vorbei“ oder „wir fahren in den Zoo und würden gern Deine Kinder mitnehmen“. Klare Aussagen statt Fragen funktionieren am Anfang einfach besser. Und dann einfach da sein, auch wenn nicht geredet wird. Das waren mir die liebsten Menschen. Die, die da waren ohne Erwartungen an ein Gespräch zu knüpfen. Wenn der Trauernde dann sprechen will, dann wird er es tun. Aber nur dann, wenn einfach jemand da ist. Nur so.

Vermutlich erreichen dich durch deinen offenen Umgang mit dem Thema viele Nachrichten von Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Tut dir das gut, weil du so siehst, dass du nicht allein damit bist oder überfordert dich das auch manchmal?
Mir tut das gut, weil ich daher merke, dass meine Worte dort ankommen. Ein Austausch mit „Gleichgesinnten“ tut gut, weil ich dann merke, dass manche Gewohnheiten, die ich so entwickelt habe, ganz normal sind.
Nun hast du deine Buchpremiere genutzt, um weitere Spender für die DKMS zu gewinnen…
Ja, weil es wichtig ist. Weil ich damit nicht aufhören werde. Weil Simon zu den 10% der Patienten gehört hatte, die ihren Spender nicht gefunden haben. 10% sind zu viel.
Was möchtest du Menschen sagen, die gerade in einer ähnlichen Situation stecken wie du?
Macht das, was Euch gut tut. Umgebt Euch mit Menschen, die Euch gut tun. Wenn ihr Euch lieber im Bett vergraben wollt, dann tut das. Aber gebt nicht auf. Sollten Kommentare kommen, wie „Ist es immer noch nicht besser“ oder „So langsam müsste es doch besser werden“ oder auch „Wie, du bist darum krankgeschrieben?“", ignoriert diese. Ihr steckt in einer Ausnahmesituation, alles ist erlaubt. Auch lachen und weggehen!
 
 
               
Rock den Himmel, mein Held: Der Krebs nahm dieser Familie den Papa - nicht aber die Würde | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rollentausch-im-social-web-wenn-euer-mann-ploetzlich-dauernd-herzchen-postet
         Ihr Lieben, neulich fiel mir auf, wie oft ich Herzchen-Emoticons verschicke. Wer bei uns auf der Facebook-Seite kommentiert, bekommt als Antwort auch oft ein Herzchen. Und da wir ja Frauen sind, die sich oft und gern mit Gleichberechtigung auseinandersetzen, die es doof finden, wenn es in Mädchenabteilungen keine Dino-Shits gibt oder in Jungs-Abteilungen nur Spielzeug mit Baggern, hab ich mal überlegt, was ich da eigentlich tue mit meinen ganzen Herzchen 😉
Und dann musste ich mal ganz kurz sehr laut auflachen, als ich mir vorstellte, dass mein Mann plötzlich immerzu in Herzchen antworten würde.
Schließt am besten mal kurz die Augen und stellt euch euren Partner dabei vor, wie er – GENAU WIE IHR – durch die sozialen Medien wandelt.

Wie er auf ein Katzenvideo „Awwwwww“ schreibt.
Wie er ein Foto von sich sieht und drunter schreibt: "Oh danke, dass du das Bild genommen hast, auf dem meine Beine ein bisschen schlanker wirken. Küsschen"
Wie er ein Foto in einem zu großen grauen Flauschpulli postet und an seinem Kaffee schnuppert.
Wie er auf eine Einladung zum Abend mit einem Flamenco-Tanz-Emoticon reagiert.
Wie er sein Facebook-Status-Update mit einem Blümchen und dem Gemütszustand "hoffnungsvoll" garniert.
Wie er auf einem Foto genussvoll an seinem Hugo nippt und seinen knackigen Salatteller dippt.
Wie er beschreibt, dass er sich jetzt erstmal ein bisschen vitalisierendes Obst schnippelt nach dem anstrengenden Tag.
 
Ja, ja, ja, KLISCHEE! Aber ich hab mich mit meiner ganzen Herzchen-Verschickerei eben selbst ertappt gefühlt. Achtet mal drauf! Und schickt uns bitte gern noch eure weiteren Klischee-Ideen, dann erweitern wir die Liste…!
Fotoquelle: pixabay
               
Rollentausch im Social Web: Wenn euer Mann plötzlich dauernd Herzchen postet | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rollentausch-ist-cool-hausmann-arne-erzaehlt-uns-von-seinem-alltag
       

"Guten Tag, ich heiße Arne Ulbricht und werde bald Vater…“
 „Herzlichen Glückwunsch“, sagt die freundliche Dame in der zuständigen Behörde in Berlin.
 „Danke, ich wollte wissen, ob ich, der VATER, auch zwölf Monate in Elternzeit gehen darf.“
 Schweigen. Dann: „Ähhh… ja… natürlich.“
Das war im Jahr 2007. In diesem Jahr ist die Elternzeit eingeführt worden: Wer zwölf Monate nach der Geburt des eigenen Kindes zu Hause bleibt, bezieht in der Elternzeit 67% seines Einkommens. Und, so hieß es in den Medien, wenn auch der Mann zwei Monate nehme, dann könne ein Paar sogar 14 Monate in Anspruch nehmen. Diese zwei Monate wurden gefühlt in allen Medien als VÄTERmonate bezeichnet. Ich hatte so oft davon gelesen, dass ich wirklich nicht wusste, ob denn auch ICH die zwölf Monate in Elternzeit gehen dürfe. Deshalb, siehe oben, informierte ich mich an offizieller Stelle.
Nachdem ich mich auch schon viel um meinen Sohn (geb. 2003) gekümmert hatte – die letzten Monate vor dem Umzug nach Berlin lebte ich mit ihm allein in Hamburg – tauschten meine Frau und ich im Jahr 2007 mit Beginn meiner Elternzeit komplett die klassischen Rollen. Und natürlich fragte ich mich: Schaffe ich „das“? Klappt es, abgepumpte Milch aufzuwärmen? Würden mich die Mütter akzeptieren? Und warum bin eigentlich ausgerechnet ich zu einem der ersten Elternzeitpioniere geworden?
Rückblick:
 Ich habe meine Frau in der Disko kennengelernt und wollte zugegebenermaßen nur Sex mit ihr. Dann habe ich mich aber in sie verliebt und sie sich praktischerweise auch in mich und nach und nach merkte ich, dass sie…
 … ein deutlich besseres Abitur hatte.
 … im Studium ständig Höchstnoten bekam (im Gegensatz zu mir).
 … beruflich konkrete Vorstellungen hatte, während ich davon träumte Starschriftsteller zu werden und nicht vorhatte, als Lehrer jemals voll zu arbeiten. (Und an diesen Vorsatz habe ich mich gehalten: Ich habe bis heute nie mehr als 50% unterrichtet.)
 „Na, bei uns wirst du dich später vermutlich um die Kinder kümmern!“, sagte sie irgendwann.
 „Na klar!“, sagte ich.
Allerdings sagte ich das auch, weil meine Devise damals lautete: Kinder? Wenn überhaupt eins… oder keins! Und dann wurden es zwei, und erst für das zweite Kind, das in meinem Lebensplan gar nicht vorgesehen war, übernahm ich komplett die "Mutterrolle."
Die Elternzeit fand ich, als die ersten Wochen vorbei waren und ich mich an alles gewöhnt hatte, richtig cool! (Die Kinder waren und blieben gesund; wie cool ich es sonst gefunden hätte, weiß ich nicht.) Ich meldete mich gleich im PEKIP-Kurs an, wo ich erstens akzeptiert wurde, und ich zweitens eine Mutter kennenlernte, die meine erste Mutterfreundin wurde.
Ihr schickte ich eine Kurzgeschichte, in der es, nun ja, um einen Vater in Elternzeit ging, der Mütter kennenlernen will, um mit möglichst vielen von ihnen ins Bett zu gehen. Typisch männliche Phantasien? Ein bisschen abartig? Ja, wahrscheinlich, denn meine Mutterfreundin war… entsetzt! Natürlich gab es für sie keine Zweifel: Ich war dieser unmögliche Vater! Monate später versöhnten wir uns wieder, und sie gehörte im Jahr 2018 zu den Erstleserinnen meines Erzählbands Vatertag. 
Viele Jahre lang habe ich quasi nur mit Müttern kommuniziert. Meine Frau hat durchaus anerkennend von meinem „Mütternetzwerk“ gesprochen. In meinem Tastenhandy waren die Nummern eingespeichert, und wenn mal eine Mutter aufs Festnetz anrief und meine Frau den Anruf entgegennahm, sagte sie: „Warte, ich gebe dir mal meinen Mann!“
Dann zogen wir nach Wuppertal, und auch in Wuppertal war mein erster Freund eine Mutter. Sollte meine Frau irgendwann eifersüchtig gewesen sein, hat sie es mich nie spüren lassen. Dabei war es zu keinem Zeitpunkt so, dass wir uns nicht auch viel zankten, vor allem über viel Alltägliches. Aber wahrscheinlich waren ihr meine Mütterkontakte wirklich egal. Denn dass ich mit den Kindern zum Arzt gehe, hat sie auch nie gestört, so wie es mich nie gestört hat, dass sie im Restaurant die Rechnungen bezahlt. Der ganze Rollentausch war zu unserem Leben geworden. Das waren wir, und wenn wir uns in schwierigen Phasen noch mehr zankten als üblich, so blieb das unser Konsens.
Mich störten in meiner Hardcorevaterphase zwischen 2007 und 2018 (die Hardcorephase endet gerade, weil die Kinder fast alles allein machen) andere Dinge. Vor allem störte es mich, nie mit Männern reden zu können, die ebenfalls ihre Frauen arbeiten ließen und sich mit größter Selbstverständlichkeit um die Kinder kümmerten und sich im Notfall am Muttertag als einziger Vater in die Kita setzten, um sich von der Tochter bedienen zu lassen. (Meine Frau war auf Dienstreise.)
Ach… wie gern hätte ich mich mit echten Vollzeitvätern über… Mütter unterhalten. Und mich störte, wenn ich gefragt worden bin: „Vermisst deine Frau denn die Kinder nicht?“ O Mann! Ist so eine bescheuerte Frage eigentlich jemals einem Vater, der arbeitet, gestellt worden? Oder setzt man voraus, dass ein Vater sein Kind eh nicht vermisst?
Mich störte, dass meine Frau bei einer Bewerbung gefragt worden ist: "Wie schaffen Sie das denn mit den Kindern?" Mein Bruder, der sechs Kinder hat und Professor ist, hat sich eine solche Frage niemals stellen müssen. Warum eigentlich nicht? Ach ja, logisch: Man setzt voraus, dass die Mütter sich ja eh um die Kinder kümmern und nie auf die Idee kämen, trotz Kinder eine berufliche Karriere (was auch immer das im Einzelfall ist) anzustreben. Als gäbe es Väter, die einen Bezug zu ihren Kindern haben UND sich liebend gern um sie kümmern, nicht.
Mich störte, als meine Tochter auf meinem Arm schrie und sich eine Frau jenseits der sechzig zu uns umdrehte und meine Tochter (zu dem Zeitpunkt ein Jahr alt) fragte: „Na, fehlt dir deine Mutter?“ Als fehlten all den brüllenden Kindern auf den Armen der Mütter der Vater.
Rollentausch ist super spannend. Und vor dem Hintergrund, dass viel mehr Mädchen Abitur machen als Jungs und dass inzwischen viel mehr Frauen als Männer Medizin und Jura studieren und damit wahrscheinlich oft mindestens genauso viel oder mehr verdienen könnten als die Männer, sollten viel mehr Paare einen Rollentausch wagen. Ich finde, er bietet sich übrigens immer als Option an, wenn man dadurch keine erheblichen finanziellen Nachteile hat.
Denn ein Rollentausch hat einen unschlagbaren Vorteil: Die Mutter, in dessen Bauch das Baby rumgeschwommen ist, bleibt IMMER eine superenge Bezugsperson. Diese Nähe kann ihr der Vater gar nicht streitig machen. Wenn ein Vater sich von Beginn an ums Kind kümmert, wird auch er sehr schnell zu einer superengen Bezugsperson. Dann können Mutter und Vater das Baby ins Bett bringen und beruhigen usw., und das ist einfach etwas Wunderbares.
Ich bin 46 und bereue einiges, was ich in den letzten Jahrzehnten gemacht habe. Der Rollentausch gehört nicht dazu.
–—–Mehr über Arne findet Ihr auf seiner Homepage www.arneulbricht.de. Sein neustes Buch Vatertag erzählt die Geschichten von Vätern, die alleinerziehend sind, gar nicht erziehend, verzweifelt, verstört, frustriert, fassungslos, überfordert, gefordert, genervt, alkoholisiert oder gar traumatisiert. Defintiv ein spannendes Buch für jeden Vater! Deshalb verlosen wir hier auch zwei Exemplare. Schreibt uns einfach in die Kommentare, was für Euch ein guter Vater ist. 
 
Foto von Daniel Schmitt www.spitzlicht.de
               
Rollentausch ist cool - Hausmann Arne erzählt uns von seinem Alltag | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rosa-hellblau-falle-darf-man-sich-ein-maedchen-oder-einen-jungen-wuenschen
         Ihr Lieben, wir haben neulich bei uns im Blog eine Mutter interviewt, die gern ein drittes Kind hätte. Sie würde das Kind aber nur wollen, wenn sie wüsste, dass es ein Mädchen wird. Daraufhin meldete sich eine Leserin bei uns und schrieb: „Ein Interview mit kritischen Stimmen gegenüber übertriebenen Rollenklischees und deren Gefahren, zum Beispiel mit Almut Schnerring und Sascha Verlan von der „Rosa-Hellblau-Falle“, würde ich zur Vervollständigung der Debatte sehr begrüßen.“ Das fanden wir eine gute Idee.
Die Rosa-Hellblau-Falle Die Rosa-Hellblau-Falle ist ein Aufruf zum Widerstand. Sie widmet sich einer Kindheit ohne Rollenklischees. Denn im Alltag geraten wir immer wieder in die Genderfalle. Almut Schnerring und Sascha Verlan, die auch ganz wunderbar-wichtige Dinge in ihrem Blog besprechen, legen den Finger in die Wunde und fragen: Was soll diese zweigeteilte Welt? Sie haben auch ein Buch zum Thema geschrieben: Die Rosa-Hellblau-Falle – für eine Kindheit ohne Rollenklischees (Amazon-Partnerlink). Hier unser Interview.

Was haltet ihr denn von dem Wunsch nach dem einen oder anderen Geschlecht in der Schwangerschaft?
Der ist einfach bei vielen Eltern da und zunächst spricht ja nichts gegen den Wunsch an sich, das kann man ja ohne Wertung erstmal wahrnehmen. Es lässt sich ja auch nichts daran ändern, beziehungsweise er verschwindet nicht, wenn man sich oder andere dafür abstraft. Die spannendere Frage ist ja mehr, wie damit umgegangen wird.
Was meint ihr, woher dieser Wunsch nach einem Mädchen oder Jungen kommt? Geht es da nur um Rollenbilder, um Klischees?
Das hängt sicher sehr vom Individuum ab und mag unterschiedliche Gründe haben, die in der eigenen Biografie liegen, mit eigenen Erfahrungen zusammenhängen. Manche meinen, sich mit einem Kind des eigenen Geschlechts besser identifizieren zu können, andere interessiert es genau deshalb nicht. Viele haben eine ganz bestimmte Vorstellung, wofür sich ein Mädchen beziehungsweise ein Junge wohl interessieren wird und hoffen auf Überschneidungen. Damit weisen sie aber dem biologischen Geschlecht einen derart hohen Stellenwert zu, den hat es gar nicht verdient, schon gleich gar nicht, wenn es um Interessen geht.
Welche Gefahren birgt denn eurer Meinung nach ein übertriebenes Rollenklischee?
Je enger die Vorstellungen von einem Kind aufgrund des Geschlechtes sind, umso schwieriger wird es für die Eltern und damit eben auch fürs Kind, sich davon zu lösen, wenn die Realität nicht mit dem Wunschbild übereinstimmt. Das Kind bringt natürlich eigene, individuelle Züge mit sich, aber ob es die ausleben darf, ob es sich gegen die Erwartungen der Erwachsenen entwickeln kann oder ob es ihm näher liegt, sich an das vorgegebene Bild anzupassen, das hängt vom Selbstbewusstsein des Kindes ab und von den Freiheiten, die ihm seine Umgebung lässt.
Meint ihr, so ein rosa oder hellblau gestrichenes Zimmer vor der Geburt soll bereits das Kind in eine Richtung lenken bzw. diesem kleinen Menschen, den man noch nicht kennt, in gewisser Weise schon mal einen Rahmen geben?
Ach, das ist bestimmt sehr lieb und gut gemeint, das ist ja klar, dass Eltern sich Mühe geben, wenn sie ein Kinderzimmer einrichten. Aber es wäre toll, wenn mehr Erwachsenen bewusst wäre, wie sehr sie mit dem biologischen Geschlecht nicht nur Farben, sondern auch Verhaltensweisen und Interessensgebiete verknüpfen. Und wie sehr das innerhalb eines streng binären Musters geschieht, das eben nur Blau oder Rosa, wild oder ruhig, Dinos oder Herzchen vorsieht. Und das, obwohl sich ja die meisten einig sind, wenn es um Erwachsene geht, dass durchaus alle Interessen und Verhaltensweisen bei allen Menschen auftreten – ganz unabhängig vom Geschlecht.
Unsere Leserin schrieb: „Ich wäre dafür, dass ein "Family-Balancing" erlaubt wird. Also dass man, wenn man bereits einen Jungen hat, ein Mädchen möglich machen kann – und umgekehrt. Man kann heute ja schon so viel beeinflussen, zB. durch die ganzen Gendefekt-Untersuchungen – da ist die Geschlechterwahl nicht mehr weit weg.“
Das halte ich für bedenklich. Schon der Begriff „Familiy-Balancing“ erinnert mich an einen Ernährungsplan, an Design und Kontrolle mehr als an das Zusammenleben von Menschen, das ja genau dann gut gelingt, wenn Wertschätzung und Anerkennung eben NICHT von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft oder Religion abhängen. Und betrachten wir es einmal von der anderen Seite: sind Familien mit beispielsweise drei oder vier gleichgeschlechtlichen Kindern etwa unausgewogen, also defizitär?
Nun kennt man ja nicht bei allen die Vorgeschichte. Vielleicht hat der ein oder andere schlechte Erfahrungen in der Kindheit gemacht und will gerade deshalb lieber nicht, dass das Kind das eigene Geschlecht hat. Haltet ihr es dann für legitim?
Damit lässt sich der Wunsch vielleicht erklären, trotzdem muss ich ja nicht danach handeln. Und wenn diese Erfahrungen schwerwiegend sind, dann vermute ich, wird sich das Problem nicht mit einem Kind des einen Geschlechts einstellen und mit dem anderen auflösen. Das Kind ist weder in der Verantwortung noch in der Lage dieses Problem zu lösen, egal welches Geschlecht es hat. Eben weil Menschen viel komplexer sind und sich nicht derart binär in zwei Typen einordnen lassen.
Warum meint ihr, ist das Geschlecht ein so großes Thema? Warum können wir nicht zuallererst den Menschen in unserem Kind sehen?
Das fragen wir uns oft. Es leuchtet zwar ein, dass wir Kategorien brauchen, um Wahrnehmungen schnell zu ordnen, aber warum grade das Geschlecht einen derart hohen Stellenwert hat, dass wir es über Alter, Größe, Herkunft stellen, ist doch erstaunlich. Allerdings hat es eine jahrhundertealte Tradition, und die lässt sich nicht innerhalb einer Generation ablegen, schon gar nicht, weil ja Machtstrukturen und Hierarchien damit verbunden sind.
Nun glauben wir ja, dass der Wunsch nach dem ein oder anderen Geschlecht gar nicht so selten ist. Ich zum Beispiel habe immer gesagt: Die Reihenfolge ist mir egal, aber ich würde so so so gern beide Geschlechter beim Aufwachsen begleiten. Weil ich gespannt war, ob es Unterschiede gibt, weil ich neugierig war, weil ich gern Dinge in allen Facetten erlebe. Ich kenne wirklich einige, denen es so geht. Und da geht es nicht um den Rosa-Hellblau-Unterschied, um Kleidchen vs. Baggypants, um Dinos vs. Lillifee, um Seiltanz vs. Aufgeschürfte Knie. Sondern um die unterschiedlichen Menschen und Erfahrungen. Könnt ihr das nachvollziehen?
Ja.
Dann danken wir Euch für die spannenden Antworten!
 
Zum Weiterlesen:
Jungsmutter: "Ich wünschte ich hätte eine Tochter" – Gastbeitrag über ein verpöntes Gefühl
Verrücktes Frauenbild. Warum unsere Mädchen keinen Schutz, sondern Selbstbewusstsein brauchen
Was wird es denn? Das große Rätselraten um unser drittes Kind
               
Rosa-Hellblau-Falle: Darf man sich ein Mädchen oder einen Jungen wünschen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/saetze-die-unsere-kinder-viel-oefter-hoeren-sollten-mit-gewinnspiel
         Ihr Lieben, ja, in der doch etwas stressigeren Adventszeit ist es wichtig, auch ab und zu einfach mal innezuhalten und sich vor Augen zu führen, welch großes Glück unsere Kinder sind. Da kommt uns das Plakat unserer lieben Bloggerkollegin Lena von Mini & Mami gerade recht.
Ja, wir verschenken die Plakate tatsächlich auch an einige Patenkinder zu Weihnachten…. Wenn ihr da auch Interesse dran habt, haben wir richtig gute News für euch.
Wir verlosen hier nämlich eins der Plakate! Sagt uns dazu einfach in den Kommentaren, wem ihr das Plakat schenken würdet. Wer nicht auf die Glücksfee hoffen will, kann sich aber auch schon an unserem Rabattcode erfreuen, der da lautet: stadtlandmama15 und der bis Dienstag, 17.12.19, 22 Uhr gilt! Es gibt keinen Mindestbestellwert – die Versandkosten sind im Preis jeweils schon enthalten.
Und weil uns so gut gefällt, was auf den postern steht, zeigen wir euch hier mal die Sätze, die wir unseren Kindern nicht nur in der Adventszeit doch immer mal wieder sagen sollten….

 Wollen wir noch ein bisschen kuscheln?
 Wir müssen uns nicht hetzen. Lass dir Zeit.
 Ich lasse dir soviel Zeit, wie du brauchst.
 Du bist toll.
 Das hast du super gemacht.
 Ich bin da.
 Schön, dass es dich gibt.
 Mit dir ist jeder Tag der Schönste.
 Danke.
 Du bist etwas ganz besonderes.
 Komm in meine Arme.
 Ich bin stolz auf dich.
 Heute entscheidest du.
 Du bist perfekt, so wie du bist.
 Ich wische dir jedes noch so kleine Tränchen weg.
 Wie war dein Tag?
 Ich hab dich vermisst.
 Ich freue mich, dass du wieder da bist.
 Du hast mir gefehlt.
 Ich hab mich sehr auf dich gefreut.
 Ich hab dich lieb. Du musst dich nicht verändern.
 Du bist gut, so wie du bist.
 Dein Lachen ist das Schönste der Welt.
 Wenn du so strahlst, scheint die Sonne für mich. Ich genieße die Zeit mit dir.
 Du schaffst das.
 Danke, dass du mir hilfst.
 Das kannst du richtig gut.
 Du bist so wertvoll.
 Ich glaube an dich.
 Du bist du und ich bin ich, und das ist gut so.
 Ich werde immer für dich da sein.
 Du bist mir wichtig.
 Du musst das nicht alleine schaffen.
 Ich kann dir helfen, wenn du möchtest.
 Ich bin dankbar für jede Minute, die ich mit dir verbringen kann.
 Du bist hier immer willkommen.
 Wollen wir gemeinsam spielen/basteln/lesen?
 Lass uns gemeinsam die Welt entdecken.
 Schau dir die Welt an. Es tut mir leid.
 Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?
 Du siehst sehr hübsch aus.
 Du hast Recht.
 Heute machen wir es so, wie du möchtest.
 Ich glaube dir.
 Erklärst du es mir?
 Ich weiß es nicht.
 Wollen wir es gemeinsam versuchen?
 Ich sehe dich.
 Meine Aufmerksamkeit gehört ganz dir.
 Du bist das größte Glück.
 Ich trage Dich.
 Ich tröste dich.
 Du darfst deine Gefühle offen zeigen, ganz egal welche es sind.
 Es gibt nichts, wofür du dich schämen musst.
 Ich vertraue dir.
 Ich liebe dich.
 
               
Sätze, die unsere Kinder viel öfter hören sollten - mit Gewinnspiel | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schlaf-baby-schlaf-tipps-fuer-ruhigere-naechte-vom-schlafcoach
        Mein Name ist Nicole, ich bin Schlafcoach für Babys und Kleinkinder und mit diesem Text möchte ich allen frischgebackenen Mamas Mut machen und ein paar Tipps zum Thema Schlafen geben. 
Gehört Ihr auch zu diesen werdenden Eltern, die voller Vorfreude das Kinderzimmer ausstatten? Es wird ein süßes Bettchen gekauft, mit einem wunderschönen Betthimmel oder ein Beistellbett, in dem das Baby dann friedlich schlummernd seine Nächte verbringen soll. Nur leider sieht die Realität etwas anders aus….
 Eigentlich sind alle Eltern im ersten Jahr dauermüde, die Nächte sind nicht wirklich erholsam. Aber wenn man versteht, wie und warum das Schlafverhalten unserer Kinder so ist wie es ist, dann kann man diese besondere Zeit besser aushalten. 
Ein Neugeborenes will in den ersten Wochen nichts lieber machen als stillen, pupsen und schlafen – und das am liebsten auf Mama. Und das hat die Natur auch genau richtig so eingerichtet, denn für die Mama-Kind-Bindung gibt es nichts schöneres, als zu kuscheln und nach Bedarf des Kindes zu stillen. Lass dir nicht einreden, du würdest zu viel stillen oder das Kind verwöhnen. Hör auf Dich und Dein Herz.
Der Tag-/Nachtrhythmus stellt sich bei Babys etwa um die achte Lebenswoche ein, wenn der Körper das Schlafhormon Melatonin bilden kann. Melatonin lässt uns müde werden, Dunkelheit fördert die Ausschüttung des Hormons, Helligkeit hemmt es. Das Baby hält seine Schläfchen nun also überwiegend in der Nacht, am Tag wird es immer aufmerksamer. In der Nacht ist es völlig normal, wenn das Kind alle 2-3 Stunden gestillt werden möchte oder die Flasche verlangt. Ihr könnt Euren Babys bei der Unterscheidung von Tag und Nacht helfen, wenn es bei den Tagesschläfchen etwas hell im Zimmer ist, in der Nacht sollte höchstens ein kleines Nachtlicht eingeschaltet werden.
Die meisten Kinder profitieren von einem geregelten Tagesablauf. Die Aufstehzeit und das erste Tagschläfchen sollten daher immer etwa um die gleiche Zeit sein. Wie oben schon gesagt, sollte nach Bedarf gestillt werden, meistens ergeben sich hier aber automatisch Abstände von 2-3 Stunden. Sobald das Kind Beikost bekommt, sollte es feste Zeiten dafür geben. Wichtig: Diese Routine sollte auch am Wochenende stattfinden, denn kein Kind versteht den Unterschied zwischen Wochentags und Wochenende…
Auch eine regelmäßige Abendroutine erleichtert dem Kind das Einschlafen. Es kann sich darauf vorbereiten, den Tag hinter sich zu lassen und sich auf die anstehende Erholung freuen. Wie kann so eine Routine ablaufen? Sie sollte jeden Tag möglichst zur selben Zeit mit dem Abendessen beginnen. Anschließend darf gerne noch etwas gespielt werden, zum Abschluss möglichst etwas ruhiges – quasi als „cool-down-Phase“. Anschließend geht es zum Waschen, Zähne putzen und Wickeln/Töpfchen. Es folgt noch ein Abendritual, wie z.B. eine Gute Nacht-Geschichte oder ein Schlaflied. Um das oben genannte Hormon Melatonin nicht zu unterdrücken, sollte hier auf weißes Licht von Handy, Tablet & Co. verzichtet werden.
Ich empfehle, dass nur ein Elternteil das Kind bettfertig macht. Das bringt oft mehr Ruhe rein, als wenn zwei Erwachsene sich um ein Kind kümmern. Aber natürlich kann an einem Abend Mama das machen und am anderen Abend der Papa. Übrigens: Das Bett sollte nur als Schlafplatz dienen und nicht als Laufstall eingesetzt werden. Spielzeug hat hier nichts zu suchen, das Bett soll einfach nur zum Schlummern einladen.
Im ersten Lebensjahr stehen drei Schlafregressionen an, die selbst das beste Schlafverhalten auf den Kopf stellen können.
 – Um den vierten Monat herum ähnelt das Schlafverhalten immer mehr dem Erwachsenen, die gedankliche Verknüpfung mit dem Schlafen entsteht. Von nun an sind die Anforderungen an die Schlafgegebenheiten, besonders in Bezug auf die Umgebungsgeräusche und die Helligkeit, höher. Ein Nickerchen beim Einkaufsbummel klappt nun noch eher selten.
– Um den achten Monat herum steigt der Bewegungsdrang, das Krabbeln oder Hochziehen wird geübt. Im Bett klappt das natürlich am besten.In dieser Zeit kann es auch zu Trennungsängsten kommen und das nächtliche Aufwachen kann häufiger sein. Viele Kinder stellen sich in dieser Zeit von drei auf zwei Tagschläfchen um.
– Um den elften Monat herum ziehen sich die Tagschläfchen in der Regel zu einem zentralen Mittagsschlaf zusammen. Da kann es zu schwankenden Schlafenszeiten oder unregelmäßig langen Schläfchen kommen. Evtl. wird auch mal ein Nickerchen komplett verweigert. Nicht selten sind da nachts auch mal ein paar Stunden Wachzeit möglich. Diese Phase geht meistens mit dem Laufen-lernen einher.
Die meisten Kinder finden leichter in den Schlaf, wenn sie noch nicht zu müde sind. Das Schlaffenster eines Kindes ist recht klein – reibt sich ein Kind die Augen kann es schon zu spät sein. Alle Eltern kennen es, dass die müden Kinder trotzdem wach und überdreht sind. Das liegt daran, dass – sobald das Schlaffenster überschritten ist – das Stresshormon Cortisol ansteigt und das Einschlafen dadurch schwerer fällt. Bis das Kind dann wieder bereit ist schlafen zu wollen, kann es durchaus ein bis zwei Schlafzyklen dauern.

 Was ist denn überhaupt ein Schlafzyklus? Der Schlafzyklus eines sechs Monate jungen Babys dauert etwa 30-35 Minuten. Bei einem einjährigen Kleinkind etwa 40-45 Minuten. Nach dieser Zeit wacht das Kind leicht auf und checkt die Lage. Genau so wie wir es auch tun – wenn auch häufig unterbewusst. Wenn das Baby es keinen Hunger/Durst hat, es nicht zu kalt/zu warm ist und sonst alles in Ordnung ist, kann es direkt weiterschlafen und damit ohne Unterbrechung den nächsten Schlafzyklus beginnen. Das viel diskutierte Wort „durchschlafen“ ist also eine Abfolge von Schlafzyklen und das Kind ist durchaus mal wach, wenn auch nicht vollständig.
Wichtig ist, dass die möglichen Durchschlafzeiten altersabhängig sind. Bei einem sechs Monate jungen Baby spricht man ab 5 Stunden vom Durchschlafen, bei einem einjährigen Kind sind es 10 Stunden.
Viele Eltern fragen: Kann ich meinem Kind überhaupt zu einem besseren Schlaf verhelfen? Ich sage: Ja, durchaus. Wir unterstützen unsere Kinder doch auch beim Erlernen vom Laufen und Essen. Wir helfen ihnen das Sprechen zu lernen. Und auch beim Schlafen können wir helfen – zum Beispiel mit einem liebevollen Schlafcoaching. 
Ist das Schlafcoaching mit einem Schlaftraining zu vergleichen? Nein, hier geht es nicht darum, dem Kind etwas anzutrainieren, sondern dem Kind zu helfen, den Genuss am Schlafen zu finden. Jedes Kind ist individuell – Gott sein Dank! – und dem entsprechend ist auch jeder Weg ein anderer.Die 0815-Ratgeber, wie „Lass dein Kind schreien, es wird es lernen!“ sind etwas ganz anderes, unnatürliches. In einem Coaching wird individuell auf jedes Kind eingegangen. Es wird ein liebevoller Weg gewählt, der genau zu den Bedürfnissen des Kindes passt, um selbstständig und altersgerecht ein- und durchschlafen zu können.
Den WICHTIGSTEN Tipp, den ich dir mit auf den Weg geben möchte:  „Hör auf deinen Mama-Instinkt!“ Jedes Kind ist anders, jede Mama ist anders und jede Gesamtsituation ist anders. Wenn dir die Oma sagt, wir haben früher dies und jenes gemacht, dann war das auch richtig. Sie konnte ihr Kind beruhigen – mit ihrem Mama-Instinkt, der auf ihr Kind und ihre damalige Situation ausgerichtet war. Heute bist Du die Mama und weißt was für dein Kind gut ist!
Solange dein Kind gut drauf ist, sich gut entwickelt und ihr als kleine Familie zufrieden mit eurer Schlafsituation seid, ist auch alles super. Wenn ihr aber merkt, dass ihr ausgebrannt seid und euer Haussegen so langsam schief hängt, dann ist es nichts verwerfliches sich einzugestehen, dass man etwas verändern möchte. Liebevoll und bedürfnisorientiert – so wie es zu eurem kleinen Schatz und zu eurer Familie passt.
Wenn Du noch mehr Tipps rund um den Baby- und Kleinkindschlaf hören magst, folge mir gerne bei Facebook oder Instagram.
Herzliche Grüße, Nicole
               
Schlaf, Baby, Schlaf: Tipps für ruhigere Nächte vom Schlafcoach | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schmetterlingskind-die-haut-unserer-tochter-ist-so-duenn-wie-ein-fluegelchen
       
Ihr Lieben, wir sind immer wieder beeindruckt von der Stärke unserer Leserinnen. Klar, jede Familie hat ihr Päckchen zu tragen, aber einige Familien sind von sehr seltenen Krankheiten betroffen, was den Alltag zusätzlich beschwert. Heute erzählt uns Aline von der seltenen Hauterkrankung ihrer jüngsten Tochter.



Meine zweite Schwangerschaft war komplett unauffällig und die Geburt ging schnell und ohne Komplikationen. Sobald unser zweites Mädchen auf der Welt war, wussten wir, dass unser Leben sich ab sofort radikal ändern würde. Es war sofort klar: Dieses Baby ist anders. Ihre Füße und ihr Ohr hatten keine Haut. Es handelt sich hierbei um einen Gendefekt. Unser Baby war ein Schmetterlingskind – seine Haut ist so sensibel wie die Flügel eines Schmetterlings.



Diagnose Epidermolysis bullosa: Unser Kind hat einen Gendefekt



„Epidermolysis bullosa (kurz EB) ist eine angeborene, folgenschwere und derzeit noch nicht heilbare Hauterkrankung. Bei den so genannten „Schmetterlingskindern“ ist eine Genveränderung Ursache für die extrem verletzliche Haut. Schon geringste mechanische Belastungen führen zur Blasenbildung. Der Alltag der großen und kleinen PatientInnen ist von Blasen, Wunden und Schmerzen geprägt. Wunden treten auch an Schleimhäuten, in Mund, Augen, Speiseröhre und im Magen-Darm-Trakt auf. Bei EB handelt es sich um eine Multisystemerkrankung, das heißt je nach Schweregrad der Erkrankung können neben der Haut viele andere Organe betroffen sein. Bei schweren Formen von EB ist die Lebenserwartung verkürzt.“* So die offizielle Beschreibung der Erkrankung.







Die nächsten Wochen und Monate war ich in einem Hamsterrad aus 3x wöchentlichen Verbandswechsel in der Kinderklinik und Betreuung meiner größeren Tochter. Der Spagat zwischen einem Baby mit vielen offenen Wunden und einer Tochter mit ganz normalen Bedürfnissen hat mich oftmals ans Limit gebracht. Die Verbandswechsel waren immer wie ein Blick in die Hölle – danach bin ich in den Supermarkt gefahren, um mich wieder zu erden.



Ich erinnere mich, wie unsere kleine M. nach einem kleinen Unfall vor Schmerzen brüllte und eine große offene Wunde hatte und unsere große Tochter nach mehr Ketchup für ihr Mittagessen schrie! Wie krass – größer konnte der Alltagsspagat eigentlich nicht sein. Panik, Versorgen, Verarzten, Trösten auf der einen Seite, ganz normales Mama-sein auf der anderen Seite.



Das Leben sollte so normal wie möglich sein



Von Anfang an waren wir uns aber sicher, dass wir das schaffen (wollen). Das erste Lebensjahr von M. haben wir ganz normal weitergelebt. Wir hatten viele Gäste, sind mit M. rausgegangen, in den Urlaub gefahren und wollten uns unbedingt beweisen, dass unser Leben so weitergehen kann wie bisher. Nach einem Jahr haben wir uns in die Augen geschaut und gesehen, dass wir vielleicht auch mal einen Gang runterschalten müssen. Das Leben mit einem EB-Kind ist einfach sehr sehr anstrengend.







Dazu kam, dass die Krabbel- und Lauflernphase natürlich mit vielen Unfällen einhergegangen ist. Wo andere Kinder wieder aufstehen, sich abklopfen, 1x Heile Heile Segen hören, war bei uns einfach die ganze Haut weg! Es folgte dann ein langwieriger Verbandsprozess, gefolgt von einem Heilungsprozess, Juckreiz… Außerdem führte der Juckreiz und die Schmerzen aus den Wunden dazu, dass M. und damit auch ich über Monate nie länger als eine Stunde am Stück schlafen konnten. Trotzdem wollte unsere große Tochter natürlich den ganzen Tag Action und zum Flöten, Schwimm- oder Ballettunterricht gebracht werden.



Dann kam Corona – für uns eine Entschleunigung



Beide Kinder haben es verdient, ein glückliches und erfülltes Leben zu leben! Wir geben unser Bestes ihnen das zu ermöglichen. Mit dem ersten Lockdown waren wir – zum Glück endlich in einem größeren behindertengerechten Haus – zusammen als Familie zu Hause. Während andere über den Lockdown klagten, machte sich in mir eine große Entspannung breit – obwohl wir jetzt alle Pflegemaßnahmen, Krankengymnastik und vieles mehr zu Hause alleine machten. Ich habe mich lange gefragt, warum mich das trotzdem entlastete. Bis mir klar wurde, dass mich die ständigen Blicke, Kommentare, das Wegrücken in der Eisdiele (nach dem Motto „Pass auf – die ist vielleicht ansteckend“) unbewusst unglaublich belastet haben…



Diese Blicke tun weh, dennoch werden wir wieder rausgehen! Die Blicke der anderen ignorieren wir einfach und auch einige Unfälle nehmen wir in Kauf, damit M. ihre Erfahrungen machen kann. Aber wir wissen heute, dass wir auch unsere Grenzen respektieren müssen!



Was mich glücklich macht? Es gibt einen ganz kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont! Die Forschung macht gerade enorme Fortschritte. Nicht auszudenken, wenn das klappen würde! Wer die Chancen auf die Heilung unterstützen möchte, kann sehr gerne spenden: am besten an die Debra Austria!
               
Schmetterlingskind: Die Haut meines Kindes ist dünn wie ein Flügelchen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schoene-traeume-mit-diesen-gute-nacht-geschichten-garantiert
       
Gute Bücher kann man nie genug haben – an diesen Satz glaube ich zu 100 Prozent. Ich selbst bin ein absoluter Bücherwurm – war es schon immer. Ich kann richtig tief in Geschichten eintauchen – so sehr, dass ich es kaum erwarten kann, wie es weiter geht, wenn ich das Buch nachts aus der Hand legen muss. 



Gute Geschichten schaffen es, uns in völlig neue Welten zu entführen. Sie zeigen uns neue Eigenschaften, lassen uns Abenteuer erleben und kurbeln unsere Fantasie an, erweitern unseren Horizont. 



Wie wichtig vorlesen für Kinder ist, ist wissenschaftlich längst erwiesen. Durch das Vorlesen vergrößert sich der Wortschatz enorme, die entwicklen ein besseres Sprachgefühl, was sich später natürlich positiv aufs Selbst-Lesen-Lernen ausübt. Und natürlich ist regelmäßiges Vorlesen auch einfach gemütlich und fördert die Eltern-Kind-Bindung. 



Nach einem langen, anstrengenden Tag gibt es kaum etwas Beruhigenderes als sich zusammen ins Bett zu kuscheln und eine schöne Gute-Nacht-Geschichte zu hören. Da ist es auch fast egal, wie alt die Kinder sind – bei uns kommen dann alle Kinder zusammen (meine Jüngste ist 4, die Älteste schon 10). Ich selbst lese sehr gerne vor, habe Spaß daran, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen. 



Heute möchte ich Euch sehr schönes Buch mit 22 Gute-Nacht-Geschichten zum Vorlesen vorstellen: „Der Schöne-Träume-Laden“ von Sandra Grimm, erschienen im Arena-Verlag. Worum gehts? Hier ein Auszug aus dem Vorwort: 



„In einer bezaubernden kleinen Stadt ganz in deiner Nähe und doch unendlich weit weg liegt der wunderbare Schöne-Träume-Laden. An seinen dunkelblauen Fenstern mit den goldenen Sternen ranken sich unzählige Efeublätter empor und bilden einen märchenhaften Bogen über der alten Holztür mit dem goldenen Mondknauf. Öffnest du die Ladentür , ertönt das entzückende Ping Ping Ping Ping! Der kleinen Türglöckchen, und drei neugierige Augenpaare sehen dir entgegen. Das sind Anna Zaubermond, die Besitzerin, ihr kleiner, frecher Wecker Ticktack und das mutige Mauselinchen.“ 



Die 22 Geschichten spielen also rund und um den Schöne-Träume-Laden, Anna, den Wecker und Mauselinchen – und noch weitere niedliche Gasthelden. Die Geschichten haben genau die richtige Länge – nicht zu kurz und nicht zu lang (man kann also nach „Biiitteeeeeee Mama, nur noch ein Kapitel“ ruhig ja sagen :-))







Besonders hübsch sind die Illustrationen von Julia Bierkandt, alle Charaktere des Buches versprühen einen kindlichen Charme und sind einfach schön anzuschauen, Besonders gut gefällt mir auch die Art, wie Bierkandt Tiere zeichnet. Durch das dunkle Cover wird gleich klar, dass es ein Gute-Nacht-Buch ist, sehr niedlich sind hier auch die silbernen Glitzersterne als Veredelung. 



Mein Fazit: „Der Schöne-Träume-Laden“ ist ein sehr schönes Gute-Nacht-Geschichten-Buch für Kinder ab 4 Jahren. Es besticht durch seine Phantasie, die lieben Helden und die wunderschönen Bilder. Wir sind uns sicher, dass Eure Kinder sehr gerne mit Euch in diese Abenteuer-Welt eintauchen und Ihr eine schöne, kuschelige Vorlese-Zeit erleben werdet.  Deshalb freuen wir uns auch sehr, dass wir zwei Exemplare an Euch verlosen dürfen. Schreibt uns einfach in die Kommentare, wovon Ihr gerade träumt, das Los entscheidet dann. Viel Glück!




               
Schöne Träume - sind mit diesen Gute-Nacht-Geschichten garantiert! |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schule-in-corona-zeiten-am-besten-waere-ein-schichtsystem
       
Liebe Sabrina – du bist seit 15 Jahren Grundschullehrerin. Erzähl mal was über Deine Schule.  



Ich unterrichte an einer Grundschule eines Dorfes im Hamburger Speckgürtel, wir haben knapp 300 Schüler, die meisten aus „gut situierten“ Elternhäusern. Unsere Schule besuchen nur wenige Kinder mit Migrationshintergrund 



Für Dich als Lehrerin hatten die Corona-Maßnahmen positive Auswirkungen. Wie genau sah das aus?



Als nach dem Lockdown der Schulbetrieb langsam wieder aufgenommen wurde, kam ein Drittel der Schüler (das waren 8 Kinder bei mir) für 2 Stunden in der Woche. In diesen 2 Stunden haben wir ganz intensiv gearbeitet (Deutsch/Mathe), ich hatte genügend Zeit, mich wirklich und intensiv mit jedem einzelnen Kind zu befassen. Das trug unheimlich zur Ruhe und Gelassenheit bei mir und den Kinden bei.



So lief es 2 Wochen, dann wurden wir quasi „über Nacht“ damit überrollt, dass plötzlich alles wieder in voller Klassenstärke und mit nahezu vollem Stundenplan laufen sollte – und das 3 Wochen vor den Ferien. Alle hatten ein mulmiges Gefühl und einige Eltern haben ihre Kinder nicht in die Schule geschickt, weil sie es zu gefährlich fanden.  



Wie haben sich die Kinder durch die neuen Situationen verändert? 



Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Lockdown gravierende Spuren bei den Kindern hinterlassen hat. Viele Familien berichteten mir am Telefon (ich habe mich regelmäßig bei allen gemeldet), dass sie die gemeinsame Zeit ohne Termine genießen. Das fällt sicher leichter, wenn man große Häuser und Gärten hat, wie es bei den meisten Kindern hier der Fall ist.



Die Kinder haben nichtsdestotrotz ihre Mitschüler und auch mich vermisst, das haben sie mir in den Videokonferenzen erzählt. 



Wie hast du persönlich die Zeit mit den kleineren Gruppen erlebt? 



In der Zeit der kleinen Lerngruppen war es für mich fast wie eine Erleuchtung: ich war so zufrieden wie lange nicht mehr, weil ich mir Zeit nehmen konnte für jedes Kind und weil ich viel weniger gehetzt und gestresst war. Ich kam echt ins Träumen, was man alles erreichen könnte, wenn nicht 25, sonder vielleicht nur 15-18 Kinder in der Klasse wären.



Ich bin mir sicher, dass viele soziale Probleme nicht auftreten würden, weil diese Enge, die Lärmbelastung und die fehlende Aufmerksamkeit viel geringer wäre als bei 25 Kindern in meistens viel zu kleinen Räumen. Ich kann verstehen, dass manche Kinder hoch belastet sind durch die Enge und die Lautstärke und das manchmal vergebliche Warten auf Zuwendung. 



Wie hast du jetzt die Wochen vor den Herbstferien empfunden?



Ich hatte anfangs großen Respekt, was alles auf uns zukommt. Wir arbeiten in voller Klassenstärke und mit normalem Stundenplan. Jeder Jahrgang ist eine Kohorte und in den Pausen voneinander getrennt, was bedeutet, dass wir mehr als doppelt soviele Pausenaufsichten brauchen. Das belastet uns Lehrer enorm, ebenso wie all die Hygienevorschriften wie Händewaschen und Maskenpflicht überwachen, bei kranken Kinder Entscheidungen treffen etc.



Diese deutlich höhere Arbeitsbelastung ist nicht das ganze Schuljahr durchzuhalten, aber momentan will ich nicht darauf hoffen, dass in naher Zukunft Lockerungen eingeführt werden…Ich fürchte, dass uns in den nächsten Wochen viele Krankmeldungen erwarten, bei Lehrern und Schülern. Die Erkältunszeit wird bestimmt nochmal befeuert durch das ständige Lüften 



Das stimmt. Alle blicken mit Sorgen auf die Schulen im Herbst/Winter. Hast du einen Vorschlag, wie es weitergehen könnte? 



Am besten wäre Hybridunterricht, eine halbe Klasse kommt in der einen Woche (und der Abstand wird eingehalten), die andere in der nächsten. Für die Kinder, die zuhause sind, gibt es Wiederholungs- und Festigungaufgaben, die sie möglichst alleine erledigen können. Und der Schwerpunkt liegt auf Deutsch und Mathe, andere Fächer müssen dann in diesem Jahr ein wenig zurückstecken (das sag ich für die Grundschule, an den weiterführenden Schulen ist es sicher anders).



Allerdings weiß ich auch, dass dieses Wechselmodell eine Katastrophe für viele berufstätige Eltern ist. Da hoffe ich, dass die Wirtschaft flexibler wird und dass es in den Schulen eine Notbetreuung gibt. Bei komplettem Homeschooling hat unsere Schule bereits ein Konzept erarbeitet, wie die Kinder unterrichtet werden. Mit Material, das die Schule zur Verfügung stellt, mit Videokonferenzen und Telefonaten. Das ganze natürlich nicht mit Dienst-Laptops (haha!), sondern auf eigenen Geräten und mit hoffentlich stabilem Wlan zuhause.   



Bisher hast du den Eindruck, dass deine Schüler den Lockdown und die Zeit danach gut verarbeitet haben. Wie sähe das bei einer erneuten Schulschließung aus?



Ich denke, es hängt davon ab, wie lange der Lockdown dauern würde, 3-4 Wochen können wir auffangen und mit Inhalten füllen. Ich glaube, meine Schüler sind emotional gut gefestigt und meistens in stabilen Familienverhältnissen, so dass ein paar Wochen zuhause keinen großen Schaden anrichten, hoffentlich!



Ich weiß aber, dass es viele Kinder gibt, die hart getroffen werden, weil sich niemand um sie kümmert und sie alleine gelassen werden…



Wenn du dir 3 Dinge fürs Schulsystem wünschen dürfest, welche wären das?  



1. Kleinere Lerngruppen (maximal 20 Kinder)



2. bessere digitale Ausstattung (in unserer Schule wünsche ich mir stabiles Wlan, Smartboards und Ipads für alle Kinder, falls mal eine gute Fee vorbei kommt)



3. Kooperation und Kommunikation der Ministerien mit der Basis (oft hat man den Eindruck, die Entscheidungsträger haben seit Jahren keinen Unterricht mehr gesehen geschweige denn sebst unterrichtet)



Foto: Pixabay Symbolbild
               
Schule in Corona-Zeiten: Am Besten wäre ein Schichtsystem |
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Ihr Lieben, während viele Mütter und Väter derzeit im Homeschooling-Wahnsinn fast untergehen und kaum noch Zeit haben, selbst zu arbeiten, gibt es doch immer wieder Positivbeispiele, die zeigen, wie es eben auch laufen kann.



Wir haben dazu bereits die Schulleiterin der web-individualschule interviewt, die auch in Nicht-Corona-Zeiten auf digitalen Unterricht setzt. Heute stellen wir euch aber ein Städtisches Gymnasium vor, an dem ganz regulär Unterricht stattfindet. Nach Lehrplan. Zu Hause.



Schulleiterinnen Beate Nordmann und Verena Verspohl



Liebe Frau Nordmann, Sie sind Schulleiterin am Städtischen Gymnasium Laurentianum in Arnsberg und der Unterricht für Ihre SchülerInnen läuft derzeit komplett digital und nach Stundenplan ab. Stimmt das?



Beate Nordmann: Ja, das stimmt. Wir hatten uns im
letzten Schuljahr dafür entschieden, eine SchulApp mit deutschem Server
einzukaufen, die hilft, die riesigen Mengen an Papier mit Elterninformationen
etc., die letztendlich oft in den Taschen der Kinder verschwanden, zu
minimieren.



Ebenso war ich die ständigen Whatsapp-Probleme leid und die
Oberstufe wünschte sich, den Vertretungsplan für die erste Stunde nicht erst in
der Schule ansehen zu müssen. Das alles bietet die App und das kommt uns jetzt
zugute.



Außerdem bin ich schon lange ein Fan von Webinaren, und habe zusammen mit Frau Verena Verspohl, meiner Stellvertreterin, im Februar überlegt, dass wir uns in eine Plattform (mit deutschem Server) einkaufen, um Konferenzen oder Fortbildungen besonders auch für unsere Mütter und Väter im Kollegium besser handhabbar zu machen und eben Unterricht digital mit persönlichem Kontakt möglich zu machen, falls die Schulen schließen sollten.



Wichtig ist für uns zur Zeit, die Kinder und Eltern dadurch zu unterstützen, dass die Schule eine gewohnte Struktur bietet, es eine verlässliche Konstante gibt, den Unterricht. Dies ist gerade auch für die Q2 so kurz vor dem Abitur ganz wichtig.



Was machen Sie anders als andere Schulen, warum funktioniert das bei Ihnen (waren Sie schon früher digitaler aufgestellt als andere?)?



Nein, wir sind digital (Ausstattung mit Endgeräten für SuS)
nicht herausragend aufgestellt, es gibt keine Tabletklassen etc. Das ist
generell nicht unsere Ausrichtung. Der Umgang mit diesen Medien, die sinnvolle
Nutzung, das steht bei uns im Vordergrund und darin schulen wir die Kinder.



Ich glaube, wir haben einfach früh weit gedacht. Da G9 die digitale Bildung groß schreibt, machen wir seit dem letzten Jahr schon Fortbildungen für das Kollegium in diesem Bereich.



Wie funktioniert das technisch? Hatten
LehrerInnen und SchülerInnen Schulungen?



Schüler*innen und Eltern waren im Umgang mit der SchulApp schon trainiert, sie ist sehr einfach zu nutzen. Wie das mit den Webinaren funktioniert, haben die Kinder ruckzuck herausgefunden. Das Kollegium haben wir zwei Wochen lang nachmittags geschult.



Was ist mit SchülerInnen, die keinen
eigenen Computer haben?



Grundsätzlich funktioniert beides über das Handy. Wir haben
aber das Glück, dass die Familien einen PC o.ä. zuhause haben.
Wir haben aber von Anfang an auch Projekte mit einfließen lassen, wo in den
Stunden die Fachlehrer*innen für Fragen zur Verfügung stehen, aber dies kein
Muss ist. So entlasten wir die häusliche Computermehrfachnutzung.



Außerdem nähen zur Zeit viele Masken für die Arnsberger Sozialstation, dann meldet man sich eben vom Unterricht ab. Es geht jetzt nicht darum, den Unterricht, bis auf die Q2, eins zu eins umzusetzen, sondern zu wiederholen, Projekte anzubieten, die Kinder Projektideen selbst entwickeln zu lassen.



Wie läuft so ein typischer digitaler Schultag bei Ihnen ab?



 Das Unterrichtsangebot beginnt um 7.40 Uhr, Pausenzeiten bleiben und es geht dann bis 16.00 Uhr. Es ist eine Mischung aus SchulApp-Begleitung, Webinaren und Projektarbeit.



Wo sehen Sie die größten
Herausforderungen, wo die größten Chancen im digitalen Schulalltag?



Die größte Herausforderung ist, die Lust am Lernen bei den Kindern aufrechtzuerhalten, die größte Chance ist die Erfahrung von Selbstständigkeit, Freiheit in der Auswahl des Lernstoffes und das eigene Lerntempo haben zu dürfen.



Welche Rückmeldungen bekommen Sie aus dem
Kollegium, aus der Schülerschaft und aus der Elternschaft?



Dem Kollegium verlangen wir gerade viel ab, da dort ja auch
Mütter und Väter sind und einigen diese neue Art des Zugangs noch nicht
vertraut ist. Eltern und Schüler*innen sind begeistert.
               
Schule in Corona-Zeiten: Digitaler Unterricht nach Lehrplan
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwanger-hoert-auf-mir-mit-euren-ratschlaegen-angst-zu-machen
        „Schlaf besser schon mal vor“, meinte eine Bekannte, die ich neulich bei einem meiner letzten Spaziergänge traf. „Genieß die Ruhe. Die wirst du nie. Wieder. Haben.“
Ja, super – denke ich. Danke fürs gute Zureden. Überhaupt bekomme ich sehr viele Tipps, seit ich schwanger bin. Und zwar in der Regel ungefragt. Die meisten davon finde ich nicht nur anmaßend und übergriffig, sondern fast ein bisschen doof. Denn wie soll ich denn bitte vorschlafen?! Als wenn es ein Schlafkonto geben würde, dass ich jetzt fleißig auffüllen und dann später nach Bedarf aufbrauchen könnte. Wäre ja geil. Ist aber nicht so. Auch das mit dem Ruhe-Genießen empfinde ich als überflüssigen Hinweis. Ich bin absolut nicht der Typ für Ruhe. Mich stresst es regelrecht, dass mein körperlicher Zustand mich aktuell dazu zwingt, einen Gang herunterzuschalten und nur herumzuliegen.
Was soll das bitte?!
Aber was noch viel schlimmer ist: Manche von den „gut gemeinten Ratschlägen“ machen mir regelrecht Angst. Zum Beispiel, wenn wieder einmal eine Mutter (ja, meistens sind es tatsächlich die Frauen) mich mitleidig anschaut und mir versichert, dass sich jetzt mein ganzes Leben verändert und nichts mehr so sein wird, wie es war. Natürlich wird sich mein Leben verändern. Denken die denn, dass man mir das sagen muss? Dass ich unter Schlafentzug leiden werde, fremdbestimmt bin, meine Brüste wie zeitgesteuerte Rasensprenger werden und ich mir beim Niesen unter Umständen in die Hose pinkle? Und dann erst diese schmerzhafte Geburt, bei der ich im Zweifelsfall vor den Augen anderer Menschen quasi öffentlich kacken werde. Wusste ich das schon? Ja, wusste ich. Danke.
Bitte mehr Zuspruch!
Was ich hingegen wesentlich seltener erlebe, ist positives Zureden. Und ich frage mich wirklich, warum das so ist. Denn wenn jemand einen schmerzhaften Eingriff beim Zahnarzt vor sich hat, sagt doch auch niemand: Uuuuh, das wird bestimmt richtig heftig! Ich könnte mir vorstellen, dass man sich viel besser fühlen würde mit Sätzen wie: Ach, das wird bestimmt gar nicht so schlimm. Und im Notfall gibt’s doch auch eine Betäubung!“
Was das Ganze aus meiner Sicht noch ad absurdum führt, sind die Fragen, die nahezu im selben Atemzug gestellt werden. „Du freust dich bestimmt schon riesig, oder?“ Wie jetzt: Ich soll mich darauf freuen, dass es super schmerzhaft wird, ich quasi mein eigenes Leben an den Nagel hängen und nie wieder schlafen kann?! Leuchtet mir nicht ein. Entscheidet euch bitte, ob ich nun Angst haben soll oder mich gefälligst freuen muss.
Wie es auch anders gehen könnte
Um jetzt nicht nur zu motzen, sondern auch etwas Konstruktives zu sagen: Was mir geholfen hat, war, wenn mein Gegenüber ganz bei sich geblieben ist. Denn Erfahrungsaustausch tut gut und ist wichtig – gerade beim ersten Kind. Doch es ist ein maßgeblicher Unterschied, ob jemand aus der Ich-Perspektive die subjektiven Eindrücke des Kinderkriegens schildert  – oder ob mich jemand darüber belehrt, wie es für mich sein wird. Denn am Ende kann das doch keiner wissen. Jede Geburt, jedes Kind, jede Mutter ist anders. Was die eine toll findet, ist für die andere der Horror. Das eine Kind dreht fünf Extrarunden, das andere flutscht nur so heraus. Und wie das am Ende nun alles für mich sein wird, das werde ich sehen. Und sonst niemand.
—–
Über die Autorin: Christina Rüschhoff aus Hamburg ist 36, freie Journalistin (www.einfrauunternehmen.de) und schreibt unter anderem Artikel für BILD der FRAU und Welt am Sonntag.  2019 hat sie gemeinsam mit einer Freundin das Start-up „Einhorn-Coaching“ gegründet. Ende September kam ihr erstes Kind zur Welt. (Und nein, ihr Leben ist nun nicht vorbei)
               
Schwanger: Hört auf, mir mit euren Ratschlägen Angst zu machen! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwanger-im-ausland-nadine-kaempfte-fuer-eine-selbstbestimmte-geburt
       
Das ist hier aber nicht legal“, sagte meine Hebamme sanft.„Wie? Dann dürfte ich mein Baby nicht zuhause auf die Welt bringen? Dann müsste ich ins Krankenhaus?!“ fragte ich geschockt.Ihre Antwort ließ meine Augen noch größer werden. „Nicht nur das, auch im Krankenhaus ist die natürliche Geburt einer Beckenendlage nicht legal, sondern sofortiger Grund für einen Kaiserschnitt.„Da lag ich also. Auf einer winzigen Insel in einem großen Meer. Ich war in der 36. Schwangerschaftswoche, kugelrund und trotzdem platt. Was mache ich denn nur, wenn sich mein Baby nicht wieder zurückdreht, mit dem Kopf nach unten? Ein Kaiserschnitt kommt für mich nicht in Frage. Nicht ohne triftigen medizinischen Grund. 



Seit ein paar Monaten wohne ich zusammen mit meinem Mann Konstantin und meiner Tochter auf der kanarischen Insel La Palma. Noa habe ich vor 4 Jahren in unserem Wohnzimmer in München zur Welt gebracht. Eine schmerzfreie (nicht leise), selbstbestimmte Hausgeburt. Mehrere Monate hatte es gedauert um mein damaliges Bild von einer Geburt zu verändern. Weg von den dramatischen Szenen aus Hollywood hin zu friedlichen, kraftvollen Gebären. Ein Erlebnis, das der werdende Mutter zeigt wie stark sie ist und das sie ihr Leben lang positiv in Erinnerung behält. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich damals eine so wundervolle Geburt erleben durfte. Und jetzt? Ich fühle mich jeglicher Freiheit über mich und meinen Bauchzwerg zu entscheiden beraubt. Ich, die Mutter, die in der Regel intuitiv am besten weiß, welche Art der Geburt am besten für sie ist.



Eine selbstbestimmte Geburt – das wünsche ich mir



Dieses Gefühl der Freiheit, der Selbstbestimmung sowie das Selbstvertrauen in die eigene Intuition hatte ich vor meiner ersten Geburt für lange Zeit verloren. Erst als Mama auf Weltreise, die wir gestartet haben als Noa 1,5 Jahre alt war, habe ich wieder meine Kraft gefunden. Ich musste weit reisen, um wieder zu mir zurückzufinden. Um zu wissen, wie und wo ich eigentlich leben möchte, was mir gut tut und wie ich zusammen mit meiner Familie unser Leben gestalten möchte. Genau deshalb ist eine Sache für mich auch ganz klar: ich bringe auch mein zweites Baby defintiv nicht im Krankenhaus zur Welt. No way!Konstantin und ich haben schon Mitte der Schwangerschaft ein Buch über Alleingeburten gelesen. Nur für den Fall, dass es vielleicht sehr schnell geht oder die Hebamme keine Zeit hat zu uns zu kommen. Mir war es wichtig gut vorbereitet zu sein. Auf La Palma gibt es nämlich nur eine ausgebildete Hebamme, die Hausgeburten betreut. Sie selbst hat aber auch Kinder und arbeitet hauptberuflich im Kreißsaal des einzigen Krankenhauses. Sie ist also nicht in der Lage 24/7 Zeit rufbereit zu sein. So ist das aber, wenn man auswandert. Andere Länder, andere Sitten, andere Gesetze. 



Ich beginne sofort verzweifelt nach Alternativen zu suchen. Angeblich gibt es auf Gran Canaria ein Geburtshaus, wo eine Geburt in Beckenendlage erlaubt ist. Aber könnten wir uns das leisten? Für ein paar Wochen auf eine andere Insel ziehen und trotzdem Miete auf La Palma bezahlen? Zurück nach Deutschland? Wir haben gerade erst den strengen Lockdown in Spanien hinter uns. Der steckt uns noch in den Knochen und eine Flugreise ist das Letzte, das ich gerade bewältigen könnte. Das sind alles keine realistischen Optionen und ich fühle mich auf der Insel wie gefangen. 



Die Lösung – eine Hausgeburt?



Nach ein paar Nächten voller Sorgen und einem aufmunternden Gespräch mit einer Freundin beschließe ich, mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich in der Hand habe. Ich spreche jeden Tag mit meinem Baby im Bauch. Erkläre ihm, warum es mir wichtig ist, dass es sich rechtzeitig dreht. Ich stelle mir jeden Tag unsere Hausgeburt auf La Palma vor und so langsam finde ich mein Selbstvertrauen wieder. Es dauert gar nicht so lange und ich erhalte die ersehnte Nachricht: ready to homebirth. Puh, was für eine Erleichterung. 



Es vergehen noch 3 Wochen gefüllt mit Geburtsvorbereitungen und den ersten Senkwehen. Um so näher die Geburt rückt, desto anstrengender empfinde ich die fremde Sprache und das mir unbekannte Gesundheitssystem, mit dem ich sowieso so wenig wie möglich in Kontakt sein möchte. Versteht mich nicht falsch, ich bin keine Gegnerin von Krankenhausgeburten und Kaiserschnitten. Ich bin eine Befürworterin für die Selbstbestimmung von Frauen. Jede Frau soll sich frei entscheiden dürfen. Unabhängig von den Meinungen, Aengsten und Vorgaben von anderen.



Unser Baby kommt im Geburtspool zur Welt



Am ET watschel ich mit einem Stück Kuchen über den Strand. Die Geburtstagsfeier meiner Freundin soll mein vorerst letzter Strandbesuch werden. Noch in der Nacht spüre ich sanfte Wehen. Geht es los? Hoffentlich. Am Nachmittag des nächsten Tages ist es glasklar. Die Hebamme wird gerufen und nach wenigen Stunden intensiver Wehen, diesmal leider nicht schmerzfrei, erblickt unser zweites Babymädchen im Geburtspool das Licht der Welt. Unsere kleine Palmerita wird lautstark und friedlich zugleich in meine Hände geboren. Ich finde keine Worte, dieses Gefühl zu beschreiben. Ich weiß nur eines. Ich wünsche jeder werden Mama aus tiefstem Herzen, dass auch sie es erleben darf. Ganz egal wo und wie.Diese Geburt fühlt sich an wie der Abschluss eines ganz besonderen Lebensabschnitts für uns. Weltreise, Auswanderung und Hausgeburt. Mit unserem Film „Wild & Wundervoll“ möchten Konstantin und ich diesen feiern. Wir hoffen sehr, dass der Film nicht nur viele Zuschauer unterhält, sondern auch inspiriert ihre eigene, individuelle Freiheit zu suchen und zu leben. In Sachen Schwangerschaft, Geburt und mehr.   







Wer Nadines und Konstantins Filmprojekt unterstützen möchte, kann dies hier tun:  https://www.startnext.com/wild-wundervoll



Hier gibt es viele Einblicke in das Leben der beiden: https://www.youtube.com/user/Bienlerich



Immer wieder kommt die Frage auf, warum Nadine und Konstantin das überhaupt machen und wie sie den Mut gefunden haben, das deutsche Sicherheitsnetz zu verlassen… ohne Millionäre zu sein. Dieser Beitrag ist die Antwort darauf: https://www.instagram.com/tv/CIiqJUoKlxZ/?utm_source=ig_web_copy_link




               
Schwanger im Ausland: Nadine kämpfte für eine selbstbestimmte Geburt |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwanger-mehr-muesst-ihr-nicht-wissen-die-schoensten-szenen-aus-hilfe-ich-werde-papa
        Ihr Lieben, ihr kennt ja mit Sicherheit unseren Blog-Kollegen Christian Hanne vom Familienbetrieb. Jaaaa, das ist der, dessen Familien-Tweets wir hier immer freitags fröhlich teilen.
Und er hat zwar schon ein paar Bücher geschrieben, aber das hier ist einfach der Knaller und zwar NICHT nur für werdende Väter, sondern auch für schon seiende Väter. UND Mütter.
Es geht um: Hilfe, ich werde Papa – Überlebenstipps für werdene Väter (und Mütter, auch später noch mit Lachern lesbar! Affiliate Link, wir kriegen also ein paar Cent, wenn ihr über diesen Link kauft, das wäre toll)
Ich hätte fast meinen Kaffee durch die Nase wieder rausgeprustet, als ich das Buch neulich mit in die Badewanne nahm, statt mit den Kindern Hausaufgaben zu machen. (Oh. Ihr wisst schon: Ich hatte ja Erziehungsurlaub).
Ich hab dann auch gleich für euch ne Verlosung klargemacht, hüpft gern noch mit in den Lostopf bei Instagram oder Facebook, wir geben heute Abend den oder die Gewinnerin bekannt.
Jedenfalls ist das Buch das beste und witzigste und treffendste, was ich bislang zum Thema gelesen habe, es ist klein, abwaschbar und passt kompakt in jede Wickeltasche. Und es ist nicht nur herrlich-ehrlich, sondern auch einfach wahnsinnig witzig.
Deswegen wollten wir UNBEDINGT vorab noch ein paar Textstellen veröffentlichen (Danke für die freundliche Genehmigung!), damit ihr wisst, was ihr jedem Vater und jeder Mutter den oder die ihr kennt zum nächsten Kaffee oder Bierchen mitbringen könnt! Los geht´s:
1. Bei der werdenden Mama schießen die Hormone nun tsunamiartig durch den Körper. Daher kommt es mitunter zu „leichten“ Stimmungsschwankungen, gegen die Klaus Kinski wie ein mental stabiler Zeitgenosse erscheint.
2. Mittlerweile kann das Kind hell und dunkel unterscheiden. Eine wichtige Fähigkeit, damit es später weiß, wann Nacht ist und es die Eltern stündlich aus dem Schlaf reißen muss. Der Fötus nimmt nun stetig zu, alleine in den letzten fünf Wochen der Schwangerschaft circa ein Drittel seines Körpergewichts. Sie kennen das sicherlich aus der Advents- und Weihnachtszeit.
Parallel nimmt auch Ihre Partnerin weiter zu, ihre Verdauung spielt wahrscheinlich verrückt und die Schweißdrüsen laufen auf Hochtouren. In der Endphase der Schwangerschaft wird sie sich nicht gerade wie eine Disney-Prinzessin fühlen, sondern eher wie ein dauerschwitzendes Nilpferd mit Blähungen. (Bitte schwärzen Sie diese Textstelle, sollten Sie das Buch der zukünftigen Mutter zum Lesen geben.)
3. Der Mutterpass hat allerdings einen großen Nachteil: Er ist vollgepackt mit medizinischen Fachbegriffen und Abkürzungen. Das macht ihn so verständlich wie die Bedienungsanleitung eines Toasters, die von einem dreijährigen Kind aus einem isländischen Fischerdorf getextet und dann mit einer Übersetzungsmaschine ins Deutsche übertragen wurde.
4. Geben Sie sich in Babymärkten niemals als Erstlingseltern zu erkennen. Wirklich niemals! Sonst sind Sie für die Verkäuferinnen und Verkäufer eine leichtere Beute als ein altersschwaches Gnu in der Serengeti für ein Rudel Löwen. Das merken Sie spätestens an der Kasse, wenn Sie einen Betrag bezahlen müssen, der ungefähr dem griechischen Staatsdefizit entspricht.
5. Vor allem sollten Sie sich zu keinem Zeitpunkt über irgendetwas beklagen. Bei der Entbindung geht es in erster Linie um die Mutter und das Kind, nicht um Sie. Falls Sie das unfair finden, stellen Sie sich vor, wie Sie eine Honigmelone durch eine Körperöffnung mit dem Umfang einer Konservendose pressen. Dann geht es wieder.
6. Seien Sie aber in der Zeit des Wochenbetts nicht zu hart mit sich. Für die Einkäufe gibt es Lieferdienste, Wäsche muss nicht unbedingt gebügelt werden, und Ihre Wohnung muss auch nicht blinken und blitzen, als wäre Meister Proper Ihre Haushaltshilfe. Wenn Sie beim Heimkommen allerdings fröhlich von Ihrem Flokatiteppich begrüßt werden, sollten Sie doch mal wieder durchwischen. (Vor allem, wenn Sie gar keinen Flokatiteppich haben.)
7. Hat Ihr Baby irgendwann endlich die Augen zugemacht, dürfen Sie sich aber nicht in falscher Sicherheit wiegen. Bis das Kind die Tiefschlafphase erreicht, dauert es ungefähr 20 Minuten, und bis dahin reicht es aus, wenn im brasilianischen Regenwald ein Ozelot pupst, damit das Baby wieder aufwacht.
Sie werden auf einmal feststellen, wie unfassbar laut Ihre Wohnung ist. Die Dielen knarzen, die Türscharniere quietschen, der Kühlschrank brummt. Aber das mit Abstand lauteste Geräusch ist das Knacken Ihrer Gelenke, wenn Sie sich auf Zehenspitzen rausschleichen. Da könnten Sie auch gleich ein Dutzend Chinaknaller in den Raum werfen.
8. Heutzutage ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn Männer Elternzeit nehmen. Vielleicht ist es für Sie eine Option, mehr als die typischen zwei Väter-Monate zu nehmen. Sie befürchten dadurch einen Karriereknick? Nun, Ihre Partnerin in ihrem Job wahrscheinlich auch. Und haben Sie keine Angst davor, dass die kinderlosen Kollegen Sie auf der Karriereleiter überholen: Man kann auch ohne Kinder keine Karriere machen!
9. Wenn Sie und Ihre Partnerin als Team gut funktionieren, dann werden Sie sich nicht von schlaflosen Nächten, der dauernden Müdigkeit oder zahnbedingten Schreiattacken unterkriegen lassen. Versuchen Sie, in der Schwangerschaft und als Eltern nicht perfekt zu sein, und hören Sie nicht zu viel auf andere (vor allem nicht auf Ratgeber-Autoren), die wissen es meistens auch nicht besser (vor allem Ratgeber-Autoren!).
 
 
               
Schwanger? Mehr müsst ihr nicht wissen! Die schönsten Szenen aus „Hilfe, ich werde Papa“ | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwangerschaft-so-wichtig-ist-selen
       
Als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, überkamen mich zwei Erkenntnisse: 



Wir werden jetzt echt eine Familie. Ich werde Mutter!Ich bin jetzt nicht mehr nur für mich selbst verantwortlich, sondern eben noch für dieses kleine Wesen in mir drin. 



Dass ich von Sekunde eins alles für mein Kind tun würde, war mir sofort klar. Dazu gehörte eben auch, keinen Alkohol mehr zu trinken, regelmäßig zu Vorsorge-Untersuchungen zu gehen, mich regelmäßig zu bewegen und bewusst zu ernähren. Da ich mich überwiegend vegetarisch ernähre, habe ich auch zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen – die meisten von Euch haben sicher schon von Produkten mit Folsäure, Jod und Eisen gehört. Was aber weniger bekannt ist: Ein Mangel an Selen während der Schwangerschaft kann Komplikationen hervorrufen.



Was ist Selen? Selen ist ein Spurenelement, das man für Stoffwechselprozesse im Körper braucht, es unterstützt eine normale Funktion der Schilddrüse und des Immunsystems. Außerdem trägt es dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. 



Leider ist dieses unterschätzte Spurenelement nur selten in Gemüse zu finden, weil unsere Böden in Deutschland selenarm sind. Selen findet man vor allem in Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Eiern und Getreide. Die Deutsche Gesellschaft für Gesundheit und Ernährung rät dazu, 60 bis 70 Mikrogramm des Spurenelements täglich aufzunehmen – viele Menschen nehmen aber nur 40 bis 50 Mikrogramm zu sich. Sie haben einen Mangel und merken es häufig gar nicht.



Warum ist es gerade für Schwangere so wichtig, ausreichend Selen zu sich zu nehmen?



Selenmangel kann unter anderem eine Ursache für postnatale Depression sein, wie in dieser Studie aufgezeigt wurde. Übrigens: Etwa bis zu 20 Prozent der frischgebackenen Mütter leiden an postnatalen Depressionen. 



Zu wenig Selen begünstigt eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Folge: Mütter können sich müde fühlen, frieren schnell, fühlen sich matt, ausgelaugt oder haben sogar depressive Verstimmungen.



Im Laufe der Schwangerschaft steigen Stoffwechselumsatz und Sauerstoffbedarf im Gewebe an – der oxidative Stress erhöht sich. Weil der Fötus sehr anfällig für oxidativen Stress ist, wächst gleichzeitig auch der Bedarf an Antioxidantien. 



Eine weitere mögliche Auswirkung eines Selenmangels auf die Mutter: Das Risiko für eine Präeklampsie kann steigen. 



Die sogenannte „Schwangerschaftsvergiftung“ ist eine Bluthochdruckerkrankung, die Symptome wie Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen und Augenflimmern, starke Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein durch Übelkeit oder Erbrechen verursacht. Unbehandelt kann diese Erkrankung Krampfanfälle auslösen, die für Mutter und Baby lebensbedrohlich sind, außerdem kann es zu einer Mangelversorgung des Kindes führen und zu einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta.



Daher ist es ratsam, mit seiner Frauenärztin oder seinem Frauenarzt das Thema Selenmangel zu besprechen oder auch den Selen-Status im Blut checken zu lassen. Liegt ein Selenmangel vor oder ist die Ernährung beispielweise durch eine vegetarische oder vegane Lebensweise eingeschränkt, kann man Selen während der Schwangerschaft beispielsweise mit selenase 100 XL ergänzen.



Wichtig ist während der Schwangerschaft, auf eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung zu achten. Und: Auf unser Bauchgefühl, um diese besondere Zeit zu genießen, in freudiger Erwartung auf dieses ganz große Wunder. 
               
Schwangerschaft: So wichtig ist das Spurenelement Selen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sechs-dinge-die-mich-als-dreifachmama-momentan-staerken
       
Ihr Lieben, wir haben hier einen Gastbeitrag von unserer Leserin Anne Siedentopf von Herzensbande, die nicht nur Mutter dreier Kinder, sondern auch Familienberaterin ist – und uns hier erzählt, wie sie es schafft, dass es ihr in diesem Lockdown besser geht als im letzten.



„Ich spüre wie mein Puls rast, ich versuche Mehreres parallel abzuarbeiten, ich spüre wie mein Körper sich erschöpft hinlegen möchte und wie sich mein neuer Alltagsbegleiter – der Kopfschmerz – zurückmeldet.



Schon vor Corona war mein Leben als Mama ein Dauerlauf. Klar, die Zwillinge waren gerade zwei als der erste Lockdown begann und die Große am Beginn der Wackelzahnpubertät stand. Das letzte Jahr hat mich, wie viele andere auch ausgebremst und noch ganz paar Päckchen draufgesetzt.



Eine Einschränkung nach der nächsten, die Hoffnung auf mehr Freiheit und Durchatmen nach der Zwillingsbabyzeit dahin und mit den AHA-Regeln auch fast jede Unterstützung. Mit jeder Lockdownwoche sanken meine Energiereserven und ich war keine acht Monate nach meiner Mutter-Kind-Kur erneut burnoutnah.



Jetzt, fast ein Jahr nachdem Corona in Deutschland richtig los ging, fühle ich mich trotz zweitem Lockdown wesentlich besser. Ich bin noch nicht da, wo ich selbst gern mit meinem Akku und meiner Selbstfürsorge wäre, aber auf einem guten Weg.







Als Mama und auch bei meiner Arbeit als Familienberaterin merke ich täglich, dass es ganz Vielen ähnlich geht und so versuche ich meine eigenen Tipps und Tools weiterzugeben. Ich denke, wir können alle etwas Mut dafür gebrauchen, dass wir trotz Stress und Riesenbelastung mit kleinen Änderungen für uns sorgen können.



Dabei motiviere ich mich selbst damit am meisten, dass ich nicht wie am Ende des ersten Lockdowns ein meckerndes Wrack sein will. Nein, ich möchte meinen Kindern in der für sie ähnlich besch… Situation ein Fels und ein Leuchtturm sein: zugewandt, liebevoll und Halt gebend.



Hier meine 6 Punkte, die ich für mich und meine Arbeit mit Mamas entdeckt habe und die dabei helfen unabhängig von Zeit und Unterstützung das eigene Stresslevel zu senken.



Natur und Bewegung



Bereits nach meiner Mutter-Kind-Kur habe ich mir das Ziel gesetzt, jede Woche einmal mit den Kindern in die Natur zu fahren. Trotz und dank Corona ist das inzwischen wirklich ein fester Bestandteil unserer Woche und ich merke, wie wir alle von den ruhigen Einflüssen profitieren.



Positive Affirmationen



Apropos positiv! Um mich in meiner Selbstständigkeit zu unterstützen und mich zum Beispiel zu trauen neue Kooperationspartner anzusprechen, habe ich angefangen mit ermutigenden Sätzen zu arbeiten. Mit der Zeit habe ich diese dann auch immer mehr in meinem Umgang mit mir selbst und meinen Kindern eingebaut und so ganz bewusst fröhliche, aufbauende Gedanken den schweren entgegenzusetzen. Immer wenn diese auftauchen, rufe ich meine zuvor überlegten positiven Sätze ab und fülle damit Stück für Stück mein Leben mit Leichtigkeit.



Meditation



Jetzt denkst du beim Lesen bestimmt gleich: „Ich habe echt keine Zeit für Meditation. Ich weiß eh schon nicht, wie ich alles schaffen soll.“ Diesen Gedanken kenne ich sehr gut und ich gebe mir selbst und meinen Kundinnen keine unrealistischen Empfehlungen mit auf den Weg. Nein, ich mache regelmäßige (meist alle zwei Tage) kurze Meditationen. Dabei reicht es wirklich 3 bis 5 Minuten zu entspannen und durch die Wiederkehr und die Übung des Loslassens echte Effekte auf das Stresslevel zu erreichen.



Gedankenkarussell stoppen



Sehr hilfreich, um überhaupt an die Umsetzung von positiven Affirmationen oder Meditation zu denken, ist es das eigene Gedankenkarussell im Kopf zu stoppen. Viele sind besonders jetzt von Sorgen, Ängsten und Überforderungsgedanken betroffen und diese drehen sich scheinbar endlos in unserem Kopf. Wenn das passiert, dann rufe ich mir (leise oder laut) das Wort STOPP zu.



Das Gute daran: das irritiert nachweislich das Gehirn und verschafft mir Zeit. Zeit, mir einen aufbauenden Satz zu sagen oder Zeit, mit einer Meditation zu beginnen. Zudem kann man dieses Grübeln auch mit Terminen zum Sorgenmachen außer Kraft setzen. Wie das? Als mein Mann und ich im zweiten Lockdown durch unsere Selbstständigkeit ins Rudern kamen, haben wir begonnen uns Termine zum Sorgenbesprechen zu vereinbaren. Das tat total gut, weil wir wussten, wann wir uns damit auseinandersetzen werden und somit gleichzeitig wieder Kraft und Energie für Anderes frei wurde, was letztlich schon allein für eine Lösung gesorgt hat.



Highlights einbauen



Highlights einbauen – das klingt im Lockdown schon etwas merkwürdig, denn eigentlich ist fast nichts erlaubt. Durch meine Herangehensweise mit den bewussten positiven Gedanken, wollte ich auch hier nicht im Es-geht-nicht-Modus stecken bleiben. Regelmäßig habe ich überlegt, wie wir Höhepunkte in den Alltag einbauen können. Bisher haben ich neben Ausflügen, Schatzsuchen in der Wohnung, den Nachbarn etwas Gebasteltes vor die Tür zu legen oder die Schuleinführung beginnen zu planen, vor allem auch immer wieder neue Projekte auf Arbeit gestartet um mich selbst als wirksam zu erleben. Auf diese Weise habe ich nicht das Gefühl stehen zu bleiben und minimiere die Zeit mich von den täglichen Nachrichten frustrieren zu lassen.



Ankerpunkte setzen



Diesen Punkt mag ich auch sehr gerne, weil er ebenfalls so einfach umsetzbar ist. Für mich heißt Ankerpunkte im Alltag zu setzen – und das hat mir besonders im strengen Lockdownteil sehr gut geholfen – mehrere Lichtblicke am Tag zu haben. Ich warte also nicht mehr auf die große Ruhe, die mit drei Kindern und Arbeit eh nicht eintritt, sondern baue mir öfter am Tag kleine Momente ein.



Die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese 1-5 Minuten für mich haben werde ist hoch. Am Morgen öffne ich zum Beispiel beim Frühstück vorbereiten immer erst einmal die Balkontür, trete hinaus und atme dreimal ein- und aus – nur für mich und genieße die Ruhe. Das kann natürlich genauso ein Tanz zum Lieblingslied oder ein Kaffee sein.



Nach dem einen Moment freue ich mich auf den nächsten und komme so viel besser durch den Tag als auf das Ende oder die große Erlösung zu warten. Zudem habe ich mir einen Ankerpunkt gesetzt. Dies könnte eine Tür, ein Spiegel, die Blume auf dem Tisch sein und immer wenn ich den Ankerpunkt sehe, frage ich mich, wie es mir geht. In meiner Arbeit merke ich das auch sehr deutlich: wir Mamas sind so im Arbeitsmodus, wir fühlen uns noch weniger.



Mit dem Ankerpunkt können wir wieder bei unseren Gefühlen andocken und dann nach und nach wahrnehmen, welches Bedürfnis hinter dem Stress, der Wut oder der Genervtheit steckt. Und nur wenn wir das Gefühl wahrnehmen, können wir auch beginnen das Bedürfnis dahinter zu erfüllen.“



Etwas weiterzugeben war mein Bedürfnis mit diesem Text und vielleicht bietet er den ein oder anderen Anstoß für mehr Kraft und Leichtigkeit genau in dieser Situation.
               
Sechs Dinge, die mich als Dreifachmama im Lockdown stärken
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sehr-gerne-mama-du-arschbombe-eine-buch-empfehlung-mit-lach-garantie
        Ach ist das schön, Patricias Buch ist da. Ihr kennt Patricia bestimmt allesamt als Autorin des Blogs dasnuf.de. Nun also. Ein Buch. Ich liebe Bücher, wisst Ihr ja. Und fast so schön, wie selbst Bücher schreiben, ist, wenn Menschen, die man mag, Bücher schreiben. Hach.
Allein der Beschreibungstext: „Bastelmuttihölle, Erledigungen, die vier Stunden mit Kind statt eine Stunde ohne dauern, die Fensterbank voller Raupenkacke und das Wort „Arschbombe“ 100-mal am Tag – das Leben mit Kindern kann ganz schön anstrengend oder nervig sein. Wie man trotz allem den Humor nicht verliert und eine entspannte Haltung im Leben mit Kindern behält, verrät Patricia Cammarata warmherzig mit viel Selbstironie in diesem Buch.“
Nun habe ich allerdings einen – nein, mehrere – Fehler begangen. Weil das Buch erst seit 13. August auf dem Markt ist dachte ich, ich hätte Zeit, es mir gemütlich durchzulesen, um dann eine fachmännische Kritik loszuwerden. Dies ist mir nun aber nicht mehr möglich.
Zum Einen: Ich besitze das Buch nicht mehr. Es wurde mir aus den Händen gerissen. Ich hatte es nur kurz im Flur der Schwiegereltern liegen lassen, zack, weg. Meine Schwägerin amüsiert sich also jetzt Abend für Abend! Es sei ihr vergönnt, ich kauf mir das Buch einfach neu. Wie geht nicht? Ach was, schon alle ausverkauft? Gut, warte ich eben, bis es neu gedruckt ist. Will ja auch mal was zu lachen haben.
Zum Anderen: Leser der Arschbombe scheinen zum Inhalieren des Buches zu neigen, denn: Es gibt bereits jetzt sooo viele tolle Rezensionen, dass Ihr meine persönliche Einschätzung gar nicht mehr braucht. Ich fasse einfach die lustigsten Buchbesprechungen zusammen. Auf geht´s:
Autorin Patricia Cammarata. Foto: Eva Stolz
Creadienstag schreibt:
„Es ist echt (arsch-)bombig. Ich habe schon lange nicht mehr ein sooooo witziges Buch gelesen. Man kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus und will auch permanent:  GENAU SO IST ES !!!111!! rufen. […] Zu empfehlen für Eltern und solche, die es werden wollen. :-)“
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Verflixter Alltag schreibt:
„Das meistgetwittertste Wort in meiner Timeline war die letzte Woche wohl #Arschbombe. Und nein, das liegt nicht daran, dass meine gesamte Timeline Baden geht, sie reden über das Buch von Patricia Cammarata alias „das Nuf„, eine Bloggerin, die ihre jahrelange Erfahrung als Mutter in einem höchst amüsanten Buch zusammengefasst hat. […] Und eines habe ich gelernt: mit schlafendem Baby auf dem Arm sollte man das Buch nicht lesen, erst recht nicht, wenn man Husten hat. Der Lach- und unmittelbar darauf folgende Hustenanfall sind dieser Idylle nicht zuträglich!
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Die BrigitteMOM druckt gleich einen ganzen Auszug:
„Alle Kinder wollen Haustiere. Auch die der Autorin Patricia Cammarata. Achtmal hat sie „Nein“ gesagt, nach der neunten Frage hatte sie zwei Wasserschnecken als Mitbewohner. Mit tragischem Ausgang.“ Weiterlesen…
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MamaHoch² schreibt:
„Ich verstehe das Buch nicht als Ratgeber, sondern als eine Aufmunterung für alle Eltern. Es ist so witzig zu lesen und sich immer wieder selbst dabei zu ertappen, wie man eventuell ähnlich reagiert in bestimmten Situationen. Beim Lesen musste ich schon am Anfang ganz oft echt laut auflachen, weil ich immer wieder dachte: „Ja, genauso ist Louisa auch gerade.“ oder „Gott sei Dank, ergeht es auch anderen Müttern so.“ Perfekt auch zum Lesen für Zwischendrin oder unterwegs.“
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Tollabea schreibt:
„Ich schreibe diesen Blogpost, weil ich das Buch richtig klasse finde und Patricia’s Humor für einen der grandiosesten in der ganzen Mama-Blogger- und Twitterszene halte: Sie ist eine feinfühlige Beobachterin und kann uns Situationskomik und Alltags-Fettnäpchen so witzig servieren, dass wir uns die Speckröllchen vor Lachzittern festhalten müssen, um nicht Bauchtänzerinnengeld zugesteckt zu bekommen. Ääähm…
Okay… ich gebe es zu… ich habe gerade hier versucht, so lustig zu sein wie sie und es gelingt mir nicht so gut. Aber ihr versteht mich, ODER?“
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Marmeladenschuh schreibt:
Warum sollte man Kinder bekommen? Der ganze Stress, die Elternabende, die Pflichten, die Opfer… Weil es sooo witzig ist, nie langweilig wird und ganz offensichtlich die Fantasie beflügelt! Endlich ein Buch das dem gesellschaflichen und medialen Gejammer über das angeblich schwierige Leben mit Kindern entgegenwirkt!
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Mama notes schreibt:
Ich habe mehrmals laut gelacht und zwar egal wo. Auf dem Spielplatz, im Park und auf dem Sofa. Beinahe hätte ich fremden Eltern im Sandkasten daraus vorgelesen, aber dazu war ich zu schüchtern.
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Mama on thr rocks schreibt:
Das Spezielle an ihrem Buch aber ist, dass (meines Wissens zum ersten Mal) die besten Texte eines Eltern-BLOGS, nämlichvon Das Nuf, zu einem Buch zusammengefasst wurden. Kein Wunder also, dass wir alle jubeln. Und die isz wohl der zweite Grund für die La-Ola-Welle: Eine Branche feiert sich selbst. „Das könnten wir sein!“
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glücklich scheitern schreibt bei Twitter, dass die #arschbombe die beste Klolektüre ever ist (wo soll Mutti schließlich sonst lesen?)
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DIE BESTE REZENSION EVER gab´s vom Familienbetrieb. ZUM SCHREIEN! Selbst Patricia als Autorin befand, dass diese Rezension sogar noch besser als ihr eigenes Buch sei.
„Die Texte sind mit so viel Wortwitz und scharfem Blick für die Absurditäten des Alltags geschrieben, als sei Patricia Cammarata einer außerehelichen Liaison Vicco von Bülows mit Ephraim Kishon entsprungen. Ein biologisch-genetisch fragwürdiger und auch ansonsten unangemessen despektierlicher Vergleich, der aber sehr treffend die Eloquenz, die scharfsinnige Beobachtungsgabe und das Talent zur satirischen Übertreibung von Patricia Cammarata zum Ausdruck bringt. Als umsichtige Mutter hat Patricia Cammarata dafür gesorgt, dass Buchdeckel und –rücken abwaschbar sind. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil in Haushalten mit Kindern oder motorisch minderbegabten Erwachsenen.“
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GEWINNSPIEL:
Falls wir Euch jetzt überzeugt haben sollten vom Patricias Erstlingswerk: Ihr könnt hier bei uns jetzt ein Exemplar gewinnen! Schreibt uns einfach die witzigste Anekdote im Leben mit Euren Kindern in die Kommentare rein.
Falls Ihr das nicht tun wollt, steht Euch natürlich auch der Buchhandel zur Verfügung. Dazu ein kleiner Hinweis: Seid doch so lieb und kauft es in Eurer lokalen Buchhandlung. Ich glaube, das wäre der Autorin sehr sehr recht! Viel Spaß beim Lachen!

               
„Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“ - eine Buch-Empfehlung mit Lach-Garantie | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/selbst-optimierung-zwischen-saftkur-und-pilates-ich-mach-da-nicht-mit
       
Meine Freundin M. macht gerade wieder eine Saft-Fastenkur. Kollegin P. isst seit Wochen noch noch 6 Stunden am Tag, was waaaaaahhhnnnnssssiiinnniiiiig gesund ist und ihr total viel Energie gibt. Meine Cousine hat Alkohol und weißes Mehl komplett vom Menü-Plan verbannt, die Nachbarin hat dem Zucker für immer abgeschworen – was gar nicht so leicht ist, „weil man sich ja gar nicht vorstellen kann, wo überall Zucker drin ist. SO krass, echt!“



Freundin H. trainiert für einen Halbmarathon, den will sie noch laufen, bevor sie nächstes Jahr 40 wird. Und die Mutter aus der Kita formt ihren Body jetzt in so einem hippen Barre-Studio. Barre, das ist ein Mix aus Ballett, Yoga und Pilates – wie, das hast du noch nie gehört? Macht doch jetzt jeder, weil es lange Muskeln macht. Und die will jetzt jeder.



Wann ist es eigentlich uncool geworden, abends mit Freundinnen ein paar Gläser Rotwein zu trinken?



Freundin W. sitzt abends nicht einfach so auf der Couch. Während sie TV schaut, bearbeitet sie nebenbei ihre Faszien mit einer Rolle. Und natürlich steht sie derzeit um 5:30 Uhr morgens auf – das ist gerade eine Challenge auf Instagram. Dann trinkt sie einen Ingwer-Shot und meditiert eine halbe Stunde.



Jetzt mal ganz im Ernst: Wir sind alle Frauen um die 40 – wann ist es eigentlich uncool geworden, abends mit Freundinnen ein paar Gläser Rotwein zu trinken, um sich gemeinsam vor dem Sport zu drücken? Als wir alle frischgebackene Mamas waren, war es normal, dass wir uns mal eben an der Tanke ein Snickers geholt haben, weil das so gut tat. Da war es das Schönste, im Jogging-Anzug Serie zu gucken.



Faszien-Fasten-Faszination: Selbst-Optimierungswahn deluxe



Jetzt sind die Kinder größer und alle verfallen in den Selbst-Optimierungswahn. Yoga-Hosen gelten als normales Kleidungsstück, mit Collagen-Masken sollen unsere Falten verschwinden und dreimal die Woche Workout muss schon drin sein – neben den Kindern und dem Job. Und wer bei der Frühaufsteh-Challenge nicht mitmacht, verpasst ja so viel! (Und ist stinkig faul!)



Ist das anstrengend! Ich mach da nicht mit. Ich gehe gerne spazieren, fahre Rad. Ich gehe gerne zum Friseur und freue mich, wenn ich eine neue tolle Bodylotion habe.  Ich achte auch auf mich, aber ich bin doch keine zwanzigjährige Hupfdohle.



Mein Köper, mein Äußeres muss nicht optimiert werden durch Saftkuren, Essenspausen oder Ballettstangen. Mein Körper wird geliebt, geachtet, nicht geknechtet. Wenn er Ruhe braucht, dann bekommt er die. Wenn er nach Schokolade schreit, dann kriegt er die. Wenn er sich nach einer Massage sehnt, dann buche ich diese. Aber ich kämpfe nicht gegen jede Rolle, jede Falte, jeden Pickel. Ich bleibe morgens gerne so lange wie möglich im Bett und freue mich, dass das ENDLICH wieder möglich ist, jetzt, wo die Kids größer sind.



Und wieder dem nächsten heißen Hype hinterher: Puh, mir ist das alles zu anstrgend



Meine Freundinnen, die sich nur nur flüssig oder weizenfrei ernähren, sagen: „Ich mach das nur für mich. Ich hab mich noch nie so fit gefühlt.“



Ja, ich fühle mich nicht immer fit. Weil ichs nicht bin. Weil ich abends zu lange mit einer Freundin telefoniert habe oder das letzte Glas Wein zu viel war. Aber das sind dann meisten die Momente, bei denen ich sage: „Ich mach das für mich. Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht/so ein tolles Gespräch geführt.“ Sollte es in unserem Leben nicht viel viel mehr genau darum gehen?



Dieser Gastbeitrag stammt von unserer Leserin Pia. Sie ist 39 Jahre alt, lebt in Berlin und hat zwei Kinder.
               
Selbst-Optimierung zwischen Saftkur und Pilates: Ich mach da nicht mit! |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sexy-mama-wie-sich-frauen-heute-zwischen-kinderstress-und-fuckability-zwang-aufreiben-muessen
         Ihr Lieben, es wird ja heute viel gesprochen über die etlichen Anforderungen an Mütter. Sie sollen möglichst super kochen, toll basteln, geduldig sein, dabei noch Karriere machen, Zeit für ihre Freunde und Hobbys haben UND dabei bitte noch gut aussehen. Das ist natürlich Quatsch und vielleicht sollten wir darüber einfach müde lächeln, aber wer kann sich schon von all dem gänzlich freimachen? Na eben!
Katja Grach, die sich als ausgebildete Sexualpädagogin schon in ihrem Blog Krachbumm viel mit dem Thema Elternsex und Fuckability-Zwang von Müttern auseinandersetzt, hat nun ein Buch zum Thema geschrieben: Die MILFmädchenrechnung (Affiliate Link). MILF, das heißt übersetzt: Mother I´d like to fuck.
Im Buch geht es um den Begriff der MILF als kulturelles Gütezeichen, aber eben auch ganz praktisch darum, wo sich Grenzen zwischen Pop- und Pornokultur vermischen – und wo für Frauen heute gesellschaftlicher Zwang beginnt und persönliche Freiheit endet. Wir hatten dazu ein paar Fragen an sie.
 
















 
Katja, du bist Sexualpädagogin und hast ein Buch darüber geschrieben, wie sich Frauen heute zwischen "Fuckability-Zwang und Kinderstress" aufreiben. Wie kamst du auf die Idee?














Gute Frage. Auf den Titel kam eigentlich mein Literaturagent und ich dachte mir nur: DAS schreib ich! Aber viel vorher hatte ich schon eine Masterarbeit über die Kulturgeschichte der "bösen" Mädchen geschrieben, in der ganz viel vom Siegeszug der Fuckability steckte. Gleichzeitig hab ich mich als frischgebackene Mutter von unglaublich vielen Erwartungen an meine Mutterrolle bombardiert gefühlt, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Und irgendwie fanden diese beiden Stränge dann immer mehr in der medialen Inszenierung der MILF zusammen.















 
Was meinst du denn damit konkret, wenn du sagst, auch Mütter müssten heute "fuckable" sein?













Es ist auffällig, dass die Mutter, die kultur- und religionsgeschichtlich als asexuelles Wesen galt und immer so einen Gegenpol darstellte ("Alles Schlampen außer Mutti") seit gut 10 Jahren als eines der beliebtesten Porno-Genres herumgeistert. Gleichzeitig wird medial fleißig darüber diskutiert, wer wie lange gebraucht hat, den Babyspeck der Schwangerschaft wieder wegzubekommen. An den Geburten von Herzogin Kate und ihren Fotoshootings danach, lässt sich das gut nachvollziehen. Im Zeitalter der Selbstoptimierung macht der Druck fit, gesund, leistungsfähig, durchorganisiert und sexuell attraktiv zu sein auch nicht mehr vor Müttern halt. Abgesehen davon spielt die Schönheitsindustrie mit unseren Unsicherheiten bzgl. unserer sich ständig verändernden Körper. Insofern sind Mütter eine große Zielgruppe.















 
Hast du selbst auch das Gefühl, eine MILF (Mother I´d like tu fuck") sein zu müssen?













Jein. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich meinen Körper so wie er ist sieben Tage die Woche toll finde und nichts dran ändern würde. Aber mittlerweile habe ich mir eine Haltung erarbeitet (die meistens für mich funktioniert), dass die Gesellschaft lernen muss, dass es auch Menschen mit Körpern wie meinem gibt und ich es niemandem schulde, etwaiges Bauchfett zu kaschieren. Wenn ich Lust habe mich sexy zu stylen, dann mach ich das. Wenn ich keinen Bock drauf hab, dann müssen andere auch mit der unbearbeiteten Version von mir leben. Menschen sind vielfältig. Das darf gesehen werden.
 Aber was mir persönlich schräg aufgefallen ist, dass ich just in dem Moment, ab dem der Babybauch wuchs, nicht mehr in der Art und Weise von Männern auf der Straße wahrgenommen wurde wie vor der Schwangerschaft. Als wär ich plötzlich unsichtbar. Und dann, als das Kind draußen war, stellte sich das wieder um und ich spürte wieder die Blicke. Und gerade in dem Moment, wo dein Busen durchs Stillen total verändert ist und deine Bauchdecke plötzlich ganz anders aussieht, wünscht du dir natürlich, nicht wie eine ausrangierte Milchstation auszusehen sondern wie ein heißer Photoshop-Feger, der dir aus Instagram entgegen lacht.















 
Ist das denn generell wirklich ein Status, den es heute zu erreichen gilt?













Ich glaube, es ist eher ein Status, den es nicht zu verlieren gilt. Gerade durch diesen gesellschaftlichen Trend, der uns suggeriert, dass alles machbar und schaffbar ist, dass du nur ein paar Blogposts mit zehn Tricks zu einem tollen Hintern, mehr Happyness und einer besseren Work-Life-Balance lesen musst und deinen Smoothie morgens nach dem Sonnengruß trinken brauchst, ist es nur logisch wenn sich diese Machbarkeit auch auf das Thema Sexualität ausweitet. Und das tut es. Das sehe ich als Sexualpädagogin und als aufmerksame Leserin von klassischen Männer- und Frauenzeitschriften, wie sehr der Leistungsgedanke in unsere Schlafzimmer geschlüpft ist. Und das ist auch an dem Druck und der Ablehnung spürbar der in einer unglaublichen Emotionalität sichtbar wird, wenn sich eine Frau im Internet erlaubt, ihre Achselhaare zu zeigen oder wenn über Intimbehaarung "diskutiert" wird. Da gibt es kein "Geschmäcker sind verschieden", sondern unglaublich viele Menschen fühlen sich bemüßigt für andere zu entscheiden, wie diese ihre Körper zu bearbeiten zu haben. So als müssten alle einem gewissen "Standard" entsprechen, um im Falle eines One-Night-Stands keine "bösen" Überraschungen erleben zu müssen. Das ist doch verrückt.















 
Das ist es in der Tat. Offenbar gibt es da ein vorgefertigtes Bild, dem es zu entsprechen gilt… Das gibt es ja auch bei harmloseren Themen. Zum Beispiel bei einem: "Ach, du siehst ja gar nicht aus wie ne Dreifachmutter." Da fragen wir uns schon, welche Bilder Menschen zu Dreifachmüttern im Kopf haben. Was meinst du, woher die Vorurteile kommen?













Einerseits, wie gesagt, hängt da sicherlich vieles im kollektiven Bewusstsein zur asexuellen Mutterfigur. Das ist aber sicherlich auch vermischt mit den Bildern, die wir zu Fruchtbarkeitsgöttinnen im Kopf haben oder zur Venus von Willendorf. Auch in meinem Kopf ist so eine klassische Mutterfigur eine Frau mit einem dicken runden Bauch und großen Brüsten. Im Real Life assoziieren deshalb vermutlich auch viele Mehrfachmütter mit solchen Körperformen oder auch mit dem Gedanken, dass mehr das Häusliche und vermutlich damit nicht mehr das sexuell Aktive im Vordergrund steht. Es wird vergessen, dass Mutter zu sein, eine Rolle ist, ein Verwandtschaftsgrad, und die Person, die diese Rolle ausfüllt, viel komplexer ist und ihre Figur oder ihr Kleidungsstil noch lange nicht auf ein Klischee reduzierbar sind.
 
















 
Ein Satz in deinem Buch heißt: "Eine MILF gebiert und zieht Kinder groß, während sie trotzdem das versaute Luder bleibt, das sie schon immer war. Von "Alles Schlampen außer Mutti" zu "Alles Schlampen, auch Mutti" – wollen wir das?" Wie fällt deine Antwort aus?













Nein, wollen wir nicht. Sowohl die Zuschreibungen und alles was dranhängt an der Schlampe (Hure) als auch der Mutter (Heilige) engt uns ein. Wir sollen alles sein dürfen, was wir wollen. Vor allem wir selbst. In allen Facetten – und wenn's jeden Tag ne andre oder auch immer dieselbe ist. Wir verdienen Respekt und Grenzen des Zumutbaren.















 
Nun habe ich das Gefühl, dass es doch große Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt. Im Babyboom-Viertel Prenzlauer Berg ist es vermutlich etwas anderes als in einem kleinen Dorf im Nirgendwo. Oder meinst du nicht?












Ich bin keine Expertin für den Prenzlauer Berg. Ich lebe in Österreich. Da wäre alles außer Wien im Vergleich mit Berlin quasi Land. Abgesehen davon bin ich ein Dorfkind. Als Sexualpädagogin bin ich in Schulen sowohl dort als auch da unterwegs. Es gibt zwar manchmal Unterschiede, aber der Druck und die Fragen sind überall dieselben. Ich denke, dass ich auch bei Erwachsenen nicht anders. Das Internet hört nicht an der Stadtgrenze auf. Mediale Bilder, die uns Druck machen, Fotofilter am Handy, die uns noch während dem Knipsen die Haut glätten und die Augen vergrößern gibt es dort und da. Meinen Sohn hab ich in einem Krankenhaus im Land zur Welt gebracht. Ob meine Beine da super glatt waren, war mir bei Entbindung ziemlich egal. Als ich aber all die andren Mütter ringsum perfekt gewachst und teils auch noch im fancy Negliee im Zimmer sitzen saß, war ich ziemlich irritiert.















 
              In deinem Blog Krachbumm schreibst du ja auch viel über elterliche Sexualität. Wo siehst du die größten Herausforderungen?











Müdigkeit, Zeit, Gelegenheit, Elternthemen. Ich lebe vom Vater meines Kindes getrennt und wir teilen uns die Elternzeit auf. Das ist ein unglaublicher Luxus für mein Beziehungsleben. Viele Konflikte, die sich durch einen gemeinsamen Haushalt und gemeinsame Obhut der Kinder ergeben, habe ich in dieser Form nicht mehr. Die Mischung aus Zeitmangel und Müdigkeit finde ich bei Eltern wirklich eine große Herausforderung und viele stellen ihre eigenen Bedürfnisse und die als Paar viel zu weit zurück. Aber es ist auch verrückt. In Babyratgebern steht alles Mögliche, wie das Kind im ersten Jahr gut begleitet werden soll, aber die Beziehung der Eltern, die soll einfach so per Zauberhand gelingen. Dabei ist das ja eine komplette Umstellung der Lebensrealität. Gleichzeitig fehlt mir in Beziehungs- und Sexratgebern der Bezug auf die Lebensrealität der Eltern. Kein Wunder, dass es ein Wort wie "Elternsex" gibt. Es muss schon was ganz Exotisches sein, wenn das Thema überall, wo es Platz haben sollte, einfach vergessen wird.














 
             Hast du Tipps für Paare, bei denen durch die Kinder die Leidenschaft ein bisschen eingeschlafen ist?










Das ist eine gefährliche Frage, weil es kein Patentrezept für jede Art von Beziehung gibt und manchen Paaren passt das auch so. Die Verknüpfung von sexueller Leidenschaft, romantischer Liebe und Familienleben ist historisch etwas total Neues. Das gab es mit diesem Anspruch noch nie vorher in der Geschichte. Das waren drei total unterschiedliche Konzepte. Insofern denke ich, müssen wir auch nicht so streng mit uns selbst sein. Außer natürlich, es ist uns wichtig, das Feuer wieder zum Lodern zu bringen. Grundsätzlich würde ich dafür vor allem bewusste fixe Zeitfenster empfehlen, um sich wieder einmal als Paar zu erleben. Sich diese Zeit zu nehmen und nicht darauf zu verzichten, weil irgendwas anderes wieder "wichtiger" ist, ist gar nicht so leicht. Aber wenn eine Beziehung leben soll, muss man ihr auch Platz zum Leben einräumen. Und sonst: TedTalks von Esther Perel. Empfehle ich uneingeschränkt.
 
 
               
Sexy Mama? Wie sich Frauen heute zwischen Kinderstress und Fuckability-Zwang aufreiben (müssen) | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sicher-durch-die-dunkle-jahreszeit-gewinnt-leuchten-von-sigma
       
Ihr Lieben, wir stecken mitten drin in der dunklen Jahreszeit. Leider leider heißt Winter bei uns ja eher: Grau und schmuddelig und nicht: weiß und weihnachtlich. 



In Berlin geht derzeit noch vor 16 Uhr die Sonne unter – langsam aber sicher werden zwar die Tage länger, aber bis es bis spät abends hell ist, wird es noch einige Zeit dauern. 



Ich habe Kinder, die gerne und viel draußen unterwegs sind. Gerade jetzt in den Ferien machen wir lange Spaziergänge und Radtouren. Da wir nahe am Grunewald wohnen, geht mein Mann oft mit den Größeren auf Mountainbike-Touren, sie nehmen Picknick mit und fahren kreuz und quer durch den Wald. 



Aber Ihr kennt das sicherlich auch: Gerade ist es noch hell und man denkt sich, man hat ja noch etwas Zeit, radelt noch ein bisschen weiter – und innerhalb der nächsten viertel Stunde ist es dunkel. Dass unsere Kinder und wir sicher auf den Rädern unterwegs sind, hat für uns absolute Priorität. Daher sind neben Helmen auch gute Lichter Pflicht. Auch, weil die Berliner nicht gerade bekannt sind für ihre rücksichtsvolle Art im Straßenverkehr. 



Ich möchte Euch heute von Herzen die Fahrrad-Leuchten von Sigma empfehlen. Ganz neu gibt es nun die Aura 30, die ideale Leuchte für Kinder. Die Frontleuchte ist relativ klein, hat aber eine Leuchtweite von 40 Metern und eine Leuchtdauer von 15 Stunden. Da sie so kompakt ist, passt sie an jeden noch so kleinen Fahrrad-Lenker (wichtig für uns, wenn unsere Kleinste ist mit ihren 4 Jahren auch schon eine fleißige Radlerin). 







Die passende Rückleuchte Curve hat eine Brenndauer von 29 Stunden und die Reichweite von 400 Metern sorgt für Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr. Die Rückleuchte verfügt über einen Batterieindikator, der zuverlässig anzeigt, wenn die Power der Batterien zur Neige geht. Alle Lichter verfügen natürlich über eine StVZO-Zulassung.







Für uns ideal: Die Lampen lassen sich alle ohne Werkzeug anbringen. Durch die flexiblen Silikonbänder sind die ruckzuck und kinderleicht an-und abgemacht. Das ist besonders für Familien mit mehreren Kindern wichtig, falls die Lampen geteilt werden sollen oder wenn Kinder mehr als ein Gefährt haben. Wir benutzen die Lampen jetzt übrigens auch als Taschenlampen-Ersatz, wenn wir abends nochmal um den Block gehen, um die Kinder auszulüften. 



Für alle, die es noch eine Spur heller brauchen, gibt es die Aura 60, eine wiederaufladbare Fahrradleuchte, mit einer Leuchtweite von 70 Metern. An der Frontleuchte gibt es sogar noch kleine Seitenleuchten, um noch auffälliger zu sein. Die Aura 60 hat sich direkt mein Mann geschnappt, der leider auf einer vielbefahrenen Straße zur Arbeit radeln muss….



Die Leuchten von Sigma verfügen natürlich über eine StVZO-Zulassung und sind regelmäßig Testsieger bei Stiftung Warentest. Perfekt also für alle, deren Schulkinder morgens zur Schule radeln oder am späten Nachmittag von Freunden zurück fahren (gerade ist ja alles ein bisschen anders, aber wir sind uns sicher, dass wir auf bessere Zeiten hinsteuern…)



Und weil wir so überzeugt sind,  freuen wir uns ganz besonders, dass wir drei Sigma-Produkt-Pakete an Euch verlosen dürfen. Kommentiert uns hier einfach, warum Ihr die Leuchten unbedingt braucht. Das Los entscheidet dann. Viel Glück! (Hier nochmal mehr Infos zu den Leuchten: https://www.sigmasport.com/de/produkte/licht-systeme?)




               
Sicher durch die dunkle Jahreszeit: Gewinnt Leuchten von Sigma |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sie-kloppen-sich-schon-wieder-warum-sich-manche-geschwister-einfach-nicht-leiden-koennen
       
Ihr Lieben, ihr kennt sie ja sicherlich alle, die Sterne am Elternfirmament: Katja Seide und Danielle Graf, die zwei Frauen hinter „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“, die einer ganzen Müttergeneration aus der Seele sprechen. „Ich hoffe, Danielle und Katja wissen, wie vielen Kindern sie bereits bessere Eltern ermöglichen“, schrieb Ebenfalls-Bestseller-Autorin Rike Drust von Muttergefühle.Gesamtausgabe* über sie. Und hat recht!



Über 400.000 Exemplare ihrer ersten zwei Bücher zum entspannten Weg durch die Trotzphase* und zum gelassenen Durchkommen durch die Kinderjahre zwischen dem 5. und dem 10. Geburtstag* gingen über den Ladentisch. Drei Jahre lang standen sie auf der Spiegel Bestsellerliste. Kein Wunder, dass ihre Fans auf ihr neues Buch warten – und nun ist es endlich, endlich da. Und dann auch noch zu einem Thema, das uns selbst so sehr beschäftigt: Ein Geschwisterbuch (Alle Links hier: Affiliate Links)!



Danielle Graf und Katja Seide.



Ihr Lieben, fallen wir mal direkt mit der Tür ins Haus: Gibt es Geschwisterkinder, die sich wirklich einfach nicht mögen?



Es gibt durchaus Kinder, bei denen die natürliche Kompatibilität nicht harmoniert. Darauf haben Eltern auch keinen Einfluss. Das ist aber eher selten. Vielmehr steckt hinter Geschwisterkindern, die sich scheinbar nicht leiden können oder die häufig streiten oft eine nicht gut begleitete nachgeburtliche Geschwisterkrise.



Das heißt, das oder die Erstgeborene/n werden mit ihren widersprüchlichen Gefühlen im ersten Jahr nach der Geburt des Geschwisterkindes zu stark allein gelassen. Das passiert vor allem, weil Eltern häufig nicht klar ist, wie einschneidend so eine Geburt für die Geschwister sein kann. Denn das Baby nimmt unseren Erstgeborenen ja ziemlich viel weg. Auf jeden Fall Aufmerksamkeit und Zeit der Eltern.



Es fühlt sich ein bisschen so an, als würden die Eltern das ältere Kind mit dem Baby betrügen. Und jeder, der selbst schon einmal von einem Liebespartner betrogen wurde, weiß, wie wertlos man sich plötzlich fühlt. So, als wäre man all die Jahre nicht „genug“ gewesen. Jemand, der gerade betrogen wurde, versucht vielleicht zunächst, sich besonders anzustrengen. Besonders attraktiv zu sein, unterhaltsam, entspannt, um den Partner oder die Partnerin zurückzugewinnen. Das machen unsere Erstgeborenen auch.



Sie sind leise, lieb und versuchen, sich zurückzunehmen, oder besonders herzig zu sein, um die Liebe der Eltern zurückzugewinnen. Doch das halten sie nicht lange durch, und dann kommen häufig negative Verhaltensweisen hinzu. Sie werden aggressiv dem Baby oder den Eltern gegenüber, oder tun so, als wären sie selbst noch ein Baby, oder sie zerstören Dinge, um die Aufmerksamkeit der Eltern zurückzugewinnen. Das kennt man auch von betrogenen Erwachsenen – irgendwann bricht es aus einem heraus und man sendet fiese Spitzen in Richtung des Partners oder der Partnerin, obwohl man weiß, dass man sie damit verletzt und vielleicht sogar in die Arme des Nebenbuhlers oder der Nebenbuhlerin treibt.



Aber kann man den Drang, zu verletzen, wie man selbst verletzt wurde, unterdrücken? Nein. Es platzt einfach aus einem heraus. Nun, so geht es auch unseren Kindern. Und deshalb sollten die Eltern diese negativen Verhaltensweisen in der nachgeburtlichen Geschwisterkrise auch nicht bestrafen. Sie sollten nachsichtig sein. Ihr Kind hat ein gebrochenes Herz.



Der Schlüssel zum Glück könnte Zuhören heißen. Hört euren Kindern zu, wenn sie sich über ihr Geschwisterchen aufregen. Wiederholt ruhig, worüber sie sich beschweren, zeigt Interesse. Das ist eine Taktik, die ich aus eurem Buch entnehme. Was genau bringt sie?



Das, was du da beschreibst, nennt sich Aktives Zuhören nach Thomas Gordon. Kinder müssen wissen, dass auch ihre dunkelsten Wünsche ausgesprochen werden dürfen, ohne dafür von den Eltern verbal eins mit der moralischen Keule übergebraten zu bekommen. Beim Aktiven Zuhören bemühen sich die Eltern, nicht mit typischen Phrasen zu antworten. Wenn das Kind also z.B. sagt: „Ich hasse mein Geschwister!“, dann würden die Eltern statt des typischen „Ach, das sagst du jetzt, aber morgen seid ihr wieder dicke Freunde…“ eher antworten mit „Wow, das klingt, als könntest du ihn gerade echt nicht leiden?“.



Die typische Antwort ist nämlich ein klassischer Gesprächsabschneider. Man sagt damit aus: „Ich glaube nicht, dass deine Gefühle so sind“ und damit signalisiert man dem Kind, das man nicht daran interessiert ist, mehr zu hören. Beim Aktiven Zuhören versucht man, die Aussagen des Kindes neutral zu übersetzen. Wirklich ohne Wertung, selbst, wenn das Kind schockierende Aussagen macht. So bleibt man einerseits im Gespräch, und andererseits erkennt das Kind selbst, was sein Problem ist und wie die Lösung aussehen könnte. Das ist der Zauber des Aktiven Zuhörens – ich kann das echt jedem empfehlen.



Im Durchschnitt streiten drei- bis siebenjährige Geschwister alle 17 Minuten miteinander, scheibt ihr. Nun bin ich eine sehr mitfühlende Mama und ich kann nicht gut Streit aushalten. Besonders nicht, wenn dann eines meiner Kinder verletzt wird. Wie können wir damit umgehen (wirklich nachher beide umarmen?)?



Es ist wichtig, unterscheiden zu lernen, was für eine Art Streit deine Kinder gerade miteinander haben. Es gibt nämlich Streite, die sind total wichtig, um soziales Miteinander zu lernen und zu erkennen, wann man zu weit gegangen ist, wann man den anderen mit Worten oder Taten verletzt hat. Da wäre es kontraproduktiv, einzugreifen, denn dann würden wir unseren Kindern diese Lernchance nehmen.



Wir haben deshalb im Buch viele, viele Seiten dem Thema Streit gewidmet – worum der Streit augenscheinlich geht, was wirklich meist dahintersteckt, und wie Eltern reagieren sollten. Wir haben sogar ein Fließdiagram erstellt, an welchem Eltern innerhalb von Minuten abchecken können, ob sie eingreifen müssen, oder nicht. Wenn deine Kinder viel körperlich streiten, dann musst du zunächst schauen, ob es ein langfristiges Ungleichgewicht bezüglich der Kräfteverteilung gibt. Ist ein Kind immerzu der oder die Schwächere, müssen Eltern selbstverständlich die Streite moderieren. In anderen Fällen nicht unbedingt. Doch sobald einer oder beide weinen, sollte man Trost anbieten. Auch dem Kind, das gehauen hat!



Geschwister in „Täter“ und „Opfer“ zu unterteilen, und nur das vermeintliche Opfer zu trösten, schadet nur der Geschwisterbeziehung. Wir wissen nie genau, wer angefangen hat, oder was vorher vorgefallen ist etc., dementsprechend sollten wir nicht versuchen, den Schiedsrichter zu spielen. Das kann nur schief gehen. Ein Kind fühlt sich dann mindestens unverstanden und ungerecht behandelt. Und an wem wird es das auslassen? Genau, am Geschwister. Lassen wir das Urteilen also, und nehmen nach dem Streit lieber beide Kinder in den Arm.



Woher kommt eigentlich dieses „Ich kann das aber besser, ich bau aber höhere Türme“? Geht es da um Liebe? Um Anerkennung der Eltern? Und warum kommt dann bei ihnen nicht an, wenn wir sagen: Hey, egal wie groß der Turm ist, den du baust, du bist wunderbar und toll? Oder kommt das auf Dauer doch irgendwie bei den Kindern an?



Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Oft beginnt das „Ich bin der Erste, Schnellste, Beste“ in der nachgeburtlichen Geschwisterkrise. Es ist eine Strategie der Psyche, mit der sie das angeknackste Selbstwertgefühl des Erstgeborenen zu stabilisieren versucht. Leider wird das häufig auch noch von außen verstärkt, wenn gut meinende Eltern, Großeltern oder Bekannte versuchen, dem Kind das Baby schmackhaft zu machen, indem sie Vergleiche à la „Du bist schon ein großes Kind und kannst das ganz toll!  Das Baby kann ja noch gar nichts…“ anstellen.



Das soll das große Kind eigentlich stolz auf sich selbst machen und sein Selbstwert und Selbstbewusstsein verbessern, aber eigentlich erreichen solche Bemerkungen nur, dass von Anfang an eine Konkurrenz zwischen den Kindern forciert wird. Das große Kind nimmt aus solchen Worten die unterschwellige Aussage mit, dass es irgendwie wichtig scheint, dass es in allem besser als das kleine Geschwister ist. So wird die Grundlage für eine lebenslange Konkurrenz geschaffen.



Das Geschwisterbuch, das schon vor dem Erscheinungstermin in die zweite Auflage ging.



Später kann so eine unterschwellige Konkurrenz auch einfach so auftreten. Das hat dann viel mit der elterlichen Ressource „Aufmerksamkeit“ zu tun. Eltern haben unendlich viel Liebe für alle Kinder übrig, aber leider nicht unendlich viel Zeit und Kraft für Aufmerksamkeit. Und dann versuchen Kinder manchmal, sich diese Aufmerksamkeit durch besondere Leistungen zu sichern: „Ich bin die Beste in Mathe!“ „Ich kann die höchsten Türme bauen!“ „Ich bin besonders brav und liebreizend!“. Das sollten Eltern im Auge behalten.



Ein bisschen Konkurrenz spornt an, aber zu viel davon macht krank und drückt die Kinder auch zu stark in Nischen. Denn wenn ich immer die Brave und Liebreizende bin, was wird dann aus meinen anderen Charakteranteilen? Was wird mit meiner Wut, meiner Kraft, meinem Egoismus? Oder was passiert, wenn ich mich immer darüber definiere, dass ich ein Genie in Mathe bin, und dann macht es bei meiner Schwester Klick im Gehirn und sie ist plötzlich genauso gut oder sogar besser als ich?



Wie können wir denn Vergleiche vermeiden? Ich denke da zum Beispiel an unsere Zwillinge, die dann ihre Zeugnisse nebeneinanderlegen, was immer zu wahnsinnigem Frust führt…



Es gibt ein paar Kniffe für den Alltag, den Eltern beachten können und die wir sehr ausführlich im Buch ausgearbeitet haben. Zunächst einmal sollten Eltern natürlich vermeiden, selbst zu vergleichen oder ihre Kinder in Nischen zu drücken. Dieses klassische „Dein Bruder ist immer so positiv und hat so viele Freunde, nimm dir doch mal ein Beispiel an ihm!“ sollte uns Eltern nicht mehr über die Lippen kommen.



Erstens hat noch kein Kind angefangen, fröhlicher zu sein oder mehr Freundschaften zu schließen, weil das Geschwister das so gut macht und zweitens könnte es sein, dass das Kind aus der Aussage herausliest, dass es nicht genügt. Dass wir es lieber hätten, wenn es anders wäre. Wir wollen doch aber all unsere Kinder bedingungslos lieben!



Auch das klassische „Wettbewerb als Erziehungsmittel“ hat heutzutage ausgedient. Es mag für kurze Zeit den Alltag erleichtern, wenn man als Eltern darauf zurückgreift, morgens zu rufen „Wer von euch ist als Erster angezogen?“, die Langzeitfolgen sind aber unangenehm – nämlich permanenter Wettbewerb zwischen den Geschwistern und demzufolge oft Streit und Frust. Also lieber andere Taktiken suchen, morgens schnell los zu kommen.



Das Gleiche gilt fürs Abzählen von Dingen: Es mag im stressigen Alltag zunächst einfacher erscheinen, die Cornflakes morgens abzuzählen, damit alle Kinder genau gleich viel haben und Streit darum vermieden wird. Ich verstehe total gut, dass Eltern das tun. Aber letztendlich suggeriert es den Kindern, dass Cornflakes, Legosteine oder der Füllstand des Cola-Glases tatsächlich wert sind, umkämpft zu werden. Und dann wird man für sehr, sehr, lange Zeit des lieben Friends willen als Elternteil Dinge abzählen müssen.



Stattdessen sollten wir gleich am Anfang klar machen, dass wir bei solchem Pillepalle nicht auf absolute Gerechtigkeit achten können, sondern auf individuelle Bedürfnisse: „Es ist egal, wie viele Cornflakes dein Bruder in seiner Schüssel hat. Iss erstmal deine auf. Hast du danach noch Hunger, bekommst du gerne mehr.“ Das führt am Anfang zu Geschrei, das stimmt, aber es ist es wert, Stellung zu beziehen, weil man damit eben sofort klar macht, dass Gleichbehandlung nicht automatisch Gerechtigkeit ist.



Mit Zwillingen hast du es natürlich etwas schwerer, weil Kinder, die sich alterstechnisch nah sind, besonders oft in Konkurrenz gehen. Da muss man noch stärker darauf achten, nicht zu vergleichen und man muss ihnen die Gelegenheit geben, sich abseits vom Geschwister entwickeln zu können. Verschiedene Klassen, verschiedene Vereine usw. helfen dabei ein wenig. Und eben die Grundhaltung in der Familie, dass es immer um Bedürfnisse geht und Bedürfnisse individuell sind.



Ihr schreibt im Buch von einem 15jährigen, der seine 12jährige Schwester wirklich hasst. Er hasst wie sie geht, wie sie steht, ja, sogar wie sie atmet. Und teilt ihr das auch mit. Wie kann die Mutter hier reagieren?



Echter Geschwisterhass entsteht nicht von heute auf morgen. Hass entsteht aus verfaulten Gefühlen, aus verfaulter Liebe und aus Eifersucht. Die Mutter in unserem Beispiel hat ihren Sohn vor zwölf Jahren in der nachgeburtlichen Geschwisterkrise nicht aufgefangen. Sie dachte, sie müsse streng zu dem Kleinen sein, weil er ungebührliches Verhalten zeigte. Er war ja erst drei Jahre alt, aber sie dachte eben, wenn sie nicht schon jetzt mit Strenge darauf reagiert, wenn er Spielzeuge kaputt macht oder die Wand anmalt, dann würde das dazu führen, dass er auch später nicht auf sie hört. Aber er zeigte diese Verhaltensweisen natürlich aus Traurigkeit und Eifersucht. Das wurde durch die „logischen Konsequenzen“, auf die seine Eltern bestanden, nicht besser. Er fühlte sich eher noch stärker abgelehnt.



Seine Eltern haben ihn natürlich sehr wohl geliebt und all die Strafen waren eher zu seinem Besten gedacht. Ihnen war nicht klar, dass sie so die Beziehung zu ihm und vor allem die Beziehung zwischen ihm und seiner Babyschwester nachhaltig störten. So blieb also die Schwester sein Leben lang ein Dorn in seinem Auge und er fing an, alles an ihr unerträglich zu finden und ihr das immer wieder zu zeigen. Kurz, dieser Stachel in seinem Herzen brachte ihn dazu, sie zu mobben. Und das dürfen Eltern, bei allem Verständnis für den Grund, nicht zulassen.



Deshalb haben wir in unserem Buch nicht nur Fragen herausgearbeitet mit denen Eltern eruieren können, ob es sich bei dem permanenten Streit zwischen ihren Kindern um Geschwisterhass handelt, sondern auch klare Handlungsanweisungen gegeben, wie man beziehungsorientiert, aber tough gegen Mobbing vorgeht. Das ist nicht ganz leicht, weil man ein Unterstützernetz braucht und mit seinen Schwierigkeiten innerhalb der Familie quasi an die Öffentlichkeit muss, aber es ist extrem wichtig. Nicht nur für das gemobbte Kind, sondern auch für das mobbende.



Ihr beiden, vielen Dank für dieses Interview!



Baby ist da. Ein Pappbilderbuch für Kinder, die ein Geschwisterchen bekommen.



Zu guter Letzt: Danielle und Katja haben neben dem Geschwisterbuch zeitgleich auch noch ein Kinderbuch mit herausgebracht, in dem es um die Entthronung des großen Geschwisters geht: Baby ist da. Die Zeichnungen sind so wunderbar echt, mit Chaos ums Familienbett herum und eben genauso wie es eben in den meisten Familien mit zwei Kindern aussieht. Dazu ist nicht klar, ob das Kind, um das es geht, ein Mädchen oder Junge ist, es heißt einfach Toni und so können sich wirklich alle Kinder mit der Hauptfigur identifizieren. Wir können euch auch dieses Buch einfach nur ans Herz legen, weil es so toll ist, dass wir wünschten, wir hätten es selbst geschrieben. Danke Danielle und Katja für eure so wertvolle Arbeit für Familien – und insbesondere für die Kinder, denn die profitieren wohl am meisten von euren immer praxisnahen und hilfreichen Ratschlägen und Tipps.
               
Geschwisterbuch: Danielle Graf und Katja Seide mit Lösungen für Konflikte
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/silvester-feuerwerk-fuers-leben-eine-letzte-gute-tat-in-diesem-jahr-fuer-die-dkms
         Ihr Lieben, nun melden wir uns doch nochmal ganz kurz aus dem Blog-Urlaub zurück – und zwar für eine richtig gute Sache.
Es geht um Silvester! Wenn wir zum Jahreswechsel auf unserer Wiese stehen, dann blicken wir auf einen dicht bewohnten Berg und uns wird ein buntes, farbiges Panorama geliefert. Es knallt, es leuchtet, es ist jedes Mal wieder unvergleichlich. Alle feiern in diesem Moment. Und ich liebe das. Es hat wirklich etwas von einem Abschied UND vorn einem Neuanfang. Ich mag diese aufgeladene Stimmung und dieses Gefühl, das sich wie eine Gänsehaut über den ganzen Körper legt. Was war im letzten Jahr los? Was wird das nächste Jahr wohl bringen?
In dieser Woche wird wieder Silvester-Feuerwerk verkauft, am Sonntag wird geböllert. Im Schnitt gibt jeder Deutsche 37 Euro dafür aus. Das ist mehr, als eine Registrierung bei der Deutschen Knochenmarkspende-Datei kostet – da sind es 35 Euro. Mit diesen 35 Euro können Leben gerettet werden. Denn die DKMS finanziert sich auch über Spenden. Jede einzelne kostet. Es braucht also nicht nur Menschen, die sich selbstregistrieren lassen, sondern vor allem auch Geldgeber. Ob mit einer Spende, mit einer Registrierung – oder beidem. Auf jeden Fall kann damit Menschen geholfen werden, die auf Hilfe angewiesen sind. Wir finden: Da lohnt sich jede Mühe!
Wie wäre es also mit einer letzten guten Tat in diesem Jahr? Wir mögen Feuerwerk, doch das „Feuerwerk fürs Leben“ bedeutet noch so viel mehr. Und deswegen sagen wir: Man muss ja nicht auf Raketen und bunte Lichter verzichten, aber wir wünschen uns, dass mindestens genauso viel Geld gespendet wird wie ins Silvesterfeuerwerk fließt. Daher sind wir gern dabei und freuen uns, wenn ihr es auch seid.“
Hier könnt ihr helfen!
 
               
Silvester-Feuerwerk fürs Leben! Eine letzte gute Tat in diesem Jahr – für die DKMS | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sind-wir-genervt-ja-sind-wir-gluecklich-auf-jeden-fall-milena-ueber-ihren-corona-alltag-mit-5-kindern
       
In der Regel fängt mein Tag wie folgt an. Sanft werde ich von der Morgensonne wachgeküsst. Ich stehe in aller Ruhe auf, schaue auf mein Handy – nur Corona, sonst keine weiteren Nachrichten – wundervoll.



In der Küche wartet der reichlich gedeckte Frühstückstisch auf mich und meine fünf Kinder sitzen Mux-Mäuschen-still mit frisch aufgebackenen Brötchen am Tisch und lassen mich meinen Latte Macchiato genießen, bis sie mir nacheinander und der Reihe nach ihre Tagesziele vortragen. Nach dem Frühstück übernehmen die Großen die Küche und ich kann mich mit meinem Mann beratschlagen, was an Projekten ansteht, während wir nach unserem frisch ausgesäten Rasen schauen. Herrlich, wie er sprießt und die Kinder genau wissen, dass sie im Moment nur über bestimmte Wege ins Trampolin dürfen.



Die kleinen drei Kinder malen in der Zwischenzeit oder spielen mit ihren Autos auf der Couch. Danach gehen die Großen beiden selbstständig zu ihrem Schulalltag über und … AM ARSCH!



Ich bin Milena, 33 Jahre jung, Mama von 5 Jungs im Alter von 1 bis 14 Jahren. Ich habe 2 Schulkinder, 2 Kindergartenkinder und leider noch keinen Betreuungsplatz für unseren Kleinsten bekommen – Selbständigkeit ist „ja keine so richtige Arbeit“.



Apropos Arbeit: mit meinem Mann habe ich eine kleine Medienagentur, bin Country Leader eines Kinder- und Erwachsenenturnkonzeptes „Wobbelturnen“ in mehreren Ländern und „nebenbei“ habe ich in den letzten Jahren noch meine eigene kleine Fitness Marke aufgebaut.



NATÜRLICH sieht mein Morgen keineswegs so aus wie ich ihn oben beschrieben habe.



Unsere Kinder rauben uns viele Nerven und manchmal geben sie auch ein paar davon wieder zurück. Während ich täglich meine Online-Kurse in unserem wegen Corona umgebauten Esszimmer gebe, verbringt mein Mann Zeit mit den Jungs und wenn er an immer wieder neuen kreativen Ideen arbeitet, kümmere ich mich um Haushalt, Homeschooling, rege zum Spielen an und fahre zum Mittagsschläfchen mit dem Kinderwagen die Straße hoch und runter.



Und ganz nebenbei sammle ich Ideen für unsere Social-Media-Accounts und Abends, wenn die Kids schlummern, wird mit Netflix am Laptop gearbeitet. Zwischendurch kochen wir mal zusammen oder wir grillen im Garten und dann geht der Spaß von vorne los.



Corona hat vieles verändert, einiges ist anstrengender geworden, anderes einfacher und unseren Tagesablauf gestalten wir spontan. Sind wir genervt? Ab und zu. Sind wir demotiviert? Nein. Sind wir glücklich? Auf jeden Fall. „Auf jeden Fall“ – Das hat mein Mann vor bald 9 Jahren übrigens auch am Traualtar zu mir gesagt hat, auf die Frage, ob er mich denn heiraten wolle.



Unser chaotisches Wohnzimmer liebe ich genauso wie meine Kinder, die jeden Tag auf „Zerstörungsmission“ in unserem Garten oder im Haus unterwegs sind. Erst gestern haben sie einen Permanent-Marker aus dem Büroschrank stibitzt und siehe da – der Klodeckel eignet sich hervorragend zum Bemalen, wenn kein Blatt Papier in der Nähe liegt. Der Rasen – oder zumindest das was stellenweise vom vielen Fußballspielen noch übrig geblieben ist – hat genauso gelitten, wie Spielzeug, das Trampolin oder der Tiefkühlschrank, der täglich heimlich nach Eis durchsucht wird. Homeschooling läuft mal besser, mal schlechter aber hey es läuft.



Ich liebe meinen Zirkus, meine Affen und mein Glück. Corona ist beruflich und privat eine Herausforderung, lässt uns als Ehepaar noch weiter zusammenrücken und aus jeder Krise können wir stärker hervortreten.



Wir haben neue Perspektiven, neue Ideen und sind in unserem neuen Alltag zusammengewachsen. Davon möchte ich „zurück“ in der Realität vieles beibehalten. Wir vermissen Freunde, Verwandte, Veranstaltungen und auch eine Hochzeit in meinem Heimatland Polen im Sommer steht auf wackeligen Beinen. Meine liebste Oma, die in Polen lebt, ist nicht mehr die Jüngste und ich hoffe, sie übersteht diese gante Zeit und ich darf sie wiedersehen. Wir machen das Beste daraus und hoffen auf baldige Besserung.



Was ich sagen will: Feiert eure Wäscheberge, lasst den Abwasch stehen, legt 2x mehr die Beine hoch, schlaft erschöpft von Abenteuern mit euren Kids ein, drückt und knutscht euren Partner und bleibt positiv. Und wenn gar nichts mehr geht dreht die Musik auf und rockt mit den Kids ab, das weckt Glückshormone. Ich schicke Euch ganz viele virtuelle Umarmungen!
               
Sind wir genervt? Ja! Sind wir glücklich? Auf jeden Fall! Milena über ihren Corona-Alltag mit 5 Kindern |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/skifahren-mit-kindern-10-tipps-fuer-einen-schoenen-winterurlaub
        Ihr Lieben, nichts – aber auch wirklich nichts – rückt meine Welt so zurecht wie ein paar Tage in den Bergen. Ich liebe die Weite, die Stille. Wenn ich auf einer Wiese stehe, die Berggipfel sehe – relativiert sich meine eigene Größe ganz schnell – und mit ihr die Problemchen, über die ich mir viel zu oft Gedanken mache. 
Seit ich denken kann, habe ich Urlaub in den Bergen gemacht. Im Frühling waren wir wandern, Sommer plantschten wir im nahegelegenen Stausee, im Herbst gingen meine geliebten Großeltern mit uns stundenlang durch den Wald auf der Suche nach Pfifferlingen. Und im Winter standen wir den ganzen Tag auf Skiern. Bereits im zwarten Alter von zwei Jahren schnallte mir ein Opa die Ski unter die Füße, denn wer laufen kann, kann auch skifahren, sagte er. 
Ich bin also Wintersport-Fan seit jüngsten Jahren – und so ist es kein Wunder, dass meine beiden Großen auch schon begeisterte Skifahrer sind. Da in Berlin demnächst Skiferien anstehen und viele von Euch nochmal in den Schnee düsen, schreibe ich hier mal 10 Tipps für den Skiurlaub mit Kindern auf: 
1. Anreise: Wir fahren immer nachts. Der Weg ist weit und wenn man Samstag der „Bettenwechsel“ in den Hotels ansteht, staut es sich auf der Autobahn. Deshalb setzen wir die Kinder abends ins Auto und fahren in die Nacht. Klar ist das anstrengend, aber das Gefühl, am nächsten Morgen in den Bergen aufzuwachen und den ganzen Tag vor sich zu haben, ist unbezahlbar. 
2. Im ersten Jahr, als meine Große Skifahren lernen wollte, habe ich selbst den Skilehrer gespielt. Mit der Folge, dass es gekracht hat. Sie beschwerte sich, dass ich nicht gut erkläre, ich war zu ungeduldig -kurz: Es endete in Tränen. Daher mein Rat, die Kinder in einen Skikurs zu geben. Die Lehrer dort sind Profis, tausend mal geduldiger als wir Eltern und die Kinder finden dort schnell Freunde. Was meine Kinder in kurzer Zeit im Kurs gelernt haben, fand ich großartig. Und außerdem beschert so ein Skikurs auch ein paar ruhige Stunden für die Eltern. 
3. In den Jahren, in denen Kinder noch ständig wachsen, hat es eigentlich keinen Sinn, Skier und Skischuhe für Kinder zu kaufen. Daher leihe ich die Ausrüstung vor Ort. Erspart auch jede Menge Gepäck. 
4. In gute Skiklamotten investiere ich dagegen – nichts ist Schlimmer, als wenn Kinder frierend und nass am Berg sind. Ich kaufe alles in Unisex-Farben, so dass die Kinder die Sachen nacheinander auftragen können. Die Kitakinder tragen ihre Schneeanzüge übrigens auch oft hier in Berlin, wenn es richtig kalt ist. 
5. Skifahren ist teuer, das kann man nicht wegdiskutieren. Ausrüstung, Liftkarten – da kommt ganz schön was zusammen. Bei uns schenken die Großeltern immer einen Teil der Skikurse/Liftkarten zu Weihnachten – das finde ich sinnvoller als das 1000ste Spielzeug und entlastet unsere Urlaubskasse. 
6. Viele Skischulen bieten an, die Kinder auch über Mittag zu betreeuen und mit ihnen Mittag zu essen. Was natürlich extra kostet. Daher haben wir – gerade am Anfang – die Kinder für die Mittagspause nach Hause geholt, dort gekocht. Das ist zum einen günstiger und zum anderen können die Kinder sich dann auch nochmal aufs Sofa legen und ausruhen – Skifahren ist nämlich echt anstrengend. 
7. Die meisten Skikurse enden um 15 Uhr – unsere Kinder waren dann immer total groggy. Deshalb die Faustregel: Erstmal nach Hause, was essen, ausruhen. Und dann gegebenfalls nochmal los. Nie direkt nach dem Abholen!
8. Mein Sohn ist eine kleine Pistensau – das hießt, am Liebsten fährt er Schuss. Manchmal kann ich kaum hinschauen, aber ich glaube tatsächlich, dass Kinder beim Skifahren sehr schnell lernen, wie weit und wie schnell sie fahren können. Dazu gehört auch, dass sie den ein oder anderen Sturz verkraften müssen. Das gehört aber dazu und schult die Kinder enorm in ihrer Selbsteinschätzung. Dass Helme Pflicht sind, muss ich wohl nicht extra erwähnen. 
9. Bei der Wahl des Skiortes wäre mir wichtig, dass die Lifte relativ leicht erreichbar sind – sich morgens schon eine Stunde lang in einen überfüllten Skibus zu quetschen, wäre gar nicht meins…
10. Ein gutes Alter für den ersten Skikurs ist 4 Jahre – viele Schischulen nehmen mittlerweile gar keine jüngeren Kinder mehr. Die Skischuhe sind relativ schwer, da müssen die Kinder aussreichend Kraft in den Beinen haben. Im Zweifel würde ich immer ein Jahr länger warten, als das Kind zu früh in einen Skikurs zu geben – so vermeidet man Misserfolge und blöde Einstiegs-Erlebnisse.—–
Bei der Anreise unseres diesjährigen Skiurlaubs über Silvester wurden wir von VOLVO unterstützt. Da wir in Berlin nur ein kleines, sehr altes Auto besitzen, das so eine weite Strecke niemals schaffen würde, durften wir den VOLVO XC 90 testen. Für mich ist es das ideale Auto für eine Familie mit mehreren Kindern, die auf eine weitere Reise gehen möchte. Im Kofferraum lässt sich eine dritte Sitzreihe ausklappen – meine Tochter fand das natürlich mega cool und richtete sich hinten ihr gemütliches Eck ein. Die Mittelreihe ist groß, dass ich Bedarf bequem in der Mitte zwischen zwei Kindersitzen sitze kann. Der Kofferraum ist riesig, wir hatten kein Problem, unser Gepäck für fünf Leute unterzubringen. 
Der Volvo XC 90 ist von innen unglaublich hochwertig, die Lederausstattung sehr schick und das Navigationssystem einfach zu bedienen. Das Auto beschleunigt von o auf 100 in 7,6 Sekunden und verbraucht auf 100 Kilometer zwischen 6,4 und 7,5 Liter. Wir hatten zu jeder Zeit ein extrem hohes Gefühl an Sicherheit, ganz besonders auf den kurvenreichen Bergstraßen und auch, als wir in einen Platzregen auf der Autobahn gekommen sind. Ein besonderes Fahrerlebnis mit sehr sehr viel Komfort auf so langer Strecke.
 
               
Skifahren mit Kindern - 10 Tipps für einen schönen Winterurlaub | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-hat-das-jugendamt-mir-geholfen-leserinnen-erzaehlen
        Ihr Lieben, könnt Ihr Euch noch an unserer Interview mit einer Jugendamtsmitarbeiterin erinnern (HIER der Link). Den Artikel haben wir neulich auf unserer Facebook-Seite nochmal gepostet und gefragt, wer sich auch schon mal Unterstützung vom Jugendamt geholt hat. So viele Mütter haben uns geschrieben und uns ihre Geschichten erzählt. Vielen Dank dafür. Hier kommen ein paar kleine Einblicke in das Leben unserer Leserinnen. 
Liebe Martina, erzähl mal, wann und warum Du Dir Unterstützung vom Jugendamt geholt hast.
Es ging damals um die Unterhaltszahlungen von meinem Ex, das war vor sechs Jahren. Meine Tochter war damals 2,5 Jahre alt und die Scheidung endlich rechtskräfrig. Ich bekam den vorgeschriebenen Unterhalt (ca. 250 Euro) und habe versucht, mit der neuen Situation Fuß umzugehen. Nach gut einem Jahr wurde der Vater meiner Tochter arbeitslos und der Unterhalt wurde herabgesetzt (ca 170 Euro). Da ich keine Energie mehr für Streitereien hatte und ich das riesen Glück hatte, dass meine Eltern mich etwas finanziell unterstützten, stimmte ich der Herabsetzung zu – in der Hoffnung, dass mein Ex schnell wieder einen Job findet. Dem war auch so. Nach einem halben Jahr verkündete mir der Kindesvater, dass er wieder einen Job habe und dass ich wieder mehr Unterhalt bekomme. Das war im Sommer 2014.
Aus eigenem Wunsch (der Job hat ihm nicht zugesagt) hat er das Dienstverhältnis wieder gelöst. Das habe ich durch eine Vorladung beim Bezirksgericht erfahren. Die Rechtspflegerin hat mir geraten, dass ich mich mit dem Jugendamt in Verbindung setze, da die aktuellen Zahlungen schon unter dem Regelbedarfssatz waren. Ich habe damals dem Kindesvater gemailt, dass ich es sehr traurig finde, diese Informationen vom Gericht zu erhalten.
Er hat mir dann vorgeschlagen, eine außergerichtliche Einigung zu treffen und sagte mir 100 Euro im Monat zu. DAS war für mich der Zeitpunkt, an dem ich genug hatte. Vorallem weil ich wusste, dass ER gekündigt hatte (im Wissen kein Arbeitslosengeld zu bekommen) und nicht unverschuldet arbeitslos war. Ich machte also einen Termin beim Jugendamt bei der zuständigen Rechtsberatung aus und übertrug die Rechtsvertretung in Sachen Unterhalt an das Jugendamt.
Da ich die alleinige Sorgerecht habe, war mir das ohne Zustimmung des Kindesvaters möglich. WARUM ich das gemacht habe? Um Energie zu sparen. Und weil ich es meiner Tochter schuldig bin, dass sie bekommt, was ihr zusteht. Ich darf ja gar nicht auf Unterhalt verzichten. Beim ersten Mal habe ich noch "zugesehen", beim zweiten Mal wusste ich, es ändert sich nicht, wenn ich nichts tue. Beim Jugendamt sitzen Profis, die diese Fälle behandeln ohne so emotional zu werden wie ich es werde. Ich bin sehr dankbar, dass es dieses kostenlose Service gibt und dafür zahle ich auch gerne Steuern.
War der Schritt, um Hilfe zu bitten, schwer für Dich?
Nein, die Zeit war einfach reif dafür. 
Wie hast Du die Menschen im Jugendamt erlebt?
Die für mich zuständige Dame war äußerst einfühlsam und freundlich. Schon am Telefon und dann auch beim persönlichen Gespräch. In der Zwischenzeit ist die Akte weitergewandert, ab und zu telefoniere ich noch mit den Sachbearbeitern. Alle sind sehr freundlich. Ich denke aber auch: So wie man in den Wald reinruft, hallt es auch heraus.
Was war die größte Erleichterung, die Dir diese Unterstützung gegeben hat?
Die größte Erleichterung war sicher, dass ich wusste, mein Kind bekommt finanziell, was ihm zusteht. Da der Kindesvater in Deutschland lebt und ich in Österreich, sind die Amtswege etwas komplizierter und langwieriger. Und, wie schon erwähnt, ich muss dafür keine Energie vergeuden. Es gibt keine überraschenden Briefe mit Vorladung vom Gericht, sondern nur Informationen über neue Rechtsbescheide. Ich wollte diese Anspannung nicht weitere 14 Jahre bis zur Volljährigkeit haben, daher bin ich sehr dankbar für diese Hilfe.
Wie ist die Situation mit dem Unterhalt heute?
Ich erhalte regelmäßig den Unterhalt direkt vom Jugendamt, der Kindesvater zahlt regelmäßig. Da er wieder einen Job gefunden hat, haben sich die Zahlungen erhöht, auch aufgrund des fortschreitenden Alters meiner Tochter.
Was würdest Du Frauen raten, die sich noch nicht sicher sind, wie sie das mit dem Unterhalt regeln?
Ich würde ihnen von meiner Erfahrung berichten und ihnen raten, sich gut zu informieren. Es geht um das Recht der Kinder. Und wir Mamas haben genug andere Aufgaben, die wirklich WIR übernehmen sollten. Wenn ich etwas in der Zeit als Alleinerziehende gelernt habe: Man muss auch mal Aufgaben abgeben an Leute, die in den Bereichen qualifizierter sind als man selbst. 
—–
 Liebe Sabrina, wann und warum hast Du Dir damals Unterstützung beim Jugendamt geholt?
Ich habe mir bereits während der Schwangerschaft Hilfe geholt, weil der Kindsvater damals einfach das Land verlassen hat und klar war, dass er sich um alle Pflichten drücken möchte. 
Was das ein schwerer Schritt für Dich?
Ehrlich gesagt nicht. Ich selbst bin Pädagogin und arbeite regelmäßig mit dem Jugendamt zusammen. Ich weiß, dass die Beamten dort eigentlich alle einen guten Job machen. 
Wie hast Du die Sachbearbeiter damals erlebt?
Leider war die erste Sachbearbeiterin schlecht, irgendwie unmotiviert und inkompetent! Dann bekam ein anderer Sachbearbeiter meinen Fall und der hat sich richtig reingehängt. Das war großartig!
Wie ist die Situation mit dem Kindsvater und dem Unterhalt heute?
Dank der Hilfe des Jugendamtes zahlt er heute Unterhalt. Aber er möchte weiterhin keinen Kontakt zu seinem Kind. 
Jugendämter haben oft keinen guten Ruf. Woran könnte das, deiner Meinung nach liegen?
Wie in allen sozialen Berufen sind die Rahmenbedingungen auch im Jugendamt nicht ideal. Es gibt zu wenig Personal. Zudem gibt es bei uns im Kreis gerade auch ganz neue Herausforderungen – das Amt muss sich um die vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kümmern – was ich extrem wichtig finde. Aber das ist natürlich noch mehr Arbei für die Beamten. Für den ein oder anderen ist das vielleicht zu viel. 
—–ZUM WEITERLESEN: Das Jugendamt hat meine Tochter in Obhut genommen
 
               
So hat das Jugendamt mir geholfen - Leserinnen erzählen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-hat-die-geburt-der-kinder-unser-sexleben-veraendert-drei-leserinnen-erzaehlen
        Ihr Lieben, vor ein paar Tagen haben wir hier die Lesefrage von Hanna veröffentlicht. Sie wollte wissen, wann es "normal" ist, nach einer Geburt wieder Sex zu haben. Es gab viele Zuschriften und viele Meinungen. So unterschiedlich wir Mütter sind, so unterschiedlich ist auch die Lust auf Sex. Einige Frauen waren monatelang zu müde und kaputt für Zärtlichkeiten mit dem Partner, einige Frauen hatten schon nach kurzer Zeit wieder Lust. Heute gibt es Teil 1 der Interviews mit einigen unserer Leserinnen zu dem Thema: 
Liebe Ute, wann hattest du das erste Mal nach der Geburt Sex? Und wie war es für dich?
Ganz genau wann weiß ich nicht mehr, es war auf jeden Fall nach dem Wochenfluss. Ich weiß auch noch, dass ich von ärztlicher Seite aus für die ersten 6 Wochen nach der Geburt "Sexverbot" hatte. Ich glaube es war so 8–10 Wochen nach der Geburt.
Wie es war … also rein körperlich war es nicht wirklich gut. Es war ein wenig schmerzhaft und auch ein bisschen seltsam, weil mein Körper sich durch Schwangerschaft, Geburt und Stillen schon auch anders angefühlt hat. Trotzdem habe ich die Nähe und das Begehrtwerden sehr genossen und es war auch ein tolles Gefühl, mich selber zu spüren und mal wieder was "für mich" zu tun. Ich habe meinen Körper damit zurück erobert. Während der Schwangerschaft und des Stillens ist der Körper ja doch sehr fremdbestimmt und irgendwie zweckgebunden an die Versorgung des Kindes. Für mein Gefühl für mich selber war es also sehr wichtig und gut. Und ich war letztendlich sehr froh, dieses "erste Mal" aus dem Weg geräumt zu haben. Danach war es wieder ganz normal, Sex zu haben.
Wie wichtig ist Sex generell in eurer Beziehung?
Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten. Das ändert sich ja auch phasenweise. Am Anfang war es natürlich sehr wichtig und auch sehr häufig. Das hat sich dann mit den Jahren etwas beruhigt. Wichtig finde ich nach wie vor, dass es für beide Seiten zufriedenstellend ist und wir Spaß dran haben. Grundsätzlich mögen wir beide sehr gerne Sex.
Kannst du dir vorstellen, Monate oder gar Jahre ohne Sex zu leben?
Ja. Zum einen hatte ich solche Phasen schon (innerhalb und außerhalb einer Partnerschaft) und zum anderen finde ich es ganz normal. Es gibt ja auch Situationen (Krankheiten, seelisches Ungleichgewicht etc.) in denen man vielleicht Rücksicht nehmen muss, wenn der Partner gerade nicht so will. Solange man drüber sprechen kann und eine Lösung findet, kann eine Partnerschaft das aushalten. Solange man Single ist, ist es meiner Ansicht nach auch eher normal, dass man wenig oder gar keinen Sex hat. Und hey, es gibt auch wirklich tolle Spielzeuge, man braucht nicht immer unbedingt einen Partner .
Warum haben Frauen oft weniger Lust als Männer?
Ich halte das für ein Klischee. Ich selber kenne das nicht so. Mittlerweile denke ich, dass es einfach Menschen gibt, die mehr Spaß am Sex haben und andere, denen das nicht so wichtig ist. (Und es ändert sich wirklich auch im Laufe des Lebens.) Was meiner Meinung nach eher stimmt, ist, dass Frauen oft mehr Probleme (als Männer) damit haben, wirklich für sie befriedigenden Sex zu haben. Sei es, weil sie sich nicht wohl in ihrem Körper fühlen (Stichwort Schlankheitswahn) oder sei es, weil sie sich nicht so leicht fallen lassen können. Viele Mädchen werden ja z. B. auch so erzogen, dass Sex ein Tabu ist und man das nur macht, weil der Mann das will. Dazu kommt, dass Frauen einfach auch ein bisschen komplizierter gebaut sind und es vielleicht nicht ganz so selbstverständlich ist, Spaß am Sex zu haben. Viele Frauen können nur schwer zum Höhepunkt kommen, Männer tun sich da leichter. Und scheinbar ist es für viele immer noch ein Problem, zu kommunizieren, was ihnen gefällt oder was sie brauchen. Viele Frauen wissen es glaube ich auch selber gar nicht.
Hast du einen guten Tipp für mehr Lust?
Also was mir (und uns) immer gut tut, ist, Zeit als Paar zu verbringen, in der man sich wirklich um die Beziehung kümmert. Essen gehen, Kino, Therme, die klassischen Date-Unternehmungen. Oder ein Kurzurlaub. Kinderfreie Zeit. Dann kommt man schnell wieder auf eine Ebene, wo man auch Lust aufeinander hat. Ein bisschen Alkohol schadet nie. Letztendlich kann es, glaube ich, keine universellen Tipps geben, weil doch jede(r) sehr unterschiedlich ist. Es könnte auch helfen, lustvolle oder erotische Situationen, die man bereits miteinander erlebt hat, wieder zu visualisieren. Oder einfach mal knutschen. Ich finde, eine Partnerschaft muss auch den Vertrauensrahmen bieten, dass man sagen kann: Du, ich habe grad keine Lust auf Sex, vielleicht kannst du mir helfen, das zu ändern. Und natürlich darf der andere nicht drängeln oder Sex einfordern, das geht gar nicht. Aus Erfahrung kann ich aber auch sagen, dass der Appetit auch mit dem Essen kommt. Vielleicht mehr machen, weniger denken.
Wie hat sich dein Körpergefühl verändert seit du Mutter bist?
Ich habe ein Kind, das per Kaiserschnitt zur Welt kam. Und ich glaube, dass das tatsächlich einen Riesenunterschied für das Körpergefühl macht im Vergleich zu einer normalen Geburt. Das Kinderhaben hat meine Körperwahrnehmung kaum beeinflusst. Mein Körpergefühl hat sich eher dahingehend verändert, dass ich viel milder geworden bin mit mir selber. Ich habe schon immer einige Kilos zuviel gehabt (nur während der Stillzeit war ich echt schön schlank…) und heute sehe ich das nicht mehr so eng. Ich trage z. B. zwar keinen Bikini, aber ich gehe ins Schwimmbad und mache mir da auch keinen Kopf drüber. Ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper – aber ich glaube das hat auch was mit dem Alter und der damit erlangten Reife zu tun. Schön finde ich zum Beispiel, dass Kinder es eigentlich sehr gerne mögen, wenn sie an einem weichen Bauch schwabbeln dürfen. Die sehen das mit ganz anderen Augen und dieser Blick tut einem sehr gut.
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Liebe Jessi, wann hattest Du das erste Mal nach der Geburt wieder Sex? 
Nach etwa 8 Wochen
Und wie war das?
Nicht schön, ich hatte eine Notsectio und hatte deshalb zwar keine klassischen Geburtsverletzungen – aber ich habe nichts beim Sex empfunden
Habt Ihr offen darüber gesprochen, wie sich Eure Bedürfnisse verändert haben?
Meinem Partner habe ich von Anfang an gesagt, wie sich der Sex sich für mich anfühlt und dass ich auch nicht wirklich das Bedürfniss danach habe 
Wie ist Dein Mann mit der Situation umgegangen?
Er hat mir immer Verständnis signalisiert (auch wenn ich mir vorstellen kann, dass er es nicht immer hat/hatte). Man kann ja auch ohne Verkehr zärtlichkeiten austauschen
Auf was führst Du die Lustlosigkeit zurück?
Am Anfang dachte ich, es liegt am Stillen, also an den Hormonen. Aber ich glaube nicht, dass das der Hauptauslöser ist. Der Alltag mit Baby/Kleinkind fordert manchmal soviel von mir, dass ich dann abends  Ruhe ist, nichts mehr hören und nichts mehr sehen möchte. Ich möchte dann einfach mal für mich alleine sein. 
Hast Du Dich deswegen auch mal schlecht/schuldig gefühlt?
Manchmal tat mein Partner mir leid. Aber ich bin der Meinung, dass wir keine Tiere sind und uns einfach mal eine Zeitlang damit arrangieren können sollten.
Wie war Euer Sexleben vor der Geburt?
Wundervoll! Und manchmal finde ich es auch schade, dass der Sex nicht mehr so ist. Aber da hatten wir auch ein ganz anderes Leben. Alles war freier und spontaner.
Glaubst Du, dass eine Ehe auch mit langen Sexflauten funktionieren kann?
Ja, wenn man ehrlich zueinander ist geht das. Und später, wenn wir in Rente sind, können wir die verpassten Liebesstunden alle nachholen.
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Liebe Katja, Du hattest relativ früh nach der Geburt wieder Lust auf Sex – wann genau und wie war das erste Mal? 
Ich habe drei Söhne und hatte relativ schnell wieder Lust auf Sex mit meinem Partner. Jeweils nach 3, 2,5 und nach 2Wochen, obowohl ich alle voll stillte. Das erste Mal war schon komisch, da ja noch etwas Wochenfluss da war, die Brust Milch bildete, die Geburtsverletzung noch vorhanden war und der Körper eben noch sehr weich war. Trotzdem freute ich mich darüber, dass die Bewegung wieder möglich war und der beim Sex störende Bauch weg. 
Wie wichtig ist Sex in Eurer Beziehung generell?
Sex ist in unserer Beziehung sehr wichtig. Schon früher haben wir viel ausprobiert und tun es immer noch, wir sind da sehr offen. In den Schwangerschaften hatten wir ehrlich gesagt sehr wenig Sex. Ich gehöre zwar zu den Frauen, die während der Schwangerschaft eine unbändige Lust haben – aber der Körper einer Schwangeren bringen mein Mann und ich wenig mit Erotik in Verbindung. Schwangersein finde ich nicht sexy oder erotisch sondern eher weiblich, mütterlich, warm, herzhaft, süß. Daher hatten wir sobald der Bauch groß erschien eher wenig bis keinen Sex mehr. Aber ich habe dafür, weil meine Lust so groß war, fast jeden Tag mastubiert und hatte einen Orgasmus, was sogar die Geburt erleichtern soll – denn ein trainierter Muskel arbeitet besser als ein untrainierter. Und die Gebärmutter ist ein Muskel.
Hat sich der Sex durch die Kinder verändert?
Zum Teil. Der Sex ist intensiver geworden und für mich befriedigender. Früher hatte ich das Gefühl, sehr eng zu sein. Nun bin ich zwangsläufig durch drei Geburten etwas weiter geworden. Und ich finde irgendwie je älter man wird, umso mehr entspannter ist der Sex. Das Einzige, was sich geändert hat ist, dass wir durch Arbeit (wir arbeiten beide – er voll, ich dreiviertel), Haushalt und Kinder sehr müde sind und nicht mehr so häufig Sex haben. Aber die Lust und die Offenheit ist immer noch da.
Warum haben so viele Frauen nach den Geburten so wenig Lust?
Das hat wohl viele, unterschiedliche Gründe. Wenn Frauen voll stillen, haben sie genügend Kuschelhormon in sich, dass ihnen die Nähe und das Stillen des Babys völlig ausreiche., Schlafmangel, neue Situation, hormonelle Umstellung führen ebenfalls dazu, dass die Frauen weniger Lust haben. Und für viele Frauen sind auch der Wochenfluss, der weiche, veränderte Körper, die Sorge, dass beim Sex die Nähte der Geburtsverletzungen nicht halten, Faktoren.
Könntest Du Dir vorstellen, mehrere Monate oder gar Jahre auf Sex zu verzichten?
Nein, niemals. Monate vielleicht, wenn ich daran denke, dass wir in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft nur einmal Sex hatten. Aber Jahre? Das ist für mich total unvorstellbar. Sex gehört für mich in einer guten Beziehung dazu.
Viele Frauen haben auch Schwierigkeiten, die körperlichen Veränderungen zu akzeptieren. Kannst Du das verstehen und was möchtest Du diesen Frauen sagen?
Ja, die körperlichen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, sind häufig sehr enorm. Aber nicht bei jeder Frau gleich-  es gibt Frauen, die sehr straffes Bindegewebe haben und nach wenigen Wochen schon wieder annährend ihren alten Körper haben. Und bei vielen anderen sind ganz typisch die Brüste, der Bauch, die Vagina, der Beckenboden, das Bindegewebe /die Haut so verändert, dass es ihnen schwer fällt, ihren Körper so zu akzeptieren. Sie schämen sich dafür – obwohl sie ja nichts dafür können. Sie erleben sich als unattraktiv, trauern ihren alten wohlgeformten Körper hinterher. Das ist sehr hinderlich für guten Sex mit dem Partner. Männer haben wohl meist nicht dieses Problem, können es nicht nachvollziehen.
Ich kann solche Gedanken sehr gut verstehen, da ich selber auch einen sehr veränderten Körper habe. Ich bin zum Beispiel mit meinem Bauch nicht zufrieden- er ist weich geblieben, hat einige Schwangerschaftsstreifen und etwas überschüssige Haut am Unterbauch- für mich manchmal beim Sex auch etwas hemmend- aber je älter ich werde (ich bin 34Jahre) akzeptiere ich mich mehr und mein Mann berührt ihn einfach und mag ihn.
Ich habe drei Kinder geboren, drei mal war mein Bauch maximal gedehnt und diese Leistung ist so unglaublich. Ich kann mich nicht vergleichen mit Frauen, die 10 Jahre jünger sind oder gleich alt und keine Kinder haben. Das was ich getan habe- drei mal Marathon und wieder zurück – muss man mir erstmal nachmachen. Irgendwann muss man sich entscheiden: Möchte ich mich schämen über Jahre, eine schwierige Beziehung, in der Sex einfach wegfällt und es deshalb zu Problemen kommt – oder möchte ich mich einigermaßen akzpetieren, auf guten Sex mit dem Partner nicht verzichten und begreifen, dass es beim Sex völlig egal ist, ob man einen straffen oder einen weichen Bauch, feste straffe Brüste oder etwas weichere, hängende Brüste hat. Das sind zumindest beim Sex keine Kriterien für Qualität. 
 
               
So hat die Geburt der Kinder unser Sexleben verändert - drei Leserinnen erzählen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-reagieren-maenner-unter-wehen-ein-augen-und-ohrenschmaus-fuer-jede-die-schon-mal-entbunden-hat
        Liebe Caro, mensch nach diesen aufregenden letzten Tagen wird es jetzt mal wieder Zeit, zurück zum Tagesgeschäft zu kommen, oder? Hast Du Dich nicht auch schon mal gefragt, warum wir uns das mit dem Kinderkriegen nicht auch partnerschaftlich und gleichberechtigt teilen können? Du ein Kind, ich ein Kind? Dass also Mutter UND Vater schwanger werden können, im Wechsel, fifty fifty?
Ich habe mir das besonders kurz nach der Geburt im Krankenhaus gewünscht, als mein Mann gut gelaunt und intakt seine Freunde anrufen und sich als Vater feiern lassen konnte, während ich noch mit Rückbildung und Milchspendereflex beschäftigt war. Klar empfinde ich es als Privileg, ein Kind unter dem Herzen getragen haben zu dürfen, aber es wäre schon auch schön, das nicht immer selbst machen zu müssen. Findest Du nicht auch?
Umso lustiger finde ich dieses Video hier, das mir heute morgen eine Freundin zugeschickt hat und in dem zwei Männer es mal so richtig wissen wollen. Wie fühlen sich eigentlich Wehen an? Mit Elektroden dürfen sie nachempfinden, was Frauen während der Geburt so alles spüren und erleben. Dass das Video nicht auf deutsch ist, stört dabei nicht, die Bilder und das Stöhnen sprechen für sich. Ein Genuss für jede, die schon mal entbunden hat, findet Ihr nicht?
P.S. Das Video dauert ein bisschen, also am besten erst schauen, wenn Ihr eine kleine Pause habt 😉
               
So reagieren Männer unter Wehen. Ein Augen- und Ohrenschmaus für jede, die schon mal entbunden hat... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-schoen-dass-du-geboren-bist-katharina-mein-puzzleteil
         Liebe Katharina, ich weiß gar nicht, ob du weißt, dass ich uns wie Puzzleteile sehe. Das eine funktioniert ohne das andere nicht, erst gemeinsam wird aus uns ein Ganzes – zumindest gilt das für unser gemeinsames Unternehmen Stadt Land Mama.
…Wenn ich an Buchtexten grübele, machst du die nächste Kooperation klar.
… Wenn ich mich noch mit Gedanken im Bett wälze, schaltest du frühmorgens schon Beiträge frei.
…Wenn ich auf Events gehe, hältst du die Social-Media-Kanäle am Laufen.
…Wenn ich mit Experten telefonieren, redigierst du Gastbeiträge. Und dafür gibt es kein Aufrechnen.
Stattdessen gibt es den stolzen Blick auf die gemeinsame Sache, die so niemals laufen würde, wenn wir uns nicht hätten. Und wenn uns mal nichts mehr einfällt, bleibt uns immer noch der Griff zum Hörer, um uns anzurufen.
Stadt Land Mama ist längst kein Schlauchboot mit Paddel mehr, sondern ein Dampfer, den es zu warten und zu steuern gilt und auf dem immer neue Ideen willkommen sind und durchgesetzt werden.
Wir sind hier viele, ich bin nicht die einzige, die sich freut, dass du meine bessere Hälfte hier bei uns bist.

So viele, die deine Texte inhalieren, die dir Rückmeldungen geben, deren emotionalen Nerv du mit denen Worten triffst…
Und als Sahnehäubchen nun WOW MOM, unser erstes gemeinsames Buch, das uns schon jetzt vor dem Erscheinen so viele glückliche Momente beschert hat, dass wir zum Teil kreischend am Telefon hingen – zuletzt übrigens auch ein paar Rührungstränchen darüber, wie viele LeserInnen bereit sind, unsere Postkarten zu verteilen und für uns die Werbetrommel zu rühren. Wie toll ist das eigentlich?!
Das ist in Geld wirklich nicht zu bezahlen, ihr gebt uns diesen Vertrauensvorschuss ohne das Buch je gelesen zu haben, weil es sich noch im Druck befindet.
Ihr seid wirklich die Allergrößten. Und welch schöneres Geschenk kann man sich zum Geburtstag wünschen?
Das ist alles aus Stadt Land Mama gewachsen und das wird uns immer verbinden. Ich freu mich so darüber und wünsche dir heute einen fantastischen Tag mit sehr viel Glück, Liebe, Anerkennung, Wertschätzung, Blumen, Schokolade und Bier und Wein.
…Denn was man nach außen nicht sieht, das ist, wie wir hier manchmal auch im Wahnsinn mit drei Kindern und unseren Jobs versinken. Wie besonders Katharina grad dauerhaft mit kranken Kindern zu kämpfen hat, die sämtliche Pläne (und Nerven!) über den Haufen werfen und einfach Sorgenfalten auf die Stirn werfen, weil wir uns doch nichts mehr wünschen als glückliche und gesunde Kinder.
Dass wir trotzdem so gut funktionieren, spricht Bände. Mehr kann ich dazu gar nicht sagen.
So schön, dass du geboren bist, Katharina, mein Puzzleteil!
HAPPY BIRTHDAY, DU HERZSTÜCK!
 
Fotos: Charles Yunck
               
So schön, dass du geboren bist, Katharina, mein Puzzleteil! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sofatutor-erfahrungen-mit-dem-lernen-auf-dem-sofa-ganz-ohne-mama-und-papa
       
Ob als Alternative zur klassischen Nachhilfe oder weil die Kinder neben dem Homeschooling Hilfe benötigen, die nicht von den Eltern kommt… in diesem Text geht es um unsere Sofatutor Erfahrungen, unsere Sofatutor Bewertung und am Ende bekommt ihr sogar noch einen Rabattcode für 60 Prozent Rabatt auf euer gewähltes Paket auf der Online-Lernplattform. 



Ihr Lieben, unsere Kinder wachsen mit den neuen Medien auf, sie sind die wahren Digital Natives. Die Zeit im Distanzunterricht hat uns alle geprägt – in Sachen Medienkompetenz können die Kinder mittlerweile MIR schon einige Dinge erklären, die ich bislang noch nicht wusste. Kein Witz! Sie bewegen sich fast schon natürlich durch ihre Schulsysteme.



Und trotzdem kamen wir bei drei Kindern auf weiterführenden Schulen inhaltlich des Öfteren an unsere Grenzen, haben uns mühsam Erklärvideos zusammengesucht und Lösungen recherchiert. Ich durfte mich nochmal in die binomischen Formeln reinknien, die ich zugegeben nicht mehr wirklich auf dem Schirm hatte 😉



Sofatutor als Alternative zur klassischen Nachhilfe



Links geht es zu den Lernvideos, Wissenstests und Arbeitsblättern, rechts zu Pinguin Pommes für ein bisschen Ablenkung und Erholung.



Auf die Studentin, die unseren Kindern sonst schon mal öfter am Nachmittag mit den schwereren Aufgaben geholfen hat, haben wir aus Gründen der Kontaktbeschränkung verzichtet. Eine Nachhilfe außer Haus kam für uns schon gar nicht in Frage in diesen Zeiten. Und an dieser Stelle kommen unsere Sofatutor Erfahrungen ins Spiel!



Über 10.000 Lernvideos stehen auf der Online-Lernplattform bereit, um unseren Kindern ihre Fächer und die Welt zu erklären. Ehrlich gesagt habe ich mich im Eltern-Profil gerade im Lernvideo über Argentinien festgeguckt. Wusstet ihr, dass das lateinamerikanische Land so groß ist wie Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, Finnland, Österreich, Belgien, Griechenland, Spanien, Rumänien und Großbritannien zusammen? Aber wir kommen vom Thema ab…



Bei Sofatutor gibt es Videos, Übungen, Arbeitsblätter und Material für LehrerInnen.



Unser Sofatutor Test: Wie schön kann freiwilliges Lernen sein!?



Nicht nur ich bin ziemlich angetan von der Plattform, auch unsere Kinder testen Sofatutor mit Freude. (Böse Zungen könnten behaupten: Hauptsache Medienzeit, aber da kann ich nur widersprechen, sie lernen hier wirklich und verstehen, der Sofatutor Test zeigt also alle Wirkung…)



Bei der Anmeldung auf Sofatutor wird erstmal angefragt, ob ihr SchülerInnen oder Eltern seid.



Ich bin nämlich zum Beispiel nun wirklich kein Geometrie-Ass, ich brauche es ihnen dank der zahlreichen Lernvideos, der über 40.000 Übungen und über 38.000 herunterladbaren Arbeitsblätter mit Lösungen nicht mehr erklären. Hinzu kommt eine 24h-Stunden-Hilfe durch die Lehrerbox und den Hausaufgaben-Chat. Eine Win-win-Situation also.



Verlosung: Gewinnt einen Sofatutor Premium Zugang für 12 Monate



Und bevor ihr jetzt denkt: SCHÖN für euch, was hab denn ICH nun davon: Wir haben nicht nur Sofatutor getestet – nein, wir dürfen euch die Sofatutor Erfahrung am Ende dieses Beitrags auch noch selbst gönnen – wir verlosen nämlich einen Sofatutor Premium Zugang für 12 Monate an euch.



Zu jedem Thema lassen sich verschiedene Unterpunkte wählen. Hier bei Geometrie in Mathe.



Kommentiert dafür gern nachher unter diesem Beitrag, bis dahin schaut aber gern nochmal, für wen sich Sofatutor eignet, wie es funktioniert und welche Fächer und Klassen angeboten werden.



Sofatutor Bewertung: Für wen eignet sich die Online-Lernplattform?



Zunächst einmal: Es gibt eine Sofatutor App, die Plattform lässt sich aber auch ganz einfach über unseren Internetbrowser aufrufen. Egal ob vom stationären Computer, vom Laptop, vom Handy oder Tablet. Für jüngere Kinder ist es vermutlich am Tablet oder Handy einfacher zu bedienen, aber das könnt ihr für eure Kinder am besten selbst beurteilen. Unsere Kinder haben erst jetzt im Lockdown zum ersten Mal eigene Geräte – und können deswegen nun auch vom Laptop aus rein und ihre eigenen Sofatutor Erfahrungen sammeln.



Ein Sofatutor Erklärvideo zwischen zwei Homeschooling Digitalstunden. Einfach, um das Thema nochmal zu vertiefen und besser zu verstehen.



Die Lern-Inhalte richten sich an Kinder von Klasse 1 bis Klasse 13, sie orientieren sich an den Lehrplänen von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie sind dabei auch altersgerecht aufbereitet. Am Anfang helfen noch animierte Elefanten bei der Lern-Motivation, für die älteren Jahrgänge kommen dann auch mal dokumentarische Videos zu Entwicklungsländern hinzu.



Barrierefreier Zugang: Was uns von Sofatutor überzeugt hat



Ob unsere Kinder nun schlicht Hilfe bei den Hausaufgaben benötigen, ob sie Lern-Inhalte nochmal tiefergehend verstehen wollen, Hilfe beim Homeschooling benötigen, sich auf Tests oder Klassenarbeiten vorbereiten oder Nachhilfe brauchen – sie alle sind bei Sofatutor richtig. Ehrlich gesagt hilft es mir auch als Mutter, einfach zu bestimmten Themen nochmal einen anderen Input zu bekommen. Denn ja, manchmal setz ich mich dann doch noch dazu – bei den Kleineren. Die Größere würde das schon gar nicht mehr erlauben 😉 



Bei Chemie bin ich als Mama raus. Bei Sofatutor wird es anschaulich und altersentsprechend erklärt.



Was ich wirklich im Vergleich zur klassischen Nachhilfe toll finde ist, dass die Kinder sich nicht nur gezielt zu bestimmten Fächern und Inhalten eigenständig Hilfe holen können, sondern dass sie räumlich und zeitlich flexibel agieren können – quasi barrierefrei. Denn es ist ja auch außerhalb von Coronazeiten nicht jedem Kind oder Elternteil möglich, Nachhilfetermine wahrzunehmen. Zumal die Kosten dann auch oft höher sind als die von Sofatutor.



Sofatutor Meinungen: Was die Lernplattform so besonders macht!



Was uns zusätzlich überzeugt, ist, von wie vielen LehrerInnen wir mittlerweile hören, dass sie nach eigenenen Sofatutor Erfahrungen die Plattform nicht nur ihren SchülerInnen empfehlen, sondern auch selbst Arbeitsblätter und Lernvideos für sich und ihren Unterricht nutzen!



Kurze Sofa-Pause doppelt gut genutzt. Mit Messi und Maradona als Helden von Argentinien.



Supersüß ist übrigens auch die Möglichkeit, in einem sogenannten Sofatutor Lernabenteuer mit dem Pinguin „Pommes“ Münzen sammeln zu können, die sie dann in kurzen Pausen zwischendurch für Mini-Spiele einsetzen können. Denn das alles hier soll schließlich Spaß machen! Spielerisch lernen – damit die Inhalte auch wirklich sitzenbleiben. Es sind diese kleinen Details, dieses Alles-Mitgedacht-Haben, was diese Lernplattform so besonders und unsere Sofatutor Meinung so exzellent werden lässt.







Gerade, weil sich die Kinder quasi selbstbestimmt auf der Plattform „bewegen“ können, es erklärt sich im Grunde von selbst. Und als Eltern können wir sehen, wie viele Lernvideos sich unsere Kinder angeschaut, wie viele Übungen sie gemacht haben. Das erleichtert am Ende auch das Gewissen, wenn wir wissen, dass sie ihre „Freizeit“ für etwas Sinnvolles wie Sofatutor nutzen.



Im Elternbereich von Sofatutor gibt es einen Überblick über die Lernaktivität unseres Kindes.



Sofatutor Rabattcode: 60 Prozent Rabatt auf das gewählte Paket



So! Genug erzählt, kommen wir nun zu den noch größeren Freuden. Wenn euch gefallen hat, was wir über unsere Sofatutor Erfahrungen erzählt haben und ihr es jetzt einmal selbst ausprobieren wollt, habt ihr jetzt drei Möglichkeiten. 1.) Ihr besorgt euch ganz regulär einen Zugang. 2.) Ihr testet Sofatutor erst einmal unkompliziert mit einem kostenlosen Test-Abo für 30 Tage. 3.) Ihr nehmt an unserer Verlosung teil! Da diese bereits abgelaufen ist und die Gewinnerin bereits informiert, bieten wir euch an dieser Stelle nun noch einen Rabattcode für Sofatutor an!



Unser Sofatutor Rabattcode für euch: Alle Leser/-innen, welche sich über diesen Sofatutor-Rabattcode-Link anmelden, erhalten 60% Rabatt auf das gewählte Paket. Natürlich inklusive unserer 30-tägigen kostenlosen Testphase! 



Für das Gewinnspiel hatten wir euch gebeten, hier unter dem Beitrag zu kommentieren, in welchem Fach IHR früher selbst gern Hilfe von Sofatutor gehabt hättet. Eine Leserin hatte so das Glück, ein Sofatutor Premium Abo für zwölf Monate zu gewinnen. Erstmal: Weiter viel Erfolg an der Schule für eure Kinder!
               
Sofatutor: Erfahrungen mit dem Lernen auf dem Sofa – ohne Eltern!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sommer-themen-wie-schuetze-ich-die-haut-meines-babys-und-der-schwimmwindel-test-von-pampers
       
Ihr Lieben, endlich endlich endlich ist es warm – zumindest für ein paar Tage! Es wurde auch Zeit nach diesem verregneten Frühling. Ich liebe die Sonne und die Wärme, kann es jedes Jahr kaum erwarten, die Socken im Schrank zu lassen, barfuß zu laufen und abends noch lange draußen zu sitzen. 
Alles ist im Sommer leichter. Man muss die Kinder nicht mehr mit Mütze und Schal einmummeln, einfach T-Shirt und Shorts an und los geht es. Und während sich Regentage manchmal wie Kaugummi ziehen können, verfliegen Sommertage luftig leicht im Nu: Wir sind nonstop draußen, picknicken auf Decken, machen Wasserschlachten oder gehen zum Badesee. 
Nun ist dies der erste Sommer meiner kleinsten Tochter – und so wie das nun mal für Drittgeborene ist, wird die kleine Maus einfach überall mit hingenommen, wo ihre großen Geschwister hin wollen. 
Und das ist bei uns im Sommer immer der nahegelegene See. 
Im letzten Jahr habe ich die Großen oft mit dem Lastend von der Kita abgeholt, die Badetasche hatte ich schon dabei – und dann haben wir die Nachmittage am Wasser verbracht. Manchmal nur wir drei, manchmal mit Freunden – aber immer mit viel Spaß. 
Für meine Kinder gibt es nichts Schöneres, als im Sand zu buddeln oder im Wasser herum zuplantschen. 
Da ich ja jetzt wieder ein Baby dabei habe, ist auch wieder Wickeln ein Thema – und jeder, der schon mal am Badesee mit einem Baby war, kennt die kleinen Problemchen, die man dann so hat: Ganz ohne Windel kann und möchte man das Baby nicht die ganze Zeit lassen, die normalen Windeln aber saugen sich beim Planschen zu schnell mit Wasser voll und quellen auf.  Die Lösung: Schwimmwindeln. Wie man hier auf den Fotos sieht, trägt meine Kleine die Splashers Schwimmwindeln von Pampers. Ich finde es super praktisch, dass es eine Höschenwindel ist, das Kind also reinschlüpfen kann – somit muss man das Kind zum Wickeln nicht in den Sand oder das eigentlich immer sandige Handtuch legen. 
Möchte man die Windel entfernen, kann man sie an den Seiten ganz leicht aufreißen und abmachen. Gerade für ältere Kinder ist es ja super wichtig, dass das Wickeln sie nicht ständig im Spiel stört, da ist diese Art die Windel zu wechseln, ideal. 
Die Windel hat eine gute Passform und bleibt trotz Nässe (von innen und außen) formstabil und quillt nicht auf. Ein super Begleiter auf Ausflügen zum Badesee oder ins Freibad.
Doch auf was muss man überhaupt achten, wenn man mit Babys ins Wasser geht?
Dr. Barbara Kunz – Pampers Expertin und Kinderdermatologin beantwortet die Fragen: 
Der Sommer steht vor der Tür und damit die Saison von Freibad und Badesee. Wie können Eltern die Haut ihres Babys schützen, wenn sie Sonne und Wasser ausgesetzt ist?
Wichtig ist, Babys unter einem Jahr dürfen nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Auch bei Kleinkindern sollten Eltern immer für Schatten sorgen, gerade in den Mittagsstunden, wenn die Sonne am stärksten brennt. Gute Lösungen sind ein Sonnenschirm oder eine Strandmuschel. 
Auch später im Kleinkindalter ist Sonnenschutz genauso bedeutend. Neben Schatten schützt Kleidung auch vor Sonnenbrand. Eltern sollten ihre Kinder nicht nackt in der Sonne spielen lassen und lieber anziehen. Spezielle Lichtschutztextilien bieten den besten Schutz. Am besten ein T-Shirt, eine bequeme, nicht zu eng anliegende Hose, einen Hut mit Krempe und Nackenschutz, in die Badetasche einpacken. 
Sonnenschutz darf natürlich auch nicht fehlen. Meine Empfehlung, mindestens LSF 30 und bei sehr hellhäutigen, blonden oder rothaarigen Kindern sogar LSF 50. Die Kindersonnencreme sollte in ausreichender Menge auf die nackten Hautpartien aufgetragen und vor allem regelmäßig wieder aufgetragen werden. Das gilt auch bei wasserfester Sonnencreme. Besonders nach dem Baden, auf nasser Haut besteht erhöhte Sonnenbrandgefahr, deshalb sollten Babys nach dem Schwimmen sofort abgetrocknet und wieder eingecremt werden. 
Welche Wirkung hat Salzwasser im Unterschied zu Chlor- oder Süßwasser auf empfindliche Babyhaut?
Egal ob Süß-, Salz- oder Chlorwasser, alle drei trocknen die Haut aus. Pauschal kann man nicht festlegen, welcher Wassertyp am besten verträglich ist. Es kommt vielmehr auf die Zusammensetzung an. Stark kalkhaltiges Süßwasser, sogenanntes hartes Wasser, kann insbesondere zusammen mit Seife zu Hautreizungen führen und das Ekzemrisiko erhöhen. Salzwasser wiederum, von dem viele denken, es trocknet die Haut besonders aus, wird erfolgreich zur Behandlung von Neurodermitis eingesetzt. Wasser mit hoher Chlorkonzentration kann hautreizend wirken. In Schwimmbecken ist das zugesetzte Chlor aber stark genug verdünnt, damit es auch für Babyhaut gut verträglich ist. 
Wenn ich meinem Baby beim Plantschen eine Schwimmwindel anziehe, worauf muss ich achten? 
Genauso wie bei normalen Windeln gilt auch bei Schwimmwindeln – regelmäßig kontrollieren, ob sie voll sind. Bei einer vollen Windel geht es zurück „an Land“, um sie dort zu wechseln. Wenn ihr Baby aus dem Wasser kommt, sollten Eltern die Windel sofort ausziehen. Danach den Babypo mit klarem Wasser abspülen, trocken tupfen und zum Spielen auf der Wiese eine normale Windel anziehen.  Außerdem sitzen Schwimmwindeln enger am Körper. Eltern sollten darauf, dass keine Scheuerstellen entstehen. Gerade feuchte Haut ist empfindlicher für Scheuerstellen. 
Gibt es besondere Pflegetipps für den Windelbereich während der Badesaison? 
Im Schatten können Eltern bei sommerlichen Temperaturen ihr Baby auch mal ohne Windel strampeln oder krabbeln lassen. Als Pflege sollten sie besonders im Windelbereich keine zu fetten Salben verwenden. 
 

 
               
Sommer-Themen: Wie schütze ich die Haut meines Babys und der Schwimmwindel-Test von Pampers | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sommerferien-in-corona-zeiten-die-ruhe-nach-dem-sturm
       
Ihr Lieben, geht es euch auch so? Irgendwie fühlt sich das Leben gerade an wie in Zeitlupe. Die große Corona-Aufregung und -Unsicherheit hat sich gelegt, niemand hängt mehr am Liveticker, um zu schauen, wie sich die Lage verändert, auf die anfängliche gesamtgesellschaftliche Hysterie hat sich ein Normalitäts-Schleier gelegt. Unsere neue Realität.



Überall im Haus und im Auto und in Hand- und Hosentasche haben wir Masken herumfliegen, um jederzeit eine griffbereit zu haben. Fast normal geworden.



Wenn wir Bekannte oder Freunde treffen, umarmen wir sie nicht mehr intuitiv, wir winken vielleicht oder machen den Corona-Ellbogen-Check oder schauen uns fragend an, ob wir uns vielleicht doch drücken könnten. Dieser Checkerblick bei Begegnungen. Fast normal geworden.



Wenn wir Halskratzen oder Husten bei uns oder einem der Kinder bemerken, rattert sofort das Gehirn, was jetzt als Nächstes zu tun sein könnte, ist es möglicherweise das Virus oder einfach nur ein kleiner Infekt? Diese Aufmerksamkeit, diese Fragezeichen. Fast normal geworden.



Handdesinfektionen an öffentlichen Stellen, Menschen mit Helmen und Ladentheken hinter Plexiglas. Fast normal geworden.



Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, aber wir können uns eben auch an Neues gewöhnen. Viele sind gerade im Urlaub, der Sommer bringt ein bisschen Ruhe in den aufgebrachten Wespenschwarm, in den Corona mit voller Wucht geschlagen hat, um alle wild herumfliegen und -wirbeln zu lassen. Ja, dabei gab es auch ein paar wütende Stiche.



Die Kulrurbetriebe und Künstler ächzen nach wie vor unter der Krise, die ersten im Verwandtschafts-, Freunde- und Bekanntenkreis bekommen Kündigungen, es ist nicht klar, wie es weitergeht. Aber erstmal jetzt: der Sommer.



Viele urlauben einfach in Deutschland, entdecken ihr eigenes Land neu, schicken Fotos von Badeseen durch die Timelines ihrer Freunde. Da ist eine neue Akzeptanz. Es ist halt jetzt so, wie es ist.



Es fühlt sich gerade an wie die große Ruhe nach dem Sturm. Selbst die Kinder kommen runter, da ist grad kein Homeschooling mehr, kein Druck, da sind keine so großen Sorgenfalten mehr auf der Mama- und Papastirn mehr, weniger Überforderung, mehr Zeit, mehr Annehmen.



Da ist ein Ein-igeln, ein Durchatmen, dass es unser Land nicht allzu schlimm getroffen hat durch all die Maßnahmen, aber da ist auch weiter Vorsicht. Wir haben uns fast gewöhnt, nur noch wenige Leute zu treffen, nicht mehr richtig auszugehen, mit weniger auszukommen. Entschleunigung. Fast normal geworden.



Das Hamsterrad dreht sich gerade langsamer und zumindest an mir selbst merke ich gerade, dass ich auch derzeit gar nicht schneller will, keinen Anschwung bruache. Jeder Vorstoß von außen, mein Rad wieder schneller laufen zu lassen, wird abgefedert. Nach dem großen Rennen brauchen wir jetzt auch einfach mal wieder ein bisschen Pause und Zeit, einfach nur aus dem Fenster zu schauen. Verarbeiten, was passiert ist. Den großen Stress der letzten Monate wegdenken, Revue passieren lassen, durchatmen. Manchmal wird da sogar schon ein Einkauf im Supermarkt zu viel…



Bermekt ihr sie auch, diese größere Ruhe, dieses Ankommen in der neuen Realität, dieses Akzeptieren der Dinge, die nicht zu ändern sind? 
               
Sommerferien in Corona-Zeiten: Die Ruhe nach dem Sturm | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/spitzenvater-des-jahres-2019-was-astronautin-insa-thiele-eich-zur-umstrittenen-auszeichnung-fuer-ihren-mann-sagt
        Foto: Mestemacher/SweetNorth
Ihr Lieben, es gibt gerade sehr viel Aufregung im Netz, weil ein Preis für den „Spitzenvater 2019“ verliehen wurde. Gewinner ist Daniel Eich aus Königswinter, dessen Frau 2020 als erste weibliche Deutsche als Astronautin ins All fliegen soll. Das Paar hat drei Kinder.
Der große Shitstorm in den sozialen Medien begann mit einem Artikel des WDR, in dem stand, dass Dr. Insa Thiele-Eich nur ins All fliegen kann, weil ihr Mann Elternzeit genommen habe. Klar, dass so etwas aufregt. Denn natürlich kann diese Frau nicht nur ins All fliegen, weil ihr Mann Elternzeit genommen hat, sondern weil sie in einem jahrelangen aufwändigen Verfahren bewiesen hat, dass sie die Richtige für den Job ist. Das bezweifelt also auch keiner.
Trotzdem wird jetzt nicht gegen die Berichterstattung geschossen, sondern gegen den Preis an sich – und ja, leider auch gegen das Paar selbst. So funktioniert das im zur Hysterie neigenden Internet nun einmal. Da werden Screenshots ohne Quellenangaben geteilt und am Ende schreiben alle: Ey, boah, ey, sind hier eigentlich alle bekloppt?!
Auch hier bei Stadt Land Mama – und das müssen wir uns selbstkritisch eingestehen – wurde der Artikel ohne kritisches Hinterfragen auf Facebook geteilt und schließlich – wie zu erwarten – auf herbste und deftigste Weise kommentiert. Katharina und ich haben darüber telefoniert und festgestellt, dass wir in solchen Fällen lieber mal bei den Betroffenen selbst nachfragen, wie wir das ja auch in der Vergangenheit schon oft getan haben.
Denn die große Aufregung über diesen Preis bzw. über die Berichterstattung darüber zeigt ja eben gerade, dass es wichtig ist, weiter öffentlich über Gleichberechtigung zu reden! Denn jetzt sagt mal ganz ehrlich: Wer von euch Frauen, die hier mitlesen, geht seit der Geburt Vollzeit arbeiten, weil der Mann sich freiwillig bereit erklärt hat, ein Jahr Elternzeit zu nehmen?
Alle Statistiken beweisen, dass das in den wenigsten Familien vorkommt. Bei den Eichs aber wird genau das gelebt. Ich kann mir da tatsächlich ein Urteil erlauben, denn ich kenne die Familie persönlich und konnte, nachdem Katharina den Beitrag auf unserer Facebookseite geteilt hatte, mit Insa Thiele-Eich über den Preis und die Reaktionen darauf am Telefon sprechen.   
Sie hat mir gesagt, dass sie tatsächlich zusammen mit ihrer Familie im Vorfeld sehr genau überlegt hat, ob sie diesen „Familienpreis“, wie sie ihn nennen, annehmen. Nicht, weil Väter, die sich engagieren, Preise verdient haben (Jede Mutter, die den Laden zu Hause hauptsächlich schmeißt hat ja genauso Preise verdient, da sind wir uns alle einig!), sondern weil es mehr Vorbilder braucht – damit auch Frauen endlich tun und lassen können, was sie wollen. Damit wirklich Wahlfreiheit in Familien entsteht.
Es war ein Cousin der Familie, der 2007 nach der Einführung des Elterngeldes ein ganzes Jahr Elternzeit nahm und der den Eichs überhaupt erst den Weg für ihr Modell ebnete. Einfach, weil er tat, was er tat. Stimmt ja, jetzt kann ja auch der Mann zu Hause bleiben!
Also nahm Daniel auch schon beim ersten Kind ein Jahr Elternzeit. Obwohl er in dieser Zeit besser verdiente – und obwohl Insa zu dieser Zeit noch nicht Astronauten-Anwärterin war, sondern einfach Doktorandin an der Uni.
In ihrem Umfeld sind sie damit noch immer Exoten. Es ging bei der Annahme des Preises also vor allem darum, dass sie wollten, dass auch weitere Väter darin ein Beispiel sehen, wie es gehen kann. Eben weil es noch nicht selbstverständlich ist in Deutschland im Jahr 2019.
„Auf jeder Veranstaltung werde ich gefragt, wo denn das Baby sei“, erzählt mir Insa Thiele-Eich am Telefon. Bei Oma? Beim Babysitter? Nein, beim Papa! Und solange das so ist, werden sie auch öffentlich darüber reden. Denn sie wollen genau das Gleiche wie all die Leute, die jetzt gegen sie und den Preis hetzen: Sie wollen, dass es gleichberechtigter zugeht in deutschen Familien.
„Warum werde ich als erste deutsche Frau, die ins All will, betitelt?“, fragt sie provokant? Weil es eben noch nie eine deutsche Frau gab, die als Astronautin zur ISS flog. Sie würde auf dieses Label liebend gern verzichten, solange aber nicht gleich viele Frauen wie Männer ins All fliegen, spielt es eben doch eine Rolle.
Und der Preis? Tja. Der kriegt natürlich sein Fett weiter weg. Kritik ist gut und wichtig und auch Katharina und ich sind uns nach wie vor nicht einig, wie wir ihn finden. Einig sind wir uns aber darin, dass wir finden, dass wir die Aufregung darüber nutzen sollten. Dafür, zu erkennen, dass noch immer viel zu tun ist in Sachen Gleichberechtigung.
Und statt uns auf dem Weg dahin gegenseitig auf die Füße zu treten – wie wär´s, wenn wir alle zusammen für die gute Sache einstehen? Dafür, dass Familien wirklich frei entscheiden können, wer wann wie lange arbeiten oder Elternzeit nehmen kann?! Wir finden: Yes.
Lasst uns solche Krisen nutzen. Wenn Insa ins All kann, dann können wir auch überall hin. Irgendwann bestimmt auch ohne Preise für Väter, weil sie dann einfach nicht mehr nötig sind. Aber mit ganz viel gleichberechtigter Power im Gepäck. 
Für alle, die sich für den Preis interessieren, gibt es hier die Begründung der Jury für Daniel Eich als Preisträger.
Und hier unser großer Beitrag über Insa Thiele-Eich.
 
 
               
Spitzenvater des Jahres 2019: Was Astronautin Insa Thiele-Eich zur umstrittenen Auszeichnung für ihren Mann sagt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stadtkinder-gluecklich-als-familie-in-berlin
       
Ihr Lieben, Katharina lebt seit fast 15 Jahren in Berlin und auch Lisa hat hier viele Jahre gelebt (erst zur Einschulung ihrer Großen ist sie zurück in die Heimat nahe Köln gezogen!) Alle sechs Stadt-Land-Mama-Kinder sind waschechte Berliner und entgegen aller Behauptungen ist die deutsche Hauptstadt auch gar nicht so kinderunfreundlich.



Es gibt in Berlin jede Menge zu entdecken – ob Museen, Spielplätze, Kinderzirkusse, Theater – für jeden ist was dabei. Und auch das Berliner Umland hat viel zu bieten: Pferdehöfe, Baumwipfelpfade, Paddelrouten.



Manchmal ist es bei uns so, dass wir trotzdem gar nicht wissen, wo was geboten ist. Dann schnappen wir uns „Familie in Berlin – das Handbuch für glückliche Stadtkinder“ von tipBerlin. In der Ausgabe für 2021 stehen mehr als 700 Adressen und Tipps für den Alltag mit Kindern, dazu tolle Reportagen über Leihomas oder Elterninitiativ-Kitas. 







Alle Tipps sind übersichtlich geordnet, zb. gibt es die Rubrik “ Sportvereine“ oder „Kunst+Kultur selber machen“ oder „Bewegung draußen“. Dazu gibt es jede Menge tolle Büchertipps für Kids in jedem Alter.



Ein Highlight im Buch ist für mich das Interview mit Bestseller-Autorin Nicola Schmidt zum Thema Geschwisterstreit (zu dem Thema haben wir Nicola ja auch in unserem Buch „WOW MOM – der Mama-Mutmacher für mehr ICH in all dem Wir!) und ein Artikel über Elternzeit in Neuseeland (danach schlimmer Fernweh-Alarm!)



Wir können das „Familie in Berlin – Handbuch für glückliche Stadtkinder“ absolut empfehlen und freuen uns, dass wir zwei Exemplare an Euch verlosen dürfen. Kommentiert uns dazu einfach, warum Ihr Berlin toll findet. Das Los entscheidet dann. VIEL GLÜCK.



Noch mehr Infos zu dem Heft unter: https://shop.tip-berlin.de/editionen/626-familie-in-berlin.html
               
Stadtkinder: Glücklich als Familie in Berlin | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/staedte-neu-erkunden-mit-tollen-rallyes-und-fuehrungen-von-lialo
       
Ihr Lieben, na, heute schon spazieren gewesen? Jetzt mal ehrlich: Ich kenne langsam jeden Baum, jede Wurzel und jedes Blatt hier in der Umgebung. Wir waren noch nie so viel spazieren wie im letzten Jahr – was natürlich toll ist, aber nun doch etwas öde wird. Auch für die Kinder. Wir versuchen deshalb, immer wieder mal ein Highlight einzubauen – wir fahren also mal in einen anderen Stadtteil oder schauen uns Sehenswürdigkeiten an, nehmen Picknick mit oder die Räder – wir brauchen alle etwas Abwechslung.



Wir Berliner haben ja das Glück, in einer Stadt zu leben, in der es so viel Geschichte gibt. Eigentlich gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken. Das gilt für viele Städte – oft weiß man es nur nicht. Genau hierfür gibt es lialo.com – eine App für Stadtführungen und Stadtrallyes. Sie führt Euch an Orte, die Ihr so noch nicht kanntet, vermittelt Euch Hintergrundwissen, lustige Fakten und schenkt Euch Quality-Time, denn es gibt Aufgaben, die gemeinsam gelöst werden müssen. 



Neben diesen tollen Stadttouren kann man mit lialo.com auch selbst Touren erstellen – moderne Schnitzeljagden also. Auf den Kindergeburtstagen meiner Kids dürfen ja Schnitzeljagden nie fehlen – mit lialo geht das auch und sorgt für jede Menge Spaß. Wir wollten wissen: Wie kommt man auf so eine coole Idee und haben mit dem Kopf hinter lialo gesprochen.







Lieber Andree, Du bist Geschäftsführer von lialo. Wie kamt Ihr auf die Idee für eine Web-App für Stadtführung, Schnitzeljagd & Stadtrallyes?



Angefangen hat es, indem wir uns mit unseren Familien im Urlaub Geschichten, Spiele und Schnitzeljagden für die Kinder ausgedacht haben. Wir wollten neue Orte und die Geschichten dazu entdecken – Kinder haben auch daran Spaß, wenn man es ein bisschen spannend gestaltet.



Später, als unsere Kinder etwas größer wurden, haben sie dann tatsächlich Spiele und Touren für uns Erwachsene organisiert. Wir waren total überrascht, wieviel Liebe und Aufwand sie darein gesteckt haben. Und dann kam uns die Idee, dass man diese Touren auch Freunden und Bekannten zur Verfügung stellen könnte – und wir entschlossen, eine App daraus zu machen.



Erklär mal, wie die App funktioniert.



Über allem steht die spielerische Idee, ein klar strukturiertes Spiel- und Tourkonzept umzusetzen, das noch Freiraum für eigene kreative Ideen lässt. Eine Tour besteht aus einer Einleitung, Wegbeschreibungen, vielen Aufgaben und Informationen.



Bei der App-Entwicklung haben Kinder und Erwachsene mitgeholfen, indem sie die App und die ersten Touren immer wieder für uns getestet haben. So ist eine App entstanden, die einfach zu bedienen ist und ohne Anmeldung direkt im Browser, also ohne Download aus einem App Store, genutzt werden kann. Die App ist zudem kostenlos.



Man kann einerseits fertige Touren spielen, das geht jetzt schon in vielen Städten Deutschlands – und man kann selbst eine Tour erstellen und Andere auf Entdeckungstour schicken. Ideal für Kindergeburtstage, zum Beispiel.



Auf der Tour muss man ja auch Fragen beantworten…



Genau, diese Fragen beziehen sich immer auf den Ort, an dem man sich gerade befindet. Aber keine Angst, wir fragen kein Schulwissen ab. Die Fragen sollen die Aufmerksamkeit auf etwas Unscheinbares, vielleicht auch Unbedeutendes, aber oft überraschendes Detail lenken. Die Antwort kann man nicht immer wissen – das ist auch total ok. Daher geben wir auch oft Antwortmöglichkeiten vor, die mitunter skurril sind. Häufig muss dann geraten werden, das macht wirklich Spaß.



Durch Corona kann man ja gerade keine großen Reisen unternehmen – liegt ihr da also voll im Trend, die eigene Stadt nochmal neu zu entdecken?



Mit der Entwicklung der App haben wir bereits im Sommer 2019 begonnen – also noch vor Corona. Und ja – wir wollten mit lialo Einwohnern und Besuchern von Städten die Möglichkeit geben, ihre Stadt zu entdecken. Das gelingt uns ziemlich gut, wenn die lialo-Touren zeigen viele wunderbare Orte mit wunderbaren Geschichten, oft abseits der üblichen Touristenwege.







Eignet sich lialo auch mit Kindern?



Aber ja. Natürlich gibt es auch Touren speziell für Kinder, aber die meisten Touren können sowieso wunderbar mit der ganzen Familie gespielt werden. Wenn man den Kindern das Handy gibt und sie die Wegbeschreibung lesen lässt, werden sie zum Stadtführer. An den Tourstopps warten dann die Aufgaben, die man zusammen lösen muss.



Außerdem ist lialo ja auch ideal, um eigene Touren zu erstellen  – zum Beispiel für den Kindergeburtstag.



Mal was Persönliches: Was ist deine Lieblingsstadt?



Ganz klar Erfurt. Ich habe vor ein paar Jahren bei YouTube mal ein Konzert von Clueso auf dem Domplatz in Erfurt gesehen. Clueso kommt aus Erfurt und die Stimmung während des Konzerts hat mich umgehauen. Daraufhin bin ich dann mit meiner Familie mal hingefahren. So eine schöne Stadt – in der es tatsächlich noch keine lialo Tour gibt. Hat jemand Interesse eine zu schreiben?



 Und wen würdest du gerne mal auf einen Stadtspaziergang treffen?



Passend zur Lieblingsstadt: Clueso. Super Sänger und ein sympathischer Typ.



Unser Fazit: lialo.com ist ideal für alle, die etwas mehr Abwechslung brauchen und die Lust haben, ihre Umgebung mal durch ganz andere Augen zu sehen. Ein wunderbares Erlebnis für die ganze Familie.




               
Städte neu erkunden: Mit tollen Rallyes und Führungen von lialo |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/steffi-ewald-nach-16-chemotherapien-bin-ich-krebsfrei
       
Ihr Lieben, wir begleiten die Familie Ewald ja schon eine ganze Weile und haben hier schon mehrfach über sie berichtet. Und auch Ihr habt immer große Anteilnahme gezeigt. Nachdem Steffi im letzten Jahr das Schlimmste erlebt hat, was man sich nur vorstellen kann – sie hat ihren Mann und ihren Sohn an den Krebs verloren und ist dann auch selbst an Brustkrebs erkrankt – gibt es heute endlich einmal gute Nachrichten. Wir freuen uns sehr sehr mir Dir, liebe Steffi. Du bist eine Heldin – und deine Mädchen auch!



Liebe Steffi, 16 Chemotherapie-Blöcke liegen seit März hinter Dir, dann folgte die beidseitige Mastektomie, also die beidseitige Brustabnahme…



Ja, nachdem ich erkältungsfrei durch die Chemo-Zeit gekommen bin, hatte ich mir tatsächlich doch noch eine Erkältung eingefangen, so dass die Mastektomie auf Ende September verschoben werden musste. Meine Schwester kam dafür extra aus Amerika, um rund um die Uhr auf meine beiden Töchter aufzupassen. Sie ist aktuell auch immer noch ein paar Wochen bei uns, weil ich aufgrund der beidseitigen Brustabnahmen nicht schwer heben darf und generell körperlich noch eingeschränkter bin.



Ich war für die Brustabnahme eine Woche im Krankenhaus und das war auch das erste Mal, dass ich so lange von meinen beiden Mädels getrennt war. Die Mädchen durften mich auch aufgrund Corona nicht besuchen.



Was die ganze Sache sicher noch schwerer machte…



Ja, wir haben ihr versucht zu erklären, dass Mama ins Krankenhaus muss und auch wiederkommt. Denn Papa und Jonas sind ja nicht wieder lebend aus dem Krankenhaus gekommen….



Im Dezember 2019 hast du deinen Sohn Jonas an Krebs verloren, wenige Monate später deinen Mann Basti. Du bist durch die Hölle gegangen – jetzt endlich gibt es gute Neuigkeiten. Erzähl bitte davon. 



Letzte Woche hatte ich dann meine OP-Nachkontrolle und als ich in das Ärztezimmer kam, lachte der Arzt mich direkt an und meinte, er hätte wahnsinnig tolle Neuigkeiten für mich. Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass die Ergebnisse erst die Woche darauf da sind – aber sie lagen schon vor. Tatsächlich konnten keine Krebszellen im Tumor mehr gefunden werden, das heißt es wurde eine Komplettremission erreicht.



Was bedeutet das genau?



Diese Komplettrenission ist zwar keine Garantie für einen Rückfall oder Metastasen, jedoch ist eine pCR (so wird dies genannt) die beste Ausgangslage. Ich brauche nun keine Chemo oder Bestrahlung mehr. Es folgt nun eine Bisphosphonate- Therapie, die die Knochen stärken soll und sich als vorbeugend für Knochenmetastasen bewiesen hat.



Wichtig ist natürlich weiterhin eine engmaschige Vorsorge, denn auch meine Mutter hat, nach einer Brustabnahme und einer Zeit ohne Metastasen, ihren Kampf gegen den Brustkrebs am Ende verloren. Leider haben wir nun auch erfahren, dass auch meine Schwester das Brac1 Gen vererbt bekommen hat und sie steht nun vor der Entscheidung einer prophylaktischen Mastektomie.



Auch deine Tochter Neele hat bereits gegen den Krebs gekämpft. Wie geht es ihr gerade?



Neele hatte letzte Woche selbst wieder ihre Li-Fraumeni-Syndrom Vorsorge -wir hoffen, dass auch da alles gut sein wird. Die Angst schwingt bei uns ja leider trotzdem immer weiter mit, da sowohl bei Neeles Li Fraumeni Syndrom als auch meinen Brustkrebs Erkennung man nie mehr als geheilt gilt.



Wie hast du es all die Monate geschafft, weiter zu kämpfen?



Meine beiden Töchter geben mir Kraft jeden Tag aufzustehen und sind mein Grund warum ich nicht aufgebe. Ich will, dass sie trotz aller Verluste und Ängste eine schöne Kindheit haben und gebe ihnen so viel Liebe wie nur möglich.



Außerdem treibt mich jeden Tag mein Versprechen an Basti und Jonas – ich habe ihnen versprochen, dass wir hier auf Erden mit ihnen im Herzen weiterleben. Sie sind in unseren Erinnerungen und Gedanken immer dabei.



Unendlich dankbar bin ich aber auch meiner Familie und Freunden, die uns zu jeder Tages- und Nachtzeit bedingungslos zur Seite standen und einfach immer für uns da sind. Wir hoffen sehr, dass wir nun endlich einmal durchatmen dürfen und die Katastrophen ganz lange – am Besten für immer  – Pause machen. 



Du hast deinen Mann und deinen Sohn verloren, die Mädchen ihren Papa und ihren Bruder. Wie geht Ihr im Alltag damit um?



Wir sprechen und denken täglich an unsere verstorbenen Männer. Neele malt sehr viel und verarbeitet damit die Verluste. Auch bei Lenja sind die beiden sehr präsent und sie singt jeden Abend Papa und Jonas hinterm Mond ein Gute Nacht Lied und erzählt ihnen vom Tag. Neele sagt, dass sie keine Angst vor dem Tod hat, da Papa und Jonas ja auf uns warten – aber sie wünscht sich, dass sie mit Lenja und mir und ihren Freunden noch ganz viel erleben darf. Wir würden gerne eine Reha mit Schwerpunkt Trauer machen. Dies gestaltet sich derzeit aufgrund Corona sehr schwierig, da Kinder unter 3 Jahre nicht/ kaum aufgenommen werden… Hoffentlich klappt es trotzdem.



Wir gehen auch zu einer Trauergruppe und der Austausch tut uns gut. Jetzt stehen uns nochmal schwere Wochen bevor- mein erster Geburtstag nächste Woche ohne Basti und Jonas, dann die Weihnachtszeit ohne die beiden und Erinnerungen an letztes Jahr, wie beide ins Krankenhaus kamen und im Dezember steht schon der erste Todestag von Jonas an.



Was wünscht Du Dir für die nächste Zeit?



Ich traue mich nicht mehr weit in die Zukunft zu planen- das Schicksal hat uns so oft gezeigt, dass alles anders kommt – daher sind wir gerade einfach dankbar. Dankbar, dass wir gerade krebsfrei sind und dass wir drei Mädels uns haben.



Unsere anderen Artikel über die Familie Ewald: Mein Leben zwischen Chemo, Kita und Friedhof,



Chemo für Steffi mitten in der Corona-Krise ,



Abschied von Jonas und auch Papa Basti tritt die letzte Reise an,



Ich weiß nicht, ob wir uns nochmal wieder sehen








               
Steffi Ewald: Nach 16 Chemotherapien bin ich krebsfrei! |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stiefkindadoption-nach-der-geburt-muss-meine-frau-unser-kind-adoptieren
       
Ihr Lieben, die Stiefkindadoption ist nach wie vor die einzige Möglichkeit für Zwei-Mütter-Familien, mit der es möglich wird, dass beide Frauen auch rechtlich die Eltern des gemeinsamen Kindes sind.



Seit Jahren fordert der Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) eine Reform des Abstammungsrechts und die Gleichstellung von Regenbogenfamilien.



Lange Zeit sah es so aus, als ob endlich ein entsprechender Gesetzesentwurf der Bundesregierung kommen würde. Denn im März 2019 gab es einen Diskussionsentwurf aus dem Bundesjustizministerium. Doch seitdem gibt es keine Neuigkeiten.



Die neue Justizministerin Lambrecht hat sich noch nicht dazu geäußert und laut Justizministerium gibt es wohl noch nicht einmal einen Zeitplan. Die Zeit drängt aber. Denn nun wird mit dem Adoptionshilfegesetz auch die Stiefkindadoption neu geregelt. Es wird eine verpflichtende Beratung hinzukommen, ohne die kein Antrag auf Adoption gestellt werden darf. Weiterhin sollen nicht mehr das Jugendamt, sondern Adoptionsvermittlungsstellen zuständig sein.



Die Befürchtung ist, dass es hier ebenfalls längere Wartezeiten geben wird. Es sieht also im Moment so aus, als würde sich die Situation für Regenbogenfamilien nochmal verschlechtern. Und das zum 01.07.2020!



Der LSVD hat deswegen nun eine Petition ins Leben gerufen, die sich an die Justizministerin richtet und fordert, endlich die Reform im Abstammungsrecht anzugehen.



Jede Stimme zählt hier! Und damit ihr wisst, warum es sich lohnt, hier zu unterschreiben, haben wir Anja und Anne interviewt, die gerade ihr drittes Kind erwarten.



Liebe Anne, liebe Anja, ihr habt bereits zwei Kinder und erwartet nun im April noch ein Baby. Rein rechtlich wird erstmal nur eine von euch die Mutter sein, stimmt´s?



Ja, das stimmt. In der Geburtsurkunde wird erstmal nur Anja
stehen.



Das heißt, eine von euch ist die leibliche Mutter und die andere adoptiert das Kind dann?



Genau.



Klärt uns mal auf: Was genau bedeutet die Verschärfung des Adoptionsrechts?



Wir haben davon auch erst vor einigen Tagen über einen Verteiler des LSVD erfahren, deshalb wissen wir im Detail noch nicht sehr viel.



Hauptsächlich geht es um ein verpflichtendes Beratungsgespräch bei der zuständigen Adoptionsvermittlungsstelle, bei der alle Beteiligten (wir beide sowie der Samenspender) anwesend sein müssten. Ohne diese Beratung kann der Adoptionsantrag nicht gestellt werden. Diese Regelung soll ab Juli 2020 in Kraft treten und würde den Aufwand der ohnehin aufwendigen Stiefkindadoption nochmals erhöhen.



Für wen ist denn die so genannte Stiefkind-Adoption eigentlich gedacht?



In erster Linie nicht für Familien wie uns. Hier geht es darum, dass nach einer Trennung der/die neue/r Partner/in die Elternschaft übernimmt und der „alte“ Elternteil seine Elternschaft zumindest rein rechtlich gesehen verliert. In diesem Fall macht eine solche Beratung in unseren Augen durchaus Sinn.



In unserem Fall jedoch wird das Kind, für das wir BEIDE uns aktiv entschieden haben, in unsere Ehe hineingeboren – und ist erstmal in vielerlei Hinsicht (z.B. im Falle von Trennung oder Tod eines Elternteils) nicht abgesichert.



In eurem Falle gab es eine private Samenspende, da gibt es keine Möglichkeit, Dinge wie Verzicht auf Unterhalts- oder Sorgerechtsansprüche rechtlich verbindlich zu klären.



Genau, das birgt ein Risiko für spätere Rechtsstreitigkeiten. Es sollte die Möglichkeit geben das im Vorfeld verbindlich zu klären – dann gerne auch mit Beratungsgespräch.



Aber jetzt an dieser Stelle sind die Entscheidungen schon getroffen, das Kind ist unterwegs und wir müssen alle darauf vertrauen, dass sich jeder von uns an die vorher getroffenen Vereinbarungen hält. Wir halten es daher für bedenklich und nicht zielführend wenn sich zu diesem Zeitpunkt Dritte in zuvor einvernehmliche Absprachen einmischen. Schlimmstenfalls führt dies nur zu Konflikten, die letztendlich dem Kindeswohl nicht dienlich sind.



Außerdem würde ein verpflichtendes Beratungsgespräch das
Adoptionsverfahren unnötig weiter in die Länge ziehen. Wir mussten bei unseren
vorangegangenen Adoptionen teilweise monatelang auf die nötigen Termine beim
Jugendamt warten.



Ihr habt erzählt, dass ihr schon zwei Stiefkindadoptionen mit euren ersten Kindern hinter euch habt. Die eine lief wunderbar – die andere jedoch katastrophal – erzählt mal.



Oh je, das wird lange dauern…



Wir hatten uns schon früh intensiv mit dem Thema Familie auseinandergesetzt und uns für eine private Samenspende entschieden. Uns war wichtig, zu wissen wer der Vater unserer Kinder ist, zu wissen, ob er uns sympathisch ist und dass unsere Kinder die Möglichkeit haben, von Anfang an Kontakt zu ihrem Vater zu haben.



Wie schon gesagt ist hierbei das große Problem, dass es rechtlich keine eindeutige Regelung für diese Familienkonstellation gibt.



Die einzige Orientierung die wir hierfür hatten, waren vorangegangene Gerichtsurteile.



Wie lief es bei euch konkret?



Der Vater von unserem Sohn J. wollte vor den Behörden anonym bleiben, u.a. weil die rechtliche Situation so undurchsichtig ist. Wir haben ein Gerichtsurteil zu einem ähnlichen Fall gefunden und wissen auch von anderen Familien, die das so gelöst hatten. Wir dachten, wir könnten ihm diese Anonymität zusichern. Uns war in erster Linie wichtig, jemanden gefunden zu haben, der uns sympathisch ist und Bereitschaft zeigt Kontakt zu uns bzw. dem Kind zu halten.



Das hat sich aber dann als großes Problem erwiesen: Der Richter hat uns bei der ersten Anhörung unterstellt, Anne hätte einem Mann eine Beziehung vorgaukeln können, um ihn dann um seine Vaterschaft zu prellen.



Wir haben uns dann – auf seinen Vorschlag hin – darauf geeinigt, dass J.’s Vater zu einer weiteren Anhörung kommt, um sein Einverständnis zur Adoption zu geben – ohne seinen Namen zu nennen.



Und dann?



Während des Termins hat der Richter versucht, dem Vater ins Gewissen zu reden und ihm davon abgeraten der Adoption zuzustimmen. Nachdem J.’s Vater aber dennoch zugestimmt hatte, schien alles erstmal in Ordnung zu sein.



Jetzt fehlte „nur“ noch die Stellungnahme vom Jugendamt. Dieses wollte aber zunächst, dass wir ein Adoptionspflegejahr einhalten, weil vorher angeblich keine Aussage darüber getroffen werden könne, ob sich eine Bindung zwischen J. und Anja, seiner nicht-leiblichen Mutter, entwickelt hat.



Gegen diesen Unsinn konnten wir uns unter Bezug auf entsprechende vorangegangene Gerichtsurteile wehren. Trotzdem mussten wir monatelang auf unsere Termine warten; zunächst einen Termin im Jugendamt und schließlich auch einen bei uns zu Hause, damit sich die zwei Sachbearbeiterinnen „ein Bild von unserer Lebenssituation machen können“.



Und dann musstet ihr euch sozusagen „nackig“ machen?



Anja musste ein Gesundheits- und Führungszeugnis sowie Gehaltsnachweise vorlegen. Außerdem mussten wir beide (!) jeweils einen „Lebensbericht“ über uns verfassen und sollten darin doch bitte auch auf eventuell aufgetretene Probleme aus unserer eigenen Kindheit eingehen. Dann wollten sie uns noch mehrmals dazu überreden, ein Bild von J.’s Vater im Kinderzimmer aufzuhängen.



Nach 9 Monaten war dann die Stellungnahme fertig und die Adoption wurde seitens des Jugendamtes befürwortet. Soweit so gut… hätte es sich der Richter zwichenzeitlich nicht anders überlegt. Er war nun der Auffassung „es obliege nur unserer Willkür, ob J. jemals die Möglichkeit hätte, seinen Vater kennenzulernen“ und er könne die Adoption daher nicht befürworten – als ob die Ablehnung der Adoption an dieser Unterstellung etwas ändern würde.



 Ihr habt euch dann einen Anwalt genommen…



 Ja, das haben wir. Trotzdem hat sich der Richter bei der Anhörung  zunächst nicht von seinem Standpunkt abbringen lassen: Er sagte uns, er  will die Adoption nicht befürworten und er habe „ein schlechtes Gefühl“.  So wurde uns vom Gericht ein Verfahrensbeistand für unseren Sohn  zugeteilt (…)



Wie war das?



Beim ersten Termin mit ihr eröffnete sie das Gespräch indem sie uns mitteilte, sie habe von der Thematik bislang keine Ahnung… jedoch gestern Abend dann „mal gegoogelt“. Dabei ist sie auf eine Internetseite gestoßen, auf welcher gefordert wird, keine anonymen Samenspenden mehr zuzulassen. Dort ging es jedoch um Kinder aus heterosexuellen Partnerschaften, die z.T erst im jugendlichen Alter oder weitaus später erfahren hatten, dass sie eigentlich durch eine Samenspende entstanden sind.



Auf dieser Internetseite wird die Enttäuschung und Frustration der betroffenen Kinder deutlich. Die Dame in unserem Wohnzimmer hatte daraus geschlossen, dass J. ein ähnliches Schicksal widerfahren könnte. Ungeachtet der Tatsache, dass wir ihm seine Entstehung durch eine Samenspende als gleichgeschlechtliches Paar schlecht verheimlichen können und dass rein praktisch sogar Kontakt zum Vater bestand.



Oh je…



Am Ende konnten wir sie jedoch davon überzeugen, dass es für J.’s Wohl wichtiger ist, ein gutes und vetrauenvolles Verhältnis zu seinem Vater zu bewahren, anstatt gegen seinen Willen seine Identität preiszugeben. Besonders schmerzhaft war, dass uns die ganze Zeit über vermittelt wurde, dass nur der Kontakt zum leiblichen Vater für das Kindeswohl entscheidend sei.



Anja wurde – als nicht-leibliche Mutter – während dieser ganzen Zeit von allen Beteiligten und insbesondere vom Richter wie ein Elternteil zweiter Klasse behandelt. Die gesamte Adoption zog sich über 16 Monate.



Wie lief es dann bei eurem zweiten Kind?



Nach einem Jobwechsel hat es uns dann in eine andere Stadt verschlagen. Hier kam unsere Tochter zur Welt und wir waren auf das Schlimmste gefasst.



Überraschenderweise lief hier jedoch alles reibungslos. Wir mussten zwar die unzähligen formalen Schritte alle erneut durchlaufen, hatten dabei jedoch durchweg gute Erfahrungen mit den jeweiligen Sachbearbeitern sowie dem zuständigen Gericht. Die Richterin ließ unseren Sohn und nun stolzen großen Bruder, neben sich auf der Richterbank sitzen und verabschiedete sich mit den Worten, dass wir gerne wiederkommen können.



Nach fünf Monaten war alles geschafft.



Bekommen die Kinder etwas mit von all dem Behörden-Irrsinn?



Nicht direkt. Wir erklären ihnen natürlich, warum wir den einen oder anderen Termin wahrnehmen oder uns um Papierkram kümmern müssen. Möglichst neutral, aber natürlich spüren sie auch, ob dies bei uns Stress verursacht.



Entwickelt ihr da mit der Zeit auch eine Art Galgenhumor, um nicht durchzudrehen?



Ohne geht es wahrscheinlich nicht 😉



Was müsste sich denn konkret ändern und wie können wir dabei helfen?



Es müsste eine Reform im Abstammungsrecht geben. Trotz der „Ehe für alle“ gibt es für uns noch keine Möglichkeit, von Geburt an beide als rechtliche Eltern anerkannt zu werden.



Vor allem in konservativen Kreisen geht die politische Diskussion auch noch viel zu sehr in die Richtung ob es Familienformen wie unsere überhaupt geben sollte, anstatt für die Familien die es ja bereits zahlreich gibt, einen rechtlichen Rahmen und mehr Sicherheit zu schaffen.



Wir würden uns wünschen, dass es rechtliche Möglichkeiten gibt, die Gestaltung der Elternschaft im Vorfeld verbindlich festzulegen, sodass beide Mütter für ein in ihre Ehe geborenes Kind von Geburt an gleichberechtigte Elternteile sein können. Eine Reform des Abstammungsrecht ist zwar geplant, aber bisher tut sich nicht viel. Deshalb hat der LSVD eine Petition gestartet, die eine sofortige Reform des Abstammungsrechts fordert. Ihr könnt alle mithelfen, indem ihr die Petition unterschreibt.



Habt ihr auch sonst das Gefühl, viel kämpfen zu müssen oder klappt das im Alltag und im Umgang mit eurem Umfeld alles ganz gut?



Bis auf die Stiefkindadoptionen haben wir im Alltag
eigentlich noch keine nennenswerte Form der Diskriminierung erfahren. Wir
versuchen möglichst offen und selbstverständlich damit umzugehen, sodass die
Tatsache, dass wir zwei Frauen sind meist gar kein Thema ist.



Wir haben bei manchen eher konservativen Bekannten sogar
erlebt, dass diese durch den Kontakt mir uns vorher gehegte Vorurteile sogar
abgebaut haben und offener wurden.



Wechselt ihr euch mit den Schwangerschaften ab oder wie regelt ihr das Kinderkriegen in der Praxis?



Ja, wir wollten beide die Erfahrung machen. Die ersten
beiden Kinder hat Anne bekommen und jetzt ist Anja schwanger.



Mit welchen Gefühlen blickt ihr der Geburt eures dritten Babys entgegen?



Anne: Ich mache mir schon Gedanken, wie ich mich als
Begleitung im Kreißsaal schlagen werde, so ganz ohne eigene Schwangerschaftshormone
😉



Aber ich freue mich auf das Baby und finde es spannend, diese Erfahrung aus der anderen Perspektive zu erleben. Den Gedanken an die Adoption versuche ich noch so weit wie möglich zu verdrängen. Für mich ist es genauso mein Kind, wie die beiden anderen.



Anja: Für mich waren Annes Schwangerschaften eine sehr schöne Zeit und ich genieße es nun auch selbst schwanger sein zu können. Irgendwie fühlt es sich auch so an, als wäre es schon meine dritte Schwangerschaft, da wir diese Erfahrungen so intensiv miteinander teilen und nun auch beide die jeweils andere Perspektive kennen. Der Geburt sehe ich daher gelassen entgegen.



Die erneut bevorstehende Adoption ist eine andere Sache. Ich hoffe, dass wir diese schnellstmöglich hinter uns bringen können und dass uns dieses Mal keine neuen Absurditäten erwarten. Die Verschärfung des Adoptionsrechts ist für mich – nach all unseren Erfahrungen – ein Zeichen dafür, dass die Politik sich nach wie vor nicht ausreichend mit der Lebensrealität der betroffenen Familien auseinandersetzt und sich auf Grundlage falscher Annahmen und Vorurteile leiten lässt.







Mehr Hintergründe könnt ihr auch hier erfahren:



Petition unterschreiben: Abstammungsrecht endlich reformieren! bzw. Diskriminierung von lesbischen Familien könnte sich durch Adoptionshilfegesetz verschärfen.
               
Stiefkindadoption: Nach der Geburt muss meine Frau unser Kind adoptieren | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stille-geburt-so-nahm-ich-abschied-von-unserem-baby
       
Ich sitze hier und fühle mich leer. Gerade noch hatte ich eine Kugel, ich trug mein Baby in mir. Und nun? Nun ist er ein kleiner Engel und ich werde ihn nie mehr in die Arme nehmen können oder ihm meine Liebe schenken können. Sein Papa und seine Brüder konnten ihn nicht einmal sehen….



Die letzten Wochen waren der blanke Horror für uns als Familie. Ein ständiges Auf und Ab. Positive Neuigkeiten und dann gab es wieder Rückschläge. Irgendwann haben wir uns nicht mehr getraut, uns über die positiven Nachrichten zu freuen.



In der 17. Schwangerschaftswoche veränderte sich plötzlich alles



Dabei hatte es doch eigentlich alles gut ausgesehen. Nachdem ich 2018 schon mal eine Fehlgeburt hatte, schien es jetzt alles gut zu laufen. Der positive Schwangerschaftstest, der Wahnsinn. Der erste Ultraschall – unglaublich. Da war er, der kleine Mann. Winzig klein, wie eine Erbse. Doch er wuchs und wuchs. Und unsere beiden großen Jungs freuten sich wie verrückt auf einen kleinen Bruder.



In der 17. Schwangerschaftswoche dann wurde eine Infektion in meiner Gebärmutter festgestellt. Mit Verdacht auf einen Spätabort wurde ich ins Krankenhaus aufgenommen. Die Ärzte sagten: Wir wissen nicht, ob sie das Krankenhaus mit Baby im Bauch verlassen werden.



3 x am Tag bekam ich eine Dosis Antibiotika über die Vene. Ich hatte nonstop Angst. Angst, den Kleinen wegen der Infektion zu verlieren. Angst, den Kleinen wegen der hohen Antibiotika-Dosis zu verlieren. Angst, was noch eventuell auf mich und meine Familie zukommen wird.



Nach den 5 Tagen wurde ich dann mit angeblich stabilen Blutwerden wieder nach Hause geschickt und sollte eine Woche später ganz normal zur Kontrolle zu meiner Frauenärztin. Mir ging es gut und ich war glücklich. Vielleicht hatte ich diesmal Glück? Beim Kontrolltermin bei der Ärztin schien alles okay, doch einen Tag später waren die Blutergebnisse da und ich musste ins Krankenhaus.



Im Krankenhaus sagten die Ärzte, dass meine Entzündungswerte viel zu hoch seien und dass sie sich nicht nur um Baby sorgen würden, sondern auch sehr um mich.



Die Ärzte sagten, dass das Kind nicht überleben kann



Ich wurde untersucht und dann der Schock: Mein Fruchtwasser war fast weg. Die Ärzte sagten, dass das Kind wohl deshalb in den nächsten 24 Stunden auf die Welt kommen würde, denn tatsächlich hatte ich auch bereits leichte Wehen. Es war klar, dass unser Kind nicht überleben würde, da die Lungen nicht ausgereift waren und die Schwangerschaftswoche noch viel zu früh war. Die Ärztin sprach mit mir über Sternenkinder, die Möglichkeit, unser Sternenkind fotografieren und bestatten zu lassen.



Die Wehen stoppten, ich blieb im Krankenhaus. Ich war die ganze Zeit alleine, aufgrund von Corona durfte ich keinen Besuch empfangen. Es war einfach nur schrecklich. Die Tage vergingen, dem Kleinen ging es erstaunlich gut. Nach elf Tagen im Krankenhaus durfte ich sogar nochmal nach Hause. Die Ärzte machten uns klar, dass jeder Tag wertvoll ist. Denn jeder Tag brachte uns näher an die Lungenreifespritzen.



Nach drei Tagen zu Hausen spürte ich, dass etwas nicht stimmt. Ich verdrängte das Gefühl, aber als die Großen dann im Kindergarten waren, rief ich meine Hebamme an und sagte, sie solle vorbei kommen. Sie brachte zwei Geräte mit, konnte aber keinen Herzschlag mehr finden. Ich fuhr zur Frauenärztin, sie setzte das Ultraschallgerät an und sehr schnell war klar, dass das Herz aufgehört hatte zu schlagen.



Am nächsten Tag bekam ich einen Termin für die stille Geburt



Warum schon wieder wir, dachte ich und fing an zu weinen. Die Ärztin klärte mich auf, dass die Geburt nun eingeleitet würde und ich unseren kleinen Jungen auf die Welt bringen würde. Diese Vorstellung zerriss mir das Herz.



Ich bekam einen Termin für den nächsten Tag. Abends legte ich mich in mein Bett zu Hause, sah das Stillkissen, das ich nun nicht brauchen würde. Ich lag im Bett  und wusste, dass dies die letzte Nacht mit Babybauch sein würde – dass ich aber nicht mit einem Kind nach Hause kommen würde.



Am nächsten Morgen packte ich meine Tasche und fuhr ins Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin bekam ich Wehen und es ging plötzlich alles ganz schnell. Nur wenige Minuten, nachdem ich im Krankenhaus angekommen war, wurde unser Sohn geboren. Die Hebamme legte ihn mir in die Arme. Ein ganz normales Kind, nur viel zu klein. Er sah friedlich aus und sehr süß. Ich hatte ihn mehrere Stunden bei mir. Dann verabschiedete ich mich, küsste diesen kleinen Engel und fuhr zu meiner Familie nach Hause.



Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an mein Baby denke und ich hoffe, dass die Zeit meine Wunden heilt.



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Stille Geburt: So nahm ich Abschied von unserem Baby |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stille-geburt-unsere-lange-reise-zurueck-zum-glueck
       
Liebe Ina, Euer drittes Kind kam in der 21. SSW still zur Welt. War das überraschend oder wie verlief die Schwangerschaft bis dahin?



Als wir von der ungeplanten Schwangerschaft erfuhren, war es erst einmal ein großer Schock. Unsere zweite Tochter war gerade einmal 7 Monate alt und wir hatten beide das Gefühl einem dritten Kind gar noch nicht gewachsen zu sein. Die Zeit zu viert war bis dahin mitunter von Kämpfen, Aushandlungsprozessen und Neufindungen geprägt gewesen. Unsere Älteste, damals 3 1/2 Jahre alt, brachte sehr deutlich zum Ausdruck, dass ein Geschwisterchen eine enorm große Veränderung für sie bedeutet und ich hatte diese Entwicklung im Vorfeld schlicht unterschätzt.



Wir starteten also mit sehr gemischten Gefühlen in eine weitere Schwangerschaft. Wobei mein Mann von Vorneherein eher zuversichtlich war und versuchte mir Mut zu machen.



Die Schwangerschaft verlief zunächst problemlos, mir ging es körperlich sogar besser als in den beiden vorherigen Schwangerschaften.



Kannst du erzählen, wie es weiter ging?



Ab der 16./ 17. SSW hatte ich allmählich ein mulmiges Gefühl. Ich spürte das Kind noch nicht und wartete täglich darauf, erste Bewegungen wahrzunehmen. Ich räumte diesem Gefühl nicht viel Platz ein, dennoch schien etwas in mir bereits Alarm zu schlagen.



Ein Tag vor der nächsten Routineuntersuchung beim Frauenarzt, in der 21. SSW, bekam ich nachts Schmerzen und am nächsten Morgen starke Blutungen. Mein Mann und ich fuhren ins Krankenhaus, es dauerte einige Zeit, bis wir behandelt wurden. Nach einem gefühlt endlos langen Ultraschall wurde das Alarmsignal zu trauriger Gewissheit und der Arzt sprach das Unfassbare aus: unser Kind lebte nicht mehr. Die Ärzte nahmen an, dass es möglicherweise schon einige Wochen nicht mehr am Leben war, da die Entwicklung auf Stand eines ca. 16 Wochen alten Fötus war.



Die Geburt musste eingeleitet werden und mein Mann und ich befanden uns plötzlich an einem Abgrund, der tiefer für uns nicht hätte sein können.



Wie lief die Geburt ab?



Die Tatsache ein totes Kind auf die Welt bringen zu müssen, hat mich schier um den Verstand gebracht. Wir waren in einem separaten Zimmer, weit ab von der Geburtsstation untergebracht und warteten auf den Beginn der Geburt. Nach zwei sehr schönen Geburten wussten wir einerseits was auf uns zukommt, andererseits hatten wir große Angst vor dem, was danach kommen würde. Das Gefühl glich bei mir einer Todesangst. Ich war zu diesem Zeitpunkt der Überzeugung, ich würde seelisch daran zerbrechen.



Ca. 12 h später war es dann so weit. Ich spürte wie sich die Plazenta löste und wir wurden in den Kreißsaal gebracht. Wir waren ab diesem Zeitpunkt sehr einfühlsam von einer Hebamme betreut und kurze Zeit nach Ankunft im Kreißsaal, fand auch schon die Geburt statt. Es kostete mich große Überwindung loszulassen, um das Kind tatsächlich zu gebären. Wieder war es mein Mann, der mir Mut machte und bis dahin wie ein Fels an meiner Seite stand. Unser Kind wurde schließlich in der Fruchtblase geboren. Ich fühlte mich auf einmal erleichtert und wollte unser Kind unbedingt sehen und anfassen. Mein Mann hatte plötzlich große Angst und musste zunächst den Kreißsaal verlassen, um sich wieder zu sammeln. 



Nach einiger Zeit kam mein Mann zurück und wir durften noch lange Zeit mit unserem Sohn verbringen, haben ihm einen Namen gegeben, die Hebamme fotografierte ihn und wir versuchten diesen ersten und letzten Moment mit unserem Kind so intensiv wie möglich zu erleben. Wir entschieden uns dafür die Nacht auf Station mit dem Kind zwischen uns liegend zu verbringen. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns und fuhren ohne Kind und nicht mehr schwanger nach Hause zu unseren Töchtern.



So einen Verlust kann man nicht in Worte fassen. Kannst du trotzdem versuchen zu beschreiben, wie es Dir in den ersten Tagen, Wochen danach ging?



Ich habe täglich und jede Nacht versucht dem Abgrund zu entfliehen, der sich mit der stillen Geburt unseres Sohnes aufgetan hatte. Ich war bereits Mutter von zwei Kindern, die mich brauchten. Das forderte ungefragt eine Routine, einen Ablauf, ein Funktionieren, was in solch einer Lage sicherlich hilfreich ist, um sich in der Trauer und Ohnmacht nicht zu verlieren. Gleichzeitig brach ich immer wieder innerlich zusammen, konnte das Geschehene und die Wucht der Gefühle kaum ertragen und wusste nicht mehr weiter. Mein Körper war mir fremd, ich kämpfte mit meiner Körpermitte, den auf Stillen ausgelegten Brüsten (trotz abstillender Medikamente), den Blutungen, die mich tagtäglich an die Geburt meines toten Kindes erinnerten. Ich war geplagt von Schuldgefühlen und Ängsten aller Art.



Größere Ansammlungen von Menschen waren plötzlich zur Bedrohung geworden, immer wieder überkam mich im Alltag der Geruch von Blut und das Weitermachen, sich jeden Tag neu dafür zu entscheiden aufzustehen, kostete mich unglaublich viel Kraft. Mit der Zeit wurden diese emotionalen Stürme weniger, verloren jedoch erst einmal kaum an Heftigkeit.



Ihr habt ja auch noch zwei größere Kinder – wie erklärt man denen so eine Situation?



Unsere große Tochter hat bereits sehr deutlich wahrgenommen, dass etwas Schreckliches geschehen war. Wir entschieden uns bewusst, sie mit zur Beerdigung zu nehmen und sind auch sonst sehr offen in dieser Situation mit ihr umgegangen. Wir haben versucht, ihr kindgerecht zu erklären, was geschehen war. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ihr kleiner Bruder nun einen Platz als Stern im Himmel hat. Dieses Bild ist bis heute geblieben. Unsere jüngere Tochter war noch zu jung, um sie aktiv in den Trauerprozess miteinbeziehen zu können. Dennoch glaube ich, dass sie unsere Trauer und die veränderte Situation deutlich wahrgenommen hat. Bis heute sprechen wir immer wieder von ihrem Bruder, sodass er unvergessen bleibt und auch sie ein Bewusstsein dafür entwickeln kann, dass sich kurz nach ihrer Geburt ein weiteres Kind den Weg in unsere Leben gebahnt hatte.



Du hast uns geschrieben, dass dein Mann und du sehr unterschiedlich getrauert habt. Wo waren die Unterschiede?



In den ersten Tagen waren wir in unserer Trauer sehr ähnlich. Wir haben viel geweint, das Gespräch innerhalb der Familie gesucht und dem Verlust unseres Kindes einen großen Platz eingeräumt. 



Mein Mann versuchte nach wenigen Wochen immer konkreter zur Tagesordnung überzugehen. Sicherlich hat ihm dabei geholfen, dass er wieder arbeiten ging. Er kümmerte sich viel um die Kinder und war im Alltag aktiv, wo er nur konnte. 



Ich war zunächst noch in Elternzeit und einigermaßen in der Lage den Alltag zu bewältigen. Allerdings war ich sehr dünnhäutig, hatte meinen Humor verloren und war nervlich unter Dauerstrom. Viele Tage quälte ich mich bis zum Abend, um dann weinend ins Bett zu fallen. Manchmal fühlte ich mich wie betäubt, unfähig zu mir und den Eigenschaften, die mich ausmachen, zurückzukehren.



Je mehr Zeit verstrich, desto weniger schien mein Mann aushalten zu können, dass ich weiterhin offensichtlich trauerte und nicht mehr dieselbe war. Ich wiederum machte ihm zum Vorwurf, dass er so tat, als wäre alles wieder beim alten. 



Was hat diese Unterschiedlichkeit mit Eurer Beziehung gemacht?



Aufgrund meine Dünnhäutigkeit kam es sicherlich zum mehr Konflikten im Alltag. Da das auch die Kinder betraf, war mein Mann darauf ausgerichtet, die Wogen zu glätten und das Familienleben emotional stabil zu halten. Dabei fühlte ich mich jedoch nicht gesehen und es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen über die Frage, wer wie um den Verlust unseres Sohnes trauert.



Darüber hinaus war unsere Kommunikation beschränkt auf das Wesentliche und wir hatten wenig Zugang zum anderen. Wir trieben eine ganze Weile im offenen Meer nebeneinander her, ohne uns gegenseitig retten zu können.



Dabei versuchte ich auch immer wieder mich an ihm zu orientieren und tatsächlich zur Tagesordnung überzugehen, dabei scheiterte ich jedoch kläglich mit emotionalen Einbrüchen und dem Gefühl von Überforderung.



Gab es einen Punkt, an dem ihr beschlossen habt, dass es nun Hilfe von außen braucht?



Zunächst hatte ich den Eindruck, dass ich allein Hilfe benötige. Ich habe mich auf die Suche nach Unterstützung begeben. Von einer Bekannten, die einen ähnlichen Verlust erlitten hatte, bekam ich eine in diesem Bereich sehr erfahrene Therapeutin empfohlen. Ich erfuhr, dass diese auch Paargespräche anbot und erinnere mich noch genau, dass ich meinen Mann eines Abends beim Zähneputzen vorsichtig fragte, ob er sich vorstellen könnte, mit mir zu einem solchen Gesprächstermin zu gehen. Ich hatte mit Ablehnung gerechnet. Stattdessen erklärte er sich sofort bereit, mir zuliebe mitzukommen.



Wie genau sah diese Hilfe aus? Was habt Ihr dort über Euch gelernt?



Insgesamt haben wir drei Gespräche geführt. Dabei ging es vor allem darum, das Erlebte noch einmal von Anfang an und schrittweise aus unserer jeweiligen Perspektive zu schildern. 



Die Therapeutin unterstützte uns dabei uns gegenseitig genau zuzuhören, die Gefühle, Ängste und Gedanken zu formulieren und all dem Raum zu geben. So gelangten wir nach und nach auf eine gemeinsame Ebene des gegenseitigen Verständnisses. Wir konnten das Verhalten des anderen nachvollziehen und Irrtümer, welche sich durch falsche Interpretation ergeben hatten, ausräumen.



Wir konnten während dieser Termine ausschließlich uns als Paar und unseren persönlichen Gefühlen, Gedanken und Themen Zeit widmen. Danach sind wir auch nie nach Hause, sondern in unserer Stammkneipe gegangen, um das Gespräch ausklingen zu lassen.



Wir haben gelernt, dass wir ins unserer Gefühlswelt nicht sehr weit voneinander entfernt gewesen waren, jedoch unterschiedlich damit umgegangen sind, was letztlich zur Entfernung im Alltag beigetragen hatte. Ich war beeindruckt von der Offenheit meines Mannes über das Geschehene und die eigenen Empfindungen dabei zu sprechen. Bereits nach dem ersten Gespräch gestand er mir erkannt zu haben, dass diese Termine nicht nur mir, sondern auch ihm und uns gut tun würden. 



Wir machten ein Code-Wort aus, um dem anderen bei Bedarf unkompliziert zu verdeutlichen was gerade los ist, ohne viel erklären zu müssen. Wir lernten vor allem, uns gegenseitig zu stützen und über schwierige Gefühle miteinander zu sprechen.



Durch wenige, aber intensive Gespräche fanden wir wieder zueinander. Das Gefühl der Entfremdung verlor sich und wir hatten wieder eine gemeinsame Sprache über das Geschehene gefunden.



Und was hast du über dich selbst gelernt?



Letztlich wohl vor allem die Erkenntnis, dass das Leben weiter geht, selbst wenn der Abgrund unendlich tief ist und, dass ich in der Lage bin, aus einer solchen Tiefe wieder hervorzusteigen. Ich bin persönlich gestärkter und gefestigter. Ich weiß, dass es wichtig ist auf meine innere Stimme zu hören und vor allem gegenüber meinem Mann möglichst offen zu kommunizieren, wenn es uns als Paar betrifft. Voreilige Schlüsse sind selten richtig, wenn sie sich auch noch so richtig anfühlen.  



Wie geht es Euch heute? 



Heute, 3 ½ Jahre später, sind wir glücklich zu fünft! Nach einer langen Reise der Trauerbewältigung, welche vor allem für mich noch einige Zeit nach der Gesprächstherapie weiterging, haben wir uns gemeinsam für ein weiteres Kind entschieden. Wir durften eine weitere gesunde Schwangerschaft und glückliche Geburt erleben. Unsere jüngste Tochter ist nun ein Jahr alt und wir fühlen uns komplett – mit Stern am Himmel.
               
Stille Geburt: Unsere lange Reise zurück zum Glück | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stillen-ist-liebe-flasche-geben-auch-jede-entscheidung-ist-individuell
       
Eine Sache, über die sich Katharina vor der Geburt ihres ersten Kindes keine Gedanken gemacht hat, war das Stillen. Warum auch? Stillen ist die natürlichste Sache der Welt. Kind kommt, Kind hat Hunger, Mutter stillt Kind, Kind satt. So einfach, dachte sie.



Dann wurde ihre Tochter geboren und ganz so einfach war es dann doch nicht. Katharina hatte sehr, sehr viel Milch – was einerseits natürlich toll ist, weil sie ihr Kind satt bekam, auf der anderen Seite führte das bei ihr aber auch dazu, dass sie permanent gegen einen Milchstau ankämpfen musste. Und das ist wirklich sehr, sehr unangenehm. Katharina hielt trotz Schmerzen durch, weil sie überzeugt war, dass Stillen gerade in den ersten sechs Monaten das Beste für das Baby ist. Nach sechs Monaten fütterte sie Flaschennahrung und stillte zügig ab.



Bei Lisa dagegen lief es ganz anders, hatte es bei ihrem ersten Kind noch ab und zu geruckelt beim Stillbeginn, hatte sie bei den Zwillingen nie Probleme mit dem Stillen. Ihre zwei Jungs stillte sie 16 Monate lang und ist bis heute sehr dankbar für diese Erfahrung. Weil die Jungs als Babys öfter ins Krankenhaus mussten, war es für Lisa besonders wichtig, ihnen so viel Nähe zu geben – und es war auch schlicht das Praktischste.



Zwei Frauen, zwei Stillgeschichten – das macht klar: Es gibt nicht die eine Stillbeziehung, es gibt nicht den einen richtigen Weg. Klar ist aber auch: Noch immer setzen sich viele Frauen unter Druck, ihr Baby zu stillen – selbst wenn sie sich damit nicht gut fühlen. Warum das so ist, haben wir Hebamme Kathi (sie ist seit 20 Jahren Expertin für Säuglings- und Kleinkindernährung, selber 2-fache Mama, Ökotrophologin und Beikost Coach für Eltern) gefragt.







Liebe Kathi, Stillen ist eine tolle Sache. Doch nicht bei allen Frauen klappt das Stillen problemlos. Welche Ursachen kann es haben, wenn es nicht richtig klappt mit dem Stillen?



Stillen beruht auf einer hochkomplexen Interaktion zwischen Mutter und Kind, die sehr empfindlich gegenüber Störfaktoren ist. Zu Beginn kann durch eine ungünstige Krankenhausroutine das Stillen erschwert werden oder auch bestimmte Medikamente während der Geburt können dazu führen, dass der Anfang schwierig verläuft.



Das richtige Anlegen eines Babys zum Stillen ist alles andere als trivial. Wir müssen es gezeigt bekommen und einüben, leider erhalten frischgebackenen Mamas oft nicht die notwendige Unterstützung, die sie bräuchten oder sie trauen sich nicht die gestressten Schwestern zu stören, da diese ohnehin unter Zeitdruck stehen und sehr viele Patienten in kurzer Zeit betreuen müssen.



Es kann aber auch einfach sein, dass eine Mutter gar nicht stillen möchte und es deshalb auch nur halbherzig versucht, weil sie von außen dazu gedrängt wird. Manche Frauen können aber auch einfach aus physiologischen oder psychologischen Gründen nicht stillen.



Wir wissen, dass viele Frauen sich dann richtig unter Druck setzen und sich auch schlecht fühlen, wenn es nicht so gut klappt. Woher kommt dieser Druck?



Die jungen Mütter stehen heute unter vielerlei Druck. Eben waren die Frauen noch im Vollzeit-Job tätig und nach der Geburt des Kindes sollen sie alle Anforderung einer vermeintlichen „Super-Mum“ erfüllen. Dazu kommen Schlafmangel und gut gemeinte Ratschläge aus jeder Ecke. Die sozialen Medien tragen dazu ebenfalls zur Verunsicherung und Druckaufbau bei. Dort präsentieren sich die „Super-Mums“ top gestylt mit ihren Sprösslingen.



Das baut schon enorm Druck auf. Auch das „Wochenbett“ wird heute leider nicht mehr als solches zelebriert. Junge Mütter zeigen sich stolz direkt nach der Geburt, was sie schon wieder alles erledigen können, sind oft nach wenigen Tagen schon mit dem Baby stolz unterwegs. Ein richtiges Ankommen und in der neuen Rolle einfinden ist so oft gar nicht möglich. Die Folgen sind Überlastung und Orientierungslosigkeit in einer Welt, in der den Menschen Informationen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Ich merke das ganz stark in meinen Beikost- und Kleinkindernährungskursen. Es herrscht allgemein sehr große Verunsicherung, da einfach sehr viele unterschiedliche Informationen auf die Frauen einprasseln.







Wie kann es gelingen, sich von diesem Druck zu lösen?



Es ist schon erstaunlich, wie oft Frauen ihr Selbstbewusstsein und ihre Durchsetzungskraft mit Beginn der Schwangerschaft ablegen. Eben noch selbstbewusst im Job, herrscht nun große Verunsicherung in der Mutterrolle. Die Mütter möchten in der Regel alles 1000% machen und sind einer enormen Informationsflut ausgesetzt. Mütter in den 1950er-1980er Jahren waren weitaus entspannter, obwohl sie oftmals gerade nur einen Ratgeber im Schrank hatten. Ich empfehle an dieser Stelle immer auf sein Bauchgefühl zu hören, das ist in Kinderfragen oft sehr verlässlich. Statt stundenlang in Mamaforen zu stöbern, rate ich den Frauen, sich professionelle Ratschläge bei einem Experten zu holen. Wenn ich über eine Sache informiert bin, kann ich mit mehr Selbstbewusstsein meine Ansichten vertreten. Und bin insgesamt auch entspannter.



Worauf sollte man achten, wenn man dem Baby das erste Mal zufüttert?



Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten ist empfohlen, aber es kann durchaus Situationen geben, in denen ein Zufüttern erforderlich ist. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn zugefüttert wird. Es sollte deshalb keine Mutter ein schlechtes Gewissen haben. Das Zufüttern kann eine angespannte Situation immens entspannen. Das überträgt sich auch auf die Mutter. Wenn die Mama entspannt ist, kann der Milcheinschuss besser in Gang kommen. Oftmals ist das Zufüttern über einen längeren Zeitraum auch gar nicht notwendig und es kann nach einer gewissen Zeit wieder voll gestillt werden.



Wenn ich das Kind schon länger stille, klappt das Zufüttern oft besser, wenn eine andere Person, z.B. der Papa das übernimmt. Die Flasche wird meist von der Mutter nicht so gut akzeptiert.



Was ist eigentlich dran am Mythos, dass Kinder, die zugefüttert werden, eher durchschlafen?



Stillkinder kommen in der Regel in der Nacht häufiger. Da sie zum einen oft keinen Schnuller haben und mit dem Stillen Nähe und kuscheln verbinden. Die Brust ist auch gerne mal der Schnullerersatz. Dass Flaschenmilch mehr sättigt und dadurch die Säuglinge besser schlafen ist ein Mythos, denn „durchschlafen“ ist keine Frage der Ernährung, sondern eine Frage der Gehirnentwicklung.



In den siebziger / achtziger Jahren gehörte es fast zur Routine, dass Mütter die Säuglingsnahrung mit Schmelzflocken oder 1-2 Löffelchen mehr angereichert haben. Oder sogar dünnflüssigeren Brei in der Flasche angeboten haben. Das führte oft dazu, dass die Kinder wie in ein „Koma“ fielen und dann vermeintlich auch in der Wahrnehmung der Mütter besser schliefen. Ich denke, dieser Mythos hält sich immer noch, obwohl es heutzutage keine gängige Praxis mehr sein sollte Säuglingsnahrung anzureichern.Mittlerweile haben die Hersteller ihre Rezepturen auch soweit im Eiweißgehalt und im Kaloriengehalt heruntergefahren, dass ein „Überfüttern“ nicht mehr möglich ist, wenn man sich an die Zubereitungshinweise der Hersteller hält. Die Kinder kommen also natürlicherweise alle paar Stunden genauso wie es unter Muttermilch-Ernährung auch passiert. Es sei denn, der Säugling hat einen Schnuller, der auch zur Beruhigung beitragen kann. Der Magen der Säuglinge ist noch relativ klein, so dass sie darauf angewiesen sind alle paar Stunden Nahrung zu bekommen.



Warum können Sie Milupa Simply A2-Protein Folgemilch empfehlen?



Kuhmilch ist unter anderem wegen ihres Eiweißgehalts so wertvoll. Dabei unterscheidet man zwei Haupt-Eiweißgruppen: einmal die Molken-Eiweiße und einmal die Caseine. Innerhalb der Gruppe der Caseine gibt es das sogenannte Beta-Casein. Das kann unterschiedlich zusammengesetzt sein. Zwei solcher Varianten sind das A1- und das A2- Beta-Casein. Welche der Varianten, also A1 oder A2 oder eine Mischung aus beiden, in der Milch vorkommen, hängt von der Rasse ab. Denn nicht alle Kühe geben die gleiche Milch. A2-Protein Milch stammt von Kühen, die ausschließlich das A2-Beta-Casein und kein A1-Beta-Casein bilden. Im Laufe der Evolution haben sich verschiedene Rinderrassen entwickelt. Das schwarz-weiße Holstein-Rind zum Beispiel gibt Milch, die ein Gemisch aus A1 und A2 enthält oder auch nur A1. Rinder der Rasse Guernsey und Fleckvieh geben häufig reine A2-Protein Milch. Es kommt also auf die Rasse und auf die Züchtung an. Milupa gibt mit der Milupa Simply Folgemilch die Antwort auf die weltweit wachsende Nachfrage der Verbraucher nach A2-Protein Milch und möchte den Eltern damit eine größere Auswahl an Säuglingsnahrung anbieten.







*Wichtiger Hinweis: Stillen ist die beste Ernährung für dein Baby. Sprich zu Säuglingsnahrung bitte mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt.



FAZIT: Für Babys ist Stillen natürlich die beste Ernährung. Stillen ist Liebe – Flasche geben aber auch. So einfach ist das. Mutterschaft ist kein Wettbewerb, jeder macht es so gut er kann. Wer nicht stillen kann oder möchte, braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Am besten Ihr informiert Euch über die verschiedenen Möglichkeiten und besprecht das mit Eurer Hebamme. Katharina selbst hat ebenfalls unter anderem Folgemilch von Milupa verwendet und war sehr zufrieden. Traut Euch Euren eigenen Weg zu gehen – denn der ist genau der richtige für Euch!
               
Stillen ist Liebe, Flaschegeben auch: Die Milupa Simply Folgemilch im Check
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sumblox-so-lernen-kinder-spielerisch-mathe-mit-gewinnspiel
         Ihr Lieben, wir sind ja allen Dingen aufgeschlossen, die versprechen, dass sie unseren Kindern das Lernen vereinfachen können. Nun gibt es hier eine Idee, wie Kinder spielerisch an die Mathematik herangeführt werden können. Mit Zahlen aus Holz, die unterschiedlich groß und schwer sind und damit direkt von Anfang an und schon den Kleinsten zeigen, dass eine Drei größer und schwerer als eine Zwei ist. Wir haben mal nachgefragt, was es mit dieser Idee auf sich hat…
Ihr Lieben, die Idee hinter SumBlox wirkt so einfach, man fragt sich fast, wieso noch niemand vorher darauf gekommen ist, Mathematik für Kinder so greifbar zu machen… erzählt doch mal, was es mit SumBlox auf dich hat. 
Mit den SumBlox lernen Kinder beim Spielen und Türme bauen Zählen und Rechnen. Ganz nebenbei und eigenständig. SumBlox sind Bausteine in Form von Zahlen. Je größer die Zahl, desto höher der Baustein. Ganz egal wie man auch stapelt, sind die Stapel gleich hoch, stimmen auch ihre Werte überein. Kinder lernen ganz automatisch Zahlen und Rechnen beim Spielen. Und da alle Kinder es lieben, mit Bauklötzen zu stapeln, werden die SumBlox auch nie langweilig. Darüber hinaus gibt es für SumBlox diverse Spiele, die man allein und mit mehreren gemeinsam spielen kann.
Die Kinder können mathematische Werte also im Grunde erfühlen? 
Mit den Zahlenbausteinen erleben Kinder mathematische Konzepte sehr plastisch. Die Form einer Zahl wird nicht mehr nur auf einem Papier erkennbar, sondern kann angefasst werden. Außerdem wird es für Kinder sehr viel schnell klarer, dass eine Drei mehr Wert ist als eine Zwei – sie ist ja auch höher. Das sehen Kinder sofort und es findet von Anfang an eine Verknüpfung des plastischen (Höhe der Zahl) und des Abstrakten (Form und Wert der Zahl) statt. 
Verstehen wir das richtig? Eine Zwei und eine Drei übereinander gestapelt, sind genauso hoch wie die Fünf?
Ganz, genau! Egal welche, Kombinationen man bildet: Stimmen die Werte überein, sind die Türme gleich hoch. Das geht theoretisch bis ins große Einmaleins. Voraussetzung ist, dass genügend Bausteine vorhanden sind.
Kann diese Form des Lernens denn auch Kindern mit Dyskalkulie helfen?
Sehr gut sogar! Uns erreichen immer mehr Rückmeldungen von Dyskalkulie Therapeuten, dass Kinder, denen der Zugang zur Zahlenwelt schwer fällt, mit den SumBlox ein viel tieferes Verständnis erlangen können. Das Wichtigste dabei ist, dass Kinder die SumBlox möglichst eigenständig nutzen dürfen und sie nicht nur auf Zahlen und Rechnen reduziert werden. Als Erwachsener verfällt man immer sehr schnell in Korrekturen und Vorgaben. Lasst die Kinder einfach mal losbauen, auch wenn es sich um kreatives Bauen handelt, wo Zahlen vielleicht falsch herum verwendet werden. Völlig okay! Später einfach mal mitspielen und vormachen, die Kinder gucken sich dann einfach bestimmte Dinge ab und lernen Zahlen und Zahlenwertigkeiten von ganz allein.
Welches Feedback bekommt ihr von Lehrern und Eltern?
Das Feedback ist bisher durchweg positiv. Sowohl Eltern und Lehrer sind begeistert. Manche Eltern haben bedenken, dass Kinder die Zahlen „falsch“ lernen, wenn Sie sie beim Spielen falsch herum stapeln – dieses Feedback haben wir jedoch noch nie von Eltern und Pädagogen gehört, die die SumBlox bereits einsetzen. Das was viele Lehrer begeistert, ist dass mit den SumBlox nicht nur mathematische Fähigkeiten, sondern auch Teamfähigkeit, Problemlösekompetenz und eigenständiges Lernen gefördert werden.
Und ihr konntet bei uns ein Set SUMBLOX gewinnen! Dafür musstet ihr einfach hier bei uns im Blog kommentieren, für wen ihr das Set gern hättet! Oder wie ihr euch damals in Mathe geschlagen habt… 😉 Die Losfee hat aber bereits entschieden. Wir haben da trotzdem noch was für Euch:
Denn psssssst…. Mit dem Gutscheincode "stadtlandmama" bekommt ihr 10€ Rabatt auf euer Set!
 
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SumBlox: So lernen Kinder spielerisch Mathe - mit Gewinnspiel | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/super-elternzeit-gewinn-land-brandenburg-schenkt-drei-familien-vier-wochen-auszeit
       
Nichts, aber auch wirklich nichts, stellt das Leben so auf den Kopf wie die Geburt eines Kindes. Dabei ist es egal, ob es das erste, das zweite oder das fünfte Kind ist. Ich habe mal den schönen Spruch gelesen: „Familie ist wie ein Mobilé. Und jedes neue Mitglied bringt das Mobilé erstmal ins Wanken. Es dauert eben ein Weilchen, bis alles wieder im Gleichgewicht ist.“
Ich kann das aus meiner Erfahrung nur bestätigen. Während man in den ersten Wochen meint, im Chaos zu versinken, merkt man irgendwann, dass sich doch alles zurecht geruckelt hat. Es braucht nur Zeit – am besten viel gemeinsame Zeit, in der die Eltern und das Kind oder die Kinder neu zusammenwachsen können, um dann diese Einheit zu werden, die alles überstehen kann.
Für uns war die gemeinsame Elternzeit deshalb unglaublich wertvoll. Wir konnten einander genießen, ohne, dass berufliche Termine anstanden, ohne dass irgendwer ständig wegmusste. Wir konnten uns auf uns konzentrieren, uns gegenseitig entlasten, das Neugeborene richtig kennenlernen. Bei meiner großen Tochter sind wir damals sogar zusammen verreist, haben das gewohnte Umfeld ganz bewusst hinter uns gelassen und die Chance genutzt, gemeinsam etwas Neues kennen zu lernen. Eine wunderbare Erfahrung, die wir niemals vergessen werden.
Wir wissen, dass viele frischgebackene Eltern davon träumen, als Familie eine Auszeit zu nehmen. Und genau deshalb stellen wir Euch heute die Wettbewerbsaktion „Elternzeit. Es kann so einfach sein.“ vor. Denn hier sollen Familien im Rahmen der Landesmarketingkampagne Brandenburgs die wunderbare Möglichkeit bekommen, vier Wochen lang etwas Besonderes zu erleben, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren – und das in einer tollen Umgebung: In Brandenburg.
Brandenburg liegt ja quasi vor meiner Berliner Haustüre, wir selbst nutzen die vielen Seen, die Wälder und hübschen kleinen Dörfer Brandenburgs oft als Wochenendausflugs-Ziel. Wenn uns der Großstadttrubel zu viel wird, finden wir in der Natur dort Ruhe und Ausgleich – die Kinder lieben es und uns Eltern bietet es Entschleunigung pur.
Ich finde, mit Kindern steigt das Bedürfnis nach mehr Ruhe und Natur enorm. Immer mehr junge Familien möchten nicht mehr mitten in der Stadt leben. Die Kinder sollen erleben dürfen, wie es sich anfühlt, barfuß auf einer Wiese zu laufen. Sie sollen mit Stöcken bewaffnet durch den Wald rennen können, sie sollen Pflanzen und Käfer beobachten können. Das alles kann man in Brandenburg – und noch viel mehr.
Und nun kommt es: Das Land Brandenburg möchte drei Familien für vier Wochen einladen. Es wurden dafür bereits drei außergewöhnliche Unterkünfte ausgesucht – eine restaurierte Mühle in der Märkischen Heide, ein umgebauter Bahnhof bei Nauen und ein Schlossflügel bei Bernau -, in der die Familien kostenfrei wohnen können. Außerdem gibt es tolles Rahmenprogramm, damit die Familien Brandenburg kennenlernen können.Na, hört sich das nicht super an? Hier kommen alle Infos rund um die Elternzeit in Brandenburg:

Mitmachen können Familien ab zwei und bis acht Personen aus ganz Deutschland.
Es ist egal, ob Du alleinerziehend bist, ob ihr eine Patchwork-Familie seid, ob ihr in generationsübergreifenden Familienkonstellationen lebt.
Es spielt keine Rolle, ob Ihr Euch in der Phase der staatlichen Elternzeit befindet, oder ob Ihr einfach so eine Auszeit mit der Familie nehmen möchtet
Ihr werdet vom 15.6. bis 15.7. in Brandenburg sein (juhuuu, im Sommer ist es absolut mega toll da!)
Während der vier Wochen solltet Ihr ein kleines Videotagebuch führen, das dann über die Website und die Social Media-Kanäle der Kampagne „Brandenburg – es kann so einfach sein“ geteilt wird
Alle Infos und Teilnahmebedingungen findet Ihr auf dieser Website: https://www.es-kann-so-einfach-sein.de/elternzeit

Und falls Ihr jetzt denkt, dass IHR die idealen Kandidaten seid, dann dreht ein kurzes Video (max. 1,5 Minuten), stellt Eure Familie vor und beantwortet die Bewerbungsfrage: „Nennt uns 5 Dinge, die ihr/du mit eurem/deinem Kind schon immer mal machen wolltet/wolltest, aber bei euch/dir zuhause nicht könnt/kannst.“
Das Video schickt Ihr dann bis zum 1. Mai an elternzeit@eskannsoeinfachsein.de . Wir drücken Euch die Daumen, dass IHR bald eine Arschbombe in einen Brandenburger See machen könnt, IHR vier Wochen in einer wunderschönen Umgebung und in einer tollen Immobilie leben könnt. Das könnte der Sommer Eures Lebens werden. VIEL GLÜCK!!!
Foto: Susanne Losert-Behr
               
Super-Elternzeit-Gewinn! Land Brandenburg schenkt drei Familien vier Wochen Auszeit | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/systemsprenger-wie-mein-sohn-mit-seinen-unkontrollierten-ausrastern-unseren-alltag-bestimmt
       
Ihr Lieben, heute läuft in den Kinos der deutsche Film "Systemsprenger" an, in dem die Geschichte der neunjährigen Benni erzählt wird, die von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht wird. Das System ist überfordert mit dem Mädchen, das alle von sich stößt und durch alle vorgegebenen Raster fällt. Wir haben neulich ein Interview mit der Filmemacherin auf unserer Facebook-Seite gepostet, daraufhin meldet sich Viola. Sie schrieb uns, dass ihr Sohn auch ein "Systemsprenger" sei und dass die uns gerne von ihrer Situation erzählen möchte. Wir bedanken uns sehr für das Vertrauen. 
Liebe Viola, wir wollen heute über Deinen Sohn sprechen. Erzähl uns doch erstmal ein bisschen was über ihn.
Unser Sohn ist acht Jahre alt und ein Vulkan, der jederzeit ausbrechen kann. In den Zeiten ohne Ausbruch ist er das verständigste und netteste Kind, das sich wunderbar allein und in der Gruppe beschäftigen kann. Er malt und zeichnet wie ein Weltmeister, liebt Lego und Hörspiele, hat eine Wahnsinnsfantasie, außerdem bastelt und werkelt er gern drinnen und draußen. Er lebt mit uns und unserem zweiten Sohn, seinem kleinen Bruder (fast 3), zusammen in einer schönen Wohnung in einer großen Stadt. Schwangerschaft und Geburt verliefen traumhaft und komplikationslos, er wurde voll gestillt und viel getragen.
Unser Sohn ist an wenigen Stellen das, was man „normal“ einstufen würde: Er ist kleiner als seine Altersgenossen. Aktuell ist er größenmäßig drei Jahre zurück, selbst auf einer individuellen Perzentile, die anhand meiner und der Daten meines Mannes erstellt wurden. Der Grund ist nicht bekannt und er ist auch nicht krank, aber wir müssen mit ihm zweimal jährlich zu einer umfassenden Untersuchung.
Außerdem ist er hochgradig allergisch auf ein Nahrungsmittel, was ihn schon des öfteren ins Krankenhaus befördert und vermutlich auch ein Trauma verursacht hat. Dass er auch regelmäßig zum Augenarzt muss aufgrund einer Muskelschwäche, fällt schon kaum noch ins Gewicht angesichts der nächsten größten Herausforderung: Er ist höchstbegabt (sein IQ liegt über 145) und hochsensibel. Das führt zu einer ständigen Reizüberflutung einerseits – er kann nichts filtern und erlebt jeden Impuls, jedes Geräusch, jeden optischen Reiz und kann nichts ausblenden.
AD(H)S wurde bei ihm jedoch ausgeschlossen. Er ist ständig angespannt und unter Stress. Und sobald das Fass voll ist, reicht der minimalste Anlass, um ihn zum Ausrasten zu bringen: Schreien, um sich schlagen und treten, auf dem Boden liegen, eine regelrechter Ausbruch eben. Je nach Situation geht er dabei auch auf andere los, schreit die schlimmsten Wörter in die Welt oder läuft unkontrolliert davon. Er agiert extrem impulsgesteuert und hat eine sehr niedrige Frustrationstoleranz. Andererseits langweilt er sich dermaßen schnell und durchschaut auch komplexe Sachverhalte so mühelos, dass immer geistiges Futter nachgeschoben werden muss. Dieser Spagat zwischen Reizarmut und nötigem Input ist extrem schwierig.
Das ist sicher besonders in der Schule ein Problem….
Ja, seit er zur Schule geht häufen sich bei uns die Probleme, obwohl wir die Schule mit viel Bedacht ausgewählt haben. Das erste halbe Jahr lief gut: Sein Klassenlehrerin war auf Begabtenförderung spezialisiert und konnte seine Bedürfnisse recht gut auffangen. Leider verließ sie nach einem halben Jahr die Schule und seit dem Lehrerwechsel ist es eine einzige Katastrophe. Unser Sohn tut sich extrem schwer mit Veränderungen, lässt bis heute keine Beziehung zum neuen Lehrer zu und sprengt so gut wie jeden Unterricht.
Noch schlimmer ist es in der Nachmittagsbetreuung: Kaum ein Tag vergeht, ohne dass wir ihn früher abholen müssen, weil er Streit oder eine gewalttätige Auseinandersetzung hat. Er hat sogar schon eine Erzieherin gebissen. Mittlerweile haben wir ihn dort herausgenommen, worunter unsere beiden Jobs leiden, da wir weder Verwandte haben, die ihn betreuen können, noch einen Babysitter gefunden haben, der dieser Herausforderung gewachsen ist. Ich habe meine Stunden reduziert, aber er ist trotzdem täglich nach der Schule eine halbe Stunde allein zu Hause, anders geht es nicht. Besonders schwierig sind Übergangssituationen: Alles muss lang im Voraus angekündigt werden („Bald müssen wir los…“) und auch dann kann er sich, wenn er in seine aktuelle Tätigkeit versunken ist, nur extrem schwer lösen. Ein normaler Fächer- oder Lehrerwechsel im Stundenplan ist für ihn bereits ein enormes Hindernis.
Wann hat es angefangen, dass Dein Sohn nicht richtig ins System gepasst hat?
Eigentlich hat das alles bereits im Kleinkindalter angefangen. Er war seinen Altersgenossen in Sachen Feinmotorik und Sprache schon immer voraus und hat deshalb quasi nie auf Augenhöhe mit anderen Kindern kommuniziert. Wenn ein Kind im Sandkasten in seinen Augen „falsch“ spielte, gab es eins mit der Schaufel. Wir haben ihm nie Gewalt vorgelebt, auch nicht verbal, und konnten den Grund für solche körperlichen Aggressionen nicht finden.
Im Kindergarten setzte es sich fort: Er baute stundenlang einen Bauernhof auf und wenn ein anderes Kind dann auch nur eine Kuh verrückte, zog das einen halbstündigen Ausbruch nach sich. Mit dem Lehrerwechsel hat es sich potenziert, mittlerweile ist sein einziges Lernziel „Ich tue heute niemandem weh“. Von damals bis heute gibt es keine wirksame Maßnahme dagegen: Reden, Erklären oder Schimpfen, weder von uns noch von anderen, hat etwas verändert.
Eine traurige Folge ist, dass Kinder, auch wenn sie ihn mögen, sich nicht trauen, ihn zum Geburtstag einzuladen, weil sie Angst haben, dass er dort einen Ausraster bekommt. Auch wir sind mittlerweile dauerhaft angespannt und wittern ständig Gefahr, was sicherlich nicht zur Besserung beiträgt.
Merkt er das selbst und wie geht der damit um?
Für ihn ist das alles eine Höllenqual. Er will um keinen Preis anders sein als andere Kinder und lehnt jedes Angebot ab. Auf Expertenrat haben wir es mit einem Instrument, Kampfsport, Tanzen und etlichem mehr versucht, nichts hat geholfen oder ihm Freude bereitet. Sobald seine Wut verraucht und wieder Ruhe eingekehrt ist, kann unser Sohn übrigens alles total präzise reflektieren. Er ist dann wie ausgewechselt und sehr verständig. Im Moment des Ausbruchs selbst allerdings dringt nichts und niemand zu ihm durch.
Wie gehen Lehrer und Mitschüler mit ihm um?
Interessanterweise ist er in seiner Klasse beliebt und die Kinder können seine Ausbrüche ziemlich gut einordnen. Was allerdings ein Problem ist: Mittlerweile hat er so oft Mist gebaut, dass er automatisch für alles verantwortlich gemacht wird. Sein überhöhtes Gerechtigkeitsempfinden zieht dann den nächsten Anfall nach sich und somit gerät er immer tiefer in die Abwärtsspirale. Das nutzen einige Kinder aus, indem sie ihn zu Blödsinn anstacheln oder ihn gezielt (und heimlich) ärgern, um einen Wutausbruch zu provozieren.
Die Lehrer haben dann gar keine Chance, zu verstehen, was der Anlass war, da der Ausbruch so viel Raum einnimmt und der Auslöser in den Hintergrund rückt bzw. z.T. auch verharmlost wird. Wir können das Thema Mobbing allerdings schwer thematisieren – als Eltern des gefürchteten Arschlochkindes ist man da in einer blöden Position. Einen Schulwechsel oder das Überspringen einer Klasse haben wir mehrfach angedacht, aber mittlerweile wurde so viel an ihm herumgedoktert, dass er bei dem Thema komplett dichtmacht. Wir sind gerade froh, dass er überhaupt zur Schule geht.
Wie bringt Euer Sohn Deinen Mann und Dich an Eure Grenzen?
Die Ausbrüche gibt es auch bei uns zu Hause, mittlerweile täglich. Da muss nur die falsche Gabel neben seinem Teller liegen oder der Käse alle sein. Und auch hier sind es besonders die Übergangssituationen, selbst wenn es nur ums Anziehen geht: Wenn man nicht zu ihm geht, ihn zum Kleiderschrank begleitet, neben ihm stehenbleibt und immer wieder daran erinnert, was er gerade tun soll, Kleidungsstück für Kleidungsstück, friert er quasi ein, so sehr verliert er sich in seinen Gedanken. Auch wenn man es nicht glauben mag: Er kann es nicht allein.
Darunter leidet das Familienleben enorm, schließlich gibt es auch noch uns und seinen kleinen Bruder. Wir stecken alle drei zurück, weil er so viel Zuwendung braucht. Immer häufiger platzt uns allerdings auch der Kragen und es gibt Geschrei. Manchmal müssen wir ihn auch körperlich bändigen, damit er sich nicht aus Versehen selbst verletzt. Wir halten ihn dann fest umklammert, um ihm im wahrsten Sinne des Wortes Halt zu geben, weil er so außer sich ist. Das ist wahnsinnig anstrengend. Ein weiteres Thema ist sein Schlafdefizit. Seine innere Unruhe lässt ihn manchmal morgens um vier aufstehen und z.B. ein riesiges Bastelprojekt starten. Wenn wir dann aufwachen, hat er noch nichts gegessen oder getrunken, ist unterzuckert, schlechtgelaunt und müde. Auch dagegen haben wir noch kein Mittel gefunden.
Habt Ihr Hilfe?
Bei der normalen Erziehungsberatung konnte uns niemand helfen, weil wir alle vorgeschlagenen Maßnahmen schon selbst durch hatten und wirklich nichts Veränderung brachte, nicht einmal mittelfristig. Auch Osteopathie haben wir versucht. Er geht seit der Kindergartenzeit zur Ergotherapie und hat gerade seine zweite Kinderpsychotherapie begonnen. Allerdings kommt bei ihm so viel zusammen, dass uns schon angekündigt wurde, dass es ein langwieriger und schwieriger Prozess wird.
Wir haben wahrscheinlich  fast alles zum Thema veröffentlichte gelesen, aber der Knoten ist einfach zu dick. Unsere größte Aufgabe ist es, ihm zu zeigen, dass wir ihn lieben und ihn nicht aufgeben. Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, aber wir bekommen täglich Meldungen und werden, genau wie er, von allen Seiten mit Kritik bombardiert. Erwachsene nimmt er eigentlich nur noch als Kritiker wahr – uns eingeschlossen. Da ist es extrem wichtig, ihm zu versichern, dass er ein tolles Kind ist. Denn das ist er!
Was ist Deine größte Angst, wenn du an seine Zukunft denkst?
Neben der Angst, dass er, wenn er so blind vor Wut, sich selbst oder anderen einen schlimmen, vielleicht sogar bleibenden Schaden zufügt, ist meine große Angst, dass er später kriminell wird oder einfach allein nicht lebensfähig ist. Auf der anderen Seite stelle ich mir auch manchmal vor, dass er als durchgeknallter Künstler oder ähnliches seinen Weg findet.
Wenn du eine Sache an seiner Situation ändern würdest, was wäre das?
Ich würde ihm ein Netzwerk wünschen, das ihn halten kann und das uns als Familie Raum gestattet, nicht ständig in Alarmbereitschaft zu sein. Ich wünsche mir, dass wir mit ihm endlich ein Ventil finden, das ihm dabei hilft, seine geistige und emotionale Power auszuleben und zu kanalisieren. Mein größter Wunsch aber ist, ihn endlich mal wieder glücklich zu erleben.
Was möchtest du unbedingt noch dazu sagen?
Was ich noch sagen möchte: Die meisten Menschen neigen bei solchen Kindern dazu, die Eltern als „asi“ einzustufen und ihnen die Schuld dafür zu geben, dass das Kind verzogen sei und nur mal ne klare Ansage bräuchte. Glaubt mir: Das ist nicht so! Es wäre schön, wenn solche Kinder weniger verurteilt, abgestempelt oder ausgeschlossen werden. Ein Mädchen aus seiner Klasse, das mit ihm befreundet ist, sagte neulich: „Ich weiß nicht, wie man ihm bei so einem Wutanfall helfen kann, aber ich weiß, dass es irgendwann einfach wieder aufhört.“ Das fand ich sehr klar und stark.
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Systemsprenger! Wie mein Sohn mit seinen unkontrollierten Ausrastern unseren Alltag bestimmt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tablet-tv-totalalarm-kinder-jetzt-legt-doch-mal-die-verdammten-handys-weg
         Ihr Lieben, ich habe mal darüber geschrieben, wie das war, als unsere Große ein Handy bekam. Ich habe auch neulich mal darüber nachgedacht, wie schön das war, als sich die Jungs ein selbsterlegtes Tabletverbot für Montag-bis Freitag aussprachen. Da staunt ihr?
Ja, ich habe auch gestaunt. Und leider hat diese Regel auch nicht lang angehalten. Das ist hier ähnlich wie in der Politik. Erstmal lässt man es auf Freiwilligkeit basieren, bis man merkt: Hm, klappt ja irgendwie gar nicht. Und dann gibt es feste Regeln und Frust. Und ja, noch mehr Frust. Frust, Frust, Frust.
Während ich diesen Text hier tippe, streiten sich gerade die Söhne über den nächsten Transfer für ihr Fußballspiel auf dem Ipad. Wir haben nur eins, sie müssen sich also nicht nur das Ding teilen (wenn sie es mal haben dürfen), sondern dann eben auch die strategischen Entscheidungen für ihre digitale Fußballkarriere.
Ja, es ist kein Ballerspiel, sondern ein Ballspiel, das freut mich. Aber nur ein bisschen. Denn der Suchtfaktor ist trotzdem immens.
Die meisten Spiele, die schon für Kinder gemacht sind, sind genau so konzipiert, dass sie immer wieder dran müssen, um am Ball zu bleiben. „Nur noch das eine Spiel, Mama“. „Noch eben bis zum Abpfiff“, „Darf ich nochmal GANZ kurz ran, ich muss da nochmal ein Ergebnis checken“. Wer größere Kinder hat, wird das kennen und auf Dauer macht es einfach nur noch mürbe.
Und dabei bin ich überhaupt kein Verteufler der neuen Medien! Ich liebe das Internet. Ich hab schon an vielen Orten gewohnt und halte sehr gern Kontakt zu Menschen. Ich kann übers Netz Kontakt halten zu Freunden aus Berlin, Bogotá oder auf den Bahamas.
Ich bin selbst unglaublich viel am Laptop oder Handy, das Netz ermöglicht es mir, überhaupt so viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, weil sich vieles in meinem Job dadurch von zu Hause erledigen lässt.
Ich bin FÜR einen guten Umgang von Kindern mit Medien, ich will, dass sie sich damit auskennen, ich bin stolz, wenn sie ein Musikvideo drehen und es danach mit einer App schneiden – das konnte ich mit neun Jahren noch nicht! Ich bin glücklich, wenn sie etwas über Vulkane wissen wollen – und sich dann bei Youtube eine Doku dazu anschauen. Aber alles hat seine Grenzen. Manchmal könnte ich verzweifeln.
Wenn sie morgens nach dem Aufwachen direkt dran wollen. Wenn sie grad daddeln und quasi nicht ansprechbar sind.
Es ist ja auch fast unmöglich, sich dem Ding zu entziehen. Gut, sie haben ihre Handys erst seit fünf Wochen, weil sie demnächst mit dem Linienbus zur Schule und zurück fahren werden. Da ist also noch die Faszination des Neuen. Aber ich habe das Gefühl, die große Begeisterung, dieses magnetische Hingezogenfühlen wird sich auch nach Monaten nicht ändern, denn das Ding ist ja multifunktional!
„Wir wollen draußen ein Wettrennen machen, dürfen wir das Handy mitnehmen, um die Zeit zu stoppen?“
„Wir wollen den Einkaufszettel nachrechnen, dürfen wir das Handy eben für die Taschenrechner-App haben?“
„Wir wollen gar nicht zocken, wir wollen nur eben ein Hörspiel über Spotify hören“
Ja, wie soll man da argumentieren? Es ist eine Wahnsinns-Herausforderung! Ein täglicher Drahtseilakt, eine Kraftanstrengung. Weil wir selbst nicht mit den Dingern aufgewachsen sind, weil wir nur ahnen können, was es mit ihnen macht, wenn sie ständig an den Dingern rumhängen.
Weil wir doch alle irgendwie noch Bullerbü im Kopf haben und wollen, dass sie draußen sind, dass mit aufgeschürften Knien nach Hause kommen, dass sie in Pfützen hüpfen, dass sie im Wald Räuber und Gendarm spielen, dass sie Eichhörnchen beim Nussknacken zusehen, dass sie sich mit Blättern bewerfen, dass sie mit den Nachbarskindern auf dem Bolzplatz kicken.
Und wenn das Handy dann weg ist, sitzen sie da wie amputiert. Kein lachender Flummi hüpft da durch den Raum, der Frösche fressen muss und damit Punkte sammeln kann, die zu einem direkten Erfolgserlebnis führen.
Es gibt keine Siegeshymnen oder Punkte oder Geldausschüttungen, wenn die Spülmaschine adäquat eingeräumt wurde. Und dementsprechend langweilig gestaltet sich eben auch all der analoge Alltag, der neben der Daddelei eben auch noch ansteht. „Was sollen wir denn jetzt machen?“ Meist endet das dann auch noch im Geschwisterstreit, weil der Frust zu groß ist, weil die angestaute Energie raus muss, die auf dem Sofa sitzend eben nicht gefordert wird.
Verpassen sie ihre Kindheit? Oder ist unser Bild von Kindheit einfach überholt? Ist es gerade diese Kombination aus Schule, Hobby und Zocken, die eben heute normal ist – und nicht zu gravierenden Spätfolgen, sondern zu einem abwechslungsreichen Leben führt? Wie kann man für den richtigen Umgang mit den Dingern sorgen, wenn die Kinder ihn selbst nicht finden? Darüber müssen Eltern, müssen wir alle heute täglich nachdenken.
Es ist eine eigene Welt, die sie sich unsere Kinder da erschließen, das ist gar nicht so leicht auszuhalten, weil wir das selbst so nie erlebt haben.
In Momenten, in denen ich darüber explodieren könnte, denke ich dran, dass auch Bücher und Hörspiele mal als Alltagsflucht verteufelt wurden. Dass auch Eltern früher über den TV-Konsum ihrer Kinder verzweifelt sind. Und irgendwie ist die Welt dadurch ja trotzdem nicht stehen geblieben. Versuchen wir also, optimistisch zu bleiben.
 
 
               
Tablet, TV, Totalalarm: Kinder, jetzt legt doch mal die verdammten Handys weg!!! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tabu-thema-untreue-hier-erzaehlen-zwei-frauen-von-ihren-erfahrungen
       
Ihr Lieben, neulich haben wir über unserer Facebook-Seite den Artikel von Pia geteilt, in dem sie uns erzählt, dass sie die Geliebte eines verheirateten Mannes ist. Der Beitrag sorgte für viele Kommentare, für Unverständnis und und erreichten unfassbar viele Nachrichten. Viele Frauen erzählten uns, dass sie betrogen wurden, aber viele wollten davon berichten, dass auch sie eine Affäre haben. Es hat uns total überrascht, wie hoch die Resonanz auf dieses Thema war, deshalb haben wir uns entschlossen, hier nochmal zwei Geschichten aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen…
Liebe Melli, Dein Ex-Mann führte eineinhalb Jahren ein Doppelleben. Kannst Du erstmal etwas über eine Beziehung erzählen?
Unsere Beziehung lief eigentlich gut, wir hatten eine hübsche Wohnung und einen süßen Sohn. Finanziell ging es uns nicht besonders gut, weil nur ich einen Job hatte, er war vier Jahre lang arbeitslos. Viele Freunde und meine Familie sagten deshalb immer, er würde mich nur ausnutzen, aber ich glaubte das nicht. Ich liebte ihn eben.
Gab es keine Hinweise, dass Dein Mann noch eine andere Frau hat?
Nein. Er war abends zwar oft unterwegs, sagte aber dann immer, er würde sich mit Kumpels treffen und an Autos rumschrauben. Deshalb wunderte ich mich auch gar nicht, dass er immer duschen ging, wenn er wieder kam. Ich dachte: Klar, er ist dreckig vom Auto-Basteln. Als unser Sohn knapp zwei Jahre war, sagte er, er würde mit ihm auf den Spielplatz gehen oder einkaufen fahren. Das fand ich natürlich super, weil ich dadurch auch mal ein bisschen Freizeit hatte. 
Doch er war nicht nur mit Eurem Sohn unterwegs…
Nein, leider. Irgendwann rief mich eine Bekannte an und fragte, ob ich eigentlich von meinem Mann getrennt sei. Ich verneinte natürlich. Meine Freundin erzählte mir dann, sie habe ihn mit einer anderen Frau und unserem Sohn gesehen. Da war ich erstmal baff. 
Du hast ihn sicher damit konfrontiert. 
Klar, aber er sagte, es sei nur eine Bekannte – und ich glaubte ihm. Er sagte, er würde mich lieben und mich niemals aufgeben wollen. Ich hatte die rosarote Brille auf, auch als er abends immer öfter weg war – und auch mal über Nacht weg blieb. Angeblich war er bei einem Kumpel eingeschlafen. Doch dann bekam ich wieder eine Nachricht, dass jemand ihn mit einer anderen Frau gesehen habe – und diese Frau kannte ich. 
Wie ging es weiter?
Ich sprach ihn wieder darauf an und sagte ihm, dass ich ihm nun nicht mehr glauben könnte. Da gestand er und sagte, dass er mich lieben würde – die andere aber auch. Ich war am Boden zerstört und unglaublich sauer auf mich selbst. Dass ich so lange gutgläubig gewesen war. Er war aber einfach der perfekte Lügner gewesen…
Du hast Dich mit der anderen Frau getroffen…
Ja, und sie war auch geschockt. Denn ihr hatte er erzählt, dass wir uns ein Jahr nach der Geburt getrennt hätten. Und so stellte sich heraus, dass er fast eineinhalb Jahre zwei Beziehungen gehabt hatte.
Wie bist Du mit diesem Betrug umgegangen?
Ich kam mir so dämlich vor. Die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Ort und ich schämte mich, unter Leute zu gehen. Ich war für viele das dumme Mädchen, das nichts gecheckt hatte. Ein dummes Mädchen, das blind gewesen war vor Liebe. Früher hatte ich immer gedacht, dass es unmöglich sei, sowas NICHT zu merken, und nun war genau das mir passiert.
Und wie hat er sich verhalten?
Er sagte, er habe solche Angst uns zu verlieren – dabei hatte er uns schon verloren, als er zum ersten Mal die andere Frau traf. Ich merkte, dass ich ihn richtig zu hassen begann. Wie konnte er das mir nur antun? Ich hatte doch alles gegeben. Ich ging arbeiten, bezahlte die Miete, füllte den Kühlschrank, war verständnisvoll, ich war die Mutter seines Kindes. Und er – er stieg einfach zu einer anderen ins Bett…
In Diskussionen hielt er mir immer wieder vor, ich würde unserem Sohn die Sicherheit nehmen, wenn ich mich trennen würde. Er machte mir ein schlechtes Gewissen, sagte, ich sei eine schlechte Mutter, wenn ich gehen würde. Aber ich ging. Ich habe ihn verlassen. Ich suchte mir eine Wohnung und zog zusammen mit meinem Jungen aus. 
Wie geht es Dir heute?
Sehr gut. Mein Sohn und ich kamen gut alleine klar. Nach einiger Zeit lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Er ist mein Seelenverwandter und ich könnte nicht glücklicher sein. 
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Liebe Katja, Du bist verheiratet und hast eine Affäre. Beschreib doch mal Deine Ehe – was findest du da gut und was fehlt Dir?
Ich kann von mir behaupten, dass ich meinen besten Freund geheiratet habe. Wir kennen uns viele Jahre, haben ein gemeinsames Kind (3) und vor kurzem geheiratet. Es scheint also alles perfekt, aber ich habe gewisse sexuelle Vorlieben, die ich mit meinem Mann nicht ausleben kann. Es interessiert ihn einfach nicht und ich dachte zunächst, ich könnte darauf verzichten. Aber ich habe gemerkt, dass ich es nicht kann. 
Deshalb die Affäre?
Ja, ich habe den Mann über eine einschläge Internetseite kennen gelernt und treffe ihn seit ein paar Monaten. 
Wie war das erste Treffen mit dem anderen Mann? Wie ging es Dir danach?
Das erste Treffen war super entspannt und ich hatte das Gefühl, diesen Mann schon ewig zu kennen. Wir haben ein wenig geknutscht und sind später beide nach Hause. Im Auto war ich einfach geflasht. Zuhause plagte mich kurz das schlechte Gewissen. Es ist so: Ich liebe meinen Mann und meine Familie über alles. Das schlechte Gewissen hält beim nach Hause kommen kurz an, verschwindet dann aber. Früher habe ich immer fest an Monogamie und ewige Treue geglaubt. Heute bin ich der Meinung, dass eine Affäre eine Ehe, in der sonst alles super ist, auch retten kann.
Wie oft siehst du den anderen Mann und habt Ihr dann nur Sex oder geht ihr auch mal ins Kino oder essen?
Wir sehen uns alle paar Wochen rein sexuell. Ab und an skypen wir oder treffen uns selten mal auf einen Kaffee. 
Dein Mann weiß aber davon nichts. 
Nein und auch die Frau meiner Affäre nicht. Das nagt ab und an sehr an mir. Gerne würde ich es offener gestalten.
Hast du dir überlegt, wie lange das weitergehen soll? Wärst du bereit, für deinen Mann deine Affäre aufzugeben?
Wie lange es gehen wird, wird sich zeigen. Sollte mein Mann davon erfahren, gäbe es Gesprächsbedarf und wir müssten eine Lösung finden. Weder meine Affäre noch ich wollten unsere Familien aufgeben. Es ist nur leider so, dass dieser andere Mann einen Teil meiner Sexualität befriedigt und mich das eine Zeit lang zutiefst ausfüllt und ausgleicht. 
Was hast Du über dich gelernt durch diese ganze Sache?
Ich habe gelernt, wie sich meine Ansicht über Liebe und Treue wandeln kann. Dass man Sex ohne Liebe haben kann, weiß ich schon länger. Dass Treue für mich mehr ist als sexuell fremd zu gehen und wie sehr ich meinen Mann und unser Kind tatsächlich liebe.
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Foto: Pixabay
 
               
Tabu-Thema Untreue: Hier erzählen zwei Frauen von ihren Erfahrungen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tabuthema-armut-so-leben-wir-als-familie-mit-hartz-4
       
Ihr Lieben, in der letzten Zeit hatten wir mehrere Beiträge zum Thema Kinderarmut, darunter das Interview mit Ella, die nach der Trennung in finanzielle Not geriet und der Gastbeitrag einer Jobcenter-Mitarbeiterin, der für viele Diskussion sorgte. Es gaben sich sehr viele Mütter bei uns gemeldet, die aktuell von Hartz 4 leben oder in der Vergangenheit Leistungen bezogen haben. Einige haben wir interviewt und sind sehr dankbar für ihr Vertrauen und ihre Offenheit. Heute gibt es hier also 4 Geschichten rund um Familien und Hartz 4: 
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Mein Name ist Judith und ich habe auch einige Monate Hartz 4 bezogen. Ja, wenn man Hartz 4 bezieht, ist das Geld knapp. Aber ich habe mich streng an eine Prioritäten-Liste gehalten, wenn ich Geld ausgegeben habe – ich habe mich also immer gefragt: Ist diese Ausgabe wirklich wichtig? Ich habe mir Umschläge mit Geld für jede Woche gemacht, damit ich auch wirklich nicht mehr ausgebe. Somit konnte ich sicherstellen, dass meine Kinder genug zu essen haben, ordentlich angezogen waren und alle Schulmaterialien hatten. Alle Kostenfresser wie Handy, Genussmittel und kostenpflichtiges TV habe reduziert oder abgeschafft. In unserem Haus wohnt eine alleinerziehende Mutter mit drei Kindern, die auch Hartz 4 beziehen und bei denen es offensichtlich anders läuft. Die Kinder gehen nur unregelmäßig zur Schule und langweilen sich im Hof. Die Mutter sitzt eigentlich nur rauchend auf dem Balkon. Das macht mich traurig, weil ich das Gefühl habe, dass diese Kinder jetzt schon in der Armutsspirale festsitzen. 

Liebe Sonja, erzähl uns mal von deiner aktuellen Lebenssituation. 
Wir sind 32 und 36 Jahre alt. Unsere Großen sind 13 und 10, gehen in die Schule, die beiden Kleinen sind knapp 3 Jahre und 9 Monate alt und werden zu Hause von uns betreut. 
Wie und wann seid ihr in Hartz 4 gerutscht?
Mein Mann und ich haben beide in der Gastronomie gearbeitet. Ich war bereits saisonbedingt arbeitslos, als mein Freund morgens mit Taubheitsgefühl im Arm wach wurde. Noch nie dagewesene Schmerzen im Nacken kamen hinzu. "Nur verlegen." war unsere Annahme. Doch Schmerzen und Taubheit gingen nicht weg, sie wurden zum ständigen Begleiter. Krankschreibungen folgten. Wochen, Monate. Als er sich gezwungenermaßen wieder gesund schreiben ließ, wusste immer noch niemand, was er hat. Es folgte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Nach einiger Zeit hatte er einen neuen Job, aber es ging von vorne los. Mit hohen Schmerzmitteldosen schleppte er sich zur Arbeit. Er konnte nichts tragen, nichts halten, alles fiel runter. Wieder Krankschreibungen. Wieder Rätselraten. Bis der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall kam. So war es dann auch. Seitdem schlugen unzählige Therapien fehl, Schmerzmittel aus dem Bereich der Opioide halfen kurzzeitig, aber besser wurde es nicht. Irgendwann wollte die Krankenkasse kein Krankengeld mehr zahlen und schickte ihn zum Jobcenter. So weit war es also schon. Ich hatte zwar zwischenzeitlich wieder einen Job, jedoch immer nur zur Saison und ein Monatsgehalt von knapp 1000€ netto reichte einfach nicht für uns. Somit wurden wir "Aufstocker". Das ist nun 4 Jahre her.
Wie fühlt sich ein Leben mit Hartz 4 an?
Es war schon sehr demütigend, ins Jobcenter zu gehen, sich quasi finanziell "nackig zu machen". Man fühlt sich ganz unten angekommen und wird teilweise auch so behandelt. Auch heute noch wissen weder die Krankenkasse, noch die Rentenversicherung, noch das Jobcenter, was sie mit uns machen sollen. Die eine Behörde wälzt es auf die andere ab, die es wiederum weiterreichen will, weil sie sich nicht zuständig fühlt. Es existieren unzählige Gutachten über den Gesundheitszustand, jedes sagt etwas anderes. Zahlen will keiner, aber einer muss. 
Nur eure engsten Vertrauten wissen, dass Ihr Hartz 4 bezieht. Warum?
Weil es doch sehr unangenehm ist. Dank diverser TV-Serien hat die Allgemeinheit schon ein recht einseitiges Bild davon, wie ein Hartz IV Empfänger zu sein hat. Erst recht noch, wenn mehr als 2 Kinder vorhanden sind. Ich möchte einfach nicht, dass wir "weniger wert" sind als vorher, nur weil es bei uns eben nicht immer super lief. Es sind diese Blicke, die einen durchbohren, wenn man sagt, wovon man lebt.
Wo fehlt Euch das Geld gerade am dringendsten? 
Ich tue alles dafür, dass man uns unsere finanzielle Lage nicht ansieht. Ich achte auf ordentliche Klamotten und frisches Essen. Wir unternehmen auch oft Dinge, aber natürlich ist ein Schwimmbadbesuch für 6 Personen nur ganz selten drin. Wir kompensieren das dann mit einem Spaziergang im Wald, gehen auf Spielplätze oder machen gemeinsam Gartenarbeit. Wir rauchen beide nicht, trinken nicht, stecken viel zurück, um den Kindern mehr zu ermöglichen. 
Wo es wirklich auffällt, ist, wenn ein Geburtstag ansteht. Es müssen Geschenke gekauft werden, es soll gefeiert werden. Dafür muss dann echt die eine oder andere Rechnung hinten anstehen. Manchmal zu lange und dann muss man in Raten alles abzahlen. Es ist sicher nicht einfach, aber machbar. Wir sind dankbar, dass es diese Unterstützung gibt.
Wie geht es für Euch weiter? 
Ich arbeite ab Dezember wieder, vorerst auf 30 Stunden. Solange wir nicht wissen, wie es mit meinem Partner weitergehen wird, betreut er dann die beiden Kleinsten in der Zeit, in der ich nicht da bin. Wenn alles gut läuft, dann werde ich ab Sommer 2020 auch noch einen Minijob dazu nehmen.
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Mein Name ist Verena, es ist jetzt 1,5 Jahre her, dass wir als vierköpfige Familie zehn Monate lang von ALG 2 leben mussten. Zu dieser Zeit hatte mein Mann neben seinem Vollzeitstudium im Master Informatik noch einen 400 Euro Job. Der Studienkredit war aufgebracht und einen neuen wagten wir nicht aufzunehmen, wir hatten ja schon genug Schulden. Ich studierte Politikwissenschaft in Teilzeit und betreute nach der Uni meine Kinder, zu diesem Zeitpunkt 2 und 4 Jahre alt. Mein Mann hatte keinen Anspruch auf ALG 2 , aber ich und die Kinder. Das waren zehn sehr harte Monate, in dem wir jeden Cent beiseite legten, damit wir den Kindern Musikkurse, Theaterbesuche und Strandausflüge mit Eis ermöglichen konnten. Mittlerweile arbeitet mein Mann, wir kommen gut über die Runden und zahlen die Kredite zurück. Ich finde es wichtig zu sagen, dass es nicht DEN Hartz 4- Empfänger gibt, sondern dass jede Geschichte einzigartig ist. 
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Liebe Ramona, Du lebst von Hartz 4. Erzähl mal ein bisschen was von deiner aktuellen Lebenssituation. 
Ich bin 30 Jahre alt und habe 3 Kinder. Ich lebe seit 2014 von Hartz 4. Ich bin Altenpflegerin und hatte immer gute Jobs, musste aufgrund der Erkrankung meines ältesten Kindes aufhören zu arbeiten.  Meine Tochter hat inzwischen Pflegegrad 4, weshalb es für mich nicht möglich ist wieder zu arbeiten. Es ist für mich ganz schrecklich, dass ich auf staatliche Leistungen angewiesen bin – obwohl ich ja weiß, dass ich nicht faul bin und nur zu Hause sitze. 
Wie gut fühst du dich beim Jobcenter betreut?
Überwiegend gut. Allerdings hatte ich auch schon Mitarbeiterinnen, die mich schlecht behandelt haben, 
Wo fehlt Euch das Geld am dringensten?
Wir würden gerne mal in den Urlaub fahren, se es nur eine Woche. Aber das ist absolut nicht machbar. Zweimal bin ich mit den Kindern dann zu Verwandten gefahren, damit wir einfach mal "raus" kommen. Das Wichtigste ist, dass man genau überlegt, für was man sein Geld ausgibt. Bei mir stehen die Kinder ganz vorne an, ich schaffe es, ihnen Hobbies zu ermöglichen und achte auf ordentliche Kleidung und dass alles für die Schule da ist. Meine Bedürfnisse allerdings stelle ich dafür weit hinten an. 
 
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Tabuthema Armut: So leben wir als Familie mit Hartz 4 | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tabuthema-mama-burnout-wenn-mama-nicht-mehr-kann
       
Kind, Beruf, Haushalt, Partner: Muttersein ist ein Fulltime-Job. Mama sein etwas ganz Wunderbares, kurz gesagt das schönste Gefühl und gleichzeitig die größte Herausforderung im Leben. Denn neben all der Liebe und Fürsorge für die eigenen Kinder ist es nicht immer leicht, die eigenen Bedürfnisse im Blick zu behalten. Ich habe mir vor drei Jahren zunehmend die Frage gestellt, wer ich eigentlich bin, also abseits des Mama Daseins. Innerlich fühlte mich überfordert, kraftlos und leer. Doch was soll man tun, wenn alles zu viel wird und die Erschöpfungsspirale stetig nach unten läuft?



Fakt ist: Burnout kann jeden Menschen treffen, der unter Dauerstress steht. Lange galt Burnout irrtümlich als klassische Managerkrankheit. Doch auch Mütter – die oft die Familienmanager sind – leiden am Zustand innerer Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Die Gründe dafür sind vielfältig: oftmals hoher Leistungs- und ständiger Zeitdruck bei gleichzeitig fehlenden Ruhepausen. Und das geschieht nicht nur, sofern Frau neben der Rolle als Mama, Ehefrau und Haushälterin auch noch ihrem Beruf mit all seinen Herausforderungen nachgeht. Selbst als „Nur-Hausfrau“ können einem die Erwartungen, die andere und man selbst an sich stellen, nach und nach in die Knie zwingen.



Ein Erfahrungsbericht: Mama sein ist die größte Herausforderung



Als ich Anfang 2017 meine ersten Burnout-Symptome wahrnahm, traf es mich nicht aus heiterem Himmel. Ich hatte mich bereits seit mehreren Jahren mit Stress und Burnout beschäftigt. Mein Sohn war 2007 direkt nach der Geburt an schwerer Neurodermitis erkrankt, und recht schnell begriff ich, dass die Krankheit bei uns vor allem stressbedingt war. Er spiegelte meinen Stress wider. Ich wusste das, aber ich konnte es zum damaligen Zeitpunkt nicht ändern. Mein Leben war einfach so.



Ich war Mutter, Hausfrau, Ehefrau und daneben auch noch Unternehmerin mit mehreren Angestellten. Ich war erfolgreich – jedenfalls von außen betrachtet. Ich hatte es „geschafft“. Aber innerlich war ich leer und fühlte mich ausgebrannt. Nichts interessierte mich mehr wirklich, nichts machte mir mehr Freude. Ich funktionierte nur noch. Selbst meine Hobbys, für die ich mir weiterhin Zeit nahm, waren nur noch ein weiterer Punkt auf meiner To-do-Liste. Es war schrecklich und schmerzhaft zugleich, denn die Lebensfreude sank damit. Gleichzeitig nahm der innere Druck zu, glücklich zu sein und keine Anzeichen von Schwäche zu zeigen. Denn eigentlich hatte ich alles, wovon ich immer träumte: eine eigene Familie.



Erste Lektion: „Du musst nicht immer perfekt sein!“



Burnout ist eine tiefe emotionale, mentale und oft auch körperliche Erschöpfung. Die Erschöpfungsdepression ist nicht lustig, weder für die Betroffene noch für ihr Umfeld. Aber sie kommt auch nie grundlos und unangekündigt. Meist liegt eine Historie an Ereignissen zurück, die wir schlichtweg ignorierten und nicht wahrnehmen konnten oder wollten. Das Burnout schickt viele Signale voraus, bei mir waren es Schlafstörungen, häufige Erkältungen, Gereiztheit, das Gefühl, ständig überall sein zu müssen, Vergesslichkeit, häufige Müdigkeit und Lustlosigkeit.







Als Burnout-Prävention wird oft empfohlen, dir Zeit für dich selbst zu nehmen. Spazierengehen, ein Bad einlassen, lesen. Bei mir hat das nicht funktioniert. In meinem Kopf tobte ein ständig schlechtes Gewissen wegen allem, was in dieser Zeit liegen blieb. Durch die „freigeschaufelte“ Zeit empfand ich nur noch mehr Stress und Druck. Ich musste noch einen Schritt weiter gehen.



Burnout als Mutter: Es darf kein Tabu-Thema mehr sein



Was mir half, um aus der Spirale auszusteigen, war Selbstrespekt. Der Respekt vor meinen Bedürfnissen (schlafen, essen, trinken, Ruhe), vor meinen Wünschen (Nein, ich will heute keine Wäsche waschen! Ich will malen!) und vor meinen Werten (Was will ich wirklich im Leben? Was ist wirklich wichtig?). Und der Respekt vor meinen Grenzen (Ich schaffe das heute nicht). Letztlich geht es um eine genügende Selbstfürsorge neben der bedingungslosen Liebe und Fürsorge für die eigenen Kinder.



Die Praxis: Erste Schritte raus aus dem Mama-Burnout



Schau dir an, was du alles schon geschafft hast in deinem Leben. Und dann respektiere dich selbst, mit all deinen Bedürfnissen, Schwächen und Ängsten. Erlaube dir, egoistisch zu sein! Gib dir dabei Zeit. Die meisten von uns haben nicht gelernt, auf sich selbst zu achten. Das braucht manchmal Übung und Geduld.



Versteck dich nicht. Das Gefühl, nicht mehr im vollen Umfang zu funktionieren, kann zu tiefer Verunsicherung bis zu Versagensängsten führen. Wir sind dann geneigt, unser Leiden für uns zu behalten und nach außen hin so zu tun, als sei alles gut. Doch das macht alles nur noch schlimmer!



Zeig den Menschen ehrlich, wie es dir wirklich geht. Denn es ist nicht nur für dich anstrengend, dich zu verstellen. Die anderen merken das auch auf einer unbewussten Ebene. Und außerdem gibst du auch anderen Menschen die Erlaubnis, auch mal schwach sein zu dürfen, wenn du es dir selbst erlaubst. Das schafft Vertrauen



Wenn du dir zugestehst, Fehler zu machen und nicht alles zu schaffen, bist du ein gutes Vorbild für deine Kinder. Deine Gesundheit wird es dir danken.



Über die Autorin: Bettina Ramm, geboren 1977 in Bernau bei Berlin, ist Unternehmerin, Ehefrau und zweifache Mutter. Zwischen all dem Trubel, Pflichten und der schweren Neurodermitis ihres Sohnes wurde ihr vor einigen Jahren alles zu viel. Sie sehnte sich danach, das Leben wieder mehr zu spüren, mehr zu erleben und wieder freier, leichter und mit mehr Freude zu leben. Hinschmeißen war verlockend, aber keine Option, also machte sie sich auf die Suche. Ramm lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Berlin. Mehr zur Person unter www.bettinaramm.com. Ihr Buch heißt: „Das muss doch auch anders gehen“








               
Tabuthema Mama-Burnout – wenn Mama nicht mehr kann |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tagebuch-meiner-uroma-von-1919-witze-und-drollige-einfaelle-aus-der-kinderzeit
       
 Ihr Lieben, ich wohne ja in dem Haus, das bereits meine Urgroßeltern – damals noch als Bauernhof – kauften und schließlich umbauten. Irgendwann zog mein Großvater mit Familie hier ein und später kamen auch wir alle dazu.
In meiner Kindheit lebten links im Haus meine Tante und mein Onkel mit zwei Kindern, daneben meine Großeltern, in der Wohnung weiter Tanze und Onkel mit drei Kindern und den Abschluss machten dann wir. Die Türen waren nie abgeschlossen. Jeder konnte zu jedem rüber, wann er wollte.
Über dem alten Kuhstall existierte ein Familienarchiv, eine Art Museum mit etlichen Dingen meiner Urahnen. An der schrägen Holzwand hing unser Stammbaum, hinter einer Ecke lag eine riesige Bibel mit Holzwurm-Löchern im Umschlag, die so schwer war, dass wir Kinder sie nicht hochheben konnten.
Ganz besonders erinnere ich eine rote 70er-Jahre-Lampe, deren Knopf man immer zweimal drücken musste, damit sie anging. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Knopf gedrückt habe 😉
Einige der Schätze, die in diesem Familienarchiv aufbewahrt wurden, landeten im Stadtarchiv, ja, leider in dem Stadtarchiv von Köln, das dann einstürzte, so dass der Großteil unserer Familiengeschichte Verschütt ging.
Aber ein paar wenige Schätze haben wir eben doch noch – und nun tauchte doch tatsächlich ein Büchlein mit goldenem Seitenrand und vergilbten Seiten auf, in dem meine Uroma die Lustigkeiten ihrer vier Kinder – darunter mein Opa Fritz – festhielt.
Wenn also noch irgendwer von euch denkt, früher sei alles besser gewesen und die Kinder disziplinierter, dann lehne der sich jetzt bitte mal zurück. Denn Kinder haben auch 1919 schon Flausen im Kopf gehabt…
Das Buch ist überschrieben mit: Witze und drollige Einfälle aus der Kinderzeit von Hilde, Doris, Fritz, Margarete.
„Hilde, Doris und Fritzchen wurden im Oktober 1918 photographiert. Das 4monatealte Jüngelchen sah im langen Tragkleid sehr staats aus. Kurz vor der Abfahrt zum Photographen musste Hilde ein neues Schnürband für ihre Schuhe haben, währenddessen beaufsichtigte Doris das Brüderchen. Wir wunderten uns über die Stille, die zwischen Bruder und Schwester herrschte, aber plötzlich – oh Entsetzen! – sah man man den verschlissenen, schmutzigen Schuhbündel im Mündchen von Fritzemännchen, den Doris ihm um die Hand gewickelt hatte und an dem es seelenvergnügt saugte. Das Staatskleid war dahin und es musste in viel weniger schönem Kleid zum Photographen.“
„Im Frühjahr 1919 sass Fritzchen an einem schönen Frühlingsmorgen auf dem Töpfchen. Doris wurde beauftragt aufzupassen, dass der kleine Kerl von einem Jahr nicht vom Throne fiel, während „Sasa“ die Flasche wärmte. Am Waschtisch hing ein Körbchen mit ausgekämmten Haaren, die zu Löckchen gerollt waren. Als die Flasche gebracht wurde, bot sich uns ein höchst komisches Bild, Fritzemann thronte seelenvergnügt auf seinem Sitz und in seinen hellblonden Löckchen steckten Claras viele schrarge (?) Röllchen, mit denen Doris das Brüderchen geschmückt hatte.“
„Mit vier Jahren leistete sich Margretchen sich folgendes Witzchen: Papa bemerkte bei Tisch, dass Hilde, Doris und Fritz husteten, worauf Margretchen auf Papas Frage, dass ihr wohl nichts fehle trocken sagte: „Ich habe uns Läuse“ (Die Tiere hatte Hilde ihr aus der Schule mitgebracht.)“

„Als Margretchen im September 1919 geboren wurde, durften die drei Kinder sie nach 2 Stunden zum ersten Mal sehen. Doris hatte nichts Eiligeres zu tun, als dem winzigen Würmchen ihren schmutzigen Finger in den Mund zu stecken, in unbeachtetem Augenblick. Plötzlich ertönte von der Wiege her: „Was kann die schon gut lutschen.““
Und nicht frech und witzig, aber bezeichnend: „Als Hilde 3 Jahre alt war und der Papa zum ersten Mal im Jahr 1915 im Monat August aus dem Krieg in Urlaub kam, begrüsste Hildchen den ganz fremden Vater frühmorgens wie er im Bett lag; sehr schnell lief sie wieder ins Kinderzimmer zurück und sagte ganz enttäuscht: „Der Soldat liegt unten im Bett.““
               
Tagebuch meiner Uroma von 1919: Witze und drollige Einfälle aus der Kinderzeit | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tagsueber-zirkus-abends-theater-ich-bin-eher-so-der-hsv-der-muetter-liga
       
Jipppieh, Claudia Haessy ist wieder da! Ihr kennt sie sicher alle noch von „Wenn ich die wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa„. Mit ihrem gewohnt scharfen Humor und ihrer wahnsinnig guten Beobachtungsgabe liefert sie uns ein neues Werk voller Wahrheiten über das Leben als Mutter, als Familie, als Mensch: Tagsüber Zirkus, abends Theater.



Claudia Haessy: Tagsüber Zirkus, abends Theater



Liebe Claudia, dein neuer „Roman“ ist da und – lustig! – wieder heißt die Protagonistin in deinem Buch Claudia, also genau wie du. Was für ein Zufall! Die Buch-Claudia sagt: „Ich bin quasi der HSV der Mütter-Liga: Ich bin zwar mit von der Partie, aber keiner weiß genau, wieso.“ Was meint sie damit?



Es soll ja durchaus Mütter geben, die seit ihrem 14. Lebensjahr, oder dem Moment, in dem ihr fortpflanzungswütiger Hormonhaushalt zum Leben erwacht, und sie ab da von nichts anderem mehr träumen, die schlicht seit Ewigkeiten wissen, dass sie die geborenen Muttertiere sein werden, dass sie von Natur aus einfach alles mitbringen, was eine Mutter ausmachen sollte. Und dann gibt es Mütter wie mich. Die das nie geplant haben, die reingeschmissen wurden in dieses famos chaotische Abenteuer und primär jeden Tag nur hoffen, dass niemanden auffällt, dass sie eigentlich null Plan haben, was sie da eigentlich machen oder was genau sie zur Teilnahme dieses Abenteuers qualifiziert.



Ich weiß noch ganz genau, wie ich damals mit dem Lütten aus dem Krankenhaus nach Hause bin und dachte: „Krass. Die lassen mich den jetzt einfach so mitnehmen.“ Dieses Gefühl besteht im Grunde bis heute. 



Nun fühlt sich die Roman-Claudia in Hamburg Eppendorf „wie ein Alien“ zwischen all den Latte-Macchiato-Müttern. Was bräuchte sie denn stattdessen? Welche Mit-Aliens der Mutterschaft wären ihr sympathischer?



Mütter, die auch mal laut fluchen, weil sie zum vierten Mal die Klassenkasse vergessen haben, und Flecken ohne Herkunftsnachweis auf den Klamotten spazierentragen. Die zur Kita-Party einfach einen Kuchen aus einer Backmischung mitbringen statt Fingerfood mit Feigen und Roquefort oder eine vegane Pastete mit Walnüssen. Mütter, die einem das Gefühl vermitteln, man sei nicht die Einzige, die vor Müdigkeit und Überlastung einfach mal eine halbe Stunde im Badezimmer heult – am besten mit Licht aus, damit man sich nicht vor seinem eigenen Spiegelbild erschreckt und schön ins Handtuch rein, damit die Kinder nicht denken, Mama knallt jetzt komplett durch. Sowas wäre schön. 



Selbstzweifel als Mutter, das Gefühl nicht wirklich begabt in dem Job zu sein, irgendwie nicht dazuzugehören – kennt das nur die Buch-Claudia oder auch du als Verfasserin?



Ich stelle die tollkühne Behauptung auf, dass 75% aller realen und fiktiven Mütter das zumindest zeitweise kennen. 







Werden an Mütter heute gesellschaftlich zu hohe Anforderungen gestellt?



Ich glaube, an Frauen werden per se sehr hohe Anforderungen gestellt, beziehungsweise jeder Aspekt unseres Lebens inklusive unserer Körper wird ja ständig ungefragt bewertet. Das schlaucht. Und bei Müttern ist das noch extremer. 



Es gibt diesen Aphorismus, der das perfekt zusammenfasst: „We expect women to work like they don‘t have children and raise children as if they don‘t work.“ Vor allem Alleinerziehende oder berufstätige Mütter laufen häufig Gefahr, an dem Druck, den sie sich permanent und überall ausgesetzt sehen, zu zerbrechen. Darüber müssen wir offen sprechen. Ohne zu bewerten.



Nun gleicht die Beziehung der Buch-Claudia zu ihrem Mann eher einem Kampf, sein Familien-Engagement tendiert gegen Null. Für wie sexy hältst du spülmaschineausräumende Männer?



Ich halte spülmaschinenausräumende Männer für genauso sexy wie spülmaschinenausräumende Frauen. Ich feiere Männer nicht dafür, wenn sie Dinge tun, die normal sein sollten. Ich feiere aber Menschen, die mitdenken, die reflektieren und sich generell nicht wie der letzte Arsch benehmen. Hin und wieder finde ich solche Menschen dann sogar sehr sexy. 



Nun hast du ja selbst schon einige Jahre der Mutterschaft miterlebt, inwiefern hat sie dich dann auch positiv überrascht?



Ich bin fast auf wöchentlicher Basis überrascht, wie sich mein Sohn entwickelt, wie viele Eigenschaften er von mir und wie viele er von seinem Vater geerbt hat. Das ist inzwischen ein richtiger kleiner Mensch mit verdammt eigenen Vorstellungen, ganz speziellen Interessen und Sichtweisen. Und der ist aus mir rausgekommen! 



Was hat das Buch mit dir gemacht? War das ein Reinschreiben, hast du danach Erleichterung empfunden? Und: Was möchtest du damit erreichen: Mit-Aliens die Last von der Schulter nehmen?



Ich bin ganz ehrlich: Ich hatte mittendrin eine recht ungeile Depression und musste pausieren, weil sich lustige Bücher nicht so einfach schreiben, wenn man damit beschäftigt ist, sein Gehirn davon abzuhalten, einen umzubringen. Da war nichts mit Reinschreiben, einfach runterschreiben oder Erleichterung. Die Erleichterung kommt erst, wenn ich wie nach dem ersten Buch – hoffentlich – das Feedback der Leser*innen bekomme, dass ich ihnen aus der Seele geschrieben habe. 



Mir wird häufig gesagt, ich soll nicht so viel Privates preisgeben oder über dieses oder jenes nicht sprechen, weil „was sollen denn die Leute denken?“ Mir sind „Leute“ relativ egal. Ich will, dass Mütter, die ständig an sich zweifeln und glauben, mit niemanden darüber sprechen zu können, die so dauermüde sind, dass sie bei dem durchgenudelten Begriff der Selbstoptimierung fast heulen möchten, die glauben, dass sie nicht reichen, nicht gut genug sind, wissen, dass sie nicht alleine sind. Wir sind viele. Und wir sind alle sehr, sehr müde. Und es ist okay, das laut zu sagen. Vor allem mit dieser Pandemie und der ganzen, aktuellen Ausnahmesituation im Nacken. Wenn ich nur ein paar Müttern dieses Gefühl geben kann, bin ich happy.



Glück gibt´s nur, wenn man ehrlich zu sich selbst ist – auch wenn´s weh tut, heißt es im Roman. Wie glücklich bist du grad und warum?



Sagen wir so: Ich arbeite zwar weiterhin zu viel, aber ich habe famose Freunde, eine Familie, die ich sehr liebe, mehrere Hunde, und besitze eine maximal bequeme Schwangerschafts-Jogginghose und einen wirklich sehr guten Vibrator. Jeder Teil davon sorgt auf recht unterschiedliche Weise dafür, dass ich mich aktuell ziemlich glücklich schätzen kann. Wenn wir auch noch alle diesen Sommer eng nebeneinander auf Picknickdecken in Parks sitzen und grillen können, wäre das vermutlich die Kirsche auf der Sahnetorte. 
               
Morgens Theater, abends Zirkus: "Ich bin eher so der HSV der Mütter-Liga"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tiefenentspannt-durch-den-mediendschungel-wie-lang-darf-mein-kind-in-zeiten-von-corona-ans-handy
       
Ihr Lieben, es ist doch vermutlich bei uns allen dasselbe – gerade jetzt, da wir so viel Zeit zu Hause verbringen wollen zumindest die größeren Kinder am liebsten dauernd ans Handy, Tablet oder an die Konsole.



Sie wollen sich rausträumen aus dem eigenen Zimmer, sich virtuell mit Freunden treffen, ja, auch Abstand gewinnen von den Eltern. Raus aus der Langeweile. „Nur noch EINE FOLGE“ gucken 😉



Neulich las ich sinngemäß etwas wie das hier bei Twitter über Eltern: Woche 1: „Ja, okay, Kind, noch eine Folge der Serie“. Woche 2 der Ausgangssperre: „Ja, okay, aber nur noch eine Staffel.“ Woche 3: „Ach, egal, guck halt den ganzen Tag.“ Vielleicht fühlen sich hier einige ertappt…



Aber wie viel Medienkonsum ist wirklich gut in welchem Alter? Was können wir erlauben, was sollten wir unbedingt verbieten? Wir haben mit Diplom-Pädagogin und Medienexpertin Patricia Cammarata (ihr kennt sie bestimmt durch ihr Blog dasnuf oder weil wir hier schon einmal über ihr Buch „Sehr gerne, Mama, du Arschbombe“ darüber gesprochen.



In ihrem Podcast „Nur 30 Min“ nur30min.de  spricht sie regelmäßig und erfolgreich mit ihrem Kollegen Marcus Richter über Kinder und digitale Medien, hält Vorträge (z.B. auch beim Digitalkompass für Eltern von Blogfamilia), außerdem hat sie gerade das sehr empfehlenswerte Buch: „Dreißig Minuten, dann ist aber Schluss“ geschrieben.  







Liebe Patricia,
viele Eltern größerer Kinder geraten gerade an den Rand des Wahnsinns, weil
ihre Kinder am liebsten rund um die Uhr an Handy, Tablet, Spielkonsole oder
internetfähigem TV-Gerät sitzen würden. Was rätst du all den Verzweifelten
(denn ja, auch ich gehöre mit drei Teenies dazu…)?



Patricia Cammarata: Zu allererst: Kinder verstehen durchaus, dass wir im
Ausnahmezustand leben und jetzt andere Regeln gelten als sonst. Das würde ich
auch kommunizieren.



Wenn es irgendwann zurück in den normalen Alltag geht, wird es eine
Übergangsphase geben, aber das kennen wir auch von den Ferien, wo die Kinder
lange aufbleiben können, lange schlafen und jeden Tag zwei Eis essen und dann
in den Schulalltag zurückfinden müssen. Das klappt nach ein paar Tagen auch
wieder.



In erster Linie gilt es jetzt gut durch die schweren Zeiten zu
kommen. 



Ich würde es nicht anders handhaben als sonst: Besprecht, wie die
Prioritäten sind. Erst Schule, dann Bewegung, dann Freizeit und zur Freizeit
können auch die digitalen Geräte gehören.



Kein Handy vor und während der Schule. Endgeräte um 21 Uhr aus dem Zimmer
(je nach Alter früher).



Eltern sollten auch prüfen, mit was sie sich gut fühlen. Wollen sie, dass
die Kinder produzierend statt konsumierend unterwegs sind, müssen sie
entsprechende Angebote suchen. Dasselbe gilt aber auch für Serienkonsum und
Videospiele. Es gibt altersgemäße Inhalte und solche, die es nicht sind. Es
gibt Computerspiele wie Zelda, die eine gute Spielmechanik haben und andere,
die diese nicht haben.



Wenn sie wollen, dass die Kinder was anderes machen, müssen sie
Alternativen bieten. Die Bibliotheken sind gerade geschlossen, da muss man eben
ein paar Bücher mehr als sonst kaufen oder auf das kostenlose Angebot der
Onlinebibliotheken zurückgreifen. 



Nun hältst du generell nichts von Medienzeitbegrenzungen – warum nicht?



Ich halte nichts von Medienzeitbegrenzungen per se. Ich halte schon etwas
von Inhaltsauswahl und Alltagsprioritäten (s.o.).



D.h. wenn mein Kind einen ganzen Tag einen Calliope programmieren mag, hab
ich damit kein Problem. Will es stundenlang Katzenvideos schauen, verstehe ich
das nicht unbedingt, halte das aber für unbedenklich. Will es ein Spiel
spielen, dass ihm ein schlechtes Gefühl macht und es sehr unter Druck setzt,
würde ich das schon gerne diskutieren wollen und nach Alternativen schauen.



Es geht grundsätzlich viel mehr um das Was als um das wie lange.



In mir löst das dauernde Medienkonsumverhalten der Kinder zum Teil wirklich Aggressionen aus, dabei arbeite ich ja selbst hauptsächlich digital – wie erklärst du dir das?



Da müssten wir jetzt direkt miteinander reden. Was genau macht dich
aggressiv? Fühlst du dich zurückgesetzt? Bist Du genervt, weil ihr einen
großzügigen Rahmen setzt und der ständig überschritten wird? Bist du gereizt,
weil deine Kinder durch den Konsum gereizt sind und du eigentlich die Erwartung
hast, dass sie danach entspannt und fröhlich sein müssten? Bist du von der
Begeisterung, die zuweilen fast in Besessenheit kippt überfordert, weil dich
die Themen vielleicht gar nicht so interessieren?



Es ist immer ganz wichtig dem eigenen Gefühl nachzugehen und es ganz
konkret zu machen. Es nicht so verwaschen und unklar lassen. Denn dann hast du
keinen Hebel was zu ändern und deine Kinder auch nicht.



Mich macht es z.B. manchmal verrückt, dass ich die Spielminuten eins zu
eins nacherzählt bekomme und doch nur Bahnhof verstehe. Dann bitte ich darum,
dass wir erstmal ein anderes Thema anschlagen, eines, das uns beide
interessiert und vertage das Gespräch auf einen Zeitpunkt, bei dem ich den Kopf
frei habe, um dann auch ein paar Gegenfragen zu stellen, um so die Begeisterung
meines Kindes zu verstehen.



Autorin Patricia Cammarata. Foto: Marcus Richter



Nun reden in
Zeiten des Homeschoolings aber viele von Struktur und Tagesplänen und Regeln.
Wie können wir Eltern ein gutes mediales Gleichgewicht hinkriegen (auch wenn
wir es zB schwer haben mit Strukturen – und wir zwar keine festen
Medienzeitbegrenzungen haben, aber das Gefühl, sie sitzen viel zu lang dran und
vernachlässigen all den Rest?)



Manchmal helfen Oma-Sprüche wie „Erst die Pflicht, dann das Vergnügen“.
Motivational ist das auch nachvollziehbar. Umgekehrt hat man doch keinen Bock.
Wenn man das macht, das einem echt Spaß macht und das soll man unterbrechen, um
etwas zu machen, auf das man keine Lust hat. Das haut nicht hin.



Deswegen gilt das bei uns so. Erst wenn die Schulsachen erledigt sind,
kommt die Freizeit. Die Kinder müssen nicht um 6.15 Uhr wie sonst aufstehen,
aber um 8 gibt es Frühstück und um 9 geht es allerspätestens los mit Schule.



Auch Bewegung kommt für uns alle gerade zu kurz. Deswegen richte ich mir
nach Möglichkeit eine lange Mittagspause ein und gehe dann mit den Kindern
zusammen raus. Sie dürfen auch gerne schlecht gelaunt hinter mir hertrotten.
Ich hab zur Beteiligung an Hausarbeit mal gelesen: „Kinder müssen helfen, sie
müssen nicht dabei lächeln.“ Das gilt auch hier.



So handhaben wir das die Tage. Weil der Alltag kaum Bewegung bietet, ist
das Pflichtprogramm.



Sie können höchstens wählen, ob sie morgens mit Joggen gehen (oder Roller nebenher fahren) oder Mittags bzw. abends mit zum Spazieren kommen.



Gibt es Spiele,
bei denen du sagst, sie eignen sich für Kinder gar nicht?



Na klar gibt es die.



Ich finde die USK geben da schon eine gute Richtschnur weil sie prüfen:
Sind die Inhalte und die Spielmechaniken altersgemäß. Dabei richten die sich
nach durchschnittlichen Entwicklungsständen. Da kann es schon sein, dass ein
Kind mit 14 durchaus schon ein Spiel ab 16 spielen kann.



Generell sollte man als Eltern auch das Drumherum im Auge haben. Viele
Spiele haben eine Chatfunktion über die grauenhafte Kommunikation auf das Kind
einfällt. Da kann von Fäkalsprache bis Nazijargon alles dabei sein.



Manche Spiele werden mit anderen zusammen gespielt und können Druck
ausüben, weil die Gruppe zu einem festen Zeitpunkt aktiv werden muss. Wenn da
bei einem gerade selbst Abendessenszeit ist, hat man ein sehr angespanntes Kind
am Tisch. Manche Spiele sind so programmiert, dass ab einem gewissen Level ein
Weiterkommen nur über den Zukauf irgendeiner Währung funktioniert. Das ist
alles nicht so wünschenswert.



Am besten man liest sich deswegen durch die Rezensionen bei Spielbar.de und https://www.spieleratgeber-nrw.de 



Diagramm: Katja Berlin.



Welche Regeln für das Digitale dürfen in keinem Kinderzimmer fehlen?



Überwachungsgeräte wie Alexa und Co. gehören in kein Kinderzimmer
(eigentlich auch in keine Küche, aber das ist ein anderes Thema).



Inhalte müssen dem Alter und Entwicklungsstand entsprechen.



Spiele mit In-App-Käufen, die den Taschengeldrahmen um ein Vielfaches
überschreiten, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.



V.a. bei jüngeren Kindern sollte so etwas wie Autoplay deaktiviert sein.



Und Kinder sollten sehr gut wissen: Es gibt Menschen, die Böses wollen und
sich deswegen als Kinder ausgeben. Am besten deswegen bei jüngeren Kindern
direkte Kontaktmöglichkeiten in den Apps unterbinden und später sicherstellen,
dass nur man nur Kontakte annimmt, bei denen man sicher sein kann, dass es die
Personen sind, für die sie sich ausgeben.



Ganz am Ende sollte das Kind aber wissen: Egal was schief geht, sie können
sich an die Eltern wenden und die bemühen sich erstmal um Lösungen.



Du sagst, wir
Eltern sollten uns für das interessieren, was unsere Kinder im Netz erleben,
für sie ist es das, was wir früher im Wald an Abenteuern erlebten… wie können
wir also Teil des Ganzen werden?



Ganz banal: Zuhören, die Gesprächsangebote annehmen, Nachfragen und dann
auch zusammen erleben. Spiele zusammen spielen, Erlebnisse teilen (und dann am
besten nicht in der Königsdisziplin der Kinder, das könnte eine sehr
frustrierende Erfahrung werden. Sucht euch lieber Spiele, die man ohne viel
Erfahrung spielen kann und Spaß dabei haben kann.).



Erzähl uns bei
all der Verteufelung doch mal, wie wir alle – aber vor allem unsere Kinder –
von all den Medienmöglichkeiten profitieren können.



Wir können zeit- und raumunabhängig Kontakt zu unseren Freundinnen und
Freunden haben. Wir können in neue Welten schauen und dazulernen. Und wir
können sehr, sehr viel lachen. Denkt doch mal an die ganzen Klopapier-Mems, die
es gerade gibt.
               
Medienexpertin Patricia Cammarata: Wie lang darf mein Kind ans Handy?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tierisch-suesse-weihnachtsgruesse
       
Ihr Lieben, nachdem ich meine Weihnachtskarten vorgestern alle in die Post gesteckt habe, kann ich sie jetzt auch öffentlich posten, ohne, dass die Überraschung verloren geht. Für mich sind Weihnachtskarten so wie Kartoffelpuffer (Reibekuchen, Reiberdatschi). Es ist anstrengend, sie herzustellen, aber selbstgemacht sind sie einfach soooo wundervoll. Deshalb setze ich mich jedes Jahr kurz vor dem 1. Advent hin und fange an, Weihnachtskarten zu basteln und zu schreiben. Auch, weil ich mir sicher bin, dass sich jeder freut, wenn er mal was anderes in seinem Postkasten hat als Rechnungen und Werbung.  Falls jemand meine Weihnachtskarten nachmachen möchte – es geht ganz einfach (ich bin nämlich absolut keine DIY-Queen!) und kostet fast nichts:

Weiße Postkarten (gibt’s z.B. bei McPaper für 1,99/150 Stück)
goldene Stempelkissen
Grüne/rote/schwarze Stifte

Jedes Familienmitglied drückt seinen Daumen in das Stempelkissen und danach auf die Postkarte. Mit einem roten Stift die Nase, mit einem schwarzen die Augen, Ohren und das Geweih aufmalen, mit einem grünen Stift: „Frohe Weihnachten“ drunter schreiben – und fertig.
Ich will mich ja nicht selbst loben (ach, obwohl…doch!), aber wir haben 70 (!) Karten gemacht. Danach hatten wir alle platte Daumen!
„Dass Du Dir immer für so was Zeit nimmst“, höre ich oft von Freundinnen, wenn sie die Karten bekommen. Ja, irgendwie ist mir diese Tradition wichtig. Ich finde es schön, Weihnachtsgrüße zu verschicken. Und zwar mal wieder ganz traditionell mit der Hand geschrieben. In diesem Sinne: Frohes Basteln!
 
               
Tierisch süße Weihnachtsgrüße | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tiktok-snapchat-und-instagram-wie-rasten-wir-als-eltern-nicht-aus-darueber
       
Ihr Lieben, alle Studien bestätigen es: Der Medienkonsum unserer Kinder ging – oh, Wunder! – durch die Pandemie extrem in die Höhe. Es ist ja nicht so, dass Eltern größerer Kinder nicht schon vorher oft mit dem „Kampf ums Gerät“ zu tun hatten, nun spitzt sich die Lage aber nochmal zu.



Wie also können wir unsere Kinder sicher durch die sozialen Medien und all die neuen Plattformen begleiten, in denen wir selbst nicht unbedingt unterwegs sind? Wir haben mit Tobias Bücklein von @dieserdad darüber gesprochen, dessen neustes Buch „Der Elternratgeber: TikTok, Snapchat und Instagram“ gerade bei der Stiftung Warentest erschienen ist.



Autor und Medien-Experte Tobias Bücklein. Foto: privat



Lieber Herr Bücklein, Ihr Sohn ist selbst ein bekannter Youtuber, wie ging das bei ihm los und welche Einstellung hatten Sie zu Anfang zu seiner „Netz-Karriere“?



Gute Frage … Oskar war so jung als er anfing, dass ich mich kaum erinnern kann. Aber ein wesentlicher Punkt war, dass wir eine Bildschirmzeit vereinbart hatten und dann zwischen „produktiver Zeit“ und Medienkonsum unterschieden haben. Da fing er dann an, selbst Videos zu drehen und zu schneiden und sich die nötigen Skills bei mir abzuschauen oder durch YouTube-Videos anzueignen. Insofern sah ich vor allem eine Möglichkeit darin, dass er sich kreativ ausleben konnte und eigenmotiviert Dinge lernte. Am Anfang hat er seine Videos ja gar nicht veröffentlicht, und bis er wirklich nennenswerte Zuschauerzahlen hatte, hat es Jahre gedauert.



Der Elternratgeber: TikTok, Snapchat und Instagram



Wie hat sich diese Einstellung im Laufe der letzten Jahre bei Ihnen als Vater verändert?



Gerade für junge Creator ist der Druck durch die Erwartungshaltung der Zuschauer und die Funktionsweise der Plattformen schwer auszuhalten. Ich merke das bei meinem @dieserdad-Kanal auch selbst: Man muss schon sehr aufpassen, dass man sich inhaltlich nicht komplett danach richtet, was Klicks und Likes bringt. Wenn man mal was Neues ausprobiert, sinken die Zuschauerzahlen, und das tut weh. Aber wer immer nur das gleiche macht, wird auch unglücklich. Insofern sehe ich das „Creator-Leben“ durchaus auch kritisch. Für Entwicklung, ein entspanntes Wochenende oder gar mal drei Wochen Pause ist eigentlich kein Raum auf den Plattformen, wenn man erfolgreich sein will.



Inwiefern sehen Sie soziale Medien wie TikTok und Youtube als Segen und inwiefern als Fluch an?



 Als Segen, weil Heranwachsende Chancen der kreativen Selbstentfaltung und Kommunikation haben, die ich mir in meiner Kindheit gewünscht hätte. Es gibt heute so viele Möglichkeiten, Freunde zu finden, sich weiter zu entwickeln und Wertschätzung zu erfahren! Und gleichzeitig steckt hinter den Plattformen ein hochgradig kommerzielles Prinzip. Das ist der Fluch, weil durch die perfekte Abstimmung der Inhalte an den Geschmack jedes Einzelnen ein unaufhörlicher Strom von angenehmer Berieselung erzeugt wird. Und ohne Regeln oder Selbstdisziplin verliert man leicht Stunde um Stunde Lebenszeit in diesem „süßen Brei“.



Der Elternratgeber: TikTok, Snapchat und Instagram



Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass all die Fotos und Videos eine ganze Generation verändern? Klar, zu Medienprofis…. aber auch vielleicht – überspitzt gesagt – zu Opfern der Schönheitsindustrie? Weil eben doch nur Ausschnitte gezeigt werden, Filter drübergelegt werden und viele sich im Vergleich mit den vermeintlich Perfekten verlieren?



Absolut. Das sehe ich genauso. Die Gefahr ist umso größer, weil sich ja auch Eltern, Medien, Schule, Gesellschaft in erster Linie nach Kategorien wie Erfolg, Reichtum, Schönheit, Konsum und Macht ausrichten. Die Glitzerwelten der Sozialen Medien sind ja nur eine perfekt auf Jugendliche angepasste Form derselben Denkweisen, die auch Großteile der Erwachsenenwelt beherrschen. Anders gesagt: Wenn Eltern die Werte auf den Social Media beklagen, müssen sie andere Werte vorleben. Tun wir das?



Sie haben selbst 150.000 Follower auf TikTok, Youtube und Instagram – was gibt Ihnen das?



 Haha, ja das ist praktisch, weil man das bei einem Buch über Social Media in den Lebenslauf schreiben kann… Nein, im Ernst. Ich finde den Austausch mit der Community sehr bereichernd. Da kommen gute Fragen, die ich z.B. in Videos beantworte. Auch meine Bücher sind voller solcher Fragen und Antworten, die im Austausch mit den Followers entstanden sind. Und es ist natürlich schön, dass sich Menschen z.B. für meine Videos über Elektromobilität, Nachhaltigkeit und die Energiewende interessieren, weil das sinnvolle Themen sind.



Sind Ihnen oder Ihrem Sohn auch schon mal unschöne Dinge passiert? Meine Söhne zum Beispiel haben mal „aus Versehen“ durch in-App-Käufe 500 Euro für virtuelles Heu ausgegeben, um ihre Bauernhof-Tiere zu versorgen… auch wurden sie in einem Chat schon mal gefragt, ob sie nicht ihre Hände mal unter die Bettdecke legen könnten. Das ist schon gruselig und ich bin froh, dass sie so etwas dann sofort sagen…



Für mich war auch das Entscheidende, dass meine Kinder solche Sachen immer mit uns geteilt und sich nicht geschämt oder es verschwiegen haben. Ja, Oskar hat natürlich auch komische Sachen erlebt. Einmal schickte ein älterer Mann ein Päckchen mit schwarzer Bettwäsche. Und es gab eine Zeitlang so viel Hate und schlimme Kommentare, dass wir ihn die gar nicht mehr haben lesen lassen. Was ich ebenfalls gelernt habe, ist dass man sich auf den Sozialen Medien nicht mit nackten Füßen zeigt, weil es Leute gibt, die auf so etwas abfahren.




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Was halten Sie von fest abgemachten Medienzeiten?



Sehr viel. Ich denke, es ist absolut wichtig, den Strom von Zerstreuung und letztlich kommerziell orientierten Einflüssen in irgendeiner Weise inhaltlich wie zeitlich zu begrenzen. Von selbst würden die Kinder kaum ausschalten, auch die Peergroup will sich ja über die aktuellen Trends unterhalten und erzeugt entsprechend Druck. Die Werbeindustrie will gerne endlos Werbung schalten und die Plattformen leben davon. Niemand außer den Eltern kann also ein Interesse daran haben, das zu regulieren. Also sollten sie es tun.



Meine Hauptregel hier bei uns lautet: Nimm keine Freundschaftsanfragen von Leuten an, die du noch nie in echt gesehen hast, nein, auch nicht von Manuel Neuer, denn den hast du noch nie gesehen und du weißt nicht, ob sich dahinter nicht doch jemand ganz anderes verbirgt… wie lautet Ihre?



Das ist auf jeden Fall eine sehr gute Regel, die ich genau so teilen würde. Vielleicht würde ich noch ergänzen, dass es bei Kontakten eher um die Qualität als die Quantität geht, oder dass sich Kinder zumindest bewusst machen, dass „viele Freunde“ nicht unbedingt „gute Freunde“ sein müssen. Und dass sie sich z.B. von Snapchat nicht vorschreiben lassen, dass täglicher Kontakt besonders wertvoll (Flammen) sein muss.



Welche Grundwerte möchten Sie Eltern und Kindern in ihrem Medienkonsum vermitteln?



Ich habe Werte. Aber im Ratgeber vermittle ich sie höchstens zwischen den Zeilen. Ich versuche Eltern und Kinder dazu anzuregen, dass sie darüber nachdenken, was sie in sich hineinlassen, warum sie das tun und vor allem, dass sie selbstwirksam und selbstbewusst entscheiden, was ihre Gedankenwelt prägen soll. Niemand sollte sich das von der Medienwelt, Algorithmen oder Mitschülerinnen diktieren lassen. Selbst-Bewusstsein und Reflektiertheit wären also wichtige Werte. Und dann sind mir ganz persönlich Gewaltfreiheit (auch verbale), Menschenfreundlichkeit, Gelassenheit und Optimismus wichtig – auch bei der Mediennutzung.



Können Sie verstehen, dass Eltern all die Regeln, Datenschutzrichtlinien und Co. allmählich über den Kopf wachsen? Was ist zum Beispiel, wenn ich mitkriege, dass mein Kind Fußballszenen aus der Bundesliga zu Videos schneidet, deren Bildrechte es nicht besitzt, dann aber mindestens 150 andere Accounts aufzählt, in denen das Gleiche getan wird. Wer haftet da? Wer kann Eltern bei solchen Fällen rechtlich beraten?



Das kommt auch ein bisschen darauf an, wie alt die Kinder sind und wie kommerziell erfolgreich der Kanal ist. Ein paar Hinweise dazu gibt der Ratgeber auch. Bei der Frage nach rechtlicher Beratung (vor allem kostenloser, das ist glaub ich gemeint), muss ich passen. Ich frage immer bei Christian Solmecke von der auch im Internet bekannten Kanzlei WBS in Köln nach oder suche auf seinen Kanälen nach Antwort.



Vater und Sohn: Tobias und Oskar. Foto: Chris Danneffel



Wie viel Vertrauen, wie viele Kontrollen sind gut?



Vertrauen entsteht für mich dann, wenn der andere zeigt, dass er den Sinn eines von mir erwünschten Verhaltens verstanden hat, und es deshalb selbsttätig umsetzt. Wenn ich eine Regel aufstelle, muss sie deshalb erst einmal nachvollziehbar und sinnvoll sein: „Lege bitte abends um 21.00 Uhr deine Geräte aus dem Zimmer, damit du langsam zur Ruhe kommst und für die Schule ausgeschlafen bist.“ Wenn ich nun jeden Abend um 21.00 Uhr vor der Tür stehe und warte, kann kein Vertrauen entstehen, weil ich ja ständig kontrolliere. Wenn ich aber tagelang dulde, dass mein Kind bis in die Nacht am Handy hängt, entsteht auch kein Vertrauen. Ich drücke mich dann lediglich um die unangenehme Aufgabe, die Regel einzufordern. Die logische Konsequenz ist, dass mein Kind sie dann doch nicht für so sinnvoll oder nötig hält. Ich bin also ein Fan von angemessener Kontrolle. Gleichzeitig finde ich ein bedingungsloses Grundvertrauen wichtig, dass mein Kind an und für sich ein toller Mensch ist und keine bösen Absichten hat. Das sollte auch bei aller Kontrolle immer zum Ausdruck kommen.



Zu guter Letzt: Was wünschen Sie uns Eltern und unseren Kindern in Bezug auf unseren Medienkonsum?



Wenn Eltern ihren Kindern den Weg durch „Neuland“ (mein vorheriges Buch heißt „Willkommen in Neuland“) zeigen oder sie darin begleiten wollen, dann sollten sie wenigstens selbst mal dort gewesen sein. Es ist hilfreich, die Faszination von Spielen, Apps, auch den Spaß wenigstens mal zu erfahren, auch die Gefahren mit eigenen Augen zu sehen. „Keine Ahnung“ ist für mich keine Option. Ich wünsche Eltern und Kindern also eine gemeinsame, spannende Reise. Und ich wünsche ihnen vor allem viele Begegnungen und Erlebnisse außerhalb der Medienwelten. Ich frage immer: Welches Gefühl möchte ich mit dieser Sendung, dieser App, diesem Film eigentlich erreichen und warum? Und wie könnte ich das durch ein reales Erleben erfahren? Analoge Erlebnisse haben für mich persönlich nach wie vor immer noch den Vorzug.
               
TikTok, Snapchat, Instagram: Wie rasten wir als Eltern nicht aus darüber?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-fuer-weniger-plastik-im-alltag-so-einfach-ist-das
       
Ihr Lieben, noch ist das neue Jahr recht frisch und einige von Euch haben sich sicher auch gute Vorsätze überlegt. Nie wieder Schokolade, jeden Tag Sport, nie wieder eine Flugreise – solche Vorsätze sind zum Scheitern verurteilt. 



Viel besser, weil realistischer, sind kleine Ziele. Nicht jeder muss sofort die ganze Welt retten, wenn jeder bewusster lebt und viele, kleine Veränderungen vornimmt, ist das schon eine ganze Menge. 



In meiner Familie versuchen wir seit längerer Zeit, Plastik stark zu reduzieren. Wie groß das Plastik-Problem ist, war mir lange Zeit nicht so bewusst. Wenn man etwas recherchiert, erhält man allerdings wirklich alarmierende Fakten: 



In unseren unseren Meeren schwimmen bereits mehr als fünf Billionen Plastikteile73 % des weltweiten Mülls an Stränden besteht aus PlastikIm Jahr 2050 wird praktisch jede Meeresvogelart der Welt Plastik fressen.Bis 2015 haben wir mehr als 6,9 Milliarden Tonnen Plastikmüll erzeugt. Etwa 9 % davon wurden recycelt, 12 % wurden verbrannt und 79 % landeten in Deponien oder in der UmweltWeltweit werden pro Minute fast eine Million Getränkeflaschen aus Kunststoff verkauft



Wir alle haben die Pflicht, uns hier zu engagieren, damit unsere Kinder und Enkel in einer lebenswerten Welt leben können. Und wie schon gesagt: Viele kleine Schritte können ganz viel bewegen. 



Tatsächlich ist es, wenn man sich etwas Mühe gibt, gar nicht so schwer, Plastik zu vermeiden. Hier ein paar Tipps für den Alltag: 



Beim Einkauf immer mit Stoffbeuteln und Rucksack losziehenObst und Gemüse immer lose kaufen (besonders absurd finde ich zb. Bananen in Plastikverpackungen)für unterwegs niemals Plastikflaschen kaufen, sondern zu Hause Trinkflaschen mit Leitungswasser auffüllenPlastikzahnbürsten gegen Holzzahnbürsten tauschenDuschgel und Shampoo in festen Stücken verwendenwenn es spezielle „Unverpackt“-Läden bei Euch in der Umgebung gibt: Tolle Sache!Brotboxen für die Kinder aus Edelstahl benutzen







Besonders wichtig finde ich, dass man den Kindern von klein auf bewusst man, wie schädlich Plastik für die Natur ist. Eine Freundin von mir hat deshalb mal eine Aufräum-Aktion gestartet. Da sind die Kinder und wir mit Greifzangen bewaffnet durch den Wald gezogen und haben den Müll aufgesammelt, der einfach in der Natur entsorgt wurde. Wir alle waren (nicht positiv) überrascht, wieviel da zusammen kam….



Ich habe das Gefühl, dass viele von uns durch die Pandemie sowieso schon ihr Konsumverhalten überprüft haben. Lasst uns diese guten Veränderungen also mit in 2021 und darüber hinaus nehmen. Für die Umwelt. Und uns. Und unsere Kinder. 
               
Tipps für weniger Plastik im Alltag - so einfach ist das! |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-und-tricks-wie-eure-kinder-zu-meister-detektiven-wie-sherlock-gnomes-werden
       
 Hey, Ihr Lieben, Kinder lieben ja bekanntlich Rollenspiele (also unsere zumindest) und da dachten wir uns: Wie wäre es denn mal mit einem Detektiv-Nachmittag? Anlass ist ein Film, der am 3. Mai in die deutschen Kinos kommt und der vermutlich auch in euren Kindern eine gewisse Spürnasen-Affinität zu Tage bringen wird … schaut mal in den Trailer rein – und versucht, bei der Pups-Szene in der Pfütze nicht zu lachen …
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 Wie ihr seht: Es geht um Sherlock Gnomes, den Beschützer aller Gartenzwerge. Zwei von ihnen, Gnomeo und Julia, ziehen nach ihrer Hochzeit gemeinsam mit ihren Familien in einen neuen Garten mitten in London … Doch die Idylle gerät ins Wanken, denn plötzlich verschwinden in ganz London Gartenzwerge spurlos.
Da kann nur Meister-Detektiv Sherlock Gnomes helfen (dessen Stimme im Original übrigens von keinem Geringeren als Johnny Depp gesprochen wird). Wie er das tut? Da können wir noch von ihm lernen. Hier seine ultimativen Detektiv-Tipps. Vorab aber noch: Für einen echten Detektiv-Nachmittag mit den Kindern braucht ihr: eine Lupe, einen Hut, einen Mantel (am besten von Mama oder Papa, damit er schön lang ist) und ihr braucht einen Block und einen Stift (der dann im Mundwinkel hängt, wenn ein Fall gelöst werden muss). Eine Uhr wird auch noch benötigt.
Und dann gebt ihr – ähnlich einer Schnitzeljagd – Aufgaben aus. Zum Beispiel: Geht zum umgefallenen Baum am Gartenzaun und findet heraus, wie viele Jahre er alt wurde. Dann können die Kinder mit der Lupe die Jahresringe zählen. Oder: Beobachte, wie oft der Eingang vom Vogelhäuschen innerhalb von drei Minuten genutzt wird. Die Beobachtungen werden dann im Notizblock notiert.
Hier nun die wichtigsten Tipps, die von allen echten Detektiven unbedingt berücksichtigt werden müssen:

 1. Gnombinationsfähigkeit
Sherlock Gnomes unterscheidet von anderen Detektiven, dass er eine ausgeprägte Gnombinationsfähigkeit besitzt. Daher sollten Spürnasen wie er besonders aufmerksam sein und beobachten, ob irgendeine Kleinigkeit nicht ins Gesamtbild passt. Denn nur wer auf die Details achtet, hat die Möglichkeit, Verbrechen aufzuklären und Schurken zu schnappen.
2. Augen und Ohren auf!
Sherlock Gnomes hat zwar nur Porzellan-Ohren, trotzdem beobachtet er sehr genau und hört gut zu. Wichtige Informationen gibt es ja auch gern mal bei einem Gespräch am Nebentisch… doch auch wenn das Belauschen anderer nicht die feine englische Art ist, gehört das zum Detektiv-Job eben
 doch dazu. Auch ein Fernglas kann sehr nützlich sein…
3. Immer schön unauffällig verdeckt ermitteln
Sherlock Gnomes möchte natürlich nicht auffallen, wenn er etwas Geheimes herausfinden möchte. Ja, er versteckt sich kurz sogar mal in einem Eichhörnchen-Kostüm, das er aber bald wieder auszieht, denn … manchmal ist weniger Tarnung einfach mehr… und ein angeklebter Schnurrbart besser als ein aufwendiges Kostüm…
4. Das passende Zubehör
Ein Detektiv ohne Mantel ist kein Detektiv, oder? Sherlock Gnomes ist mit seinem Outfit jedenfalls bestens vorbereitet. Mantel und Hut schützen ihn vor schlechtem Wetter, seine Taschenuhr zeigt ihm die Zeit – und mit seiner Lupe kann er gleich vor Ort Dinge herausbekommen.
5. Sucht euch einen Partner
Vier Augen sehen mehr als zwei! Das gilt auch für Meister-Detektive wie Sherlock Gnomes. Auch er kommt beim gemeinsamen Knobeln eher auf eine Lösung als alleine. Knifflige Fälle, schwierige Rätsel oder sogar Verbrechen lassen sich zusammen einfach besser lösen oder aufklären.

 Die beste Vorbereitung auf den Detektivjob ist aber wohl der Film, von dem wir hier erzählen. Nicht nur für Fans von Elton John (der für den Soundtrack verantwortlich ist), sondern eben vor allem für alle, die gern ihre Lachmuskeln beanspruchen – und sich für Zwerge und Detektive interessieren.
Ab dem 3.5. läuft Sherlock Gnomes in den Kinos. Und damit ihr dafür bestens ausgerüstet seid, könnt ihr hier je ein Set bestehen aus Plüschfigur und Schlüsselanhänger von Gnomeo, Julia und Sherlock Gnomes gewinnen. Erzählt uns dafür einfach in den Kommentaren, mit wem ihr den Film gern sehen würdet!
Wir wünschen Euch viel Glück!
Sherlock Gnomes
 
               
Tipps und Tricks wie eure Kinder zu Meister-Detektiven wie Sherlock Gnomes werden | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-von-der-expertin-so-foerderst-du-die-sprachentwicklung-deines-kindes
       
Könnt Ihr Euch noch an das erste „Dada“ Eures Kindes erinnern? An das erste Gebrabbel, das so unglaublich niedlich war und das das Mutterherz vor Stolz zum Anschwellen brachte? Wisst ihr noch, wie es war, als Euer Kind plötzlich auf einen Hund zeigte und „WauWau“ sagte? Für mich war das wirklich ein Wunder. Monatelang hatte das „nur“ Kind zugehört, meiner Stimme gelauscht, alles aufgesogen – und von einem Tag auf den anderen fing es nun langsam an zu sprechen. Mich hat das total fasziniert. 



Sehr schnell bemerkt man dann: Alle Kinder haben beim Sprechen-lernen ihr eigenes Tempo.



Während die einen schon drei-Wort-Sätze bilden können, gucken die anderen noch stumm durch die Gegend. Meine Oma sagte mal: „Entweder die Kinder können früh laufen oder früh sprechen. Beides geht nicht früh.“ Ob das wirklich stimmt, sei mal dahin gestellt, aber was alle Eltern wirklich wissen sollten: Kein Kind ist wie das andere. Vergleichen bringt also nichts. 



Und dennoch kann man mit einigen Tricks die Sprachentwicklung von Kindern fördern. Sprachspiele für Kids im Alter von 0 bis 6 Jahren gibt es nun in dem tollen Buch „Jetzt lerne ich sprechen“ von Ursula Günster-Schönig, das im Dudenverlag erschienen ist. Die Autorin ist Erzieherin und Sozialfachwirtin mit über 30 Jahren Berufserfahrung und diplomierte Legasthenie-und Dsykalkulietrainerin. Ursula Günster-Schöning weiß also, von was sie spricht. 



Mir gefällt, wie spielerisch das Buch aufgebaut ist. Man findet keinen erhobenen Zeigefinger.



Im Gegenteil Schon im Vorwort schreibt die Autorin: Lies dieses Buch bitte nicht als Ratgeber nach dem Motto: So und so musst du es machen, dann funktioniert es garantiert. Wenn ich also schreibe: Sing deinem Kind etwas vor, das jedoch nicht zu dir passt, dann lass es einfach. Sei authentisch. Die Aktionen, Ideen und Spiele müssen sich für dich gut anfühlen, sie sollen dir  Spaß machen.“ Das finde ich super, denn es lässt den Eltern selbst die Freiheit, zu entscheiden, was sich gut anfühlt und was eher nicht. 



Das Buch ist in drei Haupt-Teile aufgeteilt. Teil 1: Die Sprachwelt der 0-3-Jährigen. Teil 2: Die Sprachwelt der 3-5-Jährigen. Teil 3: Die Sprachwelt der 5-6-Jährigen. Diese drei Teile haben jeweils mehrere Unterkapitel, in denen es darum geht, zu verstehen, wo das Kind sprachlich gerade steht, wie sich Sprache überhaupt entwickelt, welche Meilensteine in dieser Zeit anstehen und natürlich gibt es jede Menge Anregungen für Sprachspiele. Diese reichen von Übungen für Sprachmotorik (zb. Verschiedenes Pusten und Blasen) über Fingerspiele und erste Anleitungen zum Namenschreiben für die Vorschulkinder. 







Toll finde ich auch, dass sich Themen wie Schimpfwörter ,Mehrsprachigkeit oder Stottern angenommen wird. So ist „Jetzt lerne ich sprechen“ ein rundes Werk mit jeder Menge Tipps, Anregungen, Checklisten und weiterführenden Infos rund um die kindliche Sprache. Einfach verständlich, alltagsnah und ohne Druck. Dieses Buch empfehlen wir sehr gerne weiter!



Jetzt lerne ich sprechen! ISBN: 978-3-411-75654-4, https://shop.duden.de/products/jetzt-lerne-ich-sprechen




               
Expertentipps: So förderst du die Sprachentwicklung deines Kindes
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-von-mamour-die-besten-buecher-fuer-schwangerschaft-geburt-und-erstes-jahr-mit-kind
         Schwangerschaftsratgeber, Bücher zur Geburt, Babybücher, . . . als Buchhändlerin ist Janine in ihrer eigenen Schwangerschaft aufgefallen, wie unglaublich viel Auswahl es bei den Büchern für Schwangere und junge Eltern gibt. Auf ihrer neuen Website mamour bietet sie deshalb jetzt Orientierung bei der Büchersuche. Für uns hat sie mal ihre persönlichen Lesetipps für die Schwangerschaft zusammengestellt. Und weil wir gerade fertig geworden sind mit dem Möhrchenmassaker von Berit Hullmann, möchten wir Euch das Buch vorab als Stadt Land Mama-Tipp noch mit auf den Weg geben. wir versprechen: JEDE Mutter wird sich darin wiedererkennen. Super geschenk auch zur Schwangerschaft oder Geburt. Und fehlen darf in unserer Empfehlung natürlich auch nicht Lisas und Caros Ich glaub mich tritt ein Kind für die Schwangerschaft, in dem die schwangere Caro Lisa als Dreifachmutter ausquetscht…. Jetzt aber, die Tipps von Mamour! 
Die Basis: ein Schwangerschaftsratgeber
Von mehreren großen Verlagen gibt es tolle Nachschlagewerke rund um die Schwangerschaft, zum Beispiel unterteilt in die 40 Wochen der Schwangerschaft. Meine Empfehlung: „Das große Buch zur Schwangerschaft. Umfassender Rat für jede Woche“ aus dem GU Verlag. Wie ernährt man sich in der Schwangerschaft gesund, was hilft gegen Übelkeit, wozu dient eine Fruchtwasseruntersuchung?
Gerade in der ersten (aber natürlich auch in jeder weiteren) Schwangerschaft möchte man als Eltern möglichst zu jedem Zeitpunkt wissen, was im Mutterleib passiert, welche Entwicklungsschritte das Baby gerade vollzieht, wie es aussieht, welche Veränderungen der Körper der Mutter durchmacht. Dieses Buch liefert dazu viele Infos, Bilder und Tipps für jede Schwangerschaftswoche bis hin zu den ersten Wochen mit Baby. Hier findest du weitere gute Schwangerschaftsratgeber.
Kurz und knapp: ein Handbuch
Während die klassischen Schwangerschaftsratgeber eher als dicke Wälzer daherkommen, gibt es auch praktische Handbücher für werdende Eltern. Besonders gut gelungen ist „Mami to go: Die wichtigsten Checklisten für Schwangerschaft, Geburt, Babyzeit“. In übersichtlichen Checklisten lässt sich hier alles ganz einfach nachschlagen und nachlesen – ohne von zu vielen Informationen erdrückt zu werden. Das handliche Taschenbuch ist deshalb eine tolle Ergänzung zum großen Ratgeber – und der Titel trügt etwas: gerade durch die kompakte Struktur des Buches und Kapitel wie „Papa bei der Geburt“ ist es auch etwas für den werdenden Vater.
Für die Seele: Das Mami Buch
Neben den rein informativen Büchern habe ich während meiner Schwangerschaft sehr gerne im „Mami Buch“ von Katja Kessler gestöbert. Das Buch begleitet eine Schwangere durch alle Höhen und Tiefen der 40 besonderen Wochen. Ein Buch für die Seele, eine Art Wohlfühl-Ratgeber, schön zu lesen und informativ, unterteilt in die Monate der Schwangerschaft, mit vielen schönen Bildern, fiktiven Tagebucheinträgen und herausnehmbaren Extras wie Checklisten, Mini-Postern und dem Buch auf DVD. Als Zusatz zu einem klassischen Schwangerschaftsratgeber ist dieses Buch wunderbar – und auch ein tolles Geschenk für werdende Mütter.
Max oder Moritz: ein Vornamenbuch
Bei vielen werdenden Eltern beginnt schon früh in der Schwangerschaft (wenn nicht davor) die Suche nach dem Vornamen. Ist ja auch nicht so einfach heutzutage: Mama und Papa müssen sich einigen, Familie und Freunden soll er gefallen, das Kind soll ihn früh aussprechen können, in der Krabbelgruppe sollen nicht drei andere Babys den gleichen Namen tragen, zu exotisch und gewagt soll es aber auch nicht sein . . .  Bei der Suche hilft heute natürlich das Internet, ich persönlich finde es aber noch immer schöner, in einem klassischen Vornamenbuch zu blättern.
Das „Große Vornamenlexikon“ aus dem DUDEN-Verlag erklärt Herkunft und Bedeutung von 8000 Vornamen, darunter zahlreiche noch weitgehend unbekannte Namen aus dem arabischen, asiatischen und afrikanischen Kulturkreis. Es informiert über Namensmoden und Modenamen und enthält viel Wissenswertes zu Namenswahl, standesamtlichen Bestimmungen und Namensschreibweisen.

Für die Erinnerung: ein Tagebuch
Viele Schwangere haben den Wunsch, diese besondere Zeit ihres Lebens festzuhalten – in Form schöner Bilder, Gipsabdrücke des Bauches oder eines Tagebuchs. Letzteres ist natürlich mit jedem ganz normalen Tagebuch möglich – clever wie die Verlage sind, gibt es aber auch spezielle Schwangerschafts-Tagebücher. Und darunter gibt es wirklich schöne, zum Beispiel: „So schön schwanger. Mein Schwangerschafts-Tagebuch“.
Dieses nett gestaltete Album mit Illustrationen von Silke Schmidt bietet Anregungen und jede Menge Platz, um Erinnerungen an die besondere Zeit der Schwangerschaft festzuhalten. Es ist gegliedert in großzügige Wochengruppierungen und bietet sowohl vorgefertigte Fragen als auch Platz für eigene Eintragungen. Außerdem gibt es Platz zum Einkleben von Ultraschallbildern und Fotos des wachsenden Bauches, von Glückwunschkarten und anderen Dokumenten, die man gerne für später aufbewahren möchte.
Für jeden Tag: ein Schwangerschaftskalender
Eine tolle Idee sind Schwangerschaftskalender, die Tag für Tag etwas Schönes rund um die Schwangerschaft bieten und einen wie ein Countdown bis zum großen Tag der Geburt begleiten. Gut gefällt mir zum Beispiel der Aufstellkalender „Deine Schwangerschaft – Tag für Tag“.  Hier kann man für jeden Tag der Schwangerschaft ein neues Kalenderblatt umdrehen und wird mit Informationen, wertvollen Ratschlägen, Checklisten und kreativen Inspirationen versorgt – ein toller Begleiter vom ersten bis zum letzten Tag der Schwangerschaft!
Aller Anfang muss nicht schwer sein: ein Buch für die Babyzeit
Gerade in der ersten Schwangerschaft beschäftigen sich viele Eltern auch schon mit der ersten Zeit mit dem Baby. Viele Fragen tauchen auf, die ein gutes Babybuch als Starthilfe beantworten kann. „Das große GU Babybuch“ informiert ausführlich über alles Wissenswerte in Babys erstem Jahr. Das Buch ist eingeteilt in die Monate mit jeweils einem Abschnitt zu Entwicklung und spielerischer Förderung – wobei hier die Übergänge in den Monaten und Entwicklungsschritten natürlich fließend sind. Besonders gut ist das Kapitel zum Wochenbett inklusive Tipps zu Wochenbett- und Rückbildungsgymnastik.
Plötzlich Eltern: ein Buch über Erziehung
Für junge Eltern bedeutet ein eigenes Kind eine ganz neue Verantwortung. Ein guter Erziehungsratgeber kann beim Ausfüllen der neuen Aufgabe eine Stütze sein. „Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren“ ist der Klassiker unter den Erziehungsbüchern. Der bekannte und erfahrene Kinderarzt Remo H. Largo hat mit dem vollständig überarbeiteten Ratgeber ein Erziehungsbuch ganz anderer Art geschrieben: Er geht nicht von einer idealen Entwicklung oder festen Erziehungsprinzipien aus, sondern sieht das Kind so, wie es ist. Vor allem will er bei Eltern und Erziehern Verständnis wecken für die biologischen Voraussetzungen und die Vielfalt kindlichen Verhaltens.
Durch die Gliederung in Themen (u. a. Beziehungsverhalten, Motorik, Schlafverhalten, Sprachentwicklung etc.) kann man sich gut in die einzelnen Entwicklungsschritte einlesen. Innerhalb der Themen sind die Altersstufen so großzügig eingeteilt, dass man nicht unter Druck gerät, wenn das eigene Kind bestimmte Dinge noch nicht kann – denn jedes Kind ist anders und entwickelt sich individuell!
Fürs Herz: ein schöner Roman
In den letzten Wochen der Schwangerschaft drehen sich alle Gedanken um Geburt und Baby – da tut es gut, auch einfach mal mit einem schönen Roman abzuschalten, die „Ruhe vor dem Sturm“ zu genießen und noch mal richtig zu schmökern <3.
Mein Lesetipp: „Die Landkarte der Liebe“ von Lucy Clarke. Mitten in der Nacht erfährt Katie, dass ihre jüngere Schwester Mia in Bali von einer Klippe gestürzt ist – und alles auf Selbstmord hindeutet. Katie mag das nicht glauben und begibt sich auf die Spuren ihrer Schwester, festgehalten in deren Reisetagebuch: San Francisco, Maui, Australien und schließlich Bali. Seite für Seite des Tagesbuchs lernt Katie ihre Schwester endlich wirklich kennen und löst auch das Rätsel um ihren Tod.
Das Buch ist schon etwas älter (2012), aber es ist sehr ergreifend und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr taucht man ein in die Geschichte der beiden Schwestern. Schwestern sind ja oft sehr unterschiedlich und doch eng miteinander verbunden, und gerade wenn man selber eine Schwester hat, kann man nachvollziehen, dass Katie gar nicht anders konnte, als den Spuren ihrer Schwester anhand des Reisetagesbuchs zu folgen. Absolut lesenswert!
Wir danken MAMOUR für diese tollen Empfehlungen! Gern stellen wir Euch auch mal unsere ganz eigenen Lieblingsbücher zu Schwangerschaft. Geburt und erstem Lebensjahr vor. Wenn Ihr mögt! ein tolles Wochenende Euch!
               
Tipps von Mamour: Die besten Bücher für Schwangerschaft, Geburt und erstes Jahr mit Kind | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/togetherapart-mit-star-stable-in-diesem-spiel-treffen-sich-pferdebegeisterte-auch-in-zeiten-von-corona-und-erleben-abenteuer
       
Ihr Lieben, manchmal verlangt das Leben Entscheidungen von uns, die unsere Zukunft für immer verändern. Du wählst deinen eigenen Weg im Leben. Du gestaltest dein eigenes Schicksal. Aber manchmal entscheidet auch das Schicksal für dich. Es ist die Rede von einem Mädchen, das auf dem Rücken eines Pferdes die Welt retten wird. Ihr Licht und ihre Weisheit werden die Dunkelheit vertreiben und das Chaos wieder in Ordnung bringen. Bist du dieses Mädchen?



So beginnt das Buch zum mega-erfolgreichen Abenteuer- und Multiplayer-Spiel Star Stable, in dem es um Pferde, Abenteuer und Freundschaft geht (und in dem eine Lisa vorkommt, die ihre Eltern liebt und Pferde, diese Parallelen zu meinem wahren Teenager-Ich aber nur am Rande 😉).







Buch und Game richten sich dabei explizit an Mädchen und Teenagerinnen, die beim gemeinsamen Gamen ihre Schwesternschaft feiern. Selbstverständlich dürfen aber auch alle anderen, die Lust dazu haben, das Spiel spielen. Hier bei uns gibt es schließlich auch männliche Pferdefans, die uns einmal im Jahr – freiwillig übrigens! – aufs Ponyhof-Wochenende begleiten.



Ein crossmediales Erlebnis, das alle Sinne anspricht!



Das Schöne ist, dass die SpielerInnen nach der Lektüre des Buches dann im Onlinespiel – das übrigens bis zum fünften Leven gratis ist – selbst Teil der Geschichte werden können! Ein crossmediales Erlebnis also, dass gleichzeitig mehrere Ebenen bedient und Sinne anspricht!







Ein Allround-Erlebnis sozusagen! Eine Plattform zum Treffen und für gemeinsame Erlebnisse – eben auch und gerade in Zeiten von Corona oder Sommerferien oder beidem…



Worum geht es also im Spiel? Die SpielerInnen entdecken reitend die magische Insel Jorvik. Vom Pferderücken aus erleben sie eine Reise durch fantastische Welten und schaffen besondere Verbindungen zu ihren vierbeinigen Freunden. Sie durchqueren Seen, feiern Feste und sitzen im Schatten einer Burg am Lagerfeuer.




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Das Spiel beginnt in einem Vierkant-Pferdehof. Du darfst dir selbst einen Namen geben – der sich aus drei Worten zusammenstellt – ich habe mich für Tindra Mountainburn entschieden. Fragt nicht! Und es geht darum, die schöne Insel, auf der die Abenteuer spielen, zu retten. Dabei hab ich mich schon nach zehn Minuten gefragt:



Wer braucht noch Hollywood, wenn es Star Stable gibt? Die Musik ist dramatisch wie in einem Film, die Figuren sind ganz wunderbar animiert und die Pferde würde man gleich am liebsten alle im eigenen Garten stehen haben.







Und dazu ist es noch ein Spiel, das mit Büchern, Musik und Audio-Storytelling alle Sinne ansprechen will. So dass das schlechte Online-Gewissen der Eltern nicht ganz so in Anspruch genommen wird! Ihr wisst schon, was ich meine!



Die Macher von Star Stable: Frauenförderung hinter den Kulissen



Dabei lohnt es sich zudem, hinter die Kulissen des Spiels und der Firma zu schauen, denn hier wird Frauenförderung gelebt. Untypisch in der Spielbranche ist hier nämlich, dass weibliche Mitarbeiterinnen 55 Prozent der Belegschaft ausmachen und etliche in Führungspositionen sitzen.



Ihr hört schon, wir sind da ziemlich begeistert – von vorne bis hinten und zurück…. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, euch das Spiel mal näher anzusehen – so wie Millionen von Spielerinnen vor euch, die bereits Erfahrungen mit dem Treffen, Quatschen und digitalem „unter Leute kommen“ bei Star Stable gesammelt haben?







Exklusive Mitglieder erhalten dabei Zugriff auf tausende Quests, können zwischen verschiedenen Pferderassen wählen und alte und neue Freunde in der Community treffen. Dazu gibt es jeden Mittwoch Updates und neue Features fürs Spiel.



Nur für euch konnte wir außerdem eine Woche gratis Star Rider Zeit für Star Stable Online klarmachen. Klickt einfach hier auf den Link, wenn ihr mögt und dann links oben auf den Button, der „Freunde von Stadt Land Mama einlädt.



Und dann berichtet uns doch gern mal von euren eigenen Pferdeerfahrungen im Leben. Hättet ihr in eurer Kindheit nicht auch gern so ein Spiel gehabt? Also wir schon. Wie schön, dass unsere Kinder nun von dieser modernen und innovativen Welt profitieren können … und ganz vielleicht darf Mama ja auch mal mitspielen…




               
Star Stable: Das kann das Online-Spiel für Pferdebegeisterte | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/total-cool-neue-spielideen-gegen-den-lockdown-koller
       
Ihr Lieben, kurz vor Ostern haben wir Euch ja mal tolle Spiel-Ideen für die Ferien vorgestellt. Nachdem diese blöde Pandemie leider nicht morgen wieder einfach so verschwindet, werden wir wohl noch eine Weile viele Einschränkungen in der Freizeitgestaltung haben. Wir wissen daher, dass sich wohl alle von Euch über neue Ideen für die Kids freuen. 



Das Tolle an diesen Spielen von AMIGO ist, dass sie alle leicht verständlich und ohne große Vorbereitung zu spielen sind. Mich persönlich schrecken Spiele ja ab, die sehr kompliziert sind und mehrere Stunden dauern können. 



Ich finde es auch toll, wenn die Kinder die Spiele auch gut alleine spielen können und ich somit etwas ungestörte Zeit geschenkt bekomme (ist ja gerade einfach der größte Luxus von für uns Eltern, oder?)



Daher freuen wir uns, dass wir Euch erneut Spiele von AMIGO vorstellen dürfen. Und da das Wetter ja jetzt immer besser wird, steht einem Spielenachmittag auf der Picknick-Decke im Park oder Garten auch nichts mehr im Wege. Los gehts: 



SPIELE FÜR KINDER AB 4 JAHREN



Regenbogen-Schlange



Das neue Lieblingsspiel von Katharinas Jüngster. Hier geht es darum, Farben zu erkennen und richtig zuzuordnen (die Kinder lernen also spielerisch auch eine Menge). Jeder Spieler hat die Aufgabe, eine bunte Schlange zu bauen. Die längste Schlange gewinnt. Easy zu verstehen und mit jeder Menge Spaß-Potential. 







Der Plumpsack geht um 



Den Plumpsack kennt wohl jeder noch aus seiner eigenen Kindheit. Dieses Spiel greift die Idee auf, erfordert aber auch ganz schöne Konzentration. Man muss sich nämlich die Gegenstände auf den Karten genau einprägen, die Spielrichtung kann sich ständig ändern. Eignet sich auch für alle Eltern, die mal wieder ihre grauen Zellen trainieren wollen :.-)



Rinks & Lechts



Auch hier macht das Spiel nicht nur Spaß, es wird auch dabei das logische Denken und das Rechts-Links-Verständnis trainiert. Sieben Polizistenkarten liegen dabei kreisförmifg aus, manche sieht man von vorne, manche von hinten. Dann wird eine Aufgabenkarte aufgedeckt, darauf stehen drei Bewegungen, die von einem Polizisten ausgeführt werden müssen. Dabei muss natürlich beachtet werden, wo für den Polizisten recht und links ist. Sehr lustig und eine tolle Übung für die Kids. 







L.A.M.A … nimm´s lässig 



Lama steht hier für „Leg alle Minuspunkte ab.“  Jeder Spieler erhält sechs Handkarten, die er so schnell wie möglich loswerden will, denn für übriggebliebene Handkarten drohen Minuspunkte. Eine Lama-Karte gibt sogar 10 Minuspunkte. Dieses Spiel fördert das logische und taktische Denken und hat das Zeug zum Klassiker. 



SPIELE FÜR KINDER AB 8 JAHREN 



Artischocken – ein „herzloses“ Kartenspiel



Wir haben schon über den Titel des Spiels gelacht. Ziel ist es, alle Artischocken auf den Kompost zu befördern. Dazu muss man seine eigenen Artischocken-Karten loswerden und seinen Vorrat mit anderen Gemüsesorten auffüllen. Neben jeder Menge Fun lernen so die Kids auch noch was über die Vielfalt im Gemüsebeet. 







Silent Planet



Hach, diese Ruhe, himmlisch! Bei Silent Planet dürfen die Spieler nämlich nicht miteinander sprechen. Es geht also um nonverbale Kommunikation und darum, aus Aliens Teams zu bilden. Mal ein Spiel von einer ganz anderen Welt…



„Ich glaub`, es hackt“: Bohnanza



Hier lernen die Kinder schon mal das Verhandeln in der Marktwirtschaft. Bei ‚Bohnanza‘ bauen die Spieler Bohnen auf ihren Feldern an, verhandelt mit ihren Spielern über die gehaltvollsten Bohnensorten. Wenn das gut geht, gewinnt man. Wenn nicht, muss man sein Feld verkaufen und die ganze Arbeit war umsonst…



Wizard 



Dieses Spiel gehört zu den meist verkauftesten Kartenspielen von AMIGO. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es ideal für alle kleinen Zauberlehrlinge ist. Es geht um mystische Symbole, die Gabe der Vorhersehung und magische Rituale in Stonehenge. Ein tolles Spiel für mehr Phantasie und Magie in unserem Alltag. 







FAZIT: Es gibt also jede Menge tollen Spiele-Nachschub jetzt im Frühling, für jedes Alter und jedes Interesse. Wir freuen uns, wenn wir Euch damit inspirieren konnten und wünschen Euch viel Spaß beim Nachspielen! 
               
Total cool: Neue Spielideen gegen den Lockdown-Koller |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/transsexualitaet-meine-tochter-will-ein-junge-sein
       
Ich heiße Maya und bin Mama von 5 zauberhaften Kindern. Corona, Lockdown, geschlossene Kitas und Schulen machen unser Leben gerade nicht besonders easy. Das kennt ihr selbst.



Allerdings mache ich mir gerade um meine Große, 11 Jahre, aus anderen Gründen Sorgen. Sie war schon immer ein bisschen anders als andere Mädchen. Sie zog nie Kleider an, mochte kein pink, interessierte sich nicht fürs Tanzen oder Ballett, sie wollte immer nur mit den Jungs Fussball spielen.



Das war für uns total okay und sie durfte sich immer anziehen und jedes Hobby machen, wie sie wollte. Sie besucht die 6. Klasse eines Gymnasiums und meistert das alles hervorragend.



Vor ein paar Tagen, sie lag im Bett, ich habe ihre kleinen Brüder ins Bett gebracht, schrieb sie mir per WhatsApp „Ich möchte ein Junge sein“.



Ich konnte damit erstmal nichts anfangen und habe erstmal verdattert „Aha“ geantwortet. Heute schrieb sie nochmal, dass sie das ernst meine. Ich antwortete, dass es gar nicht so leicht sei, jetzt plötzlich ein Junge zu sein und ob sie schon mal was von Transsexualität gehört habe.



Nach ein paar Minuten bin ich dann zu ihr ins Zimmer und habe versucht, mit ihr zu reden. Ich fürchte, ich war dabei nicht so geschickt. Ich wusste einfach nicht genau, was ich sagen soll und war generell irgendwie überrumpelt.



Jetzt meine Fragen an Euch: Ist es vielleicht auch nur eine vorpubertäre Verwirrung? Was muss ich tun?



Ich gebe zu, tief in meinem Inneren möchte ich das alles nicht. Ich habe gerade auch keine Reserven für sowas. Im Moment geht’s mehr ums Funktionieren und alles unter einen Hut zu bekommen. Ich bin von so einer riesen Baustelle schlicht überfordert. Aber natürlich will ich sie nicht alleine lassen und will sie unterstützen.



Hat jemand von Euch Tipps, wie ich vorgehen könnte? Ich bin für jeden Rat dankbar.



Foto: Pixabay
               
Transsexualität? Meine Tochter will ein Junge sein | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trauer-um-paul-seit-er-nicht-mehr-da-ist-weiss-ich-kaum-noch-etwas-mir-mir-anzufangen
       
Liebe Jill, wir haben im November 2017 schon mal ein Interview mit dir über deinen schwer behinderten Sohn geführt. Paul ist letztes Jahr verstorben. Kannst du uns davon erzählen?



Mein Sohn Paul ist am 03.09.2019 überraschend verstorben. Er war unruhig an dem Abend, hat dann auch schlecht geschlafen und ich hab noch bis 3 Uhr morgens an seinem Bett gesessen. Ich war so müde, dass ich ihm dann gesagt habe, dass ich jetzt auch ins Bett gehen würde und ihn lieb habe. Kurz darauf muss er gestorben sein.



Als ich morgens um halb sieben in sein Zimmer gekommen bin, lag er in seinem Bett und hat nicht geatmet. Ich war völlig kopflos, habe meinen jüngeren Sohn durch Schreien geweckt und den Notarzt gerufen. Bis dieser da war, habe ich versucht, Paul zu reanimieren. Sobald der Notarzt da war, hat er es weiter versucht – fast eine Stunde lang, weil ich gebettelt habe, dass sie nicht aufhören sollen.



Irgendwann kam der Notarzt aus dem Zimmer und sagte mir, dass sie jetzt aufhören müssten, weil es aus ärztlicher Sicht nicht mehr vertretbar sei weiter zu machen. 



Kannst du sagen, was da in deinem Kopf vor sich ging? 



Mein erster Gedanke war, dass ich auch nicht mehr leben möchte. Aber dann kam auch schnell der Gedanke, dass ich ja noch ein Kind habe, das mich braucht.



Wir haben den Hausarzt gerufen, der den Totenschein ausfüllen muss. Da Paul ja durch einen Behandlungsfehler schwer behindert war, wurde als Todesursache „unklar“ eingetragen. Somit kam dann auch die Kriminalpolizei und Pauls Zimmer wurde erstmal zu einem potentiellen Tatort.



Ich durfte nicht mehr ohne Begleitung zu ihm. Sein Bruder und ich haben bei ihm am Bett gestanden und ihn gestreichelt und mit ihm geredet. Es war alles so unwirklich. Ich habe die Familie angerufen und seine Schulbetreuer. Alle sind gekommen, um sich von ihm zu verabschieden. Dann wurde Paul in die Gerichtsmedizin überstellt. Leider haben sie sich mit der Autopsie so lange Zeit gelassen, so dass ich meinen Sohn vor der Beisetzung nicht noch mal sehen durfte. Das macht mich unendlich traurig. 



Wie war Pauls Beerdigung?



Ich hatte mir nie einen Plan für Pauls Beerdigung gemacht, Paul sollte ja nicht vor mir sterben. Und mit Paul konnte man nicht darüber sprechen, was er sich für diesen Fall wünscht.



Pauls Bruder hat viele Entscheidungen getroffen. Obwohl er erst 13 Jahre alt war, war er sehr klar in seinen Gedanken und Wünschen für seinen Bruder. Ich dachte zum Beispiel an eine Waldbestattung, aber sein Bruder sagte, dass Paul nicht in der Erde eingesperrt sein soll. Schließlich sei er 18 lange lang in seinem Körper eingesperrt gewesen und nun solle er endlich frei sein. Er wünschte sich eine Seebestattung für seinen Bruder.



Das passte: Paul ist Sternzeichen Krebs und Krebse gehören ins Wasser.  Paul wurde dann im Oktober bei uns im Meer beigesetzt. In der Nähe eines Leuchturms. Die Musik hat sein Bruder ausgesucht, wir haben die Urne zusammen bemalt und Steine aus dem Garten mit Wünschen. Als wir auf dem Meer waren, war der Himmel sehr grau und bewölkt, aber als der Kapitän die Urne zu Wasser gelassen hat, riss die Wolkendecke auf und durch eine kleine Lücke schien die Sonne und eine Möwe tauchte am Horizont auf. Das war wie ein letzter Gruß.



Du hast Paul 18 Jahre lang gepflegt. Kannst du nochmal sagen, wo er wegen seiner Behinderung überall Hilfe gebraucht hat?



Paul war mit seinen 18 Jahren auf dem Stand eines wenige Tagen alten Säuglings. Er hatte keine Kopf- Rumpfkontrolle, konnte nicht fixieren, greifen oder reden. Er brauchte 24/7 Betreuung und Pflege. Durch die Hirnschädigung hat er ein multifokales therapieresistentes Anfallsleiden entwickelt. An schlechten Tagen hatten wir 120 Anfälle oder auch einen Epilepsie Status. Die Anfälle waren für mich besonders schlimm, weil ich nur dabei stehen und nicht helfen konnte.   



Das war 18 Jahre lang ein Fulltime-Job, der nun plötzlich wegfällt. Wie ist das für dich?



Paul war meine Lebensaufgabe und mein Lebensmittelpunkt. Ich hatte immer Angst um ihn – auch, weil er mir ja nicht sagen konnte, was er möchte, ob ihm was weh tut. Dazu kam das permanent schlechte Gewissen nicht genug zu tun, ihn nicht beschützt zu haben vor dem Behandlungsfehler, der aus einem gesunden Kind einen schwerst mehrfach behinderten Jungen gemacht hat. Ich hatte auch seinem Bruder gegenüber immer ein schlechtes Gewissen, dass er zu kurz kommt.



Jetzt, wo mein Pauli nicht mehr da ist und ich soviel „ Freizeit“ habe, weiß ich nichts mit mir anzufangen, es fühlt sich auch alles falsch an. Warum sollte ich lachen, wenn mein Sohn nicht mehr lachen kann? Warum schöne Dinge unternehmen, wenn mein Sohn nicht da ist und sie auch erleben kann? 



Ich war als Mutter nicht da, als er gestorben ist, ich habe es nicht verhindert. Sein Bruder sagt immer, ich soll daran denken, dass Paul 18 Jahre gekämpft hat, um bei uns zu sein – und dass man mit 18 selbst entscheiden kann, so wie man vielleicht in eine eigene Wohnung ziehen würde.



Die Trauer kommt erst jetzt richtig bei mir durch, vorher musste ich ja funktionieren und so viele Dinge erledigen. Am meisten nervt es mich, dass manche Menschen der Meinung sind, ich könnte mich mal zusammenreißen oder ich soll mir eine Ablenkung suchen.



Wir haben neulich eine Reportage über Eltern von pflegebedürftigen Kindern geteilt, die zeigt, wie schwer es ist, die Beziehung aufrechtzuerhalten. Auch Pauls Vater und du, ihr habt euch getrennt. Was sind die größten Herausforderungen für Eltern von Kindern mit Behinderung?



Ich glaube die größte Herausforderung ist allem gerecht zu werden. Ein behindertes Kind ist zeitintensiv, mit vielen Sorgen und Ängsten verbunden. Man hat viele Termine, man ist nicht mehr spontan, alles muss sekundengenau geplant werden. Meist muss einer seinen Job aufgeben, Sozialkontakte gehen gegen Null und auch der Freundeskreis wird schnell sehr überschaulich.



Dazu kommt, dass viele Väter ganz anders mit der Behinderung umgehen als Mütter. Es folgen Frust, Streit und Vorwürfe. Wie soll man sich auf einen Partner konzentrieren, wenn man kaum noch Zeit für sich selber hat? Wenn der Partner keine Stütze ist, sondern zur zusätzlichen Belastung wird… ich kenne sehr wenige Paare, die nicht daran zerbrochen sind. 



Eine Mutter sagt in der Reportage, dass sie sowieso keinen anderen Partner mehr findet, weil sich niemand eine Partnerin mit einem pflegebedürftigen Kind aussucht. Würdest du dem zustimmen?



Ja, absolut. Ich glaube nicht, dass man mit einem behinderten Kind gut einen neuen Partner findet – wo sollte man den auch finden? Man kommt nicht so raus wie mit gesunden Kindern und den meisten ist die Verantwortung dafür zu viel. Die meisten Mütter, die ich kenne, sind so stark geworden. Frauen, die genau wissen was sie wollen –  das kann auch abschreckend sein… 



Was tust du, wenn die Trauer um Paul zu groß wird?



Ja die Trauer… wenn es dafür bloß ein Patentrezept gäbe. Ich weine viel, ich rede mit Paul und ich schreibe meine Gedanken und Gefühle auf. Ich versuche, das alleine mit mir auszumachen. Ich möchte nicht, dass mein anderer Sohn das mitbekommt – er musste genug erleben, er soll nicht noch ständig eine traurige Mutter vor sich haben.



Ich habe versucht, eine Trauergruppe zu finden, leider ohne Erfolg. In den meisten geht es um Lebenspartner, da ist der Schwerpunkt ganz anders. Und die Gruppe für verwaiste Eltern und Geschwisterkinder ist leider voll.



Was wünscht du dir für dich und dein Leben?



Weniger Schuldgefühle, ein wenig Unbeschwertheit. Dass ich es schaffe, meinem verbleibenden Sohn ein schönes Leben zu bereiten und ich Paul eines Tages wiedersehen darf. 



HIER könnt Ihr das erste Interview mit Jill aus dem Jahr 2017 lesen: https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/irreparabler-hirnschaden-unser-sohn-kam-gesund-zur-welt-dann-uebersahen-die-aerzte-etwas-wichtiges
               
Sohn mit Behinderung: Wie ich als Mutter nach seinem Tod trauere
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trennung-aus-sicht-eines-vaters-ich-hatte-grosse-angst-die-kinder-zu-verlieren
       
Lieber Daniel, Du warst 3 Jahre lang verheiratet, Ihr habt zwei gemeinsame Kinder. Vor 1,5 Jahren hat sich deine Frau von dir getrennt. Kam das überraschend für dich oder hat sich das angedeutet?



Das war etwas komplizierter. Wir hatten vorher schon seltsame Phasen, haben z.B. eine Paartherapie in unserer letzten Heimatstadt angefangen, aber nicht beendet, weil meine Ex-Frau nicht der „Therapie-Typ“ ist und nach der dritten Sitzung meinte unser Problem identifiziert zu haben.



Dann lief es aus meiner Sicht gut – mit einer zeitweise beruflich bedingten Fernbeziehung, dem zweiten Kind und einer unbefriediegenden Jobsituation war nicht alles immer Sonnenschein, aber ich hielt uns für ein unschlagbares Team.



In einer Kur hat meine Ex-Frau dann wieder Kontakt zu einem Ex-Partner aufgebaut, was ich nicht wusste und ab da ging es bergab. Ich war außen vor, er  wurde eine Art Lichtgestalt und am Ende hat Affäre gegen Beziehung gewonnen. Ja, ich war überrascht, als die Beziehung in die Brüche ging und obwohl wir noch fast 1,5 Jahre versucht haben, alles zu kitten (Paartherapie, Urlaub, getrennte Wohnung), hatte unsere fast 11 Jährige Beziehung das Nachsehen.



Das hat mich verletzt, da ich gekämpft habe, aber wenn der Andere innerlich weitergezogen ist, kämpft man gegen Windmühlen. 



In der Therapie habt Ihr sicher auch über die Gründe ihres Fremdgehens gesprochen. Was hat deiner Ex in der Beziehung gefehlt?



Ihr fehlte das Wilde, was eine Beziehung anfangs ausmacht. Sogar die Ungewissheit, das Zurückgewiesen werden und Erobern müssen. Sie hat sich gelangweilt, weil unser Leben mehr aus Pflichten (Kinder, Haushalt, Steuer, Rechnungen) als aus Abenteuern bestanden. Ich habe uns als Familie verstanden, sie uns als Einschränkung der persönlichen Entwicklung. Meine Ex hatte schon immer einen großen Freiheitsdrang. 



Wie habt Ihr den Kindern von der Trennung erzählt und wie haben sie es aufgenommen?



Wir haben uns zwei Mal getrennt und es dazwischen noch mal versucht. Beim ersten Mal haben wir den Kindern erzählt, ich wäre beruflich sehr eingespannt, beim zweiten Mal waren wir dann ehrlich. Ein klares Gespräch mit dem Inhalt „Mama und Papa haben sich nicht mehr lieb, lieben euch aber umso mehr!“. So was in der Art.



Wir haben die neue Wohnung meiner Ex-Frau gezeigt und die Kinder schnell auch den neuen Partner meiner Ex-Frau kennen gelernt. Ich glaube, die Kinder haben es damals sehr gut aufgenommen, aber man merkt auch heute beim Kleinen, dass er die Endgültigkeit nicht ganz begriffen hat.



Auf welches Modell habt Ihr Euch geeinigt und wart Ihr Euch da schnell einig?



Vor der Geburt des Großen haben wir eine Eintragung der Vaterschaft vorgenommen und gesetzlich geklärt, dass wir immer eine 50:50 Betreuung haben werden. Ich habe das damals, weil wir nie vorhatten zu heiraten, als einen absoluten Liebes- und Vertrauensbeweis empfunden und bin heute sehr froh, dass das so ist.



Letztlich ist meine Ex ausgezogen, weil ich nach all den Kämpfen und meiner Trauer nicht eingesehen habe, auch hier das Nachsehen zu haben. 



Du hast gesagt, dass du seit 1,5 Jahren den Kindern zu Liebe, deine persönlichen Empfindungen komplett zurückstellst und eigentlich nie Zeit und Raum für Trauer und Wut hattest. Wie genau meinst du das?



Als ich von meinem „Nebenbuhler“ erfahren habe, war ich traurig und schockiert.  Und ja, auch sehr wütend. Ich bin nicht gewalttätig – war ich nie. Aber da war ein Feindbild, dem ich nicht viel Gutes gewünscht habe. Aber es hieß, das sei etwas einmaliges und ich habe das schnell „verziehen“, da ich auch bei mir Fehler gesucht und gefunden habe.



Als er dann doch wieder aktuell wurde und eine Stellung bekam, die über meiner als Vater, Freund, Ehemann, Partner und Vertrautem stand, war ich unglaublich getroffen. Ein paar schöne Worte, ein selbstgeschriebenes Liebeslied, ein heimliches Treffen – und unsere Partnerschaft, unser gemeinsames Leben waren obsolet. So kam es zumindest mir vor.



Ich habe versucht durch mehr Aufmerksamkeit und Verständnis zu beweisen, dass unsere Beziehung das übertrifft – und mich geiirt. In unserer Therapie wurde mir von ihr klar gesagt, dass ich die Nummer 2 im emotionalen Haushalt meiner Ex-Frau spielen würde. Ich sollte mich mit der Rolle als Vater und Ehemann zufrieden geben und akzeptieren, dass die Romantik, Erotik und Vertrautheit jemand anderem gehören würde. Da hätte ich begreifen müssen, dass es kein WIR mehr gibt….



Aber du hast noch nicht aufgegeben….



Nein, ich war verliebt, dachte an die Familie, die Kinder und war naiv genug zu glauben, dass man so etwas reparieren kann. Ich habe Freiräume eingeräumt und dabei vergessen, dass eine Beziehung nicht glücklich ist, wenn einer unglücklich ist. Ich hätte es beenden sollen. Es hätte uns eine Menge Zeit und mir sehr viel Schmerz erspart.



Es gab dann nochmal einen Neuanfang mit Umzug, Jobwechsel etc. Mir sagte sie, sie wolle die Beziehung und wisse, was sie an uns und der Familie habe, dass wir arbeiten müssten und achtsam sein sollten. Ich glaube wir haben uns damals beide etwas vorgemacht. Der neue Mann hatte schon so viel Raum eingenommen, dass ich dann das Feld geräumt habe, um Frieden zu finden.



Wir hatten schon zahlreiche Interviews mit Müttern nach einer Trennung. Wie fühlst du dich als Vater nach diesem Einschnitt?



Es ist eine seltsame Erfahrung. In der ersten Woche nach ihrem Auszug, als die Kinder bei mir waren, dachte ich: „Das schaffe ich nicht. Ich bin ein lausiger Vater und komplett überfordert!“ Ich habe am Abend geweint und dachte, dass wenn ich das nicht hinbekomme ich am Ende auch die Kinder verliere. Es ist aber erstaunlich, wie schnell es sich dann doch alles einspielt.



Natürlich ist es schwierig, wenn z. B. Freizeit gestaltet werden soll und man am Ende beide Kinder in einen Kompromiss zwingt, weil man alleine nicht zwei Dinge leisten kann. Oder das Gefühl der Überforderung, weil man Haushalt, Job und Kinder unter einen Hut bringt. Ich denke, dass jede alleinerziehende Mutter jetzt wissend lächelt.



Wobei ich sagen muss, dass ich gegenüber alleinerziehenden Müttern natürlich zwei große Vorteile habe: 1. ist es so, dass man als Vater in dieser Rolle automatisch mehr Anerkennung bekommt, weil viele es immer noch außergewöhnlich finden, wenn ein Vater aktiv seine Rolle leben will. Und 2. habe ich ja immer wieder Zeit, um Kraft zu sammeln, wenn die Kinder bei der Mutter sind.



Wie ist denn die Zeit für dich, wenn die Kinder nicht bei dir sind? Was vermisst du am Meisten?



Die Nähe und das Erleben, wie sie sich entwickeln. Banal ausgedrückt: das Kuscheln und die Gespräche. Ich hatte kurz Phasen, wo ich mir gewünscht habe, meine Ex solle einfach ihr Leben mit dem Neuen und dessen Kind leben – und unsere Kinder würden ganz bei mir bleiben. Das war extrem egoistisch, denn die Kinder lieben und brauchen uns beide.



Es zerreißt mich aber immer, wenn sie gehen. Meine Ex und ich haben den Deal, dass die Kinder anrufen können, wenn sie uns vermissen und diese Anrufe, die sehr selten sind, sind immer wie ein Lichtblick. Und wir schicken uns immer Fotos der Kinder, das hilft auch.



Wie ist das Verhältnis zu deiner Ex momentan?



Recht entspannt. Wir tauschen uns aus, wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam. Da wir beide nicht unterhaltspflichtig sind, gibt es auf diesem Gebiet keine Streitpunkte. Die persönliche Erlebnisse und mein angeknackstes Ego mache ich mit mir aus.



Fü mich ist es das Wichtigste, dass die Kinder sich glücklich entwickeln. Da spricht man über den neuen Partner auch mal positiv, obwohl es tief drinnen etwas anders aussieht.



Ich gebe zu, mein größtes Problem war mein eigenes Ego, der Gedanke, dass man jetzt „nur“ noch der Vater der Kinder ist, obwohl man selbst von einem „und glücklich bis ans Lebensende“ ausgegangen ist.



Viele Mütter sagen, dass die Kinder ein Hinderungsgrund sind, einen neuen Partner kennen zu lernen. Wie ist das bei Vätern?



Ich kann da natürlich nur für mich sprechen und ja – wenn man bei einem Date über die Kinder spricht, ist das ein entscheidendes Kriterium. Andererseits bin ich in einem Alter, in dem es nicht ungewöhnlich ist, Vater zu sein.



Was viele Frauen irritiert hat, war dass ich nicht das bekannte System des „jedes 2. Wochenende sehen“ fahre, also sehr viel mehr Vater als „freier Partner“ bin.



Du hast auch wieder eine neue Partnerin…



Ja, und es war schon so, dass es für sie anfangs nicht so leicht war. Denn Kinder sind ja für immer die Verbindung mit dem Ex-Partner. Aber sie hat sich schnell an diese Situation gewöhnt, sie mag die Kinder sehr und umgekehrt ebenso.



Könntest du dir vorstellen, mit einer neuen Partnerin nochmal ein Kind zu bekommen?



Ich schließe das keinesfalls aus. Ich wollte immer gerne drei Kinder haben, aber mich schreckt der Gedanke etwas ab, dass meine beiden Kinder dann nur wochenweise da wären und evtl. glauben weniger geliebt zu sein als das Kind, das immer anwesend wäre. Zudem entsteht natürlich ein extremer Altersunterschied, der Große ist bald 9, auch der Kleine wird bald 6. Aber wenn unsere Beziehung weiterhin so gut läuft, wüsste ich neben diesen Bedenken nichts, was dagegen spräche. Ich bin gerne Vater und war auch gerne Baby-Vater mit allem was dazugehört.



Was hast du durch diese ganze Geschichte der Trennung gelernt?



Ich glaube, wenn ich es zusammenfassen müsste, dass man Reisende nicht aufhalten kann. Ich bereue diesen einen Moment, als klar war, dass ich gegen meinen Nebenbuhler verloren hatte – dass ich damals nicht den Mut und den Selbstrespekt hatte aufzustehen und klar zu sagen „damit hast Du eine Entscheidung getroffen und Du wirst mit den Konsequenzen zu leben haben.“ Stattdessen habe ich auf meine Bedürfnisse verzichtet und somit ein totes Pferd geritten.



 Im Bezug auf die Kinder habe ich gelernt, dass man mit klaren Worten, Verständnis und Respekt mehr erreicht, als mit Schutzmaßnahmen und Flunkereien. Ich denke ich bin als Mensch und Vater gewachsen, als Partner weiß ich es nicht. Ich habe nicht vor, jetzt ein eifersüchtiger, mißtrauischer Mensch zu sein und glaube das gelingt mir, aber ich würde nicht mehr so viele Kompromisse machen. Und ich bin weniger „flexibel“ geworden, wenn es um Vertrauensbrüche geht.



Noch immer tut es mit um unsere Familie leid, aber die Kinder haben zwei tolle Eltern und neue Einflüsse durch die neuen Partner. Ich hoffe, am Ende wird sich zeigen, dass es für etwas gut war.
               
Trennung aus Vätersicht: Über die Angst, die Kinder zu verlieren
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trennung-und-jetzt-wo-finde-ich-hilfen-was-muss-ich-als-frau-und-mutter-beachten
       
Kaum etwas stellt das Leben so auf den Kopf wie eine Trennung. Christina Rinkl hat sich vor drei Jahren von ihrem langjährigen Partner getrennt, ihr Sohn war damals 5. Heute gibt sie ihre Erfahrung als Trennungs-Coach an Mütter und Väter weiter (www.trennungs-coach.de). Wie wir mit den Kindern umgehen sollten, wenn die Eltern audeinander gehen, hatte sie uns hier bereits erklärt. Im Interview erzählt sie nun, was nach einer Trennung die ersten Schritte sind – und was dabei unbedingt zu beachten ist.



Liebe Christina, du coachst Eltern, die sich kurz vor, mitten in oder nach einer Trennung befinden. Wo siehst du die Haupt-Herausforderungen, vor denen sie stehen?



Christina Rinkl: Jede Trennung ist anders und jede Geschichte individuell. Aber alle Mütter und Väter haben gemeinsam, dass sie nach ihrer Trennung eine neue Perspektive entwickeln müssen. Egal ob sie verlassen wurden oder sich getrennt haben.



Im Kern geht es um die Fragen: Wie kann und will ich zukünftig mit meinen Kindern gut leben? Wie kann ich mein Leben neu ausrichten? Was ist mir wirklich wichtig? Daher bietet jede Trennung, so traurig sie auch ist, gleichzeitig immer eine große Chance auf persönliche Weiterentwicklung.



Meinst du, es ist auf dem Land schwieriger als in der Stadt, gute Anlaufstellen und Hilfen zu finden?



Das kommt immer auf die jeweilige Gemeinde an. Was auf dem Land ganz klar wegfällt, ist die Anonymität. Hier herrscht eindeutig mehr soziale Kontrolle. Viele meiner Kundinnen haben mir berichtet, dass sie sich als getrennte Mutter auf dem Land oft abgewertet und ausgegrenzt fühlen.



In einem kleinen Dorf mit fast nur „heilen“ Familien ist die Situation sich getrennt zu haben eine ganz andere als in einer Großstadt mit vielen Alleinerziehenden.



Okay, stellen wir uns vor, die Beziehung ist gescheitert, eine Frau – sagen wir mit zwei Kindern – will sich trennen, ausziehen und ein eigenes Leben aufbauen.



Ich mag den Begriff „gescheitert“ im Zusammenhang mit Beziehungen nicht. Ich zum Beispiel war 14 Jahre mit meinem Ex-Partner zusammen, wir haben ein wunderbares Kind – warum sollen wir persönlich gescheitert sein, nur weil unsere Beziehung nicht mehr funktioniert hat?



Genau diese Begrifflichkeiten sind es, die es vielen Getrennten immer noch sehr schwer machen. Sie verbinden ihre Trennung mit einem riesigen Makel und stecken fest in Selbstzweifeln und Schuldgefühlen. Genau daran arbeite ich dann in meinen Coachings.



Alles klar, das verstehe ich. Was ist nach einer Trennung als Erstes zu tun und wer kann der Betroffenen dabei helfen?



Wenn die Entscheidung feststeht, ist es gut, zügig zum Anwalt zu gehen. Auch um sich erstmal nur zu informieren. Und wer nicht in der gemeinsamen Wohnung bleiben will, muss sich eine neue suchen. Das ist nicht leicht und es kann dauern, aber es ist möglich.



Mein Tipp: Checke nicht nur die üblichen Anbieter im Netz, schau in die Zeitung, frag Bekannte, schau auf Facebook. Viele Wohnungen werden unter der Hand vergeben. Und nimm jede Hilfe an, die du kriegen kannst: Von Eltern, Freunden, Bekannten, Kollegen. Niemand muss alles alleine schaffen in dieser Situation.



Wohnungen sind teuer, gerade in der Stadt. Welche Zuschüsse gibt es möglicherweise?



Es macht Sinn, sich über Wohngeld und Kinderzuschlag zu informieren. Wenn das Geld knapp ist, sollten sich Alleinerziehende nicht scheuen, diese Hilfen in Anspruch zu nehmen. Jede Trennung geht mit finanziellen Einbußen einher. Aus meiner Erfahrung ist es aber trotzdem zu schaffen, auch mit weniger Geld.



Die Trennung zeigt uns, was im Leben wirklich wichtig ist. Zeit mit unseren Kindern ist viel mehr wert als das neueste Smartphone. Kinder brauchen auch keine Luxus-Wohnung. Sondern Eltern, die auch nach einer Trennung für sie da sind und ihre Bedürfnisse im Blick haben.



Wie findet man denn einen guten Anwalt – und was, wenn die Frau den erstmal gar nicht bezahlen kann?



Er oder sie sollte Fachanwalt für Familienrecht sein, kein Feld-, Wald- und Wiesenanwalt. Viele kommen über Empfehlungen zu ihrem Anwalt oder ihrer Anwältin. Letztendlich muss es auch menschlich passen. Und wenn das Geld nicht reicht, ist es möglich, Verfahrenskostenhilfe zu beantragen.



Steht Frauen Unterhalt auch schon im Trennungsjahr zu? Falls ja, wie kommen sie daran?



Ja, auf jeden Fall. Sie müssen den Unterhalt bei ihrem Ex-Partner geltend machen. Hier muss der Anwalt individuell beraten.



Nun legt nicht jeder Ex gern seine Finanzen offen, kann eine Frau das alles gerichtlich erwirken?



Theoretisch ja. In der Praxis braucht man dafür oft einen langen Atem. Ich rate immer dazu: Nimm dir eine Wohnung, die du mit deinem eigenen Geld bezahlen kannst. Auch ich bin damals von einem Einfamilienhaus mit meinem Sohn in eine Zwei-Zimmer-Wohnung gezogen.



Sieh es als Übergangslösung: Das alles muss nicht für immer sein. Es geht darum, sich in dieser Situation die richtigen Fragen zu stellen, das vermittele ich auch in meinen Coachings.



Nicht: Wo werde ich für den Rest meines Lebens wohnen? Sondern: Wo finden meine Kinder und ich für die nächste Zeit einen guten Platz und Ruhe für uns? Das kann auch in einer WG mit anderen Getrennt-Erziehenden sein.



Was kann eine Frau tun, wenn der Ex keinen Unterhalt zahlt?



Wenn das Thema mit ihm nicht zu klären ist, gibt es die Möglichkeit, Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt zu beantragen. Dann wird zumindest ein Mindestunterhalt gezahlt. Wenn das Ganze aber schon gerichtlich anhängig ist, besprich dich bitte vorher mit deinem Anwalt. Das sollte man bei Fragen dieser Art sowieso immer tun.



Was möchtest du Frauen in dieser Lage gern mit auf den Weg geben, nachdem du das selbst alles durchgemacht hast?



Dass ein gutes Leben nach einer Trennung möglich ist, auch wenn das alles kein Spaziergang ist. Wichtig ist, immer die Kinder im Blick zu haben und nie schlecht vor ihnen über den Ex-Partner zu reden. Kinder lieben immer beide Eltern, sie sind ein Teil von beiden. Eine Trennung ist nicht schön für alle Beteiligten – und gleichzeitig eine große Chance, persönlich zu wachsen.



In meinen Coachings vermittele ich, dass du selbst der wichtigste Partner in deinem Leben bist. Das ist für viele Mütter und Väter ein komplett neuer Gedanke. Und das hat gar nichts mit Egoismus zu tun, sondern viel mit gesunder Selbstfürsorge. Genau die kommt nämlich auch wieder deinen Kindern zu Gute.



Ein Partner kann immer nur das Sahnehäubchen sein, nie der Lebensinhalt. Oder der, der dich glücklich macht. Dafür bist du schon selbst zuständig.
               
Trennung: Wo finde ich als Frau Hilfen und Anlaufstellen?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trennungs-coach-die-kinder-sollten-sich-in-beiden-welten-wohlfuehlen
        Ihr Lieben, Christina hat sich vor zwei Jahren von ihrem Mann getrennt. Ihr Sohn war damals 5. Hier schreibt sie, wie sie es geschafft hat, diese Lebenskrise für sich und ihr Kind zu nutzen und welche Tipps sie Müttern in Trennung gibt.
„Niemand steigt morgens am Tag seiner Hochzeit in ein wunderschönes weißes Kleid und ahnt, dass sieben Jahre später alles vorbei sein wird. Doch genau so war es bei mir.
Ich glaube, dass keine Mutter sich leichtfertig trennt und auch ich habe mir diese Entscheidung damals sehr schwer gemacht. Denn ich weiß selbst, was es bedeutet, ein Scheidungskind zu sein. Ich war vier als sich meine Eltern getrennt haben. Mein Sohn war bei unserer Trennung nur ein Jahr älter.
Immer irgendwie zwischen den Stühlen zu stehen und es beiden Eltern, die sich nicht mehr lieben, recht machen zu wollen, dieses Gefühl kenne ich sehr gut aus meiner Kindheit. Ich wollte es meinem Sohn ersparen. Um jeden Preis.
Aber irgendwann ging es leider nicht mehr anders, weil einfach zu viel vorgefallen war. Und dann bin ich mit meinem Kind aus unserem Einfamilienhaus ausgezogen. In eine Zwei-Zimmer-Wohnung im selben Ort. Denn mir war wichtig, dass mein Sohn keinen Kindergartenwechsel verkraften muss in dieser turbulenten Zeit, dass er weiter mit seinen Freunden spielen kann.  
Es ist kein schöner Moment, seine Umzugskisten aus dem Haus zu tragen, in dem man als Paar zu einer Familie geworden ist. Und das Kinderzimmer des Sohnes, das man selbst so liebevoll eingerichtet hat, wahrscheinlich nie wieder zu sehen.
Damals hatte ich viel Unterstützung beim Umzug von meiner Familie und von Freunden, das hat mir viel bedeutet. Und trotzdem. Es war eine harte Zeit.
Auch für meinen Sohn war es anfangs ungewohnt in der neuen Wohnung. Heute hat er sich an das Leben in zwei verschiedenen Haushalten gewöhnt. Es folgten Termine beim Anwalt, Jugendamt und Familiengericht … das volle Programm.
Solch eine Trennung ist kein Spaß und ich rate jedem Paar: wenn es noch einen Funken Hoffnung plus Gefühle gibt: Versucht es bitte nochmal. Auch in Beziehungen gibt es dunkle Zeiten. Und gerade wenn die Kinder klein sind, ist der Stress oft groß.
Doch wenn es zwischen den Eltern langfristig gar nicht mehr passt, die Zeiten nur noch dunkel sind und keine Chance auf Veränderung in Sicht, dann muss man irgendwann eine Entscheidung treffen. Auch wenn es extrem schmerzhaft ist.
Ein Kind braucht beide Eltern – aber vor allem braucht es Eltern, denen es gut geht. Deswegen rate ich allen Alleinerziehenden: Verbringt viel Zeit mit eurem Kind, aber vergesst nicht, auch für euch selbst gut zu sorgen. Nur so könnt ihr euer Kind am besten stabilisieren.
Ich weiß, dass das für viele Frauen nicht einfach ist. Viele Alleinerziehende, die ich in den letzten zwei Jahren kennengelernt habe, haben so gut wie nie einen freien Abend. Weil der Kindsvater keine Verantwortung übernimmt. Alles alleine stemmen zu müssen, das schlaucht extrem. Ich habe großen Respekt davor.
Andere Mütter wie ich leben im Wechselmodell und sehen ihr Kind oft viele Tage am Stück nicht. Ihre langen freien Abende können sie dann oft auch nicht wirklich genießen. Beide Situationen sind nicht einfach. Aber ich habe in den letzten Jahren gelernt, das Beste daraus zu machen. Auch wenn ich meinen Sohn jedes Mal aufs Neue vermisse, wenn er mehrere Tage bei seinem Vater ist.
Wichtig finde ich, dass es ihm gut geht. In beiden Welten.
Eine Trennung von einem langjährigen Partner ist ein riesiger Sprung aus der Komfortzone. Das ganze Leben dreht sich plötzlich komplett auf links. Doch ich habe gelernt, dass sich gleichzeitig auch viele neue Chancen bieten, wenn man sie ergreift. Ich habe im vergangenen Jahr meinen Blog getrenntmitkind.de für getrennt erziehende Eltern gestartet und gemeinsam mit einer anderen Bloggerin einen regelmäßigen Stammtisch in Köln gegründet.
Diese Treffen sind immer sehr nett, wir frühstücken gemeinsam mit unseren Kindern und lachen viel. Die Frauen, die zu uns kommen, haben mit dem Klischee der typischen Alleinerziehenden nicht viel zu tun: Es sind kluge, starke und positive Mütter, die ihr Leben in die Hand nehmen und nach vorne schauen. Von der Ärztin bis zur Verkäuferin sind wir ein buntgemischter Haufen. Jede Trennungsgeschichte ist anders und doch irgendwo gleich.
Inzwischen biete ich auch Online-Coachings für Mütter in Trennung an. Dort gebe ich anderen Frauen die Tipps und Erfahrungen weiter, die ich damals in meiner Trennungszeit gerne selbst gehabt hätte. Denn so heftig und aufwühlend solch eine Lebenskrise auch ist: sie ist gleichzeitig ein Motor für Veränderung und inneres Wachstum.
Ich habe mich in den vergangenen Jahren viel mit persönlicher Weiterentwicklung beschäftigt und gelernt, aus dieser Zeit für mich und mein Kind das Beste zu machen. Auf meinem Weg habe ich viele neue Menschen kennengelernt und manche sind inzwischen zu sehr guten Freundinnen und Freunden geworden.
Wichtig finde ich, das Erlebte aufzuarbeiten. Sonst holt einen die Erfahrung irgendwann ein. Eine Trennung ist die beste Chance, sich mit den Themen zu beschäftigen, die einem das Leben immer wieder vor die Füße wirft.
Wenn man bereit ist, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, bietet das Aus einer langjährigen Beziehung große Chancen. Genau wie jeder andere große Umbruch im Leben auch.
Denn wir Getrennterziehende haben die Chance, unser Leben noch einmal komplett neu auszurichten. Und einzurichten. Nicht nur mit neuen Ikea-Möbeln und Schätzen vom Flohmarkt, sondern mit den Dingen und Menschen, die uns wirklich gut tun. So als ob man noch einmal den Reset-Knopf des Lebens für sich selbst drücken dürfte.
Damit will ich aber nichts beschönigen. Denn Traurigkeit, Frust und Sorge ums Kind gehören genauso dazu. Doch auch wenn man sich das anfangs gar nicht vorstellen kann: Heute weiß ich, dass auch nach einer Trennung das Leben wieder gut werden kann. Sehr gut sogar. Für das Kind. Und für uns Mütter. Wenn es richtig gut läuft, wird es sogar noch viel besser als vorher.“
Hier sind meine drei Tipps für Mütter in Trennung:
–          Sprich niemals schlecht über deinen Ex-Partner wenn deine Kinder in Hörweite sind. Rolle auch nicht mit den Augen, wenn deine Kinder das sehen. Auch wenn es dir schwer fällt. Sie leiden sonst.
–          Sorge gut für dich und gönn dir regelmäßig Auszeiten. Nimm jede Hilfe an, die du kriegen kannst. Du darfst das.
–          Schreib dir jeden Tag drei Dinge auf, für die du in deinem Leben dankbar bist und fokussiere dich auf das Gute in deinem Leben. Mindestens einen Grund gibt es immer: dein Kind.
 
               
Trennungs-Coach: Die Kinder sollten sich in beiden Welten wohlfühlen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trinkflaschen-fuer-kinder-gewinnt-die-nachhaltigen-schicken-flaschen-von-emil
       
„Große Veränderungen fangen im Kleinen an“ – diesen Spruch habe ich neulich mal gelesen und nehme ihn mir seitdem zu Herzen. Das bedeutet für mich auch, dass niemand überall perfekt sein muss, sondern dass wir einfach unser Bestes und Möglichstes geben sollen.



Und so haben wir in den letzten Jahren Schritt für Schritt unsere Gewohnheiten umgestellt. Wir fahren viel mehr mit dem Rad, essen kaum noch Fleisch und achten sehr darauf, so wenig wie möglich Plastik zu verwenden. Es ist wunderbar, wie meine Kinder mit diesem neuen Bewusstsein aufwachsen und wie selbstverständlich es für sie ist, möglichst umweltschonend zu leben. 



Mein Sohn wurde ja gerade eingeschult, im Zuge dessen sollte es eine neue Brotbox und eine Trinkflasche geben. Dass beides nicht aus Plastik sein würde, war uns klar. 



Glücklicherweise achten viele Eltern heute vermehrt darauf, Kindern nachhaltig mit diesen Dingen auszustatten und greifen daher auf Produkte aus Edelstahl oder Glas zurück. Vielleicht zucken jetzt einige zusammen und denken: Glas? Für ein Kitakind oder einen Schulanfänger? 



Tatsächlich sind diese Bedenken absolut unbegründet – wir selbst nutzen die tollen Glasflaschen von Emil, die ich Euch hier heute vorstellen möchte (und Ihr könnt auch welche gewinnen!!!). Ich kann sie wirklich von Herzen weiterempfehlen – gerade jetzt, wo viele von Euch noch auf der Suche nach einem schönen, sinnvollen Geschenk für den Schulstart sind. 







Warum also sind die Emil-Flaschen super Begleiter für Eure Kids? 



Sie sind schadstofffrei und zu 100 Prozent recycelbarSie sind geschmacksneutral, lassen sich einfach reinigen und sind daher hygienisch top Sie sind (obwohl sie aus Glas sind) stabil. Denn die Flasche ist durch einen stabilen und komplett recycelbaren Thermobecher geschützt. Da bricht nichts, auch wenn der Rucksack mal mit Schwung abgestellt wird oder aus der Hand rutschtSie sind zeitlos, denn der Thermobecher ist noch in einem schicken, waschbaren Flaschenbeutel aus BIO-Baumwolle oder Oeko-Tex zertifiziertem Stoff verpackt. Dieser lässt sich jederzeit abnehmen und gegen ein neues Motiv austauschen, wenn sich der Geschmack der Kids ändert. So muss man nicht in regelmäßigen Abständen neue Flaschen kaufen, weil die alten „uncool“ sind. Das spart jede Menge Müll und schont die Umwelt. Sie sind vielfältig. Es gibt über 40 Designs und auch die Größen und Trinköffnungen der Flaschen variieren, so dass jedes Kind genau die Passende für sich finden kann. Sie sind in Deutschland hergestellt. Das Familienunternehmen im bayerischen Landkreis Rottal-Inn produziert und vertreibt die Flaschen seit 1991. Ich finde, es ist ein gutes Gefühl, ein Produkt zu kaufen, das nach deutschen Qualitätsmaßstäben und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wird. 







Wir haben mit dem Chef der Emil Vertriebs-GmbH gesprochen:



Lieber Andreas, warum liegt dir das Thema Nachhaltigkeit ganz besonders am Herzen?



Ich gehöre zwar nicht zur Friday for Future Generation, aber auch bei uns Millennials sind Umweltthemen bereits tief verankert.



Zum einen muss man sich nur die ganzen knallharten Fakten ansehen, mit denen unsere Welt heute konfrontiert ist. Egal ob CO2-Ausstoß, steigende Meeresspiegel, Klimaerwärmung, Massenproduktion und -konsum und die damit verbundenen Probleme, an vielen Ecken wird klar, dass ein „Weiter so“, keine Option mehr darstellt und es Alternativen und eine andere Art von Konsum braucht.



Zusätzlich ist mir die Notwendigkeit nachhaltigen Denkens und Handelns aufgrund meiner Leidenschaft zu Bergen und alpinem Sport praktisch täglich bewusst. Wenn ich einmalige Natur und intakte Lebensräume bewundern darf, wird mir auch ganz deutlich, wie wichtig es ist, diese zu schützen und zu erhalten.



Wenn du Emil mit drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?



Öko-Pionier. Beständig. Gesund. 



Du hast das Unternehmen von deiner Mutter übernommen – der schon vor 30 Jahren Nachhaltigkeit wichtig war und damals die Idee zu „Emil“ hatte. Erzähl uns doch ein bisschen was zu der Geschichte dahinter.



Die Erfindung der Emil-Flasche ist die Gründerstory einer absoluten Quereinsteigerin. Meine Mutter ist gelernte Tischlermeisterin, mit eigener Schreinerei.  Sie hat diesen Beruf immer mit Leidenschaft betrieben, weil der Bezug zum natürlichen Material Holz, kreatives Arbeiten an Möbeln und der direkte Kontakt zu den Kunden, wesentliche Elemente einer wertvollen Arbeit für sie waren. 



Gleichzeitig war sie Mutter und hatte Anfang der Neunziger, als ich und meine Schwester die Schule begonnen hatten, schnell die riesigen Müllberge, die an Schulen und Kindergärten in der Pause produziert werden, mit Argwohn betrachtet. Den Pausenhof von den riesigen Müllbergen aus Einweggetränkeverpackungen zu befreien und eine wiederbefüllbare Flasche zu entwickeln, die hygienisch ist und der Umwelt nicht schadet, war also die Idee hinter und die Geburtsstunde von Emil. 



Es war dann recht schnell klar, dass Schreinerei und Emil nebenher nicht mehr zu bewältigen sind. Und so wurden in den Hallen Hobelbank, Kreissäge und Co. durch die Emil-Produktion ersetzt. Das war kein leichter Schritt und natürlich mit ordentlich Risiko behaftet. Aber die anfänglich positive Resonanz auf Emil hat sich immer weiter fortgesetzt und so wurde schnell klar: Es war die richtige Entscheidung!



Wir finden, dass jeder, der die Plastikflasche durch eine nachhaltige Alternative ersetzt, einen Schritt in die richtige Richtung setzt. Daher freuen wir uns, dass wir 3 mal 2 Flaschen an Euch verlosen dürfen. Geht dazu bitte auf https://www.emil-die-flasche.de, sucht Euch Eure zwei Wunschgrößen und Wunschdesigns heraus und schreibt uns diese in die Kommentare. Das Los entscheidet dann, wer seinen Kindern mit diesen tollen Flaschen eine große Freude machen und gleichzeitig einen wichtigen Umweltbeitrag  leisten kann. VIEL GLÜCK. 




               
Trinkflaschen für Kinder: Diese sind nachhaltig, schick und robust
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/typisch-junge-wie-tolerant-sind-wir-wirklich
        "Es gibt keine Mädchen -und Jungsfarben." 
"Es gibts nichts, was Mädchen nicht können, aber Jungs."
"Ihr könnt alles machen, alles anziehen, alles werden."
Das sind Sätze, die ich so oder so ähnlich schon oft gesagt habe. Meist zu meiner Tochter. Ich kaufe ihr blaue Jacken und rote Mützen und achte darauf, dass wir nicht in die bling-bling-pinke Ecke abdriften. Das hat prima geklappt. Meine Tochter spielt Badminton (und geht nicht zum Ballett), ihre Lieblingsfarbe ist blau (und nicht rosa), sie spielt gerne mit Schleich und Playmobil (mit der Ritterburg genauso gerne wie mit dem Ponyhof). 
Ich stärke meine Töchter jeden Tag und mache ihnen klar, dass Mädchen all das machen können, was Jungs auch machen. 
Aber wie ist es umgekehrt? 
Neulich kam mein Sohn und fragte, ob er Nagellack haben dürfte, und zwar auf den kleinen Finger. Ich gebe zu, ich habe kurz gezögert. Mein Sohn, der gerne mit Schwertern kämpft und alles über Spiderman weiß, will lackierte Nägel? 
Ich dachte daran, was die anderen Jungs aus seiner Kita sagen würden. Würden sie lachen? "Das ist doch nur was für Mädchen", sagte neulich ein Junge, als mein Sohn mit einem Anna-und-Elsa-Pflaster ankam. 
Natürlich habe ich ihm wie gewünscht den kleinen Fingernagel rot lackiert. Denn ganz ehrlich: Scheiß drauf, was die anderen sagen. 
Andere Situation: An Silvester hatten wir Freunde da, insgesamt 10 Kinder tobten durch unsere Bude. Plötzlich kam mein Sohn rein und trug ein Glitzerkleid. Er drehte sich im Kreis und freute sich, dass der Rock so schön schwingt. Ich fand ihn unfassbar cool – vielleicht, weil er sonst so gar keinen Hang zu Röcken und Kleidern hat. Doch an diesem Abend wollte er im Glitzerkleid tanzen. 
Oder: Als mein Sohn neulich beim Kieferorthopäden gefragt wurde, welche Farbe die Zahnspange haben soll und er "Pink" sagte, wollte das da niemand richtig glauben. Kein Blau? 
Manchmal bemerke ich: Wenn ein Junge vermeintlichen "Mädchenkram" macht, halten die Erwachsenen den Atem an. Wir wollen taffe Mädels, aber wollen wir auch weiche Jungs? Eine Bekannte erzählte mir, ihr Mann habe mal gesagt: "Nicht, dass er schwul wird", als ihr dreijähriger Sohn sich eine Frozen-DVD wünschte. 
Gilt der Spruch "Mädchen und Jungs können alles machen, was sie wollen" wirklich in beide Richtungen? Und warum herrscht bei manchen Erwachsenen dann doch so eine unterschwellige Homophobie, die mich ganz irre macht? Warum sollte ein Junge, der sich gerne Anna und Elsa ansieht, schwul werden? Und was zur Hölle wäre schlimm daran, wenn er schwul wäre? Betonen nicht alle Eltern immer wieder, sie wünschen sich, dass ihr Kind glücklich wird und seinen eigenen Weg findet?
Ist es nicht viel eher so, dass wir Erwachsenen Blockaden und Schubalden im Kopf haben, die Kinder überhaupt nicht haben? 
Kinder sind Kinder – mal sind Einhörner angesagt, mal Dinos. Mal sind die taff, mal ganz weich. Sie kennen keine Klischees. Unsere Aufgabe besteht darin, ihnen Mut zu machen, zu sich selbst zu stehen und wirklich die Dinge zu machen, die sie lieben. Von mir aus kann mein Sohn mit lackierten Fingernägeln Ritter spielen. Denn es macht ihn fröhlich. Er hatte die ganze Zeit strahlende Augen. Das ist alles, was mir wichtig ist. 
 
 
               
Typisch Junge - wie tolerant sind wir wirklich? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-den-schmerz-dass-wir-keine-vater-mutter-kind-familie-sind-gastbeitrag-von-mandy
        Es ist Freitagabend. Mein Sohn schläft heute bei seinem Vater und ich sitze in meinem kuscheligen Sessel unter einer ebenso kuscheligen Decke – und ja, ich gebe es offen zu: Mir fehlt jemand zum Kuscheln. Oder, wie ich neulich in einem Songtext schrieb: "Irgendjemand, der mir das Gefühl gibt, nicht irgendjemand zu sein."
Ein Partner, der für mich da ist, mich fragt, wie mein Tag war und der mit mir zusammen Quatsch im Fernsehen schaut. Ein Partner, der mir etwas abnimmt, wenn ich krank bin oder eine Auszeit brauche. Ein Partner, der mit meinem Sohn spielt, damit ich in Ruhe den Haushalt machen kann. Ein Partner, der die finanzielle Last mit mir zusammen trägt, der mit plant und mitdenkt. Der mich in den Arm nimmt und sagt, dass ich das alles gut mache und überhaupt, dass alles gut werden wird. 
Ich könnte jetzt abschalten, den Rest des Abends genießen, aber diese Angst kriecht in mir hoch. Und sie flüstert mir in's Ohr: "Du wirst nie erfahren, wie es ist, dieses klassische Familienleben. Wie es sich anfühlt, dieses "Mutter-Vater-Kind(er)". Zusammenhalt, gemeinsame Unternehmungen, Besuche bei den Großeltern. Das, was deine Freunde haben. Du wirst es nie erfahren."
Und ja, das ist die Realität, die ich endlich mal anerkennen und annehmen muss. 
Im Grunde kann ich das auch. Unter der Woche, wenn sowieso alle total beschäftigt sind und es nicht auffällt, wer allein ist und wer nicht. Wenn ich von 7 bis 22 Uhr zu tun habe und ich gar keine Zeit habe, unsere Situation zu reflektieren. Aber sonntags fällt es auf. Dann bin ich oft mit meinem Sohn unterwegs. Er hat das Asperger-Syndrom und möchte am liebsten den ganzen Tag mit der S-Bahn umherfahren. Also tun wir das so oft wie möglich. Wir setzen uns in die S-Bahn und machen einen Ausflug- Schwimmbad, Indoor-Spielpark, Zoo, Flughafen, Freunde besuchen zum Beispiel. 
Und dann geht es los. Ich spüre, dass sich etwas in mir zusammenzieht und mir ein Stück weit den Atem nimmt. Es ist ein Schmerz oder ein Druck, so als würde jemand auf meinem Brustkorb sitzen.
Ich versuche auszublenden, dass die meisten nicht allein sondern als Mutter-Vater-Kind Kombi unterwegs sind. Ich versuche, es wegzuschieben und mich auf meinen Sohn zu konzentrieren. Es klappt eine Weile, bis ich wieder anfange, zu zählen. Ich zähle diejenigen, von denen ich meine, dass sie Alleinerziehende sind. Ihr Anteil scheint so gering zu sein, dass mich das nur weiter runterzieht. Also höre ich auf damit. Lächle. Bin stark. Funktioniere. Kämpfe. Für meinen Sohn. Ich erinnere mich an das, was wir haben und an das, was wir schon geschafft haben. 
Ich habe so unfassbar viel gelernt in den letzten 3 Jahren. Mein Sohn war 11 Monate alt, als sein Vater und ich uns trennten. Nun ist er 4 und ein ganz wunderbarer kleiner Junge. Er wird geliebt und er ist fröhlich und willensstark. Und wenn er morgen Abend wieder neben mir liegt und selig schlummert, dann weiß ich: Eigentlich ist alles ganz ok so unserer klitzekleinen Familie.
—-ZUM WEITERLESEN:
So geht es Alleinerziehenden wirklich
Interview mit einer Alleinerziehenden, die wirklich ganz alleine erzieht
Wie eine Alleinerziehende eine neue Liebe fand
 
 
               
Über den Schmerz, dass wir keine Vater-Mutter-Kind-Familie sind - Gastbeitrag von Mandy | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-die-angst-jemanden-zu-verlieren
        Liebe Lisa, da saß ich gestern morgen am Küchentisch, meinen Sohn auf dem Schoß und heulte Rotz und Wasser. Grund ist dieses Video.
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Eine Frau dokumentiert mit der Kamera, wie sie die Menschen sucht und findet, die vor zehn Jahren das Leben ihres 14 Wochen alten Sohnes gerettet haben. Der kleine Junge und sein Vater verunglückten mit dem Auto, der Vater war sofort tot, das Baby überlebte dank schneller medizinischer Hilfe.
Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber wenn ich so ein Video sehe, weine ich natürlich mit der Familie. Aber ganz tief in meinem Herzen sitzt da noch ein anderes Gefühl. Die Angst. Wenn ich solche Videos sehe oder ähnliche Geschichten höre, frage ich mich immer: Wie könnte ich weiterleben, wenn meinem Mann oder einem meiner Kinder etwas passieren würde? Könnte ich überhaupt weiterleben? Müsste ich weiterleben?
Manchmal kommen mir solche Gedanken auch nachts im Bett. Da stelle ich mir vor, was wäre, wäre meine Tochter zum Beispiel plötzlich verschwinden würde, wie die kleine Maddie McCann. Oder wenn abends die Polizei bei mir vor der Tür stände und sagen würde, dass meinem Mann etwas passiert ist. Oder dass mein Sohn morgens nichts mehr aufwacht, plötzlicher Kindstod. Dann fange ich an zu schwitzen, kriege sogar Atemnot, verkrampfe total. Ich habe plötzlich unfassbare Angst.
Vielleicht klingt das alles etwas verrückt – und rational kann ich mir auch prima erklären, dass diese Angst gar nichts bringt. Denn ich werde nie immer überall sein können und alles kontrollieren können. Ja, solche Dinge passieren im Leben. Und ich habe Glück, dass ich bisher davon verschont wurde.
Diese Wahnsinns-Angst ist definitiv eins der heftigsten Gefühle, die man dazubekommt, sobald man eine Familie gründet. Sie bedeutet ja eigentlich nur, dass man sich bewusst ist, dass man etwas Wertvolles hat, was man unbedingt beschützt wissen möchte.
Wenn mich solche Gedanken nachts überkommen, stehe ich meistens noch mal auf, mache mir einen Tee und beruhige mich. Manchmal wecke ich meinen Mann, der mich einfach in den Arm nimmt .
Sag, Lisa, kennst Du diese Gedanken?
 
               
Über die Angst, jemanden zu verlieren.... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-die-erste-date-night-nach-der-geburt
        Es regnete stark an diesem Tag, Hamburg lag grau in grau vor uns. Wie stiegen in den alten Golf, ich guckte ihn an und fragte: "Wie fühlst Du Dich?". Er sagte nichts. Ich glaube, er war schlicht zu nervös. Eins Stunde später waren wir Mann und Frau. 
Das war genau heute vor 9 Jahren. Wenn ich mir die Bilder von damals ansehe, sehe ich zwei sehr junge, sehr glückliche Menschen. Glücklich sind wir heute noch, aber wir haben mehr graue Haare und Fältchen. Und wir haben mehr Erfahrung. Sind gemeinsam auch durch Täler gegangen, haben uns gezofft, vertragen, neu sortiert, hinterfragt, neu entdeckt, drei Kinder bekommen. Heute ist genauso viel Liebe wie vor neun Jahren, aber sie ist tiefer geworden. 
Weil mein Mann heute auf Dienstreise ist, haben wir gestern vorgefeiert. Die erste Date-Night seit unsere kleine Tochter auf der Welt ist. 
Nur wir zwei, wunderbares Essen, Kerzenlicht. Wir haben uns an den Händen gehalten. 
Als wir danach wieder vor der Haustür standen, sagte ich: "Kannst Du glauben, dass wir da drin zwei Töchter und einen Sohn haben?" 
Und er sagte nur: "Wir sind solche Glücks-Kinder!" Und damit hat er so verdammt recht.
               
Über die erste Date-Night nach der Geburt... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-diese-anstrengende-pandemie-jahr-das-nun-tribut-zollt
       
Der Morgen war wieder sehr durchwachsen gewesen. Das eine Kind hatte das andere schief angeschaut, die Kleinste tobte derweil mit einem Wutanfall über die falsche Jacke im Flur. Ich suchte wie eine Irre alle Masken, die Uhrzeit im Nacken, weil wir spät dran waren.



Im Auto schaltete ich das Radio ein, damit ich das Gemecker von der Rückbank nicht hören muss. Und als alle drei Kinder in Schule und Kita waren und ich zurück im Auto, saß ich ein paar Minuten einfach stumm da, irgendwo zwischen Losheulen und Fluchtgedanken.



Es ist anstrengend gerade. Die Kinder, die Zeit, der Job. Mir fehlt der Lichtblick, die Woche rasen so vor sich hin und wir sind voll drin im Alltagsstrudel.



Die Pandemie macht mich mürbe. Ich halte mich so gut es geht an alle Vorgaben und all die Monate fiel es mir gar so nicht schwer, auf Dinge zu verzichten. Doch langsam wird die Liste der Dinge, die abgesagt werden und wurden, sehr lang. Mein 20-jähriges Abitreffen, der Dänemark-Urlaub von Ostern wurde zunächst auf die Herbstferien und nun nochmal ins nächste Jahr verschoben. Ein Städtetrip mit meinen Geschwistern abgesagt, die Auszeit mit meinem Mann fiel weg, genau wie diverse Job-Events.



Kein Kino, keine Kneipen, immer die Kinder: Mürbemachende Routine



Seit März kein Kino, keine Kneipe, nur eine Handvoll Treffen mit Freunden im Biergarten. Und die Aussicht, dass all das noch Monate lang so weiter gehen wird. Ich bin erschöpft davon, mir fehlt die Leichtigkeit. Ich weiß, alles first world problems, und dennoch – gerade ist die Luft raus. Mein Energielevel ist runter, am liebsten würde ich mir die Bettdecke über den Kopf ziehen und einfach bessere Zeiten abwarten.



Dazu immer im Hinterkopf die Angst, dass es Infektionen innerhalb der Schule oder Kita geben könnte und wir wieder alle zu Hause sitzen. Ich will dieses Virus auch einfach nicht haben, deshalb ist weiterhin Vorsicht angesagt. Und da ist auch noch die ständige Sorge, wie ich beruflich durch das Jahr komme.



Vielleicht ist es der Herbst-Blues, der mich gerade erwischt, vielleicht ist es auch einfach dieses anstrengende Jahr, das nun Tribut zollt. Es ist seltsame Tage gerade, die ich nicht so richtig einordnen kann.



2020 hat viele von uns so gefordert wie noch nie. Deshalb versuche ich gnädig mit mir zu sein und die seltsamen Tage einfach anzunehmen. Und mir klar zu machen, dass 2020 auch für die Kinder anstrengend war. Vielleicht erleben sie deshalb gerade alle Emotionen intensiver? Vielleicht brauchen sie deshalb gerade viel mehr Aufmerksamkeit und Begleitung?



Was mich tröstet: Um mich herum sind viele tolle Mütter, die mich auffangen. Bei denen ich Dampf ablassen kann, die mich verstehen und bestärken. 2020 hat gezeigt, was wir alles leisten. Was wir alles schultern und wie stark wir sind. Eins ist klar: Dieses Jahr werden wir alle nie vergessen….



Foto: Cindy & Kay Familienfotografie
               
2020 und Coronavirus: Ein anstrengendes Jahr zollt Tribut | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-eine-missglueckte-kitaeingewoehnung-interview-mit-nadine
        Liebe Nadine, erzähl doch erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört!
Zu meiner Familie gehören mein Mann, mein erster Sohn (3,5 Jahre), der seit Geburt auf einem Ohr taub ist, mein zweiter Sohn (8 Monate) , unsere Katze und ich.
Wie war bisher die Betreuungssituation?
Unser großer Sohn geht seit seit September 17 in eine heilpadagogische Tageseinrichtung, das ist eine Einrichtung für Kinder mit mehr Förderbedarf. 
Nun hast Du diesen Betreuungsplatz gekündigt. Warum?
Die Eingewöhnung lief mehr als schief. Ich bin selbst gelernte Kinderpflegerin, kenne mich also etwas aus. Ich habe darauf bestanden, dass die Eingewöhnung so abläuft, wie in jeder normalen Kita auch. Also dass das Kind jeden Tag ein bisschen länger bleibt. Allerdings war es so, dass ich nie dabei sein durfte.
Vor vier Wochen habe ich nun gekündigt. Mein Sohn hatte sich total verändert, ich erkannte ihn an manchen Tagen kaum wieder. Er hat schlechter geschlafen, wurde aggressiv. Außerdem war er ständig krank. Wenn er dann ein paar Tage zu Hause war, merkte ich, wie etwas von ihm "abfiel" und er wieder zu dem Kind wurde, das ich kannte.
Wie lange hast Du überlegt, ob Du den Platz kündigst?
Ich hatte bereits nach den ersten zwei Tagen so eine Wut im Bauch, dass die Erzieher die Eingewöhnung so hart durchziehen wollten. Da habe ich schon zu meinem Mann gesagt: Wenn das so weiter geht, nehme ich das Kind wieder raus. 
Aber man will ja dann auch nicht hysterisch sein und alle anderen meinten, dass das schon wird. Und tatsächlich sah es dann eine Weile so aus, als ob mein Sohn gerne dort hingeht. Doch dann fing er an, sich zu verändern. Im Dezember dann wurden die Gedanken zur Kündigung konkret.
Hast Du mal mit den Erziehern über Deine Beobachtungen und Sorgen gesprochen?
Ja, aber sie sind nicht auf mich eingegangen. Als Eltern hat man dort auch nicht viele Möglichkeiten, sich einzubringen, es gibt zum Beispiel nicht mal einen Elternbeirat. Auf mich macht die Einrichtung heute irgendwie einen kalten, abgeschotteten Eindruck. 
Und wie hat sich Dein Sohn über die Stimmung geäußert?
Er sagte, dass dort viel geschimpft wird.
Du hast gekündigt, aber Dein Sohn muss immer noch in die Einrichtung. Warum lässt Du ihn nicht einfach zu Haus?
Ja, es sieht so aus, als müsse er noch bis Ende März dorthin. Zuerst muss geregelt werden, welches Kind ihm nachfolgt. Ein Platz in einer heilpadagogische Tageseinrichtung wird vom Bezirk finanziert. Würde ich mein Kind unentschuldigt rausnehmen, muss ich 130 Euro pro Tag Ausfall zahlen. Der Bezirk zahlt den Platz nämlich nur, wenn das Kind da ist oder von einem Arzt krank geschrieben wird.
Weisst Du schon, wie es weitergehen wird?
Ich möchte meinen Sohn wieder zu Hause betreuen, ihm eine Auszeit gönnen. Im September beginnen wir dann in einer anderen Einrichtung neu. 
Was möchtest Du Eltern sagen, die ein ähnlich ungutes Gefühl mit der Betreeung ihres Kindes haben?
Dass es ganz egal ist, was alle anderen sagen. Man sollte nur auf sein Bauchgefühl achten und darauf, wie das Kind sich verhält. Ich bin froh, dass ich das durch diese Situation gelernt habe. Wer – wenn nicht ich – gibt meinem Kind eine Stimme?
 
               
Über eine missglückte Kitaeingewöhnung - Interview mit Nadine | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unbedingt-ein-maedchen-warum-darf-mein-drittes-wunder-nicht-einfach-ein-kind-werden
       
Ihr Lieben, ich bin 30 Jahre alt und Mama von zwei wundervollen Kindern. Mir war immer klar, dass ich gerne Kinder haben möchte – am liebsten mehrere, auf jeden Fall niemals ein Einzelkind, wie ich selbst eines bin.



Nach unserer Hochzeit wollten mein Mann und ich nun Eltern werden. Nach einem halben Jahr hat sich dann unser erstes Wunschkind angekündigt. Wir haben uns wahnsinnig gefreut und auch unsere Familie, sowie der Freundeskreis waren begeistert. Mein Mann und ich haben uns Namen für beide Geschlechter überlegt und waren sehr gespannt, endlich zu erfahren, ob wir nun einen Jungen oder ein Mädchen erwarten.



Schwanger: Wir erwarten einen Jungen!



Sehr früh war dann klar, dass wir uns über einen Jungen freuen dürfen. Es war einfach schön, nun das Geschlecht zu wissen, da die Schwangerschaft und die kommende Zeit viel realistischer geworden sind. Unser Baby hatte einen Namen, mit dem ich es ansprechen konnte, wir haben erste Sachen besorgt und uns einfach auf unser Wunschkind gefreut. Im Herbst 2015 wurde unser Sohn dann geboren und machte uns zu stolzen Eltern.



Mein Mann hat drei Geschwister und auch er hat sich immer mehrere Kinder gewünscht, aus seiner eigenen Erfahrung heraus am liebsten mit geringem Altersabstand.



Zwei Kinder: Wir wünschten uns bald ein weiteres Baby



Wir haben uns also entschieden, unsere Familie zu vergrößern, als unser Sohn 20 Monate alt war. Zu unserer Überraschung war ich auch sofort schwanger und wir glücklich über unser zweites Wunder. Während der Schwangerschaft kamen jedoch immer häufiger Aussagen wie: „Jetzt könnte es ja ruhig ein Mädchen sein“.



Etwa in der Mitte der Schwangerschaft haben wir erfahren, dass unser ungeborenes Baby ein Junge ist. Ein kerngesunder Junge.



Ein zweiter Junge, wie schön! Oder?



Ich fuhr nach Hause und habe meinem Mann das Geschlecht verkündet. Wir haben uns gefreut und unserem ersten Sohn erzählt, dass er bald einen Bruder bekommt. Schnell wurde mir bewusst, dass einige Menschen es offensichtlich sehr schade finden, dass wir einen zweiten Jungen bekommen.



Am Prägnantesten war für mich ein zufälliges Aufeinandertreffen mit einer Freundin meiner Mutter. Sie fragte, ob wir das Geschlecht schon wissen. Als ich sagte, dass wir einen weiteren Jungen bekommen, folgte die ernüchternde Antwort „Oh, naja, ist ja auch schön“.



Mädchen? Junge? Hauptsache Kind!



Ich war irgendwie überfordert damit und konnte nichts sagen. An diesem Abend habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen. Ich habe ihn gefragt, ob er sich ein Mädchen gewünscht hätte. Er sagte, dass er sich ein weiteres Kind gewünscht hat.



Er hätte sich über ein Mädchen, genauso wie über unseren Jungen gefreut. Wir haben darüber gesprochen, was Vor- und Nachteile wären und waren uns irgendwann an diesem Abend einig, dass es für uns ganz egal ist. Wir haben uns Kinder gewünscht. Bestenfalls gesunde Kinder, die glückliche Menschen werden. Und diese beiden Wunder haben wir heute.



Zwei Jungs, aber total unterschiedlich



Unser zweiter Sohn wurde im Frühling 2018 geboren und wir sind stolze Eltern von zwei wunderbaren Kindern, die das gleiche Geschlecht haben, aber ansonsten absolut unterschiedliche Kinder sind. Sie ähneln sich weder in ihrem Wesen, noch optisch – beides Jungs, die wir mehr lieben als alles andere.



Als unser zweiter Sohn knapp zwei Jahre alt war, wurde der Wunsch nach dem dritten Kind immer größer. Wenn das Thema irgendwo aufkam, wurde ich manchmal direkt gefragt, ob wir ein drittes Kind wollen, damit es endlich ein Mädchen wird. Ich habe immer erklärt, dass wir uns nach einem weiteren Kind sehnen und nicht nach einem bestimmten Geschlecht. Ich habe aber bemerkt, dass mein Gegenüber mich meist nicht verstand.



Ein drittes Kind! Wir wissen das Geschlecht noch nicht



Auch dieses Mal wurde ich schnell wieder schwanger. Aktuell nähern wir uns der Mitte der Schwangerschaft und wir kennen das Geschlecht unseres dritten Wunschkindes noch nicht. Die Reaktionen unseres Umfelds sind für mich aber teilweise schwer hinzunehmen.



Zunächst einmal verstehen einige den Wunsch nach einem dritten Kind bereits nicht. Zwei Kinder reichen doch heutzutage! Und dann diese vielen Fragen und Wünsche bzgl. des Geschlechts…



Geschlechterfrage: Warum mischen sich so viele ein?



Ich frage mich sowieso grundsätzlich, warum es Menschen gibt, die sich so gerne ins Leben anderer einmischen. Mir persönlich würde nie einfallen, darüber zu urteilen, ob jemand eines oder fünf Kinder bekommt, sich Mädchen oder Jungen wünscht. Kann man sich denn nicht einfach freuen, dass ein Kind geboren wird?



Ich verstehe die Reaktionen tatsächlich nicht und bin es leid, mich zu erklären, was ich ja prinzipiell auch nicht muss, aber in der Situation rutscht man einfach manchmal in diese Rechtfertigungsposition.



„Mädchen kannst du so schön anziehen“



Mittlerweile bin ich dazu übergangen, zu fragen, warum die jeweilige Person uns so sehr ein Mädchen wünscht. Ich bekam Antworten wie„Mädchen kannst du so schön anziehen und endlich mal Puppen kaufen“„Ein Mädchen hat im Erwachsenenalter eine viel engere Beziehung zu dir“„Eine Tochter bringt auch die Enkelkinder zu dir“„Mädchen kämpfen nicht ständig wie die Jungs“„Töchter kümmern sich im Alter um dich und begleiten dich zum Arzt“



Wenn ich an dieses ungeborene Wesen schon verschiedenste Erwartungen habe, kann das doch keine gute Voraussetzung für eine glückliche Kindheit sein, in der sich ein Kind frei entwickeln kann. Ich möchte ein Kind, das möglichst ohne Erwartungen meinerseits groß wird. Ich möchte dieses kleine Wunder kennenlernen, begleiten und unterstützen und zwar auf seinem Weg. Nicht auf dem Weg, den mein Mann oder ich für es vorsehen.



Der Wunsch nach einem Mädchen scheint riesig zu sein



Der Gipfel kam für mich vor einer Woche. Meine Tante hat ein graues Jäckchen für unser Baby gestrickt. Ich hatte es mir extra in einem neutralen Grau gewünscht, sie aber wünscht sich offenbar so sehr, dass es ein Mädchen wird, dass sie rosafarbene Knöpfe drangenäht hatte. Ich habe eigentlich keine Worte dafür.



Ich bemerke momentan, dass ich bereits die Ellbogen ausfahre, wenn dieses Thema aufkommt. Ich freue mich so sehr auf unser drittes Kind und kann aktuell nur schwer damit umgehen, dass andere sich nicht einfach auf dieses Kind freuen. So wie es bei unserem ersten Kind der Fall war und es auch dieses Kind verdient hätte. Es fühlt sich einfach so ungerecht dem Kind gegenüber an. Mein Mann ist wie immer gelassener und lässt die anderen einfach reden. Ich hingegen habe das Gefühl, mein Baby schützen und verteidigen zu müssen.



Ich freue mich einfach auf mein Kind – egal ob Mädchen oder Junge



Ich versuche mich auf unsere kleine Familie zu besinnen und mich einfach auf unser Kind zu freuen, das nochmal ein ganz anderer kleiner Mensch sein wird als seine Brüder – ganz egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Es gibt viele Menschen, die wahnsinnig glücklich wären, überhaupt ein Kind zu bekommen, unabhängig vom Geschlecht. Oder Eltern, die alles dafür geben würden ein gesundes Kind heranwachsen zu sehen. Genauso gibt es aber wohl die Menschen, für die das Geschlecht eine unglaublich wichtige Rolle spielt. Für uns glücklicherweise nicht.



Wir erwarten unser drittes Kind diesen Sommer und sind sehr gespannt, welches Wunder uns dieses Mal erwartet.
               
Schwanger nach zwei Jungs: Alle erwarten jetzt ein Mädchen!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-bei-anna-und-bjoern-die-das-leben-sooo-positiv-begreifen
         In unserer „Und Ihr so?“-Fragereihe geht es uns darum verschiedene Familien mit verschiedenen Lebensmodellen und verschiedenen Ansichten und verschiedenen Vorlieben vorzustellen. Wie leben andere, wie denken sie?   
Wer seid Ihr?
Wir sind drei Vagabunden, eine Patchwork-Familie, die sich gefunden hat. Anna (38), Björn (38) und Mark (5). Wir leben im Schwarzwald, verbringen unsere Freizeit möglichst gerne an neuen Orten. Ob Naturcampingplatz um die Ecke, Festivals in den Schweizer Bergen oder Überwintern in Asien oder Mexico. Glücklich machen uns sonnige Tage in der Natur. Freunde und Musik dürfen in unserem Leben auch nicht fehlen. 
Was heißt für Euch Heimat?
Ein Ort, an dem wir zusammen sein können und uns alle wohlfühlen. Von der geografischen Lage erst mal unabhängig. Dieses wird sich im Laufe unseres Lebens hoffentlich immer wieder ändern.
Wie wohnt Ihr?
Wir sind eine recht junge Familie, haben im Dezember 2015 geheiratet. Ein Jahr nach unserer ersten Begegnung. Aktuell sind wir auf der Suche nach einem Häuschen mit Garten auf der badischen Seite des Schwarzwaldes. Garten, lichtdurchflutete Räume zum Leben, Toben und Arbeiten. Es soll ausreichend Platz sein, um Ideen, die in unseren Köpfen rumgeistern, Raum zu geben. Ob Bongos spielen oder Freiraum für 5-Rhythmus-Tanz mit Gleichgesinnten und Freunden.
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt?
Wir sind mehr an einen Ort gebunden. Mark geht in die Kita, wird nächstes Jahr eingeschult. Unsere winterlichen Auszeiten in der Sonne werden dann ein Ende haben. Allerdings gibt es auch da Impulse, wie wir trotzdem immer wieder die Welt ein bisschen mehr entdecken können.
Was tut Ihr vormittags?
Mark geht bis 15 Uhr in die Kita. Diese Zeit nutzen wir, um unsere Projekte voranzutreiben und Aufgaben, die Konzentration erfordern, zu erledigen. Anna ist Gründerin des Stillmode-Labels Mania, einer Firma, die Kleidungsstücke anbietet, die aus Eigenbedarf während ihrer eigenen Stillzeit entstanden sind. Björn arbeitet als Freelancer im Technologietransfer. Aktuell an einem grünen Projekt, welches die Einsatzfelder von Lastenfahrrädern durch Wasserstofftechnologie vorantreibt.
Und nachmittags?
Nachdem wir Mark aus der Kita geholt haben, heißt es für uns Zeit draußen zu verbringen. Wir machen Runden mit dem Fahrrad, gehen auf Spielplätze oder in den Wald, um Stockbrot zu machen. Manchmal setzen wir uns einfach nur in ein Café und lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen. Von fixen Freizeitterminen für Mark haben wir Abstand genommen. Wir entscheiden spontan und nach Lust und Laune, was wir wann machen. Demokratisches Stimmrecht vorausgesetzt ;o)
Vereinbarkeit: Wie glücklich seid Ihr mit der Situation?
Wir leben einen nahezu optimalen Spagat zwischen Zeit für die Familie haben und trotzdem berufliche Projekte voran treiben zu können. Das wissen wir auch wirklich zu schätzen! So großartig diese Selbstbestimmtheit und zeitliche Flexibilität ist, so hat sie aber auch ihre Tücken. Sobald Mark im Bett ist und Ruhe einkehrt, entwickelt sich regelmäßig diese enorme Kraft, die uns jeweils an den Computer zieht. Wir sind beide ehrgeizig und unsere Köpfe voller Ideen. Und dann wird es schnell 23.00 Uhr. Auch am Wochenende können wir uns oftmals dieser Anziehung nicht widersetzen. Gemütliche Abende und Zeit für Zweisamkeit bleiben dann manchmal auf der Strecke.
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich?
Die Integrität des anderen zu wahren. Jeder von uns drei hat eigene Ideale, Werte und Wünsche und möchte diese mit dem realen Leben unter einen Hut bringen. Dabei unterstützen wir uns gegenseitig so gut wir können und versuchen durch offene und tabulose Kommunikation eine möglichst faire Ausbeute für jeden von uns zu erzielen. Wir üben uns täglich darin die Brille des Anderen aufzuziehen und das Leben aus seiner Perspektive zu betrachten. Meistens klappt es ganz gut! ;o)

Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter/Vater wurdest?
Anna: Mark hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt! Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Und das ist verdammt schön so! Er bringt soviel Sonne in mein Leben, ist mit seiner Fröhlichkeit und Lebensneugier ein großer Lehrer. Durch ihn wurde ich aber auch an meine körperlichen und psychischen Grenzen gebracht. Chronischer Schlafmangel über 2,5 Jahre ist eine Erfahrung für sich. Diese Zeit liegt zum Glück schon lange hinter uns! Durch Mark lerne ich täglich das Leben durch Kinderaugen zu betrachten. Auf Dinge mit Spontanität und vollem mit ganz viel Begeisterung zu reagieren. Das Planen und Festhalten sein zu lassen. Und dann die ganzen Veränderungen. Aus Frankfurt wurde Freudenstadt. Aus meiner Festeinstellung Selbständigkeit. Anstatt Mitarbeiter zu rekrutieren und zu entwicklen, kreiere ich heute Mode für stillende Frauen (siehe unten). Mark war dafür meine Muse ;o)
Björn: Als Mark geboren wurde, lebte ich in Genf und kannte meine künftige Familie noch gar nicht. Drei Jahre später veränderte der kleine Knopf mein Leben dann doch ziemlich. Allerdings nicht so, wie ich es mir dachte. Der Gedanke an ein Leben mit Kind ging bei mir immer mit dem Gedanken an Opfer einher. Durchweg eingeschränkt und fremdbestimmt zu sein – egal ob bei den Freizeitaktivitäten, bei der Art des Reisens oder in der Gestaltung des Alltags. Faktisch musste ich mir aber eingestehen, dass Einschränkungen hauptsächlich im Kopf geschehen. Kaum kannten wir uns zwei Monate, gingen wir für mehrere Wochen nach Asien. Und es war toll! Nach einem aktiven Nachmittag mit dem Energiebündel bin ich selbst so ausgepowert, dass ich mich auf nichts sehnsüchtiger freue, als auf eine heiße Badewanne. Ein Leben mit Kind verändert – auch die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
Inwiefern würdet Ihr Euer Leben optimieren, wenn Ihr könntet?
Optimieren wollen wir nur bedingt! Unsere Wohnsituation zum Beispiel, aber auch hier ist unser Leidensdruck nur mäßig hoch. Ansonsten ist das Optimieren aus unserer Erfahrung der schnellste Weg, um sich unglücklich zu machen. Viele Dinge dürfen ruhig unperfekt sein und bleiben, wenn wir auf der anderen Seite Lebensqualität und Zeit für uns gewinnen, ist das ein fairer Deal.
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig?
Unseren individuellen Lebensplan zu leben und uns von Konventionen möglichst wenig beeindrucken zu lassen!
 
P.S.

Die stillfrreundliche Mode von Anna ist übrigens der Knaller. Schaut echt mal vorbei. Das ist genau das, wonach ich damals gesucht habe… Es gibt stillkompatible Kleider, Oberteile, Schals – praktisch und schön…
 
 
               
„Und Ihr so?“: Heute bei Anna und Björn, die das Leben sooo positiv begreifen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-bei-corina
        Stellt Euch doch erst mal vor, wer seid Ihr?
Mein Mann Jochen (36) und ich, Corina, (33) sind seit 6 Jahren verheiratet, sind aber schon seit 20 Jahren ein Paar. Wir haben einen 3jährigen Sohn. Unser zweites „Baby“ ist der milquino, ein Fläschchenvollautomat, der Babyflaschen schnell, einfach und hygienisch zubereitet. Mit dieser Idee hat sich mein Mann vor gut 1 Jahr selbstständig gemacht.
Was heißt für Euch Heimat?
Heimat ist da, wo die Familie ist. Ohne unsere Familien könnten wir uns nicht zuhause fühlen.
Wie wohnt Ihr?
Wir wohnen in einem Einfamilienhaus mit großem Garten in einem ruhigen Wohngebiet in einer Kleinstadt. So wie es ist, ist es perfekt! Wir würden nicht tauschen wollen.
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt?
Gar nicht, außer dass wir die ruhige Lage noch mehr zu schätzen gelernt haben. Unser Sohn kann draußen mit seinen Freunden spielen und der Kindergarten ist sozusagen vor der Haustüre. Hinter unserem Grundstück ist eine freie Wiese mit einem tollen Dreckberg zum Picknick machen im Sommer oder im Winter zum Schlitten fahren. 
Was tut Ihr vormittags? 
Unser Sohn geht bis mittags in den Kindergarten und wir arbeiten von zuhause aus in unserem Büro. Seit sich mein Mann letztes Jahr mit seiner eigenen Firma selbstständig gemacht hat, arbeite ich mit und habe mich von meinem Job als Grundschullehrerin erst Mal beurlauben lassen.
Und nachmittags?
Nachmittags läuft es bei uns ganz klassisch ab: Der Papa arbeitet, Mama und Kind haben Spaß. Wir treffen uns mit Freunden, gehen viel nach draußen oder besuchen die Omas. Feste Termine sind mindestens 1-2 Treffen in der Woche mit meiner Schwägerin und meinem Neffen, denn die beiden Cousins, die Mamas und die Papas sind beste Freunde.
Stichwort Vereinbarkeit: Wie glücklich seid Ihr mit der Situation? 
JA, wir sind sehr glücklich mit der Situation! Am Anfang hatte ich schon Bedenken, v.a. weil das Büro zuhause ist. Unser Sohn profitiert sehr stark von der neuen beruflichen Situation: er kann mittags mit Mama und Papa gemeinsam essen und nach dem Essen geht Papa wieder in die Arbeit. Ich würde mich auf jeden Fall wieder genauso entscheiden!
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich?
Gleiche Chancen, aber dann auch gleiche Pflichten für alle!
Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter wurdest? 
Wie schnell man erkennt, wer einem wichtig ist, bzw. wem man wichtig ist.
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig?
Zeit miteinander verbringen, etwas erleben und Erinnerungen schaffen.
—— Hintergrundinfo: Corina schreibt ja über ihr "zweites Baby", den Milquino. Hier gibt es noch Infos dazu: Der Vollautomat für Babymilchzubereitung sterilisiert Leitungswasser und dosiert Wasser und Milchpulver in der richtigen Trinktemperatur in das Fläschchen. Es kann jedes handelsübliche Milchpulver verwendet werden und ein Abkochen des Wassers ist nicht nötig! Das Gerät ist absolut hygienisch, da Wasser und Milchpulver getrennt voneinander direkt in das Fläschchen dosiert werden. Somit befindet sich in den Leitungen im Gerät nur Wasser und es kann zu keinen Verunreinigungen oder Schimmelbildung kommen.
(Das ist kein bezahlter Werbebeitrag, wir geben in unserer "Und Ihr so" -Reihe jungen Unternehmern die Chance ihr Projekt vorzustellen!)
               
Und Ihr so? Heute bei: Corina | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-bei-sarah-und-julius
        Ihr Lieben, heute stellen wir Euch eine tolle, engagierte Familie vor. Sarah und Julius aus Berlin sind nicht nur privat ein Paar, sie haben auch zusammen ein gemeinnütziges Unternehmen gegründet, dessen Ziel es ist, dafür zu sorgen, dass Kinder aus sozial und finanziell benachteiligten Verhältnissen keine Bildungsverlierer mehr sind. Alle Infos zu diesem großartigen Projekt findet Ihr im Anschluss an unseren Fragebogen. Los geht´s! 
Wer seid Ihr?
Wir sind Sarah (27), Julius (31), Mathilda (fast 4) und Magnus (2).
Was heißt für Euch Heimat?
Heimat bedeutet für uns, zu Hause zu sein. Der Begriff Heimat hat sich für mich verwandelt. Bevor ich Kinder hatte, war meine Heimat, der Ort in dem ich groß geworden bin und wo meine Eltern auch heute noch leben. Das wird sicherlich auch irgendwie immer meine Heimat bleiben. Jetzt ist meine neue Heimat allerdings mit meinem Freund und meinen Kindern in Berlin.
Wie wohnt Ihr?
Wir wohnen in Berlin Tempelhof. Das ist nicht im Zentrum und auch nicht da, wo es hipp ist. Es ist auch nicht am Stadtrand. Es ist noch relativ weit in der Stadt. Wir fühlen uns wohl in Tempelhof. Wir haben viele Parks, Spielplätze und Eisläden ganz in der Nähe. Unsere Wohnung ist hell und groß – im Gegensatz zu solchen Wohnungen in vielen anderen Stadtteilen – ist unsere noch bezahlbar. Wir mögen unsere Einrichtung. Es ist genau unser Stil. Eine Mischung aus alten antiken Möbeln und modernen Ikea Möbeln. Im Hinterhof haben wir einen Gemeinschaftsgarten. Die Wohnung ist nicht so, dass wir für immer hier bleiben wollen. Wir planen sogar umzuziehen. Wir finden nur nicht die richtige Wohnung bzw. Haus. Wir können uns auch nicht entscheiden. Mal soll unsere neue Wohnung einfach nur zusätzlich einen Balkon haben, mal einen großen Garten, mal träumen wir von einem Haus und ein anderes Mal wollen wir in eine klitze, kleine Wohnung ziehen um unser Geld zu sparen und mehr zu reisen. Eigentlich ist mein Traum nämlich in Australien zu leben.
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt?
Wir haben ohne Kinder erst in einer WG in Friedrichshain gewohnt und dann in einem 90 qm2 großen Loft, auch in Tempelhof. Wir haben unser Loft geliebt. Es hatte allerdings nur 1 Zimmer und war in der 5. Etage ohne Fahrstuhl. Als Mathilda 3 Monate alt war sind wir dann umgezogen in unsere jetzige Wohnung.
Was tut Ihr vormittags?
Wir gehen beide Arbeiten. Die Kinder gehen ca. 8.30 – 16.30 Uhr in die Kita.
Und nachmittags?
Ab 16.30 Uhr verbringen wir abwechselnd die Zeit mit den Kindern. An 3 Tagen hole ich die Kinder aus der Kita ab und an 2 Tagen Julius. Wir genießen dann die Zeit mit den Kindern. Wir picknicken, malen, basteln, kochen, backen, gärtnern, spielen, singen, tanzen, lesen – je nachdem, worauf wir Lust haben. Ca. 18.30 Uhr sitzen wir dann am Tisch und essen Abendbrot. Danach räumen wir den Tisch ab, gehen Zähne putzen, schauen eine Folge Lauras Stern oder Caillou, schauen uns 2 Bücher an und dann gehen die Kinder schlafen.
Dienstag und Mittwoch ist nur einer von und beiden da. Julius hat Dienstags Band-Probe und kommt erst sehr spät nach Hause und Mittwochs bin ich beim Yoga.
Bis vor einem halben Jahr war ich täglich 18-21.30 Uhr in der Uni. Ich habe ein Abendstudium gemacht. Julius war für beide Kinder von Anfang an immer da. Wie eine zweite Mama. 
Was bedeutet Vereinbarkeit für Euch?
Sarah: An guten Tagen, bin ich glücklich über meine Power und stolz darauf, dass ich es schaffe Kind und Karriere zu vereinbaren. An schlechten, bin ich überfordert und traurig. Ich arrangiere mich mit der Situation und möchte auch nichts daran ändern. Ich kann meine Kinder nicht zurück zaubern – will ich natürlich auch nicht und ich möchte auch nicht aufhören zu arbeiten. Also: C´est la vie! Es wäre schöner, wenn Büro und zu Hause etwas näher beieinander wären. Dann würde die lästige Fahrt durch die halbe Stadt wegfallen.
Julius: Besser geht bestimmt immer – irgendwie. Aber ich finde, dass wir das beide schon ziemlich gut hinbekommen. Wir machen viel mit den Kindern und geben aber auch volle Power, wenn es um unsere Firmen geht. Und irgendwie schaffen wir es auch noch unseren Hobbies nachzugehen, Zeit miteinander zu verbringen, zu lesen und unsere Freunde zu treffen. Liest sich verrückt, ist es irgendwie auch. Das Einzige, was immer zu kurz kommt, ist Zeit zum Schlafen.
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich?
Mann und Frau sind gleichwertig – in jeder Hinsicht. 50 / 50 Arbeitsteilung und auch Kinderteilung.
Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter wurdest?
Das die Zeit so schnell vergeht. Schneller als vorher.
Inwiefern würdet Ihr Euer Leben optimieren, wenn Ihr könntet?
Großeltern, die schon Rentner sind in Berlin haben – das wäre ein Traum.
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig?
Vertrauen und Liebe
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Nach Librileo haben Sarah und Julius spezielle Bücherboxen entwickelt. Alle drei Monate erhalten Familien diese Boxen kostenlos. Die Bücherboxen sind thematisch auf des Alter der Kinder abgestimmt. 


Sie bestehen immer aus "3 B´s".
Bildung –  ein Informationsflyer für die Eltern, der den Eltern die Wichtigkeit des Themas vermittelt. Er ist so erarbeitet, dass Eltern Spaß daran haben das Wissen aufzusaugen. 
Buch – durch Bücher erlangt das Kind den Zugang zur Bildung
Bindung –  unsere verbindendes Element sind selbstkonzipierte Spiele. Dieses Spiel aktiviert Eltern und Kind und verbindet die Elemente Buch und Bildung. 
 
Seit dem 4. Mai gibt es eine Online-Spendenkampagne auf betterplace.org – außerdem gibt es ein Infovideo. Bitte helft, dieses tolle Projekt zu unterstützen!


 
               
"Und Ihr so?" Heute bei: SARAH und JULIUS | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-mit-gwen-und-ihren-drei-kindern-die-in-london-leben
       
 
Wer seid Ihr? Wir sind eine britisch-deutsche Familie und leben in der Mitte von London. Gwendi und Aroon, beide vierzig (ich bin ein paar Monate älter als mein Mann) und die Kids Alena 7, Alexi 5, und Nina fast 3.
 
Was heißt für Euch Heimat? Ich bin schon immer viel herumgekommen und bin von Herzen Nomadin. Deshalb trage ich die Heimat mit mir. Sobald ich einen Koffer in die Ecke stellen kann, fühle ich mich wirklich wohl. Mein Mann ist da bodenständiger, er ist hier in London geboren und aufgewachsen und kann sich eigentlich keinen anderen Lebensort vorstellen.
 
Wie wohnt Ihr? Oha. Ein Londoner Lieblingsthema! Wir wohnen hoch über King’s Cross und St Pancras Bahnhof. Man kann schon sagen: Da unten steppt der Bär. Und das lieben wir. Unsere Wohnung hat einen sehr schönen Balkon mit Sonnenblumen, Kunstrasen, Sandkasten und ein bisschen Platz zum Fußball spielen, aber richtig viel Raum oder gar einen Garten haben wir leider nicht für die Kinder.
 
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt? Nicht besonders viel. Wir haben uns einfach eine größere Wohnung um die Ecke gemietet und sind von einer eher gammeligen Bude (fünfter Stock ohne Fahrstuhl) in eine schicke Wohnung (fünfter Stock mit Fahrstuhl) gezogen. Nennen wir es ein Apartment-Upgrade!
 
 
Was tut Ihr vormittags und nachmittags? Ich bin selbständige Grafikerin und Illustratorin und teile mir meine Zeit selber ein. Der Vorteil ist, dass ich so immer Zeit für Kinderveranstaltungen unter der Woche habe. Der Nachteil ist, dass ich ein strenger Boss sein kann und mir selber einen Haufen Arbeit aufhalse!
Ich habe zum Beispiel gerade eine Kinder-App herausgebracht, die Kindern eine Zubettgehroutine schmackhaft macht.
 
Durch wiederholtes Spielen üben Kinder so die Schritte einer Abendroutine ein und werden selbständiger, wenn es ins Bett gehen soll. Ausserdem wollte ich das Lebensgefühl der Kinderprogramme aus den 60er und 70ern ins Computerzeitalter holen. Ich habe also in nächtelanger Kleinstarbeit die Bühnenbilder dieser App alle aus Pappe und Papier gebaut, und das war eine unheimliche Herausforderung! Was aus dieser handgemachten interaktiven Welt geworden ist kannst du dir gerne im App Store anschauen.
 
Die Kinder schlüpfen morgens in ihre Schuluniform und sind bis vier, fünf Uhr aus dem Haus. Daher machen sie unter der Woche meistens nicht mehr viel, wenn sie nach Hause kommen. Ich weiß, ich befinde mich da im Gegensatz zu vielen anderen Eltern hier, die ihre Kinder permanent fördern. Ich persönlich finde, dass Kinder auch mal einfach abhängen sollten, so wie wir früher als Kinder.
Mein Mann hat gerade ein paar Monate frei gemacht, fängt aber bald wieder an in der City zu arbeiten, dann ist er meist von 7-18.30 Uhr aus dem Haus. Unser Leben dreht sich also vollständig um Arbeit und Kinder, man kann es nicht anders sagen. Wir versuchen aber ab und zu alleine in den Urlaub zu fahren, dann bleiben die Kinder in London und wir schalten mal für drei Tage ab.
 
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich? Gleichberechtigung ist für mich im Idealfall eine Beziehung, in der beide Partner unabhängig sind, sich die Familienarbeit teilen und beide zum Familieneinkommen beitragen. Mein Mann war in den letzten Monaten zuhause und das war richtig gut für die Familie. Es hatte sich vorher schon eine klassische Rollenteilung eingeschlichen, die für uns nicht wirklich perfekt war. Die Zeichen änderten sich aber schon vor zwei Jahren als ich anfing bei Central Saint Martins in Abendkursen zu unterrichten. Mein Mann musste schlagartig lernen, drei Kinder ins Bett zu bringen. Auch er kann jetzt den Laden hier schmeißen.
 
Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter/Vater wurdest? Ich war eigentlich auf alles gefasst. Einen kleinen Schrecken bekam ich aber, als mir klar wurde, dass die Kinder hier zwanzig Wochen im Jahr Schulferien haben. Also besuche ich meine Familie in Deutschland ziemlich oft und ansonsten machen wir hier in London sehr viele Ausflüge, das macht schon Spass.
 
Inwiefern würdet Ihr Euer Leben optimieren, wenn Ihr könntet? Naja, man könnte jetzt auf die Idee kommen sich ein grosses Haus mit Garten zu wünschen, aber wir sind auch so zufrieden. Ich spiele manchmal mit dem Gedanken nach Deutschland zu ziehen, die Lebensqualität ist schon besser, aber da muss ich erst noch an meinem Mann arbeiten.
 
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig? Da kann ich nur ein paar nette Kinder wiederholen, mit denen ich mich letztens darüber unterhielt, was im Leben wichtig sei. Ich: „Come as you are“, Alena:„It’s important to have a kind heart“, Maira „Und es ist wichtig, gute Freunde zu haben“.
 
 
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"Und Ihr so?" Heute mit Gwen und ihren drei Kindern, die in London leben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-niemals-wuerde-ich-abtreiben
       
Mein Name ist Doreen und das Jahr 2016 war das Jahr, in dem sich mein ganzes Leben dramatisch änderte und auch mich grundlegend veränderte.



Kurz zu mir: Ich bin die Älteste von drei Kindern. Mit 11 Jahren saß ich auf dem Küchenboden in dem Haus meiner Eltern, als meiner Mutter zu mir sagte: „Du musst ab jetzt groß und stark sein – Mama wird sich von Papa trennen“. Vermutlich hat sie das gesagt, weil sie ahnte, wie schlimm die nächsten Wochen werden würden.



Schlimm war es schon immer, denn bei uns war häusliche Gewalt täglich ein Thema. Nach der Trennung spitzte sich alles noch zu – es gab Morddrohungen und auch -versuche. Meine Mutter war am psychisch am Ende und hat sich deshalb entschieden, meine zwei jüngeren Brüder in die Obhut des Jugendamtes zu geben. Ich bin also in einem familiären und sozialen Umfeld aufgewachsen, das von Gewalt, Angst, aber auch Drogen und Alkohol geprägt war.



Nach der Realschule machte ich eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und lernte meinen damaligen Freund kennengelernt. Mein Leben entwickelte sich gut, auch wenn wir uns nach sechs Jahren Beziehung trennten. schließlich lernte ich einen Mann kennen, der nach sechs Monaten bei mir einzog. Es lief ganz gut, Kinder waren kein Thema, ich verhütete mit dem Verhütungsring. Einmal sagte ich zu ihm: Ich liebe Kinder und ich will später unbedingt Kinder. Falls ich ungeplant schwanger werde, würde ich niemals abtreiben.“ Da stöhnte er nur und meinte: „Darüber sprechen wir dann, wenn es passieren sollte“.



Die Schwangerschaft schockierte mich



Im Januar 2016 war es dann soweit. Unsere Beziehung kriselte schon etwas, ich wollte es nur noch nicht wahrhaben. Ich wünschte mir sehr eine stabile Beziehung. Eines Morgens, meine Periode war eine Woche überfällig, stand ich vor dem Spiegel und sah mich an. Mein Körper sah schon irgendwie anders aus und ich wusste, dass ich schwanger bin.



Die Schwangerschaft wurde kurz darauf von meiner Ärztin bestätigt. Auf der einen Seite freute ich mich, auf der anderen Seite war ich schockiert, denn es wurde mit schlagartig klar, dass dieser Mann nicht der Vater meiner Kinder sein sollte und wollte.



Draußen auf dem Flur des Arzthauses bin ich in der Ecke zusammengebrochen und habe geweint – bitterlich geweint, weil ich wusste, dass dieser Mann niemals dieses Kind haben wollen würde. Als ich mich beruhigt hatte, ging ich einen Gedanken. Vielleicht könnte ich ihn ja doch noch überzeugen. Ich ging also los und kaufte ein paar Babysachen.



Zu Hause legte ich ein Mätzchen, Babysocken und ein kleines Halstuch in eine Kiste und schrieb dazu: „Viel braucht es für die Zukunft mit einem Baby, doch das Wichtigste ist die Liebe, die wir unserem Baby geben können“.



Als mein Freund dann kam, habe ich ihm die Kiste gegeben. Bevor er etwas sagen konnte, habe ich es schon in seinen Augen gesehen. Er wollte das Baby nicht. Und das sagte er dann auch. Er habe keine Lust, Zeit und Geld für dieses Kind zu opfern…



Da stand ich also…26 Jahre jung und in einem 40 Stunden Vollzeitjob und gerade mitten im berufsbegleitenden Studium. Die letzten Jahre war ich damit beschäftigt gewesen, meine eigene Lebensgeschichte aufzuarbeiten und hatte endlich Frieden damit geschlossen. Ich hatte mich, seit ich 11 Jahre alt war, alleine durchgeschlagen. Hatte mir selbst beigebracht, wie man soziale Kontakte knüpft, wie man lernt (ich habe das Fachabi nachgeholt), wie man sich in einer fremden Stadt zurecht finden, wie man Konflikte ohne Gewalt löst. All das habe ich geschafft, aber es hat auch viel Kraft gekostet.



Alleinerziehend – das war zu viel für mich



Und da stand ich nun, schwanger und wusste: Das schaffe ich nicht allein. Das ist zu viel.



Ich hatte keinerlei Unterstützung durch Familie, wollte studieren, weiter arbeiten, um finanzielle Sicherheit zu haben. Während ich einen Tag zuvor noch meine Hand auf den Bauch gelegt und gedacht hatte „Du und ich wir schaffen das. Wir sind jetzt ein Team.“, hatte ich nun nur noch Angst.



Ich hatte unendliche Angst vor der Zukunft, vor einem wachsenden Bauch, den niemand in liebevoller Vorfreude streicheln wird. Den niemand anfassen möchte, wenn das kleine Wunder sich bewegen wird. An den niemand seinen Kopf halten möchte, um zu hören, ob man(n) was hört. Und ich hatte Angst vor einem Baby, das nie einen (biologischen) Vater hat, der es lieben wird.



Diese Vorstellung war für mich unerträglich. Und so wurde aus „Ich würde niemals abtreiben“ ein „Ich werde abtreiben.“



Ich nahm schließlich die Abtreibungspillen und kurz darauf bekam ich die Blutung und sah die Zellklumpen in der Toilette. Ich stand vor der Toilette und konnte es nicht runterspülen. Ich legte mich einfach nur ins Bett und weinte bitterlich.



Die ganzen nächsten Tage heulte ich durch und meine Gedanken waren geprägt von Selbsthass und Verachtung. Als ich spürte, dass ich mich selbstverletzen möchte, wusste ich, dass ich mir Hilfe suchen musste.



Ich musste lernen, mir zu verzeihen



Ich habe ein halbes Jahr gebraucht, um den Alltag wieder bewältigen zu können und arbeiten zu gehen. Immer wieder habe ich mir gesagt: DU bist schuld, dass dieses Kind nicht leben darf. Ich hatte niemandem zum reden, hatte Angst vor Verurteilung und Sätzen wie „Das war doch noch kein richtiges Baby.“ Das halbe Jahr habe ich auch gebraucht, um meinen Freund rauszuschmeißen. Danach war ich lange alleine.



Heute geht es mir gut. Ich habe vor einem Monat geheiratet und mein Mann wünscht sich ebenfalls Kinder. Heute kann ich sagen, dass ich dieses erste Baby immer noch liebe, aber dass es wohl doch die richtige Entscheidung war. Ich schaue oft in den Himmel und spüre, dass dieses Kind mir verziehen hat. Jetzt muss ich nur noch lernen, mir selbst zu verzeihen. Ich habe lange gedacht, ich habe kein Recht mehr darauf glücklich zu sein oder nochmal ein Kind zu bekommen. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Und deshalb freue ich mich wieder auf meine Zukunft und darauf, dass mein Mann und ich eine Familie werden



Foto: Pixabay
               
"Und niemals würde ich abtreiben…" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ploetzlich-bin-ich-wieder-kind
        Liebe Lisa,  ich bin 33 Jahre alt, habe zwei Kinder, bin verheiratet und berufstätig. Ich meistere meinen Alltag (meistens) ganz gut, bin halbswegs erwachsen. Aber es gibt einen Ort, an dem ich plötzlich wieder fühle, als sei ich 12 Jahre alt. An dem ich wieder Kind bin und keine organisierende Mami. Dieser Ort ist das Haus meiner Mutter.
Wenn ich ankomme, sind die Betten bereits überzogen und frische Handtücher liegen im Bad. Das Haus ist je nach Jahreszeit dekoriert. Ich koche nicht, sondern habe den wunderbaren Luxus, bekocht zu werden. Ich muss keine Wäsche waschen, sondern darf meine Sachen vor die Waschmaschine schmeißen. Ich gehe nicht einkaufen, weil der Kühlschrank wie durch Zauberhand immer voll ist. Ich werde gefragt "Hast Du Hunger?" oder "Bist Du auch satt?" – Fragen, die ich normalerweise meinen Kindern stelle. Abends darf ich mich auf dem Sofa auststrecken, bekomme sogar ab und zu eine Fußmassage.
Es ist eine Reise zurück in die Zeit, in der mich Alltagskram nicht interessierte. In dem ich keinen Zeitdruck kannte, keine Supermarkt-Öffnungszeiten, in dem ich nicht wusste, was eine 40 Grad Wäsche ist. Ich darf runter fahren, mich mal verwöhnen lassen, schutzbedürftig sein, ja, vielleicht sogar ein wenig schwach. Wenn ich bei meiner Mutter bin, reden wir manchmal bis spät in die Nacht. Und manchmal einen halben Tag gar nichts. Was herrscht, ist das tiefe Gefühl der Verbundenheit, der Heimat. Nichts vorspielen, nichts sein-müssen, nicht stark sein.
Auch wir hatten Zeiten, in denen die Kommunikation schwer war, die Lebenswirklichkeiten unterschiedlich, die Vorstellungen konträr. Seit ich selbst Kinder habe, habe ich für vieles Verständnis, was mir früher an ihr fremd war. Ich weiß ihre Leistung, fünf Kinder groß zuziehen, heute zu würdigen. Ich kann verstehen, warum sie früher nicht schlafen konnte, bevor wir alle zu Hause waren. Ich kann nachvollziehen, warum ich als Teenie nicht bis in die Nacht weg bleiben durfte. Ich weiß jetzt, wie anstrengend die Tage sein können, wie dünn der Geduldsfaden. Umso mehr bewundere ich es, wie gut sie es gemeistert hat.
Und ich wünsche mir, dass meine Tochter später genauso gerne zu mir kommt. Dass wir bis spät in die Nacht reden. Und gemeinsam schweigen können. Ich werde sie bekochen. Ich werde ihre Füße massieren. Und hoffen, dass sie ähnlich gute Gedanken über mich hat, wie ich heute über meine Mama.
               
Und plötzlich bin ich wieder Kind... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ungeplant-schwanger-ich-wollte-eigentlich-immer-nur-ein-kind
       
Liebe Julia, Du bist selbst ein Einzelkind und hast das in deiner Kindheit total genossen. Erzähl mal warum. 



Meine Eltern sind selbstständig, führen ein Hotel mit Restaurant. Sie hatten immer viel zu tun, waren aber immer ansprechbar. Ich hatte die volle Aufmerksamkeit, Liebe und Zuneigung für mich, was ich sehr genossen habe. Mir hat es nicht gefehlt, ein Geschwisterchen zu haben.



Zimmer teilen? Mama teilen? Ich habe nie verstanden, warum sich das Kinder wünschten. Auf die Frage „Hättest du gern einen Bruder oder eine Schwester?“ war meine Antwort: „Ich hätte lieber ein Pony.“



Außerdem hatte ich ja meine beste Freundin, die eine Straße weiter wohnte und konnte mich gut selbst beschäftigen.



Über Einzelkinder gibt es ja viele Vorurteile. Wie findet du die und musstest du dir das früher auch oft anhören?



Vorurteile a la „Einzelkinder sind ja alle verwöhnt und egoistisch!“, höre ich mir bis heute an. Ich antworte dann darauf: „Lieber ein Kind verwöhnen, als zwei vernachlässigen.“



Ich teile gern- achte aber darauf, dass ich meinen Teil vom Kuchen abbekomme. Ich fordere mein Recht ein. Wobei ich nicht glaube, dass das am Einzelkind-sein liegt, sondern an meiner Erziehung.



Ich habe auch nie verstanden, was schlimm daran sein soll, jemanden zu verwöhnen. Wir erwachsenen finden es auch toll, von unserem Partner mit Liebe verwöhnt zu werden, oder?



Dir war immer klar, dass du selbst auch nur ein Kind haben willst. Warum?



Weil ich es so schön fand, meine Eltern für mich zu haben. Weil ich dann immer beide Arme um mein Kind schlingen könnte, ohne die Sorge, dass das andere Kind vielleicht zu kurz kommen könnte.



Was haben Freunde/Verwandte dazu gesagt? 



Meine Mutter hat mich darin immer bestärkt. Meine Schwiegermutter hat drei Kinder und betonte immer, dass es mit drei Kindern zwar nicht leicht, aber trotzdem toll ist. Alle anderen haben sich da rausgehalten.



Und nun bist du doch zum zweiten Mal schwanger. War das eine Überraschung?



Eine absolute Überraschung. Nach der Geburt meines Sohnes habe ich mir die Kupferspirale einsetzen lassen. Im Frühjahrslockdown waren meine Tage dann plötzlich überfällig. Nachdem positiven Schwangerschaftstest spätabends konnte ich erst am frühen Morgen einschlafen…



Wie ging es dir mit dem positiven Test? Konntest du dich gleich freuen? Hast du Bammel?



Ich konnte mich direkt freuen – und stand gleichzeitig unter Schock. Ich mag die Ironie des Schicksals. Aber so sehr ich mich von Anfang an gefreut habe, ich habe trotzdem sehr lange gebraucht um die Schwangerschaft wirklich voll und ganz anzunehmen „Ich habe mir das nicht ausgesucht!“, habe ich sehr oft gesagt.Angst und Bammel hatte ich immer wieder in der Schwangerschaft: Geht es dem Baby trotz der Kupferspirale in mir gut? Wie soll ich eine weitere Geburt überstehen (die erste Geburt war kein Zuckerschlecken)? Was macht ein weiteres Kind mit unserer Beziehung?



Was sagt dein erstes Kind zu dem Geschwisterchen?



Er freut sich, kuschelt und küsst den Bauch, hat dem Baby schon einen Spitznamen gegeben. Jetzt, wo es auf die Geburt zu geht, will er andauernd das „Babybuch“ lesen, in dem erklärt wird, wie es so mit einem Baby zuhause ist. Dass wir ihm relativ früh in der Schwangerschaft erklärt haben, dass seine Schwester sich so auf ihn freut, dass sie ihm eine große Playmobilritterburg mitbringen wird, ist vielleicht Bestechung… trägt aber auch einen Teil zur Vorfreude bei.



Wie erlebst du diese zweite Schwangerschaft im Vergleich zur ersten?



Heilend. Meinem Mann ging es in der ersten Schwangerschaft nicht gut, ich war ebenfalls überfordert. Niemand in meinem Freundeskreis hatte schon ein Kind, einen richtigen Draht zu anderen Müttern fand ich nicht. Jetzt habe ich ein kleines Netzwerk. Ich habe meine wunderbare Doula an meiner Seite, die für alle Sorgen und Nöte da ist. Die Ängste in dieser Schwangerschaft sind zwar ernster, aber weniger diffus, sodass ich mich besser damit auseinander setzen kann. Ich weiß, wie Geburt sein kann- und dass ich es so nie wieder erleben will. Und so habe ich alles dafür getan, dass es mir und meiner Tochter während der Entbindung gut gehen wird. 



Jetzt mal frech gefragt: Gibts eine Chance auf weiteren Familienzuwachs?



Geplant wird hier nichts mehr. Wenn es nach meinem Mann ginge, könnte wahrscheinlich eine halbe Fußballmannschaft folgen. Ich werde es so machen wie bisher: Verhüten und schauen, was mein Körper daraus macht.



Wer mehr über Julia erfahren will, kann das hier: https://www.instagram.com/wunderkind.trotzspirale/
               
Ungeplant schwanger: Ich wollte eigentlich immer nur ein Kind
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/uns-bleibt-nicht-mehr-viel-zeit-violas-mann-ist-unheilbar-an-krebs-erkrankt
       
Liebe Viola, dein Mann, der Vater deiner Kinder ist 49 und an einem unheilbaren Krebs erkrankt. Seit wann habt ihr die Diagnose?
Mein Mann hat eine Blutkrebsform, genannt Multiples Myelom. Letztes Jahr im Oktober (an seinem 48 Geburtstag) ist er beim Tragen einer Feuerschale im Garten zusammengebrochen und mit unfassbaren Schmerzen ins Krankenhaus gebracht worden. Er wurde dann erstmal auf eingeklemmten Nerv bzw Bandscheibenvorfall behandelt. Ein MRT Ende November 2018 zeigte dann, dass ihm ein Wirbel eingebrochen war, weil dort irgendetwas wuchs, was zunächst nicht genauer bestimmt werden konnte. Ein Krebsverdacht stand sofort im Raum, es gab aber immer wieder vorläufige Entwarnungen (das ist es nicht, das ist es auch nicht…).
Kurz vor Weihnachten waren seine Schmerzen so schlimm, dass nichts mehr half und er nicht mehr selbstständig laufen konnte. Es folgte einige Tage vor Weihnachten eine schwere Wirbelsäulen-OP, bei der der Wirbel  aufgerichtet und mit Beton aufgefüllt wurde. Die Substanz, von der zu dem Zeitpunkt immer noch keiner so genau wusste, was es war, wurde abgesaugt. Nach der OP ging es ihm etwas besser, er konnte nach einer Weile auch wieder laufen.
Anfang Januar 2019 erhielten wir dann die Diagnose: Plasmozythom bzw Multiples Myelom, eine unheilbare Blutkrebsform. Es folgten diverse Untersuchungen und eine heftige Bestrahlung. Bei den Untersuchungen entstand plötzlich Unsicherheiten bezüglich der Diagnose und Mitte Februar erhielten wir die Nachricht, dass es extrem selten vorkäme, mein Mann aber keinen Nachweis des Krebses mehr in sich trage und er somit vom Prinzip als geheilt galt.
Es war ein schreckliches Auf und Ab der Gefühle. Es hat einige Wochen gedauert, bis ich den Gedanken „geheilt, alles wird gut“ wirklich denken und glauben konnte. Aber dann irgendwann konnte ich es und war überzeugt, dass alles wieder gut ist.
Doch es war nicht alles gut…
Im September hatte mein Mann dann wieder starke Schmerzen im Nacken und war sich sofort sicher, dass der Krebs zurück war. Und so war es auch. Ein sehr großer Tumor an den oberen Halswirbeln, ein großer im Brustwirbelbereich und 70 bis 80 weitere in fast allen möglichen Knochen. Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Dieses Mal ist klar, dass es keine Heilung gibt. Dass eine furchtbar harte Zeit auf uns wartet, eine aggressive Behandlung, außerdem immer wieder starke Schmerzen bis zur Besinnungslosigkeit, immer erneute Frakturen der angemessenen Knochen.
Wie seid Ihr mit dieser Diagnose umgegangen?
Wir waren am Anfang beide total geschockt. Ich hatte und habe das dringende Bedürfnis, mit ihm und mit meinem Umfeld über diese Diagnose und den Konsequenzen, die diese Krankheit mit sich bringt, über meine Ängste und Sorgen zu sprechen. Mein Mann hingegen ist schnell zur Tagesordnung übergegangen und versucht, denn Alltag zu gut es eben geht, normal zu gestalten. Er igelt sich sehr ein und möchte eigentlich mit niemanden sprechen und niemanden außer uns sehen.
Verzweifelt sind wir beide. Wir haben im September nach der erneuten Diagnose, als es ihm noch ziemlich gut ging, über viele Dinge sprechen und einige Sachen regeln könne. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament, „Wünsche“ bezüglich einer Beerdigung. Damals war der Krebs noch recht abstrakt und solche Gespräche gingen noch ganz gut. Jetzt hat sich das leider geändert, weil das Thema Tod bedrohlich konkret geworden ist.
Eure Kinder sind 9 und 11 Jahre alt, wie habt ihr ihnen von Papas Erkrankung erzählt? Und wissen sie, dass es unheilbar ist?
Nachdem wir im Januar die Diagnose bekommen haben, haben wir gemeinsam überlegt, wie und was wir den Kindern sagen. Mein Mann wollte es ihnen am liebsten gar nicht sagen, mir war es aber sehr wichtig, ihnen zumindest einen kindgerechten Teil der Wahrheit zu erzählen. Der Meinung war auch der Onkologe. Kinder spüren sowieso, dass irgendetwas anders ist, bemerken die Sorgen, die Angespanntheit und auch die Traurigkeit, egal wie sehr man sich anstrengt, es sie nicht merken zu lassen. Die Ungewissheit ist für die Kinder viel schlimmer als die Wahrheit.
An einem regnerischen Samstagmorgen, drei Tage nachdem wir die Diagnose erfahren haben, sagten wir es den Jungs. Wir sagten ihnen, dass Papa Krebs hat, dass jetzt eine Behandlung starten wird und dass er in Zukunft häufig ins Krankenhaus muss.
Es war schlimm. Wir haben alle viel geweint. Ein guter Freund von uns ist vor ein paar Jahren an Krebs gestorben und seine Tochter hat nun keinen Papa mehr. Das war meinen Jungs sofort im Kopf.
Wir haben sie ermutigt, ihre Fragen und Ängste auszusprechen. Das haben sie auch gemacht. Ob Papa sterben muss. Ob der Krebs ansteckend sei. Ob ich Papas Auto behalte, wenn er tot ist.
Es war ein furchtbar trauriges Wochenende für uns alle. Und gleichzeitig waren wir uns so nah. Die Welt da draußen existierte in dem Moment nicht für uns. Nur wir vier, wie in einem Kokon.
Wir haben das Wort „unheilbar“ den  Kindern gegenüber nie in den Mund genommen. Wir haben ihnen gesagt, dass wir hoffen, dass es Papa bald besser geht und die Ärzte ihr Bestes dafür geben. Dass wir aber nicht wissen, ob Papa daran sterben wird, es aber leider sein kann. 
Als dann ein paar Wochen später die Ärzte sagten, mein Mann sei „geheilt“, haben wir den Kindern nichts weiter gesagt, da sie ja von der Diagnose „unheilbar“ auch nichts wussten.
Im September, nach der erneuten Diagnose, haben wir ihnen gesagt, dass der Krebs leider wieder da ist. Über das Ausmaß der Krankheit haben wir mit ihnen nicht gesprochen. Wir wollten ihnen nicht unnötig Angst machen. Fragen versuche ich nach wie vor so ehrlich wie möglich zu beantworten. Natürlich kindgerecht.
Ich habe außerdem ihre Lehrerinnen und die Eltern ihrer engsten Freunde informiert. Zum einen, damit diese Menschen meine Kinder ein wenig beobachten können und mich informieren können, falls es zu Veränderungen in ihrem Verhalten kommt, zum anderen, um es meinen Kindern leichter zu machen, wenn sie über Papas Krankheit sprechen möchten.
Diese endgültige Diagnose verändert das bisherige Leben komplett…
Ja, nichts ist mehr so wie vorher. Selbst Dinge, die normal erscheinen, sind es nicht mehr, mit dem Wissen, dass er so krank ist und wir nicht wissen, wie viel Zeit uns noch bleibt. Mir ist bewusst, dass niemand weiß, was der Tag bringt und niemand weiß, wie viel Zeit ihm bleibt. Aber bei uns ist das Ende einfach sehr absehbar und der Weg dorthin wahrscheinlich sehr schwer.
Ich bemühe mich für die Jungs, dass möglichst viel normal weiterläuft: Verabredungen, Schulfeste, Zahnarzttermine, Besuche auf dem Weihnachtsmarkt. Das alles fällt mir unglaublich schwer, weil ich so traurig bin und mich am liebsten nur in meinem Bett verkriechen möchte.
Früher haben mein Mann und ich uns alle Verpflichtungen geteilt oder gemeinsam gemacht, jetzt hängt alles an mir. Das strengt mich sehr an und ich versuche, uns alle zu entlasten, wo es geht. Wenn wir müde sind oder keine Lust auf Sport, Schwimmen, Musikschule haben, dann lassen wir es eben an dem Tag ausfallen.
Wir sind leider noch nicht soweit, dass wir den Gedanken „Wir haben nicht mehr so viel Zeit, lass sie uns so gut wie möglich nutzen“ zulassen können. Wir organisieren den Alltag und sind ansonsten viel für uns zu viert. Möglichst entspannt und kuschelig. Es gibt gerade zu viel Medien-Zeit für die Jungs, zu wenig Bewegung für uns alle und zu viel ungesundes Essen. Aber das ist nun mal gerade so, es wird bestimmt wieder besser, wenn ich wieder mehr Kraft habe und sich alles wieder besser sortiert hat.
Du musst als Frau und Mutter gerade die Starke sein und alle um dich herum trösten und ihnen Mut machen. Wo und wie schöpfst du Kraft? Hast du auch Menschen, die dich und deine Gefühle aushalten und zulassen, die zuhören, deine Ängste ernst nehmen?
Ich versuche mich nicht mehr so unter Druck zu setzen. Wir haben einen tollen Freundeskreis, der uns/mich unterstützt, wo er kann. Hilfsangebote gibt es viele, sie anzunehmen fällt mir immer noch nicht leicht. Aber ich werde besser!
Ich rede mit Freunden und Familie viel über unsere Situation, meine Sorgen und Ängste und habe viele sehr liebe Menschen um mich, die mich sehr unterstützen und immer für mich da sind. Darüber bin ich sehr, sehr froh! Ich versuche immer mal wieder, kleine Auszeiten für mich zu schaffen. Kino, Essen gehen oder tanzen. So sammel ich wieder neue Kraft.
Was hat dieser Ausnahmezustand mit euch als Familie gemacht? 
Grundsätzlich haben wir alle gerade ein großes Ruhebedürfnis und das Bedürfnis, Zuhause zu sein, möglichst wenn alle da sind. Es ist sehr ruhig um uns herum geworden. Die Jungs streiten immer noch genauso viel wie vorher. Das ist aber auch ok – alles andere würde mich eher beunruhigen.
Welche sind deine größten Ängste, wenn du in die Zukunft schaust?
Meine größte Angst ist die, dass ich alleine mit den Jungs dastehe. Dass sie viel zu früh ihren Papa verlieren und was das mit ihnen macht. Und ich habe wahnsinnige Angst davor, was mein Mann bis zum Ende noch für Schmerzen haben wird. Diese Schmerzen als Partner mitzuerleben und nichts tun zu können, ist unglaublich schlimm.
Für welche Dinge und Momente bist du am dankbarsten gerade?
Ich bin dankbar für die Zeiten, die mein Mann einigermaßen schmerzfrei ist. Für die Momente, die „normal“ erscheinen, zum Beispiel zusammen einkaufen.
Besonders dankbar bin ich für diese vielen lieben Menschen, die Anteil an unserem Schicksal nehmen und die für uns da sind. Für die kleinen und großen Zeichen der Anteilnahme, wie das geschickte Herz per whatsapp, die Postkarte, die Umarmung, den Topf Suppe. Es tut so gut zu wissen, dass wir nicht alleine sind.
Erzähl uns doch noch etwas dazu, wie ihr euch kennengelernt habt und was du besonders liebst an deinem Mann…
Mein Mann und ich haben uns vor 16 Jahren auf dem Maschseefest über Freunde kennengelernt. Es hat sofort gefunkt, aber doch noch ein halbes Jahr gedauert, bis wir zusammen waren. Zwei Jahre später haben wir geheiratet, obwohl er das eigentlich nie wollte.
Er ist mein Fels in der Brandung. Wir sind ein tolles Team und ergänzen uns in so vielen Punkten. Ich weiß, dass ich mich immer auf ihn verlassen kann und dass ich mit ihm an meiner Seite alles schaffen kann.
               
Uns bleibt nicht mehr viel Zeit - Violas Mann ist unheilbar an Krebs erkrankt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-elfjaehriger-hat-eine-kriminal-geschichte-geschrieben-was-meint-ihr-soll-er-sie-weiterschreiben
       
Ihr Lieben, wenn eins feststeht in der Elternschaft, dann ist es doch wohl, dass uns die Kinder immer wieder überraschen, oder? Und so kam gestern der Sohn aufgeregt aus der Schule, denn er hatte in einer Vertretungsstunde seinen Collegeblock rausgeholt und losgeschrieben. Eine Geschichte, die ihm schon morgens im Bus in den Kopf gekommen war und… nun ja, sie ist noch nicht fertig, aber was meint ihr? Soll er sie weiterschreiben?



Kurze Info vorab: Ich weiß nicht, wie schreibfaul oder -fleißig eure Sechstklässler sind, aber ich war wirklich überrascht über diesen spontanen Output. Am Text habe ich lediglich ab und zu den Tempus angepasst (statt „sagte“, „sagt“) und einige Groß- und Kleinschreibungen korrigiert (auf seinen Wunsch hin). Inhalt, Story, Aufbau – stammt alles aus seiner Feder.



Es ist Samstag. Melissa Springfield, eine bildschöne Frau, tritt ins Polizeirevier 56. Am Empfang steht eine Anfang 60jährige gelangweilte Frau, die ihren Kopf auf ihren Arm stützt. Ihr Name ist Wendy Sullivan. 



Überall laufen Polizisten herum und Melissa tritt an den Tresen. Wendy richtet sich auf und fragt: „Was kann ich für Sie tun?“ Melissa erwidert: „Hallo, ich bin von der 36 und wurde auf diese Wache versetzt, ich bin in der Spezialeinheit“. „Oh“, sagt Wendy gelangweilt, „da müssen Sie hoch und dann die erste Tür links.“ „Danke“, sagt sie. Also geht sie hoch.







Die Einheit ist gerade in eine Besprechung. Da kommt sie rein und es sind drei Männer: Hadi Nasralla, Luis Sprad und der Chef der Einheit, Sergeant Hank Brown. Sie begrüßen sich freundlich und Sprad verzieht sich in die eigene Kantine und trinkt einen Kaffee.



Melissa Springfield kommt rein und Sprad erklärt ihr alles über die Einheit – doch mittendrin kommt Brown rein und sagt: „Zwei Tote an einer Schule, wir müssen los!“



Mit zwei zivilen Polizeiautos fahren sie zum Tatort. Es sind bereits mehrere Polizeiwagen dort, als sie eintreffen. Überall stehen Schaulustige und mehrere Polizisten sind damit beschäftigt, sie alle hinter der Absperrung zu parken.



Ein Polizist erklärt ihnen, was wohl vorgefallen ist: „Es gab wahrscheinlich nur einen Schützen, vom Dach dort oben….“ – er zeigt auf ein Nachbardach der Schule – „…hat er geschossen und den Sohn vom deutschen Botschafter getroffen…“



Brown unterbricht ihn: „Warten Sie, was? Der Sohn vom deutschen Botschafter wurde getroffen? Wieso sagt mir das keiner?“ „Das weiß ich nicht, Sir“, entgegnet er eingeschüchtert. „Ein Securitybeamter muss das wohl gesehen haben und ist aufs Dach gerannt, dort wurde er mit einem Schuss in den Kopf, einem in die Schulter und einem in den Hals ermordet“, erklärt er weiter.



„Augenzeugenberichten nach ist er in einem dunkelgrünen Range Rover geflüchtet.“ Sprad erwidert: „Ohne Kennzeichen?“



Der Polizist nickt.  



FORTSETZUNG:



Zurück auf der Wache besprechen sie die Fakten. Hank Brown steht ganz vorn und fragt in die Runde: „Warum sollte jemand so etwas tun?“ Vielleicht hat er es ja auch für jemand anderen getan“, erwidert Springfield. „Guter Einfall!“, sagt Brown siegessicher.



Plötzlich kommt Sullivan herein und meint: „30 Ecke Lincoln Road, ein dunkelgrüner Range Rover ohne Kennzeichen wurde geblitzt. Brown entgegnen: „Nur leider bringt uns das nichts!“ „Naja, doch, denn am Steuer sitzt kein Unbekannter für die Polizei.“ „Wer?“, fragte Brown wütend.



„Pablo Garcia, polizeibekannt wegen zahlreicher Drogendelikte und einem Mord. Er saß vier Jahre im Staatsgefängnis. Und vor … 14 Tagen wurde er entlassen. Seine Adresse lautet: „118 West Park Street.“



Sie stürmen das Gebäude und finden Garcia, an einem Stuhl gefesselt und mit einem Schuss im Kopf.



„Scheiße“, sagt Brown.
               
Unser Elfjähriger hat eine Kriminal-Geschichte geschrieben – was meint ihr, soll er sie weiterschreiben? | STADT LAND MAMA
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Vater-Mutter-Kind = Familienglück zu gleichen Teilen. So zumindest in der Theorie. Als Eltern eines Jungen, der im Februar 2018 geboren wurde, ist unser Familienmittelpunkt natürlich ganz klar: unser Sohn Hugo.



Und wie jedes Paar, das zum ersten Mal Eltern wird, malt sich ein jedes Elternteil selbstverständlich die Zukunft mit Kind ganz genau aus. Stereotypisch wahrscheinlich so, dass die Mama viel mit ihrem Baby kuschelt, während der Papa schon ein paar Jahre weiterdenkt, zusammen beim Kicken auf dem Bolzplatz. Aber was, wenn es ganz anders kommt?



Wenn der Mittelpunkt des Kindes sich nicht gleichermaßen auf Mama und Papa aufteilt? Wenn der kleine Wonneproppen von Geburt an ein Papa-Kind ist und dies auch unmissverständlich kommuniziert? Wie gehe ich damit als Vater um, sehe ich doch, wie schmerzvoll es für meine Frau ist, wenn unser Sohn bei Freude oder Tränen mich als erste Bezugsperson ansieht?



Papa-Kind – von Beginn an



Um vielleicht ein bisschen besser nachvollziehen zu können, wie es zu unserer engen Vater-Sohn Bindung gekommen ist, musst Du zwei Dinge wissen:



Ich wurde zu meiner Geburt zur Adoption freigegeben. Meine Mutter war damals 19 Jahre, hatte einen Freund und eins kam zum anderen. Dieses traumatische Erlebnis und die Tatsache, meine biologischen Eltern, speziell meinen Vater, höchstwahrscheinlich nie kennenzulernen, begleiten mich seitdem ein Leben lang. Viel positives sowie negatives, was die Bindung und Beziehungstauglichkeit eines Menschen beeinflusst, passiert grade von Geburt an. Dementsprechend groß ist meine Wertschätzung, Vater zu sein und dabei eine liebevolle, fürsorgliche und auf Augenhöhe befindliche Beziehung zu meinem Sohn aufzubauen und stetig zu fördern.Hugo kam per Kaiserschnitt auf die Welt, in dessen Folge ich die Möglichkeit bekam, die ersten Minuten des Bondings erleben zu dürfen. Ich bin überzeugt, dass dieser ganz spezielle Moment, unter diesen Umständen, etwas sehr intensives und bleibendes zwischen uns beiden geschafft hat. Eine Geburt, die nicht durch das Baby initiiert wird, verlangt nach Liebe und Geborgenheit. Dies konnte ich Hugo unmittelbar nach seiner Entbindung geben.



Aber ich bin auch überzeugt, dass meine Rolle als werdender Vater, der sich mit seiner schwangeren Partnerin auseinandersetzt, alle Frauenarzt-Besuche begleitet & an der Entwicklung des Ungeborenen schon im Mutterleib intensiv teilnimmt, eine große Rolle in der weiteren Bindung spielt.



Mir ist es wichtig, Zeit für mein Kind zu haben. Mich für ihn zu interessieren und da zu sein.



Und das ist auch möglich, wenn man Vollzeit arbeitet, so wie ich. Ich habe z.B. von Anfang an die Abendroutine und das zu Bett bringen übernommen. Wir haben Vater-Sohn Kurse zusammen besucht, die auch auf eine intakte, liebevolle Bindung einzahlen. Ich habe aber auch bewusst meine „Freizeit“ in den ersten Jahren reduziert, um seine Entwicklungsphasen so intensiv wie möglich gemeinsam mit ihm erleben zu können.Dass ein Kind entweder Mama- oder Papa-Kind ist, finde ich ganz normal. Bei allem, was ein Kind beschäftigt, benötigt es auch eine Bezugsperson. Beim Spielen, wenn etwas neues klappt oder ausprobiert wird, muss die freudige Nachricht natürlich gleich Mama oder Papa gezeigt werden. Es kann sich nicht zweiteilen.Wenn das Kind hinfällt und sich wehtut, möchte es hingegen Fürsorge und Geborgenheit. Auch hier muss es sich immer entscheiden. Gehe ich zu Papa oder gehe ich zu Mama und suche Trost?



Bei Hugo kann man sagen, dass er hier von Anfang an sehr auf mich fokussiert war. Da hilft auch jedes Zureden oder Überzeugen nicht. Bei sehr vielen Dingen im Familienalltag ist Mama abgeschrieben. Gefällt mir das? Natürlich! Was gibt es Schöneres für ein Elternteil? Belastet es mich? Absolut!



Oftmals fühle ich mich in solchen Momenten hin- und hergerissen. Mein Kind fordert meine ganze Aufmerksamkeit und gleichzeitig merke ich, wie verletzt meine Frau ist. Das tut mir gleichermaßen im Herzen weh. Kinder tragen diese uneingeschränkte Ehrlichkeit in sich, die nur zu gut durchaus sehr verletzend sein kann. Dann gehört es zu meinen Aufgaben, mich zweizuteilen und im besten Fall, uns alle drei im Anschluss an einen Papa-Moment wieder zusammenzuführen.



Ich fange allerdings auch langsam an, besser nachvollziehen zu können, wie es ist, nicht ein bestimmtes Bedürfnis in einer bestimmten Situation des eigenen Kindes erfüllen zu können. Wenn immer öfter konsequent nach Mama gefragt wird. Hugo ist inzwischen fast 2 1/2 Jahre und es mehren sich die Momente, in denen es Mama sein muss, die da ist. Abends beim ins Bett gehen ist dies inzwischen der Fall. Lange Zeit mein Territorium, mittlerweile immer häufiger ein Mama-Sohn Ding.



Und das ist auch mein Tipp, wenn Du so willst: ist Dein Kind ein Mama- oder Papa-Kind, dann hab Geduld. Dein Kind durchläuft so viele Phasen in den ersten Lebensjahren, da kommen die Situationen, in denen nur Du zählst, ganz von alleine.Aber das heißt auch noch lange nicht, dass der Partner/die Partnerin keine Rolle spielt oder weniger wichtig ist. Ganz im Gegenteil! Durch das Verhalten der Eltern in diesen Situationen, lernt ein Kind auch vieles dazu. Wie verhält sich Mama, wenn ich sie abweise. Ist sie traurig? Wütend oder ignorant? Zeigt sie Verständnis und kommuniziert mit mir? Ist sie vielleicht sogar eifersüchtig?



Papa-Kind hin oder her – am Ende des Tages zählt die Familie



Bei einer unverhältnismäßigen Tendenz Deines Kindes zu Dir oder Deinem Partner/Partnerin habe ich die Erfahrung gemacht, dass es das Wichtigste ist, sich als Paar treu zu bleiben. Darüber zu sprechen und sowohl das Wohl und die Entwicklung des Kindes im Auge zu haben, als auch seine eigenen Bedürfnisse. Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, selber aktiv Mutter-Kind (oder Vater-Kind) Momente, abseits des Familienalltags, zu kreieren. Ein gemeinsames Hobby, ein Kurs oder regelmäßige Ausflüge, die die Bindung stärken. Nicht zuletzt kommt das auch dem Gegenpart zugute, der dann Zeit hat, seine Hobbys wiederum zu verfolgen. Bei uns ist es so, dass wir offen damit umgehen, uns Freiräume lassen, was sich auch mit der Zeit auf ein ausgeglichenes Papa-Kind bzw. Mama-Kind Verhältnis positiv auswirkt.



—Mehr von Richard könnt Ihr hier lesen: papammunity.de
               
Unser Kind ist ein Papa-Kind - und Mama oft ganz schön abgeschrieben |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-leben-mit-einem-behinderten-und-einem-gesunden-kind
       
Liebe Sylvia, Dein erstes Kind hat eine Behinderung. Bitte erzähl uns von deiner Tochter.



Paula wurde im Dezember 2015 geboren. Während der Schwangerschaft sind wir davon ausgegangen, dass wir ein kerngesundes Mädchen auf die Welt bringen werden. Dieser Eindruck hielt auch während ihrer ersten Lebensmonate an. Als Paula knapp ein halbes Jahr alt war, und sich ihr langes anhaltendes Weinen und Brüllen nicht besserte, sind wir zur Schreiberatung gegangen. Zu diesem Zeitpunkt konnte Paula ihre Hände nicht öffnen und nicht gezielt greifen. Unsere Hebamme hielt das für normal, sagte, ich solle sie dann eben nochmal baden oder noch mehr Spazierengehen.



Erst die Dame bei der Schreiberatung hat gemerkt, dass etwas mit dem Kind nicht stimmt und uns zur Kinderärztin geschickt, wo der Verdacht auf eine Bewegungsstörung geäußert wurde. Im sozialpädiatrischen Zentrum bekamen wir dann mit 8 Monaten die Diagnose „Dystonie / Bewegungsstörung“



Welche Prognose gaben die Ärzte?



Niemand wusste, woher diese Dystonie kommt, es scheint einfach eine Laune der Natur zu sein. Auch heute wissen wir – trotz etlicher Tests – nicht viel mehr.



Mit eineinhalb Jahren waren Paulas Hände immer noch größtenteils Fäuste, ihr Körper steif wie ein Brett und sie schrie weiterhin von 0 auf 100  unkontrolliert los – das hat uns wirklich an den Rande der Belastbarkeit gebracht.



Es wurden Tabletten ausprobiert, die ihr anfangs halfen, aber nach knapp 10 Monaten ihre Wirkung verloren. Sie wurde wieder steif wie ein Brett, hat sich in die Backen gebissen, unkontrolliert nach hinten geschmissen und war teilweise richtig zornig. Sie hat sich auch oft selbst verletzt, anfangs die Haare ausgerissen, dann in dem Arm gebissen und zum Schluss hat sie sich einen Zahn ausgerissen. Die Ärzte bei uns im Ort waren ratlos und haben uns an eine spezielle Klinik am Chiemsee verwiesen. 



Diese Klinik hat Paula sozusagen auf den Kopf gestellt: Tabletten abgesetzt, neue gesucht, ein dreistündiges Mrt gemacht, täglich Therapien, Hilfsmittel kontrolliert, neue getestet und verordnet und mir einen Psychologen an die Seite gestellt. Erneut sind wir mit einem ganz anderem Mädel aus der Klinik raus und haben sie durch die Klinik besser kennen und verstehen gelernt. Die Klinik hat uns aber auch versucht, deutlich zu machen, dass Paula nie ohne Hilfsmittel sitzen, stehen und gehen können wird. Ob sie jemals sprechen lernt, ist fraglich.



Wie geht es Paula gerade?



Sie hat mittlerweile einen Rolli bekommen und kann ihn „selbst“ fahren. Man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass sie gezielt durch die Landschaft gondelt, aber sie weiß, dass sich der Stuhl bewegt, wenn sie die Räder dreht und ist stolz auf jede Drehung und jeden Meter vor und zurück und sei er auch in die falsche Richtung. Das ist ein großer Schritt zu einem kleinen Stück Selbstständigkeit.



Sie sagt zum Glück immer noch Mama und Papa. Durch ihren kleinen Bruder hat sie außerdem gelernt, auf Dinge zu zeigen. Sie kann sogar ein Croissant halten und selber essen. Das Esszimmer sieht zwar aus wie Sau und es liegt mehr Essen auf dem Boden als in ihrem Mund, aber ich bin darüber einfach nur glücklich und stolz.



Kannst du beschreiben, wie es sich angefühlt hat, als du realisiert hast, das Paula nicht gesund ist?



Ich bin morgens aufgewacht und hab mich immer wieder gefragt, ob der Alptraum nun ein Ende  hat. Ich konnte einige Zeit keine Eltern mit kleinen Kindern sehen. Ich hab nicht mehr verstanden, was vor sich ging. Es tat unendlich weh, dass jeder, der davon erfuhr, besser wusste, was Paula gut tut oder was sie später mal können wird oder nicht. Oft waren Ratschläge zwar gut gemeint, aber für uns als Eltern sehr verletzend. 



Als mir irgendwann klar wurde, dass nicht einfach alles wieder gut wird, bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Es hat lang gedauert, bis ich die Kraft hatte, mir Hilfe zu holen. Ich hatte Glück und habe eine wunderbare Therapeutin gefunden. Sie hat mich einfach nur verstanden und hat mir geholfen.



Wie ging es Deinem Mann mit der ganzen Situation?



Mein Mann konnte mit all dem besser umgehen als ich. Sein erster Kommentar zur Diagnose Schwerbehinderung war, dass das alles nicht so wichtig ist. Wichtig sei nur, dass Paula glücklich wird.



Seitdem ist er mit seiner anderen Sicht auf die Dinge oft ein rettender Anker für mich. Er musste einige Termine für mich übernehmen, die ich psychisch nicht mehr geschafft habe.



Was ihn jedoch wahnsinnig gemacht hat und woran er immer noch zu knabbern hat, ist Paulas Gebrüll. Diese Hilflosigkeit, dass niemand wusste, woran es lag und dass er seinem Kind beim Schreien zuschauen muss.



Trotz der schweren Zeiten gab es den Wunsch nach einem zweiten Kind…



Ja,  den Wunsch gab es. Aber wir wollten ausschließen, dass die Behinderung durch uns übertragen wird. Deswegen haben auch wir unsere Gene testen lassen, das Ergebnis sagte, dass wir keine genetische Vorbelastung haben und die Chance auf ein gesundes Kind genauso hoch ist wie bei anderen Eltern auch.



Ich war darüber sehr glücklich und hatte auch keine Angst, obwohl ich wusste, dass es eine enorme Herausforderung werden würde. Erst als ich wirklich schwanger war, stieg eine leise Panik in mir, auf die von Monat zu Monat immer schlimmer wurde. Es war teilweise unerträglich. Ich konnte mir bis zum siebten Monat nicht sagen lassen, welches Geschlecht das Kind haben wird.



Als ich am Ende der Schwangerschaft in den Kreißsaal zur Anmeldung ging, kam alles wieder hoch und ich bin in Tränen ausgebrochen. Ich hab die erste wirklich schöne Geburt, aber auch all den folgenden Seelenschmerz komplett wie in einem Film erneut erlebt. Es war unerträglich und die Zeit bis zum Geburtstermin im Mai 2018 war eine enorme psychische Belastung.



Als wir Oskar dann nach der Geburt zum ersten Mal gesehen haben, wussten wir das er gesund ist. Die Gliedmaßen waren einfach zart und weich. Er hat seine Hände gleich geöffnet, die Finger in den Mund genommen und fest gesaugt.



Wie erlebst du die Mutterschaft mit Oskar?



Alles ist ganz anders, ihn trennen Welten von Paula. Oscar lernt ganz schnell und es ist unglaublich, was er alles schon kann. Ich erlebe, wie „einfach“ es sein kann, ein Kind zu haben. Er setzt sich hin, wenn wir ihm die Schuhe anziehen. Ich kann ihn einfach in einen Autositz setzen. Er kann alleine die Treppe hochgehen, kann selbstständig aus einem Glas trinken. All diese Kleinigkeiten, die für andere Eltern so selbstverständlich sind, nehme ich ganz extrem wahr. 



Oskar hat mir einen ganz großen Teil meines Lebens zurückgegeben. Vorher hat sich alles nur noch um den Stress mit Behinderung, Pflegegrad, Hilfsmittelanträgen gedreht. Jetzt dreht sich unser Leben aber auch um „Wir gehen jetzt Matschepfützen hüpfen“. Ohne Oskar wäre unser Leben sehr viel leiser. Paula spricht ja nicht, ruft nicht „WOW“, wenn ein Bagger vorbei fährt, singt nicht, blödelt nicht. Dass sie das alles nicht kann, macht mich sehr traurig.



Wie gehen die Geschwister miteinander um?



Anfangs war Paula rasend eifersüchtig, nur ich durfte sie ins Bett bringen – war ihr Bruder dabei, fing sie an zu schreien.



Oskar dagegen hat schon mit wenigen Monaten immer dann aufgehört zu weinen, wenn Paula geschrien hat. Ich glaube, er hatte da schon verstanden, dass sie anders ist und deshalb viel Rücksicht genommen. .



Mittlerweile sind die beiden ein tolles Team. Er freut sich, wenn sie vom Kindergarten nach Hause kommt und dann bringt er ihr gleich sein Spielzeug. Wenn wir mal mit Oskar schimpfen, fängt Paula auch an zu weinen, weil sie nicht will, dass jemand mit ihrem Bruder meckert….



Was hast du durch deine beiden Kinder gelernt?



Das Leben zu genießen. Dass man sich nicht über Kleinigkeiten aufregen sollte. Dass man das Leben nicht planen kann, dass Geld mir wirklich völlig egal ist, weil alles, was WIRKLICH wichtig ist, nich käuflich ist.



Und dass ich mir immer wieder ganz bewusste Auszeiten und vieles einfach mit Humor nehmen muss.



Was wünscht du dir für die Zukunft? 



Ich wünsch unseren beiden Kindern, dass sie glücklich sind und sein dürfen wie sie sind.



Außerdem wünsche ich mir, dass wir als Eltern noch lange die Kraft haben, das alles zu meistern und dass Paula in guten Händen ist, wenn mein Mann und ich mal nicht mehr sind.
               
Unser Leben mit einem behinderten und einem gesunden Kind | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sohn-hasst-seine-zwaenge-und-tics-vom-leben-mit-einem-kind-mit-tourette-syndrom
        Liebe Inga, Dein neunjähriger Sohn hat das Tourette-Syndrom und mehrere Zwänge. Kannst Du mal beschreiben, wie sich das genau äußert? 
Tourette besteht immer aus mindestens einem vokalen Tic und zwei motorischen Tics, die mindestens ein Jahr anhalten. Bei meinem Sohn äußert sich der vokale Tic durch Pfeifen, Räuspern, Summen, Pusten, künstliches Husten, Rülpsen – manchmal schreit er plötzlich JA. Zusätzlich wiederholt er Wörter von anderen Personen, redet also nach – das wird Echolalie genannt. Die vokalen Tics wechseln sich ab, das Pusten und Summen ist allerdings dauerhaft da.
Motorisch zwinkert er, er rümpft die Nase, zieht Grimassen, streckt sich, beißt oder zwickt sich. Er streckt die Arme durch oder hüpft. Das hört sich jetzt sehr heftig an, ist bei einem Kind aber relativ unauffällig und noch recht milde.
Die Zwänge sind oft mit den Tics verbunden – eine Art Zwic, also eine Mischung aus Zwang und Tic. Manchmal muss er zum Beispiel immer wieder Buchstaben oder Zahlen mit den Fingern nachfahren oder Wörter mehrmals lesen. Sein Mäppchen muss eine ganz bestimmte Ordnung haben. Er MUSS zur Schule rennen, zählt immer bestimmte Dinge ab. In der Schule ist es für ihn nicht leicht, das Klassenzimmer zu wechseln. Er hat immer Angst, zu spät zu kommen.
Wann ist Dir zum ersten Mal aufgefallen, dass Dein Sohn „anders“ ist als andere Kinder?
In der Zeit rund um seinen ersten Geburtstag.  Er hatte damals immer zur selben Uhrzeit einen „Ausflipper“, er rannte dann immer durch die Gegend und tat sich und anderen schon mal weh. Später fiel auf, dass er nur das Nötigste sprach und nicht mehr laufen wollte. Dann gab es eine Phase, die für mich eine echte Belastungsprobe war. Er roch ständig an mir, inhalierte mich förmlich. Das Riechen wurde immer schlimmer, so dass er ständig an allem roch. Berührte man ihn, musste er sofort an dieser Stelle riechen. Das war richtig zwanghaft und kommt auch heute phasenweise, wenn er Stress hat, wieder hervor. Später wollte er von keinem Fremden mehr angefasst werden, nur noch zu Hause auf die Toilette gehen.
Motorisch fiel uns auf, dass er mit etwa vier Jahren immer die Arme extrem durchdrückte, später auch die Beine, was beim Laufen oder Radfahren richtig gefährlich wurde.
Du warst bestimmt total verunsichert. Wo hast Du Hilfe gefunden?
Als dieses extreme Durchdrücken der Arme und Beine anfing, waren wir bei einer Psychiaterin, die sein Verhalten als Ausdruck von Geschwisterrivalität abstempelte, was wir für sehr unwahrscheinlich hielten. Wir baten den Kinderarzt um Rat und probierten alles durch: Orthopäden, Rheumatests, Krankengymnastik.
Und wann hattet Ihr dann eine Diagnose?
Irgendwann gab uns unser Kinderarzt einen Infozettel, den wir in Ruhe lesen sollten und uns – wenn wir Ähnlichkeiten feststellen sollten – sofort wieder melden sollten. Ich las die Broschüre und war fassungslos. Alles, was dort beschrieben stand, passte auf meinen Sohn. Also meldeten wir es unserem Kinderarzt, der uns an Fachleute weiterleitete. Ende 2015, da war unser Sohn sechs Jahre alt, bekamen wir von Spezialisten die Diagnose Tourette, zusätzlich wurde eine Impulskontrollstörung festgestellt. Später kamen noch die Zwänge und ADHS als Diagnose dazu, vor ein paar Wochen nun auch autistische Züge.
Wie ging es Euch nach der Diagnose?
Wir hatten endlich einen Namen für das, was mit unserem Sohn passierte und konnten alles zuordnen. Wir konnten uns informieren und ich fand Hilfe in einer WhatsApp-Gruppe von Müttern mit Tourette betroffenen Kindern! Den Frauen dort bin ich sehr dankbar.
Wie geht Dein Sohn mit dem Tourette und den Zwängen um?
Er hasst es und fragt uns oft, warum er es hat und warum es nicht einfach weggeht. Umso älter er wird, desto bewusster wird ihm, dass er anders ist. Deshalb versucht er, die Tics und Zwänge zu unterdrücken oder zu verstecken.
Kinder können untereinander ganz schön gemein sein… Wird dein Sohn ausgegrenzt?
Manche Kinder lachen ihn aus oder ärgern ihn und das macht ihn wütend und traurig. Generell hat mein Sohn leider nicht viele Freunde. Die Kinder sagen, dass er sie nervt und stört – und auch viele Erwachsene lassen ihn das spüren. Bisher wollte mein Sohn nicht, dass wir seine Tics und Zwänge in der Klasse thematisieren, er wollte, dass so wenig wie möglich Leute davon wissen. Diese Meinung hat sich nun verändert. Deshalb werden die Lehrerin und die Sonderpädagogin in den nächsten Wochen das Thema in der Klasse aufgreifen und die Kinder Stück für Stück aufklären. Wichtig ist dabei, dass mein Sohn in diese Vorgänge einbezogen ist und er immer genau weiß, was wann besprochen wird.
Wie geht es Deinem Sohn momentan?
Das kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Manchmal laufen die Tics so nebenbei und stören nicht groß. Dann gibt es aber Tage, an denen er gestresst ist und dann tict er sich zu Hause aus. Meist ist das an den Tagen, an denen er es in der Schule versteckt hat. Zu Hause entlädt sich dann diese Spannung und er kann vor Tics kaum noch reden und ist sehr traurig.
Generell möchte er eigentlich so wenig wie möglich auffallen, einfach ein normaler Junge sein. Seine Zwänge machen ihn wütend.
Sicher ist das für Eure Familie eine Herausforderung…
Tatsächlich ist es für uns Routine geworden, wir kennen ihn nicht anders. Wir finden es nicht schlimm, aber natürlich mache ich mir Sorgen, ob die Tics und Zwänge stärker werden und wie er damit in der Gesellschaft zurechtkommen wird. Manchmal habe ich auch einen schlechten Tag und bin nicht so geduldig, was mir später leidtut. Das Thema Hausaufgaben ist auch bei uns belastet, denn sie können auch mal Stunden dauern oder er will sie gar nicht machen.
Und ehrlich gesagt, manchen mich diese ständigen Termine müde und mürbe. Wir müssen oft hunderte Kilometer zu Fachleuten fahren, haben Termine bei Psychologen. Ich arbeite ja auch, muss den Haushalt machen und mich noch mein anderes Kind kümmern. Das ist schon echt viel. Mein Mann arbeitet Vollzeit, hilft mir aber so gut er kann.
Lass uns nochmal beim Thema Schule bleiben. 
Ja, das ist natürlich auch nicht alles einfach. Ich bekomme oft Anrufe von der Schule und höre dann, dass er frech war oder den Unterricht gestört hat. Das höre ich seit dem Kindergarten und kann es manchmal einfach nicht mehr hören. Ich habe oft schon in der Schule gesessen und geweint. Mein Sohn ist schlau, er schreibt gute Noten. Und trotzdem frage ich mich, ob ein Gymnasium wirklich gut für ihn ist oder ob der Druck dort zu groß ist. Aber ihn trotz Einsen und Zweien nicht aufs Gymnasium zu schicken, kann doch eigentlich auch nicht richtig sein.
Wie gehen denn Lehrer und früher die Kitaerzieher mit ihm um?
Im Kindergarten und auch in der ersten und zweiten Klasse war es sehr schwer. Unser Sohn eckte durch die Zwänge und Tics oft an und obwohl die Schule von den Ausmaßen der Diagnose wusste, gab es relativ wenig Verständnis. Unser Sohn störte oft und sorgte für zusätzliche Arbeit, dadurch nervte er und wurde auch als schwer erziehbar hingestellt.
Jetzt ist er in der dritten Klasse und seine neue Klassenlehrerin bemüht sich sehr. Sie hat sich gut informiert und hält oft Rücksprache mit uns. Mein Sohn hat sonderpädagogische Stunden und einen Nachteilsausgleich. Er nimmt mittlerweile Medikamente und hat gute Noten, weil er sich regelmäßig Pausen nehmen und Arbeiten in zwei Schichten schreiben darf. Ich hoffe, dass nun die Aufklärung seiner Klassenkameraden die Situation weiter verbessern wird.
Was wünscht Du Dir für die Zukunft von Deinem Kind?
Ich hoffe, dass er weiter auf einer normalen Schule bleiben kann. Er möchte unbedingt aufs Gymnasium und später studieren. Ich wünsche mir, dass seine Tics nicht schlimmer werden und dass sein Umfeld ihn akzeptiert, wie er ist.
Was möchtest Du Familien in ähnlichen Situationen auf den Weg geben?
Steht zu der Krankheit und zu eurem Kind. Unterstützt es, kämpft für Inklusion. Redet mit Lehrern und holt Euch Hilfe von Fachkräften. Vergesst nicht, dass Ihr auch nur Menschen seid und lasst Schwächen zu, wenn Euch danach ist. Fragt Euch nicht, warum Euer Kind betroffen ist und ob es jemals weggeht. Diese Fragen kann Euch niemand beantworten und sie entziehen Euch nur Kraft. Lernt mit der Diagnose zu leben. Redet offen darüber, informiert Euch und zeigt Eurem Kind, dass Ihr es liebt, wie es ist. Jedes Kind ist besonders!
Foto: Pixabay
               
Leben mit Tourette-Syndrom: Unser Sohn hasst seine Zwänge und Tics | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sohn-lehnt-gerade-den-papa-ab-was-sollen-wir-tun
       
Ich heiße Maria und unser Sohn ist 3 Jahre alt. Er ist gerade sehr Mama-fixiert und lehnt meinen Mann ab. Papa darf ihm zum Beispiel keinen Kuss mehr geben, weil mein Sohn findet, dass der Bart kratzt. Das akzeptieren wir natürlich.



Aber es tut schon weh, wenn unser Sohn sagt: „Ich finde Papa blöd“ oder „Ich finde es doof, wenn Papa zu Hause ist.“ Wir würden gerne verstehen, warum unser Sohn sowas sagt.



Interessanterweise gibt es kein Theater, wenn ich nicht da bin und Papa und Sohn alleine sind. Doch kaum bin ich da, wird mein Mann abgelehnt. Dabei bin ich eigentlich die Strengere von uns beiden, die viel öfter mal eine Ansage macht…



Wir würden uns freuen, wenn es hier Familien gibt, in denen es mal ähnlich war. Gibt es vielleicht gute Bücher zu dem Thema? Soll man es einfach aussitzen oder können wir irgendwas tun? Ich freue mich über Eure Erfahrungen.
               
Unser Sohn lehnt gerade den Papa ab. Was sollen wir tun? |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sohn-starb-an-einer-neurodegenerativen-stoffwechselerkrankung
       
Liebe Miriam, dein Sohn hatte eine neurodegenerative Stoffwechselerkrankung, Stück für Stück verlor er alle Fähigkeiten: sprechen, laufen, schlucken – das alles bei vollem Bewusstsein. Wann habt ihr zum ersten Mal bemerkt: Irgendwas stimmt da nicht?



Um seinen vierten Geburtstag herum begann er, sich merkwürdig zu benehmen. Er nahm alles Mögliche in den Mund und es drang gar nicht zu ihm durch, wenn man ihm erklärte, dass das nicht in Ordnung ist.  Außerdem wirkte er stiller, sprach weniger und war gleichzeitig manchmal so unruhig. Allerdings gab es zu der gleichen Zeit in seinem Kindergarten einen ganz großen Personalengpass, die Kinder wurden nur beaufsichtigt – wenn überhaupt. Sein verändertes Verhalten führten wir also darauf zurück, dass er sich im Kindergarten unwohl fühlt und haben uns um einen anderen Platz gekümmert.



Ein komisches Gefühl blieb dennoch. Im neuen Kindergarten wurde es auch nicht besser und eines Tages suchte er nach Worten, um mir etwas zu erzählen und fand sie nicht. Abends saß er in seinem Bett, klopfte auf seinen Kopf und sagte: mein dummer Kopf, mein dummer, dummer Kopf! Und wirkte so unglücklich.



Dann wussten wir, dass wir schnell Hilfe brauchten. Unsere Kinderärztin hat uns zu einem Neuropädiater geschickt und nach einer Woche im Krankenhaus mit vielen Untersuchungen hatten wir die Diagnose. Wegen der diffusen Symptome hatten wir großes Glück, dass man uns so schnell überall ernst genommen hat.



Wie hast du dich nach der Diagnose gefühlt?  



Es war natürlich ein riesengroßer Schock. Ich erinnere mich noch genau, dass der Neuropädiater sehr behutsam versuchte, uns die Diagnose und die schlimme Prognose zu erklären. Unsere Tochter war dabei und sang währenddessen Sankt-Martins-Lieder – das war vollkommen surreal und es ist eine Welt zusammengebrochen. Natürlich wissen wir alle, dass es schlimme und tödliche Krankheiten gibt, aber irgendwie nimmt man ja auch immer für sich unterbewusst in Anspruch, dass es einen nicht selber trifft. Und auf einmal waren wir eine Familie mit dem todkranken Kind.



Aber die Diagnose war auch ein Stück weit eine Erleichterung, wir wussten endlich was los war, die Sache hatte nun einen Namen und wir konnten wieder handeln.



Ihr hattet dann noch ein Jahr zusammen. Bitte erzähl uns von dieser Zeit.



Wir wollten die letzte Zeit, die uns zu viert blieb, so gut es geht genießen und haben versucht, den Kindern ein möglichst normales Leben zu ermöglichen – mit Kindergarten und Krippe, Urlaub, Freunde treffen und Ausflügen.



Deswegen waren wir sehr froh von einem ambulanten Kinderpalliativteam unterstützt zu werden. So konnte fast alles an notwendiger medizinischer Betreuung zu Hause stattfinden und wir haben auch psychologische Unterstützung bekommen, die sehr wertvoll war.



Aber es gab auch viele Kämpfe – zum Beispiel mit Behörden, Versicherungen. Es war manchmal wirklich absurd, zum Beispiel wurde ihm kein Rollstuhl bewilligt, obwohl er nicht laufen konnte. Ich habe dann irgendwann nochmal Elternzeit genommen und nur noch wenige Stunden von zu Hause gearbeitet. So hatte ich mehr Zeit für all das Organisatorische und auch für die immer umfangreichere Pflege unseres Sohnes. Außerdem haben wir dann noch Unterstützung durch einen Pflegedienst bekommen, die mich abends beim ins Bett bringen der Kinder unterstützt haben.



Wie verlief der Abschied von eurem Sohn?



Auch hier hat das Kinderpalliativteam sehr geholfen. Irgendwann haben wir gemerkt, dass unser Sohn seine Lebensfreude, die er trotz aller Einschränkungen noch hatte, verlor und uns war klar dass das bedeutet, dass die letzte Etappe bevorsteht. Wir wollten gerne, dass er zu Hause sterben kann in seiner gewohnten Umgebung und das hat dann auch geklappt.



Es war ein eisiger Wintertag und in dem Moment, in dem er starb kam die Sonne heraus und schien in sein Zimmer. Das war tröstlich. Wir durften ihn dann noch einen Tag bei uns behalten, was besonders für unsere Tochter wichtig war.  Sie konnte fühlen, dass ihr Bruder kalt wurde, nicht mehr atmete und auch dass das Herz nicht mehr schlug.  Als schließlich die Bestatter kamen um ihn abzuholen, waren wir auch dazu bereit.



Wir haben dann noch seinen Sarg bemalt- eigentlich dachten wir, es sei wichtig für unsere Tochter. Aber für meinen Mann und mich war es total wichtig, so etwas Praktisches tun zu können.  Der Leichnam unseres Sohnes war im Nebenraum aufgebahrt und auch es war schön, so noch einmal Abschied nehmen zu können.



Hat euch die Trauer zusammengeschweißt?



Unterm Strich hat uns das alles zusammengeschweißt. Aber es gab auch schwierige Phasen. Da war die psychologische Begleitung sehr wertvoll. Aber wenn es drauf ankam, waren wir immer einer Meinung und haben alle Entscheidungen gemeinsam getroffen und getragen.



Habt Ihr unterschiedlich getrauert?



Unsere Trauer war auf jeden Fall unterschiedlich: ich war unendlich müde,  wollte mich aber so gut wie möglich um unsere Tochter kümmern, damit sie möglichst unbeschadet daraus hervorgeht.



Mein Mann hat angefangen ein großes Bauprojekt an unserem Haus umzusetzen und mit einem Bagger selbst unsere Garage abgerissen. Wir haben das besprochen, ich habe gesagt „Du kannst das jetzt machen, wenn dir das hilft, ich kann das jetzt gerade nicht“ und das hat sehr gut funktioniert.



Später haben wir dann noch eine Reha für verwaiste Familien gemacht. In erster Linie sind wir darauf gekommen, weil unsere Tochter immer gesagt hat, sie möchte Kinder treffen, die etwas Ähnliches wie sie erlebt haben. Das hat auch nochmal sehr gutgetan.



Eure Tochter hat das alles ja mitbekommen. Wie ist sie damit umgegangen und wie geht es ihr heute?



Sie und ihr Bruder hatten eine sehr enge Verbindung und so schmerzte sie der Verlust auch sehr, tut es bis heute. Sie war gerade drei als ihr Bruder starb und kann sich an vieles nur vage erinnern, das macht sie manchmal traurig. Wir haben viele Fotos und Videos gemacht aus der gemeinsamen Zeit, das schaut sie sich gerne an.



Wir sind immer mit allem sehr offen umgegangen, kindgerecht natürlich, aber es gab keine Geheimnisse oder Tabus. So ist ihr noch so viel Unbeschwertheit wie möglich geblieben. Ansonsten ist ihr Bruder immer präsent in unserem Leben, ganz selbstverständlich.



Wisst ihr, ob sie auch von der Krankheit betroffen ist?



Nein, das wissen wir nicht und möchten das mit ihr gemeinsam entscheiden, ob sie es wissen möchte oder nicht. Es gibt ja auch ein Recht auf Nichtwissen… Mädchen können die Krankheit in sich tragen und ggfs. weitergeben, eventuell auch an einer leichten Form erkranken, aber nicht daran sterben.



Du bist selbst Trägerin des Gens, wie und wann hast du das erfahren?



Als wir von der Erkrankung unseres Sohnes erfahren haben, habe ich mich testen lassen, weil wir uns noch weitere Kinder gewünscht hatten.



Ihr habt dann noch einmal ein Baby bekommen…



Ja, und wir haben sehr gehofft, dass es ein Mädchen ist. Einfach, weil die Krankheit bei Jungs viel schlimmer ablaufen kann. Ich habe aber recht schnell gespürt, dass es ein Junge ist. Wir haben daraufhin einen Gentest machen lassen.



Wie war eure Reaktion, als ihr erfuhrt, dass der Kleine das Gen nicht in sich trägt?



Unendliche Erleichterung! Erst dann haben wir richtig gespürt, wie groß die Anspannung bis dahin war. Wir haben unserer Tochter auch erst dann erzählt, dass sie einen kleinen Bruder bekommt.



Wie geht es euch allen heute?



Gut! Wir genießen unser Leben als kleine Familie. Die Lücke, die unser Sohn hinterlassen hat, bleibt und manchmal tut es  auch weh, den Kleinen anzuschauen und an den Großen zu denken. Die Trauer gehört zu unserem Leben- aber sie hindert uns nicht daran, das Leben zu genießen und glücklich zu sein.
               
Unser Sohn starb an einer Neurodegenerativen Stoffwechselerkrankung |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sommerferienauftakt-in-rothenburg-ob-der-tauber-mit-volvo-xc60-im-test
         Ihr Lieben, wir haben ein paar echt emotionale Tage hinter uns. Erst war ich in Berlin, um mit dem Team rund um die Bloggerkonferenz Blogfamilia Zukunftsideen zu entwickeln, dann kam ich wieder und hatte zeitweise vier Kinder, weil ich meine kleine vier Monate alte Nichte mit hüten durfte (wie die duftet!).
Am Freitag stand dann der Grundschulabschied an, außerdem Zeugnisse und der Geburtstag des Papas. Nach der Schule fuhren wir dann mit unserem mega Volvo XC60 (Danke, Volvo für zwei Wochen mit diesem Prachtauto, aber dazu später mehr!) zu den Frankenfestspielen nach Röttingen in Unterfranken, wo die Patentante unserer Großen eine Hauptrolle im Weißen Rössl spielt.

Ihr hättet die Kinder sehen sollen, wie fasziniert sie in Burghof des OpenAir-Theaters saßen. Dabei begann die Vorstellung erst um 20.30 Uhr… In der Pause durften sie backstage die Darsteller kennenlernen, durften aus dem Kulissenfenster schauen, sich die MakeUp-Berge anschauen und kamen völlig euphorisch wieder.
„Boah, der Bart vom Kaiser, der ist aus Ochsenhaar, kein Witz“, erzählten sie und unterhielten damit alle anderen Zuschauer noch mit. Tolle Exklusiv-Infos hatte sie da und so fiel es ihnen tatsächlich nicht schwer, auch bis zum Vorstellungsende um 23.30 Uhr durchzuhalten. Was für ein toller Sommerferien-Auftakt.
Am nächsten Tag machten wir uns auf in das fabelhafte Örtchen Rothenburg ob der Tauber. Schon nach den ersten Schritten in dieser verwinkelt-wunderschönen Stadt hatten wir alle denselben Gedanken: Wow, so schöne Orte gibt´s in unserem eigenen Land? Urlaub in Deutschland müsste man mal machen…

Nun spielte natürlich auch das Wetter so schön mit, dass man genauso gut auf dem Petersplatz in Dom hätte stehen können. Es war heiß und es wurde jede Sprache dieser Welt gesprochen. Besonders amerikanisches Englisch – und Japanisch. Offenbar kommt kein amerikanischer oder japanischer Reiseführer ohne dieses zauberhafte Örtchen aus.
Wir besuchten mit den Kindern das Kriminalmuseum, ließen den Weihnachtsladen von Käthe Wohlfahrt dann aber doch bei über 30 Grad links liegen und schlenderten einfach durch die Gassen. Das gefiel uns Erwachsenen selbstverständlich besser, als den Kindern, von denen immer mindestens eins „Langweilig“ oder „Wann fahren wir endlich nach Hause?“ rief 😉
Toll für uns alle war dann aber die Besteigung des Kirchturms – nichts für Höhenängstliche übrigens. Die letzten Schritte führen über eine Holzleiter nach oben und eines unserer Kinder steckte nur kurz die Nase oben raus und entschied sich dann doch dazu, schnell wieder kerht zu machen. Das war ihm nicht geheuer.

Wir hingegen standen oben, ein Lüftchen wehte uns durchs Haar und unten auf dem großen Platz hatte sich ein riesiges amerikanisches Jugend-Orchester positioniert und begann gerade zu blasen und die Pauken zu schlagen, als wir dort oben die Aussicht über die Stadt genossen. Das war tatsächlich magisch!
Da wir selbst wussten, dass es schöner wohl nicht werden würde, ließen wir uns daraufhin dann auch auf den Wunsch der Kinder ein, doch den Weg nach Hause anzutreten. Immerhin war das einer der letzten Tage mit unserem Volvo-Testwagen – und den wollten wir nochmal in vollen Zügen genießen.

Der Volvo XC60 ist nicht der größte SUV von Volvo – und das kam mir doch sehr entgegen, wenn ich an die schmalen Sträßchen bei uns im Bergischen denke 😉 An den Spur-Assistenten auf der Autobahn musste ich mich denn aber doch erstmal gewöhnen. Da ist nichts mehr mit einfach mal die Fahrbahn wechseln ohne zu blinken. Das Auto hält dich quasi wie ein Magnet in der Spur.
Besonders zu schätzen lernte ich neben dem Bluetooth-Zugang, um meine eigene Musik hören zu könne, aber auch die kleinen „Regenwürmer“ im Seitenspiegel, kleine blinkende Leuchten. Die zeigten mir nämlich an, ob ich links oder rechts überholt werde – und so wusste ich immer, wann ich ausschwenken kann oder nicht.

Das Navi erklärte sich auch für Techniklaien wie mich komplett von selbst und dass die Klimaanlage über einen Touchscreen bedient wurde, war natürlich herrlich. Das Sahnehäubchen war aber auch das Panoramafenster über uns – und dass wir keine Kindersitze brauchten, weil Sitzerhöhungen einfach aufgeklappt werden können auf der Rückbank.
Niemand beschwerte sich auf der Fahrt jedenfalls über Stau, weil wir uns alle einfach so erhaben vorkamen in diesem Luxus-Auto der Extraklasse. Unseren Ferienauftakt hat es uns jedenfalls versüßt. Hoffen wir mal, dass der Rest des Urlaubs genauso schön wird 😉

               
Unser Sommerferienauftakt in Rothenburg ob der Tauber – mit Volvo-XC60 im Test! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unsere-tochter-hat-einen-kaum-erforschten-gendefekt
       
Ihr Lieben, mein Name ist Carina und ich möchte ich Euch einen kleinen Einblick in unser Leben geben. Was es für uns bedeutet, ein Kleinkind mit Handicap zu haben.



Während meiner unkomplizierten Schwangerschaft waren wir voller Vorfreude, schmiedeten Pläne über unser Leben zu dritt.  Zwei Tage nach der Geburt unserer kleinen Tochter fingen die Pläne an zu wanken. Wir wurden auf die Intensivstation verlegt, da unser Kind nicht trank, und Gelbsucht bekam. Nach dem Besuch des Kardiologen stand fest, dass sie am offenen Herzen operiert werden muss, da die 3 Löcher nicht von allein zuwachsen würden. Was für ein Schock.



Wir waren rund um die Uhr bei unserer Tochter und als wir sie nach Hause holen durften, päppelten wir sie weiter auf, bis sie über die Gewichtsgrenze kam, um zur Herzoperation zugelassen zu werden. 



Die Operation verlief komplikationslos und schon neun Tage später durften wir das Klinikum wieder verlassen. Wir waren sehr glücklich, diese emotionale Startzeit gut überstanden zu haben und genossen unsere kleine Familie.



Doch da war dieses komische Gefühl…



Bald merkten wir, dass unsere Tochter in ihrer Entwicklung hinterher hinkt, aber die Ärzte schoben das auf ihr Herz. Wir wollten dennoch einen Gentest machen lassen, wir hatten da so ein komisches Bauchgefühl.



Man sollte öfter auf seine innere Stimme hören, denn diese trügt meist nicht. Unsere Ärztin teilte uns kurz darauf fest, dass ein Teil eins Chromosom fehlt. Das nennt sich „Phelan-McDermid-Syndrom“ und ist ein seltener, noch ziemlich unerforschter Gendefekt. Mit diesem Gendefekt können unter anderem geistige Behinderungen, fehlende Sprachentwicklung und Hypotonie einhergehen.



Als wir das hörten, fühlte ich mich komplett hilflos – ja an diesem Tag ist etwas in mir zerbrochen. Es hat etwas gedauert, bis wir die innerlichen Scherben zusammen gekehrt und den Glauben an uns wieder gefunden haben. Seitdem tun wir alles, was möglich ist, um unserer Tochter zu helfen. Fördern ohne zu überfordern, so ist unser Motto. 



Ob ich mich seit der Diagnose verändert habe? Definitiv. Ich sehe die Gesellschaft um uns herum nun mit anderen Augen. Ich wurde quasi dazu gezwungen meinen Blickwinkel zu erweitern. Natürlich ist jeder für Inklusion, wenn es dich aber dann selbst betrifft, weißt du eigentlich erst, was es tatsächlich bedeutet.



Wir haben Glück, dass unsere Familie und Freunde unsere Tochter so behandeln wie jedes andere Kind auch. Sie hat viele Freunde, mit denen sie spielt.  Es ist bemerkenswert, was unsere Tochter von anderen Kindern lernt. Sie saugt das auf, was sie sieht.  Learning by watching sozusagen. 



Jeder Fortschritt ist ein Meilenstein



Wir feiern jeden kleinen Fortschritt, den unsere Tochter macht. Das machen Eltern mit gesunden Kindern sicher auch – aber irgendwie doch anders, weil sie gewohnt sind, dass alles so abläuft wie aus den Ratgebern.



Unsere Tochter läuft seit sie drei Jahre alt ist. Lange traute man sich gar nicht zu hoffen, dass sie das lernt. Als sie ihre ersten Schritte tat, sind wir vor Glück geplatzt. Motorisch und geistig ist sie mit ihren 3,5 Jahren auf dem Stand eines 1,5-jährigen Kindes. Sie kann noch nicht selbstständig essen, nicht malen, ist nicht trocken. Sie kann Vieles noch nicht, aber wir üben fleißig weiter.



Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, wie sie sich entwickeln wird und ob sie jemals alleine leben können wird.  Dazu ist das Syndrom noch zu unerforscht und jeder Betroffene entwickelt sich zudem anders.



Manchmal fühlt sich unser Leben an wie ein Hamsterrad: Es dreht sich und dreht sich und sobald du stehen bleibst, wirft es dich um. Stehen bleiben ist aber eh keine Option für uns, solange es Hoffnung gibt. Aber ab und zu laufen wir langsamer, um wieder neue Kraft zu schöpfen. Glücklicherweise haben uns die letzten Jahre als Paar noch näher gebracht, wir wissen, wie gut wir uns aufeinander verlassen können. Ja, ich kann sagen, dass ich wirklich stolz auf uns drei bin.







Wer mehr über Carina lesen will, kann das auf Carinas Blog tun: www.kleeblog.de 
               
Unsere Tochter hat einen kaum erforschten Gendefekt |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unternehmerin-verena-pausder-zu-digitalisierung-wir-duerfen-unsere-kinder-nicht-zu-passiven-konsumenten-degradieren
       
Sie ist Unternehmerin, fördert StartUpper, engagiert sich politisch, setzt sich für Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Mädchenförderung und Frauenquote ein, hat vier Kinder – und nun auch noch einen SPIEGEL Bestseller geschrieben: Das neue Land. Wie es jetzt weitergeht! (Affiliate Link).



Verena Pausder scheint nie die Puste auszugehen, sie fasziniert und bringt wichtige EntscheiderInnen zum Nachdenken. Wir haben sie gefragt, welche Ideen sie zum Vorantreiben der Digitalisierung in Deutschland hat, wie wir es schaffen, vor unseren Computern nicht sozial zu vereinsamen – und welches von ihr geförderte StartUp sie zuletzte am meisten berührt hat.



Liebe Verena, offenbar wird es einen Impfstoff gegen Corona geben, noch bevor unsere Kinder flächendeckend digital beschult werden können. Was sagt das über unser Bildungsland aus?



Verena Pausder: Das zeigt, dass wir in Bezug auf digitale Infrastrukturen, Ausstattung an unseren Schulen – also mit Geräten und digitalen Inhalten und Lehrerfortbildungen – einfach noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind. Deswegen haben wir jetzt auch so große Angst vor dem Hybrid-Unterricht (Anm. d. Red. also einem Wechsel aus Präsenzunterricht und digitaler Beschulung). Deswegen tun wir uns jetzt so schwer mit Schülerinnen und Schülern, die in Quarantäne sind, dass sie anständig am Unterricht teilnehmen können.



Da ich aber nicht immer nur Missstände bemängeln möchte, sehe ich Corona jetzt eben auch als große Chance – besonders, wenn es bald einen Impfstoff gibt –, das Thema Digitalisierung der Schulen nicht mehr von der Agenda zu nehmen und endlich umzusetzen.



Was genau bräuchte es, damit auch unsere Kinder von der Digitalisierung profitieren könnten? Woran fehlt es? An Mitteln oder an dem unbedingten Willen aller?



Verena Pausder: An Mitteln fehlt es eigentlich nicht, denn von 5 Milliarden im Digitalpakt ist erst ein Bruchteil abgerufen worden. Der Digitalpakt ist für WLAN-Verkabelung und zu 20 Prozent für SchülerInnnen-Geräte gedacht, jetzt wurden in Corona-Zeiten nochmal 500 Millionen Euro nachgenehmigt für Lehrkraft-Geräte, die zunächst im Digitalpakt nicht vorgesehen waren. Und zusätzlich gab es 500 Millionen für Inhalte und eine Plattform, auf der die Inhalte zugänglich gemacht werden können.



An Geld mangelt es also nicht. Bis Corona kam, mangelte es aber sicherlich am Willen aller, weil man das Gefühl hatte, die Kinder säßen doch schon genug vor den Geräten. „Die daddeln doch schon genug! Das ist doch eher ein Gameboy! Das wollen wir jetzt nicht auch noch in der Schule haben!“ Und deswegen geht es jetzt darum, einen Schalter im Kopf umzulegen, dass es an den Schulen, an denen wir alle Kinder erreichen, darum gehen muss, sie zu GestalterInnen der Zukunft auszubilden.



Nach Monaten mit Homeoffice und Zoomkonferenzen, merke ich an mir selbst, dass mir der persönliche Kontakt fehlt. Das ginge ja auch unseren Kindern so, wenn sie nun auch alle individuell und zu Hause beschult würden über Rechner, Tablets, Smartphones. Welcher Mittelweg aus digitaler Bildung und echter sozialer Begegnung hältst du für den besten?



Verena Pausder: Ich glaube, das ist ganz wichtig. Mein Zielbild von der Zukunft der Schule ist keines, bei dem jedes Kind allein und einzeln vor dem Rechner sitzt. Bei dem digital beschult wird und ansonsten kein Kontakt zur Außenwelt besteht. Nein, digitale Bildung erfüllt sein Versprechen erst dann, wenn mehr individueller Unterricht, mehr Unterricht entlang des Lern- und Sprachstands, entlang der Entwicklung des Kindes möglich ist und die LehrerInnen entlastet werden. Dann bleibt wieder mehr Zeit für soziale Interaktion!



Und ich bin auch ein großer Fan von „pair programming“, also von einem Modell, bei dem zwei oder drei Kinder zusammen vor einem Gerät sitzen und sich gegenseitig helfen, miteinander reden und dann gemeinsam die beste Lösung suchen. Das ist meiner Ansicht nach eine digital wünschenswerte Zukunft. Dass wir digitale Geräte nutzen, um kreative Inhalte zu erschaffen und durch sie zu lernen und zu gestalten. Aber nicht einsam, sondern in Zusammenarbeit oder Kooperation mit anderen.



Verena Pausder: Das neue Land. Wie es jetzt weitergeht! (Affiliate Link)



Ich zitiere dich einmal, du hast gesagt: „Es ist an der Zeit, ein Zukunftsversprechen an unsere Kinder abzugeben – dass wir sie zu Gestaltern der Welt von morgen ausbilden und nicht zu digitalen Konsumenten degradieren.“ Was genau meintest du damit?



Verena Pausder: Ich meine damit, dass wir das Versprechen, dass wir unsere Kinder zu mündigen BürgerInnen von morgen ausbilden und sie nicht zu digitalen KonsumentInnen degradieren, ein Versprechen unabhängig von politischen Konstellationen sein muss – egal, wer dieses Land regiert und in welcher Koalition!



Das Kernversprechen muss Bildung sein, wenn wir wollen, dass unsere Kinder in Zukunft Demokratie verstehen können, dass sie medienkompetent sind und digital in der Art geschult sind, dass sie Jobs von morgen ergreifen können.



Denn laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums werden 65 % der heutigen GrundschülerInnen später in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt. Genau dafür müssen wir sie ausbilden! Für diese Unsicherheit, für das Noch-nicht-Wissen, wohin die Reise geht.



Wir müssen den Wandel als Chance begreifen, denn wenn wir das nicht tun und denken, sie seien doch ohnehin Digital Natives, dann sind sie eben nur digitale KonsumentInnen, die wenig über das wissen, was sie da anwenden, aber nicht in der Lage sind, hinter die Fassade zu gucken und die Produkte, Dienstleistungen und Lösungen von morgen zu entwickeln.



Ich mag ja deine Ungeduld in allem. Du verkörperst für mich das Modell des Einfach-Machens. Du sagst: Deutschland braucht für alles zu lange. Wir könnten schon JETZT Zukunft gestalten. Wie könnten wir denn Prozesse beschleunigen?



Verena Pausder: Ich glaube, wir könnten Prozesse dahingehend beschleunigen, dass wir uns mehr trauen, Dinge nochmal neu zu denken, sie auf die grüne Wiese zu heben und auf den Prüfstand zu stellen. Wir dürfen hinterfragen, warum eine Kultusminister-Konferenz so aufgestellt sein muss, wie sie ist. Warum können wir die nicht reformieren und nochmal neu denken? Denn die wird im 21. Jahrhundert sicherlich eine andere Aufgabe und Struktur brauchen als es im 20. Jahrhundert der Fall war.



Warum ist es gegeben, dass wir bei den Vorwahlen zur Bundestagswahl keine direkte Demokratie haben? Ich meine die Direktmandats-KandidatInnen, die in den Wahlkreisen aufgestellt werden: Warum stellen Parteien die auf, warum können nicht Bürgerinnen und Bürger sie wählen? Damit hätte man viel mehr repräsentative Demokratie und es würden die KandidatInnen nach oben kommen, die das Volk möchte. Man wäre nicht ganz so abhängig von den Parteien und dem Dickicht ihrer Strukturen.



Diese beiden Beispiele sollen einfach zeigen: Wenn wir auf die Frage, wie wir schneller und besser werden können, immer antworten, dass das nicht geht, weil wir das ja schließlich immer so gemacht haben; es nicht geht, weil wir dann die Verfassung ändern müssten; es nicht geht, weil das föderal geregelt ist, dann manövrieren wir uns in mentale Sackgassen. Einfach mit gestrigen Ausreden zu reagieren ist das Gegenteil von Innovationsfreundlichkeit und Zukunftsorientierung.



Wir müssten uns viel öfter fragen, wie wir etwas neu denken könnten, aber dafür müssen wir bereit sein, Besitzstand zu opfern und Menschen auch mal Zuständigkeit oder Verantwortung wieder wegzunehmen. Damit tun wir uns sehr schwer in Deutschland.



In deinem Buch „Das neue Land“ zeichnest du ein Zukunftsmodell, in dem wir digitaler, innovativer, flexibler, neugieriger, mutiger und menschlicher werden müssen. Wie kann uns das gelingen?



Verena Pausder: Bildung ist das Fundament von allem. Wenn wir unsere Kinder für die Zukunft ausbilden, dann ist das chancengerecht, denn dann können sie theoretisch alles werden. Und dieses alles entscheidet dann über die Zukunft und wie sie sein wird.



Dafür muss aber eben auch Unternehmertum in den Unterricht, denn das ist aus meiner Sicht die Demokratisierung von Chancen: Wenn jede/r in der Lage ist, seine Idee in die Tat umzusetzen, Geld dafür zu bekommen von InvestorInnen und/oder MentorInnen, dann ist es keine Frage des Elternhauses mehr, ob du ein eigenes Unternehmen haben kannst. Ob du an der Zukunft teilhaben und deine eigenen Ideen in die Tat umsetzen kannst.



Die Zukunft wird sehr stark von der Digitalisierung abhängen und dafür brauchen wir die Infrastruktur, damit digitale Geschäftsmodelle überhaupt in Europa entstehen können und nicht anderswo gebaut werden. Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielen dabei natürlich eine große Rolle.



Wie können wir also von Anfang an Unternehmen so aufstellen, dass sie nachhaltig agieren? Da habe ich in meinem Buch die nGmbH vorgeschlagen, also die nachhaltige GmbH, die CO²- Reduktion, Mitarbeiterbeteiligung und Spenden an soziale Einrichtungen gleich mitdenkt in der Gründungsphase.



Als letzten Punkt sollten wir die Gleichberechtigung feiern. Wir wissen schon so lange, dass diverse Teams die besten Antworten geben. Also führen wir jetzt die Frauenquote ein und nutzen unsere Energie, Nachwuchsförderung zu betreiben, mehr Frauen für MINT (Anm. d. Red.:  Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.) zu begeistern und nicht unsere Zeit zu verschwenden, indem wir hoffen, dass sich das Thema alleine löst.



Verena Pausder. Foto: Patrycia Lukas



Du baust auch sehr auf junge Menschen, setzt dich für Chancengleichheit und Mädchenförderung ein, für ein Wahlrecht ab 16, steckst aber auch viel Herzblut in die Unterstützung junger StartUpper, welche Idee hat dich da zuletzt am meisten berührt?



Verena Pausder: Das ist tatsächlich ein Team gewesen, dass auch in unserem StartupTeens Finale 2019 war. StartupTeens ist eine Non-Profit-Organisation, die wir gegründet haben, um Unternehmertum zu fördern. Die drei Gründer hatten sich eine App ausgedacht, die Exclamo hieß, eine Anti-Mobbing-App, mit der Schülerinnen und Schüler Mobbing an ihrer Schule anzeigen können.



Als dann Corona kam und die Kinder im Lockdown saßen und Mobbing gar nicht mehr das Hauptproblem war, haben sie sich überlegt, ihre App in krisenchat.de umzuwidmen. Sie wollten damit den Schülerinnen und Schülern zu Hause eine Stimme geben. Jenen, bei denen kein Lernen ankam, die vielleicht bedroht waren durch häusliche Gewalt, die vereinsamten, um die sich keiner gekümmert hat. Und damit haben mich die drei Jungs mit ihren 20 Jahren mit ihrer Empathie, Schnelligkeit und Flexibilität in der Corona-Situation schwer beeindruckt.



Du setzt dich sehr für Innovation und Digitalisierung ein, deine eigenen vier Kinder haben aber sehr begrenzte Medienzeit pro Tag, wie erklärst du ihnen diese Regeln?



Verena Pausder: Gerade weil ich mich so dafür einsetze, haben sie begrenzte Konsumzeit pro Tag, aber nicht begrenzte Gestaltungszeit. Das heißt ich differenziere und sage: Wenn ihr eine bestimmte Zeit daddeln wollt – Fortnite, Among us, was auch immer gerade angesagt ist – dürft ihr das nur für eine bestimmte Zeit pro Woche. Nicht einmal jeden Tag.



Wenn ihr aber darüber hinaus etwas auf euren Geräten gestalten wollt, mit der App Klavierlernen, was programmieren, ein EBook erstellen, einen Stop-Motion-Film drehen, ein Gedicht schreiben, dann dürft ihr das Gerät natürlich darüber hinaus nutzen. Da möchte ich einfach nur das Ergebnis sehen. Und ich glaube, auf die Art fördere ich ihr Bewusstsein dafür, was man mit diesen Geräten eigentlich alles erstellen und kreieren kann, fern ab vom puren Konsumieren.



Nun hast du selbst deine Kindheit nicht-digital verbracht – was sind denn deine schönsten Erinnerungen, wenn du zurückdenkst?



Verena Pausder: Oh, ich bin ein ganz großer Familienmensch und die Familienfeste bei meinen Großeltern und auch bei uns zu Hause gehören sicherlich zu meinen schönsten Erinnerungen. Wenn das Haus voll ist bin ich glücklich – bis heute! Deswegen ist Corona da für mich auch echt ein Schicksal. Das fällt mir gar nicht so leicht, dass wir nicht mehr so viele Leute sehen können, Freunde und Familie weniger um uns haben.



Aber zurück zu meiner Kindheit, denn obwohl die nicht digital war, gehört zu meinen Erinnerungen ebenfalls, dass ich recht früh einen Computer hatte. Und da gab’s damals natürlich noch völlig unspannende Programme und meine Eltern hatten da auch noch ein besonders Unspannendes für mich ausgesucht, wo man Anonyme und Synonyme suchen musste, ein Langenscheidt-Programm. Und obwohl das eigentlich nicht besonders spaßig war und man nur mit so einem Pacman da rumlief und die richtigen Worte suchte, hat mich das schwer fasziniert. Das war eine meiner ersten digitalen Erfahrungen.



Als dritter Punkt: Ich liebe Sport und habe mich wahnsinnig viel bewegt, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke. Ich habe viel Fußball gespielt, viel Leichtathletik gemacht, bin überall hingerannt statt gegangen und habe auf Bäumen gesessen, bin hochgeklettert und wieder runtergesprungen. Deswegen gibt es auch bis heute keinen Waldspaziergang mit meinen Kindern, bei dem wir nicht mindestens dreimal um die Wette laufen.
               
Verena Pausder: "Kinder nicht zu digitalen Konsumenten degradieren"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-so-geht-es-julia-mit-dem-seltenen-angelman-syndrom
       
Liebe Melanie, unser letztes Interview ist 2,5 Jahre her. Du hast uns geschrieben, das letzte Interview liege gefühlte Lichtjahre zurück – wie geht es Euch heute?
Ich glaube, in keiner Familie kann man absehen, was sich innerhalb von zwei Jahren alles verändern wird. Das ist auch gut so, finde ich. Ich habe meine Antworten vom letzten Interview durchgelesen und bin stolz, was wir in den letzten Jahren geschafft haben. Trotz Julia. Oder viel besser formuliert "mit Julia".
Wenn man im Familienalltag mit einem Kind mit einer schweren Behinderung drinsteckt, hat man oft das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Das Hamsterrad dreht sich ständig und man läuft und läuft und läuft. Rückblickend aber sehe ich die kleinen Meilensteine. Es gibt sie. Man muss sich nur etwas Zeit nehmen, um sie auch zu sehen.
Wie hat sich Julia, die das seltene Angelman-Sydrom hat, in den letzten Jahren entwickelt?
Julia ist durch die beginnende Pubertät etwas ruhiger geworden. Ihre Hyperaktivität ist nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Sie kann auch mal auf dem Sofa "chillen" und sich im geschützten Rahmen länger mit etwas beschäftigen, das sie interessiert. Julia macht in ihrem Tempo kleine Fortschritte. Auch wenn sie weiterhin in allen Lebensbereichen auf ständige Hilfe angewiesen ist.
Sie wurde aber auch bockiger, wehrt sich vehement mit aller Kraft, wenn ihr etwas nicht passt. Dies macht es sehr viel schwieriger als es früher war. Ich kann sie beispielsweise nicht mehr hochheben, wenn sie sich auf der Strasse hinsetzt und nicht mehr weiter will. Unsere bald 13-jährige Tochter wiegt bald 40 Kilo und wenn sie sich wehrt, wiegt sie noch viel mehr. Ihre Kraft stellt mich immer wieder vor grosse Herausforderungen.
Beschreib uns bitte nochmal, wie sich das Angelman-Syndrom äußert. 
Das Angelman-Syndrom ist die Folge einer seltenen Genbesonderheit auf dem Chromosom 15. Charakteristisch für das Angelman-Syndrom sind eine starke Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung und das Ausbleiben der Sprache.
Typisch Angelman-Syndrom ist:
 ● nicht sprechen zu können ● motorische Schwierigkeiten zu haben ● sich nur unkoordiniert bewegen zu können ● die Umwelt mit dem Mund zu erkunden (andauernde orale Phase) ● Plastik und alles, was knistert, zu mögen ● an epileptischen Krampfanfällen zu leiden ● eine besondere Vorliebe für Wasser zu haben ● teilweise unter schweren Schlafstörungen und oft an Hyperaktivität zu leiden ● sehr fröhlich zu sein.
 Es müssen zur Diagnosestellung nicht alle Merkmale zutreffen.
Julia spricht ja nicht. Wie verständigt Ihr Euch?
Julia hat ein grosses Sprachverständnis, vorallem bei sich wiederholenden Abläufen und bei immer wiederkehrenden Ritualen. Selber sprechen kann sie aber kein Wort. Auch nein und ja ausdrücken ist ihr noch immer nicht möglich. Wenn sie weint, ist das für uns besonders schlimm. Sie kann uns dann nicht erzählen, was passiert ist und ob sie Schmerzen hat. 
Wir versuchen es zu erahnen, indem wir Sachen ausschliessen. Eine Sache nach der anderen, bis wir glauben, den Grund für ihr Unwohlsein gefunden zu haben. Ob das aber dann wirklich so ist, wissen wir nie mit Gewissheit. Für die Alltagswünsche wie Essen, Spielsachen und um nach Personen zu fragen, nutzt sie ihren Talker. Ein Kommunkationsgerät, das nach Antippen des Fotos für sie das Wort ausspricht. Das ist ein wertvoller Meilenstein für ein bisschen Selbstbestimmung in ihrem Leben.
Uns hat Deine Stärke damals sehr beeindruckt. Aber ganz sicher kommst du auch oft an Deine Grenzen. Wann passiert das?
Definitiv komme ich oft an meine Grenzen. Zum Beispiel, wenn Julia stundenlang nicht einschläft oder sie um 0300 Uhr nachts schon wieder wach ist. Wenn sie weint und schreit und wir nicht herausfinden warum. Wenn wir, wie aktuell, seit mehr als einem halben Jahr kein passendes Medikament finden, das die Epilepsie von Julia zum einen eindämmt, zum anderen aber nicht ihr Wesen und ihr Verhalten komplett verändern.
Ich komme immer wieder an meine Grenzen, da ich seit mehr als zwölf Jahren unsere Tochter pflege und betreue. Aufgeben ist trotzdem keine Option. Ich habe mal den Satz gehört: "Geduld beginnt dann, wenn Du denkst Du hast keine mehr." Und daran erinnere ich mich, wenn ich glaube, nicht mehr zu können.
Wo holst du dir dann Kraft und Auszeiten?
Meine Kraft hole ich mir beim Schreiben. Seit unserem letzten Interview hat sich auch da viel getan. Noch immer blogge ich auf http://www.facebook.com/JuliaderWeg über unseren herausfordernden Alltag. Mehrere tausend Leser/innen begleiten uns auf diese Weise auf unserem Weg. Durchs Texten meiner Blogbeiträge fühlen sich meine Sorgen und Ängste danach oft nicht mehr ganz so schlimm an. Auch die vielen positiven Kommentare sind für mich eine grosse Kraftquelle
Vor zwei Jahren habe ich mein Buch "Ohne Liebe ist es nicht zu schaffen!" herausgegeben und dieses mittlerweile bereits mehr als 2000 Mal verkauft. Alles in Eigenregie und im Selbstverlag. Es ist beim Angelman Verein Schweiz, unter http://www.angelman.ch/marktplatz erhältlich.
Zwei mal im Jahr nehmen wir uns dann ganz bewusst eine Auszeit. Dank einem langjährig aufgebauten Betreuungsteam reisen wir mit unserem Sohn jedes Jahr im Frühling in den Europapark und in gemeinsame Sommerferien. Ohne Julia. In dieser Zeit geniessen wir unbeschwerte, unkomplizierte und spontane Stunden, die so mit Julia nie möglich sind.
Du hast beim letzten Interview erzählt, dass Ihr als Paar weiter zusammen gewachsen ist – wie geht es Euch heute als Ehepaar?
Roman ist noch immer meine grosse Liebe. Ohne ihn wär ich oft verloren. Seine Arme fangen mit auf, wenn ich nicht mehr kann. Wir trösten uns gegenseitig, wenn uns die Zukunftssorgen und Ängste überkommen. Wir schauen in dieselbe Richtung und halten unser gemeinsames Glück fest. Sind achtsam und voller Respekt. Es ist nicht einfach, unsere Liebe nicht zu vernachlässigen. Wir versuchen uns Zweisamkeit zu schaffen. Ermöglichen uns ein gemeinsames Abendessen in einem Restaurant. Gehen beide Kompromisse ein, um einander Auszeiten zu ermöglichen.
Eine gute Beziehung zu führen, ist generell eine große Herausforderung. Wenn man ein behindertes Kind hat, kommen noch mehr Faktoren dazu, die ein Zusammenleben belasten. Uns ist es aber sehr sehr wichtig, dass wir uns als Paar nicht verlieren. 
Julia hat ja auch einen Bruder – der jetzt ja mitten in der Pubertät stecken dürfte. Wie geht es ihm?
Julias Bruder wird im Sommer 15 Jahre alt. Und ja! Er ist mitten in der Pubertät angekommen. Wir Eltern werden komisch ;-).
Er geht in die 2. Oberstufe und ist im Berufswahljahr. Seine grosse Geschwisterliebe zu seiner "Tschuli" ist geblieben und er übernimmt sogar auf eigenen Wunsch seit Kurzem einzelne Betreuungsstunden.
Das Thema Eifersucht blieb komplett aus. Mit zunehmenden Alter prägte sich sein bereits von klein an vorhandenes, grosses soziales Wesen immer mehr aus. Mittlerweile hat er damit auch seine Freunde angesteckt und sie solidarisieren sich mit ihm und allen Menschen mit Angelman-Syndrom. Die Jungs tragen im Sportverein als Zeichen der Verbundenheit unsere Angelman Verein Schweiz Sportshirt und machen somit auf den seltenen Gendefekt von Julia aufmerksam. Dies ist unendlich berührend für uns alle.
Wenn Du auf das Jahr 2020 schaust, was steht da für Euch an? 
Das Jahr 2020 wird vorallem in Bezug auf unseren Sohn wichtig. Er beendet die Schule. Ob er danach eher in eine handwerkliche Richtung geht oder doch eher Menschen mit einer Behinderung betreeuen möchte, wird sich zeigen. Wir sind überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird. 
Julia darf noch in der Schule bleiben, in der sie jetzt ist, bis sie 18 Jahre alt ist. Dann wird es uns aber auch beschäftigen, wie es für sie weiter geht. 
Für mich hoffe ich, dass ich mit dem Angelman Verein weiterhin viel für andere betroffene Familien erreichen kann. Dies ist für mich immer noch ein wichtiges Anliegen, das ich auch im Jahr 2020 versuchen werde umzusetzen.
Was wünscht Du Dir für Deine Familie?
Ich wünsche mir, dass wir weiterhin so ein gutes Team sind. Uns ergänzen, uns stärken und uns auffangen.
 Ich wünsche mir, dass unsere Liebe zueinander uns weiterhin helfen wird, schwierige Situationen zu überstehen und wir uns genügend Auszeiten ermöglichen, um unseren Alltag weiterhin zu meistern. Und ich wünsche mir, dass wir nicht vergessen uns immer wieder zu sagen, wie gut wir das alle machen!
—-ZUM WEITERLESEN: Unser erstes Interview mit Melanie über die Behinderung ihrer Tochter
               
Update: So geht es Julia mit dem seltenen Angelman-Syndrom | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-der-grossfamilie-kehmeier-so-klappt-unser-leben-mit-sieben-kindern
       
Lieber Sven, das letzte Interview ist nun fast ein Jahr her. Damals habt Ihr uns erzählt, dass Baby Nr. 7 unterwegs ist. Nun ist Klaas schon wieder fast 6 Monate alt. Wie waren denn die Geburt und die ersten Wochen zu neunt?
Ja die Zeit vergeht wie im Flug. Die Geburt war wieder ein Kaiserschnitt, aber trotzdem wunderschön. Klaas war gleich topfit und Arthy ging es auch recht schnell wieder gut. Zu der Zeit steckten wir noch mitten im Umbau unseren Hauses – das war wirklich für alle eine riesen Herausforderung. Arthy sollte eigentlich ein schönes, ruhiges Wochenbett haben – das aber leider nicht richtig geklappt hat. Daher war diese Zeit für sie sicher am anstrengendesten.
Da Klaas ist in den Sommerferien geboren wurde, hatten die anderen Kinder viel Zeit, ihren Bruder kennen zu lernen. Das war ganz toll. 
Mal ganz ehrlich: Gibt es bei Baby Nr. 7 noch Überraschungen oder habt Ihr einfach echt schon alles erlebt?
Jedes Kind hält Überraschungen bereit. Klaas hat uns als Erster so richtig gezeigt, was schlaflose Nächte sind. Das kannten wir von den Anderen so noch nicht….
Was für ein Kerlchen ist Klaas denn?
Die ersten Wochen war es nicht so entspannt mit Klaas. Er hat einige Zeit gebraucht, um im Leben anzukommen. Wir haben ihn viel getragen und Arthy hat kaum etwas anderes getan als stillen. Dafür ist er jetzt recht entspannt, er scheint „angekommen“ zu sein. Und er wickelt mit seinem Charme alle um den Finger. 

Wie gehen die Geschwister mit ihm um?
Die Geschwister lieben ihn. Sie kuscheln und spielen ganz viel mit ihm. Bislang gibt es keine Eifersucht. Bei Klara – die ja bisher die Jüngste war – hatten wir etwas Bedenken, wie sie den kleinen Bruder wohl finden wird. Aber auch sie liebt Klaas sehr. 
Was sind momentan die anstrengendsten Momente des Tages?
Ganz klar die Mittagszeit, wenn alle Hausaufgaben erledigt werden müssen und wir all die Nachmittags-Termine koordinieren müssen. 
Und was die schönsten Momente?
Wenn sich mal keiner streitet. Bei vielen Geschwistern wird sich schon oft gefetzt, da genießen wir die Momente der Harmonie umso mehr.
Sieben Kinder – gab es in letzter Zeit mal blöde Kommentare deshalb?
Eigentlich nicht. Oder wir überhören sie einfach.
Was meinst Du – was lernen Eure Kinder durch die vielen Geschwister fürs Leben?
Auf jeden Fall sich mit vielen verschiedenen Charakteren auseinandersetzen zu müssen. Sie lernen Rücksicht zu nehmen und in einer Gemeinschaft zu leben. Und sie spüren, von vielen geliebt und behütet zu werden. Ich glaube, dass ist das höchste Gut an einer großen Familie.
Und wünscht sich eins der Kinder eigentlich auch mal, Einzelkind zu sein?
Oh ja! Wir unternehmen ja häufig auch mal Sachen mit jedem Kind alleine. Das genießen sie sehr. Aber: Freuen sich dann aber auch wieder auf die Geschwister.
Was steht in 2020 aufregendes an?
Ja wir wollen im Sommer vier Wochen Urlaub machen. Campen, Hotels, ein Mix aus verschiedenen Sachen. Wir wollen uns ohne große Planung einfach treiben lassen.
Und zu guter letzt – auch ein bisschen frech: ist die Familienplanung jetzt eigentlich abgeschlossen?
Das werden wir natürlich häufig gefragt und bleibt unser Geheimnis. Ganz nach dem Motto: Sag niemals nie.
—-ZUM WEITERLESEN: Hier verkünden Sven und Arthy Baby NR. 7 und Hier erzählen sie aus dem Alltag einer Großfamilie. Noch mehr Infos zu der Großfamilie findet ihr unter: https://svenkehmeier.com
               
Update von der Großfamilie Kehmeier: So klappt unser Leben mit sieben Kindern | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-dreifachmama-zu-dreifachmama-ist-der-stress-und-das-chaos-weniger-geworden
       
Liebe Andrea, unser letztes Interview ist nun ein halbes Jahr her. Im Januar war Dein drittes Kind gerade mal vier Monate alt und Du warst ganz schön erschöpft. Wie geht es Dir gerade?
Ich bin immernoch erschöpft. Irgendwie anders, aber doch gleich. Die Kinder werden ja älter, sind jetzt fünf und drei Jahre, das Baby zehn Monate. Und sehr agil. War er früher größtenteils dabei, aber auf dem Arm, ist er jetzt eben mittendrin. Man hört ja immer, dass die dritten Kindern bei allem eher schnell sind. Also für uns kann ich das bestätigen. Unser Baby steht zwischen seinen Geschwistern, klettert ÜBERALL hoch und wir müssen noch mehr aufpassen. Und die Größeren entdecken mehr und mehr ihren Willen, ihre Selbstständigkeit. Alle drei merken, dass die Ressource "Eltern" begrenzt ist, was zu Streitigkeiten führt. Das alles erschöpft mich sehr.
Was hat sich seit dem letzten Gespräch geändert?
Mein Mann ist in Elternzeit. Und wir haben eine Babysitterin, die einmal die Woche die Kinder von der Kita abholt und mit ihnen auf den Spielplatz geht. Ansonsten wuppen wir das Chaos aber nach wie vor komplett allein und ich frage mich oft, wie andere Familien das alles schaffen. Wir können ja nicht die Einzigen sein, die ohne Familie im Hintergrund drei Kinder großziehen.
Du hattest Dir besonders von der Elternzeit deines Mannes Entlastung erhofft…
Ja, das hatte ich wirklich gehofft. Ich hatte geglaubt, dass alles einfacher wird, wenn wir zu zweit sind. Stattdessen habe ich unterschätzt, dass ich eben keine Elternzeit mehr habe. Ich bin zwar selbstständig und deswegen die meiste Zeit im Home-Office. Aber das verwechseln irgendwie alle anderen Familienmitglieder sehr oft mit "Mama ist Zuhause".
Ich schreibe also meine Artikel zwischen Kindergeschrei, Babychaos und Orgakram und habe an schlechten Tagen das Gefühl, komplett überfordert zu sein. In der Elternzeit muss man sich weniger um seinen Beruf sorgen, da ist man in erster Linie eben fürs Kind da. Und alle Beteiligten wissen das. Wenn ein Elternteil in Elternzeit ist und der andere im Home-Office werden oft Grenzen verschoben. Klar will ich an warmen Sommertagen auch lieber mit meiner Familie an den See. Und abends merke ich dann, dass ich dafür doppelt soviel Arbeit auf dem Tisch habe. Es ist ein Balanceakt und ich schaffe es nicht immer, alle Bälle in der Luft zu halten.
Davon abgesehen, mein Mann fragte erst neulich, wann er denn mal Urlaub von der Elternzeit haben darf. Denn auch für ihn ist es natürlich stressig die Kinder immer zu beschäftigen, wenn ich zwar Zuhause, aber nicht erreichbar für sie bin. Ein externes Büro bedeutet aber zusätzliche Kosten, die im Moment einfach nicht drin sind.
Du hattest Dir das letzte Mal vorgenommen, Dir auch wieder mehr Zeit für Dich ganz alleine zu nehmen – hat das geklappt?
Äh… nein. Bei der Frage muss ich tatsächlich lachen. Ich bin mir sehr sicher, dass ich das genau so gesagt habe. Aber da war wohl der Wunsch Vater des Gedanken. Im letzten halben Jahr hatte ich, glaube ich, zwei Stunden, an denen ich mich mal ohne Baby oder Kinder mit einer Freundin getroffen habe. Das Baby kann besonders abends nicht ohne mich sein, er schläft auch nie alleine sondern nur auf mir gekuschelt. Also bleibe ich abends zuhause, während mein Mann schon mal unterwegs auf Konzerten ist oder sich mit Freunden trifft.
Andere Eltern sind da sicher anders und denken mehr an sich. Wenn ich so darüber nachdenke, dann glaube ich, dass der Fehler bei mir liegt. Aber dann wieder denke ich: Ist es denn falsch meinem Baby die Sicherheit zu geben, die es braucht? Meine Zeit wird kommen. Und bis dahin fragt ihr mich einfach in regelmäßigen Abständen nach meiner Zeit für mich, so dass ich es nicht ganz vergesse, ok?
Du bist damals sehr offen damit umgegangen, dass Du am Rande deiner Belastbarkeit angekommen bist – welche Reaktionen gab es darauf? 
Von euren Leser_innen habe ich in der Tat sehr sehr viel Zuspruch erhalten. Die allermeisten Reaktionen auf den Artikel waren total positiv. Ich habe so so viele Mails und Nachrichten bekommen, dass es tatsächlich drei Monate gedauert hat, bis ich die meisten beantwortet hatte. Viele Frauen haben mir von ähnlichen Erfahrungen berichtet. Das freut mich einerseits, weil ich ja wirklich dachte, ich sei ganz allein damit – es macht mich andererseits aber auch traurig, weil es ja zeigt, dass diese Erschöpfung eher ein strukturelles Problem ist.
Meinen Artikel haben fast 200.000 Menschen gelesen, da ist auch klar, dass nicht alle Kommentare positiv sind. Das, was mir am meisten in Erinnerung blieb, war der öfter geäußerte Vorwurf, dass ich ja selbst schuld daran bin. Weil mich ja niemand gezwungen hat, drei Kinder zu bekommen. Und auch über den geringen Altersabstand zwischen den Kindern wurde viel gesprochen, es sei halt falsch Kinder so nah beieinander zu bekommen. Diese Kommentare machen mich schon auch traurig, weil sie mir sagen "Du bist das Problem! Jammer nicht, mecker nicht, beschwer dich nicht, Du bist Schuld". Klar waren die Kinder meine Entscheidung. Aber woher weiß man denn vorher wie dieses ganze Familiending laufen wird?
Wie hat sich Deine Partnerschaft in den letzten Monaten durch die Belastung verändert?
Wir zoffen uns öfter. Ich glaube auch, weil mein Mann eben in Elternzeit ist und wir mehr aufeinander hocken. Weil auch er mehr an seine Grenzen kommt. Gleichzeitig sind wir in vielem aber auch gelassener und lachen öfter miteinander. Weil das irgendwie hilft dem ganzen Stress besser Stand zu halten. Und es hat uns tatsächlich auch noch mehr zusammengeschweißt. Weil wir eben wissen: Wir Zwei, wir schaffen das zusammen.
Erzähl uns mal von dem letzten richtig richtig schönen Familienmoment.
Mir fallen auf Anhieb ganz viele ein. Wie die Größeren sich ums Baby kümmern, wenn ich gerade noch irgendwas schnell fertig machen muss. Wie mein Dreijähriger aus dem Gebüsch einen riesigen Strauch zerrt, um dem Baby Schatten zu spenden.
Oder aber, wie wir mit der Bahn fahren, abends, alle schon müde. Und die Kinder so absurd laut sind, dass ALLE in der Bahn uns anstarren. Die Kinder reden irgendeinen Quatsch, ich versuche mehrfach sie dazu zu bewegen etwas leiser zu sein. Ich verstehe das ja, meine Kinder sind laut und nicht jeder möchte seinen Feierabend mit aufgeregtem Kindergeplapper verbringen. Jedenfalls müssen mein Mann und ich gleichzeitig aber auch lachen, weil die Kinder so fröhlich sind und soviel Quatsch im Kopf haben und irgendwie auch ziemlich niedlich sind. Ab und zu erhasche ich auch amüsierte Blicke der anderen Mitreisenden. Wir stehen auf, unsere Haltestelle ist die nächste und ich wende mich an die Menschen um mich. "So, nun freuen Sie sich, der Zirkus verlässt die Bahn, ich wünsche Ihnen einen ruhigen Abend. Genießen Sie die Ruhe, wir können das leider nicht." Und 10 Leute um uns herum fangen laut an zu lachen und versichern uns, dass sie großen Spaß mit uns als Familie hatten und die Kinder schon ganz richtig sind, so wie sie sind. Da denke ich gern dran zurück, weil ich zum einen dachte: Ach komm, du kannst deinen Kindern auch nicht immer sagen, dass sie leise sein sollen, und andererseits fremde Menschen meinen Kindern die Rückmeldung gaben, dass sie genauso wie sie sind, sie vollkommen in Ordnung sind. Das stärkt irgendwie Eltern und Kinder, oder?
Und was war der letzte "Hier ist Voll-Chaos"-Moment?
Eigentlich immer. Vor ein paar Tagen regnete es ziemlich heftig, wir mussten aber zu einem Termin. Ich bat die Kinder Gummistiefel anzuziehen, gab jedem einen Schirm, zog mir Gummistiefel an. Mein Mann weigerte sich, was dazu führte, dass er zum einen nasse Füße bekam, zum anderen aber dafür sorgte, dass mein Sohn ihm und mir bestimmt 30 mal (!) erklärte, dass er ja auf mich hätte hören sollen und einfach auch die Stiefel hätte anziehen können. Am Ende, als wir alle wieder zuhause waren dachte ich: Andrea, sei stolz auf dich. Nicht nur, dass alle fünf Familienmitglieder wieder einigermaßen trocken zuhause angekommen sind, nein, du hast es auch geschafft alle vier Schirme wieder mitzubringen. Es sind die kleinen Dinge, oder?
Du arbeitest ja auch als freiberufliche Journalistin – gibt Dir das Kraft oder ist es für Dich gerade nur noch mehr Druck?
Irgendwie beides. Einerseits setzt es mich wahnsinnig unter Druck, weil eben das Haushaltseinkommen zum größten Teil aus meiner Selbstständigkeit bestritten wird. Ich muss also Artikel schreiben, Aufträge finden, gut vernetzt sein und immer am Ball bleiben. Das ist wahnsinnig herausfordernd, wenn gleichzeitig ein 10-Monatsbaby an einem hängt und lieber Mama als Papa will. Mein Sohn wird noch voll gestillt, an Essen hat er wenig Interesse, weswegen mein Mann in seiner Elternzeit eben auch nicht stundenlang mit ihm unterwegs sein kann. Irgendwie beide Aufgaben inne zu haben. Geld verdienen UND Kinder großziehen, das ist viel.
 Andererseits freue ich mich, dass es einige Auftraggeber gibt, die seit drei Kindern immer wieder darauf warten, dass ich mit ihnen zusammenarbeite. Die meine Arbeit schätzen.
 Klar wäre es einfacher, hätte ich einen 9to5 Job, bei dem ich regelmäßig mein Gehalt bekomme. Aber dann würde mir vermutlich auch die Freiheit fehlen im Sommer eben doch spontan an den See zu fahren.
 Ich sag mal so: Wenn jemand auf der Suche nach einer Journalistin (für Familienthemen) ist, meldet euch gern.
Was wünscht Du Dir für das nächste halbe Jahr?
Urlaub. Also im Ernst, die Elternzeit meines Mannes geht noch bis November. Und die wollen wir zum Reisen nutzen. Es ist das letzte Jahr bevor meine Tochter in die Schule kommt und sich sowieso wieder alles ändert. Also werden wir, wenn alles gut läuft, in den nächsten Monaten noch etwas reisen. Abgesehen davon wünsche ich mir, dass die stressigen Momente weniger werden. Dass ich es schaffe innezuhalten und nicht immer nur von Aufgabe zu Aufgabe zu Aufgabe zu springen.
— Wer mehr von Andrea lesen möchte, kann dies auf ihrem Blog Runzelfüßchen tun! 
               
Update von Dreifachmama zu Dreifachmama: Ist der Stress und das Chaos weniger geworden? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-katja-meine-tochter-hat-den-selektiven-mutismus-ueberwunden
       
Liebe Katja, es ist nun über ein Jahr her, dass wir über Deine Tochter, die selektiv mutistisch ist, berichtet haben. Erklär doch nochmal kurz, was damals das Problem war.
Meine Tochter sprach außerhalb der Kernfamilie lange nur mit ausgewählten Personen. Prinzipiell kann man sagen, dass es ihr bei Kindern leichter fiel als bei Erwachsenen und bei Fremden besser klappte als bei bekannten Menschen (Lehrern, Ärzten etc.). Oft ging dieses „Nicht-Sprechen“ auch mit körperlichen Symptomen einher: sie vermied Blickkontakt, die Mimik war wie versteinert, sie hat nicht gelacht, geweint, gehustet…Jetzt zum Schluss sprach sie mit Omas & Opas, entfernteren Verwandten/Bekannten/Nachbarn, sowie mit etwa 10 Kindern in ihrer Klasse relativ problemlos. Nicht jedoch mit den Lehrern, mit ihrem Therapeuten oder Ärzten.
Doch nun gibt es tolle Neuigkeiten….
Jaaaaaa! Seit den Herbstferien 2018 spricht meine Tochter mit allen! In der Schule mit allen Kindern und allen Lehrern. Und mit ihrem Therapeuten. Sie hat direkt mal eine der Hauptrollen im St. Martins Theaterstück übernommen und mit Mikrofon vor fast 400 Kindern und Lehrern gesprochen. Der Sonderförderbedarf ist mittlerweile aufgehoben und das hat uns ganz neue Möglichkeiten bei der Wahl der weiterführenden Schule eröffnet. In NRW ist es nämlich so, dass die Eltern dieser Kinder kein freies Schulwahlrecht haben; das Schulamt entscheidet, welche Schule das Kind besuchen wird.
Kam die Veränderung Schritt für Schritt oder passierte alles auf einmal?
Natürlich war das schon eine langsame Entwicklung über Jahre hinweg, aber der letzte Schritt war jetzt schon ein einmaliger und unerwarteter Sprung!
 Meine Tochter hat das zusammen mit einer Freundin ausbaldowert und dann hat sie sich einfach vor die Klasse gestellt und hat verkündet, dass sie ab sofort mit allen spricht. Keiner wusste davon – auch nicht der Klassenlehrer.Als ich sie dann nachmittags abgeholt habe, hüpfte sie wie ein Gummiball um mich herum und meinte, sie müsse mir unbedingt was Tolles erzählen. Ehrlich gesagt, hab ich das erst gar nicht glauben können, Ich hab immer wieder nachgefragt, ob das auch wirklich stimmt und sie meinte, ich solle doch den Lehrer anrufen und nachfragen. Das habe ich dann auch gemacht und er hat mir alles bestätigt.
Welche Therapien hatte Deine Tochter in der letzten Zeit?
Vor einem Jahr, als wir das letzte Mal gesprochen haben, hatten wir ja gerade die logopädische Therapie, die uns über Jahre begleitet hat, beendet und waren zum Kinderpsychologen gewechselt.
 Hier waren wir jetzt aber noch in der Kennenlernphase: es gab Fortschritte bei kleineren Übungen, gesprochen hat meine Tochter dort aber nicht.
Wie hat sich Deine Tochter dadurch verändert, dass sie nun mit allen spricht?
Unsere Ansprechpartnerin an der TU Dortmund hat immer prophezeit, dass meine Tochter nicht mehr zu bremsen sein wird, wenn sie einmal die „Mauer des Schweigens“ überwunden hat – doch so ist es (leider?) nicht gekommen: sie ist nun erstaunlicherweise oftmals schüchterner im Umgang mit Fremden, als sie es vorher war. 
 Nichts desto trotz ist das natürlich ein unglaublicher Erfolg und wird ihr in der Zukunft Türen öffnen, die sonst verschlossen geblieben wären. 
Was sagen Ärzte/Therapeuten zu dem Erfolg?
Die waren natürlich auch alle total geflasht und haben sich für meine Tochter sehr gefreut. Wir konnten auch relativ zeitnah die Therapie beim Kinderpsychologen beenden und ihr damit nochmal signalisieren: du hast es geschafft!!!
Wie geht es Dir nun damit?
Dieses „mir fällt ein Stein vom Herz“ Gefühl, das ich eigentlich erwartet hatte, hat sich irgendwie nicht eingestellt. Das liegt zum einen vielleicht daran, dass sie ja in der Familie schon immer ganz normal gesprochen hat. Zum anderen kann man es nach so langer Zeit irgendwie gar nicht richtig glauben und ist immer noch ein bisschen in Habachtstellung…
Was möchtest du allen anderen Eltern sagen, die in ähnlichen Situationen stecken?
Wenn der Verdacht auf Mutismus besteht – auch wenn man unsicher ist, ob es sich nur um Schüchternheit oder wirklich Mutismus handelt – sollte man eine Diagnose nicht auf die lange Bank schieben.Mutismus wächst sich nicht aus! Und je eher mit einer Therapie begonnen wird, desto größer sind die Erfolgschancen. Da Mutismus immer noch recht unbekannt ist und von Kinderärzten, Erziehern und Lehrern oft verharmlost, als Schüchternheit oder Trotz abgetan wird, empfiehlt es sich, direkt Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen.Ich kann hier nur nochmal jedem die TU Dortmund ans Herz legen. 
Und nochmal ganz deutlich: Wo ist der Unterschied zwischen Schüchternheit und Mutismus?
Schüchterne Kinder versuchen zwar auch, sich gegenüber Fremden oder in ungewohnten, unsicheren Situationen, verbal zu entziehen. Sie antworten jedoch, wenn auch gehemmt, sobald sie angesprochen werden. Bei einem mutistischen Kind würde genau das jedoch nicht passieren, denn diese Kinder entscheiden nicht bewusst darüber, ob sie schweigen oder reden, sondern die Situation "selektiert" darüber, ob der Sprechantrieb oder die Sprechangst die Oberhand behält.
HIER DAS ERSTE INTERVIEW MIT KATJA
               
Update von Katja: Meine Tochter hat den selektiven Mutismus überwunden! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-nadine-so-schaffte-ich-es-mich-von-meinem-mann-zu-loesen
       
Ihr Lieben, ich heiße Nadine und viele von Euch haben schon meinen ersten Beitrag hier gelesen. Vor vier Jahren habe ich darüber geschrieben, dass meinem Mann seine Freiheit wichtiger ist als seine Tochter und ich (HIER KLICKEN für den Artikel).



Vor ein paar Tagen habe ich gesehen, dass mein Artikel nochmal über Facebook geteilt wurde und viele von Euch fragten, wie es mir heute geht. Und genau das will ich Euch jetzt erzählen.



Im August 2016 steckte ich voll drin in der Enttäuschung. Wie Ihr wisst, fuhr mein Mann zu der Zeit oft alleine weg, nahm sich Auszeiten und unterstütze mich null. Eines Tages packte ich unsere Tochter und fuhr mit ihr zu meinen Eltern. Ich konnte einfach nicht mehr.



Ich hoffte sehr, dass mein Mann durch meine plötzliche Abreise wachgerüttelt wird, dass er anruft, uns abholen wird. Aber es verging ein Tag, es vergingen zwei Tage, es verging eine Woche – ohne dass wir was von ihm hörten.



Ich habe mich nachts in den Schlaf geheult und es einfach nicht verstanden. Nach zwölf (!!!) Tagen Funkstille war mir klar, dass ich ausziehen muss. Es war ohnehin immer SEIN Haus gewesen, nie unseres. Glücklicherweise fand ich schnell eine Bleibe und tatsächlich ging es uns gut dort. Ich genoss unsere Mädchen-Wohnung und kam endlich zur Ruhe. Mein Mann holte die Kleine alle zwei Wochen für ein paar Stunden ab.



Dann kam Weihnachten und wir verbrachten die Feiertage wegen unserer Tochter zusammen. Plötzlich war er wie verwandelt und sagte, dass er uns vermisse, nicht ohne uns sein könnte. Da waren sie, die magischen Wörter und all die Liebesbekundungen, auf die ich so lange gewartete hatte. Ich vermisste ihn ja auch – oder vermisste ich nur die Vorstellung einer heilen Familie, ich weiß es nicht…



Die Wochen danach vergingen, ich blieb mit unserem Kind in der Wohnung, verbrachten aber viel Zeit mit meinem Mann. Im Frühjahr fuhren wir sogar ein paar Tage gemeinsam an der Ostsee. Auf der Heimreise bat er mich, wieder zu ihm zu ziehen. Ich drehte mich im Auto um, da saß unsere gemeinsame Tochter und schlief. Ich dachte: Versuch es einfach nochmal. Kämpfe nochmal um Eure Familie. Du hast schließlich versprochen: In guten wie in schlechten Zeiten…



Also kündigte ich die Wohnung und zog wieder bei ihm ein. Es war tatsächlich eine gute Zeit, wir rauften uns zusammen und gaben uns Mühe. Ja, ich war glücklich und dankbar, dass wir diese zweite Chance genutzt hatten.



Im Januar 2018 wurde ich schwanger. Ich war überglücklich – und hatte Bedenken, wie mein Mann reagieren würde. Ich behielt die Schwangerschaft erst mal für mich, als ich in der sechsten Woche dann das Herzchen schlagen sah, rief ich meinen Mann an und sagte, ich müsse mit ihm reden. „Sag mir nicht, dass du schwanger bist“, polterte er am Telefon. Ich sagte: „Doch, bin ich.“ Da legte er erstmal auf.



Der Tag zog sich wie Kaugummi, mein Mann kam erst heim, als unsere Tochter schon im Bett war. Mein Mann war sehr ärgerlich und fragte, was ich denn jetzt vor hätte. Ich sagte ihm, dass zu einer Schwangerschaft ja immer zwei gehörten und wo genau das Problem sei. Aber er beruhige sich nicht.



In den nächsten Wochen sprach er kaum ein Wort mit mir. Das Ultraschallbild, das ich ihm auf den Tisch gelegt hatte, nahm er nie in die Hand. Ich war verzweifelt, lag wieder abends weinend im Bett, versprach meinem Baby aber, dass alles gut werden würde



Der Arzttermin in der 11. Woche verlief gut, zu Hause war die Stimmung einfach nur noch schrecklich. Aber ich begann mich über den wachsenden Bauch zu freuen. Beim nächsten Kontrolltermin sagte der Arzt, dass er keinen Herzschlag mehr sehen könne. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben, ich dachte, der Boden würde mir unter den Füßen weg gerissen.



Ich rief meine Mama an und sagte, sie solle meine Tochter übers Wochenende abholen. Denn ich wusste, dass ich zur Ausschabung ins Krankenhaus muss. Mein Mann hat mich dahin begleitet. Als ich aus der OP aufwachte, war da einfach nur eine große Leere. Ich hab mich zwei Tage ins Bett verkrochen, nur geschlafen und geweint.



Ich war so unendlich traurig. Mein Mann hat meinen Schmerz nicht verstanden. Er sagte: „Du bist nicht die einzige, der sowas passiert“ und damit war die Sache erledigt.



Im September, das wäre der Geburtsmonat des zweiten Babys gewesen, bin ich mit unserer Tochter in den Urlaub gefahren – mal wieder alleine. Dieser Urlaub tat uns so gut und ich merkte, dass ich nicht so weitermachen will. Dass ich es verdiene glücklich zu sein.



An Weihnachten zog ich wieder aus. Und wie beim letzten Mal fing er nach wenigen Wochen wieder an, mir zu erzählen, wie sehr er uns vermissen und lieben würde. Ich ließ mich wieder auf Ausflüge zu dritt ein, aber ich fragte mich danach: „Wo ist bloß dein Stolz? Wo ist deine Selbstliebe? Warum lässt du diesen Mann wieder in dein Leben?“ Ich musste feststellen, dass ich keinen Stolz und auch keine Selbstliebe mehr hatte.



Im neuen Jahr verschwand er wieder von der Bildfläche, ließ uns hängen, ging tagelang nicht an Telefon. Ich war verzweifelt. Eines Abends lag ich mit meiner Tochter im Bett und da sagte sie: „Mama, ich liebe dich soooo sehr. Du und ich sind eine Familie.“ Da machte es klick. Sie hatte so recht. Es ging um uns zwei. Ich stand danach im Bad vor dem Spiegel und schrie mich an: „Bist du das, Nadine? Was ist von dir noch übrig?“



Die nächsten Wochen waren hart, aber ich hatte beschlossen, dass wir es ohne ihn schaffen werden. Und dann kam Corona. Mein Mann meldet sich nicht. Er fragte nicht nach, wie wir durch den Lockdown kamen und ob wir gesund seien. Meine Tochter hatte ebenfalls kein Bedürfnis nach Kontakt.



Irgendwann bekam ich Post von seiner Anwältin, spöter auch vom Jugendamt. Dort mussten wir vorsprechen, er erzählte seine Version, ich meine. Ich ging zur Erziehungsberatung, weil ich durchaus dafür war, dass unsere Tochter Kontakt mit ihm hat. Er stichelte nonstop und meinte, dass unsere psychologische Hilfe braucht. Glücklicherweise war die Sozialpädagogin anderer Meinung und hat mir gut durch diese Anfeindungen geholfen.



Nach diesen Jugendamtsterminen tauchte er wieder ab, mittlerweile haben wir 15 Wochen nichts gehört. Und mit jeder Woche merke ich, wie gut mit der Abstand gut. Ich werde stärker und unabhängiger. Ich glaube, ich kann mich nun endlich von ihm lösen. Ich habe erkannt, dass meine Tochter und ich auch ohne ihn eine Familie sind. Es geht um uns, dass wir glücklich sind. Ich denke viel über mich nach, wer ich bin und warum ich so lange um seine Liebe und Anerkennung gebettelt habe. Es wird noch ein langer Weg, aber ich merke, dass ich ihn gehen will.



Vielleicht lerne ich ja irgendwann nochmal einen Mann kennen und vielleicht wächst unsere Familie dann auch nochmal. Wer weiß schon, was das Leben noch bringt. Aber bis dahin konzentriere ich mich ganz auf mich und meine Tochter. Ich will, dass sie eine glückliche Kindheit hat und dass ich zu alter Stärke komme.



Vielleicht kann ich mit meiner Geschichte anderen Mamas Mut machen, sich aus ungesunden Beziehungen zu lösen. Ich wünsche Euch alles Gute!
               
Update von Nadine: So schaffte ich es, mich von meinem Mann zu lösen |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-sam-so-geht-es-dem-maedchen-mit-dem-fas-syndrom
       
Liebe Cindy, liebe Sam, Eure Geschichte hat unsere Leser stark berührt. Sam ist eigentlich die Tochter von Cindy Bruder. Er und die Kindesmutter konnten sich aufgrund einer Drogensucht und anderen Problemen nicht um das Kind kümmern, so dass Ihr Sam mit sechs Monaten bei Euch aufgenommen habt. Jetzt wird Sam bald 9 Jahre alt – wie geht es Euch?



Sam: Mir geht es gut. Wir haben Anfang des Jahres eine Katze bekommen. Sie heisst Maja und ist eine Perserkatze. Seitdem sie da ist, geht es mir viel besser. Wenn ich traurig bin, kommt Maja immer zu mir und tröstet mich.Wenn ich wütend bin, dann kommt Maja und streicht mir immer wieder ihren Schwanz ins Gesicht und meckert, damit ich aufhöre.



Cindy: Ja, das stimmt alles. Sam hat aufgrund des FAS immer wieder Wutausbrüche. Diese sind in den letzten Jahren heftiger und häufiger geworden. Maja hilft Sam, sich nach Wutausbrüchen schneller zu beruhigen.



FAS – Fetales Alkoholsydrom. Sam hat es, weil die Kindesmutter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat. Außer den Wutausbrüchen – wie äußert es sich sonst noch?



Cindy: Sam fehlt das natürliche Empathie-Gefühl. Das, was wir Empathie nennen, haben wir ihr beigebracht. Das heißt: Für Sam ist erstmal nur Sam wichtig. Dann kommt die Katze – und dann wir. Das heißt nicht, dass sie uns nicht liebt. Es ist nicht einfach zu beschreiben. Ein Beispiel: Ich habe eine Autoimmunkrankheit und manchmal will mein Körper nicht so, wie ich es will. Wir waren einkaufen, meine Beine haben aufgrund der Krankheit nachgegeben und ich bin hingefallen. Sam dreht sich um und sagt: „Ach, bist du hingefallen? Ich geh schon mal nach Hause.“ Für Aussenstehende ist das sehr komisch, aber für mich normal. Sam versteht nicht, das ich vielleicht Hilfe brauche. 



Ausserdem ist es für sie sehr wichtig, dass ihr Alltag nach einem bestimmten Plan abläuft. Kommt es anders als erwartet, wird sie sehr wütend und kann diese Wut schwer kontrollieren. Sie merkt natürlich auch, dass ich gesundheitlich angeschlagen bin. Das macht Sam große Angst und diese Angst wandelt sich manchmal auch in Wut.



Aber Sam geht seit 3 Jahren zur Therapie und sie mag ihre Therapeutin sehr gerne. Sie wird auch dieses Jahr stationär für ein paar Wochen in eine Klinik gehen. Am Anfang habe ich gedacht, ich bin eine schlechte Mutter, wenn ich nicht alles alleine schaffe. Ich gehe zur gleichen Zeit auch in eine Klinik gehen, somit wird uns beiden geholfen. Sam weiß, dass es nur darum geht, dass sie besser mit ihrer Wut umgehen kann. Ich bin so froh, dass sie einverstanden ist, das macht es mir/uns auch viel leichter. 



Wie ist er Kontakt zur Kindsmutter heute?



Sam: Sie spielt in meiner Welt keine Rolle. Sie interessiert mich nicht.



Cindy: Tja, damit ist wohl alles gesagt. Sie meldet sich ca. 1 Mal im Jahr und fragt wie es uns geht – mehr nicht. Aber das ist ok. Sam und sie hatten nie eine Bindung zueinander. Vielleicht wird sich das später ändern. Sollte es das, werden wir Sam natürlich unterstützen.



Dein Bruder hat sich leider das Leben genommen – weiß Sam über ihre leiblichen Eltern bescheid und wie geht sie damit um?



Cindy: Ja, sie weiss darüber Bescheid. Wir haben ihr immer alle Fragen kindgerecht erklärt und sie hat ein Baby -Album, in dem ihre leiblichen Eltern und ein paar Geschwister mit Fotos zu sehen sind. Die restlichen Geschwister haben ich mit Namen und Geburtsdatum eingeschrieben, damit sie irgendwann alle finden kann. 



Sam: Ich kenne meinen Bruder L. , wir haben uns schon getroffen. Meine anderen Geschwister kenne ich noch nicht, aber ich möchte sie irgendwann alle zusammen treffen. Ich weiss, dass mein Papa im Himmel ist, weil er sehr krank war. Wir haben einen Engel für ihn hier stehen und machen oft eine Kerze an. Ich hab ihn sehr lieb und sage ihm oft gute Nacht. Ich hab also Glück, weil ich 2 Papas habe und viele Geschwister.



Cindy, Du hast ja noch zwei ältere Kinder – wie geht es ihnen und wie ist die Bindung zwischen den Geschwistern?



Sam: Gut, ich hab meine Geschwister sehr lieb. 



Cindy: Ja die beiden Großen sind zwar schon um einiges älter (21 und bald 18), aber sie haben trotzdem eine enge Beziehung zueinander. 



Unser Sohn ist  letztes Jahr ausgezogen, er baut sich gerade eine eigene Firma auf, die bald 18-Jährige wohnt noch zu Hause, sie leidet unter Depressionen und macht deshalb erst später eine Ausbildung zur Sozialassistentin. Denn die Gesundheit geht immer vor!



Für Euch war es damals gar keine Frage, dass Ihr Sam aufnehmt. Gab es damals von außen Unverständnis?



Cindy: Nein, kein einziges Mal. Jeder hat sich gefreut und jeder der davon erfährt, bewundert uns. Obwohl wir das als total normal ansehen, denn Sam gehört ja einfach zur Familie. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was wäre, wenn sie in die „falsche“ Pflegefamilie gekommen wäre. Wir haben Pflege damals sofort ausgeschlossen, weil wir wollten, dass sie mit allem, also auch rechtlich gesehen, unsere Tochter ist. 



Wie bereichert Sam Euer Leben?



Cindy: Auf jeden Fall ist hier immer was los! Sam bringt uns oft an Grenzen, aber auch im positiven Sinne. Sie ist auch ein Sonnenschein und hat so viele tolle Ideen, was man alles machen kann. Sie freut sich über die kleinen Dinge im Leben, liebt die Natur und ist einfach zufrieden und glücklich.Und sie ist so intelligent, es ist manchmal erschreckend, woher sie so viele Dinge weiß und uns damit auch noch etwas bei bringt!



Rückblickend – was waren die schönsten und die anstrengendsten Momente mit Sam?



Cindy: Die schönsten Momente sind, wenn wir mit Sam in der Natur sind. Ich fahre jedes Jahr mit meinen Töchtern in ein Frauencamp in Brandenburg und Sam ist dort wie ausgewechselt. Sie ist so entspannt und ausgeglichen.Auch sonst versuche ich mit Sam viel am Wasser zu sein, denn das tut ihr und mir gut. Ich freue mich jeden Mal zu sehen, wie sie den Blumen „Guten Morgen“ sagt und den ganzen Tag einfach unbeschwert ist. Diese Tage im Jahr sind so wertvoll und ich tanke viel Kraft.



Anstrengend ist jeder Wutausbruch. Manchmal sind es mehrere am Tag, dann wieder nur 1 Mal in der Woche. Man weiß nie, was der Tag bringt. Ich gebe zu, manchmal bin total gelassen und lasse sie einfach machen, aber oft schaffe ich es nicht, ruhig und gelassen zu sein und dann brüllen wir uns einfach nur an. Aber danach ist dann auch erst mal wieder gut und wir umarmen uns und versuchen, es beim nächsten Mal besser hinzubekommen. 



Du hast zwei leibliche Kinder und ein angenommenes – spürst du da noch irgendeinen Unterschied?



Cindy: Nein, es gibt für mich keinerlei Unterschiede. Ich liebe Sam von Herzen und würde mein Leben für sie geben, genau wie bei meinen anderen Kindern. Mir war es schon immer egal, ob ich leibliche Kinder oder adoptierte Kinder haben werde. Ich wollte nur immer schon mindestens 3 Kinder. 



Was wünscht Du dir für Sams Zukunft?



Cindy: Ich wünsche mir, dass Sam alles schafft, was sie sich vorstellt. Sie ist so stark, kreativ und lässt sich kaum was gefallen. Ich denke, sie kann alles erreichen! 



Als sie noch kleiner war, hab ich mir Berichte über FAS-Kinder angeschaut und ich hatte große Angst, das sie irgendwann in einem Heim landet. Heute weiß ich, dass alles gut wird und dass wir noch viel Zeit haben, mit ihr an unseren Problemen zu arbeiten.




               
FAS-Syndrom: Vor acht Jahren adoptierte Cindy ihre Nichte
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-ute-mein-mann-war-24-monate-in-haft-jetzt-ist-er-wieder-da
       
Liebe Ute, im letzten Jahr hast Du uns von Deiner Familiensituation berichtet. Dein Mann war für 24 Monate in Haft. Er sollte im Januar 2019 entlassen werden. Jetzt hast du uns erzählt, dass er bereits an Weihnachten wieder bei Euch war. Wie kam es dazu und wie war der Tag, als er entlassen wurde?
Durch "Freistellungstage", die sich mein Mann durch die Arbeit verdient hatte, und die Umstände, dass zwischen den Jahren keine Entlassungen stattfinden, durfte er einige Tage vor Weihnachten bereits nach Hause kommen.
Da der genaue Tag erst einen Tag vor Entlassung feststand, und es die letzte Schulwoche war, haben wir den Kindern nichts gesagt. Mein Mann und ich hatten beschlossen, dass er mit dem Zug kommt und wir ihn vom Bahnhof abholen. Ein neutraler Ort, wo Ankommen, Verabschieden und Begrüßen hingehört. Wir dachten, die Kinder könnten mit einer langen Autofahrt, wenn sie ihn mit abgeholt hätten, überfordert sein. Und wir wollten sie auch nicht bei Oma warten lassen, wenn ich ihn alleine abgeholt hätte. 
Ich habe die Kinder mittags von Schule und Kindergarten abgeholt und ihnen gesagt, dass wir bald zum Bahnhof fahren und den Papa holen. So konnten sie sich noch darauf vorbereiten, mussten aber nicht den ganzen Morgen in der Schule mit diesem Wissen ausharren.
Es war ein sehr schönes Begrüßen! Wir sind anschließend nach Hause gefahren, haben etwas gegessen und Papa kurz die wichtigsten Veränderungen im Haus gezeigt. Dann war allerdings Alltag mit Hausaufgaben und Nachmittagsaktivitäten der Kinder dran, das hatte sich mein Mann so gewünscht. Abends gab es ein Wunschessen, Papa war beim Vorlesen dabei und es war friedlich und harmonisch, ein bisschen kitschig.
Du hattest ja die Befürchtung, dass das Gefängnis deinen Mann verändert haben könnte, weil er zum Beispiel lärmempfindlicher ist und einen ganz anderen Tagesablauf hat. Wie ist es nun – wie hat er sich wirklich verändert?
Mein Mann konnte sich relativ schnell wieder an alles gewöhnen. Er hatte ja auch im Gefängnis einen festen Tagesablauf und hat versucht, sich an unsere Schlafenszeiten zu halten, so dass die Umstellung gar nicht so groß war. Er sagte, der Lärm der Kinder sei für ihn viel angenehmer und schöner als all die Geräusche im Gefängnis, wie das regelmäßige Drehen der Überwachungskameras, das Surren der Belüftung oder das Gebrüll der anderen Häftlinge.
Wie sind die Kinder damit umgegangen, dass der Papa wieder da ist?
Die Kinder haben den Papa sofort wieder als Familienmitglied in alles einbezogen, er hat Fahrten zur Schule übernommen, die Freizeitaktivitäten begleitet, war und ist ganz viel da. Er hat sich immer wieder einzeln mit den Kindern beschäftigt, so dass jeder seine Kuschel- und Sonderzeiten hatte.
Ihr hattet ja auch vor, eine Paarberatung aufzusuchen. Habt Ihr das gemacht und was lernt Ihr dort?
Wir haben eine gute Beratung gefunden, in der wir Probleme ansprechen und gemeinsam lösen. Wir haben gelernt, dass es schon hilft, etwas auszusprechen und nicht für sich zu behalten. Die Anwendung fällt mir noch etwas schwer, aber wir sind auf einem guten Weg.
Mich hat in unserem letzten Gespräch sehr beeindruckt, dass du keinerlei Wut auf deinen Mann verspürst. Du hast gesagt, Wut würde Dir nichts bringen, weil du diese Wut ja nicht kanalisieren könntest. Wie sieht es jetzt damit aus?
Wut hat sich nach wie vor nicht wirklich entwickelt, aber ich merke schon, dass ich bei Streit "Jetzt lass mir meine Meinung, ich habe doch so viel durchgemacht!" denke. Aber wir sprechen dann darüber und dann stelle ich fest, dass ich eben auch nicht immer recht habe. Das Wichtigste ist wirklich: Reden, reden, reden! 
Du hast monatelang alles allein geregelt – fällt es dir nun leicht, wieder Verantwortung abzugeben?
Das war anfangs tatsächlich schwer. Wir haben um Kompetenzen gerungen und ich habe mich auch schnell angegriffen gefühlt, wenn er sich "eingemischt" hat. Aber auch das hat sich relativ schnell wieder eingespielt. Das Einzige, was ich bis jetzt komplett übernommen habe, ist das Thema Finanzen. Und das klappt super. 
Spürt Ihr irgendwelche Vorbehalte Deinem Mann gegenüber aus Eurem Umfeld?
Fast gar nicht. Unser direktes Umfeld hat sich sehr gefreut, dass er wieder da ist. Sie haben erlebt, wie glücklich die Kinder sind und auch, dass ich viel entspannter bin und die Verantwortung für alles nicht mehr so auf mir lastet. Natürlich gab es Menschen, die meinen Mann beiseite genommen haben und ihm sagten, dass sein Verhalten damals nicht korrekt war und er seine Familie in ziemlichen Schlamassel gebracht hat. Aber diese Personen hatten ja recht. 
Was ist für dich das Schönste daran, dass Dein Mann wieder bei Euch ist?
Ich fühle mich wieder vollständig! Mein Mann ist die Liebe meines Lebens. In den zwei Jahren Haft habe ich den Austausch mit ihm so sehr vermisst. Wir haben unzählige Briefe geschrieben, aber das ist nicht dasselbe, als wenn man persönlich miteinander spricht. Seit mein Mann entlassen ist, schreibt er mir ständig Whatsapp Nachrichten – einfach, weil er es genießt, dass es möglich ist und dass er mir wieder sagen kann, was er gerade erlebt und macht. Das ist ein so schönes Gefühl. 
Ich bin auch so froh, dass meine Kinder das Ganze so gut verarbeiten. Einige Menschen hatten mich gewarnt, die Kinder könnten mit ihrem Vater fremdeln, wir hatten uns auch darauf vorbereitet. Aber dem war nicht so und das freut mich. 
Wisst Ihr schon, wie es beruflich für Deinen Mann weiter geht?
Ich bin stolz und überglücklich, dass mein Mann seit Anfang April wieder arbeitet. Er hat eine Stelle gefunden, die anders ist als das, was er vorher gemacht hat. Zwar in seinem Bereich, aber quasi ein Seitenwechsel. Er hat es bewusst gemacht, um nicht so weiter zu machen, wie er aufgehört hat. Er will einen Neuanfang.  
Was wünschst Du Dir für 2019?
Dass unsere finanzielle Lage weiterhin aufwärts geht. Und dass wir uns einfach genießen. Wir sind endlich zur Ruhe gekommen und einfach nur zufrieden. 
HIER ist der Link zu dem ersten Interview mit UTE
Foto: Pixabay
               
Update von Ute: Mein Mann war 24 Monate in Haft - jetzt ist er wieder da! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/urlaub-und-weiterbildung-fuer-familien-die-schaefchen-academy-sucht-noch-dozentinnen
       
Ihr Lieben, ich bin Petra Rolfs (Mutter von 4 Kindern) und lebe und arbeite mit meiner Familie auf einem großen Landwirtschaftlichen Betrieb mit Schäferei direkt an der Nordsee.



Seit über 30 Jahren bin ich Gastgeberin in einem inzwischen zum kleinen Dorf herangewachsenen Ferienbetrieb mit Gastronomie, einer Ponyreitschule und einer Jahreszeiten-Werkstatt.







Die Nordsee direkt vor der Tür und eine immer mehr ansteigende Nachfrage nach speziellen Angeboten auch in den Wintermonaten lässt mich über neue Konzepte nachdenken.



Ich wollte etwas für mich tun – auch als die Kinder klein waren



Ich habe die Zeit, in der die Kinder klein waren, noch gut in Erinnerung und mein Wunsch, auch zu diesem Zeitpunkt etwas für mich zu tun war immer groß. Ich wollte Dinge lernen und trotzdem für die Kinder da sein. Bestenfalls noch Dinge gemeinsam erleben und etwas mitnehmen. Der Wunsch, alles unter einen Hut zu bekommen, hat mich jetzt die SchäfchenAcademy entwickeln lassen .







Spezialisiert auf Familien mit kleinen Kindern würde ich gerne im Winterhalbjahr Urlaub mit Mehrwert anbieten. In Workshops zeitrelevante Themen anbieten wie z.B. Resilienz für Mütter in diesen Zeiten, genauso wie für Kinder im Kindergartenalter, wieder fit mit Baby u.s.w..



Auch Nathalie Klüver von Eine ganz normale Mama wird an drei Tagen einen Workshop über die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein halten.







Es gibt eine solche Fülle an Themen die mir speziell für diese Zielgruppe einfallen.



Coaches gesucht, die tolle Weiterbildungen für Mütter anbieten!



Dafür suche ich TrainerInnen oder Coaches, die in meinem Hause mit 10-15 TeilnehmerInnen einen 3-4-Tage-Workshop thematisch gut strukturiert abhalten und eine journalistische Begleitung.



In der Zeit von Anfang November bis 1. März in der Woche. Also montags Anreise, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag Workshop und freitags nach dem Frühstück Abreise.



Schöne Wohnungen, ein gastronomisches Konzept und gute Arbeitsmöglichkeiten wären vorhanden. Vielleicht habt ihr eine Idee oder wisst vielleicht jemanden?



Ich freue mich sehr von euch zu hören,



Eure Petra Rolfs




               
Urlaub UND Weiterbildung für Familien: Die Schäfchen Academy sucht noch DozentInnen! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vaeter-im-ersten-jahr-mit-kind-glueckshormone-fliessen-wie-bier-auf-dem-oktoberfest
       
Ihr Lieben, so viel Mann war noch nie! In dieser Woche könnten wir uns glatt in Stadt Land Papa umbenennen. Erst meldet sich ein Trennungsvater, dann ein narzisisstisches Arschloch – und nun auch noch der Hanne. Willkommen in der Quotenwoche der Männer hier im Blog. Muss ja auch mal sein, oder? Ist ja auch nicht leicht, diese ganze Unterrepräsentation…



Nun ist Christian Hanne vom Familienbetrieb aber ein Phänomen, denn er schreibt zwar Väterbücher, diese werden aber hauptsächlich eben von Frauen gekauft. Von Ehefrauen (also nicht nur seinen eigenen, ist klar, ne), Geliebten, Schwiegermüttern (bitte dringend das Komma vor diesem Wort beachten), Omas – und na klar: auch von Hanne-Fangirls.



Humor in der Elternschaft – so wichtig!



Von solchen, die erstmal selbst ein bisschen lachen wollen, bevor sie das neuste Werk weitergeben an den Liebsten. Ihr merkt schon, ich will heut lustig sein. Ich kann das aber gar nicht. Und deswegen ist es gut, dass es den Christian gibt, der das für uns übernimmt.







Er hat nach seinem Mega-Bestseller-Erfolg „Hilfe, ich werde Papa*“ nun jedenfalls chronologisch korrekt sein Werk – und insgesamt viertes Buch – „Papa braucht ein Fläschchen*“ mit „Überlebenstipps für das erste Jahr als Vater“ nachgelegt. Hurrrrra, das Vaterbuch des Jahres ist da!



Erstes Jahr mit Kind: Mut für Väter UND Mütter



Und sollte jemand von euch jemals unser Buch WOW MOM* als Mutmacher fürs erste Mamajahr gekauft haben, so braucht es nun also dringend auch noch das Pendant dazu, den neuen Hanne-Klassiker! Das gilt natürlich auch für künftige Käufe, bitte kauft und bestellt uns aus Gleichberechtigungsgründen doch fortan im Doppelpack.



So haben Mama UND Papa was zum Schmökern und ums Kind kümmert sich dann… nun, ach, am Anfang schlafen die süßen Engelchen ja auch noch so viel, oder? Kniep, kniep, zwinker, zwinker… ihr wollt eine Kostprobe? Ihr bekommt eine Kostprobe:



Christian Hanne: Papa braucht ein Fläschchen*: Überlebenstipps für das erste Jahr als Vater



Versagen wie Ben Affleck als Batman



„Sie sehnen sich nach dem Gefühl, einmal ein totaler Versager zu sein, der nichts auf die Reihe bekommt? Dann war die Entscheidung, ein Kind zu bekommen und Vater zu werden, genau richtig. […] Ihre Partnerin ist vermutlich ähnlich überfordert und manchmal denken Sie beide, das Baby hätte größere Überlebenschancen, würde es von einer Gruppe Gorillas adoptiert.“



Das Leben ist (k)ein Ponyhof



„Ich kann Ihnen nur einen ehrlichen Blick auf das Leben als Papa anbieten. Ohne Filter, Weichzeichner und Puderzucker. Das Vaterleben ist nämlich kein Ponyhof. Oder vielleicht doch? Dann allerdings ein Ponyhof, bei dem Sie keinen blassen Schimmer von Pferden haben, die Ponys Sie andauernd nachts aus dem Schlaf wiehern, weil sie fressen wollen und dann alles vollkacken, sodass Sie vollkommen übermüdet den Stall ausmisten müssen. Dafür haben Sie aber wenigstens ein niedliches Pony.“



Zusammenhalt wie bei Frodo und Sam



„Weil Ihnen die Maiers und Müllers keine Hilfe sind, ist es umso wichtiger, dass Sie und Ihre Partnerin sich gegenseitig unterstützen. Frodo musste ja auch nicht alleine den Ring nach Mordor bringen. Er hatte seinen Freund Sam als Gefährten an seiner Seite. Der trug den vollkommen erschöpften Frodo sogar die letzten Meter den Schicksalsberg hinauf, damit der Ring zerstört werden konnte. Halten Sie zusammen, machen Sie sich gegenseitig Mut und stehen Sie sich bei, wenn einen von Ihnen die Kräfte verlassen. Werfen Sie das Baby aber nicht in einen Abgrund mit glühender Lava!“



Boah, Alter!



„Die ehemalige ZDF-Journalistin Petra Gerster hat in einem ihrer Bücher geschrieben, Kinder seien das beste Anti-Aging-Programm. Ich habe da meine Zweifel. Ich glaube eher, dass das erste Babyjahr in etwa 30 Elternjahren entspricht. Ich zumindest bin im jeweils ersten Jahr mit meinen Kindern so rapide gealtert, dass ich seitdem nicht selten für den älteren Bruder meines Vaters gehalten werde.“



Love is in the air



„Ist Ihr Baby etwas älter, können Sie ab und an einen Babysitter engagieren. Also, falls Sie im Lotto gewonnen oder reich geerbt haben. Ganz billig wird das nämlich nicht. […] Außerdem gönnen Sie sich den Luxus eines Kinobesuchs, wo Sie Eintrittskarten im Wert eines Mittelklassewagens erstehen und – jetzt ist ohnehin alles egal – die XXL-Tonne Popcorn und den Eimer Cola im Maxi-Super-Spar-Menü nehmen.



Ihnen und Ihrer Partnerin wird diese gemeinsame Zeit guttun, auch wenn Sie, um das alles zu bezahlen, möglicherweise eine Niere auf dem Schwarzmarkt verkaufen müssen. Dafür haben Sie dann im Krankenhaus noch ein wenig Me-Time für sich. Die ist ja auch wichtig.“



(*alles Affiliate Links)
               
Väter: Überlebenstipps für das erste Jahr als Vater von Bestsellerautor Christian Hanne | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vergroesserte-nackenfalte-alle-dachten-unser-kind-waere-schwer-behindert
        Ich heiße Vera und möchte Euch heute die Geschichte meines Löwenmädchens erzählen. Alles begann in der 11. Schwangerschaftswoche, ich fuhr mit meinem Mann zu dem ersten großen Vorsorgetermin. Angst hatte ich keine, es war mein erstes Kind und ich wusste weder etwas über zusätzliche Untersuchungen noch über mögliche Komplikationen, die in so einer Schwangerschaft auftreten können. Einige Freundinnen hatten bereits Kinder und nie war irgendetwas Auffälliges gewesen – warum sollte es bei mir anders sein?
Also saßen wir naiv und aufgeregt im Behandlungszimmer. Nie werde ich das entsetzte Gesicht des Arztes vergessen. Ich wusste sofort, dass irgendwas nicht stimmt. Es war, als würde sich ein Nebel um mich legen und meine Unbeschwertheit für immer mitnehmen.
Mein Baby hatte eine Nackenfalte von 10,4m, das entsprach der vierfachen Abweichung vom Toleranzbereich. Sofort war die Rede vom Down Syndrom, Trisomie 13 oder Trisomie 18. Der Arzt sagte, das Kind würde wohl noch in meinem Bauch sterben. Ich schaute auf das Ultraschall-Bild, was ich sah, erinnerte mich an einen überdimensionalen Rucksack. Da war dieser kleine, noch nicht vollständig ausgeformte Körper und trug auf seinem Rücken eine gigantische Blase, die fast so groß war wie der Körper selbst.
Mir wurde Blut abgenommen, um die Biochemie zu ermitteln, dann fuhren wir weinend nach Hause. Auch mein Mann, der Kerl mit den breiten Schultern, der sonst mit Gefühlsregungen geizt, weinte.
 Vor uns lag ein schreckliches Wochenende mit vielen Tränen. Ich recherchierte im Internet, fand aber keine vergleichbaren Fälle.
Am Mittwoch lagen die Ergebnisse vor. Alles sei in Ordnung – wir verstanden die Welt nicht mehr. Zwei Tage später dann wieder ein Anruf. Dem Labor sei ein Fehler unterlaufen, man habe sich verrechnet. Ich solle umgehend in die Praxis kommen, dort erfuhr ich, dass die Wahrscheinlichkeit auf ein stark behindertes Kind bei 1:2 lag.
Zur Absicherung des Ergebnisses wurde eine Chorionzottenbiopsie durchgeführt. Dabei wird über eine lange Nadel in die Gebärmutter gestochen, um Plazentagewebe zu entnehmen und auf genetische Zusammensetzung zu überprüfen. Bei der Biopsie waren drei erfahrene Oberärzte anwesend – eine so große Nackenfalte war so selten, das wollten sich die Ärzte alle selbst ansehen. Alle waren sich sicher: Dieses Kind kann nicht gesund sein.
Wir dachten langsam darüber nach, ob wir die Schwangerschaft abbrechen sollten. Zu schlimm waren die Visionen, die alle zeichneten. Eine Woche später dann die Ergebnisse: Das Kind ist ein Mädchen und hat keine Trisomie. Alle waren ratlos. Es standen viele Vermutungen im Raum, was das Kind haben könnte, alles wurde getestet.
Wir durchlebten die Hölle und ließen uns noch von einer Fruchtwasserpunktion überzeugen. Bei diesem Termin zur Punktion traf ich meine persönliche Heldin, meine Susanna, die Ärztin, die jetzt und später noch zwei Mal meiner Tochter das Leben rettete. Die Ergebnisse der Fruchtwasserpunktion brachten die gleichen Ergebnisse, also schlug sie vor, wir sollten ein genetisches Detailbild machen und plötzlich fand man etwas, konnte es aber nicht deuten.
Wir gingen mit diesen Ergebnissen zur humangenetischen Beratung, dort sagte man uns, das Baby weise genetisch Auffälligkeiten auf, die aber nicht vollständig erforscht seien. Bei männlichen Babys könnte diese Konstellation zur Blindheit, Taubheit, psychosozialen Störungen, Autismus & Co führen  – da wir aber ein Mädchen erwarteten, wusste man nicht, wie sich die Auffälligkeiten ausprägen würden. Man nahm uns Eltern Blut ab, um zu überprüfen, ob wir dieses genetisch-auffällige Bild vererbt hätten und versprach uns ein Ergebnis in 5 Tagen.
Wir waren psychisch am Ende. Ich war total überfordert und dachte erneut über einen Spätabbruch nach. Das besprach ich mit Susanna, sie sprach sehr eindringlich mit mir und sagte, ich solle nochmal einen anderen Experten auf dem Pränatalgebiet aufsuchen. Dieser Experte lebt 300 Kilometer entfernt, aber wir sind hingefahren. Er untersuchte uns lange und gründlich und sagte dann, er glaube, dass es sich um ein absolut gesundes Kind handle und er könne auch keine genetische Erkrankung feststellen.
Kurz darauf meldete sich auch das Labor nochmal, es habe Probleme mit dem Messgerät gegeben. Das Baby habe zwar eine genetische Auffälligkeit, aber nicht so schlimm wie vermutet und da es von mir als Mutter vererbt wurde, gehe man von keinerlei Einschränkungen aus. Die Nackenfalte würde sich wohl verwachsen. 
Plötzlich sah alles anders aus. Zum allerersten Mal schickte ich meinem Papa ein Ultraschall-Bild mit dem Wortlaut „deine hübsche Enkelin“ – bis dato hielt ich emotional alles fern von mir, das Kind war zwar in mir, aber ich hielt jegliche Gefühle verschlossen. Wir fuhren heim und bestellten einen Kinderwagen.
Entbunden habe ich vier Wochen später, in der 31.SSW. Unser Mädchen war unterversorgt, nicht viel größer als ein halbes Hähnchen, wie wir liebevoll sagten. Mein Körper hatte eine Präeklampsie entwickelt, die Plazenta wies nachgeburtlich mehrere Infarkte auf, mein Baby war um drei Wochen wachstumsretardiert. Es war nicht einfach, es war nicht der beste Start ins Leben. Aber mein Löwenmädchen kämpfte. Nach sieben Wochen im Krankenhaus konnten wir endlich nach Hause und kamen zur Ruhe. Bis heute wissen wir nicht, warum die Nackenfalte so vergrößert war, es gibt keine Erklärung. 
Wie es unserer Tochter heute geht? Sie eine trotzende, lustige, sehr lebhafte 3-jährige mit einer bemerkenswerten musikalischen Intelligenz und am Allerwichtigsten: sie ist kerngesund. Sie ist mein Wunder der Natur.
               
Vergrößerte Nackenfalte: Alle dachten, unser Kind wäre schwer behindert | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/verrueckte-familie-individualisierte-comic-portraets-der-liebsten
       
Ihr Lieben, was ist DAS bitte für eine super Idee?! Als Geschenk für Weihnachten, zum Geburtstag oder einfach mal so zur Überraschung? Man könnte es gar zu einem Abendessen mitnehmen, indem man die besuchten Bekannten einfach bei Verrückte Familie nachstellt.



Wir hatten auf jeden Fall alle zusammen schon meeeeega Spaß beim Kreieren unserer Familie. Du wählst zunächst mal aus, ob es sich um Eltern, Großeltern, Jugendliche, Kinder, Kleinkinder oder Babys handelt. Dann geht´s an die Haarfarbe, die Augenfarbe. Sogar der Hintergrund lässt sich mit Herzen, beschriebener Tafel oder Strand wählen. Ich hätte für uns ja die Tafel am schönste gefunden, aber der Strandsohn hat sich durchgesetzt 😉



Lisa und Katharina in Original-Arbeits-Position 😉 Auf LEINWAND.



Abschließend können den Kindern noch Kappen auf den Kopf gesetzt und Skatboards in die Hände gedrückt werden, auch die Eltern variieren stark in Frisuren, Haarfarben, Oberteilen – hier kann nach Sport oder Beruf oder anderem gewählt werden – und ja, selbst Haustiere können mit aufs Bild!



So entsteht DEINE ganz persönliche Figur. Kinderleicht.



Wir hatten tatsächlich kurz unser Kaninchen Steffi mit auf dem Bild, haben uns dann aber doch für das rein menschliche Bild entschieden… Am Ende haben wir dem Papa doch noch den Dreitagebart wieder entfernt, weil der so schnurrbartig aussah, dass es dann doch nicht so aussah wie in echt. Rasur in drei Sekunden – auch mal schön. Er wird sich vermutlich auch über das Deutschlandtrikot aufregen – aber Werder Bremen gab´s halt nicht, hehehe – und Fußball ist ja schon unser Leben.



Es lassen sich unter anderem verschiedene Sporttypen definieren.



Bei den Zwillingen ist aber vor allem unser Bungsi extrem gut getroffen, jeder wird ihn darauf erkennen. Wir zeigen ihn ja eigentlich hier nicht, aber auf diesem Bild kriegt ihr eine SEHR gute Vorstellung davon, wie er in Wahrheit aussieht.



Wir sind auf jeden Fall begeistert von diesem französischen Unternehmen, das nun auch den deutschen markt erobert. Ihr könnt zwischen einem Holrahmen für euer Familienbild und einer Leinwand wählen. Auch das gebt ihr einfach per klick an. Es ist echt super easy zu bedienen. Und wenn man an die Lacher denkt, die es beim Auspacken des Bildes geben wird – lohnt sich das doch allemal.



Probiert es mal aus: Unter https://www.verruecktefamilie.de. Das Coolste: Ihr bekommt das Bild eurer Familie dann auch als jpg per Mail, damit ihr es zum Beispiel als Facebook-Profilbild verwenden könnt. Wir dürfen euch dazu auch noch einen Rabatt anbieten: Mit dem Promo-Code MAMA10 bekommt ihr 10 Prozent Rabatt auf eure Bestellung!



Hier mein kostenloses Facebook-Cover-Bild als Beispiel 😉



Hier geht´s direkt zum Website Konfigurator: Konfigurator für euer eigenes Bild oder schaut auch gern mal bei Facebook, Instagram oder Youtube vorbei.
               
Verrückte Familie: Individualisierte Comic-Porträts der Liebsten | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vertragt-euch-doch-mal-fuenf-minuten
        Liebe Lisa, als ich mit meinem zweiten Kind schwanger war, schloss ich manchmal die Augen und stellte mir vor, wie die Geschwister wohl sein würden. Ich sah sie lachend zwischen Spielzeugbergen sitzen. Hand in Hand über Wiesen spazieren. Ich sah, wie meine Tochter sich schützend vor ihren Bruder stellen würde. Ich sah sie immer nur glücklich, einander zu haben. Was für dumme Gedanken – ich müsste es doch selbst besser wissen, schließlich habe ich selbst vier Geschwister und weiß, dass es bei uns auch Zoff gab.
Stichwort Zoff. Gestern war wieder so ein Tag, an dem ich den beiden am liebsten ein Köfferchen in die Hand gedrückt und ihnen gesagt hätte: „Schöne Wanderschaft, wir sehen uns dann in 4 bis 6 Monaten wieder.“ Denn seit dem Moment, an dem sie sich morgens das erste Mal sahen, zofften sie sich ununterbrochen.
Wer har mehr Saft?
Wer hat mehr Müsli in seiner Schale? Wer hat mehr Saft? Warum darf immer er an Deine Hand? Ich will aber jetzt mit dem Auto spielen! Er hat mein Bügelperlen-Bild kaputt gemacht. Ich will den Stift. Er hat mich gehauen. Er hat mich gekniffen. Er hat aber zuerst meinen Lego-Turm kaputt gemacht. Das ist seine Schuld. Ich war das aber nicht. Du bist blöd. Du bist kaka. Geh weg. Lass mich in Ruhe. Maaaaamaaaaaa. Er nimmt mir immer meine Puppe weg. Maaaamaaaaaa.
Zuerst versuchte ich zu schlichten, doch ich wurde immer genervter. Sagte „Wie kann es sein, dass Ihr Euch nicht fünf Minuten vertragen könnt?“ oder „Das ganze Zimmer ist voller Spielsachen, warum wollt Ihr jetzt ausgerechnet BEIDE diesem STIFT spielen?“ Es kam nicht an, ich hätte genauso gut japanische Grammatik erklären können. Kaum drehte ich mich um, schupste der Kleine die Große. Oder die Große kniff den Kleinen. Und immer wieder diesen durchdringende „Maaaamaaaaaa!“
Plötzlich war Ruhe
Irgendwann habe ich die beiden tatsächlich rausgeschmissen. Drückte ihnen im Garten zwei Rechen in die Hand und sagte: „Ihr fegt jetzt hier die Blätter zusammen.“ Und tatsächlich – plötzlich war Ruhe. Das Klingeln in meinen Ohren ließ nach. Die Sonne schien vom Himmel, ihre bunten Mützen leuchteten. Sie rechten das Laub, sammelten die schönsten Blätter heraus, lachten und verstanden sich. Ich atmete tief durch. Ja, genau so hatte ich mir das immer vorgestellt zwischen meinen Kindern. Maaaamaaaaa. Der Kleine hat den Stock der Großen durchgebrochen. Sie heulte und schubste ihn in einen Blätterhaufen. Ich seufzte. Heute ist der Wurm drin.
Zurück drinnen versuchte ich, den Tag zu retten. Spielte Schule mit der Großen, während ich für den Kleinen die Eisenbahn aufbaute. Schrieb meinem Mann zwischendurch SMS mit: „Hier ist es eine Katastrophe. Miese Laune alle“. Dann trampelte die Große über die Schienen, der Kleine zog ihr dafür an den Haaren. Alle heulten, ich war kurz davor.
Letzte Rettung
Letzte Rettung Fernseher. Scheiss auf Vorsätze. So schaffte ich mir 40 Minuten Ruhe, bevor der Mann nach Hause kam. Als er die Tür aufschloss, lagen die beiden händchenhaltend und selig vor der Glotze. „Ich weiß gar nicht was Du hast, die sind doch völlig friedlich“, sagte der Mann. Da war ich kurz davor, mein Köfferchen zu packen und zu sagen: „Wie sehen uns in vier bis sechs Monaten wieder.“ Stattdessen habe ich abends mal wieder eine Zigarette geraucht und ein großes Bier getrunken. Das half tatsächlich. Denn als ich vor dem Schlafen in die Betten der Kinder guckte, fand ich, ich hätte die süßesten Streithähne der Welt. 
 
 
Foto: itlookslikemaik / photocase.de
               
"Vertragt Euch doch mal fünf Minuten!" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/verzweiflung-pur-mein-baby-schrie-wochenlang-durch
       
Ich glaube, ich war in meinem Leben noch nie so verzweifelt, wie in den Tagen und Nächten mit meinen drei schreienden Kindern. Weil gefühlt nichts half, weil ich nichts anderes hörte als Geschrei. Tagaus, tagein, ohne jeden ersichtlichen Grund.



In den ersten Wochen dachte ich noch, dass das alles normal sei, Babys weinen halt. Aber mit der Zeit ging mir das Weinen an die Substanz. Weil ich nichts mehr machen konnte, ohne dass mich jemand anschrie. Ich wollte Freundinnen anrufen und musste auflegen, weil mir ins Ohr gebrüllt wurde.



Ich wollte mich mit Menschen zum Spazierengehen treffen und sagte ab, weil meine Kinder schon zuhause so brüllten, dass ich mich gar nicht traute, mit ihnen rauszugehen. Egal, was ich auch versuchte, alles wurde mit Schreien quittiert.



Nie war ich gut genug, nie war das, was ich tat, gut genug.



Oft fragte ich meine Kinder, mehr oder weniger laut, was ich denn bitte noch für sie machen sollte. Ich täte ja schon alles, wieso das nicht genüge. Quittiert wurde dies, natürlich, mit noch mehr Geschrei. Warum kann ich mein Kind nicht beruhigen? Ich las in Büchern, Zeitschriften, Blogs und verstand nicht, warum mir nicht gelang, was da stand: die Bedürfnisse des Babys erkennen, adäquat befriedigen und zufrieden miteinander wachsen. Davon war ich kilometerweit entfernt.



Woran ich nie gedacht hatte: All diese Ratgeber und Hinweise beziehen sich nicht auf untröstlich weinende Kinder. Weil ich meinen Denkfehler an der Stelle aber nicht erkannte, machte ich mir selbst einen enormen Druck, das vermeintlich Richtige zu tun. Und das war, laut diesen Büchern und Zeitschriften, das Baby schnell zu beruhigen. Was Quatsch ist, weil »schnell« mit einem viel weinenden Baby gar nichts funktioniert.



Ich glaubte irgendwann nicht mehr, dass diese Zeit je enden würde.



Ich war der festen Überzeugung, dass mich meine Kinder für den Rest unseres Lebens anbrüllen würden. Jeder Tag war so unglaublich belastend, dass ich gar nicht weiter als bis zum nächsten Morgen denken konnte. Wenn man die Erfahrung noch nie gemacht hat, dass das Schreien tatsächlich irgendwann aufhört (und das tut es, glaube mir), dann ist es schwer, nicht zu verzweifeln.



Erst beim dritten Kind hatte ich die Gewissheit, dass ich nicht mehr tun konnte als das, was ich tat. Die Verzweiflung wurde kleiner, aber in vielen Situationen war ich doch angespannt und ängstlich. Ich merkte, dass ich im Kopf die Tage zähle. Nur noch fünf Tage, dann sind wir in Woche sieben, alle Ratgeber sagen, dann wird es besser. Nur noch 10 Tage, dann sind drei Monate um, dann wird es besser. Nur noch 25 Tage, dann sind sechs Monate um, dann hört es bestimmt auf. So rettete ich mich von imaginärer Frist zu imaginärer Frist.



Und immer, wenn das nächste »Datum« bevorstand, war ich ganz euphorisch, weil meine Vorfreude, dass es jetzt besser werden würde, so groß war. Das Loch, in das ich anschließend fiel, weil sich nichts änderte, wurde mit jedem Mal tiefer.



Ich glaube, auch weil die Gesellschaft das Leben mit Kindern, die Babyzeit, so besonders glorifiziert, weil es abgetan wird als etwas, das uns allen total leichtfallen sollte, ist es umso härter für uns, wenn dem nicht so ist.



Wie oft versuchst du, den Schein zu wahren, dass bei dir zuhause alles klappt?



Wenn mich jemand gefragt hat, wie es mir geht, dann habe ich schon von Müdigkeit erzählt und davon, dass ich das alles nicht so gut hinbekomme. Aber meist wurde das abgebügelt als Probleme der Anfangszeit. Wie verzweifelt ich wirklich war, das wussten nur sehr wenige Menschen. Auch, weil ich es gewohnt war, zu funktionieren. Eine gute Mutter beschwert sich nicht, sie findet Lösungen.



Was für ein Blödsinn. Es gibt schließlich nicht die eine Lösung, auch, weil dein Kind kein Problem ist. Such dir Unterstützung!



Was in der Tat ein Problem ist, ist fehlende Unterstützung.



Vielleicht hat dir auch schon jemand gesagt, dass es früher keine viel weinenden Babys gab, dass Mütter früher nicht so ausgebrannt und verzweifelt waren. An der letzten Erkenntnis ist viel Wahres dran, die ersteist absoluter Blödsinn. Wie ist das bei dir? Hast du andere Menschen um dich herum, die dir dein Baby mal abnehmen, damit du zur Ruhe kommst?



Ich hatte das nicht, es gab nur meinen Mann und mich. Ich fühlte mich wie die furchtbarste Mutter der Welt, weil mir scheinbar nichts gelingen wollte. Weil ich so viel Angst davor hatte, dass mein Kind entweder in der Öffentlichkeit unstillbar weinte und ich es nicht trösten konnte, oder aber dass mich alle für eine unfähige Mutter hielten, ging ich immer seltener raus. Ich limitierte meine Kontakte und kämpfte mich mehr oder weniger allein durch diese Zeit.



Oft wanderte ich nachts mit dem weinenden Baby auf dem Arm durch unsere Wohnung und ließ meinen Tränen freien Lauf.



Ich kam mir vor wie der einsamste Mensch auf der Welt.



Einsam und unfähig, denn andere Kinder weinten nicht so viel wie meine.Diese Mischung aus negativen Gedanken brachte mich an meine Grenzen. Und dagegen half nur: Reden, mit Menschen, denen ich vertraue.



Du musst das nicht allein schaffen. Du musst vielleicht dein Baby allein versorgen, aber du musst die Last nicht allein tragen. Vertraue dich jemandem an, das ist keine Schande. Und wenn du in deinem Familien- und Bekanntenkreis niemanden findest, dann hol dir fachliche Unterstützung.



Es ist normal, dass du verzweifelst. Dass du an dir zweifelst, vielleichtauch daran, dass du eine gute Mutter bist. Mit diesen Sorgen bist du nicht allein. Aber lass dir von mir eines sagen: Eine gute Mutter erkennt man nicht daran, dass sie alles mit einem Lächeln hinbekommt, sondern daran, dass sie ehrlich zu sich selbst ist und zu ihren Gefühlen steht. Ein untröstlich weinendes Baby ist eine enorme Belastung. Wenig oder keine Hilfe zu haben, ist traurig und unfair. Um Hilfe zu bitten ist keine Schande. Und an der momentanen Situation zu verzweifeln, ist total nachvollziehbar.



Wichtig ist, dass du auf dich achtgibst und dir Hilfe suchst, bevor dir oder deinem Baby etwas passiert.







Dieser Text stammt aus dem Buch „Wie Du dein Schreibaby beruhigst“ von Andrea Zschocher. Die dreifache Mama ist eine liebe Bloggerkollegin von uns, wir empfehlen ihre Bücher und ihren Blog Runzelfüßchen sehr gerne. 



„Wie du dein Schreibaby beruhigst“ kannst du HIER bestellen 
               
Verzweiflung pur: Mein Baby schrie wochenlang durch |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vielen-dank-fuer-die-blumen-10-dinge-zu-denen-ich-mich-am-muttertag-selbst-beglueckwuensche
       
Ihr Lieben, wir hoffen, Ihr habt heute einen schönen Tag! Kolumnistin Caroline Rosales (sie hat vor Kurzem das dritte Kind bekommen) gratuliert ich hier mal selbst zum Muttertag:



Herzlichen Glückwunsch, dass Du auch an diesem schönen Muttertag die Nerven behalten wirst, wenn deine Kinder versuchen, Dir den Tag zu versüßen. Das heißt, Dich im Bett mit kochend heißem Kaffee verbrühen werden, die Aufback-Croissants nur noch Kohle und die Bastelarbeiten aus Ton oder Filz, nun ja, Geschmackssache sind. Ich danke Dir, dass Du auch dann noch geduldig bleiben wirst, wenn die guten Muttertagsvorsätze Deiner Kinder bereits um 9.30 Uhr wieder verflogen sind und Du die Spülmaschine wie gewohnt gelangweilt selbst ausräumst. Ich danke Dir, dass Du daraufhin in der Lage bist, Deiner gesunden Wut Ausdruck zu verleihen und dem Papi sagst, dass er jetzt seinen *** her bewegen soll, weil Du sonst auf Totalverweigerungsmodus wechselst. Sofort. Und für immer. Ich danke Dir, dass Du mittlerweile die Gelassenheit besitzt, Duschen zu gehen, auch wenn Dich dabei, das Baby in seiner Wippe durch die Scheibe der Duschkabine wütend und mitleidig anschaut. Ich gratuliere Dir, dass Du als Mutter von drei Kindern mittlerweile gelernt hast, Dir auch mal Zeit für Dich zu nehmen. Das gelingt Dir tatsächlich jeden Tag von 21 bis 21.13 Uhr. Ich bewundere Dich, wie Du Deinen Liebsten in den vergangenen Tagen auf subtile Art klargemacht hast, dass Du findest, dass „Aqua Allegoria Orange“ von Guerlain atemberaubend duftet, aber als Muttertagsgeschenk sicherlich zu teuer ist. Ich ziehe den Hut vor Dir, dass Du einfach weghören kannst, wenn Dich eine der Mütter vor der Schule mal wieder fragt, wo Dein zwei Monate altes Baby ist und ob man so ein kleines Kind schon mit der Großmutter alleine lassen sollte. Ich finde es großartig, mit welcher Souveränität Du Deinen Kindern Trockenobst und zuckerfreie Gummibärchen als „böse Süßigkeiten“ verkaufst. Einen Beifall verdienst Du auch für Deine Stringenz unter dem Jammern Deiner älteren Kinder immer Deine Filme im Fernsehen durchzusetzen. Fazit: Wer die Entertainment-Box zahlt, hält die Fernbedienung. Ich freue mich immer wieder zu sehen, wie Du nach Wochen der Isolation, seelisch unbeschädigt geblieben bist. Selbstlob hat sicherlich dazu beigetragen. 



Über Caroline Rosales:  Caro war früher mal die Stadt-Mama bei Stadtlandmama, heute schreibt sie Bücher, ist bei FUNKE Redakteurin und Autorin bei ZEIT Online, der NZZ und der NEUEN PRESSE in Österreich. 
               
„Vielen Dank für die Blumen“ – 10 Dinge, zu denen ich mich am Muttertag selbst beglückwünsche | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vier-frauen-ueber-ihre-ganz-persoenliche-mutterschafts-ueberforderung-und-was-ihnen-aus-dem-hamsterrad-half
       
Ihr Lieben, insgesamt haben sie 16 Kinder, die vier Damen vom Grill von MutterKutter, dem Magzin für Eltern, das vor allem auch auf Bewegtbild setzt (siehe Video am Ende dieses Interviews…. mega)!



Nun haben die Vier ein Buch geschrieben: Den Survival Guide für Mamas mit den besten Überlebensstrategien für den Familienalltag (Affiliate Link). Und wer könnte uns dazu Besseres erzählen, als Kerstin, Judith, Doro und Isabel – die eine Hebamme und Siebenfachmama, die andere Mamapsychologin, die andere TV-Reporterin und die nächste Frauenärztin (und Model, pssst!) mit fünf (z.Tl. Patchwork-)Töchtern. Wir haben die Damen zum Interview gebeten…



Die MutterKutter-Crew. Illustrationen: Verena Potthast, www.rundfux.de



Liebe Doro, ihr habt einen „Survival-Guide“ für Mamas geschrieben, fragen wir mal ganz provokativ: Hast du manchmal das Gefühl, deinen Familienalltag und alles, was dazu gehört, wirklich nicht zu überleben?



Doro: Ja, das hatte ich. Im Winter 2019 bin ich auf Notstromaggregat gelaufen. Ich hatte wenig Kraft und habe mich ständig überfordert gefühlt. Ich war unzufrieden, habe oft meine Familie angemault, was mich wiederum noch unzufriedener gemacht hat. Ich war mental gefangen im Mama-Hamsterrad.



Meine eigenen Bedürfnisse, wie Sport, mal ein Buch lesen oder Freundinnen alleine (ohne Kinder) treffen – die blieben auf der Strecke. Ich hatte das Gefühl, nur noch gegen die Uhr zu arbeiten und habe versucht, alle Aufgaben vormittags unter einen Hut zu kriegen (Job, Haushalt, Familienorganisation), was ja kaum möglich ist. Und wenn ich dann aus Zeitmangel mal eben schnell „nur runde Ecken gesaugt“ habe, bin ich in Tränen ausgebrochen. Dazu hatte ich das Gefühl, weder meiner Rolle als Mutter noch als Partnerin gerecht zu werden – weil ich so unentspannt war.



Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen kann und ich hatte Sorge, dass ich krank werde, wenn ich nichts ändere. Aus dieser Situation heraus habe ich einen Reporterbeitrag fürs Fernsehen produziert, in dem ich ehrlich aus meinem Alltag erzählt habe. Und der war wiederum mein #kickintheass für Veränderungen. Geholfen hat mir dabei unsere Isabel als Psychologin – mit ihrer Hilfe habe ich erst einmal mental entschleunigt und mir bewusst gemacht, was ich persönlich eigentlich brauche für meinen Alltag, um glücklich zu sein. Dazu gehören unter anderem Yoga, Fitness und mehr Schlaf (z.B. Handy abends aus machen, 30 Minuten früher ins Bett).



Kurz und knapp: I survived. Und manchmal sind es nur die kleinen Dinge, wie 15 Minuten spazieren gehen alleine, die mir Kraft geben. Und natürlich gibt es auch heute immer mal wieder Phasen, in denen ich denke: F***, das ist zu viel, das schaffe ich kaum und total nervös werde. Ich schmeiße dann ständig Sachen um, stolpere, verletze meine Zehen oder verpeile irgendwas (z.B. gebe ich dann meinen Bankpin bis zur Sperrung falsch ein). Dann rufe ich gerne unsere Kerstin an, die ja mit sieben Kindern alle Situationen durch hat, und die bringt mich dann zum Lachen. Heißt: Ich habe meinen Telefonjoker für meine nervösen Notfälle gefunden!



Dorothee Dahinden, Zweifachmama, TV-Reporterin und Herausgeberin von MutterKutter. Foto: Anne Seliger Fotografie



Nun geht es ja um einen entspannteren Umgang mit unserem viel zu voll gepackten Terminplan… Wie soll das gehen, wenn wir dann neben all den Gefühlsausbrüchen der Kinder auch noch Jobs haben und Elternabende und Hobbys der Kinder und und und?



Doro: In unserem Familienalltag heizen wir ja oft gefühlt mit 250 Sachen über die Aufgabenautobahn, um all die Dinge zu schaffen, die anstehen. Wir jonglieren uns zurecht, haben den Fokus auf den To Dos anstatt auf uns selbst. Ich glaube, dass es wichtig ist, im ersten Schritt einmal die mentale Bremse zu drücken, die Vogelperspektive einzunehmen und die Situation von Außen zu betrachten. Wir können uns an dieser Stelle – so paradox es vielleicht erst einmal klingen mag – fragen:



Was brauche ich eigentlich, um gesund durch den Familienalltag zu kommen? Wie kann ich mir mit kleinen Schritten gerecht werden? Wo kann ich mir Freiräume nehmen? Und: Wie kann ich meine Aufgaben entschlacken, entschleunigen und delegieren? An dieser Stelle möchte ich an unsere Kerstin übergeben, denn die ist quasi unser Profi im Delegieren und eben „nicht perfekt machen“. Von ihr habe auch ich viel gelernt.



Kerstin Lüking, Siebenfachmama, Hebamme und Buchautorin. Foto: Dorothee Dahinden



Kerstin: Mein Mann hat mir mal vor vielen Jahren den Satz gesagt: „Sag, was du willst, dann bekommst du, was du willst“. Mir ist das wirklich in Fleisch und Blut übergegangen! Ich war lange eine von den Frauen, die gedacht hat, dass man ihr doch alles von der Stirn ablesen müsste, was noch alles erledigt werden muss. Irgendwann war ich nur noch frustriert und schnell auf „Betriebstemperatur“, was das „verbale Zusammenfalten“ meiner Familie anbelangt hat.



Nachdem ich meinen Konversationsstil geändert und klar und deutlich geäußert habe, was ich von wem möchte, ging plötzlich alles viel besser und ich war irgendwie befreiter. Dazu habe ich ganz klar in einigen Bereichen die Perfektionistin in mir abgelegt. Ich bin auch eine tolle Mutter, wenn ich zum Kindergeburtstag einfach nur eine Spielzeugkiste auf dem Rasen auskippe und dem bunten Treiben von außen zuschaue.



Auch da war eine Begegnung mit einem Geburtstagsgastkind meines Sohnes prägend! Als das Kind nämlich von seiner Mutter abgeholt wurde, sagte es zu dieser: „Mama, das war der tollste Kindergeburtstag, den ich besucht habe. Wir durften einfach mal nur spielen und selbst entscheiden, was wir machen wollen!“ „Peng“, das war der Startschuss für den Mondaufenthalt meiner Perfektionistin, die mir jahrelang im Nacken saß.



Hast du manchmal das Gefühl, in all dem Wust an Anforderungen selbst auf der Strecke zu bleiben und welche sind deine ganz persönlichen Strategien, um dabei nicht durchzudrehen?



Doro: Es ist viel besser geworden. Ich habe heute akzeptiert, dass es auch mal eine Woche oder zwei gibt, in denen ich nicht so viel Raum habe, wie ich bräuchte – der Unterschied zu früher ist, dass ich gelernt habe, meine Bedürfnisse im Blick zu behalten und aufzuschreien, bevor ich aus den Latschen kippe. Ich habe – wie die meisten Mütter – eben nicht dieses familiäre Dorf vor Ort. Aber ich habe gelernt, meine FreundInnen oder andere Mamas um Hilfe zu bitten, wenn es brennt und ich eine Betreuung oder einen anderen Service brauche, um den Alltagsaufgaben gerecht zu werden.



Dazu hat sich ein Wort von unserer Judith eingebrannt – sie schreibt mir in Stresssituationen gerne: Atme, Doro! Das hilft mir. Ich setze mich hin, atme tief durch und sortiere mich einmal innerlich. Genauso mein Sport, den ich – komme, was wolle – inzwischen regelmäßig mache. Corona hat uns da natürlich alle nach hinten geschleudert und in eine Extremsituation gebracht – seitdem habe ich mir angewöhnt, meine Tochter beim Laufen mitzunehmen. Sie fährt Fahrrad, ich muss los, weil ich es gesagt habe – und ich laufe auch keine Abkürzungen mehr, weil ich sonst höre „Mama, nun komm!“.



Der Survival Guide für Mamas. (Affiliate Link)



Nun gebt ihr – ihr habt das Buch ja als MutterKutter-Crew geschrieben – auch richtig konkrete Servicetipps. Zum Beispiel, wie wir unseren Haushalt mit fünf einfachen Handgriffen wieder in den Griff kriegen – könntest du mir die (unter der Hand und für mich ganz persönlich) eventuell schon mal verraten?



Doro: Ha, unsere Haushaltsdompteurin ist ganz klar unsere Kerstin. Sie ist unter Woche mit sechs Kindern alleine (ohne ihren Mann) und hat super Tricks im Gepäck…



Kerstin: Wir sind der festen Überzeugung, dass es wichtig ist, sich eine gewisse Tagesstruktur zurechtzulegen. Das fängt eigentlich schon morgens gleich nach dem Aufstehen an. Um noch ein wenig mehr „Me-Time“ zu haben, wird der Wecker einfach etwas früher gestellt, damit der erste Kaffee noch in Ruhe und ohne Familienmitglieder getrunken werden kann. Danach laufen viele Dinge schon parallel: bevor man die Schulbrote schmiert, wird schon die Waschmaschine gefüttert.



Die Einkäufe werden gleich erledigt, sobald die Kindergarten-oder Schulkinder abgeliefert hat. Supermärkte haben in der Regel schon ab 7/ 7.30 Uhr geöffnet. Dann bin ich mit diesem Punkt meiner To-Do-Liste um 8.15 Uhr schon fertig. Die Waschmaschine übrigens auch. Um 9 Uhr beginnt zum Beispiel mein Arbeitstag, bis dahin habe ich schon eine ganze Menge erledigt und bin schon mal zufrieden. Als Grundregel kann man, davon bin ich überzeugt, sagen, dass alles, was man vor 9 Uhr nicht schafft, an diesem Tag auch nicht mehr wirklich stressfrei nachgeholt werden kann. Es gehört ein wenig Selbstdisziplin dazu, aber es läuft dann irgendwann richtig gut.



In unserem Buch hacken wir außerdem sehr beharrlich auf dem Thema „Netzwerken“ rum. Wir geben ganz konkrete Tipps, wie man sich sein persönliches Dorf aufbaut, auf welches man im Notfall und bei Bedarf immer zurückgreifen kann. Wir möchten den Müttern Mut machen, Hilfe anzunehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Denn eins ist klar, wir müssen als Mütter nicht immer alles alleine machen. Wäscheberge können auch gerne von einer ambitionierten Oma übernommen werden.



Und was mach ich, wenn mein Kind bei den Hausaufgaben – und vor allem im Homeschooling – komplett dicht macht, mich anpflaumt und ausnahmslos unkooperativ ist? Kennt ihr das selbst?



Dr.  Judith Bildau, Frauenärztin, Medizinjournalistin, Model und Fünffachmädchenmama. Foto: Dorothee Dahinden



Judith: Natürlich kennen wir das! Und diese Situationen können einen in die schiere Verzweiflung treiben. Das Problem ist meist der Teufelskreis, der genau in diesen Momenten losgeht: Kind lustlos, wir genervt, Kind macht komplett dicht, wir werden hektisch, Kind wird noch unkooperativer. Am Ende gibt es nicht selten Geschrei und Tränen- auf beiden Seiten.



Wichtig ist es hier, gleich ganz am Anfang einzuhaken und nicht in altbekannte Muster zu verfallen. Ganz ehrlich: Homeschooling ist eine krasse Nummer für viele unserer Kinder. Sie vermissen ihre Freunde, den Austausch, die ganze Gemeinschaftsatmosphäre der Schule und Unterricht mit der eigenen Mama ist dazu auch noch wahnsinnig anstrengend.



Schauen wir Eltern also genau in diesem Moment mit einem liebevollen und verständnisvollen Blick auf unsere Kinder, ist schon viel gewonnen. Und dann macht es Sinn, immer ‚kleine‘ Ziele zu stecken. „Nach Mathe machen wir zusammen Pancakes, dann werden wir wieder wacher, dann geht’s weiter mit Deutsch!‘. Klar ist das auch für uns anstrengend, aber leider ist die Situation gerade vielerorts so wie sie ist und deswegen bedarf es gerade kreativer Lösungen.



Kerstin: Ich habe mir abgewöhnt, mich darüber aufzuregen. Es ist alles Energieverschwendung. Wenn ein Kind der Meinung ist, gerade keine Lust zu haben, wird eine Pause gemacht. Dann wird erst gespielt oder im Garten geturnt. Ich weiß, dass ich mich immer 100 Prozent auf meine Kinder verlassen kann, und dass am Abend alles erledigt ist. Die Kinder haben eben alle einen unterschiedlichen Rhythmus. Der eine lernt besser am Morgen, der andere besser am Abend. Darauf muss man sich ein wenig einstellen. Dann klappt der Rest ganz von alleine.



Isabel Huttarsch, Mütterpsychologin und Zweifachmama. Foto: Dorothee Dahinden



Isabel: Auch auf die Gefahr hin, dass meine Antwort jetzt nur ein müdes Lächeln hervorruft: Pause. Atmen & annehmen. Wenn dein Kind dicht macht, hat es seinen ganz individuellen Grund dafür – auch, wenn du ihn gerade vielleicht nicht sehen kannst. Das Wertvollste, was du in frustrierenden Situationen wie diesen tun kannst – und zwar für dein Kind und für dich selbst – ist Erwartungen loslassen.



Dabei kommt einer der wenigen Vorteile beim Homeschooling zum Tragen: wir müssen uns nicht zwingend an ein vorgegebenes Stundenraster halten, sondern können unseren Tagesablauf an einigen Stellen flexibel an unsere Bedürfnisse anpassen – und zwar an die unserer Kinder und unsere eigenen. Lasst uns darüber hinaus nicht vergessen, dass die aktuelle Homeschooling-Situation nach wie vor eine herausfordernde Ausnahmesituation ist, die unfassbar viel von uns fordert. Weder wir noch unsere Kinder konnten sich darauf vorbereiten geschweige denn mitentscheiden in diesem Prozess.



Kaum jemand von uns hat sich freiwillig auf diese Situation eingelassen. Und so ist es auf allen Seiten mehr als menschlich, wenn es zu Frust und Unlust bekommt. Also: Nimm den Druck raus. Geh in die Vogelperspektive und mach dir klar, dass unsere Kinder von Natur aus kooperative Wesen sind. Manchmal braucht das nur ein bisschen mehr Raum, Zeit und Ruhe als sonst.



Ihr weist auch auf Sex als Auszeit hin – nun wird da ja mit größeren Kindern nicht einfacher, weil sie länger wach bleiben und man ihnen im Falle des Erwischtwerdens auch nichts mehr von „Papa musste mal pusten, weil Mama Aua hat“ – erzählen kann. Erzählt doch mal… gibt ́s da gute Strategien?



Judith: Also, einer meiner Lieblingssprüche ist ja „Kinder haben ein Recht auf glückliche Eltern“. Ich persönlich kenne kein Elternpaar, dass glücklich damit ist, wenn es ohne Pause, rund um die Uhr und ständig die eigenen Kinder umsorgt. Klar, die Kinder sind immer das Wichtigste und meist machen sie uns Eltern grundsätzlich glücklich, aber es ist eben wichtig, dass wir auch Bereiche nur für uns haben, nur für uns Erwachsene, wo wir unsere Energie auftanken, und fallenlassen und auch mal gehen lassen können.



Ein Beispiel dafür ist auch: Platz und Zeit für ein ungestörtes Sexleben. Und das macht im Zweifel nur halb so viel Spaß, wenn ständig die Sorge besteht, dass eins der Kinder reinkommt. Also müssen sich bewusst Freiräume geschaffen werden, damit auch unsere elterlichen Bedürfnisse gestillt werden, zum Beispiel eine Übernachtung bei Oma und Opa oder Freunden, ein ‚Mittagsschlaf‘ für Mama und Papa Sonntagnachmittag, währenddessen die Kinder ein bisschen Fernsehen schauen dürfen, immer mal wieder eine kleine elterliche Auszeit übers Wochenende ohne die Kinder.



Kinder möchten glückliche Eltern, deswegen brauchen wir auch überhaupt kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir uns regelmäßig Qualitytime nur für uns nehmen und das, gerade wenn die Kinder schon etwas größer sind, auch erklären.



Kerstin: Ich finde, wir müssen als Eltern auch nicht immer eine offene Schlafzimmertür haben. Da darf man ruhig gelegentlich abschließen, was für größere Kinder auch ein Zeichen dafür sein sollte, dass man jetzt gerade nicht gestört werden möchte. Dieses Recht dürfen wir uns ruhig herausnehmen, da wir nicht immer 24/7 für alle parat sein müssen. Ein kleiner Geheim-Tipp von uns ist Sex am frühen Morgen, gemäß dem Motto: „Der frühe Vogel…“. Gerade Teenie-Eltern werden ihre Ruhe haben, da am gerade Wochenende die eigene Brut oft eher Langschläfer-Qualitäten aufweist. Danach noch einen Kaffee im Bett, bevor der Alltags-Wahnsinn wieder losgeht! Herrlich entspannend.



Wie kamt ihr auf die Idee zum Buch – ist das auch aus dem eigenen Bedarf nach etwas mehr Ruhe und Entschleunigung entstanden – und gab es dann auf dem Weg bis zum fertigen Werk Erkenntnisse, bei denen ihr dachtet: Wow, da hab ich jetzt selbst noch was gelernt?



Doro: Wir wollten unsere Erfahrungen und Lösungsstrategien, die wir gefunden haben, gerne weitergeben. Dazu hatten wir den Traum, etwas neben dem Online-Magazin in der „Hand zu halten“. Die Idee kam uns kurz nach dem TV-Beitrag – und da lag ein Überlebenshandbuch nahe. Wir wissen ja nicht nur durch unsere Arbeit auf MutterKutter, sondern auch durch unsere Jobs als TV-Reporterin, Hebamme, Frauenärztin und Mamapsychologin, dass es anderen Müttern ähnlich geht.



Und, ja: Ich habe tatsächlich bei den Texten der Mädels einiges dazugelernt, zum Beispiel wie ich eine innere Inventur mache, wie ich gut delegiere oder mein schlechtes Gewissen ablege. Richtig verinnerlicht habe ich Kerstins Kommunikationstipp: „Sag, was du willst, dann bekommst du, was du willst“ – darin habe ich mich regelrecht geübt und wende es nun privat und beruflich an. Klappt super!



Judith: Natürlich kennen wir alle diese Momente, wenn nichts mehr zu gehen scheint. Wir rennen im Hamsterrad und es ist einfach zu viel. Es brennt an allen Ecken und Enden. Wir wissen, wie sich das anfühlt. Und genau deshalb haben wir dieses Buch geschrieben. Für alle Mamas da draußen – und auch für uns. Der Austausch untereinander, während wir geschrieben haben, war Gold wert und hat uns natürlich auch viele Dinge vor Augen geführt. Am Ende ist dieses Buch entstanden und wir sind wahnsinnig stolz drauf, weil es eben neben persönlichen Erfahrungen auch viel fachliche Hilfen bietet. Wir wünschen uns sehr, dass es ganz viele Mamas erreicht, ja, und vielleicht auch gewisse Bereiche des Lebens verändern kann.



Isabel: Ich glaube, das Bedürfnis nach Ruhe und Entschleunigung liegt tief in uns allen und geht natürlich auch an uns Mutterkutter-Autorinnen nicht vorbei. Manchmal fühlt sich mein Alltag jedoch eher an wie eine abenteuerliche Suche nach einer kleinen Ruheinsel, die, tief im Ozean des ganz normalen Chaos verborgen, von unzähligen Anforderungen umspült wird und unerreichbar ist. Die wohl wichtigste Erkenntnis, die ich persönlich aus dem Schreibprozess mitnehmen konnte, ist folgende: Egal, wie hoch die Wogen gerade sind: gemeinsam geht es so viel leichter als alleine. Das gilt nicht nur für das Schreiben an sich, sondern natürlich auch für den Alltag als Familie. Keine wirklich neue Erkenntnis, aber eine wichtige, die mir in dieser Zeit noch einmal ganz bewusst geworden ist. Dorf ahoi!



Kerstin: Meine persönlichen „Waterloos“ hatte ich schon viele Jahre, bevor das Buch entstanden ist. Begriffen habe ich die Wichtigkeit der Entschleunigung und Ruhe nach einem Hörsturz und Burnout. Mit viel Kraft habe ich mich wieder in die Spur gebracht und fühle mich heute viel besser, da ich mehr auf mich achte. Heute sage ich ganz klar: Nein, nö, nöhöööö! Ich will das jetzt nicht! Auch das ist ein Thema im Buch. Es ist mir ein persönliches Anliegen, den Frauen das näher zu bringen. Ihnen zu sagen, wir haben nur ein Leben und eine Gesundheit.



Passt auf euch auf, regt euch nicht über jeden Mist auf und reibt euch nicht für andere Leute auf, die euch eigentlich den Buckel runterrutschen können. Insofern habe ich für meinen Teil viele meiner Erfahrungen aufgeschrieben und habe mir dabei aber die Wichtigkeit nochmal besser verinnerlichen können.




https://www.facebook.com/watch/?v=229991808404559&extid=iTL6Fs6rsS9NrxNC

               
Vier Mütter über ihre Überforderung im Familienalltag - und was ihnen hilft
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vier-jungs-ein-maedchen-wir-bekamen-fuenf-kinder-in-neun-jahren
       
Liebe Eva, du hast fünf Kinder – in welchem Abstand hast du sie bekommen – wie alt sind sie jetzt?



Wir haben in neun Jahren fünf Kinder bekommen. Daniel ist jetzt 9, David 7, Dinah – unser einziges Mädchen – ist jetzt 5. Manuel ist 3 und Benjamin jetzt 6 Monate alt. Mein Mann und ich sind 33, wir haben relativ früh angefangen und sind mit dieser Entscheidung sehr glücklich.



Wie sind denn die Reaktionen in eurem Umfeld, wenn ihr mit fünf Kindern auftaucht?



Ich muss sagen, dass wir eigentlich kaum negative Reaktionen bekommen. In unserem näheren Umfeld kennen uns die Menschen ja und reagieren eigentlich sehr nett. Viele fragen nach, wie das bei uns alles so läuft, aber eher, weil sie es toll finden oder es sich nicht vorstellen können. Natürlich wird man oft angeguckt, wenn man mit der ganzen Familie unterwegs ist und die Leute fragen auch schon mal nach, ob das alles unsere Kinder sind.



Blöde Sprüche habe ich bisher nur vereinzelt gehört. Das ist mir dann aber auch ziemlich egal. Besonders ältere Menschen freuen sich häufig sehr, wenn sie uns sehen und erzählen von ihrer eigenen Familie. Früher war es eben normal in einer großen Familie aufzuwachsen. Von vielen Müttern höre ich auch, dass sie eigentlich gerne noch weitere Kinder gehabt hätten.



Nun haben es ja in Städten sogar
schon Familien mit drei Kindern schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden – wie
macht ihr das? Wie lebt ihr und klappt das gut?



Ja, das Thema Wohnraum für Großfamilien ist leider schwierig. Ich lese immer wieder von Familien, die jahrelang auf der Suche sind. Wir wohnen eher ländlich, zwischen Köln und Bonn. Aufgrund der Nähe zu diesen zwei beliebten Städten, die beide Universitätsstädte sind, ist auch hier der Wohnraum nicht günstig.



Wir haben vor ein paar Jahren ein
Einfamilienhaus mit Garten gekauft. Mittlerweile wird es auch bei uns etwas
eng, sodass wir in der nächsten Zeit anbauen werden. Momentan möchten die
Kinder noch keine eigenen Kinderzimmer und teilen sich jeweils zu zweit ein
Zimmer. Wenn der Anbau fertig ist, wird jedes Kind ein eigenes Zimmer haben. Sobald
ein bestimmtes Alter erreicht ist, finde ich es wichtig, dass jeder einen Rückzugsort
für sich hat.



Wer hilft dir und deinem Mann im
Alltag. Wenn ich mir allein die Wäscheberge und Essensportionen vorstelle,
könnt ich schon vor Respekt vor dir in die Knie gehen…



Unseren Alltag stemmen wir unter der
Woche allein. An den Wochenenden hilft häufig meine Mutter bei der
Kinderbetreuung, da die zwei großen Jungs Fußball spielen. Das ist mit vielen
Terminen und Fahrerei verbunden und nicht immer haben die kleinen Geschwister
Lust mitzukommen. Für diese Hilfe sind wir sehr dankbar und die Kinder lieben
es, Zeit mit Oma zu verbringen.



Die Wäscheberge sind mein persönlicher Endgegner 😉 Das kann ganz schön frustrierend sein, wenn man mehrere Maschinen pro Tag wäscht und der Berg abends wieder fast genauso groß ist. Aber es gibt Schlimmeres und das gehört eben dazu, wenn man einen großen Haushalt hat.



Unter der Woche essen die Kinder in der Schule und im Kindergarten. Wir essen immer gemeinsam zu Abend und legen viel Wert darauf, an den Wochenenden gemeinsam zu Mittag zu essen. An die Portionen gewöhnt man sich schnell. Allerdings frage ich mich jetzt schon, wie das wird, wenn alle in der Pubertät sind…



Du hast deine Kinder im Studium bekommen. Wie gut hat das funktioniert und könntest du das weiterempfehlen?



Ja, ich bin nach dem ersten Semester
mit meinem ersten Kind schwanger geworden und stand bei der Examensprüfung kurz
vor der Geburt von Nummer vier. Danach habe ich das Referendariat begonnen und
bin in dieser Zeit mit Kind fünf schwanger geworden.



Für mich war es definitiv die richtige Entscheidung, da ich mich nicht zwischen Familie und Beruf entscheiden wollte. Ich hatte damals schon einen starken Kinderwunsch. Es war jedoch eine sehr anstrengende Zeit und ich habe natürlich auf viele Dinge verzichtet, die das Studentenleben bereithält. Wenn andere nach den Vorlesungen noch gemeinsam losgezogen sind, musste ich schnell weg, um die Kinder abzuholen. Abends hatte ich dann auch keine Zeit für Verabredungen, weil ich erst lernen konnte, wenn die Kinder schlafen. Aber das war für mich in Ordnung, ich habe es mir ja selbst so ausgesucht.



Ob ich das weiterempfehlen kann? Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich hatte das Glück, dass mein Mann schon Geld verdient hat. Wenn beide Eltern studieren ist die Situation sicher schwieriger. Wenn man es wirklich will, sind Organisation, ein gutes Betreuungsnetz für die Kinder und ein gewisses Maß an Selbstdisziplin schon mal die halbe Miete. Es gibt immer einen Weg…



Du arbeitest heute als
Sonderpädagogin an einer Grundschule. Du kümmerst dich also AUCH NOCH beruflich
um Kinder. Was geben sie dir?



Richtig. Ich habe mein Referendariat an einer Förderschule für Kinder mit geistiger Behinderung gemacht und bin dann anschließend an eine Grundschule gegangen. Zurzeit bin ich in Elternzeit. Meine Schüler geben mir sehr viel. Ich habe diesen Beruf gewählt, da es mir am Herzen liegt, dass die Kinder, die es in der Schule nicht so leicht haben, nicht untergehen. Es ist toll zu sehen, wenn ein Kind Fortschritte macht. Oft arbeitet man lange an einem Thema und der Moment, in dem das Kind plötzlich versteht und seinen eigenen Erfolg wahrnimmt, erfüllt mich einfach mit Freude. Das ist so wichtig für die Kinder und stärkt deren Selbstbewusstsein.



Wenn wir das richtig gelesen haben,
ist deine Familienplanung mit fünf Kindern noch nicht abgeschlossen….



Ich könnte mir durchaus noch ein bis
zwei weitere Kinder vorstellen. Jetzt steht aber erstmal unser Bauprojekt an.
Ich bin auch Pflegekindern gegenüber nicht abgeneigt. Mal sehen, was das Leben
für uns noch bereithält. Ich vertraue da auf Gott und dass er uns schon den
richtigen Weg zeigen wird…



Was schätzt du am meisten an deiner
Familie?



Hier kann jeder so sein, wie er ist und man ist niemals allein. Jeder ist für jeden da und wir unterstützen uns gegenseitig. Ich bin selbst ohne Geschwister aufgewachsen. Umso mehr genieße ich das wuselige Leben in einer großen Familie.




               
Großfamilie: Wie klappt das Leben mit fünf Kindern?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vier-jungs-und-ein-traumhaus-am-deich-interview-mit-claudia-von-was-fuer-mich
       
Liebe Claudi, wer dir auf Instagram folgt oder deinen Blog „was für mich“ liest, kennt Deine wunderschönenFamilien-Fotos. Darauf sieht immer alles sehr harmonisch aus – bitte sag uns, dass bei Euch auch manchmal das Chaos und der Geschwister-Zoff tobt!



Na klar gibt’s auch bei uns Streit, alles ganz normal hier. Vor allem gibt es Zoff um Kleinigkeiten: Wer darf jetzt gerade die Schere, wer bekommt den Lieblingsbecher, wer deckt den Tisch? Klar denke ich oft: „Ach kommt, ist doch total egal!“ Aber das ist es für sie eben nicht. Nachdem ich im Urlaub gut Kraft getankt und es echt derzeit wirklich genieße, dass der Alltag läuft, stecke ich meine Kraft unter anderem darin, mit ihnen Streiten zu üben, Kompromisse zu finden, lernen zu sagen, was man möchte und wie man sich fühlt. Das eigentliche Problem ist ja oft gesehen werden zu wollen. 



Du hast vier Jungs – was ist das Tollste an dieser Rasselbande? 



Zu sehen, wie unterschiedlich sie sind: ein Geschlecht, eine Familie und dennoch so verschieden. Das ist so toll. 



Ihr wohnt traumhaft gleich hinter dem Elbdeich. Warum seid ihr von Hamburg raus aufs Land gezogen?Wir sehnten uns nach Platz und nach Freiheit. Ich liebe es, dass die Kinder sich frei bewegen können, während ich andere Dinge tue. 



Für uns uns Eltern waren die letzten Monate eine ganz schöne Herausforderung. Was hat Dich in der ganzen Corona-Zeit an deine Grenzen gebracht und was hast du aber auch dadurch gelernt?Meine Kinder selbst unterrichten war schwer. Ich hatte da vorher eine sehr rosige Vorstellung von, habe aber gemerkt, dass das für uns gar nichts ist. Ich fand den Spagat zwischen Familie und Job wirklich hart – gleichzeitig hat mir die Zeit gezeigt, wie sehr ich meine kreative Arbeit liebe: mein Blogazin, meine Buchartikel – das ist nicht nur meine Arbeit, sondern auch wirklich „was für mich!“ 



Jetzt gibt es auch eine berufliche Neuigkeit von dir – du hast „Hip Hip Hurra – Mein Geburtstagsbuch“ herausgebracht. Erzähl mal, was es damit auf sich hat. 



Wie sicher viele Eltern hatte ich mir immer vorgenommen, wunderschöne Erinnerungsalben für meine Kinder anzulegen. Ich legte mit regelmäßig Blankobücher auf den Nachttisch, hochmotiviert sie auszufüllen. Und dann war ich abends doch so müde. Wochen später fand ich sie unbeschrieben unter einem Haufen Zeitschriften, Kuscheltieren und auf links gezogenen Schlafanzughosen. 



Vor allem an den Geburtstagen meiner Kinder wurde ich dann immer sentimental: schon wieder ein Jahr rum. Irgendwann war die Idee da, für ein Erinnerungsbuch, das man nur einmal im Jahr, immer rund um den Geburtstag ausfüllt. Gern als Ritual mit dem Kind zusammen. Es gibt darin Fragen zum Geburtstag und der Feier – aber auch lustige, nachdenkliche und vor allem kreative Fragen zum restlichen Lebensjahr. Außerdem gibt es für jedes Lebensjahr eine Bastelidee – von 0 bis zum 18. Geburtstag. Wenn es fertig ist, ist es ein Gesamtkunstwerk und das ohne, dass man besonders bastelbegabt sein muss. Es ist echt ein Herzensprojekt. Letztes Jahr ist ja auch dein Kochbuch „Barfuß in der Küche“ erschienen. Und da wir ja immer auf der Suche nach tollen Familienrezepten sind: Was ist dein absolutes Lieblingsessen und welches das von deinen Kids? 



Wir sind immer noch hin und weg über diesen Erfolg. Dass wir es als minikleiner Verlag schaffen, so viele Bücher zu verkaufen und dass das Buch so gut ankommt, dass hätten wir nie zu träumen gewagt. Es ist allerdings schwierig, ein Lieblingsrezept rauszusuchen, denn das ganze Buch steckt ja voll davon. Gestern gab es bei uns auf jeden die Zimtschnecken aus unserm Buch. Und die Kinder fragen vielleicht am Häufigsten nach den Spaghetti mit Fleischklößchen. Es blubbert jedes Mal noch aufgeregt in meinem Bauch, wenn ich in meinem eigenen Kochbuch nach Rezepten suche. 



Und weil wir „Hipp, hipp, Hurra“ so toll finden, dürfen wir drei Exemplare an Euch verlosen. Schreibt uns einfach in die Kommentare, wann Ihr das letzte Mal HURRAAAAA gerufen habt :-). Das Los entscheidet dann!




               
Interview mit Claudia von "was für mich": Ihr neues Geburtstagserinnerungsbuch | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vom-gefuehl-keine-kontrolle-mehr-zu-haben
       
Dieses Jahr hat es in sich. Blödes Corona, blöder Lockdown, blödes Homeschooling, blöde Reisewarnung, blöder R-Wert, blödes 2020.



Ja, so ist die Stimmung bei uns an manchen Tagen. Und immer wieder fragen wir uns – oder werden wir gefragt – was wir aus diesem Jahr an Erkenntnissen mitnehmen.



Bei mir stellt sich dieses Jahr heraus, wie schwer ich ich damit tue, die Kontrolle abzugeben. Dabei dachte ich bisher gar nicht, dass ich so ein Kontroll-Freak bin, fand mich eigentlich recht spontan und gechillt.



Um ehrlich zu sein, stimmt das nicht so ganz. Das Schwerste an dieser Zeit ist für mich die Unsicherheit. Wie geht alles weiter? Was darf ich wann noch? Ist diese Reise noch möglich? Sind die Kinder dann noch in der Schule?



Immer wieder habe ich in diesem Jahr Pläne verwerfen müssen, konnte meine Geschwister nicht sehen, mein heiß ersehntes Yoga-Wochenende nicht antreten, unser Dänemark-Urlaub musste zweimal abgesagt werden, eine Taufe konnte nicht stattfinden, ebensowenig wie mein Abitreffen und viele viele berufliche Termine.



Klar, das sind alles keine Dinge, die lebensnotwendig sind, aber sie halten uns psychisch gesund. Weil wir Kontakt zu anderen Menschen brauchen, weil wir von Zusammentreffen zehren, weil sie uns stark machen und uns Halt geben.



Ich fand es besonders schwer, nichts daran ändern zu können. Wir Mütter sind ja gewöhnt, immer agieren zu können, Lösungen zu finden. Dieses „Du musst es nur richtig wollen, dann klappt das auch“ kennen ja viele von uns. Wir sind es gewohnt, jeden Tag so viele verschiedene Dinge zu organisieren, zu planen, zu schaffen.



Doch diesmal war es anders. Wir sind gezwungen, unser Leben den äußeren Umständen anzupassen und haben ganz viel eben NICHT selbst in der Hand.



Ich tue mich unheimlich schwer damit, diese Kontrolle loszulassen. Zu sagen: Es kommt, wie es kommt und ich kann nichts daran ändern.



Vielleicht ist das meine Erkenntnis des Jahres und mein Learning. Loslassen. Nicht immer alles beeinflussen wollen.



Und jetzt interessiert mich: Was habt Ihr in den letzten Monaten gelernt über Euch selbst gelernt?
               
Corona-Jahr: Vom Gefühl, keine Kontrolle mehr zu haben
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vom-richtigen-blick-auf-die-dinge
        Liebe Lisa, wir hatten bisher keine besonders gute Woche. Alle verschnupft, mit dickem Kopp, genervt vom Wetter und irgendwie unzufrieden. Die Kinder waren unausgelastet und nölig – schon das letzte Wochenende zog sich wie Kaugummi. Gestern Abend, als beide Kids in der Badewanne saßen, hockte ich erschöpft auf  einem Hockerchen davor und überlegt mir, ob ich die Streithähne einfach mit dem Badewasser den Abfluss runter spülen könnte. „Für dieses Dauer-Gezeter habe ich also mein schönes altes Leben aufgegeben“, maulte ich innerlich. „Ich will ins Bett, an meiner fiesen Erkältung rumleiden, Serien gucken und mir die Decke über den Kopf ziehen.“ Kurz: Ich fand alle und alles blöd.
Dann klingelte das Telefon. Eine Freundin von mir war dran. Sie ist in der 12. Schwangerschaftswoche und in den nächsten Tagend steht die Nackenfaltenmessung bevor. Und meine Freundin hat Angst. Erstens ist sie „schon“ 37 und zweitens trägt sie eine ordentliche Last auf ihren Schultern. Sie hat bereits einen 5-jährigen Sohn und wünschte sich immer ein zweites Kind. Doch sie wurde und wurde nicht schwanger. Mit hormoneller Unterstützung klappte es irgendwann doch, aber sie verlor das Baby in der 8.SSW. Und kurz darauf noch eins in der 10. SSW. Diese Schicksalsschläge hat sie bis heute nicht ganz überwunden- verständlicherweise. Wichtig sei es jetzt, positiv zu bleiben, machen wir uns nun Mut und wir sind sicher, dass diesmal alles gut gehen wird.
Und als sie mir dann erzählte, dass es ihr größter Wunsch sei, zu sehen, wie ihre zwei Kinder miteinander spielen, guckte ich in die Wanne, wo meine beiden saßen. Und fühlte mich schäbig. Was hatte ich für ein Glück, zweimal schnell schwanger geworden zu sein und niemals einen Abgang oder eine Fehlgeburt erleben zu müssen. Was habe ich für ein Glück, dass meine Kinder ein Geschwisterchen haben, das sie (wenn alles gut geht) ein Leben lang begleitet.
Als meine Freundin aufgelegt hatte, machte ich meine beiden Mäuse bettfertig, wir kuschelten noch eine Weile, dann brachte ich sie in die Koje. Ich empfand die letzten Tage immer noch als irre anstrengend und ich war froh über ein paar ruhige Minuten alleine auf dem Sofa.
Aber meine Sicht auf die Dinge war wieder gerade gerückt, die Verhältnissmäßigkeiten wieder geklärt.
Manchmal, da klingelt das Telefon wirklich zum richtigen Augenblick. 
               
Vom richtigen Blick auf die Dinge... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-geburt-an-taub-wir-sind-eine-gehoerlose-familie
       
Liebe Christine, Du bist zweifache Mama und seit Geburt gehörlos. Wie war es für dich, gehörlos aufzuwachsen?



Ich bin glückliche Mama von zwei tollen Kindern, die ebenfalls gehörlos sind. Die deutsche Gebärdensprache ist also meine Muttersprache.



Wie ich aufgewachsen bin? Ganz normal. Ich habe nie gehört und kenne es nicht anders. Genau das gilt auch für meine Kinder.



Dein Mann ist auch gehörlos. Wie hast du ihn kennengelernt?



Meinen Mann habe ich das erste Mal auf einem Fußballplatz gesehen. Damals war ich aber noch mit meinem Ex-Freund zusammen. Es hat noch ein Jahr gedauert, bis ich wieder Single war. Dann hat mein Mann mich sofort kontaktiert – und was soll ich sagen – es hat sofort gefunkt. Es ist bei uns alles genauso wie bei anderen Paaren, nur dass wir mit Gebärdensprache kommunizieren.



Deine Tochter ist 7, dein Sohn 1 – was sind gerade die stressigsten Momente bei euch im Alltag?



Auch das unterscheidet sich wahrscheinlich wenig von anderen Familien. Die Zeit gerade ist ja für alle anstrengend. Unsere Tochter muss im Homeschooling betreut werden, außerdem geht sie dreimal pro Woche zur Logopädie. Einmal in der Woche kommt eine Frühfördung für meinen Sohn. Zweimal im Monat gehe ich mit ihm zur Cochlea Implantat Reha. 



Wie verständigst Du Dich mit den Kindern? 



Mit meinen Kindern verständige ich mich mit Gebärdensprache. Wobei meine Tochter bilingual aufgewachsen ist: Sie kann die deutsche Lautsprache und Gebärdensprache. Natürlich ist meine Tochter mittlerweile alt genug zu verstehen, dass wir taub sind. An manchen Tagen trage ich kein CI, wenn sie mich dann ruft, höre ich sie natürlich nicht. Dann muss sie immer ankommen und mir zeigen, was sie möchte.



Hatte deine Tochter je Probleme mit Mitschülern aufgrund der Taubheit?



Gar nicht, bis jetzt haben wir immer nir nette und positive Kommentare bekommen. Ich habe auch guten Kontakt zu den hörenden Müttern von Mitschülern, teilweise kennen sie sich auch schon gut aus im Umgang mit Gehörlosigkeit.



Und wie ist das mit Fremden?



Ja manchmal, da wir ja mit unseren Händen kommunizieren, fallen wir natürlich auf und die Leute gucken. Das ist auch okay, aber an manchen Tagen stört es mich dann doch, wenn uns die Leute anstarren.



Was wünscht du dir für das neue Jahr?



Wir sind auf der Suche nach einem Haus. Mein größter Wunsch wäre, dass wir da dieses Jahr etwas Passendes finden…



—–Wer mehr von Christine lesen will, kann dies auf Ihrem Instagram-Account tun
               
Von Geburt an taub. Wir sind eine gehörlose Familie |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-jetzt-auf-glueck-warum-wir-uns-vor-unangenehmen-nicht-druecken-sondern-einfach-mal-machen-sollten
       
Ihr Lieben, lasst uns heute doch mal über Glück reden. Über was Positives. Mal ausbrechen aus dem Alltagstrott, aus den Verpflichtungen, mal wieder darüber nachdenken, was auf der Haben-Seite zu verbuchen ist statt auf die Soll-Seite zu blicken.



Denn ja, trotz Corona-Einschränkungen ist uns vieles geblieben, wenn wir mal genau hinschauen. Ziemlich gut dazu passt das neue Buch von Nicole Staudinger, die ihr vielleicht am Montag auf Vox in der Show „Stars gegen Krebs“ habt tanzen sehen, es heißt: Von jetzt auf Glück. Es soll uns helfen, wiederzufinden, „was so nah“ liegt.



Ein Buch über Glück, das mitten im Lockdown entstand



Nicole Staudinger: Von jetzt auf Glück. Knaur



Ist euch alles zu theoretisch? Dann mal rein in die Praxis. Die Autorin, die bereits zweimal gegen Krebs kämpfte (langjährige Leserinnen kennen ihre Geschichte, wir haben sie eng begleitet und sind auch persönlich befreundet) schreibt also mitten im Lockdown, in dem all ihre Auftritte abgesagt werden und der auch noch mit ihrer Scheidung einhergeht, ein Buch über Glück.



Im Grunde könnte man denken: nichts läge ferner. Aber genau das macht den Zauber des Buches aus, denn wir verstehen: Wenn sogar sie es in dieser Situation schafft, das Glück wiederzufinden, dann könnte das wohl recht vielen von uns gelingen… wenn wir denn willens sind, auch mal unter den Einbauschränken zu wischen, statt den „Dreck“ einfach nur wegzukehren…. 😉



„Keine Zeit“ zählt als Argument nicht. Es geht immer um Motivation



Jetzt aber mal wirklich in die Praxis: Wie reagiert ihr, wenn jemand anruft und sagt: „Herzlichen Glückwunsch, sie haben ein Auto gewonnen, Sie müssten es nur bitte jetzt direkt abholen!“? Ihr lasst alles stehen und liegen, organisiert in Windeseile einen Babysitter, sagt alles andere ab und macht euch auf den Weg. Oder?



Wie sieht es nun mit der Krimskrams-Schublade in eurer Küche aus, die euch schon seit Monaten ein Dorn im Auge ist? Schon lange habt ihr den Plan, da endlich mal Ordnung reinzubringen, aber jedes Mal kommt – komisch! – etwas dazwischen. (Leider fühle ich mich hier persönlich ertappt)



Rein ins Glück! Wir müssen den inneren Schweinehund überlisten



Oder anderes Beispiel: Sport. Wie oft sagen wir: „Ach, ich würd ja so gern mal Sport machen, aber ich hab leider, leider nie Zeit.“ Wer jetzt erwartet, dass Nicole uns in ihrem Buch die Absolution erteilt und sagt: Kinders, wenn ihr keinen Bock habt, dann geht halt nicht zum Sport!, dann muss ich euch leider enttäuschen.



Denn sie weiß ja, dass wir eigentlich gern würde, aber mit dem inneren Schweinehund kämpfen. Sie weiß, dass es uns viel besser ginge, wenn wir das endlich mal machen würde. Egal ob Schublade aufräumen oder Sport.



Schlagfertigkeits-Coach und Bestseller-Autorin Nicole Staudinger. Foto: Stolli/Raschke Entertainment



Let´s do it! Manchmal müssen wir uns einfach auch mal überwinden



Und deswegen sagt sie: Let´s do it. „Keine Zeit“ gibt´s nicht, das lässt sie leider nicht gelten. Wer Zeit hat, spontan zu einem Auto-Gewinn zu fahren und einen ganzen Tag dafür unterwegs zu sein, der hat auch Zeit für eine kleine Sport oder Aufräum-Einheit.



Ja, dann muss Instagram am Abend mal wegfallen – oder Netflix. Aber allein wie viel Zeit wir da verdaddeln, wenn wir nicht Bundeskanzlerin sind (und wirklich keine Zeit haben), sägt das Keine-Zeit-Argument ja komplett ab. (Natürlich nur, so lange alle in der Familie gesund ist, es gibt natürlich mehr Gründe, keine Zeit zu haben, als Deutschland zu regieren)



Wie beruhigend, dass wir ein Stück vom Glück selbst in der Hand haben



Wir lernen: Keine Zeit gibt´s nicht. Es liegt meist einfach an der Motivation. Und das ist eben nur ein Punkt von vielen, die wir aus dem Buch Von jetzt auf Glück mitnehmen können. Mir tat es gut, mal so unsanft und ehrlich serviert zu bekommen, dass ich es manchmal dann doch auch selbst in der Hand hab, wie glücklich (oder nicht) ich bin. Was für ein Glück!



Uns geht es besser, wenn wir das, was wir gern geändert hätten oder gern machen würden, auch einfach irgendwann tun. Das klingt wie eine Binsenweisheit, aber manchmal ist es echt so einfach.



Wenn wir unglücklich sind, sollten wir etwas ändern







Ich hab mir früher auch nie Zeit für Sport genommen – wann sollte ich das denn AUCH noch machen mit drei Mini-Kindern zu Hause? Und ja, damals ging das wirklich nicht, weil ich noch zwei Babys stillte oder weil ich nicht genug Hilfe und Unterstützung hatte. Heute geht das aber.



Und heute nehme ich mir die Zeit, weil ich – gerade jetzt im Lockdown – frische Luft und Bewegung auf meiner Prioritätenliste recht weit nach oben gesetzt habe. Weiter oben als die Küchenschublade jedenfalls. Die ist leider immer noch unaufgeräumt. Aber ich sollte mich so langsam mal aufraffen, sonst ist der Lockdown nachher noch vorbei, ohne dass ich mich von dieser Last befreit hätte! Und das ginge ja wohl gar nicht 😉
               
Nicole Staudinger: Von jetzt auf Glück! Überlisten wir den Schweinehund!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-machtspielen-und-nein-sagern-im-familien-alltag-wir-koennen-es-nicht-immer-allen-recht-machen
       
Ihr Lieben, wir sind viele. Fünf Personen in unserer Kleinfamilie. Und drum herum noch die Großfamilie. Es ist so, das weiß ich nach Jahren der Erfahrung: Es gibt keinen einzigen Tag, an dem ich es allen recht machen kann. Wir Eltern verhandeln, diskutieren, argumentieren – und am Ende ist doch immer irgendwer beleidigt.
Wollen wir in den Wald?
Nein.
Wollen wir auf den Drachenfels wandern mit Eis hinterher?
Nein. Ich gehe niemals-nirgendwohin heute, ich bleibe zu Hause.
Wollen wir zu Hause bleiben?
Nein, das ist total langweilig.
Wollen wir im Garten arbeiten?
Nein. Nein. Nein.
Dabei will der andere doch so gern auf den Drachenfels, freut sich die Hausgemeinschaft doch so sehr, wenn wir im Garten helfen, würde einer doch so gern in den Wald. In der Familie leben heißt: Kompromisse leben. Ohne Kompromisse kommen wir nicht weiter. Das gilt nicht nur in Familien, das gilt auch in der Politik. Die Kunst ist, die Waage zu halten zwischen den eigenen und den Bedürfnissen der anderen. Sich selbst nicht zu verlieren (ja, auch das gilt für Politiker). Seine Linie trotzdem grob beizubehalten, indem man sich immer mal wieder zurücklehnt und die Situation von außen betrachtet. Mal machen wir das, was sich Papa wünscht, mal das, was Mama mag, mal trennen wir uns auch, dann können die ohne Lust zu Hause bleiben und die mit Lust mitfahren. Aber immer trennen ist uns auch zu doof.
Und gerade jetzt, da bei einem unserer Kinder die längst überwunden geglaubte Nein-Phase wieder in seiner autoritärsten Form auftaucht, ist das manchmal gar nicht so leicht. Wir können nicht alle Unternehmungen abblasen, weil einer nie mit will.
Doof ist auch, wenn sich einer aus der Familie dann zwischen den Stühlen wiederfindet. Wenn einer es dem Nein-Sager recht machen möchte. Aber auch dem Wünscher. Dann ist er nämlich selbst schnell frustriert. Können wir mal irgendwas machen oder nicht machen ohne dass sich jemand wahnsinnig darüber aufregt? Wir machen uns hier doch Gedanken, damit es euch allen gut geht. Warum können wir nicht einmal die Woche etwas finden, dass allen gleichzeitig Spaß macht?
Mitgehangen, mitgefangen. Und am Ende war dann die Radtour, auf die das Kind auf keinen Fall mitwollte, auch gar nicht so schlimm. Wenn man ganz ehrlich ist, war sie dann sogar richtig schön, besonders die Rast an der Bäckerei im Nachbarort. Ja, es braucht manchmal diplomatisches Geschick als Eltern. Oft.
Und viel Geduld. Immer.
So, dass der Familienfrieden erhalten bleibt und trotzdem alle auf ihre Kosten kommen. Wir können nicht immer gerecht sein. Aber wir können versuchen, die Waage zu halten. So dass am Ende alle sagen: Es ist okay so wie es ist. Selbst wenn man mal ein Machtspielchen verliert… 😉
               
Von Machtspielen und Nein-Sagern im Familien-Alltag: "Wir können es nicht immer allen recht machen" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-meinen-erfahrungen-als-mutter-in-einer-dating-app-mit-happy-end
       
Liebe Jule, du hast dich eine Zeitlang auf Dating-Apps getummelt. Was passierte in den meisten Fällen, wenn du deinem Chatpartner erzähltest, dass du Mutter bist?



Manche haben
sich auf einmal gar nicht gemeldet, andere schrieben, dass sie Kinder gerne
mögen und selbst gerne eines hätten. Ich suchte aber keinen Ersatzpapa und
sowas hat mich eher abgeschreckt.



Du hast nicht nur das erlebt, sondern auch ungefragt Nacktfotos zugeschickt bekommen. Wie hast du darauf reagiert? Und was meinst du, was sich die Männer davon erhoffen?



Ich war beim
ersten Foto wirklich geschockt und hab es sofort gelöscht, weil ich so perplex
war. Meistens kam dann noch ein Satz mit „Du hast ein Foto von mir bekommen,
bekomm ich auch eines von dir“? Ich hab dann einfach „Nope“ geschrieben und den
Typen blockiert.



Mit einigen Männern hast du dich dann ja auch in echt getroffen. Stimmt es, dass sich die meisten auf den Fotos viel schöner machen und es beim richtigen Treffen dann auch schon mal enttäuschend ist?



Ja, einige
sind im Internet wirklich schöner und im echten Leben eher so „Naja, dich hätte
ich auf der Straße jetzt nicht angesprochen“. Ohne, dass das jetzt
oberflächlich klingen soll, aber jeder hat so seine Vorstellung von einem Typ Mann
und der war es dann in echt halt oft nicht.



Würdest du sagen, dass es in solchen Apps mehr verrückte Typen gibt als aufrichtige?



Ja, ich
würde schon sagen. Vielleicht nicht verrückt, sondern eher schon sehr
verzweifelt, und dann texten sie einen zu, wenn man längst nicht mehr schreiben
mag. Oder werden dann wirklich wütend, weil man sich nicht meldet.



Ein paar Aufrichtige
gibt´s zwar, aber die sind eher rar. Viele schreiben auch das, was man gerne
lesen will, um einen um den Finger zu wickeln.



Andere sind nur auf einen One-Night-Stand aus und schreiben das auch gleich, dass sie jetzt gerne jemanden fürs Bett hätten und welche Vorlieben sie haben. Das war mir dann auch zu verrückt und die hab ich auch blockiert.



Irgendwann
schrieb dich ein ganz bestimmter Mann an… bei dem du dich dann erst zwei Tage
später zurückmeldetest…  



Ja, der schrieb mich an. Mein Handy spielte irgendwie verrückt und ich dachte es sei die App. Also löschte ich sie und schrieb nicht zurück. Ein paar Tage später ging mir das Bild von ihm aber immer noch nicht aus dem Kopf und ich lud die App wieder runter und suchte so lange, bis ich ihn wiederfand. Ich antwortete ihm und erklärte, warum ich erst jetzt schreibe. Und so ging alles los…



Du sagst,
auch er sei auf den Fotos hübscher gewesen, als beim ersten Blind Date…
wolltest du da schon umdrehen und wieder nach Hause gehen?



Beim ersten Date holte er mich zu Hause ab. Ich konnte also nicht flüchten . Er war etwas dicker als auf den Fotos und seine Stimme kannte ich nicht, die war am Anfang auch etwas gewöhnungsbedürftig für mich (er hat eine etwas nasale Stimme) aber ich hatte das Date geplant und dachte mir: Ich hab ja kindfrei und da mach ich mir halt nen schönen Nachmittag mit Uno spielen und Dosencola. Was soll schon passieren? Und so verbrachten wir einen echt schönen und lustigen Nachmittag, der mir wirklich gut gefiel. Und aus einem Date wurden dann immer mehr…



Was sagt denn dein heutiger Partner dazu, wenn du das so erzählst?



Heute lacht
er über das, was ich ihm so erzähle. Eine Dating-App ist halt wie ein Griff in
die Pralinenschachtel, man weiß nicht, was man bekommt.



Wenn ich ihm sage, dass er am Anfang doch etwas anders aussah als auf dem Foto und ich doch echt eine andere Vorstellung von ihm gehabt hatte, sagt er nur: „Na siehste – und du hast mich trotzdem genommen“. Und das stimmt ja auch!



Diese Apps machen furchtbar oberflächlich, man sieht halt einfach nur ein Bild. Beim Schreiben ist es das Gleiche. Ich finde, man sollte sich wirklich kennenlernen – auch wenn ein Mann oder eine Frau kleine Makel hat, die einem auf den ersten Blick vielleicht erstmal nicht so gut gefallen. Irgendwann sieht man die nämlich nicht mehr.



Mich stört
sein Bäuchlein nicht mehr, mich stört die Stimme nicht mehr.



Ich hab einen tollen Mann kennengelernt, der für mich da ist und für mein Kind. Und mittlerweile sind wir seit bald drei Jahren zusammen, ein tolles Vierer-Patchwork-Gespann und verlobt.



Foto: pixabay
               
Partnersuche als Mutter: Von meinen Erfahrungen in einer Dating-App
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-ostern-zu-ostern-annett-erzaehlt-uns-von-ihrem-pandemie-jahr
       
Rückblick: Am 13. März 2020, 3 Wochen vor den Osterferien schließen unter anderem Schulen und Kitas. Von Freitag bis Sonntag haben alle Familien Zeit Ihren neuen „Alltag“ zu organisieren. 



Unsere beiden Jungs sind zu diesem Zeitpunkt  14 und 10 Jahre alt. Ich gehe Montag, den 16. März 2020, ganz normal arbeiten, in dem Glauben, dass meine Kinder alt genug sind, den Tag alleine zu bewältigen. Ich fange morgens ganz früh an und bin entsprechend früh zurück. So der naive Plan… 



Nachdem die erste Woche geschafft ist, merken wir, dass es so nicht weiter geht. Das Loch in das die Kinder gefallen sind, ist zu groß oder zu tief oder beides. 



Wir gehören zu den Familien, deren Terminkalender vor Corona sicher immer zu voll war, mit ganz viel Sport und Wochenenden auf dem Fußballplatz. Uns wird schmerzlich bewusst, dass den Kindern alles fehlt, was ihren Alltag ausgemacht hat: der Sport, die Freunde, die Großeltern, die Schule. Der neue Alltag besteht aus unendlich langen, langweiligen Tagen, die Kinder streiten sich oft, die Stimmung ist schon nach der 1. Woche gekippt.



Ich bitte daher meinen Arbeitgeber Überstunden abbauen zu dürfen, um zu Hause bleiben zu können.



Zwischenzeitlich wird klar, dass vor den Osterferien kein Unterricht mehr stattfinden wird, das erscheint auch vernünftig. Wir retten uns also bis in die Osterferien, strukturieren den Alltag der Kinder und unserer Familie neu, nehmen uns viele Dinge vor, für die sonst keine Zeit war, versuchen die Kinder weiter zum Sport treiben zu animieren, packen die Brettspiele aus, halten die Spielekonsole der Jungs in Schach. Ostern 2020 ist anders als die Jahre davor. Alles ist anders, am meisten fehlt den Kindern ihr heiß geliebter Fußball, aber wir sind uns sicher, es wird nicht mehr lange dauern.



Kurz vor Ende der Osterferien erfahren wir, dass unsere Kinder auch nach den Ferien nicht in die Schule gehen werden. Wir sind ganz schön geschockt, das erste Mal macht sich Skepsis breit, wie soll das funktionieren!? Ah…digitale Beschulung ist die Lösung…Ich darf zum Glück im Homeoffice arbeiten und die Kinder?



Digitaler Unterricht, weiterhin Fehlanzeige.



Vor den Osterferien hatten wir Verständnis dafür, aber jetzt?? Die technischen Voraussetzungen waren nicht vorhanden, der Schulserver schaffte es nicht, alles scheinbar unlösbare Probleme. Die Schule ist auf Tauchstation, ab und zu wird ein Arbeitsblatt geschickt.  Im Fach Kunst soll mein Fünftklässler jetzt Figuren aus Seife schnitzen. Aha.



Jeder Tag ist ein Kampf um Struktur, um die Erledigung von Aufgaben. Jeden Tag versuchen wir als Eltern Dinge und Erlebnisse zu ersetzen, die wir gar nicht ersetzen können.  Erstmals ernsthafte Sorgen mache ich mir, als mein 14-Jähriger zu mir sagt, er wisse gar nicht mehr, wozu er morgens aufstehen soll.



Im Mai 2020 ein erster Lichtblick: die Vereine holen die Kinder ins Training zurück, zum kontaktlosen Fußballtraining. Kontaktlos? Egal, alles macht Freude, was man gemeinsam mit Gleichaltrigen machen und erleben kann. Wir atmen auf und sind den ehrenamtlichen Trainern unendlich dankbar, sie leisten tolle Arbeit, stampfen Hygienekonzepte aus dem Boden, gestalten kontaktlose Trainingseinheiten!  Gleichzeitig fragen wir uns, warum die Vereine schneller agieren als die Schulen…



Unsere Schule war zu diesem Zeitpunkt immer noch untergetaucht, digital und analog. Es hieß, dass das Kultusministerium seinen Aufgaben nicht nachkommt, auch Lehrer und Schulleiter scheinen frustriert. Manche Schulen finden bessere Lösungen, manche schlechtere. Unsere Kinder gingen jedenfalls bis zum Beginn der Sommerferien noch ganze 5 Tage in die Schule, zum Glück wussten wir das im März 2020 noch nicht.



Wir blieben in den Sommerferien 2020 natürlich zu Hause, wollten weiterhin Solidarität mit den vulnerablen Gruppen üben und nichts riskieren für den Start ins neue Schuljahr. Reiserückkehrer bereiteten da bereits erste Sorgen, wird das Virus wieder eingeschleppt? Aus heutiger Sicht denke ich manchmal: Wir hätten damals in den Urlaub fahren sollen, hätten Kraft tanken sollen, für das, was dann kam.



Nach den Sommerferien starteten die Schulen mit Hygieneauflagen in den Regelbetrieb.



Das erschien uns als Eltern mutig, war aber sicher aufgrund (weiterhin) mangelnder digitaler Möglichkeiten alternativlos.  Bis zu den Herbstferien hielt man durch, danach wurde der Präsenzunterricht ab Klasse 7 bereits wieder beendet, man ging über zum Wechselunterricht. Ich habe nachgerechnet, für meinen älteren Sohn gab es von März-Dezember 2020 lediglich 60 Tage Präsenzunterricht.  



Ende Oktober 2020 mussten die Vereine den Spiel- und Trainingsbetrieb einstellen, der erste schmerzhafte Rückschlag für die Kinder. Am 16. Dezember 2020 schlossen die Schulen komplett. Das Weihnachtsfest 2020 verlief ähnlich wie das Osterfest 2020, ein wenig trostlos und natürlich kontaktarm, Brettspiele waren inzwischen auch nicht mehr angesagt. Wir sehnten den Jahreswechsel herbei, 2021 konnte ja nur besser werden.



Im Januar 2021, nach Beendigung der Winterferien, hatten wir dann große Hoffnungen in den, von der Schulleitung angekündigten, verbesserten digitalen Unterricht. Den Eltern wurde mitgeteilt, dass die Kinder zwar nicht in die Schule zurückkehren könnten, aber nun (wenigstens) die Hauptfächer digital –nach Stundenplan- unterrichtet würden.  Die Erleichterung war groß, kündigte sich doch eine gewisse Struktur für die Kinder und Entlastung für die Eltern an, wenn endlich Mathe, Deutsch und Englisch digital nach Stundenplan unterrichtet würden. Die  sogenannten Nebenfächer würden wir dann weiterhin  „nebenbei“ erledigen.



Leider lief es aber nicht wie angekündigt, Onlineunterricht gab es nicht im Umfang des Stundenplanes, so wurden z.B.  5 Wochenstunden Englischunterricht gekürzt auf 20 Minuten Onlineunterricht wöchentlich.



Leider ist Bildung bzw. Unterricht in der Pandemie  Glückssache.



Abhängig vom Engagement der Schule, vom Engagement  des einzelnen Lehrers, der Inzidenzzahl am Wohnort, dem Alter des Kindes, den Möglichkeiten der Eltern, bei den Aufgaben zu helfen. 



Wir haben jetzt April 2021. Die analogen Schultage im Jahr 2021 beschränken sich  bei meinen Kindern bis heute  auf  0  bzw. 15 Tage bei meinem  jüngeren Sohn.  



Wie soll das Schuljahr nun weiter gehen!?



Vom hessischen Kultusministerium wurde am 29.03.2021 ein Brief verfasst, der sich an alle Schülerinnen und Schüler der hessischen Schulen richtet. Wir Eltern hatten uns erhofft, diesem Schreiben entnehmen zu können, wie es nach den Osterferien weiter gehen soll. Dem war aber leider nicht so. In dem Schreiben heißt es unter anderem:



„Diese ständigen Änderungen und Ungewissheiten darüber, was gerade eigentlich passiert, sorgen bei einigen für Stress, Angst, Unsicherheit oder schlechte Stimmung. Vielleicht geht es auch Dir so.“



Ehrlich!? Nach einem Jahr Pandemie fällt es dem Kultusministerium auf,  dass es einigen Kindern psychisch schlecht gehen könnte, das ist wohl eher ein schlechter Witz. Im weiteren Verlauf des Briefes werden etliche  Anlaufstellen  benannt, bei denen sich die Schüler psychologische Hilfe holen können. Kaum ein Kind oder Jugendlicher wird sich wohl hier melden.



Man verabschiedet sich mit folgenden Sätzen:



„Unsere psychische Gesundheit sollten wir nicht vernachlässigen, denn wie körperliche Krankheiten können sich auch psychische Erkrankungen mit der Zeit verschlimmern und den gesamten Alltag beeinträchtigen. Gemeinsam mit Dir hoffen wir, dass die alltäglichen persönlichen Begegnungen in Schule und Freizeit bald wieder möglich sein werden. Bis dahin brauchen wir noch etwas Geduld.“



Geduld!? Nach einem Jahr, Ostern 2020 bis Ostern 2021!? Ist Hoffnung ein Plan? Wir können doch nicht weiter nach dem Prinzip Hoffnung leben, vor allem die Kinder nicht, das macht sie doch erst Recht mürbe.  Es ist nicht Aufgabe des Kultusministeriums Hoffnung zu verbreiten, darum bemühen sich bereits täglich viele Eltern und es wird zunehmend schwerer. Das Kultusministerium muss für qualitativ und quantitativ besseren digitalen Unterricht  sorgen und dafür, dass wieder alle Kinder, zumindest im Wechselmodell regelmäßig zur Schule gehen können. Dann gibt es auch wieder  Hoffnung. Momentan ist das Glas nämlich weder halb voll noch halb leer, man kann sich vielleicht um die Interpretation des zum Viertel  gefüllten Glases streiten.



So wie es jetzt aussieht bleibt es also bei dem zermürbenden „ Denn sie wissen nicht was sie tun“ (sollen)!?  Wieder wissen Eltern und Kinder nicht,  wie es nach den Ferien weitergeht, auch Ostern 2021 nicht.



Es wird dringend Zeit für bessere  Lösungen! Teilhabe an Bildung und Sport für Kinder und Jugendliche darf nicht dann erst wieder möglich sein,  wenn die Pandemie vorbei  ist – denn keiner weiß, wann das der Fall sein wird! 



Und es braucht  dringend mehr  Erwachsene und Politiker,  die sich für die Probleme von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie interessieren und sich zeitnah für deren Lösung stark machen!  




               
Von Ostern zu Ostern - Annett erzählt uns von ihrem Pandemie-Jahr |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-streitenden-geschwistern-und-genervten-eltern-eine-ehrliche-urlaubsgeschichte
        Ich glaube, es war der dritte oder vierte Urlaubsabend, die Wärme hing zwischen den alten Häusern, vor uns stand eine Pizza, ich spürte noch das Salzwasser auf meiner Haut, da schlug der Gatte mit der Faust auf den Tisch und rief: „Jetzt ist Schluss. Ich hab die Schnauze voll von Eurem Gestreite.“
Die anderen Gäste guckten irritiert an unseren Tisch, der Kleine fing an zu heulen, die Große schob bockig die Unterlippe hervor. Herr, schick mir ein großes Glas Rotwein, dachte ich. Oder ein Loch, in dem ich verschwinden kann. Aber der liebe Gott ließ mich da sitzen, in Süditalien an dem Tisch mit den rotkarrierten Tischdecken und schüttete schlechte Stimmung über uns aus.
„Kennst Du diese Tage, an denen man sich als Paar anguckt und sich denkt, dass man als Eltern alles falsch gemacht hat?“, schrieb ich Lisa, nachdem ich die Kinder nach einer wortlosen Autofahrt ins Bett gebracht hatte. „Ja, kenne ich. Natürlich. Wird aber wieder besser“, antwortete sie nur wenig später.
Na hoffentlich.
Also, was war los? Warum brüllte der Mann herum und ich schrieb verzweifelte SMS? Sollten wir nicht im Urlaub dauergrinsen? Händchenhaltend durch alte Städte laufen, mit den Kindern Eis essen, am Strand ein Buch lesen?
Ja, so war der Plan für den langersehnten Italienurlaub.  Aber es kommt ja immer anders, als man denkt…
Wir hatten schon Urlaube, in denen es unglaublich harmonisch zuging, zum Beispiel unseren Skiurlaub dieses Jahr.
Aber diesmal war (zumindest am Anfang) der Wurm drin. Dabei hatten wir uns alle so darauf gefreut.
Doch die Kinder zankten sich nur. Es fing an, sobald der eine aufwachte und dem anderen das Kuscheltier wegnahm. Sie schubsten einander, zwickten sich, gönnten sich nicht die Butter auf dem Brot (geschwiege denn das tägliche Eis).
Wir versuchten unser Bestes – kauften zwei Eimer, zwei Schippen, jedem zwei Förmchen. Achteten darauf, dass die Portionen Orangensaft am Morgen exakt gleich groß waren, teilten die Schokolade milimetergenau, aber stets beschwerte sich einer über irgendeine schreckliche Ungerechtigkeit.
Am kilometerlangen Sandstrand wollten sie auf dem gleichen Quadratmeter buddeln und keinen Zentimeter zur Seite rutschen.
Sie nahmen einander die Sachen weg, zerstörten die Sandburgen, kniffen sich, streckten sich die Zungen raus, ärgerten sich so lange, bis einer heulte.
Und wir immer wieder als Vermittler, mal mehr, mal weniger geduldig. 
Dazu kam, dass der Kleine überhaupt nicht mehr hörte. Wann immer ich ihm den Rücken zudrehte, rannte er im Appartement ins Bad und drehte die Wasserhähne auf. Oder rollte das Toilettenpapier komplett ab. 
Oder schmiss die Terrassentür mit so einer Kraft zu, dass das Glas fast zersprang.
Ich erklärte, ich schimpfte, ich bat, ich mahnte – ohne Erfolg.
Und die Große vermisste ihre Freunde. "Ich will heim. Ich will in die Kita!", heulte sie. Ich gestehe, dass mir "so eine Undankbarkeit" durch den Kopf schoss. Da fliegt man nach Italien, an die herrlichsten Strände, die Sonne scheint, die Unterkünfte sind schön, es gibt einen Pool, jeden Tag Pasta (auch ohne Sauce) und das Kind will nach Berlin in die Kita. Mmpf. Und dann dachte ich wieder: "Sie ist ja erst fünf. Und irgendwie ist es ja süß, dass sie ihre Freunde so vermisst." 
"Wer hat noch mal gesagt, dass ein drittes Kind eine gute Idee ist?“, fragte mein Mann mich irgendwann total entnervt. Ich schluckte.
An einem Morgen habe ich heimlich im Bad geheult, weil die Kinder sich wieder nur zankten. Beim Versuch, die auseinander zu halten, riss mein Armband. So viel zur schönsten Zeit des Jahres.
An Tag fünf sagte ich, dass es so nicht weiter geht. Dass der Urlaub so niemandem Spaß macht. Der Gatte und ich beschlossen eine Taktikänderung.
Wir beschlossen, unsere Bedürfnisse noch weiter zurück zu stellen. Irgendwas wollten die Kinder ja mit ihrer Zankerei bewirken. Aufmerksamkeit höchstwahrscheinlich, als Ausgleich für die höchst stressigen Wochen vor dem Urlaub.
Wir beschlossen, dass es wichtiger ist, mit den Kindern am Strand Muscheln zu suchen, als in Ruhe ein Buch zu lesen.
Dass es sinnvoller ist, ihnen eine lange Siesta zu gönnen, als sie durch sehenswerte Altstädte zu schleifen.
Dass es entspannter ist, im Appartement zu kochen und auf der Terrasse zu essen, als in einem Restaurant, das erst um acht Uhr öffnet (und damit viel zu spät für deutsche Kindermägen).
Wir beschlossen, uns voll auf sie einzulassen und zu akzeptieren, dass es kein easy peasy Urlaub wird. Und dass er anders wird als wir ihn uns vorgestellt haben.
Ab dann wurde es besser. Nicht wonne-wattig-rosarot, aber besser. Und die letzten Tage sogar richtig schön. Die Kinder plantschen auch mal ganz alleine, spielten miteinander, wir Eltern konnten gedankenverloren aufs Meer starren. Es wurde alles ruhiger. Wir beruhigten uns. Wir hatten uns eingegroovt. 
Vielleicht war das mal wieder eine Lektion für uns. Dass Kinder nicht dazu da sind, in Schemata gepresst zu werden. Dass sie oft nicht unsere Erwartungen erfüllen, was schmerzlich ist, aber wiederum auch heilsam.
Seit Samstag Nacht sind wir zurück. Wir sind braun gebrannt, sehen erholt aus, sagen die Nachbarn. Alles in allem wars doch echt super schön, sagte mein Mann, als wir im Flieger zurück saßen.
Ich nahm seine Hand und drückte diese. Das ist doch das, was Familie ausmacht. 
Auch, wenn es nicht alles perfekt läuft, hat man sich lieb. Auch, wenn man höchst genervt war, verzeiht man ganz schnell. Auch, wenn es anders läuft als gedacht, schließt man seinen Frieden damit.
Familie heißt Kompromisse eingehen, aufeinander achten, ab und zu seine Bedürfnisse komplett zurück stellen, geduldig sein, sich aufeinander einstellen. 
Das gelingt uns nicht immer. Wenn man es schafft, wird einiges leichter und man darf man sich ruhig mit einem großen Eis belohnen…
               
Von streitenden Geschwistern und genervten Eltern - Eine ehrliche Urlaubsgeschichte | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-wachteleiern-und-gruenen-wiesen-wie-wir-als-familie-gut-durch-die-allergie-zeit-kommen
       
Ihr Lieben, ich glaube, so viel draußen wie in den letzten Corona-Wochen war ich sonst nur in den Ferien oder im Urlaub. Das hat vor allem damit zu tun, dass wir nach den langen Homeschool-Sessions am Morgen ECHT Bewegungsdrang haben. Und raus wollen. Und Luft brauchen.



Okay, die Kinder wollen auch manchmal einfach nur vors Tablet, aber wenn ich so auf meinen eigenen Schrittzähler auf dem Handy schaue, war das eine der sportlichsten Zeiten meines Lebens. Raus in die Natur, in den Wald, auf Wiesen, um sprichwörtlich mal wieder Luft zu holen, durchzuatmen in dieser neuen, merkwürdigen Situation.







Nun habe ich neuerdings und jetzt im Frühling aber ein paar Jungs an meiner Seite, die permanent niesen. Deren Augen ab und zu sogar tränen, wenn sie mit mir draußen sind. Sie niesen (natürlich in die Armbeuge!) dann auch nicht nur einmal, sondern so oft, dass mir bald klar war, dass sie wohl auch Allergiker sind.



In unserer Familie gibt es viele Allergiker



Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das leider Gottes von mir geerbt haben. Denn mein Vater ist starker Allergiker mit Heuschnupfen. Und ich fühle mich leider immer gleich wie schwer erkältet, wenn ich in Wohnungen mit alten Möbeln komme.



Ich niese bei den Schwiegereltern, ich niese in Hotelzimmern. Nicht, weil die Hygiene nicht stimmen würde, sondern einfach, weil sich Hausstaubmilben gern in Stoffen verstecken, die schon öfter von verschiedenen Menschen gebraucht wurden. Ich habe es mal mit einer Hyposensibilisierung versucht, das aber irgendwann durch einen Umzug leider nicht fortgeführt. Ich lebe also damit.







Es bestimmt nicht meinen Alltag und wenn es mal zu schlimm ist, hatte ich bislang für den Notfall immer ein Medikament dabei, das ich aber nicht gern nahm, weil es mich müde und meinen Mund trocken machte.



Was hilft bei akuten Allergie-Anfällen?



Nun stellt euch aber mal vor, ich würde mir und meinen Kindern bei akuten Allergieanfällen erstmal ein Wachtelei köpfen und roh runterschlürfen, hahaha, um keine härteren Medikamente nehmen zu müssen. Denn Wachteleier helfen nun mal bei Allergien, das ist schon seit der Antike bekannt (ok, das musste ich nachschlagen, aber jetzt wisst ihr´s!).



Sie enthalten jedenfalls spezielle Eiweiße, auch Ovomucoide genannt, und die wiederum können die Aktivität bestimmter Allergene blockieren und so dafür sorgen, dass wir nicht so viel Histamin ausschütten. Dazu enthalten Sie auch noch sieben Mal mehr Eisen, sechsmal mehr Vitamin B1 und 15 Mal mehr Vitamin B12 als Hühnereier. Lange Rede, kurzer Sinn. Schlürfen wollen wir sie trotzdem nicht, oder?







Sehr gut also, dass es da jetzt eine Alternative von Emsan gibt, nämlich die AllBlock Lutschtabletten, die sich sogar schon für Kinder ab vier Jahren eignen und nicht nur Wachtelei in Form von Pulver enthalten, sondern auch Zink. Das wiederum ist wichtig für ein intaktes Immunsystem. Schmecken tut das Ganze auch noch, denn es kommt mit einem Vanillearoma daher. Außerdem ist es frei im Handel erhältlich und nicht apothekenpflichtig.



Lutschtabletten und Nasenspray gegen Allergien



Neben den Lutschtabletten bietet Emsan nun aber auch noch ein Allergenblocker Nasenspray für Kinder an. Das Beste daran: Es gibt keinerlei Gewöhnungseffekte und es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Wie toll wäre es, damit den Bedarf an Antihistaminika zu vermindern?



Gerade für Allergiker wie mich, deren Tagesablauf von der Allergie nicht bestimmt wird, bei denen die Symptome der Allergie aber einfach tierisch nerven? Geeignet ist es sogar schon für Kinder ab 12 Jahren. Ab dem Grundschulalter kann also die ganze Familie davon profitieren, wenn Allergien auftauchen.







Das Spray bildet innerhalb weniger Minuten (ja, ihr müsst es nicht schon Stunden vor der geplanten Wald-und-Wiesen-Wanderung einnehmen, ihr könnt es einfach dabeihaben) einen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut, befeuchtet und beruhigt sie und vermindert den allergischen Schnupfen. Auch das nicht apothekenpflichtig und selbst für Kinder einfach und leicht einzunehmen.



Ausflüge ohne Niesen und tränende Augen



Ich finde es eine echte Erleichterung und Lebensqualitätssteigerung, wenn ich weiß, dass ich jederzeit von einem Helferlein begleitet werde – ganz ohne in die harte Medizinkiste zu greifen. Noch froher bin ich, dass wir das Wachtelei nicht selbst ausschlürfen müssen, um unsere Wanderungen ungestört zu genießen!



Kommt gut durch diese Zeit! Der Frühling ist viel zu schön, um ihn nicht draußen und im Freien zu genießen…
               
Allergie bei Kindern: Wie wir als Familie trotzdem viel rausgehen können
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vor-einem-jahr-starb-papa-ich-bin-froh-dass-wir-das-atmen-nicht-verlernt-haben
         Ihr Lieben, im Februar dieses Jahres haben wir Ines schon einmal interviewt, damals hatte sie gerade ihr fantastisch-rührendes Buch Rock den Himmel, mein Held (Affiliate Link) herausgebracht, das zum Bestseller wurde. Darin erzählt sie mutmachend von der Krebserkrankung und dem Tod ihres Mannes – von ihrem "Helden" Simon. Und der bleibt auch nach seinem Tod ein Held, wie uns Ines heute in ihrem Update-Interview mit uns erzählt. Wie geht es ihr und den Kindern heute, ein Jahr nach der Beerdigung? Wir haben mit ihr gesprochen – und es gibt sehr, sehr schöne News… 
Liebe Ines, wie geht es dir eigentlich heute?
 Das ist eine Frage, die ich immer noch schwer beantworten kann. Es gibt gute und weniger gute Tage. Aber in Summe denke ich, dass es mir ganz gut geht.
 In der letzten Woche hattest du mal wieder einen Wahnsinns-Grund zur Freude. Erzähl doch mal.
 Letzte Woche habe ich von zwei tollen Menschen eine E-Mail bekommen. Sie haben aufgrund unseres Blogs und unseres Buches von Simons Geschichte erfahren. Daraufhin ließen sie sich bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) als potentielle Stammzellspender registrieren.
Eine von ihnen hat inzwischen ihre Stammzellen spenden dürfen, an einen Patienten in den USA. Der andere Held wird seine Stammzellen im Oktober spenden dürfen. Damit sorgte Simons Geschichte inzwischen für 14 Menschen, die ihre Stammzellen auch tatsächlich spenden konnten. 14 Mal die Chance auf ein gesünderes Leben.

Die Neu-Registrierungen bei der DKMS, die wir durch Simon erreichen konnte, schätze ich auf einen zweistelligen Tausenderbereich, wenn nicht sogar höher. Daher hoffe ich, dass es eventuell sogar noch mehr als diese 14 Menschen gibt, die tatsächlich gespendet und Leben gerettet haben. Grandios, oder?
 Wie ging es dir letztes Jahr um diese Zeit?
 Nicht so gut. Letztes Jahr um diese Zeit war mein Mann, unser Held Simon, noch keine zwei Monate tot. Ich war gefangen im Bürokratie-Wahnsinn und versuchte, unsere Kinder aufzufangen.
 Ich überlegte mir zig Rituale, die es unseren Kindern möglich machen sollten, mit dem Verlust ihres Vaters umzugehen. Wir alle waren unter einer Glocke, fern jeglicher Realität und versuchten zu realisieren, was da eigentlich geschehen war.
 Alle Mütter erleben Höhen und Tiefen in ihrem Alltag, in ihrem Leben. Deine Höhen und Tiefen sind aber krasser als andere. Wie gehst du mit dieser Gefühls-Achterbahn um?
 Ich glaube nicht, dass meine Achterbahn "krasser" ist, nur anders. Jeder fährt auf seiner ganz persönlichen Achterbahn und findet diese manchmal extrem anstrengend. Ich glaube nicht, dass es Päckchen gibt, die schwerer als andere zu tragen sind.
Jeder empfindet seines subjektiv als schwer, daran ist nicht zu rütteln. Ich versuche, mich auf diese Achterbahn einzulassen, denn zum Verarbeiten gehört auch das Erleben jeglicher Gefühle. Manchmal bade ich in Selbstmitleid. Ich brauche das, weil ich erst danach wieder richtig am Leben teilhaben kann.
Ich versuche, nicht ständig über Dinge nachzudenken, die ich sowieso nicht ändern kann, denn dann werde ich blind für Dinge, die trotz allem noch gut funktionieren oder einfach nur schön sind.

 Wie begleitest du die Kinder durch diese Phasen?
 Für die Kinder gilt das Gleiche wie für mich. Alle Gefühle sind okay, es gibt da keine Verbote. Unser Sohn fängt an zu vergessen wie Simon gerochen hat oder wie sich seine Stimme anhörte. Dann hören wir meine Mailbox mit Nachrichten von ihm ab oder schütten sein Duschgel in die Dusche. Dann riecht das Haus wieder ein bisschen nach ihm.
Noch immer schicken wir Luftballons mit Briefen in den Himmel, manchmal, wenn eines der Kinder Geburtstag hat, oder wie jetzt die Einschulung feierte, hingen wir ein Säckchen mit Kuchenkrümeln an den Luftballon. Damit Simon auch etwas abbekommen kann. Wir haben außerdem ein Papaglas, in dem wir Dinge sammeln, die wir mit zu unserem Helden in den Friedwald nehmen wollen.
Unsere Kinder dürfen schreien, wütend sein aber auch lachen bis sie Bauchweh haben. Wenn es ganz schlimm ist, gehen wir auf ein Feld in unserer Nähe und schreien laut. Oder wir gehen bei Regen raus und springen barfuß durch die Pfützen, um nicht zu vergessen, dass alles was passiert zwei Seiten hat.

 Wie integriert ihr Simon in euren neuen Alltag?
Hauptsächlich dadurch, dass wir oft über ihn reden. Diese Gespräche sind manchmal traurig und manchmal wirklich witzig. Als wir diesen Sommer das erste Mal zu Dritt im Urlaub waren, haben wir ein Kuscheltier mitgenommen, das aus seinen Klamotten genäht worden ist.
Außerdem gibt es da noch unsere Bucket List die wir zusammen mit unserem Helden geschrieben haben. Simon und ich hatten uns versprochen, dass die Kinder und ich die Liste auf jeden Fall noch zu Ende „abarbeiten“ werden.
Dazu gehörte zum Beispiel unsere „Silberhochzeit“, die wir feiern wollten. Wir feierten unsere Hochzeitstage monatlich; zwölf zusammen, die letzten 13 feierte ich allein.
Immer wenn wir einen Punkt abhaken konnten, schickten wir einen Luftballon mit Brief in den Himmel. An Simons 38. Geburtstag im Dezember sind wir in den Friedwald zu seinem Zauberbaum gefahren. Dort haben wir seine Geburtstagskrone hingestellt, Luftschlangen gepustet und Simons Lieblingskuchen gegessen.
Am Morgen laufen die Kinder oft nach draußen und rufen „Guten Morgen“ in den Himmel. Simon ist eigentlich nie wirklich weg gewesen, nur können wir ihn nicht mehr sehen.
 Nun wurde euer Kleiner gerade eingeschult – euer Ziel als Paar nach der Diagnose war es eigentlich, die Einschulung noch zu schaffen. Dafür hat es nicht gereicht. Wie habt ihr den Tag erlebt?
 Der Tag der Einschulung fiel zeitgleich auf den ersten Jahrestag von Simons Beisetzung. Ich hatte Angst, dass dadurch ein fader Beigeschmack entstehen und diesen besonderen Tag unseres Sohnes verdunkeln könnte.
 Während der Einschulung in der Schule sah unser Sohn viele Kinder mit ihren Vätern. Die meisten trugen die Schultüten, so wie es auch mein Mann vorgehabt hatte.
Das machte unseren Sohn im ersten Moment wirklich traurig und er empfand es als ungerecht, dass sein Papa nicht die coole Batman-Schultüte tragen konnte. Dann aber ist ihm eingefallen, dass ich in den letzten Monaten sowieso die Stärkere gewesen war und Leo drückte mir seine Schultüte in die Hand.
Traurig war er dennoch, allerdings konnte er den Tag immer mehr genießen. Er freute sich im Mittelpunkt zu stehen und war sich sicher, dass Simon uns von seiner Wolke zusieht. Meine Angst vor diesem Tag war am Ende größer als es nötig gewesen wäre. Dieser Tag war so ganz anders als gedacht und erhofft. Aber schön war er trotzdem.
 Dankbarkeit ist ein Begriff, den du in der letzten Zeit zum Leben erweckt hast. Wenn du das letzte Jahr Revue passieren lässt: Was sind die Dinge, für die du in dieser Zeit am dankbarsten warst?
Am dankbarsten bin ich dafür, dass wir das Atmen nicht verlernt haben. Eine gute Freundin von Simon meinte zu mir: „Setzt einfach einen Fuß vor den anderen“ und im Grunde hatte sie recht damit.
Ich bin dankbar dafür, dass sich die Welt einfach weitergedreht hat, auch wenn ich bis heute nicht immer Schritt halten kann. Ich bin dankbar, erkannt zu haben, wer meine wirklich guten Freunde sind und auch wenn nur wenige übrig geblieben sind… ich weiß jetzt, auf wen ich mich immer verlassen kann.

Ich bin dankbar für meine offenen Augen, die mir zeigen, dass Eis mit bunten Streuseln immer noch lecker schmeckt.
Ich bin dankbar dafür, dass unsere Kinder über Ressourcen verfügen, die sie das letzte Jahr gut meistern ließen.
Und vor allem bin ich dankbar für das grenzenlose Vertrauen, dass mir mein Mann vor seinem Tod entgegengebracht hat. Für die zehn Jahre mit ihm, auch wenn wir sechs davon mit Krabbe Kunibert teilen mussten.
Diese Zeit hat aus mir einen anderen Menschen gemacht, skeptischer irgendwie aber auch wissend, wozu ich in der Lage bin. Ich glaubte zuvor, meine Grenzen zu kennen, weiß aber jetzt, dass sie viel höher gesteckt sind.
 Ich bin dankbar für die wahnsinnige Anteilnahme, die plötzlich online herrschte, über die zahlreiche Bereitschaft, sich bei der DKMS zu registrieren damit es anderen Familien besser ergeht.
 Wenn du die Augen zukniepst und dich mal in die Zukunft denkst: Was siehst du da für dich und deine Kinder?
 Ich hoffe, dass wir wieder ankommen. Noch sind wir auf den Weg ins Leben 2.0. Ich hoffe, dass wir weiterhin lernen, ohne Simon zu leben und nicht nur überleben zu können.
Ich glaube, dass das Leben noch einige Dinge für uns bereithalten wird und hoffe fest darauf, dass wir die Lust an all dem Neuen nicht verlieren bzw. zunächst wieder finden werden.
Unsere Zukunft soll vor allem bunt sein, mit bunten Streuseln, Glitzer und all dem, was es erst wirklich schön macht. Ich denke, dass wir irgendwann Frieden schließen werden mit dem Tod, der uns Simon genommen hat, mit der Blutkrebserkrankung, die sechs Jahre lang unser Leben bestimmen wollte – und es auch irgendwie natürlich noch immer tut, wenn auch anders.
 
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Vor einem Jahr starb Papa: Ich bin froh, dass wir das Atmen nicht verlernt haben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vor-lauter-stress-bekomme-ich-fress-attacken-wer-kann-mir-helfen
       
Mein Name ist Hanne, ich bin 37 Jahre, verheiratet seit 7 Jahren und Mutter von drei Söhnen (3.5, 8 und 12).



Ich bin Ergotherapeutin und habe bislang mit alt gewordenen Menschen gearbeitet. Seit September arbeite ich in einer integrativen Kindertagesstätte, in der ich berufsbegleitend die Ausbildung zur Erzieherin begonnen habe.



Irgendwie dachte ich, es sei schon immer mein Traumberuf, doch nun stehe ich vor einem Problem. Ich habe die berufsbegleitende Ausbildung auf Bachelor-Niveau unterschätzt. Oft habe ich das Gefühl, dass ich nie richtig Feierabend habe. Nach 7-8 Stunden Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder in meiner Kita, erfolgt das Gleiche zu Hause mit meinem drei Söhnen. Dazu kommt das gesamte Lernpensum der Ausbildung.



Mein Mann arbeitet im 3 – Schicht System und ist vor allem durch die Nachtdienste oft sehr erschöpft und wenig belastbar. Unser ältester Sohn hat große Schwierigkeiten auf dem Gymnasium und benötigt mehr Unterstützung, vor allem coronabedingt, als wir dachten.



Mein Mann hat dafür wenig Geduld und Kraft – und ich auch nicht so wirklich. Wir reiben uns mittlerweile nur noch wegen Kleinigkeiten auf und haben trotz vielen offenen Gesprächen noch kein stimmiges Konzept gefunden, dass wir da alle gut durchkommen.



Ich habe mittlerweile psychische Probleme, die sich in Fressattacken mit deutlicher Gewichtszunahme äußern. Ich weiß, dass mein Körper mir so zeigt, dass ich einen Kontrollverlust verspüre.



Ich bin kurz davor, meiner Familie, meiner Gesundheit zuliebe, die Ausbildung abzubrechen und in meinem alten Job weiterzuarbeiten. Ich frage mich nur: Gebe ich zu schnell auf? Oder höre ich wirklich auf meinen Körper? Ich weiß nicht, ob ich das für vier Jahre lang schaffe….
               
Vor lauter Stress bekomme ich Fress-Attacken. Wer kann mir helfen? |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wann-ist-der-richtige-zeitpunkt-wieder-schwanger-zu-werden
        Liebe Lisa, eine Freundin von mir hat ein 10-Monate altes Mädchen und als wir uns das letzte Mal sahen, sagte sie zu mir: „Du, ich glaub, ich will jetzt wieder schwanger werden.“ Mir klappte die Kinnlade runter. Ihre Tochter krabbelte um unsere Beine herum, war ja selbst noch so mini und meine Freundin wollte schon wieder nachlegen?
Du hast Deine Kinder ja auch mit sehr kurzem Abstand bekommen – und das ist etwas, das für mich nie zur Debatte stand. Ich weiß, es gibt viele Vorteile, die Kinder schnell hintereinander zu bekommen, z.B. dass sie dann gut miteinander spielen können. Meine Kinder sind drei Jahre und einen Monat auseinander und für mich ist das der ideale Abstand.

Ich wollte niemals niemals niemals zwei Kinder gleichzeitig wickeln
Ich wollte meinem Körper Zeit geben, sich zu erholen
Ich wollte zwischen den Kindern wieder durchschlafen
Ich wollte wieder arbeiten gehen
Ich konnte mich mit Freundinnen abends treffen, ein paar Drinks nehmen, auch mal in den Mädels-Urlaub fahren

Als mein Sohn dann auf die Welt kam, war meine Tochter schon soweit, dass sie tatsächlich verstehen konnte, dass sie mal fünf Minuten warten muss, weil das Baby gerade gestillt werden muss. Wie willst Du das einem 1,5 jährigen Kind klarmachen? Das stelle ich mir unglaublich stressig vor, wenn dein „Großer“ heult und nicht versteht, warum Mama gerade nicht vom Kleinen weg kann.
Meine Große habe ich damals schon richtig mit einbezogen, sie durfte wickeln helfen, Klamotten aussuchen, das Baby halten. Ich konnte mit ihr schon richtig reden und sie um Verständnis bitten, wenn sie mal warten musste. Allerdings war der Abstand von drei Jahren nicht sooooooo groß, dass die Umstellung auf ein Geschwisterchen zu schwer gewesen wäre. Letztens sagte sie zu mir: „Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie das war, als mein Bruder noch nicht geboren war.“
Ich bewundere ja all die Mütter, die es schaffen, zwei richtig kleine Kinder zu versorgen. Ich glaube, ich hätte nicht die Nerven dazu gehabt. Im Rückblick: War es für Dich nicht unfassbar anstrengend, DREI Minis zu haben?
 
               
Wann ist der richtige Zeitpunkt, wieder schwanger zu werden? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-2019-ein-jahr-der-wunder-fuer-unsere-zwilllings-fruehchen-war
       
Mein Name ist Sabine, ich bin 37 Jahre alt und habe vierjährige Zwillingsmädchen. 2019 war für uns ein super gutes Jahr. Warum? Unsere Tochter Sarah war kein einziges Mal im Krankenhaus – und das ist für uns absolut keine Selbstverständlichkeit. 
Lasst mich unsere Geschichte von vorne erzählen: Die Mädels sind im Juli 2015 geboren – eigentlich wären es Oktober-Kinder gewesen. Die Schwangerschaft verlief absolut unauffällig – bis zur 23. Woche. In dieser Woche stellten die Ärzte fest, dass Sarah eine Fehlbildung im Gehirn hat. Die Ärzte sprachen von einem Hydrocephalus, besser bekannt als Wasserkopf. Für uns ein absoluter Schock, wir wollten einfach nicht glauben, dass unser Kind krank sein könnte. Gerade noch schien alles perfekt, plötzlich stand eine schwere Behinderung im Raum. Auch das Thema Spätabbruch wurde mit uns besprochen. 
Ich hatte zudem eine Gebärmutterhalsverkürzung, wurde stationär im Krankenhaus aufgenommen. Nach zwei Wochen dort wurden die Mädchen geboren. Mit so einer frühen Geburt hatte niemand gerechnet. Sarah und Hanna waren nur 880 und 950 Gramm schwer.
Der Hydrocephalus von Sarah bestätigte sich nach der Geburt. Deshalb musste sie drei Mal am Gehirn operiert werden. Sie hat nun Shunt, ein Implantat, im Kopf, was das überschüssige Hirnwasser in den Bauchraum leitet.
Die Prognosen der Ärzte damals waren nicht besonders gut. Es hieß, es sei nicht sicher, ob Sarah jemals laufen und sprechen kann. Und so bestimmten die ersten zwei Jahre Arzttermine, Physiotherapie unseren Alltag. Wir wussten, dass Sarah eine Kämpferin ist und wollten alles für die tun. 
Kurz vor ihrem zweiten Geburtstag dann ein Rückschlag: Sarah bekam Epilepsie. Woher die kam, konnte keiner sagen. Vielleicht Spätfolgen der Gehirn-OPs, vielleicht aber auch nicht. Seitdem habe ich immer ein Notfallmedikament in der Tasche. Die Epilepsie hat uns schwer zu schaffen gemacht und während ich immer vollstes Vertrauen in Sarahs gesunde Schwester Hanna hatte, merkte ich, dass ich für Sarah mein Grundvertrauen verloren hatte. Sobald ein Infekt rumgeht, war ich nervlich am Ende, denn Sarah krampfte bei Fieber immer heftig. 
Sarah hat ein ganz schönes Päkchen zu tragen, sie hat neben der Epliepsie auch eine Spastik im rechten Bein. Auch hier hieß es, dass das das Gehen noch erschweren würde. Doch Sarah hat alle überrascht, denn mit 26 Monaten fing sie an zu laufen. Die Spastik macht es ihr tatsächlich schwer, sie muss sich für alles viel mehr anstrengen als ihre Schwester, aber Sarah haut uns immer wieder mit ihrem Kämpfergeist um. Sie ist so ein pfiffiges Mädchen, das ständig neue Dinge lernen wíll. 
2019 war für uns deshalb so wunderbar, weil Sarah keinen einzigen Anfall hatte – und sie tatsächlich Radfahren gelernt hat. Das war im September. Sie ist einfach so drauf losgeradelt und liebt es seitdem heiß und innig. Das Radfahren ist für sie eine tolle Alternative zum Laufen, das sie wegen der Spastik schnell müde macht. 
Als ich meine beiden Mädels auf ihren Rädern sah, war ich einfach nur stolz und glücklich. Sie haben beide die Frühchenzeit hinter sich gelassen und wollen ihr Leben leben. Nach all den bangen Monaten mit Anfällen und Therapien war das Radfahren im September wie ein Wunder. Ich hoffe, dass 2020 ähnlich gut für uns wird und freue mich auf viele wunderschöne Momente mit den Mädchen. 

 
               
Warum 2019 ein Jahr der Wunder für unsere Zwilllings-Frühchen war | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-es-toll-ist-grosse-kinder-zu-haben
         Ihr Lieben, in den letzten Wochen sind in meinem Bekanntenkreis mehrere Babys zur Welt gekommen. Kleine süß duftende Menschen mit Eltern voller Hoffnung. Bei mir liegt das Wochenbett schon wirklich lang zurück und manchmal denke ich neidisch „Hach!“. Ich habe ja gar keine Babys mehr. Und dann denke ich aber nach und mir fallen so viele Dinge ein, warum es so toll ist, auch schon größere Kinder zu haben. Hier sind einige davon.

Sie können Dir sagen, was ihnen fehlt, wenn es ihnen nicht gut geht. Schluss mit der Rätselraterei, die unser Leben bestimmte, als die Kinder noch klein waren und nur schreien konnten, um auf sich aufmerksam zu machen.
Sie zeigen Dir, wie vielfältig sie sein können, obwohl sie aus einer Familie kommen. Das eine Kind näht gern, das andere interessiert sich für Mode, das andere träumt sich gern in Fantasiewelten.
Gemeinsame Restaurantbesuche werden wieder möglich, ohne dass Du eine ganze Tasche voller Rasseln und Ablenkspielzeug mitnimmst.
Sie können ihre eigenen Wünsche äußern und Dir abends sagen, was sie gut fanden an diesem Tagen – und was nicht so gut.   
Sie werden zu eigenen Persönlichkeiten, lassen sich zu Klassensprechern wählen und sitzen damit in den Gremien, die für die Festlegung Schulhofregeln zuständig sind.
Sie hören Dir knappe 350 Seiten lang gebannt und gespannt vor, wenn Du ihnen das erste Band von Harry Potter vorliest.
Sie schreiben kleine Tagebücher, wenn sie mit Dir auf Reisen sind.
Manchmal schreiben sie heimlich Zettel. Wie neulich. Da kam die Oma zu uns und sagte, auf ihrem Tisch hätte ein Korb Äpfel aus dem Garten gestanden, dazu ein Brief: „Liebe Oma, kannst Du mir daraus Apfelkuchen machen?“ Mein Jüngster <3
Sie können Dir plötzlich den Unterschied zwischen Tannen und Fichten zwischen Linden und Erlen erklären.  
Sie erinnern sich an Deine eigenen Grenzen, wenn sie von Dir wissen wollen, ob nun der Urknall oder der liebe Gott für die Entstehung unserer Erde verantwortlich ist.
Sie sind die tollste Rechtfertigung dafür, auch deine eigenen Kindheitsträume wiederzubeleben. Den größten Spaß auf unseren Ponyhof-Wochenenden habe nämlich ich 😉
Sie lassen Dich an Dinge erinnern, die auch Du erlebt hast. Die erste Grundschul-Liebe zum Beispiel. Ich weiß noch genau, wen ich damals anhimmelte. Und nun himmelt mein Kind ein Kind an. Wie sich das bemerkbar macht? „Na mit Kribbeln im Bauch, Mama.“

Ist es nicht toll, große Kinder zu haben? Und jetzt kommt mir nicht mit dem Satz: Wart mal ab, bis sie in die Pubertät kommen. Den kann ich nämlich nicht leiden. Das beginnt doch schon mit der Schwangerschaft: Wart mal ab, bis Dir schlecht wird. Bis Du Deine Schnürsenkel nicht mehr sehen kannst. Wart mal ab, wie das mit der Geburt wird. Wart mal ab, bis Dein Baby in die Trotzphase kommt. Ich sag Euch was: Diese Sprüche bringen gar nichts. Abwarten ist nicht meins, ich genieße lieber den Moment.
               
Warum es toll ist, große Kinder zu haben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-es-toll-ist-grosse-kinder-zu-haben-2
       
Ihr Lieben, in letzter Zeit hatte ich öfter mal Freundinnen am Telefon, die mich fragten, wie es mir grad geht und wie es mit den Kindern klappt – und ich da ja gerne ehrlich bin… habe ich eben auch viel über die Herausforderungen größerer Kinder erzählt. Ich sag nur: Teller und Bananenschalen unterm Bett, Endlos-Diskussionen, Peinlichkeiten… oder Ähnliches.



Dabei kommt aber oft einfach zu kurz, wie toll das auch ist, wenn die Kinder größer werden. Richtig MEGA ist das nämlich aus folgenden Gründen:  



Weil sie uns nachts nicht mehr dauernd wecken, um zu essen



Weil wir allein in den Supermarkt fahren können



Weil sie sich (wie jetzt gerade in diesem Moment) selbst Käsetoast in der Pfanne braten können (fragt nicht, warum!)



Weil sie abends selbst in den Schlaf finden (ja, kuscheln ist schön, aber Jahrzehnte der Einschlafbegleitung haben uns geprägt)



Weil sie so kluge Fragen stellen



Weil sie versuchen, auf Augenhöge mit dir zu diskutieren



Weil sie Geschirrspüler und Waschmaschinen nicht mehr nur als Entertainmentprogramm der Mama ansehen 😉



Weil du jeden Tag siehst, welche Wunder du als Eltern vollbracht hast



Weil du mit all dem dauernd an deine eigene Jugend erinnert wirst



Weil sie alles noch vor sich haben – und du das miterleben darfst



Weil sie auch mal allein oder mit dem Bus von A nach B kommen



Weil du für Elternabende, Restaurantbesuche oder Kino keinen Babysitter mehr brauchst



Weil sie Konflikte nicht mehr so oft körperlich, sondern immer öfter verbal lösen



Weil da auch plötzlich wieder Zeit für DICH ist



Weil du dich in ihnen wiedererkennst, sie aber auch trotzdem so viel Eigenes mitbringen



Weil sie auch von ihrem Umfeld und nicht nur von dir allein geliebt werden



Weil du ihnen beim Gespräch in die Augen schauen kannst, weil sie plötzlich so groß sind wie du



Weil sie ihren eigenen Geschmack entwickeln



Weil du plötzlich einen echten eigenen Charakter durchblitzen sehen kannst



Weil sie ein Eigenleben entwickeln und nicht mehr so abhängig von dir sind



Weil da wieder mehr Zeit für Partnerschaft ist



Weil sie dich dauernd mit neuen Ideen überraschen



Weil du dir so langsam vorstellen kannst, wie sie als Erwachsene wohl werden und aussehen



Welche Gründe sind es bei euch? Aus welchen Gründen genießt ihre eure größeren Kinder? Erzählt mal…
               
Warum es toll ist, große Kinder zu haben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-familie-heute-mehr-als-vater-mutter-kind-ist-ein-plaedoyer-fuer-mehr-vielfalt
        Ihr Lieben, gestern spülte Facebook ein Video in meine Timeline, das mich echt aufregt. Es handelt sich um ein Video der Initiative „Vater, Mutter, Kind“.
 
Hedwig Freifrau von Beverfoerde, die Koordinatoren der kirchlichen Initiative, erklärt in zweieinhalb Minuten, warum der Begriff Familie ausschließlich der traditionellen Konstellation „Vater, Mutter, Kind“ vorbehalten sein sollte. 
 
Ihre Worte: 
 
„Mächtige Lobbygruppen der Gender-Und Homosexuellenbewegung arbeiten daran, die Begriffe Ehe und Familie radikal neu zu definieren und damit auszuhöhlen.“ 
 
„Dabei ist klar: Wer den Ehebegriff für eine bestimmte Gruppe öffnet, kann ihn anderen nicht verwehren. Wer die Ehe für alle fordert, bereitet den Weg – ob er will oder nicht – auch den Boden für die Gesetze des fundamentalistischen Islam – das heißt für Vielehe oder Kinderehe.“ 
 
„Die Ehe ist der Liebesbund zwischen einem Mann und einer Frau und die Familie gründet sich auf Ehe bzw Abstammung.“
 
Wie schon oben erwähnt ist Frau von Beverfoerde wohl eine bekennende Christin – umso sprachloser macht mich das alles. 
 
Denn wie passt das zu meinem Verständnis vom Christentum?
 
Ich würde mich durchaus aus gläubig bezeichnen. Ich war auf einer christlichen Schule, meine Kinder sind getauft und ich glaube fest an christliche Werte wie Nächstenliebe, Fürsorge, Hilfsbereitschaft, Barmherzigkeit. 
 
Genau deshalb finde ich dieses Video so unerträglich. 
 
Denn die Dame sagt ja eigentlich folgendes: Wer zwei lesbischen Frauen mit Kind zugesteht, dass auch sie eine Familie sind, macht die Kinderehe in Deutschland möglich. 
 
Wer einem schwulen Paar erlaubt, zu heiraten und endlich alle Pflichten und Rechte füreinander wahrzunehmen, ist letztenendes für Polygamie. 
 
Durch unsere Arbeit hier im Blog haben wir so viel gelernt – vor allem aber, wie unterschiedlich Familien sind. Wie unterschiedlich Erziehungsstile sind, wie unterschiedlich Bedürfnisse, wie unterschiedlich Kinder und Eltern. 
 
Familie ist heute bunt, lebendig – es gibt das klassische Modell, Alleinerziehende, Patchwork -und Regenbogenfamilien. 
 
Ich frage mich, wie anmaßend man sein muss, um das traditionelle Bild über all die anderen Lebensformen zu stellen. Heißt Familie denn nicht vorallem: Geborgenheit, Nestwärme, Liebe, Unterstützung, Förderung?
 
Und seit wann können das zwei Frauen nicht genauso gut vermitteln wie eine Frau und ein Mann? 
 
Warum haben einige Vertreter des klassischen Modells so eine Angst vor Veränderung? Haben sie die Befürchtung, sie selbst könnten durch die Gleichstellung anderer benachteiligt werden?
 
Was ändert sich also für eine Vater-Mutter-Kind-Familie, wenn in Berlin-Schöneberg ein schwules Paar heiratet? Wie gefährdet eine Regenbogen-Familie aus Köln eine Großfamilie aus Hamburg?
 
Naaaaa? Genau: Gar nicht! Für klassische Familien ändert sich rein gar nichts. Sie haben nicht den minimalsten Nachteil dadurch, dass Schwule und Lesben heiraten dürfen. Niemand wirft ihnen vor, dass ihr klassisches Modell spießig ist, niemand sagt, Vater-Mutter-Kind sei nun keine richtige Familie mehr. Niemand nimmt einer klassischen Familie Rechte weg oder ihre Daseins-Berechtigung. 
 
Warum nicht also einfach die Liebe anderer in ihrer Vielfalt annehmen?
 
Dass diese Initiative die Gender-und Homosexuellenbewegung als Wegbereiter für religiöse Fundamentalisten darstellt, macht mich wütend. 
 
Kinderehe als logische Folge von gleichgeschlechtlichen Ehen zu sehen, ist schlicht krank. 
 
Kinderehen sind natürlich ein Verbrechen – zwei Frauen, die sich lieben und entscheiden, füreinander Verantwortung zu übernehmen und heiraten zu wollen, ist etwas Wunderschönes. 
 
Wer sind wir, um darüber zu richten, wer sich in wen verlieben darf? Wer ist diese Frau in dem Video, um zu meinen, dass ihre Auffassung von Beziehung die Richtige und damit schützenswerter ist als andere Formen?
 
Das alles hat für mich nichts mit christlicher Auffassung zu tun. Das ist für mich engstirnig, angstbeladen, homophob. 
 
Es gibt dieses Zitat von Richard von Weizsäcker, dem nichts mehr zuzufügen ist. Denn ja, Glück wird größer, wenn man es teilt. Und zwar mit denen, die man liebt:  
 
„Die Familie ist immer wieder schweren Belastungen ausgesetzt. Und doch erweist sie sich stets von neuem als wichtigste Quelle unserer Kraft. In ihr lernen wir die Probe des Lebens bestehen. Daraus kann menschliches Glück erwachsen. Es wird größer, wenn man es mit anderen teilt.“
 
 
Foto: Pixabay
               
Warum Familie heute mehr als Vater-Mutter-Kind ist - ein Plädoyer für mehr Vielfalt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-ich-das-familienbett-praktiziere-und-katharina-trotzdem-nett-finde
        Liebe Katharina,
das war schon eine skurrile Situation, als ich da gestern Abend in meinem Bett lag, einen Sechsjährigen auf mir drauf liegend, meine Achtjährige neben mir an der Hand und in der anderen Hand mein Handy, auf dem ich die Kommentare zu Deinem Familienbett-Artikel las, während meine Kinder seelenruhig neben mir und um mich herum einschliefen…
Unsere Kinder schlafen nicht alleine ein. Und wie Du schon in Deinem Beitrag erwähntest: Was das Familienbett angeht, sind wir arg anderer Meinung. (Und trotzdem sind wir Freundinnen, wahnsinn, oder?)
Ich erinnere mich selbst vielleicht einfach noch zu gut an die Abende in meinem Zimmer damals, als ich klein war. Ich hatte eine schräge Wand und darin ein Fenster, im ersten Stock und ich weiß, dass ich Angst hatte, dass durch dieses Fenster mal jemand kommen würde, um mich zu holen. Kinderängste halt. Nicht allmächtig, aber doch da und unangenehm. Also brannte in dem Zimmer vor meinem Zimmer abends immer Licht. Bei Licht konnte ich schlafen und hatte keine Angst. Toll, oder?
Meine eigenen Kinder haben auch Angst. Manchmal. Sie haben aber abends auch einfach Nähebedarf und ich kann nicht ganz abstreiten, dass auch ich abends Nähebedarf habe. Ja, auch ich bin ja Teil des Ganzen, sonst würde ich es vielleicht anders machen.
Für unsere Familie hat sich das so eingespielt. Denn nein, es gab nie einen Plan oder eine Liste, an dem oder der ich meine Vorhaben abarbeitete: Wir werden ein Familienbett haben. Check. Häkchen dran, nächster Tagesordnungspunkt. Nein, natürlich ist es so nicht.
Wir lassen das einfach so kommen in unserer Familie. Und die perfekte Lösung gibt es wohl nicht. Mein Mann zum Beispiel würde mich auch abends gern mal vor neun zu Gesicht bekommen. Bis dahin liege ich aber meist noch bei den Kindern, bis sie ruhig atmen.
Auch ich träume manchmal davon, einen Abend Im Hellen zu verbringen (also unten, in der Küche oder im Wohnzimmer) oder mal Freunde zum Abendessen einzuladen. Aber Gewohnheiten lassen sich nicht so leicht durchbrechen und so ist es für uns der größte gemeinsame Nenner, wie wir es im Moment praktizieren.
Ich liebe ja den Spruch: Es ist nur eine Phase. Und ja, am Ende, mit ein bisschen Abstand, ist auch das nur eine Phase. Unsere Kinder werden gerade groß, sie werden bald nicht mehr das Bedürfnis nach dieser (körerplichen) Nähe haben, genauso wie die Windelzeit nur eine Phase war, obwohl ich bei ca. 90 Windeln pro Woche bei drei Wickelkindern damals auch dachte, in meinem Leben wird es nie etwas anderes mehr geben, außer Wickeln. Mit ein bisschen Abstand lächelt man irgendwann darüber. War ja alles nur eine Phase.
 Wenn unsere Kinder schlafen, tragen wir sie in ihre Betten. Und nicht selten tapst irgendwann in der Nacht wieder jemand zu uns zurück und kuschelt sich mit seinen Armen Armen und Beinen zwischen uns. Ich mnag das – zumindest wenn nicht alle drei gleichzeitig kommen und uns selbst aus dem Bett drängen. Für den Fall haben wir allerdings für die Kinderbetten sehr tolle Matratzen angeschafft, so dasss wir, wenn wir schon aus dem eigenen Schlafzimmer ausziehen müssen, weil es überbevölkert wird, zumindest weich und gemütlich liegen 😉 Vor unserem Bett liegt außerdem eine Besuchermatratze. Und ja, es sieht aus wie eine kleine Höhle bei uns und nie durchgestylt und aufgeräumt wie in einem Möbelkatalog – dafür sprürt man eben die familiäre Wärme durch alle Ritzen kriechen. 

  
Kleiner Nachtrag: Das ist meine Geschichte zum Schlaf unserer Kinder. Wir machen das so und jeder andere kann das auch machen, wie er möchte. Trotzdem möchte ich noch auf die aufgeworfenen Fragen von Dir, Katharina, eingehen.
Nein, ich fühle mich nicht als Sklave, was natürlich sowieso überspitzt formuliert war, aber doch fühle ich mich manchmal ordentlich fremdbestimmt. Und das war es wohl, was Du meintest. Genauso oft genieße ich aber eben auch die innige Stunde am Abend.
Und ja, ich opfere mich auch schon mal auf für meine Kinder. Weil sie meine Kinder sind und das mein Naturell. Das tue ich allerdings nicht, um anderen zu sagen, was ich für ne Supermama bin. Der wahre Grund ist, dass ich einfach so bin, wie ich bin. Du sagst, wir sollten unsere Kinder stark machen. Und ja, das mache ich. Tagsüber sind sie schon so richtig groß. Und abends, in ihrem geschützten Raum, werden sie halt wieder zu meinen kleinen schutzbedürftigen Kindern. Und diesen Schutz bekommen sie.
Was das Sexleben der Eltern angeht hast Du aber natürlich ein bisschen weit in die Klischeekiste gegriffen 😉 Wer sagt denn, dass immer die Frau sich vor dem Sex drücken will? Also ich kenn da Familien, bei denen es andersrum ist. Und finde die Vorstellung sehr sehr cool, dass sich ein Vater ins Familienbett zurückzieht, um sich vor seiner wilden Frau zu retten… hehe.
Wann meine Kinder in den eigenen Betten und ohne mich einschlafen werden, weiß ich natürlich nicht. Aber ich denke, spätestens, wenn sie mit 16 ihren ersten Freund oder ihre erste Freundin mit nach Hause bringen, wird sich das gelegt haben. Und wenn nicht… zieh ich aus.
               
Warum ich das Familienbett praktiziere - und Katharina trotzdem nett finde | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-ich-nicht-mit-der-kaiserschnitt-geburt-hadere-gastbeitrag-von-svenja
        Heute habe ich auf der Facebook Seite von StadtLandMama den Bericht von Ninia LaGrande über ihrem Notkaiserschnitt gelesen. Häufig liest man solche Geschichten und ebenso häufig geht es den Müttern ähnlich wie Ninia LaGrande. Sie kommen nicht gut damit zurecht, können Geschichten über „normale“, natürliche Geburten schwer ertragen und über ihr Erlebtes schwer oder gar nicht sprechen –  jedenfalls nicht ohne sich dabei schlecht zu fühlen oder zumindest unangenehm berührt zu sein. Ich verstehe das – absolut! Menschen sind unterschiedlich. Können verschiedene Situationen unterschiedlich wegstecken.
Trotzdem ist es irgendwie ein Bedürfnis, mal zu äußern, dass es auch Frauen gibt, die das als völlig ok ansehen, wie es gelaufen ist – auch wenn es nicht perfekt war, und dass es auch gut funktionieren kann, den Gang der Dinge einfach so zu akzeptieren, wie er eben war. Bei mir war das so: Der errechnete Geburtstermin war Ende Mai. Nachdem ich selbständig bin, gab es so etwas wie Mutterschutz nicht. An einem Vormittag Anfang Mai hatte ich noch einem geschäftlichen Termin. Mir ging es – wie während der gesamten Schwangerschaft – immer noch bestens. Ich kam nach dem Termin zurück nach Hause und setzte mich an den Schreibtisch. Um 12:00 Uhr mittags kam die erste Wehe. „Ich glaub ich hatte gerade eine kleine Wehe“ rief ich meinem Mann zu, der wie ich von zuhause aus arbeitet. „Ach was…?!", kam zurück. „Jetzt schon? Ist das normal?“ Genau wusste ich es selbst nicht, aber ich sagte ihm, dass ich durchaus schon mehrfach von sogenannten „Vorwehen“ oder auch „Senkwehen“ gehört hatte.
Naja, wird schon normal sein, dachte ich bei mir. Zehn Minuten später folgte die zweite Wehe. Hmmmm…Zufall?! Weitere zehn Minuten später die dritte Wehe. Ok. Ruhig bleiben. „Schatz, ich leg mich mal in die Wanne, ok?! Mal sehen, ob es dann besser wird.“ Der Mann wurde nervös. „Ok…“ hörte ich seine unsichere Stimme und verschwand im Bad. Doch die Wehen wurden stärker, heftiger und kamen bereits nach dieser ersten halben Stunde in noch kürzeren Abständen. Nach wenigen Minuten stieg ich also wieder aus der Wanne und sagte meinem Mann, dass wir jetzt wohl zumindest mal ins Krankenhaus würden fahren müssen. Mal nachsehen, was da los ist.
Also fuhren wir – dreieinhalb Wochen zu früh. Im Untersuchungszimmer eröffnete mir eine nette Krankenschwester, dass man bereits das Köpfchen fühlen könne, es würde sicherlich gleich „ernst“ werden. Ich erwiderte, dass es offensichtlich bereits sehr ernst war, denn mein Kind lag – wie ich wusste – falsch herum. Was sie spürte, war also wohl der Po. Ich sagte ihr auch, dass ich am darauffolgenden Dienstag einen Termin beim Chefarzt gehabt hätte – Beratung zur Steißlagengeburt bei Erstgebärenden. Jetzt wurde sie nervös. So richtig. Sie holte sofort eine Ärztin, die mir binnen Minuten eröffnete, dass das Kind jetzt sofort per Kaiserschnitt geholt werden würde. Die Geburt sei nicht mehr aufzuhalten und eine Steißlagengeburt dürfe ohne die erforderliche Beratung nicht durchgeführt werden.
Mein Mann war noch nicht da, er meldete mich noch im Krankenhaus an. Als er zurückkam, erklärte ich ihm, dass das Kind geholt werden würde – heute…gleich…also eigentlich JETZT. Er wurde blass und schien leicht zu schwanken. Ich kann mich heute nicht mehr daran erinnern, ob sie mir zu diesem Zeitpunkt bereits irgendwas gegeben hatten. Ein Beruhigungsmittel oder sonst irgendwas. Vielleicht waren es auch einfach die Hormone, denn faktisch befand ich mich ja bereits kurz vor den Presswehen. Jedenfalls war ich die Ruhe selbst. Ängste hatte ich überhaupt nicht. Mein Kind würde gleich kommen – wie toll!
Kein Warten mehr, kein weiteres Zunehmen, kein Wasser in den Beinen und heute schon den Wurm kennenlernen. Für mich war das in diesem Moment alles super. Ich bat zunächst die Krankenschwester, sich doch mal um den werdenden Papa zu kümmern. Der war so blass und sah völlig überfordert aus. Es amüsierte mich schon fast, dass nun das eingetreten war, was man so oft hörte: die Mutter die Ruhe selbst und der Vater ein Häufchen Elend. Den Ernst der Lage habe ich nicht erkannt. Nicht hinterfragt, warum ich so früh schon Wehen bekommen hatte. Dass etwas nicht in Ordnung sein könnte, blendete ich völlig aus. Die Rückenmarkspritze war schmerzhaft und auch riskant. Durch die starken Wehen fiel es mir unglaublich schwer, stillzuhalten. Aber es ging alles gut und ich beobachtete wie in Trance, wie man meine Beine, die mir nicht mehr zu gehören schienen, hin und her wuchtete, um mich von A nach B zu transportieren. Dann erinnere ich mich nur noch dunkel… Viele Menschen, ein grünes Tuch, das mir die Sicht auf meinen Bauch versperrte und ein netter Mann, der hinter mir stand, und auf mich einredete. Und da war ja auch mein Mann! Toll. Ich fragte ihn, ob er es aushalten würde. Er hatte in etwa dieselbe Farbe wie das Tuch vor meinem Bauch.
Irgendjemand sagte, das Baby sei da. 15:01 Uhr, wie ich später erfuhr. Ich bekam ihn für Sekunden zu Gesicht und in die Arme. Eine kurze Welle der überwältigendsten Liebe, die man sich nur vorstellen kann. Dann war er weg. Mein Mann sah aus, als würde er gleich ohnmächtig werden. Also bat ich den netten Herrn neben mir, ihn doch raus zu begleiten, was er auch tat. Und dann lag ich da. „Wir nähen sie nur noch kurz zu.“ – „Äh ja, klar..machen sie mal.“ Danach Aufwachraum. Allein. Naja, nicht ganz allein. Neben mir schnarchten diejenigen, die irgendeine OP in Vollnarkose hinter sich gebracht hatten. Ich verstand nicht, weshalb ich dort liegen musste. Versuchte, dem anwesenden Krankenpfleger zu erklären, dass ich ja wach sei. Ich hätte gerade ein Kind bekommen und würde gerne zu ihm. Er lächelte freundlich und sagte mir, ich dürfe hier raus, sobald ich meine Füße würde bewegen können. Ich kämpfte wie ein Löwe. Versuchte quasi durch Telekinese meine Zehen zum Zucken zu bringen – vergeblich. Da ließ sich nichts machen. Es dauerte fast eineinhalb Stunden, die mir wie ein halber Tag vorkamen.
Danach wurde ich zunächst in den Kreißsaal gebracht und mein Mann kam nach wenigen Minuten dazu. Er war die ganze Zeit bei unserem Süßen gewesen. Ich wollte nichts mehr, als meinen Sohn halten, aber dann erfuhr ich, dass dies zunächst nicht möglich sein würde. Er lag auf der Kinderstation. In einem Wärmebett. Angeschlossen an verschiedene Geräte, die den Herzschlag und die Blutsättigung kontrollieren sollten. Außerdem erhielt er ein Antibiotikum über eine Kanüle in der Hand. Er hatte Fruchtwasser geschluckt und dadurch eine Lungenentzündung erlitten.
Trotzdem durfte ich meinen Sohn besuchen. Mein Mann brachte mich im Rollstuhl zu ihm. Das Wärmebett musste geschlossen bleiben. Nur ansehen war also erlaubt. Kein Halten, kein Küssen, kein Stillen. Erstmal abwarten. Das war schlimm, aber ich hatte die Geburt hinter mich gebracht und der Kleine auch. Wie man mir später sagte, hatte er sich bereits in meinem Körper eine Infektion eingefangen, was man anhand der stark erhöhten Anzahl an weißen Blutkörperchen feststellen konnte. Mutter Natur hat das schon gut eingerichtet. Wenn das Kind merkt, dass es krank wird und niemand es rechtzeitig realisieren würde, drängt es eben nach draußen. Nach einer Woche Antibiotikum und etwas nervenaufreibenden Diskussionen mit Ärzten und Schwestern, weil ich eine Magensonde verhindern wollte, konnten wir mit unserem dann kerngesunden Kleinen nach Hause.
Nun war es also keine „normale“ Geburt geworden, aber ich fühlte mich keine Sekunde wie eine Frau, die es nicht geschafft hatte, oder der es nicht vergönnt war, ihren Sohn auf natürlichem Weg zur Welt zu bringen. Der Kaiserschnitt belastete mich nicht und wirkte sich nach meiner Überzeugung auch auf die Bindung zu meinem Kind nicht aus. Es war nur schlimm, dass ich ihn nicht einfach von Anfang an hatte bei mir haben können. Aber das war seiner Krankheit geschuldet und nicht der Art, wie er auf die Welt gekommen war; es hing nur irgendwie Beides zusammen. Die Schmerzen nach dem Kaiserschnitt waren nicht schön, aber – für mich – erträglich. Natürlich ist es kein Zuckerschlecken und am ersten Tag und in der ersten Nacht war das Aufstehen nicht leicht, Lachen und Husten ein Alptraum. Aber auch nach einer natürlichen Geburt haben viele Frauen mit starken Schmerzen zu kämpfen, können schwer laufen oder auf die Toilette gehen. Ich empfand das subjektiv nicht als schlimm(er).
Ich trauerte auch der natürlichen Geburt kein Stück nach. Denn auch davon liest man ja hin und wieder Horrorgeschichten mit Saugnapf, Zange, Sauerstoffmangel, etc. Ich hätte mich bei der ersten Geburt ganz sicher nicht für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden, aber nun war es eben so und es fällt mir nicht schwer, darüber zu sprechen, wenn mich Jemand fragt, wie die Geburt verlaufen ist. Meine beste Freundin hatte zwei tolle Geburten, die sie ganz bewusst erleben durfte. Mit PDA und wenigen Schmerzen. Ich konnte mich in beiden Fällen sehr für sie freuen, aber wer weiß denn schon, ob es bei mir auch so unkompliziert geworden wäre?
Ich kann Ninia LaGrande wirklich verstehen und kenne auch selbst Frauen, die mit einem (Not-)Kaiserschnitt nicht gut umgehen konnten oder können. Es war mir nur wichtig auch mal auszusprechen, dass das auch anders sein kann und darf.
               
Warum ich nicht mit der Kaiserschnitt-Geburt hadere - Gastbeitrag von Svenja | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-kranksein-auch-immer-was-positives-hat
        Es heißt ja immer, man soll auch in schwierigen Situationen versuchen, das Gute zu erkennen. Und schwierige Situationen, die hatten wir in der letzten Woche genug.
Es fing letztes Wochenende an. In der Nacht von Sonntag zu Montag, es war kurz vor 4 Uhr morgens, als meine Tochter bei mir am Bett stand und sagte, ihr sei übel. Ich ging mit ihr ins Bad und merkte, dass sie zudem noch ganz heiß war. Das Kind hatte hoch Fieber und starke Bauchschmerzen. Der Gatte wurde also ausquartiert und ich streichelte meine Tochter wieder in den Schlaf. Die restliche Nacht haben wir nicht viel geschlafen. Immer wieder schreckte sie im Fieberwahn hoch oder musste sich übergeben. Montag zeigte das Thermometer immer um die 40 Grad an, wenn sie sich zu sehr quälte, gab ich ihr fiebersenkende Mittel und machte Wadenwickel. Mit mäßigem Erfolg.
Leider musste mein Mann dann auf Dienstreise und das hieß, dass ich bis Freitag alleine mit den Kindern sein würde. Die Große kam überhaupt nicht mehr aus dem Bett. Weil sie keinen Appetit hatte und nichts essen wollte, wurde sie auch immer schwächer. Und mir gings ähnlich. Mein Magen war flau und ich hätte mich am Liebsten unter einer Bettdecke verkrochen. Der Kleine, putzmunter, nahm mir währenddessen die Bude auseinander.
Wenn man alleine mit zwei Kindern ist und eins davon krank ist, werden auch plötzlich die alltäglichsten Dinge schwierig zu organisieren. Wer bringt den Kleinen zur Kita und holt ihn ab? Die Große wollte ich nicht mitnehmen, das hätte sie einfach nicht geschafft. Den Kleinen zu Hause lassen, wollte ich auch nicht, weil die Pflege meiner Tochter doch recht intensiv war. Zum Glück sprangen einige liebe Freundinnen ein und übernahmen die Bringdienste!
Manchmal ging das Fieber meiner Tochter runter auf 38,2 – um dann nach einem Schlaf wieder bei 40,2 zu sein. Dazu immer wieder Bauchkrämpfe. Meistens lag ich neben ihr, streichelte sie, redete beruhigend auf sie ein. Wir verließen das Haus nicht mehr, Nachbarn versorgten mich mit Essen. Obwohl ich so Mitleid mit meiner Tochter hatte, stand ich kurz vor dem Budenkoller. Deshalb bat eine Freundin mir an, für eine halbe Stunde auf die Kinder aufzupassen, damit ich mal eine Runde spazieren gehen kann, frische Luft in den Kopf bekomme.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag weckte sie mich, weil sie Nase putzen wollte. Ich knipste die kleine Lampe neben dem Bett an und erschrak fast zu Tode. Überall Blut. Das Kind hatte furchtbares Nasenbluten, es dauerte, bis wir das gestillt hatten. Anschließend musste ich die Betten frisch beziehen. Das Fieber war auch wieder hoch und die restliche Nacht wieder unruhig.
Ich hatte schon fast wieder vergessen, wie mürbe Schlafentzug macht. Fünf Nächte mit wenig Schlaf, und schon bin ich ein Wrack.
Am Donnerstag dann wieder solche Bauchkrämpfe und plötzlich Halsweh. Ich packte sie ein und wir fuhren zum Kinderarzt. Diagnose: Influenza. Therapie: Bettruhe.
Bis heute liegt meine Kleine mal mit mehr, mal mit weniger Fieber im Bett. Das ist echt heftig diesmal.
Wenn ich auf die letzte Woche blicke, fallen mir natürlich erst mal nur die negativen Dinge ein. Krankes Kind, abgesagte Job-Termine, wenig Schlaf, null soziale Kontakte, Tränen meinerseits.
Doch es war ganz sicher auch die körperlich innigste Woche zwischen meiner Tochter und mir seit langer Zeit. Stundenlang lagen wir zusammen im Bett. Ich habe sie ins Bad getragen und zurück, gewiegt wie ein Baby, gehalten und umarmt. Ich war wieder auf absolutem Muttertier-Modus. Wenn sie sich neben mit im Bett umdreht hat, war ich hellwach. Alle Sensoren auf Hochtouren. Ich habe meine Tochter lange nicht mehr so bemuttert, weil sie ja eigentlich meine Große ist (und dabei eigentlich noch so klein ist). Wir hatten lange nicht mehr so viel Zeit alleine. Wenn mich also jemand nach etwas Positiven in dieser Woche fragt, dann würde ich sagen: Diese Krankheit hat uns noch näher gebracht, mein kleines, großes, wunderbares Mädchen und mich. 
PS: Nachtrag: Dieser Beitrag entstand am Samstag mittag  – am Sonntag abend fing jetzt auch das Söhnchen an zu fieber. Bitte drückt die Daumen, dass er jetzt nicht auch durch die Grippe gehen muss…
               
Warum Kranksein auch immer was Positives hat | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-sind-wir-so-schadenfroh-wenn-eine-promi-ehe-in-die-brueche-geht
        Noch größer als das Interesse war die Häme, die über Brad Pitt und Angelina Jolie ausgeschüttet wurde, als die Trennung der beiden vorletzte Woche bekannt wurde. Das Internet war plötzlich voll von Bildern einer lachenden Jennifer Aniston (Brads Ex), Firmen nutzten die Gelegenheit, um billige Flüge nach Los Angeles anzubieten. Ja, Mädels, ab nach Hollywood, vielleicht kann sich ja eine den Neu-Single Brad abgreifen.
Überall wurde über die möglichen Trennungsgründe spekuliert, jeden Tag gibt`s nun neue schmutzige Details. Im TV analysieren selbsternannte Promi-Experten die Situation, Magazine füllen ihre Seiten damit: Lags an Brads Gekiffe? Oder an Angelinas unmöglichem Erziehungsstil? Und überhaupt, eigentlich war die Beziehung doch schon seit langem nicht mehr das Wahre, oder?
Mich widert das an. Denn hier geht es nicht um zwei seelenlose Wesen, sondern um zwei Menschen, deren Traum von einer intakten Familie gerade platzt. Denn genau das wollten sie sein – eine große, bunte, heile Familie.
Und lange Zeit machten sie das doch wirklich gut. Man kann davon halten, was man will, dass die beiden mit den Kids samt einer Horde Nannys durch die Welt jetteten. Aber Jolie und Pitt waren immerhin 12 Jahre lang ein Paar (und führten damit sicher länger eine Beziehung als so mancher lästernder Promi-Experte).
Brad Pitt adoptierte die bereits vorhandenen Kinder und zeigte doch damit: Ich will Dich UND die Kinder. Das Paar bekam drei leibliche Kinder, sie standen schwere Zeiten durch (die Brustamputation von Angelina Jolie und den Tod einiger naher Verwandter.) 
Klar gibt es dann immer welche, die sagen: "Die haben es so viel leichter, weil sie mega viel Kohle haben." Aber ist das wirklich so? In manchen Dingen mag das stimmen. Natürlich können Hollywood-Stars sich die besten Ärzte leisten und eine Horde von Babysittern. Aber darum geht es doch nicht in einer Ehe. Das hält doch eine Ehe nicht zusammen. 
Wie man ja jetzt auch sieht, denn die beiden sind gescheitert – so wie Millionen anderer Menschen auch. Wie ein Herr Müller oder eine Frau Schulz müssen sie nun Kindertränen trocknen und erklären, warum Mama und Papa sich nicht mehr lieb haben. Das ist hart. Das tut weh, egal ob man Millionär ist oder Busfahrer.
Und vorallem: Eine Trennung tut den Kindern weh. Ich bin auch ein Scheidungkind – ich weiß, wovon ich rede. 
Deshalb wäre ich dafür, weniger sensationsgeil und hämisch zu sein – die meisten sollten mal lieber vor ihrer eigenen Tür kehren…
 
Foto: Pixabay
               
Warum sind wir so schadenfroh, wenn eine Promi-Ehe in die Brüche geht? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-streiten-geschwister-so-viel-und-wie-koennen-sie-zum-team-werden
         Ihr Lieben, wir wissen nicht, wie es bei Euch zu Hause läuft, aber bei uns gibt es enormes Verbesserungspotential in Sachen Geschwisterstreit. Hier fliegen mehr als einmal am Tag die Fetzen.
Darum waren wir so froh, als wir endlich Nicola Schmidts neues Werk "Geschwister als Team – Ideen für eine starke Familie" (Affiliate Link) auf dem Tisch liegen hatten. Wir haben der Autorin, die ihr vielleicht durch ihr artgerecht-Projekt kennt, einmal unsere drängendsten Fragen geschickt, weil wir wirklich mal wissen wollten, was wir als Eltern tun können, damit die Geschwister nicht mehr gegeneinander, sondern als Team zusammenarbeiten.
Liebe Nicola, wir haben jeweils drei Kinder, schon oft haben wir gehört, eine gerade Zahl wäre besser, weil bei Dreien immer Zwei gegen Einen kämpfen. Was würdest Du auf einen solchen Satz antworten?
Ja, das hört man oft, aber nach meinen Recherchen ist die Sache klar: ob gerade oder ungerade – das spielt am Ende kaum eine Rolle. Wir hören von Eltern in jeder Konstellation, dass Geschwister sich verstehen oder streiten. Nach Studienlage ist viel wichtiger, wie wir miteinander umgehen, wie wir kommunizieren. Ob wir dann zwei, drei oder sieben Kinder haben, ist eher nebensächlich. Allerdings steigt natürlich mit jedem Kinder der „Trubelfaktor“, aber auch die Zahl an Spielkameraden.
Manchmal haben wir das Gefühl, dass Geschwisterstreit in unseren Familien das große beherrschende Thema ist. Und manchmal denken wir: Hach, wie schön alles sein könnte, wenn einfach alle miteinander spielen würden statt sich gegenseitig die Butter auf dem Brot nicht zu gönnen…
Oh, wie gut ich das verstehe! Die Statistik zählt unter Geschwistern bis etwa sechs Streitereien pro Stunde – bei uns zu Hause waren es mindestens so viele. Bei uns änderte sich das schlagartig, als ich im Zuge von „Geschwister als Team“ gelernt habe, Streit ganz neu zu sehen. Streit ist nämlich vor allem Verhandlungstraining. Er bereitet uns auf die Konflikte im Leben vor. Wenn ich mit meinen Geschwistern lerne, unterschiedliche Interessen auszugleichen, meinen Standpunkt zu vertreten, Lösungen zu finden, dann kann ich das ein Leben lang.
Meine Kinder sind darin mittlerweile richtig gut und wir haben deutlich weniger Auseinandersetzungen. Ich hingegen bin Einzelkind und musste das erst in Seminaren lernen. Seit ich Streit als Training fürs Leben sehe, hat er einen Platz und einen Sinn. Das ändert aber nichts daran, dass auch meine Kinder manchmal hören: „Hey, ich will einfach nur in Ruhe kochen, hört einfach auf zu streiten!“ – ich glaube, das gehört dazu. 

„Der hat aber angefangen“ oder „Das war ich aber nicht“, diese Sätze kennen wir wohl alle. Wie können wir als Eltern gut darauf reagieren? Immerhin können wir nie herausfinden, wer nun zu streiten begonnen hat oder wer die Nutella an die Wand geschmiert hat. Oder ist das am Ende vielleicht auch gar nicht so wichtig?
Genau so ist es. Wenn wir als Eltern anfangen, uns wie Schiedsrichter oder Detektive zu benehmen, haben wir schon verloren. Und mal ehrlich: Haben wir dazu Lust? Und sind wir vor Gericht? Geht es wirklich darum, wer angefangen hat? Eigentlich geht es doch darum zu fragen: Was ist hier los? Woher kommt der Druck? Was brauchen wir, um friedlich zusammen zu leben? 
Ich frage meine Kinder daher schon lange nicht mehr „Wer war das?“ Ich sage grundsätzlich: „Mir ist egal, wer das war, aber ich will nicht, dass das passiert. Wir machen es jetzt gemeinsam weg und überlegen, was hier eigentlich los ist.“ Meine Kinder finden das nicht immer lustig – auch für sie wäre ein Streit darum, wer es war, einfacher und angenehmer. 
Aber oft steckt hinter Streit ja etwas ganz anderes als die blaue Tasse. Besonders bei größeren Kindern. Ein Beispiel aus unserem Alltag: Meine Tochter (6) hatte ihren Bruder (9) tagelang gepiesackt. Natürlich wurde er am Ende aggressiv, aber wer war jetzt schuld? Wer hatte angefangen?
Ich setzte mich mit den beiden hin und versuchte mit ihnen herauszufinden, was wirklich los war. Meine Tochter sagte am Ende des Gespräches unter Tränen ihrem großen Bruder: „Ich würde so gerne mehr mit dir spielen, aber du willst immer nicht! Dann bin ich sauer! Ich fühle mich wie Luft, wenn du nicht mit mir spielst!“ und sie weinte herzzerreißend. Mein Sohn war erst irritiert, aber dann nahm er sie gerührt in den Arm und sagte: "Hey, das wusste ich gar nicht. Okay, ich will zwar nicht immer mit dir spielen, aber wie wäre es jetzt? Zehn Minuten?" Aus zehn Minuten wurden ein ganzer Abend und sie waren beide glücklich.
Und manchmal merke ich, dass es auch unter Erwachsenen gut tut, wenn wir nicht „wer war das?“ fragen, sondern über das reden, worum es wirklich geht…
Warum streiten Geschwister denn überhaupt so viel?
Wir sollten nie vergessen: Geschwister sind Menschen, die unsere Kinder sich nicht ausgesucht haben. Aber sie müssen mit ihnen unser kostbarstes Gut teilen, nämlich die Aufmerksamkeit der Eltern. Stellen wir uns das mal als Erwachsene vor – wir müssen in einer WG mit jemandem leben, den wir total anstrengend finden und dann sagt unser Partner auch noch: „Nun stell dich nicht so an, sie ist doch total nett, natürlich darf sie deinen Laptop ausleihen!“
Es kommt außerdem auch auf das Alter an: Kleine Kinder, besonders Kinder unter drei, streiten um Ressourcen – Eltern und Spielzeug. Das eskaliert schnell, weil sie ihre Bedürfnisse nicht aufschieben können und weil sie sich nur schlecht in jemand anderen hineinversetzen können. Wir haben dann zwei – oder mehr – sehr junge Menschen, die noch nicht die gleiche Sprache sprechen. Deshalb brauchen sie unbedingt unsere Hilfe.
Außerdem ist für kleine Kinder ja alles absolut – wenn die blaue Tasse weg ist, geht die Welt unter. Dass das nicht so ist, müssen Kinder erst lernen. Später geht es dann um Aufmerksamkeit, um Freiräume und um Rollen in der Familie. 
Wie kann aus Geschwistern, die sich dauernd ärgern („Du bist erst auf Seite 11? Ich bin schon auf Seite 16, boah bist du dumm!“) ein Team werden?
Das ist in der Tat knifflig, ich schreibe im Kapitel über Rollen und Talente darüber, was wir tun müssen. Da hilft nach aller Forschung nämlich vor allem Prävention. Kinder spiegeln uns und die Werte, die wir ihnen vorleben.
Fragen wir uns also: Ist es wichtig, dass man schnell liest? Vergleichen wir die Kinder? Loben wir Kinder dafür, dass sie schneller als andere sind? Dann müssen wir uns nicht wundern. Wenn wir aber vorleben, dass es nicht um Leistung geht, sondern dass hier jeder liebenswert ist, egal was er leistet, ist der wichtigste Schritt schon getan.
Konkret heißt das: Wir sollten nicht sagen „Dein Bruder hat schon seine Schuhe an, warum kannst du das nicht?“ „Schau mal, wie schön eine Schwester aufgeräumt hat!“ „Lisa ist schon fertig, warum bist du nur so langsam?“ Auch Spiele wie „Wer zuerst am Auto ist“ sind witzig, solange wir ein Kind haben – ab zwei Kindern fördern solche Spiele eher die Konkurrenz.
Was können wir sonst sagen? Wir können wertschätzen was ist, ohne Bewertung: „Hey, du bist schon auf Seite elf, und du auf Seite 16, wie schön, dass meine Kinder so gerne lesen!“ oder „Jeder hier hat seine Qualitäten, einer macht alles schnell, einer lieber ruhiger und beides brauchen wir in der Familie – ich bin froh, dass ich so wundervolle, unterschiedliche Kinder habe!“
Sobald wir vorleben Leistung nicht das wichtigste Kriterium ist – dann übernehmen die Kinder das. Natürlich sehen sie in der Schule und an anderen Orten das Leistungsprinzip, dann sage ich größeren Kindern auch schonmal, dass hier bei uns „zu Hause“ das nicht gilt und jeder seinen Platz hat. Wenn ich die Kinder motivieren will, dann tue ich das niemals mit Vergleichen, sondern immer mit konkretem Lob: „Wow, du hast echt lange geübt, jetzt kannst du das Klavierstück, spiel es nochmal!"
In manchen Familien verstehen sich die Geschwister wunderbar, in anderen gar nicht. Da wird gehauen, gekratzt, geboxt – und das täglich. Ist das alles Erziehungssache oder gibt es auch einfach streitlustigere Kinder?
Ja, es gibt Konstellationen, in denen Kinder sich deutlich mehr streiten. Das hängt von vielen Faktoren ab: Vom Geschlecht, vom Alter, vom Abstand und vom Temperament. Aber was daraus wird, hängt am Ende immer an uns Eltern – so unangenehm diese Erkenntnis ist. Ich würde daher eher sagen: Manche Geschwister muss man mehr begleiten, andere weniger. Von alleine läuft es nur ganz ganz selten.
Und wir sollten froh sein, wenn unsere Kinder streiten – denn nur wenn Kinder nicht sicher sind, dann stehen sie einander kompromisslos bei. Wenn meine zwei aufeinander los gehen, genehmige ich mir daher manchmal einen Moment von: „Wie schön, dass ihr euch so sicher fühlt, dass ihr eure Konflikte austragen könnt!“ – und dann erkläre ich, dass ich jetzt aber bitte in Ruhe kochen will.

Du gibst drei Tipps in Deinem Buch: Vergleichen Sie Ihre Kinder nicht, ergreifen Sie niemals Partei, rasten Sie nie aus. Ich möchte mich in dieser Causa schuldig bekennen. Ich glaube, ich müsste ein Übermensch sein, um das nie zu tun.
Weißt du was – es geht mir genauso! Daher gilt für mich der Slogan aus meinem Buch "Slow Family" (mit Julia Dibbern): Jeden Tag ein bisschen. 
Und wirklich, das reicht. Wenn wir einmal nicht vergleichen, einmal nicht ausrasten, sondern ruhig bleiben, einmal nicht Partei ergreifen, sondern in Ruhe beide Seiten anhören, dann ist viel gewonnen. Wir lernen alle noch! Und Kinder sind unglaublich nachsichtig mit uns Erwachsenen, wie es Antoine de St. Exupéry in „Der kleine Prinz“ formuliert.
Nun gibt es bei uns noch die Konstellation der eineiigen Zwillinge, die sehr ähnlich aussehen, sehr ähnlich stark sind und die im Grunde jeden Tag aufs Neue schauen wollen, wer nun heute am stärksten ist – und die sich auch untereinander vergleichen…
Ja, Zwillinge sind eine sehr schwierige Konstellation, dazu gibt es im Buch ein extra Kapitel. Wir müssen bei Zwillingen als Eltern ganz besonders darauf achten, dass wir deutlich machen: Jeder hat seinen Platz. Ihr müsst nicht gleich sein. Ihr müsst euch nicht messen – es sei denn, ihr habt beide Spaß daran. Jeder Mensch ist mal stark, mal schwach, mal schnell, mal langsam, mal ordentlich, mal unordentlich. Ich finde es wichtig, dass wir immer wieder vorleben, dass das sein darf.
Erst dann kann jeder sein volles Potenzial entfalten. Wenn die Kinder hingegen beide Spaß am Wettbewerb haben, dann sollten wir sie nicht aufhalten. Die Frage muss ja immer lauten: „Wer braucht gerade was? Und wie können wir das hinkriegen?“
Du sprichst in Deinem Buch auch von der einen Sache, die alle Eltern tun sollten. Welche ist das?  
„Bleiben Sie in Kontakt. Sagen Sie ihrem Kind mit allen, was Sie tun, aus ganzem Herzen: „Ich bin für dich da“. Das ist schon alles. Manchmal macht man innerlich die Tür zu. Man kann es nicht mehr hören, es ist alles zu viel. Aber wir dürfen unser Herz nicht verschließen, es sind Kinder, sie brauchen uns. Wir müssen da bleiben – anwesend sein, zuhören, wirklich verstehen wollen.
Wir sollten sehen, wie zerbrechlich diese kleinen Seelen sind und wie sehr sie uns brauchen. Auch und gerade wenn sie uns fürchterlich auf die Nerven gehen. Dann brauchen sie uns nämlich ganz besonders. Kinder wollen Teil einer glücklichen Familie sein. Dazu gehört auch, dass sie lernen dürfen, wie man Konflikte austrägt, wie man gemeinsam Veränderungen meistert und wie man immer wieder zusammenfindet und sich sagt: Hey, ich hab dich von Herzen lieb.
 
Fotos: Pixabay, David Carlson, Kösel
 
               
Warum streiten Geschwister so viel und wie können sie zum Team werden? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-streiten-sich-geschwister-so-viel-vom-hauen-und-stechen-und-lieben
         Ihr Lieben, jedes Alter der Kinder bringt so seine Herausforderungen mit sich, heißt es doch immer so schön, oder? Von Sprüchen wie „Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen“, halte ich aber trotzdem nichts. Die Erziehung ist eine so große Herausforderung, dass sie sich nicht mit einem solch platten Sprichwort wegbügeln lässt.
Ich mache mir nicht nur heute, mit drei Schulkindern, manchmal Sorgen. Ich hatte auch Sorgen um mein Baby, als es allabendlich von 18h bis 0 Uhr schrie, als habe es Schmerzen. Es konnte mir nicht sagen, was es bedrückte, da waren die Sorgen ganz andere als heute, ja. Heute sagt das Kind: Mama, ich hab Bauchweh, ich lege mich hin. Das finde ich in diesem Fall leichter. Dafür streiten wir uns um Hausaufgaben, um Aufräumen, um Tablet-Konsum. Ob die Sorgen größer oder kleiner sind, lässt sich nicht sagen. Es sind halt andere.
Die Kinder werden größer, der Charakter kommt zum Vorschein
 
Vielleicht meint das Sprichwort ja aber auch einfach nur, dass uns der Babyspeck mit einigem versöhnt, weil die Kinder ja so niedlich sind. Und nur da hat es vielleicht seine Berechtigung, denn  -ja! – einem Neun- oder Elfjährigen möchte man nicht mehr alle fünf Minuten in die Wange kneifen, weil man nicht glauben kann, wie süß er gerade guckt 😉    
Die Herausforderungen werden aber auch deswegen anders, weil sich der eigene Charakter der Kinder mit wachsendem Alter herauskristallisiert. In ein Baby kann man noch herrlich viel hineininterpretieren („Schau mal, wie es guckt, ich glaub, das versteht schon wie sehr wir es lieben!), das wird mit dem Alter weniger. Mit dem ersten „Nein“ äußert es seinen Willen – und wir als Eltern merken, dass wir nicht alles steuern können.  
Mit weiteren Geburtstagen kommt in Mehrkindfamilien noch ein zusätzlicher Faktor hinzu: Die Konstellation in der Familie. Zunächst spielen Kinder ja noch vor allem mit sich allein, aber später werden auch die Geschwister mit einbezogen – und hier zeigt sich doch sehr genau, wie sich Rollen entwickeln. Das eine Kind ist zugewandt und ordentlich, das andere chaotisch und wild, das nächste sensibel und gerechtigkeitsfanatisch oder dominant und uneinsichtig. Ob das zusammenpasst, kann keiner voraussagen.
Koflikte: Seit wann streiten sich unsere Kinder?
 
Ich weiß nicht, seit wann unsere Kinder sich streiten. Ich glaube, die Zwillinge begannen im Alter von vier oder fünf Jahren. Es geht ihnen vermutlich nicht darum, den anderen fertig zu machen, vielmehr ist es vermutlich ein Buhlen um Aufmerksamkeit, ein Ausbaldowern der Positionen in der Familie.
Und es ist bestimmt auch nicht leicht, dauernd jemanden vor sich sitzen zu haben, der gleich groß, gleich stark und gleich schwer ist. Die Hierarchie fehlt. Bei normalen Geschwistern gibt es zumindest die Alters-Hiercharchie: Das große Kind ist schon „groß“, das darf noch ein bisschen länger aufbleiben. Das kleine Kind ist noch „klein“, das darf nochmal schnell auf Mamas Arm, wenn es nicht mehr laufen will.
Bei Zwillingen fehlt diese Hierarchie und manchmal stehen wir als Eltern davor und fragen uns wirklich: Machen wir etwas falsch? Oder sind sie einfach so? In dem einzigen Zwillingsbuch, das ich damals in der Schwangerschaft las, stand, dass sich männliche Zwillinge mehr streiten als weibliche. Und dass sich eineiige mehr streiten als zweieiige. Wir haben mit unseren eineiigen Jungs also den Sechser im Lotto gezogen, wenn wir dem glauben. Aber wir wollen ja nicht auf Pauschalisierungen reinfallen – siehe oben.
Muss dieser Streit sein?
 
Wenn ich den Erzählungen meiner Freundinnen lausche, höre ich denn auch raus, dass es auch Mädchen und Jungen gibt, die sich viel streiten. Selbst wenn sie nicht gleich alt sind. Es ist also vermutlich Glück oder Pech, ob sich Geschwister verstehen, egal, ob sie zwei Minuten (wie unsere), zwei Jahre oder ein ganzes Jahrzehnt auseinander sind. Von vielen Freundinnen und Freunden weiß ich, dass sie sich als Kinder auch viel gestritten haben („ICH kann das besser“, „Nein ICH“) und sich heute im Erwachsenenalter wunderbar verstehen. Und auch mein Bruder und ich waren als Kinder nicht immer auf einer Wellenlänge – und sind nachher sogar zusammen in eine WG gezogen. Muss dieser Streit also sein?
Ich merke an den Kindern, dass sie sich streiten, wenn sie sich sicher fühlen. Lass ich sie mal kurz allein zu Hause, um die große Schwester am Bus abzuholen, dann halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Ist einer krank – und plötzlich eine Hierarchie da (er schwach, ich stark), kümmern sie sich rührend. Als sich der eine den Arm brach, sagte der andere auf dem Weg in die Klinik, er würde all seine Spielsachen dafür hergeben, damit es seinem Bruder besser geht. Da ist also etwas. Aber sobald der Gips dran und die Tränen getrocknet waren, ging es weiter. „Du kannst ja gar nicht singen.“ „Kann ich wohl.“ Warum?, frage ich mich dann immer. Was bringt dieses Den-anderen-klein-machen? Das Leben könnte doch so einfach sein, wenn wir in eine Spirale der Nettigkeiten geräten – und nicht immer wieder in diesen Teufelskreis aus: Ich hau den, weil der geärgert hat. Ich hau zurück, weil der gehauen hat. Ich sag Kackamann zu ihm, weil er grad Idiot gesagt hat. Und immer so weiter.
Werden sich unsere Kinder irgendwann nicht mehr streiten?
 
Über den Satz „„Lieber wäre es mir, wenn mein Bruder/meine Schwester tot wären““ haben Danielle und Katja von Gewünschtetes Wunschkind neulich geschrieben. Sie sagen, wir dürften das als Eltern nicht wörtlich nehmen. Aber das ist doch schwer! Wenn eins meiner Kinder sein Geschwisterkind haut, dann sage ich oft: „Niemand schlägt ein Kind von mir – auch du nicht, obwohl du selbst mein Kind bist“. Und ich baue ja auch darauf, dass es mit wachsendem Alter und Empathievermögen ruhiger wird, um uns am Ende von unserer Geduld belohnen zu lassen…
So wie gestern Abend, als ich zwei unserer drei Kinder ins Bett brachte, während nebenan einer unserer Jungs noch mit Papa diskutierte. Seine Stimme klang traurig, was unsere Große nicht schlafen ließ. Sie fragte, ob sie nochmal eben zu ihm rüber dürfe. Sie umarmte ihn dann – und er ließ es geschehen.
Wer weiß, wie sehr genervt die Kinder hier manchmal voneinander sind, wird verstehen, warum uns fast ein Tränchen der Rührung die Wange runtergelaufen wäre. Unsere Kinder lassen sich gern umarmen. Von uns. Aber nicht von ihren Geschwistern. Sie vermuten hinter jeder lieb gemeinten Geste eine Finte, einen Trick, einen Versuch, zu ärgern. Dass sich der Kleine hier kurz seiner Schwester gegenüber fallen lassen konnte, zeigte mir, dass da doch etwas heranwächst zwischen ihnen. Vertrauen.
Erziehung ist harte Arbeit – wir müssen geduldig sein
 
Wir müssen geduldig sein, so schwer das auch manchmal ist. Erziehung ist harte Arbeit, hab ich neulich in einem Buch gelesen und dieser Satz fällt mir täglich wieder ein, wenn ich zum zehnten Mal sage, dass eine Jacke an den Garderobenhaken gehört – und nicht in den Eingang auf den Fußboden. Erziehung ist harte Arbeit. Aber es ist eine, die sich lohnt, denn wer geduldig bleibt, erntet irgendwann Momente wie den am gestrigen Abend.
 
Fotoquelle: pixabay
               
Warum streiten sich Geschwister so viel? Vom Hauen und Stechen – und Lieben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-du-bist-wenn-du-mama-bist
         …Du bist 300 mal Köpfchen streicheln.
…Du bist 500 wichtige Entscheidungen treffen. Pro Tag.
…Du bist 700facher Motivationstrainer. Steh auf, versuch es einfach nochmal.
…Du bist 1000 Nächte-Wach-Lieger.
…Du bist 2000 automatische Schuckel-Bewegungen-Vollzieher.
…Du bist 5000 mal Retter aus doofen Situationen.
…Du bist 8000 mal Geister-Verjager.
…Du bist 10.000 mal die Ruhe-Bewahrer. Geduld. Geduld.
…Du bist 15.000 mal in die Tisch-Kante-Beißer. Einfach ruhig bleiben, es ist ein Kind.
…Du bist 25.000 mal Buchvorleser und Hörspiel-Anschalter.
…Du bist 50.000 Warum-Fragen-Beantworter und Welterklärer.
…Du bist 100.000 Küsse, die Du Deinen Kindern gibst. Und ihrem Papa.
…Du bist 300.000 Wunden pusten, wenn Dein Kind fällt.
…Du bist 500.000 Dankeschöns, die Du sagst, dafür, dass es sie gibt, deine Kinder
…Das ist schön.
…Du bist schön.
 
Foto: Pixabay
               
Was Du bist... wenn Du Mama bist | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-ich-mir-in-meiner-aktuellen-beziehung-wuensche-liste-zum-ausdrucken-und-ankreuzen
       














 Ihr Lieben, die ihr noch mit dem Partner zusammen seid, mit dem ihr Kinder habt: Manchmal geht die Liebe im Alltagschaos vielleicht ein bisschen unter. Manchmal braucht es aber gar keinen Paartherapeuten, um das Feuer wieder ein bisschen zu beheizen.
 
Überlegt euch einfach mal, was euch im Moment fehlt. Und was vielleicht gar nicht fehlt. Dann sagt eurem Partner das auch gern: Weißt du, worüber ich mich freue? Dass du mir immer noch Herzchen per WhatsApp schickst, statt immer nur noch Einkaufslisten.
 
Ja, das klingt jetzt banal, aber in einer mehrjährigen Beziehung, in der auch Kinder den Alltag mitbestimmen, da kann so eine Botschaft helfen. Denn sie heißt: Hey Schatz, ich sehe dich noch! Und zwar auch noch als Partner und nicht nur als Kindertaxi, Haushaltsmanager oder Arbeitnehmer, sondern auch noch als die Person, in die ich mich mal verliebt habe.
 
Deswegen haben wir hier mal eine Liste zusammengestellt – mit winzig kleinen Denkanstößen. Ihr könnt sie ausdrucken ankreuzen und eurem Partner vorlegen. Oder euch springt besonders ein Punkt ins Auge, bei dem ihr denkt: Stimmt, das werde ich heute gleich mal angehen.
 
Wie auch immer: Nehmt eure Liebsten in den Arm und seht sie nicht als selbstverständlich an. Denn ihr habt zusammen eine Familie gegründet. Und was gibt es Schöneres?
                 
               Wunschliste für die Beziehung:

Mehr Händchenhalten


Mehr flüchtige Berührungen im Vorbeigehen


Mehr Flirterei mal zwischendurch


Mehr lächelnde Blicke


Mehr Sex


Weniger Sex


Mehr Zeit zu zweit
Mehr Experimentierfreude


Mehr Freiheiten


Weniger Streit
Mehr Küsse


Mehr Hilfe im Haushalt


Mehr Verständnis für die eigenen Hobbys und Auszeiten


Mehr Hilfe mit den Kids


Mehr kleine Liebesbotschaften auf Post it-Zetteln
Mehr Überraschungen


Mehr Blumen
Mehr Fürsorge, wenn es mir nicht gut geht


Mehr süße Handy-Nachrichten, wenn man sich tagsüber nicht sieht


Weniger Kontrolle
Mehr Vertrauen


Mehr Zärtlichkeit außerhalb von Sex


Mehr liebe Worte
Mehr Loyalität vor Freunden



Mehr Anerkennung für alles, was ich leiste


Mehr Kopfkraulen
Mehr Kümmern


Mehr Zusammensitzen bei Kerzenlicht


Weniger gemeinsames Glotzen und Fernsehschlafen


Mehr Lachen über Albernheiten


Weniger Schnarchen


Mehr gemeinsame Mahlzeiten
Mehr Pralinen


Mehr Interesse – "wie war dein Tag?"


Mehr Zuhören
Weniger aufs Handy-Schauen


Mehr abends mal essen gehen


Mehr Kissenschlachten, wenn die Kinder schlafen


Mehr Urlaub mit Dir

 
               
Was ich mir in meiner aktuellen Beziehung wünsche - Liste zum Ausdrucken und Ankreuzen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-nur-eltern-wissen-die-entbindung-endet-nicht-mit-der-geburt
        Ich
 bin zurück aus London und freue mich über Deinen vorletzten Beitrag. Denn ja: Klar, kenn ich das. Loslassen muss man ja erst mal lernen! Denn die Entbindung endet ja nicht mit der Geburt, die geht ja immer weiter. Je enger wir uns an unsere Kinder binden, desto intensivere Arbeit haben wir auch mit dem Entbinden, mit dem Gehenlassen, mit dem Verantwortung-mal-in-andere-Hände-geben, auch mit dem Vertrauen in den kleinen Menschen selbst. Es ist sicherlich bei jedem anders, aber bei mir gab es da auch unterschiedliche Phasen. Chronolgisch in der Erinnerung in etwa so:
 Mama, MaPa, Mama.
 Mama, Papa, Mama.
 Mama, PaMa, Papa.
 Mama, PaMa, Oma.
 Naja, und in der ersten Zeit nach dem Stillen, war es mir eigentlich das Liebste, wenn ich eine Oma da hatte und ihr die Betreuung anvertrauen konnte und trotzdem dabeibleiben, beobachten, ein Schatten sein, mein Kind mal aus einer anderen Perspektive sehen. Das war ein riesiges Glück, wie ich es auch hier sehr emotional schon einmal beschrieben habe… Die Verantwortung mal kurz schleifen lassen und trotzdem dabei sein und miterleben und als "Außenstehende" zu betrachten. Einfach nur zu schauen. Mit der Zeit wagte ich mich auch mal aus dem Haus. Dann sehr viel später auch mal eine Nacht ohne Kinder, aber nur mit Sehnsucht.
 Am Wochenende also zwei Nächte. Mit Flieger, mit Hotel, mit Mann. Und als wir wiederkamen, gab es keine Vorwürfe, wie sonst. Die Kinder waren begeistert von der Oma, die ihnen ein Matratzenlager gebaut hatte, die ihnen zum Aufwachen Nutella-Brote ins Bett gebracht hatte, die so toll war, dass die Kinder am liebsten noch eine Nacht dort verbracht hätten. "Na, seid Ihr denn gar nicht auch ein bisschen froh, dass wir wieder da sind?" Mindestens zwei Kinder antworteten: "Och, eine Nacht hättet Ihr ruhig noch bleiben können". Auch das: Eine Entbindung. Keine sonderlich schmerzhafte, trotz der Worte, weil ich ja gesehen hatte, wie sie uns begrüßt hatten, als wir wiederkamen. Stürmisch nämlich. Fröhlich.
Aber für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis. Für die Kids, für die Oma, für uns. Eines, aus dem wir alle gestärkt hervorgehen, weil wir die Sehnsucht mal gespürt haben und weil die Vorfreude auf das Wiedersehen wunderschön war. Eines, das uns noch enger verbindet, obwohl wir alle einmal losgelassen haben.
               
Was nur Eltern wissen: Die Entbindung endet nicht mit der Geburt | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-uns-der-pflanzenbasierten-nagellack-von-gitti-ueber-unsere-natuerliche-schoenheit-verraet-mit-rabattcode
       
Ihr Lieben, wenn ich eins am Muttersein liebe, dann ist es, wie viel man auch über sich selbst, über die eigenen Werte und Einstellungen lernt. Weil man sie plötzlich den eigenen Kindern vorlebt, sie erklärt – und später vielleicht auch rechtfertigt, wenn die Kinder ihre eigene Stimme erheben und auch mal in Frage stellen, was du sagt 😊 Ich spreche aus Erfahrung, als Dreifach-Teenie-Mama ist das grad mein täglich Brot.



Und so merke ich da auch grad ein paar Veränderungen im Umgang mit dem Thema „Beauty“ bei mir. Ich mag das Wort nicht. Es klingt so künstlich. So unecht. Einmal fragte mich die liebe Frau Mutter mal zu einem Beauty-Interview bei ihr im Blog an, ich sagte ab. „Nee, nicht mein Thema.“ Und so gab ich es auch an meine Kinder weiter: Ihr müsst von innen strahlen, dann seid ihr schön!



Schönheit kommt von innen. Oder?



Es geht im Leben nicht um gerade Nasen, makellose Körper! Bildet euch weiter, seid gute Gesprächspartner, seid authentisch, strahlt etwas Positives aus. Das sage ich ihnen so natürlich nicht zum Frühstück ins Gesicht, aber ich hab das Gefühl: So lebe ich das vor. Das gebe ich weiter.  







Aber! Und jetzt kommt das große Aber. Unsere Kinder wachsen in einer anderen Generation auf als wir. Ich habe das Gefühl, wir hatten damals in der Unterstufe alle noch bunte, ausgewaschene Schlabberpullis an, während sich heute auch schon in diesem Alter gestylt wird. TikTok und Instagram sei Dank (ja, ich denke, es hat viel damit zu tun). Nun wird meine Tochter dieses Jahr 15 und natürlich ist das Äußere ein Thema!



Welche Beautyprodukte sind gut und nachhaltig?



Die Jeansmode ist eine ganz andere als bei uns damals. Buchfreie Shirts sind wieder in. Influencerinnen mit riesigen Reichweiten geben öffentlich Tipps für weniger Pickel oder geben zu, dass sie sich die Brüste mit Silikon haben aufpeppen lassen. Wir diskutieren, ob sie ihre Vorbildfunktion für so viele junge Menschen nicht anders nutzen könnten. Und wir besprechen, was okay und nachhaltig ist – und was für uns ein No go.



Denn ich finde es ja auch schön, wenn wir uns schön herrichten! Dann aber doch bitte nicht mit giftigen Inhaltsstoffen, die unsere Gesundheit angreifen und die Umwelt belasten. Wenig, dafür aber Gutes, auf dieses Motto können meine Tochter und ich uns einigen. Und deswegen haben wir uns für diese Kooperation zusammengetan und gemeinsam den fabelhaften Nagellack von gitti conscious beauty getestet, wo sogar die Schachtel, in der er verschickt wird, biologisch abbaubar und recycelbar ist….



Und weil wir so begeistert sind, dürfen wir an dieser Stelle auch gleich erwähnen, dass wir euch einen Rabatt von 20 Prozent anbieten dürfen, der Code ist ganz einfach: stadtlandmama



gitti conscious beauty Nagellack: Was kann er, was andere nicht können?



Was kann gitti also, was andere nicht können? Da holen wir doch gern mal ein bisschen weiter aus. Als Jenni, die Macherin von gitti, sich nämlich eines Tages fragte, was sie machen würde, wenn sie keine Angst hätte, kam ihr sofort eines in den Sinn: Nagellack.







Das klingt erstmal komisch? Na gut, mag sein, aber wusstet ihr, dass ein Großteil der Nagellacke am Markt gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe enthält, die sich oft schon kurz nach dem Auftragen in unserem Körper nachweisen lassen? Bei den meisten riecht man es halt auch direkt. Uns wird ja nicht umsonst schwindelig bei dem Geruch… sie stammen zum Teil aus der Autolack-Industrie. Und dabei schmückt Nagellack doch so herrlich einfach und wunderbar. Was also tun?



Innovativer, nachhaltiger Nagellack



Jennis Mission war klar: Sie wollte bessere Produkte herstellen. Innovative. Nachhaltige. Mit besseren Inhaltsstoffen – von der Verpackung bis zur Produktion. Für äußere Schönheit, aber inneres Wohlbefinden. Das Beste aus beiden Welten eben, innen wie außen. Für authentische und natürliche Schönheit, wie ich sie auch meinen Kindern gern vorleben möchte. Wir sollten uns einfach wohl in unserer Haut fühlen! Beauty, die Spaß macht halt.



Allein damit, dass gitti neue, natürlich und nachhaltige Beauty-Produkte anbietet, könnte ich meine Tochter aber vermutlich noch nicht überzeugen. Sie müssen natürlich auch schön sein… Und das sind sie! Sie passen perfekt, es gibt knalligere (für mich!) und gedecktere (für die Tochter!), schaut euch am besten selbst auf der gitti Seite mal um.







Dort findet ihr verschiedene Innovationen, die wir euch hier gern noch kurz vorstellen (könnt ihr noch oder habt ihr bereits unseren Code angewandt und wart shoppen?! 😉 Auch okay!):



gitti Innovation No. 1: water-based vegan nail color



Hier geht es um einen Nagellack auf Wasserbasis, 100 Prozent vegan und ohne giftige oder umweltschädliche Inhaltsstoffe. Nachhaltig produziert, lange haltbar, schnell trocknend und mit echt hoher Deckkraft, während er sich trotzdem total geschmeidig auftragen lässt.



Das Beste: Er ist geruchsneutral! Und kommt ohne chemische Lösungsmittel daher. Das ist toll, wir wollen aber ehrlich sein: Noch (!) kann diese Nagellack-Variante nicht in Gänze mit herkömmlichen Nagellacken mithalten durch die wasserbasierte Formel. Probiert es gern mal aus und überzeugt euch selbst, ob das in Frage kommt. Wenn nicht, schaut euch gern auch mal Innovation Zwei an.  







gitti Innovation No. 2: plant-based vegan nail color



Hier geht es um pflanzenbasierte Nagelfarben, die – wir haben es ausprobiert und können das bestätigen! – herkömmlichen Lacken in Sachen Haltbarkeit und Farbbrillanz in Nichts nachstehen. Dazu basieren sie zu 82% auf pflanzlichen Inhaltsstoffen (und ich bin 1982 geboren, wenn das kein Zeichen ist! 😉) ! Dabei ersetzt gitti nicht nur potentiell schädliche Stoffe, sondern setzt den größtmöglichen Anteil von pflanzlichen, natürlich gewonnenen Alternativen wie Maniok, Zuckerrohr, Mais und Weizen ein. Das Ergebnis: Echt intensive Farben, die lang halten.



gitti Innovation No. 3: natural remover







Zu guter Letzt gibt es von gitti auch noch einen natürlichen Nagellackentferner, den „natural remover“: 100% natürlich und vegan. Die komplett natürlichen Inhaltsstoffe wie Jojoba, Argan und Lavendelöl sind supersanft zu den Fingernägeln und pflegen sie dabei auch noch. Und zwar OHNE unangenehmen Geruch! DAS, liebe Leute, ist mal eine echte Sensation.



Ihr seht schon, auch in der Pubertät können sich Mutter und Tochter mal einig sein. Weil wahre Schönheit eben auch anders geht. Weil Nagellack schmückt, aber nicht giftig sein oder die Umwelt schädigen muss. Beauty mit gutem Gewissen halt. So gut, dass sogar das kleine Cousinchen ohne schlechtes Gewissen ein paar Farben auf die kleinen Fingernägelchen bekommen durfte. Ein Highlight, endlich wie die Großen rumzulaufen! Weil Schönes einfach schön sein kann.







P.S. Rabattcode! Wie oben schon gesagt. Wenn ihr euch selbst überzeugen mögt, dann bekommt ihr mit dem Prome-Code stadtlandmama 20 Prozent auf das gesamte Sortiment von gitti. Der Code gilt dauerhaft und hat kein Ablaufdatum. Probiert es gern aus und überzeugt euch selbst!
               
gitti Nagellack: Was er uns über natürliche Schönheit verrät
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-wolltest-du-deiner-frau-schon-immer-mal-sagen-interview-mit-dreifachvater-florian
        Lieber Florian, Hand aufs Herz: Was war Dein erster Gedanke, als Deine Liebste sagte: ich bin schwanger?
 Bei Ben: Oh mein Gott, du wirst Papa. Mit nem riesigen Grinsen im Gesicht – und Tränchen im Auge
 Bei Ida: Nachdem ich von meiner Frau einen kleinen Brief bekommen habe, sind mir Tränen in die Augen geschossen vor Freude. Glück pur. Stolz.
 Bei Luise: Der Gedanke, ein drittes Kind zu bekommen war in unserem Kopf und kaum war er zu Ende gedacht, waren wir mit Luise schwanger. Ida war damals fünf Monate alt. Ich hab mich sofort sehr gefreut.
 Wie hast Du Nina während der Schwangerschaft erlebt?
 Bei Ben noch nervös und hibbelig. Mit allen weiblichen Höhen und Tiefen.
 Bei Ida viel entspannter.
 Bei Luise tiefenentspannt.
 Warst Du bei der Geburt dabei und hattest Du vorher eine Vorstellung, was eine Frau da leistet?
 Wir hatten einen ungeplanten und zwei geplante Kaiserschnitte. Die Geburt von Ben war turbulent da er fünf Wochen zu früh kam und ich aufgrund von Komplikationen nicht dabei sein konnte. Das war sehr traurig und wir mussten beide die Geburt und diese Hilflosigkeit erstmal verdauen.
 Ich bin sehr stolz auf meine Frau, dass sie sich nach dieser Geburt nochmal getraut hat.
 Bei Ida war ich dabei und es war traumhaft. Dieser Moment, als das Fruchtwasser abgesaugt wurde und man wusste: Gleich schreit sie. Und als es dann soweit war, flossen die Tränen. Wir haben sie gleich sofort zum Bonding zu uns bekommen.
 Die Geburt von Luise haben wir sehr intensiv miterlebt. Wir wussten genau, was auf uns zukommt, was uns erwartet. Diesmal hab ich sie sofort nach der Geburt in die Arme bekommen.
 Beschreib mal Deine Gefühle, als Du Ben das erste Mal im Arm hattest.
 Überwältigend. Es hat sich angefühlt wie im Traum. Ich war dankbar, dass er trotz der fünf Wochen, die er zu früh kam, gesund ist.
 Wusstet Ihr immer, dass Ihr mehrere Kinder haben möchtet?
 Wir haben nichts geplant. Als wir Ben bekommen haben, war uns nach einem Jahr klar: Wir wünschen uns ein Geschwisterchen. Nach Idas Geburt waren wir uns ebenso schnell einig: Das kann’s noch nicht gewesen sein. Der Satz war kaum zu Ende gedacht, da waren wir schwanger mit Luise.
 Hast Du Elternzeit genommen?
 Nein, das ist aufgrund meiner Selbstständigkeit leider nicht möglich. Nach jeder Geburt habe ich mir Zeit genommen und war zuhause, solange bis sich alles wieder halbwegs eingependelt hatte.
 Dafür kann ich mir oft die Zeiten einrichten und bei wichtigen Terminen (Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt, U-Untersuchungen, Bens erster Zahnarztbesuch usw.) dabei sein. Das ist mir sehr viel wert!
 Wie genau läuft bei Euch heute die Aufteilung? Alles 50/50? Oder gibt es bestimmte Bereiche?
 Wir haben keinen bestimmten Plan aufgestellt. Wir sind in der glücklichen Situation, dass meine Frau mit den Kindern die ersten drei Jahre zuhause bleiben kann und sich tagsüber um Kinder und Haushalt kümmert.
 Alles was aber nicht zu schaffen ist, machen wir abends gemeinsam. Anders geht es auch mit drei so kleinen Kindern nicht.
 Ich übernehme morgens das Aufstehen mit Ben und Ida. Wir frühstücken und danach bringe ich Ben in den Kindergarten. Nina arbeitet mir auch – wenn es die Zeit zulässt – geschäftlich zu. Termine, die abends anstehen, übernehmen wir gemeinsam. Sobald ich von der Arbeit nach Hause komme, kümmere ich mich mit um unsere drei Kinder wie es meine Frau auch tut. Auszeiten haben wir derzeit nicht viele. Wenn, dann geht es oft nur getrennt oder wir sind froh, wenn wir abends auf dem Sofa sitzen und genießen dann auch einmal die Ruhe. Auch nachts stehen wir beide für die Kinder auf. Ich bringe die Kinder genauso mit ins Bett, wickle sie, bade sie, füttere sie, gehe mit ihnen einkaufen.
 Was, meinst Du, ist die größte Herausforderung für Väter in unserer Generation?
 Kinder zu bekommen ist einfach. Aber wenn man sich dazu entschließt, Kinder in die Welt zu setzen, sollte man sich auch bewusst sein, dass es zu Entbehrungen kommt. Nicht nur mütterlicherseits.
 Auch als Vater sollte man nicht denken „Mein Leben geht genauso weiter wie vorher“. Wichtig ist vor allem auch, mit dem Partner zu sprechen, über Erwartungen und Gefühle, nichts als selbstverständlich zu sehen nach dem Motto „….meine Frau wird das schon machen!“.
 Wenn man sich auf die Veränderungen einlässt und bereit ist, bekommt man es doppelt und dreifach von den Kindern zurück. Und eine glückliche Ehefrau ist auch viel wert.
 Was ist Dir bei der Erziehung besonders wichtig?
 Ich glaube bei uns trifft der Satz "Beziehung statt Erziehung" ganz gut zu. Uns ist wichtig, dass die Kinder glücklich sind und so viel Liebe wie möglich spüren von Mama und Papa. Wir erziehen unsere Kinder nicht nach Schema F. Jedes unserer drei Kinder ist so unterschiedlich. Und auf jedes Kind müssen wir uns einstellen.
 Man gibt sein Bestes, jeden Tag. Aber genauso wie unsere Kinder, haben auch wir mal einen schlechten Tag. Unsere Kinder dürfen Kind sein. Wir verlangen oder erwarten nichts von ihnen, wir entdecken die Welt spielerisch und bringen sie – so glaube ich – auf einen ganz guten Weg.
 Nach Bens Geburt haben wir am allermeisten gelernt: Immer auf den Bauch hören. Nicht auf Außenstehende, Medien oder sonstiges. Das eigene Bauchgefühl hat uns schon immer weiter geholfen. Wir leben unseren Kindern Werte vor: respektvoller Umgang, Liebe, geben und nehmen, Streit, vertragen, helfen, teilen und vieles mehr…
 Gibt es etwas, was Du Deiner Frau unbedingt mal sagen willst?
 …. ich bin bereit für Kind Nummer 4 😉
 Ich bin wirklich sehr stolz, wie wir das meistern mit drei so kleinen Kindern. Ich bin mir sicher, dass ich mit dieser Frau an meiner Seite alles meistern werde! Ich bin wirklich sehr stolz auf sie!
               
"Was wolltest Du Deiner Frau schon immer mal sagen?" Interview mit Dreifachvater Florian | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wechselmodell-fuer-uns-war-das-nach-der-trennung-die-beste-loesung
       
Liebe Antje, heute geht es um das Wechselmodell. Erzähl mal, seit wann lebt Ihr in welcher Konstellation?



Mein Exmann und ich haben 2 gemeinsame Kinder. Die Jungs sind jetzt 7 und 11 Jahre alt. Vor 3 Jahren haben wir uns getrennt. Wir haben jeweils neue Partner, mit denen wir auch zusammen leben. Wir wohnen auf dem Dorf und wollten wegen der Kinder auch nicht weit voneinander entfernt ziehen. Mein Exmann hat das ehemalige, gemeinsame Haus behalten – mein Partner und ich haben neu gebaut. Die Kinder pendeln wochenweise. Immer am Montag Nachmittag ist „Übergabetag“. 



War für Euch schnell klar, dass Ihr das Wechselmodell leben möchtet?



Uns war von Anfang an klar, dass es das Wechselmodell wird. Es kam einfach nichts anderes in Frage. Ich denke, im damaligen Trennungsstress wollte auch keiner weniger Zeit mit den Kindern verbringen als der andere. Wir persönlich fanden, dass es die gerechteste Sache überhaupt ist. Außerdem fällt das Hin und Her mit dem Unterhalt für uns weg. Was die Kinder betrifft: Sie lieben Papa und Mama gleich und hätten nicht verstanden, warum sie Einen weniger sehen sollten, als den Anderen. 



Wie ist das Verhältnis zu Deinem Ex-Mann?



Mein Exmann und ich haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Ebenso schließt das unsere jeweiligen Partner ein. Feste, wie die Geburtstage der Kinder, feiern wir gemeinsam. Die ganz wichtigen Dinge werden untereinander besprochen, beispielsweise Schulthemen, gemeinsame Geschenke oder auch wenn etwas in der Erziehung aus dem Ruder läuft. Ansonsten gilt: Papa macht in seiner Woche, was er für richtig hält und ich in meiner. Hierbei reden wir uns nicht rein, auch wenn es manchmal Sachen sind, die der andere Part ganz anders machen würde. 



Was meinst du sind die Voraussetzungen dafür, dass das Wechselmodell gut gelingt?



Die Kommunikation zwischen den ehemaligen Partnern muss stimmen und das Verständnis, dass Kinder immer Papa und Mama brauchen. Meine ganz persönliche Meinung ist, dass Mütter sich häufig für unersetzlich halten. Alles was die Mama kann, kann der Papa letztendlich auch und umgekehrt.  



Wie geht es den Kindern damit, zwischen den Eltern zu pendeln?



Unsere Kinder wünschen sich nichts anderes als diese Woche / Woche Regelung. Sie freuen sich genauso auf Papa wie auf Mama. Wir fragen sie regelmäßig, ob sie eigene / andere Wünsche haben. Dies war bisher nicht der Fall. Sie wissen, dass es in beiden Haushalten unterschiedliche Regeln gibt. Das ist völlig in Ordnung. Keines der Kinder hatte auffällig mit der Trennung zu kämpfen, da es auch keinen Elternteil lange vermissen muss. Die große Reisetasche wird hier allerdings nicht gepackt. Alle Sachen sind doppelt vorhanden. Jeder besorgt für die Kinder, was er für notwendig hält. Am Montag, nach der Schule wird einfach der Ranzen mitgenommen – das wars. 



Wie geht es dir in der Zeit, in der die Kinder nicht da sind?



In der kinderfreien Woche arbeite ich meistens länger, da ich nicht pünktlich im Hort sein muss. Mein Partner und ich machen dann gemeinsam Dinge, die wir mit Kindern nicht machen würden, zum Beispiel im Bett liegen und Pizza futtern. Wir sind auch schon häufiger mehrere Tage weggefahren. Wir machen gern Städtetrips, die für die Kinder eher langweilig wären oder gehen Abends aus.  Vermissen, in dem Sinne, tu ich die Kinder in der Papawoche nicht, da ich weiß, dass es ihnen beim Papa und seiner Freundin sehr, sehr gut geht. 



Wie werden Feiertage, also Geburtstage und Weihnachten und Ferien, verbracht?



Geburtstage der Kinder feiern wir alle grundsätzlich zusammen. Die Feiertage werden bei dem Elternteil gefeiert, in dessen Woche sie zufällig fallen. Ausnahme ist Weihnachten: hier machen wir gemeinsam die Bescherung. Die Ferien werden genau zur Hälfte geteilt. In den Sommerferien sind die Kinder 3 Wochen bei Papa und 3 Wochen bei Mama. 



Hast du schon mal negative Reaktionen a la „Also ich könnte ja nicht so lange ohne meine Kinder“ gehört? 



Ja, diese Kommentare kommen aber in der Regel nur von Frauen, weil Väter häufig gar nicht gefragt werden. Besser wäre es, dass in diesen Fällen grundsätzlich die Trennungskinder gefragt werden, ob sie selbst so lange ohne den Vater leben möchten. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber ich vermute, in den meisten Fällen möchten Kinder auch ihren Vater mehr als nur wenige Tage im Monat haben. 



Was wünscht du dir für die Zukunft?



Die Kinder werden älter. Ich wünsche mir, dass sie in ein paar Jahren einfach nach Lust und Laune zwischen ihren Eltern pendeln und selbst entscheiden, wo wer gerade, wie lange bleiben möchte. Ich würde mich freuen, wenn mehr Eltern dieses Modell zukünftig in Erwägung ziehen um ihren Kindern zu zeigen, dass jederzeit auf Papa und auf Mama Verlass ist und dass man auch trotz Trennung eine Familie bleiben kann
               
Wechselmodell: Für uns war das nach der Trennung die beste Lösung |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wechselmodell-warum-klappt-das-in-einigen-familien-und-in-anderen-nicht
       
Bei wem bleiben die Kinder? Diese Frage beschäftigt alle Paare nach einer Trennung. Das Wechselmodell ist emotional sehr aufgeladen, einige schwören darauf, andere fürchten, die Kinder könnten Schaden davon tragen.



Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig ist Professorin für Empirische Sozialforschung und Soziologie in Dresden. Seit vielen Jahren forscht sie über die unterschiedlichen Familienmodelle. Das Interesse am Wechselmodell kam dann aus ihrer eigenen Biografie, denn nach der Trennung von dem Vater ihrer Kinder war klar, dass auch sie das Wechselmodell probieren wollen. Über ihre persönlichen Erfahrungen und neueste Studie zu dem Thema, erzählt sie uns im Interview.







Liebe Nina, Deine Kinder leben im Wechselmodell und Du sagst, dass das sehr gut klappt. Warum habt Ihr Euch für diesen Weg entschieden?



Als klar war, dass mein Exmann und ich uns trennen werden, hat mein Exmann sofort deutlich gemacht, dass er kein Wochenendpapa sein möchte und ich hätte ihm diese Rolle auch nie zugewiesen. Wir hatten uns in unserer Ehe immer gleichberechtigt um die Kinder gekümmert, unsere Erwerbstätigkeiten um die Kinderbetreuung herumgebaut.



Das war vielleicht ein Vorteil für das spätere Wechselmodell, denn ich war in meiner Berufstätigkeit häufig weg, mein Exmann war ehrenamtlich sehr engagiert, d.h. die Kinder waren es gewohnt, die Woche über oft mit nur einem Elternteil zu verbringen. Dazu kam, dass die Kinder keinerlei Entscheidung treffen wollten, bei wem sie mehr Zeit verbringen. Sie wollten Mama und Papa zu gleichen Teilen. Das war von Anfang an klar, es gab überhaupt keine andere Option für sie.



Wir haben als Eltern sofort erkannt, dass wir hier auf zwei Ebenen denken müssen: als Paar waren wir gescheitert, als Eltern wollten wir den Bedürfnissen unserer Kinder weiterhin gerecht werden. Unsere Kinder waren bei der Trennung 5 Jahre und 9 Jahre alt, also auch ein Alter wo dogmatische Regelungen nicht möglich sind.



Dementsprechend haben wir auch nie gesagt, „ihr seid jetzt eine Woche fest bei Mama und eine Woche fest bei Papa und in dieser Zeit habt ihr dann auch keinen Kontakt zum anderen Elternteil“. Einzig fest waren unsere beruflichen Termine und ansonsten haben wir versucht viel auf die Kinder einzugehen. Gerade am Anfang haben auch nicht beide Kinder immer gleich gewechselt. Meine Tochter war noch klein und wollte mehr Zeit bei mir haben, mein Sohn als größeres Kind auch mal alleine Zeit mit dem Papa verbringen



Was meinst du: Was sind die Gründe dafür, dass es bei Euch gut klappt?



Wir setzen bis heute auf eine ausgewogene Kommunikation und Einbeziehung der Kinder in alle Absprachen und fahren gut damit. Die Kinder werden älter und artikulieren selbstbewusst, was sie möchten. Zum Beispiel haben sie die Wechseltaktung verändert. Waren zu Beginn kurze Wechseltakte gewollt (also alle drei Tage, damit die Sehnsucht nach dem anderen Elternteil nicht zu groß wird), möchten sie heute längere Zeit am Stück bei einem Elternteil sein.



Wichtig ist vielleicht auch: wir haben als ehemalige Partner nie aufgehört, miteinander zu kommunizieren über die Kinder. Anfangs war das schwierig, denn eigentlich wollte man eine emotionale Distanz, um die gescheiterte Ehe auch verarbeiten zu können. Das geht aber nur bedingt, wenn man gemeinsam Eltern bleiben möchte. Bei uns hat es auch immer wieder geknallt und es gab immer wieder Streitigkeiten.



Aber: wir haben uns gegenseitig erinnert, dass wir beide die Eltern sind und es unsere Pflicht ist, unsere Kinder bestmöglich durchs Leben zu begleiten. Jetzt nach fünf Jahren sind wir Freunde geworden und ich würde sagen, wir sind durch das Wechselmodell Freunde geworden, denn wir erleben unsere Kinder zufrieden und können beide Anteil nehmen an ihrer Entwicklung. Wir haben vor kurzem die Konfirmation unseres Sohnes gefeiert und das war trotz aller Corona-Beschränkungen eine tolle Erfahrung, denn wir waren als Patchworkfamilie vereint und haben uns super verstanden: mein Exmann, ich, meine Kinder, meine zwei Bonuskinder, mein Lebensgefährte. 



Du hast einen neuen Partner. Bei ihm und seiner Ex-Frau war ebenfalls das Wechselmodell vereinbart, doch das hat nicht hingehauen. Was war los?



Ich tue mich immer schwer damit für andere zu sprechen und möchte niemandem zu nahetreten. Aber gerade die Kommunikation und Offenheit auf die Bedarfe der Kinder einzugehen und stark zu differenzieren zwischen der gescheiterten Ehe und der Verpflichtung als Elternteile gleichermaßen im Leben präsent zu bleiben, hat hier nicht geklappt.



Stattdessen gab es gerichtliche Auseinandersetzungen und irgendwann haben wir dann mal die Reißleine gezogen: wir saßen daheim, mein Lebensgefährte war am Ende seiner Kräfte und ich habe die Frage aufgeworfen, ob die ständigen Streitigkeiten gut für die Entwicklung der Kinder seien. Es gab folglich einen Übergang zu einem erweiterten Residenzmodell. Das war für uns traurig, aber wir haben es geschafft, dass die Kinder mehr Ruhe bekommen haben und das ist wichtig. 



Das Wechselmodell klappt dann, das zeigen auch unsere wissenschaftlichen Untersuchungen, wenn Eltern die persönlich-emotionale Ebene der gescheiterten Beziehung ausblenden können und sich wirklich auf die Kinder fokussieren. Da darf man sich aber nichts vormachen: ein Ehe-Aus hinterlässt Spuren und Wunden und manchmal schaffen es Eltern nicht, diese zu verarbeiten. Da fehlt es in Deutschland auch an einer Begleitung und Mediation. Wenn Gefühle wie Rache oder Enttäuschung auch nach jahrelanger Trennung noch präsent sind, dann wird es nicht gelingen ein stabiles Kommunikations- und Organisationssystem aufzubauen. Genau das braucht es aber für das Wechselmodell. 



Oft heißt es ja, das Wechselmodell sei zwar für die Eltern gerecht, die Kinder seien aber ständig hin und hergerissen. Wie siehst du das?



Ich würde hier gerne auf die Ergebnisse unserer Interviews mit Jugendlichen im Wechselmodell verweisen. Es gibt für die Jugendlichen bestimmte Gelingensfaktoren und Hemmfaktoren. Ein zentraler Gelingensfaktor ist die Art und Weise, wie Kinder und Jugendliche in die Wahl des Modells mit einbezogen werden. Natürlich ist das abhängig vom Alter, aber allein die Möglichkeit sagen zu dürfen, dass man mit einem Modell unzufrieden ist, erscheint den befragten Jugendlichen sehr wichtig zu sein.



Für die befragten Jugendlichen ist das aber eine Herkulesaufgabe: man will niemanden verletzen, merkt, dass die Eltern ohnehin emotional angegriffen sind. Wie also die eigene Position deutlich machen? Auch für die Kinder in solchen aufreibenden Wechselmodellsituationen bräuchte es eine kontinuierliche, professionelle Begleitung. Eine Person, der man sich anvertrauen kann, ohne Angst zu haben, dass die Äußerungen verletzen. 



Eine Entscheidung für ein Modell, egal ob Residenz- oder Wechselmodell, wird aber oft ohne die Kinder getroffen und auch als in Stein gemeißelt dargestellt. Aus Sicht der Jugendlichen darf das nicht sein. Modelle müssen sich verändern können und müssen individuell auf die Kinder zugeschnitten sein. Für Jugendliche, die vorher keine ähnliche gute Bindung zu beiden Elternteilen hatten, ist es schwer, den Übergang in ein Wechselmodell gut meistern zu können. Da wird das Wechseln dann auch als Belastung empfunden.



In den Interviews wurde deutlich, dass das Wechseln dann als unproblematisch empfunden wird, wenn man sich auch tatsächlich bei beiden Elternteilen zu Hause fühlen darf. Wenn man weiß, dass es durchaus Unterschiede in den Haushalten gibt, aber man dort ein fester Bestandteil ist und aus Sicht beider Elternteile auch sein darf. Und das scheint keine Selbstverständlichkeit zu sein! Manche Jugendliche haben beschrieben, dass ihnen gesagt wurde, sie dürften nur ein wirkliches Zuhause haben. Sofort fühlt man sich also wieder im Zwiespalt und einer inneren Zerreißprobe ausgesetzt. Wechseln gelingt folglich dort besonders gut, wo die Elternteile akzeptieren, dass die Kinder zwei Zuhause haben, die durchaus sehr unterschiedlich sein können. Und die Kinder auch ermutigen, dies als Bereicherung zu sehen und nicht als negative Folge der elterlichen Trennung. Wo Jugendliche sich sicher waren, dass sie sich auf beide Elternteile verlassen konnten, dass sie miteinbezogen werden in die Planungen und auch offen sagen dürfen, was ihnen nicht gefällt, da wurde der Wechsel überhaupt nicht problematisiert. Die Jugendlichen gingen da zum Teil auch sehr pragmatisch vor: sie fragten sich, was besser sei: einen Elternteil deutlich weniger sehen zu können oder einen Wechsel in Kauf zu nehmen. Und einen Elternteil deutlich weniger sehen zu können, konnten sich nur sehr wenige Jugendliche vorstellen. 



Du hast dich als Wissenschaftlerin mit dem Wechselmodell beschäftigt und für eine Studie auch viele Väter dazu befragt. Was sind die Ergebnisse?



Ja, das stimmt wir haben bundesweit über 50 biographische Interviews mit Vätern geführt, jedes Interview zwischen zwei und drei Stunden lang, da ist also einiges an Material zusammengekommen. Wir haben mit Vätern gesprochen. die das Wechselmodell erfolgreich praktizieren und auch mit Vätern, die mittlerweile keinerlei Kontakt mehr zu ihren Kindern haben. Kein Vater hat dabei den Kontakt von sich aus abgebrochen, in den meisten Fällen wurde tatsächlich von einem Parental Allienation Syndrom berichtet. Das Kind wird also hier so gegen den Elternteil (in den meisten Fällen gegen den Vater) beeinflusst, dass es keinen Kontakt mehr möchte, also den Kontakt komplett verweigert. 



Interessant an den Väterinterviews waren für mich natürlich die Gründe, warum die Väter ein Wechselmodell wollten. Kritiker*innen des Wechselmodells geben hier nämlich stets an, dass die Väter nur keinen Unterhalt zahlen wollten und deshalb das Wechselmodell präferieren würden. Dies war aber in keinem Interview der Fall, d.h. die finanziellen Regelungen waren kein handlungsleitendes Motiv.



Sondern?



Vielmehr liegt es tatsächlich in der Biographie der Väter begründet (meist hatten sie einen Vater der in ihrem Leben überhaupt nicht präsent war als verlässliche Beziehungsfigur und möchten dementsprechend für ihre Kinder ein wichtiger Bestandteil des Lebens sein) und auch in der Art und Weise, wie sie sich in der funktionierenden Beziehung um die Kinder gekümmert haben. Die meisten Väter haben von Grund auf viel Zeit mit ihren Kindern verbracht, viele haben Elternzeit genommen, das egalitär-partnerschaftliche Modell hat immer dominiert. Die Väter waren also in der funktionierenden Beziehung in den Alltag der Kinder eingebunden und möchten dies auch nach der Trennung in möglichst umfänglicher Form sein.



In allen Interviews wurde eine große Kluft deutlich: während die Partnerinnen in der Beziehung das egalitär-partnerschaftliche Modell geschätzt haben, war es für die meisten Mütter bei der Trennung schon so, dass sie erst einmal sich als Mütter einen stärkeren Anspruch an die Kinder zugeschrieben haben und von Egalität erst einmal keine Rede mehr war. Die Väter mussten also für sich einen Weg finden, die Form einer gleichberechtigten Elternschaft nach der Trennung zu platzieren. Bei vielen ging dies über die Gerichte und hat Wunden bei allen Beteiligten hinterlassen. Die Väter befinden sich insgesamt in einem großen Dilemma: sie wollen das Wechselmodell, weil es ihnen ermöglicht ein Alltagsbestandteil ihrer Kinder zu bleiben nach der Trennung. Sie nehmen aber durchaus wahr, dass rechtliche Auseinandersetzungen dazu führen, dass die Kinder in eine unfreiwillige Zerrissenheit gelangen oder auch Situationen ausgesetzt werden, die man ihnen als Elternteil ersparen möchte. Dieses Dilemma bereitet vielen Vätern schlaflose Nächte. 



Insgesamt konnten wir anhand aller Studienbestandteile sehen, wie groß die Bandbreite der Entwicklungen nach der Trennung von Eltern sind. In wenigen Fällen klappt es sofort problemlos, es braucht oft eine kräftezehrende Anlaufphase. Was uns wirklich negativ beeindruckt hat war, dass die wirklichen Probleme des Wechselmodells erst nach einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren auftauchen bzw. ein Elternteil dann merkt, dass er das Modell nicht gut findet. Und dann kommt es zu wirklich schwerwiegenden Vorfällen: Kinder werden dann in die Mitte des Geschehens gerückt und manipuliert. Und auch hier: es gibt in Deutschland bisher keine Anlaufstellen außerhalb des Jugendamtes. Das Jugendamt ist für viele Eltern, gerade Trennungseltern aber ein rotes Tuch. Vielmehr müsste eine kontinuierliche Begleitung von Eltern im Wechselmodell bei sozialen Trägern angesiedelt sein mit multiprofessionellen Teams, die Hilfe und Unterstützung gewährleisten. Dann könnte man aus wissenschaftlicher Sicht sehr früh die Schieflage in der Beziehung getrennter Eltern erkennen und die Kinder weitgehend aus diesem Prozess herausnehmen. 



Und wie stehen Mütter im Durchschnitt zu diesem Modell?



Wir haben eine anonyme Online-Befragung gemacht, an der Mütter- und Väter etwa im selben Verhältnis teilgenommen haben. Insgesamt stehen die teilnehmenden Mütter dem Wechselmodell hier kritischer gegenüber. Zwei Gründe konnten wir herausarbeiten: zum einen befürchten die Mütter mehr als die Väter, dass die Kinder mit den Wechselprozessen nicht klarkommen, insbesondere bei kleineren Kindern und geben auch sehr viel mehr Beeinträchtigungen des kindlichen Wohlbefindens an, als Väter.



Diesem Punkt müssen wir in erweiterten Forschungsmodulen nachgehen. Derzeit gibt es keine verlässlichen Daten darüber, ob Kinder durch das Wechselmodell wirklich vermehrt Verhaltensauffälligkeiten oder psychische Auffälligkeiten zeigen. Gut dokumentiert ist hingegen gerade auch durch internationale Studien, was in der Entwicklung von Kindern passiert, wenn ein Elternteil gar nicht greifbar ist oder ihnen der Kontakt zu einem Elternteil vorenthalten wird.



Zum anderen müsste man untersuchen, ob die Ängste der Mütter nicht auch etwas mit der Mutter-Kind-Bindung zu tun haben, die ja auch hormonell bedingt ist und in der Evolution durchaus sinnhaft ist. Das Loslassen Können, das beim Wechselmodell ja vorhanden sein muss (definitiv ist man eine bestimmte Zeit ohne Kind)  hat nicht nur etwas mit dem Kopf zu tun, sondern hier überbräuchte es eine interdisziplinäre Forschung (biologisch, neurologisch, psychologisch, soziologisch).



Zum anderen gaben die Mütter in der Befragung deutlich häufiger als Väter an, unter einer gesellschaftlichen Stigmatisierung zu leiden, weil sie das Wechselmodell betreiben.



Was heißt das genau?



Weniger aus dem Freundeskreis, dafür verstärkt aus dem Familienkreis gibt es an die Mütter sehr viel mehr Vorwürfe, wenn sie sich für das Wechselmodell entscheiden. Auch die Frage, ob man sich als vollwertige Mutter aufgrund des Wechselmodells fühle, wurde von den weiblichen Befragten sehr viel öfter verneint. Hier liegt aus meiner Sicht die größte Crux: während die Gesellschaft es toll findet, wenn Väter das Wechselmodell wollen, wird Müttern vorgehalten, dass sie dann nicht mehr vollwertig seien. Eine Mutter beschreibt es in einer offenen Frage so: „mir wird vorgehalten, dass ich ja gar nicht wirklich Mutter sei. Ich hätte ja immer wieder freie Phasen ohne Kinder und könne dann tun und lassen was ich wolle. Vorgehalten wird mir das überwiegend von Frauen, von anderen Müttern“.



Genau das ist der Knackpunkt: das Frauen-Bashing, das wir Frauen untereinander führen, führt dazu, dass Mütter sich aus Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung gegen das Wechselmodell stellen. Da muss sich auf gesellschaftlicher Ebene noch einiges bewegen. Die Akzeptanz der Lebensentwürfe von Nachtrennungsfamilien muss genauso ausgeprägt sein wie die Akzeptanz der unterschiedlichen Familienmodelle, die wir mittlerweile haben. 







Nachtrag zu der Studie, weil es Stimmen gab, die behauptet haben, die Studie sei nur mit Männern aus Väter-Lobbys durchgeführt worden. Das ist NICHT richtig. Nina sagt dazu: Wir sind nach wissenschaftlichen Kriterien vorgegangen, nach der Methode des theoretical sampling in der qualitativen Sozialforschung. Wir haben möglichst kontrastierende Fälle gesucht. Väter mit kleinen, mit großen Kindern, Väter mit Kindern von unterschiedlichen Müttern, Vätern mit Kontakt und noch im Wechselmodell, Väter ohne Kontakt weil das Wechselmodell gescheitert ist. Junge Väter, ältere Väter, Väter mit sehr gutem Kontakt zur Mutter, Väter mit schlechtem Kontakt zur Mutter. Ausdrücklich haben wir darauf geachtet, Väter, die eine starke Nähe zu Lobbyorganisationen haben, nicht zu befragen. Da gab es viele, die sich bereit erklärt hätten, da wir aber objektive Aussagen treffen wollten, haben wir solchen Vätern abgesagt. Unsere Kriterien entsprechen allen wissenschaftlichen Vorgehensweisen, sind überprüfbar und objektiv. Sonst würde eine solche Studie ja auch keinen Sinn machen, wir wollen die Ergebnisse ja in internationalen Fachjournals veröffentlichen und die schauen sich die Auswahlkriterien ganz genau an. Im übrigen habe ich die Studie gerade weil das Thema emotional so stark behaftet ist auch von niemandem finanzieren lassen. Auch dies sichert absolute Objektivität.
               
Wechselmodell: Warum klappt das in einigen Familien und in anderen nicht?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wege-durch-die-krise-so-schaffen-wir-es-im-lockdown-nicht-durchzudrehen
       
Ihr Lieben, es gibt nur eine Person, die sowohl in Wow Mom 1* als auch in Wow Mom 2* zu Wort kommt, weil sie den Gedanken des Mütter-Entlastens einfach  so verinnerlicht hat, wie wir es uns das mit unseren Büchern auch wünschen. Es geht um die Kölner Kinderärztin Dr. Karella Easwaran, die nicht nur ihre kleinen Patienten im Blick hat – sondern auch das Wohl ihrer Eltern. Mit ihrem Buch Das Geheimnis ausgeglichener Mütter*  legt sie einen weiteren Bestseller vor, der konkrete Hilfen für ein besseres Leben bietet. Wir haben sie für den ernueten Lockdon nun um Rat für uns alle gebeten. (*Affiliate Links)



Dr. Karella Easwaran: Das Geheimnis ausgeglichener Mütter*



Liebe Frau Dr. Easwaran, nun kommt also – wie viele befürchtet hatten – ein neuer harter Lockdown. Wie geht es den Müttern, die gerade in Ihre Praxis kommen?



Für viele Familien war das Jahr sehr anstrengend. Sie sind jetzt froh, dass das Jahr zu Ende neigt und hoffen auf bessere Zeiten.



Die meisten finden die Planungsunsicherheit am schlimmsten. Diese führt zur Angst und Orientierungslosigkeit. Wie soll ich die Zeit einplanen? Wer darf kommen und wen können wir besuchen? Kann ich die Großeltern besuchen oder sind wir eine Gefahr für sie? Wie sollen wir die Feiertage planen? Was ist mit Heiligabend? Wer mit wem und wie? Vorher auf das Corona Virus testen lassen oder nicht? Und die Oma im Heim, was machen wir da…. so viele Fragen, und keine eindeutigen Antworten.



Das was einen fertig macht und zermürbt ist dieses Unwissen, nicht in der Lage sein, Dinge klar einzuschätzen und zu entscheiden – und die ewige Unklarheit und Planungsunfähigkeit.



Wie haben Sie die Nachricht über den erneuten Lockdown aufgenommen?



Auch ich muss sagen, als es am Sonntag dann offiziell wurde, dass wir uns wirklich NOCHmal mehr einschränken müssen, hat sich bei mir erstmal wieder ein Loch aufgetan. Ich bin ein so geselliger Mensch, ich musste erstmal weinen… immer und immer wieder diese „Rückschläge“ dieses Jahr, die Angst um die Liebsten, die Geduld, die Unplanbarkeit – vor allem für uns Eltern. Was macht das mit uns?



Am Ende können wir selbst entscheiden, ob wir es zulassen, dass die Einschränkungen uns fertig machen oder nicht. Und mein Vorschlag ist es, die Dinge immer in eine für uns und unsere Mitmenschen und Umwelt vorteilhaftere Richtung zu drehen. Das können wir lernen und üben.



Wie denn?



Ich habe dafür eine Methode entwickelt, die ich „Beneficial thinking“ nenne. Bevor ich in einer Verzweiflung lande, atme ich tief Luft ein und denke. Das bedeutet in diesem Fall zu denken: Die Einschränkungen richten sich nicht gegen uns. Sie sind für uns gemacht. Sie beschützen uns und helfen, gesund zu bleiben und uns nicht anzustecken. Wenn wir das akzeptiert haben, wirken die Umstände weniger bedrückend.



Dr .Karella Easwaran. Foto: Amanda Dahms



Bei mir sitzt auch die große Überforderung des Homeschoolings dreier Kinder an weiterführenden Schulen während ich auch arbeiten musste aus dem ersten Lockdown noch in den Knochen, ich reagiere fast körperlich, wenn ich jetzt wieder Schulmails im gleichen Duktus und in den gleichen Farben (die Überschriften sind blau und rot) bekomme. Manchmal habe ich richtige Fluchtgedanken. Wie komm ich denn da raus aus der Spirale?



Das kann ich so gut nachvollziehen! Wir Mütter fürchten immer den Anruf oder die Mails aus der Schule, denn die bedeuten selten gute Nachrichten. Wir kommen aus der Spirale, indem wir uns klar machen, dass die Schule nicht das Virus ist, Hausaufgaben bzw. Homeschool-Aufgaben sind nicht lebensgefährlich, das Virus aber schon.



Wir können die negativen Gedanken aus dem Kopf stoßen, indem wir uns vorher einen Plan schmieden. Was mache ich, wenn die Schule anruft, was mache ich, wenn ich zwei Wochen mit meinen Kindern in die Quarantäne muss? Wie gestalte ich dann den Tag? Und was tue ich, wenn doch wieder Homeschooling angekündigt wird? Denn Stress kommt häufig durch die Orientierungslosigkeit. Und natürlich durch die Angst die daraus entsteht. Dann geraten wir in Panik, zum Beispiel wenn wir die Mails oder Anrufe bekommen.



Es hilft immer, wenn Sie sich gerade in diesen Situationen klarmachen, dass Sie handlungsfähig sind, ihren Alltag gestalten können und nicht von der Schule oder sogar Covid-19 fremdbestimmt sind.



Stellen Sie sich vor, wie viel schlimmer es wäre, wenn Sie oder ihre Liebsten jetzt im Krankenhaus liegen würden. Allein diese Vorstellung hilft, eine persönliche Referenz zu haben, oder eine Messlatte zu entwickeln, die mir dann zeigt, dass die Dinge nicht so schlimm sind, wie sie eigentlich noch seien könnten.



Entlastung ist hier das Stichwort. Gedankliche Entlastung. Sie haben auch ein Buch zum Geheimnis ausgeglichener Mütter geschrieben, mögen Sie uns vielleicht das Geheimnis verraten bzw. hier schon mal andeuten?



Eine innere Ausgeglichenheit führt zur weniger Stress und mehr Gelassenheit, und das Geheimnis liegt im Gehirn. Es liegt in die Art und Weise, wie wir bewusst mit unser Gedanken umgehen. Hier liegt die Möglichkeit, unsere Zukunft zu gestalten.



Es sind nie die Zustände, die unser Stress System anregen, sondern immer unsere Gedanken und unsere Bewertung der jeweiligen Situation. Das ist ein wichtiger Punkt, weil wir dadurch lernen können, unseren Stress im Griff zu halten. Denn jedes Mal, wenn wir Stress empfinden, schütten wir Stresshormone in unserem Körper aus.



Diese Wirkstoffe sind ungesund und haben viele Nebenwirkungen. Sie „vergiften“ uns langfristig. Das führt dann zu stressbedingten Krankheiten wie Herzkreislauf-Erkrankungen, Erschöpfungssyndromen und/oder Burnout.



Wenn ich diesen Vorgang verstehe, kann ich mich viel besser auf stressige Situationen einstellen. In meinem Buch zeige ich, wie wir kurzfristig aber auch langfristig unsere Gedanken und unsere Persönlichkeit weiter in eine gute Richtung entwickeln können.



Sie bauen sehr auf Zuversicht und Solidarität. Kann man Resilienz – also das Immer-wieder-Aufstehen nach Rückschlägen – denn lernen?



Resilienz bedeutet „Ein gesunder innerer Widerstand“. Den kann und sollte jeder von uns anstreben. Zuversicht und Hoffnung sind kein Traum, sondern Realität. Denn wir müssen Zuversicht haben, um uns auf die Zukunft einzustellen und uns weiterzuentwickeln. Ohne Hoffnung auf Verbesserung und Zuversicht wird eine weitere Entwicklung nur schwer möglich, weil wir den Stress nicht loswerden. Und das kann jeder lernen.



Die hektische Vorweihnachtszeit strengt viele Familien eh schon an, nun kommen also die neuen Regelungen noch hinzu. Das macht Menschen teils auch aggressiv oder verständnislos, das merken Sie in Ihrer Praxis deutlich. Deswegen appellieren Sie an alle: „Wir dürfen uns nicht gegenseitig bekämpfen, sondern müssen zusammen gegen das Virus halten. Habt Respekt, Zuversicht und Vertrauen, dass alles mit der Zeit ein Ende findet.“ Wie erklären Sie sich das Phänomen des Um-sich-Beißens-in-Notsituationen? Und wie können wir das ändern?



Verständnislosigkeit kommt von Unwissen, weshalb manche Menschen nicht nachvollziehen können, warum manche Regelungen so beschlossen werden. Das ist häufig so. Dagegen hilft Aufklärung. Aggression ist wiederum eine Kampfreaktion und führt nicht zur Verbesserung der Situation, sondern nur zur Verschlechterung.



Wir schaffen es nur, wenn wir zusammenhalten im Kampf gegen dieses Virus, wenn wir gemeinsam agieren statt gegeneinander. Denn nicht die Regierung, die Schulen, oder die Mitmenschen sind das Grundproblem, sondern allein das Corona-Virus. Und das besiegen wir nur, wenn wir zusammenhalten.



Auch wenn es schwer zu glauben ist, jeder hat die Fähigkeit sich zu beruhigen und seine Anstrengung im Griff zu halten. Die Regelungen dienen am Ende unsere Gesundheit, sie sind dafür da, dass wir gesund aus der Pandemie rauskommen, dass unsere Liebsten und Mitmenschen geschont bleiben. Das müssen wir einfach verstehen. Und das ist nur möglich mit gewissen Einschränkungen.



Zum Thema Zusammenhalt können wir auch eine schöne Anekdote aus der Krise beisteuern. Wir haben hier bei „Stadt Land Mama“ eine Spendenaktion für Mütter gestartet, die grad Hilfe mit Kinderkleidung und Spielzeug brauchen können – und eine nie dagewesene Hilfsbereitschaft erfahren dürfen. Sind das Dinge, die Sie meinen, wenn Sie sagen, Gutes tun tut gut? Überlisten wir damit unser Gehirn, indem wir etwas Positives mit der Krise verbinden?



Oh ja!!! Was für eine tolle Tat! Wir können kollektive Spenden einsammeln oder direkt unseren Mitmenschen helfen. Diese Pandemie hat viele Familien richtig hart getroffen. Wer nicht betroffen ist und die Möglichkeit hat, etwas abzugeben, sollte dies tun, weil es nicht nur den Beschenkten guttut, sondern auch den Schenkern.



Krisen zwingen uns zur Veränderung, ja, aber das muss nicht immer schlecht sein. Als Familie verbringen wir viel Zeit miteinander – viel mehr als vor der Krise. Da sollten wir uns beim Abendessen fragen: Was ist dadurch denn vielleicht besser geworden? Und die Dinge auch mal auflisten. Es ist erstaunlich, was alles aufgeschrieben werden kann. Trotz oder gerade wegen der aktuellen Umstände. Versuchen Sie es einmal.  



Welche konkreten Tipps haben Sie für uns Mütter nun für den erneuten Lockdown? Wenn wir merken, unsere Nerven brennen durch? Oder vielleicht schon davor?



Tipp Nummer Eins lautet „SADH“: Stopp, Atmen, Denken, Handeln. Diese Abfolge sollte zur Gewohnheit werden. Es hilft mir, die Kontrolle nicht zu verlieren und mich menschlicher zu verhalten, wenn die Nerven blank liegen. Stopp, Atmen, Denken, Handeln.



Tipp Nummer Zwei ist der „Notfall-Gedanke“: Denken Sie an Kaiserschmarrn oder Linsensuppe – wie bereiten wir diese Speisen vor? Oder denken Sie als Frau ans Reifenwechseln, wie geht das denn eigentlich? Das klingt jetzt vielleicht witzig, aber es hilft immer in Stress-Situationen! Diese Notgedanken lenken mich ab und reduzieren die Stresshormonausschüttung. Dann fühle ich mich etwas weniger gestresst und bin lösungsorientierter und weniger kampfbereit.



Vergessen Sie nicht: Stress führt zu Kampf- oder Fluchtreaktionen und in der Regel führt das immer zu einem Verlust. Wenn wir lernen zu denken statt uns zu ärgern oder uns Sorgen zu machen, ist das so, als ob wir ein Licht einschalten. Ein Licht, mit dem wir den Weg nach vorn beleuchten. Wir finden gute Lösungen und entwickeln Spaß am Leben, selbst wenn es immer wieder herausfordernde Situationen für uns bereithält.



Bleiben Sie gesund!



Zum Weiterlesen! Dr. Karella Easwaran: „Ich sehe seit Jahren Mütter, die sich in der Liebe zu ihren Kindern selbst vergessen.“
               
Karella Easwaran: So schaffen wir es, im Lockdown nicht durchzudrehen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wegen-corona-ich-habe-meine-tochter-ein-jahr-lang-nicht-gesehen
       
Ihr Lieben, für uns ist es immer besonders schön, wenn wir mit den Frauen, die uns hier ihre Geschichten erzählen, länger Kontakt halten. Wenn wir mitbekommen, wie sich Situationen weiterentwickelt haben, wie Frauen ihren Weg gefunden haben.



Im Oktober 2018 hatten wir ein Interview mit Meike, die mit ihrem neuen Mann in den USA lebte, ihre siebenjährige Tochter blieb beim Vater in Deutschland. Ihre Tochter hatte sich damals entschieden, in Bayern zu bleiben – eine Entscheidung, die Meike nachvollziehen konnte, ihr aber sehr weh tat. Im Interview erzählte sie davon, wie es sich anfühlt, das eigene Kind länger nicht zu sehen und wie das Umfeld darauf reagiert, wenn eine Mutter das Kind beim Vater lässt.



Nun sind zwei Jahre vergangen, deshalb haben wir mal wieder bei Meike angeklopft und um ein Update gebeten.



Liebe Meike, wir haben ja schon einmal über dich berichtet. Damals hast du uns erzählt, warum du in Amerika lebst und deine Tochter in Deutschland. Ihr habt Euch ja immer regelmäßig besucht, aber dann kam Corona. Wie lange konntet Ihr Euch nun nicht sehen?



Wir haben uns nun über ein Jahr nicht gesehen



Wie gehts Dir und Deiner Tochter damit?



Wir vermissen uns sehr. Und mir tut es sehr leid, dass sie ihre kleine Schwester erst zwei Mal gesehen hat, als die noch ein Baby war. Aber durch den Lockdown in Deutschland geht meine Tochter im Moment nicht zur Schule, wodurch wir wesentlich öfter skypen.



Wie haltet Ihr Kontakt?



Meine Tochter hat inzwischen ihr eigenes Tablet bekommen, somit skypen wir regelmäßig und schreiben uns auch so zwischendurch oft. Manchmal machen wir beim skypen zusammen ein Projekt – ich habe uns beiden zum Beispiel das selbe Bastelset bestellt und das machen wir zusammen.



Was hat sich seit dem letzten Interview bei Euch getan?



Wir haben 2019 noch ein kleines Mädchen bekommen. Ich war allerdings mit den Kindern fast ein Jahr alleine in den USA, weil mein Mann, der beim Militär ist, nach Korea musste. Ich habe lange überlegt, ob wir mit ihm gehen, habe mich dann aber anders entschieden. Ich hätte wahrscheinlich meine Green Card verloren, wenn ich die USA so lange verlassen hätte und außerdem ist die Luftverschmutzung in Korea nicht gut für mein Asthma.



Aber ich war in der Zeit immerhin in Deutschland zu Besuch und hatte meiner Tochter vorher nichts davon gesagt.  Das war also eine mega Überraschung.



Im letzten Herbst sind wir innerhalb der USA zu einer neuen Militärinstallation umgezogen. Ich habe auch erfolgreich die Beibehaltung meiner deutschen Staatsangehörigkeit beantragt und den Antrag auf amerikanische Staatsbürgerschaft eingereicht. Damit wird es in der Zukunft dann wesentlich einfacher, für längere Zeit die USA zu verlassen, ohne Sorge zu haben, mein Visum zu verlieren



Es gibt ja Pläne, auch wieder ganz nach Deutschland zu gehen..



Mein Mann würde sich nochmal für einige Jahre im Militär verpflichten unter der Bedingung, dass er als Nächstes in Deutschland stationiert wird. Er hat eine enge Beziehung zu meiner großen Tochter und wünscht sich, dass wir alle näher bei ihr sind.



Für unsere zwei jüngeren Kinder wäre es auch toll, weil sie dann besser Deutsch lernen würden. Ich spreche zwar ausschließlich Deutsch mit ihnen, aber das ganze Umfeld ist natürlich englisch.



Nun wohnst du ja schon einige Zeit nicht mehr bei deiner großen Tochter. Wie würdest du Eure Beziehung beschreiben?



Nach wie vor eng und innig. Sie erzählt mir, wenn sie traurig oder aufgebracht ist, wenn sie mit ihrem Papa streitet oder mich vermisst, wenn sie Stress mit ihren Freundinnen hat oder einfach, wenn sie eine Frage hat.



Gab es in letzter Zeit ein Ereignis mit ihr, bei dem Du so gerne dabei gewesen wärst, aber es nicht warst? 



Meine Tochter macht Taekwondo und hatte eine Gurtprüfung. Da wäre ich gern dabeigewesen. Hoffentlich habe ich in der Zukunft Gelegenheit dazu. Und natürlich wäre ich gern zu ihrem Geburtstag da gewesen.



Was wünscht du dir für 2021?



Dass sich die Situation mit der Pandemie soweit entspannt, dass wir uns wieder in den Arm nehmen können, ohne Angst haben zu müssen, einander anzustecken. Dass sie ihre verrückte kleine Schwester live erleben kann, die ist jetzt anderthalb Jahre alt und das ist ja doch was ganz anderes als ein kleines Baby. Dass wir uns einfach alle wiedersehen können, denn wir vermissen uns sehr.



——- Hier könnt ihr das erste Interview lesen: https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-muetter-ihre-kinder-zuruecklassen-meike-lebt-nun-ohne-ihrer-tochter



Foto: Symbolbild Pixabay




               
Wegen Corona: Ich habe meine Tochter ein Jahr lang nicht gesehen |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weihnachtskarten-verdammte-scheisse-warum-kriegen-wir-so-etwas-nie-auf-die-reihe
       
Wir sind zu Besuch bei Freunden. Meine gute Freundin drückt mir beim Abschied fast beiläufig ein Kuvert in die Hand: „Ach, das wollte ich dir auch noch geben“. Zu Hause öffne ich das Kuvert. Es ist der 2. Dezember. Es ist eine Weihnachtskarte. Es ist eine professionell gestaltete Weihnachtskarte. Farbdruck, doppelseitig, Hochglanz. Ein Fotograf hat wunderschöne Fotos von den 4 Kindern und den gutaussehenden Eltern gemacht. Sie wünschen uns Love, Peace and Happiness. „Wie schön“, sagt mein Mann. „Ja, schon“, sage ich. Vielleicht hätte ich lieber gesagt: „Verdammte Scheiße, warum kriegen wir so etwas nie auf die Reihe?“
Aber, ich merke zuerst ja gar nicht, dass meine gute Laune verschwunden ist. Ich merke gar nicht, dass ich einen kleinen Stein im Bauch habe. Ich merke auch nicht, dass ich den übrigen Tag damit verbringe, mir selbst auf die Finger zu schauen. Ich notiere, dass ich vergessen habe, die Taschentücher zu kaufen, dass ich den Text in meinem Kopf noch immer nicht geschrieben habe, und dass der Große nur noch ein T-Shirt im Schrank hat, das passt, weil er über Nacht 10 Zentimeter gewachsen ist. Ich merke nur, dass meine Laune immer schlechter wird.
Ende November, Anfang Dezember könnte man auf unsere Familie Wetten abschließen. „Wetten, dass ein, zwei oder drei Kinder krank sind?“ Oder: „Wetten, dass gerade dann der Mann im Ausland ist?“. Oder: „Wetten, dass die Mutter sich nur noch mit Aspirin-Complex auf den Beinen hält?“. Man könnte hohe Summen Geld mit uns verdienen. Lustig sind wir gerade gar nicht.
Die Freundin, die mit dem Kuvert, hat 4 Kinder, die gar nicht, bis selten krank sind, und wenn, nur einen Tag. Die Kinder sind sehr ruhig und ausgeglichen. Ich habe noch nie ein Kind schreien oder mit einem Geschwisterkind streiten gesehen. Sie hat zwei Jobs, die sie glücklich und erfolgreich machen. Der ebenso erfolgreiche Vater ist bei allen Kindergartenwandertagen dabei. Sie haben ein tolles Haus, und eine Katze, die nicht in den Garten will um Mäuse zu fangen, die sie dann auf den Kopfpolster legen könnte.
Ich habe kein Kuvert. Unsere Kinder sind rund ums Jahr gut verteilt krank. Unsere Kinder sind sehr temperamentvoll, phantasievoll und schreien und streiten jeden Tag. Ich mache meine Jobs und erscheine meistens gehetzt und alleine bei Kindergartenwandertagen. Wir hatten ein tolles Haus, jetzt sind die Wände voller Tapser, die Böden haben Kratzer, auf der Terrasse steht ein eingefrorener Bananenbaum. Unser Hund ist alt und inkontinent, wir verbringen viel Zeit im Wald.
Ob ich vergessen habe, dass Vergleiche unglücklich machen und nur ins Verderben führen? Ob ich nicht gelernt habe, die Erfolge und das Glück der anderen wohlwollend anzuerkennen? Ob ich nicht meine Zeit mit anderen Dingen ausfüllen will, als mit mir und meiner Performance zu hadern? Fragt mein Mann. Nach ein, zwei Tagen lichtet sich langsam mein innerer Nebel. Die Kinder sind noch immer krank, mein Tempo ist gedrosselt.
Ich schaue mich wachsam im Bekanntenkreis und Freundeskreis um. So viele Frauen sind Super-Performerinnen. Einige sind Over-Performerinnen. Will ich dazugehören? Will ich meine Tage auch vollstopfen, bis nichts mehr hineinpasst? Will ich mein Leben durchstylen, bis ich mich selbst nicht mehr darin erkenne? Will ich auf Schlaf verzichten, freie Vormittage opfern und mein Leben der Jagd nach Erfolgen widmen? Will ich vor anderen Eindruck schinden? Will ich alles perfekt machen? Keine Angriffsflächen bieten? Ja, nein, ja, nein, die Antworten verändern sich nach Tageszeit und Stimmung.
Was ich sicher weiß, ist, dass ich Mensch bleiben will. Ich möchte sagen, dass ich müde bin. Ich möchte sagen, dass ein freier Vormittag am Berg meine Seele nährt. Ich möchte gestehen, dass mir Dinge zu Herzen gehen, und ich Zeit dafür brauche, sie zu verstehen und zu bewältigen. Ich möchte meinen Kindern zugestehen, dass auch sie Mensch sein können. Dass sie mit Halsweh zu Hause bleiben können. Dass sie traurig, langsam, laut und verschreckt sein dürfen.
Die Kinder werden gesund, der Alltag nimmt wieder Fahrt auf. Ich freue mich, dass auch bei uns die Tage wieder locker dahinfließen, wir Erfolge einfahren und zufrieden sind. Die innere Stimme ist leiser geworden. Sie hat eine Nuance Mitgefühl für die, die sich zu viel auferlegen und die leise Idee keimt, dass auch ich für andere eine Super-Performerin sein könnte.
Doch diesen Verdacht widerlege ich sehr gerne mit einem ehrlichen Eingestehen von Schwächen, mit meinem Humor für unsere Fehltritte und unserem Mut, auch ohne Weihnachtskarte das Haus zu verlassen!
—-Über die Autorin:  Mirijam Bräuer ist in Steiermark geboren und aufgewachsen. Nach vielen Wanderjahren lebt sie heute mit ihrer Familie in Graz. Die Autorin ist Romanistin, Pädagogin und Lehrende für Deutsch als Zweit-und Fremdsprache. Das Schreiben bildet den Rahmen all ihrer Tätigkeiten: durch ihr Werk zieht sich ein humanistisches Menschenbild und die tiefe Überzeugung, dass Worte Menschen bewegen und berühren können. Zu ihrem Werk zählen unter anderem ein Kinderbuch, ein Familien-Erzählband und ein Ratgeber für ein erfülltes Frauenleben. In ihrem Blog „Mann hoch Vier“ erzählt sie regelmäßig aus ihrem bewegten Leben mit 4 Männern (1 großer Mann, 3 kleine Männer).

 
               
Weihnachtskarten? Verdammte Scheiße, warum kriegen wir so etwas nie auf die Reihe? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weihnachtswunder-gesucht-sauerstoffmangel-unter-der-geburt-wer-kann-tammis-therapie-unterstuetzen
         Ihr Lieben, manchmal schlägt das Leben andere Bahnen ein und dann ist es schön, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Und dass andere einen unterstützen. Kirsten möchte nur das Beste für ihr zweites Kind. Sie ist eine tolle Frau, aber leider lassen ihre Finanzen es nicht zu, dass sie ihrer Tammi die Therapie finanzieren kann, die sie ihr von Herzen wünscht. Darum erzählt sie hier ihre Geschichte. Wer mag, findet am Ende des Beitrages alle Spendendetails. Zusammen könnten wir es schaffen…
Ich war auf dem sprichwörtlichen Höhepunkt meines Lebens: Mitte dreißig, geschieden, alleinerziehende Mutter und freiberufliche Hebamme mit eigener Praxis. Dann traf ich den Mann meines Lebens, verliebte mich und wurde zügig schwanger. Wir freuten uns wie verrückt, alles lief wie im Traum. Unsere Tochter sollte nach Weihnachten in unseren eigenen vier Wänden zur Welt kommen; wir waren gut vorbereitet und hatten eine tolle Hebamme an unserer Seite. Doch dann zog mir jemand den Boden unter den Füßen weg.
Heiliger Abend, kurz vor der Bescherung. Mir lief unvermittelt Blut die Beine hinab und ich wusste, die Plazenta meiner Tochter löste sich in diesem Moment. Ich funktionierte nur noch, Notruf, RTW, Anruf in der Klinik. Es folgten Notkaiserschnitt, Reanimation meiner Tochter und Blutkonserven für mich.
Direkt nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose wusste ich, nichts ist mehr so, wie es war.
 
Tammi hatte einen schweren Sauerstoffmangel erlitten und eine Hirnschädigung davon getragen. Sie lag auf der Intensivstation und erfuhr die bestmögliche medizinische Versorgung, lag im künstlichen Koma.
Aus beruflicher Sicht war dies der Super-GAU. Für mich als Mutter ein wahr gewordener Albtraum.
Die nächsten Monate waren wie im Nebel, wir funktionierten nur, weil wir mussten. Unendliche Traurigkeit und die Frage nach dem „Warum?“ bestimmten unsere Tage. Tammi schrie, Tag und Nacht, monatelang. Niemand hatte eine Lösung! Schulterzucken und der Hinweis „Naja, Hirnschädigung…“
Eine harte Bewährungsprobe für unsere noch junge Paarbeziehung und die neue Konstellation als Patchwork-Familie. Mehr als einmal fragte ich mich, ob ich das kann. Mich um ein schwerstbehindertes Kind kümmern. Niemand bereitet Dich darauf vor.
Und dann schaut Dir Deine Tochter in die Augen, lächelt Dich an und Du weißt, Du kannst.
Da war sie – die Mutterliebe, die Kräfte in Dir freisetzt; Dich weitermachen lässt, obwohl Du eigentlich nicht mehr kannst.
Und plötzlich setzte ein Umdenken ein: Kein „Warum?“ beherrschte mehr die Tage, sondern die Suche nach Menschen, die Tammi und uns helfen konnten. Ich las viel, suchte andere Familien mit ähnlichen Schicksalen und tauschte mich aus. Hoffnung keimte auf. Man konnte etwas tun.
Hirnschädigung bedeutete nun nicht mehr das Ende der Welt. Wir begannen zu akzeptieren, dass dies ein Kapitel in unserem Leben ist, und Resignation die Situation nicht ändern würde.

Wir entwickelten endlich ein Gefühl für unsere Tochter, fingen an, sie zu verstehen. Merkten, was gut für sie war, und was nicht. Wir änderten ihr Therapie-Konzept, wagten uns an Neues. Und Tammi gab uns recht: Sie hörte auf zu schreien, wurde zugänglicher, wacher und aufmerksamer. Und sie lachte! Laut und viel!
Genau diesen Antrieb hatten wir gebraucht. Wir fanden Menschen, die schon viele Jahre mit hirngeschädigten Kindern arbeiteten und uns erklärten, wie wir Tammi helfen können, sich bestmöglich zu entwickeln. Wir verstanden, dass ein harter, aber lohnender Weg vor uns und Tammi liegt.
Zum Hintergrund: Tammi ist ein sogenanntes Asphxyie-Kämpferlein. Durch den Sauerstoffmangel unter der Geburt entwickelt sie sich langsamer und anders als Gleichaltrige. Offiziell wird das Cerebralparese genannt. Bislang hat keine Therapie wirklich geholfen. Nun gibt es in Philadelphia, USA, eine Klinik, die schon sehr viele hirngeschädigte Kinder betreut hat. Und den meisten von ihnen geht es jetzt sehr viel besser.
Das Tolle daran: Hier werden die Eltern ausgebildet, um ihrem Kind am besten im Alltag helfen zu können. Der Ansatz ist, dass man das Gehirn durch bestimmte Reize (z.B. Sinnesreize oder auch bestimmte Bewegungsmuster) so stimuliert, dass gesunde Areale die Aufgaben der geschädigten Bereiche übernehmen. Dadurch können sich viele Kinder besser und häufig „normal“ entwickeln. Das Programm ist sehr umfangreich und wird zu Hause durchgeführt. Meist dauert es mehrere Jahre.

Wir erhoffen uns davon, dass Tammi lernt zu greifen oder vielleicht sogar zu krabbeln. Viele Kinder haben sich auch sozial und kognitiv enorm weiterentwickelt, so dass wir die Hoffnung haben, dass Tammi sprechen lernen wird. Da die Krankenkasse dieses Förderkonzept im Ausland leider nicht übernimmt, haben wir einen Spendenaufruf gestartet.
Wer mehr über Tammi und unser Vorhaben erfahren möchte, kann das hier tun: www.tammis-welt.de
Vielen lieben Dank!
Wir danken auch Lisa und Katharina für das Angebot, einen Gastbeitrag auf ihrem tollen Blog zu schreiben! Und wir wünschen allen Lesern und deren Familien eine wundervolle Weihnachtszeit!
Kirsten mit Tammi und Familie
 
Wer direkt spenden möchte, kann das auch tun. Jeder Cent hilft.
Paypal: post@tammis-welt.de
Banküberweisung: Tammi Hermanns
IBAN DE30370502993311095455
Kreissparkasse Köln
 
               
Weihnachtswunder gesucht! Sauerstoffmangel unter der Geburt: Wer kann Tammis Therapie unterstützen? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weil-ich-mehr-verdiene-ist-mein-mann-bei-den-kindern-geblieben-interview-mit-conny
        Liebe Conny, Du bist die Hauptverdienerin in Eurer Familie! Was macht Ihr beruflich und war es schon immer so, dass Du mehr verdient hast als dein Mann?
Mein Mann arbeitet beim größten deutschen Baumaschinenverleih. Er ist gelernter Baumaschinist, kann seinen Beruf aufgrund einer Erkrankung jedoch nicht mehr ausüben. Ich bin Polizeibeamtin und arbeite bei der Kriminalpolizei. Ja, ich verdiene seit Beendigung meiner Ausbildung mehr als mein Mann. Das ist für ihn jedoch kein Problem. Im Gegenteil. Ich glaube, er ist schon etwas stolz auf mich. Und er profitiert ja auch genau wie ich von meinem Einkommen. Und da sowieso alles in einen Topf geschmissen wird, ist doch nur wichtig, was am Ende unterm Strich rauskommt.
Nach welchen Kriterien habt Ihr nach den Geburten der Kinder entschieden, wer wie lange zu Hause bleibt?
Da gab es keine Kriterien. Es war klar, dass ich das erste Jahr zu Hause bleibe. Als unser erster Sohn 1999 geboren wurde, gab es auch noch keine Elternzeit für Väter. Nach dem Erziehungsjahr wurde mein Mann jedoch arbeitslos und unser Sohn war in dieser Zeit sehr viel krank. So konnte mein Mann ihn noch fast ein weiteres Jahr zu Hause betreuen. Vor der Geburt unseres 2. und 3. Kindes war mein Mann in die Selbstständigkeit gegangen. Da stellte sich die Frage ebenso wenig. Da das Geld knapp war, mit 460 Euro Erziehungsgeld war keine Familie zu ernähren, musste ich nach 7 Monaten wieder arbeiten gehen. Die Kinder wurden in der Krippe betreut. Natürlich schmerzte da mein Mutterherz, aber die beiden haben das wirklich toll gemeistert. Mittlerweile sind sie 15 und 10 Jahre alt. Kind Nr. 3 war 2015 unser Überraschungsei. Mein Mann wurde während meiner Schwangerschaft krank und so konnten wir das erste Lebensjahr unseres Sohnes gemeinsam genießen. Er war mir wirklich eine große Hilfe. Ich konnte mich komplett auf das Baby konzentrieren, mein Mann schmiss den Haushalt. Nach 13 Monaten ging ich dann wieder arbeiten. Erstmal 35h/Woche, denn ich nahm Stillzeit in Anspruch. Nach ein paar Wochen ging ich dann wieder vollzeit arbeiten. Mein Mann machte weiter den Haushalt, versorgte morgens die Kinder und brachte den Kleinen für ein paar Stunden in die Krippe. Wenn wir uns dieses Modell hätten langfristig leisten können, hätten wir es gern so beibehalten. Mittlerweile arbeitet mein Mann wieder und ich ebenfalls 40h/ Woche. Aufgrund von Überstunden kann ich momentan etwas weniger arbeiten, so dass ich spätestens 15:30 Uhr in der Kita bin.
Obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie, ist es doch oft so, dass der Mann besser verdient. Musste sich Dein Mann jemals dumme Kommentare deshalb anhören oder hatte er mal selbst ein Problem damit?
Nein absolut nicht. Ganz im Gegenteil. Das spielt hier bzw. im Freundes- und Bekanntenkreis überhaupt keine Rolle. Und man geht ja mit seinem Einkommen auch nicht hausieren.
Hast Du je dumme Sprüche kassiert, weil Du als Mutter schnell wieder viel gearbeitet hast?
Nein. Das liegt wohl daran, dass es hier in den neuen Bundesländern ganz normal ist, dass die Mama nach 1 Jahr Elternzeit wieder arbeiten geht. Ich persönlich kenne keine (erwerbstätigen ) Mütter, die länger als ein Jahr zu Hause geblieben sind. Es können sich schlichtweg die wenigsten Familien leisten.
Angenommen, Ihr würdet gleich viel verdienen – wie sähe dann Euer Modell aus?
Wenn mein Mann das gleiche Gehalt hätte, würde ich auf 30h/ Woche verkürzen.
Gibt es Zeiten, in denen Du Eure Rollenaufteilung blöd findest? Und gibt es auch welche, in denen du es besonders gut findest oder fandest?
Die Zeit, in der mein Mann noch zu Hause sein konnte, fand ich toll. Mir wurde wirklich viel Arbeit abgenommen. Darum leisten wir uns jetzt, wo wir beide wieder arbeiten, eine Putzperle. Das erleichtert den Feierabend wirklich sehr und wir haben viel mehr Zeit für die Kinder.
Was möchtest Du Müttern raten, die nach einer Geburt wieder in den Job einsteigen wollen?
Viele Ratschläge kann ich gar nicht geben, denn jede Familie ist anders organisiert bzw. bringt andere Voraussetzungen mit. Wenn es mit der Familie vereinbar ist, macht es. Wenn auch ein wenig Unterstützung aus dem Familienkreis kommt, sollte es kein Problem sein.
               
"Weil ich mehr verdiene, ist mein Mann bei den Kindern geblieben" - Interview mit Conny | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/welt-down-syndrom-tag-dein-kind-wird-dein-leben-bereichern-auch-wenn-du-dir-das-jetzt-noch-nicht-vorstellen-kannst
       

Liebe Vanessa, dein zweiter Sohn Julian hat das Down-Syndrom. Erzähl doch mal, wie du seine Schwangerschaft erlebt hast. 
Die Schwangerschaft mit Julian verlief bis zur 35. Schwangerschaftswoche komplikationsfrei: ich hatte ein bisschen mit Übelkeit und Sodbrennen zu kämpfen und damit, dass man die ganzen Tipps hinsichtlich Ausruhen und Füße hochlegen aus Schwangerschaftsratgebern beim zweiten Kind vergessen kann. Ich habe meine zweite Schwangerschaft dementsprechend als anstrengender empfunden, was aber definitiv nichts mit dem Down-Syndrom zu tun hatte.
Julian war unheimlich aktiv und hat in meinem Bauch wilde Purzelbäume geschlagen, solange genug Platz dafür war. Beim Babybauch-Shooting hat mein Mann mir Boxhandschuhe auf den Bauch gemalt. Dass Julian das Down-Syndrom hat, wussten wir in der Schwangerschaft noch nicht. Mein Mann und ich hatten uns bewusst und aus Überzeugung gegen zusätzliche Untersuchungen entschieden und nur die üblichen Vorsorge-Untersuchungen gemacht. Ganz ehrlich haben wir trotzdem nicht ernsthaft damit gerechnet, dass wir ein Kind mit Down-Syndrom bekommen.
Die erste Auffälligkeit, die allerdings nicht typischerweise auf das Down-Syndrom hindeutet, war ein Fruchtwassermangel, der in der 35. SSW per Zufall diagnostiziert wurde. Ich wurde notfallmaßig in die Klinik eingewiesen, wo die Schwangerschaft engmaschig kontrolliert wurde. Julian kam dann etwas früher als geplant bei 36+4 nach mehrtägiger Einleitung zur Welt. Er brachte immerhin stolze 3.120 g auf die Waage und hatte keine Anpassungsschwierigkeiten.
Wie und wann hast du die Diagnose Down-Syndrom bekommen und kannst du dich an deine ersten Gedanken und Gefühle erinnern?
Die Verdachtsdiagnose bekamen wir noch im Kreißsaal bei der U1. Die Kinderärztin übergab uns unser Baby mit den Worten: „Wundern Sie sich nicht, wenn morgen nochmal der Oberarzt vorbeikommt. Ich habe den Verdacht auf Trisomie 21, aber er hat ein besseres Auge dafür“ – und dann war sie weg. Das fühlte sich schon wie ein Schlag mit dem Holzhammer an! Ich weiß noch, wie mein Mann und ich uns und unser Baby völlig ungläubig ansahen. Das kann nicht wahr sein! An den nächsten beiden Tagen folgten verschiedene Untersuchungen – meistens mit mehreren Medizinstudenten im Schlepptau, die noch kein Neugeborenes mit Verdacht auf Down-Syndrom gesehen hatten.
Bei mir hat das sofort den Löwenmutterinstinkt geweckt! Ich hatte das Gefühl, ich muss mein Baby beschützen und verteidigen. Mein Bett war quasi eine Stillkissen-Festung.
Richtig den Boden unter den Füßen weggezogen hat uns dann die Diagnose, dass Julian einen angeborenen Herzfehler hat. Auch die Erläuterung des Kinderkardiologen, dass ein VSD (Ventrikelseptumdefekt = Loch in der Herzscheidewand zwischen den beiden Hauptkammern) ein recht häufiger und gut zu operierender Herzfehler sei, konnte uns in der Situation nicht wirklich beruhigen. Rückblickend gesehen, hatte er Recht: Julians VSD konnte im Alter von fünf Monaten von den Spezialisten im HDZ NRW in Bad Oeynhausen sogar per Herzkatheter korrigiert werden, wofür wir sehr dankbar sind!
Das hört sich nicht so an, als sei besonders empathisch mit Euch umgegangen worden….
Ja, ich plädiere nach unserer Erfahrung dafür, dass eine empathische Diagnosevermittlung einen höheren Stellenwert in der Medizinerausbildung bekommen!
Nachdem die Diagnose „freie Trisomie 21“  nach ein paar Tagen wirklich in meinem Kopf angekommen war und durch einen humangenetischen Test bestätigt worden war, habe ich mir viele Sorgen um die Zukunft gemacht. Gut informiert war ich zu dem Zeitpunkt keineswegs und hatte auch keine Kontakte zu Familien, die ein Kind mit Down-Syndrom haben. Beides habe ich schnell geändert!
Es ist völlig unnatürlich, ein Neugeborenes auf dem Arm zu haben und sich Gedanken über eine mögliche Berufswahl dieses Kindes zu machen oder sich vorzustellen, wie das eigene Kind als Erwachsener aussieht. Bei meinem ersten Kind habe ich jedenfalls im Wochenbett keinen Gedanken daran verschwendet. In dem Moment, wo es mir gelang, diese Gedankengänge abzustellen und mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren bzw. auf den jeweils nächsten Schritt, ging es mir besser. Denn damit stand nicht mehr eine abstrakte Diagnose im Vordergrund, sondern UNSER geliebtes Kind, ein einzigartiges, perfektes Individuum.
Wie waren die Reaktionen des Umfelds auf die Diagnose?
Im engeren Familien- und Freundeskreis war es uns sehr wichtig, dass jeder die Chance hat, Julian unvoreingenommen kennenzulernen. Wir haben also am Anfang keine Rundmail geschrieben, sondern die Neuigkeit persönlich erzählt, während Oma, Opa, Onkel oder Patentante Julian im Arm hielten. Danach sind wir aber sehr offen mit der Diagnose umgegangen. Als ich wenige Wochen nach der Geburt von meinen Arbeitskollegen, die ich bis dahin noch nicht informiert hatte, gebeten wurde, ein Bild von Julian und ein paar persönliche Worte für den internen Mitarbeiter-Newsletter beizusteuern, habe ich auch ein paar Worte zum Welt-Down-Syndrom-Tag und die Parabel „Willkommen in Holland“ beigefügt.
Negative Reaktionen gab es in unserem Umfeld nicht, allerdings tatsächlich ein paar unbeholfene. Das ist aber menschlich und nicht schlimm! Was mich hingegen sehr schmerzt: Wenn schwangere Frauen, die Julian kennen, mir ungefragt auf die Nase binden, dass bei ihnen demnächst Pränataldiagnostik ansteht. Das fühlt sich für mich so an, als ob die Person ausschließen möchte, dass ihr Kind so wird wie meines. Dabei kennen diese Frauen unsere Familie und dürften keine irrationalen Ängste vor einem Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom haben.
Natürlich muss jede Frau für sich selbst entscheiden, welchen Anteil Pränataldiagnostik (mit nur vermeintlicher Sicherheit) und welchen Anteil „guter Hoffnung“ sie in der Schwangerschaft haben möchte, aber ich finde das schon sehr unsensibel. Noch viel unsensibler ist es allerdings, wenn mir eine Frau ungefragt offenbart, dass sie ein Kind mit dem Verdacht auf Down-Syndrom abgetrieben hat – auch wenn sie dies heute bereut. Ich bin nicht diejenige die Absolution erteilen kann, ich möchte auch nicht missionieren – aber ich möchte aufklären und ich möchte Respekt für mein Kind und für mich!
Heute ist Julian zwei Jahre alt – was waren die schönsten und auch die schwersten Momente in den letzten zwei Jahren mit ihm?
Die schönen Momente überwiegen ganz klar! Wir freuen uns über jeden kleinen Fortschritt, den Julian macht. Entwicklungsschritte, die wir bei unserem älteren Sohn als selbstverständlich hingenommen oder sogar überhaupt nicht wahrgenommen haben, werden richtiggehend gefeiert. Ein absolutes Highlight war als Julian mit 23 Monaten kurz vor Weihnachten seine ersten freien Schritte gemacht hat! Was wir auch sehr genießen, ist die wunderbar innige Geschwisterbeziehung, die unsere beiden Kinder miteinander haben.
Der schwerste Moment war definitiv als wir Julian zur Korrektur seines Herzfehlers dem Ärzteteam im HDZ NRW übergeben haben. Was dann folgte waren mit Sicherheit die längsten sechs Stunden meines Lebens. In so einer Situation werden viele andere Dinge plötzlich völlig belanglos – und auch das Down-Syndrom gerät in den Hintergrund.
War etwas ganz anders, als du es erwartet hast?
Ich habe mir anfangs wirklich viel zu viele Sorgen gemacht: Werde ich Julian stillen können? Wie wird Julian sich entwickeln? Wird er glücklich werden? Werde ich für Julian eine genauso tiefe Liebe empfinden wie für seinen älteren Bruder? Bin ich der Aufgabe gewachsen und werde ich eine gute Mutter sein? Werde ich wieder arbeiten gehen und meine Karriere wieder aufnehmen können?
Natürlich mache ich mir nach wie vor Gedanken über Julians Zukunft und versuche ihn in seiner Entwicklung zu fördern – genauso geht es mir aber bei seinem großen Bruder ohne Down-Syndrom auch. Über die anderen Fragen mache ich mir aktuell keine Gedanken mehr. Ich konnte Julian problemlos stillen. Julian ist ein glückliches Kind und ich bin sicher, er hat gute Chancen, ein glücklicher Erwachsener zu werden.
Die Liebe hat sich von alleine eingestellt und in die Aufgabe wachse ich hinein – Tag für Tag. Ich bin keine perfekte Mutter, aber ich gebe mein Bestes – für beide Kinder. Und ich habe wie vor der Geburt geplant nach einem Jahr Elternzeit meine berufliche Tätigkeit als Marketingleiterin in Teilzeit wieder aufgenommen.
Was hast du erst durch Julian gelernt?
Ich bin ein Mensch, der gerne akribisch plant. Manche Dinge im Leben lassen sich nicht planen. Das war direkt die erste „Lektion“. Des Weiteren bin ich überzeugt: Die Angst, sein eigenes Kind zu verlieren, verändert einen Menschen. Auch wenn während Julians Herzkathetereingriff objektiv nur ein relatives Risiko bestand, war diese Erfahrung eine persönliche Zäsur. Für mich haben sich dadurch Prioritäten in meinem eigenen Leben nachhaltig verschoben.
Über viele Dinge, die mich früher gestört hätten, kann ich mich heute nicht mehr aufregen. Ich merke, dass dieser Zuwachs an Gelassenheit mir selbst gut tut und auch meine Kinder profitieren davon: nicht nur Julian darf sein eigenes Entwicklungstempo haben – auch sein großer Bruder, der im letzten Jahr in die Schule gekommen ist.
Darüber hinaus habe ich zwangläufig etwas medizinisches, pädagogisches, psychologisches und sozialrechtliches Fachwissen aufgeschnappt. Und ich habe gelernt, meinem Instinkt zu vertrauen und die Interessen meines Kindes im Dialog mit Ärzten und Therapeuten sowie gegenüber der Krankenkasse und Behörden selbstbewusst zu vertreten.
Schließlich habe ich auch viele bereichernde Bekanntschaften gemacht und interessante Menschen kennengelernt, die ich ohne Julian niemals getroffen hätte. Dazu gehören auch meine beiden Mit-Initiatoren des Song- und Video-Projekts „Du bist so“: Thorsten Klein und Elvira Tindara Cusmà-Sternhagen.

Hast du das Gefühl, dass die Gesellschaft immer noch Probleme mit Kindern mit Down-Syndrom hat? Oder wie erlebst du andere Menschen im Alltag?
Ja, auch wenn ich das im Alltag selten erlebe, bin ich sicher, dass unsere Leistungsgesellschaft ein Problem mit Menschen mit Down-Syndrom hat. Das zeigt sich schon alleine daran, dass so viel im Bereich der Pränataldiagnostik geforscht wird, um das vorgeburtliche Screening auf Trisomie 21 immer weiter zu verbessern, anstatt die Gelder zum Beispiel in die Forschung zu Förderkonzepten oder in die Inklusion zu investieren.
Schätzungen zufolge werden in Deutschland 90% aller ungeborenen Babys, bei denen die Diagnose Trisomie 21 in der Schwangerschaft gestellt wurde, abgetrieben. Wenn der neue Bluttest zur Regelleistung in der Schwangerschaft wird, wird diese Quote bestimmt nicht sinken.
Ich kann verstehen, dass sich Frauen, die die Diagnose Trisomie 21 in der Schwangerschaft bekommen, in einer sehr belastenden Konfliktsituation befinden, sofern sie sich nicht bereits vorher mit dem Thema beschäftigt haben und die Frage für sich beantwortet haben: Was wäre wenn?
Ich glaube jedoch, dass die meisten Frauen ihr Baby nicht leichtfertig abtreiben, sondern dass der Druck des persönlichen Umfelds und auch der Gesellschaft insgesamt eine ganz entscheidende Rolle spielen. Frauen haben die begründete Angst, für ihre Entscheidung, einem Kind mit Down-Syndrom das Leben zu schenken, verurteilt zu werden: „Das hätte man doch verhindern können!“ Hinzu kommen diffuse Ängste, schlechte und einseitige Beratung, veraltete Informationen und falsche Vorurteile!
Der andere Aspekt ist die Inklusion. Es wird viel darüber geredet und in den Medien berichtet, aber gerade im Hinblick auf eine erfolgreiche schulische Inklusion haben wir in Deutschland noch einen weiten Weg vor uns. Das liegt einerseits sicherlich an fehlenden Konzepten, fehlendem Know-how und fehlenden finanziellen Mitteln, andererseits aber – zumindest in Teilen – auch an einer mangelnden Bereitschaft aller Beteiligten.
Mein Sohn hat seit seinem ersten Geburtstag einen Platz bei einer Tagesmutter, wird dort liebevoll betreut und die anderen Eltern finden das völlig in Ordnung. Ich bekomme aber durchaus von anderen Familien mit, dass sich das „Klima“ ganz schnell ändern kann, wenn die Kinder ins Schulalter kommen. Da muss man auch durchaus mit „Gegenwind“ von den Eltern der Regelkinder rechnen, die dem Thema Inklusion plötzlich nicht mehr so viel abgewinnen können.
Nun habt ihr einen Song aufgenommen. Erzähl doch mal ein bisschen was dazu.
Am 21.03. ist Welt-Down-Syndrom-Tag (WDST). Im letzten Jahr wurde anlässlich dieses Tages ein ganz berührendes Video von der Elterninitiative „Wouldn’t Change a Think“ aus UK veröffentlicht, welches sich unheimlich erfolgreich über Facebook und Youtube verbreitet hat und bis heute mehr als 330 Millionen Aufrufe verzeichnet. Damit hat das Video garantiert auch Menschen erreicht, die sonst keine Berührungspunkte zu Menschen mit Down-Syndrom haben. Das Video zeigt wirklich schöne und emotionale Aufnahmen von Kindern mit Down-Syndrom und ihren Müttern und hat auf diese Weise mit Sicherheit dazu beigetragen, die Bilder in den Köpfen der Menschen zu verändern.
Dieses Video war die Inspiration für unser Projekt. Ziel war es, zum WDST 2019 ein deutschsprachiges Musikvideo zu produzieren, mit dem es ebenfalls gelingt, die Bilder in den Köpfen der Menschen zu verändern und zu zeigen, dass das Familienleben mit einem Kind mit Down-Syndrom alles andere als traurig und bemitleidenswert ist, sondern bunt, bereichernd, glücklich und irgendwie völlig normal.
Der eigentliche Start war die Zusage der Band KrAWAllo Familien-Rock’n’Roll, einen Song für das Projekt zu schreiben. Das war im Oktober letzten Jahres. Danach wurde das Projekt fast zu einem Selbstläufer: Mit Artland Studios fanden wir eine Video-Agentur, die mit uns das Konzept für das Musikvideo entwickelte. Wir erstellten eine Facebook-Gruppe, in der wir – zunächst mit einem überschaubaren Kreis von Eltern – Ideen entwickelten und das Projekt planten.
Kurz vor Weihnachten war dann auch die Finanzierung der professionellen Produktion von Song und Video mithilfe unserer Sponsoren Deutsche Stiftung für Menschen mit Down-Syndrom und Radio Herford (Aktion „Mützen die nützen“) gesichert. Im neuen Jahr nahm das Projekt dann nochmal richtig Dynamik auf, als es KrAWAllo gelang, über das Netzwerk „kindermusik.de“ sechs weitere Kinderliedermacher aus ganz Deutschland für das Projekt zu begeistern und auch der Video-Dreh mit mehr als 130 Kindern mit und ohne Down-Syndrom plötzlich viel größer wurde als ursprünglich geplant.
Wir entwickelten eine eigenes Logo für das Projekt und fanden auch noch weitere Unterstützer, wie beispielsweise die Shirtinator AG, die uns für den Video-Dreh T-Shirts mit dem Projekt-Logo für alle Kinder zur Verfügung stellte.
Wir hatten einen Traum, aber wir haben anfangs nicht damit gerechnet, dass das Projekt so groß und so toll wird. Ein ganz entscheidender Faktor hierfür war, dass der Song „Du bist so“ musikalisch und inhaltlich so grandios geworden ist! Wir sind regelrecht begeistert und allen beteiligten Musikern wahnsinnig dankbar.
Jetzt hoffen wir natürlich, dass dieser Funke überspringt und sich die Botschaft des Songs und des Videos tatsächlich viral verbreiten: „Du bist so und ich bin anders“ und „wir sind schön und gut und richtig wie wir sind“!
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Wenn dieses Interview eine Mama liest, die gerade die Diagnose Down-Syndrom für ihr Kind bekommen hat – was möchtest du ihr sagen?
Erstmal möchte ich sagen: Herzlichen Glückwunsch zu deinem Kind! Du hast nicht in erster Linie eine Diagnose bekommen, sondern du hast ein Kind bekommen oder erwartest eines.
 Wenn du schwanger bist: Falls deine Entscheidung nicht schon feststeht, informiere dich, nimm Kontakt zu einer Elterngruppe in deiner Nähe auf und lerne eine Familie und ihr Kind mit Down-Syndrom kennen. Lass dir mit deiner Entscheidung Zeit.
Wenn du gerade dein Kind bekommen hast: Konzentriere dich darauf, dein Kind kennenzulernen und eine Bindung aufzubauen, denke nicht in die ferne Zukunft, sondern lebe im Hier und Jetzt. Und nimm dir Zeit, dich auf die Planänderung in deinem Leben einzustellen.
Es ist normal und in Ordnung, dass du Angst hast und dir Sorgen machst. Du kannst aber sicher sein, dass dieser Zustand nicht von Dauer ist. Viele Ängste und Sorgen sind unbegründet. Ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen ist kein Weltuntergang. Dein Kind mit Down-Syndrom wird dein Leben bereichern – auch wenn du dir das jetzt gerade noch nicht vorstellen kannst.
Und dann empfehle ich noch die bereits erwähnte Parabel „Willkommen in Holland“ von Emily Perl Kingsley…
Fotos: Dilek Paul
               
Welt-Down-Syndrom-Tag: Dein Kind wird dein Leben bereichern, auch wenn du dir das jetzt noch nicht vorstellen kannst | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weltall-ist-nur-was-fuer-maenner-astronautin-insa-thiele-eich-ueber-gleichberechtigung-im-weltall
       
Ihr Lieben, heute haben wir Dr. Insa Thiele-Eich zu Gast. Die Dreifachmutter, die frecherweise nicht mal 40 ist, hat mit uns bereits über Homeschooling und Klimawandel gesprochen und darüber, wie überrascht sie ist, dass es überhaupt noch möglich ist, die erste deutsche Frau im All zu sein.



Nun macht sie grad nicht nur Karriere auf TicToc, wo Jugendliche sie bejubeln, sie hat nun auch – zusammen mit ihrere Astranautinnen-Anwärterinnen-Kollegin (richtig gegendert?!) – ein Kinderbuch geschrieben. Damit nicht weiterhin jedes Weltall-Buch männlich dominiert ist…



Liebe Insa, zusammen mit deiner Kollegin Suzanna Randall befindest du dich im Astronautinnen-Training, euren Pilotenschein habt ihr bereits in der Tasche, was trainiert ihr grad aktuell?



2020 waren wir unter anderem in der Zentrifuge und haben dort simuliert, welche Kräfte bei einem Raketenstart auf den Körper wirken. Durch die vielen abgesagten Veranstaltungen hatten wir auch genug Zeit, um den theoretischen Teil unseres Trainings abzuschließen, so dass wir Ende November das Basistraining abgeschlossen haben. Dieses Jahr soll es zum Höhlentraining gehen, frei nach dem Motto: Bevor es nach oben geht, gehts erstmal nach unten!



Foto: Markus M. Gloger/Space Affairs



Elf deutsche Männer waren bisher im Weltall. Jetzt ist endlich eine Frau an der Reihe, findet ihr. Warum, was würde uns das vor allem auch wissenschaftlich bringen, endlich eine deutsche Frau ins All schicken zu können?



Wir werden unter anderem das Verhalten des weiblichen Körpers in der Schwerelosigkeit erforschen. Einen Gender Gap gibt es in der Medizin auch im All, und da die Daten international nicht geteilt werden, liegen in Europa entsprechend kaum Datensätze zu Frauen vor. Dabei gibt es interessante Unterschiede: man hat beobachtet, dass ca. 30% der Astronauten signifikante Änderungen der Sehkraft verzeichnet – bei Astronautinnen tritt dieser Effekt scheinbar nicht auf. Ziel ist es, den Körper hinsichtlich der Sehorgane, aber auch mit Bezug auf das Gleichgewichtssystems und die Hormone zu untersuchen: wir hoffen, dass wir aus diesen Experimenten Erkenntnisse für die Medizin auf der Erde gewinnen können.



Abgesehen davon haben astronautische Missionen immer auch einen sehr großen kulturellen und symbolischen Charakter: das hat man ja bei Alexander Gerst schon gesehen. Ganz klar möchten wir mit der Mission also Kinder für die Welt der Luft- und Raumfahrt begeistern! Wir finden, in dieser Hinsicht würde eine Frau dem Männerteam der deutschen Astronauten ganz gut tun – und wenn die erste geflogen ist, kann auch die zweite, dritte usw. fliegen. Jungen und Mädchen zu zeigen, dass Frauen in der Welt der Naturwissenschaften genauso zu Hause sind wie Männer ist also ein wichtiger Bestandteil unserer Mission.



Du hast selbst drei Kinder im Alter zwischen 2 und 10, was finden sie am spannendsten, wenn es um deine Astronautinnen-Ambitionen geht?



Ich habe sie öfter zum Flugtraining mitgenommen, und was finden sie am spannendsten? Den Süßigkeitenautomaten für hungrige Pilot:innen. Tauchtraining in Marseille? Das Highlight ist Kirschkernspucken mit meiner Chefin und die streunende Katze auf dem Trainingsgelände. Aber: das ist auch gut so, ich bin ja in erster Linie ihre Mama.







Gerade die Große kriegt aber auch mit, wie manchmal bei Social Media mit mir als Frau und Mutter umgegangen wird, das sind dann Diskussionen auf einem ganz anderen Niveau. Mich macht das traurig, ihr zu erklären wieso es so viele Menschen gibt, die Frauen und besonders Mütter permanent kritisieren. Aber auch das hat etwas Positives, sie nimmt mich mit meinen feministischen Bestrebungen gerne auf den Arm.



Letztens hat sie mir ganz nebenbei erzählt, dass ihre Lehrerin gesagt hat, den Zettel sollen doch bitte die Mütter unterschreiben. Die Väter hätten ja alle so viel auf der Arbeit zu tun, und die Mütter seien ja eh zu Hause. Ich stand schon kurz vor der Explosion („Mama, sieh das doch positiv, sie weiß halt, dass ihr Euch in echt viel mehr kümmert!“), da musste sie lachen. War natürlich nur ein Scherz.



Dein Vater war selbst früher im All, was findet denn er am spannendsten an deinem Training und an deiner Ambition, die erste deutsche Frau im All zu werden?



Beim Training selbst hat sich gar nicht so viel verändert – es ist total schön, teilweise sogar mit den gleichen Trainern zu arbeiten, die auch ihn begleitet haben und Ähnliches zu erleben wie er. Gleichzeitig bin ich aber bei einem kommerziellen Raumfahrtunternehmen, das gab es damals noch gar nicht: wir tauschen uns viel dazu aus, was die Welt der Raumfahrt in Zukunft so bringen kann und wird, und sind beide international mit anderen zu diesem Thema vernetzt. Mit dem eigenen Vater so zusammen zu arbeiten ist definitiv spannend!







Zurück zu den Kindern, zusammen mit Suzanna Randall hast du nun ein Buch für Erstlesende ab 7 Jahren geschrieben, um was geht es euch da und was erwartet uns darin?



„Unser Weg ins Weltall“ ist der 1. Band einer Reihe, die uns bei unserem Flug ins All begleiten soll. Wir erzählen, wieso wir als Kinder Astronautin werden wollten, wie das Auswahlverfahren war, und was uns im Training bisher erwartet hat. Hinten gibt es noch ein paar liebevoll vorbereitete Rätsel zum Buch, die – ich verspreche es! – mindestens 30 Minuten Pause für die Eltern kaufen. Es wurde von Petra Eimer total wunderbar illustriert, und wir sind wirklich stolz auf unser Buch-Baby. Nummer 2 ist schon unterwegs!



Ist das auch eine feministische Aufgabe für euch, kleinen Mädchen ein Vorbild im MINT-Bereich zu sein? Ihnen zu zeigen, dass sie alles werden können, wenn sie nur wollen?



Tatsächlich kam die Anfrage von Oetinger aus genau diesem Grund: ein Weltraumbuch mit Frauen auf dem Cover. Es gibt zwar einige Weltraum-Buchreihen für Kinder, in denen in späteren Bänden auch Mädchen eine Rolle spielen, aber die Cover sind schon sehr jungslastig – teilweise fehlen Frauen in den Büchern komplett. Insofern haben wir uns total über die Möglichkeit gefreut, hier nachzubessern. Mir ist es total wichtig, dass Kinder wissen, dass „Astronaut:in“ kein geschlechterspezifischer Beruf ist.



Auch bei TicToc feierst du als @insainsall unglaubliche Erfolge, da erklärst du kindgerecht Themen wie Sexismus… weil dir z.B. in der Schwangerschaft mit dem dritten Kind unterstellt wurde, deine Gehirnleistung wäre kleiner geworden…



Bei TikTok erzähle ich von unserem Training, aber habe auch angefangen von den etwas befremdlicheren Situationen zu berichten. Tatsächlich überrascht es mich oft selbst, welchen Vorurteilen man so begegnen kann. So auch der eine Herr (oberes Management, großes Unternehmen), der mir während der dritten Schwangerschaft erklärte, dass ich gar nicht mehr trainieren könne, denn bei Frauen würde der IQ während jeder Schwangerschaft deutlich abnehmen.



Die Studie, aus der er diese Erkenntnis hatte, haben wir aber leider online gar nicht mehr wiedergefunden, und er hat sich sogar hinterher per Mail nochmal entschuldigt. Nur: wieviele seiner Kolleginnen durften das schon ausbaden?



Foto: Manfred H. Vogel



Was war denn dein Traumberuf als Kind. Und von welchen Berufen träumen deine Kids?



Mein erster Berufswunsch als Kind war „Hausfrau und Mutter“, ich erinnere mich noch genau, dass ich das immer in die Poesiealben meiner Freund:innen geschrieben habe. Leider musste ich feststellen, dass mir für „Hausfrau“ ein paar Kernkompetenzen fehlen – deshalb bin ich jetzt glückliche Meteorologin. Dass ich Mutter sein darf, macht mich aber (meistens 😉) sehr dankbar. Astronautin kam erst viel später dazu.



Meine Kinder wollen – gerade kurz gefragt – Reitlehrerin und Tierärztin werden. Wobei meine Älteste aber auch schon seufzend festgestellt hat, dass sowohl Opa als auch Mama die Erstgeborenen in der Familie sind, und es da scheinbar eine gewisse Tradition gibt. Ich hoffe aber sehr, dass mein Mann und ich es schaffen, unsere Kinder frei von solchen Erwartungen großzuziehen!  
               
Nur für Männer? Astronautin Thiele-Eich über Gleichberechtigung im All
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         Wann, wenn nicht jetzt?!, dachten Stefanie und Stefan, als ihr Baby Finn in ihr Leben trat. Sie wollten nicht weiter im Job-Hamsterrrad sitzen, so dass ein Elternteil quasi das erste Lebensjahr des Kindes verpasst. Wie das klappt, was das mit der wunderbaren Hausgeburt von Finn zu tun hat – und welches nächste Ziel die kleine Familie anstrebt.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen, mit Baby auf Weltreise zu gehen?
Ehrlich gesagt, sind wir nicht auf die Idee gekommen ‚mit‘ Baby zu reisen, sondern ‚wegen‘ unseres Babys wollten wir reisen.
Wir sind im November 2017 Eltern eines wunderbaren Jungen geworden. Mama-sein und die dazugehörige Elternzeit hat mich so erfüllt und ich liebe die gemeinsame Zeit mit meinem Kind. Aber irgendwie hat es mich traurig gemacht, dass mein Mann und ich uns ja dazu entschieden haben, eine Familie zu sein und dann doch im Alltag, von Montag bis Freitag, unsere Familie nur aus Finn und mir bestand.
Ich fand es so schade für Stefan, dass er von der Arbeit nach Hause kam, wir noch schnell zusammen zu Abend gegessen haben und Finn dann schon seinen Nachtschlaf angetreten hat. Also hatten wir nur an den Wochenenden so wirklich Zeit als Familie. Und selbst da musste dann Zeit für Freunde, Verwandtschaftsbesuche, Sportplatz, Geburtstage, Einkaufen, Kochen, Putzen, Waschen etc. eingebracht werden. Das haben wir uns irgendwie nicht unter Familie vorgestellt.
Wenn ich dann so von Montag bis Freitag ohne Stefan zu Hause war, kam immer wieder der Wunsch der Weltreise hoch. Wir sind schon immer gerne gereist und schon seit so vielen Jahren haben wir gesagt, irgendwann… irgendwann machen wir mal eine Weltreise.
Und irgendwann war also klar, jetzt ist irgendwann. Jetzt ist unser Kind noch klein. Jetzt wünscht sich unser Sohn Nähe und Zeit. Jetzt möchte er Zeit mit seinem Papa haben. Mit 18 möchte Finn selbst losziehen, da braucht er uns nicht mehr.
Im November 2017 kam unser Kind auf die Welt, im Januar 2018 wurde der Wunsch der Weltreise immer konkreter und im April 2018 haben wir unsere Round-the-World-Tickets gebucht! Im September ging es mit unserem zehn Monate alten Baby dann auch schon los.

Welche Hürden musstet ihr nehmen?
Also Stefans größte Hürde war es natürlich, seinem Arbeitgeber mitzuteilen, dass wir mindestens sieben Monate unterwegs sein werden. Aber auch hier haben wir wieder gelernt, manchmal fügen sich die Dinge einfach. Stefan hätte für die Weltkreise seinen Job gekündigt, aber sein Arbeitgeber hat ihm unbezahlten Urlaub angeboten. Das war natürlich perfekt. Ich habe meine Elternzeit von Beginn an auf zwei Jahre gelegt, also war das für mich schon mal kein Problem.
Wir wollten unsere Eigentumswohnung möbliert untervermieten. Wir wohnen in einer Studentenstadt, da wäre das sicherlich kein Problem gewesen. Aber irgendwie hat das Bauchgefühl nicht gestimmt. Unser Sohn wurde in unserer Wohnung im Badezimmer geboren und diese Wohnung wird daher immer etwas ganz besonders für uns sein. Sie steht die sieben Monate einfach leer. Mittlerweile sind wir auch sehr froh über diese Entscheidung. Erstens hätten wir es zeitlich wohl gar nicht mehr geschafft, die komplette Wohnung leer zu räumen und passende Mieter zu finden, zweitens ist es schön, nach Hause zu kommen und seine gewohnten vier Wände wieder zu haben.
Strom, Internet, Telefonanbieter haben wir gekündigt, Sparraten minimiert und die passende Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Die Handyverträge haben wir angepasst, sodass wir unsere Rufnummern behalten konnten.
Außerdem haben wir uns noch um die Anmeldung eines Kleingewerbes und alles was dazu gehört gekümmert, denn wir hatten schon vor der Reise geplant, Mamakompass zu gründen.
Wie haben eure Freunde und Familienmitglieder reagiert?
Unsere Freunde waren natürlich begeistert. Unter ihnen sind selbst viele Reisefans, zwar ohne Kinder, aber sie wussten alle, dass es absolut zu uns passt. Unsere Familien hatten gemischte Gefühle, obwohl sie sogar gar nicht mal so überrascht waren, weil wir wohl schon so lange diesen Traum unbewusst vermittelt haben. Natürlich waren sie traurig, dass sie ihr Enkelkind so lange nicht sehen werden und so große Entwicklungsschritte verpassen, aber wir sind jetzt eine eigene Familie, das mussten wir auch erst mal dazu lernen.
Stefans Papa ist einen Monat vor der Reise an Krebs verstorben. Klar, der Gedanke, ob wir seine Mutter zu Hause nicht unterstützen müssten, beschäftigte uns recht lange und wir haben uns die Frage gestellt, ob wir überhaupt losfahren können. Aber Stefans Papa hat uns am Sterbebett noch gesagt, dass wir unbedingt diese Reise machen sollen. Er war selbst auf allen Kontinenten dieser Welt und weiß, wie bereichernd solch eine Reise ist.
Und auch hier hat sich gezeigt, dass die Bedenken unbegründet waren. Stefans Mama kommt super zu Hause zurecht und freut sich mit uns. Außerdem telefonieren wir regelmäßig mit unseren Familien und schreiben von unseren Erlebnissen auf Instagram. So erreichen wir alle und halten unsere Freunde auf dem Laufenden.
Aus dem erweiterten Umfeld haben wir natürlich auch negative Stimmen gehört, wie, es sei unverantwortlich mit Baby zu reisen, aber das wird es wohl immer geben und wir wussten damit umzugehen.

Was habt ihr eingepackt? Nicht viel vermutlich, oder?
Also für eine lange Reise für zwei Personen und Baby zu packen und nur zwei Backpacks zur Verfügung zu haben, sind Packlisten ein Muss! Wir haben erst einmal ALLES, was uns wichtig schien, gesammelt, dann in verschiedene Kategorien gelistet, von den Listen wieder gestrichen was nicht zwingend notwendig ist und dann wirklich nur anhand dieser Packlisten gepackt.
Das war wirklich Gold wert, weil ich häufig in der Euphorie dann doch noch den Kuschelpulli und die andere tolle Shorts einpacke. Es war eine Herausforderung für mich, das erste Mal wirklich bei jedem Kleidungsstück zu überlegen, wie praktisch und notwendig es ist. Stefan ist da schon immer viel minimalistischer als ich. Bisher sind wir absolut begeistert, wie wir gepackt haben, es ist minimalistisch geworden und wir haben tatsächlich alles, was wir dabei haben in Benutzung.
Wir haben unsere Packlisten auf unserem Blog auf mamakompass.de veröffentlicht und hoffen, sie helfen vielen anderen Reisefamilien auch noch weiter, wenn es darum geht, was braucht eine Familie auf Weltreise wirklich.
Wart ihr sehr aufgeregt? Gab es Momente, in denen ihr dachtet: Sind wir eigentlich bescheuert?
Irgendwie ist der Gedanke so lange im Kopf gereift und wenn es dann mal Klick gemacht hat, gibt es kein Zurück mehr. Dann will man das jetzt unbedingt. Und deshalb kam dieser Moment "Sind wir eigentlich bescheuert?" nie wirklich auf. Ich war wegen Finn ja eh schon seit fast einem Jahr in Elternzeit. Aber für Stefan war es dann wirklich aufregend, als er seinen letzten Arbeitstag hatte. Es ist ja schon etwas Besonderes und irgendwie auch echt verrückt, wenn der Mann ab da dann wirklich für eine lange Zeit von Montag bis Sonntag bei seiner Familie ist.  
Als wir unsere Familien am Flughafen verabschiedet haben, waren wir auch nochmal ziemlich aufgeregt und ein paar Tränen flossen. Puh, das war echt nicht einfach 🙂

Wohin seid ihr zuerst gefahren?
Unsere erste Station war Südafrika. Es war schon immer ein Wunschziel von uns und wir haben uns auf die afrikanische Kultur gefreut. Stefans Eltern sind vor ein paar Jahren zu ihrer Silberhochzeit bereits ans Kap der guten Hoffnung gereist und das war dann wirklich ein schöner Moment, genau an der gleichen Stelle, wie sie damals zu stehen.
Wir haben uns eine Wohnung außerhalb von Kapstadt gemietet und von da aus ganz unterschiedliche Tagestrips gemacht. Die erste Zeit wollten wir einfach ruhiger angehen und Finn die Zeit geben, sich an den neuen Alltag zu gewöhnen. Und wir wollten uns vom aufregenden Sommer in der Heimat ein bisschen erholen. Wir haben auch an unserer eigenen Homepage gearbeitet und die Videos für meinen Schwangerenbetreuungskurs aufgenommen.
Wie lang seid ihr jetzt unterwegs und welcher Ort/Moment war bislang der schönste?
Wir befinden uns aktuell in Woche 11 unserer Reise und Südafrika und Borneo (Malaysia) haben wir bereits abgehakt.
Wir hatten schon unbeschreiblich viele schöne Momente, aber ein Tag war ganz besonders. In Kommetjie, in dem Ort, in dem wir bei Kapstadt gewohnt haben, fand ab 10 Uhr morgens ein Festival statt. Los ging’s mit einem Surfcontest der vielen braungebrannten Surfer-Typen, an der Halfpipe war parallel ein Skateboard-Wettbewerb der Kids, alle Mädels sind in Bikins und coolen Shorts rumgelaufen, am Abend trafen sich alle im Garten einer Kneipe und eine junge, lokale Band hat so schöne Musik gespielt.
Die Familien haben es sich mit Picknickdecke und Korb am Strand gemütlich gemacht, sie haben Frisbee gespielt und als es Dunkel war, gab es eine Lasershow. Es waren nur gut gelaunte Menschen um uns herum, es wurde getanzt und alle hatten ein Strahlen im Gesicht. Und als wir da mitten unter den ganzen Surfern standen haben wir uns beide angeschaut und konnten es irgendwie nicht glauben, weil wir uns wie in der Serie ‚O.C. California‘ gefühlt haben. Allein, wenn wir jetzt wieder daran denken, bekommen wir gleich Gänsehaut.

Wie macht euer Baby das mit?
Finn hat sich als ein absolutes Reisebaby entpuppt. Eigentlich ist alles so gekommen wie wir es uns insgeheim gewünscht haben. Wir haben uns gedacht, was braucht unser Finn schon in den ersten Jahren? Liebe und Zeit. Und das bekommt er gerade hier und jetzt unendlich viel von uns, weil wir nicht mit irgendwelchem Alltagskram abgelenkt sind. Das heißt, wir merken, unser Kind ist glücklich, egal wo wir sind. Hauptsache wir sind da und bauen so viele Sandburgen, wie es nur geht mit ihm.
Er hat so viele verschiedene Kinder um sich herum zum Spielen und der Strand ist sein Kinderzimmer geworden. Dass er beim Abflug in Frankfurt am Main dann aber tatsächlich schon auf dem Rollfeld eingeschlafen ist und er den ersten Flug komplett verschlafen hat… so einfach haben wir es uns dann doch nicht vorgestellt. Hier gleich noch ein Tipp an alle Eltern: Mit Kind sind Nachtflüge wirklich praktisch.
Habt ihr auch Ängste?
Stefan ist von Grund auf wenig ängstlich. Dafür bin ich es umso mehr! Ach, ich könnte jetzt tausend Ängste aufzählen. Meine größten Ängste sind die, vor dem Fliegen und den giftigen Tieren. Aber ich habe festgestellt, dass sich meine Ängste auch schon ziemlich gewandelt haben. Ich merke, dass viele Ängste nur in meinem Kopf existieren und es in Wahrheit überall auf der Welt irgendwelche Gefahren gibt, denen man nie zu 100% aus dem Weg gehen kann. Auf Borneo ist es der Skorpion und in Deutschland die Autobahn. So sehe ich das zumindest mittlerweile.
Natürlich kommen auf Reisen genauso immer mal wieder Ängste hoch, wie zu Hause halt auch. Aber wir erinnern uns dann immer wieder daran, die Ängste gar nicht groß zu bewerten, einfach in den Tag zu leben, die Freiheit zu genießen und als Familie glücklich zu sein.
Wir lang wollt ihr unterwegs sein?
Geplant ist unsere Reise erst einmal bis Ende April. Denn dann stehen wieder Hochzeiten von meinem Bruder und Freunden an, die wir auf keinen Fall verpassen wollen. In wenigen Tagen fliegen wir schon weiter nach Australien. Dort geht für uns ein absoluter Traum in Erfüllung: Wir fahren mit einem Camper die Ostküste entlang! Wenn wir in Melbourne angekommen sind, arbeiten wir Work-and-Travel mäßig auf einer Freiland-Hühnerfarm. Da sind wir schon richtig gespannt drauf, die Hühner werden Finn sicherlich gefallen. 🙂
Durch Kontakt zu anderen Weltreisefamilien kommen aber gerade noch einige andere Länder auf unserer Bucket-List dazu. Wir sind selbst gespannt, wie es dann im April um unser Fernweh steht und wann und wie es mit den anderen Ländern weiter geht.

Wie finanziert ihr euch?
Also vorab möchten wir schon mal sagen, dass eine Reise tatsächlich halb so teuer ist, wie viele immer erwarten. Wir finanzieren unsere Reise über mehrere Wege. Zum einen ganz klassisch durch Erspartes. Dann nutzen wir eine Plattform für Work an Travel. Das heißt, wir helfen für einen bestimmten Zeitraum bei verschieden Projekten und Familien mit und dürfen dafür kostenlos bei ihnen wohnen und essen. Das ist auch mit Kind super möglich. Und zusätzlich bauen wir gerade einen Online-Kurs auf.
Ich bin ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsberaterin und nur wenige Monate nach der Geburt unseres Kindes habe ich mich als HypnoBirthing-Kursleiterin ausbilden lassen. Ich wünsche mir, dass so viele werdende Mamas wie möglich die Geburt ihres Kindes selbstbestimmt und angstfrei erleben.
Eine entspannte Mama und ein ruhiges Umfeld sind die wichtigsten Faktoren für eine natürliche Geburt – völlig unabhängig vom gewählten Geburtsort, ob zu Hause, im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Deshalb habe ich HypnoBirthing, Schwangerschaftsyoga und Naturheilkunde vereint und den Intensivkurs "Mamaglück" erstellt.
Ich möchte Frauen dabei helfen, sich mit den richtigen Atemtechniken, gezielten Körperübungen und gesunder Ernährung bestmöglich auf die Geburt ihres Kindes vorzubereiten. Denn für eine schöne Geburtsreise braucht es mindestens genauso viel Vorbereitung, wie für eine Weltreise. Da schließt sich also der Kreis. Das ist meine absolute Herzensangelegenheit und es macht so Spaß, daran auch auf Reisen zu arbeiten und der Welt etwas zurück zu geben.

Das heißt, du hattest eine tolle Geburt?
Ja. Wir denken so gerne an die Geburt zurück. Sie war wirklich wunderschön und wir sind dankbar für dieses Erlebnis. 2016 haben wir zwei Fehlgeburten hintereinander erleben müssen und so sind wir schon ganz anders in diese dritte Schwangerschaft gestartet. Ich habe mich intensiv mit Schwangerschaft und Geburt beschäftigt und für die Geburt unseres Kindes war der sicherste und entspannteste Ort dann tatsächlich unsere heimelige Wohnung.
Also kam unser Kind ganz einfach, ganz reibungslos und mit zwei Hebammen begleitet im Badezimmer bei uns zu Hause auf die Welt. Es ist schade, dass eine schöne, selbstbestimmte Geburt zur Seltenheit geworden ist und traurig, dass so viele Frauen die Geburt ihres Kindes als sehr schmerzvoll empfinden und einige sogar ein Geburtstrauma erleiden.
Hat diese Geburt euch auch gezeigt, wie viel eigenständige Kraft ihr habt und euch denn auch irgendwie zur Weltreise ermutigt, nach dem Motto: Wenn wir das schaffen, schaffen wir das auch…
Absolut! Vor allem weil wir mit der Hausgeburt natürlich auch auf viel Widerstand gestoßen sind. So eine Welle an Widerstand gab es dann ja auch, als das weitere Umfeld erfahren hat, dass wir mit Baby auf Weltreise gehen. Die Geburt hat uns als Paar und als Familie für immer gestärkt.
Wir wissen seitdem, unserem Bauchgefühl zu vertrauen und hören auf unsere innere Stimme. Sie zeigt uns ganz genau die Richtung, die richtig für uns als Familie ist und in die wir gehen sollen. Durch die Geburt haben wir gelernt, uns von den Meinungen anderer frei zu machen. Und wir fühlen uns leichter und glücklicher als jemals zuvor.
 
               
Weltreise mit Baby: Raus aus dem Hamsterrad, rein ins Abenteuer! | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, was zieht Ihr Positives aus 2020? Bei uns hat sich definitiv etwas im Kaufverhalten geändert. Früher gab es schon den ein oder anderen Langeweile-Kauf zwischendurch. Ein hübsches Oberteil da, eine neue Hose dort – ja, leider auch zu viel Fast Fashion. Das haben wir fast komplett abgestellt. Viele von Euch haben ja auch die viele Zeit zu Hause dafür genutzt, auszumisten. Was kann weg, was sollte vielleicht sogar endlich mal weg? Wir haben viele Rückmeldungen von Euch bekommen, dass das Bewusstsein für Natur-und Umweltschutz nochmal gestiegen ist. Daher stellen wir Euch heute lessplastic, einen tollen Online-Shop vor, der es sich zum Ziel gemacht hat, Plastik zu vermeiden.



Und am Ende des Interviews könnt Ihr noch ganz tolle Hamam-Tücher gewinnen – ideal fürs Badezimmer oder den nächsten Ausflug in die Sauna oder ins Schwimmbad (wenn das alles wieder offen hat..).



Aber hier erstmal unser Interview mit Dirk, dem Gründer von lessplastic:







Lieber Dirk, wir stecken in einer weltweiten Pandemie. Viele Menschen haben in den letzten Monaten ihr Konsumverhalten überdacht und auch umgestellt. Ging das Dir auch so?



Bei mir hat das tatsächlich schon früher begonnen. Im Studium habe ich mich viel mit gesunder Ernährung beschäftigt und gemerkt, wie viele Produkte aus Kunststoffen in unserem Haushalt und in der Küche mit unseren Lebensmitteln in Berührung kommen – obwohl sie dafür gar nicht geeignet sind. Das Bewusstsein für die Folgen von Plastikmüll und wie dieser sich in unsere Umwelt- und Nahrungskreisläufe „einschleicht“ , kam erst danach.



Als dann vor 15 Jahren meine Tochter zur Welt kam, war das der schönste Grund, noch mehr verändern zu wollen. Ich wollte zum Beispiel vermeiden, dass das Kinderzimmer mit lautem, billigen Spielzeug überquillt, dass dann eh nur im Müll landet. Man kann seinen eigenen Haushalt relativ leicht auf plastikfrei umstellen, aber das löst natürlich nicht das generelle Problem, weil einfach zu viele Plastikprodukte im Umlauf sind. Und so entstand das Bedürfnis, aktiv etwas gegen Plastik zu tun.



Deshalb hast du dann „less plastic“ gegründet  – eine Seite für mindful online shopping. Was unterscheidet deinen Shop von anderen Online-Shops?



Bei less plastic kommen nur Produkte ins Sortiment, die ohne Plastik auskommen oder, dort wo das (noch) nicht möglich ist, mit einem Mindestmaß an Plastik hergestellt werden können.



Unsere Produktkategorien und die Produkte sollen Leute, die Veränderung in ihrem Konsumverhalten wollen, inspirieren. Und alle, die ihren Haushalt bereits umgestellt haben, finden bei uns alles, was sie noch brauchen.



Außerdem haben wir ein spezielles Verpackungskonzept für plastikfreien E-Commerce. Ein weiterer Punkt für das mindful online shopping Konzept von less plastic ist der faire Umgang mit allen Partnern sowie die Transparenz für die Kunden.



Less plastic, also weniger Plastik – das ist deine Vision.



Absolut,  es geht auch nicht nur um das Plastik, das im Müll landet – im Müll wird es zumindest noch einigermaßen kontrolliert und dauerhaft aus dem Naturkreislauf entfernt. Es gibt daneben ja noch so viel Plastik, das aus verschiedenen Gründen an Recyclingkreisläufen vorbei direkt im Boden, Grundwasser und/oder Meer landet. Wir können das nur verhindern, wenn wir bereits in unserem Konsum bei Gebrauchs- und Verbrauchsartikeln Plastik vermeiden. Eine andere Chance sehe ich nicht.



Für die Zukunft wünsche ich mir Meldungen wie: „Nach Angaben des statistischen Bundesamtes ist im Jahr 2030 die weltweite Kunststoffproduktion, wie schon im Vorjahr, um weitere 5 Prozent gesunken. Tendenz weiter sinkend.“







In Deinem Online-Shop ist ein sehr breites Themenspektrum abgedeckt – von Kinderspielzeug bis Küchengeschirr. Gibt es ein Produkt, das du allen Eltern empfehlen kannst bzw. das du besonders magst? 



Ich mag wirklich alle Produkte gleichermaßen, da sie alle Bausteine zur Erreichung des Zieles „drastische Reduktion von unnötigem Plastik“ sind. Allen Eltern, Großeltern, Verwandten und Bekannten von Familien mit Kindern möchte ich empfehlen, generell auf natürliche Materialien und Verpackungen zu achten, wenn es um Produkte für Kinder geht – und damit meine ich nicht nur Spielsachen.



Und weil wir die Produkte auf lessplastic einfach wunderschön finden, verlosen wir zwei Hamam-Tücher an Euch. Diese tollen Tochter gibt es in 21 Farben – deshalb bitte hüpft rüber zu lessplastic (HIER DRAUFKLICKEN), sucht Euch Eure Lieblingsfarbe aus und schreibt uns diese in die Kommentare. Das Los entscheidet dann. Viel Glück!




               
Weniger Plastik: So kaufst du nachhaltig im Internet ein | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, die Kinder von Claudia Manakas sind schon groß, sie ist uns also einen Schritt voraus und kann uns einen kleinen Blick in die zukunft gewähren. Uns hat sie erzählt, wie sich das so anfühlt nach all den Jahren der intensiven Zeit mit den Kindern zu Hause – und wenn dann alle ausgeflogen sind. Heute arbeitet sie als Elternberaterin für eine achtsame und bewusste Elternschaft.



Liebe Claudia, du bist 55 Jahre alt und hast drei Söhne, 31, 28 und 25 Jahre alt: Verrat uns Frauen mit jüngeren Kindern doch bitte mal: Hört das mit der großen Sorge um die eigenen Kinder irgendwann auf?



Oh, da muss ich erstmal schmunzeln, denn die Frage zeigt, dass die Sorge um die Kinder wirklich ein gewichtiges Feld in der Erziehung ist. Tja, ob diese Sorgen irgendwann aufhören, liegt wirklich daran, ob wir lernen loszulassen – die Kinder und die Sorgen um die Kinder.



Aus Erfahrung kann ich sagen: Jeder Entwicklung-Step macht uns Eltern stolz und wehmütig zugleich. Einerseits freuen wir uns über die Unabhängigkeit, andererseits erkennen wir, wie schwierig es ist, die Kinder in die eigene Verantwortung zu entlassen.



Wie klappt das Loslassen denn bei Dir?



Inzwischen klappt das gut. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mir ab und zu ganz schön auf die Zunge beißen muss, wenn ich glaube, dass sich einer meiner Söhne in die falsche Richtung bewegt. Ich glaube, das Loslassen bleibt für Mütter eine lebenslange Übung. Wenn man echtes Vertrauen in sein Kind hat, erleichtert es die Sache.



Erzählt ihr als Familie oft von früher  – und lacht über witzige Anekdoten oder Fotos?



Oh ja! Das macht so viel Spaß und oft erfahre ich da auch noch Neues – und bin froh, dass ich damals nicht davon wusste 🙂



Außerdem sprechen wir manchmal auch über Situationen von früher – und wie die Kinder sie erlebt haben und wie wir Eltern. Das ist sehr interessant, denn des zeigt, wie unterschiedlich die gleiche Situation von Kindern und Erwachsenen wahrgenommen wurde. Auch im Nachhinein kann so übrigens noch gegenseitiges Verständnis aufgebaut werden.



Verklärt sich am Ende wirklich vieles und man denkt: Hach, als sie noch klein waren, das war schön…?



Ich habe Freundinnen, die das so empfinden. Ich fühle das ehrlich gesagt nicht so. Ich finde es schon wirklich toll, dass meine Kinder nun erwachsen sind und ich nicht mehr verantwortlich. Ich genieße es schon sehr, wieder unabhängig zu sein und über mich und meine Zeit weitgehend selbst entscheiden zu können.



Ich genieße es sehr, erwachsene Kinder zu haben, mit denen ich mich austauschen kann, zu sehen und mitzuerleben, wie sie sich entwickelt haben und weiter entwickeln und für was sie sich begeistern.



Also gar keine Wehmut?



Nein, eigentlich nicht. Dazu vielleicht noch eine veranschaulichende Geschichte:



Mein mittlerer und mein ältester Sohn sind fast zeitgleich zu Hause ausgezogen. Als sie weg waren, bin ich in ihre Zimmer und musste erst einmal fürchterlich weinen. Ich wusste: Jetzt ist etwas zu Ende und das war sehr traurig.



Aber schon wenige Tage später erkannte ich auch die Vorteile des Auszuges: Keine Wäscheberge mehr, weniger Essen kochen, weniger Chaos, weniger Lautstärke 🙂



Du bist zertifizierte Elternbegleiterin. Die Sorgen der Mütter von heute: Sind das andere als die, die du und deine Müttergeneration früher hatte?



Das ist eine interessante und sehr weitreichende Frage. Ja und Nein, würde ich antworten.



Ich sehe hier zwei Bereiche: Erziehung ist ja einerseits geprägt durch die Persönlichkeit der jeweiligen Eltern, also durch deren Vorstellungen, Haltung, Erwartungen, die Kultur, Moral. Zeitgleich wird sie jedoch immer auch von der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung beeinflusst, die unter Umständen die Erziehung entscheidend mitbestimmt.



Was Eure und meine Müttergeneration eint: Wir woll(t)en es besser machen als unsere Eltern.



Was jede Generation unterscheidet ist: Die Lebensrealität.



Wie war Eure Lebensrealität?



Ich kam Mitte der 60er Jahre zur Welt. Meine Eltern, die beide während des Krieges geboren und aufgewachsen sind, waren dementsprechend traumatisiert. Eltern dieser Generation waren mit ihrer eigenen Geschichte schon überfordert. Das gesamtgesellschaftliche, legitime Erziehungsmittel war damals körperliche Gewalt und Demütigung.



Dadurch erklären sich die Schwerpunkte in der Erziehung meiner Generation. Wir wollten: Kindern mit Respekt und Wertschätzung begegnen, Kinder gewaltfrei erziehen, Vertrauen schaffen und Freiheit und Selbstbestimmung.



Mein erstes Kind kam 1989 auf die Welt, das Jahr des Mauerfalls. In meiner Generation gab es vielerlei politische und gesellschaftliche Umbrüche. Erziehung war ein Teil davon. Wir haben uns insgesamt für Veränderung engagiert, haben uns jedoch nicht auf dieselbe Weise persönlich unter Druck gesetzt, wie ich es heute bei vielen Müttern erlebe.



Wo erlebst du uns unter Druck?



Die jetzige Generation hat durch die Entwicklung des Internets und die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse mehr theoretisches Wissen zur Verfügung. Ich erlebe jedoch, dass die Gesamtbelastung, der Druck, der auf Eltern lastet und die (eigenen) Erwartungen und Ansprüche, das Leben von vielen Eltern mehr belastet als früher.



Durch die PISA Studien zum Beispiel gab es viele Ängste rund um das Thema Bildung. Eltern spürten den Druck, die Kinder von Beginn an richtig zu fördern und da ja nichts falsch zu machen.



Auch die sozialen Medien sind heute eine Herausforderung, die es früher schlicht nicht gab. Viele sind davon überfordert, all die Vergleiche aber auch durch Themen wie Cybermobbing.



Zudem begegnen mir viele Mütter, die ständig weit über ihre eigenen Grenzen hinaus gehen und dadurch in große Not geraten und sich erst sehr spät Hilfe holen. Dieses „über die eigenen Grenzen hinaus gehen“ hat meiner Erfahrung nach enorm zugenommen. Ich erlebe, dass es sehr vielen Eltern schwer fällt, ihrem Kind etwas abzuschlagen, klar zu sein und sich dabei wohl zu fühlen. Mütter übernehmen auch heutzutage noch immer den Hauptanteil der Erziehungsaufgaben – zusätzlich zu ihren Jobs und dem Haushalt.



Müttern wird auch noch immer ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn sie ihr Kind in Fremdbetreuung abgeben. Das Jonglieren mit Jobs, Kita & Schule wird schnell zu einer enormen logistischen Anstrengung, die es permanent in Balance zu halten gilt



Ein sehr wichtiges persönliches Thema ist also meiner Erfahrung nach unbedingt die „Selbstfürsorge“ für Mütter:



Nun habt ihr eure Freiheiten nach dem Auszug der Kinder ja wirklich genutzt. Vor zwei Jahren habt ihr – dein Mann und du – alle Zelte abgebrochen, die sicheren Jobs gekündigt und seid um die Welt gereist. Wie kamt ihr auf die Idee?



Das war schon seit Längerem ein Traum von uns. Und plötzlich musste wir erleben, dass Freunde in unserem Alter erkrankten und starben. Da wurde uns klar, dass wir diesen Traum nicht weiter verschieben wollen.



Wir sind beide sehr offen für neue Herausforderungen und waren bereit unser Leben noch einmal völlig auf den Kopf zu stellen und uns in Unsicherheit zu begeben. Das klingt aufregend, aber einige haben uns dafür auch für verrückt erklärt. Wir wollten aber aus dem sicheren, sehr bequemen Trott heraus und das Leben noch einmal anders auskosten.



Entsprach diese Reise denn dann euren – vermutlich ziemlich hohen – Erwartungen?



Ich habe mich darüber mit meinem Mann ausgetauscht. Wir hatten seltsamerweise beide keine Erwartungen, was die Reise an sich betraf. Wir freuten uns einfach auf viel Natur und Zeit. Und auf eine Menge an frei verfügbarer Zeit, ohne Verpflichtungen.



Deshalb haben wir die Reise auch day by day entschieden, haben keine Pläne gemacht. Wir wussten am Morgen nicht, wo wir am Abend sein werden. Darauf haben wir uns eingelassen und das war sehr befreiend.



Wir waren fast immer in einer unbeschreiblich wilden, atemberaubenden Natur (wir waren u.a. lange in Kanada, Australien und Alaska) Durch die Stille, die Präsenz und die fehlenden Verpflichtungen, bekommt das Leben einen anderen Rhythmus. Das ermöglicht, dass eigene Fragen in einer Tiefe bearbeitet werden, die im Alltag so nie möglich war. Es gibt kein Ausweichen, weil es keine Ablenkung gibt. 



Nun seid ihr zurück. Was habt ihr an Erfahrung mitgebracht und wie schmeckt euch der alte, neue Alltag?



Wir haben uns noch während der Reise dagegen entschieden in unser altes Leben zurück zu kehren. Wir haben im Ausland so viele Menschen getroffen, die immer wieder große Veränderungen und Wagnisse in ihrem Leben zugelassen haben, dass ich darüber ebenfalls den Mut fand, mich noch mit 54 Jahren selbstständig zu machen. Mein Mann war schon immer selbstständig, hat aber ebenfalls in einer ganz neuen Branche begonnen. Mit 58 Jahren. Ja, manchmal erschrecken wir über unseren Mut, aber es fühlt sich wirklich gut an.



Ihr mögt mehr über Claudia Manakas erfahren? Dann schaut gern mal hier vorbei: www.mariaclaudiamanakas.de und www.instagram.com/kinderhochdrei.de/
               
Wenn die Kinder erwachsen sind: Hört das mit den Sorgen eigentlich irgendwann auf?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-ein-kind-schwer-erkrankt-wir-helfen-nicht-nur-den-kleinen-patienten-sondern-der-gesamten-familie
        Ihr Lieben, wir berichten hier immer wieder von Familien, die gegen den Krebs kämpfen. Von Kindern, die schon früh, von dieser Krankheit betroffen sind und von Eltern, die alles darum geben, trotz der Diagnose weiterleben zu können.
Im Zuge dessen kam die Deutsche Kinderkrebsnachsorge auf uns zu und erzählte uns von ihrer Arbeit. Wie wichtig Unterstützung war, haben uns unsere Interviewpartner immer wieder erzählt. Und genau um diese Unterstützung geht es bei der Deutschen Kinderkrebsnachsorge. Über ihre unglaublich wichtige Arbeit haben wir mit Stefanie Rothmund gesprochen. 


Seit wann arbeiten Sie für die Deutsche Kinderkrebsnachsorge und sind Sie da "so reingerutscht" oder wussten Sie schon immer, dass Sie in diesem Bereich arbeiten wollten?
Rothmund: Seit April 2018 bin ich bei der Deutschen Kinderkrebsnachsorge beschäftigt. Meine persönliche Verbindung zur Stiftung entwickelte sich aber bereits vor zehn Jahren.
Ich war damals gerade in Elternzeit und hatte mich entschlossen, nebenbei im Therapiestall der Nachsorgeklinik Tannheim zu arbeiten. Meine Erlebnisse dort und der Kontakt zu den Kindern haben mich darin bestärkt, mich bei der Deutschen Kinderkrebsnachsorge zu bewerben, sobald eine passende Stelle für mich frei würde. Seit 2019 bin ich Leiterin der Geschäftsstelle.
Die Arbeit mit kranken Kindern ist sicher immer sehr emotional – gab es aber vielleicht einen Fall, der Sie besonders bewegt hat?
Zu viele. Spontan fällt mir aber das Beispiel eines kleinen Mädchens ein, das ich betreut habe. Sie ging noch in den Kindergarten, war also noch keine sechs Jahre alt. An einem besonders schönen Tag habe ich sie auf ein Pony gesetzt und sie über unser Gelände geführt. Wir haben zusammen das Lied von Pippi Langstrumpf gesungen, sie hat viel von sich erzählt und wir haben beide sehr viel gelacht.
Monate nach dem Ende ihrer Reha bekam ich einen Brief von den Eltern des Mädchens. Darin waren Fotos von unserem gemeinsamen Ausritt und eine Notiz, dass ihr Kind vor Kurzem gestorben sei. Das war damals ein sehr emotionaler und schwieriger Moment für mich, der mir auch heute noch sehr nahe geht.
Was haben Sie ganz generell von den Kindern für Ihr Leben gelernt?
Vor allen Dingen habe ich gelernt, dass die unbeschwerten und glücklichen Momente im Leben sehr kostbar sind und dass man jeden einzelnen davon genießen sollte. Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit – das ist mir durch meine Arbeit mit den Kindern bewusst geworden. Ich denke, für die Gesundheit meiner eigenen Familie bin ich heute sehr viel dankbarer als früher.
Sie haben ja selbst auch Kinder – wie schwer fällt es Ihnen, die beruflichen Geschichten nicht mit nach Hause zu nehmen? Wie schalten Sie ab?
Das ist in der Tat manchmal schwierig. Aber ich weiß, dass ich mit meiner Arbeit den Kindern und ihren Familien helfen kann, in unseren Rehabilitationseinrichtungen neue Kraft und neuen Mut zu schöpfen. Mir ist bewusst, dass ich damit etwas bewirken kann, dass ich etwas Wichtiges und Sinnvolles tue. Jeden Tag beobachte ich, wie die Krankheit eines Kindes die ganze Familie belasten kann. Mit meinem Job tue ich etwas um zu helfen – das spornt mich an. Aber wenn ich einmal wirklich abschalten und den Kopf frei bekommen möchte, mache ich Sport. Ich reite sehr gern.
Für alle Eltern bricht eine Welt zusammen, wenn das Kind eine Krebsdiagnose erhält. Was raten Sie diesen Eltern?
Es ist wichtig, dass sich die ganze Familie gemeinsam Hilfe sucht. Nicht nur während des Klinikaufenthalts ihres Kindes ist Unterstützung wichtig, sondern vor allem auch im Anschluss daran. Sich in unseren Rehabilitationseinrichtungen an unser verständnisvolles und einfühlsames Fachpersonal zu wenden und um Hilfe zu bitten, ist da der beste Weg, um in einer unvergleichlich schwierigen Lebenssituation jemanden zu haben, der einem helfend zur Seite steht. 
Wenn unsere Leser die Deutsche Kinderkrebsnachsorge unterstützen möchten: Wofür werden die Spenden verwendet?
Als Stiftung ist es unsere Hauptaufgabe, die dringend benötigten Behandlungs- und Therapieplätze weiter auszubauen, um mehr kranken Kindern helfen zu können. Dafür brauchen wir gutes Fachpersonal und moderne medizinische Geräte auf dem neuesten Stand der Technik. Die Finanzierung über Krankenkassen und Rentenversicherungen reicht dafür bei Weitem nicht aus, deshalb sind wir in unserer Arbeit auf Spendengelder angewiesen.
Jede noch so kleine Spende geht direkt an die Nachsorgeklinik in Tannheim und die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg und werden dort sinnvoll investiert. Ein schönes Beispiel dafür ist die Reittherapie – ein tolles Angebot, für das wir von den Krankenkassen und Rentenversicherung kein Geld bekommen. Dass es die Reittherapie gibt, ist deshalb allein unseren Spenderinnen und Spendern zu verdanken. Wer konkrete Vorstellungen hat und unsere Stiftung ganz gezielt unterstützen möchte, kann uns den gewünschten Verwendungszweck seiner Spende mitteilen – dann setzen wir das Geld auch genau dort ein.
An wen richtet sich die Deutsche Kinderkrebsnachsorge ganz generell?
Die Deutsche Kinderkrebsnachsorge setzt sich in erster Linie für krebs-, herz- und mukoviszidosekranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein. Aber natürlich auch für deren Angehörige oder Familien, die ihr Kind gerade an eine schwere chronische Krankheit verloren haben.
In der Familienorientierten Rehabilitation geht es darum, nicht nur das erkrankte Kind, sondern auch dessen Eltern, Geschwister und andere Angehörige in den Behandlungsprozess zu integrieren und allen die Unterstützung zu geben, die sie brauchen. Man kann also sagen: Unser Patient ist immer die gesamte Familie.
Wer spenden möchte kann dies hier tun: 
Deutsche Kinderkrebsnachsorge, IBAN DE41694500650000005000, Spendenstichwort: An der Seite kranker Kinder
 
               
Wenn ein Kind schwer erkrankt: "Wir helfen nicht nur den kleinen Patienten, sondern der gesamten Familie" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-ich-corona-koenigin-von-deutschland-waer
       
…dann würd ich jeden Mittwochmorgen um 10 Uhr eine Ansprache für die Kinder halten. Im TV und im Radio, damit auch alle Zugang haben. Ich würde ihnen sagen, wie toll sie das alles meistern und manchmal auch ne rote Nase über die Maske setzen.



…dann würd ich allen ErzieherInnen Impfpriorität geben, damit sie wieder ohne Gefahr unsere Kinder drücken und mit ihnen sorgenlose Zeit verbringen können.



…dann würd ich das Schulsystem wirklich digitalisieren. Nicht das Analoge einfach nach Hause bringen, sondern das Digitale als Lernbegeisterungs-Instrument nutzen. Mit Podcasts und Filmen und Schneideprogrammen.



…dann würde ich jetzt den Lehrplan entschlacken, damit sich die Kinder vor allem auf die Hauptfächer konzentrieren können.



…dann würde ich die Lerninhalte der aktuellen Zeit anpassen und den Kindern nicht hauptsächlich die Materialien geben, die ich schon vor 20 Jahren bekam.



…dann würden Schulen so viel Geld zur Verfügung haben, dass sie gutes Internet und gute Voraussetzungen haben, um im 21. Jahrhundert anzukommen.



…dann würde ich den Notendruck aus den Leistungen der Kinder rausnehmen.



…dann würde Pflegepersonal so viel verdienen wie Managerinnen in der freien Wirtschaft.



…dann gäbe es ein Corona-Elterngeld für alle, die sich nicht mehr im Spagat zwischen Job und Kindern zerreißen wollen.



…dann gäbe es für alle Eltern, Pflegende, ÄrztInnen, LehrerInnen und ErzieherInnen drei Wochen Urlaub in der Karibik, sobald das hier überstanden ist.



…dann gäbe es gratis psychologische Dienste oder rechtliche Hilfen für Menschen, die durch die Krise ihren Job, ihre Wohnung oder ihre Liebe verloren haben.



…dann gäbe es Applaus für alle, die derzeit über ihre Grenzen gehen. Und schließlich Entlastung.



…dann gäbe es Gratis-FFP2-Masken für alle Risikogruppen und Bedürftige.



…dann gäbe es Schlösser, in die ich Alleinerziehende und Eltern von pflegebedürftigen Kindern einladen würde, um sich mal richtig zu entspannen.



…dann gäbe es für alle Kindern Gratis-Zugang zu Hobbys und Freizeitparks, sobald die Ansteckungsgefahr gebannt ist.



…dann würde ich versuchen, keine Menschengruppe zu übersehen und allen die nötige Anerkennung und Wertschätzung zuteil werden zu lassen.



…dann würde ich eine Elternzeitverlängerung für alle gestatten, die sie durch Corona gar nicht wirklich warhnehmen konnten.



…dann würde ich versuchen, jede Kneipe, jedes Hotel, jeden Friseursalon, jede Beleuchtungs- und Eventbranche, jedes Theater, jedes Dienstleistungsbusiness zu retten.



…dann würde ich für alle, die die viele Zeit mit der Familie genießen oder einfach mal auf Weltreise wollen auch nach Corona noch Homeschooling bzw. Distanzunterricht ermöglichen.



…dann würde ich einen Zaubertrankbottich voller Impfstoff in meinen Einhorngarten stellen, damit jeder und jede, der oder die möchte, zugreifen kann. Und zwar sofort.



Was meint ihr dazu? Und was würdet ihr tun, wenn ihr Königin von Deutschland wärt?
               
Wenn ich Corona-Königin von Deutschland wär… | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-mama-oder-papa-krebs-haben-wie-wir-mit-unseren-kindern-darueber-sprechen-koennen
         Ihr Lieben, wir möchten unsere Kinder beschützen, sie behüten, ihnen am liebsten alles Böse dieser Welt ersparen. Leider geht das aber nicht immer. Denn sie leben nicht auf einer Insel der Glückseligen – und sie spüren sehr genau, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
Wenn Mama oder Papa an Krebs erkranken, dann macht das etwas mit der ganzen Familie. So gern wir unsere Kinder davor schützen möchten, ihnen die Wahrheit zu sagen: sie bekommen viel mehr mit als wir manchmal denken.
Kinder fragen sich: Was ist nur los?
Bevor Kinder durch die neuen Schwingungen in der Familie beunruhigt werden, nicht wissen, warum sie sich unwohl fühlen, keine Worte finden, für das, was sie belastet – ist es besser, ganz offen das Gespräch mit ihnen zu suchen.
Das sehen nicht nur wir so, so hat es auch Nicole Staudinger in ihrem Beitrag „Mama hat Brustkrebs“ beschrieben – und so empfiehlt es auch die Krebsgesellschaft NRW, die sich seit mehr als 65 Jahren um die Verbesserung der Versorgung von krebskranken Menschen bei uns im Land kümmert – und dabei nie die Angehörigen von Erkrankten aus dem Blick verliert.
Die Krebs-Erkrankung der Eltern betrifft die gesamte Familie
150.000 bis 200.000 Kinder und Jugendliche unter 18 werden laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts pro Jahr mit der Diagnose Krebs bei Papa oder Mama konfrontiert. Und die Krankheit betrifft die ganze Familie! Es beeinflusst alle Beteiligten. Werden die Sorgen der Kinder hier unterschätzt, kann das zu Schlafproblemen, Essstörungen, Unruhe führen.
inder, die nicht wissen, was los ist, entwickeln oft überschäumende, Furcht erregende Phantasien und leiden unter diffusen Ängsten, auf die sie mit aggressivem Verhalten reagieren. Andere Kinder werden immer stiller und ziehen sich mehr und mehr zurück.
Redet mit den Kindern!
Sie suchen die Schuld für das veränderte Verhalten oft bei sich selbst. Sie stellen sich Fragen wie: „Ist Mama oder Papa jetzt so komisch, weil ich mein Zimmer wieder nicht aufgeräumt habe?“. Kinder beruhigt es, wenn sie von ihren Eltern erfahren, dass sie nicht der Auslöser für deren Anspannung sind.
Darum ist es so wichtig, nichts unter den Tisch zu kehren. Nur: Wie spricht man es an, ohne zu viel Angst zu machen? In ihrem Leitfaden „Was Kindern und Jugendlichen hilft, wenn Eltern an Krebs erkranken“ gibt die Krebsgesellschaft NRW hierzu ganz konkrete Tipps, wie wir als Eltern das Gespräch suchen können.
Mama oder Papa ist krank: So könnt ihr es ansprechen
In der Regel verursacht die Krankheit eines Elternteils viele Änderungen im Familienalltag. Es ist nicht zu vermeiden, dass Krankenhausaufenthalte, Therapien und häufige Arztbesuche sich auch auf den Alltag der Kinder auswirken. Spätestens dann wird es Zeit, die Kinder über den Krebs zu informieren. Hier die Empfehlungen der Krebsgesellschaft NRW:
„Setzen Sie sich als Eltern nicht unter Druck, in einem ersten Gespräch alles umfassend erklären zu müssen. Dazu ist auch später noch Gelegenheit. Wichtig ist es, einen Anfang zu machen. Sagen Sie klar, dass Mama oder Papa Krebs hat. Kleinkindern reicht die Erklärung, Mama oder Papa habe ein Aua und müsse deshalb ins Krankenhaus. Ab Kindergartenalter sollten Eltern konkret benennen, dass es Krebs ist. Vermeiden Sie diffuse Beschreibungen wie „eine schlimme Krankheit“ oder den Begriff „Tumor“. Diese führen oft zu Missverständnissen, da Kinder damit wenig anfangen können.
Kinder fragen: „Ist Krebs ein Tier?“
Kleine Kinder vermuten oft, Krebs bedeute, dass jetzt im Bauch der Mutter ein Tier (eben ein Krebs) wohnt. Das sollten Eltern richtigstellen. Oft ist es hilfreich, durch Malen oder mit einem Bilderbuch vom Körper darzustellen, wo der Krebs im Körper sitzt. Auch an einer Puppe können Eltern das gut demonstrieren.
 Erklären Sie, dass Krebs keine ansteckende Krankheit ist. Das ist wichtig, denn viele Kinder vermeiden aus Angst vor Ansteckung die Nähe zum Kranken. Sagen Sie, dass mit der kranken Mama oder dem kranken Papa weiterhin gekuschelt werden kann – das ist für das Kind wie für den Elternteil gleichermaßen wohltuend.
Günstig ist es, wenn Eltern gemeinsam ihr Kind über die Erkrankung informieren. Einen pauschal „richtigen“ Zeitpunkt für das Gespräch gibt es nicht. Am wichtigsten ist es, dass Sie ehrlich sind und sich genügend Zeit für aufkommende Gefühle und Fragen nehmen.
Weinen ist erlaubt!
Es ist völlig normal, in diesem Gespräch auch zu weinen – das gilt auch für die Eltern. Versuchen Eltern ihre Kinder zu schonen, indem sie die eigene Betroffenheit verheimlichen, so vermitteln sie auch ohne Worte: „Wir müssen stark und tapfer sein!“ Zeigen Eltern hingegen ihre Gefühle, so ist dies für Kinder eine Einladung, auch eigene Emotionen auszudrücken.
Kinder können am besten über ihre Gefühle reden, wenn Eltern ihnen das vorleben. Geben Sie Ihrem Kind die Bestätigung, dass alle Gefühle jetzt in Ordnung sind und sein dürfen. Verlangen Sie weder von sich noch von Ihrem Kind, jetzt tapfer sein zu müssen. Doch achten Sie darauf, Ihr Kind nicht mit den eigenen Ängsten zu überschütten; bei allen Emotionen, die Sie äußern, muss ein für das Kind erträgliches Maß gewahrt bleiben.
Auch Nachfragen der Kinder ernstnehmen
Alle aufkommenden Fragen der Kinder müssen ernst genommen und beantwortet werden. Auf einige Fragen werden Sie vermutlich so schnell keine Antwort finden. Doch auch die Aussage „Ich weiß es auch noch nicht so genau“ hilft einem Kind weiter und ist besser als eine wohlgemeinte Lüge.
Wenn Kinder sich wieder ihrem Spiel zuwenden oder das Thema wechseln, dann sind das deutliche Zeichen, dass es für heute genug ist und diese Signale sollten Sie ernst nehmen. Ermutigen Sie Ihr Kind nachzufragen, wenn es mehr wissen möchte.
„Mein Vater hat mir erklärt, was ein Hirntumor ist und was er mit meiner Mutter anstellt, auch, dass sie wahrscheinlich frühzeitig sterben wird. Das war sehr wichtig für mich. Viele denken, Kinder kriegen das nicht mit oder verstehen das nicht, aber es ist sehr wichtig, darüber zu sprechen, auch wenn es Überwindung kostet, denn ich habe es einfach gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt.“ (Alexander, 13 Jahre)*
Wird Mama oder Papa sterben?
Manche Kinder wollen gleich konkret wissen, ob Mama oder Papa jetzt am Krebs sterben wird. Eine solche Frage ist für Eltern oft schwer auszuhalten. Doch bitte widerstehen Sie der Versuchung zu beteuern, das könne auf gar keinen Fall passieren. Besser ist eine ehrliche Antwort, zum Beispiel: „Ja, manche Menschen, die Krebs haben, sterben auch daran. Wir wissen noch nicht, ob der Papa wieder ganz gesund werden wird, aber die Ärzte tun alles dafür.“
Auch Jugendliche machen sich von Anfang an viele Gedanken darum, was die Diagnose für den Kranken und die Familie bedeutet. Je mehr ehrliche Informationen sie bekommen, desto kleiner ist ihr Bedarf, selbst im Internet zu suchen und auf ungefilterte und oft erschreckende Informationen und Statistiken zu stoßen. Jugendliche wollen sich keinen falschen Illusionen hingeben, sie schätzen ehrliche Antworten ihrer Eltern.“
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"Was Kinder und Jugendlichen hilft, wenn Eltern an Krebs erkranken": Die Broschüre der Krebsgesellschaft NRW kann unter dem Link kostenlos bestellt werden. Zum direkten Download gibt es sie hier.
               
Wenn Mama oder Papa Krebs haben – wie wir mit unseren Kindern darüber sprechen können | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-mama-trinkt-wie-kathi-es-geschafft-hat-ihre-alkoholsucht-zu-ueberwinden
       
Liebe Kathi, Du bist Alkoholikerin. Kannst Du uns sagen, wann Deine Sucht begonnen hat und wie viel Du getrunken hast?
Meine Sucht begann irgendwann am Ende der Pubertät, ich würde sagen mit 18/19 Jahren wurde es dann grenzwertig. Aber der „ Einstieg“ war der Klassiker – ich habe getrunken, wenn ich am Wochenende mit Freunden unterwegs war. Am Anfang nur Bier, später auch mal Wein oder die "In-Getränke" – damals war das roter Wodka/Apfelsaft.
Ich bemerkte nach und nach die wunderbar „betäubende“ Wirkung des Alkohols. Ich bin mit 11 Jahren von heute auf morgen Halbwaise geworden, weil meine Mutter gestorben ist. Meine Trauer, meine Wut, meine Einsamkeit konnte ich mit dem Rausch einfach ertränken und ausschalten. 
Wann hast Du Dir das erste Mal eingestanden, dass Du krank bist?
Ich war 22 Jahre alt, als ich mich das erste mal selbstkritisch hinterfragte. Denn ich wollte eigentlich mal eine längere Zeit nichts trinken – schaffte es aber nicht. Hinzu kam, dass ich richtige Filmrisse nach dem Trinken hatte. In dieser Zeit hatte ich einen Freund, der noch verheiratet war. Das hat mich sehr belastet. Mit 23 Jahren bin ich dann in meine erste Langzeit-Therapie, da habe ich dann zu ihm gesagt: Entweder ich oder Deine Frau. 
Er trennte sich kurz darauf tatsächlich von seiner Frau und und zog bei mir ein. Ich dachte, wir seien auf einem guten Weg und kurz vor dem Ende meiner Therapie merkte ich, dass ich schwanger war. Wir freuten uns beide sehr und ich war mir sicher das jetzt alles gut werden würde. Unser Sohn wurde 2002 geboren. Ich war überglücklich, dass er nach 5 Jahren „Schattenfrau-Dasein“ zu mir und zu unserer Familie stand. Ich redete mir ein, dass es doch Happy Ends geben kann und dass ich nach meiner bescheidenen Jugend nun auch endlich mal „Glück“ haben durfte.
Unser Sohn war vielleicht 6 Wochen alt, da meinte mein Mann beim Abendessen, ich könne doch ein Glas Wein mit ihm trinken, schließlich habe ich ja jetzt schon so lange nicht mehr getrunken und überhaupt habe ich ja jetzt keinen Grund mehr mich „zu besaufen“. Anfangs gelang mir das kontrollierte Trinken auch. Nach und nach wurde es aber wieder mehr, ich rutschte wieder in die Sucht ab. 
Unsere Ehe veränderte sich, mein Mann wurde handgreiflich. Immer wenn ich ihn verlassen wollte, sagte er: "Geh ruhig, aber das Kind bleibt hier. Oder glaubst Du, eine Säuferin bekommt das Sorgerecht?" Es war für mich ein Totschlagargument und so packte ich meine Koffer jedes Mal wieder aus.
Wie konntest Du den Alltag mit Deinem Sohn meistern?
Mein Sohn war damals knappe drei Jahre alt. Ich habe nur nachts getrunken, dann zwei bis drei Stunden geschlafen, meinen Sohn in die Kita gebracht und mich dann wieder hingelegt und meinen Rausch ausgeschlafen. Mein Sohn hatte bis dahin glücklicherweise also wenig von meiner Sucht mitbekommen. Doch dann gab es einen fürchterlichen Streit im Dezember 2005 zwischen meinem Mann und mir – ich habe mich danach so abgeschossen, dass ich mich bis heute kaum noch an diesen Tag erinnere. An was ich mich aber erinnere, war mein Gesicht am nächsten Morgen. Ich war einfach nur fertig. Ich rief meine Tante an und bat sie, sich um meinen Sohn zu kümmern, während ich entgifte. Sie war 20 Minuten später da und versprach mir, alles für uns zu tun.
Ich habe mich als Notfall in der Psychiatrischen Klinik in unserer Kreisstadt eingewiesen. Innerhalb von zwei Stunden war ich dort und die übliche Prozedur lief an, Entgiften in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie, psychologische Gespräche, Antrag für die stationäre Langzeittherapie. Meinen Sohn wusste ich gut versorgt und so konnte ich 12 Tage nach Einweisung meine zweite Therapie starten.
Wie ging es mit Deiner Ehe weiter? 
Meine Ehe hat nicht gehalten. Zwei Tage, nachdem ich in der stationären Langzeittherapie angekommen war, habe ich mich von meinem Mann getrennt. Ich wusste, dass ich diese Trennung nur trocken und nüchtern überstehen kann, weil ich viel dafür organisieren musste. Das Wichtigste: Ich wollte für meinen Sohn gesund werden, er hat eine gesunde Mama einfach verdient. 
Du hast dann einen Entzug gemacht. Wie erging es Dir da? 
Der Entzug war die Hölle. Insgesamt ging er über 16 Wochen. Ich habe die ersten Tage viel geweint, aus Scham, aus Wut aus Trauer. Ich fühlte mich als Versager, ich konnte meinem Kind nicht die Familie bieten, die es verdient hat. Das hat sehr lange an mir genagt. Selbstzweifel und Selbstkritik, wie es denn soweit kommen konnt, gehörten zur Tagesordnung. In der Therapie sollten wir so eine Art Tagebuch schreiben, dadurch wurden mir so viele Dinge klar, die ich vorher gar nicht so gesehen hatte. Und ich verstand endlich, dass Alkoholismus genau so eine Erkrankung ist wie zum Beispiel Asthma – man kann sich seine Erkrankung nicht "aussuchen". 
Ich hatte im Vorfeld ja abgeklärt, dass mein Sohn an den Wochenenden zu mir in die Klinik kann. Unter der Woche war er bei meiner Tante, sie hat ein Kind im gleichen Alter hatte und somit war mein kleiner Schatz etwas abgelenkt. Wir telefonierten jeden Abend, diese Telefonate waren jedes Mal für mich sehr hart. Mein kleiner Junge war von Anfang an so tapfer und stark, er hat nie geweint und mir immer gesagt, wie sehr er sich freut, dass ich bald wieder gesund sei.
Er war erst dreieinhalb Jahre und schon so verständnisvoll und stark. Ich glaube, diese Stärke hat sich irgendwann auf mich übertragen. Ich arbeitete verdammt hart an mir, ging sehr hart mit meiner Ursprungsfamilie ins Gericht, vor allem mit meinem Vater. Ich trieb wie besessen Sport, achtete auf meine Ernährung. Ich musste ja so viel wie möglich in 16 Wochen schaffen.
Ich merkte, wie ich stärker wurde. Die Elterngruppe in der Klinik gab mir sehr viel Halt, so dass mich nicht mal mehr die Angriffe meines Expartners umwarfen. Mein Selbstbewusstsein kam langsam wieder zurück. 
Wie geht es dir heute?
Ich bin trocken und verdammt stolz darauf!! Es hat sich alles gelohnt, für mich selbst, aber auch für meinen Sohn.  Ich weiß nich,t ob ich die Trennung und das Trocken-bleiben ohne ihn so geschafft hätte. In der ersten Nacht, die wir nach dem Entzug zu zweit wieder in der Wohnung waren, sagte mein Sohn zu mir: "Mama, seit du im Krankenhaus warst, riechst du gar nicht mehr so komisch." Diese Aussage hat sich so tief beimir eingebrannt und ich habe ihm versprochen, dass ich NIE wieder so komisch riechen werde. 
Und Du hast wieder jemanden kennen gelernt…
Genau, 2013 habe ich über eine Freundin meinen jetzigen Partner kennengelernt. Er war damals frisch getrennt und hat aus seiner damaligen Ehe zwei Kinder. 2014 sind wir zusammengezogen, seine Tochter blieb nach der Trennung bei ihm und der Sohn ist erst mal mit der Mutter ausgezogen, kam dann später aber doch noch zu uns. Ich hatte ja sechs Jahre mit meinem Sohn alleine gelebt, daher war das schon erstmal eine riesige Umstellung. Ich tat mir sehr schwer am Anfang in der neuen Rolle als „Stiefmutter“. Wobei ich sagen muss, der Begriff Stiefmutter gefällt mir nicht, ich habe von Anfang an klar gemacht, das die beiden eine Mama haben, ich eher so eine Art „Bonusmama“ bin und die beiden für mich auch „Bonuskinder“ sind. Heute hat sich aber alles gut eingespielt und wir haben noch ein gemeinsames Kind bekommen. Ja, bei uns wird es wirklich nie langweilig. 
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass wir alle gesund bleiben, wir weiterhin offen miteinander umgehen, füreinander da sind und einfach nur glücklich bleiben.Natürlich wird es mal laut und turbulent, es gibt nicht immer nur Sonnenschein. Aber am Ende des Tages möchte ich jedem das Gefühl geben, dass er so ok ist wie er ist und dass er geliebt wird. Das ist mir unendlich wichtig. 
Foto: Pixabay
               
Wenn Mama trinkt - wie Kathi es geschafft hat, ihre Alkoholsucht zu überwinden | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-mama-und-papa-schlechte-laune-haben-erklaert-es-eures-kids
       
Ich erinnere mich gut. Als alle drei Kinder noch zur Schule gingen, hatte ich manchmal genau einen Gedanken im Kopf, wenn ich selbst nach einem Arbeitstag nach Hause fuhr: Hoffentlich ist noch keiner da!



Dies – und das muss ich betonen – dachte eine Mutter, die ihre Kinder bis zum heutigen Tag inniglich liebt und sehr gerne um sich hat. Der Grund für den wenig freundlichen Gedanken: In mir war noch so viel Anspannung, dass ich weder Nerven für Geplapper, noch für Fragen, noch für Klagen hatte. Entsprechend gereizt ging es dann manchmal zu. „Wieso bist du so unfreundlich? Ich hab dir gar nichts getan.“  Da hatten sie recht.



Aus ihrer eigenen Sicht kamen meine Kinder selbst gerade von einer harten Sache zurück. Wie mein Vormittag möglicherweise gewesen war, hatten sie nicht auf dem Schirm. Weil sie es nicht auf dem Schirm haben konnten. Woher sollten sie wissen, wie sich das berufliche Leben ihrer Mutter gelegentlich anfühlte. Natürlich hatten sie schon unzähligen Lehrkräften beim Unterrichten zugesehen, aber wie es in deren Innerem aussah und vor allem, wie es im Inneren ihrer eigenen Mutter aussah, konnten sie beim besten Willen nicht wissen.



Wenn ich es ihnen nicht sagte. Das wurde mir irgendwann klar.



Ich will nicht behaupten, dass ich jedes Mal, wenn ich ihnen schlecht gelaunt gegenübertrat, einen genauen Rapport über meine Erlebnisse und Befindlichkeiten lieferte. Aber ich habe ihnen tatsächlich immer wieder mal berichtet, was mir die Laune soeben verhagelt hatte und warum sich das für mich belastend anfühlte. Selbstverständlich nicht nur, wenn es um meinen Beruf ging. Und wenn es um ihn ging, selbstverständlich, ohne Interna auszuplaudern oder Namen zu nennen.



Kinder sind nicht zu klein, um Emotionen zu verstehen



Ich kann nur sagen: Es hat sich bewährt!



Ja, ich weiß: Manche Eltern denken, dass die Kids noch zu klein sind, dass sie „das“ noch nicht verstehen, dass man sie nur überfordert und unnötig belastet. Andere denken, dass „das“ die Kinder nichts angeht. Sie wollen sich vielleicht auch keine Blöße vor ihren Kindern geben. Wieder andere lassen es einfach, weil sie keine Lust haben, über Belastendes zu reden. Und schon gar nicht mit den eigenen Kindern!



Dabei steckt darin eine so große Chance: Wenn wir Eltern unsere Kinder an unseren Gedanken und Gefühlen teilhaben lassen, verstehen sie uns und unser Handeln viel besser. Ehrlichkeit und Transparenz schaffen Nähe. Gleichzeitig werden Perspektivwechsel und Empathie geübt. Ach, so hat die Mama das erlebt! Ach, jetzt kann ich verstehen, dass sie traurig war!



Natürlich müssen wir dabei auf das Alter der Kinder achten. Natürlich dürfen wir nicht unseren Seelenmüll auf ihnen abladen. Aber unseren Unmut, unsere Gereiztheit, unser Überforderungsverhalten müssen sie ja ohnehin aushalten. Da ist es eine Entlastung, wenn sie erfahren, dass Mama heute schlecht drauf ist, weil es in der Arbeit schwierig war oder weil ihr der Rücken vom vielen Sitzen wehtut. Selbst wenn sie zugibt, dass eine Auseinandersetzung mit der Nachbarin der Grund für ihr verkniffenes Gesicht ist, ist das besser, als wenn die Kinder im Ungewissen bleiben. Zu leicht denken sie ja: Bestimmt bin ich schuld, dass es Mama nicht gut geht. Das mit der Auseinandersetzung gilt auch für den eigenen Partner. Solange man nicht über ihn herzieht, kann man auch das den Kindern offen sagen: „Wir haben uns gerade gestritten. Das ist nicht schlimm. Aber ich brauch ein bisschen Zeit, um mich zu beruhigen. Das kennst du doch von dir selber auch, wenn du dich streitest.“



Das Reden war wie eine Erlösung für uns alle



Ich selbst hatte mal eine miese Phase. Die gute Laune wollte nicht wiederkommen. Meine Kinder spürten, dass etwas in mir nicht in Ordnung war. Als ich endlich den Mut fand, mit ihnen – in diesem Fall mit jedem Kind einzeln – zu reden, war das wie eine Erlösung. Für uns alle. Ich war überwältigt von ihrer Solidarität und ihrem Verständnis für meine Situation und zeigte ihnen, wie gut mir ihr Mitfühlen tat. Sie waren spürbar erleichtert, weil sie nun nicht mehr im Ungewissen waren. Tatsächlich wurde alles besser.



Die Kinder lernen so: Negative Gefühle sind normal. Auch Mama und/oder Papa ärgern sich, fühlen sich ungerecht behandelt, könnten vor Wut platzen, sind niedergeschlagen … Und was die Kinder dabei auch erleben: Das kann man lösen. Das geht wieder vorbei.



Nicht zu unterschätzen: Die Kinder lernen am Vorbild. Ah, Papa hat mir erzählt, dass er heute gewaltig Stress hatte. Es ist also in Ordnung, dass man über so etwas mit den Menschen redet, die einem wichtig sind.



Und schließlich fühlen sich die Kinder aufgewertet und ernst genommen, wenn Eltern sie an ihrem Innenleben teilhaben lassen.



Ich habe bis heute das Gefühl, dass unsere Familie und die gegenseitigen Beziehungen von dieser Offenheit und Transparenz profitiert haben. Dass den Kindern Ehrlichkeit in Bezug auf unangenehme Situationen und Gefühle – uns Eltern gegenüber – dadurch leichter fiel. Und ich wage zu hoffen, dass unsere Kinder etwas Positives mit in ihre eigenen Erwachsenen-Beziehungen genommen haben.



Wir lieben unsere Kinder immer, auch mit schlechter Laune



Den Anfang kann man übrigens schon mit kleinen Kindern machen. Ihnen erklären, dass es nicht immer etwas mit ihnen zu tun hat, wenn Mama böse schaut. Und dass auch das Böse-Schauen nichts mit dem Liebhaben zu tun hat, sondern mit Druck, mit Angst, mit  Enttäuschung, mit Ärger und manchmal auch mit körperlichem Unwohlsein.



Gerade jetzt in diesen harten Zeiten, wo Familien so nah aufeinanderhocken und vieles so schwierig, ja belastend ist, kann diese Offenheit geradezu laune- und friedensrettend sein, davon bin ich überzeugt.



Als ich das Bilderbuch „Und trotzdem hab ich dich immer lieb“ geschrieben habe, wollte ich den Kindern das sichere Gefühl vermitteln, dass Missstimmung zwischen Eltern und Kind nichts mit dem Liebhaben zu tun hat. Was ich aber auch zeigen wollte: Mama/Papa und Kind können miteinander darüber reden, warum nicht immer Sonnenschein herrscht, ja herrschen kann. Wichtig finde ich, dass sie dies nicht auf einer streng sachlichen Ebene tun, sondern kombiniert mit großer, auch körperlicher Nähe. So hat das Kind beides – Informationen, die ihm helfen, die Welt besser zu verstehen, und gleichzeitig – dank dieser Nähe und des Kuschelns – die Sicherheit einer tiefen Bindung.



—-Heidemarie Brosche, Autorin dieses Textes ist dreifache Mama und Lehrerin. Wir haben schon mehrere Beiträge von und mit ihr hier veröffentlicht. Wer weiterlesen möchte:



– Mein Kind ist genau richtig wie es ist



– Sind Jungs unbeliebter als Mädchen?



– Es gibt keine perfekten Eltern



Und trotzdem habe ich dich immer lieb!
               
Wenn Mama und Papa schlechte Laune haben - erklärt es Euren Kids! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-papa-ploetzlich-ein-promi-ist-wie-lassen-sich-miljoe-tourleben-und-familie-vereinbaren
         Ihr Lieben, manchmal geschehen uns mit Stadt Land Mama hinter den Kulissen ganz wunderbare Geschichten. So waren wir etwa an einem Sonntag auf Einladung von Emsan auf dem Wivafest Familyfest am Kölner Tanzbrunnen.
Klar wollten wir dort auch den Auftritt von Max Giesinger nicht verpassen, aber wer mich kennt, weiß ja, wie hoch mein Karnevalsherz schlägt und so freute ich mich viel mehr auf den Auftritt der Kölner Karnevalsband Miljö, die in den letzten Jahren hier im Rheinland so richtig durch die Decke ging und aus dem Kölner Karneval – und von jeder rheinisch-motivierten Party – nicht mehr wegzudenken ist.
Die Hits „Su lang die Leechter noch brenne“, „Wolkeplatz“ oder mittlerweile auch "Schöckelpääd“ können sogar Kitakinder schon mitsingen (das letzte Lied ist beim Joggen mein größter Motivator). Nun kam es, dass ich Videos vom Auftritt in den Stadt Land Mama-Instastories hochlud und uns daraufhin eine persönliche Nachricht erreichte: "Wie lustig, ich folge euch schon ne Weile und jetzt postet ihr hier ein Video von meinem Mann, dem Sänger". Ist das nicht schön?
Die Welt ist doch manchmal ein Dorf und so kam es, dass wir Sadja, die Ehefrau des Miljö-Sängers Mike Kremer fragten, ob sie sich ein Interview mit uns vorstellen könne. Die beiden haben zwei Kinder, zwei und vier Jahre alt – wie lässt sich so ein Band-Leben denn eigentlich mit dem Familienleben vereinbaren? Sadja sagte zu und so können wir euch heute heute einen kleinen – zum Teil echt romantischen – Einblick in das Leben als Paar und Musiker und Eltern gewähren.

Liebe Sadja, du bist schon lange mit deinem Mann zusammen, nun hat er als Musiker vor vier Jahren mit seiner Band den so genannten großen Durchbruch geschafft – und ist, ja, lass es uns doch so nennen, eine Art Promi hier im Rheinland. Wie hat das euer Leben ganz konkret im Alltag verändert?
Am stärksten hat sich der Rhythmus unseres Familienlebens verändert. Mike ist am Wochenende meistens ab nachmittags bis spät am Abend mit Miljö unterwegs. Aber auch unter der Woche haben die Termine in den letzten Jahren zugenommen. Die Karnevalssession ab dem 11.11. ist für uns als Familie die anstrengendste Zeit. Da ist er quasi nur zum Essen und Schlafen zu Hause.
Wir versuchen dann die Kinder immer möglichst früh aus dem Kindergarten abzuholen, damit sie den Papa nahmittags noch kurz sehen können, bevor er wieder losmuss.
So ein Musikerleben stellt man sich als Außenstehender schon toll vor. Auf der Bühne stehen, die Menge jubelt einem zu, singt die Lieder mit. Dazu Partys im Tourbus – vermutlich ist das Leben aber in Wahrheit gar nicht so wild wie man sich das vorstellt, weil ja auch Studiozeiten dabei sind… oder?
Als besonders wild würde ich es auch nicht bezeichnen. Vor Miljö konnten wir auf jeden Fall mehr Karneval feiern 🙂 Genau, Studiozeiten zum Beispiel. Aber bevor die anfangen müssen die Lieder ja auch noch geschrieben und geprobt werden. Die Auftritte sind nur ein kleiner Teil der ganzen Arbeit, die dahintersteckt.
Wir stellen uns vor, dass nach dem großen Kick auf der Bühne der Alltag zu Hause bei der Familie ganz schön erden kann. Müsst ihr da viel auffangen?
Ja, besonders nach der Karnevalssession braucht es auch immer ein bisschen Zeit, bis wir uns wieder zu viert eingegroovt haben. Und klar, jedes Jahr einen neuen Karnevalshit zu schreiben setzt auf jeden Fall unter Druck, das geht auch nicht an uns vorbei.
Wir versuchen bewusst immer feste Familienzeiten in die Woche einzubauen und sei es nur, dass wir die Kinder gemeinsam vom Kindergarten abholen oder zusammen für zwei Stunden ins Schwimmbad fahren. Außerdem geben uns gemeinsame Urlaube sehr wichtig. Da tanken wir alle auf.
Hat es euch vielleicht auch Türen geöffnet? Wenn ja, welche?
Die Kinder und ich haben schon immer den "Gästelistenbonus" bei Konzerten, das nutzen wir auch häufig. Wir können uns dann auch im Backstage aufhalten und die ein oder andere Fassbrause trinken. Kurz nach der Geburt unserer kleinen Tochter hatte Miljö einen Auftritt bei einem Autohaus und Mike bekam dann dort ein Bobbycar für die Kleine geschenkt. Sowas ist natürlich supernett und die Kinder haben sich gefreut.
Ansonsten mussten wir uns aber für unsere Kindergartenplätze ganz normal bewerben, falls du solche "Türen" meinst. Da hilft der "Miljöbonus" dann nichts, was ich auch nur gerecht finde.
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Hat sich dein Mann verändert, seit es so gut läuft?
Eigentlich nicht, er ist sehr bodenständig und für ihn ist es absolut keine Selbstverständlichkeit, dass er plötzlich mit seiner Leidenschaft, der Musik, erfolgreich ist. Er schätzt das sehr. Aus meiner Sicht hat ihn das Vater werden und -sein stärker verändert.
Wann habt ihr als Paar begriffen, dass da jetzt neue Zeiten auf euch zukommen, dass da jetzt wirklich Autogramme geschrieben werden, dass man deinen Mann vielleicht sogar auf der Straße erkennt?
Bei mir gab es letztens so einen Moment, als wir mit den Kindern ganz privat auf einer Gartenparty in der Nachbarschaft eingeladen waren und Mike dort plötzlich von einem Fan erkannt wurde, der dann auch ein Selfie mit ihm machen wollte. Für mich war es in dem Augenblick total absurd, warum man ein Selfie mit meinem Mann haben möchte.
Wie war es denn für dich, zum ersten Mal ein Lied deines Mannes zu hören, als du mal selbst Karneval feiern warst?
Ich weiß noch, dass ich damals in mehreren Kneipen zum DJ gegangen bin und mir Miljö gewünscht habe. Einige haben mich nur fragend angeguckt, weil sie das Lied nicht kannten.
Ab und zu hatte ich Glück und wenn dann tatsächlich "Dat hätt de Welt noch nit jesinn" gespielt wurde, haben wir das auf der Tanzfläche mega abgefeiert.
Meine Kinder würden ja auch sehr gern wissen, wie das für eure Kinder ist, den Papa da auf der Bühne zu sehen? Bestimmt habt ihr ja auch dauernd Anfragen für Geburtstags- oder Kitafeste, oder?
Die Kinder sind total stolz auf den Papa und natürlich seine größten Fans. Die kleine konnte mit 1,5 Jahren schon Teile der Refrains mitsingen und bei Konzerten stehen sie auch immer in der ersten Reihe und klatschen fleißig mit.
Wenn es nach der Großen ginge, würde sie ihr Miljö-T-Shirt gar nicht mehr ausziehen. Für sie war es das Größte, als Mike bei ihrem letzten Kindergeburtstag auf einmal die Gitarre rausgeholt hat und sie mit ihren Freundinnen zu "Wolkeplatz" durchs Wohnzimmer hüpfen konnte.
Unser Kindergarten hat auch schon mal angefragt, ja, aber da mittlerweile die meisten Mitglieder von Miljö Kinder haben, wären dass das einige Kindergärten, bei denen sie spielen müssten. Deswegen hat das bisher noch nicht stattgefunden.

Was hat dieser Karriereboost deines Mannes mit dir als Frau und Partnerin gemacht? Ist da mehr Stolz als vorher? Vielleicht aber auch mehr Eifersucht, weil so viele ihn als Sänger auf der Bühne anhimmeln?
Wir kennen uns schon seit der Grundschule und sind seit der Mittelstufe im gleichen Freundeskreis, zu dem auch die anderen Jungs von Miljö gehören. Ich habe den gesamten Werdegang der Band sehr nah miterlebt. So manches Mal habe ich mitgefiebert und Daumen gedrückt. Stolz bin ich auf jeden Fall.
Mike hatte schon immer Bands und stand auf der Bühne, Fans gehören da natürlich dazu. Ich glaube es ist für uns als Paar ein großer Vorteil, dass wir schon lange vor Miljö zusammen waren. Wir haben einfach eine solide Basis und es herrscht ein großes Vertrauen zwischen uns.
Wie steht es um eure Vereinbarkeit? Ist das noch möglich?
Durch Mikes sehr unregelmäßige Arbeitszeiten ist es eine große Herausforderung alles unter einen Hut zu bekommen. Neben Miljö arbeitet er auch noch freiberuflich als Produzent und Songwriter. Ich arbeite in Teilzeit als Sonderpädagogin an einer Förderschule.
Das wäre ohne meine Mutter, die uns tatkräftig unterstützt nicht machbar. Weil Mike häufig erst spät ins Bett kommt und ich früh zur Schule muss, übernimmt sie oft das Bringen in den Kindergarten. An meinen langen Arbeitstagen übernimmt sie auch nachmittags das Kinderprogramm, wenn Mike im Musikstudio arbeitet.
Und zu guter Letzt noch ein bisschen was für die Romantik: Hat er dir auch schon mal ein Lied geschrieben?
Nicht nur eins 🙂 Das erst hat er mir geschrieben, als wir in der Oberstufe zusammengekommen sind. Und letztens hat er eher beiläufig mal erwähnt, dass das Lied "einer, dä dich leev hät" schon auch mit mir in Zusammenhang steht. Ich habe das Lied auch bevor ich das wusste schon sehr gemocht, aber jetzt natürlich noch viel mehr.
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Wenn Papa plötzlich ein Promi ist: Wie lassen sich Miljö-Tourleben und Familie vereinbaren? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-papa-ploetzlich-stirbt-wie-seine-tochter-mit-der-trauer-umgeht-gastbeitrag-von-caro
         Ihr Lieben, wir haben heute ein ganz besonderes Stück füre Euch. Caro ist 24 und hat ihren Vater 2012 sehr plötzlich verloren. Wie sie die Liebe und die Trauer in Worte packt, ist bewunderswert. Sie hat für uns aufgeschrieben, wie sie die Jahrestage begeht. Jahr um Jahr. Und es ist uns eine große Ehre, ihren Text heute hier als Gastbeitrag veröffentlichen zu dürfen. In einer Zeit, in der wir unseren Liebsten ganz besonders nah sind – oder sein wollen. Danke Caro für dieses Stück und Dein Vertrauen.
 
2013, 8. März
 
Warum fürchtet man sich eigentlich so sehr vor Zahlen? Oder anders gesagt, vor Daten. Wir schreiben das Jahr 2013. Freitag, 8. März. Wieso habe ich so sehr Angst davor, wie dieser Tag wird? Was ich an diesem Tag durchleben muss? Nur weil sich der Tod heute zum ersten Mal jährt? Aber abgesehen davon, ist der Tod und der Schmerz nicht an allen Tagen genauso schlimm und unerträglich? Irgendwie nicht. Heute ist alles besonders präsent. Ich erinnere mich an diesen Tag vor einem Jahr nur verschleiert. Alles ist irgendwie verzerrt.
Ich wache auf, trau mich aber nicht die Augen auf zu machen. Öffne ich sie, wird es real. Aber ich höre von unten schon Stimmen und weiß, dass im Wohnzimmer Menschen sitzen, mit nur einem Thema im Kopf: Tod. Der Tod. Warum holt er einen so geliebten Menschen? Warum nimmt er uns einfach einen Menschen weg, den wir aber doch brauchen und lieben und der jetzt nicht einfach so tot sein kann? Tot. Tot. Ein Mensch ist tot.
Wie gelähmt stehe ich auf. Ich bin wie betäubt, weiß nicht, was ich denken soll, weiß nicht, was ich sagen soll, alles, was ich weiß, ist, dass jetzt alles anders ist. Und es niemals mehr so sein wird, wie es früher einmal war.
Die Anwesenheit des Todes ist überall zu spüren, egal wohin ich gehe. Sie legt sich wie ein dunkler Schleier über mich und umhüllt alles. Aber dennoch kann der Tod noch nicht richtig ins Bewusstsein gerückt werden. Irreal, nicht wirklich, ich komme mir vor wie in einem falschen Film. Ein wahr gewordener Alptraum, das ist es.
Mir ist nicht viel von dem Tag in Erinnerung. Nur, dass man irgendwie funktioniert hat. Man konnte irgendwie, trotz des Gefühls der Lähmung, einen Fuß vor den anderen setzen. Aber das war es dann auch.
Ich weiß noch, dass ich spazieren war. Ich weiß, dass ich geredet habe, darüber reden konnte, obwohl jedes Wort aus meinem Mund unwirklich war. Ich redete und redete, aber konnte es selbst nicht so richtig glauben. Manche Menschen können nicht schlafen, wachen ständig auf. Aber bei mir war das anders. Ich hätte die ganze Zeit schlafen können. Im Schlaf fühlt man nichts, spürt keinen Schmerz, kann sich vor der Wirklichkeit verstecken.
Und heute? Ich habe das Gefühl nicht atmen zu können. Es tut weh, irgendetwas, tief in mir, was ich in letzter Zeit ganz gut verdrängen konnte, tut so sehr weh. So, dass ich nicht richtig atmen kann. Der Schmerz schnürt mir die Kehle zu. Mir ist richtig schlecht. Und das, aufgrund von Zahlen, Daten, weil auf einmal wieder alles so präsent ist. Ich erlebe diesen Tag im letzten Jahr noch einmal auf Zeitraffer.
Schon die Tage vor dem Todestag- ich bin in die Vergangenheit zurück versetzt: Der Weg zum Notarzt. Die Notaufnahme im Krankenhaus. Die besorgten Blicke der Ärzte. Mein unbekümmertes Gefühl, dass alles nicht so schlimm ist. Dann, dass er dort bleiben muss. Meine beruhigenden Worte zu meiner Familie. Das Hoffen auf eine schnelle Genesung. Das Einpflanzen von Blumen. Ein schöner Garten erfüllt mit Träumen. Ein Gespräch im Krankenzimmer. Das Problem mit dem Sauerstoff. Das Atemzelt. Das künstliche Koma. Die Frage, was da zur Hölle eigentlich gerade passiert. Ganz viel Leere. Ein Krankenhausbett. Ein Mensch, der bald zur Leiche wird.
Ein Mensch, der nicht mehr von alleine atmen kann. Werte, die immer weiter sinken. Schläuche. Masken. Steriler Krankenhausgeruch. Eine versagende Lunge. Ein Herz, was ganz bald aufhören wird, zu schlagen. Ein Krankenpfleger, auf den ich am liebsten losgehen würde. Seine Worte, was passieren wird. Stille. Unerträgliche Stille. Ich kriege keine Luft. Ich muss hier raus.
Ich renne nach draußen, um wieder atmen zu können. Hier bin ich allein. Hier kann ich schreien, fluchen, weg von der unerträglichen Stille am Krankenbett. Ich schreie zu Gott. Ich kann nicht glauben, was gerade passiert. Ich bete und schreie und weine und fluche. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Ich renne wieder hoch, durchs Treppenhaus, mein Ziel ist nicht die Intensivstation, sondern die Kapelle. Sie ist zu. Ich breche im Treppenhaus zusammen und bitte Gott um ein Wunder, darum, dass er seine Allmacht zeigen soll. Aber er hört mich nicht, er reagiert nicht auf mich.
Ich gehe wieder zurück auf die Intensivstation. Jetzt ist es amtlich: Wir warten auf den Tod. Das kann aber noch dauern. Ich nehme die Hand von meinem Vater und bitte ihn, wach zu werden. Er darf nicht aufgeben, er soll kämpfen. Er darf uns nicht alleine lassen. Aber auch er hört mich nicht.
Ich fahre mit meiner Schwester nach Hause, weil es noch die ganze Nacht oder auch Tage dauern kann, bis alle Organe versagen. Aber dann ging es ganz schnell. Nach einer Stunde der Anruf, dass wir zurückkommen können, um Abschied zu nehmen.
Von einer Leiche, die nicht mehr mein Vater ist, sondern ein lebloser Körper, der unglaublich schnell kalt und gelb wird, wie man es sich niemals ausgemalt hätte. Von den Medikamenten aufgedunsen, und ohne Bart und Brille kann man ihn kaum wiedererkennen. Und von da an Leere. Ich bin betäubt, gelähmt und kann nichts mehr denken. Das ist jetzt ein Jahr her. Und jetzt sitze ich hier und kann nur schwer atmen. Es ist immer noch so verdammt unrealistisch.
 
2014, 8. März
 
Wir fahren heute zum See. Letztes Jahr an Papas Todestag waren wir auch dort. Ich weiß mir ging es an diesem Tag schlecht, der Tod war immer noch so furchtbar unwirklich. Aber irgendwie tat es gut, dort zu sein. Ich erinnere mich, dass ich mich ihm dort sehr nah gefühlt habe.
Früher war der See ein beliebtes Ausflugsziel der ganzen Familie. Am Wochenende, als man als Kind noch alle Zeit der Welt hatte, sind wir dort spazieren gegangen, Tretboot gefahren, haben Eis gegessen und waren unbekümmert und glücklich. Jedenfalls ist das in meiner Erinnerung so.
Als ich älter und älter wurde, haben wir immer weniger solcher Ausflüge gemacht. Oder anders gesagt: Meine Eltern haben sie ohne uns Kinder unternommen, denn als Jugendliche oder im jungen Erwachsenenalter hat man kaum Zeit für solche Sachen. Solche Sachen? Wie idiotisch es mir jetzt, all die Jahre später vorkommt, Besseres zu tun gehabt zu haben als solche Sachen. Denn schlicht und einfach war damit gemeint, sich glücklich und geliebt zu fühlen, frei und unbekümmert, von der Familie umgeben.
Es ist traurig, dass einem viele Dinge erst später bewusst werden und man dann erst merkt, was für ein Glück man doch hatte. Wäre mir damals klar gewesen, dass mein Vater eines Tages sterben würde, ich hätte am liebsten jeden Tag mit meiner Familie am See verbracht. Aber einige Dinge weiß man scheinbar erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat.
Mit diesem Wissen und unseren Erinnerungen fahren wir heute wieder zum See und genießen unseren Familientag.
 
2015, 8. März
 
Papa,
heute ist es drei Jahre her. Es kommt mir seltsam vor. Wir hatten heute einen wunderschönen Tag am See, die Sonne hat zum ersten Mal in diesem Jahr wieder richtig warm geschienen. Ich war glücklich. An einem Tag, der vor drei Jahren der Schlimmste in meinem Leben war. Heute aber habe ich mir gedacht, wir feiern diesen Tag dir zu Ehren. Wir feiern dich, dass du da warst, dass du gelebt hast. Und auch, weil wir uns einen schönen Tag verdient haben, denn immerhin war dieser Tag vor drei Jahren das Schlimmste, was uns je passiert ist.
Also sind wir zum See gefahren, wo wir auch kurz nach deinem Tod waren, wo wir schon letztes Jahr waren und das Jahr zuvor, wo wir jedes Jahr zu deinem Geburtstag waren, wo du immer gerne warst. Ich glaube du hättest das gemocht. Wir haben in der Sonne ein Picknick gemacht, mit Blick auf den See. Ich hoffe, du hast das alles irgendwie mitbekommen. Und warst irgendwie mit uns dort.
Ich habe heute viel gelacht, und will nicht, dass du denkst, dass es mir egal war, was für ein Tag heute ist. Ich habe heute auch geweint; als der Tag dann fast vorbei war, ich meine erste ruhige Minute alleine hatte. Ich habe im Radio den Sender umgeschaltet, und auf einmal kam „Der Weg“. Ich habe dieses Lied so oft gehört und dabei an dich gedacht und dabei geweint und dabei gewütet. Ja, alles. Es ruft in mir direkt Emotionen hervor. Und so ist es vorhin, als es auf einmal im Radio kam, direkt über mich hinein gebrochen: dass du tot bist. Dass du nicht mehr hier bist. Und mir blieb der Atem stocken. Ich fand es so unfassbar!! Und das jetzt schon drei ganze Jahre! Einfach unfassbar. Drei Jahre lebe ich jetzt schon ohne dich.
Einerseits ist die Zeit wie im Flug vergangen, und andererseits ist es jetzt schon so lange her. Ich habe damals noch nicht mal studiert. Jonte gab es noch lange nicht. Und so viele Sachen, die jetzt da sind, und bei denen ich mich nicht mehr erinnern kann, wie es ohne sie war. Aber du warst damals da. Und jetzt nicht mehr. Und wenn ich daran so denke, kommt es mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, als ich dich ins Krankenhaus gebracht habe. Andererseits weiß ich überhaupt gar nicht, wie mein Leben jetzt aussehen würde, wenn du noch da wärst. Ich kann es nicht erahnen, es wird mir immer ein Rätsel bleiben. Und das meine ich in keiner Weise wertend. Die Zeit ist verrückt. Und der Tod auch. Und erst recht das Leben.
Ich liebe und vermisse dich.
Bis Bald!
 
2016, 8. März
 
Heute war ein schöner Tag. Wie jedes Jahr an deinem Tag hat heute die Sonne geschienen. Es sind immer die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres und es ist irgendwie verrückt, dass sie immer an deinem Tag fallen, so früh im März. Aber vielleicht kommt es auch nur mir so vor. Und vielleicht bin ich die Einzige, die die Sonnenstrahlen am achten März so wahrnimmt. Und vielleicht bist es auch einfach nur du, der mich mit Wärme umgibt. Vielleicht willst du mir somit zeigen, dass du bei mir bist, und das an diesem Tag des Jahres, deinen Tag, ganz besonders.
Ich habe heute mit Jonte am Wasser gespielt, wir haben viele Fotos gemacht und waren alle fröhlich. Ich genieße es immer so sehr mit der ganzen Familie am See zu sein- so wie früher. Ich bin dankbar, dass wir als Familie diese neue Tradition gefunden haben.
Sie ist für mich ganz wertvoll und besonders- weil du zwar tot aber trotzdem da bist.
 
Caro wurde in der Zeit der Trauer begleitet vom Verein Lavia für Familientrauerbegleitung. Wenn ihr selbst trauert – oder eure Kinder: Schaut, dass ihr solche Hilfe in Anspruch nehmt. Es ist Gold wert, in solch schwierigen Zeiten jemanden an seiner Seite zu haben. 
               
Wenn Papa plötzlich stirbt: Wie seine Tochter mit der Trauer umgeht - Gastbeitrag von Caro | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/werde-ich-wirklich-nie-mehr-ein-baby-bekommen-ueber-einen-anflug-von-wehmut
        Ihr Lieben, am letzten Wochenende hatte ich Besuch von einer ganz lieben Freundin, die in der 29. Schwangerschaftswoche mit ihrem zweiten Baby ist. Sie ist so eine wunderschöne Schwangere mit einem ganz wunderschönen Kugelbauch. 
Als ich sie so sah, wurde ich auf einmal wehmütig. Denn: Ich werde wohl nie wieder schwanger sein.
Ich sagte zu ihr: "Ich habe schon vergessen, wie es sich anfühlt, wenn man von innen getreten wird."
Und es ist wahr. Obwohl meine Tochter erst zwei Monate alt ist, kann ich mir absolut nicht mehr vorstellen, dass ich auch mal so einen Bauch hatte. Dass ich auch diesen Watschelgang drauf hatte.
Es ist ja nicht so, dass ich jetzt schon wieder gerne schwanger wäre. Nein, ich bin voller Freude darüber, dass unsere Tochter nun auf der Welt ist. Dass die Rückenschmerzen, verursacht durch den Babybauch, weg sind. Dass ich jeden Tag beobachten kann, wie mein Baby sich entwickelt.
Und doch mischt sich hier und da Wehmut unter mein Glück. Es ist, als sei ein Kapitel meines Frauenlebens abgeschlossen. Ich sagte zu meiner Freundin: "Es ist vielleicht ein ähnliches Gefühl wie das, was Frauen spüren, wenn sie in die Wechseljahre kommen." Denn dann ist das Kapitel "Kinderkriegen" auch biologisch abgeschlossen – bei mir ist es das jetzt ja nur rational/emotional. 
Wir sprachen darüber, dass es immer weh tut, wenn ein Lebensabschnitt vorbei ist. Dass wir geweint haben, als wir das Abi in der Tasche hatten. Dass es seltsam war, als das Studium vorbei war. Dass wir auch mal tief durch atmen mussten, als man sich klar gemacht hat, dass man nun verheiratet ist und das wilde Single Leben zu Ende ist. 
Und jetzt also ein Kloß im Hals darüber, dass ich wohl nie mehr den Herzschlag meine Babys am CTG hören werde. Nie wieder eine Geburt erleben werde. Nie wieder mein Neugeborenes auf meiner Brust liegen haben werde. Nie wieder Strampler in Größe 56 brauchen werde. 
Ein seltsames Gefühl. Ich möchte es nicht wegdrücken, mich aber auch nicht darin verlieren. Daher lasse ich es einfach zu und beobachte. 
Als ich meinem Mann davon erzähle, sagt er, dass er es total toll fände, dass die Kinder größer werden. Ist es ja auch. Man kann ganz andere Sachen mit ihnen machen, anders mit ihnen umgehen – das wird alles noch super spannend und toll. 
Und trotzdem habe ich gerade das Befürfnis, die Babyzeit anzuhalten. Sie total aufzusaugen. Weil es eben wohl das letzte Mal ist. 
Und so schiebe ich voller Stolz und Dankbarkeit mein kleines Mädchen durch die Gegend. Und flüstere ihr manchmal zu: "Werde Du ja nicht so schnell groß!"
PS: Das Foto oben entstand am Wochenende auf einem See im Berliner Südwesten. Der See war zugefroren und wir konnten darauf spazierengehen! So so herrlich"
—- Zum Weiterlesen:
– Gibt es sowas wie Gebär-Neid unter Frauen?
– Wie ich meine Schwangerschaft hier verkündet habe
– Worauf ich mich freute, wenn ich nicht mehr schwanger bin
– 10 Tipps für Erstschwangere
 
 
               
Werde ich wirklich nie mehr ein Baby bekommen? Über einen Anflug von Wehmut | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-bereite-ich-mein-kind-auf-einen-umzug-vor
       
Mein Name ist Michelle und wir planen gerade unseren berufsbedingten Umzug von Hamburg nach NRW. Unserer kleinen Tochter (7 Monate) ist das natürlich völlig egal, aber um unsere 3,5-Jährige mache ich mir Gedanken.



Unsere Große ist hier so glücklich: Sie ist in einer ganz tollen Kita mit großen, neuen Räumen und einem riesigen Außengelände. Sie hat viele Freundinnen, mit denen sie wirklich jeden Tag spielt und einem Turnverein, bei dem sie jede Woche vor Freude ausflippt, wenn ich ihr sage, dass heute Kindertunen ist.



Ich weiß, dass Kinder in dem Alter schnell neue Bindungen aufbauen, aber ich habe das Gefühl, dass sie wirklich viel zurücklässt. Wie bereitet man Kinder auf so eine große Umstellung vor? Klar, darüber reden hilft, aber kann man noch mehr machen? Gibt es empfehlenswerte Bücher (ich dachte erst an „Conni zieht um“, aber die zieht ja nicht sonderlich weit weg und wir brechen wirklich alle Zelte ab). Könnt ihr mir da weiterhelfen?
               
Umzug: Wie bereite ich mein Kind auf einen Umzug vor?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-bleiben-eltern-ein-glueckliches-paar-interview-mit-anja-und-christian-von-von-guten-eltern
        Liebe Anja, Du bist Hebamme, Autorin, Bloggerin und Mutter von 4 Kindern. Mal ganz ehrlich: Gibt oder gab es Zeiten, in denen ganz schön wenig Raum für die Beziehung übrig blieb? Und wenn ja – wir habt Ihr Euch in dieser Zeit gefühlt?
Ja, natürlich. Auch unser Tag hat ja nur 24 Stunden. Gerade beim ersten Kind haben wir uns mit Hebammenpraxis, Studium und Job gleichzeitig phasenweise ganz schön übernommen. Das fühlte sich nicht gut an und den Stress bekam dann auch der Partner ab. Aber da wir beide eher nicht dazu neigen, allzu lange still vor uns hinzuleiden, kamen die Probleme auf den Tisch. Und es war klar, dass wir hier und da Dinge verändern mussten, damit es sich für alle in der Familie wieder gut anfühlt. Und solche Phasen gibt es immer wieder. Aber mit jedem Kind mehr sind wir auch ein bisschen besser im Prioritäten setzen geworden. Deshalb kommt es uns jetzt mit vier Kindern wohl fast ein bisschen „einfacher“ vor als damals mit ein oder zwei Kindern.
Statistiken zufolge scheitern viele Beziehungen innerhalb des ersten Jahres nach der Geburt eines Kindes. Warum ist das so? Du erlebst sowas ja auch sicher oft als Hebamme…
Als Hebamme darf ich ja Familien in einer Lebensphase begleiten, in der alles im Wandel ist. Es ist immer wieder spannend, die Paare zunächst in der Schwangerschaft zu erleben und dann viele Monate nach der Geburt. Gerade beim ersten Kind bauen sich Eltern oft ein Idealbild auf, das letztlich nicht so mit der Realität hinterher übereinstimmt. So sind Enttäuschungen vorprogrammiert. 
Diese vermeintlichen Ideale werden medial auch noch gerne genährt, wenn man sich zum Beispiel die Werbebilder im Kontext Familie anschaut. Oft trauen sich Paare nicht auszusprechen, was sie stört oder was ihnen fehlt. Gerade wir Mütter empfinden es oft als Scheitern, wenn wir erkennen müssen, dass wir doch nicht alles auf einmal hinbekommen. Zumindest nicht so, dass es uns selbst auch noch gut dabei geht. Aber ohne eine klare Kommunikation wird der Elternalltag wirklich schwierig. Oft ist die Erwartung da, dass der Partner doch sehen müsse, wie es mir gerade geht oder was fehlt. Aber für beide Eltern verschiebt sich die Aufmerksamkeit nach der Geburt. Und so gut wir vielleicht darin sind, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen, so schlecht sind wir oft darin, die eigenen Bedürfnisse noch ausreichend wahrzunehmen und zu kommunizieren. 
Das erste Jahr mit Baby ist wirklich eine Herausforderung für eine Beziehung. Es zeigt sich letztlich in den anstrengenden Momenten, wie gut die Basis der Partnerschaft ist oder wo es wirkliche Baustellen gibt. Die Psychologin Barbara Reichle sagt sehr passend, dass Paare sich eine Art „Unverwundbarkeitsillusion“ aufbauen, damit sie sich überhaupt trauen, eine Familie zu gründen. Das Elternsein lernt man auf dem Weg – es gibt keine wirklich Vorbereitung, egal wie viele Kurse wir besuchen oder Bücher wir lesen. Die Kurse und die Bücher sind zwar vielleicht trotzdem sinnvoll, weil man eine Idee davon bekommt. Aber wie sich das Elternsein wirklich anfühlt, weiß man erst, wenn man bereits mittendrin ist.
Was sind die größten Herausforderungen für Mütter heute?
Wahrscheinlich ein viel zu hoher Perfektionsanspruch. Der beginnt schon in der Schwangerschaft. Da wird zum Beispiel das Ablehnen mancher Untersuchungen fast schon als fahrlässig dargestellt. Die gesellschaftliche Erwartung ist doch, dass die perfekte Mutter auch das perfekte Kind bekommt. Dass wir letztlich so viele Dinge trotz aller medizinischen und technischen Möglichkeiten gar nicht in der Hand haben, wird oft vergessen. Einfach „nur“ guter Hoffnung zu sein, wird den Müttern immer schwerer gemacht. Schon in der Schwangerschaft erleben sie, dass andere und nicht sie selbst die Experten für ihr Kind sind. Und das setzt sich über die Geburt, das Wochenbett und so weiter fort. Ganz ehrlich bewirkt der Satz „Du bist eine wunderbare Mutter und machst das gerade ganz großartig“ in der Regel oft wesentlich mehr als jedes Mittelchen in meinem Hebammenkoffer. Stattdessen hagelt es aber oft Kritik von allen Seiten. In keinem anderen Bereich wird man so sehr beobachtet und wird sich so sehr von außen eingemischt. Als Mutter kann man es eigentlich nur falsch machen. Dabei ist gerade Familie mit all den damit verknüpften Entscheidungen etwas höchst Individuelles.
Und für Väter?
Die meisten heutigen Väter haben selbst noch ein ganz andere Väterbild kennengelernt. Die Rollenverteilung war viel klassischer und gleichzeitig wird heute erwartet, dass sie sich genauso viel einbringen wie die Mutter. Es fehlen aber oft auch Vorbilder zur Orientierung, gerade wenn man vielleicht der erste im Freundeskreis ist, der Vater wird. Und genau wie die Mütter stehen auch die Väter gesellschaftlich unter Beobachtung. Wer keine Elternzeit nimmt, kümmert sich nicht, so die Denke. Wer zu lange Elternzeit nimmt, ist ein wickelndes Weichei. Und so weiter. Auch die Männer können es nicht wirklich richtig machen. Und dass sie ihre Sache gut machen, bekommen sie auch nur sehr selten zu hören.
Wie und wann kam Euch die Idee für Euer Buch "Von guten Eltern und glücklichen Paaren" und wie war die Zusammenarbeit mit Christian?
Genau kann ich das gar nicht mehr sagen und herleiten. Aber das Thema beschäftigt uns ja auf unserem Blog "Von guten Eltern" schon lange. Und der Verlag sah auf alle Fälle einen Bedarf, weil viele Elternratgeber doch primär das Kind im Fokus haben. „Von guten Eltern und glücklichen Paaren“ war eigentlich nur der Arbeitstitel, aber irgendwann unterwegs merkten wir, dass es gut passt, weil es ja genau darum geht. Es als Eltern irgendwie gut hinzukriegen und auch als Paar glücklich zu sein. Die Zusammenarbeit lief gut, was sicherlich aber auch daran liegt, dass wir das Blog seit über vier Jahren gemeinsam schreiben und uns auch da über alle Texte intensiv austauschen.
Wie nehmt Ihr beide Euch immer wieder Auszeiten füreinander?
Aktuell ist unser jüngstes Kind gerade sieben Monate alt. Das heißt, dass die Abende gerade meistens nicht unsere Paarzeit sind, weil Dauerstillen oder selber Schlafen Priorität haben. Also versuchen wir am Tag, wenn die drei Großen in der Schule und im Kinderladen sind und das Baby im Tragetuch oder Kinderwagen (okay, das eher selten) schläft, gemeinsam spazieren oder einen Kaffee trinken zu gehen. Das klappt gut und regelmäßig. Dafür stapelt sich dann vielleicht die Wäsche etwas mehr oder E-Mails werden etwas später beantwortet. Aber diese Zeit ist wichtig. Denn mit vier Kindern kommt man doch selten dazu, Gespräche in vollständigen Sätzen zu führen, weil immer irgendwer was möchte. Da wir die Babyphase bereits zum vierten Mal erleben, wissen wir auch, dass die Zeit exklusiv zu zweit relativ schnell wieder kommt. Und von der großen Tochter gibt es bereits die Angebote zum Babysitten.
Oft haben Vater und Mutter unterschiedliche Meinungen, wenn es um die Kindererziehung geht. Einer sagt Hü, der andere Hott. Hast Du einen guten Tipp, wie man auf einen gemeinsamen Nenner kommt?
Reden, reden, reden. Und fast noch wichtiger: zuhören. Auch wenn ich vielleicht selbst anderer Meinung bin, sollte ich mir die Argumente meines Partners anhören. Es gibt ja in der Regel immer einen Grund, weshalb dem einen dies und dem anderen jenes wichtig ist. Wir schicken uns hier auch immer mal interessante Links zu einem Thema zu, über das wir dann sprechen. Genauso wichtig ist auch der Austausch mit anderen Freunden, die Eltern sind. Das erweitert auch oft den Horizont. Generell hilft es, flexibel zu bleiben und sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen. Und sich auch manchmal einfach mit dem für Eltern wohl unerlässlichen Humor eingestehen, dass man bisweilen scheitert mit seinen Ideen. Natürlich ist es schon gut, wenn man die prinzipielle Idee davon teilt, wie man mit seinen Kindern zusammen leben möchte. Aber die Details kann kann man auf dem Weg finden und immer wieder so anpassen, dass es sich für alle in der Familie stimmig anfühlt.
Ihr habt vier gemeinsame Kinder – wie habt Ihr Euch als Paar in dieser Zeit verändert?
Die Prioritäten haben sich verändert. Die Familie kommt ganz klar vor allen anderen Dingen. Wir arbeiten beide sehr gerne und mit Passion, aber nicht um jeden Preis. Und gemeinsame Zeit ist für uns wertvoller als Geld oder der damit verbundene Konsum. Vor den Kindern hat jeder doch mehr sein Ding gemacht und dann haben wir den Beziehungsalltag entsprechend angepasst. Zum Beispiel, als wir aufgrund beruflicher Entscheidungen in verschiedenen Städten lebten. Jetzt wird allerdings einfach mehr gemeinsam entschieden. Das gegenseitige Vertrauen ist auch noch mal definitiv mit der Familiengründung gewachsen. Wir haben gerade in anstrengenden Zeiten gemerkt, dass wir uns wirklich aufeinander verlassen können. Außerdem ist es ziemlich schön, seinen Partner als Vater oder Mutter zu erleben. Und ein bisschen älter geworden sind wir natürlich auch in dieser Zeit.
Was schätzt Du besonders an Christian?
Ich kann das eigentlich nur schwer auf zwei, drei Charaktereigenschaften oder Fähigkeiten runter reduzieren. Wenn, dann sind das Vertrauen, Verlässlichkeit, Humor… oder kurz gesagt: Es passt einfach. Und ich bin auch nach so vielen Jahren wirklich immer noch richtig gerne mit ihm zusammen.
Und Christian: was schätzt Du besonders an Anja?
Ich vertraue ihr absolut. Und sie ist gnadenlos ehrlich. Das ist nicht immer einfach, aber es sorgt dafür, dass Konflikte immer ihren Raum finden und sich bei uns nie lange negative Energie aufstaut. Das hat uns über die Jahre übrigens immer sehr geholfen.
Wenn ein Elternpaar gerade irgendwie den Draht zueinander verloren hat – wie kannst Du ihnen Mut machen?
Wahrzunehmen, dass es gerade so ist, ist schon mal ein erster Schritt, dann auch etwas daran zu verändern können. Die Frage ist nun, warum man sich als Paar so aus den Augen verloren hat. Liegt es daran, dass Babybedürfnisse, Schlafmangel und zeitweilige Überforderung kaum Raum für anderes lassen? Dann sind die Chancen auf gemeinsame bessere Zeiten relativ gut. Denn das Leben mit Kind ändert sich ständig. So sehr uns dieses kleine Kind vielleicht gerade braucht und beschäftigt, so wird es nicht bleiben. Auch wenn man vielleicht gerade aufgrund der persönlichen Umstände nicht wirklich viel an der Situation ändern kann, sollte man nicht vergessen, miteinander zu reden. Und gemeinsam ein paar Pläne schmieden, was man macht, wenn mal wieder mehr Zeit da ist.
—– Und weil wir finden, dass Anja und Christian ein ganz wunderbares Buch geschrieben haben, verlosen wir zwei Exemplare an Euch. Schreibt uns einfach, was Ihr an Eurem Partner besonders toll findet – das Los entscheidet dann! 
Foto: Leni Moretti
               
Wie bleiben Eltern ein glückliches Paar? Interview mit Anja und Christian von "Von guten Eltern" | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-es-mir-gerade-geht-ueber-gemischte-gefuehle-und-pandemie-muedigkeit
       
„Und wie gehts Dir?“, fragt mich eine andere Kitamutter, als wir im Berliner Nieselregen stehen, um unsere beiden Kitakinder abzuholen. Ich gucke sie an und weiß keine Antwort. Ich suche das richtige Wort, aber ich kann nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Ich fühle gerade gar nichts. Und dann wieder ganz viel.



Ich bin müde. Müde von diesen immer gleichen Tagen ohne Abwechslung, ohne Highlights. Ich bin müde von diesem Trott, alles verschwimmt, Tage, Wochen. Wir haben einen Mittwoch, Mitte März. Aha, gut zu wissen. Die Wochen beginnen wie sie enden. Alles Einheitsbrei – unterbrochen vom Summen des Druckers, wenn wir neue Arbeitsblätter für die Kinder ausdrucken müssen. 



Homeschooling, Distanzunterricht, Präsenzpflicht. Ich wünsche mir so sehr, dass die Kinder zur Schule gehen können, aber gleichzeitig schicke ich sie mit mulmigem Gefühl. Auf der einen Seite will ich, dass sie alles miterleben, was gerade möglich ist, weil ich immer damit rechne, dass wir bald wieder im Lockdown sitzen. Auf der anderen Seite gucke ich auf die steigenden Zahlen und denke: Das kann nicht gut gehen. Ich habe meinen inneren Kompass verloren, der mich sonst sehr stark leitet. Ich bin hin-und hergerissen, was sich nicht gut anfühlt. 



Von Beginn an ist diese Zeit der Pandemie wie eine Achterbahn-Fahrt für mich. Es gibt Wochen, in denen es mir gut geht. Wirklich gut. Da denke ich: Das geht schon alles. Da ist mir bewusst, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass wir einen Garten haben. Dass ich von zu Hause arbeiten kann und dass wir alle gesund geblieben sind. Und dann gibt es die Tiefen, diese Phasen, in denen ich den Optimismus verliere. In denen ich spüre, wie sehr das alles an mir zehrt. Dann will ich nur noch alleine sein, breche oft in Tränen aus, bin dünnhäutig, gereizt, müde, kaputt. Dann zweifle ich an mir, denke, ich kriege gar nichts hin. Diese Tiefs dauerten letztes Jahr nur ein paar Stunden, jetzt sind die Tiefs tiefer und ich brauche länger, um aus ihnen herauszukrabbeln. 



Mir fehlt der Lichtblick, die Perspektive. Würde einer sagen: „Komm, durchhalten, bis Mai noch, dann ist es vorbei.“ – ich wäre die Erste, die motiviert einen Endspurt hinlegt. Aber das sagt niemand. Ständig neue schlechte Nachrichten. Impf-Stopps, fehlende Tests, steigende Zahlen, Schließungs-Forderungen. Manchmal verursachen diese Nachrichten bei mir Wut und Sorge, immer öfter aber stehe ich ihnen gleichgültig gegenüber. Ich stumpfe ab. Und das ist nicht gut. 



Ich vermisse meine Freunde und meine Familie so sehr. Zoom und Facetime können die Lücken längst nicht mehr schließen. Ich brauche die echte Nähe, damit Herzens-Nähe entstehen kann. 



Ich habe es so satt, dass ich seit einem Jahr mein Bestes gebe. Ich zerreiße mich zwischen meinem Job, den Kindern, der Schule, der Betreuung, der seelischen Begleitung der Kids, dem Haushalt, ich habe meine Kontakte krass reduziert, habe alles akzeptiert und mitgetragen – und nichts ändert sich. Ich begreife: So sehr ich mich auch anstrengen mag, ich habe es nicht in der Hand, wie es weiter geht. 



Wie es mir also geht? Dafür gibt es keinen Begriff. Ich weiß aber, dass ganz viele da draußen ähnlich fühlen. Zwischen Mutlosigkeit, Resignation und dem unbedingten Willen, sich nicht geschlagen zu geben. 



Während wir am Anfang alle noch Regenbögen in die Fenster gemalt und uns gegenseitig angefeuert haben, ist der Ton online und offline nun rauer. „Am Ende dieser Pandemie werden wir alle viel haben, was wir uns gegenseitig verzeihen müssen“, habe ich neulich irgendwo gelesen. Das stimmt. Viele von uns beißen mittlerweile um sich, aus Überforderung und Angst. Das macht was mit uns. 



Das Gute ist: Vor meiner Haustür blühen die Krokusse. Immer dann, wenn ich traurig und hoffnungslos bin, setze ich mich auf die Stufen, schaue die Blumen an und denke: Es gibt Farbe. Es gibt Freude. Es gibt einen Neuanfang. So wie der Krokus kommt all das von tief unten und muss sich erst durchkämpfen. Doch dann ist es zu sehen. Für uns und alle, die es sehen wollen. Es geht vorbei. Es geht vorbei. Nicht heute. Nicht morgen. Aber es geht vorbei. 
               
Wie es mir gerade geht? Über gemischte Gefühle und Pandemie-Müdigkeit
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-hoert-sich-der-soundtrack-deines-leben-an-coach-johanna-ueber-mehr-selbstbestimmung
       
Heute ist wieder so ein Tag, wir haben es gerade so in die Kita geschafft, ich lasse mich erschöpft auf den Autositz fallen und habe das Gefühl, es müsste bereits neun Uhr am Abend sein. Dabei geht die tägliche „Work-Life-Challenge“ ja jetzt erst richtig los. Ich will hier gar nicht ins Detail gehen, ihr kennt das Spiel: die „Rushhour“ des Lebens. Hier muss uns alles gelingen: Karriere, Kinder, Partnerschaft und immer ganz wichtig: Selbstverwirklichung!



Dabei will ich das gar nicht verspotten, im Gegenteil: Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung bzw. nach selbstbestimmter Lebensgestaltung ist ein Grundbedürfnis und hat erwiesenermaßen entscheidenden Einfluss auf unsere Lebenszufriedenheit. Nur, was will ich denn überhaupt verwirklichen? Was ist mir wirklich wichtig? Und wann hatte ich zuletzt überhaupt Gelegenheit wieder einmal darüber nachzudenken?



Im allgemeinen Alltagswahnsinn sind wir mitunter so fremdgesteuert, dass diese Fragen komplett in den Hintergrund treten. Was bleibt, ist häufig ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit. Denn es gibt sie ja noch, diese leise innere Stimme, die uns sagt: Da muss aber noch was kommen. Das kann es jetzt nicht gewesen sein.



Angefacht wird dieser Gedanke auch durch die allgegenwärtigen sozialen Vergleiche. Jede von uns hat sicherlich Freunde oder Bekannte, die weiterhin auf dem Karrieretrack sind oder weiterhin durch die Welt tingeln und einem vor Augen führen, was man selbst aufgegeben oder zumindest „on hold“ gesetzt hat. Nebenbei bemerkt, hier tappen wir immer wieder schön in dieselbe Falle: wir vergleichen unsere innere Realität mit den äußeren Highlights der anderen. Und natürlich stimmt uns das unzufrieden.



Die einzige Möglichkeit, sich gedanklich davon frei zu machen ist, unsere eigene innere Realität immer wieder zu reflektieren und selbst zu gestalten. Doch dafür braucht es zunächst persönliche Antworten auf ganz richtungsweisende Fragen, wie:



Was ist mir wirklich wichtig in meiner aktuellen Lebensphase?Welche Werte vertrete ich?Wo liegen meine Ressourcen und Potenziale?Welchen Beitrag möchte ich in meinem direkten Umfeld und in der Welt leisten?Welche Gestaltungsspielräume kann ich mir ganz konkret eröffnen?



Es geht also darum, wieder in einen inneren Dialog mit uns selbst zu kommen und zu spüren, wo unsere Bedürfnisse liegen und was uns mit Sinn (Purpose) erfüllt. So wird unser persönlicher Purpose zum inneren Kompass, der uns dabei hilft, unser Leben passend zu gestalten.



Und hier können wir mit ganz kleinen Dingen anfangen, die unseren Alltag bereichern und uns wieder selbstbestimmter leben lassen. Bei mir war es beispielsweise die Wiederentdeckung meiner Leidenschaft aus Kindertagen, dem Malen. Um dieses Hobby wieder in meinen Alltag zu integrieren, habe ich mir vor einigen Jahren einen Malkurs gesucht, den ich an meinen arbeitsfreien Freitagen besuchen kann.



So verbringe ich meine kostbare freie Zeit ganz bewusst nicht nur mit den notwendigen Haushaltserledigungen, sondern widme auch 2 Stunden ganz mir selbst. Das ist für mich zu einer großen Energiequelle geworden und trägt wesentlich zu meiner inneren Balance bei, die mir dabei hilft, mein Leben selbstbestimmter und sinnorientierter zu gestalten.



Ein guter Startpunkt sich mit den eigenen Bedürfnissen und seinem Sinnerleben auseinanderzusetzen ist es, erst einmal den persönlichen Standort zu bestimmen. In meinen Coaching Prozessen nutze ich dafür gern den „Soundcheck meines Lebens“, weil er über die kognitive Ebene hinausgeht und uns einlädt, unseren Gefühlen Raum zu geben:



Im ersten Schritt geht es darum, überhaupt erst einmal die 5-6 Lebensbereiche zu identifizieren, die dir am wichtigsten sind und deine Lebenszufriedenheit beeinflussen. Das können Bereiche wie Familie, soziale Kontakte, Karriere, Finanzen, Gesundheit, etc. sein.



Markiere für jeden der definierten Lebensbereiche deine aktuelle Zufriedenheit auf einer Skala zwischen 1 und 10. Das sind deine „Soundregler“. Gehe dabei möglichst intuitiv vor, also gar nicht lange nachdenken. Um noch ein Stück tiefer ins Gefühl zu kommen, verbinde jetzt die einzelnen Skalenpunkte zu einer dynamischen Linie, schließe die Augen und höre in dich hinein. Wie klingt der Sound deines aktuellen Lebens? Vielleicht nimmst du eine konkrete Melodie wahr, vielleicht auch nur Lautstärke-Variationen oder harmonische und disharmonische Töne. Alles ist erlaubt. Es geht darum, ein erstes Gefühl davon zu bekommen, wie stimmig sich dein aktueller „Lebenssound“ anhört.



Im nächsten Schritt definierst du den Idealzustand deiner einzelnen Lebensbereiche. Also markiere, wieder ganz intuitiv, wo du liegen möchtest. In meinen Coachings erlebe ich dabei immer wieder einen allgemeinen Optimierungsdrang, d.h. alle Lebensbereiche werden nach oben reguliert.



Nun versetze dich aber tatsächlich einmal in die Lage eines DJs. Würdest du dann alle Soundregler gleichzeitig nach oben drehen? Wohl kaum. Denn eine gute Melodie entsteht aus Dynamik. Übertragen auf uns heißt das: Es ist nicht realistisch in allen Lebensbereichen eine Schüppe drauf zu legen, das übersteigt unsere Kapazitätsgrenzen. Also kann es nur darum gehen, Prioritäten zu setzen: Welche Lebensbereiche liegen dir aktuell besonders am Herzen und in welchen Bereichen bist du im Gegenzug gewillt zurückzuschrauben? Ich spreche hier bewusst von aktuell, denn es handelt sich immer um eine Lebensphasenbetrachtung, die sich naturgemäß verändert. Und gerade diese Dynamik ermöglicht es uns ja, uns weiterzuentwickeln.



Versuche jetzt, dich in den neuen Sound deines Lebens einzufühlen. Was hat sich verändert? Wie sieht die neue Soundkurve insgesamt aus, ist genügend Dynamik im Spiel? Interessant ist es auch, die beiden Soundkurven zu vergleichen: Wo kommt deine aktuelle Lebenssituation deinem Ideal schon sehr nahe? Also was sind, anders ausgedrückt, auch die Ressourcen, die dir zur Verfügung stehen? Wo liegen die größten Diskrepanzen? Was kannst du ganz konkret tun, um diese Diskrepanzen Schritt für Schritt zu schließen? Das sind die ersten Aktivitäten, mit denen du dir sofort neuen Gestaltungsspielraum in deinem Alltag schaffen kannst. Gleichzeitig richtest du so deinen Fokus auf das, was im tiefergehenden Purpose-Prozess entdeckt werden will.



Kommen wir noch einmal zurück auf die eingangs beschriebene Situation. Die „Work-Life-Challenge“ wird natürlich nicht weg gehen. Aber wir können ihr selbstbestimmter begegnen und dadurch eine höhere Lebensqualität erreichen, denn ich bin überzeugt: Wir sind nur dann wirklich glücklich und erfolgreich, wenn wir in der Mitte unserer Ressourcen und Werte stehen.



Johanna Finke ist Psychologin, Personalentwicklerin (Dax-30) und freiberuflicher Career & Life / Purpose Coach. On- und offline begleitet sie ihre Kunden in ihren persönlichen und beruflichen Veränderungsprozessen. Johanna lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Düsseldorf. Mehr Infos auf www.johannafinke.com.
               
Selbstbestimmung: Wie hört sich der Soundtrack deines Lebens an?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-als-kind-den-tod-meines-bruders-erlebte-gastbeitrag-von-natalia
        Das Mädchen steht vor dem Kleiderschrank und weiß nicht, was es anziehen soll. Ein warmer Sommertag in Deutschland vor vielen Jahren. Es entscheidet sich für eine graue Hose und ein T-Shirt, über das es eine dunkelblaue Trachtenjacke zieht. Die liebt sie besonders. Sie ist eine Erinnerung an einen schönen Familienurlaub in Tirol im vergangenen Jahr. Auf die Jacke sind rosa Blumen gestickt. Das Mädchen überlegt noch, ob es sie vielleicht abtrennen sollte, doch sie bringt es nicht über’s Herz.  Sie weiß genau, dass alle schwarz angezogen sein werden. Und doch hat sich niemand Gedanken darüber gemacht, was die beiden Schwestern anziehen werden. Dabei ist doch gleich die Beerdigung. 
Gestern wäre der dritte Geburtstag des Bruders gewesen. Das Mädchen ist neun Jahre alt. Das Mädchen bin ich. 
Wenn ein Kind in der Familie stirbt, ist das für mich noch immer das Schlimmste und Unvorstellbarste, was einem im Leben zustoßen kann. 
Erst, seitdem ich selbst Mutter bin erahne ich, WAS meine Eltern durchgemacht haben. 
Erst seitdem ich Mutter bin, kann ich nachvollziehen, dass der Tod eines Kindes für manche Eltern das Ende der Beziehung, das Ende der Familie, vielleicht sogar das Ende von sich selbst bedeuten kann. 
Mein Bruder starb überraschend während einer Urlaubsreise nach Frankreich. Was meine Eltern immer und immer wieder gesagt haben: „wir wären doch niemals mit einem kranken Kind verreist.“ 
Mein Bruder war gesund und wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich ihn und mich, im Meer spielen. Eine Landzunge hatte einen kleinen See gebildet und ich zog ihn in einem Schlauchboot. Und er kreischte vor Freude. 
Gleich am zweiten Tag bekam er starke Bauchschmerzen, die nicht aufhörten, so dass meine Eltern schnell einen Kinderarzt aufsuchten. Ich erinnere mich an die Hitze im Wartezimmer. Ich erinnere mich auch, wie sehr mich sein Weinen und Jammern genervt hat. 
Es hat mich Jahre gekostet um mich von diversen Schuldgefühlen zu befreien. Und ich glaube, dass das Schicksal der Geschwisterkinder ist. Du hast keine Schuld, aber du fühlst sie. 
Momente in denen ich mich schuldig fühlte: 

dass ich das rote Rosenherz am Fuße des Sarges so schön fand.
dass ich so gerne die Hand meines Vaters gehalten hätte, er aber den Sarg seines Sohnes trug.
dass ich die Lieder blöd fand.
dass wir nach der Beerdigung gefragt haben, ob wir „Heidi“ im Fernsehen schauen dürften, weil der Tag so lang war.
dass ich in der Schule nicht mein schönstes Ferien-Erlebnis malen konnte. Nicht nur, weil ich keines hatte. Ich war auch so wütend auf die Lehrerin. 
dass ich nicht immer weinen konnte.
dass ich nicht immer an ihn dachte.
dass ich schlecht in der Schule wurde.
dass nicht ich an seiner Stelle gestorben bin.

Mein Bruder wurde schnell in die Uni-Kinderklinik nach Bordeaux verlegt, wo er innerhalb einer Woche starb. Eine Sepsis hat ihm das Leben gekostet. Es war medizinisch nichts zu machen und bis heute ist unklar, woran er eigentlich erkrankte. 
Woran ich mich erinnere: 

als wir den Sarg ausgesucht haben. Uns Mädchen war es wichtig, dass die Kissen schön weich und kuschelig waren. 
dass wir sein Lieblingsauto, sein Kuscheltier und sein Schlafsäckchen rausgesucht haben. Das, was bei ihm bleiben sollte. 
an meinen Vater, der immer und immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt wird. 
an meinen Bruder, den wir noch einmal sehen durften. Der so friedlich da lag. Schlafend. Und doch hob sich die Bauchdecke nicht. 
an meine Mama.
dass ich mir jahrelang das Weinen verboten hatte aus der Sorge, dass der Schmerz nachlässt und die Vergessenheit siegen könnte. 
dass wir mit einem leeren Kindersitz nach Hause gefahren sind. Eine endlose Fahrt. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir eine Pause gemacht haben. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich mich getraut hätte nach einer Pause zu fragen. 

Woran ich mich nicht erinnere:
dass sich ein Erwachsener überhaupt mal nach uns Kindern erkundigt hat. Und damit
meine ich nicht: meine Eltern. Sie haben das gegeben, was sie geben konnten. In ihrem
Schmerz.. 
Heute gibt es wunderbare Begleitungen für Geschwisterkinder. Damals gab es das so noch nicht. Oder vielleicht auch: gar nicht. 
Als ich vor zwei Jahren die Sendung 37 Grad mit dem Thema „Das Zimmer meines Bruders sah“ weinte ich die ganze Nacht durch. Nicht wegen meines Bruders. Sondern wegen mir. Und wegen meiner Schwester. Denn auch, wenn wir beide Kinder doch da waren, teilten wir das Erlebte nicht. Sprachen wir niemals davon. Nicht über unsere Traurigkeit. Über unsere Ohnmacht. Über unsere Angst. Über unsere Überforderung. 
Ich habe bis heut nicht verstanden warum. Es war wie ein stilles Abkommen. Die Trauer der Eltern, die Tränen, die Stille waren schon kaum zu ertragen. Die eigene Trauer auch. Vielleicht spürten wir, dass wir keine Kraft mehr hatten, auch noch uns gegenseitig eine Stütze zu sein. 
Wenn ein Geschwisterkind stirbt, dann ist es ganz klar: „hier geht es nicht um dich.“ Das muss gar nicht ausgesprochen werden. Das ist ein allgegenwärtiges Gefühl. Eines, dass für sehr lange Zeit bleibt. Für mich war es das Gefühl, was es mir mit am schwersten gemacht hat, gut zu mir zu sein. Es ging einfach nicht um mich. Ich habe das als Kind gespürt, aber erst Mitte Zwanzig hat es mich so richtig von den Füßen geholt. Ich kam nicht mit dem Leben klar. Ich konnte mich nicht abgrenzen. Ich konnte mich nicht spüren. Ich war stark und überspielte alles mit Leichtigkeit und Fröhlichkeit. 
Bis ich es wagte, das "schwarze Meer der Traurigkeit" in mir anzublicken und darüber zu weinen, vergingen Jahre. Zu groß war die Angst, dem Schmerz ins Gesicht zu sehen. Zu groß die Angst, dass ich keinerlei Handlungsmuster hatte mit meinem Schmerz umzugehen. Und sie war sehr berechtigt. Ich hatte es als Kind nicht gelernt. Niemand hat mir geholfen. Niemand, von den Erwachsenen, der den Mut hatte, hinzusehen. Sicherlich nicht aus Gedankenlosigkeit. Sondern auch aus Angst. Aus Angst etwas Falsches zu sagen, zu machen, zu tun. 
Vor einigen Jahren bat ich meine Eltern, dass ich die Trauerkarten einmal lesen dürfte. Es waren sehr viel. Und in nur einer einzigen fand ich eine Anrede, die uns beiden Mädchen bedachte. 
In nur einer einzigen. 
In diesem Jahr bin ich 40 geworden. Ich bin so alt wie meine Mutter, als mein Bruder starb. Meine älteste Tochter ist so alt, wie ich damals war. Es ist 30 Jahre her. Und ich bin dankbar, dass mein Bruder Raphael ein Teil von mir ist. Ich bin dankbar, dass ich heute die bin, die ich bin. Es war ein steiniger Weg. Manchmal muss ich noch immer sehr darüber weinen. Darüber, was das mit mir, mit uns gemacht hat. Aber es ist nicht mehr existentiell. Ich bin dankbar dafür, dass das Meer in mir heute blau ist. Ich betrachte das nicht als Selbstverständlichkeit. 
Ich möchte euch Geschwistern Mut machen: Du kannst das Geschehene nicht ungeschehen machen. Du bist nicht schuld. Du hast ein Recht darauf zu leben. Ein Recht darauf glücklich zu sein. 
Wenn du jemanden verloren hast, ein Elternteil. Ein Kind. Einen Freund. Dann möchte ich dir sagen: du hast ein Recht darauf wieder glücklich zu sein. Du darfst Freude empfinden. Resilienz ist ein Muskel, den man trainieren kann. Aber DU bist dafür verantwortlich, dass er wächst. Suche dir Wegbegleiter und Unterstützer.
Und suche sie auch und unbedingt für deine Kinder. Du musst das gerade nicht alles alleine schaffen und machen. Aber es ist, auch in großer Trauer, doch deine Verantwortung als Vater und Mutter deine anderen Kinder, die dich lieben und brauchen, eine Hilfe an die Seite zu stellen. Die für einen Teil des Weges den Teil übernimmt, den du gerade nicht geben kannst. Und DAS ist absolut ok. 
Und für alle Außenstehenden: lasst die Menschen in ihrer Trauer nicht allein. Du musst keine Worte finden, wo du keine hast. Es reicht, wenn du da bist. Ganz ehrlich. Das reicht aus. 
—–Die liebe Natalia hat schon einmal einen wunderbaren Gastbeitrag über ihre Tochter bei uns veröffentlicht, HIER könnt Ihr ihn lesen. Wer mehr von Natalia erfahren möchte, kann  HIER auf ihre Homepage gehen, ihre Texte sind wunderbar und sie bietet auch Coachings an. 
 
 
 
               
"Wie ich als Kind den Tod meines Bruders erlebte" - Gastbeitrag von Natalia | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-meine-tochter-an-einen-loverboy-verlor-und-wiederbekam
        Ihr Lieben, neulich teilten wir auf unserer Facebookseite den Spielfilm "Ich gehöre ihm" von Thomas Durchschlag (noch bis zum 24.12. in der Mediathek) und zwar mit dem Zusatz, dass man diesen Film als Eltern einer Tochter kaum aushält.
Es geht um das Drama eines Mädchens, das an einen so genannten "Loverboy" gerät. Nachdem wir den Link geteilt hatten, nahm Carola, die eigentlich anders heißt, Kontakt zu uns auf. Wir telefonierten lang. Aus diesem Gespräch entstand der folgende Text, der auch von ihrer Tochter so abgenommen wurde…
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Als Carola bemerkt, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt, ist diese schon ausgezogen. Sie hatte immer einen guten Draht zu ihrem zweiten Kind. Die beiden telefonieren nach ihrem Auszug viel und sehen sich häufig, weil sie weiter in der gleichen Stadt wohnen. Sie ist 19, bereit fürs Leben.
Doch Carola ist beunruhigt. Sie spürt, dass ihrer Tochter – nennen wir sie Sabrina – etwas auf der Seele liegt. Sie ist schweigsamer als sonst, lässt sich in Gesprächen immerzu von Nachrichten auf ihrem Handy ablenken. Hier stimmt doch etwas nicht, ahnt die Mama. Und sie soll Recht behalten…
Hörig, abhängig: In den Fängen eines "Loverboys"
Denn was sie da noch nicht weißt, ist, dass Sabrina in die Fänge eines genannten Loverboys geraten ist. An einen Typen Anfang oder Mitte 20, der aussieht wie ein Topmodel. Ein Schönling, der ihr den Himmel auf Erden verspricht. Und der irgendwann sagt, er brauche dringend 10.000 Euro.
Es sind die kleinen Dinge, die der Mutter Sorgen machen. Wenn Sabrina bei ihr ist, zieht sie auf dem Sofa die Beine an sich, wie in Embryohaltung.
Carola sagt ihr immer wieder: Sabrina, ich bin für dich da. Wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid. Bis Sabrina irgendwann in Tränen ausbricht. Danke, Mama. Danke. Aber ich kann dir leider noch nicht sagen, was los ist.
Was Mama nicht weiß: Ihre Kind geht anschaffen
Zehn Freier bedient ihre Tochter in der Anfangszeit. Pro Tag! Später sind es drei oder vier, je nach Auftragslage.
Sabrina ist ihrem Loverboy, der ihr immer mal wieder andere Namen und Geburtsdaten auftischt, verfallen. Wenn sie äußert, dass sie aussteigen will, schlägt er sie, sie hat blaue Flecken am ganzen Körper. Er braucht das Geld. Das Geld, das sie ihm liefert!
Bewusst verschuldet er Sabrina. Mit Handyverträgen oder teuren Bestellungen, die sie „abbezahlen“ muss. Er droht, ihren kleinen Geschwistern oder ihrer Mutter etwas anzutun, wenn sie etwas sagt.
Sie liebt ihn. Sie kann nicht ohne ihn.
Carolas Tochter verändert sich, lächelt nicht mehr
Wenn Sabrina ihre Mutter besucht, geht sie erstmal ins Bad. Sie fühlt sich dreckig. Einmal kommt sie kaum ohne Hilfe aus der Dusche raus, nicht nur ihre Seele leidet. Auch ihr Körper.
Die Freier sind eher gut betuchte Männer. Irgendwann kann sie wählerischer werden, bald lässt sie nicht mehr jeden in ihre kleine Wohnung. Denn dort geschieht es. Sie will da raus. Aber sie schafft es nicht.
Ich bin für dich da. Als Carola endlich von Sabrina erfährt was los ist, bricht für sie eine Welt zusammen. Sabrina behauptet, das alles freiwillig zu tun. Für ihn. Aus Liebe. Es sei ja nur Sex und schnell verdientes Geld. Sie sei so verliebt. Sie habe Angst, dass Carola sie jetzt verstoße. Ich bin für dich da.
Mama macht gute Miene zum bösen Spiel
Ihrer Mama kommt fast die Galle hoch, wenn sie an ihn denkt. An diesen Typen, der noch mit ihnen Weihnachten gefeiert hatte. Von dem sie nicht wissen durfte, was er ihrer Tochter antat. Sie musste gute Miene zum bösen Spiel machen, sie durfte nichts sagen, obwohl sie es wusste. Es wäre gefährlich geworden. Für sie. Für ihre Tochter.
Er habe gut geschauspielert, sagt Carola, sei höflich in der Ansprache gewesen und habe sich sogar geduldig mit Sabrinas Geschwistern gezeigt. Sie musste mit ansehen, wie ihre Tochter ihn anhimmelte, wie sie ihm Parfum geschenkt hatte, das sie sich eigentlich nicht hätte leisten können… knutschen, turteln – das ganze Programm. „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schwer das war!“, sagt sie.
Mittlerweile hat sie eine Erklärung für Sabrinas verloren gegangenes Lächeln. Auch ihr eigenes friert ein. Mehr noch. Sie weiß alles und darf doch nichts wissen. Sie weint an den unmöglichsten Orten, in der Bahn auf dem Nachhauseweg, im Supermarkt. Wie kann sie ihrer Tochter helfen?
Eine Mutter kämpft um ihr Kind
Carola wird zur Löwenmama. Sie schmiedet Fluchtpläne für Sabrina, freundet sich mit Mädchen und Jungen aus der Szene an, von denen sie sich Hilfe erhofft. Spricht mit Opfern und deren Müttern, bringt sich selbst in Gefahr.
Sie liest das Buch „Und plötzlich gehörst du ihm – Gefangen im Netz eines Loverboys*“. Sie will immer einen Schritt weiter sein, um handeln zu können, um ihre Tochter aus der Schusslinie zu nehmen.
Im Hintergrund telefoniert sie Beratungsstellen ab, wendet sich ans Jugendamt. Aber ohne echten Namen kommt sie nicht weiter, so richtig fühlt sich niemand zuständig. Außerdem ist ihre Tochter volljährig. Und: Sie gibt vor, das alles freiwillig zu tun.
„Ich bin durch die Hölle gegangen“, sagt Carola. „Aber für mich war immer klar, ich halte zu meinem Kind.“ In ihrer Verzweiflung will sie stark sein. Stark für ihr Kind. Und ihre bedingungslose Loyalität zahlt sich aus. Ihre Tochter zeigt ihr einige Mails, gibt ihr Kontaktdaten von Freiern.
Mit einem nimmt sie Kontakt auf, er könne evtl. beim Ausstieg helfen, sagt er. Doch bei einem ersten Treffen stellt er Bedingungen: Ich habe deine Tochter gevögelt. Jetzt will ich noch dich. Eine Farce.
"Es war schlimmer als ein Albtraum."
Schlimmer als ein Albtraum, nennt Carola das heute. „In mir ist so viel kaputt gegangen.“ Wenn dein Kind die Hilfe nicht will, sind uns die Hände gebunden, sagen die Beratungsstellen. Sie kämpft allein.
Immer wieder verbietet der Loverboy ihrer Tochter den Kontakt zu ihr. Währenddessen zieht er sein Spielchen mit weiteren Frauen durch. Sabrina mag seine „Hauptfrau“ sein, mit ihr macht er das meiste Geld, aber sie ist nicht die einzige, die ihm hörig ist, die er manipuliert, bis sie alles macht, was er von ihr verlangt.
Die wie fremdgesteuert für ihn funktioniert, die er immer weiter in seine Abhängigkeit manövriert. Die für ihn anschaffen geht. Angeblich aus Liebe.
Vier Jahre lang dauert ihr Martyrium aus Prostitution und Hörigkeit.
Drei Mal geht Carola mit ihrer Tochter zum LKA, dreimal bricht sie das Gespräch ab und läuft weg. Zurück in seine Arme. Sie kommt nicht los. Jetzt noch nicht.
Dann schafft sie den Absprung.
Endlich: Sabrina schafft den Absprung
Am Ende ist es ihr Körper, der sie zum letzten Schritt zwingt, er nimmt kaum noch Nahrung an. Mehrmals bricht sie auf der Straße zusammen, wird ins Krankenhaus eingeliefert. Sie fängt eine Therapie an, besucht Ärzte. Hält sich kaum noch in ihrer Wohnung auf, um nicht von ihm abgefangen zu werden.
Anfangs terrorisiert er sie, ruft immer wieder an, droht. Doch am Ende haben sie so viel gegen ihn in der Hand, dass sein echter Name polizeibekannt wird und er sich zurückziehen muss. Sabrina beginnt einen Job, vor allem zur Ablenkung.
Bei manchen Gerüchen auf der Straße wird Sabrina immer noch schlecht, dann erlebt sie Flashbacks in die schlimme Zeit. Überall im Alltag lauern Geruchs-Trigger, Betroffene haben oft jahrelang damit zu kämpfen. Da kommt plötzlich Hass und Wut hoch, viele richten diese auch gegen sich selbst, erzählt Carola.
Selbst die Umarmung eines vertrauten Menschen kann Erstickungsgefühle hervorrufen. Nähe zuzulassen fällt nicht mehr leicht. Familien zerbrechen daran. Die meisten brauchen jahrelange Therapien, um halbwegs zurückzufinden in einen geregelten Alltag.
Vier Jahre sind seit Sabrinas Absprung vergangen, die Fassade wirkt unauffällig. Heute ist sie verheiratet und Mama geworden.
Nichts ist mehr wie es war: Für immer verändert
Carola hat die Sorge um ihr Kind gebrochen, sie hat es schwer, Männern zu vertrauen, ihre Grundfeste sind erschüttert. Aber sie hat keinen Hass mehr. Sie hat ihre Tochter wieder. Und das ist mehr als sie erwarten konnte. Nie wieder aber, das glaubt sie fest, werden sie zurückfinden in die Unbeschwertheit von damals.
Wirklich geholfen hat ihr am Ende der Kontakt zu einer anderen betroffenen Mutter, die ihr die Beratungsstelle Eilod vermittelt hat (der Verein übrigens, der ihr in der Zeit am meisten geholfen hat) und mit der sie noch heute freundschaftlich verbunden ist. Weil niemand sonst wirklich nachvollziehen kann, was sie da durchgemacht haben. Und was es bedeutet, wenn sich das eigene Kind ins Unglück stürzt.
Sabrina wird nie wieder dieselbe sein wird wie vorher. Und ihre Mama eben auch nicht.
 
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Foto (Symbolbild): pixabay
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Wie ich meine Tochter an einen Loverboy verlor – und wiederbekam | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-meinen-mann-an-den-alkohol-verlor-und-niemanden-mehr-so-lieben-konnte-wie-ihn
        Mein Name ist Heike und ich möchte Euch heute von Sascha erzählen. Unsere Geschichte beginnt an einem kalten November Abend, ich war gerade mal 19 Jahre alt und mit meinen Mädels in unserer Lieblingsdisko – wie jeden Samstag. Wir feierten ausgelassen, tanzten wild. Plötzlich bemerkte ich, dass mich ein Typ beobachtete. Er saß mit seinen Freunden am Tisch und guckte immer rüber. Er gefiel mir, aber ich war auch zu schüchtern, ihn anzusprechen. 
Irgendwann kam einer seiner Freunde, zog mich an den Tisch und stellte uns einander vor. Der Typ mit dem süßen Grinsen hieß Sascha, war 23 Jahre alt. Tja, was soll ich sagen: Es war Liebe auf den ersten Blick – auf beiden Seiten! Ab diesem Abend waren wir praktisch unzertrennlich. Er wurde nicht nur mein Partner, sondern auch mein bester Freund, mein Seelenverwandter. Wir genossen die Zeit so sehr, es gab nie Streit und schon nach drei Monaten machte er mir einen romantischen Heiratsantrag. Ich sagte ja – und war überglücklich.
Kurz darauf wurde ich schwanger. Seine Familie war nicht gerade begeistert, was ich verstehen kann. Sascha studierte und ich war noch in der Ausbildung. Aber wir freuten uns, Abtreibung kam für uns nie in Frage. Wir waren uns sicher, dass wir alles zusammen schaffen können. Im Januar 2000 kam unser kleines Wunder zur Welt. Wir waren verzaubert und endlich eine Familie. Sascha war der liebevollste Papa, den man sich vorstellen kann und auch für mich ein sehr fürsorglicher und liebender Partner. 
Doch als unser Sohn zwei Jahre alt war, veränderte sich Sascha. Er war seltener zu Hause, sagte, er wäre bei seinen Eltern, um dort in Ruhe zu lernen. Er wollte ja endlich sein Studium abschließen. Mir leuchtete das ein, aber irgendwie spürte ich, dass etwas faul war. Wenn er zu Hause war, schlief er viel, wirkte abwesend und war nicht mehr zugänglich. Ich wusste nicht, was mit Sascha los war, versuchte geduldig zu sein, schob es lange auf den Lernstress. 
Eines Tages kam dann eine Nachbarin auf mich zu. Sie erzählte mir, dass sie Sascha gesehen hatte, wie er heimlich trank, abends und tagsüber. Ich konnte es zunächst kaum glauben, musste dann aber einsehen, dass Alkohol eine Erklärung für Saschas Verhalten sein könnte. Ich sprach ihn darauf an, er gestand sofort alles. Wir weinten und redeten und er versprach, mit dem Trinken aufzuhören. Ich glaubte ihm, damals war ich noch so naiv, dass ich glaubte, man könne einfach so mit dem Trinken aufhören….
In den nächsten Wochen stritten wir oft, Sascha war ständig gereizt und fühlte sich durch alles angegriffen. Natürlich hörte er auch nicht „einfach mal“ mit dem Trinken auf. Die Situation spitzte sich zu und da ich meinen Sohn schützen wollte, setzte ich Sascha irgendwann vor die Tür. Ich sagte ihm, er solle seine Sucht in den Griff bekommen, dann wäre ich für einen Neustart bereit. 
Eine Woche hörte ich nichts von ihm, es war die Hölle für mich – doch dann rief Sascha mich unter Tränen an und sagte, er wolle zurück zu mir. Er sagte, er würde mich und den Kleinen so sehr vermissen und er wolle alles dafür tun, dass es wieder wie früher wird. Er willigte ein, einen Entzug zu machen – allerdings sagte er, er wolle nicht in eine Klinik. 
Wir besprachen, dass er bei uns zu Hause entziehen sollte. Ich brachte den Kleinen am Freitagmorgen zu meinen Eltern, um das ganze Wochenende voll für Sascha da zu sein. Ich hätte nie gedacht, wie heftig dieser Entzug werden würde. Sascha hatte Schweißausbrüche, zitterte, wütete – es war einfach schrecklich. 
Am Sonntag nachmittag schien es überstanden. Er war vollkommen nüchtern, zitterte nicht mehr. Wir waren beide erschöpft, lagen auf der Couch, hielten uns fest und redeten. Ich spürte, dass ich meinen Sascha wieder hatte. Er sagte, dass er angefangen hatte zu trinken, weil er mit dem Druck nicht mehr zurecht kam – Studium, die Verantwortung für uns, fianzielle Sorgen. Er sagte, durch das Trinken habe er kurz seine Sorgen vergessen – doch er hätte schnell mehr und mehr Alkohol gebraucht… .Ich hörte ihm einfach nur zu und wir waren uns sicher, dass wir diese Krise zusammen durchstehen. 
Abends holte ich unseren Sohn ab. Wir aßen gemeinsam zu Abend, brachten unser Kind ins Bett, redeten weiter. Gegen Mitternacht legten wir uns schlafen. Er hielt meine Hand und sagte, wie froh er sei, mich zu haben. Gegen drei Uhr morgens weinte unser Sohn. Ich stand auf und sah, dass Sascha nicht mehr neben mir lag. Ich beruhigte unseren Sohn und ging dann ins Wohnzimmer, um nach Sascha zu schauen. Sascha lag auf der Couch und erkannte sofort, dass etwas nicht stimmte. Er war verkrampft und schon blau angelaufen. Ich rief sofort die Polizei, die samt Notarzt kam.
Sascha ist in dieser Nacht gestorben. Sein Herz hat plötzlich versagt. 
Die nächsten Wochen und Monate war ich nicht mehr ich selbst. Ich hatte meinen kompletten Lebensmut verloren, weinte nur noch, konnte nichts mehr essen. Meine Mutter nahm den Kleinen und mich auf und kümmerte sich um alles. Ohne sie hätte ich diese Phase wohl nicht überstanden. 
Eines Morgens wachte ich dann auf, weil ich mein Kind reden hörte. Ich ging zu ihm und fragte: „Mit wem sprichst du?“ Er sagte: „Na, mit Papa natürlich!“ Ich fing bitterlich zu weinen, aber mir wurde gleichzeitig auch klar, dass ich mich zurück ins Leben kämpfen musste – für unseren Sohn. 
Das alles ist mittlerweile 17 Jahre her, bis heute habe ich Saschas Tod nicht komplett verarbeitet. Er fehlt mir bis heute und manchmal kommen mir noch die Tränen, wenn ich an ihn denke. Er war einfach die Liebe meines Lebens. Ich habe nie wieder so geliebt, meine späteren Partnerschaften gingen nicht gut. Saschas und mein Sohn ist heute 19 Jahre alt, er ist ein toller Kerl und ich liebe ihn und seine beiden Halbgeschwister sehr. 
Ich weiß, dass es da draußen viele andere Frauen mit heftigen Schicksalen gibt. Denen möchte ich sagen: Bleibt stark, ihr seid nicht alleine. Vertraut Euch anderen Menschen an, auch Ihr braucht Unterstützung. Kaum ein Leben verläuft ohne Tiefen. Aber auch nach den tiefsten Tiefen kommen Hochs – und die machen das Leben wieder lebenswert. 
Foto: Pixabay
 
               
Wie ich meinen Mann an den Alkohol verlor - und niemanden mehr so lieben konnte wie ihn | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-mich-im-baby-alltag-verlor-und-jetzt-besser-auf-mich-aufpasse
        Ihr Lieben, nach unserer Frage bei Facebook, was ihr als das Krasseste in der Elternschaft empfindet erreichten uns zahlreiche unterschiedliche Zuschriften mit ganz verschiedenen Themen.
Auch Julia meldete sich bei uns, sie schrieb: „Die plötzliche Fremdbestimmung und der Versuch dabei selbst nicht verloren zu gehen. Aber auch die überwältigende Liebe und oft damit verbundene Ängste um das Kind. Das kann man sich vorher nicht vorstellen.“
Wir haben dann einmal nachgehorcht und wollten wissen, wie sie es schafft, in alle dem Familientrubel selbst nicht unterzugehen. Und hier schreibt sie sehr ehrlich von ihrem Tiefpunkt – und ihren Inseln und Oasen.
Als alles zu viel wurde
„Ich muss vielleicht ein wenig ausholen. Ich hatte in der Schwangerschaft wirklich keine rosa Brille auf, was das Leben mit Kindern betrifft. Und trotzdem hat mich die Realtität eiskalt erwischt und umgehauen.
Ich war immer ein Mensch, der auch sehr gerne mal für sich war, ich konnte als Kind schon einfach alleine in meinem Zimmer spielen. Und auch später war ich gerne mal mit mir allein. Plötzlich war das vorbei, da war dieser kleine Mensch, der einfach alles, aber wirklich ALLES bestimmte.
Ich entwickelte leider schnell eine Wochenbettdepression, die aber lange unerkannt blieb. Ich sah immer die anderen Mütter, die scheinbar alles problemlos mit Kind auf dem Arm wuppten und glücklich damit schienen.
Heute weiß ich, dass das nur Schein ist, aber damals hatte ich das Gefühl, nicht zu genügen. Ich gab alles, trug meinen Sohn die ersten sechs Monate ständig am Körper, da er sich nicht ablegen lies, stillte die Nächte durch und wollte die Dinge von meinem Mann fernhalten, da er ja arbeitn ging und ich zuhause war.
Irgendwann kam aber die große Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen kann, dass ich nicht glücklich bin und meine Auszeiten brauche. Da genügte halt nicht einfach mal eine Tasse Kaffee in Ruhe, das musste für mich mehr sein. Also spannte ich meinen Mann mehr ein, auch die Großeltern mussten ran.
Wir haben mittlerweile feste (halbe) Tage eingeführt, an denen mein Sohn bei den Großeltern ist. In dieser Zeit mache ich keinen Haushalt und auch keine Einkäufe, sondern tue nur das, auf was ich Lust habe. Anfangs hatte ich dabei ein schlechtes Gewissen, aber ich sehe selbst, wie gut es mir tut. Danach habe ich viel mehr Energie für mein Kind.
Ich glaube das berühmt berüchtigte „Dorf“, das es brauch um Kinder zu erziehen, ist ganz wichtig und jeder sollte versuchen, sich das aufzubauen. Ich weiß, dass ich priviligiert bin, weil die Großeltern in der Nähe sind und Zeit haben, das hat nicht jeder. Aber wäre das nicht so, würde mein Sohn zu einer Tagesmutter oder in eine Krippe gehen.
Kein schlechtes Gewissen haben!
Man darf auch kein schlechtes Gewissen haben, den Mann einzuspannen. Ich denke manchmal, sogar an meinem Arbeitsplatz war ich weniger fremdbestimmt als an einem Tag zuhause mit Kleinkind oder Baby.
Ich nehme mir bewusst Zeit für mein Hobby (ich nähe gerne), nehme mir bewusst Zeit mit meinen Freundinnen und bespreche diese Zeiten halt vorher mit meinem Mann. Der arbeitet Schicht, ist also auch nicht immer einfach verfügbar, aber es klappt wunderbar, wenn man miteinander spricht.
Wir erwarten bald unser zweites Kind und ein wenig Angst habe ich schon, dass die zurück gewonnenen Freiheiten dann wieder verloren gehen. Aber dieses Mal weiß ich, auf was ich achten muss, damit es mir besser geht.“
Foto: pixabay
               
Überfordert: Wie ich mich als Mutter im Alltag mit Baby selbst verlor
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ist-das-leben-eigentlich-so-mit-drei-kindern
        Neulich traf ich jemand, dem ich schon lange nicht mehr über den Weg gelaufen war. Sie fragte mich: "Und? Wie ist das Leben mit drei Kindern so?" Ich lachte und sagte: "Auf jeden Fall nicht langweilig." Für den kurzen Small-Talk reichte die Antwort, zu Hause dachte ich aber nochmal über die Frage nach. Wie ist mein Leben mit drei Kindern?
Es ist laut. Wirklich laut. Die Feuerwehrmann-Sam CD läuft, während meine Tochter Flöte übt. Die Kleine ruft: "Buuuuccccchhhh!", die Spülmaschine piepst, dass sie ausgeräumt werden möchte. Das Telefon klingelt, Lisa muss noch was mit mir besprechen. Der Fußball knallt ans Garagentor, das Bobbycar schrubbt die Straße runter. Die Kinder spielen fangen, streiten, die Kleine fällt hin und heult. "Ihhhh, das Essen ist eklig." "Maaaamaaaaa, ich bin fertig!" "Maaaaamaaaaa, wo sind meine Sportsachen?".
Es ist anstrengend. Weil ein Kind die beste Planung über den Haufen schmeißen kann. Drei Kinder schmeißen sie ganz sicher um. Gerade haben wir wieder eine zehntägige Krankheitswelle hinter uns. Hand-Mund-Fuß, Magen-Darm und Fieber. Da geht es nicht mehr um Feinheiten, da geht es nur noch ums Überstehen. Da bin ich meilenweit davon entfernt, ordentlich angezogen zu sein, da stopfe ich mir schnell ein Stück trockenes Brot in den Mund, bevor ich wieder mal Fiebersaft verabreiche. Da ist bei uns nichts instagram-tauglich, wir halten einfach irgendwie durch. 
Es ist aufregend. Nie hätte ich gedacht, dass ich vor einer Einschulung so aufgeregt sein könnte. Nie hätte ich gedacht, dass ich beim Fußball-Training mitfiebere. Dass ich stolz bin, wenn das Kind das erste Mal woanders übernachtet. Dass mein Herz aufgeht, wenn die Große der Kleinen etwas vorliest. Dass es drei Mal einem Wunder gleicht, wenn das Baby plötzlich aufsteht und die ersten Schritte macht. Dass so viel Freunde macht, dabei zuzusehen, wie sie größer werden. 
Es ist nervenaufreibend. Diese ständigen Diskussionen. Stell die Schuhe ordentlich hin. Bitte nicht durch die Pfütze laufen. Nein, heute kein Ipad. Nur weil alle anderen Kinder ein Handy haben, brauchst Du noch lange keins. Ja, Zähneputzen ist Pflicht. Du darfst Deiner Schwester nicht einfach den CD Player wegnehmen. Bitte schmeißt die Socken in die Wäsche.
Es ist wärmend. Die Nähe, die Liebe – mehr geht nicht. Das Gefühl, gebraucht zu werden. Der sichere Hafen zu sein, die Retterin, die, die das Aua wegpusten kann. Die, deren Hand gebraucht wird, um einschlafen zu können. Die Monster unter dem Bett verjagen kann. Die Tränen trocknet und wegstreichelt. Die am Besten vorlesen kann und wie eine Löwin für sie kämpfen würde. 
Es macht schlau. Vieles kann man theoretisch tausendmal durchdenken – wenn man aber dann in der Situation steckt, ist alles anders. Mutterschaft hat mich so viel klüger gemacht, ich habe so viel gelernt. Darüber, wie Kinder sind, was sie brauchen, dass jedes Kind anders sind, jede Familie. Ich finde, Kinder zu haben, macht im besten Fall toleranter. 
Es macht müde. Weil die wenigsten Kinder schnell durchschlafen. Es gab Tage, da bin ich im Auto auf dem Supermarktparkplatz eingeschlafen. Die erste Zeit ist einfach hart, sauhart. Das Gute: Es wird besser. Echt!
Es macht glücklich. Nicht immer. Aber oft. Und dieses Glück hat dann eine ganz besondere Tiefe.
Es ist so viel mehr als mit zwei Kindern. Von Anfang an galt der Spruch "Das Dritte läuft einfach so mit" bei uns nicht. Bei uns sind es drei starke Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die alle Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld brauchen. Der Sprung von zwei auf drei war für mich definitiv der heftigste. 
Es macht belastbarer. Ich hätte vor den Kindern nie gedacht, dass ich so viel an einem Tag schaffen kann, dass ich so multitaskting-fähig sein könnte. Mit einem Kind dachte ich, ich würde nie ein zweites schaffen. Mit zwei Kindern dachte ich, ein drittes wäre nicht machbar. Aber: Man wächst mit seinen Aufgaben. 
Es macht dankbar. Für ein wames Zuhause, für Gesundheit, für Freunde, für Großeltern, für eine stabile Partnerschaft.
Es macht faltig.  Wenig Schlaf, viel Geschwistergestreite – an mir gehen die Jahre nicht spurlos vorbei. 
Es macht weicher. Ich heule bei emotionalen Videos oder Werbungen, mir schnürt es die Kehle zu, wenn ich Kinder in Kriegsgebieten sehe, ich kann nicht mitansehen, wenn ein Kind weint. Elternschaft macht verletzlich. 
Es macht Spaß. Es gibt einfach ganz großartige Tage mit Kindern. Es macht Spaß mit ihnen über Felsen zu klettern. Es macht Spaß mit ihnen im Wald spazieren zu gehen. Es macht Spaß mit ihnen ein Heimkino zu veranstalten. Es macht Spaß gemeinsam den weltgrößten Legoturm zu bauen. 
Kinder machen mehr aus meinem Leben. Mehr aus allem. Mehr Freude, mehr Frust, mehr Tränen, mehr Lachen, mehr Träume und mehr zerplatzte Vorstellungen. Sie sind die größte Bereicherung in meinem Leben. Sie sind so wie das Leben selbst – wild, bunt, aufregend, anstrengend, sonnig, schwer, leicht – und in jeden Fall nicht langweilig. 
Foto: Leni Moretti 
 
 
               
Wie ist das Leben eigentlich so mit drei Kindern? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ist-das-mutter-sein-in-israel-ein-interview-ueber-religiositaet-hebammen-und-heimweh
       
Liebe Judith, Du hast uns geschrieben, dass Du in Isreal lebst, Stadt Land Mama aber sowas wie eine Nabelschnur für Dich nach Deutschland ist. Das freut uns soooo. Erzäh mal, seit wann lebst du in Israel und wie kam das?
Ich bin vor über 3 Jahren für einen Job nach (West-)Jerusalem gezogen. Ich habe damals die Projektleitung einer politischen Kooperation von israelischen, palaestinenischen und deutschen AktivistInnen übernommen und dachte, dies sei einfach ein Schritt auf der Karriereleiter und ich würde nach 2 Jahren einfach mein Berliner Leben wieder aufnehmen. Wie das Leben so spielt, war meine Wohnung in der Nachbarschaft von einem ehemaligen Urlaubsflirt von mir, wir hatten die gleiche Stammkneipe und ganz viel Chemie zwischen uns. So lebe ich heute immer noch hier und habe inzwischen eine deutsch-israelische Familie.
Du bist vor einem Jahr Mutter geworden. Wie hast Du die Schwangerschaft und Geburt in Israel erlebt?
Die Schwangerschaft war für mich ein ständiger Kampf zwischen meinen deutschen Vorstellungen und der israelischen Realitaet. Es gibt keine Hebammen, keinen Mutterpass und vor allem nicht die vielen verschiedenen Lebensmittel aus meiner Kindheit, nach denen es mich plötzlich gelüstet hat. Ich stand mehrmals weinend im Supermarkt, weil ich unbedingt diesen einen Joghurt haben wollte und sowieso alles einfach falsch war. Zum Beispiel habe ich mir Stillen ganz unromantisch durch Youtube-Videos beigebracht.
Die Versorgung während der Geburt hat mich allerdings versöhnt. Ich hatte eine Risikoschwangerschaft und die Geburt wurde vier Wochen zu früh eingeleitet. Weil die Geburt so schwierig war, wurde mir die gesamte Zeit eine eigene Krankenschwester an die Seite gestellt. Nach 18 Stunden Wehen konnte ich nicht mehr und wollte einfach nur einen Kaiserschnitt haben, damit die Schmerzen endlich vorbei sind. Da kam eine Aerztin, hat sich neben mich gesetzt, meine Hand genommen und gesagt: Hey, das schaffst du. Das ist medizinisch nicht notwendig, du hast ausserdem genügend Kraft in dir und wir schauen jetzt mal, wie wir dich weiter unterstützen können. Nach insgesamt 24 Stunden kam der Kleine dann in der Tat natürlich auf die Welt und ich bin heute sehr dankbar für dieses Vertrauen in meine eigene Kraft.
Du bist nach drei Monaten wieder Vollzeit in den Job eingestiegen? Wie ging es Dir damit und wie machen das die meisten anderen Mütter in Israel?
Es gibt einen gesetzlichen Mutterschutz von drei Monaten in Israel. Danach gehen die meisten Frauen wieder arbeiten, das Leben ist hier wahnsinnig teuer und ein einziges Gehalt reicht meist nicht aus. Zum Glück haben wir tolle Grosseltern in der Nähe und mein Mann und ich können uns unsere Arbeit recht flexibel einteilen, so haben wir die Fremdbetreuung vermieden. Viele Mütter haben aber nicht dieses Glück, es gibt also viele sehr kleine Babys in israelischen Kindergärten.
Es war wichtig und gut für mich, wieder mehr geistigen Input zu haben. Die Eintönigkeit und Mischung aus Langeweile und Überforderung während des Mutterschutzes haben mich ganz schön geschafft. Auf der anderen Seite war es körperlich grade am Anfang wahnsinnig hart, ich weiss nicht wie oft ich vor Müdigkeit unter der Dusche geweint habe oder auf wie vielen Autobahnraststaetten ich zwischen zwei Meetings Milch abgepumpt habe. Aber mit viel Pragmatismus, Mut zur Lücke und tollen Kolleginnen ging das irgendwie.
Was hast Du durch Deinen Sohn über Dich selbst gelernt?
Dass ich meinen eigenen Instinkten als Mutter vertrauen kann.
Was war am Schwersten für dich im letzten Jahr?
Wir haben hier keine engen Freunde mit Kindern und ich habe schlicht keine Zeit und Kraft für Krabbelgruppen. Ausserdem ist der israelische Teil Jerusalems sehr stark von Religion geprägt. Das heisst, auf unserem Spielplatz bin ich immer die einzige nicht-religiöse Mutter, deren Sommerkleid immer ein wenig zu kurz ist und ganz offensichtlich nicht Teil der Gemeinschaft ist. Ich fühle mich also manchmal alleine und isoliert in meinem Mama-sein.
Was vermisst Du an Deutschland?
Meine Freunde, bezahlbaren Käse und Wein und dass Leute in Warteschlangen anstehen.
Was findest du in Israel besser geregelt als in Deutschland?
Kinder gehören hier zur Normalität und zum Alltag dazu, sie sind gewünscht und dürfen Kinder sein. Wir nehmen den Kleinen überall mit hin, so wird er sogar in (rauchfreien) Restaurants und Kneipen stets mit einem Lächeln und einem Gläschchen Milch begrüßt. Jedes Mal in Deutschland bin ich geschockt über den Unterschied, den ich im öffentlichen Umgang mit Kindern wahrnehme.
Gibt es Pläne, wie es bei Euch weitergeht?
Wir ziehen im September nach Deutschland um zu testen, wie es uns dort geht. Das Leben ist einfacher und günstiger in Deutschland, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir uns zu Hause fühlen werden. Dies herauszufinden ist unser nächstes Ziel.
Wie hat sich Eure Partnerschaft durch das Kind verändert?
Ganz zu Beginn der Mutterschaft hatte ich so eine Art feministischen Schock. Ich habe meinen Mann darum beneidet, noch eigene Bedürfnisse wahrnehmen zu können. Und mein Mann war frustriert, weil er mir meine Überforderung oft nicht nehmen konnte und auch noch selber in die neue Lebenssituation finden musste.  Aber die Elternschaft hat auch eine ganz neue Intimitaet und Verbindlichkeit entstehen lassen, so dass wir mit viel Ehrlichkeit und Humor an unseren Themen arbeiten. Ich finde uns als Team schon ziemlich toll.
Wenn Du eine Sache an Eurer Situation optimieren könntest – was wäre das?
Ich würde gerne wissen, in welchem Land und vielleicht sogar in welcher Stadt wir in den nächsten 5 Jahren leben werden. Oh, und mehr Schlaf wäre auch mehr als okay für mich!
               
Wie ist das Mutter-sein in Israel? Ein Interview über Religiosität, Hebammen und Heimweh | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-kann-ich-mein-kind-auffangen-wenn-der-vater-sich-von-seiner-neuen-frau-trennt
         Ihr Lieben, ich bin in zweiter Ehe verheiratet. Mein Exmann hat ebenfalls nochmal geheiratet. Jetzt ist es so, dass seine zweite Ehefrau eine Woche vor Weihnachten ausgezogen und die Ehe nach nicht mal drei Jahren gescheitert ist. Für unseren gemeinsamen Sohn heißt das, dass er schon wieder eine Trennung durchmachen muss.
Ich weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll. Vielleicht gibt es Leserinnen in ähnlicher Situation? Was hat den Kindern geholfen und wie haben sie sich davon distanziert?
Es gibt zwischen Ehefrau Nr. 2 und mir leider keinen Kontakt…. sie wollte sich nie mal mit uns an einen Tisch setzen. Auch nicht, als wir sie einluden, mal gemeinsam zu überlegen, welche Schule für unseren Großen am besten passen könnte.
Ich merke, wie mein Sohn (Grundschüler) an der schon wieder neuen Situation zu knabbern hat. Auch, weil mit der neuen Stiefmutter ebenfalls der Hund ausgezogen ist.
Wer kennt das und könnte mir und uns durch diese schwierige Phase helfen?
 
Foto: pixabay
               
Wie kann ich mein Kind auffangen, wenn der Vater sich von seiner neuen Frau trennt? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-lilli-nach-dem-tod-ihres-mannes-durch-bouranis-musik-zurueck-ins-leben-fand
       
Es hätte eine besonders glückliche Phase ihres Lebens sein können: Lilli und ihr Mann hatten gerade ein Haus gebaut, beruflich lief es gut, ihre Tochter würde bald zwei werden – und sie waren immer noch verliebt. In diese Idylle platzte die Diagnose für ihren Mann: Leukämie.



Ein Dreivierteljahr zerriss sich Lilli zwischen ihm und ihrer kleinen Tochter, zwischen Krankenhaus und Kita. Dann starb ihr Mann mit 39. Lilli fühlte sich taub, konnte keine Musik mehr ertragen. Bis sie im Sommer des Jahres nach seinem Tod ein Stück von Bourani hörte, das ihrer Trauer eine neue Richtung gab. Daraufhin schrieb sie dem Musiker diesen Brief.



Ein Brief als Dank an Andreas Bourani



Lieber Andreas Bourani,ich möchte mich bei Dir bedanken. Deine Musik hat mich ein stückweit zurück ins Leben geholt.Bis vor zwei Jahren war immer mein Mann unser DJ im Haus gewesen. Ich kannte kaum einen Interpreten mit Namen, sondern nur die Lieder – vom Hören. Er brachte immer wieder neue mit, ich brauchte mich nicht zu kümmern. Seitdem mein Mann die Diagnose Leukämie bekam, habe ich keine Musik mehr gehört. Jedes Lied erinnerte mich an einen bestimmten Urlaub, bestimmte Momente mit ihm und unserer kleinen Tochter. Nicht einmal mehr im Auto konnte ich das Radio anstellen. Nicht in dem schlimmen Dreivierteljahr vor seinem Tod, in dem ich mich zerriss, zwischen Krankenhausbesuchen, unserer zweijährigen Tochter, meiner Arbeit, dem Haus und allem, was erledigt werden musste. Und auch nicht in dem traurigen Jahr nach seinem Tod. Er starb im Februar.Ich stand unter Schock. Eigentlich seit diesem Tag, denke ich im Rückblick. Ich versuchte zu funktionieren, für meine Tochter da zu sein. Fröhlich mit ihr zu spielen, auch wenn mir nach Heulen zumute war. Ich wollte alles schaffen, alles gut machen, Kind, Arbeit, Papierkram, Haus und Garten unter einen Hut bringen. Ich verdrängte alles durch Aktionismus. War ständig unterwegs, machte weite Reisen, verabredete uns fast täglich. Im Mai dieses Jahres konnte ich nicht mehr so weiter machen. Meine Kraft war endgültig verbraucht. Und dann hörte ich dein Lied „Hey!“ im Radio. Und irgendetwas passierte mit mir. Ich begann runterzufahren. Loszulassen. Ich konnte wieder Musik hören, Emotionen zulassen. Und da ist auch ab und zu wieder etwas Lebensfreude. Wieder am Leben! Ich höre das Album seitdem, wann immer es geht. Meine Tochter singt auch schon mit. Sie ist gerade 4 geworden und versteht nicht, was sie da singt. Aber sie will jetzt immer den Mann hören, „der springt“ (weil du auf dem Coverfoto deines Albums in die Luft springst).Danke für deine wundervolle Musik, Lilli



Was dem Brief voranging – die ganze Geschichte



Der Anruf kam an einem warmen Nachmittag, Mitte Mai. Unsere Tochter hatte ihre erste Bindehautentzündung und ich wartete auf einen Rückruf des Kinderarztes. Doch dann war es mein Mann, der mich anrief. Ich konnte kaum verstehen, was er sagte. Dann kam der eine Satz: „Ich habe Leukämie!“



Ich stand im Flur im Keller. Alles war wie in Trance. Soeben zersprang mein wunderbares Leben in viele tausend Teile. Es riss mir den Boden unter den Füßen weg. Leukämie. Krebs. Blutkrebs.



Wenn der Sinn von allem sich nicht zeigt, sich tarnt bis zur Unkenntlichkeit, wenn etwas hilft mit Sicherheit, dann Zeit. Es geht vorbei, es geht vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“



„Aber das kann doch nicht sein!“, sagte ich. Es werde gerade geklärt, in welches Krankenhaus er käme, antwortete er. „Komm sofort.“ Ich ging aus dem Keller hoch, unsere Tochter lief irgendwie hinter mir her. Sie holte Klopapier für mich. „Hier Mama“, sie streckte ihre Hände zu mir aus. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie sehr mir die Tränen liefen. Ich brachte meine Kleine zu den Nachbarn, sie weinte, ich musste los. Sie war bis dahin kaum einmal von mir getrennt gewesen. Mein Mann. Der Papa. Aber heute Morgen war doch noch alles gut!



Papa hat Leukämie? „Heute Morgen war dann noch alles gut!“



Er würde das packen! Ich machte mir Mut, machte ihm Mut. Nach außen stark. So war es schon immer bei uns, er eher pessimistisch, ich optimistischer. Du schaffst das. WIR schaffen das.



Musik bringt so viele Gefühle zutage. Foto: pixabay



Irgendwie hatte er sich matt gefühlt in den letzten Wochen, hatte blaue Flecken ohne sich gestoßen zu haben. Wahrscheinlich überarbeitet, dachten wir. Vielleicht ein Infekt. Er ging zum Arzt, danach zur Arbeit und erfuhr in seinem Büro am Telefon, dass sich sein Leben jetzt ändern würde. Es war ein Freitag. Am Sonntag begann die Chemo. Er war 38, wir waren erst knappe drei Jahre verheiratet, unsere Tochter noch nicht ganz zwei Jahre alt.



Die Diagnose Krebs kam, als gerade alles perfekt zu sein schien



Wir verbrachten soeben den ersten Frühling in unserem eigenen Haus in Berlin. Er hatte sich damit seinen Lebenstraum erfüllt. Er hatte solchen Spaß gehabt, Bauherr zu spielen und täglich nach dem Fortschritt zu schauen. Erst einen Sommer her und doch ein ganzes Leben. Krebs.



Wenn das Leben grad zu allem schweigt, dir noch eine Antwort schuldig bleibt, dir nichts anderes zuzurufen scheint als Nein – es geht vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“



Die ersten Chemos liefen nicht gut, brachten nicht den erhofften Erfolg. Und ohne wirkungsvolle Chemo war keine Stammzelltransplantation möglich. Mit jeder neuen Behandlung schöpften wir Hoffnung und wurden doch immer wieder enttäuscht.



Die Chemos waren furchtbar, mein Mann, der Macher, sah nicht mehr richtig, er hatte Schmerzen in den Füßen, ihm war schlecht. Bald, bald würde es ihm bestimmt besser gehen. Ganz sicher. Wir würden ein neues Leben beginnen! Bewusster leben, mehr Zeit nutzen, genießen.



Spagat zwischen Kita, Arbeit und Krankenhaus



Ich lebte in einem Spagat zwischen Kita, Arbeit und Krankenhaus. Ich aß nur noch im Laufen, hetzte von 6 bis 24 Uhr durch den Tag. Ich fühlte mich, als sei ich nirgendwo gut genug. Beide brauchten mich mehr, als ich für sie da sein konnte.



Mein Mädchen brauchte plötzlich einen Schnuller, den es vorher nie wollte. Es weinte, weil es seine Mama zu wenig sah. Wachte nachts ständig auf und klammerte sich im Schlaf an mich. Als ich mal an einem Samstagnachmittag nicht im Krankenhaus war, kuschelte sie sich nach dem Mittagsschlaf auf meinen Schoß. Wir blieben regungslos so sitzen. 1 ½ Stunden.



Trotzanfälle und Todesangst: Zerrissen zwischen den Welten



Sie trotzte die gesamte Zeit und oft war es so absurd. Ich kam aus dem Krankenhaus, mal wieder gab es schlechte Nachrichten. Und sie bekam einen Schreianfall, weil die Butter nicht richtig auf ihr Brot geschmiert worden war.



Hey, sei nicht so hart zu dir selbst, es ist ok, wenn du fällst. Auch wenn alles zerbricht geht es weiter für dich.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“



Manchmal weinte auch er, wenn ich ihn im Krankenhaus zurücklassen musste. Ich machte allen Mut. Redete der Verwandtschaft gut zu. Ich funktionierte. Meine Bedürfnisse – mich – gab es nicht mehr. Ohne meine vielen treuen Helfer und meine aufopferungsvollen Eltern hätte ich diese Zeit nicht durchgestanden.



„Papa wohnt jetzt im Krankenhaus“



Diese Krankheit platzte mitten rein in unser Leben. Mitten rein in unser Glück. „Papa wohnt jetzt im Krankenhaus“, sagte unsere Tochter. Zu Beginn schickten wir uns noch viele Videos hin und her und skypten. „Schau mal, unsere Kleine singt jetzt immer, wenn sie isst.“ Später konnte er die Bilder und Videos nicht mehr ertragen, zu sehr schmerzte es ihn, nicht dabei sein zu können. Er war so gerne Papa, wirklich stolz auf unsere kleine Große. Ihren zweiten Geburtstag verpasste er, er lag in der Klinik.



Wenn die Angst dich in die Enge treibt, es fürs Gegenhalten nicht mehr reicht. Du es einfach grad nicht besser weißt – dann sei. Es geht vorbei. Es geht vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“



Nach drei Monaten endlich die richtige Chemo! Eine Transplantation wurde möglich. Die würde helfen, ganz bestimmt. Die DKMS fand einen Spender in den USA, die Stammzellen wurden über Washington nach Berlin-Tegel geflogen. Ich war bei ihm, während die neuen Zellen in seinen Körper flossen. Wir schickten Fotos an Freunde. Seht her, jetzt wird alles wieder gut!



Endlich Hoffnung: Eine Stammzellspende aus den USA



Sein Körper nahm die Spende an, die Werte waren so gut wie nur möglich. Endlich durften wir aufatmen. Zu Nikolaus kam er nach Hause, da lag die Diagnose bereits ein halbes Jahr zurück. Es war schön, ihn wieder bei uns zu haben, auch wenn es eine Herausforderung für mich war, ein Kitakind mit einem immungeschwächten Papa unter einen Hut zu bringen.







Extreme Hygiene, Hände desinfizieren, bloß keine Krankheiten. Außerdem wollte er, dass ich lang an seinem Bett saß – so wie im Krankenhaus. Sie wollte spielen – und mit Papa toben. Der aber war zu schwach. Er konnte kaum allein die Treppe hoch. Aber für Musik sorgte er wieder. Wir hörten „Another love“ von Tom Odell. Oft. Wir waren auf dem richtigen Weg. So dachten wir.



Die Behandlung verläuft ungewöhnlich: keine guten Zeichen



Doch die Blutwerte wurden einfach nicht besser. Alle drei Tage brauchte er Transfusionen. Das war ungewöhnlich. Es ging ihm immer schlechter. Er ahnte die böse Nachricht, die ich nie wahrhaben wollte. Mitte Januar war die Leukämie zurück. Es hatte alles nichts genützt. Die endlosen Qualen. Die Krankheit war stärker.



Wenn jeder Tag dem andern gleicht und ein Feuer der Gewohnheit weicht. Wenn lieben grade kämpfen heißt. Dann bleib. Es geht vorbei, es geht vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“



Eine weitere Behandlung. Erfolglos. Dann noch eine andere Chemo. Sie verlief gut, er durfte sogar danach nach Hause. Doch schon wenige Tage später ging es ihm schlechter. Wieder musste er ins Krankenhaus.  Nachmittags war ich noch bei ihm. Nachts eine letzte SMS.



Geht es zu Ende? Alles wie im Film



Morgens um 6 Uhr klingelte mein Telefon. Das Krankenhaus. Intensivstation. Kommen Sie bitte sofort.  



Eine Lungenentzündung, ein Dreivierteljahr nach der Diagnose. Sein Immunsystem war heruntergefahren. Sein Körper würde nicht mehr dagegen ankommen. Er wird die Nacht wohl nicht mehr schaffen, sagten die Ärzte.



Seine Familie reiste an. Freunde kamen. Unsere Tochter sagte „Tschüss, Papa“.



Am nächsten Morgen tat er seinen letzten Atemzug. Ich war bei ihm. Hand in Hand.



Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, halt nicht fest.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“



Bei seiner Beerdigung spielten wir Tom Odells „Another Love“, es war das letzte Lied, das er sich bei Itunes heruntergeladen hatte, es war das Lied, das er rund um Weihnachten zu Hause so oft aufgelegt hatte. Für mich war es das letzte Lied, das ich hörte, bevor ich ein stilles Jahr später Bourani für mich entdeckte.



Dreieinhalb Jahre nach der Hochzeit müssen wir Abschied nehmen



Dreieinhalb Jahre war es erst her, dass unsere Familien und Freunde zusammengekommen waren, um unsere Liebe, unser Glück, unsere Hochzeit zu feiern. Nun standen wir wieder zusammen, zwei Wochen nach seinem Tod. Diesmal am Grab.



Ein neues Leben begann. Aber nur für mich und unsere Tochter. Das hatten wir anders geplant.







Trauerbegleitung: In Zeiten von Abschied und Trauer ist Unterstützung wichtig. Trauerbegleitung ist ein Stück Lebenshilfe für betroffene Menschen. Diese Hilfen bietet zum Beispiel das Lavia Institut für Familientrauerbegleitung. Auch eine Kur kann Betroffenen helfen, zurück ins Leben zu finden, zum Beispiel in der Klinik Sellin, die spezielle Trauerbegleitung für Mütter und Väter nach dem Verlust ihres Partners bietet. Austauschen können sich Betroffene auf der Seite www.verwitwet.de.



Dieser Text erschien zuerst in der Zeitschrift Eltern. Die Namen sind zum Schutz der Privatsphäre der Beteiligten verfremdet.
               
Musik in der Trauer: Wie Lilli nach dem Tod ihres Mannes zurück ins Leben fand
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-mache-ich-mein-kind-mit-dem-neuen-mann-bekannt
         Ihr Lieben, ich bin seit der Geburt alleinerziehende Mama eines fünfjährigen Sohnes. Dieser hat (auf Wunsch des Vaters) keinerlei Kontakt zu seinem zweiten Elternteil. In besagten Jahren kümmerte ich mich ausschließlich um mein Kind und verschwendete keinen Gedanken an Männer.
Jedoch kommt unverhofft anscheinend oft: Es gibt einen neuen Mann in meinem Leben, den ich in den letzten Monaten auf Herz und Nieren geprüft habe und nun meinem Sohn vorstellen möchte.
 Allerdings bin ich ratlos, wie ich das Ganze angehen soll. Habt ihr Tipps für mich?
 
Foto: pixabay
               
Wie mache ich mein Kind mit dem neuen Mann bekannt? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-macht-ihr-das-mit-der-vereinbarkeit-heute-bei-barbara-aus-muenchen-deren-mann-nun-seine-stundenzahl-reduziert
        Ihr Lieben, wir möchen hier gern in loser Reihenfolge Familien und ihr Konzept der Vereinbarkeit vorstellen. Wie machen das andere mit dem Alltag und den Kindern und dem Job? Wie organisiert wer was? Den Anfang macht heute Barbara aus München. Sie hat zwei Kinder, ist verheiratet, geht arbeiten – und ihr Mann wird nun seine Stundenzahl im Job reduzieren, damit alles besser klappt. Denn Barbara kennt ihre Grenzen ganz genau.
„Manchmal dauert es am Morgen auch schon mal anderthalb Stunden, bis wir loskommen. Die Ferien liegen noch nicht lange zurück – und es wirkt, als hätten die Kinder alles vergessen, was vorher war, als sei ihnen der Alltag aus dem Kopf gefallen. Schuhe anziehen, solche Sachen, die können grad viel Zeit in Anspruch nehmen.“
Barbara ist Redakteurin beim Magazin  „Süddeutsche Zeitung Familie“ in München, ihr Mann hat eine Führungsposition. Die beiden haben zwei Kinder, die Große ist sieben und geht in die zweite Klasse, der dreijährige Sohn geht in den Kindergarten. Barbara arbeitet 28 Stunden, ihr Mann in Vollzeit. Das wird sich aber bald ändern -denn so wie es jetzt ist, ist es zu viel.
Vereinbarkeit und Gleichberechtigung: Es braucht Gespräche!
Barbara und ihr Mann haben viel diskutiert, lange gesprochen. Sie teilen sich die Nicht-Erwerbsarbeit, die Care-Arbeit zu Hause, das Einkaufen, Waschen, Kochen, Aufräumen ziemlich gerecht auf. Nicht halbe-halbe, aber fast. Die einzige Aufgabe, bei der Barbara klar die Nase vorn hat, ist die Kindebetreuung. Sie holt dreimal die Woche ab, einmal übernehmen es Oma und Opa, einmal Papa. Somit hat sie die Kinder etwa 10 Stunden mehr pro Woche als ihr Mann und erledigt in dieser Zeit natürlich auch mal Einkäufe oder einen Kinderarzttermin. Aber alles andere teilen sie sich auf. „Ich würde das auch gar nicht schaffen, die Care-Arbeit alleine zu übernehmen“, sagt Barbara, „meine Belastbarkeit ist begrenzt“. Die ihres Mannes allerdings auch, wie er die vergangenen Jahre feststellen musste. Deswegen reduziert er jetzt auf 90 Prozent.
Care-Arbeit, das ist etwas, über das sich Paare kaum Gedanken machen – bis Kinder kommen. Kinder maximieren den Betreuungsaufwand, den Putzbedarf, die Wäscheberge. Und damit auch die Diskussionen über das Wer-macht-was (Mental Load) und nicht selten steckt schließlich ein Partner zurück. Oft sind das die Frauen, auch heute noch. In den Köpfen mag die Gleichberechtigung schon recht weit sein, in der Umsetzung ist sie das in vielen Familien noch nicht.
Mama in Teilzeit? Das ist für sie kein Zurückstecken
In Barbaras Familie funktioniert es – zumindest fast. Denn für sie ist ihr Teilzeitjob kein Zurückstecken den Kindern zuliebe, sie hat schon die Jahre zuvor nicht Vollzeit gearbeitet. Das liegt daran, dass sie einfach „nicht so fit ist“, wie sie sagt. Denn Barbara hat Depressionen. Im Grunde schon immer, wie sie in einem beeindruckenden Brief an ihre Tochter im aktuellen Magazin SZ Familie schreibt. Sie nimmt Medikamente, lässt sich helfen, achtet ihre Grenzen. Mittwochs zum Beispiel ist Barbara-Tag. Da hat sie frei und Zeit für Yoga, Besorgungen, Kaffeetrinken, Einkaufen oder Arztbesuche. Eine akute depressive Phase hatte sie schon länger nicht mehr. Sie wartet auch nicht mehr darauf, irgendwann ganz gesund zu werden, sondern hat gelernt, damit zu leben. Auch mit der Migräne, die sie immer wieder für mehrere Stunden oder gar Tage außer Gefecht setzt.
Jede Familie hat ihre eigenen Herausforderungen. Jeder Part der Familie seine eigenen Grenzen. Hilfe bekommen sie von ihren Eltern, es gibt einen festen Oma- und Opatag pro Woche, die Großeltern wohnen in der Nähe. Außerdem gibt es eine tolle Nachbarschaft mit einer WhatsApp-Gruppe, in der immer mal wieder ein „Kannst du mir heute die Kinder mitbringen?“ versendet wird.   
So klappt das mit der Vereinbarkeit. Beim ersten Kind nahm Barbaras Mann fünf Monate Elternzeit, beim zweiten Kind sechs. Wenn der Papa mal ein Wochenende allein mit den Kindern ist, braucht Barbara vorher keine Listen aufzuhängen, was wann wie zu tun ist. Dafür hat er einfach auch im Alltag genug Verantwortung.
Die Mutterschaft hat sie vieles gelehrt – auch für den Job
Ihre Mutterschaft habe ihr neue Skills verliehen, sagt Barbara, die ihr auch auf der Arbeit helfen. Mit vielen kleinen Dingen gleichzeitig klarzukommen zum Beispiel. Oder wenn es mal unangenehmen Aufgaben gibt, dann macht sie sie einfach, statt sie vor sich herzuschieben, statt lang nachzudenken. „Vollgepinkelte Betten, Kotzerei – da nicht lange zu fackeln, sondern das Problem einfach anzugehen, das lernt man als Mutter“, sagt sie.
Wenn sie etwas ändern dürfte, wenn sie einen Wunsch frei hätte, wüsste sie eigentlich gar nicht, was sie da sagen würde. Vielleicht etwas weniger häufig Migräne und nie mehr eine depressive Phase. Vielleicht ein bisschen mehr Alltag wieder in der verlorengegangenen Morgenroutine. Ansonsten sagt sie, passe eigentlich alles ganz gut.
Sehr ans Herz legen möchten wir euch Barbaras Familiennewsletter, der uns immer wieder positiv überrascht. Kostet nichts und bringt einfach nur guten Input.
 
               
Wie macht ihr das mit der Vereinbarkeit? Heute bei Barbara aus München, deren Mann nun seine Stundenzahl reduziert | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-mich-die-angst-um-ploetzlichen-kindstod-als-neugeborene-mutter-fast-irre-gemacht-haette-2
        Hallo Ihr Lieben!

Nein, heute keine Lisa, denn das hier geht uns alle was an. Ich habe nämlich gestern über zwei Sachen nachgedacht. Wofür sind Mütterblogs tatsächlich da und wie kann ich anderen Mamas durch die Öffentlichkeit, die wir haben durch unsere durchlebten Erfahrungen sinnvoll das Leben erleichtern? 
Und deshalb schreibe ich heute den Text, den ich gerne gelesen hätte als ich vor über 18 Monaten über Nacht Mutter eines, meines neugeborenen kleinen Maximes wurde. Um es kurz zu machen, ich war vor Glück und Liebe überwältigt, aber leider auch sehr ängstlich, hatte ich in der Schwangerschaft doch leider etwas zu viele Foren zum Thema Plötzlicher Kindstod gelesen. Als Schwangere tut man das natürlich nicht automatisch, nein, aber just zu dem Zeitpunkt als ich im 8. Monat war, titelte die „Bunte“ groß, dass das Kind von Schauspieler Hardy Krüger Jr. daran verstorben war. Naja, leider hatte ich dann etwas zu viel Zeit bei der Arbeit in der Mittagspause im Internet zu recherchieren, nun, und man sah das Ergebnis wenig später sehr genau. 
Es gab Tage, zugegeben, mit Maxime, gerade in ersten zwei Wochen, an denen ich nachts quasi an nichts anderes denken konnte, es sei denn ich stillte gerade, schlief oder lag wach neben ihm und hielt seine kleine Hand. Mir war klar: Ich würde viel durchmachen: Die Kinderkrankheiten, die (hoffentlich kleinen) Unfälle, aber das, das mit SIDS wie der Fachbegriff heißt, würde ich mit allem was mir möglich war, verhindern wollen. Diesen Schockmoment, das Dein Kind…ich kann den Gedanken nicht einmal bis heute zuende denken. Was soll ich sagen: Bereits vor der Geburt von Maxime fing ich deshalb an, mit meiner irrational großen Angst umzugehen, sie in den Griff zu kriegen. Ich kaufte einen Kopfpositionierer (BLOSS NICHT NACHKAUFEN. Die Dinger sind wie ich heute weiß sogar gefährlich!), ein Raumthermometer für unser Schlafzimmer und für über 100 Euro eine Sensormatratze… Ich sagte ja schon für alle, die jetzt mit den Augen rollen: Meine Angst war irrational groß. Aber ich finde bis heute, dass es keine andere Möglichkeit gibt, sich sonst in solchen Situationen zu beruhigen. 
Wie auch immer. Die ersten Monate waren verwirrend für mich. Ich habe in der Charité in Berlin entbunden, wo die strenge Regel herrscht, aus Vorsicht vor eben dem Plötzlichen Kindstod, dass Mutter und Neugeborenes nicht in einem Bett schlafen dürfen. Das endete dann so absurd, dass Maxime eine Viertelstunde nach seiner Geburt fertig gewickelt und angezogen in seinem kleinen Bettchen lag mit der Ansage der Schwester, er müsse jetzt schlafen. Und ich die Mutter, die gerade noch etwas überrumpelt von ihrer ersten Entbindung war, ihn die ganze Nacht anstarrte und dachte: „Naja, die Schwester wird es schon wissen“.
In der zweiten Nacht hielt ich es dann allerdings nicht mehr aus. Es war drei Uhr nachts, ich war noch wach als eine andere Schwester reinkam. „Ich will mein Baby“, sagte ich ihr. Und auch Maximes ließ sich kaum mehr beruhigen, weinte, weil er sich offensichtlich unwohl fühlte. Da nickte die Schwester, legte ihn mir den Arm und sagte sie würde alle halbe Stunde mal nach uns schauen. Oh, Mann: Das, sprich die nächsten Stunden, wurden unsere persönliche Mutter-Kind-Erlösung. Wir kuschelten die ganze Nacht und holten das nach, was Fachleute wohl als erstes Bonding beschreiben würden. Für alle, die jetzt interpretieren wollen: Ich habe daraufhin fast acht Monate gestillt, sechs Monate voll und bis heute sind Maxime und ich nie mehr als fünf Stunden täglich getrennt, was mein größter Luxus ist, weil es weniger Geld für uns alle heißt…
Aber weiter im Text: Wieder zu Hause aus dem Krankenhaus mit Baby war ich wie erwähnt ängstlich. So ängstlich, dass ich in den Schlafphasen meines Babys alles zum Thema Plötzlicher Kindstod auf dem Handy las, was das Internet ausspuckte. Am Ende setzte ich sogar Mails an die Verfasser dieser Texte dort ab. 
Hier habe ich mal eine Mail rausgesucht, die so lautete: 
Sehr geehrter Herr XXX,
mein Name ist Caroline Rosales und ich schreibe Ihnen als interessierte Mutter. Ich habe mich ausführlich zu Ihren Thesen eingelesen und nun folgende Rückfragen:
1. Im Bezug auf die Gefährdung durch die Matratze: Würde es nicht reichen, wenn ich die Schaumstoffmatratze von meinem Baby jede Woche bei 60 Grad oder bei 40 Grad mit einem Hygienespüler wasche, um alle möglichen Bakterien und Pilze abzutöten?
2. Wird die so wichtige Luftzirkulation durch gasdichte Matratzenbezüge wie die von XXX nicht behindert?
Ich danke Ihnen vielmals im voraus für die Beantwortung meiner Fragen.
Herzlichst,
Caroline Rosales
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Ganz schön irre, was? Oder normal? Im Grunde endete meine Geschichte so, dass ich das erste Baby-Jahr, solange die Gefahr des Plötzlichen Kindstod ja latent ist, kaum schlief, wenn Maxime schlief und mich tagsüber erst heute wieder ganz gut entspannen kann. Und sogar in Maximes Kita ist heute noch meine Ansage: Er schläft im Schlafsack und NIE mit Decke. 
Ja, das mag für viele verrückt klingen und vielleicht etwas hysterisch, aber so war und ist das eben. Bis heute bewundere ich alle meine Freundinnen, die cool genug für das Familienbett waren, ich hätte es gerne gehabt, würde mich aber selbst heute beim vielleicht nächsten Kind nie trauen…
Im Grunde ist es für mich wichtig, dass alles aufzuschreiben. Ich bin heute über meine Angst hinweg (zumindest bis zum nächsten Neugeborenen), aber damals hätte ich gerne mal so einen Text gelesen, der mir sagt als Botschaft: Andere haben auch Angst und tue alles, was Du tun musst, um das in den Griff zu kriegen. Bis heute bin ich zum Beispiel auch Fan dieser Sensormatratzen, obwohl unsere durch die Gewalteinwirkung meines Sohnemanns an der Fernbedinung kaputt gegangen ist…
Trotzdem in diesem Sinne. Genießt die erste Zeit mit Euren Babys, macht Euch keine Sorgen und lacht über die hysterische Caro, die Euch nur zu gut verstehen kann :-)! Alles Liebe Euch!
               
Wie mich die Angst um Plötzlichen Kindstod als neugeborene Mutter fast irre gemacht hätte! | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-und-was-essen-eure-babys-gewinnt-ein-paket-bio-nahrung-von-pumpkin-organics
       
Ihr Lieben, als ich mein erstes Kind abstillte dachte ich kurzfristig, ich müsste Ernährungswissenschaften studiert haben, um ja nichts falsch zu machen. Denn machen wir uns nichts vor: Die Gesundheit unserer Kinder liegt uns nunmal einfach sehr am Herzen. Mit dem, was wir tun – oder nicht tun – legen wir den Grundstein für ihr weiteres Leben. Und das spüren wir in jeder Faser. Wenn wir doch schon so vieles nicht wissen, in dieser ersten Zeit des neuen Lebens, dann wissen wir das doch nun wirklich ganz genau. Wir sind uns sicher!



Gesunde Beikost: Muss ich dafür Ernährungswissenschaften studiert haben?



Was also, wenn wir es schaffen, dass unsere Kinder sich in Gemüse verlieben? So sehr, dass sie auch im späteren Leben von dieser Vorliebe profitieren? Von gesunder Ernährung, die ihnen einfach ganz gewiss ein besseres Leben schenken wird?



Lisa, damals noch in Berlin, zu Besuch in ihrem alten Büro. Mit Baby und Brei.



Wusstet ihr zum Beispiel, dass einige Wissenschaftler davon ausgehen, dass Geschmack und – damit einhergehend – unsere späteren Essgewohnheiten besonders in den ersten 1000 Tagen unseres Lebens geprägt werden?



Von Anfang an gesunde Ernährung für Babys und Kleinkinder



Und das Schöne ist ja: Wenn wir unsere Kinder von Anfang an an gesunde Ernährung gewöhnen, vermissen sie die fette Kalorienbombe aus Eis oder Schoki oder Limonaden auch nicht! Wir können ihnen zeigen, dass nicht alles, was lecker ist, voller Zucker sein muss! Das heißt nicht, dass es nie Ausnahmen geben darf, wo kämen wir da hin. Aber wir können – und sollten (!) – als Eltern gute Grundlagen legen.



Hmmm, Möhre schmeckt auch bei Oma gut.



Aber im Leben mit Baby – und das zeigen wir ja auch ungeschönt und ehrlich in unserem ersten Buch WOW MOM, der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind – bleibt eben auch bei vielen nicht täglich Zeit und Kraft, immer frisch zu kochen, immer etwas Frisches zur Hand zu haben, wenn es nach draußen geht…



Pumpkin Organics: Gemüsebasierte, zuckerarme und richtig leckere Bio-Nahrung



Ihr kennt uns: Wir neigen da sehr zum Pragmatismus. Ich jedenfalls habe es damals mit Schreibaby und ordentlicher Erstkind-Überforderung jeden Brei selbst zu kochen. Und hier kommt Pumpkin Organics ins Spiel.







Denn Pumpkin Organics verbindet beides: Elternunterstützung UND gesunde Kost! Wer es nicht immer selbst schafft – wo wie ich damals – hat hier eine fabelhafte, gesunde Alternative: gemüsebasiert, zuckerarm und bio! Babynahrung mit Sinn sozusagen.



Wenn Babys Gemüse lieben lernen



Egal ob Kürbis und Karotte aus dem Quetschie, ob Bio-Linsen Puffs (so knusprig wie Erdnussflips, kein Witz! Gibt´s u.a. bei dm, Rossmann, Rewe…) auf der Hand oder ein Hafer-Dattel-Kokosnuss-Riegel für unterwegs… alle Produkte haben einen besonders hohen Gemüseanteil. Nicht nur für die wertvollen Nähstoffe, sondern auch, damit unsere Kinder die vielen Geschmacksrichtungen von Gemüse lieben lernen können.







Und wer jetzt ruft: Uhh, uh, so viel Verpackungsmaterial, dem sei gesagt: Pumpkin Organics versucht nicht nur, noch im ersten Halbjahr dieses Jahres klimaneutral zu werden. Nein, sie verwenden für die Quetschies etwa auch jetzt schon ein System (Terra Cycle), das die Verpackung recycel- und wiederverwertbar macht.



Gewinnspiel: Ein großes Paket Pumpkin Organics für euch uns eure Babys



Damit auch ihr euch von der hohen Qualität der Bio-Baby-Nahrung überzeugen könnt, bieten wir euch hier nun auch ein fettes Verlosungspaket von Pumpkin Organics an. Erzählt uns doch einfach, wie ihr das mit der Ernährung eurer Babys handhabt. Kocht ihr alles selbst oder nehmt ihr auf Ausflügen auch schon mal etwas Fertiges mit? Und: Was schmeckt euren Kids da am besten?







Schreibt uns das hier im Blog in die Kommentare und mit etwas Glück zieht euch die Losfee in Gestalt unserer Zwillinge, um euch mit einem gesunden Paket zu überraschen! Lasst uns wohlüberlegte Wurzeln legen, damit unseren Kindern bald Flügel wachsen können – in ein möglichst gesundes Leben! 



P.S. Ihr mögt noch mehr zu Pumpkin Organics lesen? Das könnt ihr hier bei Nathalie Klüver über das Ding mit dem Fruchtzucker, bei Patricia über die Sinnhaftigkeit zuckerarme Ernährung, bei Anne-Luise alles zu gesunden Snacks und Dips oder bei Nina Massek, wie auf der Basis von gesunder Baby-Nahrung aus unseren Kindern gute Esser werden.
               
Zuckeram, gemüsebasiert: Bio-Nahrung für Babys von Pumpkin Organics
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-werden-wir-uns-an-2020-erinnern
       
Hallo, ich bin Anni. Mein Mann und ich leben mit unseren 4 Kindern in der Schweiz in einem kleinen Dorf. Wir sagen immer, es gäbe bei unseren Kindern reichlich «Bonusmaterial», denn 13 Monate nach unserem ersten Sohn (*2013) kam schon unser zweiter Sohn (*2014). Ja, und eigentlich wünschten wir uns noch ein drittes Kind und tadadah, so kamen 2015 unsere Zwillingsmädchen auf die Welt. Wir waren also in kürzester Zeit reich beschenkt an süssen Babies, Unmengen von Windeln und Milchflaschen, unfassbar wenig Schlaf und der Erkenntnis, dass Ohrenstöpsel in gewissen Rushhours am Abend durchaus Sinn machen, wenn man sich die eigene Gesundheit etwas erhalten möchte.



Das Leben am Limit hielt 3 Jahre an, denn in der Schweiz gibt es wenig bezahlbare Angebote der Kinderbetreuung, die Grosseltern waren weit weg und der reguläre Kindergarten beginnt erst mit 4-5 Jahren. 



Ende 2019 begann ich wieder Teilzeit zu arbeiten und es sah so aus, als würden wir langsam wieder einen Rhythmus erreichen, der einem einigermassen ausbalancierten Alltag glich. Die berühmten ca. 100 Infekte pro Kind bis zum Erreichen eines guten Immunsystems schienen endlich durch, die Kinder recht selbständig und einigermassen froh in Schule und Kindergarten. Und dann kam der Lockdown. 



Und die ersten Wochen der Gedanken-Karussellfahrten, der Versuch sich durch Zeitungen, Nachrichten und Telefonate ein Bild zu machen. Die Entscheidung vor der Grenzschliessung nochmals die Grosseltern zu besuchen oder eben nicht.



Wo sind die Chancen in dieser Pandemie?



In diesen ersten Tagen habe ich für mich, unsere Kinder und Freunde die Geschichte «Vinz und das Jahr der Affen – Was man so macht, wenn die Welt auf dem Kopf steht» geschrieben. Meine Freundin aus der Schulzeit, die mittlerweile selbständige Creativ Direktorin ist, war auch sofort begeistert. Wir kanalisierten also erstmal alles in dieses Projekt- und hatten eine Riesen Freude daran. Ich merkte, dass bei mir Unsicherheit ein enormer Antrieb ist, um die Ecke zu denken.



Ich sehe tatsächlich mehr Chancen als Mauern und bin meiner Familie unendlich dankbar, dass ich durch unser buntes Zusammenleben in den letzten 7 Jahren offensichtlich genau diese Fähigkeit perfektionieren durfte. Die Kunst der Improvisation, das Entscheiden auf Basis einer unvollständigen Wissensgrundlage, das Schaffen von neuen Formaten. 



Mein grosses Ziel war es für 2020 für uns und die Kinder besonders gute Erinnerungen zu schaffen. Wir hatten die Chance unsere eigene Version des Jahres zu gestalten, in dem wir den Schwerpunkt neu setzten. Den Ausschlag dazu gab ein Ereignis, dass sich schon viel früher abgespielt hatte. Meine Kühltruhe hatte, randvoll, einfach so den Geist aufgegeben. Abends natürlich, im April, als es schon nicht mehr kalt war. Ich huschte also panisch wie ein Eichhörnchen von einem Nachbarn zum anderen, um wenigstens die grössten Kostbarkeiten «durchzubringen». Es blieben reichlich Eis, Fritten, gefrorene Früchte u.ä. auf der Strecke. Bis heute zählt dieses Ereignis zu den Lieblingserinnerungen meiner Kinder, genannt Kühltruhen Party. Was für mich eine grosse Sauerei, teuer und nervig war, ist für sie: Wisst ihr noch, als wir einen Abend lang nur Eis und Fritten essen durften?



Ich will nicht nur das Negative sehen



Was bedeutet das für 2020 und 2021? Man könnte sich also nur daran erinnern, dass mein Mann und ich kaum mehr schliefen, da wir nachts arbeiteten, dass Haus in Dreck und Chaos versank und es ja noch so etwas Lustiges wie Homeschooling gab. Und Tränen darüber, was alles nicht ging und die Angst.



Stattdessen führten wir einen Haufen neue Formate ein- wie Garagen Disco, Frühstück zum Abendessen, Affen jagen und … wir starteten ein grosses Projekt.



Denn im Kindergarten wäre geplant gewesen, Hühnereier auszubrüten und so übernahmen wir kurzerhand diese Aufgabe zu Hause. 21 Tage erscheinen wirklich unendlich lang, ja, ich bin kaum geduldiger als meine Kinder. Es wurde nicht aus allen Eiern etwas und die ersten Wochen lebten die kleinen Küken bei uns im Keller, der dementsprechend aussah. Aber der Sommer, in dem wir sie aufziehen durften, bevor unser 3 Hähne einen tollen Platz auf einem Biobauernhof fanden (ja, das war von Anfang an so geplant, da die Geduld unserer Nachbarn nicht überstrapaziert werden sollte) ist für alle einfach unvergesslich. 



Wir könnten uns also nur an den Streit, die Überforderung, meinen Jobverlust und Krankheit erinnern. Oder aber an das Spazieren rennen am Morgen, die Erkenntnis, dass Schlafanzüge und Badehosen durchaus auch als normale Kleidung durchgehen. 



Wir könnten uns an die Menschen erinnern, die wir nun ewig nicht mehr gesehen haben oder stattdessen an die tolle Idee meiner Freundin Melanie, im grossen Kreis am Samstagabend «Vorlese-Zoom» mit mehreren Familien zu machen. Wir sind jedes Mal sehr aufgeregt, es gibt einen Grund aufzuräumen und man bekommt mindestens 6 Geschichten vorgelesen, statt nur eine von den eigenen müden Eltern. 



Die kleine Frage: Was brauchst du gerade? hat sich dabei als extrem hilfreich erwiesen, für uns Eltern und auch für die Kinder. Die Antwort lautet meist nicht ein Glitzer Pony oder einen Flug in die Karibik, sondern sie ist sehr viel einfacher: Durchatmen, eine kurze Auszeit, etwas zu essen oder einfach eine Umarmung. Meine Kinder wissen jetzt ziemlich genau, ob sie gerade von einem kleinen Affen gebissen wurden, oder wirklich ein Problem haben, bei dem sie Hilfe brauchen. 



Wir müssen die Komfortzone verlassen



Ich selbst könnte also irre traurig sein, dass ich seit Monaten einen Job suche und dabei wirklich viele Absagen bekommen habe. Aber ehrlich gesagt, denke ich aber viel mehr darüber nach, was ich mich alles getraut habe. Wo ich meine Komfortzone verlassen und entschieden habe, es neu und anders zu versuchen und dabei umzudenken. Ja, schön ist es wirklich nicht immer. Aber ich selbst setze die Akzente meiner Erinnerung. 



Deshalb ist mein Kinderbuch nun im Selfpublishing erschienen. Es ist sehr aufregend, denn ich habe eine riesen Freude daran, es Euch nun hier vorzustellen. Wenn Ihr auch gerne die Perspektive auf den Alltag wechseln möchtet, wenn Ihr mit Euren Kindern ins Gespräch kommen möchtet, darüber woran sie sich erinnern oder, wenn Ihr einfach mal ein bisschen lachen wollt. Trotz allem – vor allem aber, mit Vinz und seiner Familie. 



Da ich klein anfange, ist das Buch derzeit noch nicht auf Lager, aber es ist bestellbar und BoD Publishing tut sein Bestes. Falls der Versand also etwas dauern sollte, bitte ich Euch um Geduld! Ich freue mich, wenn viele von Euch bestellen! Alles Gute für Euch, Eure Anna



Hier klicken für eine Leseprobe zum Buch



Mehr über die Autorin Anna findet Ihr hier: https://www.annibaboum.com
               
Wie werden wir uns an 2020 erinnern? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-wir-nach-dem-verlust-unseres-kindes-mit-zwillingen-beschenkt-wurden
       
Mein Name ist Nina. Im Juli 2017 ist unsere Tochter sehr unerwartet in der 21. Schwangerschaftswoche verstorben.



Mein Mann und ich haben danach sehr lange überlegt, ob wir nochmal eine Schwangerschaft wagen sollen. Zum einen wegen des schmerzvollen Verlustes unserer Tochter, zum anderen, weil wir bereits zwei größere Kinder haben. Wir wollten keinen zu großen Altersunterschied… 



Ich war eigentlich ganz zufrieden mit der Situation. Ich hatte eine tolle Arbeit im Behindertenbereich als Krankenschwester, wohnte endlich in der Nähe meiner Eltern, meine Familie war gesund. Nur manchmal kam der Wunsch nach einem Baby wieder hoch. Doch der Gedanke, dass das Baby wieder sterben könnte, war zu beängstigend für mich. Ich wusste, dass ich diesen Schmerz kein zweites Mal aushalten könnte… Aber mein Mann ließ nicht locker. Er sagte immer, er fühle, dass wir noch nicht komplett seien.



Im Januar 2019 hielt ich dann plötzlich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Plötzlich war nur noch Freude über dieses kleine Wesen in mir. In der achten Woche hatte ich den ersten Frauenarzt-Termin. Die Ärztin machte einen Ultraschall und zack, ich sah es sofort – da waren zwei kleine Punkte. Zwillinge. Und beide Herzen schlugen kräftig.



Mir verschlug es erstmal die Sprache. Gerade war ich noch voller Freude gewesen, plötzlich mischte ich Angst dazu. Unser Haus war zu klein für zwei weitere Kinder. Unser Auto auch. Wie sollte ich es schaffen, zwei Kinder gleichzeitig zu versorgen und den beiden Großen auch noch gerecht zu werden? Würden wir das alles schaffen? Emotional, finanziell? Und vorallem: Würden die Babys gesund sein?



Mein Mann nahm die Nachricht deutlich entspannter auf. Er freute sich und steckte mich dann auch wieder mit seiner Freude an. Dann bekamen wir die Nachricht, dass wir einen Jungen und ein Mädchen erwarteten – ich hätte nicht glücklicher sein können.



In der 20 Woche war ich im Krankenhaus zum Organscreening. Dort sagte  mir ein nicht sehr feinfühliger Arzt, dass das eine Baby viel zu klein und vorallem zu leicht sei und er nicht wisse, ob es überleben werde. Diese Aussage riß mir den Boden unter den Füßen weg. Ich fiel in ein tiefes Loch, denn meine größte Angst kroch hervor: Würde ich wieder ein Baby verlieren? Wieso ging es meinem kleinen Mädchen nicht gut? Warum wuchs es nicht ordentlich? Die Sorge war fast unerträglich.



Ab diesem Zeitpunkt musste ich wöchentlich zu Wachstumskontrollen. Und siehe da, das Mädchen wurde immer kräftiger. Die Kontrollen machten mir Mut, aber noch immer lag ich nachts wach und hoffte, dass mir nicht noch ein Kind genommen werden würde.



Die Wochen vergingen und die Kinder entwickelten sich gut. Die Ärzte waren mittlerweile auch zuversichtlich. Die Angst aber ließ mich nicht los. Manchmal konnte ich kaum atmen und ich war wie gelähmt. 



An einem verregneten Oktobertag kamen schließlich unsere Zwillinge per geplanten Kaiserschnitt zu Welt. Die Tränen flossen und ich konnte mein Glück kaum fassen, dass ich nach so vielen Monaten voller Angst und Ungewissheit endlich unsere Babys im Arm halten durfte. Beide Babys waren gesund.



Das ist nun einige Monate her. Unser Leben ist so bunt, so schön, so chaotisch. Ich bin bis heute unendlich dankbar. Wir sind jetzt komplett, mit vier Kindern an der Hand und einem im Himmel.
               
Wie wir nach dem Verlust unseres Kindes mit Zwillingen beschenkt wurden |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wild-child-wie-wir-es-schaffen-unsere-kinder-so-zu-nehmen-wie-sie-sind
       
Ihr Lieben, manchmal wünschen wir uns in schwierigen Situationen mit den Kindern eine Stimme im Ohr, die uns zuflüstert, wie wir uns als Eltern richtig verhalten können. Die Autorinnen von Wild Child: Entwicklung verstehen, Kleinkinder gelassen erziehen, Konflikte liebevoll lösen sind eine solche Stimme. Eliane Retz und Christiane Stella Bongertz beschreiben darin den Weg der autoritativen Erziehung und zeigen, wie es funktioniert, unsere Kinder zu umarmen, wenn unser Impuls eigentlich eher ein Ausraster wäre…



Wild Child: Entwicklung verstehen, Kleinkinder gelassen erziehen, Konflikte liebevoll lösen



Wie schaffen wir es, auch in angespannten Konfliktsituationen („Wir müssen los!“ „Wir kommen zu spät!“) zu sehen, dass mein Kind sein Verhalten niemals gegen mich richtet, dass es kein Gegner ist, sondern einfach grad selbst in Schwierigkeiten steckt?



Eliane: Gerade solche sogenannten Übergangssituationen von einem Lebensbereich in den anderen sind oft schwierig für Kinder. Sie aktivieren das kindliche Bindungssystem. Das Kleinkind ist vielleicht eingewöhnt in der Kita, aber trotzdem aufgeregt am Morgen. Es muss dann noch einmal richtig seinen „Bindungstank“ aufladen und klebt an den Eltern. Weiß man das, wird schnell deutlich, dass es weder um fehlende „Erziehungskompetenzen“ der Eltern noch um bockige Kinder geht, die ihre Eltern tyrannisieren wollen.



Nun muss ich aber pünktlich zu einem Termin und genau in diesem Moment beginnt mein Kind zu „bocken“. Wie kann ich adäquat darauf reagieren?



Eliane: Eltern können den kindlichen Bindungswunsch oft nicht gut beantworten, wenn sie selbst im Stress sind, möglicherweise noch im Schlafanzug durch die Wohnung rennen und es drunter und drüber geht. Hier ist es erst mal wichtig, dass sich die Bindungsperson selbst beruhigt und für Klarheit und Orientierung sorgt, denn dann kann sich diese innere Ruhe aufs Kind übertragen. Das bedeutet, dass eine gute Planung wirklich das A und O ist, denn Zeitdruck ist leider sehr dysfunktional, wenn man kleine Kinder hat.



Angenommen, ich habe gut geplant, aber trotzdem stellt sich mein Kind quer …



Eliane:  Das passiert, auch die beste Planung ist natürlich keine Garantie, dass alles reibungslos klappt. Jetzt ist es sehr wichtig, klar zu sein und das Kind liebevoll durch die Situation zu coachen. Anstatt mit dem Kind zu schimpfen, ist es besser, es in den Arm zu nehmen und zu sagen: „Ich weiß, das ist schwer für dich, ich kann dich verstehen.“



Dann kann man versuchen, die kindliche Kooperation zu gewinnen. Zum Beispiel, indem man vorschlägt: „Während wir uns die Jacke und die Schuhe anziehen, erzähle ich dir eine spannende Geschichte und du bestimmst, um was es gehen soll.“ Selbst etwas bestimmen zu können, kann Kindern helfen, es muss nämlich nicht immer nur ein aktiviertes kindliches Bindungssystem sein, was das Loskommen erschwert.



Kinder in der Autonomiephase sind auf dem Weg, eine eigene Identität zu entwickeln und denken darum häufig:  „Bloß, weil du etwas willst, will ich das aber nicht unbedingt!“ Dann ist elterliches Nachdenken und Empathie gefragt: Wie schaffen wir es dennoch, friedlich zusammen das Haus zu verlassen? Geliebte Stofftiere oder Handpuppen können hier gute Moderatoren sein und vermitteln. Kinder kooperieren gerne, wenn Eltern mit ihnen spielen und diese Ebene ansprechen, anstatt im Befehlston zu sagen: „Los, jetzt mach endlich.“ Wir möchten ja auch nicht, dass andere Menschen so mit uns sprechen!



Autorin Christiane Stella Bongertz Foto: Johan Bävman



Ihr zeigt durch Forschungsergebnisse, dass Eltern mit einem „autoritativen“ Erziehungsstil ganz gut fahren. Was genau meint ihr damit?



Stella: Zumindest solche Eltern fahren damit gut, die bereit sind, sich mit ihren Kindern auseinanderzusetzen, was auch schon mal ziemlich anstrengend sein kann. Aber sie tun das, weil sie wollen, dass ihre Kinder später zu ebenso selbständigen wie empathischen, bindungs- und teamfähigen Erwachsenen werden, die kein Problem haben, selbstbewusst für sich und ihre Bedürfnisse einzustehen. All diese tollen Eigenschaften trainieren Kinder und auch die Eltern nämlich nachweislich, wenn die Familie einen autoritativen Erziehungsstil lebt. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass ein Erziehungsstil keine Methode ist, sondern eine grundsätzliche Haltung.



Und welche Haltung ist das in diesem Fall?



Eliane: Eine, in der die kindlichen Bedürfnisse eine wichtige Rolle spielen, aber die Eltern gleichzeitig entwicklungsförderliche Anforderungen an die Kinder stellen. Das heißt, auch bei einem autoritativen Erziehungsstil geht es immer noch um Erziehung, also auch bei der bindungs- und bedürfnisorientierten Erziehung, um die sich unser Buch dreht. Sie hat nichts mit Gewährenlassen zu tun und auch nichts mit der Unerzogen-Bewegung. Aber eben auch nichts mit der autoritären Erziehung früherer Generationen.



Wie hätten Eltern denn früher reagiert, wenn das Kind, sagen wir, nicht die Zähne putzen will und was tun bindungsorientierte Eltern?



Stella: Früher hätte man vielleicht gedroht: „Du machst jetzt den Mund auf, sonst setz’s was.“ Das hat erst mal in dem Sinne funktioniert, dass das Kind den Mund öffnet. Allerdings aus Angst, nicht, weil es freiwillig kooperiert. Was ein Kind da vor allem mitnimmt, ist: Was ich will, zählt nicht. Für die schnell gesäuberten Zähne wurden mal eben die Bindung und das kindliche Selbstwertgefühl beschädigt.



Eltern, die bindungsorientiert erziehen, möchten natürlich auch, dass ihr Kind gesunde Zähne hat, sie übernehmen hier Verantwortung. Aber sie versetzen sich in die Lage des Kindes: Es ist unangenehm, wenn jemand anders im eigenen Mund herumfuhrwerkt, das kennen wir doch alle vom Zahnarzt. Natürlich begreift ein Zweijähriges noch nichts von Bakterien. Aber es lohnt sich, wenn die Eltern sich die Mühe machen, eine kindgerechte Erklärung zu finden, warum Zähne geputzt werden müssen.



Etwa: Die Kariestrolle haben sich eingeschlichen und mit der Zahnbürste putzen wir sie jetzt weg. Wenn das Kind dann noch einbezogen wird, indem es zum Beispiel die Zahnbürste und den Ort des Zähneputzens wählen darf und vielleicht auch mal Papas Zähne schrubben darf, lernt es: Es gibt einen wichtigen Grund fürs Zähneputzen, aber ich darf mitbestimmen, wie das gemacht wird, ich bin auch wichtig. Der Aufwand für Mama und Papa ist zwischendurch schon mal hoch, die Anstrengung zahlt sich aber langfristig aus. Und mit der Zeit wird es auch leichter, weil das Kind irgendwann aus freien Stücken kooperiert.



Euer Buch heißt „Wild Child“. Was genau ist denn ein Wild Child, ein wildes Kind?



Stella: Wir fanden, dass der Begriff toll auf kleine Kinder passt, denn die sind von Natur aus wild, lebensfroh und wollen die Welt kennenlernen und entdecken. Oder besser gesagt: Sie müssen es sogar, denn es ist ja kein Zufall, dass alle kleinen Kinder plötzlich in die Autonomiephase kommen und beginnen, sich von den Eltern zu lösen. Das ist das Programm, das ihnen die Evolution mitgegeben hat. Dabei verstehen wir „wild“ im Sinne von ursprünglich und unverfälscht, ein Wild Child folgt seinen Gefühlen. Das bedeutet aber nicht, dass ein Wild Child unbedingt ein besonders lautes oder extrovertiertes Kind sein muss oder eines, das besonders auf Konfrontation aus ist. Ein Reh ist ja auch genauso wild wie ein Puma.



Ist „Wild Child“ also nicht gleichbedeutend mit einem gefühlsstarken Kind?



Stella: So, wie der Begriff „gefühlsstark“ meistens benutzt wird, also für Kinder, die ihre Emotionen eher heftig nach außen tragen: nein. Jedenfalls sind mit Wild Child nicht nur diese Kinder gemeint. Wobei ich davon überzeugt bin, dass auch die stilleren Kinder starke und große Gefühle haben. Sie haben nur nicht diesen Impuls, sie so unmittelbar und sichtbar in die Welt zu tragen, sondern brüten darüber vielleicht erst mal eine Weile. Aber auch ein introvertiertes Kind ist ein Wild Child.



Eliane Retz Foto: privat



Euer Buch landete sofort auf der Spiegel Bestsellerliste – hättet ihr damit gerechnet? Und welche Rückmeldungen erhaltet ihr zum Inhalt?



Eliane: Das hat uns total überrascht. Aber es freut uns natürlich, weil wir dann viele Menschen erreichen. Wir wollen Eltern dabei unterstützen, eine möglichst sichere Bindung zu ihren Kindern aufzubauen. Wie möchten, dass möglichst viele Kinder bindungssicher groß werden, das wird auch unserer Gesellschaft später einmal zugute kommen. Es ist ein schöner Erfolg, aber nicht entscheidend dafür, dass wir uns weiterhin für diese Themen engagieren. Die Rückmeldungen sind sehr positiv und, ja, wir freuen uns wirklich über jede Nachricht, die wir dazu erhalten.



Stella: Wenn ich höre, wie das Buch den Eltern in konkreten Situationen richtig hilft, denke ich immer: Yeah, so war das auch gedacht!



Ihr führt uns im Buch auch auf eine Reise zurück in unsere eigene Vergangenheit und haltet uns an, einmal unsere eigene Bindungsgeschichte anzuschauen. Warum genau und was sagt uns das?  



Stella: Weil wir das Verhalten unserer Eltern fast immer unbewusst kopieren, wenn wir darüber nicht reflektieren. So werden sichere, aber eben auch ungünstige Bindungs- und Verhaltensmuster von einer Generation an die nächste weitergegeben. Sobald wir uns aber wenig förderliche Verhaltensweisen, die wir als Kind erlebt haben, bewusst machen, haben wir es in der Hand, einen Teufelskreis zu durchbrechen.



Ein persönliches Beispiel: Als ich klein war, war mein Vater sehr krank und ist gestorben, als ich gerade sechs war. Meine Mutter stand damals enorm unter Druck und ich habe gemerkt, wie meine Bedürfnisse sie oft überfordern, obwohl sie ein sehr liebevoller Mensch ist. Wenn sie mit mir gespielt hat, hat sie oft geseufzt: „Na gut, wenn’s sein muss!“ Wahrscheinlich habe ich deshalb noch heute häufig die Sorge, anderen „lästig“ zu sein – aber nur, bis ich mir in Erinnerung rufe, woher es kommt.



Hätte sie gewusst, wie ihr Verhalten auf mich wirkt, hätte sie es sicher so gemacht wie ich heute mit meiner Tochter: Ich versuche, möglichst klar in der Kommunikation zu sein. Will sie mit mir spielen, habe ich im stressigen Alltag natürlich auch den Impuls „Oh Mann, ausgerechnet jetzt.“ Aber meistens gelingt es mir schnell, mich zu erinnern, dass ich meinem Kind nicht das Gefühl geben will, ein Opfer für es zu bringen, für das es sich am Ende wahrscheinlich schuldig fühlt. Spiele ich also mit, lasse ich mich so gut es geht drauf ein und genieße die Zeit mit ihr. Ansonsten mache ich klar, warum es gerade nicht geht oder ich nicht spielen will und sage zum Beispiel: „Nein, tut mir leid, jetzt bin ich zu müde.“ So lernt sie, dass es in Ordnung ist, für eigene Bedürfnisse einzustehen.  



Nehmen Sie Ihr Kind immer ernst, ist einer der Sätze, der sich bei mir bei der Lektüre besonders eingeprägt hat. Welche weiteren Schlüssel für eine gute Eltern-Kind-Beziehung und Bindung könnt ihr dazu nennen?



Eliane: Die bedingungslose Annahme eines Kindes ist für die Entstehung einer sicheren Bindung zentral. Eltern reagieren dann gelassener und versuchen ihr Kind zu verstehen. Bedingungslose Liebe ist eine Haltung. Dazu gehört der bewusste Verzicht auf Strafen oder Liebesentzug im Anschluss an Situationen, die nicht ideal verlaufen sind. Zu dieser inneren Haltung gehört auch, dass die untröstlichen Momente sein dürfen – das ist einfacher, wenn man weiß, dass sie normal sind und nichts darüber aussagen, ob man kompetent in der Elternrolle ist oder nicht.



Bedingungslose Liebe bedeutet etwa, dass Eltern ihr kleines Kind, das gerade wegen einer „Kleinigkeit“ getobt hat, ohne Zögern in den Arm nehmen, wenn es Trost sucht.



Bedingungslose Liebe bedeutet, dass man Kinder um ihrer selbst willen liebt, auch dann, wenn sie wütend und stürmisch sind und sich abzeichnet, dass es noch dauern wird, bis Empathie und Impulskontrolle reifen. Dann zu sagen: Ich lasse dich damit nicht alleine, sondern unterstützte dich auf deinem Entwicklungsweg.



Bedingungslose Liebe bedeutet nicht, dass jeder Wunsch des Kindes erfüllt wird. In sicheren Bindungsbeziehungen darf und sollte ein „Nein“ kommuniziert werden. Eine meiner Lieblingsstellen im Buch ist in diesem Zusammenhang: „Es ist leicht, ein Kind zu lieben, das sich kooperativ verhält und den elterlichen Erwartungen und Wünschen entspricht. Es ist aber besonders wichtig, gerade in den schwierigen Momenten miteinander in Verbindung zu bleiben und dem Kind hier die Sicherheit zu geben: ,Ich hab dich lieb. Immer und bedingungslos!‘
               
Wild Child: Wie wir es schaffen, unsere Kinder so zu nehmen, wie sie sind
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-bleiben-immer-mama-vom-unfall-meines-sohnes-und-seinem-weg-zurueck-ins-leben
        „Bitte legen Sie nicht auf“, ruft jemand hastig in das Telefon, „sind Sie die Mutter von Caspar?“ Es ist fünf Uhr morgens, mein Herz schlägt bis zum Hals, ich bin hellwach und sofort im Alarmmodus.
„Ja, ich bin Caspars Mutter, was gibt es?“
„Mein Name ist auch Caspar, ich bin ein Freund Ihres Sohnes. Wir studieren gemeinsam an der ESADE. Ich bin in Barcelona im Krankenhaus. Caspar hat heute Nacht einen Unfall gehabt. Die Ärzte hier sagen, dass seine Eltern sofort kommen sollen …
Ich stehe auf, gehe zu meinem Schreibtisch, nehme einen Stift und frage mich, ob ich alles richtig verstanden habe. Ich bitte diesen Caspar Zwo, mir noch mal langsam und ganz genau zu berichten, was er weiß.
Was sich hier ankündigt, ist nicht weniger als der absolute Eltern-Alptraum. Weit weg von zu Hause, in einer Umgebung, deren Sprache ich nicht spreche, liegt mein 26jähriger Sohn in einem Krankenhaus, augenscheinlich nicht in der Lage, mich selbst zu benachrichtigen.
Ich muss nach Barcelona! So schnell wie es geht! Ich muss mich konzentrieren und fasse nochmal zusammen. Ich weiß nicht, was passiert ist, aber es führt dazu, dass Caspar in einer Klinik liegt. Ich höre sofort auf zu spekulieren, zu mutmaßen und versuche, die Bilder in meinem Kopf zurück zu drängen. Bloß kein Kopfkino!
Annunziata Hoensbroech
Die Familie informieren, packen, Flug buchen. Auf der Fahrt zum Flughafen verteile ich ein paar Aufgaben, bitte Freunde, einen Dolmetscher für mich in Barcelona zu suchen.
Verursache ich zu viel Wirbel?, frage ich mich. Es muss ja nicht immer das Schlimmste passiert sein! Sollte dies der Fall sein, bitte ich meine Freunde lieber schon jetzt einmal um Entschuldigung: „Ihr kennt mich, ich bin es, die Chaos-Tante, die immer mit zwei Rädern gerade noch durch die Kurve kommt. Es tut mir leid!“
Ich bin mir im Unklaren darüber, was für eine Situation ich in Barcelona vorfinden werde und stehe allem, was nun folgt, völlig unvorbereitet gegenüber, in diesem Fall ist es die Tür zur Intensivstation der Uniklinik in Barcelona. Eigentlich wollte Caspar nur ein Jahr lang seinen Master hier machen, Studentenleben im Ausland, nochmal rauskommen…
Dann bin ich endich in Barcelona. Mein Herz rast und ich atme schneller und denke, dass es also doch die Intensivstation ist und versuche, mich mit dem nächsten tiefen Atemzug innerlich zu wappnen, bevor ich hineingelassen werde. Jedoch: Gegen eine solche Darstellung kann man sich nicht wappnen. Der Monolog der Ärzte, was meinem Kind widerfahren ist, trifft mich mit voller Härte.
Caspar wurde mit hoher Geschwindigkeit von einem Taxi angefahren, zu Boden geschleudert und mitgerissen. Ich bin entsetzt über das, was mir die Ärzte sagen, und verzweifelt über das, was sie nicht sagen. Die Liste der Knochenbrüche, der inneren Verletzungen ist schier endlos und die Antwort auf die Frage, ob mein Sohn diesen Unfall überleben kann, steht als bedrohliche Stille im Raum.
Wie sieht man Chancen, wo auf den ersten Blick keine da sind? Das ist für mich das „Eltern-Privileg“! Wie oft sehen wir in unseren Kindern viel mehr als den laufenden Meter mit der Rotznase, der gerade vor uns steht! Wir haben keine Zweifel daran, dass dieses Kind es schaffen wird, ein fröhliches, selbstbestimmtes Leben zu führen, dass es sich seinen Platz im Leben erobert, Freunde findet und in eine verheißungsvolle Zukunft geht.
Wenn wir Eltern nicht an unser Kind glauben, wer soll es dann tun?
So sitze ich am Krankenbett meines Sohnes, den ich kaum wieder erkenne, weil er so verbunden und verkabelt ist, dass er darunter beinah verschwindet. Nur seine wiederspänstige Locke nicht.
Diese Locke, die ihm schon als kleiner Junge immer frech in die Stirne hing, sich unter jeder Mütze hervorgeschummelt hat, nicht in den ersten Fahradhelm wollte, die Caspar von seinem Zwillingsbruder Jacob unterscheidet, und die nun die Hirndrucksonde kaum verbergen kann.
„Ich glaube an Dich“ flüstere ich ihm ins Ohr und tauche ein in seinen Geruch den ich sofort erkenne und der dieses unwirkliche Szenario unmittelbar in die Realität katapulitiert.
Bin ich alleine? Gibt es jemanden, der gerne mit mir tauschen würde? Es gibt einige Situationen, in denen ich mir diese Fragen stelle, um innerlich einen Schritt zurückzugehen, um meine Schwierigkeiten zu relativieren. So lange ich in meinen Gedanken jemanden finde, der gerne mit mir tauschen würde, so lange kann es nicht allzu schlimm um mich und mein Problem bestellt sein.
Also: Finde ich jemanden, der jetzt gerade gerne mit mir tauschen würde? Ja!
Meine Gedanken gehen zu Freunden, die ihren Sohn durch einen Verkehrsunfall verloren haben. Die keine Chance hatten, an seinem Bett zu sitzen und an ihn zu glauben. Die keine Chance hatten, ihm zu versprechen, die nächsten zwei Tage mit ihm auszuharren, mit ihm von Stunde zu Stunde in Richtung Leben zu gehen.
So werde ich dankbar.
Dankbarkeit ist ein guter Motor. Ich bin dankbar, überhaupt eine Chance zum Kämpfen zu haben. Und so nehme ich und nehmen wir – Caspars Zwillingsbruder Jacob, seine Schwester Chiara, sein Bruder Titus und unsere ganze Familie – den Kampf auf!
Caspar, Jacob, Chiara und Titus
Nach über einer Woche mit Tränen und Schlafmangel, mit Hoffen und Bangen, mit Ausharren und dem sturen Willen, nicht weiter als die nächste Stunde in die Zukunft zu denken, fängt Caspar spontan an zu atmen. Flach, zaghaft aber kontinuierlich. Die Monitore zeigen es. Kleine scharf gezackte Tannenzapfen zwischen den regelmäßig auf und absteigeneden Suaerstoffwellen der Beatmungsmaschine.
Es ist ein unglaublicher Durchbruch und die größte Freude! Caspar wird überleben. Aber mit jeder positiven Nachricht, jedesmal wenn wir so unbeschreiblich erleichtert sind, kommt die nächste Sorge. Überleben reicht auf einmal nicht mehr, es ist die Fage: Wie wird er leben?
Caspar kommt nicht zu sich. Seite einigen Tagen bekommt er keine sedierenen Medikamente mehr. „Er hätte längst sein Bewußtsein zurückerlangen sollen“, sagt uns der diensthabende Arzt. „Wir gehen auch davon aus, dass er es leider nicht mehr zurück erlangen wird“. Überleben, um Jahr um Jahr als Komapatient dahinzudämmern? Es war alles umsonst!
Caspars Geschwister, wir alle sind wie erstarrt!
Wer überlebt denn, um so zu enden? Das kann doch nicht Gottes Plan mit meinem Kind gewesen sein! Aber wer kennt schon Gottes Pläne? Ich nicht und die Ärzte auch nicht. Wenn für Gott alles möglich ist, dann ist auch das Gute möglich.
So bleibt alles offen und wir weichen nicht von Caspars Seite, lassen nicht nach, ihn zu überzeugen, bei uns zu bleiben. Machen ihm Mut in seinen geschundenen Körper zurückzukommen, weil wir ihn brauchen und weil er noch so viel Schönes in seinem Leben zu erwarten hat. 
Und Caspar kommt zurück und kommuniziert mit uns. Anders als gedacht, aber für uns unmißverständlich.
Sein Herz schlägt schneller, wenn wir bei ihm sitzen. Alle Vitalwerte werden lebhaft und tanzen auf den Monitoren in die Höhe, wenn wir ihn berühren, durch seine Haare streicheln. Sind es Reflexe? Für uns ist das Caspar!
Und die Bestätigung kommt wieder nach vielen, langen Tagen und ganz unerwartet. Wie ein Wimpernschlag – so sacht beginnt Caspar mit seinem Daumen die Hand seiner Schwester zu berühren. Ein so sanfter Druck, dass sie sich fragt, ob er es ist, oder ob sie es sich so sehr wünscht, er möge es sein.
„Caspar, bist Du das?“ Wieder die Andeutung eines Drucks mit seinem rechten Daumen. Caspar ist da, er ist bei uns, und er weiß, dass er nicht alleine ist.
Wie auf einer Parabel werden wir von unserer Freude ganz weit nach oben getragen, auf den Höhepunkt der Kurve, nur um im nächsten Augenblick im freien Fall der nächsten Angst entgegenzustürzen.
Caspar ist da, aber wer wird er sein, wenn er nach vielen Wochen des Komas wieder zu sich kommt? Wird es Wesensveränderungen geben? Wird die Zukunft für ihn der Rollstuhl sein, oder wird er laufen können? Ganz langsam lösen sich diese Fragen. Er findet seine Sprache wieder, seine Erinnerungen und seinen Humor.
Nach Monaten steht er aus dem Rollstuhl auf und geht seine ersten Schritte. Intensive Rehabilitation, mit sturem Blick nach vorne, kämpft er sich zurück in sein altes Leben. Keine Sekunde ließ er einen Zweifel daran, dass er sich nicht mit weniger zufrieden geben würde.
Caspar
In diesem ersten Jahr von Caspars Rehabilitation spannt sich der Bogen von unseren ersten Überlegungen darüber, was eine Woche, ein Tag und eine Stunde ist – bis hin zu seinen Fragen darüber, wie er an der Uni seine nächste Präsentation halten kann.
Es ist nun drei Jahre her, seid wir den Kampf um und für Caspar aufgenommen haben. Caspar hat seinen Universitätsabschluß gemacht und geht die ersten Schritte in sein berufliches Leben – und immer noch arbeitet er hart an sich und seiner völligen Rehabilitation.
Verändert haben wir uns alle. Wir wissen um unsere innere Stärke. Unsere Großfamilie hat sich als festes Fundament bewiesen, für das ich es immer hielt.
Caspar und seine Geschwister haben sich in einer besonderen Weise bewährt. Auch wenn die gemachten Erfahrungen, die sie kaum mit ihren Altersgenossen teilen können, sie ein Stück weit von ihrem alten Leben separiert haben.
Vielleicht, weil sie den „Aufreger-des-Tages“ nicht mehr teilen können. Vielleicht, weil sie um die Zerbrechlichkeit des Lebens wissen in einem Alter, in dem sie eigentlich die Könige er Landstraße sein sollten, mutig ihre Welt erobernd, frei und unsterblich!
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Die ganze Geschichte vom Unfall und was er sie und ihre Familie gelehrt hat, hat die Mama für sich, die Geschwister, aber auch für Caspar aufgeschrieben. Denn während er um sein Überleben kämpfte, veränderte sich seine Familie nachhaltig. Die Dankbarkeit hält bis heute an: Annunziata Hoensbroech: Schicksalsschlag. Der Weg zurück ist kein Spaziergang. Herder. (Affiliate Link).

 
               
Wir bleiben immer Mama: Vom Unfall meines Sohnes und seinem Weg zurück ins Leben | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-brauchen-respekt-von-allen-seiten-heute-ist-weltfluechtlingstag
         Ihr Lieben, heute ist der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Weltflüchtlingstag. Die Lage in Deutschland hat sich gefühlt stark verändert.
Der Stern titelt in seiner aktuellen Ausgabe mit unserem "zerrissenen Land", das sich aus denen zusammensetzt, die damals mit Willkommensschildern an den Bahnhöfen standen und sich noch heute engagieren – und denen, die damals wie heute von Angst getrieben "Ausländer raus" rufen.
Das ist natürlich bewusst überspitzt formuliert. Es gibt nicht nur schwarz-weiß. Das wissen wir alle. Was es aber gibt, das sind Menschen, denen es noch heute nicht um Hautfarbe, Herkunft oder Staatsbürgerschaft geht, sondern um Menschlichkeit.
Dorota Hegerath vom Fachdienst für Integration und Migration der Caritas Sozialdienste Rhein-Kreis Neuss ist so jemand. Wir haben mit ihr über die aktuelle Lage gesprochen – aber auch darüber, welch emotionale Aufgabe sie da hat – und wie ein Miteinander aller gelingen kann.
 Foto: © Thilo Zimmermann/Kirchenzeitung
Liebe Hegerath, Sie engagieren sich seit drei Jahren für Geflüchtete. Wie fing das damals alles für Sie an?
Als ich im April 2015 mit der Koordinierungsaufgabe der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe seitens der Aktion Neue Nachbarn beauftragt wurde, gab es weder im Rhein-Kreis Neuss noch in den Nachbarkommunen Kenntnisse oder Erfahrungen im Umgang mit dieser Aufgabe. Frei nach dem Sprichwort „neue Schwierigkeiten schaffen neue Möglichkeiten“, ist es uns gelungen, schon in der Anfangsphase eine grobe Ordnung und Systematik einzuführen.
Was waren die größten Hürden in den letzten Jahren?
Es galt, viele Hürden zu überwinden. Eine besondere Herausforderung hierbei war, das überwältigende Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sinnvoll zu koordinieren.
Stimmt, auch Helfer machen natürlich Arbeit. Was waren denn die größten Freuden in dieser Zeit?
Die positiven Rückmeldungen der Ehrenamtlichen, die ich im Gespräch auf der Straße, am Telefon oder in den vielen sozialen Einrichtungen bekomme, bedeuten mir sehr viel und bestätigen mich in meiner Überzeugung, dass in unserer Gesellschaft ein irres Potential an Hilfsbereitschaft vorhanden ist.
Das klingt doch sehr schön. Wie hat sich Ihr Leben durch die Arbeit verändert?
Die Arbeit entwickelte sich zu einer Mammutaufgabe. Ein geregelter Arbeitsablauf war nicht mehr möglich, da an vielen Stellen das Rad neu erfunden werden musste. Heute drehen sich die Räder dank der Synergieeffekte, die vielerorts durch eine gute Vernetzung möglich sind, viel effektiver und schneller.
Am Anfang stand das große Willkommen. Heute wirkt das Land ziemlich gespalten. Wie merken Sie das in Ihrer Arbeit? Ist der Ton rauer geworden, weil die Skepsis größer wird – oder ist es umgekehrt und für die Menschen ist es normaler geworden, dass wir Menschen aus Krisenregionen aufnehmen und ihnen helfen?
Selbstverständlich war die Willkommenskultur ein Ergebnis der Anfangseuphorie, aber es ist einfach auch ein so hohes Maß an Hilfsbereitschaft vorhanden, dass ich mich immer aufs Neue sehr berührt. Leider ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein anderes Bild vorhanden.
Wir selbst haben damals auch eine Flüchtlingsfamilie bei uns aufgenommen, mittlerweile hat sie eine kleine Wohnung – und alle sprechen mittlerweile Deutsch. Wir sind noch viel in Kontakt. Wir könnten wunderbare Geschichten von gelungener Integration erzählen. Warum, meinen Sie, kommen solche Geschichten aber kaum in den Medien vor?
Diese Frage beschäftigt mich auch. Im meinem privaten Umfeld stellen wir uns seit Jahren erfolglos diese Frage.
Was müsste sich Ihrer Meinung nach für ein gutes Miteinander aller in Deutschland ändern?
Meine Antwort an dieser Stelle lautet Respekt, Respekt und nochmals Respekt.
Bitte schaut euch dazu auch unbedingt diese wunderbaren kleinen Spot an.
 
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 Foto oben: pixabay
               
"Wir brauchen Respekt von allen Seiten": Heute ist Weltflüchtlingstag | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-erfuellten-uns-den-traum-eines-lebens-in-der-amerikanischen-wildnis-bis-alles-anders-kam-als-gedacht
       
Das Landleben ist in der Realität nicht so idyllisch, wie man sich das so ausmalt… Als Zweifachmutter Claudia Heuermann genug von Smog, Stress und Stadtleben hat, wagt sie den Ausstieg – und zwar richtig! Sie kehrt der Zivilisation den Rücken und zieht mit ihrem Mann und den zwei kleinen Söhnen in die tiefen Wälder der amerikanischen Catskill Mountains.



In der Wildnis richtet sich die Familie zusammen mit Ziegen und Hühnern auf einer 200 Jahre alten Farm ein, und der Traum vom unabhängigen Selbstversorgerleben scheint in Erfüllung zu gehen. Tapfer stellt sich Claudia der pausenlosen Knochenarbeit auf der Farm – tagein, tagaus, sieben Jahre lang, bis die Familie auf die Probe ihres Lebens gestellt wird.







Zum Erscheinen ihres Buches Land oder Leben: Wie unser Traum von einer Farm in der amerikanischen Wildnis endete (Affiliate Link)erzählt sie uns mehr zu ihren sieben Jahren in der Wildnis. Und warum sie zurückkehrten. 



Ach, wie viele träumen davon, irgendwann mal auszuwandern, sich selbst zu versorgen, auf einem Hof mit Weitblick und Tieren und … nun, ihr habt euch diesen Traum erfüllt. Erzähl mal, wie es zu der Entscheidung kam. 



Ich habe schon als Kind davon geträumt, in die nordamerikanischen Wälder zu ziehen, denn ich liebte den Roman „Ruf der Wildnis“ von Jack London über alles. Später verschlug es mich dann beruflich immer wieder nach New York, da rückten die wilden Wälder buchstäblich in greifbare Nähe. Doch letztendlich waren meine Kinder der Grund und der Auslöser dafür, dass der Traum Realität wurde. Die Stadt kam mir plötzlich zu eng, zu laut, zu giftig vor, ich wünschte mir für meine beiden Söhne ein naturnahes Leben und eine Umgebung, in der sie gesund und natürlich aufwachsen können.







Nun ist man ja oft in der Theorie mutiger als in der Praxis. Hattest du kurz vorher auch manchmal Muffensausen und das Gefühl, doch nochmal anders zu entscheiden? 



Nein, eigentlich nicht. Ich war zu dem Zeitpunkt wirklich besessen davon, den Giften, der Stadtluft, den Lebensmittelskandalen zu entfliehen. Zu teuer für uns als Familie wurde das Stadtleben außerdem, da lag es also nahe, die Möglichkeit zu ergreifen und den Traum vom Leben in der Wildnis wahr zu machen! Am Ende passte dann auch alles wunderbar zusammen: Wir fanden das Haus genau zur richtigen Zeit und es gefiel uns so gut, dass es überhaupt keine Zweifel gab.



Wie waren dann die ersten Wochen auf der Farm? Für euch, aber auch für die Kinder? So schön, wie in eurer Vorstellung? 



Ich glaube, die ersten Wochen waren tatsächlich die allerschönsten….  der zermürbende Farmalltag hatte ja noch nicht eingesetzt. Da war dieses unglaubliche Gefühl der Freiheit, des Abenteuers, aber auch der Triumph: Wir haben es getan, wir haben es geschafft! Und für die Kinder war es das Paradies. Da gab es Wälder zu erforschen, Bäume zu beklettern, Seen und Bäche, an denen sie Staudämme bauen konnten … da wurden Kinderträume wahr!







Aus der Idylle wurde dann schnell harte Arbeit. Wildnis bedeutet nämlich auch: gefährliche Tiere, Naturgewalten, heimtückische Plagen… 



Genau! Da gab es zuerst einmal die Schwarzbären…. Natürlich wussten wir, dass es die dort gab, und ich fand das zuerst auch sehr aufregend und spannend. Aber als sie dann unsere Hühner fraßen, sah das natürlich anders aus. Womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten war die Zeckenplage. Die Biester konnten einem wirklich alles vermiesen. Und dann gab es Ziegenparasiten, von denen ich noch nie gehört hatte. Überhaupt war der Farmalltag viel härter, als ich es mir vorgestellt hatte. Und die extremen Winter und heftigen Stürme halfen da auch nicht unbedingt… Tatsächlich habe ich jetzt einen riesengroßen, neuen Respekt vor der Landwirtschaft!







Später wurdet ihr dann auf die Probe eures Lebens gestellt – magst du mehr dazu erzählen?



Es kamen in Wirklichkeit gleich mehrere Lebensproben zusammen… Auch hier waren wieder die Kinder vorrangig, und ich merkte, dass das Landleben nicht mehr das Richtige für sie war. Die Pubertät hat uns da auf eine echte Probe gestellt, und gleichzeitig überdauerte meine Partnerschaft die Härte des Wildnislebens nicht. Und inmitten dieser persönlichen Umwälzungen zerlegte dann ein Bär das Hühnerhaus. Da wurde klar, dass eine große Entscheidung anstand, dass eine neue Lebensphase beginnen würde ….







Heute seid ihr zurück in München, die Miete ist teuer, die Sehnsucht nach den guten Seiten des wilden Lebens, das zurückliegt ist da. Aber auch viel Erleichterung, oder? 



Ja. Zuerst einmal hat sich herausgestellt, dass die Kinder, die ja jetzt Teenager sind, das Stadtleben lieben. Für die beiden war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, sie gehören hierhin, mitten ins Leben, sie wollen nirgendwo anders sein. Und ich? Ich fühle mich hier auch wohl – im Moment jedenfalls. Die vielen Vorteile einer deutschen Großstadt weiß ich erst jetzt richtig zu schätzen. Und ein bisschen Wildnis kann man ja auch in der Stadt finden….



Was plant ihr denn als Nächstes? 



Tatsächlich träume ich jetzt schon wieder davon, später mal ein kleines Häuschen irgendwo in den Bergen zu besitzen, vielleicht nicht ganz so abgeschieden und abenteuerlich, aber mit einem Garten und ein paar Hühnern… und bis dahin werden wir zahlreiche Touren in die Alpen unternehmen. Und ich werde sicher mein nächstes Buch schreiben!



Land oder Leben: Wie unser Traum von einer Farm in der amerikanischen Wildnis endete (Affiliate Link)




               
Auswandern in die USA und zurück: Der geplatzte Traum von der Wildnis | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-haben-zu-frueh-geheiratet-eine-paartherapie-rettete-unsere-ehe
       
Liebe Nadine, du und dein Mann, ihr seid seit 2007 ein Paar, habt 2010 geheiratet. Wie würdest du Eure Beziehung zum Zeitpunkt der Hochzeit beschreiben?



Ich glaube, ich muss dazu etwas ausholen. Als wir uns kennenlernten, waren wir sehr jung. Mein Mann war 17, ich gerade 18 geworden. Mit 19 (ich hatte noch meine mündliche Abiturprüfung vor mir) wurde ich ungeplant schwanger. Abtreibung kam für uns nicht in Frage und so zogen wir 3 Monate vor der Geburt zusammen in eine kleine Wohnung.



Allerdings gab es damals schon ein paar Probleme, mein Mann war onlinespiel-süchtig und darüber alles andere vernachlässigt. Er begann während der Schwangerschaft eine Therapie, dank der er bis heute seine Sucht im Griff hat.



Im Januar 2010 kam dann unsere Tochter zur Welt und ich hatte sehr mit der neuen Situation zu kämpfen. Mein Mann unterstützte mich so gut er konnte und so beschlossen wir, im Sommer zu heiraten. Wir wussten, dass wir gemeinsam unser Leben führen möchten und hatten ja auch schon viel miteinander durchgestanden.



Was allerdings nie gut zwischen uns lief war die Kommunikation. Wenn wir uns stritten, war das nie konstruktiv. Wir warfen uns fiese Sachen an den Kopf mit dem Ziel, den anderen zu verletzen. Das verursachte so viel Wut und wurde immer schlimmer. Wir merkten, dass wir da alleine nicht wieder raus kommen…



Deshalb seid Ihr 2011 seid ihr dann in eine Paarberatung.



Genau, dort wurde uns beiden erst einmal klar, dass wir in vielen Situationen nicht erwachsen waren und eigentlich zuerst mit uns selbst klarkommen müssten. Die Schwangerschaft und die Probleme, die wir schon zu bewältigen hatten, hatten viel aufgewirbelt und uns fehlte dadurch die Zeit, selbst zu reifen und erwachsen zu werden. 



Das könnten auch die Gründe für die fehlende Streitkultur gewesen sein.



Absolut. Es ging uns nicht darum, den Konflikt zu lösen, sondern Recht zu haben. Wir wollten den anderen davon zu überzeugen, es so zu machen, wie man selbst es wollte – ohne die Bereitschaft, Kompromisse zu finden. Meistens haben wir gestritten, bis einer weinte und der andere wütend ging – und beide tief verletzt waren. 



Wie hat sich das auf Eure gesamte Beziehung ausgewirkt?



Wenn wir nicht stritten, konnten wir gut miteinander reden. Aber wir haben uns einfach zu oft verbal verletzt. Ich hatte den Anspruch, nicht im Streit ins Bett zu gehen, was manchmal zu wirklich langen Diskussionen führte und die Situation am Ende nicht besser machte.



Dadurch waren wir am nächsten Tag beide völlig übermüdet und natürlich noch schneller reizbar und genervt…



Was habt Ihr in der Beratung übereinander gelernt? 



In der Beratung hatten wir eine kompetente und wirklich nette Therapeutin, die sich zunächst Zeit nahm und sich unsere Geschichte anhörte. Sie zeigte Verständnis und half uns dadurch anzunehmen, dass wir nicht perfekt sein müssen.



Wir merkten, dass wir Zeit für uns brauchen, um erwachsen zu werden. Und wir lernten, miteinander zu streiten, ohne uns gegenseitig zu verletzen. Dass es nicht darum geht, recht zu haben, sondern einen Konflikt zu lösen, um das Miteinanderleben einfacher zu machen.



Dass der eine den Müll vergisst rauszubringen und das nicht mit Absicht macht, um den anderen zu ärgern. Wir lernten, wie wichtig ICH-Botschaften sind und dass es hilft, Gefühle zu benennen. Dadurch konnten wir aufhören, dem anderen zu unterstellen, alles in böswilliger Absicht zu tun (oder eben nicht zu tun). 



Was hast du über dich selbst gelernt?



Ich habe gelernt, dass ich viele meiner Gefühle auf meinen Mann projeziert habe, obwohl er nichts dafür konnte. Ich war oft überfordert mit Haushalt und Kleinkind und Studium und diese Überforderung habe ich meinem Mann zum Vorwurf gemacht. Er würde sich nicht genug kümmern, er wäre nicht oft genug zu Hause… In der Beratung merkte ich, daß er sehr viel machte und mir viel half – ich das jedoch nicht sehen konnte.



Andersrum war es ähnlich. Mein Mann war genervt, weil ich ständig meckerte, wenn er einmal abends mal weg wollte. Egal was, er konnte es mir nicht recht machen. Dadurch wurde er immer genervter und zog sich zurück. Durch die Beratung kamen wir dahinter, was wirklich lief und konnten uns so neu aufeinander einlassen und Verständnis füreinander entwickeln. 



Was habt Ihr konkret geändert? 



Nach der Beratung nahmen wir uns bewusst Zeit, um miteinander zu reden. Zu erfahren, wie es dem anderen geht, was ihn beschäftigt oder auch stört, was er gut findet. Dadurch konnten wir nach und nach mehr Verständnis entwickeln und Lösungen für den Alltag finden, die für beide ok waren.



Wir nahmen uns konkrete Auszeiten, ohne Kinder und fanden auch gemeinsame Hobbys, denen wir bis heute nachgehen. 



Wie geht es euch heute?



Uns geht es heute sehr gut. Wir sind beide im fest im Berufsleben angekommen, haben 2013 noch eine zweite Tochter bekommen und feiern in wenigen Tagen unseren 10. Hochzeitstag. Ich glaube es hat uns sehr geholfen, dass wir über die Zeit miteinander erwachsen werden konnten. Die Beratung damals hat den Grundstein für unsere Kommunikation gelegt.



Noch heute ist es Tradition, dass wir gemeinsam einen Kaffee trinken, wenn wir beide von der Arbeit kommen, kurz bevor die Kinder aus dem Hort kommen. Diese 20 Minuten sind uns sehr wichtig. Wir besprechen den Tag und erzählen uns wie es uns geht. Und natürlich haben wir auch immer wieder gemeinsame Ehezeit, ohne Kinder. Wir gehen gern gemeinsam zum Fußball, essen oder zum Wellness. Und wir geben uns Freiraum, um alleine etwas zu machen, sei es Sport, Freunde treffen oder einfach mal eine Auszeit von allem zu haben.



Wir wollen gemeinsam leben und nicht nebeneinander her. Und so kann ich sagen, dass unsere Ehe immer besser geworden ist und ich mich auf viele weitere gemeinsame Jahre mit meinem wundervollen Ehemann und unseren tollen Kindern freue. 
               
Paartherapie: Ein Jahr nach der Hochzeit rettete eine Beratung unsere Ehe
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-leben-in-der-sperrzone-magdalena-ueber-die-isolation-in-italien
       
Mein Name ist Magdalena, ich lebe mit meinem Mann und meinen drei Kindern (6, 4 und fast 8 Monate) in der Nähe von Venedig. Seit fünf Wochen leben wir praktisch total abgeschottet von der Außenwelt.



Vor knapp einem Jahr sind wir nach Italien gezogen, mein Mann hat dort einen neuen Job angenommen. Er ist Schwede und arbeitet dort für eine schwedische Firma. Er darf mit einer Sondergenehmigung noch täglich zur Arbeit fahren – die Kinder und ich müssen zu Hause bleiben.



Wir haben das Glück, dass wir in einem Haus mit Garten leben – aber ehrlich gesagt, nach fünf Wochen alleine zu Hause ist das alles nicht mehr lustig. Das Schlimmste ist: Wir wissen alle nicht, wie lange wir noch so leben werden.



Meine Kinder vermissen ihre Freunde so, ich sehne mich nach Ausgehen, nach unbeschwertem Zusammensein. Am Anfang haben meine Kinder noch gefragt: Wann gehen wir auf den Spielplatz, wann gehen wir wieder in die Kita? Wann treffen wir Freunde? Jetzt fragen sie kaum noch danach…



Ich versuche, die Tage mit den Kindern positiv zu gestalten und gut zu strukturieren. Ich glaube, anders hält man die Wochen nicht durch.



Diese Isolation ist für uns alle schlimm. Ich schreibe mit Freunden und Bekannten per WhatsApp, aber dass wir uns nicht persönlich sehen können, macht uns irre.



Ich glaube, viele Italiener haben den Virus lange nicht ernst genommen. Schon als es hieß, man solle weniger rausgehen, waren die Eisdielen und Restaurants noch gut besucht. Meinen Mann und mich hat das geschockt. Mein Mann hat relativ früh begriffen, was da auf uns zu kommt – wir sind gut versorgt mit Lebensmitteln und allem, was wir brauchen. Mein Mann ist auch derjenige, der einkaufen geht. Obwohl wir in der Sperrzone leben, gibt es genug Lebensmittel. Da gibt es also keine Engpässe.



Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sind die Straßen leer. Kein Verkehr, keine Menschen. Ab und zu hören wir den Krankenwagen. Das ist eine sehr seltsame Stimmung.



Ich habe keine Angst vor dem Virus. Wir sind jung und gesund und ohne Vorerkrankungen – dafür bin ich sehr dankbar. Aber dieses Alleinsein – das zehrt an uns allen….



Ich hoffe, dass wir alle diese Zeiten gut überstehen und bald Normalität eintritt.
               
Wir leben in der Sperrzone: Magdalena über die Isolation in Italien |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-lehrer-haben-keinen-einfachen-job-interview-mit-mona
        Liebe Mona, Du bist Lehrerin und arbeitest in Teilzeit. Kannst Du mal aufschreiben, wie ein ganz normaler Tag bei Dir aussieht?
Der Tag beginnt mit dem Fertig-machen der Kinder. Mein Mann ist auch Lehrer, allerdings mit langem Anfahrtsweg per Zug, das heißt, er ist schon weg, wenn die zwei Kinder und ich aufstehen. Jede Mama weiß, wie das morgendliche Gehetze mit Kindern sein kann. Man findet es selbst fürchterlich, aber man muss eben pünktlich im Klassenzimmer stehen.
Sind die Kinder dann endlich angezogen, haben gefrühstückt, sind die Brotdosen gefüllt, fahren wir zur Kita. Ich habe das Glück, keine langen Szenen des Abschiedsschmerz von meinen Kindern zu bekommen, somit verabschieden wir uns recht schnell und ich renne ins Auto und fahre zügig zur Schule.
Dort habe ich dann leider keine 5 Minuten Ankunftszeit, sondern werde meist schon von meinen "Kindern" erwartet und der Unterricht beginnt. Es passiert mir übrigens sehr häufig, dass ich meine Schüler "Muki" oder "Mäusi" nenne. So ganz umschalten geht eben doch nicht.
In meinem Schulalltag gibt es auch wenig Pausen. Zwischen den Stunden kopiere ich, führe Gespräche über Schüler. Das kann ich so gut wie nie in Ruhe nach der Schule erledigten, denn nach der 5.Stunde hetze ich zurück zur Kita. Dann sind meine Kinder dran und zwar kompromisslos. Wenn die Kids im Bett sind bereite ich Unterricht oder Elterngespräche vor und korrigiere ARbeiten. In der Zeugnisphase komme ich manchmal erst um 2 Uhr morgens ins Bett. 
Es gibt ja das Vorurteil, dass Lehrer generell nur einen Halbtagsjob haben. Ärgert Dich das?
Ja, das ärgert mich sehr. Einfach, weil es mich immer wieder traurig macht. dass so wenig Leute sehen, wie hart wir Lehrer arbeiten. Was für eine wahnsinnige Belastung dieser Job ist. Ich sage einem Physiotherapeuten ja auch nicht, dass er abends immer so faul auf dem Sofa sitzt während ich am Schreibtisch hocke. Ich liebe meinen Beruf, ich verdiene gut. Ich finde aber auch, dass es unserem Job angemessen ist.
Natürlich höre ich oft, dass wir ja so viel frei haben. Das stimmt schon – die Ferien sind vorallem für die Kinder gemacht, die brauchen die Auszeiten ungemein. Ich bin ehrlich, die Sommerferien sind für mich schon eine lange Zeit, ich nutze nur die letzten zwei Wochen zur Vorbereitung. 
Hast Du auch schon mal blöde Sprüche gedrückt bekommen? Wenn ja, welche und von wem?
Im Moment herrscht ja fast überall ein großer Lehrermangel. Ihr glaubt gar nicht, wie häufig ich zu hören kriege "Vielleicht sattel ich auch nochmal um und werde Lehrer." Das ärgert mich, weil es mir das Gefühl gibt, dass viele Leute denken, Lehrer sein kann ja jeder. Wenn ich dann aber sage "Ja komm mach doch mal", meinen die meisten "Oh Gott, nein. Das könnte ich nicht"
Lehrer sagen ja oft, sie hätten einfach generell zu wenig Zeit für alles. Für was ganz konkret hättest Du im Schulalltag gerne mehr Zeit?
Diese Frage kann ich ganz klar beantworten: Für die Kinder.
Warum bist Du eigentlich Lehrerin geworde?
Auch ganz klar: Ich liebe Kinder. 
Hast Du im Laufe der Jahre gemerkt, dass der Job ganz anders ist als gedacht?
Ja, schon. ich war aber gar nicht so bestürzt darüber, da es trotzdem so viele Momente gab und gibt, die mich immer wieder darin bestärken, warum ich diesen Job mache. Was mich anfangs aber schon leicht überfordert hat, war die unfassbar große Spanne der Fähigkeiten, mit denen die Kinder zu uns kommen. Die Heterogenität. Einige konnten schon Wörter schreiben, manche hatten noch nie ein Buch in der Hand, manche kamen gerade aus dem Krieg nach Deutschland.
Mal ganz ehrlich: Gibt es wirklich so viele schreckliche Eltern, die über jede 2 minus ihres Kindes diskutieren wollen?
Leider ja. Es gibt leider auch immer mehr Kinder, die sehr unsozial und überhaupt nicht empathisch sind. Viele Eltern sehen nur ihr eigenes Kind und das lässt Kinder leider häufig egoistisch werden.
Was war der letzte richtig schöne Lehrermoment für Dich?
Als ich in meiner Elternzeit meine Schule besucht habe und ein Schüler, der sonst immer recht schwierig war und gern provoziert hat, mir entgegen rannte, mich umarmte und aus tiefstem Herzen sagte " Frau F. , ich habe Sie so vermisst".
               
"Wir Lehrer haben keinen einfachen Job!" Interview mit Mona | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-testen-die-frucht-quetschies-von-humana-und-ihr-koennt-tolle-produkt-pakete-gewinnen
         
Es gibt ja tausend Sachen, die mit Kindern ganz anders laufen, als geplant. Ich finde das – meist – ganz wunderbar. Weil es uns nämlich flexibel macht und uns zwingt, unsere Denk- und Verhaltensmuster immer wieder zu überdenken. Kinder sind eben keine kleinen Roboter, die so funktionieren, wie wir Erwachsene uns das ausgedacht haben. 
Natürlich läuft auch bei uns zu Hause ganz viel anders, als ich mir das, damals hochschwanger mit Kind Nr. 1, so überlegt hatte. Eins davon ist, wie meine Kinder sich ernähren. 
Wenn es nach meiner Tochter und meinem Sohn gehen würde, dann würden sie die Wüsten-Diät halten, wie ich es nenne. Was das ist? Ausschließlich Trockenes, wie die Wüste eben. Nudeln ohne Sauce, Brot, Pfannkuchen ohne alles, Grießbrei, Brezen, Reiswaffeln. 
Und vor allem: Kein Obst (bis auf Mandarinen, Erdbeeren und Blaubeeren), kein Gemüse (außer Spinat – das soll mal einer verstehen). Leider haben beide Kinder zudem eine ausgeprägte Abneigung gegen Saucen – das heißt, der Trick, das Gemüse ganz einfach zu pürieren und ihnen so als Nudelsauce unterzujubeln, fällt bei uns auch flach. 
Tipps wie: Lass sie mit beim Kochen helfen, habe ich natürlich probiert. Sie haben gerne geholfen, gegessen haben sie es aber nicht. 
Wie also sieht ein typischer Speiseplan im Hause der Stadt-Mama aus?
MORGENS: Die Kinder essen Haferflocken und Dinkelflakes mit Milch. Ich ebenfalls, schneide mir aber immer noch einen Apfel/Birne rein. Was meine Kinder nicht essen würden, deshalb rühre ich etwas Obstmus hinein. 
MITTAGS: Unter der Woche essen die Kinder in der Kita. Am Wochenende gibt es bei uns oft typisches Kinderessen, wie Reis, Spinat und Fischstäbchen, Nudeln, Grießbrei, Pfannkuchen, selbstgebackene Pizza. 
NACHMITTAGS: Kleine Snacks wie Frucht-Quetschies, Fruchtriegel, Reiswaffeln
ABENDS: Brotzeit
Wie Ihr seht – es ist wirklich nicht so einfach, Obst und Gemüse in meine Kinder zu bekommen. Tatsächlich gibt es aber eben eine Sache, die als Trick funktioniert – und das sind die Frucht-Quetschies. Für mich eine rettende, geniale Erfindung. Für Zwischendurch, Unterwegs und auch als Ersatz, wenn die großen Obstmus-Gläser mal wieder leer sind. 
Deshalb habe ich auch gleich zugesagt, als Humana uns fragte, ob wir mal deren Frucht-Quetschies testen wollen. Ich bin happy über jeden neuen Input, Gesundes in meine Kids zu bekommen. 
Was also steckt drin? 100 % Bio – Schon mal super. Keine Zusätze wie Zucker oder Aromen- ganz wichtig. Es gibt sie in drei leckeren Geschmackssorten (Apfel & Banane, Pfirsich & Mango in Apfel, Erdbeer & Birne in Apfel) – so ist für Abwechslung gesorgt. 100 % Rückverfolgbarkeit der Zutaten – damit die Qualität stets gesichert ist. 
Soweit die Theorie, der Praxistest ist ganz einfach. Ich hole meinen Sohn, zeige ihm ein Frucht-Quetschie. Er will sofort probieren, schlabbert alles aus und ruft: LECKER. Und auch meine Tochter schnappt sich im Vorbeigehen ein Tütchen, bringt ihrer Freundin gleich ins mit. Praxistest also bestanden – die Frucht-Quetschie gehören voll zu unserem Alltag.
Außerdem stecken in unserem Testpaket auch noch einige Obst-Gläschen, teilweise mit Getreide. Da das Thema Beikost ja auch in einigen Monaten wieder bei uns ein Thema wird, passen auch die Produkte gut zu uns. Denn ich war und bin wohl eher die Gläschen-Mama. Ich weiß, dass viele Mamas überzeugte Selbst-Kocher sind, ich bin es nicht. 
Ich finde und fand Gläschen schon immer wahnsinnig praktisch. Meine Kinder haben sie immer gerne gegessen und tun es auch heute noch. Vor allem die mit Frucht & Getreide sind eine tolle Zwischenmahlzeit, weil sie nicht nur die Obstzufuhr sichern, sondern durch die Ballaststoffe eben auch sättigen. 
Und auch bei den Humana-Gläschen gilt: 100 % Bio. Beim Blick auf die Zutaten auch die Bestätigung: Da ist nichts drin, was nicht reingehört.
FAZIT des Testes: Die Humana-Produkte erfüllen meine wichtigsten Kriterien ( Bio-Zutaten, kein Zucker, keine Aromen), sie schmecken den Kids und geben ihnen das Obst, das sie leider sonst verweigern.  Die Humana Beikost Produkte gibt es bei real, Globus sowie online z.B. bei 123-babybrei.de und windeln.de. Weitere Infos findet Ihr HIER
Und weil wir wollen, dass auch Ihr Euch ein Bild von den Produkten machen könnt, verlosen wir 3 Humana-Pakete mit Frucht-Quetschies. Kommentiert einfach hier im Blog, mit welchen Tricks Ihr Euren Kindern Obst und Gemüse schmackhaft macht! VIEL GLÜCK!
 
 
 
               
Wir testen die Frucht-Quetschies von Humana - und Ihr könnt tolle Produkt-Pakete gewinnen | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-waren-jung-und-motiviert-dann-kam-die-armut-mein-resuemee-als-alleinerziehende
         Wir sind die Kinder der goldenen 90er. Wir waren jung, qualifiziert und motiviert. Mit Plänen und guten Jobs. Alles schien möglich. Politik war kein Thema für mich. Mit Gerichten und dem Staat an sich hatte ich keine weitere Erfahrung gemacht, aber ich fühlte mich sicher und gut aufgehoben hier in Deutschland.
 Dann kamen die Kinder.
 Das zweite Gehalt blieb aus in der Elternzeit.
 In Folge: Armut, Hartz 4, Existenzängste.
 Damit hatte ich nicht gerechnet.
 Statt Markenklamotten – Flicken auf kaputten H&M Jeans. Angst vor defekten Geräten, weil sonst das Essen für die Kinder fehlt. Das Gefühl, das man hat, wenn man das erste Mal beim Jobcenter in der Schlange steht und im Heer von leeren Gesichtern merkt: „Du bist jetzt ganz schön weit unten angekommen.“
 Und nicht, weil wir uns haben gehen lassen oder faul waren. Nein: unverschuldet durch Kinder. Ich hatte zuvor nie einen Cent vom Staat genommen. Oder uns ein Jahr die Welt angeschaut (rückblickend hätten wir es mal lieber gemacht.) Schule, Studium, Arbeit.
 Und dann als Mutter…
 Weihnachtsessen mit Kollegen? „Ach, ich hab gar keinen Hunger heute.“ Teilhabe war quasi nicht vorhanden, wenn man nur noch 2 Euro in der Tasche hat und sich das Busticket nicht mehr leisten kann. Und irgendwann bleibt man lieber ganz zu Hause statt sich die nächste Ausrede einfallen zu lassen und wieder hungrig irgendwo dabei zu sitzen – in einer Welt in der man sowieso nicht mehr vorkommt.
 Erst habe ich gedacht, ich bin ein trauriges Einzelschicksal. Bis ich entdeckte, dass es so viele von uns gibt. Mütter mit Studium oder ehemals guten Jobs – Armutsfalle.
 Von Männern und Vätern haben wir nie erwartet, dass sie uns aushalten oder dass wir als Hausfrauen „auf ihre Kosten leben“. Klar: wir sind ja emanzipiert.
 Als die Trennung kam, dachte ich, ich wäre irgendwie wenigstens in Ansätzen abgesichert gegen noch schlimmere Armut. Ein Irrglaube.
 Aus Gesprächen mit Nachbarinnen, ehemaligen Kolleginnen und anderen Mamas hörte ich immer mehr Horrorgeschichten.
 Die begnadete Designerin, deren Ex noch etliche Verträge hinterrücks abgeschlossen hatte um sich dann ins Ausland abzusetzen. Oder die Firmeninhaberin, die bis vor Kurzem die Privatinsolvenz der gemeinsamen Company abgewickelt hat, weil sich der Ex nicht beteiligte an dem Schuldenabbau. Die Frau aus dem Bundestag, die wegen fehlender Einwilligung des Vaters zu einer Hortbetreuung beinahe ihren Job verloren hätte. Oder ich, die dem Ex noch die wenigen Rentenpunkte überschreiben musste, weil er nach der Trennung freiwillig auf Hartz 4 war.
 Hinterlassen haben uns diese Männer Schulden. Sie kassierten unsere Rentenpunkte, übernahmen keine Verantwortung. Statt Unterhalt zu zahlen, leben sie lieber freiwillig von Hartz 4. Verwickeln uns in unzählige Gerichtsverfahren, die uns wieder Anwalts- und Gerichtskosten bescheren.
 Und genau diese Mütter, die ich getroffen habe kämpfen wie Löwinnen für die Kinder, stehen immer wieder auf.
 Von Gerichten und Gesetzen vergessen und noch benachteiligt.Von Verfahrensbeteiligten noch den Rest bekommen. Gemeinsame Sorge und Zwangswechselmodelle, die unsere Selbstbestimmung kosten. Aber erwarten können wir nichts.
 Im stetigen Kampfmodus. Und selbst, wenn es vorbei ist: das Trauma bleibt. Lebenslang vermutlich. Genau wie die unendliche Wut. Auf den Staat, die Gerichte und die Gesellschaft.
 Und wenn ich meine Kinder im Arm habe, hoffe ich, dass ihnen all das erspart bleiben wird.
 Ich habe viele Jahre ehrenamtlich für die Verbesserung unserer Situation gearbeitet. Und mittlerweile gibt es einige vielversprechende Initiativen von Müttern, die zusammen neben Job und Kindern Konzepte erarbeiten. Sehr interessant finde ich die MIA Mütterinitiative bei der sich nicht nur bekannte alleinerziehende Frauen wie Carola Fuchs ("Mama zwischen Sorge und Recht"* Affiliate Link) austauschen, sondern ebenso Werbekonzepterinnen, Juristinnen, Lehrerinnen, Designerinnen und viele andere starke Frauen. Die möchte ich Euch gerne ans Herz legen um nicht nur mit einem Wutposting zu enden.
 #miakaempft
  
 
Fotoquelle: pixaxbay
               
„Wir waren jung und motiviert, dann kam die Armut“ - Mein Resümee als Alleinerziehende | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-wuenschen-uns-noch-ganz-viel-zeit-mit-unserem-sonnenschein-mieke
       
Ihr Lieben, hier schreibt euch Anne. Ich bin 38 und zu meiner Familie gehören mein Mann Sebastian (40), unser Sohn Moritz (seit wenigen Tagen stolze 3 Jahre alt) und Mieke (10 Monate alt). Wir leben mitten im Ruhrgebiet.



In meiner zweiten Schwangerschaft, also mit Mieke, am Ende der berühmt-berüchtigten 13. Schwangerschaftswoche ging unser Ab-jetzt-ist-alles anders los.



In der zweiten Schwangerschaft war klar: Ab jetzt ist alles anders



Wir fühlten uns auf der sicheren Seite, es sah bisher ja alles bestens aus bei den Ultraschalluntersuchungen. Wir hatten schon so viel geplant. Und dann kam da plötzlich ein Anruf von meinem Frauenarzt. Morgens – mitten in seiner Sprechstunde.



Ich sah den verpassten Anruf als ich gerade selig grinsend auf der Couch im Lehrerzimmer saß (ich bin Lehrerin am Berufskolleg) – ich wusste sofort, dass da was nicht stimmt. Ich rief also zurück.



Trisomie 18? Mein Kind im Bauch?



„Es täte ihm sehr leid, der Praenatest habe eine Trisomie 18 ergeben. Die Tests seien sehr sicher, allerdings müsste das Ergebnis noch durch eine invasive Untersuchung bestätigt werden. Wir könnten gern in der Mittagspause in die Praxis kommen, er würde dann alles erklären und besprechen.



Mieke wie sie lacht und lebt.



Über mir brach die Welt zusammen. Ich hatte bei Trisomie 18 nur „nicht lebensfähig“ im Kopf und das passte gar nicht zu dem, wie ich unser Mädchen, wie ich nun wusste, bisher erlebt hatte. Ihr könnt es mir glauben oder nicht, aber ich habe schon sehr früh in der 10. Schwangerschaftswoche Freundinnen geschrieben, dass ich dieses „Seifenblasen-Platzen-Gefühl“ schon habe. Das konnte doch nicht sein!



Die Welt bricht zusammen: Nach der Diagnose waren wir wie in Trance



Mein Mann holte mich ab. Wir waren wie in Trance. Irgendwie schafften wir es zur Praxis. Mein Frauenarzt machte nochmal einen Ultraschall und sah auch dort wieder nur ein quietschfideles Baby mit keinerlei Auffälligkeiten.



Er machte uns Hoffnung. Es gäbe nichts, was es nicht gäbe. Manchmal seien solche Tests auch falsch, auch wenn das sehr selten wäre. Wir sollten den Termin bei der Pränataldiagnostik abwarten. So oder so müsse das keinen Abbruch bedeuten, es gäbe durchaus andere Möglichkeiten.



Ultraschalluntersuchung: War die Diagnose vielleicht doch falsch?



Dieser Termin hat mir so viel Hoffnung gegeben. Und so schafften wir es bis zum nächsten Termin am Montag. Dort wurde zuerst ausgiebig geschallt. Alles war unauffällig bis auf eine grenzwertig große Harnblase.



Wir entschieden uns gegen eine Chorionzottenbiopsie und für die spätere Fruchtwasseruntersuchung in der 15. Schwangerschaftswoche, falls später weiterhin Auffälligkeiten im Ultraschall zu sehen seien. Ausreichend Zeit, um sich Gedanken zu machen. Zu lernen, dass Trisomie 18 nicht gleich „nicht lebensfähig“ heißt und das Weitertragen eine Option ist.



Kleinere Auffälligkeiten in der Schwangerschaft



Mieke entwickelte sich prächtig, nur die zu große Harnblase blieb, weshalb uns die Ärztin dann doch zur Fruchtwasseruntersuchung riet, da sie zwar noch nie so ein gut entwickeltes, winkendes, fideles Baby mit einer Trisomie 18 gesehen hätte, aber ihr das mit der Harnblase nicht gefiele.



Mieke und Mama Anne.



Die Fruchtwasseruntersuchung an sich war überhaupt nicht schlimm, aber das „Danach“ war für mich der reinste Horror. Ich hatte so Angst davor, dass wir hier gerade unser eventuell doch gesundes Baby gefährdet hatten…



Die Fruchtwasseruntersuchung ergibt: Keine Trisomie 18



Mieke machte sich übrigens am Tag selbst noch so stark bemerkbar, dass mein Mann es von außen sehen und fühlen konnte. Das war völlig irre. Zwei Tage später kam das vorläufige Ergebnis vom Schnelltest: KEINE TRISOMIE 18.



Für eine kurze Zeit konnten wir aufatmen und die Schwangerschaft genießen. Das ging allerdings leider immer nur bis zum nächsten Termin. Durch Corona musste ich ab diesem Zeitpunkt alle Termin immer allein durchstehen. Die Blase wurde immer größer. Die Diagnose LUTO wurde gestellt, eine seltene angeborene Fehlbildung, die vor allem Jungen betrifft (1 von 5000-8000). Die Sterblichkeit wird in der Literatur mit bis zu 45% angegeben.



Hatte unser Baby im Mutterleib eine extrem seltene Erkrankung?



Bei Mädchen ist es wirklich extrem selten und der Experte warnte uns schon, dass nur bei circa 15% der Mädchen eine „harmlose“ Ursache vorliegt. Gefühlsmäßig war es dann immer ein Auf und Ab. Wir hofften sehr auf eine harmlose Ursache, wer täte das nicht.



Doch bei jedem Termin wurde die Blase größer und größer. Immer wieder musste mein Frauenarzt mit der Pränataldiagnostikerin sprechen. Kurz vor dem Termin, an dem entschieden werden sollte, ob sie eher geholt werden müsste, fielen beim CTG die Herztöne ab.



„Versuchen Sie doch eine natürliche Geburt“, bestärkte die Ärztin



Da am nächsten Tag Feiertag (1. Mai) war, sollte ich ins Krankenhaus zur Abklärung am nächsten Tag. Hier war alles wieder in Ordnung, aber die Wehentätigkeit wurde stärker. Auch wenn man mich gern dabehalten hätte, machten wir aus, dass wir am Tag selbst noch einmal kämen und am nächsten Tag für ein erneutes CTG. Da traf ich dann auf eine tolle Ärztin, die mich darin bestärkte, eine normale Geburt zu versuchen.



Mieke „spielt“ auf ihrer Krabbeldecke.



Und so kam es dann eben auch einen Tag später. Die Wehen wurden stärker und sehr regelmäßig. Da ich einen blockierten Brustwirbel hatte, ging ich tatsächlich noch zur Osteopathin. Danach entschied ich mich aber doch, lieber in die Klinik zu fahren.



Mieke kommt zur Welt! Unser Baby ist da



Die erste Hebamme dort ließ mich deutlich spüren, dass sie glaubte, es sei falscher Alarm. Nach dem CTG sah es dann anders aus. Mein Mann durfte dazukommen und es hieß, dass in wenigen Stunden unsere Tochter da sei.



Die Geburt war schnell und ohne Komplikationen. Wir durften zwei Stunden kuscheln und dann wurde Mieke abgeholt. Ja und ab da verlief wohl nichts mehr so, wie wir es erwartet hatten. Die Nacht musste ich ohne mein Baby verbringen. Das fühlte sich so verdammt falsch an. Noch falscher war dann, dass ich sie am nächsten Morgen auf der Neonatologie besuchen wollte und entgegen der Aussage des Arztes am Abend vorher, ich nicht jederzeit zu meiner Tochter konnte, sondern mich zweimal am Tag für ein kurzes Zeitfenster eintragen konnte.



Unser Baby auf der Neonatologie: es fühlte sich falsch an



Dank des sehr netten Paares, dessen Kind mit unserer Tochter auf dem Zimmer lag, konnte ich zumindest einen kurzen Blick auf Mieke werfen. Es zerbrach mir mein Herz und es war so schlimm, wieder direkt gehen zu müssen. Nachmittags kam ich dann zu „unserem“ Termin an und da hieß es, man habe Mieke auf die chirurgische Intensiv verlegt.



Dort wurde ich dann hingebracht und konnte auch endlich meine Tochter sehen und noch einmal stillen. Sie hat das so großartig gemacht. Leider blieb es das letzte Mal. Ab sofort hagelte es Hiobsbotschaften: die rechte Niere sei stark gestaut, man müsse operieren, um sie zu entlasten.



Ab der Geburt nur noch Hiobsbotschaften



Mieke habe kein Mekonium abgesetzt. Man glaubte anfangs noch, dass Blase und Niere auf den Darm drückten. Es folgten mehrere OPs, mehrere Teildiagnosen bis irgendwann der Verdacht MMIHS aufkam. Die Bestätigung dafür erhielten wir erst sehr spät.



Mieke. So ein Sonnenschein.



Ihr seht, eigentlich begann es recht früh in der Schwangerschaft, aber wie sehr aber alles anders werden würde, haben wir erst ein paar Tage nach Geburt absehen können.  



Mieke hat MMiHS: Megazystis-Mikrokolon-intestinale Hypoperistaltik-Syndrom



MMiHS ist ein extrem seltenes Syndrom. Die Abkürzung bedeutet Megazystis-Mikrokolon-intestinale Hypoperistaltik-Syndrom – für Laien: eine zu große Harnblase, ein zu kleiner Dickdarm, und eine verminderte bis fehlende Peristaltik des Darms – sprich die Darmbewegungen sind vermindert oder fehlen ganz und somit ist der Darm quasi funktionslos. Mieke hat deshalb sehr früh in zwei OPs jeweils zwei künstliche Darmausgänge angelegt bekommen. Da der erste von den vieren sehr weit oben ist, ist eine natürliche Nährstoffaufnahme quasi ausgeschlossen.



Seit den 70er Jahren sind weltweit nur ca. 230 Fälle mit dieser Diagnose bekannt geworden, das ist sehr sehr wenig. Forschung gibt es in diesem Bereich weitgehend nicht. Zumindest nicht soweit ich weiß. Inzwischen sind einige Genmutationen bekannt, die das Syndrom auslösen. Auch das ist ja Forschung. Die MMIHS Foundation will in Zukunft mit Spenden die Forschung vorantreiben, aber sie ist noch jung und es fehlt einfach an Reichweite.  



Es gibt keine Medikamente für Patienten mit MMiHS



Medikamente in dem Sinne gibt es nicht. Fast alle Kinder sind auf eine parenterale Ernährung angewiesen – manche zu 100%, manche in Teilen. Mieke zum Beispiel hängt 24h/7 an der Infusion. Andere Kinder haben in dem Alter auch eine Pause von ein paar Stunden. Ältere Kinder/junge Erwachsene brauchen sie häufig nur über Nacht. Alle Nährstoffe und Vitamine kommen also über einen Katheter über eine Infusion direkt ins Blut.



Die Behandlung ist rein palliativ. Die Lebenserwartung von Mieke gilt als kurz – genauere Angaben hat bei uns bisher kein Arzt gemacht. Die Fälle sind einfach zu unterschiedlich. Manche versterben früh im ersten Lebensjahr, einige wenige erreichen sogar das Erwachsenenalter. Das hat uns immer Mut gemacht.



„Vermutlich bleiben uns nur noch Monate mit unserer Mieke“



Leider ist Mieke sehr schwer getroffen und die Leber spielt nicht mehr mit. Bei der aktuellen Entwicklung bleiben uns nur noch Monate zusammen.



So richtig arbeiten kann gerade weder mein Mann noch ich. Ich bin offiziell in Elternzeit. Mein Mann hat seine ebenfalls immer wieder verlängert und nur Teilzeit gearbeitet, aber selbst die paar Stunden waren oft unmöglich. Allein, um Miekes Infusion vorzubereiten und anzuschließen braucht es viel Zeit, da hier absolut steril gearbeitet werden muss.



Zum Anschluss muss man dann auch zwingend zu zweit sein. Das bedeutet gerade am Wochenende, wenn der Pflegedienst nicht da ist, dass der Große leider häufiger als uns lieb ist, Bildschirmzeit hat. Das alles sind die geplanten Dinge, leider läuft eher selten was nach Plan. Blutungen und eine undichte Platte vom Stomasystem (quasi eine ausgelaufene Stuhlwindel) und damit ein Wechsel von Verbänden und eventuell Pflasterwechsel am Katheter sind die häufigsten „Unfälle“. Mieke zahnt ansonsten gefühlt seit Ewigkeiten und hier ist es auch extrem schwierig zu unterscheiden, woher die Schmerzen dann kommen.



Ein Pflegedienst für Mieke, um uns als Familie zu unterstützen



Zur Unterstützung haben wir unter der Woche für 6 Stunden einen Pflegedienst hier, das ist aber ehrlich gesagt nur ein Tropfen auf den heißen Stein und man schafft in der Zeit gerade so das Nötigste. Wir sind privat versichert und das bedeutet sehr viel Papierkram. Alle Rechnungen gehen über uns und müssen überwiesen und bei Krankenkasse und Beihilfe wieder eingefordert werden. Zum Kontrollieren, ob wir auch wirklich die richtigen Summen zurückbekommen, kommt hier keiner.



Seit September versuchen wir für Mieke ein Kinderpflegebett zu bekommen und im Januar ist es tatsächlich nach einigen Briefwechsel und Telefonaten in der abgespeckten Version endlich genehmigt worden. Jetzt warten wir darauf, dass es ankommt. Auch jetzt stapeln sich wieder Rechnungen und Anträge neben mir. Alleine das wäre vermutlich mindestens ein Halbtagsjob.



„Wir stehen immer mit einem Bein im Krankenhaus“



Und man steht gefühlt immer mit einem Bein im Krankenhaus. Mieke hat ihre ersten viereinhalb Monate dort verbracht und war dieses Jahr auch schon wieder fünf Wochen dort und wir haben gerade Anfang März. Gerade kommen wir um einen Krankenhausaufenthalt herum, weil wir die Behandlung hier durchführen. Mieke hat durch das Leberversagen sehr viel „Bauchwasser“ und muss jetzt noch eine Infusion erhalten zum Ausschwemmen. Das machen wir nun hier zuhause und hoffen sehr, dass es ihr dann besser geht.



Mama Anne, Papa Sebastian und Baby Mieke.



Als Eltern stellen wir uns einfach zurück, man funktioniert. Man tut doch alles für seine Kinder. Ich glaube, dass die meisten in so einer Situation ähnlich damit umgehen würden. Außerdem gibt einem jedes Lächeln und Lachen so viel Kraft und Mieke lacht wirklich sehr viel.



Und da ist ja auch noch Miekes großer Bruder…



Und da ist ja auch schließlich noch der große Bruder, der nach Möglichkeit nicht zu kurz kommen sollte und den wir natürlich möglichst „heil“ durch die ganze Situation begleiten wollen. Er musste schon so sehr leiden und das tut mir in der Seele weh.



Wir haben Angst. Angst um Mieke, Angst vor dem Verlust, Angst, die nächste Zeit nicht zu schaffen. Meistens schiebt man diese Angst weit von sich weg. Aber sie kommt immer häufiger durch.



„Unsere Familien kennen Mieke kaum“



Ständig wird man vor Entscheidungen gestellt, die man nicht treffen müssen sollte, aber eben leider wichtig sind. Das alles während einer Pandemie, in der man als zweiter Elternteil nicht ins Krankenhaus und zu Untersuchungen darf. Unsere Familien kennen Mieke kaum. Unsere Freunde noch gar nicht. Das macht mich unendlich traurig und wir ändern das jetzt.



Ich habe so eine Angst, dass Mieke unbemerkt von vielen diese Welt wieder verlassen muss, dass Krankenschwestern sie besser kennen als unsere besten Freunde und Familie, dass sie für unser Umfeld einfach nicht existiert haben wird. Irgendwie egoistisch, oder?



„Mieke zeigt uns, was wirklich wichtig ist im Leben“



Andererseits wird einem eben bewusst, was wirklich wichtig ist im Leben. Das Ganze hat unseren Blickwinkel sehr gerade gerückt. Das tut vielleicht gerade zu Pandemiezeiten ganz gut. Ich kann über Leute, die sich in ihren Grundrechten eingeschränkt fühlen, weil sie gerade keine Party feiern können, wirklich nur müde lächeln.







Unsere einzige Hoffnung für Mieke ist momentan eine Multiorgantransplantation. Mieke ist seit ein paar Tagen gelistet. Allerdings sind Spender in der Gewichtsklasse extrem selten, weil (Gott sei Dank) nur sehr wenige Kinder so früh sterben müssen. Wir hoffen darauf, dass wir mit Mieke noch eine wunderschöne Zeit zu Hause haben können und natürlich hoffen wir auch, dass wenn tatsächlich ein Kind sterben muss, das als Spender in Frage käme, die Eltern, die für uns richtige Entscheidung treffen und Mieke somit die Chance auf Leben geben.



Sonnenschein Mieke: Nur eine Multiorgantransplantation könnte ihr noch helfen



Sie war schon immer so ein Sonnenschein. Sie hat in ihrem kurzen Leben bereits so viele OPs und Behandlungen über sich ergehen lassen müssen und trotzdem ist sie so fröhlich und steckt alle damit an. Sie kämpft sich durch alles durch. Dieser Lebenswille ist Wahnsinn.



Das ging ja bereits im Bauch los, als sie sich so dermaßen bemerkbar gemacht hat, um uns zu zeigen: „Heeey, ich bin da. Ich will leben!“. Auch jetzt mit ihrem riesig aufgeblähten Bauch lässt sie sich nicht aufhalten und kugelt sich trotzdem (mit wesentlich mehr Anstrengung) durch die Gegend.



Von diesem kleinen Mädchen können wir alle was lernen. Abgesehen davon ist sie einfach das süßeste Mädchen der Welt, wenn sie einen frech angrinst. Ich will sie nicht verlieren.
               
MMIHS: "Als würde Mieke gegen ihre geringe Lebenserwartung anlächeln"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wo-bekommt-meine-freundin-in-quarantaene-hilfe
       
Mein Name ist Ute, ich habe eine alleinerziehende Freundin mit zwei Kindern. Der Große ist acht, der Kleine ist zwei und hat eine starke Entwicklungsverzögerung (Pflegestufe 3).  Für sie ist der normale Alltag schon nicht so leicht.



Nun wurde meine Freundin allerdings positiv auf Corona getestet und ist mit beiden Kindern in Quarantäne. Wir Freunde versorgen sie mit Lebensmitteln und Einkäufen, aber ich mache mir Sorgend um meine Freundin. Sie ist mit ihrer Kraft komplett am Ende.



Bei jeder anderen Krankheit kann man ja externe Hilfe beantragen, wenn man die Kinder nicht mehr versorgen kann. Aber wie ist das nun bei Corona? Gibt es da überhaupt eine Möglichkeit, Unterstützung im Haushalt und bei der Kinderversorgung zu beantragen? Ich glaube wirklich, dass meine Freundin das nicht mehr schafft.



Hat jemand einen Tipp für mich? Wie und wo kann ich helfen oder wen schalte ich ein, wenn die Kindesversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann?
               
Wo bekommt meine Freundin in Quarantäne Hilfe? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wo-die-liebe-hinfaellt-rosi-ist-69-und-ihr-mann-44-sie-sind-seit-23-jahren-gluecklich
       
„Ein herzliches Dankeschön an alle, die an uns geglaubt haben und allen Skeptikern zum Trotz, feiern wir unseren ersten Jahrestag.“ Diesen Text hatten Rosi und Tino nach dem ersten Jahr ihrer Beziehung auf selbstgestalteten Postkarten verschickt. Mit einem Foto von ihnen. Die Karten wurden an all ihre Bekannten und Freunde geschickt. Ja, auch an die, die nicht verstehen konnten, wie man „sowas nur machen kann“. Denn Rosi ist 25 Jahre älter als ihr Mann. Er war 21, als sie sich kennenlernten, sie 46. Ihr eigener Sohn war 19, nur zwei Jahre jünger als Tino. 







Ein Computer hatte Tino und Rosi zusammengebracht. Sie hatte nur wenig Erfahrung mit einem PC. Ihr Sohn brauchte gerade einen für die Berufsausbildung und so kaufte sie einen. Learning by doing war ihre Devise. So geriet sie per Zufall in einen Chatroom. Es war der 11.06.98, Fronleichnam, das weiß sie noch so genau, weil das der Tag war, der ihr Leben verändern sollte.



Kennelernen im Chatroom: „Ich war nicht auf der Suche“



Im Chatroom schaute Rosi vorsichtig und gespannt auf das, was die Leute so schrieben und ihr fielen die Worte einer Frau ins Auge, die schrieb: „Mein Mann hat mich für eine Asiatin verlassen.“ Rosi fühlte sich sofort angesprochen, denn genau das Gleiche war ihr ja selbst passiert. Nach 25 Jahren hatte ihr erster Mann sie für eine Frau aus China verlassen. Rosi und die Chatpartnerin kamen ins Gespräch und irgendwann schaltete sich eine männliche Person dazu und gab einen Kommentar dazu ab. Rosi fragte sich zunächst, was der Typ nun in diesem Frauengespräch zu suchen habe. Doch die Art und Weise wie er sich ausdrückte, brachte sie zum Schmunzeln. Und so schrieben sie weiter, auch als die andere Frau längst aus dem Chat raus war. 



Es war die erste virtuelle Begegnung mit Tino. 23 Jahre ist das nun her. Rosi hatte eigentlich ihre Ruhe haben wollen nach der Ehe, die ihr nicht gutgetan hatte. Erstmal durchatmen, sie war absolut nicht auf der Suche. Doch dieser Chat mit dem Fremden faszinierte sie. Manchmal lachte sie laut auf, so sehr passte ihr Humor. Als Tino dann irgendwann fragte, was ihr Hobby sei, schrieb sie ohne zu überlegen, „ich koche gern“. Sie weiß bis heute nicht, wieso diese Antwort kam, denn sie hat zwar viele Hobbys, aber Kochen gehört nicht unbedingt dazu. „Okay, dann komme ich nächste Woche zum Essen bei dir vorbei“, schrieb er. Sie in Bayern, er in Hamburg. Ob er das ernst meinte? Und ob!



Altersunterschied: „Darf ich fragen, welcher Jahrgang du bist?“



„Darf ich fragen, wie alt du bist?“, tippte Rosi in den Rechner. „Ich bin Jahrgang 77“. Schnappatmung. Uuups. Ok. Ach, ist ja nur Joking, was wir hier machen. Warum nicht mal ein Abenteuer wagen? Und wenn es nur ein witziges Wochenende wird und daraus vielleicht nur eine nette Freundschaft entsteht, dachte sie. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Er war halt einfach so wahnsinnig witzig, ein klasse Typ. Als er schließlich nach ihrem Alter fragte, antwortete sie: „Och, ein paar Tage älter als du bin ich schon…“



Tino und Rosi in München vor vier Jahren



Es interessierte ihn nicht. Es ging ihm um die Person, nicht um einen Geburtsjahrgang. Sie tauschten Telefonnummern und hörten kaum noch auf zu reden. Schon am nächsten Tag telefonierten sie von 17 Uhr nachmittags bis morgens um 6 Uhr. Rosi war wie beflügelt nach all dem Mist mit ihrem Ex. In diesen Tagen tat sich etwas auf, dass sie in den letzten 25 Jahren nicht mehr erlebt hatte. Rosi wusste gar nicht mehr wie ihr geschah. Genau so erzählte sie es auch einer Freundin. Und die bestärkte sie: „Das ist genau das, was du jetzt brauchst.“



Frisch verliebt und aufgeregt wie eine Teenagerin



Wie ein 14jähriger Teenager hatte sich Rosi in dieser Woche gefühlt. Sie hatte diesen Mann noch nie gesehen, sie wusste nicht mal, wie er auf einem Foto aussah, denn das Verschicken war damals noch nicht so einfach. Auch Rosis Sohn bemerkte die Veränderung seiner Mutter und sie gestand ihm, dass es da jemandem gäbe, der allerdings nur zwei Jahre älter sei als er. „Pass mal auf, Mom,“, hatte er erwidert, „mir ist es lieber, du hast jemanden, der jung ist, als einer, der meint, sich als mein neuer Vater aufspielen zu müssen.“ „Ach“, wiegelte sie ab, „ich weiß ja auch noch gar nicht, was draus wird. Oder ob überhaupt was draus wird.“ Auch wenn sie sich schon jetzt fühlte, als habe sich ihr Leben um 180 Grad gedreht. Da war plötzlich so viel Leichtigkeit.



Und dann war es soweit, eine Woche später saß er im Flieger. Rosi war so aufgeregt wie noch nie zuvor. Als er sich meldete, dass er gerade am Airport in München früher gelandet sei als geplant, war sie noch nicht einmal losgefahren. 80km waren es bis zum Airport. „Ich bin wie vom Teufel verfolgt über die Autobahn geheizt“, erinnert sie sich. Wie sollten sie sich erkennen? Das wird schon klappen, hatte sie gesagt. Zwei Sektflöten und eine Flasche Champagner würde sie mitbringen, so war es abgemacht. Und er sollte bitte auf der langen Bank am Ausgang der Airline warten. Rosi kam voller Adrenalin am Airport an, suchte aus den Augenwinkeln die besagte Bank ab, aber da saß niemand, der es hätte sein können. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Wo war er?



Das erste Treffen: Was, wenn er ganz anders ist?



Bei einem Telefonat hatte er einmal erwähnt, dass er durch einen Unfall zwei Narben am Hinterkopf habe. Und plötzlich fiel ihr Blick auf eine Person, die mit dem Rücken zu ihr an einem Papierkorb stand. Auf dem Hinterkopf sah sie zwei Narben. Da wusste sie: Das IST er. Das ist Tino! Wie mach ich mich jetzt bemerkbar? Ohne nachzudenken trat sie hinter ihn, in jeder Hand ein Sektglas. Über seine Schultern hinweg kreuzte sie die Hände vor seinem Gesicht. Was sie in diesem Moment hörte, war ein tiefer Seufzer. Wie in Zeitlupe drehte er sich um. Und dann es hat „ZUMMM“ gemacht. In den Augen des Anderen versunken überreichte er ihr die Rose, die er gerade noch für sie ausgepackt hatte.



Frisch verliebt: Auf diesem Fotos aus dem Jahr 2000 ist Rosi 48 und Tino 23



Sie hatte sich ihn etwas anders vorgestellt, aber das hatte keine Bedeutung mehr, da sie sich während der Telefongespräche schon in ihn verliebt hatte. In sein Wesen, in ihre gemeinsame Art der Kommunikation. Und nun stand er vor ihr und sie wusste: Ja, das ist er. „Wir haben uns umarmt und sofort geküsst“, erinnert sich Rosi. Dann setzten sie sich auf eine Bank im Terminal. Ach ja, frische Erdbeeren zum Champagner gab es auch noch und dann stießen sie an. Als sie dann am Abend an einem Tisch beim Mexikaner saßen, wunderte sich die Bedienung, dass die beiden kein Essen anrührten. Mehr als Schmetterlinge passten an diesem Abend einfach nicht in den Bauch…



Das erste gemeinsame Wochenende für Rosi und Tino



Am nächsten Tag gab es ein Stadtfest, bei dem Tino etwas machte, was schon lange niemand mehr mit ihr gemacht hatte. Er umarmte sie von hinten und hielt sie einfach nur fest. „Ich weiß nicht, wann ich mich zuletzt so geborgen gefühlt hatte“, sagt Rosi, „einfach irre, was dieser Mann aus mir gemacht hat!“



Das war ihr Kennenlernen. Das Wochenende ging vorüber, doch die Liebe blieb. Zwei Wochen später besuchte sie ihn in Hamburg. Sie war seine erste richtige Freundin. Zum ersten Mal hatte sich der eher introvertierte Tino getraut, über sich hinauszuwachsen, indem er in den Flieger gestiegen war, um eine ihm bis dahin unbekannte Frau zu treffen. Einen Kinderwunsch hatte er nie gehabt, ein Halli-Galli-Typ, der Disco und Co. brauchte, war er auch nicht. Es passte einfach.



25 Jahre Altersunterschied? Nicht alle verstehen es



Doch so offen und tolerant wie ihr Sohn, ihre Familie und ihre beste Freundin, reagierten nicht alle auf das ungleiche Paar. Eine Frau, die 25 Jahre älter ist als der Mann? Umgekehrt kennt man das ja und da ist das „noch okay„. Aber so? Es gab ja damals noch keinen Präsidenten Macron, der sich ebenfalls in eine ältere Frau verliebt hat – übrigens lustigerweise fast auf den Jahrgang genau wie Rosi und Tino… Es fehlten die „Vorbilder“ – und so wurde gelästert. „Mein Gott“, fragten einige Rosi, „hast du das wirklich nötig?“ Oder „Hat der nen Mutterkomplex?“, fragten sie bei Tino. Ob er es nötig habe, „sich von einer alten Frau aushalten zu lassen“. Ein Spießrutenlauf begann.



Tino und Rosi auf einer Bootstour 2016



Und in ihnen wuchs der Widerstand. „Ich will überhaupt niemanden etwas beweisen, dass ist halt einfach so passiert! Ich kann ja nichts dafür, dass er 25 Jahre jünger ist…“ Rosi ist auch zwei Jahre älter als Tinos Mutter. „Natürlich mag das erstmal komisch wirken“, sagt Rosi. Aber wenn man doch sieht, wie glücklich wir sind?!



Maximale Offenheit: Hauptsache, wir sind glücklich



So kam ihnen die Idee mit den Postkarten. Sie verschickten eine zum ersten Jahrestag ihrer Beziehung und es kamen noch weitere vier Jahrestagkarten dazu. Nach fünf Jahren heirateten die beiden standesamtlich in ganz kleinem Kreis. Ihr Sohn wurde Tinos Trauzeuge, ihre beste Freundin ihre. Tino nahm sogar Rosis Nachnamen an. Auch das fand nicht bei allen Anklang. Aber das musste es ja auch nicht. Reichte es nicht, dass sie sich lieben?



Und das tun sie auch heute noch. 23 Jahre nachdem sie sich durch Zufall in einem Chat kennengelernt hatten. Noch immer liebt Rosi die Art und Weise, wie Tino mit ihr umgeht. Den gegenseitigen Respekt, die Augenhöhe, auf der sie sich trotz des Altersunterschieds begegnen. Streiten tun sie nie, denn beide sind harmoniesüchtig. Meinungsverschiedenheiten werden ausdiskutiert.



Zusammenhalten: Rosi und Tino im März 2000



Jeden Tag bekommt sie eine Nachricht von ihm, egal wo er sich gerade befindet. Viele Herzchen kommen dann oder ein „Ich liebe dich“. Es gibt so viele Gesten, Überraschungen aller Art. Manchmal klingelt ein Bote an der Tür und bringt Blumen immer mit einer Karte und einem selbstverfassten Gedicht. Einfach so. Auch an der Tafel in der Küche stehen immer neue Botschaften: „Wie schön, dass es dich gibt“, oder „Ich liebe dich, aber sowas von“.



Glücklich auch nach 23 Jahren noch!



Manchmal beneiden ihre Freundinnen Rosi um diesen Mann. Natürlich macht der sich auch mal Gedanken über Rosis Alter. Sie wird nächstes Jahr 70. Ein Leben ohne sie kann er sich nicht vorstellen. Er wird dann melancholisch, während sie ganz realistisch bleibt und sagt: „Irgendwann ist´s halt vorbei.“ Und trotzdem sagt sie ihm mit einem Zwinkern in den Augen: „Ich versuche, gesund zu bleiben, um dir so lang wie möglich auf die Nerven zu gehen“.



Das mag sich kitschig anhören, erzählt aber einfach nur die Geschichte von einem Mann und einer Frau, die sich nicht gesucht, aber gefunden haben. Niemals hätte Rosi sich das erträumen lassen. Anderen Frauen in dieser Situation rät sie einfach nur, sich nicht unterkriegen zu lassen von den Widerständen und Sticheleien von außen. Weil es sich lohnt, für das zu kämpfen, was wirklich zählt: die Liebe. Und die macht nun mal wahrlich keinen Halt vor dem Alter…. 




               
Rosi ist 69 und ihr Mann 44 – sie sind seit 23 Jahren glücklich!
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wo-sind-all-die-grossen-gefuehle-hin-habe-ich-mich-verloren
       
Ich heiße Juliane und bin 34 Jahre alt. Ich habe drei Kinder, bin  glücklich verheiratet und berufstätig. Ich bin zufrieden mit meinem Leben, wirklich. Wir haben keine finanziellen Sorgen, die Kinder sind gesund, mein Mann und ich verstehen uns nach 11 gemeinsamen Jahren wirklich noch gut. Und doch fehlt mir was. Und das sind diese großen Emotionen.



Lasst mich das genauer erklären: Neulich war ich bei mit den Kindern bei meiner Mutter zu Besuch. Sie räumt gerade den Keller aus und da fielen mir meine alten Tagebücher in die Hände. Ich setzte mich auf den staubigen Kellerboden und tauchte für zwei Stunden ganz tief in meine eigene Vergangenheit ein.



Ich kann es nicht anders beschreiben, als: Es haute mich um. Es haute mich komplett um, wie leidenschaftlich und tief ich mit 14/15/16 Jahren gefühlt habe. Jeder Streit mit Freundinnen sorgte für schlaflose Nächte. Die Art, wie ich über Jungs schrieb, so ausführlich, so genau, so ausufernd. Die Diskussionen mit meinen Eltern, meine Gedanken zur Schule, meine Träume – all das steht da und ist so lebendig beschrieben, dass mein heutiges Leben mir einfach nur langweilig vor kommt.



Früher habe ich in meinen Emotionen gebadet, alles genau erlebt und gespürt – heute bin ich so rational, kühl und auch oft einfach im Funktionier-Modus. Neulich zum Beispiel bekam ich die Bestätigung, dass ich eine Weiterbildung mit Auszeichnung abgeschlossen hatte. Ich las das, freute mich kurz und ging die Kinder baden. Früher feierte ich eine gute Note und freute mich wirklich von Herzen.



Oder: Eine Mutter eines Kitafreundes meines Sohnes und ich haben in den letzten Jahren viel Zeit zusammen verbracht. Wir hatten uns richtig gerne, waren Freunde. Dann wurde ihr Mann nach Süddeutschland versetzt und der Kontakt bracht ab – obwohl wir uns natürlich versprochen hatten, dass dies nicht passiert. Als ich realisierte, dass meine einstige Vertraute nun einfach aus meinem Leben verschwunden ist, dachte ich: „Ja, so ist das leider. Lebensabschnittsgefährtinnen eben.“



In meinem Tagebuch dagegen heulte ich 24 Seiten darüber, als meine Freundin Hanna in der 10.Klasse ein Jahr in die USA ging. Wir schrieben uns Briefe, vermissten uns, die Trennung schien mir unerträglich.



Natürlich gab es auch in jüngerer Vergangenheit emotionale Highlights – die Geburten der Kinder zum Beispiel. Oder die Einschulung des Ältesten. Wobei wir da schon beim Problem sind. Alle emotionalen Highlights standen im Zusammenhang mit den Kindern. Was mich selbst betrifft, bin ich irgendwie fast…abgestumpft.



Ich mache mir viel zu wenig Gedanken darum, wie ICH mich fühle, wie ICH Dinge sehe, was ICH vermissen, was ICH toll finde, was ICH noch erleben will.



Mein Tagebuch von damals ist schrecklich egoistisch, wenn man es nüchtern beobachtet. Ich beschäftigte mich fast ausschließlich mit mir selbst, meinen Gefühlen, meinen Wünschen, meinem Leben. Alles dramatisch, alles emotional – so wie das eben als Teenager ist.



Und natürlich weiß ich, dass auch das nicht „gesund“ wäre, würde ich mit 34 genauso nur um mich selbst kreisen wie damals. Aber ich frage mich schon: Wo sind all diese tiefen Gefühle hin? Wo ist Lust, Vermissen, Verzweiflung, Freude, Trauer, Wut – wo ist das alles hin und wann?



Warum ist momentan alles so seicht, so gleich, so ohne große Tiefe? Nochmal: Ich bin nicht unglücklich, aber so richtig richtig glücklich aus tiefstem Herzen wohl auch nicht.



Ich würde so gerne wissen: Wie geht es anderen Frauen in meinem Alter und meinen Lebensumständen? Könnt Ihr nachvollziehen, was ich versuche zu beschreiben? Oder haltet Ihr mich jetzt für überzogen? Ich freue mich auf Austausch.
               
Emotionale Leere: Wo sind all die großen Gefühle hin?
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wochenbett-corona-edition-oder-ein-plaedoyer-fuer-die-abgeschiedenheit
       
Ihr Lieben, es gibt sie auch, die schönen Corona-Geschichten. Hier schreibt Jasmin über ihre ganz eigene, individuelle:



„Genießt das Kennenlernen!“ Ich habe wohl keinen anderen Satz häufiger zur Geburt unserer Tochter gehört als diesen. Charlie ist im September 2020 zur Welt gekommen – zu einer Zeit also, in der er noch eine ganz andere Dimension bekommt. Und ich gestehe: Ich HABE es genossen. Trotz (oder gerade wegen?!) Corona.



Wenn das Leben Kopf steht



Die Welt da draußen steht Kopf, aber nicht nur die. Auch die kleine, abgeschiedene Welt in unseren vier Wänden. Plötzlich ist da ein neuer Mensch, der volle Aufmerksamkeit braucht. Und ich kann nun sagen: Selten tut einem Abgeschiedenheit besser als in diesen wertvollen ersten Lebenstagen, in denen man gerade erst lernt, die Signale des neuen Mitbewohners zu entschlüsseln.



Windel voll? Hunger? Kuscheln? Corona hat uns gezwungen oder ermöglicht, je nach Blickwinkel, all das wirklich in Ruhe und nur im Kreise unserer neuen kleine Familie zu erleben und zu genießen.



Allein ist nicht gleich einsam



Allein haben wir uns dabei zu keiner Zeit gefühlt. Eher stark. Glücklich. Und irgendwie „fokussiert“ auf uns, auf diese neue WG mit dem so schutzbedürftigen Mitbewohner.







Du bekommst auch bald ein Kind und hast Angst, dass Familie und Freunde Dir fehlen werden? Klar ist Besuch von den Liebsten schön. Aber glaub mir, die ersten Wochen vergehen so schnell, dass Du wenig Zeit haben wirst, das überhaupt zu bemerken.



Im Gegenteil, ich möchte Euch sogar ermutigen, auch in einer Zeit nach Corona, Euch diese Auszeit bewusst zu nehmen. Bittet Besuch darum, erst nach 2 (oder 3 oder 4 …) Wochen zu kommen, ganz so wie Ihr Euch fühlt, denn so cheesy es auch klingt: Diese Zeit kommt nicht wieder.



All die vielen ersten Male sind noch viel schöner, wenn Ihr sie nicht zwischen „Schnell anziehen, gleich kommt Oma!“ und „Huch, da klingelt es schon wieder!“ erlebt.



Keine Angst, etwas zu verpassen



Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber generell hat die durch das Virus erzwungene Entschleunigung um uns herum mich teilweise sogar beruhigt. The fear of missing out – die Angst, etwas zu verpassen – war weder während der Schwangerschaft noch in der Zeit nach der Geburt ein Thema.







Natürlich freuen auch wir uns wie verrückt darauf, Charlie irgendwann auf Opas Schoß Hoppe Hoppe Reiter spielen zu lassen oder laute und chaotische Playdates mit befreundeten Eltern auszumachen. Aber bis dahin genießen wir die Ruhe und nutzen die Zeit, um unsere Eltern-Kind-Bindung so sehr zu stärken, wie es uns ohne diese gesellschaftliche Auszeit und Arbeiten im Home-Office wohl nicht möglich gewesen wäre.



Macht Euch das Wochenbett schmackhaft



Übrigens: Ein Wochenbett ohne Besuch hat natürlich auch Nachteile. Die Wochenbettvisiten mit Essen (oberste Wochenbettregel!) entfallen leider. Mein Tipp daher, wenn Ihr es nicht sowieso vorhabt: vorkochen und vorbacken!



Ich habe im Mutterschutz 40 Muffins am Stück gebacken und portionsweise eingefroren. Beste. Entscheidung. Ever. Und vielleicht reichen sie sogar, bis irgendwann wieder ein Kaffeekränzchen mit Familie und Freunden möglich ist  …



PS: Ja, tatsächlich haben wir – ganz persönlich – diese Zeit so empfunden. Es ist klar, dass das Wochenbett nicht immer so entspannt und harmonisch abläuft, sei es, weil es schon ein Geschwisterkind gibt, die Eltern wirtschaftliche Sorgen haben, unter der coronabedingten Trennung von lieben Menschen leiden oder aus sonstigen persönlichen Gründen! Dennoch möchte ich mit unserer Geschichte gerne den Frauen Mut machen, die sich Sorgen über das anstehende Wochenbett machen. Es möge sich bitte niemand auf den Schlips getreten fühlen <3.
               
Wochenbett in Corona-Zeiten: Ein Plädoyer für die Abgeschiedenheit
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wolke-hegenbarth-uebers-muttersein-nie-ist-man-perfekt-das-finde-ich-sehr-sehr-anstrengend
       
Ihr Lieben, als wir neulich fragten, welche Promi-Mütter wir mal hier bei uns im Blog interviewen sollten, fiel nicht nur einmal ihr Name: Wolke Hegenbarth.



Vielleicht kennt ihr die Schauspielerin aus „Mein Leben & ich“ oder aus einer der zahlreichen anderen Produktionen, für die die gerade 40-jährige leidenschaftlich dreht. Da wir durch Zufall sogar auf die gleiche Schule in Köln gingen (ja, okay, sie in der coolen Jahrgangsstufe drüber!) haben wir sie einfach mal nach ihrer noch recht jungen Mutterschaft gefragt.



Liebe Wolke, du warst vor Corona für längere Zeit mit Kind in Südafrika, was hat sich – ganz ehrlich, bitte! – an den Ferien verändert, seit du Mama bist? Ist es auch bei euch einfach nur eine Verlagerung des Arbeitsplatzes? Oder siehst du es anders und sagst: Früh aufstehen muss ich eh, so hab ich wenigstens dabei einen Blick aufs Meer?



Mein Urlaub hat sich als Mutter natürlich komplett verändert. Ich kann nicht mehr einfach machen, worauf ich Lust habe. Oder meine Tage so planen kann, wie ich sie planen würde, wenn wir ohne Kind unterwegs wären. Ich muss mich komplett nach Avi richten, vor allem nach seinem Rhythmus und seinen Bedürfnissen. Sprich, ich würde jetzt nicht auf irgendeine Party gehen mit lauter Musik oder in gewisse Restaurants, in denen vielleicht keine Kinder erwünscht sind.



Das war schon eine große Umstellung zu der Art, wie wir vorher gereist sind. Da haben wir immer sehr viel Kulinarik und Kultur gemacht und natürlich auch Nachtleben. Das ist jetzt komplett weggefallen, wobei mich das nicht stört. Ich bin grundsätzlich jemand, der lieber tagsüber unterwegs ist.



Du setzt dich sehr fürs Stillen in der Öffentlichkeit ein – als völlig normale Nahrungsaufnahme. Wie kam es dazu, wie kommst du dazu und warum ist das heute überhaupt noch nötig.



Fürs Stillen in der Öffentlichkeit wollte ich mich eigentlich gar nicht einsetzen. Ich dachte nämlich, das sei normal. Ich meine, wir sind im Jahr 2020. Ich wusste gar nicht, dass man noch darüber reden muss. Das ist ehrlich gesagt auf mich zugekommen, als ich ein lustiges Foto gepostet hab, in dem ich vorm Weinregal gestillt habe und mir dann Hunderte Frauen schrieben, wie toll das sei, dass ich mich dafür einsetze.



Ich kann nur müde darüber lächeln, wenn Menschen mir Stillknigge schicken oder sagen, ich soll mir dafür einen dunklen Raum in einer Ecke suchen. Deswegen dachte ich: Gut, dann stell ich mich dahin für die Frauen, die jemanden brauchen können, der sich dafür stark macht. Scheinbar gibt’s da extrem viel Druck auf Mütter – immer in der einen oder anderen Art: nie ist man perfekt. Das finde ich sehr, sehr anstrengend. Und dafür lohnt es sich allein schon, sich öffentlich einzusetzen.



In der Yellow Press lasen wir einen Artikel darüber, dass Avi – euer Sohn – vermutlich Einzelkind bleibt, weil du deinen Job als Schauspielerin so sehr liebst. Stimmt das? Und wenn ja: Was gibt dir die Coolness, dich selbst über das Kind nicht zu verlieren (Wow, dafür haben wir echt länger gebraucht ;-))?



Natürlich will man erstmal warten, bis das Kind da ist, bevor man eine solche Entscheidung fällt, vorher kann man das ja nicht beurteilen. So haben wir uns das offengelassen. Ich habe gesagt, ein, maximal zwei Kinder, könnt ich mir vorstellen.



Für Oliver waren es immer zwei Kinder. Er hat eine Schwester, die er sehr liebt und sie sind sich auch heute sehr nah. Das wünscht er sich eigentlich auch für Avi. Wir konnten aber feststellen, dass das mit unserem Lebensstil mit den ganzen Wünschen, Ansprüchen, Karrieren, Ideen und Reisewünschen, die wir noch haben, fast gar nicht umsetzbar ist. Oder wir auch gar nicht bereit sind für so viele Jahre so viele Kompromisse einzugehen. Man kann das sicher machen, aber man muss das auch wollen – und wir wollen das eben nicht.



Foto: Jan Niklas Berg



Ich habe auch einen Beruf, den ich sehr liebe. Ich brauche ihn, um glücklich zu sein. Jetzt mal ein, zwei Jahre kürzer zu treten finde ich völlig easy, aber das Ganze dann nochmal zu machen, das kann ich mir nicht vorstellen. Zudem ist mein Beruf durch das ganze Reisen auch immer ein logistischer Aufwand. Das ist mit einem Kind, dass man damit im Zweifel auch immer wieder entwurzelt, eine ganz andere Hausnummer.



Gibt es Dinge, die du in deiner eigenen Kindheit erinnerst – und die du dir auch für Avi dringend wünschen würdest?



Vor allem eines: Ich habe nie das Gefühl gehabt, meine Eltern zu stören. Meine Eltern waren immer ansprechbar und ich hatte nie das Gefühl, dass ich nerve. Und ich weiß, dass Kinder manchmal auch sehr renitent und nervig sind in ihren eigenen Bedürfnissen und dass die nicht immer zu den Bedürfnissen der Eltern passen… aber, dass man sich das erhält, dass man dieses Gefühl nicht vermittelt, find ich total großartig und ganz viel wert. Meine Eltern haben sich angeguckt, was für ein Kind ich bin, was ich brauche und mein Umfeld so gestaltet, dass ich mich frei entfalten konnte. Das ist auch mein oberstes Ziel für Avi, dass er sich nicht mir anpassen muss, sondern ich mich ihm anpasse.



Was hat dich am Mutterwerden und Muttersein am meisten überrascht?



Ich bin aber schon überrascht, mit wie wenig Schlaf man noch überlebt. Das ist wirklich eine ernst gemeinte Feststellung. Und dass man es dann noch schafft, eine weitere Person zu versorgen, das finde ich schon erstaunlich.



Als Mutter wächst man auch physisch nochmal über sich hinaus. Das hat die Natur wahrscheinlich einfach so eingerichtet. Aber davon abgesehen gab es keine Überraschungen für mich.



Wenn du mal 20 Jahre in die Zukunft schaust: Wie möchtest du Avi dann gern sehen? Und wo siehst du dich?



In die Zukunft schauen möchte ich grundsätzlich nicht, das habe ich mir noch nie gewünscht.  Ich bin jemand, der total im Jetzt lebt. Ich versuche, mich gar nicht mit der Vergangenheit zu beschäftigen, was mir auch meistens gut gelingt. Und auch nicht mit der Zukunft, weil ich glaube, dass wir eben nur dieses Jetzt haben, im Jetzt muss es gut sein.



Meine Eltern hatten auch keinerlei Pläne für mich, ich hätte Tischlerin, Anwältin, Ärztin oder auch Weltenbummlerin werden können. The sky the limit ist, hauptsache ich bin glücklich. Das wünsche ich mir auch für Avi. Wenn ich es schaffe, dass es da keine Vorprägung meinerseits gibt, dann bin ich so richtig stolz auf mich.



Hier haben wir noch weitere Promi-Interviews:  z.B. Daniela Katzenberger über ihre Schwangerschaftskilos (https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/daniela-katzenberger-im-interview-ich-sah-aus-wie-ne-tonne) oder Smudo über Feminismus (https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-smudo-ist-feminismus-heute-noch-wichtig-und-bist-du-deinen-toechtern-peinlich) oder Jana Ina Zarrella über ihre Kinder (https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jana-ina-zarrella-ich-moechte-dass-meine-kinder-wissen-wie-wichtig-familie-ist)




               
Wolke Hegenbarth übers Muttersein: „Nie ist man perfekt.“
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wollen-wir-wissen-ob-du-behindert-bist-dennis-schreibt-an-sein-ungeborenes-kind
       
Mein liebes Kind, es gibt Fragen, die kann man erst aufrichtig beantworten, wenn sie das eigene Leben betreffen.
Etwa diese: Was würdest du tun, wenn du in der Lotterie zehn Millionen Euro gewinnst? Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass deine Tochter ein Verbrechen begangen hat: Würdest du sie verraten? Und würdest du eingreifen, wenn ein Mann von einer Gang verprügelt wird?
Wir wussten, dass auch wir uns eines Tages mit einer derart weitreichenden Frage auseinandersetzen müssen, und doch schoben wir sie vor uns her wie die jährliche Steuererklärung. Nun steht diese Frage seit unserem Besuch bei der Frauenärztin aber unausweichlich im Raum. Wir müssen uns entscheiden. Die Frage lautet: Wollen wir wissen, ob du behindert bist?
Die moderne Medizin ermöglicht es, mit hoher Wahrscheinlichkeit herauszufinden, ob du anders bist als andere ungeborene Babys. Es ist so: Jede Zelle deines Körpers hat 46 Chromosomen. Ist ein Chromosom zu viel oder zu wenig, dessen Struktur oder einzelne Gene verändert, wirst du behindert zur Welt kommen. Dann könntest du an Trisomie (zu viel) oder an Monosomie (zu wenig) leiden, am Wolf-Hirschhorn-Syndrom (Veränderung der Struktur) oder einer RotGrün-Schwäche (Genveränderung).
Um festzustellen, ob mit deinen Chromosomen etwas nicht stimmt oder du einen offenen Rücken oder Infektionen hast, muss zwischen der 14. und 20.  Schwangerschaftswoche eine sogenannte Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden. Dabei wird eine Hohlnadel in die Fruchtblase eingebracht und Fruchtwasser entnommen. Diese Methode ist eine unschätzbare Errungenschaft der Forschung. Sie gibt uns Eltern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob wir ein behindertes Kind großziehen wollen oder nicht  – oder uns zumindest besser darauf vorbereiten zu können.
Gleichzeitig ist sie nicht ungefährlich: Die Zahl der Fehlgeburten liegt nach einer solchen Untersuchung bis zu zwei Prozent höher als bei Frauen, die darauf verzichtet haben. Das Entscheidende aber ist: Eine Behinderung kann dabei zwar erkannt, aber nicht geheilt werden. Die Frage ist also nicht: »Wollen wir wissen, ob du behindert bist?«, sondern: »Würden wir dich abtreiben, wenn du behindert bist?«
Lautet die Antwort »Nein«, müssen wir das Risiko einer Untersuchung doch auch gar nicht erst eingehen. Natürlich habe ich Bilder im Kopf, wenn ich an dich denke: Wie du krabbeln und später laufen lernst, wie du deine Schultüte wie eine Trophäe vor dir herträgst und im Freibad vom Dreimeterbrett springst, Bilder eines normalen Lebens.
Dabei weiß ich sehr wohl, dass nicht immer alles normal läuft. Ich habe meinen Zivildienst in einer Schule für geistig behinderte Kinder absolviert und Kinder mit Down-Syndrom, Autismus oder einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS, betreut. Dort begegnete ich Sebastian, einem hübschen Jungen mit semmelblonden Haaren, der unter Autismus litt. Wobei ich gar nicht so genau weiß, ob er tatsächlich litt, denn Sebastian war ein fröhlicher Kerl, der in seiner eigenen Welt lebte – und von der man glauben konnte, dass sie friedlicher ist als unsere.
Jedenfalls lächelte Sebastian unentwegt. Wenn er sich freute, unterlegte er sein Lachen mit einem lauten, herausgepressten Stöhnen, seine Augen strahlten dann hinter den dicken Brillengläsern. Sprechen konnte er nicht, und auch eine besondere Begabung wie der von Dustin Hoffman gespielte Autist in Rain Man suchte man bei ihm vergeblich. Er ließ niemanden an sich heran, außer seine Schulbegleiterin. Sie war die Einzige, die sein Vertrauen genoss, nur sie durfte ihn berühren.
Wenn sich Sebastian aufregte, rannte er einfach weg und legte dabei ein derart hohes Tempo vor, dass man sich selbst sputen musste, um ihn wieder einzufangen. Ich mochte Sebastian vom ersten Moment an. Vielleicht weil er so natürlich war, weil doch jeder von uns am liebsten wegrennen würde, wenn große Wut oder Angst in einem aufsteigt. Vielleicht weil das Lachen eines Menschen, der aus unserer Sicht nicht glücklich sein kann, so viel wertvoller ist als das eines gesunden Menschen. Vielleicht aber auch, weil er mich anders ansah als die anderen, wie einen, dem er eine Chance geben will.
Glück, mein liebes Kind, ist manchmal auch, die Chance zu bekommen, einen besonderen Menschen kennenzulernen. Nach wenigen Wochen reagierte Sebastian auf meine Worte. Weitere Wochen später lachte er, wenn ich lachte oder alberne Grimassen zog. Nach zwei Monaten ließ er sich von mir im Gesicht streicheln und die Brille abnehmen. Und nach drei Monaten ließ er sich von mir wickeln, ohne dass seine Schulbegleiterin dabei war. Das Herz eines Menschen zu erobern ist ein wundervolles Gefühl. Sebastians Herz zu erobern war doppelt so groß, weil es Welten verband, die einander sonst nie begegnen.
Man darf das aber auch nicht kleinreden. Ein behindertes Kind kostet mehr Zeit, mehr Geld und ganz sicher sehr viel mehr Kraft. Jedes Kind stellt das Leben seiner Eltern anfangs auf den Kopf, doch ein behindertes Kind hört nie wieder damit auf. Das muss nicht schlecht sein, es ist nur anders – anders als »normal«. Würden wir dich töten, wenn du mit einem Jahr einen Unfall hast und querschnittsgelähmt bist? Würden wir dich abgeben, wenn du von einer Zecke gebissen wirst und dich eine Hirnhautentzündung zu einem Pflegefall macht? Würden wir nur eine Sekunde darüber nachdenken, dich zur Adoption freizugeben, wenn du an Kinderdemenz erkrankst und nur mit unserer Unterstützung weiterleben könntest?
Nein, nein, nein. Warum also sollten wir dich gar nicht erst bekommen, wenn mit dir etwas nicht in Ordnung ist? Wir wollen dich so, wie du bist. Wir wollen dich nicht nur lieb haben, weil du gesund bist und unseren Vorstellungen entsprichst, wir wollen dich lieb haben, weil du so geworden bist, wie es dein persönlicher Plan war, nicht unserer.
Ob mit einer Hakennase, mit O-Beinen oder eben einer Behinderung, schielend, lispelnd oder stotternd. Wir wollen nur, dass du glücklich wirst. Und ich kann dir sagen: Sebastian war sehr glücklich. Deine Mama sieht das zum Glück auch so. Deswegen haben wir die Frage schnell beantwortet. Wir lassen die Untersuchung weg – und freuen uns auf dich, wie auch immer du sein wirst. Denn ein besonderes Kind wirst du so oder so.
Dein Papa
—-Dieser Brief stammt aus dem Buch "MIT DIR WIRD ALLES ANDERS, BABY. Briefe eines werdenden Vaters an sein Kind" (Affiliate Link) von Dennis Betzholz. Wir verlosen zwei Exemplare dieses schönen Buches, kommentiert dazu einfach, was Ihr durch Eure Kinder gelernt habt. Das Los entscheidet dann. VIEL GLÜCK
               
Wollen wir wissen, ob Du behindert bist? Dennis schreibt an sein ungeborenes Kind | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/world-for-kids-was-macht-eine-reisefamilie-zu-corona-zeiten
       
Ihr Lieben, wir schränken also nun wieder unsere Kontakte ein, auch Britta Schmidt von Groeling natürlich, Inhaberin des Kinderbuchverlags „World for kids“. Wie geht es ihr mit den Beschränkungen – und wie kann sie uns alle ein bisschen mitnehmen in die Welt – zumindest durch Fotos? So!







Britta, Du bezeichnest Deine Familie als eine echte Reisefamilie. Was meinst Du damit?



BSVG: Bei uns in der Familie dreht sich ganz viel ums Reisen. Schon allein beruflich. Zum einen betreibt mein Mann das Hostelschiff „Eastern Comfort“, das mitten in Berlin auf der Spree liegt und natürlich ganz viele deutsche und internationale Reisende beherbergt. Und das Motto meines Kinderbuchverlags ist eben auch „Reisen mit Kindern“. Wir machen Reiseführer für Kinder, Romane für Kinder, die meist mit einer Reise zu tun haben oder in einem anderen Land spielen. Auch Familienreiseblogger haben für uns geschrieben, dabei sind tolle Ratgeber für Familien herausgekommen.







Kommt man bei all dem überhaupt noch dazu, selbst zu reisen?



BSVG: Ja natürlich. All die Kindereiseführer wären nie entstanden, wenn wir nicht selbst so viel unterwegs gewesen wären. Bevor die Kinder in die Schule kamen, sind wir hauptsächlich im hiesigen Winter gereist. Da konnten wir einfach besser weg. Ein Hostel auf einem Schiff ist natürlich im Sommer stärker frequentiert. Obwohl ich es im Winter ja fast noch toller finde: Die Nähe zur Natur mitten in der Stadt, das Plätschern der Wellen, das hat schon was. Auch für die Kinder ist es ein toller Ort.







Wer im Winter reist ist entweder begeisterter Skifahrer oder muss auf die andere Seite der Erdkugel, um ins Warme zu kommen. Wozu zählt Ihr Euch?



Wir sind fürs Warme, Skifahren war bei uns nie Thema. Daher waren bei uns asiatische und afrikanische Länder im Fokus. Wir sind bereits vor der Geburt unserer beiden Kinder viel in Afrika gereist, da mein Mann dort aufgewachsen ist und noch viele Verbindungen dorthin existieren. Als die Kinder kamen, wollten wir ihnen diesen faszinierenden Kontinent eben auch zeigen. Unsere Tochter ist schon mit 9 Monaten unter dem Geländewagen im sambischen Busch herumgekrabbelt.







Sambia mit Kleinkind – das ist ja ein eher ungewöhnliches Urlaubsland. Würdest Du das jeder Familie empfehlen?



Wer zum ersten Mal ins südliche Afrika reist, sollte vielleicht nicht direkt so anfangen. Aber wir hatten schon sehr viel Reiseerfahrung in Afrika und haben uns daher zugetraut, die Herausforderung, die das mit sich bringt, zu meistern. Und wir haben sehr schöne Erfahrungen gemacht. Die Leute dort haben natürlich viel Kontakt zu Weißen, aber weiße, blonde Kleinkinder sind dann eben doch nicht alltäglich. Die Aufmerksamkeit, die unsere Tochter erregt hat, war aber durchweg positiv. Und noch etwas war sehr schön: Die Begegnung mit den Leuten vor Ort fand auf einer neuen Ebene statt. Man stand sich nicht mehr als Tourist – Einheimischer gegenüber, sondern als Eltern. Das hat vieles erleichtert und zu schönen Gesprächen geführt.







Wie reist man da? Von Hotel zu Hotel oder in einer Gruppe?



BSVG: Wir sind allein mit einem Geländewagen unterwegs gewesen, auf dem es ein Dachzelt gab. Das hat den Vorteil, dass man nachts in sicherer Höhe schläft – es gibt ja doch recht viel Getier. Außerdem hatten wir einen Kindersitz montiert und für Moskitonetze gesorgt. Malaria ist in Sambia immer noch ein Thema. Man kann natürlich auch von Hotel zu Hotel reisen, wir wollten jedoch unabhängig sein. Diese Art zu reisen kann man in vielen Ländern des südlichen Afrikas praktizieren. Wir waren mit den Kindern auch schon in Namibia, Südafrika, Zimbabwe, Tansania und Kenia.







Habt ihr eine Altersempfehlung für diese Art zu reisen?



BSVG: Ja. Ich würde das „Toddler-Alter“ aussparen. Das Alter, in dem Kinder eigentlich nur auf dem Boden herumpusseln wollen, alles in den Mund nehmen, überall hochklettern, einfach losrennen, weil sie es nun endlich können. Da ist es weder für Eltern noch für die Kinder selbst ein Vergnügen, lange Autostrecken zu fahren oder auf Insekten und Dornen auf der Erde achten zu müssen. Ganz kleine Kinder sind da noch genügsam und schlafen auch viel. Dann beginnt es ab Schulalter wieder, Spaß zu machen.



Echte Löwenspuren!



Und dann bleiben nur noch die Schulferien.



BSVG: Wir haben unsere Kinder schon zwei Mal von der Schule befreien lassen und waren jeweils 2 Monate mit ihnen im südlichen Afrika. Unsere Schule gestattet solche Reisen, weil sie auf dem Standpunkt steht, dass solche Reisen bilden. Das sehen wir auch so. Kindern kann man nicht früh genug vermitteln, wie wichtig es ist, über den Tellerrand zu schauen. Und wir liegen bei diesen Reisen nicht 8 Wochen am Strand, sondern reisen durch die jeweiligen Länder und zeigen den Kindern, dass es auch möglich ist, anders zu leben als daheim. Und dass das nicht besser oder schlechter ist, sondern einfach nur eine andere Art.







Musstet Ihr die Kinder denn unterrichten?



BSVG: Ja. Wir haben von der Schule das Pensum mitbekommen, was zu lernen war. Und das hieß dann eben auch, jeden Tag etwas dafür zu tun, damit den Kindern keine Nachteile aus der Reise erwachsen. Allein deshalb ist es schon kein richtiger Urlaub, man hat auch Alltag und muss sich organisieren. Aber es ist natürlich fantastisch, wenn man den Kindern sagen kann: Mach Deine Matheaufgaben und dann kannst du Seeigel im Meer beobachten gehen.







Und aus diesen Erfahrungen ist die Idee entstanden, Reiseführer für Kinder zu machen?



BSVG: Genau. Und zwar Reiseführer, die nicht im herkömmlichen Sinne Hoteltipps und Sehenswürdigkeiten aufzählen, sondern die die Themen der Kinder behandeln: Welche Tiere gibt es? Was essen die Leute da? Wie begrüßt man sich? Was für Pflanzen wachsen dort und was kann man damit machen? Was sind die lustigen Geschichten, welches die Geheimnisse? Ein bißchen Geschichte des Landes ist auch dabei, ein Spiel, eine Vorlesegeschichte. Eben ein Buch, das man zu Hause lesen kann, um sich schon einmal hinzuträumen ins Land und das man mit auf die Reise nehmen kann als Begleiter. Es bleibt aber auch nach der Reise ein tolles Erinnerungsstück, denn die Kinder dürfen darin auch malen und kleben und so ihre ganz persönlichen Eindrücke festhalten.







Im Moment bleiben die meisten von uns ja zuhause und reisen eher nicht. Was macht eine Reisefamilie in Zeiten von Corona?



BSVG: Wir reisen natürlich auch nicht – zumindest fast: Wir waren im Sommer für ein paar Tage in Venedig. Die Chance, die Stadt in dieser Ruhe zu erleben, wollte ich mir nicht entgehen lassen, auch wenn natürlich der Hintergrund nicht schön ist. Ansonsten sind wir in Berlin und Umgebung. Und wir schmökern trotzdem in Reisebüchern, denn wegträumen ist fast so schön wie selber reisen. Und unsere Reiseführer kann man auch zuhause lesen und etwas Spannendes über andere Länder erfahren.







UND JETZT DÜRFEN WIR EUCH AUCH NOCH MIT EINEM GEWINNSPIEL ÜBERRASCHEN. Wir verlosen je einen der Kinder-Reiseführer aus Brittas Verlag „World for kids“. Schreibt uns in den Kommentaren hier im Blog bitte einfach, welches der Bücher ihr gewinnen mögt! Das Los entscheidet dann und wir informieren euch per Mail. VIEL GLÜCK!




               
World for kids: Was macht eine Reisefamilie zu Corona-Zeiten? | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wow-mom-und-waterwipes-gemeinsam-fuer-ehrliche-elternschaft
       
Ihr Lieben, wir werden ja oft gefragt, für was wir bei Stadt Land Mama stehen, was wir vermitteln wollen, für was wir stehen. Unsere Antwort lautet dann: Für ehrliche Elternschaft. 



Bei uns gibt es keine Ton-in-Ton angezogenen Kinder, in unseren Kellern stapelt sich die Wäsche und im Wohnzimmer liegen Krümel. Bei uns streiten sich die Geschwister, halten aber dann natürlich gegen uns Eltern zusammen. Bei uns gibt es auch mal Tiefkühlpizza und TV am Vormittag. 



Wir als Eltern sind nicht immer perfekt, aber wir geben unser Bestes. Wir wollen unsere Kinder stark für dieses Leben machen, ihnen Empathie und Mitgefühl vorleben. Und das geht nur, wenn wir begreifen, dass ALLE Emotionen erlaubt sind. 



Wir wollen vor allem Mut machen und entlasten



Um diese Emotionsachterbahn, in der man als Eltern eben sitzt, geht es auch in unseren WOW MOM Büchern. Wir wollen mit unseren Büchern Eltern entlasten, indem wir ihnen zeigen: Es ist normal, dass dir nicht 24/7 die Sonne aus dem Popo scheint. 



Wir wollen mit unseren Büchern Mut machen, dass die meisten Phasen auch einfach wieder vorbei gehen und dass man ganz sicher nicht alleine ist mit all seinen Gefühlen. 



Als wir unser erstes Buch „WOW MOM – der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind“ geschrieben haben, hat Lisa einmal gesagt: „Wenn wir nur einer Mama mit diesem Buch helfen können, dann hat sich die ganze Arbeit gelohnt.“ Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, WIE glücklich wir sind, dass wir nicht nur einer Mama mit diesem Buch helfen konnten, sondern vielen vielen mehr. Unser Buch ist hat mittlerweile über 600 Bewertungen bei Amazon, die neuste Rezension liest sich so: „Das Buch ist einfach unglaublich und so angenehm zum Lesen beim Stillen. Es zeigt, dass sowohl gute als auch schlechte Emotionen und Erfahrungen mit der Mutterschaft einfach dazu gehören. Man fühlt sich einfach leichter. Es ist genau das, was eine frische Mutter braucht.“ Solche Nachrichten sind es, die unser Herz vor Stolz und Freude anschwellen lassen, vielen vielen Dank dafür. Wir freuen uns, wenn Ihr unser Buch weiterhin an Eure Freundinnen verschenkt und weiterempfehlt. 



Unser Buch geht in die 4. Auflage



Gerade wird ein neuer Schwung Bücher gedruckt (4. Auflage!!!!) und wir wollten unsere Message nochmal lauter in die Welt rufen und haben uns deshalb einen starken Partner an die Seite geholt: WaterWipes. Viele von Euch kennen sicher schon diese großartigen Feuchttücher, die zu 99,9 % aus Wasser und einem Tropfen Fruchtextrakt bestehen.







Uns hat überzeugt, dass WaterWipes – genau wie wir – für eine ehrliche Darstellung des Elternlebens in der Gesellschaft, in Medien und in Social-Media-Kanälen steht. Deshalb haben sie das Projekt #Elternsein ins Leben gerufen, das auf einer weltweiten Studie basiert, für die über 13.000 Eltern mit Kindern unter drei Jahren befragt wurden. Außerdem gehören eine 16-minütige Dokumentation, 12 Kurzfilme und eine großangelegte Fotoserie dazu. Eltern aus der ganzen Welt haben offen und ehrlich ihre Erfahrungen aus dem Alltag mit WaterWipes geteilt. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass das Bild über das Leben mit Babys und Kleinkindern so gemeinsam verändert werden kann und Eltern wird ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in sich selbst vermittelt. Mehr Informationen findet Ihr auch hier: https://www.waterwipes.com/de/de/gemeinschaft/erziehung



Und weil wir das einfach toll finden, findet Ihr nun in den neusten WOW MOM Büchern Lesezeichen von Waterewipes – und umgekehrt liegen Leseproben von WOWMOM in den WaterWipes Hebammenboxen, die die Hebammen an die frischgebackenen Eltern verteilen. Außerdem wird es im nächsten Jahr immer wieder mal tolle Beiträge von und mit WaterWipes bei uns im Blog geben. 



Und weil so eine schöne Zusammenarbeit gefeiert werden muss, verlosen wir an Euch ein WaterWipes Überraschungspaket sowie die DidyKlick Silber-Tage von Didymos – ein super Teil, ohne das man bald gar nicht mehr sein will!







Schreibt uns dazu einfach in die Kommentare, was Ihr als Eltern gemacht habt, obwohl Ihr Euch noch kinderlos immer darüber gewundert habt. Das Los entscheidet dann. VIEL GLÜCK. 
               
WOW MOM und WaterWipes: Gemeinsam für ehrliche Elternschaft |
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wut-und-trotz-und-trauer-nach-suizid-des-partners-ich-wollte-mir-und-unserem-kind-das-leben-zurueckholen
       
Ihr Lieben, wir erzählen hier bei Stadt Land Mama nicht nur von den unteschiedlichsten Familien- und Lebensgeschichten, sondern auch von Schicksalen. In diesem Fall interessierte uns vor allem, wie es nach dem Schicksalsschlag weitergeht. Unsere Leserin Nicole hat vor fünf Jahren ihren Mann verloren. Ihre gemeinsame Tochter war damals drei. Wie hat sie es geschafft, weiterzumachen? Darüber erzählt sie uns hier.



Triggerwarnung: In diesem Text geht es um Suizid und Depressionen, die tödlich endeten. Solltest du selbst erkrankt sein oder in irgendeiner Weise Hilfe in Bezug auf Depressionen benötigen: Die Nummer der Telefonseelsorge ist rund um die Uhr Stunden erreichbar: 0800 1110111. Du kannst dich auch an die Stiftung Deutsche Depressionshilfe wenden.



Liebe Nicole, vor 5 Jahren hat sich dein Mann das Leben genommen. Erzähl doch mal, in welchen Lebensumständen ihr damals wart.



Als Markus – so hieß mein Mann – Suizid beging, waren wir fast 18 Jahre verheiratet und kannten uns über zwanzig Jahre. Unsere Tochter war drei Jahre alt. Wir hatten seit fast zehn Jahren zusammen eine psychologische Beratungsstelle. Alles ziemlich gesettelt. Eigentlich hatte ich sogar den Eindruck, dass wir zum ersten Mal in unserem Leben eine gewisse Stabilität gewonnen hatten. Aber Markus ging es seit einem Jahr seelisch immer schlechter.



Genau ein Jahr vor seinem Suizid hatte sich sein Motorradunfall zum zwanzigsten Mal gejährt. Markus war deshalb seit 1995 querschnittsgelähmt und hatte immer mal wieder mit einer „Anpassungsstörung“ zu kämpfen – also mit dem Hadern mit der Situation, behindert zu werden. Ich sage das bewusst so, weil es nur zum einen Teil die körperliche Einschränkung selbst war. Die gesellschaftlichen Einschränkungen haben ihn zusätzlich mürbe gemacht.    



Was hat deinen Mann ganz besonders gemacht, was hast du besonders an ihm geliebt?



Das ist im Nachhinein schwer zu sagen, denn die Depression hat mir in den letzten Jahren vor seinem Suizid immer mehr von ihm genommen. Wer Depressionen hat oder Menschen liebt, die Depressionen haben, kennt das: Die Depression übernimmt immer mehr oder immer wieder das Ruder und frisst Stück für Stück die Lebensfreude auf. Da bleibt von der Grundpersönlichkeit oft kaum noch was übrig bei einem depressiven Schub. Und die gab es in seiner letzten Zeit fast dauerhaft.  



Dabei war es eigentlich das, was ich an Markus am meisten geliebt hatte: seinen manchmal etwas schrägen Humor. Er konnte unglaublich lustig und albern sein. Auch noch nach seinem Unfall war er viele Jahre lang ein Kämpfer und von der Persönlichkeit her sowohl tiefgründig und emotional, aber auch vielseitig interessiert – und einfach verdammt witzig.



Kannst du uns vom Tag des Suizids erzählen?



Der Tag, an dem Markus verschwand, war ein sonniger Tag im Sommer. So ein Klassiker mit Vogelzwitschern und lauer Brise und Alltag. Ich habe mich mit einer Freundin getroffen, die mich gecoacht hat, weil Markus und ich überlegt hatten, die Arbeit der Beratungsstelle umzustrukturieren – eben, weil es ihm zunehmend schlechter ging. 



Das war kein Geheimnis, wir gingen davon aus, dass er ein Burnout hatte, vielleicht auch eine schwerere depressive Episode. Wir waren ja „vom Fach“ und hatten daher überlegt, wie wir Druck rausnehmen konnten aus unserem Leben. Einen Suizid habe ich aber nie für möglich gehalten, weil er sich schon durch so viel in seinem Leben durchgekämpft hatte. Aber genau da war der wunde Punkt: Er hatte zu viel gekämpft. 



Unsere Tochter ging noch nicht in die Kita, wir wechselten uns mit der Betreuung ab, jeder von uns arbeitete halbtags und der andere betreute unser Kind. Eine Woche später wollte Markus eigentlich mit ihr die Eingewöhnung starten. Weil Markus sich Urlaub genommen hatte, fuhr er am Nachmittag ins Fitnessstudio. Körperlicher Ausgleich tat ihm sonst immer gut; den Teil des Körpers zu spüren, der noch etwas empfand. Allerdings ist er da nie hingefahren. Er kam nicht mehr zurück. Er ist einfach verschwunden.



Und das war eigentlich das Schlimmste. Von jetzt auf gleich verlassen zu werden. Und nicht zu wissen: Was ist passiert? Gott sei Dank hat die Polizei ihn nach einem Tag gefunden. In einem Auto auf einem Rastplatz. Dort fand man dann auch einen Abschiedsbrief – und eine Entschuldigung an denjenigen, der ihn finden musste.   



Wie hat eure Tochter vom Tod des Vaters erfahren?



Unsere Tochter hat gleich am Tag seines Verschwindens gespürt, dass etwas nicht stimmte – weil Papa ja nicht wie sonst nach Hause kam. Es war ein Kraftakt, sie an diesem Abend ins Bett zu bringen. Ich war aber immer – kindgerecht – ehrlich zu ihr und habe auf ihre Fragen, wo Papa sei, auch genauso geantwortet: Dass ich es nicht wüsste. 



Als sie am nächsten Tag aufgewacht ist, habe ich ihr gesagt, dass gleich die Polizei kommen würde, um noch einige Fragen zu klären, weil sie Papa suchen würden. Ich habe ihr aber da schon gesagt, dass es sein kann, dass Papa nicht zurückkommt. Weil ich es wusste. Ganz instinktiv. Vom Tod haben wir dann gemeinsam erfahren – die Polizei kam mit dem Pfarrer des Orts, um es uns mitzuteilen.  



Wer war in dieser ersten Zeit deine Stütze, wer hat dir Kraft gegeben? 



Niemand. In so einer Situation gibt es keine „richtige“ Stütze. Man fällt. Da ist nicht viel mit Kraft. Im Gegenteil. Um durch so etwas durchzukommen, muss man sich eingestehen, dass das jetzt eine harte Zeit wird und man schwach ist. Um dann achtsam von Moment zu Moment zu überlegen: Was brauche ich jetzt? Wer kann mir vielleicht helfen? Mein Vorteil war, dass ich mich quasi selbst coachen konnte. Natürlich geht das nicht wirklich, aber ich habe mich teilweise von außen betrachtet und überlegt: Was würde ich mich jetzt fragen, wenn ich meine eigene Klientin wäre? 



Und ich kannte meine Freunde und Familie ziemlich gut. In Lebenskrisen merkt man ja oft erst, wer die wahren Freunde sind. Ich hatte schon vorher ein paar Lebenskrisen erlebt; ich wusste, wo die Stärken und Grenzen meiner Freunde waren. Eine Freundin hat mir bei den Finanzen geholfen, eine andere hat sich um meine Tochter gekümmert, wieder eine andere ist mit mir zum Bestatter gefahren, und so weiter. Aber ich habe auch auf ihre Grenzen geachtet. In solchen Situationen kommen oft Hilfsangebote, weil alle so betroffen sind – aber nur ein Bruchteil davon ist realistisch, weil Freunde und Familie oft aus Liebe über ihre eigenen Grenzen gehen würden, um zu helfen. Das hilft aber auf Dauer niemandem weiter. Deshalb musste ich auch Vieles filtern und aus dem Bauch heraus entscheiden. 



Überhaupt hat mir mein Bauchgefühl am meisten geholfen. Ich habe Entscheidungen getroffen, die nicht allen gefallen haben, und auch ein, zwei Freunde dadurch verloren. Aber ich war ganz bei mir und habe uns nur deswegen da durchgeschifft. Denn das war mein Ziel: Das zu überleben – auch für meine Tochter. 



Die einzige Konstante, die es für mich dabei gab und immer noch gibt, ist mein Glaube. Obwohl ich das so auch nicht sagen kann, denn ich bin nicht religiös und gehöre schon seit Jahren nicht mehr zu einer Kirchengemeinde. Aber ich glaube an einen lebendigen, liebevollen Gott. Der sich nicht verändert, auch wenn die Welt Kopf steht. Dieser persönliche Gott hat mir sehr geholfen. Zu wissen, dass ich da immer andocken kann.   



Neben all der Trauer – gab es da auch noch andere Gefühle?



Meine Fresse, war ich wütend! Bin ich manchmal immer noch. Wut und Angst, aber auch Schuldgefühle gehören beim Suizid zum Trauern dazu. Weil immer diese Frage bleibt: Was wäre, wenn? Wenn ich XY anders gemacht hätte? Denn im Nachhinein fallen einem natürlich immer Anzeichen auf. Aber das ist Blödsinn. Der Mensch, der Suizid begeht, trifft diese Entscheidung ganz allein bzw. seine Krankheit. Egal, welchen Auslöser es letztendlich dafür gab. Trotzdem müssen wir Hinterbliebene da durch, durch dieses Schuldthema, und das neu einordnen, neu bewerten. Das erschwert die Trauer oft. 



Bei mir kam aber noch hinzu, dass Markus wegen der Anpassungsstörung zur Kompensation scheinbar in den Jahren davor eine Art heimliche Kaufsucht entwickelt hatte und mich und meine Tochter mit horrenden Schulden verlassen hat, von denen ich keine Ahnung hatte. Ich wusste fast ein Jahr lang nicht, ob ich unser Haus noch behalten kann oder nicht. Es war der reinste Horror. Und deshalb auch doppelte Wut. Weil zum Verlassenwerden noch Betrug kam. Und ich das nicht mehr mit ihm klären konnte. 



Diese Wut hatte aber auch Vorteile. Weil sie bei mir Trotz ausgelöst hat. Und den Willen, das alles aufzuräumen und mir und meinem Kind ein Leben zurückzuholen. Da hatte Ohnmacht kaum eine Chance. Auch wenn ich besonders am Anfang wegen dieses riesigen Trümmerhaufens natürlich oft gedacht habe: Wie um Gottes Willen soll ich den ganzen Scheiß nur wuppen?



Ich habe schon oft gelesen, dass von den Hinterbliebenen irgendwann erwartet wird, dass sie wieder funktionieren. Hast du diesen Erwartungsdruck auch gespürt?



Jein. Meine Freunde, die ganz nah an mir dran sind, haben das lange mit mir durchgestanden. Eigentlich bis heute. Aber ich merke schon, dass besonders nach den ersten zwei Jahren Leute allgemein eher genervt sind, wenn ich schon wieder mit diesem Thema um die Ecke komme. Vor allem, weil ich mich ja jetzt auch für andere Suizidhinterbliebene einsetze. 



Ich kann das zum Teil auch verstehen: Weil das Leben schon oft genug schwer ist. Weil wir alle uns mehr Leichtigkeit wünschen. Dann über Suizid und Trauer zu reden ist emotional so, als würde man im Urlaub statt am Strand einen Eisbecher zu essen, in eine Tsunamiwelle geraten. Etwas drastisch ausgedrückt. Das ändert aber nichts an der Realität. Dass Trauer Raum braucht. Und Zeit. Und dass Trauer nach einem Suizid einfach härter ist, länger dauert und auch traumatisieren kann. 



Ich glaube, dass dieses „nach dem ersten Trauerjahr muss spätestens alles wieder gut sein“ eine tief in unserer deutschen Kultur verankertes Gedankengut ist. Zurückzuführen auf die NS-Zeit. Denn da waren Gefühle wie Trauer die reinste Schwäche. Und Schwäche war nicht Führerkonform. Wir haben eine große Tendenz zur Verdrängung von Schmerz und zum Arbeiten bis zum Umfallen. Nach dem Krieg ging das auch gar nicht anders. Damit haben wir als Nachfolgegenerationen aber immer noch zu kämpfen.



Für gelebte Trauer, einen offenen Umgang damit – nicht nur symbolisch durch Kranzniederlegungen und dann ist wieder gut – fehlt uns der Erfahrungsschatz. Das sieht man jetzt auch wieder in der Pandemie. Aber es ist auch eine Chance, es neu zu lernen, eine liebevollere Trauerkultur zu etablieren.



Wie hat sich in den letzten 5 Jahren deine Trauer verändert und wie präsent ist dein Mann in eurem Alltag heute?



Für mich fühlt sich die Trauer wie Wellen an. Und die sind im Laufe der Jahre immer mehr abgeflacht. Anfangs war es tatsächlich ein Tsunami. Jetzt ist es eher so wie an einem See, an dem manchmal der Wind etwas größere Wellen über meine Zehen spült, aber grundsätzlich ist es ein sanftes, beständiges Wellenkringeln, mit dem es sich gut leben lässt. 



Ich habe mich mit Markus ausgesöhnt. Manchmal frage ich ihn, was er von xy hält und bitte ihn, bei Gott ein gutes Wort für mich und uns einzulegen, wenn es besonders harte Zeiten sind. Ich erinnere mich auch mehr an die schönen und lustigen Momente. Und ich nehme ganz bewusst Wertvolles mit in mein Leben, was ich mit und von ihm gelernt habe. 



Bis vor einiger Zeit hatte ich in unserer Familiengalerie auch noch ein Foto von ihm hängen. Jetzt haben wir unser Haus saniert und sind zwei Mal darin umgezogen und die Fotos sind eingelagert. Ob das von ihm wieder an die Wand kommt, weiß ich noch nicht. 



Gab es einen Zeitpunkt, an dem du gespürt hast, dass du dein Leben wieder „im Griff hast?“



Ich denke grundsätzlich, dass wir unser Leben nicht im Griff haben. Das ist etwas, was wir uns wünschen, aber spätestens die Pandemie zeigt uns allen sehr deutlich, dass unsere Vorstellung von Sicherheit nicht das ist, was unser Leben sicher macht. Aber es gab ein Gefühl von: „Jetzt bin ich wieder ich oder ein neues Ich.“ Das war letztes Jahr an meinem Geburtstag. Fast vier Jahre nach seinem Suizid. 



Ich habe mit meinem Geburtstag nach seinem Tod immer gehadert, weil er meinen letzten Geburtstag drei Wochen vor seinem Tod eigentlich heimlich dafür genutzt hat, um sich von meinen Freunden zu verabschieden. Seitdem mochte ich ihn nicht mehr feiern. Letztes Jahr konnte ich das zum ersten Mal wieder. Und dieses Jahr würde ich am liebsten eine riesige Party schmeißen. Wird aber wohl nix wegen Corona. Aber dann eben: Innerlich. 



Bist du schon wieder so weit, an eine neue Beziehung zu denken?



Ich hätte gedacht, dass ich nie wieder eine Beziehung eingehen könnte. Allein schon wegen des Vertrauensbruchs. Aber hier hat sich das Klischee bewahrheitet, dass man oft gerade dann jemanden trifft, wenn man am wenigsten damit rechnet. Bei mir war das mehr als überraschend. Auch weil es relativ zeitnah nach Markus´ Tod war. 



Eine Internetbekanntschaft kam zu Besuch, um zu helfen. Wir kannten uns bis dahin nur online und er wollte mich unterstützen, damit ich diesen ganzen Papierkram nach dem Suizid bewältigen kann. Wir kannten uns virtuell recht gut und hatten viele Überschneidungspunkte, wollten aber beide ums Verrecken keine Beziehung und uns gegenseitig als Freunde unterstützen – er wollte eigentlich in die Niederlande zurückziehen und hatte da gerade ein Bewerbungsgespräch für seinen Traumjob gehabt. 



Tja. Und dann stand er vor der Tür. Und dann ist etwas passiert, was ich nie, wirklich nie für möglich gehalten hätte: Da war es tatsächlich, dieses Hollywoodklischee von der Liebe auf den ersten Blick. Es war total verrückt. 



Aus der Sicht der Beraterin habe ich mich erst dagegen gewehrt, weil ich dachte, dass ich das vielleicht nur aus Trauer empfinde und Angst hatte allein zu sein. Aber das war nicht so. Ich wollte allein sein. Ich wollte nicht mehr vertrauen müssen – und dann wieder betrogen werden. Oder verlassen werden. Ich wollte das auf keinen Fall. Aber wie das mit der Liebe so ist: Die lässt sich nicht einfach so abstellen. Weder nach dem Tod noch im Leben. 



Von außen betrachtet wird das ja manchmal verurteilt. Weil man angeblich einfach so den Partner wechseln würde. Für mich war es das genaue Gegenteil. Ich habe beide gleichzeitig geliebt. Tue ich noch immer. Und das war nicht einfach nur Friede, Freude, Eierkuchen. Es war schwer. Weil für Leichtigkeit in der Liebe kaum Raum war. Weil da gleichzeitig immer diese Schwere der Trauer war. Und das Misstrauen, die Angst, dass mir das wieder passiert. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten uns zu einem anderen Zeitpunkt getroffen. 



Andererseits wären wir jetzt nicht da, wo wir heute sind: Ich habe das Haus behalten können. Gemeinsam haben wir es saniert. Dass eine Pandemie kommen würde und wir mittendrin auf einer Baustelle leben würden, konnten wir nicht ahnen – aber hey; immerhin gehen wir zusammen durch die Pandemie. Auch wenn die Angst, dass meine Tochter wieder eine Vaterfigur verliert, seitdem ständig mitschwingt. Aber immerhin hat sie eine!   







Mehr über Nicole und ihren Verein könnt Ihr hier erfahren: https://blattwenden.eu. Hier gibt es einen Erste-Hilfe-Guide für Betroffene:  https://blattwenden.eu/wp-content/uploads/2020/11/Erste-Hilfe-in-Zeiten-des-Grauens-1.pdf 
               
Nach Suizid: "Ich wollte mir und unserem Kind das Leben zurückholen"
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zdf-hebamme-lena-lorenz-schauspielerin-judith-hoersch-ueber-wunder-und-die-geburt-ihrer-tochter
       
Ihr Lieben, Judith Hoersch ist Schauspielerin, Musikerin, Schriftstellerin – und nun auch seit einem Jahr Mutter. In der gleichnamigen ZDF-Serie Lena Lorenz spielt sie als Hebamme die Hauptrolle – auch in diesem Monat dreht sie wieder in den Bergen. Mit am Start: natürlich ihre kleine Tochter… der liest sie nun ab und zu auch aus ihrem eigenen Buch vor – ihrem ersten Roman Juno und die Reise zu den Wundern. Eine fabelhafte Geschichte (Affiliate Link).



Vielleicht noch zu Beginn eine kurze Anmerkung, warum wir uns duzen: Judith und ich haben im Abi zusammen in Köln die Schulbank gedrückt und unseren Deutschlehrer dazu überredet, statt Goethes Faust lieber die Übersetzung von „The Beach“ zu lesen, weil wir dann einfach den Film mit Leonardo Di Caprio anschauen konnten… SO werden Autorinnen geboren, liebe Leute 😉



Juno und die Reise zu den Wundern. Eine fabelhafte Geschichte (Affiliate Link)



Liebe Judith, wo bist du gerade und wie geht es dir im Lockdown light derzeit?



Ich bin derzeit noch im Berchtesgadener Land und drehe noch bis Ende November die ZDF-Reihe Lena Lorenz. Dann kann ich endlich wieder nach Berlin. 5 Monate ist eine lange Zeit. Aber ich liebe die Berge und das Landleben. 



Du bist vor einem Jahr Mutter geworden, was genau hat dich am Mutterwerden und in diesem ersten Jahr am meisten überrascht?



Mich hat überrascht wie unsicher ich am Anfang war, wenn es nicht glatt lief. Egal wie gut man vorbereitet ist oder wird, alles ist neu und man hat halt keine Ahnung. Mutter im ersten Semester ist eine spannende Angelegenheit. Aber das waren vor allem die ersten Lebenswochen und ich bin froh, dass ich meinem Freund hatte, mit dem ich das teilen konnte.



Mich hat überrascht, wie viel Freude es mir macht mich komplett auf meine Familie zu fokussieren, denn ich habe mich vorher am meisten über mein künstlerisches Schaffen definiert. Außerdem finde ich es toll, wie sehr ich bereit bin zu improvisieren und wieviel flexibler ich geworden bin. Perfektion war gestern, mein Kind lehr mich Leben im Jetzt. Und ja die Liebe… Mein Herz ist einfach größer geworden. 



Als Kreative lässt du dich mit Sicherheit nicht gern in Routinen drängen, nun sagt man ja aber Kindern nach, dass sie doch so ein paar Rituale brauchen… wie kriegst du das in deinem bewegten Leben hin?



Ich liebe Rituale und bin ein total ritualisierter Mensch. Ich habe von Anfang an Rituale (Schlafen zum Beispiel) eingeführt und sowohl wir Großen als auch unserer Tochter kommt damit super zurecht. Aber es ist eben immer das Maß an Routine und Flexibilität. Ich würde sagen: Ich bin eher geschmeidiger geworden, wo ich vorher zu fest war. 



Wo knirscht es denn noch in Sachen Gleichberechtigung – und wie läuft das im Filmgeschäft als Mutter?



Es gibt – soweit ich weiß – keine einzige Männertoilette mit Wickeltisch. Darüber hinaus haben Frauen im Filmgeschäft Angst davor, dass sie nicht mehr ’stattfinden’. Ist man nicht mehr sexy genug für die Liebhaberin? Denken dann alle das ich für immer schwanger bin? Bekomme ich danach nochmal eine Rolle?



All diese Fragen bewegen viele Frauen, die vor der Kamera stehen. Viele verheimlichen, dass sie Mutter geworden sind – schlimm finde ich das! Ich würde mir wünschen, dass Kunst und Kind zusammengehören. Man wird außerdem ein besserer Künstler durch das Muttersein, denn man ist gehäuteter – sensibler und feiner. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. 



Nun hast du lange bevor du selbst Mutter wurdest oder mit Geburten zu tun hattest als Lena Lorenz eine Hebamme gespielt – schaust du nun, da du selbst ein Kind hast, anders auf deine Rolle?



Meine Rolle die Lene Lorenz wurde ja auch Mutter. Meine Schwangerschaft wurde in die Rolle eingearbeitet. Das ist sicherlich eine sehr komfortable Rolle. Aber ich habe viel Kontakt mit ‚echten‘ Hebammen und sie haben genau die gleichen Unsicherheiten am Anfang ihrer Mutterschaft. Nur, weil man Kindern auf die Welt helfen kann, ist man als Mutter dennoch neu. Somit hat meine Rolle der Lena nun auch noch eine Komponente mehr: Sie ist nicht nur Hebamme, sondern auch Mama. Aber im Drehprozess macht es vieles einfacher.



Unsere Fachberaterin (eine tolle Hebamme) witzelt immer, das wenn ich mal aufhöre als Schauspielerin zu arbeiten, dass ich bei ihr im Kreißsaal anfangen soll. 🙂 Hebamme ist ein toller Beruf und da ich natürlich jetzt so viel mehr weiß, sieht man das sicher auch in den Filmen: Wickeln, Babys hochnehmen, tragen, stillen, beruhigen – all das ist keine Theorie mehr, sondern gelebte Erfahrung geworden. 



Was genau fasziniert dich an der Arbeit von Hebammen am meisten?



Sie sind die, die das Leben in Empfang nehmen, ein total magischer Moment. Man ist den Müttern sehr nah, man ist sozusagen oft näher als so manches Familienmitglied. Hebammen sind liebevoll, aber eben auch praktisch. Es ist so urweiblich und ein wunderbarer Beruf. Ich habe bei einer Geburt zur Vorbereitung im Kreißsaal hospitiert und muss sagen: Das war eines der irrsten Erlebnisse überhaupt. Ich war richtig high danach. 



Nun hast du mit dickem Neun-Monats-Bauch auch noch ein Buch zur Abgabe gebracht, das sehr fantasievoll ist, es kommen sogar Nixen darin vor, hast du das Gefühl, dass dich deine Schwangerschaft nochmal anders kreativ gemacht hat? 



Anders kreativ würde ich nicht unbedingt sagen, aber es gab eben eine klare Deadline. Das hat den Schreibprozess intensiviert. Ich wusste: So ungestört und ganztägig werde ich sobald nicht wieder schreiben und ich spürte, dass sich die Kleine bald auf den Weg machen würde. Als der hohe Feiertag – der ‚Tag der deutschen Einheit‘ – kam, sprach ich mit meiner Literaturagentin und wir entschlossen uns, trotz des Feiertages durchzuarbeiten. Am Abend vor der Geburt wurde das Buch dann fertig. Kein Scherz. Keine 24 Stunden später war meine Tochter geboren. 



Punktlandung, würden wir sagen 😉 Nun möchtest mit deinem Buch Jungs und Alt zum Träumen bringen. Worum geht es im Inhalt genau?



Juno ist eine schüchterne junge Frau und sie verträumt ihr Leben mehr, als dass sie es wirklich lebt. Sie ist eine sehr besondere Figur und wir erleben sie als Kind, das Eltern hat, die mit ihren ganz eigenen Lebensproblemen so überfordert sind, das Juno sich sehr alleine fühlt. Als sie erwachsen wird, geht sie in die schielende Stadt, dort trifft sie auf ihren ersten Freund und Mentor, den alten Mr. James.



Sie verbringt viel Zeit mit ihm und er lehrt sie viel über das Leben, ermahnt sie aber auch, dass sie ihr Leben mutig leben soll. Irgendwann (ich will ja nicht zu viel verraten!) bricht sie auf zu einer wundersamen Reise rund um den Globus und bekommt dort zehn Lebensweisheiten gelehrt. Es ist ein Märchen für Erwachsene und trägt viele spirituelle Botschaften ohne zu sehr ins Sachbuch abzudriften. Ich würde sagen, es ist für alle etwas, die ‚Die fabelhafte Welt der Amelie‘ lieben, oder ‚Die Möwe Jonathan‘. 



Was mich als Autorin interessiert: Kam die Geschichte zu dir oder du zu ihr?



Gute Frage und das können auch nur Autoren fragen, denn die wissen, dass beide Wege möglich sind. 😉 Juno kam tatsächlich zu mir. Sie war eines Tages einfach da. Sie war auch schon recht vollständig, das war das Verrückte. Aber ihre Geschichten entfalteten sich immer mehr. Es hat gedauert und es war nicht so, dass ich in der Absicht, ein Buch zu schreiben, an den Schreibtisch gegangen bin. 



Sicherlich hat es der Geschichte auch gutgetan, das sie immer wieder in der Schublade verschwunden ist und ich selber als Mensch gewachsen bin. Denn Junos Reise ist ja auch aus den Erfahrungen erwachsen, die ich selber auf den vielen Reisen meines Lebens erlebt und erfahren habe. Irgendwann Anfang 2019 gab es dann ein erstes Manuskript, das man vorzeigen konnte und ich habe damit eine Literaturagentur gefunden. Sie war sofort angetan, hatte aber eine viel größere Vision zu meinem Buch. Also setzte ich mich nochmal hin und eine sehr intensive Schreibphase begann in mehreren Etappen, die letzte eben wie gesagt bis einen Tag vor der Geburt meiner Tochter. 



Aber schreiben ist ja vor allem auch eine Sache der Hartnäckigkeit und Disziplin und man ist permanent mit unsichtbaren Menschen zusammen. Ich liebe es! 



Warum ist es dir ein so großes Bedürfnis, uns Menschen – besonders auch uns Großen – die eigene Fantasie zuzugestehen, ja, uns sogar zum Träumen zu ermutigen? Verlernen wir irgendwann das Fantastische? Wird es und mit dem Alter abtrainiert?



Ich denke schon. Schon als Kind wurde ich ermahnt, ich solle nicht so viel Tagträumen. In meinem Buch verschwimmt Traum, Wunsch und Wirklichkeit. Es bleibt Raum für den Leser und für seine Fantasie. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Wir müssen immer etwas tun und effizient sein. Juno ist anders. Sie ist das verkörperte innere Kind, das staunt. Das können wir von Juno lernen: Staunen über die kleinen Dinge, über die Wunder des Alltags. 



Wir Großen sollten uns mit unseren Träumen und Wünschen verbinden. Wir sollten in der Idee leben, dass wir uns nicht zwischen ’Entweder oder’ entscheiden müssen, sondern ein ‚Sowohl als auch‘ leben können. Das Leben ist voller irrwitziger Widersprüche, wieso dürfen wir das nicht auch sein? Das möchte ich meiner Tochter mitgeben: Eine gute Portion Disziplin und einen festen Glauben an ihre Träume und Wünsche. 



Und was möchtest du deinen LeserInnen mithilfe von Juno mit auf den Weg geben?



Dass sie wieder ihre Träume und die kleinen Dinge des Alltags sehen. Dass sie mutig in die Welt gehen, dass sie sich auf den Weg machen zu ihren Wundern. Ich glaube wirklich, alles ist mit allem in Verbindung und es ist eine lebenslange Aufgabe, sich selbst in Verbindung mit allem zu erforschen. Es ist eine spannende Reise, die wir hier als Menschen machen, wir sollten sie genießen und neugierig sein.



In “Juno und die Reise zu den Wundern“ (Affiliate Link) steckt all das spirituelle Wissen drin, das ich über die Jahrzehnte von meinen Lehrern und durch die Beschäftigung mit Yoga, Meditation und spirituellen Lebensformen gelernt habe. Auch durch das Reisen (besonders alleine). Aber man muss nicht weit reisen, um die Schönheit unserer Welt zu sehen. Man braucht nur den richtigen Blick. Aber wir können auch viel über das Leben lernen, durch die 10 Lektionen, die Juno erlebt, denn das Leben ist Schwingung und wenn wir ihr nicht im Weg stehen, kommen die Dinge sowieso zu uns. 



An was denkst du zuerst, wenn du an deine eigene Kindheit zurückdenkst?



Ich denke an meine Träume, an den Geruch von Herbstlaub, an warme Pferdemäuler, an traurige Tage – denn nicht alles war rosig in meiner Kindheit, an Blätter und Bäume, in denen der Wind rauscht. Und an mein Kinderzimmer, das mir damals so groß vorkam…



Weitere Informationen zu Judith Hoersch: Instagram: @judith_hoersch_official Facebook: @judithhoersch Website: www.judith-hoersch.de Und hier könnt ihr noch an einem Gewinnspiel des Verlags teilnehmen, das bis 16.12.2020 läuft: Ihr könnt hier eine Ballonfahrt gewinnen.
               
ZDF-Hebamme Lena Lorenz: Judith Hoersch über die Geburt ihrer Tochter
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zoom-party-warum-ich-fuer-video-konferenzen-nicht-gemacht-bin
       
„Komm, lass uns ne Zoom-Party veranstalten“, hieß es am Anfang der Pandemie noch so oft. Mitten in der ersten Welle. Und ich immer so: Och, nöööö. Mittlerweile ist der Hype etwas abgeflacht, vermutlich, weil einfach viel zu viele Videokonferenzen unseren Alltag bestimmen. Privat und nach Feierabend dann auch noch vor dem Rechner hocken? Muss ja nicht sein. So jedenfalls nahm ich das in der zweiten Welle wahr.



Nun sitzen wir mitten in der dritten Welle. Und ich hab das Gefühl: Das kommt jetzt wieder mit den Videokonferenzen. Weil wir uns eben auch nach über einem Jahr noch nicht so wirklich in echt treffen dürfen oder wollen. Und weil wir jetzt das Gefühl haben, uns in dieser Pandemie einrichten zu müssen, nicht mehr zu warten, bis alles vorbei ist, sondern den Zustand akzeptieren und damit umgehen müssen. Weil niemand weiß, ob, wie, wann das hier wieder normaler wird in unserem Leben.



Ich bin für Zoom-Konferenzen einfach nicht gemacht



Ich habe aber ein Problem mit Zoom (oder Teams oder wie sie alle heißen). Ich weiß überhaupt nicht wieso, aber diese Scheibe zwischen mir und meinen Freunden, dieses Sich-Nicht-Wirklich-Gegenübersitzen, nicht drücken können, nicht die Gesichtszüge des anderen Eins zu Eins lesen zu können, das ist für mich einfach NULL vergleichbar mit einem echten Treffen.  



By the way: Einer unserer reichweitenstärksten Posts auf Instagram ist übrigens kein hübsches Bildchen von einem liebevollen gedeckten Frühstückstisch, sondern der Screenshot eines Chatverlaufs zwischen Katharina und mir. Darin schreiben wir uns: „Ist das morgen mit Video?“ „Ja .“ „Oh. Dann duschen 😉.“ „Ich hasse das mit Video.“ „Ich auch.“ „Ääätzend – ich seh immer nur, wie scheiße ich ausseh und kann mich gar nicht mehr aufs Gespräch konzentrieren.“



Online-Journalistinnen mit Video-Schwäche



Nun würde man ja meinen, wir Zwei, Katharina und ich, die hier im Digitalen ihre berufliche Heimat gefunden haben, müssten das doch irgendwie akzeptieren, damit klarkommen. Aber nein, das tun wir einfach nicht.



Ich hatte genau zwei private Zoom-Konferenzen an Abenden seit Beginn der Pandemie. Das eine Mal war es der Ehemann einer Freundin, der sie zum 40. mit einer Leinwand überraschen wollte, auf der alle ihre Liebsten für sie Happy Birthday sangen. Das war tatsächlich ganz schön, weil es eben nicht anders ging. Aber nach einer Stunde kann ich dann einfach nicht mehr. Ich fühle mich beobachtet, unbeteiligt, nicht als Teil des Ganzen, versuche die ganze Zeit kein doofes Gesicht zu machen. Mich lenkt das ab, mich strengt das an.



Nun hab ich mich aber trotzdem nochmal drauf eingelassen, wir wollten das Buch-Erscheinen einer Freundin und Journalistenkollegin feiern, wenigstens mal kurz anstoßen. Ich hab mich den ganzen Tag drauf gefreut. Hab mir Snacks zurechtgestellt, ne Erinnerung ins Handy gepackt. Aber man ist ja schon vorher angespannt, ob das technisch alles so hinhaut. Ob unser Land-WLAN funktioniert. Ob ich das hinkrieg als Host (ja, ich Technik-Genie, es war mein erstes Mal als Host, weil ich durch die Kids die App auf dem Handy hab).



Video-Telefonie: Wie sitzt man denn vernünftig?



Und dann geht´s los. Man sieht erstmal immer nur sich selbst. Oder nur eine Person, dabei wollten wir doch zu dritt zusammensitzen. Du wischst wild auf dem Handy rum, statt mal fröhlich Hallo zu sagen. Dann ist es zu laut, dann leise, dann muss der Kopfhörer ab, weil du was trinken willst, dann hörst du wieder plötzlich nichts und dann weiß man ja auch gar nicht, wie man sitzen soll! Wie man das Handy hält, damit man nicht gleich von unten aufs Doppelkinn filmt.



Dazu die wirklich essentiellen Fragen: Beine anwinkeln, liegen, Hocke, Schneidersitz? Und dann finde ich es auch wahnsinnig schwierig, einander nicht dauernd ins Wort zu fallen. Am Ende sag ich dann viel weniger als im echten Leben und bin danach vollkommen geschlaucht. Welcome to my life, ich häng zwar viel am Rechner, aber irgendwie bin ich dann doch kein Nerd 😉



Lieber Live-Partys als Bildschirm-Distanz



Was ich eigentlich sagen wollte: Ich will meine Freunde lieber live sehen als mit Spuckschutz oder Bildschirm dazwischen. Ich fühl mich überfordert von dem Zwischending und werde es wohl in Zukunft wieder so machen, wie die vierte Freundin, die eigentlich noch zu unserer Booklaunch-Zoomparty dazukommen sollte. Sie meinte: Seid mir nicht böse, aber wenn ich auch noch privat zoome, machts bald Zoom in meinem Kopf.



Vielleicht greifen wir bald einfach mal wieder zum Hörer und telefonieren ganz oldschoolig miteinander. Ohne Bild und einfach mit Worten. Jedenfalls so lange uns die Live-Alternative fehlt… 😉 Denn die vermisse ich wirklich arg. Sobald DIE wieder drin ist, macht´s dann wohl wirklich Zoom. Aber nicht am Bildschirm – sondern im Herzen (und in den Beinen, denn ich brauche mal wieder TANZ!)



P.S. Meinen beiden Gesprächspartnerinnen scheint es nicht so zu gehen. Sie haben insgesamt 5 Stunden Zoom geschafft, während ich mich nach zweien ausgeklinkt hatte, um die Kids ins Bett zu bringen 😉
               
Zoom-Party: Warum ich für Video-Konferenzen nicht gemacht bin
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zu-viel-besuch-zu-viel-unruhe-zu-viel-stress-meine-fehler-im-wochenbett
        Vor ein paar Tagen flatterte hier das neue Buch von Hebamme und Bloggerkollegin Anja Constance Gaca ins Haus. Der Titel: „Das Wochenbett – alles über diesen wunderbaren Ausnahmezustand“ (morgen gibt es bei uns ein Interview mit Anja zum Thema Wochenbett!!!!)
Nun bin ich in der 21. Schwangerschaftswoche, habe also noch ein paar Wochen bis das Baby kommt  – aber als ich das Buch in den Händen hielt, dachte ich an diese besondere Zeit nach meinen bisherigen Geburten – und muss eingestehen, dass ich es beide Male nicht besonders gut hinbekommen habe (das Foto zeigt meine Tochter schlafend in unserem Bett…hach, das ist lang her…)
Ein Rückblick: 
Wochenbett 1
Eigentlich müsste man meinen, beim ersten Kind könnten die meisten Mütter das Wochenbett voll genießen. Schließlich gibt es noch kein Geschwisterkind, das auch umsorgt werden will. Man könnte also einfach im Bett bleiben, schlafen, wenn das Baby schläft, sich umsorgen lassen, das Wunder bewusst genießen.
Nicht so ich. Ich hatte irgendwie ein komisches Bild im Kopf. Von Müttern, die kurz nach der Geburt wieder fit waren und so aussahen, als sei nichts gewesen. Und vor allem wollte ich kein Muttchen sein, über das meine kinderlosen Freundinnen sagen, sie käme nicht mehr aus dem Jogging-Anzug. Ich wollte allen beweisen, dass mein Leben genauso weiter geht, trotz Kind.
Also entschlossen wir uns, unser dreieinhalb Wochen altes Baby den Großeltern in Bayern vorzuführen. Fünf Stunden Autofahrt hin, drei Tage dort, fünf Stunden zurück. Anfang Januar, bei minus 20 Grad. Als ich meiner Hebamme davon erzählte, guckte sie mich an, als hätte ich meinem Kind ein Bein abgebissen und sagte: „Du wirst mit einem Milchstau zurück kommen. Das ist viel zu viel für Dich.“ Ich so: „Nö. Alles easy. Mir geht’s gut.“
Die Hinfahrt lief prima, ich war ja so stolz auf uns als coole Eltern. Doch dann ging der Besucherstress los. Jeden Tag zwei, drei Dates mit Omas, Opas, Tanten, Uroma, alten Schulfreunden. Mein Kind wurde herumgereicht, viele fragten noch nicht mal, es wurde mir praktisch aus den Armen gerissen. Ich sagte nichts, denn ich wollte ja auch keine sein, die das Baby nicht abgibt. Doch ich schrie innerlich: „Warum tascht Ihr alle meine Tochter an?“ Es war alles laut, es war trubelig, ich hatte keine Ruhe zum Stillen. Ich fühlte mich plötzlich nur noch überfordert und wollte nach Hause.
In der Nacht vor der Abfahrt wurde meine Brust ganz heiß, ich konnte das Baby nicht mehr anlegen, alles tat weh.Am nächsten Morgen fuhr ich mit Dolly-Buster-Busen zur Notapotheke und lieh mir eine Milchpumpe. Ich sahs weinend im Hinterzimmer der Apotheke, neben mir brüllte das hungrige Kind. Wir beschlossen, nach Hause zu fliehen und fuhren los. Meine Brust wurde wieder hart und heiss. Irgendwo, auf einer Autobahnraststätte in Thüringen, legte ich meine Tochter an. Die Standheizung lief, ich flehte sie an, mich leer zu trinken, wir würden auch nie wieder so einen Scheiss-Ausflug machen. Und dann trank sie. Beide Brüste leer. Ich heulte auf der Rückbank, mein Mann ging zu McDonalds und holte Pommes. Zurück in Berlin war ich zwei Wochen damit beschäftigt, mein Stillproblem wieder in den Griff zu bekommen…Meine Hebamme verkniff sich jede Bemerkung, nur einmal zog sie die Augenbrauen hoch. „Ich weeeeeeiß!“, rief ich. Und schwor, beim nächsten Kind alles anders zu machen.
Wochenbett 2
Von Sekunde eins hatte ich ein schlechtes Gewissen meiner Großen gegenüber. Sie sollte auf keinen Fall zu kurz kommen, sie sollte sich weiterhin mehr als geliebt fühlen. Das machte mir aber unheimlichen Stress. Ohne Großeltern in der Nähe und weil mein Mann wenige Wochen vorher einen neuen Job begonnen hatte und deshalb nicht lange frei nehmen konnte, war ich 8 Tage nach der Geburt auf mich allein gestellt. Und wollte – mal wieder – funktionieren.
Ich hatte eine Geburtsverletzung und starke Schmerzen mein Laufen. Dennoch war es mir unheimlich wichtig, dass ich meine Große zur Kita bringe. Ich wollte ihr damit zeigen, wie wichtig sie mir ist. Also ließ ich den Kleinen bei Nachbarn und stapfte im Januar mit der Großen zur Kita. Auf dem Rückweg machte ich noch schnell den Einkauf und ich dachte dabei jedes Mal, dass ich gleich zusammen klappe. Außerdem wollte ich, dass meine Große nicht auf ihre Nachmittagsgestaltung verzichten muss und saß mit dem Baby im kalten Flur der Musikschule oder brachte die Große zu Spielverabredungen bei Freunden. Obwohl mir Hilfe angeboten wurde, habe ich diese oft abgelehnt. Weil ich wieder andere Frauen im Kopf hatte, die doch scheinbar alles immer spielend schaffen. Und wieder war es meine Hebamme, die mich rettete. Sie redete mir ins Gewissen, sprach mit meiner Frauenärztin und setzte sich auch bei meiner Krankenkasse für mich ein, so dass ich für drei Wochen eine Haushalts-Hilfe gestellt bekam. Die kam jeden Tag drei Stunden, saugte, bügelte und ging für mich einkaufen. Ich konnte unterdessen einfach im Bett liegen und schwor mir, beim nächsten Kind alles anders zu machen.
Ausblick Wochenbett 3
Wenn alles gut geht, kommt das Baby Ende November/Anfang Dezember. Ich habe bereits einigen Freundinnen gesagt, dass ich mir von ihnen zur Geburt wünsche, dass sie für mich kochen. Dass sie mir mal die Wäsche machen. Oder mal mit den beiden Großen auf den Spielplatz gehen. Ich will es diesmal besser machen. Ich habe bereits alle Fehler gemacht, das war vielleicht nicht besonders klug, aber richtig dumm wäre es, sie ein zweites Mal zu machen. Mein Mann wird wahrscheinlich erst über Weihnachten frei bekommen, ich hoffe, meine Mutter kann ein paar Tage davor einspringen.  Das Wichtigste aber ist, dass ich begriffen habe, dass ich nicht funktionieren muss. Dass ich mir Zeit lassen kann, dass ich die Ruhe genießen darf. Dass meine anderen beiden Kinder keinen Schaden nehmen, wenn sie mal eine halbe Stunde vor dem Fernseher ruhig gestellt werden, weil ich das Baby in Ruhe stillen will. Ich hoffe, ich erinnere mich an meine guten Vorsätze, wenn es soweit ist. Und für alle Fälle werde ich werde Lisa bitten, mich daran zu erinnern…
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Zu viel Besuch, zu viel Unruhe, zu viel Stress - Meine Fehler im Wochenbett | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zum-muttertag-so-erlebe-ich-die-mutterschaft
       
Mama sein ist für mich…



eine sich schleichend entwickelnde Koffein-Intoleranz auf Grund von übermäßigem Kaffeekonsum kuscheln, kuscheln, kuschelndie größte Herausforderung meines Lebensmich über einen vorzeitigen Feierabend zu freuen, wenn der 4-Jährige versuchen will, alleine einzuschlafenmich noch mehr zu freuen, wenn’s dann doch heißt: „Mama, ich brauch dich“den ganzen Tag Gefühle zu regulieren, entweder die eigenen oder die der Kinderein warmer, weicher Körper neben mir im BettMillionen von Büchern vorlesen, spannende Geschichten ausdenken und unzählige Rollenspiele spielenabfeiern, wenn ich meinen Kaffee mal warm trinken kannmit der Frauenärztin darüber zu scherzen, dass die Kinder das aktuelle Verhütungsmittel sind, es aber nicht als Scherz zu meinenweg zu wollen, nur um nach kürzester Zeit wieder Sehnsucht zu habenwunde Brustwarzendas erste Mal wirklich Respekt davor zu haben, was die eigene Mutter geleistet hatohne Schminke und mit ungewaschenen Haaren das Haus zu verlassen, und das regelmäßigdann einen guten Tag zu haben, wenn das Kind einen guten Tag hatRuhe haben zu wollen, egal bei was – beim Schlafen, beim Essen, auf der Toilette, beim Einkaufen, einfach mal einen kurzen Moment der RUHEzu wissen: Wenn ich nichts mehr vom Kind höre, ist das ein ganz, ganz schlechtes Zeichenständige Wechsel zwischen überschäumendem Glück und rasender Wut, manchmal innerhalb von Sekunden (sowohl beim Kind als auch bei mir)mich wie Chuck Norris zu fühlen, wenn ich es geschafft habe, dem Kind Fingernägel UND Fußnägel zu schneiden – BÄM!wickeln, wickeln, wickelndas erste Mal die Nummer vom Giftnotruf zu wählender Wunsch nach einem völlig anderen Lebendie Dankbarkeit für genau dieses Lebendass mir das Herz warm wird, wenn das Kind „tropsdem“ sagt oder „Torbart“ oder „Du bist das Beste der Welt“ mir über Themen wie Lebensrisikoversicherung und Stellplätze vor der Haustür Gedanken zu machenein Leben im Schatten, obwohl man früher jedem Sonnenstrahl nachgejagt ist die wichtigste Aufgabe meines Lebensdie größte Konfrontation mit mir selbsteine Liebe zu spüren, die größer ist als alles andere, was ich bisher erlebt habeermüdend und frustrierendzutiefst dankbar dafür zu sein, dass alle gesund sindsehr, sehr viel Zeit damit zu verbringen, den Kindern in den Schlaf zu helfenzwischendurch zu denken „Wir müssen auch irgendwann mal wieder was aufs Beziehungskonto einzahlen, nicht nur abbuchen“, und sich dann im Stress doch wieder gegenseitig anzufahrendie größte Verantwortung meines Lebensweniger spaßig, als ich gedacht hättemit allen in der Küche zu den Backstreet Boys abzuspackenmich von der ein oder anderen Freundschaft zu verabschieden, während sich gleichzeitig neue bildenKacke aus den Fugen des Dielenbodens zu kratzen, weil die volle Windel runtergefallen istPilzsalbe, Zahnungsgel und Fieberzäpfchenmir ständig vorzunehmen, abends früher ins Bett zu gehen, und dann doch vorm Fernseher oder am Handy hängenzubleibendie Vorfreude auf und die Angst vor dem Moment, wo alle ausgezogen sind und es hier plötzlich still wirdein wehmütiger Seufzer beim Blick in den Spiegelmanchmal ziemlich einsam – weil entweder die kinderlosen Freunde einen völlig anderen Rhythmus haben („Ich kann ab 21 Uhr“) oder auch die befreundeten Familien („Ihr seid jetzt draußen? Wir sind schon wieder zu Hause“), oder weil ständig alle der Reihe nach krank sinddie unmögliche Aufgabe, einem 4-jährigen das Brot auf die richtige Weise zu schmierenbeängstigend, weil man so viel verbocken kann und die Welt voller Gefahren ist„die Räder vom Bus“ in Dauerschleife statt „Deine Eltern sind auf einem Tennisturnier…“ein Jonglieren zwischen den eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen der anderenFreude daran, was mein Kind täglich Neues lernt und wie es die Welt für sich entdecktzu begreifen, was der Beckenboden ist und dass es eigentlich ganz schön war, ihn zu habender Versuch, jeden Tag mein Bestes zu geben







Über die Autorin: Ann-Katrin ist 36 Jahre alt und Mutter von drei Kindern, einem 4-Jährigern und einjährigen Zwillingen.Sie bloggt unter inspiriermich.de und hat das E-Book „Herz im Bauch – wie du mich zur Mutter gemacht hast“ geschrieben. Und sie hat uns sehrrrrrrrrr sympathisch auch noch ein Foto ihrer Küche mitgeschickt:








               
Zum Muttertag: So erlebe ich die Mutterschaft | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zum-weltfrauen-tag-was-ich-meinen-toechtern-mit-auf-den-weg-geben-will
        Meine beiden wundervollen Töchter, ich schreibe Euch heute voller Stolz, Liebe und Dankbarkeit. Ihr beide seid schon jetzt wunderbare Persönlichkeiten – mutige Mädchen, die ganz sicher zu starken und liebevollen Frauen heranwachsen werden.
Für Euer Frauenleben wünsche ich Euch, dass Ihr stets für die Dinge eintretet, die Euch wichtig sind. Lasst Euch nicht einreden, dass Beharrlichkeit zickig ist. Lasst Euch nicht ausbremsen durch die ewigen Nörgler, die meinen, es sei zu gefährlich oder unnötig oder anstrengend. Für seine Überzeugungen einzutreten, lohnt sich immer. 
Ich wünsche Euch, dass Ihr einen Beruf findet, der Euch glücklich macht. Ihr müsst keinen Nobelpreis gewinnen oder sechsstellig verdienen – darauf kommt es nicht an. Euer Beruf sollte Euch erfüllen, Eurem Leben einen Sinn geben. Natürlich wird es Tage geben, an denen Ihr lieber am Strand sitzen würdet. Aber wer eine grundsätzliche Leidenschaft für seinen Job hat, wird immer wieder Kraft aus ihm ziehen. 
Ich wünsche Euch, dass Ihr einen Partner fürs Leben findet. Ein Mensch, der mit Euch durch dick und dünn geht, der Euch zur Seite steht, Euch ermutigt, Euch unterstützt. Ein guter Partner wird Euch niemals klein machen, Euch niemals das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein. Ich wünsche Euch, dass Ihr Euren Weg findet. Dass Ihr herausfindet, ob und wen Ihr heiraten wollt. Ob Ihr eine Familie gründen wollt, wo Ihr leben möchtet. 
Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Schönheit sehen könnt. Sich und seinen Körper zu lieben, hat nichts mit Selbstverliebtheit oder Arroganz zu tun. Es ist die Basis für eine gesunde Selbst-Fürsorge. Ihr habt nur diesen einen Körper – seid gut zu ihm. Aber Schönheit ist noch so viel mehr als ein strahlendes Lächeln oder volles Haar – Ihr seid einzigartig, seit dem Tag Euer Geburt, mit all Euren Begabungen, Schwächen, Vorlieben, Eigenheiten. Ihr seid genau so gut wie Ihr seid. 
Ich wünsche Euch, dass Euer Herz immer offen bleibt für all die, denen es nicht so gut geht wie uns. Bleibt empathisch und liebevoll, großzügig und nachsichtig. Ich glaube fest daran, dass ein Lächeln viel mehr bewirken kann als harte Worte. 
Ich wünsche Euch, dass Ihr weiterhin träumen könnt. Dass Ihr nicht zu harten Realisten oder gar Zynikern werdet. Davon gibt es genug auf der Welt. Es braucht Träumer, die an sich und andere glauben. Ihr könnt alles erreichen. 
Ich wünsche Euch, dass Ihr andere Frauen findet, die Euch inspirieren und weiterbringen. Dass Ihr einander unterstützt und als Schwestern immer verbunden bleibt. 
Ich wünsche mir, dass ich auf diesem Weg an Eurer Seite sein darf, Eure Hand halten kann, wenn Ihr mich braucht. Ich wünsche mir, dass ich Euch loslassen kann, wenn es nötig ist und dass Ihr zurückkommt, wenn die Zeit dafür reif ist. Ich möchte Euch nicht meine Vorstellungen aufdrücken – Ihr könnt nur glücklich werden, wenn Ihr Euren eigenen Weg findet. Und genau das wünsche ich Euch am meisten: Dass Ihr glücklich werdet. 
Damit meine ich nicht dieses kurzzeitige Glücksgefühl, wenn man eine Bluse im Sale shoppt oder man einen herrlichen Urlaub genießt. Ich wünsche Euch tiefes Glück, weil Ihr Vertrauen in Euch habt, wisst, wer Ihr seid und was Ihr könnt. 
Ich habe dieses Vertrauen in Euch. Jetzt schon. Und für immer. 
               
Zum Weltfrauen-Tag: Was ich meinen Töchtern mit auf den Weg geben will | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, unsere Leserin Susanne Bürger setzt sich sehr für Eltern ein, deren Kinder als Frühchen weit vor dem Termin auf die Welt kamen und die sich plötzlich und unerwartet auf einer Kinder-Intensivstation wiederfinden. Sie hat nicht nur selbst eine Frühgeburt erlebt und viel Klinikerfahrungen gesammelt, sondern auch ein Buch geschrieben und eine Videoreihe zum Thema entwickelt. Vor allem möchte sie Mut machen. Hier kommt ihr Gastbeitrag:



Es gibt Worte, die gab es in deinem, in meinem, in unserem Leben bisher vielleicht nicht.



Dieses Jahr ist vieles anders und nochmal besonders anders, wenn du Mama wirst und dein Baby einfach länger in einer Klinik bleiben muss als vorgesehen. Die Gründe dafür sind so verschieden wie wir Menschen selbst. Jeder Start ins Leben ist einzigartig. Es gibt Babys, die lassen sich Zeit, werden im Ärztedeutsch „übertragen“ und dann gibt’s genauso die frühen Kämpfer oder Babys mit einer Diagnose in der Schwangerschaft.



Weltfrühchentag: Eltern gehen durch alle Emotionen



Am heutigen Weltfrühchentag, dem 17. November, wird gerade diesen besonderen kleinen Kämpfern durch eine wunderbare Aktion gedacht. Überall werden Gebäude in schönstem „Purple“ angestrahlt. Was jedoch die Farbe nicht ausdrücken kann, sind die Emotionen, die für die Eltern damit einhergehen.



Was ein solch früher Start für Eltern, Kind und Umfeld wirklich bedeutet, kann man nur erahnen, wenn man/frau noch nie eine Kinder-Intensivstation von innen gesehen hat.



Frühchen: Wenn das Leben auf der Intensivstation beginnt



Meistens ist damit ein längerer Aufenthalt in einer Kinderklinik verbunden. Ob mit oder ohne Operation – die Babys starten intensiv. Das heißt immer einen anfänglichen Kampf zwischen den Welten, Fortschritte, am nächsten Tag ein Rückschritt und wieder von vorne….



Das komplette Spektrum der Gefühle habe ich selbst 2014 durchlebt, da mein zweiter Sohn aufgrund einer super seltenen Grunderkrankung ebenfalls zu früh geboren wurde.



Frühgeburt und Kinderklinik: Alles so anders als gedacht



Angst, Sorge, Trauer um den fehlenden Babymoon, alles war da. Das ist der Grund, warum es seit 2018 das Elternbegleitbuch „Wenn das Leben intensiv beginnt“ bei deinem Buchhändler des Vertrauens gibt. Mit wertvollen Informationen, Erfahrungen von Betroffenen und Fachleuten, sowie hilfreichen Tipps möchte ich Eltern in dieser Situation einen Weg ermöglichen, der nicht nur von Hilflosigkeit und Angst geprägt ist, sondern vom Vertrauen in die eigene Kraft und Handlungsfähigkeit.







Das Buch liegt mittlerweile in sehr vielen Elternbibliotheken in deutschsprachigen Kinderkliniken auf der Kinderintensivstation oder Frühchenstation. Genau dort muss es stehen. Aufgrund der jetzt wieder stärker verhängten Kontaktverbote und eingeschränkten Besuchszeiten entstand mit ganz vielen Eltern und Fachleuten die ergänzende Videoreihe. Wir kommen zu dir in die Klinik – direkt aufs Handy mit der knapp 7-stündigen Videoreihe, die in 44 kurze mutmachende Interviews aufgeteilt ist mit Botschaften aus dem Herzen.



Wir kommen zu dir. Grade in diesen Zeiten braucht es neue Wege und Lösungen.



Eltern, die die Gefühle und die Situation selbst schon hinter sich haben oder teilweise auch immer wieder vor sich sehen, teilen praxiserprobten und alltagstauglichen Best Practise. Was hat ihnen selbst in dieser Zeit geholfen, wovon würden sie mehr machen und was würden sie vielleicht auch lassen, damit diese intensive Zeit für aller leichter fällt?



Thematisch wird vom Stillen in der Kinderklinik, der Vorbereitung auf Operationen bis hin zur Betreuung von Geschwisterkindern und zur Schlafsituation der Eltern alles abgedeckt.



Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, dem es helfen würde. Hier geht es zu unserem Instagramkanal „Wenn das Leben intensiv beginnt“ oder zu unserem Buch: Susanne Bürger: Wenn das Leben intensiv beginnt (Affiliate Link).
               
Weltfrühgeborenentag: Mut und Unterstützung für Eltern von Frühchen
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zusammenhalt-und-solidaritaet-unser-rant-zum-aus-der-deutschen-bei-der-wm
         Ihr Lieben, gestern ist Deutschland bei der WM in Russland ausgeschieden. Mal ganz ehrlich, wir haben damit alle nicht wirklich gerechnet. Was für eine Überraschung. Und einfach: so schade.
Für mich ist die Weltmeisterschaft tatsächlich ein ziemlich emotional besetztes Thema. Nicht nur, weil ich einfach Fußballfan bin. Nein, auch weil ich unglaublich schöne Momente mit den letzten Weltmeisterschaften verbinde.
Beim Sommermärchen 2006 war ich hochschwanger mit meinem ersten Kind. Ich sah jedes Spiel der Deutschen an einer anderen Location in Berlin, das hatte ich mir zum Sport gemacht. Die WM im eigenen Land, ich durfte sogar einmal ins Stadion. Ich war sehr verliebt, frisch verheiratet, in freudigster Erwartung auf das Töchterchen – die Sonne strahlte. Es war einfach ein wundervoller Sommer. Und eine Woche nach dem Finale, an einem Sonntag, kam dann unser kleines WM-Mädchen zur Welt.
Ihr merkt schon, ich hole weit aus. Ich lass das jetzt mal. Nur eins noch: Bei der letzten Weltmeisterschaft waren unsere Jungs 5. Für sie war diese Weltmeisterschaft einschneidend, denn seitdem konnte sie fußballerisch nichts mehr halten. Sie spielen seitdem im Verein, sie lieben und leben Fußball und können uns zu jedem einzelnen Spieler jeder einzelnen Mannschaft jedes einzelne Detail raussprudeln, weil sie ihre Panini-Karten nicht nur einkleben, sondern wirklich auch studieren.

Nun ist dies die erste von ihnen bewusst erlebte WM, bei der sie nicht Weltmeister werden (auch lustig, oder?). Sie saßen noch lange ungläubig vor dem aufgebauten Beamer und konnten nicht fassen, was da grad passiert war. Ihre kleine Fußballwelt blieb plötzlich stehen.
Und ja, es gibt Wichtigeres im Leben als Fußball, falls jetzt wieder jemand mit diesem Spruch kommt. Aber hier, an diesem Beispiel, üben sie grad fürs Leben: Frustrationstoleranz. In ihrer noch übersichtlichen Welt war das gestern ein Einschnitt. Wie Liebeskummer. Mit in-den-Schlaf weinen. Enttäuschung. Das gehört eben im Leben dazu. Die Lektion haben sie gelernt.
Und ja, ich habe gerade mit Katharina geschrieben und wir sind auch beide traurig. Traurig, weil jetzt schon wieder die ersten rassistischen Kommentare durchs Netz geistern. Zu wenig Nationalstolz. Zu wenig Hymne mitgesungen. Zu erdogan-beeinflusst. Pfui Teufel. Ein glückliches Kullerballtor der Deutschen – und alles wäre anders gewesen. Es sollte eben gestern nicht sein. Und ja, das war ein wirklich schlechter Kick, die Pässe kamen nicht an, da war kein Feuer. Nur: das entschuldigt weder rassistische Auswüchse noch das mediale Nachtreten m heutigen Tage.

Die Satirewebsite Postillon zeigte gestern schon nach Abpfiff die deutsche Mannschaft, alle mit Balken vor den Augen und der Nachricht: Diese 22 deutschen Männer beantragen nun Asyl in Russland, um sich vor medialer Verfolgung im eigenen Land zu schützen.
Diese ganze Schadenfreude. Dieses Ganze: Wir haben das doch gewusst. Dieses Meckern auf höchstem Niveau. Dieses „Tut-doch-mal-was-für eure-Millionen“. Boah, wie mich das nervt.



 

Trauerprozess. #diemannschaft #niemalsgehtmansoganz
Ein Beitrag geteilt von  Lisa Harmann (@lisaharmann) am
  Jun 27, 2018 um 9:13 PDT
 

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 Ich bin einfach nur traurig. Traurig für die Jungs, die da angetreten sind, um Fußball zu spielen und weiterzukommen. Traurig für meine Jungs, die nun mit ihrem Fußballfrust klarkommen müssen. Und traurig um die vielen schönen Nachmittage, die wir zusammen mit Freunden unsere Mannschaft angefeuert hätten. Denn wenn die WM für mich eins ist, dann ist es ein Spektakel der Gemeinschaft und Gemeinsamkeit.
Ich mag das Gefühl, dass die Autobahnen leer sind, weil wir alle zusammen, das ganze Land der einen guten Sache entgegenfiebert. Ich mag, dass ich weiß, dass jetzt in der jeder Ecke des Landes Schlauberger das Spielgeschehen kommentieren. Dass bei Toren gemeinsam gejubelt wird. Überhaupt ist es doch so schön, den Tagesablauf mal durch diese schöne Nebensache strukturiert zu bekommen. Ich mag die WM. Weil ich Gemeinschaft mag. Es wäre so schön, wenn es da auch in der Niederlage Zusammenhalt gäbe. Lasst uns das doch einfach versuchen.  
 
               
Zusammenhalt und Solidarität! Unser Rant zum Aus der Deutschen bei der WM | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwei-herzen-in-einer-brust-ueber-das-vorstadt-leben-gastbeitrag-von-sophia
       
 Ich habe einen Kater. Ein wunderschöner, feuchtfröhlicher Abend mit ganz unterschiedlichen Frauen liegt hinter mir. Im einzigen Mexikaner weit und breit trafen wir uns zum jährlichen „Mama-Abend“ der örtlichen Kinderkrippe. Wir sprachen über Kinder, Arbeit und Männer, lachten und tranken. Irgendwann kam die Frage auf:
„Und, wie bist du eigentlich hier gelandet?“
Der Ort, in dem wir leben, gehört zu den hässlichsten Gemeinden, die ich kenne. Er liegt 20 Kilometer von München entfernt, besteht aus zwei Hauptstraßen und langweiligen Wohngebieten mit Reihenhäusern und Vorgärten. Es gibt hier nichts Besonderes zu sehen. Die Busanbindung zur S-Bahn-Station ist lückenhaft, sonntags fährt er gar nicht. So läuft man die lange Bahnhofstraße entlang, vorbei am einzigen Metzger, dem einzigen Feinkostladen und dem einzigen Biergarten. Bis man endlich eine der drei S-Bahnen pro Stunden erreicht, um in die rettende Großstadt zu entfliehen.
Wie also, bin ich bloß hier gelandet?

Fünf Jahre lang lebte ich mit meinem Partner glücklich in einer Dreizimmerwohnung am Englischen Garten direkt an der Tramstation. Wir liebten unsere Jobs, nach der Arbeit trafen wir uns mit Freunden, um in der Isar zu schwimmen, ins Café zu gehen oder den neuesten Kinofilm anzuschauen.
Dann heirateten wir und ich wurde schwanger. Plötzlich änderte sich mein Blick auf unser Zuhause. Wo würde unser Kind draußen spielen – auf einem der überfüllten Spielplätze? Wo könnten wir Gemüse anpflanzen, ein Haustier halten, einen Sandkasten aufbauen – auf dem Dreiquadratmeter-Balkon? Wo sollten die Großeltern schlafen, wenn sie uns besuchen kamen – im Durchgangszimmer auf der Couch? Sie wohnten alle mehrere Stunden entfernt. Ich konnte mir nicht vorstellen, hier ein Kind großzuziehen, ich wollte eine große Wohnung mit Garten. Ich wollte, dass unser Kind so aufwächst, wie ich selbst es erleben durfte. Mit Natur, Freiheiten und Platz.
Wir fingen an zu suchen. Und waren dabei nicht die einzigen. Hatten wir einen Besichtigungstermin ergattert, konkurrierten wir mit 20 anderen Paaren. Es waren enge Wohnungen mit winzigen Gärten, viele hundert Meter vom nächsten Grün entfernt. Den Zuschlag bekamen wir nie. Also inserierten wir in der Regionalzeitung. Auch dort: 20 Inserate, die genauso klangen wie unseres: „Junges Paar, bald zu dritt, sucht große Wohnung mit Garten“.
Doch dann, zwei Tage später, erhielten wir genau einen Anruf. Den Ort hatten wir noch nie gehört, wir mussten googlen. Eine mittelgroße Gemeinde an eine der S-Bahnlinien. Mein Mann sagte sofort: in den S-Bahn-Bereich ziehe ich nicht! Viel zu weit draußen. Doch ich wollte es mir wenigstens Mal anschauen. Es war ein Reihenhaus. Mit spießigem Vorgarten. Ein Steinlöwe mit bayerischem Wappen wachte auf dem Zaunpfosten.
 Die Nachbarin reinigte ihre Steinplatten mit dem Hochdruckgerät. Fürchterlich! Innen angekommen staunten wir: so viele Zimmer! Und ein schnuckeliger Garten nur für uns. Um die Ecke begann das Feld, der Blick reichte weit: viele Felder, der Olympiaturm, dahinter die Alpen. Zwei Wochen hatten wir Zeit, es uns zu überlegen, dann würde das Haus anderweitig vergeben. Ich machte eine Pro-Kontra-Liste: Gästezimmer, Gemüsebeet und Pendeln versus Kulturangebot, Radfahren und hoher Miete. Die Argumente wogen sich genau auf.
Was also, sollten wir tun?
Aus dem Bauch heraus entschieden wir uns für ja. Beim Umzug war ich im siebten Monat schwanger und heulte wie ein Schlosshund, als ich unsere geliebte Stadtwohnung für die Übergabe putzte. „Merk dir genau, was du in der ersten Nacht träumst!“ sagten meine Freundinnen. Ich konnte mich nicht daran erinnern. Ängstlich achtete ich auf jedes negative Detail der neuen Umgebung. War nicht doch der störende Lärm der nahen Autobahn zu hören? War das Erdgeschoss nicht etwas zu dunkel? Die Nachbarn zu spießig? Die Natur gar keine Natur, sondern Monokultur?
Bis zur Geburt funktionierte ich, pendelte tapfer und umständlich zur Arbeit und versuchte, die positiven Seiten zu finden. Der nahegelegene Vogelbeobachtungsturm, der nette Besitzer des Asia-Ladens, die tollen Angebote für Kinder. Als es wärmer wurde, verbrachte ich viel Zeit im Garten. Der Blick endete an der Stellwand zum Nachbargarten. Was für ein trostloses Leben!

Nach der Geburt unseres Kindes hatte ich viel Zeit. Ich schob den Kinderwagen durch den Ort, vorbei an den immer gleichen Häusern und Gärten und langweilte mich. Der Versuch, Kontakt zu anderen Müttern aufzubauen, fruchtete nicht. Im Rückbildungskurs konnte ich mir mit keiner der Frauen vorstellen, befreundet zu sein. Sie redeten andauernd nur von ihren Kindern, Männern, Haustieren und Gärten.
Immer öfter nahm ich den Bus zur S-Bahn und fuhr in die Stadt, um meine alten Freundinnen zu treffen. Dort konnte ich es nicht fassen, dass ich dieses fantastische, bunte Stadtleben eingetauscht hatte gegen ein fades Dasein in der Vorstadt. War ich von allen guten Geistern verlassen gewesen?
Kinder sind dort glücklich, wo ihre Eltern glücklich sind. Sie brauchen weder Garten noch ein Gästezimmer für die Großeltern. Sie brauchen eine zufriedene Mama. Und das hatte unser Kind nicht. Ich war todunglücklich. Fragte Google: „Was tun, wenn man die falsche Entscheidung getroffen hat?“ und spielte mit dem Gedanken, meinen Mann zu überreden, wieder zurückzuziehen.
Warum bin ich also immer noch hier und betrinke mich mit anderen Mamis beim Mexikaner?
Weil ich erstmal einfach nur durchgehalten habe. Ich wollte dem Ort eine Chance geben. Also ging ich in die Offensive: ich sprach jede Mutter an, die einen Kinderwagen schob. Sechs gaben mir ihre Nummer, mit dreien kam ich gut aus. Ich meldete mich bei Kursen an: Babymassage, Pekip, Babyschwimmen. Aus jedem Kurs entstand ein Kontakt. Die Kontakte sammelte ich in einer WhatsApp-Gruppe, vernetzte die Frauen untereinander. Wir trafen uns spontan im einzigen Café, einem der Spielplätze oder am Baggersee. Gemeinsam schrieben wir eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen für den Ort, eine überbrachte sie dem Bürgermeister persönlich. Ich forderte mehr Blumenwiesen als Gegenpol zu den Maisfeldern. Zwei Monate später wurden sie gesät. Ich sah: manchmal ist es auch gut, in einem kleineren Ort zu wohnen, hier kann man viel mitgestalten.
Fünf Monate nach der Geburt fing ich wieder an zu arbeiten, von zu Hause aus, 10 Stunden die Woche. Weitere acht Monate später dann 30 Stunden, zum Teil im Münchner Büro, zum Teil Zuhause. Ich ging wieder in mein altes Orchester, auch wenn ich dafür jeden Dienstag 50 Kilometer mit dem Auto fahren musste. Es war wie eine Befreiung. Stück für Stück eroberte ich mir mein Leben zurück. Mir war nicht mehr langweilig!

Je älter unser Kind wurde, desto mehr sah ich die positiven Seiten des Ortes. Hier bekam jedes Kind einen Platz in der einzigen Krippe, sie reichten einfach aus. Die Spielplätze waren nie überfüllt. In der Bücherei ging es gemütlich zu. Auf unserer Spielstraße ließ es sich wunderbar Puky fahren. Die Kinder in der Reihenhaussiedlung besuchten sich gegenseitig in den Gärten oder spielten im Hof. Wir Eltern übernahmen abwechselnd die Aufsicht oder trafen uns gemeinsam auf der Bank mit einem kühlen Radler.
Wir luden uns spontan zum Grillen ein, borgten uns Werkzeug aus und halfen beim Baumschnitt. Es war immer was los, so konnte es bleiben.
Nach wöchentlichen Kinoabenden, einer Auswahl an Cafés und dem überfüllten Englischen Garten sehnte ich mich immer weniger. Einladungen in die Stadt nahm ich jedoch stets an. Was für ein Genuss, auf einer WG-Party zu tanzen, mit Freunden ein Konzert zu genießen oder ein Museum zu besichtigen! Das alles war nur 25 Autominuten entfernt. Es schlugen nun zwei Herzen in meiner Brust. Ich nahm die Vorteile der Großstadt viel intensiver wahr, freute mich jedoch danach auf Zuhause. Hier konnte sich mein Blick am Horizont ausruhen und meine Seele bei der Gartenarbeit Kraft tanken. Hier warteten neue Menschen, die ich liebgewonnen hatte, auf mich. Hier war mein Herz. In der hässlichsten Gemeinde, die ich kenne, aber auch der herzlichsten.
Home is where your heart is – ob in der Stadt, der Vorstadt oder auf dem Land – für mich ist das vollkommen egal. Ich bin fest davon überzeugt, dass man überall glücklich sein kann, wo man seinen Interessen nachgehen kann und die richtigen Menschen um einen herum sind. So wie die lustigen Frauen vom gestrigen Mama-Abend. Ich freue mich schon auf die nächste Cocktailrunde beim einzigen Mexikaner!
 
               
Zwei Herzen in einer Brust. Über das Vorstadt-Leben - Gastbeitrag von Sophia | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwei-papas-ja-okay-ach-waeren-doch-alle-so-unverkrampft-wie-unsere-kinder
        Liebe Caro,
ich habe gerade den Artikel zur Stärkung des Adoptionsrechts für Homosexuelle gelesen, während meine Kinder drumherum saßen. Ihnen fiel sofort das Foto auf.
„Sind das zwei Väter, Mama?“
„Ja, dieses Kind hat zwei Väter.“
„Wie heißt denn das Kind? Ach nee, der eine hat doch Absätze unter den Schuhen, das ist ne Frau. Achso, nee, das ist doch ein Mann, der Mantel.“
„Wie das Kind heißt, weiß ich nicht. Aber es hat zwei Väter an der Hand. Und weil zwei Männer, wenn sie verliebt sind, keine Kinder bekommen können, können sie ein Kind adoptieren.“
„Was ist das, adoptieren?“
„Na, wenn ein Kind zum Beispiel keine Eltern mehr hat, dann darf es in einer anderen, in einer Adoptivfamilie, aufwachsen. Hättet Ihr auch gern zwei Papas?“
„Hm, nee, dann würden die ja beide immer arbeiten gehen und wer passt dann auf uns auf?“
„Naja, einer würde dann schon immer auf euch aufpassen wie ich das hier bei Euch mache und der andere würde dann halt arbeiten gehen.“
„Ja dann ist das okay. Wo gehen die denn eigentlich gerade hin auf dem Bild?“
 
Der Name des Kindes, zwei Papas an seiner Hand, das Ziel seines Weges. Alles gleich spannend in der Welt von Kindern. Ganz ohne ideologische Überfrachtung. Toll!
Und hier noch ein ganz toller Artikel aus dem SZ-Magazin, in dem Jugendliche erzählen, wie es sich anfühlt, wenn die Eltern schwul oder lesbisch sind.
 
               
"Zwei Papas? Ja, okay!" Ach, wären doch alle so unverkrampft wie unsere Kinder... | STADT LAND MAMA
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwillinge-erst-sorgten-sie-sich-um-emily-dann-mussten-sie-elian-gehen-lassen
       
Liebe Renate, erzähl doch erstmal ein bisschen was über Eure Familie.
Wir kommen aus Köln, ich bin 29, verheiratet und habe vier Kinder im Alter von 8 Monaten bis 4 Jahren, 1 Sternenkind und zwei Hunde. Von Beruf bin ich Intensivschwester
Deine beiden jüngsten Kinder sind Zwillinge, die allerdings viel zu früh auf die Welt gekommen sind. Wie waren Schwangerschaft und Geburt?
Emily und Elian kamen in der 29+5 nach einem Blasensprung zur Welt. Die Schwangerschaft war durchwachsen. In der 20. Woche gingen wir zur Pränantaldiagnostik. Da hieß es, Emily habe zu wenig Fruchtwasser, ihr Oberschenkelknochen wäre zu kurz, sie sei zu leicht, schlecht entwickelt und all sowas. Es stand eine Trisomie im Raum. Elian hingegen machte keine Sorgen, da schien alles in Ordnung. 
Die Ärzte waren über Emily so beunruhigt, dass ich wöchentlich zur Kontrolle musste. Heute sehe ich das kritisch und würde mich nicht mehr so verückt machen lassen. Am 26.3. hatte ich ein komisches Gefühl und fragte die Ärzte nach einer Lungenreife-Spritze. Diese wurde abgelehnt, weil nichts auf eine nahe Geburt deuten würde.
Mein komisches Gefühl blieb. Am Tag drauf sagte ich zu meinem Mann, er solle erreichbar bleiben, um 16 Uhr platzte die Fruchtblase. Ich rief die Hebamme an, die das bestätigte. Also kam der Rettungswagen, während der Fahrt bekam ich Wehen. 
Die Geburt stand also an..
Ja, mein Mann fuhr auch sofort in die Klinik. Dort wollte man mich für einen Kaiserschnitt vorbereiten. Aber ich wollte eine vaginale Geburt und nachdem mich die Oberärztin untersucht hatte, stimmte sie meinem Wunsch zu. Ich hatte erst Angst "loszulassen", aber meine Hebamme unterstützte mich und Emily wurde schnell geboren. Ich hörte, wie sie schrie und war erleichtert. 
Kurz darauf wurde auch Elian geboren. Auch er schrie und ich war erstmal nur glücklich. 
Doch dann änderte sich die Situation. 
Die Kinder wurden an einem Mittwoch geboren, am Freitagabend musste Elian plötzlich intubiert werden. Er ist septisch geworden und keiner wusste, woher es kam. Doch die Ärzte schienen die Situation in den Griff zu bekommen. Am Sonntagmittag sagten sie noch, dass es ganz danach aussehe, dass Elian das Klinikum als gesundes Kind verlässt. 
Am Montagmorgen wurde sein Kopf geschallt. Plötzlich hieß es, er habe eine kleine Läsion im Hirn, nichts Großes oder Besorgniserregendes, aber an einer unüblichen Stelle. Am nächsten Tag aber bekamen wir die Nachricht, dass die E.Coli Sepsis seine Hirnstrukturen komplett zerstört hätten.
Wie ging es weiter?
Innerhalb von zwei Tagen verwandelte es sich von "Ihr Kind geht gesund nach Hause" zu "Das Hirn ist komplett zerstört." Am Mittwoch drauf saßen wir mit allen Ärzten und dem Chefarzt zusammen und besprachen die Lage. Daraufhin entschieden wir uns gegen die lebenserhaltenden Maßnahmen.  Die schwerste Entscheidung unseres Lebens. 
Elian wurde am Donnerstag extubiert. Nahrung, Flüssigkeit und Medikamente gegen Krampfanfälle wurden weitergegeben. Wir kuschelten die ganze Zeit mit ihm, er lag sogar noch mit seiner Zwillingsschwester im Wärmebettchen. 
Am 8.4. frühmorgens kam dann der Anruf, dass wir bitte in die Klinik kommen sollen. Elian habe immer mehr Anzeichen, dass er gehen möchte. Wir sind natürlich sofort in die Klinik und hatten ihn bis zu seinem letzten Atemzug im Arm. Wir waren sehr froh, dass wir in dem Moment, in dem er für immer eingeschlafen ist, da sein konnten. Er sollte nicht alleine gehen müssen…
Wie habt Ihr Abschied von Eurem Sohn genommen? 
Wir hatten eine Fotografin von "Dein Sternenkind", die uns ab dem Tag der Extubation begleitet hat. Somit haben wir gemeinsame Bilder von unseren Zwillingen lebend und von unserem verstorbenen Sohn. Wir haben seinen Sarg bemalt und von ihm in einer wunderschönen, würdevollen Beerdigung Abschied genommen. 
Wie hat dieser Verlust Euch als Familie und als Paar verändert?
Als Paar sind wir noch mehr zusammengewachsen und halten noch stärker zueinander. Der Verlust von Elian hat uns und unserer Familie gezeigt, dass uns wirklich nicht mal das Schlimmste auseinanderbringen kann.
Wie hast du es geschafft, nicht komplett in ein dunkles Loch zu fallen? 
Ich habe noch vier Kinder, einen Mann und eine liebevolle, sehr verständnisvolle Familie und einige gute Freunde. Das gibt mir viel Kraft. Wichtig war für mich auch, dass wir Elian nie verheimlicht haben oder totgeschwiegen. Wir reden über ihn, er gehört zu uns. 
Gibt es dennoch Momente, in denen die Trauer übermächtig wird?
Natürlich. Zum Beispiel, wenn ich Emily manchmal ansehe. Dann male ich mir aus, wie es wäre, wenn da jetzt zwei Kinder wären. Was Elian jetzt schon alles können würde, was für ein kleiner Kerl er wäre. All das werden wir nie erleben und das ist einfach nur unfassbar traurig. 
Wie präsent ist Elian im Alltag?
Elians Fotos stehen bei den übrigen Familienfotos. Er gehört zu uns, wie jedes unserer anderen Kinder auch. Nur hat er keinen Erdenplatz mehr, sondern einen Sternenplatz.
Mein Großer erzählt immer wieder, dass er nun einen Bruder hat, der mit seinen riesigen Engelsflügeln auf uns alle aufpasst. Manchmal möchte er ihn im Himmel besuchen, aber er weiß auch, dass es nicht geht. Denn Engel kann man nicht sehen, sondern nur "fühlen".
Wenn man irgendetwas Positives sehen will: Was hast du gelernt in dieser schweren Zeit?
Tatsächlich kann ich viel Positves sehen. Wir haben gelernt, wer unsere Freunde sind und wie stark diese Freundschaften sind. Wir haben gelernt, dass das Leben manchmal auch wahnsinnig traurig ist, dass das aber auch okay ist.
Wir haben gelernt, wie stark die Liebe ist und dass Familie wirklich das Allerwichtigste ist. 


 
               
Zwillinge: Erst sorgten sie sich um Emily, dann mussten sie Elian gehen lassen | STADT LAND MAMA
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Liebe Stephanie, vor drei Jahren wurden Eure Zwillinge zehn Wochen zu früh geboren. Beide haben eine Cerebralparese. Erklär mal bitte, was das genau ist und wie das die Zwillinge beeinflusst. 



Cerebralparese ist eine Bewegungsstörung, deren Ursache in einer Schädigung des Gehirns durch eine mangelnde Sauerstoffversorgung liegt. Eine Cerebralparese kann sich in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern. In unserem Fall haben die Zwillinge eine Muskelhypertonie in unterschiedlicher Intensität – d.h. eine hohe Spannung, vor allem in den Beinen, auch die Arme und Hände sind betroffen.



Diese erhöhte Spannung, auch als Spastik bekannt, führt bei unseren Zwillingen dazu, dass sie bis heute noch nicht frei stehen und auch nicht laufen können. Das Sitzen, z.B. in der Badewanne oder am Esstisch, ist teilweise noch instabil, daher muss man sie dabei begleiten und immer in der Nähe sein. Auch ihre Feinmotorik ist noch eingeschränkt – die beiden brauchen dadurch beim Essen oder z.B. auch beim Malen oft noch mehr Unterstützung als Gleichaltrige.



Es hat zwei Jahre gedauert, bis Ihr wusstet, was die Kinder haben. Warum hat das so lange gedauert? 



Die Zwillinge sind zwar zehn Wochen zu früh gekommen, jedoch konnten in den Untersuchungen im Krankenhaus, vor allem den Ultraschalluntersuchungen vom Kopf, keine Auffälligkeiten wie z.B. Blutungen festgestellt werden. Deshalb sind wir erst einmal davon ausgegangen, dass sie zwar in ihrer Entwicklung das ein oder andere aufzuholen haben, was bei Frühchen ja oft der Fall und normal ist. Insgesamt schien erst einmal alles in Ordnung zu sein.



Dass etwas nicht stimmt, zeigte sich das erste Mal gegen Ende ihres 1. Lebensjahres. Beide kamen viel später ins Sitzen und dann auch nur sehr instabil. Auch das Krabbeln setzte deutlich später ein, erst mit ca. 15 Monaten. Aber auch da haben wir und die Ärzte uns noch damit beruhigt, dass sich jedes Kind für die einzelnen Entwicklungsschritte unterschiedlich viel Zeit lässt. Es gibt natürlich definierte Zeiträume, aber Frühchen gibt man noch einmal mehr Zeit. 



Mit circa 1,5 Jahren kam dann der Verdacht auf, dass es doch eine Schädigung im Gehirn nach der Geburt gegeben haben muss. Die Therapie, die in einem solchen Fall gemacht wird (insbesondere Physiotherapie), haben wir glücklicherweise schon seit dem 4. Monat mitgemacht, einfach weil sie Frühchen waren. Im letzten Jahr haben wir dann ein MRT machen lassen, das uns dann endgültig die Diagnose bestätigt hat.



Wie seid Ihr als Eltern mit dieser Diagnose umgegangen?



Für meinen Mann und mich war es anfangs unglaublich schwer. Rückblickend gesehen denke ich, dass wir wahrscheinlich in dem vollgepackten Alltag für eine Weile diese Tatsache auch verdrängt haben. Wir waren rund um die Uhr damit beschäftigt, zwischen den Therapien, zahlreichen Untersuchungen, den üblichen Kinderkrankheiten und dem Berufsleben mit den drei Kindern irgendwie zurecht zu kommen. An einem Abend saßen wir dann abends auf dem Sofa und es hat uns emotional überrollt. Das schlimmste Gefühl war, dass wir die Einschränkungen für unsere Jungs nicht „wegzaubern“ können. Und was uns so traurig gemacht hat war die Ungewissheit darüber, ob sie irgendwann werden laufen können oder ob sie noch weitere (kognitive) Einschränkungen haben, die man erst später feststellen kann.



Das war sicher eine schwere Zeit…



Ja, mir als derjenigen, die die Kinder zur Welt gebracht hat, kam dazu immer wieder die Frage in den Kopf, was ich hätte tun können, um die Frühgeburt zu verhindern. Viele andere Zwillingsmamas haben es schließlich auch viel weiter geschafft, dachte ich….Mittlerweile hat sich durch und mit unseren Kindern alles etwas„zurecht geruckelt“.



Unsere Zwillinge sind solche Sonnenscheine, die Tag für Tag so unglaublich viel Spaß haben. Es beschäftigt sie natürlich immer wieder, dass andere Kinder laufen, rennen oder Roller fahren, und sie äußern den Wunsch, das auch tun zu wollen. Das tut uns in diesen Momenten dann sehr weh. Aber wir haben gelernt, dass ihr Glücklichsein nicht davon abhängt, ob sie laufen werden oder nicht. 



Die Zwillinge zu fördern und zu unterstützen kostet viel Zeit und Kraft. Deshalb hast du im letzten Jahr deinen Job aufgegeben. Das war sicherlich nicht leicht… Erzähl mal, warum Ihr Euch so entschieden habt. 



Vor der Geburt der Zwillinge hatte ich fest vor, nach einer längeren Pause wieder in meinen Job zurückzukehren. Es war mir immer wichtig, berufstätig zu bleiben.



Mit den Entwicklungsverzögerungen und letztendlich den Diagnosen war irgendwann klar, dass eine Rückkehr in meinen Job nicht möglich ist. Zumindest glaube ich, dass es zu Lasten der Kinder gehen würde, wenn ich arbeiten würde. Sie haben mehrmals in der Woche Therapien und immer wiederkehrende, feste Untersuchungstermine. Zudem habe ich im letzten Jahr eine knapp sechswöchige Reha mit den beiden gemacht, von der wir hoffen, sie jährlich wiederholen zu können. Sie haben jetzt, wo sie noch so klein sind, die besten Chancen kognitiv umzulernen. Und nicht zuletzt ist unser großer Sohn im Sommer eingeschult worden, so dass er uns jetzt auch noch mehr braucht und wir für ihn dasein möchten. 



Ich könnte mir vorstellen, dass dir diese Entscheidung auch viel Druck genommen hat. Stimmt das? 



Ja, absolut. Es war eine Erleichterung zu wissen, dass ich mich voll und ganz auf die Kinder konzentrieren kann. Wir haben Glück, dass das bei uns überhaupt machbar ist. Nicht bei jeder Familie reicht ein Einkommen aus.



Und dennoch war es schwer für mich, in die vollständige finanzielle Abhängigkeit von meinem Mann zu gehen. Obwohl wir eine Partnerschaft absolut auf Augenhöhe haben und er sehr gut einschätzen kann, was ein Tag mit drei Kindern bedeutet, war es für mich kein leichter Schritt. Meine Arbeit vermisse ich nach wie vor, auch wenn es für mich die einzig richtige Entscheidung in unserer Situation war, weil unsere Kinder diese Zeit und Aufmerksamkeit genau jetzt unbedingt brauchen. In Momenten, wenn ich sehe, wie wir vier die gemeinsame Zeit genießen und welche Fortschritte die Zwillinge machen, bin ich glücklich! 



Was vermisst du am meisten an deinem alten Alltag?



Was ich besonders vermisse ist der Austausch mit den Kollegen, sich inhaltlich mit (auf eine andere Weise) anspruchsvollen Themen zu beschäftigen, zu beraten, zu coachen und, um ehrlich zu sein, auch die damit verbundene Wertschätzung. Eben nicht „nur“ Mama zu sein. Es gibt noch viele weitere Seiten und Leidenschaften, die zu mir gehören, die auch „mitleben“ wollen und gerade keinen Platz haben.



Du kümmerst dich sehr intensiv um die Kinder. Was machst du, damit Dir die Kraft nicht ausgeht? Wo holst du dir neue Kraft?



Bis vor einem Jahr bin ich sehr gerne regelmäßig zum Yoga gegangen. Im letzten Jahr ist es dann leider ziemlich eingeschlafen. Seit ein paar Wochen mache ich hin und wieder ein paar Online-Sessions, einfach weil ich sonst durch das ständige Tragen der Zwillinge Rückenprobleme bekomme. Was immer sehr gut tut, besonders in Situationen, in denen nichts mehr geht, ist, die Kopfhörer aufzusetzen und in voller Lautstärke Musik zu hören. Und mich abends mit Freundinnen zu treffen oder telefonieren. Im Sommer waren wir oft lange draußen im Wald oder sind über Wiesen spazieren gegangen und hatten im Rucksack zwei Gläser und ein paar Snacks dabei. Herrlich. 



Wenn du dir eine Sache wünschen könntest, die dich entlastet – was wäre das?



Eine längere Zeit fehlte mir jemand, der mich besonders an den Nachmittagen und am Abend beim Spielen, Essen zubereiten, auf dem Spielplatz etc. unterstützt. Es ist oft eine große Herausforderung, allen Bedürfnissen gleichzeitig gerecht zu werden. Unser großer Sohn hat mit 6 Jahren oft ganz andere Interessen und ich möchte ihm auch Zeit widmen. Wir haben jetzt wieder eine Unterstützung gefunden, die zweimal in der Woche fest zu uns kommt. Wir haben aber auch großes Glück mit unseren Familien, die uns oft unterstützen!



Was uns zusätzlich sehr geholfen hätte, wäre eine Art zentrale Anlaufstelle, die Familien wie uns ganzheitlich zu Themen wie Therapiemöglichkeiten, Pflege, Schwerbehinderung, Reha usw. berät. Vieles haben wir glücklicherweise durch den Austausch mit anderen Eltern, die in einer ähnlichen Situation sind, in der Reha erfahren und durch die Sozialberaterin dort vor Ort. Vielleicht gibt es auch etwas in dieser Art schon und uns ist es nur noch nicht bekannt. 



Gibt es Prognosen, wie sich die Jungs entwickeln? Was wünscht du dir für sie?  



Inzwischen gehen die Therapeuten und Ärzte davon aus, dass der Ältere von beiden irgendwann ohne Hilfsmittel laufen können wird. Bei unserem zweiten Zwilling ist das noch nicht klar. Mit einem sogenannten Walker – ihr könnt euch das wie eine Art Rollator vorstellen, den man hinter sich herzieht – können die beiden schon jetzt die Welt aus einer anderen Perspektive entdecken Für die beiden ist das aber auch sehr anstrengend und sie schaffen immer nur ein paar Minuten am Stück.



Für die beiden wünschen wir uns einfach, dass sie ihre Frohnaturen behalten und ihnen in ihrem Leben Menschen begegnen, die es gut mit ihnen meinen!
               
Zwillinge mit Cerebralparese: Zwei Frohnaturen, die gern laufen würden | STADT LAND MAMA
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         Ihr Lieben, immer mal wieder hört man den Spruch: Ach, meine Kinder sind altersmäßig so dicht beieinander, im Grunde wachsen sie wie Zwillinge auf. Ich möchte diesem Glauben heute mal öffentlich widersprechen, denn nein, zwei dicht aufeinander folgende Kinder sind nicht wie Zwillinge. Nur Zwillinge sind wie Zwillinge. Und gerade, wenn sie wie bei uns eineiig sind, sehe ich da noch einmal eine Steigerung. Denn sie sind gleich groß, gleich schwer, gleich alt – und sehen sich auch noch unglaublich ähnlich.
Das hat zur Folge, dass es da also keinerlei Altershierarchie zwischen den beiden gibt. Kein, geh du schon mal vor ins Bett, ich bring schon mal den kleinen Bruder zum Schlafen. Kein Jahr zwischen der Kitaeingewöhnung oder Einschulung. Nein, es passiert alles gleichzeitig. Habt ihr schon mal zwei Kinder zur selben Zeit gestillt? Es ist etwas anderes als mit zwei Kindern, die dicht aufeinander geboren wurden. Und es gibt noch so viel mehr Punkte.
Bei Zwillingen kann nicht einer schon mal an einer Brezel mümmeln, während der andere noch Milch trinkt – nein, beide trinken Milch, weil beide gleich alt sind.
Die Zähne kommen zur gleichen Zeit oder noch besser: Wenn sie bei dem einen durch sind, geht´s beim nächsten Los, also beginnt eine Endlosschleife aus roten Bäckchen und Zahnschmerzen und wenig Schlaf.
 Zwillinge trotzen zu zweit, wenn sie zwei sind und nehmen keine Rücksicht darauf, ob der eine sich nun auch grad auf den Boden wirft, weil er Mamas Autoschlüssel haben will.
Die gleiche Größe der Kinder führt auch zu mehr Beulen, denn wenn sie ineinander rennen (bei uns regelmäßig passiert), dann treffen sie sich Kopf an Kopf – nicht Kopf an Bauch wie bei zwei unterschiedlich großen Kindern.
Der eine kann noch nicht alleine sitzen, wenn der andere ein Baby ist, um mal kurz die Hand für den Kleineren frei zu haben.
Und wenn sie dann erstmal größer sind, dann geht das Gebuhle um die Aufmerksamkeit los. Weil beide das mit der Geduld noch nicht so draufhaben, fühlt sich immer einer zurückgesetzt. Ich will aber als Erstes erzählen.
 Die Kitaeingewöhnung findet parallel statt, beide brauchen Trost und Nähe, bei zwei nicht gleichalten Kindern verteilt sich das auf zwei aufeinanderfolgende Jahre.
Dazu die Überlegung, gleicher Sportverein? Gleiche Kitagruppe? Gleiche Schulklasse? Wie viel Individualität ist wichtig, wie viel Zusammenhalt?
Dazu das permanente Vergleichen. Ich bin grad einen Zentimeter größer, war grad eine Minute schneller, konnte einen Tag vor dir schwimmen, bin bei X zum Geburtstag eingeladen und du nicht…
Die gleichen Entwicklungsphasen, unterschiedliche Erfolge, Stärken, Schwächen, der direkte Vergleich.
In meinem Zwillingsbuch, das ich mir in der Schwangerschaft kaufte stand, dass Zwillinge für Eltern viel schwieriger zu erreichen sind, weil sie ja sich haben. Wenn der eine Idee hat, ist der andere da, um sie umzusetzen. Die Rede war von einer Katze und einer Badewanne, die Szene hat sich mir eingeprägt, damals lachte ich noch darüber und dachte: süß… heute kratze ich Karnevalschminke-Reste von Wänden und aus Kopfkissen. Aus zweien gleichzeitig, um ehrlich zu sein 😉 Sie sind partner in crime, da passt keine Handbreit dazwischen. Sie haben ja sich!
Ich las auch, dass Zwillingseltern ein fünfmal so hohes Scheidungsrisiko haben. Als wir unseren Beiden neulich schmunzelnd davon erzählten, sagten wir: Und jetzt ihr! Ihr könnt doch jetzt Prozente ausrechnen…
 Wenn eh ein Drittel aller Ehen geschieden wird und sich Zwillingseltern fünfmal so oft trennen, wie viel Prozent der Zwillingseltern trennen sich dann? Sie kamen auf 150 Prozent. Hahaha. Mit Humor, das kann ich sagen, kommt man schon durch. Aber es ist und bleibt schon auch eine Herausforderung.
Zweimal neue weiterführende Schule, neue Lehrer, neue Umgebung, plötzlich Tests und Prüfungen. Das kann ja schon bei einem Kind viel aufzufangen sein, aber bei zweien? Wir fragen nacheinander Vokabeln ab, nur, wenn der andere nicht im Raum ist, weil sonst immer einer vorher dazwischenruft. Ich bin kein Zwilling, ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, sich permanent zu messen. Ich kann nur sagen: Wenn zwei Kinder nicht gleichzeitig zur Welt kommen, ist es etwas anderes.
Unsere vor den Zwillingen geborene Tochter jedenfalls führt ein ganz anderes Leben. Ihre Entwicklungsphase. Ihr Ding. Sie kann am Nachmittag mit Freundinnen ins Kino gehen. Sie muss sich diese Erfahrung und diese Freundinnen nicht teilen. Sie muss sich nicht abgleichen mit einem gleichaltrigen Gegenüber. Aber während sie danach allein im Linienbus nach Hause fährt, haben die Jungs natürlich immer sich…
Ihr seht, es hat alles seine Vor- und Nachteile und jedes Leben ist eben anders. Wir versuchen, alle Bedürfnisse im Auge zu behalten, schauen, dass der etwas ruhigere Zwilling nicht vom etwas aufgeweckteren überquatscht wird, geben Acht, dass niemand zu kurz kommt und alle gesehen und gehört werden, so wie sie es brauchen. Dass die Große auch noch beachtet wird, wenn die gleichaussehenden Zwillis auftauchen, die oft allein durch ihr gleiches Äußeres Aufmerksamkeit auf ich ziehen.
Ob das immer gerecht zugeht? Bestimmt nicht! Ob es anders wäre, wenn nicht zwei das gleiche Alter hätten? Ganz sicher. Aber am Ende wachsen sie ja alle in dieser bekloppt-humorvollen Atmosphäre auf, die ihnen immer wieder signalisiert, dass jeder sein darf wie er will – und dabei zu jederzeit von ganzem Herzen geliebt wird. Und zwar nicht nur von den Eltern… sondern auch von den gleich und ähnlichen altern Geschwistern.
 
 
               
Zwillinge sind Zwillinge! Nicht zu vergleichen mit zwei dicht aufeinander folgenden Kindern… | STADT LAND MAMA
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Ihr Lieben, wir befinden uns in der Weltstillwoche und da ich immer wieder gefragt werde, ob ich meine Zwillinge denn wohl gestillt habe, dachte ich, wäre es doch ganz schön, mal über unsere eigene Still-Geschichte zu schreiben, die ganz anders verlief als ursprünglich geplant.
Nun habe ich den wunderbaren Damen von Maternita Schwangerschaftsconcierge und Babyplaner – wenn ihr in Berlin mal Hilfe in Schwangerschaft oder mit Baby benötigt, können wir euch Inga und Ulli nur wärmstens empfehlen! – im letzten Jahr ein ausführliches Interview zum Thema Zwillinge stillen gegeben, das wir hier nun auch bei uns veröffentlichen dürfen.
Das vielleicht noch als Basis-Info: Unsere eineiigen Zwillingsjungs kamen im Herbst 2008 zur Welt, nur zwei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin mit je knapp unter und knapp über drei Kilogramm. Ihre Tochter war zur Geburt der zwei Geschwister zwei Jahre, zwei Monate und zwei Wochen alt (kein Witz ;-).

Liebe Lisa, wie war Euer Stillstart und wurdest Du bei Deinem Stillwunsch von Deiner Familie und Freunde, der Hebamme, dem Krankenhaus, etc. unterstützt und wenn ja wie?
Ich war in der glücklichen Lage, dass ich schon einmal an einem „Einling“ das Stillen üben konnte. Zwei Jahre vor der Zwillingsgeburt hatte ich schon eine Tochter bekommen und deswegen wusste ich bei der Zwillingsgeburt schon recht genau, was ich wollte – und was nicht.
Nachdem es beim ersten Kind zum Teil recht schmerzhaft war zu Beginn, habe ich bei den Zwillingen gleich gesagt, dass ich sie mit erst einmal mit Stillhütchen stillen werde. Man sagte mir, ich solle das nicht länger als eine oder zwei Wochen tun, das war mir aber egal. Ich hatte keine Lust auf wunde Brustwarzen und hatte auch keine Sorge um Stillirritationen. Der Start verlief damit dann auch einwandfrei.
Ich habe die beiden in einem von der WHO zertifizierten Babyfreundliches Krankenhaus in Berlin bekommen, dort wurde ich unglaublich gut motiviert. Die Schwestern auf der Wöchnerinnenstation waren allesamt gut gelaunt, was für mich sehr wichtig war in dieser Ausnahmesituation. Immer wieder kam jemand rein und sagte: „Mensch, Sie sind aber ein Naturtalent“. Oder: „Darf ich Ihnen noch mehr zu trinken bringen?“
Das war unglaublich schön und das hatte ich nach der ersten Geburt in einem anderen Krankenhaus ganz anders erlebt. Deswegen wusste ich das auch schon in diesem Moment so sehr zu schätzen. Es gab dann auch tatsächlich überhaupt keine Probleme mit der Stillerei. Nach etwa vier Monaten ließ ich die Stillhütchen dann übrigens komplett weg und auch das funktionierte wunderbar.
Hast Du Deine Zwillinge parallel oder nacheinander gestillt? Und welche Herausforderungen hattet Ihr damit?
Tatsächlich hatte ich mich vor der Geburt auch gefragt, wie das bitteschön gehen soll – zwei Kinder stillen. Aber wenn die Situation dann da ist, geht das ja dann doch alles irgendwie instinktiv. Ich habe die beiden Kerlchen nach Bedarf gestillt und deswegen eben mal einzeln und mal gemeinsam.
Wenn ich beide auf dem Stillkissen liegen hatte (das war übrigens ein extra Zwillingsstillkissen, kann ich sehr empfehlen), dann wusste unsere Zweijährige genau, dass ich nicht aufstehen kann – und malte die Wände an oder machte Blödsinn. Das war im Grunde die größte Herausforderung.
Na und, dass ich im Grunde eigentlich immer irgendwen bei mir ernährte, dadurch blieb natürlich viel Haushalt liegen. Das war mir in dem Moment aber ehrlich gesagt ziemlich egal, das Ernähren der Kinder war in dem Moment einfach viel wichtiger. Na gut, und die Nächte waren auch eine Herausforderung, weil eigentlich permanent jemand trank.
Wir haben die beiden einfach gemeinsam in ein Kinderbett gelegt, in dem wir eine Seite zu meinem Bett hin öffnen konnten. Wer Hunger hatte, den zog ich einfach im Schlaf an mich ran und dann konnte ich weiterschlafen.

Wann warst Du das erste Mal mit den Zwillingen unterwegs und hast Du in der Öffentlichkeit gestillt? Wenn ja wie bist Du das praktisch angegangen?
Ehrlich gesagt relativ früh, denn unsere Große musste ja auch in die Kita und mein Mann hatte nur eine teilweise Elternzeit, musste also tageweise immer mal wieder weg. Ich habe auf vielen Parkbänken und auf vielen Spielplätzen und vor vielen Eisdielen gesessen und gestillt.
Ich erinnere mich noch an eine Situation, da hatte ich mir ein Baby umgebunden, eines in den Zwillingswagen gelegt und die Große dazu gesetzt, da begannen auf dem Weg von der Kita nach Hause alle Drei gleichzeitig zu schreien. Ein Passant schaute mich ganz mitleidig an und fragte, ob er helfen könne.
Ich fand das sooo süß. Ich hab mich dann einfach hingesetzt und einen nach dem anderen beruhigt. Kurze Wege konnten schon mal sehr lang dauern 😉
Wie lange hast Du Deine Zwillinge gestillt? Konntest Du vollstillen /pumpstillen oder musstest/ wolltest Du teilweise zufüttern?
Insgesamt habe ich die beiden 16 Monate lang gestillt, davon die ersten sechs Monate voll. Mein erstes Kind hatte ich nach sechs Monaten abgestillt, bei den Zwillingen gestaltete sich das schwieriger, weil sie zwischen ihrem sechsten und 18. Lebensmonat fünfmal stationär ins Krankenhaus mussten und ich dann das Stillen auch ganz wunderbar als Trost für sie nutzen konnte.
Und für mich vielleicht auch ein bisschen… es war nie etwas Schlimmes, aber das hat uns alle schon extrem geschlaucht, deswegen hat sich das Abstillen immer wieder nach hinten verschoben – was aber für uns alle irgendwie einfach das Richtige war.
Abgepumpt habe ich in dieser Zeit kein einziges Mal. Beim ersten Kind hatte man mich im Krankenhaus dazu verdonnert, mich in einem Stillraum an so eine Maschine zu setzen und ich weiß nicht, ob ich mich jemals so entwürdigt gefühlt habe.
Zu Hause hatte ich dann auch ein paar Mal versucht abzupumpen, damit auch mein Mann mal Milch geben konnte, aber das funktionierte einfach nicht. Ich hab für ganz wenig so lang gebraucht und hab mich so unwohl damit gefühlt, dass ich mir irgendwann schwor: Nie wieder, das ist einfach nichts für mich. Und bei den Zwillingen war es dann auch zum Glück nie nötig.

Was war für Dich für das Stillen unverzichtbar?
Man braucht Zeit und Wasser zum Stillen. Wasser in der ganzen Wohnung verteilt, um immerzu und an jedem Ort trinken zu können. Ich hab mir auch manchmal Bücher oder Zeitschriften zum Lesen dazugelegt – ich hatte damals, 2008, nämlich noch nicht mal ein internetfähiges Handy. Unglaublich heute.
Geholfen hat mir, dass ich vorher schon Übung hatte und dass ich so motivierende Begleiter an der Seite hatte. Ich fand es auch einfach praktisch, nicht andauernd Fläschchen zubereiten und desinfizieren zu müssen und immerzu füttern zu können, wenn es den Kindern danach war. Geholfen oder bestärkt hat mich auch das Buch „Zwillinge stillen“ von Susanne Wittmair (Affiliate Link).
Was hättest Du gerne vorab zum Thema Zwillinge stillen gewusst und möchtest Du werdenden Zwillingseltern gerne Bestärkendes bzw. Wissenswertes mitgeben?
Wie gesagt, ich wusste vorab, dass ich von Anfang an Stillhütchen will, um möglichen Entzündungen vorzubeugen. Ich wusste, dass sich der Milcheinschuss anfühlt, als wären Ziegelsteine in die Oberweite eingezogen. Ich wusste aber auch: Ich kann ein Kind ernähren. Das hat mir Mut gemacht. Zu wissen, ich schaffe das. Und wenn ich eins schaffe, dann schaffe ich auch zwei.
Ich fand das Stillen insofern praktisch, als dass ich immer alles dabei hatte – und das auch noch in der richtigen Temperatur. Egal ob auf dem Kitafest, im öffentlichen Nahverkehr oder auf dem Spielplatz. Außerdem konnte ich über die Körpernähe sehr guten Kontakt zu meinen Kindern aufnehmen, konnte sie trösten und hatte eben auch mal exklusive Momente mit jedem einzelnen Kind. Das kommt ja bei Mehrlingen oft zu kurz.
Bestärken kann ich da nicht, ich halte es nicht für die einzig wahre Lösung, nur weil es bei mir gut funktioniert hat. Wenn es nicht geht und zu anstrengend wird, dann gibt es zum Glück ja auch andere Optionen. Und da sollten wir ganz unideologisch rangehen und jede Frau ihren eigenen Weg gehen lassen. Mein Spruch mit den drei Kindern innerhalb von zwei Jahren war immer: Hauptsache überleben!
Ich glaube, dieser Spruch hat uns oft gerettet, weil er die Prioritäten so schön zurechtrückt. Alles andere ist in so einer Phase nämlich nebensächlich. Also macht, was machbar ist und euch am Ende das Leben in irgendeiner Weise erleichtert.
Was möchtest Du gerne dem Fachpersonal rund um die Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit im Interesse werdender Zwillingseltern mit auf den Weg geben?
Oh, da fällt mir vieles ein. Nehmt die Mütter ernst, in dem, was sie sich wünschen und in dem, was sie zu sagen haben. Beim ersten Kind wusste ich leider nicht, wie anspruchsvoll Stillen auch sein kann. Die eine Schwester erzählte mir, ich solle nicht im Liegen stillen, die andere sagte, ich solle nur im Stillzimmer stillen, wieder andere sagten, ich solle das Kind dauernd wecken.
Alle sagten etwas anderes, am Ende tat mir alles weh, das Kind schrie und alle waren überfordert. Erst als ich zu Hause war und in Ruhe ausprobieren konnte, was sich denn für mich richtig anfühlt, wurde alles besser.
Beim nächsten Mal war ich in einer anderen Klinik und wurde motiviert. Nicht einmal hatte ich Probleme oder Schmerzen, die Psyche ist da einfach nicht zu unterschätzen. Eine freundliche Ansprache, ein Auf-Augenhöhe-Begegnen, ein Nicht-unter-Druck-setzen – das ist es, was Frauen in dieser emotionalen Ausnahmesituation brauchen.
Kein „Du machst das ja schon wieder alles falsch, dein Kind verhungert noch“ von der Schwester. Und auch kein „Ich füttere dem Kind jetzt heimlich im Babyzimmer mal ein bisschen Premilch, damit es mal satt wird.“ Solche Dinge passieren tatsächlich immer noch. Hoffentlich Ausnahmen, das darf nämlich nicht sein.

Wir brauchen Respekt und Anerkennung. Denn was kaum einer ahnt: Stillen ist ein Marathon. Stillen kann schmerzhaft sein. Stillen erfordert Durchhaltevermögen. Und Stillen fordert von bis dahin unabhängigen Frauen einiges ab, denn niemand kann sie ersetzen. Sie sind die einzigen, die das Kind ernähren können. Da lastet ein großer Druck und eine Verantwortung auf ihnen.
Sie bekommen zeitweise wenig Schlaf, weil sie die einzigen sind, die nachts einspringen können. Sie verzichten auf blähendes Essen und das leckere Weinchen am Abend, während der Partner ebenso ein Kind bekommen hat, aber nicht verzichten muss. Das kann zu Neid führen. All das sollte mitgedacht werden im Umgang mit Stillenden. Sie sind Königinnen. Und so sollten sie auch behandelt werden.
 
Zum Weiterlesen:
 Ein Kind und dann Zwillinge! Wird das irgendwann besser? Und ob!
 Herzgeschichte: Wie wir unsere Zwillinge einmal trennten – und sie sich vermissten
 Eineiige Zwillinge: Mit welchen Tricks sie uns einmal veräppeln werden
 
Der Beitrag erschien ursprünglich bei Maternita
               
Zwillinge stillen: Lisa erinnert sich in der Weltstillwoche an ihre 16 Monate Doppel-Stillen | STADT LAND MAMA
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Liebe Mary, Du bist Mama von dreijährigen Zwillingsjungs und alleinerziehend. Vor vier Wochen gab es einen ARD-Beitrag über Dich, wie du die Doppelbelastung Kinderbetreuung und Home-Office durchhälst. Für alle, die den Beitrag nicht gesehen habe: Wie ging es dir in dieser Zeit?



Genau. Zum Zeitpunkt des Drehs war ich bereits seit 6 Wochen mit den Jungs im Homeoffice und habe versucht sowohl meinen Job, als auch die Betreuung der Kinder so gut wie möglich hin zubekommen. Das hat von mir verlangt, einige meiner eigentlichen Prinzipien über Board zu werfen, die Kinder durften sehr viel TV gucken und es gab öfter mal Fast Food.



Ich habe nachts gearbeitet, um das nachzuholen, das ich tagsüber nicht geschafft habe. In der ganzen Zeit war ich vorallem müde. Aber auch unzufrieden. Ich habe ja Kinder, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Doch während der 6 Wochen musste ich meine Jungs so oft abweisen, vertrösten, enttäuschen, wegschicken und ihre Geduld strapazieren, dass ich ernsthaft Sorgen hatte, dass sie das nachhaltig schaden könnte.



Mich hat es innerlich zerrissen, denn ich wusste, dass ich uns ernähren muss, aber eben auch eine Führsorgepflicht habe. Diesen Spagat kann man über eine solche Dauer nicht stemmen, ohne selbst hinten runter zu fallen. Ich konnte mich zum Ende nicht mehr selbst spüren, hab mich nicht mehr im Spiegel gesehen und habe nur noch funktioniert. Selbst das am Ende nicht mal mehr gut. Ich hatte furchtbare Angst um uns.



Wie sah ein typischer Tag aus? 



Mein Wecker klingelte um 06:00 Uhr morgens, extra nur mit Vibration, ohne Ton, in der Hoffnung, dass die Jungs weiterschlafen und ich ein paar Minuten Vorlauf bekomme.



Das hat natürlich nicht funktioniert, wir schlafen im Familienbett, also sind wir gemeinsam aufgestanden. Ich habe den PC hochgefahren, den Kindern was zum Frühstück gemacht, schnell ein paar Mails sortiert und mir einen groben Überblick verschafft. Dann ging es ins Bad und ich habe vor dem PC Frühstück gegessen. Für die Jungs habe ich verschiedene Beschäftigung geplant, also Basteln, Malen und Co.



Je nach Meeting-Aufkommen lief der Fernseher. Die Jungs sind gerade erst 3 geworden und nicht gut darin, sich selbst zu beschäftigen. Der PC lief den ganzen Tag, und wann immer es ging, hab ich versucht zu arbeiten. Natürlich ging das nicht hochkonzentriert, denn jedes „Mama, schau mal“ riss mich aus meinen Gedanken und ich musste von vorn anfangen.



Zwischen 10:30 Uhr und 11:00 Uhr hab ich angefangen, Mittagessen zu kochen. Neben mir oft den Rechner, um keinen Anruf zu verpassen. Die Kinder mussten sowohl Frühstück als auch Mittag sehr oft alleine essen, was mich sehr geschmerzt hat, aber die „Ruhe“ musste ich nutzen, um was wegarbeiten zu können. Dann gab es einen Mittagschlaf für die Jungs. Eine Stunde, in der ich konzentriert arbeiten konnte.



Sobald die Kinder ausgeschlafen haben, habe ich mit der Arbeit pausiert, um mich zu 100% auf die Kinder zu konzentrieren. Der Nachmittag gehörte uns. Anfänglich sind wir in der Zeit für eine Stunde spazieren gegangen, die Jungs haben Radfahren gelernt, was mich sehr stolz macht.



Um 18 Uhr gab es dann Abendessen, die einzige Mahlzeit am Tag, die wir gemeinsam einnehmen konnten. Dann durften / mussten sie TV schauen und ich habe gearbeitet. 



Um 20 Uhr habe ich die beiden dann ins Bett gebracht und anschließend erneut gearbeitet ,so lang wie es nötig war. Gegen 23 Uhr bin ich zu den Jungs ins Bett gekrochen.



Wie ging es deinen Zwillingen zu dieser Zeit? 



Die beiden haben eigentlich am allermeisten gelitten. Sie waren für ihre 3 Jahre absolut und maximal verständnisvoll. Wie es Dreijährige eben sein können. Ich liebe sie so sehr. 



Beide mussten lernen. sich alleine / gemeinsam zu beschäftigen. Sie waren absolut unterfordert. Ich meine, wir sind totale Draußen-Menschen. Wir spielen nur dann drinnen, wenn es absolut nicht anders geht. Die Kinder wollten raus, wollten klettern, springen, rutschen, wandern und rennen. Die körperliche Unterforderung war wirklich das Schlimmste. Ich habe ihnen recht schnell ein kleines Trambolin und einen Sandkasten für den Balkon gekauft, damit konnten wir ein wenig kompensieren.



Dennoch wurden sie von Woche zu Woche unzufriedener, trauriger und auch wütender. Wir wohnen auf 70qm, hier kann man sich schlecht zurück ziehen, also hat jeder alles abbekommen. Ich habe an mir bemerkt, dass ich viel schneller wütend wurde und mehr geschimpft habe.



Das kennen wir nur zu gut.…



Noch heute ist vor allem mein Erstgeborener sehr anhänglich. Er kann schlecht ohne mich sein und weint morgens, wenn ich ihn in die Kita bringe. Sobald ich den Raum verlasse, kommt er nach. Er ruft mich, wenn er mich nicht mehr sehen kann, auch wenn ich ihm sage, dass ich kurz ins Bad gehe- Mein Zweitgeborener vermisst sein geliebtes Schwimmbad so sehr, dass er „abhauen“ will, sobald das olle Virus weg ist. Das sagt er fast täglich.



Es war so unendlich schwer neben der Arbeit und dem Haushalt, die Gefühle der Kleinen aufzufangen und auf beide gleichzeitig einzugehen. Der eine war wütend und wollte gehalten werden und der andere hat sich den Kopf gestoßen und brauchte Trost. Natürlich passierte das auch vor Corona schon, ABER da hatte ich die innerliche Augeglichenheit, um das auffangen zu können.



Ich meine, man tröstet gerade das eine Kind, dessen Brot „falsch“ durchgeschnitten wurde, hat währenddessen eine eine Telefonkonferenz und dann stößt sich das zweite Kind den Kopf am Türrahmen. Die Schmerzgrenze war in den Wochen auch ungemein niedrig, es wurde einfach ALLES beweint und bejammert.







Nun dürfen Kinder von Alleinerziehenden wieder in die Kita. Wie hat sich dadurch Eure Situation verändert?



GOTT SEI DANK!!! Meine Kinder gehen seit 4 Wochen wieder in die Kita. Ich schicke sie vormittags und hole sie gleich nach dem Vesper wieder ab. Das deckt nicht meine gesamte Arbeitszeit, aber es handelt sich um eine Notbetreuung und ich möchte sie nicht überstrapazieren. Was ich am Vormittag nicht schaffe, arbeite ich abends nach. Für uns ist durch die Notbetreuung fast wieder Normalzustand eingekehrt. Es hat eine Weile gedauert bis wir eine neue Struktur gefunden haben, aber jetzt läuft alles richtig gut. Sie gehen wieder gerne, auch wenn sie durch die kleinen Gruppen nicht mit allen Freunden spielen können. Ich kann konzentriert arbeiten und bin das Gefühl endlich los, meinem Job nicht mehr gerecht werden zu können.



Wie hast du dich noch verändert? 



Nachdem die Kinder wieder in die Kita durften, hab ich bemerkt, wie der Stress langsam von mir abfiel. Ich konnte mir wieder Sachen merken, hab das Gefühl wiedergewonnen, etwas wert zu sein und nicht nur zu versagen. Bis die Energie wiederkam, vergingen allerdings 2-3 Wochen.



Du bist alleinerziehend. Hast Du sonst im Alltag Unterstützung durch zb. Großeltern oder den Kindsvater?



Leider nicht. Zu Beginn des Lockdown habe ich versucht, ein Netzwerk aufzubauen von Freunden und Bekannten. Das hat sich sehr schnell zerschlagen, weil es ja das Kontaktverbot gab. Meine jüngere Schwester arbeitet als Krankenschwester auf der Pandemiestation, mein Bruder ist Handwerker und selbst frischgebackener Papa, meine ältere Schwester ist Schulsekretärin. Meine Mutter hat Krebs im Endstadium und mein Papa hat schweres Asthma.



Um einmal die Woche einkaufen gehen zu können, kam die Nachbarstochter, um eine Stunde auf meine Kinder aufzupassen. Das war die einzige Unterstützung, die ich bekommen habe. Alle anderen, die gern helfen wollten, durften nicht.



Wenn Du dir eine Sachen wünschen könnest, die Dir sofort den Alltag erleichtern würde, was wäre das?



Im Moment wünschen wir drei uns eigentlich nur endlich in den Urlaub fahren zu können. Wir leiden sehr unter dem Gefühl des Lagerkollers. Das Eingesperrt sein der ersten 6 Wochen und das begrenzte Draußensein nagt sehr an uns. Wir waren es einfach nicht gewohnt. Ich wünsche mir nichts mehr als glückliche und gesunde Kinder. Ich würde auch alles nochmal genauso machen. Ich habe gelernt, dass Prinzipien durchaus über Board geworfen werden sollten, um sich das Leben ein wenig zu erleichtern und dass es nicht schlimm ist und man jederzeit wieder zur „Normalität“ zurück kann.



Hast du dich als Alleinerziehende in der Corona-Krise besonders allein gelassen gefühlt?



Oh ja!! Sehr sogar. Vor allem als Alleinerziehende mit der Option auf Homeoffice. Denn mit dieser Option gab es für mich keine Ersatzleistung vom Staat. Ich hatte nur die Option zu arbeiten oder arbeitslos zu sein. Dieser Druck war kaum zu ertragen. Finanzielle Sicherheit mit einer gestressten Mama und sich selbst überlassenen Kleinkindern – oder pleite mit glücklichen Kindern und einer weniger gestressten Mama…



Als ich keinen Ausweg mehr gesehen habe, kam ich auf die Idee einen offenen Brief an die Bundesregierung, dem regierenden Bürgermeister von Berlin und an Herrn Spahn zu schicken. Den habe ich auf Facebook veröffentlicht, und so wurde das ARD auf mich aufmerksam. Ich finde generell, dass Alleinerziehende in unserer Gesellschaft „vergessen“ werden. Sie sind sich selbst überlassen und fallen im System leider immer hinten runter.



Was wünscht Du Dir für die nächsten Wochen? 



Normalität!!! Mehr nicht. Wir waren (und sind) eine glückliche kleine Familie, die Pläne und Ideen hatte. Wir hatten Reisen geplant und haben unsere „Freiheit“ genossen. Es wäre schön, wenn wir nicht ständig das Wort „Corona“ hören müssten, sondern irgendwann auch wieder gute Nachrichten hören. Es wäre so schön, wenn wir wieder Zeit mit unserer Familie verbringen könnten, vor allem mit meiner kranken Mama. Wir wollen wieder leichtfüßig durchs Leben tanzen, ohne auf Abstand achten zu müssen.



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Zwillingsmutter Mary in der Corona-Krise: Die größte Überforderung ist zum Glück vorbei | STADT LAND MAMA
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Der erste Geburtstag steht an. Ein Jahr Corona. Happy Birthday to you. Marmelade im Schuh. Oder vielleicht eher in der Jogginghose. Schuhe trage ich nur noch selten. Mein Leben spielt sich zuhause ab. Spielen tun allerdings nur die Kinder. Am liebsten mit mir. Oder auf mir. Während ich meiner Erwerbsarbeit nachkomme. Korrektur: Während ich versuche, meiner Erwerbsarbeit nachzukommen.



Chancengleichheit? Vertrauen in öffentliche Institutionen?



Ich bin Mutter geworden, mit dem Vertrauen auf öffentliche Instituionen wie Schulen und Kindergärten, die mir erlauben Elternschaft und Erwerbsabeit zu vereinbaren. Auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums heißt es:



Die frühe Förderung von Kindern leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit. Darüber hinaus unterstützt eine gute Kinderbetreuung Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.



Hello Pandemie! Hätte jemand etwas ahnen können?



Schöne Worte an die ich geglaubt habe. Und auf die ich meines Erachtens auch vertrauen durfte. Auf die ich mich verlassen habe. Unter deren Voraussetzungen ich Mutter geworden bin. Ihr werdet jetzt vielleicht sagen, dass kein Mensch mit Corona rechnen konnte. Dass niemand hätte Schul- und Kitaschließungen vorhersehen können.




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Lasst mich Euch mit einem lauten DOCH UNBEDINGT SOGAR! antworten. Epidemien, Pandemien, Seuchen und Krankheiten sind keine Unbekannten. Die gab es schon immer. Schon oft erlebt. Es ist nicht plötzlich ein UFO gelandet und kleine grüne Männchen haben die Weltherrschaft an sich gerissen. Das wäre überraschend. Aber eine Pandemie ist es nicht. Für mich schon. Für Euch auch. Natürlich. Aber doch bitteschön nicht für die Regierung.



Geld für Flieger und Fußballer: Wer rettet uns Familien?



Warum fallen die denn so aus allen Wolken? Warum verfallen sie in Schockstarre? Warum haben sie keine Krisen-, Katastrophen- oder sonstigen Pläne für so ein Szenario? Gut, ich will nicht unfair sein. Teilweise existieren solche Pläne offensichtlich. Denn plötzlich sind enorme Gelder für Fluggesellschaften und Möbelhausketten da. Schnell und unbürokratisch. Die Fußballbundesliga bekommt Ausnahmegenehmigungen und Karstadt wird gerettet. Aber wer rettet uns?



Wer rettet Familien? Familien, die völlig ausgelaugt sind. Eltern, die am Stock gehen, weil erwartet wird, dass sie doch einfach im Homeoffice arbeiten und die lieben Kleinen betreuen können. Dass sie Erdkunde unterrichten und im selben Moment an der Supermarktkasse sitzen, dass sie lesen lehren und gleichzeitig Zähne ziehen können.



Brüllende Grundschüler in den Bundestag schleusen



Diese dreiste Selbstverständlichkeit mit der angenommen wird, dass das möglich sei, macht mich dermaßen wütend. So wütend, dass ich kreischende Kindergartenkinder in den Ministerien freilassen möchte. Ich will das Alphabet brüllende Grundschüler in den Bundestag schleusen und muffelige, matheverweigernde Teenies das Kanzleramt besetzen lassen.




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Und dann sollen die Herrschaften und Damschaften mir doch bitte mal zeigen, wie das so funktioniert. Englischvokabeln neben Parlamentsbeschlüssen und Windelwechseln auf dem Rednerpult. Und dazwischen sollen sie Essen kochen und gelangweilte Kinder bespaßen. Sie sollen Spielkamerad*in sein. Lehrperson und Pädagog*in. Sie sollen trösten und motivieren. Sie sollen geduldig sein und Geld verdienen.



Besuch bei Tante Angela und Onkel Armin



Echt, ey. Vielleicht ist das die einzige Möglichkeit. Vielleicht sollten wir alle unsere Kinder an die Hand nehmen und sie einen Vormittag zu Tante Angela bringen. Oder zu Onkel Armin. Als kleinen Realitätscheck.



Möglicherweise käme dann Bewegung ins Spiel. Es müssen ja nicht gleich massenhaft Gelder an Familien fließen. Ich erwarte auch nicht, dass alle Kitas und Schulen Luftfilteranlagen und Corona-Schnelltests bekommen. Auch die Bereitsstellung von genügend Impfstoff für alle Impfwilligen fordere ich nicht. Ich bin schließlich Realistin. Ich weiß, wo die Grenzen des Möglichen sind.



Lösung aller probleme: Warum Eltern nicht einfach klonen?



Mir würde ja schon ein bisschen Unterstütung aus Forschung und Wissenschaft genügen. Bereits im Jahr 1996 hat das mit Schaf Dolly doch schon wunderbar geklappt. Da wird es im Jahr 2021 doch ein Leichtes sein, Eltern zu klonen. Ein Klon für die Carearbeit, einen für die Erwerbsarbeit und einen, der dauerhaft in der Badewanne liegt, Kuchen isst und Serien glotzt. Der bin dann ich.
               
Zwischenruf von Marlene Hellene: Corona wird 1, sonst ändert sich nichts
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwischenruf-zum-thema-impfung-von-katharina-und-lisa
       

Ihr Lieben, vielen Dank für Eure vielen Kommentare zum Thema Impfen!
Da nach dem Text der Impf-Skeptikerin der Ruf nach einem Kommentar von uns laut wurde: Wir haben im Hintergrund kräftig geweirbelt und einen Gastbeitrag einer Impf-Befürworterin und Fachärztin veranlasst.
Dieser kleine Zwischenruf hat zwei Intentionen. Zum einen eine Bitte: Versucht weiter sachlich zu bleiben, greift Euch bitte nicht gegenseitig an, sondern argumentiert und tauscht Euch aus. Wir wissen, wie schwer das bei diesem Thema ist, aber wir hoffen sehr, dass Ihr es trotzdem versucht.
Und zum anderen möchten wir diese wichtigen Links mit Euch teilen. Wir empfehlen Euch diesen wertvollen Kommentar zur Masern-Impfung von Heike Le Ker bei Spiegel Online. Und diese Antworten vom Robert-Koch-Institut auf die 20 häufigsten Einwände gegen das Impfen.


 
               
Zwischenruf zum Thema Impfung von Katharina und Lisa | STADT LAND MAMA