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Title |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/10-dinge-die-mein-wochenbett-noch-schoener-machen |
Ihr Lieben, meine Tochter ist
nun 2,5 Wochen alt. Langsam aber sicher kommt der Alltag zurück – auch, wenn
wir alles sehr viel langsamer angehen lassen als sonst. Ich liege viel auf
dem Sofa oder im Bett, genieße die Zeit mit dem kleinen Mäuschen, so lange
die Großen im Kindergarten sind. Es ist so eine besondere Stimmung:
Wochenbett plus Adventszeit – kuscheliger geht es ja kaum. Ihr merkt: Ich
lasse es mir richtig gut gehen.
Heute möchte ich Euch ein paar Dinge zeigen, über die ich mich in den
letzten Tagen und Wochen sooooo gefreut habe – und gewinnen könnt Ihr
auch was!. Los geht´s:
1. BACKE BACKE KUCHEN
Meine liebe Freundin Kathrin ist die beste Bäckerin, die ich kenne. Ihr
Geschenk zur Geburt: Dieser Gutschein. "Wochenbett-Bäckerei" steht
darauf und sie verspricht, acht Wochen je ein Brot und einen Kuchen zum
Wochenende für mich zu backen. Der Himmel auf Erden!
2. WICKELTASCHE DELUXE
Ich liebe die Sachen von Mara Mea – im Sommer hatte ich ein Umstandskleid
der Mädels praktisch nonstop an. Jetzt stolziere ich mit dieser süßen
Wickelclutch durch die Gegend. Cool, stylisch und praktisch. Jetzt schon ein
absolutes Lieblingsteil!
3. LECKER SCHMECKER
Alle wissen ja, wie super wichtig es ist, sich gut während der Stillzeit zu
ernähren. Dumm nur, dass ich momentan fast ständig das Baby auf dem Arm habe
und einhändig kochen gar nicht so leicht ist. Eine tolle Lösung sind die
herrlichen Gerichte von "Gesund und Mutter". Ich habe vegetarische
Kost bestellt und eins mit Hähnchen und bin begeistert. Alles ist absolut
lecker, frisch und ideal für stillende Mütter. Gibt es sogar in der veganen
Variante und natürlich auch mit Fleisch. Und damit Ihr Euch auch verwöhnen
lassen könnt oder eine Mama im Wochenbett damit überraschen könnt, verlosen
wir 3 Gutscheine a 30 Euro. Kommentiert einfach, warum Ihr "Gesund und
Mutter" ausprobieren wollt. Das Los entscheidet dann!
4. CREME DE LA CREME
Ich habe generell immer raue Haut – jetzt im Winter ganz besonders. Eine
Neudentdeckung: Mio Skincare – die Bodycreme ist super reichhaltig und duftet
herrlich. Auch toll: Die Brustwarzen-Creme für stillendene Mamas.
5. SUPPENKASPAR IM WOCHENBETT
Meine Nachbarin Tine hat mir neulich ganz spontan ein Suppenhuhn ausgekocht
und mir einen Topf Kraftbrühe vorbeigebracht. Mega lecker, mega lieb. Fühlte
sich an wie von Mama.
6. KLEINE, GROSSE KÜNSTLER
Am Abend vor Nikolaus wurde unsere Bude zur Malerwerkstatt. Die beiden
Großen haben hier wie am Fließband Bilder für den Nikolaus produziert…
Vielleicht hatten sie sonst Bedenken, er würde ihnen nicht die Stiefel füllen
🙂
7. POST ÜBER POSTE
Es haben mich so viele liebe Karten, Mails, SMS und Anrufe erreicht. Und
Pakete! Der DHL Mann und ich sind jetzt beste Freunde 🙂 Liebe Lisa,
über Dein Paket habe ich mich ganz besonders gefreut, über Deine lieben Worte
und die Anteilnahme Deiner ganzen Familie. Ich freue mich schon, wenn das
Mäuschen Euer Outfit anziehen kann!!!
8. IN DER WEIHANCHTSBÄCKEREI
Fünf Kinder (davon zwei unter 4 Monaten), zwei stillende Mamas, jede Menge
Mehl und noch mehr Spaß und Chaos – so ging es letzte Woche bei uns in der
Küche zu. Wir haben Plätzchen gebacken und die Bude in ein Schlachtfeld
verwandelt. Egal, kann man ja alles aufräumen. Und die Plätzchen waren
leeeeeecker!
10. DAS FOTOSHOOTING
Gestern kam uns die wunderbare Lina Grün besuchen, ich liebe ihre Fotos
schon seit Langem und sie hatte mich auch schon in der Schwangerschaft
fotografiert. Gestern wurde dann das Minimädchen zum Model und ich hatte das
erste Mal seit der Geburt keine Jogginghosen an, hab mich geschminkt.
Herrliches Gefühl! Das Ergebnis gibt es bald hier im Blog!
———–
ZUM WEITERLESEN:
Ein Interview mit Hebamme Anja zum Thema Wochenbett
Über die Fehler in meinen ersten Wochenbetten
Ein "Und Ihr So"aus dem Wochenbett
|
10 Dinge, die mein Wochenbett noch schöner machen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/10-freizeit-tipps-die-ihr-im-homeschooling-while-working-lockdown-super-in-den-alltag-integrieren-koennt |
Ihr Lieben, wenn wir in diesen besonderen Zeiten als Familien Freizeittipps
erhalten, finden wir das ja immer nett gemeint und freuen uns, dass jemand an
uns denkt, aber so wirklich kompatibel mit dem derzeitigen Pensum ist das
leider – zumindest bei uns – oft nicht.
Allein am Freitag saßen wir zehn voll Stunden im Homeschooling, um alle
Fristen einzuhalten, da dann auch noch die eigene Arbeit wartete, hatten wir
genau null Sekunden an der frischen Luft. Wie sollen wir uns also entspannen,
wenn wir nicht raus dürfen und im Homeschool-Hamsterrad feststecken? Na so
natürlich… Mit unseren ultimativen (und nicht ernstgemeinten!) Tipps für
einen wunderbaren Lockdown bei euch zu Hause!
Wie ihr euch das Leben im Lockdown versüßen könnt!
Legt euch einfach noch eine Runde vor die Waschmaschine, wenn ihr sie grad
zum x-ten Mal angeschaltet habt. Die gleichmäßigen Umdrehungen beruhigen die
überlastete Seele fast wie ein Yoga-Retreat.
Schließt mal kurz die Augen, wenn der Drucker für all die pdfs und jpg der
Schule wieder auf Hochtouren läuft und stellt euch vor, es wären Meeresgeräusche.
Ihr werdet merken: Euer Bluthochdruck-Wut-Puls geht sofort wieder
runter…
Wenn ihr den Stundenplan der Woche für die Kids zusammen puzzelt, stellt
euch einfach vor, es sei ein Strategiespiel, und für jeden Eintrag am Tag
gibt es Punkte. Dann ist es endlich ein Spiel, das du mal gewinnst! (Du
kannst dir Ende der Woche auch eine Urkunde ausdrucken, falls noch
Druckerpatrone übirg ist).
Foto: pixabay
Wenn die Krümel von der Dauer-Esserei der Kinder mal wieder fest am Tisch
kleben und ihr den Schwamm oder Spüllappen mit Wasser benetzt, nehmt einfach
warmes Wasser und erinnert euch, wie schön das damals im Spa war, als man
euch diese feucht-warmen Handtücher aufs Gesicht legte. Entspannung pur.
Macht die nächste Dusche zu einem Tropenschauer, das nächste Bügeln zu
einem Matchbox-Auto-Rennen, brrrrrrmh, brrrhm. Und wenn ihr die Fenste putzt,
macht einfach Scheibenwischer-Moves und erinnert euch zurück an die Zeit
zwischen 15 und 18, als ihr noch heimlich im Auto Lover traft und die Tropfen
auf euch niederprasselten… Romantik pur!
Nutzt WhatsApp auch mal als Service-Knopf wie in einem Nobelhotel und
bestellt euch von eurem Partner oder euren Kindern Kaffee oder Cocktails ans
Bett (da liegt ihr doch auch immer ab 19h, weil ihr einfach nicht mehr könnt
nach diesen Tagen, oder?). Vielleicht klappt´s ja – und kostet gar nicht so
viel.
Spielt Tetris mit der Geschirrspülmaschine!
Schreit eifach mal eure Chefs durchs Telefon so an, wie eure Kinder das
nach Stunden der Einzelbeschulung tun und sagt „Sehn se, sehn se“ dazu „so
behandeln mich hier meine MitarbeiterInnen auch!“. Es kann sich ja keiner
vorstellen, was dieser Distanzunterricht wirklich für uns bedeutet.
Zieht euch morgens mal piekfein an, damit die Kollegen (also eure Kinder!)
auch mal staunen und hinter euch herpfeifen (heute versucht: hat leider nicht
funtkioniert, vielleicht klappt das bei euch besser).
Ihr wollt mal wieder was erleben? Dann schaut doch einfach mal in den
Spiegel! Bei mir gleicht das mittlerweile einem Zoo-Besuch. Nicht, weil ich
mittlerweile Verwahrlosungsläuse auf dem Kopf hätte (NOCH! nicht ;-)),
sondern weil mein Ansatz mittlerweile so viele graue Haare freosetzt, dass
ich mit viel Fantasie mittlerweile auch als Zebra durchgehen würde.
Baut für die 5-Minuten-Pausen ein Schokoladenbrötchen-Buffet auf, wie das
Büdchen an der Schule und nehmt überteuerte Preise dafür, damit ihr euch noch
in irgendeiner Weise selbstwirksam fühlt. Und bedient euch vor allem auch
selbst dran. Hach, die guten alten Zeiten mit Quetschmann und Frikkabrötchen
(wer kennt sie noch??!)
UND DANN SOLL MAL NOCH EINER SAGEN, WIR WÜRDEN NICHT DAS BESTE AUS DER
SITUATION MACHEN! Just do it!!! Wir rocken das doch eh!
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Lockdown: Nicht ganz ernstgemeinte Tipps für Eltern im Homeschooling |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/12-jahre-zwillinge-der-wahnsinn-auf-vier-beinen |
Ihr Lieben, heute werden unsere Jungs 12. Seit Tagen redeten sie nun
darüber, konnten es kaum noch abwarten, zählten die Tage rückwärts, schrieben
Geburtstagslisten um, bastelten Einladungskarten, überlegten sich eine
Cocktailbar mit lauter Säften und konnten nicht glauben, wie sehr sich die
einzelnen Tage doch ziehen, wenn man auf DEN Tag wartet.
Nun ist dieser Tag heut ENDLICH gekommen.
Und mit diesem Tag werden meine Kinder so alt wie ich, denn 12+12+14 ergibt
– genau: 38. Ich hab also mit dem heutigen Tag genau so viele
Kindergeburtstag wie eigene Geburtstage gefeiert. Ist das krass oder krass?
Mit 38 Jahren habe ich als Mutter bereits 38 Kindergeburtstage
gefeiert
Meine Tochter sagt zwar, das sei geschummelt, weil wir die
Zwillingsgeburtstage ja oft zusammen feiern, aber mir und uns war es ja von
Anfang an wichtig, diese kleinen, eineiigen Jungs für sich zu betrachten,
JEDEN für sich. Als zwei eigenständige Personen, die eben durch Zufall
gleichzeitig und mit dem gleichen Genmaterial ausgestattet in unser Leben
traten.
Wir haben sie so gut wie nie gleich gekleidet. Haben geschaut, dass jeder
eigene Freundeskreise aufbauen kann, indem wir sie in der Kita und in der
Grundschule in unterschiedliche Gruppen bzw. Klassen brachten. Auch ihre
Kinderzimmer haben sie in unterschiedlichen Stockwerken.
Hello Teeniezeit: Doppelt durch die Pubertät!
Heute gehen sie an der weiterführenden Schule in dieselbe Klasse (das wurde
so entgegen unseres Wunsches eingeteilt), spielen in derselben Mannschaft,
aber auf sehr unterschiedlichen Positionen, einer nämlich im Tor, so dass man
sich da konkurrenzmäßig wirklich nicht in die Quere kommen kann. Und auf
unterschiedlichen Positionen spielen sie auch im Alltag.
Es werden Zwillinge: Drei Dinge, vor denen man uns gewarnt hat
Dazu vielleicht ein kleiner Schwenk in die Vergangenheit: Als ich in der
Schwangerschaft mein erstes Zwillingsbuch („Auf einmal zwei“* von Angela
Grigelat) in der Hand hatte, habe ich mir vor allem drei Dinge gemerkt:
Zwillinge können wahnsinnig anstrengend werden. Denn der eine hat die Idee
(„Man könnte ja mal die Katze in die volle Badewanne setzen und schauen, ob
sie schwimmen kann“) und der andere setzt sie um. #partnersincrimeDie
Wahrscheinlichkeit einer Trennung von Zwillingseltern ist fünf Mal so hoch
wie die von Einlingseltern.Zwillinge besetzen unterschiedliche Rollen in
Familie. Oft ist das Phänomen zu beobachten, dass der eine der Star ist und
der andere der Manager des Stars im Hintergrund, der strategischere, der
Denker.
Lächeln wir über Punkt 1 mal hinweg (Wir haben gar keine Katze!), schauen
zurückgelehnt auf Punkt 2 (Yay, wir arbeiten gegen die Statistik) und schauen
uns Punkt 3 mal genauer an. Die unterschiedlichen Positionen im Alltag.
Familienkonstellation: Jedes Kind hat eine andere Rolle
Denn das stimmt SOWAS von. Erst vor drei Tage meinte meine Tochter: „Boah,
stell dir mal, aus den beiden wäre nur EIN Mensch geworden!“ Mit all den
Facetten, die die beiden mitbringen, in nur EINER Person!
Der eine, der so gern Witze erzählt und immerzu singt, der andere, der auch
mal Ruhe braucht und sich zurückzieht, der dafür aber meist ausgeglichener
ist und sich auch wunderbar allein beschäftigen kann. Der sich aufregt, dass
das Mündliche in der Schule so hoch bewertet wird.
Eineiige Zwillinge: Gleiche Gene, unterschiedliche Persönlichkeiten
Der Andere, der lauter ist, mehr auffällt. Mehr auf die Außenwirkung setzt,
mit Entertainerqualitäten daherkommt, während der andere unglaublich gern
(und gut!, aber das ist peinlich, wenn ich das sage!) kocht und backt und
zeichnet. Und Hunde liebt. Und alle Tiere und deswegen Vegetarier ist.
12 Jahre Jungsi und Bungsi (so nannte euch eure liebe Kita-Erzieherin in
Berlin immer). Was HABT ihr uns in unzählige Gefühle geworfen, uns gefordert
und überfordert und unendlich glücklich gemacht. Oft, viel und zu jeder
Tages- und Nachtzeit. Das lange Doppelstillen, die Krankenhausaufenthalte im
Babyalter, die Arm-, Finger- und Zehenbrüche. Der Umzug von Berlin ins
Bergische bei Köln.
Wahnsinn, was wir mit euch schon alles erlebt haben! DANKE dafür!
Die Kita, die (viel zu frühe) Einschulung, die Fußballleidenschaft (die ich
als euer größter Fan so teile!), der kurze Moment mit Instrumenten (keinen
Bock mehr!), die vielen Klassenfeiern im Garten, die wunderbaren Reisen
(Gibt´s da WLAN?), der komplett überfordernde Homeschoolblock im Lockdown,
die unfassbar graue-Haare-machenden und endlosen Streitereien und
Konkurrenzkämpfe zwischen euch.
Eure Fähigkeit, Entschuldigung zu sagen. Eure Empathie: „Mama brauchst du
auch mal einen Drücker“? Eure Ab-und-zu-Dankbarkeit wie gestern im Auto. „Was??
Oma und Opa kommen auch zum Geburtstag? Und die Patentante? Boah, danke, dass
ihr euch für uns und unseren Geburtstag so viel ausdenkt!“
Zwillinge potenzieren alles! Die Überforderung – aber auch das GLÜCK
Ab heute zahlt ihr bei Flugreisen also den Erwachsenenpreis. Nicht, dass
wir in Zeiten von Corona noch fliegen würden, aber auf dem Papier und in der
Theorie gibt es jetzt also Bereiche, in denen ihr schon als Erwachsene
angesehen werdet. Mehr als die Hälfte eurer Zeit bei uns zu Hause und mit uns
ist wohl jetzt vorüber (aber daran denkt die Mama gerade lieber mal nicht,
denn sie ist schon gefühlsbeduselt genug…). Ich sag zum Schluss einfach
nur
HAPPY BIRTHDAY, Jungs…
…und klopf mir und uns dabei mal kräftig auf die Schulter! Wir sind SO
dankbar, dass es euch gibt!
Hier geht´s zu den weiteren Geburtstagsgrüßen:
Der vierte Geburtstag meiner Zwillinge
Kindergeburtstag auf dem Land: Unsere Zwillinge werden 5
Der 6. Geburtstag unserer Zwillinge: Alle Emotionen im Schleudergang
7 Jahre Zwillinge: Alles Liebe zum Geburtstag, Jungs!
8 Jahre Zwilinge: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jungs
Überrascht, überwältigt, überglücklich: 10 Jahre Zwillinge
Der neunte Geburtstag fehlt leider. Zu viel Stress gehabt?! 😉
Elf Jahre Zwillinge: Ein Geschenk für die Eltern
*Affiliate Link
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12 Jahre Zwillinge: Der Wahnsinn auf vier Beinen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/15-gruende-warum-fussball-bildet-die-bundesliga-als-fruehfoerderungs-einrichtung |
Es ist Sonntagmorgen und wir
können seit zwei Stunden in Ruhe frühstücken. Das liegt nicht daran, dass die
Kinder bei den Großeltern übernachtet haben, sondern daran, dass neuerdings
eine Stecktabelle der Bundesliga in der Küche hängt. Unsere beiden Söhne sind
sieben und sie leben Fußball. Was das für ihre Bildung und ihre Entwicklung
bedeutet, wird mir erst jetzt so richtig klar!
1. Kinder lernen lesen
Der eine Sohn steht mit meinem Handy in der Hand neben dem anderen Sohn und
liest die aktuelle Tabelle vor: "Hooo-ffen-heim. Ah, Hoffenheim".
Der andere steckt die kleinen Vereinssymbole in der Stecktabelle um, so dass
alles seine Ordnung hat. Sie lesen freiwillig! Weil es um Fußball geht.
Außerdem muss regelmäßig der Kicker und der Sportteil der Zeitung
durchgelesen werden. "Mama, was steht da?" "Lies doch
selbst…" "Na gut!"
2. Kinder lernen auswendig
Natürlich müssen unsere beiden am Montag in der Schule mitreden können, wer
welchen Tabellenplatz hat. Also lernen sie sämtliche Vereine auswendig und
ihre Tabellenplatzierung – plus Logo.
3. Kinder lernen Feinmotorik
Sie stecken kleine Pappkärtchen in kleine Papplücken. Immer wieder. Nach
jedem Spieltag. Das ist doch fast wie Basteln!
4. Kinder lernen Zeichnen
Die Vereinslogos, besonders die der Vereine, die sie nicht mit „Buh“
berufen, müssen natürlich auch gemalt werden. Blätter her, Stifte raus, hier
kommt der Geißbock.
5. Kinder lernen Geduld
In der dritten Liga kennen sich unsere Söhne nicht so gut aus, wie in der
ersten, also müssen sie die Tabelle dreimal neu stecken. Das geht ohne
Weinen, sie haben ein Mammut-Durchhaltevermögen, wenn es um Fußball geht.
Wäre das hier ein Gesellschaftsspiel, hätten sie längst wütend die Figuren
durch die Gegend geworfen.
6. Kinder bewegen sich
Nach der Tabelle gehen sie natürlich raus kicken, bewegen sich und
versuchen, im Tor Manuel Neuer und im Feld Lewandowski nachzuahmen. Auch ein
schauspielerisches Talent lässt sich dabei aus ihnen herauskitzeln.
7. Kinder trainieren ihr Langzeitgedächtnis
"Ach, das ist doch die Mannschaft die 3:0 gegen Hamburg gewonnen hat."
Unsere Kinder wissen mittlerweile Dinge und Ergebnisse, von denen ich keine
Ahnung habe. Es ist der wohl erste Bereich, in dem sie mich wissens-technisch
überholen. Das macht mich sehr stolz. Und demütig natürlich.
8. Kinder lernen verlieren
Auch wenn sie noch oft weinen, wenn Ihr Lieblingsverein in der Bundesliga
verliert, sie lernen, dass der Verein danach wieder aufsteht und irgendwann
auch wieder gewinnt. In ihrem eigenen Verein klappt das mit dem Verlieren
sogar schon ohne Tränen.
9. Kinder lernen Fairness
Wer eine rote Karte bekommt ist raus. Das wissen sie. Im Erziehungsalltag
mit gelben oder roten Karten zu drohen ist die wirksamste Methode für echte
kleine Fußballerfreunde. Echt jetzt.
10. Kinder lernen Teamwork
Beim Fußball zählt die ganze Mannschaft, nicht der einzelne. Alle müssen
zusammen halten. Für den Geschwisteralltag üben wir das noch, da gibt es noch
viele Konflikte, auf dem Platz allerdings leben sie Teamplay und gratulieren
sich gegenseitig und großmutig zu ihren Toren.
11. Kinder lernen Ausdauer
In Zeiten des Überflusses geht es vielen Kindern so, dass sie nichts mehr
richtig anpacken. Drachen steigen lassen, Memory spielen, ferngesteuertes
Auto. Am Ende steht alles rum und nichts wurde richtig durchgezogen. Fußball
hat eine ganz andere Beständigkeit in ihrem Leben. Da bleiben sie – im
wahrsten Sinne des Wortes – am Ball.
12. Kinder lernen Koordination
Gleichzeitig dribbeln, die Mannschaft im Auge behalten und die Ansagen des
Trainers befolgen: Das ist so schwer wie eine Bruchrechnungs-Aufgabe aus dem
Schulunterricht. Mindestens. Fußball ist also auch Mathe. Irgendwie.
13. Kinder lernen Konzentration
Von draußen schreien Eltern rein, sie blenden das aus, wenn sie auf dem
Platz sind, weil sie selbst ihr Ziel am besten vor Augen haben. Schauen wir
Fußball im Fernsehen, kann ich ihnen Schokolade und Gummibärchen und Chips
gleichzeitig anbieten, sie reagieren nicht. Sie versinken komplett und
konzentriert im Spiel.
14. Kinder lernen Disziplin
Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause, das wissen wir seit Tommy
Gerhardt. Das gilt natürlich auch fürs Training. Zu Hause klappt das zwar
noch nicht immer, aber wenn der Trainer etwas sagt, wird das befolgt. Und
wenn sie es woanders können, wissen sie ja wenigstens, wie es geht.
Beruhigend.
15. Kinder lernen Ehrgeiz
Sie wollen gewinnen. Das haben wir ihnen nicht eingebläut, das kommt von
ganz von innen. Und je mehr sie sich mit Fußball auseinandersetzen, desto
größer wird ihr Ehrgeiz. Das ist eine Entwicklung, die wir ihnen nicht hätten
beibringen können. Es kommt einfach. Und Ehrgeiz ist doch immer gut. Auch
wenn er für ein Hobby entfacht.
Das alles sind Dinge, die wir unseren Jungs trocken und in der Theorie nur
schwer hätten beibringen können. Natürlich lässt sich das nicht nur auf
Fußball, sondern auch auf alle anderen Sportarten anwenden. Oder auf ein
Interesse an Dinosauriern, über das die Kinder Wissen anhäufen, das einem
selbst nicht geläufig ist. Es ist fantastisch zu sehen, welche
Persönlichkeiten und Interessen diese kleinen großen Leute in unserem Leben
entwickeln.
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15 Gründe, warum Fußball bildet: Die Bundesliga als
Frühförderungs-Einrichtung | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/15-jahre-ohne-orgasmus-wir-sollten-offener-ueber-sex-reden |
Ihr Lieben, mal Hand aufs Herz: Wie ehrlich seid Ihr beim Thema Sex?
Sprecht Ihr mit Eurem Partner/in
darüber, was Euch Lust bereitet und wie Ihr Euer Sexleben gerade so
findet? Und wie geht Ihr mit Sex-Flauten um, die es wohl in jeder Beziehung
gibt, die aber immer noch ein Tabu-Thema sind? Wir haben heute ein Interview
mit Kathrin, die sich gerade auf einer spannenden Reise zu sich selbst
befindet. Sie hat nach 15 Jahren „reinen Tisch“ zum Thema Sex gemacht – was
das genau heißt, lest Ihr hier.
Liebe Kathrin, Du bist seit 15 Jahren mit Deinem Mann zusammen und Du hast
– wie Du selbst sagst – Euer Sexleben voll vor die Wand gefahren. Kannst Du
uns erklären, was Du damit meinst?
Ich habe mich all die Jahre lang nicht getraut, ihm zu sagen, dass ich
keinen Orgasmus beim Sex erleben kann. Ich dachte allen Ernstes, mit mir
stimme was nicht. Dass ich die einzige Frau bin, bei der das nicht
funktioniert. Denn ich hatte keine Vorbilder und das meiste „Wissen“ aus Film
und Pornos, wo überall die gleiche Geschichte von der immer lustvollen und
stets mit dem Partner gemeinsam kommenden Frau erzählt wird. Ausführlich
erzähle ich das auch hier:
https://frauleben.de/weibliche-sexualitaet-meine-wahre-geschichte/
Wie würdest Du Euer Sexleben in den letzten 15 Jahren beschreiben?
Mein Partner ist sehr gefühlvoll und ihm war es immer wichtig, dass es mir
gut geht. Zudem mag ich ihn und seine Nähe, so dass ich mich sehr mit ihm
verbunden fühlte. Das Problem war auch nicht in erster Linie, dass ich nicht
kommen konnte – sondern dass ich immer so getan hab als ob. Denn ich hatte so
ja nie die Chance ehrlich zu äußern, was ich wirklich will, dass ich etwas
anderes brauche. Aus seiner Perspektive war also alles in Butter.
Diese Kombination – das ständige Schauspielern UND das Unterdrücken meiner
Bedürfnisse – sorgte irgendwann dafür, dass ich mich immer mehr zurückzog. Im
wahrsten Sinne des Wortes gar keinen Bock mehr hatte.
Konntest Du denn alleine zum Orgasmus kommen?
Ja, das konnte ich. Einerseits habe ich bereits als Kind dieses wohlige
Gefühl im Schoßraum entdeckt, wenn ich mich an eine Spielplatzstange hängte
und die Beine hochzog. Heute weiß ich, dass das sogenannte „Coregasm“ sind –
Orgasmen ausgelöst durch reine Muskelanspannung. Quasi ein Reflex.
Zudem wurde später ein Klitoris-Vibrator mein bester Freund, denn mit der
Hand war ich wenig erfolgreich. Auch hier arbeitete ich mit viel Druck,
Luftanhalten und hoher Körperspannung. Eine Methode, die schnell und
zuverlässig zum Ziel führte, aber sehr punktuell und mechanisch ablief.
Beides war nett zum „Druckablassen“, aber nichts, was mich erfüllte oder was
ich ständig brauchte.
Wann hast du beschlossen, Deinem Mann die Wahrheit zu sagen und wie
sagt man so etwas nach all den Jahren?
Ich wachte eines Morgens im Januar 2019 auf und wusste plötzlich: Jetzt
muss es raus und zwar sofort. Wir wohnten damals in New York und er war schon
im Büro (ca. 40 Minuten entfernt). Ich schrieb ihm eine Textnachricht, dass
ich ihm unbedingt etwas sagen muss. An meinem Wortlaut erkannte er die
Dringlichkeit und kam mit der nächsten Bahn nach Hause. Als er dann
erwartungsvoll in der Küche vor mir stand, packte ich tränenüberströmt
aus.
Wie hat er darauf reagiert?
Er war total erleichtert, weil er dachte, es sei wäre was richtig Schlimmes
passiert. So sein Wortlaut. Also eine schwere Krankheit oder so. Er nahm die
Nachricht super entspannt auf und mich in die Arme. Doch zu dem Zeitpunkt
hatte er auch keine Ahnung, was das für unsere Beziehung bedeuten
würde…
Erzähl, wie ging es dann weiter?
Danach folgte Chaos. In unseren Köpfen. In unserer Beziehung. Wir
hinterfragten alles, was wir über Sexualität wussten und gelernt haben.
Redeten zunächst unglaublich viel.
Die ersten Male Sex waren dann sehr ernüchternd, weil es genauso ablief wie
bisher, nur dass jetzt klar war, dass ich nicht kommen kann. Ich wusste, so
kann das jetzt nicht bis ans Ende meines Lebens weitergehen. Ich brauchte was
anderes. Nur was?
Daraufhin forderte ich eine Sexpause ein, um mich zu sortieren. Um
herauszufinden, welchen Kurs ich jetzt stattdessen einschlagen kann. Er
war verständlicherweise nicht begeistert, versuchte mir aber trotzdem
verständnisvoll zu begegnen, was leider nicht so richtig klappte, wenn er
Lust auf mich hatte und ich ihn abwies. Dann reagierte er verletzt. Manchmal
auch mürrisch und vorwurfsvoll. Was mich wiederum kränkte. Das war eine echt
intensive und sehr schmerzhafte Phase für uns.
Wann hast Du gemerkt, dass ihr Euch wieder annähern könnt? Und wie habt Ihr
Euch dann angenähert?
Das dauerte ein paar Monate. Ich durfte so vieles lernen, z.B. dass
die Person mit weniger Lust die Situation in der Partnerschaft kontrolliert.
Ich lernte, mich in meinen Partner hineinzuversetzen, einen Perspektivwechsel
vorzunehmen.
Zudem lernte sich, dass es eigentlich gar nicht um „Sex“ geht – also um das
klassische „Rein-Raus-Spiel“, sondern um echte Nähe und Verbindung und wie
man diese herstellen kann.
Seine Aufgabe war, mir den Raum zu geben, den ich in dieser Zeit so dringend
brauchte. Und mir zu vertrauen, dass ich ihn nicht bis ans Ende seines Lebens
abweise und ernsthaft bemüht war, die Situation zu ändern. Nur eben Zeit
brauchte.
Wir haben es tatsächlich geschafft – und ich spreche wie gesagt von einem
Zeitraum, der sich über viele Monate erstreckt – den anderen voll und ganz in
seiner Person, seinem Verhalten und seiner Entscheidung zu akzeptieren. Den
anderen zunächst voll und ganz loszulassen und gleichzeitig unsere inneren Wunden
– jeder für sich – zu heilen.
Die Annäherung ging dann hauptsächlich von mir aus – als ich keinen Druck
mehr, sondern tatsächlich inneren Frieden spürte – weil ich wusste, dass es
in meiner Verantwortung liegt, wieder Nähe herzustellen.
Wie geht es Euch heute? Was hat sich verändert, seit Du reinen Tisch
gemacht hast?
Nun, ich kann jetzt nicht plötzlich auf magische Weise beim Sex kommen
☺.
Dafür hat uns diese Krise sehr eng zusammenrücken lassen. Wir können jetzt
wirklich über alles reden, weil wir wissen, der Andere ist ernsthaft an
unserem Standpunkt interessiert. Und weil wir uns nicht mehr verletzt und
beleidigt zurückziehen, wenn der Andere nicht mit uns übereinstimmt. Hier ist
viel Leichtigkeit und Humor eingezogen.
Zudem ist unsere Sexualität sehr entspannt und gleichzeitig spannend. Weil
ich mir einerseits immer noch Pausen erlauben darf, wenn ich sie brauche.
Gleichzeitig erforsche ich weiterhin meinen Körper und entdecke allmählich
eine neue, sehr wilde Seite an mir, die – so glaube ich – uns beiden gut
gefällt.
Sexuelle Unlust ist immer noch ein Tabuthema – warum ist das so?
Gute Frage. Meine Erfahrung ist, dass kaum jemand offen und ehrlich über
Sex redet. Dieses Thema ist sehr schambehaftet und viele denken – so wie ich
damals – sie sind alleine mit ihrem Problem. Dazu kommt der Leistungsdruck,
den die Medien erzeugen. Dass man/frau gefühlt immer willig sein muss und
wenn das nicht der Fall ist, die Partnerschaft keine Gute ist. Unlust ist
negativ konnotiert und wer will schon ein schlechter Partner sein?
Ich bin überzeugt, dass sich die Situation deutlich entspannen würde, wenn
mehr Menschen ehrlich aussprechen würden, wie es wirklich bei ihnen im Bett
ausschaut. Und wir die Maßstäbe an realen Menschen ausrichten. Das ist
im Übrigen auch mein Beweggrund für meinen Blog frauleben.de
Wenn eine Leserin hier genauso fühlt wie Du, welche Tipps würdest Du ihr
gerne geben?
Hol dir ein gutes Aufklärungsbuch über den weiblichen Körper.Ich mag die
amerikanische Sexologin Emily Nagoski diesbezüglich zum Beispiel sehr. (->
Komm, wie du willst: das neue Frauen-Sexbuch)Rede!Mit deinen Freundinnen und
deinem Partner. Mit Menschen, bei denen Du das Gefühl hast, Dich anvertrauen
zu können. Ich habe das für mich als die „erleichternste Zeit“ abgespeichert,
weil ich plötzlich merkte, dass ich nicht alleine auf dieser Welt bin mit
meinen Problemen. Wir sind so viele!Verbinde Dich mit deinem Körper!Und das
beziehe ich jetzt nicht nur auf die Sexualität. Finde heraus, was Dir gefällt
und erlaube Dir genau das mit gutem Gewissen. Das kann so simpel wie
Barfußlaufen oder ein Tanz am Morgen in der Küche sein. Sei neugierig,
probiere Neues aus und versuche beim Genießen bewusst die Sinne zu
öffnen. Denn wenn wir unserem Verlangen nach Lust (auch im Alltag)
folgen, schaffen wir uns eine genussvolle Welt – genauso wie sie uns
gefällt!
Wer mehr über Kathrin und ihre spannende Reise erfahren will, kann dies auf
ihrem Blog https://frauleben.de oder ihrem Instagram-Kanal
https://www.instagram.com/frauleben.de/. Dort könnt Ihr heute auch ein Video
schauen, in dem sie mehr über ihre Sexpause erzählt. Vielen Dank für Deine
Offenheit, liebe Kathrin!
|
15 Jahre ohne Orgasmus: "Wir sollten offener über Sex reden!" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/2020-war-nicht-alles-bloed-so-positiv-erlebt-jennifer-den-lockdown |
Liebe Jennifer, Du bist Mama von zwei Mädchen und sagst: Der Lockdown hat
auch gute Seiten.
Ja, für uns jedenfalls. Wir haben zwei Mädchen im Alter von 1,5 Jahren und
3,5 Jahren. Der wichtigste Punkt ist, dass wir morgens keinen Zeitdruck mehr
haben, um pünktlich am Kindergarten zu sein.
So beginnt der Tag entspannt und die Kinder bestimmen, wann sie
ausgeschlafen haben. Die Mädchen können den Tagesablauf mitgehalten. Es gibt
bei uns feste Abläufe, aber keine festen Zeiten. Also wir stehen auf, ziehen
uns an, dann wird kurz gespielt, danach gibt es Frühstück und danach sind wir
bereit für den Tag und hängen nicht bis Mittag im Schlafanzug rum.
Unsere Gesellschaft ist so gehetzt und schnell geworden. Ich habe an
manchen Tagen das Gefühl, die Kinder müssen funktionieren und sich nur nach
den Zeiten der Erwachsenen richten. Seit Corona sind wir alle ruhiger
geworden. Bei uns gibt es viel weniger Streit, weil ich mir viel mehr Zeit
nehmen kann. Ich muss sie nicht beim Spielen unterbrechen, nicht beim Essen
hetzen und auch beim Anziehen können die Kinder alles in ihrem Tempo machen.
Wie seid Ihr Eltern beruflich eingebunden und wie habt Ihr Euch
organisiert?
Wir haben das große Glück, dass ich mich um Haushalt, Garten und Kinder
kümmern kann, da ich noch in Elternzeit bin. Mein Mann verlässt das Haus am
frühen Morgen und ist am späten Nachmittag für die Kinder da.
Du sagst, deine Töchter hätten enorm viel gelernt – was genau?
Dadurch, dass den Kindern kein Druck gemacht wird, sind sie sehr
selbständig geworden. Von der Auswahl der Klamotten, übers Anziehen und
Fertigmachen. Vor allem die Kleine hat sehr viele Fortschritte gemacht. Sie
war sonst immer sehr müde, und nölig, weil ich sie immer wecken musste. Seit
ihre große Schwester auch den ganzen Tag zu Hause ist, schläft sie zu ihren
Zeiten und lernt von und mit der großen Schwester.
Die Große lernt das Strukturieren des Tages. Wir reden darüber, was wir
erledigen möchten und sie hilft fleißig im Haushalt mit.
Ihre Wäsche habe ich im “normalen Alltag” immer in der Zeit gemacht, in
denen sie im Kindergarten ist. Jetzt legt sie die Wäsche mit zusammen und
räumt sie selbstständig an den Platz, an den sie gehört. Außerdem hilft sie
beim Kochen.
Ich habe das Gefühl, die Kinder tauchen viel mehr in ihre Spielwelten ab,
weil wir keine anderen Termine haben. Sie können total kreativ sein und nach
ihren Bedürfnissen leben. Außerdem lernen die Kinder, Freundschaften zu
schätzen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir andere sehen können.
So haben wir Wege gefunden , wie die Kinder miteinander kommunizieren können.
Unsere Große hat eine Brieffreundin, sie malt gerne Bilder. die wir dann mit
einem kleinem Gruß verschicken. Die Freude ist riesig, wenn sie dann eine
Rückantwort erhält.
Du hast uns geschrieben, weil du findest, dass bei uns in letzter Zeit sehr
viel „negative“ Artikel zur Stimmungslage erschienen sind. Wie erlebst du
gerade dein Umfeld?
Meist negativ. Die Sätze beginnen mit,“Wegen Corona können wir nicht…”.
Meine Antwort ist darauf: „Überlegt, was machbar ist.“Wir sind ebenfalls
traurig darüber, dass wir unserer Tochter zweimal sagen mussten, dass der
Urlaub leider ausfällt. Sie hatte ihren Koffer schon gepackt und Wochen
vorher immer gespielt, dass sie verreist. Wir haben es positiv erklärt, dass
wir dafür zuHause tolle Sachen mit Papa machen.
Wir können zwar nicht schwimmen gehen, aber Ausflüge in den Wald machen.
Und das machen wir jeden Sonntag. Der Wald ist spannend, es gibt viel zu
entdecken und wir sind als Familie zusammen.
Dass Kinderturnen nicht stattfindet ist sehr traurig, aber mit etwas
Kreativität kann man in jeder kleinen Wohnung Hindernisse und Parcours
aufbauen. Oder auch vor der Haustür ein Wettlauf veranstalten.
Die Kinder entwickeln immer ganz viele eigene Ideen. Das man “nichts”
machen kann, stimmt so nicht. Es ist nur ein „Umdenken“, gefragt.
Ganz generell: Wie hast du 2020 erlebt? Was hast du für dich gelernt? Und
wo kamst du auch mal an Deine Grenzen?
2020 habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, sich mit Freunden zu treffen, um
sich gegenseitig auszutauschen. Dass Urlaub eine wichtige Familienzeit
ist, um einfach mal aus den Alltag zu kommen. Und dass man auch mal einen
Ortswechsel braucht, um wieder durchatmen zu können. Für uns war es ganz
selbstverständlich zu reisen. Nun vermissen wir es.
Ich habe aber auch gelernt, dass die Kinder nicht so viel Freizeitprogramm
benötigen, sondern viel lieber einfach ihren Bedürfnissen nachgehen und in
Ihrem eigenen Tempo durch den Alltag möchten. Dass Kinder super glücklich
sind, wenn man als Familie zusammen ist.
Natürlich bin ich auch an meine Grenzen gekommen. Denn es ist ein
Vollzeitjob, wenn man die Kinder rund um die Uhr bei sich hat und es keine
Möglichkeit gibt, sich mal mit jemand zu treffen, man keinen Ausgleich hat.
Was wünscht du dir für 2021?
Dass wir weiterhin darauf achten, Termine unter der Woche nicht zu voll zu
packen, um nicht in den Freizeitstress zu verfallen.
Und natürlich wünschen wir uns auch, bald wieder alle unsere Freunde zu
sehen und entspannt verreisen zu können.
Foto.Pixabay
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2020 war nicht alles blöd - so positiv erlebt Jennifer den Lockdown | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/25-jahre-ohne-dich |
Wir schreiben den 10. August 2020. Heute vor 25 Jahren starb mein Cousin.
Ich war damals 13 – und er auch. In den Sommerferien, wir beide zwischen der
siebten und der achten Klasse. Sein Tod war ein Einschnitt.
Heute sind meine eigenen Kinder in dem Alter, in dem wir damals waren. Als
meine Tochter nun 14 wurde, musste ich am Tag ihres Geburtstags nochmal sehr
an alles, was damals war, denken.
Wir waren oft zusammen im Urlaub gewesen. Seine und meine Familie
verstanden sich schon immer gut und das ist auch heute noch so. Seine Mama
ist meine Patentante.
Wir Kinder waren alle in einem ähnlichem Alter und so hatten wir auch
untereinander ein enges Verhältnis. Der gemeinsame Urlaub war gesetzt, wir
schwammen im Meer, fischten Mini-Fische aus dem Wasser, um sie gleich wieder
auszusetzen und machten sogar einen Segelschein für diese kleinen Opti-Nussschalen.
Gemeinsam.
Als mein Cousin starb, hatte ich bereits meine Tante zu jung verloren. Die,
die mit uns und den Großeltern gemeinsam im Großfamilienhaus wohnte. Sie
hinterließ ihren Mann, zwei Kinder und uns als Großfamilie. Ich war in der
dritten Klasse, zu klein, um die ganze Tragweite wirklich zu begreifen. Mit
13 war das anders.
Ich verlor meinen Cousin, der zwar nicht bei uns im Haus wohnte, der aber
so präsent war, weil er genauso alt war wie ich und ja, wegen der Urlaube und
der gegenseitigen Besuche und der großen Sympathie. Und weil wir partners in
crime waren. Jeweils das zweite Kind der Familie. Gleicher Jahrgang. Er war
halt nicht wegzudenken.
Quatsch machen im Urlaub mit Fußsalat. Mein Cousin und ich sitzen auf dem
Tisch.
Er hatte glatte schwarze Haare und einen dunklen Teint. Ich hielt ihn für
den schönsten Jungen, den ich kannte. Der, für den ich heimlich Brote
toastete, wenn seine Eltern ihn ohne Abensessen ins Zimmer geschickt hatten,
weil er wieder Mist gebaut hatte. Vielleicht sogar mit mir… Ich höre ihn immer noch „Moah, Papa“ sagen,
das sagte er öfter.
Es gab Brathähnchen an dem Tag, als ich von seinem Tod erfuhr. Ich brach
sofort in Tränen aus.
Wenn ich heute an ihn denke, dann hat sich an dem warm-wertschätzenden
Gefühl, an der Zuneigung zu ihm nichts verändert. Sie wird nicht kleiner,
welch schöner Trost.
Und ein ganz kleines bisschen habe ich sogar das Gefühl, als hätte er
damals einfach seine Körpertemperatur auf unsere verteilt, als er ging. Auf
die Menscchen, die ihm nah waren. Welch schöne Vorstellung, dass wir
alle durch ihn mehr Wärme in uns
tragen, mehr Liebe, wir mehr abzugeben haben, wenn es anderen nicht so gut
geht.
Weil wir wissen, wie das ist, wenn sich plötzlich der Boden vor einem
auftut.
Weil wir wissen, wie es sich anfühlt, das CD-Cover unseres aktuellen
Lieblingsliedes in ein Grab zu werfen: „Wish you were here“ von Rednex (einige
werden sich erinnern).
Ein Tod im Kinderzimmer. Im Sommer, in den Ferien, in denen noch so viele
Pläne auf der Liste standen.
Gleich am Tag nach der bestürzenden Nachricht seines Todes machten wir uns
auf den Weg zu seiner Familie, die in einer anderen Stadt wohnte. Meine
Mutter am Lenkrad, meine Oma auf dem Beifahrersitz, die sagte: Kind, ich
beneide dich so um dein Weinen. Ich durfte Gefühle zeigen, das habe ich mir
bis heute als Schatz bewahrt.
Die Ankunft bei der Familie unter Schock. Die beiden Brüder, einer etwas
älter, einer etwas jünger als er. Als ich. Wie wir in seinem Kinderzimmer
standen und im Schulranzen nach Liebesbriefen schauten. Ungläubig.
Das Nachbarskind, das nach ihm fragte. Wie, er ist tot?
Meine Tante, die unten mit meiner Mama im Garten saß und sich über dieses
neue Lied „Männer sind Schweine“ aufregte. Vollkommen banal. Aber eingebrannt
in meine Erinnerung.
Später dann die ganze Schulklasse, ja, gefühlt der ganze Ort auf der
Beerdigung. Ein Kind ist gestorben. Ein Kind darf nicht sterben. In unseren
Herzen lebst du weiter…
Im Herbst dann ein Urlaub ohne dich, mit allen, die sonst immer mit dir an
diesem Ort, in diesem Ferienhaus waren. So viele Tränen, so viele
Erinnerungen, so eine große Chance, all das zu verarbeiten. Zumindest
ansatzweise. Wisst ihr noch, wie furchtlos er über die Klippen sprang? Wie er
immer alle Türen hinter sich offen ließ, so dass alle Tiere wild durch den
Garten liefen?
Ich denke noch immer an ihn, voller Wärme. Ich schaue mir Fotos von früher
an, rufe Erinnerungen ab und wäre so neugierig, was aus ihm wohl geworden
wäre. Und wer.
Mein Cousin aber, der bleibt er für immer. 25 Jahre. Unfassbar.
Unvergessen.
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25 Jahre ohne dich | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/25-saetze-die-jede-mama-im-sommer-sagt |
Liebe Lisa, wir Mütter sind
ja wirklich alle recht unterschiedlich. Wir gehen acht Wochen nach der Geburt
wieder arbeiten oder bleiben die ersten Jahre zu Hause, stilllen gerne oder
nehmen PRE-Nahrung, nehme die Kinder mit ins Ehebett oder möchten doch
lieber, dass sie alleine schlafen. Wir kochen ausschließlich Bio oder finden
das totalen Quatsch. Erziehen windelfrei oder schwören auf Pampers, nehmen
sie mit auf Partys oder lassen sie lieber beim Babysitter. Es scheint, als
gäbe es nur einen Konsens unter uns, nämlich, dass wir unsere Kinder heiß und
innig lieben und unser Bestes geben. AAAABBBBBER, es gibt einfach ein paar
Sprüche, die wir alle sagen. In den letzten Wochen war ich mit meinen zwei Kiddies
oft am Badesee und habe am Schluss überlegt, dass es einfacher wäre, einen
Lautsprecher am Ufer aufzustellen, der folgende Sprüche alle fünf Minuten
runterrattert:
Ich muss Dich noch eincremen
Du hattest heute schon ein Eis
Lass den Hut bitte an
Gib dem Jungen doch eine Schippe ab
Ohne Schwimmflügel kannst Du nicht so tief ins Wasser
Ich glaub, wir gehen mal ein bisschen in den Schatten
Nicht, dass Du einen Sonnenbrand kriegst
Zieh bitte die nassen Badesachen aus
Du kannst doch dafür die Gieskanne haben
Geh Dich mal aufwärmen
Nicht mit Sand schmeißen
Geh doch noch ein bisschen plantschen
Nicht mit Wasser spritzen, ich möchte nicht, dass meine Haare nass
werden
Grab doch mal meine Füße ein
Gaaaanz tolle Sandburg, mein Schatz!
Ja, Du bist fast alleine geschwommen
Nein, hier gibt’s keine Krokodile
Wir kaufen Dir auch bald eine Luftmatratze
Du hast ja schon ganz blaue Lippen
Achtung, eine Wespe!
Bei der Hitze musst Du viel trinken!
Du kannst in den See Pipi machen
Wenn Du nicht aushörst, das Mädchen mit Wasser voll zu spritzen, fahren wir
sofort heim
Nicht mit den dreckigen Füßen aufs Handtuch
Kekse sind alle, aber ich habe noch Wassermelone
Na? Kommt Dir das bekannt vor? Und: kannst Du noch Sätze ergänzen?
Photoquelle: sïanaïs/ photocase
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25 Sätze, die JEDE Mama im Sommer sagt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/30-tage-weniger-zucker-warum-katharina-ihre-essgewohnheiten-ueberdenkt |
In Kooperation mit
Alpro
Ihr Lieben, beim Thema Ernährung bin ich ein echtes Gewohnheitstier.
Während in meinem Umfeld immer wieder neue Trends ausprobiert werden,
Lebensmittel auf die Abschussliste kommen, Saftkuren begonnen werden, bin ich
relativ stoisch. Nicht, weil ich nicht gerne Neues ausprobiere, sondern weil
ich fand, dass ich mich recht ausgewogen ernähre und bisher keinen Grund sah,
etwas umzustellen.
Doch seit meiner letzten
Schwangerschaft hat sich etwas eingeschlichen, das ich nicht mehr so richtig
raus kriege: Meine Lust auf Süßes. In der Schwangerschaft war das teilweise
ganz schön extrem – ich hatte so schlimme Gelüste nach Orangenlimonade, dass
ich die Flasche schon im Supermarkt zu Ende getrunken habe. Meine Hoffnung,
diese Liebe zu zuckerhaltigen Getränken würde mit dem Babybauch verschwinden,
erfüllte sich leider nicht.
Im Gegenteil – ich habe mir zudem
angewöhnt, nach dem Mittagessen Schokolade zu essen. Als Dessert, als
Belohnung für einen arbeitsreichen Vormittag und als Nervenstärkung für den
Nachmittags-Trubel mit den Kids. Wenn die Tage besonders stressig waren, fand
ich mich abends dann oft auf der Couch mit sauren Gummibärchen (die liebe ich
wirklich sehr) wieder, einfach um meinen „Tank“ wieder
aufzufüllen.
Nicht, dass Missverständnisse
auftauchen – ich habe nichts gegen Süßigkeiten – auch meine Kinder dürfen
naschen. Nur habe ich in den letzten Wochen gemerkt, dass es bei mir nicht
mehr wirklich nur noch purer Genuss ist – sondern dass mein Kopf und mein
Körper es „einfordern“, weil sie gewohnt waren, zu einer bestimmten Uhrzeit
Zucker zu bekommen. Wenn ich mich dann bewusst dagegen entschieden habe,
bekam ich richtig schlechte Laune – und im schlimmsten Fall sogar
Kopfschmerzen.
Da war für mich dann der Zeitpunkt
erreicht, meinen Zuckerkonsum etwas kritischer zu hinterfragen – auch meine
anderen Gewohnheiten gleich mit. Und als ich das tat, merkte ich: Ich nehme
nicht nur durch Schoki und Gummibärchen Zucker zu mir, sondern auch viel
weniger Offensichtlich durch die vielen Milchprodukte, die ich
esse.
Mein Tag startet IMMER mit einem großen Milchkaffee. Danach mache ich mir
ein Müsli mit Jogurt, Milch und Obst. Beim Blick auf die Verpackung der
Vollmilch: 4,9 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Da ich Kuhmilch gut vertrage, habe
ich tatsächlich noch NIE eine Alternative dazu in Erwägung gezogen. Was
überall in den Cafés längst Standard ist, ist es bei mir zu Hause
nicht.
Als ich darüber nachdachte, was mich
davon abhält, einfach mal einen Sojadrink (hat gerade mal die Hälfte des
Zuckergehalts auf 100 Gramm) für meinen Kaffee zu verwenden, musste ich mir
eingestehen: Es ist nur die Gewohnheit. Dass es aber durchaus sinnvoll ist,
die gewohnten Pfade mal zu verlassen – darüber habe ich mit Léonie, Digital
Brand Manager bei Alpro, gesprochen:
Liebe Léonie, ich bekenne: ich habe NOCH nie Alternativprodukte zu Kuhmilch
und Jogurt gegessen und habe auch ein bisschen Bammel, weil ich meinen Kaffee
gerne mit "normaler" Milch trinke. Warum würdest du mir ein
Umschwenken empfehlen – nenn mir doch mal drei gute Argumente!
Liebe Katharina, ich freue mich ersteinmal sehr, dass du Lust hast, dich
näher mit pflanzlichen Drinks, Joghurtalternativen und Co. zu beschäftigen.
Wenn du deinen Kaffee gerne mit Kuhmilch trinkst, vielleicht magst du ja dein
Müsli mal mit einem leckeren Mandeldrink probieren? Ein großer Vorteil von
pflanzlichen Milchalternativen & Co. ist die große geschmackliche
Vielfalt. Es lohnt sich also auch, sich durchzuprobieren, bis du deine
Lieblingsprodukte gefunden hast. Ich liebe meinen Latte Macchiato mit einem
Alpro Hafer- oder Sojadrink, weil diese geschmacklich dem Kaffee den Vortritt
lassen. Dafür esse ich Porridge am liebsten mit dem Mandeldrink
Ungeröstet-Ungesüßt – manchmal auch mit Haselnussdrink, dann schmeckt es fast
ein bisschen nach Nuss-Nougatcreme. Mhmmm! Dank der großen pflanzlichen
Vielfalt kann ich meinen Kaffee (oder Müsli, oder, oder) auch immer wieder
anders genießen, je nachdem, worauf ich gerade Lust
habe.
Ich möchte mich grundsätzlich gesund und ausgewogen ernähren, mir etwas
Gutes tun – dabei soll es lecker sein und möglichst unkompliziert in meinen
Alltag passen. Pflanzliche Lebensmittel enthalten tendenziell weniger
Kilokalorien, weniger Fett und viele Ballaststoffe. Alle Produkte von Alpro
sind 100% pflanzlich, von Natur aus laktosefrei und punkten mit einem
vergleichsweise geringeren Zuckergehalt – einige Alpro Produkte sind mit 0 g
Zucker sogar komplett zuckerfrei.
Wie wir uns ernähren hat nicht nur Auswirkungen auf unsere eigene
Gesundheit, sondern auch auf unseren Planeten. Eine pflanzenbetonte Ernährung
gehört zu den effektivsten Maßnahmen gegen den Klimawandel. Ein Liter Alpro
Sojadrink verbraucht in der Herstellung nur halb so viel Ackerfläche, 4-mal
weniger Wasser und erzeugt insgesamt 2,5-mal weniger CO2 im Vergleich zu
einem Liter Kuhmilch.
Mit einer pflanzenbetonten Ernährung kann jeder ganz einfach etwas für das
eigene Wohlbefinden und für unseren Umwelt tun. Mit der Vielfalt der Alpro
Produkte bringe ich zudem ganz einfach große Abwechslung in meine
Ernährung.
Viele Alpro-Produkte sind ja auf Soja-Basis – was ist das Besondere an Soja
und für wen ist das besonders geeignet?
Sojabohnen sind eine wertvolle pflanzliche Eiweißquelle: Sojaeiweiß zählt
zu den hochwertigsten Proteinen und enthält alle essentiellen Aminosäuren.
Solch hochwertige Eiweiße kann unser Körper in körpereigene
Aminosäure-Bausteine, also Proteine, umwandeln. Diese brauchen wir unter
anderem auch für die Reparatur und das Wachstum unseres Muskelgewebes – weshalb
sie bei sportlichen Leistungen so wichtig werden. Aber nicht nur für
Sportlerinnen und Sportler sind Sojaprodukte ein echter Allstar!
Alpro Sojaprodukte sind eine hervorragende Milchalternative, da sie
ungefähr die gleiche Menge an Eiweiß, Calcium und ähnliche Vitamine wie
herkömmliche Milchprodukte enthalten wie Kuhmilch – dabei sind 100 %
pflanzlich, von Natur aus laktosefrei, reich an ungesättigten Fettsäuren
(Omega -3 und Omega -6), gluten- und weizenfrei. Zudem enthalten die meisten
Alpro Produkte weniger Zucker, als vergleichbare
Kuhmilchprodukte.
Die Qualität der Sojabohne ist auch für die Qualität des Endproduktes
entscheidend, weshalb wir bei Alpro Sojabohnen verwenden, die speziell für
die Nahrungsmittelherstellung angebaut werden. Alpro verwendet ausschließlich
zertifizierte, gentechnikfreie Sojabohnen. Auch kaufen wir unsere Sojabohnen
von langjährigen Vertragsbauern und nicht auf dem Weltmarkt oder aus
Regenwaldgebieten. Unsere Landwirte respektieren den natürlichen
Fruchtwechsel auf ihren Ackerflächen und betreiben eine nachhaltige
Anbauweise. Durch die Förderung lokalen Anbaus können wir die Versorgung mit
hochwertigen GMO-freien Sojabohnen sicherstellen, zu nachhaltiger
Landwirtschaft beitragen und Transportwege auf ein Minimum beschränken.
Da die Kinder ja auch mal probieren sollen – welchen Geschmack würdet Du
besonders für die Kinder empfehlen? Hafer? Soja? Mandel?
Probiert doch gemeinsam einmal aus, was euch am besten schmeckt? Bei uns
Zuhause haben Soja-, Hafer-, und Mandeldrinks einen festen Platz in der
Speisekammer und auf dem Tisch. Müsli und Porridge wird bei uns gerne mit dem
Mandeldrink Original oder dem Mandeldrink Ungeröstet-Ungesüßt gegessen. Wenn
ich mir einen Latte Macciato mache, muss es auch immer einen Kinder-Latte
geben (ohne Kaffee) – der aufgeschäumte Soja- oder Haferdrink wird dann
genüsslich und stolz gelöffelt. Becherweise gegessen werden von den Kindern
auch so ziemlich alle Alpro Joghurtalternativen – mein Sohn liebt im Moment
besonders die Sorte Kirsche mit Mehr Frucht und Ohne Zucker.
Alpro Produkte können ab 1 Jahr in die gesunde und abwechslungsreiche
Ernährung von Kindern integriert werden. Einzig den Alpro Reisdrink und die
Kokosnussdrinks (enthalten Reis) empfehlen wir erst ab einem Alter von 5
Jahren, da der Gesetzgeber bislang keine Empfehlungen für den Verzehr von
Reisprodukten für Kleinkinder formuliert hat. Wir empfehlen, bei der
Ernährung von Kleinkindern zu Alpro Soja-Produkten mit Calcium zu greifen, da
sie einen mit Milchprodukten vergleichbaren Anteil an Eiweiß und Calcium
enthalten. Für Kleinkinder unter 2 Jahren empfehlen wir außerdem, nicht
sämtliche Milchprodukte durch pflanzliche Produkte zu ersetzen, da sie
natürlicherweise weniger Fett enthalten – und Fett wichtig ist für das
gesunde Wachstum des Kindes. Ab dem 2. Lebensjahr können im Rahmen einer
ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung alle Milchprodukte durch Alpro
Produkte ersetzt werden.
Es geht bei der Challenge ja auch vor allem um bewussteren Zuckerkonsum –
wie geht Alpro mit diesem Thema generell um?
Die Art und Weise, wie die Welt sich ernährt zu einem Besseren zu verändern
klingt ambitioniert, und genau diese Vision steht im Mittelpunkt dessen, was
wir bei Alpro täglich tun. Viele Menschen möchten sich heute gesund und
ausgewogen ernähren, dabei spielt auch die tägliche Zuckerzufuhr eine große
Rolle. Geschmack sollte dabei niemals einen Kompromiss für eine gesunde
Ernährung bedeuten. Pflanzlich zu genießen ist ein einfacher Weg, um die
eigene Zuckerbilanz deutlich zu verbessern. Wenn ich einen Milchkaffee mit
dem Alpro Sojadrink Original genieße, bedeutet das nur 2,5 g Zucker in 100
ml, anstelle von 5 g Zucker in Kuhmilch in der gleichen Menge. Mit den
pflanzlichen Produkten von Alpro ist eine zuckerbewusste & leckere
Ernährung ganz einfach – insbesondere mit dem großen Angebot an zuckerfreien
Produkten und den Joghurtalternativen mit mehr Frucht und ohne
Zuckerzusatz.
Guter Geschmack und gesunde
Ernährung gehen bei Alpro Hand in Hand. Seit vielen Jahren arbeiten wir
daran, mit unserem Produktportfolio Menschen dabei zu unterstützen, eine gute
Zuckerbalance zu finden. Dabei verfolgen wir vereinfacht gesagt zwei Wege:
zum einen entwickeln wir mehr und mehr leckere zuckerfreie Produkte. Zum
anderen arbeiten wir stetig daran, den Zuckergehalt unserer gesüßten Produkte
weiter zu reduzieren. Durch die große Auswahl an Produkten mit unterschiedlichen
Mengen an Zucker – von zuckerfreien, über zuckerarme Produkte, bis hin zu
gesüßten Produkten – ist für jeden Genussmoment das Richtige dabei. Ein Blick
auf die Nährwertangaben verrät, wie viel Zucker sich in unseren Lebensmitteln
versteckt. So kann ich entscheiden, an welchen Stellen ich im Alltag auf
Zucker geschmacklich nicht verzichten mag und wo ich dafür Zucker einsparen
kann.
Gleichzeitig unterstützen wir
Menschen dabei eine bewusste und gute Wahl zu treffen, indem wir zu einem
größeren Bewusstsein für das Thema Zucker beitragen. Es geht darum, Spaß an
einer bewussten, ausgewogenen Ernährung zu wecken und mit dem Alpro
Produktsortiment zu unterstützen. Mit der 30 Tage Challenge laden wir alle
dazu ein, ganz einfach und mit viel Spaß bewusster mit Zucker umzugehen und
für sich ganz persönlich den Weg zur ausgewogenen Zuckerbalance zu finden.
Ganz nach dem Motto: Wir sparen am Zucker, nicht am Spaß! Das Challenge
Booklet mit allen Aufgaben, vielen Anregungen und Templates kann man sich
kostenlos auf alpro.com/de herunterladen.
Mal ganz praktisch: Was würdest Du für ein gesundes, leckeres Frühstück
empfehlen?
Dazu braucht es meistens gar nicht viel! Unter der Woche muss es schnell
gehen und eine gute Grundlage für den Tag legen. Eine ausgewogene Mischung
aus Vollkornprodukten, hochwertigem Eiweiß und gesunden Fetten, kombiniert
mit leckerem Obst oder Gemüse sind eine gute Basis. Vollkornprodukten liefern
Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die unser Gehirn und unsere Muskeln mit
Energie versorgen, den Eiweiß- und Fettstoffwechsel regulieren und außerdem
den Blutzuckerspiegel stabil halten. Das gibt uns länger Energie und
verhindert Heißhungerattacken.
Ein perfektes, leckeres Frühstück sieht für mich zum Beispiel so aus:
40 g Vollkorn-Müsli mit Nüssen, 1
kleiner Apfel (kleingeschnitten) und 1 handvoll Heidelbeeren mit ca. 100 ml
Alpro Haferdrink. Dazu ein frisch gebrühter Soja-Latte Macchiato mit dem
Alpro Sojadrink Barista und ein Glas stilles Wasser. So kann der Tag für mich
starten!
Ja, wie Ihr oben mitbekommen habt, werde ich nun 30 Tage lang auf meinen
Zuckerkonsum achten. Schon zu Beginn fällt mir auf, dass in fast allen
Lebensmitteln Zucker versteckt ist und das, obwohl die empfohlene Zuckermenge
pro Tag bei 90 Gramm liegt. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Challenges
(ich habe auch noch nie eine gemacht), weil ich immer den Eindruck habe, dass
sie unheimlich anstrengend sind und nur schwer umzusetzen. Diesmal aber ist
es anders. Ich erhoffe mir, durch das bewusste Ersetzen der Kuhmilch-Produkte
ordentlich Zucker einsparen zu können. Zumal – wie Léonie oben ja auch schon
gesagt hat – pflanzliche Produkte absolut nachhaltig und sinnvoll für die
Umwelt sind. Die Alpro Challenge steht unter dem Motto „Wir sparen am
Zucker, nicht am Spaß“ – das hört sich für mich definitiv gut an.
Aber wie immer ist das mit den
Gewohnheiten nicht ganz leicht. Ich gebe zu, dass mein erster Kaffee mit
Sojadrink nicht zu 100 Prozent mein Ding war. Die Experten sagen dazu,
dass das relativ normal sei, weil man 30-60 Tage Zeit braucht, um alte Gewohnheiten
loszulassen. Sehen wir also mal, was die nächsten Tage so mit sich
bringen.Von Sekunde 1 dagegen mochte ich die Alpro Heidelbeer
Jogurtalternative (mit 9,4 Gramm Zucker pro 100 Gramm – ein vergleichbares
Produkt mit Kuhmilch hat 14 Gramm Zucker Pro 100 Gramm). Damit rettete ich
mich in den ersten Tagen gut durch mein Mittagszucker-Tief.Ich bin gespannt,
wie ich diese kleine, aber wichtige Umstellung in den nächsten Tagen erleben
werde. Ich bin gespannt, wie mein Körper reagiert, ob sich mein Geschmackssinn
durch weniger Zucker verändern wird und ob ich es hinkriege, dauerhaft
weniger Kuhmilch-Produkte zu konsumieren.
Drückt mir die Daumen, ich werde auf jeden Fall nach 30 Tagen ein Fazit für
Euch ziehen. Und natürlich würde ich mich freuen, wenn Ihr ebenfalls bei der
30 Tage Sugar Balance Challenge mitmacht und mir von Euren Erfahrungen
berichtet!!!! HIER gibt es alle Infos rund um die Challenge, viel Spaß
damit!
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30 Tage weniger Zucker - warum Katharina ihre Essgewohnheiten überdenkt |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/50-50-elternschaft-wie-das-gelingen-kann |
Liebe Marie, liebe Isabel, wir wollen heute über gleichberechtigte
Elternschaft sprechen. Zuerst einmal: Wie definiert Ihr Gleichberechtigung?
Bedeutet das automatisch 50/50?
Super Frage, denn das ist genau das was viele wohl abschreckt: Dass fifty
fifty nur geht, wenn man immer alles genau durch die Hälfte teilt. Aber das
geht natürlich fast nie und ist auch lebensfern. Denn welche Arbeit ist wie
viel wert? Zählen drei gewechselte Windeln gleich viel wie eine Stunde Bad
putzen? Wenn man so anfängt, wird es schnell nervig. Wir definieren
Gleichberechtigung eher so: Dass man eine Partnerschaft auf Augenhöhe führt,
dass alle Bedürfnisse gleich viel wert sind und gleich wichtig. Und
natürlich, dass Hausarbeit und Kinderbetreuung, also unbezahlte Care-Arbeit,
geschätzt und gerecht(er) verteilt werden.
Das heißt, dass es sicherlich mal Zeiten geben wird, in denen ein Partner
mehr Care-Arbeit übernimmt und der andere mehr lohnarbeitet. Aber das sich
das auch wieder abwechseln sollte und dass es finanziell immer fair bleibt.
Dass also nicht immer einer (meistens die Frau) mehr Care-Arbeit leistet und
eindeutige finanzielle Nachteile hat – vor allem auf lange Frist.
Gerade in den letzten Monaten gab es in vielen Familien die Rolle rückwärts
in traditionelle Rollen – wie war das bei Euch?
Bei Marie war es so: Mein Mann ist Arzt und hat bei unserem Kind 5 Monate
Elternzeit nehmen können, ein Teil davon fiel in den ersten Lockdown, was
dazu geführt hat, dass er mit den Kindern zu Hause war (mein großer Sohn hat
einen anderen Papa und lebt nur wöchentlich bei uns) und ich gearbeitet habe.
Dieses Mal ist es so, dass er als Arzt natürlich kein Home Office machen
kann, er sich aber ab und zu mal einen Tag frei nimmt. Ich bin also immer
eine Woche mit dem großen Kind zu Hause, mache Home Schooling und Home Office
und jede andere Woche teilweise im Büro (wir sind dort allein) oder im Home
Office. Das kleine Kind ist meist in der Notbetreuung.Isabels Mann ist auch
selbstständig und so teilen sich die beiden die Kinderbetreuung auf. Meistens
macht einer den Vormittag und der andere den Nachmittag. Glücklicherweise
kann auch die Oma ab und zu mal einspringen und die beiden wechseln sich mit
ausgewählten Freunden ab.
Bei uns beiden wird Haushalt und Care-Arbeit also nach wie vor noch geteilt
und wir sind – gerade in dieser besonderen Zeit – extrem froh darüber. Jetzt
wird mal richtig deutlich, was Frauen alles leisten, viele arbeiten ja
Teilzeit, stemmen aber zusätzlich auch noch wirklich alles, was mit Kindern
und Zuhause zu tun hat, alleine. Wenn jetzt noch die Betreuung wegfällt, sind
sehr viele natürlich buchstäblich überlastet. Und es wird auch klar, dass
Care-Arbeit ganz oft der wesentlich anstrengendere Job ist.
Oft war man ja vor der Geburt des Kindes gleichauf – dann nimmt die Frau 12
Monate Elternzeit und schon ist das Gleichgewicht weg. Ist die Elternzeit
vielleicht DER Punkt, an dem alles anfängt?
Davon sind wir überzeugt! Wir glauben fest daran, dass in den ersten
Monaten der Grundstein für die Zeit danach gelegt wird. Es ist so wichtig,
dass Papa auch viel Zeit allein mit dem Baby hat. Dass er eine Bindung zum
Kind aufbaut, dass er eigene Strategien entwickelt und auch einfach weiß, wie
es ist, sich um ein Baby und den Haushalt zu kümmern. Wenn man erstmal selbst
die Erfahrung gemacht hat, versteht man die Lebenswelt der Mama viel besser.
Man weiß, wie anstrengend es sein kann – und dass Care-Arbeit eben auch
Arbeit bedeutet, egal wie sehr man sein Baby liebt.
Wenn man es schafft, dass auch Väter mehrere Monate Elternzeit nehmen (und
man in dieser Zeit nicht unbedingt zusammen 2 Monate verreist, sondern der
Vater alleine den Alltag schaukelt), dann ist schon mal viel für mehr
Gleichberechtigung getan. Studien belegen auch: Väter, die Elternzeit nehmen,
haben noch Jahre später eine bessere Bindung zum Kind und auch: diese
Beziehungen sind eher die, die nicht zerbrechen.
Oft ist es ja leider noch so, dass der Mann mehr verdient als die Frau und
es daher heftige finanzielle Einschnitte bedeuten würde, wenn der Mann seine
Stunden reduziert. Diese Situation thematisiert ihr auch in Eurem Buch.
Welche Lösung kann es da geben?
Ja, das ist immer das Killer-Argument… Dabei ist es so unfair, denn Arbeit
ist nicht gerecht entlohnt. Frauen verdienen statistisch immer weniger als
Männer, so geht es schon mal los. Care-Arbeit wird gar nicht entlohnt, dabei
ist sie so wichtig. Auch viele „systemrelevante“ Jobs sind schlecht bezahlt.
Deshalb sollte es nicht immer darum gehen, wer mehr verdient, denn das sagt
erst mal nichts über den Wert der Arbeit aus.
Natürlich ist das aber leicht gesagt, wenn das Geld einfach nicht reicht,
falls der Mann zum Beispiel reduziert. Es gibt trotzdem viele Möglichkeiten.
Vielleicht kann er zumindest an zwei Nachmittagen früher gehen? Viele Männer
scheuen das Gespräch mit ihren Chefs, dabei könnten sie so auch den Weg für
andere Väter frei machen. Für die Elternzeit kann man sich zum Beispiel vorab
einen Puffer zurücklegen.
Vielleicht kann man auch den Lebenstandard, soweit möglich, solange die
Kinder klein sind, etwas zurückfahren. Wir glauben schon auch, dass es eine
Prioriätenfrage ist: Muss der Zweitwagen her? Das Einfamilienhaus? Oder
wollen wir stattdessen mehr Gleichberechtigung und auch Zeit als Familie?
Vielleicht kann das alles noch ein bisschen warten, und dafür muss nicht ein
Elternteil sich komplett und für lange Zeit zurücknehmen. Das ganze ist
nämlich oft ein Teufelskreis, denn wie soll denn die Frau jemals beruflich
aufsteigen (und mehr Geld verdienen), wenn sie dazu gar nicht die Chance
bekommt?
Manchmal hat man aber auch das Gefühl, dass die Frauen es den Vätern auch
nicht so recht zutrauen, sich alleine um die Kinder zu kümmern Welche
Tipps habt Ihr da?
Ganz vorn angesetzt: Hier ist auch wieder die Elternzeit wichtig. Wenn
Väter sich alleine um die Kinder kümmern, dann wissen sie, welche Bedürfnisse
gestillt werden müssen und lernen selbst, wie sie gut mit den Kindern durch
den Tag kommen. Vielleicht macht Papa dann einige Dinge anders als Mama, aber
auch daran kann man sich als Mutter gewöhnen.
Wir glauben auch, dass wir Frauen so sozialisiert sind, dass wir denken,
dass letztendlich WIR die Hauptverantwortlichen sind oder dass es gar eine
Art Kümmer-Gen nur bei Müttern gibt – aber das ist Quatsch! Väter können sich
wunderbar kümmern und schütten sogar ganz ähnliche Hormone wie Mütter aus,
wenn sie mit dem Baby zusammen sind. Und das Schönste, wenn man
gleichberechtigt lebt, ist: Die Verantwortung wird geteilt und lastet nicht
so schwer auf unseren Schultern.
Marie ist zum Beispiel, nachdem das Kind abgestillt war, einfach mal
weggefahren und hat los gelassen – und siehe da: Baby und Papa hatten eine
gute Zeit! Auch Isabel und ihr Partner können sich unheimlich viele Freiräume
geben, weil der jeweils andere immer nahtlos übernehmen kann. Man kann dann
zum Beispiel auch einfach mal im Bett liegen bleiben, wenn man krank
ist.
Wie habt Ihr das geregelt – gibt es Bereiche, für die ausschließlich Euer
Partner zuständig ist?
Bei Marie ist es so aufgeteilt, dass ihr Partner mehr für die Küche, also
Geschirrspüler etc. verantwortlich ist. Sie macht dafür mehr Wäsche. Das
kleine Kind steht meist sehr früh auf, diese Morgenstunden übernimmt der
Papa, bevor er zur Arbeit geht. Auch Abends bringt er das kleine Kind ins
Bett. Bei Isabel ist es ähnlich, auch hier macht der Mann Küche, Kochen,
Einkäufe – und sie eher Bad, Wäsche und sie macht auch mehr Organisation,
also Mental Load. Die beiden teilen sich auch beim Ins-Bett-Gehen und jetzt
auch beim Homeschooling gerecht auf.
Schafft Ihr Euch regelmäßig Auszeiten von der Familie? Wie klappt das ?
Marie: Jetzt im Lockdown ist das natürlich nicht so einfach. Vorher bin ich
alle paar Wochen mal aufs Land zu meiner Mutter und hab dort mal eine Nacht
durchgeschlafen und etwas Ruhe genossen. Oder Papa und Kleinkind sind zu
seinen Eltern gefahren – und ich hatte mal ein Wochenende für mich. Jetzt ist
es eher so, dass man sich mal allein ohne Kinder zum Spaziergang mit einer
Freundin trifft…
Isabel: Bei mir ist das natürlich gerade auch nicht so einfach, aber ich
brauche das eigentlich sehr. Ich fahre normalerweise ein Mal im Jahr alleine
in den Urlaub, und mache auch mal ein Spa-Wochenende mit einer Freundin oder
so etwas. Wir teilen uns in normalen Zeiten auch so auf, dass jeder zwei Tage
pro Woche hat, an denen er oder sie den ganzen Tag und Abend frei hat. Da
kann ich dann mal ohne Deadline arbeiten und am Abend auch noch zum Yoga
gehen oder jemanden treffen.
Das klappt super, denn der Papa kennt ja alle Abläufe, er ruft dann also
auch nicht ständig an und hat Fragen, oder so. Nur das Umfeld muss das noch
lernen, dass Papas das auch alles können! Ich war vor zwei Jahren in London
auf dem runden Geburtstag eines sehr guten Freundes und ich weiß noch, dass
mich dort sicher zwanzig Leute gefragt haben, wo denn die Kinder seien. Als
ich sagte: „bei ihrem Vater“, kam immer ein erstauntes: „Wirklich? Der
bekommt das hin?“ zurück. Und ich dachte nur: Er kümmert sich um seine
Kinder. Was ist daran so besonders?
Wenn man feststellt, dass man gerade nicht zufrieden ist mit der
Aufteilung. Was sind kleine Schritte, die schon Veränderungen bringen?
Reden, reden, reden. Am besten, noch bevor das Kind in den Brunnen gefallen
ist. Manche Wochen laufen einfach nicht so gut und anstatt das
runterzuschlucken, sollte man eine ruhige Minute mit dem Partner abwarten und
darüber sprechen.
Auch genau hinschauen: Welche (unsichtbaren) Aufgaben sind es, die mich
belasten? Wo fühle ich mich ungerecht behandelt? Wie kann man diese besser
aufteilen? Wie wird die eigene To-Do-Liste kleiner? Aktiviert auch euer
Netzwerk: Kann jemand anderes das Kind aus der Kita mitnehmen?
Außerdem: Die eigenen Bedürfnisse zu artikulieren ist wichtig, am besten
mit Ich-Botschaften. Aber manchmal gibt es einfach besonders stressige
Zeiten, für die keiner etwas kann. So ist es jetzt gerade sicher auch bei
vielen. Da ist es wichtig, sich mit dem Partner zu verbünden, zu versuchen,
auch mal zu lachen und sich bewusst zu machen, dass das jetzt alles ziemlich
crazy ist, aber auch wieder andere Zeiten kommen – und auf keinen Fall in
Machtkämpfe oder den „Wer-macht-mehr“- Wettbewerb verfallen.
Marie und Isabel sind liebe Bloggerkolleginnen von uns, Ihr kennt sicher
Ihren Blog littleyears.de. Diese Woche ist nun ihr erstes Buch „fifty fity
Eltern – So gelingt Euch gleichberechtigte Elternschaft “ erschienen, wir
dürfen drei Exemplare verlosen. Schreibt uns dazu einfach in die Kommentare,
warum Ihr das Buch gerne haben möchtet. Das Los entscheidet dann. Viel Glück!
|
50/50-Elternschaft - wie das gelingen kann | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/aber-mama-alle-anderen-duerfen-doch-auch |
Ihr Lieben, zuerst einmal ein
gutes neues Jahr Euch allen! Viel Glück, Gesundheit und Freude – und auf dass
sich einige der Dinge erfüllen, die Ihr Euch wünscht. Wir hoffen, Ihr hattet
schöne Feiertage und habt die Familienzeit genossen.
Hinter uns liegen fast zwei Wochen Ferien, es war eine intensive Zeit –
auch mit den Kindern. Wir hatten viel Spaß, aber auch viele Diskussionen.
Denn die Kinder waren in der letzten Zeit oft bei Freunden, weil zu Hause
wegen des Umzugs Chaos herrschte. Wenn Kinder in anderen Familien zu Gast
sind, entdecken sie natürlich auch, dass es in anderen Familien anders zu
geht. Dass dort andere Regeln herschen, dass es andere Traditionen gibt und
andere Eltern strenger oder weniger streng sind. Das erweitert den Horizont,
stellt aber auch so manches in der eigenen Familie in Frage. Warum ist das
bei uns so, wenn es doch bei Romy so ist? Warum darf Leo das und ich nicht?
Abends gab es deshalb bei uns oft Erklärungsbedarf.
Eins der großen Themen bei meiner Tochter ist gerade der
Süßigkeiten-Konsum. Oder eher: Wo und wann darf genascht werden?
Bei uns werden Süßigkeiten in einer Schale in der Küche gelagert, meine
Kinder dürfen sich dort nach dem Mittagessen etwas aussuchen. Während der
Feiertage haben wir zudem am Nachmittag immer eine Kaffeestunde gehalten –
wir haben eine Kerze angezündet, saßen zusammen, haben Tee oder Kaffee
getrunken und Plätzchen gegessen. Ihr merkt: Wir sind kein zuckerfreier
Haushalt. ABER: Der Zugang zu Naschzeug ist eben durch uns Eltern
kontrolliert.
Freunde meiner Kinder aber dürfen Süßigkeiten auf ihren Zimmern lagern. In
einer Familie bekommt beispielsweise jedes Kind am Anfang der Woche eine
gewisse Menge, die sie sich selbstständig einteilen dürfen. Das funktioniert
laut den Eltern auch ganz gut – heißt also, das Kind stopft nicht alles am
ersten Tag in sich hinein.
Die Vorstellung einer eigenen Süßigkeitenbox im Zimmer findet meine Große
toll. Ich hingegen nicht. Das hat nicht mal etwas mit fehlendem Vertrauen zu
tun, ich sehe nur nicht den Sinn dahinter, warum eine Siebenjährige und ein
Dreijähriger Süßigkeiten im Zimmer haben sollte. Wie gesagt: Es gibt bei uns
Schokolade und Co – aber eben unter meiner Aufsicht.
Zunächst dachte ich, dass wir es vielleicht auch einfach mal ausprobieren
sollten – kam dann aber wieder davon ab. Ganz einfach, weil ich nicht möchte,
dass bei uns irgendwas geschieht, nur weil es woanders so ist. In jeder
Familie gelten eigene Regeln, jede Familie fühlt sich mit anderen Dingen
wohl. Sollte ich merken, dass eine Situation nicht mehr stimmig ist, würde
ich sie ändern. Der Antrieb dazu müsste aber aus uns selbst heraus kommen –
ich möchte niemand kopieren.
Ich weiß selbst noch, dass mein liebster Satz früher war: "Alle
anderen dürfen aber auch!" – und mein Vater sagte damals oft: "Wenn
alle anderen aus dem Fenster hüpfen, musst du noch lange nicht hüpfen."
Das ist natürlich etwas sarkastisch, aber es steckt auch Wahrheit darin. Wir
Eltern sollten uns klar darüber sein, wie wir unsere Kinder erziehen wollen,
was uns wirklich wichtig ist. Und wir sollten gar nicht so viel nach rechts
und links gucken. Klar kann man sich von anderen Eltern inspirieren lassen,
aber am Ende muss man für sich selbst wissen, was sich gut oder eben nicht
gut anfühlt.
Es gibt so viele Themen, bei denen wir uns in Zukunft überlegen müssen, wie
wir damit umgehen. Ab wann bekommen die Kinder ein eigenes Handy? Ab wann
Ohrlöcher? Wie lang dürfen die Kinder abends auf Partys? Wie viel Taschengeld
finde ich angemessen?
Es ist und bleibt ein Ausprobieren, nichts ist in Stein gemeißelt,
Prinzipien können überdacht werden. Und doch muss eins stimmen: Das eigene
Bauchgefühl.
Ich habe lange mit meiner Großen über die Süßigkeitenbox gesprochen. Ihr
erklärt, warum ich das anders mache. Sie fand es nach wie vor nicht toll,
aber ich glaube, sie konnte es nachvollziehen. Auch das gehört wahrscheinlich
zu Erziehung dazu: Mal Entscheidungen zu treffen, die unpopulär vor den
Kindern sind.
Elternschaft ist und bleibt ein Abenteuer – auf dessen Weg wir alle
wachsen. Ich bin so gespannt, was das neue Jahr bringt. Langweilig – soviel
ist klar – wird es bestimmt nicht!
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Aber Mama, alle anderen dürfen doch auch... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abschied-von-finja-ich-bin-bei-dir-wenn-du-bereit-bist-zu-gehen |
Ich erinnere mich ganz genau an die eine Nacht im späten Winter 2018. Dein
Zimmer, erhellt durch den Vollmond, du liegst schlaflos in deinem
Bett. Deine Finger bilden eine Faust, deine Augen sind groß und starr,
dein Atem schnell und flach. Ich stehe neben dir, der 17. große epileptische
Anfall hat dich aus dem kurzen Schlaf gerissen. Ich stehe neben dir, halte
deine kalte Hand. Das zweite Notfallmedikament strömt durch dein Blut und ich
ahne, dass es nichts ändern wird. „Ich weiß, ich weiß, ich verstehe dich“,
flüstere ich leise. Ich weine und verstehe. Verstehe, dass du nicht mehr
kannst, dass du nicht mehr willst. Am nächsten Tag rufe ich im Hospiz an:
„Ich glaube, mein Kind stirbt.“ Es ist März 2018.“
Ab diesem Tag war der Tod unser Begleiter. Manchmal war er leise,
zurückhaltend, still. An manchen Tagen beängstigend, laut und stark. Ich
wollte vorbereitet sein. Las über das Loslassen, das Sterben. Klappte die
Bücher zu, mit dem Gedanken, ich kann das alles nicht. Schob die Gedanken
beiseite, versuchte zu flüchten, den Tod auszuschließen, zu ignorieren.
Schmiedete neue Pläne, erklärte alles mit Phasen, gab allem die Schuld, dem
Mond, dem Wetter, der Stimmung, den Anfällen. Es sind Phasen, die sich ändern
werden. Die gute Zeit wird zurückkommen, vielleicht nicht jetzt, aber
irgendwann.
Wir müssen es durchstehen. Finja muss durchhalten.
Noch eine Nacht, einen Tag, weitere Wochen und Monate, Jahre. Für dich. Für
mich. Für uns. Denn dann wird alles gut. Dachte ich. Hoffte ich.
Und Finja, sie baute immer weiter ab. Wenn sich ihr Körper von einem epileptischen
Anfall zu erholen versuchte, bahnte sich schon der nächste an. Der ihr den
Atem nahm, sie erst blass, dann blau wurde, ihr ganzer Körper sich verkrümmte
und anschließend erschöpft zusammenbrach. Immer und immer wieder. Sie konnte
nicht mehr essen, nicht mehr tief schlafen. Das Leben rauschte an ihr vorbei.
Ohne sie. Finja wurde zerbrechlich.
Mein Mann und ich diskutierten. Suchten nach Hilfe. Die Ärzte empfahlen
eine Magensonde, damit Finja bei Kräften bleiben würde. Zum Essen fehlte ihr
die Energie und die Lust. Verständlich. Nach Wochen fiel die Entscheidung:
Eine Magensonde sollte die Nasensonde ersetzen.
Und wir hofften. Hofften, dass Finja durch die Sonde neue Lebenskraft
bekommen würde, die schlechte Phase ein Ende finden und es einfach nur noch
bergauf gehen würde. Wir lasen, sprachen mit dem Palliativteam, wogen ab und
entschlossen uns. Die Sonde sollte nun in schlechten Tagen für eine
Erleichterung sorgen. An Tagen, an denen sie nur schlief. An Tagen, an denen
sie nur krampfte. Ihre Ernährung wäre sichergestellt.
Finja überstand die OP gut. Wir waren erleichtert, wurden entlassen und der
Alltag nahm seinen Lauf. Finja schlief und ich sondierte. Es gab Tage, an
denen sie es schaffte, selbst zu essen. Die feierten wir. Und es gab die
Tage, an denen ich nicht wusste, ob sie Hunger hatte oder nicht. Kein offener
Mund, der mir zeigte, dass sie Appetit hatte. Kein offener Mund, der mir ihren
Durst verdeutlichte. Mindestens alle vier Stunden Nahrung. Sondieren gehörte
dazu, wie das alltägliche Zähneputzen oder Umziehen. Ich verlor das Gefühl
für ihr Bedürfnis.
Die Anfälle blieben, die Medikamente wechselten.
Es gab nur noch kleine Hochs, die Tiefs überwogen. Finjas Hüfte luxierte
durch die starken Krämpfe (der Hüftkopf saß auf beiden Seiten nicht mehr in
der Hüftpfanne). Ihre Situation verschlechterte sich zunehmend. Schmerzen
kamen hinzu, sodass jede Form von Bewegung zu einer Herausforderung wurde.
Wir bekamen zeitnah einen Termin für die Hüft-OP. Und wieder war ich voller
Zuversicht. So verließen wir das Krankenhaus. Finja bekam ein Pflegebett im
Wohnzimmer. Und ich erinnere mich, wie ich ihr sagte: Du hast es geschafft.
Wir haben es geschafft. Doch es änderte sich nichts an ihrer Anfallsituation.
Sie war außer Kontrolle. Nach weiteren OPs war klar, die Ärzte können nicht
mehr operieren. Schmerzmedikamente brachten eine Verbesserung, doch keine
Lösung.
„Dein Körper ist gebrochen. Deine Kräfte am Ende. Du möchtest nur noch in
unseren Armen liegen, nicht mehr schlafen, nicht mehr essen. Deine Augen
scheinen so verändert, so grau und starr. Wir halten dich jede Minute mit der
unerträglichen Ahnung, wie dein Weg sein wird. Doch akzeptieren kann ich es
noch immer nicht.
Dein Papa spricht das aus, was sich keiner traut, laut auszusprechen: Du
möchtest und kannst nicht mehr. Dieser Satz, so schwer er auch ist, lässt
dich sichtlich entspannen. Nur ich stehe da, und versuche den Silberlöffel
weiterhin zwischen deine Zähne zu schieben. Dein Mund, so spitz und
verbissen, dein Kopfbewegung energisch. „Lass mich, Mama, lass mich.“ Doch
ich kann nicht. Die Magensonde war einst unsere Hoffnung und nun musste ich
eingestehen, dass sie zwar dein Leben verlängert, die Lebensqualität jedoch
verschlechtert hat.
Die Palliativschwestern an unserer Seite lassen mich verstehen, dass es
Zeit ist, loszulassen. Es sind 1,5
Jahre seitdem vergangen, in denen du jeden Tag gekämpft hast, für dich, für
mich, für uns und nun soll ich dich gehen lassen.
Finja starb am 12.10.2019 im Kinderhospiz Löwenherz in unseren Armen.
Ich stehe still. Der Alltag rauscht an mir vorbei, ich komme nicht
hinterher. Mein Herz stolpert. Die Gedanken kreisen unermüdlich. Täglich
durchlebe ich immer und immer wieder das Sterben von dir.
Minute für Minute, jede Berührung, jeder Kuss, jedes Wort an dich, jeder
Song, jede Nacht und jeden Tag. Da liegen wir, lauschen dem Wind. Dein Atem
ist ruhig, deine Hände warm, deine Augen zunächst geschlossen, dann weit
offen bis zur letzten Minute. Ich wiederhole es unendliche Male für dich,
meine unendliche Liebe in Worten. Worte, die du aufsaugst, eine Träne aus
deinem Auge läuft und deine kleine Hand sich fest an mich klammert.
Loslassen. Loslassen, voller Schmerz und Sehnsucht. Doch das Loslassen, mein
größtes Geschenk an dich und sogleich mein schlimmster Moment. Der Schmerz
gräbt sich tief in meine Brust. Ich weiß nicht, wie ich atmen, wie ich leben
soll – ohne dich. Ein Teil von mir ist mit dir gegangen. Zwischen Angst und
Wut, Hoffnungslosigkeit, Begreifen und Leugnen bleibt der Schmerz – und die
Leere, die mich betäubt.
Und um mich herum dreht sich die Welt weiter. Ich stehe still.
Besonders abends im Bett spreche ich die Realität innerlich oft aus: Finja,
unser Kind ist tot. In dem Moment schnürt sich meine Kehle zu, ich vergesse
Luft zu holen und gleichzeitig versetzt mir der Gedanke einen Stich ins Herz.
Ich werde öfter gefragt, wie sich das wohl anfühlen muss – sein eigenes Kind
zu verlieren. Ich kannte diese Gefühl nur ansatzweise, nur für Sekunden. Wenn
das Neugeborene ruhig in seinem Bettchen liegt und man voller Panik
aufspringt und nachguckt, ob es noch atmet. So ähnlich fühlt es sich jetzt
an, nur dass es keine Beruhigung gibt, dass alles gut ist und der Schmerz
einen jede Sekunde, jede Stunde begleitet. Mal schwächer, mal stärker.
Ich habe Finja über fünf Jahre 24 Stunden am Tag gepflegt. Ich bin zu einem
Teil von ihr geworden. Ich war ihre Stimme. Ich habe für sie mitgefühlt, um
Entscheidungen treffen zu können. Ich war non stop mit in ihrer Haut. Es war
eine komplett andere Beziehung als zu einem gesunden Kind. Die Auswirkungen
des Zusammenwachsens mit Finja wurden mir erst nach ihrem Tod richtig
bewusst. Erst als sie gestorben ist, habe ich gespürt, welch großer Teil von
mir mit ihr gegangen ist.
Finja ist weiterhin ein Teil von uns, wir reden täglich über sie, vermissen
und weinen, aber lachen auch zusammen. Dafür bin ich unendlich dankbar. Mein
Mann ist kurz nach Finjas Tod wieder arbeiten gegangen. Auch ich stürze
mich täglich in neue Aufgaben und Projekte. Ich habe ein Herzensprojekt
(www.finifuchs.de) mit einer anderen CDKL5-Mutter ins Leben gerufen. Ich will
damit ein Stück zurückgeben und andere Eltern in ähnlichen Situationen
unterstützen. Es lässt mich ein Stück in dieser „alten“ Welt, die zu unserem
Leben, dem Leben mit einem behinderten Kind, geworden ist, weiterleben und
überleben.
„Ich halte dich, kurz bevor du für immer gehst. Keiner ist bei uns, nur wir
beide. Ich schaukel deinen zarten, zerbrechlichen Körper in meinen Armen. Du
blinzelst ein letztes Mal und das erste Mal seit drei Tagen, während ich
flüstere: „Finja, ich begleite dich. Ich begleite dich bis zum Ufer. Ich
werde bei dir sein, bis du bereit bist. Sorge dich nicht, nicht um das was
kommt, nicht um uns. Wir werden immer an dich denken, lachen und glücklich
sein. Wir werde immer in deiner Nähe sein.“ Drei Stunden später stirbst
du.“
Wir trauern in vielen kurzen Schüben, mehr würden wir auch nicht ertragen.
Die Lücke wird nichts und niemand füllen können, auch die Zeit heilt keine
Wunden.
Es liegt noch ein langer zehrender Weg vor uns, bis wir lernen werden, mit
dem Verlust, dem Schmerz zu leben und sich unsere Blicke wieder für unsere
Zukunft öffnen können. Und trotz allem haben wir in diesen Zeiten auch
Momente der Freude, des Glücks, voller Dankbarkeit.
Eine sehr gute Freundin hat mir nach dem Tod von Finja folgenden Satz
gesagt: „Finja konnte diesen Weg gehen, weil sie wusste, dass ihr diesen Weg
mit ihr gehen werdet – weil ihr sie liebt.“ Dieser Satz spendet mir immer
wieder sehr viel Trost neben vielen Schuldgefühlen, dem Schmerz und der
Sehnsucht.
„Finjas Schwester liegt neben uns im Bett und wir starren in die dunkle
Nacht mit den unendlich vielen Sternen. Neben uns liegt das zugeklappte Buch
von Lucy und Stephen Hawking „Der Geheime Schlüssel zum Universum“. Wir
verschlingen jede einzelne Seite und philosophieren anschließend über den
Urknall und das Entstehen und das Sterben von Sternen.
„Fast alle Elemente, aus denen wir beide bestehen, sind im Inneren von
Sternen, die zu einer Zeit existierten, als es unsere Erde noch gar nicht
gab. Man könnte also sagen, dass wir allesamt die Kinder von Sternen
sind.“
Die Vorstellung, dass Finja einfach nur weg ist, der Tod das Ende ihrer
„Seele“ bedeutet, bringt mich an meine Grenzen. Zu gerne hätte ich einen
Glauben an Gott, an die Seele oder an ein Leben im Himmel. So sind wir immer
noch auf der Suche, mit der Hoffnung, dass das Endliche vielleicht nur
bedeutet, dass sich die Form verändert in einem unaufhaltsamen, unendlichen
Kreislauf – und mit dem Glauben, dass nichts im Universum verloren geht, auch
nicht unsere Finja.
—-—-Mehr über Finja und Ihre Familie könnt Ihr HIER erfahren. Wir
danken Janine sehr für Ihre Offenheit und Ehrlichkeit und sind tief berührt
von dieser besonders wundervollen Familie
|
Abschied von Finja: Ich bin bei Dir, wenn Du bereit bist, zu gehen | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abschied-von-jonas-und-auch-papa-tritt-die-letzte-reise-an |
Ihr Lieben, Ende November
haben wir hier ein Interview mit Stefanie veröffentlicht, das uns und Euch
sehr berührt hat. Stefanies Mann, ihr Sohn Jonas und die Tochter Neele waren
an Krebs erkrankt – alle drei hatten einen seltenen Gendefekt, der
Krebserkrankungen verursacht.
Eine Woche nach unserem Interview musste Jonas mit Fieber ins Krankenhaus,
es ging ihm zunehmend schlechter. Jonas hatte noch so viel vor. Er wollte den
Wechsel auf die weiterführende Schule miterleben, er wollte zur
Jugendfeuerwehr, er wollte wieder Fußball spielen. Am 29.12. hat der
Zehnjährige den Kampf gegen den Hirntumor verloren.
„Jonas ist gestern verstorben und wir sind alle unendlich traurig“, schrieb
uns Stefanie am Tag darauf. Ein Abschied nach zehn Jahren Leben.
Am 31.12. wurde Jonas beerdigt. Silvester war für ihn immer das schönste
Fest des Jahres gewesen, er liebte Raketen und den Jahreswechsel.
In die Trauer mischt sich nun die Sorge um Papa Sebastian, denn auch ihm
geht es immer schlechter. Auch er hat einen Hirntumor und Lungenkrebs im
Endstadium. Metastasen sind im ganzen Körper verteilt. „Wir begleiten nun
meinen Mann auf seiner letzten Reise. Bald sind meine beiden Männer wieder
vereint“, schrieb uns Stefanie.
Es sei wie ein nicht endener Albtraum, doch sie versuche, für ihre Töchter
Neele (sie war ebenfalls schon an Krebs erkrankt, die nächste wichtige
Kontrolle steht in ein paar Tagen an) und Lenja (sie ist die Einzige, die den
seltenen Gendefekt nicht geerbt hat) stark zu sein.
Stefanie schrieb uns auch, wie sehr sie sich über die Anteilnahme und die
vielen lieben Gedanken freuen würde: „Das ist so lieb und berührt mich
sehr.“
Für uns gibt es keine Worte, die beschreiben könnten, was wir im Angesicht
des Schicksals von Stefanies Familie fühlen. Uns bleibt nur, ganz fest an sie
zu denken!
Wer für die Familie spenden möchte, kann dies gern hier tun:
Stefanie und Sebastian Ewald, IBAN: DE36 2307 0700 0333 7086 02, Bank: DB
PFK (Deutsche Bank PGK)
—-Hier nochmal unser Interview mit Stefanie über das seltene
Li-Fraumeni-Syndrom
|
Steffi Ewald: Abschied von Jonas - und auch Papa tritt die letzte Reise
an |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abschied-von-tiger-wie-viel-trauer-koennen-wir-kindern-zumuten |
Ihr Lieben, wir sind eine dreiköpfige Familie: mein Mann, meine fast
3-jährige Tochter und ich. Wir wohnen am Stadtrand in einem Einfamilienhaus
mit viel Grün Drumherum.
Seit letztem Jahr Ende Oktober gehört unser Kater Tiger, genannt
„Tigerchen“ auch zu unserer Familie. Er kam mit 9 Wochen zu uns und wir haben
ihn so lieb gewonnen.
Da er sehr freiheitsliebend und abenteuerlustig ist, hat er sich auch
schnell an den Freigang gewöhnt und wir dachten auch, dass wir uns nicht so
viele Sorgen machen müssen, weil hier wenige Autos fahren und er sowieso
nicht hoch zur Straße gelaufen ist, sondern immer auf die Wiesen oder in den
Wald.
Leider haben wir dann letzte Woche Donnerstag gegen 13.30 Uhr plötzlich
einen Anruf bekommen, dass sie unseren Tiger gefunden hätten. Mein Mann ist
sofort hin. Es lag nur ein paar Häuser weiter mitten auf dem Spazier-Rundweg.
Er ist von einem Hund totgebissen worden.Das war erst mal ein Schock.
Mein Mann hat ihn zu uns nach Hause getragen und wir haben ihn erst mal in
eine Kiste gelegt.
Dann hat er lange mit dem Hundebesitzer gesprochen. Wir waren, bzw. sind
froh, dass die Hundebesitzer den Mut gehabt haben, uns direkt zu
verständigen, so wissen wir wenigstens, wie es passiert ist. Nicht
auszudenken, wenn wir ihn selbst leblos daliegend gefunden hätten…
Wir haben uns dann beraten und entschieden, unserer Tochter gegenüber
ehrlich zu sein. Wie erzählten ihr, was passiert ist.
Da unser Tigerchen friedlich aussehend in der Kiste lag, haben wir uns alle
gemeinsam von ihm verabschiedet, ihn noch mal gestreichelt und sie hat ihm
ein Bild gemalt.
Wir haben ihn zusammen beerdigt und auch einen großen Stein bemalt und
Blumen gepflückt.
Freitag und Samstag hat sie gar nicht von ihm gesprochen. Sie hat
allerdings in den Nächten unruhiger geschlafen als sonst.
Wir sind alle sehr traurig und vermissen ihn so sehr. Wir haben auch noch
nichts von seinen Sachen weggeräumt. Er lag immer auf dem Schaf-Fell auf
unserer Liege vor dem Kamin.
Seit Sonntag spricht sie nun wieder täglich von ihm und fragt auch, ob wir
irgendwann eine neue Katze bekommen.
Bezugnehmend auf das Alter unserer Tochter fragen wir uns jetzt: Wie viel
sollte man mit dem Kind über Trauer sprechen? Sollte man zusammen
weinen?
Ab wann sollte man über ein neues Haustier nachdenken?
|
Trauer um das Haustier: Wenn Kinder Abschied nehmen müssen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abtreibung-es-ist-euer-koerper-hoert-auf-euch-zu-schaemen |
Ihr Lieben, wir freuen uns immer sehr, wenn Ihr uns Feedback zu unseren
Geschichten hier schreibt – sei es auf Facebook oder im Blog – oder eben auch
per Mail. Heute veröffentlichen wir mal so eine Mail – natürlich mit
Einverständnis der Absenderin. Weil es mal wieder zeigt, wie unterschiedlich
die Rucksäcke sind, die wir alle so durchs Leben schleppen und wie wichtig es
ist, offen und zugewandt zu bleiben.
Liebe Lisa, liebe Katharina,Heute habe ich bei euch den Artikel von einer
Frau über ihre Abtreibung gelesen, „Niemals würd ich abtreiben“ hieß die
Überschrift.
Ich habe beim Lesen geweint, weil ich so gut nachvollziehen konnte, wie
sich diese Frau fühlt. Und dann habe ich
noch all die Kommentare zu dem Artikel gelesen, die mich traurig
stimmten. Denn sie zeigten, wie schnell und hart viele Menschen urteilen.
Ich freue mich für jede Frau, die ihr Leben meistert und die eine ähnliche
Situation anders gelöst hat, die ihren Weg gegangen sind und jetzt die Kinder
im Arm haben. Aber nicht jede Frau hat diese Stärke und nicht jede muss sie
haben.
Kommentare wie: Das könnte ich NIE, das hätte ich NIE gemacht – bringen
dem, der durch diese Erfahrung gegangen ist, gar nichts. Außer noch mehr
Schuldgefühle.
Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Sie begann Ende 2011. Ich
war mit meinem Partner erst 4 Monate zusammen, er kam aus einem „reichem“
Elternhaus, aber seine Eltern hatten unglaublichen Einfluss auf ihn. Ich war
19, er 26 und wir waren so verliebt. Wir sprachen über Kinder und hatten
dieses „Wir gegen den Rest der Welt“-Gefühl.
Tatsächlich wurde ich schwanger – und wir freuten uns, hatten schon gleich
einen Namen und zogen sehr schnell zusammen. Als wir das nächste Mal zu
seinen Eltern fuhren, teilten mir diese auf der Türschwelle mit, dass ich
Hausverbot habe und zogen ihren Sohn ins Haus.
Ich blieb einfach draußen stehen und wartete. Nach zwei Stunden kam mein
Freund raus und sagte, er würde ausziehen. Ich verstand die Welt nicht mehr
und brach sofort in Tränen aus.
Seine Eltern setzten ihn in einen Transporter und fuhren direkt in unsere
Wohnung. Dort räumten sie alle seine Sachen aus, sogar das Bett nahmen sie
mit. Ich versuchte die ganze Zeit, mit ihm zu reden, aber die Eltern gingen
immer dazwischen. Als die Eltern alles verstaut hatten, drückte mir der Vater
400 Euro in die Hand und sagte: „Für die Abtreibung. Kümmere dich darum. Wenn
du das Kind behält, machen wir dir das Leben zur Hölle.“
Ich war am Boden zerstört, versuchte die nächsten Tage, immer wieder mit
ihm Kontakt aufzunehmen, versuchte es auch über seine Freunde. Ich kam nicht
mehr an ihn ran. Dann fuhr ich zu meiner Mutter und erzählte ihr alles. Die
sagte nur zu mir: „Ja, treib das Kind ab. Sonst kannst du dir eine andere
Familie suchen.“
Und da saß ich nun. Alleine. Alle sagten: Treib das Kind ab. Niemand sagte:
Ich helfe dir. Wir schaffen das.
Als ich meinen Freund dann irgendwann doch noch ans Telefon bekam, sagte
der: „Du und das Kind seid mir egal. Ich werde nicht den Papi spielen. Wir
hatten eine schöne Zeit, aber das ist jetzt vorbei.“ Eine Woche später trieb
ich das Kind ab. Ich weinte davor, ich weinte danach.
Ich fühlte mich schuldig und ich spürte, wie viele Menschen mich
verurteilten – den Vater jedoch ging niemand so heftig an. Wie kann das sein?
Und auch seine Eltern bekamen niemals Gegenwind. Ich bekam alles ab. Ich
fühlte mich so klein, so mies, dass ich tatsächlich Suizidgedanken hatte.
Aber ich bin noch hier und ich weiß heute, dass man sich wegen einer
Abtreibung nicht so runter machen lassen muss. Dass man sich selbst nicht so
fertig machen muss. Ich lasse mich nicht mehr verurteilen. Ich bin meinen Weg
gegangen und hatte Gründe dafür. So wie jede andere Frau aus. Diese Gründe
sind manchmal Verzweiflung, Angst, manchmal Hoffnungslosigkeit, manchmal auch
Liebe. Es ist Euer Körper und Eure Entscheidung – und wie Ihr diese
Entscheidung dann wegsteckt, ist auch Eure Sache. Wenn Ihr es gut
verarbeitet: Prima. Wenn Ihr damit hadert: Auch ok, dann nehmt Euch Zeit.
Aber eins müsst Ihr nicht: Euch schämen!
Eure Mariella
|
Abtreibung: Es ist Euer Körper! Hört auf, Euch zu schämen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abtreibungsgesetz-in-polen-wir-verhelfen-frauen-in-berlin-zu-einem-sicheren-schwangerschaftsabbruch |
Ihr Lieben, ihr habt ja bestimmt die vielen Proteste von Frauen in Polen
mitbekommen. Das Abtreibungsrecht in unserem Nachbarland gilt als eines der
strengsten in Europa. Ein Schwangerschaftsabbruch ist seit 1993 eh schon nur
legal, wenn die Gesundheit der Mutter in Gefahr ist, wenn sie vergewaltigt
wurde oder wenn das Kind schwere Fehlbildungen diagnostiziert bekam. Das soll
sich aber jetzt ändern.
Fehlbildungen oder geistige Behinderungen sollen als Grund für einen
Abbruch nicht mehr gelten. Nur noch Straftaten oder Lebensgefahr sollen als
Begründung akzeptiert werden. Dabei ist es wohl ohnehin und bereits jetzt
schwierig, selbst bei einer medizinischen Indikation, einen
Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen.
Viele Polinnen sehen sich darum gezwungen, für den Abbruch ins Ausland zu
reisen. Die Berliner Organisation Ciocia Basia hilft ihnen dabei, sicher und
straffrei abzutreiben. Eine der ehrenamtlichen Helferinnen, Gosia, hat uns
mehr zu ihrem Engagement erzählt.
Liebe Gosia, ihr nennt euch Ciocia Basia, das heißt auf Deutsch „Tante
Barbara“. Wer seid ihr, wie viele seid ihr, wie kamt ihr auf euren Namen und
seit wann gibt es euchals Aktivistinnen-Gruppe?
CB: Ciocia Basia ist eine Gruppe von Freiwilligen, die sich zusammengetan
haben, um polnischen Frauen einen sicheren Zugang zum Schwangerschaftsabbruch
zu ermöglichen. Die Anzahl der aktiven Mitglieder variiert ein wenig, liegt
aber ca. bei 15 Personen. Und es sind sowohl Personen aus Polen als auch aus
Deutschland, aus Dänemark – wer Lust hat, Teil der Gruppe zu sein, soll es
auch dürfen. Ciocia Basia gibt es seit den ersten Schwarzen Protesten in
Polen in 2015 und der Name leitet sich ab von Aunty Jane.
Welche Motivation steckt hinter eurem Engagement? Frauen helfen Frauen?
Oder gibt es eine persönliche Geschichte hinter eurer Gründung damals?
CB: Der Auslöser für die Gründung von Ciocia Basia war die Empörung über
die polnische Regierung und der Wunsch, endlich mal etwas dagegen zu machen
bzw. dafür, also etwas für die Menschen in Polen zu machen. Die Nähe zur
polnischen Grenze brachte die Gründerinnen auf die Idee, daswas den Menschen
in Polen verwehrt wird, doch im Nachbarland anzubieten.
Nun gehen in Polen die Frauen gerade auf die Straße, weil das Abtreibungsgesetz
noch einmal verschärft wurde. Wie habt ihr auf die geplanten Neuerungen
reagiert?
CB: Wir haben die Beratungen des Verfassungsgerichts online verfolgt und
waren nach der Verkündung des Urteils ziemlich erschüttert. Manche von uns –
die Desillusionierten 😉 – hatten zwar schon damit gerechtet, ich
persönlich – die Naive – war aber sehr überrascht. Ich traue der
Regierungzwar viel zu, aber darauf, dass das Verfassungsgericht der Klage
zustimmen würde, war ich nicht vorbereitet. Die erste Reaktion war also ein
kurzer Schock und natürlich viel Wut. Die Zweite: Wir sind da, wir machen
weiter, es wird viel Arbeit auf uns zukommen, wir stehen bereit.
Was hat sich verändert seither?
Es folgte eine großartige Welle von Solidarität und ein tolles Gefühl der
Gemeinsamkeit und Schwesternschaft 🙂 Da wir damit rechnen mussten und
müssen, dass uns nun noch einmal mehr Schwangerschaften mit medizinischer
Indikation nach der 14. SSW erreichen würden, haben wir uns natürlich
intensiver mit diesen Abbrüchen beschäftigt. Was müssen wir über die
Verfahren wissen, welche Unterstützung brauchen diese Personen, welche
Praxen, welche Ärzte müssen wir evtl. kontaktieren, was können wir
vorbereiten?
Wie ist die Situation in Polen grad? Ist es überhaupt noch möglich,
Abtreibungen durchführen zu lassen?
CB: Um rechtskräftig zu werden, muss das Urteil im Gesetzblatt
veröffentlicht werden. Erst dann ist es ein Gesetz. Bis dahin dürfte sich
eigentlich nichts an der geltenden Regelung ändern. Das ist aber leider
nurdie Theorie. Es war bisher schon schwer, eine Klinik zu finden, die einen
Schwangerschaftsabbruch vornahm – die offiziellen Stellen sprechen von ca.
1000 Fällen im Jahr – nun wird es kaum ein Arzt mehr riskieren, sich mit den
Veranlassern der Klage „anzulegen“.
Es ist heute schon üblich, Personen öffentlich – und unbestraft! –
anzuprangern, z.B. mittels großer fahrender Plakat-Anhänger. Theoretisch wäre
es noch möglich, aber wir wissen von Frauen, die uns bereits besucht haben,
dass die Ärzte versuchen, Zeit zu gewinnen (bzw. zu verlieren) indem sie
weitere Tests und Untersuchungen mit langer Wartezeit verordnen.
Was erzählen euch die Frauen, wie ÄrztInnen in Polen auf ihre ungewollte
Schwangerschaft reagieren? Oder gehen viele schon gar nicht mehr in eine
Arztpraxis?
CB: Die meisten Frauen trauen sich gar nicht, der Ärztin/dem Arzt von ihrem
„Vorhaben“ zu erzählen. Viele gehen tatsächlich gar nicht erst dorthin, damit
es keinen Eintrag über eine Schwangerschaft inder Patientenakte gibt! Die
Stigmatisierung und die Angst vor Konsequenzen ist riesig.
Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist es, den Frauen erstmal klar zu
machen, dass sie keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten haben. Es ist
nicht nur völlig straffrei, einen Abbruch in Deutschland vorzunehmen, es ist
auch straffrei, den Abbruch mit Medikamenten – so wie es in Deutschland in
der Praxis gemacht wird – zu Hause durchzuführen.
Angeblich finden in Polen nur knapp über 1000 Abtreibungen pro Jahr statt,
wie hoch, glaubt ihr, ist die Dunkelziffer?
CB: Das Gesundheitsministerium berichtet von 1110 Abtreibungen im Jahr
2019, 1074 davon waren Abbrüche auf Grund der medizinischen Indikation der
Föten, 33 waren indiziert durch die Gefährdung des Lebens der Frau und drei
durch ein Gewaltdelikt. Das bedeutet, dass es bald fast keine
Schwangerschaftsabbrüche mehr in Polen geben wird. Die Zahl umfasst natürlich
nur Abbrüche, die im Krankenhaus stattgefunden haben. Die tatsächliche Anzahl
vorgenommener Abtreibungen ist schwer ermittelbar. Es sind viele.
Wenn wir die Zahlen betrachten, die uns die beiden großen Organisationen
Women Help Women und Women on Web zuspielen und natürlich auf unsere eigenen
Erfahrungen schauen und die aus unserem Netzwerk, würden wir vorsichtig
schätzen, dass die Zahl 2019 bei ca. 120.000 bis 150.000 lag.
Habt ihr auch schon Frauen betreut, die in ihrer Verzweiflung versucht
haben, die Schwangerschaft selbst zu beenden?
CB: Hier muss ich kurz mit dir klären, was genau gemeint ist. Der
medikamentöse Abbruch kann bis zur 12. SSW tatsächlich sehr gut und sicher
selbst zu Hause durchgeführt werden und hat nichts mit diesen schrecklichen
Geschichten zu tun, von denen wir alle schon gehört haben. Ich hoffe sehr,
dass diese Geschichten längst der Vergangenheit angehören!
Wir hatten also bisher keine Frauen, die mittels Stricknadel oder
Kleiderbügel versucht haben, die Schwangerschaft zu beenden. Aber wir hatten
schon einige Frauen hier, die auf Betrüger aus dem Internet reingefallen
sind, die ihnen falsche oder gar keine Pillen geschickt haben. Oder sogar,
die nach einer solchen Erfahrung bei einem Arzt (in keiner Praxis, sondern
einem Privathaus) gewesen sind, der für ein Heidengeld einen „Abbruch“
vorgenommen hat. Ich brauche wahrscheinlich nicht zu sagen, dass es kein
Abbruch war. Die Frau war dann ziemlich am Ende mit den Nerven, als sie
endlich bei uns landete.
Das ist auch, was uns wirklich sehr, sehr leid tut, dass die Menschen in
ihrer Verzweiflung noch ausgenutzt werden. Deshalb freuen wir uns – oh, Ironie
des Schicksals – dass die Namen und Telefonnummern der Hilfsgruppen überall
im Land bekannt wurden.
Wie helft ihr den Frauen ganz konkret? Wie können sie euch kontaktieren und
von wo bis wo reicht eure Begleitung?
CB: Wir helfen überall dort, wo unsere Hilfe im Zusammenhang mit der
Organisation des Abbruch-Termins benötigt wird. Wir informieren die Frauen
zunächst über den Vorgang, über die gesetzlichen Regelungen. Dann helfen wir,
einen Termin bei der Schwangerschaftskonfliktberatung zu vereinbaren. Da
haben wir großartige Beraterinnen an der Seite, die uns unterstützen.
Weiter haben wir Praxen, die uns gut kennen und uns sehr entgegenkommen und
zum Beispiel sehr kurzfristig Termine ermöglichen oder die Unterlagen ins
Polnische übersetzt haben. Die Terminvereinbarung übernehmen wir also auch.
Und ebenfalls die Betreuung vor Ort, es ist immer eine von uns auch in der
Praxis dabei und übersetzt.
Da der operative Eingriff eine Übernachtung erfordert, helfen wir auch,
wenn gewünscht, eine Unterkunft zu finden. Entweder helfen wir bei der
Hotelbuchung oder fragen in unserem Netzwerk, ob jemand gerade ein freies
Zimmer oder Bett hat und dieses zur Verfügung stellen kann. Das Abholen vom
Bahnhof oder Flughafen kommt eher selten vor, aber auch das ist schon
vorgekommen und natürlich, wenn es jemand braucht, machen wir das auch.
Welche Frauen kommen zu euch? Und wie geht es ihnen?
CB: Es kommen zu uns wirklich sehr unterschiedliche Menschen. Es sind
Teenager, es sind 40-jährige, es sind Singles und Eheleute, Kinderlose und
Paare mit Babys. Manche sind sehr entschlossen, sehr selbstsicher, manche
sind zögerlich, kommen mit der Situation nicht so gut klar. Es ist so
unterschiedlich, wie wir Menschen auch unterschiedlich sind. Wir versuchen,
für jede Person ein Ohr zu haben und zuzuhören. Manchmal reicht das schon,
damit sie sich besser fühlen.
Und wie sieht es nach dem Eingriff aus?
Wenn alles vorbei ist, hören wir von vielen, welche Last von ihnen gefallen
ist und wie befreit sie sich fühlen. Manche aber – häufig sind es Personen,
die unbedingt und sofort einen Termin haben wollten – kommen nach Berlin und
stellen hier fest, dass sie doch keinen Abbruch wollen. Und das ist total ok
für uns.
Ich denke manchmal, dass sie erst in dem Moment, in dem ihnen die Wahl
gegeben wird, frei entscheiden können und das auch tun. Auch von ihnen haben
wir schon häufig gehört, dass sie uns für die Möglichkeit der Wahl
danken.
Wie lang betreut ihr die Frauen, bleibt ihr teils über Jahre mit ihnen im
Kontakt?
CB: Im Schnitt dauert so ein Kontakt zehn Tage – so lange, wie wir zur
Organisierung des Besuchs brauchen. Aber wir haben tatsächlich auch
langanhaltende Kontakte. Ich persönlich bin mit einer Frau befreundet, die zu
uns kommen wollte, aber dann doch nicht gekommen ist 😉 und wir haben
zum Besipiel auch eine Frau, die bei uns war und die uns danach in Berlin
auch ihre Wohnung als Unterkunft angeboten hat.
Bekommen die Frauen auch psychosoziale Begleitung?
CB: Wir haben guten Kontakt zu den Zentren für sexuelle Gesundheit und
Familienplanung und zur pro familia oder dem Humanistischen Verband, sodass
wir natürlich auch hier Hilfe anbieten können, wenn wir sehen oder hören,
dass diese benötigt wird.
Habt ihr selbst irgendwelche psychologischen Schulungen oder Hilfen für die
Begleitung der Frauen und ihrer Schicksale?
CB: Irgendwann im Laufe der Zeit haben wir tatsächlich darüber nachgedacht
und haben auh bereits ein Webinar zum Thema gehabt. Demnächst werden wir
einen weiteren Workshop dazu haben, speziell für den Umgang mit gewollt
Schwangeren nach einer Diagnose.
Welche Geschichte ging dir persönlich so nah, dass du sie nicht vergessen
kannst?
CB: Ich glaube, dass es meine erste Begleitung eines Paares mit einer Schwangerschaft
in der 24. SSW war. Sie haben bereits um die 17. SSW erfahren, dass etwas
nicht stimmt, der Arzt wollte aber nicht ins Detail gehen, beruhigte sie und
sagte, sie mögen in zwei Wochen wiederkommen.
Dann bestätigte sich sein Verdacht, er schickte sie zur genetischen
Untersuchung, die Ergebnisse lagen dann Ende der 22. SSW vor und sagten klar,
dass das Kind sehr schwere Hirnschäden hat und sehr wenig Chancen auf ein
Überleben hat. Auf ein einigermaßen normales oder erträgliches Leben gab es
keine Hoffnung.
Die Ärzte in Polen konnten nun jedoch nicht mehr helfen – sobald das Kind
nach der Geburt lebensfähig ist (und das ist es so um die 23. SSW) ist in
Polen kein Abbruch mehr möglich. Sie suchten dann bei uns Hilfe, wir fanden
ein Krankenhaus im Westen Deutschlands, welches ihnen schnell einen Termin
gab. Sie fuhren dorthin, bekamen eine genaue Untersuchung durch den Chefarzt,
der die Diagnose auch bestätigte, den Eingriff jedoch nicht durchführen
konnte (oder wollte, durfte…).
Sie kamen dann nach Berlin und hier konnten wir ihnen endlich richtig
helfen. Ich habe die beiden die ganze Zeit über betreut und sah, wie schlecht
es ihnen ging. In Polen wartete die kleine Tochter auf die Eltern, die
derzeit quer durch Europa reisten… Ich begleitete die Mutter später auch zur
Beerdigung hier in Berlin und fand damit auch meinen Frieden mit der
Situation.
Das war für mich das erste Mal, dass ich an einer Zeremonie für die
Sternenkinder teilgenommen habe und es war sehr, sehr emotional, auch für
mich, obwohl es mich eigentlich gar nicht betraf und ich damals noch kein
Kind hatte.
Ihr helft nicht nur bei Schwangerschaftsabbrüchen, stimmt´s?
CB: Ja, wir helfen, wo wir können 🙂 Natürlich erreichen uns vor
allem Anfragen im Zusammenhang mit ungewollten Schwangerschaften, aber wir
helfen auch zum Besipiel dabei, „Pillen danach“ zu sammeln, um sie einem
Kollektiv in Polen zu übergeben oder beantworten auch Fragen zu
Sterilisierung, denn auch die ist in Polen verboten. Und wir bzw. unsere
Tante in Wien – Tante Wienia unterstützen auch Frauen, die die Schwangerschaft
austragen wollen (oder müssen) und das Kind zur Adoption freigeben wollen.
Auch in den späteren Wochen der Schwangerschaft stehen wir ihnen bei.
Ihr gehört auch zum europäischen Netzwerk „Abortion Without Borders“, warum
genau?
CB: Weil es ein großartiges Netzwerk ist 🙂 Und natürlich, weil es
uns die Hilfe für Personen viel leichter macht, die uns ansprechen. Wir
lernen so viel voneinander, wissen was wo möglich ist, können uns schnell
austauschen, ggf. entlasten und viel effizienter arbeiten. Es ist z.B.
manchmal einfacher (und günstiger), eine Peron mit medizinischer Indikation
in der 17. SSW nicht den gesamten Prozess in Deutschland durchlaufen zu
lassen, sondern sie nach Holland zu schicken oder nach Spanien.
Hat Corona etwas an eurer Arbeit verändert?
CB: Corona hat in erster Linie für viel Aufregung und Unsicherheit gesorgt.
Viele, die uns kontaktiert haben waren noch ungeduldiger und hatten Angst,
dass die Grenzen geschlossen werden. Aber ansonsten hat sich nicht viel
verändert, außer, dass wir mehr Anfragen hatten.
Habt ihr auch durch die Verschärfung der polnischen Gesetze deutlich mehr
Anfragen?
CB: In der ersten Woche wurden wir förmlich überschwemmt mit Anfragen.
Viele haben uns gar nicht gebraucht, wollten sich aber absichern, dass es uns
gibt und dass sie ggf. auf uns zählen können. Und ja, es gab auch ein paar
Anfragen von Personen mit medizinischer Indikation zurBeendigung der
Schwangerschaft.
Wie finanziert ihr euch?
CB: Die Gruppe selbst arbeitet ehrenamtlich, hat kein Büro, also ist das
schon mal kostenfrei. Aber natürlich brauchen wir Geld, um die Personen, die
uns besuchen ggf. unterstützen zu können. Ein Abbruch ist nicht billig und
nicht jede von ihnen kann sich diesen leisten.
Wir haben vor dem Lockdown öfter Soli-Partys organisiert, bekommen aber oft
sehr überraschend Spenden von anderen Gruppen, die ebenfalls Partys,
Kochabende und andere tolle Sachen ins Leben rufen, um Geld für uns zu
sammeln. Und natürlich gibt es noch die Online-Spendenaktionen, die wir
derzeit auch nutzen. Darüber erfahren wir viel Zuspruch und natürlich auch
finanzielle Unterstützung.
Welchen Wunsch hast du für die Frauen in Polen, aber auch für Frauen
generell und weltweit?
CB: Ich würde generell allen Menschen wünschen, dass sie ein freies und
selbstbestimmtes Leben führen können. Und speziell den Frauen, dass sie nicht
mehr bevormundet werden, dass sie über sich selbst entscheiden können und
dass sie auch die Kraft finden, sich dieses Recht zu holen, wenn es ihnen
nicht gegeben wird.
Ihr könnt die Organisation Ciocia Basia durch Spenden unterstützen:
https://de.gofundme.com/f/support-ciocia-basia, erreichbar sind sie unter der
Emailadresse: ciocia.basia@riseup.net und unter der polnischen Telefonnummer:
+48 22 39 70 500
|
Abtreibungsgesetz in Polen: "Sicherer Schwangerschaftsabbruch in
Berlin" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/abwechslung-im-homeschooling-so-machen-buchstaben-tierisch-spass |
Ihr Lieben, das erste Schulhalbjahr ist um – und um es vorsichtig
auszudrücken: Es war anders als erwartet. Während die älteren Jahrgänge
vielleicht ganz gut mit dem Online-Lernen zurecht kommen, muss ich sagen,
dass es für meinen Erstklässler eine ganz besondere Herausforderung war. Zum
einen fehlte natürlich der ganze soziale Aspekt – die neuen Klassenkameraden,
der Hort, die Mensa. Wo finde ich mich wie zurecht, wer wird mein Freund,
welche Angebote gibt es nach Schulschluss?
Zum anderen standen wir vor der riesengroßen Aufgabe, meinem Sohn die
Grundlagen im Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Uns war dabei
wichtig, die Freude am Lernen in den Vordergrund zu stellen. Nichts ist
Schlimmer, als wenn ein Kind schon in den ersten Jahrgängen nur Druck
verspürt, sich verschließt und eventuell sogar verweigert.
Aber: Wir Eltern sind natürlich keine Pädagogen, ich war mir oft nicht
sicher, wie genau ich meinem Sohn lesen, schreiben und rechnen beibringen
kann. Eins war klar: Ihm machte es große Freude, verschiedene Medien zu
benutzen. Mal arbeiteten wir in seinen Schulheften, mal mit
Online-Programmen. Alles, was Wissen spannend und abwechslungsreich
vermittelt, ist willkommen – so wie die tolle Reihe „Mein Tier ABC“, die es
bei Eurem Zeitschriftenhändler gibt oder die Ihr online HIER bestellen könnt.
Jede Ausgabe hat einen Buchstaben zum Thema und besteht aus einem Buch,
einem Übungsheft und einem niedlichen Plüschtier (das natürlich mit dem
Buchstaben anfängt). In dem Buch gibt es zum einen eine schöne
Vorlese-Geschichte, in dem der Buchstabe immer farblich markiert ist und die
Kinder sich so schnell die Groß-und Kleinschreibung des Buchstaben einprägen
können. Hinter der Geschichte folgen sehr schöne Tierfotos und viel
Wissenswertes zu dem Tier – zum Beispiel warum Affen so gut hören können oder
oder oder.
Das dazugehörige Übungsheft ist prima dafür geeignet, dass das Kind
selbstständig darin arbeiten kann. Die Aufgaben benötigen nur wenig Erklärung
von den Eltern und sind immer wieder durch Ausmalspiele aufgelockert. Mein
Sohn hat das sehr sehr gerne gemacht.
Und die Kuscheltiere halten immer ihren Anfangsbuchstaben in der Hand – die
Tiere hat sich gleich unsere Jüngste unter den Nagel gerissen, die dank
wochenlangem Homeschooling auch schon deutliches Interesse an Buchstaben
zeigt und so ganz spielerisch ans Lernen geführt wird.
Insgesamt gibt es 36 Ausgaben (also alle Buchstaben und die Zahlen von
1-10). Der ersten Ausgabe A liegt ein Elternbrief bei, der die Hefte genau
erklärt. Jede Ausgabe kostet 1,99 Euro – und die finde ich viel besser
investiert als in viele andere Zeitschriften mit Plastikspielzeug (Ausgabe 2
kostet 5,99€, ab Ausgabe 3 kostet jede Ausgabe 9,99€) Auch für Vorschulkinder
ist „Mein Tier ABC“ super geeignet.
Mein Fazit: „Mein Tier ABC“ ist eine schöne, kindgerechte Abwechslung im
Homeschooling-Alltag. Mein Sohn hatte großen Spaß daran! Für alle, die also
keine Lust mehr auf öde Arbeitsblätter haben, ist das genau das
Richtige!
Hier gibt es noch ein Video, in dem alles nochmal erklärt wird:
https://www.hachette.de/Familie-Co/Mein-Tier-ABC/
|
Abwechslung im Homeschooling: So machen Buchstaben tierisch Spaß | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/achromatopsie-zwei-meiner-drei-kinder-sind-farbenblind |
Ihr Lieben, im Februar war der „Tag der seltenen Erkrankungen„, wir haben
auf unserer Facebook-Seite auf ihn hingewiesen. Auf diesen Post hin haben
sich ganz viele LeserInnen bei uns gemeldet und uns von ihren Familien
erzählt, in denen es auch seltene Erkrankungen gibt. Heute geht es um die
zwei Kinder von Britta, die von einer sehr seltenen Augenkrankheit betroffen
sind.
Liebe Britta, erzähl doch erstmal, wer alles zu eurer Familie gehört.
Unsere Familie besteht aus fünf Personen. Mein Mann Carsten (44), ich
selbst (39) und unsere drei Kinder. Unsere Tochter ist 9 Jahre alt und unsere
beiden Jungs sind 5 und 2,5 Jahre alt.
Zwei deiner drei Kinder haben eine recht seltene Erkrankung. Erzähl mal, um
was genau es sich da handelt.
Unsere Tochter und unser jüngster Sohn haben Achromatopsie. Dabei handelt
es sich um eine Funktionsstörung der Zapfen auf der Netzhaut. Diese Störung
hat eine totale Farbenblindheit, einen beidseitigen Nystagmus
(=Augenzittern), extreme Lichtempfindlichkeit und eine stark verminderte
Sehstärke (max. 10%) zur Folge.
Handelt es sich dabei um eine erbliche Krankheit?
Ja, es handelt sich um eine seltene Erbkrankheit von der etwa 1 von 30.000
Menschen betroffen ist. Die Krankheit wird autosomal rezessiv vererbt. Mein
Mann und ich tragen also beide die Krankheit als Erbanlage in uns – ohne
selbst betroffen zu sein.
Wie habt ihr zum ersten Mal gemerkt, dass bei euren Kindern etwas nicht
stimmen könnte?
Wir selbst haben es eigentlich gar nicht gemerkt. Ab einem Alter von etwa 3
Monaten konnten wir damals bei unserer Tochter das Augenzittern wahrnehmen.
Da es aber unser erstes Kind war und wir somit keinen Vergleich hatten, haben
wir dies als ganz normal angesehen und uns keine Gedanken darüber gemacht.
Dass es eben doch nicht normal ist, haben wir dann kurz darauf bei der U4 von
der Kinderärztin erfahren.
Da ein Nystagmus auch ein Hinweis auf schwere und lebensbedrohliche
Erkrankungen wie Hirntumore, Hirnblutungen, Schlaganfall und vieles anderes
sein kann, wurde unsere Tochter sofort als Notfall in die Uniklinik
aufgenommen. Es folgten viele Untersuchungen bei verschiedenen
Spezialist:innen, die zum Glück alle keinen Hinweis auf eine dieser
Erkrankungen lieferten. Was die Ursache für die Symptome war, konnte zu
diesem Zeitpunkt jedoch auch nicht herausgefunden werden.
Wann hattet ihrschließlich die
Diagnose?
Die Diagnose haben wir durch einen glücklichen Zufall erhalten, als unsere
Tochter 18 Monate alt war. Nachdem uns viele Ärzt:innen in verschiedenen
Kliniken nicht helfen konnten, waren wir mittlerweile in einem Struggle aus
Therapien und Arztterminen gefangen. Die starke Blendungsempfindlichkeit hat
uns zu dem Zeitpunkt zusätzlich sehr eingeschränkt. Sobald es hell war, haben
wir uns sehr viel in abgedunkelten Räumen, meistens zuhause, aufgehalten.
Krabbelgruppen- oder Spielplatzbesuche waren nur schwer möglich. Dort war es
zu hell, zu laut, zu wild und unsere Tochter hat bei jedem erneuten Versuch
eigentlich immer nur geweint.
Ich wollte ihr zu diesem Zeitpunkt keinen weiteren Stress zumuten, zumal
sie zunehmend panischer auf Ärzt:innen reagiert hat. Mit viel
Überredungskunst habe ich mich dazu breitschlagen lassen, noch einen letzten
Versuch in einer weiteren Uniklinik zu starten. Das war unser Glück, denn
hier kannte man die Erkrankung und plötzlich hatten wir eine Diagnose, die
kurz darauf auch durch einen Bluttest bestätigt war.
Was hat sich durch die Diagnose verändert?
Für uns war die Diagnosestellung eine enorme Erleichterung. Endlich wussten
wir, was unsere Tochter hat, mit welchen Mitteln wir ihr wirklich helfen
konnten und vor allem, dass sie nicht lebensbedrohlich krank ist. Sie hat
Brillen mit speziellen Filtern (Kantenfiltern) bekommen, die die Blendung
minimieren, was sie merklich zufriedener werden ließ.
In einem heilpädagogischen Kindergarten und mit unterstützender
Reittherapie konnte sie im Laufe der Kindergartenzeit die motorischen
Defizite aufholen und ein selbstbewusstes Mädchen werden. Bei unseren Jungs
haben konnten wir aufgrund der familiären Vorbelastung direkt nach der Geburt
einen Test machen lassen und dadurch bei unserem Jüngsten viel früher mit den
entsprechenden Hilfsmitteln reagieren. Sein Start war dadurch wesentlich
leichter für ihn selbst und uns alle.
Inwiefern schränkt die Farbenblindheit eurer zwei Kinder ihren/euren Alltag
ein?
Wir haben grundsätzlich einen ganz normalen Alltag mit Schule, Kita und
unserer Arbeit. An vielen Stellen leben wir einfach eine etwas andere
Normalität, die uns aber grundsätzlich nicht einschränkt. Wir haben Stifte
und Spiele mit Farbsymbolen markiert, unsere Tochter benutzt in der Schule
Hilfsmittel um inklusiv am Unterricht teilnehmen zu können. Außerdem
beschreiben wir unseren Kindern oft was wir sehen oder weisen unterwegs auf
Stufen oder Stolperfallen hin. Man ist einfach ein bisschen aufmerksamer. Das
passiert ganz automatisch.
Eingeschränkt sind sie und wir am ehesten durch die fehlende Mobilität.
Unsere Tochter kann z.B. nicht einfach so zu einer Freundin gehen, da sie
sich im Straßenverkehr nicht orientieren kann und daher immer abhängig davon
ist, ob jemand sie bringen/holen kann. Da sie nicht Fahrradfahren kann ist
auch eine Radtour als Familie nicht möglich. Das klingt erstmal nicht weiter
schlimm, wir vermissen es aber sehr. Gerade in der aktuellen Corona-Situation
fühlen wir uns noch ein bisschen mehr gefangen.
Die fehlende Mobilität war auch der Grund, warum wir uns entschlossen haben
unseren Wunsch nach einem Haus auf dem Land in der Nähe unserer Eltern
aufzugeben und in der Stadt zu wohnen. Wir leben sehr gerne hier und wir
haben uns bewusst für uns und unsere Kinder dazu entschlossen um Ihnen ein
möglichst selbstbestimmtes Leben mit wenig Abhängigkeiten zu ermöglichen.
Dennoch war es eine sehr schwere Entscheidung, die wir ohne die Erkrankung
nicht hätten treffen müssen.
Wie gehen eure Kinder selbst mit ihrer Besonderheit um?
Die beiden gehen super damit um. Für sie ist es ganz normal und sie tun
das, worauf sie Lust haben. Manchmal erfordert das eine ganze Menge Mut und
ich bewundere sehr, dass sie es dennoch versuchen. In ihrem gewohnten Umfeld
merkt man ihnen nicht an, wie stark ihre Beeinträchtigung ist und oft sind
Menschen erstaunt, wie gut sie dennoch zurechtkommen. Wo sie an Grenzen
stoßen finden sie (oder wir) Wege diese zu umgehen. Ich glaube aber, dass sie
sich ihrer Stärken sehr bewusst sind und diese auch nutzen. Spannend wird es
noch zu sehen, wie es wird, wenn sie Erwachsen werden und ob es Hindernisse
geben wird, mit denen wir jetzt noch nicht rechnen. Aber egal was kommt. Sie
werden es meistern, da bin ich sicher!
Hat das eine eurer Kinder, das Farben sehen kann, eine besondere Stellung
in der Familie? Weil es den anderen hilft oder weil es öfter allein ist durch
die Untersuchungen der anderen?
Mein erster Gedanke, nachdem wir wussten, dass unser jüngster Sohn auch
betroffen ist, war: „Wir müssen auf unseren Mittleren aufpassen!“. Im
Endeffekt war das leichter als gedacht. Klar gibt es Situationen in denen er
derjenige ist, der die Farben benennt und „mal schnell“ etwas findet, was die
anderen im Spielzeugchaos nicht sehen. Im Straßenverkehr bewegt er sich
mittlerweile sicherer als seine große Schwester. Alles in allem kann er aber
glücklicherweise einfach ein Kind sein.
Was macht euch – fern der Erkrankung – als Familie aus?
Hier darf jeder sein wie er ist. Das bedeutet nicht, dass es keine Reibungspunkte
gibt, wir nie Streit haben und uns nie auf den Keks gehen. Geliebt wird hier
trotzdem jeder. Mit Ecken und Kanten, sauber, schmutzig, laut, leise, bunt
oder eben schwarz-weiß. Am Ende des Tages ist jeder hier ganz besonders und
geliebt.
Welchen Mutmacher würdest du gern Familien mit auf den Weg geben, die
ebenfalls mit selteneren Herausforderungen zu tun haben?
Haltet durch und gebt nicht auf! Ihr werdet verzweifelt sein, weinen,
schreien, Angst haben und nicht mehr weiter wissen. Holt euch Hilfe, achtet
gut auf euch und vertraut eurem Bauchgefühl. Dieser eine besondere Mensch
braucht euch und wird es euch ewig danken!!!
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Achromatopsie: Zwei meiner drei Kinder sind farbenblind | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/acht-klischees-ueber-einzelkinder-und-warum-sie-schwachsinnig-sind |
Ihr Lieben, es gibt kaum
eine Spezies, um die so viele Vorurteile ranken, wie um Einzelkinder. Warum
eigentlich? Julia Katharina Müller ist selbst als Einzelkind und ohne
Geschwister aufgewachsen und hat sich diesen Vorurteilen in ihrem Buch „How
to survive als Einzelkind“ (Affiliate Link) humorvoll gewidmet.
Sind Einzelkinder wirklich so kleine verwöhnte Könige, wie es immer heißt?
Sind Einzelkinder nur verwöhnt, weil Geschwisterkinder es ihnen nachsagen?
Und ist es nicht am Ende egal, ob jemand verwöhnt ist, oder nicht,
Hauptsache, die Person ist glücklich? Wir haben Julia mal gebeten, die
gängigsten die Klischees über Einzelkinder für uns zu entkräften. Los
geht´s:
1. Einzelkinder können alles teilen, nur Aufmerksamkeit nicht.
Ich möchte behaupten, dies ist völliger Humbug. Wir leben im Jahr 2019 –
ich denke, dass sich die Spezies Einzelkind seither zum Vorteil entwickelt
hat. Zum eigenen Vorteil natürlich.
In einem Land vor unserer Zeit, also als es noch Könige und Königinnen gab,
die Hähnchenbollen über die Schultern warfen und aus Metallkelchen tranken,
da kann ich mir gut vorstellen, dass Einzelkinder damals nach Aufmerksamkeit
trachtende Furien waren, die ihre Haare jeden Abend mit hundert
Bürstenstrichen gekämmt bekamen, damit sie weiterhin schön glänzten.
Da wir heutzutage aber im Jahr des Conditioner leben und unsere Haare auch
zum Glänzen kriegen, wenn wir sie nicht jeden Abend bürsten lassen, kann sich
unser Fokus auf ganz andere Dinge legen. In den frühen 2000ern war der Fokus
vielleicht auf uns selbst, Techno-Mukke war ja ziemlich angesagt und dazu
tanzte man tatsächlich alleine und nicht zu zweit, sodass der eigene Kosmos
sich voll um sich selbst drehen und man sich toll präsentieren konnte.
Aber jüngst kann man den Fokus doch gar nicht mehr richtig auf sich selbst
legen, oder? Wozu die ganze Meditation? Wozu das ganze Guru-Geschwafel? Um zu
sich selbst zurückzufinden! Seine innere Mitte zu finden. Die haben wir
nämlich irgendwo im WWW verloren.
Wie kann man die Aufmerksamkeit auf sich legen, wenn man pro Sekunde mit
einem Instagram-Bild vollgeballert wird? Wenn um uns herum ständig
Ablenkungsfaktoren lauern, die Werbung uns zuballert und die
Aufmerksamkeitsspanne unserer Mitmenschen gar nicht dafür ausreicht, uns für
länger als 30 Sekunden ihre Gedanken zu schenken, bevor sie sich wieder
fragen, was sie als nächstes einkaufen müssen oder welches T-Shirt sie morgen
anziehen?
Also: Wir leben in einem Zeitalter, in dem gar nicht mehr genug
Aufmerksamkeit vorhanden ist, um sie teilen oder nicht teilen zu können. Ich
würde die Überschrift ein wenig anders formulieren, etwa so: Einzelkinder
können alles teilen, nur ihr Essen nicht – ach, was rede ich da. Wer teilt
schon gerne sein Essen, wenn es gut schmeckt?
2. Einzelkinder sind verwöhnt.
Aaaaahhh! Ich kann’s nicht mehr hören! Was bedeutet das überhaupt? Dass wir
immer alles bekommen, was wir wollen? Dass unsere Eltern in Geld schwimmen?
Soll ich Ihnen mal etwas verraten?
Unsere Eltern stehen nicht jeden Morgen vor meinem Bett, um uns mit einem
Gemüsesmoothie zu wecken. Sie kaufen uns nicht alles, was wir wollen und auch
wir müssen uns Nebenjobs suchen, um die Wohnung neben dem Studium zu
finanzieren. Mehr als ein Hobby ist meist auch für uns nicht drin und wir
können in unserer Pubertät tatsächlich nicht ohne Konsequenzen rebellieren.
Woher kommt dieser Verwöhntsein-Mythos?
Wahrscheinlich von Geschwisterkindern, die auch gerne ein Zimmer für sich
hätten, es aber teilen müssen. Ich weiß es wirklich nicht. Aber in einem
Punkt sind wir wirklich verwöhnt und wir können nicht einmal etwas
dafür: Dieser Mythos ist damit nicht nur so alt wie die Sphinx,
sondern auch teilweise die Wahrheit. Tatsächlich. Aber eben nur teilweise.
Und ich hoffe sehr, dass er irgendwann ausstirbt.
Foto: Zaubertgut Fotografie
3. Einzelkinder übernehmen alle Neurosen ihrer Eltern.
So sehr ich diesem Mythos auch gerne widersprechen würde – es stimmt. Aber
das ist doch auch ganz natürlich. Wir Menschen neigen schließlich dazu, alles
uns Sympathische nachzuahmen und in unser Handlungsrepertoire aufzunehmen, da
macht es doch Sinn, dass wir auch Neurosen von Menschen, die wir lieben
integrieren. Warum ausgerechnet wir Einzelkinder dazu prädestiniert sein
sollen, erklärt sich wahrscheinlich damit, dass wir alle Zeit der Welt haben,
uns sie anzueignen, da wir ja permanent mit unseren Eltern abhängen.
Ihre Welt dreht sich eben nur um uns, da ist es klar, dass wir jede freie
Minute liebend gern mit ihnen verbringen und so passiert es von ganz allein,
dass wir in Schachtelsätzen schreiben (und reden), nicht auf die Fugen im
Bürgersteig treten, die Kaffeetasse erst beim zweiten Mal richtig auf dem
Tisch abstellen und die Apfelschorle immer ganz austrinken müssen und nicht
einmal für zwei Minuten stehen lassen können.
Daher kommt es, dass wir unsere T-Shirts nach Farben sortieren, aber unsere
Hosen egal sind und dass wir unser Bett immer gemacht haben müssen, bevor wir
aus dem Haus gehen. Ob ich von mir rede? Pfff, ich bitte Sie. Ich bin
Einzelkind. Ich bin verwöhnt. Als ob ich mein Bett machen und meine Klamotten
sortieren würde. Das wäre ja gelacht.
4. Einzelkinder sind altklug und denken nur an sich selbst.
Ob Einzelkind oder nicht – altkluge Menschen sind nervig. Menschen, die an
sich selbst denken, ebenfalls. Und auch wenn das Eine gar nichts mit dem
Anderen zu tun hat, sitze ich nun trotzdem hier an einem Freitagabend in
Kalifornien an diesem Artikel, trinke ein Glas Rotwein dazu und snacke Möhren
und Paprika mit Hummus.
Fakt ist, ich bin Einzelkind. Fakt ist auch, dass ich meinem Mitbewohner,
der gerade neben mir auf der Couch schlummert ein Glas Wein sowie etwas zu
essen angeboten habe und mich wirklich darüber freue, dass er immerhin Ja zum
Wein gesagt hat.
Nicht so scheinheilig, Sie wissen schon, wir alle kennen diese Momente,
wenn man aus Höflichkeit fragt und einfach nur hofft, dass der andere ablehnt
(was in 99% der Fälle natürlich nicht passiert). Also kann ich schonmal
sagen, dass ich der lebende Beweis dafür bin, dass Einzelkinder nicht immer
nur an sich selbst denken.
Was das Altkluge angeht, bin ich mir nicht so ganz sicher. Immerhin habe
ich ein ganzes Buch darüber geschrieben, das ganz altklug darüber
philosophiert, warum die Menschheit uns komplett falsch einschätzt. Und ich
schäme mich auch nicht, zu sagen, dass ich manchmal Dinge besser weiß, als
andere Menschen. Nehmen wir meinen derzeitigen Klassenkameraden Max.
Max ist ein extrem gemütlicher Mensch (Geschwisterkind!) und unglaublich
lieb, aber irgendwie scheinen bestimmte Informationen nicht zu ihm
durchzudringen. Wie beispielsweise als wir letztens Kapitel 1 eines Buches
lesen sollten – der Kurs hatte gerade begonnen und das ist ja einfach logisch
– und in einem anderen Kurs der Begriff eines Kapitels Nummer 6 fiel, weil
wir das Thema gerade behandelten.
Alles super, Max fragte mich nachmittags, welches Kapitel wir in welchem
Buch lesen sollten, versicherte sich dann noch einmal am nächsten Tag und als
wir dann das nächste Mal Unterricht hatten und der Lehrer fragte, wie uns das
Kapitel gefallen habe, schlug er sich in gemütlicher Verärgerung aufs Knie
und sagte: „Damn it! Ich habe doch tatsächlich Kapitel 6 gelesen anstatt
Kapitel 1!“ Es ist mir bis heute unbegreiflich.
Und so komme ich zum selben Schluss wie in meinem Buch: Wir Einzelkinder
sind nicht altklug. Wir wissen es oft einfach wirklich besser.
5. Eltern von Einzelkindern denken wohl nicht dran, was es für das Kind
bedeutet, allein zu bleiben…
…nämlich manchmal etwas ganz Wunderbares. Meinen Sie, Leonardo da Vinci
hätte seine Mona Lisa so hinbekommen, wie sie ist, wenn ein kleiner Bruder
daneben gestanden hätte, der lustige Farbkleckse aufs Bild getupft hätte,
wenn Leonardo nicht hinsah? Wäre Einstein jemals mit seiner
Relativitätstheorie fertig geworden, wenn eine große Schwester ihn ständig
mit besserwisserischen Sprüchen genervt hätte?
Wahrscheinlich nicht! Was würden wir nur machen, wenn wir die ganze Zeit
von nervenden Geschwisterkindern abgelenkt würden und unser Genie unentdeckt bliebe?
Vielleicht wären wir musikalisch immer noch im Mittelalter, wenn Elvis
Presley damals nicht zur Musik gekommen wäre, weil er auf seine Schwester
oder seinen Bruder aufpassen musste.
Fakt ist: Als Einzelkind hat man mehr Langeweile und muss sich zwangsläufig
viel mehr mit sich selbst beschäftigen. Das bedeutet auf der einen Seite,
dass man viel mehr über sich herausfindet und wahrscheinlich schon sehr früh
versteht, was man so alles draufhat. Und nicht nur das: wir müssen uns unsere
Freundschaften auch hart erarbeiten und selber suchen.
Johanna beispielsweise ist Geschwisterkind und sitzt nachmittags manchmal
einsam in der Puppenecke und langweilt sich. Und bevor sie sich die Mühe
macht, mit ihren Windelpupserstampfern neue Freunde auf dem Spielplatz
nebenan zu gewinnen, spielt sie lieber mit ihrer jüngeren Schwester, auch
wenn es vielleicht nicht ganz so aufregend ist.
Wir Einzelkinder dafür müssen uns nicht nur auf dem Spielplatz behaupten
und aufpassen, dass man nicht unser Spielzeug klaut, sondern auch noch
versuchen, Kontakte zu knüpfen und damit zurechtkommen, dass Gerrit nun mal
lieber mit Gerda spielen will als mit uns, obwohl sie heimlich ihre Popel and
seine Schüppe klebt, wenn er nicht hinsieht. So ist das nunmal.
Wir werden von Anfang an abgehärtet, also ist es eigentlich gar nicht so
schlecht, allein aufzuwachsen. Und allein aufzuwachsen bedeutet immerhin
auch, dass alle Geschenke unterm Tannenbaum für einen selbst sind. Ist das
nicht wunderbar? Wir können uns unsere Spielkameraden aussuchen UND kriegen
das größte Stück Torte. Keine Sorge, liebe Eltern. Einzelkind sein ist gar
nicht mal so schlimm.
6. Einzelkinder sind sozial inkompetent.
Was bedeutet denn Sozialkompetenz? Laut unserer einzigartigen
Internet-Suchmaschine ist es “die Fähigkeit einer Person, in ihrer sozialen
Umwelt selbstständig zu handeln”. Also, ich kann mich glücklicherweise mit
anderen Menschen verständigen. Ich kann alleine einkaufen gehen, Auto fahren,
Behördenanrufe stehe ich schweißgebadet durch, aber ich stehe sie
durch.
Haben Sie schon einmal versucht, Geld von einer Fluglinie zurückzubekommen?
Geld, das Ihnen zusteht? Ja, ich auch nicht – und ich hoffe, dass dieses
erste Mal das letzte Mal ist.
Ich habe für ein Gepäckstück doppelt bezahlt – einmal telefonisch durch den
Kundenservice und dann noch einmal am Flughafen, weil der Betrag noch nicht
abgebucht wurde und damit kein Beweis vorlag, dass ich den zweiten Koffer
bereits bezahlt hatte – und mir wurde gesagt, dass ich einfach die Quittung
beim Kundenservice einreichen müsse, um dann das Geld wiederzubekommen.
Gesagt, getan.
Seit acht Wochen diskutiere ich mit dem Kundenservice, warum mir das Geld
zusteht und ich sage Ihnen – so langsam verliere ich meine Sozialkompetenz.
Meine letzte E-Mail enthielt mehr Großbuchstaben als so mancher Werbeslogan
und ich frage mich, ob ich durchgängig mit hirnlosen Menschen kommuniziere,
oder ob diese einfach keinerlei Sozialkompetenz besitzen, denn ich werde von
einem Mitarbeiter zum nächsten gereicht.
Kann denn keiner dort selbstständig denken, handeln und arbeiten?
Offensichtlich nicht. Lautete eine Frage beim Einstellungsgespräch “Wie gut
sind Sie darin, Dinge zu ignorieren, an andere weiterzuleiten und ohne
Gewissen arme Studentinnen abzuzocken?” Entschuldigung, ich schweife vom
Thema ab, also: Einzelkinder sind sozial inkompetent? Nur, wenn sie für den
Kundenservice bei Fluglinien arbeiten.
Julia Katharina Müller: How to survive als Einzelkind. Schwarzkopf &
Schwarzkopf
7. Eltern von Einzelkindern projizieren alle Erwartungen einzig und allein
auf dieses eine (ARME) Kind!
Naja, wohin sollen sie ihre Erwartungen auch sonst projizieren? Auf die
Katze? Das Meerschweinchen? Ich weiß ja nicht so recht. Ich weiß, dass meine
Mutter keinerlei offensichtliche Erwartungen an mich hatte und mich ziemlich
sicher auch lieben würde, wenn ich mit fünfzig Jahren und dreißig Katzen noch
immer in meinem alten Kinderzimmer wohne und Pferdeposter von den Wänden
knibble.
Finde ich selbst nicht ganz so spektakulär, deshalb stelle ich unendlich
viele Erwartungen an mich selbst, die ich mehr oder weniger erfülle. Was aber
definitiv wahr zu sein scheint, ist, dass perfektionistische und dominante
Eltern ihre Sprösslinge richtig unter Druck setzen können – und wenn gerade
nur ein Sprössling da ist, dann hat das Einzelkind eben Pech gehabt.
Dann muss es eben mit drei Jahren ins Ballett, mit fünf Blockflöte lernen,
dann mit Reiten anfangen, um neben der Schule noch in der Biologie AG der
Vorreiter zu sein und bloß eine Eins vor dem Komma haben, wenn die Schule
abgeschlossen wird. Aber das Gute ist ja, dass wir Einzelkinder besonders
tough und egoistisch sind und somit sowieso genug Zeit für alle Hobbies
haben, die unsere Eltern uns so aufbrummen, weil wir aufgrund unserer
mangelnden Begeisterung zum Teilen keine Freunde haben.
Von daher ist es total in Ordnung, dass ihr, liebe Eltern, eure ganzen
Erwartungen auf uns projiziert. Sorgt nur dafür, dass ein ordentlicher
Therapieplatz für uns bereitsteht, wenn wir 18 sind.
8. "Ein Kind ist kein Kind."
Hä? Also, ich bin zwar noch keine Mutter, aber ich kann mir vorstellen,
dass gerade ein Kind EIN KIND ist, denn bei welchem Kind ist man
wahrscheinlich sekündlich hochsensible und helikoptermuttermäßig unterwegs,
damit dem kleinen Stöpsel ja nichts passiert?
Genau, beim ersten. Berichten zufolge sind die Eltern beim zweiten Kind
meist viel entspannter, deshalb auch der
„Aber-Mama,-ich-durfte-das-in-seinem-Alter-noch-nicht“-Neid. Deshalb frage
ich mich, welcher Mensch eine kurze Episode von Hirnschaden hatte und dieses
Gerücht in die Welt gesetzt hat.
Denn das würde nicht nur bedeuten, dass Eltern erst beim zweiten Kind ihren
Familientraum erfüllt sehen, sondern auch, dass keine der Mythen über
Einzelkinder der Wahrheit entspricht. Denn wenn ein Kind kein Kind ist, dann
gibt es ja quasi gar keinen Grund, warum Eltern ihren Einzelkindern viel zu
viel Aufmerksamkeit, Liebe und Zuneigung schenken sollten. Hab ich recht oder
bin ich altklug?
Foto oben: pixabay
|
Acht Klischees über Einzelkinder - und warum sie schwachsinnig sind |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/acht-wochen-nach-dem-tod-meines-ersten-kindes-bekam-ich-wieder-ein-baby-gastbeitrag-von-ines |
Mein Name ist Ines und
erzähle Euch heute meine Geschichte.
Am 12.12.2012 wurde meine erste Tochter Marla geboren. Sie war mein
absolutes Wunschkind und noch dazu ein sehr friedliches Baby. Ich kann mich
nicht daran erinnern, dass sie schrie oder sonst in irgendeiner Weise
unglücklich war. Marla war ein echtes Traumbaby: mopsig und fidel,
allesessend und stets lachend. Wir waren überglücklich. Im November 2013
erfuhr ich dann, dass ich wieder schwanger bin – was für ein Segen!
Marla sollte also große Schwester werden. Doch irgendwie kam alles anders,
ganz anders..
Marla verweigerte plötzlich Essen und Trinken, war blass, hatte blaue
Flecken und Fieber. 23.12.2013, vier Wochen nachdem ich erfahren hatte, dass
mein zweites Kind unterwegs ist, stellten die Ärzte fest, dass Marla Leukämie
hat. Von einem Tag auf den anderen gab es unser altes Leben nicht mehr.
Langfristige Pläne waren hinfällig, die Ärzte sagten, wir sollten nur noch
von Tag zu Tag denken.
Alles änderte sich – auch die Schwangerschaft. Pötzlich war auch das
eigentliche Wunschkind in meinem Bauch fehl am Platz und
"überflüssig". Wir dachten sogar über eine Abtreibung nach, um uns
voll auf Marla konzentrieren zu können. Ich entschied mich dagegen. Zum
einen hatte das neue Baby hatte genauso ein Recht auf Leben wie Marla und zum
anderen sollte Marla doch ihr Geschwisterchen erleben…
Es stellte sich raus, dass Marla eine seltene Form der Leukämie hatte, die
auf Chemotherapie nur bedingt bis gar nicht reagiert. Wir waren verzweifelt –
und doch erlebten wir in dieser Zeit auch schöne Momente. Wir waren in einem
sehr kleinen Krankenhaus mit tollen Ärzten und Schwestern, die sehr bemüht um
uns waren. Marla begann auch wieder zu essen und nahm unter der Therapie
sogar zu und wuchs.
Marla war so tapfer. Ihr fielen zwar Haare aus, sie erbrach sich von Zeit
zu Zeit, aber sie lachte auch. Sie genoss das Leben und wir es mit ihr.
Nach einiger Zeit musste Marla für die Transplantation in eine andere
Klinik verlegt werden. Dort verschlechterte sich ihr Zustand rapide. Sie
quälte sich, aß nichts mehr, fieberte durchgängig. Ihre Organe versagten
Stück für Stück und sie verlor auch ihr Lachen.
Marla hat nie gesprochen, nicht ein Wort. Aber kurz bevor sie starb, saß
ich bitterlich weinend an ihrem Bett. Ich schluchzte: "Marla,
versprichst du mir, immer auf uns aufzupassen von deiner Wolke? Auf uns und
deine Schwester?" Ich war mir sicher, dass sie nicht antworten würde –
doch sie sah mich an und sagte. "Ja!"
Am 24.05.2014 wurde Marla morgens von den ersten ins Zimmer fallenden
Sonnenstrahlen abgeholt.
Meine Welt blieb stehen. Und doch musste es weitergehen – in acht Wochen
sollte mein zweites Kind zur Welt kommen. Ich fürchtete eine Frühgeburt,
aufgrund der Anspannung und der Trauer. Doch das Baby blieb in meinem Bauch.
Es war das erste Mal, dass ich meine zweite Tochter bewusst wahrnahm
und mich um sie sorgte. Sie hatte in der ganzen Zeit zuvor keine Rolle
gespielt. Ich hatte keine Zeit gehabt, mich um sie zu kümmern. Und plötzlich
spürte ich da jemanden in meinem Bauch.
Die folgenden Wochen verliefen wie in einem Zustand, den Drogenabhängige
beschreiben. Ich erinnere mich an nichts mehr, fühlte mich so leer. Alles war
so ruhig in der Wohnung und keiner war mehr da. Obwohl Marla nie gesprochen
hatte, war sie so lebhaft gewesen. Nun war es still und kalt.
Meine Gefühle dem Baby gegenüber waren gemischt. Lange Zeit schaffte ich es
nicht einmal, mir einen Namen zu überlegen. Ich haderte mit dem Schicksal.
Warum wurde mein größter Wunsch nicht erfüllt, dass die Mädchen sich noch
kennen lernen konnten?
Ich habe die Natur verflucht. Sie nahm mir mein Kind, mein geliebtes, immer
lachendes, wunderschönes Kind und dachte, mich überlisten zu können, indem
sie mir ein Neues gibt? Ich verfluchte das Kind in mir, wollte meine Marla
zurück und kein "neues".
Als ich dann beim Frauenarzt saß und die Kleine auf dem Ultraschall sah,
änderte sich das. Ich bemerkte, dass ich doch Gefühle für das Baby hatte.
Erstmals hatte ich wieder Hoffnung.
Am 25.7.2014 kam Thia per Kaiserschnitt auf die Welt. Sie wurde mir für
einen kurzen Moment auf die Brust gelegt und sah mich direkt an. Ihre Augen
und ihr Blick holten mich zurück ins Leben. Dieser kleine Wurm schrie bereits
in den ersten 24 Stunden ihres Lebens mehr als Marla es je getan hatte. Thia
war kerngesund, 3480 Gramm schwer, 51 cm groß und unfassbar zappelig. Sie
hatte überhaupt keine Ähnlichkeit zu Marla, weder äußerlich noch vom
Charakter. Heute weiß ich, dass das genau richtig für mich war.
Anfangs hatten ich viele Ängste. Darf ich Thia lieben? Genau so sehr lieben
wie Marla? Oder setze ich Marla dann zurück, lasse sie nicht mehr an meinem
Leben teilhaben?
Viele Wochen habe ich mit mir gehadert. Nach und nach erst habe ich
verstanden, dass Thia Marla nicht ersetzt und nicht ersetzen kann. Sie ist
meine zweite Tochter, die kleine Schwester, der Wildfang – mein Kind. Heute
ist Thia 2,5 Jahre alt und nach wie vor hat sie keine Ähnlichkeit zu Marla,
aber eine enge Beziehung zu ihr. Jeden Tag reden wir über Marla, manchmal
nimmt Thia einen Keks und bringt ihn zu einem Bild von Marla im Wohnzimmer
und "schenkt" ihn ihr.
Vom Vater meiner Töchter trennte ich mich vor 1,5 Jahren. Auch dieser
Schritt war wichtig für mich, meine Kinder und meiner Trauerarbeit.
Thia ist der Grund, weshalb ich mir nach Marlas Tod nicht das Leben
genommen habe. Marla wusste vielleicht, dass nur eine Schwangerschaft mich
davon abhalten würde und schickte deshalb Thia. Denn dieses kleine Mädchen
setzte mein Herz Stück für Stück wieder zusammen. Thia ist das mutigste
und frechste Mädchen, welches ich kenne. Sie hat in ihrem kurzen Leben schon
viel erleben müssen. Nichts davon habe ich ihr gewünscht, aber es zeichnet
sie aus.
Ihre überstürmische, freche, stets zappelige, laute und mäkelige Art ist
vielleicht auch der Tribut für die Schwangerschaft und erste gemeinsame Zeit.
Thia und ich – wir mussten beide kämpfen, aber wir haben es geschafft!
Heute stehen wir mitten im Leben, erobern jeden Tag ein Stückchen Erde mehr
und genießen jede Minute zusammen. Sie ist mein Kind, meine Tochter, mein
Mädchen und ich liebe sie. Genauso wie ich Marla liebe.
——- Das Foto oben ist etwas ganz besonderes: Es ist das Einzige, was Ines
mit beiden Mädchen zeigt – Marla an der Hand und Thia im Bauch… Mehr über
Marla könnt Ihr auf DIESER Facebook-Seite lesen
—-ZUM WEITERLESEN
"Kommt Papa gleich wieder?" Eine Kinderbuch-Empfehlung zum Thema
Trauer
Gastbeitrag von Aylin: Wie ich von Johanna Aschied nahm
Gastbeitrag: Vier Stunden nach seiner Geburt schlief mein Sohn für immer
ein
|
"Acht Wochen nach dem Tod meines ersten Kindes bekam ich wieder ein
Baby" Gastbeitrag von Ines | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/adoption-wir-haben-ein-kind-mit-down-syndrom-adoptiert |
Liebe Laura, ihr habt vor einigen Monaten einen Säugling adoptiert, erzähl
doch mal, wie es euch aktuell als Familie geht.
Die erste Zeit war wahnsinnig aufregend und stressig. Inzwischen ist unser
Kind drei Monate alt und wir fangen an, uns als Familie einzuspielen. Mein
Mann, der anfangs wegen Corona im Homeoffice war, geht wieder arbeiten. Es
war eine Umstellung für mich, den ganzen Tag alleine zu Hause zu sein. Und
ich habe immer noch oft das Gefühl, „nichts geschafft“ zu haben, wenn ich den
ganzen Tag damit beschäftigt war, mich um das Kind zu kümmern. Am Anfang war
alles nur stressig, mein Mann und ich hatten beide das Gefühl, ständig am
Arbeiten zu sein und gar keine Pause mehr zu haben. Inzwischen gibt es auch
Momente, in denen wir so etwas wie Familienidylle empfinden und genießen. Nun
haben auch Herz und Verstand begriffen, dass wir Eltern sind. Und wir sind
beide echt glücklich darüber.
Wie kam es zur Adoption, hattet ihr das schon länger vor?
Mein Mann und ich haben uns erst spät kennengelernt (er war 36, ich war 34
Jahre alt). Wir waren uns einig, dass wir Kinder haben möchten. Nach unserer
Hochzeit 2017 haben wir aktiv mit der Familienplanung angefangen. Leider
stellte sich heraus, dass ich keine Kinder bekommen kann. So beschlossen wir,
uns als Adoptiveltern zu bewerben. Im Dezember 2018 hatten wir das erste
Gespräch mit unserem örtlichen Jugendamt. Im Februar 2020 haben wir dann
endlich die Zulassung bekommen und angefangen, uns zu bewerben. Wir haben
vielleicht 50 oder 60 Bewerbungen verschickt. Nach nur drei Wochen kam dann
der Anruf, dass es ein Kind für uns gibt. Das ist wirklich wahnsinnig
schnell, wir waren sehr überrascht davon.
Beschreib doch gern mal den ersten Moment, in dem du euer Baby zum ersten
Mal gesehen hast…
Als wir den Anruf bekamen, lag das Kind noch im Krankenhaus, es war zwei
Wochen alt. Bevor wir es zum ersten Mal sehen durften, hatten wir erst ein
Gespräch bei unserem örtlichen Jugendamt, dann beim Jugendamt des Ortes, wo
das Kind geboren wurde. Wir waren also im Krankenhaus in einem Zimmer, das
als Schlaflabor genutzt wurde und deshalb tagsüber leer war. Zuerst kamen die
Ärztinnen und informierten uns über die wichtigsten medizinischen Details,
dann endlich wurde das Baby ins Zimmer geschoben.
Es hatte den gleichen Strampler an wie auf dem Foto, das wir gesehen
hatten. Es war gerade wach, denn es hatte Hunger. Mein Kopf und mein Herz
konnten in dem Moment noch gar nicht begreifen, dass dies nun mein Kind,
unser Kind sein würde. Ich sah es an und sprach mit ihm, aber es fühlte sich
nicht so an, als würde ich zu meinem Kind sprechen. Ich habe keine Liebe auf
den ersten Blick gespürt.
Zum Glück hat mich das nicht irritiert, weil ich schon von anderen
Adoptiveltern gehört hatte, dass es nicht immer Liebe auf den ersten Blick
ist. Geliebt habe ich dieses Kind also nicht sofort, aber ich war mir absolut
sicher, dass ich dieses Kind annehmen kann. Schon nach den ersten paar
Minuten sagte die Ärztin zu uns: „Sie nehmen es mit.“ Es war eigentlich keine
Frage. Sie hat gespürt, dass wir die Entscheidung schon getroffen hatten.
Trotzdem haben mein Mann und ich beide spontan „Ja“ gesagt. Nachdem
wird mit dem Kind allein waren, haben mein Mann und ich es im Body strampeln
lassen, ihm alles andere ausgezogen, weil es im Zimmer so warm war. Und wir
haben es genau betrachtet. Ich habe erst später gelesen, dass die meisten
Eltern ihr Kind nach der Geburt erst einmal nackt lassen und ausgiebig
ansehen. Irgendwie haben wir automatisch fast dasselbe getan wie leibliche
Eltern.
Nun kam euer Baby mit dem Down-Syndrom zur Welt, wusstet ihr das vorab oder
war das eine Überraschung?
Als ich den Anruf vom vermittelnden Jugendamt bekam, sagte mir die
Mitarbeiterin gleich am Anfang, dass das Kind das Down-Syndrom hat und
deshalb von den Eltern zur Adoption freigegeben wird. Es war also direkt
klar, dass dieses Kind ein kleines Extra hat. Während des Zulassungsverfahrens
mussten wir seitenweise Fragebögen ausfüllen, und in diesen wurde auch
detailliert abgefragt, ob wir uns vorstellen könnten, ein Kind mit
Behinderung aufzunehmen und welche Behinderungen für uns vorstellbar wären –
und welche nicht.
Da wir zu den eher wenigen Adoptionsbewerbern gehörten, die für viele
Behinderungen offen waren, haben wir immer geahnt, dass wir wahrscheinlich
ein Kind mit einer Behinderung vermittelt bekommen würden. Insofern hatten wir
damit gerechnet. Daher mussten wir auch nicht mehr darüber diskutieren, ob
dieses Kind für uns in Frage kam oder nicht. Tatsächlich war es sowohl bei
mir als auch bei meinem Mann so, dass unser Herz sofort laut und deutlich
„Ja“ gesagt hat, als wir die Anfrage bekamen, ob wir dieses Baby aufnehmen
würden.
Ihr bekommt nun von vielen Seiten zu hören, wie „bewundernswert“ und
„mutig“ es sei, ein Kind mit Behinderung zu adoptieren, was macht das mit
dir?
Natürlich verstehe ich, dass diese Aussagen positiv gemeint sind. Ich weiß
den Respekt und die Anerkennung, die damit ausgedrückt werden, durchaus zu
schätzen. Aber ein bisschen machen sie mich auch traurig. Weil darin der
Subtext mitschwingt, dass ein Kind mit Behinderung weniger wert ist. Dass es
irgendwie eine Heldentat wäre, wenn mensch sich eines solchen Kindes, das
„keine/r haben will“ annimmt.
Es mag sein, dass es eine größere Herausforderung ist, ein Kind mit einer
Behinderung groß zu ziehen. Dennoch – es sind eher die Vorurteile und
Vorstellungen der Mitmenschen, die ihnen unser Handeln als „Heldentat“
erscheinen lässt.
Du sagst: Es ist immer mutig ein Kind zu bekommen, auch bei leiblichen
Kindern wissen wir vorab nicht, ob sie mit oder ohne Behinderung zur Welt
kommen…
Ja, das stimmt. Ich selbst bin das beste Beispiel dafür. Auch ich bin mit
einer Behinderung zur Welt gekommen, und meine Eltern wussten vorher nichts
davon. Dennoch haben sie mich großgezogen und ich finde, sie haben ihre Sache
gut gemacht.
Symbolbild: Papa mit Baby. Foto: pixabay
Das größte Problem ist, dass wir Menschen ein Bild im Kopf haben, wie
unsere Kinder, wie Menschen generell, sein sollen. Wir denken, wenn ein Kind
nicht so ist, wie wir es uns vorgestellt haben, wenn es nicht der Norm
entspricht, dann könnten wir niemals glücklich sein. Und das Kind selbst
schon gar nicht! Weil die meisten Menschen überzeugt sind, dass nur ein
Mensch, der der Norm entspricht, in diesem Leben glücklich sein kann. Aber
das stimmt nicht.
Und ich glaube, die meisten Familien, in denen ein Kind oder ein Mensch mit
Behinderung lebt, wissen das. Die wenigsten Menschen mit Behinderung
empfinden ihre Behinderung als Problem; es sind die anderen Menschen, die die
Behinderung zu einem Problem machen. Die Barrieren errichten, statt sie zu
beseitigen.
Ein guter Punkt, den du anführst ist auch, dass die meisten Behinderungen
nicht angeboren sind, dass es selbst bei ohne Behinderung geborenen keine
Garantie gibt, dass es auch so bleibt…
Richtig. Im Grunde kann jeder Mensch irgendwann durch einen Unfall oder
eine Krankheit von einer Behinderung betroffen sein. Und die meisten Menschen
stellen dann fest, dass sie sich damit arrangieren können. Wie ich oben schon
sagte: das Problem ist meistens gar nicht die Behinderung, sondern die
Umwelt. Und Eltern, deren Kind durch eine Erkrankung oder einen Unfall eine
Behinderung erwirbt, kümmern sich ja trotzdem und sehr liebevoll darum.
Leider ist es so, dass in unserer Gesellschaft sehr stark sortiert wird.
Und dass es immer noch Strukturen gibt, die Menschen mit Behinderung in eine
Art Parallelgesellschaft zwingen: eigene Kindergärten, eigene Schulen, eigene
Arbeitsplätze. Dadurch gibt es wenig Begegnungen zwischen Menschen mit und
ohne Behinderung und das sorgt für Vorurteile und Berührungsängste. Meine
Erfahrung ist: je näher ich an einem Menschen bin, desto leichter fällt es
mir, den Menschen zu sehen. Dann macht mir auch eine Behinderung keine Angst
mehr.
Das hast du aber schön gesagt! Erzähl doch mal, wie sich euer Alltag
verändert hat, seit euer Baby da ist…
Das erste, was sich verändert hat, sind unsere Essgewohnheiten. Mein Mann
und ich haben immer abwechselnd gekocht, mit frischen Zutaten und so, richtig
traditionell. Jetzt, wo das Kind da ist, haben wir oft weder Zeit noch
Energie, um richtig zu kochen, und machen dann doch irgendwas aus der
Tiefkühltruhe, was nur in den Ofen geschoben werden muss. Gemeinsames Essen
ist auch schwierig geworden, weil häufig das Baby genau dann gefüttert werden
will, wenn wir eigentlich essen wollten.
Auch unsere Arbeitsteilung im Haushalt hat sich verändert. Bisher haben wir
abwechselnd die Arbeiten im Haushalt erledigt, also Wäsche waschen, putzen
etc. Häufig haben wir parallel gearbeitet; er hat z.B. das Bad geputzt und
ich hab in der Zeit Wäsche aufgehängt oder Staub gesaugt. Einkaufen sind wir
immer gemeinsam gegangen. Nun passt immer einer von uns auf das Baby auf,
während der andere Haushalt macht. Das gilt auch fürs Einkaufen; einer bleibt
mit Baby zu Hause, der andere geht einkaufen.
Zu guter Letzt: Bevor ich Mama wurde, hab ich beim Einschlafen fast immer
mit Kopfhörern ein Hörspiel gehört. Das mache ich jetzt nicht mehr, weil ich
Angst habe, das Kind dann nicht zu hören, wenn es aufwacht.
Was würdest du anderen Adoptiveltern für die erste Zeit mit Baby
raten?
Lasst euch nicht stressen. Klopft euch gegenseitig auf die Schulter und
sagt euch, dass ihr gerade etwas Großartiges leistet. Denn leider ist es
nicht so, dass Außenstehende immer erkennen, was es tatsächlich bedeutet, von
heute auf morgen, ohne neun Monate Vorbereitungszeit, Eltern zu werden. Was
alles innerhalb kürzester Zeit zu tun und zu organisieren ist.
Was uns geholfen hat: Ein Netzwerk von Leuten, die uns mit Rat und Tat zur
Seite standen und uns mit Babyausstattung unterstützen konnten. Wenn mein
Mann und ich so ein Netzwerk nicht gehabt hätten, wären wir wirklich
aufgeschmissen gewesen, zumal zu dem Zeitpunkt, als wir unser Kind bekamen,
die Läden alle geschlossen waren. Außerdem tragen wir unser Kind so oft es
geht im Tragetuch oder Tragesystem am Körper. Das ist für uns die beste
Bindungsarbeit, die es gibt. Ein Kind lernt dadurch sehr schnell euren Geruch
und eure Stimme kennen und reagiert auf euch.
Aber ganz gleich, wie ihr es handhabt: Es ist eine echte Mammutaufgabe und
ihr dürft euch dafür feiern, dass ihr sie bewältigt.
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Adoption: "Wir haben ein Kind mit Down-Syndrom adoptiert" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/afterwork-familie-wie-wir-die-wenige-zeit-mit-unseren-kindern-schoen-gestalten |
Ihr Lieben, seit Jahren
schreibt unsere Bloggerinnen- und Journalistinnenkollegin Nathalie Klüver
erfolgreiche Bücher, nun widmet sie sich mit Afterwork-Familie – wie du mit
wenig Zeit, dich und deine Familie glücklich machst (Affiliate Link) DEM
Thema unserer Müttergeneration: wie wir es zwischen Job, Haushalt, Ehe,
Freizeit und allen weiteren Verpflichtungen auch noch schaffen, das
Wichtigste nicht aus den Augen zu verlieren: schöne Zeit mit unseren Kindern
zu verbringen!
Liebe Nathalie, dein neustes Buch "Afterwork Familie" widmet sich
so genannten 3-Stunden-Eltern. Was genau ist damit gemeint?
Bei vielen Müttern beschränkt sich die Zeit mit ihren Kindern innerhalb der
Woche auf die Zeit zwischen Kindergartenabholen/Schulschluss und dem
Insbettbringen. Das sind, je nach Abholzeit und Insbettgehzeit, im Schnitt
tatsächlich meist drei bis vier Stunden. Das kann je nach Tagesverfassung
ganz schön viel oder ganz schön wenig sein.
Meistens eher wenig, denn in dieser Zeit muss ja auch noch der Haushalt,
der Einkauf, das Essenvorbereiten, die Hausaufgaben, diverse Arzttermine,
Fußballtraining, Freunde treffen und und und erledigt werden.
Da uns die Evolution leider noch keine dritte und vierte Hand hat wachsen
lassen (Frechheit, oder?!) und wir uns auch nicht zweiteilen können, gibt es
dieses Buch. Denn es gibt Tipps, wie wir diese knappe Zeit so gestalten, dass
alle auf ihre Kosten kommen und es so wenig Streit und Stress wie möglich
gibt.
Es geht also um die berühmte „Quality Time“ nach Dienstschluss, weil ja nun
doch heute in den meisten Familien beide Eltern arbeiten gehen. Wie genau
können wir diese kurze Zeit zu einer guten werden lassen?
Das Geheimnis liegt in Routinen und Ritualen. Damit ist kein esoterischer
Dingsbums gemeint und auch kein starres Zeitkorsett. Es geht vielmehr darum,
Rituale als eine Art Hängematte zu sehen, in die wir uns fallen lassen können
,wenn der Alltag mal wieder chaotisch und fordernd ist. Wenn wir Routinen und
Rituale haben, nehmen wir unserem Gehirn das Denken und Organisieren ab. Und
entlasten es.
Rituale fangen uns auf und geben auch unseren Kindern Sicherheit. Und sie
sind es, die eine Art Familien Corporate Identity ausmachen, das, was uns als
Familie ausmacht. Und das ist bei jeder Familie individuell. Das Buch soll
dabei helfen, die Rituale und Routinen zu finden, die für genau die
entsprechende Familie mit ihrer Situation richtig sind.
Und ganz wichtig, um die kurze Zeit zu einer guten werden zu lassen: Den
Nachmittag entrümpeln. Alles Überflüssige rausschmeißen. Jeden
Nachmittagskurs und Termin auf den Prüfstand stellen. Ich bin ein großer Fan
vom freien Spielen und gemeinsamen Zeit vertrödeln. Das entspannt.
Alle.
Und es gibt sehr viele Studien, die besagen, dass Kinder beim freien
Spielen das lernen, was sie für ihr weiteres Leben brauchen, für die Schule,
für die Zukunft. Auf dem Spielplatz toben und klettern bringt genauso viel
wie Kinderturnen.
Mit den Eltern zusammen singen und im Takt klatschen genauso viel wie
musikalische Früherziehung. Wenn es den Kindern Spaß bringt, ist das alles
ok. Aber zwingen müssen wir sie nicht. Und uns auch nicht.
Deine Strategie klingt so wahnsinnig positiv: Lieber lachen statt meckern
mit den Kindern. Wie meinst du das genau und für welche Situationen gilt
das?
Ich wünschte, es wäre so einfach! Und ich wünschte, ich könnte das auch
immer. Viel zu oft ertappe ich mich beim Meckern und Schimpfen und frage
mich, was denn nun eigentlich der Anlass war. Und viel zu oft war der Anlass
einfach nur nichtig. Sich selbst nicht so ernst zu nehmen, kann da helfen.
Einfach mal den Blödsinn der Kinder mitmachen, entspannt sofort und man
entgeht der Meckerfalle.
Ihr kennt es doch bestimmt: Mama meckert, weil sie genervt ist. Die Kinder
meckern zurück, weil Mama meckert. Mama meckert noch mehr, weil die Kinder
meckern. So geht es munter weiter, bis die Situation total eskaliert. Um aus
dieser Spirale herauszukommen, hilft ganz oft Humor. Mitlachen. Selbst
Quatsch machen. Sich selbst so richtig zum Deppen machen.
Ich bin letztens als ich total genervt von meinen Kindern war, wie ein Huhn
im Kreis gelaufen, habe mit den Armen gewackelt und "gackgackgack"
gemacht. Sie fanden es zum Schreien, hörten auf zu nerven und ich fand mich
selbst so albern, dass ich irgendwann vor Lachen nicht mehr konnte.
Was auch hilft: Die Situation von außen betrachten. Dann fällt einem das
Groteske auf. Denn das Leben mit Kindern ist voll von grotesken Situationen!
Das hat ja oft echt was von Slapstick.
Du nimmst dich auch dem Thema Digitale Medien an. Wie viel sollten wir
erlauben, welches Maß ist in welchem Alter richtig?
Unsere Smartphonesucht macht die Familienzeit kaputt! Ist so, ich nehme
mich selbst davon nicht aus. Mit dem Handy in der Hand sind wir nicht mehr
Herr unser Selbst, wir sind nur halb da, wenn überhaupt und das merken unsere
Kinder und drehen so richtig auf.
Ganz abgesehen davon: Wie sollen wir ihnen beibringen ,dass man die Medien
nur bewusst konsumiert, wenn wir es ihnen nicht vorleben? Deshalb bin ich
sehr für Familienregeln für den Umgang mit digitalen Medien. Wie zum Beispiel:
Am Essenstisch gibt es keine elektronischen Endgeräte.
Vom generellen Verbieten halte ich hingegen nix: Denn das wird es erst
recht attraktiv und heimlich gemacht. Jede Familie muss da ihr eigenes Maß
finden, das natürlich auch vom Alter der Kinder abhängt. Verteufeln würde ich
die neuen Medien aber nie, denn sie bereichern unser Leben tatsächlich!
„Unser Alltag ist ihre Kindheit“ – was sagst du zu diesem Satz?
Ganz ehrlich: Ich mag den Satz nicht. Er setzt uns nur unnötig unter Druck.
Nach dem Motto "Mist, heute nur das Haus geputzt, gegessen, ins Bett
gebracht und gemeckert und keinen schönen erinnerungswürdigen Alltag
gestaltet." Kindheit ist viel mehr als unser Alltag!
Dein Ziel ist es vor allem, Eltern zu entlasten. Ihnen das schlechte
Gewissen zu nehmen, wenn Kinder ganztagsbetreut werden. Sehen wir das
richtig?
Niemand muss ein schlechtes Gewissen haben! Kinder brauchen sogar ein
anderes Umfeld, andere Erfahrungen. Und lieber drei Stunden am Tag
miteinander verbracht als neun Stunden nebeneinander.
Wir als berufstätige Eltern geraten ja immer mal wieder in Situationen der
akuten Überforderung. Hast du da ein paar ganz konkrete Tipps für uns, wie
wir reagieren können, wenn das Telefon klingelt, die Pfanne brutzelt und das
Kind einen Wutanfall bekommt, obwohl wir uns doch so sehr eine SCHÖNE Quality
Time für den Abend vorgenommen hatten?
Tief durchatmen. Wenn keine akute Gefahr besteht, dass sich die Kinder
verletzen, aufs Klo zurückziehen und die Ruhe genießen. Den oben genannten
"sich selbst zum Deppen mach"-Trick anwenden. Ortswechsel helfen
auch: Wenn die Kinder komplett durchdrehen, einfach noch mal raus an die
frische Luft. Dann gibt es halt später Abendessen.
Wenn wir einfach nicht dazu kommen, das zu kochen, was wir eigentlich
vorhatten, auf ein schnelles Gericht ausweichen. Ich habe immer Zutaten für
so ein Notessen im Haus. Dann gibt es halt Tomatensuppe aus zwei Dosen
Tomaten und ne Scheibe Brot dazu. Oder einfach nur Rührei. Oder was aus dem
Tiefkühlschrank. Oder einfach nur Brot.
Und wenn die Einschlafbegleitung mal wieder ewig dauert, dann hilft es mir,
das Ganze als Shavasana zu sehen, die Schlussentspannung beim Yoga. Meistens
schlafe ich dabei ein, aber ein paar Stunden mehr Schlaf ist ja auch nicht
das Schlechteste.
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Afterwork Familie: Wie wir die wenige Zeit mit unseren Kindern schön
gestalten | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alex-abgeholt-ein-kinderbuch-ueber-das-abholen-von-der-kita |
„Du bist abgeholt, von der Polizei geholt“ – ich weiß nicht, wie oft ich
diesen Satz in meinem Leben als Kitamutter gehört habe. Diesen Nachsatz „von
der Polizei geholt“ habe ich nie verstanden, schließlich stand ja ich in der
Kitatür und nicht ein Uniformierter – aber ich habe das Gefühl, dieser
Halbsatz gehört einfach zum Kitaleben wie Aramsamsam und Sand in den
Schuhen.
Ich stand schon in jeder Gemütslage an dieser Kitatür – oft komplett
durchgeschwitzt, weil ich mich so beeilt hatte, um pünktlich zu sein. Das,
was man dann nicht hören will ist: „Oh mann, Mama, warum bist du schon da?“
Ja, danke auch. Warum würdigt das Kind bitte schön meinen Spurt bis zu Kita
nicht? Warum kann es nicht anerkennen, dass ich abends wieder arbeiten muss,
weil ich mein Pensum nicht geschafft habe, um pünktlich abholen zu
können?
Genau: Weil es ein Kind ist und anders tickt als wir Erwachsenen.
Warum Kinder beim Abholen von der Kita manchmal so anders reagieren als wir
uns das denken, thematisiert das wunderschön Kinderbuch „Alex, abgeholt!“ von
Danielle Graf und Katja Seide. Ja, genau, hier klingelt es. Graf und Seide
kennt Ihr natürlich alle von den Mega Bestsellern „Das gewünschteste
Wunschkind“. Alles, was diese beiden Frauen machen, finden wir toll. Und
somit auch ihr neustes Werk. Es gibt zwei Besonderheiten:
Es wurde sehr viel Wert darauf gelegt, das Buch divers zu illustrieren. Die
Kinder sind also nicht alle blond und blauäugig, die Kitagruppe ist bunt –
sowohl was die Hautfarbe angeht als auch die Namen der Kinder. Auf der
letzten Seite wird eine Spielplatzszene gezeichnet – dort sieht man Mamas mit
Kopftüchern, Papas mit Nachwuchs und Kinder im Rollstuhl. Mich berührt das
sehr, weil ich finde, dass unsere Gesellschaft eben genauso aussieht, man das
aber immer noch viel zu wenig in Büchern sieht. Ganz toll gemacht vom
Illustrator Günther Jakobs.
2. Die Geschichte ist sehr ehrlich. Obwohl Alex sich freut, dass die Mama
an der Kitatür steht, ist die Stimmung irgendwie nicht so gut. Die Socken
rutschen, Alex ist hungrig und auch wieder nicht, Alex will kuscheln, aber
auch nicht. Nichts hilft. Kein Buch, kein sanftes Zureden, kein Spielangebot.
Die Mutter bleibt dabei zugewandt, macht keine Vorwürfe und hält all die
Emotionen von Alex aus – bis Alex wieder glücklich ist. Auf den letzten
beiden Seiten erklären Graf und Seide den Eltern, warum Kinder manchmal in
der Kita-Gaderobe austicken und wie man cool bleiben kann, auch wenn andere
Eltern kritisch gucken. „Sollte Ihr Kind nach einem Kitatag weinen, wütend
oder jammern, nehmen Sie es nicht als Angriff oder Kritik, sondern als
Stressabbau, der in diesem Moment wichtig ist.“
Ein tolles Buch für alle Kitakinder und Kitaeltern mit viel Gefühl, Liebe
und dem Blick fürs Besondere. Absolute Empfehlung von uns!
Danielle Graf / Katja SeideAlex, abgeholt!Vierfarbiges PappbilderbuchMit
Illustrationen von Günther Jakobs22 Seiten, ab 2 Jahre, € 10,95ISBN:
978-3-407-75837-8
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"Alex, abgeholt!" Ein Kinderbuch über das Abholen von der Kita
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| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/allein-verreisen-mit-kind-wie-das-gelingen-und-toll-werden-kann |
Ihr Lieben, würdet ihr euch
das zutrauen – allein mit dem Kind zu verreisen? Es wäre schon eine
Überwindung, oder? Vielleicht kann euch Angela, die Autorin von Allein mit
Kind unterwegs (Affiliate Link) ja Mut machen…
Liebe Angela, ein Fünftel aller
Kinder in Deutschland lebt mit nur einem Elternteil und selbst die, die zu
zweit erziehen, teilen sich oft wegen der begrenzten Urlaubstage die langen
Ferienzeiten untereinander auf. Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, um
glücklich allein mit Kind unterwegs sein zu können?
Jede Medaille hat zwei Seiten. Schaut euch einfach die Schöne an. Auch wenn
es für viele eine Notlösung ist, allein mit Kind zu verreisen, hat diese
Konstellation ihren eigenen Charme.
Das Wichtigste ist, dass ihr euch eure Bedürfnisse und Erwartungen an die
Reise klar macht, und dabei keine faulen Kompromisse eingeht. Sonst seid ihr
nachher garantiert unzufrieden. Wenn ihr All inclusive Hotels hasst, dann
spart euch das. Entlastung bei der Kinderbetreuung könnt ihr auch auf andere
Weise bekommen. Achtet andererseits aber auch darauf, dass ihr euch nicht
überfordert, wenn ihr noch nie allein mit Kind unterwegs wart. Ein
Backpackertrip in Thailand mit Baby ist nur dann eine gute Idee, wenn ihr
diese Art zu reisen und fremde Länder auch schon ohne Kind kennengelernt
habt.
Welche Dinge darf ich bei der Planung meiner Reise nicht vergessen?
Neben einigen Aspekten, die man bei allen Reisen beachten sollte, wie etwa
Klima oder Saisonzeiten am Urlaubsziel, achte ich bei der Reiseplanung sehr
darauf, dass sowohl mein Sohn als auch ich Zeit und Raum haben, unsere
Bedürfnisse und Interessen auszuleben. Das steigert die Chancen auf einen
harmonischen Urlaub enorm :-). Ich plane gezielt Aktivitäten, die uns beiden
Spaß machen. Weil wir im Alltag schon viel Zeit zu zweit verbringen, gucke
ich außerdem darauf, dass wir auf Reisen auch einmal beide Zeit für uns
haben. Das gelingt meist dann ganz gut, wenn andere Kinder da sind, mit dem
Lieblingsspielzeug oder mit einem neuen, faszinierenden Hörspiel oder Buch.
Bei Reisen allein mit kleineren Kindern trägt ein Babyfon enorm zur
Entspannung bei. Und generell gilt: Weniger ist mehr – sowohl beim Gepäck als
auch beim (festgelegten) Programm. Daneben können für Reisen allein mit
Kindern diverse spezielle Dokumente nötig sein. Aber das zählt eher zur
Reisevorbereitung und würde hier zu weit führen.
Nun werden ja auch einige das erste Mal allein mit Kind fürchten. Was, wenn
das Kind krank wird, irgendetwas Unvorhergesehenes geschieht? Welche
Vorsichtsmaßnahmen können wir hier zu unserer Beruhigung ergreifen?
Die Sorge ist verständlich, denn Krankheiten und Unfälle unterwegs sind
echte Herausforderungen.
Wenn ihr schon vor der Reise Informationen über die medizinische Versorgung
an eurem Urlaubsziel findet, müsst ihr unterwegs nicht suchen. Und eine gute
Reiseapotheke spart manchen Arztbesuch. Schlimmer als wenn das Kind krank
wird, ist es aber meistens, wenn ihr selbst krank werdet, und euch nicht mehr
um euer Kind kümmern könnt. Deshalb braucht ihr ein Sicherheitsnetz.
Meines hat zwei wesentliche Teile: Der eine ist eine Reisekrankenversicherung
mit Rooming In und Kinderbetreuung. Der andere sind meine Freunde zuhause.
Meistens haben zwei von ihnen meine kompletten Dokumente in Kopie und sind
bereit, uns im schlimmsten Fall hinterherzureisen (auf Kosten der
Versicherung). Ihre Kontaktdaten trage ich auf einer Notfallkarte bei mir. So
fühle ich mich selbst für den schlimmsten Fall gut vorbereitet. Aber so viel
passiert auch gar nicht. Ich habe in fast zehn Jahren Reisen mit Kind bisher
nur einmal die Reisekrankenversicherung gebraucht.
Du hast ja nun selbst Erfahrung mit dem Alleinreisen mit Kind. Was gibt
einem das, das einem das Zusammenreisen mit anderen nicht gibt?
Ich genieße vor allem die große Unabhängigkeit. Das Reiseprogramm muss ich
nur mit meinem Sohn abstimmen. Abgesehen davon kann ich frei entscheiden. Das
erlaubt es mir auch, viel spontaner und bedürfnisorientierter unterwegs zu
sein, als wenn wir viele Interessen unter einen Hut bringen müssen.
Gleichzeitig bieten Reisen allein mit Kind viel ungestörte Zeit zu zweit mit
dem Kind. Ihr könnt euch so richtig aufeinander eingrooven, was im hektischen
Alltag oder in großen Familien oft zu kurz kommt.
Wie lief denn deine allererste Reise mit Kind allein?
Überraschend gut! Ich. Als mein Sohn fünf Monate alt war, bin ich mit ihm
zu einem Roadtrip nach Italien gestartet. Die ersten Tage habe ich allein mit
ihm in Sachsen-Anhalt verbracht, dann folgte eine Woche gemeinsam mit meiner
Mutter in Südtirol, eine weitere Woche mit (kinderlosen) Freunden in der
Toskana und schließlich nochmal eine Woche allein mit meinem Baby in den
Bergen. Dabei habe ich entdeckt, dass man sogar allein mit Baby wandern kann.
Das hat mich sehr glücklich gemacht. Die Autofahrten habe ich in kurze
Etappen von 3-4 Stunden unterteilt. So war es weder für mich noch für meinen
kleinen Sohn anstrengend.
Jetzt mal ganz praktisch gefragt: Wie ist denn das abends, wenn das Kind
oder die Kinder bereits schlafen? Sitzt du dann allein in deinem
Zimmer?
Ich sitze dann tatsächlich oft alleine da. Aber ich gehöre auch zu den
Menschen, die es genießen können, den Tag allein mit einem Bier und dem
Reisetagebuch ausklingen zu lassen. Auf dem Zimmer sitze ich aber nicht.
Dafür habe ich das Babyfon dabei, mit dem ich wenigstens raus gehen kann.
Wenn mir nach Gesellschaft zumute war, habe ich bisher immer nette
Reisebekannte gefunden. Ich finde, beim Reisen allein mit Kind kommt man sehr
leicht in Kontakt mit anderen – meist schon allein durchs Kind. Wenn euch das
besonders wichtig ist, dann könnt ihr auch gezielt Unterkünfte suchen, wo
andere Familien sind, oder ihr schließt euch einer Gruppenreise an oder sucht
euch Reisepartner.
Welche drei Tipps würdest du uns, die wir überlegen, uns mal allein mit dem
Kind auf Reisen zu machen, als Mutmacher mit an die Hand geben?
1. Nehmt euch nicht mehr vor, als ihr euch und eurem Baby oder Kind
zutraut, sichert euch für Notfälle ab, und achtet auf eure Bedürfnisse. Wenn
ihr euch eurer Sache sicher seid, kann fast nichts mehr schiefgehen.
2. Selbst wenn ihr nicht getrennt
erzieht, seid ihr bestimmt auch im Alltag immer wieder allein mit euren Kids.
Schaut einfach, wann das gut läuft und wann weniger. Diese Erfahrungen helfen
euch, eure Reise so zu planen, dass ihr eine richtig gute Zeit zusammen
habt.
3. Hilfreich sind auch die
Erfahrungen anderer Alleinreisender mit Kindern. Die findet ihr zum Beispiel
in meiner Facebookgruppe Allein Reisen mit Baby und Kind, in meinem Blog
unterwegsmitkind.com oder in meinem Buch Allein mit Kind unterwegs.
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Allein verreisen mit Kind – wie das gelingen und toll werden kann | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehend-mit-mann-wenn-papa-selbststaendig-ist-und-viel-viel-arbeitet |
Liebe Marlena, erzähl erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört und was
Ihr beruflich macht.
Also zu unsere Familie gehören mein Mann Anil (33), unsere beiden Töchter
(5 und 1) und ich (31).
Mein Mann stammt aus Indien und ist
gelernter Koch, seit 2 Jahren hat er nun bei uns in der Stadt ein eigenes
Restaurant, das bedeutet er arbeitet teilweise 7 Tage pro Woche von morgens 9
bis nachts um 1. Pro Woche hat er meist einen Tag frei. Ich bin zurzeit noch
in Elternzeit mit unserer zweiten Tochter, werde aber ab November wieder 25
Stunden als Logopädin arbeiten und beginne dann auch ein Fernstudium als
Familienhelferin.
Dein Mann ist selbstständig. Hat das für dich mehr Vor-oder mehr
Nachteile?
Die Selbständigkeit meines Mannes hat mehr Nachteile für uns als Familie.
Wir sehen ihn sehr wenig, er nimmt an unserem Familienleben so gut wie gar
nicht teil. Die Vorteile sind, dass wir finanziell deutlich unabhängiger sind
– so war es für mich jetzt auch möglich, ein halbes Jahr länger Elternzeit zu
nehmen. Und natürlich ist es auch angenehm, dass wir mal bei ihm im
Restaurant essen gehen können, wenn ich es mal nicht schaffe, selbst zu
kochen.
Du sagst, dass Dein Mann wenig am Familienleben teilhaben kann. Wo genau
fehlt er Dir?
Mein Mann fehlt mir an allen Ecken und Enden. Ich vermisse ihn sehr bei
allen alltäglichen Dingen, einkaufen, sauber machen, kochen, waschen….alles
bleibt an mir hängen und das wächst mir manchmal ziemlich über den Kopf. Er
fehlt mir bei den Freizeitbeschäftigungen der Kinder und den anderen
Terminen, die man mit Kindern so hat. Ich muss immer alles alleine
organisieren, ich kann ihn nie fest mit einplanen, weil er nie zuverlässig
sagen kann, wann er zu Hause ist.
Am allermeisten vermisse ich ihn aber an den Wochenenden. Es gibt keine
Familienausflüge zu viert, ich bin immer alleine mit den Mädels unterwegs.
Außerdem besuche ich jede Hochzeit, jedes Familienfest, jedes Grillen bei
Freunden alleine. Ich wünschte so sehr, er könnte da dabei sein. Das macht
mich oft traurig.
Leidet Dein Mann unter der wenigen Familienzeit?
Mein Mann leidet leider sehr unter der wenigen Familienzeit. Er weiß, dass
er so viel verpasst und dass die Kinder nur einmal klein sind. An seinem
freien Tag nutzt er deshalb die Zeit mit den Kindern ganz intensiv. Er ist
ein wundervoller Vater und hilft mir dann auch mit den Dingen im Haushalt,
die liegen geblieben sind.
Wie fühlst Du Dich denn im Alltag?
Ich bin definitiv manchmal neidisch auf Familien, in denen die Aufgaben
ganz anders verteilt sind und die Männer mehr übernehmen können. Im Moment
bin ich nicht wirklich glücklich mit der Situation, ich würde mir wünschen,
dass mein Mann sich mehr Freiräume schaffen kann und vielleicht auch spontan
mal frei machen könnte. Die Selbstständigkeit ist schon immer sein Traum
gewesen, wir haben den Schritt damals gemeinsam entschieden und ich stehe
hinter ihm – aber etwas mehr Familienzeit wäre toll!!
Alleinerziehend mit Mann – empfindest du deine Situation so?
Ja, manchmal fühle ich mich so, aber ich glaube Alleinerziehende haben
emotional eine ganz andere Ausgangssituation – denn ich habe ja einen
Partner, auch wenn er nicht viel da ist. Seit mein Mann selbstständig ist,
habe ich noch viel mehr begriffen, was Alleinerziehende jeden Tag leisten.
Das ist wirklich ein Wahnsinns-Job.
Viele meiner Freunde und auch meine Familie haben noch nicht verstanden,
was die Selbstständigkeit für mich bedeutet. Ich höre zu oft die Frage, wo
mein Mann heute ist und die Antwort ist immer dieselbe – arbeiten. Egal ob
Feiertag oder am Wochenende. Ich fühle mich nicht unbedingt alleinerziehend,
weil mein Mann an der Erziehung so gut es geht teilhat, aber ja, ich fühle
mich oft allein.
Kannst Du Dir manchmal auch Auszeiten für Dich nehmen?
Ich habe dank meiner tollen Eltern ab und zu die Möglichkeit mir eine
Auszeit zu nehmen. Leider wohnen sie 100km entfernt, aber einmal im Monat bin
ich mit den Kindern dort und dann kümmern sich meine Eltern meistens komplett
um die beiden. Dann kann ich mit meinen Freundinnen mal einen Kaffee trinken
gehen oder auch mal abends ins Kino. Bei uns zu Hause nehme ich meine Auszeit
beim Sport. Unsere Kleine geht dann in die Kinderbetreuung im Fitnesstudio –
nach dem Sport bin ich deutlich ausgeglichener und das tut allen gut.
Foto: Pixabay
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Alleinerziehend mit Mann? Wenn Papa selbstständig ist und viel viel
arbeitet.... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehend-mit-vier-kindern-mein-mann-betrog-mich-mit-einer-kollegin |
Liebe Michaela, dein drittes Kind waren Zwillinge – und du somit Mama von
vier Kindern. Erzähl mal – wie hast du das erste Jahr mit den vier Kindern
empfunden?
Das erste Jahr war eine krasse Erfahrung. Trotz aller Belastungen und
Schlaflosigkeit war ich aber sehr glücklich und dankbar, dass sich meine
Zwillinge so gut entwickelten. Plötzlich waren wir eine Großfamilie. Das war
wirklich irre.
Doch leider hat Deine Ehe nicht gehalten…
Ja, das stimmt. Wir waren bereits 16 Jahre zusammen und seit 13 Jahren
verheiratet, als die Zwillinge geboren wurden. Ich glaube, es ist kein
Geheimnis, dass bei vier Kindern wenig Zeit für die Beziehung bleibt. Mein Ex
und ich hatten aber nie großen Streit, ich erlebte ihn den Kindern gegenüber
auch als sehr fürsorglich. Nur: Wir beide haben in dieser Zeit wenig
„richtig“ miteinander gesprochen – er konnte generell nicht gut über seine
Gefühle und Bedürfnisse sprechen.
Dein Mann hat sich gut zwei Jahre nach der Geburt der Zwillinge verändert.
Ja, und zwar ziemlich klischeemäßig. Er fing an, viel Sport zu machen, traf
sich mit Kollegen zum Joggen. Er färbte sich die Haare, achtete viel mehr auf
sein Äußeres. Ich gebe zu, dass ich frustriert war, weil er mich mit den vier
Kindern oft alleine ließ und ich einfach mitten im Kinderchaos steckte.
Dennoch dachte ich nicht, dass er Trennungsabsichten hatte…
Wie hat er sich denn dann getrennt?
Einen Tag vor unserem Sommerurlaub sagte er mir im Beisein der Kinder (!),
dass er nicht mit in den Urlaub fahren würde. Er habe sich entliebt und wolle
die Trennung.
Ich war absolut fassungslos. Ich versuchte, ihn zu überzeugen, nicht
einfach alles so hinzuwerfen und dass wir uns ja Hilfe suchen könnten.
Aber er hatte seine Entscheidung getroffen und blieb hart. Am nächsten Tag
fuhr er die Kinder und mich an den Bahnhof und setzte uns alleine in den Zug.
Es war total surreal und ich komplett leer.
Kannst du erzählen, wie sich das angefühlt hat, also du realisiert hast,
dass du nun alleinerziehend mit vier Kindern bist?
Ganz ehrlich? Ich dachte: „So, das war´s jetzt. Ich werde nie wieder
glücklich sein.“
Ohne meine eigene Mutter hätte ich das alles nie geschafft. Sie hat mich
aufgefangen, war immer an meiner Seite, hat mich weinen lassen. Das werde ich
ihr nie vergessen.
Als sich dann herausstellte, dass mein Mann schon einige Zeit eine Affäre
mit einer 20 Jahre jüngeren Arbeitskollegin hatte, hat mir das tatsächlich
geholfen. Ich konnte endlich wütend sein und mich von meiner Ehe
verabschieden.
Wie ist der Umgang geregelt?
Mein Exmann macht nur das Nötigste. Ich bringe ihm die Kinder jedes zweite
Wochenende und er zahlt Unterhalt.
Wie ist Euer Verhältnis heute und wie das der Kinder zu ihrem Vater?
Wir waren wegen des Umgangs bereits zweimal vor Gericht, ein weiterer
Termin steht noch aus. Ich wollte mit den Kindern umziehen – das wollte er
nicht und beantragte das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das war für uns alle
eine schlimme Zeit, seitdem ist absolute Funkstille zwischen ihm und mir, wir
kommunizieren nur noch über unsere Anwälte.
Die Zwillinge besuchen ihn gerne, er ist ihr Vater und somit natürlich sehr
wichtig für sie. Mein Ältester hat keinen Kontakt mehr zu seinem Vater.
Wie schaffst du deinen Alltag? Wo hast du Unterstützung?
Ich arbeite zu 50% im Nachtdienst. Vieles ist mit den Jahren einfacher
geworden, weil die Kinder einfach größer werden. Mein Ältester ist
mittlerweile ausgezogen, er hat früher aber viel auf seine Brüder aufgepasst,
wenn ich arbeiten musste. Und meine Mutter unterstützt mich auch immer.
Du hast ja auch wieder eine neue Beziehung…
Ja, dabei hatte ich mir nach der Trennung geschworen, nie wieder einen Mann
an mich heranzulassen. Doch dann habe ich auf einer Party den Bruder einer
Freundin kennengelernt. Er hat mich an dem Abend direkt gefragt, ob ich
Kinder habe. Und als er gehört hat, dass es vier sind, hat ihn das nicht
abgeschreckt.
Eineinhalb Jahre später ist er bei uns eingezogen und wir sind sehr
glücklich. Und so kann ich aus dieser schmerzlichen Erfahrung des
Verlassen-Werdens doch noch etwas Positives ziehen.
Was wünscht du dir für eure Zukunft??
Ruhe wünsche ich mir am meisten. Keine gerichtlichen Auseinandersetzungen
mehr. Und natürlich hoffe ich sehr, dass meine jetzige Beziehung hält.
Wir tun sehr viel dafür, reden viel miteinander, denn ich möchte nie wieder
in einer stummen Beziehung feststecken…
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Alleinerziehend mit vier Kindern - mein Mann betrog mich mit einer
Kollegin | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehende-besonders-verheiratete-maenner-machen-mir-avancen |
Ihr Lieben, wir schreiben hier oft über Alleinerziehende und ihre
Herausforderungen im Leben. Nun hat uns Judith aber nochmal von einem Thema
erzählt, das wir bislang gar nicht so auf dem Schirm hatten. Denn bei ihr
stehen besonders verheiratete Männer Schlange – nicht für etwas Ernstes,
sondern für geheime Affären und ein bisschen Aufmerksamkeit außerhalb ihres
Familien-Radius. Das ist jedenfalls ihre Vermutung…
Liebe Judith, wie alt ist dein Kind und wie lange bist du schon
Single?
Ich bin schon seit der Schwangerschaft alleine. Meine Tochter ist
mittlerweile zehn.
Nun hast du uns in einem
Nebensatz von einem Aspekt erzählt, den wir im Zusammenhang mit
Alleinerziehenden so noch nicht gelesen haben – gerade verheiratete
Männer
stünden bei dir Schlange, sagst du. Erzähl doch mal.
Ich lerne auch viele Single-Männer kennen, aber das läuft irgendwie anders
ab. Als ich damals mit 30 plötzlich alleinerziehend war, hatte ich immer die
Hoffnung, irgendwann einen tollen Mann kennenzulernen und dann doch noch die
Chance auf eine ‚richtige‘ Familie zu haben.
Ein paar Monate nach der
Geburt begegnete ich doch tatsächlich einem Mann, in den ich mich verliebte
–
und er sich in mich. Es war also alles perfekt. Irgendwann saßen wir dann
mal
bei einem Kaffee zusammen und plötzlich erzählte er mir, dass seine Frau in
ein
paar Wochen Stichtag habe – Baaaaaaam!! Wie bitte?!
Zu dem Zeitpunkt war meine Tochter noch kein Jahr alt. Ich konnte das
absolut nicht verstehen. Sowas wie Affären und Fremdgehen gab es in meiner
Welt nicht.
Und hast du es dann öfter
erlebt, dass Männer nicht mit offenen Karten spielten?
So kann man das nicht
sagen. In den letzten zehn Jahren sind auch regelmäßig Männer auf mich
zu
gekommen, die mehr oder weniger ehrlich mit ihrer Situation (verheiratet
sein)
umgegangen sind.
Mittlerweile wundere ich
mich darüber, wie viele Männer es gibt, für die ein Seitensprung völlig
in
Ordnung zu sein scheint.
Und die sprechen dich
dann einfach an?
Meistens sind es
erstmal ganz harmlose Begegnungen. In der Kita, beim Sport oder
einfach
auf irgendeinem Geburtstag.
Oft sind es ja erstmal harmlose Flirts, bis man
irgendwann nichtsahnend mit dem Kind im Supermarkt zwischen Ofenkäse und
Haribo
steht und plötzlich ein Schwanzbild auf dem Handy-Display erscheint.
Oder ich bekomme die
schönsten, nettesten, romantischsten Nachrichten… den ganzen Tag… bis
irgendwann Feierabend ist oder Wochenende und plötzlich ist Totenstille.
Vor
ein paar Jahren hat mich sowas immer noch verletzt. Aber mittlerweile, weiß
ich
dann auch, was ich davon zu halten habe.
Wie erklärst du dir das?
Meinst du, sie sind auf der Suche nach Affären oder wollen dauerhaft
ausbrechen
aus ihren bestehenden Beziehungen?
Es gibt viele Männer, die
absolut keine Ambitionen haben, ihre Familie zu verlassen. Die meisten
wollen,
glaube ich, nur Aufmerksamkeit. Fühlen sich einsam in ihren Beziehungen und
sehnen
sich nach jemandem, der ihnen zuhört.
Du sagst, die Männer
meinen, du müsstest dankbar sein, dass du als Alleinerziehende „überhaupt
noch“
Aufmerksamkeit von ihnen kriegst, weil du ja so „bemitleidenswert“ seist.
Was
meinst du da konkret?
Es gibt tatsächlich diese
Männer, die nicht verstehen können, dass ich keine Lust habe, mich auf
einen
verheirateten Mann einzulassen. Oft kommt dann sowas wie: Ich dachte du
freust
dich über die Aufmerksamkeit.
Das Wort „alleinerziehend“ ist bei vielen Menschen (nicht nur bei Männern)
immer noch stigmatisiert. Man sagt ‚alleinerziehend‚ und die Leute denken
sofort: schwach, Opfer, benachteiligt, einsam. In vielerlei Hinsicht ist das
sicherlich auch so. Allerdings bin ich nicht auf der Suche nach einem
‚Retter‘, vor allem nicht, wenn er eine andere zu Hause sitzen hat.
Der schlimmste Anmachspruch
war glaube ich mal der hier: „Du wirst deinen Traummann eh nie finden,
also
kannst du auch mit mir vögeln.“
Wie reagieren die Männer,
wenn du ihnen sagst, dass du kein Interesse an einem vergebenen Mann
hast?
Meistens lassen sie sich
nur schwer abwimmeln. Schicken immer wieder Nachrichten. Diskutieren, warum
es
ja gar nicht sooo schlimm ist. Manche reden auch von Liebe … aber
wollen
trotzdem bei ihrer Frau bleiben.
Anders als du gibt es ja
auch viele Singles, die sagen: Ich darf machen, was ich will, er geht ja fremd,
nicht ich. Ist das bei dir Frauensolidarität oder wie kommt es, dass du da
so
konsequent bist?
Ich fand es die letzten
Jahre aber schon teilweise verletzend, angelogen zu werden. Ich kam mir in
diesen Situationen oft vor wie ein Hobby oder Zeitvertreib – das ist
sehr
verletzend. Genauso verletzend ist es aber auch für die andere
Frau. Deswegen ist das für mich ein No go.
Wie stellst du dir jemanden
vor, der dein Herz erobern könnte? Oder suchst du einfach gar nicht, weil
du so
zufrieden bist, wie alles ist?
Doch, ich suche. Ich glaube, wenn ich ihn sehe, dann weiß ich es
einfach. 😉
Foto: pixabay
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Alleinerziehende: Besonders verheiratete Männer machen mir Avancen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehende-drillingsmama-alle-flohmaerkte-sind-abgesagt-wer-koennte-uns-mit-kleidungs-spenden-helfen |
Hallo ihr Lieben, ich bin Meera, alleinerziehende Mama von den eineiigen
Drillingen Martin, Gabriel, Johannes (3) und ihrem kleinen Bruder Leander
(2).
Im ersten Corona-Lockdown habe ich mich riesig gefreut, als ihr in einem
Post eure Community nach ihren Wünschen und Sorgen gefragt habt, und mal
sehen wolltet, ob man das eine oder andere Problem nicht gemeinsam lösen
kann. Damals habe ich euch geschrieben.
Als alleinerziehende Drillingsmutter hatte mich die Schließung der
Kindergärten hart getroffen und ich suchte dringend nette Helfer, die bei uns
mit anpacken wollten. Dann hatte sich das Problem gelöst, weil ich ein paar liebe
Leute aus der Pfarrgemeinde um die Ecke gefunden hatte.
Alle Flohmärkte fallen aus: Wir suchen Second Hand-Kleidung
Nun, kurz vor Weihnachten, stehe ich vor der nächsten Herausforderung. Wie
du dir sicher vorstellen kannst, arbeite ich mit einem sehr engen Budget.
Jedes Mal, wenn meine Jungs aus ihren Sachen herausgewachsen sind – die Jungs
sind allein in diesem Jahr bereits aus drei Größen rausgewachsen – oder
Weihnachten vor der Tür steht, bringt mich das in eine schwierige Lage. Ich
komme kaum hinterher.
Normalerweise lässt sich das Problem mit Second-Hand-Basaren und
Flohmärkten ganz gut abfedern. Dieses Jahr leider nicht, weil diese
dummerweise alle abgesagt wurden.
Darum wollten wir euch fragen, ob wir euch ausnahmsweise heute mal um eure
Hilfe bitten dürfen:
Wir würden uns unglaublich über Kleiderspenden jeglicher Art freuen. Alles
ab Größe 98 ist sehr willkommen, aber auch Kleidung für größere Kinder bis
hin zur Pubertät kommt in Frage (ich würde sie aufheben für später). Ebenso
würden wir uns über aussortierte Spielsachen, Bücher und Bastelsachen freuen,
schlichtweg alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt.
Wer hat jüngst Kinderkleidung oder Spielzeug aussortiert?
Wer den zweiten Lockdown genutzt hat, um Platz im Schrank und Kinderzimmer
zu schaffen und bisher vergeblich auf den nächsten erlaubten Flohmarkt
wartet…
Wir freuen uns RIESIG, wenn ihr uns ein paar eurer aussortierten Sachen
spendet! Glaubt mir, es ist nicht leicht zu fragen, aber es würde uns so sehr
helfen. Wir wünschen euch eine wunderschöne Adventszeit und ein fabelhaftes
Weihnachtsfest!
Eure Meera mit den Drillingen plus Eins
EDIT: WAAAAAAHNSINN, es haben sich sooo viele Menschen gemeldet, die helfen
wollen! Aber auch viele weitere, die bedürftig sind. Wenn ihr also noch etwas
abzugeben habt, schreibt uns gern an info@stadtlandmama.de mit der Angabe,
was, in welcher Größe und ob für Jungs odere Mächen. Auch Spielzeug wird von
vielen gesucht. Wir wollen – nicht nur in der Adventszeit – gern für euch da
sein.
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Drillingsmutter: Wer könnte uns mit Kinderkleidung helfen? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehende-elke-ich-ging-putzen-und-kellnern-um-ueber-die-runden-zu-kommen |
Liebe Elke, Du bist alleinerziehend. Erzähl mal seit wann und warum die
Beziehung nicht gehalten hat.
Ich habe mich 2010 nach zehn Jahren Beziehung getrennt, unser gemeinsamer
Sohn war damals drei Jahre alt. Ich war damals Ende 20 und merkte, dass wir
nur noch nebeneinanderher lebten. Ich hatte keine Gefühle mehr für ihn, die
über Freundschaft hinausgingen. Die Trennung war nicht leicht, denn es war ja
nichts Schlimmes vorgefallen und mein Ex ein wirklich netter Kerl. Deshalb
hat die Trennungsphase ein halbes Jahr gedauert – und auch, weil ich ein
schlechtes Gewissen gegenüber dem Kind hatte, dass ich die heile Familie
zuerstöre.
Tja, mit der Trennung wurde dann alles anders. Ich hatte keinen Job und als
alleinerziehende, arbeitslose Mutter eine Wohnung zu finden, war fast fast
unmöglich. Nur über Beziehungen fand ich eine kleine Wohnung. Ich musste
Hartz 4 beantragen und fühlte mich wie der Abschaum der Gesellschaft. Ich
besaß praktisch nichts, aber ich wollte es schaffen. Ich erinnere mich, dass
es war seltsam war, die erste Nacht in der Wohnung zu schlafen, aber ich war
auch zufrieden und erleichtert.
Wie ist heute der Kontakt zum leiblichen Vater Deines Sohnes?
In den ersten zwei Jahren hatte ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinem
Ex-Mann. Er unterstützte mich und nahm unseren Sohn so oft wie möglich. Das
änderte sich, als er eine neue Frau kennen lernte. Ich erkannte ihn kaum
wieder. Plötzlich schimpfte er, dass ich meinen Sohn nicht genügend fördern
würde – dass mir für besondere Förderung schlicht das Geld fehlt,
interessierte ihn nicht. Zudem beschimpfte er mich auch vor unserem Kind –
was er genau sagte, möchte ich nicht sagen – aber es tat mir so unendlich
leid für mein Kind, dass es das mitbekommen musste. Mittlerweile reden wir
nicht mehr miteinander.
Viele Alleinerziehende stehen finanziell schlecht da. Wie war das bei
Dir?
Meine finanzielle Situation war natürlich ein Desaster. An manchen Tagen
wusste ich wirklich nicht mehr weiter. Wenn etwas kaputt ging, konnte ich
nächtelang nicht schlafen, weil ich nicht wusste, wie ich die Reperatur
bezahlen sollte. Mein Ex hat den Mindestsatz an Unterhalt gezahlt.
Zum Glück fand ich einen Job in der 40 Kilometer entfernten Großstadt und
fing an, 30 Stunden die Woche zu arbeiten. Dadurch bekam ich keine staatliche
Unterstützung mehr – das Ergebnis: Ich hatte weniger Geld als vorher und
täglich zwei Stunden Pendelverkehr. Anfangs lief das eigentlich noch recht
gut, weil meine Mutter oft den Kleinen von der Kita abgeholt hat und sich um
ihn gekümmert hat.
Doch dann bemerkte ich, dass mein Sohn mit der ganzen Situation nicht
zurecht kam. Es war ja auch viel: Die Trennung, der Umzug, Mama ständig weg,
Papa nicht da. Mein kleiner Sohn fing wieder an ins Bett und in die Hose zu
machen. Nachts schrie er oft nach mir. Abends vor dem einschlafen fragte er,
wann denn Papa zu uns zieht. Das tat mir unheimlich weh und so beschloss ich,
meinen Job wieder an den Nagel zu hängen, um mehr Zeit mit meinem Sohn zu
haben.
Ich hatte generell immer zu wenig Geld. Ich war nie mit meinem Sohn im
Urlaub oder in Vergnügungsparks. Für einen Kinobesuch habe ich monatelang
gespart. Im Supermarkt habe ich immer nur Angebote gekauft und Kleidung bekam
ich oft von Freunden.
Irgendwann hatte mein Sohn mal Besuch von einem Kita Freund. Als er unsere
kleine Wohnung betrat und das kleine Zimmer meines Sohnes sah sagte er: “ Ich
glaube Deine Mutter ist arm, oder? So ein kleines Kinderzimmer habe ich ja
noch nie gesehen“ Diese Aussage tat mir sehr weh in meinem Mutterherz
und ich werde diese Situation nie vergessen.
Um über die Runden zu kommen, bist Du dann putzen gegangen und hast in
einer Bar gearbeitet…
Genau, ich hörte, dass eine Familie eine Putzfee sucht und zwar dreimal die
Woche am Vormittag. Ich brauchte ein bisschen, um dort anzurufen, denn
irgendwie schämte ich mich. Aber ich brauchte das Geld. Ich bekam den Job und
fing sofort an. Die Familie war sehr lieb zu mir und ich bin ihr bis heute
sehr dankbar. Die Arbeit war zwar anstrengend, aber entlastete mich finaniell
sehr. Und ich war am Mittag zu Hause und konnte mich um mein Kind
kümmern.
Dann sprach mich der Wirt unserer Dorfkneipe an, ob ich nicht Lust hätte zu
kellnern. Uns so kellnerte ich jedes zweite Wochenende, wenn mein Sohn beim
Vater war, Freitags und Samstags von 19 Uhr bis 3 Uhr morgens. Das war auch
ganz schön kräftezehrend, aber der Verdienst und das Trinkgeld motivierten
mich sehr. Endlich konnten wir uns wieder mehr leisten.
Wie sieht Deine Job Situation heute aus?
Bis 2015 habe ich geputzt und gekellnert, dann fand ich einen Job in einem
mittelgroßen Unternehmen, in dem ich recht flexibel arbeiten kann. Der Job
ist zwar nicht so gut bezahlt, aber er macht mir Spaß.
Gibt es etwas, was Ihr Euch schon lange wünscht, was aber finanziell nicht
drin ist?
Leider war ich bis heute noch nie mit meinem Sohn im Urlaub. Das wäre mein
größter Wunsch. Das war bisher auch mit dem neuen Job nicht möglich, weil ich
noch heute Schulden abzahle. Zwischenzeitlich musste ich mir ein neues Auto
kaufen und so kam eins zum anderen.
Du warst dann nochmal schwanger, hast dich aber gegen das Kind entschieden.
Kannst du uns mehr darüber erzählen?
Nachdem ich sechs Jahre Single war, habe ich 2016 meinen jetzigen Mann
kennen gelernt. Er ist das Beste, was mir passieren konnte und hat auch einen
Sohn mit in die Ehe gebracht, der nur zwei Jahre jünger ist als meiner. Die
beiden Jungs sind mittlerweile wie „echte“ Geschwister. Durch meinen Mann
konnte ich mir nochmal eine Weiterbildung leisten – und gerade, als ich diese
anfangen wollte, wurde ich schwanger. Unsere Familienplanung war eigentlich
abgeschlossen, ich war schon Ende 30 und mein großer Sohn 12. Ich wollte
nicht nochmal von vorne anfangen. Ehrlich gesagt haben wir dann einfach sehr
egoistisch entschieden, dass wir dieses Kind nicht bekommen werden. Das ist
nun 1,5 Jahre her. Wir reden noch oft über dieses Kind, es tut uns auch
beiden leid – und doch glaube ich, dass es die richtige Entscheidung
war.
Was wünscht Du Dir für Eure Zukunft?
Ich wünsche mir für unsere Zukunft gar nicht viel. Außer, dass alles so
bleibt wie es ist. Denn bis hierhin war es ein langer und verdammt harter
Weg. Ich bin dankbar, dass ich nochmal so viel Glück erleben darf. Und ich
würde mir wünschen, dass die Gesellschaft nicht so schnell über
alleinerziehende Mütter urteilt, wenn sie Hartz 4 bekommen oder keinen tollen
Job haben. Hinter jeder Alleinerziehenden steckt eine lange
Geschichte.
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Alleinerziehende Elke: Ich ging putzen und kellnern, um über die Runden
zu kommen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleinerziehenden-wg-gesucht-hilfe-bei-der-wohnungssuche-mit-kindern |
Ihr Lieben, wir stellen hier immer gern neue Projekte vor, die Eltern
helfen können. Da uns nach Berichten über Alleinerziehende und insbesondere
über gegegeneite Unterstützung und gemeinsames Wohnen immer wieder Fragen
erreichen, wo und wie man sich denn zusammentun könnte, haben wir uns sehr
gefreut, als unsere Leserinnen Nanette Sommer und Christina Vogt mit einer
tollen Initiative auf uns zukamen, die sie uns hier nun vorstellen:
Alles begann mit einem Gespräch auf dem Spielplatz zwischen zwei
befreundeten Müttern. Die eine der beiden stand vor der Situation, beim
ehemaligen Partner ausziehen und kurzfristig auf dem hart umkämpften
Wohnungsmarkt in Hamburg eine bezahlbare Wohnung für sich und ihren Sohn
suchen zu müssen. Natürlich im gleichen Stadtteil – denn ein Kitawechsel soll
ihrem Sohn zusätzlich zur Trennung der Eltern erspart bleiben.
Alleinerziehend: Alles immer allein machen?
Dazu kommen weitere Sorgen: Den Alltag mit Kindern allein wuppen, selbst
arbeiten gehen, den Einkauf erledigen, den Haushalt schmeißen. Dabei
weiterhin Zeit für die Kinder zu haben und natürlich gut gelaunt und nicht
gestresst zu sein – utopische Anforderungen, vor die man als
Alleinerziehende(r) gestellt wird.
Auch die andere Mutter kennt das Problem gut – zwar ist sie nicht
alleinerziehend, aber dennoch unter der Woche mit den Kindern allein. In dem
Gespräch auf dem Spielplatz überlegten wir – Nanette Sommer und Christina
Vogt –wie man die Ausgangsposition besser gestalten kann.
Alleinerziehenden-WG: Wo finde ich Gleichgesinnte?
Warum muss es immer der jeweilige Partner sein, mit dem man sich Miete,
Organisation und die Sorgen im Alltag teilt? Warum nicht jemand in der
gleichen Situation, mit dem man eine Alleinerziehenden-WG gründet? Doch wo
findet man einen Gleichgesinnten? Die Idee der Website für die besondere Art
der Wohnungssuche mit Kindern war entstanden.
Auch der Name der Website war schnell gefunden: Lemulike – Wie die Lemuren.
Denn im Tierreich gibt es den Prototypen dieser Lebensart schon lange. Die
Lemuren-Mütter gründen sogenannte Baby-Nester – ähnlich wie
Wohngemeinschaften – und unterstützen sich gegenseitig. So können sie auch
ohne Nachwuchs auf Futtersuche gehen.
Lemulike: Eine Website für die WG-Suche mit Kindern
Gemeinsam mit unserem Freund Tommy Ahrens, der beruflich als
Anwendungsentwickler arbeitet und so unser Dreier-Team als IT Experte
hervorragend ergänzt, haben wir die Website für eine maßgeschneiderte
WG-Suche mit Kindern realisiert. Im Gegensatz zu den üblichen WG-Websites
kann man bei uns spezifischere Kriterien auswählen, die im Zusammenleben mit
Kindern wichtig sind, wie zum Beispiel die Anzahl der benötigten
(Kinder-)Zimmer und die Anzahl und Alter der Kinder. Zusätzlich kann man bei
uns jemanden suchen, der in der gleichen Situation ist und mit ihm zusammen
eine neue WG gründen.
Zum Glück war uns zu Beginn nicht klar, dass das Projekt neben Job und
Kindern aufwändiger wird als erwartet. Aber nun können wir mit Stolz sagen,
dass wir seit Dezember 2020 online sind und erste Anzeigen auf der Seite
haben. Das positive Feedback, das uns von Betroffenen erreicht, war jede
Nachtschicht wert und motiviert uns weiterhin, die Idee und die Vorzüge von
Alleinerziehenden-WGs bekannter zu machen.
Unser größtes Ziel ist es, ganz vielen Alleinerziehenden in Deutschland Entlastung
im Alltag und der Geldbörse zu bringen, indem sie ihren WG-Partner über
www.lemulike.com finden.
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Alleinerziehenden-WG gesucht: Hilfe bei der Wohnungssuche mit Kindern |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleingeburt-auch-baby-nr-5-soll-ohne-hebamme-zur-welt-kommen |
Liebe Michelle, erstmal herzlichen Glückwunsch. Du bist mit Kind Nr. 5
schwanger. Wie erlebst du diese Schwangerschaft?
Lieben Dank für die Glückwünsche. Ich bin noch relativ frisch schwanger –
das bedeutet, ich bin noch in der Phase, in der mich unterschwellig den
gesamten Tag über die Übelkeit begleitet und abends am stärksten ist. Des
Weiteren spüre ich die Dehnung der Mutterbänder und eine gewisse Müdigkeit
und Antriebslosigkeit. Da ich aber ja noch vier andere Kinder habe, kann ich
dieser Müdigkeit tagsüber nicht so richtig nachgeben – abends dafür umso mehr
🙂
Wir hatten 2018 ein Interview mit dir. Damals hast du uns von deiner
vierten Geburt erzählt, die Du zu Hause hattest – und bei der du ganz bewusst
auf Ärzte und Hebammen verzichtet hast. Wie fühlst du dich heute im Hinblick
auf diese Geburt?
Nach wie vor empfinde ich diese Geburt als die Schönste von allen, auch
wenn die anderen ebenfalls schön waren. Ich erinnere mich sehr gerne an diese
vierte Geburt.
Damals gab es auch viele Gegenstimmen. So eine Geburt sei fahrlässig, denn
es könne immer Komplikationen geben. Dieses Argument hörst du sicherlich
öfter.
Ja, das stimmt.
Wie reagierst du darauf?
Es kommt drauf an, wer mein Gegenüber ist und wie ehrlich sein Interesse
ist. Geht es nur darum, mich bzw. Alleingeburten zu verurteilen und seine
Meinung als die einzig Richtige darzustellen, so lasse ich meinem Gegenüber
seine Meinung und gehe gar nicht weiter darauf ein.
Besteht aber ehrlich gemeintes Interesse, so kann ich immer nur aus meiner
Perspektive erläutern: Ich hatte eine Hebamme in Rufbereitschaft im
Hintergrund, die keine 10 Minuten entfernt wohnt. Ich konnte jederzeit einen
RTW rufen, der auch bei einer begleiteten Hausgeburt gerufen wird, sollten
Komplikationen auftreten.
Ich hatte Bücher gelesen, in denen bestimmte Szenarien samt Hilfestellungen
beschrieben wurden und nicht zuletzt war ich zuvor immer beim Frauenarzt und
meiner Hebamme, die bestätigten, dass das Kind (und auch die Plazenta)
richtig lagen und meine Schwangerschaft keinerlei Komplikationen aufwiesen –
weder in dieser, noch in den vorangegangen Schwangerschaften und Geburten.
Und für mich einer der wichtigsten Punkte: Ich hatte und habe immer ein
gutes Gefühl und hätte mich etwas beunruhigt, so hätte ich direkt die Hebamme
dazu geholt. Ganz generell finde ich es schade, dass bei Alleingeburten
immer der Fokus auf eventuellen Komplikationen liegt und nicht auf den
positiven Effekten, die es auch gibt.
Welche Abmachung hattest du mit deinem Mann?
Es gab die Absprache, dass ich ihm sage, wenn ich kein gutes Gefühl mehr
habe und dass er dann sofort die Hebamme oder den RTW rufen soll.
Hast du auch manchmal den Gedanken, dass du mit der Alleingeburt ein Risiko
eingehst, das eigentlich vermeidbar wäre?
Ganz klar nein!
Wie soll die fünfte Geburt ablaufen?
Ich werde wieder meine Termine beim Frauenarzt wahrnehmen und mich von
einer Hebamme begleiten lassen. Wenn tatsächlich alles passt – das Kind
gesund ist, richtig liegt, die Plazenta gut liegt und ich mich sonst
auch gut fühle, so ist mein Wunsch eine weitere Alleingeburt.
Verlässt mich das gute Gefühl, oder wird vorher etwas festgestellt, was
eine Alleingeburt nicht möglich macht, so werde ich sehen, welcher Weg
diesmal der Richtige für uns ist.
ZUM WEITERLESEN: Unser erstes Interview mit Michelle über ihre
Alleingeburt: https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alleingeburt-warum-ich-bei-der-vierten-geburt-auf-aerzte-und-hebammen-verzichtete
|
Alleingeburt: Auch Baby Nr. 5 soll ohne Hebamme zur Welt kommen | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alles-anders-gruesse-aus-der-viren-hoelle |
Tag Nummer drei mit
Magen-Darm-Grippe im Hause der Stadt-Mama. Was soll ich sagen, außer: Puh,
ich bin platt. Kaputt vom nächtlichen Bettwäsche-Wechseln, vom stundenlangen
Getröste und Getrage. Vom Nicht-aus-dem-Haus-Können, vom Mit-Leiden und dem
wenigen Schlaf. Samstag Abend fing es bei der Kleinsten an – gerade erst
hatte der Sohn eine Mittelohr-Entzündung überstanden und schon ging es an
einem anderen Ende los.
Wenn so kleine Mäuse so krank sind, ist das für mich besonders schlimm. Sie
können noch nicht verstehen, wenn man "Alles wird gut" sagt. Sie
wissen noch nicht, dass nach 12 Stunden das Schlimmste überstanden ist. Sie
wimmern und leiden – und wir Eltern mit ihnen.
Eigentlich wollte ich am Sonntag bei unserem Umzug mithelfen, doch so lag
ich auf einer Matratze mit meinem kranken Kind, während unsere Wohnung leer
geräumt wurde. Am Sonntag nachmittag fing die Große dann an zu spucken – die
Nacht von Sonntag auf Montag habe ich kaum geschlafen, weil ich zwischen den
Mädchen hin und her gewechselt bin. Ich funktionierte, wie Mamas eben in
solchen Situationen funktionieren. Automatismus.
Gestern dann leichte Entwarnung, es scheint aufwärts zu gehen, aber
natürlich waren die Kinder extrem anhänglich und in einer fast leeren Wohnung
wirkt alles doppelt so trist.
Ich wollte so viel schaffen, Weihnachtsgeschenke besorgen und den
Geburtstag meiner Großen vorbereiten, arbeiten und im neuen Haus werkeln –
nichts ging. Und anfangs habe ich noch innerlich geschmipft, mich geägert,
mich schlecht gefühlt, weil ich nichts schaffe. Irgendwann habe ich damit
aufgehört. War einfach nur noch in Jetzt. Es wird vorbei gehen, dachte ich.
Und beschloss, bis dahin irgendwie ruhig zu bleiben.
Es sind Mist-Tage, diese Krankheitstage – besonders, wenn nicht nur ein
Kind krank ist. Die letzten Wochen waren hart, ständig war irgendein Kind
krank, drei Mal mussten wir sogar ins Krankenhaus. Ich finde, wir haben nun
genug gelitten, unsere Krankheitsliste ist voll, wir hatten einmal so gut wie
alles.
Drückt mir die Daumen, dass es weiter aufwärts geht und wir endlich die
Adventszeit genießen können.
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Alles anders - Grüße aus der Viren-Hölle | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/alles-liebe-zum-10-hochzeitstag-liebe-lisa-und-lieber-markus |
Vorhin hat mir Lisa diese
Fotos geschickt – sie sind genau heute vor zehn Jahren entstanden. Am 2. Juni
2007 haben Lisa und Markus geheiratet und waren damals schon Eltern eines
wunderbaren kleinen Mädchens – das heute ein großes wunderbares Mädchen ist
und zwei tolle Brüder hat.
10 Jahre verheiratet – das ist ein langer gemeinsamer Weg, sicherlich mit
so einigen Höhen und Tiefen. Was zählt ist, dass Ihr Euch für einander
entschieden habt und bis heute zusammen haltet. Das finde ich wunderbar und
gratuliere Euch von Herzen.
PS: LISA: Du siehst heute noch genau so aus wie vor zehn Jahren – wie
machst Du das bloß???????
Und für alle Leserinnen habe ich mal die schönsten Filmzitate zum Thema
Liebe zusammen gestellt. Einfach zum Mitfreuen und Herzklopfen
kriegen.
Es geht nicht darum mit wem du Freitagnacht verbringst, sondern mit wem du
den ganzen Samstag verbringen willst."
(Justin Timberlake als Tommy, Zitat aus "Freunde mit gewissen
Vorzügen")
"Ich weiß, was ich will. Denn es steht vor mir und ich halte es in
meinen Händen. Wenn ich es für dich nicht bin, dann sag es mir lieber
gleich.." – "Warum bist du dir so sicher?" – "Weil ich
immer noch jeden Morgen aufwache und mich als erstes darauf freue, dein
Gesicht zu sehen!"
(Gerard Butler als Gerry, Zitat aus
"P.S. Ich liebe dich")
Ich bin einfach viel besser, wenn du in meiner Nähe bist. (Jim
Sturgess als Dexter, Zitat aus "Zwei an einem Tag")
"Falls sich Ihre Gefühle jedoch verändert haben sollten… So muss ich
Ihnen sagen, dass Sie mich verzaubert haben, voll und ganz und ich liebe, ich
liebe, ich liebe Sie… Und ich wünsche mir, dass uns nie wieder etwas
trennt." (Matthew Macfadyen als Mr. Darcy, Zitat aus "Stolz
& Vorurteil")
"Vergiss nicht, ich bin auch nur ein Mädchen, das vor einem Jungen
steht und ihn bittet, es zu lieben."
(Julia Roberts als Anna, Zitat aus
"Notting Hill")
"Und dann verliebte ich mich in ihn, so wie man in den Schlaf gleitet:
langsam zuerst und dann rettungslos." (Shailene Woodley als Hazel,
Zitat aus "Das Schicksal ist ein mieser Verräter")
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Alles Liebe zum 10. Hochzeitstag, liebe Lisa und lieber Markus! | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/allround-talent-fuer-die-familie-der-weltweit-erste-beutellose-zyklonsauger |
Ihr Lieben, hier meldet sich heut die Land-Mama, denn wenn es um eine
Kindheit mit viel Bewegung und Chaos und Viel Draußen- und Drinnensein und
immer hin- und herlaufen geht, bin ich doch sofort am Start. Wir wohnen hier
schließlich in einem Mehrgenerationen-Haus, das früher einmal ein Bauernhof
war! Um uns herum befinden sich Wiesen, Wälder, eben die Natur.
Da werden beim Reinkommen schon mal die Matschsachen in die Ecke geworfen –
autsch, und dann eben doch mit den dreckigen Schuhen komplett durch die Küche
gegangen. Jede Mama wird das kennen! Wir sind einfach auch viele hier mit Oma
und Opa und Onkel und noch einigen weiteren Personen im Haus, dazu unsere Hunde,
die im Haus leben und die Tiere draußen (früher hatten wir sogar immer ein
Hausschwein, eines hieß Albert Einschwein).
Leben auf dem Land: Wie klappt das mit der Hygiene?
Dazu bleibt es ja in Nicht-Corona-Zeiten auch oft nicht bei unseren drei
Kindern, sie bringen Freunde mit, eigentlich ist hier immer Full-House. Ich
liebe ja auch Gartenfeste oder Schulabschlussfeiern bei uns im Garten. Da ist
es dann ein einziges Rein- und Rausgehen hier.
Und wo viele Leute sind, da ist auch viel Schmutz. Und da braucht es Kraft
und Durchsetzungsvermögen, weil da so einiges anfällt, nicht nur Matsch von
draußen, sondern in der Familie natürlich auch mal umgefallene Haferflocken
oder Tierhaare oder halt einfach Staub. Wir heizen ja auch noch mit Holz
hier. Da schwirren immer mal wieder Rußpartikelchen durch die Luft.
Ein Staubsauger als Wunderwaffe für Familien
Und deswegen möchte ich euch heute unsere neue Wunderwaffe für Familien
vorstellen. Den THOMAS CYCLOON HYBRID Pet & Friends Hygiene- und
Zyklonstaubsauger. Klingt krass, oder? Und das ist er auch! Wer wirklich Wert
auf Sauberkeit und Hygiene legt, ist damit voll in seinem Element.
Ich will euch kurz warnen: Gebt diesen Staubsauger niemals aus der Hand. Ich
hab ihn kurz drüben bei meiner Mutter stehen gehabt für die Fotos für diesen
Beitrag und zack, hörte ich, wie sie begann, loszulegen. Danach erreichte
mich folgende WhatsApp:
„Ich sauge morgen noch mal weiter. Bisher: super lange Schnur die sich
total leicht rausziehen lässt, ich kann sogar die Anrichte saugen ohne
umzustecken. Die leichte Düse ist sehr angenehm. Die Turbo-Düse ist schwerer,
kann bei besonderen Anlässen genommen werden, wenn wir mal wieder größere
Feiern haben. Der Filter ist ja mega, habe ich in dieser Dicke noch nie
gesehen! Das Leeren ist sehr einfach und umweltfreundlich. Morgen teste ich
weiter!! Die Bedienungsanleitung hab ich gar nicht gebraucht, es erklärt sich
aber alles von alleine.“
THOMAS CYCLOON HYBRID: Der weltweit erste beutellose Zyklonsauger
Was soll man dazu noch sagen? Vor allem, weil THOMAS, die Firma dahinter,
spezialisiert auf ist auf allergikerfreundliche Staubsauger! (Ich kämpfe
nämlich leider immer mit einer hartnäckigen Hausstaub-Allergie. Zurück zum
Staubsauger-System: Dabei wird ein ausgeklügeltes patentiertes
Wasserfiltersystem eingesetzt, dass nicht nur den Schmutz entfernt, sondern
gleichzeitig noch die Luft erfrischt. Ganz nach dem Motto: „Staubsaugen
erfrischend anders“.
Nur ein paar Eckdaten: 1.700 Watt Saugleistung plus 2 Boxen-System. Was das
heißt? Wir haben es hier mit einem Zwei-in-eins-System zu tun. Saugst du mit
der ZYKLON-Filterbox sagen wir Tierhaaren, Schmutz und Staub den Kampf an.
Hierbei werden Grob- und Feinststaub in zwei unterschiedliche Kammern
getrennt.
2-in-1-System: ZYKLON- und AQUA-Filterbox
Saugst du mit der AQUA-Filterbox, werden zudem Geruchsmoleküle in Wasser
gebunden (auch Hausstaub z.B., was für mich Gold wert ist), was wahrhaftig zu
einer frischeren Luft im ganzen Raum führt. Wie das geht? Nun, die AQUA-Filterbox
wird vorab mit einem Liter Wasser gefüllt, der gesamte eingesaugte Schmutz
sammelt sich dann in diesem Wasser und kann dann schließlich ganz einfach
durch Ausschütten entsorgt werden. Das macht es dann auch möglich,
Flüssigkeiten aufzunehmen.
Das Ganze kommt denn auch noch mit ordentlich Zubehör daher: u.a. mit einer
Tierhaar-Teppichdüse, mit einer Tierhaar-Polsterdüse, mit einer Fugendüse.
Und dazu einem Preis von (UVP): 299,95 Euro.
THOMAS: Ein Familienunternehmen mit Tradition
Falls euch der Markenname THOMAS übrigens nicht direkt etwas sagt: Die
Firma ist nicht nur auch ein Familienunternehmen und sitzt in NRW (Liebe
Grüße in die Nachbarschaft!), sondern entwickelt eben auch seit 100 Jahren
innovativste Produkte „made in Germany“. Was die Geräte neben ihrer Qualität
vor allem auszeichnet: ihre Langlebigkeit.
Unser Fazit: Gerade in Familien ist so ein Allround-Talent unglaublich
wertvoll! Gerade in Zeiten, in denen wir die meiste Zeit zu Hause verbringen
wie jetzt gerade im Lockdown fällt einfach nochmal mehr Chaos an – ihr kennt
das ja selbst. Da freut man sich über Helfer, die sich wirklich zuverlässig
bewähren. Erzählt doch mal: Habt ihr auch Haustiere? Und wenn ja,
welche?
P.S. Wir haben uns gefragt, wie man mich nach diesem Text jetzt nennt:
Staubfluencer? Saugfluencer? InFLUSENcer?
|
Allround-Talent für die Familie: Der weltweit erste beutellose
Zyklonsauger |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/als-frau-in-einer-maennerdominierten-branche-mama-ist-malerin-und-lackiererin |
Ihr Lieben, nach dem letzten
Polizeiruf am Sonntag haben wir euch bei Facebook gefragt, ob es unter
unseren Leserinnen möglicherweise auch Polizistinnen gibt – oder Frauen mit
ähnlich spannenden oder ungewöhnlichen Berufen. Daraufhin meldeten sich
etliche von euch, darunter auch Katrin. Sie macht den Auftakt unserer kleinen
Berufsreihe, in der wir jetzt in unregelmäßigem Abstand immer mal wieder
Mütter mit interessanten Berufen vorstellen.
Liebe Katrin, als Malerin und Lackiererin arbeitest du in einer ziemlich
männerdominierten Branche. Wie kamst du damals auf die Idee, diesen Beruf zu
wählen?
Ich war damals mit der Schule im Jobcenter und dort konnte man diesen Test
machen, was zu einem passt. Bei mir war da unter anderem dann auch Maler und
Lackierer bei. Da ich auch so sehr kreativ bin, fand ich das
interessant.
Ich habe mich dann für einen Praktikumsplatz beworben und war überrascht
wie viel mehr dieser Beruf beinhaltet. Meine Ausbildung habe ich dann auch in
dem Betrieb angefangen.
Nun hast du schon etliche Jahre im Beruf hinter dir, was macht dir heute
noch so richtig Freude – und auf was könntest du manchmal auch gut
verzichten?
Ich liebe es wenn wir kreative Techniken anwenden können und das lackieren
macht mir nach wie vor sehr viel Spaß. Manchmal könnte ich auf das schleifen
vorher gut verzichten aber das ist auch ok denn es gehört dazu.
Je besser die Vorarbeiten, desto besser wird das Endergebnis dann.
Mit welchen Vorurteilen hattest du zu kämpfen, als du noch neu warst im
Business?
Am Anfang waren die Vorurteile wegen den körperlichen Anforderungen schon
gegeben. Auch dass Frauen nicht auf eine Baustelle gehören. Dies kam
allerdings meist eher von anderen Gewerken und da haben meine Kollegen immer
hinter mir gestanden.
Du sagst, das mit den Vorurteilen sei besser geworden – was meinst du,
womit das zu tun hat?
Ich glaube zum einen, weil ich schon einige Jahre dabei bin und die
Erfahrung habe und zum anderen, weil es doch immer mehr Frauen in diesem
Beruf gibt.
Bist du auch sonst praktisch begabt und kannst zu Hause viel selbst machen?
Hast du vielleicht mit den Kids mal irgendwas Tolles
erschaffen/gemacht?
Zuhause mache ich viel selber. Wir haben ein altes Bauernhaus und da müssen
wir immer einiges machen. Zusammen mit meinem Partner machen wir das meiste
selbst.
Mit meinem Großen habe ich sein
Kinderzimmer gemacht.
Nun ist deine Arbeit ja vor allem auch eine körperliche. Wie ruhig
gestaltest du deinen Feierabend?
Ich habe das große Glück, in meinem Beruf halbtags arbeiten zu können,
aktuell in Elternzeit. Wirklich ruhig ist es bei uns nie und Zuhause muss
auch immer irgendwas gemacht werden.
Wie stellst du dir das in Zukunft vor, wenn du vielleicht irgendwann nicht
mehr so viel schleppen kannst?
Ich hoffe das ich es noch lange schaffe und nehme mir meine älteren
Kollegen als Vorbild. In meinem Ausbildungsbetrieb hatten wir einen Maler der
bis zur Rente noch auf der Baustelle war und auch das Gerüst raus und runter
kletterte. Und so viel schleppen ist es oftmals gar nicht und zur Not hat man
Kollegen die einen unterstützen.
Was ist dir wichtig bei der Berufswahl deiner eigenen Kinder?
Ich würde mir wünschen, dass meine Jungs etwas Handwerkliches lernen und
dann erst studieren, wenn sie das möchten. Am meisten wünsche ich mir, dass
sie etwas machen, was sie wirklich begeistert und es sich für sie nicht wie
Arbeit anfühlt.
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Als Frau in einer männerdominierten Branche: Mama ist Malerin und
Lackiererin | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/andrea-harmonika-seit-ich-kinder-habe-bin-ich-emotional-inkontinent |
Um es mal klar und deutlich zu sagen: Wir liiiiieeeeeeeeben Andrea
Harmonika. Für uns ist sie eine der lustigsten Stimmen in der Elternwelt,
gleichzeitig schafft sie es aber, uns mit ihren Texten wirklich zu berühren.
Heute haben wir einen Textauszug aus ihrem grandiosen Buch Jedem Anfang wohnt
ein verdammter Zauber inne (Affiliate Link) – lehnt Euch also zurück und
genießt diese Zeilen! (Da das Buch bei Amazon zeitweise ausverkauft war – hier
könnt ihr auch bestellen.)
„‚Wie gut, dass ich nicht da oben stehe’, denke ich jedes Mal, wenn ich mit
den Kindern Die Eiskönigin schaue. Ansonsten würde mein nasses Gesicht
nämlich immer an der Stelle, wo Königin Elsa hoch oben auf dem Berg ihre
Krone in den Schnee wirft und „Ich bin frei“ singt, zufrieren.„Mama heult
wieder“ sagt der Große dann zum Kleinen, und er sagt dies mit derselben
Begeisterung, mit der er auch Sätze sagt wie: „Oma hat kein Internet“ oder
„Heute gibt es Reste von gestern“.
„Mama heult wieder“
Aber es stimmt. Seit ich Mutter bin, gibt es für mich ständig was zu
heulen. Kinderkriegen weicht nämlich nicht nur den Beckenboden, sondern vor
allem auch die Psyche auf. Leider wird man auf Letzteres nicht annähernd so
gut vorbereitet, wie auf die Tatsache, dass man sich spätestens nach der
Geburt des zweiten Kindes einen Tampon herausniesen kann.
Das geht schon in der Schwangerschaft los. Sobald sich der Winzling
erfolgreich eingenistet hat, kommen einem ständig die Tränen. Beim Anblick
des positiven Schwangerschaftstests, des ersten Ultraschallbildes oder eines
leeren Glases Nutella.
Mutterschaft: Gefühlsausbrüche und Achterbahn-Adrenalin
Nichts ist vor einem spontanen Gefühlausbruch sicher. Aber auch Väter sind
vor emotionaler Inkontinenz nicht gefeit. Allerdings tritt diese häufig mit
einer Zeitverzögerung von etwa 40 Wochen auf. Meistens vor lauter
Dankbarkeit, wenn sie das erste Mal ihr Kind im Arm halten (oder weil ihnen
die Frau unter der letzten Presswehe nicht die Hand gebrochen hat.)
Während also neugeborene Väter von ihrer ersten postpartalen Gefühlswelle
umspült werden, sind Mütter zu diesem Zeitpunkt bereits echte Vollprofis.
Zwei Liter Tränen habe ich nach der Geburt des Großen über die ersten Seiten
von Henning Mankells Kennedys Gehirn in mein Badewasser geheult, weil zu
Beginn der Geschichte eine Mutter ihren toten Sohn findet.
Das mag verständlich sein. Allerdings habe ich am selben Tag auch zwei
Liter Tränen über einen Werbespot vergossen, in dem eine alte Frau ihrem
Postboten eine Schachtel Schokoriegel schenkt.
Rührselige Lieder drücken auf die Tränendrüse
Emotionale Inkontinenz kennt keine rationalen Grenzen. Zumindest im
Wochenbett. Danach pendelt sich das Ganze natürlich wieder ein. Außer, Sie
stellen sich versehentlich den Tag vor, an dem das schlafende Baby in ihren
Armen auszieht. Oder Sie bekommen ihren ersten Tesafilm-Quatschklumpen zum
Muttertag geschenkt. Und wenn unterwegs im Radio ein rührseliges Lied läuft,
sollten Sie vielleicht auch besser umschalten. Es könnte nämlich gut sein,
dass Sie sonst nach zwei Strophen rechts ranfahren müssen, weil Sie vor
lauter Mascara-Schmierfilm keine Verkehrsschilder mehr erkennen können.
Ach, machen wir uns nichts vor. Sobald wir Eltern werden, ist nichts mehr
vor uns und unserer Knopfdruck-Gerührtheit sicher. Geburtssendung im
Fernsehen? Läuft. Ein Orang-Utan-Baby küsst seine Mutter? Mimimi. Ihr Kind
ist auf einem Spaziergang mit der Laugenstange im Mund eingeschlafen? Okay,
das ist witzig. Aber sobald Ihnen besagtes Kind seinen ersten „Mama is
lip“-Zettel schreibt, können wir für nichts garantieren.
Tränendrüsen-Burnout: Überall lauern die Heul-Gefahren
Überall lauern sie. Momente, in denen plötzlich kein Auge trocken bleibt.
Manchmal kommen sie mit Ankündigung (zum Beispiel im Elternbrief für die
Einschulung) oder einfach so ohne Vorwarnung.
Ich habe schon aus heiterem Himmel auf allen Vieren im Hausflur auf ein
Kehrblech geheult. Aber nicht, weil ich kurz zuvor wie so ein Anfänger die
Kinderschuhe umgedreht hatte, sondern weil sich plötzlich beim Gedanken an
den letzten mit Sand gefüllten Kinderschuh mein Herz zusammengezogen
hat.
Wobei es natürlich Unterschiede gibt. Nicht jede Mutter verliert
automatisch die Nerven, sobald ein einarmiger Kinderchor in einer
Casting-Show „Heal the World“ von Michael Jackson covert.
Natürlich gibt es Mütter, die nach der Eingewöhnung nicht erst eine Runde
auf dem Kindergartenparkplatz in ihren Kaffeebecher heulen. Und während die
einen schwer sentimental werden, sobald sie den ersten Milchzahn ihres Kindes
in der Hand halten, erinnern sich die anderen vielleicht einfach nur
kopfschüttelnd an die vielen wunden Hintern und schlaflosen Nächte, die das
kleine, weiße Scheißerchen in ihrer Hand verursacht hat.
Irgendwann heult jede Mama der Erzieherin auf die Schulter
Aber um es mit den Worten der Verkäuferin, zu sagen, bei der ich letztens
neue Trinkflaschen für die Kinder gekauft habe: „Einen hundertprozentigen
Auslaufschutz gibt es leider nicht.“
Denn spätestens, wenn sie ein paar Jahre später zum letzten Mal die Jacke
ihres Kindes vom Birnen-Haken nimmt, knickt auch die coolste
Eingewöhnungsmutter ein, und nicht selten wird dann der einen innig geliebten
Erzieherin beim Abschied die Schulter bis auf den BH-Träger
nassgeheult.
Nicht zum Aushalten, diese Flennerei!
Aber was können wir denn jetzt dagegen tun? Diese unkontrollierte Flennerei
ist ja nicht zum Aushalten!
„Buhuuuuu … Schon Schuhgröße 35.“
„Buhuuuuu … Im Internet erkennen Babys ihre Mütter am Geruch.“
„Buhuuuuu … Sie haben mir einen großen Strauß Lavendel gepflückt.“
Nun, als Erstes sollten Sie Ihre Kinder vielleicht daran erinnern, dass die
frisch mit Lavendel bepflanzten Blumenkästen unter absolutem Pflückverbot
stehen.
Zweitens könnten Sie während künftiger Krisensituationen eine Art
desensibilisierende Gegenoffensive starten. Wenn Sie also beispielsweise am
ersten Schultag ihrem kleinen Kind dabei zusehen, wie es mit der großen
Schultasche auf die Bühne der Grundschulaula klettert, könnten Sie sich in
den Oberschenkel kneifen und dabei leise ein Anti-Tränen-Mantra
wiederholen.
Zum Beispiel dieses: Hackbratenhackbratenhackbratenhackbraten.
Das funktioniert meistens aber nur so lange, bis der Erste in der Reihe die
Nase hochzieht. Emotionale Inkontinenz ist nämlich nicht nur die Pest,
sondern leider auch seeehr seeehr ansteckend…
Das Geheule ist doch völlig normal
Oder aber Sie entscheiden sich für die dritte und letzte Herangehensweise:
Es ist Ihnen einfach wurscht, dass Sie jetzt ein Lauch sind.
Was soll‘s? Dann können Sie halt an Kindergeburtstagen spätestens ab der
Zeile „Wie schön, dass du geboren bist“ nicht mehr mitsingen. Lassen Sie
Ihren Tränen freien Lauf. Am Ende unserer Nerven lautet nämlich die frohe
Botschaft: Das Geheule ist völlig normal.
Tatsächlich hat es sogar einen tieferen Sinn, warum Sie immer, wenn Sie an
den Hasen denken, der Ihnen vors Auto gelaufen ist, sich wünschen, dass
dieser keinen Bau mit Jungen hinterlässt. Mutter Natur hat uns mit voller
Absicht verweichlicht. All die sensiblen Antennen, die auf einmal überall aus
dem Boden sprießen, helfen uns, besser die Bedürfnisse der uns anvertrauten
Kinder wahrzunehmen.
Von der neugeborenen Sensibilität
Diese neugeborene Sensibilität treibt uns an, unsere Kinder in einen festen
Kokon aus Liebe und Geborgenheit zu hüllen, in dem sie weder frieren noch
hungern (oder aus dem Fenster geworfen werden, sobald sie einen wahnsinnig
machen).
Deswegen ist am Ende unsere eigentliche Achillesferse nicht der ramponierte
Beckenboden, sondern unser Herz. Dieses butterweiche Ding, das plötzlich bei
jedem Pipifax dahinschmilzt.
Wenn sich also das nächste Mal Ihr Kind beim Poabputzen an Sie lehnt und
flüstert: „Wenn ich groß bin und Du klein, dann helfe ich dir auch.“, dann
denken Sie einfach an Olaf, den kleinen Schneemann aus der Eiskönigin. Wie er
am Ende des Films ein loderndes Feuer im Kamin entfacht, um seiner Freundin
Anna das Leben zu retten: „Manche Menschen sind es eben wert, dass man für
sie schmilzt.“
Andrea Harmonika: Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne (Affiliate
Link) oder hier
|
Andrea Harmonika: "Seit ich Kinder habe, bin ich emotional
inkontinent" | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/angie-21-der-unfall-nahm-mir-beide-beine-nicht-aber-meinen-mut |
Daten zu groß für Dateiformat |
Künstliche Gliedmaßen nach einem Unfall: Angie, 21, hat beide Beine
verloren | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/arbeitslos-durch-die-pandemie-ohne-job-leidet-mein-selbstwertgefuehl |
Mein Name Anke, mein Leben wurde im Herbst 2019 auf den Kopf gestellt. Mein
Arbeitgeber, bei dem ich mehr als 17 Jahre tätig war, ging praktisch über
Nacht pleite. Die Stelle habe ich nach meinem Studium bekommen, im Laufe der
Jahre bin ich dort durch einige Abteilungen gewandert. Nach meinen beiden
Elternzeiten konnte ich unkompliziert in Teilzeit wieder einsteigen.
Natürlich war auch dort nicht alles perfekt, aber rückblickend war es eine gute
Zeit mit netten Kolleg*innen.
Ende 2019 spuckte unsere Firma also knapp 1.000 Leute zeitgleich auf den
Arbeitsmarkt. Unser Jobcenter bildete Task-Forces, man war sich einig, dass
wir alle schnell unterkommen – bei dem Arbeitsmarkt! Ich solle nicht das
Erstbeste annehmen, riet mir die Job-Patin, es müsse zu meiner
Familiensituation passen.
Meine Familiensituation ist so: Ich habe einen Mann und zwei Söhne. Bei dem
Großen (12) wissen wir seit seinem 6. Lebensjahr, dass er sich auf dem
Autismus-Spektrum befindet, was seine für uns alle sehr anstrengende
Kleinkindzeit rückblickend erklärt und uns Eltern heute zu Botschaftlern der
Inklusion in seinen Schulen macht. Der Kleine (10) war immer schon impulsiv,
heftig schwankend zwischen „himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt“ und hat
die Konzentration einer Eintagsfliege. Beides also keine
Standard-Norm-Kinder: Sie benötigten immer ein wenig mehr Unterstützung, ein
wenig mehr Verständnis, ein wenig mehr Pädagogik, als ich es bei „normalen“
Familien beobachten kann. Es kostete immer mehr Kraft, mehr Herz, mehr
Stärke, als zumindest ich bei der Kindererziehung und -begleitung erwartet
hatte, und schon in besseren, also einfacheren, Zeiten war das Leben oft
einen Tick zu anstrengend für mich.
Durch Corona brach der Arbeitsmarkt ein
In den ersten Monaten der Arbeitslosigkeit bekam ich Jobangebote, die aber
nicht optimal waren. Sie waren in Vollzeit, zu weit weg, oder passten einfach
vom Gefühl nicht. Dann kam Corona. Und mit Corona kam die Verunsicherung bei
den Firmen. Es gab wöchentlich weniger Stellenanzeigen, auf denen sich neben
mir und manche meiner Kolleg*innen zunehmend mehr Menschen bewarben. Ich
konzentrierte mich auf meine Weiterbildung, hatte aber plötzlich zwei
Schulkinder zuhause, die nicht nur schulisch, sondern vor allem emotional
begleitet werden mussten. Mein Mann zog mit Sack und Pack ins Homeoffice und
plötzlich war bei uns zuhause jedes Zimmer voll und wir waren auf uns als
Familie zurückgeworfen. Die Omas, die früher viel bei der Betreuung
unterstützt hatten, distanzierten sich. Sie hätten aber sowieso keinen Platz
mehr gefunden, überall lag Schulzeug, Arbeitsmaterial meines Mannes, meine
Bewerbungs- und Weiterbildungsunterlagen – nur der Hund freute sich, dass
immer alle da waren.
Der erste Lockdown brachte viele Tränen, der Kleine war so überfordert von
der Arbeit allein zuhause, dass er jeden Tag mehrmals weinte. Seine Lehrerin,
seine Förderlehrerin, wir Eltern und später auch unser erwachsener Neffe
begleiteten ihn eng. Es musste praktisch ständig jemand neben ihm sitzen. Im
Sommer bekamen wir die ADS-Diagnose des Kleinen.Jetzt im zweiten und dritten
Lockdown arbeitet er dank gut eingestellter Medikation selbständiger und viel
konzentrierter, hasst den Distanzunterricht aber nicht weniger, jedoch weint
er eigentlich nur noch zweimal am Tag vor Überforderung.
Den Kindern fehlte die Alltags-Struktur
Der Autist genoss den ersten Lockdown, saß aber den ganzen Tag an seinen
Aufgaben und wurde erst spät in der Nacht fertig. Ihm fehlt die Struktur,
leider ist er völlig resistent gegen Aufforderungen, Hilfestellungen und
elterliche Strafpredigten. Der zweite Lockdown hat ihn mental total
zerpflückt, wir sitzen manchmal stundenlang und weit nach Mitternacht noch an
seinem Bett, bis er aus seinen Meltdowns kommt. „Einer weint immer“, sage ich
gerne zu meinen Freundinnen.
Mein Mann verbringt seine Tage in Telefon-Calls. An manchen Tagen reiche
ich ihm das Mittagessen an den Computer, an den seltenen, entspannteren Tagen
hilft er bei der Schulbegleitung und beim Kochen.
Und ich? Ich fühle mich gefangen in einem Leben, das ich nie leben wollte.
Ich jongliere seit einem Jahr zwischen weinenden, verzweifelten Kindern,
einem Mann mit Headset am Kopf, einem hungrigen und staubigen Hund, meiner
Weiterbildung und den Bewerbungen. Meinen Kopf frei bekomme ich bei langen
Spaziergängen mit meine Ex-Kolleg*innen – Leid verbindet. Unser
Arbeitslosengeld läuft nun aus, einige fallen in Hartz4 – völlig unverschuldet.
Unsere Branche ist tot.
Ich komme an meine Grenzen
Weinen kann ich nur nachts unter der Bettdecke. Da unser Großer nicht in
den Schlaf findet, ist er eigentlich immer bis Mitternacht im Haus unterwegs,
und jederzeit droht ein Meltdown. Wir reden mit Kinderpsycholog*innen,
Therapeut*innen, dem Jugendamt, Lehrer*innen, aber richtig helfen können wir
nicht wirklich. Jedenfalls fühlt es sich so an.
Und ich spreche mit potenziellen Arbeitgebern. Nachdem ich meinen Wunsch
nach Teilzeit aufgegeben habe, zu oft musste ich in erschreckte
Personaler-Gesichter schauen, wenn ich danach fragte (die Absagen folgten
schnell). Ich tilgte meine Kinder aus dem Lebenslauf und schon kamen deutlich
mehr Einladungen zu Gesprächen. Oft hörte ich nachher Lobenshymnen über mich,
aber auch die Aussage, dass die Stelle jetzt besser doch nicht besetzt werden
würde – die Pandemie und so. Zudem hätte es so viele Bewerbungen gegeben, man
sei ja völlig überfordert.
Ohne Arbeit leidet mein Selbstwertgefühl
Letztendlich bedeutet eine Absage für den Bewerber ja nicht nur ein „Nein,
danke“, sondern auch jedes Mal eine Ablehnung, Zweifel an der eigenen
Qualifikation, Zukunftsangst. Ich muss neben der ganzen Care-Arbeit noch ganz
viel Seelenpflege bei mir selbst leisten. In manche Jobs verliebt man sich
wie in einen Menschen, da schmerzen die Absagen noch mehr und es folgt tagelange
Aufarbeitung mit allen Phasen der Trauer. Für jedes neue Bewerbungsgespräch
muss man den Mantel der Verzweiflung abwerfen und sich verkaufen, als gäbe es
kein Morgen mehr. Einmal habe ich mich dazu hinreißen lassen, auf die
Einstiegsfrage, wie es mich gerade fühlen würde, mit „sehr müde“ zu
antworten. War auch wieder falsch.
Bei allem Übel des letzten Jahres gab es aber auch Momente, über die ich
inzwischen herzlich lachen kann. Denn meinen Humor habe ich zum Glück nie
verloren. Mittagszeit – ich habe gerade zwei Pfannen und zwei Töpfe auf dem
Herd, der Große schreit durchs Haus, dass das Internet tot und alles Kacke
sei, der Kleine bekommt zeitgleich einen Wutanfall und ich sehe aus den
Augenwinkeln, wie er sein Deutschheft in die Ecke schleudert, und der Hund
verfolgt mich fiepsend und macht seinen Anspruch auf „Leckerlis – jetzt
sofort“ geltend, als der Geschäftsführer eines Verbandes anruft: Ich habe
mich ja bei ihnen beworben. – Äh ja (Ich glaube schon, habe ca. 30
Bewerbungen offen, keine Ahnung jetzt gerade). Ich hätte zwar keine Kinder in
meinem Lebenslauf angegeben, aber weil ich bei Aktivitäten
„Elternbeiratsarbeit“ angegeben hätte (Verdammt, steht das noch drin???),
wollte er mal fragen, ob ich mir vorstellen können, auch 6 Monate im Jahr in
Hannover zu arbeiten. Meine Antwort hätte ehrlicherweise nur so lauten
müssen: „Ja sofort, hol mich hier raus, ich bin eine Mama in einer
Pandemie!!!“
|
Arbeitslos durch die Pandemie: Ohne Job leidet mein Selbstwertgefühl | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/astronautin-insa-thiele-eich-ich-bin-selbst-ueberrascht-dass-es-noch-moeglich-ist-die-erste-deutsche-frau-im-all-zu-sein |
Insa Thiele-Eich, 34, ist eine von zwei Kandidatinnen, die 2020 als erste
deutsche Frau ins All fliegen wird. Wie die Astronautin aus Königswinter das
mit ihrem Job als Wissenschaftlerin und zwei kleinen Töchtern verbinden will
– und wie Familienbett, Langzeitstillen und Weltraum-Vorbereitungen
zusammenpassen.
Von Lisa Harmann
Welchen „Time Slot“ wir für das Interview einplanen würden, fragt Insa
Thiele-Eich, 34, im Vorfeld unseres Treffens. Am Ende werden aus den
geplanten anderthalb Stunden dreieinhalb, denn wenn es um Himmel und Erde,
Geburten und Raketenstarts, Langzeitstillen und Schwerelosigkeit geht, wird
Zeit zu etwas Relativem.
In einem Nebensatz erwähnt sie, dass sie am nächsten Tag nicht nur die
Feier zum siebten Geburtstag ihrer Tochter ausrichtet, sondern am Abend auch
nach Russland fliegen wird, um mit den ersten Parabelflügen in ihrem drei
Jahre andauernden Astronauten-Training zu starten. Grenzen sind da, um sie zu
überschreiten, scheint das Motto dieser Frau zu sein.
Jetzt ist sie allerdings ziemlich müde, denn ihre kleine Familie schläft im
Familienbett, und in der vergangenen Nacht war das Patenkind zu Gast, das mit
den Zähnen knirscht.
Wir treffen uns in ihrem Lieblingscafé in Bonn. Erst mal Kaffee. Der
Barista kennt sie – sie hat Teile ihrer Doktorarbeit hier geschrieben – und
zaubert ihr einen kleinen Astronauten in den Milchschaum.
Frau Thiele-Eich, Sie möchten ins All fliegen und schlafen sonst zusammen
mit Ihrem Mann und den Töchtern in einem Bett?
Ja, tatsächlich. Für uns passt das als Familie. Ich mache nicht alles, was
zum sogenannten Attachment Parenting gehört, weil ich davon ausgehe, dass eh
jeder im besten Interesse seines Kindes und seiner Familie entscheidet und
mich da ungern dogmatisch an Ratgebern orientiere. Aber ja, auch
Langzeitstillen gehörte bei uns dazu. Das hätte ich nie erwartet. Ich dachte,
man hört nach sechs Monaten einfach auf.
Lässt sich diese bindungsorientierte Erziehung denn mit Ihrem Vollzeitjob
vereinbaren?
Ich habe zwei Monate nach der Geburt wieder angefangen zu arbeiten. Mein Mann
hatte ein Jahr Elternzeit. Aber auch das ist ein Grund fürs Familienbett. Die
Kinder sehen mich tagsüber nicht so viel – und nachts rollen dann zwei kleine
Körper zu mir rüber. Das zeigt mir, dass es wichtig ist, dass ich nachts
ihrem Bedürfnis nach Nähe entspreche.
Natürlich hätten mein Mann und ich auch abends gern mehr Zeit für uns. Aber
ich kann eben nicht wie andere Mütter die Kinder um halb zwölf von der Schule
abholen, dann machen wir es halt so.
Wie reagierte Ihr Umfeld auf die schnelle Rückkehr in den Job?
Mit „Oh mein Gott“. Das kam oft vor. Im Rückbildungskurs wurde ich
bemitleidet, bei der Stillberatung wurde mir nahegelegt, ich könne doch einen
Kredit aufnehmen, statt arbeiten zu gehen. Ich musste ziemlich standhaft
bleiben, wenn ich sagte, ich gehe Vollzeit arbeiten, stille trotzdem, pumpe
aber ab. Ich meine: Der Papa war ja bei ihr!
Ihnen fiel der Abschied also nicht schwer?
Na ja, als ich den ersten Tag zur Arbeit fuhr, wäre die Wimperntusche besser
wasserfest gewesen, und das Abpumpen fand ich auch nervig. Trotzdem fühlte
sich das insgesamt für uns stimmig an.
"Ich bin selbst überrascht, dass es 2017 noch möglich ist, die erste
deutsche Frau im All zu sein." Das sagt Astronautin, Meteorologin und
Zweifachmutter Insa Thiele-Eich im Interview mit mir für @elternmagazin
(Eltern Family). Erinnert ihr euch an den Astronauten im Kaffee-Milchschaum,
den ich hier bei Insta vor einiger Zeit gepostet habe? Das war der Tag
unseres ersten Treffens. Und das war ganz schön besonders, weil wir plötzlich
feststellten, was uns alles verbindet (und dass ein Foto ihres Vaters durch
Zufall in unserer Küche hängt, weil der auch Astronaut war und mit unseren
Söhnen posiert hatte). Ich poste ja hier eigentlich nur Privates und drüben
bei Facebook die Job-Geschichten, aber das hier war so unvergesslich, dass es
eben auch hierher gehört. #journalism #lovemyjob #beautifulmoments #interview
#astronaut #iss #astronautin @astro_insa #powerfrau #impressingperson
#beeindruckendepersönlichkeit
Ein Beitrag geteilt von Lisa Harmann
(@lisaharmann) am
Okt 10, 2017 um 12:12 PDT
/**/
/**/
Jetzt stehen Parabelflüge, Tauchkurse und ein Pilotenschein an …
Ja, das Training dauert drei Jahre. Ich werde weiter als Wissenschaftlerin
arbeiten, habe aber die Stundenzahl reduziert. In zwei Jahren wissen wir, wer
von uns beiden fliegen wird und wer nur als Backup, also als Ersatzfrau,
eingesetzt wird. Mein Vater
war ja auch Astronaut, er hat zwölf Jahre gewartet, bis er endlich mal
selbst ins All fliegen durfte. Auf der Internationalen Raumstation (ISS)
selbst werden wir nur zwei Wochen sein, die Kinder müssen also nicht allzu
lang auf mich verzichten.
Bei den Parabelflügen steigen Sie mit einem Flugzeug sehr steil auf und
dann wieder ab, sodass oben ein kurzer Moment der Schwerelosigkeit entsteht.
Wird Ihnen da nicht schlecht?
Ach, ich habe schon einmal Parabelflüge gemacht, ich halte das gut aus, ich
finde es eher spannend. Ich habe auch in den Schwangerschaften nicht zur
Übelkeit geneigt.
Haben Sie eigentlich Vorgaben, etwa ein Verbot, schwanger zu werden?
Keine konkreten. Aber ich glaube, für eine Schwangerschaft wäre jetzt nicht
der allergünstigste Zeitpunkt. In der ersten Zeit mit Säugling stehen ja erst
mal seine Bedürfnisse im Vordergrund. Aber ich bin ja noch jung, wer weiß,
was danach kommt.
Warum wollen Sie ins All?
Aus wissenschaftlicher Neugierde. Ich freue mich auf die vielen
verschiedenen Experimente, die wir auf der ISS machen können. Zum Beispiel
auch im Biologischen – beispielsweise, wie weibliche Hormone auf
Schwerelosigkeit reagieren.
Es geht Ihnen also nicht vorrangig darum, dass jetzt auch mal dringend eine
Frau ins All muss?
Tatsächlich wollte ich schon immer Astronautin werden. Ich bin selbst
überrascht, dass es 2017 noch möglich ist, die erste deutsche Frau sein zu
sein. Das ist der eine Teil meines Jobs, den ich von Herzen gern annehme. Es
nervt mich nämlich, dass ich, wenn ich einen Kindergeburtstag zum Thema Raumfahrt
organisiere, als Deko nur männliche kleine Astronauten kaufen kann.
Sie möchten einen Weg ebnen?
Wenn ich die Aufmerksamkeit, die uns jetzt zuteilwird, nutzen kann, um
etwas zu ändern, nehme ich das dankend an. Ich möchte meinen Kindern
vermitteln, dass auch Mütter Reifen wechseln können. Und dass nicht alle
Mädchen MINT-Fächer, also Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik,
doof finden müssen. Die sind nämlich superspannend.
Nehmen Sie sich da auch ein Beispiel an Alexander Gerst, der seine Reise
zur ISS im Herbst 2014 ja sehr öffentlich gemacht hat?
Auf jeden Fall! Er hat so viele Menschen erreicht mit seinen Fotos und
Postings aus dem All! Ich finde das super, denn Raumfahrt ist ja schon etwas
sehr Emotionales.
Inwiefern?
Es geht um Grenzüberschreitungen. Ich habe einmal gelesen, dass nur zehn
Prozent aller Menschen an ihre Grenze gehen. 90 Prozent tun das also lieber
nicht. Christoph Kolumbus haben sie damals auch gewarnt: Bist du bekloppt? Du
wirst von der Erde fallen. Denn damals dachte man ja noch, die Erde wäre eine
Scheibe. Aber, wie wir wissen: Er hat sich trotzdem auf den Weg gemacht. Es
waren bislang erst 550 Menschen im All – das sind nicht besonders viele. Da
finde ich es wichtig, all den anderen die eigenen Erkenntnisse dann auch
weiterzuvermitteln.
Erschrecken Sie sich manchmal vor der eigenen Courage?
Klar. Man fliegt halt ins All, statt zu Hause mal wieder den Rasen zu mähen
(lacht). Ich neige zudem dazu, in sehr stressigen Phasen auch noch
Übernachtungspartys für die Kinder zu veranstalten.
Aber im Ernst: Manchmal denke ich natürlich auch, wie entspannend es wäre,
nicht immer neue Pläne zu haben. Aber das wäre dann halt nicht ich. Wir
versuchen, die Kinder nicht länger als 35 Stunden pro Woche fremdbetreuen zu
lassen, mein Mann hat sich intern versetzen lassen, um öfter Homeoffice
machen zu können.
Wir könnten uns für die Zukunft auch mal ein Au-pair-Mädchen vorstellen.
Und wir haben ein super Freundesnetzwerk: Mal nimmt die eine die Kinder, mal
die andere. Dann hat man auch nicht so ein schlechtes Gewissen.
Haben Sie manchmal Angst vor dem, was vor Ihnen liegt?
Auch. Wobei ich Angst – genauso wie ein schlechtes Gewissen – als gesunde
Komponenten betrachte, sie lässt uns nachhaken: Kenne ich alle Risiken? Habe
ich nichts übersehen? Ich bin beispielsweise mit den Kindern am Wasser sehr
vorsichtig, weil ich keine Rettungsschwimmerin bin und das Risiko nicht
abschätzen kann. Und ich weiß aus der Geschichte der Raumfahrt, dass dort
alles getan wird, um aus vergangenen Fehlern zu lernen.
Haben Sie ein Ritual mit den Kindern, während Sie auf Dienstreisen
sind?
Ja, ich habe immer „Muffin“ dabei. Das ist unser Dienstreise-Kuscheltier,
ein Glubschi. Wenn ich weit weg bin, wie neulich in San Francisco, dann
schicke ich mit dem Handy Fotos von „Muffin“ und erzähle den Kindern dazu
kleine Geschichten. Die Mädchen schicken dann Smileys und Sprachnachrichten
zurück. „Muffin“ soll natürlich auch mit ins All.
Dieses Interview erschien ursprünglich in der Zeitschrift Eltern Family
(Ausgabe 11/2017).
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Astronautin Insa Thiele-Eich: "Ich bin selbst überrascht, dass es
noch möglich ist, die erste deutsche Frau im All zu sein." | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/auf-der-fruehchenstation-zu-corona-zeiten-wir-duerfen-unser-baby-nur-getrennt-voneinander-besuchen |
Liebe Mia, deine Tochter kam acht Wochen zu früh auf die Welt – inmitten
der Corona-Krise. Wie ist die Geburt abgelaufen?
Die Geburt war ein „geplanter“ Kaiserschnitt. Es zeichnete sich schon zwei
Wochen lang ab, dass unsicher ist, wie gut unsere Tochter im Bauch versorgt
ist. Zum Glück waren da schon die ersten Lockerungen nach Corona, sodass mein
Mann mit dabei sein durfte. Wir trugen beide Mundschutz – aber bei einem
30-minütigen Kaiserschnitt ist das zu ertragen – bei einer normalen Geburt,
die Stunden dauert, stell ich mir das unangenehmer vor.
Da das ganze OP-Team sehr nett war und ich den operierenden Arzt schon
kannte, haben wir uns sehr gut aufgehoben gefühlt. Natürlich war es ein
tolles Gefühl, unsere Tochter sehen zu können und auch wenn der erste Bussi
auf den Mundschutz ging, waren wir glücklich, dass sie alles so gut
überstanden hat.
Durch die Frühgeburt durftet ihr natürlich nicht gleich nach Hause. Wie
ging es nach der Entbindung weiter?
Unsere Tochter kam, nachdem wir sie noch ein zweites Mal kurz sehen
durften, auf die ITS für Frühchen, ich bin in den Aufwachraum und mein Mann
ist zu unserer Tochter gegangen. Man sagt, dass Frühchenmamas nach einem
Kaiserschnitt meist schneller wieder auf die Beine kommen, als wenn das Kind
neben einem im Bettchen liegt und so war es bei mir auch: noch am Abend der OP
hat der zweite Aufstehversuch geklappt und mein Mann konnte mich im Rollstuhl
zu unserer Tochter bringen.
Ich selber bin fünf Tage im Krankenhaus geblieben, mein Mann immer an
meiner Seite. Er kam eine Nacht vor der Geburt und blieb, bis ich entlassen
wurde – das war mir eine unglaubliche Stütze. Möglich war dies, weil ich mir
ein Einzelzimmer genommen hatte und somit der Platz neben mir eh frei war.
Das kann ich nur jedem in unserer Situation empfehlen. Unsere Tochter ist
noch immer im Krankenhaus – was ganz normal ist, denn Frühchen müssen bis
mind. zur 36+0 SSW im Krankenhaus bleiben.
Sie konnte aber nach einer Woche von der ITS auf die IMC (etwas weniger
Überwachung) und nach einer weiteren Woche auf eine weitere IMC (mit noch
etwas weniger Überwachung) umziehen. Sie entwickelt sich toll und wenn man
bedenkt, dass Sie noch immer 5,5 Wochen in meinem Bauch gehabt hätte, können
wir mehr als stolz auf sie sein.
Wie war die Situation auf der NEO?
Die Neonatologie an sich war super, gerade auf der ITS ist der
Betreuungsschlüssel mit einer Schwester auf zwei Kinder super – die Mäuse
werden rund um die Uhr umsorgt und bewacht und die Schwestern sind dabei
geduldig mit uns Eltern, erklären alles und zeigen viel.
Die Hygiene war natürlich Mundschutz, beim Betreten des Zimmers immer die
Hände und Arme waschen und desinfizieren und eigentlich nach allem was man
getan hat desinfizieren. Gewickelt wird mit Handschuhen. Die Besuchsregeln
sind ziemlich einfach und für mich grausam zugleich: Mama und Papa dürfen
immer kommen, aber immer nur einer von beiden, dafür aber rund um die Uhr,
außer zu den Übergabezeiten.
Wie ging es dir damit?
Ich bin gut mit der Situation zurechtgekommen. Geweint habe ich nur zweimal
– das erste Mal, als mir klar wurde, dass wir druch Corona nicht zusammen zu
unserer Tochter dürfen. Für mich war das ganz schwer, weil wir so ja nicht
zusammenwachsen konnten – ich habe eh schon kein wirkliches Wochenbett, da
wir ja immer zwischen Zuhause und Krankenhaus pendeln und dann können wir das
alles nicht mal zusammen erleben.
Mich hat das auch wütend gemacht: weil wir uns auf dem Flur mit einem Kuss
verabschiedet haben und dann ist einer ins Zimmer unserer Tochter gegangen
und der andere hat gewartet – als ob das das Virus aufgehalten hätte. Ich
hätte ja auch verstanden, wenn man mit den anderen Eltern der Kinder im
gleichen Zimmer einen Besuchsplan hätte absprechen müssen, damit eben nicht
gleichzeitig vier Leute im Zimmer sind, aber die Option gab es nicht.
Es gab viele Eltern, die das noch viel schlechter verkraftet haben. Mütter,
die bitterlich weinen, wenn die Männer weggeschickt werden. Weil man eben
nicht als Familie zusammenwachsen kann – und das in der so schon verschärften
Situation mit einem Frühchen. Wir haben mit unserer Tochter viel Glück, wenn
man im gegenzug im Nachbarbett das kleine Baby sieht, das mit nur 624 Gramm
zur Welt kam… Diese Mäuse brauchen genauso oder vielleicht sogar noch mehr
als jedes zur richtigen Zeit geborene Kind, Mama und Papa.
Wie geht es deinem Mann damit?
Mein Mann macht eh aus jeder Situation das Beste – er hat immer geduldig
gewartet, wenn ich dran war. Als ich wieder selber laufen konnte, haben wir
eine für uns gute Regelung gefunden: einer geht früh zu ihr, der andere am
Nachmittag und am nächsten Tag ist es genau umgekehrt. So ist immer einer bei
dem dabei, was am Morgen so gemacht wird (Physio, Visite etc.) und bei dem,
was am Nachmittag anliegt (baden etc.).
Welche Situationen wolltet ihr so gerne teilen – und konntet es
nicht?
Baden war zum Beispiel ein riesen Thema für mich. Als ich gefragt wurde,
wer sie als Erstes baden darf, habe ich dies von Herzen gern meinem Mann
überlassen – weil ich wusste, er freut sich und hat da richtig Spaß dran. Als
der Sonntag dann kam, er mit ihr dieses erste Mal erlebt hat und ich zu Hause
auf der Couch saß, kamen ein zweites Mal in der ganzen Zeit die Tränen. Ein
Video ersetzt nicht das Erlebnis. Es wird für immer nur seine Erinnerung
bleiben!
Hast du versucht, auf eure Situation aufmerksam zu machen?
An diesem Sonntag, weinend auf der Couch, habe ich mich an das Ministerium
für Soziales und Gesundheit unseres Bundeslandes gewandt. Hier habe ich fünf
Tage später die Info erhalten: „Die Betretungsverbote für Krankenhäuser und
andere Einrichtungen, die aufgrund der Situation erlassen wurden, sind
inzwischen aufgehoben. Aber natürlich sind die Einrichtungen für das
weiterhin bestehende Infektionsrisiko sensibilisiert und haben entsprechende
Hygienekonzepte umgesetzt. Direkte Einflussmöglichkeiten auf die Besuchsregelungen
in den Krankenhäusern haben wir leider nicht, da diese eigenständige
Unternehmen sind.“ Ich muss mich also nun ans Krankenhaus wenden – da ich
dort noch den richtigen Ansprechpartner suche, komme ich da aktuell nicht
weiter, aber ich bleibe dran. Denn es wird weiter Eltern geben, denen die
gemeinsamen Erinnerungen fehlen werden.
Wie geht es euch heute?
Wir bleiben die Optimisten, die wir immer waren. Seit fast zwei Wochen
pendeln wir zwischen Krankenhaus und zu Hause und Büro und versuchen dabei,
auch das UNS nicht zu verlieren – weil einer früh und der andere am
Nachmittag im Krankenhaus ist, getrennt voneinander, heißt das eben auch:
wenig Zeit miteinander.
Daher versuchen wir zusammen Mittag zu essen und haben das gemeinsame
Abendbrot zum Austausch. Jeder hat dann immer etwas Spannendes zu erzählen,
was unsere Tochter wieder Neues kann, wieviel mehr sie nun trinkt oder wiegt
– man freut sich ja über jedes Gramm. Wir hoffen sehr, dass sie sich weiter
so gut entwickelt und wir sie wirklich um die eigentliche 36+0 SSW herum mit
heimnehmen dürfen…
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Frühchen in Corona-Zeiten: Wir dürfen unser Baby nicht gemeinsam sehen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/aus-jeder-krise-kann-etwas-positives-entstehen-plus-gewinnt-ein-kinder-mutmach-tagebuch |
Februar 2017. Abschied
am Schultor: "Mama, wenn du gleich weg bist, gehe ich wieder nach
Hause! Ich gehe keinen Tag länger in diese scheiß kack Schule!!“
Autsch! Das war deutlich!
Spulen wir ein paar Monate
zurück: Es ist Sommer 2016 und unser Sohn wird eingeschult. Wie die
anderen Kinder auch, freut er sich auf den ersten Schultag.
Doch schon nach kurzer Zeit
machte sich große Frustration bei unserem Sohn breit: Die Lehrerin ist
doch nicht so nett, wie er es sich erhofft hat. Man muss stundenlang
ruhig auf dem Stuhl sitzen bleiben und sich an einen Haufen Regeln
halten – und dabei natürlich still sein. Man muss
vorgegebenes Unterrichtsmaterial abarbeiten und zu einem
vorgegebenen Zeitpunkt fertig sein. Ein ganz schöner Hammer! Besonders
für ein sehr sensibles, emotionales Kind, welches einen großen
Bewegungs- und Mitteilungsdrang hat.
Unser Sohn brauchte schon immer
seine Zeit, um in Gruppen seinen Platz zu finden. Aber dieses Mal war es
anders. Er war monatelang nur noch gereizt, hatte täglich Wutanfälle,
schlechte Laune und entwickelte eine richtig große Aggression. Mit der
Zeit kamen mehr und mehr Stressanzeichen hinzu.
Sein Verhalten: Ein echter
Hilfeschrei. Aber was tun? Klassenwechsel? Schulwechsel? Das würde
bedeuten: Schon wieder eine neue Gruppe! Würde das die Situation
wirklich verbessern? Wir überlegten hin und her, suchten Gespräche mit
dem Schulpsychologischen Dienst, wälzten Bücher etc… Wie sollte
es weiter gehen?!?
Zurück zum anfangs erwähnten
Tag im Februar dieses Jahres: Solche Aussagen kamen jetzt schon
häufig und es musste sich etwas ändern!
Wir entschieden uns nach
unendlich schlaflosen Nächten dazu, ihn auf einer anderen Schule
anzumelden. Wir fanden eine kleinere Schule, wo er auch schon ein paar
Kinder kannte – mit einer sehr netten Lehrerin, die unser Sohn auf
Anhieb mochte. Schon ein paar Tage später hatte er dort seinen
ersten Schultag. Das ging alles so rasend schnell. Er fühlte
sich an der neuen Schule direkt deutlich wohler. Aufatmen in unserer
Familie. Das war wohl die richtige Entscheidung!
Seine Impulsivität und das angeeignete negative Verhalten ebbte
natürlich nur langsam ab und ich dachte viel darüber nach, wie ich ihn
positiv stärken könnte.
Eines Tages kam mir die Idee
mit ihm regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Ein besonders Tagebuch, bei
dem die positiven Aspekte und die Dankbarkeit im Vordergrund stehen. Ich
überlegte mir passende Fragen und fing parallel an, das Buch zu
gestalten. Daraus entwickelte sich „Der kleine Optimist – das
dankbare Tagebuch für Kinder“ mit verschiedenen Reflektionsfragen
für jeden Tag.
Diese Tagebuch wurde zu unserem abendlichen Ritual und hat uns
wirklich sehr geholfen den positiven Fokus zu
behalten. Auch an Tagen, an denen scheinbar alles schief läuft und
es viele Streitereien gibt, finden wir jetzt doch immer auch einige
schöne Dinge. Und dazu haben wir auch soooo unglaublich viel, für das
wir dankbar sein können.
In diesem Sinne: Ich bin
dankbar für meine wundervolle Familie und die Erkenntnis, dass nach
jeder Krise auch wieder Sonnenschein kommt!
Ich kann nur jedem wärmstens empfehlen ein abendliches Ritual einzuführen
und gemeinsam mit deinem Kind über die schönen Momente des Tages zu
sprechen.
– Überlegt gemeinsam, wofür
ihr dankbar seid: Was habt ihr alles? Was ist für euch selbstverständlich,
was andere Menschen nicht haben?
– Reflektiert gemeinsam, welche schönen Momente ihr am Tag erlebt habt –
das können auch Kleinigkeiten sein…
– Haltet die schönen Momente schriftlich fest.
—- GEWINNSPIEL: Wir verlosen ein Exemplar „Der kleine Optimist – das
dankbare Tagebuch für Kinder“ , ein Tagebuch, das mit gaaaaanz viel Liebe
gestaltet wurde und Eure positiv unterstützt. Kommentiert einfach hier, für
was Ihr dankbar seid, das Los entscheidet dann. Mehr Infos gibt es auf Yvonnes
Homepage.
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Aus jeder Krise kann etwas Positives entstehen - PLUS: Gewinnt ein
Kinder- Mutmach-Tagebuch | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ausgebuext-fuenf-naturabenteuer-die-ihr-diesen-fruehling-nicht-verpassen-solltet |
Ihr Lieben, Urlaub geht ja nicht so wirklich, wir sind also mal wieder mit
den Kindern zu Hause. Was gibt´s da Besseres als ein paar Anleitungen für
tolle Abenteuer direkt vor der Tür? Jana und Patrick Heck haben diese für uns
aufgeschrieben in ihrem Buch Ausgebüxt!: Mikroabenteuer mit Kindern. Uns geben sie hier in ihrem Gastbeitrag
schon einmal die besten Tipps.
„Endlich ist er da – der Frühling! Jetzt nix wie raus und… Ja, was denn
eigentlich? Einfach nur spazieren gehen? Nix da, gerade jetzt warten da
draußen so viele Abenteuer auf euch – wir haben 5 Mikroabenteuer
zusammengestellt, die ihr mit euren Kindern einfach überall erleben
könnt!
Ostereiersuche im Wald
Im flauschigen Moos, hinter einer Baumwurzel oder in einer Felsspalte: die
Vielfalt an Osterverstecken im Wald lässt das Herz eines jeden Osterhasen vor
Freude übersprudeln! Verlegt die Ostereiersuche dieses Jahr doch mal in ein
nahegelegenes Waldstück: Packt euch Proviant, Isomatten oder eine
Picknickdecke, Oma und Opa ein und lasst den Osterhasen seine Arbeit machen,
während die Kinder ein wenig abseits ihrer Entdecker- und Abenteurerlust
frönen dürfen.
Denkt nur daran, den Bereich, in dem die Kinder suchen dürfen durch
markante Elemente im Wald einzugrenzen und merkt euch ungefähr, was ihr dem
Hasen mitgegeben habt, damit am Ende auch alles gefunden wird und nichts im
Wald zurückbleibt.
Das Tolle an diesem Erlebnis: Nicht nur das Auffinden der Verstecke wird
zum Abenteuer, beim Suchen werden deine Kinder ganz sicher so viele spannende
Naturentdeckungen machen und noch dazu lässt euch die gemeinsame Zeit im Wald
auftanken und entspannen – Schokohasen und Omas Kuchen tun ihren Rest
dazu!
Lieblingsplatz finden
Da draußen warten überall so viele wunderschöne Orte darauf, von euch
entdeckt zu werden! Manche von ihnen strahlen ein so wohliges Zuhause-Gefühl
aus, dass wir immer wieder dorthin zurückkehren möchten. Solche Orte sind die
perfekte Alternative zum Spielplatz im Park oder zur Standard-Spazier-Runde:
Deine Kinder können sich austoben, vertiefen und entdecken und du stürzt dich
je nach Laune mit ihnen ins Abenteuer oder aber beobachtest das wilde Treiben
entspannt von deiner Hängematte aus.
Um euren Lieblingsplatz zu finden, zieht mit Proviant im Rucksack los und
haltet Ausschau nach einem Ort, der für euch besonders ist, an dem ihr gerne
verweilt und euch wohlfühlt. Verlasst dazu auch ruhig mal die Wege oder
strömt an einer vielversprechenden Stelle in verschiedene Richtungen aus. So
findet ihr vielleicht einen schönen Aussichtspunkt, ein gemütliches Plätzchen
am Ufer eines Baches, eine von knorrigen Bäumen umgebene Waldlichtung oder
einen versteckten Strand am See.
Einmal auserkoren, könnt ihr immer wieder zu eurem Lieblingsplatz
zurückkehren und ihn als euer kleines, gemeinsames Geheimnis hüten.
Blind durch die Natur
Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan. Alles, was wir bewusst
wahrnehmen, erfassen wir vorrangig über das Sehen.
Bei diesem Abenteuer geht es darum, das Licht einmal auszuknipsen und euch
für eure anderen Sinne zu öffnen: fürs Fühlen, Riechen, Hören und vielleicht
auch Schmecken. Sucht euch einen schönen, abwechslungsreichen Ort im Wald und
führt euch gegenseitig mit verbundenen Augen durchs Gelände. Haltet dabei
immer mal wieder inne, um spannende Dinge ertasten, beschnuppern und
vielleicht auch schmecken zu lassen. Das kann ein Steinhaufen sein, ein
Baumstamm oder der Waldboden.
Besonders spannend wird es, wenn die Kinder die Führung übernehmen.
Vertraue ihnen, dass sie dich sicher führen und lass dich auf dieses
ungewohnte Erlebnis ein. Nehmt euch hinterher Zeit euch über eure Erfahrung
auszutauschen: Wie hat sich das angefühlt? Was war besonders angenehm? Was
eher unangenehm? Konntet ihr manche der Stellen wiedererkennen, an die ihr
geführt wurdet?
Löffel-Expedition
Ihr wollt die Outdoor-Saison einläuten, aber habt das Gefühl ihr kennt
schon alles in eurer Gegend? Jede Wette, dass es bei euch noch was zu
entdecken gibt!
Bei diesem Abenteuer lasst ihr den Zufall entscheiden, wo es hingeht. Ihr
braucht dazu eine Landkarte eurer Umgebung (am besten im Maßstab 1:25:000)
und einen ganz normalen Löffel. Breitet die Karte auf dem Boden auf dem Boden
aus. Jetzt stellt sich ein Kind darüber und lässt den Löffel mit
geschlossenen Augen fallen. Dort, wo die Spitze hinzeigt, liegt euer Ziel.
Vielleicht ist es ein Steinbruch, ein kleines Wäldchen oder ein Seeufer.
Vielleicht aber auch ein unscheinbarer Fleck, der euch nie interessiert
hätte. (Wenn die Spitze auf Startbahn Nr. 2 des Flughafens zeigt, darf auch
noch mal gelöffelt werden.)
Macht es euch zu eurer heutigen Mission, dorthin zu kommen. Ihr werdet
sehen: Es kann ganz schön anspruchsvoll sein, euren Ort zu erreichen.
Wahrscheinlich müsst ihr kreativ werden um zu entscheiden wie ihr dort hin
gelangt und am Ende geht es bestimmt Querfeldein. Wenn ihr angekommen seid,
macht ein Heldenfoto zur Erinnerung und feiert eure erfolgreiche Expedition.
Wenn nicht: Auch egal! Bei diesem Abenteuer ist auf jeden Fall der Weg das
Ziel. Garantiert werdet ihr bei diesem Abenteuer viele tolle Orte entdecken,
die ihr bisher noch nicht kanntet.
Tipp: Wenn keine Papierkarte im Haus ist, versucht’s mal mit einem Ausdruck
der Online-Karte von Mapy.cz
Konzert im Morgengrauen
Im Frühling gibt es einen besonderen Grund ganz früh aufzustehen: Von April
bis Juni startet jeden Morgen ein kostenloses Konzert vom Feinsten.
Hauptakteure sind die Vogelmännchen, die zu dieser Zeit trällern was das Zeug
hält um ihre Liebste anzulocken. Und damit sie ihn auch unter den vielen
anderen Männchen heraushören kann, startet der Gesang je nach Vogelart
zeitversetzt. Der Gartenrotschwanz zum Beispiel fängt schon etwa 80 Minuten
vor Sonnenaufgang an, der Buchfink als Langschläfer legt erst 10 Minuten vor
Sonnenaufgang los.
Welcher Vogel wann singt, verrät euch die NABU Vogeluhr.
Dieses Abenteuer lässt sich besonders gut mit einem wilden
Outdoor-Frühstück verbinden. Jetzt im Frühling sprießen nämlich überall die
ersten frischen Wildkräuter. Und um daraus einen leckeren Frühstücksquark zu
zaubern braucht ihr kein besonderes Pflanzenwissen. Für den einfachsten
Kräuterquark der Welt braucht es zum Beispiel nur Brennnessel, Gänseblümchen
und Löwenzahn. Dazu ein frisches Brot und ihr seid bestens verpflegt.
Tipp für Fortgeschrittene Ausbüxer: Wenn ihr nicht so früh aus den Federn
wollt, dann schlaft doch gleich unter freiem Himmel. Sobald es nachts wärmer
als 10 °C ist, geht das auch schon mit den Kleinsten. Packlisten und
Praxistipps gibt’s hier.
Im Buch Ausgebüxt! – Mikroabenteuer mit Kindern von Jana und Patrick Heck
findet ihr mehr als 40 Abenteuerideen und 30+ Outdoor-Rezepte für
unvergessliche Erlebnisse in der Natur. Dazu gibt es alles zum Thema
Ausrüstung, Outdoor-Wissen und handfeste Tipps, wie Mikroabenteuer euren
Familienalltag bereichern und entspannter machen.
|
Ausgebüxt! 5 Naturabenteuer, die ihr diesen Frühling erleben solltet |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/back2school-mama-ist-verhext-wie-mich-die-kinder-mal-in-ausradierbare-frixion-stifte-verwandelten-mit-videobeweis |
Ihr Lieben, ich weiß, man soll es ja nicht zu laut sagen, aber hey,
vielleicht gehen unsere Kinder ja wirklich bald wieder zur Schule. Also so
richtig, richtig, mit Schulbus und FreundInnen und in einem richtigen
Klassenzimmer mit Lehrern und Lehrerinnen statt bei uns am noch gedeckten
Küchentisch mit Mama, die eigentlich auch noch ein bisschen arbeiten
müsste…
Zurück in die Schule: Sogar die Kinder freuen sich ein bisschen
Und das Allerbeste: Nicht nur ich würde mich darüber sehr freuen, sondern
auch die Kinder! Zum ersten Mal in ihrem Leben denken sie am Ende der
Sommerferien: Hach, so ein bisschen Schule und Normalität wäre ja schon auch
mal wieder cool – back to school und zwar mit einem lachenden Auge! Deswegen
werden hier auch schon fleißig Vorbereitungen getroffen (also zumindest bei
einem von drei Kindern, ihr erinnert euch… 😉).
Unsere Große zeichnet sich ein Bullet Journal, für das sie im Rahmen der
#back2school-Kampagne der FriXion Family die coolsten Stifte ever nutzen
durfte. Vermutlich kennt ihr sie ja eh schon, diese ausradierbaren dick- und
dünnminigen in hellrosa und dunkelgrün und noch viel mehr Farben. Und habt
ihr euch nicht auch schon mal gefragt, wie das funktioniert, dass man sie
einfach so wegradieren kann?
Das liegt nämlich an einer Art Zaubertinte aus dem Hause PILOT (unter dem
Link findet ihr noch tolle Schultipps für Eltern)! In Wahrheit nennt man das
Verfahren thermosensitive Tintentechnologie… (wieder was gelernt). Durch das
Reiben des integrierten Radierers am Ende des Stiftes erhitzt sich die Tinte
auf über 60 Grad und wird dadurch unsichtbar.
Ausradieren und wieder herstellen: Mit FriXion Stiften können die Kinder
quasi zaubern
Der Witz ist: Wenn man das Papier danach in den Tiefkühler legt, kann man
alles wieder lesen, denn die Tinte wird bei Temperaturen von minus 10 Grad
und kälter wieder sichtbar. Unsere Jungs mussten das natürlich sofort
ausprobieren und siehe da: Es klappte!
Aber zurück zum Bullet Journal der Großen. Sie macht sich also jetzt einen
Plan, wie sie ihre neuen Wochen mit Schule und Hobbys und Freundinnentreffen
gestalten kann, unterlegt einige Worte mit Farben und variiert dabei
verschiedene Stifte… etwa den FriXion
Ball, den Clicker (beide eignen sich vor allem ut zum Schreiben), den Point,
Light, Light Soft (diese beiden sind sozusagen radierbare Textmarker und
deswegen auch auf meinem Schreibtisch echt wichtig), Colors (mit dem kann man
vor allem super ausmalen) und den Fineliner. Schaut mal, so schwierig ist das
gar nicht, vielleicht mögen eure Kids oder ihr selbst das sogar mal
nachzeichnen oder als Anregung nehmen?
Zu guter Letzt mussten wir uns aber natürlich auch noch einen kleinen Spaß
erlauben. Denn wenn schon die FriXion Stifte ausradierbar sind und die Tinte
wegzuzaubern ist… könnte man dann nicht vielleicht sogar auch die Mama
weghexen…?! Kein Thema! Und so entstand dieses herrliche Video als
Ferienprojekt, in dem mich die Jungs per Zauberhand in eine Handvoll cooler
FriXion Stifte verwandelten, WEG WAR SIE:
Aber: Keine Sorge, das mit der Rückverwandlung hat danach dann auch wieder
gut geklappt… sonst könnte ich diesen Text ja hier nicht schreiben 😉
Seid ihr denn auch schon in Vorbereitungen fürs neue Schuljahr? Habt ihr das
Material schon zusammen? Oder habt ihr das Shopping für den Schulstart noch
auf der To-do-Liste stehen?
|
#back2school mit FriXion Finelinern und Stiften mit Radierer von Pilot |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/behoerden-irrsinn-warum-wir-uns-nach-dem-tod-unseres-sohnes-nicht-gut-behandelt-fuehlten |
Liebe Dörte, Euer
dreijähriger Sohn Johann ist im November 2019 überraschend gestorben. Kannst
Du uns etwas darüber erzählen?
Johann kam 2016 als Frühchen zur Welt. Bereits bei 18+0 SSW hatte ich einen
Blasensprung. Ich habe dann elf Wochen lang gelegen und wir haben es zusammen
bis 29+0 SSW geschafft. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich eine Infektion ab,
so dass er auf die Welt geholt wurde.
Es stand einige Tage lang nicht gut um ihn, aber er hat gekämpft wie ein
kleiner Löwe, so dass er nach genau 100 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen
werden konnte. Er hatte zwar nachfolgend immer mal Probleme mit
Atemwegsinfekten in der Winterzeit, wie es viele ehemalige Frühchen haben.
Insgesamt war er aber nach allen ärztlichen Befunden ein völlig gesundes Kind
ohne nennenswerte (gesundheitliche) Spätfolgen.
Er ging gerne in seine Kita, liebte Musik, Waschmaschinen und Staubsauger.
Und seine große Schwester Emmi. Im Oktober haben wir seinen dritten
Geburtstag gefeiert, er war so stolz, nun „auch groß“ zu sein.
Am 1. November wollte ich Johann morgens wecken, nachdem sich seine
Schwester auf den Weg in die Schule gemacht hatte. In seinem Bettchen, mit
seiner Kuscheldecke und seinem Hasen im Arm, habe ich ihn dann leblos
gefunden. Er lag in der gleichen Position, in der er am Vorabend
eingeschlafen war. Allem Anschein ist er im Schlaf gestorben. Einfach
so.
Wie geht es Euch seit diesem Tag? Wie geht ihr mit dem schrecklichen
Verlust um?
An diesem Morgen ist unsere heile Welt über uns zusammengebrochen. Die
ersten Tage und Wochen sind wie in einem dichten Nebel an uns vorbeigezogen.
Ganz häufig habe ich mich gefühlt, als würde ich träumen und mir verzweifelt
gewünscht, ich könnte endlich, endlich aufwachen aus diesem Alptraum.
Nur sehr langsam hat sich in meinem Kopf die Erkenntnis durchgesetzt, dass
das alles wirklich passiert ist und das „Ohne-ihn-sein“ nun unser Leben ist.
Mein Mann und ich haben viel Halt aneinander und durch die Zuwendung unserer
Familie, unserer Freunde und Kollegen gefunden. So viele Menschen haben
Anteil genommen und das hat uns sehr getröstet.
Wir versuchen, jeden Tag weiterzumachen, allein für unsere Tochter müssen
wir es. Sie ist so ein tapferes, mutiges und kluges Mädchen, wir tun alles,
um es für sie leichter zu machen. Sie vermisst ihren kleinen Bruder, den sie
immer beschützen wollte, sehr.
Für Dich war es eine zusätzliche Belastung, wie die Behörden mit Euch umgegangen
sind. Was genau ist passiert nach dem Tod von Johann?
An jenem Morgen kamen neben dem Notarzt und den Rettungskräften auch Beamte
der Kriminalpolizei zu uns. Sie haben Johanns Körper mitgenommen und in die
Rechtsmedizin der hiesigen Uniklinik gebracht.
Das hängt damit zusammen, dass in Fällen wie diesem – wenn also ein Kind
ohne ersichtlichen Grund stirbt – ein staatsanwaltschaftliches
Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, um auszuschließen, dass es irgendeine
Fremdeinwirkung gab, die den Tod zur Folge hatte.
Im Rahmen dieses Verfahrens wird eine rechtsmedizinische Untersuchung
durchgeführt, um die möglichen Ursachen zu beleuchten. Auch an Johanns Körper
wurde eine Obduktion durchgeführt, d.h. z.B. seine Organe begutachtet.
Man hat bei dieser Untersuchung nichts gefunden, was seinen Tod hätte
erklären können, und daher weitere Untersuchungen, insbesondere der
entnommenen Gewebeproben, angeordnet. Ein Ergebnis haben wir bislang
nicht.
Dieses Verfahren ist gesetzlich vorgesehen und ich halte es auch für völlig
richtig. Allerdings hat mich extrem belastet, dass wir während dieser Zeit
nicht umfassend und mitfühlend informiert worden sind, darüber, was mit
unserem Kind geschieht.
Immer wieder, wenn ich bei Polizei, Rechtsmedizin oder Staatsanwaltschaft
angerufen habe, hat man mich hin- und herverwiesen und mir gesagt, dass vor
dem formellen Abschluss des Verfahrens keine Informationen erfolgen
werden.
Wir hingen in dieser Zeit völlig in der Schwebe, erst nach einer Woche
hatten wir überhaupt die Möglichkeit, Johann noch einmal zu sehen und uns von
ihm zu verabschieden. Ich habe letztlich die Informationen, die ich haben
wollte, bekommen; das aber nur, weil ich immer und immer wieder nachgehakt und
gebohrt habe.
Welche Reaktion hättest Du Dir stattdessen gewünscht?
Ich hätte mir gewünscht, dass ich zu Beginn des Verfahrens einmal
vernünftig und umfassend informiert worden wäre, was nun passiert und welche
Schritte im Einzelnen durchgeführt werden. Ich hätte mir gewünscht, dass man
mir gesagt hätte, dass und wann die eigentliche rechtsmedizinische
Untersuchung stattfindet.
Ich habe Nächte damit verbracht zu grübeln, ob man mein Kind bereits
aufgeschnitten hat oder nicht. Ich wusste es ja einfach nicht. Und ich hätte
mir gewünscht, dass man mir die vorläufigen Ergebnisse der medizinischen
Untersuchung mitgeteilt hätte. Von sich aus und nicht nur, weil ich so
hartnäckig wieder und wieder danach gefragt habe.
Ist es nicht ohne Weiteres naheliegend, dass man einer Mutter, die ihr Kind
verloren hat, sagt, dass nach dem vorläufigen Untersuchungsbefund nichts
dafür spricht, dass das Kind gelitten hat, als es starb? Dass es mit einiger
Wahrscheinlichkeit keine Schmerzen hatte? Für mich und auch für meinen Mann
war das unheimlich wichtig.
All diese Informationen hätte man uns ohne weiteres geben können, weil von
Seiten der Behörde nie im Raum stand, dass gegen uns ermittelt wird. Es gab
nie irgendwelche Verdachtsmomente, die es geboten hätten, bestimmte oder alle
Informationen aus prozessualen Gründen zurückzuhalten.
Du bist Juristin – hat Dir dein Wissen in dieser Situation geholfen?
Ja, auf jeden Fall. Ich arbeite zwar nicht unmittelbar in diesem Bereich,
aber ich kenne das grundsätzliche Verfahren, das in einem solchen Fall
durchgeführt wird bzw. ich weiß schlicht, an welcher Stelle im Gesetz ich
nachschauen muss.
Eigentlich noch wichtiger war aber, so glaube ich es jedenfalls, dass meine
Hemmschwelle, hartnäckig immer weiter zu fragen, einfach niedriger war, als
bei jemandem, der sich mit dem Ganzen nicht auskennt. Aufgrund meines
beruflichen Hintergrundes habe ich natürlich viel weniger „Berührungsängste“
gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft.
Ich musste in dieser furchtbaren Situation, in der ich schon überfordert
war, mich für einen Bestatter zu entscheiden, nicht auch noch einen
Rechtsanwalt aussuchen, um meine Belange durchzusetzen.
Du hast Dich in einem offenen Brief an die Behörden gewandt. Warum war Dir
das wichtig?
Das habe ich getan, weil ich mir wünsche, dass die Behörden ein wenig mehr
Einfühlungsvermögen an den Tag legen, wenn Sie mit trauernden Familien
konfrontiert sind. Ich erwarte nicht, dass der Staatsanwalt die ganze Zeit in
seine Akte weint, weil er das Ganze so traurig findet. Das wäre auch gar
nicht richtig, er soll ja objektiv ermitteln und herausfinden, was passiert
ist. Das ist die Aufgabe der Behörde.
Einen Moment innezuhalten, sich vorsichtig vorzustellen, wie
schrecklich die Situation für die Hinterbliebenen sein muss und sich dann zu
überlegen, was man tun könnte, um es wenigstens nicht schlimmer für sie zu
machen, ist alles, was ich erwarte.
Dazu gehört es, zu informieren und Fragen zu beantworten, wenn sie gestellt
werden und nicht auf Formalien zu verweisen; das alles selbstverständlich
nur, wenn das gewünscht wird. Wenn die Hinterbliebenen all das lieber gar
nicht wissen wollen, ist auch das ihr gutes Recht.
Gab es Reaktionen auf den Brief?
Mittlerweile gibt es einen Gesprächstermin bei der Staatsanwaltschaft, dem
ich positiv entgegen sehe. Auch der Informationsfluss seitens der Behörde
klappt derzeit gut. Es gibt Hinweise auf eine unerkannte (Akut-)Erkrankung,
die sich im Rahmen der weiteren Untersuchungen ergeben haben und die Johanns
plötzlichen Tod erklären.
Die Trauerbegleiterin, die auch uns betreut, hat sich z.B. bereit erklärt,
sich mit den Vertretern der Behörde zusammenzusetzen und diese darin zu
schulen, wie Trauernde in einer solchen Extremsituation fühlen und was man
tun könnte, um sie nicht noch zusätzlich zu belasten. Man könnte mit kleinen
Dingen eine wirkliche Verbesserung erzielen, aber man muss natürlich bereit
sein, sich ehrlich darauf einzulassen.
Von anderen Betroffenen haben wir zahlreiche Rückmeldungen erhalten, dass
sie sich in einer vergleichbaren Situation befunden haben und sich, weil sie
eben nicht „vom Fach“ sind, noch viel hilfloser als wir gefühlt haben.
Auch Selbsthilfegruppen und Vereine, die Trauerbegleitung anbieten, haben
mir geschildert, dass häufig Angehörige bei ihnen sitzen, die Ähnliches
erlebt haben und die darunter, neben all dem anderen Schmerz, sehr leiden.
Ich denke, es handelt sich also wirklich um ein strukturelles Problem. Hier
muss sich etwas ändern.
Was gibt Dir momentan Kraft, um nicht an Eurem Verlust zu zerbrechen?
Meine Familie, vor allem mein Mann und unsere Tochter. Meine Arbeit, von
der ich merke, dass sie mir Freude macht, egal, was in meinem Leben sonst
passiert. Unsere lieben Freunde, die immer für uns da sind.
Was wünscht Du Dir für die kommenden Monate?
Die Kraft, weiterzumachen. Dass irgendwann die Erinnerung an unseren fröhlichen
Jungen und sein viel zu kurzes, aber so intensives Leben nicht mehr so
überwältigend schmerzt.
Und ein Stück weit auch, dass ich etwas bewegen kann mit meinem Appell, und
wenn es nur eine einzige Familie ist, der dadurch zusätzlicher Schmerz und
unnötige Belastungen erspart bleiben.
|
Behörden-Kämpfe: Dörte fordert nach dem Tod ihres Sohnes mehr Empathie |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/beidseitige-mastektomie-so-kaempft-sich-barbara-nach-dem-brustkrebs-zurueck-ins-leben |
Ihr Lieben, jede 8. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Deshalb greifen wir
hier das Thema immer wieder auf, erzählen Geschichten von Betroffenen und
klären immer wieder zum Thema Vorsorge auf. Sowohl Lisa als auch Katharina
haben Fälle von Brustkrebs im näheren Freundes-und Familienkreis, deshalb
berührt uns dieses Thema auch persönlich sehr.
Heute möchten wir Euch die Geschichte von Barbara (49) erzählen, die
bereits zwei Mal diese Diagnose bekam und zweimal tapfer gegen den Krebs
gekämpft hat. Letzten August wurden ihr beide Brüste abgenommen, darüber
erzählt Barbara im Interview. Und wir wollen Euch die Firma Amoena
vorstellen, die Frauen nach einer Brustkrebserkrankungen durch spezielle
Prothesen, Dessous und Bademoden Lebensqualität zurück geben
möchte.
Liebe Barbara, mit gerade mal 34 Jahren hast du die Diagnose Brustkrebs
erhalten.
Genau, das war im Jahr 2006. Da ich keinerlei familiäre Vorbelastungen
habe, hat mich das wirklich total umgehauen. Ich habe mich aber
durchgekämpft, Operationen und Chemos überstanden. Und tatsächlich sah es so
aus, als hätte ich Glück gehabt. 14 Jahre lang hatte ich „Ruhe“ und habe mein
Leben sehr genossen.
Bis du dann im März 2020 wieder einen Knubbel in der rechten Brust gefühlt
hast….
Ja, ich habe mir aber tatsächlich zunächst nicht so viel dabei gedacht,
da ich ein Jahr vorher eine ähnliche Situation hatte, die sich dann aber
als harmlos herausgestellt hatte. Auf dem Ultraschall sah mein Arzt
allerdings dann etwas, was ihm nicht so gefiel und er hat sofort eine
Biopsie gemacht. Bis dahin war ich immer noch voller Hoffnung. Am 1. April
klingelte dann mein Handy und es hieß: Da ist eine Krebsvorstufe in der
rechten Brust.
Kannst du beschreiben, was da in Dir vorging?
Es fühlt sich wirklich so an, als würde einem der Boden unter den Füßen
weggezogen werden. Mir wurde heiß, alles in mir zog sich zusammen und ich
dachte nur: Ich will nicht nochmal durch diese ganze Sache durchmüssen.
Mein Mann kam während des Anrufs ins Zimmer, sah natürlich sofort, dass etwas
nicht in Ordnung ist. Er blieb ganz ruhig, nahm mich in den Arm und sagte:
Wir schaffen das!
Wie ging es weiter?
Nach diversen Untersuchungen und Eingriffen war klar, dass es doch keine
Vorstufe in der rechten Brust ist. sondern es sich um mehrere bösartige
Tumore handelt. In der linken Brust wurden zusätzlich Vorstufen von
Krebs gefunden. Es gab unterschiedliche Möglichkeiten, wie es für
mich weiter gehen könnte. Eine Variante war komplette Abnahme der
rechten Brust und die Entfernung des Gewebes in der linken und anschließende
Bestrahlung dieser. Für mich kam eine Bestrahlung allerdings nicht mehr
in Frage, das war für mich sofort klar. Und so habe ich relativ schnell
gewusst, dass mein Weg eine beidseitige Mastektomie sein würde.
Eine Entscheidung, die sicherlich sehr schwer zu fällen war.
In der Theorie war alles entschieden. Aber ich fragte die Ärztin, ob ich
noch Zeit hätte, mich ein paar Wochen an die Vorstellung zu gewöhnen. Aus
medizinischer Sicht war das okay und so setzten wir den OP-Termin vier Wochen
später an. In dieser Zeit gingen mein Mann und ich wandern. Ich musste
dringend raus, eine andere Umgebung haben, mal andere Gedanken in meinem Kopf
bekommen. Diese Zeit war für mich sehr wertvoll und als der Tag der OP kam,
war ich wirklich bereit dafür.
Erzählst du uns von diesem Tag?
Am Abend vorher habe ich mich nochmal ganz bewusst von meiner Brust
verabschiedet, sie mir ein letztes Mal angesehen. Nach der OP war ich ja
erstmal komplett verbunden, da hatte ich noch gar kein richtiges Gefühl, wie
ich jetzt aussehen könnte. Am Tag nach der OP kam meine Ärztin, um den
Verband zu wechseln. Ich konnte einfach nichthinsehen, habe an die Decke
geschaut und fing an zu heulen. Als die Drainagen gezogen wurden, war mein
Mann dabei. Dafür musste der Verband natürlich auch abgemacht werden. Er hat
mich da das erste Mal ohne Brust gesehen. Ich habe ihm die ganze Zeit dabei
in die Augen geschaut, sein Blick sagte: „Es ist nicht schlimm. Du bist immer
noch du.“ Das war sehr sehr beruhigend.
Wann hast du dich dann das erste Mal ohne Brust gesehen?
Es war am Tag nachdem die Drainagen gezogen wurden und ich die Pflaster
wechseln wollte. Abends sagte ich zu meinem Mann: „Ich bin jetzt
soweit“ und wir sind ins Badezimmer. Er stand die ganze Zeit hinter mir, als
ich den Verband öffnete und mich zum ersten Mal ansah. Er hat mich gehalten,
war bei mir, das war ein großes Glück für mich. Ich habe große Narben, von
der Achsel bis zur Brustmitte. So bin ich jetzt eben.
Du hast dich erstmal gegen einen Brustaufbau also zb. gegen Implantate
entschieden.
Ja, ich war so viel im Krankenhaus, hatte so viele Eingriffe, ich wollte
nun einfach wieder Ruhe in mein Leben kriegen und mir Zeit geben, zu
heilen.
Du trägst nun im Alltag Prothesen.
Man bekommt schon im Krankenhaus einen Erstversorgungs-BH und
Schaumstoff-Prothesen, wenn man das möchte. Da ich mich bisher nie mit
diesem Thema auseinandersetzen musste, hatte ich diese Vorstellung, dass
sämtliche Wäsche und Bademoden aus dem Sanitätshaus nur fleischfarben und
unmodern seien. So mit dicken Trägern und breiten Hosen eben. Also habe
ich angefangen zu recherchieren und bin auf die Firma Amoena gestoßen. Mich
haben die schönen Materialien, die Schnitte und die Qualität der Prothesen
total überzeugt. Ich dachte, ich könnte nie wieder einen trägerlosen BH
tragen – und dann gab es da ein Modell und das hieß auch noch Barbara. Da war
ich wirklich happy und habe gespürt, dass es weiter geht.
Was hast du durch deine Krankheit gelernt?
Mir waren Brüste immer sehr wichtig. Für mich standen sie für
Weiblichkeit. Heute weiß ich: Ich bin viel mehr als meine Brust. Ich sehe
mich im Spiegel und sehe mich, mit Ecken und Kanten, mit all meinen Facetten
und Begabungen. Ja, ich fühle mich schön und weiblich – auch ohne
Brust.
———-
Klar ist, dass jede Frau nach einer Mastektomie ihren eigenen Weg finden
muss. Die einen möchten auf jeden Fall einen Brustaufbau, die anderen
entscheiden sich wie Barbara dagegen und greifen auf Prothesen zurück.
Amoena, eine Firma aus dem bayerischen Raubling bei Rosenheim, ist seit über
45 Jahren spezialisiert auf Medizinprodukte für brustoperierte Frauen.
Sämtliche Amoena Produkte werden in enger Zusammenarbeit mit Medizinern und
Ärzten entwickelt und von betroffenen Frauen intensiv getestet.
Oft ist es so, dass betroffene Frauen für ihre verschiedenen Anliegen
zahlreiche Geschäfte und Sanitätshäuser abklappern müssten – bei Amoena
finden sie alles unter einem Dach. Das spart Zeit und Kraft, die betroffene
Frauen dringend für ihre Heilung brauchen.
Amoena bietet eine Rundum-Versorgung an, speziell an die Bedürfnisse der
Frauen angepasst. So gibt es wirklich sehr hübsche Dessous und Bademoden für
jeden Anlass und passend dazu die verschiedensten Prothesen. Die
Brustprothesen sind keine starren, unbeweglichen, harten „Plastikteile“,
sondern werden aus High-Tech-Materialien und hoch differenzierten Silikonen
hergestellt. Sie sind also ganz weich, passen sich der Körperform an und
kommen optisch sehr nach an die natürliche Brust heran.
Für die Bademode gibt es spezielle
Prothesen, die so genannte Aqua Wave – so können Frauen nach einer
Mastektomie auch wieder ganz normal an den Badesee oder ins
Schwimmbad. Es gibt Prothesen, die ideal in die eingenähten Taschen der
BHs passen sowie Prothesen, die direkt auf der Haut getragen werden, ohne
dass sie unangenehm auf den Narben drücken. Für Frauen, die ungleich große
Brüste – oder nach einer Mastektomie nur noch eine Brust haben – gibt es auch
Prothesen wie die Amoena Adapt Air, deren Volumen sich individuell anpassen
lässt. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Produkten, die die Narbenheilung
unterstützen können. So gut wie alle Produkte von Amoena sind so genannte
medizinische Hilfsmittel und werden deshalb von den Krankenkassen bezahlt
oder bezuschusst. Man erhält die Produkte im Sanitätshaus auf Rezept vom
Arzt.
Für Barbara war Amoena ein Grund für mehr Normalität. „Durch die Prothesen
ist meine Mastektomie nicht sofort für jeden sichtbar und die Vielfalt der
Dessous geben mir die Freiheit nach wie vor alles tragen zu können was mir
gefällt. Für mich ist das ein großes Geschenk und ich bin sehr dankbar
dafür!“Mehr Info: www.amoena.de
|
Beidseitige Mastektomie: So kämpft sich Barbara zurück ins Leben |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/berliner-und-potsdamer-aufgepasst-registrierungsaktion-am-9-11-carlos-will-leben |
Das ist Carlos. Carlos hat
noch viel vor: Er muss noch schwimmen lernen, eine viel zu große Zuckertüte
tragen, vom Fahrrad fallen, heimlich hinter der Turnhalle knutschen, zu spät
nach Hause kommen und seine Eltern auf die Palme bringen. Und eigentlich hat
Carlos noch genug Zeit dafür, denn Carlos ist erst zwei Jahre alt. Aber
Carlos hat Leukämie und sucht dringend einen Knochenmarkspender. Um möglichst
viele potentielle Spender zu gewinnen, erhält die Familie – die Eltern sind
Darsteller bei GZSZ – tatkräftige Unterstützung von ihren Freunden und
Kollegen der TV-Produktionsfirma UFA SERIAL DRAMA. Gemeinsam mit der DKMS
organisieren sie eine Registrierungsaktion am
9. November 2014. Von 11-16 Uhr in der Metropolis Halle im Filmpark
Babelsberg, Großbeerenstraße 200, 14482 Potsdam.
Hier geht es zum offiziellen Flyer der Aktion.
Aufruf der Eltern:
Seit einigen Wochen sind wir mit unserem Carlito (2 Jahre alt) im
Krankenhaus.
Er hat eine seltene Art der LEUKÄMIE
(Blutkrebs).
Auf einmal ist ALLES anders…
Unendlich traurig und fassungslos standen
wir da!
Unsere Welt steht Kopf…
Doch wir werden mit unserem Carlito
kämpfen und ihn wieder gesund mit nach Hause nehmen.
Die Chemotherapie hat begonnen und
Carlito hat die ersten Operationen gut überstanden.
Wir haben einen langen Weg vor uns
und letztendlich steht uns eine Knochenmarktransplantation bevor.
Carlito hat uns versprochen zu
kämpfen, wie ein großer Löwe!
Uns ist bewusst geworden, dass es JEDEN von uns treffen kann!
JEDER kann dazu beitragen Carlitos
und das Leben Anderer zu retten!!!
Bitte nimm Dir die Zeit, informiere Dich über die Deutsche
Knochenmarkspenderdatei ( www.dkms.de ) und registriere Dich als
Spender!
Teile und like diesen Beitrag,
sodass wir viele Menschen erreichen!
Wir danken jedem von Euch – von ganzem Herzen!
Carlito, Susi & Jay
Die Texte haben wir dem Blog Carlos und Du entnommen.
|
Berliner und Potsdamer aufgepasst! Registrierungsaktion am 9.11.! CARLOS
will leben! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bin-ich-schon-depressiv-oder-ist-das-noch-das-leben |
Ihr Lieben, die Zeiten des Lockdowns bringen viele von uns an ihre Grenzen.
Und manche sogar darüber hinaus. Aber ab wann erkennen wir, ob wir einfach
nur erschöpft sind – oder schon Hilfe brauchen, um aus dem Loch wieder
rauszukommen? Autor und Familienvater Till Raether erzählt in seinem neuen
Buch Bin ich schon depressiv oder ist das noch das Leben von den Graustufen
zwischen Überforderung, weil er sie selbst kennenlernen durfte bzw. musste.
Autor Till Raether. Foto: Stephanie Brinkkoetter
Lieber Herr Raether, mit Ihrem neuen Buch sprechen Sie mit Sicherheit
einigen erschöpften Müttern und Vätern nach einem völlig unplanbaren Corona-Lockdown-Jahr
aus der Seele. Gerade wenn Sie schreiben, dass Sie oft daran gedacht haben,
sich hinzulegen – und einfach nicht wieder aufzustehen. Provakant gefragt:
Ist das noch Erschöpfung oder sollten wir uns jetzt bereits alle Hilfe holen?
Ich denke, es ist nie verkehrt, sich Hilfe zu holen. Leider ist es in der
Pandemie nicht einfacher geworden: Es gibt nicht genug Therapieplätze, das
Prozedere ist noch komplizierter geworden, die Wartelisten sind lang. Es ist
leicht, sich davon abschrecken zu lassen. Aber ich finde, es lohnt sich,
dranzubleiben. Selbst, wenn man möglicherweise nur erschöpft ist. Und das nur
würde ich in ganz große Anführungszeichen setzen.
Ihr Buch bietet echt hohes Identifikationspotential, weil es eben die
Grauzone zwischen Erschöpfung und Erkrankung auslotet. Mögen Sie uns kurz
mitnehmen in diese Grauzone?
Ich glaube, dass gerade bei Mehrfachbelastungen die Gefahr groß ist, sich
immer wieder zu sagen: Ach, meine Erschöpfung, meine Überforderung, womöglich
meine Niedergeschlagenheit – das liegt alles daran, dass ich so viel zu tun
habe, dass alle was von mir wollen, dass ich keine Zeit für mich habe. Aber
das wird wieder! Wenn man dann nach längerer Zeit merkt, nein, es wird nicht
von allein, dann ist man, denke ich, womöglich langsam auf dem Weg raus aus
der Grauzone, dahin, wo’s langsam doch immer dunkler wird. Und da komme
zumindest ich auf die Dauer dann wirklich nicht mehr allein raus.
Welche Gefühle sind es in den grauen Tagen vor allem, die Sie heimsuchen?
Hilflosigkeit? Sinnsuche? Müdigkeit?
Bei mir große Antrieblosigkeit, Gefühle von Sinnlosigkeit, und die feste
Überzeugung, dass es mir nichts nützen würde, um Hilfe zu bitten.
Sie schreiben über sich selbst, dass Sie oft die Fassade wahren wollten,
wenn Sie in die Depression rutschten. Das hat Sie viel Energie gekostet. Wie
äußerte sich das und können Sie sich erklären, warum Sie sich so sehr
bemühten, sich nichts anmerken zu lassen? Hatte das auch mit Scham zu tun?
Ich habe Depression lange als Zeichen persönlicher Schwäche gesehen. Vermutlich,
weil meine eben auch mit einem so großen Schwächegefühl einherging: dem
Gefühl, nicht mehr zu können, für alles zu schwach zu sein. Das passte nicht
in das Bild, dass ich von mir selbst im Job und traditionellerweise auch als
Mann und Vater hatte: Schwäche. Und, ja, dafür habe ich mich dann auch
geschämt. Nicht gesellschaftlichen und meinen Erwartungen zu
entsprechen.
Sie glaubten lange, Sie müssten sich einfach nur ein bisschen mehr
zusammenreißen, oder? Beginnt hier nicht auch ein Teufelskreis der
Selbstzermarterung?
Klar. Das mit dem Zusammenreißen ging bei mir eine ganze Weile gut, bis ich
gemerkt habe, dass ich womöglich nur aus Angst und Schuldgefühlen so
gewissenhaft bin und immer weiter durchhalte. Das hat mich auf die Dauer
immer mehr Kraft gekostet, die mir dann wiederum anderswo gefehlt hat. Bis es
eines Tages nicht mehr ging.
Ein gebrochenes Bein sieht man, eine gebrochene Seele nicht. Das macht es
auch so schwer für Angehörige und Außenstehende, oder? Wie sind Ihre Nächsten
mit Ihrer Erkrankung umgegangen?
Glücklicherweise sehr verständnisvoll. Mit wenig Druck. Aber auch mit
Trauer und Mitgefühl. Aber ebenfalls, und das ist glaube ich ganz wichtig,
mit dem klaren Signal: Wir können dir nicht helfen, aber wir können dich
dabei unterstützten, dir von anderen helfen zu lassen. Das war sehr wichtig
und sehr schön für mich.
Wie haben Sie Ihren Kindern Ihre Erkrankung erklärt, einmal hatten Sie ja
sogar die Sorge, die Depression womöglich gar an Ihren Sohn weitervererbt zu
haben…
Ich habe die Kinder, als sie kleiner waren, nicht damit konfrontiert. Als
ich angefangen habe, Antidepressiva zu nehmen und mich um eine Therapie zu
kümmern, waren sie zehn und dreizehn, und da habe ich recht offen und einfach
zu ihnen gesagt: Ihr wisst ja, dass ich oft erschöpft und reizbar bin, das
möchte ich nicht, und das ist leider immer schlimmer geworden, darum nehme
ich jetzt Tabletten dagegen und mache eine Therapie. Das hilft mir, und ich
bin ganz glücklich darüber. So, dass das nie ein Geheimnis oder ein Tabu war,
aber auch ohne, dass sie jetzt ständig mit mir darüber reden müssen.
Bin ich schon depressiv oder ist das noch das Leben?
Sie sehnten sich nach Anerkennung. Sie fühlten sich irgendwie verkehrt. Bis
irgendwann der große Zusammenbruch kam. Mögen Sie darüber erzählen?
Ich bin irgendwann ans Ende oder an die Grenze des sich Zusammenreißens
gekommen. Eine Situation, in der ich mit der ganzen Familie unterwegs war auf
der Suche nach einem Restaurant, kurz nach Weihnachten, acht oder neun
Personen – und wir fanden nichts und ich hatte das Gefühl, alles hängt von
mir ab, und obwohl ich wusste, dass das nicht stimmte, hatte ich keine
Reserven mehr, um rational darauf zu reagieren. Ich hab also irgendwann im
meinem Viertel auf der Straße gestanden und geschrien: Mir reicht es, ich
kann nicht mehr, lasst mich alle in Ruhe! Das will man ja nicht. Sich so
aufführen. Und sich so schlecht dabei fühlen. Am Montag danach habe ich einen
Termin in der Depressions-Ambulanz gemacht.
Wie geht es Ihnen heute – und was macht vor allem der Lockdown mit
Ihnen?
Ich bin glücklich, weil ich das Gefühl habe, mit den depressiven Stimmungen
und Episoden, die immer noch da sind, gut umgehen zu können. Sie beuteln mich
noch, aber sie bestimmen nicht mein Leben. Am Anfang hab ich den Lockdown
sogar als Erleichterung empfunden: Endlich nicht rausgehen müssen, sich
verkriechen dürfen, es schien, als wäre mein depressiver Lebensstil plötzlich
Mainstream und eigentlich gewollt. Aber jetzt, im 13. Monat, hat sich dieses
Gefühl der Erleichterung doch stark abgenutzt, muss ich sagen. Also, ich freu
mich auf die Impfung.
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Bin ich schon depressiv oder ist das noch das Leben? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bin-ich-wehmuetig-gedanken-ueber-meine-wohl-letzte-schwangerschaft |
Ihr Lieben, ich habe ja
neulich darüber geschrieben, dass ich mich auch wieder auf die Zeit nach der
Schwangerschaft freue – weil jetzt, mit so einem dicken Bauch eben doch
einiges recht beschwerlich ist…
Eine Leserin stellte mir dann eine absolut berechtigte Frage. Sie fragte,
ob ich denn auch ein kleines bisschen wehmütig sei, weil ich ja selbst sagen
würde, es sei vermutlich die letzte Schwangerschaft.
Das heißt also, dass ich wahrscheinlich nie wieder das Strampeln eines
Babys in mir spüren werde, nie wieder gebannt einem CTG lauschen werde, nie
wieder fasziniert auf ein Ultraschall-Bild gucken werde.
Nie wieder Babysachen für ein eigenes Baby kaufen werde, nie wieder über
Namen grübeln werde. Nie wieder diese Vorfreude auf ein eigenes Kind
empfinden werde.
Puh, ja, wenn ich darüber so nachdenke, macht mich das tatsächlich
wehmütig. Und wie. Ich könnte losheulen und meinem Mann sofort das Versprechen
abnehmen, noch mehr Babys in die Welt setzen.
Ich kenne diese Wehmütigkeit von vielen Freundinnen von mir. Wenn die jetzt
meinen Bauch sehen, murmeln die: "Ach, da kriege ich ja direkt auch
nochmal Lust.." Das sagen selbst die, die schon einiger Zeit komplett
mit der Familienplanung abgeschlossen haben.
Wie ist das also bei uns?
Ich komme aus einer Großfamilie und habe vier Geschwister. In der Kindheit
fand ich das teilweise höchst nervig, heute toll. Wenn ich in den letzten
Jahren mir meine eigene Familie vorgestellt habe, habe ich stets drei Kinder
gesehen. Ich hatte das Glück, jeweils schnell schwanger zu werden – und somit
diese Vorstellung Realität werden zu lassen.
Mein Mann hat nur eine Schwester – und ihm hätten wohl auch zwei Kinder
gereicht. Er freut sich auf die Kleine – hat aber schon ein paar Mal gesagt,
dass ein viertes Kind für ihn kein Thema ist. Er sagte, dass sich auch auf
die Zeit freut, wenn die Kinder alle etwas größer sind und wieder mehr Zeit
für andere Dinge da ist. Sollten wir ein viertes Kind bekommen – nehmen wir
mal an wieder nach rund drei Jahren – wäre die Große schon neun.
Es ist ja sowieso eine der großen Herausforderungen, sich selbst, den Job
und seine Ehe nicht irgendwo zwischen Windelwechseln und Kitaabenden zu
verlieren. Mit zwei Kindern haben wir das bisher gut hinbekommen und ich
glaube, auch drei können wir gut stemmen. Wie es mit vier Kindern wäre, weiß
ich nicht.
Und ich merke auch jetzt, wie schön es ist, dass unsere Kinder nicht mehr
ganz so mini sind. Sie spielen auch mal eine Stunde friedlich zusammen, man
kann mit ihnen basteln, längere Fahrradausflüge machen, wir brauchen keine
Windeln mehr, sie schlafen durch, die entwickeln einen eigenen Humor, sie
interessieren sich für Buchstaben und Zahlen – und und und…
Eine Freundin von mir hat gerade ihr drittes Kind bekommen – und auch sie
sagt, dass kein weiteres mehr folgen wird. Neulich traf ich sie und sie sah
unfassbar müde aus. Auf meine Frage, wie denn die Nächte seien, antwortete
sie: "Hart. Aber ich habe beschlossen, mich nicht zu beschweren. Ich
mache das alles zum letzten Mal, also werde ich alles genießen. Auch die
schlaflosen Nächte!" Das finde ich ganz schon weise…
Also: Auf die Frage, ob ich denn wehmütig sei, kann ich nur sagen: JA!
Nicht immer, aber ab und zu. Dann tröste ich mich mit dem Gedanken, dass ich
noch zwei kleine Geschwister habe, die hoffentlich noch ganz viele Babys bekommen
und die ich als Tante genießen kann.
Und was das Leben sonst noch bringt, ob es wirklich bei Dreien bleibt oder
ob uns irgendwann doch noch die Lust auf ein Viertes erwischt…das bleibt
abzuwarten 🙂
Ob Schwangerschaften ansteckend sind? Lest mal, was Lisa dazu sagt (und
schaut Euch ihren Riesen-Schwangerbauch an)…
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Bin ich wehmütig? Gedanken über meine (wohl letzte) Schwangerschaft |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bitte-nicht-brustkrebs-ich-will-doch-noch-meine-enkel-kennenlernen |
Wie ist das, wenn man die
Diagnose Brustkrebs erhält? Wenn der Vorhang fällt über das bisherige Leben?
Sich ein Abgrund auftut, das Ungewisse? Nicht zu wissen was jetzt kommt, wenn
man nicht weiß, ob man überlebt?
Ich komme aus einer Familie, in der einige Frauen mütterlicherseits an
Brustkrebs erkrankt sind. Auch meine Mutter bekam ihn. Zwar erst mit 72
Jahren, aber auch sie war betroffen. Zwei Frauen, eine Cousine und eine
Tante, haben diese Krankheit nicht überlebt.
Ich konnte mir dieses Gefühl nicht vorstellen. Zwei Monate vor meinem 51.
Geburtstag, am 29. Juli 2014, erhielt ich die Diagnose, die mir den Boden
unter den Füßen wegriss und mein komplettes Leben aus den Fugen geraten ließ:
BRUSTKREBS. Jetzt auch ich!!!
Ein wildes Chaos von Gedanken und Gefühlen begann: Muss ich jung sterben?
Werde ich meine Kinder nicht aufwachsen sehen? Meine Enkel nicht mehr
kennenlernen? Wer soll die Familie versorgen? Ich wollte doch noch so viele
Dinge erleben.
Klare Gedanken fassen und funktionieren war jetzt erst mal nicht drin. Der
pathologische Befund der Gewebebiopsie bestätigte es mir schwarz auf weiß:
Mammakarzinom rechts oben außen – Päng!!!!! – Mein Gynäkologe meldete mich
direkt in einem Kölner Brustzentrum an, denn „die wissen, was jetzt zu tun
ist“.
Dort wurden dann auch noch auffällige Lymphknoten gestanzt und als wäre der
Tumor in der Brust nicht schon genug, waren auch noch einige Lymphknoten
befallen. Und wieder startete in meinem Kopfkino das Endzeitszenario.
Metastasen in den Lymphknoten? Das kann nur bedeuten, dass der Krebs bereits
gestreut hat.
Die folgenden drei Wochen waren eine emotionale Hölle. Aber aufgeben – das
kam für mich nicht in Frage. Meine ganze Familie war in dieser Zeit mehr denn
je für mich da. Vor allem mein Mann und meine beiden Söhne.
Mein Mann sagte mir jeden Tag, dass ich eine Kämpferin sei und gesund
werden würde und dass er keine Zweifel daran hätte. Mir war klar, dass er mit
dieser Extremsituation überfordert war, aber es gelang ihm, durch positive
Betrachtung der Dinge, die Negativität zu minimieren.
Unermüdlich hielt er mich, wenn ich morgens mit Angst aufwachte. Meine
beiden Kinder haben mich einfach in die Arme genommen, wenn ich meinen
Gefühlen und Ängsten freien Lauf ließ. Ich danke euch so sehr, dass ihr mich
während dieser Zeit getragen und ertragen habt.
Zwei Wochen später waren alle Untersuchungen vorbei. Die erlösende
Nachricht: Man hatte keine Metastasen gefunden! Alles war frei! Leber, Lunge
und Skelett.
Es war also „nur“ der Tumor in der Brust und einige Lymphknoten. Das würde
ich hinkriegen! Jetzt konnte ich wieder durchatmen. Meine Angst, jetzt schon
sterben zu müssen, wandelte sich komplett in ein JA zum Leben, diese
Krankheit anzunehmen und zu besiegen.
Dieser Tumor brachte mich dazu, Meinungen und Einstellungen zu einigen
Dingen neu zu betrachten. Vor allem mich selbst zu lieben, aus meinem
Hamsterrad auszusteigen und nicht nur zu funktionieren. Ich nannte ihn
deshalb „meinen mir auferlegten Freund“.
Ich würde ihm zuhören, aber mich bestimmt nicht von ihm „platt“ machen
lassen. Ich hatte verstanden er konnte jetzt gehen, dafür würden jetzt so
einige Leute sorgen und natürlich vor allem ich selbst.
Sechzehn Chemotherapien musste ich über mich ergehen lassen. Trotz der
Übelkeit bin ich, nach einigen Stunden Schlaf, immer raus an die frische Luft
gegangen. Immer in Begleitung einer meiner Söhne, falls ich doch
zusammenbrechen würde. Es ist nie passiert!
Im Gegenteil, die Bewegung an der frischen Luft sorgte dafür, dass ich mich
besser fühlte. Jedenfalls diese viermal EC hatten es in sich, aber dieses
Zeug hat dafür gesorgt, dass der Tumor sich rasch verkleinerte. Schon nach
dem zweiten Mal um mehr als ein Drittel.
Vorher trug ich meine Haare kurz und schwarz und jetzt war es ein blonder
Bob. Ich habe immer ein frisches Makeup aufgelegt und ging nie ohne
Lippenstift aus dem Haus. Ich ging zum Yoga, zur Gymnastik und war viel
draußen an der frischen Luft.
Ich hatte begonnen, diese Krankheit als Chance zu sehen. Am Anfang war ich
in ein dunkles Loch gefallen, in dem nur die Angst, Traurigkeit und Wut zu
spüren war. Doch zunehmend wuchs die Kämpferin in mir.
Ich wurde durch die Therapie komplett in meinem Alltag entschleunigt. Jetzt
ging es nur um mich, darum, loszulassen, Dinge abzugeben oder auch mal liegen
zu lassen. Das war ein Prozess, der mir nicht leichtfiel, mir, der
Perfektionistin.
Aber genau dieser Prozess zeigte mir eben auch, was ich wirklich wollte.
Ich entdeckte das Tanzen wieder für mich. Wie wunderbar mein Körper sich
anfühlt, wenn ich ihm Raum gebe, sich in der Bewegung auszudrücken.
Dieses Gefühl wollte ich unbedingt weitergeben. Genau aus diesem Grund
begann ich 2015 meine Ausbildung zur integrativen Tanztherapeutin bei der DGT
Deutsche Gesellschaft für Tanztherapie e.V. in Köln. Hier erwerbe ich mir das
notwendige Wissen, um Selbsterfahrungsgruppen durch den integrativen
Tanz zu führen.
Woher du auch kommst, ob du reich oder arm bist, was du beruflich machst,
welche politische Einstellung du hast oder an wen oder was du glaubst – es
ist die pure Lebensfreude.
Info: Astrid Volk leitet seit zwei Jahren leitet Kurse und Workshops im
integrativen Tanz – für alle, die im Raum Köln, Frechen, Hürth, Brühl und
Erftstadt wohnen. Sie sagt: „Ich konnte schon vielen Menschen dieses
wunderbare Gefühl weitergeben, von der Krebspatietenten bis hin zur jungen
gestressten Mama. Die pure Lebensfreude, Lebendigkeit und Gelassenheit sind
nur drei von so vielen Empfindungen, die während dieser Kurse und Workshops
erlebt werden.“ Schaut euch gern mal um: www.tanzkoerper.de
Außerdem erfüllte sich Astrid neben dem Tanzen ein weiterer Traum für sie,
bei dem auch die Fotos entstanden, die diesen Beitrag schmücken. Sie liebt
das Spiel mit der Kamera, bewarb sich auf Anraten von Freundinnen bei
verschiedenen Modelagenturen – und wurde genommen. Nun darf sie sich Best
Age-Model nennen. Davon hätte sie im Leben nicht geträumt.
Fotos: Silvia Kroll
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Bitte nicht Brustkrebs! Ich will doch noch meine Enkel kennenlernen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bke-erziehungsberatung-und-was-wenn-ich-ploetzlich-hilflos-vor-meinem-kind-stehe |
Ihr Lieben, in Zeiten wie diesen, in denen wir viel Quality- und
Quantitytime mit der Familie verbringen, weil wir uns immer wieder durch
kleinere oder größere Lockdowns auf die Kernfamilie zurückberufen, tauchen
neue Herausforderungen auf. Gerade in Erziehungs- und Familienfragen stehen
Eltern manchmal hilflos vor ihren Kindern. Und auch für die Kinder selbst und
für die heranwachsenden Jugendlichen ist das nicht immer leicht.
Die bke Erziehungsberatung – die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung
e.V. – kümmert sich um diese Familien – um Menschen wie dich und mich – und
bietet unterschiedlichste Hilfen an. Von der persönlichen Beratung bis hin zu
einem Gruppenchat, einer Mailberatung oder Einzelchats unter vier Augen. Und
zwar für Eltern, aber auch für Jugendliche. Außerdem gibt es ein Forum zum
Mitdiskutieren und Austauschen.
Professionelle Unterstützung für Eltern, Jugendliche und Kinder
Viele Beratungsstellen sind auf die Unterstützung von Migrantenfamilien
oder auf die Beratung von Familien mit Säuglingen und Kleinkindern besonders
eingestellt. Aber es geht auch um grundsätzliche Themen, die in jeder Familie
aufkommen – auch außerhalb von Pandemien: Um Schulprobleme, um Stress in der
Pubertät oder Veränderungen in der Familie. Um den Umgang mit Trennung und
Scheidung oder Emotions-Achterbahnen im Wochenbett oder in der Trotzphase der
sonst so lieben Kleinen.
Ulric Ritzer-Sachs
Was die bke Erziehungsberatung genau leistet, weiß kaum einer besser als
Ulric Ritzer-Sachs, er gehört zum Leitungsteam und erzählt uns im Interview,
wie geholfen wird – und wo die Hilfen ankommen.
Sehr geehrter Herr Ritzer-Sachs, Sie gehören zum Leitungsteam der
bke-Erziehungsberatung. Haben Sie in Corona-Zeiten mehr Anfragen als sonst eh
schon?
Ja, wir haben bedeutend mehr Anfragen, was sich vor allem an den
Registrierungen zeigt. Zum Vergleich: 2019 haben sich 2873 Eltern und 1673
Jugendliche registriert. 2020 waren es 4760 Eltern und 2139 Jugendliche (bis
heute).
Mit welchen Sorgen und Nöten melden sich Eltern gerade vor allem bei
Ihnen?
Bei Eltern sind es grob gesagt Verunsicherungen und Überforderungen. Auch
durch das Homeschooling über so eine lange Zeit. Das eigene Homeoffice, die
Alltagssorgen, die besondere Stimmung durch die Pandemie, die Einschränkungen
und dann auch noch die Beschulung waren und sind heftig, vor allem, wenn die
Erziehungsaufgaben nicht gleichmäßig verteilt sind.
Sind das ähnliche Sorgen, die auch Jugendliche äußern, die sich an Sie
wenden oder gibt es da gar nicht so viele Überschneidungen?
Jugendliche fühlen sich tatsächlich auch oft überfordert und machen das zum
Thema. Die Pandemie hat Kinder und Jugendlicher meiner Meinung nach besonders
hart getroffen. Erwachsene können daran festhalten, dass es irgendwann wieder
vorbei ist. „Irgendwann“ ist aber für junge Menschen eine Ewigkeit.
Wenn ich jetzt Abi gemacht habe, nicht feiern kann, mein Auslandsjahr ins
Wasser fällt, ich mich viel früher als gedacht bewerben muss, den Eltern
weiter auf der Pelle hänge, die Ausbildung überhaupt nicht unter
Coronabedingungen funktioniert (Reisekauffrau /-mann, Veranstaltungstechniker
/-in, Koch oder Köchin…, oder z.B. in der Pflege schon zu Beginn überfordert
bin das echt schlimm.
Jugendliche, die schon vor der Krise keine gute Beziehung zu den Eltern
hatten, sind jetzt noch ärger dran. Sie stehen unter extremer Beobachtung,
die Eltern arbeiten daheim, alles ist noch enger. Das kann zu erheblichen
Spannungen führen. Mit diesen Themen wenden sich Jugendliche auch an
uns.
Bei Ihnen arbeiten über 100 qualifizierte Fachkräfte. Wie können Sie
Hilfesuchenden konkret helfen?
Wir helfen in der Einzelberatung, dort in der Mailberatung oder im
Einzelchat. In der Mailberatung gibt es eine „eigene“ Fachkraft, mit
Fachwissen, therapeutischer Zusatzausbildung und Lebenserfahrung, die neutral
und fachkundig ohne Eigeninteresse zuhört, da ist, hilft, das eigene Handeln
zu reflektieren und auch gemeinsam mit den Ratsuchenden Ideen und Auswege
finden kann.
In den Chats gibt es Gleichgesinnte, die Peer-to-Peer-Beratung kann helfen
aber natürlich auch die professionelle Begleitung durch die Fachkräfte. Chats
gibt es mit offenen Themen, aber auch mit spezifischen Themen, wie „Hilfe,
meine Eltern trinken“, Themen wie Trennung und Scheidung, auch Chats nur für
Jungs oder Mädchen, für Väter und für Mütter. Auch Chats mit Jugendlichen und
Eltern zusammen sind im Angebot. Allerdings zum Glück nicht mit der eigenen
Familie 😉
Im Forum gibt es auf der Eltern- und Jugendseite die Chance, sehr schnell
eine Unterstützung zu allen möglichen Themen zu bekommen. Entweder von Eltern
und Jugendlichen, oder von den Fachleuten. Hier kann gefragt und diskutiert
werden. Das Forum ist 24 Stunden täglich offen und wird fast den ganzen Tag
betreut.
Erfahren Sie auch Dankbarkeit? Bekommen Sie manchmal Briefe? Welcher Dank
hat Sie bislang am meisten beeindruckt?
Ja, wir bekommen tatsächlich oft gute Rückmeldungen. Menschen, die längere
Zeit eine Mailberatung hatten, sind sehr oft dankbar und berichten über die
Veränderungen und den Mut, den sie durch die Unterstützung bekommen haben.
Jugendliche, die das Forum wegen der Altersgrenze verlassen müssen berichten,
was sie alles geschafft haben und dass ihnen die Onlineberatung dabei
geholfen hat.
In den Chats ist es oft auch außerordentlich lustig und kreativ. Die
Menschen sind begeistert, dass andere das Gleiche empfinden und sich
gegenseitig helfen. „Die“ beeindruckendste Rückmeldung gibt es also nicht
wirklich, weil oft und regelmäßig neue dazu kommen. Die Neueste ist dann, bis
zur nächsten, die Tollste und es fällt mir schwer, eine besonders
hervorzuheben.
Gibt es Fälle, die Sie nach dem Feierabend noch mit nach Hause nehmen?
Haben Sie da Beispiele? Und wer fängt Sie auf, was gibt Ihnen dann Kraft?
Es gibt Fälle, die besonders berühren. Jugendliche, die unter sehr
schwierigen Bedingungen aufgewachsen sind, Eltern mit extremen
Schicksalsschlägen, Menschen, die Hilfe suchen und brauchen, sie aber nicht
annehmen können. Es kommt auch vor, dass mich die beschäftigen, auch wenn ich
frei habe. Das passiert allerdings nicht mehr sehr oft.
Mit etlichen Berufsjahren gibt es zum Glück viele Ideen, auch abschalten zu
können. Mit Musik, Sport aber auch einer sehr zugewandten und liebevollen
Partnerin. Professionell bietet die bke-Onlineberatungen aber sehr viel, um
schwierige Beratungssituationen gut bewältigen zu können. Wir haben
regelmäßig Intervision. Ein Fachteam sitzt, natürlich virtuell, zusammen und
unterstützt sich gegenseitig.
Bei über 100 Kolleginnen und Kollegen ist darüber hinaus immer jemand
online, die oder der ein Ohr, in unserem Fall 2 Augen zur Verfügung stellt
und unterstützen kann. Das Koordinationsteam (=Leitungsteam) ist immer (ok,
fast immer) ansprechbar und alle Fachkräfte können sich eine
Einzelsupervision holen.
Ihre Beratung ist kostenlos, wie genau finanzieren Sie sich und Ihre
Angebote?
Die Jugendministerkonferenz hat vor, oje, ich glaube fast 20 Jahren
beschlossen, über den Königssteiner Schlüssel (das ist eine Mischung zwischen
Bevölkerungszahl und Steueraufkommen der einzelnen Bundesländer) die
bke-Onlineberatung zu finanzieren. Konkret bedeutet das: In den meisten
Fällen werden Fachleute in den Erziehungsberatungsstellen vor Ort für die
bke-Onlineberatung mit einem bestimmten Stundenvolumen freigestellt.
Einige Bundesländer haben auch etwas andere Finanzierungsmodelle. Die
Jugendminister haben zum Glück gemerkt: Es ist egal, ob eine Mutter aus
Berlin von einer Beraterin aus München und dafür ein Jugendlicher aus Erfurt
von einem Berater aus Hannover beraten wird. Es gleicht sich aus, wenn
bundesweit alle mitmachen. Und genau das passiert auch. Federführend in der
Organisation ist das Land Bayern und unterstützt uns dadurch besonders.
Sie sind nun schon von Anfang an bei der Online-Beratung mit am Start. Wie
haben sich die Themen über die Jahre verändert?
Ich bin nicht von Anfang an dabei, „erst“ so etwa 13 Jahre ;-). Die Themen
haben sich eigentlich nicht wirklich verändert. Es kommen immer mal wieder
neue Schwerpunkte dazu, wie jetzt in der Coronakrise zum Beispiel. Aber
eigentlich geht es immer um Erziehung und Beziehung. Mit allen
Schattierungen, die nur vorstellbar sind.
Was meinen Sie, warum Familien – auch außerhalb der Pandemie – heute mit
der Erziehung überforderter wirken als früher? Oder ist das nur ein
subjektiver Eindruck?
Ich habe keine Daten, ob die Überforderung zugenommen hat. Allerdings ist
es heute – und das ist super! – normaler geworden, über Erziehung und auch
Überforderung zu sprechen. Es verstecken sich vielleicht etwas weniger
Menschen und es wird mehr darüber gesprochen.
Über Erziehungs- und Beziehungsthemen wird öffentlicher in den Medien berichtet,
es gibt Dokus, Filme, Tutorials, Comedians, Kanäle und Blogs und noch viel
mehr. Vielleicht entsteht so der Eindruck, dass es schwieriger geworden ist.
Erziehung ist ganz sicher anspruchsvoller geworden, und auch die Ansprüche an
Beziehungen sind gestiegen. Und das ist beides prima.
Nun befinden wir uns in einem erneuten Lockdown, was geben Sie Ihren
BeraterInnen für diese Zeit als Mutmacher mit auf den Weg?
Ich bin ja auch noch ein Berater, nicht nur im Leitungsteam. Aber alle,
Koordinations- und Beratungsteam sehen sich als gleichberechtigt und wir
bilden eine sehr heterogene Einheit. Mit ähnlichen Haltungen, viel
Kreativität, unfassbar variantenreichem Fachwissen und mit ganz viel
Unterstützung gegenseitig. Wir loben, unterstützen, völlig egal, ob es einen
Lockdown gibt oder nicht.
Und ganz viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten jeden Tag daran, das
Beratungsangebot zu verbessern und zu erhalten. Deshalb gebe ich mit auf den
Weg: Ihr seid wirklich einzigartig toll und ich bin froh, dazu gehören zu
dürfen.
Und welche motivierenden Worte würden Sie gern für diese Zeit noch an uns
Eltern und ihre Kinder richten?
Habt Euch lieb!
Hier finden Familien Hilfe: bke Elternberatung, bke Jugendberatung
|
bke Erziehungsberatung: Anlaufstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/black-lives-matter-das-ist-hier-bei-uns-in-den-usa-grad-wirklich-zum-angst-bekommen |
Ihr Lieben, seit Tagen schauen wir nach Amerika und sind erschüttert von
den Vorfällen dort. Wir haben kaum die richtigen Worte gefunden. Wir wollten
gern mehr erfahren und haben Mikaela angeschrieben. Sie ist eine frühere
Arbeitskollegin von Katharina und lebt schon lange in L.A. Mit ihr haben wir
über den Präsidenten, Rassismus und die Demonstrationen gesprochen. Vielen
Dank für die großartigen Antworten!
Liebe Mikaela, seit wann lebst du in den USA und warum bist du nach Amerika
gezogen?
Ich bin vor knapp 13 Jahren von Hamburg nach Los Angeles gezogen. Kurz
davor hatte ich in der Green Card-Lotterie gewonnen und konnte mich erfolgreich
um die Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung bewerben. Seit gut sieben Jahren
wohne ich im Ortsteil Palms.
Nachdem ich zunächst neun Jahre bei Universal Music in der digitalen
Videoproduktion gearbeitet habe, bin ich jetzt seit drei Jahren als Copy
Writer/Editor für eine Lokalisierungs-Firma tätig und schreibe Texte zu
Musik, Film, TV, Videospielen und Apps sowie für Marketingunterlagen auf
Deutsch.
Da L.A. aber extrem teuer ist, habe ich mir noch ein Business als
Tiersitterin aufgebaut und schreibe noch hier und da für deutsche Medien. Die
meisten Menschen hier haben mehr als einen Job.
Nun gehen seit dem gewaltsamen Tod von George Floyd viele Menschen auf die
Straßen. Was hast Du in L.A. davon mitbekommen?
Ich arbeite seit Anfang März von zuhause aus und gehe, nachdem der
Bürgermeister kurz darauf seine ‘Safer at home’-Order ausgesprochen hat, nur
in meiner direkten Nachbarschaft spazieren oder fahre einmal die Woche mit
dem Auto zum Zeitungsstand und in unser Pendant zum Futterhaus. Zum
Supermarkt kann ich laufen. Heute wollte ich kurz vor der Ausgangssperre, die
aufgrund der Proteste in L.A. seit drei Tagen gilt – zunächst von 20 bis 5:30
Uhr, dann von 18 bis 6 Uhr, inzwischen von 16 bis 6 Uhr – noch schnell meinen
inzwischen doch recht leeren Kühlschrank auffüllen.
Da sah ich erstmals, dass mein Supermarkt seine Fenster mit Holzplatten vor
Plünderern geschützt hat. Auch andere Geschäfte in meiner Gegend, die trotz
der Corona-Vorgaben unter bestimmten Bedingungen auf haben dürfen, schließen
früh oder machen gar nicht erst auf. Die Proteste an sich ziehen sich durch
sämtliche Stadtteile, wobei ich das meiste im TV mitbekomme. Da ich bis 17
Uhr arbeiten muss, kann ich selbst nicht daran teilnehmen. Ich bin lediglich
mit einer kleinen Gruppe hier in meiner Nachbarschaft kurz mitgelaufen. Ich
muss aber auch ehrlich sagen, dass ich bei dem, was ich bisher so sehe, echt
Angst bekomme. Und das, obwohl es abgesehen von mehr Hubschraubern oder
vermehrten Polizeisirenen in meiner Wohngegend geht es eigentlich ruhig zu.
Schlimmer ist es in den Einkaufsstraßen.
Freunde von mir wohnen nahe Melrose Ave und Fairfax Ave in West Hollywood
und das Tränengas schaffte es sogar in ihre Wohnung. Bei anderen wurde eine
Straße weiter ein Starbucks abgefackelt. Sie erzählten, dass zunächst alles
friedlich war, bis die Polizei mit Riesenaufgebot und bis an die Zähne
bewaffnet – sie erinnern dann wirklich mehr an Elitesoldaten – dazukam.
Das Schlimme ist, dass der größte Teil der Plünderer angeblich gar nichts
mit den Protesten zu tun haben,sondern zum allergrößten Teil Kriminelle sind,
die die Situation ausnutzen und oft von außerhalb kommen. Das macht mich
unglaublich wütend! Vor allem die Besitzer kleiner Geschäfte leiden bereits
dermaßen unter der Corona-Krise.
Natürlich muss protestiert werden. Die Mehrheit hier versteht den Schmerz
und die Hilflosigkeit der schwarzen Bevölkerung. Die Plünderungen und die
Gewalt aber lenken vom eigentlichen Grund der Demonstrationen ab und schaden
der ganzen Stadt genauso wie den Bewegungen ‘Black Lives Matter’ oder
‘Justice for George’.
Ich sehe online Fotos von Polizisten, die friedlich mit den Protestierenden
mitmarschieren. In L.A. fahren Polizeiwagen mit voller Absicht in Menschenmassen
und Ähnliches. Erst am Dienstag gab es friedlichere Bilder von Demonstranten
mit der Nationalgarde oder Beamten, die mit Schwarzen gemeinsam knieten.
Insgesamt belastet es einen enorm, allein die Berichterstattung zu
verfolgen und diese Bilder auf allen Kanälen zu sehen. Keiner weiß wirklich,
wohin das führt. Keiner weiß, ob sich diesmal endlich etwas ändert. Ich wohne
alleine, stehe aber natürlich mit Freund*innen in Kontakt. Wir telefonieren
oder FaceTimen. Aber dass man sich gerade jetzt nicht mal in den Arm nehmen
kann, ist schon traurig.
Rassismus ist ein großes Problem in Amerika – hast du selbst Vorfälle
mitbekommen?
Wenn ein Autofahrer von Polizisten angehalten wird, ist er in zwei von drei
Fällen schwarz. So kommt es mir jedenfalls vor. Ich selbst bin einmal
angehalten worden – und natürlich war der Beamte nett, scherzte und wollte
noch nicht einmal meinen Führerschein sehen. (Ich hatte ein Schild übersehen
und war falsch in eine Einbahnstraße gefahren, was ich natürlich innerhalb
von zwei Sekunden bemerkte.)
Ein anderes Mal hatte ich mich nicht korrekt verhalten und war von der
Rechtsabbiegespur doch noch ganz schnell geradeaus gefahren und ordnete mich
in den Verkehr ein. Kurz darauf merkte ich, wie ein Wagen auf gleicher Höhe
neben mir fuhr. Als ich rüber schaute, sah ich den sehr ernsten Blick eines
Polizisten. Doch er hielt mich nicht an. Das hätte er einem Afroamerikaner
garantiert nicht durchgehen lassen.
Meine afroamerikanischen Freunde berichten hier und da von Vorkommnissen
wie beispielsweise Benachteiligungen im Job. Da wurde einer farbigen Freundin,
die um eine Gehaltserhöhung kämpfte, gesagt, sie solle halt nicht in einem so
reichen Stadtteil wohnen. Das hätte sich der Vorgesetzte garantiert nicht bei
einem weißen Mann getraut. Das Label, bei dem ich gearbeitet habe,
beschäftigte zu über 90 Prozent Weiße. Inzwischen hat es sich wohl geändert.
Eine ehemalige Kollegin erzählte mir, dass mit einem Mal fast nur noch
Schwarze eingestellt wurden. Vermutlich, um einen Ausgleich zu schaffen.
Schlimm, dass dies überhaupt nötig war.
Meine weißen Freunde, genauso wie die Freunde hispanischer oder asiatischer
Herkunft, sind alle sehr anti Trump eingestellt und unterstützen ‘Black Lives
Matter’. Das liegt sicher auch daran, dass in Los Angeles und Kalifornien
Demokraten an der Spitze stehen. Aber der Großteil der Einwohner hier kommt
aus anderen Ecken innerhalb den USA – und Gott sei Dank haben meine Freunde
Hirn und Herz.
Wie erlebst du deine Wahlheimat gerade mit Trump an der Spitze?
Trump ist ganz klar ein Brandbeschleuniger. Ich hätte vor vier Jahren
niemals gedacht, dass er gewählt wird. Wann immer mein Vater in Deutschland
vor der Wahl auf Trump zu sprechen kam, winkte ich ab und meinte nur, der würde
ja eh nicht gewinnen. Ich kann es immer noch nicht fassen, ehrlich gesagt.
Und ich habe große Angst, dass er im November wiedergewählt wird.
Ein Mensch, der so krank ist – und ich glaube wirklich, dass er das ist –
gehört nicht an die Spitze einer Weltmacht. Meiner Meinung nach lügt er,
empfindet keinerlei Empathie, ist selbstverliebt, verscherzt es sich mit
Verbündeten und ist in meinen Augen in vielerlei Hinsicht einfach dumm –
scheint dann aber doch ganz genau zu wissen, was er da tut.
Ich finde, er nutzt die aktuelle Situation gnadenlos aus, um den Hass und
die Gewalt noch zu schüren, in der Hoffnung, dass seine rechte Basis ihm im
November den Rücken stärkt. Er ließ sich den Weg zu einer Kirche mit
Tränengas freischießen, dabei waren die Demonstranten friedlich. Der Bischof
erzählte jetzt, dass Trump weder gebetet noch George Floyd oder die
Geschehnisse mit auch nur einer Silbe erwähnt hat. Er ließ sich nur mit der
Bibel fotografieren und hielt diese auch noch wie einen Staubwedel nach dem
Reinemachen in die Luft.
Wie hat sich das Land seit Trump verändert?
Es ist erschreckend, wie offen sich Menschen hier als rassistisch und
fremdenfeindlich outen. Trump an sich ist ja schon schlimm. Aber als fast
noch schlimmer empfinde ich Otto Normalverbraucher, der seinen Rassismus und
Fremdenhass jetzt offen auslebt. Warum auch nicht? Der Präsident macht’s ja
vor! Nichts ist mehr Tabu. Barack Obama hat sicher auch nicht alles richtig
gemacht und was das Rassismusproblem angeht auch nichts wirklich erreicht.
Aber er das Land nicht dermaßen gespalten wie Trump. Obama weiß, das hat er
jetzt in dieser Situation auch wieder bewiesen, dass wir vor allem
Besonnenheit brauchen. Ihm waren die Menschen wichtig. Trump geht es nur um
den eigenen Profit. Ich war sehr überrascht, als sich einige meiner
ehemaligen Kollegen und sogar meine ehemalige Au pair-Mutter als Trump-Wähler
outeten. Und nicht nur, dass sie ihn gewählt haben – sie stehen auch jetzt
noch hinter ihm. Ich habe es aufgegeben, mit diesen Leuten zu diskutieren und
den Kontakt eingestellt.
Wenn an der Grenze Kinder von Asylsuchenden von ihren Familien getrennt und
in Käfige gesteckt werden, dann interessiert das die Republikaner, die hier
ja sonst so ‘pro life’ und so ‘religiös’ sind, nicht. Eine Republikanerin aus
dem Umfeld einer Freundin meinte eiskalt: ‘Das sind ja nicht unsere.’ Heutzutage
sollte man sicher keinen Unterschied zwischen Mann und Frau in so einem Fall
machen, aber ich muss ehrlich gestehen, dass mir Frauen, die Trump immer noch
unterstützen, noch mehr zuwider sind als Männer. Gerade wenn es um Familien
und Kinder geht. Mag ein archaische Einstellung sein, aber so fühle ich
einfach.
Immigranten wie ich können jetzt ohne Prozess abgeschoben werden. Wenn ich
beispielsweise meine Green Card nicht dabei habe und nicht nachweisen kann,
dass ich seit mehr als zwei Jahren hier bin, können sie mich ohne Prozess
direkt heim schicken – und müssen mich theoretisch vorher noch nicht einmal
in meine Wohnung lassen.
Ich muss gestehen, dass ich inzwischen weniger ‘arrogant’ geworden bin, was
den Kontakt zu anderen Deutschen angeht. Auch wenn meine US-Freunde dieselbe
Meinung zu Themen wie Fremdenhass und Rassismus haben wie ich – du brauchst
auch Leute, die deinen Background kennen und im selben Boot sitzen. Es ist
einfach etwas anderes, ob deine Familie an der Ostküste der USA wohnt, du
aber hier in Kalifornien und damit auch weit weg von deinen Lieben bist. Für
uns Expats kommt noch hinzu, dass die Kultur anders ist. Du bist auch mit den
Freunden, die du hier findest, nicht zusammen zur Uni gegangen und kennst sie
nicht seit Kindertagen. Das ist eine ganz andere Basis.
Was wünscht Du dir für die USA?
Dass die derzeitigen Unruhen zu echter Veränderung führen. Es muss schwerer
werden, Polizist zu werden. Die Ausbildung muss verbessert werden. Ich kann
in vielen Situationen Polizisten durchaus verstehen, wenn sie Angst bekommen
und aus dieser Angst heraus falsch reagieren. Deshalb müssen sie vernünftig
ausgebildet werden. Und die ‘guten Cops’ müssen die ‘bösen Cops’ anzeigen.
Gegen den Beamten, der George Floyd getötet hat, lagen schon so viele
Beschwerden vor. Da hätten die Vorgesetzten längst reagieren müssen. Er wusste
auch ganz genau, was er da tat, als er einem unbewaffneten, am Boden
liegenden Mann sein Knie auf den Hals drückte. So jemand darf weder Polizist
sein noch irgendeninen anderen Beruf ausüben, bei dem er eine Waffe tragen
kann.
In den Schulen sollte Rassismus diskutiert statt unter den Teppich gekehrt
werden. Wenn ein Schüler einen Schwarzen als N***** beschimpft, muss er
bestraft werden – aber es muss auch darüber geredet werden, warum er das tut,
was dieses Wort bei dem anderen Schüler auslöst und Ähnliches.
Am meisten wünsche ich mir einen Präsidenten mit Anstand. Einen, dem die
Menschen wichtig sind, der sie und ihre Bedürfnisse ernst nimmt. Der
beispielsweise das bisher suboptimale ‘Obamacare’ nicht abschaffen und damit
Millionen Amerikanern die Krankenversicherung nehmen, sondern verbessern
will.
Trump hat die Zuschüsse für mittlere Krankenversicherungspläne gestrichen.
Die kosten nun so viel wie die teuersten Pläne. Das betrifft alle, die nicht
über einen Arbeitgeber versichert sind, sondern eine Individualversicherung
haben. Und davon gibt es in den USA Millionen! Das ist nicht wie eine
Privatversicherung in Deutschland, sondern das Minimum, das jeder hier haben
muss, um nicht im Krankheitsfall bankrott zu gehen. Ich hatte für etwas über
ein Jahr eine solche Versicherung. Und mein monatlicher Beitrag stieg von
knapp 400 Dollar mit Trump auf 650 Dollar.
Und die Leute sollen wählen gehen! In den Vorwahlen und vor allem im
November. Und wenn sie den demokratischen Kandidaten nicht 100 % toll finden,
sollen sie der Wahlurne nicht fernbleiben, sondern ihn trotzdem wählen.
Leider haben die USA das Zwei-Parteien-System. Und jede Stimme, die nicht
gegeben wird, ist letztlich eine Stimme für Trump.
Wie geht Ihr bei Euch im Freundeskreis mit dem Thema Rassismus um?
Wir diskutieren jetzt sicherlich noch mehr als sonst auch schon. Wie
bereits erwähnt sind meine Freunde allesamt große Unterstützer von ‘Black
Lives Matter’ und viele beteiligen sich an den Demos. Ich habe selbst
zunächst nicht kapiert, warum ‘All Lives Matter’ so verhasst ist. Dann habe
ich da mal drüber nachgedacht, wie leicht es mir von den Lippen kam als
Antwort auf ‘Black Lives Matter’, und es mir auch von Freunden erklären
lassen.
Rassismus habe ich schon immer verurteilt, aber gleichzeitig war auch ich mir
meines ‘weißen Privilegs’ nicht so bewusst. Und da fängt es schon an:dass
nicht nur der ein Rassist ist, der das N-Wort benutzt, sondern auchjene, die
bewusst oder unbewusst das Thema Rassismus ausblenden undignorieren, weil es
halt unbequem ist, sich damit zu beschäftigen. Washilft? Miteinander reden,
sich schlau machen, mal die eigene Komfortzoneverlassen und mit jemandem den
Dialog suchen, den man sonst vermutlichüberhaupt nicht wahrgenommen
hätte.
|
"Black Lives Matter": Das ist hier bei uns in den USA grad
wirklich zum Angst bekommen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/blitzableiter-dialoge-exklusiver-einblick-in-die-ehrlichen-gedanken-zweier-muetter |
Ihr Lieben, neulich fragte uns eine
Leserin, ob wir auch so viel auf Whatsapp unterwegs seien. Wir wussten
erstmal nicht, was sie damit meinte – dann schickte sie uns Screenshots.
Screenshots von einem Dialog, den sie am Abend zuvor mit einer anderen Mutter
aus ihrem Bekanntenkreis geführt hatte.
Sie sagte, ohne Whatsapp würde sie mittlerweile durchdrehen und dass doch
sicherlich jede Mama solche "Blitzableiter"-Dialoge bräuchte. Und
ja, konnten wir da sagen, natürlich kennen auch wir das. Und natürlich
greifen auch wir ab und zu zum Handy. Wir haben uns in all dem also
wiedererkannt.
Und damit ihr das auch könnt, haben wir die Mama gefragt, ob wir den Dialog
hier anonymisiert veröffentlichen dürfen. Und tadaaa, hier ist er. In den
Hauptrollen: Eine Dreifach- und eine Zweifachmutter. Ihr führt doch auch
solche Gespräche, oder?! Los geht´s:
Ich hab irgendwie grade
die Krise.
Das darfst du auch
haben.
Irgendwie hab ich gerade das
Gefühl, dass alle in der Familie so ihr Ding machen und mich aber niemand
fragt, was ich eigentlich will.
Weißt du denn, was du
willst?
Ich hab echt das Gefühl, dass
ich komplett selbstverständlich bin für alle. Und null wertgeschätzt.
Das kenn ich.
So, als seien meine Bedürfnisse
zweitrangig.
Hauptsache, wir funktionieren,
ja.
Zum Glück kennst du das. Es ist
alles selbstverständlich. Immer. Dass man sich pausenlos hinten
anstellt.
Klar, was meinst du, warum wir
beide so gern ins Büro fahren! Weil da wenigstens mal jemand Danke
sagt.
Ja! Genau! Und ich finde es so
krass, wie viel selbstverständlicher sich mein Freund seinen Raum nimmt. Und
zwar NIE mit schlechtem Gewissen. Der geht und ist weg.
Wie bei uns. Und wenn ich die ganzen Väter in meiner Timeline sehe! Die
plötzlich Radfahren als Hobby haben und täglich zwei, drei Stunden auf der
Piste sind. Neben dem Job. Da geht mir der Dampfpilz durchs Gehirn.
Ohne an die Family zu denken…
Kennst du EINE Mutter, die so ein intensives Hobby hat?
Hahahaha. Du hast so recht. Und wir mal weggehen, organsisieren wir uns
vorher tot. Babysitter, Not-Babysitter. Schauen, dass alles im Kühlschrank
ist, die Flaschen parat stehen.. oder wenn das Kind krank wird. Boah. Da geht
er arbeiten wie immer – und ich jongliere wie ein Zirkusclown und muss alles
verschieben. Wie selbstverständlich. Ich hab ja schließlich NUR den
Teilzeitjob. Da kriege ich heute echt die Krise drüber. Heute nervt es mich
total.
Weißt du was? Ich hab mir auch vorgenommen, dreister zu werden. Einfach zu
sagen: bin übrigens Dienstagabend weg. Ohne Orga vorher. Einfach so. Und
dabei fühle ich mich total cool und abgeklärt. dabei macht er das schon immer
so 😉
Ach mann, meiner ist echt ein guter Vater, aber zeitlich eben total
unterrepräsentiert.
Und dafür kriegt er dann noch kräftig Rentenpunkte, dafür dass er sein
egregeltes Leben einfach weiterführen kann und wir immer Feuerwehr
spielen.
Mich macht heut einfach fertig, dass niemand Danke sagt. Zu nichts.
Ich kenn das. Echt.
Das beruhigt mich etwas. Ich geh jetzt mal schlafen. Danke dir!
Du?
Ja?
Danke, dass du das alles so toll machst.
|
Blitzableiter-Dialoge: Exklusiver Einblick in die ehrlichen Gedanken
zweier Mütter | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/bodypositivity-und-bodyshaming-dicksein-steht-fuer-faulheit-verlotterung-und-keine-disziplin |
Liebe Celsy, wir folgen dir auf Instagram – dort hast du in den letzten
Wochen immer wieder das Thema Bodypositivity thematisiert, weil du
findest, dass der Begriff falsch verwendet wird. Erklär das mal etwas
genauer.
Erschaffen wurde die Bodypositivity-Bewegung ursprünglich schon zwischen
1850 und 1890, während der ersten Welle des Feminismus, als Menschen mit
Ablegen ihrer Korsetts gegen den Schlankheitswahn aufbegehrten. Die
BoPo-Bewegung, auf die wir uns aber beziehen, entstand primär zwischen den
60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, als füllige und primär
dunkelhäutige Menschen auf den Straßen für die Akzeptanz ihrer Körper
demonstrierten.
Das bedeutet, die Bodypositivity, mit der auf Instagram geworben wird, ist
eigentlich eine Bewegung dicker, schwarzer Menschen. Was sehen wir unter dem
Hashtag allerdings? Lauter dünne, weiße Menschen, die ihre Cellulite in die
Kamera halten oder ihren Bauch im Sitzen zusammendrücken und dann von
Speckrollen reden. Das ist schlicht falsch.
Denn Bodypositivity bespricht nicht den alltäglichen Struggle, denn jede*r
von uns in unserem durchoptimierten Leben hat, sondern beschäftigt sich mit
der strukturellen Diskriminierung von Mehrgewichtigen. Das heißt eben auch,
dass dünne Menschen in dieser Bewegung eigentlich keinen Platz haben. Sie
können gern #selflove, #bodylove oder #stopbodyshaming benutzen. Aber es ist
ein entscheidender Unterschied, ob ich mir mal doofe Sprüche anhören muss
oder ob ich beim Besuch im Restaurant fürchten muss, dass der Stuhl zu schmal
ist.
Du sagst, unsere Gesellschaft ist für dünne Menschen konstruiert.
Absolut! Stühle im Restaurant oder Sitze im Flugzeug sind zu schmal,
Trampoline in Indoorparks sind maximal bis 100kg ausgelegt und selbst
medizinische Geräte sind nur für normschöne Menschen konstruiert. Ich selbst
musste mir während der Krebsdiagnostik immer wieder anhören, dass ein
Ultraschall aufgrund meines Gewichts ja auch nur bedingt aussagefähig sei.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – wir können zum Mond
fliegen, Daten rund um die Welt schicken, Sonnensysteme erforschen, aber eine
Frau mit (damals) 100kg ist zu dick, um sie medizinisch anständig zu
untersuchen.
Dicke Menschen werden aufgrund ihres Aussehens per se verurteilt:
Übergewicht gilt in unserer Gesellschaft als Zeichen von Faulheit, von einer
gewissen Art der Verlotterung und mangelnder Disziplin. Es gibt Studien, die
zeigen, dass dicke Menschen für weniger leistungsfähig, für weniger kompetent
und generell für weniger intelligent gehalten werden. Dünne Menschen hingegen
werden positiver wahrgenommen. Wenn in Filmen oder Serien das Klischee von
dumm, faul und unhygienisch bedient werden soll, was sind die Charaktere
meistens? Richtig, sie sind fett.
Das ist es, was ich meine, wenn ich sage: Bei allem Bodyshaming haben dünne
Menschen keinen Platz in der Bodypositivity-Bewegung: Weil die Hürden, die
dicke Menschen überwinden müssen, viel höher und strukturell verankert
sind.
Was wiegst du zurzeit und wie zufrieden bist du mit deinem Körper?
Aktuell wiege ich etwa um die 122kg. Das macht seit meiner Krebserkrankung
ein Plus von 12kg innerhalb von nur 1,5 Jahren. Da ich sowohl an einer Schilddrüsenerkrankung
als auch einer Stoffwechselstörung leide, ist mein Gewicht die reinste
Achterbahnfahrt.
Natürlich stört mich mein Gewicht. Ich wachse in einer Gesellschaft auf,
die mir permanent vermittelt, dass nur dünne Körper gute Körper wären – mein
Fell ist beileibe nicht dick genug, um das an mir abprallen zu lassen. Der
Bauch dürfte gern etwas flacher, der Hintern knackiger und die Oberschenkel
schmaler sein. Aber im Großen und Ganzen lerne ich mich gerade lieben.
Neulich schrieb ich auf Instagram darüber: Je liebevoller die Beziehungen um
mich herum sind, desto liebevoller bin ich mit mir selbst. Tatsächlich ist
auch mein dicker Körper nämlich ziemlich sexy.
Wie war dein Verhältnis zu deinem Körper als Teenager?
Als Teenager habe ich permanent gehadert und eigentlich fand ich mich nie
schön. Das lag vor allem aber auch an dem Feedback, das von außen kam: Selbst
mit 68kg (und ich bin 1,75m groß) wurde ich wegen meines Gewichts gehänselt.
Ich habe von Natur aus das, was man charmant als „weibliche Rundungen“
bezeichnet: Eine große Oberweite und ein breites Becken mit kräftigem
Hintern. Meine Taille hingegen ist recht schmal. Bedeutet aber: Auch bei
Idealgewicht komme ich nicht auf das 90-60-90-Idealmaß, das uns propagiert
wird. Als Teenie war das ein Problem, weil es im Grunde hieß, wer nicht in
eine Größe 34 oder 36 passt, ist dick.
Gibt es in deiner Vergangenheit Momente, in denen du negative Erfahrungen
wegen deines Aussehens/Gewicht gemacht hast?
Frag eher nach den Momenten, in denen ich positive Erfahrungen gemacht
habe. Die Antwort fiele kürzer aus.
Tatsächlich ist mein Leben bislang eine Reihe negativer Erfahrungen
aufgrund meines Gewichts. Als Teenie war ich wegen großer Oberweite und
kräftigem Hintern immer „die Dicke“. Nach dem Abitur sagte mir die
Amtsärztin, für die Laufbahn im öffentlichen Dienst müsste ich mindestens 10
Kilogramm abnehmen.
Während der Schwangerschaften wurde ich immerzu ermahnt, niemals weiter
zunehmen zu dürfen. (In jeder Schwangerschaft habe ich exakt 9kg zugenommen –
meine Kinder waren beide davon schon 4,5kg bzw. fast 4kg schwer.)
Das simpelste Beispiel aber ist: Ich kann mich nicht mehr dran erinnern,
wann ich das letzte Mal in ein Bekleidungsgeschäft gegangen bin und ein Kleidungsstück
hat wirklich gepasst.
Von Gewichtsbeschränkungen in Freizeitparks, unbequemen Sesseln in
Restaurants und dem Sportunterricht in der Schule fang ich gar nicht erst
an.
Du bist vor Kurzem schwer krank gewesen und hast gegen den Krebs gekämpft.
Hast sich in dieser Zeit deine Einstellung zum Äußeren verändert?
So skurril das klingt, aber wenn ich mir die Bilder von der Chemotherapie
ansehe, staune ich immer wieder, wie schlank ich damals war. Ich bin damals
aufgrund der Erkrankung auf 90kg „abgemagert“, ohne etwas dafür tun zu
müssen. Und ich staune immer wieder, wie krass anders diese 30kg
Gewichtsunterschied aussehen.
Gleichzeitig sehe ich die Glatze und vor allem mein eingefallenes, blasses
Gesicht und denke – ich war zwar schlank, aber gesund sah ich eben nicht aus.
Vielleicht ist das die Erfahrung, die mich daran am meisten prägt: Schlank
sein will ich eben nicht um jeden Preis. Krass war dabei: Selbst während der
laufenden Therapie bekam ich Komplimente darüber, dass ich ja nun echt schmal
geworden sei. Schon bevor die Krankheit offiziell war, beglückwünschten mich
Menschen zu meinem Gewichtsverlust.
Viel erschütternder als das Gewicht war aber der Haarverlust. Ich hab echt
mit meiner Weiblichkeit gehadert, als die Haare ausfielen. Seitdem trage ich
sie aber kurz – und stelle fest, wie sehr uns unser Bild von Schönheit und
unsere Definition von Weiblichkeit anerzogen sind.
Du hast selbst eine kleine Tochter – was möchtest du ihr in Bezug auf ihren
Körper mitgeben?
Ich möchte ihr vorleben, was ich viel zu spät gelernt habe: Ihrem Körper zu
vertrauen. Dass Gesundheit so viel wichtiger ist als fünf oder zehn Kilo mehr
oder weniger. Und dass Sinnlichkeit sich nicht durch die Abwesenheit von
Körperfett definiert.
Wir haben den Eindruck, dass gerade die Hochphase der Selbstoptimierung
ist. Kaum einer, der nicht gerade Intervallfasten macht oder täglich
Online-Workouts. Was hältst du davon?
Grundsätzlich soll das ja erstmal jede*r machen, wie er*sie meint. Mir
steht es nicht zu, zu beurteilen, ob das etwas Gutes oder Schlechtes
ist.
Generell glaube ich aber, dass die Frage nach den Beweggründen im
Mittelpunkt stehen sollte. Geht es mir gut mit dem Intervallfasten? Folge ich
einer gewissen Ernährungsweise, weil sie meinem Körper besser tut und die
Folgen einer Stoffwechselstörung abschwächt? Dann go for it, lass dich nicht
aufhalten!
In meinem Fall, mit der Insulinresistenz, ist eine konsequente Low-Carb-Ernährung
bspw. kein Trend und keine Diät, sondern medizinisch erforderlich, wenn ich
gesund bleiben möchte. (Ob das gelingt verrate ich euch jetzt nicht,
hihi!)
Helfen tägliche Workouts dabei, meine mentale Gesundheit zu erhalten, weil
sie mir helfen, Stress abzubauen und insgesamt zufriedener zu sein? Dann viel
Spaß!
Halte ich allerdings Diät oder trainiere ich exzessiv, weil ich einem
Schönheitsideal hinterher eifere und meine, dass nur fünf Kilo weniger mich
glücklich machen können, würde ich die Motivation schon hinterfragen. Quält
es mich, ist es vielleicht nicht unbedingt gut für mich.
Für mich ist der Schlüssel weniger Selbstoptimierung und mehr Lebensqualität.
Inwieweit ist das Thema Bodyshaming immer noch ein Problem, von dem
Frauen betroffen sind? Ist Männern ihr Körper egaler als uns Frauen?
Ganz grundsätzlich wird Bodyshaming auch Männern gegenüber betrieben. Der
„Bierbauch“ etwa ist etwas, das man exklusiv über Männer sagt. Auch sie
werden mit einem Ideal des „perfekten Mannes“ konfrontiert, dem sich nur
schwer ausweichen lässt. Meinem Mann geht das beispielsweise auch so, dass er
glaubt, erst trainieren zu müssen, um attraktiv zu sein – und er ist wahrlich
nicht stark übergewichtig.
Allerdings ist es patriarchale Taktik, dass uns Frauen das Thema mehr zu
beschäftigen scheint. Schon seit Hunderten von Jahren wird Frauen quasi
anerzogen, sich besonders um ihr Aussehen zu sorgen. Wir sollen vorzeigbar
sein, adrett, immer frisch. Dahinter steckt eine ganz perfide Strategie: Je
mehr wir Frauen damit beschäftigt sind, uns hübsch zu machen, desto weniger
Zeit zum Denken und Demonstrieren haben wir. Frauenzeitschriften mit ihren
1.000 Schönheitstipp sind eine patriarchale Machtstruktur, um
Gleichberechtigung zu verhindern.
Was heißt Schönheit für dich und welche drei Frauen findest du besonders
schön?
Schönheit hat für mich mittlerweile viel, viel mehr mit der Attitüde und
der inneren Einstellung als mit dem Äußeren zu tun. Ich finde auch stark
mehrgewichtige Frauen schön, wenn ich sehe, wie selbstbewusst und souverän
sie sich selbst darstellen. Ebenso steckt in Schönheit für mich auch viel
Beziehung: Je enger ich mit jemandem bin, desto schöner finde ich diese
Person.
Die drei Frauen, die ich besonders schön finde, sind:
Lotta Frei (@lottafrei), die mich gelehrt hat, dass Sexualität und
Sinnlichkeit sich nicht an Kleidergrößen orientieren und ich keine Idealmaße
brauche, um lustvoll zu leben. Gerade ihre Dessousfotos auf dem Blog zeigen
einen herrlich normalen Frauenkörper, der aber ästhetischer kaum sein
könnte.Meine (bald nicht mehr nur) Insta-Freundin Katharina (@jc.noir), meine
absolute Style-Ikone! Ehrlich, Katharina ist SO schön! Sie kombiniert ihre
Tattoos und Piercings mit einem megacoolen Style-Mix zwischen Alternative und
Vintage Chic – und trägt dabei eben auch keine Größe 36.Kinderbuchautorin und
Insta-Freundin Jana Heinicke (@janaheinicke), weil ihr Lächeln immer SO
strahlt. Auch wenn ich weiß, dass die Zeit für sie aktuell nicht die
einfachste ist, bezaubert sie mich immer wieder mit ihrem Lächeln. Gerade bei
Jana sehe ich, wie schön Menschen sind, wenn sie das tun, was sie am meisten
lieben. Und das gewinnt immer wieder mein Herz.
Auf instagram.com/idealistin_mit_dickkopf und
https://www.instagram.com/celsydehnert_wesertexte könnt mehr von Celsy
lesen – es lohnt sich!
|
Bodypositivity und Bodyshaming: Dicksein steht für Faulheit, Verlotterung
und keine Disziplin | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brandbrief-einer-mutter-an-den-ministerpraesidenten-so-geht-es-nicht-weiter |
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil, sehr geehrter Minister
Tonne,
mein Name ist Alexandra Jaeger. Ich bin 40 Jahre alt und Mutter von fünf
Kindern. Einem Mädchen und vier Jungs. 14, 11, 6 und doppelt 3 Jahre alt. Und
ich bin am Ende. Mit Latein. Und auch sonst.
Ich schreibe Ihnen heute diesen offenen Brief, weil ich meine
Belastungsgrenzen erreicht habe. Die unserer Kinder sind längst
überschritten.
Und ich fordere Sie auf: Verlieren Sie uns nicht aus den Augen! Lassen Sie
uns nicht im Stich! Treten Sie an unsere Seite! Wir Eltern, wir Mütter und
Väter brauchen Sie. Und zwar jetzt! Nicht erst zu Ostern.
Lassen Sie mich unsere Situation beschreiben. Und wenn Sie fertig gelesen
haben, nehmen Sie meinen Namen aus diesem Brief und ersetzen ihn. Durch
Müller. Meyer, Schulze oder Schmidt. Denn die Not, die ich Ihnen hier
beschreibe, zerreißt gerade tausende Familien in Niedersachsen. Das, was ich
hier berichte, ist meine Geschichte, ja, aber es ist gleichzeitig die
Geschichte vieler. Und ich erlaube mir nun, für sie zu sprechen.
Fangen wir so an: Mein Mann arbeitet in gehobener Position im
Lebensmitteleinzelhandel und sorgt dafür, dass sich in diesem Land auch
künftig niemand Sorgen darüber machen muss, ob wohl ausreichend Klopapier,
Hefe oder Mehl in den Regalen steht.
Ich selbst habe mich 2019 selbstständig gemacht und ein Hebammenzentrum
gegründet, das Zwillings- und Drillingseltern auf die Geburt und das Leben
mit ihren mindestens zwei Neugeborenen vorbereitet. Trotz dieser doppelten –
wie heißt es so schön – „Systemrelevanz“ haben wir bis jetzt auf eine
Notbetreuung unserer Kinder verzichtet.
Unsere Gründe dafür:
Wir wollten damit unseren Teil zur Pandemiebekämpfung beitragen.Wir wollten
uns und unsere Familie, insbesondere aber die Erzieherinnen und Lehrer
unsererKinder schützen.Wir sind bis heute der ungebrochenen Überzeugung, dass
ein Notarzt, eine Altenpflegerin,ein Müllmann, eine Polizistin, ein
Journalist, eine Pastorin, ein Bestatter und all die anderen, die gerade in
sogenannten Berufszweigen allgemeinen öffentlichen Interesses beschäftigt
sind, ihren Platz in einer Kindergarten-Notgruppe dringender benötigen als
wir. Ich kann schließlich nachts arbeiten, wenn die Kinder schlafen. Und am
Sonntagmorgen, so um 6 Uhr.
Oder zwischendurch, wenn die größeren Kinder vergessen müssen, dass sie
eigentlich wilde, lustige und freie Pubertiere sind … weil sie wieder einmal
meinen verdammten Job als Mutter übernehmen.
Ich schlafe schlecht. An unserem Kühlschrank hängen DIN A3-große Pläne und
To-Do-Listen für alle Familienmitglieder. Wer macht wann auf welchem Endgerät
welche Videokonferenz? Wer benötigt Hilfe von wem zu welcher Zeit? Welche
Aufgabe lässt sich nicht aufschieben? Und immer wieder: Wer betreut wann die
Wirbelwind-Zwillinge (die in ihrem kurzen Leben übrigens insgesamt 3 Wochen
in einen Kindergarten gegangen sind) und was erledigen die jeweils anderen
Familienmitglieder in dieser Zeit?
Homeschooling Klasse 6 und Klasse 8, Gymnasium. Homeoffice. Homecooking.
Homecaring. Home- was-auch-immer. Und dazwischen unsere drei
Kindergartenrocker.
Ich denke, Ihre Vorstellungskraft und vor allem Ihre Erfahrung als
vierfacher Vater, Herr Tonne, reichen an dieser Stelle aus, um jedem der oben
genannten Begriffe kleine, mittlere und große Dramen zuzuordnen.
Machen wir es kurz: Für uns bedeutet das alles eine extreme Belastung.Die
wir bis hierher getragen haben. Und die wir nun nicht mehr tragen können.
Mein Antrag auf Notbetreuung wurde in der letzten Woche durch den Träger
abgelehnt. Nicht etwa, weil ich keinen Bedarf anmelden konnte. Nein. Weil die
Kita „voll“ ist. Ausgelastet. Keine Chance. Kein Erbarmen. Kein Nachrücken.
Kein Platz-Sharing untereinander. Keine Kreativität. Keine Wechselmodelle.
Keine Unterstützung.
Nur der Verweis auf Ihre Entscheidungen und Vorgaben. Und den Hinweis, ich
hätte mich ja eher melden können. Dann wäre auch noch Platz gewesen für
unsere Kinder („Frau Jaeger, das müssen Sie verstehen…da müssten wir ja jetzt
drei Familien nach Hause schicken, um Ihnen Betreuung anzubieten. Das geht
nicht.“)
Das Land Niedersachsen hat von Beginn der Pandemie an eine Notbetreuung
angeboten. Dabei lag die Auslastungsgrenze für Kindertagesstätten stets bei
50 Prozent.
Denn die Kräfte der stärksten und belastbarsten Familien Ihres Landes gehen
nun zuneige. Wer im Mai 2020 noch stand, wer es geschafft hat, sich unter
Bündelung ALLER familiären Ressourcen IRGENDWIE bis in den Februar zu
schleppen, der spürt heute seine Beine nicht mehr. Der wankt. Schnappt nach
Atem. Kippt. Und kann – mit Verlaub! – nicht einmal mehr bis Ostern denken.
Geschweige denn bis Ostern arbeiten!
Ich bin mir sicher, dass Ihnen die Last, die auf uns Familien, auf allen
Müttern und Vätern, vor allem aber auf den Kindern liegt, bewusst ist. Ich
bin mir sicher, dass hunderte Briefe wie der meine, Ihr Ministerium erreicht
haben.
Das, was allerdings JETZT hier draußen in den Klein- und Großstädten, den
Dörfern und Landkreisen unseres Bundeslandes passiert, hat Ihnen aber
offenbar noch niemand erzählt.
Die Gesellschaft spaltet sich. Das viel beschworene Mantra „zusammen
schaffen wir das!“ greift nicht mehr.Neid. Frust. Missgunst. Und noch viel
mehr macht sich breit. „Warum hat Familie x einen Kitaplatz und wir nicht?!“
„Warum kommt Familie y mit Drohkulissen und Klageankündigungen durch?!“
„Warum sind unsere Bedürfnisse, unsere Not und unsere Erschöpfung weniger
relevant als die von Familie Z?“
Und vor allem: „Warum lebe ich in Osnabrück und habe dort keine Betreuung,
arbeite aber in der Nachbarstadt Rheine (NRW) und sehe dort jeden Tag, wie
ein bisschen Normalität die Familien entlastet?“
Alles Fragen, die zusätzlichen Druck und zusätzliche Schmerzen erzeugen.
Und die nicht länger unbeantwortet bleiben dürfen.
Ihr Ministerium schreibt auf der Internetseite, dass beispielsweise
Platz-Sharing möglich ist. Dann nehmen Sie die Träger in die Pflicht
(insbesondere die kommunalen!) ENDLICH diese Möglichkeit auch zu nutzen und
umzusetzen!
Schaffen Sie den Rahmen für gute Entscheidungen. Und nehmen Sie den
brodelnden Topf von der Flamme, der genau dann überschäumt, wenn in ein und
derselben Stadt eine Kita (städtisch) strikt nach 50 Prozent Auslastung
abriegelt und eine andere (100 Meter weiter die Straße runter, kirchlich)
ihren Eltern und vor allem Kindern das Gefühl vermittelt, sie seien in ihrer
Erschöpfung und mit ihrem Bedürfnis nach Entlastung willkommen, die
vorhandene Notgruppenplätze unter den Eltern aufteilt und die im Rahmen der
Möglichkeiten alles dafür tut, den Müttern und Vätern so ein paar
extra-Atemzüge zu verschaffen.
Teilen Sie die Wochen auf! Oder die Tage! Oder die Kinder! Oder die
Tageszeiten! Oder was auch immer. Aber bieten Sie uns, die wir bislang unter
Mobilmachung sämtlicher Kräfte ihren Alltag gemeistert und damit ein großes
Stück aktive Pandemiebekämpfung geleistet haben, eine Perspektive!
Wir schaffen das nicht mehr bis Ostern. Wir sind durch. Die Zeit hat uns
zermürbt. Die Reserven sind erschöpft.
Keine gute Zeit, um einer Familie verständlich zu machen, wieso ein
Erstklässler im Wechselmodell die Schule besuchen darf. Das anderthalb Jahre
jüngere Geschwisterkind aber als potenzielle Gefahr gewertet wird und zuhause
bleiben muss.
Das ist Wahnsinn. Und das ist auch nicht länger zu akzeptieren!
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Weil, sehr geehrter Minister Tonne:
Wir brauchen Ihre Hilfe. Und zwar jetzt!
Alexandra Jaeger
|
Brandbrief einer Mutter an den Ministerpräsidenten: So geht es nicht
weiter! |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brennpunktschule-wenn-wir-so-respektlos-mit-unseren-eltern-reden-wie-mit-unseren-lehrern-gibts-auf-die-fresse |
Ihr Lieben, wenn wir wirklich verstehen wollen, was in deutschen
Klassenzimmern schief läuft, müssen wir denen zuhören, die mittendrin sind.
Mit ihrem Buch Leaks aus dem Lehrerzimmer. Mein Jahr als Lehrerin an der
Grundschule des Grauens hat sich Lehrerin Katha Strofe (so nennt sie sich als
Pseudonym) den Frust von der Seele geschrieben. Sie erklärt auch in voller
Ehrlichkeit, was im derzeitigen Homeschooling schiefläuft – und was sich im
deutschen Bildungssystem dringend ändern müsste.
Leaks aus dem Lehrerzimmer. Mein Jahr als Lehrerin an der Grundschule des
Grauens
Liebe Katha Strofe, Sie sind Lehrerin in Berlin und haben bereits an einer
Oberschule mit Wachschutz gearbeitet. Warum war der nötig?
Der Wachschutz war nötig, weil es an der Schule viele Gewaltvorfälle
gab, an denen auch immer wieder schulfremde Personen (vor allem Freunde von Schülern)
beteiligt waren, die sich Zugang zum bis dato unbewachten Gebäude verschafft
haben. In diesem Zusammenhang ist auch ein Lehrer verletzt worden, was dann
endgültig zur Entscheidung für die Security führte.
Sie sind dann an eine Grundschule gewechselt und dachten, bereits mit allen
Wassern gewaschen zu sein. Was erwartete Sie jedoch dort?
Mich erwartete dort vor allem: Das blanke Chaos. Während meine
vorherige Schule sich wenigstens noch um Struktur sowie klare Regeln und
Konsequenzen bemüht hat, scheint man an der Grundschule mehr oder weniger
aufgegeben zu haben.
Das Schlimmste daran: Zwar kann man der Schulleitung dafür durchaus
Vorwürfe machen, aber letztlich ist es in Anbetracht der Gemengelage an
dieser Grundschule meiner Meinung nach kaum mehr möglich, unter diesen
Umständen einen geordneten Schulalltag – oder auch bloß einen geordneten
Schultag – hinzubekommen.
Wie können wir uns diese Situation vorstellen?
In jeder Klasse sitzen 28 Kids. Viele von ihnen stammen aus „bildungsfernen
Schichten“, haben nie gelernt, wie wichtig Schule für sie ist. Hinzu kommen
zahlreiche Flüchtlingskinder, die kaum Deutsch sprechen und dem Unterricht
daher nur schwer folgen können.
Auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gibt es viele, von der
Diagnose „Leserechtschreibschwäche“ bis hin zu „geistiger Entwicklung“. Und
dann sind da auch noch die Kinder aus Milieus, in denen ein gesetzestreues
Leben als Mitglied der Mehrheitsgesellschaft abgelehnt wird. Die Kleinen
haben sich bereits in der Grundschule den Habitus ihrer großen Brüder
abgeschaut und ignorieren Regeln, sind aggressiv und sehen ihre Zukunft in
der Kriminalität.
Wie zeigt sich das im Unterricht?
Viele der eben erwähnten Kinder fangen aus Langeweile, Desinteresse oder
Überforderung heraus an, den Unterricht zu stören. Oder auch bloß, weil sie
in der Schule aufmüpfig sein dürfen, ohne dafür sofort körperliche Gewalt zu
erfahren. Denn zu Hause lernen sie „Autorität“ viel zu häufig nur in
Verbindung mit Schlägen kennen. Wenn wir Lehrer dann versuchen, Konflikte
stattdessen verbal zu lösen, werden wir nicht ernstgenommen.
Was hat das mit Ihnen als Lehrkraft gemacht?
Dieses permanente Scheitern war für mich nur sehr schwer auszuhalten. Ich
scheiterte in pädagogischen Gesprächen und ich scheiterte im Unterricht –
weil ich ja nie die ganze Klasse (oder auch nur die halbe) ins Boot holen
konnte. Für die einen war mein Unterricht zu schwer, für die anderen zu
leicht.
Jaja, ich weiß, dafür gibt es ja die „Differenzierung“ des eigenen
Unterrichts, also die Stoffaufbereitung auf verschiedenen Niveaustufen. Aber
ganz ehrlich, wer kann es schaffen, jede einzelne Unterrichtsstunde zeitgleich
auf leistungsstarke und leistungsschwache Kids, Kinder mit Behinderungen,
Kinder ohne Sprachkenntnisse, Verhaltensauffällige und konsequente
Leistungverweigerer zuzuschneiden?
Haben Sie Ihre Berufswahl schon mal bereut?
Meine Antwort erstaunt mich selbst, aber sie lautet wirklich „Nein“.
Vielleicht, weil mich gerade durch die schlechten Erfahrungen der Ehrgeiz
gepackt hat, es besser zu machen. Und außerdem mag ich Kinder und junge Menschen
einfach sehr, sehr gerne – das hat mir auch die „Grundschule des Grauens“
nicht abgewöhnt!
Sie schreiben Ihr Buch unter Pseudonym – warum genau? Wovor fürchten Sie
sich?
Man unterschreibt als Lehrer genauso eine Geheimhaltungsklausel im
Arbeitsvertrag wie in der freien Wirtschaft. Ich fürchte also tatsächlich,
dass ich durch meine „Leaks aus dem Lehrerzimmer“ meinen Job verlieren
könnte. Außerdem möchte ich auch verhindern, dass ich an Schulen nicht mehr
angestellt werde, weil meine Vorgesetzten und Kollegen Angst bekommen
könnten, sie würden von mir bloß als „Stoff fürs nächste Buch“ genutzt
werden.
Sie schreiben von „Hilflosigkeit und Wut über die miserablen Zustände an
dieser (Ein-) Bildungseinrichtung“ – was genau läuft schief?
Ich habe ja schon einiges beschrieben, das schief bzw. gar nicht läuft.
Aber nur der Schule die Schuld dafür zu geben, greift zu kurz. Wie so oft
fängt der Fisch vom Kopf an zu stinken und das ist nun mal die
Bildungspolitik. Schulen, die in sozial schwachen Einzugsgebieten liegen,
dürften in meinen Augen nicht noch zusätzlich die Mammutaufgaben „Inklusion“
und „Willkommensunterricht“ für geflüchtete Kids stemmen müssen.
Lehrer wurden von politischer Seite immer mehr zur eierlegenden
Wollmilchsau erklärt. Übrigens ohne dafür entsprechend ausgebildet zu werden.
An den Unis unterrichten nicht wenige Dozenten Lehramtsstudenten, ohne selbst
jemals als Lehrer gearbeitet zu haben. Ich verstehe eh nicht, warum das
Lehramtsstudium keine „duale Ausbildung“ ist. Man erlernt den Umgang mit
Kindern, Jugendlichen und Eltern oder wie man junge Menschen für die Schule
begeistert nicht in einem Hörsaal, sondern in einer Schule.
Sie schreiben auch darüber, wie gering die Wertschätzung der SchülerInnen
gegenüber ihren LehrerInnen ist…
Wie schon beschrieben, nehmen uns viele Kids nicht als Autorität wahr und
gehen buchstäblich über Tische und Bänke. Daheim sitzen die Kinder häufig nur
vor der Glotze, kommen nur selten vor die Tür. Ihre angestaute Energie lassen
sie dann im Klassenzimmer raus und wetteifern ehrgeizig um den schulinternen
Ruf als „schlimmste Klasse der Schule“.
Nennen Sie doch gern mal ein Beispiel.
Kurz vor meinen ersten Ferien an der Schule wurde ich einmal sehr
überrascht davon, dass die Kleinen sich gar nicht auf die Ferien freuten:
„Ferien is voll langweilig!“, wurde mir von der ganzen Klasse mitgeteilt und
augenzwinkernd hinzugefügt: „In den Ferien kann man zum Beispiel keine Lehrer
ärgern!“ „Dann ärgert doch mal zur Abwechslung eure Eltern“, schlug ich
ebenso augenzwinkernd vor. „Bist du verrückt?! Wenn wir so respektlos mit
unseren Eltern reden wie mit unseren Lehrern, gibt’s auf die Fresse!“, bekam
ich zur Antwort. Die Kinder schnallen also, wie respektlos ihr Verhalten uns
gegenüber ist. Ich weiß nicht, ob ich das beruhigend oder erst recht
beunruhigend finden soll…
Nun sitzen wir in Deutschland seit einem Jahr immer wieder im
Homeschooling, wo sehen Sie hier die größten Probleme?
Beim Homeschooling fallen mir so viele Probleme ein, dass ich eigentlich
ein ganzes weiteres Buch darüber schreiben könnte. Ich versuche mich kurz zu
fassen: Ich persönlich denke, die größten Schwierigkeiten beim Homeschooling
sind für die Schüler fehlende Freunde, fehlende Selbständigkeit (kein
Vorwurf, Tatsache), fehlende Tagesstruktur, fehlende technische Infrastruktur
und fehlende Kenntnisse über den Umgang mit Technik. Wir Lehrer haben etliche
Schulungen und Weiterbildung zu Lernseiten, Softwareprogrammen etc. bekommen
– die Schüler bräuchten diese Weiterbildungen ebenso dringend. Nur, weil sie
der Genration „digital native“ angehören, haben sie mit der Muttermilch
trotzdem nicht die Bedienung von Microsoft Office aufgesogen…
Leaken Sie doch mal Ihre krassesten Erfahrungen aus dieser Zeit….
Für mich war es besonders schmerzhaft, dass viele Schüler an meiner
jetzigen Schule durch den Distanzunterricht das Probehalbjahr nicht geschafft
haben. Und dabei hat es besonders die leistungsstarken Schüler getroffen. Sie
waren ehrgeizig und perfektionistisch – und haben daher häufig zwei Stunden
lang ein Arbeitsblatt bearbeitet, für das sie im Präsenzunterricht nur
zwanzig Minuten gehabt hätten.
Sie wollten auf Nummer sicher gehen und haben mehrfach ihre Arbeiten
kontrolliert, korrigiert, zum Thema nochmal im Internet recherchiert, wieder
etwas korrigiert. Dadurch sind sie irgendwann nicht mehr hinterhergekommen
und haben angesichts des sich aufgetürmten Bergs an Hausarbeiten einfach
kapituliert. Sich totgestellt, auf Mails oder Anrufe nicht reagiert. Nur noch
auf dem Bett gelegen und an die Decke gestarrt. Leider habe ich all das erst
hinterher erfahren, als bereits klar war, dass sie die Probezeit nicht
bestanden haben…
Wie kommen wir raus aus der Misere? Aus der Chancen(un)gleichheit?
Ich komme mir mit einer Antwort darauf ziemlich unkreativ vor, weil ich im
Endeffekt nur reproduzieren kann, was zahlreiche Menschen bereits vor mir
festgestellt haben: Wir brauchen (zumindest in „Problemvierteln“) viel
kleinere Klassen, damit Kinder individueller gefördert werden können.
Ich würde auch befürworten, dass wir bei der Inklusion etwas zurückrudern
und Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf wieder Förderschulen
besuchen. Die Inklusion ist ein toller Gedanke! Aber derzeit sitzen Kinder in
Regelschulen, die kaum ihren eigenen Namen schreiben oder längere Zeit
stillsitzen können. Sie haben keine Chance im Unterricht mitzumachen und
finden nur schwer Freunde. Wem ist damit geholfen?
|
"Zu Hause so respektlos wie zu Lehrern? Da gäb´s auf die Fresse!“ |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brettspiel-fuer-die-kleinsten-mit-traumfaenger-gegen-albtraeume |
Eine Frage an alle Mamas mit mehreren Kindern: Dürfen Eure Jüngsten auch so
viel mehr als Eure Erstgeborenen? Bei uns ist das wirklich ein riesen
Unterschied – unsere Jüngste profitiert da ganz schön von den Geschwistern
und darf in ihrem Alter Vieles, was für die Große unvorstellbar
war.
Aber: Manchmal führt das auch dazu, dass man fast vergisst, wie klein die
Kleinsten noch sind. „Hach, die Strecke zu laufen schaffst du schon, soooo
weit ist es ja nicht.“ oder „Klar kann sie dieses Puzzle schon, eins mit
weniger Teilen haben wir eh nicht.“ Na, wer fühlt sich auch ertappt? Und noch
ein Schicksal, das viele jüngere Geschwister teilen: Sie bekommen selten etwas
Neues ganz für sich alleine 🙂
Heute möchte ich Euch ein Spiel vorstellen, das sich ganz speziell an die
Kleinen richtet. Das Brettspiel Traumfänger von Asmodee eignet sich für
Kinder ab 4 Jahren (das steht auf dem Karton, aber ich finde, es geht auch ab
3!) – das Design ist absolut kleinkind-gerecht, die Spielkarten schön groß
und dick und die Spieldauer mit circa 15 Minuten auch ideal.
Worum gehts? Ein Albtraum (der sieht aber nicht zu gruselig aus)
taucht auf. Aber mit Hilfe von süßen Kuscheltieren kann dieser besiegt werden
– indem er einfach zugedeckt wird. Gelingt das, darf sich der Spieler sich
ein Traumplättchen nehmen und auf seine Kuschelwolke legen. Wer seine
Kuschelwolke zuerst ausgefüllt hat, ist der Gewinner.
Meine Kleinste findet Traumfänger total toll – für sie ist es einfach zu
verstehen, es gibt keine Hintertürchen oder komplizierten Zwischenschritte.
Die Ansicht und die Materialien sind ideal für Kleinkinder – schön dick,
lustig aufbereitet und nicht zu kleinteilig. Und meine Großen (6 und 9 Jahre)
hatten auch noch Spaß daran – vorallem, weil sie merkten, dass ihre Schwester
mal ebenbürtiger Spielpartner war.
Ich kann Euch Traumfänger also als eins der ersten Brettspiele für Eure
Kids empfehlen – und dabei spielt es natürlich keine Rolle, ob es Eure
Erstgeborenen oder Geschwisterkinder sind. Es ist einfach ein richtig schönes
Einsteiger-Spiel, das Euch viel Freude machen wird. Wer also noch eine
Inspiration für Weihnachten braucht: Traumfänger können wir Euch absolut ans
Herz legen!
|
Brettspiel für die Kleinsten: Mit Traumfänger gegen Albträume | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brief-an-meine-13jaehrige-tochter-mitten-in-der-pubertaet |
Hey, meine liebe
Große,
nervt es dich eigentlich, dass du gerade in einer Lebensphase steckst, die
viele von außen als kompliziert abstempeln? Huiuiui, 13 bist du jetzt, ein
richtiges Pubertier. Wie doof das klingt: Pubertier. Wie ein Tier eben. Nicht
wie ein Mensch im Wachstum. Einer, dem das ganze verheißungsvolle Leben noch
bevorsteht. Wie spannend ist das denn!
Du hast es in der Hand, du kannst dein Leben noch gestalten. Alles ist möglich!
Die großen Weggabelungen und Entscheidungen kommen erst noch. Noch liegt dir
die Welt zu Füßen. Alle Freiheiten, alle Möglichkeiten, eine
Wundertüte.
„Wow, bist du groß geworden“, sagen sie, wenn sie dich sehen und schieben
fast alle noch ein „Oh je, jetzt kling ich schon wie ne alte Tante“ nach. Und
ja, du hast einen riesigen Wachstumsschub hinter dir, die Bilder vom letzten
Jahr zeigen noch ein Kind, heut bist du ein Teenie, eine Heranwachsende, eine
junge Frau mit eigenem Willen und eigenen Vorstellungen vom Leben.
Noch vier Zentimeter dann hast du mich größentechnisch überholt. Deine
Schuhgröße ist schon drei Nummern größer als meine, ich trage gerade deine
Winterstiefel aus dem letzten Jahr auf. Da warst du 12 (sehr gemütlich!).
Du kommst jetzt mit zu Elternabenden, sitzt mit deinen MitschülerInnen
giggelnd in der letzten Reihe. Boah, dieses Lachen, dieses Albernsein, dieses
Austesten, dieses in den Freunden-Aufgehen, weil die Eltern ja eh peinlich
sind.
Ich kann mich noch so gut zurückerinnern und schau da so gern hin, weil ich
sehe, wie eingebettet du da bist. Was hast du für ein Glück mit deiner Klasse
und deinen Freunden!
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Aug 22, 2019 um 11:46 PDT
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Zusammen lasst ihr euch das Programm für den Schüleraustausch erklären und
du entscheidest dann selbst, ob du dir das mit einer Gastfamilie vorstellen
kannst, ob du in ein fremdes Land mit fremder Sprache gehst – oder nicht. Es
liegt in deiner Hand. Und da liegt es gut, denn du weißt sehr genau, was du
willst.
Wenn ich in mein altes Tagebuch aus der Zeit schaue, dann geht es um meinen
Reitstall, darum, dass mein Lieblingspferd lahmt. Und klar, auch darum, dass
ich Basti liebe, aber Frauke den jetzt hast. War das alles aufregend. Und
schmerzhaft. Und beflügelnd. Und neu.
Grad erst sprachen wir darüber, wo du dein Schülerpraktikum machen könntest
und wir haben überlegt, was spannend sein könnte und was gar nicht in Frage
kommt. Wir sind da nicht immer einer Meinung. Das ist toll, weil wir so ins
Gespräch kommen. Weil du mir Seiten zeigst, die neu für mich sind. Zwei
Menschen, unterschiedliche Prioritäten.
In deiner Deutscharbeit neulich ging es um sexistische Werbung und du hast
ein feministisches Pamphlet vorgelegt. Wie unfair das ist mit der ungleichen
Bezahlung von Männern und Frauen. Der (männliche) Lehrer schrieb
beschwichtigend daneben, dass das stimme, es im Lehrerberuf aber gerecht
zugehe. Immerhin. Ich konnte mir ein inneres Grinsen nicht verkneifen.
Gestern wolltest du nach der siebten Stunde lieber mit dem Bus fahren, als
abgeholt zu werden, obwohl der Bus so ungünstig fährt, dass du eine Stunde
später nach Hause kommst als sonst. Und du musstest ja noch lernen für die
Klausur im Diff-Kurs. Und trotzdem: Die Umwelt. Die ist wichtiger.
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Sep 2, 2019 um 6:57 PDT
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Die Pubertät, eine komplizierte Phase. Ja, klar! Du wirst vom Kind zur
Erwachsenen. Es ist ein Vorpreschen, Zurückkommen, ein Zweispalt manchmal –
aber eben auch einer, der viel Energie freisetzt. Auch gute! Das Buch „Alle
Dinge, die ich mit 13 wissen muss“ hast du längst aussortiert. Überhaupt
aussortieren: Das liebst du. Du hast schon als Baby immerzu die einen Steine
in die andere Kiste getan und wieder zurück. Sortieren.
Dein Zimmer ist heute das schönste im ganzen Haus, weil du – im Gegensatz
zu mir – so ein Gestaltungstalent hast. Und wirklich Geschmack. Du magst es
aufgeräumt. Und gemütlich. Übertreibst aber nicht. Wenn du dir etwas
wünschst, dann ist das gut durchdacht, dann brauchst du es wirklich,
Überfluss ist nichts für dich.
Deine Struktur macht dich verlässlich, deine Koffer packst du allein, seit
du drei bist (kein Witz), du schreibst vor Urlauben Listen mit den nötigen
Dingen, die ich dann abhaken kann, weil einfach nichts fehlt. Du backst
Brownies oder Torte, wenn ich die Brüder zum Training fahre. Einfach, weil
dir danach ist. Du lässt dich begeisterten, wenn es um Action geht. Und vor
Verantwortung scheust du dich nicht.
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Feb 18, 2019 um 10:52 PST
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Wenn ich dich zusammen mit deiner einjährigen Cousine sehe, läuft mir das
Herz über. Ungelogen, ich glaube, wir könnten euch beide allein für eine
Woche in den Urlaub schicken, ihr würdet das rocken. Du bist die Einzige, die
die Kleine neben ihren Eltern hundertprozentig akzeptiert. Tut sie sich weh,
schmiegt sie sich an dein Bein, will bei dir auf den Arm. Du tröstest. Sie
weiß das.
Ich glaube, diese Liebe zwischen euch beiden ist unzerstörbar, ich glaube,
die hält bis an euer Lebensende. Dieser Draht, diese Faszination für die
jeweils andere. Die Babytränen, wenn du wieder gehst.
Warum ich das alles erzähle? Weil ich anderen Eltern Mut machen will.
Natürlich ist die Pubertät voller Stimmungsschwankungen, voller Tage ohne
Reden und dann wieder mit ununterbrochenem Redefluss. Voller Fragezeichen.
Hinterfragen. In-Frage-stellen.
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Ein Beitrag geteilt von Stadt Land Mama (@stadtlandmama) am
Sep 12, 2019 um 6:35 PDT
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Aber es ist auch mal schön, sich auf die wunderbaren Seiten dieser Phase zu
konzentrieren.
Wenn da ein Athlet auf dem Zehn-Meter-Brett steht – kurz vor dem Sprung.
Beängstigend, klar. Aber auch voller Mut und Verve und Adrenalin. Wo wird er
landen, wie sanft wird er aufkommen, wie geht es von dort aus weiter?
Wenn die Skipperin die Segel spannt und aufbricht zur See mit einem guten
Kompass an der Hand und trotzdem abhängig von den Winden, die sie
umgeben.
Wenn aus der Raupe ein Schmetterling wird, der bunt ist – und zu fliegen
beginnt…
Ich bin so dankbar und glücklich, das alles begleiten zu dürfen.
Deine Mama
P.S. Zieh dir bitte trotzdem morgen die warme Jacke an, du frierst dir doch
den Axxx ab in dem dünnen Ding…
|
Brief an meine 13jährige Tochter mitten in der Pubertät | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brief-an-meine-zwillinge-so-hab-ich-eure-geburt-erlebt |
Ihr Lieben, die Geburten der eigenen Kinder sind mit nichts vergleichar,
kein Erlebnis der Welt wird da rankommen. Und deswegen hat sich meine
Freundin und Kollegin Andrea an ein Buch gesetzt, für das sie 30 Mütter und
Väter hat Briefe schreiben lassen. Persönliche Briefe an ihre Kinder. Über
ihre Geburt.
Es heißt: Die Geschichte deiner Geburt: Mein Brief für dich! Und IHR KÖNNT
DREI EXEMPLARE GEWINNEN. Bitte kommentiert dafür einfach unter diesem
Blogbeitrag, warum ihr es gern hättet!
Und jetzt zurück zum Thema: Nicht nur ich, sondern auch einige Leserinnen
von Stadt Land Mama haben sich auf diese Weise verewigt, denn wir hatten
einen Aufruf der Autorin geteilt. Heute möchte ich euch gern meine Geschichte
zeigen. Die Geschichte der Geburt meiner Zwillinge – als Brief an die Zwei.
Was für eine emotionale Reise in die Vergangenheit…
Die Geschichte deiner Geburt: Mein Brief für dich!
Glück hoch zwei: Jungsi und Bungsi* (48 & 49 cm, 2880 & 3020
Gramm)
Ihr lieben Zwei, ihr fragt euch vielleicht, warum ich euch heute und hier
so komische Namen gebe, weil ihr das vermutlich gar nicht mehr erinnert. Aber
immer wenn eure große, zwei Jahre ältere Schwester in den Kindergarten ging
und ihr dabei wart, dann nannte euch ihre Erzieherin so. „Ach, guten Morgen,
Jungsi und Bungsi!“ Ihr wart als eineiige Zwillingsjungs einfach wie bunte
Hunde, man kannte euch in unserem Berliner Kiez, man mochte euch.
Und man kannte auch meinen Bauch, den ich am Ende meiner Schwangerschaft
mit euch vor mir herschob. Ich konnte schon längst nicht mehr viele Meter zu
Fuß gehen, also schwang ich mich mit dickem Bauch immer aufs Fahrrad, was
wirklich merkwürdig und lustig ausgesehen haben muss so kurz vor der
Entbindung…
Am Tag eurer Geburt fuhr ich noch selbst in die Klinik
Am Morgen des 25. September tauschte ich das Fahrrad ausnahmsweise einmal
gegen das Auto aus, denn ich musste zum Vorsorgetermin in die Klinik, in der
ich euch bekommen wollte. Die Große hatte ich im Geburtshaus entbinden wollen
und war dann doch in einem Krankenhaus gelandet, das mir nicht gefiel. Also
suchte ich mir für eure Geburt eine Klinik aus, die mir von vorn bis hinten
zusagte, aber eben etwas weiter entfernt, am anderen Ende der Stadt
lag.
Der Tag war unglaublich sonnig, ich klemmte mich mit dem dicken Bauch
hinter den Lenker. Es war ein Donnerstag, genau zwei Wochen vor eurem
errechneten Entbindungstermin. Ich brachte bereits 82 Kilogramm auf die
Waage, der Unterschied war zu den sonst üblichen 57 schon enorm. Die Rippen
unter der Brust fühlten sich taub an, der Bauch war kurz vor dem Platzen. Und
ihr? Ihr wolltet natürlich Fußball spielen – wie heute noch. Der eine nach
links, der andere nach rechts. Selbst Passanten konnten eure Bewegungen
sehen, wenn ich etwas Enges trug. Wie waren wir da nur hingekommen?
Foto: Charles Yunck
Zu Beginn der Schwangerschaft konnte ich echt nicht glauben, dass ihr zu
zweit unterwegs wart. Ich hielt, nur anderthalb Jahre nach dem ersten Kind,
einen positiven Test in der Hand und verspürte das dringende Bedürfnis, mit
dem ersten Ultraschall nicht bis zur zehnten Woche zu warten. „Ich möchte
einfach sehen, ob da ein Frosch drin ist“, hatte ich einer Freundin noch
mitgeteilt. Ob ich da schon was ahnte?
Zwillinge? Beim Ultraschall kippte ich fast von der Liege
„Einen Ultraschall vor der zehnten Woche müssen Sie aber selbst bezahlen“,
unkte die Ärztin, und ich dachte: „Na und? Ich will mein Baby sehen…“ Ich
freute mich so darauf und darüber. Und dann schallte sie. Und war lange
still. Und schallte hin. Und schallte her. Und fragte, ob ich das wohl auch
sähe. „Hier ist eins und hier ist noch eins“, sagte sie. „Sie erwarten
Zwillinge! Sie müssen den Ultraschall also nicht selbst zahlen.“ Ab diesem
Moment galt ich als frischgebackene Risikoschwangere. Bei zwei Babys im Bauch
ist das aber ganz normal.
Die Sprechstundenhilfe öffnete die Tür und rief zu Kolleginnen und ins
Wartezimmer: „Ui, hier sind Zwillinge unterwegs!“ Ich war perplex. „K-k-kann
ich kurz meinen Mann anrufen?“Ganz ehrlich, hätte ich nicht schon auf dem
Gynstuhl gelegen, wäre ich wohl umgekippt. Ich zog mich also wie in Trance
an, und versuchte, euren Vater zu erreichen. Das musste ich draußen vor der
Tür tun, da in der Praxis striktes Handyverbot herrschte. „Kannst du dich
setzen?“, stotterte ich. „Nee, bin grad auf dem Weg zu einer Pressekonferenz,
was gibt’s denn? „ES SIND ZWEI!“, schwappte es aus mir heraus. „Und beide
gesund?“, fragte der Herr statt aus den Latschen zu kippen. Wie cool kann man
sein?
Ich dagegen klingelte kurz darauf erstmal Sturm bei der Lieblingsnachbarin
und bekam auf den Schreck etwas Warmes zu trinken. Am Nachmittag informierte
ich meine Eltern, euren Opa und eure Oma, einzeln per Telefon. Mein Bruder
hatte Geburtstag, ihm konnte ich es persönlich erzählen, als er am Nachmittag
bei uns vorbeikam.
Zwillingsschwangerschaft: Die Sorgen der anderen – Wollt ihr mir alle Angst
machen?
Meine Mutter, die schon wieder spürte, dass ihr Töchterchen im 600
Kilometer entfernten Berlin vermutlich bald einen Realitätsschock erleiden
würde, kaufte sich vorsichtshalber ein Bahnticket für den nächsten Tag. Sie
kam goldrichtig, denn auf die Anfangseuphorie folgten die Sorgen: Würde ich
das packen mit zwei Babys? Hatte nicht eure große Schwester schon so viel
geschrien in der Anfangszeit? Und was würde es für sie überhaupt bedeuten,
gleich zwei kleine Geschwister zu bekommen, obwohl sie selbst noch so jung
war?
Dazu kamen die Unkenrufe der Allwissenden. „Uh, Zwillinge. So starten ja
ganz viele Schwangerschaften und enden dann doch nur mit einem Kind.“ Bitte
was? Das ging bis zur Hälfte der Schwangerschaft so weiter, danach kamen die
nächsten Paniker: „Schau dir am besten schon mal eine Frühchenstation an.
Zwillinge kommen ja doch meist auf die Neonatologie…“
Nun saß ich da also zwei Wochen vor dem Entbindungstermin im Auto auf dem
Weg in die Klinik. Ich war ganz bei mir, ganz ruhig, dachte an all die
Zweifler und freute mich, ihnen mit euch das Gegenteil beweisen zu können.
Frühchen würdet ihr jedenfalls schon mal nicht mehr werden. So viel war klar.
Ha! Erst einen Tag zuvor war meine Mutter noch leicht genervt abgereist. „Die
kommen ja eh noch nicht“, hatte sie gesagt und wollte erst wieder in einen
Zug steigen, wenn die Wehen begannen, um sich dann um unsere kleine Große zu
kümmern. Doch an diesem Tag kam alles anders.
Einleitung in der 38. Schwangerschaftswoche: Endlich die Zwillinge
kennenlernen
Die Untersuchung verlief so, dass die betreuende Ärztin mir sagte, wir
sollten mal über eine Einleitung nachdenken, ihr Zwei hättet nämlich bereits
jeweils drei Kilo auf den Rippen, und in den letzten zwei Wochen könne sich
eure Versorgung im Mutterleib verschlechtern. Ich, die ich eh seit Wochen
wartete, weil ja alle gesagt hatten, dass ihr vermutlich kämet; ich, die ich
mich wirklich kaum noch bewegen konnte vor lauter Bauch und die so unfassbar
neugierig darauf war, euch zwei kleinen Herren endlich, endlich
kennenzulernen, sagte zu. Okay, dann eben eine Einleitung. „Wie wäre es denn
nächste Woche, dann sind wir im Oktober, dem Monat, für den sie auch
ausgerechnet sind“, schlug ich vor. Doch die Ärztin hatte andere Pläne: „Äh,
nein. Wir dachten eher an heute oder morgen!“
Uff!
Eine Einleitung könne bis zu fünf Tage dauern, erklärte mir die Ärztin. Und
ich dachte, okay, dann lieber heute. Dann bleibe ich direkt hier, denn wenn
ich jetzt noch heimfahre und weiß, dass es morgen losgeht, werde ich doch eh
die ganze Nacht vor Aufregung nicht schlafen können. Ich informierte euren
Vater, dass es jetzt losginge. Und ich rief meine Mutter an, sie könne sich
nun doch wieder in den Zug setzen, nachdem sie tags zuvor erst die Hauptstadt
verlassen hatte.
Die Geburt der Zwillinge beginnt: Alle entspannt
Gegen 11 Uhr wurde mir also ein Vaginalzäpfchen verabreicht (nicht schreien
vor Ekel, bitte, ihr Zwei, so schlimm ist das gar nicht!), das die ersten
Wehen in Gang bringen sollte. Zunächst tat sich aber gar nichts, Papa und ich
spazierten noch durch den Klinikpark und durften schließlich in dem Zimmer,
das wir später beziehen sollten, ein Mittagessen zu uns nehmen. Es gab
Geschnetzeltes. Es schmeckte himmlisch und ich war wie auf Wolken. Bald würde
ich euch, meine Babys, endlich kennenlernen. Papa hingegen brachte kaum einen
Bissen runter. Ihr kennt ihn ja und wisst, wie nervös er also gewesen sein
muss. Besser für mich, so konnte ich auch seine Portion noch in mich
reinschaufeln, ich hatte solchen Hunger! Und ich wusste in diesem Augenblick
ja auch noch nicht, dass ich viereinhalb Stunden später bereits eine
waschechte Dreifachmutter sein würde und ich mir das mit dem Essen vor der
Narkose vielleicht besser hätte sparen sollen…
Ich bekam ein weiteres wehenförderndes Mittel, meine Werte sahen gut aus,
man erkannte schon leichte Kontraktionen auf dem CTG, ich spürte sie aber
noch nicht. Das sollte sich mit der zweiten Gabe ändern. Doch vorher
verabschiedete ich erstmal euren Papa. Der vermutete, es würde noch Jahre
dauern bis die Geburt losginge, und wollte eure große Schwester deshalb von
der Kita abholen und meine Mutter empfangen. Klar, unsere Kleine wusste ja
noch gar nichts davon, dass ihre Mama im Krankenhaus lag, um euch auf die
Welt zu bringen und in die Arme zu schließen. Wir hatten sie morgens zur Kita
gebracht, bevor ich zur Untersuchung gefahren war.
Geburtseinleitung: Eingeleitete Wehen fühlen sich anders an als natürliche
Wehen
Mittlerweile spürte ich die Wehen, sie kamen in Stößen. Bei meiner ersten
Geburt mit natürlichen Wehen war die Richtung jedoch eine andere. Drückten
sie damals noch nach unten, hatte ich nun das Gefühl, sie sprengten mir die
Rippen unter der Brust. Als das Gefühl zu krass wurde, klingelte ich die
Hebamme heran. „Ist es schon mal passiert, dass jemandem unter der Geburt die
Rippen brechen?“, fragte ich, weil ich wirklich das Gefühl hatte, meine
Knochen würden dem Druck nicht mehr lange standhalten. „Ja, durchaus. Das
kann passieren“, sagte sie. Da machste nix, dachte ich. Augen zu und durch!
Die Abstände wurden kürzer und plötzlich wurde es wuselig um mich herum. Die
Herztöne von dir, Bungsi, waren auffällig geworden.
Hattest du vielleicht einfach noch keinen Bock auf die Geburt? Ihr lagt
schließlich so herrlich gemütlich zusammen – und wäret wohl noch über den
Termin gegangen, wenn wir euch gelassen hätten, so jedenfalls meine
Vermutung.
Ich stand nun unter Beobachtung, Bungsis Herztöne wurden nicht besser, ich
geriet aber nicht in Panik, sondern war die Ruhe selbst. Ich vertraute euch
beiden Knilchen – und darauf, dass alles gut werden würde. Als aber auch die
Herztöne von Jungsi schlechter wurden, kam die wirklich einfühlsame Hebamme
zu mir und erklärte mir die Lage. „Frau Harmann, wir wissen, wie sehr Sie
sich eine natürliche Geburt wünschen, aber so, wie es jetzt gerade aussieht,
wird es für Sie doch wieder auf eine Schnittentbindung hinauslaufen.“
Also doch ein Kaiserschnitt: Dann aber bitte als Schönheits-OP!
Ich reagierte unerwartet für das Pflegepersonal, brach weder in Tränen noch
in Panik aus, sondern sagte zwischen dem Veratmen der Rippenstoß-Wehen nur:
„Wissen Sie was, wenn das so ist, dann ist das so. Aber dann ist das für mich
eine Schönheits-OP.“ Alle lachten. Und ich mit. Denn bei meiner ersten Geburt
hatten sie mich nicht nur in Vollnarkose gelegt, so dass weder ich noch der
Vater geistig oder physisch anwesend sein konnten, sie hatten mir auch eine
hässliche, schwulstige Narbe hinterlassen, die nicht gut verheilt war und
mich wirklich störte. „Abgemacht! Wir geben beim Schnitt unser Bestes“,
versprachen sie und schoben mich in den OP-Saal.
Aber Moment, da fehlte ja noch jemand. Wo war eigentlich der werdende Vater
geblieben? „Der ist mit Sicherheit längst auf dem Weg hierher“, sagte ich und
rief ihn an. Ich erwischte ihn beim Kaffeeklatsch mit meiner Mutter und
unserem Töchterchen. „Ähm, es geht los, ich würd dann jetzt gleich
entbinden.“ Ach, du Schreck! Ich weiß nicht, wie er durch die Stadt geheizt
sein muss, aber ich stellte mir diese Fahrt sehr lustig vor.
Fast hätte der werdende Papa die Geburt verpasst
Ich hatte mich für eine Teilnarkose entschieden und wollte bei eurem ersten
Schrei wach sein. Dafür wurde alles vorbereitet, im Kreißsaal herrschte
Gewusel, der Anästhesist machte Scherze, was mir sehr guttat, weil ich jetzt
doch kurz Muffensausen bekam. Gleich würde man mir eine fette Spritze ins Rückenmark
setzen. Ich schreie ja schon bei Akupunkturnadeln…
Dann platzte plötzlich euer Papa in die chaotische Idylle. „Ahhh, da ist er
ja, der Vater! „Ooooooooooh, der hat ja noch gar keinen OP-Kittel an! Raus
raus!“ Eine herrlich-lustige Situation, auch sehr typisch, und sie nahm ganz
viel Druck von mir. Wir hatten so, so, so lange auf euch Zwei gewartet – und
nun verpasste Papa fast die Geburt. Aber eben nur fast. Minuten später stand
er im OP-Kittel an meiner Seite. Mir wurde die Betäubung in den Rücken
gesetzt, vor mir spannte man ein grünes Laken auf, alles so wie im Film.
Hello Hollywood, gleich sehe ich meine Babys!
Dann ruckelte man an mir, ich merkte das. Kurz darauf spürte ich etwas,
dass ich so noch nie erfahren hatte und auch wohl nie wieder spüren werde:
Plötzlich ließ die wahnsinnige Spannung der Haut und des Bauches nach. Es war
wie ein Durchatmen des ganzen Körpers, ich fühlte mich wie auf Wolken. Und
dann hörten wir den ersten Schrei! Das erste Baby war da. Jungsi! Du, der du
auch bei einer natürlichen Geburt zuerst gekommen wärest, weil dein Kopf
schon ganz fest im Becken gelegen hatte. Man hielt dich. Man streckte dich
über das grüne Laken in unsere Richtung. Wir durften dich sehen.
Die Geburt meiner Zwillinge: Die schönsten Momente meines Lebens
Schon kam der nächste Schrei. Das nächste Kind. Ich konnte meinen
Unterkörper nicht bewegen, mein Gesicht aber schon. Da warst du ja schon,
Bungsi! Du wurdest mir ins Gesicht gedrückt, warst ganz warm und nass und
hattest eine Stimme wie ein Engel. Es war der schönste Moment in meinem
Leben.
Die erste Geburt konnte ich nicht bewusst miterleben, was mich lange danach
noch beschäftigte. Nun aber war ich hautnah dabei. Ich durfte – zusammen mit
eurem Papa – die ersten Lebensmomente von euch, unseren unfassbaren eineiigen
Zwillingsjungs miterleben. Nichts kam jemals an dieses Glücksgefühl ran, die
Stimmung war unglaublich! So freudig und freundlich und surreal.
Meine Entbindungsärztin gratulierte uns noch während ich zugenäht wurde.
Der Papa erzählte, sie habe ihre blutigen Metzgerhandschuhe dafür in die Höhe
gereckt. Ich jedoch bekam davon nichts mit. Ich schwebte. Ich befand mich in
einem nie dagewesenen Glücksfilm!
Dann kam die Hebamme in den OP und erzählte, Papa habe sich drüben im
Nebenzimmer schon entblößt. „Hoffentlich nicht ganz!“ erwiderte ich und
brachte alle zum Lachen. Schließlich wurde auch ich in den Nebenraum
geschoben – und da saß er: euer Papa mit nacktem Oberkörper und euch zwei
kerngesunden kleinen Kerlchen auf der Brust. Ihr machtet Geräusche, die ich noch
nie gehört hatte, die süßesten Schmatzgeräusche ever. Ich war wie auf Drogen,
komplett euphorisiert! Einen von euch beiden durfte ich in den Arm nehmen und
konnte gleichzeitig den anderen beobachten, anschauen, mich verlieben.
Ich weiß nicht, wie lange wir da glücksbetrunken saßen und staunten, bis
wir irgendwann fragten, was ihr beiden denn wohl wiegt, wie groß ihr seid.
„Das können wir gern mal prüfen“, sagten sie. Jungsi, du warst 48 Zentimeter
groß und 2880 Gramm schwer, und Bungsi, du hattest 49 Zentimeter und 3020
Gramm. Anschließend duften wir die Verwandtschaft informieren, es war wie im
Traum. Unglaublich schön und unvergesslich.
Eure Geburt versöhnte mich mit meinem ersten Erlebnis, weil in eurem Fall
auch das Wochenbett so wunderbar war, weil die Menschen in diesem Krankenhaus
mich wertschätzten und anerkannten, weil immer wieder jemand reinkam und
fragte, ob alles okay sei, ob ich noch Wasser bräuchte bei all dem Stillen,
ich sei ja quasi ein Weltwunder, ein Naturtalent, dass ich gleich zwei Kinder
auf einmal satt bekommen könnte.
Ich heilte so schnell wie nie, konnte bereits am Tag nach der OP die ersten
Schritte wagen, was nach der ersten Geburt undenkbar gewesen war. Und die
Narbe? Es war tatsächlich eine Schönheits-OP geworden. Heute ist noch ein
hautfarbener Streifen erkennbar, nur wer davon weiß, kann diese Linie sehen.
Die Ärzte gaben ihr Bestes für mein Bestes. Für meine Familie und meine
neugeborenen Kinder, euch, die ihr heute bereits zwölf Jahres alt seid und
vermutlich die Augen verdreht vor so viel Kitsch. Aber das dürft ihr auch,
ihr beiden. Weil Großwerden eben auch zum Muttersein dazugehört.
So schön, dass es euch gibt,
eure Mama
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Brief an meine Zwillinge: So hab ich eure Geburt erlebt |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/brustkrebs-frauen-geht-zur-vorsorge-der-tumor-fragt-nicht-ob-ihr-mama-seid |
Ihr Lieben, manchmal kommt alles zusammen. Karneval, Corona – und bei
Sabine auch noch eine Brustkrebs-Diagnose. Statt ausgiebig zu feiern, begab
sie sich am Rosenmontag in die Behandlung. Ihre Kinder waren erst 6 und 2.
Wäre sie nicht zur jährlichen Vorsorge gegangen – sie will sich nicht
ausmalen, wie es dann ausgegangen wäre…
Liebe Sabine, wie wichtig Vorsorgeuntersuchungen sind, hast du gemerkt, als
du nichtsahnend zum Frauenarzt gingst… welche Diagnose hast du dort bekommen
und wie wurde es festgestellt?
Am 4.2.2020 hatte ich einen Routinetermin bei meiner Frauenärztin. Alles
war gut, bis sie meine Brüste abtastete. Sie machte sofort einen
Ultraschall. Beunruhigung lag in der Luft. Sie zeigte mir drei Knoten, die
sie ertastet hatte. Ich sollte schnellstmöglich eine Mammographie machen, um
es abzuklären. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch gestillt habe, dachte ich erst
mal, es wäre von den Milchdrüsen. Durch den Ultraschall konnte ich die Knoten
auch sehen. Den Termin für die Mammographie bekam ich erst am
13.2.2020.
Hattest du vorher nichts geahnt?
Nein, wie gesagt ich habe bis zu dem Zeitpunkt gestillt. Und ehrlich gesagt
habe ich mich vorher nie selbst abgetastet. Ich bin da leider etwas
nachlässig. Ich hatte aber die letzten Tage vor dem Termin ein komisches
Bauchgefühl. Irgendwie hatte das neue Jahr nicht so gut angefangen. Ich hatte
einen neuen Job ganz in der Nähe gefunden. Aber es passte nicht von der
Empathie. Das Zusammenarbeiten war schwer.
Vielleicht lag es auch an der Krankheit, dass meine Konzentration gestört
war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich zwei Wochen vorher meine Kündigung erhalten.
Meine Mutter sagte mir im Nachhinein, dass ihr aufgefallen war, dass meine
Haare nicht mehr so schön wie sonst waren. Sie fielen schnell zusammen. Ich
glaube Mütter spüren so etwas.
Wie alt warst du im Augenblick der Diagnose und wie alt deine Kinder?
Ich war gerade 38 Jahre alt. Mein Sohn war 6 und meine Tochter noch 2 Jahre
alt.
Mit welchem Gefühl bist du aus der Praxis rausgegangen?
Mit einem sehr schlechten Gefühl. Tausend Gedanken gingen mir durch den
Kopf. Was ist, wenn ich jetzt Krebs habe? Sind es nur Zysten? Wie sage ich es
meiner Familie? Ich behielt es erstmal für mich.
Und ließ mir überhaupt nichts anmerken. Ich war die nächsten Tage sehr
angespannt und gereizt. Es ist schwer, niemanden etwas zu sagen. Und so zu
tun als wäre alles in Ordnung.
Wie hast du es deinem Mann, deinen Kindern, deiner Familie erzählt?
Meinem Mann habe ich es erst am Tag der Mammographie und der
offiziellen Bestätigung erzählt. Ich konnte nicht länger schweigen. Er
war geschockt. Hat mich von der ersten Minute an unterstützt. Dafür bin ich
ihm sehr dankbar.
An dem Tag habe ich meine kleine Tochter abrupt abgestillt. Ich habe
ihr gesagt, dass die Mama ein Aua in der Brust hat und sie deshalb nicht mehr
bei mir trinken kann. Zum Glück hat sie es gut verkraftet und auch
verstanden. Ich wollte schon viel früher abstillen, aber wir haben beide
nicht den richtigen Weg gefunden. Dass es so endet, hätte ich nie gedacht.
Mein Sohn hat sich eher zurückgehalten und keine Fragen gestellt. Meine
Mutter war sehr geschockt. Erst dachte sie, ich hätte eine Fehlgeburt gehabt.
Weil ich ihr nur von einem Termin beim Frauenarzt erzählt habe. Meine
Schwiegereltern und auch der Rest der Familie waren auch sehr geschockt. Alle
haben uns volle Unterstützung zugesagt. Wir konnten immer auf sie
zählen.
Musstest du eher sie trösten oder sie dich?
Für mich lief alles wie in einem schlechten Film ab. Ich konnte es nicht
richtig begreifen. War das Realität? Wir haben uns gegenseitig
getröstet. Es sind sehr viele Tränen geflossen. Aber ich wollte nicht
aufgeben. In den nächsten zwei Wochen folgte ein Termin dem anderen. Ich
hatte keine richtige Zeit, über alles nachzudenken. Und zu entscheiden, was
jetzt richtig oder falsch ist.
Mir wurde die Entscheidung durch die Ärzte abgenommen. Ich hatte auch
keine große Wahl. Mein Mann war meine große Stütze. Denn was bei den Terminen
gesagt wurde, ging teilweise total an mir vorbei. Mein Kopf war wie
leer.
Welche Untersuchungen folgten?
Nach dem Frauenarzttermin folgte eine Mammographie. Dort hat man gesehen,
dass die Knoten gut durchblutet sind, also bösartig. Kurz darauf bekam ich am
19.2.2020 einen Termin im Brustzentrum für eine Biopsie. Mit der Stanze
wurden Gewebeproben genommen und diese ins Labor geschickt. Mein Mann war
dabei und hat mir die Hand gehalten. Denn die Betäubung tat mehr weh, als die
Stanze selbst.
Am 21. Februar 2020, ich war gerade dabei unsere Tochter aus dem
Kindergarten abzuholen, bekam ich den Anruf. SIE HABEN BRUSTKREBS. Bitte
kommen Sie am 24. Februar 2020 (Rosenmontag) zur Besprechung. Der
Verdacht auf Brustkrebs hat sich also bestätigt. Die Diagnose lautete: Mamma
Karzinom rechts.
Am Faschingsdienstag wurde ich für zwei Tage stationär aufgenommen.
Alle möglichen Untersuchungen (Blutabnahmen, Computertomographie,
Herz-Ultraschall und Skelettzintigramm) wurden gemacht. Ich war vorher zum
Glück noch nie richtig krank. Die einzigen Krankenhausaufenthalte waren die
Geburten. Einen Tag vor dem 3. Geburtstag meiner Tochter bin ich
entlassen worden.
Am 2. März 2020 wurde mir ambulant ein Port eingesetzt. Meine allererste
Narkose und Operation in meinem Leben. Über den Port wurden mir die
Chemomedikamente per Infusion gegeben. Das ist viel praktischer als alle zwei
Wochen einen Zugang zu legen.
Warst du von Anfang an optimistisch oder hattest du auch größere
Ängste?
Zwischendurch gab es immer mal Phasen wo ich aufgeben wollte. Da mir gesagt
wurde, dass ich den Krebs mit der Chemotherapie überstehen kann und die
Heilungschancen gut sind, habe ich von Anfang an gekämpft. Natürlich denkt
man irgendwann daran: Was wäre wenn du stirbst?
Ich hatte die 100 % Unterstützung
von meinem Mann. Ihm wurde direkt das Homeoffice genehmigt. Zum Glück hat er
einen ganz hervorragenden Chef, der ihm zugesichert hat, dass die Familie
erst mal vorgeht.
Gedanken die einem durch den Kopf gehen: Ich werde also in den
nächsten Monaten meine Haare verlieren, mich total schlecht fühlen, mich
übergeben. Kann mich wahrscheinlich nicht mehr um die Kinder kümmern. Das
Wichtigste aber ist: Ich werde kämpfen. Es wird eine sehr harte Zeit. Wir
schaffen das als Familie.
Nun fand deine Chemo-Therapie unter erschwerten Bedingungen statt, der
erste Block fand zwei Wochen vor dem ersten Lockdown statt. Welche
medizinische Bedeutung hatte das für dich (dein Immunsystem war ja vermutlich
heruntergefahren, du durftest auf keinen Fall Corona bekommen, oder?)
Ich hatte zuerst vier große Chemos alle zwei Wochen und danach zwölf
leichtere jede Woche. Wir haben unsere Kontakte direkt reduziert. Da kam uns
der Lockdown eigentlich ganz gelegen. Denn alle mussten Schritte zurück
machen. Meine Werte waren bis auf die Eisenwerte fast immer im Normalbereich.
Ich musste nur bei den großen Chemos mit dem roten Medikament die
unangenehme Eiweißspritze bekommen. Damit die Leukozyten nicht im Keller
landen. Als ich zur 1. Chemo ging, saß da eine junge Frau mit Mundschutz. Und
ich dachte noch, das musst du jetzt auch überall tragen um keine
Infektion zu bekommen.
Das Thema Corona war zwar schon überall zu lesen und zu hören, aber es war
noch nicht im Fokus. Die Einkäufe hat mein Mann erledigt. Ich bin zu der Zeit
nur zur wöchentlichen Blutabnahme zur Frauenärztin gefahren und zur
Chemotherapie ins Krankenhaus.
16 Wochen lang habt ihr dann Chemo, Homeoffice und Home Kita zu Hause
gestemmt. Wie habt ihr das geschafft – und was hat das mit euch
gemacht?
Ich weiß es nicht mehr so genau. Die Chemotherapie begann am 4.3.2020 und
endete am 22.7.2020. Die Kinder waren viel draußen mit der Nachbarsfamilie.
Zu der Zeit unser einziger Kontakt. Die Großeltern haben sie alle
zwei Wochen im Garten gesehen. Mein Mann hat seit der Diagnose im Homeoffice
gearbeitet. Wenn ich zur Chemo bin, dann hat er auf die Kinder aufgepasst.
Mit Absprache seines Chefs, konnte er so flexibler mit der Arbeit sein.
Wir waren zu der Zeit viel im Wald, damit die Kinder auch mal was anderes
als nur das Zuhause gesehen haben. Wir haben uns immer Orte gesucht, wo keine
bis wenig Menschen waren. Das ist bis heute so geblieben. Und während der
Chemo habe wir einige Fahrradausflüge gemacht. Es hat uns als Familie noch
enger zusammengeschweißt. Klar ist es nicht immer einfach zu Viert den ganzen
Tag aufeinander zu hocken. Das macht einen manchmal wahnsinnig. Mit 3 und 6
Jahren hat man auch viel mehr Energie, die raus will, als ältere
Kinder.
Wie gut hast du die Chemo vertragen?
Bis auf ein paar kleine Wehwehchen, habe ich sie ganz gut vertragen. Meine
Haare hatte ich natürlich verloren. Einmal bekam ich eine
Mundschleimhautentzündung. Das war auch meine erste Begegnung im Krankenhaus
mit der Corona-Schleuse. Die Müdigkeit war immer am Tag der Chemo extrem.
Gegen Abend war ich dann so fertig, dass ich noch vor den Kindern ins Bett
musste.
Bei den großen Chemos musste ich mir am nächsten Tag eine Spritze ins Bein
geben. Damit meine weißen Blutkörperchen nicht zu weit nach unten fallen. Das
hat zwei Tage so eine Art Muskelkater ausgelöst. Alles tat weh. Jede
Berührung schmerzte. Das Kortison hat mich auch fertig gemacht. Ich habe es
dann nach und nach reduziert. Zum Glück hatte ich nie mit Übelkeit ein
Problem. Ab und zu mal ein mulmiges Gefühl im Magen.
Bei den wöchentlichen Chemos mit dem Medikament Taxol hatte ich mehrmals
eine allergische Reaktion direkt beim Einfließen in den Körper. Aber die
schnelle Reaktion der Schwestern hat Schlimmeres verhindert. Die Infusionen
haben mich schon vor Ort müde gemacht, weil da ein Beruhigungsmittel dabei
war. Zu der Zeit fingen dann die Haare wieder an zu wachsen.
Ich will damit nicht sagen, dass die Chemo ein Spaziergang war. Es ist auch
bei jedem anders. Der eine verträgt die Chemo gut und der andere bekommt alle
Nebenwirkungen, die es gibt. Aber mit Kindern muss man funktionieren. Sie fordern
einfach ein und fragen nicht, ob man gerade keine Kraft hat. Ansonsten konnte
ich zum Glück alles machen, was zu der Zeit möglich war.
Eine Woche nach der Einschulung deines Sohnes fand dann deine OP statt. Wie
war das für dich und was wurde genau gemacht?
Der Termin mit der Operation hat nur geklappt, weil ich beim dritten großen
Chemoblock an der Corona-Schleuse wegen zu hoher Temperatur gescheitert war.
Maske und Mütze erhöhen die Temperatur. Deshalb musste die Chemo um eine
Woche verschoben werden. Bei mir wurde eine Mastektomie auf der rechten Seite
gemacht.
Leider hatte ich vorher keine Möglichkeit mit einem Chirurgen über einen
zeitnahen Wiederaufbau zu sprechen. Mit der Sommerpause und den
Corona-Einschränkungen ist das irgendwie untergegangen. Es gäbe nur die
Möglichkeit eines Wiederaufbaus mit Eigenfett. Aber das ist wieder eine
langwierige Sache.
Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass es so gelaufen ist. Ich hatte nach
der OP wenig Schmerzen und auch keine weiteren Einschränkungen. Es gibt so
viele schöne BHs und Bikinis, da fällt es überhaupt nicht auf, dass was
fehlt. Meinen Mann stört es überhaupt nicht. Bis jetzt habe ich mich damit
abgefunden. Aber ich werde eventuell nochmal einen Chirurgen
kontaktieren.
Wie geht´s dir heute? Und was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?
Heute geht es mir wieder gut. Die Haare sind wieder komplett da. Wenn auch
etwas durcheinander. Ich bekomme noch alle drei Wochen eine Antikörperspritze
(Herceptin) und muss für fünf Jahre die Antihormontabletten (Tamoxifen)
nehmen. Da merke ich bisher noch keine Veränderungen.
Ich bin wieder in meinem normalen Monatszyklus angekommen. Die beiden
kleineren Tumore waren nach der zweiten Chemo direkt verschwunden. Der
Haupttumor wurde bei der OP nicht mehr gesehen. Da hat man mir noch zwei
Vorstufen entfernt. Ich bin bisher krebsfrei und hoffe, dass es so bleibt.
Natürlich spielt immer die Angst vor jeder Untersuchung eine große Rolle.
Dadurch dass es frühzeitig erkannt wurde, konnten sich auch keine Metastasen
bilden.
Ich habe aus dieser Zeit mitgenommen, dass ich auch wichtig bin. Ich muss
mich um meinen Körper und meine Gesundheit kümmern. Das vergisst man leider,
wenn man eine Familie hat. Ganz viel habe ich in der Zeit der
Anschlussheilbehandlung über mich und wie ich mich pflege gelernt. Ich hatte
drei Wochen Zeit nur für mich. Das ist echter Luxus. Es waren die schönsten
drei Wochen des Jahres 2020. Und ich habe total nette Menschen kennengelernt,
mit denen ich immer noch in Kontakt stehe.
Zum Abschluss vielleicht noch: Vorsorge ist so wichtig. Egal ob Mann oder
Frau. Geht zu eurem Arzt und lasst euch untersuchen. Bisher ist leider erst
ab 50 Jahren eine Mammographie vorgesehen. Der Krebs fragt aber nicht nach
dem Alter! Er kommt, wenn er es für richtig hält…
|
Brustkrebs: Geht zur Vorsorge! Der Tumor fragt nicht, ob ihr Mama seid |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/buecher-unsere-lese-empfehlungen-fuer-diesen-winter-oder-fuer-weihnachten |
Ihr Lieben, wir sind in diesem Jahr mit sooo vielen tollen Büchern in
Berührung gekommen, dass wir euch hier heute einmal eine Auswahl präsentieren
wollen. Vielleicht schickt ihr die liste einfach an die Verwandtschaft, falls
sie euch fragen sollte, was ihr euch wünscht…
Bücher zum ersten Jahr mit Kind / zur Geburt
Christian Hanne: Papa braucht ein Fläschchen. Überlebenstipps für das erste
Jahr als Vater
Lisa Harmann, Katharina Nachtsheim: WOW MOM – der Mama-Mutmacher fürs erste
Jahr mit Kind
Frauke Ludwig, Diana Schwarz: Baby Basics: Alles, was ihr über euer Baby
wissen solltet
Jana Friedrich: Das Geheimnis einer schönen Geburt. Jede Geburt ist
einzigartig. 50 Geschichten über die elementarste Erfahrung des Lebens
Christina Tropper, Jennifer Baro: Einer schreit immer
Mütter-Mutmacher-Bücher
Lisa Harmann, Katharina Nachtsheim: WOW MOM – der Mama-Mutmacher für mehr
Ich in all dem Wir
Nora Imlau: Mein Familienkompass. Was brauch ich und was brauchst du?
Dr. Karella Easwaran: Das Geheimnis ausgeglichener Mütter. Starke Mütter –
Starke Familien – Starke Gesellschaft
Rike Drust: Muttergefühle Gesamtausgabe
Vera Schroeder: Kleine Fluchten, großes Glück
Bücher zur Erziehung
Nicola Schmidt: Der Elternkompass. Was ist wirklich gut für mein
Kind?
Danielle Graf, Katja Seide: Das Geschwisterbuch
Dr. Herbert Renz-Polster: „Menschenkinder: Artgerechte Erziehung – was
unser Nachwuchs wirklich braucht“
Heidemarie Brosche: Hätte ich netter schimpfen sollen?
Stefanie Stahl und Julia Tomuschat: Nestwärme, die Flügel verleiht: Halt
geben und Freiheit schenken – wie wir erziehen, ohne zu erziehen
Mental Load-Bücher
Laura Fröhlich: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles! Was
Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen
Patricia Cammarata: Raus aus der Mental Load-Falle: Wie gerechte Arbeitsteilung
in der Familie gelingt
Bücher zur Wackelzahnpubertät
Laura Fröhlich: Wackelzahnpubertät. Das sollten Eltern wissen und tun
Andrea Zschocher: Nicht mehr klein und noch nicht groß
Hilfen für Schule und Pubertät
Anke Willers: Geht’s dir noch gut oder hast du schon Kinder in der
Schule?
Béa Beste: Gemeinsam schlau statt einsam büffeln
Tanja Baader: Xaver der Pirat. Wie du spielend einfach lernst. (Für Kinder
mit Lernschwierigkeiten)
Inke Hummel: Miteinander durch die Pubertät
Jan Weiler: Die Ältern
Mütterbücher mit Humor
Jacinta Nandi: Die schlechteste Hausfrau der Welt (Ich habe laut gelacht,
mehrfach!)
Marlene Hellene: Zu groß für die Babyklappe – Geschichten aus dem
Müttergenesungswerk
Andrea Harmonika: Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne: Vom Sinn
und Unsinn mit Kindern
Nina Massek: Eine Mama am Rande des Nervenzusammenbruchs
Nadine Luck: Fettnäpfchenführer Weihnachen
Lebenshilfe für Frauen
Nicole Staudinger: Schlagfertigkeitsqueen – In jeder Situation wortgewandt
und majestätisch reagieren
Sabine Magnet: Und was, wenn alle merken, dass ich gar nichts kann? Über
die Angst, nicht gut genug zu sein
Bücher zum Thema Sex
Katja Lewina: Sie hat Bock
Katja Grach: MILF-Mädchenrechnung: Wie sich Frauen heute zwischen
Fuckability-Zwang und Kinderstress aufreiben
Recht und Arbeit in Familien
Nina Strassner: Keine Kinder sind auch keine Lösung: Schützenhilfe von der
Juramama
Katrin Wilkens: Mutter schafft. Es ist nicht das Kind, das nervt, es ist
der Job, der fehlt
Schicksalsschläge
Katrin Biber: Larissas Vermächtnis. Der schreckliche Mord an meiner
Schwester und mein Weg zurück ins Leben.
Annunziata Hoensbroech: Schicksalsschlag. Der Weg zurück ist kein
Spaziergang
Marlene Bierwirth: Meine Medizin seid ihr! Warum man den Krebs nicht allein
besiegt
Romane
Laura Karasek: Drei Wünsche
Ildikó von Kürthy, Schriftstellerin, Journalistin, Bestsellerautorin, Buch:
Es wird Zeit
Lynn Andersen: Dänische Dämmerung
Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall
Lisa Taddeo: Drei Frauen
Leila Slimani: All das zu verlieren
Anna Hope: Was wir sind
Géraldine Dalban-Moreynas: An Liebe stirbst du nicht
Dror Mishani: Drei
Judith Hoersch: Juno und die Reise den Wundern
Wandern mit Kindern
Claudia Lehnen: Kiesel, Gold und schroffe Felsen: GeoExkursioenen im
nördlichen Rheinland
Gerti Keller: Mit Kindern wandern: Die schönsten Touren für die ganze
Familie rund um Köln
Katrin Jäger: 52 kleine und große Eskapaden im Münsterland
Bücher für Kinder
Andrea Harmonika: Meine ersten Flachwitze
Rike Drust: Das Ei von Aua
Inke Hummel: Mönkel und der geheimnisvolle Turm
Christopher End: Der kleine Samurai findet seine Mitte
Nathalie Klüver: Der Blaubeerwichtel
Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn:
kind: Baby ist da
Antje Herden: Parole Teetee
Elif Shafak: Liane und das Land der Geschichten. Ein Buch über die Magie
des Lesens.
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wenn ihr über unsere Links kauft, kriegen wir also ein paar Cent
Provision.
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Buchempfehlungen: Das sind die besten Bücher 2020 |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/caroline-rosales-als-single-mom-wie-geht-es-ihr-nach-der-trennung |
Ihr Lieben, es ist lange her,
dass Caro und ich „Stadt Land Mama“ gegründet haben. Nun ist sie heute für
eine kurze Stippvisite zurück. Mit ihrem neuen Buch: Single Mom.
Liebe Caro, wow, unsere Leser haben echt lange nichts von dir gehört. Seit
du vor vier Jahren „Stadt Land Mama“ verlassen hast, um Bücher zu schreiben,
hat sich bei dir im Leben einiges getan. Du bist jetzt Single Mom, hast dich
vom Vater deiner zwei Kinder (mittlerweile 6 und 4 Jahre alt) getrennt. Wie
kam es dazu und wie geht es dir damit?
Lisa, Du weißt gar nicht, was es mir bedeutet, ENDLICH mal wieder auf
„Stadt Land Mama“ stattzufinden. Wenn ich mich hier so umschaue, ist alles
nochmal eine Nummer schicker und professioneller geworden. Auch wenn das doof
klingt, aber ich bin stolz und beeindruckt, was Katharina und Du aus dem Blog
gemacht habt. Nämlich ein Magazin mit richtig guten Texten – wow!
Nun zu mir: Ich lebe mit meinen Kids seit fast drei Jahren alleine und ich
glaube, es war für die ganze Familie und für mich die beste Entscheidung. Ich
habe viel an Idealen festgehangen wie Heiraten, Kinderkriegen, Zusammenleben,
Kleinfamilie.
Ich finde das nach wie vor alles schön, aber ich habe auch realisiert, dass
ich nicht dafür gemacht bin und alleine anders und besser funktioniere. Ich
denke, dass unsere Erziehung, unsere Prägung als Frau, uns sehr lenkt. Und
irgendwann dachte ich: Aber was hat das alles mit mir zu tun?
Nun hast du deiner Erfahrung als Alleinerziehender ein Buch gewidmet, das
heute bei rororo erscheint und Single Mom (Affiliate Link)heißt. Warum war es
für dich wichtig, dieses Buch zu schreiben und worum geht es dir dabei?
Mir war das Wichtigste, ein Buch zu schreiben, dass Frauen, vor allem
Mütter, glücklich macht. Ich fand die Literatur (nicht alles, aber vieles)
über Alleinerziehende sehr tantig, schwer und tranig. Diese ganzen Ratgeber,
die es da gibt, haben mich beim Lesen ziemlich runtergezogen.
Ich dachte, wenn ich meine Geschichte hergebe und teile, vom Kistenpacken
bis zum Leben als Single Mom, dann kann ich meinen Beitrag leisten, dass sich
das Bild der Alleinerziehenden wandelt. Dass es vielen Alleinerziehenden
finanziell sehr schlecht geht, klammere ich in dem Buch nicht aus.
Ich finde, wir müssten alle zusammen wesentlich politischer und wütender
werden. Etwas mehr Emotion würde der Debatte gut tun, sonst merken die
Regierenden nicht, dass sich etwas ändern muss.
Weil Single-Eltern Leistungsträger sind, verdienen sie mehr Unterstützung
durch das Sozialsystem. Da müsste eine Menge passieren.
Hast du zu deinem Ex-Mann und dem Vater deiner Kinder denn noch ein gutes
Verhältnis? Und wie regelt ihr das mit den Kindern im Alltag?
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, ich würde auch sagen, wir haben
relativ wenig Porzellan zerbrochen, das war im Nachhinein natürlich sehr gut.
Klar, gibt es auch ab und zu Streit und manchmal sind wir gar nicht einer
Meinung und keiner rückt von seinem Standpunkt ab – und das bleibt dann auch
so.
Aber glücklicherweise sind wir uns in den großen Linien einig, das ist
wichtig, wir wollen das Beste für unsere Kids und neigen beide dazu, sie sehr
zu beschützen und zu verwöhnen.
Im Buch ist es dir wichtig, Alleinerziehende nicht als immer-jammernde,
prekär lebende Einsame darzustellen, sondern zu zeigen: Hey, das muss alles
gar nicht so schrecklich sein. Wie schaffst du es denn selbst, Geld zu
verdienen, die Kinder trotzdem gut zu betreuen und dabei nicht
zusammenzubrechen?
Das frage ich mich ehrlich manchmal gesagt auch. Ich arbeite vier Tage die
Woche in der Redaktion und schreibe eben nebenbei die Bücher. Im Moment ist
es viel Arbeit. Ich glaube, um es zu schaffen, muss man sich sehr zu
Disziplin zwingen.
Ich versuche, weniger darüber nachzudenken, sondern einfach zu arbeiten und
zu machen. Meine Mutter hilft mir viel, sie lebt in Berlin. Auch habe ich ein
Aupair, sonst würde es gar nicht gehen. Sie ist so toll, sie sieht, wo etwas
zu tun ist und unterstützt mich sehr gut, im Haushalt, mit den Kindern und
durch ihre gute Laune.
Wenn morgens jemand sagt gegen halb sieben: "Guten Morgen, möchtest Du
einen Kaffee", dann macht das den Unterschied und der Tag geht anders
los.
Außerdem liebe ich meinen Beruf und kann meinen Kindern klar machen: Mama
will das hier und es macht sie glücklich. Es ist auch unheimlich viel Wert,
wenn die Mutter nicht ständig ein schlechtes Gewissen hat, dass sie arbeiten
geht.
Du hast in einem Interview außerdem gesagt, dass sich immer mehr
verheiratete Frauen jetzt bei dir melden und nachfragen, wie das so geht mit
einer Trennung. Was antwortest du ihnen?
Ich sage ihnen, ein bisschen Mut, ein bisschen Rock'n'Roll wirst du
brauchen und dein Leben wird nie wieder perfekt, aber es wird alles gut und
es ist möglich.
Und dann gebe ich ihnen erstmal die Nummer meiner Beratung, meiner
Anwältin, meiner Aupair-Agentur, meines Kindergartens, meines Frisörs. Das
hilft den meisten viel mehr, als wenn ich zwei Stunden quatsche.
Caros Buch "Single Mom" könnt ihr gern hier bestellen (dann
bekommen wir über einen Affiliate Link Prozente und würden uns sehr darüber freuen!)
Foto: Matthias Bothor
|
Caroline Rosales als Single Mom: Wie geht es ihr nach der Trennung? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/chemo-fuer-steffi-nach-abschied-von-papa-und-jonas-wie-es-der-familie-ewald-gerade-geht |
Ihr Lieben, wir sind nach wie vor Steffi und ihrer Familie sehr verbunden.
Ihr wisst ja vermutlich, um wen es geht. Papa und zwei von drei Kindern waren
an Krebs erkrankt.
Dann starb der zehnjährige Jonas kurz vor Silvester. Schließlich nahmen sie
Abschied vom Papa Sebastian – dann wurde auch bei Steffi Krebs festgestellt –
Brustkrebs. Mitten in der Coronakrise hat sie nun mit der Chemotherapie
begonnen.
Liebe Steffi, für dich gab es heute gleich zwei gute Nachrichten, erzähl
doch mal davon – und welche Gefühle da in dir aufkamen.
Ich hatte heute meine erste Kontrolle (Sonographie) nach den ersten beiden
Chemo-Zyklen und war wirklich erleichtert, zu erfahren, dass der Tumor
bereits um mehr als die Hälfte geschrumpft ist.
Die Ärzte waren damit mehr als zufrieden und nun kann die Chemo wie geplant
weiter erfolgen (da ansonsten keine weitere medikamentöse Option bei dieser
Art von Tumor besteht) – im Anschluss kommt steht dann die Mastektomie an,
also die Entfernung von Brustgewebe.
Dazu kam dann noch die erleichternde Rückmeldung, dass bei Neeles MRT
nichts Auffälliges gefunden wurde. Ende April erfolgt dann noch der restliche
Körper (ab Knie abwärts) da dieser Teil bei dem MRT letzte Woche nicht mit
drauf war, da es ‚Probleme‘ gab… also nochmal Daumen drücken, aber wir sind
natürlich froh, dass schon mal von Kopf bis Knie alles gut ist bei ihr.
Du hast mit
der Chemo angefangen, wie geht es dir damit, wie verträgst du sie?
Die Chemo vertrage ich bislang soweit recht gut – die ersten Tage habe ich
schon ein flaueres, matteres Gefühl und Knochenschmerzen, aber alles in allem
bislang toi toi toi erträglich. Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt…
Meine Schwiegermutter ist aber bei uns zur Unterstützung eingezogen, so
dass wir zur Zeit gemeinsam die Mädels, Haushalt etc. wuppen – gerade auch in
Anbetracht der Corona-Ausnahme-Situation. Wir gehören zwar beide sozusagen
zur Risikogruppe, aber wir halten uns an „Stay at Home“.
Foto: Margret Witzke, Fotografie in der Altstadt
Wie war das
für dich, deine Haare zu verlieren?
Ja, insgeheim
hofft man irgendwie schon, dass man vielleicht zu den 0,01% der Fälle
gehört, bei
dem die Haare nicht ausfallen und ich musste schon erstmal schlucken, als
die
ersten Büschel dann tatsächlich fielen… Ich hatte meine Haare vorab ja
schon
um über die Hälfte der Länge gekürzt, damit es dann vielleicht nicht zu
krass
ist…
Da es dann
aber so gejuckt hat auf dem Kopf und überall diese ganzen Haare waren, war
das
endgültige Abrasieren dann sogar eine Art Befreiung… Lenja wollte ihre
Haare
dann auch schneiden 😉 Da gabs nen kleinen Pony 😉
Nun sieht
man mir halt die Krankheit an, da Glatze ja irgendwie schon mit einer
Krebserkrankung
assoziiert ist… Die Perücke stört mich noch, daher trage ich nun
erstmal
Mütze, da es schon echt kalt auf dem Kopf ist so ohne Haare.
Inwieweit
trifft euch die derzeitige Situation durch das Coronavirus?
Vor allem für Neele ist die Corona-Situation ganz, ganz schwierig – sie
vermisst ihren Alltag, ihre Freunde und vor allem unsere Familie. Nun wird es
nochmal schmerzlich bewusster, dass wir nie mehr zusammen am Frühstückstisch
sitzen, nie wieder im Garten zusammen grillen, nie wieder abends gemeinsam
kuscheln…
Dieses „notgedrungene“ Glück haben sozusagen ja gerade dank/ wegen Corona
viele. Solche nie gehabte exquisite Familienzeit… Papa und Jonas fehlen uns
allen sehr – vor allem jetzt…
Ich hoffe
sehr, dass durch diese Corona Ausnahme Situation alle Menschen ihr Leben
noch
einmal bewusster und mehr zu schätzen wissen – das Schicksal kann von jetzt
auf
gleich einfach alles verändern – egal ob durch Krebs, Corona oder etwas
ganz
anderes…
Auch ich
hoffe, dass wir Mädels wieder einen immer mehr stückweiten neuen Alltag
zurück
gewinnen werden – nun erstmal mit dem Corona Umstand und danach dann
auch
wieder..
Magst du uns
erzählen, wie ihr Abschied von euren Männern genommen habt – und inwieweit
ihr
sie immer noch in euren Alltag integriert?
Die Beerdigung war sehr emotional. Bastis Feuerwehrkameraden und
Johanniter-Kollegen haben ihn zu Grabe getragen und es tut gut, zu wissen,
dass die beiden in so vielen Erinnerungen weiterleben werden.
Info: Hier geht es zur Gofundme-Spendenseite für die Familie.
|
Krebs! Chemotherapie für Steffi nach dem Abschied von Mann und Sohn |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/chemotherapie-familienzusammenhalt-kerstins-dreijaehrige-tochter-hat-krebs |
Ihr Lieben, Anfang der Woche haben
wir über eine Mama berichtet, die eine Gewebeveränderung in der Brust bemerkt
hat und nun auf die Diagnose wartet. Daraufhin meldete sich eine weitere
Leserin, die gerade gegen Brustkrebs kämpft, um ihre Kinder weiter aufwachsen
zu sehen. Auch Kerstin kommentierte unter dem Beitrag und wünschte viel
Glück. Sie kann vieles nachvollziehen, denn ihre eigene kleine Tochter hat
Krebs.
Liebe Kerstin, deine dreijährige Tochter hat Krebs. Wie geht es ihr gerade
aktuell?
Neele ist im Oktober drei Jahre alt geworden, momentan befindet sie sich im
Krankenhaus zu ihrer sechsten und vorerst letzten stationären Chemotherapie.
Um welche Krebsform handelt es sich?
Sie hat ein Neuroblastom mit Streuung im Knochenmark, ärztlich ausgedrückt
ist sie im Stadium 4.
Wie und wann habt ihr das festgestellt?
Ziemlich genau vor einem halben Jahr, am 06. Juni 2017, bekamen wir diese
Diagnose. Ihr ging es schon seit Anfang Mai "anders". Neele war
immer ein sehr aufgewecktes, süßes, lebensfrohes Mädchen. Lieber alles zehn
Mal alleine probieren, als dass ihr auch nur irgendjemand helfen sollte. Das
änderte sich aber.
Sie wollte viel getragen werden, viel kuscheln, hatte wenig Appetit und war
sehr still und in sich gekehrt. Also nichts Weltbewegendes, aber doch ein
ganz anderes Kind. Diese Veränderung kam schrittweise. Und wir, mein Mann
Christian und ich, schoben es auf Wachstum, Entwicklungsschübe, Zähne und was
weiß ich für alltägliche Dinge, die bei Kindern in diesem Alter einfach
normal sind.
Als sie Ende Mai dann aber knapp zwei Kilo abgenommen hatte, machte ich mir
doch Sorgen und bat unseren Hausarzt um ein Blutbild. Dieser rief uns nach
Pfingsten direkt am und schickte uns ins Krankenhaus. Dort wurde uns relativ
schnell erklärt, was mit Neele los sei und dass wir einen langen
anstrengenden Weg vor uns haben werden.
Was waren eure ersten Gedanken nach der Diagnose?
Mein Mann war völlig neben der Spur. Ich muss dazu sagen, dass er der
"Hausmann" ist, der Teilzeit arbeitet und ich diejenige, die
Vollzeit arbeitet und viel unterwegs ist. Er weinte viel, wurde still, in
sich gekehrt.
Ich versuchte das Gegenteil, einfach auch, weil ich es gar nicht begreifen
bzw. mir eingestehen wollte. Ich war ganz taff, blieb im Krankenhaus bei ihr,
als alle diagnostischen Untersuchungen liefen und klärte unsere Umgebung –
Kindergarten, Krippe, Familie, Freunde – fachmännisch auf. Dann bekam ich
einen Hörsturz, durch zu starke seelische Belastung. Das war der Moment, ab
dem ich mich dann auch zurückgenommen habe. Ich versuche trotzdem bis heute,
nicht vor ihr zu weinen.
Wie hat euer Umfeld reagiert?
Unser Umfeld reagierte gemischt, teilweise mit Angst, Unwissenheit,
Zurückziehen, aber zum Teil auch mit Besuchen, Unterstützung… Es war und ist
alles dabei. Jetzt gerade bekommen wir viel Unterstützung von lieben
Menschen. Ganz vorn dabei ist meine wundervolle Familie. Meine Eltern sind
IMMER da. Sie kümmern sich um Josefine, unsere fünfjährige Tochter und
unterstützen auch sonst, wo sie nur können. Und meine Brüder genauso.
Wie schaffst du das als Mutter?
Ich bin seit der Diagnose krankgeschrieben, um bei Neele sein zu können.
Meinen Mann habe ich nach drei Monaten wieder in Teilzeit geschickt… Sonst
hätten wir uns wohl zerfleischt.
Was macht die Krankheit eurer Tochter mit euch als Paar?
Das Problem ist, dass jeder seine eigene Ansicht von dem hat, was das Beste
für Neele und alle ist. Und Kommunikation wird ja leider – auch von uns –
vollkommen überbewertet. Jetzt, mir etwas Abstand, versuchen wir viel zu
reden. Uns viel Zuneigung zu geben, uns zu unterstützen – auch damit Josefine
sich nicht mehr um ihre Eltern sorgt. Wir versuchen, nicht alles persönlich
zu nehmen und geben uns gegenseitig Raum… Wie gesagt, wir versuchen es. Es
ist schwer, sehr schwer, als Paar durchzuhalten. Es ist eine wahnsinnige
Belastung. Ich hoffe, dass, wenn das alles geschafft ist, wir wieder zu dem
Paar werden, das wir waren…
Wie verträgt eure Kleine die Chemotherapie?
Neele macht es ganz toll. Sie bekommt eine sehr starke Chemotherapie. Diese
läuft dann immer etwa sieben Tage stationär über Infusion im Krankenhaus. Wir
wechseln uns ab, damit nicht einer allein die ganze Zeit im Krankenhaus
bleiben braucht.
Und wie stehen die Chancen eurer Tochter auf Heilung?
Die Heilungschance stand bei ungefähr 25 Prozent… der Tumor spricht aber
gut auf die Chemo an. Von 10×12 cm ist er auf 4×2 cm geschrumpft. Die
Streuung ist so weit zurückgegangen, dass aus ihrem Blut Stammzellen gesammelt
werden konnten und wir haben sechs Chemos überstanden. Am 28.12 steht die
große Bauch-OP an…. Und danach entweder Bestrahlung oder direkt noch die
Hochdosis-Chemo mit anschließender Stammzellenrückgabe. Es ist schwer, das
alles "kurz" aufzuschreiben und ich vergesse bestimmt vieles….
Wird das Krankenhaus in solchen Zeiten zu eurem zweiten Zuhause oder
gewöhnt man sich da nicht dran?
Zum zweiten Zuhause wird das Krankenhaus nicht…. Aber es sind wunderbare
Schwestern dort, tolle Ärzte, andere liebe Eltern und auch die Zeit geht
irgendwie rum.
Woher nimmst du deine Kraft und deine Hoffnung?
Wir funktionieren… Alle…. Irgendwie… Ich hoffe, das bleibt auch so noch für
eine Zeit so – bis es vorbei ist. Ich mache mir große Sorgen um meine große
Tochter… Sie weint viel, versteht nicht alles…. Trifft mit ihren Äußerungen
viel zu oft mitten ins Herz. Ich nehme meine Kraft aus uns…. Neele macht
weiter, immer wieder, immer weiter… Ich sehe ein Vorankommen…. Das hilft.
Liebe Kerstin, danke für Deine Worte und wir drücken alle zusammen ganz
fest die Daumen für Euch!
|
Chemotherapie, Familienzusammenhalt: Kerstins dreijährige Tochter hat
Krebs | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/co-elternschaft-ich-bekam-mein-kind-mit-einem-guten-freund |
Liebe Jennifer, du bist 39 und hast eine vierjährige Tochter zusammen mit
einem Co-Vater. Ihr seid also nicht als Paar, sondern als Freunde Eltern
geworden, richtig?
Genau. Co-Elternschaft nennt sich unser Familienmodell.
Wie kam es dazu? Wann wuchs in dir der Wunsch nach einem Kind? Warst du da
grad Single?
Ich wollte schon immer Kinder. Nur am Partner haperte es. Ich bin nicht so
der Beziehungstyp. Also habe ich schon mit Ende 20 angefangen, mich darauf
vorzubereiten, ein Kind alleine zu bekommen. Ein jahrelanger und auch
schmerzhafter Prozess. Als ich fast soweit war, habe ich doch noch einen Partner
gefunden. Er beschloss allerdings, doch keine Kinder zu wollen. Da war ich 34
und habe die Sache selber in die Hand genommen. Mir reichte es! Ich wollte
einfach nicht länger passiv warten, sondern mein Schicksal aktiv in die Hand
nehmen. Die beste, aber auch schwerste und mutigste Entscheidung meines
Lebens.
Hattest du zunächst auch andere Möglichkeiten in Betracht gezogen? Also
einen anonymen Spender oder Ähnliches?
Ja, ich wollte eigentlich Solomama mit einem Kind aus einer Samenspende
werden. Das war die einzige Möglichkeit, die ich damals kannte. Ich war
mitten in der Suche nach einer Samenbank, als mir jemand von der
Co-Elternschaft erzählte.
Jennifer Sutholt
Wie hast du den Co-Vater dann gefunden?
Totaler Zufall! Oder Schicksal? Ich habe einer Kollegin von meinem Plan mit
der Samenbank erzählt. Im Gegenzug erzählte sie mir von ihrer Co-Elternschaft
und wie gut das bei ihr läuft. Ich hörte wie gesagt zum ersten Mal von diesem
Konzept. Sie sagte dann zu mir: „Wenn du das auch machen willst, ein Freund
von mir und auch Kollege von uns, der möchte auch unbedingt ein Kind, frag
doch ihn mal.“ Das habe ich getan und hier sind wir. Es passte gleich
perfekt, menschlich, aber eben auch, dass wir beide Flugbegleiter sind. So
ist das Kind jeweils bei dem, der nicht fliegen ist.
Wenn zu indiskret, lass die Frage einfach weg: Wie ist euer Kind dann
entstanden? Mit ärztlicher Hilfe? Auf natürlichem Wege? Durch
Insemination?
Wir haben in unseren Verhandlungen abgemacht, es mit der Bechermethode zu
versuchen. Das ist simulierter Geschlechtsverkehr. Sex wollten wir keinen
haben. Der Weg zum Arzt war unsere zweite Option, dort hätten wir uns aber
als Paar ausgeben müssen. Die Bechermethode hat dann allerdings direkt beim
ersten Versuch geklappt.
Wie war da die Stimmung bei euch? Habt ihr euch getroffen und begrüßt mit:
„Guten Tag, lass uns ein Kind machen“? Lacht man da, wie war die Stimmung
zwischen euch?
Das Treffen zum Machen des Kindes war tatsächlich ganz entspannt, wir waren
nämlich zusammen im Urlaub auf Ibiza. Es war auch kein bisschen komisch, eher
neutral, da uns ja klar war, dass das der notwendige Schritt ist, um an unser
Wunschkind zu kommen. Die Bechermethode ist ziemlich steril und klinisch, da
kommen eigentlich wenig Gefühle auf, weder Ekel noch Romantik.
Wie waren denn eure Reaktionen auf den positiven Schwangerschaftstest – hat
jemand noch kalte Füße bekommen? Wie hast du, wie hat er reagiert?
Wir waren beide gleich glücklich, denke ich. Und gezögert hat keiner von
uns, wir hatten uns ja wirklich gut abgesprochen und vorbereitet und wollten
es unbedingt. Da ich zuerst den Weg der Solomama gehen wollte, war ich
ziemlich entspannt, denn ich war ja eigentlich mental und finanziell darauf
vorbereitet, es alleine zu machen. Dass ich jetzt Hilfe und einen Papa hatte,
war ein richtig toller Bonus.
Wie war das in der Schwangerschaft, war er auch mal bei Untersuchungen
dabei?
Ja, er war bei jeder Untersuchung dabei. Ab dem Zeitpunkt, ab dem der
Ultraschall über die Bauchdecke gemacht wurde.
Wie war das bei der Geburt?
Auch beim Kaiserschnitt war er dabei. Erst saß meine Mama an meinem Kopf,
um mich zu stärken, denn ich hatte wahnsinnige Angst. Als das Baby da war,
hat er sie dann zur U-Untersuchung begleitet und saß ab da bei mir.
Wie habt ihr das rechtlich geklärt? Läuft das mit der Elternschaft dann im
Grunde wie bei einem Elternpaar, das zusammen, aber nicht verheiratet ist?
Ganz genau so. Er hat schon vor der Geburt die Vaterschaft anerkannt und
ist damit genauso Vater, wie jeder Partner einer Frau oder ein Ehemann.
Verbringt ihr heut Zeit zusammen mit eurem Kind oder wechselt eure Tochter
zwischen euch?
Unsere Tochter wechselt hin und her, je nach Monat ist die Verteilung
ungefähr 70/30. Sie ist mehr bei mir, dafür bekomme ich Unterhalt oder eher
einen Betreuungsausgleich. Wir unternehmen aber auch öfter mal was gemeinsam,
besonders, wenn unsere Tochter sich das wünscht, sie steht ja im Vordergrund.
Wir fahren auch mindestens einmal im Jahr gemeinsam als Familie in den
Urlaub.
Wie hat euer Umfeld anfangs reagiert? Und wie geht es jetzt mit der
besonderen Situation eurer Familie um?
Am Anfang mussten wir viel erklären. Wir wussten ja selber nicht, wie es
laufen wird. Jetzt weiß natürlich jeder Bescheid und alle freuen sich mit
uns, wie gut es läuft.
Hattest du schon mal das Gefühl, dich in den Vater deiner Tochter zu
verlieben, vielleicht einfach schon aus dem Grund, wie sehr auch er eure
Tochter liebt?
Eigentlich nicht. Das Umfeld hat es schon irgendwie gedacht, vielleicht
auch gehofft, warum auch nicht? Unser Papa ist ein sehr attraktiver,
angenehmer Mann. Aber wir sind sehr unterschiedlich, als Paar wären wir
grauenhaft. Er wäre mir viel zu gemütlich und ich ihm viel zu anstrengend.
Aber als Eltern funktionieren wir gut, gerade weil wir so gegensätzlich sind.
Welche Vorteile hat euer Familienmodell?
Gerade ist mein Kind mit seinem Papa unterwegs und ich habe vier Tage frei.
Vier Tage alleine in meiner Wohnung, komplett ohne Mental Load, denn den hat
er. Ich kann ausruhen, wirklich ausruhen. Ich vertraue ihm komplett, er macht
das schon immer richtig gut, ich weiß, ich kann mich zu 100% drauf verlassen,
dass er die richtige Entscheidung zu egal was trifft. Das macht mich sehr
frei. Wenn du selber Mama bist, dann weißt du sicher, was ich meine.
Wie stellst du dir deine Familie in fünf Jahren vor?
Das überlasse ich ehrlich gesagt unserer Tochter. Bis zu einem gewissen
Grade. Wenn es für sie so ok ist, dann machen wir weiter wie bisher. Mehr bei
mir kann sie nicht sein, ich arbeite ja auch irgendwann wieder regelmäßig.
Wenn sie mehr als Familie machen möchte, dann machen wir das. Zusammenziehen
werden wir allerdings nicht.
Im Moment ist es noch kein wirkliches Thema bei meiner Kleinen. Es ist eher
so, dass ihre Freundinnen sauer sind, weil sie zwei Zuhause hat und zweimal
Weihnachten feiern darf.
Zu guter Letzt: Du hilfst so vielen Frauen und Männern, ihr alternatives
Familienmodell zu leben. Lass uns mal alle Links da, damit wir uns weiter bei
dir durchstöbern können!
Auf meinem Blog planningmathilda findest du eigentlich alle Informationen
zur Co-Elternschaft. Auch die Erfahrungsberichte anderer Co-Eltern.
Mittlerweile arbeite ich mit Katharina Horn zusammen, einer zertifizierten
Kinderwunschberaterin. Ich habe einfach gemerkt, dass so viel Bedarf bei den
Frauen ist. Sie brauchen Austausch, Informationen und Hilfsangebote. Und es
sind viele Frauen, die Hilfe suchen. Das konnte ich nicht mehr alleine
stemmen und Katharina ist perfekt qualifiziert, auch weil sie selber ein Kind
aus einer Samenspende hat. Viele Frauen wissen zu Anfang nicht, ob sie den
Weg der Co-Mama oder den der Solomama gehen möchten. Dort versuchen wir zu
unterstützen.
Vielen Dank für das tolle Gespräch und so viel Offenheit!
|
Co-Elternschaft: "Ich bekam mein Kind mit einem guten Freund" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/cool-mama-oder-glucke-welcher-mama-typ-bin-ich-und-wie-schaetzen-mich-meine-freunde-ein |
Ich weiß noch, wie ich
hochschwanger mit Kind Nr. 1 auf dem Sofa lag und vor mich träumte. Mein
Lieblings-Tag-Traum damals: Wie ich als Mutter sein würde.
Cool und relaxed wollte ich sein. Mein Leben würde sich nicht total
verändern, ich würde keine von den Frauen werden, mit denen man sich nicht
mehr normal unterhalten kann, weil sie nur noch über den Windelinhalt ihres
Babys reden wollen.
Ich würde in Cafés sitzen, mein Baby würde im Kinderwagen schlummern, ich
würde zweimal wöchtentlich zum Yoga gehen. Ich würde nie ungeschminkt aus dem
Haus gehen und weiterhin auf mein Äußeres achten.
Ich würde weiterhin viel Wert auf meine Ehe legen, wir würden uns
regelmäßig einen Babysitter gönnen und schick essen gehen.
Ich würde nach einem Jahr wieder in den Job einsteigen und den viel
beschriebenen Spagat Karriere/Kind gut meistern.
Hach ja, was soll ich sagen? Glücklicherweise kam vieles anders. Das was
ich oben beschrieben habe, wäre auch nicht mehr ich gewesen, sondern das
alles kann höchstens eine ausgedachte Super-Woman erfüllen.
Ich habe durch die Kinder gelernt, dass wir loslassen müssen. Zu allererst
die eigenen Vorstellungen davon, wie was zu sein hat. Wir sind keine Roboter,
die zu funktionieren haben – und unsere Kinder schon gar nicht.
Man kann sich noch so viel vornehmen und dann macht eine Magen-Darm-Grippe
alles zu nichte. Man kann im Job selbstbewusst sein und trotzdem vor der Kita
sitzen und heulen, weil man sein Baby abgibt. Man kann Gucci tragen und
trotzdem Lang-Zeit-Stillen. Ich übertreibe – das merkt Ihr. Was ich damit
sagen will: Du weißt nie, welche Art von Mutter Du wirst – bevor Du nicht
Mutter bist.
Manches aus meinen Tagträumen war aber dann doch gar nicht so
unrealistisch. Mein Mann und ich nehmen uns tatsächlich regelmäßig
Paar-Auszeiten, ich gehe auch weiterhin zum Yoga und habe einen Job, der mich
glücklich macht.
Was ich immer wieder merke: Es tut so gut, mich mit anderen Müttern
auszutauschen. Oft mache ich mir um irgendwas Gedanken, gehe alles tausendmal
im Kopf durch und komme nicht so recht voran. Da hilft ein Blick von außen,
eine ehrlich Meinung dann doch ganz schön weiter.
Und deshalb habe ich mal ein paar Freundinnen gefragt: Wie seht Ihr mich
als Mutter? Was für ein Mutter-Typ bin ich.
Meine Freundin M. sagte: „Konsequent, engagiert, lustig“.
Meine Schwester meinte: „Liebevoll, manchmal ungeduldig, offen für
Neues.“
Meine Freundin L. sagte: „Klar, beschützend, diszipliniert.“
Und Lisa meint: „Konsequent, liebevoll, realistisch“
Wie also unterscheiden sich die Einschätzungen meiner Freundinnen von
meiner eigenen? Konsequent finde ich mich nur noch so lala. Ich habe das
Gefühl, dass ich mit jedem Kind weicher finde. Und immer öfter sage: „Das ist
alles nur eine Phase!“
Engagiert stimmt wohl – ich komme aus keinem Elternabend ohne ein
Amt…
Beschützend und liebevoll möchte ich natürlich auf jeden Fall sein und es
freut mich, dass mich andere auch so erleben.
Was ich nicht bin – und das sieht auch kein anderer in mir: Ich bin keine
Übermutter, ich kann relativ gut loslassen und meinen Kindern Dinge zu
trauen. Ich würde mich also nicht als besonders ängstliche Mutter
beschreiben.
Und ich bin keine gute Bastel-Mama. Für mich sind Kastanien-Männchen und
Laternen-Bauen ein Horror.
Und es stimmt wohl auch, was meine Schwester sagt: Geduld ist nicht meine
Stärke. Wobei ich finde, dass ich mich schon gebessert habe. Aber ich gebe
zu, dass ich davon genervt bin, wenn ich die gleichen Sachen hundert tausend
Mal sagen muss…
Im Endeffekt ist es ja so: Wir alle tun unser Möglichstes, um die beste
Mutter zu sein, die wir sein können. Wir müssen nicht perfekt sein, wir
müssen authentisch sein.
Und wenn Ihr wissen wollt, welcher Typ Mama Ihr seid, bittet Eure
Freundinnen mal um eine Einschätzung – oder klickt HIER
oder kopiert das hier in ein neues
Fenster: http://www.ratgeber-windeldermatitis.de/test-welcher-mamatyp-bist-du.html?utm_source=Facebook&utm_medium=StadtLandMama&utm_content=Blog
Ich habe den Test auch gemacht – und bin eine Latte Macchiato Mom – worüber
ich sehr schmunzeln musste, denn ich kaffeeschlürfend hatte ich mir in meinen
früheren Tagträumen ja immer so ausgemalt 🙂
|
Cool Mama oder Glucke - welcher Mama-Typ bin ich und wie schätzen mich
meine Freunde ein? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/cooler-als-im-fitnessstudio-wir-testen-den-elektrodenanzug-von-stimawell-fuer-zu-hause |
So, liebe Leute, Not macht erfinderisch, oder?! 😉 In Zeiten von
#stayathome kommen wir halt nicht mehr so gut raus, die Fitnessstudios haben
geschlossen oder krasse Hygienemaßnahmen – nicht, dass ich sonst in eines
ginge, aber ich kenne einfach viele, denen ihr regelmäßiger Sport
fehlt.
Katharina und ich rennen uns im Moment draußen die Seele aus dem Leib, weil
die tägliche Jogging- oder Walking- oder Spazierrunde die einzige Me-Time am
Tag ist. Aber was können wir tun, wenn wir Muskeln auch jenseits der Waden
aufbauen wollen?
Nun, wir haben da jetzt einfach mal diesen Stimulationsanzug von StimaWell
der Firma Schwa-Medico getestet. Und ich sage euch: Solche peinlichen Fotos,
wie die in diesem Beitrag, gäbe es von mir nicht, wenn das Ding nicht so cool
wäre…
So sieht das Gerät aus, dass du dann selbst für dein Training
bedienst.
Wir haben so etwas noch nie gemacht, waren also absolute Anfänger – und JA,
ich fühlte mich in dem hautengen Anzug, der sich wie eine zweite Haut an mich
schmiegt, auch ein bisschen wie Lara Croft (also bis ich die Fotos sah, hahaha).
Den StimaWell-Anzug einfach für zu Hause mieten
Den Anzug müsst ihr übrigens nicht kaufen, man kann ihn einfach mieten und
erstmal ausprobieren, ob das überhaupt etwas für einen ist. Kommen wir also
zum Start: Wer mich kennt, weiß, dass ich keine besonders geduldige
Bedienungsanleitungsleserin bin und nun waren da lauter Kabel und ich dachte
schon: Au weia, ob ich das Ding jemals zum Laufen kriege.
Aber ich habe mir dann erstmal die kostenlose FREE-EMS-App runtergeladen,
wo Schritt für Schritt und in Videos erklärt wird, was ich wann wie
anstöpseln muss. Der Anzug wird dann auch erstmal von innen an den Elektroden
befeuchtet, was das Anziehen dann weniger laracroft- als viel mehr
leberwurstpellenartig macht, aber sobald das Ding sitzt, fühlt es sich
wirklich an wie eine zweite Haut.
Turn it on. Und nein, dabei kann man offnbar kein normales Gesicht
machen…
Für mich wählte ich also das Programm „Muskelaufbau Einsteiger“ aus. Auch
dazu gibt es Videos, wie ich mich zu den Stromimpulsen an meinen Muskeln
bewegen soll. Und ich dachte ja am Anfang noch: Ha! 20 Minuten, dass ich
nicht lache. Nun, ähähm, es ist aber dann doch, also… ordentlich anstrengend,
würde ich mal sagen. Denn du drückst deine Muskeln quasi gegen die
Stromimpulse an. Das ist für an Bauch und Oberarmen Untrainierte wie mich
jetzt gar nicht mal soooo ein Zuckerschlecken, tja.
Hol dir dein Fitnessstudio in die eigenen vier Wände
Kein Wunder, dass es immer heißt, mit diesem EMS-Training reichen zweimal
20 Minuten pro Woche, um das Pensum einer ganzen Sportwoche abzudecken. Durch
den Impuls der Elektroden werden deine Muskeln nochmal mehr herausgefordert,
leisten also mehr Arbeit als bei herkömmlichem Sport – es braucht aber eben
nicht mehr Zeit.
Dazu kommt, dass durch die Stromimpulse besonders auch die tiefen Muskeln
erreicht werden und so auch Rückenschmerz-Beschwerden gelindert werden.
Für Lisa bitte erstmal nur den Muskulaturaufbau Einsteiger 😉
Toll ist natürlich, dass ich für diesen Muskelaufbau das Haus nicht
verlassen muss, wenn es mal regnet oder die Kids nicht allein bleiben wollen.
Und wie gesagt, die Workoutsessions sind nicht mega lang, das lässt sich also
auch als Mutter ganz gut in den Alltag integrieren.
Meine Kids lachen mich zwar aus, wenn ich an meinen Kabeln hänge, aber
dafür kann ich sie bald im Armdrücken schlagen 😉
Wie funktioniert das mit der Fitness zu Hause?
Das Equipment, das ich jetzt hier gemietet hatte, ist zu 100 Prozent Made
in Germany, komplett waschbar und sogar trocknergeeignet und am wichtigsten:
medizinisch geprüft. Die Mietkosten betragen 199,- Euro für drei Monate.
Darin enthalten sind ein StimaWell ® EMS-Gerät inklusive Fernbedienung in
Studioqualität, ein 12-Kanal-Stimulationsanzug, zwei Paar Bandelektroden,
eine personalisierte Trainingskarte, 40 Trainings- und Einweisungsfilme inklusive
Trainingsraum und Free-EMS-App und die Telefon-Hotline für Nachfragen.
Es können dabei bis zu vier Nutzer pro Paket gebucht werden, falls bei euch
mehrere Familienmitglieder mitmachen wollen.
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/**/
Wie gesagt: Erschreckt euch nicht, wenn der Karton ankommt, es sieht nach
vielen verschiedenen Kabeln und Bändern aus, aber es ist dann gar nicht so
wild, wie es zunächst scheint. Im Grunde hat man es nach dem ersten Austesten
raus und es gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung im Video.
Für technisch nicht besonders Versierte empfiehlt sich aber jemand, der
schon Erfahrung damit hat, was böte sich also Besseres an, als dass wir hier
mal ganz kurz direkt einen Experten von Schwa-Medico zum Produkt und zum
Training befragen:
Was genau heißt eigentlich EMS und was sollten wir beim Training besonders
beachten?
EMS ist das Kürzel für Elektrische Muskel Simulation.
Korrekt müsste dieses Form „EMS-Ganzkörpertraining“ genannt werden (in den
Studien wird auch immer richtigerweise WB– Whole Body EMS
Training zitiert). Die Begrifflichkeit EMS Training machen sich dann auch
gleich unseriöse Firmen zunutze und verkaufen kleine TENS Geräte mit ein paar
Elektroden als EMS-Ministudio.
Natürlich sollte man, bevor man überhaupt beginnt, die Sicherheitshinweise
und die Gegenanzeigen in der Gebrauchsanweisung des EMS-Gerätes
durchlesen.
Vor der Trainingseinheit ist es wichtig, dass man sich gesund und nicht
kränklich fühlt, keinen Alkohol oder Drogen zu sich genommen hat. Das kann
den Körper sehr schnell überstrapazieren. Des Weiteren ist es wichtig, nicht
auf nüchternen Magen zu trainieren, damit der Blutzuckerspiegel nicht
darunter leidet. Und dass man bei einer Trainingseinheit trinken sollte, ist
wohl allgemein bekannt.
Wie viele Trainingseinheiten pro Woche sind für Anfänger
sinnvoll?
Als Einsteiger ist es ratsam, die Muskeln nur einmal pro Woche elektrisch
zu stimulieren. Die Trainingseinheiten sollten dabei nicht länger als 10
Minuten sein und man sollte seine Muskeln mindestens 48 Stunden ruhen lassen.
So erholen sich die Muskeln nicht nur von der Stimulation, sondern man
erzielt auch die besten Ergebnisse. Die Häufigkeit sowie die
Trainingsintensität sollten nur langsam gesteigert werden.
Wie genau wirken die Elektroden am Körper?
Mithilfe des Stromes wird die Hautbarriere überwunden und die Muskeln durch
stimuliert. StimaWELL arbeitet hier mit Mittelfrequenz-Elektrotherapie und
einem aufmodulierten niederfrequenten Strom.
Im Prinzip passiert beim EMS-Training dasselbe wie bei einem herkömmlichen
Krafttraining mit Gewichten. Nur dass dieser Effekt, der durch das
Krafttraining entsteht, durch den Einsatz des Stroms wie ein Motor durch
einen Turbolader verstärkt wird.
Sieht aus wie Lara Croft? Naja, fast 😉
Wenn man beim Krafttraining mit Gewichten trainiert, sendet das Gehirn über
die Nervenbahnen an die Muskeln einen notwendigen Impuls. Beim EMS Training
ist es genau so, nur das hier die passenden Impulse von den Elektroden
kommen. So können bestimmte Trainingseinheiten für unterschiedliche
Muskelpartien verstärkt durchgeführt werden.
Das hört sich nun alles recht seltsam an, aber ich kann euch versichern,
dass ein gutes Training mit elektrischer Muskelstimulation nicht schmerzhaft
ist.
Ab wann kann ich Ergebnisse am Körper sehen?
Jeder Mensch ist nun mal anders, genauso wie die ausgeführten Trainingsprogramme,
deshalb ist es auch unterschiedlich, wann die ersten Ergebnisse zu sehen
sind. Erfahrungsberichten unserer Nutzer zufolge ist der erste Erfolg beim
EMS-Training eine bessere Körperhaltung.
Außerdem berichten viele Nutzer, dass sich die ersten Erfolge bei den
Muskeln nach ca. 5 Wochen zeigen und bei der Figur nach ungefähr 6 Monaten.
Aber diese Angaben sind ohne Gewähr, denn wie am Anfang schon erwähnt, ist
jeder Mensch verschieden.
Für wen eignet sich das Produkt – und für wen eher nicht?
Im Grunde ist das Training mit einem EMS-Gerät für jeden geeignet, der
gesund ist. Nicht zu empfehlen ist es für Menschen mit Herzrhythmusstörungen,
Anfallsleiden, Schwangere, kosmetischen Implantaten im Anwendungsbereich und
noch weiteren. Eine Aufzählung finden Sie
unter: https://www.stimawell.com/de-de/a/ems-training-fuer-einsteiger
Wer hilft mir, wenn ich zu Hause mit der Inbetriebnahme nicht
weiterkomme?
Wenn die FREE-EMS APP mit den Trainingsvideos nicht ausreicht, steht auch
eine kompetente Hotline zur Verfügung.
Na, was sagt ihr? Also nicht nur zu den Fotos (hehehe), sondern zu der
Idee, sich sein eigenes Studio in die eigenen vier Wände zu holen? Ist doch
zumindest mal einen Versuch wert, oder? Wir freuen uns, wenn ihr uns dann von
den Blicken der Paketboten erzählt, die euch während einer Trainingseinheit
„erwischt“ haben und denen im Anzug die Tür öffnet… 😉
|
Fitnessstudio für zu Hause: Wir testen den Elektrodenanzug von StimaWell |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/corona-blues-ich-merke-wie-mich-dieses-jahr-veraendert |
Ich habe davon geträumt. Wir waren aus, erst beim Italiener, wir saßen alle
an einem großen Holztisch. Pasta dampfte vor uns, mehrere Weinflaschen
geöffnet. Wir mussten uns vorbeugen, um uns zu verstehen. Musik, so viele
Stimmen, Kerzenlicht, Lachen. Danach sind wir noch in eine Bar, es war schon
hell, als wir ein Taxi gerufen haben. In den Klamotten hing Rauch und Leben.
Die Füße taten weh, wir hatten dieses Grinsen auf den Lippen.
Dann bin ich aufgewacht und war traurig. Richtig traurig. Ich sah, wie es
draußen heller wurde, aber ich fühlte mich nicht leichter.
Es fehlt mir. Ihr, meine Freunde, ihr fehlt mir. Die Unbeschwertheit, die
Leichtigkeit, die Geselligkeit. Seit März kein Kino, kein Theater, kein
Konzert, nur eine Handvoll Restaurantbesuche im Sommer, als man noch draußen
sitzen konnte.
Zwei Wochenend-Trips abgesagt, die Taufe meiner Nichte auch. Nun stehen bei
uns drei Kindergeburtstage an, wahrscheinlich darf nur ein Gast kommen.
Ich bin im letzten Jahr so viel spazieren gegangen wie nie zuvor. Das ist
schön, wirklich. Aber ich habe das Gefühl, ich bin jetzt genug gelaufen.
Ich bin müde von den immer gleichen Tagen. Ohne große Highlights. Ich
merke, dass dieses Jahr lang wird. Und dass ich mich verändere. Ich habe
keine Lust mehr auf Zoom-Meetings mit meinen Freunden. Und ich habe auch
keine Lust mehr, mit ihnen zu telefonieren. Also ziehe ich mich zurück. Aber
ich vermisse sie doch so. Ich vermisse die alte Normalität.
Ich hoffe, dass umarmen, drücken, tanzen, gemeinsam lachen, zusammen
sitzen, sich eine Bierflasche teilen, busseln, sich in Bars quetschen – dass
das bald wieder möglich ist. Es ist nicht lebensnotwendig, ich weiß, aber es
macht das Leben so viel bunter und fröhlicher.
|
Corona-Blues: Ich merke, wie mich dieses Jahr verändert... | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/corona-impfung-fuer-kinder-was-das-fuer-meinen-behinderten-sohn-bedeutet |
Ihr Lieben, von einigen Tagen gab es die Nachricht, dass bald schon Kinder
ab 12 Jahren geimpft werden könnten. Diesen Artikel haben wir bei uns auf der
Facebook-Seite geteilt, er wurde auch rege kommentiert. Daraufhin meldete
sich Line bei uns – ihr Sohn ist schwerstbehindert, weshalb die ganze Familie
seit über einem Jahr fast ohne Kontakte lebt. Für sie ist die Impfung ein
absoluter Lichtblick, denn sie könnte endlich mehr Normalität bringen. Wir
haben mit Line gesprochen:
Liebe Line, Du hast einen 13-jährigen Sohn. Erzähl uns doch bitte ein
bisschen was über ihn.
Tim-Jonathan wurde als Frühchen mit einem Notkaiserschnitt in der 31. Woche
geboren. Er wog 1400 g und war 32 cm groß. Im Mutterleib war er immer schon
zu leicht im Schätzgewicht. Da auch meine großen Kinder eher als
Leichtgewichte waren, beunruhigte dies in der Schwangerschaft erstmal weiter
nicht.
In der 29. SSW hatte ich aber ein komisches Gefühl, deshalb bin ins
Universitätsklinikum gefahren. Dort stellte man Unregelmäßigkeiten in der
Versorgung durch die Nabelschnur fest. Das Ärzteteam wollte aber um jeden Tag
kämpfen, den der kleine Mann im Bauch bleiben kann – wir schafften noch zwei
Wochen.
In Tims erster Lebenswoche kam das Ärzteteam zu mir, mit der Bitte ihn
einer weiteren Diagnostik zu unterziehen. Es wurde anhand der Vierfingerfurche
an den Füßen eine Trisomie 21 vermutet. Das Ergebnis kam 2 Wochen später und
die Vermutung bestätigte sich. Die Behinderung veränderte unser Leben kaum,
weil Tim zu diesem Zeitpunkt noch mit ganz anderen Begleitsymptomen der
Frühgeburt kämpfte.
Glücklicherweise war er ein Kämpfer und als wir entlassen wurden, bleib
alles ganz gut händelbar -mal mit mehr oder mal mit weniger stressfreien
Zeiten, wie mit jedem anderen Kind ohne Handicap auch. Die Entwicklung verlief
etwas zeitverzögert, dennoch mit nicht allzu großem Unterschied zu
Gleichaltrigen von Tim.
Je älter Tim wurde umso mehr Begleiterkrankungen und Einschränkungen traten
auf. Unter anderem Hüftdysplasien mit Luxationen rechts und links,
Patellaluxationen, Beinlängendifferenz, 100% Taubheit rechtes Ohr, Apnoen,
Schlafstörungen, Inkontinenz, Autismusspektrumstörung, Verdacht auf
Kinderdemenz, Autoaggression, schlechtes Immunsystem, Tim kann nur
lautieren.
Tim ist ein Kind mit sehr starkem Pflegeaufwand. Er kann keinerlei
Hygienemaßnahmen alleine durchführen. Auch Essen und Trinken bedarf Assistenz
durch uns. Er geht auf eine Heilpädagogische Waldorfschule, welche sich
wundervoll um ihn kümmert und versucht, ihn für das Leben später fit zu
machen. Unser Leben ist schon in großem Umfang auf Tim ausgerichtet.
Schlafmangel, körperliche und psychische Belastungen bleiben leider nicht
aus. Nur die große Liebe zum Kind und die schönen Momente mit Tim lassen
es uns durchhalten/ aushalten. Tim hat noch eine kleine Schwester
bekommen. Sie ist 3 Jahre alt. Seine älteren Geschwister studieren schon und
wohnen nicht mehr zuhause.
Tim musste leider schon oft operiert werden und lag dann lange Zeit in
Beckenbeingips beidseitig. Das Versorgen der Gips-Innenverbände und das
Wickeln von Tim war für uns dann sehr schwer, weil er ja nur liegen konnte.
Nach der Gipsentnahme musste er immer wieder neu laufen lernen – das war eine
Riesen Herausforderung.
Dein Sohn gehört zu Corona-Risikogruppe. Wie habt Ihr das letzte Jahr
verbracht?
Tim war schon seit Februar 2020 zuhause, da er mal wieder krank war. Dann
kam der Lockdown. Also sind wir seit Februar 2020 auf uns allein gestellt.
Tims große Schwester war temporär zu ihrem Freund gezogen, weil sie dort
besser fürs Abi lernen konnte – durch den Lockdown bliebt sie erstmal dort.
Tim musste verkraften, dass seine Schwester weg war und auch erstmal nicht
wieder kommen konnte – das Risiko für eine Ansteckung war einfach zu groß.
Tim war gesundheitlich seit dem Februar in einer extremen Situation. Ohne
Vorwarnung und Anzeichen riss Tim sich Haare aus, verletzte sich selbst, war
aggressiv uns gegenüber, war einfach wesensverändert. Durch Corona war kein
Arzt bereit ihn anzuschauen, weil es damals noch keine Schutzausrüstung für
Praxen gab. Nach 2 Monaten bekamen wir dann endlich ein Termin in einer
Klinik und die Diagnose Verdacht Kinderdemenz.
Seit dem Lockdown unterrichte ich Tim zuhause. Ich werde aber durch seinen
Klassenlehrer sehr unterstützt. Unser Sohn macht im Eins zu Eins -Unterricht
durch mich sogar besser mit als in der Schule. Seine kleine Schwester macht
einfach mit. So bekomme ich das gut umgesetzt. Therapien finden nur
online statt. Allerdings muss ich sagen, dass sich alle große Mühe
geben.
Soziale Kontakte zu anderen gibt es nicht. Wir bleiben hier in unserer
kleinen Blase. Mein Mann kann seit dem Lockdown im März 2020 im Homeoffice
arbeiten. Was natürlich für mich eine Erleichterung bringt – wenn auch
manchmal nur mental.
Das war sicher eine sehr harte Zeit. Was war das Härteste daran?
Unsere großen Kinder nicht mehr sehen zu können. Und der kleinen Schwester
nicht den Kindergarten ermöglichen zu können, ebenso ihr Kinderturnen
und Musikstunden. Die Isolation hier ohne Garten und Balkon war sehr
hart. Dazu belastete mich die Unbelehrbarkeit der Coronaleugner/ Querdenker.
Und ja, oft habe ich mich auch über andere Eltern geärgert, wenn ich gelesen
habe, über was sie sich aufregen. Ich dachte mir dann oft: „Kommt einmal für
ein bis zwei Tage zu uns, dann würdet Ihr vielleicht anders denken“ Aber ich weiß, dass das auch unfair ist,
weil eben jede Situation anders ist, jede Familie anders tickt.
Hattest Du das Gefühl, dass Familien mit kranken Kindern einfach oft
vergessen wurden?
Nein, eigentlich hat sich das für mich nicht so angefühlt. Viele Menschen
haben sich wirklich Mühe gegeben, uns zu helfen. Vielleicht liegt es aber
auch daran, dass wir schon vor der Coronakrise gut aufgestellt waren, was
Therapeuten, Ärzte und Rehamittelversorger betrifft. Außerdem haben wir
wirklich tolle Freunde, die für uns da sind.
Was hättest du dir gewünscht?
Mehr Solidarität und Rücksichtnahme aus Teilen der Bevölkerung, die
eher nur an sich denken.
Nun gibt es Hoffnung, denn es könnte bald einen Impfstoff für Kinder geben.
Wirst du deinen Sohn impfen lassen?
Ja, für uns wird es ein Segen sein. Durch eine Impfung wird Tims Risiko,
einen schweren bis tödlichen Verlauf zu bekommen, verringert. Unser
Leben wird sich durch die Impfung deutlich normalisieren.
Wie stehst du zu Impf-Skeptikern?
Das sollte jeder für sich selbst entscheiden dürfen, dennoch denke ich,
dass in einer weltweiten Pandemie die Nutzen-Risiko-Abwägung anders
betrachtet werden muss.
Was wünscht Du Dir für 2021?
Dass die Pandemie weltweit eingedämmt ist und wir alle wieder in unser
altes Leben zurückfinden können.
|
Corona-Impfung für Kinder: Was das für meinen behinderten Sohn bedeutet |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/corona-tagebuch-so-lief-meine-erste-woche-voller-emotionen |
Ihr Lieben, wir haben hier in der letzten Woche viele Beiträge
veröffentlicht, wie es Familien während der Corona-Krise geht. Wie
Großfamilien ihren Alltag meistern, wie eine Familie seit Wochen in Italien
in häuslicher Isolation lebt und wie Mütter beim Thema Homeschooling an ihre
Grenzen kommen.
Wie es uns ganz persönlich in diesen Zeiten geht, darüber haben wir noch
nicht ausführlicher geschrieben. Heute möchte ich Euch einen Einblick in
meine letzten Tage geben.
Freitag, letzter Schul- und Kitatag
Ich habe einen dicken Kloß im Hals, als ich mich von den ErzieherInnen
verabschiede. „Wir sehen uns dann hoffentlich nach Ostern“, sage ich und
versuche zuversichtlich zu sein. Mein Sohn will sich am Nachmittag mit einem
Freund verabreden, ich sage zum ersten Mal „Nein“ und weiß, dass ich es noch
oft sagen muss. Mein Mann und ich haben am Abend vorher beschlossen, uns ab
jetzt so weit wie möglich sozial zu isolieren.
Samstag/Sonntag
Es ist unwirklich alles. Die Infektionszahlen schnellen in die Höhe.
Irgendwie fühlt es sich an wie in einem Science Fiction-Film. In Berlin geht
das Leben einfach so weiter. Das Wetter ist gut und Freunde berichten mir von
vollen Parks und Cafés. Sind wir übervorsichtig?
Am Abend sitzen wir zusammen und schreiben einen Tagesplan. Nach dem
Frühstück erstmal ein kleiner Spaziergang, dann Homeoffice und Schule. Die
Kitakinder machen in der Zeit Puzzels, Vorschulübungen oder
malen.
Ich fotografiere Lisa den Plan ab. Sie schreibt: „Wenn ihr das durchhaltet,
geh ich vor Ehrfurcht in die Knie.“ Ich lache, weiß, dass es ambitioniert
ist, aber ich bin total motiviert.
Montag
Ich sitze am Küchentisch, mein Mailprogramm ist geöffnet, zwei Kinder
sitzen rechts und links neben mir, das andere gegenüber. Alle sind gut drauf.
Das haut schon hin, denke ich mir.
Am Nachmittag machen wir eine lange Radtour im Wald.
Die Kinder streiten, ich meckere. Muss das jetzt sein, könnt Ihr nicht mal
jetzt friedlich sein?
Dienstag
Mein Mann arbeitet jetzt auch von zu Hause. Hat lange Telefonkonferenzen,
muss sich konzentrieren. Ich spüre den Druck, die Kinder in dieser Zeit total
ruhig zu halten. Wir gehen also viel raus. Wir schaffen viel weniger
Hausaufgaben als wir wollen. Doch alles nicht so leicht, denke ich mir.
Dazu kommt: Da meine Kinder normalerweise in der Kita oder im Hort essen,
muss ich sonst mittags nie kochen. Was für eine Umstellung. Dieses Gekoche
für fünf Menschen. Wir verbrauchen echt viele Lebensmittel. Eins der Kinder
hat immer Hunger. Und die Spülmaschine läuft auch ständig.
Abends bekommt meine Tochter den ersten Brief von ihrer Brieffreundin
zurück. Sie liest ihn laut vor. Mein Herz zieht sich zusammen. Vor den
Kindern breche ich in Tränen aus. Ich lege meinen Kopf auf den Küchentisch
und schluchze einfach los.
Mittwoch
Es geht mir nicht gut. Meine Motivation und meine Zuversicht sind weg. Ich
habe plötzlich richtige Angst. Was, wenn das hier alles noch ewig dauert?
Was, wenn wir uns jetzt noch nicht ausmalen können, wie die Welt in zwei
Wochen aussieht? Was, wenn meine Eltern sterben und ich mich nicht mal von
ihnen verabschieden kann? In Italien transportieren sie die Leichen in
Lastwagen ab. Mir wird schlecht.
Ich habe auch Angst um meine berufliche Zukunft. Was, wenn jetzt sämtliche
Kunden wegbrechen? Ich bin selbstständig, es muss irgendwie
weiterlaufen.
Eine Freundin von mir arbeitet in der Veranstaltungs-Branche. Sie steht vor
großen finanziellen Problemen. Sie weint am Telefon. Meine Schwägerin ist
Tanzlehrerin. Auch sie hat von einem Tag auf den anderen keine Kurse mehr.
Ich zoffe mich mit meinem Mann. Warum darf er automatisch in einem Raum
arbeiten, zu dem man die Tür zumachen kann, während ich hier zwischen den
Kindern arbeiten muss? Ist seine Arbeit wertvoller als meine? Ist seine
Festanstellung automatisch mehr Wert als meine Freiberuflichkeit? Warum
verfallen wir in so blöde Muster?
Die Kinder kloppen sich. Sie streiten sich über Buntstifte, wer mehr Saft
im Glas hat und wer schneller die Treppe runter laufen kann. Ich flippe aus.
Werde richtig laut. Verdammt.
Ich trinke zu viel Wein und schlafe schlecht.
Donnerstag
Die Stimmung ist mies. Ich bin ungeduldig, weil meine Tochter die
Mathe-Aufgaben nicht versteht. Sie heult und rennt ins Zimmer. Ich gehe ins
Bad, schließe ab und heule auch.
Ich habe keine Kraft, mich mit meiner Familie oder Freunden auszutauschen.
Ich bin total emotional überfordert. Lisa versucht mich zu beruhigen. Lass
uns Tag für Tag angehen, sagt sie. Ich verspüre richtige Panik. Könnte
ständig losheulen. So kenne ich mich gar nicht.
Zu Hause ist richtig dicke Luft. Die Kinder sind laut, anstrengend,
überdreht. Mein Mann sagt, er habe so viel zu tun. Ach, und ich wohl nicht,
oder was? Ich bin mir absolut sicher, dass ich das alles nicht aushalte und
nicht schaffe, gleichzeitig zu arbeiten und die Kinder zu betreuen. Wir
müssen uns besser aufteilen!
Und gleichzeitig schäme ich mich so für meine schlechte Stimmung. Ich sehe
Bilder aus Flüchtlingslagern und fühle mich einfach nur schlecht. Ich
denke an die, die kein schönes Zuhause haben, die in schlimmen Ehen
feststecken, die psychische Probleme haben.
Freitag
Ich ziehe mir noch vor sieben Uhr die Schuhe an und gehe joggen. Der Wald
gibt mir so eine Ruhe und Kraft. Die Sonne scheint, ich höre die Vögel. Es
ist so friedlich.
Ich kann kaum glauben, wie normal unser Leben noch vor einer Woche war. Die
letzte Woche war so heftig, so viele Veränderungen. Ich sehne mich nach
meinen Freunden. Danach, dass ich ein Glas Wein mit einer Freundin trinken
kann. Auch die Kinder vermissen ihre Freunde. Schmerzlich. Die ersten Tränen
fließen.
Wir verbringen den Nachmittag auf den Rädern im Wald. Machen Picknick auf
einem Baumstamm und radeln viele Kilometer. Die Ungewissheit bleibt. Wie geht
es weiter?
Abends kann ich nicht einschlafen. Mein Mann und ich haben lange
miteinander gesprochen. Ich sage ihm, wie ich mich fühle. Dass ich das Gefühl
habe, dass viel mehr Druck auf mir lastet als auf ihm. Wir wissen: Das
Letzte, was wir jetzt brauchen, ist ein Ehekrach. Also reden wir sehr offen
und machen klar, was unsere Wünsche für die nächsten Wochen sind und wie wir
es schaffen, dass wir beide arbeiten können.
Samstag/Sonntag
Es gibt Soulfood. Pfannkuchen, Spaghetti Bolognese. Außerdem gucken wir
„König der Löwen“ und essen Chips dazu. Die Kinder dürfen normalerweise nur
am Wochenende Fernsehen gucken, aber wir einigen uns darauf, dass es ab jetzt
jeden Abend Medienzeit gibt. Alles, was uns die nächsten Wochen leichter
macht, werden wir annehmen.
Die Stimmung ist besser. Auch, wenn die Nachrichten erschütternd sind. Mein
Vater lebt in Berlin und wir besprechen mit ihm, wie wir ihn in den nächsten
Wochen versorgen.
Abends checke ich mein Konto. Ich warte immer noch auf unbezahlte Rechnung.
Ein beklemmendes Gefühl. Wir müssen den Hauskredit weiter
abbezahlen.
Montag
Ich stehe als Erstes auf und trinke ganz alleine meinen Kaffee. Woche Zwei
von werweißdasschon hat begonnen. Tag für Tag, denke ich mir. Tag für
Tag.
Ich glaube, es wird uns alle immer wieder erwischen. Die Wut. Die
Traurigkeit, die Ängste, das Vermissen, die Lebenssehnsucht, die Panik. Es
wird in Wellen kommen. Gute und schlechte Tage werden sich abwechseln. Und
irgendwie werden wir da durch kommen. Nicht ohne Schrammen, Verluste und
Blessuren. Aber wir werden durchkommen.
Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie wir den Grill aufstellen und
alle Freunde einladen, wenn diese Krise vorbei ist. Wie wir uns zum ersten
Mal seit Monaten umarmen. Wie die Kinder zusammen durch den Garten springen.
Wie wir die Gemeinschaft völlig neu genießen werden. Wie wir an diesem Tag
einen Drink zu viel trinken und uns immer wieder sagen, wie sehr wir uns
vermisst haben. Ja, dieser Tag wird kommen. Und er wird
wunderbar.
Foto: Cindy und Kay Fotografie
|
Corona-Tagebuch: So lief meine erste Woche voller Emotionen | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/cytomegabittewas-eine-schwangerschaft-mit-cmv-infektion |
„Es gibt da eine
Auffälligkeit in ihrem Blut. Eine akute Cytomegalie-Erstinfektion. Für Sie
ist das nicht schlimm. Ihr Kind kann davon allerdings schwere Behinderungen
davontragen. Sie müssen umgehend behandelt werden.“ Cytomegabittewas? Ich bin
in der 7.SSW, als mir meine Frauenärztin das am Telefon mitteilt. Ich
begreife in dem Moment noch nicht, was diese Nachricht für Folgen haben wird.
Heute bin ich im 9. Monat schwanger und habe eine Zeit voller Sorgen,
Ungewissheit und dem Maximum an Vorsorge-Untersuchungen hinter mir – und bin
Expertin geworden, was CMV für mich und mein ungeborenes Kind bedeutet.
Cytomegalie – Was ist das eigentlich?
Behinderungen? Krankes Kind? Schock. Starre. Unendliche Traurigkeit in der
doch eben noch frisch gezeugten Vorfreude. Ein Alptraum, der auch morgens
nach dem Aufstehen nicht aufhören will. Ich hatte mir fest vorgenommen, bei
dieser – meiner 2. Schwangerschaft – nur das Nötigste an Vorsorgeuntersuchungen
zu machen und nun soll ich direkt in ein auf CMV spezialisiertes
Pränatal-Zentrum.
Ist das wirklich alles so schlimm, wie das am Telefon klang? Dr. Google
hilft mit ersten oberflächlichen Informationen: CMV ist ein Virus ähnlich dem
eines Herpes-Virus. Über 60 Prozent der erwachsenen Menschen weltweit tragen
ihn in sich.
Er verursacht leichte Grippe-ähnliche Symptome, verläuft aber meist
unbemerkt. Gefährlich ist der Virus aber dann, wenn das eigene Immunsystem
heruntergefahren wird, z.B. bei einer Transplantation oder eben für einen
Fötus – wenn die Mutter sich in der Frühschwangerschaft erstmals damit
infiziert. Die Folgen für das ungeborene Kind können sein: Geistige und
kognitive Einschränkungen, zu kleiner Kopf, Beeinträchtigung des Hör- und
Sehvermögens bishin zu Blind- und Taubheit. Leber, Darm und Milz können
unterentwickelt sein, Auswirkungen sind oft Frühgeburten oder später
auftretende Epilepsie. Oder aber das Kind hat trotz der Infektion im
Mutterleib auch nach der Geburt keinerlei Auffälligkeiten und ist gesund.
Alles kann, nichts muss. Wir sind völlig verunsichert.
CMV ist die häufigste Infektionskrankheit im Mutterleib
Was viele nicht wissen: CMV ist die häufigste Infektionskrankheit, die ein
ungeborenes Kind treffen kann. Häufiger als Toxoplasmose oder Röteln. Es gibt
in Summe mehr Kinder, die davon betroffenen sind, als Babys, die zum Beispiel
mit dem Down-Syndrom geboren werden. Und doch scheint kaum jemand etwas davon
zu wissen und nur wenige Frauenärzte bieten den Bluttest als
Routineuntersuchung zu Beginn der Schwangerschaft an. Dadurch gibt es auch
eine anzunehmende hohe Dunkelziffer an Kindern, die mit CMV geboren werden,
bei denen es aber vorerst nicht entdeckt wird. Denn das verrückte: Babys, die
sich im Mutterleib mit CMV angesteckt haben, kommen oft augenscheinlich
gesund auf die Welt – entwickeln aber auf Grund der Infektion dann innerhalb
der ersten Lebensjahre Symptome. Diese werden wiederum selten auf eine CMV
Erkrankung während der Schwangerschaft zurückgeführt. Man vermutet z.B. das
der Grund für die meisten Hörschädigungen bei Kindern eine Cytomegalie
Infektionen während der Schwangerschaft war. (Opt. Link zu dem Beitrag über
Marie?)
Plötzlich risikoschwanger: Ein Arztmarathon
Das alles prasselt auf uns ein, in einer Phase, in der man doch voller
Vorfreude sein sollte. Das Wort Abbruch steht im Raum oder alternativ:
Verschiedene Therapien, die aber allesamt noch off-label sind, das heißt
offiziell nicht zugelassen. Das Credo vom Arzt ist: „Wir sprechen hier im
Moment von einem Risiko, nicht von einem kranken Kind.“ Wir schöpfen Hoffnung
und entscheiden uns mit einer Infusions-Therapie mit Antikörpern zu beginnen.
Denn auf welcher Grundlage könnten wir denn das aufkeimende Leben in mir
beenden? Auf Grund von Prozenten?
Cytotect heißt das Medikament, das nun in insgesamt 5 Sitzungen bis zur 21.
SSW in mein Blut läuft. Es soll die Übertragung des Virus auf das Baby
verhindern. Die Infusion besteht aus Antikörpern, die den CMV-Virus eindämmen
sollen. Es ist aber nicht offiziell zur Behandlung von Schwangeren zugelassen
und die Wirkung ist umstritten. Einige Studien belegen, dass bei der
rechtzeitigen Behandlung mit Cytotect eine Übertragung des CMV-Virus auf den
Fötus verhindert werden kann, manche Ärzte halten dies allerdings für nicht
nachweisbar. Die Antikörper werden direkt aus dem Blut von Menschen gewonnen
– das erklärt evtl. auch die hohen Kosten nur einer Infusion: Knapp 3000
Euro. Eine Kostenübernahme bei meiner Krankenkasse wurde zum Glück bewilligt.
Allerdings habe ich auch schon von Fällen gehört, die das nicht zahlen und
man selbst dafür aufkommen muss.
Ich habe die Infusion gut vertragen. Es brennt etwas an der Vene & man
erwartet ja schon fast, dass bei dem Preis das Ganze mit goldenen Kanülen
gelegt wird. Was mich allerdings beunruhigt, ist die Unsicherheit, ob es
wirklich was bringt oder die Inhaltsstoffe nicht noch negative Auswirkungen
auf meinen kleinen fragilen Bauchbewohner haben könnten? Bei der Diagnose
allerdings nichts zu unternehmen, war keine Option. Ich pendle also alle zwei
Wochen ins Pränatal-Zentrum, was knapp 200 km von meinem Heimatort entfernt
ist, die Woche dazwischen muss ich zu meinem „normalen“ Frauenarzt, um mein
Blut auf Antikörper und Viruslast kontrollieren zu lassen. Jedes Mal
Ultraschall auf Auffälligkeiten inklusive – bislang sieht da zum Glück alles
gut aus. Die Schwangerschaft währenddessen genießen? Das will nicht so recht
klappen, zu groß ist die Ungewissheit und die vagen Prognosen.
Fruchtwasseruntersuchung & Hiobsbotschaften
In der 21. SSW ist dann der Termin zur Fruchtwasseruntersuchung. Diese soll
ermitteln, ob das Virus beim Baby angekommen ist. Auf diese Info warten wir
seit der 1. Diagnose. Haben die Infusionen ihren Zweck erfüllt? Dürfen wir
aufatmen? Nach der eigentlichen Punktion, dann aber erstmal wieder Warten: 5
Tage auf das Ergebnis. Versüßt wird es mir, mit der Nachricht, dass wir ein
Mädchen erwarten und dass ich endlich auch ihre Tritte und Knuffe spüren
kann. Aber die Anspannung ist riesig. Dann wieder einer dieser Anrufe, bei
denen man schon beim Abnehmen das Gefühl hat, da stimmt was nicht. „Es
tut mir sehr leid Ihnen mitzuteilen, der CMV Virus ist im Fruchtwasser
nachweisbar, ihr Baby hat sich infiziert.“ Die Nachricht trifft mich hart.
Ich sitze, aber alles in mir sackt zusammen. Der Arzt erzählt am Telefon noch
einiges mehr, dass er selbst sehr überrascht sei in meinem Fall, von
Wahrscheinlichkeiten und weiteren Maßnahmen. Ich kann allerdings nicht
richtig zuhören, will das Telefonat nur so schnell wie möglich beenden. Die
Hoffnung der letzten Woche zerplatzt, der Albtraum geht weiter.
Wir sollen gleich am nächsten Tag wieder in die Klinik kommen, um das
weitere Vorgehen zu sprechen. Nabelschnurpunktion. Tablettentherapie.
Engmaschige Ultraschallkontrollen. MRT. Ich nehme das alles wie in einem
Nebel wahr. Kann gerade nicht an weiteren Aktionismus denken, denke an mein
kleines Kind in meinem Bauch, das nun auch gegen den Virus kämpfen muss. An
den Psychoterror der letzten Monate. An eine Schwangerschaft, die von den
ersten Wochen an mit Sorgen belastet wurde. An Halbwissen über Viren,
Antikörper, Wirkungsweisen und das niemand so richtig erklären kann, was da
eigentlich gerade genau in meinem Körper passiert. Wie der Virus Organe
angreift – und mit neu aufkeimender Hoffnung: Eventuell auch nicht. Der Arzt
hatte uns ganz am Anfang von einer Patientin erzählt, die mit Zwillingen schwanger
war und sich mit CMV angesteckt hat. Ein Kind war nach der Geburt kerngesund,
das andere schwer beeinträchtigt. Warum, kann keiner sagen. Diese Geschichte
fasst für mich gut den Kenntnisstand und die Auswirkungen des Virus
zusammen.
Tabletten-Therapie & MRT
Uns wird zu einer Therapie mit Virostatika-Tabletten geraten, Valaciclovir,
der wir zustimmen. Ich muss nun 8(!) Tabletten täglich nehmen, alle 2 Stunden
eine, bis zum Ende der Schwangerschaft. Alter Schwede. Das fühlt sich erstmal
schwer krank an, statt freudig schwanger. Valaciclovir soll die Verbreitung
des CMV-Virus eindämmen. Die hohe Dosis deshalb, weil man auf Nummer sicher
gehen will, dass das Baby damit mitbehandelt wird und der Wirkstoff dort
ankommt.
Bislang wurde das Medikament in der hochdosierten Form von Frauen gut
vertragen, man sollte aber Leber- und Nierenwerte im Blick behalten. Auch
beim Baby soll es zu keinen beobachteten Nebenwirkungen kommen. Es ist wieder
ein Strohhalm, an den wir uns klammern. Eine Möglichkeit aktiv etwas zu tun,
anstatt nur abzuwarten. Allerdings: Auch diese Behandlung ist mit nur ganz
dünnen Studienzahlen belegt, es wird zwar von Behandlungserfolgen gesprochen,
aber man weiß wenig über Nebenwirkungen langfristig – gerade fürs Kind, das
gibt uns natürlich zu denken. Willkommen im Leben als
Versuchskaninchen.
In der 31. Woche kommt noch eine ganz spezielle Untersuchung dazu, von der
ich nicht gedacht hätte, dass das überhaupt möglich ist: Ich werde ins MRT
geschoben und von meiner kleinen Bauchbewohnerin werden von allen Seiten
Bilder gemacht. Diesmal gibt es positive Nachricht, die Aufnahmen aus dem MRT
sind völlig unauffällig und unser Mädchen ist zeitgerecht entwickelt.
Besonderer Fokus wird hier auf das Gehirn gelegt und nach Zysten oder
Verkalkungen geschaut, die oft bei einer CMV Infektion entstehen. Wir dürfen
etwas aufatmen. Es sind großartige Nachrichten, dass bislang keine
Schädigungen zu sehen sind. Das es allerdings welche geben könnte, die man
nicht sehen kann oder die noch kommen, bleibt weiter unklar.
CMV – Wie hätte ich vorsorgen können & Mein Wunsch an alle mit
Kinderwunsch
Ich habe schon ein Kind, einen tollen kleinen Jungen, vier Jahre alt.
Voller Freude am Leben – mein kleiner Weltentdecker und ganzer Stolz. Die
Ärzte sagen in den meisten Fällen, infizieren sich Frauen mit CMV, die schon
ein oder mehrere kleine Kinder haben, da bei Kindern der Virus sehr lange in
Urin und Speichel verbleibt. Durch Küssen oder beim Wickeln kann man sich
leicht anstecken.
Als mich meine Ärztin direkt nach Feststellen der Schwangerschaft über die
üblichen Hinweise mit „kein Alkohol trinken“, „keine rohen Sachen essen“
aufgeklärt hat, sagte sie auch, ich sollte auf sehr gute Hygiene zwischen mir
und meinem Sohn achten. Ich hielt das ehrlich gesagt für eine übertriebene
Vorsichtsmaßnahme. Bin nun aber eines besseren belehrt. Aber hätte ich
aufhören sollen mit meinem Sohn zu kuscheln? Wie soll man im Familienleben 9
Monate als Mutter „steril“ bleiben?
Wir haben unseren Sohn nach meiner Diagnose nicht auf CMV testen lassen,
weil es uns letztendlich unrelevant erschien, woher die Infektion kam. Aber
ich frage mich, wäre das nicht evtl. ein Ansatz zur Vorbeugung für eine
Ansteckung? Wenn man weiß, dass man ein Kind plant, die eigenen Kinder und
sich selbst vor der Zeugung auf CMV zu testen? Es ließe sich dann auch
besser eingrenzen, falls es zu einer Infektion während der Schwangerschaft
kommt, wann diese erfolgt ist. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen über CMV
informiert sind, Frauen besser wissen, was die Infektion für sie und ihr Kind
bedeuten kann. Und ganz dringend, dass weiter an Therapien und Möglichkeiten
geforscht wird, damit aufgetretene Infektionen wirkungsvoll bekämpft werden.
Aus dem Hashtag #stopcmv soll Wirklichkeit werden.
Unser Endspurt der Schwangerschaft
Nun sind es nur noch wenige Woche bis zu unserem errechneten
Entbindungstermin. Ich freue mich auf die Geburt, mein kleines Mädchen
endlich in den Arm nehmen zu dürfen. Aber ich bin auch sehr nervös, wie es
ihr gehen wird. Wir haben von Anfang der Schwangerschaft alle möglichen
Szenarien im Kopf durchgespielt, was könnte sein, was wäre wenn, was macht
das mit uns. Ich habe durch Austausch mit anderen Familien online die
verschiedensten Geschichten kennen gelernt, wie es mit CMV Kindern nach der
Geburt weiter ging. Das hat Hoffnung gegeben. Mir aber auch Angst gemacht.
Mein Blick auf Familien mit körperlich und geistig beeinträchtigten Kindern
hat sich verändert. Die Berührungsangst ist weg. Den Begriff normal stelle
ich komplett in Frage. Was heißt normal? Was ist ein normales Kind?
Letzendes ist jede Schwangerschaft & Geburt ein Risiko. Man fordert das
Glück heraus und weiß nicht welchen Weg das Schicksal für einen bereit hält.
Man wünscht sich seine Zukunft natürlich positiv und unbeschwert. Mit rosig
lachenden Babyspeck-Wangen, ein Kind blitzgescheit und perfekt in unsere
Gesellschaft und das eigene egozentrische Leben integrierbar.
Die ganze Pränataldiagnostik ist für mich Fluch & Segen zugleich. Wir
waren nun 9 Monate voller Sorgen, haben mich und das Baby bis in den
kleinsten Winkel hoch und runter untersuchen lassen. Immer wieder auf
Ergebnisse gewartet. Sind tief gefallen und mit viel Kraft wieder
aufgerappelt. So oft habe ich den Satz gehört, du musst positiv bleiben, das
überträgt sich auf dein Kind. Ich hätte nicht gedacht, wie schwer das fallen
kann. Wie nahe man an Gedanken wie Abtreibung gestellt wird – kein Mensch
sollte je in seinem Leben solche Entscheidungen treffen müssen.
Doch es sind auch die Vorsorgeuntersuchungen, durch die das Virus erst
entdeckt wurde. Dass wir dadurch nach bestem Wissen des aktuellen
medizinischen Kenntnisstandes handeln konnten, Therapien angehen, auch wenn
diese nicht 100% erprobt sind. Und jeder Ultraschall mit den Worten „keine
Auffälligkeit“ war ein Meilenstein.
Während ich das schreibe, knufft mich die kleine Dame von innen mal wieder
an die Bauchdecke. Ich möchte ihr jetzt schon so gern alles Leid dieser Welt
ersparen. Und freue mich, mit allen positiven Gedanken, die ich finde, auf
das Leben mit ihr. Und egal wie unsere Geschichte ausgeht, es ist mir sehr
wichtig, dass mehr Menschen und insbesondere die mit Kinderwunsch, über CMV
aufgeklärt werden.
Über die Autorin: Julia, 36 Jahre alt, verheiratet, lebt im Süden der
Republik und ist mit ihrem 2. Kind schwanger. Auf Instagram schreibt sie
unter dem Namen smallstepsgetbigger über ihre CMV Geschichte und startet
demnächst auf www.stop-cmv.de eine Website zum Thema Cytomegalie.
|
Cytomegabittewas? – Eine Schwangerschaft mit CMV-Infektion | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/cytomegalie-lange-war-nicht-klar-ob-mein-baby-gesund-zur-welt-kommt |
Ihr Lieben, meinen ersten Gastbeitrag hier bei Stadt Land Mama habe ich
noch mit dicker Kugel verfasst, ich spürte beim Schreiben die Tritte meiner
kleiner Bauchbewohnerin, aber wusste noch nicht… ob wir bald ein gesundes
oder krankes Kind auf dieser Welt willkommen heißen.
Alles war zu diesem Zeitpunkt noch möglich, denn ich hatte mich in der
Frühschwangerschaft mit CMV infiziert. Cytomegalie ist die häufigste angeborene
Infektionskrankheit bei Kindern und kann schwere Schädigungen auslösen… oder…
das Kind kommt völlig gesund auf die Welt. Alles kann, nichts muss. Die
Geschichte zu dieser sorgenvollen Zeit und meiner Therapie könnt ihr hier
nachlesen. Nun möchte ich berichten, wie es nach der Geburt weiter
ging.
Sechs Tage nach dem errechneten Termin waren wir endlich zu viert. Die
Geburt war sehr heftig und endete mit einem ungeplanten Kaiserschnitt. Ich
lag völlig gerädert auf dem Bett. Aber all der Druck und die Strapazen der
letzten Wochen fielen in dem Moment ab, als mein Mädchen endlich bei mir im
Arm lag.
Ganz ruhig schaute sie mich an. Aus all den abstrakten Sorgen wurde ein
greifbarer Mensch. Noch im Kreißsaal wurden die ersten Tests wegen des Virus
bei ihr gemacht. Es wurden Nabelschnurblut, Speichel und Urin-Proben fürs
Labor entnommen. In den kommenden Tagen blieben wir im Krankenhaus und es gab
spezielle Untersuchungen. Darunter ein Kopf-Ultraschall, Hör- und
Sehtests.
Unser Wort des Jahres: Asymptomatisch!
Am Tag der Entlassung erhielten wir alle Ergebnisse und durften endlich
aufatmen. Unsere Tochter hat nachweislich die CMV-Infektion in meinem Bauch
durchlaufen und hat den Virus in sich, aber trägt bislang keine messbaren
Symptome davon. Sie wird als asymptomatisch eingestuft. Die Erleichterung und
Dankbarkeit darüber kann man nicht beschreiben. Da war alles dabei; weinen,
lachen und ungläubige Stille – das Ganze kombiniert mit Wochenbett-Hormonen:
ein wirklich feucht-fröhlicher Mix.Die Kleine wird nun bald ein halbes Jahr
alt und hat sich ganz normal weiterentwickelt. Die Schatten der letzten
Monate verlieren mit jedem Gramm Babyspeck ihren Schrecken, doch die Spuren
dieses Jahres bleiben. Wir beobachten sie sehr genau, auch immer mit der
verunsicherten Frage im Kopf, ob wirklich alles in Ordnung ist.
Alle drei Monate werden wir mit ihr in den nächsten Jahren noch zu einem
speziellen Hör-Screening gehen, denn das ist auch bei Kindern, die als
asymptomatisch eingestuft werden, die häufigste Spätfolge der CMV-Infektion
im Mutterleib. Und wir beobachten sie sehr genau, denn auch kognitive
Entwicklungsverzögerungen könnten noch auftreten.
Keiner wird mir die Frage je beantworten können: Was wäre, wenn ich den
Blutest auf CMV gleich zu Beginn der Schwangerschaft nicht gemacht hätte?
Würde unsere kleine Maus nun auch so gesund vor sich hin strampeln, hätte ich
keine Infusionen oder die Tablettentherapie bekommen? Was, wenn ich früher
über die Gefahren von Cytomegalie informiert gewesen wäre?
Cytomegabittewas?
Das Verrückte ist, dass kaum einer etwas über CMV zu wissen scheint. Mich
eingeschlossen! Vor der Nachricht meiner eigenen Infektion. Googelt man sich
mit CMV durchs Netz, stößt man auf veraltete Veröffentlichungen zum Thema und
auch viel Halbwissen. Der Bluttest ist zudem kein Standard bei der
Vorsorge-Untersuchung in der Schwangerschaft und völlig zu Unrecht keine
Kassenleistung.
Ich kann mich nur wiederholen: Es ist die häufigste Infektionskrankheit bei
neugeborenen Kindern, weitaus mehr sind davon betroffen als z.B. von
Infektionen mit Toxoplasmose oder Röteln, die allen bekannt sind. Und die
Folgen einer CMV-Infektion können sehr gravierend sein.
Schon in der Schwangerschaft war mir klar: Egal wie unsere Geschichte
ausgeht, ich möchte etwas daran ändern, dass es mehr Aufklärung über das
Thema gibt. Mit meinem kleinen Blog smallstepsgetbigger auf Instagram habe
ich unsere persönliche Geschichte aufgeschrieben und merke an den vielen
Nachrichten, die mich darüber erreichen, wie viel offene Fragen es zu dem
Thema gibt. Da muss was Großes dazu her!
Initiative „Stark gegen CMV“
Man kann schon fast sagen, das Schicksal hat mich mit zwei weiteren
betroffenen Mamas zusammengebracht, die das gleiche Ziel verfolgten und
gemeinsam haben wir mit viel Herzblut die Internet-Seite starkgegencmv.de
aufgebaut. Direkt im Wochenbett habe ich angefangen die Website zu layouten
und konzipieren. Beraten wurden wir beim Texten der Inhalte von
CMV-spezialisierten Ärzten und haben die neuesten Erkenntnisse der Forschung
mit aufgenommen.
Seit ein paar Wochen ist Starkgegencmv.de nun online und man findet darauf
sehr viele Informationen zu Cytomegalie in der Schwangerschaft und bei
Kindern. Wir setzen uns damit für mehr Aufklärung ein und wollen auch in der
Gesundheitspolitik aktiv werden. Die Website ist Anlaufstelle für alle
betroffenen Familien, aber auch Ärzte und am besten für alle Eltern, die es
noch werden wollen. Mir war es wichtig eine Plattform zu schaffen, wie ich
sie mir gewünscht hätte, als ich frisch von der Diagnose erfahren habe und
ohne sich verunsichert durchs Netz zu googlen.
#starkgegencmv
Jetzt ist das Baby online inklusive dazugehörendem Instagram-Account und
wir freuen uns stolz wie Bolle ihm bei den ersten Schritten & Wachsen
zuzusehen. Wir haben noch viel vor, wollen Kampagnen online wie offline
starten und die persönliche Beratung Betroffener weiter ausbauen. Das Ganze
läuft komplett ehrenamtlich und wir investieren jede freie Minute um daran
weiter zu feilen. Ich hoffe, dass sie sich die Informationen darauf schneller
verbreiten als das Virus selbst – also bitte: teilen, teilen, teilen!
Über die Autorin: Julia, 37 Jahre alt, verheiratet, lebt im Süden der
Republik und hat zwei Kinder. Auf Instagram schreibt sie unter dem Namen
smallstepsgetbigger über ihre CMV Geschichte. Sie hat starkgegencmv.de
mitgegründet und setzt sich für mehr Aufklärung über CMV ein.
|
Cytomegalie: "Lange war nicht klar, ob mein Baby gesund zur Welt
kommt" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/daniel-duddek-mein-weg-vom-mobbing-opfer-zum-mobber-um-schliesslich-erzieher-zu-werden |
„Mit zwölf sah ich aus wie neun, mit 16 wie zwölf und ich hatte ein
Problem: ich dachte, alle meine Freunde sind mehr wert, denn sie hatten
Freundinnen und einen Bart. Ich hatte beides nicht“, so beginnt die
Geschichte von Daniel Duddek – einem der erfahrensten und erfolgreichsten
Mobbing- und Resilienz-Experten Deutschlands.
Heute erzählt er uns von seiner persönlichen Mobbing-Geschichte und
darüber, wie Eltern dazu beitragen können, ihre Kinder erfolgreich vor
Mobbing zu schützen.
„Mobbing ist – entgegen vielen anderen Definitionen – aus meiner Sicht kein
Zustand, sondern ein individuell gefühlter Prozess. Dieses Verständnis ist
eines der Leitmotive, auf deren Basis ich heute Kinder und Eltern dabei
unterstütze, mit Mobbing-Erfahrungen besser umzugehen. Was zählt, ist das
Gefühl, das mit der Erfahrung einhergeht. Denn nur dieses sollte der
Gradmesser und die Richtschnur dafür sein, wie viel und welchen
Unterstützungsbedarf ein Mensch, der nach seinem Empfinden von anderen
gemobbt wird, hat. Mobbing fängt immer in uns selbst an – auf Opfer- wie auf
Täterseite – und ist immer stark mit unseren eigenen Bedürfnissen und Gefühlen
(vor allem uns selbst gegenüber) verbunden. Hier müssen wir ansetzen, wenn
wir Mobbing aus unserer Gesellschaft verbannen wollen.
Auch ich litt in meiner Realschulzeit unter Mobbing, fühlte mich klar als
Opfer. Ich war klein für mein Alter und weit entfernt von jeglicher
Männlichkeit – und in dem Alter macht das etwas mit einem. So klein meine
Körpergröße, so groß war mein Minderwertigkeitskomplex und ich fühlte mich
immer unterlegen. Das trug ich (unbewusst) wie ein Schild vor mir her und das
übertrug sich auch auf mein Umfeld und diente geradezu als Einladung: Ich
wurde gehänselt, gedemütigt, geschubst. Sprüche, wie „Hey, bei deinem
Bartwuchs reicht aber auch ein raues Handtuch, um dich zu rasieren“ oder „Alles
Unwichtige steht in Klammern“ in Bezug auf meine O-Beine, Boxhiebe auf die
Schulter und Sätze wie „Ha, guck mal, mal wieder eingelaufen?“ schmerzten,
verletzen mich tief und machten den Schulalltag zur Qual.
Mit Abstand und meinem heutigen Verständnis würde ich das Verhalten meiner
damaligen Mitschüler gar nicht unbedingt als böswilliges Mobbing bezeichnen
und auch sie selbst sahen es damals sicherlich eher als Spaß und Fopperei.
Was ihr Verhalten in mir bewirkte, wusste nur ich…
Irgendwann mobbte ich selbst…
Ich litt innerlich, versuchte aber einen Weg zu finden, wie ich nach außen
damit klar kam. Ich war schon immer sprachlich gewandt und merkte irgendwann,
dass es gut bei meinen Mitschülern ankam, wenn ich blöde Sprüche machte,
gerade auch gegenüber den Lehrern. Je mehr ich mich mit ihnen anlegte
und von ihnen schließlich als „Plärrmaul“ deklariert wurde, desto mehr stieg
ich in der Achtung meiner Mitschüler. Auch mein Humor kam gut an und Stück
für Stück sahen mich andere nicht mehr nur als Opfer, sondern als jemand, der
auch eine Kompetenz hat – nämlich mein Gelaber und meine lockeren Sprüche,
die ich in jeder Situation raushaute.
Das sprach sich rum und verschaffte mir eines Tages Zugang zu einer
„Jugendgang“, die in der Stadt ihr Unwesen trieb. Mit dem Preis, dass ich
selbst damit auf die Täterseite wechselte. Aus Angst, selbst erneut zum Opfer
zu werden, wurde ich zum klassischen Mitläufer – trotz meiner eigenen
Erfahrungen und dem vollen Bewusstsein, was das mit denen machte, die wir nun
gemeinschaftlich angingen.
Den ersten Schritt hinaus aus diesem destruktiven Prozess machte ich mit
meinem Eintritt in die Theater-AG der Schule, in der ich meine sprachliche
Kompetenz nun im positiven Sinne voll ausleben konnte. Hier erfuhr ich
plötzlich enorm positive Bestärkung von Seiten der Lehrer und auch der
Mitschüler, die bei Aufführungen in der Aula für mich applaudierten.
Das war ein ganz neues Gefühl und brachte mich dazu, mich immer mehr auf
die Dinge zu fokussieren, die ich gut konnte – reden, lustig sein, musizieren
– und meine (vermeintlichen) Defizite, wie z. B. kleiner als andere und
körperlich unterlegener zu sein, zunehmend zu ignorieren. Ich musste also
irgendwann meine Minderwertigkeitskomplexe nicht mehr durch Mobbing
kompensieren, weil ich einen anderen Weg gefunden hatte, zu erkennen, dass
ich gar nicht so minderwertig bin.
Auf der Suche nach dem richtigen Männerbild
Die tatsächlich tiefgreifendste Wendung kam schließlich mit meiner
Erzieherausbildung, in der ich mein Lebensthema und meine Berufung fand. Das
war zunächst eine lustige und traurige Geschichte zugleich: Denn meine
Berufswahl nach dem schlechten Realschulabschluss war erst einmal geprägt von
der Suche „nach dem Beruf mit den wenigsten Männern“. Ich hatte nach wie vor
Angst davor, mit „gestandenen Männern“ zu arbeiten – das Sinnbild meiner nach
wie vor existenten Komplexe, kein richtiger Mann zu sein. Ich dachte: Ich
werde Erzieher, da gibt es nur Frauen und Kinder. Heute kann ich darüber lachen
– damals war das alles andere als witzig.
Aus der Not heraus bin ich also Erzieher geworden … und aus einem
mittelmäßigen Realschüler wurde in kürzester Zeit ein Einser-Fachabiturient
und staatlich anerkannter Erzieher. Ich hatte in meiner Ausbildung meinen
Lebensinhalt gefunden. Ich fühlte, das ist es: Kinder ins Leben zu begleiten
und sie stark zu machen, das gibt mir komplette Erfüllung. Und nicht nur das:
es zeigte sich mein außergewöhnliches Talent für diese Aufgabe. Das
spiegelten mir die Lehrer stets zurück und auch ich selbst merkte, dass ich
gut bin, wie ich bin und – das ist ein wichtiger Punkt – ich habe es
angenommen, dass es so ist.
Häufig können das Menschen, die voller Selbstzweifel sind, Lob und
Anerkennung von außen nicht akzeptieren. Sie kämpfen innerlich weiter gegen
das Positive an und entscheiden sich immer wieder dafür, das Negative höher
zu bewerten.
Stärken und Schwächen annehmen und den Fokus auf das Positive legen
Deshalb mein erster, essenzieller Rat, um Mobbing aus unserer Gesellschaft
zu verbannen: Wir müssen die positiven Dinge nicht nur hören, sondern auch
lernen, sie anzunehmen. Wir müssen uns selbst die Erlaubnis dafür erteilen,
dass beides im Leben da sein darf: die Schwächen und die Stärken. Menschen
suchen nach einem perfekten Leben, sie wollen perfekt sein, und dabei leiden
sie immer wieder darunter, dass ihnen das nicht gelingt. Wenn ich aber anfange, zu akzeptieren, dass
beides in mir angelegt ist – Schwächen wie auch Stärken – dann kann ich
mich dafür entscheiden, das Gute zu sehen, ohne das Schlechte zu
ignorieren.
Wichtig: Dabei geht es nicht darum, alle Schwächen wegzudrücken und nur
noch das Positive zu sehen, sondern schlicht und ergreifend darum, die
Realität anzuerkennen: Ich kann was und ich kann was nicht. Aber meinen Fokus
lege ich auf das Gute.
Eltern sollten Kinder immer positiv bestärken
Eltern, aber auch Erzieher und Lehrer sollten den Kindern deshalb
kontinuierlich zurückmelden, wenn sie etwas gut können, und dafür auch über
den Tellerrand hinausschauen: Was ist vielleicht auch eine Stärke hinter
einer vermeintlichen Schwäche eines Kindes? Bei mir war und ist es z. B.,
dass ich unordentlich und unsortiert war und bin. Eine große Stärke ist
allerdings, dass ich jederzeit flexibel auf neue Themen aufspringen kann,
weil ich in meinem Kopf keine vorgefertigte Struktur habe, die unbedingt
eingehalten werden musst.
Zeigt also euren Kindern in Kitas, Schulen und auch zuhause, dass sie gut
sind, wie sie sind, und dass hinter vermeintlichen Schwächen oft Stärken
stehen. Helft den Kindern aber auch, immer wieder das Positive zu
fokussieren; das ist auch das, was mich damals gerettet hat.
Und noch ein wichtiges Thema: Helft den Kindern zu erkennen, dass nur, weil
Menschen eine Meinung über sie haben, diese Meinung nicht unbedingt richtig
und somit vor allem auch nicht wichtig ist. Unterstützt sie dabei, einen
engen Kreis an Vertrauten aufzubauen, deren Meinung deinem Kind wichtig ist.
Aber unterstützt Eure Kinder auch bei der Erkenntnis, dass sie nicht von
jedem Menschen Kritik annehmen müssen; dass nicht jeder Mensch das Recht hat,
sie zu beleidigen und innerlich zu verletzen, und wie wichtig es ist, sich
von anderen Menschen auch abzugrenzen. Das gilt übrigens auch für Dich
selbst. Suche dir ein positives, wertschätzendes Umfeld und beginne, dich
selbst wertzuschätzen. Denn dann hat Mobbing keine Basis mehr. Sobald wir
anfangen, uns minderwertig zu fühlen,
fällt Mobbing dagegen auf einen sehr fruchtbaren Nährboden.
Über den Autoren: Daniel Duddek ist Experte für das Thema
Mobbing-Prävention und Familienharmonie. Seit über einem Jahrzehnt setzt er
sich dementsprechend als ausgebildeter Erzieher, Trainer, Coach und
Ausbilder, Buchautor und „Edutainer“ für das Wohl von Kindern und ihren
Familien ein. Hierfür hat er sein eigenes Konzept „Stark auch ohne
Muckis“ entwickelt. Mehr Infos unter www.daniel-duddek.de
|
Daniel Duddek: Mein Weg vom Mobbing-Opfer zum Mobber, um schließlich
Erzieher zu werden | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/danke-fuer-alles-schoene-weihnachten-und-bis-bald-im-neuen-jahr |
Ihr Lieben, was war das für
ein aufregendes Jahr! Wir haben privat so viel erlebt, haben gelacht,
geweint, viel gearbeitet, gefeiert, geliebt, sind im Chaos versunken, waren
krank, haben Nächte durchgetanzt, unsere sechs Kinder begleitet, sind an
unsere Grenzen gestoßen, gescheitert und auch über uns hinaus
gewachsen.
Auch hier im Blog waren es turbulente Monate – wir sind unglaublich
gewachsen und erreichen heute so viele Leser, dass wir es selbst oft kaum
glauben können. Wir durften wunderbare Gastbeiträge veröffentlichen,
berührende Interviews führen und so viel von Euch lernen. Dafür sagen wir
DANKE.
In den letzten Wochen aber haben wir gemerkt: Wir sind müde. Vom Jahr, von
dem ganzen Trubel, und auch ein bisschen von der Online-Welt. Wir brauchen
eine Pause. Seit Katharina im September 2015 eingestiegen ist, haben wir noch
nie "Blog-Ferien" gemacht, sondern jede Woche mindestens sechs
Beiträge produziert.
Wir wollen die nächsten zwei Wochen mal richtig abschalten, uns komplett um
unsere Liebsten kümmern, ENDLICH in Weihnachtsstimmung kommen, mal ein
Gläschen Wein trinken, den Gedanken nachhängen, den Christbaum bewundern,
früh schlafen gehen und und und.
Deshalb sagen wir heute schon: FROHE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN. Haut Euch den
Bauch voll, genießt die Feiertage, lasst Euch verwöhnen, knutscht die Kinder,
singt laut Weihnachtslieder und freut Euch einfach an Eurer Familie.
Wir sehen uns Anfang 2018 wieder – und bis dahin werden wir jeden Tag via
Facebook einen Beitrag aus den letzten Jahren online stellen – weil er uns
besonders berührt hat, weil er von euch besonders stark geklickt wurde oder
weil wir uns einfach gern daran zurückerinnern.
2018 wollen wir Stadt Land Mama weiterentwickeln. Wir sind schon sehr
gespannt und freuen uns, dass Ihr weiterhin an unserer Seite seid.
Alles Liebe wünschen Euch Eure Lisa und Katharina
|
Danke für alles: Schöne Weihnachten und bis bald im Neuen Jahr! | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/danke-fuer-eure-glueckwuensche-liebste-gruesse-aus-dem-wochenbett |
Soooo viele Glückwünsche.
Sooo viele liebe Gedanken. Ich bin gerührt.
Am Donnerstag kam unsere Tochter zur Welt. 3050 Gramm schwer, 53 cm groß
und einfach perfekt.
Die Geburt war anstrengend, viel härter als gedacht. Aber davon berichte
ich nochmal ausführlich.
Und wir plötzlich dreifache Eltern. Unglaublich.
Die erste Nacht war nicht an Schlaf zu denken. Ich lauschte dem
regelmäßigen Atem meiner Tochter, starrte sie stundenlang an.
Am Tag drauf kamen die Großen zu Besuch ins Krankenhaus. 30 Minuten
Voll-Alarm, totale Aufregung, leichte Überforderung. Wow – das wird ja was,
wenn ich nach Hause komme.
Am ersten Advent dann tatsächlich zu fünft am Essenstisch. Der Mann hat
gekocht, das Söhnchen holt alle Feuerwehrautos aus dem Zimmer und zeigt sie
seiner kleinen Schwester. Die Große hält zum ersten Mal das Baby und flüstert
ihr liebe Sachen ins Ohr.
Rührungstränen kommen.
Es werden aufregende nächste Tage und Wochen werden. Wir alle müssen uns
erstmal einspielen, unseren Platz in dieser Familie neu finden. Eins ist
sicher: Liebe gibt es hier genug.
Ich bin dankbar. Unendlich dankbar. Für ein weiteres gesundes Kind. Für
meine ganze Familie. Für meine Freunde, die einfach so Kuchen vorbei bringen.
Für liebe Mails und Anrufe.
Danke, dass Ihr alle so mitgefiebert habt. Und Euch mit mir freut!
———
Über die Fehler, die ich im letzten Wochenbett gemacht habe, lest ihr
HIER
|
Danke für Eure Glückwünsche! Liebste Grüße aus dem Wochenbett | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/darf-man-seine-eigene-mutter-hassen-gastbeitrag-von-yvonne |
Ich habe keinen Kontakt mehr
zu meiner eigenen Mutter. Warum ich den Kontakt abgebrochen habe, ist eine
lange Geschichte. Zuerst möchte ich auf die Frage antworten, WANN ich den
Kontakt abgebrochen habe. Es war, als ich selbst Mutter wurde und dadurch
feststellte, dass meine eigene Mutter wirklich eine sehr schlechte Mutter war
und ist.
Warum habe ich den Kontakt also abgebrochen? Zunächst einmal muss man
wissen, dass ich ein Unfall war, meine Mutter war gerade mal 18 Jahre alt und
sie musste meinen Vater heiraten, damit es im Dorf kein Gerede
gibt.
Meine Großeltern waren gegen diese Ehe. Sie konnten meinen Vater, der
scheinbar ein Taugenichts und Säufer war, nicht ausstehen.
Es kam, was kommen musste: An meinem ersten Geburtstag stritten sich meine
Eltern so sehr, dass meine Mutter mit mir zu meinen Großeltern zog. Die
Scheidung folgte bald. Als ich drei Jahre war, ging meine Mutter wieder
arbeiten und meine Großmutter betreute mich. Worüber sie nicht glücklich war
und mich das auch oft spüren ließ.
Meinen leiblichen Vater lernte ich nie kennen, es hieß, er würde trinken
und keinen Unterhalt zahlen. Er erschien auch nicht zu den Umgangswochenenden
mit mir, sondern gründete einfach eine neue Familie.
Meine Mutter hatte verschiedene Freunde – im Gedächtnis sind sie mir nicht
geblieben. Nur einer. Der, für den sie mich verlassen hat. Als ich zehn Jahre
alt war, ist sie einfach zu ihm gezogen. Ohne mich. Erst Jahre später traute
ich mich zu fragen, warum sie mich zurück gelassen hatte. Sie sagte, ich
hätte es bei meiner Oma besser gehabt, da wären ja auch meine Freunde in der
Nähe. Und ihr Freund habe keinen Platz für mich in der Wohnung gehabt. Dass
ihr Freund auch zu uns ziehen hätte können, kam ihr wohl nicht in den
Sinn.
Ich sah meine Mutter nur noch alle zwei Wochen, sie arbeitete zudem im
Schichtdienst. Wenn ich von der Schule kam, war sie nicht da. Und abends war
sie müde, ging schlafen oder noch mit Kollegen ein Feierabendbier
trinken.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind manchmal darüber nachdachte, mich zu
verletzen, damit ich ins Krankenhaus muss. Ich stellte mir vor, dass meine
Mutter dann am Krankenhausbett sitzt, sich kümmert, sich sorgt. Danach sehnte
ich mich so.
In der Schule war ich der totale Exot: das einzige Scheidungskind. Aber
nicht nur das – ich kannte zudem meinen Vater nicht. Ständig musste ich
erklären, warum ich bei meinen Großeltern lebe, warum meine Großmutter alles
unterschrieb und nicht meine Mutter. Für mich als Kind war ein
Spießrutenlauf. In der Grundschule gab es eine einprägende Situation. Die
Hausaufgabe lautete: „Malt Eure Familie.“ Da sagte eine Mitschülerin allen
Ernstes: „Das ist unfair. Yvonne hat kaum was zu tun, die muss nur ihre
Mutter malen.“ Alle lachten, ich fing an zu weinen.
Ein „Ich hab Dich lieb“ gab es bei uns zu Hause nicht. Anerkennung bekam
ich nur, wenn ich gute Noten nach Hause brachte. Ich setzte mich selbst enorm
unter Druck, ständig beste Leistung bringen. Gute Noten in der Schule, später
Karriere, eine Beförderung, einen perfekten Freund.
Anfang 20 spitzte sich die Lage zu. Ich begann, meine Mutter zur Rede zu
stellen. Sie jammerte nur. Sie sei selbst auch nur ein Opfer, ein Opfer ihrer
eigenen herrischen Mutter, ihrer frühen Schwangerschaft, meines
Vaters.
Ich merkte, wie sehr mich alles belastete. Ich bekam Depressionen, nahm
Anti-Depressiva. Doch mein Schmerz saß einfach zu tief. Ich trank zu viel
Alkohol und brach mit 29 zusammen. Ich ging in Therapie, kam wieder auf die
Beine. Ich lernte meinen jetzigen Mann kennen und bekam mit 34 Jahren ein
Kind.
Dieses Kind und eine vierjährige Therapie brachten den Durchbruch. Ich
merkte plötzlich, dass meine Kindheit nicht normal gewesen war. Dass es nicht
okay war, dass meine Mutter ohne mich ausgezogen war. Als ich meinen kleinen
Sohn im Arm hielt und von unendlicher Liebe durchströmt war, fragte ich mich:
Wie kann eine Mutter ihr Kind zurücklassen?
Als mein Sohn geboren wurde, hoffte ich dennoch auf Unterstützung von
meiner Mutter. Dass sie mich besuchen kommt, mir hilft. Doch es war wieder
mal alles anders. Sie erwartete, dass ich ihr ihren Enkel bringe. Und wenn
ich mit dem Baby da war, erzählte sie mir nur, was ich alles falsch mache.
Ich würde zu viele Feuchttücher benutzen, die Windeln falsch wechseln, der
MaxiCosi sei nicht gut für die Haltung des Kindes, das Kind sei zu warm/zu
kalt angezogen.
Meine Mutter weckte das schlafende Baby ständig, damit sie auch „was von
ihm hat“, wenn ich schon mal da war! Sie packte ihn grob an, um ihn
abzuhärten, sie wolle kein Weichei als Enkel.
Eines Tages dann krachte es dann endlich richtig. Meine Mutter machte mich
mal wieder runter, beschimpfte mich vor meinen Großeltern – da brach alles
aus mir heraus. Meine jahrelang aufgestaute Wut, meine Trauer. Ich warf ihr
an den Kopf, dass sie mich verlassen habe und was ich davon halten würde.
Kurz: Es war eine sehr hässliche Situation, die ich verließ, nachdem sie mich
als undankbares Gör beschimpfte.
Als ich ging, löste sich ein enormer Druck von meinem Brustkorb. Es war,
als könnte ich seit langer Zeit mal wieder durchatmen.
Kurze Zeit später zog ich mit meiner Familie nach Frankreich, in die Heimat
meines Mannes. Mit diesem Umzug kam es am Telefon dann auch mit meiner Oma
und meiner Patentante zum Bruch. Es war ein schreckliches Gespräch, danach
löschte ich alle Kontaktdaten aus meinem Handy und auch die
Facebook-Verbindung.
Jetzt sollte man denken, hier ist meine Geschichte zu Ende. Aber nein, es
gibt einen zweiten Teil. Und der dreht sich um meinen Vater.
Durch viele Zufälle lernte ich einige Monate nach meinem Umzug meinen Vater
kennen. Wir telefonierten, ich stellte alle Fragen, die ich hatte und er
antwortete. Und plötzlich erschien alles in einem anderen Licht. Meine
Großeltern waren so sehr gegen diese Ehe gewesen, dass sie nach der Scheidung
alle Kontaktversuche abblockten. Meine Mutter war es, die nicht zu den
Umgangswochenenden erschien, er war auch kein Säufer, wie immer behauptet
wurde. Er sagte, er habe irgendwann aufgehört, um mich zu kämpfen, weil er
keine Kraft mehr gehabt hatte.
Und nun musste ich damit zurechtkommen, dass ich mein bisheriges Leben in
einer Lüge gelebt hatte. Manchmal hasse ich meine Mutter für all das,
manchmal habe ich fast Mitleid mit ihr. Aber dann denke ich mir: Sie hat
nicht mal mein Mitleid nicht verdient.
—-ZUM WEITERLESEN:
– Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern
-Wenn Kinder den Kontakt abbrechen- Interview mit einer verlassenen
Mutter
– Zwei Familiengeschichten – warum wir keinen Kontakt mehr haben
|
Darf man seine eigene Mutter hassen? Gastbeitrag von Yvonne | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-kind-mit-dem-kleinsten-schnupfen-zu-hause-lassen-wie-soll-das-gehen |
Ihr Lieben, ihr erinnert euch sicherlich an den Aufruf an die Politik, den
unsere Leserin hier formuliert hatte. Leider hat sich seitdem noch nichts
getan und die Auswirkungen für arbeitende Eltern werden erst jetzt so richtig
sichtbar. Hier erzählt unsere Leserin, welche Auswirkungen das auf sie und
ihr Leben hat.
„Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich weiß gar nicht, wie ich das
als Alleinerziehende mit zwei Kindern schaffen soll mit den neuen Regelungen,
dass kein Kind mehr mit Schnupfen in die Kita darf. Kind 1 musste ich sogar
schon mit Schnupfen aus der Schule abholen! Wenn das so weitergeht, werde ich
wohl bald meinen Job kündigen.
Das sind doch untragbare Zustände für Eltern, die arbeiten. Zumal meine
Tochter eine Nierenerkrankung hat und sie des öfteren Schnupfen hat, weil sie
ein schlechtes Immunsystem hat und wenn die Kinder deswegen nun dauerhaft zu
Hause bleiben… puh, dann Gute Nacht…
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border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 100px;"></div> <div style=" background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 60px;"></div></div></div><div style="padding: 19% 0;"></div> <div style="display:block; height:50px; margin:0 auto 12px; width:50px;"><svg width="50px" height="50px" viewBox="0 0 60 60" version="1.1" xmlns="https://www.w3.org/2000/svg" xmlns:xlink="https://www.w3.org/1999/xlink"><g stroke="none" stroke-width="1" fill="none" fill-rule="evenodd"><g transform="translate(-511.000000, -20.000000)" fill="#000000"><g><path d="M556.869,30.41 C554.814,30.41 553.148,32.076 553.148,34.131 C553.148,36.186 554.814,37.852 556.869,37.852 C558.924,37.852 560.59,36.186 560.59,34.131 C560.59,32.076 558.924,30.41 556.869,30.41 M541,60.657 C535.114,60.657 530.342,55.887 530.342,50 C530.342,44.114 535.114,39.342 541,39.342 C546.887,39.342 551.658,44.114 551.658,50 C551.658,55.887 546.887,60.657 541,60.657 M541,33.886 C532.1,33.886 524.886,41.1 524.886,50 C524.886,58.899 532.1,66.113 541,66.113 C549.9,66.113 557.115,58.899 557.115,50 C557.115,41.1 549.9,33.886 541,33.886 M565.378,62.101 C565.244,65.022 564.756,66.606 564.346,67.663 C563.803,69.06 563.154,70.057 562.106,71.106 C561.058,72.155 560.06,72.803 558.662,73.347 C557.607,73.757 556.021,74.244 553.102,74.378 C549.944,74.521 548.997,74.552 541,74.552 C533.003,74.552 532.056,74.521 528.898,74.378 C525.979,74.244 524.393,73.757 523.338,73.347 C521.94,72.803 520.942,72.155 519.894,71.106 C518.846,70.057 518.197,69.06 517.654,67.663 C517.244,66.606 516.755,65.022 516.623,62.101 C516.479,58.943 516.448,57.996 516.448,50 C516.448,42.003 516.479,41.056 516.623,37.899 C516.755,34.978 517.244,33.391 517.654,32.338 C518.197,30.938 518.846,29.942 519.894,28.894 C520.942,27.846 521.94,27.196 523.338,26.654 C524.393,26.244 525.979,25.756 528.898,25.623 C532.057,25.479 533.004,25.448 541,25.448 C548.997,25.448 549.943,25.479 553.102,25.623 C556.021,25.756 557.607,26.244 558.662,26.654 C560.06,27.196 561.058,27.846 562.106,28.894 C563.154,29.942 563.803,30.938 564.346,32.338 C564.756,33.391 565.244,34.978 565.378,37.899 C565.522,41.056 565.552,42.003 565.552,50 C565.552,57.996 565.522,58.943 565.378,62.101 M570.82,37.631 C570.674,34.438 570.167,32.258 569.425,30.349 C568.659,28.377 567.633,26.702 565.965,25.035 C564.297,23.368 562.623,22.342 560.652,21.575 C558.743,20.834 556.562,20.326 553.369,20.18 C550.169,20.033 549.148,20 541,20 C532.853,20 531.831,20.033 528.631,20.18 C525.438,20.326 523.257,20.834 521.349,21.575 C519.376,22.342 517.703,23.368 516.035,25.035 C514.368,26.702 513.342,28.377 512.574,30.349 C511.834,32.258 511.326,34.438 511.181,37.631 C511.035,40.831 511,41.851 511,50 C511,58.147 511.035,59.17 511.181,62.369 C511.326,65.562 511.834,67.743 512.574,69.651 C513.342,71.625 514.368,73.296 516.035,74.965 C517.703,76.634 519.376,77.658 521.349,78.425 C523.257,79.167 525.438,79.673 528.631,79.82 C531.831,79.965 532.853,80.001 541,80.001 C549.148,80.001 550.169,79.965 553.369,79.82 C556.562,79.673 558.743,79.167 560.652,78.425 C562.623,77.658 564.297,76.634 565.965,74.965 C567.633,73.296 568.659,71.625 569.425,69.651 C570.167,67.743 570.674,65.562 570.82,62.369 C570.966,59.17 571,58.147 571,50 C571,41.851 570.966,40.831 570.82,37.631"></path></g></g></g></svg></div><div style="padding-top: 8px;"> <div style=" color:#3897f0; 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font-size:14px; line-height:17px; margin-bottom:0; margin-top:8px; overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;">A post shared by <a href="https://www.instagram.com/marlenehellene/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px;" target="_blank"> Marlene Hellene</a> (@marlenehellene) on <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2020-07-21T06:39:57+00:00">Jul 20, 2020 at 11:39pm PDT</time></p></div></blockquote><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script>
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Ich habe auch heute mal mit einer Kollegin gesprochen und im Kindergarten
ihres Kindes ist es wohl noch schlimmer… Ein Kind mit Schnupfen darf erst
nach 14 Tagen oder mit einer „Corona negativ“- Bestätigung vom Arzt wieder
hingehen. Der Arzt stellt diese Bestätigung aber nicht aus und schreibt das
Kind auch nicht krank, weil es mit Schnupfen ja nunmal nicht im herkömmlichen
Sinne „krank“ ist…
Unsere Chefs laufen bald Amok hier. Wir können uns momentan vor Arbeit
nicht retten und mich würde es nicht wundern, wenn bald keine Mütter und
Alleinerziehenden mehr eingestellt werden… Es muss eine vernünftige Lösung
her! Wie regelt ihr das denn? Wird das bei euch auch so streng
gehandhabt?“
|
Das Kind mit dem kleinsten Schnupfen zu Hause lassen: Wie soll das gehen?
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-mama-traumland-an-einem-ort-an-dem-nie-einer-vor-wichtigen-terminen-krank-wird |
Ihr Lieben, es war recht
ruhig von meiner Seite in letzter Zeit. Das liegt auch daran, dass hier über
drei Monate eigentlich IMMER jemand krank war. Und wer, wenn nicht ihr,
könnte am besten nachfühlen, was es heißt, wenn auf die Lungenentzündung die
Streptokokken und auf die Magen-Darm-Grippe die Mandelentzündungen
folgen…
Phasen, in denen wir schon abends angespannt ins Bett geht und uns fragen,
mit welchem Infekt die Kinder wohl morgen wieder aufwachen, um uns dann ein
paar Tage später gleich auch wieder umzuhauen. Never ending story, ihr kennt
das.
Und wenn man dann da so liegt und nachdenkt, dann träumt man sich schon mal
in ein Land, in dem niemand krank ist. Das hier, das wäre doch der Ort, den
wir alle mal bräuchten, oder?
Das Mama-Traumland:
In diesem Land wird niemals nie ein Kind vor dem wichtigsten Berufstermin
des Jahres krank.
Zum Frühstück gibt es immer frisch gepressten O-Saft, dessen Fruchtfleisch
man nicht selbst aus der Presse pulen muss.
Die Mütter, deren Partner Vollzeit arbeiten, wohnen alle Tür an Tür und
nehmen gegenseitig die Kinder vormittags oder abends, damit die andere
arbeiten oder mal ins Kino gehen kann, ohne ein Vermögen für Babysitter
auszugeben.
Die Gleichberechtigung wird nicht nur von den Müttern, sondern auch von den
Vätern gelebt und ernst genommen.
Die Kinder haben mehrere vollwertige Ansprechpartner für ihre
Belange.
Streit unter den Kindern gibt es genausowenig wie fiependes
Plastikspielzeug. Dafür bringt die Journalistin den Kindern schreiben bei,
der Schreiner lehrt Holzarbeiten, die Bibliothekarin entfacht das Feuer des
Bücherlesens, und der Koch schickt die Kinder erstmal zum Ernten in den
Garten, um dann eine Schnibbel-Party zu feiern mit dessen Ergebnis die
anderen Mütter und Väter später überrascht (und satt) werden.
Helikopter sind nicht als Stempel für angeblich überbehütende Eltern
reserviert, sondern als Mittel, um Autobahn-Staus auf dem Heimweg einfach zu
überfliegen – um schneller bei seinen Liebsten zu sein.
Die Kinder lernen, dass nicht die nächste Playstation, sondern die anderen
Kinder und Menschen in ihrer Umgebung das wichtigste im Leben sind.
Die Kinder können ohne Sorge gemeinsam vor die Tür – und einfach spielen
statt wieder dreieinhalb Stunden an der Religionshausaufgabe zu sitzen,
während die Eltern angemeckert werden, die ja auch nichts dafür können.
Geldsorgen hat an diesem Ort niemand, wer grad weniger Aufträge hat, wird
von den anderen mitversorgt – und besonders die Kinder werden nicht spüren,
dass in ihrer Familie etwas ganz anders ist als in anderen Familien.
Dem Erfinder von Spül- und Waschmaschinen wird an diesem Ort ein Denkmal
gesetzt.
Mütter beäugen andere Mütter nicht skeptisch, nur weil sie anders handeln
als andere. Mütter begegnen einander hier mit Neugier und dem Drang, sich
vielleicht eine Scheibe von der anderen abschneiden und von ihrem Anderssein
profitieren zu können.
Wein verursacht hier keinen Kater. Und Gummibärchenberge und roher
Keks-Teig kein Bauchweh.
Wer sich immer gehetzt fühlt, kann sich in Ausnahmefällen pro Woche zwei
Stunden Zeit dazukaufen.
In Kindergärten und Schulnachmittagsbetreuungen sind genug Plätze für alle
Kinder. Und diese dürfen Eltern flexibel nutzen und nicht „ganz oder gar
nicht“, entweder fünf Tage die Woche mit voller Stundenzahl oder eben
überhaupt nicht, wie es in der Realität noch oft der Fall ist.
Lehrer sind hier Motivatoren.
Es gibt einen Radierer für das elterliche schlechte Gewissen.
Jedes Haus hat eine sich selbst reinigende Badewanne.
Haustiere und Pollen lösen keine Allergien aus.
Das Wort Ausgrenzung existiert im Traumland-Wörterbuch erst gar
nicht.
Für jeden Menschen hier sind mindestens zwei Stunden pro Woche Sport oder
Singen freigehalten.
Die Kinderkleidung funktioniert magnetisch und wird gleich in den Schrank
gezogen, sobald sie aus Versehen auf dem Boden gelandet ist…
Das wäre der Ort, an dem ich gern mit Euch allen leben würde. Was müsste es
dort Eures Erachtens noch geben, um rund um glücklich zu sein?
|
Das Mama-Traumland: An einem Ort, an dem nie einer vor wichtigen Terminen
krank wird | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-schlafen-des-anderen-nachts-bei-familie-landmama |
Ihr Lieben! Zum Glück haben
wir die schwerst mehrfach unterbrochenen Nächte aus der Säuglingszeit ja
hinter uns. Trotzdem ist Schlaf weiterhin ein Thema bei uns. Ziemlich oft,
ein ständiger Begleiter. Vermutlich könnte man das bei uns einfach
posttraumatische Schlafunterbrechungsstörung nennen.
Bekomme ich heut Nacht genug Schlaf? Müsste ich nicht eigentlich jetzt
schon ins Bett, damit ich morgen fit bin? Soll ich mich nach dem
Kinder-zur-Schule bringen lieber nochmal hinlegen? Schlaf, Schlaf, Schlaf
kreist in meinem Kopf und immer der Zusatzgedanke: Man weiß ja nie, ob man
wirklich genug davon bekommt.
Ihr wollt mich einweisen? Nein, ich bin einfach Mutter. Ich rechne immer
mit allem. Mit Pseudokrupp-Anfällen um 4.28 Uhr. Mit Nacht-Ungeheuern um 23
Uhr oder Gewitter-Angst nach Mitternacht. Eben mit urplötzlichem
Aus-dem-Schlaf-gerissen werden.
Und wenn auch wir in unserer Familie wenige Rituale pflegen, so hat sich
zum Einschlafen doch der Satz zwischen mich und meinen Mann geschlichen, der
im Grunde allabendlich (von mir!) gesagt wird: "Was? Schon wieder
viertel vor zwölf? Ich wollte doch heut endlich mal früh ins
Bett".
Ohne diesen Satz wäre ich wohl nicht ich und mein Mann würde mich nicht
wiedererkennen. Er lächelt zum Glück milde, wenn der Satz wieder kommt, aber
er hat auch wirklich gut lachen: Er braucht im Schnitt einfach zwei Stunden
weniger Schlaf pro Nacht als ich. Außerdem ist er Morgenmensch und ich
Abendmensch. Sprich: Ich komm morgens nicht raus ausm Bett, er abends nicht
rein.
Das einzige Schlafproblem sind also mittlerweile nicht mehr die
Kinder…sondern… nein, ein Problem sind die unterschiedlichen Gewohnheiten
nicht. Sagen wir so: Es macht die Sache spannend. Und es zeigt: Wir können
uns so langsam wieder um uns drehen und nicht mehr nur noch um die Kinder
😉
|
Das Schlafen des anderen - Nachts bei Familie Landmama | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-schuloeffnungsdesaster-das-geht-doch-so-nicht-eine-mama-macht-sich-luft |
Ihr Lieben, nach Katharinas Text über die Pandemie-Müdigkeit erreichte uns
dieser Text einer Leserin, die sich mal ganz kurz Luft über die
Schulöffnungen und das Nicht-Konzept dahinter machen muss.
„Um es direkt vorne weg zu sage, ich bin Mutter von drei schulpflichtigen
Kindern (12/14/17), einem Kindergartenkind (5) und arbeite als
Schulsozialarbeiterin an einer weiterführenden Schule. Ich kann also durchaus
von mir behaupten, dass ich mitbekomme, was hier seit einem Jahr so wirklich
los ist im Schulalltag.
Ein Lob für unsere Kinder!
Viel Lob habe ich leider nicht zu vergeben. Wer aber eines verdient hat und
zwar ein riesengroßes Lob sind unsere Kinder!!!
Seit einem Jahr ertragen sie Schulschließungen, Distanzunterricht,
Öffnungen in Kleingruppen mit Hygiene- und Abstandsregeln, mit Masken im
Unterricht, auf dem Schulhof, im Sportunterricht, dann wieder Unterricht mit
allen, Anstehen zum Händewaschen, ständiges Ermahnen, die Maske richtig zu
tragen, mit „Extra Luftholpause“ und ohne – je nach Schule – … die
Liste könnte noch eine Weile fortgeführt werden.
Und all das ertragen sie ohne durchzudrehen, ohne sich allem zu verweigern,
ohne ihre Freunde, ohne ihren Sport, ihre Hobbies, ohne
Geburtstagsparty…
Ein Lob für unsere LehrerInnen
Auch loben möchte ich die LehrerInnen, die den Kontakt zu ihren Schülern
halten, die Verständnis aufbringen für häuslich schwierige Situationen, die
versuchen, niemanden hinten rüber fallen zu lassen und das unter widrigsten
Umständen. So gab es erst jetzt Tablets für die Lehrer, die seit einem Jahr
ihre eigenen Endgeräte nutzen und aufpimpen mussten, um online überhaupt
etwas anbieten zu können. Die versuchen, sich neue Methoden einfallen zu
lassen, um es den SchülerInnen leichter zu machen.
Viele von ihnen erlebe ich im Alltag meiner Kinder leider nicht. Das
Aufgabenpensum übersteigt oftmals bei Weitem das, was sie in der Schule in
einer Woche geleistet hätten. Unverschämte Ansagen in Klassenchats mit
Androhungen von schlechten Noten, wenn die SchülerInnen ihr Pensum nicht
erledigen, sind – zumindest bei meinen Kindern – leider keine
Seltenheit.
Schulöffnungen: Was leider schief läuft
Was mich aber gerade richtig wütend macht, ist Folgendes: Es gibt kein
konkret ausgearbeitetes Konzept vom Land, wie die Schulen die Öffnungen zu
gestalten haben. So dürften die Oberstufenschüler im kompletten Kurs unterrichtet
werden, wenn die Schulen ein Hygienekonzept dafür vorlegen. In der gängigen
Praxis hat man die Kurse trotzdem aufgeteilt, um die Räume nicht so voll zu
packen. Das hat zur Folge, dass sie Distanzunterricht vor Ort haben.
Das Lehrpersonal springt zwischen den Räumen hin und her
und kann auch nicht viel mehr Unterricht leisten, als im
Distanzunterricht….
Dazu kommen Toiletten ohne Waschbecken, Toiletten die sich nicht schließen
lassen, LehrerInnen, die als Beamte und somit als Vertreter dieses Landes
weiterhin Stoffmasken tragen, weil sie nicht an die Pandemie glauben…
Keine Lüftungsanlagen, kein Wlan in den Gebäuden, keine langfristigen
Konzepte, keine Planungssicherheiten für Eltern.
Seit dieser Woche dürfen auch wieder die unteren Stufen im Wechselmodell in
die Schule. Das sind unterm Strich fünf Tage Unterricht in zwei Wochen,
gefüllt mit Sport, Vertretungsunterricht und Ausfall. Wofür?? Natürlich freue
ich mich, dass sie ihre Klassenkameraden sehen. Aber bei Familien mit mehr
als einem Kind bringt das Wechselmodell mehr Organisationswahnsinn als alles
andere. Mehrwert von Inhalten des Unterrichtes gleich Null.
Alle klassenübergreifenden Fächer werden im Klassenverband unterrichtet.
Das heißt, Religion wird dann zu Philosophie, weil der Religionsunterricht in
der Parallelklasse unterrichtet wird. In der zweiten Fremdsprache oder den
anderen Wahlpflicht-Fächern hat man mal eben wieder eine neue Lehrkraft, die
ein bisschen Vertretung anbietet. Warum sich auch einfach mal nur auf die
Hauptfächer konzentrieren? Unsere Kinder schreiben sogar Klassenarbeiten im
Homeschooling. Die heißen dann halt anders. Fachüberpüfung oder ähnlich. In
einer bestimmten Zeit müssen Aufgaben erledigt werden, die dann bewertet
werden wie eine Klausur.
Kostenlose, wöchentliche Test? Fehlanzeige an vielen Schulen. Vielleicht in
der nächsten Woche, wenn sie denn geliefert werden…
Lüftungsanlagen? Wofür? Maske und Fenster auf reichen. Sind ja nur unsere
Kinder. Die Mutante? Damit konnte man ja nun wirklich nicht rechnen.
Impfungen für Lehrpersonal. Wie jetzt? Gab es doch. Ach ja, nur für
GrundschullehrerInnen. Dass die weiterführenden Schulen die komplette Zeit
Notbetreuungen und Study Halls angeboten haben, egal. Dass es Sinn gemacht
hätte, die Lehrer und Lehrerinnen zu impfen, bevor die Schulen wieder
aufmachen? Egal. Dann fällt eben Unterricht aus, sollte es zu Impfreaktionen
kommen. Egal. Man könnte meinen, unser Schulministerium ist vom Wendler Song
inspiriert worden.
Wie hat meine Mama-Freundin so schön gesagt? Durch den vielen
Distanzunterricht geben hab ich Mathe jetzt endlich mal wieder richtig
drauf…„
|
Schulöffnungsdesaster: „Das geht so nicht!“ Eine Mama macht sich Luft |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-wunder-der-geburt-eine-hebamme-erzaehlt-von-ihren-schoensten-geburten |
Mein Name ist Sylvia, bin inzwischen seit 13 Jahre Hebamme. Eine Zeit, in
der man sehr sehr viel sieht, hört und mitbekommt. Heute möchte ich Euch fünf
ganz besondere Geschichten erzählen.
Meine faszinierendste Geburt:
Als noch recht frische Hebamme übernahm ich im Nachtdienst eine junge
Erstgebärende, die mir die Kollegin mit 5-6 cm Muttermundweite übergab. Die
italienischstämmige Frau war in der Wanne und wurde liebevoll von ihrer
kleinen Nichte (ca. 6 Jahre alt) und ihrem Mann umsorgt.
Die werdende Oma, zwei Schwestern und noch eine Nichte (ca. 4 Jahre alt)
kümmerten zudem sich um Getränke, Essen, Musik und positive Energie. Das
große Mädchen fächerte ihrer Tante unablässig kühlende Luft mit dem Fächer
zu, massierte ihr zwischendrin die Stirn und die Schultern und las der
Gebärenden jeden Wunsch von den Augen ab.
Ich war ziemlich erstaunt, im Kreißsaal Kinder zu sehen, aber die große
Selbstsicherheit dieser kleinen Mädchen und auch die Selbstverständlichkeit,
mit der sie ganz bei der Sache waren, haben mich sehr schnell überzeugt. Es
war einfach stimmig. Es war so ruhig, das Licht gedimmt. Es war nur leise
Musik und das konzentrierte Atmen der Gebärenden zu hören.
Das Kind schwamm auch kurze Zeit später auf diese Welt und wurde so
liebevoll begrüßt, wie ich es leider nur selten zu sehen bekomme. Es wurde
mit Liebe in die Liebe geboren. Die beiden Mädels waren so verzaubert von der
Geburt ihrer kleinen Cousine und ich bin sicher, dass sie die Geburt als
absolut positives Erlebnis wahrgenommen haben und als erwachsene Frauen
hoffentlich auch so selbstbestimmt und liebevoll gebären können.
Diese Geburt wird mir immer in Erinnerung bleiben und ich kann mit dieser
Geschichte klar machen, dass es sehr wohl möglich ist, Kinder im Kreißsaal
dabeizuhaben. Die Gegebenheiten müssen passen und die Kinder sollten gut
vorbereitet werden. Und in erster Linie muss sich natürlich die Gebärende dabei
wohl fühlen.
Meine überraschendste Geburt:
Vor nicht allzu langer Zeit bekam mein Mann spätabends einen Anruf von
einem guten Freund und Kollegen, der ziemlich panisch ins Telefon rief:
"Schnell!!! Schnell!! Deine Frau muss kommen, wir haben schon
Presswehen!" Ich betreue eigentlich keine Hausgeburten, sondern arbeite
in einem kleinen Belegkrankenhaus.
Das Paar kannte ich bereits vom 1. Kind und ich wäre auch diesmal wieder
einfach „nur“ die betreuende Wochenbetthebamme gewesen. Der errechnete Termin
der Frau wäre auch erst in einigen Wochen gewesen, was die ganze Situation
nicht unbedingt beruhigte.
Ich bin mit Vollgas, in meinen Schlafklamotten, durch unser Dorf gerast.
Die Familie wohnt nur wenige Kilometer entfernt. Auf dem Weg dahin tropfte
das Adrenalin schon aus meinen Ohren. Was erwartete mich wohl dort? Ein
Frühchen mit Atemproblemen oder Anpassungsstörungen? Vor dem Haus sah ich
schon die Lichter des Rettungswagens.
Im Haus erwarteten mich die werdenden Eltern und zwei recht nervöse
Sanitäter, die die Schwangere unbedingt noch in den Wagen verfrachten und
schnell ab ins Perinatalzentrum wollten. Ich sah allerdings auf den ersten
Blick, dass das mit dem Transport nichts mehr werden würde. Eine kurze
vaginale Untersuchung bestätigte das.
Der Kopf war schon sehr tief, die Frau spürte starken Druck. Das Baby würde
also jetzt gleich kommen, hier und jetzt. Ich befreite die Frau erstmal vom
Blutdruckgerät und Pulsoxy, der werdende Papa legte den Boden noch schnell
mit Handtüchern aus. Die Frau konnte so gut in den Kniestand gehen, der Mann
stützte sie dabei.
Ein paar Minuten später flutschte ein gar nicht so kleines Baby in meine
Hände und wir konnten alle auf den ersten Blick erkennen, dass da wohl ein
gewaltiger Terminfehler vorlag. Der kleine Mann war gar nicht so klein,
sondern sah ziemlich normal groß und gewichtig aus. Den beiden Sanitätern und
auch mir fiel ein Stein vom Herzen, dass alles so toll und positiv ausging.
Mutter und Kind wurden anschließend doch noch zur Kontrolle ins Krankenhaus
gebracht, schließlich stand im Mutterpass ein völlig falscher Termin und bei
der frischgebackenen Mama musste auch noch ein kleines bisschen genäht
werden.
Der Papa hat sich danach gefühlt tausendmal bedankt, dass ich so spontan
und schnell gekommen bin und augenblicklich die Situation entschärft und
beruhigt habe. Ich war und bin immer noch so so so stolz auf meine erste
Hausgeburt und denke sehr oft daran.
Schnelle Geburt Nr. 1)
Vor kurzer Zeit erst kam in der Nacht ein werdender Vater mit seiner Frau
im Rollstuhl in den Kreißsaal gejoggt! Er ist wirklich gerannt, hat seine
Frau mehr oder weniger ins Bett gekippt, die Frau hat sich die Hose ausgezogen
und – plopp – mir flog ein Kind entgegen!
Ich hatte weder die Herztöne gehört, das Abnabelungsset vorbereitet oder
die Wärmelampe angemacht. Ich hatte ja noch nicht mal mehr Zeit mir
Handschuhe anzuziehen, geschweige denn den Arzt zu informieren. Wären sie nur
eine Minute später dran gewesen, wäre das Kind wohl im Aufzug geborenen
worden!
Schnelle Geburt Nr. 2)
Diese Geburt liegt schon etwas länger zurück. Die Frau hatte ich bereits
bei ihrer ersten Geburt betreut, die wirklich sehr sehr lang ging. Ich war
dann zum Schluss die dritte Hebamme und nach über 24 Stunden Kreißsaal lagen
die Nerven blank. Beim zweiten Kind wollte sie deshalb ja nicht zu früh in
die Klinik, sie wollte so lange zuhause warten bis sie es wirklich nicht mehr
aushielt.
Nun ja, beim zweiten geht’s bekanntlich meist schneller, vor allem wenn die
erste Geburt auch noch nicht lange zurückliegt. Es kam wie es kommen musste:
Das Baby wurde im Auto vor der Krankenhaustür geboren.
Zu allem Unglück hat nämlich auch noch die Tür geklemmt! Nachts sind alle
Kliniktüren verschlossen und werden dann nach Klingeln elektronisch geöffnet.
Ging aber nicht. Es musste der Notfallschlüssel gesucht und geholt werden.
Und genau in dieser Zeit wurde das Kind geboren.
Und eine Geburt muss noch sein, die einzige Geburt (bei über 800), bei der
ich jemals ein Tränchen (oder auch zwei) vor Freude verdrückt habe.
Zwei sehr junge Erstlings-Eltern wurden von der Oma ins Krankenhaus
gebracht, weil sie beide noch keinen Führerschein hatten. Die Beiden waren
mir auf ersten Blick sympathisch. Er war super aufgeregt, total hibbelig,
hatte Angst um seine Freundin. Sie dagegen hat völlig in sich geruht, die
Wehen gut veratmet und sich mit Neugierde auf den Geburtsvorgang
eingelassen.
Die Geburt ging völlig problemlos und sehr zügig voran. Als schließlich die
Presswehen einsetzten, mussten meine Hebammenschülerin und ich erstmal den werdenden
Papa beruhigen. Der hat beinahe hyperventiliert, weil „es schon so weit
war“!
Er ist hin- und hergerannt, hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
„Jetzt schon?! Oh Gott, es kommt jetzt schon?! Jetzt schon?!! Das dauert doch
normal 20 Stunden!! Oh Gott, oh Gott!!!“, rief er die ganze Zeit.
Nach ein paar Minuten hat er sich aber doch wieder zu seiner Freundin
hingesetzt, die immer noch die Ruhe in Person war. Sie hat nach Gefühl
mitgeschoben und sich zwischen zwei Wehen zu ihm hingedreht und ihm
zugehaucht: „Ich liebe dich“.
Der junge Kerl, eh schon fix und fertig, hat dann endgültig die Schleusen
geöffnet und hemmungslos weinend seiner Freundin den Kopf gestreichelt und
auch immer wieder geschluchzt: „Ich liebe dich auch so sehr!“
Uns Hebammen standen auch die Tränchen im Auge, weil diese zwei jungen
Menschen unser Herz so ergriffen haben, wie ich es noch nie zuvor und bis
heute nicht wieder erlebt habe.
Diese große Liebe zwischen diesen beiden war so echt, so sichtbar, so
berührend! Dann wurde das Kind geboren und von der ersten Sekunde an mit
Liebe umhüllt. Jeder konnte sehen und spüren, dass diese Drei ab jetzt eine
Einheit waren.
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Das Wunder der Geburt: Eine Hebamme erzählt von ihren schönsten Geburten
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/das-zweite-kind-sind-drillinge-was-es-bedeutet-vier-kleine-kinder-grosszuziehen |
Liebe Danica, Du bist Vierfachmama. Dein Sohn Damian ist 6 Jahre, die
Drillinge 3 Jahre. So viele Kinder mit geringem Altersunterschied – das ist
eine Herausforderung. Erzähl mal, was sind bei Euch die stressigsten Momente
des Tages?
Häufig sind es die Situationen, in denen uns mal wieder klar wird, dass wir
in der Unterzahl sind und die Kinder zusammen einen Art Eigendynamik
entwickeln. Klassischerweise geschieht das gegen Abend, wenn es Richtung Bett
gehen soll…
Lisa hat ja auch Zwillinge, aber Drillinge sind schon etwas ganz
Besonderes. Wie war der Moment, an dem Du erfahren hast, dass es drei Kinder
werden?
Es war ein Schock in Etappen, da bei mir auch erst „nur“ Zwillinge während
des Ultraschalls gesehen wurden. Bei der nächsten Untersuchung haben wir dann
plötzlich ein drittes Herzchen schlagen gesehen – dieser Anblick ließ mein Herz
wiederum fast stillstehen.
Ich war natürlich überwältigt von dieser Nachricht und irgendwie war das
alles so unwirklich. Aber wir waren zu keinem Moment verzweifelt oder haben
daran gezweifelt, dass wir es nicht irgendwie schaffen könnten.
Was war die lustigste Reaktion von Euren Freunden und Bekannten, als ihr
von den Drillingen erzählt habt?
Meine Mutter war die Einzige, die bereits von meiner Schwangerschaft wusste
– allerdings wusste sie nichts von den Drillingen.
Meine Mama liebt Kinder, besonders ihre Enkel. Daher habe ich mir gar keine
Sorgen gemacht, dass sie mit der Nachricht überfordert sein könnte. Als ich
es ihr dann schließlich gesagt habe, verschlug es ihr die Sprache. Etwa 30
Minuten später sagte sie, sie müsse nun los und braucht jetzt erst mal ein
paar Tage um das zu verarbeiten. Diese Reaktion hat mich bei ihr doch sehr
überrascht.
Mal zurück ins erste Lebensjahr der Drillinge. Habt ihr überhaupt
geschlafen :-)? Was war das Krassteste in diesem Jahr?
Geschlafen haben wir sehr wenig. Das Krasseste in diesem Jahr war: das
ganze Jahr! Es war einfach die Summe aus Allem. Alles immer jeden Tag
schaffen zu müssen. Ohne eine wirkliche Aussicht darauf, dass es sich ändern
würde. Dass man immer funktionieren muss, wie eine Maschine, die Kinder
versorgen muss. Pausenlos. Dass man keine Zeit hat, für irgendetwas anderes.
Der tägliche 4-Stunden-Rhythmus lief eben immer weiter. Egal ob Tag oder
Nacht. Füttern, Wickeln und Bäuerchen machen bei 3 Kindern dauerte immer
zwischen 1,5 – 2 Stunden.
Und was ist heute das Tollste an Drillingen?
Es ist wunderbar zu sehen, wie nah sie sich sind! Wie sie zusammen spielen,
voneinander lernen und jeder von ihnen jeden Tag mit dem besten Freund/der
besten Freundin aufwachen
darf.
Du hast neulich in einem Instagram-Post geschrieben, dass du dir früher nie
vorstellen konntest, „nur“ Hausfrau und Mutter zu sein. Was hattest du dir
denn früher erträumt?
Ich hatte nie einen wirklichen Plan vom Leben, sondern habe immer das
gemacht, wonach mir war. Somit stand ich noch kurz vor den Kindern mit der
E-Gitarre auf der Bühne. Dass Hausfrau und Mutter meine nächste
Herausforderung sein sollte, daran hätte ich nicht gedacht.
Wie und warum habt Ihr dann als Familie die Entscheidung getroffen, dass Du
erstmal zu Hause bleibst?
Bei vier Kindern fällt so viel Arbeit im Haushalt und Organisatorisches an,
dass man das nicht neben einem anderen Job schafft. Die vier Kinder sind eine
Vollzeitaufgabe – und ich konnte mir nicht vorstellen, mich zwischen Kindern
und Büro aufzureiben. Zudem habe ich die Vormittage auch einfach mal zum
Ausgleich gebraucht, um dann die Nachmittage mit den Kindern mit voller
Energie gestalten zu können.
Keine Frage: Diese Entscheidung hatte einige finanziell harte Jahre zur
Folge, die uns geprägt haben und die ich nie vergessen werde. Und dennoch hat
es funktioniert und ich stehe voll hinter dieser Entscheidung.
Wie du ja sagst: Kinder großzuziehen ist ein Fulltime-Job. Hast du trotzdem
manchmal das Gefühl, dich rechtfertigen zu müssen, weil du „nur“ zu Hause
bist?
Eigentlich nicht. Die meisten wissen, wie viel Arbeit ein oder zwei Kinder
machen und können sich dann in etwa hochrechnen, was bei uns zu Hause so los
ist.
Und das Wichtigste: ICH weiß, was das bedeutet, vier Kinder großzuziehen.
Und ich weiß, dass ich mich für nichts zu rechtfertigen brauche.
Wie hat sich Eure Partnerschaft durch die Kinder verändert?
Natürlich haben wir sehr viel weniger Zweier-Zeit zusammen als früher. Aber
die harten Zeiten haben zusammengeschweißt. Wir wissen, dass wir uns auf den
anderen verlassen können und das ist sehr viel wert!
Wo holst du dir Kraft und Auszeiten für den Familienalltag?
Ich versuche mir hin und wieder Vormittags etwas Zeit für mich zu nehmen.
Dadurch bin ich viel ausgeglichener und diese Ausgeglichenheit spüren auch
meine Kinder. Nur wenn es mir gut geht, kann ich eine gute Mutter sein, da
bin ich mir sicher.
Wer mehr über Diancas Rasselbande erfahren will, kann ihr auf Instagram
folgen: https://www.instagram.com/getthetriplets
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Drillinge: Was es bedeutet, statt der geplanten zwei Kinder auf einmal
vier grosszuziehen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/dating-als-single-mama-wie-das-zwischen-kids-und-karriere-klappt |
In meinen Augen gibt es drei Sorten von Single-Müttern:
Zur ersten Gruppe gehören all jene, die ihr Mutterdasein von vorn herein
vom Liebesleben separiert haben. Sie lieben möglichst heimlich, oder während
die Kinder beim Vater sind. Motto, erstmal sehen, wie sich alles entwickelt,
ehe der Nachwuchs ins Spiel kommt.
Die zweite Gruppe besteht aus den Müttern, deren Kinder sich im Laufe der
Jahre an den regelmäßigen Durchlauf diverser „Onkels“ gewöhnen mussten: egal,
ob Mama sich zum Kaffee abholen oder sich – upsi- in flagranti auf dem Sofa
erwischen lässt. Irgendeiner ist immer am Start.
Die dritte Gruppe umfasst diejenigen, die es aufgegeben haben, in ihrem
Alltag mit Kindern nach einer neuen Liebe zu suchen. Sex findet, wenn
überhaupt, erst wieder statt, wenn die Kinder aus dem Haus oder man selbst im
Altersheim ist. Die Idee dahinter ist im Grunde ja romantisch: mein
Lieblingsopi in spe und ich,Tür an Tür im Pflegeheim, Likörchen im
Wäscheschrank, jeden Abend gemeinsames Dinner ohne Diskussion darüber, wer
was zahlt, demenzbedingt ständig frisch verliebt.
Ich bin quasi übergangslos von Gruppe eins in Gruppe drei
gewechselt.
Auch weil ich die Worte „Mama hat Sex“ trotz des unmittelbaren
biologisch-evolutionären Zusammenhangs unvereinbar finde und den Kindern
gegenüber so schwer zu erklären wie die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau
Maria. Ich gehöre nunmal nicht zu den aufgeklärten Müttern, die ihren
Zehnjährigen anhand einer Banane demonstrieren, wie ein Blowjob funktioniert
und ich weiß, dass das Erlebnis „Mama hat Sex“ mehr als verzichtbar ist – wie
jedes Kind, das seine Eltern mal versehentlich bei der Ausübung ehelicher
Pflichten erwischt hat. Doch auch jenseits des „Wortes mit den drei
Buchstaben“ ist es hart für Kinder, durchlaufende, männliche Posten zuhause
bei Mama zu ertragen.
Auch deshalb haben wir Singlemütter mehr Verantwortung als Singlefrauen
ohne Kinder, die nur ein einzelnes, erwachsenes Herz verwalten müssen.
Flirten ist für Single-Mütter nicht immer eine leichte Übung.
Nie vergesse ich jenen Sonntag Nachmittag an der Elbe, als ich zufällig
einen sympathischen, frisch getrennten Kollegen traf. Links unten neben mir
Ben, damals sechs. Wir unterhielten uns angeregt über das fragile Konstrukt
Familie in Zeiten des Dating-Wahnsinns – wo jeder jeden lieben kann und das
Angebot trügerisch unendlich scheint. Plötzlich, wie ein zu laut gedrehtes
Tonband, von links unten:
„…der hat ja eine Riesen-Nase!“
(wir ignorieren das Kind, reden einfach weiter.)
Tonband, links unten, fährt fort: „Wie redet der denn! Ist das etwa
Schweizerisch? Ist der Ausländer?“ (Ex-Kollege hat leicht bayrischen Akzent.
Wir ignorieren das Kind immer noch.)
Hilfe, wo ist seine Stopptaste! Tonband, weiter in dritter Person von
meinem Gesprächspartner sprechend : „Mama, wird das jetzt etwa unser
neuer Papa?“
Ich sag mal so. Einen Einwurf dieser Art kann ein Erwachsener souverän
ignorieren. „Haha, witzig Dein Sohn“, sagte der Ex-Kollege und winkte auf
einmal hastig einer Begleitung, die nirgends zu sehen war. Den brauche ich
wohl nicht mehr anzurufen.
Mein Sohn bekam zur Strafe kein zweites Eis und die Anweisung, nächstens
verdammt nochmal die Klappe zu halten, wenn Mama wieder flirtet. Er weiss
nicht, was Flirten ist, entgegnet jedoch prophylaktisch: „Aber wieso denn Mama,
der hatte doch echt eine Riesen-Nase!“
Natürlich ist uns Müttern klar, dass unsere Kleinen uns nicht aus purer
Naivität ab und an die Tour vermasseln. Sondern weil es cooler ist, wenn Mama
abends Chicken Nuggets macht – anstatt eines richtigen Essens! Oder wenn sie
mit ihnen „The voice kids“ glotzt – anstatt eines richtigen Films! Wenn sie
mit ihnen kichert, kuschelt und Blödsinn macht – anstatt mit einem
männlichen Outsider, der noch nichtmal Papa ist.
Umgekehrt erleben männliche Neu-Akquisen unsere Kinder immer wieder als
Liebesstopper für Aktivitäten aller Art – auch wenn sie selbst Väter sind.
Leider vergessen viele Eltern: „unwiderstehlich süß“ findet man meist nur die
eigenen Kinder. Die Zehnjährige eines (heimlichen) Kurzzeit-Lovers hätte ich
zum Beispiel nur über meine Leiche mit in den Urlaub genommen, nicht einmal
im Beiboot mit Extra-Nanny.
Grob vereinfacht: mit jedem Kind eines neuen Partners erhöht sich die
Wahrscheinlichkeit, dass es nicht als Bereicherung empfunden wird – egal, wie
gerne man Kinder mag.
So gesehen haben wir Single-Mütter gegen ungebundene, weibliche Konkurrenz
keine Chance. Mit ihnen kann Mann jederzeit in den Urlaub fahren, auf dem
Küchentisch vögeln, sie braucht keinen Babysitter für den spontanen
Kinobesuch und hat ein höheres Budget für fast alles, was Spaß macht, zur
Verfügung. Sie arbeitet im Gegensatz zu den meisten von uns Single-Moms
Vollzeit und gehört nicht zur armutsgefährdetsten Gruppe im Land, den
Alleinerziehenden. Eine „gute Partie“ ist kaum eine von uns, die wir auch
noch den Unterhalt vom Ex riskieren, sobald bei uns einer einzieht (oder wir
bei Einem). Fakt ist: ich – das sind drei! Ich bin besetzt, auch wenn ich
Single bin, zu mindestens Dreivierteln.
Meine Freundin Lisa, Mitte 40, vierfache Mutter, frisch geschieden, wollte
schnellst möglich einen neuen Mann akquirieren und fand es sinnvoll, nicht
auf den „Coup de Foudre“ am Gemüsestand zu hoffen, wo man als Mutter meist
ungeschminkt, in Jogginghosen oder in Begleitung des Nachwuchses Karotten in
Körbchen packt – also vollkommen unvermittelbar. Sie erstellte ein
Online-Profil auf einer Liebes-Plattform. Als sie das Kästchen hinter der
Frage „im eigenen Haushalt lebende Kinder“ wahrheitsgemäß mit der Zahl VIER
befüllte, protestierte ihr Bruder. „Bist Du irre! Aus der Vier machen wir
jetzt mal ne schlanke Null!“
Und siehe da: die Bewerberzuschriften verzehnfachten sich.
Hier muss gesagt werden: typische Frauen-Lügen beim Online-Dating sind
reine Zeitverschwendung. Wer bei Alter, Gewicht und Anzahl der Kinder
flunkert, muss sich nicht wundern, wenn sie die Jungs einmal und nie wieder
sieht. Für männliche Online-Profile, wo immer alle mindestens 1,80 Meter groß
(auf Zehenspitzen) und CEO (an der eigenen Würstchenbude) sind, gilt
umgekehrt das Gleiche.
Eine andere Single-Mutter aus der Nachbarschaft, verorten wir sie in Gruppe
zwei, schleppt seit Jahren ein Tinder-Date nach dem anderen an, mit denen sie
irgendwas zwischen fünf Minuten und fünf Monaten liiert ist. Sie stellt sie
ausnahmslos ihren Kindern vor, gerne als „Sandkastenfreunde“. Unlängst
klingelte also so ein „Sandkastenfreund“ an ihrer Tür, um sie auf den
berühmten Kennenlern-Kaffee abzuholen. Sohn Luis, 10, begrüßte den Mann mit
den Worten: „Wow Mama, ihr müsst ja früher riesige Sandkästen gehabt
haben…?“
Der Mann hatte dann doch keine Lust mehr auf den Kaffee.
Dieser Text ist auch in Eltern family 08/2020 erschienen. Mehr über das
Leben nach der Trennung mit Kindern schreibt Andrea Müller in ihrem neuen
Buch: „Du kannst dich jetzt ausziehen, wir rauchen hier nackt: Über den
Wahnsinn der Liebe in der Mitte des Lebens„ (Affiliate Link)
|
Dating als Single-Mama! Wie das zwischen Kids und Karriere klappt | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/depressionen-wenn-durch-die-krise-ploetzlich-die-dunklen-gedanken-wieder-kommen |
Ich heiße Nathalie, bin 45 Jahre alt und habe eine 5-jährige Tochter. Mein
Mann und ich arbeiten beide in systemrelevanten Berufen, daher ist unsere
Tochter im Kindergarten in der Notbetreuung. Wir gehören zu denen, die
derzeit nicht rund um die Uhr mit den Kindern zuhause sind. Wir gehen unserer
Arbeit nach, bringen unsere Tochter morgens in den Kindergarten und holen sie
nach der Arbeit wieder ab. Auf den ersten Blick hat sich für unsere Familie
nicht viel verändert. Leider ist das nur auf den ersten Blick so.
Denn mit Corona ist der schwarze Hund zurück gekommen und fordert
hartnäckig seinen Platz an meiner Seite ein. Der schwarze Hund – das sind
meine Depressionen, die ich in den letzten zwei Jahren wirklich gut im Griff
hatte. Ich bin medikamentös gut eingestellt und es ging mir gut. Doch nun
scheint die Corona-Krise zu meiner persönlichen Krise zu werden. Schleichend
und Stück für Stück hat die Depression immer mehr Platz in meinem Leben
eingenommen und aus bunt und lebenslustig wurde grau und traurig.
Mal wieder kostet es mich jeden Morgen enorme Kraft, überhaupt aus dem Bett
zu steigen, meine Tochter für den Kindergarten fertig zu machen, arbeiten zu
gehen. Alltägliche Kleinigkeiten werden zu schier unüberwindbaren
Hindernissen. Vom Haushalt reden wir mal gar nicht – wie gut, dass durch
Corona keine Spontanbesuche kommen, die wären grad wirklich ernsthaft
entsetzt und ich würde mich in Grund und Boden schämen.
Wenn ich dann von der Arbeit nach Hause fahre, ist meine Energie restlos
aufgebraucht, ja eigentlich schon im Minusbereich. Ich hole dann meine
Tochter aus dem Kindergarten, die mich anstrahlt. Wir könnten dann in den
Garten oder was zusammen basteln oder Rad fahren gehen. Aber ich will mich
nur noch verkriechen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als meine Ruhe zu
haben, kein Handy, kein Telefon, keine Familie. Niemand, der etwas von
mir will. Nur ich und die dunkle Leere.
Und dann ploppen die Bilder von anderen Mamas auf meinem Handy auf. Mamas,
die wieder was Tolle mit ihren Kindern gemacht haben. Sie stellen Seife
selbst her, malen Fensterbilder, veranstalten Geschicklichkeitsparcours im
Garten. Und meine Selbstverachtung steigt von Tag zu Tag. Weil ich
privilegiert bin und mein Kind noch in eine Betreuung geben kann und es dann
danach trotzdem nicht schaffe, etwas Schönes mit meiner Tochter zu
unternehmen.
Also raffe ich mich auf und mache etwas Schönes mit meiner Tochter. Aber
das geschieht nicht mehr mit dem Herzen, weil ich mich häufig gar nicht mehr
anwesend fühle. Meine Tochter fragt dann, warum ich so traurig bin. Ich will
mein Kind schützen und finde es schrecklich, dass sie mitkriegt, wie es mir
geht.
Mit der Depression sind auch die Panikattacken, Atemlosigkeit und Herzrasen
zurückgekehrt – altbekannte Symptome, die den Alltag noch erschweren.
Es ist nicht die Angst, an COVID-19 zu erkranken, obwohl ich als chronische
Asthmatikerin auch zur Risikogruppe gehöre. Nein, es sind vielmehr die
Veränderungen, die ich in meiner Umwelt wahrnehme, die mich aus der Bahn
werfen.
Ich versuche stark zu sein für meine Tochter und fühle mich so schwach wie
selten. Gelähmt, kraftlos, gleichgültig, hilflos, überfordert, traurig und
auch gehörig wütend. Wütend auf mich selbst, dass ich es nicht schaffe, die
Mutter zu sein für mein Kind, die ich gerne wäre. Wütend und traurig, dass
ich meiner Tochter gegenüber viel zu oft in letzter Zeit laut werde und
unendlich ungeduldig bin. Maßlos enttäuscht von mir selber, weil andere
Mütter noch viel mehr leisten müssen als ich. All diese Gedanken sind nicht
wirklich hilfreich, das weiß ich.
Ich versuche, das Grau und das Dunkle wieder zu erhellen. Und das sind dann
Momente wie heute beim Spaziergang, wenn die kleine Hand meiner Tochter sich
in meine schiebt und wir gemeinsam Einhornspuren im Wald suchen (und
natürlich auch gefunden haben :-)). Für einen Moment hat sich alles fast
normal angefühlt – und hoffentlich wird es sich bald wieder öfter normal
anfühlen. Normalität rockt!!!
Mich würde interessieren, ob es hier auch andere Mamas gibt, denen es so
geht? Die durch die Krise einen Rückfall erleiden und verzweifelt dagegen
ankämpfen, wieder aus dem Loch rauszukommen. Ich würde mich sehr über
Austausch freuen.
Foto: Pixabay
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Depressionen: Wenn die Gedanken plötzlich wieder dunkel werden |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/der-gagahof-ein-kinderbuch-ueber-das-gefuehl-anders-zu-sein |
Ihr Lieben, für alle, die unser neues Buch „WOW MOM – der Mama-Mutmacher
für mehr ICH in all dem WIR“ gelesen haben, ist Sabine Magnet keine
Unbekannte mehr. In dem Kapitel „WOW, bin ich selbstkritisch“ haben wir ein
Interview mit ihr über das Impostor-Phänomen, also das Gefühl, ein
Hochstapler und nicht qualifiziert genug zu sein. Sabine hat dazu ein ganzes
Buch geschrieben, das wir sehr empfehlen können (Hier könnt Ihr es
bestellen).
Nun hat Sabine ein wunderschönes Kinderbuch geschrieben. Ein Buch über
Außenseiter und das Gefühl, nicht ins System zu passen. Wir verlosen zwei
Bücher am Ende des Interviews:
Liebe Sabine, Du bist Journalistin und Buchautorin – und hast nun ein
Kinderbuch herausgebracht. Der „Gagahof“ ist ein besonderes Buch, mit einer
besonderen Botschaft. Denn darin dreht es sich um Tiere, die alle Außenseiter
sind und nicht in eine Norm passen. Erst als eine Dichterin auf den Hof kommt
und sich auf alles einen Reim macht, ändert sich das Leben der Tiere. Warum
wolltest du ein Buch mit „untypischen“ Helden und was können Kinder daraus
lernen?
Als ich mit der Arbeit an dem Gedicht anfing, hab ich zuerst gar nicht an
eine größere Aussage gedacht. Es sollte Spaß machen und Worte zu reimen, die
erst mal nicht so recht zusammenpassen, macht total Spaß. Da hat die Katze
eben eine Glatze und die Kuh kann da Kung-Fu. Erst als ich mit dem ersten
Draft fertig war, hab ich gemerkt, was mein Herz ausdrücken will.
Wir werden oft für Dinge gehänselt oder gerügt, die ein Ausdruck unseres
Selbst sind. Das tut weh und wenn wir weiter auf diese innere Stimme hören,
dann macht es oft einsam. So lange, bis man seinen „Tribe“ gefunden hat, die
Menschen oder die Tiere, die mich verstehen und mich so annehmen wie ich bin.
Das ist die Botschaft: auch wenn andere sagen, man ist sonderbar, ist man
doch genauso viel wert wie alle anderen. Und wenn ich suche, werde ich
diejenigen finden, die genauso sonderbar sind wie ich. Und das wird toll
werden!
Kennst du dieses Gefühl, nicht ins System zu passen? Und wenn ja: Wie gehst
du damit um?
Ja, das kenne ich. Aber ich denke, das Gefühl kennt jeder Mensch auf
die eine oder andere Weise. Ich habe es genauso gemacht wie es im Buch steht.
Ich bin hinaus die Welt, um meine Leute zu finden. Und sieht mein Leben
tatsächlich ein bisschen so aus wie der Gagahof. 😉
Dieses Buchprojekt ist ein Frauenprojekt. Die Illustratorin Henriette Artz
ist in Berlin und die Artdirektorinnen Linna Xu und Sharon Pang sind in
Toronto, Kanada und Du bist in München. Wie war diese Zusammenarbeit?
Ach, das war ganz toll! Wir haben vor allem über WhatsApp-Konferenzen
kommuniziert, über eine WhatsApp-Gruppe und über Emails. VIELE Emails. Es war
immer eine freudige, wertschätzende Stimmung, sogar als es stressig wurde.
Natürlich gab es Herausforderungen, zum Beispiel die Zeitverschiebung
zwischen Deutschland und Kanada. Aber kurz vor der Druck-Deadline war der
Zeitvorsprung für uns in Deutschland dann auf einmal total praktisch, zum
Beispiel wenn mir nachts um 23 Uhr noch Fehler aufgefallen sind, konnte Linna
die Korrekturen ganz in Ruhe einpflegen und das Dokument noch vor
Tagesanbruch fertigstellen.
Das einzig Traurige war, dass wir die Premiere nicht gemeinsam feiern
konnten. Ich hoffe, dass ich zumindest bald nach Berlin kommen kann, um mit
Henriette anzustoßen. Sie hat fantastische Arbeit geleistet, ihre Zeichnungen
sind einfach großartig – da würde ich sie zumindest gerne mal am
Ellbogen stupsen…!
Das Buch ist während des ersten Lockdowns entstanden. Wie ging es dir ganz
persönlich in dieser Zeit? Was hast du besonders vermisst und was hat dir
vielleicht auch gut getan?
Anfangs befand ich mich in einem seltsamen Zustand. Ich hab zwar einfach
weiter gemacht, als wär nichts, aber innerlich war ich in einer Art
Angstschock. Ich war drei Monate allein bis mein Lebensgefährte endlich nach
Deutschland einreisen durfte. Dann fing ich langsam an, mich zu entspannen
und kann jetzt viel besser mit der Situation umgehen. Was ich besonders
vermisst habe, waren Berührungen und Menschen. Einfach die Präsenz von
Menschen in meiner Nähe. In den öffentlichen Verkehrsmitteln, Restaurants,
Theater… das Gefühl, am Leben von anderen Menschen teilzunehmen, wenn auch
nur für fünf Minuten, das Gefühl, gemeinsam einen Raum mit Energie zu füllen,
etwas gemeinsam gut zu finden, auch wenn man nie miteinander redet. Aber
diese Pandemie hat mir auch geholfen, mir darüber klar zu werden, was ich
noch machen will und dass ich jetzt damit anfangen muss, weil es sonst wieder
morgen und dann morgen und dann nie wird. Das Gedicht über den Gagahof habe
ich vor langer Zeit geschrieben. Aber das Buch ist deshalb entstanden, weil
ich beschlossen habe, dass es jetzt an der Zeit ist.
Zurück zum Gagahof – hast du da eine Lieblingsfigur und wenn ja,
welche ist das und warum?
Das ist so schwer! Ich mag natürlich das Huhn, das muhen kann, weil ich
finde, dass Fremdsprachen immer weiterhelfen. Aber auch die Mamasau liebe
ich. Oder das schüchterne Fotograf-Schaf. Oder das kleine Schweinchen, das
seinen Drink fotografiert, das amüsiert mich sehr. Ich kann mich nicht
entscheiden! Die sind alle toll! Aber am meisten identifiziere mich wohl mit
der jungen Frau, die nach ihrem Platz auf dieser Welt sucht und nach einem
Umfeld, in dem sie das tun kann, was sie glücklich macht.
Wer den „Gagahof“ gewinnen will, kommentiert einfach, was er in letzter
Zeit total gaga fand. Das Los entscheidet dann – viel GLÜCK!
|
Der Gagahof - ein Kinderbuch über das Gefühl, anders zu sein | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/der-groesste-renner-bei-den-kleinsten-gewinnt-das-coole-ferngesteuerte-peppa-wutz-auto-von-revellino |
Ihr Lieben, es sind die kleinen Dinge, oder? Neulich hatten wir euch bei
Instagram ein kleines ferngesteuertes Auto mit Peppa Wutz und ihrem Papa drin
gezeigt.
Wir hatten nach der Magie und Faszination des kleinen Schweinchens gefragt
und warum Kinder so sehr drauf abfahren und dann kurz in die Runde gefragt,
wer sich denn über eine Verlosung des Peppa Wutz-Autos freuen würde. Und ihr
habt es vielleicht gesehen oder gelesen: Alle wollten das! Und wisst ihr was?
Nun dürfen wir euch heute verkünden:
Wir verlosen nicht ein Peppa Wutz-Auto.
Nein.
WIR VERLOSEN DREI PEPPA WUTZ-AUTOS! (Edit: Das Gewinnspiel ist bereits seit
dem 19.11.20 beendet und ausgelost)
Drei ferngesteuerte Revellino My first RC Car „PEPPA PIG“s. Ein megatolles
Weihnachtsgeschenk für eure Jüngsten ab zwei Jahren. Oder einfach nur ein
toller Gewinn für zwischendurch!
Wir durften ja schon eines testen (sowie auch die Revellino Flower Cars in
blau und pink) und ich konnte zwar unsere Teenies nicht mehr davon überzeugen,
aber meine zweieinhalbjährige Nichte und die dreijährige Tochter meines
Cousins dafür umso mehr. Auf dem Foto testet sie allerdings grad das
Revellino Flower Car in blau aus der Peppa Pig Serie. Die Funktionen sind
aber dieselben.
Was HATTEN wir für einen coolen Nachmittag mit sausenden Plüschautos und
kreischend-fröhlichen Kindern. Das Beste ist: Man kann nicht nur Peppa und
ihren Papa als Kuscheltiere aus dem Auto rausnehmen und ordentlich knuddeln
(und später mit Klettverschluss wieder im Auto „anschnallen“), man kann den
Plüschanteil des Autos auch einfach komplett abziehen, um es ganz praktisch
in der Waschmaschine zu waschen (geht super bei 30 Grad)!
Das Auto kommt mit einer Fernbedienung daher und zu sehen, wie sehr sich
kleine Kinder über Selbstwirksamkeit – also darüber, dass tatsächlich etwas
passiert, wenn sie einen Knopf drücken – freuen ist einfach phänomenal. Ihr
hättet mal die Jubelstürme hören sollen, als die Kleinen die Hupe des Autos
in der Mitte der Fernbedienung entdeckten und die original Peppa
Wutz-Titelmelodie ertönte. Großartig.
Neben der Hupe macht das Gefährt aber keine Geräusche (die Reifen sind
extra aus geräuscharmem Gummi, danke, Revell!), sehr wohl lässt es sich aber
lenken und nach vorn oder nach hinten steuern. Dafür gibt es genau zwei
Knöpfe, das überfordert also nicht mal ein Kind ab zwei. Und für Kinder ab
diesem Alter wird das 20cm-Gefährt schließlich empfohlen.
Wir können nur sagen: Dieses Auto war ein Megahit bei den Kleinen hier im
Hause – und wird es wohl auch bei euch werden. Darum schreibt uns doch bitte
einfach in die Kommentare, wer in eurem Haushalt sich am allermeisten über
das Peppa Wutz-Auto freuen würde und hier entscheidet dann in einigen Tagen
das Los. Wir benachrichtigen die Gewinner wie immer per Mail und drücken euch
die Daumen! Für ein paar coole Lichtblicke in diesen merkwürdigen Zeiten!
(Edit: Das Gewinnspiel ist bereits seit dem 19.11.20 beendet und
ausgelost)
P.S. Neben Peppa gibt es natürlich auch noch weitere Revellinos, schaut
euch gern mal bei www.revellino.de um.
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Der größte Renner bei den Kleinsten: Gewinnt das coole, ferngesteuerte
Peppa Wutz Auto von Revellino | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/design-kinderhochstuhl-vom-erfinder-des-tripp-trapp-im-wert-von-240-euro-zu-gewinnen |
ÜBERRASCHUNG! Wie schon
gestern versprochen, gibt es heute eine ganz wunderbare Verlosung hier bei
„Stadt Land Mama“. Die Firma Evomove hatte nämlich die tolle Idee, Caro zur
Geburt ihrer kleinen Tochter einen NOMI Hochstuhl für Cleo zu schenken.
Caro war natürlich ganz gerührt und wir dachten trotzdem beide: Hm, NOCH
schöner wäre es ja, wenn nicht nur Caro beschenkt würde, sondern auch IHR,
unsere Leser. Also haben wir einen ZWEITEN Hochstuhl für Euch rausschlagen
wollen! Und was sollen wir sagen? Es hat geklappt!
Wir verlosen hier nun also ganz hochoffiziell einen NOMI Kinderhochstuhl in
der Standard-Ausstattung mit Bügel extra im Wert von 240,- Euro! Gestaltet
wurde dieser vom Erfinder des Tripp Trapp Hochstuhls, Peter Opsvik, in
Zusammenarbeit mit dem dänischen Unternehmen Evomove. Das Besondere: Es ist
ein Hochstuhl, der vom Säuglings- bis ins Jugendalter genutzt werden kann! Er
ist funktional, ergonomisch und super-sicher, aber er ist vor allem auch:
schick. Ha, Klein-Cleo! Wenn Du wüsstest, was Dich da erwartet! Da wirst Du
später noch Deine ersten Partys drauf verbringen auf dem Stuhl J
Selbstverständlich wird Caro sich auch noch einmal mit einem Erfahrungsbericht
zum neuen Super-Hochstuhl als Geburtsgeschenk melden. Bis dahin drücken wir
Euch die Daumen!
Was müsst Ihr tun? Bitte schaut Euch auf der Evomove-Seite die Farben des
Hochstuhls an und schreibt uns Eure Lieblings-Farbkombi hier unter dem
Blogeintrag in die Kommentare. Am kommenden DIENSTAG werden wir dann hier in
den Kommentaren den glücklichen Gewinner bekannt geben. Die Losfee
entscheidet. Wie immer. Und der Rechtsweg, der ist auch ausgeschlossen, wie
immer. VIEL GLÜCK!
P.S. Auf der BabyWelt in Hamburg (vom 28. – 30. März) zeigt das dänische
Unternehmen Evomove zum ersten Mal den neuen Design-Hochstuhl Nomi dem
deutschen Publikum. Stand C7. Neben der Präsentation wird auf der Baby Welt
eine Fotografin schöne Familienfotos von und für die Besucher machen.
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Design-Kinderhochstuhl vom Erfinder des Tripp Trapp im Wert von 240,-
Euro zu gewinnen! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/deutsch-rap-und-backstreet-boys-wie-ich-durch-deezer-family-doch-fast-noch-zur-saengerin-geworden-waere |
So, Ihr Lieben, es ist mal wieder Zeit für eine Beichte… ich glaube, ich
hatte schon mal erwähnt, dass ich als Kind und Jugendliche mal mit dem
Gedanken spielte, Schauspielerin zu werden. Ich durfte sogar mal zum Casting
bei „Unter uns“… daraus wurde dann aber nichts.
Stattdessen ergatterte ich einen anderen Filmjob, der sogar freitagsabends
in der Primetime um 20.15 Uhr ausgestrahlt wurde, auf RTL! Jetzt denkt ihr
vielleicht, wooohooohooooo! Krimikommissarin, Bergdoktorin oder
Abschlussballstar… aber, tja. Es war halt etwas anderes. Es war die Rolle der
Frisöse in der Sendung „Die dümmsten Handwerker der Welt!“
Und es war auch mein letzter Job im Schauspielbusiness, denn – ja, man muss
es so ehrlich sagen – meine Talente lagen einfach woanders.
Wie wir Songtexte handschriftlich fixierten…
Genauso ging es mir leider mit dem Traum von einer Karriere als Sängerin…
diesen Traum nahm ich viel ernster. Nicht in Bezug auf einen späteren Job,
aber ich sang einfach unheimlich gern. Man kann eigentlich sagen, dass ich
meine Jugend mit Singen, Reiten und Tanzen verbrachte.
Mit dem Tag, als ich einen CD-Player mit Karaoke-Funktion geschenkt bekam,
war denn leider auch die Jugend meines Bruders vorbei. Denn ich sang NONSTOP.
Bei manchen Liedern kriegt er noch heute eine Wut-Gänsehaut, weil er sie so
viele Abertausende Mal hören musste…
Denn es war ja so: ich wollte, um wirklich mitsingen und performen zu
können, die Texte der Lieder haben. Dafür musste ich immer wieder STOP
drücken. Dann schrieb ich handschriftlich auf, was ich gehört hatte (meist
ergab das keinen Sinn!) und dann ging das Lied weiter.
Meine Lieblingslieder in der Jugend
Hatte ich erstmal den ganzen Text aufgeschrieben gab es dann sowieso kein
Halten mehr.
YOU´VE GOT A FIRE IN YOUR HEART, I NEED A FLAME TO WARM ME, WHEN WE`RE
APART. Kennt ihr das noch? Das sang Sissel zu den olympischen Sommerspielen
in Lillehammer. MEGA!
Oder „Don´t speak“ von „No Doubt“. Oder den „Earth Song“ von Michael
Jackson oder „Zombie“ von den Cranberries oder das gesamte Album von „Romeo
und Julia“ und der „Fabelhaften Welt der Amelie“.
Hier Lisa mit ca. 17 Jahren UND
Walkman in der Hand…
Klickte ich die Karaoke-Taste wurde der Gesang ausgeblendet und ich konnte
zu meinem schwarzen Plastik-Mikro greifen… WAS für tolle Erinnerungen. Also
für mich, nicht für meine Angehörigen natürlich…
Das große Glück durch Streaming-Dienste
Heute haben wir es als Eltern leichter durch Streaming-Dienste wie Deezer.
Ich kann gar nicht sagen, WIE sehr ich von Deezer profitiert hätte, als ich
jung war. Nicht auszudenken!
Ein Klick, zack, und du hast sämtliche Songtexte zur Hand. In der App musst
du echt nur das Mikro antippen, schon wird der Text angezeigt.
Kein Witz, ich merke deutlich, wie gut die Kinder dadurch Englisch lernen…
Wir nutzen nämlich Deezer Family, so dass alle Familienmitglieder Zugang
haben.
Nun ist es bei uns in der Familie so, dass sich die Kinder sehr oft und
sehr gern im Wohnzimmer neben der Küche auf. So sind sie schön nah bei mir
und können trotzdem ein bisschen chillen.
Hörspiele, Lieder, Podcasts: Jedes Kind braucht etwas anderes!
Der Konflikt ist nur oft der, dass der eine Sohn nach der Schule zum
Runterkommen ein Hörspiel braucht, der andere lieber Musik hört und die andere
sich aber einen Podcast anhören will. Wie kriegt man das in ein und demselben
Raum vereinbart? Na eben, mit Kopfhörern fürs Handy.
Jedes Kind chillt bei uns für sich – obwohl alle im gleichen Raum sind: im
Wohnzimmer.
Unsere Kinder haben alle zum Eintritt in die 5. Klasse, also zum Beginn der
weiterführenden Schule, ein eigenes Handy bekommen. Ursprünglich, damit sie
mir Bescheid sagen können, wenn der Bus nicht kommt. Dass sie ihr Handy vor
allem für anderes nutzen, war mir ja aber vorher klar 😉
Und damit sie nicht nur komische Spiele zocken, finde ich Deezer super. Sie
haben damit einfach Zugang zu Hörspielen, Liedern, Podcasts. Und sie können
sogar Lieder, die sie im Radio hören und gut finden, mit dem „SongCatcher“
quasi scannen. Der Song, der zu hören ist wird per Knopfdruck identifiziert,
Titel und Künstler werden angezeigt. Das Lied kann dann auch direkt der
eigenen Playlist hinzugefügt werden.
Playlists: Die Lieblingshits meiner Kids
Und ich schnüffle zwar nicht in ihren Handys, hab sie aber gebeten, mir mal
ihre persönlich zusammengestellte Playlist zu zeigen. So lernt man seine
Kinder ja auch nochmal besser kennen 😉
Der Jüngste hört also "Holz" (Die Draufgänger), "Sweet but
Psycho" (Ava Max), "High Hopes" (Panic! At the Disco).
Der ältere Bruder hört "Old Town Road (Lil Nas X), Someone you loved
(Lewis Capaldi).
Beide haben "Nie ohne mein Team" (Bonez MC, RAF Camora) in der
Liste, das läuft hier tatsächlich auch oft ohne Kopfhörer und laut, weil es
das Lied ist, dass vor ihren wichtigen Fußballspielen immer per
Trainer-Ghettoblaster in die Fußballkabine schallt, um den Teamgeist zu
stärken 😉
Kein WLAN? Einfach Lieder herunterladen
Die Lieder lassen sich auch herunterladen, so dass kein WLAN gebraucht
wird, wenn sie auf einer längeren Autofahrt mal Musik hören wollen oder wenn
ich mal wieder im Wald durch ländliche Funklöcher jogge.
Dass die Hörspiele der Drei Fragezeichen noch drauf sind, darf ich
hoffentlich auch noch erwähnen? Oder ist das zu peinlich? Sie können sie zum
Teil mitsprechen.
Daneben gibt es auch Hörbücher, Playlists extra für Kinder oder
musikalische Lerninhalte (sehr gut auch fürs Mozart-Referat im
Musikunterricht), die sie sich mit einer Lesezeichenfunktion merken
können.
Das Deezer Family Profil
Das alles funktioniert über ein Deezer Family Profil, das zulässt, dass
jedes Kind seinen eigenen privaten Bereich hat, mit eigenen Playlists. Bis zu
sechs Premium Profile lassen sich unter diesem Dach anlegen, um allein über
56 Millionen Songs auf Deezer anhören können!
Dazu hat Deezer hat außerdem als einziger Streamingdienst Flow. Flow ist
der eigene persönliche Soundtrack, der nie endet, denn hier werden die Lieder
vorgeschlagen, die uns gefallen müssten.
Merke für mich selbst: Nicht mehr so viele Karnevalslieder beim Joggen
hören, sonst schlägt mir Flow auch im Alltag immer wieder ein Schnippchen in
die rot-weiße Ausnahmezeit, die ich so liebe… 😉
Neben dem Algorithmus, der deinen Flow zusammenstellt sitzen aber auch
MusikredakteurInnen, die mit ihrem Knowhow auch noch eine menschliche Note in
deine Playlist bringen. Mega!
Deezer: Teile deine Musik mit anderen
Und was mir gefällt, kann ich dann halt auch direkt mit anderen teilen. Ich
hab ja oft nach der halben Joggingstrecke solche Glücksgefühle, dass ich gern
die halbe Welt umarmen würde.
Hier dann einfach einen Song, der dich grad motiviert, weiterleiten zu
können (ich kann sie sogar direkt aus der App in die Instastories packen) –
Weltklasse!
Okaaaaay, ja, ich war auch
LeonardoDiCaprio-Fan… hier mein Kinderzimmer von damals…
Witzig wird´s übrigens auch, wenn wir mal wieder in unserer Jugend
schwelgen wollen… Dann können wir nämlich die 100%-Playlisten nutzen, die
dann ALLE Songs eines Sängers abspielen.
Du brauchst mal einen Backstreet Boys-Tag, um dich an die erste Liebe oder
das erste Konzert zurückzuerinnern? Bitte sehr! Deezer macht´s möglich (aber
bitte nicht dann immerzu in meinem Flow spielen, ja? Sowas mach ich gern
undercover ;-))
Ihr hört schon: Ich als Fast-Schauspielerin und Fast-Sängerin bin schwer
begeistert, wie easy das alles heute geworden ist. Und die Kinder sind es
auch.
Weil sie statt mit mir Backstreet Boys zu hören, einfach die Kopfhörer
aufsetzen und Deutsch-Rap hören können… ganz ohne Stift und Zettel, um sich
die Texte zu merken…
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Deutsch-Rap und Backstreet Boys: Wie ich durch Deezer Family doch fast
noch zur Sängerin geworden wäre | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/deutsche-aerztin-in-italien-nach-dem-grossen-corona-ansturm-kommt-jetzt-die-muedigkeit |
Liebe Judith, du arbeitest als deutsche Ärztin in Italien und bist seit dem
Ausbruch des Corona-Virus im Dauereinsatz. Wie geht es dir gerade?
Liebe Lisa, ehrlich gesagt bin ich gerade sehr müde. So ganz langsam löst
sich die Spannung der letzten Wochen und weicht einer ganz schön argen
Erschöpfung. Die letzten Wochen waren schwierig – beruflich, familiär,
natürlich auch gesellschaftlich.
Ich war in den letzten Wochen durchgehend im „Funktionsmodus“. Jetzt fallen
so langsam die Zahlen der Neuinfektionen mit Covid-19 und auch die Zahlen der
Todesfälle. Wir hoffen alle inständig, dass wir bald am Ende des Tunnels
angelangt sind und Stück für Stück wieder eine gewisse Form der Normalität
einkehren kann.
Du hast selbst fünf Kinder, wie schützt ihr sie, wie sieht es mit der
Betreuung aus?
Das stimmt, ich bin 5-fache Patchworkmama. Meine ganz große Stieftochter
studiert in Deutschland. Sie war noch vor wenigen Wochen für ein Hilfsprojekt
in Thailand unterwegs. Sie konnte mit einem Flieger der deutschen
Rückhol-Aktion zurückgebracht werden. Die zweitgrößte Stieftochter lebt bei
uns in Italien. Sie hat eine Autoimmunerkrankung und gehört deshalb zu den
Risikopatientinnen.
Nach langem Überlegen und nach dem raschen Anstieg der Krankheitsfälle hier
in Italien, haben mein Mann und ich uns im März schweren Herzens dazu
entschlossen, sie aus Sicherheitsgründen nach Deutschland zu bringen. Seitdem
bin ich nun mit meinen drei Töchtern und unserem Aupair Elouise alleine hier
in Italien. Arbeite ich in den Kliniken, passt Elouise auf die drei
auf.
Du hast Menschen an Corona sterben sehen… Du kennst überfüllte
Intensivstationen und Leichenhallen…
Die Welle hat Italien mit voller Wucht getroffen. Ich erinnere mich noch
daran, wie wir Mitte Februar von den ersten Fällen in unserer näheren
Umgebung gehört haben. Irgendwie waren wir alle noch sehr entspannt. Meine
Kollegen*innen und ich haben noch intensiver auf sämtliche Hygienemaßnahmen
geachtet, ansonsten aber weiter gemacht wie bisher.
Dann stiegen die Zahlen der Infektionen und auch die der Toten rasant an
und nichts war mehr, wie bisher. Meine Krankenhäuser wurden komplett
umstrukturiert, es wurden Covid-19-Zentren geschaffen, denen wir zuarbeiteten.
Wir wussten plötzlich nicht mehr, welche Patienten*innen positiv waren,
welche nicht. Auch welche Kollegen*innen sich infiziert hatten, wussten wir
nicht, wussten sie ja selbst nicht. Auch ob wir es waren, konnten wir nicht
wissen.
Eine positive Covid-19-Probe. Foto: pixabay
Wir haben weiter gemacht, so gut, wie wir konnten, haben immer mehr
Patienten*innen auch aus dem am stärksten betroffenen Norden übernommen. Dort
waren die Intensivstationen mittlerweile am Rande der Kapazität und die Toten
mussten mit Militärfahrzeugen aus den Städten gefahren werden.
Wir hier in der Toskana wurden nicht so überrollt wie der Norden. Dort
musste zwischenzeitlich entschieden werden, wer behandelt wird und wer nicht,
weil es einfach nicht genug medizinische Hilfe für alle gleichzeitig gab.
Dennoch hat es auch uns Ärzte*innen und alle medizinischen Mitarbeiter hier
in Mark und Bein getroffen.
Habt ihr genügend medizinische Ausstattung wie Masken und
Schutzanzüge?
Ich denke, es geht uns hier wie allen Menschen auf der Welt, die gerade im
medizinischen Bereich arbeiten. Es fehlt an sehr vielem. Wir schützen uns so
gut es geht.
Welche Atmosphäre herrscht derzeit zwischen euch KollegInnen?
Es ist ein sehr starker Zusammenhalt da. Wir schreiben uns fast jeden Abend
und wollen wissen, wie es dem anderen geht. Wir versuchen uns gegenseitig Mut
zu machen.
Gerade wenn einer von uns Sorge hat, sich infiziert zu haben, sich auf
einmal kränklich fühlt, versuchen wir uns gegenseitig zu beruhigen. Ich
wüsste nicht, was ich in den letzten Wochen ohne meine Kollegen*innen gemacht
hätte.
Was hältst du als Medizinerin von der Idee, die Corona-Maßnahmen in
Deutschland wieder zu lockern und z.B. Autohäuser und Baumärkte wieder zu
öffnen (Kitas und Schulen aber nicht)?
Ich bin besorgt. Ich verstehe natürlich die gesellschaftlichen und auch
wirtschaftlichen Aspekte. Dennoch habe ich Bedenken, dass es zu früh sein
könnte. Ich leide wirklich mit allen Eltern dieser Welt, die gerade Arbeiten,
Homeoffice, Kinderbetreuung und Homeschooling gleichzeitig wuppen müssen. Es
ist eine absolut extreme Situation.
Ich fühle sie alle, denn mir geht es ja genauso. Dennoch halte ich es
aktuell für richtig, dass Kitas und Schulen weiter geschlossen bleiben.
Kinder können symptomlose Überträger sein. Ich fände es schwierig, sie mit
Masken und Handschuhen auszustatten und mit Abstandsregelungen wieder „in den
Alltag“ zu entlassen.
Das Schlimmste, was jetzt passieren könnte, wäre meiner Meinung nach eine
zweite Welle. Dann wären fast alle bisherigen Bemühungen umsonst gewesen und
alles ginge wieder von vorne los. Ein Alptraum.
Was macht dir die größten Sorgen?
Ich mache mir momentan große Sorgen darüber, wie es nach dieser „Krise“
weitergehen wird. Ich wünschte mir, dass wir Menschen, nach diesem
„Runterfahren auf Null“ in Zukunft andere Prioritäten setzen werden. Nämlich
auf unsere Gesundheit, auf die Menschen, die wir lieben und auch auf diese
Erde.
Plötzlich ist das Wasser in venezianischen Kanälen wieder klar, die Luft
über den Städten smogfrei etc. Ich wünsche mir sehr, dass wir genau daran
anknüpfen können und ab sofort verantwortungsvoll mit uns und allen anderen
umgehen werden.
Ich habe aber die Befürchtung, dass das nicht so sein wird. Dass das alles
hier ganz schnell wieder vergessen oder als „War doch gar nicht so schlimm“
betitelt wird und dass sich die Menschen sagen „Jetzt erst recht“. Sie noch
verhältnisloser leben, weil sie ja eine Weile verzichten mussten.
Was meinst du, sind sinnvolle Maßnahmen in der Eindämmung des Virus?
Ich sehe das sehr klassisch medizinisch: Solange wir keinen Impfstoff bzw.
keine optimalen Therapiemöglichkeiten haben, gilt es, die Infektionsketten zu
unterbrechen. Leider ist das nur mit einem „Social Distancing“ möglich.
Hier liegt mir eine Sache ganz besonders am Herzen: Es geht nicht „nur“ um
ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen. Obwohl ich es furchtbar
finde, so etwas überhaupt sagen zu müssen. Es ist ethisch einfach
höchstgradig verwerflich so zu argumentieren. Sind denn ältere oder kranke
Menschen nicht besonders schützenswert?
Dennoch möchte ich betonen: Auch junge und völlig gesunde Menschen, ja, und
auch Kinder, können schwer erkranken und versterben.
Auf Verschwörungstheoretiker („Ist doch alles fake und gar nicht so
schlimm“) reagierst du mittlerweile allergisch…
Ja, weil Angehörige von Erkrankten oder Verstorbenen, meine
Kollegen*innen, Krankenschwestern und -pfleger am Rande unserer Kräfte
arbeiten.
Ich bin völlig schockiert darüber, welche Verschwörungstheorien vor allem
in den sozialen Netzwerken rumgeistern. Das macht mich sprachlos. Ja, und ich
finde, es würdigt alle herab, die gerade unter den widrigsten Umständen
versuchen, Menschenleben zu retten.
Neulich habe ich einen Post gelesen, in dem der Autor tatsächlich schrieb,
dass alles um Covid-19 frei erfunden wäre, reine Medienhetze und es nur um
die Beschneidung von Menschenrechten und die totale Kontrolle ginge. Das
macht mich nur noch wütend.
Wie sieht dein üblicher Tag im Moment aus? Und woher nimmst du die
Kraft?
Nachdem ich mit den Kindern den Tag für das Homeschooling besprochen habe,
gehe ich in die Klinik. Ich arbeite in drei verschiedenen Krankenhäusern. Meine
Aufgabe ist aktuell hauptsächlich die Notfallversorgung. Danach kümmere ich
mich um die Patientinnen, die nicht in die Klinik kommen können.
Ich telefoniere viel, schiebe Rezepte unter Haustüren durch etc. Nach
meiner Arbeit kümmere ich mich um die Schulaufgaben der Mädchen. Hier in
Italien herrscht ja seit fast 8 Wochen eine Ausgangssperre, sie sind also den
ganzen Tag zu Hause. Wir spielen abends Karten, basteln und malen und
quatschen viel. Das gibt mir Kraft.
Mit welchen Gefühlen und vielleicht auch Hoffnungen blickst du in die
Zukunft?
Ich bin eigentlich ein sehr positiver Mensch und freue mich auf alles, was
kommt, wenn „es“ vorbei ist. Wir haben in der Zukunft so viele schöne Sachen
vor! Was meine Familie und mich betrifft schaue ich also sehr hoffnungsvoll
in die Zukunft. Dennoch sind meine Gefühle sehr gemischt.
Ich wünsche mir einen gesellschaftlichen Wandel in vielen Bereichen. Ich
wünsche ihn mir sehr, habe aber auch Zweifel, dass er uns gelingen wird. Das
sorgt mich.
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Deutsche Ärztin in Italien: Vom Corona-Ansturm in die Erschöpfung |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/diaeten-kuren-therapie-ich-habe-seit-meiner-kindheit-gewichtsprobleme |
Liebe Helen, Du hast uns gesagt, dass Du schon seit vielen Jahren
übergewichtig bist.
Ja, so lange ich mich erinnern kann, war ich stets ein kräftiges Kind. In
meinem ersten und zweiten Lebensjahr war ich recht viel krank, hatte
insgesamt 7 Lungenentzündungen in knapp 12 Monaten. Jedes Mal wenn es mich
wieder niedergestreckt hatte, verlor ich in kurzer Zeit 2-3kg Gewicht, daher
war meine Mutter froh, wenn ich danach aß.
Die Krankheit verwuchs sich bis auf ein daraus resultierendes Asthma
weitestgehend, doch der Hunger blieb und so war ich bereits bei der
Einschulung schwerer als die meisten meiner Freunde. Heute wiege ich 139 Kilo
bei einer Größe von 1,72 Metern.
Wie war das Essverhalten in Deiner Familie?
Ich würde das Essverhalten meiner Familie als gut bürgerlich/deftig
einstufen. Meine große Schwester trägt bis heute Größe 34 und war immer zu
dünn, meine Mutter ermutigte sie stets zum essen, ich jedoch wurde gebremst.
Meine Mutter war auch übergewichtig, nahm aber auch, um mir Vorbild zu sein,
20kg ab. Das hat mich damals aber nicht motiviert.
Wurdest du als Kind wegen deines Gewichtes gebmobbt und was hat das mit Dir
gemacht?
Über diese Frage musste ich wirklich lange nachdenken und kann aber sagen,
dass ich nicht gemobbt wurde. Klar, es gab mal einen Spruch, aber kein
richtiges Mobbing. Ich hatte immer Freunde und war integriert, habe
lange Fußball und Tischtennis gespielt. .
Wie war dein Gewicht als Teenager – also in einer echt aufregenden Zeit?
Hast Du viele Diäten ausprobiert?
Ja absolut, ich kenne fast alles auf dem Bereich: FDH, WW, ich habe mich
vegan ernährt und low carb. Es standen auch Abnehmkuren und stationäre
Therapie in einer Adipositasklinik im Raum. Leider hatte alles immer nur mit
kurzzeitigem Erfolg – denn ja, ich esse einfach gerne.
Mit 15 begann ich die Pille zu nehmen, die auch nicht gerade förderlich für
das Abnehmen war. Irgendwann in der frühen Pubertät habe ich mal zu meiner
Mutter gesagt: „Wenn ich mir jetzt den Finger in den Hals stecke, macht mich
das Abendbrot nicht mehr dick“. Daraufhin ging meine Mutter mit mir zur
Psychologin, was mir aber gar nicht geholfen hat.
Du bist inzwischen verheiratet und hast drei Kinder. Hast du die
Schwangerschaftskilos immer wieder verloren oder sind die
geblieben?
Ich habe in den Schwangerschaften eigentlich nie viel zu genommen (3kg,
4kg, 6kg). Daher war ich nach den Geburten schnell wieder bei meinem
Ausgangsgewicht oder etwas drunter. Das ist bei meinem Ausgangsgewicht aber
üblich so. Mein Mann kennt mich übrigens seit 20 Jahren, er hatte nie ein
Problem mit meinen Kilos. Aber er macht sich schon Sorgen um meine
Gesundheit.
Wie findest du deinen Körper?
Würde ich sagen, ich finde meinen Körper toll, wäre das eindeutig gelogen.
Es gibt viele Teile meines Körpers, die ich nicht mag. Ins Schwimmbad gehen
wir trotzdem, mittlerweile stehe ich da drüber und konzentriere mich auf
meine Kinder. Meine Kleidung suche ich mir generell schon sotgfältig aus. Ich
würde wohl nie in Leggins raus gehen oder in einem kurzen Kleid. Ich achte
auch darauf, dass das Oberteil meinen Bauch kaschiert.
Was sind generell die häufigsten Vorurteile gegenüber dickeren
Menschen?
Dicke sind faul, das ist wohl Vorurteil Nummer 1. Ich liege auch mal gerne
mit meinem kleinsten Kind auf der Couch, aber ich habe 3 Kinder, die in Schule
und Kita gehen, zu Aktivitäten gefahren werden wollen. Wir wohnen auf 120qm
und ist der Wäschekorb ist auch niemals leer – ich habe also genug zu
tun.
Das zweite Vorurteil ist: Dicke sind unsauber… ja klar, mit
Sicherheit findet man bei uns Staub und irgendwo auch Dreck, aber ich bin
stets darum bemüht, dass meine Kinder ordentlich und sauber aus dem Haus
gehen, genau wie ich selbst.
Wann findest du dich besonders hübsch?
Wenn ich Zeit für mich hatte, die Haare nach dem Föhnen mal nicht im
„Muddi-Zopf“ verschwinden, sondern über die Schulter fallen und meinem
Gesicht schmeicheln. Am Besten gefalle ich mir übrigens auf Fotos, die mein
Mann unbemerkt von den Kindern und mir macht. Da sehe ich dann entspannt aus
und das wirkt sich auf meine Körpersprache aus.
Gibt es irgendwas, was du aufgrund deines Gewichts nicht tun kannst, aber
gerne tun würdest?
Ich fahre keine Achterbahnen, was mit Sicherheit aber auch daran liegt,
dass ich ein riesengroßer Schisser bin. Letzte Woche wollte eins meiner
Kinder, dass ich zu ihm ins Hochbett komme – das habe ich mich dann aber
nicht getraut und das hat mich auch echt traurig gemacht. Ich gehe auch nicht
Schlittschuh-Laufen, weil ich Angst habe, zu fallen und mir aufgrund des
hohen Gewichts weh zu tun. Ich versuche aber schon, so viel wie möglich
mitzumachen – was ich nicht schaffe, übernimmt dann mein Mann.
Was möchtest Du deinen Kindern in Bezug auf ihren Körper mitgeben?
Schon in der ersten Schwangerschaft war meine größte Sorge mein Kind könnte
übergewichtig werden. Ich habe auf die Ernährung der Zwerge geachtet, und war
vielleicht das ein oder andere Mal zu streng. Ich versuche ihnen mitzugeben,
was ein gutes Nahrungsmittel ist und was nicht, denn da kenne ich mich,
zumindest theoretisch, ziemlich gut aus.
Meine Kids sind heute alle drei eher schmal und bewegen sich gerne und
viel. Sie mögen Gurken und Tomaten, Äpfel und Himbeere, aber natürlich auch
Eis und Kekse. Ich wünsche mir, dass die drei einfach gesund sind und sich so
mögen wie sie sind.
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Diäten, Kuren, Therapie: Ich habe seit meiner Kindheit Gewichtsprobleme |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-10-punkte-checkliste-seid-ihr-bereit-fuer-einen-familienhund |
Ein Familienhund ist eine wunderbare Bereicherung, denn mit einem Haustier
aufzuwachsen ist toll. Aber: Es ist wichtig, sich VORHER genau zu überlegen,
ob man als Familie bereit für einen Hund ist. Ein Hund ist ein
Familienmitglied und soll ein Leben lang bei Euch bleiben.
Gerade im letzten Jahr haben sich viele Familien mit dem Thema Hund
beschäftigt. Aufgrund der Corona-Pandemie haben alle mehr Familienzeit und
alle gehen viel spazieren, weil sonst nichts geboten ist. Da überlegt man
schnell, warum man nicht noch einen Hund mit auf die täglichen Runden
mitnehmen könnte. Viele vergessen dabei, dass sich die Situation wieder
ändern wird und der gewohnte Alltag zurück kehren wird. Überlegt Euch also
alle genau, ob Ihr unter normalen Umständen auch genug Zeit für einen Hund
habt. Diese 10 Punkte solltet Ihr als Familie diskutieren:
1. Sind die Kinder alt genug?
Es ist meist keine gute Idee, einen Hund oder gar Welpen ins Haus zu holen,
wenn die Kinder noch im Säuglingsalter sind. Auf Dauer ist es sehr schwierig,
gleichzeitig auf die Bedürfnisse eines kleinen Hundes und eines Babys
einzugehen. Meist bleibt der Hund hier auf der Strecke.
Die Kinder sollten etwa drei bis vier Jahre alt sein, sodass man ihnen die
Grundlagen im Umgang mit einem Hund erklären kann. Zu kleine Kinder ziehen
häufig an Ohren oder Schwanz des Hundes. Das geschieht natürlich nicht aus
böser Absicht, für den Hund sind solche Übergriffe aber sehr verstörend. Je
nach Hund kann es hier zu Abgrenzungshandlungen wie Schnappen oder Zähne
zeigen kommen.
Daher sollten die Kinder auf jeden Fall alt genug sein, um zu verstehen,
wie sie sich einem Hund gegenüber verhalten sollten.
2. Sind alle Familienmitglieder bereit für einen Hund?
Die Frage, ob alle in der Familie auch wirklich einen Hund haben möchten,
ist besonders wichtig. Es bringt auf Dauer nichts, wenn eine Person in der
Familie so lange bequasselt wird, bis sie endlich zähneknirschend dem
Hundekauf zustimmt. Hierbei besteht die Gefahr, dass diese Person eben auf
lange Sicht kein enges Verhältnis zu dem Hund aufbaut, sondern ihn eher als
Störenquelle betrachtet.
Setzt euch in aller Ruhe zusammen und schaut, ob wirklich alle Beteiligten
mit dem neuen Rudelmitglied einverstanden sind und sich darauf freuen. Nur so
gibt es auf Dauer ein friedliches und harmonisches Zusammenleben.
3. Sind wir als Familie bereit, uns um den Hund längerfristig zu
kümmern?
Dieser Punkt wurde oben schon kurz beschrieben. Überlegt, ob ihr auch auf
Dauer im normalen Alltag genügend Zeit findet, euch als Familie um den Hund
zu kümmern. Während der Corona-Pandemie haben viele Leute mehr Zeit als ihnen
lieb ist. Da erscheint die Haltung eines Hundes vielleicht als interessante
Abwechslung.
Bedenkt aber, dass der Alltag sich wieder einstellen wird. Ist auch dann
noch genug Freiraum da, um sich als Familie um einen Hund zu kümmern?
4. Können wir genug Zeit in die Haltung eines Hundes investieren?
Die artgerechte Haltung eines Hundes ist sehr zeitintensiv. Er braucht
jeden Tag einige längere Spaziergänge. Außerdem sollte man Trainingszeiten
einplanen, um den Hund geistig auszulasten. Auch das gemeinsame Spiel darf
nicht zu kurz kommen.
Die Arbeitszeiten der erwachsenen Familienmitglieder spielen hier eine
wichtige Rolle. Wie lange pro Tag ist man außer aus Haus wegen der Arbeit?
Wie lange müsste der Hund alleine bleiben?
5. Haben wir genügend Platz für einen Hund?
Auch dieser Punkt ist wichtig. Hierbei kommt es natürlich auch auf die
Hunderasse an. Chihuahuas benötigen nicht ganz so viel Platz wie ein
Bernhardiner oder eine Dogge. Aber auch kleine Rassen brauchen genug Raum und
Gelegenheit sich auszupowern.
Außerdem benötigen sie einen eigenen Rückzugsort in der Wohnung, an dem sie
nicht gestört werden. Es ist wichtig, dass eure Wohnverhältnisse euch und
eurem Hund ein angenehmes und schönes Wohnen ermöglichen.
6. Bekommen wir Unterstützung von Freunden oder Familie?
Ist jemand zur Not da, der mal einspringen und sich um den Hund kümmern
kann? Das kann ein Nachbar, Freund oder jemand aus der Familie sein. Was
passiert, wenn man man Überstunden machen oder die Kinder länger in der
Schule bleiben müssen? Manche Dinge sind nicht vorhersehbar. Gibt es für
diesen Fall jemanden in der Nähe, der bei der Hundebetreuung aushelfen kann?
7. Haben wir die finanziellen Mittel für einen Hund?
Auch das Geld ist bei der Hundehaltung ein nicht unerheblicher Faktor. Ein
Hund verursacht im Laufe seines Lebens allerlei Kosten. Hierzu zählen
regelmäßig die Kosten für Futter und die notwendigen Impfungen beim Tierarzt.
Auch um die Hundesteuer kommt man nicht drum rum. Eine
Haftpflichtversicherung ist ebenfalls sehr sinnvoll und in manchen
Bundesländern sogar Pflicht.
Es kann noch erheblich teurer werden, wenn eine Operation bei dem Hund
notwendig wird. Überlegt euch daher vor dem Kauf eines Hundes, ob ihr genug
finanzielle Mittel habt, um einem Hund ein sicheres und angenehmes Leben
bieten zu können.
8. Welche Wesenszüge sollte ein Familienhund haben?
Ein Familienhund sollte einen freundlichen, sanften Charakter haben und auf
keinen Fall zu Dominanz oder Aggression neigen. Er sollte kinderlieb sein und
am besten nicht zu temperamentvoll. Ein ruhiger, sanfter, aber doch
verspielter Hund passt am besten in eine Familie mit Kindern.
Hierfür eignen sich Rassen wie der Goldene Retriever, Labrador, Labradoodle
und viele mehr, die meist diese rassetypischen Merkmale eines Familienhundes
aufweisen.
Natürlich kommt es auch auf die richtige Erziehung an, sodass er gut mit
Stresssituationen umgehen kann und seiner Familie Geduld und Vertrauen
schenkt.
9. Können wir unsere Freizeitaktivitäten und Urlaub anpassen?
Auch die Frage danach, wie in Zukunft der Urlaub mit Hund gestaltet werden
soll, ist von besonderer Bedeutung. Für Hunde ist ein stundenlanger
Aufenthalt in einer Hundebox im Frachtraum eines Flugzeugs kein angenehmer
Start in den Urlaub.
Seid ihr bereit, eure Urlaube in Zukunft hundefreundlich zu planen? Dies
bedeutet, dass manche Reiseziele wegfallen und man immer auch die Interessen
des Hundes mit im Blick behält. So eignet sich beispielsweise eine Autoreise
nach Holland oder Dänemark mit einem hundefreundlichen Apartment und nahem
Hundestrand eher als eine Flugreise nach Thailand und ein 4-Sterne
Hotel.
10. Haben wir genügend Erfahrung und sind bereit, uns zu informieren?
Die Erziehung eines Hundes funktioniert nicht automatisch, sondern
erfordert einiges an Erfahrung und Wissen über das Wesen der Hunde. Habt ihr
bereits genügend Erfahrungen in der Haltung von Hunden? Falls nicht, solltet
ihr euch ausgiebig informieren und gegebenenfalls auch eine Hundeschule
besuchen. Es ist sehr wichtig, hierfür offen und bereit zu sein.
Fazit: Bedenkt immer, dass mit der Entscheidung Verantwortung für ein
Lebewesen verbunden ist. Wenn ihr die oben beschriebenen Dinge beherzigt und
ehrlich zu dem Schluss kommt, dass ihr den Bedürfnissen eines Hundes gerecht
werden könnt, dann steht dem neuen Zuwachs in euer Heim nichts mehr im
Wege.
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Die Autorin dieses Textes ist Jesse Reimann, Ihr könnt noch viele mehr von
Ihr auf Happyhunde.de lesen. Jesse ist
Studentin und lebt mit ihrer Mopshündin Pommes in Berlin. Sie und Pommes
verbindet bedingungslose Liebe und die Offenheit, neue Dinge zu entdecken und
auszuprobieren. Auf ihrem Blog findet Ihr allerlei Themen rund um den Hund,
nützliche Tipps und Geschichten aus Jesses und Pommes’ Leben.
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Die 10 Punkte Checkliste: Seid ihr bereit für einen Familienhund? | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-5-mama-typen-die-jeder-kennt-gastbeitrag-von-menerva |
Dieser Blogeintrag dient
lediglich dazu, dich mit lautem Gelächter ins Wochenende zu katapultieren,
liebe Mutti! Es ist also nichts böse gemeint, oder zu ernst zu nehmen. Es
gibt Muttertypen. Wir sind Mütter und wissen, dass wir bei Gott nicht alle
gleich sind. Jede hat ihre eigene Methoden, Einstellungen und Werte. Ich
persönlich finde es äußerst interessant diese Unterschiede zu betrachten.
Diese Typen of „MassaHud“ konnte ich feststellen:
Godmother of Nature: Das ist die vegane, naturliebende YogiMama, die die
Ruhe in Person ist. Alles ist gut, alles ist friedlich, aber mit einem Hauch
von wildem Wesen. Sie trägt Haremshosen, ist Freizeitphilosophin und
Musikerin. Ein Kinderwagen kommt ihr nicht ins Haus und von einer Flasche
möchte sie sowieso nichts hören. Sie lebt nach dem Motto „Breast is Best“.
Ihre Kinder werden in der Wildnis gestillt, danach werden frischer Bärlauch
und Beeren für das Mittagessen gepflückt. Sie ist ein wahres Kind Mutter
Natur. Ich muss sagen, mich spricht dieser Stil sehr an.
DIY-Queen: Diese Mütter können alles! Gib´ einer von ihnen eine leere
Plastikflasche und in ein paar Minuten hast du einen neuen
Make-Up-Pinsel-Halter, der super ausschaut. Gib´ ihnen irgendetwas Altes, das
du in den Müll schmeißen würdest und sie zaubern etwas Neues daraus, das man
sehr wohl gebrauchen kann. Diese Bastelfeen, die aus Altes Neues und aus
Nichts Etwas machen, sind für mich die kreativsten aller Muttis. Ich habe
einmal versucht DIY Tutorials nachzumachen: FAIL! Meine Gaben begrenzen sich
doch auf Schlafen und Essen.
Fashionista MOM: Nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder schauen aus wie
aus dem Mode-Katalog. Farblich ist alles abgestimmt, so als wären sie von
Coco Chanel persönlich eingekleidet worden. Oft sehe ich diese Mütter in
Flughäfen, wo ich halbwach in Jogginghosen herumlaufe und meine Tochter
IRGENDETWAS trägt, das bequem ist. Genau dann, sehe ich eine dieser Mütter,
die wie JLO gekleidet ist und ihre Kinder mit Tab und Kopfhörer brav neben
ihr sitzen, während meine Tochter unter meinem T-Shirt an einem meiner Nippel
nuckelt und mich in die andere Brust zwickt.
OrganisationsMeisterin: Ich beneide diese Mutter! Das ist jene Mutter, bei der
du vom Boden essen kannst. An manchen Tagen würde ich meinem Kind nicht
einmal erlauben barfuß auf unserem Fußboden zu gehen, ABER diese Mama, bei
der spielt das nicht. Sie ist die Mama, die die Wäsche nach Größe und Farbe
zusammenlegt. Sie ist die Mama, die alles für ihre Kinder selber kocht. Sie
ist die Mama, bei der jedes Fenster bis in allen verdammten Ecken sauber ist.
Sie ist die Mama, bei der die Bücher im Regal alphabetisch geordnet sind und
alles seine fixe Zeit hat. Sie ist einfach gut organisiert und das mit jeder
Faser ihres Seins.
BesserwisserinDeluxe: Obwohl wir alle diese Art von Mama hassen, steckt sie
in uns-ALLEN. Natürlich, bei einigen mehr und wieder einigen weniger, aber da
ist sie auf jeden Fall, diese Besserwisserin von Mudda. Diese Mama, die alles
weiß, weil sie ja vor dir Mama geworden ist und alles was du erst noch
erleben wirst sie schon längst erlebt hat- die gibt es überall. ÜBERALL AUF
DER WELT! In dir, in mir, in uns. Wir müssen sie abschalten. Bewusst. Irgendwo
ist ein Schalter, den suchst du bitte und dreh ihn am besten ab.
—–MEHR von Menerva könnt Ihr HIER in ihren Blog lesen
Fotocredit: Asma Aiad
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Die 5 Mama-Typen, die jeder kennt - Gastbeitrag von Menerva | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-gute-mutter-vs-die-rabenmutter-auch-muetter-duerfen-sich-mal-loben |
Ihr Lieben, es ist doch
vermutlich bei vielen Eltern so, dass sie sich oft Gedanken über ihr Handeln
machen, dass sie überlegen, ob dieses oder jenes den Kindern gut tut oder
auch nicht. Wir denken an frühkindliche Traumata oder Schäden, wir denken an
die Psyche, an die Bindungsfähigkeit, es gibt so viele Dinge, die es zu
beachten gilt und die uns durch den Kopf gehen. Im Grunde sind diese
Überlegungen allgegenwärtig.
Bin ich zu hart, bin ich zu lasch, bin ich zu gluckig oder zu
fordernd?
Schade ich meinem Kind, wenn ich es allein einschlafen lasse? Schade ich
meinem Kind, wenn es mit 10 noch mit mir zusammen einschläft? Bin ich zu
hart, bin ich zu lasch, bin ich zu gluckig oder zu fordernd?
Neulich jedenfalls saß ich an einem kinderfreien Abend mit zwei tollen
Frauen zusammen und wir stellten fest: Das Anstrengendste am Kinderhaben sind
die ständigen Gedanken, die wir uns zum Wohle unserer Kinder machen. Es raubt
so viele Kräfte, weil ja niemand sagen kann, was genau für uns und für sie
das Richtige ist!
Alle Familienmitglieder haben andere Bedürfnisse
Da ist der eine Sohn, der am liebsten zu Hause ist und ständige Termine
furchtbar findet, da ist der andere Sohn, der viel Action liebt und für den
bestimmt ganz andere Dinge gut sind, als für den anderen. Jedes Kind ist
anders, jedes Kind braucht anderes und es ist an uns Eltern, zu erkennen, was
das sein könnte bzw. wie wir sie in ihrem individuellen Sein unterstützen
können.
Manchmal, wenn sich die Geschwister wieder streiten und später ein Kind
schluchzend bei mir auf dem Schoß sitzt, dann denk ich schon mal: Mensch, du
wärest bestimmt lieber ein Einzelkind geworden. Während ein anderes Kind ohne
die Geschwister gar nicht vorzustellen ist, weil es den Trubel liebt. So sind
wir alle anders und so gehen alle Kinder mit der Situation zu Hause anders
um.
In jeder Familie wird es manchmal lauter als gewollt
Und wenn es mal an einem Tag schlechter läuft, weil bei der einen ein Test
in der Schule ansteht, bei dem anderen ein Fußballturnier und der wieder
andere Ärger mit dem Kumpel hat – und wenn ich dann noch drei Abgaben für die
Arbeit im Hinterkopf habe, jaaaa, dann ist das Alltag, aber es fühlt sich
auch doof an, weil wir alle gereizt sind. Da wird es dann auch schon mal
lauter als gewollt, da fliegen dann auch mal die Fetzen und wenn sich die
Wogen dann wieder geglättet haben, dann spielen die Kinder einfach weiter,
als wäre nichts gewesen, während wir Eltern grübelnd am Küchentisch
zurückbleiben und überlegen, was wir mit unserem Handeln alles kaputt machen
können und was wir doch manchmal für schlechte Eltern sind.
Ich denke, jede Mutter und jeder Vater denkt so etwas mal. Und im Grunde
führt Kritik, ja auch Selbstkritik, auch dazu, dass wir es beim nächsten Mal
besser machen. Aber es macht einen schon mürbe. Besonders, wenn man viel
öfter das Gefühl hat, eine Rabenmutter zu sein, als eine richtig gute. Und
deswegen möchte ich heute einfach mal betonen, wie toll wir Eltern sind. Ja,
auch dann, wenn wir manchmal ausflippen und in die Tischkante beißen.
Wir sind keine schlechten Eltern, wir sind nur manchmal erschöpft
Wir tun das ja nicht, weil wir so schlechte Eltern sind, sondern weil wir
uns so viel Mühe machen und Mühe nun mal erschöpft. Wir wachen nicht auf und
denken: Heute brüllen wir mal rum! Nein, wir wachen auf und wollen unser
Bestes geben, jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr. Und weil das auf Dauer einfach
Kraft kostet, haben auch wir schwache Momente.
In den Ferien, wie jetzt gerade, verbringen wir in der Regel viel Zeit mit
den Kindern. Ich versuche, ruhige Tage mit actionreichen Tagen zu
kombinieren. Ich versuche, mir exklusive Zeit für jedes einzelne Kind zu
nehmen. Ich versuche, sämtliche Fragen zu beantworten. Ich habe alles getan,
um den bevorstehenden Start an der neuen Schule für unsere Große so angenehm
wie möglich zu gestalten und vorzubereiten, wir sind mit dem Linienbus
hingefahren, damit sie die Strecke schon kennt, wir haben etliche Fragen
beantwortet, Sorgen besprochen, Mut gemacht und sogar schon neue Mitschüler
getroffen, damit nicht alles so neu sein wird, damit sie sich schon
kennen.
Wir sind alle guten Mütter!
Ich traue mich jetzt einfach mal, zu sagen, dass ich in diesen Ferien
meistens eine ganz gute Mutter war. Und weil es mir so schwer fällt, das zu
sagen oder zu schreiben und weil ich viel eher dazu neige zu sagen „Siehste,
das haste heut wieder alles falsch gemacht“ und weil ich denke, dass es
vielen anderen auch so geht, rufe ich euch heute einfach mal dazu auf, euch
selbst auf die vollgesabberte Schulter zu klopfen und zu loben!
Erzählt uns, was ihr heute oder in den letzten Tagen gut gemacht habt als
Mutter, was euch ein gutes Gefühl gemacht hat und wo ihr denkt: Ja, hierfür
lohnt es sich, mich auch mal selbst zu loben. Ich freu mich sehr auf eure
Geschichten! Denn Eigenlob stinkt heute mal nicht…
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Die gute Mutter vs. die Rabenmutter: Auch Mütter dürfen sich mal loben! |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-kinder-muessen-an-die-luft-ueber-unsere-ferien-spaziergaenge |
Es gibt ja Familien, die in den Ferien ausschlafen. Und wenn die Kinder
wach sind, ziehen diese sich leise in ihre Zimmer zurück und spielen bis
Mittags in ihren Schlafanzügen. So eine Familie sind wir ….NICHT.
Wir müssen raus. Ich muss raus. Ich kann einfach nicht den ganzen Tag in
der Bude sitzen. Ich mag auch nicht stundenlang basteln und vorlesen. Ich bin
eine Draussen-Mama – dh. ich habe viel mehr Spaß daran, mit meinen Kindern
durch den Wald zu stapfen, als mich auf den Teppich zu setzen und Pferd zu
spielen.
Unsere Kinder müssen auch raus. Wenn die nicht zwei Mal am Tag frische Luft
atmen, drehen sie durch. Streiten sich, meckern, nölen. Deshalb heißt unsere
Lösung gegen komische Laune: Spazierengehen.
Eigentlich wollten wir über Weihnachten in den Schnee fahren. Aus bekannten
Gründen war das nicht möglich. Nur zu Hause rumsitzen kam nicht in Frage,
daher haben wir uns überlegt, möglichst oft die Kinder zu packen und die
Umgebung zu erkunden. Brandenburg liegt ja vor der Tür und ist ja groß genug,
um nicht auf Menschenmassen zu stoßen. Denn natürlich war uns bei den
Ausflügen wichtig, dass sie corona-konform sind.
Der erste wunderbare Ausflug ging dann in den Schlosspark Babelsberg. Es
war ein eiskalter Tag, die Sonne schien aber herrlich und wir haben sogar
Picknick eingepackt, mit heißem Tee und vielen Leckereien. Man hat die ganze
Zeit einen tollen Blick auf die Glienicker Brücke, wo ja früher Spione
ausgetauscht wurden. Überall im Park gibt es Infotafel zum Mauerbau, zu
unterirdischen Tunneln und Fluchtversuchen.Das fanden die Kinder natürlich
spannend und so hat man direkt noch eine tolle Geschichtsstunde.
Der nächste Ausflug ging an die Havel, wo wir einen großen Marsch von fast
10 km gemacht haben. Das klappt mit den Großen schon super, für die Kleine
nehmen wir einfach das Rad mit, dann sind diese Strecken auch kein Problem.
Einmal sind wir nach Mitte gefahren und haben eine Kultur-Tour gemacht,
sind also über die Museumsinsel gelaufen, haben das neue Stadtschloss und den
Berliner Dom bewundert, haben in die Spree gespuckt und die Hackischen Höfe
angesehen.
Außerdem sind wir kreuz und quer durch den Grunewald gelaufen, der wirklich
noch größer ist als ich dachte.
Ich weiß, es ist nicht immer leicht, Kinder zum spazierengehen zu bringen.
Auch unsere motzen mal. Aber ich lasse mich davon nicht beeindrucken und
merke schnell: Sind wir erstmal unterwegs, verfliegt die schlechte Laune
schnell.
Wir konnten so lange keine Freunde sehen, nicht ins Schwimmbad, nicht ins
Kino – all das, was man normalerweise in den Ferien macht. Unsere Ferien
waren wirklich „anders“, wir waren fast nur alleine. Und dennoch waren sie
schön. Vielleicht auch ein wichtiges Learning für die Zukunft, dass man gar
nicht so viel Ferien-Trubel braucht….
Auf unseren Ausflügen rund um Berlin durften wir den Volvo XC 40 testen.
Ein wunderbarer, nicht zu großer Stadt-SUV, mit dem man dank vier HD-Kameras
ganz entspannt in jetzt Parklücke kommt. Unser Modell hatte ein großes
Schiebedach, was für richtiges Cabrio-Feeling sorgte und Lederausstattung,
was mit Kindern super praktisch finde (weil abwischbar…) Ich würde sagen,
dass der XC 40 ideal für zwei Kinder ist. Drei Kindersitze passen nur schwer
auf die Rückbank, mindestens ein Kind müsste dann schon so groß sein, dass es
nur eine Sitzerhöhung braucht. Der Kofferraum hat ein Volumen von 1.328 L, da
passen Kinderräder und Einkäufe easy rein. Sehr angenehm fand ich das erhöhte
Sitzen, das einen guten Rundum-Blick ermöglicht. Der Mild-Hybrid verbraucht
6,3 Liter auf 100 km und verfügt über ein sportliches Fahrgefühl.
Navigationssystem, Radio und Handyverbindungen lassen sich intuitiv über das
Touchscreen bedienen. Generell gefiel mir das Innendesign ganz besonders gut,
der Volvo XC 40 ist minimalistisch und stilsicher.
Fazit: Ein tolles Auto mit einer super Zwischengröße. Nicht zu groß und
damit ideal für die Stadt, aber groß genug für Familien und Ausflüge. Und
natürlich Volvo-Qualität. Vielen Dank für diese Schönen Testtage!
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Die Kinder müssen an die Luft! Über unsere Ferien-Spaziergänge | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-kraft-der-steine-wie-sie-kinder-stark-und-mutig-machen-koennen |
Ihr Lieben, holt Ihr auch regelmäßig Steinberge aus den Jacken-und
Hosentaschen Eurer Kids? Bei mir ist das auf jeden Fall so. Wenn ich diese
Steine dann einfach auf die Straße kippen will, erklären mir meine beiden
jüngeren Kinder immer entrüstet, dass das keine normalen Steine seien,
sondern Edelsteine. Es scheint ein natürliches Gesetz zu sein, dass Kinder
eine besondere Beziehung zu Steinen haben und in ihnen mehr sehen, als so
mancher Erwachsener auf dem ersten Blick. Über die besondere Magie von
Steinen haben wir auch mit Marijke gesprochen, in ihrem Online-Shop Familie
Glücklichstein kann man wunderschöne Kraftsteine kaufen:
Liebe Marijke, wir wollen heute mit Dir über die Kraft von Steinen reden.
Wann hast du das erste Mal gespürt, dass Steine eine besondere Wirkung haben
können?
Nach der Geburt meiner Tochter Irma habe ich 2019 eine Ausbildung in
Aura-Arbeit gemacht. Hier habe ich gelernt, mit Energien zu arbeiten und
Blockaden zu lösen. Dazu haben wir unter anderem auch mit verschiedenen
Edelsteinen gearbeitet, die auf bestimmte Körperstellen gelegt werden. Die
Energie, die von den Steinen ausgeht, habe ich hier zum ersten Mal sehr
bewusst wahrgenommen.
Meine eigenen Steine sind Zuhause dann direkt im Kinderzimmer verschwunden.
Mein älteres Kind Anton hat sie gehütet wie einen Schatz und sich immer
wieder ganz intuitiv einen Stein rausgesucht, den er dann den ganzen Tag in
seiner Hosentasche bei sich getragen hat.
Welcher ist Dein Lieblingsstein und warum?
Ich habe gar nicht den einen Lieblingsstein, das wechselt immer mal wieder
und ist sehr stimmungsabhängig. Besonders momentan, wo man täglich die
turbulenteste Gefühls-Achterbahn fährt und zwischen Home-Office,
Wechselunterricht und einer Kindergarten-Eingewöhnung oft am Rande des
Wahnsinns steht.
Wenn ich mich aber für einen Stein entscheiden müsste, wäre es sicherlich
der Rosenquarz. Eine große Portion (Selbst-)Liebe und Mitgefühl kann man
einfach immer gebrauchen. Ich denke, es ist der Stein, der gerade momentan
sowohl Eltern als auch Kinder gut supportet und daran erinnert, gut auf sich
selbst acht zu geben und ordentlich Selbstfürsorge zu betreiben.
Beschreib uns mal, wann uns Steine im Alltag helfen können
Es gibt viele verschiedene Steine und jeder hat eine andere Energie, es
gibt Steine, die beruhigen und beim Einschlafen helfen, andere machen ganz
viel Mut und geben einen kleinen Anschubser, wenn man ein Hindernis zu
überwinden hat.
Kinder haben so viel zu meistern in ihrem Alltag, da gibt es nervige
Geschwister, blöde Mathe-Tests, ein Seepferdchen-Abzeichen, das Angst
bereitet oder ein bevorstehender Schulstart, der Bauchweh macht.Und oft ist
es gar nicht so leicht, all diese kleineren und größeren Ängste als Eltern
aufzufangen und zu begleiten. Manchmal ist es für uns Erwachsene ja auch gar
nicht so einfach, zu verstehen, wo genau die Ängste oder Sorgen des Kindes
liegen. Und manchmal ist man als Eltern ja auch gar nicht immer dabei (was
auch gut ist) um Mut zu zuzusprechen oder das Kind daran zu erinnern, dass es
eine bestimmte Hürde gut meistern wird.
Da braucht es neben liebevollen Mitmenschen, die unsere Kinder begleiten,
einfach kleine Helfer, die unsere Kinder unterstützen und ihnen immer zur
Seite stehen, wann immer eine Extra-Ladung Superpower gerade nötig ist. Die
Glücklichsteine helfen den Kindern, sich selbst zu helfen, mehr auf ihr
Gespür und ihr Bauchgefühl zu hören und eine gute Verbindung zu den eigenen
Gefühlen aufzubauen.
Der Amethyst ist z.B. der perfekte Stein um etwas zur Ruhe zu kommen und
ganz entspannt einschlummern zu können. Er beruhigt die Gedanken und hilft
so, dass auch Alpträume wenig Chancen haben.Der Pyrit hingegen hat eine
aktivierende Energie und hilft beim Abarbeiten der ganzen Hausaufgaben, die
die Schulkinder derzeit im Home-Schooling/ Wechselunterricht bearbeiten
müssen.
Man kann auch ein tolles, kleines Familienritual einführen, indem sich das
Kind (oder natürlich auch jedes Familienmitglied) morgens einen Stein
aussucht. Dieser Stein begleitet das Kind durch den Tag. Die Glücklichsteine
sind so groß, dass sie perfekt in Kinderhände, kleine Hosentaschen, kleinere
Fächer im Schulranzen oder unters Kopfkissen passen. Man kann dem Kind gut
erklären, dass, immer wenn eine Ladung der Superpower benötigt wird, das Kind
den Stein fest in der Hand halten und tief ein-und ausatmen soll. So kann
sich das Kind mit der Superpower des Steines verbinden.Kinder stellen diese
Energie gar nicht in Frage, für sie ist es total selbstverständlich, dass der
Stein ein kleiner Superheld ist, der seine Superpower mit ihm teilt.
Über deinen Online-Shop kann man auch Steine speziell für Kinder bestellen.
Erzähl mal, warum Kinder eine besondere Bindung zu Steinen haben.
Kinder sind noch intuitiv unterwegs und nicht so verkopft wie wir
Erwachsene, sie stellen die Superpower der Steine nicht in Frage. Für sie ist
z.B. ganz klar, dass das Tigerauge ganz viel Mut machen kann und der Hämatit
hilft, sich besser konzentrieren zu können. Dadurch, dass es für sie so klar
ist, manifestieren sie die Wirkung natürlich und dann passiert es auch so.
Energie folgt immer der Aufmerksamkeit.
Die Steine sind natürlich auch einfach total schön anzusehen und
anzufassen, manche glitzern oder sind kunterbunt, es gibt jede mögliche Form.
Kinder sammeln die Steine auch total gerne und hüten sie wie einen Schatz.Die
Steine sind für die Kinder ein super Selbsthilfe-Tool, mit dem sie lernen,
auf ihre Gefühle zu achten und mit ihnen umgehen zu können. Alleine das
Festhalten eines Steines in der Hand hilft die Aufmerksamkeit wieder auf sich
selbst und weg von dem Problem zu richten. Und natürlich finden die Kinder
auch super, wenn sie merken, wie stark sie sind und dass sie sich selbst
helfen können.
In der Pandemie müssen unsere Kinder ganz schön viel wegstecken. Welchen
Stein würdest du in diesem Falle empfehlen?
Die Pandemie hat den meisten Kindern einen großen Teil ihres bisher
gewohnten Alltags genommen und durcheinander gewürfelt. Kinder orientieren
sich an einem bestimmten Rhythmus oder an Dingen, die sich immer wieder
wiederholen. Da ist klar was passiert, sie müssen nicht darüber nachdenken
und das gibt ihnen Sicherheit und ein Gefühl von Kontrolle. Eine gewisse
Beständigkeit, ein gewohnter Rhythmus im Tagesablauf, bestimmte Gewohnheiten,
all das ist plötzlich weggebrochen bzw unterliegt derzeit einer ständigen
Veränderung.
Ich finde den Amethyst derzeit besonders hilfreich, da er beruhigt und wie
ein Zufluchtsort wirkt, an den man sich zurückziehen und einfach mal
durchatmen kann. Mein Sohn empfiehlt den Regenbogenfluorit, weil er die
dunklen Gedankenwolken einfach beiseite schiebt und die Sonne wieder scheinen
lässt.
Deine Stein-Kombinationen sind auch wunderschöne Geschenke – zu welchem
Anlass eignen sie sich besonders?
Zum einen gibt es in so einem turbulenten Kinder-Alltag natürlich immer
eine Situation oder eine Gegebenheit, zu der ein Kind etwas zusätzliche
Superpower gebrauchen kann. Da gibt es Streit mit den Eltern oder den
Geschwistern, eine Mathearbeit die Angst bereitet oder ich einfach nur die
immer weiter steigenden Anforderungen an unsere Kinder.
Und dann gibt es natürlich noch all die Ereignisse, die große Veränderungen
im Leben eines Kindes bedeuten, z.B. wenn ein Kind in die Krippe oder in den
Kindergarten kommt, wenn die Einschulung ansteht oder wenn ein
Geschwisterchen auf die Welt kommt. Bei all diesen Veränderungen ruckelt es
meist erstmal ganz schön und gerade für diese Situation sind die
Glücklichsteine perfekte Begleiter.
Woher beziehst du die Steine?
Ich beziehe die Glücklichsteine von einem Großhändler aus Deutschland. Die
Steine kommen ja aus der ganzen Welt, der Pyrit wird z.B. in Peru, Spanien
und China gefunden, der Rhodonit kommt aus Madagaskar und Australien, den
Bergkristall findet man auf der ganzen Welt, auch bei uns in Deutschland. Und
es werden auch immer wieder neue Fundorte gefunden. Bei den unterschiedlichen
Abbaugebieten weltweit ist es nicht so einfach, die Arbeits- und
Umweltbedingungen im Blick zu haben und eine bestimmte Qualität zu
gewährleisten. Ich habe einen Großhändler in Deutschland gefunden, der auf
faire Arbeits- und Umweltbedingungen achtet und sich regelmäßig vor Ort davon
überzeugt, dass die Arbeitsbedingungen stimmen.Ich glaube fest daran, dass
die Steine uns nur dann mit positiver Energie versorgen können, wenn sie
unter guten Bedingungen abgebaut werden.
Marijke von Familie Glücklichstein: https://www.familie-gluecklichstein.de,
Fotos: @xeniabluhm_photography
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Die Kraft der Steine: Wie sie Kinder stark und mutig machen können | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-krise-ist-weiblich-warum-die-pandemie-vor-allem-die-frauen-trifft |
Ihr Lieben, die meisten von Euch betreuen und beschulen gerade wieder ihre
Kinder. Bei manchen läuft das reibungslos, bei anderen gibt es ganz schön
viel Stress und Ärger. Bei allen ist und bleibt es aber eine gewaltige
Leistung und Herausforderung. Nina Stahr ist dreifache Mutter und
Landesvorsitzende der Grünen in Berlin. Sie hat das Buch geschrieben: „Die
Krise ist weiblich“. Wir dürfen ein Kapitel daraus veröffentlichen:
„Wenn 8,8 Millionen Kinder, die in Deutschland in Kitas und Schulen gehen,
plötzlich nicht mehr dort betreut werden können, dann geht auch das Modell,
auf das sich ein Großteil der Paare hierzulande geeinigt hat, nicht mehr auf.
Der Deal, dass beide Elternteile arbeiten, weil andere sich um die Kinder
kümmern— in der Ganztagsschule, im Hort, in privater Betreuung und
Freizeiteinrichtungen—, ist außer Kraft gesetzt.
Allerdings: Dieser Deal ist faul. Und war es auch schon vor Corona. Denn
einerseits fördert der deutsche Staat mit seinem Steuermodell die
Alleinverdienerehe, andererseits ist es hierzulande kaum möglich, von einem
Gehalt allein eine Familie zu ernähren. Und selbst da, wo es möglich ist,
bedeutet es für Frauen, wenn sie sich darauf einlassen, dass sie im Fall
einer Trennung im Alter in die Armut rutschen, weil ihnen dann wiederum die
Erwerbsjahre fehlen, in denen sie für sich selbst eingezahlt hätten. Ja, es
gibt auch das umgekehrte Modell, doch kommt es so verschwindend selten vor,
dass es in der Regel nun einmal die Frauen sind, die sich vor diesem Dilemma
wiederfinden.
Im Klartext: Entweder Frauen zerreißen sich zwischen Erwerbsarbeit und
Kindern—häufig auf Kosten der eigenen Gesundheit— oder gehen das Risiko ein,
im Alter in Armut leben zu müssen. Das hat sich in der Pandemie fortgesetzt
und verschärft; vieles wurde auf Frauen abgewälzt und die Zerrissenheit hat
sich bis zur Grenze der Erschöpfung gesteigert und oft auch darüber hinaus.
Doch noch etwas ist faul an diesem Deal. Denn Schulen und Kitas sind
mitnichten dafür da, Eltern den Rücken freizuhalten, um als Arbeitskraft zur
Verfügung zu stehen. Vielmehr sind sie Ausdruck des in unserem Grundgesetz
verankerten Rechts auf Bildung. Nein, die Kita ist keine Kinderverwahrstätte—
sie ist Bildungseinrichtung. Und auch wenn jetzt diskutiert wird, dass es
einen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz und damit auf die Ganztagsbetreuung
von Schulkindern geben muss, dürfen wir bei dieser Diskussion nicht
vergessen: Auch die Schule ist in erster Linie Bildungseinrichtung.
Gerade die Ganztagsschule kann ein Instrument der besseren
Chancengleichheit sein, deshalb setze ich mich auch dafür ein. Und auch ich
möchte allen Eltern ermöglichen, arbeiten zu gehen und ihre Kinder in guten
Händen zu wissen. Doch gleichzeitig müssen Kita und Schule viel mehr vom Kind
aus gedacht werden. Was brauchen Kinder in Kita und Schule, um einen guten
Start ins Leben zu bekommen? Und wenn Eltern das Gefühl haben, ihr
einjähriges Kind ist einem Neun-Stunden-Kitatag noch nicht gewachsen, warum
schaffen wir dann nicht auch für Eltern die nötigen Rahmenbedingungen, dem
Bedürfnis ihres Kindes gerecht zu werden? Auf die strukturellen Änderungen,
die es hierfür braucht, komme ich später noch einmal zurück.
Doch für die Zeit der Pandemie gilt: Kinderrechte, die ohnehin schon eine
viel zu geringe Rolle in unserer Gesellschaft spielen, wurden jetzt völlig
vernachlässigt. Würden wir Kinderrechte ernst nehmen, dann hätten wir eine
digitale Bildungsstrategie bereits verankert. Respektierten wir die
festgeschriebenen Rechte der nächsten Generation, so würden wir uns um ihr
psychisches Wohlbefinden in diesen Zeiten enorme Gedanken machen. Der Anstieg
häuslicher Gewalt an Kindern ist eines der Extreme. Aber belastend ist für
Kinder auch das Gefühl, ständig im Weg zu sein, wegorganisiert zu werden. Die
Eltern zu erleben, wie sie sich am Versuch aufreiben, Aufmerksamkeit zu geben
und gleichzeitig für den Arbeitgeber verfügbar zu sein. Nicht mehr frei nach
draußen zu dürfen, die Freunde nicht mehr zu treffen oder die Großeltern
nicht mehr zu sehen. Was macht diese Situation mit Kindern? Was bedeutet es
für unsere Demokratie, wenn eine ganze Generation das Gefühl vermittelt
bekommt, du und wie es dir geht, das ist dem Staat egal?
Auf sozialen Netzwerken wie LinkedIn machte alsbald ein Post die Runde: „Du
bist auf stumm“ sei der Satz des Jahres 2020, eine Referenz an die vielen
Videokonferenzen in Corona-Zeiten. Für Kinder ist wohl am meisten der Satz
„Sei still, ich bin am Telefon“ in Erinnerung geblieben.
Aus diesem Blickwinkel erscheinen die auf Familien bezogenen Entscheidungen
über Corona-Maßnahmen besonders fehlgeleitet. Auch hier wurde nur die
Perspektive der Erwerbswelt berücksichtigt: Welche Jobs sind wichtig, welche
können eine Weile hintanstehen? Und ich sage nicht, dass es falsch war, diese
Frage zu stellen. Denn natürlich müssen wir in einer solchen Situation
sicherstellen, dass in Krankenhäusern weiterhin gearbeitet werden kann, dass
die Polizei weiterhin einsatzfähig ist, dass Medien weiterhin unabhängig
berichten können und dass der Supermarkt weiterhin öffnen kann. Doch eine
zweite Frage hätte gleichberechtigt daneben stehen müssen: Was bedeuten diese
Schließungen für die Kinder und Jugendlichen, was brauchen sie in dieser
Zeit? Und daran knüpft sich die dritte Frage: Was brauchen die Eltern—das
heißt meist die Mütter—die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen?
Diese Fragen müssen gleichermaßen gestellt und alle beantwortet werden. Ja,
Betreuung in Kita und Schule ermöglicht Eltern, arbeiten zu gehen. Aber Kita
und Schule sind gleichzeitig Bildungseinrichtungen und müssen vom Kind her
gedacht werden. Und wenn sie wegfallen, dann darf eben nicht nur die
Aufrechterhaltung der systemrelevanten Infrastruktur eine Rolle spielen,
sondern der Wegfall der Bildungsinstitution muss genauso kompensiert werden
wie der Wegfall der Betreuungsfunktion und damit die Unmöglichkeit, in
normalem Maß der Erwerbsarbeit nachzugehen. Dafür braucht es gute Konzepte
für Fernunterricht und für Verknüpfung von analogem und digitalem Lernen,
damit zumindest der Teil der Kinder, der nicht zu Hause bleiben kann, in die
Schule gehen kann. Und es braucht eine Lohnersatzleistung wie beispielsweise
das Corona-Elterngeld, damit Eltern nicht gezwungen sind, Homeoffice und
Betreuung von (kleinen) Kindern gleichzeitig zu leisten—und am Ende beidem
nicht richtig gerecht zu werden.“
Nina Stahrs Buch könnt Ihr HIER bestellen
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Die Krise ist weiblich: Warum die Pandemie vor allem die Frauen trifft |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-lisa-ist-zurueck-und-philosophiert-ueber-die-liebe-ohne-steuererklaerung |
Nein, liebe Caro, ich bin nicht in einer Jauchegrube untergegangen, falls
Du Dich das in den letzten Tagen gefragt haben solltest, aber ich bin eben
auch nur EINE Person und konnte mich nicht zerteilen zwischen Präsenzwoche an
der Uni (sechs Tage hintereinander von morgens bis abends), der Lesung in
Leipzig, dem Anstoß neuer Projekte, dem Besuch bei der Verwandtschaft in
Westfalen und den Vorbereitungen für meinen Geburtstag (diese Woche!). Das
also nur als kleine Rechtfertigung.
Zu Deiner Frage nach der Liebe. Ja, wir haben ja in unserem Buch einige
Kapitel unseren Männern gewidmet und über die Liebe nachgedacht. Über die
Liebe, die sich ändert, wenn ein Baby hinzukommt. Ich vergleiche unsere
Beziehung in einem Kapitel mit einem Wollknäuel, das von einer Katze so
richtig heftig durcheinandergebracht wurde (Schwangerschaft), das wir dann
erst einmal entfädeln mussten (Geburt) und das wir nun ganz neu zusammengesetzt
haben (Erste Zeit mit Kind). Das Knäuel sieht jetzt eben ganz anders aus als
zuvor, vom Muster her, von der Konsistenz her, von der Farbe her. Es sieht
aber eben trotzdem irgendwie cool aus. Neu, aber toll.
Andere haben vielleicht weniger Geduld beim Fädeln und wenn am Ende nur
noch ein verknotetes Fadenknäuel übrig bleibt, dann kann das zu erheblichen
Problemen führen. Mit das erste, was ich zum Thema Zwillinge und
Zwillingseltern gelesen habe, als ich schwanger wurde, war übrigens, dass die
Scheidungsrate bei Zwillingseltern viel höher ist, als die Scheidungsrate von
Einlingseltern. Na danke. Vielleicht war es aber auch ganz gut, das zu
wissen, um von Anfang an auf uns aufzupassen.
Schau Dir Sandy Meyer-Wölden und Oli Pocher an, jetzt mal als prominentes
Beispiel. Sie haben exakt dieselbe Kinder-Zusammenstellung wie wir. Erst
ein Mädchen, dann Zwillingsjungs. Und wie man aus den Medien erfährt,
haben sie es nicht geschafft. Da ist also scheinbar tatsächlich etwas
dran an dem Beziehungsrisiko Kind.
Die Frage, welche EINE Person ich mit auf eine Insel nehmen würde, die
Du Dir da gestellt hast, die stellt sich natürlich ganz anders, wenn man
mehrere Kinder hat. Beziehungsweise: Sie stellt sich gar nicht mehr. So haben
ja auch viele unserer Leser argumentiert. Bei uns ist die „Konkurrenz“ nicht
mehr eins zu eins, Kind gegen Partner, sondern eben 3:1.
Also Caro, wie wär´s mit einem zweiten Kind, damit du Dir diese Gedanken
nicht mehr machen musst (Spaß!)? Nein, mal im Ernst. Du sagst das ja selbst
ganz oft: Ich brauche Zeit, die ich nur mit meinem Partner verbringe. Meine
Cousine sieht das genauso, sie hat jede Woche einmal eine
Babysitterin, dann ist „Date Night“ für sie und ihren Liebsten. Mal gehen sie
bowlen, mal essen, mal wellnessen. Herrlich. Bei uns schaffen wir das in dem
Rhythmus leider nicht. Eins aber haben wir uns erhalten: Ein Wochenende im
Jahr verbringen wir allein in einer anderen Stadt. Und trotzdem ist das kein
Geheimtipp, der auf jeden Fall zur Erhaltung einer Beziehung führt. Es
braucht viiiiiel Verständnis von BEIDEN Seiten, Geduld und Respekt, denke
ich.
Neulich hab ich ein frisch verliebtes Paar im Park beobachtet. Um die
16/17 Jahre alt. Um sie herum sprühten Funken, so verliebt waren sie. Und da
dachte ich, ja: Deswegen schwärmen so viele von ihrer ersten großen Liebe.
Weil es eine Liebe sein durfte, in der man noch nicht über
Steuererklärungen brühten musste, über den leeren Kühlschrank am Abend und
über das Schrubben des Waschbeckens nach dem
Zähneputzen…
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Die Lisa ist zurück und philosophiert über die Liebe ohne Steuererklärung
| STADT LAND MAMA |
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Das Baby wird größer und die
Mama kommt ins Grübeln. Wo soll denn mein Weg eigentlich hinführen? Lisa
hatte Besuch von einer Freundin, die sich genau darüber gerade Gedanken
macht. Sie hat ihr einen Brief geschrieben, der vermutlich nicht nur für ihre
Freundin, sondern im Grunde für alle Mütter in dieser Lebensphase gilt.
Liebe Nina,
so schön, dass du am Wochenende zu Besuch warst und wir uns mal wieder
gesehen haben! Und weißt du was? Ich konnte so gut verstehen, dass du dein
kleines Baby-Töchterchen vermisst hast, das waren schließlich die ersten zwei
Nächte ohne sie! „Ich habe mich überschätzt“, hast du gesagt. Wie oft wir
Mütter das tun! So geht das los…
Du führst jetzt echt genau das Leben, das ich vor zehn Jahren führte. Du
schiebst mit deinem Baby durch Prenzlauer Berg, wohnst am gleichen Platz wie
ich damals, steuerst die gleichen Cafés an und himmelst dein blauäugiges Kind
an – wie ich damals. Ich denk soo gern dran zurück. Und freu mich so, dass
ich das durch dich jetzt nochmal ein klitzekleines bisschen wiedererleben
darf. Und doch gibt es einiges, das ich erst jetzt zu schätzen weiß und
einiges, das ich nicht misse. Schlaflose Nächte zum Beispiel. Das ständige
Rätselraten, was das Baby jetzt wohl hat, warum es schreit, ob es wächst oder
zahnt oder müde ist. Es kann ja noch nicht SAGEN, was los ist. Und da war
noch etwas.
Ich nenne es die Mama-Identitätskrise.
Wir Ninas und Lisas und Katharinas dieser Welt stecken so viel Elan in
unsere Kinder, so viel Schwung und so viel Liebe. Wir stürzen uns in die
Untiefen des Familienkosmos und inhalieren das Abenteuer, lassen uns
umschiffen von dem warmen Wohlgefühl der uns umhüllenden Wellen – und dann tauchen
wir irgendwann wieder auf. Und merken: Huch, mich gibt´s ja auch noch! Ich
war ja nicht immer Mama! Ich war ja auch noch so viel mehr! Und bin es noch.
Aber wo ist das alles hin? Die Selbstsicherheit der Business-Frau, die ich
mal war, die Schlagfertigkeit gegenüber Freunden, mit der ich mal glänzte.
Ist das alles verloren? Kann ich überhaupt noch was? Oder kann ich nur noch
Mutti?
Werde ich jemals wieder etwas anderes machen als stillen, wickeln,
schuckeln? Ist Arbeiten überhaupt noch möglich? Und falls ja: Was kann ich
noch und wo will ich überhaupt hin? Hab ich bislang in dem Job gearbeitet,
der mich erfüllt? Ist das ein Job, für den es sich „lohnt“, mein Kind einige
Stunden in die Obhut eines anderen zu geben? Oh Gott, ich kann mein Baby
niemals abgeben. Noch ein Jahr Elternzeit? Reicht das finanziell? Reicht mir
das intellektuell? Verpasse ich den Anschluss? An die Kollegen, an die Welt
da draußen?
Liebe Nina, in genau dieser Phase steckst du gerade und ich weiß noch, wie
dieses Fragengewitter über mir einbrach, das mich kalt und heiß hin- und
herschleuderte.
Es ist wunderbar, mit dem Wissen, zehn Jahre später wieder im Job zu sein
UND drei tolle Kinder und ein wunderbare Familie zu haben, zurückzudenken an
die Babyzeit, weil man schon weiß, wie es ausgehen wird. Aber das weißt du ja
jetzt noch nicht. Und das ist zermürbend. Manchmal, wenn ich den Mann morgens
zu seiner Arbeit, in sein altes Leben gehen sah, war ich neidisch. Der kann
einfach so weiter machen wie zuvor. Ich kann das nicht. Ich habe darüber auch
mal geweint oder nachts wach gelegen. Jetzt kann ich sagen: Zum Glück. Denn
ich hab so ziemlich genau das gefunden, was ich machen will und das hätte ich
vermutlich nicht, wenn ich nicht stundenlang mit meinem Baby durch den Kiez
geschoben hätte. Wenn ich einfach weiter für einen Arbeitgeber x geschuftet
hätte. Vielleicht hätte ich dann mehr Geld, aber so viel weniger mich
selbst.
Es gibt keine Universallösung für die Mama-Identitätskrise, aber es gibt
eines, das wirklich helfen kann. Und das ist Vertrauen. Vertrauen in dich
selbst und Vertrauen in die Zukunft. Und wenn dein Selbstvertrauen gerade ein
bisschen wanken sollte, dann hol es dir von denen, die dich mögen, von deiner
Familie, von deinen Freunden, von alten Arbeitskollegen – von mir.
Du bist eine so tolle Frau, du wirst deinen Weg machen, da bin ich mir
absolut sicher. Nur weißt du im Moment noch nicht, wie der aussehen soll. Und
so anstrengend dieser Zustand auch ist, so wichtig ist er. Du häutest dich
gerade! Aus dir ist eine Mutter geworden. Du hast Seiten an dir
kennengerlernt, die dir bislang verborgen waren. Jetzt sortierst du dich
einfach gerade neu. Ein Baby reagiert auf solche Entwicklungsschübe mit
Trotzphasen – Mütter mit Zweifeln. Weil alles so neu ist, weil sich das Leben
neu sortiert. Deine Lebensprioritäten haben sich verschoben und in dieser
neuen Welt musst du dich nun erst einmal zurechtfinden. Glaub mir, du wirst
gestärkt aus dieser Phase hervorgehen. Auch wenn du jetzt sagt: Ja, aber ich
bin doch gar kein Macher!
Und ob du ein Macher bist! Dein Kind ist noch nicht eins und du machst dir
schon Gedanken über die Zukunft. Über deine Zukunft, besonders beruflich. Du
weißt ziemlich genau, was du nicht willst und auch das ist schon ein großer
Schritt. Und ob du nun ein Blog gründest oder eine Firma, ob du einen
Roman schreibst oder Tagesmutter wirst… Das wird dir einfallen, wenn die Zeit
reif ist. Und lass dich ja nicht von den Businessfrauen um dich herum
verunsichern. Denk immer dran, die sehen, während du deiner Tochter gerade
beim Lächeln und Laufernlernen zuschaust, in das Gesicht ihres Chefs oder
Kollegen und fragen sich genauso: Will ich das so? Ist es das wert? Wirklich!
Wir sind doch Menschen und keine Maschinen. Alle haben mal Zweifel. Und
fragen sich, ob das Gras auf der anderen Seite des Zaunes nicht doch noch
grüner ist.
Du hast bestimmt nicht damit gerechnet, wie toll deine Tochter am Ende sein
wird. Sie ist das Beste, was dir je passiert ist! Und sie hat dich zum
Nachdenken gebracht, was du aus deinem Leben machen möchtest. Sie hat alles
durcheinander gewirbelt und wird das auch noch eine Weile tun. Aber das ist
kein Grund zum Verzweifeln. Jedenfalls nicht, solange du dir und euch
vertraust. Eher wird dich das irgendwann sehr dankbar machen, glaube ich. Du
wirst deinen Weg gehen, nein du gehst ihn schon längst. Ich kenne dich ja.
Und bin positiv gespannt auf alles, was da noch so kommt.
Deine Lisa
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Die Mama-Identitätskrise: Wenn Frauen aus dem Baby-Kosmos auftauchen und
sich neu sortieren | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/die-typische-corona-woche-ein-stimmungsschwank-in-mehreren-akten |
Ihr Lieben, ich möchte vor diesem Text eine Warnung aussprechen. Weil er
Spuren von Übertreibung und Fiktion enthalten könnte. Für wen das gerade
nicht in Frage kommt, einfach wieder wegklicken. Okay?
Die archetypische Corona-Woche
Dieser Text möchte niemanden angreifen und verlangt auch keine Angriffe. Er
überspitzt unseren Corona-Alltag mit Homeschooling-while-working – ohne selbst
an Corona erkrankt zu sein und mit Eltern, die zumindest zum Teil im
Homeoffice arbeiten können. Luxuslage also quasi.
Und mit drei Teenagern, die jeden Morgen aus dem Bett springen und
„Jiippiiiiiiieh, endlich wieder Arbeitsblätter bearbeiten rufen!“ (Natürlich
nicht, auch das war ein Spaß. Zur Vorbereitung auf den Text.)
Montag: Los geht´s mit größter Motivation
Montag: Der Drucker läuft auf Hochtouren, Pläne werden gemacht. Der Wille
ist da, alles besser zu machen als in der letzten Woche, wo es mal wieder
eskalierte. Wir schaffen das schon. Tschakkalakka. Im Hintergrund der Sound
von TikTok-Video-Gelächter. „MEDIEN WEG, SONST HAGELT´S VERBOTE.“ „Leg doch
erstmal selbst dein Handy weg, Alda. Chill mal, Mama!“
Dienstag: Oh je, wir schaffen das niemals
Dienstag: Puh, ganz schön viel zu tun. So viel. Wie soll man das alles
schaffen? Also, da mach ich lieber gar nichts. Warum sind eigentlich die Tage
so lang, die Wochen aber so kurz? Die Jungs haben wieder HUNGEEEER! Und oh
je, Merkel will wieder neue Regelungen bekanntgeben.
Ich will mich nicht dafür interessieren. Tu es aber leider. Und werde
schier wahnsinnig über die Ungewissheit. Ich wüte und stampfe in meinem
Zimmer, weil mich die Welt vergessen hat hier in der Einöde. Ich will das so
nicht mehr. Alle sind gegen mich. Die Kinder, das Virus, ich hab keinen Bock
mehr. Ich will meine Freunde, meine Freude, mein Früher zurück. Nie werden
wir wieder normal leben können.
Mittwoch: Es geht doch! Wir schaffen das
Mittwoch: Oh, die Sonne scheint, wie schön. Die Kids behaupten mit dem
Wochenplan „fast fertig“ zu sein. Komisch, nachdem sie gestern und vorgestern
quasi nichts getan haben. Ich glaub´s jetzt einfach mal. WEIL ICH ES GLAUBEN
WILL. Aus Selbstschutz.
Die Kinder halten mit Zettel hin, wenn ich telefoniere. Sie wirken sehr
überzeugend.
In der Pressekonferenz werden neue Verschärfungen bekannt gegeben. Ha! Das
kann mir gar nichts (ich hab ja schließlich gestern schon vorgeheult). Das
kriegen wir schon auch noch hin. Und mal ehrlich, ist ja auch sicherer so.
Wegen der Gesundheit.
Donnerstag: Am Ende der Nerven noch so viele Aufgaben übrig
Donnerstag: Geschwisterstreit schon vor dem Frühstück. Jobs, die echt
dringend erledigt werden müssen. Im Hirn ne Massenkarambolage an ToDos. SO
soll das jetzt wochenlang weitergehen? Das HALT ich nicht aus. Wo ist mein
Leben hin? Alle wollen immer was von mir. Niemandem genüge ich grad. Nicht
mal mir selbst. Wie hässlich ich bin. Scheiß Corona bringt Pickel und graue
Haare.
Und die Kinder sind so lauuuut, jeder Schrei jedes Gepolter ein weiterer
Stich in meine offene Wunde. Aua. Ich geh jetzt wutwalken. „Kiiiinder, alle
an die Playsi oder an Netflix, dies ist ein Befehl.“ „Jipppieh! Geht doch
Mama!“ Tür hinter mir zu. Bocklos loslaufen. Aus dem Weg, hier kommt das
Mama-Mutanten-Monster!
Gute Musik hören. Einem Nachbarn zuwinken. Oooh, Menschen. Adrenalin
ausschütten. Glückhormone auf halber Strecke. Allen per Whatsapp schreiben
wollen, wie toll sie sind, wie sehr ich sie mag. Essen machen. Ist ja doch
ganz nett diese Familie.
Erst abends kommen die Gespenster zurück. Ich komm nicht in den Schlaf,
weil: zu viele Medien erlaubt. Zu wenig beim Homeschooling hinterhergekommen,
wieder nicht bei xy gemeldet – und aaaaah, Hiiilfe, morgen ist
Abgabetag.
Freitag: Eskalation deluxe
Freitag: Eskalation deluxe. Die Mathe-Aufgaben sind plötzlich verschwunden.
Weg! Wir finden sie erst nach einem Vukan-Ausbruch am anderen Ende des
Heftes. Huch. Oh, schon 12 Uhr, nächste Abgabe. Ei, das 3D-Haus in Kunst muss
auch noch fertig werden. Wie lad ich das eigentlich gleich hoch? Anrufe von
der Arbeit. Oops, noch nicht geschafft, ich setz mich nachher dran. Oder am
Wochenende. Ah, aber das brauch ich doch zur Erholung.
Oh, jetzt erstmal noch ne Videokonferenz für die Kinder, wo ist das
Material dafür? Ach, oben, Mist, letzte Session war ja im Kinderzimmer.
Rennen. Poltern. Kalorien verbrennen. Alles brennt.
Um 18 Uhr nach der letzten Abgabe zusammenfallen. Abends nur noch tot ins
Bett fallen. Nichts geht mehr. Nie werde ich wieder aufstehen können. Ich bin
so platt, platter geht´s gar nicht. Wie kann uns Corona so viel nehmen und
trotzdem so anstrengen?
Samstag: Wieder zu sich kommen
Samstag: Wacklige Seele. Erstmal Kaffee. Bloß kein falsches Wort. Nein, wir
reden nicht über Homeschooling! Verboten! Was machen wir Schönes? Spazieren
oder spazieren? Buuuh, auf keinen Fall. Ok, nur wir Großen. Mal raus hier aus
dem Puff. Müsste ich jetzt Arbeit nachholen? Mal richtig aufräumen, das
Homeschool-Zeug aus der gesamten Wohnung zusammensuchen und ordnen? Oder
brauch ich Ruhe? Badewanne, Buch lesen?
„Boah, bist du lost“, sagen die Kinder. „Du machst heut GAR nix“, sagt der
Mann. „Du brauchst deine Kraft ab Montag wieder“. Ok. Buch lesen. Herrlich.
Zeitung. Kids Geräte erlauben. Zum Duschen überreden. Rausgehen dealen (erst
Playsi nach ner Runde Fußball, klaro?). Sind ja schon süß die Kleenen so ohne
Homeschool-Alarm. Megacoole Leute. Abends Couch gammeln. Sonntag. Oh,
bisschen Kraft wieder. Bloß weiter schonen. Wie schön ist ein Leben ohne
Anforderungen eigentlich?! Herlich.
Mit das Spannendste, was wir diese Woche erlebt haben.
Sonntag: Das Leben ist ja doch ganz schön
Sonntag: Was machen wir heut? Woanders spazieren, yay. Hochwasser gucken am
Rhein. Kein Bock. Ach komm. Danach sind immer noch sechs Stunden vom Tag
übrig. Torte holen. Hm. Fühlt sich fast wie so ein Leben an, oder? Behalt ich
mir, der Montag kommt früh genug wieder.
Und wieder auf Anfang.
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Die typische Corona-Woche: Ein Stimmungsschwank in mehreren Akten |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/distanzunterricht-mit-extra-herausforderung-ben-hat-adhs |
Liebe Sabine, dein Sohn geht in die 3. Klasse und hat eine stark
ausgeprägte ADHS Erkrankung. Bitte erzähl uns mal, wie das Euren Alltag
beeinflusst.
Ben ist ein sehr impulsives Kind, das oftmals Gefahren nicht einschätzen
kann und gerne übers Ziel hinausschießt, wie man so schön sagt. Im Alltag ist
es insofern schwierig, dass er kein Ende kennt, immer sofort extrem
eingeschnappt ist, und sich – was schulische Dinge betrifft – sofort
verweigert, wenn etwas nicht läuft.
Im Umgang mit seinem jüngeren Bruder müssen wir immer ein Auge darauf
richten, dass die Situation nicht eskaliert und über den üblichen
Geschwisterstreit hinaus ggf. aggressiv endet. Auch sind die einfachsten
Alltagsdinge für ihn schier unmöglich zu bewältigen. Sei es das Anziehen,
Zähneputzen oder einfach nur mal eine Milch aus dem Keller holen.
Die extrem leichte Ablenkbarkeit führt dazu, dass wir ihn immer wieder
erinnern, ermahnen oder eben komplett anleiten müssen. Und wenn dann mal ein
normaler Tag nicht so läuft wie immer (z.B. weil man verschlafen hat) dann
führt das in Bens Fall dazu, dass noch weniger Bereitschaft da ist
mitzuwirken. Der Bewegungsdrang als solches ist unstillbar und kaum
händelbar, wobei wir natürlich unser Möglichstes versuchen.
Wann ist dir das erste Mal aufgefallen, dass dein Sohn „anders“ ist?
Ben war ein Schreibaby und hat mich schon damals ziemlich viele Nerven
gekostet. Selbst die Hebamme erinnert sich nach so vielen Jahren immer noch
an diese erste Zeit. Im Kleinkindalter fiel er dadurch auf, dass bei manchen
Dingen so gar kein Lerneffekt eintrat (z.B. lauf nicht auf die Straße, da
fahren Autos). Ben rannte gerne weg, kletterte überall hoch und höher und im
Kindergarten gab es unentwegt Konfliktsituationen mit Elterngesprächen.
Dabei empfand ich aber zunächst nicht, dass Ben anders ist, sondern hatte
vielmehr oft das Gefühl, dass wir bzw. ich als Elternteil versagt hatte und
nicht in der Lage schien, mein Kind vernünftig zu erziehen.
Wie waren Deine Gedanken und Gefühle, als Dein Sohn in die Schule kam?
Nachdem durch Frühförderung, Elternberatung und unzählbare Gespräche im
Kindergarten bereits eine leise Vermutung der ADHS im Raum stand, sahen wir
der Einschulung natürlich mit gemischten Gefühlen entgegen. Allerdings hoffte
ich auch, dass es vielleicht auch gar nicht so schlimm werden würde. Aber wir
sollten schon nach der ersten Woche eines besseren belehrt werden.
Ben ging in der Schule über Tische und Bänke, hielt sich an keine einzige
Regel, es flogen Stühle, Tische, Etuis, Stifte wurden zerbrochen und das
schlimmste war, dass er sich auch anderen Kindern gegenüber oftmals
gewalttätig zeigte. Bereits nach der ersten Woche hatten wir ein Gespräch mit
der Lehrerin und der Schulleitung. Ganz oft musste ich Ben eher abholen, weil
es einfach nicht funktionierte. Die Schule suchten wir damals einfach nach
Wohnort aus und da Ben auch einen älteren Bruder hat, kam er eben auf die
gleiche Schule. Da ja zu diesem Zeitpunkt auch noch keine wirklichen
Diagnosen gestellt waren, handelte es sich also um die ganz normale
Regelschule, die er auch nach wie vor besucht.
Ben hat in der Schule eine spezielle Unterstützung. Erzähl mal.
Schon im ersten Halbjahr von Bens Schulzeit wurde Ben auf Medikamente
eingestellt, da er kaum noch händelbar war. Auch hier waren immer gemischte
Gefühle vorhanden, denn wir wollten unser Kind ja schließlich nicht
„ruhigstellen“, wobei man hier ganz klar sagen muss, dass man einem
Bluthochdruckpatienten ja auch nicht seine Medikamente vorenthält und die
Wissenschaft und Forschung hier heute schon viel viel weiter ist.
Es stellte sich eine etwas entspanntere Zeit ein, aber den Schulstoff den
Ben im ersten Halbjahr verpasst hatte, konnte er nicht mehr aufholen. Zumal
ihm auch gerade das Lesen und Schreiben, trotz verschiedenster Techniken
nicht gelingen wollte. Ich nahm auf Anraten und durch viel Eigenrecherche
dann Kontakt zum Jugendamt auf, über die man gemäß §35a SGB VIII einen Antrag
auf Jugendhilfe für von seelischer Behinderung bedrohter Kinder stellen kann.
Eine letztendliche Entscheidung des Jugendamtes ließ lange und nach noch
mehr Diagnostiken und Stellungnahmen auf sich warten. Erst am Ende des 2
Schuljahres wurde uns eine Integrationskraft, in Form einer pädagogischen
Fachkraft genehmigt. Diese sollte Ben ab dem kommenden Schuljahrstart (er
musste die 2 Klasse aufgrund der vielen Defizite wiederholen) für 20 Stunden
in der Woche begleiten. Seine Aufgaben bestehen natürlich in erster Linie
darin, Ben anzuleiten, überhaupt zu arbeiten, darauf zu achten, dass er
einigermaßen an seine Aufgaben/Blätter/Stifte denkt und deeskalierend
einzugreifen, wenn Ben in die totale Verweigerung geht.
Diese pädagogische Fachkraft kommt von einem Träger, wie z.B. der Caritas,
der Diakonie oder eben von Hilfeeinrichtungen, die aber vom Jugendamt
ausgewählt und bezahlt werden. In manchen Wochen, wenn mal wieder in der
Schule gar nichts geklappt hat, hat er sich z. B. auch freitags in der Schule
mit Ben hingesetzt und Dinge nachgearbeitet. Da in diesem Sommer endlich eine
Diagnose im Bezug einer massiven Lese- und Rechtschreibschwäche gestellt
wurde (die ich schon länger vermutete und leider oftmals so wie auch
Dyskalkulie eine Begleiterscheinung der ADHS sein kann) sollte er nun auch
Ben bei dem Verstehen von Aufgabenstellungen helfen. Denn spätestens, wenn
die Zeit der Mathe-Textaufgaben anbricht, ist der größte Mathe-Profi
aufgeschmissen, wenn er nicht lesen kann
Nun ist ja seit einigen Wochen kein Präsenzunterricht mehr und die
Integrationskraft hilft Deinem Sohn somit nicht mehr. Wie klappt das
Homeschooling bei Euch?
Schon im Lockdown im März war eine Beschulung bei gleichzeitiger Betreuung
eines Kita-Kindes und selbst Arbeiten unmöglich. Die ganze Situation laugte
mich so aus, dass ich psychisch richtig angeschlagen und fast acht Wochen
krankgeschrieben war, letztendlich schickte ich dann unseren Jüngsten
stundenweise in den Kindergarten um mich zu 100% Ben widmen zu können.
Ich versuche jetzt im zweiten Lockdown durch strukturiertes und dosiertes
Vorbereiten die Aufgaben dementsprechend aufzuteilen. Mathe klappt eigentlich
gut. Aber in Deutsch ist er ohne meine Hilfe komplett aufgeschmissen. Hinzu
kommt, dass er so schnell ermüdet, dass eigentlich nach 10min schon die Luft
raus ist. Er muss immer wieder angehalten werden, zu schreiben, zu rechnen,
aufs Blatt zu schauen. Und wenn er dann etwas nicht sofort versteht, dann
fliegt alles durch die Gegend, es wird gebrüllt, geschrien und er macht gar
nichts mehr. Er hat dazu auch überhaupt gar kein Zeitgefühl und jeden Morgen
führen wir eine Grundsatzdiskussion über alles.
Was sind gerade die stressigsten Momente bei Euch?
Das fängt eigentlich schon morgens beim Aufwachen an. Da Ben weder Zeit
noch Ortsgefühle kennt und in den meisten Fällen seinen kleinen Bruder voll
auf seiner Seite hat, ist es schon eine Tortur die zwei zum Frühstücken
zu bewegen, ohne das nicht mindestens schon einer geweint oder gebrüllt hat.
(Dabei ist Ben aber die treibende Kraft, der eben immer höher schneller
weiter möchte).
Ben schafft es bis heute nicht sich selbstständig in angemessener Zeit anzuziehen
und Zähne zu putzen. Er würde auch niemals seine Aufgaben alleine anfangen.
Ich muss ihm alles vorbereiten, mehrfach erklären und über den gesamten
Vormittag immer wieder schlichtend und helfend eingreifen. Und abends kommt
dann noch diese unendliche Energie, die über den Tag gar nicht abgebaut
werden konnte, während ich schon zweimal fertig in der Ecke liege.
Du bemühst Dich gerade beim Jugendamt um eine Entlastung. Um was geht es da
genau?
Da unser Sohn eine bewilligte Integrationskraft gemäß §35a SGB VIII hat,
aufgrund seiner Defizite und Einschränkungen, ist natürlich gerade für ihn
und uns die Schulschließung eine Vollkatastrophe. Die Integrationskraft mit
den dementsprechenden Geldern wird immer nach halbjährlichen Gesprächen im
großen Kreis (Lehrerin/Träger/I-Kraft/Jugendamt) bewilligt.
Ich habe im ersten Lockdown beim Jugendamt angefragt, ob die
Integrationskraft nicht wenigstens ein paar Stunden zur Entlastung zu uns
nach Hause kommen kann. Einmal, um die Bindung natürlich zu erhalten und zum
anderen, um eben auch hier eine 1 zu 1 Betreuung zu haben und mich als
Hauptperson zu entlasten.
Allerdings ist das hiesige Jugendamt der Auffassung gewesen: Keine
Schule-keine Integrationskraft. Nun im zweiten Lockdown habe ich erneut nach
Hilfe gefragt und zunächst wieder eine Absage erhalten, obwohl ich durch ein
seriöses ADHS-Forum weiß, dass es sehr wohl in NRW mehrere Städte gibt, die
in diesem Bezug anders entschieden haben. Es wäre ja schon eine Entlastung,
wenn der I-Helfer nur alle 2 Tage käme, oder 10 Stunden in der Woche, eben um
auch mal einen Abstand nehmen zu können und die gesammelte Wut oder Ablehnung
oder Verweigerung an jemand anderem abprallen zu lassen und überhaupt ein
Lernen möglich zu machen. Nur leider steht das Jugendamt, das in diesem Fall
auch in alleiniger Zuständigkeit handelt, auf einem anderen Standpunkt.
Und es kann weder die Lehrerin, noch der Träger, die Integrationskraft oder
auch das Kreisamt nachvollziehen, an die mich auch bereits hilfesuchend
gewendet habe. Im Gegenteil. Wird in anderen Bezirken eher wohlwollend und
den Eltern entgegenkommend entschieden, bekomme ich noch nicht einmal eine
Erklärung oder Antwort. Zuletzt hatte man mir nun angeboten, unseren Sohn in
die Notbetreuung der Schule zu schicken, dann dürfte ihn die
Integrationskraft auch begleiten. In eine Notbetreuung, die eben für Notfälle
gedacht ist, da jeder auf diesem Planeten gerade darum bittet, möglichst zu
Hause zu bleiben. Selbst in der Corona-Betreuungsschutzverordnung des Landes
NRW steht es so drin.
Ich habe in der vergangenen Woche einen 2-seitigen Beschwerdebrief an das
Jugendamt und den Bürgermeister geschrieben und bis heute keine Antwort
erhalten. Ich habe mir die Finger wund telefoniert, habe Kompromissvorschläge
gemacht, habe nach dem Vorschlag mit der Notbetreuung nochmal eine lange
E-Mail verfasst, die Corona-Betreuungsverordnung rauf und runter gelesen und
angefügt und es passiert nichts. Man lässt uns am ausgestreckten Arm
verhungern und das ist leider nicht das erste Mal, sondern ist genauso
passiert im Bezug auf die Bewilligung der Integrationskraft über Monate und
zuletzt im Bezug auf die dringend benötigte Lerntherapie, auf die wir jetzt
schon seit über einem halben Jahr warten. Das Jugendamt hat es trotz
mehrfacher Schreiben und Bitten einfach ausgesessen.
Was macht das mit Dir?
Ich bin ganz schön am Ende, jeder Tag ist ein Abenteuer. Meine berufliche
Karriere habe ich an den Nagel gehängt, ich habe Schlafstörungen. Ich möchte
doch nur, dass mein Kind – das sich diese Erkrankungen nicht ausgesucht hat,
einen guten Start ins Leben bekommt.
Ich habe mitunter das Gefühl, das die Behörde in diesem Fall die
Erschöpfung und vielleicht auch die Unfähigkeit für sich nutzt, um Geld
einzusparen, weil eben nicht jeder mehr die Kraft aufbringen kann, auch noch
an dieser Front zu kämpfen. Das macht mich extrem wütend.
Du hast ja noch zwei weitere Kinder. Hast du das Gefühl, denen gerecht zu werden?
Nein, meinen beiden anderen Kindern werde ich definitiv nicht gerecht.
Unser Großer ist fast 18 und kommt zum Glück schon sehr gut alleine klar,
aber wenn ich mir überlege, wieviel Zeit wir natürlich auch in vergangenen
Jahren für Ben aufwenden mussten, tut es mir schon leid, dass er manches Mal
seinen Weg irgendwie allein gehen musste.
Und unser Jüngster mit gerade mal 4 Jahren läuft halt einfach so mit, er
ist zwar grundsätzlich viel pflegeleichter und umgänglicher als Ben das
jemals war, aber er schaut sich auch viel ab und dann schaukelt sich das auch
ganz schnell sehr hoch und gerade jetzt im Lockdown ist oftmals das Tablet
gerade im Vormittagsbereich der Retter in der Not und das macht mir neben
einem extrem schlechten Gewissen auch ein extrem schlechtes Gefühl.
Was wünscht du dir für die nächsten Wochen?
Ich hoffe und bete gerade, dass meine Mutter-Kind-Kur nicht noch einmal
abgesagt wird. Normalerweise wäre ich letztes Jahr im April gefahren, dies
wurde dann jetzt auf den 02.02 dieses Jahres verschoben. In die Kur fahre ich
nur mit unserem jüngsten Sohn und erhoffe mir trotz natürlich vieler
Einschränkungen endlich mal etwas Luft zu holen und vor allem auch mal Zeit
für den Kleinsten zu haben.
Ich wünsche mir außerdem, dass dieses ganze Dilemma mit dem Jugendamt noch
ein gutes Ende findet. Und für die Zukunft einen laaaangen Urlaub mit meiner
besten Freundin, den wir eigentlich auch schon im vergangenen Jahr machen
wollten. Mit Mojito in der Hand am Strand liegen und endlich wieder
Normalität. Und für meinen Sohn hoffe ich, dass er trotz aller Widrigkeiten
im Leben seinen Weg findet und glücklich wird.
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Distanzunterricht mit Extra-Herausforderung: Ben hat ADHS | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/drillings-mama-ein-kind-starb-kurz-nach-der-geburt |
Liebe Doro, vor 4,5 Jahren hast Du Drillinge entbunden, leider kamen die
Babys viel zu früh. Bitte erzähl uns von der Schwangerschaft.
Meine Schwangerschaft mit den Drillingen war schwierig. Meine Frauenärztin
diagnostizierte bei mir ein PCO-Syndrom und meinte auf natürlichem Weg wird
es schwierig schwanger zu werden. In der Kinderwunschpraxis wurde gesagt,
dass wir zunächst mit Tabletten (Colomifen) versuchen, dass die Eizellen weit
genug heranreifen, um dann gezielt einen Eisprung auszulösen. Tja, bei der
Kontrolle vor dem Wochenende hieß es: „Wir warten noch bis Montag“. Am Montag
hieß es: „Oh, sie hatten jetzt schon von alleine einen Eisprung, vielleicht
haben wir ja Glück.“ Die Drillinge sind also das Ergebnis eines
unkontrollierten Eisprungs nach einer Überstimulation meiner Eizellen. Das
Ganze hätten wir uns sparen können, denn heute weiß ich, mein PCO-Syndrom
wurde fehldiagnostiziert.
Dass es gleich drei Kinder sind war sicher eine große Überraschung….
Ja, das war eine große Überraschung. Wir haben uns aber sehr gefreut.
Leider war mir zwischen der 7. und 18. SSW
konstant schlecht und ich behielt nahezu nichts bei mir. Besser wurde
es erst, nachdem ich 1 Woche in der Klinik war und dort deutlich stärkere
Medikamente gegen die Übelkeit bekam. Zu diesem Zeitpunkt war ich trotz 3
Kindern in meinem Bauch um 8 Kilo leichter geworden.
Bereits in der 12. SSW stellte sich heraus, dass unsere Kleinste
unterversorgt war. Leider waren ihre Plazenta und die ihres Bruders
zusammengewachsen und sie bekam sozusagen nur die Reste, die er übrig ließ.
Somit war nicht gewiss, ob sie die Schwangerschaft überleben wird. Wie war der Tag der Geburt? Um die 22. SSW
wurde bei mir dann ein verkürzter Gebärmutterhals festgestellt und ich blieb
mit strenger Bettruhe in der Klink.
Am Morgen des 06.05.2015 bei 26+2 SSW wurde bei einem Routine-Ultraschall
festgestellt, dass sich Wasser in meinem Bauchraum und in der Lunge
eingelagert hatte. Die Diagnose hieß HELLP-Syndrom, schwere
Schwangerschaftsvergiftung. Der Kaiserschnitt wurde für den nächsten Morgen
geplant.
Abends wurden aber dann die Werte von unserer Kleinsten, die sich als
starke Kämpferin entpuppte, schlechter und es wurde ein Notkaiserschnitt
unter Vollnarkose gemacht. Ich glaube, mein Gehirn hat sich an diesem Tag in
irgendeinen Schutzmodus umgestellt, denn ich war relativ ruhig und entspannt,
als es los ging. Ich fühlte mich sehr gut in der Klinik aufgehoben.
Als ich aus der Narkose aufwachte, war mein Mann bei mir. Er sagte, dass
alle drei Kinder auf der Frühchenstation versorgt werden. Somit war für mich
klar, dass alle drei Kinder leben – und ich war erstmal erleichtert.
Wie ging es den Kindern nach der Geburt?
Meine Zwerge kamen gegen 21.30 Uhr mit 780g (Sohn M.), 736g (Tochter
R.) und 460g (Tochter E.) auf die Welt und wurden sofort intensiv-medizinisch
versorgt. Alle mussten einmal reanimiert werden und konnten nicht
selbstständig atmen.
Die Ärzte waren sehr vorsichtig mit Prognosen. Bei so frühen und kleinen
Frühchen ist es fast unmöglich, genaue Prognosen zu machen, weil vieles auch
von den Kindern selbst und ein wenig vom Glück abhängt. Ich durfte die Kinder
am Abend des 07.05 – also ca. 24 Stunden nach der Entbindung – das erste Mal
sehen. Sie waren so winzig und dennoch so schön. Richtig zu begreifen, dass
das jetzt meine Kinder sind, fiel mir noch schwer. Den Kindern ging es zu
diesem Zeitpunkt sicherlich allen nicht gut, aber sie waren stabil und am
Leben.
Euer kleines Mädchen ist leider verstorben. Wann habt Ihr sie verloren?
Drei Tage nach der Entbindung hatten wir ein langes Gespräch mit dem
Kinderarzt. Er sagte uns, dass alle drei Kinder schwere Hirnblutungen
entwickelt hatten, man wisse nicht, wie diese sich entwickeln würden. An Tag
elf ging es unserer Tochter R. sehr schlecht, der Arzt sagte, dass sie die
Nacht voraussichtlich nicht überleben werde. Und falls doch, dann sei die
Prognose, dass R. mehrfach schwerstbehindert ist und sie keinerlei
Lebensqualität mehr habe.
Wir entschieden uns, unsere Kleine auf ihrem Weg zu begleiten, indem wir
sie zum Kuscheln aus dem Inkubator holten und sie nur noch die medizinische
Unterstützung bekam, die sie brauchte, um nicht zu leiden. Gegen 1:30Uhr am
18.05.2015 hörte ihr Herz auf zu schlagen. Ich durfte unseren kleinen Engel
selbst waschen und in ein sauberes Tuch wickeln. In dieser Nacht hatten mein
Mann und ich das erste und einzige Mal mit unserer Tochter kuscheln
können.
Kannst Du beschreiben, wie Ihr Euch da gefühlt habt – auf der einen Seite
die Trauer und das Kind, aber auch stark sein müssen für die anderen beiden?
Meine Gefühle in den Stunden, in denen wir die kleine Maus verabschiedet
haben, sind bei mir emotional wie ein schwarzer Fleck in der Erinnerung. Ich
weiß nicht, was ich gefühlt habe. Ich habe funktioniert und versucht, ihr
soviel Liebe wie nur möglich mit auf ihren Weg zu geben.
Die Zeit danach war ein Auf und Ab. Einerseits verspürten wir unbändige Trauer
über den Verlust und zugleich waren da diese zwei anderen winzigen Babys, die
uns brauchten. Die beiden kämpften und jeden Tag mussten wir für sie
Entscheidungen treffen – und nebenbei musste die Trauerfeier und die
Beisetzung geplant werden. Ich kann heute sagen, dass ich durch den Verlust
von R. unsere anderen beiden Drillingskinder mit allen Problemen und
Besonderheiten, die sie haben, noch mehr als Geschenk sehe. Es ist nicht
selbstverständlich, dass sie leben!
Wie lange mussten die beiden Kinder noch im KH bleiben?
Wir waren insgesamt fast das komplette erste halbe Jahr stationär in der
Klinik. Unsere Tochter E. musste mit nur 700g für eine Herz-OP in eine andere
Klinik gefahren werden. Beide Kinder entwickelten in Folge der Hirnblutungen
einen Hydrozephalus (umgangssprachlich aber nicht schön auch Wasserkopf
genannt). Das bedeutet, dass ihr Hirnwasser nicht mehr normal abfließen kann.
Da das Hirnwasser sich immer neu bildet entsteht ein Hirndruck, der zu
Schäden im Hirngewebe führt, wenn er zu hoch ist.
Um einen Hirndruck zu vermeiden wurde bei beiden Kindern eine
Rickham-Kapsel unter die Kopfhaut implantiert, von dieser geht ein Schlauch
in die Hirnkammern. Über die Kapsel haben die Ärzte jeden Tag 1-2-mal
überschüssiges Hirnwasser mit einer Spritze entnommen. Verstopft der Schlauch
oder kommt es zu einer Infektion, muss die Kapsel raus und neu gesetzt
werden. Mit 3kg sollten die Kinder dann einen sogenannten VP-Shunt bekommen.
Das ist ein Schlauch mit Ventil, der von den Hirnkammern in den Bauchraum
geht und das Hirnwasser dorthin ableitet. Von 460 und 780g zu 3000g ist es
ein weiter langer Weg! Unser Leben bestand aus Ultraschall, Monitorpiepen,
Wickeln mit winzigen Windeln, Physiotherapie, regelmäßigem Füttern über eine
Magensonde und später immer mehr mit der Flasche.
Wie ging es den Kindern?
Unser Sohn machte sich gut, sein erstes Fläschchen mit 5ml Inhalt trank er
mit Bravour – was, wie wir bei unserer Tochter sehen mussten, alles andere
als selbstverständlich war. Unsere Tochter lief uns dank Verschlucken bei
jeder Mahlzeit mehrfach blau an. Ihr nach dem Verschlucken zu helfen oder sie
einfach durch gezieltes Massieren ans Atmen zu erinnern, waren Dinge, die uns
in Fleisch und Blut übergegangen sind. Während unser Sohn dann Ende Oktober
heim durfte, weil seine erste Shunt-OP gleich erfolgreich war, funktionierte
der erste Shunt unserer Tochter für sie nicht wie er sollte. Nach einem
erneuten Hirndruck bekam sie einen neuen Shunt mit einem anderen Ventil.
Im November waren dann endlich beide Kinder Zuhause. Im Feb/März 2016 hatte
unser Sohn erneut eine Shunt-OP weil seiner nicht mehr richtig funktionierte.
Unsere Tochter wurde ebenfalls 2016 aber im Mai geplant nochmal am Shunt
operiert. Die OPs meiner Kinder hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon aufgehört
zu zählen….
Welche Einschränkungen haben die Kinder durch die Folgen der
Hirnblutung?
Unser Sohn ist körperlich und geistig entwicklungsverzögert. Mit seinen
4,5Jahren krabbelt er, kann sich an Möbeln hochziehen und auch daran entlang
laufen. Er hat einen Rollator für Kinder und kommt damit gut voran. An einer
Hand laufen klappt mittlerweile auch recht gut. Er spricht mittlerweile auch
ziemlich gut. Ohne seine Brille sieht er sehr schlecht, wäre in der Klinik
damals nicht gelasert worden dann wäre er erblindet.
Unsere Tochter kann sich kaum fortbewegen, ihre rechte Hand hat durch die
Hirnblutungen eine starke Spastik und sie kann sie kaum nutzen. Seit 3
Monaten schafft sie es, sich manchmal alleine hinzusetzen oder kommt in den
Vierfüßlerstand. Sie spricht nur etwa 10 Wörter, was es oft selbst für uns
Eltern schwer macht, zu wissen, was sie gerade möchte. E. hat auch eine
Magensonde und bekommt 90% ihres Essens darüber.
Wie würdest Du Eure beiden Großen beschreiben?
Es sind fröhliche, neugierige, besondere Kinder, die ihre Umwelt
verzaubern. Unsere Tochter hat dieses Funkeln in den Augen, das Kinder haben,
wenn sie wieder einen Streich aushecken. Ich glaube, wenn sie könnte, wie sie
wollte, dann müssten wir uns warm anziehen. Sie liebt vor allem ihren Papa
über alles und meistens weiß der auch am besten, was sie uns gerade mitteilen
will.
Unser Sohn ist ein kleiner Tüftler, er kann sich auch mal eine halbe Stunde
konzentriert mit den Rädern eines Spielzeugautos beschäftigen. Er ist ein
ziemlich empathisches Kind und merkt es sofort. wenn es jemandem in seiner
Umgebung nicht gut geht, oft weint er dann mit. Manchmal treibt er mich aber
auch in den Wahnsinn, er hat nämlich einen ausgewachsenen Schuhtick, das
heißt, er krabbelt hier ständig mit allen möglichen Schuhen an den Händen
durch die Bude.
Du bist dann nochmal schwanger geworden. Wie hast du diese Schwangerschaft
erlebt?
Die Schwangerschaft war eine freudige Überraschung, die aber natürlich auch
mit Sorgen verbunden war. Meine Blutwerte
wurden sehr oft getestet, um im Notfall eine Schwangerschaftsvergiftung
zeitnah zu erkennen. Mit dem Chefarzt der Frühchenstation hatte ich
ausgemacht, dass er mich vor der 30. SSW nicht sieht, das brachte ich als
Etappenziel. Als das geschafft war, fielen viele Sorgen von mir ab. Unsere
Tochter wurde reif geboren.
Wie bereichert Eure Kleinste Eure Familie?
Sie ist ein echtes Räuberkind und macht alles unsicher. Mit ihr dürfen wir
erfahren, wie der Alltag mit einem völlig gesunden Kind ist. Ich habe endlich
ein Kind, mit dem ich intensiv Bücher anschauen kann, mit den Großen ist das
aufgrund der Sehschwächen schwierig.
Sie streitet sich natürlich auch mit ihren Geschwistern. Aber sie ist auch
sehr fürsorglich. Wenn ihre große Schwester etwas braucht, läuft sie sofort
los und holt es. Oder sie sagt uns Bescheid, wenn die Nahrungspumpe piepst
und somit fertig ist. Das ist wirklich
sehr schön.
Ihr habt als Paar schwere Zeiten durchgestanden – was hat das mit Euch
gemacht?
Alles in allem hat es uns zusammengeschweißt, wir haben auch immer alle
Entscheidungen (z.B. für OPs ) gemeinsam getroffen. Aber es gab schon Phasen,
in denen wir uns vor lauter Problemen ein wenig verloren haben. Manchmal
zieht man sich dann in sein eigenes Schneckenhaus zurück. Alles in allem
haben wir uns aber immer wieder gefunden und solange die Gefühle von beiden
Seiten stimmen, ist alles gut.
Wie hast Du Dich durch all das verändert?
Ich habe das Leben mehr zu schätzen gelernt, ich bin unendlich dankbar für
das, was ich habe und ich weiß, das es nicht selbstverständlich ist. Manchmal
rege ich mich richtig auf, wenn Leute so unheimlich undankbar sind und immer
nur rumheulen, weil alles so schlimm ist
– statt aufzustehen und das beste aus der Situation zu
machen.
Ich bin in vielen Situationen selbstsicherer und es interessiert mich
weniger, was andere sagen oder denken. Ich habe gelernt, was es heißt, wenn
man als Mutter seine Kinder wie eine Löwin verteidigt. Ich muss aber auch
dazusagen, dass ich, als die Großen etwa 2 Jahre alt waren, eine
Psychotherapie gemacht habe, weil ich zu diesem Zeitpunkt unter Depressionen
litt. Diese Entscheidung habe ich nie bereut und es hat mir viel gebracht.
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Das alle meine Kinder irgendwann ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben
führen können.
|
Drillings-Mama: Ein Kind starb kurz nach der Geburt - über das Leben nach
dem Verlust | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/du-liebe-zeit-der-paarzeit-adventskalender-fuer-ein-besseres-beziehungs-klima |
Ihr Lieben, wir machen heut mal ein
kleines Experiment, ja? Nehmt euch doch bitte mal euer Handy zur Hand (falls
ihr das nicht eh grad zum Lesen dieses Textes nutzt) und schaut nach, welche
Worte ihr in den letzten SMS oder Whatsapp an euren Partner oder eure
Partnerin verwendet habt.
Und?
Ist da ein Herzchen dabei? Ein Kuss? Ein liebes Wort? Oder haben wir euch
erwischt und es ist wie bei uns einfach ein „bringst du nachher Brot mit?“
😉
Eltern werden, Paar bleiben
Wir alle, die wir Kinder haben, wissen, wie schwierig es manchmal sein
kann, die Beziehung nicht schleifen zu lassen. Da ist plötzlich so viel
Alltags-Organisation, weniger Zeit und Schlaf, die Nerven sind auch nicht
mehr die, die sie mal waren.
Eigentlich ein Zustand also, in dem man eher mehr als weniger Liebe
braucht. Mal ehrlich: Wie oft dachtet ihr nicht auch in letzter Zeit mal: ICH
WILL AUCH AUF DEN ARM und dass mich mal jemand drückt und mir sagt, dass
alles gut wird? Manchmal hilft es, dass dann auch einfach mal
auszusprechen.
Kannst du mich mal kurz in den Arm nehmen? Das war ganz schön anstrengend
heut mit den Kids.
Es sind diese kleinen Dinge und Gesten, die uns und unserer Beziehung
guttun. Mal eine Kuss-SMS schicken, wenn man aneinander denkt, einfach mal
aussprechen, wenn der oder die andere gut aussieht. Eine flüchtige
Handberührung, ein lieber Blick. Hach.
In der Theorie klingt das alles so gut. In der Praxis sprechen viele beim
endlich mal zweisamen Abendessen im Restaurant dann doch über die Kinder, Ist
ja auch schön! Sich auszutauschen, wie stolz man aufeinander und die
gemeinsamen Kleinen ist. Und trotzdem kann es guttun, auch mal auf neue
Themen gestoßen zu werden. Und genau DAS macht der Paarzeit-
Adventskalender.
Ein Adventskalender für mehr LIEBE und besseres KLIMA
Das Beste: Er macht nicht dick wie Süßigkeiten-Kalender. Er produziert
keinen Plastikmüll wie Spielzeug-Kalender. UND er schenkt euch Zeit zu zweit
und gute Themen! Ist das nicht toll?!
Der Adventskalender wird außerdem umweltfreundlich produziert. Die
Verantwortung fürs Verpacken übernehmen Menschen in Förderwerkstätten. Und
hinzu kommt auch noch: für jeden verkauften Adventskalender – er kostet 24
Euro für 24 Türchen – pflanzt das Unternehmen EINEN Baum.
Für jeden Kalender wird ein Baum gepflanzt!
Ein Adventskalender nicht nur für ein besseres Beziehungsklima…. 30.000
Bäumen konnten so bereits gepflanzt werden. Jahresziel: 50.000. Kriegen wir
das hin?
Zudem werden im Dezember pro gekaufter Paarzeit-Box 2 Euro an
Plant-for-the-Planet übergeben, um neben der Pflege der Bäume auch die
weltweite Ausbildung von Kindern zu Klimabotschaftern zu unterstützen.
Paarzeit-Kalender – was erwartet uns?
24 Tage lang kommt der Adventskalender mit einer Storycard daher. Mit einer
Klebefläche auf der Rückseite lassen sie sich einfach an eine Wand heften –
und danach ohne Rückstände wieder ablösen -, man kann die Karten aber auch
einfach in der Box lassen, je nachdem, wie ihr das schöner findet. Die Karten
beinhalten jeweils eine Begrüßung („Liebes Paar!“) und dann werden Fragen
oder Aufgaben gestellt.
Wenn du ganz spontan überlegst: Welcher schönste Moment mit deinem Partner
kommt dir als Erstes in den Sinn. Ich habe natürlich direkt mal nachgefragt
bei meinem Mann und er hatte SOFORT eine Szene im Kopf.
Gemeinsame Erinnerungen wiederbeleben
Nämlich die, als wir im deutschen WM-Sommer 2006 beim Public Viewing vor
dem Berliner Reichstag im Publikum stand, Deutschland gegen Schweden gewann
und ich nur wenige Tage vor der Entbindung unseres ersten Kindes stand. „Ich
glaub, ich habe noch nie so viel Glück auf einmal empfunden“, sagt er.
Ist das nicht schön? Sich gemeinsam an Zurückliegendes zu erinnern und sich
auf Bevorstehendes zu freuen? Es kostet nicht viel Zeit, bringt aber viele vielleicht
längst vergessene Emotionen hoch. Genau das macht diesen
Paarzeit-Adventskalender so besonders. Spread love and be happy!
|
Du LIEBE Zeit: Der Paarzeit-Adventskalender für ein besseres
(Beziehungs-) Klima | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eben-nicht-nur-ein-bisschen-bauchweh-frauke-ueber-ihr-leben-mit-zoeliakie |
Mein Name ist Frauke und auf den ersten Blick sieht man es uns auch gar
nicht an, aber meine kleine Tochter und ich sind krank. Wir haben Zöliakie –
eine Autoimmunerkrankung, die einen von 1.100 Menschen betrifft. Der
Leidensweg bis zur Diagnose ist lang und bringt einen lebenslangen Verzicht
mit sich.
Was ist Zöliakie? Unsere Körper reagieren auf Gluten, ein Klebereiweiß, das
in vielen Getreiden, wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel enthalten ist.
Gluten sorgt dafür, dass Brot, aber eben auch Erdbeertorte, Kekse oder sogar
Schokolade und Joghurt schön geschmeidig und fluffig werden.
Unsere Brote aus Mais-, Reis- oder Kartoffelmehl sind trocken, bröseln und
nerven vor allem meine Tochter. Backexperimente enden häufig in staubigen
Klumpen oder einem Plätzchenteig, der eine untrennbare Verbindung mit
Teigrolle und Arbeitsplatte eingeht.
Zöliakie heißt Verzicht
Der Verzicht ist das eine. Nach über zehn Jahren habe ich mich gut damit
arrangiert. In unserem Vier-Personen-Haushalt, in dem auch noch zwei Menschen
leben, die alles essen können, gibt es klare Regeln und wenig Gluten. Was das
Leben aber schwer macht, ist sich ständig erklären zu müssen, aufzupassen und
andere Menschen damit nicht vor den Kopf zu stoßen.
Häufig hören wir Bemerkungen wie „Ach, die paar Krümel, da passiert doch
nichts“ oder „Ist doch nicht so schlimm, wenn du jetzt ein bisschen Gluten
isst, stell dich nicht so an“, „Du bist aber pingelig“.
Gluten ist richtig gefährlich für uns
Ich weiß, dass hinter meinem Rücken über uns gelästert wird und ich für
einige Eltern die „verrückte Über-Mutti“ bin. Vor allem im Umgang mit anderen
Kindergarten-Eltern lernt man mit der Zeit, sich ein dickes Fell zuzulegen.
Unsere Krankheit ist eben nicht „einfach nur“ eine leichte Allergie oder
Unverträglichkeit, sondern es ist für uns tatsächlich gefährlich Gluten zu
essen. Kurzfristige Reaktionen sind Bauchschmerzen, Durchfälle oder Übelkeit
bis hin zu Erbrechen, meine Tochter wird motzig und müde. Essen wir
versehentlich Gluten, so dauert es Tage, bis sich unser Darm erholt und wir
uns wieder fit fühlen.
Langfristig gesehen schädigen wir mit Gluten unseren Darm, er kann keine
Nährstoffe mehr aufnehmen, wird anfälliger für andere Krankheiten und das
Krebsrisiko steigt. Zöliakie bringt häufig auch andere Krankheiten mit sich
wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen. Es sind eben nicht einfach nur
Bauchschmerzen.
Immer und immer wieder müssen wir uns erklären
Es ist anstrengend und nervt, sich immer wieder neu erklären zu müssen –
sei es im Büro, bei Meetings oder wenn die Tochter bei einer neuen
Kindergartenfreundin zum Geburtstag eingeladen wird. Ich kenne die Fragen,
die gestellt werden und bete fast schon mantramäßig die Antworten herunter:
Ja, das bleibt jetzt für immer. Nein, es ist keine Allergie. Dinkel ist nicht
glutenfrei. Nein, leider wirklich nicht. Es ist schlimm, dass deine Tante
keine Laktose verträgt, aber mit Milch hat das bei uns nichts zu tun. Und ja,
ein paar Krümel reichen schon, um mich krank zu machen. Die offizielle
Toleranzgrenze von Gluten in Lebensmitteln für Patienten mit Zöliakie liegt
übrigens bei zwei Milligramm pro 100 Gramm. Das ist wirklich nur ein
Krümel.
Gemein sind auch die vielen Fertigprodukte und Dinge in denen man kein
Gluten vermutet. So machte mein Vater sich vor zwei Jahren zu Weihnachten die
Mühe, den Rotkohl zur Gans selbst herzustellen. Gewürzt hatte er den Kohl mit
normaler Brühe. Mein ebenfalls betroffener Bruder und ich verbrachten danach
einige Stunden im Bad statt mit der Familie. Das ist doof und nervt – nicht
nur uns Betroffene, sondern auch die Menschen, die sich für uns Mühe geben
und vermeintlich glutenfrei kochen oder backen.
Jeder Restaurant-Besuch ist kompliziert
Wenn die Mutter der Kindergartenfreundin glutenfreie Muffins für unsere
Tochter backen möchte, dann ist das zwar total lieb gemeint, wir lehnen aber
trotzdem ab und ernten nicht immer Verständnis dafür.
Glutenfreie Produkte sollten eben nur in Schüsseln und Backformen gemacht
werden, die wirklich nur für Glutenfreies gedacht sind, da auch hier Spuren
zurückbleiben können. Der Mixer versprüht beim Anschalten häufig Mehlstaub –
der dann auf unseren Backwaren landet und diese „kontaminiert“. Benutzte
Holzbrettchen, Pfannen und Kochlöffel – all das sind Gefahrenquellen für uns.
Genauso wie ein Frühstück neben einem „Nicht-Zöli“. Beim Aufschneiden der
Brötchen fliegen die Krümel weit – und landen manchmal direkt auf unserem
Teller.
Restaurantbesuche werden häufig zum Spießroutenlauf, und ich bestelle mir
oft einfach nur einen Salat mit Essig und Öl, um Unfälle zu vermeiden. Zu oft
ging das schon schief und die vermeintlich glutenfreien Trüffelspaghetti
bescherten mir nach einem schönen Abend mit Freundinnen eine schlaflose
Nacht. Mc Donald’s, der Gourmet-Tempel aller anderen Vierjährigen, lässt
unsere Tochter kalt. Ihr Menü ist klein: Pommes und Eis ohne Soße. Das ist
auf Dauer nicht wirklich ein Highlight.
Das alles klingt jetzt vielleicht wirklich total kompliziert und
übertrieben und anfangs habe ich mich tatsächlich auch dafür geschämt und das
Risiko heruntergespielt. Aber, und ich wiederhole mich gern, zwei Milligramm
Gluten auf 100 Gramm reichen schon aus, um Beschwerden zu verursachen… und da
reicht dann schon ein verdammter Krümel beim Frühstück mit Freunden oder der
Familie.
Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, permanent auf uns und unsere
Gesundheit zu schauen. Wer es nicht versteht oder verstehen will, hat halt
Pech gehabt. Ich kann aber auch die andere Seite verstehen: Es muss
frustrierend sein, wenn man auf die besonderen Bedürfnisse der Freunde
eingehen möchte und dann trotzdem gefühlt alles falsch macht. Man hat es doch
nur gut gemeint. Hier hilft es auf jeden Fall, miteinander ins Gespräch zu
kommen, und die Sorgen und Ängste der Betroffenen ernst zu nehmen und zu
verstehen. Uns „Zölis“ macht es nichts aus, wenn wir den Kuchen oder unser
Essen zur Party selber mitbringen oder gemeinsam mit dem Gastgeber jeden
Schritt der Zubereitung detailliert durchgehen. Statt Pizza zu bestellen,
kann man ja auch prima gemeinsam glutenfreien Teig herstellen und belegen.
Und so ein Leben ganz ohne leckere Erdbeertorte hat auch schöne Seiten: Eine
große Schüssel selbstgepflückter Erdbeeren mit frischer Schlagsahne und
Vanilleeis ist im Hochsommer nur schwer zu toppen.
|
Eben nicht nur ein bisschen Bauchweh! Frauke über ihr Leben mit Zöliakie |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ehe-aus-ich-bin-ausgezogen-die-kinder-bleiben-beim-vater |
Liebe Ricarda, Du steckst gerade mitten in einer Trennung. Wie lange warst
du mit dem Vater Eurer beiden Kinder zusammen und wie würdest du eure
Beziehung beschreiben?
Mein Mann und ich sind seit 13 Jahren zusammen, seit 11 Jahren verheiratet.
In den ersten Jahren haben wir eine Fernbeziehung geführt, das war schön,
aber wie der andere im Alltag lebt, bekommt man da nicht mit.
Ich wurde schwanger und wir zogen gemeinsam nach Niedersachen in ein
idyllisches Bullerbü-Dorf. Für mich Berlinerin doch eine ganz schöne
Umstellung. Wir kauften ein Haus und bekamen ein zweites Kind. Heute sind
unsere Kinder 7 und 11 Jahre alt.
Irgendwann hat sich Eure Liebesbeziehung verändert – Ihr seid mehr und mehr
zur „Familien-WG“ geworden. Wann war das?
Umso älter die Kinder wurden, desto mehr Freiräume gab es wieder und ich
fühlte mich nicht mehr nur als Mutter. Ich bin ein sehr sozialer und
interessierter Mensch, liebe Kultur, Musik, Abende mit Freunden. Ich arbeite
als Lehrerin, bin nebenbei aber auch noch Musikerin. Darin gehe ich total auf
und fühle mich nicht nur als „Muttertier.“
Mein Mann ist da ganz anders. Er liebt die häuslichen Verpflichtungen, die
Konzentration und kuschelige Abgeschiedenheit nur mit unseren Kindern. Er
arbeitet gerne im Garten und braucht keinen großen Imput von außen.
Mein Mann sagte irgendwann mal: „Du bist gar nicht mehr die Frau, die ich
geheiratet habe.“ Da musste ich ihm sagen, dass ich eigentlich schon immer so
war, diese Leidenschaften nur nicht ausgelebt habe oder er sie einfach auch
nicht gesehen hat.
Wie ging es weiter?
Mein Mann ist eigentlich sehr loyal und ging zunächst mit mir in
Ausstellungen und Konzerte. Er tat das für mich – aber das Ganze gab ihm
selbst gar nichts. Er empfindet dafür einfach keine Leidenschaft. Und so
begann ich, gewisse Dinge mit meinem Freundeskreis – und ohne ihn – zu
unternehmen. Wenn ich nach Hause kam und ihm begeistert von meinen
Erlebnissen erzählen wollte, erzählte er wiederum. dass er den ganzen Abend
Stromanbieter verglichen hätte, um ein paar Euro zu sparen. Wir lebten
einfach in zwei Welten.
Wann wurde dir das noch bewusst?
Wenn mein Mann dienstlich unterwegs war, verbrachte er die Abende immer im
Hotelzimmer. Das konnte ich nie verstehen, hätte ich doch die Destination der
Reise nach Dienstschluss erkundet. Er ist hygge, ich bin hungrig.
Und so lebten wir uns mehr und mehr auseinander. Still, weitgehend
streitfrei, aber stetig. Dieser Prozess vollzog sich über 4 Jahren –
inklusive getrennter Schlafzimmer.
Wann und warum habt Ihr beschlossen, Euch dann räumlich zu verändern?
Ich sagte immer wieder, dass ich so nicht den Rest meines Lebens verbringen
will, dass ich von Partnerschaft und meiner Lebenszeit mehr erwarte als die
konservative Werbeclipfamilie. Ich schlug Paartherapie vor, Paarzeit,
Babysitter, Reanimation unseres Sexlebens. Aber er sah die Notwenigkeit
nicht. Seine Lebensziele waren erfüllt: wunderbare Kinder, Haus, Garten,
Hund, Frau, beruflichen Erfolg.
Irgendwann sagte ich ihm, dass wir ja als Paar schon lange getrennt seien
und dass daher eine räumliche Trennung durchaus auch sinnvoll wäre. Ich
favorisierte das Residenzmodell: Dass die Kinder also bei mir im Haus bleiben
und engen Kontakt zum Vater haben. Damit war mein Mann aber nicht
einverstanden.
Er war eher für das Wechselmodell, richtig?
Genau, er wollte, dass die Kinder im wöchentlichen Wechsel bei den Eltern
wohnen. Ich halte als Pädagogin und Mutter gar nichts vom Wechselmodell und
stimmte dem nicht zu.
Und weil ihr euch nicht einigen konntet, wurde es unschön…
Ja, mein Mann ließ zunächst alles von sich abprallen und nahm meine
Trennungsabsichten nicht so richtig ernst. Ich holte mir juristischen
Beistand, er auch. Und das ging nach hinten los. Die Anwälte traten eine
Lawine voller Drohungen und Verleumdungen los – es war eine schreckliche
Zeit. Schließlich sollte alles vor Gericht geklärt werden, aber die ständigen
Streitereien hatten mich so mürbe gemacht, dass ich den Prozess absagte. Ich
hatte keine Kraft für so eine Auseinandersetzung.
Und dann?
Tatsächlich rauften wir uns zusammen, fuhren sogar in den Urlaub,
beruhigten uns. Ja, es kehrte Frieden ein. Meinem Mann genügte dieses
WG-Leben, mir nicht. Ich will mehr und ich will meinen Kindern sowas auch
nicht vorleben. Ich versuchte also rational eine Lösung zu finden. Es gab
vier Wege:
Dem Wechselmodell zustimmen, hinter dem ich eigentlich nicht stehe. Einfach
so weiterlebenKraft sammeln für eine zweite juristische Auseinandersetzung.
Das wollte ich aber auch den Kindern nicht antun. Mich selbst bewegen und
ausziehen.
Schnell war mir klar, dass es auf Weg 4 hinauslaufen wird. Und das brach
mir das Herz. Ich weinte die ganze Zeit, aber mir war klar, dass mein Mann
ein toller Vater ist und er den Kindern in diesem Bullerbü-Haus eine stabile,
tolle Kindheit ermöglichen kann. Ich musste also loslassen.
Hast du mit deinem Mann über deine Gedanken gesprochen?
Nach einiger Zeit. Ich sagte: Was ist, wenn ich ausziehe? Wenn du hier im
Nest bleibst mit den Kindern und ich Euch sehr intensiv besuchen komme? Wenn
ich die Kinder dafür die gesamten Schulferien bei mir im Haushält wären – und
wir so etwa auf 50/50 kommen würden? Was ist, wenn es tatsächlich gut werden
würde? Wenn wir ein ganz individuelles, ungewöhnliches Familiennestingmodell
auf die Beine stellen – und das Leben damit gar kein Nachteil wäre für uns
alle? Wenn wir es schaffen, dass die Kinder gar nicht unter dem
Beziehungsabbruch leiden, wie bei anderen Trennungen? Wenn wir es schaffen,
dass wir Eltern die besten Freunde sind und bleiben? Wäre es nicht irre, wenn
uns heimlich all die unglücklichen Paare beneiden, weil wir ein Modell
gefunden haben, das mehr ermöglicht, als nur wegen der Kinder zu
stagnieren?
Der Gedanke machte meinen Mann ziemlich glücklich und mich auch. Er war
sehr dankbar, dass ich so einen unkonventionellen Gedanken hatte. Und dann
machen wir uns gemeinsam auf die Suche nach einer Wohnung für mich. Wir weinten
zusammen, planten und sortierten Gedanken und Finanzen. Unser Weg stand nun
fest.
Wie fühlte sich diese Entscheidung an?
Loslassen tut mir unheimlich weh. Mein Sohn hatte gerade Geburtstag. Mein
Mann und ich bereiteten wie immer den Kuchen und Geburtstagstisch gemeinsam
vor. Ich wusste, dass ich das auch im nächsten Jahr mit ihm tun würde, aber
es wäre anders. Denn ich würde nicht mehr da wohnen. Ich saß mit Tränen in
den Augen beim Geburtstagskaffee. Und solche Situationen gibt es ja ständig.
Ich fragte mich, ob sich die Beziehung zu den Kindern verändern würde, wenn
ich nicht mehr 24/7 da bin.
Und dennoch: An manchen Tagen empfinde ich Vorfreude auf mein neues Leben,
auf Freiheit und Ausbrechen aus dem Käfig. Dann fühlt es sich wieder an, als
würde ich mich auf eine vollbefahrene Autobahn stellen, wissend, dass ich
überfahren werden könnte. Ich versuche alle Gefühle einfach zuzulassen, denn
insgesamt fühlt sich der Weg richtig an.
Wie habt ihr all das den Kindern mitgeteilt und wie haben sie
reagiert?
Den Kindern haben wir es an einem entspannten Sonntagmorgen gesagt. Ich
habe mir die Worte genau zurechtgelegt. „Es gibt neue Entwicklungen im Leben,
die einem zunächst Angst machen, sich aber hinterher als gut herausstellen.
So war es als ihr eingeschult wurdet oder schwimmen gelernt habt. Nun gibt es
in unserer Familie eine Veränderung, die euch vielleicht Angst macht oder
traurig, aber Papa und ich sind sicher, dass es gut werden wird. Habt
Vertrauen in uns.“
Und dann haben wir vom neuen Mamahause und dem Papahause, dem Nest,
erzählt. Und dass ich die Spatzenmama bin, die sich im Nest um die
Vogelkinder kümmert, manchmal wegfliegt, aber immer zurückkommt. Im
Anschluss haben wir das neue Haus gemeinsam besichtigt und einen fröhlichen
Spaziergang im Standort gemacht. Die Kinder waren aufgeregt, fanden den
Gedanken mehr spannend als beängstigend. Das lag sicher daran, dass wir die
Nachricht gemeinsam angstfrei und übereinstimmend überbracht haben und dass
wir sie als Ergebnis, nicht als Diskursoption vermittelt haben. Kinder können
derartige Dinge nicht selbst entscheiden, es würde sie überfordern und in
emotionale Konflikte bringen.
Momenten sind sie emotional stabil, suchen Möbel für ihre Zimmer aus, der
Große googelt Freizeitangebote in der Umgebung vom Mamahause. Sie sehen, dass
mein Mann und ich in den letzten Monaten sehr freundschaftlich miteinander
umgehen und wir als Familie einen besseren Zusammenhalt haben als
zuvor.
Für enge Freunde haben wir einen Brief geschrieben, der u.a. den genauen
Wortlaut an die Kinder wiedergibt. Wir erhoffen uns damit sensiblen Umgang
mit den Kindern und uns, nach Möglichkeit Beistand und Unterstützung, wenn
wir sie brauchen, aber auch Vorbeugen von Fragen, die unbedacht an die Kinder
gerichtet werden könnten.
Wie sieht die aktuelle Regelung aus ?
Ich ziehe im Dezember ins neue Haus und werde ab dann 3 von 5 Wochentagen
im Nest sein. Sollte es erforderlich sein, schlafe ich auch dort. Wir richten
für mich im Untergeschoss ein Schlafzimmer mit Bad ein. So kann ich die
„Familienlogistik“ nahezu weiterführen wie gewohnt: Abholen von den Schulen,
Hobbys und Hausaufgaben der Kinder, ins Bett bringen. Mein neues Haus ist 30
Minuten entfernt. Ich werde auch spontan ins Nest fahren können, sollten die
Kinder mich brauchen oder ich sie.
Da mein Mann beruflich viel verreist, verbringe ich diese Zeiten im Haus.
An den Wochenenden wechseln wir uns ab, berücksichtigen aber die sozialen
Aktivitäten der Kinder, die hier im Dorf an Wochenenden stattfinden
(Kinderfeuerwehr, Waldkindergruppe). Die Ferien werden die Kinder
hauptsächlich bei mir verbringen. Da ich Lehrerin bin, kann ich das ohnehin
besser einrichten.
Wie sind Freunde/Bekannte mit dieser neuen Situation umgegangen? Gab
es auch mal Bashing?
Die meisten Freunde sind betroffen und erstaunt. Viele bieten mir Gesellschaft
an, wenn ich mich einsam fühle. Die werde ich brauchen! Ein paar Freunde
werden uns familienlogistisch sicher unterstützen. Es gibt ein tolles Netz im
Dorf.
Es gibt aber einen Satz, den ich natürlich immer wieder höre: „Ok, ABER ich
könnte es nicht.“ Ich hasse diesen
Satz. Er impliziert für mich, dass irgendwas nicht mit mir, uns stimmt.
Wir müssen in diesen Schuhen gehen! ICH! Es ist unser Weg und meine Schuhe.
Und da ist dieser Satz wenig hilfreich.
Es gibt auch wenige Stimmen, die mich als rabenmütterliche Egoistin
darstellen, die ihre Kinder im Stich lässt. Ich habe schon gehört:“ Wie
kannst du einschlafen, wenn du weißt, dass deine Kinder denken, dass du sie
verlassen hast. Du fügst ihnen ein lebenslanges Trauma zu, spar schon mal für
den Therapeuten. Keine richtige Mutter geht ohne ihre Kinder.“ Und auch: „Du
willst dich doch nur selbst verwirklichen. Der arme Mann, der nun allein mit
den Kindern ist. Du solltest dich darauf besinnen, was deine Rolle ist als
Mutter. Deine Ansprüche an Leben und Partnerschaft sind nur Resultat deiner
verwöhnten Privilegiertheit: Die meisten Ehen laufen so wie deine. Hör auf zu
denken, du würdest in einem Walt Disney Film leben.“
Was machen solche Kommentare mit dir?
Mir tut das unheimlich weh. Ich bitte jeden bei seiner Bewertung gewiss zu
sein, dass dieser Weg nicht leichtfertig oder aus einem Kurzschluss heraus
entschieden wurde. Keiner hat das Recht, diese jahrelange Entwicklung mit
einem unreflektierten Satz zu denunzieren.
Es ist völlig selbstverständlich, dass Väter eine Familie verlassen, wenn eine Ehe auseinander geht. Mütter
werden verurteilt.
Was wünscht Du Dir für Eure Zukunft?
Ich wünsche mir nichts mehr, als dass meine Kinder glücklich sind. Dass wir
es schaffen so gute Eltern zu sein, wie sie es verdienen. Unsere Kinder sollen sich nie von mir
verlassen fühlen.
Eines Tages wird es sicher neue Partner in unseren Leben geben. Dann muss
man sicher hier und da nachjustieren und das macht mir etwas Sorge. Wir haben
darüber gesprochen was ist, wenn eine neue Freundin unser Modell ablehnt.
Mein Mann sagte, dann sei sie die falsche Frau. Das sei unsere Familie, unser
Modell. Und das sei etwas, was immer bleibt. Mein Mann ist im positiven und
manchmal auch negativen Sinne unglaublich beständig. Das gilt auch für seine
Worte und Entscheidungen. Ich wünsche ihm tatsächlich eine neue Frau an
seiner Seite, die ihn mehr zu schätzen weiß als ich.
Und für mich hoffe ich, dass ich nie einschlafen muss mit dem Gedanken
einen Fehler gemacht zu haben. Und dass viele liebe Menschen einen guten
Gedanken, ein gutes Wort oder einen guten Wein für mich haben.
|
Ehe-Aus: Ich bin ausgezogen, die Kinder bleiben beim Vater | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ehe-nicht-fuer-mich-ich-kann-mich-einfach-nicht-so-gut-verlieben |
Ihr Lieben, unsere Leserin
Nina kann sich nicht vorstellen jemals zu heiraten. Wenn überhaupt, dann
würde sie es nur aus Vernunftgründen tun. Das war aber bislang noch nicht
nötig. Hier erzählt sie uns von ihren Gedanken:
Liebe Nina, du warst noch nie verheiratet und kannst dir auch nicht
vorstellen, das je zu tun. Warum?
Liebe Lisa, ich hatte bisher zwei sehr lange Beziehungen. Aus der letzten
Beziehung stammt mein Sohn, damals hätte ich JA gesagt, wenn ich gefragt
worden wäre. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen über eine Ehe
nachzudenken. Diese zwei Beziehungen haben meine Meinung zur Liebe nachhaltig
geprägt.
Hast du denn generell Schwierigkeiten dich zu verlieben?
Ja, das habe ich. Jemanden toll finden ist einfach, aber zum Verlieben
gehört mehr dazu als ein paar Schmetterlinge im Bauch. In meiner jetzigen
Situation ist verlieben für mich ausgeschlossen, ich glaube, ich würde es nie
mehr so weit kommen lassen. Verliebt sein bedeutet verletzbar sein.
Nun sagst du, eine Vernunftehe – also eine Ehe ohne Liebe – wäre die
einzige Form der Ehe, die für dich in Frage käme. Wie meinst du das?
Ich würde das Pferd nur noch von hinten aufzäumen. Man muss zu vielen
Themen die gleiche Meinung haben. Ähnliche Vorstellungen von Familie und sich
vertrauen können. Zuverlässig sein und Achtung vor dem anderen haben. Das
fehlt heute, meiner Erfahrung nach, in sehr vielen Beziehungen. Die Liebe
oder das verliebt sein macht oft blind für wichtige Aspekte in einer
Beziehung. Man übersieht gerne Unstimmigkeiten und Probleme – die
später, in einer Ehe und vielleicht dann sogar mit Kindern, fatale Folgen
haben können.
Glaubst du, dass ein Zusammenleben ohne Liebe einfacher ist?
Ja, man wird so nicht so leicht verletzt. Wenn wir verletzt sind, zahlen
wir dies oft dem Partner heim und so entsteht ein Teufelskreis aus dem viele
Paare nicht herauskommen. In einer Beziehung und/oder Ehe, die auf Vernunft
basiert, agiert man weniger emotional und lässt sich nicht von Gefühlen,
sondern vom Verstand lenken. Dieser ist rational, Gefühle dagegen
emotional.
Gibt es in deiner Vergangenheit eine Enttäuschung, die sich der Liebe
gegenüber zu skeptisch werden lässt?
Eine große und ein paar kleinere. Meine letzte Beziehung ging in Juni 2016
auseinander. Mein Sohn und ich leben seitdem alleine. Ich war verletzt,
gedemütigt, enttäuscht und stand, auch finanziell, mit fast nichts mehr da.
Wie ein Mensch dem anderen so etwas antun, kann lässt mich nun skeptisch
sein, wenn jemand anderes von Liebe redet. Wenn ich liebe, dann doch ohne
Wenn und Aber.
Nun hast du einen Sohn. Hast du noch Kontakt zu seinem Vater?
Ja, und trotz unschöner Gründe der Trennung sehr guten Kontakt sogar. Es
geht schließlich um unser Kind. Nichts meins, nichts seins, sondern UNSER
Kind. Unser Sohn ist das Wichtigste in meinem Leben und dafür bin ich bereit
jedes "Opfer" zu bringen. Wir verbringen Feiertage, Geburtstage und
manchmal die Freizeit zusammen. Unser Sohn ist erst 6 Jahre alt und er soll
erleben, dass wir weiterhin seine Eltern sind, auch wenn wir getrennt sind.
Ja, ich muss manchmal die Faust in der Tasche machen und finde auch nicht alles
immer toll, aber wenn es zu Gunsten des Kindes geht bin dazu fähig.
Würdest du sagen, du bist einfach nicht so der Beziehungsmensch?
Ja, absolut. Mir wurde der Glaube daran genommen, dass ich den Menschen
finde, zu dem ich passe. Es gibt Momente, in denen ich sehr traurig bin, dass
mein Traum von einer Kernfamilie geplatzt ist. Aber dann sehe ich mein
wunderbares Kind an und erkenne wie schön unser Leben zu zweit ist.
Wie sähe für Dich die perfekte Situation für deine kleine Familie
aus?
Wir wohnen schon im ländlichen Teil einer Großstadt mitten im Ruhrgebiet.
Das ist schön, um uns herum sind Kühe und Pferde und ums Eck ist die
Autobahn, um überall hin zu kommen. Hier möchte ich unbedingt bleiben. Mein
Traum wäre ein großes Haus zusammen mit der ganzen Familie. Onkel, Tanten,
Cousin und Patenkinder, das wäre wahnsinnig toll!
Foto: pixabay
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Ehe? Nicht für mich! Ich kann mich einfach nicht so gut verlieben | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ehe-turbulenzen-fremdgehen-schluss-machen-und-dann-die-ganz-grosse-liebe |
Ihr Lieben, wir sind so dankbar, dass Ihr uns aus Eurem Leben erzählt. Es
gibt so viele Wege, manche sind holpriger als andere. Sabrina hat vor zwei
Jahren einen Mann kennengelernt, der ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt
hat. Bitte lest dieses Interview bis zum Ende durch – und denkt daran, dass
Sabrina Eure Kommentare mitliest. Wir danken Sabrina für ihre Offenheit und
dieses Interview.
Liebe Sabrina, vor zwei Jahren hast du dich in einen neuen Mann verliebt.
Erzähl mal, in was für Lebensumständen du damals warst.
Ich war damals, wie ich dachte, recht glücklich. Mit meinem Mann war ich
schon 12 Jahre verheiratet, er war meine Jugendliebe und wir waren 25, als
wir geheiratet haben. Es folgte eine turbulente Zeit, geprägt von
Kinderwunschbehandlungen und meiner Brustkrebserkrankung mit 34 Jahren. Aber
vor zwei Jahren sah alles wieder tipptopp aus, nach dem langem Kinderwunsch
hatten wir zwei tolle gesunde Kinder, wir waren in mein Traumhaus gezogen und
ich war wieder gesund. Was sollte da schon noch schief gehen?
Das hört sich eigentlich sehr gut an…
Natürlich gab es aber auch Momente in meiner Ehe, die mich genervt haben,
z.B. dass wir so unterschiedlich waren. Er immer in Action, ich wollte auch
mal zuhause sein. Generell waren wir in einigen Bereichen nicht richtig
kompatibel, im Laufe der Jahre habe ich mich ihm immer mehr angepasst und
irgendwie hat er immer den Ton angegeben. Ich hielt das für normal,
Beziehungen erfordern halt Kompromisse, dachte ich. Dass ich offenbar meine
Bedürfnisse ziemlich lange unterdrückt hatte, wurde mir erst klar, als dieser
neue Mann in mein Leben trat. Der mich sah wie ich bin, mich so ließ wie ich
bin und ich plötzlich merkte ich, wie entspannt sich eine Beziehung auch
anfühlen kann.
Wo hast du den Mann kennen gelernt und wie waren seine
Lebensumstände?
Nach meiner Erkrankung bin ich beruflich neu durchgestartet und so lernte
ich auch neue Menschen kennen. Ich brauchte Hilfe bei einem IT-Problem und
mir wurde jemand empfohlen, der mir helfen sollte. Schon beim ersten Treffen
war es irgendwie nett, wir hatten einen ähnlichen Humor, das Unterhalten
machte Spaß. Trotzdem hatte ich da noch keine Ahnung, was passieren würde.
Wir schrieben uns schnell mehr als notwendig und irgendwann verabredeten
wir uns zum Mittagessen. Ganz harmlos. Er wusste von meiner Ehe und meinen
Kindern und auch er hatte eine Beziehung. Wir verabredeten uns häufiger und
eines Tages ergab es sich: Wir landeten zusammen im Bett.
Trotzdem war klar: Mehr wird daraus nicht. Lass uns doch gute Freunde
werden, dachte ich. Es war Sommer, ich fuhr mit meiner Familie in den Urlaub
und wollte entspannen. Trotzdem schrieben wir uns jeden Tag. Eines Tages
erfuhr ich dabei, dass seine Freundin im 6. Monat schwanger war. Diesen
Umstand hatte er bisher nie erwähnt. Für mich brach plötzlich eine Welt
zusammen und ich wusste nicht warum. Heulend saß ich in der Ferienwohnung und
fragte mich wieso. Ich war total verwirrt, er auch. Nach meinem Urlaub wollte
er mich sehen, wir verabredeten uns und ich war so aufgeregt wie lange nicht
mehr in meinem Leben. Er stand vor mir und gestand mir, dass es ihm ähnlich
ging. Und ab da gab es irgendwie kein Halten mehr.
Keine einfachen Voraussetzungen. Wie ging es Euch dabei?
Es begann ein unglaubliches Auf und Ab. Wir haben uns in kürzester Zeit so
heftig ineinander verliebt, dass wir jede mögliche Sekunde genutzt haben uns
zu sehen – und wenn es nur 5 Minuten auf irgendeinem Supermarktparkplatz
waren. Und jedes Mal haben wir uns angeschaut und gefragt: Was machen wir
hier eigentlich? Aber wir konnten es nicht aufhalten. Es war, als hätten wir
uns gesucht und gefunden. Als wäre da meine fehlende zweite Hälfte plötzlich
aufgetaucht. Wir nahmen uns mit durch den Tag, schickten uns tausende Bilder
von Dingen die wir gerade taten, um den anderen immer dabei zu haben. Es war
eine wahnsinnig intensive Zeit.
Gleichzeitig hatte ich ein riesiges schlechtes Gewissen meiner Familie
gegenüber und auch seiner Freundin. Ihm ging es natürlich ähnlich. Dass sie
schwanger war, machte alles nur noch schlimmer. Hunderte Male wollten wir es
beenden, jedes Mal konnten wir die Funkstille nicht mal einen halben Tag
ertragen. Der Tiefpunkt kam, als er aus Druck von Freundin und Familie
eingewilligt hatte, noch schnell vor der Geburt seines Kindes zu heiraten. Er
heiratete also im kleinen Kreis, ein paar Wochen später kam das Kind zur
Welt. Wenn wir uns sahen, haben wir beide nur noch geheult. Der Zauber des
Anfangs war der absoluten Katastrophe gewichen. Jeder gefangen in seiner Welt
und wir wussten nicht mehr ein noch aus.
Hat dein Mann in dieser Zeit gespürt, dass du dich veränderst?
Am Anfang noch nicht, ich hatte eine Zeit lang einfach wahnsinnig gute
Laune. Ich war ja total beflügelt von meinen Schmetterlingen im Bauch.
Irgendwann kippte das natürlich. Ihm fiel auf, wie viel ich am Handy hing,
dass ich lange Termine irgendwo hatte, die ich ihm nicht näher erläuterte. Er
fragte, was los sei. Ich wiegelte ab. Dann kam die Phase, in der ich immer
verzweifelter wurde. Jeder Tag in meinem normalen Familienalltag kam mir vor
wie ein falscher Film. Ich hörte niemandem mehr richtig zu, meinen
Freundinnen nicht, meinen Kindern nicht, meinem Mann schon gar nicht.
Ich vergaß Termine, hatte schlechte Laune und saß immer öfter heimlich
heulend im Bad. Wir fingen an uns zu streiten. Ich hatte ja zwischenzeitlich
erkannt, was mir in meiner Beziehung fehlte und dachte, wenn ich ihm das
sage, dann haben wir vielleicht noch eine Chance. Vielleicht kann ich auch in
meiner Ehe wieder glücklich werden. Ich habe es dann versucht, aber er
verstand nicht, was ich ihm sagen wollte und bügelte mich mit einem „Du
spinnst doch“ ab. Im Grunde war das dann der endgültige Todesstoß für meine
Ehe.
Wann habt Ihr beschlossen, dass es so nicht weiter geht und Ihr die Karten
auf den Tisch legen müsst?
Als das Kind von meinem jetzigen Freund geboren wurde, ging er einen Monat
in Elternzeit. Das bedeutete, dass wir uns nun noch weniger sahen als vorher.
Zusätzlich stand Weihnachten vor der Tür. Wir sahen uns wochenlang nicht und
drehten fast durch. In dieser Zeit habe ich einen Entschluss gefasst.
Nämlich, dass es so einfach nicht weiter geht, wenn ich irgendwann mal wieder
„normal“ leben will. Ich konnte nicht mehr denken, nicht mehr essen, nicht
mehr arbeiten. Ich hatte ständig viel zu hohen Puls und konnte nicht mehr
schlafen. Mir ging es so schlecht in der Situation, dass ich zum ersten Mal
wirklich bereit war alles zu beenden. Ich war einfach total am Ende.
Auch ihm ging es zunehmend schlecht. Er nahm immer mehr ab und die Stimmung
bei ihm zuhause war ähnlich im Keller wie bei mir. Darum habe ich ihm ein
Ultimatum gesetzt. Ich habe ihm ein Datum genannt, bis zu dem er sich
entscheiden sollte, wie er in Zukunft leben will und wenn er sich gegen mich
entscheidet, dann würde ich das akzeptieren. Aber dann wäre es auch endgültig
vorbei. Seine Entscheidung fiel schnell. Er wollte mich. Ich hatte meine
Entscheidung schon vorher getroffen: Ich wollte ihn.
Wie hast du es deiner Familie gesagt und wie waren die Reaktionen?
Kurz nachdem wir diese endgültige Entscheidung getroffen hatten, bat mich
mein Mann zu einem Gespräch. Wir hatten mal wieder heftig gestritten. Wir
redeten eine Weile um den heißen Brei und irgendwann hat er einfach gefragt,
ob ich ein Geheimnis vor ihm hätte. Und dann brach es aus mir heraus. Ich gab
alles zu, erzählte von den letzten Monaten. Es war eine richtige Befreiung.
Ich glaube, mein Mann hat es zwar geahnt, aber dass es dann weit mehr als nur
eine harmlose Affäre war, die da zutage kam, das hat ihn umgehauen.
Er war wahnsinnig verletzt und hat sofort alle unsere Freunde und die ganze
Familie informiert, ohne dass ich es wusste. Meine Mutter hat daraufhin z.B.
mehrere Wochen nicht mit mir gesprochen. Wir haben noch ein paar furchtbare
Tage zusammen in unserem Haus verbracht und dann bin ich erstmal zu meiner
Schwester ins Gästezimmer gezogen.
Wie haben die Kinder es aufgenommen?
Sie waren zu dem Zeitpunkt 4 und 5 Jahre alt. Ich konnte eigentlich kaum sprechen,
als wir es ihnen gesagt haben. Ich habe nur geweint. Dass Mama einen Freund
hat, haben wir nicht erzählt, nur dass wir uns trennen werden und ich
ausziehe. Meine Kinder haben es ganz tapfer hingenommen und nur gesagt:
Achso, dann haben wir jetzt zwei Zuhause? Sie hatten zum dem Zeitpunkt schon
einige Freunde mit getrennten Eltern, daher fanden sie es wohl im ersten
Augenblick gar nicht so ungewöhnlich. Natürlich haben sie hinterher auch
immer mal wieder Fragen gestellt, wir haben immer versucht es so kindgerecht
wie möglich zu verpacken und zu betonen, dass wir immer noch zusammen Mama
und Papa sind, aber eben kein Paar mehr.
Ein paar Tage nach meiner Offenbarung hat auch mein Freund dann zuhause
alles gesagt und ist erstmal zu seinem Bruder gezogen. Das Drama war
natürlich nicht minder klein. Seine Frau, seine Eltern, keiner hat die Welt
mehr verstanden. Kaum 4 Monate waren die beiden verheiratet, seine Tochter
etwas über ein Vierteljahr erst alt.
Wie lebt Ihr heute?
Wir sind dann relativ schnell zusammengezogen in eine kleine Wohnung. Wir
haben beide fast alles zurückgelassen und kamen uns erstmal wieder vor wie
Studenten mit erstem eigenem Hausstand. Mit meinem Mann habe ich mich sehr
zeitnah auf einen Wochenwechsel geeinigt, den wir bis heute durchziehen. 7
Tage Mama, 7 Tage Papa. Wir kommen alle damit sehr gut klar.
Die Frau von meinem Freund hat erstmal ein Kontaktverbot zwischen mir und
ihrer Tochter ausgesprochen. Wir haben uns dem gefügt, um das Drama nicht
noch mehr zu befeuern. Zum Glück durfte er seine Tochter regelmäßig sehen,
wenn auch erstmal nur in kleinen Zeitfenstern. Kurz vor ihrem ersten Geburtstag
durfte ich sie dann auch endlich kennenlernen. Mittlerweile ist die Kleine
über 2 Jahre alt und verbringt 2 Nachmittage die Woche bei uns, sowie jedes
zweite Wochenende komplett. In der Zwischenzeit sind wir auch noch mal
umgezogen. Wir bewohnen jetzt ein kleines Haus auf dem Grundstück der Familie
meines Freundes und wohnen nun quasi Tür an Tür mit meinen neuen
Schwiegereltern, sowie seinem Bruder und dessen Frau.
Nach dem ersten Schock wurde ich tatsächlich gut aufgenommen in seine
Familie und meine Kinder haben nun ein weiteres Paar Großeltern, eine neue
Tante, einen neuen Onkel und im Grunde auch eine kleine Schwester.
Wie geht es euren Ex-Partnern?
Mein Mann hat sich nur eine Woche nach meinem Auszug bereits mit allerlei
Dates getroffen. Man hätte fast meinen können, er hatte nur drauf gewartet
wieder frei zu sein. Vielleicht war es aber auch einfach eine
Kurzschlussreaktion, um sein verletztes Ego aufzupolieren. Nach etwas
Austoben hat auch er nun ebenfalls eine neue feste Partnerin. Die Kinder
mögen sie, mein Mann ist wieder glücklich und damit ein ausgeglichener Vater,
das ist für mich die Hauptsache.
Mein Freund und seine Frau haben mittlerweile auch eine gute Ebene
gefunden, die gemeinsame Tochter so aufzuziehen, dass sie auf kein Elternteil
verzichten muss, obwohl sie kein Paar mehr sind.
Kennengelernt haben sich aber mittlerweile weder mein Mann und mein Freund,
noch ich und seine Frau. Da sind die Wunden einfach noch zu tief.
Rückblickend: Was war das Schwerste in der ganzen Zeit und warum hat es
sich trotzdem gelohnt?
Die Zeit, nachdem der Zauber des Anfangs verflogen war und wir nicht
wussten, wie es weitergehen soll, war definitiv sehr schwer und belastend.
Ich hatte ständig ein so lautes „Das macht man nicht!“ und gleichzeitig ein
„Ich liebe diesen Mann aber so sehr!“ im Kopf, dass es mich fast wahnsinnig
gemacht hat. Dazu diese Geheimnisse vor allen und jedem.
Richtig schwer war aber auch die Zeit, nachdem wir allen alles gesagt
hatten. Erstmal haben natürlich alle nur die armen betrogenen Partner
gesehen. Ich hatte nicht nur meine eigene Familie zerstört, sondern
zusätzlich noch eine weitere junge Familie kaputt gemacht. Dass aber BEIDE
alten Beziehungen zerbrochen sind, weil da Menschen in Verbindungen gelebt
haben, in den Bedürfnisse nicht gesehen, nicht gehört und nicht erfüllt
wurden und darum überhaupt so viel Nährboden für diese neue Liebe da war, das
haben viele erst verstanden, als sie mir mal zugehört haben.
Zum Glück haben mir viele zugehört. Einige Freundschaften sind trotzdem
zerbrochen und in der Familie meines Freundes gibt es tatsächlich Verwandte,
die bis heute nicht mehr mit ihm sprechen und mich auch nicht kennenlernen
wollen.
Außerdem war natürlich schwierig, dass wir von einer Beziehung, die bisher
aus kleinen Zeitfenstern und sehr viel Nachrichten schreiben bestand,
plötzlich in der Situation waren, dass wir von jetzt auf gleich einen
gemeinsamen Alltag mit zusätzlich 2-3 Kindern hatten. In Kombination mit den
Dramen, die wir parallel anfangs mit unseren Ex-Partnern hatten, war es da
manchmal doch auch eine Herausforderung, uns beide nicht aus den Augen zu
verlieren. Im ersten Jahr gab es durchaus die ein oder andere Situation, in
der ich dachte, wir scheitern jetzt. Zum Glück hat sich mittlerweile das
meiste Drama in Luft aufgelöst.
Es war also die richtige Entscheidung?
Ja, ich bin jeden Tag aufs Neue froh, dass ich mich so entschieden habe.
Dass wir den Mut hatten, uns für das Glück zu entscheiden. Entgegen aller
Zweifel, entgegen aller Kritik und Wiederstände. Ich war in meinem ganzen
Leben noch nie so glücklich. Wir haben eine so innige, aufrichtige Beziehung
miteinander.
Wir ticken so gleich, ergänzen uns an den richtigen Stellen. Ich habe nie
vorher einen Mann getroffen, der mir das Gefühl gibt, dass ich genau so
richtig bin, wie ich bin. Wir begegnen uns auf Augenhöhe. Ich habe mich
außerdem nie zuvor so schön gefühlt. Ich habe z.B. durch meine
Krebserkrankung sehr viele Narben und musste mir die Brüste neu aufbauen
lassen, was nicht an allen Stellen gut aussieht. Das hat meinen Freund nie
gestört. Er schaut mich jeden Tag auf eine Art und Weise an, die mir das Herz
aufgehen lässt. Er bringt das Beste in mir zum Vorschein, anstatt mich
kleiner zu machen. Er strahlt eine so tolle Ruhe aus, die mir einfach nur
guttut. Ich fühle mich angekommen.
In meiner Rolle als Mutter hat mich lange Zeit ein schlechtes Gewissen
begleitet. Ich habe mich gefragt, ob ich das meinen Kindern antun kann. Ob
ich mein Glück über ihres stellen kann. Ich bin aber mittlerweile zu dem
Entschluss gekommen, dass ich nur eine gute Mutter sein kann, wenn ich
glücklich bin. Und dass glückliche Kindheit nicht zwingend mit einer
klassischen Kernfamilie einhergehen muss. Meine Kinder haben meinen Freund
glücklicherweise als Bezugsperson von Anfang an akzeptiert und sind total
happy mit der Erweiterung unserer Familie um die neue Schwiegerfamilie und
die kleine Schwester. Meine Kinder haben ein gutes Gespür für mich. Bin ich
glücklich, sind sie glücklich. Außerdem hoffe ich, dass sie an meiner neuen
Beziehung sehen können, wie man respektvoll miteinander umgeht und dass sie
davon einiges mit in ihr Leben als Erwachsene mitnehmen.
Gibt es etwas, was du rückblickend anders machen würdest?
Da muss ich eigentlich schon vor der Begegnung mit meinem Freund anfangen.
Wenn ich die insgesamt 20 Jahre Beziehung und 12 Jahre Ehe mit meinem Mann
ansehe, dann waren da so einige Punkte, an denen ich hätte erkennen müssen:
Nee, das ist hier nix für die Ewigkeit. Untreue gab es auch vor unserer Ehe
schon bei uns, allerdings eher auf seiner Seite. Ich wollte ihm dann so sehr
gefallen, damit das nicht wieder passiert, dass ich alle meine Bedürfnisse
zur Seite geschoben habe. Mir erschien es normal, denn auch meine Eltern
hatten eine ähnliche Beziehung.
Heute erkenne ich da durchaus Parallelen. Hätte ich das eher erkannt, es
hätte uns viel Drama erspart. Heute würde ich mich für einen Mann oder die
Erwartungen anderer generell nicht mehr so verbiegen. Es tut mir natürlich
leid, dass ich mich auf diese so unschöne Art und Weise von meinem Mann
getrennt habe. Betrug ist einfach immer sehr verletzend und auch nicht
schönzureden. Ich kann es aber nicht rückgängig machen und vertraue darauf,
dass alles einen Sinn hat. Mein Leben, meine Krankheit und auch meine alte
Beziehung, alles hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin und in
den sich mein Freund verliebt hat. Wäre es anders gewesen, eventuell hätte
ich diesen tollen Mann nie getroffen.
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Was tun, wenn die große Liebe erst nach der Hochzeit vor dir steht? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ehrenamt-und-elternarbeit-warum-wir-wichtig-finden-mit-den-erziehern-und-lehrern-ein-team-zu-bilden |
Ihr Lieben, oft lese ich
Kommentare, die in irgendeiner Form belächelnd rüberkommen, wenn es um
Ehrenämter und Elternabende geht. Selbst schuld, heißt es dann schnell, wenn
du dir das alles antust. Schon wieder Elternsprecherin geworden? DU kannst
aber auch nicht Nein sagen…
Ich finde das ehrlich gesagt unmöglich. Vermutlich, weil ich mich selbst
angesprochen fühle, viel mehr aber deswegen, weil es das Engagement von
Tausenden von fleißigen Helfern nicht nur nicht würdigt – sondern es auch
noch ins Lächerliche zieht.
Ich komme jedenfalls gerade aus der Grundschule und habe mit drei weiteren
Eltern zusammen mit der Lehrerin und einem Polizisten den Viertklässern beim
Fahrradtraining geholfen. Die Abschlussfeste der vierten Klassen finden in
unserem Garten statt und manchmal gehe ich sogar als Lesemutter in die
Schulen.
Das erzähle ich nicht, um Lob zu erhaschen, das erzähle ich, weil ich
finde, dass es richtig, richtig gute und wichtige Gründe gibt, sich neben Job
und Alltag auch noch für solche Dinge einzusetzen. Wenn es die Zeit und der
Job und alles andere zulassen zumindest.
Und hier kommen meine Gründe, warum ich es fantastisch finde, sich in den
Schulen und Kindergärten der eigenen Kinder zu engagieren:
Nach dem Dienst in der Cafeteria noch schnell ein Käffchen im Lehrerzimmer?
Wer hat sonst die Chance, solche Einblicke zu bekommen?
Beim Lesetraining helfen und dabei mit dem Lehrer der Kinder ein Team
bilden? Das ist nicht nur ein schönes Zeichen für die Lehrer, dass man im
Team arbeiten will – sondern auch für die Schüler.
In der Lehrer-Eltern-Konferenz mit entscheiden, wofür die Gelder des
Fördervereins eingesetzt werden? Wann sonst kann man so sinnvoll
mitgestalten. Es geht schließlich um unsere Kinder.
Den Wandertag der Kita begleiten? Wie sonst kommt man einmal so nah an die
private Person der Erzieherin oder des Lehrers ran, um wirklich ein Team zu
werden.
Einen kleinen Vortrag zu seinem Job in der Klasse halten? Wie stolz die
Kinder sind, wenn dann auch ihre Eltern kommen. Wie sehr sie sich freuen,
auch Mama und/oder Papa mal zu zeigen, wo sie sich tagtäglich so
rumtreiben.
Ist es nicht schön, den Menschen auch mal zu begegnen, mit denen unsere
Kinder täglich zu tun haben? Und ist es nicht toll, wenn Eltern nicht nur
über Noten motzen, sondern sich darüber hinaus engagieren?
Natürlich kann das nicht jeder, es gibt Jobs, die lassen das nicht zu. Und
es geht ja auch gar nicht um die Quantität des Einbringens. Da sein,
Interesse signalisieren, das reicht ja oft schon!
Als Blogger bekommen wir Bestätigung in Form von Klicks und Likes, in
Großkonzernen gibt es vielleicht eine Gehaltserhöhung für gute Leistung. Und
unsere Erzieher und Lehrer? Ich glaube, sie freuen sich, wenn sie auch mal
ein Dankeschön zu hören bekommen, wenn sie merken, dass man die Kinder nicht
einfach nur an der Pforte abgibt und damit die Verantwortung allein in ihre
Hände legt. Wenn man mitmacht, teilnimmt, sich einbringt.
Es sollte uns doch allen ein Anliegen sein, die Schule oder die Kita zu
einem Ort zu machen, an dem die Lehrer und Erzieher gern arbeiten – und die
Kinder sich wohlfühlen. Ein Ort, den wir mit unserer Hilfe weiter
verschönern.
Foto oben: pixabay
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Ehrenamt und Elternarbeit: Warum wir wichtig finden, mit den Erziehern
und Lehrern ein Team zu bilden | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ehrlicheeltern-was-uns-als-muetter-am-alltag-mit-kindern-am-meisten-nervt |
Ihr Lieben, unter dem
Hashtag #EhrlicheEltern haben in den letzten Tagen Hunderte Mütter und Väter
bei Twitter davon erzählt, was sie in ihrem Familienalltag eigentlich am
meisten nervt. Wir haben daraufhin eine Umfrage unter unseren Leserinnen
gestartet und mal nachgefragt, wie es bei ihnen so aussieht. Hier eine
Auswahl der Antworten.
Dass ich…. wartet mal kurz… leg bitte die Schere weg!!!… keinen Satz mehr…
Moment…. jahaaa, ich komme zum Po abwischen…ohne Unterbrechung zu Ende… Nein!
Nicht da rein!… bekomme.
Die Fremdbestimmung – mich danach richten wann der letzte schläft, wann der
erste aufsteht, wann ein passender Zeitpunkt für X ist und irgendwas
abbrechen, weil Y ansteht, Arbeit danach wie die Betreuung ist, etc.
Das man alles drölfmillionen mal sagen muss, fantastilliardenmal die
verpeilten Kinder um etwas bitten muss, das ewige Gedrohe, man räume das
Kinderzimmer das nächste Mal mit dem großen Müllsack auf, und das ewige
Gefühl, dass man keinem genügt, nämlich den Kindern, dem Mann, dem Chef und
den Kollegen, der Gesellschaft und vor allem sich selbst nicht! Irgendwie
erwarte ich täglich den großen Knall, der alles wieder ins Lot bringt.
Ich würde so gerne mal einen ganzen Tag alleine auf die Toilette gehen und
das ganz in Ruhe, ohne das ein Kind sich dabei versucht zu verletzten oder
mir den Po abwischen will… think positive: Ich werde oft für „mein Ergebnis“
gelobt…
Die 80 Stunden-Woche mit keiner Nacht ohne aufwachende Kinder. Wochenenden
wechseln zwischen Himmel und Hölle. Unfassbar genervt sein und rumbrüllen,
sich selbst in der Sekunde nicht erkennen und die Sprüche seiner Mutter im
Ohr haben, die man als Kind gehasst hat. Sie in der nächsten Sekunde wieder
so verdammt süß finden, dass man sich fragt, wie sie einen so auf die Palme
bringen konnten, wie nichts anderes im Leben.
Kinderlose Kollegen, die meinen einem die Welt zu erklären (man hetzt zum
kranken Kind, Kommentar: ich hätte jetzt auch gerne frei) und andere Mütter,
die alles besser wissen. Ach ja und das schlechte Gewissen, wenn man die
Kinder vorm Fernseher parkt, weil man einfach in Ruhe kochen will oder Mal
ein paar Minuten Pause braucht. Aber die Fremdbestimmung kann auch unfassbar
nerven und ich wäre jetzt gerne in Thailand im Urlaub.
Andere Eltern und andere Kinder – und überhaupt ständig muss ich auf einmal
mit Menschen zu tun haben, mit denen ich sonst nichts zu tun gehabt hätte.
(Nette Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Mir fehlt der Gammelsonntag.
Dass man sich anhört wie eine hängen gebliebene Schallplatte "Bitte
nimm die Füße vom Tisch…. nimmst du jetzt bitte die Füße vom Tisch….
Füüüüüüße vom Tisch…"
Dass man (wenn man die Lütten mal "weggibt" um zb zum Arzt zu
gehen) dauernd in Eile ist, damit man ja so schnell wie möglich wieder
verfügbar ist.
Dass man sich Mühe gibt was Schönes zu kochen und die Kids es nur mit einem
abfälligen Blick "würdigen" und dann Nutellabrot verlangen.
Dass man nicht durch- bzw. aus- bzw. überhaupt irgendwie schlafen darf –
und schon garnicht alleine im eigenen Bett.
Dass man die eigens für sich selbst heimlich gekaufte Schokolade dann doch
teilen muss, weil sies irgendwie geschafft haben, das Versteck zu entdecken
oder man einfach unachtsam war.
Wenn er nachts um 1:30 neben mir liegt und "Backe backe Kuchen"
singt…
Das ständige Chaos….. NIEMALS ist es richtig ordentlich…. wenn irgendwo
Land in Sicht ist, bricht an einer anderen Stelle im Haus wieder Krieg aus.
Es gibt kein Zimmer, was die kleinen Monster nicht still und heimlich
erobern.
Dass man als Mama nicht mehr einfach mal nur krank sein kann und die
Erkältung oder was auch immer entspannt auskurieren kann.
Die Lautstärke! Definitiv die Lautstärke.
Ein einziges Mal, niemanden, der an der Tür rüttelt oder über Sinnloses
ausfragt, kein Gestreite und keine Schlägerei vor der Klotür, keine
lautstarke, im kompletten Umkreis von 5km hörbare, Diskussion, was ich denn
so lange im Klo tue, kein "Mama, kann ich schnell rein? Mama, was sind
das für Geräusche? Mama, ich muss jetzt auch, GANZ DRINGEND!".
Kaum habe ich morgens einen Fuß auf die „Kinder-Etage“ gesetzt, ist es
vergleichbar mit dem Fettnäpfchen bei meinen Pubertierenden: ich tappe voll
rein und rede mir den Mund fusselig. Mein Mantra: „Ich hab dich lieb! Ich hab
dich lieb! … Wann ziehst du aus? Wann ziehst du aus?… Ich hab dich lieb! …“
Mal im Ernst – egal welches Alter – es gibt sch… Momente und
Wunderschöne!
Das komplette Überfordertsein, wenn man mal allein und ohne die Kinder ist.
Ich war dieses Jahr nach fast 10 Jahren zum ersten Mal alleine übers
Wochenende weg und war völlig überfordert, mich schnell zu entspannen und
möglichst alles zu genießen.
Die Parasiten! Ständig irgendwelche neuen Parasiten! Erst Läuse bei der
Großen dann bei der Kleinen. Dann Würmer – äääähhh!!! Dann nochmal und
nochmal und ich verpacke in der Zwischenzeit ständig Kuscheltiere in
Gefrierfächer und Plastiktüten, koche Unterwäsche und Bettzeug und bügel und
desinfiziere, um nach drei Wochen wieder den blöden Zettel aus der Schule zu
bekommen: „In der Klasse ihres Kindes wurden Läuse festgestellt…“ Kein
Horrorfilm schlägt diesen Zettel!!!
Mich nervt, dass Eltern sich wirklich rechtfertigen. Niemand mag
Autonomiephasen und den ganzen Tag Kackofant hören. Punkt.
Die permanenten Streitereien. Kinder mit Kindern. Kinder mit Eltern. Eltern
mit sich selbst. Nervig.
Zähneputzen, mein persönliches schwarzes Loch am Morgen (und auch am
Abend), wenn das Geknatsche und Geschrei, die eh schon schwer erträgliche
Lautstärke noch um einige viele Dezibel nach oben treibt, und alles an
positiver Energie, die man nach einer, mal wieder, nicht durchgeschlafene
Nacht irgendwie aufbringen konnte, aufsaugt und verschwinden lässt… für
immer.
Das ständige Genörgle… Essen, Klamotten, Ausflugsziel, … untereinander… an
allem gibt's was auszusetzen und dann kriegen sie sich noch untereinander in
die Haare…
Was mich nervt: wenn ich trotz Bitte um Hilfe wieder alleine dastehe und
den Haushalt nach der Arbeit schmeißen muss. Mein Mann redet sich gerne raus,
dass er ja den ganzen Tag arbeiten war. Und die Krönung des Ganzen: ich soll
morgens mehr helfen, damit er pünktlicher los kommt…
Das ständige Gefühl, für die Bespassung der Kinder zuständig zu sein…
Lehrer und Erzieherinnen die ihre privaten Vorstellungen anbringen. Mama,
die Erika sagt sie war nicht so ehrgeizig wie du sie hatte viel mehr Zeit für
ihre Kinder, warum arbeitest du?
Die Lautstärke, das ständige Diskutieren und das die Kids aus allem ein
Wettkampf machen.
Das dauernd verfügbar sein müssen.
Dass man lange auf seine ganz persönlichen Bedürfnisse und Wünsche
verzichten muss.
Wenn die Kinder krank sind am besten beide zusammen und dann noch alle
Männerschnupfen haben.
Alles, was mit Schule zu tun hat.
Nicht Zähneputzen, nicht waschen nicht anziehen wollen.
Ständig irgendwen irgendwo hinfahren oder abholen.
Das einzige was mich nervt, ist das Aufstehen wie meine Tochter es
bestimmt. Sonntags einfach mal liegen bleiben bis 8 Uhr wäre einfach ein Traum.
Stattdessen ist meist gegen 05:30 Uhr der Tag wach.
Immer und immer wieder die gleichen Witze hören zu müssen.
Mitteilungen von Lehrerinnen.
Platz 3: Schnodder, Platz 2: Kotze, Platz 1: Kinderpupse (wieso stinken die
so?)
Kinder-Geburtstage. Chaos, überdrehte Kinder, die ständige Angst vor Blut
und Knochenbrüchen weil so aufgedreht wird, dieses krampfhafte bespaßen
wollen, 3 Stunden die sich anfühlen wie 8 Tage…… Ich mag sie einfach nicht
und bin froh, wenn sie rum sind…
Das ich immer für alles verantwortlich bin und für fünf Menschen mitdenken
muss. Das geht in Kombi mit Schlafmangel und Reizüberflutung durch
Kindergeräusche an die Substanz.
Mach die Hottentottenmusik aus!
Die viele Wäsche. Ich frag mich wo das alles her kommt? Da ist doch
irgendwo ein Wäsche Monster was nachts alles wieder aus den Schränken raus
zieht. Das Monster könnte doch zur Abwechslung mal Bügeln oder so.
Alles, ich meine wirklich alles, mehrfach sagen zu müssen. Und die
Nachkommen reagieren erst, wenn das Muttertier laut wird. Und heulen dann im
Chor vor Entrüstung!
Ständige Provokationen, ewiges Ausreizen.
Wenn beim Anziehen weggerannt wird…
Wenn das Essen nicht gegessen wird.
Klugscheißer, die einem sagen man solle sich nicht so anstellen und
aufhören zu jammern. Schließlich habe man es ja so gewollt.
Die 24/7-Verantwortung.
Die fehlende Selbstbestimmung.
Diese Lebensmittelverschwendung, wenns wieder mal falsch war. Und die
fehlende Anerkennung, wenn man sich 15 Std am Tag den Hintern aufreißt und es
doch nicht genug ist.
„Mamaaaaa….“
Rollenspiele. Kotz.
Foto: pixabay
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#EhrlicheEltern: Was uns als Mütter am Alltag mit Kindern am meisten
nervt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-buch-wie-eine-liebeserklaerung-ans-leben-katy-schreibt-ueber-den-mord-an-ihrer-schwester-und-wie-sie-lernte-mit-der-trauer-zu-leben |
Ihr Lieben, wir haben euch neulich gefragt, ob ihr euch für eine Rezension
von Katys Buch „Larissas Vermächtnis„(Affiliate Link) hier im Blog
interessieren würde. Katy hatte uns bereits hier ein unglaublich berührendes
Interview zu ihrer Trauer und ihrem Wiederaufstehen gegeben: Wie ich nach dem
Mord an meiner Schwester zurück ins Leben fand.
Nun hat sie ein Buch über die Zeit geschrieben, das ich in einem Rutsch
durchlesen musste, weil mich ihr Weg sehr bewegt hat. Und weil ich weiß, was
es für eine Familie, ja, sogar für die nächste Generation dieser Familie
bedeutet, wenn etwas so Schreckliches geschieht.
Wenn Schicksale auch die nächste Generation prägen
Ich habe hier noch nie darüber geschrieben, aber auch die Schwester meiner
Mutter wurde als Kind ermordet. Vielleicht erklärt das, warum ich mich
thematisch viel mit den Themen Geburt und Tod auseinandersetze. Es hat auf
jeden Fall mein Leben so geprägt, dass wir versuchen, jeden Tag, der uns
geschenkt wird, so gut wie möglich mit Leben zu füllen.
Hier schreibt nun Katy über das Erscheinen ihres Herzenswerkes – mitten in
einer weltweiten Pandemie. Denn normal, ha!, das wäre ja auch
langweilig.
„Über 4 Jahre langes Schreiben, Weinen, Herzbluten an der Tastatur.
Hinfiebern auf den einen Moment, wenn dein Buch dann in den Händen gehalten
werden kann. Ein Buch, das so viel mehr als das ist. Es sollte doch die Welt
erreichen, Menschen berühren, ihnen Mut und Hoffnung schenken und sie
inspirieren, den eigenen Weg zu gehen. Doch dann kam Corona!
Larissas Vermächtnis: Ein Buch über die größte Lebenskrise
Ein Buch über die größte Krise in meinem Leben kommt genau zu einer
weltweiten Krise. WTF!, dachte ich im ersten Moment. Am 6. April war die
Erscheinung. Zu der Zeit hatte keine Buchhandlung offen, und auch online gab
es bei den Auslieferungen Probleme. Was habe ich geweint und mir Sorgen
gemacht, dass dieses Buch nun niemanden erreichen wird.
Doch es hat sich durchgekämpft, sich nicht kleinkriegen lassen von diesem
Virus. Es ist aufgestanden und hat sich in die Hände der Menschen geklemmt
und die Herzen derer berührt. Und wurde sogar ein Bestseller in Österreich.
Hart gekämpft und nicht aufgegeben, so wie ich mich damals, 2013, ins Leben
zurückgekämpft hatte.
Katys Schwester wurde ermordet – von ihrem Freund
Im September 2013 wurde meine Schwester Larissa 21-jährig von ihrem Freund
ermordet. Ich veranstaltete eine Party, weil ich das Leben und meine
Gesundheit feiern wollte. Monate zuvor hatte ich nämlich eine Thrombose
bekommen, die nun endlich ausgeheilt war. Am Morgen nach der Party bekam ich
eine Nachricht von ihrem Freund. Larissa habe mitten in der Nacht die Wohnung
verlassen und sei nicht mehr zurückgekommen. Ob ich wüsste, wo sie sei.
Von da an begann die Suche nach ihr. Erst in Tirol, dann in Österreich und
schließlich bis nach ganz Deutschland. Knapp 2 Wochen später erfuhren meine
Eltern, meine beiden anderen Schwestern und ich die schreckliche Wahrheit.
Larissa wurde erwürgt und im Stadfluss entsorgt, von ihrem Freund. Von dem,
der mir nur scheinheilig Nachrichten geschickt hatte nach ihrem angeblichen
Weglaufen. Er hatte ihr, nachdem sie Röchelgeräusche gemacht hatte,
Bodylotion in den Hals gekippt. Sie hatte keine Chance.
Die Hölle auf Erden wurde mein neuer Alltag und ein Kampf ums Überleben.
Konflikte innerhalb der Familie, die Frage nach dem Warum und eine mediale
Aufmerksamkeit rund um die bevorstehende Verhandlung begleiteten mich
tagtäglich. Wie sollte ich all das überleben? War ein Leben, in dem auch
Freude wieder ihren Platz fand, überhaupt möglich?
Nach dem Mord: Ob es sich überhaupt noch lohnte, weiterzuleben?
Also kämpfte ich, machte Fehler, stand wieder auf und kämpfte weiter. Ich
zweifelte, ob ich so überhaupt weiterleben konnte und wollte. Bis ich eine
Sache entdeckte, die mir Hoffnung und Kraft schenkte. Kein teures
Wunderheilmittel, sondern eine Möglichkeit, die ich einfach nur ergreifen
musste. Und wollte!
Die Rede ist schlicht von Bewegung und Training mit dem eigenen
Körpergewicht. Aber nicht im Fitnessstudio oder in einem Kurs. Ich musste für
mich sein, brauchte Platz für meine Gefühle, musste wissen, dass ich notfalls
auch einfach mal die Tränen laufen lassen kann und trainierte deshalb
alleine, draußen.
Ich entdeckte den Sport für mich – weil Larissa ihn so geliebt hatte
Ich war nie besonders sportlich, aber Larissa war es immer. In erster Linie
trainierte ich für sie, dann erst für mich. Das motivierte mich, dran zu
bleiben und weiterzumachen. Aber vor allem passierte so viel mit meinen
Gefühlen. Ich durfte lachen und weinen, schreien und sein, wie ich wollte,
mit meiner ganzen Trauer. Und ich fragte mich mehr und mehr, ob das nicht für
viele Menschen möglich sein konnte.
Wie toll wäre ein Sportkurs, in dem es primär um Gefühle ginge und Menschen
mit Verlusten aufeinandertreffen würden, sich austauschen und trainieren
könnten? Das fragte ich mich.
Die Verhandlung: Ich wollte dem Mörder nicht begegnen
Der Sport half mir, die Verhandlung zu überleben, oder besser, die
Entscheidung zu treffen nicht hinzugehen und stattdessen etwas ganz anderes
zu machen. In den Urlaub zu fahren. Mir das nicht zu geben. Dem Mörder nicht
zu begegnen, mich nicht noch weiter aufwühlen zu lassen.
Natürlich brachte mir auch die Bewegung meine Schwester nicht zurück, aber
für mich wurde sie zum Werkzeug, mit der Endgültigkeit ihres Todes umzugehen.
Ich bewegte nicht nur meinen Körper, sondern es bewegte alles in mir, weil
ich plötzlich wieder Hoffnung sehen konnte.
Die Vorstellung über einen solchen Sportkurs ging mir nicht mehr aus dem
Kopf. Also tüftelte ich an einem Konzept und gründete Jahre später, 2017, den
SeelenSport®. Damit begleite ich andere Trauernde, hole sie zurück ins Leben
und in die Aktivität. Mittlerweile bilde ich sogar Kursleiterinnen aus, damit
auch sie Trauernden vor Ort helfen können. Und so ist etwas ganz Großes
entstanden, das nicht nur mir, sondern auch vielen anderen hilft.
Die gesamte Gefühsachterbahn in einem Buch – ihr könnt es gewinnen!
Den gesamten Weg dahin – die komplette Gefühksachterbahn der letzten Monate
und Jahre – habe ich in meinem Buch „Larissas Vermächtnis“ (Affiliate Link)
festgehalten. Ihr könnt hier ein Exemplar gewinnen oder euch direkt eines
bestellen, wenn ihr mögt. Denn auch wenn Situationen ausweglos erscheinen,
gibt es doch fast immer Wege, die zurück ins Licht führen.
Um das Buch zu gewinnen, lasst Katy doch einfach einen lieben Gruß hier in
den Kommentaren. Die Losfee entscheidet dann!
|
Ein Buch wie eine Liebeserklärung ans Leben: Katy schreibt über den Mord
an ihrer Schwester - und wie sie lernte, mit der Trauer zu leben | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-corona-gedicht-oh-pandemie-oh-pandemie-wie-mochte-ich-dich-nie |
Die „Oster-Ruhe“ hin und her…mir fällt grad das Hinterherkommen
schwer.
Darf ich jetzt Ostern noch zur Tante,was sagt dazu wohl die Mutante?
Welche Regel für wen und an welchem Tag?Was, wenn ich einfach nicht mehr
mag?
Die Schulen auf, die Schulen zu,wir Eltern kommen nie zur Ruh
Wen interessiert´s, Mama und Papa machen das schon.Die sollen nicht jammern
– was für ein Hohn!
Corona, du Teufel, zeigst uns deine Fratze.Hau doch ab, du olle
Bratze!
Abstand, Lüften, Masken auf,mehr haben wir noch immer nicht drauf
Die Impfstoffe sind einfach noch nicht da…also geht’s weiter im Lockdown,
wie wunderbar
Wir müssen wohl durchhalten –nicht nur für die Alten.
Auch für die Kids!24/7 – das ist kein Witz.
Homeschoolen, Geld verdienen, Streit schlichten,uns retten mit solchen
Gedichten.
Oh, Pandemie, oh Pandemie,wie mochte ich dich nie!
Wir brauchen wie nie Zusammenhalt –Nicht irgendwann, sondern jetzt und
bald.
Wir brauchen keine Zeigefinger, kein Gezeter,sondern Abstand, nur ein paar
Meter.
Wir brauchen Entlastung, wir brauchen Konzepte.Ach, wenn diese Anspannung
nur mal abebbte.
Gesundheit, Glück und gute Gedankenbraucht unsere Lebensliane zum Ranken.
(ok, der war schlecht ;-))
Geh weg, hau ab, bring uns das Leben zurück…das ist, was wir brauchen, zu
unserem Glück!
|
Ein Corona-Gedicht: Oh, „Pandemie, oh Pandemie, ich mochte dich nie“ |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-emotionaler-wochenend-trip-meine-kleine-schwester-hat-geheiratet |
—In Kooperation mit VWImmer,
wenn mich meine Tochter fragt, wer denn meine beste Freundin sei, dann nenne
ich den Namen meiner Schwester. Meine Tochter meint dann, dass das nicht
ginge, weil sie ja meine Schwester sei und somit nicht gleichzeitig meine
beste Freundin sein könne. Ich sage dann: Doch, das geht
trotzdem.
Tatsächlich ist es so, dass ich mich aufs Engste mit meiner Schwester
verbunden fühle. Das war nicht immer so. Als Kind habe ich es gehasst, dass
ich sie oft zum Spielen zu meinen Freundinnen mitnehmen musste. Und als
Teeanger sind wir uns gehörig auf den Keks gegangen. Ich kann den Zeitpunkt,
an dem sich unsere Beziehung so verändert hat, gar nicht genau benennen. Aber
heute ist es so, dass meine drei Jahre jüngere Schwester meine wohl engste
Verbündete ist.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass ihre Hochzeit vor ein paar Wochen
mein emotionales Highlight des Jahres war. Bereits Monate vorher wurden die
Outfits geplant (am Morgen nach der Hochzeit sind wir alle in Tracht
gegangen, wie ihr an den Fotos unten sehen könnt). Wichtig war mir außerdem,
dass wir in der Location schlafen, wo auch gefeiert wurde – denn so konnten
wir die Kinder hinlegen und dank Babyphone weiter die Feier
genießen.
Als meine Schwester dann an jeden Samstag morgen in die Kirche kam, habe
ich sofort losgeheult. Ihr wunderschönes Kleid hatten wir tatsächlich
gemeinsam in Berlin gefunden. Es war so, wie man es sich immer vorstellt. Sie
zog es an, mir schossen sofort die Tränen in die Augen und ich sagte:
"Das ist es. Das und kein anderes!"
Ich weiß, viele stehen der Ehe kritisch gegenüber. Ich selbst bin seit zehn
Jahren verheiratet und das sehr gerne. Vielleicht rüht mich an der Ehe
einfach die Zuversicht, die dahinter steckt. Wir wissen alle, dass jede
dritte Ehe scheitert und dass man heute gewiss nicht mehr heiraten braucht,
um zusammen zu leben. Wenn sich zwei Menschen aber trotzdem für diesen Schritt
entscheiden, finde ich das romantisch. Für mich drückt das eine Hoffnung aus,
dass man zu denjenigen gehört, die es schaffen. Und ich finde Hoffnung ist
immer etwas Gutes.
Es war auf jeden Fall ein wunderbar sonniges Wochenende voller Liebe, guter
Begegnungen, Lachen und Freude. Ich könnte nicht glücklicher für meine
Schwester sein. Und für mich war es tatächlich alles sehr entspannt, was auch
an der Art lag, wie wir von Berlin ins tiefste Bayern kamen. Denn schon
während der Reise ging ein Traum von mir in Erfüllung: Wir durfen den
Multivan Generation Six von VW testen.
Im Alltag fahre ich ja einen uralten, sehr kleinen Wagen, in den wir zu
fünft nur mit Mühe und Not passen. Es war klar, dass wir mit diesem Auto
nicht die fast sechsstündige Fahrt zur Hochzeit antreten können. Da ich vor
langen Autofahrten generell Bammel habe, weil sich meine Kinder so schnell im
Auto langweilen, wünschte ich mir vorallem Platz und
Flexibilität.
Flexibilität, weil ich dann öfter mal Plätze tauschen kann und einem Kind
Aufmerksamkeit geben kann, das es gerade braucht. Der VW Multivan ist dafür
perfekt. Die ganz Große saß hinten in der letzten Reihe und genoss sichtlich
ihre Ruhe. Die beiden Kleinen saßen in der Reihe hinter uns, was praktisch
war, denn die Kleine braucht ja beim Essen und Trinken noch etwas Hilfe. Der
Sohn stapelte all sein Spielzeug auf dem Tischchen zwischen den
Stühlen. Irgendwann wollte er sich aber zu meiner Großen umdrehen, um
Panini-Bilder zu tauschen – da die beiden Sitze in der mittleren Reihe
schwenkbar sind, saßen sich die Kinder kurz darauf gegenüber. Als die
Kleinste irgendwann einschlief, wechselte mein Sohn in die Reihe nach hinten
neben seine Schwester und die beiden durften eine Serie auf dem Ipad
gucken.
Und auch für uns Erwachsenen war die Fahrt einfach entpannt. Der Bus ist
einfach irre geräumig, all unser Gepäck ließ sich easy im Kofferraum
verstauen. Außerdem vermittelt mir die Tatsache, dass man so erhöht sitzt,
immer ein Gefühl des Überblicks und der Sicherheit. Als mein Mann auf der
freien Autobahn mal aufs Gaspedal drückte, hatten wir zu keinem Zeitpunkt das
Gefühl, der Bus würde "schwimmen" oder wackeln. Er war eher so, als
würden wir auf Schienen fahren.
Vor ein paar Monaten, als wir umgezogen sind, hatte ich mir mal von einer
Freundin deren VW Bus ausgliehen. Ich gestehe, dass ich zuerst etwas unsicher
war, weil der Bus ja doch recht groß ist und ich nicht unbedingt die
Einpark-Königin bin. Aber es ist eigentlich wie mit allem: Mit ein bisschen
Übung klappt alles. Und so fühlte ich mich dieses Mal richtig heimisch in
unserem Bus. Man fühlt sich nicht eingezwengt, kann bequem ein-und
aussteigen, Eltern können ruhig ein bisschen mehr Wechselwäsche für die Kids
einpacken, weil so viel Stauraum vorhanden ist.
Wir haben uns pudelwohl in unserem Testauto gefühlt und waren richtig
traurig, als wir den rot-weißen Bus wieder abgeben mussten. Vielleicht
erfüllen wir uns ja irgendwann den Traum und legen uns so einen Multivan zu –
mit drei Kindern ist der auf jeden Fall ideal.
Und für alle technisch Interessierten hier noch ein paar Infos:
Kraftstoffverbrauch: 6,1 Liter/100 km, Kraftstoff: Diesel
CO2-Emission Kombiniert 158 g/km
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Größtes Lade-/Gepäckraumvolumen 5.800 l
7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Elektronisches Stabilisierungsprogramm,
ABS, ASR, EDS, Berganfahrassistent, Bremsassistent, Klimaanlage "Air
Care Climatronic" mit 3-Zonen-Temperaturregelung, Zusatzheizung und
Klimahimmel, Sitzheizung für Sitze im Fahrerhaus, links und rechts,
getrennt regelbar
Preis: ab 52.419,50 € inkl. MwSt.
FOTOHINWEIS: Das wunderbare Foto ganz oben von meiner Schwester und
mir hat der tolle Moritz Hoffmann gemacht
|
Ein emotionaler Wochenend-Trip: Meine kleine Schwester hat geheiratet! |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-jahr-nach-dem-tod-meiner-oma-du-wirst-immer-noch-geliebt-aber-du-fehlst-uns-so |
Neulich stand meine Große vor
Deinem Foto und sagte: "Ich vermisse sie." Ich nahm den silbernen
Rahmen in die Hand und streichelte über Dein Foto. Es zeigt Dich auf der
Taufe unseres Sohnes. Du siehst wunderschön aus. "Ich vermisse sie
auch", sagte ich.
Und ja, das tue ich. Fast jeden Tag. Du bist nun ein Jahr tot, deine Nummer
konnte ich immer noch nicht aus meinem Telefon löschen. Und selbst wenn ich
sie gelöscht hätte: Deine Nummer ist eine der wenigen, die ich
auswendig kann.
In diesen Tagen kann ich das erste Mal von Dir und über Dich sprechen, ohne
sofort in Tränen auszubrechen. So habe ich mich noch nie erlebt: Wenn ich in
den letzten Monaten an Dich gedacht habe oder von Dir erzählt habe, habe ich
sofort geheult. Ich konnte nichts dagegen tun, es nicht unterdrücken. Also
hab ich viel geweint.
Vor ein paar Tagen habe ich das erste Mal laut mit Dir gesprochen. Auch das
ging bisher nicht, weil meine Stimme sofort wegbrach. Ich lief hier durch die
Straßen und der Flieder blühte. Ich blieb stehen, guckte in den Himmel und
sagte: "Wenn Du das doch sehen könntest. Das würde Dir
gefallen."
Und das stimmt. Du hättest mir am Telefon erzählt, wie sehr Du Dich über
all die Blüten freust. Du hättest mir erzählt, wen Du alles beim Einkaufen
getroffen hast und wann Du wieder zum Arzt musst. Ich hätte irgendwann
gesagt: "Ich muss Schluss machen, ich ruf Dich wieder an." Und Du
hättest gesagt: "Musst Du nicht. Du hast doch genug tu tun." Und
ich hätte gesagt: "Ich will Dich aber anrufen."
Wir haben oft telefoniert. Die letzten Male hattest Du aber keine Lust mehr
zu reden. Also habe ich Dir Postkarten geschrieben. Jede Woche eine.
Angerufen habe ich immer noch, aber es waren nur noch kurze Gespräche. Ich
musste ins Telefon schreien, weil Du wirklich schlecht gehört
hast.
Jetzt muss ich lachen, weil ich an eine Situation denken muss in deinem
letzten Herbst. Da habe ich mit den beiden Großen auf Dich aufgepasst, weil
Du nicht mehr alleine leben konntest. Am Abendessenstisch hast Du einfach
dein Höhrgerät ausgestellt, weil Du Deine Ruhe haben wolltest. Immer, wenn
ich Dich gefragt habe, ob Du noch ein Brot haben willst, hast Du mit den
Schultern gezuckt und gesagt: "Ich hör Dich nicht." Meine Kinder
sind vor Lachem vom Stuhl gefallen. Sie fanden es klasse, dass Du Dich
einfach so ausklinken kannst.
Ich sage meinen Kindern immer wieder, was für ein großes Geschenk es ist,
dass wir Dich überhaupt so lange hatten. Wer hat schon noch eine Uroma in der
Familie.
Meine Kleinste trägt Deinen Namen, so bist Du immer bei uns. Und doch fehlst
Du mir so. Wenn neben mir an der Ampel eine kleine, alte Dame steht, dann
kneift mein Herz ganz doll. Das ist wahrscheinlich so, wenn man jemand sehr
sehr lieb gehabt hat.
Jetzt bist Du schon ein Jahr nicht mehr bei uns. Aber ich kann Dich immer
noch vor meinem Auge sehen, ich kann Deine Sprüche immer noch hören. Du bist
immer noch geliebt.
Dass ich hier über Dich schreibe, hättest Du seltsam gefunden. "Wer
will das denn lesen", hättest Du gesagt. Ich hätte geantwortet:
"Ich hoffe viele!"
—- ZUM WEITERLESEN: Meine Woche mit Oma
|
Ein Jahr nach dem Tod meiner Oma: Du wirst immer noch geliebt, aber Du
fehlst uns so | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-kind-ist-kein-kind-von-wegen-2 |
Liebe Katharina, ich
habe Deinen gestrigen Beitrag wirklich gern gelesen und freue mich
auch, dass Du einen schönen Nachmittag in der U-Bahn hattest – mit nur EINEM
Kind. Ich kenne diese Ruhe, herrlich. ABER.
Ich muss Dir mit entschiedener Überzeugungskraft sagen, dass ich bei diesem
Ein-Kind-ist-kein-Kind-Satz an die Decke gehen könnte! Meine Erfahrungen mit
dem ersten Kind waren so einschneidend, vermutlich ist das der Grund für meine
immer wieder drohende Explosion bei diesem Satz. Denn wenn wir ehrlich sind:
Nichts verändert unseren Alltag so sehr wie das erste Kind. Zumindest bei mir
war das so…
Da das erste Kind in den meisten Fällen als Einzelkind auf die Welt kommt
(mal abgesehen von Patchworkfamilien und Mehlingseltern) hat dieses EINE Kind
einen beträchtlichen Anteil an dieser Lebensverwandlung. Und auch wenn Du
sagst, dass Dein erstes Kind ein sehr pflegeleichtes war: Die Verantwortung,
die Du plötzlich spürst! Die Veränderung an Deinem Körper! Die Sorge! Dieses
Gefühl: Au weia, das bleibt jetzt für immer! Die Jobpause! Die Moltontücher
in der ganzen Wohnung! Dieser Stolz! Dieses Freude!
Ein Kind ist kein Kind? PAH! Nichts hat mein Leben je so verändert, wie
dieses eine erste Kind! Weil dieses eine erste Kind mich zur MUTTER gemacht
hat. Als die nächsten Kinder zur Welt kamen, war ich ja längst Mutter! Und
wusste, wie man stillt. Und dass man sie durchkriegt, diese kleinen Racker.
Das wusste ich beim ersten Kind noch nicht!
Ein Kind ist kein Kind? Kann ich echt nicht unterschreiben. Mein Kind hat
viel geschrien. Mein Kind kam, als ich 24 war und meine Freunde noch Party
machen gingen, während ich die Nächte mit diesem
tollsten-schönsten-wunderbarsten schreienden Wesen auf dem Arm durch unsere
Wohnung tigerte und es vor sämtlichen Gefahren dieser Welt beschützen wollte.
Dieses Kind war der anstrengendste und schönste Einschnitt in meinem Leben.
Und es hat meinen Alltag und meine Gefühlswelt auf den Kopf gestellt.
Wenn ich heute Freunde nach der Geburt des ersten Kindes besuche oder
Bekannte mit schon älteren Einzelkindern und sie mir sagen: „Ach, Dir brauch
ich ja keinen vorzuheulen, Dir mit Deinen Dreien, ich hab ja nur eins!“
Ehrlich, dann fühle ich mich schlecht. Denn jeder, JEDER, hat das Recht mich
vollzuheulen. Das tut nämlich gut! Ab und zu mal.
Und ich brauch mir nicht die müden Fotos aus dem ersten Babyalbum
anzuschauen, um mich daran zu erinnern, dass auch ich mich oft überfordert
fühlte mit „nur“ einem Kind. Das ist doch nur normal! Ich möchte jeden und
jede drücken, der oder die auch schon mit einem Kind an seine Grenzen kommt,
denn: Ja, ich kam auch an meine Grenzen. Mit einem Kind. Und hab dann
trotzdem noch mehr Kinder gekriegt!
Und jetzt, da ich drei habe, ist es selbstverständlich WUNDERVOLL, wenn man
mal nur eines hat – oder nur zwei. Hach. Dann ist es ruhig. Dann ist es schön
und intensiv und gut. Aber das liegt nicht daran, dass ein Kind kein Kind
ist. Sondern daran, dass der Alltag sonst so laut und wild ist, dass
sowohl das eine Kind sich freut, mal ohne Unterbrechung zu spielen, als auch
ich.
Wäre dieses eine Kind aber immer nur ein Kind, dann würde auch ich das
wahrscheinlich nicht als ruhig wahrnehmen, mit nur einem Kind zu sein.
Erstens, weil mir der Vergleich fehlte und zweitens, weil das Kind dann ganz
anders spielen würde. Nur weil es WEIß, dass die Geschwister gleich wieder
eintrudeln, spielt es so ruhig und gewissenhaft mit dem Lieblingsspielzeug,
dass ihm mal keiner sofort wegnimmt oder kaputt macht, denke ich. Wäre da
nicht die Gewissheit, dass es gleich wieder laut wird, ich glaube, das hätte
eine andere Dynamik. Eine Ein-Kind-Dynamik. Keine Kein-Kind-Dynamik 😉
|
Ein Kind ist kein Kind? Von wegen!!!! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-kind-und-dann-zwillinge-wird-das-irgendwann-besser-ja-und-ob |
Ihr Lieben, im Grunde ist so
ein Blog ja auch ein bisschen eine Selbsthilfegruppe. Ein Ort zum Austausch,
zum Wiedererkennen, zum Abgleichen und zum Mut holen. Und wenn mich dann
manchmal Anfragen von Lesern erreichen, dann katapultiert mich das ab und zu
zurück in frühere Zeiten. Genauso ging es mir mit dieser Mail einer
Leserin:
"Hallo Lisa! Ich lese schon lange begeistert euren Blog. Ich bin
Mutter von zwei Kindern und lebe auf dem Land. Genauer gesagt in einem
Bergdorf in den Schweizer Bergen. Es geht um meine Freundin J. Sie ist Mama
eines Vierjährigen und frischgebackene Zwillingsmama. Sie macht das toll!!!
Allerdings ist sie zur Zeit am Limit. Sie funktioniert grad nur noch, hat ein
furchtbar schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Grossen und sie kann sich nicht
vorstellen, dass ihr Leben irgendwann wieder "normal" wird. Sie hat
Angst, vor allem was noch kommt. Ich dachte, vielleicht kannst du ihr ein
paar Zeilen schreiben. So quasi als "gutes Beispiel" der gleichen
Situation… LG Tina"
Zu Allererst: Was ist das für eine tolle Freundin, die mich extra
anschreibt, um ihrer Freundin zu helfen!!! Danke liebe Tina, denn genau das
ist es, was uns Müttern in überforderten Situationen hilft! Nicht nur unsere
Kinder brauchen Aufmerksamkeit, sondern auch wir. Ich weiß noch genau, wie
schwierig das am Anfang meiner Mutterschaft für mich war, dass ich
allein war, wenn mir jemand Hilfe anbot. Besonders, wenn ich krank war. Bevor
ich Mutter wurde, umkümmerte mich dann jemand, brachte mir Tee oder Zieback,
schaute nach mir. Seit ich Mutter bin, heißt diese Hilfe: Ich nehme Dir die
Kinder ab, damit Du Dich erholen kannst. Und dann lag ich da alleine. Ohne Tee.
Ohne Zwieback. Natürlich spielt sich das ein. Was ich aber sagen will: Wir
Mütter brauchen manchmal nicht nur Hilfe mit den Kindern, sondern auch selbst
Aufmerksamkeit. Toll also, wenn man Freunde hat, die sich sorgen und kümmern.
Tina, ich möchte Deiner Freundin sagen, dass ihre Gefühle in Ordnung sind.
Wenn man seekrank ist, sollte man nicht mit dem Körper gegen die Wellen
ankämpfen, denn das macht es nur schlimmer. Man sollte mit den Wellen
mitgehen. Das gilt auch für die Extremsituation mit drei kleinen KIndern zu
Hause. Deine Freundin kommt da jetzt gerade nicht raus aus der Situation. Ich
weiß noch, wie müde ich war, wie klebrig sich alles anfühlte, auch das
Gehirn. Mein Leben bestand aus stillen, stillen, essen machen, wickeln, meine
Tochter war zwei, als unsere Zwillinge geboren wurden. Ich habe zweieinhalb
Jahre lang keine einzige Nacht durchgeschlafen. Ich wusste manchmal nicht
genau, ob Tag oder Nacht ist, man sitzt im Hamsterrad.
Bei uns kam hinzu, dass meine Jungs im Alter zwischen sechs und 18 Monaten
gleich fünf Mal stationär ins Krankenhaus mussten, nie etwas Schlimmes, aber
immer nervenaufreibend. Denn ich hatte eine weinende große Schwester zu Hause
und neben dem kranken Baby immer noch ein gesundes mit in der Klinik – es
mussten immer beide mit, weil ich sie stillte. Ich kann mich an vieles aus
dieser Zeit nicht mehr erinnern, ich funktionierte wohl teils im Autopilot
und wenn ich Dir einen Tipp geben darf, dann ist es dieser: Mach viele Fotos.
So anstrengend die Zeit jetzt sein mag mit Deinen drei Kleinen, so schön ist
es nachher, sich die Fotos anzuschauen und zu denken: Wow, so süß waren die?
Ich hatte während der Zeit ja viel zu wenig Zeit darüber nachzudenken, wie
süß sie sind, wie toll, wie wunderbar – und welches Glück es ist, mit so
vielen Kindern beschenkt zu werden. Und ich verspreche Dir: Auch wenn Du
jetzt das Gefühl hast, unterzugehen, die Zeit wird kommen, in der Du es als
Geschenk ansiehst.
Und ich gebe Dir noch einen Rat. Hab keine Angst vor der Zukunft. Denk
nicht zu viel dran, was in zwei Jahren oder fünf oder zehn sein könnte.
Versuch, von Tag zu Tag zu leben oder wenn das zu lang ist: von Vormittag zu
Nachmittag. Nimm Hilfe an, wenn sie Dir angeboten wird. Von Freunden oder von
wellcome (Ehrenamtliche, die Familien mit Kindern unter eins helfen) oder von
einer Mütterpflegerin. Lass Dir beim Arzt eine Haushaltshilfe verschreiben,
wenn Du das Gefühl hast, Du brauchst da Hilfe.
Ich denke heute lächelnd daran, dass Katharina mich mal zu Hause besuchte,
als die Zwillinge drei Wochen alt waren. Sie hat mir erst später erzählt, wie
geschockt sie über das Chaos in unserer Wohnung war. Ja, es ging ums
Überleben. Da war der Haushalt zweitrangig. Die Kinder mussten gestillt,
gewickelt und bespielt werden. Und unsere Große wusste genau: Wenn ich beide
Brüder gleichzeitig stillte, konnte ich nicht aufstehen. Und malte dann extra
an die Wände. Ich beruhigte mich damit, dass ich mir, wenn die Kinder
ausgezogen wären, eine neue Couch ohne Stillgeruch und Bäuerchen-Flecken
zulegen würde. Und auch erst dann die Wände streichen würde, um mich bei der
nächsten Mal-Aktion nicht aufregen zu müssen.
Und ich konnte die Große ja auch verstehen. Es war ein Einschnitt. Für uns
alle. Und wenn ich dann mal Zeit für sie allein hatte, dachte ich: So, JETZT
ABER, was wollen wir Tolles zusammen tun? Und dann hatte sie keine Lust. Sie
war und ist eben keine Maschine, die man zu gewissen Zeifenstern anknipsen
kann. Und wenn soie dann spielen wollte, musste ich schon wieder stillen.
Solche Situationen gab es viele.
Aber es wird wieder werden, liebe J! Es spielt sich ein! Die Kinder werden
größer und Du wächst mehr und mehr in die Rolle der Mehrfachmutter rein. Und
irgendwann wird Dich der Gedanke kalt erwischen, dass Du denkst: Stopp! Ihr
könnt doch jetzt noch nicht so groß und cool und selbständig werden! Was ist
denn hier los? Wo sind denn bitteschön meine Kuschelbabys hin? Und wenn Sie
dann irgendwann in Kita oder Schule sitzen und Du mit einem Käffchen auf der
Trrasse oder parkbank, dann lehnst Du Dich zurück und wirst vor Stolz fast
platzen. Nicht nur auf die Kids, sondern auch auf Dich. Und wenn Du Dich dann
fragst, warum Du so fit und fröhlich bist, dann wirst Du denken: Huch, seit
wann schlafe ich nachts eigentlich wieder ungestört durch?
HALT DURCH, LIEBE J!
P.S. Einige werden das Foto oben vielleicht kennen,m aber es ist wirkliuch
das Einzige, das ich öffentlich zeigen kann aus dieser Zeit. Ich war sooo
müde. Und dieses Bild wurde gemcht, als ich grad frisch vom Frisör kam und
kurz Erholung hatte. Das zweite Bild zeigt unsere Beiden im Krankenhaus auf
Mallorca. Ja, wir wollten mal Urlaub machen, um wieder ein bisschen zu uns zu
kommen. Es endete… so! Es entstand übrigens exakt heute vor sieben
Jahren.
P.P.S Die wunderbare Blogprinzessin hat auch schon einen Mutmachtext für
Zwillingseltern geschrieben. Schaut mal vorbei!
|
Ein Kind und dann Zwillinge: Wird das irgendwann besser? JA, UND OB! |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-kind-zu-verlieren-ist-eine-fuerchterlich-traurige-sache |
Als Inka ihren kleinen Sohn in der Schwangerschaft verlor, war da erstmal
nur Ohnmacht. Ihre zwei großen Söhne waren schon elf und 16 Jahre alt, sie
haben den Verlust und die Trauer sehr bewusst miterlebt.
Inka, die als Schauspielerin, Sängerin und Autorin Gefühle vor allem
kreativ verarbeitet, kam ins Schreiben. Entstanden ist ein Buch, das unter
die Haut geht – und sich nicht nur an Eltern richtet, sondern auch an
Geschwisterkinder, die sich aufs Baby gefreut hatten: Joshua, der kleine
Zugvogel (Affiliate Link).
Im Buch geht es um ein kleines Vögelchen, das den Anschluss an die anderen
verpasst, in einen Sturm gerät und sich plötzlich in einer ganz anderen Welt
wiederfindet. Es hört schon Stimmen, die seinen Namen sagen, die nach ihm
rufen, aber leider muss es weiter, weil es doch ein Zugvogel ist…
Inka Pabst: Joshua, der kleine Zugvogel (Affiliate Link). Tulipan.
Wow, liebe Inka, du hast es geschafft, ein Buch für Geschwister und Eltern
gleichermaßen zu schreiben die ein eigenes oder ein Geschwisterkind in der
Schwangerschaft verloren haben. Du schaffst es, mit dieser
Sternenkind-Geschichte ganz warme Gefühle damit beim Leser auszulösen, die
keine Angst machen. Wie hast du das gemacht?
Das kann ich schlecht beantworten, aber ich bin dankbar, wenn es mir
gelungen ist, den Menschen den Schrecken zu nehmen, sich mit diesem Thema
auseinanderzusetzen ohne dabei in einen emotionalen Abgrund zu stürzen.
Ein Kind zu verlieren ist eine ganz fürchterlich traurige Sache, aber die
Liebe zu dem Kind ist und bleibt so wunderbar, wie sie zu einem
lebenden Kind ist. Die hört ja nicht auf. Und genau dieser Zerrissenheit
wollte ich ein Bild geben.
Wie schwer fiel dir das Schreiben?
Das Schreiben selbst war nicht schwer, weil ich sie im Taumel des Schocks
als Abschiedsgeschenk für unseren Sohn geschrieben hatte. Für mich als
Künstlerin ist es eine selbstverständliche und intuitive Handlung, Erlebtes
zu transformieren und in eine neue Form zu gießen.
Als Mehrdad Zaeri, dessen Arbeiten ich verehre, dann gesagt hat, dass er
gerne mit mir die Geschichte zu einem Buch erweitern möchte und der Tulipan
Verlag dieses Vorhaben unterstützte, musste ich weinen vor Glück.
Die Zeit der „Buchwerdung“ war für mich allerdings schwieriger als gedacht.
Dass ich mit so einer persönlichen Sache an die Öffentlichkeit gehe, ließ mich
extrem dünnhäutig werden und erforderte von meinen Freunden viele
Streicheleinheiten…
Ich konnte natürlich nicht so professionell an ein Lektorat gehen, wie es
sonst der Fall wäre. Da gab es ja keine Distanz. Aber es waren ganz
wundervolle Menschen um mich herum, die damit sehr geduldig und liebevoll
umgehen konnten.
Das Bild des Zugvogels, der weiterziehen muss, dessen Aufgabe nicht das
Bleiben ist – wie kamst du darauf?
Es hat für mich etwas Tröstliches, wenn ich mir vorstelle, dass unser Sohn
an einem anderen Ort fröhlich vor sich hin zwitschert.
Neben deinem Sohn im Herzen hast du zwei Söhne an der Hand, hast du ihnen
das Buch vorgelesen und falls ja: wie haben sie reagiert?
Meine beiden älteren Söhne waren zu dem Zeitpunkt schon 11 und 16 Jahre alt
und haben alles unmittelbar mitbekommen. Die Geschichte kannten sie von der
Beerdigung und natürlich hat jetzt jeder ein eigenes Exemplar in seinem
Regal. Sie lieben das Buch und das Wissen, dass andere es auch lieben.
Warum war es dir ein Bedürfnis, Joshuas Geschichte zu schreiben?
Als wir erfuhren, dass unser Sohn nicht leben wird, war da erst einmal nur
Schock und Ohnmacht. Es war für mich einfach ein Grundbedürfnis unserem Sohn
etwas Persönliches von mir mitzugeben. Die Geschichte steht auch so in seinem
kleinen Sarg – sozusagen als Routenplaner für seine Reise.
Welche Reaktionen erreichen dich von LeserInnen des Buches?
Ich bekomme sehr viel Zuspruch. Natürlich habe ich gehofft, dass wir mit
unserem Buch Trost spenden können, aber die sehr persönlichen und liebevollen
Rückmeldungen berühren mich. Dass sich so viele Menschen bei mir bedanken,
also damit habe ich wirklich nicht gerechnet.
Wie geht es dir und deiner Familie heute?
Uns geht es sehr gut!!! Und das sage ich bewußt mit drei Ausrufezeichen, um
denjenigen Mut zu machen, die noch brusttief in der Trauer stecken. Es wird
nie wieder wie vorher sein und es kann auch nach zehn Jahren passieren, dass
einem der Schmerz impulsiv die Beine wegzieht, aber ich habe gelernt: Es geht
vorbei!
Das Ersticken im Verlust wird tatsächlich besser, auch wenn man das lange,
lange, lange nicht glauben kann und vielleicht sogar Angst hat davor, weil
man sich dann als Verräter empfindet.
Wichtig fand ich, dass wir uns die Zeit nahmen, die jeder Einzelne für sich
brauchte. Sich nicht hetzen lassen von dem Irrglauben, man müsse wieder ins
„normale Leben“ zurückkehren. Wir waren lange out of order und ich glaube,
das hat uns geholfen, dass jeder von uns seinen eigenen Weg gefunden hat mit
dem toten Sohn oder toten Bruder leben zu können.
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Sternenkind: Wenn Mütter ihre Babys in der Schwangerschaft verlieren |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-laptop-fuers-homeschooling-gewinnt-einen-travelmate-spin-b3-von-acer |
Ihr Lieben, vielleicht erinnert ihr euch an unseren Bericht über die
Laptops zum Homeschooling von Acer. Wir hatten darin schon angedeutet, dass
wir möglicherweise im April auch ein Gerät verlosen dürfen. Einfach, um euch
eine Freude zu machen!
Wir selbst haben davon keinen Vorteil, verdienen damit kein Geld, aber weil
uns immer wieder auch Familien schreiben, dass sie sich kein Endgerät leisten
können, haben wir uns nun nochmal stark gemacht für euch. Weil wir nämlich
nicht übersehen, was ihr da grad alles leistet! Und deswegen dürfen wir euch
hier heute mit Stolz verkünden:
Wir dürfen euch einen TravelMate Spin B3 von ACER schenken! Es ist das
ideale Gerät für den Einsatz rund um Schulisches – es ist speziell dafür
konzipiert! Es lässt sich drehen und wenden und klappen und kommt auch noch
mit einem Stift daher, der im Gehäuse selbst geladen wird. Er ist der ideale
Unterrichtsbegleiter!
Der Akku hält superlang und das gerät überlebt sogar Stürze aus 1,20m Höhe
oder umgekippte Gläser. Bis zu 330ml Flüssigkeit können dem konvertiblen
Gerät überhaupt nichts anhaben (Okay, vielleicht sagt ihr das euren Kindern
nicht vorab, aber für den Hinterkopf ist das doch schon mal sehr beruhigend,
oder? Bei uns im Homeschooling geht jedenfalls häufiger was daneben als in
der Schule…) Die Stiftbedienung geschieht intuitiv, die Verbindungsgeschwindigkeit
ist rasant und die dreijährige Garantie ist nur joch das i-Tüpfelchen.
Wenn ihr das Gerät gewinnen mögt, kommentiert hier bitte einfach im Blog,
für wen das Gerät bei euch am ehesten in Frage käme, so wandert ihr in den
Lostopf. Die Gewinner werden anschließend per Mal informiert. Wir drücken
euch kräftig die Daumen und wünschen gutes Durchhalten für all die weiteren
Homeschooling-while-Homeworking-Stunden, die uns noch so blühen!
|
ACER TravelMate Spin B3: Gewinnt einen Laptop fürs Homeschooling |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-mutter-tochter-wochenende-in-berlin-von-exklusivzeiten-fuer-kinder-in-mehrkindfamilien |
Ihr Lieben, am Wochenende
traf ich auf einem Empfang eine Mutter, die sagte: Hey super, du hast deine
Tochter dabei? Meine beiden Kinder waren noch NIE länger als 20 Minuten
voneinander getrennt. Wow, dachte ich da. Denn seit unsere große Tochter
gleich zwei Brüder auf einmal kriegte – und da war sie ja auch gerade mal
zwei Jahre alt – versuche ich, möglichst regelmäßig Exklusivzeiten mit ihr zu
verbringen.
Damals konnte das einfach nur ein
Gang zum nächsten Drogeriemarkt sein, während Papa oder Oma auf die Zwillinge
aufpassten – heute kann das eben auch mal ein ganzes Wochenende sein. Das
gilt bei uns übrigens auch für die Zwillingssöhne. Ob ich mal mit nur einem
einkaufen fahre oder ob sich der Papa mal einen schnappt und in ein
Museum oder zur Eisdiele fährt – wir halten solche Eins-zu-eins-Momente für
sehr wichtig.
Und so brach ich letztes Wochenende mit unserer großen Tochter auf nach
Berlin. Am Sonntag würde sie ihren elften Geburtstag feiern – und da sie auch
in der Hauptstadt geboren worden war, war das für uns Grund genug, mal wieder
in unsere Lieblingsstadt zu fahren. ES WAR SO SCHÖN! Nur wir zwei! Keiner
redete dazwischen! Die volle Aufmerksamkeit gehörte ihr und mir und wir
genossen es von Minute Eins an.
Wir lästerten im Flieger über das pappige Sandwich, das wir in dieser Form
nicht mal den Hunden anbieten würden, wie wir feststellten, kauften uns dann
ein Tagesticket der BVG und tuckerten mit dem Bus und unseren Rucksäckchen
zum Hotel. Das Hotelzimmer war GANZ GENAU nach unserem Geschmack, wir freuten
uns so über die Hängematte und das bodentiefe Fenster, das wir im Grunde
alles um uns herum vergaßen. Wir plünderten die Chips aus der Minibar und
irgendwie war alles perfekt. Ich konnte sie endlich mal wieder sehen, diese
tolle Tochter, die sich gerade schnurstracks in Richtung Teeniewelt bewegt
und von der ich im Alltag immer weniger mitbekomme, weil die Freunde so
wichtig werden. Oder weil die Brüder dazwischenquatschen. Oder weil wieder
für eine Klausur gelernt werden muss.
Was ich sagen will: dieses Wochenende war Gold wert. Die gemeinsamen Erlebnisse,
von denen wir jetzt noch dauernd erzählen. Das
sich-endlich-mal-wieder-nah-sein. Das spontan ins Steakhouse fahren, das
plötzlich im Sommerregen nass werden, das einfach-mal-machen-was-wir wollen.
Die zehn Kilometer, die wir shoppend durch Berlin marschierten.
Ich gönne wirklich jedem Mehr-Kind-Elternteil solch schöne Stunden mit mal
nur einem Kind. Denn am Ende profitieren alle davon! Das Kind, das Elternteil
– und auch die Zu-Hause-Gebliebenen! Die hatten sich ein tolles Männerwochenende
mit Stadionbesuch und langem Aufbleiben gegönnt. Und angeblich fingen die
Jungs erst wieder an zu streiten, als wir mit unseren Rucksäcken zur Tür
hereinkamen. Der Fall war schon tief. Von voller Leichtigkeit und
Verantwortung nur für sich selbst und einen einzigen weiteren Menschen zurück
ins Familien-Chaos mit Streit und Kochen und Aufräumen und allem, was eben
sonst so ansteht im Zusammenleben mit so vielen Menschen. Aber es dauerte
nicht lange, bis wir uns wieder zusammengewurschtelt hatten – und von der
Energie schöpfen konnten, die uns dieses Wochenende allen bescherte.
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Ein Mutter-Tochter-Wochenende in Berlin: Von Exklusivzeiten für Kinder in
Mehrkindfamilien | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-paar-sommermonate-in-gewollter-obdachlosigkeit-mit-zwei-kleinkindern |
Ihr Lieben, immer wieder
lassen wir hier Frauen – und manchmal auch Männer – zu Wort kommen, die aus
ihrem Leben erzählen. Ja, auch von den verzweifelteren Phasen ihres Lebens –
und wie sie wieder rausfanden. So erzählt heute Isabella ihre
Geschichte.
Als die Zweifachmutter herausfand, dass ihre Beziehung nicht mehr
funktioniert, verlor sie sich selbst. Und auch ein bisschen den Kontakt zu
den Kindern. Sie wollte sich auf eine Reise zurück zu sich selbst machen –
und setzte ihre Pläne durch.
Sie verkaufte alles, was sie besaß und tourte mit dem Geld aus dem Erlös
zusammen mit ihren Kindern einen Sommer lang durch Deutschland. Die Kinder
wuchsen in dieser Zeit als Schwestern stark zusammen, sie hatten – wie die
Mama – Freude mit den vielen neuen Gesichtern, Wohnungen und Betten.
Immer kamen sie bei Freunden unter – auch am Bodensee und in Hamburg. Doch
eine Stadt tat es ihnen besonders an. Und in diese sind sie nun auch gezogen…
hier wird Isabella im nächsten Jahr nochmal ein Studium beginnen…
Wie alles begann…
„Es ist Anfang Juli. In elf Tagen werde ich den Schlüssel meiner
Mietwohnung abgeben und frei sein. Ich habe Elternzeit genommen, brauche eine
Auszeit. Ich will danach nicht mehr in meinen Beruf zurückkehren.
Ich habe im OP gearbeitet, hab
Menschen sterben sehen. Habe alles dafür getan, dass Schwerverletzte nicht
sterben. Habe toten Menschen Organe entfernen lassen, habe aufgeregten
Kranken gut zugesprochen.
Währenddessen habe ich meine Beziehung verloren. Die Beziehung zu dem Vater
meiner Kinder, aber auch zu mir selbst – und zu den Kindern.
So konnte und sollte es nicht weitergehen.
"Ich wollte ein selbstbestimmteres Leben"
Ich habe beschlossen, dass es nun an der Zeit sei, ein selbstbestimmteres
Leben zu führen. Eins, in dem ich aktiv mein Glück gestalte. Eins, das
weniger von Kompromissen geprägt ist, in dem es mehr um die Bedürfnisse
meiner Kinder und um meine Wünsche geht.
In letzter Zeit war ich sehr frustriert, traurig, wütend und gestresst. Ich
rannte den Minuten hinterher, war ständig ungeduldig. Ich bekam Atemnot.
Daraufhin kündigte ich die Wohnung, die Verträge mit den Kindergärten und
beantragte Elternzeit.
Da stehe ich jetzt, wenige Tage vor der gewollten Obdachlosigkeit. Ich habe
schon fast alles verkauft und aussortiert. Ich habe Angst und Gelassenheit in
mir. Ich bin ruhig und aufgeregt.
"Wir wollten die Geschichte unseres Lebens umschreiben"
Ich entscheide mich für eine andere Kindheit meiner Kinder. Ich möchte die
Geschichte unseres Lebens so nicht weiterschreiben, ich möchte sie
umschreiben.
Die Geschichte gefällt mir nicht mehr, sie ist schon viel zu lange viel zu
traurig. Das ahnt keiner, denn ich lächele immer und habe für andere
jederzeit ein paar lustige Worte auf Lager. Ist die Tür zu, sieht es ganz
anders aus. Luftnot. Herzrasen. Ich kann nicht einschlafen.
Wir sind alles Kinder mit auferlegten Glaubenssätzen, unterdrückten
Gefühlen und verletzten Bindungen. Wir sind das Ergebnis unserer Eltern und
deren Eltern und deren Eltern.
Die eigene Kindheit war schwer
Traumata, Verlust, Gewalt – das alles wird so lange in uns wiedergeboren,
bis einer es auflöst. Wenn ich meine Kinder möglichst wenig mit meinen
unaufgearbeiteten Erfahrungen und Erlebnissen belasten möchte, dann muss ich
jetzt etwas ändern. An mir, an meiner Situation, an meiner Art zu denken. Das
spüre ich sehr deutlich.
Nimm deine Angst und mach Vertrauen draus. Nimm deine Trauer, und mach
Frieden daraus. Das wird zu meinem Mantra.
Wahre Freiheit ist in unserem Inneren versteckt. Sie kommt nicht durch
Reisen in ferne Länder oder materiellen Besitz. Sie benötigt Achtsamkeit,
Bewusstsein und viel, viel Loslassen.
Loslassen erfordert Mut. Ob es nun der teure Fernseher ist oder eine
schlimme Kindheitserinnerung, eine alte Freundschaft oder eine Vorstellung
von Karriere – Loslassen erfordert Mut und Vertrauen.
Das alte Leben ließ Isabella hinter sich
Ich gebe alles auf, meinen Beruf, meine Wohnung, meine engen Freundschaften
und möchte mich wiederfinden. Mich selbst wieder spüren, meine Gefühle und
Beweggründe entdecken. Ich möchte wieder wissen wer ich bin, was ich will,
was mich erfüllt. Ich möchte die Liebe des Lebens wieder spüren.
Seit vier Wochen bin ich gemeinsam mit meinen Kindern und meinem neuen
Partner nun „obdachlos“, ohne Heimat, in die wir zurückkönnen. Mit Koffer und
Rucksack auf Lebensreise. Unser erstes Ziel ist Leipzig. Dort lebt eine
Freundin, bei der wir erstmal wohnen konnten. Obdachlos, das heißt bei uns
nicht unter Brücken wohnend, sondern ohne festen Wohnsitz lebend. Sich
treiben lassend.
Leipzig ist schön. In einer Aufbauphase. Von modernsten Bauten bis zu
heruntergekommenen Gebäudekomplexen findet sich hier alles. Die Stadt ist mit
fast 500.000 Einwohnern eine echte Großstadt. Kunst, Kultur, Kreativität und
schräge Vögel finden sich dort problemlos. Das Spannende an Leipzig ist für
mich eindeutig das Gegensätzliche. Von bewusst retro zu sehr modern.
Nach wenigen Tagen treibt es uns weiter, nach Berlin. Dort lebt mein
Bruder, in dessen Wohnung wir unterkommen, weil er im Urlaub ist. Berlin hat
so bunte Menschen!
Wie wir uns in Berlin verliebten
Menschen interessieren mich schon immer sehr. Je schräger sie sind, desto
mehr faszinieren sie ich. Was in Heidelberg als höchst mutige Mode gewertet
werden würde, ist in Berlin schon wieder langweilig.
Menschen in allen Farben und Formen,
Kleidung von rebellisch über chic zu punkigen Hippies und Männern, die zu
ihrem Hüftschwung stehen. Berlin ist wie eine Modenschau.
Ein Mensch schöner als der andere, lauter körperliche Besonderheiten, keine
Norm, alles schräg. Ich fühle mich plötzlich so unendlich wohl. Meine Kamera
kann nicht mehr still an meiner Schulter hängen, sie will am liebsten jeden
Einzelnen fotografieren.
Hier gehör ich hin, denke ich mir immer wieder. Hier bin ich richtig. Und
obwohl mein Mutterherz mir ein schlechtes Gewissen macht, weiß ich, dass ich
hier wohnen werde.
Nicht nur die Menschen faszinieren mich, sondern auch die unzähligen
Geschäfts -und Selbstverwirklichungsideen. Hier gibt es nichts, was es nicht
gibt – hier können alle etwas erreichen, nicht nur die akademischen
Zielstreber.
Dann kommt mein Bruder aus dem Urlaub wieder und wir müssen weiterziehen.
Ich habe mich schon immer gefragt, wie es wohl ist, am Meer zu leben.
Also geht es nach Lübeck und von dort aus an den Timmendorfer Strand. Es
ist warm und ich freue mich über das wohlige Gefühl, im Urlaub zu sein. Wir
entscheiden spontan, die Nacht am Strand zu schlafen. Frei sein.
Oder wollen wir doch am Meer leben?
Immer mehr Urlauber machen sich auf den Weg zurück ins Hotel und wir
beginnen, uns ein kleines Lager zu bauen. Ein gemieteter Strandkorb ist das
Bett der Kinder, die warm in Decken gehüllt und mit Batterie betriebener
Lichterkette mehr als zufrieden scheinen. Sie schlafen mit den Geräuschen des
Meeres ein und ich staune über die robuste Abenteuerlust meiner Kinder.
Die Jüngste ist 2 Jahre alt, sie kam in meiner kleinen Dachgeschosswohnung
zur Welt. Auf dem Boden unter dem Fenster, begrüßt durch herrliche
Mai-Sonnenstrahlen. Die Beziehung zu dem Vater der Kinder war von Anfang an
sehr turbulent. Ich gab mir große Mühe, um aus ihm einen Familienmenschen zu
machen – und scheiterte kläglich.
Mein Wunsch nach einer intakten Familie war aber so groß, dass ich nicht
aufgeben wollte. Ich wollte so sehr Teil einer liebevollen Familie sein. Meine
Kinder sollten in einer gesellschaftlich anerkannten Familienkonstellation
aufwachsen.
Warum ich nicht viel früher ging
Also hielt ich an der Beziehung fest, fühlte mich aber so alleine und
emotional verlassen. Als unsere zweite Tochter sieben Monate alt war, zog er
abends los und traf sich mit einer anderen Frau.
In den Tagen danach klingelte sein Handy ununterbrochen, ständig kamen
Nachrichten. Mit schlimmstem Herzklopfen nahm ich es und las die Nachrichten.
Das, was ich da las, raubte mir den Atem.
Ich hatte keine Kraft mehr, ich hatte keine Hoffnung mehr. Wenige Wochen
später schmiss ich ihn raus. Ich versank wochenlang in einen Zustand des
Schocks. Nichts, was ich tat, kann ich rückblickend verstehen.
Ich war wie in einer zweiten Pubertät. Mit dem Leben überfordert und
niemandem an der Seite, der mich verstand. Ich rappelte mich hoch, arbeitete
viel, kümmerte mich um andere – und verlor mich.
Und dann dieser Abend am Meer, mit meinen großartigen Kindern und einem
neuen Mann an meiner Seite. Ganz langsam kommt mein Atem zu mir zurück. Meine
Augen sind wieder bereit, das Schöne zu erkennen. Es liegt noch ein Schleier
auf ihnen, aber ich spüre, wie dieser nur noch an dünnen Fäden hängt.
Happy End: Wir sind angekommen!
Wir reisen den Sommer weiter und landen in Berlin. Zurück zu den bunten
Vögeln, in deren Mitte ich mich so wohlfühle. Auch, wenn wir für unsere Reise
nicht jahrelang unterwegs waren und nicht mal Deutschland verlassen haben –
so hat es doch das Leben von vier Menschen komplett verändert – und ein
Fünftes erzeugt…“
Mehr zur Familie auf Instagram: @familieinberlin
|
Ein paar Sommermonate in gewollter Obdachlosigkeit mit zwei Kleinkindern
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ein-vater-greift-zur-flasche-die-sieben-witzigsten-szenen-aus-dem-neuen-elternzeit-buch-von-christian-hanne |
Ihr Lieben, endlich ist es
da, das zweite Buch von Christian vom Familienbetrieb. Genau, das ist der,
der uns hier jeden Freitag mit den witzigsten Familientweets versorgt und uns
permanent zum Lachen bringt. Und deswegen wollen wir euch die lustigsten und
einschlägigsten Szenen aus seinem neuen Buch "Ein Vater greift zur
Flasche" (Affiliate Link) nicht vorenthalten. Er beschreibt darin die
Phase seiner Elternzeit – und wie er allein mit der Babytochter permanent am
Rande des Wahnsinns agierte…
Über die Zeit, wenn das Baby endlich mal schlief:
„Nachdem die Tochter das Fläschchen bis auf den allerletzten Tropfen leer
getrunken hat, verdreht sie die Augen und schläft ein. Ich bringe sie ins
Bett und betrachte sie eine Weile. Was für ein Leben. Essen, schlafen und
zwischendurch ein wenig Amüsement einfordern. Mehr spätrömische Dekadenz geht
nicht. Am liebsten würde ich mich zur Tochter legen. Es heißt ja nicht
umsonst »Schlafe, wenn dein Kind schläft«. Allerdings müsste die Wohnung auch
mal wieder richtig aufgeräumt und geputzt werden. Das erledigt sich nämlich
nicht im Schlaf. Wenn das so wäre, nähmen wahrscheinlich viel mehr Väter
Elternzeit.“
Über die Zeit im Wartezimmer der Kinderarztpraxis:
„Mir gegenüber sitzt eine hochschwangere Mutter, die bemüht ist, ihre knapp
zweijährige Tochter namens Lisa- Marie für eine Bio-Reiswaffel zu begeistern.
Aber die kleine Lisa-Marie kann sich dafür ebenso wenig erwärmen wie für das
Alternativangebot eines selbst gebackenen veganen Müslikekses. Das spricht
für die kulinarische Kompetenz der Kleinen, denn wer isst schon gerne
gepresstes Vogelfutter oder getrockneten Bauschaum.“
Über die Auswahl des ersten Breis für seine Tochter:
„Ich suche weiter nach einem geeigneten Brei, mit dem wir nicht Gefahr
laufen, ein frühkindliches Essenstrauma bei der Tochter hervorzurufen. Warum
gibt es denn keine in Gläschen abgefüllte Pizza Margherita? Eine Idee, deren
Umsetzung großen Reichtum verspricht, sodass wir einen Sternekoch engagieren
könnten, der jeden Tag erlesene Breie für unser Kind zubereitet.“
Über seine Abneigung gegen Familienfeste:
„Onkel Otto stellt sich vor, und bevor ich meinen Namen nennen kann, fängt
er übergangslos an, von seinen verschiedenen und sehr zahlreichen Krankheiten
zu erzählen. Anscheinend haben sie alle mit seinem empfindlichen Magen und
seinem nervösen Darm zu tun. Zum Abschluss seines zehnminütigen Monologs
lässt er mich wissen, dass er keinen Rotkohl essen könne, ohne danach die
ganze Nacht auf dem Klo zu verbringen. »Das läuft wie die Niagarafälle«, ruft
er über den Tisch. »Nur schneller! Und mehr!« Onkel Ottos anschauliche
Metaphern wirken nicht gerade appetitanregend. Aus Solidarität verzichte ich
auf den Niagara-Rotkohl. Den Rest des Hirschbratens und der Knödel lasse ich
auch abräumen. Wo der Kellner schon einmal da ist, ordere ich einen weiteren
Schnaps. Sicherheitshalber gleich einen doppelten.“
Über die Rückkehr an den Arbeitsplatz nach der Elternzeit:
„Anschließend beginnt der Chef mit einem seiner gefürchteten Monologe,
gegen die Fidel Castros Parteitagsreden als pointierte Grußworte gelten
können. Um nicht ins Wachkoma zu fallen, untermale ich die Ansprache des
Chefs im Kopf mit Kinderliedern. Er redet über das erhoffte Neugeschäft
(»Taler, Taler, du musst wandern«), die notwendige Produktivitätssteigerung
im Büro (»Wer will fleißige Handwerker sehen«), den anstehenden Besuch
einiger Kollegen aus dem Pekinger Büro (»Drei Chinesen mit dem Kontrabass«),
den Betriebsausflug nächsten Monat (»Ri ra rutsch, wir fahren mit der
Kutsch«) und die farbliche Neugestaltung der Büros (»Grün, grün, grün sind
alle meine Kleider«). Dann ist er endlich fertig, und wir dürfen zurück an
unsere Schreibtische (»Schlaf, Kindlein, schlaf«).
Über Geburten per Kaiserschnitt:
„Wenn man einschlägige Mütterforen im Internet liest – und das sollte man
tunlichst vermeiden –, bekommt man den Eindruck, dass Mütter mit
Kaiserschnittentbindungen am untersten Ende des Mütter-Rankings angesiedelt
sind. Quasi die Rosinen unter den Müttern (Anm. der Red.: der Autor mag keine
Rosinen! Und keinen Rosenkohl! Lieber Käsekuchen!). Nur Mütter, die nicht
stillen, sind noch weniger angesehen. Die sind der Rosenkohl unter den
Müttern. Der fehlende Geburtsstress bei einem Kaiserschnitt soll dazu führen,
dass diese Kinder später häufiger unter Anpassungsschwierigkeiten leiden. Das
ist natürlich Blödsinn. Denn, wer wurde auf natürliche Weise geboren? Genau,
Hitler. Und der war ja wohl der anpassungsgestörteste Mensch, den man sich
vorstellen kann.“
Über die Geburt seines zweiten Kindes:
„Der Kaiserschnitt läuft problemlos – eine Feststellung, die einem recht
leicht aus der Feder fließt, wenn man nicht selbst auf dem OP-Tisch liegt und
den Bauch aufgeschnitten bekommt. Da der brustabwärtige Teil der Freundin
durch ein grünes Tuch abgetrennt ist, bekomme ich von dem Eingriff ohnehin
nicht wirklich etwas mit. Nach knapp 30 Minuten ertönt hinter dem Vorhang ein
schmatzendes Geräusch, dann ein Brüllen, und schließlich sagt einer der
Ärzte: »Da ist er ja, der kleine Mann.« Ich schließe daraus, dass wir einen
Sohn haben. Oder dass gerade ein 1,60 Meter großer Arzt den Raum betreten
hat.“
Christian Hanne: Ein Vater greift zur Flasche – Sagenhaftes aus der
Elternzeit. Seitenstraßen Verlag. 12 Euro. (Amazon Affiliate Link)
|
Ein Vater greift zur Flasche: Die sieben witzigsten Szenen aus dem neuen
Elternzeit-Buch von Christian Hanne | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eine-airline-bietet-gegen-aufpreis-plaetze-ohne-kindergeschrei-toller-service-oder-ausgrenzung |
Guten Morgen, Ihr Lieben! Ich
bin heut genervt. Ich glaube, das gehört zum Elternsein dazu. Eine zu kurze
Nacht, zu viel Geschrei schon VOR der ersten Tasse Kaffee und das
Hamsterrad-Gefühl durch nicht-enden-wollenden Sommerferien und
rund-um-die-Uhr-Kinderbetreuung ohne Atempause… Ich denke, Ihr versteht mich.
Darum heute nur ein kurzer Aufreger. Ich zitiere aus einem
Zeitungsbericht:
„Über den Wolken kann Kindergeschrei grenzenlos nervtötend sein. Die
ungewohnte Situation, die trockene Luft und nicht zuletzt der Lärm der
Triebwerke: Für Kinder und Babys ist Fliegen manchmal echter Stress. Für
Fluggäste, die daneben sitzen, auch. Wer schon einmal auf einem
Transatlantikflug neben einem plärrenden Baby saß, weiß, wie ausdauernd so
ein Sitznachbar sein kann.“
Und weil das so anstrengend ist, bietet Scoot Airlines laut diesem Artikel
in der Süddeutschen nun Reisenden gegen einen Aufpreis Plätze in kinderfreien
Zonen an. Ehrlich gesagt: Heute würde ich mich auch gern in solch eine Zone
einkaufen. So für zwei ruhige Stunden mal 😉 Trotzdem halte ich
generell eher wenig von dieser dauernden Trennung von Personengruppen. Alte
ins Altenheim, Kinder bitte nur in die Nähe von Erwachsenen, wenn sie still
sind. Überhaupt macht sich die Süddeutsche immer mal wieder Gedanken über
kleine Störenfriede an Bord von Flugzeugen, wie dieser Text meines Mannes
beweist… Was meint Ihr – habt Ihr Verständnis für Menschen, die ohne
Kindergeschrei fliegen möchten oder ist das Familiendiskriminierung?
|
Eine Airline bietet gegen Aufpreis Plätze ohne Kindergeschrei. Toller
Service oder Ausgrenzung? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eine-impfung-gegen-hpv-wird-fuer-maedchen-und-jungen-gleichermassen-empfohlen-ab-einem-alter-von-9-jahren-ein-paar-gedanken-zum-thema |
Ihr Lieben, neulich saß ich mit einem unserer Jungs in der
Kinderarztpraxis, weil wir in Zeiten von Corona lieber einmal mehr die
aufkommenden Halsschmerzen untersuchen lassen, um ausschließen zu können,
dass da möglicherweise eine Infektion vorliegt. Und wie das so ist, kommen
Mutter und Sohn besonders dann gut ins Gespräch, wenn mal die anderen
Geschwister nicht dabei sind.
Da im Wartezimmer im Moment auch nur eine einzige Familie zugelassen ist,
hatten wir also auch keine Mithörer. Und wie wir uns da so umsahen, fielen
ihm neue Plakate an der Wand auf. „Mama, wieso hängen hier Plakate von
Olympia 72, wenn doch da die israelische Mannschaft ermordet wurde.“ Bääm.
Elf Jahre alt und dann das.
Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich in diesem Moment war. Dass er so
viel Hintergrundwissen hat, klar, aber auch, dass er mit so offenen Augen
durch die Welt geht. Und deswegen ließen wir weiter unseren Blick durchs
Wartezimmer schweifen und dann hing da eben auch ein Plakat zum Thema
HPV-Impfung bei Jungs, denn offenbar können sie nicht nur Überträger der
Krankheit sein, sondern auch selbst an HPV-bedingten Krankheiten erkranken.
„Was ist das jetzt also genau?“, wollte er wissen und so informierten wir uns
in den Infoblättchen, die ebenfalls verfügbar waren.
HP-Virus und HPV-bedingte Krebsarten
HPV, darüber hatten wir in unserem ersten Artikel zur
#entschiedengegenkrebs-Kampage bereits geschrieben, steht für Humane
Papillomviren. Diese werden über direkten Kontakt von Mensch zu Mensch
übertragen. Die Ansteckung erfolgt über Haut- und Schleimhautkontakt, also
den unmittelbaren Kontakt mit infizierten Haut- und Schleimhautbereichen.
Über kleinste, oftmals nicht sichtbare Verletzungen der Haut bzw. Schleimhaut
kann das Virus dabei in den Körper eindringen.
Manche HP-Viren können bestimmte Krebsarten, wie etwa Gebärmutterhalskrebs,
Scheiden-und Schamlippenkrebs, Analkrebs oder auch Peniskrebs und
Mund-Rachen-Krebs, verursachen.
Da eine Ansteckung oft zunächst beschwerdefrei verläuft, bleibt sie des
Öfteren unerkannt. Häufig klingt die Infektion dann auch innerhalb eines
Jahres ohne gesundheitliche Einschränkungen wieder ab. Schon einige Wochen
nach der Ansteckung können bestimmte HPV-Typen sogenannte Genitalwarzen (auch
Feigwarzen oder Kondylome genannt) auslösen. Genitalwarzen sind die häufigste
HPV-bedingte Erkrankung im äußeren Genitalbereich. Bei einer anhaltenden
Infektion mit bestimmten krebsauslösenden HPV-Typen können sich bei einigen
Menschen über viele Jahre bestimmte Krebsvorstufen oder Krebsarten
entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel Gebärmutterhals- und Scheidenkrebs bei
Frauen sowie Peniskrebs bei Männern. Von Analkrebs und Krebs im
Mund-Rachen-Bereich können sowohl Frauen als auch Männer betroffen sein.
Als Mutter möchte ich meine Kinder so gut wie möglich schützen
Ganz so drastisch habe ich das meinem Sohn nicht erklärt, dafür war die
Wartezeit in der Arztpraxis auch einfach zu kurz, aber für manche Kinder sind
eben Viren und alles, was mit ihnen zusammenhängt – gerade in der
aktuellen Zeit – besonders spannend. Schade, dass ich nicht selbst Ärztin
oder Biologin bin, um das noch besser erklären oder darstellen zu können.
Dafür bin ich Mutter und als Mutter möchte ich meine Kinder natürlich so gut
es geht schützen.
Und eine Form des Schutzes gegen bestimmte HP-Viren ist eben die Impfung.
Ich weiß, wie kritisch das viele sehen und wir werden hier auch niemals eine
Empfehlung für oder gegen etwas aussprechen, aber es ist uns ein Anliegen,
zumindest darüber aufzuklären, DASS wir die Möglichkeit einer solchen Impfung
haben.
#entschiedengegenkrebs: Wie sieht es mit der Impfung gegen HPV aus?
Was viele nicht wissen: Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission
(STIKO) ab einem Kindesalter von neun Jahren empfohlen – und zwar für Mädchen
und Jungen gleichermaßen. Wenn zwischen dem 9. Und 14. Lebensjahr geimpft
wird, benötigt man zwei Einzelimpfungen im Abstand von fünf Monaten, ab einem
Alter von 15 Jahren und bei einem zu kurzen Impfabstand, sind es drei
Einzelimpfungen. Für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 17 Jahren wird die
HPV-Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen und in der Regel auch von den
privaten Krankenversicherungen bezahlt. Darüber hinaus bieten viele
Krankenkassen im Rahmen einer Zusatzleistung auch erweiterte
Altersbestimmungen für die Übernahme der Impfung an.
Bei Zweifeln oder Fragen ist übrigens auch die Krankenkasse ein guter
Ansprechpartner! Zudem geben staatliche bzw. seriöse Institutionen wie das
Robert-Koch-Institut, die BZgA oder auch das Deutsche Krebsforschungszentrum
gute Informationen zum Thema raus – für alle, die sich gern tiefer einlesen
möchten.
Wichtig ist vielleicht noch, hier zu erwähnen, dass die HPV-Impfung nicht
vor allen HPV-Typen schützen kann, die Krebs verursachen können. Je nach
verwendetem Impfstoff kann sie aber bestimmten HPV-bedingten Erkrankungen
vorbeugen, wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Scheiden- und
Schamlippenkrebs sowie deren Vorstufen und Genitalwarzen.
Es geht nicht nur um den Schutz des Einzelnen
Mädchen und Jungen können sowohl Überträger als auch Betroffene von
HPV-bedingten Erkrankungen sein. Darüber hinaus können die Folgen einer
Erkrankung am Gebärmutterhals eben nicht nur die junge Frau selbst, sondern
auch die gemeinsame Zukunft mit dem Partner im Hinblick auf einen gemeinsamen
Kinderwunsch betreffen.
Bei mir führten diese Infos jedenfalls dazu, dass ich zu Hause nochmal den
Impfpass unserer Kinder in die Hand nahm und checkte, wann eigentlich was
nochmal aufgefrischt werden müsste. Dadurch, dass unsere drei Kinder jetzt so
groß sind, dass sie nicht mehr dauernd zu U-Untersuchungen müssen, kann das
ja schnell mal in Vergessenheit geraten.
Für die Entscheidungsfindung finde ich persönlich es aber zusätzlich
wichtig, mal mit einem Arzt drüber zu sprechen. Da nehm ich dann alle
neugierigen Jungs aus unserer Familie mit hin. Vielleicht klärt sich dann
auch die Frage nach den Olympia 72-Plakaten im Wartezimmer… dann hätten wir
gleich alle wichtigen Fragen im derzeitigen Kinder-Kosmos geklärt!
Seid ihr denn schon entschieden? Zum Thema Impfung empfehlen wir euch auf
unserer Seite noch folgende Beiträge:
Gastbeitrag einer Kinderärztin: „Darum ist es so wichtig, dein Kind zu
impfen.“Zwischenruf zum Thema Impfung von Lisa und Katharina
|
HPV-Impfung für Mädchen und Jungen ab neun Jahren |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eineiige-zwillinge-mit-welchen-tricks-sie-uns-spaeter-einmal-veraeppeln-werden |
Mein Mann hielt mir am
Morgen einmal einen Zeitungsartikel vor die Nase. „Zwillinge unter
Terrorverdacht“, stand da. „Was haben unsere Jungs denn nun schon wieder
angestellt?“, fragte er dazu. Und nein, unsere beiden Söhne sind erst acht,
sie stehen natürlich nicht unter Terrorverdacht – es sei denn, man bezieht es
auf die Ordnung in ihren Zimmern. Aber ja, wenn wir mal weiterdenken: Unsere
Zwillinge sind eineiig, viele Menschen haben Schwierigkeiten, sie
auseinanderzuhalten. Ihnen steht die Welt offen – und zwar nicht nur die
legale Variante.
Die Betrügereien begannen ja bereits mit dem ersten Ultraschall! Nichts
ahnend wartete ich darauf, dass mir nun mein zweites Kind gezeigt werden
würde – und dann schwamm da auch noch ein drittes herum! Sie haben mich doch
tatsächlich um eine Schwangerschaft betrogen, die beiden Schlawiner. Um eine
Schwangerschaft, um eine Geburt. Und um die Eins-zu-Eins-Beziehung zwischen
Mutter und Kind. Nun, die wäre womöglich eh nicht so intensiv ausgefallen,
weil wir schon eine Tochter hatten, aber dennoch: Hintereinander war der
Plan, nicht gleichzeitig. Und ich brauche wahrscheinlich nicht zu erwähnen,
dass der jeweilige Zwilling die Bezugsperson Nummer Eins für den anderen ist
– und ich als Mama erst an zweiter Stelle komme.
Aber das war wohl erst der Anfang. Wenn wir mal weiterdenken, werden ihnen
als eineiige Zwillinge noch viel mehr Betrügereien möglich sein, als uns lieb
sind. Zum Beispiel in der Schule: Wer hätte sich nicht mal einen Klon
gewünscht, wenn es in der Mathearbeit um fiese Kurvendiskussionen ging? Wer
weiß, vielleicht ist ja einer unserer Zwillinge ein Zahlen-Ass und der andere
eher ein Künstler – und sie könnten sich so gegenseitig unterstützen… Sie
gehen schon jetzt in unterschiedliche Schulklassen, sie könnten also heimlich
den jeweils anderen schicken, wenn mal wieder eine Mathearbeit oder eine
Kreativ-Präsentation ansteht. Einzig die winzigen Leberflecke am Fuß würden
sie verraten, denn die sind unterschiedlich. Aber wer schaut da schon nach?!
Und vor allem: Wer weiß dann, wem welcher Fuß gehört?
Sie könnten sich auch beim Fußball heimlich auswechseln, wenn der andere
nicht mehr kann. ie Mnnschaftskameraden ruft eh immer beide Namen, wenn sie
einen meinen, weil es im gleichen roten Trikot selbst für uns Eltern manchmal
schwierig ist, spontan zu sagen, wer wer ist. Auf den Spielerpässen ähneln
sich die Fotos der beiden eben auch so sehr, dass niemand Lunte riechen
würde.
Sie könnten auch in Liebesdingen kooperieren und den Mutigeren vorschicken,
wenn der Schüchterne mit seiner Freundin Schluss machen will. DAS wäre dann
aber doch wirklich fies… Hier geht es schließlich um Gefühle! Anders beim Autofahren.
Sollte später einmal einer seinen Führerschein verlieren, könnte er einfach
mit dem des Bruders weiter fahren. So ein Zwillings-Dasein kann also wirklich
Vorteile haben, wenn man mal so darüber nachdenkt! Auch ein verlorener
Reisepass vor einem lang ersehnten Urlaub könnte durch den Zwillingspass
ersetzt werden, wie praktisch! Zumindest, so lange sie nicht gemeinsam
verreisen wollen…
Es geht aber auch noch härter! Selbst eine Karriere als Schwerverbrecher
steht ihnen offen, wie wir 2009 erfuhren, als unsere Zwillinge gerade einmal
ein Jahr alt waren. In dem Jahr gab es einen spektakulären Einbruch in das
Luxus-Kaufhaus KaDeWe in Berlin. Die Täter: Eineiige Zwillinge. Das Problem:
Die DNA-Spuren der beiden. Diese sind bei eineiigen Zwillingen in einem
üblichen kriminalistischen Routineverfahren nicht voneinander zu
unterscheiden. Sprich: Die Zwillinge könnten jeweils nur wegen Beihilfe zum
Verbrechen verurteilt werden. Und schließlich könnten sie sich auch bei den
Sozialstunden gegenseitig „vertreten“… In der Vorbereitung auf einen solchen
Coup müssten sie trotzdem vorsichtig sein: Die Fingerabdrücke nämlich
unterscheiden sich auch bei eineiigen Zwillingen! Wäre ja sonst auch viel zu
einfach alles.
Noch weiter gedacht, könnten sie auch ihre Vaterschaft leugnen, wenn eine
Frau von ihnen schwanger geworden sein sollte. Niemand wird so schnell
feststellen können, welcher der beiden nun der Vater des Kindes ist. Wer muss
also Unterhalt zahlen? Doch wohl nicht ich, hm? Oder müssten sie dann
halbe-halbe machen?
Und dabei hatte doch alles so lustig begonnen! Die Witze begannen mit dem
Tag, an dem wir verkündeten, dass unsere anderthalbjährige Tochter gleich
zwei Geschwister bekommen würde. Zwillinge! Waaas? Wir konnten es ja selbst
kaum glauben.
„Ha, zwei auf einen Schlag.“
„Zwei Fliegen mit einer Klappe.“
„Praktisch, dann seid Ihr direkt mit der Familienplanung durch!“
„Hey, Ihr Schnäppchenjäger, zwei zum Preis von einem, oder was?“
Wir bekamen auch eine Tüte „Nimm 2“-Bonbons geschenkt. Eine Anspielung.
Selbstredend. Wir lachten mit, wir waren aufgeputscht von der Überraschung.
Dann weinten wir auch ein bisschen, weil wir uns fragten, wie das alles
werden würde, ob wir das schaffen könnten. Schließlich malte unsere Große
eine dicke Mama mit zwei Minis im Bauch. Zu süß, sie freute sich! Und dann
traten die beiden im Bauch von innen in zwei verschiedene Richtungen. Unsere
Babys!
Wie das wohl werden würde mir ihnen, wo ich doch schon im
Schwangerschaftsyoga Probleme hatte, wenn wir „zu unserem Kind atmen sollten“
und ich mich fragte „zu welchem Kind denn jetzt?“ Auf jeden Fall würde es
lustig werden, wenn alles schon so lustig begann. Und wir sponnen die
wildesten Zwillingsfantasien und spinnen sie noch heute, wie man an unserem
Ausflug in die potentiell-kriminelle Zukunft unserer Jungs unschwer erkennen
kann.
Frauen und Juweliere nehmt Euch also in Acht vor unseren Jungs… Und
vor uns Eltern, die sich diese ganzen lustigen Gedanken leisten. Und die sich
insgeheim freuen darüber, dass sie um eine Schwangerschaft und eine Geburt
betrogen wurden… um gleich zwei tolle Jungs auf ihrem Weg begleiten zu
dürfen. Für Überraschungen sorgen sie jedenfalls schon seit dem ersten
Ultraschall. Und jeden Tag aufs Neue.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich als Kolumne der Zeitschrift
Eltern.
|
Eineiige Zwillinge: Mit welchen Tricks sie uns später einmal veräppeln
werden | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/einmal-fasching-nicht-in-pink-bitte |
Liebe Lisa, ich bin kein
Freund von Karneval/Fasching, das weißt Du ja. Was nicht bedeutet, dass ich
meiner Tochter die Freude daran nehme. Die ist nämlich seit Wochen aufgeregt
und ganz wild aufs Verkleiden. Heute war´s dann endlich soweit: In der Kita
wird Fasching gefeiert. Seit ein paar Tagen frage ich, neugierig wie ich nun
mal bin, ihre Freundinnen, welches Kostüm sie denn ausgesucht haben. Und
kriege fast immer die gleiche Antwort: PINK. Was bedeutet: Fee, Prinzessin,
Elfe. Und ganz cool sind die, die sagen: Tinkerbell oder Elsa. Elsa? Welche
Elsa, fragen sich jetzt vielleicht sämtliche Jungs-Mamas. Jaja, Elsa ist
gerade der heißeste Scheiß des Planeten. Kurz zur Erklärung: Elsa ist die Hauptfigur
aus Disneys Kracher „Die Eiskönigin“ (auf engl. Frozen). Sie besitzt magische
Kräfte und kann mit ihren Händen alles zu Eis gefrieren lassen. Weil sie
einmal ihre kleine Schwester Anna versehentlich damit verletzt hat, zieht sie
sich immer mehr zurück und flieht schießlich in die Einsamkeit der Berge.
Ihre Schwester Anna will sie zurückholen –was sie auch schafft. Und irgendwie
geht’s natürlich auch um die wahre Liebe – denn nur die kann den Eis-Fluch
besiegen.
Ich habe mir den Film tatsächlich angesehen und fand ihn – vorsichtig
gesagt – bescheiden. Irgendwie ist er soweit weg von den Disney-Filmen meiner
Kindheit. Aber gut, so ist das eben. Meine Tochter ist auf jeden Fall voll im
Anna-und-Elsa-Fieber – und das obwohl sie nur 15 Minuten des Films gucken
durfte (er ist nämlich noch viel zu spannend). Doch durch ihre Kita-Freunde
ist sie infiziert – sie tragen fast täglich Shirts und Kleider mit
Elsa-Prints. Was meine Tochter auch möchte. Und was ich nicht will. Ich bin
eine von den Müttern, die versuchen, Klamotten so wenig wie möglich Bedeutung
zu geben. Wir diskutieren morgens nicht, was angezogen wird. Ich lege es raus
und sie zieht es an. Natürlich gibt es bei uns Feiertags-Outfits, aber an
ganz normalen Tagen trägt sie Jeans und Pulli – und die wiederum sind bunt.
Ich möchte nicht, dass sie ausschließlich Pink und Glitzer trägt. Zu meiner
eigenen Verwunderung klappt das bisher auch noch gut.
Zurück zum Fasching: Meine Tochter wollte also plötzlich auch ein Elsa-Kostüm.
Ich habe lange überlegt, ob ich ihr die Freude nehme, wenn ich so ein Kostüm
nicht kaufe. Und bin dann zu der Entscheidung gekommen, dass sie genauso viel
Spaß haben wird, wenn sie im Kostüm des letzten Jahres (Pippi Langstrumpf)
oder in dem von Helloween (Hexe) geht. Also habe ich gesagt, dass es dieses
Jahr kein Neues gibt, weil sie bereits zwei hat. Wir haben die alten Kostüme
also herausgezogen, ich habe sie gelobt und bewundert – und das Kind war
happy.
Natürlich wäre es ein Leichtes gewesen, ihr irgendwo günstig einen neuen
Glitzerfummel zu kaufen, aber ich denke, dass schon Kinder in ihrem Alter
verstehen können, dass es nicht jedes Jahr etwas Neues braucht. Ich bin
absolut kein strikter Konsumkritiker, gehe gerne lust-shoppen, aber dieses
Immer-mehr-immer-neu nervt mich. Gerade für Kinder. Meine Tochter ist vier –
ich bin froh, wenn dieser ganze Modekram noch ein bisschen dauert.
Ich bin auf jeden Fall stolz, wie glücklich sie heute morgen in ihrem
Kostüm vor mir stand, obwohl es nicht komplett pink ist, obwohl es nicht Elsa
ist. Obwohl sie ganz anders aussieht als ihre Kita-Freundinnen heute. Gegen
den Strom schwimmen fängt manchmal eben schon beim Fasching an….
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Einmal Fasching NICHT in Pink, bitte! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/einzelgaenger-mein-kind-will-sich-nie-mit-freuden-verabreden |
Hallo zusammen, ich heiße Inga. Mein Sohn ist 10 Jahre, geht in die vierte
Klasse – und verabredet sich nicht. Nie.
Dabei spielt er eigentlich gerne mit anderen Kindern, auch wenn er sich
dabei nicht immer geschickt verhält…. Aber im Hort spielt er durchaus mit
seinen Klassenkameraden.
Zu Hause spielt er immer mit seinem kleinen Bruder, der acht Jahre alt ist
und in die dritte Klasse geht. Wenn der sich mal verabredet, kann der Große
nichts mehr mit sich anfangen und hängt nur rum.
Daher hat der Große angefangen, dem Kleinen seine Verabredungen schlecht zu
machen oder umwirbt selbst dieses Kind und will unbedingt sein Freund sein.
Wir haben schon oft mit unserem Großen gesprochen und gesagt, dass er sich
selbst Freunde suchen soll und dass wir gerne auch Freunde bei uns haben oder
ihn zu Freunden bringen. Aber es nützt nichts. Er will nicht – sondern er
hängt an meinem Rockzipfel wie ein Dreijähriger.
Kennt das jemand? Was habt Ihr gemacht? Und gibt sich das vielleicht mit
der Zeit?
Foto: Pixabay
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Einzelgänger: Mein Kind will sich nie mit Freunden verabreden |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elf-jahre-zwillinge-ein-geschenk-fuer-die-eltern |
Ihr Lieben, heute werden
unsere Zwillinge elf. Zusammen also 22. Zähle ich die 13 Jahre der großen
Schwester hinzu, sind es 35 Kindergeburtstage, die ich mit meinen Kindern
bereits gefeiert habe. Im nächsten Jahr werden sie zusammen 38, so alt wie
ich dann.
Und ab dem folgenden Jahr werden sie mich überholt haben, ab dann werde ich
also mehr Kindergeburtstage als eigene Geburtstage gefeiert haben. Sie
überholen mich! Und das nicht nur in der Anzahl ihrer Jahre 😉
Zwillinge? Man schafft das!
Sie überholen mich auch in rasanten Schritten, was ihre digitalen
Fähigkeiten angeht. Wie geht nochmal Airdrop – und wo finde ich den
Batteriesparmodus? Klick, klick, zack, und mir wird geholfen. "Woher
kannst du denn PowerPoint?" "Hä? Das ist doch
selbsterklärend!"
Und ja, manchmal überholen sie auch meine Nerven. Auch heute noch, na klar
😉 Elf Jahre Zwillinge, WAS für ein Abenteuer! Und trotzdem möchte ich
allen Zwillingseltern Mut machen.
Denn: Ja, man überlebt das mit zwei Kindern auf einmal. Das betone ich so
explizit, weil ich oft Nachfragen bekomme: Schafft man das? Natürlich! Wir
sind Mamas, wir schaffen alles. Nicht immer ohne Tränen und Schweiß, aber das
verlangt ja auch keiner!
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Sep 25, 2018 um 12:25 PDT
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Wie oft habe ich das Gefühl einfach dazwischen zu erziehen… 😉
Kennen das die Mehrlingseltern unter euch?
Das begann schon in der Schwangerschaft, als die Dame im
Geburtsvorbereitungskurs meinte: Und jetzt atmen wir mal alle zu unserem Kind
in den Bauch. Ja, zu welchem denn?!, fragte ich mich und atmete einfach
dazwischen.
Und so geht es bis heute weiter, wenn mal wieder ein Schokopapier auf dem
Boden liegen geblieben ist. "Räumt ihr das dann bitte gleich noch
weg?" "War ich nicht!" "War ich nicht!", heißt es
dann aus zwei Ecken.
Ich habe keine Kameras installiert, um den Übeltäter ausfindig zu machen,
sie können es IMMER auf den anderen schieben. Also räumt es am Ende wer weg?
Na? Das meine ich jedenfalls mit dem Dazwischen-Erziehen… da gibt es Hunderte
Beispiele.
Schwangerschaft und Geburt. Schon elf Jahre her
Meine letzte Schwangerschaft und Geburt soll jetzt also schon elf Jahre her
sein. Elf, das ist ja die kölsche Glückszahl – da erwarten wir also einfach
mal nur Gutes vom nächsten Jahr.
Aufs gesamte Leben bezogen sind die elf Jahre ja im Grunde so viel Zeit wie
das Wochenbett im ersten Jahr mit Kind. Unsere beiden Jungs entspringen jetzt
also dem Wochenbett ihres Lebens. Gehen nach der intensiven Kennenlernzeit raus
in die Welt. Ist das nicht ein schöner Vergleich? Stimmt es nicht irgendwie?
Die Schonzeit ist vorbei, das große Kuscheln, jetzt kommt der nächste
Schritt…
Sie schlafen nachts längst durch, sie wollen lange wach bleiben, bleiben am
Wochenende gern auch mal bis elf im Bett. Sie ziehen sich alleine an und um,
packen ihre Ranzen und Fußballtaschen. Das alles mag wie selbstverständlich
klingen, aber damals, als ich mit drei Kindern in zwei Jahren jede Nacht
durchmachte, wickelte, fütterte und schuckelte, da war das für mich
unvorstellbar.
Unvorstellbar, dass sie mal selbstständig eine Treppe gehen würden ohne
runterzufallen, unvorstellbar, dass sie überhaupt mal würden laufen oder
durchschlafen können.
Dass sie auf dem Fußballplatz alles geben würden, alle Leidenschaft und
Energie. Dass sie neugierige Fragen stellen als seien sie in einem
Journalistenhaushalt groß geworden (räusper), dass sie das Zwillings-Dasein
verfluchen ("Nie bin ich mal ohne ihn") und schätzen gleichzeitig
("Wenn wir keine Zwillinge wären, hätten wir jetzt wahrscheinlich noch
gar nicht Geburtstag").
Ein Geschenk für die Eltern
Zum ersten Geburtstag unserer Jungs wünschte ich mir einen moderneren
Zwillingskinderwagen, den ich auch mal ohne Rückenbruch den Bürgersteig
hochgehievt bekomme. Und weil ich das ein so schönes Ritual fand, auch uns
als Eltern zum Zwillingsgeburtstag zu beschenken, haben wir das nun, zehn
Jahre später genauso gemacht.
Wir haben uns gestern ein neues Bett bestellt. Zur Feier des
wiedergekehrten Schlafes. Und aus Freude über elf Jahre Dreifacheltern!
Jawoll!
Zum Nachlesen:
Der vierte Geburtstag der Zwillinge
Der fünfte Geburtstag der Zwillinge
Der sechste Geburtstag der Zwillinge
Der siebte Geburtstag der Zwillinge
Der achte Geburtstag der Zwillinge
Der zehnte Geburtstag der Zwillinge
|
Elf Jahre Zwillinge: Ein Geschenk für die Eltern | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elf-tipps-wie-wir-uns-die-zeit-rund-ums-homeschooling-schoen-machen |
Ihr Lieben, neulich habt ihr euren Blog-Beitrag „Elf (Freizeit-)Tipps die
ihr im Homeschooling-while-working-Lockdown super in den Alltag integrieren
könnt„, der ja eher witzig gemeint war. Mich hat er inspiriert, euch mal zu
erzählen, was uns in dieser Zeit grad besonders gut tut.
Hier kommen die Top 11 von unserer Leserin Nelly:
1. Das Lied von Lotte „Mehr davon“
richtig laut hören. Tanzen muss man automatisch 🙂
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2. Das Buch „Der Drache aus dem blauen Ei“ mit den Kindern lesen
3. Das BVG Video „Ist mir egal“ schauen.
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4. Rodeln gehen
5. Einen Strauß Tulpen für den Esstisch kaufen
6. Die Kinder einen Film anschauen lassen und sich selbst in die Badewanne
mit viel Schaum legen
7. Das Tinte-Milch-Experiment machen als Pause beim Homeschooling
8. Allein durch einen verschneiten Wald laufen
9. Schnelle Tulpen falten und an Freunde / Omas / etc.
versenden
10. Kinder mit mit AlbaBerlin sporteln und lassen und selbst eine
Sporteinheit parallel einlegen
11. Einen Teller Früchte schneiden, restliche Weihnachtsschokolade
schmelzen und damit übergießen.
|
Elf Tipps, wie wir uns die Zeit rund ums Homeschooling schön machen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elfmillionenstimmen-jetzt-politik-fuer-familien-machen |
Ihr Lieben, hier kommt ein Gastbeitrag unserer KollegInnen Falk Becker,
Märry Raufuss und Lisa Hafeneger. Sie haben eine Initiative gegründet, um
sich nicht weiter als Familien ungehört zu fühlen. Sie schreiben:
Seit mehr als einem Jahr sind über elf Millionen Familien in Deutschland in
besonderem Maße Leidtragende der Pandemie. Die massive Erhöhung der Aufwände
durch parallele Erwerbsarbeit und Carearbeit bei gleichzeitig fehlender
Betreuung für Kinder führt zu einer enormen psychischen und/oder finanziellen
Belastung. Eltern stehen durch Ihr relativ junges Alter und fehlende
Priorisierung in der Impfreihenfolge am Ende, Kinder werden frühestens im
nächsten Jahr geimpft. Familien werden bis zur Beendigung der Pandemie
erhöhten Belastungen ausgesetzt sein.
Corona Pandemie: „Viele Eltern sind verzweifelt“
Foto: pixabay
In den letzten Wochen und Monaten haben wir in unserem privaten Umfeld und
in den sozialen Netzwerken die Verzweiflung von vielen Eltern gespürt. Viele
fühlen sich und ihre Belange in der Politik nicht ernst genommen. Wir haben
viele Aussagen und Fragen gelesen, wie:
“Was können wir tun?”
“Eine Demo geht gerade nicht, ein Streik ist eine hohe Hürde. Was geht
sonst noch?”
“Wir sind so viele, aber wir und unsere Belange werden kaum
beachtet.”
Initiative #elfmillionenstimmen
Das hat uns nachdenklich gemacht. Gemeinsam starten Märry Raufuss, Falk
Becker und Lisa Hafeneger heute die Initiative #elfmillionenstimmen.
Wir wollen, dass die Belange von Familien in den politischen Überlegungen
grundsätzlich Einfluss finden. Diese Aktion richtet sich direkt an politische
Entscheider*innen. Deren Job ist es, unter Berücksichtigung verschiedener
Interessensgruppen und wissenschaftlicher Erkenntnisse, Entscheidungen zu
treffen.
Familien als wichtige Interessengruppe wahrnehmen!
Wir treten dafür ein, dass Familien als wichtige Interessengruppe überhaupt
wahrgenommen werden. Mit dieser speziellen Aktion geht es uns nicht darum,
Einzelmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu fordern. Dazu gibt es bereits
gute Initiativen wie #nocovid. Es geht auch nicht darum, spezielle
familienpolitische Maßnahmen zu fordern.
Wir fordern, dass die Bedürfnisse von Familien bei allen Maßnahmen zur
Bekämpfung der Pandemie, aber vor allem bei allen zukünftigen Gesetzesvorhaben,
zuerst betrachtet werden (Familienvorbehalt). Jeder Beschluß, jedes Gesetz
muss darauf geprüft werden, dass er Familien und vor allem Kinder nicht
benachteiligt und ausreichend beachtet.
Familien mit besonderen Herausforderungen und/oder Belastungen
Dies gilt besonders für oft benachteiligte Gruppen wie Alleinerziehende,
pflegende Eltern, Familien mit Hartz IV-Bezug und von Vorerkrankungen
betroffenen Kindern.
Die Abgeordneten in Eurem Wahlkreis sind für euch zuständig und
verantwortlich. Diese können wir direkt in die Pflicht nehmen. Daher haben
wir für Euch auf der Seite https://elfmillionenstimmen.de/ einen offenen
Brief an Abgeordnete bereitgestellt.
Zusätzlich findet Ihr dort eine Liste mit all den notwendigen Links, um die
für Euch verantwortlichen Abgeordneten und ihre Adressen zu finden, um diesen
Brief (oder einen eigenen) abzuschicken – egal ob auf dem Postweg oder per
Mail.
„Je lauter wir werden, desto eher werden wir gehört“
Doch es reicht nicht, wenn nur wenige Mails und Briefe eingehen. Wir
brauchen eine Welle. Wir müssen sichtbar sein und die Kräfte von so vielen
Eltern wie möglich mobilisieren.
Bitte werdet auch Ihr ein Teil von #elfmillionenstimmen. Denn: Je lauter
und zahlreicher unsere Stimmen sind, desto besser werden wir gehört. Auf unserer
Webseite findet Ihr alle Details.
Danke!
|
#elfmillionenstimmen – Jetzt Politik für Familien machen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eltern-bleiben-nach-der-trennung-ein-guide-fuer-den-umgang-mit-ex-partnern |
Ihr Lieben, die Kinder werden größer und immer öfter hört man im Freundes-
und bekanntenkreis von Trennungen. Von solchen, bei denen die Kinder und ihr
Wohl zum Glück an erster Stelle stehen, aber auch von unschöneren
Streitigkeiten zwischen sich ehemals Liebenden. Wir haben Familienpsychologin
Marianne Nolde, die das Buch Eltern bleiben nach der Trennung. Was Ex-Partner
für sich und ihre Kinder wissen sollten. (Affiliate Link) geschrieben hat,
mal um ein paar Tipps gebeten.
Liebe Frau Nolde, Sie sind Familienpsychologin und haben nun ein
Mutmach-Buch für Trennungseltern geschrieben. Warum war das wichtig?
Ich habe 36 Jahre lang als Gutachterin bei Familiengerichten erlebt, was
nach einer Trennung alles schiefgehen kann. Manche Probleme entstehen
dadurch, dass Eltern in der Trennungsphase wichtige Informationen fehlen und
sie zum Beispiel die Gründe für das Verhalten ihrer Kinder falsch
einschätzen. Da steht meistens gar keine böse Absicht dahinter. Die
Stresssituation der Erwachsenen verstellt manchmal den Blick auf das, was die
Kinder gerade brauchen würden.
Als Gutachterin kam ich oft zu spät, weil ich meistens erst mit der Familie
zu tun hatte, wenn der Rosenkrieg so richtig entbrannt war. Es ist viel
leichter, zu einem früheren Zeitpunkt gute Lösungen anzustoßen. Also
beschloss ich meine Erfahrungen aufzuschreiben, damit Eltern in Trennung
davon profitieren können. Und meine Erfahrungen sind ziemlich umfangreich:
Neben der langen Berufserfahrung kommt auch noch die private Erfahrung dazu,
denn meine erste Ehe mit Kindern wurde geschieden.
Familienpsychologin Marianne Nolde. Foto/Copyright: Birgit Röpke
Ich war damals seit acht Jahren Gutachterin und von der Trennung reichlich
geschockt. Wenn ich nicht die gesammelte Erfahrung aus meinem Berufsalltag
gehabt hätte, hätte ich wohl manches anders gemacht und meinen Frust mit
ziemlicher Sicherheit stärker auf die Kinder übertragen. Mir hat wirklich
geholfen zu wissen, was endloser Streit mit den Kindern macht, und das wollte
ich ihnen nicht zumuten und habe alles daran gesetzt, dass es nicht so kommt.
Das hat sich gelohnt, denn am Ende haben wir nach allerlei Widrigkeiten zu
einem ziemlich schönen Happyend gefunden. Und jetzt möchte ich einfach
weitergeben, was uns und anderen geholfen hat.
Neben der Aufklärung über mögliche Betreuungsmodelle und psychologische
Hintergründe möchte ich den Eltern Mut machen, dass es für die Familie
nach der Trennung gute Lösungen gibt. Eine glückliche Kindheit ist definitiv
auch nach Trennung der Eltern möglich, das ist die gute Nachricht. Die besten
Lösungen sind die, die Eltern gemeinsam finden und hinter denen sie gemeinsam
stehen können. Dazu möchte ich ermutigen, dass Eltern ihren ganz
persönlichen Weg für ihre Nach-Trennungsfamilie erfinden, der gerade für sie
am besten passt.
Gibt es denn tatsächlich die Möglichkeit, dass Mutter und Vater gestärkt
aus einer Trennung hervorgehen?
Das kann ich klar mit ja beantworten, denn bei mir war es so. Mein erster
Mann und ich, wir waren wirklich kein Traum-Ehepaar. Aber als Ex-Partner sind
wir schließlich beide ein ganzes Stück über uns hinausgewachsen.
Wenn man sich mit den eigenen Anteilen am Scheitern der Beziehung befasst,
statt sich dauerhaft gegenseitig die Schuld zuzuschieben, kann man wirklich
daran reifen. Ich finde, man hat etwas davon für sein weiteres Leben, denn
mit sich selbst muss man ja weiterhin zusammenleben und auskommen, mit dem
anderen nur noch sehr begrenzt. Ich habe auch viele andere Eltern erlebt, die
einen guten Weg gefunden haben. Manche von ihnen sagen, dass ihnen gar nichts
anderes übrig blieb als weiter zu reifen, um das schaffen zu können. Und
plötzlich haben sie es dann doch hinbekommen, ihren Kindern zuliebe. Manchmal
mit Hilfe von Beratung oder Mediation. Wenn es allein nicht klappt, ist das
meine unbedingte Empfehlung.
Wie erklären Sie sich, dass aus Sich-ehemals-Liebenden zum Teil verhärtete
Parteien werden, die nur noch über ihre Anwältin oder ihren Anwalt
miteinander ins Gespräch kommen können?
Bei einer Trennung mit Kindern geht es um viel. Kinder haben heute für die
Eltern meistens einen sehr hohen emotionalen Wert, und die Angst ist groß,
dass man nach der Trennung noch mehr verlieren könnte als den Partner, zum
Beispiel den innigen Kontakt zum Kind. Bei einer Trennung sind viele
enttäuschte Erwartungen und verletzte Gefühle im Spiel. Man hatte sich sein
Leben völlig anders vorgestellt, sieht eventuell den Partner als Verursacher
des eigenen Elends. Und dann wird um Sachthemen gestritten oder um das Kind,
als Ersatz für die nicht erfüllten emotionalen Bedürfnisse. Vielleicht sind
auch Rachegelüste mit dabei. Ich gestehe: Ich hatte welche, habe mich aber
glücklicherweise dagegen entschieden, die auszuleben – eine der besten
Entscheidungen in meinem Leben finde ich.
Wenn der Streit nach der Trennung weiter eskaliert, kommen zu den eh schon
erlittenen Verletzungen ständig noch welche hinzu, und es wird immer
schwerer, davon noch loszulassen. Manche kommen aus diesem Teufelskreis nicht
mehr heraus, daher mein dringender Rat: Begeben Sie sich am besten gar nicht
erst da hinein. Es gibt Anwälte, die bei solchen Eskalationen mitwirken, aber
glücklicherweise auch sehr viele, die im Sinne der Kinder auf gütliche
Lösungen hinarbeiten.
Wie schaffe ich es denn tatsächlich, trotz verletzter Gefühle und eigener
Trauer einen guten Umgang mit dem Ex zu finden?
Mir hat es geholfen mir klarzumachen, wie entscheidend wichtig das für
unsere Kinder sein würde. Damit hatte ich ein gewichtiges Motiv, und das
haben viele Eltern, denn die meisten wollen doch das Beste für ihre
Kinder.
Es ist aber vor allem am Anfang oft schwer, auch mir ist es schwergefallen.
Dann darf man sich auf jeden Fall Hilfe holen, man sollte das sogar tun. Ich
als Fachfrau habe mir damals eine therapeutische Unterstützung gesucht, weil
ich Zweifel hatte, ob ich ohne jede Begleitung aus dem Gefühls-Chaos bald
wieder herauskommen würde. Ich hatte Sorge wegen der Belastung der Kinder,
wenn ich darin zu lange steckenbleiben würde. Es gibt Beratungsstellen,
Therapeuten oder Gruppenprogramme für getrennte Eltern wie „Kinder im Blick“.
Man muss das wirklich nicht alleine schaffen. Mit Unterstützung ist es
genauso viel wert. Unser Großer hat uns bei seiner Hochzeit ganz rührend
dafür gedankt, dass wir das hinbekommen haben. Steht im Buch. Als
Motivationshilfe.
Worauf sollten Eltern bei der Trennung vor allem in Bezug auf die Kinder
achten?
Sehr wichtig ist Respekt vor den Bindungen des Kindes an beide Eltern. Dazu
gehört, dass der andere Elternteil nicht unfreundlich behandelt wird und man
nicht schlecht vor den Kindern über den anderen spricht (und auch nicht beim
Telefonat mit besten Freunden, wenn das Kind mithören kann). Kinder sollten
nicht in Loyalitätskonflikte verstrickt werden. Ich empfehle Ex-Partnern zum
Beispiel, erstmal miteinander zu überlegen, wie die Betreuung nach einer
Trennung weitergehen kann, und das anschließend mit Ihren Kindern zu besprechen.
Ich finde es sehr unglücklich, wenn Kinder sich bei der Trennung für den
einen oder anderen Elternteil entscheiden sollen. Das belastet sie und die
Beziehung zum Elternteil, den sie quasi „abgewählt“ haben. Solche Konflikte
bleiben ihnen erspart, wenn die Eltern Verantwortung übernehmen und selbst
ein Konzept erarbeiten. Das kann ja anschließend im Gespräch mit den Kindern
an deren Wünsche angepasst werden, die sollen natürlich nicht übergangen
werden. Die meisten Kinder werden aber froh sein, wenn sie keine
Grundsatzentscheidungen treffen müssen.
Eltern bleiben nach der Trennung. Was Ex-Partner für sich und ihre Kinder
wissen sollten. (Affiliate Link)
Und wenn mein Kind am Boden zerstört reagiert? Was dann?
Erstmal: Ihr Kind darf das. Kinder dürfen nach der Trennung traurig sein.
Wenn sie es nicht wären, wäre das doch eigentlich ziemlich merkwürdig. Man
könnte sich dann sogar fragen: Ist da mit der Bindung irgendetwas
schiefgelaufen, wenn die Trennungssituation das Kind nicht sonderlich
berührt?
Wenn das Kind traurig, am Boden zerstört oder sauer auf seine Eltern ist,
die das nicht besser hinbekommen haben, braucht es jemanden, der mitfühlend
an seiner Seite ist und ihm seine Gefühle nicht ausredet. Dabei möglichst als
Elternteil nicht in die Falle tappen, sich schuldig zu fühlen oder zu
rechtfertigen. Das ist überhaupt nicht nötig. Wenn das Kind merkt, dass der
begleitende Elternteil seine Trauer und seine verletzten Gefühle wahrnimmt
und aushält, wird es sich verstanden fühlen. Und dann ebbt die Gefühlswelle
auch wieder ab.
Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind mehr Unterstützung braucht, dann
gibt es dafür passende Anlaufstellen, z.B. Gruppen für Trennungskinder.
Wichtig finde ich jedenfalls: Es ist überhaupt nichts verkehrt daran, wenn
ein Kind seine Trauer zeigt. Es vertraut seinen Bezugspersonen dann soweit,
dass es ihnen seine Gefühle zeigen kann. Bedenklicher fand ich oft, wenn es
hieß: Dem Kind fehlt überhaupt nichts, es vermisst nichts. Diese Kinder
hatten manchmal nicht den Mut, ihrer Trauer Ausdruck zu geben, weil sie ihren
Eltern einfach nicht zugetraut haben, damit klarzukommen.
Als Eltern ein Team bleiben – auch nach der Trennung – wie kann das
gelingen, gibt es da ein Geheimrezept?
So geheim ist das gar nicht. Als wichtige Zutaten würde ich verwenden:
Selbstreflexion (nicht immer war`s der andere), Kompromissbereitschaft,
dem/der anderen auch etwas gönnen können, miteinander reden UND sich zuhören
(eins von beidem reicht nicht), die Einsicht, dass in aller Regel beide Eltern
für die Kinder wichtig sind und ich daher irgendwie noch mit dem anderen
klarkommen muss, wenn ich meinen Kindern nicht schaden will, und schließlich
der Wille, das auch umzusetzen.
Ich möchte allerdings an dieser Stelle unbedingt darauf hinweisen, dass es
nicht IMMER funktionieren wird, dass beide Eltern weiter zusammenarbeiten,
auch wenn es in der Regel die beste Lösung ist. Wenn jemand alleinerziehend
im eigentlichen Sinne ist und der andere Elternteil nicht mitwirkt, dann KANN
das gute Gründe haben. Mit der Betonung der Bedeutung beider Eltern möchte
ich auf keinen Fall dazu beitragen, dass Eltern, die aus gutem Grund
alleinerziehend sind, oder ihre Kinder stigmatisiert werden. Manchmal geht es
nicht anders, und dann ist genau das die beste Lösung fürs
Trennungskind.
Wenn Sie in Ihre Praxis schauen: Welcher Tipp ist der, der Ihren Familien
am meisten hilft?
Ich habe die Familien ja aus der Warte der Gerichtsgutachterin erlebt und
nicht der Familientherapeutin. Wenn ich aus meiner Berufserfahrung heraus
einen Tipp geben sollte, wäre es dieser: Gehen Sie davon aus, dass Ihr Kind
beide Eltern liebt, und finden Sie einen Weg, dass es das nach der Trennung
weiter leben kann ohne Angst, damit jeweils dem anderen Elternteil weh zu
tun. Gesunde Bindungen sind nämlich so wichtig für die gesamte weitere
Entwicklung. Und die kann das Kind – wenn die Eltern mitmachen – auch nach
einer Trennung noch mit beiden erleben.
|
Eltern bleiben nach der Trennung: Über den Umgang mit Ex-Partnern |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eltern-in-der-corona-krise-unsere-umfrage-fur-verbesserungsvorschlage-an-die-politik |
Ihr Lieben, wir haben jetzt alle die ersten Monate in Zeiten der
Corona-Pandemie überstanden und wir realisieren, dass es da nun eine neue
Lebensrealität gibt, mit der wir nun zurechtkommen (müssen). Deal with it,
ist wohl das Motto, das die aktuelle Lage am besten trifft. Aber was können
wir draus lernen? Wir können wir mit unseren Erfahrungen nun vorankommen?
Vorsorgen, dass es nicht wieder so ein Wahnsinn wird?
Wir sind in den letzten zum Teil recht laut geworden hier bei Stadt Land
Mama, weil wir die Lage gerade für Eltern zum Teil als untragbar empfanden.
Vieles, was Familien anging, wurde politisch einfach nicht von Anfang an
mitgedacht und so saßen wir vereinbarend und uns acht Krakenarme
herbeiwünschend zwischen gefühlt tausend Aufgaben und drehten am Rad (wir
zumindest, da sind wir ganz ehrlich).
Wie krass uns das „Homeschooling while working“ überforderte
Ja klar, war ja auch ALLES kein Thema! Homeschooling mit drei Kindern in
unterschiedlichen Klassen in 36 unterschiedlichen Fächern, trösten,
schlichten, erklären, kochen, einkaufen, koordinieren. Und zwar ohne jegliche
Hilfe, während wir gleichzeitig unsere Jobs bitte auch noch ausfüllen
sollten, die Wirtschaft am Laufen halten, arbeiten, nachts, am Wochenende, in
den Randzeiten ohne Ausgleich durch Freundinnen, ohne Hilfe von Großeltern,
ohne Entschädigungszahlungen wegen ausfallender Aufträge, ohne Verdienst,
ohne Dank.
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<blockquote class="instagram-media" data-instgrm-captioned data-instgrm-permalink="https://www.instagram.com/p/CAbF0YtlcPu/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" data-instgrm-version="12" style=" background:#FFF; border:0; border-radius:3px; box-shadow:0 0 1px 0 rgba(0,0,0,0.5),0 1px 10px 0 rgba(0,0,0,0.15); margin: 1px; max-width:658px; min-width:326px; padding:0; width:99.375%; width:-webkit-calc(100% - 2px); width:calc(100% - 2px);"><div style="padding:16px;"> <a href="https://www.instagram.com/p/CAbF0YtlcPu/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" background:#FFFFFF; line-height:0; padding:0 0; text-align:center; text-decoration:none; width:100%;" target="_blank"> <div style=" display: flex; flex-direction: row; align-items: center;"> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 40px; margin-right: 14px; width: 40px;"></div> <div style="display: flex; flex-direction: column; flex-grow: 1; justify-content: center;"> <div style=" background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; margin-bottom: 6px; width: 100px;"></div> <div style=" background-color: #F4F4F4; border-radius: 4px; flex-grow: 0; height: 14px; width: 60px;"></div></div></div><div style="padding: 19% 0;"></div> <div style="display:block; height:50px; margin:0 auto 12px; width:50px;"><svg width="50px" height="50px" viewBox="0 0 60 60" version="1.1" xmlns="https://www.w3.org/2000/svg" xmlns:xlink="https://www.w3.org/1999/xlink"><g stroke="none" stroke-width="1" fill="none" fill-rule="evenodd"><g transform="translate(-511.000000, -20.000000)" fill="#000000"><g><path d="M556.869,30.41 C554.814,30.41 553.148,32.076 553.148,34.131 C553.148,36.186 554.814,37.852 556.869,37.852 C558.924,37.852 560.59,36.186 560.59,34.131 C560.59,32.076 558.924,30.41 556.869,30.41 M541,60.657 C535.114,60.657 530.342,55.887 530.342,50 C530.342,44.114 535.114,39.342 541,39.342 C546.887,39.342 551.658,44.114 551.658,50 C551.658,55.887 546.887,60.657 541,60.657 M541,33.886 C532.1,33.886 524.886,41.1 524.886,50 C524.886,58.899 532.1,66.113 541,66.113 C549.9,66.113 557.115,58.899 557.115,50 C557.115,41.1 549.9,33.886 541,33.886 M565.378,62.101 C565.244,65.022 564.756,66.606 564.346,67.663 C563.803,69.06 563.154,70.057 562.106,71.106 C561.058,72.155 560.06,72.803 558.662,73.347 C557.607,73.757 556.021,74.244 553.102,74.378 C549.944,74.521 548.997,74.552 541,74.552 C533.003,74.552 532.056,74.521 528.898,74.378 C525.979,74.244 524.393,73.757 523.338,73.347 C521.94,72.803 520.942,72.155 519.894,71.106 C518.846,70.057 518.197,69.06 517.654,67.663 C517.244,66.606 516.755,65.022 516.623,62.101 C516.479,58.943 516.448,57.996 516.448,50 C516.448,42.003 516.479,41.056 516.623,37.899 C516.755,34.978 517.244,33.391 517.654,32.338 C518.197,30.938 518.846,29.942 519.894,28.894 C520.942,27.846 521.94,27.196 523.338,26.654 C524.393,26.244 525.979,25.756 528.898,25.623 C532.057,25.479 533.004,25.448 541,25.448 C548.997,25.448 549.943,25.479 553.102,25.623 C556.021,25.756 557.607,26.244 558.662,26.654 C560.06,27.196 561.058,27.846 562.106,28.894 C563.154,29.942 563.803,30.938 564.346,32.338 C564.756,33.391 565.244,34.978 565.378,37.899 C565.522,41.056 565.552,42.003 565.552,50 C565.552,57.996 565.522,58.943 565.378,62.101 M570.82,37.631 C570.674,34.438 570.167,32.258 569.425,30.349 C568.659,28.377 567.633,26.702 565.965,25.035 C564.297,23.368 562.623,22.342 560.652,21.575 C558.743,20.834 556.562,20.326 553.369,20.18 C550.169,20.033 549.148,20 541,20 C532.853,20 531.831,20.033 528.631,20.18 C525.438,20.326 523.257,20.834 521.349,21.575 C519.376,22.342 517.703,23.368 516.035,25.035 C514.368,26.702 513.342,28.377 512.574,30.349 C511.834,32.258 511.326,34.438 511.181,37.631 C511.035,40.831 511,41.851 511,50 C511,58.147 511.035,59.17 511.181,62.369 C511.326,65.562 511.834,67.743 512.574,69.651 C513.342,71.625 514.368,73.296 516.035,74.965 C517.703,76.634 519.376,77.658 521.349,78.425 C523.257,79.167 525.438,79.673 528.631,79.82 C531.831,79.965 532.853,80.001 541,80.001 C549.148,80.001 550.169,79.965 553.369,79.82 C556.562,79.673 558.743,79.167 560.652,78.425 C562.623,77.658 564.297,76.634 565.965,74.965 C567.633,73.296 568.659,71.625 569.425,69.651 C570.167,67.743 570.674,65.562 570.82,62.369 C570.966,59.17 571,58.147 571,50 C571,41.851 570.966,40.831 570.82,37.631"></path></g></g></g></svg></div><div style="padding-top: 8px;"> <div style=" color:#3897f0; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:550; line-height:18px;"> View this post on Instagram</div></div><div style="padding: 12.5% 0;"></div> <div style="display: flex; flex-direction: row; margin-bottom: 14px; align-items: center;"><div> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(0px) translateY(7px);"></div> <div style="background-color: #F4F4F4; height: 12.5px; transform: rotate(-45deg) translateX(3px) translateY(1px); width: 12.5px; flex-grow: 0; margin-right: 14px; margin-left: 2px;"></div> <div style="background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; height: 12.5px; width: 12.5px; transform: translateX(9px) translateY(-18px);"></div></div><div style="margin-left: 8px;"> <div style=" background-color: #F4F4F4; border-radius: 50%; flex-grow: 0; height: 20px; width: 20px;"></div> <div style=" width: 0; height: 0; border-top: 2px solid transparent; border-left: 6px solid #f4f4f4; border-bottom: 2px solid transparent; 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overflow:hidden; padding:8px 0 7px; text-align:center; text-overflow:ellipsis; white-space:nowrap;">A post shared by <a href="https://www.instagram.com/stadtlandmama/?utm_source=ig_embed&amp;utm_campaign=loading" style=" color:#c9c8cd; font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; font-style:normal; font-weight:normal; line-height:17px;" target="_blank"> Stadt Land Mama</a> (@stadtlandmama) on <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2020-05-20T20:35:48+00:00">May 20, 2020 at 1:35pm PDT</time></p></div></blockquote><script async src="//www.instagram.com/embed.js"></script>
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Es war für viele von uns viel zu viel und deswegen diskutierten wir bei
SternTV mit dem NRW-Familienminister, ließen wir uns vom Deutschlandfunk zu
Hause für eine Reportage begleiten, gaben Interviews, schrieben Protestbriefe
und engagierten uns mit Hashtags wie #coronaeltern und #elterninderkrise.
Viele in unserer Umgebung kratzten am Burnout oder wurden sogar mit einem
handfesten Zusammenbruch krankgeschrieben. Weil so viel zu lasten der
Familien ging.
Plötzlich waren wir Lehrer, Erzieher, Entertainer, Streitschlichter, Köche,
Aufräumer, Manager, Trainer
Wir mussten ganz plötzlich alles gleichzeitig sein: Lehrer, Erzieher,
Entertainer, Streitschlichter, Köche, Babysitter, Putzer, Aufräumer, Manager,
Trainer usw. Wir forderten, den Druck aus dem Lehrplan zu nehmen die Schulen
zu digitalisieren, ein Corona-Elterngeld einzuführen, Konzepte für Kitakinder
zu entwickeln. Wir versuchten, all jenen eine Stimme zu geben, die selbst
keine Kraft mehr hatten, sich auch noch ums Lauwerden zu kümmern um dringende
Veränderungen.
Wir sorgten uns um Bildungsgerechtigkeit und um all die Kinder, die Gewalt
in der Familie erfahren. Um Alleinerziehende und Risikopatienten, um Eltern, die
Kinder mit Behinderungen plötzlich allein betreuen mussten.
Konstruktive Lsöungsvorschläge: Was können wir tun, damit es nicht wieder
so weit kommt?
Und wir möchten, dass diese Forderungen auch heute nicht verhallen. Denn
Corona ist noch da. Die Pandemie ist nicht bezwungen. Wir alle leben zurzeit
in der Ungewissheit, was sich wieder normalisieren und was sich dauerhaft
verändern wird in unserem Land, in Europa und der ganzen Welt.
Und deswegen möchten wir euch – euch alle! – ins Boot holen. Zusammen mit
Anne-Luise von Grossekoepfe und Anke von Lächeln und Winken möchten wir
Stimmen von Eltern sammeln, die wir gemeinsam an die Politik herantragen möchten.
Darum haben wir uns vier ausgedacht, die sich auf eure individuelle
Situation beziehen. Helft uns, ein umfassendes Stimmungsbild zu kreieren, das
sich konstruktiv in die Überlegungen der künftigen politischen Maßnahmen
einbeziehen lässt? Dann antwortet doch bitte mit maximal fünf Sätzen zu jeder
dieser Fragen! Und zwar nicht (!) hier in den Kommentaren, sondern auf
Surveymonkey (einfach Link klicken).
1. Was ist im Moment eure größte Angst?
2. Was ist euer schwerwiegendstes Problem im (Familien-)Alltag?
3. Was wäre eure Idee bzw. was bräuchtet ihr gerade am dringendsten, damit
sich die Situation für euch als Eltern verbessern würde?
4. Wie viele Personen leben in eurem Haushalt?
Wir danken euch für euren Input! Lasst uns gemeinsam schauen, dass wir hier
etwas bewegt bekommen – im Sinne aller Familien, die mit ihren Kindern die
Zukunft heranziehen – und auf diesem jedwede Entlastung und Wertschätzung
gebrauchen können. Auch und gerade in Ausnahmezeiten wie diesen.
DANKE!
|
Eltern in der Corona-Krise: Unsere Verbesserungsvorschläge an die Politik
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/eltern-werden-paar-bleiben-julia-ueber-diese-grosse-herausforderung |
Die meisten Paare sind wohl darauf vorbereitet, dass sich mit Kind das
Leben verändert. Sicher haben auch einige vorher gehört, dass es wichtig ist,
„Zeit zu zweit“ zu haben.
Und dann, mit Kind, passiert der Alltag.
Das Kind will nur getragen werden, alle sind platt. Haushalt, Kind, Arbeit,
Spieltreffen, Schlafmangel.
Und Abends, Zeit zu zweit!? Zu müde. Kind ist noch wach. Keine Lust auf
Körperkontakt.
Viele Mamas, die heute oft immer noch den größten Teil der Care-Arbeit für
die Kinder übernehmen, sagen dann „Ich kann nicht mehr, und dann kommt noch
er und will was“.
Schnell fällt die Paarbeziehung hinten runter.
Gerade für die Mütter, die ganz natürlich nach der Geburt einen besonderen
Fokus auf die Entwicklung des Kindes legen, ist es wichtig, diesen Fokus auch
wieder auf die Paarbeziehung zu lenken.
Wie kann also Paarbeziehung und Beziehungsglück nicht trotz sondern gerade
mit Kind(ern) gelingen?
Es erfordert ganz sicher den Willen dazu. Und dann Kreativität, ein
Hinterfragen von Glaubenssätzen und Erwartungen. Es erfordert neue Wege zu
gehen, die sich lohnen – damit die Eltern glücklich und das Familienleben
auch für die Kinder stabil wird und bleibt!
Wie kann das jetzt ganz konkret aussehen? Was kannst du
tun?
Der erste und wichtigste Schritt hin zu einer glücklichen Beziehung ist
auch mit dem ersten Kind die klare Entscheidung für die Beziehung. Das klingt
vielleicht banal, doch Klarheit und Ziele sind wichtig, um deine Gedanken und
Handlungen in diese Richtung auszurichten. Nur wenn du klar sagst, dass dir
deine Paarbeziehung wichtig ist, kannst du beginnen diese Beziehung aktiv zu
gestalten!
Außerdem: Werde dir deiner Haltung deinem Partner gegenüber bewusst! Die
beste Kommunikation ist nichts wert, wenn die Haltung dahinter nicht stimmt.
Möchtest du das Verhalten deines Partners in den Vordergrund stellen und
meckern oder dahinter blicken? Bist du bereit, tiefer zu gehen und zu
verstehen, was euch beide wirklich bewegt? Es geht darum deinen Partner zu
SEHEN!
Viele sagen dann: Das alles bringt doch nichts, wenn er nicht mit
macht! An einer Beziehung müssen beide arbeiten! Immer mache ich
alles, er muss auch mal den ersten Schritt gehen!
Ich kenne das, ich war selbst da. Es ist eine Illusion – einer, Du!, kannst
die ersten Schritte vorgehen und deine Beziehung aktiv positiv gestalten.
Vertraue darauf, dass dein Partner ebenso los- und mitgeht, wenn er sieht,
welchen Fußabdrücken er folgen kann! Es lohnt sich!
Über die Autorin: Julia Reid ist selbst Mama von drei Kindern. Nach dem
ersten Kind hat sie selbst erlebt, wie nah man als Paar einer Trennung kommen
kann, wenn die Beziehung zum Partner zu sehr in den Hintergrund
rückt. Sie gibt als systemische Beraterin ihre Erfahrungen auf dem Weg
zu einer glücklichen Beziehung an Mütter weiter. In ihrer kostenfreien
Facebook Gruppe „Als Mama ins Beziehungsglück“ gibt sie Tipps, Input und
Hilfestellungen! Julia ist auch per email zu erreichen: info@juliareid.de
|
Eltern werden - Paar bleiben! Julia über diese große Herausforderung... |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/elternfrage-ist-ein-kind-mit-fuenf-jahren-schon-schulreif |
"Ich heiße Julia und
habe eine Tochter, die im Februar 5 Jahre alt wird. Sie soll im September,
also mit fünfeinhalb, in die Schule gehen. Die Erzieherinnen in der Kita
sagen, dass unsere Tochter schulreif sei.
Eine Lehrerin einer Kooperationsschule hat nun allerdings keine Empfehlung
zur Einschulung gegeben. Sie meinte, das Kind sei "nicht interessiert,
sondern trainiert." Es ist mir wichtig zu sagen, dass wir unsere Tochter
zu nichts zwingen. Wir sitzen nicht mit ihr am Tisch und üben irgendwelche
Sachen. Unsere Tochter will von selbst lernen. Sie guckt sich die Sachen so
lange an, bis sie sie kann – dann werden sie uninteressant.
Wir haben einfach Angst, dass es ihr in der Schule zu schnell langweilig
wird, wenn wir sie ein Jahr später einschulen.
Vielleicht gibt es hier ja Eltern, die bereits Erfahrung damit haben? Oder
vielleicht Lehrer, die mir einen Tipp geben können?"
Foto: PIXABAY
|
Elternfrage: Ist ein Kind mit fünf Jahren schon schulreif? | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/emotions-explosion-mutterschaft-wie-das-leben-mit-kindern-wirklich-ist |
Als ich Mutter wurde, dachte
ich, es kommt einfach ein lächelndes Wesen zu uns dazu.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ich hätte jeden Tag gute Ideen, um die
Kinder bei Laune zu halten.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ich würde das Kind schon schaukeln.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ich hätte die Geduld eines Mammuts.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, alles geht so weiter wie bisher, nur
schöner.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, das Zu-Bett-bringen sei wie im Film.
Gute-Nacht-Kuss, Licht aus, Tür zu.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, ach, so ne durchwachte Nacht kenn ich
doch von Partys.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, es wäre die Krönung unserer Liebe und
Beziehung.
Als ich Mutter wurde, dachte ich, das geht schon alles so weiter mit dem
Job.
Ich bin froh, dass ich das dachte. Ich bin mit großer Freude
reingeschliddert in dieses große Ding namens Mutterschaft. Mit Zuversicht und
guter Hoffnung.
Und ja, es kam ein lächelndes Wesen dazu. Eines, das aber eben auch gern
mal sechs Stunden pro Abend schrie.
Und ja, manchmal habe ich auch heute noch gute Ideen, um die Kinder am
Nachmittag bei Laune zu halten, viel öfter aber denke ich: Ui, wie schaffen
wir es jetzt trotz Hausaufgaben und Einkaufen noch pünktlich zum
Training?
Und ja, wir haben das Kind bzw. die Kinder schon geschaukelt. Aber manchmal
haben wir uns darüber auch einfach mal selbst vergessen.
Und ja, die Geduld eines Mammuts – die habe ich tatsächlich manchmal
bewiesen, wenn es in der Kita-Garderobe wieder mal 48 Minuten länger dauerte,
um die Gummistiefel anzuziehen. Gelingt aber halt auch nicht jeden Tag.
Und ja, das Auto blieb das Gleiche, der Partner blieb der gleiche, der Job
auch – und trotzdem war einfach nichts mehr wie vorher, weil allein die
Tragweite jeder Entscheidung so groß geworden ist. Weil da plötzlich diese
große Verantwortung ist.
Und ja, das Zu-Bett-Bringen, irgendwann schlafen die Kinder wirklich. Jeden
Abend. Aber bestimmt nicht nach dem ersten Gute-Nacht-Kuss, sondern nach
Zahnputz-Diskussionen, Vorlese-Marathon und
Hunger-Durst-Pipi-Wasauchimmer-Rufen.
Und ja, so durchwachte Nächte kannte ich, aber hahahaha. Drei Jahre ohne
Schlaf? Nicht im Leben hätte ich mir das vorstellen können.
Und ja, die Kinder waren uns sind die Krönung unserer Liebe. Sie sorgen
aber eben auch für ordentlich Zunder.
Und ja, das geht schon alles mit dem Job. Wer aber einmal Abgaben,
Vorträge, Kinderkrankheiten und Haushalt auf einmal zurecht-jongliert hat,
weiß, dass das Danach mit dem Vorher nicht mehr zu vergleichen ist.
Unser Leben ist reicher geworden durch die Kinder. Unendlich reicher. So
viel Liebe, so viel Vertrauen, so viel Glück und Stolz. Aber es ist auch
schwieriger geworden, es ist laut, chaotisch und die Verantwortung wiegt
schwer. Alles ist größer und dichter und komplexer geworden.
Es ist wahnsinnig schön und wahnsinnig anstrengend. Und um nichts in der
Welt würde ich tauschen wollen.
Das Leben mit Kindern ist eine Emotions-Explosion – in alle Richtungen. Und
niemand hat jeden Tag gute neue Ideen und lebt für immer harmonisch vor sich
hin. Deswegen reicht es zu sagen: Es ist vielleicht nicht so rosig wie in der
naiver Erstvorstellung, wie das so wird als Mutter. Niemand von uns ist
perfekt. Aber es ist trotz der immensen Herausforderung einfach das Größte,
das uns je passieren konnte.
|
Emotions-Explosion Mutterschaft: Wie das Leben mit Kindern wirklich ist |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entbindung-drei-geburten-drei-ganz-unterschiedliche-erlebnisse |
Ihr Lieben, wir hoffen ja
immer, dass wir Euch Leser mit dem, was wir schreiben, auch wirklich
erreichen. Dass unsere Texte Euch Mut machen, Euch trösten, Euch zum Lachen
bringen, manchmal auch zum Mitfühlen und Mitweinen.
Besonders schön finde ich es, wenn Ihr nach einem Artikel konkrete Fragen
schickt. "Kannst Du nicht mal darüber schreiben, ob und wie
unterschiedlich die drei Geburten waren?" fragte eine Leserin nach
diesem Artikel. Klar, kann ich!
1. Geburt (Dezember 2010)
Weil miene Tochter im Bauch nicht mehr richtig wuchs, waren die Ärzte der
Meinung, dass die kleine Maus "draußen" besser versorgt sei als
"drinnen" – und so wurde drei Wochen vor Geburtstermin eingeleitet.
Die erste Tablette bekam ich an einem Sonntag Morgen um neun Uhr, meine
Tochter wurde am Dienstag um 6.50 Uhr morgens geboren. Dazwischen lag viel
Warten, Tränen, Ungeduld, noch mehr "Ich kann nicht mehr". Die
Geburt zog sich unglaublich und kostete eine Menge Kraft. Die Kleine war wohl
einfach noch nicht bereit für die Welt…
2. Geburt (Januar 2014)
Über diese Geburt habe ich schon mal ausführlich gebloggt, HIER gehts zum
Artikel. Nach der ersten Geburt hatte ich unglaubliche Angst, dass wieder
eingeleitet werden muss und habe mir so gewünscht, dass es von alleine los
geht. Was es einen Tag vor Einleitungstermin (40+6) dann auch ging. Ich
erinnere mich richtig gerne an diese Geburt. Natürlich war sie schmerzhaft,
aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass das Baby und ich gemeinsam
arbeiten. Da ich zu Hause schon viel geschafft hatte, ging es im Krankenhaus
realtiv schnell. Sogar die Hebamme sagte später, dass sie diese Geburt
wunderschön fand.
3. Geburt (November 2016)
Nach der schönen Geburt meines Sohnes freute ich mich fast auf die Geburt
meines dritten Kindes. Einige Blogger-Kollegen waren fast zeitgleich
schwanger und beschrieben ihre dritten Geburten praktisch als Spaziergang.
Bei allen ging es sehr schnell. Tjaaaaaaaaaa, bei mir nicht. Die ganze Nacht
fühlte ich mich schon irgendwie unwohl, konnte aber zum Glück
nocheinigermaßen schlafen und somit Kraft schöpfen. Sobald die Kinder in der
Kita waren, wurden die Schmerzen aber mehr und ich ging Runde um Runde hier
um den Block spazieren. Obwohl es November war, war es relativ warm und die
Sonne schien herrlich. Während ich also so durch die Gegend lief, konnte ich
immer wieder mein Gesicht in die Sonne halten und war dafür unglaubich
dankbar. Was seltsam war, dass sie Abstände zwischen den Wehen so
unregelmäßig waren. Mal waren es vier Minuten, dann wieder acht, dann wieder
fünf. Im Stehen waren die Schmerzen kaum auszuhalten, im Liegen waren sie
fast weg. Irgendwann beschlossen wir, ins Krankenhaus zu fahren. Ganz
einfach, weil ich null komma null einordenen konnte, wie lange es wohl noch
dauern würde. Manchmal hatte ich das Gefühl, kurz vor den Presswehen zu
stehen, dann dachte ich wieder, dass es noch Stunden dauern
könnte.
Im Krankenhaus angekommen war der Muttermund bei 4 Zentimetern, das war um
14 Uhr. Das Wechselspiel zwischen hammerharten Wehen und zu langen Abständen
ging weiter. Ich hatte eine tolle Hebamme, der ich irgendwann ganz klar
sagte, dass ich sie jetzt brauche, weil mir die Moral flöten ging. Ich wurde
weinerlich und hatte keine Kraft mehr. Irgenwann ging es dann doch ganz schön
schnell und um kurz vor 19 Uhr war meine Tochter dann da – die Nabelschnur
zwei mal um den Hals und ganz blau… Die Hebamme meinte dann, dass das wohl
der Grund gewesen sei, warum die Kleine nicht richtig mitgearbeitet habe- und
es deshalb eben doch recht lange gedauert habe.
Ich hatte einfach Glück, dreimal spontan zu entbinden. Jede Geburt war
einzigartig, die der Mädels waren sehr viel anstrengender als die meines
Sohnes. Ich habe mir unglaublich viel Gedanken gemacht, wie so eine Geburt
wohl ablaufen würde – nichts davon trat ein. Ich war abgetaucht in meiner
ganz eigenen Welt und hatte einen großartigen Unterstützer, meinen Mann, an
meiner Seite. So eine Geburt ist defintiv die größte körperliche Erfahrung,
die eine Frau machen kann. Und es ist wohl auch die intentivste Erfahrung,
die ein Paar zusammen durchstehen kann.
Die ersten Minuten nach der Geburt, mit dem Baby auf dem Bauch, der
Erschöpfung, der Erleichterung, dem Glück, dem Schmerz – all das ist magisch.
Es ist ein Wunder, ein absolutes Wunder. Jedes, einzelne Mal.
PS: Das Foto oben entstand einen Tag nach der Geburt meiner kleinen
Tochter
——ZUM WEITERLESEN:
– Der Tag, an dem Katharinas Sohn geboren wurde
– Gedanken über die anstehende Geburt
– Wie eine Geburt wirklich abläuft
|
Entbindung: Drei Geburten - drei ganz unterschiedliche Erlebnisse | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entbindung-mit-geschwistern-unsere-grossen-kinder-waren-bei-der-geburt-des-kleinsten-dabei |
Ihr Lieben, wenn sich eine Hebamme an uns wendet und erzählt, dass sie
neulich eine wunderwunderschöne Geburt begleiten durfte, dann werden wir
hellhörig. Nathalie, so erzählte sie, habe ihr viertes Kind bekommen – und
die großen Geschwister wären wie selbstverständlich dabei gewesen. Die
Zwillinge sind 6 Jahre alt und das dritte Kind dreieinhalb.
Das Baby sei in einer vollkommen harmonischen und unaufgeregten Stimmung zu
Welt gekommen, die sie fasziniert hätte. Als wir nachfragten, stellte sie uns
den Kontakt zu ihr her. Denn wir wollten doch genauer wissen, wie das so war…
auch für die Kinder.
Nathalie, Du bist neulich nochmal Mama geworden. Was war besonders an
dieser Geburt?
Für mich war das gar keine so besondere Geschichte wie für viele andere,
denen wir davon erzählen. Es wird vor allem von anderen als etwas
Außergewöhnliches wahrgenommen. Viele in unserem Umfeld haben es als
besonders empfunden, dass wir die älteren Geschwister bewusst in der Nacht
geweckt haben und sie komplett an der Geburt und Nachgeburt haben teilhaben
lassen.
Wo hast du das Kind denn bekommen? Und war der Ort der gleich wie bei den
letzten Geburten?
Meine eineiigen Zwillinge habe ich vor sechs Jahren in der Uniklinik
geboren, bei meinem dritten sowie jetzt bei meinem vierten Kind war ich zur
Geburt zu Hause. Dort kamen beide im Wasser zur Welt.
Deine Hebamme beschrieb die Geburt später als "unglaublich". Hast
du das auch so empfunden?
Unser viertes Kind machte sich erst nach dem errechneten Entbindungstermin
auf den Weg. Für mich war es aufgrund der „Übertragung“ und des hohen
Gewichts doch psychisch anstrengend, aber insgesamt eine völlig normale und
weitestgehend selbstbestimmte Geburt.
Und wie war das mit den großen Kindern? Waren sie die ganze Zeit dabei?
Ja, selbst das fiebrige Kind hat mein Mann geweckt. Alle Kinder blieben
dann dabei, bis die Hebammen auch unser Haus verließen und haben dann noch
ein paar Stunden geschlafen.
Wie hast du sie darauf vorbereitet, was sie da erleben werden?
Eigentlich gar nicht, ich habe sie gefragt, ob wir sie wecken sollen. Da
haben alle unisono geantwortet, dass sie gerne dabei wären.
Ihr habt gar nicht drüber gesprochen?
Doch, schon. Wir haben lange darüber gesprochen, wann das Baby kommt, dass
es das selber entscheidet und dann durch die Scheide rauskommt. Sie wussten,
dass wir einen Geburtspool aufbauen würden und Hebammen dazu kommen würden.
Vom eigentlichen Geburtsablauf habe ich nichts erzählt. Für Sorgen war keine
Zeit.
Und wie hast du das zusammen mit ihnen erlebt?
Es hat mich wirklich mit Stolz erfüllt, ihnen eine natürliche
selbstbestimmte Geburt live zeigen zu können. Keine schmerzerfüllte
Hollywood-Szene, sondern eine ruhige angestrengte Atmosphäre. Ich habe mich
gefreut, dass sie es sehen durften und alles gut gelaufen ist.
Für mich ist die Geburt eines Kindes etwas völlig Normales, an dem
die Familie teilhaben darf. Und genauso habe ich das empfunden. Als völlig
natürlich. Das habe ich versucht, meinen Kindern genauso zu vermitteln.
Fragen sie heute noch viel danach?
Nein, da es sich für sie als normal und als nichts Besonderes anfühlt. Das
Thema kommt nur auf, wenn Freunde danach fragen und wissen möchten, wie es
für sie war.
Und wie war das für sie? Hast du das Gefühl, es hat sie verändert?
Ach, eigentlich hat es sie nur insofern verändert, als dass sie merken,
dass die Umwelt es als etwas Besonderes empfindet. Wirklich, wir haben da
keine große Sache draus gemacht.
Wie geht es euch denn heute mit dem Baby und der neuen
Familienkonstellation?
Uns geht’s prächtig, wir hatten eine wundervolle Betreuung durch unsere
Hebamme. Alle lieben unser neues Familienmitglied und der Kleine gehört
einfach zu uns 🙂
|
Entbindung mit Geschwistern: "Unsere großen Kinder waren bei der
Geburt des Kleinsten dabei" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entsorgte-mama-fuehlende-muetter-haben-die-sorge-streitende-vaeter-das-recht |
Ihr Lieben, manchmal
erreichen uns Geschichten, die sich lesen wie ein Roman. So auch diese hier
von unserer Leserin Hella, die eigentlich anders heißt. Nach Jahren konnte
sie sich endlich aus ihrer gewalttätigen Ehe befreien. Doch der Kampf ist
noch nicht zu Ende. Denn jetzt geht es um die Kinder. Lasst euch ein bisschen
Zeit, die Geschichte ist recht lang. Wir aber finden: Jeder der Worte sollte
in diesem Fall auch gesagt werden…
Es ist Februar 2014, als ich im Hochbett meiner älteren Tochter liege und
wieder der Gedanke in mir aufsteigt „Du musst dich trennen, es führt kein Weg
daran vorbei, du verdrängst das immer nur.“
So schnell dieser Gedanke sich in mein Bewusstsein drängt und heftiges
Herzklopfen in mir auslöst, so schnell kann ich ihn auch wieder
verdrängen.
Wir hatten zwei gute Jahre hinter uns. Zwei Jahre in denen ich dachte, es
hat sich alles geändert und wir sind auf einem guten Weg, eine glückliche
Familie zu werden.
Zwei Jahre zuvor, im März 2012, hatte ich unsere zweite Tochter zur Welt
gebracht. Ein absolutes Herz- und Wunschkind für mich. Ich war glücklich,
mein Mann lebte endlich Familie, unternahm mit uns Dinge und verbrachte Zeit
mit uns, seiner Familie.
Gewalt in der Ehe: Zwei Jahre, in denen er nicht zuschlug
Das Wichtigste aber war: Es waren zwei Jahre, in denen er nicht
zugeschlagen hat. Mich nicht mit anderen Frauen betrogen hat. Jedenfalls
nicht so, dass ich es mitbekommen habe.
Endlich schloss er sein Studium ab und übernahm nach schwierigen
Jobaussichten mit meiner Hilfe eine eigene Praxis. Durch die
Selbstständigkeit hatten wir noch weniger Probleme mit der Vereinbarkeit von
Familie und Beruf und er verdiente endlich Geld verdient, ich war neben der
Kinderbetreuung endlich nicht mehr allein verantwortlich für die Finanzen und
das Geldverdienen.
Doch all das, was ich positiv sehen konnte, setzte meinen Mann im Februar
2014 wieder so stark unter Druck, dass er sich abermals Bestätigung bei
anderen Frauen suchen musste. Angeblich, weil ich ihm „zu wenig Bestätigung“
gäbe und „schuld daran“ sei, dass er jetzt den Druck der Selbstständigkeit
auf sich lasten hätte.
Ich wollte mich trennen. Ich wusste, es geht nicht mehr. Gleichzeitig hatte
ich große Angst.
Ich wollte meinen Kindern nicht die Familie nehmen und konnte mir auch
nicht vorstellen, es alleine zu schaffen. Dennoch habe ich mit meinem Mann
gesprochen und ihm gesagt, dass ich mich trennen werde und es nicht mehr
länger akzeptieren werde, dass er mich immer und immer wieder betrügt.
„Du kannst dich trennen, dann nehme ich dir alles, ich nehme dir die
Kinder.“
Seine Antwort war kurz und knapp: „Du kannst dich trennen, dann nehme ich
dir alles, ich nehme dir die Kinder, ich mache dich nackig.“
Selbstschutzmechanismen greifen gut. Schnell wollte ich wieder einen
schönen Alltag, alles wegdrücken, weitermachen, mich nicht mit dem Thema
auseinandersetzen. Schon bald kam der Alltag zurück und die Trennung war kein
Thema mehr.
Ich hielt an meinem „Projekt heile Familie“ fest. Äußerte sogar den Wunsch
nach einem dritten Kind. So wie ich es mir immer gewünscht hatte, eine
Familie mit drei Kindern. Ebenso wie bei den ersten beiden Kindern wollte
mein Mann kein weiteres Kind und mein Wunsch wurde kommentarlos
abgeschmettert.
Das Leben ging weiter, bis 2016 meine Mutter plötzlich verstarb. Mein Mann
war für mich da. Jedenfalls hielt er mir den Rücken frei, so dass ich genug
Zeit hatte, mich um alles zu kümmern.
Nach dem Tod meiner Mutter ging er wieder fremd
Offenbar schenkte ich ihm in dieser Phase wieder zu wenig Aufmerksamkeit,
so dass es wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter wieder eine andere Frau
gab.
Ich war gerade dabei, für meinen Mann die Einweihungsparty seiner neuen
Praxis zu planen. Dies sollte eigentlich von seinen Mitarbeiterinnen
übernommen werden, doch offenbar hatte das nicht geklappt und mein Mann
geriet in Panik. Der Termin stand und die Gäste waren eingeladen, aber es war
nichts vorbereitet.
Die vorherigen Tage hatte ich schon mit beiden Kindern Besorgungen gemacht
und Getränke und Knabbereien in die Praxis gefahren. Am Abend saßen wir
zusammen auf dem Sofa, ich war gerade dabei, Catering-Firmen anzuschreiben
als das Handy meines Mannes blinkte. Es lag zwischen uns und zeigte die
Nachricht einer Frau an: „Bleibt es bei morgen Abend 19 Uhr?“.
Mein Mann versuchte sich – wie immer – rauszureden. Doch ich ließ nicht
locker. Sagte, dass es mir nur darum geht, dass er ehrlich mit mir ist. Dann
kam die ehrliche Antwort. Ein Schlag ins Gesicht, der mich durch das ganze
Wohnzimmer fliegen ließ. Mein einziger Gedanke dabei: „Hoffentlich sieht man
morgen keinen blauen Fleck im Gesicht.“
Doch auch das reichte noch nicht, um endlich meine Sachen und meine Kinder
zu schnappen und zu gehen. Ich blieb.
"Ich blieb, weil ich die perfekte Familie wollte"
Ich blieb mit der Hoffnung auf Besserung, ich blieb, weil ich die perfekte
Familie wollte. Ich blieb, weil ich meinen Kindern eine Trennung nicht antun
wollte.
Und dem nicht genug, denn kurze Zeit später war ich wieder schwanger. Ich
freute mich sehr, liebte dieses kleine Wesen in mir vom ersten Tag an. Die
Reaktion meines Mannes fiel anders aus: „Oh Gott, dann können wir ja
demnächst unter der Brücke schlafen, das ist unser finanzieller Ruin.“ Es war
absurd, denn nie hatten wir so viel Geld, wie zu diesem Zeitpunkt.
Zum ersten Arztbesuch konnte mein Mann mich nicht begleiten. Das kannte ich
schon aus den vorherigen zwei Schwangerschaften. Das erste Ultraschallbild
unseres dritten Kindes kommentierte er mit „Jup“, mehr sagte er nicht.
Ich bekam Blutungen. Die Blutungen gingen und kamen. Eines Abends wusste
ich, das Baby wird nicht bleiben. In dieser Nacht spürte ich, dass es sich
verabschiedete. Beim Arztbesuch am kommenden Tag begleitete mein Mann mich
ausnahmsweise und hielt mir die Hand, als der Arzt bestätigte, was ich
bereits gefühlt hatte: „Ich kann keine Herzschläge mehr sehen.“
Ich wollte Abschied nehmen, mir Zeit lassen. Doch die Blutungen wurden so
stark, dass mir keine Zeit blieb. Meine Freundin fuhr mich ins Krankenhaus
und die Ärzte sagten mir, sie müssten eine Ausschabung machen, um die Blutung
zu stillen.
Ich rief meinen Mann an und bat ihn, zu mir zu kommen, ich hatte Angst und
brauche ihn. Meine Freundin würde kommen und auf die Kinder aufpassen. Seine
Antwort: „Das ist jetzt schlecht, ich habe schon ein Glas Wein getrunken, ich
kann dich ja morgen abholen.“
Verlust meines Babys: Ich MUSSTE mich trennen
Ich wusste, ich muss gehen, ich wusste ENDLICH: ich werde gehen.
Ich erholte mich von dem Verlust meines Babys, nahm Abschied, machte es mit
mir selbst aus. Gestaltete ein Buch mit Erinnerungen und verstand, warum sie
nicht bleiben konnte.
Ich war innerlich auf dem Weg zu gehen, mich zu trennen. Bei einem
gemeinsamen Familienurlaub über Pfingsten spürte ich deutlich, dass ich es
nicht mehr aushalte, dass ich nur noch weg möchte.
Eine Woche nachdem wir aus dem Urlaub zurück waren hatte ich eine
berufliche Abendveranstaltung. Zufällig fuhr ich gleichzeitig mit einem Mann
von dieser Feier nach Hause, den ich bereits zwei Jahre zuvor kurz
kennengelernt hatte und der damals schon Herzklopfen in mir ausgelöst hatte.
Zuhause angekommen fragte er, ob wir noch ein Bier zusammen trinken wollen.
Wir redeten bis morgens um 4 Uhr. Nie zuvor habe ich mich so verstanden
gefühlt.
Von diesem Tag an trafen wir uns immer wieder. Stundenlang redeten wir. Er
war meine kleine Oase, ich sagte immer: Meine Glaskugel, in der ich die Welt
vergessen kann, Kraft tanke.
Aufgeladen mit Energie und Kraft, begann ich Ende 2017 nach Wohnungen zu
suchen. Als mein Mann merkte, dass ich es ernst meine und mich tatsächlich
trenne, schwankte seine Stimmung zwischen lammfromm – „bitte bleib bei mir! –
hoch aggressiv „Du bist MEINE Frau!“.
So viel Gewalt in der Trennungsphase
In der Phase der Trennung hat er mich so oft eingesperrt und geschlagen wie
nie zuvor in so kurzen Abständen. Dennoch habe ich nicht die Polizei gerufen.
Ich wollte immer nur deeskalieren. Dachte, wenn ich die Polizei rufe und ihn
aus der Wohnung verweisen lasse, eskaliert alles und wir bekommen keine gute
Einigung für die Kinder hin.
Ich zog aus und ließ ihm alles. Immer in der Hoffnung, dass er sich
beruhigen wird, wenn ich nur gerecht und fair bleibe und wir uns für die Kinder
gut verständigen können.
Seine Deeskalation bestand darin, mir anzukündigen, dass er mir ab sofort
die Kinder nicht mehr, wie vereinbart, bringen wird und er mir „einen
großzügigen Umgang alle 14 Tage von Fr-So gewährt“.
Über eine Anwältin reichte ich beim Familiengericht einen Antrag auf
Übertragung des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts und Klärung des
Umgangs ein. Was im Juni 2018 bei der darauffolgenden Gerichtsverhandlung
beim zuständigen Familiengericht folgte, hatte ich in Deutschland bis zu
diesem Zeitpunkt nicht für möglich gehalten.
Der Verfahrensbeistand, der für unsere Kinder bestellt wurde, gab kurz und
knapp seine Einschätzung ab. Das Jugendamt teilte seinen Eindruck von dem
anderthalbstündigen Gespräch mit, welches im Vorfeld der Verhandlung mit
meinem Mann und mir geführt wurde. Die Richterin stellte ein paar
Fragen.
Alle drei (Verfahrensbeistand, Jugendamt, Richterin) waren der Meinung,
dass wir zwei intelligente Menschen sind, beide über ausreichend materielle
und finanzielle Ressourcen verfügen, sowie beide beruflich so flexibel, dass
eine hälftige Kinderbetreuung kein Problem sei.
„Fühlende Mütter haben die Sorge, streitende Väter das Recht“
Meine Anwältin wagte einen Vorstoß und führte die 13 Jahre häusliche Gewalt
an, sowie die Tatsache, dass bis zum Zeitpunkt der Trennung die
Kinderbetreuung fast ausschließlich von mir übernommen wurde. „Was in der
Vergangenheit liegt, wollen wir uns heute hier nicht anschauen, wir blicken
jetzt positiv in die Zukunft“, war der knappe Kommentar der Richterin zu den
geschilderten Sachverhalten.
Mein Einwand, dass ich möchte, dass ein psychologisches Gutachten erstellt
wird, kommentierte die Richterin mit: „Gut, wenn Sie es darauf ankommen
lassen wollen. Die Gutachterin hat immer viel zu tun, das kann bis zu einem
Jahr dauern. Bis zur Fertigstellung des Gutachtens werden die Kinder dann
dort leben, wo sie amtlich gemeldet sind und das ist beim Vater.“
Punkt.
Unter Schock stimmte ich der Richterin zu und wir kamen zu der „Einigung“,
dass unsere beiden Töchter, 6 und 10 Jahre alt, ab sofort im Wechselmodell
leben werden.
So stehe ich in Tränen aufgelöst vor dem wunderschönen, alten
Gerichtsgebäude und erkenne, dass ich mich zwar mit viel Kraft, Mut und
Stärke aus 13 Jahren Demütigung befreit habe, das deutsche Rechtssystem aber
imstande ist, diese Demütigung in potenzierter Form weiterzuführen.
Ich möchte mich schreiend, weinend auf die Treppen des Gerichtsgebäudes
schmeißen. Für meine wundervollen Töchter tue ich dies aber nicht. Ich stehe
auf und versuche, ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Hoffe darauf, dass sie
irgendwann verstehen und reflektieren und besonders, dass sie trotz dieser
schwierigen Bedingungen zu glücklichen und selbstbewussten Frauen werden, die
ihren eigenen Weg gehen.
Foto: pixabay
|
Entsorgte Mama: Fühlende Mütter haben die Sorge, streitende Väter das
Recht | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/entspannt-bleiben-als-jungsmutter-sie-tun-dinge-fuer-sich-und-nicht-gegen-mich |
Ihr Lieben, wenn es eine Dame in Social Media gibt, der ihr als Mütter
folgen solltet, dann steht Juli Scharnowski definitiv ganz weit oben auf der
Liste! Ihr Blog Doppelkinder und die dazugehörige Instagram-Seite lohnen sich
in jeder Hinsicht, weil es ihr – wie uns – vor allem um Ehrlichkeit geht, um
Mutmachen, um Mom-Empowerment.
Sie coacht Eltern sogar unter dem Titel „From Mom to Wow“ – und warum uns
dieser Titel so wahnsinnig sympathisch ist, könnt ihr euch bei uns als
WowMom-Autorinnen sicher denken, hihi. Was sie tut, tut sie jedenfalls auf so
charmante Weise, das man Juli eigentlich gern selbst zur Mama haben
will.
Nun hat Juli neben ihren Zwillingsjungs nicht nur noch ein Jungsbaby dazu
bekommen, sondern auch noch ein Buch herausgebracht. Es heißt Starke Jungs
brauchen entspannte Eltern (Affiliate Link). Wie das gehen soll? Enstpannt
bleiben im Alltag mit drei kleinen Wilden? Das hat uns Juli im Interview
erklärt.
Liebe Juli, als du noch keine Kinder hattest, hattest du da schon eine
Vision von euch als Familie? Wie viele Kinder es mal würden und ob es Jungs
oder Mädchen sein würden?
Ich habe immer den allerersten Impuls zu sagen, dass ich immer von drei
Söhnen geträumt habe. Ich weiß aber auch, dass das menschliche Gehirn ein Meister
des Selbstbetrugs ist. Doch die Vorstellung davon, mit drei kleinen wilden
Kerlen – und einem großen – zu leben hat mir schon gut gefallen.
Ich weiß noch, dass ich mich in der Zwillingsschwangerschaft sehr gefreut
haben zu hören, dass mindestens ein Kind ein Junge ist – das andere hat sich
lange bedeckt gehalten und es lief unter „ein Junge und ein weiteres Kind“.
Als dann Nummer 3 unterwegs war, hat meine Freundin anfangs immer gefrotzelt,
dass ich jetzt bestimmt ein Mädchen bekomme.
Ich fand die Vorstellung irgendwie komisch, vermutlich, weil ich es eben
nicht anders kenne. Als ich mich dann mit dem Gedanken angefreundet hatte,
hat sich das Baby als Junge geoutet und es fühlte sich richtig an – so wie
sich ein Mädchen bestimmt auch richtig angefühlt hätte.
Nun ist das ja so ne Sache mit Visionen und Vorstellungen. Als Mutter holt
einen ja tagtäglich die Realität ein. Welches war deine größte Mutterschaftsüberraschung?
Wo lagst du mit deiner Vorstellung komplett daneben?
Ich war bei den Zwillingen davon überrascht, wie schwer es oft war, diese
beiden impulsiven, sehr fordernden – so erschien es mir – Babys zufrieden zu
stellen. Ich hatte nicht erwartet, wie anstrengend das Elternleben
tatsächlich ist.
Ich bin heute zudem eine komplett andere Mama als ich es mir jemals erdacht
habe. Ich wollte streng und konsequent sein – was nicht bedeutet, dass ich
nicht auch mal bei meinen Standpunkten bleibe. Aber heute macht es mir eine
riesige Freude, meinen Söhnen Vertrauen zu schenken und ihnen auf Augenhöhe
zu begegnen.
Ich lasse mich auch mal von ihnen überzeugen und sie sich von mir, wir
verhandeln, finden Kompromisse und Wege, dass es uns allen möglichst gut
geht. Bevor ich lospoltere versuche ich erstmal, ihre Motive zu begreifen.
Und ich habe mir immer vorgenommen, total rigide in Sachen Zucker und
Süßkram zu sein. Aber da habe ich die Rechnung ohne meine beste Freundin
gemacht – ebenfalls dreifache Jungsmama, mit etwas älteren Kindern – die den
Zwillingen zum ersten Geburtstag einen Kuchen mit Industriezucker und
Schokolade gebacken hat. Da stand ich dann mit meinen ernährungspolitisch
korrektem Bananen-Muffins…
Nun hast du als Erstes Zwillingsjungs
bekommen – und nun noch einen Jungen hinterher. Du bist Jungsmama durch
und
durch. Wie sind die Reaktionen darauf? Bewundernd? Vielleicht sogar auch
mal
mitleidig, weil Jungs derzeit irgendwie einen keinen ganz so guten Ruf
zu
genießen scheinen?
Ich fand schon in der Schwangerschaft mit unserem dritten Sohn die
Reaktionen der Leute total interessant, die mich nach dem Geschlecht des
Kindes gefragt haben. Einigen entgleisten regelrecht die Gesichtszüge, andere
sprachen ihr Mitleid aus, viele fanden und finden es sehr beeindruckend. Ich
glaube, neutrale Reaktionen waren fast nie dabei.
Interessanterweise bekommt mein Mann da immer eher ein verbales
Schulterklopfen und Anerkennung – so als Vater dreier Söhne. Wohingegen der
Mann meiner Schwester – sie hat drei Töchter – ebenfalls oft bemitleidet
wird.
Ich habe den Eindruck, dass es in unserer Kultur oftmals als Ideal
betrachtet wird, zwei Kinder zu haben, und zwar einen Sohn und eine Tochter.
Schon bei den Zwillingen kam immer die Frage: „Oh, ein Mädchen und ein
Junge?“ Als ich das verneinte, bekam ich oft zu hören, „Ach schade, Junge und
Mädchen wäre doch besser gewesen, oder?“
Da hakt es bei meinem Verständnis ein wenig aus, ich habe drei gesunde
Kinder, wie könnte ich mich da in Gram darüber ergehen, dass nicht das
„richtige“ Geschlecht dabei ist?
Zudem werden meiner Erfahrung nach Jungen oft als anstrengender empfunden,
weil viele von ihnen viel Energie haben – okay, das haben Mädchen bestimmt
auch – doch sind sie oftmals wilder, verfügen übe mehr Muskelmasse als
Mädchen, sind oft lauter und impulsiver.
Das passt nicht gut in unser System, in dem es beispielsweise in vielen
Schulen immer noch darum geht, dass 20 bis 30 kleine Menschen still sind und
still sitzen, während einer spricht.
Du hast nun ein Buch geschrieben: Starke
Jungs brauchen entspannte Eltern. Müssen wir Jungs also anders begleiten
als
Mädchen?
Ich bin keine Freundin von Pauschalisierungen, doch sehe ich es oft, dass
viele Jungen in unserer Zeit andere Herausforderungen haben als Mädchen –
eben weil unser Denken oftmals noch sehr in Rollenklischees verhaftet ist.
Ich finde es absolut wichtig, dass meine Söhne lernen, emotional
intelligent zu sein, dass sie gut mit ihren Gefühlen umgehen, dass sie alle
sein dürfen und nichts davon falsch ist. Sie sollen lernen, gut mit sich und
ihrer Energie umzugehen, sich Strukturen zu schaffen und Wege finden, sich in
ein gesellschaftliches System einzufinden, ohne sich selbst und ihre
Wesensart zu verleugnen.
Die Gender-Debatte ist wichtig und wertvoll, ich wünsche mir, dass sie
dafür sorgt, dass alle Menschen, ungeachtet des Geschlechts, die gleichen
Möglichkeiten haben.
Dennoch gibt es eben männlich und weiblich, gibt es Männer und Frauen und
Jungen und Mädchen – und die unterscheiden sich körperlich und psychisch.
Also finde ich es wichtig, beide Geschlechter unter dem großen Ganzen der
Gleichwertigkeit da abzuholen, wo sie stehen. Deshalb gibt es übrigens auch
ein Starke-Mädchen-Buch (Affiliate Link) von meiner Autoren-Kollegin Dr.
Judith Bildau.
Nun ist es ja nicht so leicht,
„entspannt“ zu sein als Eltern, gerade als Mehrfacheltern, da ist ja
immer eine Menge los, es gibt viel zu tun, wie ist also der Zustand
der
Entspannung im Titel deines Buches zu verstehen?
Deshalb geht es in dem Buch zum einen darum, wie Eltern – insbesondere
Mütter, da sie sich zu großen Teilen am meisten um die Kinder kümmern und sie
es sind, die die Bücher lesen, sich erden und gut für sich sorgen können.
Auf der anderen Seite liefert das Buch ganz viele Informationen darüber,
was hinter dem Verhalten eines Kindes stecken kann, denn das hat eigentlich
immer eine Ursache, und was ich von meinem Sohn in welchem Alter erwarten
kann.
Wenn ich also weiß, dass es etwas auch mit sechs, sieben oder acht Jahren
für ein Kind völlig normal ist, während eines Wutanfalls mit Dingen um sich
zu werfen, dann macht es die Situation vielleicht nicht angenehmer, doch
entspannt das ungemein. Denn den Eltern wird mit Informationen die Angst
genommen, etwas falsch zu machen, sowie der Druck, dass das Kind doch
eigentlich so und so funktionieren sollte.
Außerdem liefert das Buch für alle Situationen, die sich in Gesprächen mit
Jungseltern als besonders konfliktreich herauskristallisiert haben, ganz
konkrete Lösungsvorschläge. Und da dürfen sich die Leser mit ihren Familien
dann ausprobieren und gucken, was für sie passt.
Entspannung kann also insbesondere dann entstehen, wenn wir informiert
sind, wenn wir uns auf unsere Kinder einlassen und – und das vor allem – wenn
wir gut auf uns selbst achten.
Was sind denn die Dinge, die deine Kinder
dir beigebracht haben – und von denen auch wir vielleicht im Alltag
profitieren
können?
Wir Erwachsenen denken ja gerne, dass wir den Perspektivwechsel und
Empathie für uns gepachtet hätten. Dabei sind wir mit unseren
Interpretationen, etwa bezüglich eines Verhaltens unserer Kinder, oft sehr
bei uns. Sie lehren mich täglich darin, einen Schritt zurückzumachen und den
Raum aufzumachen für ihre Motive und Beweggründe, diese zu erfassen und meine
nicht als richtiger oder wichtiger zu nehmen.
Ein Beispiel: Ich komme heute in die Küche, weil ich die beiden
Vierjährigen ziemlich dreckig lachen höre, da kriegen Eltern ja spitze Ohren.
Zwischen ihnen auf der Küchenbank lag eine umgestürzte, zuvor halb volle,
Schale mit Joghurt und Müsli. Die beiden hatten einen Mordsspaß daran, dass
da nun der ganze Kladeradatsch auf der Bank liegt.
Früher wäre ich schnell mit Gemotze und Vorträgen darüber, dass Essen kein
Spielzeug ist, dabei gewesen. Heute frage ich erstmal, ob die Schale
vielleicht abgestürzt ist und dann sehe ich den völlig unbefangenen
Entdeckergeist meiner Kinder dahinter. Denn das ist es, was sie tun wollen:
die Welt entdecken und das Leben erforschen.
Sie wissen, dass Essen kein Spielzeug ist – zumindest im Rahmen ihrer
Möglichkeiten. Doch in solchen Situationen siegt der Forschergeist. Und das
ist vielleicht die zweite große Lektion meines Mamalebens: Ich übe mich
darin, das Verhalten meiner Kinder nicht persönlich zu nehmen, denn sie tun
Dinge FÜR sich und nicht GEGEN mich.
Julia Scharnowski: Starke Jungs brauchen entspannte Eltern (Affiliate
Link)
|
Leben mit Söhnen: Starke Jungs brauchen entspannte Eltern |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/erst-brustkrebs-dann-zwillinge-katharinas-hoehen-und-tiefen-mit-happy-end |
Ihr Lieben, Katharinas letzte
Lebensjahre sind zu dramatisch und gleichzeitig kitschig, als dass man sie in
ein Drehbuch schreiben könnte. Was diese Frau an Höhen und Tiefen erlebt hat?
Erst Brustkrebs – dann Zwillinge. Eine schier unglaubliche Geschichte – mit
Happy End…
Liebe Katharina, du hast etwas gebraucht, um uns deine Antworten zu
schicken, weil dir ein bisschen das Leben in die Quere kam…
Ja, jetzt ist es wirklich schon eine ganze Weile her, als du mir deine
Fragen geschickt hast und erst heute komme ich dazu, dir meine Antworten zu
schicken.
Als ich damals mit vorzeitigen Wehen und verkürztem Gebärmutterhals in der
Klinik lag, habe ich es mental nicht geschafft, das alles zu schreiben. Und
als unsere Zwillinge dann da waren und wir uns ein bisschen eingespielt
hatten, war ich abends einfach zu müde… Ich glaube, du weißt ja wie das mit
Zwillingen und dann auch noch im ersten Jahr ist.
Es gab vor knapp drei Jahren einen Einschnitt in deinem Leben, mit dem du
niemals gerechnet hattest…
Oh ja. Und ich würde ja gerne sagen, dass ich den Krebs bei meiner
regelmäßigen Selbstuntersuchung jeden Monat getastet habe. Aber die führte
ich damals leider noch nicht durch. Denn: Krebs? Ich? Niemals!
Und dann?
Dann habe ich meine Gynäkologin gewechselt und bei der ersten Untersuchung
tastete sie auch meine Brüste ab und bat mich dann, mich auf die Liege zu
legen… die hatte etwas getastet. Und da war er, der Knoten, dick und schwarz
in meiner Brust.
Sie war sich noch nicht sicher, was es genau war… oder sagte das zumindest
so. Aber sie schickte mich mit Nachdruck weiter in ein Brustzentrum zur
Abklärung.
Wie ging es dir da?
Da wurde mir erst mal ganz anders… aber schnell beruhigte ich mich, dass
das bestimmt nur eine Zyste oder etwas anderes Harmloses sei. Denn Krebs?
Ich? Niemals!
Und dann war es doch Krebs, Brustkrebs. Welche waren deine ersten Gedanken
nach der Diagnose?
Mein erster Gedanke war: „Das kann nicht sein.“ Und mein zweiter war:
„Werde ich sterben?“. Das habe ich auch die sehr unempathische Ärztin
gefragt, die mir die Diagnose mitgeteilt hat. Ihre Antwort war „Irgendwann
werden wir alle sterben, aber ob Sie an diesem Krebs sterben, das kann ich
Ihnen nicht sagen“.
Im Prinzip ist an dieser Antwort ja nichts falsch, aber vielleicht auch
nicht das, was eine 27-Jährige in dieser Situation hören möchte und auch
sollte. Gerade hier hätte ich mir sehr viel mehr Einfühlungsvermögen
gewünscht.
Welche Pläne hattest du eigentlich gehabt, als die Krankheit
dazwischenkam?
Mein Plan war leben. Ich war seit zwei Jahren mit meinem heutigen Mann
zusammen, hatte nach meinem beendeten Journalismusstudium und Volontariat
einen Neuanfang gewagt – mit meinem Traumstudium zur Sozialarbeiterin. Die
Hälfte hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon hinter mich gebracht.
Außerdem stand der Kinderwunsch definitiv schon im Raum. Zwar noch nicht zu
genau diesem Zeitpunkt, aber für die nähere Zukunft.
Hast du dich nach dem Warum gefragt?
Anfangs habe ich mich das definitiv gefragt. Warum? Warum ich? Warum jetzt?
Aber die Fragen konnte ich recht schnell hinter mir lassen. Außerdem habe ich
bald erfahren, dass ich BRCA1 positiv bin, also eine Genmutation habe, bei
der die Trägerinnen im Laufe ihres Lebens zu fast 90 Prozent an Brustkrebs
erkranken.
Im ersten Moment ist dies zwar eine niederschmetternde Diagnose, dass ich
mir mit Mitte 30 auch die Eierstöcke entfernen muss, aber irgendwie war der
Gendefekt auch die Antwort auf das Warum.
Wer oder was gab dir Kraft in dieser Zeit?
Kraft gegeben hat mir definitiv mein heutiger Mann. Er war von Minute eins
an meiner Seite, hat mich nie alleine gelassen, war für mich stark, meine
Schulter, mein Fels, hat mich getragen als ich nicht mehr konnte und mich
ertragen, als ich es selbst kaum noch konnte.
Er hat mir meine Haare abrasiert, nach den OPs meine Hand gehalten, mich zu
jeder Chemo gebracht, mich nach sämtlichen Rückschlägen aufgebaut, hat bei
den Ärzten die richtigen Fragen gestellt und mir trotz Glatze, fehlenden
Wimpern und Augenbrauen und etlichen Kortison-Kilos gesagt, dass ich für ihn
die schönste Frau der Welt bin. Ohne ihn hätte ich das alles nicht
geschafft.
Weiterhin haben mir meine Freundinnen sehr geholfen. Meine beste Freundin
hat mir einen Chemo-Adventskalender gemacht. Nach jeder Chemo durfte ich ein
Päckchen öffnen. Darin waren zum Beispiel Badezusätze, Mandala-Malbücher,
Fotos von uns oder Bibi & Tina Hörspiele als MP3.
Wie hast du die Chemo vertragen? Wann konntest du zum ersten Mal wieder
aufatmen?
Anfangs habe ich die Chemo super vertragen – bis auf die üblichen
Wehwehchen. Aber nach der Hälfte bekam ich eine schwere Lungenentzündung als
allergische Reaktion auf die Chemo. Und von da an lief es… so richtig
bergab.
Was hieß das genau?
Ich musste die Chemo mehrere Wochen unterbrechen, habe sehr viel Kortison
nehmen müssen – und dadurch habe ich eine so starke Osteoporose entwickelt,
dass mir mehrere Wirbel gebrochen sind. Das waren die schlimmsten Schmerzen
meines Lebens.
Ich bin fast jeden Tag mehrmals hingefallen, da mir der Schmerz so in den
Rücken gefahren ist, dass ich einfach umgekippt bin. Einmal sogar auf der
Straße. Zum Glück konnten Knochenmetastasen ausgeschlossen werden und es war
„nur“ Osteoporose.
Wie hat sich der Krebs in dieser Zeit entwickelt?
Als ich wieder mit der Chemo weitermachen sollte, haben wir gemerkt, dass
der eine Tumor (bei mir waren beide Brüste befallen) gewachsen statt
geschrumpft war. Das war wohl der größte Schock bis dahin. Die Chemo wirkte
bei mir nicht – das war eine sehr, sehr, sehr schlechte Diagnose bei triple
negativem Brustkrebs.
Also haben wir die Operation vorgezogen, in der die Tumore entfernt wurden
und mit einer komplett neuen Chemotherapie von vorne begonnen. Das war
wirklich hart, aber ich hatte ein Ziel vor Augen.
Drei Wochen nach meiner letzten Chemo habe ich mir das komplette
Brustdrüsengewebe entfernen lassen und mir stattdessen Silikonimplantate
einsetzen lassen. Damit wollte ich das Kapitel Krebs bzw. Akuttherapie
abschließen. Aber leider sollte es anders kommen.
Oh nein!
Als ich in der Reha war, tastete ich einen kleinen Knubbel an meiner Brust,
welchen ich sofort untersuchen ließ. Die Ärztin in der Reha gab Entwarnung,
aber ich wollte meine Gynäkologin nach der Reha nochmal schauen lassen. Der
Knubbel, den ich tastete, war kein Krebs… allerdings fand meine Gynäkologin
eine 3 cm große Lymphknotenmetastase in der Achsel.
Der Krebs war zurück. Und das nur drei Monate nach meinem Chemo-Marathon.
Das komplette Staging begann von vorne und wie durch ein Wunder wurden keine
weiteren Metastasen gefunden. Daher entschieden meine Ärzte, dass der Tumor
in der Achsel vorerst nur operiert und bestrahlt werden sollte.
Eine weitere Chemo wollten sie sich für Metastasen aufheben, mit denen
ehrlich gesagt fast jeder zu diesem Zeitpunkt rechnete. Aber auch hier kam es
mal wieder anders als gedacht – dieses Mal im positiven Sinne.
Erzähl.
Ich vertrug die Bestrahlung sehr gut und konnte währenddessen sowohl
Vorlesungen besuchen, als auch meinem Nebenjob im Kindergarten nachgehen. Ja
und heute, fast drei Jahre nach der letzten Bestrahlung sitze ich hier, ohne
dass wieder etwas zurückkam. Und langsam, aber auch nur sehr langsam, traue
ich mich aufzuatmen.
Nun gab es ja noch einmal einen Einschnitt in dein Leben… diesmal aber
einen unglaublich positiven. Erzähl doch mal…
Ja, im Dezember 2017 haben wir eine Nachricht bekommen, mit der mein Mann
und ich niemals gerechnet hätten! „Ja, Sie sind schwanger und zwar schon in
der zehnten Woche. Hier ist der Herzschlag – bum bum – und hier ist noch
einer – bum bum –. Sie bekommen Zwillinge“, sagte man uns in der
Arztpraxis.
Hätte ich nicht schon gelegen, ich wäre umgekippt. Ja, mir war übel, ja mir
war schwindelig und ja, ich war verdammt müde. Aber ich hatte tausend
Begründungen dafür gefunden – zum Beispiel Metastasen – aber im Traum wär mir
keine Schwangerschaft eingefallen.
Zumal meine Menstruation nach der Chemo sehr unregelmäßig kam und auch
meine Gynäkologin noch drei Wochen zuvor (damals war ich bereits schwanger,
aber wir wussten es noch nicht) sagte, dass eine Schwangerschaft zu diesem
Zeitpunkt nahezu unmöglich sei.
Am 08. Mai 2018 um 23:48 Uhr bin ich Mutter geworden. Ein neuer Wendepunkt,
ein neues „Davor“ und „Danach“, eine neue Aufgabe, ein neuer Sinn. Heute sind
unsere beiden kleinen Wunder bereits 16 Monate alt und halten uns ordentlich
auf Trab.
Was für eine Wendung! Wenn deine letzten fünf Jahre ein Film wären, wie
würde er heißen?
Puh, das ist eine gute Frage … ich sage manchmal, mein Leben ist wie eine
Soap Opera, aber das, was ich erlebt habe, kann sich eigentlich keiner
ausdenken. Es gab so viele Höhen und Tiefen und wieder Höhen.
Ich glaube, der Film sollte einen eher lustigen Titel haben. Vielleicht
sowas wie „Fertig ist besser als perfekt“ oder vielleicht etwas Schönes wie
„Wunder geschehn‘, ich hab’s gesehn‘“. Aber auf jeden Fall hat mein Film ein
Happy End.
|
Erst Brustkrebs, dann Zwillinge: Katharinas Höhen und Tiefen - mit Happy
End | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/erst-ein-kind-und-dann-zwillinge-wie-kann-man-sich-vorbereiten-leserfrage |
Ihr Lieben, meine Freundin
und ich haben eine dreijährige Tochter und nun erwarten wir Zwillinge!
Wir möchten uns gerne so gut wie möglich darauf vorbereiten, aber außer
Eurem Blog habe ich wenig Verwertbares im Internet gefunden. Spannend fände
ich Bücher über die Vorbereitung des Paares auf die Zwillinge und wie man die
Erstgeborene frühzeitig einbindet und sicherstellt, dass sie nicht untergeht.
Auch Blogs wären hilfreich.
Habt ihr Tipps, was Euch und Euren Leserinnen geholfen hat und interessant
war?
Vielen Dank für Eure Unterstützung!
Zum Weiterlesen:
Ein Kind und dann Zwillinge – wird das irgendwann besser?
Wie wir unsere Zwillinge einmal trennten und sie sich vermissten
Eineiige Zwillinge – mit welchen Tricks sie uns später einmal veräppeln
werden
|
Erst ein Kind und dann Zwillinge - wie kann man sich vorbereiten?
Leserfrage | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/erzieherin-basteln-zum-muttertag-geht-das-auch-wenn-ein-kind-seine-mama-verloren-hat |
Ihr Lieben, in unseren Elternfragen stellen wir immer wieder Themen zur
Diskussion, um möglicht viel Input von unseren Leserinnen zu bekommen.
Austausch ist schließlich wichtig und gut. Diesmal haben wir aber auch eine
Expertin zur Beantwortung der Frage hinzugezogen, weil sich mit Sicherheit
viele LeherInnen und ErzieherInnen fragen, wie sie mit dieser Situation
einfühlsam umgehen können. Erst schreibt unsere Leserin. Dann die Expertin.
Los geht´s:
Muttertag: Eigentlich basteln wir immer für die Mamas
„Ich bin Erzieherin in einer Grundschule und betreue eine Gruppe 7- bis
8-jähriger Kinder. Ich hoffe einfach, dass wir bald wieder normal arbeiten
dürfen und stehe dann vor einem Problem: dem Muttertag.
Normalerweise basteln wir da alle zusammen, ich mache das seit Jahren mit
meinen Gruppen und habe auch viele Idee. Die meisten Eltern, bei denen ich schon
Geschwisterkinder betreut habe, wissen, dass es von mir immer etwas Nettes
gibt.
Die Mama ist tot: Kann ihr Kind trotzdem etwas basteln?
Aber nun haben wir ein Kind in der Gruppe, welches seine Mama verloren hat.
Das Kind kommt damit scheinbar gut klar, es redet offen darüber und wirkt so,
als wäre ein guter Teil der Trauerarbeit schon bewältigt.
Aber was mache ich denn nun? Wenn ich nichts basteln lasse, fragen viele
andere Eltern. Zudem werden die Kinder mitbekommen, dass andere Gruppen
basteln werden.
Hat jemand Ideen, wie ich das regeln kann, ohne Tränen auszulösen? Soll ich
den Papa mal ansprechen? Letztes Jahr wäre mein erstes Jahr mit diesem Kind
gewesen, aufgrund des Lockdowns stellte sich die Frage da aber nicht.
Tipps von der Trauerbegleiterin
In diesem Fall haben wir mal eine Expertin um Antwort auf diese
Leserinnenfrage gebeten. Das hat nun Mechthild Schroeter-Rupieper vom Lavia
Institut für Familien Trauerbegleitung empfohlen:
Das ist eine gute Frage, die sich immer wieder stellt. Ich würde das Kind
auf jeden Fall auch etwas basteln lassen, denn es hat ja eine Mama, auch wenn
die woanders ist. Ich würde das Kind fragen, wo es die Bastelei hintun kann.
Jedes Kind hat eine Mama, auch wenn die vielleicht woanders ist
Und wenn die Kinder ein Bild malen, dann darf dieses Kind es einlaminieren,
weil das Bild ja auf den Friedhof kommt – und wenn der Friedhof zu weit weg
ist oder es ein Friedwald ist oder es eine Seebestattung war, so dass man
nichts hingeben kann, dann kann es ein Bild sein, das man ins Fenster hängt,
damit die Mama es vom Himmel aus sehen kann.
Also: Lasst auf jeden Fall das Kind mitmachen! Denn das Kind hat ja auch
eine Mama – wie alle anderen. Nur eben an einem anderen Ort!
Was würden wir bei einer Mama machen, die vielleicht grad in Kur ist? Oder
bei Scheidungseltern, wenn sie woanders wohnt und nicht immer in der Nähe
ist? Es ist die Mama, es bleibt die Mama, deswegen darf sie auch etwas zum
Muttertag bekommen.
Macht doch aus dem Muttertag auch einen Dankeschöntag
Und wenn es ein Gedicht gibt, das auswendig gelernt wird, dann kann das
Kind zum Friedhof gehen und es aufsagen. Oder es darf das Gedicht in der
Klasse aufsagen und dabei wird das Fenster aufgemacht damit die Sprache
rausgehen kann – hier geht es einfach drum, diese Verbindung zu
schaffen.
Auch die Mama von der Mama, also die Oma, hört es sich vielleicht gern an.
Oder das Kind darf sogar ein zweites Geschenk machen, wenn die Oma zum
Beispiel eine Art Mutter-Eersatz ist – oder vielleicht dürfen ja sogar alle
Kinder noch ein Zweitgeschenk machen und allen Leuten, die ihnen noch so
guttun, auch etwas schenken. Dann wird es ein Mutter- und Dankeschöntag
<3
|
Basteln zum Muttertag – auch wenn ein Kind seine Mama verloren hat? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-ist-liebe-vier-leserinnen-oeffnen-uns-ihr-herz |
Ihr Lieben, weil wir in
letzter Zeit einige schwer verdauliche Themen hatten, gibt´s heute mal was
fürs Herz. Drei Leserinnen haben uns Liebesgeschichten aufgeschrieben. Hach,
lesen und einfach mitfreuen.
Annette:
Ich lernte meinen Mann kennen, als ich mir gerade sicher war, dass ich die
Scheidung von meinem Exmann einreichen werde. Er, 10 Jahre älter, suuuuuper
sympathisch und unglaublich höflich und lustig. Wir kannten uns schon viele
Jahre vorher, haben uns immer mal wieder auf Feiern gesehen, aber nie
wahrgenommen.
Dieser Abend, es war ein Freitag im Dezember, wir sind mit gemeinsamen
Freunden auf den Weihnachtsmarkt gegangen -und es war wirklich magisch. Denn
eigentlich hatte ich gar keine Lust auf Ausgehen. Ich war schließlich mitten
in einer Trennung und das letzte, was ich wollte, war eine neue
Beziehung.
Doch dann sah ich ihn und es war sofort ein Draht da. Immer wieder trafen
sich unsere Blicke, es war um mich geschehen.
Die anderen gingen danach noch was trinken, ich musste aber nach Hause zu
meinem Kind. Also ging ich früher, fand ihn aber auf Facebook und wir
schrieben das ganze Wochenende. Am Sonntag telefonierten wir über zwei
Stunden. Es hatte sich schon so eine Sehnsucht entwickelt, als wären wir
schon eeeeewig zusammen.
Am Dienstag Abend ganz spontan kam er um 22.00 Uhr zu mir. Seit
diesem Tag waren wir nicht mehr getrennt.
Ja, das ging alles sehr schnell…Mittlerweile sind wir 3 Jahre
verheiratet, haben einen gemeinsamen Sohn und diese wundervolle Tochter aus
meiner ersten Ehe. Leider hab es einige Rückschläge. Bei meiner Tochter wurde
Mukoviszidose festgetsllt, kurz danach bekam ich eine Krebsdiagnose. All das
schweißet uns zusammen und machte unsere Liebe stark. Momentan geht es uns
beiden gut, ich bin krebsfrei, die Große ist auch ziemlich fit. Mein Mann ist
in der ganzen Zeit mein Fels. Er liebt uns alle so sehr und dafür danke ich
ihm unendlich.
Marion:
Ich hatte nie besonders viel Selbstbewusstsein, dachte immer: "Wer
will mich schon?" Überbleibsel einer unschönen Kindheit….
Dann kam ER und sagte, er fände mich toll. Und schön. Und sexy. Und lustig.
Und clever. Ich lachte ihn aus. Er konnte unmöglich mich meinen.
Aber er blieb dran, war geduldig und hörte mir zu.
Und dann ließ ich zu, glaubte daran, dass ich liebenswert bin und öffnete
mein Herz. Heute haben wir zwei tolle Kinder. Und er sagt mir immer noch,
dass ich schön bin. Und sexy und clever. Ich glaube, das muss echte Liebe
sein….
Ute:
"Ich lass Dich nicht allein, Bärchen." Das hast Du mir
gesagt, als ich Angst vor der Führerscheinprüfung hatte. Und Du hast
tatsächlich die ganze Zeit auf dem Parkplatz gestanden und auf mich gewartet.
Ich bin durchgefallen und Du hast mich getrötstet.
"Ich lass Dich nicht allein, Bärchen." Das habe ich Dir
gesagt, als Du vor zwei Jahren Deinen Job verloren hast. Und ich habe
tatsächlich all die Zeit mit Dir gehofft und gekämpft. Das waren zwei harte
Jahre, manchmal habe ich gedacht, wir packen das nicht.
Aber so ist das Leben. Es gibt nicht nur sonnige Tage. Da muss man durch,
das hilft nichts. Und wir sind durch. Hand in Hand. Weil wir uns lieben.
Bärchen, wir schaffen alles. Das verspreche ich Dir.
Alva:
Frisch verliebt? Oh ja, das bin ich! Verliebt in das Leben. Verliebt in die
Liebe. Ich bin über beide Ohren frisch in meinen 6-jährigen verliebt. Das war
nicht immer so. Vor noch knapp einem Jahr habe ich nicht einmal gewagt, daran
zu glauben, dass ich jemals nochmal Liebe, Freude oder Glück empfinden darf.
Dunkle Jahre liegen hinter mir, in denen ich weder mein Leben, noch meine
Familie, noch meine Freunde geschätzt habe oder gerne um mich hatte.
Ich wollte allein sein, die Wohnung nicht verlassen und weiter am
Küchentisch sitzen und weinen, ohne zu wissen warum ich überhaupt weine. Eine
dunkle Zeit, die ich niemandem wünsche. Ich hatte Depressionen.
Doch ich habe es aus dem Loch geschafft und schätze die kleinsten Dinge.
Was früher undenkbar, aber immer von mir gewünscht war: Es ist ein schönes
Gefühl, sich endlich wieder über das Lachen des eigenen Kindes zu freuen, das
Gefühl der Zufriedenheit, wenn der Kurze morgens ins Schlafzimmer kommt und
einen guten Morgen Knutscher verteilt.
Und dann mein wunderbarer zukünftiger Ehemann, der mich in der schweren
Zeit nicht alleine gelassen hat, meinen Sohn als seinen eigenen angenommen
hat und alle Hürden mit uns überwunden hat. Der meine kleine Familie
aufgefangen hat, als sie am Ende war und – als ob das nicht alles schon genug
Liebesbeweis wäre – möchte er mir dieses Jahr noch das Versprechen für die
Ewigkeit geben.
Ich genieße endlich wieder mein Leben, ich spiele mit meinem Kind
(Undenkbar bis vor einigen Monaten), ich danke für mein Leben und die Liebe,
die ich erfahren durfte, als ich sie am nötigsten gebraucht habe. Ich werde
jetzt schon sentimental, wenn ich daran denke, dass sich mein Lebenspartner
ganz für uns als Familie opfert und mit "unserem" Sohn gemeinsam am
Altar auf mich wartet. Er heiratet eine Familie, die durch schwere Zeiten
erschüttert wurde und er hat es gekittet. Er hat meinem Jungen den Halt
gegeben, den er brauchte, als ich mich nicht mehr als Mutter fühlte.
Ich habe es aus dem Loch geschafft und danke meinem starken Willen und vor
allem meiner Familie, die mir in den dunkelsten Momenten so viel Liebe gab.
Ich bin frisch verliebt. In alles was kommt.
|
Es ist Liebe - vier Leserinnen öffnen uns ihr Herz | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-ist-wieder-erkaeltungszeit-was-uns-mamas-und-den-kids-nun-wirklich-hilft |
Null bis vier Grad, dichte
Wolken, leichter bis mittelstarker Sprühregen – Willkommen im Berliner
Winter. Dieses Wetter begleitet uns nun schon seit Wochen, genau wie die
Abwesenheit der Sonne.
Seit Oktober trage ich nun Schal und Mütze, ich friere eigentlich nonstop
und mein Verbrauch an frischem Ingwer ist rekordverdächtig.
Ich weiß, dass andere Eltern den
Herbst und Winter lieben. Sie erzählen dann vom Blättersammeln, von langen
Spaziergängen und betonen, es gäbe kein schlechtes Wetter – nur schlechte
Kleidung.
Wenn ich an diese Jahreszeit denke,
sehe ich die Kinder und mich dauererkältet – weshalb ich definitiv die
wärmeren Temperaturen bevorzuge.
Meine Kinder gehen in die Schule, in
den Kindergarten und zur Tagesmutter – eine größere Bandbreite an Virenherden
gibt es wohl kaum.
Es gab schon Wochen, in denen wir
Krankheits-Domino spielten – einer nach dem anderen fiel um. Und alle
berufstätigen Eltern wissen, was das dann bedeutet.
Früher habe ich mich oft über den Tag „gedopt“, also einfach
Erklärungsmedikamente genommen, um den Tag zu schaffen. Das ging auch ein
paar Tage gut – doch dann hat es mich meist nur komplett umgehauen.
Seit ich Kinder habe, achte ich viel mehr auf meine Gesundheit – und
natürlich auch sehr auf die der Kinder. Mein Gefühl sagt mir, dass
regelmäßiges Joggen, viel warmer (Ingwer-)Tee, Gemüse und Obst mein
Immunsystem stärken. Und wenn uns doch mal etwas erwischt, möchte ich
die Kinder und mich so lange wie möglich mit sanften Methoden behandeln. Dazu
gehört viel trinken, Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen, Kartoffelwickel
gegen Husten, Inhalieren, viel Schlaf.
Nun haben wir in den letzten Wochen Breathox ausprobiert, den ich Euch hier
vorstellen möchte: Breathox ist ein Salzinhalator, der ausschließlich
mikronisierte Salzkristalle verwendet und somit ein Naturprodukt ist. Dass
die Inhalation von Salzkristallen bei Atemwegsbeschwerden helfen können, ist
bekannt. Breathox ist allerdings der einzige Inhalator mit extrem fein gemahlenen
Kristallen, die ganz tief in die unteren Atemwege gelangen. Das verwendete
Salz wird in Dänemark unter dem Mariager Fjord abgebaut und ist frei von
pharmazeutischen Wirkstoffen oder chemischen Zusatzstoffen. Deshalb können
ihn auch schon Kinder ab fünf Jahren benutzen.
Die Anwendung ist kinderleicht. Man muss das Gerät senkrecht halten, die
obere Hälfte ganz nach oben drücken, um die Einzeldosis freizusetzen. Dann
nimmt man den Inhalator in den Mund und atmet tief ein. Zur Ausatmung nimmt
man den Breathtox natürlich aus dem Mund. Empfohlen werden Anfangs fünf
Einzeldosen vier Mal täglich.
Meine achtjährige Tochter ist
besonders anfällig für Bronchitis und ihr nächtliches Husten raubt ihr oft
den Schlaf. Deshalb haben wir den Salzinhalator zusammen getestet. Wie schon
beschrieben, ist die Anwendung selbst für ein Kind kein Problem. Ich bin kein
riesen Fan von „Salz-Geschmack“, aber die Einzeldosen waren- auch für meine
Tochter – absolut erträglich. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass die
Salzkristalle tief in die Atemwege gehen und nicht nur an der Oberfläche
bleiben.Fazit: Mir gefällt am besten, dass ich genau weiß, was in dem Produkt
steckt – nämlich nur Salz – und dass es sofort anwendbar ist – ohne dass ich
das Gerät erst aufladen oder eine komplizierte Anwendungsbeschreibung lesen
müsste. Der Breathox ist sicher ein gutes Mittel für all die, unter Asthma,
Heuschnupfen, Bronchitis oder einfach einer Erkältung leiden. Die
Salzpartikel entziehen nämlich dem Gewebe in den Atemwegen die Flüssigkeit,
die Schleimhäute beruhigen sich und der Schleim löst sich leichter (und damit
auch die Pollen oder der Staub, den man so einatmet).
Wer also den Breathox testen möchte, kann nun hier eins von drei
Testpaketen gewinnen. Erzählt uns einfach, warum ausgerechnet Ihr den
Inhalator braucht – das Los entscheidet dann. Viel Glück und gute Besserung
Schniefnasen da draußen.
|
Es ist wieder Erkältungszeit! Was uns Mamas und den Kids nun wirklich
hilft | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-muss-ja-nicht-weit-weg-sein-nachhaltig-mit-der-familie-verreisen |
Liebe Kerstin, mit Hofbauer Familienreisen leitest du ein
Familienunternehmen, das auch stark von der Coronakrise betroffen ist. Viele
möchten gerade nicht nur aus Nachhaltigkeits- sondern auch aus
Gesundheitsgründen auf Flugreisen verzichten: Welche schönen Reiseziele gibt
es denn für Familien innerhalb von Deutschland? Hast du da gute
Empfehlungen?
Wir wohnen in München und haben ja somit die Berge vor der Tür. Mein Tipp
in Süddeutschland ist auf jeden Fall der Bayerische Wald. Dort gibt dort
viele tolle Kinder- und Familienhotels und schöne Bauernhöfe. Dazu findet man
eine Vielzahl von familienfreundlichen Ausflugszielen. Es wird also nie
langweilig. Aber natürlich sind die Nord- und Ostsee speziell im Sommer
weiterhin die Spitzenreiter in Deutschland. Aber es gibt auch Regionen, die
man vielleicht noch nicht so kennt, z.B. die Mittelgebirge wie die Rhön oder
das Sauerland. Auch die Reiseveranstalter haben diesen Trend natürlich
erkannt. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass es spezielle Familien-Rad-Reisen
unter anderem entlang der Mosel oder Donau gibt? Das ist dann natürlich ein
100% nachhaltiger Familienurlaub! Wir selbst waren gerade eine Woche auf
einem Bauernhof im Allgäu.
Worauf sollten wir zu Reisebeginn achten? Was muss unbedingt mit in den
Koffer und welche Notfalladressen brauch ich vor Ort?
Das kommt natürlich ganz auf das Reiseziel an. Innerhalb Deutschlands muss
man gar nicht viel mitnehmen, man bekommt ja alles, was man braucht z.B.
Windeln auch im Supermarkt vor Ort. Viele Hotels bieten dazu eine so
umfassende Ausstattung für Kinder, dass das meiste zuhause bleiben kann. Bewährt
hat sich aber z.B. in südlichen Ländern und im Hochsommer generell eine
Abdunkelung für die Schlafzimmer im Hotel oder im Ferienhaus. Hier kann man
z.B. ganz einfach eine Rolle Alufolie und Tesafilm mitnehmen und bekommt
damit das Zimmer gut abgedunkelt. Da aus eigener Erfahrung nicht alle
Unterkünfte über einen Rausfallschutz für normal große Betten verfügen,
empfiehlt es sich meist, den eigenen mitzunehmen. Es gibt hier Modelle, die
man recht klein zusammenklappen kann und die dann unten in einen großen
Koffer gehen. Auch macht es durchaus Sinn, sich vorab im Internet zu
informieren, wo vor Ort das nächste Krankenhaus oder ein Kinderarzt ist. Eine
gute Reiseapotheke und ausreichend Sonnenschutz sollte man natürlich auch
immer dabei haben.
Nicht nur durch ein wachsendes Klimaschutz-Interesse, sondern auch durch
Corona hat sich doch mit Sicherheit viel in deinem Alltag als Reiseberaterin
verändert, oder?
Das Thema ist natürlich für mich als Mama aber auch als selbständige
Reiseberaterin für Familienurlaub absolut präsent. Ich merke, dass viele
Familien wieder mehr den Wunsch haben im näheren Umfeld zu „urlauben“. Ich
bekomme z.B. viele Anfragen für Italien, Kroatien, aber auch Holland oder
Österreich. Also Ziele, die man mit dem eigenen PKW erreichen kann. Das hat
sich in den letzten Wochen durch die Corona Krise natürlich nochmal
verstärkt. Man sollte aber nicht so weit gehen und Flugreisen pauschal
verteufeln. Da bin ich ganz ehrlich. Und mit der Bahn reisen bislang
tatsächlich nur sehr wenige Familien in den Urlaub, was sicherlich mit der
Gepäckproblematik und der fehlenden Mobilität vor Ort zu tun hat.
Nochmal generell zu dir als Expertin für Familienreisen. Was sollten wir –
auch fernab von Coronazeiten – für Dinge beachten?
Am wichtigsten ist es sich schon bei der Planung des Urlaubs genau zu
überlegen, was man für Erwartungen und Wünsche hat. Und das ist manchmal in
der Tat nicht einfach, z.B. wenn Papa gerne mal wieder Tauchen würde, die
Kinder ohne Aussicht auf Wasserrutschen gar nicht erst mitfahren wollen und
Mama am liebsten einfach nur ihre Ruhe möchte. Da heißt es dann zu überlegen
und zu sondieren, wie und wo man welche Wünsche am besten vereinbaren kann.
Also Art des Urlaubs und das Reiseziel sollte genau überlegt sein. So hat man
eine gute Chance, dass die Ferien auch das werden, was sie sein sollen,
nämlich die schönste Familienzeit des Jahres!“
Nun sagen ja einige: Wieso sollten wir mit Kind reisen, das ist ja nur eine
„Verlagerung des Arbeitsplatzes unter erschwerten Bedingungen“. Warum hältst
du es trotzdem für eine gute Idee, mit Kindern zu verreisen.
Eine absolut gute Idee, ja, denn „Die Welt ist schön, schau sie dir an“!
Nur wer die Welt mit Ihrer Vielfalt und Einzigartigkeit auch gesehen hat,
weiß doch was es zu schützen gilt. Dazu werden aus Kindern die fremde Länder,
Kulturen und Religionen sehr früh kennen- und schätzen gelernt haben, ganz
automatisch weltoffene und tolerante Menschen. Davon bin ich ganz fest
überzeugt und hoffe, dass das auch bald wieder möglich ist.
|
Urlaub: Nachhaltig verreisen mit der ganzen Familie |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/es-sind-drillinge-wie-es-ist-auf-einen-schlag-dreifache-mama-zu-sein |
Liebe Christina, Du bist im Sommer 2019 Mama von Drillingen geworden.
Erzählst du uns ein bisschen von dieser Schwangerschaft?
Mein Mann und ich haben uns Kinder gewünscht, wir wussten aber von
Freunden, dass es einige Zeit dauern kann, bis es klappt. Wir hatten unser
Traumhaus gefunden, ich hatte einen festen Job als Lehrerin – worauf sollten
wir also noch warten?
Viel schneller als erwartet hat es dann geklappt. Eine Freundin, die ich
sehr früh eingeweiht habe, sagte noch aus Spaß am Tag des ersten
Frauenarzt-Termins: „Stell dir vor, es werden Zwillinge.“ Wir haben beide
gelacht und sie schob nach: „Oder Drillinge!“
Die Schwangerschaft an sich war komplett problemlos. Mein FA hat von Anfang
an gesagt, dass es das Ziel ist, die 30.SSW zu schaffen und das habe ich
problemlos geschafft. Ich selbst hätte gerne auch noch länger ausgetragen,
aber die Drei waren groß genug, sodass eher die Gefahr bestanden hätte, dass
sie sich gegenseitig die Nabelschnüre abdrücken.
Das Einzige, was die Schwangerschaft getrübt hat, war natürlich die Angst.
Mit drei Kindern schwanger zu sein, heißt nicht automatisch auch drei Kinder
zur Welt zu bringen, geschweige denn, drei Kinder aus dem Krankenhaus mit
nach Hause zu nehmen. Aber zum Glück ist alles gut gegangen!
Zurück zu dem Moment, als der Frauenarzt sagt: Es sind Drillinge! Was hast
du da gedacht und gefühlt? Und wie hat dein Mann reagiert?
Es war wunderbar, dass der Frauenarzt beim Ultraschall sofort Herzaktivität
gesehen hat. Dann war er kurz still und sagte: „Nochmal herzlichen
Glückwunsch, ich sehe da noch einen Herzschlag.“ Ich war baff, habe mich aber
gefreut. Nach einer Pause sagte er. „Und nochmal Glückwunsch, da ist NOCH ein
Herzschlag.“ Da war ich natürlich komplett sprachlos.
Als ich nach Hause kam, hat er direkt an meinem Gesicht gesehen, dass
„etwas nicht stimmt“ und fragte nur: „Zwillinge?“ Als ich sagte: „Nein,
Drillinge“, hat er natürlich gedacht, ich veräppel ihn. Als die Neuigkeiten
dann wirklich ankam, war die Freude riesig, aber es hat sich auch ganz
surreal angefühlt.
Wie waren die Reaktionen von Freunden und Familie?
Die meisten haben erstmal gelacht oder wollten es nicht glauben. Meine
Schwiegermutter ist aus dem Lachen gar nicht mehr rausgekommen.
Denk mal zurück an die ersten Monate mit den Babys. Was war das Schwerste?
Habt Ihr überhaupt noch geschlafen?
Das Schlimmste für mich war, die Kinder im Krankenhaus zu lassen, als ich
entlassen worden bin. Ich habe zwar überlegt, im KH zu bleiben, aber alle
Ärzte und Hebammen haben mir davon abgeraten und gesagt, wir sollen nach
Hause, damit vor allem ich mich noch erholen kann nach dem Kaiserschnitt. Im
Nachhinein war das die beste Entscheidung, auch wenn bei mir immer die Tränen
flossen, wenn wir nach Hause gegangen sind.
Als Helena, Johanna und Till dann endlich zu Hause waren, lief es
eigentlich direkt sehr gut. Mein Mann und ich sind gemeinsam nachts
aufgestanden, um das Fläschchen zu geben. Da waren wir schnell ein
eingespieltes Team. Mein Mann hat kurz vor der Geburt seinen ganzen
Resturlaub genommen und ist danach direkt in Elternzeit gegangen.
Wann bist du wieder zurück in deinen Job?
Ich hatte nach der Geburt fünf Monate Mutterschutz und bin danach wieder
arbeiten gegangen. Das war die erste richtige Belastung für uns.
Ich war den halben Tag aus dem Haus und mein Mann alleine mit den Dreien.
Genauso anstrengend war es, dass ich nachts immer mit aufgestanden bin und
dann um 6 Uhr der Wecker klingelte. Besonders anstrengend war dann der Dezember
für uns, da ich dann auch noch Prüfungen machen musste für die Verbeamtung
auf Lebenszeit. Im Nachhinein weiß ich nicht mehr, wie ich diese Prüfungen
geschafft habe.
Was hat Euch damals geholfen?
Mein Mann und ich haben in der Schwangerschaft eine Sendung gesehen („Wir
sind Mehrlinge!“), dort wurde über eine Familie mit Fünflingen berichtet.
Diese Familie wurde von Stern TV begleitet, sie heißen „Beutelsbacher“. Immer
wenn uns in der Nacht beim Füttern die Augen zufielen oder das Bäuerchen
einfach nicht kam, haben wir gesagt: „Stell dir vor, die Beutelsbacher
mussten jetzt noch zwei füttern.“ Eigentlich haben wir immer viel gelacht und
haben auch jetzt immer noch Freude daran, dass wir das Glück haben, drei
gesunde Kinder zu haben.
Was ist das absolut beste an Drillingen?
Alles ist eigentlich toll. Mittlerweile sind Helena, Johanna und Till 1 ½
Jahre alt und spielen gelegentlich auch schon ganz ruhig miteinander. Aber im
Endeffekt ist immer was los und das ist toll. Mit Drillingen zuhause ist es
selten, dass Freunde einen länger besuchen oder so.
Und wenn man dann abends auf der Couch sitzt, ist man auch froh einfach mal
zu zweit zu sein. Ich glaube, dass wir bestimmt seit einem Jahr abends keinen
Fernseher anhatten und uns was angeschaut haben.
Wie habt ihr das letzte Jahr mit Corona und den Kindern gemeistert?
Als es im Februar losging mit den Coronameldungen war das für uns erstmal
sehr schweierig. Als Lehrerin sehe ich jeden Tag hunderte Menschen und bin
auch in engem Kontakt mit ihnen. Im Endeffekt ist man jeden Tag mit Angst zur
Schule gefahren. Als sich die Lage dann zugespitzt hat und der erste Lockdown
kam, war ich sehr beruhigt, dass ich nicht mehr in die Schule musste.
Meine Schule hat zum Glück von Anfang an ein gutes Online-Konzept gehabt,
sodass ich vormittags ganz normal unterrichtet habe. Für uns war der erste
Lockdown ein Segen. Die Kinder haben damals noch zweimal Mittagsschlaf
gemacht und sind dafür am liebsten im Kinderwagen rumkutschiert worden. Das
konnten wir dann gemeinsam machen. Mein Mann wäre total aufgeschmissen
gewesen, wenn wir das nicht gemeinsam hätten machen können. Wie hätte er das
mit drei Kindern machen sollen?
Im Laufe des Jahres hat man dann ja gelernt mit Corona zu leben. Im
November 2020 habe ich dann nachmittags einen Anruf bekommen, dass ich in
Quarantäne muss, da eine Kollegin positiv getestet wurde. Ich bin daraufhin
auch zum Test und hatte eine paar Tage später auch das positive Ergebnis. Das
war natürlich ein Moment, vor dem wir uns das ganze Jahr über gefürchtet
hatte. Was passiert, wenn einer von uns Corona bekommt und es dann noch ein
schlechter Verlauf ist? Und noch schlimmer, was passiert, wenn wir eines der
Kinder anstecken?
Was für ein Schreck….
Auch hier hatten wir eigentlich wieder Glück. Wir haben so weitergemacht
wie zuvor auch. Ich hatte zum Glück keinerlei Symptome. Ich habe online
weiter unterrichtet und mich auch weiter um die Kinder gekümmert. Es wäre gar
nicht möglich gewesen, dass ich mich isoliere. Es gibt niemanden, der uns mit
den Kinder hätte helfen können, sodass uns klar gewesen ist, dass wir da
einfach durchmüssen. Wir sind heilfroh, dass alles gut gegangen ist. Keines
der Kinder hat Symptome gezeigt.
Was wünscht du dir für 2021?
In der kommenden Woche wird endlich unser Garten fertig gemacht, sodass wir
dann mit den Kindern wieder mehr raus können. Natürlich wünsche ich mir, dass
die Kinder und wir gesund bleiben. Für den Alltag wünsche ich mir, dass wir
einfach mehr mit den Kindern unternehmen können. Sie werden im Juli zwei
Jahre und ich freue mich darauf, endlich mal mit ihnen schwimmen zu
gehen.
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Es sind Drillinge! Wie es ist, auf einen Schlag dreifache Mama zu sein |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/essstoerung-fuer-meine-kinder-will-ich-die-krankheit-besiegen |
Liebe Nina, du hast viele Jahre lang eine schwere Essstörung gehabt. Wann
trat sie erstmals auf und wie lange und wie hat sie sich im Laufe der Jahre
entwickelt?
Die Essstörung hat sich ganz langsam eingeschlichen. Ich war etwa 12, als
ich am Knie operiert wurde. Eine Arzthelferin hat sich meinen ausgefüllten
Fragebogen angeschaut, auf dem auch mein Gewicht notiert war und hat in etwa
gesagt „Du siehst gar nicht so aus, als würdest du so viel wiegen“. Damals
wog ich ca 40 kg, leider weiß ich meine Größe nicht mehr. Dieser Satz war
sicher nicht negativ gemeint, aber ab da bekam Gewicht für mich eine andere
Rolle. Familiär war es oft schwierig. Meine Eltern sind geschieden,
meine Mutter hatte/hat ein Alkoholproblem und ihr zweiter Mann war sehr
aggressiv. Es gab einige unschöne Erlebnisse und so führte eins zum
andern.
Wie hat diese Essstörung Dein Leben geprägt?
Phasenweise sehr unterschiedlich. Es gab Zeiten, in denen ich neben Bulimie
mit magersüchtigen Tendenzen auch in eine Sportsucht gefallen bin. Das war
vor allem in der Oberstufe der Fall. Ich bin um 6:00 Uhr ins Fitnessstudio
oder Schwimmbad, damit ich schon vor Schulbeginn ein besseres Gefühl hatte.
In Freistunden und nach der Schule das Gleiche. Freundschaften haben
natürlich darunter gelitten.
Ich hatte nicht mehr viel Zeit für anderes als Essen, Kotzen, Sport.. und
wenn ich Phasen hatte, in denen ich fast nichts gegessen habe, war ich
schlecht gelaunt. Oder wenn die Waage nicht das angezeigt hat, was ich mir
gewünscht hätte. Ich denke es war für viele eine schwere und anstrengende
Zeit. Mit 19 habe ich eine Therapie begonnen, damit wurde es langsam
besser.
Wie war das Verhältnis zu Deiner Familie?
Mit meinem Vater habe ich grundsätzlich ein sehr gutes Verhältnis.
Allerdings vertritt er die Meinung, dass Therapeuten selbst einen Therapeuten
brauchen und man sich nur selbst helfen kann. Unterstützung war also nicht
vorhanden. Auch Verständnis hat gefehlt. Ich glaube. es ist bis heute so,
dass er denkt „ich hätte ja nur normal Essen müssen“.
Mit meiner Mutter habe ich mich nach Außen hin auch gut verstanden. In mir
drin habe ich ihr aber für vieles Vorwürfe gemacht. Ihr gegenüber konnte ich
sie allerdings nie äußern. Sie ist sehr depressiv und neigt zu suzidalen
Gedanken. Ich hatte immer Angst, dass es meine Schuld wäre, wenn sie sich
irgendwann etwas antut.
Dann bist du schwanger geworden. Ein Zeitpunkt für dich, um
umzudenken…
Die Schwangerschaft kam ziemlich unerwartet. Aber ich habe mich von Anfang
an gefreut. Zu der Zeit war ich mitten im Studium und in Prüfungsphasen
wieder ganz tief in der Bulimie. Aber mit dem positiven Test habe ich mir
geschworen, dass ich nicht mehr erbreche. Schließlich war ich plötzlich nicht
mehr nur für mich verantwortlich, sondern auch für ein kleines Wesen (das
mittlerweile schon 6 ist und einen 3-jährigen Bruder hat).
Mir war zu Beginn oft schlecht. Manchmal hätte ich mich gerne übergeben.
Aber der Wunsch meinem Baby alle wichtigen Nährstoffe zu geben war größer.
Ich war bei einer Ernährungsberatung, weil ich selbst keinerlei Gefühl für
Menge und Ausgewogenheit hatte. Mein Gewicht war zu der Zeit relativ normal (54
kg/168cm). Bei Bulimie ist das aber nicht ungewöhnlich. Die Gewichtszunahme
war anfangs nicht so leicht für mich. Ich habe meine Waage von zuhause
verbannt und mich nur noch bei den Vorsorgeuntersuchungen gewogen. Dort hat
man ja Kleidung an und ich kannte nie mein genaues Gewicht. Das war auch gut
so.
Das muss alles sehr schwer gewesen sein…
Ich habe mir einfach immer wieder vor Augen geführt, für wen ich das mache.
Wenn ich kurz davor war rückfällig zu werden, habe ich mir die
Ultraschallbilder angeschaut und wusste sofort wieder, dass es sich lohnt
stark zu bleiben. Ich war aber auch die komplette Schwangerschaft in
therapeutischer Behandlung. Anfangs sogar 2x pro Woche, gegen Ende nur noch
alle zwei Wochen. Meine Therapeutin hat mir wahnsinnig viel Halt gegeben. Sie
war auch Ärztin (zwar keine Frauenärztin) und konnte mir auch aus
medizinischer Sicht gut erklären, warum es so wichtig ist
durchzuhalten.
Wie hast du dann die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft
erlebt?
Schlimm war für mich vor allem die Zeit, in der man gesehen hat, dass ich
zugenommen habe, aber noch nicht erkennen konnte, dass es ein
Schwangerschaftsbauch ist. Aber auch diese Zeit habe ich überstanden. Als es
dann langsam eine Kugel wurde, mochte ich meinen Bauch sehr gerne. Hätte ich
nie für möglich gehalten.
Wie ging es dir nach der Entbindung?
Nach der Geburt war ich erstmal mächtig stolz auf meinen kleinen Sohn. Mit
mir kam ich die ersten Tage auch gut klar. Nach einem Besuch meiner Mutter
(und dem Satz: „Also ich hatte zwei Wochen nach der Schwangerschaft nicht
mehr so einen Bauch“) hat sich das geändert. Das gute Gefühl war nicht mehr
so präsent. Das Stillen hat bei mir leider auch gar nicht geklappt (ich hatte
mit 17 eine Brustverkleinerung und dabei sind wohl zu viele Milchkanäle
gekappt worden), was mich auch sehr zurückgeworfen hat. Ich hatte das Gefühl
total zu versagen. Alle können ihr Baby ernähren, nur ich/mein Körper schafft
das nicht.
Aber dank einer wunderbaren Hebamme habe ich es geschafft, die Situation zu
akzeptieren und auch ein bisschen anzunehmen. Obwohl das Körpergefühl
nicht mehr ganz so gut war, konnte ich mich mit der Zeit wieder mit ihm
anfreunden. Rückwirkend kann ich gar nicht mehr genau sagen, wie ich es dazu
kam. Gestärkt hat mich auf jeden Fall mein Mann (der immer hinter mir steht)
und natürlich mein Zwerg, der mir immer wieder ein Lachen ins Gesicht
gezaubert hat.
Doch dann hattest Du einen Rückfall….
Als ich wieder schwanger wurde, fielen mir die körperlichen Veränderungen
deutlich leichter. Auch nach der Geburt hatte ich ein besseres Gefühl meinem
Körper gegenüber. Als mein Kleiner 5 Wochen alt war, hatte ich einen
epileptischen Anfall und es wurde Epilepsie diagnostiziert. Ich durfte nicht
mehr Auto und Fahrrad fahren, konnte meine Berufsziele nicht mehr verfolgen
(ich habe Lehramt studiert und hatte die Auflage fünf Jahre anfallsfrei zu
sein, bevor ich mit den Kindern arbeiten darf) und es hat sich schlagartig
alles verändert. Das geplante Referendariat musste ich absagen.
Das Ganze hat mich leider wieder in die Essstörung getrieben. Ich hatte das
Gefühl keinerlei Kontrolle mehr zu haben. Ich war plötzlich darauf
angewiesen, dass andere mir helfen (wenn ich z.B. zum Arzt musste etc.),
musste mir eine berufliche Alternative suchen und sehr viel zu Fuß erledigen.
Dadurch sind meine Schwangerschaftskilos schnell verschwunden. Nach und nach
aber auch immer mehr zusätzliche. Über das Essen bzw Nicht-Essen konnte
ich mir die fehlende Kontrolle holen. Ich bin dann für zwei Monate in die
Klinik gegangen, in der ich früher schon öfter war. Dort hatte ich auch eine
Therapeutin von früher, die mich kannte und genau wusste, wie sie mir helfen
kann. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Wie geht es Dir heute?
Heute geht es mir sehr gut. Ich habe 2017 eine Ausbildung begonnen, gerade
bin ich mitten in den Abschlussprüfungen. Mein neuer Beruf macht mir sehr
viel Spaß und ich weine dem Lehramt nicht hinterher. Essen wird nie so locker
sein, wie es für gesunde Menschen ist, aber ich komme gut zurecht. Ich
genieße das Leben mir meinen drei Männern (auch wenn es manchmal anstrengend
ist 😉 ) und denke, dass ich auf einem guten Weg bin.
Foto: Pixabay
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Essstörung: Für meine Kinder will ich die Krankheit besiegen | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/exklusiv-fuer-stadt-land-mama-leser-wir-verlosen-eine-traumhafte-nonomo-federwiege |
Ihr Lieben, jawohl! Manchmal
werden Träume wahr! Wir haben Euch vor einiger Zeit bei Facebook gefragt, was
Ihr Euch für eine Verlosung wirklich wünschen würdet und wir sind dem
natürlich nachgegangen! Dies hier ist der erste große Deal, den wir daraufhin
für Euch aushandeln konnten: Wir verlosen eine NONOMO® Federwiege für Babys
im Wert von 170,- Euro.
Auszug aus der Produktbeschreibung: „Viele Babys schlafen besser ein, wenn
sie geschaukelt, getragen oder mit dem Auto durch die Gegend gefahren werden.
Frisch gebackene Eltern kennen das genau und sind oft ratlos, welche besseren
Alternativen es dazu geben kann. Die NONOMO®
Federwiege bietet Eltern Abhilfe. Mit sanften Auf- und Abbewegungen
wiegt die spezielle Hängematte Babys mühelos in den Schlaf und macht
Stubenwagen und klassische Babywiegen überflüssig. Als natürliche
Einschlafhilfe punktet die Federwiege auch bei Schreibabys und wird von
Ärzten und Hebammen empfohlen.„
Und wir verlosen nicht nur die tolle Wiege, sondern durften gleich auch
noch ein Interview mit Angela Koszewa führen, die vom Wickeltisch aus ihren
Job im Finanzsektor schmiss, um ihr Unternehmen rund um die Wiege aufzubauen…
Wie und wann kamt Ihr eigentlich auf
die Idee, Euer Berufsleben umzukrempeln und es einem von der Decke hängenden,
wippenden Babybettchen zu widmen – Passiert so etwas spontan in der Nacht
oder hattet Ihr schon immer davon geträumt?
So ein bisschen von beidem: Wie die meisten träumten auch wir davon „mal
was Eigenes“ zu machen ohne wirklich konkrete Gedanken dazu zu haben. Als ich
dann nach der zweijährigen Babypause zurück in meinen alten Beruf in der
Finanzdienstleitung zurück sollte, wurde mir bewusst, dass die Geburt meines
Sohnes die Sicht auf viele Dinge verändert hat. Obwohl ich meinen Beruf
vorher mit viel Engagement und Leidenschaft gemacht hatte, bekam ich fast
Bauchschmerzen bei dem Gedanken wieder als Filialleiterin in einer Bank zu
arbeiten.
Durch mein Kind hatte ich aber in den letzten beiden Jahren gelernt viel
mehr auf mein Gefühl zu hören und dem bin ich dann auch gefolgt: ich habe
meinen Job gekündigt und erst mit einem kleinen Onlineshop angefangen
Babywiegen aus aller Welt zu importieren und zu verkaufen.
Durch einen unglücklichen Zufall ist uns einer unserer Hauptlieferanten
weggebrochen und da war schnell klar: wir machen unsere eigene
Babywiege!
Ihr habt quasi vom Wickeltisch aus eine neue Karriere begonnen. Welche
Tipps habt Ihr für Eltern, die sich nach der Geburt neu erfinden und selbst
verwirklichen möchten?
Kinder lehren einem vor allem zwei Dinge: Geduld und Flexibilität. Das sind
beides Eigenschaften dir man wunderbar gebrauchen kann, wenn man
selbstständig ist!
Unser Blog heißt ja „Stadt Land Mama“, weil Caro in der Stadt und Lisa auf
dem Land wohnt: Wo fülht Ihr Euch mit Euren Kindern denn am wohlsten?
Obwohl man es wahrscheinlich nicht erwartet: das Ruhrgebiet bietet uns
beides: wenn ich vorne aus dem Wohnzimmerfenster schaue, dann kann ich am
Horizont riesige Schlote sehen und ein Sinnbild der Industriekultur. Wenn wir
hinten aus dem Garten gehen, dann können wir Abend um halb 6 den Bauen
besuchen und zusehen wir er die Kühe in den Stall treibt und an den
Pferdekoppeln vorbei spazieren. Genau diese Gegensätze schätzen und lieben
wir so an unserer Heimat.
TEILNAHMEBEDINGUNGEN:
Unser Gewinnspiel startet heute und endet am Sonntag, den 29.9.2013. Ihr
habt also zehn Tage Zeit, Euer Glück zu versuchen! Um mit in den Lostopf im
Rennen um die Nonomo Federwiege zu kommen, müsstet Ihr bitte den Link zu
diesem Artikel mit Euren Freunden teilen. Wer keinen eigenen Facebook-Account
hat, darf natürlich trotzdem mitmachen. Entweder, indem er einen Freund
bittet, es zu teilen oder – ganz analog – diesen Text ausdruckt und ihn
seinen Freunden zeigt 🙂 (Bitte mit Fotobeweis!). Okay? Dann drücken
wir Euch jetzt mal die Daumen, dass das klappt! Toi, toi, toi.
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Exklusiv für Stadt-Land-Mama-Leser: Wir verlosen eine traumhafte NONOMO
Federwiege | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/extreme-eifersucht-unser-sohn-ging-auf-seinen-kleinen-bruder-los |
Liebe Natascha, als Euer erstes Kind 2 Jahre alt war, kam Euer zweites
Kind. Anfangs freute sich der Große, doch dann kam extreme Eifersucht
hinzu…
Genau, zuerst schob er seinen Bruder immer weg, wenn er in der Nähe war.
Oder er schrie extra laut, wenn der Kleine einschlafen sollte. Später wurde
es richtig körperlich. Der Große sprang mit den Knien voran in die Spielecke,
zerkratzte dem Bruder mit Autos den Kopf und er hat ihn auch mal ins Gesicht
gehauen. Als der Kleine dann sitzen konnte, hat der Große ihn umgeschubst.
Der Höhepunkt war, dann als die beiden auf dem Spielhaus waren und der Große
den Kleinen an den Füßen packte und über das Geländer warf.
Wie seid Ihr Eltern damit umgegangen?
Anfangs haben wir sehr sehr viel erklärt und geredet. Dann war ich immer
dabei und es gab auch Spielpausen, das heißt, die beiden haben nicht mehr
zusammen gespielt. Es wurde alles aber nicht viel besser und ich wusste
einfach nicht weiter. Da haben wir uns Hilfe geholt.
Wo hast Du um Hilfe gebeten und wie sah diese aus?
Als der Große drei Jahre alt war, habe ich einen Antrag auf Familienhilfe
beim Jugendamt gestellt. Die Familienhilfe hat sich erstmal unsere Familie
angeschaut und unseren Alltag. Dann haben wir überlegt, wo Struktur fehlt, wo
wir konsequenter sein müssen. Vorher haben wir oft mit „noch einmal, dann“
gearbeitet, die Familienhilfe hat uns beigebracht, direkt einzugreifen. Wir
merkten, dass der Große oft wie in einer Blase war und uns gar nicht richtig
gehört hat. Wir sind auch viel vorausschauender geworden und haben nun feste
Exklusivzeiten für jedes Kind.
Außerdem haben wir Techniken zum runterkommen gelernt, zum Beispiel die
Augenbrauen massieren, das Gesicht mit den Fingern abtippen, Hände und Füße
schütteln. Das hilf sehr gut, besonders wenn der Große überdreht.
Heute ist Euer Großer 5 Jahre alt, wie würdest du ihn beschreiben?
Er ist ein interessierter, sehr starker Junge, der sich gerne körperlich
verausgabt. Höher, schneller, weiter. Er schaukelt für sein Leben gern, aber
strengt gerne auch den Kopf an. Warum leuchtet der Mond, wie scheint die
Sonne, warum machen Flugzeuge weiße Spuren – er will alles wissen. Er scannt
seine Umwelt, kann viel erklären, erkennen und für sich nutzen. Aber häufig
ist das auch alles zu viel für ihn.
Sobald es laut wird, wird er auch laut. Wenn sich etwas stark verändert,
bekommt er Wutausbrüche und/oder wird sehr traurig. Wenn er wütend ist, muss
sein Bruder das Meiste einstecken, wenn wir mal nicht rechtzeitig eingreifen.
Manchmal ist er noch sehr impulsiv, dann geht auch mal was zu Bruch. Er hat
auch schon mal in eine Glastür getreten….Im Großen und Ganzen müssen wir
alles bruchsicher gestalten, die Gefahr scheint ein großer Trigger zu sein.
Aber wenn wir im Haus was verändern, dann werden wir beleidigt, geschlagen
und dann wieder weinend umarmt.
Du hast ja schon früh festgestellt, dass er grobmotorisch sehr weit ist,
feinmotorisch aber gar nicht. Sag uns mal ein typisches Beispiel
dafür.
Er konnte mit 8 Monaten laufen und sehr gut klettern, aber ist an Dingen
wie Motorikschleifen lange gescheitert. Er hat sehr lange nur gekritzelt und
kann erst seit ca. einem halben Jahr Menschen malen. Alles, wofür er
Feingefühl braucht, muss sehr geübt werden. Eine Linie ausschneiden ist zb
super schwer für ihn.
Ihr habt irgendwann auch den Kinderarzt gewechselt. Was hat der über Euren
Sohn gesagt?
Ja, beim alten Kinderarzt fühlten wir uns nicht ernstgenommen. Der neue
Arzt hat bei der U9 gleich gemerkt, dass einige Dinge nicht ganz die Norm
sind und wollte, dass unser Sohn mal richtig untersucht wird. Er hat sich
auch das U-Heft angesehen und festgestellt, dass bei jeder Untersuchung ein
Kommentar zur Lebhaftigkeit meines Sohnes steht – da war für ihn klar, dass
Klärungsbedarf besteht.
Nun habt Ihr seit einigen Wochen eine Diagnose. Wie lautet die?
ADHS. Er ist feinmotorisch weit unter dem Durchschnitt, dafür aber im
Grobmotorischem weit drüber.
Was wünscht du dir für Eure Familie?
Ich hoffe, dass wir mit den externen Hilfen weiterhin positive
Entwicklungen schaffen. Er hat nur noch 1,5 Jahre bis zur Einschulung und bis
dahin hoffe ich, dass wir und er noch viel lernen. Ich möchte weiterhin eine
Medikation vermeiden, er soll sich spüren lernen und lernen, mit all seinen
Gefühlen umzugehen. Ich wünsche mir, dass wir aneinander wachsen und den
Kindern den bestmöglichen Start ins Leben ermöglichen können.
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Extreme Eifersucht: Unser Sohn ging auf seinen kleinen Bruder los |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/faellt-es-euch-auch-so-schwer-hilfe-anzunehmen |
Ihr Lieben, es liegen ein
paar "aufregende" Tage hinter mir…Bei der letzten Kontrolle hat
meine Frauenärztin festgestellt, dass der Gebärmutterhals bereits ganz schön
verkürzt ist. Die Folge: Wenn ich nicht wollen würde, dass das Baby zur Welt
kommt, solle ich mich schonen und die Füße hochlegen.
Das war vor zwei Wochen, in der 34. Schwangerschaftswoche – und zu dem
Zeitpunkt hätte die Kleine wirklich noch nicht kommen müssen…
Also hab ich mich ganz brav geschont – so gut das eben geht mit zwei
kleinen Kindern. Soll heißen: Die Nachmittage waren hier wie immer trubelig,
die Vormittage habe ich aber weitgehend liegen verbracht. Alle Blogbeiträge
und sonstigen Jobs habe ich mit dem Laptop auf dem Sofa geschrieben – ich
habe viele Termine, für die ich kreuz und quer durch die Stadt fahren hätte
müssen, abgesagt. Und ich habe es konsequent vermieden, schwere Dinge durch
die Gegend zu schleppen.
Was soll ich sagen? Es fiel mir verdammt schwer. Weil ich wieder mal mit
einem Thema konfrontiert war, das mich schon lange begleitet: Meine
Unfähigkeit, Hilfe anzunehmen.
Denn natürlich boten liebe Freundinnen an, die Kinder von der Kita zu
holen. Oder für uns einkaufen zu gehen. Oder mir Mittagessen
kochen.
Stets meine erste Reaktion: Neeeeeeein, das schaff ich schon noch alleine.
Eine Freundin fragte mich irgendwann, was ich ihr erzählen würde, wenn die
Situation umdreht wäre. Ich antwortete, dass ich ihr sagen würde, dass sie
spinnt. Und dass ich wohl beleidigt wäre, wenn sie meine Hilfe immer
ausschlagen würde…
Warum ist es also so, dass wir gerne sofort bereit stehen, um anderen zu
helfen – uns selbst es aber so oft so schwer fällt, nach Hilfe zu
fragen?
Ich fürchte, es ist bei mir einfach das unschöne Gefühl, ich könnte
jemandem zur Last fallen. Jemand könnte durch mich Umstände
haben.
Umstände – die ich für jede meiner Freundinnen sofort auf mich nehmen würde
– und sie wahrscheinlich nicht mal als Umstand sehen würde.
Was soll ich Euch sagen: Ich habe mich durchgerungen, tatsächlich einiges
abzugeben. Es fiel mir nicht leicht, aber es musste eben so sein. Bin ich da
ein Einzelfall oder geht es Euch manchmal auch so?
Wie auch immer: Durch die Hilfe anderer konnte ich wirklich nochmal einen
Gang zurück schalten – was sich gelohnt hat. Ich bin in der 36.
Schwangerschaftswoche und laut Frauenärztin ist der Befund nicht schlechter
geworden…
Jetzt geht´s wirklich in den Endspurt… Drückt mir die Daumen, dass es noch
ein paar Tage ruhig bleibt und wir in Ruhe alles für die Ankunft der kleinen
Maus vorbereiten können..
PS: Das Foto oben entstand gestern – da war ich endlich mal wieder
"draußen" unterwegs war, um ein paar Klamotten fürs Krankenhaus
kaufen…
|
Fällt es Euch auch so schwer, Hilfe anzunehmen? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fall-toennies-in-rheda-wiedenbrueck-wieder-sind-kinder-und-eltern-die-leidtragenden-der-corona-massnahmen-protestbrief-einer-mutter |
Ihr Lieben, ihr habt es vermutlich bereits in den Nachrichten gehört. In
einer großen Fleischfabrik in Ostwestfalen, bei Tönnies, wurden über 650
MitarbeiterInnen positiv auf Corona getestet. Das ist beispiellos und
erfordert Maßnahmen. Jedoch beziehen sich diese bislang mal wieder
ausschließlich auf Eltern und ihre Kinder.
Der Kreis hat mit sofotiger Wirkung die Schulen und Kitas wieder
geschlossen. Und das, während alles andere im öffentlichen Leben einfach im
Normalbetrieb weiterläuft. Darüber musste sich unsere Leserin nun mal ihre
Wut von der Leber schreiben: In einem offenen Beschwerdebrief an den Landrat.
Sehr geehrter Herr Adenauer,
mit großer Besorgnis habe ich gestern Ihre Pressekonferenz über die Corona
Fälle bei Tönnies verfolgt. Diesen Brief schreibe ich Ihnen im Namen von
vielen Eltern aus Rheda-Wiedenbrück.
Wieder einmal entscheiden Sie und die Politik über ein wichtiges Thema und
wieder fällt die Entscheidung so aus, dass Sie viele Eltern in akute Nöte
bringt.
Vorgeschichte: In unserer Elternschaft waren wir alle für die erste
Schließung der Kitas und Schulen, um damit das Infektionsgeschehen zu
verlangsamen. Auch haben wir den eingeschränkten Regelbetrieb, der nun vor
1,5 Wochen gestartet ist, organisiert bekommen und vollstes Verständnis für
die strengen Trennungen der Gruppen, damit man diese im Infektionsfall nicht
alle schließen muss.
Warum aber schließen Sie jetzt alle Kitas und Schulen ohne zu prüfen, in
welchen Gruppen betroffene Kinder von Tönnies MitarbeiterInnen sind und
machen nicht nur diese zu?
Sie erwähnten, dass es in der Vergangenheit ein probates Mittel war,
Schulen und Kitas zu schließen. Hatten Sie bereits Gelegenheit die neuesten
Studien aus Baden-Württemberg zu diesem Thema zu lesen? (Hier ein Link zum
Prepaper).
Ein weiterer Punkt, der mich umtreibt, ist, dass ein Großteil der Eltern
auch engagierte ArbeitnehmerInnen sind, die unser Sozialsystem und unsere
Wirtschaft mit am Laufen halten. Wie denken Sie, wirkt Ihr Signal auf uns,
Schulen und Kitas zu schließen, während alles Andere im Normalbetrieb
weitergehen soll?
Und wozu werden mit dem Bund Grenzwerte erhoben, wenn diese um ein Vierfaches
überschritten werden und – bis auf die Schließung der Schulen und Kitas –
nichts weiter passiert? Können Sie das Risiko für die restliche Bevölkerung
tatsächlich in der Form ausschließen?
Um es mal ganz stumpf zu sagen: wir als Eltern fühlen uns verarscht. Wir
gehen gerne mit, wenn die Maßnahmen nachvollziehbar und fair sind. Das wäre
in diesem Fall jedoch im ersten Schritt ein Lockdown für mindestens sieben
Tagen, um zu schauen, wie sich die Infizierten-Zahlen im Kreis
entwickeln.
Dass dies heute nicht beschlossen wurde, sagt viel über Ihre
Interessengebiete und über die Prioritäten der Politik aus.
Warum werden Cafés, Eisdielen, etc. nicht wieder geschlossen? Warum wurden
die Kontaktverbote nicht wieder verschärft? Diese Mittel wären mindestens
ebenso probat, um das Infektionsgeschehen wieder einzudämmen. Erinnern Sie
sich daran, dass es Anfang März kurz vor der ersten Schließung der Kitas und
Schulen deutschlandweit täglich lediglich zwischen 200 – 900 Fälle gab? Wir
sprengen diese Zahl in einem kleinen Kreis!
Vergessen Sie bitte nicht, die Kinder, die Sie heute zurücklassen, sind die
WählerInnen der Zukunft.
Und sollten meine Kinder mich in der Zukunft fragen: „Mama, meinst du, es
ist eine gute Idee, Kinder zu bekommen?“ Dann werde ich antworten: „Überlege
es dir gut, mein Schatz, es ist das größte Glück auf der Welt, aber wenn es
hart auf hart kommt, dann wirst du mit deinen Kindern und deiner Familie auf
dich allein gestellt sein, weil die Politik dich nicht sieht…“
Hochachtungsvoll,
Eine Bürgerin mit Kindern
|
Tönnies in Rheda-Wiedenbück: Corona-Maßnahmen wieder nur für Eltern |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familie-es-ist-und-bleibt-ein-abenteuer |
Wir drei, wir sind ein ganz
schön eingespieltes Team.
Eins steht über allem: Die übergroße Liebe, die ich für Euch
empfinde.
Ihr seid so unterschiedlich. Mädchen und Junge, klar. Aber nicht nur
das.
Sie schläft lieber dunkel, ruhig und allein, er tapst jede Nacht zu mir ins
Bett.
Sie hat die ganz feinen Antennen, er ist der kleine Rowdy.
Sie geht recht offen auf neue Leute zu, er klammert sich erstmal lieber an
Mamas Hosenbein.
Sie ist die Große, manchmal schon so vernünftig. Er ist der kleine Charmeur
und weiß das genau.
Ich hatte Glück mit Euch beiden. Ihr wart einfache Babys. Nie bin ich
nachts mit dem Kinderwagen durch die leeren Straßen gezogen, es gab nie
nächtelanges Schreien.
Ihr habt relativ früh durchgeschlafen, wart nie ernsthaft krank.
Ihr seid fröhlich und glücklich, habt Freunde und geht gerne in den
Kindergarten.
Wäre es nicht so, würde ich Euch trotzdem wie verrückt lieben.
Manchmal geht ihr mir wahnsinnig auf die Nerven. Ihr seid beide so mäkelig
beim Essen, Ihr schmeißt Eure Jacken immer in den Hausflur. Es gibt Zeiten,
da streitet Ihr von morgens bis abends.
Ich würde Euch aber um nichts in der Welt anders haben wollen. Ihr seid
perfekt so.
Ganz oft erwische ich mich, dass ich Euch angucke und mir denke: Was habe
ich nur für coole Kinder! Was habe ich nur für ein Glück.
Bald kommt Eure kleine Schwester auf die Welt. Ich freue mich so – und Ihr
auch. Manchmal aber habe ich Bammel. Wie wird sich das auf uns alle
auswirken? Werden die Karten neu gemischt? Werdet Ihr Euch schnell an die
neue Situation gewöhnen? Eifersucht – ein Thema?
Dann beschließe ich, Vertrauen zu haben. Dass alles gut werden wird. Dass
ich ein drittes Mal einen kleinen Menschen zur Welt bringe, der genauso
perfekt ist, wie er ist. Und dass dieses Mädchen unsere Familie bereichern
wird. Euch und uns, die Eltern.
Familie, es ist und bleibt ein Abenteuer. Ich bin so froh, dass ich genau
Euch und Euren Papa dafür an Board habe!
Foto: http://www.lenimoretti.com
|
Familie - es ist und bleibt ein Abenteuer! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familie-ewald-jetzt-ist-auch-mama-stefanie-an-krebs-erkrankt |
„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, schrieb Stefanie auf ihrer
Instagram-Seite. Und darunter „Es IST Brustkrebs.“
Als wir diesen Post letzte Woche sahen, konnten wir es nicht fassen. Für
das, was Stefanies Familie durchmachen muss, gibt es keine Worte. Es übersteigt alles, was wir uns vorstellen
können.
Im November haben wir erstmals über Stefanies Familie berichtet. Ihr Mann,
ihr Sohn Jonas und ihre Tochter Neele leiden an dem seltenen
Li-Fraumeni-Syndrom. Nur die kleinste Tochter Lenja trägt dieses Gen nicht in
sich. Das Li-Fraumeni-Syndrom ist ein seltener Gendefekt, der ursächlich für
häufige und frühe Krebs-Erkrankungen jeglicher Art ist. Weltweit sind davon
400 Familien betroffen.
Jonas ist Ende Dezember an einem Hirntumor gestorben, Papa Sebastian hat
Lungenkrebs im Endstadium, Metastasen sind im ganzen Körper. Tochter Neele
hatte einen Tumor im Oberschenkel, kämpfte sich doch die Chemos und muss nun
regelmäßig zur Kontrolle.
Am 17. 2 hatte Stefanie nun einen auffälligen Befund, sie wurde mit
Verdacht auf Brustkrebs zur Biopsie geschickt. Wenige Tage danach stand fest:
Es ist Brustkrebs. Ein aggressiver Tumor mit einer ungünstigen Prognose. Auch
Stefanies Mutter ist an Brustkrebs verstorben.
„Mütter haben keine Angst vor dem Tod. Ihre größte Angst ist es, ihre
Kinder zu verlassen. Weil sie wissen, dass niemand sie so lieben wird wie sie
selbst“, schrieb Stefanie.
Heute wird Stefanie operiert. Am Donnerstag beginnt die Chemotherapie. „Ich
versuche so viel wie möglich jetzt zu regeln, was die Mädchen angeht. Wo sie
nach meinem Ableben hingehen usw.“, schrieb uns Stefanie. „Das alles haben
die Mädchen einfach nicht verdient.“
In unserem beruflichen und privaten Leben sind wir schon oft mit traurigen
Schicksalen konfrontiert gewesen. Doch das Schicksal von Stefanies Familie
berührt uns ganz besonders. Wir hoffen mit der Familie und denken fest an
sie.
Wir wissen, dass viele von Euch schon gespendet haben. Stefanie ist von
Eurer Hilfsbereitschaft sehr berührt, sie bedankt sich von Herzen. Wer der
Familie weiterhin etwas finanzielle Last nehmen will, kann weiterhin spenden:
Stefanie und Sebastian Ewald, IBAN: DE36 2307 0700 0333 7086 02, Bank: DB
PFK (Deutsche Bank PGK)
Zusätzlich haben Freunde auch ein Fundraising ins Leben gerufen: https://www.gofundme.com/f/familieewald
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Brustkrebs: Stefanie kämpft für ihre Töchter um ihr Leben |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familien-update-seit-15-monaten-zu-fuenft-oder-haben-wir-das-haerteste-hinter-uns |
Ihr Lieben, am letzten
Wochenende saß ich mit meinen beiden Kleinen auf dem Spielplatz. Der
Vierjährige spielte seelig mit einem Bagger im Sand, die Kleine lief auf der
Wiese herum und sammelte Stöcke. Es war herrliches Wetter, ich lehnte mich
auf der Bank zurück und schloss die Augen. Es war friedlich und wunderbar
ruhig. Ich bemerkte, dass dies wohl der erste Spielplatzbesuch seit langer
langer Zeit war, an dem ich nicht darauf achten musste, dass die Kleine eine
Kellerassel verschluckt oder Streit zwischen den Großen schlichten musste.
Ich konnte einfach mal wieder da sitzen und meine Gedanken schweifen lassen –
auch, wenn es wahrscheinlich nur sieben, acht Minuten so friedlich
war.
Am Abend waren wir bei Freunden eingeladen. Die Große spielten mit anderen
Kindern im Garten und die Kleine beschäftigte sich mit der Spielküche. Wir
Erwachsenen konnten in Ruhe essen, ein Glas Wein trinken und uns unterhalten.
Als wir wieder zu Hause waren, sagte ich zu meinem Mann: "Ich habe das
Gefühl, das Härteste haben wir hinter uns."
Nun weiß ich natürlich, dass noch einige schwere Phasen vor uns liegen. Die
Trotzphase der Kleinen, die Einschulung des Mittleren und auch die Große wird
wahrscheinlich nicht so ein easy-peasy Schulkind bleiben wie jetzt in der
ersten Klasse bleiben. Und trotzdem fühlt es sich so an, als hätten wir einen
Meilenstein hinter uns gelassen.
Denn ich sage es Euch ganz ehrlich: Ich finde das erste Jahr mit Baby ganz
schön hart. Natürlich ist es wunderbar, sein Neugeborenes auf der Brust
liegen zu haben, es zu riechen, mit ihm zu kuscheln. Aber: Dieser
ständige Schlafentzug, das wirklich nonstop verfügbar-sein. Das "Nicht
wissen, warum das Baby weint". Ich empfand auch die Stillzeit immer als
körperlich sehr anstrengend und war ich immer froh, wenn mein Kind dann
andere Nahrungsquellen hatte außer mir hatte.
Meine Kleine ist nun 15 Monate alt, sie läuft herum, fängt an ihm Sand zu
buddeln. Ihre Geschwister können mit ihr spielen, wenn ich mal die Wäsche
aufhängen muss. Sie zeigt auf die Sachen, die sie haben will und sagt AUA,
wenn Ihr was weh tut. Sie schläft (9 von 10 Nächten) sehr gut. Sie geht super
gerne zur Tagesmutter, was mir wieder etwas mehr Freiheiten
lässt.
Irgendwie fühlt es sich gerade super an, dass die Kinder etwas größer
werden. Mit den Großen kann man zu Mark Forster im Wohnzimmer abdancen,
abends lese ich mit der Großen GEMEINSAM ein Buch. Der Mittlere hilft Papa am
Wochenende richtig toll im Garten, die Kinder bleiben im Auto sitzen, wenn
ich noch schnell zum Bäcker rein muss. Das ist richtig toll!
Klar, die Kleine ist immer noch klein – aber sie ist kein Baby mehr. Ich
hatte manchmal ein bisschen Bammel davor, ob ich deshalb nicht wehmütig sein
würde. Aber momentan spüre ich nichts davon. Es fühlt sich einfach gut
an.
"Die sollen nicht so schnell groß werden" – das hört man ja so
oft von Eltern. Das kann ich schon auch nachvollziehen. Und doch finde ich
diese Phase jetzt so super spannend. Ich freue mich, die Welt noch mal mit
anderen Augen zu sehen. Mit den Augen meiner Kinder, die größer werden,
selbstbewusster, neugieriger. Und es macht mich glücklich zu merken, dass
wirklich jedes Alter seinen ganz besonderen Zauber hat.
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Familien-Update: Seit 15 Monaten zu fünft oder: haben wir das Härteste
hinter uns? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/familienberaterin-eltern-duerfen-auch-mal-richtig-aus-dem-hemd-fliegen |
Ihr Lieben, in diesen krassen Lebensphasen mit sooo viel Zeit zusammen mit
den Kindern, sind Menschen wie Inke Hummel Gold wert.
Die Bonnerin ist nämlich nicht nur Mutter dreier Kinder und erfolgreiche
Autorin (Miteinander durch die Pubertät für die Eltern und Der Mönkel und der
geheimnisvolle Turm für die Kinder), sondern vor allem Elterncoach und
Familienberaterin. Uns greift sie in diesem Inteview ein bisschen
erziehungstechnisch unter die Arme. Danke dafür, liebe Inke!
Inke Hummel. Foto: Jens Unglaube / Bad Honnef
Liebe Inke, du bist Familienbegleiterin und Elterncoach mit
bindungsorientiertem Ansatz und wir fragen uns: Wirst du grad von Anfragen
überrannt, weil viele Familien nicht mehr weiter wissen?
Ja, tatsächlich bekomme ich etwa seit Mai oder Juni letzten Jahres deutlich
mehr Anfragen als sonst, habe leider auch Wartezeiten für Neuaufnahmen von
Familien von 2-3 Monaten je nach Thematik und empfehle schon vielfach
Kolleg*innen, damit den Eltern rascher geholfen werden kann.
Gibt es etwas, das alle Familien, die bei dir Hilfe suchen gerade
eint?
Grundsätzlich sind es ähnliche Themen wie immer von Schlafberatung und
Eingewöhnung über Fragen zum Umgang mit bestimmten Temperamenten beim
Kind oder Ideen für den Umgang mit der eigenen Wut der Eltern.
All diese Probleme treffen aber nun natürlich auf ganz andere
Voraussetzungen: Distanzunterricht, geschlossene Kindergärten, fehlende
Vereinsarbeit, kein Kontakt zu Großeltern, Eltern im Homeoffice, kaum
Unterstützung durch Babysitter, wegbrechende Netze, fehlender Raum für
Selbstfürsorge bei den Eltern, diffuse Ängste bei allen Familienmitgliedern,
ellenlange Wartelisten für Ergotherapeut*innen und
Kinderpsycholog*innen…
Puh, allein diese Aufzählung klingt schon nach viel…
Überall ist Überforderung bei gleichzeitig viel geringeren Möglichkeiten,
Unterstützung zu bekommen. Und überall sitzt ein riesiges schlechtes
Gewissen. Die Arbeit leidet, die Partnerschaft auch, an die eigene Gesundheit
kann man kaum noch denken, weil man in freien Momenten nur schlafen mag.
Das Einkaufsverhalten lässt zu wünschen übrig, die Ernährung sowieso, die
eigenen Eltern lässt man irgendwie im Stich. Das kleine Kind, das große Kind
– keiner bekommt, was er braucht. Viele stehen einfach vor einem Berg und
haben auch nicht das Gefühl, dass Entspannung greifbar ist.
Du sagst, ein gut geleiteter Perspektivenwechsel kann dazu führen, die
Familienatmosphäre komplett zu verändern und zu entspannen. Kannst du uns da
ein Beispiel nennen – bezogen auf unsere aktuelle Situation mit den Kindern,
die grad rund um die Uhr zu Hause sind?
Ich sag’s wie es ist: Viele Themen kann ich mit meinen Familien im Moment
nicht so angehen wie sonst, weil viele Ideen gerade nicht umsetzbar sind.
Aber in manchen Punkten kann man sich doch noch entscheiden, und das ist
nicht immer der optimalste Corona-Weg. Das macht es so schwer.
Aber wenn ich eine Familie habe, die mit mehreren Kindern und Job und
vielleicht auch noch mit psychischen Themen belastet ist, muss ich mich eben
manchmal zwischen Pest und Cholera entscheiden, wenn ich sonst alles
ausgeschöpft habe: Corona-Risiko etwas höher oder Zusammenbruch der
Familie?
Beispielsweise habe ich mit einer alleinerziehenden Mutter die Möglichkeit
gefunden, Betreuungshilfe für ihr jüngstes Kind zu nutzen und einen flexiblen
Babysitter in den Alltag zu integrieren, auch wenn es eine familienfremde
Studentin mit hier und da anderen Kontakten ist.
Oder für ein Kind haben wir wegen der spät startenden Therapie erstmal
Unterstützung durch eine Künstlerin organisieren können, die durch ihre Art
auch schon eine Hilfe ist, dass das Kind sein Gefühlsthema besser angehen
kann.
Wie kann ich damit umgehen, wenn sich mein Kind dem Distanzunterricht
verweigert, wenn alles immer nur Kampf ist, wenn es den Familienfrieden
bedroht?
Oh, immer wieder kommt es in den Gesprächen auch dazu, dass Eltern
entdecken, was sie so ausbremst beim In-Beziehung-Sein mit den Kindern: die
Angst vor der Relevanz der Schulnoten. Auch da kann man gemeinsam lockerer
werden, Ängste angehen und überwinden, wirklich etwas verändern. Das sind oft
sehr individuelle Geschichten und Lösungen.
Vielen hilft es dabei schon grundlegend zu hören, dass sie ganz und gar
nicht allein sind mit einer schwierigen Lehrkraft, einem bockenden Kind, der
vollkommenen Hilfslosigkeit, wenn man bei Physik oder deutscher Grammatik
klug helfen soll.
Der Weg ist meist: lockerer werden / Ängste loswerden, Fokus auf die
kindlichen Bedürfnisse beim Lernen, Fokus auf bestimmte Fächer, offene
Gespräche mit den Schulen. Alles was hier über die Beziehungsebene hinausgeht
wie Konzentrations- oder Motivationsthemen oder auch „Lernen lernen“ übergebe
ich dann aber an versiertere Kolleg*innen.
Erste Hilfe bietet übrigens die Seite https://www.mit-kindern-lernen.ch mit
viel Input rund um beziehungsstarkes Lernen.
Nun sind ja auch die Geschwister enger und öfter zusammen als sonst, bei
uns kracht es da wirklich auch mal ordentlich, wie reagierst du bei deinen
eigenen Kindern auf solche Situationen?
Ehrlich gesagt auch mit kürzerer Zündschnur als sonst, gerade wenn es
passiert, während ich eigentlich dringend etwas fertig bekommen muss.
Allerdings haben wir das Privileg von recht viel Platz und drei Kinder, die
mit vielem relativ selbständig klarkommen und sich auch allein gut aus dem
Weg gehen können, so dass sich selten Situationen ergeben, in denen sie übel
zanken.
Ggf. bin ich in der Regel sehr pragmatisch und lösungsorientiert unterwegs:
also erstmal auflösen (unter Umständen jeden in sein Zimmer bitten), dann
Stück für Stück gucken, wer was braucht. Wenn es an irgendeiner Stelle immer
wieder knallt, setzen wir uns zusammen hin und regeln den Verlauf
grundsätzlich anders.
Für wie wichtig hältst du Rituale in diesen unsicheren Zeiten? Mir fallen
Rituale immer schwer, weil ich sie auch schon mal als eingrenzend empfinde,
aber vermutlich sind sie wahnsinnig wichtig für ein Gefühl der Sicherheit,
oder? Hast du gute Ideen für sinnvolle Rituale in diesen Zeiten?
Aus den Beratungen heraus habe ich den Eindruck, dass sie allen ganz gut
tun, den jüngeren Kindern in stärkerem Maße. Klare Tagesabläufe mit
aufgehängten Plänen und das Einhalten von Ritualen, die sie zum Beispiel aus
der Spielgruppe oder dem Kindergarten kennen sind da gute Dinge – viel
Inspiration gibt es immer bei Susanne Mierau, z.B. hier zur Tagesstruktur im
Homeoffice mit anwesenden Schul- und/oder Kitakindern/.
In einer Beratungsfamilie war auch das gemeinsame Kindernachrichtengucken
und -besprechen ein wichtiger Fixpunkt, in einer anderen das gemeinsame
Planen der warmen Mahlzeiten und damit auch des Einkaufs.
Bei uns sind es die gemeinsamen Mahlzeiten morgens und abends sowie
wochenends das Rausgehen. So bleiben wir im Rhythmus, den Schule und Job
erfordern, und auch im Miteinander, damit man rechtzeitig merkt, wenn es
jemandem nicht gut geht, was den anderen bewegt usw.
Manchmal will ich einfach nur noch selbst auf den Schoß, hältst du auch das
für normal? 😉
Total! Alle sehnen sich nach Umarmungen und einer Mama oder einem Papa, die
bzw. der ihnen sagt „Ich regle das alles für dich, mein Schatz. Lehn dich
zurück. Hier ist dein Marshmellow-Kakao!“ Ich finde das total logisch. Es
sind einfach für uns alle mehr Aufgaben als sonst, die wir schlecht sortiert
bekommen.
Und es gibt keinen Punkt X, zu dem wir die Tage herunterzählen können, um
uns an diesem Countdown festzuhalten. Noch dazu ändert sich die Lage ständig
und es kommen wieder neue, angstmachende Details dazu.
Man kann sagen, es ist alles irgendwie schaffbar, es gibt so viel
Schlimmeres, durchatmen, weitermachen. Aber man darf auch sagen: „MICH trifft
das gerade sehr, ich kann nicht durchatmen und weitermachen. Das reicht nicht
mehr!“
Den extrovertierten Menschen fehlt ihr Ausgleich da draußen, den
introvertierten fehlt die Pause zu Hause. Selbst wenn jemand es nur als
minikleinen Stress wahrnimmt, ist es kontinuierlicher Stress. Das fordert.
Am Freitag war bei mir im Homeschooling die Luft so raus, dass ich
explodiert bin, es war zu viel. Ich brauchte dann am Sonntagabend, als die
Sorge in mir hochzog, dass es ab Montag so explosiv weitergeht, ein schönes
Erlebnis mit den Kindern. Irgendwas zwangloses, das uns niemand von außen
aufgezwungen hat. Wir haben ihnen das dann genauso gesagt und einmal alle
zusammen Karten gespielt. Das tat so gut. Kann auch das ein Schlüssel sein,
ein Perspektivwechsel?
Genau das. Ein richtiger Cut. Dazu gehört oft ein kräftiges
Aus-dem-Hemd-fliegen. Wichtig ist, dass man das als Stoppschild wahr- und
annimmt, sich hinsetzt und echt umdenkt. Oft schafft man das alleine, und
manchmal hilft es einfach, wenn von außen jemand mitguckt, weil man den Wald
vor lauter Bäumen echt nicht sieht oder auch einfach nicht ausreichend
Inspiration hat, die eingeschliffenen Wege noch mal neu zu denken.
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Familienberaterin: "Eltern dürfen auch mal richtig aus dem Hemd
fliegen" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fast-perfekte-eltern-bring-bier-mit-wir-muessen-ueber-kinder-reden |
Ihr Lieben, ist das nicht schön, wenn auch Eltern sich ihren Humor
bewahren? Es erleichtert so vieles, einfach auch mal öfter über Dinge zu
lachen, es schenkt einfach Leichtigkeit. Laura Marie Wilke und Benjamin
Kuhlhoff beherrschen diese Kunst ziemlich genial, wie man schon am Namen
ihres Podcasts und des gleichnamigen Buches dazu hört: Bring Bier mit, wir
müssen über Kinder reden. Wir haben da mal nachgehorcht….
Bring Bier mit, wir müssen über Kinder reden
So so, ihr beiden, ihr seid als FAST perfekt. Erzählt doch mal. Was macht
ihr gut. Was läuft bei euch regelmäßig schief mit den Kids?
Laura: Ich würde sagen, dass ich es gut im Griff habe, auf meine eigenen
Bedürfnisse zu blicken. Das ist mit zwei Kleinkindern ja manchmal gar nicht
so einfach. Wenn nicht gerade irgendein Virus wütet, klappt es in unserer
Familie ziemlich häufig, dass jeder mal ein bisschen Zeit für sich hat. Und
das wiederum gibt Kraft und macht Lust auf Familienzeit.
Regelmäßig schief läuft, dass ich die Snacks für den Spielplatz, das Geld
für die Gruppenkasse, die Wechselklamotten für den Ausflug, das Geschenk für
den Kindergeburtstag usw. usw. usw. vergesse. Das
Immer-an-alles-denken-müssen finde ich eines der anstrengendsten Dinge am
Elternsein und ich scheitere regelmäßig daran.
Ihr wollt der Elternschaft das Verbissene nehmen, ihr wollt mehr Lockerheit
und Humor. Wann brauchtet ihr euren Humor besonders, um eine Situation zu
überleben?
Laura: Humor ist doch gerade zu Pandemie-Zeiten im Homeoffice mit
Kleinkindern das Einzige was noch für ein kleines Feuer in Herz und Hirn
sorgt. Zwar werden die Witze und Sprüche mit den fortschreitenden Wochen
immer platter (und das abendliche Glas Wein parallel dazu immer voller), aber
es hilft doch. Eine andere Extrem-Elternsituation ist das Wochenbett mit Kind
1. Fassungslos, erschüttert, überglücklich und völlig ahnungslos was das
passiert, helfen blöde Sprüche und zu versuchen, das alles jetzt nicht zu
ernst zu nehmen. Ich habe noch nie so herzhaft gelacht wie nach der ersten
Dünnschiss-Dusche eines Babys.
Benni: Das Babykriegen und haben ist ja im Grunde der Freifahrtschein für
öffentlichen Fäkalhumor. Das ist eine der schönen Sachen daran. Im Grunde
gibt es jeden Tag eine extreme Situation, in der man am liebsten weinen
würde, aber dann doch besser einfach schallend lacht. Ich habe zum Beispiel
einmal ein Erdnussbuttersandwich gegessen und wenig später meinen Sohn
gewickelt. Nach dem Wickeln entdeckte ich auf dem Handrücken noch ein paar
hellbraune Reste und mir war im Zuge geistiger Umnachtung völlig klar, dass
das ja nur Erdnussbutter sein kann. Nach dem Ablecken wusste ich: Es war
keine Erdnussbutter. Und nach dem Erbrechen habe ich dann erstmal Tränen
gelacht.
Machen wir uns alle zu viel Druck? Sollten wir als Eltern viel öfter mal
alle Fünfe gerade sein lassen und eine Dose Bier öffnen? Oder den Häagen
Dasz-Becher mit Cookies and Cream (ich habe Dream statt Cream geschrieben,
ich denke, das sagt bereits alles, oder?)?
Laura: Ich finde, das hilft enorm. Als kinderlose Frau war es meine
Lieblingsbeschäftigung in netter Gesellschaft zu essen und zu trinken, zu
klönen und die Zeit dabei zu vergessen. Mit Baby schien das auf einmal nicht
mehr möglich zu sein. Die Erkenntnis, dass man sein altes Ich nicht begraben
muss, weil man Eltern geworden ist, empfand ich als sehr befreiend. Klar
ändert sich mega viel und die meisten der eigenen Bedürfnisse stehen nicht
mehr an erster Stelle, aber ein paar sollte man sich doch bewahren. Wer Lust
hat, mit der besten Freundin auch noch die zweite Flasche Wein zu öffnen,
sich wenn die Kinder schlafen eine komplette Tüte Lakritze reinzuschrauben
oder von nichts mehr träumt, als mal wieder einen ganzen Tag im Bett zu
liegen und eine Serie durchzubingen, sollte das nicht nicht tun, weil er/sie
Mutter oder Vater ist.
Benni: Wer nicht schon mal mit dem Killer-Kater auf dem Spielplatz sein
Kind angeschaukelt hat, der werfe die erste Biertulpe. Es tut natürlich
höllisch weh und ist körperlich anstrengend, wenn man am Vorabend mal nicht
der vernünftige Vater war, aber es sind eben auch die Momente, die einem das
Gefühl geben, das es das „alte“ Leben noch irgendwo gibt. Und der Aufruf zur
Lockerheit ist ja nicht gleichbedeutend mit Nachlässig- oder Unaufmerksamkeit
gegenüber den Kindern. Im Gegenteil, ich glaube für Kinder ist es eben auch
eine Befreiung, wenn alle Beteiligten nicht darauf schauen, was man denn laut
Ratgeber A in Situation B machen sollte, sondern sich darauf
verlässt, dass man es schon okay macht, wie man meint. Und wenn es
schiefgeht, dann wir keines der Kinder einen bleibenden Schaden davontragen,
nur weil die Snackbox mal nicht mit handgepustetem Dinkelbrot gefühlt
ist.
Laura Marie Wilke und Benjamin Kuhlhoff. Foto: Benjamin Zibner
Ihr geht in eurem Buch auch der Frage auf den Grund, warum Eltern so oft
über andere „schreckliche“ Eltern lästern. Verratet Doch mal, woher das
kommt….
Benni: Es ist wie immer: Man versucht sich abzugrenzen und seine eigene
Unsicherheit zu überspielen. Denn gerade beim ersten Kind ist alles neu, man
ist komplett verunsichert und hat sich selbst noch nicht in der Rolle
eingefunden. Und dann hilft es sich andere anzugucken und zu erkennen:
So will ich es schon mal nicht machen. Außerdem macht es eben auch manchmal
Spaß in Klischees zu verfallen, während man ja selbst sein eigenes
lebt.
Apropos Klischees… Was meint ihr: Werden alle Eltern irgendwann
spießig?
Benni: Das kommt wohl darauf an, was man als spießig ansieht. Wenn es
darum geht, in der gleichfarbigen Funktionskleidung mit dem eBike durch die
Gegend zu fahren, dann ist das sicherlich zu verhindern. Da müssen dann auch
Freunde mal kurz einschreiten, wenn man Tendenzen erkennt. Aber eine gewisse
Hinwendung zur Verlässlichkeit kann sich wohl kaum ein Eltern-Duo
absprechen.
Nun schreibst du, Laura, dass du besonders gern Schimpfwörter mit
Bügelperlen schreibst. Zeigt das nicht ganz wunderbar den Spagat, den wir da
täglich leisten? Wir machen so Sachen wie Basteln zwar (auch wenn wir
vielleicht nicht wirklich dafür gemacht sind), tun es aber nach unseren
eigenen Regeln? Können wir das bitte mal kurz philosophisch
durchdenken?
Laura: Ich bastele super gerne, wenn es keine Regeln gibt. Irgendwas
Aufgemaltes ausschneiden und nach Vorgabe aneinander kleben. Voll öde.
Phantasielos. Das versuchte ich zu vermitteln. Seid frei, klebt wild, malt
wie ihr wollt, prickelt nicht wie andere es erwarten. Nun lebe ich hier aber
teilweise mit Kindern zusammen, die (beim Basteln!!!) gerne klare Vorgaben
haben und akkurate Vorlagen lieben. Trotzdem hat das Kind die spannendsten
Einfälle und erfindet gerne Geschichten um sein Werk. Man kann also auch in
starren Systemen, seine Kreativität ausleben, wenn man will. Wieder was
gelernt.
Benjamin, du findest Sand in der Unterhose doof, fandest ehrlich gesagt
auch Kinder doof, bevor du selbst Vater wurdest… war das eine 180-Grad-Wende,
die dich heute sogar zum Elternvertreter in der Kita gemacht hat?
Benni: Das war eine 180-Grad-Wende mit anschließendem Doppelsalto in ein
null Grad kaltes Wasserbecken. Ich hätte natürlich vor der Geburt meiner
Tochter auch nie gedacht, dass ich da reingeraten würde. Aber ich habe
bereits in der Schule immer kläglich versagt, wenn es darum ging, sich
wegzuducken, wenn Aufgaben verteilt werden. Das haben andere besser im Blut,
zu erkennen, wann denn mal eben dringend das Schuhband zugemacht werden musst
– obwohl man Birkenstocks an den Füßen hast. Und Schwupps, ist man
Elternvertreter. Aber andererseits versteht man so eben auch manchmal besser,
was in der Kita so im Hintergrund abgeht und kann sogar auch seine Meinung
einbringen. Es ist also nicht alles schrecklich.
Was war das Peinlich-Lustigste, das ihr je mit euren Kindern erlebt
habt?
Benni: Ich würde sagen, als einziger Vater in einer Art
Baby-Singkreis zu sein und sich irgendwann im Kreis laufend und Tierstimmen
imitierend zu Gitarrenklängen zu bewegen, ist mir im Nachhinhein schon
unironisch peinlich. Eigentlich gibt es jeden Tag einen Moment, in
dem man vor Lachen umfallen könnte. Auch wenn das einfach unpassend ist.
Aber ich kann nicht verleugnen, dass ich die Art, wie kleine Kinder
unvermittelt umfallen, jedes Mal lustig finde. Doch je älter die Kinder
werden, desto komplizierter wird es, die innere Freude zu verstecken. Neulich
habe ich eine längere Fahrradtour mit unserer Tochter (5 Jahre) gemacht. Wir
hielten an der Ampel an, sie guckte zu mir hoch und sagte aus dem Nichts:
„Ich schwitze wie ein Schwein!“ Da war ich schon sehr stolz und habe ihr ein
Spaghetti-Eis spendiert.
Welche ultimativen (Über-)Lebens-Tipp möchtet ihr anderen Eltern noch
schnell zurufen?
Benni: Glaubt keinen Eltern, die erzählen, ihr Kind schläft seit der
ersten Woche durch! Vergleicht euch nicht mit irgendwelchen
Insta-Eltern-Bubbles. Lasst Chaos und Fehler zu! Lasst euch auf Spielideen
von Kindern ein. Und geht auf Augenhöhe, wenn ihr mit euren Kindern
sprecht! Und kauft das Buch zum Podcast „Bring Bier mit, wir müssen über
Kinder reden!“. Gerne im Buchladen nebenan.
|
Fast perfekte Eltern: „Bring Bier mit, wir müssen über Kinder reden“ |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fehlgeburt-ich-war-allein-in-der-klinik-als-ich-mein-kind-verlor |
Mein Name ist Anna, ich bin Mama von zwei tollen Jungs, die meinen Mann und
mich sehr glücklich machen. Und dennoch haben wir das Gefühl, dass unsere
Familie noch nicht komplett ist.
Bei den Jungs bin ich problemlos schwanger geworden und auch die
Schwangerschaften waren ohne Auffälligkeiten. Im September letzten Jahres
haben wir beschlossen, dass wir aufhören zu verhüten. Ich war überrascht,
dass es dieses Mal nicht sofort klappte. Im März hielt ich dann endlich einen
positiven Test in der Hand.
Wir freuten uns riesig, allerdings war es genau der Tag, an dem Schulen und
Kitas schlossen und die Pandemie so richtig Fahrt aufnahm. Ich hatte Angst,
mich in der (Früh-)Schwangerschaft mit Corona anzustecken. Damals war das
Virus ja noch total unbekannt und keiner wusste, was da auf einen zukommt.
Aufgrund dieser Bedenken habe ich zügig einen Termin bei meiner Gynäkologin
ausgemacht, die zwar bestätigte, dass ich schwanger bin, aber auch sah, dass
nicht alles optimal aussah. Ich hatte ein Hämatom hinter der Fruchthöhle, was
bedeutete, dass ich mich schonen sollte.
Schonen – mit zwei Jungs zu Hause, die Schulen und Kitas dicht, der Mann
weiterhin auf der Arbeit und ohne Kontakt zu den Großeltern wegen
Kontaktbeschränkungen. Ihr könnt Euch vorstellen, wie schwer es war, sich zu
schonen…
Meine Hebamme kontrollierte regelmäßig das HCG-Hormon, um zu sehen, ob sich
die Schwangerschaft normal entwickelt, wir merkten aber, dass dies wohl nicht
so war.
Am Karfreitag, ich war in der 9. Woche, bekam ich plötzlich Blutungen. Als
sie stärker wurden, fuhr ich nachts ins Krankenhaus. Allein, weil mein Mann
mich wegen Corona nicht begleiten durfte… Im Ultraschall im Krankenhaus
konnte man dann keinen Herzschlag mehr finden.
Mir wurde gleich angeboten, eine Ausschabung zu machen. Ich war völlig
überfordert und emotional durcheinander und wusste nicht, was ich tun sollte.
Ich wurde in ein Krankenzimmer gebracht, dort gab es leider keinen Handyempfang.
Also ging ich wieder in den Krankenhausflur und rief meinen Mann an, dem ich
erst einmal sagen musste, dass wir unserer Baby verloren haben und er mit mir
entscheiden solle, ob ich eine Ausschabung machen lassen solle oder auf den
natürlichen Abgang warten soll. Mein Mann war auch überfordert und sagte, er
würde mich bei allem unterstützen.
Nach einem kurzen Telefonat mit meiner Hebamme, war mir klar, dass ich nach
Hause gehen möchte und es dort passieren lassen will. Ich bekam von einer
Krankenschwester einen kleinen Teddybär mit einem Stern auf der Brust. Als
Symbol für unser Baby, ein Sternenkind. Dieser Moment war wirklich hart – ich
war ganz alleine und konnte kaum begreifen, was da gerade passiert.
Wieder zu Hause verbrachte ich den Tag im Bett, abends wurden die Blutungen
und Schmerzen heftiger und um 19.30 Uhr war es vorbei. Ich war nun nicht mehr
schwanger.
Der Verlust unseres Kindes trifft mich hart, aber ich habe auch immer noch
mit der Tatsache zu kämpfen, dass ich im Krankenhaus so alleine war und
niemand da war, der mich in den Arm genommen hat. Ich verstehe die
Sicherheitsmaßnahmen im Krankenhaus, aber in Situationen wie meiner muss man
vielleicht individuell entscheiden, welcher der richtige Weg ist…
Ich habe lange gebraucht, um wieder stabil zu sein. Jetzt möchten wir es
nochmal versuchen, obwohl mir bewusst ist, dass die Zeit jetzt gerade nicht
ideal ist. Drückt mir trotzdem die Daumen, dass alles gut ausgeht und wir
bald zu fünft sind.
|
Fehlgeburt: "Ich war allein in der Klinik als ich mein Kind
verlor" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fehlgeburt-was-hat-euch-in-dieser-situation-geholfen |
Ich heiße Kathi, bin 34 Jahre alt und habe eine 5 jährige Tochter. Am
Nikolaustag habe ich erfahren, dass ich in der 11. Woche mein zweites Kind
verloren habe. Seitdem bin ich in einem tiefen Loch.
Ich weine sehr viel, spüre nur Leere und Kälte in mir. Mein Mann und ich
sprechen zwar viel darüber, aber ich bin einfach nur traurig. Meine
Frauenärztin war leider sehr empathielos, das schmerzt zusätzlich.
Daher meine Bitte: Es würde mir gut tun, wenn andere Mamas berichten, wie
sie nach einer Fehlgeburt wieder auf die Beine gekommen sind, was ihnen
geholfen hat und wann der Schmerz besser wird. Vielen Dank für Eure Hilfe.
|
Fehlgeburt: Was hat Euch in dieser Situation geholfen? | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fitness-influencerin-mit-81-jahren-erika-rischko-ist-die-coolste-oma-auf-tiktok |
Liebe Frau Rischko, Sie sind 81 Jahre alt und TikTok-Star – als
Fitness-Influencerin. Das klingt so unglaublich. Wie kam es dazu?
Meine Tochter hat im Februar 2020 die ersten Videos auf Instagram
hochgeladen für Familie und Freunde. Dann kam der Lockdown im März und
irgendwie hat jeder auf Instagram Fitness gemacht, einschließlich Fitness
Challenges. Und dann hat meine Tochter im April TikTok entdeckt und der Rest
ist Geschichte…
Sogar Ihr Mann macht ja mittlerweile mit bei ihren Videos. Was gibt Ihnen
das für sich selbst, aber auch für Sie als Paar und Familie?
Spaß, Spaß, Spaß. Und ein paar lustige Videos für alle. Wir haben schon
immer viel Zeit miteinander verbracht, aber durch das Drehen verbringen mein
Mann und ich noch mehr Zeit mit unserer Tochter, was sehr schön ist.
Zehn Millionen Aufrufe hat Ihr erfolgreichstes Video mittlerweile: Können
Sie das glauben? Was macht das mit Ihnen?
Ich bin sehr stolz darauf, aber auch echt geehrt, dass auch so viele junge
Menschen uns toll finden. Ich bekomme die nettesten Komplimente und es ist
einfach schön, dass so viele Leute mich und meinem Mann inspirierend
finden.
Ihr rheinisches Motto lautet: „Je oller, desto doller“ – Legen Sie doch
gern mal los und machen uns jungen Müttern ein bisschen Mut fürs Alter!
Man soll immer nur das machen, wozu man Lust hat. Finde etwas, das dir Spaß
macht, sonst hält man nicht durch.
Sie haben ja sogar neue, künstliche Kniegelenke und lassen sich dennoch
nicht abhalten… wie besiegen Sie Ihren Schweinehund?
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mal keine Lust zum Sport hatte –
daher gilt, ich muss keinen inneren Schweinhund überwinden,
sorry.
Tanzen, Power-Yoga, Faszien-Training: Sie machen Videos zu verschiedensten
Sportarten und mit ganz unterschiedlichen Übungen zu Hause, sogar
Trizeps-Training an Stühlen: Welche mögen Sie selbst am liebsten und welche
hat Ihnen zuletzt den schlimmsten Muskelkater beschert?
Ich liebe jegliche Form von functional workouts. Das mache ich am liebsten.
Wobei mir TRX (Schlingentraining) meist den den größten Muskelkater
beschert.
Was gibt Ihnen der Sport und was können wir daraus vielleicht für uns
mitnehmen, um gut mit all unseren Kindern durch den Lockdown zu kommen?
Sport gibt mir Seelenfrieden. Der Ausgleich zum Alltag ist so wichitg. Ich
persönlich kann mir nicht vorstellen, wie Familien im Lockdown alles so gut
meistern – homeschooling, homeoffice. Hut ab an alle, die das so toll
meistern! Wenn möglich vielleicht das ein oder andere Workout Video zusammen
machen – es gibt so viele bei YouTube, da sollte für alle was dabei sein und
wenn das Wetter es zulässt: Draußen Spot machen zusammen als Familie.
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Fitness-Influencerin mit 81: Erika Rischko ist die coolste Oma auf TikTok |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/frohe-ostern-an-euch-alle |
Ihr Lieben, wir hoffen, Ihr habt eine dampfende Tasse Kaffee oder Tee vor
Euch, der Osterhase war schon da und hat Euch ordentlich Schokolade gebracht.
Ja, es sind „schon wieder“ andere Ostern, als wir es uns wünschen. Zum
zweiten Mal in Folge seid Ihr vielleicht nicht mit Euren Liebsten zusammen.
Vielleicht fühlt sich dieses Jahr auch alles noch schwerer an als letztes
Jahr, denn uns allen stecken verdammt anstrengende Monate in den Knochen.
Haltet mich für naiv, aber mir war letztes Jahr an Ostern nicht klar, wie
lange und wie sehr diese Pandemie unser Leben beeinflussen wird. Im letzten
Jahr ist wohl fast jeder von uns durch die verschiedensten Phasen gelaufen:
Hoffnung, Wut, Müdigkeit, Verzweiflung, Resignation -alles war dabei. Oft
haben wir gedacht, dass wir keine Kraft mehr haben. Aber: Wir haben es
geschafft. Wir haben es geschafft, heute unseren Kindern ein schönes Osterfest
zu bereiten, wir haben unsere Kinder durch monatelanges Homeschooling
begleitet, sie emotional aufgefangen – das ist eine WAHNSINNS-LEISTUNG.
Wir wollen Euch alle heute einmal virtuell fest in den Arm nehmen. Ihr seid
großartig, wir sind so stolz auf Euch.
Wir sind auch sehr dankbar, dass Ihr uns im letzten Jahr die Treue gehalten
habt, dass wir miteinander durch diese schwere Zeit gegangen sind. Euer
Vertrauen, Eure Lebensgeschichten haben einen groben Anteil daran, dass auch
wir immer wieder aufgestanden sind und für Euch weiter gemacht haben.
Lasst uns weiter gut zusammen halten, von einander profitieren, auf
einander achten und nachsichtig miteinander sein. Mehr denn je brauchen wir
Banden, um nicht alleine durch dieses Chaos zu müssen. Wir bleiben weiterhin
Euer virtuelles Dorf, bei dem Ihr Euch nicht verstellen müsst und in dem alle
Emotionen erlaubt sind.
Frohe Ostern, Euch allen.
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Frohe Ostern an Euch alle | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/frohe-wechseljahre-mit-35-kam-steffi-in-die-menopause |
Liebe Steffi, im Jahr 2017 wurde bei Dir ein Borderlinetumor am
Eierstock festgestellt. Was genau ist ein Borderlinetumor und wie wurde das
festgestellt?
Im Dezember 2016 hatte ich während meiner Periode leichte Beschwerden, was
für mich völlig ungewohnt ist, denn normalerweise habe ich das unglaubliche
Glück, dass ich nie Schmerzen während der Periode habe.
Deshalb vereinbarte ich vorsorglich einen Termin bei meinem Gynäkologen.
Bei der Ultraschalluntersuchung stellte mein Gyn dann eine „Zyste“ am
Eierstock fest, sowie freie Flüssigkeit im Bauchraum. Er war aber ganz
entspannt und meinte, wir nehmen erstmal Blut ab und beobachten es. Das war
kurz vor Weihnachten und ich war froh, dass doch alles ok ist.
Nach den Feiertagen erhielt ich aber einen Anruf von meinem Arzt, der
plötzlich gar nicht mehr entspannt war. Die Blutuntersuchung hatte ergeben,
dass mein Tumormarker erhöht war und ich sollte umgehend in die Praxis
kommen. Dort erklärte er mir, dass dies dringend näher untersucht werden muss
und ich vereinbarte einen Termin im Krankenhaus zur Bauchspiegelung.
Die Zyste wurde entfernt und schon im Krankenhaus teilte man mir mit, dass
es wohl ein Borderlinetumor ist, das ist eine Form von Eierstockkrebs. Der
Unterschied hierbei ist, dass diese Form von Krebs sich nicht invasisv
verteilt, sondern auf dem Gewebe sitzt. Das bedeutet auch, dass die Heilungs-
und Behandlungsoptionen viel erfolgsversprechender sind.
Kannst du sagen, was bei der Diagnose in Dir vorging?
Ja, das war hart. Mein Kleiner war gerade 1 geworden, ich wollte diese
Babyzeit so richtig genießen, mein mittleres Kind ist mit einer angeborenen
Fehlbildung zur Welt gekommen und damals fühlte ich mich immer betrogen, um
die erste innige Zeit mit ihm, die durch Krankenhausaufenthalte geprägt
war.
Ich stillte meinen Kleinen noch voll, er wollte einfach nicht essen und nun
musste ich von heute auf morgen ins Krankenhaus und es fühlte sich an, als ob
er mir aus dem Arm gerissen wurde. Und dazu die Angst, ob ich je wieder
gesund werden würde und meine die Kinder aufwachsen sehen kann. Nach
meiner Eierstockentnahme wurde mir noch der Harnleiter verletzt, Urin lief in
meinen Bauch und ich hatte sehr starke Schmerzen. Da man aber noch warten wollte,
bis die endgültigen Laborergebnisse da sind, musste ich das 3 Wochen
aushalten – rückblickend die schlimmsten 3 Wochen in meinem
Leben.
Wie ging es weiter? Welche Therapien/Operationen hast du erhalten?
Die 3 Wochen zwischen der Eierstockentnahme und der großen OP verliefen wie
in Trance. Als feststand, dass es sich um einen Borderlinetumor handelte, war
ich auf der einen Seite natürlich erleichtert, da dies operativ sehr gut zu
behandeln ist. Aber ich hatte auch Angst vor der großen OP. Ich hatte Angst
davor, dass mir alle Fortpflanzungsorgane entnommen werden – ob das der Fall
sein würde, stand vor der OP nämlich noch nicht fest. Man wollte versuchen
,organerhaltend zu operieren, wobei auch immer gesagt wurde: „Sie haben ja
schon 3 Kinder, da können sie ja froh sein.“
Mir wurden schließlich doch beide Eierstöcke, die Gebärmutter, der
Blinddarm und Teile des Bauchnetztes entfernt. Während der OP stellte man
noch fest, dass mein Harnleiter verletzt war und in meinem Bauchraum Urin
gelandet war. Dies wurde direkt mit behoben.
Es gab Nebenwirkungen dieser heftigen OP….
Nach der OP wurde mir direkt eine Östrogensalbe auf den Nachtisch gestellt
und gar nicht viel dazu gesagt. Nur: „Das müssen sie jetzt einmal täglich
anwenden, um Osteoporose vorzubeugen.“ Das klang logisch für mich, also
benutzte ich sie und hatte weiter noch keine Idee welche Konsequenzen so eine
große Operation bedeuten sollte.
Wie hat sich dein Körper durch diese Hormonumstellung verändert?
Mein Körper war von jetzt auf gleich in den Wechseljahren, mit gerade mal
35 Jahren. Die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen blieben aufgrund der
Hormonsalbe aus. Aber ich hatte fortan Schwierigkeiten meinen Urin zu halten,
was mich fertig gemacht hat. Außerdem bin ich vergesslich geworden, habe immer
wieder Schmerzen in den Gelenken, die Haut im Scheidenbereich ist komplett
trocken. Dazu kommen die Vernarbungsschmerzen der OP.
Und dann hast du in der Reha festgestellt, das sich auch deine Klitoris
verändert hat. Was hat es damit auf sich?
Aufgrund der fehlenden Hormonversorgung kommt es zur Scheidenatrophie. Das
heißt, die Haut wird dünner, die Milchsäurebakterien verschwinden und das
saure Milieu ist nicht mehr vorhanden. Außerdem geht die
Speicherfähigkeit der Fettdepots an der Harnröhre verloren, das ist dann auch
der Grund, weshalb ich Schwierigkeiten mit dem Urin halten habe bzw. immer
kleine Mengen verliere und weshalb die Klitoris so geschrumpft ist.
Hattest du damals das Gefühl, du bist gut informiert und aufgeklärt?
Auf keinen Fall. Natürlich wurde ich darauf hingewiesen, dass ich keine
Kinder mehr austragen kann, dass ich ein erhöhtes Risiko besitze für
Osteoporose – aber das war es auch schon. Ich musste mir die Informationen
selber zusammentragen und bin noch nicht am Ende damit. Es ist auch
wahnsinnig schwierig, einen ganzheitlichen Ansprechpartner zu finden, im
Sommer habe ich endlich einen Termin in einer Hormonsprechstunde in der
Uniklinik. Ich bin gespannt und hoffe sehr, einen Ort zu finden, wo ich mich
aufgehoben fühlen kann.
Zur Atrophiebehandlung gibt es eine neue Lasermethode, die sehr
erfolgversprechend, aber nicht von den Krankenkassen getragen werden.
Das Körperliche ist das eine – wie hat deine Seele das alles verdaut?
Es gibt Zeiten, da geht es mir gut und ich habe fast vergessen, was da 2017
über uns alle hereinbrach. Aber dann kommt immer wieder die große
Traurigkeit, nie wieder ein Baby in mir spüren zu können, nie wieder einem
Kind das Leben zu schenken. Ich durfte diese Entscheidung nicht selbst
treffen und das belastet mich immer wieder.
Meine Tochter befindet sich zurzeit in der Pubertät und ihre Menstruation
ist eingesetzt. Das hat mich so aus der Bahn geworfen. Dieses Gefühl nicht,
mehr im Club zu sein. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Körper ist
schon älter als ich es bin.
Ich bin gar nicht der Typ, der sich unterkriegen lässt, sondern stehe immer
wieder auf und schaue nach vorne. Dennoch finde ich so wichtig, die
Traurigkeit aber auch zuzulassen. Leider ist das aber gesellschaftlich ein
schwieriges Thema. Entweder sind Menschen unsicher, weil sie nicht wissen,
wie sie mit einer Krebserkrankung umgehen sollen – oder sie sagen: „Stell
dich nicht so an, du hast ja drei Kinder.“
Wodurch hast du in dieser schweren Zeit Kraft geschöpft?
Ich habe einen unglaublich tollen Mann, der mich in allem unterstützt, der
die schlimme Zeit großartig gemeistert und den Laden hier alleine geschmissen
hat und sich auch noch nebenbei um mich gekümmert hat. Er weiß immer, wie es
mir geht und versteht mich ohne Worte. Im Sommer 2018 haben wir dann noch mal
geheiratet, es war unser Festival der Liebe, ein Familienfestival mit viel
Musik für alle. Und natürlich haben mir meine Kinder viel Kraft gegeben.
Wie geht es dir heute?
Mir geht es wirklich überwiegend sehr gut. Ich habe meinen Weg mit der
Menopause gefunden, habe mich eingerichtet und weiß mittlerweile in welche
Richtung es geht.
Ich habe aber immer noch Sorge, dass es zu einem Rezidiv kommt und bin
jedes Mal unglaublich froh, wenn mein Gynäkologe nichts gefunden hat…
|
Frühe Wechseljahre: Mit 35 kam Steffi in die Menopause | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/frohe-weihnachten-an-euch-alle |
Ihr Lieben, wir wünschen Euch frohe Weihnachten. Ja, dieses Fest in anders.
Vielleicht sehnt Ihr Euch gerade schmerzlich nach den Großeltern, vielleicht
seid Ihr aber auch ganz glücklich damit, weniger Reisestress zu haben als in
den letzten Jahren. Vielleicht seid Ihr müde und angestrengt vom letzten
Jahr, vielleicht voller Hoffnung auf 2021.
Jeder hat dieses Jahr anders lebt, jeder hatte ein anderes Päckchen zu
tragen, jede Familie geht anders mit diesen Herausforderungen um. Das haben
wir ganz deutlich an all Euren Zuschriften, Mails und Kommentaren in den
letzten Monaten gemerkt.
Wir alle haben aber viel gelernt in 2020. Wie begehrt Klopapier und Hefe
sein können, zum Beispiel. Oder dass sich Zoom-Meetings auch herrlich in
Jogginghose machen lassen. Was ein R-Wert ist und die AHA-Regeln. Was Social
distancing, Superspreading und Herdenimmunität bedeuten.
Und vor allem: Wie unglaublich wichtig menschliche Nähe, Umarmungen,
persönliche Treffen sind. Diese lassen sich auf Dauer einfach nicht durch
virtuelle Dates und Telefonate ersetzen….
Heute ist Weihnachten und wir wünschen Euch von Herzen schöne Feiertage.
Ohne Geschwisterstreit, mit herrlichem Essen, mit Ruhe und Entspannung. Zur
Erinnerung: Es muss nicht nonstop wunderbar sein – wenn die Stimmung kippt,
rettet sie mit einem schönen Film. Es muss kein Vier-Gänge-Menü sein, eine
leckere Hauptspeise und Eis zum Nachtisch sind doch total ausreichend. Lasst
Euch nicht unter Druck setzen von perfekten Weihnachtsbäumen, Kindern in
Kleidchen und glücklichen Paaren in den Social Media Kanälen. So ist das
Leben nicht wirklich und das wisst Ihr auch.
Lehnt Euch zurück und seid stolz auf Euch, dass Ihr dieses Jahr gepackt
habt. Wir alle haben viel geleistet und ausgehalten. Darauf stoßen wir heute
mit Euch an. Macht es Euch gemütlich – nicht perfekt.
Frohe Weihnachten, Ihr Lieben!
|
Frohe Weihnachten an Euch alle! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fruehchen-fuer-uns-war-es-ein-alptraum-unser-baby-mitten-in-der-pandemie-zu-bekommen |
Ihr Lieben, Sabrina, 37, bekam mitten in der Coronazeit ihr zweites Kind –
und alles lief anders als erwartet. Ihren Rückblick aufs letzte Jahr
bezeichnet sie gar als Alptraum.
Was ist passiert? Zusammen mit ihrem Mann, 39, und dem sechsjährigen
gemeinsamen Sohn hatten sie sich auf das neue Baby gefreut. Sie hatten sich
extra eine Entbindungsklinik ausgesucht, in der sie nach der Geburt in einem
Familienzimmer genug Zeit und Ruhe gehabt hätten, das neue Familienmitglied
kennenzulernen. Der Papa, der große Bruder, die Mama und das
Baby.
Mitten in der Pandemie kam die Tochter als Frühchen zur Welt
Doch dann kam das kleine Töchterchen am 13.7.2020 zehn Wochen zu früh zur
Welt. Die Geburt war ein Notkaiserschnitt, der Papa durfte nicht mit in den
OP. Sabrina erzählt: „Ich habe Milena im OP zum ersten Mal schreien gehört.
Es war ein so schönes Gefühl!“ Doch dann sah sie nur noch, wie ihre Kleine an
zig Kabel geschlossen und in den Inkubator gelegt wurde. „Sie war so
zerbrechlich, so zierlich und klein“, erzählt die Mama.
Nach der Geburt durfte ihr Mann noch ganze 20 Minuten bei ihr bleiben, bis
1.21 Uhr, dann musste er gehen. Milena kam auf die Intensivstation. „Ich
blieb allein zurück, in meinem Zimmer. Ohne mein Baby, ohne meine Familie.“
Sabrina kämpft. Hält durch. Für sich. Für ihre kleine Familie.
Der Papa durfte das Baby nur 45 Minuten pro Tag sehen
Jeden Tag durfte der Papa sie und ihre Kleine pandemiebedingt zwischen 14
und 18 Uhr nur für 45 Minuten besuchen. Erst am dritten Tag durften sie ihr
Baby zum ersten Mal känguruen. Mit Maske, aber immerhin – mit
Körperkontakt.
In den ganzen ersten acht Wochen durften sowohl Mama als auch Papa ihre
kleine Tochter nur mit Maske sehen. Sabrina sagt: „Ich fühl mich da um die
Zeit beraubt. Durch die Maske war ja kein Kuss möglich oder Ähnliches.“
Die Geschwister lernen sich erst 8 Wochen nach der Geburt kennen
Der große Bruder durfte seine kleine Schwester bis zur Entlassung nicht
kennenlernen. „Er durfte sie nicht einmal für eine Minuten sehen, nicht
einmal aus der Ferne. Uns blieb nur, ihm Fotos zu zeigen.“ Dabei hätte er
sich doch immer so an alle Vorgaben gehalten mit Desinfektionsmittel, Abstand
und Hände waschen. Es reichte nicht und so verpasste er die ersten zwei
Monate im Leben seiner kleinen Schwester. Er hat gelitten. „Jeden Tag hat
unser Sohn geweint, weil er Milena so gern einmal sehen wollte.“
Sabrina hat von anderen Kliniken gehört, in denen das Besuchsrecht etwas
liberaler gehandhabt wurde. Hier habe hatte sie keine Chance, sagt sie. „Ich
bin echt froh, dass unsere Tochter noch ein Baby ist und von all dem nichts
mitbekommt.“
Happy End zu Hause: Die Familie ist vereint
Milenas Start ins Leben als Frühchen war schwer. Mittlerweile entwickelt
sich die Kleine aber richtig gut. Die Familie konnte sich nach dem
Krankenhausaufenthalt endlich kennenlernen und zusammenwachsen. „Wir sind
froh, endlich komplett zu sein“, sagt Sabrina, „und der große Bruder liebt
seine Schwester über alles.“ Vielleicht sogar noch etwas mehr, weil er sie
erst so spät kennenlernen durfte. Die Sehnsucht in dieser Zeit war einfach zu
groß.
|
Frühchen: „Ein Alptraum, unser Baby in der Pandemie zu bekommen“ |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/frueher-waren-die-wehen-kuerzer-aber-das-glueck-nicht-kleiner-lisa-ueber-das-glueck-ueber-ihre-erstgeborene |
Huhu Caro, ich weiß, Du bist
grad internetlos unterwegs, sonst würdest heute sicherlich Du hier etwas
schreiben, denn ICH muss mich ja erstmal von der gestrigen
Kindergeburtstagsparty erholen 😉 Eigentlich jedenfalls. Ich bin noch
etwas schlapp und mein Magen hat die vielen Süßigkeiten irgendwie auch nicht
vertragen, so dass ich hier jetzt etwas wehleidig am Schreibtisch sitze und
eigentlich lieber schlafen würde.
Aber weil ich mit meinem Wehenposting bei Facebook sagenhafte Resonanz
erhalten habe und ich just jetzt gerade bei Spiegel Online einen Artikel zum
Thema gefunden habe, muss ich doch kurz reinhauen, in meine Tasten (ist ja
auch viel schöner, als die Steuererklärung, die hier nach mir ruft, wuhää).
In dem Artikel heißt es nämlich, dass die Eröffnungsphase heute viel länger
dauert als noch in den 60er Jahren! Die erste Phase der Wehen dauert heute
erheblich länger. Bei Erstgebärenden sind das immerhin 2,6 Stunden zusätzlicher
„Arbeit“. Ganz erklären könnne die Wissenschaftler den Unterschied nicht, es
spielen wohl aber auch das Alter und das Gewicht eine Rolle, und beides ist
im Durchschnitt höher geworden. Ein anderer Grund könnte auch der häufige
Einsatz einer PDA sein, die die Geburt eher verlängert.
Nun, nachdem ich all die Leser-Kommentare zur Länge der eigenen Geburten
gelesen habe – wow! – glaube ich auch, dass das wohl wirklich stimmt. Was
habe ich da gelesen? 50 Stunden? 30 Stunden? Ein Wahnsinn. Meinen ganzen
Respekt habt Ihr für diese Leistung. Die Frage ist ja auch, ab wann man
zählt…
Ich dachte morgens um 8 Uhr zum ersten Mal: Irgendwas ist hier grad anders.
Konnte es aber noch nicht richtig beschreiben. Um elf wollte mein Vater mit
mir irgendwo hinfahren und ich blieb in weiser Voraussicht mal lieber zu
Hause, weil irgendetwas rhythmisch war. Ich rief dann auch schon mal meinen
Mann auf der Arbeit an, dass sich womöglich im Laufe des Tages noch etwas
tut… Um 14 Uhr platzte die Fruchtblase. Zu Hause! Ich informierte Hebamme und
Mann. Um 17 Uhr fuhren wir ins Geburtshaus, weil die Wehen heftig wurden. Und
gegen 21 Uhr hätte unser kleines Wunder eigentlich in die Geburtswanne
rutschen sollen. Alles war perfekt, Muttermund vollständig geöffnet, heftige
Presswehen, aber es kam kein Kind. Geburtsstillstand. Um 23 Uhr kam der
Krankenwagen und brachte mich in die Klinik. Die Kleine war nicht zu packen,
also musste ein Kaiserschnitt her, der uns um 0.20 Uhr zu stolzen Eltern
machte…
Sieben Jahre ist das jetzt her. Sieben Jahre, einen Tag und die feste
Überzeugung später, dass uns nichts Besseres hätte passieren können als
dieses Kind zu diesem Zeitpunkt, in dieser Nacht. Wir sind so glücklich und
dankbar. Immer noch und immer mehr.
|
Früher waren die Wehen kürzer. Aber das Glück nicht kleiner... Lisa über
das Glück über ihre Erstgeborene | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fruehgeburt-mein-sohn-kam-mit-570-gramm-auf-die-welt |
Mein Leben verlief genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Behütete Kindheit, Schulabschluss, duales Studium, einen liebevollen Mann,
ein gemeinsames Zuhause und dann war er da – der positive
Schwangerschaftstest! Die Krönung meines Traums vom Leben, den ich mir als
junges Mädchen immer gewünscht hatte.
Es folgte die Bestätigung durch meine Frauenärztin und die nicht in Worte
zu fassende Freude wuchs stetig. Da fiel es schon schwer, die ersten zwölf
Schwangerschaftswochen nichts zu verraten. Aber dafür hatten mein Mann und
ich uns bewusst entschieden. Zu oft und zu nah hatten wir schon miterlebt,
dass das Glück plötzlich in dieser kritischen Phase von der Natur ausgebremst
wurde.
Doch irgendwann war auch diese Wartezeit überstanden und wir teilten unser
Glück mit jedem, der es hören wollte (oder auch nicht). Für zwei Wochen.
Denn dann stand unser Leben plötzlich Kopf! Blutungen!
Der Schock, die Fahrt mit dem Krankenwagen und die nicht enden wollende
Stunde des Wartens, bis wir endlich wussten was Sache ist, werde ich nie
vergessen. Wir hatten Glück. Das „Baby“, denn das war es für uns auch in
diesem Stadium der Schwangerschaft und nicht bloß ein „Fötus“, lebte.
„Plazenta praevia“ lautete die Diagnose, ein paar Tage Krankenhaus, zwei
Wochen schonen und dann sollte alles wieder ganz normal weiterlaufen, so die
Prognose des Arztes.
Doch es kam anders. Aus ein paar Tagen wurden drei Monate stationärer
Krankenhausaufenthalt. Außer Duschen, Toilette und ab und an ein paar
Spazierfahrten im Rollstuhl war Liegen angesagt. Aber das war nicht das
Problem. Das Problem war die Angst, die ständigen nicht enden-wollenden
Komplikationen, das „wir können nichts sagen“ der Ärzte. Es brachte mich
nahezu an meine Belastungsgrenze.
Aussagen wie „Ihr seid doch jung und habt noch Zeit für ein Baby“ oder „Du
musst dich auch mal mit dem Gedanken beschäftigen, dass das Baby es nicht
schafft“ trafen mich mitten ins Herz. Nein, ich wollte, dass dieses Baby lebt
und dafür wollte ich alles in meiner Macht stehende tun. Nur leider stand
ganz im Gegensatz zu meinem bisherigen Leben nicht wirklich viel in meiner
Macht.
Aber wir hielten weiter durch. Den Tag in der 17. Schwangerschaftswoche, an
dem ich wegen eines möglichen Abbruchs kein Abendessen mehr bekam überstanden
wir genauso wie die letzten beiden Wochen vor der Geburt, in denen ich jeden
Morgen nüchtern zum Ultraschall erscheinen musste und immer wieder neu
entschieden wurde, ob wir es noch einen Tag oder ein paar Stunden hinauszögern
konnten.
Dann traten eines Nachts erneut Komplikationen auf und es war besiegelt. In
aller Ruhe sollte die Morgenschicht den Kaiserschnitt vorbereiten. Im
Ultraschall dann die Überraschung: unser Baby, das seit Wochen (nur noch mit
einem Hauch von Fruchtwasser) quer gelegen hatte, was einen T-Kaiserschnitt
bedeutete, hatte sich gedreht. Für mich war es wie ein Zeichen! Und dann
wurde es doch noch ein Wettlauf mit der Zeit. Im CTG fielen die Herztöne
immer wieder ab. Hektik kam auf. Ich hatte Panik. Nein, das durfte nicht
sein. Wir hatten es so lange geschafft. Jetzt durfte es nicht daran
scheitern, dass die Geburt vielleicht zeitlich etwas zu spät stattfand.
Doch die Ärzte gaben alles und es reichte. Mit 30,5 cm und gerade mal 570
Gramm erblickte unser Sohn mit 27+2 Schwangerschaftswochen das Licht der
Welt.
Und von mir fiel alles ab. Mein Körper und ich hatten alles getan, was
möglich war. Und trotzdem war es viel zu wenig, so jedenfalls mein
Gefühl.
Nun lag dieses wirklich zarte kleine Menschenkind, das sich eigentlich in
meinem Bauch noch wochenlang gemütlich hätte ausruhen sollen, dort ganz
allein. Voller Kabel und Schläuche. Ich denke, man muss nicht groß erklären,
was das für eine Mama bedeutet.
Angefeuert durch die Hormone, die eine Geburt so mit sich bringt, konnte
ich nur noch eins – weinen, weinen, weinen und doch war da immer das
unendliche Glück und die Hoffnung auf die gemeinsame Zukunft.
Es folgten Wochen des Aufs und Abs. Jede Bradykardie versetzte mich in
Panik und ich dachte, mein Kind stirbt. Dann kam es zu Infektionen. Tage, an
denen man sich von den Ärzten einen kleinen Hoffnungsschimmer erhoffte und
doch nur hörte „wir müssen abwarten“. Sich am Abend von seinem Baby
verabschieden zu müssen und nicht zu wissen, ob man es jemals lebend
wiedersehen würde, war der pure Horror.
Aber wir hatten sehr großes Glück. Vielleicht der Sechser im Lotto, wie ein
Arzt uns damals sagte. Von all den typischen Komplikationen, die gerade
Extrem-Frühchen, bekommen konnten, blieben wir verschont. Unser Sohn kämpfte
was das Zeug hielt! Und nach zehn Wochen konnte er alleine atmen, seine
Nahrung aus der Flasche trinken und der große Tag war da: Wir durften alle
zusammen nach Hause!
Das war super schön, aufregend und beängstigend zugleich. Bislang hatte mir
doch immer der Monitor gezeigt, ob es meinem Kind gut ging. Würde ich es
bemerken, wenn etwas nicht stimmte? Ich musste erst lernen, mit der Situation
umzugehen und sie einzuschätzen, meinem Mamainstinkt zu vertrauen und die
Angst war zu Beginn nach wie vor mein treuer Begleiter. Die letzten Monate
hatten uns alle geprägt und der Weg in ein „normales“ Leben war gar nicht so
einfach. Doch die Zeit half uns dabei und unser Sohn entwickelte sich, zwar
etwas langsamer als ein reif geborenes Baby, zu einem kleinen fröhlichen
Jungen.
Heute bemerkt man seine Frühgeburtlichkeit nur noch daran, dass er zu klein
und zu leicht für sein Alter ist. Und an den Fragen, die er hierzu stellt.
Von Anfang an haben wir uns dazu entschieden, offen mit diesem Thema
umzugehen. So begann sein Leben und das haben wir in seinem Babyfotoalbum
auch festgehalten.
Als unser Sohn fünf Jahre alt wurde häuften sich die Fragen zu seiner Geburt.
So sehen doch keine Babys aus. Zumindest nicht die Babys, die er bisher
kannte. Und was machten die ganzen Kabel und Schläuche an seinem Körper?
Uns war es wichtig, dieses Thema kindgerecht mit ihm aufzuarbeiten. Deshalb
sahen wir uns nach geeigneter Kinderliteratur zu diesem Thema um. Doch das,
was wir suchten, fanden wir nicht.
Im Nachhinein betrachtet war es auch für mich so etwas wie Verarbeitung des
Erlebten, denn ich setzte mich hin uns schrieb für meinen Sohn (und für meine
Tochter, die drei Jahre später ebenfalls als Frühchen zur Welt kam) ein
Kinderbuch nach meinen Vorstellungen. Neben der Schwangerschaft und Geburt
wird das Leben auf der Intensivstation mit seinen Fachbegriffen im Detail
dargestellt und kindgerecht erklärt. Aber was mir ganz besonders wichtig war:
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Gefühlswelt und warum Frühchen
etwas ganz Besonderes sind und bleiben!
Mit der Veröffentlichung des Buches „Gekämpft! Geschafft! Niklas erklärt
die Frühchen-Welt“ geht für mich ein großer Traum in Erfüllung. Der Traum,
den Kindern, die zu Beginn ihres Lebens schon so kämpfen mussten, zumindest
bei der Aufarbeitung ein bisschen zu helfen.
|
Frühgeburt: Mein Sohn kam mit 570 Gramm auf die Welt | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fruehkindliche-ess-stoerung-mama-peggy-erzaehlt-wie-es-paul-heute-geht |
Viele Monate sind ins Land gegangen, heute möchte ich Euch erzählen, wie es
Paul geht. Vor fast genau einem Jahr gab es hier ein Interview mit mir,
Peggy, über die Essstörung meines fünfjährigen Sohnes. Damals aß er nur
bestimmte Brotsorten, Pudding, Äpfel und Bananen. (HIER das erste Interview
zu der Essstörung) Voller Hoffnung gingen wir damals nach Graz in eine
Klinik, die auf frühkindliche Essstörungen spezialisiert ist.
Wir verließen die Klinik mit wenig Erfolgen. Ich bin daraufhin in ein
tiefes Loch gefallen, um mich abzulenken, habe ich mich in die Arbeit
gestürzt. 2019 war nicht mein Jahr, es hat mir alles sehr stark zusetzt, ich
habe mich selbst, meine Ehe und meine Freunde stark vernachlässigt.
Anfang Januar 2020 habe ich beschlossen, dass nun Schluss ist mit diesen
Selbstzweifeln und Selbstvorwürfen. Ich habe eine Kur für Till, den kleinen
Bruder von Paul, und mich beantragt, um unsere Bindung zu stärken. Till
musste schon immer viel zurück stecken. Paul hat so viel Energie gesaugt, da
blieb oft zu wenig für Till übrig. Wegen Corona musste die Kur nun ausfallen,
aber wir holen das ganz sicher nach.
Wie geht es Paul? Aktuell recht gut. Seine Blutwerte werden alle sechs
Monate im SPZ kontrolliert, zuletzt
war „nur„ der Vitamin D- Wert sehr niedrig, er bekommt weiterhin Movicol.
Paul wächst zu einem schlauen, selbstbewussten Jungen heran und freut sich
unheimlich auf die Schule. Er interessiert sich sehr für Zahlen und
Buchstaben. Er geht regelmäßig zur Ergo und Logopädie. Bei der Ergo liegt
gerade der Fokus auf Vorschularbeit.
Die Esstherapie machen wir seit Graz nicht mehr, einfach um den Fokus nicht
mehr aufs Essen zu lenken. In der Logopädie macht er verschiedene Übung, um
seine Mundmuskulatur zu stärken. Seine Zungenmuskulatur ist schwach, es fällt
ihm schwer zu schnalzen oder aus einem Strohhalm zu trinken bzw. diesen nur
zwischen Zunge und Gaumen festzuhalten. Die Logopädin meinte, dadurch das
Paul nur bestimmte Konsistenzen an Nahrungsmitteln isst, ist die
Zungenmuskulatur nicht so gut ausgebildet.
Sein Würgereflex ist weiterhin sterk vorverlagert, was die Erklärung dafür
ist, dass er viel eher würgen muss als manch anderer, wenn er sich zum
Beispiel nur verschluckt oder hustet. Ich bin so unendlich dankbar dafür das
Paul so tolle, engagierte Therapeutinnen hat, die Mädels machen ein tollen
Job und Paul geht nach knapp drei Jahren immer noch gerne hin. Ich denke, wir
wären heute nicht da wo wir aktuell sind, gerade in Bezug auf Sensorik. Das Anfassen verschiedener Konsistenzen,
von schleimigen, weichen Materialien machen Paul jetzt fast schon Freude.
Trotz der Therapie in Graz hat sich in Bezug aufs Essen nicht viel getan.
In der Kita isst er nach wie vor nur trockenes Brot, zu den Obstpausen Apfel
oder Banane.
Zum Frühstück isst er nur Dinkeltoast mit Schoko Aufstrich. Mittags tauscht
Toast mit Knäckebrot oder Filinchen. Dazu gibt es meist Banane oder Apfel.
Wir haben uns eine Heißluft Popcorn Maschine angeschafft, so dass er auch oft
eine Schüssel Popcorn (naturbelassen/zuckerfrei) zu Mittag isst. Ansonsten
gäbe es alternativ noch Laugenstange oder Dinkelstangen. Er mag auch die
ganze Bandbreite der „frechen Freunde“. Als Corona anfing, habe ich in der
Drogerie alle Tüten davon leer gekauft. Ich hatte tatsächlich Angst, dass wir
ein Problem mit der Nahrungsversorgung bei Paul bekommen könnten….
Zum Abendessen isst er meist einen
Schokopudding. Dieser Pudding ist auch das Einzige, was er mit dem Löffel
isst. Es gibt noch einen anderen Schokopudding aus dem Biomarkt, den er auch
gerne mag, aber diesen isst er nur gedippt mit Dinkelstangen, niemals mit dem
Löffel. Dazu gibt es Knäckebrot, wenn er gut drauf ist, mit Erdbeermarmelade
– aber da muss es auch eine ganz bestimmte Sorte sein.
Manchmal experimentiert Paul auch, letztens zum „Kaffee“ wollte er
Apfelmus, weil sein Bruder das gegessen hat. Würde ich das zum Thema machen,
würde er das neue Lebensmittel sofort ablehnen. Deshalb ist es wichtig, so
eine Seltenheit nicht zu kommentieren. Er wollte Zimt und Zucker dazu, ich habe
ihn machen lassen. Das hat ihm so gut geschmeckt, dass er vier Schüsseln
gegessen hat.
Ich bin mir zu 1000% sicher, das Paul an der seltenen Krankheit SED
(selektive Essstörung) leidet. Leider sind die Forschungen dazu in
Deutschland noch nicht so weit, im englischsprachigen Raum sieht das anders
aus, dort ist SED seit 2013 eine
anerkannte Krankheit.
Ich möchte über diese Krankheit aufklären und so für den Umgang mit
Betroffenen sensibilisieren. Denn: Viele Betroffene ziehen sich später
ziemlich aus dem Sozialen Leben zurück. Sie haben keine Freude daran, mit
Freunden essen zu gehen. Sie wollen nicht mit ihrem Partner kochen, nicht auf
Geschäftsessen gehen. Das alles ist ein Graus für sie und so grenzen sie sich
aus.
SED- Erkrankte werden zurückgewiesen, belächelt, nicht ernst genommen und
das empfinden sie als noch viel schlimmer als die Sache an sich. Ich möchte,
dass (Kinder-) Ärzte darin geschult werden, dass sich Betroffene oder deren
Eltern wahrgenommen fühlen und nicht mit Aussagen wie „das verwächst sich“
oder „ach, das ist doch nur eine Phase“ abgestempelt werden.
Ich versuche Paul zu helfen, in dem ich mich mit seiner Störung auseinander
setze und unsere Freude und Familie seine Krankheit verstehen. Ich will, dass
er sich sicher, akzeptiert und angenommen fühlt.
Ich bin bei meiner Recherche auf einen englischen Psychologen aufmerksam
geworden, der sich auf diese Störung spezialisiert hat. Der Psychologe geht
nicht von einer Essstörung aus, so wie sie bei Anorexie oder Bulimie
vorliegt, sondern er verfolgt den Ansatz, dass es sich bei dieser Störung um
eine Form der Phobie / Angst vorm unbekannten-Essen handelt.
Das könnte Sinn ergeben, weil es bei dieser Essstörung ja nicht darum geht,
dass man eine verzerrte Wahrnehmung seines eigenen Körpers hat (was bei Anorexie
und Bulimie ja zentral ist), sondern der Körper leitet eine Abwehrreaktion
gegen das Essen ein, weil hier eine Fehleinschätzung dahingehend erfolgt,
dass unser Unterbewusstsein das Essen als unsicher einstuft und daher
ablehnt.
Wichtig ist mir noch zu sagen, dass SED-Betroffene nicht in die Enge
getrieben werden wollen. Aussagen wie
„Ach, probiere doch mal“ oder „Das ist soo lecker“ setzt sie enorm unter
Druck. Denn es ist nicht eine Frage des Wollens, sondern des Könnens. Viele
Betroffene können nicht „sichere Lebensmittel“ weder riechen, anfassen,
probieren, schmecken, kauen oder unmöglich schlucken. Sie empfinden Angst,
bekommen Schweißausbrüche, bekommen Panik, müssen würgen oder sich gar
übergeben.
Es zerreißt mich innerlich, dass Paul so empfindet. Als seine
Mutter möchte ich ihm seinen Weg so einfach wie möglich gestalten und ihn
immer unterstützen. Ich weiß, er wird nie ein Gourmet-Koch werden, aber
vielleicht schaffen wir es, dass er mit seiner Störung selbstbewusst und gut
in unserer Gesellschaft leben kann.
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Frühkindliche Ess-Störung: Mama Peggy erzählt, wie es Paul heute geht |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuenf-kinder-job-und-wieder-homeschooling-ich-versuche-nicht-den-verstand-zu-verlieren |
Ihr Lieben, gestern erreichte uns dieser Beitrag unserer Leserin Sabrina,
den wir gern hier mit euch teilen wollen. Uns ist natütlich bewusst, dass es
auch Menschen gibt, die wahnsinnig froh sind, dass nun in Bundesländern wie
NRW mit steigenden Inzidenzwerten keine Schule in Präsenz stattfinden wird.
Trotzdem gibt es auch für sie ja keinerlei Entlastung, was das
Arbeitspensum angeht, dass sie eben neben der Begleitung des
Distanzunterrichts auch noch bewältigen müssen, als wäre nichts. Als gäbe es
keine Pandemie. Als existierten unsere Kinder mit ihren Sorgen, mit ihren
Launen, mit ihren Aufgaben und Fragen nicht. Und genau hier braucht es
Entlastung.
Wir dürfen als Eltern einfach nicht übersehen werden – ganz gleich, ob wir
für oder gegen Schulschließungen sind. Die Mehrfachbelastung drückt sonst zu
viele von uns in die Knie. Hier Sabrinas Appell:
Ihr Lieben, ich würde mich freuen, wenn das Ende der Schulferien und der
„Beginn“ der „Schulzeit“ zum Anlass genommen wird, um die schwierige
Situation der Eltern zu sehen und um uns Gehör zu verschaffen.
Ich möchte für die Rechte meiner Kinder einstehen und mir in der Zukunft
keine Vorwürfe anhören müssen, warum ich nicht für meine Kinder eingestanden
bin. Und auch für meine Rechte als (arbeitende) Mutter. Ich möchte Antworten
auf Fragen zu der (gefühlten) Ungerechtigkeit und Trägheit des
Schulsystems.Ich möchte Verantwortung für das von mir geforderte Tun
übernehmen!!!
Ich wohne in Vaihingen/Enz, bin 35 Jahre alt, verheiratet, Mutter von fünf
Kindern und Juristin.Aufgrund der bevorstehenden Homeschooling-Zeit lag es
mir am Herzen, meinen Frust nicht nur weiter in mich hineinzufressen, sondern
einen Weg zu finden, meine Ängste und Sorgen herauszulassen.Das, was mir in
den Sinn gekommen ist, ist natürlich nur eine Momentaufnahme eines
Tagesabschnitts von mir und wahrscheinlich auch von vielen anderen Eltern.
Ich möchte damit meinen Unmut und mein Leid zum Ausdruck bringen. Ich möchte,
dass der Situation der Familien mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Ich bin Mutter von fünf Kindern zwischen anderthalb und neun Jahren und
arbeite halbtags als Juristin.Meine Kinder können aufgrund eines
Verdachtsfalls nicht in den Kindergarten. Deshalb betreue ich sie zu Hause.
Da ich arbeite, habe ich gestern Abend – nach meiner regulären Arbeit morgens
und meinem normalen Alltag als Mutter – abends noch für den nächsten Tag
vorgearbeitet.
Am Morgen habe ich mit an mir zupfenden Kindern im Home Office noch
weitergearbeitet, damit ich dann, während ich mit den Kindern draußen war,
alles mit meinem Chef telefonisch besprechen konnte. Während ich dann
anschließend die Kinder gebadet habe, habe ich das Badezimmer geputzt.
Jetzt schlafen die Kleinsten, ich setzte mich zu den Größeren und lese eine
Geschichte vor, bevor ich dann Mittagessen machen werde und es in den
normalen Tagesablauf übergeht. Abends werde ich dann wieder nacharbeiten, was
ich heute Morgen nicht geschafft habe.
Zwischendurch versuche ich, nicht den Verstand zu verlieren, weil die ganze
Situation auch mich persönlich als Mensch ohnehin schon belastet. Und dann
will mir jemand noch vorschreiben, dass ich ab Montag auch noch für die
Beschulung meiner größten Kinder verantwortlich sein soll?
Weil nicht genügend Tests beschafft werden konnten? Weil es in einem Jahr
nicht gelungen ist, einen sicheren Arbeits- und Lernplatz für Lehrer und
Schüler zu gestalten? Weil diese Unflexibilität des Systems es nicht zulässt,
dass Lehramtsstudenten, Referendare oder Aushilfslehrer herangezogen werden
um in leerstehenden, momentan ungenutzten Räumlichkeiten, eine einigermaßen
funktionierende Beschulung gestalten zu können? Weil die Ausrede „Wir können
da auch nichts für! Was will man denn machen, wir ändern es ja doch nicht!“
viel einfacher ist, als sich Gedanken zu machen, wie es funktionieren
könnte?!
Mit persönlich geht das eindeutig zu weit und da werde ich mich weigern.
Ich bin nicht dafür zuständig, das auszubaden, was in einem Jahr Corona nicht
geregelt werden konnte.
„Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die volle Verantwortung für
dein Tun übernimmst“ (Dante Alighieri).Mit freundlichen Grüßen,Sabrina
|
5 Kinder, Job & wieder Homeschooling: „Nur nicht den Verstand
verlieren“ |
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Liebe Scarlett, als dein Bruder 16 war, hat er erfahren, dass er nur dein
Halbbruder ist, dass also der Mann, der ihn großzog, nicht sein leiblicher
Vater ist. Wie hat er das erfahren und wie hat er reagiert?
Zunächst muss man sagen, dass wir eine ziemlich große Familie sind. Meine
Mutter lebt mittlerweile in der 6. Ehe. Dass das im Laufe der Jahre kein Spaß
war, wenn man bedenkt, dass sie auch noch etliche Affären nebenbei hatte,
könnt ihr euch sicherlich vorstellen.
An dem Tag, an dem mein Bruder das erfahren hat, ging es mal wieder im
finanzielle Unterstützung. Der „Vater“ zahlte unregelmäßig und hat auch sonst
oft Ärger gemacht. Er hat meine Mama und uns Kinder mehrfach körperlich
attackiert. Diesmal ging es um seinen Zuschuss zu einer Klassenfahrt und der
„Vater“ hat es im Zuge dessen am Telefon einfach rausgeknallt.
Was für ein Mensch muss man sein, um so etwas Wichtiges einfach in seinem
Zorn loszuwerden? Er war ja jahrelang wirklich wie ein Vater – da müsste er
doch eigentlich das Bedürfnis haben, sein Kind zu schützen – auch wenn es nur
auf dem Papier sein Kind ist.
Du sagst, du als Schwester hättest schon länger von dem Familiengeheimnis
gewusst. Wie kam es denn dazu und wie hattest du zuvor auf die Info
reagiert?
Wie schon gesagt: unsere Familie ist groß und nicht ganz konventionell…Ich
wusste es tatsächlich schon eine ganze Weile, weil ich meine Mutter mal am
Telefon belauscht hatte. Und als ich 13 Jahre alt war, hat meine Mutter mir
es auch direkt ins Gesicht gesagt. Ich frage mich, warum sie das getan an.
Warum sie mich als Kind da reingezogen hat….
Was es mit mir gemacht hat? Es war halt einfach so. Wir sind fünf
Geschwister von vier verschiedenen Männern. Ganz platt gesagt, ob es jetzt
der Vater oder der Vater war, war mir damals echt egal. Meine Geschwister
waren meine Geschwister. Es war mir auch immer ziemlich egal, dass sie ja
„nur Halbgeschwister“ sind. Das macht für mich bis heute keinen Unterschied.
Sie sind meine Familie und ich liebe sie bis heute. Wenn man seine
Geschwister füttert, badet, wickelt, sie ins Bett bringt, dann ist es egal,
ob man den gleichen Vater hat.
Wie bist du mit deinem Bruder seit diesem Telefonat umgegangen?
Er tat mir sehr leid. Tut er noch heute. Er hatte das nicht verdient, es
auf diese Weise zu erfahren und ich glaube, dass er sich ziemlich verlassen
und betrogen gefühlt haben muss. Er hat über all die Jahre viel Ablehnung von
seinem „Vater“ gespürt und wusste nie warum. Nun kannte er den Grund. Er muss
viele schreckliche Gedanken in seinem Kopf gehabt haben. Er war wütend,
traurig, enttäuscht.
Das heißt, dass der Vater es von Anfang wusste?
Das glaube ich nicht. Damals haben wir noch viel gefilmt. Ich habe mir die
Aufnahmen angesehen – als mein Bruder noch ein Baby war, sieht man die Freude
des Vaters über seinen Sohn. Ja, man konnte die Liebe wirklich sehen.
Irgendwann veränderte sich das. Ich weiß nicht, ob das mit der Trennung von
meiner Mutter kam oder später. Auf jeden Fall wurde es richtig schlimm,
nachdem er eine neue Frau kennenlernte, die selbst einen etwas älteren Sohn
hatte und meinen Bruder nicht leiden kann.
Es tut mir wirklich leid um meinen Bruder. Ich wünschte mir oft, dass ich
eine bessere Schwester für ihn gewesen wäre.
Welche Erklärungen hat deine Mutter?
Meine Mutter ist ein Kapitel für sich. Sie hatte eine schreckliche
Kindheit, sie ist von ihrem Vater missbraucht und geschlagen worden und das
hat sie nie aufgearbeitet. Das hat sie innerlich kaputt gemacht und zu der
Frau, die sie heute ist.
Ein Teil von mir hasst sie, weil unsere Kindheit schrecklich war. Es war
das pure Chaos. Meine Mutter hat so viel Mist gebaut und ich hoffe, eines
Tages sieht sie das auch ein.
Weiß dein Bruder denn mittlerweile wer sein leiblicher Vater ist?
Nein, der leibliche Vater weiß wohl auch überhaupt nicht, dass es meinen
Bruder gibt. Meine Mutter schweigt bis heute über den leiblichen Vater.
Was hat das alles mit eurer Geschwisterbeziehung gemacht?
Im Laufe der Jahre haben wir alle den Kontakt zu unserer Mutter abgebrochen
und auch der Kontakt unter uns fünfen ist sehr dürftig. Es ist einfach so
viel passiert, es ist einfach schwer. Ich liebe meine Geschwister, aber
irgendwie geht es gerade nicht…
Das muss hart für dich sein…
Ja, das ist es. Ich weine oft. Ich weine um meine Kindheit. Ich wollte
einfach nur ein sicheres, harmonisches Zuhause. Das hatten wir alle nicht.
Und diese Wunde wird nie verheilen, weil wir diese Zeit nicht nachholen
können.
Du bist mittlerweile selbst Mama.
Genau, meine Tochter wird im Dezember sechs Jahre alt, mit ihrem Vater bin
ich nicht mehr zusammen. Aber wir wohnen sehr nah beieinander und leben das
Wechselmodell. Nach allem, was ich
erlebt habe, habe ich mich entschieden, dass sich die Geschichte nicht
wiederholen darf.
Ich war nie verheiratet, wollte nie von jemandem abhängig sein. Ich tue mich
schwer, Männern zu vertrauen. Aber ich tue mein Bestes, um meine Geschichte
zu verarbeiten. Dazu gehört auch, dass ich mich sehr darum bemühe, dass meine
Tochter ihren Papa und mich als gutes Team erlebt. Sie soll immer spüren,
dass wir sie lieben und dass sie gewollt ist. Denn ich weiß, was das mit
Kindern macht, wenn sie genau das nicht spüren….
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Fünf Kinder von vier Männern - Scarlett wuchs im Chaos auf | |
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Das ist die Geschichte von unserem kleinen Kämpfer Tim. Ich möchte auch
gerne unsere Geschichte erzählen, denn wir mussten lernen zu schwimmen – zu
schwimmen zwischen Trauer und Glück.Vor fünf Jahren war unsere Welt noch in
Ordnung. Unsere Welt, das waren mein Mann, unsere bezaubernde Tochter und
ich. Ich war wieder schwanger und wir freuten uns sehr auf unser zweites
Kind.
Ich hatte eine wunderschöne Schwangerschaft, 41 Wochen lang konnte ich
meinen Kleinen spüren. Ich wusste, es ging ihm gut. Alles war vorbereitet und
wir warteten gespannt auf seine Ankunft.
Der Tag, der unser aller Leben für immer veränderte….
Der Tag seiner Geburt sollte ein besonderer Tag werden, der 29. Februar.
Dass dieser eine Tag unser Leben für immer verändern sollte, wussten wir zu
diesem Zeitpunkt nicht. An diesem Tag entschied mein Frauenarzt, dass ich
eingeleitet werde. Die Wehen setzten schnell und heftig ein, so dass ich
meinen Mann anrief, dass er sich auf den Weg machen kann. Gemeinsam betraten
wir den Kreißsaal, wo die Hebamme bereits auf uns wartete.
Die Wehen wurden immer stärker und ich hatte ein komisches Gefühl, das ich
nicht deuten konnte. Ich sagte zu meinem Mann, dass ich das Gefühl hätte, wir
sollten einen Kaiserschnitt machen, weil irgendetwas nicht stimmte. Die
Hebamme redete mir jedoch gut zu, so dass wir uns nur für eine PDA
entschieden. Und plötzlich ging es sehr schnell, die Geburt ging los.
Nach wenigen Presswehen war er da, aber im Kreißsaal blieb es still. Unser
kleiner Kämpfer hat einfach nicht geatmet.
Auch ich kämpfte plötzlich um mein Leben
Sofort rief unser Frauenarzt den Kindernotdienst und orderte eine Ärztin
hinzu. Die Ärzte taten alles, was in ihrer Macht stand, sie haben um unser
Baby gekämpft. Während die Ärzte unser Söhnchen reanimierten und für den
Transport in die nächste Kinderklinik vorbereiten, lag ich bereits im OP,
denn dort kämpften die Ärzte um mein Leben.
Ich bin auf der Intensivstation aufgewacht, angeschlossen an alle möglichen
Geräte – ohne zu wissen, wie es meinem Baby geht. Drei Tage ohne meinen
Jungen vergingen, dann durfte ich ihn endlich sehen. Überall in seinem
kleinen Körper steckten Schläuche und ständig schlug ein Alarm an.Für uns
begann eine schwere Zeit voller Höhen und Tiefen. Denn natürlich klammerten
wir uns an jeden noch so kleinen Strohhalm, jede noch so winzige Verbesserung
des Zustandes führte zu regelrecht euphorischen Glücksmomenten. Umso
schlimmer war dann die Enttäuschung, die Wut, wenn sich sein Zustand
verschlechterte und neue negative Befunde von den behandelnden Ärzten
verkündet wurden. Wir waren plötzlich gezwungen, uns mit dem Tod
auseinanderzusetzen. Mit dem möglichen Tod des eigenen Kindes, für das wir
unser eigenes Leben gegeben hätten – nur, damit es gesund werden würde.
Unser Kind sollte gehen dürfen
Der schlimmste Tag war Tag 5 nach seiner Geburt. An diesem Tag teilten uns
die Ärzte mit, dass es keine Hoffnung mehr für ihn gäbe. Die Gerät sollten
abgeschaltet werden – unser Sohn, unser kleiner Kämpfer, sollte „selbst
entscheiden“, ob er gehen oder bleiben würde. Drei Tage später wurden die
Geräte abgeschaltet und unser Baby begann zu kämpfen.
Lieber Tim, Du wolltest nicht gehen und hast alles versucht, um bei uns zu
bleiben. Die Ärzte haben so mit uns gelitten, weil du so unerbittlich
weiterkämpftest. Du wolltest einfach nicht gehen und musst gespürt haben, was
für eine Lücke du hinterlassen würdest. Acht Stunden haben wir mit dir
gekämpft, gehofft, geweint und dir immer wieder gesagt, dass du gehen darfst…
Du konntest nicht gehen, so lange wir bei dir waren sind. Die Ärzte haben
dich dann auf deinem letzten Weg begleitet. Dann hast du es geschafft und
konntest gehen. Wir haben dich dann das erste und einzige Mal gebadet. Haben
dich hübsch gemacht für deine letzte Reise.Alles, was bisher normal und
lebenswert gewesen war, wurde in diesem Moment außer Kraft gesetzt. Unendliche
Trauer mussten wir bewältigen, manchmal auch die schwerwiegende Schuldfrage.
Eine eindeutige Antwort nach dem Warum gibt es leider bis heute nicht.
Ein Verlust, den man eigentlich nicht überwinden kann
Unser kleiner Kämpfer hat eine Lücke hinterlassen, die kaum wieder zu
schließen ist. Wir blieben zurück und mussten etwas überwinden, das
eigentlich nie zu überwinden ist. Doch genau 13 Monate nach Tims errechneten
Geburtstermin, wurde seine kleine Schwester drei Wochen zu früh auf die Welt
geholt. Und plötzlich bekam das Leben wieder einen neuen Sinn, eine neue
Aufgabe.Der Schmerz wurde dadurch nicht weniger, wir konnten nur etwas besser
mit ihm leben. Und selbst das gelang uns nicht immer. Es gab Momente, in
denen das Leid über den Verlust so groß war, dass wir das Gefühl hatten,
keine Luft mehr zu bekommen.
Die Jahre sind vergangen, Jahre vollgepackt mit Erinnerungen und
Erfahrungen. Trotzdem hatten wir so manches Mal das Gefühl, es wäre erst
gestern gewesen, dass wir dich verloren haben. Und die Erinnerungen an dich
sind sehr lebhaft und präsent, aber es kommen eben auch keine neuen
dazu.
Und dann erfuhren wir abermals von einem unverhofften Wunder, ein kleiner
Bruder kündigte sich an. Die Schwangerschaft war nicht einfach, aber dann war
ein neues Baby da, das unserem Tim so ähnlich sah.
Seit fünf Monaten bestimmt nun auch er unseren Alltag. Manchmal führt das
Glucksen dieses Babys zu einem schlechten Gewissen, dafür, einfach
weitergemacht zu haben. Aber was bleibt uns auch anderes übrig? Die Welt hört
nicht auf, sich zu drehen – auch nach einem Verlust nicht, auch nicht für
uns.Lieber Tim, Du warst der beste Schutzengel für unsere unverhofften
Wunder. Wir sind dir so dankbar, dass du von da oben so gut auf uns aufpasst.
Und ganz leise ist da die Hoffnung, dass da noch etwas kommt nach dem Tod.
Dass eben nicht einfach alles vorbei ist. Dass du irgendwo auf uns wartest.
Die Hoffnung, endlich die Frage nach dem „Warum“ beantwortet zu bekommen. Die
Hoffnung, zu verstehen.
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Fünf Tage nach seiner Geburt mussten wir Tim für immer gehen lassen | |
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Ihr Lieben, wenn eine Schwangerschaft mit Zwillingen beginnt und
schließlich nicht mit zwei Kindern im Arm endet, ist das ein Einschnitt, den
kaum einer nachempfinden kann, der oder die es nicht selbst erlebt hat. Wir
hatten bereits einmal einen Gastbeitrag einer Mutter hier auf dem Blog, die
mit Zwillingen schwanger war und wusste: Nur eines ihrer Kinder wird lebend
zur Welt kommen.
Alexandra, unsere heutige Gastbeitrag-Autorin hat fünf Kinder, darunter
auch Zwillinge. Sie betreut Mehrlings-Eltern und findet: Wir sollten viel
mehr über den Verlust reden, denen Zwillingseltern mitmachen, wenn sich die
Schwangerschaft doch noch anders entwickelt als erwartet. Hier kommt ihr
rührender Beitrag.
"Als die Nachricht auf meinem Handy aufploppt, sitze ich am
Küchentisch. Der Mittlere malt ein Bild. Aus dem Zimmer der Ältesten dröhnt
Musik. Sie tanzt. Irgendwo im Flur streiten die Zwillinge um ein Auto.
„Ich werde eure WhatsApp-Gruppe nun verlassen müssen. War gerade beim
Ultraschall. Eines der Babys ist tot. Das Herz schlägt nicht mehr. Dem
zweiten geht es gut. Ich bin so traurig.“
Ich lese die Nachricht. Wieder und wieder …werde eure Gruppe nun verlassen
müssen… eines der Babys ist tot…das Herz schlägt nicht mehr…dem zweiten geht
es gut…ich bin so traurig…“
Mein Finger schwebt über den Buchstaben. Ich möchte antworten. Irgendetwas
sagen, dass den Schmerz der Mama lindert, die diese Worte verfasst hat. Irgendetwas
hoffnungsvolles. Oder Anteil nehmendes. Oder Mut machendes.
Irgendetwas, das ihr zeigt, dass sie nicht allein ist mit dieser verdammten
Diagnose, mit ihrer Trauer und ihrem großen Verlust. Und mit dem was nun
kommt. Ich tippe fünf Worte. „Du wirst immer Zwillingsmama bleiben.“
Und ich weiß, dass das stimmt. Und gleichzeitig stimmt es nicht.
Denn Anke (und sie könnte auch Tanja, Mirja, Swetlana oder Ina heißen) wird
in einigen Wochen Mutter. Sie bekommt ihr Baby in den Arm gelegt. Sie wird es
riechen und fühlen und küssen und herzen. Sie wird lernen zu stillen. Oder
auch nicht. Sie wird die ersten kleinen Spaziergänge mit dem Kinderwagen
unternehmen.
Sie wird sich mit anderen Mamas treffen, wird mit wenig Schlaf auskommen,
wird Windeln wechseln und winzige Finger streicheln, wird vorsingen und an
Grenzen stoßen, wird viele neue Erfahrungen machen und jeden Tag mehr
hineinwachsen in ihre neue Rolle.
Sie wird glücklich sein. So verdammt glücklich! Und sie wird trauern. Denn
egal, was passiert, egal, ob ihr Baby das erste wundervolle Lächeln lächelt,
ob es krabbeln lernt oder plötzlich Bauklötze stapeln kann, ob es vor Freude
quietschend einen vorbeilaufenden Hund bestaunt oder ihre Zeit stehen bleibt,
wenn es friedlich auf ihrer Brust eingeschlafen ist – mein Gott – es wird
immer etwas fehlen!
Ein Platz wird leer bleiben. Im Auto. In der Wiege. Im Zwillingswagen, den
sie nun nicht mehr braucht. Und in ihren Armen.
Und darüber wird sie wahrscheinlich weinen. Aber wahrscheinlich nur ganz
allein. Nur für sich. Und wahrscheinlich auch nur, wenn es niemand
sieht.
Ich lese noch einmal. „…das Herz schlägt nicht mehr… dem Zweiten geht es
gut…Ich bin so traurig…“ Ja. So ist es. Genau so. Und so wird es immer
bleiben. Anke hat ein Kind verloren. Und sie wird ein Kind gebären. Sie wird
immer Zwillingsmama sein. Und sie wird es nicht sein. So ist das also. Und
daran wird nicht einmal die Zeit etwas ändern.
Und auch kein Blick in irgendwelche Statistiken, die besagen, wie viele der
ursprünglichen Zwillingsschwangerschaften mit der Geburt von nur einem
Säugling enden. Meist bildet sich der verlorene Zwilling zurück, verschmilzt
mit der Plazenta. Manchmal völlig unbemerkt von den Eltern und Ärzten. Aber
oft eben auch erst zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft. Wie bei
Anke. Und dann wird es gruselig.
Ihre Zwillinge waren real. Sie hat ein Ultraschallbild in der Hand
gehalten, auf der zwei Fruchthöhlen zu sehen waren. Und dann, ein paar Tage
später, hat sie beide Herzchen schlagen sehen. Wieder ein paar Tage später
paddelten in den Fruchtblasen dann zwei Miniastronauten. Mit allem was
dazugehört. Händchen. Beinchen. Hoffnung.
Und nun das. „…eines der Babys ist tot. Das Herz schlägt nicht mehr. Dem
zweiten geht es gut…“ Ich spüre die Wucht und Endgültigkeit, die in jedem der
Worte steckt. Ich höre meine Jungs vor der Tür krakeelen – diesmal geht es um
das BLAUE!! Bobbycar – und denke mir: „Was wäre, wenn einer…?!“
Ich kann den Satz nicht einmal theoretisch zu Ende denken. Dabei bringen
mich meine fünf Chaoten und insbesondere das Doppelpack mindestens einmal
täglich an den Rand der Fassungslosigkeit. Ein Mädchen. Vier Jungs. 12. 10.
4. Und doppelt 1. Zwischen dem „Pubertier“ und dem Vierjährigen haben wir in
der 15. Woche ein Kind verloren. Ein Mädchen.
Wir haben die kleine Maus, die wir so ersehnt haben und die für uns so viel
mehr war, als ein 12-Zentimeter-Wunsch mit Armen und Beinen, beerdigt, auf
einem Sammelbegräbnisfeld der Kirchengemeinde unserer Stadt. Hätte sie uns
nicht verlassen, hätten wir den Mittleren, der hier immer noch sitzt und
malt, nicht. Dann wäre alles anders. Kein bisschen besser. Aber nicht so wie
jetzt.
Noch etwas kommt mir in den Sinn. Jede Zwillingsmama wird diesen kurzen
Schreckmoment kennen, in dem der Arzt sagt: „Da ist ja noch eins!“ Diese
Minuten der Panik, der Fragen und – so beschreiben es viele Eltern in unseren
Kursen – des Schocks.
Früher oder später kommt die unfassbare Freude über das doppelte Glück.
Früher oder später ist die Botschaft „Ihr bekommt Zwillinge!“ im Herzen
angekommen. Dann IST das so. Dann SIND da zwei Kinder und nicht eins. Und
dann erscheint es wenig hilfreich, den Eltern irgendwelche Zahlen vorzubeten,
die berechnen, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich es war, am Ende auch
zwei Kinder in die Arme zu schließen.
Verdammt noch mal! Diese Eltern müssen nicht an ihr Glück erinnert werden,
IMMERHIN NOCH EIN wunderhübsches und perfektes Baby zur Welt gebracht zu
haben. Das spüren sie schon selbst beim ersten Blick. Und das wäre auch
ziemlich mies, den beiden Geschwistern gegenüber. Dem, der gegangen ist. Und
dem, der noch übrig ist, auch.
Diese Eltern müssen nicht daran erinnert werden, stolz zu sein. Und
dankbar. Und liebend. Und zufrieden. Sie sind Eltern! Das alles passiert von
ganz allein.
Nein. Sie müssen auf ein sensibles Umfeld treffen, dass ihnen sagt: „Alles
was ihr nun fühlt, von größtem Glück bis tiefster Trauer, ist ok.“ Sie müssen
auf ein Umfeld treffen, das ungeborene Kinder – egal welcher Anzahl! – nicht
erst ab einer gewissen Schwangerschaftswoche als „real“ und „betrauernswert“
erachten.
Auf Angehörige, Freunde, Ärzte, Hebammen und Nachbarn, die nicht sagen „Du
hast ja noch das eine…“, sondern die fragen: „Wie fühlst Du Dich? Können wir
etwas für dich tun?“ Auf Menschen, die einfach mal sagen: „Das tut mir leid.
Ich fühle mit Dir.“
Denn wann, liebe Mamas da draußen, ist ein Kind ein Kind? Mit acht Wochen?
Mit 12? Mit 34? Oder vom positiven Schwangerschaftstest an? Wann, liebe
Mütter und Väter, hat eine andere Mutter und ein anderer Vater das Recht,
über den riesigen Verlust eines winzigen Traums zu weinen? Richtig. Immer!
Und zwar immer dann, wenn den verwaisten Eltern danach ist. Wer von uns hat
das Recht, Anke nun an ihre Dankbarkeit zu erinnern, sie zu Tapferkeit und
Freude zu ermahnen? Auch richtig: Niemand.
Anke hat ein Baby verloren. So wie Tanja. Und Swetlana. Und Anna. Und Ina.
Dem anderen geht es gut. Hoffen wir, dass sie in diesen schrecklichen Stunden
nicht allein ist mit der herzzerreißenden Nachricht ist. Anke hat ein Kind
verloren. Es wird in ihr bleiben, bis das zweite zur Welt kommt. Es wird mit
seinem Geschwisterchen geboren. Und es wird fehlen. Ganz gleich was
geschieht.
Schreiben wir an Anke. Und sagen ihr, wie leid uns tut, was sie erleben
muss. Sie. Und viele andere Mamas und Papas, die eines für immer bleiben
werden: Zwillingseltern."
Foto: pixabay
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Über die Autorin und "extrakind"
Alexandra, die Autorin dieses Gastbeitrages ist 38 Jahre alt und Mama von
fünf Kindern. Einem Mädchen. Und vier Jungs. 12. 10. 4. Und doppelt 1. Sie
hat mit extrakind ein Kompetenzzentrum für Zwillings- und Drillingseltern
aufgebaut. Zusammen mit erfahrenen Kliniken vor Ort bereitet extrakind Mütter
und Väter in Hannover, Coesfeld oder Essen auf die Geburt vor.
Je tiefer Alexandra in die Thematik eintaucht, desto vielschichtiger werden
auch die Themen, mit denen sie zu tun hat. Sie schreibt: „Hinter jeder
Anmeldung, jedem Seminar und jedem Workshop stehen individuelle glückliche
und traurige Geschichten, stehen Menschen, stehen Eltern. Wir möchten
Ansprechpartner für alle sein – ganz gleich, wie viele Babys den Mamas und
Papas letztlich in den Arm gelegt werden.“
Und weiter: „Eine Fehlgeburt ist immer schlimm. Aber sie hat in zwischen
zumindest eine gewisse Akzeptanz in unserer Gesellschaft. Eine Fehl- oder
Totgeburt eines Zwillings nicht. Denn schließlich ist die Mama, der das
passiert, so die leider weit verbreitete Ansicht, ja noch schwanger. Soll sie
sich freuen, heißt es dann. Darüber müssen wir sprechen.“
Wovon sie in ihrem Alltag noch zu hören bekommt? Zum Beispiel so
etwas:
· Von Beschäftigungsverboten, die
aufgehoben werden, weil „ja jetzt keine Risikoschwangerschaft mehr
vorliegt“.
· Von Ärzten, die schlecht schallen und
die Mütter und Väter eine Woche in dem Glauben lassen, eines ihrer Kinder sei
verstorben, obwohl das gar nicht stimmt.
· Von Drillingen, bei denen Mediziner
vorschlagen, mindestens ein Kind „wegzumachen“, um den anderen weniger Risiko
zuzumuten
Ist euch so etwas auch passiert? Schreibt uns gern eine Nachricht, denn
darüber sollte nun wirklich nicht länger geschwiegen werden.
Foto: privat
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Für immer Zwillingsmama! Von Freude und Trauer, wenn nur ein Zwilling
lebend zur Welt kommt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuer-kleine-baumeister-kreative-und-nachhaltige-baumodelle-von-maurer-max |
Ihr Lieben, wir freuen uns ja immer über neue Bastel-und Spielideen für
unsere Kinder – und Ihr sicher auch. Schließlich sind die Kinder ja immer
noch alle viel zuHause, viele Hobbys können nicht stattfinden. Wir stellen
Euch heute etwas vor, das garantiert gegen „Laaaaaangweeeeeilig“-Rufe hilft,
denn es wird Euren Kindern sehr sehr viel Spaß machen. Die Bau-Modelle von
Maurer Max fördern nämlich die Kreativität und das handwerkliche Geschick,
erfordern aber auch Ausdauer. Wir sind begeistert, daher freuen wir uns sehr,
dass wir an Euch vier Modelle verlosen dürfen. Aber zuerst einmal alle Infos
zu den tollen Bau-Modellen:
Lieber Damir, heute gehts um die tollen Bau-Modelle von Maurer Max. Erzähl
mal, wie genau Eure Baumodelle funktionieren?
Die Modelle bestehen aus 70 bis 150 Holzelementen, die nach einem genauen
Schema zusammengesetzt und mit einem ökologischem Holzleim auf Wasserbasis
miteinander verklebt werden. Im Verkauf in Deutschland (über amazon) haben
wir aktuell vier Modelle (Carport, Gartenhäuschen, Ferienhaus, Berghütte). es
werden aber in diesem Jahr noch bis zu 15 weitere Modelle folgen. Geplant
sind Leuchtturm, Ritterturm, Kirche, Feuerwehrgebäude, Wassermühle,
Bahnhofsgebäude, Haus mit Etage und Balkon etc.
Für welches Alter sind die Baumodelle geeignet? Müssen Eltern da viel
unterstützen?
Die Modelle sind für Kinder ab 5 Jahren geeignet. Ab einem Alter von 7
Jahren können die Kinder die kleineren Modelle meistens ohne die Hilfe der
Eltern zusammensetzen. Besonders, wenn das Kind das zweite oder dritte Modell
zusammenbaut, weiß es meistens schon wie es funktioniert und kann es dann
ohne Hilfe Erwachsener zusammenbauen
Euch ist Nachhaltigkeit ganz wichtig. Bitte erzähle etwas über die
Materialien.
Die Maurer Max Modelle werden alle in Kroatien aus europäischen Hölzern
(Erle und Pappel) gefertigt. Die Holzelemente werden aus den Holzresten einer
Möbelproduktion gefertigt. Wir kaufen da praktisch die Reste auf und
verarbeiten sie dann weiter zu den Maurer Max Modellen. Maurer Max ist
praktisch ein upcycling von Holzresten.
Welche Talente werden durch Eure Baumodelle gefördert?
Es werden verschiedene Talente gefördert. Konzentration und präzises
Arbeiten sind besonders wichtig. Die Kinder lernen so, dass man einmal
Gebautes und Geklebtes nicht mehr rückgängig machen kann und werden dadurch
zu noch mehr Konzentration und Präzision motiviert. Kreativität wird auch
sehr stark gefördert. Zwar wird durch die Bauanleitung das Aussehen des
Modells vorgegeben, aber danach können die Modelle beliebig angemalt werden
und im Kinderzimmer mit den anderen Spielsachen integriert werden. Das
Tolle ist auch, dass die Kids realitätsnahe Gebäude selber bauen können und
sich dadurch schon mal wie kleine Baumeister fühlen können. Jedes Kind, das
ein Maurer Max Modell gebaut hat, platzt vor Stolz.
Wenn du Maurer Max mit drei Worten beschreiben müsstest – welche wären
das?
Kreativität, Vielseitigkeit und Kinderspaß.
Warum sind die Produkte auch ideale Geschenke für Kinder?
Die Maurer Max Modelle sind anders als die Standardspielsachen aus
Plastik. Sie wecken bei den Kindern die Neugier und das Interesse mal
was anderes auszuprobieren. Hinzu kommt, dass Holz ein schönes, natürliches
und edles Material ist im Vergleich zu Kunststoffprodukten. Das Tolle bei
Maurer Max ist, dass die Kinder mit einem Modell sehr lange beschäftigt sind.
Das Zusammenbauen dauert 1-2 Stunden. Dann kommt das Bemalen hinzu, das auch
noch einmal 1-2 Std. dauern kann und danach natürlich das Spielen. Die Kinder
sind also über einen relativ langen Zeitraum mit etwas sinnvollem
beschäftigt. Vorallem in der aktuellen Zeit, wo die Kinder viel zu Hause
sind, ist es eine super Beschäftigungsmöglichkeit.
Wenn Ihr jetzt eins der tollen Modelle gewinnen wollt, geht bitte HIER auf
die Seite, sucht Euch Euer Wunschmodelll aus und schreibt es uns in die
Kommentare. Das Los entscheidet dann. VIEL GLÜCK!
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Für kleine Baumeister: Kreative und nachhaltige Baumodelle von Maurer Max |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuer-mich-waren-die-kaiserschnitte-freudige-erlebnisse-ein-mutmachender-gastbeitrag |
Die Tränen flossen. Ich saß
im Geburtsvorbereitungskurs, schwanger mit meinen Zwillingen, und weinte. Es
ging um das Thema Kaiserschnitt, und ich wusste, dass ich mit großer
Wahrscheinlichkeit einen Kaiserschnitt haben würde. "Geburtsunmögliche
Lage", hatte der Chefarzt der Uniklinik gesagt. "Niemand in
Deutschland wird Sie mit dieser Lage spontan entbinden." Die Zwillinge
lagen wie Yin und Yang ineinander verschlungen. Dabei hatte ich mir doch so
sehr gewünscht, sie spontan auf die Welt bringen zu können.
Ein paar Wochen später flossen
wieder Tränen. Doch diesmal waren es Tränen der Rührung und des Glücks. Die
Tränen flossen einige Tage nach der Geburt der Zwillinge. Ich musste noch
einmal in den Kreißsaalbereich, um ein Formular unterschreiben zu lassen. Als
ich diesen Bereich des Krankenhauses wieder betrat, wurde ich geflutet von
Gefühlen. Hier hatte ich meine Kinder zur Welt gebracht. Hier hatten meine
Wunder das Licht der Welt erblickt. Per Kaiserschnitt. Der Kaiserschnitt war
für mich ein so gutes Erlebnis, eine so runde Sache, dass ich beim Rückblick
darauf Tränen des Glücks weinte.
Woran lag es, dass ich dieses
Erlebnis als gut empfunden habe? Ich hatte mehrere Wochen Zeit gehabt, um
mich auf den Kaiserschnitt einzustellen. Ich habe generell keine Angst vor
Ärzten, Krankenhäusern, Operationen und Narkosen. Das OP-Team war klasse. Ich
fühlte mich gut betreut, als werdende Mutter ernst genommen und insgesamt gut
aufgehoben. Die Anästhesistin stand mir die ganze Zeit bei uns, gab mir
Sicherheit. Der Chefarzt leitete die Operation kompetent und vertrauenserweckend
nach der sanften Misgav-Lagach Methode. Die ganze Atmosphäre im OP war so
entspannt, wie das bei einer Operation nur sein kann.
Ihr bekommt einen Kaiserschnitt? Nicht traurig sein – auch das können
wunderschöne Geburten werden
Die Kinder wurden mir nach der Entbindung gezeigt, dann kurz von den
Kinderärzten versorgt und wieder zu mir gebracht. Meine Tochter konnte ich
direkt nach der OP im Kreißsaal anlegen und stundenlang mit ihr kuscheln.
Mein Sohn musste zunächst noch mal in ärztliche Betreuung, bevor er zu uns
zum Kuscheln und Stillen kommen durfte. Schön war auch, dass die Kinder durch
einen Blasensprung circa drei Wochen vor dem geplanten Kaiserschnitttermin
die Geburt ins Rollen gebracht hatten. Sie hatten selbst ihren Geburtstermin
bestimmt. Ich hatte mehrere Stunden Wehen gehabt. Es war aufregend gewesen,
nach dem Blasensprung ins Krankenhaus zu fahren. Es war für mich so näher
dran an einer spontanen Geburt als ein Kaiserschnitt am geplanten
Termin.
Am Tag nach dem Kaiserschnitt konnte
ich bereits aufstehen und mit einer Physiotherapeutin sanfte Übungen machen.
Echte Schmerzen hatte ich nur am Tag nach der Operation. Und auch diese
wurden durch Schmerzmittel gut gedämpft. Insgesamt war ich sehr schnell
wieder fit. Stillen konnte ich vom ersten Tag an. Die Schmerzen des ersten
Tages, vor allem beim Aufsetzen und Aufstehen, will ich aber nicht verhehlen.
Das ist fies. Und ich kenne Frauen, die deutlich länger körperlich unter den
Folgen eines Kaiserschnitts gelitten haben. Eventuell hatte ich Glück, dass
ich diese Operation gut "vertragen" habe. Oder sie wurde an meiner
Uniklinik besonders gut durchgeführt. ZB. war die Narbe nach einigen Wochen
kaum noch sichtbar.
Dieser erste Kaiserschnitt war ein
so gutes Erlebnis, dass ich mich bei meiner zweiten Schwangerschaft, diesmal
mit einem Kind, bewusst für einen Kaiserschnitt entschieden habe. Zwar war es
kein "Wunschkaiserschnitt". Denn es gab zwei medizinische
Indikationen für einen Kaiserschnitt (der vorausgegangene Kaiserschnitt und
die Größe des Kindes).
Ich habe mir während der Schwangerschaft viele Gedanken über die Geburt
gemacht und innerlich immer zum Kaiserschnitt geneigt. Trotzdem habe ich
intensive Gespräche mit der Hebamme und drei Ärzten dazu geführt. Ich habe
auch noch mal einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, um nicht automatisch
auf den Kaiserschnitt zuzusteuern. Aber das innere Gefühl blieb bestehen: Ich
möchte wieder per Kaiserschnitt entbinden.
So funktioniert eine Kaisergeburt
Diesmal bot die Uniklinik mir sogar den Weg einer "Kaisergeburt"
an. Das ist ein Kaiserschnitt, bei dem man versucht, einer spontanen
Entbindung möglichst nahe zu kommen. Dabei wird das Tuch vor dem Kopf der
Mutter im Moment der Entbindung etwas abgesenkt, so dass die Mutter sehen
kann, wie das Kind entwickelt wird. Man sieht nicht den Schnitt, da ist der
dicke Bauch davor.
Ich fand es spannend und schön, zu sehen, wie meine Tochter aus mir heraus
gehoben wird. Sie kam danach direkt zu meinem Mann und mir zum Kuscheln.
Wieder war die Atmosphäre im OP gelöst, wir haben sogar gescherzt und ich
fühlte mich wieder rund um gut betreut. Als wir erfuhren, dass unsere Tochter
mit über 4600 g noch schwerer als erwartet war, waren wir sehr froh, diesen
Weg gewählt zu haben. Wieder hatte das Kind durch einen Blasensprung vor dem
geplanten Kaiserschnitttermin seinen Weg in die Welt selbst in die Hand
genommen. Wieder hatte das Kind (und ich!) mehrere Stunden Wehen erlebt vor
der Operation.
Ich habe riesigen Respekt vor
Frauen, die spontan entbinden. Die wenigen Stunden Wehen, die ich erlebt
habe, haben mir einen winzigen Vorgeschmack dessen gegeben, was sie
durchgestanden haben. Ich finde auch nach wie vor, dass die spontane
Entbindung das Natürlichste der Welt ist. Allerdings habe ich durch meine
positiven Kaiserschnitterlebnisse meine Ansicht zum Kaiserschnitt geändert.
Für mich war es die richtige und sogar eine sehr gute Geburtsmethode. Wir
sind rundum zufrieden und Blicken voller Freude auf die Geburten zurück. Die
Kaiserschnitte waren für mich auch nicht nur ein notwendiges Übel, sondern
ein wirklich freudiges Erlebnis. Eben die Geburten meiner Kinder. Ich finde
deshalb auch den Begriff "Kaisergeburt" angemessen. Denn es
ist viel mehr als ein Schnitt, es ist eine Geburt.
Ich wünsche allen, die einen
Kaiserschnitt haben müssen oder haben möchten, dass sie ein ebenso gutes
Erlebnis haben.
Zum Weiterlesen: Gastbeitrag von Ute – Wie ich nach zwei Kaiserschnitten
eine Hausgeburt erlebte.
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"Für mich waren die Kaiserschnitte freudige Erlebnisse!" Ein
mutmachender Gastbeitrag | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/fuer-silvester-jahreshoroskop-zum-selbst-ausdrucken |
Ihr Lieben, ich weiß nicht,
ob ihr auch mit Kindern ins Neue Jahr feiert – wir tun das aber! Und damit es
nicht langweilig wird, haben wir uns ECHT viele Spiele und Sachen
ausgedacht.
Eine davon ist, dass die große Tochter und ich uns diese Sätze hier
ausgedacht haben. Wir hatten damit bereits im letzten jahr solchen
Spaß, dass wir sie in diesem Jahr auf JEDEN Fall nochmal ausdrucken und
wieder neu mischen. Ihr braucht einfach drei Schälchen, in denen ihr die
einzelnen Zettelstreifen zu Beruflich, Privat und Gesundheit/Freizeit mischt.
Jeder Gast zieht aus jedem Schälchen einen Zettel. Dann wird reihum
vorgelesen… VIEL SPASS dabei. Das Neue Jahr kann nur gut werden…
Beruflich
Lassen Sie die Chancen, die sich für Sie ergeben nicht ungenutzt.
Sie erleben zwischen April und Juni die absolute Hoch-Phase im Job oder in
der Schule – mit vielen Erfolgen.
Für Sie wird sich eine sehr spannende neue Chance ergeben – vielleicht
sogar eine neue Schule oder ein neuer Arbeitsplatz
Ihr Job/ihre Schule fordert Sie nicht mehr so besonders. Sie werden sich
stattdessen ein (vermutlich ehrenamtliches) neues Projekt suchen, das Ihnen
gut tun wird.
Ein Kollege oder eine Kollegin, die Ihnen schon lang ein Dorn im Auge ist,
wird sich endlich aus Ihrem Umfeld verabschieden.
Ein neuer Vorgesetzter wird sie so richtig gut motivieren. Plötzlich macht
alles wieder mehr Spaß.
Sie werden unerwartet befördert.
Für Sie steht Mitte des Jahres eine große Veränderung im Job/in der Schule
an.
Eine lang gehegte Idee wird endlich zum Erfolg.
In diesem Jahr schaffen Sie mit viel weniger Aufwand viel mehr als in den
Jahren zuvor.
Endlich hört der große Stress auf und Sie können die Früchte der Saat der
letzten Jahre ernten.
Es steht beruflich/schulisch etwas ganz, ganz Neues an, das Sie fordern,
aber nicht überfordern wird.
Sie sind beruflich/schulisch voll im Flow. Ihre Kollegen/Mitschüler
beneiden Sie.
Bei Ihren Erfolgen im nächsten Jahr wird anderen schon beim Zugucken
schwindelig. Bitte nicht abheben!
Ihr Umfeld pusht Sie in ungeahnte Höhen.
Privat
Sie werden sich nochmal neu verlieben.
Ihre Ausstrahlung ist phänomenal und das werden nicht nur viele
Außenstehende merken – sondern es Ihnen auch offensiv mitteilen.
Geben Sie sich einen Ruck und gehen Sie mal wieder ausgiebig feiern. Sie
werden merken, wie gut Ihnen das tut.
Ein Mensch wird Ihnen den Kopf verdrehen. Für Singles heißt das: Es kann
heiß her gehen. Für Vergebene wird das Feuer, das lodert, wohl im Verborgenen
bleiben. Vorsicht! Verbrennen Sie sich dabei nicht die Finger.
Es wird einen heimlichen Verehrer bzw. eine heimliche Verehrerin in Ihr
Leben treten…
Ihre Familie hält in diesem Jahr eine Wahnsinns-Überraschung für Sie
bereit.
Auf einer Hochzeit werden Sie den unvergesslichsten Abend des Jahres
erleben.
Ihre Wohnsituation wird sich maßgeblich verändern. Eine Herausforderung,
der Sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegensehen.
Ein wunderbarer Mensch tritt in Ihr Leben und wird Ihnen so schnell so nah
sein, als hätte es nie ein Leben ohne sie oder ihn gegeben.
Sie werden sehr viel mehr Zeit mit Ihren Freunden verbringen als im letzten
Jahr.
Ein Nachbarschaftstreffen wird Ihnen die Augen öffnen.
Durch ein unverhofftes Treffen wird bei Ihnen eine ganz neue Leidenschaft
entfacht.
Die Fahrt in eine andere Stadt hält für Sie unglaublich tiefgehende und
gute Gespräche bereit.
Gesundheit/Freizeit
Für Sie steht eine abenteuerliche Reise an.
Sie werden ein neues Hobby für sich entdecken, das Ihnen in allen
Lebensbereichen positive Impulse geben wird.
Das nächste Jahr wir IHR Jahr. Sie fühlen sich fit wie lange nicht.
Sie werden etwas ganz Neues für sich entdecken, in dem Sie sehr erfolgreich
werden…
Sie werden an einen Ort kommen, an dem Sie noch nie waren, zu dem Sie aber
unbedingt noch einmal zurückkehren möchten.
Gesundheitliche Einschränkungen, die Ihnen 2018 erschwert haben, werden
sich in Luft auflösen.
Das nächste Jahr ist das Jahr, in dem Sie sich in Ihrer Haut endlich mal
wieder rundum wohlfühlen werden.
Ihre Fitness wird auf den Prüfstand gestellt, ein paar Stellschrauben
werden gedreht – und schon wird sich einiges verändern.
Sie fühlen sich ab dem Frühling stark wie ein Baum und bleiben trotzdem
innerlich beweglich.
Ein unerwarteter Geldsegen steht Mitte des Jahres vor der Tür.
Ein Fest wird Ihre Sicht auf die Dinge nachhaltig verändern.
Sie werden all Ihren Mut zusammennehmen, um etwas auszuprobieren, was Sie
noch nie getan haben. Dass Sie es schaffen, wird Ihnen ganz neue Kraft
geben.
Ein Lied/ein Musikstück wird Sie unerwartet emotional werden lassen.
Nie hätten Sie gedacht, dass Ihnen das mall passieren könnte, aber 2019
steht es an. Etwas, das Sie von sich selbst nicht erwartet hätten.
Das nächste Jahr ist für Sie das Jahr der Dankbarkeit. Sie können fast körperlich
spüren, welches Glück Sie im Leben haben.
Foto: pixabay
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Für Silvester: Jahreshoroskop zum Selbst Ausdrucken! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-aber-du-liebst-deinen-mann-doch-nicht-mehr-als-deine-kinder |
Ihr Lieben, heute gibt es mal
wieder einen Gedanken, die sich wohl viele machen. Ich erinnerte mich beim
Lesen an das tolle Buch "Böse Mütter" von Ayelet Waldman (Dringende
Lese-Empfehlung), die einmal in einer Kolumne geschrieben hatte, dass sie
ihren Mann mehr liebe, als ihre Kinder – was zu heftigsten Reaktionen in den
USA führte… bis hin zu Morddrohungen… Liebe Vanessa, ich hoffe, unsere Leser
sind gnädiger mit Dir 🙂 So wie auch Deine Einstellung ja keine ganz
so polarisierende ist wie die der amerkianischen Autorin. Aber lest
selbst.
„Aber Du liebst Deinen Mann doch nicht mehr als Deine Kinder?“ ist eine der
Fragen, die der Ein oder Andere sicher schon gehört hat. Ich auch. Und ich
habe darüber nachgedacht und diskutiert. Und ich habe mich gefragt: Wie ist
das denn jetzt mit der Quantität und Qualität unserer Liebe? Wen liebt man
denn jetzt am meisten und am besten? Die Kinder? Den Partner? Das erste Kind?
Das zweite Kind? Das Dritte, Vierte, Fünfte? Alle gleich? Den Partner mehr
oder weniger? Komme ich mit meiner Liebe durch den
„Liebes-TÜV“???
Und dabei kam mir der Gedanke, ob das eigentlich wichtig ist? Ob man es
denn überhaupt irgendwie messen kann oder, ob es tatsächlich etwas bedeutet
wen man wann, wie, wo am meisten liebt? Und ich dachte mir – ist das nicht
total egal? Man liebt einfach, oder? Kann es nicht so einfach sein? Müssen
wir uns ständig Selbstzweifeln unterziehen oder uns mit anderen vergleichen,
die vermeintlich anders lieben, „besser“ lieben? Denn kein anderer kann je
wissen was wir tatsächlich fühlen. Oft wissen wir das ja selbst nicht so
genau… Ich habe es mit der Tatsache „schwanger“ mal versucht zu
vergleichen:
In erster Linie – wenn es denn so ist – ist man schwanger. Man ist nicht
ein bisschen oder viel schwanger, sondern man ist einfach schwanger. Man ist
beim zweiten Mal nicht schwangerer als beim ersten Mal – zum Beispiel. Der
Eine hat einen großen Bauche, der Andere einen Kleinen. Der Eine trägt
„rundherum“, der Nächste „nach vorn“. Und trotzdem sind alle SCHWANGER. Nicht
mehr oder weniger, nicht besser oder schlechter.
Und so ist es mit der Liebe auch – finde ich. Wir alle lieben unsere
Kinder. Punkt. Wir lieben unseren Partner. Punkt. Wir müssen das nicht in
Relation setzen. Wir müssen den Einen nicht mehr oder weniger als den Anderen
lieben. Wir müssen unsere Liebe keiner Bewertung unterziehen, denn sie ist da
und das können wir spüren und alles andere ist egal, ist nicht wichtig. Denn
so wie jeder einzelne von uns unterschiedlich ist, lieben wir jeden Menschen
unterschiedlich und das ist völlig ok und muss nicht ständig bewertet
werden.
Ich liebe meinen Mann, meine Kinder, meine Freunde – jeden anders, keinen
liebe ich „schlecht“. Und wir sollten uns nicht verunsichern lassen, wenn
andere Gefühle mal das Gefühl der Liebe überlagern. Das ist vermutlich auch
das was der Eine oder Andere bei seinen Kindern manchmal empfindet und
dadurch meint, das eine Kind vielleicht weniger zu lieben. Ich glaube nicht
daran, dass man mehr oder weniger liebt. Ich glaube, dass wir einfach lieben
– ganz unterschiedlich, jeder so wie er eben ist.
Fotoquelle: Die Illustration habe ich einem wirklich empfehlenswerten Buch
entnommen, das BABY ALBUM heißt und ENDLICH mal nicht mit den herkömmlichen
rosa/hellblau-Farben aufmacht, sondern wirklich schön illustriert ist.
Bibliografische Angaben: Andrea Wong: Babyalbum, südwest Verlag. Und so sieht
das vielversprechende Cover aus:
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Gastbeitrag: „Aber Du liebst Deinen Mann doch nicht mehr als Deine
Kinder?“ | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-bin-ich-eine-schlechtere-mutter-weil-meine-kinder-keine-hobbys-haben |
"Hanna würde sich gerne
mal mit Jule verabreden. Wie sieht es denn Donnerstag bei Euch
aus?"
"Donnerstag hat Jule Geige."
"Freitag?"
Da geht sie zum Ballett."
"Montags?"
"Da ist Töpfern – so sorry!"
Oh mann, wann ist es eigentlich so schrecklich voll im Terminplan von
manchen Kindern geworden? Ich stelle immer wieder fest: Fast alle
Klassenkameraden meiner achtjährigen Tochter sind so beschäftigt wie ein
Dax-Vorstand. Sport, Musik, Handwerk – fast jeder Tag ist besetzt. Ich frage
mich: Wann haben diese Kinder Zeit zum Spielen?
Ich bin kein Fan von dieser Hobby-Flut. Meine Tochter spielt Flöte – das
wars. Klar gab es Zeiten, da wollte sie tanzen, Tennis spielen, reiten. Aber
ich habe es nicht erlaubt. Sie geht in die Schule, spielt ein Instrument, das
muss doch reichen. Ich habe keine Lust, dass meine Achjährige jetzt schon im
Freizeitstress ist.
Nur: Bei vielen Müttern stoße ich dabei auf Unverständnis. Als ob ich das
Kind vernachlässigen würde, nur weil ich nicht jedes Mode-Hobby mitmache. Als
wäre ich eine schlechtere Mutter, weil ich finde: Kinder sollen am Nachmittag
vorallem spielen.
Ich bin zudem nämlich alleinerziehend und berufstätig. Zum einen kann ich
es mir einfach nicht leisten, denn Hobbies kosten Geld. Zum anderen habe ich
auch keine Lust, den Fahrdienst zu spielen. Wir haben so wenig gemeinsame
Zeit, die möchte ich nicht im Auto verbringen.
Ich bin wirklich zunehmend genervt von diesem Förderungswahn. Über Mamas,
die ihre Dreijährigen zum Chinesisch schleppen, lachen alle. Aber über Mamas,
die Achtjährige mit Hobbys zu ballern, nicht. Da ist es
Potential-Entfaltung.
Lasst Eure Kinder doch einfach Kind sein. Geht mit ihnen spazieren, baut
Lego zusammen, verabredet sie mit Freunden, geht in den Zoo, lest ihnen
Bücher vor. Ich glaube, das ist viel wertvoller als das x-te Hobby.
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Gastbeitrag: Bin ich eine schlechtere Mutter, weil meine Kinder keine
Hobbys haben? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-darum-lasse-ich-mein-kind-nicht-impfen |
Ihr Lieben, das Thema Impfen
ist sensibel – das haben gestern auch bei der Diskussion auf unserer
Facebook-Seite gemerkt. Wir danken unserer Leserin Juliane hier für ihre
offenen Worte und dass sie ihren Weg durch den Impf-Entscheiungsdschungel mit
uns teilt!
Ich bin vieles… aber sicherlich nicht verantwortungslos!
Puh… was für ein Thema! Impfen Pro und Contra. Seit Tagen fliegen mir bei
jedem facebook-Besuch die Schlagzeilen zum Thema Impfen und Masern entgegen.
Heute dann die traurige Meldung über ein an Masern verstorbenes Kind.
Schrecklich! Ein Kind zu verlieren ist wohl das Schlimmste was einem so
widerfahren kann.
Was auch schrecklich ist, sind die Kommentare dazu, die dahin reichen, dass
„Impfgegnern“ fahrlässige Tötung vorgeworfen wird. Hier ist meine persönliche
Grenze des guten Geschmacks deutlich überschritten!
Aber von vorne: Ich bin Mitte 30, habe einen Mann, 2 Kinder, ein Haus und
einen Job. Meine ältere Tochter ist (leider) komplett durchgeimpft. Für uns
stand es nie zur Debatte das nicht zu tun. Ich litt Höllenqualen als dieser
kleine, gerade einmal 2 Monate alte Mensch, diese Spritzen in Oberschenkel
bekam. Na ja, der Zweck heiligt die Mittel und irgendwie war’s ja dann auch
recht schnell wieder vergessen.
Eines Tages wurde ich angesprochen, von einer Heilpraktikerin. Ob ich mich
zu dem Thema Impfen ausreichend informiert hätte und, ob ich das Kind
wirklich diesen ganzen Impfungen aussetzen wolle. Ich hielt diese Frau damals
für völlig irre. Trotz allem war ich leicht verunsichert und sprach daraufhin
den Kinderarzt an. Eine Aufklärung zum Thema Impfen hatte es bis dato nicht
gegeben bzw. wurde darauf reduziert, mir diese kleine Broschüre zu dem Thema
auszuhändigen.
Auf meine Nachfragen reagierte der Arzt ganz souverän und erklärte mir,
dass das halt schon sehr, sehr wichtig sei mit dem Impfen und es in ganz,
ganz seltenen Fällen Komplikationen geben könnte und die meisten Reaktionen
zwar kurz nach der Impfung auftreten würden, aber dann irgendwie doch nicht
in einen Zusammenhang gebracht werden könnten (Neurodermitis, Allergien,
Lebensmittelunverträglichkeiten etc.).
Alles klar, ich war beruhigt, mehr wollte ich nicht hören. Das Kind wurde
planmäßig durchgeimpft und ich war völlig sicher das einzig richtige zu tun.
Weiter wollte ich mich auch mit dem Thema nicht beschäftigen, wozu auch,
taten ja andere und wenn die Ärzte das so empfehlen, wird das auch seine
Berechtigung haben.
Dann kam mein 2. Kind auf die Welt. Das Kind schrie…und schrie…. und
schrie… das aber nur am Rande, denn darum geht es ja heute nicht
hauptsächlich. Führt allerdings letztlich zu meiner/unserer Geschichte.
Hier das Gleiche, 2 Monate alt, die erste Impfung stand an. Wieder ließ ich
dem kleinen Bündel Mensch 2 Spritzen in den Körper jagen, es fühlte sich
nicht mehr so schlimm an – ich hatte ja schon fast Routine.
Als meine Tochter nach 10 Wochen immer noch Tag und Nacht schrie, suchte
ich die besagte Heilpraktikerin auf. Es war alternativlos, die Schulmedizin
hatte keine Lösung parat. Und da so viele bei Heilpraktikern und Osteopathen
gute Erfahrungen gemacht hatten, war das mein letzter Versuch.
Relativ schnell erklärte sie mir, dass meine Tochter vermutlich an einer
Impffolge litt (das bezog sich aber erstmal nicht konkret auf die
Schreierei). Wieder saß ich da und dachte „Die ist doch irre!“ Ich
wollte das schlichtweg nicht hören. Ich wollte nicht hören, dass ich meinem
Kind etwas angetan habe und erst Recht wollte ich das zweite Kind nicht
anders behandeln als das erste und das erste Kind war ja nunmal durchgeimpft.
So sollte es auch beim 2. sein. Ich war da recht beratungsresistent, wie man
so schön sagt.
Jeden Monat ging ich zur Behandlung mit meinem schreienden Bündelchen und
jeden Monat wurde es besser. Nicht gut, aber besser. Meine Tochter war extrem
viel krank, eigentlich mehr krank als gesund und das behandelten wir. Sie war
klein und sehr „zart“, wirkte geradezu zerbrechlich. Zudem hatte sie einen
ausgerenkten Halswirbel und einen Schlüsselbeinbruch von der Geburt, alles
wurde behandelt. Dann kam die nächste Vorsorge und somit der nächste
Impftermin. Wieder ließ ich alles impfen. In den nächsten Nächten war das
Geschrei meiner Tochter wieder so extrem, dass ich nicht mehr ein noch aus
wusste. Ich weiß nicht wie viele Male am Tag ich die Heilpraktikerin anrief
und anflehte mir zu helfen. Ich schrie sie an, dass ich es nicht mehr hören
könnte, dass die Impfungen alles Schuld sein sollen, Impfungen seien wichtig
und richtig und ich wollte endlich wissen was meiner Tochter fehlte, warum
sie so schrie. Sie blieb vollkommen ruhig und nannte mir die Globuli, die ich
meiner Tochter geben sollte. Über das Impfen sprachen wir beim
darauffolgenden Termin. Sie verstand mich und verstand, dass ich doch nur das
„Beste“ für meine Kinder wollte, aber Impfungen seien tatsächlich kritisch zu
hinterfragen und es könne schlichtweg nicht sein, dass ein und derselbe
Impfstoff bei Millionen von unterschiedlichen Menschen gleich wirken soll.
Wer sich einmal mit Homöopathie befasst hat, weiß, dass hier der Mensch
ganzheitlich betrachtet wird und somit völlig individuell zu behandeln ist. Da
ich mein Leben lang mit Allergien zu tun hatte und ich tatsächlich den
letzten Frühling/Sommer komplett ohne Heuschnupfen überstanden habe, nämlich
genau seit ich selbst auch in Behandlung bin, kann ich dieser alternativen
Medizin mehr als nur meinen Glauben schenken (der im Übrigen nichts nützt).
Aber das nur am Rande.
Allmählich wurde es wieder besser mit unserer Tochter, sie schrie immer
weniger und ich war guter Dinge, dass es irgendwann gut werden würde. Dann
bekam sie einen heftigen Ausschlag am ganzen Körper. 2 Tage später die
nächste U und somit die nächste Impfung. Zuvor hatte sie die ein oder andere
Nacht durchgeschlafen und wesentlich weniger geschrien. Der Arzt meinte
lapidar, dass sie vermutlich Neurodermitis hätte, verschrieb eine Salbe und
jagte dem Kind die 3. 6-fach Impfung + Pneumokokken ins Bein. Ich stand da
wie paralysiert, meine Tochter schrie, der Arzt verließ das
Behandlungszimmer.
Die nächsten Tage und Nächte waren ein einziger Albtraum. Unsere Tochter
bäumte sich schreiend aus dem Schlaf heraus auf und war nicht mehr zu
beruhigen. Sie schrie und schrie und schrie… Eine Woche später der nächste
Heilpraktikertermin. Ich erzählte ihr von der letzten Impfung und, dass die
letzten Nächste schrecklich waren. Ich hatte mich in den vergangenen Wochen
dann auch mal auf die Impfkritik.de-Seite getraut und angefangen zu lesen. So
richtig toll las sich das alles nicht. Meine Skepsis wuchs und die
Heilpraktikerin sagte mir klar und deutlich, dass sie uns nicht mehr helfen
könnte, wenn ständig diese Impfungen dazwischen geschossen würden. Dafür wäre
es dann einfach zu teuer, wenn man ständig wieder bei Null anfangen müsste.
Ich heulte und heulte… saß da auf dem Stuhl und war verzweifelt. Unter Tränen
fragte ich sie, ob sie das mit dem Hautausschlag wieder hinkriegen würde. Sie
hat es hingekriegt! Nach vielen Monaten war die Haut wieder hergestellt und
seitdem nicht mehr auffällig.
Da ich Reaktionen unserer Tochter (nächtliches Schreien) eindeutig mit den
Impfungen in Verbindung bringen konnte, stand fest, dass wir sie erstmal
nicht weiter impfen lassen würden. Sie sollte erstmal gesund werden, stark
werden, nicht mehr so infektanfällig, einfach stabil. Die Heilpraktikerin
sagte, dass man ja sich später überlegen könnte, ob man und was man weiter
impft, aber, dass dieses Kind sich erstmal erholen sollte. In der folgenden
Zeit las ich mich mehr und mehr in die Thematik ein, ich stellte viele Fragen
und bekam Antworten.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich hier nichts Fachliches beitragen
möchte und auch keine Quellen zitieren möchte, denn lesen kann jeder selbst.
Ich will nicht missionieren und irgendwen bekehren, aber ich habe es satt als
verantwortungslos bezeichnet und beschimpft zu werden. Das bin ich ganz
bestimmt nicht, wie ihr vielleicht schon gemerkt habt.
Es stecken immer Geschichten und Schicksale dahinter und es gibt mehr als
schwarz oder weiß im Leben. Egal, ob man sich dafür oder dagegen entscheidet
– jeder will das Beste für sein Kind, keinem ist es egal, keiner nimmt
billigend irgendetwas in Kauf. Die meisten haben Angst vor den Krankheiten,
ich habe Angst vor den Impfungen, vor dem was sie mit meiner Tochter machen
könnten.
Wie gesagt, ich möchte mich hier nicht weiter fachlich auslassen. Nicht,
weil ich es nicht kann, sondern weil es hier schlichtweg den Rahmen sprengen
würde.
In meinem Umfeld stoße ich, in einem sehr durchgeimpften Ort, auf Neugier,
auf Respekt und auf Akzeptanz. Und auch ich bringe Respekt und Akzeptanz auf
für alle, die es anders machen als wir. Weil jeder für sich und sein Leben
verantwortlich ist bzw. das seiner Kinder. Mir steht es nicht zu, zu
verurteilen und euch allen da draußen genauso wenig.
Unser jetziger Kinderarzt, selbstverständlich Impfbefürworter, sagte mir
bei der letzten Vorsorgeuntersuchung (nachdem ich ihm mitteilte, dass wir
keine MMR-Impfung wünschen), dass keiner von uns wissen kann was passiert –
wir können impfen und das Kind bekommt keine Masern, Mumps oder Röteln (was
ja so leider auch nicht stimmt) oder wir impfen und das Kind wird schwerst
behindert. Die Verantwortung tragen wir als Eltern. Und dieser Verantwortung
stelle ich mich voll und ganz. Ich habe keine Angst vor diesen Krankheiten,
ich weiß wie ich sie behandeln kann.
Ich schütte meinen Kindern auch nicht Unmengen von Fiebersaft in den
Körper, weil Fieber eine gesunde Reaktion des Körpers ist, einen Virus zu
bekämpfen. Im Übrigen einer der schlimmsten und folgenschwersten
Behandlungsfehler bei Masern!
Ich habe eine andere Einstellung zu vielen Dingen bekommen, insbesondere zu
unserem Körper und ich sehe vor allem, dass es meinen Kindern deutlich besser
geht, als vielen ihrer Freunde. Sie sind deutlich weniger krank und wenn,
kann der Körper damit deutlich besser umgehen. Aber das ist eben meine
Geschichte und jeder darf seine eigene Geschichte haben und sich
dementsprechend verhalten.
Aber schließt doch bitte wieder eure Schubladen, Impfgegner wie
Impfbefürworter. Wir sind keine dinkelfressenden, jahrelang-stillenden,
in-Jutebeutel-gesteckten Esotherikhexen, die ihren Namen tanzen – genauso
wenig wie die Impfbefürworter alle ignorante, karrieregeile,
nicht-stillende-Alete-reichende, von-den-Medien-manipulierte Dumpfbacken sind.
Jede Entscheidung hat seine Berechtigung und jeder trägt die Konsequenzen
seines Handelns. In diesem Sinne, friedliche Grüße.
Hier ein Zwischenruf dazu von Katharina und Lisa.
Und bitte lest auch unseren Gastbeitrag der Impfbefürworterin!
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Gastbeitrag: Darum lasse ich mein Kind nicht impfen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-einer-kinderaerztin-darum-ist-es-so-wichtig-dein-kind-zu-impfen |
Ihr Lieben, nach dem
impfkritischen Gastbeitrag unserer Leserin Juliane haben wir eine Fachärztin
für Kinder- und Jugendheilkunde um einen Gastbeitrag zum Thema Impfen
gebeten: Dr. Tatjana Czernin. Sie schreibt hier nicht nur als Ärztin, sondern
vor allem auch aus ihrer subjektiven Sicht als als Mama. Sie ist nach der
Geburt ihres dritten Kindes derzeit in Mutterschutz. Vielen lieben Dank,
liebe Frau Dr. Cz. für´s Möglichmachen! Das ist nicht selbstverständlich!
Meine Kinder sind geimpft worden, alle drei. Keines von ihnen war ein
Schreikind und sie sind alle extrem wenig krank, noch nie musste eins in 9
Kinderjahren wegen einer Infektion ins Krankenhaus. Sie erleben eine sehr
naturbezogene und naturnahe Kindheit wovon sie sicherlich auch gesundheitlich
profitieren, denke ich. So habe ich aus Muttersicht keine Probleme mit
Impfungen oder deren Nebenwirkungen erlebt. Ich bin auch beruhigt, das mein
kleines Baby von vier Monaten nicht durch seine Geschwister eine Varizellen-
oder Masernerkrankung nach Hause geschleppt bekommt. Das Risiko einer immer
letalen späteren Reaktivierung der Masern (SSPE) wäre erhöht und ich würde
für die nächsten Jahre sicher eine Beunruhigung davontragen.
Mein größtes Problem an der Impfkritik besteht an der Gedankenisolation auf
das eigene privilegierte Umfeld. Wenn Sie selbst ein Kind hätten, das an
Leukämie erkrankt ist, dann hätten sie zur Zeit eine richtige Wut auf all die
Gegner, denn sie können ihrem Kind das Leben kosten. Und das tun sie auch.
Ich habe schon Kinder unter Chemotherapie an Varizellen (Auslöser von
Windpocken) sterben sehen, sowie ein drei Monate altes Kind an einer
Masernmeningitis innerhalb von 30 Stunden. Danach kann man beim besten Willen
und auch als Rudolf Steiner-Anhänger nicht mehr dagegen sein. Es ist zu
grauenvoll.
Andere, Immungeschwächte oder Schwangere, durch Mutmaßungen gesundheitlich
zu gefährden ist tatsächlich fahrlässig.
Sobald man den Kindersitz nicht 100% fachgerecht angebracht hat, stürzt
sich eine Horde perfekter Mütter auf einen – aber am Nachmittag werden die
Masernerkrankten Kinder auf Kindergeburtstage mitgenommen. Das führt mich zu
der Meinung, dass Nicht-Impfen ein hausgemachtes Luxusproblem ist. Wenn in
Entwicklungsländern die Meinung verbreitet wird, man impfe nicht, weil die
Kinder dann vermehrt schreien, dann verlieren wir zu Recht unsere
Glaubwürdigkeit.
Was Bill Gates in die andere Richtung schafft, ist mehr als beeindruckend. Es
sollen innerhalb seiner Kampagne 11 Millionen Leben durch Impfungen gerettet
werden. Wer sind wir, die wir von so einem hohen Ross einen so großen
Fortschritt in der Medizin über den Haufen werfen?! Dafür geht es uns
schlichtweg zu gut.
Ich beziehe mich nicht auf komplett alle Impfungen aber in ihrer
Kombination machen sie dann wieder Sinn, da es hier oft um die Gewährleistung
der Compliance innerhalb von Risikogruppen geht. Durch die
Kombinationsimpfungen ist sehr viel abgedeckt, auch die Erkrankungen, die
vielleicht wenige betreffen oder risikoarm sind wie Mumps oder Hepatits B
würden vernachlässigt und wieder zum Problem werden, wenn sie nicht innerhalb
des Schemas abgedeckt würden.
Ich bin auch als universitär ausgebildete Kinderärztin gegenüber der
Schulmedizin kritisch.
Ich gebe ebenfalls keinen Fiebersaft, wenn es den Kindern nicht allzu
schlecht geht, ich glaube an die Heilsamkeit von fieberhaften Erkrankungen.
Ich habe eine Hausgeburt hinter mir und habe mit 38 Jahren noch kein
Antibiotikum eingenommen. Mein Morbus Basedow wurde durch Akupunktur ohne
Medikamente geheilt.
Meine Chinesische Ärztin sagt zurecht: "Doctors are very good in some
emergency cases but they don’t understand a lot".
Man muss aber glücklicherweise nicht allzu viel verstehen, um die
demographischen Daten von kindlichen Todesfällen aufgrund von ansteckenden
Kinderkrankheiten korrekt interpretieren zu können. Wer davor die Augen
verschließt, leidet unter einem Übermaß an Zivilisation.
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Gastbeitrag einer Kinderärztin: "Darum ist es so wichtig, Dein Kind
zu impfen" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-einer-zwillingsmama-mein-sohn-ist-gesund-meine-tochter-behindert |
Vor acht Jahren ging unser
größter Traum in Erfüllung: Nach langem Kinderwunsch wurde ich endlich
schwanger. Mit Zwillingen – und dann auch noch ein Junge und ein Mädchen!
Hätte ich einen Wunschzettel ausfüllen dürfen, hätte ich es mir genauso
gewünscht.
Nach einer nicht einfachen Schwangerschaft kamen unsere Zwillinge in der
29.SSW auf die Welt. Die acht Wochen auf der Frühchen-Intensivstation
meisterten die beiden relativ gut. Aufgrund der Frühgeburt wurden wir auch
zuhause gut unterstützt mit Physio-Therapeuten und einem Sozialpädagogischen
Dienst, der uns zur Seite stand. Irgendwie deutete nichts darauf hin, dass
eines der beiden Kinder später mal zu 80% schwerbehindert sein würde. Alles
fühlte sich gut und normal an.
Bis zu dem Tag, als wir zur U 4 beim Kinderarzt waren. Der sehr
erfahrene Kinderarzt sagte uns nach kurzer Begutachtung unserer Tochter, dass
sie wohl eine leichte halbseitige Spastik hätte. Die sei durch einen
Sauerstoffmangel bedingt. Wann dieser Sauerstoffmangel auftrat – ob im
Mutterleib, bei der Geburt oder erst auf Frühchen-Station – wir wissen es
nicht.
Der Sauerstoffmangel hat zur Folge, dass meine Tochter sich langsamer
entwickelt als ihr Bruder. Während unser Sohn zum Beispiel mit einem Jahr
schon lief, dauerte es bei unserer Tochter bis nach dem dritten Lebensjahr.
Bei meiner Tochter wurde im Alter von 4 Jahren zudem eine
Entwicklungsverzögerung diagnostiziert, die sich nun zu einer globalen
Entwicklungsstörung gemausert hat, sie ist also auch geistig behindert und
von einer starken Intelligenzminderung betroffen.
Charlotte sieht hübsch und völlig normal aus – man sieht ihr die
Behinderung nicht an. Ein großes Glück könnte man meinen. Doch wenn ein
achtjähriges Mädchen schreiend an der Supermarktkasse steht, weil es keine
Süßigkeiten bekommt und sonst völlig "normal" aussieht, haben
fremde Menschen wenig Verständnis. Die Blicke schwanken dann zwischen
Entsetzen und Abfälligkeit, da ich ja offensichtlich nicht in der Lage bin,
mein Kind richtig zu erziehen.
Meine Tochter hat bisher leider kaum Freunde. Das liegt auch daran. dass
sie in spezielle Einrichtungen ging, wo auch traumatisierte Kinder waren. Traumatisiert,
weil sie aus keinen guten Elternhäusern kommen. Für mich ist es dann
natürlich schwer, zu diesen Eltern eine Verbindung aufzubauen und ich wollte
auch nicht, dass meine Tochter zu diesen Familien nach Hause geht. Also habe
ich die Kinder zu uns eingeladen, was gut geklappt hat, bis die Eltern dazu
kamen. Ich musste mir dann oft übelste Vorwürfe gefallen lassen und habe die
Treffen nicht wiederholt.
So muss meine Tochter leider damit klar kommen, dass ihr Bruder Besuch
von vielen Freunden bekommt und sie nicht. Ich überlege mir dann immer, was
ich Schönes mit ihr machen könnte, sie bastelt und malt gerne. Ich denke
aber, eine Freundin wäre ihr lieber.
Zum Glück ist sie nun in der 1. Klasse einer Waldorfschule für Kinder
mit geistiger Behinderung, es kristallisieren sich neue Freundschaften heraus
und auch mit den Eltern ihrer Klassenkameraden verstehen wir uns nun
bestens.
Jetzt habe ich viel über meine Tochter erzählt. Nun zu meinem Sohn. Er ist
wirklich ein ganz ganz tolles Kind: Er ist verständnisvoll, geht gerne in die
Schule, hat viele Freunde. Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, wie
einfach doch das Leben wäre, wenn ich zwei gesunde Kinder hätte.
Ich versuche irgendwie den Spagat zu schaffen, es beiden Kindern recht zu
machen, nicht ungerecht zu sein. Ich weiß, dass ich meinem Sohn viel
abverlange und immer wieder an sein Verständnis als „großer“ Bruder plädiere.
Das Verständnis seinerseits ist sehr groß und darüber bin ich sehr
glücklich:
Er versucht sie, aus einem Schreianfall herauszuholen, indem er sie in den
Arm nimmt. Er geht freiwillig zuerst aus der Badewanne, obwohl ich ihm
versprochen habe, dass er heute länger als seine Schwester drin bleiben darf,
er animiert sie zum Spielen und macht auch viel Quatsch mit ihr – wie Kinder
es in diesem Alter eben tun.
Aber ich verstehe ihn auch, wenn er sagt: „Mama ich hätte gerne eine
andere Schwester“ oder „Warum ist sie bloß behindert?“ Ich weiß wovon er
redet, meine Schwester hat Down Syndrom, was für mich als Kind auch nicht
leicht war. Ich musste auch lernen, zu tolerieren, zu verzichten und zu
akzeptieren.
Die Behinderung hätte genauso gut auch ihn treffen können. Ich versuche ihm
zu erklären, dass er sehr dankbar sein sollte, dass er ein gesunder Junge
ist. Dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist, wie er an seiner
Schwester sehen kann. Und vorallem sage ich ihm, dass seine Schwester die
Behinderung nicht ausgesucht hat und dass es unsere Aufgabe ist, sie zu
verstehen und sie genauso zu lieben, wie sie ist.
Für meine Tochter ist es nicht leicht zu sehen, dass sie vieles nicht so
gut kann und ihr Bruder ihr in so vielem Voraus ist. Viele ihrer Wutausbrüche
sind sicherlich auch das Resultat dieser Erkenntnis.
Und ich als Mutter stehe oft am Rande der Verzweiflung, weil ich mich oft
frage, ob das alles richtig ist, was ich hier mache. Darf meine Tochter bei
jedem „Nein“ von mir schreien, als würde ich ihr körperliche Schmerzen
zufügen? Darf sie mich dumme Kuh nennen, obwohl ich ihr sage, dass man
das nicht sagen darf? Und was wäre, wenn mein Sohn ein Schimpfwort zu mir
sagen würde? Ja, da gäbe es Ärger, aber richtig. Warum? Weil er versteht, was
er da sagt.
Ein behindertes Kind versteht es nicht, mit so einem Kind kann man nichts
„ausdiskutieren“. Selbstverständlich wird meine Tochter auch erzogen und wenn
ich dem Umfeld glauben darf, dann ist uns das auch ganz gut gelungen. Im
Rahmen des Möglichen. Mehr ist momentan einfach nicht drin. Eine enge
Zusammenarbeit mit den Pädagogen und Lehrern ihrer Schule ermöglicht uns, an
den kritischen Punkten mit ihr zu arbeiten.
Der Kinderarzt, der so früh schon die Diagnose unserer Tochter stellte,
untersuchte unsere Tochter mit 6 Jahren ein letztes Mal bevor er in Rente
ging. Abschließend sagte er, dass es unser großes Ziel sein sollte, dass sie
irgendwann ein einigermaßen eigenständiges Leben führen kann. Wir werden
alles dafür tun, ihr das zu ermöglichen.
Mit meinem Sohn führen wir regelmäßige Gespräche und fragen ihn wie er sich
fühlt, ob er das Gefühl hat, dass er zu kurz kommt. Dass er jederzeit zu mir
oder zu Papa kommen kann wenn ihn etwas bedrückt.
Ich glaube und hoffe meine beiden Kinder haben eine glückliche Kindheit –
auch wenn sie gegenseitig viel Verständnis aufbringen müssen.
Letztendlich sind wir eine ganz normale Familie, die einfach versucht das
Beste aus der Situation zu machen. Und irgendwie finde ich, dass uns das ganz
gut gelingt.
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Gastbeitrag einer Zwillingsmama: Mein Sohn ist gesund, meine Tochter
behindert | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-mein-baby-ist-nicht-mit-mir-verwandt-ich-wurde-mama-durch-eine-eizellspende |
Wenn ich darauf angesprochen werde, dass mein kleiner Sohn mir ähnlich
sieht, dann muss ich immer schmunzeln und daran denken, dass es alles andere
als selbstverständlich ist, dass er da ist. Und dass er mir dabei tatsächlich
auch noch verdammt ähnlich sieht… Bei uns war irgendwie alles anders, als bei
anderen und als es natürlicherweise sein sollte. Aber – wie ein Arzt während
der Schwangerschaft zu mir sagte – das ist eben auch erlaubt.
Schwanger durch eine Eizell-Spende
Mein Sohn ist durch eine Eizellspende entstanden. Wir haben uns für diesen
Weg entschieden, da der Wunsch nach einer Familie irgendwann übermächtig
wurde. Dass es auf natürlichem Wege nicht klappen würde, war klar. Ich hatte
meine Diagnose Turner-Syndrom schon als Kind bekommen. In meinem Fall bringt
dieser Chromosomenfehler unter anderem einen Herzfehler und Unfruchtbarkeit
mit sich. Ich lebe ganz gut damit, wenn auch zwei Herzoperationen und
Hormontherapien wegen meiner nicht funktionierenden Eierstöcke dazugehören.
Im Alltag bin ich kaum eingeschränkt und man sieht mir mein Syndrom auch kaum
an.
Trotzdem musste ich meinen Körper mit seinem Syndrom nochmal neu
akzeptieren, als wir uns so sehr ein Baby wünschten und nun einmal keine
Eizellen bei mir zu finden waren…
Immerhin sprach medizinisch nichts gegen eine Eizellspende. Diesen Weg
wollte auch mein Partner unbedingt mit mir gehen. Ich hatte anfangs eher
meine Zweifel. Würde das Kind für mich immer das Kind einer anderen Frau
sein? War ich bereit dazu, auf diese Weise Mutter zu werden? Erst nachdem ich
mir hundertprozentig sicher war, dass die Eizellspende auch für mich die
richtige Entscheidung war, stimmte ich zu.
Eizell-Spenden sind in Deutschland nicht erlaubt
Da Eizellspenden in Deutschland verboten sind, mussten wir ins Ausland
gehen. Ein Sprung ins Blaue war es auch, denn deutsche Ärzte dürfen keine
Klinik empfehlen oder in diese Richtung beraten. Tipps gibt es höchstens von
Paaren, die schon eine Eizellspende hinter sich haben.
Nach einigen Vorgesprächen mit der Klinik unserer Wahl, extrem viel
Papierkram und Voruntersuchungen in Deutschland, wurde in Tschechien eine
Spenderin für uns gefunden.
Insgesamt schenkte sie uns neun Eizellen, die mit
Samenzellen meines Mannes befruchtet werden konnten und sich gut
entwickelten.
Dreimal sind wir zum Embryotransfer nach Tschechien gefahren. Ich habe eine
unglaubliche,
nicht näher bestimmte Menge an Hormonspritzen bekommen. Wir haben eine
ebenfalls unglaubliche Menge Geld für Behandlungen und Medikamente
bezahlt
(nicht für die Spenderin, die Eizellspende in Tschechien ist nicht
kommerziell)
und gefühlte hundert Jahre (eigentlich nur 14 Tage…) nach jedem
Embryotransfer
gezittert und gewartet, bis wir endlich den Schwangerschaftstest machen
konnten
und erfuhren, ob es geklappt hatte.
Nach dem ersten Embryotransfer hatte ich leider eine frühe Fehlgeburt. Nach
dem zweiten Embryotransfer waren alle Tests negativ. Beim dritten Transfer
war einfach alles perfekt, das Team in Tschechien war noch freundlicher als
sonst sowieso schon und alle wünschten uns Glück. Es war ein wunderschöner
Junitag und ich war mir hundertprozentig sicher: dieses Mal klappt es.
Und das hat es dann auch! Der Test war positiv, ich durfte zum ersten
Ultraschall und wir konnten die Herztöne unseres Babys hören! Und die haben
mich komplett geflasht. Ich war ja ein Herzkind, ich habe so oft meine
eigenen Herztöne gehört… Und so hatte ich sofort eine Verbindung zu meinem
Baby. Ab diesem Moment war es für mich da und war absolut und ohne den
geringsten Zweifel mein Baby.
Dann gab es natürlich auch eine Menge Informationen über
alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen. Unter anderem erzählte meine
Frauenärztin uns natürlich auch von den pränatalen Bluttests auf
Chromosomenfehler. Sie sagte auch: Jetzt wo sie so viel getan haben,
um
schwanger zu werden, soll auch alles in Ordnung sein mit dem Kind.
Im Grunde genommen sprach sie also eine Abtreibung bei einer Diagnose an.
Und das mir gegenüber? Mir, die ich selber mit einem Chromosomenfehler, dem
Turner-Syndrom, zur Welt gekommen bin? Nee, niemals. Für mich hätte es keinen
Grund für eine Abtreibung geben können. Das hätte ich niemals übers Herz
bringen können.
Aber auch das wurde mir vor Augen geführt: Dass ich selbst
ein Mensch mit einer Diagnose bin. Mit einem Syndrom, das ein
Abtreibungsgrund
ist. Für mich als einen Menschen, der mit dem Turner-Syndrom gut lebt, ist
das
immer wieder mehr als schockierend.
Bei uns aber zeigte jede Untersuchung: Mit unserem Baby war alles in bester
Ordnung. Es wuchs und gedieh bestens in meinem Bauch.
Auch mit mir war bis fast zum Schluss alles in Ordnung. Allerdings empfahl
der Kardiologe einen Kaiserschnitt. Ich war in den Schwangeren-Kursen dann
die einzige mit geplantem Kaiserschnitt und wurde dafür teilweise auch schief
angeschaut. Dabei konnte ich gar nichts dafür! Es war ja schließlich eine
medizinische Notwendigkeit und kein Wunschkaiserschnitt.
Die Situation im OP war für mich weder komisch noch beunruhigend, sondern
mir aus meiner Kindheit eher vertraut. Ja, es ist eine große Operation, und
um einen neuen Menschen auf der Welt zu begrüßen ist es nicht gerade die
schönste Umgebung. Aber für mich bedeutet der OP auch: Sicherheit. Hier sind
eine Menge Leute, die alles dafür tun, dass es uns gut geht, und eine Menge
Geräte, die uns überwachen, hier wird schon alles klappen.
Und dann kam dieser magische Moment, in dem unser kleines Eizellspendenbaby
seinen ersten Schrei tat und über dieses grüne Tuch gehalten wurde.
Zu sagen, dass ich spontan bis über beide Ohren verliebt in
dieses blaue, tropfende Bündel war, wäre die Untertreibung des
Jahrhunderts. Dass
der Anblick meines kleinen Neugeborenen mich derart umhauen könnte, hätte
ich
nicht gedacht. Er war sooo süß und weich und warm… Ich wollte ihn nur noch
knuddeln und anschauen.
Foto: pixabay
Und ich hätte ihn sooo gerne gestillt… Aber da es einen Verdacht auf
Peripartum-Kardiomyopathie gab und somit auch eine lebensbedrohliche Situation
für mich bestand, musste ich sofort abstillen. Heute geht es uns beiden
super, mein Kardiologe war bereits drei Monate nach der Geburt wieder
begeistert von meiner Herzsituation.
Tja, nicht natürlich empfangen, nicht natürlich entbunden, nicht gestillt.
Bei uns ist wirklich alles anders als normal.
Im Wochenbett habe ich sehr damit gehadert, dass ich meinen Kleinen nicht
stillen durfte. Dadurch, dass bei uns eben alles anders war, fühlte ich mich
nicht mehr geerdet und ich hatte auch ein bisschen Angst, dass künstliche
Befruchtung, Kaiserschnitt und Fläschchennahrung negative Folgen für meinen
Kleinen haben könnten. Es tat weh, in den Babygruppen all die Mütter ihre
Babys stillen zu sehen, während ich nur Fläschchen geben konnte.
Aber die anderen Mamas waren super. Immer wieder haben sie
gesagt: Ist doch egal, dein Sohn wird auch mit Fläschchen groß, er
sieht
überhaupt nicht so aus als würde es ihm schlecht gehen, mach dir keine
Sorgen.
Und entgegen der Befürchtung meiner Hebamme habe ich auch nur
positive
Reaktionen darauf bekommen, dass mein Sohn eine Eizellspende war.
Unverständnis
gab es bei denen, denen ich davon erzählt habe, eher dafür, dass
Eizellspende
in Deutschland verboten ist.
Eine natürliche Geburt und Muttermilch sind das Beste für Mutter und Kind.
Aber was konnte ich denn dafür, dass das bei uns nun einmal nicht ging? Denn
was bei uns ganz bestimmt nicht anders ist, ist die Bindung zwischen uns,
meine bedingungslose Liebe für meinen Sohn und dass ich alles für ihn geben
würde, mit ihm weine, mit ihm lache und ihm alles zeige und beibringe, was er
wissen muss.
Ob ich manchmal an die Spenderin denke?
Ja, klar. In Tschechien ist die Eizellspende anonym, das heißt wir haben
keine Möglichkeit, sie kennen zu lernen. Das einzige, was wir über sie wissen,
ist dass sie genauso alt ist wie ich. Manchmal frage ich mich, wie sie wohl
aussieht und wie ihr Leben aussieht. Was ihre Beweggründe waren, ihre
Eizellen zu spenden und ob sie eine eigene Familie hat. Was mein Sohn
vielleicht von ihr hat.
Und ich bin ihr unendlich dankbar. Nur durch ihre Hilfe
haben wir heute unseren kleinen, riesig großen Schatz und sind
überglückliche
Eltern.
Ob es besser wäre, wenn Eizellspende in Deutschland erlaubt
wäre?
Ja, auch wenn ich mit der Behandlung in Tschechien absolut zufrieden war,
würde ich mir das wirklich wünschen. Es war vor allem nach der Fehlgeburt
schwierig, der Vermittler zwischen den deutschen und den tschechischen Ärzten
zu sein und irgendwie am Telefon zu erklären, was passiert war und welche
Untersuchungen hier gemacht worden waren.
Außerdem wäre es schön gewesen, hier in Deutschland nach unseren medizinischen
Standards, ohne Auslandsreisen und vielleicht auch mit der Möglichkeit, die
Spenderin kennen zu lernen, die Behandlung durchzuziehen. Und natürlich
könnte, wenn die Behandlung erlaubt wäre, die Krankenkasse auch einen Teil
der Kosten tragen. Und letztendlich werden diejenigen, die die Eizellspende
wirklich nutzen möchten, es immer tun… Egal ob sie dafür ins Ausland müssen.
Lest dazu gern auch: Solomama: Ich wollte unbedingt ein Kind – auch ohne
Partner.
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Gastbeitrag: "Mein Baby ist nicht mit mir verwandt, ich wurde Mama
durch eine Eizellspende" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-mein-langer-weg-zur-vereinbarkeit-wie-ich-nun-kinder-und-beruf-meisterte |
Vereinbarkeit von Familie und
Beruf ist für mich kein Problem – dachte ich, als ich noch keine Familie
hatte. Doch ich musste mir leider eingestehen, dass es immer noch große
Diskrepanzen gibt und dass die Chancengleichheit heutzutage leider immer noch
eine Lüge ist.
Anfang 2014 habe ich mich aus der Not heraus selbstständig gemacht, weil
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei mir nicht möglich war. Das war
damals übrigens nicht meine Meinung, sondern die Meinung von anderen. Nämlich
derjenigen, die höchstwahrscheinlich an meiner Leistungsfähigkeit und
Flexibilität als zweifache Mutter zweifelten und die mehr als 100% von einem
Mitarbeiter erwarten…
Mein damaligen Arbeitgeber sagte irgendwann in einem Gespräch, wir müssten
eine Lösung finden. Damit meinte er eine gegenseitige Aufhebung des
Vertrages. Denn als Projektleiterin/Business Consultant war ich viel
unterwegs gewesen und musste flexibel sein. Mit zwei Kindern und einem Mann,
der ebenfalls viel auf Reisen war, war die Ausübung der früheren Jobinhalte
kaum mehr möglich – wenn ich meine Kinder auch noch sehen wollte.
Ich hatte sogar Verständnis für die Lage meines damaligen Chefs (heute
nicht mehr), denn sie mussten tatsächlich Rücksicht auf mich als Mutter
nehmen. Und ich hatte mich auch verändert. Ich wollte nicht mehr zu 100 %
flexibel sein. Ich wollte mir nicht ständig ein Bein für den Job ausreißen,
viele Überstunden machen und viel auf Reisen sein. Und so unterschrieb ich
den Aufhebungsvertrag.
Wir zogen von München in meine Heimatstadt Rottweil und ich war
zuversichtlich, bald eine neue Arbeizt zu finden. Ich hatte ja was
vorzuweisen, einen guten Lebenslauf und viel Wissen auf meinem Gebiet.
Aber: Pustekuchen! Ich erlebte eine absolute emotionale Bruchlandung. Denn
bei Telefonaten und Vorstellungsgesprächen, hörte ich ganz viele, kuriose und
unterschwellige Kommentare. Ich wurde reduziert. Ich war nicht mehr eine
ambitionierte Frau, die arbeiten will, sondern die Mutter mit zwei Kindern
und sooooo klein mit Hut. Diese Sätze habe ich tatsächlich gehört:
Frau Weinmann, wir haben Sie 6 Wochen hingehalten, weil wir schauen
wollten, ob wir noch was Besseres finden. (27 -jähriger
Personalreferent)
Denken Sie wirklich, Sie können zu 100% arbeiten? Als 2-fache Mutter?
Iris, du hast zwei kleine Kinder, meine Kinder sind schon älter, ich denke,
nicht, dass du den Job gut ausführen kannst.
Ich dachte immer die Mütter seien ungepflegt, doch sie sehen richtig gut
aus. (ÄHM?? – Headhunter in Stuttgart)
Mein Selbstbild war zerstört und mein Selbstbewusstsein war am Ende. Und
ich verlor den Glauben daran, dass Familie und Beruf unter einen Hut zu
bringen sind. Ich war wirklich frustiert. Doch dann beschloss ich, nicht
aufzugeben.
Ich wollte es allen zeigen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
möglich ist und machte mich selbstständig. Warum?
Ich wollte mit meiner Arbeit etwas bewegen aufgrund meiner
langjährigen Erfahrung in der Industrie und in der Medienbrache mit
unterschiedlichen Auslanderfahrungen einer Arbeit nachgehen, die für mich
anspruchsvoll genug war und nicht irgendeinen Job machen, um Geld zu
verdienen
Ich wollte mein eigenes Geld verdienen und die Familie damit unterstützen,
denn wir hatten uns ein Dreifamilienhaus gekauft und mit einem Teil meines
Gehaltes gerechnet
Anfangs war es unglaublich hart. Manchmal schlief ich nachts nur vier
Stunden. Nachdem ich die Kinder in die Kita gebracht hatte, fing ich an zu
arbeiten und Kontakte zu knüpfen. Um 16. 30 Uhr holte ich die Kinder wieder
ab, kümmerte mich um sie, fuhr zu Hobbies oder Freunden. Wenn die Kinder dann
im Bett waren, machte ich den Haushalt und arbeitete noch weiter.
Mein Mann und ich blieben als Paar völlig auf der Strecke. Wir hatten kaum
mehr Zeit füreinander und das Geld, das ich in Anbetracht der zeitlichen
Aufwände verdiente, war eher ein Hungerlohn und weit unter dem Mindestlohn.
Häufig dachte und sagte ich zu meinem Mann, dass ich mal wieder
herzhaft lachen, Spaß haben möchte und ich mal wieder gerne Zeit für mich
hätte.
Irgendwann stellte ich fest, dass ich gar keine Ziele, Träume und Wünsche
habe und Hobbies schon lange nicht mehr. Außerdem kam immer wieder die
Sinnfrage auf. Sinn des Lebens und meiner Arbeit. Denn auch wenn ich Aufträge
erledigte, die zwar sehr anspruchsvoll und gut waren, musste ich mich
ziemlich dafür motivieren. Im dritten Jahr lief es zwar finanziell dann
richtig gut, aber die Sinnfrage ließ mich nicht mehr los. Ich wollte endlich
mehr über mich und meine Träume erfahren.
Und plötzlich spielten in der Jobfrage ganz andere Aspekte eine Rolle. Es
ging nicht mehr nur ums Geld und darum, es allen beweisen zu wollen. In
meiner heutigen beruflichen Ausrichtung geht es nun um meine Leidenschaft
andere zu inspirieren, zu motivieren und zu unterstützen und zum anderen,
meine Grundmotive, nämlich das Recht auf Selbstverwirklichung und eine
erfüllte Arbeit als Mutter ausführen zu dürfen. Ich gründete Momcoach.de und
berate nun andere Frauen, die sich selbstständig machen wollen, gebe Webinare
und Seminare. Klar – dieses für mich neue Business war ein Risiko, ich musste
wieder von vorne anfangen. Doch in Anbetracht der zukünftigen
Aussichten, der Unabhängigkeit, der Möglichkeit, die Familie und den Beruf zu
vereinbaren, meine Leidenschaft zu leben und andere zu unterstützen lässt
mich aufblühen und lächeln. Ich bin also auf dem richtigen Weg.
—-ALLE INFOS ZU UNSERER GASTAUTORIN UND DEN COACHINGS FINDET IHR HIER
|
Gastbeitrag: Mein langer Weg zur Vereinbarkeit - wie ich nun Kinder und
Beruf meisterte | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-schwanger-mit-zwillingen-unsere-hoehen-und-tiefen-in-fast-neun-monaten-bis-zur-geburt |
"Ich kann mich noch
genau erinnern, dass ich am Abend vor der entscheidenden Nachricht mit
Freunden und meinem Mann beim Essen saß. Ich war absolut überzeugt, dass ich
NICHT schwanger bin: Keine Übelkeit, kein Ziehen in der Brust, keine
Müdigkeit, nichts. Ich fühlte mich einfach frustrierend normal.
Am nächsten Tag musste ich morgens zur Blutabnahme, mittags gab es dann die
Ergebnisse. Da ich aufgrund einer hormonellen Störung namens PCO-Syndrom
nicht einfach so schwanger werden kann, wurde unser Kinderwunsch von Anfang
an ärztlich begleitet, daher auch die Blutentnahme zum
Schwangerschaftstest.
Montags saß ich mittags im Büro und wartete zur vereinbarten Zeit auf den
entscheidenden Anruf – innerlich schon vorbereitet auf schlechte Nachrichten.
Das Gespräch war kurz, in Gedanken habe ich das Wichtigste auf meinem
Notizblock mitgekritzelt. Ich legte auf und schaute auf den Block: „Deutlich
positiv“.
Ich glaube, ich musste es dreimal lesen, bevor die Botschaft in meinem Kopf
ankam. Im Nachhinein weiß ich, dass ich „deutlich“ positiv auch ein
deutlicher Hinweis auf Zwillinge ist – das war mir damals aber noch nicht
klar.
Wenige Tage später hatte ich den ersten Termin beim Frauenarzt. Im
Ultraschall sah man deutlich EINEN Herzschlag – und einen kleinen Punkt. Der
Frauenarzt sagte, das könne noch ein zweiter Embryo sein, oder eben nicht.
Zwei lange Wochen später gab es die Bestätigung: Zwillinge.
Ich war überrascht würde ich sagen. Überrascht, aber nicht geschockt.
Theoretisch besteht bei künstlichen Befruchtungen eine etwas höhere
Wahrscheinlichkeit auf Mehrlinge, aber die Wahrscheinlichkeit ist trotzdem
gering. Mein Mann brauchte erstmal ein paar Tage, um sich an den Gedanken zu
gewöhnen.
Ich kann mich erinnern, dass ich mir damals einen speziellen Ratgeber für
Zwillinge zugelegt habe. Allerdings waren die Geschichten dort dermaßen
angsteinflößend, dass ich das Buch tatsächlich zurück geschickt habe. Ich
besorgte mir stattdessen einen normalen Schwangerschaftsratgeber, bei dem man
dachte, die Auswahl des richtigen Schlafsacks sei das größte Problem beim
Eltern werden. Aber das war mir lieber als schon vor der Geburt in Panik zu
verfallen.
Die ersten drei Monate der Schwangerschaft verliefen relativ unaufgeregt.
Mir war ab und zu etwas übel, aber insgesamt habe ich mich gut gefühlt. Nur
auf Kaffee hatte ich leider gar keine Lust – ab und zu wollte ich gern mal
einen Kaffee trinken, aber beim puren Geruch ist mir die Lust leider wieder
vergangen.
In der 14. Woche hatten wir abends Besuch und waren später im Bett als
üblich. Mitten in der Nacht wachte ich auf und fühlte mich nicht gut. Ich
ging zur Toilette und hatte Blutungen. Ich erspare euch die Details, aber ich
war mir sicher, dass ich mindestens ein Kind verloren hatte.
Panisch weckte ich meinen Mann und wir fuhren ins nächstbeste Krankenhaus.
Das war der vermutlich schlimmste Moment meiner Schwangerschaft. Ich war in
Panik und kaum ansprechbar, obwohl ich sonst ein sehr kontrollierter Mensch
bin. Ihr könnt euch meine Erleichterung vorstellen, als tatsächlich mit
beiden Babys alles ok war. Wir durften wieder nach Hause.
In den kommenden Wochen war ich vor allen Dingen müde, ansonsten ging es
mir gut. Wir fuhren nochmal in den Urlaub, das Leben ging weiter. Ich hatte
auch eine kompetente Hebamme gefunden, die gut zur mir passte und viel
Erfahrung hatte – auch mit Zwillingen.
Ungefähr um Weihnachten fühlte ich mich jeden Tag etwas schlechter: Ich war
erschöpft, musste mich ab und zu hinlegen, weil ich nicht mehr sitzen konnte.
Nach Silvester hatte ich wieder einen Termin bei meinem Frauenarzt, das war
ungefähr in der 26. Woche. Mein Gebärmutterhals war etwas verkürzt, er
schrieb mich krank. Eine Woche später hatte ich einen Termin zur Untersuchung
im Krankenhaus. Mein Frauenarzt hatte mit mir vereinbart, dass im letzten
Trimester die Untersuchungen abwechselnd bei ihm und im Krankenhaus
stattfinden, da Zwillinge eben eine Risikoschwangerschaft sind.
Doch leider kamen vorzeitige Wehen und ich musste ins Krankenhaus. In den
ersten zwei Wochen war ich noch frohen Mutes, dass ich bald nach Hause darf.
Leider hatte ich kontinuierlich Wehen, die auch immer deutlich im CTG zu
sehen waren.
Wenigstens durfte ich nach einigen Tagen den Wehenhemmer absetzen und habe
ab dann nur noch Tabletten bekommen, die bei mir auch recht gut funktioniert
haben. Naja, zumindest bis zur 33. Woche. Zu diesem Zeitpunkt lag ich schon
ungefähr fünf Wochen im Krankenhaus, und mir war klar, dass ich Frühchen
haben werde und vor der Geburt nicht mehr nach Hause komme. Ich hatte auch
schon die Frühchenstation gesehen und mit den Schwestern gesprochen, daher
hatte das Thema Frühchen seinen Schrecken etwas verloren, zumal meine
Zwillinge ja „späte“ Frühchen sein würden.
In der Nacht vor der Geburtsnacht hatte ich stärkere Wehen und meldete mich
morgens bei der Visite freiwillig zur Untersuchung. Wie erwartet war der Muttermund
schon leicht geöffnet.
Am nächsten Morgen gegen 5 Uhr wurden die Zwillinge mit 20-minütigem
Abstand spontan geboren – 6,5 Wochen vor dem errechneten Termin. Da die
beiden meine ersten (und einzigen) Kinder sind fehlt mir der Vergleich, aber
eines weiß ich sicher: Das zweite Kind „flutscht“ nicht einfach hinterher,
sondern ist echte Arbeit – zumindest wenn das zweite Kind schwerer ist und in
Beckenendlage geboren wird. Aber ich fand es großartig, dass ich die beiden
spontan auf die Welt bringen durfte, trotz Frühgeburt, Zwillinge und
Beckenendlage beim zweiten Kind.
Nach einigen Wochen (ungefähr bis zum errechneten Geburtstermin) durften
wir die beiden mit nach Hause nehmen – und das Abenteuer Zwillinge ging
richtig los.
Die beiden sind jetzt fast 7 Jahre alt – und es ist einfach eine großartige
Erfahrung, Zwillinge zu haben. Kurz gesagt: Die ersten beiden Jahre ist man
im Überlebensmodus, und ab dem 3. Geburtstag ungefähr wird es spürbar jeden
Tag entspannter."
Foto: pixabay
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Gastbeitrag! Schwanger mit Zwillingen: Unsere Höhen und Tiefen in fast
neun Monaten bis zur Geburt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-so-ist-mein-leben-als-wheelymum |
Ihr Lieben, immer wieder
haben wir das große Glück, dass tolle Mamas Gastbeiträge bei uns schreiben.
So auch heute. Ju ist eine wheelymum, also eine Mama im Rollstuhl, und
erzählt uns heute von ihrem Leben. Vielen Dank für diesen Text!!!!
"Ich bin eine Mama. Eine Mama eines 2-jährigen Sohnes. Ich dachte, ich
würde auch gerne einmal bloggen. Warum das denn? Es gibt doch schon so viele
Elternblogs. Natürlich gibt es die – und jeder hat seine Berechtigung. Denn
jeder schreibt aus seinem Leben, seine Erfahrungen und von seinen
Kindern.
Mein Blog soll sich aber etwas von den anderen unterscheiden. Denn ich
unterscheide mich von anderen Eltern. Ich bin eine wheelymum.
Das bedeutet, dass ich auf Grund einer neurologischen Erkrankung zu großen
Teilen auf den Rollstuhl angewiesen bin. Teilweise kann ich in der Wohnung
noch mit Unterarmstützen gehen, außer Haus benötige ich aber immer einen
Rollstuhl. Ja, ich bin behindert. Und ich war bereits behindert, als ich
schwanger wurde.
Ich musste mit etlichen Vorurteilen kämpfen. Vor allem fühlte ich mich
alleine, bis auf meine Familie.Eine Schwangerschaft ist eine große
Veränderung für jede Frau – für jede Familie. Bei jeder Schwangerschaft gibt
es viele offene Fragen. Bei meiner Schwangerschaft gab es aber kaum
Ansprechpartner. Wir mussten uns – fast alleine – durchkämpfen. Gerne hätte
ich mich, vor allem mit anderen behinderten Eltern, ausgetauscht. Ich habe
aber kein geeignetes Forum gefunden. Nach fast 3 Jahren, habe ich nun den
Entschluss gefasst, nicht mehr nur zu jammern, sondern einfach selbst so
einen Platz zu bieten. Und nun blogge über mein Leben mit einer chronischer
Krankheit, Gehbehinderung und Schmerzen.
Ich blogge auch über unser Leben als Familie. Als Mama, Papa und Sohn mit
Besonderheiten. Nicht nur anderen behinderten Eltern möchte ich eine
Austauschmöglichkeit bieten, ich möchte auch überhaupt auf uns behinderte
Eltern aufmerksam machen. Es gibt uns. Wir sind da. Auch wenn wir kaum
gesehen werden. Wir lieben unsere Kinder wie ihr alle. Und wir wollen nur das
Beste für sie. Selbstverständlich gibt es bei uns auch immer wieder
Schwierigkeiten. Manche sind anders als bei Euch, andere sind einfach die
Selben.
Meine Familie und ich wollen ein Teil der Gesellschaft sein und mussten
dafür einige Hürden nehmen. Böse Blicke und Sticheleien überhören wir.
Rechtfertigungen und Vorurteile waren an der Tagesordnung. Denn es gibt sie
immer noch. Die Meinung, dass behinderte Menschen weniger wert sind. Oder das
körperliche Behinderung mit geistiger Behinderung gleichgesetzt wird. Vor
allem aber, dass ich meinem Kind zu viel zumute, oder ihn in
Gefahrensituationen nicht schützen kann.
In meinen 2 Jahren als Mama ist dies, Gott sei Dank, noch nicht passiert.
Ich schätze Gefahren anders ein. Und ich vertraue auf mein Kind. Wir beiden
sind ein eingespieltes Team. Immer wieder stoßen andere Menschen damit an die
Grenzen ihres Verständnisses. Dann höre ich Aussagen wie: „Das arme Kind.“
oder „Wie leichtsinnig. Wie kann man nur als Behinderte Kinder bekommen.“
Ganz besonders hat mich folgende Aussage von zwei Frauen getroffen: „Wie kann
man nur die Gesundheit des Kindes gefährden.? “ Auf Nachfrage, was genau sie
denn meinte, bekam ich die Antwort, dass das Kind bestimmt auch erkrankt und
ich doch so nur dem Staat zu Last falle. Am liebsten wäre ich den beiden
Damen, mitten ins Gesicht gehüpft. Geht aber leider nicht. Ich musste 2 x
schlucken und sagte dann: „Lieber hat man Sohn eine Kindheit in Liebe als mit
so verbitterten Menschen.“
Solch ein Urteil ohne den Hauch eines Hintergrundes zu kennen, macht
mich wütend, traurig und sprachlos. Aber es gibt auch die positiven Erfahrungen,
die Mut machen. Mitmenschen, die an mir vorbeifahren und sagen, wie toll sie
das Rollstuhlkinderwagengefährt finden. Ein freundliches Lächeln mit den
Worten: „Schau mal die zwei. Wie süß.“
Manchmal bekommen wir auch Hilfe angeboten. Einfach so. Hilfe können wir
mittlerweile annehmen. Dies war ein Lernprozess. Aber unser ganzes Leben ist
in diesem Prozess. Wir lernen Neues, verabschieden uns von Altem und bleiben
offen. Offen für diese Welt und für das Leben. Für die Überraschungen und
Herausforderungen, die es für uns bereit hält. Der nächste Bordstein, der zu
hoch ist kommt bestimmt. Wir schauen einfach, wohin uns der Weg führt, den
wir gehen (befahren) können.
In unserem Ort sind wir als Familie angekommen. Natürlich wird es hier
immer wieder neue Herausforderungen geben, aber ich bin zuversichtlich, dass
wir dies gemeinsam schaffen können. Unser Alltag funktioniert ganz gut, im
Großen und Ganzen unterscheidet er sich nur ein wenig von gesunden Eltern. Es
gibt viele Kleinigkeiten, die das Leben etwas erschweren. Aber man gewöhnt
sich daran und stellt sich darauf ein. Schließlich ist es unser Leben. An
viele dieser Kleinigkeiten denkt ein Nichtbetroffener im ersten Moment nicht.
Das verlange ich aber auch nicht. Ich möchte lediglich etwas sensibel machen,
für die Belange der Rollstuhlfahrer im Alltag.
Mein Sohn geht momentan noch ganz unbefangen mit meiner Krankheit um, wie
sich das in Zukunft entwickelt??? Ich habe keine Ahnung, aber ich freue mich
darauf diese Erfahrungen mit anderen zu teilen. Denn sie werden mit
Sicherheit nicht immer nur positiv sein. Angst habe ich momentan davor noch
nicht. Ich würde mich aber freuen, wenn ich mich dann mit anderen
(behinderten) Eltern austauschen kann. Eins habe ich in den letzten Jahren
gelernt: Niemand ist alleine. Wir alle können voneinander profitieren, wir
müssen uns nur trauen und von dem perfektionistischen Bild von Familie
Abstand nehmen und anderen Hilfe und Unterstürzung anbieten und diese auch
selbst annehmen können.
Aus diesem Grund möchte ich auch von Euch wissen: Was würdet Ihr gerne von
mir wissen? Was kann ich Euch erklären? Habt Ihr in eurer Umgebung Eltern
die eine Behinderung haben? Würdet Ihr Euer Kind einer Mama mit Behinderung
anvertrauen?
So wie sich hier Stadtmama und Landmama unterscheiden, so unterscheide ich
mich als wheelymum von den beiden. Aber eins haben wir alle gemeinsam. Wir
lieben unsere Kinder!“
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Gastbeitrag: So ist mein Leben als Wheelymum | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-spaetabbruch-ja-oder-nein-die-wohl-schwerste-entscheidung-meines-lebens |
In den Kinos läuft
gerade "24 Wochen" an – darin geht es um späte
Schwangerschaftsabbrüche – und die Frage: Kriege ich ein behindertes Kind?
Julia hat genau das durchlebt und berichtet heute von den Wochen voller
Ungewissheit, Trauer und auch voller Liebe zu dem ungeborenen Kind. Danke,
Julia, für Dein Vetrauen und diesen sehr berührenden Text:
Sein Gesicht fixiert den Bildschirm, die Gesichtsmuskeln deutlich
angespannt, es wird still im Raum. Das bis gerade eben noch lockere Gespräch
ist verstummt. Außer dem Surren des Gerätes ist nichts zu hören.
Ich spüre, dass dies der Moment sein könnte, der alles
verändert.
Es ist Juni 2011, draußen strahlt die Sonne, und bis vor ein paar Sekunden
genoss ich mein Leben wie selten zuvor. So viel Glück auf einmal war beinahe
unvorstellbar. Damals war ich 33 Jahre alt, schwanger mit meinem zweiten
Kind, verheiratet und bereits mit einer kleinen Tochter gesegnet. Ich bin
Julia, und möchte Euch heute berichten, wie es zu unserer Entscheidung des
Spätabbruchs kam:
Mein Frauenarzt stellt fest, dass das kleine Wesen, das tanzend in meinem
Bauch auf dem Bildschirm zu sehen war, nicht so aussieht, wie es sollte.
Darm, Leber und der Magen schwammen in einer Art Ballon vor dem Bauch des
Babys.
Man nennt dies Omphalozele, die in der Regel mit 80%-iger
Wahrscheinlichkeit mit weiteren chromosomalen Dysbalancen, geistigen und
körperlichen Fehlbildungen einhergeht.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich dies allerdings noch längst nicht. Das
einzige, was mein Gynäkologe im Juni 2011 noch herausbringt, ist zu fragen,
wann genau mein Termin zum Ersttrimester-Screening sei. Übernächste Woche. Er
nickt stumm, sagt zum Abschluss, er könne die Situation nicht gut
einschätzen, der Befund könne sich bis zum Ende der 12. Woche zurückbilden –
was angesichts meinem Status in der 11. Woche allerdings fraglich war – das
begriff ich umgehend.
Beunruhigt, aber noch zuversichtlich, schaute ich etwa zwei Wochen später
in einer Praenatal-Praxis auf den riesigen hochauflösenden
Bildschirm. „Das wird schon“, versuche ich mir immer wieder
einzureden.
Der Cursor bewegte sich sofort auf den Bauch des kleinen Embryos, der
fröhlich vor sich hinzappelte. „Ein hübscher kleiner Junge“ sagte der Arzt
ganz ruhig, nahm ein paar Maße, und erläuterte schließlich, was zwei Wochen
zuvor auch bereits deutlich zu sehen war.
Das Fragezeichen in meinem Kopf versperrte mir Sicht und klare Gedanken.
Der Arzt gab sich bedeckt, zeigte mir am PC nach Eingabe des Befundes die
errechnete Wahrscheinlichkeit für Trisomien. Dort
stand: Riskio1:3.
Ich begriff durchaus, was das bedeuten kann, jedoch lagen Nackenfalte und
weitere Maße im Normbereich. Mein Mann sagte jetzt nichts mehr, seine
anfänglichen Fragen konnte auch der Praenatal-Spezialist nicht mit Gewissheit
beantworten. Für eine Chorionzottenbiopsie (Plazentapunktion, um fetales
Erbgut zu genetischen Analysen zu erlangen), war es bereits zu spät. Klarheit
über genetische Fehlbildungen könnte nur eine Fruchtwasserpunktion erzielen.
Frühestens in vier Wochen. Die Zeit stand jetzt still.
Wir standen unten auf der Straße, die Autos rasten vorbei, meine Ohren
rauschten, der Kopf war leer. Instinktiv ahnte ich, dass hier ein Alptraum
mit ungewissem Ausgang beginnen könnte. Noch immer auf dem Bürgersteig,
malten wir uns undeutliche Szenarien aus, unfähig, auch nur einen Kaffee
trinken zu gehen.
Wie paralysiert fuhren wir heim, wo uns unsere 16 Monate alte Tochter,
unser ganzes Glück, freudig entgegen hüpfte. Ich hoffte auf Tränen, die mich
erlösen. Nichts dergleichen.
Absolute Taubheit, Gefühl der Ohnmacht. Fragen über Fragen, Dr. Google,
Mediziner in Familie und Bekanntenkreis wurden überstrapaziert – am Ende
dennoch das Gefühl, keinen nennenswerten Schritt weitergekommen zu sein. „Et
hätt noch immer jot jejange“, wie der Kölner gerne sagt, klang genau jetzt
wie ein schlechter Witz.
Die Zeit verging endlos langsam, das Leben zog vorbei wie in Trance. Die
Ungewissheit erdrückte uns. Nach vier quälenden Wochen konnte endlich eine
Fruchtwasserpunktion durchgeführt werden. Ein Humangenetiker wurde
hinzugezogen. Völlig emotionslos und ohne jegliche Mimik, erläuterte er uns
alle Möglichkeiten, die unter dem Verdacht einer genetischen Fehlverteilung
das potentielle Leben unseres Sohnes bestimmen könnten.
Ein erster Schnelltest nach drei Tagen schloss die häufigsten Trisomien wie
z.B. Down-Syndrom und Trisomie 18 aus. Wir atmeten auf, wagten es, neue
Hoffnung zu schöpfen. Wird doch noch alles gut? Wir wollten uns so gerne auf
unseren Sohn freuen können.
Es folgten erneut zwei qualvolle, lange Wochen, bis das endgültige Ergebnis
vorliegen sollte. Jedes Telefonklingeln konnte die erhoffte Antwort
bringen. Natürlich trafen genau in dieser Zeit die unmöglichsten Anrufe
ein – von Stromgesellschaften bis Abo-Verkauf.
Ich wurde immer aggressiver, konnte keine körperliche Nähe mehr zulassen,
mein Mann stützte sich in seine Arbeit. Dann, eines Nachmittags in der 20.
Woche, der Anruf: Monosomie 9/ Trisomie 14 an bestimmten Bruchpunkten.
Ich musste mich setzen, begriff nicht. Der Genetiker erklärt emit ruhiger
Stimme, dass unser kleiner Junge mit großer Wahrscheinlichkeit keine Reflexe
zum eigenständigen Atmen haben werde, von erheblichen Deformationen und
schwersten geistigen Behinderungen auszugehen sei.
„Und jetzt?“ Er dürfe keinesfalls Empfehlungen aussprechen – könne uns
jedoch mitteilen, dass erfahrungsgemäß 95% der betroffenen Eltern in so einem
Falle die Schwangerschaft vorzeitig abbrechen. Selbstverständlich gebe es
aber Eltern, für die diese Option nicht in Frage komme, die der Natur ihren
Lauf lassen möchten. Allerdings müsse er darauf hinweisen, dass es der Embryo
in solch einem Fall häufig nicht bis zur 40. Woche schaffen werde, und das
Baby auch für den unwahrscheinlichen Fall einer Lebendgeburt selbst unter
Einsatz intensivster Maschinerie nicht lebensfähig sein werde. Je weiter
die Schwangerschaft, umso schwieriger würden die Geburt des Kindes und
emotionale Verfassung der Eltern werden.
Schon jetzt war die Situation so entsetzlich, wir fühlten uns unserem Baby
so sehr verbunden. Noch weitere Wochen und Monate darauf zu warten, bis das
Herz unseres Sohnes aufhört zu schlagen – ein unvorstellbarer Gedanke.
Der Arzt bat uns, genug Bedenkzeit zu nehmen. Natürlich hatten mein Mann
und ich bereits mögliche Ausgänge besprochen. Für uns stand fest, dass ein
sporadisch auftretender organischer Befund bei sonst unauffälligem
genetischen Ergebnis für uns kein Grund sei, die Schwangerschaft zu beenden.
Es hätte 1-2 Jahre zermürbenden Dauer-Krankenhausaufenthalt für unseren
kleinen Jungen und uns bedeutet – wir hätten dies liebend gern in Kauf
genommen, selbst wenn eine riesige vertikale Narbe mit Anschlussoperationen
über Jahre einen lebendigen, glücklichen kleinen Jungen gezeichnet
hätte.
Bei schwerwiegenden geistigen Behinderungen sei für uns beide jedoch
Schluss. Das mag für Außenstehende hart und abgebrüht klingen, für uns war
dies jedoch das Ergebnis wochenlanger Überlegungen, zermürbender Tage,
Diskussionen, Durchspielen aller denkbaren Szenarien.
Wir haben eine gesunde kleine Tochter, und allein diese Phase voller Angst
und Ungewissheit hat uns an unsere Grenze gebracht. Unsere Tochter war
weinerlich und anhänglich, wir waren kaum in der Lage, uns tatsächlich um sie
zu kümmern. Wir waren uns selbst schon zuviel. Immer wieder sprangen Freunde
und Bekannte ein. Uns wurde klar, dass sich diese Situation mit
fortschreitender Schwangerschaft für uns alle nur noch verschlimmern würde.
Es mag seltsam klingen, aber von dem Moment an fiel ein großer Ballast von
uns ab.
Wir entschieden uns für einen Abbruch im Universitätsklinikum unserer
Stadt. Das bedeutete einen erneuten Ultraschall. Ich sah auf dem Bildschirm
ein normal großes Baby, das am Daumen nuckelte, mit den Beinchen strampelte,
das Herzchen schlug und auf den ersten Blick schien alles normal. Welches
Glück diese kleinen Tritte für eine werdende Mutter bedeuten, muss ich glaube
ich nicht extra beschreiben. Mir zerrissen sie beinahe das Herz. Ich wusste,
dass dies das letzte Mal war, an dem ich meinen Sohn lebendig erleben
würde.
Die folgenden Tage bis zum Tag X verbrachten wir in einer Ruhe, die uns
fremd geworden war. Wir spürten einen Zusammenhalt wie schon lange nicht
mehr, informierten uns beim städtischen Friedhof, trafen uns mit den engsten
Freunden, verbrachten entspannte Stunden mit unserer Tochter, und bereiteten
uns auf den bevorstehenden Tag vor.
Sagen wir so…wir versuchten es und dachten auch, auf das was kommen sollte,
halbwegs vorbereitet zu sein. Ich verspürte solch eine Liebe zu meinem
ungeborenen Kind, die ich nicht zu beschreiben vermag. Diese Liebe beinhaltete
gleichzeitig aber auch den Wunsch, dem Leid ein Ende zu bereiten. Wir hatten
eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Die kleinen Tritte wurden stärker und
ich wanderte auf einem schmalen Grat zwischen unbeschreiblich großer Liebe
und schrecklichem Gewissen.
Es kam der Abend des 6. September, der Klinikflur war dunkel, das Zimmer
aus den 60er Jahren, karge Einrichtung. Im Mülleimer blutige Bestecke und
Schläuche aus vorherigen Prozeduren. Mir wurde schlecht. Um Mitternacht
erschien eine Schwester, die mir erklärte, dass sie nun ein Zäpfchen
einführen würde, das den Muttermund aufweicht, damit er sich von allein
öffne.
Sollten morgen früh keine Wehen eintreffen, würde man die Gabe alle 8
Stunden wiederholen. Ab der ersten Gabe sei der Prozess allerdings
irreversibel. Mein Mann und ich schauten uns an. Wir nickten. Selten hatte
ich mich so schäbig und schuldig gefühlt wie in dem Moment, in dem das
Zäpfchen seinen Weg nahm. Kein Zurück mehr. Wir hatten für uns so
entschieden, und mussten nun diesen Weg gehen.
Nach etwas mehr als 17 Stunden wurde unser kleiner Junge geboren. Eine
einfühlsame Hebamme nahm ihn im Empfang und sagte „Ein kleiner süßer Junge,
sehr krank – möchten Sie ihn sehen?“ Meine Angst dauerte wenige Sekunden. Und
dann war alles plötzlich völlig normal.
Das winzige Wesen von 22 cm und 220 g lag in meinen Armen, wir konnten es
anfassen und küssen, und sahen nur das hübsche Gesicht und den winzigen
Körper. Lange Zeit, die ich nicht mehr einschätzen kann, hielten wir unser
Baby, musterten und streichelten es, wie es alle frisch gebackenen Mütter und
Väter es tun. Die Natur hatte sämtliche Ängste von Bord geworfen und es so
eingerichtet, dass wir uns trotzdem in diesem Moment freuten und Glück
verspüren durften. Natürlich waren der Tod und das Ausmaß der Fehlbildungen
deutlich zu sehen, doch in diesem Augenblick war das alles völlig
nebensächlich. Wir verspürten pures Glück und ließen keinen anderen Gedanken
zu.
Die Realität kam am nächstenMorgen. Unser Junge wurde durch die Seelsorge
gesegnet, niedlich angezogen und in ein Körbchen gelegt. Dann kam der Moment
des Abschieds für immer. Darauf kann man sich unmöglich vorbereiten. Gerade
erst „kennengelernt“ und schon wieder verabschieden.
Dass er nicht mehr lebte, spielte gar keine so große Rolle, für uns war er
unser Fleisch und Blut, das wir nicht hergeben wollten. Panik überkam mich.
Ich versuchte mich zu beruhigen und dankte insgeheim dem technischen
Zeitalter, dass Smartphones Erinnerungen so festhalten können, wie es früher
nicht möglich gewesen wäre. Die Klinik hatte zum Glück auch eine niedliche
Mappe mit Fotos, Fußabdrücken und Erinnerungsstücken vorbereitet.
Zuhause schlug die Wucht erst später zu. Mit Baby im Bauch in die Klinik zu
gehen und mit leeren Händen in eine stille Wohnung zurückzukehren war ein
Faktor, den ich verdrängt hatte. Ebenso hatte ich nicht in Bedacht gezogen,
dass die hormonelle Veränderung erst versetzt eintritt. Wir bereiteten eifrig
die Beerdigung unseres Sohnes auf einem sogenannten Sterntaler-Feld des
städtischen Friedhofs vor. Hier werden nur Früh- und Totgeburten unter 500
Gramm bestattet. Babys über 500 Gramm gelten bereits als „Kinder“ und haben
Anspruch auf ein richtiges Kindergrab.
Erst nach der Beerdigung war Trauer so richtig möglich. So glücklich und
beschwingt sich eine Schwangere fühlt, so elend spielt einem der Hormonabfall
mit – vergleichbar mit einer Wochenbettdepression – nur ohne Baby.
Rückblickend können wir sagen, dass es für diese Situation kaum besser
hätte ablaufen können. Der „roboterähnliche“ Humangenetiker, über den ich
mich zunächst aufregte, hat seinen Auftrag genau so erfüllt, wie es sein
sollte. Er zeigte die Fakten klar auf und hat durch seine Art und Weise dafür
gesorgt, dass für einen Moment die Emotionen außen vor bleiben und die
Betroffenen gut verstehen können worum es geht.
Der ein oder andere Arzt hätte uns sicherlich etwas mehr Empathie
entgegenbringen können, jedoch sind auch diese Leute nur Menschen, denen es
sicherlich nicht leicht fällt, auch nach zig Berufsjahren solche Diagnosen zu
übermitteln. Wir können von Glück sprechen, dass wir (leider) genügend
Vorgänger haben, durch die eine Petition im Bundestag erwirkt werden konnte,
die einen Gesetzesbeschluss nach sich zog, dass Babys unter 500g nicht als
„Klinischer Abfall“, sondern als Mensch mit einem Recht auf eine anständige
Bestattung gelten dürfen. Wir hatten Glück mit der Universitätsklinik, die
wie viele (aber immer noch nicht genügend) Kliniken mittlerweile auf den
Umbruch in diesem lange als Tabu geltenden Thema reagierte.
Wir wissen aber auch, dass es viele Eltern gibt, die keine so klare
Diagnose erhalten. Sie müssen eine weitaus schwierigere Entscheidung treffen,
weil niemals klar sein wird, wie schwer der Grad der Behinderung sein
wird.
Ich persönlich ziehe absolut den Hut vor allen Eltern, die in eine
Situation wie diese geraten, ganz egal wie sie sich entscheiden. Das ist und
bleibt ein Supergau, das ist nichts, was man von heute auf morgen entscheiden
kann. Sondern ein Prozess, in den man hineinwachsen muss und der letztlich zu
einer Entscheidung führt, die sich wahrhaftig niemand leicht macht.
Unsere Beziehung hat seitdem oft gewackelt, die Unbeschwertheit von früher
ist nicht mehr selbstverständlich. Wir versuchen, so locker es eben geht, mit
dem Thema umzugehen, nach vorne zu schauen. Es gibt aber auch hier und da
Tage, an denen uns selbst die Freude an unserer Tochter nicht leicht fällt.
Sie ist ein tolles, aufgewecktes Mädchen, das inzwischen in die erste Klasse
geht. Sie weiß, dass wir mit dem Grab für unseren Sohn einen Ort haben, an den
wir immer gehen können. Dort kann man zur Ruhe finden und sich auf die
Antwort besinnen, weshalb es für unseren Kleinen und viele weitere Babys so
ausgegangen ist. Besonders oft gehen wir allerdings nicht dorthin, denn das
Leben geht weiter. Wir tragen die Verantwortung für unsere Tochter und
versuchen, ihr das Leben so glücklich wie es nur geht zu gestalten, aber auch
uns selbst nicht zu verlieren.
Manchmal schaue ich mir die Fotos und Erinnerungen an, und bin trotz allem
immer wieder nur dankbar, dass wir unseren winzigen Sohn im Arm halten
durften. Es fällt meinem Mann und mir zeitweise schwer, Familien zu sehen,
die ein weiteres Kind im Alter unseres Sohnes oder jünger haben.
Wir bleiben trotz allem stark und möchten ein Geschwisterkind für unsere
Tochter. Drückt uns die Daumen!
|
Gastbeitrag: Spätabbruch ja oder nein - die wohl schwerste Entscheidung
meines Lebens | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-alex-so-helfe-ich-fluechtlingen |
Ihr Lieben, immer wieder
beschäftigt uns das Schicksal der Menschen, die alles hinter sich lassen
mussten, um vor Krieg und Elend zu fliehen. Wer hier schon eine Weile
mitliest, weiß das. Und wir freuen uns sehr, dass wir so tolle Leserinnen wie
Alexandra haben – die einfach mit anpacken und helfen. Heute erzählt sie uns
davon – dieser Bericht tut sehr gut nach all den Horrormeldungen in der
letzten Zeit. DANKE dafür!
"Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich lebe mit meinem Mann und meiner
2-jährigen Tochter in Hamburg. Nach meinem Studium bin ich vor zehn Jahren in
die Hansestadt gekommen und bin einfach hier geblieben. Nach meinem Jahr
Elternzeit mit meiner kleinen Maus musste ich mich wieder auf Jobsuche
begeben, da ich vorher nur einen befristeten Vertrag hatte. Gesagt, getan und
ich nun arbeite seit Sommer 2015 in einem neuen Unternehmen
und musste mich neu in der Welt von Gebäudereinigung, Haustechnik
und Grünanlagenpflege zurechtfinden.
In meiner ersten Woche erzählte mein Chef mir von dem Problem,
Fachkräftenachwuchs zu gewinnen. Und an diesem Tag stolperte ich über einen
Artikel der Handwerkskammer, in dem ein Projekt angekündigt wurde,
Flüchtlingen eine Chance für eine Ausbildung zu geben.
Ich war sofort Feuer und Flamme und auch mein Chef war angetan von der
Idee. Ich war von Anfang an als Projektleitung zuständig, koordinierte mit
der Handwerkskammer die Teilnahme an einem Speed-Dating mit 50 Flüchtlingen
und bereitete meinen Chef darauf vor.
50 Flüchtlingen waren zuvor unterschiedliche Handwerksberufe wie Fleischer,
Bäcker, Maler und Gebäudereiniger erklärt worden. An unseren Tisch kamen
Mohammad und Rajab. Beide sprachen kein Wort Deutsch, ein Übersetzer half bei
der Verständigung. Seit ein paar Monaten sind erst in Deutschland, beide aus
Syrien geflüchtet. Mit Ihnen wurde eine Art Lebenslauf erstellt – typisch
Deutsch 🙂
Der erste Eindruck war sehr positiv und so wurde bereits eine Woche später
nach einem zweiten Gespräch der Ausbildungsvertrag unterzeichnet. Rajab hat
die Ausbildung leider schnell ausfamiliären Gründen aufgeben müssen, dafür
schlug Mohammad seinen Schwager Hussain vor, den wir dann den Ausbildungsplatz
gaben. Seit November betreue ich die beiden als eine Art Mentor in allen
Belangen, die nichts mit Berufsschule oder der beruflichen Ausbildung zu tun
haben.
So habe ich zusammen mit der Handwerkskammer eine Beschleunigung für die
Aufenthaltsgenehmigung gekämpft, mit den beiden bei der Bank ein Girokonto
eröffnet, die Krankenkassenanträge ausgefüllt, Heirats- und Geburtsurkunden
übersetzen lassen, Anträge für Jobcenter etc. ausgefüllt… Viel Arbeit, die
mir aber sehr viel Spaß gemacht hat und immer noch macht! Und das Tolle ist,
dass ich auch während der Arbeitszeit Vieles regeln kann und mein Chef mich
dabei unterstützt.Ich konnte Mohammad und Hussain zu Terminen beim Jobcenter,
der Ausländerbehörde oder der Sprachschule begleiten.
Das größte Problem war von Anfang an, dass die beiden noch in
Erstaufnahmeunterkünften wohnten. Ihre Familien wurden bedroht, die Chance in
der Freizeit zu lernen war aufgrund des Geräuschpegels und Platzmangels nicht
gegeben.
Dass der Wohnungsmarkt in Hamburg katastrophal ist, wissen alle. Aber eine
Wohnung zu finden, die a) ins Budget dessen passt, was das Jobcenter zahlt,
b) dessen Vermieter/Verwaltung willig ist, Flüchtlingen eine Chance zu geben
und c) in einem Stadtteil liegt, der ansatzweise in der Nähe von Berufsschule
und Arbeitsstätte liegt – das ist fast unmöglich. Zum Glück haben wir als
Dienstleister im Gebäudemanagement viele Kontakte, und so kam ich mit einer
Hausverwaltung in Kontakt, die tatsächlicher Weise Wohnungen im Preissegment,
in perfekter Lage im Angebot hatte – und unseren Azubis eine Chance geben
wollte.
Das alles ging so rasant – innerhalb von 2 Wochen wurde der Mietvertrag
unterschrieben und der Einzugstermin stand fest. Das hießt für mich: Möbel
organisieren, Helfer zum Tragen, ein Auto und und und. Dass im Februar die
Grippewelle bei unserer Familie startete, machte meine Arbeit nicht leichter.
Aber durch meinen wunderbaren Mann, der als Kurier Kleinmöbel aus ganz
Hamburg einsammelte, einen tollen Schwager, der nicht nur seine Waschmaschine
spendete, sondern auch mit anpackte und vielen liebenswerten Freunden und
Bekannten, die Handtücher, Geschirr, Bettwäsche, Sofas etc. spendeten, kam
innerhalb von 2 Wochen zwei komplette Hausstände zusammen! Es war ein
großartiges Gefühl, die Frauen bei der Wohnungsübergabe zu sehen: die eigenen
vier Wände, eine Einbauküche, eine Waschmaschine – nicht zum teilen, sondern
nur für die eigene Familie. Es flossen auf allen Seiten Tränen der Freude!
Und ja – ich bin noch lange nicht fertig! Die Kita-Plätze für die
beiden Kinder der Familien sind gefunden, nächste Woche gehen wir zur
Anmeldung. Beide Frauen sind wieder schwanger und da muss noch die
arabisch-sprechende Hebamme gefunden werden. Und am besten auch einen
Tandem-Partner, damit die Frauen zu Hause Deutsch lernen können. Aber ich
kaue ihnen nicht nur alles vor. Die beiden müssen ab jetzt ihre
Überweisungsträger für z. B. Strom und Wasser selbst ausfüllen, Termine bei
den Behörden selbst machen und bei der Post darauf achten, dass sie Fristen
nicht versäumen.
Letzens fragte ich Mohammad und Hussain, wie es ihnen gefällt, in
Deutschland zu sein, was ist gut und was nicht. „Du bist das Beste an der
Arbeit“ haben sie zu mir gesagt. Ich habe gegrinst wie ein Honigkuchenpferd.
Und dann sagten sie: „Ich fühle mich hier nicht mehr fremd“ – da wusste ich,
dass mein Einsatz so viel mehr ist, als einfach nur ein Job!
|
Gastbeitrag von Alex: So helfe ich Flüchtlingen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-alina-weltreise-statt-haus-und-garten-so-veraenderte-uns-unser-kind |
„Ein Kind verändert alles“ –
das hört man als werdende Mama nun wirklich zu Genüge. Ich dachte da ganz
banal an schlaflose Nächte, weniger Zeit für sich und den Partner,
chaotischen Haushalt. Und natürlich diese unendliche, bedingungslose Liebe zu
diesem halben Meter Mensch, der gefühlt 24h am Tag etwas von dir will. All
diese Dinge trafen auch tatsächlich ein, keine Frage. Aber sie wurden
komplett in den Schatten gestellt von dem, wie Mama-Sein nach und nach meine
Zukunftsvorstellungen auf den Kopf stellte.
Demian kam Ende November 2015 als absolut geplantes Wunschkind in unsere
Familie. Mein Mann und ich waren hin und weg von diesem kleinen Bündel und
unserer neuen Elternrolle. Im ersten Babyjahr soll es die meisten Trennungen
geben, habe ich irgendwo gelesen. Wow. Das war etwas, was wir absolut nicht
nachvollziehen konnten (und können). Natürlich ist es anstrengend, aber hey,
die schönen Momente überwiegen doch, oder? Bei uns lief jedenfalls alles
super und wir waren eine glückliche Familie, der es an nichts gefehlt
hat.
Knapp 1,5 Jahr vorher waren wir aus unserer einjährigen Weltreise
zurückgekehrt und haben uns mittlerweile einiges aufgebaut – Steffen, mein
Mann, hatte einen guten Job und ich konnte die Elternzeit voll und ganz
ausnutzen. Wir waren dabei unser Haus in Steffens Heimatort auszubauen,
hatten eine Finanzierung am Laufen und waren sogar Hundeeltern von Mischling
Carlos geworden. Eine ganz normale typische Familie eben! Aber wir wären
nicht wir, wenn unsere Geschichte hier nun mit „Und so lebten sie glücklich
bis an ihr Lebensende“ aufhören würde.
Doch erst einmal zurück zu mir, einer frischgebackenen Mama, die noch gar
nicht ahnte, welche Wendung ihr Leben bald nehmen würde. Ich bin ein
Mensch mit ganz klaren Vorstellungen vom Leben und weiß so gut wie immer, was
ich will. Auch vor der Geburt meines Sohnes hatte ich mir schon einiges
ausgemalt: ein halbes Jahr stillen, länger muss nun wirklich nicht sein. Nach
ein paar Monaten sollte das Baby dann doch bitte in seinem eigenen Bettchen
schlafen. Und eigentlich könnte ich nach 2 Jahren spätestens wieder arbeiten
gehen, es spricht ja nichts gegen eine Kita. Und wie sieht es heute aus?
Demian feiert in einem Monat seinen 1. Geburtstag, ich kenne niemanden, der
in diesem Alter noch mehr stillt, als wir („fast voll“ würde ich das nennen).
Er schläft immer noch im Familienbett und eine Fremdbetreuung (zumindest
unter 3) kommt für mich absolut nicht in Frage. Schwupps, alle Vorsätze
gingen innerhalb nicht einmal eines Jahres über Bord.
Es ging noch viel weiter. Wir haben uns immer mehr mit
bedürfnisorientierter Erziehung befasst und hatten diesen unheimlich starken
Wunsch, unser Kind frei aufwachsen zu lassen. So frei wie es uns nur möglich
ist. Und für uns, die eh schon ein Jahr mit Rucksack durch die Welt gereist
sind, besteht Freiheit zu einem sehr großen Teil darin, ortsunabhängig
zu sein. Trotz Haus und einem wirklich glücklichen Leben hier in unserer
Kleinstadt, sind wir nie ganz „angekommen“. Und seit unser Sohn auf der Welt
war, wurde das Gefühl immer stärker, dass das hier nicht der richtige Weg für
unsere Familie ist. Wir sind nun einmal freiheitsliebende Weltenbummler und
muss man denn wirklich komplett anders leben, wenn man Kinder hat? Heute ist
unsere Antwort: nein. Wir haben uns dafür entschieden, unser Lebensweise zu
überdenken und einfach mal so zu leben, wie wir es uns vorstellen und für
unsere Familie für richtig erachten. Ganz ohne gesellschaftlichen Normen und
Erwartungen Beachtung zu schenken. Und so steigen wir am 4. Januar 2017 in
den Flieger nach Thailand und beginnen unsere Weltreise – und zwar open
end.
Zunächst werden wir monatelang in Südostasien unterwegs sein. Die Vorfreude
ist einfach riesig, denn gerade Thailand haben wir auf unserer Weltreise ganz
besonders ins Herz geschlossen. Sogar so sehr, dass wir am Strand von Koh
Samui geheiratet haben! Wir freuen uns, wieder minimalistisch unterwegs zu
sein – was in unsere 2 Rucksäcke passt, kommt mit. Und das muss gut überlegt
sein, gerade mit Kind. Zurzeit arbeiten wir an unserer Packliste, um auch
wirklich gut ausgerüstet zu sein. Endlich hat der unnötige Konsum ein Ende –
viel zu sehr lassen wir uns hier in Deutschland zum Kaufen animieren.
Unterwegs wird es nicht möglich sein und fühlt sich einfach nur befreiend an,
können wir aus eigener Erfahrung sagen. Damit unser Sohn trotz unserer
Ortsunabhängigkeit eine gute Bindung zu seinen Großeltern und restlichen
Familie aufbauen kann, werden wir in den warmen Monaten viel mit unserem
Wohnmobil in Europa unterwegs sein und immer wieder in Deutschland
vorbeischauen. Auf unseren Touren wird uns unser Hund Carlos begleiten, der
in den Wintermonaten bei meinen Eltern gut untergebracht ist und den wir dann
sicherlich nach unserer Zeit in Asien als eine sehr verwöhnte Socke wieder in
Empfang nehmen dürfen.
Oft werden wir auf die Finanzierung der Weltreise angesprochen. Leider sind
wir nicht über Nacht Millionäre geworden, sondern müssen natürlich schauen,
wie wir uns langfristig finanzieren. Vorerst greifen wir auf Ersparnisse
zurück und haben einige Ideen für ein Online-Business, welche wir nach und
nach „ausprobieren“ werden. Aus Erfahrung wissen wir, dass man in Asien sehr
günstig leben kann und haben uns nicht zuletzt deswegen für Thailand als
unser erstes Reiseziel entschieden. Unser Budget müssen wir gut im Auge
behalten, aber wir reisen sparsam und kommen mit sehr wenig aus.
„Mutig“ sagen die einen, „Verrückt“ die anderen und „totaler Quatsch“ liegt
bestimmt auch einigen auf der Zunge. Für uns fühlt sich einfach endlich alles
richtig an. Wir sind glücklicher und ausgeglichener denn je und nur auf diese
Weise können wir als Eltern auch unser Kind glücklich machen. So verschieden
Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Meinungen und das ist
absolut großartig! Es gibt so viele Familien mit ganz unterschiedlichen
Lebensweisen, Zukunftsvorstellungen und Wünschen. Es gibt kein
„richtig“ oder „falsch“, wenn es darum geht, glücklich zu sein.
Natürlich steht uns das Wohl unseres Kindes immer an erster Stelle und
sollten wir merken, dass ihm diese Lebensweise nicht gut tut, wäre wir in
Handumdrehen wieder in Deutschland. Aber wir möchten diesen Schritt wagen,
uns auf das Abenteuer „Weltreise“ einlassen und schauen, wohin dieser Weg uns
führt.
——–
Mehr von Alina und ihrer Familie könnt ihr HIER lesen
|
Gastbeitrag von Alina: Weltreise statt Haus und Garten - so veränderte
uns unser Kind | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-anne-von-der-schwersten-woche-meines-lebens-wie-angehoerige-mit-einer-moeglichen-abtreibung-umgehen |
Und dann, ich döste grad im
Garten, kam mein Schwager zu mir und riss mich aus meinen Tagträumen. Er
müsse mal mit mir reden. Oh je, ich war sofort wach. Nein, nein, er und meine
Schwester, sie würden sich nicht trennen oder so, ich sollte jetzt einfach
mal kommen.
Ich ging mit. Was konnte los sein? War etwas mit dem Baby, das vor drei
Monaten geboren war? War etwas mit der Großen, Vierjährigen? Oder hatte meine
Schwester womöglich eine schlimme Krankheit? Mein Kopf spielte Kirmes, als
ich da neben meinem Schwager die Straße entlanglief. Wir wohnen in einer
kleinen Siedlung nicht weit voneinander entfernt. Meine Kinder waren zum
Glück alle verabredet an diesem Tag, deswegen auch das Dösen in der
Sonne…
Ich trat also in das kleine Reihenendhaus meiner Schwester und die Luft war
zum Schneiden dick. Sie saß auf dem Sofa, vor ihr brabbelte im Reisebettchen
das Baby, mein Schwager setzte sich zu ihr, ich nahm auf einem Stuhl Platz.
Mein Schwager begann, zu reden. Es sei nicht leicht für sie, mir das jetzt zu
sagen oder überhaupt mit jemandem darüber zu reden…
Meine Schwester, meine große toughe Schwester, beginnt nun, zu weinen. Mein
Schwager nimmt sie in den Arm. Das Baby strampelt vor ihnen, als sie sagen:
Wir sind schwanger. Und wir können dieses Kind nicht bekommen. Wir werden es
nicht bekommen.
Stille.
Sammeln.
Aha…
Dann beginnt meine Schwester unter Schluchzen zu erzählen. Ihr sei jetzt
schon alles zu viel, die letzte Schwangerschaft sei schon nicht leicht für
sie gewesen, sie wisse überhaupt nicht, wie es oder ob es überhaupt beruflich
weitergehe, die Finanzen seien ehschon knapp, auch die Ehe nicht immer ganz
so leicht, nun, in dieser Situation, ein drittes Kind, wäre
unvorstellbar.
Mein erster Gedanke: Ihr habt ein Haus. Ihr habt euch. Und ihr habt
Liebe.
Es gibt schon zwei wunderbare Kinder, die Sachen könnten aufgetragen
werden. Man kann doch nicht einfach so sagen, es geht nicht?! Wir schaffen
das schon.
Ich seufze und sage: „Ich möchte, dass ihr wisst, dass ich hinter euch
stehe, egal, welche Entscheidung es am Ende ist.“ Wir umarmen uns. Meine
Schwester weint. Mein Schwager sagt: „Wir weihen dich ein, damit du die Kinder
während des Eingriffs nehmen kannst. Du hättest ja eh gemerkt, dass irgendwas
nicht stimmt.“
Ich verlasse das Haus. Wie betäubt. Die Infos müssen erstmal ankommen,
duchsickern. Ich muss das jetzt alles verstehen. Muss ich das? Ich muss wohl.
Wie mechanisch hole ich meine Kinder von den Hobbys. Was ist los, Mama, du
bist so still. Verarbeiten, ruhig bleiben, einfach weiter funktionieren. In
der Nacht liege ich wach. Spreche viel mit meinem Mann. Spreche mit meiner
besten Freundin, obwohl ichs keinem sagen soll. Aber ich brauche Orientierung
und Halt.
Ich hielt mich bislang für eine Powerfrau. Ich bemühe mich sehr um
Gleichberechtigung. Ich will keine staatlichen Einschränkungen für Frauen,
ich möchte, dass jede selbst über ihren Körper, ihre Karriere, ihr Leben
entscheiden kann. Abtreibungen? Aber Hallo! Unser Körper, unser Recht.
Und jetzt, da es mich selbst betrifft, wackelt plötzlich mein Konstrukt.
Ich will diese Abtreibung nicht. Ich will nicht, dass dieses Kind nicht leben
darf. Ich will mich in dieses Kind genauso verlieben wie in meine anderen
Nichten und Neffen. Ich will, dass sie ihr Geschwisterchen
kennenlernen.
Für mich ist dieser kleine Zellhaufen sofort ein Lebewesen, ein Mensch, ich
bin – leider – sofort verliebt. Und das lässt mich nicht ruhig. Ich nehme
meine Nichten, als meine Schwester mit ihrem Mann zum Beratungsgespräch bei
ProFamilia geht. Ich denke: Die werden ihnen nochmal Möglichkeiten aufzeigen,
wie es doch noch gehen kann. So eine schnelle, weitere Schwangerschaft
schockt einen vielleicht erstmal, aber sie werden sich bestimmt noch
umentscheiden.
Als sie wiederkommen steht der Termin für den Eingriff fest. Ab diesem Tag
läuft die Uhr rückwärts. Wie kann ich meiner kleinen Nichte oder meinem
kleinen Neffen das Leben retten? Ich denke minütlich an dieses Kind,
überschütte es gedanklich mit guten Gedanken und Geborgenheit. Wenn dich
keiner will, ich will dich. Nur, dass du es weißt…
Die Schwiegermutter meiner Schwester, die nun auch eingeweiht ist, versucht
es mit einem Gespräch mit ihrem Sohn. Keine Chance. Ich schreibe meiner
Schwester einen Brief und habe Herzrasen, als ich ihn losschicke.
Ich mache ihr Mut. Wir schaffen das.
Ich unterstütze finanziell, kräftemäßig. Wenn das nicht reicht: ich würde
dein Kind sogar adoptieren.
Meine Schwester schreibt, sie sei gerührt. Ich weiß, dass die Entscheidung
längst gefallen ist. Und trotzdem war dieser Brief wichtig. Für mich. Denn so
weiß ich, dass ich alles versucht habe für dieses Kind, das mein Fleisch und
Blut geworden wäre. Ja, das klingt pathetisch, aber genauso ging es mir in
diesem Moment.
Nein, ich wollte nicht übergriffig sein, es ist ihre Entscheidung und es
ist ihr gutes Recht. Aber ich wollte, dass dieses Kind spürt, dass es geliebt
wird, auch wenn es nur für eine ganz kurze Zeit von wenigen Wochen zu uns
gehörte. Zu unserer Familie. Ich weine Rotz und Wasser.
In der Nacht vor dem Eingriff schlafe ich nicht. Ich wälze mich rum, ich
denke so fest ich kann an dieses Wesen im Bauch meiner Schwester, das ich im
nächsten Jahr hätte kennenlernen können. Seine Zeit läuft.
Am Morgen zünde ich eine Kerze an.
Ich schicke meine Kinder in Kita und Schule und übernehme das Baby meiner
Schwester, ihre Große ist da schon bei der Tagesmutter.
Ich schnappe mir den Kinderwagen und schiebe. Und schiebe. Und gehe die
größte Runde meines Lebens. Bloß kein Stillstand. Ich treffe durch Zufall
eine Freundin. Was für ein Glück, Kaffee trinken. Ablenken. Über Belangloses
reden. Als ich zurückkomme, schaue ich auf die Uhr. Jetzt müsste es vorbei
sein.
Und ich werde ruhig.
Der Kampf ist vorbei. Nun lässt sich nichts mehr ändern. Nun werde ich
meinen Frieden damit schließen.
Meine Schwester muss nach ihrer Wiederkehr erstmal liegen. Ich übergebe das
Baby an meinen Schwager. War lieb, ja. Alles geklappt.
Ich setze mich an den Küchentisch vor meine Kerze und denke: Ich habe mir
nichts vorzuwerfen. Ich habe alles in meiner Macht Stehende getan. Mein
Gerüst hat gewackelt. Ich brauche einige Zeit, um wieder auf festem Boden zu
stehen.
Es war ein Höllenritt, weil ich selbst anders gehandelt hätte. Weil ich
mich vom Leben überraschen lasse und Dinge hinnehme, die im Grunde nicht zu
ändern sind – und dann versuche, das Beste draus zu machen. Aber ich bin
nicht du und du bist nicht ich und ich bin nicht sie.
Nach Wochen merke ich, dass mein Wunsch nach diesem Kind auch ein
egoistischer war. Ich wollte diese Nichte oder diesen Neffen. Aber ich stecke
nicht in der Haut dieser Familie. Es steht mir nicht zu zu urteilen.
Vielleicht hätte diese Familie es tatsächlich nicht getragen – und ich bin
sicher, niemand macht sich diese Entscheidung leicht. Es war ein Gefühlschaos
für alle Seiten. Für niemanden leicht. Eigentlich gab es nur Verlierer. So
fühlte sich das an.
Aber ich habe am Anfang gesagt, ich trage jede Entscheidung mit und zu
diesem Wort musste ich nun auch irgendwie stehen. Es sind jetzt ein paar
Monate vergangen seit dem Eingriff. Ich denke immer noch manchmal an den
Termin, an dem unsere Familie eigentlich größer geworden wäre. Aber ich
schaffe es, mit einem Lächeln an das kleine Wesen zu denken.
Weil ich ihm alles, was ich ihm mitgeben konnte auch wirklich mitgegeben
habe.
Geliebt wird es immer noch.
That´s what family is made for.
——–
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Abtreibung, diesen Fehler mache ich nicht ein zweites Mal
|
Gastbeitrag von Anne: Von der schwersten Woche meines Lebens – wie
Angehörige mit einer möglichen Abtreibung umgehen | STADT LAND MAMA |
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Ihr Lieben, unsere Leserin
Anne ist 27 Jahre alt, schwanger mit Kind Nr. 2 und sie hat seit drei Jahren
eine Tochter. Sie kam zu Beginn von Annes Studiums zur Welt, ihr Sohn wird
zum Ende des Studiums geboren. Wie das alles ging? Das hat sie, die sonst
unter www.umgenaeht.com bloggt, für uns aufgeschrieben, um anderen die Angst
zu nehmen.
Ein Studium mit Kind? Warum nur? Hier die kleine Vorgeschichte. Als ich
2008 endlich fertig mit der Schule war, wollte ich in die große weite Welt
oder zumindest nach Berlin, um irgendwas zu studieren, was mich meinem
Traumjob ein entscheidendes Stück näher bringen sollte – dem der
Journalistin.
Die Liebe machte einen Strich durch die Rechnung
Ende 2008 fand ich mich in Rostock wieder, in einer abgewrackten
2-Zimmer-Wohnung mit der liebsten Mitbewohnerin und ich begann, Anglistik und
Kommunikation zu studieren. Natürlich nur für ein Semester, dann sollte es in
die Hauptstadt zum Weiterstudieren gehen. Doch ich fand meine große Liebe und
blieb – bis heute.
Nach dem abgeschlossenem Studium wollte ich nun endlich Journalistin
werden, aber da war auch der bereits sehr intensive und langjährige Wunsch,
eine Familie zu gründen, und zwar besser heute als morgen. Als mein jetziger
Mann dann sein Studium erfolgreich abschloss und sich entschied,
hauptberuflich Musik zu machen, war klar, dass mein Traum und sein Traum
wenig kompatibel waren.
Ich befasste mich also lange mit meinem Wunsch und war schnell ernüchtert.
Ich habe in einer Blase gelebt und mir meinen Traumjob so rosig vorgestellt,
obwohl es nur wenige zum großen Erfolg schaffen und der Weg dahin sehr
steinig sein kann. Ich dachte über Alternativen nach, befasste mich lange mit
meinen Interessen und entschied, dass ich zwei Praktika machen wollte: einmal
im Journalismusbereich und einmal an einer Schule für
Geistigbehinderte.
DAS sollte mein Beruf werden!
Nach zehn Minuten am ersten Praktikumstag in der Schule war ich
„angekommen“ und sagte das zweite Praktikum ab. Ich bewarb mich für ein
Lehramtsstudium im Fach Sonderpädagogik und bekam im Sommer 2012 die Zusage,
fast zeitgleich mit dem positiven Schwangerschaftstest. Im Oktober begann der
fünfte Monat meiner Schwangerschaft und mein erstes Semester in der
Sonderpädagogik. In der Einführungsveranstaltung spürte ich unsere Tochter
zum ersten Mal treten…
Zeitlich passte es super – die Vorlesungszeit ging bis Ende Januar, das
neue Semester begann Mitte April, der errechnete Termin für die Geburt war
Mitte März. Weil ich von vielen hörte, dass Studium und Kind zusammen machbar
sind, beantragte ich nach Rücksprache ein Urlaubssemester unter Vorbehalt.
Ich wollte sehen, ob es möglich wäre, gleich weiter zu studieren, mit einigen
wenigen Veranstaltungen pro Woche.
Unsere Tochter kam acht Tage später Ende März gesund und munter zur Welt.
Meine Welt schien jedoch auf einmal auf den Kopf gestellt, ich war überfordert,
konnte die negativen Gefühle nicht einordnen, wollte wieder mein altes Leben
zurück. Rückblickend hatte ich vielleicht „nur“ Startschwierigkeiten,
vielleicht war es aber auch ein bisschen mehr (darüber könnte ich wohl auch
einen langen Artikel schreiben).
Weiter studieren nach der Geburt
Nachdem wir uns eingependelt hatten, wollte ich unbedingt weiter studieren,
um wieder ein bisschen ICH zu sein, nicht stehen zu bleiben, nicht den
Anschluss zu verlieren. Ich hob den Antrag auf und ging einige Wochen nach
Semesterbeginn wieder in die Vorlesungen. Mit meinen Dozenten hatte ich schon
in der Schwangerschaft abgemacht, dass das so in Ordnung wäre und ich sollte
einfach sehen, wieich beides vereinbaren kann.
Zum Ende des Semesters legte ich mir mehrere Wochenendseminare, dadurch war
es möglich, auf wöchentliche Veranstaltungen zu verzichten und alles musste
eben an mehreren Wochenenden nachgeholt werden. Für mich die perfekte Lösung,
denn hatte ich unsere Tochter ja vorher bereits stundenweise beim Papa
gelassen, fiel es
mir jetzt nicht schwer, sie vom
Morgen bis zum Nachmittag bei ihm oder unseren Eltern zu lassen. Diese kamen
dann entweder zu uns, oder sie wurde für ein Wochenende abgeholt.
Als ich anfing, wieder für Klausuren zu lernen und Hausarbeiten zu
schreiben, entlasteten sie mich wieder und betreuten unsere Tochter an den
Wochenenden, sodass ich lernen oder schreiben konnte. Schnell merkten wir,
dass wir aber ohne Fremdbetreuung so nicht weitermachen konnten. Ich hatte
weniger Veranstaltungen im zweiten Semester besucht und wollte im dritten nun
wieder voll einsteigen. Also kam Frieda bereits mit sechs Monaten zur
Tagesmutter für exakt 6 Stunden am
Tag, von denen sie in den ersten
Monaten mindestens 3-4 Stunden verschlief. Ich konnte studieren, mein Mann
arbeiten. Mittlerweile geht sie in eine tolle Kita und hatte bisher keine
Probleme damit, abgegeben zu werden, worüber ich sehr froh bin.
Es war kein Spaziergang, aber genau das Richtige
Natürlich war es nicht immer so leicht, wie es hier vielleicht klingen mag.
Es war mitunter richtig, richtig stressig. Am Anfang bin ich alle zwei
Stunden bei Wochenendseminaren nach Hause gefahren, um abzupumpen, denn auch
Frieda sollte bis zum sechsten Monat Muttermilch bekommen. Es gab viele
Vorträge, Klausuren und Hausarbeiten. Oft waren Gruppentreffen notwendig, die
nicht selten bei uns nach 20 Uhr stattfanden, gut, dass meine meist jüngeren
Kommilitonen überwiegend sehr verständnisvoll waren. Wir sind so viel hin-
und hergefahren, weil unsere Familien je zwei Stunden entfernt wohnen.
Ich habe mich oft unter Druck setzen lassen, wenn andere mir von ihren
Vorbereitungen auf Unterrichtsstunden, Klausuren, etc. berichtet haben und
musste einsehen, dass ich eben nur die Leistung erbringen kann, zu der ich
nach dem Kind-zu-Bett-bringen noch in der Lage war und das war bisher okay.
Ich bzw. wir mussten viel Kritik dafür einstecken, dass wir unsere Tochter so
früh zur Tagesmutter gegeben haben, dass sie oft bei den Großeltern war, dass
ich immer noch studierte…
Aber es gab auch so vieles, für das ich dankbar bin. Ich habe im ersten
Studium Englisch studiert und konnte mir nun einen Großteil der
Veranstaltungen anrechnen lassen, mit ein Grund dafür, warum ich jetzt nicht
länger als nötig studieren muss (hoffentlich). In der Sonderpädagogik habe
ich fast ausschließlich tolle und meist verständnisvolle Dozenten gehabt, die
auch mal nachsichtig und mitunter sogar sehr fürsorglich waren.
Überraschung zum Studienende!
Ich konnte mein Kind zu Veranstaltungen mitnehmen, wenn es nicht anders
ging und hatte liebe Kommilitonen, die sich über ihre Anwesenheit gefreut
haben. Und vor allen Dingen bin ich für unsere Familien dankbar, denn mit
einem selbstständigen Musiker, der überwiegend an den Abenden und Wochenenden
arbeitet, wäre ich ohne sie aufgeschmissen gewesen.
Jetzt, 2016, bin ich am Ende des Studiums angelangt, ich habe versäumte
Veranstaltungen aufholen können und kann mich nun auf die Examensarbeit
konzentrieren, während unser zweites Kind mir sanfte Tritte verpasst –
Überraschung, ich bin wieder schwanger und studiere immer noch. Wenn alles
klappt, habe ich die Arbeit bis zur Entbindung schon „lange“ abgegeben und
die mündlichen Prüfungen weitestgehend vorbereitet, bekomme unser Baby, mache
kurz Pause und habe dann Anfang nächsten Jahres meine mündlichen
Abschlussprüfungen.
Und wenn ich dann fertig bin, habe ich zum ersten Mal ein paar Monate bis
zum Berufseinstieg richtige Elternzeit, auf die ich mich diebisch freue.
Denn, wovon ich lange glaubte, dass ich es nicht brauchte, weiß ich jetzt,
dass ich es unbedingt ausprobieren möchte: einfach mal nur Mama sein.
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Gastbeitrag von Anne: Warum ein Studium mit Kind eine gute Idee ist |
STADT LAND MAMA |
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Ihr Lieben, neulich haben wir
auf unserer Facebookseite einen Artikel geteilt, in dem es darum ging, dass
Kinder auch Auszeiten brauchen. Und ob man deshalb die Kinder während der
Ferien in den Hort oder die Kita schicken sollte. Es wurde viel über diesen
Artikel diskutiert, auch darüber, dass viele berufstätige Eltern gar nicht
die Möglichkeit haben, alle Ferien zu Hause abzudecken. Im Zuge der
Diskussion meldete sich Anneke bei uns und schickte uns diese ehrlichen
Zeilen. Vielen Dank dafür liebe Anneke!
Ich heiße Anneke und ich bin eine Landmama. Und zwar eine richtige
Landmama. Meine Mutter war schon eine Landmama und ihre Mutter auch. Bei uns
im tiefsten Ostfriesland arbeiten die Männer im Dreischichtsystem bei Enercon
oder VW und die Mütter von (exakt zwei Kindern) bleiben zu Hause und kümmern
sich um Haus und Hof, bis die Kinder drei Jahre alt sind und halbtags in den
Kindergarten gehen. Dann geht Mama wieder arbeiten. Natürlich nur ein
bisschen, versteht sich von selbst.
Ich übertreibe etwas. Natürlich gibt es hier auch alle anderen
Familiemodelle, aber dieses traditionelle Modell ist auf jeden Fall noch sehr
verbreitet.
Ich selbst bin nach einem Jahr Elternzeit wieder teilzeit in meinen alten
Beruf eingestiegen. Ich konnte zwei ganze Tage arbeiten, einen Tag hat mein
Mann unsere Tochter betreut, den anderen meine Mutter. Es ist mir sehr
schwer gefallen, mich schon nach einem Jahr von meiner Tochter zu trennen.
Anfangs verfluchte ich die Entscheidung, nur ein Jahr Elternzeit genommen zu
haben.
Aber es stellte sich heraus, dass alles ganz gut funktionierte und ich war
froh, keine Fremdbetreuung in Anspruch nehmen zu müssen. Außerdem baute meine
Tochter so auch eine tolle Bindung zu Papa und den Großeltern
auf.
Als sie 1,5 Jahre alt war, meldete ich sie für den Kindergarten an. Ein
hinreißender Waldorfkindergarten, in den sie gehen sollte, sobald sie drei
Jahre alt ist. Ich hatte direkt ein gutes Gefühl. Und meine Tochter fühlte
sich auf Anhieb wohl und begann zu spielen und interessierte sich für die
anderen Kinder. Ich war begeistert und wusste, dass sie dort in 1,5
Jahren bestens aufgehoben sein würde.
Und dann kam alles anders. Ich wurde wieder schwanger. Ich bekam Panik,
dass ich zwei Kinder niemals bewältigen könnte und mir die Große keine Zeit
lassen würde, das zweite Kind zu stillen oder mich überhaupt drum zu
kümmern.
Meine Hebamme rat mir, die Große vielleicht doch in eine Krippe zu geben.
Zeitlich wäre es ideal gewesen, die Große hätte nach den Sommerferien starten
können und wäre bereits eingewöhnt gewesen, wenn im Herbst das Baby käme. Ich
dachte trotzdem: So ein Quatsch. Ich gebe mein Kind nicht in die
Krippe!
Am Abend erzählte ich meinem Mann von dem Gespräch mit meiner Hebamme. Er
sagte, dass das gar keine schlechte Idee sei. Mein Mann ist übrigens
Franzose, in Frankreich wird, wie wir alle wissen, mit dem Thema
Kinderbetreeung ganz anders umgegangen. Das gab mir zu denken. Zwei Menschen,
deren Meinung ich sehr schätzte, hielten es für eine gute Idee. Und dann
hatte tatsächlich die Krippengruppe nur wenige hundert Meter von unserem
Zuhause kurzfristig einen Platz frei. Ein Zeichen?!
Drei Wochen später ging meine Tochter in die Krippe. Und es fühlte sich
richtig an. Sie ging an den drei Tagen, an denen ich nicht
arbeitete. Ich brachte sie morgens nach dem Frühstück hin und sie konnte
ein paar Stunden schön spielen. Sie bekam viele neue Eindrücke und fand
schnell Freunde. Zum Mittagessen holte ich sie wieder ab.
In der Zeit, in der sie weg war, konnte ich mich um den Haushalt kümmern,
einkaufen, und mich auch mal ausruhen und Kräfte sammeln. Es war einfach toll!
Wie dumm ich war, mein Kind erst mit drei in den Kindergarten geben zu
wollen, dachte ich mir.
Ende November wurde meine zweite Tochter geboren. Mein Mann war die ersten
Wochen bei uns zu Hause und wir hatten alle einen sanften Start in das Leben
zu viert.
Und dann kamen die Weihnachtsferien! Mein Mann musste wieder arbeiten
und das nicht zu knapp. Über die Feiertage und zwischen den Jahren hat er
Hochsaison und war zu Hause praktisch nicht mehr präsent. Die Krippe hatte in
dieser Zeit geschlossen und ich war zwei Wochen praktisch alleine mit einem
Neugeborenen und einer Zweijährigen. Ich will jetzt nicht rumjammern, so
schlimm war es nicht. Aber die Tage zogen sich einfach wie Kaugummi, ich
glaube, das kennt jede Mama. Und ich hatte schon morgens Angst davor, die
Kinder abends ins Bett bringen zu müssen. Je länger wir aufeinander hockten,
desto schlechter wurde die Stimmung.
Ich kann also nicht leugnen wie erleichtert ich war, als nach zwei Wochen
die Krippe wieder los ging.
Als nun, ein halbes Jahr später, der Zettel aus der Krippe kam, dass sechs
Wochen Ferien wären, bekam ich kurz Panik. Meine Tochter ist ein tolles Kind!
Sie ist definitiv eins von der pflegeleichten Sorte. Und auch ihre kleine
Schwester ist ein wahrer Goldschatz! Ich möchte nichts an diesen Kindern
ändern. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, sechs Wochen Sommerferien (in
denen mein Mann beruflich auch wieder Hochsaison hat) kaum überstehen zu
können.
Darum habe ich meine Tochter für
drei Wochen Ferienbetreuung angemeldet. Ich weiß, ich sollte mich freuen,
Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können und ich sollte die kurze Zeit,
in denen sie noch so klein sind, genießen.
Aber der Alltag mit den Beiden ist einfach auch verdammt anstrengend. Und
wenn ich nicht hin und wieder eine Pause bekommen kann (man hat ja nicht mal
die Nächte Ruhe), verliere ich früher oder später einfach die Nerven. Ich
merke einfach, dass die Tage wesentlich besser laufen, wenn meine Tochter ein
paar Stunden in der Krippe ist und ich in dieser Zeit Kraft sammeln kann.
Ansonsten bin ich irgendwann einfach überlasten und schreie das Kind auch mal
an, was mir dann wieder total leid tut.
Ich frage mich: Macht es mich zu einer schlechten Mutter, wenn ich das Kind
auch in den Ferien in die Krippe bringe? Ich weiß: Einen Preis für die beste
Mutter erhalte ich dafür definitiv nicht.
Aber: Muss ich als Mutter eigentlich immer super sein? Muss man allen
Kinderkram immer gut finden, um eine gute Mutter zu sein? Ich mag Trubel im
Haus und lachende tobende Kinder. Aber trotzdem nervt es mich, wenn überall
Sand und Dreck rum liegt.
Ich liebe es, Geschichten vorzulesen und Bilderbücher anzugucken. Aber
irgendwann, wenn das Kind beim Ins-Bett-Bringen immer noch ein Buch ansehen
will, sehne ich mich danach, dass es endlich schläft.
Ich mag puzzeln und mit Bauklötzen spielen aber ich male und knete nicht
gerne.
Geht es nicht allen Mamas so? Und noch ein Gedanke: Kann es sein, dass
nicht jedes Alter der Kinder für alle Eltern gleich gut passt? Vielleicht
genießen die einen besonders die Babyzeit, andere spielen am liebsten mit
Kleinkindern. Und wieder andere finden es super, wenn die Kinder schon älter
sind.
Aber klar, sowas darf man ja als Eltern nicht sagen. Eltern dürfen sich
nicht beschweren. Denn dann wird gesagt: "Du hättest Dir ja keine Kinder
anschaffen brauchen."
Nun ist es aber so, dass man nie im Voraus weiß, wie es ist, ein Kind zu
haben. Nicht selten sind Eltern überrascht und geben leise zu, dass sie sich
das alles anders vorgestellt haben.
Sollen denn nur perfekte Menschen Eltern werden? Ist natürlich Quatsch,
denn niemand ist perfekt. Vielleicht sollten wir uns einfach in das Abenteuer
Familie reinstürzen, Situtationen anschauen, reflektieren und wenn man ein
Problem hat, eine Lösung finden, die für alle passt. Ja, ich glaube, das wäre
eine ziemlich gute Sache!
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Gastbeitrag von Anneke: Warum ich mein Kind auch in den Ferien in die
Krippe bringe | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-charlotte-asperger-adhs-ritalin-unser-sohn-ist-einfach-anders |
Liebe Charlotte, Dein Sohn wurde vor eineinhalb Jahren eingeschult. Du
sagst, das hätte Euer Leben verändert. Warum?
Wir hatten schon im Vorschuljahr ein "komisches Bauchgefühl", das
sich beim Thema Tom und Schule einstellte. Wir besprachen unsere Bedenken mit
den Kita-Erziehern, die die Bedenken allerdings wegwischten. Auch die
Schuluntersuchung ergab lediglich ein "Problem" mit der
Stifthaltung, was uns nach langem Zureden beim Kinderarzt 6x Ergotherapie
einbrachte. Unsere Kinderärztin hat bei den U-Untersuchungen immer gesagt,
dass Tom sich ganz normal entwickelt. Einmal fragte ich sie, ob es sein kann,
dass mein Sohn sich ab und zu autistisch benimmt. Er ist mein erstes (und
einziges) Kind – mir fehlen schlicht die Vergleichsmöglichkeiten. Die Ärztin
sagte, sie könne keine autistschen Züge erkennen.
Drei Wochen nachdem die Schule begonnen hatte, wurden wir schon zum
Elterngespräch gebeten. Tom machte alles im Unterricht – nur nicht das, was
er sollte. Er krabbelte unter den Tisch, er sang, brummte, pfiff; versteckte
sich hinterm Vorhang, sammelte imaginäre Ameisen am Boden, träumte sich weg
in seine eigene Welt. Das war der Startschuss für einen Marathon an
Gesprächen mit Ärzten, Therapeuten, dem Jugendamt, Lehrern, Pädagogen,
Betreuern. Bis heute ist dieser Marathon nicht zu Ende
Wie war Tom denn so als Baby und Kleinkind? Hast Du da auch schon bemerkt,
dass Tom "anders" ist?
Tom hat von Geburt an geschrien bis er sechs Monate alt war. Er war sofort
unzufrieden, wenn er nicht alles mitkriegte. Unsere Hebamme sagte immer, er
"glotzt". Tom schlief schon als Säugling maximal zwei Stunden
tagsüber. Und das war heftig. Ich konnte ihn nie ablegen, sondern musste ihn
immer tragen. Dann guckte er mit weitaufgerissenen Augen alles an, sog wie
ein Schwamm alles in sich auf. Nur dann war er ruhig.
Als er dann so langsam Spielzeug für sich entdeckte, war es interessant,
dass er sich manchmal "ewig" mit einem Teil beschäftigt hat – er
hat es richtig "studiert". Dinge wurden nach Größen und/oder
Farben sortiert – so richtig bewusst wurde mir das, als er ca. zwei Jahre alt
war. Ich fragte eine Erzieherin in der Kinderkrippe in einem Elterngespräch,
ob es sein kann, dass er sich autistisch verhalte – ich wurde nur belächelt.
Zu Hause wurde sein Verhalten immer auffälliger. Bestimmte Dinge mussten
immer in einer festen Reihenfolge passieren – z. B., wie welche Klamotten
angezogen wurden oder wie wir Stifte einsortierten. Er aß auch die
verschiedenen Sachen auf seinem Teller nur in einer von ihm vorher
festgelegten Reihenfolge. Zu Hause habe ich das natürlich mitbekommen, aber
ich kann verstehen, dass dieses Verhalten in einer Kita vielleicht nicht so
auffällt. Daher kann ich die Aussagen der Erzieher, Tom sei nicht auffällig,
sogar verstehen.
Erzähl uns mal von dem Ärzte-Marathon….
Tom bekam ja nach der Schuluntersuchung Ergotherapie. Als sie sechs
Sitzungen vorbei waren, stellte uns die Kinderärztin kein weiteres Rezept
aus. Sie sagte, dass es doch ein größeres Problem sein müsse, wenn die sechs
Termine nicht ausreichen würden. Daher wurden wie erst mal zu einer
Psychiaterin. Diese unterzog Tom einem IQ-Test und meinte, dass er
überdurchschnittlich intelligent sei, aber zu 95% Wahrscheinlichkeit ADHS
hätte und seine Möglichkeiten deshalb nicht ausschöpfen kann. Sie verschrieb
uns weiter Ergotherapie mit Schwerpunkt ADHS. Für uns erstmal ein Schock. Wir
wurden auch über die Gabe von Medikamenten aufgeklärt. Ritalin stand
plötzlich im Raum. Das wollten wir auf keinen Fall, wir hatten einfach zu
viele Schauergeschichten gehört…
Über das Jugendamt beantragten wir eine Schulbegleitung. Eine Mitarbeiterin
vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst kam einmal die Woche für eine
Unterrichtsstunde, um unser Kind zu unterstützen. Zum Halbjahr der ersten
Klasse gab es ein weiteres Elterngespräch. Die Lehrerin sagte, dass Tom fast
gar nicht mehr am Unterricht teilnehmen würde, in seine Welt abtauchen würde
und nur schwer zurück zuholen sei. Ich brach in Tränen aus. Mein Kind war
gerade ein halbes Jahr in der Schule, ich hatte keine Vorstellung, wo das
noch hinführen sollte.
Wie ging es weiter?
Auf Anraten ließen wir eine sogenannte große Diagnostik in der
ortsansässigen Kinder- und Jugendpsychiatrie durchführen. Die Ärztin dort
bestätigte meinen Verdacht, den ich schon so lange hatte. Sie vermutete bei
Tom eine Autismusspektrumstörung! Es wurden unzählige weitere Tests gemacht
und nach vier Monaten teilte man uns im Diagnoseabschlussgespräch mit, es
gebe keine feste Diagnose. Es stehe fest, dass eine
Aufmerksamkeitsdefizitstörung bestehe, der Autismus konnte noch nicht fest
bestimmt werden.
Tom hat in einigen Tests ganz typische Autismus-Anzeichen gezeigt und in
anderen wieder sehr wenig. Er kommt nicht über den Cut-off – vereinfacht
erklärt: Wenn man für Autismus 10 Punkte bräuchte, kam Tom nur auf 9 Punkte.
Die Ärzte rieten uns, Tom in die Tagesklinik aufzunehmen, dort wäre er über
Monate hinweg beobachtet und beschult worden.
Wir hatten gerade jedoch nach langem Kampf die Schulbegleitung für seine
normale Schule bewilligt bekommen – die hätten wir dann absagen müssen.
Deshalb entschieden wir uns gegen einen stationären Aufenthalt. Wir sind der
Meinung, dass eine Diagnose es nicht wert war, ihn aus seinem gewohnten
Umfeld herauszureißen und ihm die Chance auf eine Schulbegleitung zu
verwehren. Dann gehen wir das Thema Diagnose eben zu einem späteren Zeitpunkt
nochmal an.
Die Diagnose Aufmerksamkeitsstörung gibt es ja bereits. Kannst Du diese
Diagnose etwas genauer beschreiben?
Tom hat eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Auf Dinge, die ihn
interessieren, kann er sich sehr lange konzentrieren – geht es um
Hausaufgaben reduziert sich die Aufmerksamkeitsspanne jedoch auf 15 Minuten.
Dann fängt er an nervös zu werden. Wenn er eine Aufgabe nicht sofort
begreift, stiegt sein Frustlevel schnell an und er wird noch nervöser. Er
schweift dann ab, beschäftigt sich mit Stiften, Anspitzen, Lineal, Radierer
und taucht in seine Welt ab.
Als das Thema Ritalin das erste Mal auftauchte, habt Ihr Euch dagegen
gewehrt. Nun nimmt Tom die Medikamente aber doch – auf eigenen Wunsch, wie Du
gesagt hast.
Wir haben immer offen mit Tom über alles, was ihn betrifft, gesprochen. Wir
haben ihm auch erklärt, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und darüber
gesprochen, was er und wir bereits sind, zu tun. Im Sommer haben wir nach 15
Monaten die Ergotherapie abgebrochen, weil Tom nicht mehr mitgemacht hat. Und
dann kam ein Schlag: Die endlich gefundene Schulbegleitung kündigte am
zweiten Tag des 2. Schuljahres. Das Jugendamt hat sich sehr um einen Ersatz
gekümmert, aber die können auch nicht zaubern – und so war Tom wieder
alleine.
Eines Tages bei den Hausaufgaben schaute mein Kind mich plötzlich an und
sagt: "Mama, ich glaube, ich brauche die Tabletten für die
Konzentration." Ein Schlag in den Magen hätte mich kaum schlimmer
treffen können. Weil es sein Wunsch war, haben wir einen Termin bei der
Psychiaterin ausgemacht und wurden dort gründlich aufgeklärt. Nachdem die
Kinderärztin auch noch ein großes Blutbild machte und dort alles gut war,
haben wir mit den Tabletten angefangen. Erstmal nur zu Hause, später auch für
die Schule. Die haben wir natürlich informiert.
Stellst Du Veränderungen fest, seit er das Medikament nimmt?
Am Anfang haben wir bemerkt, dass Tom am Nachmittag, wenn er recht früh das
Medikament genommen hatte, sehr unruhig war. Als wäre die Unruhe, die er
unter Einnahme nicht ausleben kann, aufgestaut und müsse nun aus ihm raus.
Seine Medikation wirkt etwa eine halbe Stunde nach Einnahme für 2-3 Stunden.
Wir stellten auch fest, dass der Appetit nach Einnahme deutlich weniger wird,
so dass Tom nachmittags plötzlich riesen Hunger bekam. Das alles musste sich
erst einspielen. Die Schule und auch die Leistungstest geben uns bisher
positives Feedback über die Veränderungen von Tom.
Von Anfang an hattest Du ja auch den Verdacht auf Asperger Autismus bei Tom
– welche Symptome zeigt Dein Sohn dafür?
Er hat viele feste Routinen, die eingehalten werden müssen. Tom ist zudem
sehr schüchtern, er hat kaum Augenkontakt zu anderen Menschen außer uns
Eltern. Körperkontakt – kuscheln oder Haare waschen – kann er fast nur mit
mir.
Körperwahrnehmung ist bei Tom ein großes Thema. Er war sehr lange tagsüber
nicht trocken, weil er oft so in seiner Welt versunken, dass er die Signale
seines Körpers überhört und teilweise täglich eingenässt hat. Lärm tut ihm
körperlich weh. Waschmaschine, Staubsauger, Mixer – selbst die Toilettenspülung
kann er kaum ertragen.
Emotionen kann er nur schwer zeigen oder gar in Worte fassen. Manchmal
äußern sich seine Emotionen in einem unglaublichen Wutausbruch, weil er sich
einfach nicht anders ausdrücken kann. Der Frust darüber muss sehr groß sein.
Er braucht immer feste Grenzen bzw. müssen Dinge, die besprochen oder
vereinbart werden auch möglichst genau so geschehen. Ein abgesprochener
Tagesablauf muss möglichst so eingehalten werden. Passiert das nicht, wirft
ihn das teils komplett aus der Bahn – er versteht dann die Welt nicht mehr
und wird nervös, konfus, stottert oder kann sich sprachlich gar nicht mehr
ausdrücken. Wenn ich ihm Änderungen erkläre, kommt er oft ganz gut zurecht.
Aber eben nicht immer.
Für Euch als Familie ist das sicher auch alles nicht leicht. Wie geht Ihr
damit um?
Es ist hart. Mein Mann arbeitet in Dauernachtschicht. Er ist dadurch leicht
reizbar, oft launisch und wenig zugänglich für die "Macken" seines
Sohnes. Es gibt oft Streit und oft kommt mir unsere Ehe vor wie eine WG mit
Kind. Unsere Ehe hat sehr gelitten. Nach nun mehr fünf Jahren, die ich auf
ihn einrede, er müsse sich Hilfe holen, ist bei ihm eine klinische Depression
diagnostiziert worden. Er hat einen IQ von über 140 und ist eigentlich in
seinem Job unterfordert und dauer-frustriert. Die Kraft zum Ändern hat er
scheinbar nicht – aber das kann ich ihm nicht abnehmen.Er muss jetzt eine
Therapie machen. Das hat ihm sein Arzt verordnet – wir warten auf einen Therapieplatz.
Ich stelle mich oft vor mein Kind, wenn mein Mann wieder ungerecht wird,
weil er Tom nicht versteht. Ich weiß, dass er es eigentlich schon tut, aber
er ist selbst sehr durch seine Erziehung geprägt – und die war nicht
besonders schön.
Was wünscht Du Dir für Eure Zukunft als Paar?
Dass mein Mann wieder mein Mann wird und unser kluges tolles Kind so nimmt,
wie es eben ist. Dass er ihn versteht, wie ich es tue. Dass wir unser
Versprechen von vor 10 Jahren "… in guten wie in schlechten
Zeiten…" halten können und auch mal wieder gute Zeiten kommen.
Foto: Pixabay
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Gastbeitrag von Charlotte: Asperger, ADHS, Ritalin? Unser Sohn ist
einfach anders | STADT LAND MAMA |
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Ich war 14 Jahre alt und kam
von der Schule nach Hause. Ich schloss die Tür auf und sofort sagte mir mein
Gefühl: "Hier stimmt etwas nicht." Mein Vater kam mir entgegen und
ich fragte: "Wo ist Mutti?" Er sah mich nicht mal richtig an, als
er sagte: "Sie ist mit Deiner Schwester ausgezogen."
Ich stand regungslos im Flur, meine Welt brach zusammen. Mein Vater ging
einfach an mir vorbei und verließ die Wohnung.
Ich erinnere mich, dass ich nicht mal weinen konnte. Ich stand unter
Schock. Ich hatte Angst vor meinem Vater. Wenn wir nicht parierten, gab es
einen Schlag in den Nacken. Wenn wir nicht rechtzeitig zu Hause waren,
sperrte er einfach die Tür zu, so dass wir nicht mehr ins Haus kamen. Und
leider wurde er, als ich 12 Jahre alt war, auch sexuell übergriffig. Und nun
war das Schlimmste eingetreten: Ich war von nun ab mit ihm allein. Und meine
Mutter mit meiner Schwester über 100 Kilometer weit weg.
Der Gedanke, der mich über Jahre hinweg quälte: "Warum hat meine
Mutter meine Schwester mitgenommen und mich zurück gelassen?" Ich fand
darauf keine Antwort und ich war so verletzt, dass ich meine Mutter dafür
gehasst habe.
Dazu muss man sagen, dass meine Mutter es auch sehr schwer mit meinem Vater
gehabt hat. Sie war komplett eingeschüchtert und wirkte depressiv. Bis heute
weiß ich nicht, ob sie von sich ausgegangen ist oder ob mein Vater sie
rausgeworfen hat. Wie es auch war – sie hat mich zurück gelassen.
Meine Mutter hat mir so oft gefehlt. Alle meine Mitschüler hatten ihre
Eltern, Geschwister, Oma und Opa. Ich war immer allein. Auch bei
Abschlussfeiern der Schule. Ich war so schrecklich einsam.
Später wurde meine Mutter krank, eine schlimme Nervenkrankheit. Zunächst
wollte ich sie nicht in der Klinik besuchen, dann überwand ich mich doch und
ging hin. Sie, meine Schwester und ich saßen zusammen und Mutti fragte mich:
“Und was macht die Schule?“ Ich antwortete ihr, dass ich nicht mehr zur
Schule gehe und meinen Realschulabschluss gemacht habe. Sie nickte nur und
frage: “Und was macht die Schule?“ Danach habe ich sie sieben Jahre nicht
mehr gesehen. Durch meine Schwester wusste ich immer, wie es um meine Mutter
steht. Aber ich selbst konnte nicht hin, ich brauchte Distanz.
Dann kam ein Anruf meiner Schwester, dass es meiner Mutter schlechter gehe,
sie habe einen Luftröhrenschnitt bekommen und läge auf der Intensivstation.
Ich fuhr natürlich ins Krankenhaus und da lag sie nun, überall Kabel,
Schläuche und Geräte. Meine Schwester hat sich einen Stuhl genommen und ihre
Hand gehalten. Sie hat mir ihr gesprochen und ihre Hand gestreichelt. Ich
stand nur versteinert da, fühlte mich innerlich zerrissen und bin hinaus auf
den Flur gelaufen. Eine Krankenschwester sprach mir gut zu und sagte, ich
könne meine Mutter ruhig anfassen und streicheln. Ich ging zurück ins Zimmer,
aber ich konnte das nicht. Ich rannte raus aus dem Krankenhaus.
Mir war bewusst, dass sie sterben würde und ich habe ihr gewünscht, dass
sie endlich erlöst wird. Ich habe draußen viel über meine Mutter
nachgedacht und mich an die schönen Dinge erinnert. Dass sie Musik liebte,
zum Beispiel. Dass sie viel mit mir gekuschelt hat, als ich noch klein war.
Dass sie wenig geschmipft hat und uns oft Süßigkeiten zugesteckt hat. Mich
plagte das schlechte Gewissen, dass ich sie jahrelang nicht besucht hatte.
Ich konnte ihr einfach nicht verzeihen, dass sie mich zurück gelassen hatte.
Sie war einfach gegangen, ohne eine Erklärung. Ohne einen Brief. Ohne einen
Anruf,
Und dann starb meine Mutter. Als meine Schwester es mir am Telefon erzählte,
konnte ich nicht weinen. In der Kapelle dann brachen die Dämme. Der Organist
spielte Let it be von den Beatles – und auch heute, zehn Jahre nach dem Tod,
kann ich dieses Lied nicht hören. Während der Trauerfeier regnete es in
Ströhmen, als wir dann heraus kamen, schien plötzlich die Sonne. Die
Sonnenstrahlen wärmten mein Gesicht. Das war der Moment, in dem ich Frieden
schloss und meiner Mutter vergab.
Heute geht es mir wieder gut, ich habe mir externe Hilfe geholt, um meine
Geschichte zu verarbeiten. Heute denke ich mit einem Lächeln an meine Mutter
zurück. Ich weiß, dass sie selbst eine schreckliche Kindheit hatte und der
Schritt, meinen Vater zu verlassen, wohl die härteste Entscheidung in ihrem
Leben war.
Ich bin im Reinen mit ihr und mir. Und ich sehe meinen Sohn an und denke,
dass sie eine gute Oma gewesen wäre.
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Gastbeitrag von Claudia: Als ich 14 war, zog meine Mutter still und
heimlich aus | STADT LAND MAMA |
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Ich bin Conny, noch 36 Jahre
jung und Mutter von vier zauberhaften Jungs im Alter von 17, 14, 9 Jahren und
4 Monaten. Bis zum Jahr 2006 gehörten wir zur Gattung der
durchschnittsdeutschen "normalen" Zwei-Kindfamilie. Das änderte
sich mit der Geburt unseres dritten Sohnes im Januar 2007 schlagartig.
Plötzlich waren wir nicht mehr die Familie A., sondern "die Familie
mit den vielen Kindern". An der Supermarktkasse mit dem Wocheneinkauf
für fünf Personen und drei Kids im Schlepptau wurden wir plötzlich als
"Hartzvierer" bepöbelt. Nur zur Info: Wir sind beide voll
berufstätig und finanzieren unsere Großfamilie selbst. Die Mutter eines guten
Bekannten begrüsste mich bei meiner nachmittäglichen Dorfkinderwagenrunde
nicht mit den Worten "Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs",
sondern liebevoll mit einem "Na, nun reicht's aber langsam hin,
nech". Worauf ich nur antworten konnte: "Jetzt gehts erstmal
richtig los". Dass ich damit Recht behalten sollte, konnte ich damals ja
nicht wissen.
Irgendwie waren wir immer speziell
Die Jahre vergingen, die Jungs wurden grösser, kamen in den Kindergarten
und in die Schule. Aber irgendwie waren wir immer "speziell" und
andere wussten immer was zu unserer Mitgliederzahl zu sagen. Gerade
Ein-Kind-Muttis mussten immer Kommentare abgeben wie "Na, eins könnt ihr
doch noch". Hä? Aber man bekommt ja ein dickes Fell und das Repertoir an
dummen Antworten auf dumme Fragen wird auch immer größer.
Acht Jahre lebten wir dann mit unseren drei Kindern in trauter Fünfsamkeit
zusammen und langsam hatte sich auch das Umfeld an unsere Kinderschar
gewöhnt, als ich im letzten Jahr einen positiven Schwangerschaftstest in der
Hand hielt. Juhuuu! Wir sind wieder im Gerede!
Wieder schwanger!
Meine erneute Schwangerschaft hatte sich gefühlt schneller herumgesprochen,
als der Zeitungsfritze mit seiner morgendlichen Runde fertig war. Natürlich
gab es viele, die uns gratulierten, aber auch genug, die meinten, dass das
doch total unüberlegt ist und wir doch eigentlich schon so gut wie fertig
waren und überhaupt: Muss das jetzt wirklich nochmal sein? Ich bin ja
schließlich nicht mehr die Jüngste und mein Mann dann auch schon 42 und der
große Sohn ja quasi fast aus dem Haus.
Irgendwann machten sich die Leute dann Gedanken über das dieses Mal
hoffentlich weibliche Geschlecht unseres Kindes. Erschreckenderweise wusste
jeder, dass es ein Mädchen werden muss beim vierten Versuch. Ich dachte
immer, wir haben vier Kinder und nicht vier Versuche...
Beileidsbekundungen: Noch ein Junge?
Und dann stand bald fest, unser vierter Versuch würde wieder ein Junge. Ich
wurde bemitleidet, ja mir wurden quasi Beileidsbekundungen ausgesprochen.
Wenn ich diese dankend ablehnte und erklärte, dass dies keinen Grund zur
Trauer darstelle und wir uns über unseren erneut männlichen Nachwuchs
wahnsinnig freuen, wollte man mir dies nicht wirklich glauben, und setzte
noch schnell hinterher: "Naja, hauptsache gesund". Und das ist
unser kleiner Mann in der Tat, auch wenn sein Start ins Leben etwas holprig
war.
Wir sind eine glückliche Vier-Jungs-Familie und auch etwas stolz, in den
Augen vieler "anders" zu sein. Denn normal kann ja jeder.
|
Gastbeitrag von Conny: "Du hast vier Jungs? Du Arme!" | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-doris-ich-habe-depressionen-und-will-nun-mein-leben-aendern |
Ein paar Eckdaten: Ich bin 37
Jahre alt, alleinerziehende Mutter eines 10- Jährigen, habe einen Vollzeitjob
und ich lebe jeden Tag am Limit.
Das wäre sicher super aufregend, wenn ich Extremsportlerin wäre, aber das
bin ich nicht.
Viele würden mein Leben als stinknormal bezeichnen. Ich tue das nicht…
mehr!
Ich habe Depressionen!
Wer in meiner Nähe ist, lacht viel, sehr viel. Ich bin sehr lustig.
Wenn ich könnte, würde ich damit mein Gelde verdienen. Meine momentane
Berufssituation hat nämlich einen sehr großen Anteil daran, wie es mir geht.
Auch im Büro bringe ich die Kollegen zum lachen -vor allem meinen Chef. Jeder
muss also denken, es ginge mir wunderbar.
Aber es ist an der Zeit, etwas zuzugeben: Leute, es ist meine Masche!
Jetzt ist es raus! Diese Masche hat auch immer funktioniert.
Bringe sie zum Lachen, dann hast du sie unter Kontrolle. Vor allem eben
meinen Chef. Er hat mir in den letzten Jahren so viele gemeine Sachen
gesagt.
Sich darüber lustig gemacht, dass ich Single bin.
Das ADHS meines Sohnes mit meiner schlechten Erziehung abgetan.
Besondere Aufmerksamkeit jedoch schenkte er immer wieder den 20 kg, die ich
mir in den letzten zwei Jahren angefressen habe. Das war ja auch einfach zu
offensichtlich. Genauso wie die drei grossen kahlen Stellen auf meinem
Kopf…
Jeden Tag war ich auf der Hut, zog den Kopf ein – immer bereit einen
lustigen Spruch loszulassen, um eine mögliche verbale Katastrophe abzuwenden
– weg zu lachen!
Und dann kam mein Urlaub. Drei Wochen.
Die erste Woche verbrachte ich weinend auf meiner Couch, immer mit der
Angst im Nacken, ich hätte vielleicht einen Fehler im Büro gemacht und man
könnte mich deswegen anrufen. Natürlich passierte auch genau das… ich weiß
nicht, wie Panikattacken sich anfühlen, aber ich fühlte mich schrecklich, mir
blieb die Luft weg, mir wurde heiß und Adrenalin schoß durch meinen
Körper.
Die zweite Woche verbrachte ich mit meiner besten Freundin in einem
wunderschönen Hotel in Andalusien mit einem atemberaubenden Blick auf den
Ozean. Doch kam das wirklich in mir an? Abgesehen von meiner Gesichtsfarbe
veränderte sich an meinem Zustand nichts.
Die dritte Woche grübelte ich zwei Tage vor mich hin, igelte mich wieder
ein.
Ich habe mir in den letzten drei Jahren Hilfe gesucht. Bei der
Erziehungsberatungsstelle im Ort, Ergotherapie für meinen Sohn. Als die
Situation im Hort untragbar wurde, suchte ich eine Tagesmutter, die auch
"große" Kinder betreut. Ich kämpfte um einen ambulanten
Therapieplatz für mich und fand einen.
Doch trotz all dieser Hilfe fehlte etwas: EINE ENTSCHEIDUNG VON MIR!
Am Mittwoch meiner letzten Urlaubswoche überedete eine Freundin mich zu
einem Besuch im Fitnesstudio und während wir auf dem Fahrrad strampelten
sagte sie einen Satz, der mich so berührte, mich so tief drinnen traf, dass
ich bereit war eine Entscheidung zu treffen.
"Wir ziehen das jetzt zusammen durch!"
Ich war nicht mehr allein…
Am nächsten Tag ließ ich mich krankschreiben – meine Ärztin tat das mit
großer Freude, schließlich riet sie mir schon vor einem Jahr zu einem
Jobwechsel. Das war der kleinste Schritt. Ich war felsenfest davon überzeugt,
das ich NIE WIEDER ein Wort mit meinen Chefs sprechen wollte. Also steckte
ich die Krankmeldung kommentarlos in einen Briefumschlag und trug ihn mit
klopfendem Herzen zur Post.
Mein nächster Weg führte mich zur Gleichstellungsbeauftragten unserer
Kleinstadt – ein Rat meiner Erziehungsberaterin. Nachdem ich ihr meine
Geschichte erzählt hatte, bot auch sie mir ihre Hilfe an. Wir verabredeten
uns, um Bewerbungen zu schreiben und sie entließ mich mit den Worten:
"Sie sind eine tolle Frau, die schon so viel geschafft hat, und ich
freue mich, ihnen dabei helfen zu dürfen, wieder auf die Füße zu
kommen."
Beim darauffolgenden Gang zum Arbeitsamt war mir mulmig. Noch nie in meinen
20 Berufsjahren war ich dort mit der Absicht aufgetreten, mich mehr oder
weniger freiwillig in die Arbeitslosigkeit zu begeben. Aber ich wußte eben
nicht, ob ich so schnell einen neuen Job fidnen würde, oder ob ich schnell
genug wieder gesund wäre, um eine neue Stelle anzutreten. Ich spielte mit
offenen Karten und bekam… HILFE! Man sagte mir, wenn ich ein Attest meiner
Ärztin hätte, in dem sie bescheinigt, dass sie mir dringend empfielt, aus
gesundheitlichen Gründen, den Arbeitgeber zu wechseln, mir keine Sperre
drohe.
Ich war so unglaublich erleichtert, dass ich nicht auch noch um unseren
Lebensunterhalt fürchten musste – auch wenn es natürlich deutlich weniger
Geld wäre.
Meine Freundinnen, meine Schwester, sogar Menschen, denen ich auf Grund
meiner eigenen Hilflosigkeit mehrmals vor den Kopf gestoßen hatte standen mir
bei. Riefen an, schrieben Nachrichten, ließen mich wissen, dass sie da
sind!
Mein Entschluß steht fest: Ich werde kündigen! Mich befreien von einem
tyrannischen Chef und einer vermeitlich unfehlbaren Chefin.
Natürlich bleiben die Anrufe nicht aus, schließlich hatte ich mich nicht
telefonisch abgemeldet, aber ich gehe nicht ran – auch wenn mir jedes Mal die
Luft wegbleibt, wenn die Nummer auf dem Display erscheint. Aber ich bin
einfach nicht in der Lage mit ihnen zu sprechen.
Ich habe gelernt, dass ich Situationen nicht aushalten muss, dass ich sie
ändern kann.
Greift nach Händen, die euch gereicht werden und haltet sie fest!
Ich weiß, dass mein Weg noch weit ist und gerade erst begonnen hat. aber
ich werde ihn gehen, mit all seinen großen und kleinen Steinen. Depressionen
können uns lähmen, bis uns jemand an die Hand nimmt.
Und wer weiß, vielleicht mache ich demnächst beruflich etwas ganz
anderes…
Foto: Pixabay
|
Gastbeitrag von Doris. Ich habe Depressionen - und will nun mein Leben
ändern | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-doris-mein-mann-hat-mich-betrogen-so-kaempfen-wir-um-unsere-ehe |
Es gibt Momente, da ist alles
gut. Es gibt aber Tage, an denen stelle ich alles in Frage.Wirklich
alles. Unsere Liebe, unser Leben, unsere Ehe.
Fast 3 Jahre sind vergangen, aber ich spüre immer noch, wie sich meine
Brust zusammen zieht, wenn ich daran denke. An den Betrug. An sein
Fremdgehen.
Ich kann es noch fühlen, diese Ohnmacht, alles bricht weg, wenn man
erfährt, was passiert ist. Was passiert war, fragt Ihr Euch?
Mein Mann hat mich betrogen. Mit meiner Freundin. Er ist mit ihr
ausgegangen, ist um die Häuser gezogen und er hat mit ihr geschlafen –
während ich zu Hause mit einem Dreijährigen und einem Säugling
war.
Als ich erfuhr, dass ich betrogen werde, dachte ich, ich müsste sterben.
Diese Lügen, diese Erniedrigung. Von ihm und ihr. Sie, meine Freundin, die
nur ein paar Treppenstufen über uns wohnte, hätte mir fast alles genommen.
Wenn ich daran denke, dass sie in dieser Zeit oft mit uns frühstückte, mit
den Kindern spielte – und mit meinem Mann schlief…
Das war vor drei Jahren. Wir sind heute immer noch eine Familie. Ich weiß,
viele denken sich jetzt: "Wie konnte sie nur bleiben?" Früher hätte
ich das auch gesagt, hätte gesagt: "Verlass ihn!" Aber ich bin
geblieben – geblieben, um zu kämpfen. Und ich glaube heute, dass jeder eine
zweite Chance verdient hat.
Wir sind zur einer wundervollen Therapeutin gegangen. Sie sagte, dass
unsere Ehe anzusehen ist wie die Jahresringe eines Baumes. Im 6.Jahr haben
wir Risse und es war schwer -aber es werden immer mehr Ringe kommen, die uns
zusammen schweißen. Wir gehen gut miteinander um. Wenn er abends weggeht,
gehe ich ohne Kopfkino ins Bett. Er weiß, dass er nicht noch eine Chance
bekommt.
Ich bin froh, dass die Kinder sich nicht an diese schwere Zeit erinnern
können. Aber mein Herz erinnert sich. Manchmal frage ich mich, ob ich ihn je
wieder so lieben werde, wie vor dem Betrug. Manchmal weine ich, nicht vor den
Kindern, sondern ganz still für mich. Weil ich immer noch nicht begreifen
kann, wie er UNS aufs Spiel setzen konnte. In mir ist eine Traurigkeit, ganz
tief.
Und doch: Wie sind eine Familie, wir sind wieder glücklich. Wenn uns jemand
sieht, denkt er bestimmt: Was für eine Bilderbuchfamilie! Er ist ein
wunderbarer Vater. Ich kann nicht in seinen Kopf schauen, aber er sagt, dass
er uns alle über alles liebt. Wir nehmen uns bewusst Zeit für uns, gehen mal
essen oder einfach ins Café. WIR sind uns wieder wichtig, das ist damals wohl
auch in Vergessenheit geraten.
Es ist nicht leicht, aber ich glaube, dass es wichtig ist, um seine Familie
zu kämpfen.
|
Gastbeitrag von Doris: Mein Mann hat mich betrogen - so kämpfen wir um
unsere Ehe | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-eva-ich-liebe-einen-15-jahre-juengeren-mann |
Ihr Lieben, vor Kurzem
schrieb Pia bei uns, dass sie sich in einen Mann verliebt hat, der rund 30
Jahre älter ist als sie. Danach entstand eine tolle Diskussion, ob und
wieviel Altersunterschied eine Liebe verträgt.
Im Zuge dessen hat sich Eva bei uns gemeldet. Sie ist mit einem wesentlich
jüngeren Mann zusammen – und sehr glücklich. Weil „ältere Frau, jüngerer
Mann“ für viele heute immer noch ein Tabu ist, baten wir Eva, uns ihre
Erfahrungen aufzuschreiben. Danke, Eva, für den Einblick – Euch nur das
Beste!
„Oft werde ich gefragt: „Wie ist das zwischen Euch eigentlich losgegangen?“
Dann sage ich: „Ich habe ihn eben kennengelernt – so wie jedes andere Paar sich
auch irgendwie, irgendwo kennenlernt.“
Ich habe ihn das erste Mal im Reitstall gesehen, er nahm an einem Ausritt
teil, den auch ich mitmachte.
Wir haben uns gut verstanden und einfach mal Nummern ausgetauscht. Er hat
angerufen und wir haben uns getroffen. Wir haben DVDs geguckt, zusammen
gekocht, ganz normale Dinge eben und ich dachte, es sei rein
freundschaftlich.
Doch irgendwann dämmerte es mir, dass dieser 19-jährige „Junior“ (so nannte
ich ihn anfangs) tatsächlich Interesse an mir hatte. An mir, 34 Jahre alt,
alleinerziehend, mitten im Leben stehend. War ich für ihn nicht eine „alte
Schachtel?“
Es hat noch Monate gedauert, bis ich mich auf die ersten Gefühle einließ.
Stattdessen fragte ich mich: „Was sollen die Leute denken?“ und vor
allem: „Was soll meine 10-jährige Tochter denken???“. Eine gute Freundin
fragte mich, warum ich mir so viele Gedanken mache. Männer hätten ständig
jüngere Frauen. Da würde schließlich auch keiner was sagen.
Dazu kam, dass mein Freund auf eine ganz liebevolle Art hartnäckig blieb –
und irgendwann ist es einfach passiert.
Am nächsten Morgen kam meine oben genannte Freundin zu Besuch. Sie sah die
Knutschflecken an meinem Hals, grinste und brummelte: „Anfänger, was?“.
Dazu kann ich nur sagen: „NEIN…ganz und gar nicht.“
Und dennoch habe ich mich wirklich schwer getan, eine richtige Beziehung
mit ihm einzugehen. Zwischen uns liegen 15 Jahre – das ist viel und irgendwie
auch nicht.
Ich habe vielleicht mehr Jahre auf dem Buckel – er verfügt aber über sehr
viel Lebenserfahrung, weil er in seinen jungen Jahren schon sehr viel mehr
durchmachen musste als ich. Ich bin auch eine unübliche
Mitt-Dreißigerin, mein Freund ist in Vielem sogar spießiger als ich…
Wir sind nun seit eineinhalb Jahren zusammen, die Beziehung mit ihm läuft
gut. Er nimmt mich so wie ich bin – mit allen Ecken und Kanten (und ja, mit
den Rundungen auch). Er ist für meine Tochter da, ohne zu versuchen,
deren Papa zu ersetzen. Braucht er auch nicht – sie hat nämlich einen und der
ist toll, auch wenn ich nicht mehr mit ihm zusammen sein möchte.
Mein Freund packt an, wo er kann und ist endlich mal ein richtig tolles
männliches Rollenvorbild für mein Kind.
Er ist kein naiver Jungspund – er hat einen guten Job, wir teilen
gemeinsame Hobbys, geben einander aber auch Freiräume.
Er bleibt auch, wenn es hart wird. Gemeinsam haben wir gerade den
tragischen Tod eines geliebten Angehörigen und die Fehlgeburt unseres Krümels
durchgestanden.
Ja, diese Beziehung hat mich auch einige Freunde gekostet, die mit dieser
„Konstellation“ nicht klargekommen sind. Andere Freunde sind geblieben, viele
dazu gekommen. Meine Herzensfamilie ist gewachsen und ich bin zufrieden.
Wirklich zufrieden und ich glaube, dieses Gefühl, bei einem Menschen
angekommen zu sein, hatte ich vorher noch nie.
Ich höre schon wieder die Leute unken: „Wenn er erstmal 25 ist, dann will
er bestimmt ne andere, ne junge knackige Frau!“.
Das ist möglich, und ja, ich verschließe auch nicht die Augen davor. Aber
das könnte mir auch bei jedem anderen Mann passieren.
Wir sind hier und jetzt glücklich.
Warum muss ich mir jetzt Gedanken darum machen, was alles schief gehen
könnte?
Und damit den Augenblick vergiften? Und was wäre wenn es dann doch
funktioniert?
Ich gelange langsam an den Punkt, an dem es mir egal ist, was die
Leute denken.
Ja, ich sehe halt ein bisschen älter als mein Freund aus – ganz einfach,
weil ich einfach älter BIN. Und dafür muss ich mich genauso wenig schämen wie
er. Wie schon mein kluger alter Papa sagte, als ich meinen neuen Freund
vorstellte: „Alt werden se ja von alleene Kind!“.
Alter ist eine Zahl. Sonst nichts. Und wenn sich zwei Menschen lieben, dann
sollen sie es verdammt nochmal einfach tun und auf ihr Herz hören –
unabhängig vom Geschlecht, der Hautfarbe – oder eben des Alters.
|
Gastbeitrag von Eva: Ich liebe einen 15 Jahre jüngeren Mann | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-jana-meine-kindheit-war-wie-eine-isolationshaft |
Immer wieder sind wir
zutiefst berührt, wenn uns Leserinnen ihre Lebensgeschichten erzählen. Wir
sind so dankbar für Euer Vertrauen. Heute erzählt Jana (die eigentlich anders
heißt, der Name wurde von uns geändert) von ihrer Kindheit, die von einer
Mutter gesprägt war, die unter einer Persönlichkeitsstörung leidet…
"Erst als ich selbst Mutter wurde, stellte ich fest, dass irgendetwas
so gar nicht stimmt in meinem Leben. Besonders in meiner Gefühlswelt schienen
einige Dinge völlig verkehrt zu laufen und ergaben keinen Sinn mehr. Denn ich
liebe meine Tochter von Herzen, sie ist unser Wunschkind und war mehr als
herzlich in unserer Familie willkommen. Ich fühlte auf einmal, dass ich ihr
eine Liebe gab, die mir selbst so fremd war, die ich nicht als Erinnerung
abrufen konnte. Die ich selbst als Kind nie bekommen hatte. Ich brauchte
dennoch fast drei Jahre mehr, um heraus zu finden, dass meine Mutter unter
einer narzistischen Persönlichkeitsstörung litt und meine Kindheit deshalb so
war, wie sie war.
Meine Kindheit war eine einsame Zeit, heute würde ich sagen, ich war in
Isolationshaft, ohne dass es irgendjemandem aufgefallen wäre. Meine Familie
wirkte nach außen völlig normal und unauffällig, durch das Jahr fanden
regelmäßig Familientreffen an Geburtstagen statt, alles wirkte sehr eng und
vertraut. Es war normal, dass meine Mutter mehrfach am Tag mit ihrer Mutter
telefonierte und über alles in ihrem Leben Bericht erstattete, es war normal,
dass meine Mutter keine richtigen Freunde hatte, sondern immer betonte, dass
alles in der Familie bleibt und man "fremden" Leuten nichts von
sich erzählt, geschweige denn ihnen vertraut.
So war ich erst im Kindergarten, dann in der Grundschule und später auf dem
Gymnasium ein einsames Kind, ein Außenseiter und Sonderling. Die
Kindergeburtstage meiner Klassenkameraden fanden ohne mich statt, ich durfte
nicht mit auf Klassenfahrt, nicht mit ins Schwimmbad, nirgendswohin.
Ich war zu Hause, entweder allein oder unter Aufsicht meiner
Mutter. Mein Vater arbeitete von früh bis spät. Ich sehnte ihn abends
nach Hause, weil ich dann eine kurze Verschnaufpause hatte und ich kurz der
Dauerkontrolle meiner Mutter entfliehen konnte. Wenn mein Vater da war, war
meine Mutter ein anderer Mensch, nachgiebiger, wohlwollender, freundlicher.
Wenn er nicht da war, zog sie über ihn her, machte ihn schlecht, entwürdigte
ihn, aber nie direkt, sondern auf eine sehr subtile Art. So lernte ich, dass
mein Vater ein minderwertiger Mensch ist, der alles, was er ist, meiner
Mutter zu verdanken hat, ohne sie wäre er nichts. Ich habe das geglaubt, so
wie alles Kinder das glauben, was ihre Mutter ihnen erzählt. Heute schäme ich
mich zutiefst dafür.
Ich wachte jeden Morgen mit Angstschweiß auf
In der Grundschule war mein Selbstbewusstsein bereits so beschädigt, dass
ich davon überzeugt war, für die Welt völlig nutzlos zu sein und niemals im
Leben etwas erreichen würde. Auf dem Gymnasium wurde ich schnell zum
beliebten Mobbingopfer, da ich die Regeln der sozialen Interaktion nicht
verstand, meine Unsicherheit und Schüchternheit taten ihr übriges. Ich
verbrachte Jahre damit, jeden Morgen mit Magenkrämpfen und Angstschweiß
aufzuwachen, ich hatte körperliche Schmerzen und wusste nicht, woher sie
kamen, ich stand ständig unter Stress und Anspannung und quälte mich selbst
mit Horrorszenarien bezüglich meiner Zukunft.
Fast täglich träumte ich davon, einfach zu sterben und meine Ruhe zu haben.
Meine Mutter bemerke dies alles, beobachtete und tat nichts, sie sah einfach
dabei zu und kümmerte sich weiter um sich selbst.
Meine Teenagerzeit kam und ich begann erste Beziehungserfahrungen zu
machen, natürlich immer streng kontrolliert und überwacht von meiner Mutter.
Meine Art Beziehungen zu führen, hatten von Anfang an ein merkwürdiges
Muster. Ich versuchte grundsätzlich mich allen Wünschen meines Freundes
anzupassen, ihm alles Recht zu machen, alle seine Interessen zu kopieren, ich
mutierte sozusagen zu einem perfekten Spiegelbild.
Ich wurde stets verlassen mit der Aussage, dass es mit mir langweilig wäre
und ich zu nichts eine eigene Meinung hätte. Diese Erfahrungen bestätigten
mich immer wieder in meinem ohnehin sehr negativen Selbstbild.
Meine Mutter hatte kein Interesse an mir
Die Kontrolle meiner Mutter war immer darauf gerichtet wie ich nach außen
wirke. Sie hatte nie Interesse daran, mich als Menschen kennen zu lernen,
meine Träume oder Ideen als Kind waren für sie gänzlich irrelevant. Bis heute
weiß ich, dass sie nie Interesse an mir als Mensch, als Persönlichkeit hatte
und darin auch kein Problem sah oder sieht. Meine Pubertät fand im Stillen
statt, meine Mutter verweigerte mir altersgemäße Kleidung, Hygieneprodukte
oder verbat mir Dinge wie das Rasieren der Beine oder das Benutzen von
Wimperntusche. Sie entschied bis zu meinem 18 Lebensjahr welche Kleidung ich
trug, da sie nichts anderen kaufte. Ich bekam zwar Taschengeld, durfte aber
nicht einkaufen gehen.
Mit Blicken und Gesten, die nur ich verstand, gab sie mir zu verstehen,
dass ich zu dick war und zu viel aß, gleichzeitig erlaubte sie mir nicht,
Sport- oder Tanzkurse zu besuchen und kaufte mir hochkalorisches Essen. Ich
hatte ständig das Gefühl, mit ihr in Konkurrenz zu stehen. Ja, sie war eine
schöne Frau, und ich durfte nicht die geringste Chance haben, auch als hübsch
wahrgenommen zu werden. So trug ich die alten Sachen meiner Verwandten auf,
teilweise sogar Kleidung von meiner Oma. Mit 18 Jahren fühlte ich mich uralt,
ich war emotional völlig erschöpft und gleichzeitig komplett unvorbereitet
auf das Leben, was nun vor mir lag.
Ich wußte nichts über mich als Mensch, die einfachsten Dinge, wie mein
Lieblingsessen, Lieblingsfarben, Kleidungsstil war mir unbekannt, ich war nur
eine erweiterte Form meiner Mutter. Alles drehte sich immer um sie, alles
passierte wegen ihr und ich musste arbeiten, um einem Idealbild gerecht zu
werden, welches sie von mir erschaffen hatte. Erst wenn ich dieses Idealbild
erreichte, wäre sie bereit mich zu lieben.
Ich habe jetzt dreißig Jahre "gearbeitet", sie konnte mich als
Baby nicht lieben, nicht als Kleinkind oder Schulkind, sie hat den Teenager
genauso ablehnend gegenüber gestanden wie der jungen Frau oder der Mutter,
die ich jetzt bin. Ich war der Feind in ihrem Leben und werde es wohl immer
bleiben.
Es ist sehr schwer Außenstehenden zu erklären, was mir passiert ist, den
der Großteil der Dinge, die meine Mutter mir zugemutet hat, fand ohne Zeugen
statt, es waren sehr subtile Verhaltensweisen, Gesten, die nur ich verstand
und die mir große Angst einjagten. Es sind Sätze wie: Kinder ruinieren dir
nur das Leben! Nichts kriegst du auf die Reihe! Immer mußt du alles
hinschmeißen, du bist eine Versagerin! Du bist so egoistisch, kalt, denkst
nur an dich! Die mich zeitlebens begleitet haben.
Was macht mich glücklich?
Ich war ein auffallend stilles, liebes und zuvorkommendes Kind. Ich kann
bis heute jedem Menschen förmlich seine Wünsche von den Augen ablesen und
habe gleichzeitig große Probleme damit, zu wissen, wie es mir geht und was
ich brauche, um glücklich zu sein.
In den nächsten zehn Jahren sind viele schlimme Dinge in meinem Leben
passiert, meine 20ziger waren keine schöne Zeit, aber ich habe sie überlebt.
Und ich habe eine Therapie gemacht und den Grund gefunden, warum mein Leben
so verlaufen ist und wie ich meine seelischen Wunden heilen kann. Es ist ein
langer Weg, aber ich bin nicht allein, habe mit Anfang dreißig einen
wunderbaren Mann geheiratet und eine Familie gegründet. Ich habe meine
universitäre Ausbildung nachgeholt und gehe jetzt meinen Weg…"
Info: Von der Caritas gibt es ein eingängiges Video mit Hilfe für Kinder
psychisch kranker Eltern, schaut mal rein.
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Gastbeitrag von Jana: Meine Kindheit war wie eine Isolationshaft | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-jasmin-fuehlt-ihr-euch-auch-manchmal-wie-erziehungs-versager |
Mein Name ist Jasmin und ich
habe drei Kinder im Alter von 9 bis 3 Jahren. Ich bin gerne Mutter und liebe
meine Kinder mehr als alles auf der Welt. Ohne zu zögern würde ich mein Leben
für sie geben. Meine Kinder sind tolle Kinder mit vielen Talenten, einem
fröhlichen Herz – und einem enormen Nervfaktor. Es gibt Tage, da weiß ich
einfach nicht mehr weiter.
So ein Tag war heute. Es begann zehn Minuten, nachdem wir alle zu Hause
waren. Ich freue mich tatsächlich jeden Tag darauf, die Nachmittage mit
meinen Kindern zu verbringen. Aber in letzter Zeit ist diese Freude dann nach
zehn Minuten getrübt.
Meine Kinder motzen, schimpfen, streiten. Es fällt- für mein Gefühl – zu
wenig Bitte und Danke. Es wird alles so selbstverständlich genommen und das
macht mich traurig. Manchmal denke ich mir, dass meine Kinder gar nicht
wissen, WIE gut es ihnen geht. Wir Eltern lieben sie und unterstützen sie in
allem. Wir leben in einer schönen Wohnung und können es uns finanziell
erlauben, Urlaub zu machen und den Kindern Hobbies zu
ermöglichen.
Ich arbeite Teilzeit und kann die Kinder relativ früh aus dem Hort und
Kindergarten abholen. Am Nachmittag fahre ich sie zu Freunden, den Hobbies
oder wir machen was Schönes miteinander. Sie sind also nie nie Letzten, die
irgendwo abgeholt werden oder sind alleine, wenn sie nach Hause
kommen.
Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse, denke ich, dass meine
Kinder alle Voraussetzungen für eine unbeschwerte, schöne Kindheit haben. Ich
weiß, man kann von Kindern nur bedingt Dankbarkeit erwarten. Aber wir reden
auch oft über Kinder, denen es nicht so gut geht. Sie sehen in der Schule
auch die Situation von Scheidungskindern, deren alleinerziehenden Mütter um
17 Uhr abgehetzt in den Hort kommen. Sie bekommen mit, dass nicht alle Kinder
mit auf Klassenfahrt können. Wir reden über die Flüchtlingskinder, die ihre
Heimat verloren haben. Vor diesem Hintergrund – wäre da ein kleines bisschen
Bewusstsein für ihre Situation drin?
An vielen Tagen schaffe ich es, die Missstimmung wieder wegzubekommen. Ich
habe mich im Griff und versuche, auf die Kinder einzugehen. Und an manchen
Tagen explodiere ich einfach. Manchmal heule ich auch aus Wut. So wie heute.
Ich habe alle drei Kinder angeschrien und mich danach gleich
geschämt.
An solchen Abenden sitzen mein Mann und ich zusammen und mir kommen
Gedanken, ob wir vielleicht alles falsch gemacht haben. Ob wir zu sanft waren,
zu lasch, zu wenig konsequent. Oder ob ihr Verhalten ein Schrei nach mehr
Aufmerksamkeit ist, weil wir doch nicht gut genug sind.
Ich fühle mich dann immer wie ein kompletter Erziehungsversager. Mir fallen
dann rückwirkend tausend Situationen ein, in denen ich falsch reagiert habe.
Wo ich zu laut geworden bin. Wo ich vielleicht auch ungerecht
war.
Und mir fehlen auch die Ideen, wie wir diese verkorksten Situationen meiden
können. Soll ich besonders sanft sein, wenn meine Kinder eklig sind? Nach dem
Motto: Dein Kind braucht besonders viel Liebe, wenn es sie am wenigsten
verdient."
Oder muss ich mal auf den Tisch hauen, sie bis 17 Uhr im Hort lassen und
sämtliche Hobbies streichen, damit den Kids ein Licht aufgeht?
Ich habe in der ersten Schwangerschaft so viele Bücher gelesen, so viele
Ratgeber. Aber ich fühle mich oft trotzdem hilflos…
Was ich weiß: Ich will diesen ständigen Zoff nicht mehr. Er macht mich
mürbe und traurig. Nur: Wo ist der Ausweg?
Foto: pixabay
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Gastbeitrag von Jasmin: Fühlt Ihr Euch auch manchmal wie
Erziehungs-Versager? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-johanna-einmal-one-way-ticket-bitte-als-expat-familie-nach-seoul-in-suedkorea |
"Seid ihr verrückt,
Südkorea? Mit der ganzen Familie? Mit zwei kleinen Kindern?" So und
ähnlich waren die meisten Reaktionen, als wir davon erzählten, dass wir
erstmal für eine Weile nach Seoul ziehen würden. Dennoch haben wir unsere
Koffer (und noch viel mehr) gepackt, unsere Zelte in Deutschland abgebrochen
und sind mit Kind und Kegel ans andere Ende der Welt gezogen. Für wie lange?
Das wissen wir noch nicht.
Wie fühlt sich das an? Was erwartet mich? Werde ich den Herausforderung
gewachsen sein? Werde ich es für meine Kinder so gestalten können, dass auch
sie sich wohlfühlen?
Manchmal hat man ja so ein Bauchgefühl. Es fühlte sich von Anfang an gut
und richtig an. Der Zeitpunkt war und ist perfekt, die Kinder sind noch klein
und können sich an eine fremde Umgebung schnell gewöhnen. Sowieso scheint für
sie einzig und alleine der Umstand zu zählen, dass Mama und Papa bei ihnen
sind. Dort wo Mama und Papa sind, ist ihr zuhause – ortsunabhängig!
My home is where my parents are! Eine Beobachtung, die gundsätzlich gut tut
und die es zu genießen gilt!
Aber nun von vorne. Dass wir jobbedingt nach Südkorea ziehen, entschieden
wir relativ kurzfristig. Mit einer Vorlaufzeit von circa vier Monaten hatten
wir aber genügend Zeit, uns zumindest oberflächlich auf den Umstand, dass wir
Deutschland erst einmal den Rücken kehren werden, einzustellen.
Wir verabschiedeten uns von unserem bisherigen Alltag, unseren Routinen,
unserer Umgebung, unseren sicheren Orten, unserer Wohnung, unseren Freunden
und unserer Familie. Viele Abschiede. Dennoch, die Gefühle waren immer
überlagert von einer freudigen Erwartungshaltung und dem Gespanntsein, was
uns in Korea erwarten würden.
Glücklicherweise konnten wir uns auf unserer Orientierungsreise einen
ersten Eindruck unserer neuen Heimat machen. Wohnung und Kindergarten
gefunden, sämtliche To-Dos erledigt, konnte ich mich zurück in Deutschland in
Einkäufe stürzen.
Shoppen, shoppen, shoppen – massenweise Lebensmittel, Windeln, Babyartikel
mussten eingekauft werden – denn ich hatte das Gefühl all das dort nicht
finden zu können, oder zumindest nicht unbedingt in der Qualität und zu den
Preisen, wie wir es gewohnt waren. Zum Teil sollte sich das bewahrheiten,
teilweise aber auch nicht.
Und dann war er plötzlich da, der Tag der großen Abreise, der Sprung ins
kalte Wasser – es fühlte sich an nach: Augen zu und durch. Ich habe mir
versprochen, ich werde nicht weinen, in keinem Moment, ich möchte lachen,
denn ich wollte weder meinen Kindern, noch unserer Familie das Gefühl geben,
dass das was wir da machen etwas Schlimmes ist. Ich glaube, ich habe es
geschafft. Dennoch war es natürlich ein sehr prägender Moment, als wir uns
zuhause und am Flughafen von all den Menschen trennen mussten, die bis zu
diesem Zeitpunkt alltäglicher Bestandteil unseres Lebens waren.
We are like islands in the sea,
separated on the surface but connected in the deep.
(William James)
Ich bin nicht der Mensch, der die Menschen, die mir nahe sind und mir viel
bedeuten, ständig um mich haben muss, um zu wissen, dass wir in der Tat fest
miteinander verbunden sind. Für mich zählt das Wissen und die Gewissheit
darüber, dass diese Menschen da sind und da sein werden, auch wenn wir uns
eine ganze Weile nicht haben sehen können. Im heutigen Zeitalter modernster
Technologien, wo wir in Millisekunden Nachrichten um den ganzen Erdball
senden können, mit Video telefonieren und uns in Echtzeit an jedem Ort dieser
Erde problemlos sehen können, hat die Ferne ein wenig an Distanz und die
Distanz ein wenig an Magie verloren, findet ihr nicht auch?
Und somit wusste ich, dieser Abschied ist erstmal nur ein Abschied bis zum
nächsten Skype Video-Call nach einem 10-Stunden-Flug oder bis zu den nächsten
50 Bildern, die wir in den kommenden Tagen um den halben Globus senden
würden.
Eine wesentlich größere Herausforderung als das Verabschieden sollte das
Ankommen werden. Hiermit meine ich nicht das physische Ankommen in einer
fremden Stadt, den anstrengenden Flug mit zwei Kids oder das Beziehen einer
relativ leeren Wohnung unter Berücksichtigung des Umstandes, dass unser
komplettes Hab und Gut noch drei Monate über die Weltmeere schippern
würde.
Nein! Mit Ankommen meine ich, die Herausforderungen und Neuheiten, die
einen in einer fremden Kultur, auf einem fremden Kontinent, in einem fremden
Land, mit fremden Menschen erwarten, anzunehmen.
Die Schwierigkeit dabei scheint zu sein, dass man allzu gerne vergleicht.
Man vergleicht mit dem, was man bisher kannte und beginnt zu bewerten – das
Alte und das Neue. Um ein solches Abenteuer aber glücklich und zufrieden
erleben zu können, sollte man unvoreingenommen, offen für und neugierig auf
das sein, was einen in der neuen Heimat erwartet.
Zugegebenermaßen entspricht das Leben als Expat-Familie in Südkorea nicht
dem Leben eines durchschnittlichen Koreaners. Die meisten unserer neuen
Freunde sind ebenfalls Expat-Familien. Einen tiefen und realistischen
Einblick in das „real-korean-life“ konnten wir bisher noch nicht
bekommen.
Dennoch haben wir uns zu arrangiert mit den Gepflogenheiten einer anderen
Kultur und leben in einem Land, dass so völlig anders ist als Europa und als
Deutschland. Die Kinder können unsere Vorbilder sein. Wir durften schon
einige schöne Situationen miterleben, in denen es offensichtlich wurde, dass
einander verstehen und miteinander zurechtkommen zum Beispiel nicht zwingend
etwas mit gemeinsamer Sprache zu tun haben muss.
Die Vielfalt unserer Welt, unserer Kulturen und uns Menschen kann man dann
am besten sehen, wenn man zumindest für eine Weile seine gewohnte Umgebung,
seinen sicheren Hafen, verlassen hat und in eine andere Welt eintauchen
konnte – nach vier Monaten Leben am anderen Ende der Welt ist das mein erstes
Fazit – alleine dafür hat es sich gelohnt!
P.S. Falls Euch Johanna bekannt vorkommt… .Ja, sie hat hier bei uns schon
einmal einen tollen Gastbeitrag veröffentlicht. Und zum Weiterlesen empfehlen
wir Euch Johannas Blog Mamalogik!
|
Gastbeitrag von Johanna: Einmal One-Way-Ticket bitte - Als Expat- Familie
nach Seoul in Südkorea | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-katja-seit-ich-mutter-bin-gibt-es-mein-altes-leben-nicht-mehr |
Als ich mich heute morgen in
dem großen Spiegel im Flur sah, musste ich plötzlich laut los lachen. Die
Schlafanzughose, die ich trug, war mehr als reif für die Waschmaschine. Meine
Haare waren wild irgendwo am Hinterkopf zusammen geknotet und überdimensional
große Augenringe schmückten mein Gesicht. Ich guckte mich ein zweites Mal
wirklich erstaunt an. Und setze mich dann auf den kalten Flurboden und
heulte.
Aber von vorne. Ich heiße Katja, bin 33 Jahre alt und war bis vor Kurzem in
einer großen Werbeagentur tätig. Ich hatte mein eigene Team, das ich führte
und für das ich verantwortlich war. In Konferenzen stand ich selbstsicher vor
50-60 Leuten, erklärte meine Ideen, überzeugte, stritt,
argumentierte.
Ich war eine sportliche, schlanke Frau mit einem Hang zu coolen Klamotten.
Alle sechs Wochen außerdem Friseur, alle zwei Monate Maniküre und
Pediküre.
Nun bin ich nicht mehr nur Katja, sondern auch die Mutter von Mats, 4
Monate alt.
Ich bin auf einmal die moppelige, haarige und ungepflegte Version von der
Katja, die ich mal war. Alles an mir ist weich und riesig. Mein Bauch, mein
Po, mein Busen. Meine Haare sind strähnig, meine Beine unrasiert, meine
Fingernägel nicht lackiert.
Ich bin nicht mehr schlagfertig, nicht mehr witzig, nicht mehr kreativ.
Mein einziges Argument meinem vier Monate alten Sohn gegenüber ist, meine
Brust heraus zuholen – anders kriege ich ihn nicht ruhig.
Ich, die immer dachte, mit Power und Fleiß, ist alles zu schaffen,
verzweifel plötzlich an einem kleinen Jungen.
Nie nie nie nie hätte ich gedacht, dass sich das Leben so verändert, wenn
man Mutter ist. Wobei – eigentlich hat sich nur MEIN Leben verändert. Mein
Mann sieht nach wie vor toll aus, wenn er ins Büro oder vom Büro kommt. Er
hat nach wie vor spannende Meetings und tolle Kunden.
Manchmal, wenn Mats richtig schlecht drauf ist, mache ich die Augen zu und
träume mich weg. Irgendwohin, wo es richtig still ist. Wo kein Kind schreit,
wo ich nicht stundenlang den Kinderwagen durch die Gegend schiebe, wo ich
nicht panisch durch den Supermarkt hetze, weil ich Angst habe, das Baby
könnte gleich aufwachen.
Bevor jetzt hier der Shitstorm los geht: Natürlich liebe ich meinen Sohn.
Ich würde, ohne zu zögern, mein Leben für ihn geben. Wenn man ehrlich ist –
habe ich ihm bereits mein Leben gegeben. Von dem, wie es war, bevor er kam,
ist nichts mehr übrig.
Von all dem, was ich füher gerne gemacht habe, nehme ich gerade Abstand.
Ich gehe abends nicht aus (wer passt auf Mats auf? Ich stille ja noch voll
und er schläft absolut unberechenbar), ich mache mich nicht schick (mir passt
ja auch nichts mehr), ich treffe kaum noch Freunde (weil ich Angst habe, die
kippen um, wenn sie mich sehen).
Vielleicht lache ich in einem halben Jahr über diesen Text. Vielleicht
erlange ich meine Selbstsicherheit wieder, vielleicht auch meine alte Figur.
Ich lerne extrem viel über mich selbst. Was bleibt von mir übrig, wenn man
all das abzieht, was früher einmal wichtig war? Was ist wirklich die pure
Katja?
Diese Zeit – das ist sicher – ist die wichtigeste Lektion in meinem Leben!
Foto: Pixabay
|
Gastbeitrag von Katja: Seit ich Mutter bin, gibt es mein altes Leben
nicht mehr... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-nadine-meinem-mann-ist-seine-freiheit-wichtiger-als-die-familie |
Ihr Lieben, kürzlich haben
wir auf unserer Facebook-Seite einen Artikel geteilt, in dem eine Frau
beschreibt, wie wenig ihr Mann sich in der Familie engagiert. Und dass sie
keine Lust habe, ihn ständig zu bitten oder auf seine Mithilfe zu hoffen.
Daher habe sie ihn verlassen. Dieser Artikel wurde viel kommentiert und wir
merkten, dass viele unsere Leserinnen solche Situationen erleben. Eine von
ihnen ist Nadine und sie schreibt heute bei uns ihre Geschichte
auf:
„Mein Name ist Nadine, ich bin 34 Jahre alt, mein Mann ist 14 Jahre älter
als ich und wir haben eine gemeinsame Tochter, die mittlerweile 2,5 Jahre alt
ist.
Wichtig ist mir, zu sagen, dass unsere Tochter ein absolutes Wunschkind war
– von beiden Seiten aus. Und trotzdem läuft bei uns einiges schief… Aber von
vorne..
Es begann, als ich im sechsten Monat schwanger war. Wir hatten erst vor
vier Monaten geheiratet und eigentlich war ich sehr glücklich. Da teilte mein
Mann mir mit, er würde gerne für ein paar Tage mit einem Freund nach Portugal
reisen – schließlich wisse er nicht, wann er das nächste Mal alleine
verreisen könne und er brauche nun mal auch seine Freiheit.
Ich habe seinem Wunsch zugestimmt, ich wollte, dass er zufrieden und
glücklich ist. Aber ich habe oft darüber nachgedacht, warum er nicht den
Wunsch verspürte, dass wir noch einmal zu zweit verreisen…
Ganz generell kam ich mir in der Schwangerschaft schon oft alleine und
unverstanden vor – ich hab es auf die Hormone geschoben.
Als unsere kleine Maus geboren wurde und mein Mann uns vier Tage später aus
dem Krankenhaus abgeholt hat, hab ich zu Hause vielleicht einen Strauß Blumen
und ein bisschen liebevolle Dekoration erwartet. Wie dumm von mir! Mein Mann
setzte uns vor der Tür ab, sagte: „Ich muss heute noch arbeiten und morgen
auch.“ Und dann stand ich da, mit dem Baby auf dem Arm und Schmerzen
vom Kaiserschnitt, und war alleine. Zum Glück habe ich eine tolle Mutter, die
immer Zeit für mich hatte und mich immer unterstützt hat. (An dieser Stelle:
Danke, Mama! Ich liebe Dich!!!)
Von Anfang an war klar, dass ich die Nachtschichten komplett übernehme.
Nach drei Tagen zog mein Mann ins Gästezimmer – für die nächsten fünf
Monate!
Seine Begründung: Er brauche seinen Schlaf, müsse ja fit für den Job sein.
Unter der Woche sah ich das ja ein, aber warum galt das auch für die
Wochenenden? Ich erfuhr null Unterstützung von ihm und war einfach nur
einsam.
Ich funktionierte nur noch
Dazu kam, dass ich oft das Gefühl hatte, dass ich meinem Mann nicht mehr
gefalle. Und das, obwohl ich zu den Glücklichen gehöre, die sehr schnell ihre
alte Figur wieder haben.
Ich begann, nur noch zu funktionieren. Jeden Tag, jede Nacht. Ich wollte
als Mutter perfekt sein und als Ehefrau.
Die Abende verbrachte ich oft allein. Mein Mann geht gerne aus, er sagt
immer, er braucht auch Zeit für sich. Manchmal geht er viermal die Woche aus,
wenn ich Glück habe auch nur einmal – und dafür muss ich ihn dann auch noch
loben.
Die Erinnerung an unseren ersten gemeinsamen Familienurlaub mit unserer
damals acht Monate alten Tochter verdränge ich. Ich hatte auf Familienzeit
gehofft, aber auch im Urlaub habe ich mich komplett allein um sie gekümmert,
während mein Mann ausgeschlafen hat, sich am Pool gesonnt hat und es in zehn
Tagen geschafft hat zwei Bücher zu lesen – während ich noch nicht mal die
eine Klatschzeitung durchgelesen habe.
Was für mich nicht so schlimm war, denn ich genoss die Zeit mit meiner
Tochter – aber ich war auch unendlich traurig, dass mein Mann scheinbar nicht
den Wunsch danach verspürte.
Mein Wunsch waren immer zwei Kinder. Mein Mann sagte aber nun ganz klar, er
könne sich ein zweites Kind nicht vorstellen. Es sei alles so stressig und so
teuer. Nur mal nebenbei: Es geht uns finanziell gut, auch, wenn mein Gehalt
momentan wegfällt. Das hält er mir auch oft vor und ich habe immer das
Gefühl, finanziell abhängig von ihm zu sein und für alles dankbar sein zu
müssen….
Ach ja, das liebe Geld. Das ist auch immer wieder Thema bei uns. Egal, was
ich für unsere Tochter mache, er findet es immer übertrieben. Ein Beispiel:
Als unsere Tochter ihren ersten Geburtstag feierte, hatte ich die Wohnung
geschmückt, ein paar Freunde eingeladen und eine Torte bestellt. Als mein
Mann das mitbekam, ist er ausgeflippt und sagte, das sei völlig krank und
übertrieben. Und ich stand da, zwischen Luftballons und Kuchen, uns brach in
Tränen aus. Ich verstand es einfach nicht – es war doch auch seine
Tochter.
Aber ich funktionierte weiter, Tag für Tag …
Ein paar Monate später kam mein Mann und sagte, er sei völlig fertig. All
der Stress und so. Und er wolle eine Woche alleine nach Mallorca fliegen, um
sich mal richtig auszuruhen. Mich hat er übrigens nie gefragt, ob ich mal
eine Pause brauche.
Er flog nach Mallorca und ich hoffte, er wäre nach dem Urlaub
ausgeglichener. Als er wieder zu Hause war, sagte er nur, dass eine Woche
viel zu kurz sei.
Dann kaufte er sich einen teuren Sportwagen
In der Winterzeit wurde ich auf einmal richtig krank, das Immunsystem
streikte. Sechs ganze Wochen Husten, der mich tagsüber quälte und nachts
nicht schlafen lies, Fieber und drei verschiedene Antibiotika . Aber hey,
auch hier war ich auf mich alleine gestellt und habe mich komplett um unsere
Tochter gekümmert.
An Weihnachten ist dann alles eskaliert, mein Mann hatte sich einen
Sportwagen gekauft, in den wir als Familie gar nicht hineinpassten. Da
sagte ich ihm, dass ich so nicht mehr leben kann und will.
Mein Mann zog vorübergehend aus , für 5 Monate . In dieser Zeit kam ich zur
Ruhe, der Kleinen und mir ging es super. Sie hat sich gefreut, wenn der Papa
sie an den Wochenenden zu einem Tagesausflug geholt hat.
Ja, in diesen 5 Monaten hat er sich rührend um sie gekümmert und ich dachte
wirklich, er hätte es verstanden, um was es im
Leben geht. Es geht nicht um Status oder Geld , es geht einzig und allein
um die Familie, denn das ist doch das Einzige was zählt.
Ich musste mich entscheiden. Trennung oder ein erneuter Versuch? Meine
Gedanken: Ich will nicht, dass mein Kind ein Scheidungskind wird. Ich liebe
ihn doch auch noch. Schaffe ich es wirklich alleine?
Ich bin eingeknickt und mein Mann zog wieder ein. Wir gingen zur
Eheberatung. Anfangs war ich happy und dachte wir schaffen das als
Familie.
Aber heute , nach vier Monaten Eheberatung, muss ich sagen dass ich nicht
weiß wie es weiter gehen wird. Mein Mann ist wieder in seinem alten Schema –
und ich bin unglücklich.
Wir haben komplett andere Vorstellungen von unserer Zukunft. Ich sehe uns
mit Kindern – er will das alles nicht . Er gibt sich ab und zu schon mehr
Mühe als früher , aber insgesamt ist es nicht viel anders . Und dann noch
dieses Gefühl , nicht mehr richtig geliebt zu werden, zerreißt und macht so
unfassbar traurig .
Und ich weiß auch, dass man einen Menschen nicht mehr ändern kann, vor
allem dann nicht , wenn er die Dinge ganz anders sieht als man selbst.
Die Therapeutin sagte mal, mal müsse sich von der Frau verabschieden, die
man vor der Geburt war. Ich habe das schon längst – mein Mann nicht.
Jeden Abend vor dem Schlafen gehen, stehe ich am Bett meiner Tochter und
beobachte sie beim Schlafen. Dann überkommt mich dieses wahnsinnige Gefühl
von Liebe und Stolz. Ich sage mir, dass ich sie beschützen und lieben werde,
solange ich lebe.
Wenn ich dann alleine im Bett liege, während unten noch der Fernseher
läuft, frage ich mich, wie lange ich noch so leben will und kann. Soll
ich wirklich meine Träume und Ziele komplett für ihn aufgeben? Habe ich
nicht auch das Recht auf Glück?
Für die Eheberatung sehe ich keinen Bedarf mehr, wir drehen uns im Kreis
und werden nie dieselben Ziele und Träume haben …“
|
Gastbeitrag von Nadine: Meinem Mann ist seine Freiheit wichtiger als die
Familie | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-nicole-unser-sohn-ist-manisch-depressiv |
Jedes Mal, wenn wir über ihn
sprechen, sagt mein Mann diesen einen Satz: "Früher war er ganz anders;
ein ganz normales Kind." Dann merke ich, wie sehr er sich nach dieser
Zeit sehnt und wie es ihn innerlich zerreißt.
Dazu immer diese quälenden Fragen: "Was haben wir falsch gemacht?
Hätten wir früher was merken müssen? Wird er jemals ein selbstständiges Leben
führen können?"
Unser Sohn ist psychisch krank : Schizoaffektive Störung, er ist
manisch-depressiv…
Diese Krankheiten sind vielfältig und für alle Beteiligten eine enorme
Belastung – grade, weil es kein Allheilmittel gibt, es gibt keinen
Fahrplan, wie man damit umgehen könnte.
Angefangen hat alles, als unser Sohn Mark seine erste Ausbildung begann. Er
zog in eine andere Stadt, in eine eigene Wohnung – und war völlig überfordert
mit dem Leben.
Die ersten Anzeichen kamen. Völlug überdrehte Anrufe, Nachrichten mit
überzogenen Kommentare, seltsame Sefies. Wir begannen zu ahnen: Hier stimmt
was nicht.
Mark ist nicht mein leibliches Kind. Sein Vater und ich lernten uns kennen
und lieben, als er noch mit Marks Mutter verheiratet war. Mark war damals 15
Jahre alt, mitten in der Pubertät. Wir fragen uns oft, ob die Trennung der
Eltern zu traumatisch für ihn war…
Ärzte jedoch erklärten uns, dass die Krankheit nicht durch die Trennung
entstanden sein kann. Sie war schon vorher da – die Trennung könne aber
natürlich ein Trigger gewesen sein.
Als wir merkten, dass Mark immer seltsamer wird, rief ich naiv und panisch
die Jugendpsychatrie an. Wir waren überfordert und ich hoffte, es gäbe die
Möglichkeit, ihn dort unterzubringen. Ich telefonierte mit einer sehr netten
Dame, die mir erklärte, dass nicht nur die despressiven Phasen gefährlich
seien. Sie sagte: „Eine Manie ist mindestens so schlimm, wenn in der
Akutphase nicht sogar schlimmer, als eine Depression. Die Patienten springen
aus Fenstern, weil sie glauben, sie könnten Fliegen. Sie springen vor Autos,
weil sie sich für unbesiegbar halten. Sie verspielen Ihr Geld, kaufen wie
wild ein, machen Schulden…“
Nach dem Telefonat heulte ich nur noch und sagte zu meinem Mann, dass wir
Mark zu seinem eigenen Schutz zwangseinweisen müssten. Wir sprachen lange mit
Marks Mutter, sie fuhr noch am Abend zu ihrem Sohn und nahm ihn mit zu
sich.
Am nächsten Morgen klingelte das Telefon und Marks Mutter erzählte etwas,
was alles veränderte: Mark habe die ganze Nacht im Wohnzimmer gesessen und
mit nicht existenten Wesen kommuniziert. Er sei völlig wirr.
Es folgte, was kommen musste. Mark wurde zwangseingewiesen. Weil er die
Pfleger angriff, wurde er ans Bett fixiert. Diese Bilder haben sich fest
eingebrannt und ich werde sie nie mehr vergessen.
Insgesamt war Mark nun vier Mal in der Klinik. Die Abstände der „Episoden“
werden immer kürzer. Dazwischen sucht er sich tatsächlich immer wieder
Ausbildungsplätze, setzt sich auch im Auswahlverfahren gegen Mitbewerber
durch. Aber dann läuft alles wieder aus dem Ruder.
Er sagt, er sei nicht krank. Klares Zeichen der Krankheit –
Uneinsichtigkeit. Er verweigert die Medikamente, verweigert die Therapie. Er
sitzt in seinem Zimmer und kommuniziert mit seinen Freunden auf der ganzen
Welt…Im wahren Leben hat er keinen einzigen Freund. Dann stellt er wilde
Theorien über Leben in fernen Galaxien auf.
Er wird nächste Woche 23 Jahre alt und hat keine Perspektive. Marks Mutter
schämt sich für ihren Sohn und tut so, als gäbe es die Krankheit nicht. Und
wir verzweifeln.
Gestern hat mein Mann zu mir gesagt: "Ich weiß, dass Mark sich
irgendwann etwas antun wird. Ich schäme mich für den Gedanken… aber dann ist
es endlich vorbei. Ich kann nicht mehr.."
Es zerreißt mir das Herz zu sehen, wie ein Mensch am Leben scheitert. Zu
sehen, wie ein Vater sein Kind aufgibt, das er eigentlich mehr als alles
andere auf der Welt liebt.
Und ich? Ich bin machtlos. Auf dem Papier bin ich nur die Stiefmutter. Aber
im Herzen ist er mein Sohn. Und das wird er immer bleiben.
|
Gastbeitrag von Nicole: Unser Sohn ist manisch-depressiv | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-sandra-so-gelang-mir-nach-zwei-jahren-das-abstillen |
Abstillen? Nichts leichter
als das, dachte ich, nachdem das mit meiner ersten Tochter so super geklappt
hatte. Nach etwa einem Jahr beendeten wir unsere Stillbeziehung in
beiderseitigem Einvernehmen.
Nach dem ersten Stilljahr mit meiner zweiten Tochter war noch immer kein
Ende in Sicht. Es hätte sich auch nicht richtig angefühlt, schon aufzuhören,
da waren wir beide uns einig. Und es störte mich auch nicht, obwohl ich viel
unterwegs war. Aber nicht allein, nein – ich schleppte meine Kids
einfach überall mit hin. Selbst auf der Buchmesse hatte ich ein Baby um den
Bauch gebunden. Auch bei Auftritten, bei denen ich auf der Bühne stand, waren
meine Kinder immer dabei. Wenns ihnen zu bunt wurde, schliefen sie an die
Brust gekuschelt ein. Wenn sie Durst hatten, wurde eine Musikpause
angekündigt. Die Bedürfnisse der Kinder gingen vor – und jeder im Publikum
hatte Verständnis dafür.
Also eigentlich alles kein Grund zum Abstillen. Aber als schon fast zwei
Jahre rum waren, wollte ich irgendwann nicht mehr, denn im Gegensatz zu allen
anderen Mamas in meiner Umgebung schien ich eine Rückwärtsentwicklung
durchzumachen: Hatten wir im ersten Jahr noch immer mehr Stillmahlzeiten
durch feste Nahrung ersetzt (die Sache mit dem Brei sparten wir aus), so gab
es jetzt mit jeder Woche plötzlich wieder mehr Milchmahlzeiten. Eigentlich
hatte ich sogar das Gefühl, dass ich ununterbrochen stillte – ob ich wollte
oder nicht. Und je mehr meine Tochter wollte, desto weniger wollte ich.
Nur: Wie kam ich aus dieser Zwickmühle wieder raus? Ich befragte andere
Stillmamas, von denen ich wusste, dass sie sehr lange gestillt hatten. Fast
von allen erfuhr ich, dass sie es immer noch taten –aber inzwischen heimlich,
schließlich waren die Kids ja schon viel zu alt für Muttermilch – zumindest
nach der Meinung des Umfelds.
Ich rief eine Stillberaterin an und ließ mir ein paar Tipps geben. Die
Quintessenz: „Ich glaube, Sie sind dazu noch nicht bereit – und deswegen
funktioniert es nicht.“ Stimmte das?
Ich horchte in mich hinein: Ja, irgendein Teil von mir wollte abstillen,
weil er nicht mehr konnte – ein anderer Teil aber genoss die Nähe zur
Tochter, auch wenn es mir oft zu viel Nähe war – na ja, zumindest zu viel
Brustnähe. Nähe allgemein kann ein Kind ja nie genug haben.
In meiner Verzweiflung rief ich meine Hebamme an, die mich besser kennt als
viele meiner Freunde, obwohl sie mich ja insgesamt nur etwa zwei Jahre meines
Lebens begleitet hat. Sie ist für mich viel mehr als die Frau, die mir
geholfen hat, meine beiden Kinder an meinem Wunschort – zu Hause – zur Welt
zu bringen.
Ich sehe sie fast schon als eine Art Hexe, eine gute, weise, empathische
Hexe, die unheimlich viele Dinge weiß, die sie eigentlich gar nicht wissen
kann. Dinge wie das Geschlecht des Kindes, das sie anhand von Herztönen und
Bauchform der Mutter bestimmen kann. Oder Krankheiten: In der Zeit, als sie
uns betreute, ist ein lieber Mensch, der uns sehr nahestand, ins Koma
gefallen. Wir hatten ihr nie etwas über ihn oder seine Krankheit erzählt. Sie
wusste trotzdem, was Sache war, obwohl sie ihn nie gesehen hatte.
Und diese Frau, die mir auf angenehm-unheimliche Weise fast schon
allwissend erschien, sagte mir nun: „Sandra, ich glaube, das Thema Abstillen
wird für dich in wenigen Wochen der Vergangenheit angehören, sonst würden wir
jetzt hier nicht miteinander reden. Ich glaube, du hast die Lösung schon
gefunden!“
Ich sollte die Lösung schon gefunden haben? Ganz im Gegenteil: Ich suchte
verzweifelt nach dem ultimativen Abstillrezept. Das Buch "Kleines
Windelmonster" von Dagmar Geislers hatte ich geliebt –innerhalb
einer Woche war beim ersten Kind die gewünschte Wirkung eingetreten, allein
durch das gewünschte Dauervorlesen im letzten Sommerurlaub. So etwas musste
es doch auch fürs Abstillen geben.
Doch ich merkte: Nein, so etwas gab es leider nicht. Also schrieb ich
selbst. Es entstand die Geschichte vom kleinen Milchvampir, der einfach nicht
von der Muttermilch ablassen will. Einige Sachen sind ziemlich
autobiographisch: Die total fertige Mutter, die sich nicht mehr zu helfen
weiß. Der Vater, der sieht, wie sehr seine Frau leidet – und der deshalb
versucht, für sie Partei zu ergreifen. Und auch die Szene am Strand: Der
Milchvampir, der sich einfach mal selbstbedient – umgeben von anderen
Seebesuchern, die ihm und seiner Mama merkwürdige Blicke zuwerfen.
Nur eins hatte ich immer noch nicht: den Schluss.
Dann kam mir das Schicksal zur Hilfe: Ich bin eigentlich nie krank – von
der gelegentlichen Erkältung einmal abgesehen – aber plötzlich wurde ich
richtig, richtig krank. So sehr, dass mich das Stillen noch viel mehr
schlauchte als in den Wochen davor.
Und ich hatte vor allem verdammte Angst davor, mein Kind anzustecken,
vielleicht sogar durch die Muttermilch. Ich wusste, dass das sehr, sehr
unwahrscheinlich war. Aber es half mir, konsequent zu bleiben, das mit dem
Abstillen wirklich durchzuziehen. Ich hatte ja gesehen, dass meine Tochter
die Nächte ohne Muttermilch problemlos überstand, wenn ich nicht in der Nähe
war. Also konnte ich davon ausgehen, dass sie es auch insgesamt schaffen
würde. Wir fanden ein alternatives Einschlafritual – und wenn sie nachts
aufwachte, gab sie sich mit Wasser zufrieden und schlief gleich darauf wieder
ein.
Wieder hatte meine Hebamme die Wahrheit weit vor mir erkannt: Wenige Wochen
darauf war das Thema Abstillen tatsächlich vom Tisch.
Auch die Stillberaterin hatte Recht: Der Schlüssel ist, dass die Mutter
wirklich abstillen wollen muss. Dann klappt das auch.
Ich hoffe, dass „Der kleine Milchvampir“ diejenigen Mütter unterstützt,
denen es so geht wie mir damals. Gleichzeitig hoffe ich aber auch, dass der
auf das Kinderbuch folgende Stillbrief diejenigen Mütter in ihrer
Entscheidung zum Langzeitstillen bestärkt, die eigentlich noch stillen
wollen, sich aber durch ihr Umfeld zum Abstillen gezwungen fühlen.
Foto: www.ruthfrobeen.de
|
Gastbeitrag von Sandra: So gelang mir nach zwei Jahren das Abstillen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-von-steffi-ich-wollte-eine-bauchstraffung-doch-dann-kam-ich-ins-gruebeln |
Mein Name ist Steffi und vor
drei Tagen war ich bei einem plastischeen Chirurg in einer renommierten
Hamburger Schönheitsklinik. Er fragte ganz nüchtern: "Warum kommen Sie?
Ich sagte: "Wegen meines Bauches."
Tja, mein Bauch. Ich habe drei Schwangerschaften hinter mir und das siehrt
man meinem Bauch an. Er ist nicht mehr der flachtste und straffste.
Eigentlich nicht verwunderlich. Aber irgendwie sehe ich überall Mütter mit perfekten
Bäuchen. Meinem Bauch sieht man dagegen an, was er durchgemacht hat. Dass er
gelebt hat. Er ist gezeichnet von tiefen Rissen durch die maximale Dehnung
meiner Bauchhaut. Er ist gezeichnet von den kleinen Menschen, die in mir
wachsen konnten. Mein Bauch hat Unglaubliches geleitet. Und genau deswegen
bin ich auch hin-und hergerissen.
Ich bin kein Typ für Schönheits-OPs. Und dennoch fühle ich mich unter Druck
gesetzt. Als Frau und Mutter. Manchmal verstecke ich meinen Bauch beim Sex mit
meinem Mann, weil ich mich unwohl fühle.
Und nun ziehe ich mein Kleid hoch und zeige meinen Bauch einem Chirurgen.
„Ja, da könnte man gut operieren, ihr Bauch schreit förmlich nach einem
flachen, straffen Bauch", sagt er. Er macht ein Foto, misst meinen Bauch
ab und zeigt mir am Computer, was alles geformt werden würde. Ich gucke nach
rechts, dort liegt eine Broschüre mit dem Titel: "Gutes Aussehen
steigert ihr Selbstbewusstsein." Und plötzlich fühlt es sich total
falsch an, hier zu sein.
Ich bin nicht das erste Mal hier. Das letzte Beratungsgespräch fühlte es
sich auch schon falsch an. Ich verließ die Klinik und fühlte mich unsicher,
traurig, verletzt und abgewertet.Danach beschloss ich dennoch: Ich lasse mich
icht am Bauch operieren.
Nun stehe ich wieder hier und gucke mir den Arzt an. Er und auch sein
Kollege letztes Mal sehen sehr gestriegelt aus. Ich frage mich: Warum ist er
wohl Schönheitschirurg gewoden? Was war seine Motivation? Ist ihm Schönheit
das Wichtigste? Und was wäre, wenn ich seine Frau wäre und nach drei
Schwangerschaften so aussehen würde? Würde er mich austauschen gegen eine
junge, straffe Frau, wenn ich nicht mehr dem Schönheitsideal
entspräche?
Jetzt werden sich sicher viele fragen, warum ich einen zweiten Termin
ausgemacht habe. Vielleicht brauchte ich nochmal die Bestätigung, dass dieser
Ort nichts für mich ist. Vielleicht musste ich nochmal merken, dass eine
Bauch-OP Schwachsinn ist. Ich höre, dass der Bauchnabel ausgeschnitte wird
und sehe Bilder, die mich eher an Unfallopfer erinnern. Narben, komplett
gestraffte Haut. Irgendwie Frankenstein-mäßig.
Ja, ich finde meinen Bauch nicht mehr so schön wie früher. Ich wünschte, er
wäre straffer, flacher und hätte keine tiefen Risse. Ich trage seit Jahren
keinen Bikini mehr. Und trotzdem habe ich mich nun endgültig gegen eine OP
entschieden. Ich möchte meine Schwächen akzeptieren und nicht durch eine OP
zum Glück und zum Selbstbewusstsein kommen. Eigentlich ist es doch gaga: Es
ist doch nur ein Bauch. Mehr nicht. Ich bin soviel mehr.
Ich bin eine Frau und Mutter mit drei Kindern. Mein Körper hat
Höchstleistung vollbracht. Ich verneige mich vor mir selbst. Mein Bauch nicht
der schönste Bauch ist, er zeigt Spuren vom Leben, vom Kinder-Kriegen, von
Bindegewebsschwäche, von Gewichtsabnahme. Rein nüchtern betrachtet, ist mein
Bauch vermutlich für viele nicht attraktiv. Das ist ok so. Ich bin eben nicht
perfekt.
Ich lasse mich auch wegen der Kinder nicht operieren.Die Kinder hätten mich
sicherlich gefragt, was mit meinem Bauch passiert ist. Ich finde die
Vorstellung so traurig, sagen zu müssen, dass Mama ihren Bauch hat „schön“
operieren lassen. In unserer Welt voller Perfektions- und Optimierungswahn
hätte ich damit einen großen Teil dazu beigetragen und meinen Kindern
vermittelt: „Wenn dir etwas nicht an deinem Körper gefällt, dann gibt es
tolle Chirurgen, die deinen Körper verändern."
Das will ich nicht vermitteln. Ich kann nicht sagen: "Mein Bauch ist
wunderbar und ich liebe ihn." Aber ich kann sagen: "Mein Bauch
gehört zu mir. Und ich akzeptiere ihn." Und ich kann wieder anfangen,
Bikinis zu tragen….
Foto oben: Pixabay
|
Gastbeitrag von Steffi: Ich wollte eine Bauchstraffung, doch dann kam ich
ins Grübeln... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-warum-ich-mich-gegen-ein-kind-mit-down-syndrom-entschieden-habe |
Ihr Lieben, gestern hat uns
Julia von ihrem Schwangerschaftsabbruch berichtet. Viele von Euch haben sich
gemeldet, alle waren sehr berührt von dem Thema. Es ist und bleibt nach wie
vor ein Tabu-Thema, über das nur wenige Frauen sprechen. Deshalb lassen wir
heute Lara erzählen.
Auch sie stand vor der Entscheidung: Kriege ich dieses Kind oder nicht?
Auch sie hat sich entschieden, die Schwangerschaft abzubrechen. Wir wissen,
dass diese Texte schwer verdaulich sind. Aber sie sind wichtig – deshalb
veröffentlichen wir sie. Um die ganze Bandbreite des Themas zu zeigen,
haben wir morgen noch einen Bericht einer Mutter, die sich gegen einen
Abbruch entschieden hat – obwohl schwere Fehlbildungen bei ihrem Kind
diagnostioziert wurden.
"Mein Name ist Lara und auch ich habe einen medizinisch indizierten
Spätabbruch in der 19. Woche hinter mir.
Das hier ist meine Geschichte: In der 14. Schwangerschaftswoche, zwei Wochen
nach dem Erstsemester-Screening, kam meine Welt ins Wanken. Mein Frauenarzt
sprach von einer auffallenden Biochemie, aber weil die Nackenfaltenmessung
nichts Auffälliges zeigte, empfahl er uns den Praena-Test.
Eine Woche später das Ergebnis: Es könnte sich um Trisomie 21
handeln.
Ich machte eine Fruchtwasseruntersuchung – diese brachte dann die
Gewissheit.
„Es ist eine Laune der Natur“, sagten die Ärzte in der Praxis für
Humangenetik. Es gäbe Selbsthilfegruppen für Betroffene.
Ich wollte keine Selbsthilfegruppe besuchen – denn mir war klar, dass ich
dieses Kind nicht bekommen würde.
Wir haben bereits einen Sohn (2,5 Jahre alt) und ich traute es mir schlicht
nicht zu, neben meinem Job und meinem ersten Kind ein behindertes Kind
großzuziehen. Dabei will und wollte ich schon immer zwei Kinder. Wenn ich die
Augen schließe und mir meine Familie vorstelle, sehe ich immer vier
Personen.
Trotzdem entschied ich mich, dieses Kind nicht zu bekommen. Ein, zwei Tage,
bevor der Termin zum Abbruch anstand, spürte ich keine Kindsbewegungen mehr.
Ich hoffte insgeheim, das Kind hätte mir die Entscheidung abgenommen. Doch
dann sah ich auf dem Ultraschall, dass es lebte – und das brach mir das
Herz.
Ich nahm die Tablette, die die Wehen einleitete. Ich sagte zu meinem Mann:
„Jetzt lebt der Krümel nicht mehr.“ Ich war überzeugt, dass es so war, denn
ich empfand das, was da in meinem Bauch passierte, als Gewalt. Als Gewalt,
die das Baby nicht überstehen kann. Noch nie habe ich meinen Mann so traurig
gesehen. Seine Augen füllten sich mit Tränen.
Ich wollte keine Schmerzmittel gegen die Wehenschmerzen. Ich hoffte, der
physische Schmerz würde mir bei der Verarbeitung später helfen. Als ich
zwischen zwei Wehen zur Toilette musste, ging es plötzlich ganz schnell.
Dort, auf der Toilette, habe ich unseren Sohn geboren. In die Hände meines
Mannes.
Als wäre das nicht schon traumatisch genug, stellten die Ärzte fest, dass
das Kind lebte. Vier Stunden lang schlug sein Herz – dann starb unser Sohn in
meinen Armen. Wir nannten ihn Edgar. Er wog 233 Gramm.
Wir hatten eine Box dabei, die mit Teddyfell ausgekleidet war. In der Box
lag ein Engelchen und ein klitzekleiner Schlafsack mit Edgars Initialien –
eine liebe Freundin hatte ihn genäht. Wir wollten ihn unter einem
wunderschönen Apfelbaum begraben.
Weil unser Sohn jedoch lebend zur Welt kam – und er nicht, wie alle immer
vermutetet hatten, die Geburt nicht überleben würde, durften wir ihn nicht
mitnehmen. Die Hebamme nahm ihn mit und wir mussten einen Bestatter
beauftragen. Am 13. Mai konnten wir ihn dann endlich beerdigen.
In mir ist seitdem eine unendliche Leere. Ich weiß, ich habe mich für den
Abbruch entschieden. Dass Edgar so leiden musste, macht es aber
unerträglich.
Während mein Mann sich in die Arbeit stüzzt und sich so ablenkt, stehe ich
oft an Edgars Grab. Ich gucke mir Fotos von ihm an, das hilft mir sehr. Edgar
ist ein Teil von uns, wir werden ihn nie vergessen.
Ich möchte immer noch ein zweites Kind. Vielleicht kann mir eine weitere
Schwangerschaft helfen, meine tief klaffende Wunde im Herzen zu verschließen.
Heilen, das weiß ich aber, wird sie nie.
Weitere Artikel zum Thema Down-Syndrom findet Ihr HIER und HIER.
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Gastbeitrag: Warum ich mich gegen ein Kind mit Down-Syndrom entschieden
habe | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-wie-mobbing-meiner-tochter-das-leben-zur-hoelle-machte |
Die Tochter unserer Leserin
Julia wurde in ihrer Schule gemobbt. Es war eine harte Zeit für die ganze
Familie, weil Tochter Lilly sich komplett zurück zog und niemand mehr an sich
heran ließ. Heute schreibt Julia ihrer Tochter einen Brief und lässt die
ganze Geschichte Revue passieren:
Meine liebe Lilly, es ist Anfang September 2016, die Sommerferien sind
gerade zu Ende und für dich beginnt die vierte Klasse. Ich sehe, dass du
aufgeregt bist und dich auf die Schule und das Wiedersehen mit deinen
Freundinnen freust. Vor allem Angeline hast du jetzt lange nicht gesehen.
Auch im Verein laufen die Proben wieder an und ich sehe mit Stolz, dass du
dich an das Instrument heranwagst, das mir so sehr am Herzen liegt. Du bist
lieb, hilfsbereit und tolerant. Du versuchst, allen gerecht zu werden und
deine Aufmerksamkeit auf alle Individuen in deinem Leben zu verteilen. Du
kümmerst dich liebevoll um deine krebskranke Omapa, der Mama deines Papas. Du
weißt, dass sie nicht mehr allzu viel Zeit auf dieser Welt hat. Das macht
dich traurig, aber du gehst mit unserer Hilfe ganz wunderbar und ohne
Berührungsängste damit um und beschenkst sie mit ein paar schönen
Stunden.
Die Tage vergehen, der September neigt sich dem Ende zu. Langsam wird mir
bewusst, dass du dich veränderst. Zum einen körperlich. Ich sehe, dass die
Pubertät so langsam Einzug hält in dein Leben, außerdem fällt mir auf, dass
du ein bisschen zugenommen hast. Aber auch charakterlich veränderst du dich.
Du bist in letzter Zeit schnell aufbrausend und zickig. Selbst im Verein hat
man mich deshalb schon zur Seite genommen. Sie sagen, du seist respektlos
gegenüber Erwachsenen. Ich bin irritiert und frage mich, warum du dich
veränderst.
Deine Omapa stirbt. Und mit ihr geht ein Teil von dir. Ich trauere mit dir
und wegen dir. Es tut weh zu sehen, wie deine Omapa dir fehlt. Deine
Wutausbrüche schiebe ich darauf und erkläre auch im Verein, was los ist. Alle
reagieren mit Verständnis, behandeln dich liebevoll und lassen dir deine
Temperamentausbrüche durchgehen. Ich fühle mich wie eine Marionette zwischen
Arbeit, Kindern, Verein, dem trauernden Sohn deiner Omapa – meinem Mann. Die
Beisetzung und alle Bürokratie, die folgt, nagen schwer an mir. Ich muss
stark sein für deinen Papa, seine Schwester und für euch. Ich habe Angst,
dass du und dein Bruder zu kurz kommen.
Doch wir überwinden diese Phase, du freust dich auf Weihnachten und machst
eine lange Wunschliste. Deine Wutausbrüche bleiben jedoch. Ich sehe, dass du
dich zurückziehst und immer häufiger geraten wir heftig aneinander.
Eigentlich bist du doch sehr hilfsbereit – doch wenn ich dich jetzt um
Kleinigkeiten bitte, gehst du sofort in die Luft. Du knallst mir die Tür vor
der Nase zu und wirfst mir Gemeinheiten an den Kopf. Auch mit deinem Bruder
streitest du jetzt sehr oft und der Papa bekommt ebenfalls regelmäßig deine
Wut zu spüren. Wir sind ratlos. Was ist nur los? Soll das alles nur die
Pubertät sein? Ich beginne, mich zu belesen. Ich erfahre, dass man mit
pubertierenden Kindern sehr verständnisvoll umgehen muss, denn oft wissen sie
selbst nicht, was mit ihnen los ist. Es ist wie ein kalter Neustart eines
Computers. Alles wird neu sortiert in deinem hübschen Köpfchen. Man soll Ruhe
bewahren, aber auch klare Grenzen ziehen. Manchmal gelingt es mir nicht, cool
zu bleiben. Ich kann genauso temperamentvoll sein wie du. Und dann streiten
wir. Manchmal schreien wir uns an und manchmal bin ich gemein zu dir. Weil
ich nicht weiter weiß. Ich fühle mich absolut hilflos und sehe zu, wie du
dich immer mehr veränderst.
Weihnachten geht vorüber, das neue Jahr beginnt. Wir verbringen Sylvester
auf den kanarischen Inseln im Warmen. Die Sonne tut uns gut, wir entspannen.
Die Weihnachtsferien enden und der Alltag hat uns wieder. Und schon sehe ich
wieder das Teufelchen in dir, das uns das Leben schwer macht. Von deiner
Unbeschwertheit ist nicht mehr viel übrig. Ich merke, dass du dich anders
kleidest. Eigentlich kombinierst du die unmöglichsten Muster und Farben und
dabei ist es dir völlig egal, was andere darüber denken. In letzter Zeit
wählst du jedoch unauffällige Farben. Die neue Jacke von Omama, Pink und blau
gestreift mit Sternchen, magst du nicht anziehen. Sie sei zu schade für die
Schule, sagst du und trägst sie nur in deiner Freizeit. Du isst sehr viel zur
Zeit. Ich merke, dass du dir nachmittags, wenn ich noch in der Arbeit bin,
Unmengen an Nahrung zubereitest. Als ich versuche, mit dir darüber zu
sprechen, nennst du mich gemein und verkriechst dich in deinem
Zimmer.
Es wird immer schlimmer und ich weiß nicht, was ich noch machen soll.
Hilflos und zweifelnd an mir und an dir suche ich vergeblich nach einem
Ausweg. Es fühlt sich an, als wollte man Wasser mit bloßen Händen halten. All
meine Versuche einen Zugang zu dir zu finden, sind Einbahnstraßen. Dein Papa
und ich überlegen, ob wir professionelle Hilfe brauchen.
Es ist April geworden. Ostern ist gut gewesen, die Ferien taten dir gut.
Wir konnten einige schöne Erlebnisse teilen und verstehen uns gut. Einige
Tage nach den Ferien jedoch, werde ich im Verein wiederholt auf dein Benehmen
angesprochen. Es würde nicht gehen, dass du Erwachsenen die Zunge raustreckst
und einfach aus den Proben marschierst. Du hättest ein freches Mundwerk
entwickelt und so könne man keine vernünftige Probe mit dir machen. Ich
resigniere, steige ins Auto und weine still vor mich hin, weil ich nicht
weiß, wie ich dir helfen kann. Weil ich nicht weiß, was überhaupt los
ist.
Ich weiß, welche Kleinigkeiten dich in den letzten Wochen so sehr auf die
Palme brachten, aber das große Ganze habe ich nach wie vor nicht verstanden.
Deine Veränderung verändert alles in unserem kleinen Universum. Es ist, als
hätte sich ein dunkler Schleier über die Familie gelegt, in der Arbeit geht
mir nicht mehr alles so leicht von der Hand. Im Verein lauert ständig ein
neues Gewitter. Du gehst nicht mehr raus, deine Freundschaften leiden. Deine
Leistungen in der Schule verschlechtern sich. Du verkümmerst wie eine
Pflanze, die man nicht gießt. Nicht körperlich, seelisch. Ich gieße und
gieße, gebe dir soviel Liebe und Vertrauen, wie ich kann. Aber deine Wurzeln
können nichts aufnehmen.
Nach dem neuen Vorfall im Verein will ich mit dir darüber sprechen, will
dir klarmachen, dass es so nicht weitergeht. Dass wir gemeinsam eine Lösung
finden müssen – wenn ich doch nur wüsste, wofür. Du brichst in Tränen aus,
wie so oft und schlägst mir die Tür vor der Nase zu. Diesmal jedoch höre ich,
wie du in die Welt hinaus schreist, dass niemand dich versteht und wir alle
ja keine Ahnung hätten. Das lässt mich aufmerken. Ist nun endlich der
Zeitpunkt gekommen, an dem ich in dich schauen kann? Ich folge dir. Ich nehme
dich in den Arm und du weinst bitterlich an meiner Brust. Mein Shirt ist
schon ganz nass und ich warte. Ich sage dir, wie so oft, dass ich dich
hunderttausend mal bis zum Mond und zurück liebe, aber nicht weiß, wie ich
dir helfen soll, wenn du nicht mit mir sprichst und mir nicht absolut
vertraust. Dass du mir helfen musst, damit ich dir helfen kann. Irgendwann
werden die Schluchzer kleiner und du findest deine Worte wieder. Was du jetzt
sagst, zieht mir den Boden unter den Füßen weg:
„Mama, wenn ich aus dem Fenster springe, tue ich mir dann genug weh, um
nicht zur Schule zu müssen?“
BUMM! Es schlägt ein wie eine Bombe. Ich bin voll Angst und Sorge,
hunderttausend Fragen wirbeln in meinem Kopf und doch fühle ich mich leer.
Ich kämpfe mit den Tränen. Da stehst du, schaust mich an und ich schaue
herunter auf das Häufchen Elend, das mich hilfesuchend mit großen, nassen
Augen ansieht. Und da sehe ich das unabdingbare Vertrauen in dir, dass ich
ganz bestimmt, jetzt und sofort, all deine Probleme schlagartig lösen kann.
Ich nehme dich fest in den Arm und so sitzen wir Sekunde um Sekunde, Minute
um Minute. Die Zeit verrinnt und ich lasse dich weinen. Weine mit dir. Du
sagst, ich hätte doch soviel um die Ohren und mache mir immer so viele Sorgen
und deshalb wolltest du mich nicht mit deinen Sorgen nerven.
Ich sage dir, dass du und dein Bruder die zwei einzigen Dinge in meinem
Leben sind, wofür ich die Welt anhalte und nichts wichtiger ist. Du
beginnst zu erzählen und erzählst und erzählst. Von Franzi, die immer so
gemeine Sachen sagt und dafür sorgt, dass du nicht mehr mit Angeline spielen
kannst. Davon, dass Franzi es schafft, dass du deine Freundinnen aus der
Klasse nicht mehr sprechen kannst und Helena und Lea, mit denen du in den
Ferien immer draußen gespielt hast, immer mitmachen. Davon, dass andere
Kinder betreten zu Boden sehen, wenn du gerade wieder herunter gemacht wirst.
Dass du über den ganzen Schulhof gejagt wirst und keiner dir hilft, alle nur
lachen. Davon, dass du deine Sachen einpacken musst, wenn du aufs Klo musst,
damit sie niemand klaut und kaputt macht. Die zerbrochenen Stifte hast du vor
mir versteckt. Und du erzählst davon, dass dir in der Schule niemand zuhören
will.
Ich bin völlig platt und habe ein riesiges Loch im Bauch. Warum habe ich
das Offensichtliche nicht gesehen? Bin ich derart mit Blindheit geschlagen,
dass ich nicht bemerkt habe, dass du in den Ferien lockerer warst? Dass du
die bunten Kleider nur zuhause angezogen hast? Dass du peinlich genau darauf
achtetest, dass dein Bruder dich zur Schule begleitet? Eine Stinkwut auf mich
selbst breitet sich aus und zieht ihre Wellen in Richtung deiner Peiniger.
Die Löwin in mir erwacht und ich beraume eine Familienkonferenz ein.
Du sollst die Gelegenheit bekommen, ganz und gar unser Mittelpunkt zu sein.
Außer dir ist im Moment nichts wichtig. Du erzählst nun auch deinem Papa und
deinem Bruder, was dir in der Schule widerfährt. Die ganzen Gemeinheiten. Die
Attacken. Das Anrempeln und Beleidigen. Das Drohen und Auslachen. Das
Ausschließen. Dein Bruder, cool und pragmatisch wie er ist, rät dir, alles an
dir abprallen zu lassen und zu zeigen, dass dich das nicht ankratzt, dann
würden die anderen schon aufhören.
Doch das bist du nicht. Du brauchst die Gleichheit und Gerechtigkeit, die
Harmonie zu allen Menschen. Du zerbrichst bei dem Versuch, gleichgültig zu
sein. Du fragst uns, warum gerade du ausgewählt wurdest? Darauf haben wir
keine Antwort. Ich verspreche dir, sofort am nächsten Tag mit deiner
Klassenlehrerin zu sprechen. Abends setze ich mich an den Computer und
rechcheriere. Dabei entdecke ich das riesige Ausmaß des Mobbings. Ich dachte
immer, das betrifft eher ältere Kinder, Jugendliche. Cybermobbing und
Schlägereien auf dem Pausenhof. Du bist doch erst neun?!
Bei meinen Recherchen jedoch, werde ich schnell eines besseren belehrt. Ich
lerne, dass Mobbing immer eine Gruppendynamik aufbaut. Einzelne Täter(innen)
untergraben die Beziehungen des Opfers zu seinen Freundschaften und
demontieren damit seine Hilfsstrategien. Nach und nach wird die Gruppe
einbezogen, die Opfer werden unglaubwürdig geredet und finden keine
Ansprechpartner mehr. Sie werden lächerlich gemacht, es werden Lügen
verbreitet und nach und nach verliert das Opfer an Ansehen. Die Täter(innen)
jedoch werden gestärkt in ihrer Macht, die sie über andere ausüben. Ich
erkenne, dass du in einem lehrbuchmäßigen Mobbingverlauf gefangen
bist.
Mir ist wichtig, dass du verstehst, das du nichts falsch gemacht hast. Du
bist nicht Schuld! Du – bist – nicht – schuld! .Nach jedem Vorfall
telefoniere ich mit deiner Klassenlehrerin. Im Mai lädt sie uns zum Gespräch
ein. Als du erzählst, hört sie dir aufmerksam zu und wird auf ihrem Stuhl
immer kleiner. Sie gesteht uns, dass sie mit den Protokollen dieser Art
Elterngespräche inzwischen ihre Wände tapezieren könnte. Sie ist sehr jung.
Sie hat euch in der dritten Klasse frisch nach der Universität übernommen.
Sie ist sehr lieb und deshalb magst du sie auch sehr. Leider hat auch sie
kein Patentrezept gegen das Mobbing und die Täter(innen) der Klasse tanzen
ihr auf der Nase herum. Aber ab sofort bleibt sie, so oft es geht in deiner
Nähe. Es finden Gespräche mit den Täterinnen statt. Die Klasse erhält eine
Doppelstunde zum Thema Mobbing. Als das nicht hilft, werden die Täterinnen
zur Schulleitung zitiert. Sie bereuen und geloben Besserung.
Nur leider stimmt nichts davon. Du erzählst mir, dass die Kinder jetzt
vorsichtiger sind. Sie achten darauf, dass kein Lehrer in der Nähe ist, wenn
sie dir ein Bein stellen. Sie flüstern dir im Vorbeigehen gemeine und
verachtende Worte ins Ohr. Beim Sport stehen alle auf, als du dich auf die
Bank setzt. Deine Kleidung findest du nach dem Sportunterricht im Mülleimer.
Ich rate dir, allen aus dem Weg zu gehen, wenn das möglich ist und jeden
Angriff deiner Klassenlehrerin zu melden.
Dannn rufst du mich weinend vom Schulklo an. Du traust dich nicht nach
Hause zu laufen, weil Dir Prügel angedroht wurde. Ich schalte die
Schulleiterin ein, sie rät mir, psychologische Hilfe zu suchen, da du dich ja
immerzu in die Opferrolle begeben würdest. Das würden die Kinder natürlich
ausnutzen. So seien sie halt in dem Alter. Da könne man nichts machen.
Zuhause zeigst du mir den Wunschzettel für deinen Geburtstag. Auf ihm steht
nur ein Wort: Schulwechsel.
Nun setze ich alle Hebel in Bewegung. Gemeinsam suchen wir eine neue Schule
aus. Der neuen Schulleiterin erzählst du, was Dir im letzten Jahr passiert
ist. Sie zeigt dir ihr Programm der „Streitschlichter“. Ein aktives
Anti-Mobbing-Programm ihrer Schule. Deine Augen leuchten. Deine zukünftige
Lehrerin kommt auch dazu. Sie strahlt Ruhe und Wärme aus. Sie nimmt dich in
den Arm, obwohl ihr euch heute zum ersten mal gesehen habt. Als die
Schulleiterin dir erklärt, dass du aufgenommen wirst und bleiben darfst, wenn
es dir gefällt, sehe ich, wie die Last von tausend Tonnen von dir abfällt.
Deine Körperhaltung öffnet sich, dein Lächeln ist echt. Wieder kullern dir
die Tränen über die Wangen, aber diesmal vor Freude. Wir gehen beschwingt in
die Ferien und wissen, dass das die Einzige und richtige Entscheidung
war.
Das war vor einem Jahr. Du bist gut in deiner neuen Schule angekommen. In
den letzten zwölf Monaten hast du langsam aber stetig zu deiner alten Form
zurück gefunden. Die Wutausbrüche sind sehr viel seltener geworden, deine
Selbstsicherheit ist fast wieder da, wo sie einmal war. Noch bist du manchmal
verunsichert, wenn in der Klasse getuschelt wird. Du hast manchmal noch
Angst, dass alles von vorn beginnt.
Du hast eine Erfahrung machen müssen, die ich keinem Kind wünsche und doch,
bist du daran gewachsen. Ich bin unsagbar stolz auf dich. Ich liebe dich
hunderttausenmal bis zum Mond und zurück, das sage ich dir immer wieder. Und
du antwortest jedes mal „Ich liebe dich Mama, unendlich oft bis zum Mond und
zurück! – Gewonnen!“
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Gastbeitrag: Wie Mobbing meiner Tochter das Leben zur Hölle machte |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-wie-waere-mein-leben-wenn-ich-nur-ein-kind-bekommen-haette |
Mein Name ist Henrike, ich
bin 38 Jahre alt und meine Kinder sind 7, 4 und 2. Sie sind hinreißend – und
anstrengend. Ich würde nicht sagen, dass ich überfordert bin, aber ich stoße
oft an meine Grenzen.
Mir war immer klar, dass ich nicht nur ein Kind haben will. Ich fand die
Vorstellung toll, an einem großen Tisch mit vielen Kindern zu sitzen. Ich
wollte Trubel und Leben in der Bude. Ich wollte sie auch auf ihrem Weg
begleiten, daher war mir klar, dass ich nicht vollzeit arbeiten werde und
reduzierte auf 25 Stunden. Ich mag meinen Job – was ich aber nicht gemacht
habe, ist die große Karriere. Das ist – meiner Meinung nach – in Teilzeit
nicht machbar.
Ich bin mit meinem Leben zufrieden, es gibt gute und weniger gute Tage,
aber wir sind alle gesund und das ist das Wichtigste. Doch manchmal ertappe
ich mich bei einem seltsamen Gedanken: Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn
ich nur ein Kind bekommen hätte?
Meine Antwort lautet: Es hätte viele Nachteile, aber es wäre auch definitiv
weniger anstrengend.
Ich müsste mich nicht ständig zerteilen, um allen Kindern gerecht zu
werden. Ich hätte viel weniger Wäsche. Ich würde mich weniger wie ein
Taxiunternehmen fühlen, wenn ich mal wieder alle zu den Hobbies fahre. Die
Abendessen wären ruhiger, wenn wir nur zu dritt am Tisch säßen. Wir könnten
auch mal in den Urlaub fliegen – nur drei anstatt fünf Flüge zu zahlen
scheint machbar.
Ich hätte mehr Zeit für mich, könnte regelmäßig zum Sport und Freunde
treffen. Wir als Paar hätten abends mehr Zeit füreinander, weil wir nicht
damit beschäftigt wären, eine ganze Rasselbande ins Bett zu
bringen.
In Restaurants könnte ich vielleicht mal wieder mein Essen genießen, weil
das eine Kind ganz friedlich malt und nicht seine Geschwister unter dem Tisch
tritt.
Ich hätte beruflich aufsteigen können, wenn das eine Kind alt genug gewesen
wäre, um nchmittags auch mal alleine zu Hause zu sein.
Neulich stieß ich zufällig auf ein paar alte Fotos. Sie zeigten meinen Mann
und mich mit unserem ältesten Sohn im Griechenland-Urlaub. Er war etwa zwei
Jahre und unfassbar süß. Ich erinnere mich gut an den Urlaub, er war
wunderbar. Wir waren total entspannt. Während der eine mit dem Kind buddelte,
konnte der andere lesen. Es gab keinen Geschwister-Zoff und ZWEI Erwachsene
konnten sich um EIN Kind kümmern – was für eine Luxus-Situation.
Die Erfahrung, eine Mama zu sein, möchte ich nie mehr in meinem Leben
missen. Ich habe nur oft das Gefühl, dass wir Eltern uns ständig zerreisen
und es doch nicht reicht. Ja, manchmal frage ich mich: Wäre es nicht für alle
leichter gewesen, hätten wir nur ein Kind? Wäre dann noch ein bisschen mehr
von uns als Personen übrig und wären wir dann ein bisschen weniger "nur
Eltern"?
Ich weiß, das sind keine populären Gedanken. Man hat deshalb gleich ein
schlechtes Gewissen und NATÜRLICH würde ich keins meiner Kinder je wieder her
geben. Aber dennoch: Manchmal denke ich sehr gerne an die Vater-Mutter-ein
Kind-Zeit zurück.
Geht es noch irgendjemand so?
Foto: Pixabay
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Gastbeitrag: Wie wäre mein Leben, wenn ich nur ein Kind bekommen hätte? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-wie-wir-unseren-sohn-knapp-vor-dem-ploetzlichen-kindstod-bewahrten |
Mein Name ist Marlene und ich möchte Euch heute von dem schlimmsten
Erlebnis meines letzten Jahres erzählen…
„Schlaf gut, kleiner Mann“, flüsterte ich meinem Sohn zu, nachdem er gerade
friedlich eingeschlafen war. Hätte ich gewusst, was ein paar Stunden später
passieren sollte, hätte ich sicherlich andere Worte gewählt.
Bedeutungsvollere, größere Worte. Aber es gab keine Anzeichen auf das, was an
diesem Abend passieren würde.
Es war eine Bilderbuchschwangerschaft gewesen und eine recht einfache
Geburt. Unser Sohn war kerngesund, ein kräftiger, großer Junge. An diesem
Abend war er genau 14 Tage alt und lag friedlich schlummernd und frisch
gestillt neben mir. Er lag auf dem Bauch, denn tatsächlich wachte der Kleine
immer auf, sobald er auf dem Rücken lag.
„Manche Babys sind eben von Anfang an Bauchschläfer“, hatte die Hebamme zu
mir gesagt. Auch mein Mann, ich und unsere größere Tochter schlafen ausschließlich
auf dem Bauch – und wenn ich daran dachte, wie sehr mich das
Auf-dem-Rücken-Schlafen in der Schwangerschaft gequält hat, konnte ich
nachempfinden, warum mein Kleiner sich so schwer damit tat.
Die Hebamme gab mir den Tipp, das Baby zum Einschlafen auf den Bauch zu
legen und wieder umzudrehen, wenn es fest schläft. Genauso machten wir es
seit ein paar Tagen und es klappte wunderbar.
Normalerweise wartete ich, bis der Kleine eingeschlafen war, und ging dann
ins Wohnzimmer, um noch ein bisschen zu lesen oder fernzusehen. Nur an diesem
Abend hatte ich irgendwie das Bedürfnis, noch ein wenig bei ihm zu bleiben,
seine Nähe zu genießen, ihm ab und zu übers Köpfchen zu streicheln. Ich bin
mir sicher – hätte ich das an diesem Abend nicht gemacht, wäre er heute nicht
mehr bei uns.
Ich blieb also bei ihm, bestaunte ihn, tippte ein bisschen am Handy herum,
griff immer mal rüber, streichelte ihn am Kopf – und plötzlich fühlte sich
etwas komisch an. Ich bemerkte, dass er kälter war als gewohnt. Nicht so, wie
Babys beim Schlafen sind, sondern richtig kalt. Ich stupste ihn an, sprach
ihn an, doch er reagierte nicht.
Die Panik stieg in mir auf. Ich rief laut nach meinen Mann. Ich öffnete den
Schlafsack des Kleinen und konnte sehen, dass sich der Brustkorb nicht mehr
bewegt. Ich nahm ihn hoch, seine Beine und Arme hingen rechts und links
herunter, als wären sie aus Wachs. Ich schrie nach meinem Mann, er solle den
Krankenwagen holen, weil der Kleine nicht mehr atmet.
Ich war wie im Tunnel, als mein Mann mir das Handy übergab. Am anderen Ende
der Leitung stellte mir jemand Fragen, aber ich war nicht in der Lage, diese
zubeantworten. Ich hörte, ich solle mein Baby vor mich legen – aber das
wollte ich nicht. Ich wollte mein Baby weiterhin im Arm halten, umgriff
seinen Brustkrob und rüttelte diesen immer wieder leicht hin und
her.
Noch immer war mein Kind ohne jegliche Körperspannung. Ich hatte einen
Erste-Hilfe-Kurs für Babys gemacht. Vier Jahre vorher, vor der Geburt der
großen Schwester zum ersten Mal, in der zweiten Schwangerschaft zur
Auffrischung noch einmal. Natürlich wusste ich in der Theorie genau, was zu
tun war. Aber in diesem unbeschreiblichen Moment war ich so unter Schock, so
in eine Starre verfallen, dass ich gar nicht auf die Idee gekommen bin, das
Kind zu beatmen. Ich weiß, dass klingt total schlimm und ich mache mir
deshalb auch schreckliche Vorwürfe. Aber mein Kopf war in diesem Moment
einfach leer, ich konnte nicht klar denken. Und so rüttelte ich weiterhin an
dem Brustkorb.
Plötzlich bemerkte ich, dass der Kleine einen winzigen Atemzug nahm. Kein
tiefes Nach-Luft-schnappen, nur ein winziger Atmemzug und dann wieder nichts.
Diese kleine Regung gab mir Hoffnung und tatsächlich kam ein zweiter Atemzug
und dann noch einer. In seinem Körper machte sich wieder so etwas wie
Spannung breit, die Atempausen wurden immer kürzer, bis er wieder normal
atmete und die Augen öffnete.
Ich fing an zu weinen. Ich weinte und weinte, hielt mein Baby auf dem Arm
und ließ es nicht los. Als der Krankenwagen und der Notarzt endlich da waren,
war der Kleine zwar sehr müde, aber ansonsten erinnerte nichts mehr an das,
was er und wir gerade durchlebt hatten.
Wir fuhren ins Krankenhaus und unser Sohn wurde durchgecheckt. Atmung,
Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, alle Werte waren total normal. Tagelang
machten sie in der Klinik alle möglichen Tests – sie blieben alle ohne
Befund. Er war nach wie vor ein normales gesundes Baby.
Nur, dass in meiner Welt nichts mehr normal war.
Schließlich stellten die Ärzte die Diagnose: ALTE (Apparently
Life-Threatening Event), ein durch rechtzeitiges Eingreifen verhinderter
Plötzlicher Kindstod.
Wir machten einen erneuten Erste-Hilfe-Kurs und bekamen für Zuhause einen
Überwachungsmonitor mit. Ich merkte, dass für mich nichts mehr so war wie
vorher. Alle Glücksgefühle über das Baby waren weg, ich spürte nur noch
Angst. Während ich bei meinem ersten Kind oft dachte, die Zeit solle still
stehen, hatte ich jetzt nur einen Wunsch: Der Kleine sollte so schnell wie
möglich das erste Lebensjahr hinter sich bringen, damit die Gefahr des
Plötzlichen Kindstodes schnell sinkt.
Sobald mein Kind nun eingeschlafen war, wurde sofort immer der Monitor
eingeschaltet. Da ein so kleiner Zwerg quasi ständig schläft, war es für uns
einfacher, den Monitor in der Anfangszeit permanent anzuhaben. Das Gerät hat
uns überallhin begleitet, im Auto, beim Spazieren gehen, beim Kuscheln, immer
war mein Kind verkabelt.
Natürlich fällt so ein verkabeltes Baby auf – ich musste die Geschichte
also immer und immer wieder erzählen. Das machte es für mich nicht leichter,
sondern eher schwerer. Denn es warf mich immer und immer wieder zurück in das
Geschehene. Manchmal versuchte ich einen flapsigen Spruch zu machen und
sagte: „W-Lan-Babys gab es gerade keine, da haben wir eins mit Kabel
genommen.“
Das Ganze ist nun über ein Jahr her, den Monitor benutzen wir nur noch
nachts, in ein paar Tagen müssen wir ihn abgeben und mir graut es davor. Es
gab in der gesamten Zeit keinen weiteren Zwischenfall. Mittagsschlaf macht
der Kleine inzwischen in der Krippe, ohne Monitor und ohne dass ich ab und zu
nach ihm schauen kann. Ich muss zugeben, dass ich jeden Tag um die
Mittagszeit nervös werde und mir schon oft ausgemalt habe, in die Krippe zu
kommen und von den Erzieherinnen zu hören „Tut uns leid, er ist nicht mehr
aufgewacht“.
Und noch immer träume ich nachts von diesem Moment, als ich diesen kleinen
leblosen Menschen auf meinen Händen hatte und seine Arme und Beine wie aus
Wachs an ihm herunter hingen – dann wache ich panisch auf.
Noch immer denke ich jeden Abend beim ins Bett bringen daran, dass die
Worte, die ich jetzt sage, die letzten sein könnten, die er jemals hört.
Jeden Abend erzähle ich ihm, was wir am nächsten Tag vorhaben, damit es nicht
wie ein Abschied klingt. Jeden Abend flüstere ich ihm zu, wenn er
eingeschlafen ist und ich das Zimmer verlasse „Bitte bleib bei uns!“.
Wir hatten uns eigentlich immer drei Kinder gewünscht, aber nach diesem
Vorfall war unsere Familienplanung mit einem Schlag beendet. Ich kann einfach
keinem Baby mehr beim Schlafen zusehen. Ich verfalle in Panik, wenn ich ein
schlafendes Baby ohne Monitor irgendwo sehe und ich würde das bei einem
weiteren eigenen Kind nicht aushalten.
Diese Selbstverständlichkeit, dass die Kinder am nächsten Tag wieder
aufwachen werden, die ist weg. Seit dieser Nacht habe ich das Vertrauen ins
Leben schlicht verloren. Auch wenn bei uns nochmal alles gut gegangen
ist."
———
Da wir wissen, dass das Thema Plötzlicher Kindstod für viele
frischgebackenen Eltern sehr aufwühlend ist, möchten wir Euch sagen: Die
Fälle von Plötzlichem Kindstod sind in den letzten Jahren stetig zurück
gegangen. Hier gibt es viele gute Infos, wie man die Risikofaktoren
minimieren kann und wo Eltern Hilfe finden können:
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/sids/
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/vorbeugung-kindstod/
https://www.geps.de/
Foto: Pixabay
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Gastbeitrag: Wie wir unseren Sohn knapp vor dem Plötzlichen Kindstod
bewahrten | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbetrag-von-tuelay-und-ploetzlich-durfte-ich-ein-leben-retten |
Ihr Lieben, vor ein paar
Wochen habe ich mich bei der DKMS regisierten lassen. Das hatte ich schon
ganz lange vor, denn wenn ich die Spendenaufrufe für todkranke Menschen sehe,
zieht sich mein Herz zusammen. Was wenn mein Blut ein Leben retten könnte und
ich es nur nicht weiß, weil ich bisher zu bequem war, um mich registieren zu
lassen. Dabei ist dieser Vorgang so einfach, dauert nur ein paar Minuten. Wie
das funktioniert, könnt ihr HIER nachlesen. Auch unsere Leserin Tülay hat
sich registrieren lassen und so einem Menschen das Leben gerettet. Hier kommt
ihre Geschichte:
"Ich glaube, es war das Jahr 2011 als mein Mann und ich uns bei der
DKMS typisieren ließen. Ich hatte vorher gehört, dass man hatte einen
passenden Spender für ein junges Mädchen gesucht und wir haben uns gedacht:
'Mensch, vielleicht ist einer von uns ja der passende Spender?'
Die Typisierung war es eher unspektakulär: Formulare ausfüllen, Blut
Abnahme, fertig. Monate später haben wir erfahren, dass kein passender
Spender für das junge Mädchen gefunden wurde und Sie den Kampf gegen den
Blutkrebs verloren hatte. Das hat mich damals sehr getroffen.
Wir bekamen kurz darauf unsere DKMS Spender Ausweise zugeschickt und lange
Zeit hörten wir nichts – bis Ende 2014 ein Brief im Briefkasten lag. Ich
wäre in der engeren Auswahl für einen Patienten und ob ich denn nochmal Blut
abgeben könnte, um weitere Kontrollen durchzuführen. Das tat ich natürlich sehr
gerne.
Im Februar 2015 bekam ich einen Anruf von der DKMS und mir wurde
mitgeteilt, daß ich zu 100% mit einem Patienten übereinstimme und ob ich noch
bereit wäre zu spenden…
Ich habe nicht eine Sekunde nachgedacht und sofort JA gesagt. Denn ich
wusste, dass es einen Menschen gibt, der totkrank ist und der meine Hilfe
braucht. Wie kann man denn „Nein“ sagen?
Diese schreckliche Krankheit Blutkrebs kommt in den unterschiedlichsten
Arten vor und kann jeden Menschen in jedem Alter treffen. Man kann nicht
sagen: ' OK, ich bin jetzt über 20 Jahre alt und werde keinen Krebs mehr
bekommen!' oder „'Mein Kind ist jetzt über 10 Jahre alt und wird keinen Krebs
bekommen!' So tickt diese heimtückische Krankheit leider nicht.
Ich stellte mir zudem vor, dass jemand, den ich liebe Blutkrebs bekommen
würde – würde ich dann nicht auch sehnslichst auf einen Spender
hoffen?
Am 22.05.2015 war es dann soweit. Das Krankenhaus des Patienten hatte sich
für die Therapie „Stammzellen über das Blut“ entschieden und so musste ich
nicht am Knochenmark operiert werden. Ich durfte in der Nord Klinik in
Nürnberg spenden. Die Ärzte und die Krankenschwestern in der onkologischen
Transplantationsabteilung waren sehr freundlich und die ganzen 5 Stunden bei
mir. Ich habe in diesen Stunden viel über diese Krankheit, die Therapien und
„die Zeit danach“ erfahren. Ich konnte das alles in diesem Augenblick noch
nicht so richtig begreifen.
Doch nach fast 2 Stunden sah ich in dem Beutel über mir eine gelbe
Flüssigkeit. Ich fragte den Arzt, was das denn ist und er sagte: 'Das ist das
LEBEN!' Es traf mich wie ein Schlag und plötzlich fing ich an zu weinen. DAS
waren meine gesunden Stammzellen! DAS würde „mein Patient“ bekommen und DAS
bisschen Flüssigkeit würde vielleicht sein Leben retten…
Ich war überwältigt von der Arbeit der Ärzte, von den Maschinen, die mein
Blut zogen und die Stammzellen filterten. Am Ende der 5 Stunden
kam heraus, daß ich am nächsten Tag nochmal spenden muss, da die Stammzellen
nicht die gewünschte Anzahl erreicht hatten.
Der nächste Tag war genauso erfolgreich und noch im Krankenhaus
rief ich die DKMS an. 'Vielen Dank für Ihre Spende. Ihre
Stammzellen sind auf den Weg nach Dänemark zu einem 58 jährigen Mann!'
Ich weinte und weinte. Vielleicht vor Erleichterung oder aber auch vor dem
Erkenntnis, dass ich meinen Vater mit 58 Jahren bei einem Verkehrsunfall
verloren hatte. 58 Jahre! So jung. Vielleicht war er auch Vater und
vielleicht hatte er auch Enkelkinder. Vielleicht könnte wenigstens ER seine
Kinder aufwachsen sehen. Wie Sie den Führerschein machen, auf der Universität
studieren, den Abschluss bekommen, sich verlieben, heiraten und Kinder
bekommen. Mein Vater durfte das alles nicht sehen, er wurde aus dem Leben
gerissen! Aber vielleicht darf mein genetischer Zwilling das alles nun
erleben?
Ende 2015 bekam ich plötzlich einen Anruf von der DKMS. „Meinem Patienten“
ginge es ausgezeichnet, er wurde entlassen und wäre aktuell
GEHEILT. Ich begriff es zuerst nicht, denn es dröhnte in meinen
Ohren. Ich war so aufgeregt… Dann hörte ich es deutlicher „Sie haben ein
Menschenleben gerettet. Sie können stolz auf sich sein.“
Das bin ich auch, heute und auch in der Zukunft.
Ich habe oft versucht, meinem genetischen Zwilling einen Brief zu
schreiben. Aber was soll ich Ihm sagen? Was kann ich einem praktisch fremden
Menschen, der MEIN Immunsystem trägt, sagen? Ich weiß es nicht…
Aber ich bin stolz. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, man kann es
wirklich nicht in Worte fassen. Ich habe einen Teil von mir gespendet, aber
ich bin immer noch vollkommen! Mir fehlt keine Niere oder Lungenflügel. Ich
habe gesunde Stammzellen gespendet, ein gesundes Immunsystem. Diese
Stammzellen haben sich in mir schon längst wieder regeneriert. Ich habe also
NICHTS an und in meinem Körper verloren und doch so viel dazugewonnen!
Es ist einfach ein Geschenk, ein Leben retten zu dürfeb. Ich bitte
jeden von Euch darüber nachzudenken Stammzellen-Spender zu werden. Es ist so
einfach LEBEN zu retten und dieses unbeschreibliche Gefühl lässt Euch die
Welt mit anderen Augen sehen.. Es wird Euer Leben verändern…"
|
Gastbetrag von Tülay: Und plötzlich durfte ich ein Leben retten | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/geburt-mit-geschwistern-die-grossen-maedchen-durften-schauen-ob-das-baby-ein-maedchen-oder-junge-ist |
Ihr Lieben, eine Geburt in Anwesenheit der großen Geschwister – das klingt
so schön und so harmonisch, aber wie ist es in Wahrheit? Ich hätte mich ja
zum Beispiel gesorgt, dass sie mich vielleicht aus der Konzentration bringen,
aber unsere Leserin Katharina hat es gewagt… hier erzählt sie ihre berührende
Geschichte einer ganz besonderen Geburt.
„Wir haben drei Kinder (8 Jahre, 4,5 Jahre und 8 Monate) und ich kann
sagen, dass es drei schöne Geburten waren, aber die letzte war definitiv die
schönste: Zuhause und alle waren dabei. Daran würde ich euch gerne teilhaben
lassen…
Entbindung: Das dritte Kind sollte eine Hausgeburt werden
Schon vor der dritten Schwangerschaft war mir klar, dass das nächste Kind
zuhause zur Welt kommen soll, wenn nichts dagegen spricht und so haben wir
uns schon ganz zu Beginn nach einer Hebamme umgeschaut, die uns dabei begleiten
soll. Mein Mann war dadurch, dass es für mich so klar war, auch schnell bei
mir was eine Hausgeburt betrifft. Wir wohnten zu dem Zeitpunkt erst 1,5 Jahre
in einem wunderschönen kleinen Dorf mit so wunderbaren Freunden um uns herum,
dass es gar nicht schlimm war, dass keine Familie vor Ort ist, die uns
bezüglich Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett unterstützen konnte.
So klar es auch für uns alle war, dieses Kind zuhause zu bekommen, war doch
lange nicht so richtig geklärt, was denn mit den beiden Großen ist, wenn es
losgeht. Wir haben dann hin und her überlegt und unsere Freunde und Nachbarn
mit in die „Planung“ einbezogen, aber so richtig frei machen konnte ich mich
nicht. Erst nach einem tollen Gespräch mit unserer Hebamme platzte der Knoten
und unser Motto war: Alles kann und nichts muss!
Aufklärung der Geschwister: Das passiert bei einer Geburt
Wir haben dann immer wieder mit den Mädchen über die bevorstehende Geburt
gesprochen – was da halt passiert und dass sie dabei sein dürfen, wenn sie
möchten, aber auch runter zu den Nachbarn können, wenn sie sich nicht wohl
fühlen oder es langweilig wird. Das Buch „Runas Geburt“ hat uns und die
Kinder sehr angesprochen – können wir nur empfehlen, aber auch die „Was ist
was Bücher“ zum Thema Baby waren spannend … Ganz klar war für die beiden
aber, dass sie auf jeden Fall als Erste gucken wollen, ob sie einen Bruder
oder eine Schwester bekommen, sodass unsere Große mit ihrer Lehrerin schon
alles für den Ernstfall geklärt hatte, dass sie – wenn es losgeht – nicht in
die Schule kommen kann oder von den Nachbarn abgeholt wird. 😉
Jetzt aber zur Geburt selbst… Was es nicht gab, war ein ewiges Warten und
Hoffen, dass es denn nun endlich losgeht, denn unser Baby machte sich eine
Woche vor Termin auf den Weg zu uns. Am Abend war noch nicht das kleinste
Anzeichen zu spüren. Wir waren alle noch überhaupt nicht auf Geburt
eingestellt. Mein Mann war abends bei Freunden im Dorf und ich hatte Besuch
von einer lieben Freundin, mit der ich noch bis halb zwölf Tee trank und
quatschte. Als ich dann nachts gegen 2 Uhr zur Toilette musste, platze mir
die Fruchtblase, was für mich eine neue Erfahrung war, da die anderen beiden
Geburten mit Wehen anfingen.
Die Geburt beginnt: Alle bereit für´s Baby
Ich rief meine Hebamme an, um mich zu versichern, dass rosafarbenes Fruchtwasser
normal ist und schickte sie nochmal ins Bett mit den Worten: „Wir melden uns,
wenn wir dich brauchen!“ Wir waren beide ziemlich müde und ich schickte auch
meinen Mann ins Bett zu den Mädchen, da die Kleinere eh etwas unruhig
schlief. So konnte ich ganz in Ruhe in mich reinhören und -fühlen.
Ich duschte und legte mich dann in die Badewanne, doch so richtig fand ich
keine bequeme Lage, sodass ich mich wieder anzog und bei Kerzenschein durch
die Wohnung schlich. So langsam spürte ich Wehen und als sie spürbar stärker
und regelmäßig wurden, weckte ich meinen Mann und er rief unsere Hebamme an,
damit sie sich auf den Weg machen konnte. Bis dahin saß ich auf einem
Gymnastikball und konnte die Wehen gut in mich hinein atmen. Unsere Hebamme
kam mit ihrer Schülerin, die wir vorher auch schon kennengelernt hatten und
unglaublich nett war, so gegen 5 Uhr. Sie fragte, ob sie mit unserer Kamera
während der Geburt Fotos machen darf, was wir toll fanden – eine wunderschöne
Erinnerung von verwackelten Glücksmomenten.
Eine Wassergeburt zu Hause – ohne Komplikationen
Noch schliefen die Mädchen. Ich hatte mich zwar auf eine Geburt im
Schlafzimmer eingestellt, aber es zog mich dann doch nochmal in die Badewanne
(auch die ersten beiden, kamen in der Wanne zur Welt, aber die war riesig im
Vergleich zu unserer zuhause) und ich fand dann doch mit Hilfe unserer
Hebamme ein gute Position und konnte mich mit meinem Mann neben mir, wieder
auf die Wehen einlassen und mit jeder weiteren schon etwas mitschieben. Zehn
Minuten vor 6 Uhr ging dann die Badezimmertür auf und unsere Große tapste
hinein und zur Toilette. Sie war beim Pinkeln nicht zu überhören in dieser
ruhigen Stimmung und wir mussten alle lachen.
Ihr Papa erkläre ihr dann, dass das Baby bald kommt und sie ruhig nochmal
ins Bett gehen kann, wenn sie möchte, was sie dann auch tat. Keine Minute
später linste dann die Kleine rein: „Ich wollte mal gucken, was ihr hier
macht! Kommt das Baby jetzt?“ Wir dachten alle, es dauert noch eine Weile und
deshalb brachte mein Mann auch sie nochmal ins Kinderzimmer, drehte die
Heizung an und brachte ein paar Bücher ins Bett mit den Worten, dass sie erstmal
wach werden sollen, jederzeit kommen können und Bescheid sagen sollen, wenn
sie runter zu den Nachbarn wollen. Es dauerte aber keine zehn Minuten mehr,
da war ihr Geschwisterchen geboren.
Nach kurzem Staunen und ein paar Freudentränen über dieses weitere Wunder,
holte mein Mann dann gleich die Mädchen, schließlich wollten sie nachschauen,
was es ist. Und diesen Moment werde ich nicht vergessen – diese leuchtenden
und aufgeregten Augen der Mädchen, als sie ins Badezimmer kamen und ihr
Geschwisterchen das erste Mal sahen.
Man sah ihnen richtig an, wie überwältigt sie waren. So saßen, hockten,
lagen wir alle eine ganze Weile zusammen, bis ihnen einfiel, dass sie ja noch
gar nicht wissen, ob es ein Junge oder Mädchen ist. Unsere Große guckte nach
und sagte leise: „Ich glaub, es ist ein Mädchen!“ Ich schaute auch nochmal
nach und konnte es nur bestätigen – wir hatten also nun drei ganz tolle
Mädels. Noch ein paar Minuten später kündigte sich mit einer leichten Wehe
die Plazenta an und unsere Hebamme sagte ganz geheimnisvoll: „Eure Mama kann
zaubern, sie kann machen, dass das Wasser rot wird!“ Und so war es dann auch
– die Kleine staunte, was ihre Mama so kann und die Große wollte natürlich
wissen, ob das Blut ist (ja!) und ob das weh tut (nein!).
Mein Mann und unsere Hebamme halfen mir aus der Wanne und ins Bett nebenan,
wo wir dann alle zu fünft erstmal ganz lange kuschelten. Das Babymädchen
trank zwischendurch und die großen Schwestern hatten einige Fragen und
wollten dann natürlich auch mal halten und küssen, später dann mit
untersuchen und anziehen. Und auch diese Momente bleiben so sehr in
Erinnerung und würden mich glatt nochmal zum Schwangerwerden und Gebären
verleiten, aber wir sind jetzt komplett. 😉
Hallo, Baby! Kuscheln zu fünft im Bett: Ganz ohne Klinikstress
Es folgten dann noch die Anrufe bei den Omas und Opas, Onkel, Tanten,
bester Freundin, die alle die Mädchen machten. Gegen 9 Uhr gingen sie dann
runter zu unseren Nachbarn, die ein bisschen Oma und Opa-Ersatz sind und sich
schon auf ihren eventuellen Einsatz freuten, dann aber völlig baff waren, als
die Mädels verkündeten, dass ihre Schwester schon geboren ist und sie jetzt
erstmal bei ihnen frühstücken wollen!
Ich fänd es so schön, wenn ich mit unserer Geschichte einige werdende
Eltern zu einer Hausgeburt auch mit Geschwisterkindern ermutigen kann – mir
ist schon klar, dass es nicht immer so rund läuft und wir sicher auch Glück
hatten, was z.B. die Tageszeit oder die Länge der Geburt betrifft… Aber
dieses Auf-alles-einlassen, wie es kommt und nichts erwarten, hat uns eine
unglaubliche Ruhe gegeben, was unsere Großen auch schon vor der Geburt
gemerkt haben.
Hausgeburt: Vom großem Vertrauen und Loslassen
Ich hatte die ganze Zeit während der Geburt absolutes Vertrauen in mich, unsere
Hebamme und meinen Mann und die Kinder und ich hab mich so wohlgefühlt in
unseren eigenen vier Wänden. Es war die Einzige der drei Geburten, bei der
ich die Wehen als nicht schmerzhaft empfunden hab. Selbstbestimmt von vorne
bis hinten. Von daher bin ich super froh, dass wir uns dafür entschieden
haben und die großen Mädchen erzählen immer wieder gerne von der Geburt ihrer
kleinen Schwester.
Und abschließend noch: Wir haben die Mädchen etwas später gefragt, was sie denn
in den zehn Minuten gemacht haben, als Papa sie nochmal ins Bett gebracht
hat… Ihre Antwort: „Na, wir haben natürlich gelauscht!““
|
Hausgeburt mit Geschwistern: Eine einmalige Entbindung |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gehirntumor-steffis-tochter-neele-ist-todkrank |
DIPG. Diffuses intrinsisches Ponsgliom. Inoperabel.
Diese Diagnose hat Neele, die kleine Tochter von Steffi Ewald gestern
bekommen. „Tut uns leid, da ist etwas, was da nicht hingehört“, sagten die
Ärzte gestern zu Steffi. Ein Tumor, der gleiche wie bei Neeles Bruder Jonas.
Im Stammhirn, unheilbar. Die Ärzte glauben, dass Neele nur noch wenige Wochen
lebt. Neele leidet, genau wie Jonas, an einem seltenen Gendefekt, der
Krebserkrankungen begünstigt.
Am Donnerstag hatte Neele noch ihr Freischwimmen-Abzeichen gemacht, heute
kann sie schon nicht mehr sprechen, ist halbseitig gelähmt.
„Ich halte es nicht aus. Ich schaffe das nicht nochmal“, schreibt Steffi
uns gestern. Wir alle können es nicht fassen.
Vor sieben Tagen haben wir hier noch berichtet, dass der Horror endlich mal
eine Pause zu machen scheint. Steffi war nach 16 Chemotherapie-Blöcken
endlich krebsfrei, war zuversichtlich, dass der Familie nun endlich ruhigere
Zeiten bevor stehen.
Steffi hat im Dezember 2019 ihren Sohn Jonas verloren, wenige Wochen später
ihren Mann Basti. Ab März kämpfte sie selbst gegen den Brustkrebs. Und nun
Neele.
Es gibt keine Worte. Es ist nicht zu begreifen. Wir sind unglaublich
traurig.
Wer Steffi wenigstens die finanzielle Last nehmen will, kann das hier tun:
Stefanie und Sebastian Ewald, IBAN: DE36 2307 0700 0333 7086 02, Bank:
DB PFK (Deutsche Bank PGK)
Zusätzlich haben Freunde auch ein Fundraising ins Leben gerufen: https://www.gofundme.com/f/familieewald
Falls es hier noch andere DIPG-Betroffene gibt: Bitte schreibt uns Eure
Erfahrungen mit Therapien in die Kommentare. Steffi liest hier mit und ist
dankbar für den Austausch.
|
Gehirntumor: Steffis Tochter Neele ist todkrank | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/geschwisterstreit-geschwisternaehe |
Sie streiten.
Sie streiten morgens nach dem Aufwachen.
Sie streiten beim Anziehen, sie streiten beim Frühstück, sie keifen,
schreien, beleidigen sich. Sie streiten auf dem Weg zur und von der
Schule.
Sie streiten beim Mittagessen und danach. Sie streiten bei den
Hausaufgaben. Sie streiten beim Spielen im Garten, sie knallen Türen, sie
wüten und schluchzen.
Sie streiten im Auto auf dem Weg zum Sportverein. Dort streiten sie nicht,
da sind sie ein Team und halten zusammen. Auf dem Heimweg, da streiten sie
wieder.
Sie werfen sich Schimpfwörter zu, sie zoffen sich um Stifte, Beinchen
stellen und Wissen. „Das Herz eines Blauwals ist so groß wie ein Auto.“
„Nein, so groß wie ein Bus.“ Handgreiflichkeiten.
Treten, Beißen, Hauen. Trösten.
Sie streiten sich beim Abendessen, beim Treppensteigen und beim
Zähneputzen. Dann streiten sie sich um den Platz neben mir im
Familienbett.
Dann streiten sie nicht mehr. Dann schlafen sie. Dann schleich´ ich mich
weg.
Wenn ich wieder komme, schlafen sie Arm in Arm, Bein über Bein. Ganz nah,
der eine beim anderen.
Und ich lege mich dazu und atme durch.
Diese Ruhe.
Diese Nähe.
Frieden.
Katharina hat sich auf diesen Beitrag hin auch einmal die
Geschwisterbeziehung ihrer Kinder angeschaut.
|
Geschwisterstreit, Geschwisternähe | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/geschwisterstreit-teil-2-wie-das-bei-uns-ist |
Hach Lisa, ich danke Dir für
Deinen gestrigen Text. Über das ein der andere haben wir ja schon am Telefon
gesprochen, Geschwisterstreit ist eins der Themen, über die wir uns oft
ausstauschen. Denn: Ich bin eine Leidensgenossin. Auch meine Kinder streiten
viel.
Ich bin die, auf die Dein Satz "Wenn ich den Erzählungen meiner
Freundinnen lausche, höre ich denn auch raus, dass es auch Mädchen und Jungen
gibt, die sich viel streiten. Selbst wenn sie nicht gleich alt sind. Es ist
also vermutlich Glück oder Pech, ob sich Geschwister verstehen, egal, ob sie
zwei Minuten, zwei Jahre oder ein ganzes Jahrzehnt auseinander
sind." zutrifft. Meine beiden Großen sind drei Jahre auseinander
und zoffen sich was das Zeug hält.
Auch ich kann gar nicht genau sagen, wann das anfing. Definitiv nicht, als
mein Sohn geboren wurde. Meine Große war stolz und ganz lieb zu dem Baby. Ich
habe nicht den Eindruck, dass sie sich enttrohnt fühlte. Und auch als er ein
Krabbelkind war und regelmäßig ihre Legotürme umwarf, nahm sie es
gelassen.
Der Streit, der kam später. Wir hatten Phasen, da begann der Zoff wenige
Minuten nach dem Auftstehen. Es war ein ständiger Wettkampf. Wer ist zuerst
in der Küche, er hat mehr Müsli, wer hat den schöneren Löffel. Sogar im
Urlaub am kilometerlangen Sandstrand stritten sie sich, weil beide an genau
der gleichen Stelle buddeln wollten und niemand bereit war, zur Seite zu
rücken.
Und wie wir Eltern nun mal so sind, war ich zunächst davon überzeugt, dass
wir an dem Zoff schuld sind. Also achtete ich darauf, immer ganz gerecht zu
sein. Ich verbrachte wieder mehr Einzelzeit mit jedem, machte klare Ansagen,
wer was wann darf, damit alle sich darauf einstellen können und merken, dass
jeder an die Reihe kommt.
Aber ich habe auch manchmal die Nerven verloren, wurde laut, habe beide vom
Essenstisch weggeschickt, weil selbst bei den Mahlzeiten nur gestritten
wurde. Dauer-Streit macht mürbe.
Ich habe viel mit meinen Kindern darüber gesprochen, warum sie sich
streiten – sie konnten keinen Grund nennen, außer: Der/Die Andere ist blöd.
Meine Nachfrage, ob sie sich benachteiligt fühlten oder ob ich etwas tun
kann, damit sie nicht mehr so viel streiten, kommentierten beide mit
ungläubigem Blick und einem NEIN.
Auch bei uns gibt es immer wieder Phasen, in denen es gut läuft, in denen
sie wirklich mal schön miteinander spielen. Und als meine Tochter während den
Herbstferien fünf Tage bei Oma und Opa war, gab es echt, tiefe
Wiedersehensfreude und "Ich hab Dich soooooo vermisst."
Wenn ich an meine Kindheit mit vier Geschwistern zurück denke, erinnere ich
mich auch an Streit. Ich war vorallem genervt, dass ich meine kleine
Schwester oft mitnehmen sollte. Und auch mit meinen Brüdern gab es Zoff –
wobei ich glaube, dass es bei uns alles noch im Rahmen war.
Ich glaube auch nicht, dass meine beiden Großen sich hassen – aber sie
empfinden sich als Rivalen. Bisher teilten sie sich auch ein Zimmer und ich
habe die große Hoffnung, dass sich die Lage entspannt, wenn beide bald ihr
eigenes Reich haben.
Mich machte dieser Dauer-Streit richtig taurig, oft dachte ich, wir hätten
alles falsch gemacht. Wenn ich dann mal Einzelzeit mit einem Kind hatte,
stellte ich schnell fest: Dem ist nicht so. Wir haben tolle Kinder, richtig
tolle. Die sind lustig und fröhlich und klug und empatisch. Nur im Duo klappt
es eben nicht immer gut.
Gerade sind wir in einer Phase, in der es gut läuft. Ich kann keinen Grund
erkennen, warum das so ist. Nichts ist anders als noch vor ein paar
Wochen.
Heute sind meine vier Geschwister ganz ganz ganz wichtige, wertvolle Personen
in meinem Leben, die ich schätze und sehr liebe. Ich glaube fest daran, dass
meine Kinder irgendwann auch erkennen, wie toll es ist, einander zu haben.
Vielleicht brauchen sie einfach nur noch etwas Zeit.
Bis dahin versuche ich ruhig zu bleiben,
"Geschwisterplüsch"-Bilder von anderen nicht als Vorbild zu nehmen
und mich über die Zeit zu freuen, in denen sich meine beiden Großen
verstehen. Und wenn es wieder mal kracht, schnappe ich mir eben das Telefon
und rufe Dich an.
–PS: Dass meine beiden so friedlich wie da oben im Foto basteln, war lange
Zeit fast undenkbar. Umso mehr freue ich mich gerade darüber…
|
Geschwisterstreit Teil 2 - wie das bei uns ist | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/geschwisterstreit-wie-der-staendige-zoff-annika-muerbe-und-traurig-macht |
Mein Name ist Annika und ich habe vier Kinder im Alter von 8, 4, 2 Jahren
und 10 Monaten. Ich habe mir früher oft vorgestellt, dass meine Kinder alle
friedlich miteinander spielen – aber leider ist bie uns Geschwister-Zoff an
der Tagesordnung. Am meisten streiten sich die 4-Jährige und die 2-Jährige.
Das fängt schon morgens an. Ein schiefer Blick und schon gehts
los.
Meine 8-Jährige ist ein ziemlicher Harmonie-Mensch, sie hält sich meistens
raus. Die 4-Jährige dagegen ist ein anderes Kaliber, sie geht gerne auf
Konfrontation. Kommt dann noch die trotzige 2-Jährige dazu, knallt es.
Gestritten wird um alles: Wer putzt besser Zähne? Wer war erster am Auto? Wer
hat die besseren Spielsachen? Die beiden Mädels teilen sich ein Zimmer, das
heißt, die Streitereien hörten selbst abends nicht auf. Sie stritten sich um
Bettdecken und Kissen, ob das Gute-Nacht-Licht aus oder an bleibt, und ob die
eine der anderen im Dunkeln die Zunge rausstreckt. Es war zum
Verrückt-werden, daher habe ich vor Kurzem einen Cut gemacht – die 2-Jährige
schläft nun vorerst wieder bei uns im Bett.
An einem typischen Tag geht das Gezanke von morgens bis abends. Am
Nachmittag besonders intensiv, weil die Kids von der Kita müde sind und
deshalb schneller genervt sind. Ich achte daher sehr auf strukturierte Tage
und darauf, dass die Nachmittage relativ ruhig sind. Ich muss aber ehrlich
zugeben, dass es mir vor Wochenenden und Ferien oft richtig graut, weil die
Kinder da eben nicht stundenlang durch die Kita getrennt sind. Ich muss mir
also am Wochenende und den Ferien ständig was Neues einfallen lassen, damit
die Streithähne nicht pausenlos aufeinander losgehen.
Es macht mich so unglaublich mürbe, dass ich immer wieder sagen muss:
"Hör auf, Deine Schwester zu ärgern." Oder "Bitte nicht
ständig stänkern." Dazu immer dieses Heul-Schreien – es macht mich
einfach wahnsinnig. Wenn ich so eine Ansage mache, ist es ein paar Minuten
ruhig, dann geht es wieder los. Mittlerweile versuche ich, mich nicht mehr so
viel in das Gezanke einzumischen, sondern nur noch einzuschreiten, wenn es in
einer Richtung geht, die ich nicht akzeptieren kann – also wenn gehauen oder
geschubst wird.
Ich selbst habe nur eine Schwester, mit der ich fünf Jahre keinen Kontakt
hatte, weil es ein blödes Missverständinis gab. Seit Anfang 2019 ist aber
alles wieder ok, unser Verhältnis ist sogar inniger und enger als je zuvor.
Deshalb sage ich zu meinen Kindern auch immer: "Es ist normal, dass man
sich in einer Familie mal streitet. Aber es ist wichtig, dass man sich wieder
veträgt."
Ich hätte nie gedacht, dass das Thema Geschwisterstreit bei uns mal so
dominierend sein würde. Daher würde ich mich freuen, wenn hier andere Mamas
erzählen, wie es bei ihnen zu Hause ist und ab wann sie in das Gezanke
eingreifen.
|
Geschwisterstreit: Wie der ständige Zoff Annika mürbe und traurig macht |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gesund-und-lecker-in-den-tag-gewinnt-unseren-lieblings-porridge-von-3bears |
Wir sind eine absolute Frühstücksfamilie. Soll heißen: Wir wachen auf und
haben Hunger. Das Frühstück ist unser gemeinsamer Start in den Tag – und
eigentlich die wichtigste Mahlzeit des Tages. Denn ich merke immer wieder,
dass ich ein gutes Frühstück brauche, um leistungs-und nervenstark in den Tag
zu starten.
Seit Jahren besteht unser Frühstück aus Müsli oder Porridge, ganz einfach,
weil es drei große Vorteile hat: 1. Es ist schnell zubereitet, 2. es ist
gesund und abwechslungsreich (je nachdem welches Obst, Nüsse man dazu tut)
und 3. es ist leicht verdaulich, man fühlt sich also nicht „übervoll“ nach
dem Frühstück.
Gerade in der kälteren Jahreszeit lieben wir alle warmen Porridge, er wärmt
den Magen, macht einfach ein gutes Gefühl. Unsere absolute Lieblingsmarke ist
dabei 3Bears. Sie überzeugen uns, weil de Zutaten zu 100 Prozent Bio sind und
aus regionalem Anbau stammen. Die fünf Geschmacksrichtungen enthalten
keinerlei (Zucker-)Zusätze und durch die Vollkornhaferflocken sättigt der
Porridge dauerhaft.
Nun gibt es Nachwuchs in der 3Bears-Familie. Seit dieser Woche gibt es
nämlich zwei Porridge-Sorten extra für Kinder: WILD KIDS in den
Geschmacksrichtungen Fruchtfeierei und Kakaobanane. Die Breie sind extra
cremig und einfach mega lecker: Beide Sorten geben mit Bio Hafer-, Dinkel-
und Gerstenflocken jede Menge Energie für den Tag.
Toll finden wir auch, dass hinter 3Bears eine sympathische Familie steht,
die großen Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legt. Wir haben mit der Gründerin
von 3Bears Caro gesprochen:
Liebe Caro, wie sieht ein perfektes Frühstück für dich aus?
An Werktagen natürlich mit Porridge, ich brauche morgens etwas Warmes.
Unser Porridge ist in ein paar Minuten fertig, dann noch saisonale Früchte,
Nüsse oder Saaten drauf – mehr Abwechslung geht kaum.Mein perfektes Frühstück
findet zu Hause am Esstisch statt. Ich versuche, so viel entspannte Zeit wie
möglich morgens zu haben, bevor dann der strikt durchgetaktete Arbeits- und
Familientag startet.
Mein perfektes Wochenend-Frühstück sind Pancakes aus unserem „Kernigen
Klassiker“, so lecker und so lange sättigend … hmmm …
Warum ist Porridge gerade für Kinder ein ideales Frühstück?
Porridge macht sehr lange satt, es gibt sehr viel Energie. Aber er sorgt
für gleichmäßige Energie über einen langen Zeitraum und nicht für ein krasses Energy High, wie wenn Kids Zucker essen.
Die komplexen Kohlenhydrate sind das Zauberwort, die geben Kraft für Kita,
Kindergarten und Schule. Und dann ist da noch was: Man kann Porridge jeden
Tag neu variieren, mal mit Kakao Nips, mal mit Früchten, man kann Kids somit
auch ganz unbewusst an viele Lebensmittel gewöhnen.
Es gibt ja viele Porridge Marken auf dem Markt – was ist an 3Bears so
besonders?
Wir sind komplett „Made in Germany“ und ohne Zucker oder sonstige
Zusatzstoffe, dafür mit einem sehr hohen Fruchtanteil. Unsere Haferflocken
kommen aus einer Traditionsmühle im Schwarzwald. Wir machen keinerlei
Kompromisse bei der Qualität. Vor 3Bears gab es keinerlei Porridge-Mischungen
im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, wir haben diese Erweiterung bei den
Cerealien erst hierzulande eingeführt. Das macht uns natürlich besonders und
zeigt uns, dass wir eine Lücke geschlossen haben.
Wen würdest du gerne mal zum Frühstück einladen?
Barack Obama, weil er für mich einer der inspirierendsten Persönlichkeiten
unserer Zeit ist. Ich bin beeindruckt von seinem Mut, seinen Entscheidungen,
auch seinem Humor, seiner Liebe zu Nachhaltigkeit und zu unserem Planeten.
Du bist Unternehmerin und Mama – was waren für dich die härtesten Momente
im letzten Jahr?
Der härteste berufliche Moment war, als ich zum ersten Mal im leeren Büro
stand und mich so hilflos fühlte, weil ich nicht wusste, wie es weiter geht.
Da musste ich echt tief durchatmen, mich neu fokussieren. Mein kleiner Sohn
hat mir sehr geholfen positiv zu bleiben. Die langen Spaziergänge mit ihm
haben mit den Kopf frei gemacht.
Als Familie war es sehr hart, dass wir nicht zu Tims Eltern nach
Großbritannien reisen konnten. Dass unser Sohn seine Großeltern, Cousinen und
Cousins so lange nicht sehen konnte, war traurig. Aber wir sind glücklich,
dass wir alle gesund sind und hoffen, dass wir uns bald alle wieder sehen
können.
Und weil wir alle Produkte von 3Bears lieben und Euch von Herzen empfehlen können,
freuen wir uns, dass wir zwei große Probierpakete mit all den leckeren Sorten
für Eltern und Kids verlosen dürfen. Schreibt uns dazu in die Kommentare, mit
wem Ihr mal gerne frühstücken würdet -das Los entscheidet dann. Viel Glück!
|
Gesund und lecker in den Tag: Gewinnt unseren Lieblings-Porridge von
3Bears |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gewinnspiel-holt-euch-die-kroetigen-kino-olchis-fuer-eine-party-nach-hause |
Ihr Lieben, wie schade ist eigentlich, dass wir schon SO LANGE nicht mehr
ins Kino können? Wir sind eine totale Kino-Familie und vermissen das schon
arg. Aber! Wir wären ja nicht wir, wenn wir nicht irgendwie auf die Situation
reagieren würden – wie sie ist. Also lasst uns das Kino doch einfach nach
Hause holen, wenn es anders eben gerade nicht geht! Und zwar mit den
Olchis!!!
Die passen nämlich nicht nur ganz hervorragend in die aktuelle Krise – weil
sie entspannt, gutmütig und komisch sind und einigen von uns damit echt
Einiges voraushaben, hihi… Nein, sagen wir, weil sie uns mit ihrer guten
Laune und ihrer erfrischend frechen Art aus der Trägheit und Lethargie holen
können.
Deswegen haben wir für euch nicht nur den Olchi-Erfinder Erhard Dietl
interviewt, sondern dürfen euch am Ende auch noch ein riesiges Paket für eine
fette Olchi-Party bei euch zu Hause verlosen!
„Gute Laune und Spaß für die ganze Familie: Entdecke die krötigen
Film-Olchis im supercoolen Look!“
Warum das Ganze?! Natürlich, um Euch eine Freude zu machen! Wer, wenn nicht
ihr habt es verdient?! Aber eben auch, weil die Olchis am 22. JULI in die
Kinos kommen! Die Kino-Olchis sind ein bisschen grüner als sonst, ein
bisschen frischer, ein wenig moderner, überzeugt euch gern selbst, hier kommt
der wirklich witzige Trailer zum neuen Film:
Mit dem Laden des Videos
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laden YouTube immer entsperren /**/
PGRpdiBjbGFzcz0ib2xzZW4tcmVzcG9uc2l2ZS1lbWJlZCI+PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iRGllIE9sY2hpcyBzaW5kIGRhISB8IEtpbm9maWxtLVRyYWlsZXIiIHdpZHRoPSI2NjUiIGhlaWdodD0iMzc0IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkLzlJRTBiVVVyZ3hVP2ZlYXR1cmU9b2VtYmVkIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3c9ImFjY2VsZXJvbWV0ZXI7IGF1dG9wbGF5OyBjbGlwYm9hcmQtd3JpdGU7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmUiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT48L2Rpdj4=
/**/
Die Produkte zum neuen Film sind übrigens bereits im Handel erhältlich! Es
gibt so richtig viele, hier erstmal nur eine Auswahl: So könnt ihr hier z.B.
bereits einen Blick in das Buch zum Film werfen oder es gleich bestellen. Es
gibt außerdem ein Olchi Hörbuch, ein Witzebuch, ein Olchi-ABC, einen
Familienkalender und vier verschiedene Olchi-Leporellos – das krötige
Rätsel-Leporello, das schleimige Rätsel-Leporello, das muffelnde
Experimente-Leporello und das grätige Rekorde-Leporello.
Drei Fragen an Erhard Dietl, den Erfinder der Olchis
Lieber Herr Dietl, Sie sind der Erfinder der Olchis, was meinen Sie, wie die
Olchis in Schmuddelfing durch die Corona-Zeit kommen würden – und mit welcher
Laune?
Erhard Dietl: Olchis lassen sich durch so etwas nicht die Laune verderben,
eine schlechte Laune hilft nämlich auch nicht weiter.Sie haben übrigens grüne
Blutkörperchen (in der Form von Fischgräten), dadurch sind sie immun gegen
Menschenkrankheiten. Nur wenn sie etwas Frisches erwischen, bekommen sie
überall bunte Flecken.Zur Corona-Krankheit hab ich Olchi-Mama gefragt, sie
meinte, wir würden uns nur falsch ernähren.
Wie viel Olchi steckt denn in Ihnen selbst?
Erhard Dietl: Im Gegensatz zu den Olchis wasche ich mich täglich, mag
lieber Sonne als Regen und um Schlammpfützen mache ich einen Bogen.Die Olchis
als freundliche und entspannte Lebenskünstler sind mir aber ein Vorbild. Am
meisten finde ich mich in Olchi-Opa wieder, denn der sitzt am liebsten
gemütlich auf dem rostigen Ofen, kaut seine Knochenpfeife und denkt sich
Lieder und Lügengeschichten aus, genau wie ich.Und ein Opa bin ich inzwischen
ja auch schon geworden, nur zu Olchi-Opas 985 Jahren fehlt mir noch ein
Stück…
Zu guter Letzt: Was würden Sie Ihren Olchis als Freudenrufe in den Mund
legen, wenn Sie nach der langen Zeit endlich wieder ins Kino dürften?
Erhard Dietl: Die Olchis gehen nicht ins Kino. Aber ich und alle meine
Freunde werden hingehen, uns natürlich den neuen Olchi-Film ansehen und vor
Freude mit Popcorn um uns werfen.Schleimeschlamm und Käsefuß, das Leben ist
ein Hochgenuss!
Gewinnspiel: Holt euch die Kino-Olchis nach Hause!
Und jetzt geht´s los mit unserem Gewinnspiel. Ihr habt die einmalige
Chance, euch die krötigen Kino-Olchis nach Hause zu holen und dürfen euch
folgende Knaller-Gewinne verlosen: Zwei Olchi-Fan-Pakete bestehend aus
jeweils 3 Kinotickets, 1x Buch zum Film, 1x Familienkalender, 1x
Rätsel-Leporello.
Was ihr dafür tun müsst? Kommentiert bitte hier einfach unter dem
Blogbeitrag in den Kommentaren, bei welcher Szene im Trailer ihr am meisten
grinsen musstet – oder warum gerade ihr oder eure Kinder die größten
Olchi-Fans seid. Wir drücken euch die Daumen und wünschen euch viel Spaß bei
eurer eigenen Olchi-Party zu Hause!
Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr ja schon mal Schimmel-Muffins dafür
backen…
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Gewinnspiel: Holt euch die krötigen Kino-Olchis für eine Party nach
Hause! |
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Ihr Lieben, konzentrieren wir uns doch mal auf die positiven Seiten des
Lebens! Ich werde nämlich dieses Jahr nochmal PATENTANTE und ich weiß nicht
wie es euch geht, aber mich rührt es immer sehr, wenn jemand mir solch großes
Vertrauen entgegenbringt. Hachz…
Und da ich bislang zwei Patensöhne habe, freue ich mich nun, ein kleines
Mädchen in meinem Herzen und in meinem Familienumfeld begrüßen zu dürfen –
dann hab ich drei eigene und drei Patenkinder, passt doch, oder?! Dazu
mittlerweile vier Nichten (noch keinen Neffen! Liebe Verwandtschaft, lässt
sich da vielleicht noch was regeln?! Ich lieeeebe doch Babys! Klimper,
klimper…)
Ein tolles Geschenk zur Geburt fürs Baby: Ztoff Krabbeldecken
Jedenfalls wisst ihr ja, was wir als Geschenk zur Geburt für die MAMA
empfehlen (wisst ihr nicht? Doch, unseren Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind
natürlich). Was aber kann etwas Tolles fürs BABY sein? Und da sind wir auf
diese wirklich wunderwunderbare Krabbel- und Kuscheldecken-Idee des Kölner
Labels ZTOFF gekommen. Hier werden nur Stoffe mit OEKO-TEX® Standard 100-
verwendet, die Decken werden wirklich per Hand genäht und sind nicht nur
total kuschelig, sondern dabei auch noch hautfreundlich.
Die Meilensteinkarte auf diesem Bild gibt es gratis zum Download im
Ztoff-Shop.
Die Mama meines neuen Patenkindes ist nämlich auch waschechte Kölnerin –
lebt aber leider nicht mehr hier und soll natürlich beim Spielen mit ihrer
Kleinen an ihre Heimat – und an uns! – erinnert werden, weshalb ich ihre eine
personalisierte Decke mit dem Namen des Babys und dem Kölner Dom schenken
werde. Und weil ich mich ja nicht allein darüber freuen soll, sollt ihr nun
auch noch eine Mega-Chance bekommen!
GEWINNSPIEL: Wählt Design, Motiv und Namen für die Ztoff Kuscheldecke
aus!
Gewinnt hier und heute eine einmalige ZTOFF Kuschel- oder Krabbeldecke mit
Patchwork-Oberfläche zum Entdecken für eure Babys im Wert von 159,90 Euro!
Bitte klickt euch einmal durch die verschiedenen Decken von Ztoff und sagt
uns in den Kommentaren, welche Decke euch interessiert:
Die Krabbeldecken sind dicker gepolstert für den Boden, die Kuscheldecken
eignen sich auch noch für ältere Kinder – welches Design euer Favorit wäre
und welches Motiv ihr gern wählen würdet. Wenn die Losfee euch zieht, dürft
ihr zusätzlich noch einen Wunschnamen angeben, der dann für euch auf die
Decke genäht wird.
Ist das super oder super?! Schaut euch auf jeden Fall mal auf der Seite von
Ztoff um, man merkt einfach, mit wie viel Liebe hier gearbeitet wird.
Gründerin Hanna hat auch selbst gerade nochmal ein Baby bekommen, ihr drittes
Kind, sie weiß also wirklich genau, wovon sie spricht.
Stoffdecken für Babys – aus Leidenschaft
Eigentlich kommt sie beruflich aus einer ganz anderen Branche, kümmert sich
aber leidenschaftlich gerne um Ztoff – neben dem Job als Vollzeitmama im
Lockdown, wir kennen das ja grad alle…
Wir drücken euch die Daumen fürs Gewinnspiel. Und sollte es nicht klappen,
packt euch die Decke einfach auf den nächsten Wunschzettel… für weiches
Liegen, für die ersten Drehungen, für Vorlesestunden – einfach zum
Wohlfühlen.
Oder geht einfach selbst los und beginnt mit dem Shopping… Wir dürfen euch
nämlich zusätzlich zum Gewinn noch einen Rabatt anbieten, mit dem Rabattcode
STADTLANDMAMA10 gibt es für die nächsten drei Tage einen Rabatt von 10% auf
das gesamte Sortiment.
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Kuscheldecke und Krabbeldecke für Babys von Ztoff zu gewinnen! |
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Ihr Lieben, es gibt ein
Mädchen in der Kindergartengruppe meiner Tochter, die schon mit vier Jahren
lesen konnte – ohne, dass ihre Eltern mit ihr geübt hätten. Sie hat es sich
selbst beigebracht, hat einfach eine besondere Begabung dafür. Vielleicht
habt Ihr selbst so ein Kind zu Hause oder kennt eins, vielleicht habt Ihr
aber auch nur mal wieder Lust auf einen Kinoabend mit Freundinnen oder dem
Liebsten – dann möchten wir Euch heute einen Film ans Herz legen, der sich
mtit dem Thema Hochbegabung auseinander setzt.
Am 13. Juli startet "Begabt – die Gleichung des Lebens". Um was
geht´s? Der alleinstehende Frank Adler (Chris Evans) hat die Vaterrolle
für seine hochbegabte Nichte Mary (McKenna Grace) übernommen. Die
Siebenjährige ist ein Mathe-Wunderkind, doch Frank möchte alles dafür tun,
dass das Mädchen zu normal wie möglich aufwächst, abseits von Leistungsdruck
und Intelligenztests. Doch dann taucht Franks herrische Mutter Evelyn
(Lindsay Duncan) auf, sie hat andere Pläne und möchte Marys Talent
fördern..
In den USA „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ zum erfolgreichen
Indie-Hit aufgestiegen und wird sicher auch hier die Herzen der Zuschauer
erobern. Denn auch wenn das eigene Kind nicht hochbegabt ist, ist dieses
Thema für alle Eltern interessant. Letztendlich geht es doch darum, zu
erkennen, was das eigene Kind gerne macht, es darin zu unterstützen und zu
ermutigen – es aber auch nicht mit Hobbies voll zu stopfen oder zu
überfordern. Hier zeigen wir Euch schon mal den Trailer:
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/**/
Ein Film also für alle Eltern! Ihr wollt ihn sehen? Kein Problem: Wir
verlosen 4 mal 2 Kino-Karten. Schreibt uns einfach in die Kommentare, was
Eure Kinder besonders toll können (meine Tochter kann zum Beispiel toll
puzzeln, mein Sohn Fahrrad fahren). Das Los entscheidet dann. VIEL
GLÜCK.
Im Zuges dieses Filmes haben wir uns gefragt: Wann ist ein Kind eigentlich
hochbegabt? Und was können Eltern tun, dass diese Gabe nicht zum Fluch für
das Kind wird? Genau darüber haben wir mit Dr. Birgit Oschmann vom Institut
für das begabte Kind in Bochum, besprochen:
Wann genau gilt ein Kind als hochbegabt und was sind die Anzeichen dafür,
dass mein Kind hochbegabt sein könnte?
In der Intelligenz-Forschung gilt ein Kind nur dann als hochbegabt, wenn es
in entsprechenden Tests einen Wert von über 130 Punkten erreicht bzw. einen
Prozentrang von 98. Das bedeutet, dass etwa 2 Prozent der Kinder eines
Jahrgangs intellektuell hochbegabt sind. Die Zahl der überdurchschnittlich
intelligenten Kinder – also mit einem IQ-Wert zwischen 115 und 130 liegt bei
etwa 15 Prozent.
Hochbegabte Kinder zu erkennen erfordert Erfahrung. Eine genaue Diagnose
ist nur mit Hilfe eines normierten Testverfahrens möglich. Auch besonders
begabte Kinder sind in ihrem Verhalten und ihren Vorlieben sehr
unterschiedlich. Es gibt also kein standardisiertes Verhaltensmuster eines
hochbegabten Kindes. Allerdings gibt es einige typische Merkmale, die auf
eine Hochbegabung schließen lassen. Ich möchte an dieser Stelle auf unsere
Homepage verweisen, da dort eine ausführliche Liste an Anzeichen aufgeführt
ist. Natürlich treffen nicht alle Merkmale gleichzeitig auf ein einzelnes
Kind zu. Verfügt ein Kind aber über einige dieser Aspekte, ist die
Absicherung mit Hilfe eines Intelligenztests ratsam.
Um einige Beispiele zu nennen:
Kinder neigen dazu, besonders ihre starken Bereiche weiter auszubauen:
ausschweifende Diskussionen darüber, ob ein Bild gemalt oder ein Aufsatz
geschrieben werden soll; das Kind nutzt dabei lieber seine herausragende
Sprechfähigkeit, als eine Arbeit mit der Hand auszuführen (asynchrone
Entwicklung der Sprache versus Feinmotorik?!).
intensives Ausleben von Interessensgebieten (deutlich dem Alter voraus),
dann wieder Sprung zu anderen Gebieten
hohe Detailwahrnehmung
ausgeprägter Sinn fürs Sortieren und Ordnen, z.B. Erkennen von Automarken mit
drei Jahren
häufig früh ausgeprägtes Interesse an Buchstaben. Sobald die Kinder die
Buchstaben beherrschen, kann das Interesse auch wieder abebben
Desinteresse und Langeweile bei Routine- und Wiederholungsaufgaben wie z.
B. Üben von Musikstücken, Training des Einmaleins
Kritikäußerungen an dem Ergebnis eigener Anstrengungen
nicht immer gruppenkonform, andererseits Bedürfnis, Mitglied einer Gruppe
zu sein
teilweise sehr früh unabhängig und autonom, Autoritäten werden hinterfragt,
Anweisungen kritisch durchleuchtet, Kinder werden daher schnell als
respektlos eingestuft
Wie genau stellt man dann eine Hochbegabung fest?
Ein wichtiges Mittel zur Bestimmung intellektueller Begabung ist ein
Intelligenztest. Ein IQ-Test sollte stets von erfahrenen Psychologen,
Pädagogen oder Testern mit ausgewiesener Expertise ausgeführt werden. Der
IQ-Test ermöglicht eine zuverlässige und objektive Einschätzung der Höhe der
Intelligenz. Das Testergebnis gibt letztlich den IQ-Wert eines Kindes im
Vergleich zur Altersnorm an.
Ein Intelligenztest kann, wenn er richtig interpretiert wird, als echte
Erziehungshilfe und als Grundlage eines pädagogischen Forder- und
Förderkonzeptes dienen. Mittels eines IQ-Tests ist es möglich, eine
individuelle und treffsichere Profilanalyse der Stärken und Schwächen eines
Kindes zu erstellen. Die Ergebnisse der einzelnen Untertests lassen eine gute
Interpretation zu: Worauf sollte in der Erziehung geachtet werden? Wo liegen
Stärken? Wo sind Besonderheiten zu erkennen? In welchen Bereichen sollte
besonders gefördert werden?
Ein Test kann so zur individuellen Entwicklungsberatung und zur
Interventionshilfe herangezogen werden – im Bereich der
überdurchschnittlichen Intelligenz/Hochbegabung besonders auch für
rzieherische Präventionsmaßnahmen. Ein Index über Fähigkeiten und
Fertigkeiten lässt Rückschlüsse zu, ob das Kind seine Fähigkeiten tatsächlich
voll nutzt.
Ab welchem Alter ist ein Intelligenztest sinnvoll?
Ein Test ist zu jeder Zeit möglich und vor allem dann angeraten, wenn die
aktuelle Situation eine "Standortbestimmung" notwendig macht. Der
frühestmögliche Zeitpunkt für eine Testung ist dann gegeben, wenn das Kind in
der Lage ist, die Testsituation auszuhalten – in der Regel ist das bereits im
Kindergartenalter der Fall. Natürlich sind die Testverfahren für die jüngeren
Kinder noch nicht so umfangreich ausdifferenziert, sie sind aber
aussagekräftig und geben gute Hinweise. Die Tests sind dem jeweiligen Alter
auf 3 Monate genau angepasst. Um die Entwicklung des Kindes aufmerksam
verfolgen und die entsprechende Förderung optimieren zu können, ist es häufig
ratsam, bereits schon vor Schulbeginn einen Intelligenztest durchzuführen.
Immer wieder hört man davon, dass hochbegabte Kinder nicht gut in der
Schule sind – woran liegt das?
Hochbegabt sein heißt nicht gleichzeitig schulischer Leistungsträger sein
oder gute Noten haben. Dies wird leider immer wieder verwechselt. Fehlendes
Wissen kann nicht immer durch Intelligenz ausgeglichen werden. Während der
Schulzeit müssen sich intellektuell begabte Kinder den Unterrichtsstoff
häufig aneignen wie normal begabte – in demselben (für sie zu langsamen)
Tempo, mit demselben (für sie zu leichten) Schwierigkeitsgrad und in
demselben (für sie zu geringen) Umfang, und dies trotz ihrer sehr viel
schnelleren Auffassungsgabe, ihrer herausragenden Denk- und
Gedächtnisfähigkeiten. Bei intellektuell hochbegabten Kindern kann Langeweile
und fehlende Anerkennung zu Motivationsverlust und Schulunlust führen. Dauert
die Unterforderung über längere Zeit an, sind massive Lernschwierigkeiten
vorprogrammiert: Lerntechniken werden nicht entwickelt, Grenzen der eigenen
Möglichkeiten werden nicht erfahren, die mit Anstrengung noch erreichbaren
Erfolge werden nicht erfahren, Bewältigungsstrategien für Misserfolge und
Frustration werden nicht entwickelt
Wie können wir als Eltern hochbegabte Kinder unterstützen?
Eltern haben zuhause ausreichend Möglichkeiten, den Familienalltag
interessant zu gestalten:
Ausflüge in Museen und Theater
Bücher ohne Limit: mit einem Ausweis der Stadtbücherei
kontrollierten Zugang zum Computer/Internet ermöglichen
Auswahl geeigneter Fernsehsendungen
Strategiespiele
·Wichtig ist auch Kontakte zu gleich Befähigten zu ermöglichen.
Ziel ist es, hochbegabte Kinder ergänzend zum Schulstoff intellektuell
stärker auszulasten (hochbegabte Kinder lernen gern!), um zu verhindern, dass
Schulunlust oder Leistungsverweigerung auftreten. Begabungsförderung setzt
immer individuelle Behandlung voraus. Für eine gesunde Entwicklung der
Gesamtpersönlichkeit, ein stabiles Selbstbild und psychisches Wohlbefinden
ist es erforderlich, dass o früh wie möglich auf die besonderen
Entwicklungsbedürfnisse hochbegabter Kinder eingegangen wird.
Wie können Lehrer ein hochbegabtes Kind unterstützen?
Der/die Klassenlehrer/-in in der Grundschule steht vor einer schweren
Aufgabe, da die Lernvoraussetzungen der Kinder sehr unterschiedlich sind. Bei
intellektuell hochbegabten Kindern kann Langeweile und fehlende Anerkennung
zu Motivationsverlust und Schulunlust führen. Dauert die Unterforderung über
längere Zeit an, sind massive Lernschwierigkeiten vorprogrammiert. Zur
Förderung hochbegabter Schüler gibt es unterschiedliche Maßnahmen. Übliche
innerschulische Instrumentarien sind zum Beispiel die Akzeleration
(Beschleunigung) der Schulzeit durch Überspringen einer oder mehrerer
Klassen, Teilakzeleration und das Enrichment (Anreichern) durch zusätzliche
Fördermaßnahmen über den normalen Schulstoff hinaus. Mit diesen
Fördermaßnahmen sind Nutzen, aber auch Nachteile verbunden. Auch sind nicht
alle Maßnahmen für alle Kinder gleichermaßen geeignet. Hier gilt es, die
Sinnhaftigkeit einer Maßnahme für jedes Kind sorgfältig abzuwägen und ihren
Effekt regelmäßig zu überprüfen.
Unterrichtliche Maßnahmen zur inneren Differenzierung können bedeuten, den
Lernstoff zu komprimieren und die gewonnene Zeit durch Anreicherung des
Unterrichtsstoffes zu nutzen. Sinnvoll ist es, dies über Streichen oder
Verkürzen von Übungsphasen zu erreichen. Häufig reagieren die SchülerInnen
sehr positiv auf den Verzicht von starren, methodischen Regeln.
Jedoch ist stets darauf zu achten, dass Arbeits- und Lernmethoden
beherrscht werden! Diese sichern auch den weiteren Erfolg.
Was würden Sie sagen: Ist Hochbegabung für die meisten Kinder eher
Fluch als Segen?
Das kommt darauf an, wie man mit der Situation umgeht, wie frühzeitig die
Hochbegabung erkannt wird und wie gut/sinnvoll gefördert wird. Unser Ziel ist
es, dass Eltern die Hochbegabung ihres Kindes / ihrer Kinder nicht als
(Erziehungs-)Problem sehen. Wir unterstützen Eltern nach besten Kräften, dass
sie ihre hochbegabten Kinder ohne größere Schwierigkeiten zu fröhlichen und
selbstbewussten Menschen erziehen können.
Kann man ein hochbegabtes Kind auch zu viel fördern?
Wichtig ist, für jedes Kind die richtige Förderung zu finden. Dabei hilft
der IQ-Test im Sinne eines Begabungsprofils, um hierbei die Stärken und
Schwächen zu sehen und diese entweder zu unterstützen oder auszulasten. Mit
Hilfe dieser Stärken- und Schwächenanalyse herauszufinden, wie für das
individuelle Kind die optimale Förderung aussieht, ist das
Entscheidende.
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Gewinnt Kinokarten für einen besonderen Film und erfahrt Wichtiges zum
Thema Hochbegabung | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gleichberechtigt-leben-wir-teilen-uns-kind-und-haushalt-halbe-halbe |
Ihr Lieben, wie kann man das
eigentlich im Alltag hinbekommen, wenn sich Mann und Frau wirklich alles
teilen, wenn beide Jobs haben, sich beide ums Kind kümmern, beide sich
verantwortlich für den haushalt fühlen? Das haben wir Sara gefragt, die genau
dieses Modell lebt. Schaut gern auch mal in ihrem Instagram-Kanal vorbei, das
lohnt sich.
Liebe Sara, du sagst, dein Mann und du, ihr teilt euch die Hausarbeit und
die Betreuung eures Sohnes 50:50 – wie genau haben wir uns das
vorzustellen?
Hallo Lisa, wir arbeiten beide 30 Stunden, seit unser Sohn in die Kita
geht. Mein Mann bringt ihn montags zur Kita und muss dann bis Dienstagabend
immer in einer anderen Stadt arbeiten, das heißt, ich habe bis dann alleine
„Dienst“. Am Mittwoch habe ich dafür komplett frei, außer meiner Arbeit
natürlich.
Ich muss weder hinbringen noch abholen und kann mir auch nachmittags allein
was vornehmen. Donnerstag und Freitag teilen wir uns ebenfalls auf.
Wir haben dadurch nicht nur freie Nachmittage, um zum Sport zu gehen oder
allein Freunde zu treffen, wir sind auch bei der Arbeit ziemlich flexibel.
Ich kann 2-3 Tage die Woche auch Überstunden machen, die ich im
Krankheitsfall von Niklas abbummeln kann, wenn wir keine Kind-krank-Tage mehr
haben oder nehmen wollen. Unser Leben ist dadurch ziemlich entschleunigt,
trotz Kind.
Hat sich dieses Modell durch Zufall ergeben oder war es immer euer Plan, in
einem Halbe-Halbe-Modell zu leben?
Wir haben schon vor der Geburt – oder eigentlich, bevor ich schwanger war –
darüber gesprochen, wie wir uns das Leben mit Kind vorstellen. Für mich war
klar, dass ich mein altes Leben nicht komplett aufgeben will. Das betrifft
alle Bereiche.
Meine Arbeit macht mir Spaß und ich wollte nicht so lange in Elternzeit und
danach nur wenige Stunden machen. Außerdem mache ich gern und relativ viel
Sport, auch dazu wollte ich weiter Zeit haben. Nach der ersten Phase im
ersten Jahr habe ich nun wirklich viele Freiheiten zurück. Außer, dass ich
abends um 22 UHr hundemüde bin und nicht mehr so oft feiern gehe :D.
Für meinen Mann wiederum stand fest, dass er sich auch um sein Kind kümmern
will, wenn es da ist, und es nicht nur zum Abendbrot sehen will. Durch das
halbe Jahr Elternzeit von Matthias haben die beiden auch von Beginn an eine
enge Bindung und es ist nie ein Problem, wenn ich mal weg bin.
Wie sind die Reaktionen auf euer Modell, wenn ihr darüber sprecht? Lasst
mich raten: Dein Mann wird dafür vor allem bewundert?!
Von Frauen höre ich oft, dass die mich beneiden. Wenige haben so viel Zeit
für sich wie ich, da die Partner Vollzeit arbeiten und an ihnen nach 20 oder
mehr Arbeitsstunden in der Woche auch alles rund um die Kinderbetreuung
hängen bleibt.
Sie müssen jeden Tag von der Kita zur Arbeit und zurück hetzen, das ist
natürlich super stressig! Viele sagen auch, dass es finanziell für sie nicht
ginge. Das trifft sicher manchmal zu, da muss sich politisch noch einiges
ändern, weil da einfach auch falsche Anreize geschaffen werden oder
Kitaplätze fehlen oder zu teurer sind.
Oft merken wir aber, dass das eigentlich nur ein Vorwand ist, weil beide
Gehälter nicht so weit auseinander liegen oder beide sehr gut sind. Wir
verzichten natürlich auch auf Geld dadurch und müssen kürzer treten. Trotzdem
weiß ich, dass wir da sehr privilegiert sind, weil es für einige Familien
sonst sehr knapp wird.
Männer spiegeln mir übrigens oft, sie würden ja eigentlich auch sehr viel
machen, obwohl sie das klassische Modell wählen. Es scheint ein bisschen
einen wunden Punkt zu treffen.
Wie genau nehmt ihr die Aufteilung? Tragt ihr in Listen ein, wer wann was
und wie viel gemacht hat? Oder putzt der Mann einfach das Bad, wenn du das
letzte Mal dran warst?
Wir hatten schon eine Aufgabenaufteilung für den Haushalt, als wir
zusammengezogen sind. Da haben wir uns ein bisschen an den persönlichen
Vorlieben orientiert. Ich hasse saugen und wischen, das macht also mein Mann.
Dafür mache ich Wäsche und putze das Bad. Als dann unser Sohn kam, war
natürlich alles auf den Kopf gestellt.
Vor allem die Wäscheberge waren dreimal so groß ;D. Direkt nach der Geburt
war unser Deal, den mein Mann so vorgeschlagen hat: Ich muss stillen und
ausruhen, sonst nichts. Er hat den Haushalt gemacht, eingekauft, Kitas
besichtigt, gewickelt.
Fürs Stillen hab ich mich freiwillig entschieden, aber wir haben nach ein
paar Wochen auch mal die Flasche gegeben, wenn ich mal einen Abend weg war
oder mal ein bisschen länger schlafen wollte. Gerade in den ersten Monaten
habe ich gemerkt, dass es wirklich schwierig ist als Mutter, weil das Kind
einfach so sehr von dir abhängt, dein Körper erschöpft und kaputt ist von der
Schwangerschaft, Geburt und den schlaflosen Nächten.
Das haben Männer nicht und manchmal war ich da schon neidisch auf meinen
Mann.
Gibt es denn auch Aufgaben, die eher dir liegen und andere, die eher sein
Ding sind? Oder wird tatsächlich alles geteilt?
Ja, mein Mann liebt backen und basteln, ich hingegen bin eher der Finanz-
und Behördentyp. Ich kümmere mich um alle Rechnungen, Kitagutscheine,
Elterngeldanträge usw. Eigentlich untypisch. Aber ich kann auch leider
überhaupt keine handwerklichen Sachen, da ich das nie gelernt und auch nicht
wirklich Interesse daran habe. Am Ende haben wir aber den gleichen zeitlichen
Arbeitsaufwand für unsere Aufgaben.
Wer von euch geht zum Kita-Elternabend? Wer bleibt zu Hause, wenn euer Sohn
krank ist?
Kitaabende und U-Untersuchungen beim Arzt machen wir abwechselnd. Da wir
beide flexible Arbeitszeiten und „nur“ 30 Stunden haben, schaffen wir es
bisher, an Kind Krank Tagen abwechselnd zu arbeiten und bummeln dann ein paar
Stunden einfach ab. Das ist aber trotzdem natürlich Verhandlungssache: Wer
hat den wichtigeren Termin oder dringende Aufgaben?
Da haben es ganz klassische Familien einfacher, da dann einfach die
Hausfrau zuhause bleibt, wie sonst auch. Das ist anstrengend und hängt auch
viel vom Arbeitgeber ab. Gerade bei Männern wird ja schon oft komisch
geguckt, wenn die wegen eines kranken Kindes zuhause bleiben wollen. Das muss
sich unbedingt ändern, denn es sorgt dafür, dass Chef*innen Vorurteile
gegenüber Müttern haben. Die würden ja oft fehlen und wären nicht zuverlässig
usw.
Ihr habt sicherlich auch schon von Mental Load gehört, also den vielen
Dingen, die man im Kopf behalten muss, das Ans-Geschenk-denken, wenn ein
Geburtstag ansteht zum Beispiel, die ganze gedankliche Leistung eben. Meist
liegt die bei einer Person. Bei vielen Paaren, die wir bereits interviewt
haben, liegt diese Arbeit – auch bei Paaren, bei denen beiden Vollzeit
arbeiten – bei der Frau. Wie ist das bei euch?
Oh ja, ein wichtiges Thema! Ich hab dazu neulich mal einen spannenden Test
gemacht und wir teilen das auch ziemlich gerecht auf. Das ist aber ein Punkt,
der früher mehr bei mir lag und den wir immer wieder neu diskutieren.
Ich bin ziemlich (über-)organisiert und ungeduldig und mir gehen Sachen oft
nicht schnell genug. Davon ist mein Mann, manchmal zu Recht, genervt. Ich
mache es dann einfach schon, weil ich denke, dass es dann erledigt ist.
Mütter – auch ich – müssen da mehr Vertrauen haben und loslassen.
Väter machen dann zwar Fehler, aber die passieren Müttern ja auch. Neulich
war zum Beispiel mein Mann beim Kinderarzt und ich hatte nicht wie üblich die
Wickeltasche im Kinderwagen gelassen. Natürlich passierte dann das
Unvermeidliche: Kind kackt. Meine Schuld, also raste ich mit nassen Haaren
und der Wickeltasche hinterher.
Wenn man sich alles teilt, muss man eben auch die „Übergabe“ besprechen,
das haben wir schon oft gemerkt. Das ist ein bisschen Mehraufwand, aber dafür
hat man an anderer Stelle den Kopf wieder frei.
Seid ihr selbst in gleichberechtigten Verhältnissen aufgewachsen?
Nein, überhaupt nicht. Meine Mutter war die meiste Zeit alleinerziehend und
mein Mann wuchs ganz klassisch auf. Sein Vater war ziemlich viel arbeiten und
seine Mutter zuhause. Beide Familien finden unser Modell super und sagen, sie
hätten es sich gewünscht, dass es damals auch schon so machbar gewesen
wäre.
Ihr habt jetzt schon ein bisschen Erfahrung: Welche Vorteile hat euer
Modell und worauf sollte man als Paar achten, wenn man auch zu einem solchen
Modell wechseln möchte?
Vorteile gibt es eine Menge! Keiner ist vom anderen finanziell abhängig,
das ist wohl der größte. Dann haben wir beide viel Zeit mit dem Kind, das ist
uns auch wichtig. Und wir haben Zeit für Freunde, Sport und uns! Für mich
kann ich noch sagen, dass ich nicht in der Muddi-Schublade gelandet bin bei
der Arbeit, sondern weiterhin tolle Projekte und Verantwortung bekomme, weil
ich flexibel bin. Mein Mann weiß zudem, wie anstrengend es mit einem
Kleinkind ist und wertschätzt somit die Carearbeit vermutlich deutlich mehr
als viele andere Männer. Mich entlastet auch sehr, dass unser Sohn eine
zweite, gleichberechtigte Bezugsperson hat.
Was ich empfehlen kann, ist reden, reden, reden. Und zwar am besten vor der
Geburt schon! Auch danach muss man immer wieder gucken, ob beide glücklich
sind mit der Aufteilung oder ob einer gerade überfordert ist. Ich war immer
mal wieder soweit, dass ich einfach kaputt war. Mein Mann sagt dann: Mach mal
Urlaub ein Wochenende mit einer Freundin, ich übernehme. Das mache ich auch
in zwei Wochen das nächste Mal und ich weiß: Es wird kein Problem und auch
kein zusätzlicher Aufwand. Ich muss nicht vorkochen oder meinem Mann nicht
sagen, was unser Sohn gerade am liebsten isst oder welche Windeln er kaufen
soll oder wann Badetag ist. Ich kann einfach fahren und mir Bilder von einem
glücklichen Kind schicken lassen.
|
Gleichberechtigt leben: Wir teilen uns Kind und Haushalt halbe-halbe |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/glueck-hoffnung-und-urvertrauen-ein-kind-ist-geboren-ein-neuer-mensch-ein-wunder |
Und dann wird ein kleiner Mensch geboren, von dem du dir sicher bist, dass
du ihn sein Leben lang begleiten wirst. Aus der Ferne vielleicht, aber doch
stetig und beständig. Ein Baby, dass den Bauch seiner Mama ausbeulte, nachts
um sich trat und die Mama schlaflos und stauend im Bett liegen ließ.
Ein kompletter Mensch, in winzig klein. Perfekt. Einfach grandios. Mit
Händen und Füßen, mit Fingernägelchen und Flaum auf dem Kopf, mit dieser
bezaubernden Stimme, die noch kein Schreien ist, eher… eine Melodie des
Glücks.
Es ist doch immer wieder ein Wunder. Wie Augen entstehen können, wie kleine
Knochen, die immer größer werden, wie ein Charakter, ein Eigensinn. Ein
Miniatur-Mensch mit Haut und Haar, fähig zu Atmen, zu trinken, mit den
Ärmchen zu fuchteln, Vertrauen aufzubauen. Urvertrauen.
Ein Kind ist geboren, ein Strauß voller Hoffnung.
Was du wohl auf das Blatt deines Lebens schreiben wirst? Wo deine Reise
dich hinführen wird?
Ich bin für dich da. Ich werde für dich da sein. Dich begleiten und dir zur
Seite zu stehen. Dir und deinen Eltern, die dich zu sich geholt haben, ins
Leben und ins Herz. Ein Puzzleteil der Liebe.
Die Endorphine fliegen, die Welt steht still, ein neuer Mensch ist geboren.
Nichts ist grad wichtiger als das Hier und Jetzt. Das Staunen und Verlieben.
Das Erschöpftsein, das sich niemals zuvor mehr gelohnt hat.
Willkommen im Leben, du kleiner Mensch. Fühl dich getragen. Und nie
allein.
P.S. Neben diesem Text als Geschenk zur Geburt empfehlen wir auch unser
Buch WOW MOM – der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind
|
Glück, Hoffnung, Urvertrauen: Ein Kind ist geboren. Ein Wunder! |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/grosser-bruder-aus-frankreich-wir-haben-einen-au-pair-mann |
Ihr Lieben, es ist so toll, wenn sich aus unseren Geschichten hier neue
Geschichten ergeben. Wir lieben diesen Austausch mit Euch. Juliane hat den
Gastbeitrag von Rahna gelesen, die als Au-pair nach Deutschland kam und keine
guten Erfahrungen gemacht hat. Juliane hat sich daraufhin bei uns gemeldet,
weil ihre Familie nämlich im ersten Lockdown ein männliches AuPair aus
Frankreich aufgenommen hat. Davon erzählt sie uns im Interview:
Liebe Juliane, erzählt erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört.
Wir sind eine dreiköpfige Familie. Unser Sohn wird dieses Jahr eingeschult,
wir sind daher bislang von Homeschooling verschont geblieben. Wir wohnen im
Rhein-Neckar gebiet. Mein Mann ist 41 Jahre alt und ich bin 37. Wir sind
beide voll berufstätig, ich arbeite als Juristin für eine größere
Unternehmensgruppe, mein Mann in der Bauüberwachung, wir beide pendeln
recht weit zu unseren Arbeitsplätzen… also normalerweise
zumindest.
Im ersten Lockdown habt Ihr Euch entscheiden, ein Au-pair aufzunehmen.
Warum?
Unser Familienalltag war schon länger herausfordernd. Dadurch, dass ich vor
Corona nur drei Tage in der Firma und ansonsten im Homeoffice gearbeitet
habe, konnten wir uns das Holen und Bringen zwar immer aufteilen. Aber nur
ein außerplanmäßiger Termin oder eine längere Sitzung oder ein Zugausfall
brachten uns regelmäßig ins Schwitzen. Für die Tage, in denen wir nicht in
der Heimatstadt arbeiteten, hatten wir immer noch eine Babysitterin am Start,
weil wir im Notfall immer über eine Stunde nach Hause gebraucht hätten. Es
gab zwar nie einen echten Notfall, aber für mich fühlte es sich war es besser
an, darauf vorbereitet zu sein.
Mit Corona änderte sich – wie in so vielen Beziehungen – die Balance in
unserer Familie. Unser Kind war plötzlich zu Hause. Von Anfang an ging es ihm
damit nicht gut. Er ist ein Einzelkind, in unserer Straße gibt es keine
anderen Kinder, mit denen er zumindest über den Gartenzaun hätte spielen
können.
Ich konnte voll von zu Hause arbeiten, mein Mann hingegen konnte in dem
ganzen Jahr so gut wie nie von zu Hause arbeiten. Mein Alltag sah dann
schnell so aus: Ich setzte mich um 4 Uhr morgens an den Schreibtisch und
arbeitete bis 9 Uhr. Da habe ich schon mal eine Menge Arbeit weggeschafft,
weil ich den erst des Tages zwischen Kind, Haushalt und Arbeit hin und her
gesprungen bin.
Auch wenn ich mir immer wieder gesagt habe, dass es anderen viel schlechter
geht, wir hatten immerhin keine finanziellen Einbußen, waren alle gesund,
schwanden meine Kräfte zusehends. Und ich kam auch nicht mit der neuen Rolle
klar. Plötzlich war ich für alles verantwortlich, weil ich ja zu Hause war.
Ich konnte nichts und niemandem gerecht werden und wurde immer unzufriedener
und müder.
Ein Gefühl, das wohl alle Mütter gut kennen….
Ja, absolut. Wir hatten vorher schon darüber gesprochen, dass uns ein
Au-pair, jemand sehr entlasten würde.
Jenseits von Corona auch deshalb, weil unsere Arbeitsplätze nun mal nicht in
der gleichen Stadt sind. Au-pairs in Deutschland sollen maximal 30
Stunden in der Woche arbeiten. Bei uns geht es vor allem um die Randzeiten.
Je früher wir morgens los kommen, desto früher sind wir (häufig zumindest)
abends wieder da. Dann brauchen wir aber jemanden im Haus, der morgens das
Kind versorgt und in den Kindergarten bringt. Nach dem Kindergarten sind es
in aller Regel mal noch zwei bis drei Stunden, sehr selten mehr.
Das Wochenende ist Familienzeit, d.h. das Au-pair hat frei, kann aber
teilhaben. Das Au-pair kommt damit bei uns maximal auf 20 Stunden in der
Woche, für mich steht aber im Fokus, dass ich nicht ständig auf Absprung bin.
Wenn ich um sechs aus dem Haus gehe, ist das völlig ok, weil ich nicht
zuständig bin. Wenn ich nachmittags doch noch die eine Sache fertig machen
möchte und einen Zug später nehme, ist das überhaupt kein Problem. Wenn mal
was mit dem Kind sein sollte oder der Kindergarten warum auch immer früher zu
macht, ist jemand hier und wir werden nicht aus der Bahn
geworfen.
Mit schwindenden Kräften im ersten Lockdown wurden diese Überlegungen und
die Aussicht auf jemand, der mir ermöglicht mal ins Büro zu fahren, eine
Zoomkonferenz ohne Bestechungssüßigkeiten durchzuziehen und einfach meinem
Kind eine schöne Zeit macht, wenn ich arbeite, immer konkreter. Deshalb haben
wir im Mai angefangen, uns auf die Suche zu machen.
Was war Euch wichtig bei der Wahl des Au-pairs und wie habt Ihr sie
gefunden?
Wir haben die Idee offen mit unserem Sohn besprochen. Wir haben ihm
erklärt, dass es nicht darum geht, dass wir mehr arbeiten wollen, sondern
darum, dass wir mehr gute gemeinsame Zeit haben und es uns besser geht,
wenn jemand da ist, wenn wir beide in unseren Büros sind. Wir haben auch
viel über den Lockdown gesprochen, uns ausgetauscht, wie es für ihn war und
waren uns einig, dass der nächste Lockdown anders werden muss. Er konnte
gut erklären, dass er sich ständig weggeschoben gefühlt hat und viel alleine
war. Und er auch gefühlt hat, dass ich traurig und gestresst bin und nie
richtig Feierabend habe, sondern immer irgendwas mache.
Er hat entschieden, dass es ein männlicher Au-pair sein soll. Die
Vorstellung, einen „großen Bruder auf Zeit“ zu bekommen, fand er super. Also
haben wir nach einem männlichen Au-pair gesucht.
Wir haben uns wegen Corona auf das europäische Umland beschränkt. Einreisen
mit Visa waren uns zu heikel. Wichtig waren uns Grundkenntnisse in Deutsch,
weil das Au-pair relativ viel allein klar kommen muss. Gewünscht haben wir
uns jemanden, der schon mal alleine gelebt hat, weil wir uns zumindest
ausgemalt haben, dass derjenige dadurch ausreichend selbstständig
ist.
Wir haben uns dann mit jedem unterhalten, der schon mal einen Au-pair hatte
oder jemanden kennt, der mal einen AuPair hatte oder selbst mit einem AuPair
aufgewachsen ist. Wir haben uns viele Geschichten angehört und Tipps
abgeholt. Dann haben wir uns in entsprechenden Foren angemeldet, ein Profil
angelegt und angefangen zu suchen. in diesen Foren haben Gastfamilien und
Au-pairs Profile und über den entsprechenden Algorithmus bekommt man dann
Vorschläge. Suchen wollten wir alleine, die Vorstellung, dass uns AuPairs
von Dritten vorausgewählt werden, fanden wir irgendwie doof. Klar war
aber, dass wir dann, wenn wir jemanden gefunden haben, eine Agentur
einschalten wollten. Mehr für den Au-pair als für uns. Wir empfanden es als
fair, wenn der Au-pair hier einen unabhängigen Ansprechpartner hat und
bestenfalls auch Au-pair-Treffen.
Welche Voraussetzungen sollte man haben, wenn man ein Au-pair aufnehmen
will?
Die Mindestvoraussetzungen für die Aufnahme eines Au-pirs sind gesetzlich
festgelegt. Das Au-pair braucht ein eigenes abschließbares Zimmer. Auch Art
und Umfang der Tätigkeiten sind vorgeschrieben. Das Au-pair muss die
Möglichkeit haben, einen Deutschkurs zu machen und soll Teil der Familie
sein.
Wir haben viel Platz im Haus, so dass das kein Problem war. Unser Au-pair
hat quasi eine eigene Etage. Dort sind sonst nur noch mein Arbeitszimmer und
unser Gästezimmer. Aber am Wochenende und außerhalb meiner Arbeitszeiten ist
er hier allein. Was mir persönlich ganz wichtig ist, ist ein eigenes
Badezimmer für den Au-pair.
Und klar, man muss offen sein. Es zieht jemand ein ins Haus und damit
in die Familie. Jemand, der den Alltag mit einem lebt. Jemand der eine
Meinung zu dem hat, wie wir leben, miteinander umgehen, was wir essen etc.
Er ist kein Gast, der mal ein Wochenende reinschaut, für den man vorher
aufräumt und lecker kocht und alle sich vernünftig benehmen und der wieder
weg ist, bevor das normale Chaos ausbricht. Das muss einem klar sein und das
muss man wollen. Unser AuPair ist schnell Teil unserer kleinen Familie
geworden, mit allen Höhen und Tiefen.
Welche Rechte und welche Pflichten hat Euer Au-pair?
Unser Au-pair bekommt, wie gesetzlich vorgeschrieben, 280 € Taschengeld
sowie monatlich 50 € Zuschuss zum Deutschkurs. Wir zahlen außerdem eine
Krankenversicherung in Höhe von 40 € im Monat. Er wohnt hier natürlich
einfach mit, also Wohnkosten, Essen etc. gehen auf uns. Er nimmt an Ausflügen
Teil und würde mit in Urlaub fahren, wäre das möglich. Wir stellen dem
Au-pair ein Auto, das er sowohl für Ausflüge mit unserem Sohn nutzt, aber
auch einfach so nutzen kann. Wir tanken das Auto und zahlen die Versicherung.
Wir haben die Kosten für die Agentur bezahlt, ca. 350 €
einmalig. Außerdem hat er ein Fahrrad zur Verfügung. Insgesamt kommen
wir damit monatlich so auf rund 600 € Kosten. Maximal darf ein Au-pair
in Deutschland 30 Stunden arbeiten. Im Lockdown kommen wir da dran, in
„normalen“ Wochen nicht annähernd.
Wie funktioniert es im Alltag gerade? Wo spürst du
Entlastung?
Wir haben von vorneherein kommuniziert, dass wir Flexibilität brauchen. Zum
einen wegen Corona und der unklaren Betreuungssituation des Kindergartens,
zum anderen aber auch wegen unserer Art zu arbeiten.
Grundsätzlich ist unser AuPair für die Wege zum und vom Kindergarten
zuständig. Morgens macht er Frühstück für unseren Sohn, achtet darauf, dass
er wirklich Zähne putzt und packt seinen Rucksack. Nachmittags betreut
er unseren Sohn, bis einer von uns da ist. Am Wochenende hat er in aller
Regel frei. Manchmal auch ein bis zwei Tage unter der Woche, je nachdem, wie
es bei uns beruflich gerade aussieht.
Neben der Kinderbetreuung macht unser Au-pair auch schon mal einen
kleineren Einkauf, kocht gelegentlich und erledigt so Sachen wie
Spülmaschineausräumen, Müll raus bringen oder Wohnzimmer von Spielzeug
befreien. Den Aufwand würde ich auf höchstens drei Stunden pro Woche schätzen
und das läuft auch einfach nebenher. Er ist Teil der Familie und wenn einer
von uns Bescheid gibt, dass das Essen gleich fertig ist, deckt er schnell den
Tisch. Oder wenn er rausgeht, nimmt er eben den Müll mit…
Für mich ist es unheimlich entlastend zu wissen, dass ich nicht immer auf
dem Sprung sein muss. Die Jungs verstehen sich super und ich weiß, wenn es
bei mir später wird, gehen die halt bolzen, essen heimlich ein zweites Eis,
bauen eine Höhle oder spielen Lego bis zum Umfallen. Das Kind ist gut
aufgehoben und ich komme mit einem freien Kopf dazu, weil ich meine Sachen
fertig machen kann. Unserer Beziehung hat die Entscheidung gut getan, weil
dieses Ungleichgewicht nicht mehr so da ist.
Du sagst, die Jungs verstehen sich super….
Unser Sohn stellt unseren Au-pair als „seinen großen Bruder aus Frankreich“
vor. Das hat schon einige Fragen aufgeworfen 😉 Tatsächlich beschreibt
es die Beziehung der beiden aber ganz gut. Der Kleine bewundert den Großen
und findet alles cool, was der cool findet. Und der Große ist manchmal etwas
genervt vom Kleinen, wenn der zum 200x an seinem Zimmer vorbeistapft, obwohl
er frei hat, weil der Kleine „nur mal eben was schauen muss“. Manchmal kracht
es zwischen den beiden ordentlich, aber im Großen und Ganzen haben sie sich
sehr sehr gerne. Unser Sohn will jetzt auf jeden Fall nach Frankreich
auswandern und zu seinem großen Bruder ziehen, wenn er wir ihn zu dolle
nerven. Die Zeit unseres Au-pairs endet im Sommer. Für den Herbst haben wir
schon eine Nachfolgerin. Diesmal ein weibliches Au-pair, die unser Sohn
wieder mit aussuchen durfte.
Ist es manchmal komisch, jemand zusätzlichen im Haus zu haben?
Klar, am Anfang ist es komisch. Die erste Zeit habe ich mich immer komplett
fertig gemacht, bevor ich runter gegangen bin. Das lässt aber nach… Dadurch,
dass wir drei Etagen haben und in der mittleren keine Gemeinschaftsräume
sind, kann man sich dahin zurückziehen. Aber eigentlich ist das nicht nötig.
Irgendwie passt das immer. Wenn wir Spieleabende machen, oder einen Film
schauen, ist er dabei, wenn er Lust hat, oder eben nicht. Wir haben alle ein
recht gutes Gefühl füreinander.
Alles in allem also die absolut richtige Entscheidung, oder?
Wir hatten Angst vor der finanziellen Belastung und vor der Tatsache, dass
hier plötzlich eine uns fremde Person lebt. Klar, finanziell ist die
Entscheidung ein Einschnitt. Aber für uns war es das wert. Fremd war uns
unser AuPair vielleicht für eine Woche. Er ist Teil unserer Familie und wir
finden das schön.
Wir Drei sind insgesamt im Miteinander entspannter. Wir Erwachsenen können
mit freierem Kopf unsere gemeinsame Zeit genießen und schieben uns nicht
immer den „aber Du musst heute abholen“-Peter zu. Das Kind hat einen Freund
dazu gewonnen und genießt es, sich auch mal so richtig geschwisterlich gegen
uns zu verschwören.
|
"Großer Bruder aus Frankreich": Wir haben einen Au-pair-Mann |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/grundschul-leiterin-zu-oeffnungen-meine-gesamte-schulfamilie-ist-am-ende-ihrer-kraefte |
Ihr Lieben, seit dem 16.12. sind die Schulen fast überall geschlossen, am
Montag steht nun die schrittweise Öffnung der Grundschulen an. In Berlin
dürfen zunächst die Klassen 1-3 wieder in die Schule, allerdings im
Wechselbetrieb und in halber Klassenstärke. Katharinas Sohn wird also eine
Woche 4 Stunden am Tag Unterricht haben und dann wieder eine Woche zu Hause
bleiben.
Auf Instagram sprach Katharina neulich darüber, dass es so wirke, als gäbe
es wenig gute Konzepte zu Schulöffnung – oft würden Lehrer ausgebremst und
die Bürokratie legt Vieles lahm. Daraufhin meldete sich Anna bei uns. Sie ist
Leiterin einer Grundschule, wir durften ihr ein paar Fragen stellen:
Liebe Anna, Du bist Schulleiterin einer Grundschule in NRW. Wie geht es dir
aktuell?
Mir selbst geht es gut. Ich habe in der Krise gelernt, gut auf mich und
meinen Körper zu achten, Anzeichen der Überlastung wahrzunehmen und darauf zu
reagieren.
Wie ist die Situation bei Euch an der Schule kurz vor der Schulöffnung?
Aktuell sind bei uns knapp über 40 Kinder in der Notbetreuung.Wir können
sie, aufgrund unserer schuleigenen Endgeräte und einem stabilen WLAN in die
täglich stattfindenden Videokonferenzen zuschalten. Kinder aus allen
Jahrgängen haben mehrfach am Tag die Möglichkeit mit den Lehrkräften fachlich
und beziehungstechnisch digital in Kontakt zu treten.
Man merkt allen mittlerweile deutlich an, wie anstrengend und
herausfordernd ein Lernen in der Distanz ist. Meine gesamte Schulfamilie ist
am Ende ihrer Kräfte und auf die gilt es jetzt besonders gut
aufzupassen.
Wie lautet die Ansage, wie und wann es bei Euch wieder los geht?
In NRW geht es am dem 22.02.2021 mit einem Wechselmodell wieder zurück in
den Präsenzunterricht.
An meiner Schule kommen die Kinder einer Klasse im tageweisen Wechsel.
Dadurch kann der Stundenplan innerhalb von zwei Wochen komplett abgebildet
werden und jede Lehrkraft (wichtig für die Teilzeitkräfte) kommt an den für
sie vorgesehenen Tagen.
An den Distanzlerntagen arbeiten die Kinder weiterhin an ihren digitalen
Pinnwänden und mit ihren gut vorstrukturierten Materialheftern. Die Aufgaben
haben vorrangig einen übenden und vertiefenden Charakter.
Ich bin als Schulleiterin sehr froh, dass alle Kinder wieder eine direkte
Anbindung an die Schule bekommen, bzw. mehrfach in der Woche vor Ort sind.
Die Entscheidung halbe Klassenstärken wieder zurück in die Schule zu holen,
erachte ich als sehr gut. Dadurch können wir unsere hohen Hygienestandards
weiterhin aufrechterhalten und haben die Möglichkeit aktiv und direkt
Beziehungsarbeit zu leisten.
In Berlin ist der Berliner Lehrerverband gegen eine Schulöffnung, weil sich
im Vergleich zur Schulschließung vor 2 Monaten kaum etwas geändert habe.
Darüber ärgere ich mich sehr. Kannst du das verstehen?
Ich kann deinen Ärger sehr gut nachvollziehen. Alle Eltern leisten aktuell
enorm viel und oft weit über ihre Grenzen hinaus. Die berufliche, schulische
und private Ebene verschwimmt.
Eltern sind in aller erster Linie Beziehungspartner und Mutter und Vater
für ihre Kinder; keine Lehrkräfte, die durch pädagogisches Fachwissen
glänzen. Wir haben andere Stärken und diese benötigen eure Kinder mehr denn
je. Auf Stress muss man mit Liebe reagieren!
Gefühlt hat die ganze Welt es geschafft, sich online weiterzuentwickeln und
Lösungen zu finden – nur an den Schulen höre ich immer wieder: „Der
Datenschutz erlaubt das nicht.“ Kannst du was zum Datenschutz
erklären?
Der Datenschutz ist Ländersache und wird unterschiedlich ausgelegt. Es gibt
Bundesländer, die fast alle digitalen Plattformen und Anwendungen verbieten;
wiederum andere, die bewusst keine Positiv-/Negativ-Liste herausgeben.
Diese Einstellung findet sich auch bei Schulleitungen wieder. Hierbei ist
es wichtig, dass man sich Einverständniserklärungen der Familien einholt bzw.
auf Wichtiges aufmerksam macht. Datenschutz ist ein hochsensibles Thema und
darf meines Erachtens nur von qualifizierten Juristen besprochen werden.
Eltern müssen seit vielen Wochen zu Hause die Kinder (mit-)beschulen.
Langsam geht allen den die Puste aus. Wie erlebst du die Eltern an deiner
Schule?
Durch unsere sehr gut vorstrukturierte Distanzlern-Atmosphäre sind die
Eltern durch uns etwas in ihrem eigenen Tag organisiert worden. Verlässlich
haben die Kinder zweimal täglich eine Videokonferenz mit zusätzlichen freien
Sprechstunden, in denen sie Nachfragen stellen, sich unterhalten oder
gemeinsam lernen können. Dennoch hadern alle Beteiligten immer wieder mit
technischen Problemen und das stimmt unzufrieden und belastet sehr.
Anfänglich war dies einer der Hauptgründe, warum die Eltern in meiner Schulfamilie
unzufrieden waren. Durch einen wöchentlichen Fragebogen konnten wir einige
Stolpersteine aus dem Weg räumen bzw. adäquater auf Probleme reagieren. Es
ist sehr wichtig transparent zu sein, seine eigenen Schritte zu erklären und
in die Familien hineinhören zu dürfen. Dies ist eine der Hauptaufgaben –
neben dem Vermitteln von Unterricht. Meine Lehrkräfte und auch meine beiden
Schulsozialarbeiterinnen leisten aktuell Außergewöhnliches.
Was müsste passieren, damit guter Online-Unterricht überall möglich
ist?
Für einen gut funktionierenden Onlineunterricht benötigt es für jede Person
in meiner Schulfamilie ein digitales Endgerät; Kinder, Lehrkräfte,
Schulleitung, Schulsozialarbeit, OGSMitarbeitende usw.Zudem muss es an jeder
Schule einen Glasfaseranschluss bzw. eine gute WLAN-Anbindung geben und
passende digitale Präsentationsflächen.
Schulübergreifend macht es Sinn, dass es einheitliche Plattformen gibt, die
sich direkt mit allen wichtigen Daten füttern lassen und somit Übergänge
einfach gestalten lässt.
Jetzt stehen die Schulöffnungen an. Welche Maßnahmen müssten deiner Meinung
nach passieren, damit die Klassenzimmer möglichst sicher sind?
In allererster Linie sollten Klassenzimmer von Grund auf größer und nach
inklusiven Maßstäben eingerichtet sein. Dies wird wohl aber noch ein hehrer
Zukunftswunsch bleiben… Aktuell hätte es schon seit Monaten geeignete
Luftfilteranalagen geben müssen, die allen Beteiligten das Maske tragen
ersparen würde.
Gerade in der Grundschule ist dies von der physiologischen Seite her nur
schwer auszuhalten und die Kinder benötigen unsere Mimik sehr. Sie lesen
Vieles aus unseren Gesichtern ab und wir Erwachsene kommunizieren oft
nonverbal.
Wenn du dir drei Dinge für deinen Beruf wünschen könntest – was wäre
das?
An unsere Bedürfnisse angepasste Räumlichkeiten und Ausstattungen für alle
SchulformenMehr FlexibilitätMehr selbstbestimmtes Handeln und Agieren
Was ist der größte Hinkefuß in deinem Beruf?
Für mich gibt es keinen Hinkefuß. Mein Beruf bereichert mich täglich mit
meinen Themen und Spektren, die ich bislang noch nicht kannte.
Herausforderungen würde ich es eher nennen und an diesen wächst man ja
bekanntlich. Ich bin offen für kleine und große Mutausbrüche in meiner
gesamten Schulfamilie und sehe diese immer im Fokus all meinen
Handelns.
|
Schulleiterin: "Meine gesamte Schulfamilie ist am Ende ihrer
Kräfte" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/habt-ihr-optimierungs-bedarf-am-partner-wir-gruenden-eine-maennerungsschneiderei |
Ihr Lieben, manchmal
schreibt der Alltag die lustigsten Geschichten und so kam es, dass ich auf
unser "Stadt Land Mama"-Facebookseite einige witzige Namen hochlud,
die von Standesämtern genehmigt (Pepsi-Carola) bzw. abgelehnt (Störenfried,
Satan) wurden.
In diesem Kontext wollte ich – wie wir das häufiger mal machen – schauen,
ob sich daraus ein Interview oder Gastbeitrag entwickeln lassen könnte. Doch
mir geschah dabei ein Fauxpas. Ich schrieb also folgendes:
Gibt es hier eventuell Leserinnen, die ihren Mann haben ändern lassen, weil
es einfach nicht mehr ging? Oder die das zumindest überlegt haben? Dann
meldet euch gern bei uns, da hätten wir mal Interesse an einem Gastbeitrag
oder Interview…
Nach einigen Stunden wies mich Katharina per Whatsapp auf meinen
Verschreiber hin und ich schaute nach und brach zusammen vor Lachen über
unsere Kommentatorinnen, hier nur Auszüge:
Es gibt sicher einige, die ihren Mann geändert haben, aber ihr meint sicher
ihren Namen
Wo kann ich das anmelden? Ich hätte da ein paar Dinge zum Ändern
parat
Das war definitiv ein freudscher Verschreiber Ha ha ha ha
WO kann man den Mann ändern lassen?? Ich glaube, viele Frauen würden da
Schlange stehen
Und da achten wir: Herrje, DAS wäre doch mal ne Marktlücke, die Nachfrage
scheint ja offenbar groß zu sein. WIR GRÜNDEN EINFACH EINE
MÄNDERUNGSSCHNEIDEREI! Aber so richtig!
Mit Rund-um-die-Uhr-Service und Hotline auch für dringende Notfälle, wenn
sich akut Sand im Getriebe der Beziehung befindet. Mit schneller Umsetzung
Ihrer Änderungs-Wünsche, mit Expresslieferung (gegen kleinen Aufschlag) und
Veredelungen exakt nach Ihren Vorstellungen – und nach Maß.
Dabei bieten wir verschiedene Einzelarbeiten genauso wie größere
Gesamt-Pakete an. Vom Anti-Furz-und Rülpsmechanismus (auch bei Frauen
anwendbar), dem Einbau einer Staubsaug- und Bügelfunktion bis hin zum
Allrounder-Paket „Vereinbarkeit komplett“.
Darin enthalten: Ein Karriereknick-Angst-Radierer, ein
24-Stunden-Laufzeit-Akku plus Multitaskingfunktion für die Dauer der
Elternzeit (wird danach leider wieder abgeschaltet, weil zu kostenintensiv).
Wer hier ein Abo für regelmäßige Wartungsarbeiten abschließt, bekommt eine
Gratis-Espressomaschine oben drauf.
Ganz neu im Sortiment: Eine externe Speicherdatei (wie der Cookidoo beim
Thermomix, einfach zum Anklicken am Gürtel) mit Rezepten, die man dem Mann
aufspielen kann, um das Portfolio aus Wurst, Steak und Bolognese etwas zu
erweitern und überraschender zu gestalten.
Genauso lässt sich ein Kalender aufspielen, der mit kleinen Elektroschocks
zaghaft an Verwandtschafts-Geburtstage und gemeinsame Wochenend-Verabredungen
erinnert (Nie wieder: „Waaas? Davon wusste ich gar nichts!“).
Noch in der Entwicklung befindet sich eine aufspielbare
Gesicht-Erkennungs-App, die Namens-Infos über die Nachbarin ("Hieß die
Ingrid?"), die ehemalige Kollegin ("Hab ich die denn schon mal
gesehen?") oder den Nachwuchs von Freunden ("Letztes Mal hieß der
doch noch Marvin!") direkt ans Gehirn sendet.
Für Einsteiger bieten wir aber auch erstmal unser Schnupper-Angebot mit 10
Prozent Rabatt (Rabattcode: Changeyourman2019) auf die konstruktiven
Service-Pakete „Anerkennung/Zuhören“, „Barthaarfreies Bad“ und „Sockenfreie
Couch deluxe“.
Als Willkommensangebot gibt es für die ersten 25 Kunden ein Disco-Feuerzeug
und das Buch "Dreibeiner verstehen" gratis dazu.
Welches Paket würdet ihr buchen? Oder gibt es noch Dienstleistungen, die
wir zusätzlich anbieten sollten? Wir sind gern bereit, unser Start
up-Portfolio noch auszubauen…
Ihr Team der Mänderungsschneiderei
Foto: pixabay
|
Habt ihr Optimierungs-Bedarf am Partner? Wir gründen eine
Männerungsschneiderei | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hallo-baby-nr-3-du-wirst-ein |
Ihr Lieben, ich bin Euch ja
noch eine gaaaaaanz wichtige Information schuldig. Morgen komme ich in die
32. Schwangerschaftswoche und Ihr wisst immer noch nicht, ob ein Junge oder
ein Mädchen unsere Familie bereichert.
Taaaataaaaaaaa – es wird ein MÄDCHEN!
Ich freue mich sehr darüber. Natürlich wäre auch ein kleiner Junge mehr als
willkommen gewesen – aber ich gebe zu, dass ich mir ein klitzekleines
bisschen mehr ein Mädchen gewünscht habe. Wieso?
Es ging mir weniger um mich, sondern mehr um meine große Tochter. Ich sage
immer, dass sie mein Spiegel ist. Bin ich gestresst, läuft es zwischen uns
nicht gut. Bin ich ruhig und ausgeglichen, klappt es ganz wunderbar. Sie wird
im Dezember sechs Jahre alt und hat ganz ganz feine Antennen für Stimmungen,
Schwingungen und Situationen.
Ich habe mir für sie eine Schwester gewünscht. Weil ich weiß, wie schön es
ist, eine Schwester zu haben. Nun sind meine Schwester und ich nur drei Jahre
auseinander (meine Mädchen werden sechs Jahre auseinander sein), dennoch
hoffe ich, dass meine Große und meine Kleine ein ähnlich dickes Band
verbindet wie mich und meine Schwester.
Ich habe auch noch drei Brüder – und finde jeden toll. Aber das Verhältnis
zu meiner Schwester ist etwas ganz Besonderes. Wir sind in vielem so gleich,
in manchem ganz unterschiedlich. Es gab Zeiten, da hat sie mich nur genervt.
Und Zeiten, da konnte ich nur mit ihr über bestimmte Dinge reden.
Gerade haben meine Schwester und ich wieder ein gemeinsames Wochenende
verbracht, zu zweit, ohne Männer und Kinder. Herrlich war das (darüber
schreibe ich aber noch einen gesonderten Blogpost).
Wie auch immer: Ende November kriege ich also ein kleines Mädchen. Mein
Söhnchen wird also der Prinz in der Mitte bleiben. Bei seinem
Selbstbewusstsein wird er keine Probleme damit haben – mehr noch, ich könnte
mir vorstellen, dass er durchaus seinen Vorteil daraus ziehen wird – spätestens
in der Pubertät, wenn er die Freundinnen beider Schwester anhimmeln kann
🙂
Diese Schwangerschaft läuft ehrlich gesagt ziemlich nebenbei. Obwohl ich
mir wirklich vorgenommen habe, sie zu genießen, habe ich neben Job, Alltag,
Kindern, Ehe einfach kaum Zeit dazu.
Dann liege ich abends im Bett, streichel meinen Bauch und flüstere:
"Wir freuen uns schon so sehr auf Dich, kleines Mädchen! Wir werden Dich
genauso lieben, wie Du bist. Hier warten zwei tolle Geschwister auf Dich. Du
wirst mit Liebe überschüttet werden!"
(Dieses Foto zeigt meine Schwester und mich ziemlich genau vor einem
Jahr)
Foto oben: http://www.lenimoretti.com
|
Hallo Baby Nr.3! Du wirst ein.... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/happy-birthday-katharinas-sohn-wird-heute-3 |
Mein geliebtes, kleines
Söhnchen – HALT – Du bist natürlich nicht mehr klein, darauf bestehst Du,
schließlich wirst Du heute drei Jahre alt. Also nochmal von vorne:
Mein geliebtes Söhnchen – Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag! Wir
könnten nicht glücklicher sein, Dich in unserer Familie zu haben. Du bist so
wichtig für uns, Deine Eltern und Deine Schwestern.
Es ist ein Geschenk, Dir dabei zu sehen zu dürfen, wie Du die Welt eroberst.
Wie Du mehr und mehr herausfindest, was Du magst und was Du nicht
magst.
Es ist herrlich, Deine Begeisterung für Feuerwehrautos, Polizei,
Baustellen, Raumschiffe und Piraten zu sehen. Du bist ein richtiger Kerl, mit
einer Vorliebe für alles, was Krach macht und blinkt.
Als die Frauenärztin mir sagte, dass Du ein Jungs wirst, war ich etwas
überrumpelt. Warum auch immer hatte ich das Gefühl, dass Du ein Mädchen
wirst. Dein Vater hat sich unglaublich gefreut, ich war erstmal etwas
verhalten.
Denn während ich immer wusste, wie ich meine Töchter erziehen will, war ich
mir gar nicht sicher, was ich einem Sohn mitgeben muss, damit er ein
"richtiger Kerl" wird. Und damit meine ich nicht, dass ein
"richtiger Kerl" Fußball spielen muss, sich mit Kumpels kloppt und
am Moped rumschraubt.
Es stellte mich vor die Frage: Was ist ein richtiger Kerl heute
eigentlich?
Ich kam zu der Erkenntnis, dass es vorallem darum geht, dass aus Dir ein
richtig GUTER Kerl wird.
Einer, der für sich und andere einsteht. Der weiß, was er vom Leben will,
aber seine Mitmenschen nicht mit Ellenbogen zur Seite drängt. Der einfühlsam
ist, Humor hat, Rücksicht nimmt, sich engagiert. Der Lust hat, die Welt zu
entdecken. Der gerne auf Bäume klettert und mir beim Backen hilft. Der gerne
lacht und fröhlich ist.
Ich habe mich gefragt, ob ich wohl eine gute Jungs-Mutter werden würde. Was
für ein Quatsch. Ich bin einfach Mutter. Und ich versuche, Dich und Deine
Geschwister zu guten Menschen zu erziehen.
Du bist für mich schon so ein guter Mensch. Du bist ein Sonnenschein,
manchmal noch ein Kuschel-Baby, dann schon wieder ein ganz
Großer.
Du bist einzigartig, ich würde nichts an der Dir ändern. Du machst mich
sehr glücklich und dankbar.
Happy Birthday, mein Sohn. Ich liebe Dich!
—– Zum Weiterlesen:
-Der Tag, an dem das Söhnchen geboren wurde
-Plötzlich ist das Söhnchen ein Jahr alt
– Der zweite Geburtstag vom Söhnchen
Foto: www.lenimoretti.com
|
Happy Birthday! Katharinas Sohn wird heute 3! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/happy-birthday-kleinste-katharina-ist-nun-seit-vier-jahren-dreifach-mama |
24.11.2016 – ein Donnerstag. Schon in der Nacht wache ich mit Schmerzen
auf, ich weiß, was diese Schmerzen bedeuten. Ich bin unruhig, laufe Runde um
Runde um den Esstisch. Alles ist dunkel, es ist still. Zwischendurch lege ich
mich immer wieder aufs Sofa. Noch zwei Tage bis zum errechneten
Geburtstermin. Vorgestern sagte die Hebamme noch, dass es wohl noch etwas
dauern wird. Ich bin mir sicher: Unser drittes Kind wird bald auf der Welt
sein.
Gegen halb acht erwacht der Rest der Familie. Mein Mann frühstückt mit den
Großen, bringt sie in die Kita. Ich ziehe mir die Schuhe an und will
spazieren gehen. Alleine. Ich brauche Ruhe und will mich voll und ganz auf
mich konzentrieren. Draußen hat es 15 Grad. Die Vögel zwitschern und die
Sonne scheint. Ich bin so dankbar für dieses Wetter. Ich laufe und laufe
durch die Natur, halte mein Gesicht in die Sonne und spreche mit meinem Baby.
Um 14 Uhr werden die Schmerzen so stark, dass wir ins Krankenhaus fahren.
Ich kann nicht einschätzen, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist.
Diese Geburt ist anders, als ich sie mit vorgestellt hatte. Von so vielen
Seiten hatte ich gehört, dass die dritten Kinder praktisch „rausfallen.“ Dem
kann ich nicht zustimmen. Im Krankenhaus dann eine leichte Enttäuschung.
Muttermund bei 4 cm. Die Hebammen winken mich sofort in den Kreissaal durch.
Drittes Kind, das sollte ja jetzt schnell gehen.
Tut es aber nicht. Die Schmerzen sind heftig, manchmal katapultieren sie
mich irgendwo in eine Zwischenwelt. Aber dann gibt es wieder lange Pausen. Zu
lange, das weiß ich. Ich werde weinerlich. Mir steckt die unruhige Nacht in
den Knochen. Die Kraft geht aus. Ich will, dass es jetzt vorbei geht.
Um kurz vor 19 Uhr kommt unser drittes Kind auf die Welt. Unsere Tochter
ist ganz blau, denn sie hat die Nabelschnur zwei mal um den Hals. Die Hebamme
reagiert sofort, wir warten auf den ersten Schrei. Als er kommt, falle ich in
mich zusammen. Vor Erschöpfung und Erleichterung.
Das erste Jahr war hammerhart. Unsere Kleinste war ein dünnes, ständig
krankes Kind. Norovirus, mehrmals Hand-Mund-Fuß, stundenlanges Geschrei,
Pseudo-Krupp-Anfälle So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Hieß es nicht,
dass dritte Kind läuft einfach so nebenbei mit?! Mehrmals ist unsere Kleinste
so krank, dass wir ins Krankenhaus müssen oder kurz vor der Einweisung
stehen. Wir leiden alle mit.
Weil unsere Tochter so zart ist, entscheiden wir uns, sie nicht in die
große Kita zu geben, sondern in eine kleine Tagesmutter-Gruppe. Die beste
Entscheidung, die wir treffen konnten. Und ein Wendepunkt. Das erste Jahr
haben wir geschafft, unsere Kleine wird stabiler, wir auch. Als Baby
fremdelte sie viel, guckte nur skeptisch in die Welt – nun wird ihr Wesen
weicher, sonniger.
Dann nochmal ein Rückschlag, plötzlich hinkt unsere Tochter. Die Ärzte
stellen sie auf den Kopf, finden aber nichts. Das Hinken schränkt sie so ein,
dass sie irgendwann nicht mehr laufen will. Wir machen uns über Wochen große
Sorgen, keine leichte Zeit. So plötzlich wie das Hinken anfing, so plötzlich
ist es auch wieder weg. Bis heute für alle ein Rätsel.
Im Jahr 2020 ist unsere Kleinste ein strohblonder Wirbelwind. Frech,
schlau, verkuschelt, Mark-Forster-Fan. Sie kann Radfahren, darf alles viel
früher als ihre Geschwister, von denen sie eh unglaublich profitiert. Neulich
nahm sie einen Stift und schrieb einfach ihren Namen. Hä, woher kannst du das
denn? „Ich fürchte, ich bin die Schlauste hier“, sagt sie cool. Der Rest der
Familie bricht in schallendes Gelächter aus.
Sie ist und bleibt mein Baby, auch wenn sie längst keins mehr ist. Sie darf
so viel bei uns im Bett schlafen, wie kein Kind zuvor. Wenn ich sie morgens
aus dem Bett hebe und sie sich noch ganz warm an mich kuschelt, ist sie noch
so winzig. Und das genieße ich. Dieses Mädchen hat mich viel weicher gemacht,
dafür werde ich ihr immer dankbar sein.
Gestern morgen war sie zu müde zum frühstücken. Da sagte sie: „Mama, kannst
du mich füttern?“ Und ich: „Bist du dafür nicht schon ein bisschen zu groß?“
Da sagte sie: „Wir könnten ausmachen: Du fütterst mich jetzt. Und ich füttere
dich, wenn du alt bist.“
Du schlaues, tolles Mädchen. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Vier
Jahre Du. Dich hat es in unserer Familie noch so gebraucht. Du bist wirklich
der Kracher und wir alle lieben dich wie verrückt. Happy Birthday!
Foto: Lina Grün
|
Happy Birthday, Kleinste! Ein Rückblick auf die letzten vier Jahre |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/happy-birthday-lisa-hier-schreiben-dein-mann-und-deine-kinder |
Liebe Lisa, ich würde mal sagen, das letzte Jahr war schon eins der
krasseren in deinem Leben. Aber weisst du was? Du bist krasser. Denn obwohl
du mehrmals an deine Grenzen gekommen bist und gesagt hast, dass du nicht
mehr kannst, bist du immer noch da. Du stehst immer noch auf beiden Beinen,
ihr seid alle gesund geblieben, ihr habt sehr viel miteinander geschafft in
diesem Jahr. Die Kinder haben sich an das Homeschooling gewöhnt, du begleitest
deine drei Teenies jeden Tag durch diese aufregende Phase ihres Lebens. Du
bist für mich auch im letzten Jahr die zuverlässige, kreative und emphatische
Freundin und Kollegin gewesen wie all die Jahre zuvor. Du, unsere täglichen
Nachrichten und Telefonate, unsere gemeinsamen Projekte – all das hat mich
oft durch emotionale Tiefs gerettet. Du bist für viele Menschen ein Anker,
ein Herzensmensch, DER Grund, warum alles doch nicht so schlecht läuft.
Wie wichtig du bist und wie gut du dieses letzte Kack-Jahr gemeistert hast,
darüber habe ich mir deiner Family gesprochen. Happy Birthday, meine Liebe.
Lehn dich zurück und genieß einfach, was deine Liebsten über dich sagen. Sie
haben diese Fragen für dich beantwortet:
Liebe Mama, am meisten gezofft haben wir uns im letzten Jahr über….
Sohn 2: … Über die Rangfolgen in der Familie: Wer ist der Bessere? Und auch
ein bisschen um die Playstation.
Tochter: … eigentlich hatte ich gar keinen Streit mit dir.
Sohn 1: …die Playstation natürlich.
Am Schönsten war es mit Dir im
letzten Jahr….
Sohn 2: … an Silvester. Weil wir endlich mal wieder Leute getroffen
haben.
Tochter: …im Urlaub in Frankreich, weil alle einfach mal entspannt
waren.
Sohn 1: … in Frankreich. Weil wir da einen Mega-Pool hatten.
Ich glaube, für dich war es das Schwerste im letzten Jahr:
Sohn 2: … es die ganze Zeit mit uns auszuhalten und nicht direkt
auszurasten.
Tochter: …ganz klar HomeSchooling, und dazu auch noch keine Freunde sehen
zu können.
Sohn 1: … der Lockdown und dass du plötzlich Lehrerin sein musstest.
Wenn Corona vorbei ist, will ich sofort mit dir….
Sohn 2: … in die USA reisen.
Tochter: …nach New York reisen, um zu shoppen.
Sohn 1: … nach Mallorca fliegen.
Ich finde, das hast du im letzten Jahr richtig gut hinbekommen:
Sohn 2: … Mutter sein!
Tochter: …wie du uns ausgehalten hast.
Sohn 1: … Erziehung!
Für das nächste Jahr wünsche ich dir….
Sohn 2: … Gesundheit, Friede Freude, Eierkuchen – mit Schokolade.
Tochter: ….dass Karneval stattfindet, du deine Freunde siehst, gesund
bleibst, Glück hast und das Buch ein Erfolg wird.
Sohn 1: … kein Corona!
Liebe Lisa, mich als deinen Mann hat im letztes Jahr meisten beeindruckt …
… wie du ein ganzes Pandemie-Jahr lang den falschen Eindruck erwecken
konntest, du hättest einen Stab an Mitarbeitern – für die Pflege des Blogs,
das Schreiben eines Buchs, den Mathe-, Deutsch- und Chemie-Unterricht der
Kinder, das Waschen der Wäsche, das Kochen zur Mittagszeit, die Vorbereitung
eines Frankreich-Urlaubs und die Organisation eines Austauschjahres für die
Tochter. Erst gegen Jahresende wurde mir klar, dass das alles von einer
Person erledigt wurde: von dir!
Deinen nächsten Geburtstag feiern wir…
Mann: .. absolut Corona-unkonform, also mit sehr vielen Menschen, ganz viel
Nähe, Alkohol, ohne Sperrstunde und – auch wenn’s der Kölnerin schwerfällt –
ohne Maskierung.
Liebste Lisa, ein Hoch auf dich und auf ein glückliches neues Lebensjahr!
|
Happy Birthday, Lisa! Hier schreiben dein Mann und deine Kinder | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/happy-end-nach-einer-eileiterschwangerschaft-bekam-ich-noch-ein-baby |
Mein Name ist Anna und als unser erstes Kind 4 Jahre alt war, wünschten
mein Mann und ich uns ein zweites Kind. Ich wusste ja nicht, wie schnell es
klappen würde – umso erstaunter war ich, als ich direkt im ersten Zyklus
schwanger wurde. Wow, das war wirklich eine tolle Überraschung.
In der Nacht vor dem ersten Frauenarzt-Termin wachte ich plötzlich mit
höllischen Schmerzen im rechten Unterbauch auf. Die Schmerzen waren sehr sehr
stark und wehenartig. Ich ging auf die Toilette und sah, dass ich blutete.
Ich dachte sofort an einen natürlichen Abgang. Da die Schmerzen einfach zu
heftig waren, fuhr ich nachts noch ins Krankenhaus.
Die Ärzte machten mir Mut, dass noch alles gut gehen könnte
Die Wartezeit dort war unerträglich. Ich hatte solche Angst und solche
Schmerzen. Nach Stunden des Wartens wurde ich endlich untersucht. Der
Ultraschall zeigte nichts Ungewöhnliches und der HCG – Wert lag bei über 500.
Ich bekam ein Schmerzmittel und mir wurde gesagt, dass noch alles möglich
sei und es auch noch eine normale Schwangerschaft werden könnte. Ich
solle einfach am nächsten Tag nochmal zum Frauenarzt.
Dort war ich am nächsten Tag auch und der Frauenarzt wollte mich auch
beruhigen. Aber ich fühlte mich nicht gut aufgehoben und fuhr wieder in die
gynäkologischen Ambulanz ins Krankenhaus. Es folgten wieder stundenlanges
Warten, HCG – Wert Kontrollen, Ungewissheit. Plötzlich stand das Wort
„Eileiterschwangerschaft“ im Raum –
aber keiner wollte sich festlegen. Und so fuhr ich wieder nach Hause.
Dann war klar: Etwas stimmt wirklich nicht
Nachts bekam ich wieder starke Schmerzen, weshalb ich am nächsten Morgen
wieder ins Krankenhaus fuhr. Dort dann der Schock beim Ultraschall: Es gab
eine Einblutung am rechten Eileiter. Meine Hoffnung, diese Schwangerschaft
würde in einem natürlichen Abgang enden, war nun vom Tisch. Die Ärzte sagten,
dass irgendwas nicht stimme und man „nachschauen“ müsse.
Völlig verunsichert und voller Angst entschied ich mich für die OP noch am
selben Tag. Ich bekam eine Bauchspiegelung und eine Ausschabung – am nächsten Tag dann die Diagnose
Eileiterschwangerschaft am rechten Eileiter. Mein HCG-Wert war zum Glück
gesunken, so dass ich nach Hause durfte. Allerdings war die Voraussetzung,
dass ich weiterhin zur HCG-Kontrolle zu meinem Frauenarzt gehe. Ich wollte
einfach mit dem Thema abschließen und konnte es kaum erwarten, bis der
HCG-Wert endgültig unter der Nachweisgrenze liegt.
Am nächsten Tag dann der nächste Schock: Als ich wieder in der Praxis
anrief, um nach meinem HCG-Wert zu fragen, bekam ich die Nachricht, dass er
leicht gestiegen sei. Ich war fix und fertig, denn das hieß, dass ich
weiterhin Schwangerschaftsgewebe in mir trug und es sind noch Reste in meinem
Eileiter waren.
Ein paar Tage später kamen die Schmerzen zurück und ich musste wieder in
die Notaufnahme. Die Ärzte überlegten, mir ein Medikament zu geben, damit die
Schwangerschaftsreste absterben – das hätte aber auch bedeutet, dass ich bis
zu einem Jahr warten sollte, wieder schwanger zu werden. Für mich unvorstellbar.
Glücklicherweise gingen die Schmerzen dann zurück und auch der HCG-Wert
sank. Ich war mittlerweile psychisch echt angeschlagen, konnte aber endlich
damit abschließen.
Unser Kinderwunsch blieb aber stark und nach ein paar Monaten probierten
wir es erneut. Es klappte wieder ganz schnell – und mittlerweile halte ich
unser zweites Kind im Arm. Ich bin so dankbar und erleichtert, dass diesmal
alles gut gegangen ist. Ich will mit meiner Geschichte allen Frauen Mut
machen, dass es auch nach so einer Vorgeschichte gut ausgehen kann. Viele
Grüße an Euch alle!
Foto: Pixabay
|
Happy End: Nach einer Eileiterschwangerschaft bekam ich noch ein Baby | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/happy-halloween-grusel-accessoires-und-kleidung-fuer-die-ganze-familie |
Ihr Lieben, irgendwie ist es
wirklich so. Auch in Deutschland kommt man – wenn man Kinder hat, um
Halloween nicht mehr drumherum. Und weil wir uns selbst so schwer getan
haben, für die ganze Familie Grusel-Accessoires zu finden, haben wir Euch
hier einmal einige aufgelistet, die wir ganz cool fanden. Und hier kommen
sie, unsere Halloween-Entdeckungen:
Für die ganze Familie
Handschuhe, die im Dunkeln leuchten und die auch nach der Halloween-Party
noch durch den Winter zu gebrauchen sind.
Für den WauWau
Eine Hundebox in Hai-Optik für den Hund – nicht nur zu Halloween ein
Hingucker.
Für die Wohnung
Supersüße und günstige schwarz-lila Fledermäuse zur Deko.
Für das Baby
Plüsche-Spinnen-Kostüm für Babys. Sweeet!
Für den Vater
Wenn sich Papa als haariger Verwandter oder Yeti verkleiden will.
Für die Damen
Spinnen-Ohrring. Das Tier kriecht quasi duchs Ohrloch.
Für die Mama
Damen-Halloween-Kostüm in schwarz mit Flügeln.
Für die Jungs
Fluoreszierende Gebisse, die im Dunkeln leuchten
Für die Mädchen
Spinnen-Haarreif für die Mama.
Kurzer Transpanrenz-Hinweis: Dieser Post ist kein bezahlter Post, dh wir
bekommen kein Geld von den Firmen, die wir hier vorstellen. Die Links führen
allerdings zu Amazon und sind so genannte Affiliate Links. Das heißt: Falls
ihr einen der Links klickt und etwas kauft, bekommen wir eine Provision in
Höhe von einigen Cents. Für Euch ändert sich aber nichts, außer dass ihr uns
damit eine kleine Freude macht 🙂
Aufmacherfoto: pixabay
|
Happy Halloween: Grusel-Accessoires und Kleidung für die ganze Familie |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hautpflege-und-sonnenschutz-bei-kindern-interview-mit-elsa-devillechabrolle-von-la-roche-posay |
Ihr Lieben, die Sonne
scheint in diesem Sommer relativ heftig, da fragen wir uns natürlich wie
viele andere Eltern auch: Wie kann ich die Haut meines Kindes richtig
schützen? Was kann ich falsch, was richtig machen? Wir haben Elsa
Devillechabrolle, die Schulungsleitung von La Roche-Posay nach Tipps und
Tricks gefragt.
Frau Devillechabrolle, ab wann braucht mein Kind überhaupt
Sonnenschutz?
Babys kommen mit einer sehr dünnen Haut zur Welt und die natürlichen
Schutzmechanismen der Haut sind noch nicht vollständig ausgebildet. Daher
sind sie sehr empfindlich, was Sonnenschutz angeht. Jeder Sonnenbrand im
Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, deshalb
müssen sie immer geschützt bleiben. Babys und Kleinkinder sollten vor
direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden und immer mit einem Hut,
Sonnenbrille und T-Shirt geschützt werden.
Allgemein ist es wichtig, darauf zu achten für die jeweiligen Altersgruppen
passende Sonnenschutzprodukte zu verwenden. Für Babys ab schon sechs Monaten
bieten wir Anthelios Sonnenschutzprodukte , etwa den
ANTHELIOS Sonnenschutz BABY MILCH LSF 50+ für die indirekte
Sonneinstrahlung an. Für Kinder ab drei Jahren, die sehr gerne in der Sonne
spielen, bieten wir natürlich auch entsprechend geeignete
Sonnenschutzprodukte an.
Muss der ganze Körper eingecremt werden oder nur die Stellen, die wirklich
mit der direkten Sonneneinstrahlung in Kontakt kommen?
Im Schatten ist die Strahlung natürlich nicht so stark, aber es kommt
trotzdem die Hälfte des direkten Sonnenlichts auf die Haut. Reflektion durch
Wasser und Sand kommen auch im Schatten auf die Haut. Die Haut hat von Grund
auf eine sogenannte „Eigenschutzzeit“. Das bedeutet, dass man in dieser
Zeitspanne in die Sonne gehen kann ohne Rötungen zu bekommen. Diese
„Eigenschutzzeit“ ist abhängig vom Hauttyp, von der Jahreszeit, von der
Uhrzeit und vom Ort. Sobald diese „Eigenschutzzeit“ verbraucht ist, bekommt
man einen Sonnenbrand, egal ob man am Strand liegt oder im Schatten ist.
Daher ist es wichtig immer den ganzen Körper einzucremen.
Wie oft muss am Tag nachgecremt werden?
Pro Körperteil (1 Bein, 1 Arm, Bauch, Rücken…) braucht man 2 Fingerbreit
Creme. Hier gilt das Motto „besser zu viel als zu wenig“. Der Sonnenschutz
sollte alle zwei Stunden erneuert werden, vor allem nach dem Baden, wenn man
schwitzt und nach dem Abtrocknen. Schwer zu erreichende Partien wie der
Rücken und an der Kleidung entlang und empfindlichen Hautpartien wie Ohren,
Nase und Lippen nicht vergessen.
Welcher Lichtschutzfaktor eignet sich denn für welches Kind?
Da Kinder keine komplett ausgebildeten Schutzmechanismen haben, empfehlen
wir den maximalen Schutz von 50+. Sie haben ja auch eine Creme extra für
Kinder mit Sonnen-Allergie.
Was ist denn eigentlich eine Sonnenallergie, wie entsteht sie?
Eine Sonnenallergie wird überwiegend durch die UVA-Strahlen ausgelöst. Sie
äußert sich in Hautausschlägen wie Rötungen oder Bläschen. Da ist es extrem
wichtig, ein Sonnenschutzprodukt mit einem sehr hohen UVA-Schutz zu
verwenden.
Was, wenn mein Kind doch versehentlich mal einen Sonnenbrand bekommt? Wie
schlimm ist das?
Unsere Haut ist für eine kurze Zeit in der Lage, die UV-Strahlen ohne
sichtbare Schäden auszuhalten. Nach dieser sogenannten Eigenschutzzeit
bekommt man einen Sonnenbrand und weitere nicht sofort sichtbare Folgen. Nach
neueren Erkenntnissen ist außerdem davon auszugehen, dass nicht nur
Sonnenbrand die Haut langfristig schädigt. Die Gefahr der UVA-Strahlen ist
nicht sofort spürbar und wird oft unterschätzt.
Besonders bei Kindern sollte man Sonnenbrand vermeiden, da die Haut noch
nicht ganz in der Lage ist sich selbst zu schützen. Jeder Sonnenbrand im
Kindesalter erhöht das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken: die Haut
erinnert sich an alle Schäden!
Was kann im Falle eines Sonnenbrandes Abhilfe verschaffen? Auch für uns
Erwachsene?
Bei den ersten Anzeichen von Sonnenbrand sollte die Sonne gemieden werden.
Egal ob bei Kindern oder bei Erwachsenen sollte man die Haut mit einem
effizienten Produkt wie dem Posthelios Hydra-Gel von La Roche-Posay kühlen.
Zusätzlich viel trinken, damit die Haut sich selbst regenerieren kann!
Manchmal hat man das Gefühl, die Sonne wird uns Eltern ganz schön
verteufelt, immer wird von ihrer Gefahr ausgegangen. Machen wir uns da zu
viele Sorgen?
Aber UV-Strahlen sind für uns Menschen lebensnotwendig: Vitamin D wird
erzeugt, die Wärme tut uns gut und hilft Depressionen zu bekämpfen und beugen
Rachitis vor. Mit dem richtigen Verhalten in der Sonne können wir die Sonne
ganz gut genießen.
|
Hautpflege und Sonnenschutz bei Kindern: Interview mit Elsa
Devillechabrolle von La Roche-Posay | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/heimlich-verliebt-ich-kann-meine-erste-grosse-liebe-nicht-vergessen |
Mein Name ist Samantha, ich bin seit 13 Jahren mit meinem Mann zusammen, 10
davon verheiratet. Wir haben drei Kinder und er ist ein sehr guter Vater. Wir
verstehen uns sehr gut, wir sind ein richtig gutes Team und auch sexuell
läuft es bei uns nach all den Jahren noch gut.
Vor meinem Mann war ich mit einem anderen Mann zusammen. Und diese
Beziehung war wie von einem anderen Stern. Als wir uns kennenlernten, sprühten
die Funken. Schon die erste Begrüßung haute mich um. Der Handschlag war wie
ein Blitz durch meinen ganzen Körper, noch heute weiß ich, wie er damals
roch. Wir waren 3 Jahre zusammen, dann kam ein Umzug und wir verloren uns aus
den Augen.
Vor einiger Zeit hat mich dieser Mann durch Facebook wieder gefunden. Als
ich seine Zeilen las, war das sofort das Gefühl von früher und eine tiefe
tiefe Sehnsucht in meinem Herzen. Ich hatte ihn all die Jahre nie vergessen
und war total durcheinander.
Und dann kam das Wiedersehen
Wir haben uns getroffen und alles fühlte sich an wie früher. Wir sind beide
verheiratet, haben beide Familien und wussten, dass wir wohl nie wieder
zusammen sein werden. Und dennoch ist das eine tiefe Verbindung zwischen uns.
Er ist meine erste große Liebe und wird es auch immer bleiben.
Ich liebe meinen Mann, aber der andere Mann ist etwas ganz Besonderes für
mich. Wir schreiben ab und zu Nachrichten, die mich absolut umhauen.
Nachrichten, die voller Traurigkeit sind und Sehnsucht.
Mein Mann und meine Kinder haben es verdient, dass ich ganz bei ihnen bin,
aber ein Teil von mir ist bei dem anderen Mann. Ich kann es einfach nicht
abstellen, obwohl ich es will.
Gibt es hier Frauen, die Ähnliches erlebt haben? Wie ging es Euch damit?
Ich freue mich über Austausch.
|
Heimlich verliebt: Ich kann meine erste große Liebe nicht vergessen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/helme-heine-wird-80-drei-fragen-an-den-autor-des-kinderbuch-klassikers-freunde-mit-gewinnspiel |
Ihr Lieben, genau heute an Ostersonntag wird der Autor des
Kinderbuch-Klassikers „Freunde“, das mich schon durch meine eigene Kindheit
begleitete, 80 Jahre alt. Wir gratulieren dem Granden der Kinderliteratur und
danken ihm von Herzen für sein Werk! Mit seinen Kinderbüchern hat er einfach
über Jahrzehnte hinweg Klassiker-Status erreicht.
80 Jahre Helme Heine: Der Autor von „Freunde“ hat Geburtstag
Und ganz besonders die drei Freunde aus Mullewapp begleiten auch heute noch
viele kleine und große Leserinnen: Franz von Hahn, Johnny Mauser und der
dicke Waldemar. Finger hoch, wer die Drei auch noch von früher kennt! Hach,
herrliche Kindheitserinnerungen!
Helme Heine: Freunde
Wir sind ein bisschen ehrfürchtig, dass wir Helme Heine anlässlich seines
Geburtstages nun einfach mal drei Fragen stellen durften. Immerhin hat er
nicht nur uns durch die Kindheit begleitet, sondern seine Bücher
millionenfach verkauft. Sie wurde in 35 Sprachen übersetzt, außerdem konnte
er sich vor Preisen und Auszeichnungen wie dem „Europäischen Jugendbuchpreis“
oder dem „Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und
Jugendliteratur“ kaum retten.
Lieber Herr Heine, hätten Sie je damit gerechnet, mit Ihrem Buch „Freunde“
eine ganze Generation von Kindern zu erfreuen?
Helme Heine: Jeder Autor träumt davon, einen Bestseller zu schreiben, der
aber ein paar Jahre später eh wieder in Vergessenheit gerät, weil neue
Bestseller kommen und gehen. Die FREUNDE haben es geschafft, zum
Klassiker zu avancieren. Sie werden mich überleben.
Wie haben Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar Ihr Leben
geprägt?
Helme Heine: Sie haben mir die finanzielle Freiheit geschenkt, neue eigene
Wege zu gehen.
Wie würden die drei Freunde aus Mullewapp auf die aktuelle Lage für Kinder
reagieren?
Helme Heine: Johnny stellt sich das Corona-Virus wie kleine Katzen vor, die
man nicht sehen kann, die aber trotzdem gefährlich sind.
Der dicke Waldemar hat keine Angst vor Corona, weil das Virus Schweine
nicht mag. Er fürchtet sich eher vor der Maul- und Klauenseuche und würde
deshalb eine Maske tragen.
Franz von Hahn würde sich eine neue Schlafstange im Abstand von zwei Metern
bauen, denn weiter kann das Virus nicht springen.
Wir danken Ihnen, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben!
Und nun hat sich der Verlag aus Anlass des Geburtstags von Helme Heine auch
noch etwas ganz Besonderes überlegt, nämlich eine limitierte Sonderausgabe
von „Freunde“.
Gewinnspiel: Wir verlosen 3x die Werkstattausgabe von „Freunde“
In dieser so genannten Werkstattausgabe der „Freunde“ erzählt der Autor von
der Entstehung der Figuren und gibt Einblicke in seinen Schaffensprozess.
Außerdem befindet sich darin ein Druck einer bislang unveröffentlichten
Illustration von Hahn, Maus und Schweinchen. Und wir dürfen an euch drei (!)
dieser Ausgaben verlosen.
Bitte schreibt uns dafür einfach hier im Blog in die Kommentare, was
FREUNDE für euch bedeuten. Die Losfee zieht die Gewinner und diese werden
schließlich per Mail informiert. Wir drücken euch die Daumen und wünschen
euch noch einen wundervollen Oster-Sonntag!
|
Helme Heine wird 80: Interview mit dem Autor des Kinderbuchs
"Freunde" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/herbstspaziergang-warum-es-fuer-unsere-kinder-manchmal-ausnahmen-von-der-regel-gibt-kooperation-mit-capri-sun |
Ihr Lieben, es lässt sich
nicht mehr verleugnen. Es ist Herbst, die Bäume lassen ihre Blätter fallen
und der Wald ist wieder bunt – in Gelb-, Braun- und Orangetönen. Es ist die
Zeit der warmen Getränke und der Einkuschelei auf dem Sofa. Mit Kindern lässt
sich auf diese Weise aber kein ganzer Tag verbringen, wenn unsere Drei sich
nicht genügend bewegen, dann gerät hier schnell der Haussegen ins Wanken. Wie
aber kann ich sie davon überzeugen, nach einem anstrengenden Tag in der
Schule nochmal mit mir rauszugehen, ein bisschen zu rennen und frische Luft
zu atmen?
„Kommt, Kinder, wir schnappen uns die Hunde und laufen noch eine Runde“,
versuche ich es. „Nöö, langweilig“, hallt es mir entgegen. Landkindern, die
den Wald vor der Nase haben, zu bitten, „einfach mal ne Runde zu gehen“, das
zieht bei uns irgendwie schon länger nicht mehr. Und ich kann ja nicht
täglich eine Schnitzeljagd organisieren. Also setzen wir andere kleine
Highlights. „Komm der Boden ist matschig, lasst uns auf Tierfährtensuche
gehen.“ Naja, das zog zumindest einmal. Was aber komischerweise meist ganz
gut klappt ist der Vorschlag eines Picknicks. „Kommt, ich pack ein paar
Überraschungen in den Rucksack, dann machen wir zwischendurch eine kleine
Rast und stärken uns. Ähm, muss ja auch keine lange Runde sein…“, versuche
ich es und ernte ein: „Na guuuuuuuuuuut.“
In der Fantasie stecke ich dann ein paar Äpfel und ein paar Trauben ein, in
Wahrheit sieht das aber natürlich ganz anders aus. Da dürfen dann auch mal
ein paar nicht-obstige Knabber-Snacks mit – und diesmal auch einige
Trinkpacks von Capri-Sun Pure Fruit & Water. Die hatten wir noch nie, was
auch kein Wunder ist, denn sie sind ganz neu! Sie kommen mit 60 Prozent
Fruchtsaft und 40 Prozent Wasser ohne Kohlensäure daher – und das ganz ohne
Zuckerzusatz! Klingt doch gut, oder? Bislang gibt es sie in zwei
Geschmacksrichtungen: Tropical und Apfel-Erdbeere. Bei uns gibt es sonst nur
sehr selten Trinkpäckchen, also sind sie ein ganz wunderbares
Überraschungselement für den kleinen Spaziergang, den wir an diesem
Nachmittag anvisieren.
Die Jungs holen die Hunde, jeder nimmt einen an die Leine. Die Große ist
verabredet, an diesem Nachmittag also gar nicht dabei. Die Sonne steht schon
tief, lässt aber noch einige Strahlen durch. Und ich sehe die Jungs, den
einen mit Rucksack, vor mir hermarschieren und denke mal wieder: Wie gut
ihnen das tut. Wie schwer es ist, sie von so einem Spaziergang zu überzeugen,
aber wie schön es dann auch wiederum ist, zu sehen, wie viel Spaß sie daran
haben. Wir gehen vorbei an einer Schafswiese. Wir lassen die Hunde
schnuppern, einer der Jungs klettert auf den Hochsitz.
Schließlich kommen wir an einen kleinen Holzplatz, wo sie für eine kleine
Rast auf einen ausrangierten Anhänger klettern wollen. Leider rutscht einer
der Jungs ab und schreit. Ein fieser blauer Fleck am Schienbein. Ich tröste
kurz und helfe ihm dann beim Aufstieg. Oben dürfen sie dann den Rucksack
plündern, sie trinken und essen mit Blick ins Tal. Und, oh Wunder, sie mögen
vor allem die Apfel-Erdbeer-Capri-Sun, während für mich als
Maracuja-Liebhaberin dafür mehr von der Tropical-Sorte übrig bleibt. Es ist
ein schöner Ausflug und gerade weil wir sonst keine Trinkpäckchen dabei
haben, war das nochmal ein i-Tüpfelchen. Denn was ist schöner, als uns ab und
zu mal Ausnahmen von der Regel zu erlauben?
Und das war übrigens der Blick auf dem Rückweg….
|
Herbstspaziergang: Warum es für unsere Kinder manchmal Ausnahmen von der
Regel gibt – Kooperation mit Capri-Sun | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/herzgeschichte-wie-wir-unsere-zwillinge-einmal-trennten-und-sie-sich-vermissten |
Ihr Lieben, dieser Text
erschien urpsrünglich im Blog Nusenblaten, in dem wir den Kindern die Namen
Franz, Helene und Paul gaben.
"Ich weiß noch, damals, da hatten wir einen Erpel-Überschuss auf
unserem Ententeich und die armen zwei übrig gebliebenen und nicht vom Fuchs
geholten Weibchen mussten sich täglich der Erpel-Meute stellen. Bald hatten
sie keine Federn mehr und ich, noch Kind, und meine Mutter errichteten ein
Enten-Frauenhaus, in das wir die zwei Entchen in Kur schickten. Sie hatten
ein feines Außengehege, die Erpel kamen nicht mehr an sie ran. Getrennte
Haltung.
Getrennte Haltung braucht es bisweilen auch bei Kindern, besonders wenn man
mehrere davon hat. Und darum beschlossen wir, dass Franz mal ein
Papawochenende gebrauchen könnte. Die beiden fuhren am Freitag Richtung
Westfalen, ich blieb mit Helene und Paul zu Hause. Die Zwillinge, das muss
man hinzufügen, bewegen sich zum größten Teil auf einem einzigen Quadratmeter.
Sie spielen und sie streiten. Man trifft sie meist gemeinsam an. Und weil das
Streiten in letzter Zeit erheblich Überhand nahm, dachten wir: Getrennte
Haltung könnte gut tun.
Es war ein tolles Wochenende. Für alle! Paul, Helene und ich hatten schließlich
sturmfrei, gingen Freitagabend ins Kino, Montagmorgen zum Nikolausfrühstück
zu Freunden, nachmittags zur Feier in den Reitstall, abends zum Essen zu
Verwandten und so weiter. Ereignisreich, streitarm. Helene und Paul gerieten
nicht einmal aneinander. Herrlich für mich, herrlich für Paul, herrlich auch
für Helene, die die Streitereien der Jungs genauso wenig leiden kann wie ich.
Sie fragte dann auch: Mama, können wir nicht öfter so ein Wochenende
machen?
Derweil spielte Franz bei Oma Westfalen, der Papa konnte Zeitung lesen, der
Sohn Lego bauen, keiner schmiss ihm seine Türme um oder noch schlimmer: baute
einen höheren. Dieser ständige Vergleich. Er sprach besser und langsamer als
sonst, er war ausgeglichen und man erkannte ihn kaum wieder. Die Oma
glücklich, weil sie nicht den Streithahn von sonst, sondern ein lammfrommes
Bürschchen da hatte, Franz glücklich, weil ausgeglichen, Papa sowieso.
Das war aber nicht alles. Denn Franz und Paul, so sehr sie die Streit- und
Vergleichsabstinenz genossen, vermissten sich. Und wie! Abends gab es Tränen.
“Ich kann nicht schlafen, ohne meinen Bruder. So was machen wir aber nicht
wieder.” Es war herzerwärmend. Am Samstag morgen hielt Paul es dann nicht
mehr aus (am Tag zuvor war sein Bruder abgereist), er wollte ihm eine SMS
schreiben. Ich erlaubte das und war gespannt.
Er geht seit August zur Schule. Er lernt mit der
Schreiben-nach-Hören-Methode. Und er schrieb:
“Franz. Es. Femesedes”"
|
Herzgeschichte: Wie wir unsere Zwillinge einmal trennten und sie sich
vermissten | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/herzlichen-glueckwunsch-zum-14-geburtstag-tochterherz |
Mein liebes Töchterlein, heut wirst du 14. Manchmal beginnen zu dieser Zeit
gerade erst die Sommerferien, in diesem Jahr liegt dein Geburtstag
mittendrin. Viele deiner Freunde und Freundinnen sind verreist und trotzdem
weiß ich von einigen, dass sie bereits im Hintergrund Überraschungen für dich
organisieren.
Und was kann es für eine Mutter Schöneres geben, als zu sehen, wie gut du
da eingebettet bist, wie groß das Netz ist, das dich hält und wie viel größer
es wird durch all die Erfahrungen, die du machst, die Abenteuer, die du
erlebst, wie sehr du gemocht wirst?!
Als deine Fruchtblase vor 14 Jahren platzte, da tobte in Berlin, wo wir
damals noch lebten, grad die Loveparade durch die Stadt. Mein Vater war zu
Besuch zu uns gekommen und vor lauter Geburtsanfangsschreck fuhr er dann an
die Siegessäule, um sich die Raver anzuschauen, vermutlich, um zu
verarbeiten, dass sein kleines Töchterchen jetzt ein Töchterchen, sein erstes
Enkelchen, zur Welt bringen würde.
Es war ein Samstag, an dem alles losging. Du kamst dann um kurz nach 0 Uhr,
ein Sonntagskind…
Dein Papa arbeitete an dem Tag, ich rief ihn an, dass es jetzt wohl
losgehe. Am eigentlich errechneten Geburtstermin am Tag zurvor hatte ich noch
geweint, weil du einfach nicht kamst. Wie bestellt und nicht abgeholt, äh,
nicht angekommen.
Ich freute mich doch soooo auf dich, ich wollte dich so gern kennenlernen,
gucken, wie du aussiehst, schnuppern, wie du riechst, welche Stimme du wohl
haben würdest?
Am Tag drauf dann also endlich der Geburtsbeginn. Regelmäßige Wehen,
Blasensprung zu Hause. Dein Vater, der nach meinem Anruf erstmal noch seinen
Text zu Ende schreiben wollte, bis eine Kollegin sagte: „Fährst du wohl mal
nach Hause, du kriegst jetzt ein Kind!“ Wir gingen dann in den Wehen noch
Pizza essen in Prenzlauer Berg, Außenterrasse, nach jedem Bissen erstmal
atmen, wegatmen, so weit war es da schon.
Gegen 17 Uhr dann ins Geburtshaus. Oder war es 19 Uhr? Zeit und Raum
verschwammen, am besten ging es mir in der Geburtswanne, meine Hebamme am
Rand und Händchen drücken. Dann Geburtsstillstand, anderthalb Stunden
Presswehen ohne Kind, Krankenwagen, Klinik, Vollnarkose. Du warst ein
Sternengucker im hohen Geradstand.
Kurz nach Mitternacht warst du da. Schon angezogen, als ich dich das erste
Mal im Arm hielt. „Ist sie das?“, fragte ich nach dem Aufwachen aus der
Narkose. Und ja, das war sie. Das warst du.
Ein Baby, das läuft.
Du sahst aus wie dein Papa, was ich erstmal ganz schön frech fand,
schließlich hatte doch ICH all die Mühen von Schwangerschaft und Geburt auf
mich genommen 😉
Du hattest diesen heißen WM-Sommer in meinem Bauch verbracht, die
Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land, euphorische Stimmung. Eine Woche
nach dem Finale kamst DU. Diesen Sommer werde ich nie vergessen.Mit elf
Monaten lerntest du laufen, mit 16 Monaten Laufrad fahren, aber da warst du
nicht mehr zu halten.
Als du anderthalb warst, teilte mir der Gynäkologe mit, dass du wohl gleich
zwei Geschwisterchen bekommen würdest. Ich sagte, wenn die genauso viel
schreien wie du am Anfang, zieh ich aus (über diese Zeit berichte ich
ausführlich in unserem Buch Wow Mom, da gibt es auch ehrliche Fotos aus der
Zeit). Und sie schrien nicht so viel.
Als kurz nach der Geburt der beiden dein Papa mal nach der Arbeit nach
Hause kam und eine Tüte Tiefkühlpommes auf dem Arm trug, meintest du aber
bestimmt: „Bitte nicht noch mehr Babys“. Du wusstest schon immer, was du
wolltest, du Wahnsinnsfrau.
Heute vor zehn Jahren, zu deinem vierten Geburtstag, bekamst du ein
Mini-Einrad. Abenteuer, ausprobieren, Geschwindigkeit waren schon immer dein
Ding. Du hast keine Lust auf Langeweile, du willst etwas erleben, du willst
laut lachen und das Leben mit großen Löffeln zu dir nehmen.
Jetzt bist du 14. Willst dein eigenes Ding machen, teilst längst nicht mehr
alle Erfahrungen mit uns, fährst allein mit den Mädels nach Köln und regelst
dein Leben quasi selbstständig. Du richtest dein Zimmer ein, baust es um,
machst es dir schön und entwickelst dich dabei fast von allein weiter. Immer
öfter suchen wir deinen Rat, nicht mehr du unseren. Du hast eine unfassbare
Auffassungsgabe und so viel Empathie, dass du sofort merkst, wenn die
Stimmung kippt oder jemand getröstet werden muss.
Erziehen mussten wir dich eigentlich nie, du bist ein Organisationstalent
und ein Kindermagnet, mittlerweile so groß wie ich… wohin du wohl noch
willst… ich bin gespannt und könnte dankbarer nicht sein, deine Mama sein zu
dürfen…
Happy birthday, meine Große!
|
Herzlichen Glückwunsch zum 14. Geburtstag, Tochterherz! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hilfe-so-ein-chaos-ein-fast-normaler-morgen-bei-der-stadt-familie |
Kennt Ihr diese Tage, an
denen Ihr um 10 Uhr schon denkt: "Ach, eigentlich könnte ich jetzt auch
schon wieder ins Bett!"? So ein Morgen war bei uns gestern. Irgendwie
war der Wurm drin. Es fing schon nachts an. Die Kleinste hat (MAL WIEDER!!!!)
eine Rotznase und deshalb schlecht Luft bekommen. Sie ist mehrmals nachts
weinend aufgewacht, irgendwann lag sie auf meiner Brust und ich habe im
Sitzen geschlafen. Weil die Nacht so unruhig war, war die Kleine dann auch
nicht wie üblich um sechs wach – sondern erst um sieben. Und auch der Rest
der Familie hat so lange geschlafen – was natürlich desatröse Folgen hatte
🙂
Denn statt gemütlichem Frühstück gab es von Sekunde 1 die Ansage:
"Heute muss es schnell gehen! Wir haben verschlafen."
Während ich die Müslischalen vorbereitete, piepste mein Handy. Erinnerung
an den U6 Termin der Kleinsten um 9.15 Uhr. Ach Du Scheisse, hatte ich ja
total vergessen. Also schnell noch das Vorsorgeheft und den Impfpass suchen.
Dazwischen immer mal wieder: "Kinder, futtert mal schnell alles auf, wir
müssen bald los."
Das Handy piepste wieder. Mail vom Elternvertreter der Schulklasse meiner
Tochter. Heute würde ja die Projektwoche starten. Daher kein Schulranzen,
sondern nur ein Rucksack, Federmäppchen, Bastelzeug, Brotbox,
Hausaufgabenheft mitnehmen.
Kreisch-Punkt 1: Ich hatte die Bastelutensilien nicht alle besorgt.
Kreisch-Punkt 2: Die Große hatte keinen Rucksack mehr, ihrer ist vor zwei
Wochen kaputt gegangen, ich habe allerdings schon einen Neuen gekauft, den
sie aber erst zu ihrem Geburtstag Mitte Dezember kriegen sollte. Also
schnappte ich mir den Rucksack vom Sohn, der ist aber ganz schön klein
(Kindergarten-Rucksack halt), da passte das ganze Zeug nicht rein. Also:
Hurra Hurra, es gab ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk – zur Freude der
Großen, ich ärgerte mich schwarz.
Beim Anziehen wollte mein Sohn unbedingt die dicken Skihandschuhe anziehen,
die letztes Jahr noch seiner Schwester gehörten und die eigentlich noch nicht
bereit ist, sie weiter zu vererben. Es folgte also ein Grundsatz-Streit der
Geschwister zu dem Thema "Das ist aber meeeeeeeeeeinssssss."
Die Große fand ihren Schal nicht, die Kleine aß die Staubflusen vom Boden.
Als ich sie endlich im Winteranzug hatte, roch ich, dass die Windel voll ist.
Ein Blick auf die Uhr: Das wird alles verdammt knappt.
Alle rannten zum Auto. Kaum saßen wir drin, fiel mir ein, dass ich die
Blumen für die Kita in der Küche vergessen habe. Und das Untersuchungs-Heft
der Kleinen. Also ich wieder raus aus dem Auto, um beides zu holen. Die Kids
drehten derweil Radio Teddy so laut, dass die ganze Straße wach war.
Zurück im Auto. An der ersten Ampel dachte ich: Das gibts doch nicht. Ich
hab zwar das Untersuchungsheft geholt, aber die Blumen hab ich erneut stehen
lassen.
Eine Vollbremsung vor der Schule. die Große knutschen und verabschieden.
Dann weiter zur Kita, dem Sohn war inzwischen auch aufgefallen, dass ich die
Blumen vergessen habe und schmollte. Und sagte, dass ich eine voll fiese Mama
bin. Danke auch.
Söhnchen abgeben, Baby wieder ins Auto – da sah ich, dass im Fußraum noch
ein Paket lag, das ich seit Tagen wegbringen will. Neben dem Kinderarzt ist
eine Poststation, also ging ich dort noch schnell rein und traf leider auf
eine unfassbar unfreundliche Servicekraft. Sie schrie mich doch tatsächlich
an, weil ich den Laden betrat, obwohl es erst 8.59 Uhr war und nicht 9.Uhr
(die Tür war aber schon aufgeschlossen?!?). Obwohl ich versuche, meinen Ärger
wegzuatmen, habe ich mich auf eine Diskussion eingelassen und ihr gesagt,
dass ich ihren Ton unangemessen finde – worauf sie noch unverschämter wurde.
Manchmal nervt Berlin mit seiner Unfreundlichkeit…
Wütend verließ ich den Laden und steuerte auf den Kinderarzt zu. Da ich
noch zehn Minuten Zeit hatte, holte ich mir noch einen Kaffee im Cafe
nebenan. Während ich wartete, sah ich, dass die Kleine in der Trage pennt.
Ich nahm meinen Kaffee, setzte mich kurz, ein Blick auf die Uhr: 9.22 Uhr.
Und ich dachte: "Hach, was freue ich mich heute abend auf mein Bett
:.-)"
Nach dem Kinderarzt Termin rief ich dann meinen Mann, der gerade auf
Dienstreise ist erzählte ihm von dem Morgen. Als ich es so hintereinander her
erzählte, lachten wir beide und er sagte: "Das kannst Du gut
verbloggen." Kluger Mann, den ich da hab 🙂
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Hilfe - so ein Chaos! Ein fast normaler Morgen bei der Stadt-Familie |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hilferuf-einer-mutter-ich-kann-die-kinder-nicht-bei-schnupfen-zu-hause-lassen |
Ihr Lieben, in den letzten Tagen haben
wir vermehrt Nachrichten bekommen, dass die Betreuungszeiten der Kitas
und Schulen viele Mütter weiterhin vor ein riesige Problem stellen – und
vielen von Euch ist jetzt schon Angst und Bange davor, wie im Herbst alles
laufen soll. Eine Leserin – nennen wir sie einfach mal Agnes – hat uns diesen
Brief weitergeleitet, den sie auch an den Ministerpräsidenten ihres Bundeslandes
geschickt hat….
Sehr geehrter Vertreterinnen und Vertreter unseres Landes:
dies ist ein Hilferuf! Ich bin völlig am Ende und bitte Sie eindringlich:
sorgen Sie dafür, dass wir in NRW wieder eine verlässliche Kinderbetreuung
bekommen! Eine Betreuung, die auch tatsächlich genutzt werden kann und keine,
die nur in der Theorie auf dem Papier besteht!
Ich bin alleinerziehende Mutter dreier kleiner Kinder, 3 Jahre, 5 Jahre und
8 Jahre alt, und nahezu voll berufstätig. Ich arbeite in einem Beruf, den ich
im Home-office ausüben kann, der jedoch höchste Konzentration verlangt.
Dass die jetzige Pandemie eine nie da gewesene Ausnahmesituation ist und
Sie als Politiker vor allergrößte Herausforderungen stellt, ist mir sehr
bewusst. Großen Respekt für Ihre Arbeit in diesen schwierigen Zeiten! Wofür
ich aber überhaupt kein Verständnis habe ist, dass die Belange und
Bedürfnisse und Nöte von Kindern und berufstätigen Eltern nach wie vor die
allerletzte Priorität im politischen Handeln zu haben scheinen.
Wochenlangen Shutdown mit Home-Schooling, Home-Kita, Home-office,
geschlossenen Spielplätzen und absoluter Isolation (Großeltern fallen wegen
Risikogruppenzugehörigkeit weg) haben mich ganz knapp vor einen Burn-out
gebracht. Dann kam Ende April endlich die Notbetreuung für Alleinerziehende.
Aber schon Anfang Juni mit dem Übergang zum eingeschränkten Regelbetrieb in
den Kitas wurde die Situation für viele Alleinerziehende – so auch für mich –
wieder prekärer.
Denn die reduzierten Betreuungszeiten reichen nicht aus, die Arbeitszeit
abzudecken!
Mit der nun geltenden Regelung, dass Kinder mit leichtesten
Krankheitsanzeichen, wie Schnupfen oder Husten, so lange nicht mehr betreut
werden dürfen, bis sie 48 Stunden symptomfrei waren, wurde aus der
Kita-Öffnung eine totale Farce!
Ich habe drei normal gesunde Kinder. Normal gesund heißt aber, bis zu 12
Infekte im Jahr sind völlig normal und im Rahmen dessen, was das Immunsystem
der Kinder braucht, um zu trainieren. Ein Schnupfen dauert mit viel Glück nur
ca. 7 Tage. Schon bei Husten sieht es anders aus: Der Berufsverband der
Kinder- und Jugendärzte e.V. schreibt „Eine Hustenerkrankung wird meistens
durch Infektionen mit Viren (mehr als 90%) der oberen und mittleren Atemwege
im Rahmen eines grippalen Infekts ausgelöst und dauert nicht länger als 8
Wochen.“
Meine Kinder werden grundsätzlich nicht gleichzeitig krank – da sie ja
andere Kontaktnetze haben, sondern stecken sich im Zweifelsfall nacheinander
an. Normaler Weise husten und schnupfen die Kinder in den Kitas von September
bis Mai durchgängig ohne Unterbrechung. Was von Kinderärzten als völlig
normal angesehen wird.
Auf Grund der aktuellen Regelung gibt es aber ein unvorstellbar großes Problem
für berufstätige Eltern! Lassen Sie mich kurz einmal überschlagen: 12 Infekte
in den kommenden Monaten, Annahme 6x Schnupfen, 6x Husten (und hier die
optimistische Annahme, dass der Husten nur 4 und keine 8 Wochen dauert) = 6*1
Woche + 6*4 Wochen = 30 Wochen pro Kind. Stimmt nicht, dazu kommt ja jeweils
noch 2 Tage gesund zuhause: 12*0,29 Wochen = 3,4 Wochen. Insgesamt also gut
33 Wochen, die ein Kind nicht betreut werden darf!!
Ich habe aber wie gesagt 3 Kinder, die in der Regel nach einander und nicht
gleichzeitig krank werden!
Ich muss deshalb davon ausgehen, dass es im nächsten Jahr nicht eine
einzige Woche geben wird, in der ich arbeiten kann und gleichzeitig meine
Kinder betreut weiß!!
Die bisherigen Regelungen helfen überhaupt nicht weiter: die wenigen
Kindkrank-Tage sind ein winziger Tropfen auf den heißen Stein und auch die
Corona-Lohnfortzahlung gibt es ja nicht, wenn die Einrichtung auf dem Papier
theoretisch auf hätte.
Zudem hilft die Corona-Lohnfortzahlung alleinerziehenden Eltern nicht
wirklich weiter! Die ist toll für Familien mit zwei Gehältern, wo nur der
Wegfall eines Gehaltes kompensiert werden muss. Aber als Alleinerziehende ist
auch die Corona-Lohnfortzahlung wegen geschlossener Betreuungseinrichtung nur
ein Tropfen auf den heißen Stein, der nicht einmal reichen würde, die Miete
zu bezahlen.
Um es kurz zusammen zu fassen: Kinderbetreuung in Kitas besteht de facto
nicht! Als Alleinerziehende bin ich darauf angewiesen zu arbeiten (ich habe
sogar nur einen befristeten Vertrag). Die totale Überforderung, alles alleine
regeln zu müssen, Arbeit und Kinderbetreuung, hat mich bis zum Burn-out
gebracht. Eine Mutter-Kind-Kur hatte ich bereits Anfang des Jahres (als alles
noch vergleichsweise „easy“ in einer Vor-Corona-Welt lief) verordnet
bekommen: Nur wurde die mir leider wieder abgesagt, weil die allermeisten
Mutter-Kind-Kliniken keine Kinder unter 6 Jahren mehr aufnehmen (meine auch
nicht). Bei der aktuellen Platzvergabe sind die Kliniken bei Anfang Sommer
2021. Vorher besteht für mich also keine Möglichkeit, dieses Hilfsangebot zu
nutzen.
Es gibt schlicht keine Möglichkeit für mich und meine Kinder, dieses Jahr
irgendwie zu überstehen, es sei denn, Sie sorgen dafür, dass es wieder eine
verlässliche Kinderbetreuung gibt!!
Es kann nicht sein, dass
– in allen Lebensbereichen immer weiter gelockert wird; das Nicht-tragen
von Masken im Alltag keinerlei Konsequenz zu haben scheint (Menschen, die in
Geschäften ihre Maske „korrekt“ tragen, sind inzwischen zur Minderheit
geworden),
– gleichzeitig es längst nicht mehr darum geht, ob Kinder Super-spreader
sein könnten, sondern allein noch darum, ob sie vielleicht doch annähernd
genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene (und viele Studien sagen ja sogar,
dass Kinder „harmlos“ sind, was das Infektionsgeschehen betrifft) und
trotzdem in keinem anderen Bereich so hart durchgegriffen wird, wie bei den
Kindern!!
Wem außer den Kindern wird abverlangt, bei jedem noch so kleinen Schnupfen
so lange zuhause zu bleiben, bis sie 2 ganze Tage wieder gesund
waren??!!
Wieso wird trotz der verbreiteten Studienlage, dass Kinder das
Infektionsgeschehen nicht treiben, immer noch am allerhärtesten bei den
Allerkleinsten durchgegriffen??
Kinderschutzorganisationen warnen vor vermehrter Gewalt gegen Kinder – und
ich muss leider sagen, dass ich diese Warnung für sehr berechtigt halte!!
Wenn in einigen Monaten und Jahren herauskommt, was diese Zeit für Kinder
bedeutet hat, wird die Politik nicht sagen können, sie hätte davon nichts
gewusst…. ich bin absolut überzeugt von gewaltfreier Erziehung, aber auch ich
schreie meine Kinder inzwischen viel zu häufig an, wenn ich nach einer
Videokonferenz wieder feststelle, dass die nächste Tür bemalt ist, die
nächsten wichtigen Unterlagen zerschnitten wurden, die Geschwister sich
wieder bis aufs Blut streiten… Bei der Erziehungsberatungsstelle habe ich
natürlich auch schon um Hilfe gefragt. Die Antwort lautete: „Ihre Kinder sind
noch so klein, das ist die Trotzphase, die brauchen mehr Aufmerksamkeit.“ Und
genau da sind wir wieder beim Kern des Problems!
Bitte tun Sie etwas!! Ich kann nicht mehr!
1. Schaffen Sie die unsinnige Regelung ab, dass erkältete Kinder nicht mehr
betreut werden dürfen (da müssen andere Regelungen her, um das
Corona-Geschehen zu kontrollieren, z.B. regelmäßige Pool-Tests)!
2. Sorgen Sie für mehr Unterstützung insbesondere für Alleinerziehende,
wenn die Kinder doch zuhause betreut werden müssen!
3. Sorgen Sie dafür, dass Mutter-Kind-Kurkliniken wieder Mütter mit kleinen
Kindern aufnehmen müssen (denn gerade die sind aktuell am stärksten
Kurbedürftig)!
Mit freundlichen Grüßen, eine verzweifelte Mutter
|
Hilferuf einer Mutter: Ich kann die Kinder nicht bei Schnupfen zu Hause
lassen! | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hirntumor-statt-abi-marlene-18-sagt-meine-medizin-seid-ihr |
Sie hat ihre Follower bei
Instagram mitgenommen, als es ihr am schlechtesten ging – zur Chemo- und zur
Strahlentherapie. Denn kurz vor dem Abi bekommt Marlene im Alter von 18
Jahren eine niederschmetternde Diagnose: Hirntumor.
Mit ihrem Blog und ihrer Offenheit betreibt sie emotionale Aufklärung! Ihr
Buch "Meine Medizin seid ihr" (Affiliate Link) setzt ihren
Social-Media-Kanälen nun noch eine Krone auf. Was der Krebs mit ihr, mit ihrer
großen Liebe und mit ihrer Familie gemacht hat, erzählt sie uns hier im
Interview.
Liebe Marlene, auf dem Cover deines Buches strahlst du, obwohl deutlich zu
sehen ist, dass deine Haare nach der Chemo gerade erst wieder nachwachsen.
Was hat dir den inneren Antrieb gegeben, durch deine Therapie hinweg so
optimistisch zu bleiben?
Meine Familie und Freunde die immer und zu jeder Zeit für mich da waren,
haben mich immer unterstützt und so dafür gesorgt, dass nicht in ein Loch
falle und sie haben mich immer aufgefangen und angetrieben. Sie haben mir
gutgetan, mich von meiner Krankheit und der Therapie abgelenkt und ein
bisschen Normalität in meinen Alltag gebracht, was in so einer ungewöhnlichen
Zeit im Lebe, unheimlich gut tut.
Nun hast du dein Buch sogar "Meine Medizin seid ihr" genannt. Wer
hat dir durch die schwere Zeit geholfen und gibt es überhaupt Worte, die
deinen Dank in Worte fassen könnten?
Auch hier kann ich wieder meine Familie, Freunde aber auch Community
nennen, es war immer jemand für mich da und ich bin unglaublich dankbar. Ja
es ist tatsächlich schwer meinen Dank in Worte zu fassen, ich weiß vor allem
gar nicht was ich ohne meine Familie gemacht hätte, sie war mir eine riesige
Stütze und der Dank dafür ist nicht in Worte zu fassen.
Du hast die Diagnose Hirntumor kurz
vor deinem Abi bekommen, du warst 18 Jahre alt. Während alle anderen ihren
Abschluss feierten, lagst du um dein Leben bangend in der Klinik. Du hättest
alle Berechtigung gehabt, in Selbstmitleid zu zerfließen, das hast du aber
nicht getan… neigst du einfach sowieso dazu, Dinge so anzunehmen, wie sie
sind?
Das ist eine gute Frage… ich glaube ich würde nein darauf antworten.
Früher, vor meiner Erkrankung fiel es mir schwer Dinge einfach anzunehmen,
ich habe mir oft diskutiert oder war sauer, wenn Dinge nicht so liefen wie
ich es mir vorgestellt hatte. Anfangs war ich auch wirklich sauer, sauer dass
ich mitten im Abi abbrechen musste, dass meine lange gezüchteten Haare
ausfielen, dass ich im Krankenhaus sein muss, während alle anderen an mir
vorbei ziehen. Mit der Hilfe meiner Eltern, Freunde und meinem damaligen
Freund habe ich gelernt, dass es ok ist und ich die Dinge annehmen muss so
wie sie sind. Natürlich war ich sauer und das ist auch ok, aber ewig sauer
und traurig zu sein bringt mir auch nichts und macht die gesamte Situation
nicht besser. Versuchen die schönen und guten Dinge in all dem Schlechten zu
sehen und versuchen das Beste draus zu machen, macht doch viel mehr Spaß und
die Zeit dann doch ein bisschen schöner. Das habe ich für mich gelernt und
nicht nur für die Zeit der Krankheit, sondern für mein ganzes Leben. Ich habe
für mich gelernt, dass man manchmal einfach Dinge so annehmen muss, wie und
man das Beste draus machen muss.
Wir sind ja hier ein Mamablog, wie geht es denn deiner Mutter heute – und
hast du mit ihr mal offen darüber gesprochen, wie diese Zeit für sie war? Sie
hatte immerhin noch zwei weitere Kinder plus Pflegekinder, um die sich in der
Zeit des Sorgens und Bangens um dich kümmern musste…
Ich rede mit meiner Mama ganz viel und sehr offen über alles, meine Mama
ist quasi meine beste Freundin wie man so schön sagt. Heute geht es ihr
wieder gut und von Zeit zu Zeit, jetzt wo die Krankheit immer weiter in den
Hintergrund rückt wird das Thema auch leichter für sie.
Ich muss sagen, anfangs fiel es mir sehr schwer mit ihr über das ganze
Thema zu sprechen, da sie selbst ihre Mutter am Krebs verloren hat und ich
wusste wie schlimm die ganze Sache für sie war. Ich wusste selbst nicht wie
ich mit ihr umgehen sollte, was ich sagen sollte… Irgendwann entschied ich
mich meine Gedanken einfach offen auszusprechen, was die beste Entscheidung
war. Gemeinsam sind wir durch diese schwere Zeit gegangen und ich glaube
meiner Mama tat es sehr gut, dass ich so positiv mit dem ganzen Thema
umgegangen bin.
Dennoch weiß ich, dass meine Diagnose sehr schlimm für sie war und sie das
Thema heute auch immer noch zu Tränen bringen kann. Die Krankheit hat uns
noch mehr zusammengeschweißt und aber dennoch war sie nicht einfach. Meine
Mama hatte zu dieser Zeit zum Glück unheimlich viel Unterstützung durch
meinen Papa und auch meine älteren Geschwister haben meine Eltern immer
unterstützt, also die Familie hat immer zusammengehalten. Ich weiß, dass das
Reden für uns alle gut war und vor allem die große Leidenschaft des Reitens
und der Pferde hat meiner Mama auch sehr durch diese schwere Zeit
geholfen.
Du hast dich entschieden, offen mit deiner Erkrankung umzugehen, Menschen
in einem Blog und bei Instagram auf dem Laufenden über deinen
Gesundheitszustand zu halten. Würdest du dich wieder dafür entscheiden?
Eindeutig: Ja!
Ich muss sagen, es war eine gute Entscheidung. Ich habe so ganz viele tolle
Menschen kennengelernt, Gleichgesinnte gefunden und man war quasi nie
alleine. Man konnte sich austauschen und hat sich gegenseitig online
unterstützen. Zu dem hatte ich zu dieser Zeit, in der ich sowieso nicht viel
machen konnte, ein Hobby gefunden, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich
war schon immer ein offener Mensch und ich wollte auch einfach erklären was
so im Krankenhaus und bei einer Chemotherapie passiert. Ich wollte nicht das
arme kranke Mädchen sein und abgeschieden von der Außenwelt sein. Mein Hobby
das Fotografieren und Fotos online stellen wollte ich mir nicht nehmen lassen
und ich wollte zeigen, dass es gar nicht so schlimm im Krankenhaus ist. Ich
wollte über diese Krankheit sprechen und zeigen, wie wichtig es ist auf den
Körper zu hören, dass Krebs nicht nur eine Alterskrankheit ist. Heutzutage
kommt fast jeder Mensch mit dem Thema irgendwie in Berührung und ich finde es
sollte kein Tabuthema mehr sein, wo keiner sich traut darüber zu
sprechen.
Außerdem war es irgendwann sehr
praktisch, da auch Familie, die weiter weg wohnt immer auf dem neusten Stand
meiner Therapie und meines Zustands war, weil ich das ja online geteilt
habe.
Beim Lesen deines Buches habe ich viel Zuversicht erlebt – und nicht einmal
das Gefühl gehabt, du würdest an deiner Genesung zweifeln. Stimmt das oder
hattest du wirklich eigentlich nie Todesangst?
Ja das stimmt. Ich hatte wirklich eigentlich keine Todesangst, da der Tod
für mich nie wirklich greifbar war. Außerdem war das Thema sterben so weit
weg von mir und meinem derzeitigen Leben, dass ich es für mich persönlich
irgendwie nie im Raum stand. Mir war natürlich bewusst, ich habe eine
lebensbedrohliche Krankheit, aber ich wusste auch, ich kann wieder geheilt
werden. Sterben war für mich einfach keine Option, habe ich immer gesagt. Der
Tod war einfach viel zu weit weg und meine Prognose war auch nicht schlecht,
deshalb hab ich mir da auch nicht versucht so viele Sorgen zu machen und
erstmal positiv zu denken.
Ein besonderer Begleiter in der Zeit
war auch dein Freund, der immer wieder Thema im Buch ist. Seid ihr heute noch
zusammen? Und wenn ja: Wie hat sich eure Liebe verändert durch all das, was
ihr zusammen durchgemacht habt?
Nein, wir sind nicht mehr zusammen, aber ja er war mir in dieser Zeit eine
große Stütze und ich bin froh, dass ich ihn an meiner Seite hatte.
Und wenn du jetzt mal nur an dich denkst: Inwiefern bestimmt die Angst noch
dein Leben, dass die Krankheit zurückkommt? Und lebst du dein Leben
intensiver, nutzt du jeden Tag, seit du weißt, dass das alles nicht
selbstverständlich ist?
Die Angst hat mein Leben persönlich nie bestimmt und tut sie bis heute
immer noch. Mir geht es gut, ich bin fit und habe keinen Grund zur Sorge. Ich
sage immer, solange es mir gut geht und ich keine Beschwerden habe, habe ich
doch auch keinen Grund zur Sorge und es bringt mir nichts mich verrückt zu
machen und wegen jedem kleinsten Ziepen Panik zu machen. Ich habe aber
natürlich gelernt mehr auf meinen Körper zu hören und ungewöhnliche Dinge
schon Ernst zu nehmen. Ich würde schon behaupten, dass ich mein Leben jetzt
anders leben als vorher und dass sie etwas verändert hat und ich jetzt ein
Stück weit bewusster lebe.
Ich glaube meine Sicht auf das Leben hat sich geändert, zum positiven, ich
schätze besondere Momente, Augenblicke und Erlebnisse mehr als vorher und
kann sie glaube ich, ein Stück weit mehr genießen. Ich schätze Beziehungen zu
Menschen die mir wichtig sind noch mehr und weiß, wie wichtig diese sind. Ich
habe sehr viel für mich und mein eigenes Leben und meine Zukunft gelernt,
aber natürlich fällt man trotzdem immer wieder in den Alltagstrott und
vergisst manche Dinge. Trotzdem bin ich einfach nur glücklich und unheimlich
froh leben zu dürfen und hier auf dieser Welt zu sein und das schönste daraus
zu machen! Ja, der Krebs hat mich verändert und mir gezeigt wie wertvoll und
schön das Leben ist und sein kann.
Das Buch: Marlene Bierwirth: Meine
Medizin seid ihr. Warum man den Krebs nicht allein besiegt (Affiliate
Link)
|
Hirntumor statt Abi! Marlene, 18, sagt: Meine Medizin seid ihr | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hochbegabte-kinder-eine-mutter-erzaehlt-wie-der-hohe-iq-das-leben-veraendert |
Liebe Christin, Euer Sohn, der im Mai 5 wird, ist hochbegabt. Wann ist Dir
das erste Mal etwas in diese Richtung aufgefallen?
Er war als Baby schon sehr aufmerksam und zeigte ein großes Interesse an
seiner Umwelt. Es war aber weniger ein Moment oder ein Gedanke, der uns
darauf brachte, sondern vielmehr seine Entwicklung und seine
außergewöhnlichen Fähigkeiten, die sich mit der Zeit zeigten. Er hatte schon
sehr früh eine rasche Auffassungsgabe, konnte komplexe Zusammenhänge nicht
nur verstehen, sondern sich auch merken und zeigte ein großes
Zahlenverständnis.
Auch feinmotorisch war er immer sehr geschickt, mit knapp 18 Monaten hat er
Geschenkbänder in Steckholzklötze gefädelt. Sehr auffallend war auch sein
Gedächtnis, er konnte sich an Wege, Orte und Geschehnisse erinnern, die
teilweise ein Jahr, zurücklagen; er konnte ganze Buchseiten
"mitlesen" – das ging so weit, dass er uns korrigierte, wenn wir
ein Wort falsch lasen. Seine abstrakte Wahrnehmung wie auch sein Humor waren
für uns auch ein Indiz – er sagte zum Beispiel „zum Glück bin ich schon vier,
sonst wäre ich ein Dreieck“ und „der Nachthimmel sieht aus wie ein Zimmer
ohne Licht“.
Wir hatten immer wieder sehr gutes
Feedback von seinen damaligen Erzieherinnen aus der Krippengruppe, die uns
sehr anschaulich vor Augen geführt haben, dass er sich kognitiv anders
entwickelt als gleichaltrige Kinder. Wir hatten keine Vergleichsmöglichkeiten
und uns fehlte auch die Erfahrung, seine Entwicklung einzuschätzen. Die
Erzieher haben eine mögliche Hochbegabung recht früh erkannt, mit 2 Jahren
und ihn sehr liebevoll, mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Feingefühl in
der Krippe betreut. Ich bin ihnen heute noch unendlich dankbar
dafür.
Welche Stationen habt Ihr durchlaufen, bevor es dann die Bestätigung auf
eine Hochbegabung gab?
Zum Glück haben gar keine Stationen.
Da wir die Hochbegabung bereits sehr früh vermutet hatten, haben wir sehr
viel zu diesem Thema gelesen und seine Entwicklung beobachtet. Als die
Situation im Kindergarten anfing schwierig zu werden, weil er, wie es heißt
„verhaltensauffällig“ war, haben wir uns dazu entschlossen, ihn im November
letzten Jahres, durch einen sehr erfahrenen, auf diesem Gebiet
spezialisierten Psychologen in München, testen zu lassen. Die Testung ergab
einen Gesamt-IQ von 142, in allen Bereichen befindet er sich über 130, sein
besonderes Talent liegt im räumlich visuellen Bereich, dort liegt der IQ bei
145 +.
Viele Eltern von hochbegabten
Kindern beschreiben die Hochbegabung als Fluch und Segen – wie siehst Du
das?
Da kann ich teilweise zustimmen. Es
ist kann sehr anstrengend sein, wenn er alles bis ins kleinste und letzte
Detail wissen will, er immer Neues lernen möchte und er wirklich alles, was
er dann auch lernen will, innerhalb kürzester Zeit kann – die Langweile kommt
da schnell auf. Seine Frustrationstoleranz ist sehr niedrig, wenn etwas nicht
so klappt oder sofort funktioniert, wie er sich das vorstellt. Wir müssen ihm
vieles, was das Zwischenmenschliche betrifft, sehr ausführlich und mit viel
Gefühl erklären, weil er sich manches Gesagte sehr zu Herzen nimmt –
besonders Situationen im Kindergarten. Das ist aus der Ferne sehr schwer
aufzufangen. Gleichzeitig ist es aber auch wundervoll einen so vielseitig
interessierten und wissbegierigen Sohn zu haben an dem man selbst mitwachsen
kann.
Manchmal wird Eltern vorgeworfen,
sie seien ja nur "ehrgeizig" – hast Du das auch erlebt? Bzw. gab es
mal blöde Kommentare von außen?
Allerdings. Wir sind viel belächelt
worden, wenn das Thema mal zur Sprache kam. Wir haben uns vor der Testung oft
anhören müssen, dass wir nicht objektiv sind. Blöde Kommentare gibt es leider
immer, von "das tut mir leid zu hören" bis hin zu "bist du
sicher, dass er kein Autist ist?" oder „wenn er so schlau ist, warum
kann er dann noch nicht Fahrrad fahren? Das sollte er dann doch können?“. Da
spiegelt sich die Unwissenheit, die Unsicherheit und der Neid der anderen
wider.
Wir wünschen uns mehr Offenheit,
Toleranz, Verständnis und Wertschätzung, nicht nur bei den Mitmenschen, vor
allem auch in unserem Bildungs- und Betreuungssystem. Leider ist durch
Vorurteile und Mythen ein Klima geschaffen worden, in dem die Bedürfnisse von
hochbegabten Kindern vernachlässigt werden. So wie jedes Kind einzigartig und
individuell ist, so ist auch die Hochbegabung bei jedem Kind unterschiedlich.
Wie wird Euer Sohn nun
gefördert?
Im Kindergarten wird er gar nicht
gefördert, da die Meinung vertreten wird, dass das bei einer Kindergartengruppe
von über 20 Kindern nicht möglich ist. Außerdem sagte man uns, dass eine
Förderung ihrer Meinung nach nicht notwendig sei, da er ja bisher auch nicht
gefördert wurde und sich trotzdem gut entwickelt hat. Dass aber ein
Zusammenhang besteht zwischen seinem Verhalten und einer fehlenden Förderung
bzw. Forderung wird leider nicht gesehen.
Zuhause fördern, fordern und
unterstützen wir ihn mit dem, was ihn gerade antreibt und interessiert. Er
macht sehr gerne Vorschulblöcke, große Puzzle, übt Lesen, Schreiben und
Rechnen, hört Hörbücher zum Thema Universum und Astrophysik oder baut mit
Lego. Es gibt auch einige Angebote für hochbegabte Kinder, die wir
wahrnehmen, wie Experimentier- Forschungs- und Baukurse sowie
Spieletreffs.
Wie geht Dein Sohn mit allem
um?
Er weiß nicht, dass er hochbegabt
ist, da wir nicht finden, dass das für ihn zum jetzigen Zeitpunkt eine Rolle
spielen sollte. Klar, er merkt schon, dass er teilweise mehr als die
Vorschulkinder kann und weiß, aber da versuchen wir ihm zu erklären, dass es
immer Menschen geben wird, die weniger können als er, genauso, wie es welche
geben wird, die mehr können. Wenn es später um Schule und weiterführende
Schule geht und er auch älter ist, wird er das entsprechend mitbekommen. Von
seiner Hochbegabung wissen nur eine Handvoll Menschen. Er hat zum Glück
viele Freunde und findet auch schnell überall Anschluss.
Was würdest Du anderen Eltern raten,
die vermuten, dass Ihr Kind hochbegabt ist?
Informieren, das ist der erste Schritt. Es gibt sehr gute Literatur zu dem
Thema, die umfassend informiert (James T Webb, Hochbegabte Kinder, Das große
Handbuch für Eltern) oder Beratungsstellen wie die Deutsche Gesellschaft für
das hochbegabte Kind e.V. (DGhK). Wenn man Gewissheit möchte, dann testen
lassen www.die-hochbegabung.de, das ist der Expertenkreis Hochbegabung/Potenziale
des Berufsverbandes Deutscher Psychologen und ist auf Begabungsdiagnostik und
Beratung spezialisiert. Eine Hochbegabung zu erkennen, ist nicht einfach.
Eine einheitliche Definition dafür gibt es nicht. Hochbegabung ist so
vielseitig und facettenreich und zeigt sich bei jedem Kind anders, da jedes
Kind ganz besondere Talente und Fähigkeiten hat.
Und, zu guter Letzt, nicht verunsichern lassen! Auch wenn der Kindergarten,
die Schule oder das Umfeld etwas Anderes erzählen und wilde Diagnosen
erstellen, bleibt auf der Spur und euch selbst und eurem Kind treu. Man
selbst muss als erstes dazu bereit sein, diesen Weg mit seinem Kind zu
gehen.
Gab es auch schon Zeiten, in denen Du Dir gewünscht hast, Dein Sohn hätte
keine Hochbegabung?
Nein, niemals. Wir lieben ihn ganz genau so wie er ist – einzigartig und
wundervoll.
Was wünscht Du Dir für die Zukunft Deines Kindes?
Eine wunderschöne, sorgenfreie Kindheit, liebe Menschen um ihn herum, die
ihn so akzeptieren und lieben, wie er ist; viele gute Freunde, die ihm Halt
geben und Mut, er selbst zu sein und Stolz darauf zu sein, wer er ist.
ZUM WEITERLESEN: Auch Ilonas Sohn ist hochbegabt und So waren die
ersten Schuljahre für meinen hochbegabten Sohn
Foto: pixabay
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Hochbegabte Kinder - eine Mutter erzählt, wie der hohe IQ das Leben
verändert | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/hochzeit-kinder-kriegen-liegt-das-schoenste-etwa-schon-hinter-uns |
Ihr Lieben, es ist lang her,
dass ich die letzte Windel gewechselt habe. Seit zwei Jahren bin ich keine
Kitamutter mehr und werde es wohl auch nie mehr sein. Im Sommer hat unsere
Tochter denn auch schon die komplette Grundschulzeit hinter sich gebracht.
Ihr kennt das alle: Als Eltern kommen einem manche Tage so unendlich lang vor
und trotzdem denken wir plötzlich: Huch! Schon wieder ein Jahr vorbei. Das
ist skurril. Einerseits vergeht die Zeit so langsam, andererseits so
schnell!
Ich merke, wie wir so langsam aus der Brut- und Aufzuchtsphase auftauchen
und uns mal wieder umschauen, mal wieder die Luft außerhalb des
Familienkosmos schnuppern, nach links und rechts schauen – mal schauen, was das
Leben sonst noch so zu bieten hat. Zu wissen, dass die großen Lebensevents
wie Heiraten und Kinder kriegen sich bewahrheitet haben, ist wunderbar. Aber
es schafft auch ein Fragezeichen. Was kann da jetzt noch kommen?
Wir können nicht von Highlight zu Highlight leben, uns aber doch mit
kleinen Dingen immer wieder schöne Momente organisieren, die uns erfüllen.
Ich feiere zum Beispiel immer meinen Geburtstag. Wir feiern in diesem Jahr
unseren 10. (!!!) Hochzeitstag mit einer fetten Party. Wir gehen auf
Hochzeiten oder mal (selten) ins Theater, fahren in den Urlaub. Wir schaffen
uns auf der Arbeit kleine Highlights, ein gedruckter Text in einer großen
Zeitung kann wirklich beflügeln! Oder Eure Komplimente hier für Stadt Land
Mama, die uns immer mal wieder erreichen. Es sind die kleinen Dinge, die das
große Ganze zu einem Glücklichen und Kraftvollen machen können. Man muss sie
nur beachten. Und das gelingt mir nicht immer. Aber an guten Tagen. Dann
schon!
Und dann weiß ich auch: Die Party der Hochzeit mag einschneidend gewesen
sein und ein Highlight. Und die Geburten der Kinder, die Schwangerschaften,
das Willkommenheißen, das Zusammenwachsen als Familie – unglaublich prägend
und unvergesslich. Aber das wirkliche Glück liegt nicht in diesem einen Tag,
in dieser einen Zeit – sondern darin, das ab diesem Zeitpunkt immer leben zu
dürfen! Denn die Ehe und die Kinder: die sind ja da!
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Hochzeit, Kinder kriegen: Liegt das Schönste etwa schon hinter uns? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-2021-tag-1-in-nrw-warum-ist-das-eigentlich-so-anstrengend-ein-protokoll |
Nach einer mehr als unruhigen Nacht weckt mich der Wecker viel zu früh für
mein Befinden. Aber muss ja, es geht wieder los mit dem
Homeschooling-while-working-Wahnsinn (kurz: HWWW).
Bei der Großen im Zimmer brennt schon Licht, es ist 7 Uhr. Wir frühstücken
kurz. Um 7.50h muss sie in der ersten Zoom-Konferenz sitzen. Ich trinke einen
ersten Kaffee. Der Papa verabschiedet sich zur Arbeit.
Ich verschaff mir einen Überblick über mein Postfach und redigiere einen
Text. Nur das Nötigste. Dann wecke ich die zwei weiteren Kinder um 7.30 Uhr.
Sie haben heute in der ersten Stunde noch keine Zoomkonferenz.
Während des Weckens kommt aus dem Nachbarzimmer bereits eine Nachfrage in
Französisch. Für die Beantwortung muss ich einen ganzen Text über die
Besetzung Frankreichs auf Französisch lesen. Ich habe noch nichts gegessen.
Mit Klärung der Aufgabe gehe ich runter.
Ich bereite den Jungs einen Kakao zu. Wir schauen gemeinsam ins Padlet. In
zehn verschiedenen Fächern gibt es neues Material und Ansprachen und
Wochenpläne und Abgabefristen und Zoom- oder Teams-Termine. Ich versuche,
einen Wochenplan zu erstellen und zu durchschauen, wann wer wie vor welchem
Computer sitzen muss und werde unterbrochen. „Ich habe solchen Hunger!“
Stimmt. Frühstück gab´s ja auch noch keins. Ich muss jetzt aber nochmal in
Erdkunde helfen. Auf Englisch. Es geht um CO2-Emissionen und climate
change.
Die nächsten Kinder machen sich an die Arbeit. „WAS HEISST SCHLITTEN FAHREN
AUF ENGLISCH?“ „Warte kurz, ich räum noch schnell die Müslischüsseln vom
Tisch und dann fragst du nochmal freundlich…“
Eine Freundin, Vierfachmama mit Gymnasium, Gesamtschule, Grundschule und
Kitakind schreibt: „Hier ist es echt eine Katastrophe. Musste schon morgens
vor 9h Playstation- und Handyverbot aussprechen, weil das Kind dem Lehrer
erzählte, die Kamera sei kaputt, damit es nebenher Tiktok schauen kann.“
„MAAAMAAA, kannst du mir hier nochmal helfen, das Padlet lädt nicht.“ Ja,
wartet, tüüütatataaaa, hier kommt die IT-Spezial-Einheit.
„Wo ist denn meine Bio-Mappe, ich hab schon überall gesucht?“ Also suchen
helfen. Zwei DIN A 5-Hefte fehlen auch noch. Okay, kaufen wir nachher. „Wir
müssen auch noch ein Puppenhaus basteln. Da brauch ich Material.“ Eins nach
dem anderen.
Eine Freundin schreibt: „Ich bin kurz vor einer neuen Homeschooling
Explosion! Ich mach´s einfach nicht mehr! So ein Scheiss, ey!“
„Ich hab IMMER noch totaaaaal Hunger“ Drei Teenies in einem Haushalt. Nimm
dir halt was.
Das Telefon schellt, ich muss kurz rangehen, es geht um einen Text. Ich
verziehe mich in mein Schlafzimmer, weil alle anderen Zimmer besetzt sind.
Die Verbindung ist da oben schlecht. Ich höre mich selbst. Von unten schreit
es Maaaaamaaaaaa.
„Ja, was denn?“
„Darf ich mir was vom gestrigen Abendessen nehmen?“
Gnaaaaah. Ich gehe wieder runter, ich muss den Zahnarzt sprechen, dem
Jüngsten ist am Wochenende ein Stück Zahnrausgebrochen. „Nee, da kann er
nicht, da hat er eine Teams-Konferenz.“ Ich, die Bürovordame. Morgen also
auch noch Zahnarzt. Ach, und die Brille ist ja weg. Optiker anrufen. Der
sagt, wir brauchen erst einen Termin beim Augenarzt. Der hat aber erst morgen
wieder Sprechstunde. Es ist noch nicht mal 11 Uhr. Ich habe noch nichts
gegessen und noch keine Minute Frischluft gehabt.
Das Digital-Arbeitsblatt lädt nicht. Ich drucke pdfs aus, der Drucker läuft
heiß. Wo ist neues Papier?
Wir diskutieren jetzt über Hühnerhaltung für Bio. Ich muss noch eine
Kolumne schreiben. Ich schreibe. Schicke ab. Katharina ruft an, dass sie zu
dem Thema doch bereits geschrieben hat, ich müsste ein anderes nehmen.
Umsonst gearbeitet in meinem Mini-Timeslot, freigekauft durch
Playstationminuten. Ich breche zum ersten Mal zusammen.
Eine Freundin schreibt: „Ich bin kurz vorm Kollaps.“ Wenigstens geht es
allen so, denke ich.
„Hast du das Blatt nicht zweimal ausgedruckt?“ DOCH! Aber ich druck es auch
noch ein drittes Mal aus. Gleich braucht es auch schon wieder Mittagessen.
Überall liegen Blätter. Ich krieg immer mehr Mails. Ich will antworten.
Meine Mutter ruft an. Der Schornsteinfeger muss nochmal kommen. Bitte
Speicher freiräumen. Warum denn heute? Ich kann jetzt schon nicht mehr.
Die Tochter ruft, wir sollten alle ausm WLAN raus, ihre Videokonferenzen
ruckeln. Alles notenrelevant jetzt im erneuten Lockdown. Sie vermisst ihre
Freunde. Immerhin befinden wir uns bereits seit November im Lockdown. Ich
versuche, zu trösten, aufzubauen. Ich will ja selbst auf den Arm. Jetzt muss
sie etwas als Word-Dokument hochladen. Sie hat kein Word. Wir müssen
gemeinsam eine Probeversion mit lauter Kennworten einrichten.
Ich muss noch einen Vortrag vorbereiten für morgen Abend. Anderthalb
Stunden Reden, wann soll ich das zusammenschreiben? Ich räum die Spülmaschine
aus. Ich hab das Gefühl alles anzufangen, aber nichts zu schaffen. Der Berg
der To dos wird größer und mich bis zum Ende der Woche zerquetschen.
Die Stimmung kippt, die Geschwister brüllen sich an. Alle sind überfordert.
Alles ist wieder einmal neu. Die Fußballtrainer schreiben, jeder aus der Mannschaft
müsste heut nachweislich 4 Kilometer auf Zeit laufen. Also keine neue Brille
heut Nachmittag.
Ich hänge in einer Warteschleife am Telefon. 19,5 Minuten lang, bis
ich eine Bestellung stornieren kann.
Ich habe noch keinen einzigen Hauch Frischluft geatmet. Das große Kind hat
bis 15.40 Uhr Videokonferenzen. Der Mann kommt wieder und blutet. Hatte einen
Haut-Eingriff beim Arzt, muss liegen. Ich schicke die Jungs raus zu ihrem Fitnesslauf.
Ich schreibe diesen Text.
Mein Arbeitstag beginnt um 17 Uhr nach einem Tag, der sich jetzt schon wie
dreimal Vollzeitarbeiten anfühlte. Ich bin kaputt. Ich werde arbeiten, bis in
die Nacht hinein. Das mit der Frischluft wird heut nix mehr.
P.S. Bitte kommentiert behutsam, wir können Pauschalurteile nicht mehr gut
hören. Wenn hier auch nur einer oder eine schreibt, WIR HÄTTEN KEINE KINDER
KRIEGEN SOLLEN, WENN WIR DARAUF KEINEN BOCK HABEN, dann titschen wir wirklich
im Dreieck. Wir LIEBEN unsere Kinder und würden sie jeden Tag aufs Neue
bekommen. Aber wir Eltern brauchen Geld, um sie zu ernähren (welch
Überraschung!), wir können unser Arbeiten in weltweiten Pandemiephasen mit
Homeschooling nicht einfach einstellen. Wäre das immer so, dass wir die
Kinder zu Hause unterrrichteten, hätten wir sicherlich einiges anders
geplant. So aber kracht das alles in einen sonst ganz anders getakteten
Alltag. Das führt uns aber nicht dazu, unser Kinderkriegen zu bereuen,
sondern laut zu werden gegen die Umstände, unter denen wir sie hier
großziehen sollen. Wir lieben nämlich Kinder. Und wollen das Beste für sie.
Obwohl uns die Umstände grad restlos überfordern.
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Homeschooling Tag 1: Minutenprotokoll einer Mutter |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-mit-sieben-kindern-franzi-ueber-ihren-grossfamilien-alltag |
Liebe Franzi, Ihr habt 7 Kinder. Erzähl erstmal, wer alles zu Eurer Familie
gehört und wie und wo Ihr lebt.
Mein Mann Christian und ich haben sieben Kinder. Malte (16 J., 9.
Klasse Sekundarstufe), Charlotte (15, 8. Klasse Sekundarstufe), Finn
(13, 7. Klasse Gymnasium), Levke (11, 6. Klasse, Sekundarstufe), Matilde (10,
4. Klasse Grundschule) Fine (8, 2 Klasse
Grundschule) und Milan (6, 1. Klasse
Grundschule).
Wir leben in einem kleinem Dorf in Sachsen Anhalt, vor der Tür haben wir
die Elbe mit ihrer tollen Landschaft. Unser Haus ist groß, was aber auch viel
Putzarbeit bedeutet. Jedes Kind hat
sein eigenes Zimmer, auf jeder Etage gibt es ein Bad. Das Haus hat einen
großen Garten samt Spielplatz.
Natürlich gehören noch Tiere zu unserem verrückten Haufen: 3 Katzen, 1 Hund
, Meerschweinchen, Hamster, Fische , Achatschnecken.
7 schulpflichtige Kinder und wochenlang Homeschooling. Eine unvorstellbare
Leistung. Wie sieht Euer Tagesablauf aus?
Unser Alltag gerade ist sehr durcheinander. Ich habe es aufgegeben, nach
den vielen Wochen zu Hause alle um 7.00
Uhr zu wecken. Das führt nur zu sehr schlechter Laune der
Teenies…
Gegen 9 sollten dann aber schon alle wach sein, sonst werden wir ja nie
fertig mit den Hausaufgaben. Es gibt kein Frühstück mit allen mehr – wer was
essen will, macht sich einfach schnell was.
Dann schauen wir die Pläne durch. Wer macht was, wer braucht wo Hilfe? Wer
braucht wann einen Laptop? Weil ständig jemand Hilfe braucht oder an der
Sinnhaftigkeit der Aufgaben zweifelt, muss ich praktisch nonstop dabei sein.
Wäsche und Haushalt mache ich nebenbei oder abends. Alles, was nicht total
wichtig ist, lassen wir sein. Weil ich finde, dass die Kinder auch mithelfen
können, haben wir mittlerweile zwei Putznachmittage ausgemacht, an denen
jeder seine festen Haushalts-Aufgaben erledigt.
Mittags koche ich dann für neun Personen. Es gab mal Zeiten, in denen ich
gerne gekocht habe, aber langsam läuft auch das nur noch halbherzig nebenbei.
Nach dem Mittagessen haben alle eine Stunde Pause, wo ich einen Kaffee
trinke und die Küche sauber mache. Danach ist wieder Homeschooling angesagt.
Bis Papa um 17 Uhr nach Hause kommt, der dann Physik und Chemie kontrollieren
muss, da streike ich nämlich. Um 19 Uhr gibts dann Abendessen, danach müssen
die Großen oft nochmal ran.
Stichwort digitaler Unterricht. Wie erlebst du das gerade? Was klappt, was
nicht?
Ich empfinde es als pures Chaos auf beiden Seiten. Die Lehrer sind
überfordert, Server stürzen ab oder sind so überlastet, das stundenlang
nichts geht. Trotzdem sollen alle Unterlagen am Freitag abgegeben werden. Die
Unterlagen von Levke habe ich neulich erst um 23 Uhr rüber schicken können.
Milan war genau 10 Wochen in der 1. Klasse. Vor dem Lockdown waren wir
nämlich schon einmal in Quarantäne. Er kennt das schulische Leben ja kaum.
Und trotzdem muss jede Woche ein neuer Buchstabe gelernt werden, ich bringe
ihm lesen und rechnen bei. Aber er will das nicht mit mir machen und sagt
immer, er wolle zu seiner Lehrerin. Ich habe keine Kraft mehr für die
täglichen Kämpfe und denke mir: Gut, dann ist es halt so.
Und bei den Älteren?
Finn (13 Jahre) hat drei unterschiedliche Programme, über die er arbeiten
muss, ich kannte vorher keins davon. Er verzweifelt an der Technik, mit der
er sich auch nicht so gut auskennt. Eigentlich braucht jeder bei irgendwas
Hilfe, Homeschooling dauert bei uns von morgens bis abends. Es gibt kaum ein
anderes Thema mehr…
Mal ganz praktisch: Sitzt jedes Kind in einer eigenen Lernecke oder macht
Ihr das alles am großen Küchentisch?
Sehr unterschiedlich. Milan und Fine sitzen immer in der Küche, Levke
eigentlich auch, weil sie sehr viel Unterstützung in der Schule braucht.
Der Rest sitzt in seinen Zimmern, sie versuchen aber auch, sich gegenseitig
zu helfen, weil jeder woanders Stärken hat.
Bei uns sind die Nerven teilweise ganz schön dünn. Wann sind bei Euch das
letzte Mal die Fetzen geflogen?
Die Nerven sind hier auch sehr dünn, aber es herrscht eine komische
Ruhe. Ich nenne es mal Resignation. Irgendwie reißen sich alle
zusammen, aber das finde ich auch nicht mehr normal. Und auch das
Lachen im Haus ist manchmal über Stunden verschwunden .
Hast du überhaupt noch Zeit, mal alleine zu sein? Und wenn ja, was machst
du dann?
Nein, habe ich nicht – die Katze begleitet mich sogar aufs Klo – ich
glaube, sie möchte auch mal ihre Ruhe.
Was fehlt Euch in den letzten Monaten am allermeisten?
Unser normales Leben mit Sportverein, Jugendclub, unseren Freunden und
Familienausflügen.
Kannst du auch etwas Positives in dieser Zeit sehen?
Das wird immer schwieriger! Dafür ist zu viel passiert, was uns als Familie
zwar enger zusammen geschweißt hat – aber auch für sehr viel Schmerz und
Tränen gesorgt hat.
Wohin soll der erste Urlaub gehen, wenn es wieder möglich ist?
An die Ostsee und am besten gleichzeitig in die Berge. Ich glaube, wir
müssen uns aufteilen.
Wenn du drei Wünsche frei hättest, was dich entlasten könnte – was wäre
das?
Nicht nur ich brauche Entlastung, auch die Kinder. Für sie wünsche
ich mir „normale Schule“. Für mich eine Maschine, die die Wäsche
zusammenlegt.
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Homeschooling mit sieben Kindern - Franzi über ihren Großfamilien-Alltag
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| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-my-ass-warum-es-nicht-moeglich-ist-800-jobs-gleichzeitig-zu-uebernehmen |
Ihr Lieben, ihr habt wenig von mir gehört in den letzten Wochen. Das hatte
zum einen den Grund, dass ich keine Millisekunde mehr Zeit hatte für
IRGENDWAS, zum anderen aber auch den, dass ich vor lauter Wut und
Verzweiflung und Überforderung überhaupt keine klaren Gedanken mehr fassen
konnte.
Homeoffice, Homeschooling, Homezusammenbruching (nach Marlene
Hellene)
Direkt am Anfang vielleicht noch ein schneller Kommentar, weil Katharina
und ich uns dazu auch schon viel ausgetauscht haben und sie mit einem
Grundschul- und zwei Kitakindern in einer ganz anderen Lage ist: Die
Begleitung von Kindern auf der weiterführenden Schule ist vermutlich einfach
nochmal eine Spezial-Herausforderung. Mein Bericht hier ist rein subjektiv
und natürlich nicht allgemeingültig.
Und bevor hier jetzt meint, das sei Jammern auf hohem Niveau: Ich bin von
Natur aus überhaupt kein Jammerlappen.
Ich wuppe gern drei Kinder und Haushalt und drei Jobs, ich scheue Arbeit
nicht und Fleiß, aber was hier in den letzten Wochen los war, das geht
einfach auf gar keine Kuhhaut. ICH GEHE AM STOCK, ich bin so dünnhäutig, dass
ich bei den kleinsten Dingen anfange zu zweifeln, zu weinen – oder zu
explodieren.
Beginnen wir bei der betagten Dame, die ich auf einer meiner Weglaufrunden
im Wald drehte, um mal kurz mein Hirn und Seelenleben durchzupusten: „Ach,
ihr seid ja jetzt alle zu Hause mit den Kindern“, sagte sie. „Tja, das haben
wir früher alle so gemacht.“
Maximalüberfordert: Mamas Nerven sind extrem gespannt
Allein, dass ich bei diesem Satz an bereits an die Decke
gehen und explodieren wollte, zeigt, wie arg geschädigt mein
Nervenkostüm
bereits zu Beginn der Homeschool-Phase war. Denn nein, das mussten früher
eben
nicht alle Frauen. Gleichzeitig ihren eigenen Job wuppen PLUS die Kinder
zu
Hause am Küchentisch über die kulturellen Bedeutungen von Efeu aufklären.
Nein!
Ein weiterer Satz, bei dem ich grad ausflippe ist: „Hach, jetzt seht ihr
Eltern mal, was Lehrer so leisten.“ NEIN, das sehen wir eben nicht! Ganz und
gar nicht!
Ein Lehrer hat Zeit, sich auf den Unterrichtsstoff vorzubereiten. Wir hatten
die nicht. Ein Lehrer wird für seinen Job bezahlt, wir nicht. Ein Lehrer ist
ausgebildet für die Beschulung in seinem Fach. Wir sind das nicht.
Was Eltern gerade leisten ist mit dem Job des Lehrers nicht zu vergleichen
Ein Lehrer unterrichtet nicht in seinem eigenen Wohnzimmer zwischen
ausgelaufener Limo und überkochendem Nudelwasser, weil er dabei noch das
Mittagessen vorbereitet weil sonst die Stunden des Tages nicht ausreichen.
Und ein Lehrer muss NICHT gleichzeitig drei Kinder in unterschiedlichen
Altersklassen von unterschiedlichen Schulen in ALLEN Fächern, die es gibt,
unterrichten.
Das soll den Beruf des Lehrers überhaupt nicht schmälern! NULL. Ich liebe,
was ihr da tut.
Aber es hat NICHTS, aber auch rein GAR nichts mit dem zu tun, was Eltern in
der ganzen Welt grad im Homeschooling leisten, während sie mit der anderen
Arschbacke in ihrem Job hängen, um am Ende des Monats ihre Miete weiter
zahlen zu können!
Ein Mehr an allem: Mehr Haushalt, mehr Einkaufen, mehr Kochen, mehr
Konflikte, mehr To Do-Listen
Und die Abertausenden an Massen an Essen, die die Kinder
plötzlich verputzen, weil sie den ganzen Tag zu Hause sind! Und die
Klopapier-Pakete für zehn Euro! Ja, so viel haben wir neulich für EIN
Paket
ausgegeben, ich konnte selbst nicht glauben, wie verzweifelt wir bereits
waren.
Schon allein während ich das hier schreibe, steigt mein Puls so sehr, dass
ich mich kurz beruhigen und durchatmen muss. Wer hat eigentlich beschlossen,
dass in diesen Extremwochen kein FITZELCHEN des ach so wichtigen Unterrichts
der Kinder ausfallen darf, wir, die wir das Geld verdienen (müssen) aber
komplett zurückstehen?
Meine Kinder schaffen gerade mehr als ich. Ich KANN kaum arbeiten bei dem
Pensum, den unsere drei Kinder auf ihren weiterführenden Schulen da leisten
sollen. Und was ist eigentlich erst mit den Kindern, die keine elterliche
Unterstützung bekommen?
Ihr glaubt, ich spinne? Keine Sorge, das dachte ich in den letzten Wochen
auch diverse Male. Ich erzähle einfach mal frei weg von der
Achtklässlerin. Es geht um drei (!) Wochen, ok? Nicht um ein ganzes
Schuljahr. Los geht´s.
Schulische Anforderungen zum Verrücktwerden
In Englisch muss sie ein 210-Seiten Buch lesen, jedes der dreißig Kapitel
in einem kleinen Text zusammenfassen und dazu – natürlich! – noch einige
Zusatzaufgaben.
In Bio (sonst zwei Schulstunden pro Woche) hat sie 28
Arbeitsblätter, auf denen Aufgaben stehen, die nicht etwa einfaches
Ankreuzen
bedeuten, sondern zum Beispiel: Lies diesen zweiseitigen Text über
Diabetes
mellitus und schreib dann eine Geschichte zum Thema „Diabetes bekommen
nicht
nur ältere Menschen, mich Paul, 17, hat es auch erwischt“, in dem du
alle
Informationen des Textes mit einbaust.
Und das ist nur eine von vier Aufgaben auf EINEM Arbeitsplatz. Abgesehen
davon, dass dann auch noch Arbeitsblätter in Sexualkunde eingereicht wurden.
Jeder Teenie dieser Welt freut sich, dass mal so richtig schön mit Mama und
Papa durchzusprechen alles.
KEIN KIND SCHAFFT DIESEN SCHULSTOFF GANZ ALLEINE!
In Mathe wurde das neue Thema binomische Formeln eingeführt,
wir haben Youtube-Videos dazu rausgesucht, denn nein, ich hatte nicht mehr
auf
dem Schirm, wie das geht. Ein Kind soll das alleine machen? Ist klar,
drei
Wochen jeden Tag alleine motivieren für jedes Fach. Dass ich nicht
lache.
In Deutsch ist Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ dran –
mit Dialoganalysen, bei denen selbst ich mal nachschlagen musste. In
Geschichte
durfte sie Napoleons Hoch- und Tiefpunkte sondieren und die Frauenrechte in
der
Französischen Revolution analysieren – auf Englisch, weil sie im Bilingualzweig
ist.
Euch wird schon schwindelig? Es gibt auch noch Aufgaben in ALLEN anderen
Fächern, ja sogar in Sport. UND ICH HABE NOCH ZWEI KINDER!
Die auf eine andere Schule gehen! Bei der jeder Fachlehrer einzelne Emails
mit Anhängen und Ansagen und Abgabeterminen schickt. Dazu einen Papa, der
derzeit jobbedingt 14 Stunden pro Tag in irgendwelchen Krisenstäben sitzt und
abends völlig fertig neben uns ins Bett sinkt.
Homeschooling: Und nebenbei sollen/müssen Eltern ja auch noch
arbeiten
Und obwohl ich JEDES Auftragsangebot abgelehnt habe in dieser Zeit, gibt es
Abgaben, die ich im Job einhalten muss, weil ich sie zugesagt habe, bevor
hier der Wahnsinn ausbrach. Ich lese und bewerte neben der Beschulung der
Kids gerade als Jury-Mitglied einer Journalistenschule über 300
Bewerbungsreportagen. Nachts!
Ich war in den letzten zwei Wochen zweimal Livegast in der Sendung „Live
nach Neun“ in der ARD, mit Lampenfieber und Vorbereitung inklusive. Dazu ein
Live-Talk mit dem Führungststab eines Unternehmens.
Ich schreibe eine große Geschichte für ein Magazin, die nächste Woche
fertig sein muss. Ich führe die Interviews dazu, während drei hungrige
Menschen um mich herum flitzen. Menschen, die genau wie ich teils einen
solchen Lagerkoller entwickeln, dass hier nicht nur Nasen bluteten, sondern
auch eine Kinderbrille zu Bruch ging.
Alles wird zu viel, jedes kleine bisschen mehr bringt das Fass zum
Überlaufen
Kein Thema, fahren wir halt auch noch zum Optiker! Und zu 48 Supermärkten,
damit wir endlich Klopapier finden. Ach, und Kieferorthopäde muss ja auch
noch sein, inklusive Desinfektion durch Komplett-Maskierte (ist das alles
gruselig grad!).
Ich habe für Stadt Land Mama versucht, weiter Kooperationen
zu schreiben und Interviews zu führen. Ich habe mit Kunden telefoniert,
aber
kaum mit Katharina, obwohl wir das sonst täglich tun. Ich habe für
einen
Auftrag ein Interview mit einer Kinder- und Jugendtherapeutin, die sagte,
Schule und Familie sollten dringend voneinander getrennt werden, um das
Eltern-Kind-Verhältnis
nicht dauerhaft zu beschädigen.
Ich spüre es an meinen Nerven. Ich merke es zum Beispiel beim Essen, wenn wieder
alle meckern, dass es nicht schmeckt oder sich niemand an die wenigen Regeln
hält. Ich könnte in die Luft gehen. Es ist zu viel.
Und es geht mir nicht um gute Noten oder eine dringende Versetzung. Es geht
mir darum, meine Kinder in dieser schweren Phase zu unterstützen. Es geht mir
darum, dass wir das alle gemeinsam hier irgendwie ohne größere Schäden
hinkriegen. Und das gelingt mir eben nicht immer.
Welcome to Burnout: Es ist einfach zu viel
Ich war an einem Tag so verzweifelt und desillusioniert,
dass ich nur noch starr ins Leere blicken konnte. Dass ich auf Tipps („Nimm
die
Schule doch nicht so ernst“) nur noch mit einem „Ich brauche keine
Tipps“
antworten konnte.
Mein starrer Blick mit Augenrändern am Verzweiflungstag. Ohne Filter.
Denn wenn du eh schon an dir als Mutter zweifelst und das
habe ich verdammt nochmal in den letzten Wochen des Öfteren getan, weil ich
das
einfach nicht genießen konnte wie andere, dann willst du nicht auch noch am
Freitag
den Lehrern schreiben müssen, dass ihr als Einzige die Aufgaben nicht
gepackt
habt. WEIL IHR ES NICHT HINKRIEGT. Weil ihr zu doof, zu wenig fleißig,
zu
unfähig seid.
Ich war überzeugt, die schlechteste Mutter auf dem Erdball zu sein, als
mein Kind sagte: „Sorry Mama, dass ich heut nicht so funktioniert hab, wie du
es gebraucht hättest.“ Kein Kind soll jemals so etwas denken müssen.
Ich fühlte mich auch so undankbar, weil wir ja ein Dach über dem Kopf
haben, weil wir gesund sind, weil ich nicht alleinerziehend bin oder zur
Risikogruppe gehöre. Und weil ich mich trotzdem so leer und ausgelaugt und
unglücklich fühlte. Als 24-Stunden-Bedürfnisbefriedgigungsmaschine, auf deren
Schultern gefühlt die Last der ganzen Welt lag. Ich glaube, jede sollte das
Recht auf Unglücklichsein haben, auch wenn es anderen noch schlechter
geht.
Ich habe so tolle Freundinnen, bei denen ich mich in den schlimmsten
Momenten auskotzen kann. Die mir dann Blumen schicken, wie Silia oder
Katharina.
Ich musste begreifen, dass Gemüse nicht schneller wächst, wenn man dran
zieht und dass, wenn meine jüngeren Kinder keinen Bock auf Schooling hat, es
auch einfach nichts bringt außer Kampf. Okay, dann ist halt heut am Dienstag
Wochenende. Wir holen es am Samstag nach. Bitte, danke, Frau Rottenmeyer.
Nein, wir sitzen eben nicht alle im selben Boot
Ich musste verstehen, dass wir eben nicht alle im selben Boot
sitzen. Wir paddeln alle mit zwei Meter Abstand (oder mehr) nebeneinander
her
durch unbekanntes Gewässer, haben Muskelkater vom ungewohnten Rudern, rufen
uns
Dinge aus der Ferne zu, sehnen uns nach Pausen und wüssten gern, auf was
wir
eigentlich zusteuern. Manche sitzen in löchrigen Schlauchbooten, manche
müssen
schauen, dass die kaum zu bändigenden Kids nicht über Bord gehen,
andere
paddeln einsam und allein. Ich fühle mit Euch!
Ich will wieder mit euch gemeinsam auf ein Boot! Ich vermisse Euch da
draußen! Ich bin ein geselliger Mensch, ich drücke gern, ich brauche
Menschen. Und ich will arbeiten. Meine Arbeit macht mich glücklich und
finanziell unabhängig, das ist mir sehr wichtig.
Wir dürfen uns selbst über diesen Wahnsinn nicht vergessen
Ich will meine Freunde sehen. Ich brauche Ausgleich. Ich will keinen
Lehrerjob machen, weil ich ihn mir nicht ausgesucht habe und weil es dem
Verhältnis zu meinen Kindern Abbruch tut. Ich will die Leichtigkeit
zurück.
Zum Glück sind in NRW jetzt erstmal Osterferien. Dann hoffe ich, der Druck
lässt nach und wir können uns alle beruhigen. Ich werde mir die grauen Haare
anschauen, die ich in den letzten Wochen über diesen Wahnsinn entwickelt habe
und dann werde ich mein Corönchen richten und weitergehen.
Dass wir nach den Osterferien in der Heim-Beschulung weitermachen könnten –
daran möchte ich bitte noch nicht einmal denken. Ich war selten so
überfordert und platt. Und ich will gar kein Mitleid. Ich will einfach nur
meine Normalität zurück. Und dass sich niemand schlecht fühlt, wenn es ihm
oder ihr in den letzten Wochen ähnlich ging. <3
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Homeschooling: Wie es Eltern in den Wahnsinn treibt |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-tipps-von-der-expertin-so-uebersteht-ihr-die-naechsten-wochen |
Auf den Schultern von Eltern lastet eine gigantische Verantwortung:
Homeoffice, um die Familie zu versorgen und Homeschooling, um die Kinder zu
bilden. Sie fühlen sich zerrissen und haben das Gefühl, sie werden niemandem
wirklich gerecht: dem Kind oder den Kindern nicht, dem Partner oder der
Partnerin nicht, dem Job nicht und am wenigsten sich selbst. Eltern
fragen sich: Wie soll ich den Spagat zwischen Homeoffice und Homeschooling
schaffen? Wie kann ich garantieren, dass mein Kind in der Schule den
Anschluss nicht verliert? Wie können wir tägliche Konflikte, Reibereien und
Diskussionen vermeiden und den Lockdown einigermaßen entspannt und schön
erleben? Dazu möchte ich heute allen Eltern sagen:
Liebe Mama, lieber Papa,
ich weiß, es ist schwer. Und DU kannst schwere Sachen meistern. Im letzten
Lockdown habe ich als Lehrerin und Lerncoach viele Familien begleitet und
gemeinsam mit Eltern umsetzbare und einfache Strategien entwickelt, wie das
Lernen Zuhause mit mehr Freude und Erfolg gelingen kann. In diesem Artikel
möchte ich dir drei Überlebensstrategien fürs Homeschooling an die Hand
geben.
Falls du jetzt eine Zauberformel erwartest, muss ich dennoch enttäuschen.
Patentrezepte gibt es meiner Meinung nach nicht, wenn wir Kinder ins Leben
begleiten. Als Mama bist du Expertin für deine Familie und darfst selbst
wissen, was sich für dich stimmig anfühlt und was nicht.
Eine Sache haben jedoch alle Eltern gleich gemacht, wenn sie einen
entspannteren Lockdown-Alltag wollten: sie haben sich von Perfektionismus und
allzu hohen Ansprüchen verabschiedet! Statt dem Umstand hinterher zu trauern,
dass sie jetzt nicht so viel schaffen als sonst, übten sie sich in
Dankbarkeit für das, was sie geschafft haben. Sie haben sich auf das
fokussiert, was schon gut läuft und dadurch mehr Gutes in ihr Leben
gezogen.
Denn wie sagte Francis Bacon so schön: „Nicht die Glücklichen sind dankbar.
Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“
1. Nimm den Druck raus
„Ich will aber nicht!“ „Du musst aber!“ – Wutanfälle, Tränen, Diskussionen.
Was regen wir uns manchmal wegen der Schule auf, oder? Es stresst und, dass
Kinder Hausaufgaben verweigern, dass sie in bestimmten Fächern, in bestimmten
Situationen auf stur schalten oder dass an machen Tagen einfach gefühlt gar
nichts geht. Viele Eltern spüren dann einen Zwiespalt: Auf der einen Seite
wollen sie ihre Kinder nicht in ein System pressen. Sie wollen nicht, dass
sie einfach nur „funktionieren“. Sie möchten die Bedürfnisse ihre Kinder respektieren
und wünsche sich glückliche und starke Kinder. Gleichzeitig sollen sie eine
fantastische Zukunft haben und ihnen sollen einmal alle Türen offen stehen.
Deswegen ist vielen Eltern Schule auf der anderen Seite wiederum nicht völlig
egal: Schule muss aber. Ein schlechtes Gewissen und schlechte Stimmung ziehen
den Aufgabenmarathon ins schier Unendliche. Kommt dir das vielleicht bekannt
vor?
Ich kenne das, wenn im Kopf die
„Das-muss-das-muss-das-muss-jetzt-aber“-Maschine rattert. Als Lehrerin lehne
ich mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und sage dir als Mama: Nichts
muss! Gar nichts muss! Erst recht nicht zu jedem Preis!“ Vielleicht magst du
mal überlegen, in welchen Situationen es dich besonders stresst, dass dein
Kind Aufgaben nicht macht und dich dann fragen, wie wichtig diese eine
Aufgabe in fünf Jahren ist?
Lehrpläne bauen Wiederholungsschleifen ein. Das bedeutet, dass besonders
wichtige Themen immer und immer wieder angesprochen werden. Versäumt es dein
Kind jetzt eine bestimmte Fähigkeit zu erwerben, kann es das immer noch zu
einem späteren Zeitpunkt tun. Wir Lehrkräfte können Wissenslücken auffüllen.
Was sich nicht so einfach flicken lässt, sind gebrochene Herzen. Eine gesunde
und stabile Beziehung zu den Eltern ist da Fundament von jedem
Lernerfolg.
[Dennoch ist die Sorge vieler Eltern nicht ganz unberechtigt. Schließlich
werde im Unterschied zum ersten Lockdown nun an vielen Schulen auch im
Fernunterricht Noten gemacht. Manche Lehrkräfte erwarten, dass Aufgaben bis
15 Uhr zurückgeschickt werden. Passiert das nicht, werden Sechsen verteilt.
Ich akzeptiere, dass auch Lehrkräfte ihren „Feierabend“ möchten, gleichzeitig
kann ich jedes Elternteil nur ermutigen, sich ernsthaft zu fragen, ob sie
sich diesen Rahmenbedingungen hingeben wollen. Und zu welchem Preis. Denn
Druck und Angst vor schlechten Noten waren noch nie gute
Lernbegleiter.]
2. Fokus auf das Positive
Der Volksmund sagt: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!“
Fragen wir unsere Kinder: Welche Aufgaben fehlen dir noch?, Was hat heute
nicht geklappt bei der Videokonferenz?, Wo kommst du nicht weiter?, führen
wir ihnen ihre Schwächen vor Augen. Stattdessen könnten wir mal ganz bewusst
versuchen, den Fokus auf das Positive zu legen und fragen: Was hast du heute
schon erledigt? Was läuft gut? Was war lustig in der Videokonferenz?
Die Kinder aktuell zu begleiten, kann wahnsinnig anstrengend sein. Dazu
kommt, dass die meisten Kinder in der Schule bisher nicht gelernt haben, wie
man selbstständig lernt, wie man sich selbst motiviert oder sich seine Zeit
selbst einteilt. Egal, wie anstrengend dieser Zeit aktuell ist, sie ist
gleichzeitig eine großartige Chance, genau diese Fähigkeiten zu
lernen.
Wenn in viele Haushalten die Drucker rattern, fühlt es sich bestimmt nicht
nach „Bildung der Zukunft“ an. Gleichzeitig fördern wir gerade ganz wichtige
Zukunftskompetenzen: die Fähigkeit, selbstständig lernen zu können und vor
allem einen Leben lang selbstständig lernen zu wollen. Das bekommen wir als
Eltern hin, indem wir unseren Kindern Erfolge vor Augen führen und gemeinsam
mit ihnen machbare Ziele entwickeln.
Ein Morgenritual könnte zum Beispiel so aussehen: Du fragst dein Kind: Was
hast du gestern geschafft, worauf du heute stolz bist? Und fragst es dann:
Was willst du heute schaffen, um heute Abend stolz und zufrieden ins Bett
gehst? Was diese Frage mit Kuchen zu tun hat, erfährst du weiter unten /
Spoiler: diese Frage hat etwas mit Kuchen zu tun.
3. To Dos greifbar machen für Kinder
Wie die Aufgaben in diesem Homeschooling-Distanzlern-Fernunterrichts-Ding
gerade genau aussehen, das ist von Schule zu Schule und manchmal von
Lehrkraft zu Lehrkraft unterschiedlich. Kein Wunder also, dass Kinder schnell
den Überblick verlieren. Mit drei Fragen können Eltern ihre Kinder begleiten,
sodass sie Klarheit und Struktur in den Tag bekommen: Was muss? Was kann? Bis
wann?
Manche Familien arbeiten mit komplexen Familien-Planern. Jedes
Familienmitglied hat eine Spalte an einem Whiteboard, auf einer
Zettel-Übersicht an der Wand oder auf einem beschreibbaren Kühlschrank.
Wichtige Aufgaben und Termine wie Videokonferenzen kommen dann zum Beispiel
auf rote Post-it-Zettel. So sehen Kinder auch, wenn Eltern in wichtigen
Gesprächen sind. Aufgaben, die anfallen, aber keine Deadline oder Priorität
haben, kommen auf gelbe Zettel. Schöne Sache oder gemeinsame
Pausen-Aktivitäten auf grüne Zettel.
Sobald eine Aufgabe erledigt wurde, darf sie abgerissen und in einen
imaginären Basketball-Korb geworfen werden. Am Ende des Tages kann man sich
dann gemeinsam freuen, was da alles drin liegt und was man alles geschafft
hat. Auch das Führen von „Have Done“-Listen anstelle von „To-Do-Listen“
motiviert und hinterlässt am Ende des Tages ein gutes, zufriedenes
Gefühl.
Im Lockdown hält mich vor allem Süßkram bei Laune! Deswegen habe ich diese
Methode entwickelt: Das To-Do-Törtchen. Kinder können damit das Prinzip von
„wichtig“ und „dringend“ einfach verstehen und veranschaulichen. Das
Törtchen: Was ist die eine Aufgabe, die du heute erledigen willst, sodass du
heute Abend zufrieden ins Bett gehst? Mit dieser Frage definieren wir den
Tagesfokus. Das Törtchen alleine macht schon satt, Sahnehaube und Deko sind
„nice to have“, jedoch brauchen wir sie nicht. Hat das Kind das „Törtchen“
erledigt, ist es satt. Das Tagesziel ist erreicht und es darf zufrieden sein.
Genau dadurch bekommt es vielleicht Hunger und hat Lust auf die Sahnehaube,
d.h. 2-3 weitere Aufgaben, die wichtig sind. Die Kirsche kann als „Highlight“
eine weitere Aufgabe sein oder etwas, das das Kind heute nur für sich tun
möchte.
Um im Homedurchdrehing nicht den Kopf zu verlieren, habe ich noch drei
weitere Überlebensstrategien:
Gebt schönen Bewegungspausen eine genauso hohe Bedeutung wie Schulaufgaben:
tanzt, spielt, lacht, schmust – je mehr wir in der Öffentlichkeit auf Distanz
gehen, desto mehr dürfen wir Zuhause zusammenrücken, um emotional gesund zu
bleiben. Und genau das ist die Grundlage fürs Lernen!Macht den „Arbeitsplatz“
gemeinsam zu einem „Arbeitsparadies“! Wie? Alles, was ablenkt, verschwindet
in einer Krimskrams-Kiste, Alphawellen, Lernmusik oder Baustellen-Kopfhörer
schützen vor störenden Geräuschen von Geschwisterkindern und signalisieren
„Ich lerne jetzt!“. Und vielleicht kann ein neuer Sitzplatz eine neue
Perspektive auf das Lernen Zuhause bringen? Versucht’s doch einmal. Frage
dein Kind, was es braucht und wie sein idealer Arbeitsplatz aussieht.Dein
Kind braucht keine Ersatz-Lehrkraft! Es braucht Dich! Eltern sind gerade in
höheren Klassen schnell mit ihrem Latein am Ende und fluchen ganz schön, wenn
sie sich auf einmal noch einmal in angewandte Mathematik hineinfuchsen
sollen. Zur Vermittlung von Wissen gibt es großartige Lernapps oder
Erklärvideos im Internet. Außerdem ist es wahnsinnig bequem für Kinder zu sagen:
„Mama, ich versteh das nicht!“ und zu wissen, dass Mama kommt und die
Aufgabenstellung erklärt. Was wäre, wenn Mama antwortet: „Okay. Was verstehst
du denn schon? Aha. Was noch? Was noch?“ Das braucht zu Beginn Geduld, führt
jedoch auf lange Sicht dazu, dass Kinder ihre Aufgaben eigenständig erledigen
und ihr Selbstvertrauen stärken.
Liebe Eltern, ich hoffe, ich konnte Euch mit diesen Anregungen ein wenig
Zuversicht schenken und Euch Druck nehmen. Ihr machst das gut genug. Euer
Kind hat alles, was es braucht: EUCH. Rückblickend werden wir alle gestärkt
aus diesem seltsamen und anstrengend
Homeschooling-Distanzlern-Fernunterrichts-Ding hervorgehen, auch wenn wir
jetzt noch nicht wissen, wofür es gut war….
Über die Autorin: Lisa Reinheimer ist Lehrerin und Gründerin von
„klassenheld“. Sie zeigt Eltern Möglichkeiten auf, wie sie ihre Kinder
erfolgreich durch die Schule bringen können. Sie kombiniert dabei Methoden
aus dem Lerncoaching und der Persönlichkeitsentwicklung und macht die
„Spielregeln“ des Spiels „Schule“ transparent. Arbeitserfahrung sammelte sie
an verschiedenen Schulen in Deutschland, Hong Kong und Singapur. Ihr Podcast
landete auf Platz #1 in der Kategorie „Kindererziehung“. Schüler und Eltern
wählten sie 2019 zur „coolsten Lehrerin“. Ihren Homeschooling-Survival-Guide
könnt Ihr Euch HIER runterladen.
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Homeschooling-Tipps: So übersteht Ihr die nächsten Wochen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/homeschooling-wir-haben-aufgegeben-bevor-wir-daran-zerbrechen |
Seid Ihr schon mal an etwas gescheitert, was eigentlich total wichtig ist?
Und Euch deshalb total als Versager gefühlt?So fühle ich mich gerade. Worum
es geht? Homeschooling! Ein Thema, das die meisten Eltern aktuell sehr
belastet, denn es ist einfach alles viel: Homeoffice, Homeschooling,
Haushalt, 24 Stunden Kinder, die belastende Enge.Homeschooling. Das ist für
mich das Unwort des Jahres. Wie jeder andere auch sitzen wir seit etwa sechs
Wochen zu Hause ohne Schule, ohne Freunde, ohne Hobbys. Ich heiße
Judith, bin alleinerziehend und
arbeite als Gesundheits- und
Krankenpflegerin auf einer Covid 19- Station. Meine Tochter ist acht Jahre
alt und geht in die zweite Klasse. Normalerweise ist sie eine sehr gute
Schülerin, bei Lehrern und Mitschülern unheimlich beliebt und ein kleiner
Sonnenschein. Sie ist sehr emphatisch, später möchte sie auch mal
Krankenschwester werden.Als Krankenschwester habe ich bereits relativ früh
sehr genau die Entwicklungen des Corona-Virus in anderen Ländern verfolgt.
Auch, weil ich in unserem Krankenhaus natürlich die Vorbereitungen auf die
Pandemie mitverfolgen konnte. Ganze Stationen wurden zu Isolationsstationen,
Patienten wurden verlegt, Operationen abgesagt. Durch diese Informationen war
mir ziemlich früh klar, dass wir auf eine Schulschließung zusteuern.
Deshalb habe ich mit meiner Tochter viel über dieses Szenario gesprochen,
was das dann bedeutet und dass sie ihre Hausaufgaben natürlich trotzdem
machen muss. Wir waren uns aber beide sicher, dass wir das mit dem
Homeschooling gut hinbekommen. Sie war ja eine gute Schülerin, die auch immer
ohne großes Murren Hausaufgaben machte.
Und dann kam der Tag X. Die Schulen machten zu. Wir bekamen eine Menge
Schulstoff nach Hause, ein paar Tage klappte das Bearbeiten recht gut. Doch
ich merkte, dass sich meine Tochter veränderte. Sie wurde von Tag zu Tag
verschlossener, verbrachte immer mehr Zeit alleine in ihrem Zimmer und hörte
einfach still ihrer Musik zu. Das ist absolut untypisch für sie.
Was die Schulsachen betrifft, kam ich gar nicht mehr an sie ran. Wir
brachten uns sehr schnell gegenseitig zur Verzweiflung, es flossen viele
Tränen. Glücklicherweise kamen dann die Osterferien und ich hatte die
Hoffnung, dass einfach nur die Luft bei meinem Kind raus ist und es nach den
Ferien wieder besser klappt.
Als wir dann nach den Ferien wieder neu starteten, begann das Drama wieder
von vorne. Ich dachte, ich müsste strenger sein, damit das klappt. Aber ich
war gleichzeitig aus so kaputt von meiner Arbeit, dass ich das Streng-Sein
nicht durchhielt.
Wir leben mit meiner Mutter zusammen, also dachten wir, dass sie das
Homeschooling übernimmt. Aber auch das klappte nicht. Homeschooling bedeutete
für uns alle nur noch Tränen der Wut, Verzweiflung, Aggressionen. Teilweise
flogen sogar Sachen durch die Luft.
Und dann kündigte die Klassenlehrerin an, bei jedem Kind die Arbeitsblätter
der letzten Wochen abzuholen, um zu gucken, wer was geschafft hat. Nun gerieten
wir noch mehr unter Druck – plötzlich reichte es nicht mehr, ein bisschen was
zu machen – wir sollten alles fertig machen.
Die Folge: Es wurde noch mehr geweint, noch mehr geschrien und ich fühlte,
wie mein Kind sich von mir entfernte. Da beschloss ich an einem Sonntagabend:
Jetzt ist Schluss. Wir geben auf.
Ich merkte einfach, dass unser Familienfrieden völlig im Eimer ist, dass
die Liebe und Geborgenheit total auf der Strecke bleibt. Und das wollte ich
nicht. Niemals.
Am Montag morgen rief ich in der Schule an. Wir wohnen in einem kleinen
Dorf, die Dorfschule ist im nächsten Ort. „Ich muss Ihnen was beichten. Wir
haben die Schulaufgaben nicht geschafft“, sagte ich der Lehrerin. Ich
erzählte ihr von unseren letzten Wochen, wie sehr mein Kind unter der ganzen
Situation leidet und dass ich auch einfach überfordert bin.
Wir sprachen darüber, warum ich meine Tochter nicht in die Notbetreuung
gebe. Ich hätte ja Anspruch, aber da ich direkt mit Covid 19- Patienten
zusammen komme, halte ich es für keine gute Idee, dass mein Kind mit anderen
Kindern betreut wird.
Die wunderbare Klassenlehrerin hörte sich das alles an und versprach, sich
etwas zu überlegen. Zwei Stunden später rief sie wieder an und sagte, dass
meine Tochter nur noch eine Stunde am Tag lernen müsse – vor und nach der
Lerneinheit würde sie mit der Lehrerin telefonieren.
Und obwohl ich weiß, dass es richtig so war, die Lehrerin um Hilfe zu
bitten, habe ich das Gefühl, versagt zu haben. Wenn ich auf Instagram sehe, wie alle
Mütter erfolgreich Homeschooling machen, wenn Freundinnen meiner Tochter
erzählen, dass sie sogar die Zusatzaufgaben gemacht haben, dann macht mich
das fertig. Wir sind gescheitert und zwar so richtig.
Ich bin nicht stolz darauf, aber ich glaube, dass viele Eltern gerade an
ihre Grenzen kommen. Mein Text soll Euch Mut machen, ehrlich mit den Lehrern
zu sprechen. Denn der Duck, den wir Eltern und die Kinder verspüren, ist
enorm. Wir wären beinahe daran zerbrochen.
Jetzt gehen wir den Weg anders. Mit weniger Homeschooling, dafür mit mehr
Liebe, kuscheln, spielen und Netflix. So werden wir diese Zeit schaffen. Ganz
bestimmt.
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Homeschooling: "Wir haben aufgegeben, bevor wir daran
zerbrechen" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/i-break-together-ein-jahr-corona-chronologie-eines-pandemiejahres |
Ihr Lieben, wer hätte gedacht, wie lang uns Corona als Gesellschaft
lahmlegt. Hätte man mir letztes Jahr gesagt, dass das alles so lang andauert,
hätte ich es nicht geglaubt. So wie ich mir ganz zu Anfang der Pandemie auch
nicht vorstellen konnte, dass wir mal alle Masken tragen würden in der
Öffentlichkeit… Wir hatten jedenfalls jetzt genug Zeit, das alles mal sacken
zu lassen und ich dachte neulich, wir könnten doch mal eine kleine Chronologie
der Ereignisse verfassen. Sollen wir? Okay, los geht´s:
Februar 2020:
Irgend so ein Virus aus China könnte gefährlich werden. Naja, ist ja weit
weg. Die Optimisten leben weiter wie bisher.
März 2020:
Ähm, WTF?! Unsere Kinder dürfen nicht mehr zur Schule?! Wir dürfen nicht
mehr raus, niemanden mehr treffen? Im Ernst? Krass.
April 2020:
Der Osterurlaub fällt ins Wasser. Fuck. Hier gibt´s ja jetzt wirklich eine
ernsthafte Bedrohung? Unser System ruckelt. Alles ist neu. Alles ist so
überfordernd!
Mai 2020:
Phase des Realisierens: Kann das denn wahr sein? Geht das jetzt immer so
weiter? Wer holt uns hier raus? Immerhin haben wir uns langsam an die Masken
gewöhnt.
Juni 2020:
#FamilienInDerKrise. #CoronaEltern. Leute, wir müssen laut werden, wir
werden hier grad komplett von der Politik übersehen.
Juli 2020:
Oh, wie süß schmecken eigentlich Lockerungen? Fast wie ein Ausflug in unser
altes Leben. Und wie entspannt ist doch ein Leben ohne Homeschooling…
August 2020:
Die Tränen laufen, als die Kinder wieder in Schule oder Kita dürfen. Vor
Rührung. Vor Erschöpfung. Und weil uns der Anblick so vieler kleiner Menschen
mit Masken noch immer erschüttert. Houston, wir haben wirklich ein Problem.
Bitte lasst uns alle gesund durch die Krise kommen!
September 2020:
Das Oktoberfest wird abgesagt. Klausuren, Tests, Referate – unseren Kindern
wird alles abverlangt, weil niemand weiß, wie lange sie noch zur Schule
können. Und es müssen ja schließlich Noten her!
Oktober 2020:
Es gibt Impfstoffe demnächst? Im Ernst: Wie geil ist das denn?! Wird etwa
alles wieder gut? Na gut, dann gehen unsere Kinder halt jetzt weiter nicht zu
ihren Hobbys, aber dann ja bald vielleicht wieder!
November 2020:
Lockdown light? Cola Zero? Ich will aber Zucker! Ich will entweder die
echte oder gar keine. Das bringt doch sonst alles nix!
Dezember 2020:
Keine Weihnachtsmärkte. Massen-Aufläufe auf Glühwein-Wanderwegen. Wir
wollen raus. Wir suchen uns Wege. Sie werden verboten.
Januar 2021:
Hallo neues Jahr! Unfassbar, dass wir hier immer noch in dieser
Krisensituation festsitzen! Wenn Zahnarztbesuche zu Wellness-Momenten werden,
weil man endlich mal wieder was erlebt und unter Leuten ist, mit denen wir
nicht verwandt sind.
Februar 2021:
Kein Karneval. Dafür: Hallo Mutanten! Ihr wolltet uns nochmal so richtig
die Zunge rausstrecken, als wir die ersten zaghaften Hoffnungen zuließen,
stimmt´s?
März 2021:
Puh. Wisst ihr noch, wie die Pessimisten im letzten Jahr vor Ostern
scherzten, als es hieß: „Lockdown bis Ostern“ und wir danach witzelnd
fragten: „Ostern in welchem Jahr denn?“
Fortsetzung folgt…
Und jetzt ihr: In welcher Phase befindet ihr euch gerade? In der Phase der
Akzeptanz? Ist dann halt so? Oder in der Phase des Schulterzuckens? Weil: Ist
ja eh längst nichts mehr planbar? In der Phase des Genervtseins oder der
Unverständnis? In der Phase der Wut? Oder in der Phase der Dankbarkeit, weil
uns zwar viel genommen wurde, aber immer noch so viel da ist, wenn wir nur
hinschauen? Erzählt doch mal!
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"I break together": Ein Jahr Corona! Chronologie eines
Pandemiejahres |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-arbeite-vollzeit-mein-mann-bleibt-zu-hause-warum-das-immer-noch-fuer-unverstaendnis-sorgt |
Liebe Karolina, erzähl erst mal, wer alles zu deiner Familie gehört.
Zu meiner Familie gehört mein Mann Lukas (30 Jahre), der Kaufmann für
Versicherungen und Finanzen bei einem namhaften Versicherungsunternehmen ist,
momentan ist er in Elternzeit. Mein Sohn (3 Jahre) und meine Tochter Amelie
(7 Monate), die im Juli letzten Jahres zur Welt kam. Ich, Karolina (32 Jahre
alt), bin Lehrerin an einer Mittelschule.
Du bist nach der Geburt Deiner Tochter wieder Vollzeit eingestiegen. War
das in der Schwangerschaft schon klar oder wann habt ihr das so
entschieden?
Bei meinem Sohn Noah, war bereits in der Schwangerschaft klar: Ich bleibe
mindestens 1 Jahr zuhause. Da hab ich nicht mal darüber nachgedacht, wieder
arbeiten zu gehen. Ich kannte zu dieser Zeit auch niemanden, der wieder
sofort ins Berufsleben eingestiegen ist. Es war einfach selbstverständlich
für mich, dass ich für die Versorgung des Babys zuständig bin. Deshalb blieb
ich ein Jahr zu Hause.
Als ich mit meiner Tochter schwanger wurde, habe ich zunächst gedacht, dass
ich auch wieder zuhause bleiben werde. Mein Mann überraschte mich irgendwann
mit der Frage: „Wieso bleibe ich eigentlich nicht zuhause und du gehst
arbeiten?“ Zum ersten Mal dachte ich ernsthaft darüber nach. Wieso sollte ich
nicht gleich wieder anfangen und warum sollte mein Mann nicht mal die
Erfahrung zuhause machen? Mit einem noch unsicheren Gefühl gingen wir noch
hochschwanger zu einer Beratungsstelle. Dort wurden wir umfassend informiert
und wir gingen mit einem positiven Gefühl nach Hause. Ab diesem Zeitpunkt
wussten wir: Lukas geht in Elternzeit.
Warum wolltest du möglichst schnell wieder arbeiten gehen?
Kurz und knapp: Ich liebe meine Arbeit.
Ich bin sehr gerne Lehrerin und arbeite unheimlich gerne mit Kindern und
Jugendlichen. Sie liegen mir sehr am Herzen und als Klassenlehrerin baut man
auch eine intensive Beziehung auf. Zudem kenn ich diese positive Einstellung
zur Arbeit auch von meinem Elternhaus. Meine Mutter ist leidenschaftliche
Krankenschwester, die auch mit drei Kindern immer gearbeitet hat.
Es ist in Deutschland immer noch selten, dass der Vater ein Jahr Elternzeit
nimmt. Wie waren die Reaktionen darauf?
Unsere Eltern wussten nicht mal, dass es diese Möglichkeit gibt und waren
zunächst überrascht. Meine Schwiegermutter, die sieben Kinder großgezogen
hat, war schockiert, dass ihr Sohn sich das antun will 🙂
Unsere Freunde reagierten überrascht, aber sehr positiv, weil sie meinen
Mann bereits als sehr engagierten Vater kannten.
Wie reagierte der Arbeitgeber deines Mannes?
Zunächst sehr erstaunt, aber dann haben sich alle zusammen gesetzt und
besprochen, wie die Zeit ohne meinen Mann ablaufen kann. Ich empfand das als
sehr lösungsorientiert.
Ein Arbeitskollege allerdings war recht wütend – er arbeitet mit vier
anderen Kollegen in einem Team mit meinem Mann. Er empfand die Entscheidung
als egoistisch und unkollegial. Er fühlte sich im Stich gelassen.
Gab es auch Unverständnis, dass Du wieder schnell arbeiten möchtest?
Oh ja. Viele Freundinnen waren echt erstaunt und haben mich gefragt, ob ich
das wirklich so machen will. Wenn ich ihnen meine Gründe erklärt habe, habe
ich meistens danach viel Zuspruch bekommen. Allerdings gab es auch Mütter,
die sagten, dass sie das niemals machen würden – da musste ich schon
schlucken und habe mich gefragt, ob meine Entscheidung wirklich richtig ist.
Auch im Kollegium in der Schule waren die Reaktionen sehr gemischt…
Und wie hast Du Dich in den ersten Wochen zurück im Job gefühlt?
Ehrlich gesagt: Es ging mir erst nicht so richtig gut. Ich dachte sogar
darüber nach, was die Nachbarn darüber denken, dass ich als Mutter wieder
arbeiten gehe und der Papa zu Hause bleibt. Es kam mir alles unwirklich vor –
gerade hatte ich noch diesen riesigen Babybauch und dann stand ich schon
wieder im Klassenraum…
Und ich tue mich auch manchmal bei meinen Freundinnen schwer, weil ich da
einfach merke, dass ich eine„andere Mutter“ bin. Ich habe vormittags keine
Zeit frühstücken zu gehen, keine Zeit, an einer Krabbelgruppe oder dem
Babyschwimmen teilzunehmen. Wenn ich solche Verabredungen absagen muss, fühle
ich mich schon wie ein Außenseiter und auch wie eine schlechte Mutter…Ich
muss mich dann richtig „zurückholen“ und mir klar machen, dass unser Weg für
unsere Familie gut ist.
Bei eurem ersten Sohn bist du ein Jahr zu Hause geblieben – wie hast du das
Jahr damals erlebt?
Das Jahr Elternzeit mit meinem Sohn war ein schönes und ereignisreiches
Jahr. Das erste Mal Mutter werden, ist schon an sich ein unbeschreibliches
Gefühl. Und das Jahr mit Baby sowieso. Das erste halbe Jahr verging so schnell,
da alles neu für mich und für unsere Ehe war. Nach und nach verspürte ich
aber immer mehr den Wunsch, wieder „rauszukommen“. Ich wollte nicht nur Baby
versorgen und Haushalt führen, sondern auch was für mich tun, und auch was
für die Haushaltskasse beisteuern. Ehrlich gesagt, habe ich meinen Mann
beneidet, dass er zur Arbeit gehen durfte… Nur Ehefrau und Mutter zu sein,
hat mich nicht zu 100% erfüllt.
Ärgert es Dich, dass es immer noch als üblich gesehen wird, dass
automatisch die Frau zu Hause bleibt?
Ich wünsche mir, dass es sich viel mehr Männer trauen, die Aufgabe zu Hause
zu übernehmen. Und die Frauen müssen lernen, loszulassen und dem Vater die
Aufgaben zu Hause zutrauen. Männer können das genauso gut wie Frauen – und
deshalb sollte keine Frau ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie wieder
arbeiten geht.
Findest du, dass eigentlich viel mehr Väter den Job zu Hause machen
sollten, damit sie mal wissen, was die Frau leistet?
Auf jeden Fall! Ich kann allen Männern nur ans Herz legen, Elternzeit zu
nehmen. Man muss ja nicht die volle Zeit nehmen – aber ein paar Monate
komplett zu Hause sein, das ist eine wichtige Erfahrung. Die Zeit, sich
völlig auf die Familie und das Kind zu konzentrieren, bekommt man nicht oft.
Und die Väter durchleben mal den ganz normalen Alltag, den die Frauen zu
Hause stemmen. Das fördert ganz sicher das Verständnis füreinander.
Wie hat Eure Aufteilung Eure Beziehung verändert?
Unsere Beziehung und unser Familienverhältnis hat sich seit der Elternzeit
meines Mann noch mehr gefestigt. Wir führen ein sehr harmonisches Familienleben.
Mein Mann verbringt so viel Zeit mit den Kindern und da ich nur vormittags in
der Arbeit bin, verbringen wir nun jeden Tag gemeinsam. Das war vorher nicht
so, da mein Mann oft bis zu den späten Abendstunden gearbeitet hat. Und ich
persönlich fühle mich auch wohl. Wie sagt man so schön: Glückliche Mutter-
glückliche Kinder.
Was möchtest du noch zu dem Thema sagen?
Frauen, die schnell nach der Geburt wieder in den Job einsteigen, bekommen
viel Gegenwind – vor allem in den sozialen Netzwerken. Das finde ich absolut unnötig. Wäre es
nicht viel besser, jeder Familie die Freiheit zuzugestehen, ihren eigenen Weg
zu finden?
|
Mama arbeitet Vollzeit, Papa bleibt zu Hause |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-alleinerziehend-und-am-ende-meiner-kraefte-gastbeitrag-von-barbara |
Ferienzeit – den Bildern auf
Facebook nach sonnen sich viele Freunde und Bekannte in Portugal, Italien
oder Griechenland. Ich liege währendessen – jetzt die dritte Woche – mit
einer Lungenentzündung auf der Nase. Nein, im Bett. Absolute Bettruhe –
während es draußen 36 Grad im Schatten hat. Es ist die einzige Woche in
diesem Jahr, die ich komplett kinderfrei habe und ich habe schon damit
geliebäugelt ein paar Tage wegzufahren. Einfach mal raus hier und wenn es nur
zwei Stunden Fahrt sind irgendwo ins Nirgendwo, einfach mal raus…
Im letzten Jahr hat es mich gegen Ende der Sommerferien mit einer
mehrmonatigen Schilddrüsenentzündung gebeutelt. Wie immer haben es alle
kommen sehen. "Kein Wunder", sagen sie, "alleinerziehend mit
fünf Kindern und dann noch selbstständig – das kann ja nicht gut gehen."
Jetzt liege ich heulend im Bett und mein Optimismus der letzten Jahre,
dieses Leben mit meinen Kindern irgendwie lebenswert hinzubekommen, schwindet
von Minute zu Minute.
Während meine Tochter mit der Lebensgefährtin meines ehemaligen Mannes
morgens dem Sonnenaufgang im Meer entgegenschwimmen will, während sich meine
Jungs zwei Wochen im Pfadfinderlager dem Abenteuer stellen und meine Jüngsten
mit ihrem Vater genüsslich im Schwimmbad aalen, kuriere ich mich von den
Strapazen der letzten Wochen aus. Wenigstens die anderen können meinen
Kindern was bieten. Ich kann mir all das nicht leisten. Zeitlich nicht und
finanziell schon gar nicht.
Warum muß die Zeit vor den Sommer- und Winterferien immer so unglaublich
stressig sein? Einer meiner Söhne mußte das Gymnasium verlassen, aber jetzt
mitten in den Sommerferien sind alle Schulen voll und wir wissen überhaupt
nicht, wo das Kind zu Schulbeginn zur Schule gehen kann. Meine Tochter hatte
vor mir die Lungenentzündung und mein Großer hat endlich seinen
Realschulabschluß geschafft!
Für die Kleinsten habe ich endlich einen Krippen- und Kindergartenplatz in
einer Einrichtung, aber lange war nicht klar, wovon ich die Aufnahmegebühren
zahlen soll. Im Moment lebe ich von Hartz IV. Geht nicht anders – fünf Kinder
und ein Alleinverdiener in der Bedarfsgemeinschaft. So viel Geld werde ich
nie im Leben verdienen, als das ich die Kinder alleine durchbringen
kann.
Und vor den Ferien ein Termin nach dem anderen in den Kindergärten und
Schulen. Drei Schulfeste an einem Nachmittag. Haushalt, meine
Selbstständigkeit, Termine, Termine… ach ja, meinen Geburtstag habe ich
dieses Jahr mal endlich gefeiert. Und danach lag ich das erste Mal auf der
Nase pünktlich zu Ferienbeginn. Richtig auskuriert habe ich das Ganze nicht
und zehn Tage später ist sie wieder da, die Lungenentzündung.
Ich liebe meine Kinder. Es sind fünf wunderbare Prachtexemplare und ich
habe sie alle gewollt. Sie alleine zu erziehen habe ich aber nicht gewollt.
Da habe ich leider einen Fehler gemacht, der mir nie verziehen wird. Und den
ich mir nicht verzeihen kann. So ist es nun einmal.
Jetzt muß ich mich erst einmal von der Lungenentzündung erholen. Und jetzt
schon wieder darüber nachdenken, wie die nächsten Wochen geplant werden. Ob
ich meine Selbstständigkeit aufgeben soll, frage ich mich in dieser Zeit
immer wieder. Abgesehen davon – wer nimmt schon eine alleinerziehende
fünffache Mutter… . Und dann fehlen mir die Qualifikationen.
Wenn ich die Artikel über die Gleichberechtigung der Frau lese, daß viele
Frauen genauso viel arbeiten wollen wie Männer, dann muß ich lachen. Wie soll
das gehen? So sehr ich mich auch anstrenge, Kinder und Beruf mal eben zu
wuppen, das zehrt an den Nerven. Ja, die Väter sind irgendwie da, aber haben
ihre Vollzeitberufe, die aber noch nicht einmal den vollen Unterhalt
abwerfen. Dann wäre ein finanzieller Ballast weniger vorhanden. Wenn es
Probleme gibt oder ich krank bin, dann sind sie so gut es geht da. Darüber
mag ich mich nicht beschweren. Aber die Sorgen des Alltags, die kleinen und
großen Bedürfnisse, die Wutausbrüche und Zickenattacken, die Erziehungsfragen
und die Standfestigkeit, das alles bleibt an mir hängen.
Ich wünsche mir einfach mal mehr freudige und leichte Momente mit den
Kindern. Zeit und Luft zum Durchatmen. Kinder sind so etwas Wunderbares und
die Zeit mit ihnen ist begrenzt. Das kann die nächsten Jahre nicht so weiter
gehen. Noch habe ich keine Lösung dafür. Aber es ist auch irgendwie mein
Leben und ich darf doch auch mal wieder ein kleines bißchen glücklich sein.
Ich würde meinen Kindern so gerne mehr Leichtigkeit bieten und nicht nur
Sorgen. Mein Sohn sagte einmal: „Du stehst immer wieder auf, Mama. Du läßt
Dich nicht unter kriegen.“ Ein schönes Kompliment. Hoffentlich behält er
recht.
Foto: Pixabay
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"Ich bin alleinerziehend und am Ende meiner Kräfte" -
Gastbeitrag von Barbara | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-dreifache-mama-zwei-kinder-sind-sternchen |
Ich heisse Gina und bin 26 Jahre alt. Ich habe drei Kinder, zwei davon sind
bei den Sternen. Schwanger werden war nicht selbstverständlich für mich.
Sieben Jahre lang haben wir auf ein Kind gehofft, aber meine Eileiter waren
verklebt und ich wurde einfach nicht schwanger. Nach einer
Eileiter-Durchspühlung hat es schließlich doch geklappt und im Juli 2019 kam
unser Sohn zur Welt. Wir waren sehr glücklich.
Sechs Monate nach der Geburt wollten wir es erneut versuchen und
tatsächlich hatten wir im Februar 2020 einen positiven Schwangerschaftstest
in der Hand. Ich war so erleichtert, dass es diesmal so schnell geklappt hat.
In der 14. Schwangerschaftswoche bekam ich plötzlich starke Blutungen, wir
fuhren sofort ins Krankenhaus. Die Fahrt bis dahin erschien mir ewig zu
dauern.
Meinem Kind schien es gut zu gehen
Eine Ärztin untersuchte mich und sagte dann: „Ihr Kind lebt, aber sie haben
ein Hämatom an der Gebärmutter, das sie Blutungen verursacht.“ Ab da hieß es:
Bettruhe. Ich versuchte mich so gut es geht zu schonen und vier Wochen
verstrichen, in denen ich zwar immer wieder mal Blutungen hatte, aber mein
Frauenarzt kontrollierte wöchentlich und alles schien ok. Ich war dankbar für
jeden Tag, den wir schafften.
Ende Mai veränderte sich alles. Ich bekam eines Abends auf einmal
Schmerzen. Nach einer Weile bemerkte ich, dass diese Schmerzen kommen und
gehen – ich also Wehen hatte. Mein Mann rief den Rettungswagen, der uns ins
Krankenhaus brachte.
Dann kam mein Kind viel zu früh zur Welt
Im Krankenhaus konnten die Ärzte die Wehen nicht stoppen und ein paar
Stunden später platzte die Fruchtblase. Ich war in der 18.
Schwangerschaftswoche.
Unser Sohn kam um 0.25 Uhr zur Welt, war wunderschön und war 20 cm groß und
wog 185 Gramm. Ich nahm ihn in den Arm, wir machten Fotos und verabschiedeten
uns von ihm. Vier Wochen später wurde er mit anderen Sternchen zusammen
beerdigt.
Die Obduktion ergab, dass er gesund gewesen war, meine Plazenta hatte sich
aber gelöst und das hatte die Wehen ausgelöst. Die Ärzte machten mir Mut. Sie
sagten, ich habe ja schon ein gesundes Kind, mein Körper könne also Kinder
bekommen.
Im Oktober war ich wieder schwanger. Dieses Baby verlor ich in der 11.
Woche.
Ich weiß noch nicht, wie es für uns weiter gehen wird. Warum uns zwei
Kinder verlassen haben, ist sehr schwer für uns zu verstehen. Natürlich geht
das Leben weiter, aber ich werde diese zwei Kinder niemals vergessen. Sie
werden immer in unseren Herzen sein, wir werden immer über sie reden. Denn
sie sind Teil unserer Familiengeschichte.
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Ich bin dreifache Mama - zwei Kinder sind Sternchen | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-fremdgegangen-wie-wir-nach-meiner-affaere-an-unserer-ehe-gearbeitet-haben |
Liebe Saskia, Deine Ehe hat turbulente Zeiten hinter sich. Du hattest eine
Affäre und Dein Mann hat es herausbekommen. Kannst uns den Moment
beschreiben, an dem alles aufflog?
Der Zeitpunkt, an dem er es herausfand, war eigentlich der, zu dem ich mit
meiner Affäre damals schon beschlossen hatte, dass wir den Kontakt abbrechen
müssten. Es war kompliziert geworden, es waren viele Gefühle im Spiel, aber
wir haben beide Familie, einen festen Job und Wohnungseigentum, und das an
unseren jeweiligen Wohnorten… daher lag das letzte Treffen schon über einen
Monat zurück. Und ich wusste auch, dass es das letzte sein würde. Ich hatte
mich entschieden.
Mein Mann wollte an dem Morgen früh aufstehen und noch am Computer
arbeiten. Da er beruflich im Umbruch steckte, nahm er meinen Computer, rief
das E-Mailprogramm auf, bei dem ich noch eingeloggt war und entdeckte intime
Mails von einem anderen Mann. Daraufhin kam er ins Bad, wo ich mich für die
Arbeit fertig machte und stellte mich zur Rede. Er sagte, dass ihm bewusst
gewesen sei, dass es bei uns nicht gut lief – ich hatte ihn oft gebeten,
anders mit mir umzugehen, anders mit mir zu reden, sich mehr Zeit für uns zu
nehmen. Aber er hat es letztlich nie als so dringlich empfunden, als dass er
etwas hätte ändern sollen.
Wie lang ging die Affäre da schon?
Die Affäre ging da schon etwa über ein halbes Jahr. Sie war wie gesagt
schon so gut wie vorbei. Wir schrieben uns nur noch sporadisch, während wir
anfangs jede Minute Nachrichten verschickten. Ab und an telefonierten wir
noch, so richtig loslassen wollten wir uns irgendwie noch nicht. Denn wir
beide waren in unseren jeweiligen Beziehungen irgendwie unzufrieden und
hatten in uns gegenseitig etwas Neues und Aufregendes entdeckt.
Was hat dir die Affäre gegeben, was dir zu Hause fehlte?
Wir taten uns gegenseitig gut. Ich nahm sehr viel Energie aus ihm und
konnte für meinen Alltag daraus Kraft schöpfen. Während ich mich (bereits
zuvor, nicht erst seit der Affäre) mit meinem Mann über jede Kleinigkeit
stritt oder das Gefühl hatte, er würde mich einfach nicht verstehen, konnte
ich mit dem anderen Mann stundenlang telefonieren und über jede Albernheit
lachen.
Wir hatten das Gefühl, genau zu wissen, was der andere sagen würde; es
brauchte nicht viele Worte, denn wir verstanden uns manchmal blind. Wir
schrieben uns zu jeder Tages- und Nachtzeit Nachrichten, und ich genoss
einfach diese grenzenlose Aufmerksamkeit seinerseits. Mein Partner saß
manchmal spät abends neben mir auf der Couch und schaute mich nicht einmal
mehr an. Ich hatte das Gefühl, ich würde komplett ausgeblendet von ihm. Wir
hatten oft Streitgespräche, dass ich mich allein gelassen fühlte, mit
Haushalt, mit Kleinkind, mit Vollzeitjob als Berufseinsteiger – und er tat es
oftmals mit dem Kommentar ab, dass bei mir wohl wieder die Hormone verrückt
spielen würden und ich doch einfach ausziehen solle. Das war sehr verletzend
und irgendwann kam ich zu der Schlussfolgerung, dass ihm die Beziehung nicht
mehr viel Wert sein muss.
Hattest du ein schlechtes Gewissen oder war es eher ein Gefühl von: Wenn
mich hier keiner sieht und ich als Frau nicht mehr wirklich existiere, hol
ich mir halt Bestätigung woanders?
Ich hatte kein schlechtes Gewissen. Mir ist bewusst, dass die meisten
Menschen sagen, dass man egoistisch und selbstverliebt ist, wenn man sich nur
Bestätigung von außen holen will. Und dass eine Affäre in einer Beziehung zu
haben ja wohl das allerletzte ist, egal was passiert ist. Ich dachte selbst
einmal so.
Aber es läuft nicht immer alles nach
Plan. Ich habe nie nach einer Affäre gesucht und hätte auch nie gedacht, dass
ich dazu fähig wäre. Doch wenn man einmal in dieser Situation war, und man
merkt, wie gut es einem eigentlich tut, dann hat man plötzlich eine ganz
andere Perspektive daraus. Es bestätigt einen darin, dass man doch nicht zu
hohe Ansprüche hat. Es hat mich auch darin bestätigt, mich wieder als Frau
mit körperlichen Bedürfnissen wahrzunehmen oder dass ich auch Auszeiten
nehmen darf. Ich habe durch die Affäre einen ganz anderen Blickwinkel auf
mich selbst kennengelernt.
Wie ging es nach dem Auffliegen weiter?
Wenige Tage danach kam meine beste Freundin mit ihrem Mann spontan zu
Besuch. Sie hatte von allem erfahren und wollte mich unterstützen, auch weil
ihr klar war, dass ich nicht mehr weiter wusste. Wir beide redeten sehr viel
über beide Männer, reflektierten ihr Verhalten, ihre Worte, interpretierten
vielleicht auch ein bisschen zu viel hinein. Letztendlich war ich froh
darüber, denn ich konnte die verschiedenen Standpunkte besser nachvollziehen
und war mir meiner eigenen Entscheidung sicherer. Ich war sehr erleichtert
über ihren Besuch und bin ihnen beiden für ihre sehr reflektierte Art und
Weise sehr dankbar.
Ihr Mann ist in der Zeit mit meinem Mann zu unserem Wochenendgrundstück
gefahren, um das er sich immer kümmert, und wollte mit ihm in Ruhe reden. Ich
denke, er wollte ihm erklären, wie es so weit kommen konnte, und was er
seinerseits verändern könnte. Dass mein Mann nur noch seine Arbeit sah und
vor alles stellte. Dass er mich das Babyjahr fast komplett allein gelassen
hat und nach meinem Berufseinstieg immer noch der Meinung war, ich wäre
Hauptverantwortliche für unser Kind. Dass er sich zu Hause sehr viel
zurücklehnt und unser Kind oft zu mir dirigiert („Geh mal zu Mama, die macht
das!“).
Bei meinem Partner kam aber nur an, dass er sich um nichts kümmern würde
und faul zu Hause rumliegen würde. Er fühlte sich nicht nur von mir, sondern
auch von ihm als Freund betrogen. Der Mann meiner Freundin kam eher wieder
zurück und sagte mir aber einen entscheidenden Satz: Er ist der Meinung, dass
du die Richtige für ihn bist. Er braucht Zeit, damit er das alles verarbeiten
kann, aber er will weiter mit dir zusammen bleiben.
Ihr seid auch wirklich noch zusammen. Wie habt ihr Aufbauarbeit geleistet,
nachdem alles rauskam?
Mein Mann brauchte in Ruhe Zeit um das alles zu verarbeiten weil es für ihn
„sehr plötzlich“ kam. Er durchforstete meine komplette Technik, um alles
durchzulesen, was ich mir mit dem Anderen geschrieben hatte. Auch Sachen, von
denen ich dachte, sie wären längst gelöscht. Das bekam ihm natürlich nicht
gut und er hatte sehr viele schlaflose Nächte, in denen er so gut wie nie mit
mir redete, und wenn dann nur, um mir immer wieder die selben Fragen zu
stellen oder mich zu beleidigen weil er selbst so verletzt war.
Auf meiner Seite war es natürlich nicht weniger anstrengend. Ich überlegte
oft nachts, ob es vielleicht nicht besser wäre, eine Art Übergangszeit zu
vereinbaren, sodass man erst einmal sich selbst darüber im Klaren werden
könne, was man will und was man vom Anderen erwartet. Aber mit einem
Kleinkind und keinerlei Verwandtschaft in der Nähe ist dies ein
organisatorisches Ding der Unmöglichkeit. Manchmal stand ich am Rande des
Auszugs, ich wollte einfach gehen und alles hinter mir lassen. Ich fühlte
mich gedemütigt weil er alle privaten Nachrichten laß, weil er mein Handy
regelmäßig durchsuchte nach Kontakten, Nachrichten, Ortungsdiensten,
Telefonlisten, allem. Er wollte mir nicht glauben, dass wir keinen Kontakt
mehr hatten. Wenn ich im Job eine Konferenz hatte, unterstellte er mir, ich
würde mich mit irgendwem treffen. Das Ganze ging so weit, dass er mir
erklärte, ich würde mich nur wegen besserem Sex mit anderen Männern treffen
(wahllos!), weil er ja bei mir nichts mehr bewegen würde.
Er verletzte mich nun, da ich ihn verletzt hatte. Das wollte ich auf gar
keinen Fall. Vor allem nicht als Vorbild einer Beziehung für mein Kind. Also
sagte ich ihm, dass wir zusammen an unserer Beziehung arbeiten mussten, wenn
wir eine führen wollen. Wenn er es wollte, durfte er nicht nur von mir
erwarten, dass ich in allem zu Kreuze krieche vor ihm, und er mir mit dieser
Rechtfertigung einer Affäre alles an den Kopf hauen könnte, was ihm gerade
passte. Ich wollte eine Beziehung auf Augenhöhe.
Da in meinen Augen der Respekt schon lange vor der Affäre verloren gegangen
war, organisierte ich eine Paartherapie bei der Diakonie. Wir hatten zwar nur
zwei oder drei Sitzungen, aber diese haben uns sichtlich gut getan und auch
ein paar Handlungsanstöße gegeben, wie wir uns verhalten können, wenn es zu
Meinungsverschiedenheiten oder Streitpunkten kommt. Gern wäre ich noch öfter
hingegangen, aber die unregelmäßige Arbeit von ihm ließ es nicht mehr weiter
zu. Dennoch war es ein Anfang.
Nach vielen Gesprächen war uns klar, dass wir Entlastung brauchen,
wenn wir wieder Kraft in unsere Beziehung geben wollen und uns auf UNS
konzentrieren möchten. Wir schufen uns Freiräume, er nahm sich
arbeitstechnisch zurück, bringt sich viel mehr beim Kind ein. Noch heute
haben wir mindestens einen festen Termin in der Woche, den wir nur für uns
zwei reservieren. Wir gehen essen, kochen zusammen zu Hause, gehen in die
Sauna oder verabreden uns einfach nur zu Hause für ein paar Minuten zum Kaffee
bevor ich unser Kind aus dem Kindergarten abhole.
Wie würdest du reagieren, wenn er eine Affäre hätte?
Das hört sich jetzt vielleicht sehr ungerecht an, aber ich würde die
Beziehung wahrscheinlich beenden. Und zwar aus folgendem Grund: es war so
dermaßen kraftzehrend und nervenaufreibend für beide Seiten, diese Beziehung
nach meiner Affäre wieder richtig aufzubauen und zu stärken. Ich bin mir
ziemlich sicher, dass ich das nicht noch einmal durchmachen könnte.
Wir beide sind uns jetzt dessen
bewusst, was wir gemeinsam in unseren 14 Jahren geschaffen haben und auch was
wir durchgemacht haben. Diese Festigung, die wir jetzt geschafft haben,
erneut in Frage zu stellen, wäre wie eine Ohrfeige an alles, woran wir beide
im letzten Jahr gearbeitet haben. Und nicht zuletzt eine Absage an unsere
Beziehung.
|
Ich bin fremdgegangen! Wie wir nach meiner Affäre an unserer Ehe
gearbeitet haben. | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-mit-zwillingen-schwanger-aber-nur-ein-kind-wird-lebend-zur-welt-kommen-gastbeitrag-von-judith |
Heute ist wieder ein eher
wenig guter Tag. Ich denke viel nach und bin traurig. Seit Monaten bin ich zu
Hause und manchmal fällt mir die Decke auf den Kopf.. Aber ich muss mich viel
ausruhen und an das Wohl unseres gesunden Zwergs in meinem Bauch
denken.
Ich bin in der 34. Woche mit Zwillingen schwanger. Das klang immer so
schön, wenn man erzählen konnte, dass man Zwillinge erwartet und alles gut
ist und man sich toll fühlt. Ich hatte keine typischen
Schwangerschaftsbeschwerden. Nicht mal die viel prognostizierte Übelkeit, die
bei einer Zwillingsschwangerschaft doch so viel schlimmer sein soll.
Anfang Juli im vergangenen Jahr erfuhren wir bei einer Routineuntersuchung
beim Frauenarzt, dass ich schwanger bin. Es war allerdings noch sehr früh und
so sollten wir zwei Wochen später noch einmal kommen, um sicher zu gehen.
Beim nächsten Besuch sah ich auf einmal zwei Fruchthöhlen und meine
Frauenärztin fragte mich, ob ich gut zählen kann… So erfuhren wir, dass wir
Zwillinge bekommen werden.
Wir haben uns einfach nur gefreut. Ich habe mich wie Superwoman gefühlt und
fest daran geglaubt, dass wir das alles hinbekommen. Negative Stories und
Blogs über das Leben mit Zwillingen habe ich nicht gelesen, sondern mich auf
mein Urvertrauen verlassen, dass wir das als Eltern toll machen werden und
dass es ein Geschenk ist. Auch die nächsten Untersuchungen waren super
und ich fühlte mich einfach nur toll. Ich ging ganz normal weiter arbeiten
und ab dem 5. Monat sah man auch endlich einen schönen Babybauch.
Dann gab es diese eine Routineuntersuchung bei unserer Frauenärztin. Sie
hielt sich beim Ultraschall relativ lang an einem Zwilling auf und bat uns
danach noch zum Gespräch. Auf einmal sagte sie Dinge wie „Mir ist etwas im
Ultraschall aufgefallen, was ich gerne von der Feindiagnostik abklären lassen
würde. Etwas scheint mit den Beinen und den Nieren nicht zu stimmen.“
Der mächste freie Termin bei einem Feindiagnostiker war zwei Wochen
später. Zwei Wochen lief ich wie ferngesteuert herum – trotzdem blieben
wir positiv und haben immer gesagt, dass die Medizin heute so weit ist und
wir das alles gut hinbekommen werden.
Der Termin beim Feindiagnostiker war das schlimmste, was ich bis dahin in
meinem Leben ertragen habe. Der Arzt zählte fast eine Stunde lang die
verschiedensten Fehlbildungen an unserem kleinen Zwerg auf. Unser Kind sei
schwerstbehindert. Ich weinte schon bei der Untersuchung auf der Liege und
konnte mich kaum noch beruhigen.
Der Arzt empfahl uns, dass wir uns eine zweite Meinung einholen
sollen, da dieses Thema weitreichende Entscheidungen von uns abverlangt. Es
gab aber auch eine gute Nachricht an diesem schrecklichen Tag: Der zweite
Zwilling war vollkommen gesund.
Wir vereinbarten einen zweiten Termin bei einem anderen Pränatalmediziner
mit sehr guten Ruf und jahrelanger Erfahrung. Es hieß wieder warten. Zu
diesem Zeitpunkt hatte ich mich irgendwie emotional von meinen Babys in
meinem Bauch entfernt. Diese Diagnose hat mich so überrumpelt, dass ich nicht
wusste, wie ich damit umgehen soll.
Ich konnte es nicht fassen, dass meine bisher so unkomplizierte
Schwangerschaft sich so radikal verändert hatte. Zum einen waren da die
unglaublichen Sorgen, zum anderen sitzt man nur noch bei Ärzten und fühlt
sich wie ein Versuchskaninchen.
Der Besuch beim zweiten Spezialisten ergab leider die gleichen Ergebnisse
wie die erste Untersuchung. Und dann kam zum ersten Mal dieses Wort auf:
selektiver Fetozid.
Unser Arzt sprach das Thema einmal an, um uns auf diese Möglichkeit
hinzuweisen. Danach sollten wir ihn aktiv ansprechen, sollten wir diese
Möglichkeit in Betracht ziehen. Die Vorstellung, ein Baby zu verlieren, war
für uns die Hölle. Nur noch ein Baby statt zwei? Wir bekommen doch
Zwillinge. Das war mittlerweile fest in unseren Köpfen verankert.
Uns wurde empfohlen eine Humangenetikerin mit einzubeziehen, um
herauszufinden, ob ein genetischer Defekt vorliegt. Wir stimmten zu. Mir
wurde Fruchtwasser entnommen. Es kam nichts bei den Untersuchungen heraus. Es
lag kein genetischer Defekt vor. Nicht, dass ich mir das gewünscht hätte,
aber so war es noch schwieriger zu verstehen, warum unser kleiner Zwerg so
krank war. Wochenlang waren wir bei Ärzten und Beratern. Vor jedem Arztbesuch
hoffte ich insgeheim, dass jemand sagt, dass alles nur ein Irrtum gewesen
ist. Dass alle Fehlbildungen weg sind und sich alles zum Guten wendet.
Aber niemand sagte uns so etwas.
Wir fuhren über Weihnachten zu unseren Familien und versuchten etwas
Abstand zu gewinnen. Danach haben wir beide noch einmal über alles gesprochen
und eine Entscheidung getroffen.
Wir haben uns für den selektiven Fetozid entschieden. Ich kann mich an
dieses Wort immer noch nicht gewöhnen. Es klingt so medizinisch. Wir teilten
unserem Arzt unsere Entscheidung mit. Er besprach unseren Fall vor einer
Ethikkommission , die aus mehreren anderen Ärzten besteht. Sie stimmten dem
Eingriff zu.
Der Eingriff kann erst ab der 32. Woche vorgenommen werden, da Risiken für
eine Frühgeburt des anderen Kindes zu hoch ist. Die Gesundheit des zweiten
Zwillings stand immer im Fokus. Das Warten bis zum Eingriff war unerträglich.
Nebenbei schwingt immer die Angst mit, dass mit dem gesunden Kind auch noch
irgendwas passieren könnte.
Vor zwei Wochen war es dann soweit. Wir fuhren zusammen in die
Klinik, der Eingriff sollte am nächsten Morgen stattfinden. Mein Freund
durfte im Krankenhaus schlafen, so fühlte ich mich nicht ganz alleine.
Unser Arzt, der uns nun bereits seit einigen Wochen betreut hatte, führte
den Eingriff selber durch. Er begrüßte mich, nahm meine Hand und fragte,
mich wie es mir geht und ob ich es immer noch will. Er hatte ein ganz liebes
mitfühlendes Gesicht und nahm mir die Angst. Auch für ihn war dies kein
leichter Tag. Das habe ich ihm angesehen. Der Eingriff selber dauerte nicht
lang. Weder mein Baby noch ich verspürten irgendwelche Schmerzen. Dann hörte
sein Herz auf zu schlagen.
Vielleicht klingt das komisch, aber ich konnte nicht weinen.
Wir hatten uns solange auf diesen Tag vorbereitet und uns auch stets
psychologisch betreuen lassen. In den letzten Wochen hatten auch wir
angefangen, uns auf unser gesundes Kind zu konzentrieren. Wir wollten uns
darüber freuen, dass wir bei all dem Leid, das uns widerfährt, am Ende ein
gesundes Baby in den Armen halten werden.
Aber es ist unglaublich schwer, Babysachen zu kaufen, das Kinderzimmer
einzurichten und sich wieder positiv auf seine Schwangerschaft einzustellen,
wenn man so eine emotionale Last erfährt.
Ich weiß, dass uns das Schlimmste noch bevorsteht. Die Geburt wird ein
Wechselbad zwischen Trauer und Freude. Ein Kind wird bei uns bleiben, eins
nicht. Wir wollen auch das, das schon von uns gegangen ist, nach der
Geburt sehen und uns von ihm verabschieden.
Niemand bereitet einen auf so ein Schicksal vor. Ich hätte nie gedacht,
einmal so eine Entscheidung treffen zu müssen. Es zerreißt mir das
Herz.
Unser kleiner Zwerg wird für immer in unseren Herzen bleiben. Und ich werde
ihn immer sehen, wenn ich unseren anderen Zwerg anschauen werde.
Ich wünsche mir, dass dieses Thema öffentlich diskutiert werden kann und
andere betroffene Eltern eine Plattform finden, um darüber zu reden. Man hat
das Gefühl, dass das Thema noch sehr hinter verschlossenen Türen abläuft und
man sich als Eltern irgendwie schlecht fühlen muss, wenn man diese
Entscheidung getroffen hat. Ich hoffe, dass mein Beitrag dazu beiträgt das
Thema weiter in die Öffentlichkeit zu rücken.
Zum Weiterlesen:
Gastbeitrag von Aylin: Meine Reise mit Johanna – wie ich von meinem Kind
Abschied nahm
Gastbeitrag von Katharina: Warum wir uns nach der Geburt unseres Sohnes mit
Down-Syndrom für ein weiteres Kind entschieden haben
|
"Ich bin mit Zwillingen schwanger - aber nur ein Kind wird lebend
zur Welt kommen" - Gastbeitrag von Judith | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-bin-nur-so-behindert-wie-ich-mich-behindern-lasse-ein-autist-erzaehlt-aus-seinem-leben |
Ihr Lieben, wie oft haben wir hier schon über Autismus gesprochen, haben
ExpertInnen interviewt oder Eltern von autistischen Kindern zu Wort kommen
lassen. Heute lassen wir aber einfach mal einen jungen Mann zu Wort kommen,
der selbst betroffen ist und uns aus seinem Leben mit Autismus-Diagnose
erzählt. Wir sind so unglaublich dankbar für diese Einblicke, lieber
Paul-Christian Mühlfeld! Hört ihm zu, es lohnt sich!
Lieber Paul-Christian, wir sind so froh, in dir jemanden gefunden zu haben,
der mit uns über Autismus spricht, statt über jemanden zu sprechen, der
betroffen ist. Du gehst sehr selbstbewusst mit dem Thema um und sagst: „Ich
bin Asperger, und das ist gut so!“ Erzähl doch mal, warum.
Ja, ich habe mittlerweile meinen Asperger angenommen. Es ist nicht so, dass
ich nun dankbar bin Autist zu sein, aber ich sehe auch, was der Autismus in
mir für Stärken weckt. Früher war ich ständig damit beschäftigt, mich
anzupassen, habe mich bemüht nicht aufzufallen. Das hat meine ganze Kraft
gebunden und am Ende des Tages hat es doch nicht geklappt, man lehnte mich
einfach ab. Das ist als Kind schwer zu verstehen, denn du willst
dazugehören.
Ich musste erst lernen, dass man, wenn man anders ist, nie dazugehören
wird, weil die Menschen sich ein eigenes Bild von dir gemacht haben, ohne zu
wissen, wer du bist.
Wie nimmst du denn das Bild in der Öffentlichkeit wahr?
Leider ist das Bild von Asperger Autismus in der Öffentlichkeit sehr mit
Klischees behaftet: Wir sind krank, behindert, leben in unserer eigenen Welt,
sagt man.
Nichts davon stimmt, unsere Gehirne sind etwas anders verdrahtet, dadurch
denken und fühlen wir anders. Autismus ist eine andere Form des Seins. Wir
müssen also nicht geheilt und schon gar nicht bedauert werden. Wir müssen nur
erkennen, dass wir so wie wir sind, gut sind.
Das klingt sehr stark. Hattest du auch mal schwache Momente?
Ich habe lange mit meinem Autismus gehadert, mich gefragt warum
ausgerechnet ich. Meine Großmutter hat damals zu mir gesagt: Warum willst du
unbedingt sein wie alle, sei doch froh, dass du anders bist. Mache aus deinem
Anderssein etwas Besonderes, nimm dich an und dir wird es besser gehen.
Damals war ich wütend, weil sie nicht verstehen wollte, wie mir zumute
ist.
Nach und nach habe ich es verstanden. Ich habe diejenigen analysiert, die
mich mobbten und demütigten, die sich Respekt durch Schläge verschafften. Was
war an denen besser als an mir? Wollte ich so sein wie die? Die Analyse
meiner Mitschüler fiel nicht gut aus. Gut, ich konnte mich nicht so gut
verkaufen wie sie, war nicht so laut, lieber allein und den vielen seltsamen
Spielen, die sich im Schulhaus und vor allem auf dem Schulhof abspielten,
hatte ich keinen Zugang. Ich verstand sie einfach nicht. Warum wollte ich
also unbedingt dazu gehören?
Was machte das mit dir?
Langsam verstand ich meine Großmutter, die mir gesagt hatte, dass ich erst
mich mögen muss, bevor ich anders sein will. Warum wollte ich zu einer Gruppe
gehören, die mich ablehnt, über mich lacht, wenn ich mal wieder nicht
sprechen konnte, mich schikaniert und mich schlägt?
Ich verstand mich selbst nicht mehr.
Mit der Diagnose eignete ich mir dann auch Kenntnisse über den Autismus an
und erkannte mich in vielem wieder. Die Erkenntnis, dass ich Autist bin, war
erst schrecklich, aber sie ermöglichte mir eine Neuorientierung, ich konnte
an einer neuen Schule noch einmal von vorn anfangen, weg von allen, die mich
kannten, weg von allen schlechten Erinnerungen. Eine Chance, die ich
ergreifen wollte.
Welche Schule ist es geworden und was lief dort anders?
Die web-individualschule. Sie hat viel dafür getan, dass ich mich annehmen
konnte. Mit jedem Erfolg, mit jeder guten Leistung, mit jedem anerkennenden
Wort, fand ich zu mir. Ich erkannte meine Stärken, wusste, was ich kann. Und
langsam wusste ich, dass ich trotz Autismus einmal alles erreichen kann, ich
muss es nur wollen und zulassen.
Ich wurde selbstbewusster, gewöhnte mich an Anerkennung und Lob, setzte mir
Ziele. Irgendwann war mir der Autismus so egal wie die Tatsache, dass ich
Linkshänder bin. Ich begriff, dass ich nur behindert bin, wenn ich mich
behindern lasse.
Wie ging es weiter?
Ich fand nach und nach zu mir. Schwierigkeiten machten mir lange die
Erfahrungen der Vergangenheit. Was ich erlebt hatte, zehrte noch an mir und
stürzte mich oft in depressive Phasen, auch heute noch. Oft erlebte ich die
Demütigungen noch einmal, was körperlich an mir zehrte. Ich begab mich in
Therapie, die ich lange abgelehnt hatte.
Befreit von allem habe ich mich, indem ich ein Buch über meinen Weg bis zur
Diagnose geschrieben habe: Asperger Autismus: Mein Bekenntnis zum Leben. Dort
konnte ich aller Erlebte verarbeiten, habe aber auch begriffen, dass es
vorbei ist.
Mich zu demütigen, weil ich anders bin, kann man nur noch, wenn ich es
zulasse und ich lasse es nicht zu, denn ich bin stark genug, zu mir zu
stehen.
Wow. Erzähl mal mehr.
Als Paul-Christian hatte ich nur Ablehnung erfahren, wurde gemobbt,
gedemütigt und geschlagen. Ich hatte mich aufgegeben.
Als Autist fand ich zu mir, ich lernte mich neu kennen und erlebte nur
Fortschritte und Erfolge. Ich hatte mich mit dem Wissen, dass ich nichts für
meinen Autismus kann, mit mir ausgesöhnt, erkannt, wer ich bin und ich war
stolz auf mich.
Uns Autisten wird oft vorgeworfen, dass wir Schwierigkeiten im Miteinander
haben, sozial nicht zurechtkommen. Das sehe ich anders, wir haben
Schwierigkeiten mit einem „Miteinander“, in dem jeder nur sich selbst liebt,
seinen Platz behauptet und verteidigt, wo keiner auf den anderen eingeht, ihn
auch einmal bei der Hand nimmt, wenn es notwendig ist und man füreinander da
ist. Dort wo der Schein mehr gilt als das Sein konnte und wird nie mein Platz
sein. Ich möchte mich nicht anpassen müssen, um dazuzugehören. Wer das
erwartet oder fordert, kann nicht mein Freund sein.
Was verstehst du unter einem Miteinander?
Unter einem Miteinander verstehe ich, dass man so angenommen wird, wie man
ist und sich nicht verstellen muss. Heute kann ich sagen, dass es gut ist,
wie ich bin. Ich möchte gar nicht anders sein möchte, aber vor allem bin ich
nicht mehr bereit, Kompromisse einzugehen, nur damit man mich anerkennt. Ich
bin wie ich bin – und das ist auch in Ordnung.
Manchmal wünsche ich mir sogar, die Welt wäre ein wenig autistischer, da
wäre manches einfacher. Es erfordert viel Kraft, sich anzunehmen wie man ist,
aber wenn man es geschafft hat, fühlt man sich sicher und ist angekommen –
bei sich und im Leben. Ich habe es geschafft und darauf bin ich stolz.
Wie alt bist du und wann wurde deine Asperger Autismus – Diagnose gestellt?
War das auch eine Erlösung für dich, weil es endlich einen Namen für all das
gab?
Ich werde nächste Woche 20 Jahre alt, die Diagnose wurde gestellt, als ich
14 Jahre alt war. Viele Autisten sagen, dass die Diagnose eine Erlösung für
sie war, weil sie dann wussten, woran sie sind. Das war bei mir anders.
Ich wusste schon immer, dass ich anders bin. Der Weg zur Diagnose hieß für
mich, dass der Arzt mir helfen wird, wie alle anderen zu sein. Das Erste was
ich aus der Diagnose verstand, war, dass es keine Krankheit ist, es also auch
nicht geheilt werden kann, ich damit leben muss, weil es für immer so bleibt.
Und damit muss man erst einmal zurechtkommen.
Für mich war das keine Erlösung, für mich war die Diagnose eine Katastrophe
und es hat lange gedauert, bis ich mich überhaupt mit ihr beschäftigt habe.
So zu bleiben hieß aber, dass ich weiter gemobbt und geschlagen werde und
dass ich nie irgendwo dazugehören werde. Mit der Diagnose war das Wort Looser
quasi auf meiner Stirn eingebrannt.
Wie hast du es dann doch geschafft, die Diagnose zu verarbeiten?
Ohne Therapie hätte ich es nicht geschafft, diese Diagnose zu verarbeiten.
Kein Mensch erklärt dir, wie du mit dieser Diagnose umgehen sollst. Mein
Leben brachte sie erst einmal total durcheinander. Dieser Satz „Man kann nur
lernen, damit zurechtzukommen“ verfolgte mich wochenlang.
Wie lernt man so etwas? Ich wollte nicht damit zurechtkommen, ich wollte
wie alle sein.
Neben dem Therapeuten waren es meine Großeltern, die mir halfen. Auch sie
mussten ja lernen, was Autismus bedeutet. Und ich las Bücher, ich
beschäftigte mich mit Persönlichkeiten, denen Autismus nachgesagt wurde. Ich
erkannte mich in vielen Darlegungen wieder. Langsam erkannte ich, dass
Autistischsein nicht das Ende der Welt ist. Rückwirkend betrachtet finde ich
die Diagnostik sehr wichtig, aber noch wichtiger finde ich, dass den
Betroffenen erklärt wird, was diese Diagnose bedeutet.
Du hättest dir also mehr Begleitung gewünscht?
Ich bekam die Diagnose und verstand nichts, musst aber damit leben. Ich
wusste immer, das sich anders bin, die Diagnose gab dem Ganzen mehr oder
weniger einen Namen. Was das aber bedeutet, wie man lernt, damit umzugehen,
das erklärte mir niemand.
Zum Glück sind meine Großeltern mit mir gemeinsam zum Therapeuten gegangen.
Sie haben gelernt, mich zu verstehen, wie auch ich lernen musste mich selbst
zu verstehen. Noch heute, wenn ich Rückschläge habe, depressive Phasen
kommen, weil ab und zu die Vergangenheit und das Erlebte präsent sind, suche
ich mir therapeutische Hilfe. Früher habe ich mich geschämt, einen
Therapeuten zu brauchen, heute bin ich froh einen zu haben.
Du wirst oft unterschätzt, weil du zwar ein supersmarter Typ bist, aber im
Alltag nicht redest. In welchen Situationen fällt dir das besonders
auf?
Das mit dem Nichtreden ist eine spezielle Art, eine extra Diagnose. Man
nennt es Mutismus. Mutismus oder psychogenes Schweigen ist eine
Kommunikationsstörung, wobei keine Defekte der Sprechorgane und des Gehörs
vorliegen. Der Mutismus tritt mehrheitlich in Verbindung mit einer
Sozialphobie auf. Im Jugend- und Erwachsenenalter ist das Schweigen häufig
eingebettet in Depressionen.
Wie zeigt sich das bei dir?
Wenn ich unter Druck bin, aufgeregt bin oder Stress habe, kann ich nicht
sprechen. Das hat auch nichts mit dem eigenen Willen zu tun, ich bemühe mich
zwar, aber es geht nicht.
Früher hat mich das wahnsinnig gemacht, denn es ist peinlich. Alle schauen
dich an, warten auf deine Antwort und du kannst nichts sagen. Langsam komme
ich besser damit zurecht. Bin ich gut vorbereitet, passiert es mir kaum.
Telefonieren oder spontane Antworten sind noch immer schwierig, aber es wird
besser und man gewöhnt sich kleine Tricks und Kniffe an, die Sprachlosigkeit
zu überwinden.
Die Menschen, die mich kennen wissen es und bei Fremden bin ich sowieso
vorsichtig, nicht nur beim Sprechen. Aber es gelingt mir, wenn ich
Augenkontakt vermeiden kann. Und ich übe sehr viel. Ich habe sogar schon
geschafft vor zwei Schulklassen eine Lesung zu halten, wer weiß, was Mutismus
bedeute, weiß auch, was für ein Riesenerfolg das war.
Ich brauche für solche Aktionen eine sehr lange Anlaufzeit. Aber ich komme
ganz gut zurecht mit dieser Einschränkung. Ich habe gelernt zu vertrauen und
bei Menschen, denen ich vertraue, bin ich auch nie sprachlos.
Beschreib dich mal, was macht dich, was macht dein Leben aus?
Ich denke, dass ich mein Leben in vielen Bereichen nicht mehr so sehr von
dem anderer Menschen unterscheidet. Ich bin sehr empfindlich, was Geräusche,
Licht, Gerüche und Temperaturen, aber vor allem Berührungen betrifft. Darauf
muss ich achten, sonst bin ich schnell überfordert. Wer mit mir zu tun hat,
muss sich also dran gewöhnen, dass es bei mir kalt und immer etwas dunkler
ist, aber ansonsten habe ich alles, was man braucht, um den Alltag zu
bewältigen gelernt.
Ich weiß, dass ich auf einigen Gebieten noch Nachholbedarf habe, bin aber
geduldig mit mir. Zu Hause wurde immer sehr darauf geachtet, dass ich mich
nicht hinter meinem Autismus verstecke und ich selbstständig werde.
Natürlich führe ich nicht das Leben eines typisch 20- jährigen, bei mir
gibt es keine Partys, keine großen Treffen und ich habe einen sehr begrenzten
Freundeskreis, aber ich habe mir mein Leben so eingerichtet, dass ich
zurechtkomme, mich wohlfühle und auch meinen Spaß habe. Ich bin glücklich und
mehr kann man doch nicht erreichen, oder?
Man muss seinen Autismus annehmen und wie einen guten Freund behandeln,
sich aber nicht davon einschränken und unterkriegen lassen. Ich kenne meine
Defizite und komme damit klar.
Dir begegnen immer wieder Hürden im Alltag. Was wäre wirklich gelebte
Integration für dich?
Ich denke, dass Integration nicht reicht, es braucht Inklusion und die hat
in Deutschland – trotz guter Gesetze – zu wenig Bedeutung. Bei uns in Bayern
ist das besonders schlimm. Wie kann es sein, dass Autisten auch im Jahr 2020
noch unbeschult zu Hause sitzen, weil es noch keine alternativen Schulen
gibt? In Bayern werden Förderschulen gebaut, statt sie zu schließen.
Wie kann es sein, dass Schulen, wie die web-individualschule in Bochum,
nicht finanziert werden, weil man sich noch immer hinter sozialer Isolation
versteckt. Statt uns Autisten zu unterstützen werden wir ausgegrenzt und
abgeschoben. Die Pandemie zeigt uns doch, was unser Regelschulsystem wert
ist, nachdem die Digitalisierung verschlafen wurde.
Und wie kann es sein, dass Autisten, insbesondere hochfunktionale wie ich,
auf dem ersten Arbeitsmarkt keinerlei Chancen haben? Es hat sich schon lange
herumgesprochen, dass Autisten wertvolle Arbeitskräfte sein können, wenn sie
die notwendigen Rahmenbedingungen haben, aber kein Arbeitnehmer ist bereit,
uns diese zu geben.
Ich habe die Fachoberschulreife mit einem sehr guten Ergebnis absolviert,
studiere jetzt erfolgreich BWL und habe null Aussichten einmal selbstbestimmt
zu leben. Kann das sein?
Was wünschst du dir da konkret?
Als Autist wünsche ich mir, dass Behörden hinter den Paragrafen auch mal
den Menschen sehen. Ich wünsche mir Supermärkte, in denen die Lautsprecher
und Durchsagen nicht so laut schreien, dass ich den Markt wieder verlassen
muss, sondern ich wünsche mir eine angenehme Atmosphäre.
Ich wünsche mir, dass man nicht Gesetze für, sondern mit Behinderten macht
und ich wünsche mir, dass nicht der Staat entscheidet, wie ein Mensch mit
Behinderung zu leben hat. Das darf nur derjenige selbst entscheiden. Und ich
wünsche mir, dass die UN-Behindertenrechtskonvention endlich einmal mit Leben
erfüllt wird.
Mein größter Wunsch ist, dass eine Behinderung in unserem Land keine Rolle
mehr spielen darf, weil alle Menschen gleich sind.
Du hast bereits mehrere Bücher geschrieben, eines davon heißt „Asperger
Autismus: Mein Bekenntnis zum Leben.“ Dein Ziel damit ist es auch, Vorurteile
abzubauen. Welche meinst du da genau?
In dem Buch habe ich zuerst meine eigene Diagnose verarbeitet. Dann wollte
ich den Menschen zeigen, dass es nicht schlimm ist, Autist zu sein.
Gleichzeitig habe ich auch die Irrwege und Umwege durch Behörden und Ämter
aufgezeigt. Und ja, ich wollte Vorurteile abbauen, zeigen wie wir sind, wenn
man uns sein lässt, wie wir sind. Ich wollte zeigen, dass wir das Recht haben
so zu sein, wie es unser Autismus zulässt, dass wir uns nicht verändern
müssen, um dazu zugehören.
Ich wollte auch Betroffenen zeigen, dass man auch als Autist alles schaffen
kann. Ich bekomme viele Rückmeldungen, dass das Buch geholfen hat, die eigene
Diagnose anzunehmen und zu verstehen. Das ist gut, genau das wollte ich auch
erreichen. Man muss lernen sich zu verstehen, erst dann kann man die Diagnose
annehmen und an sich arbeiten, ohne sich anzupassen.
Wie sehen deine Pläne aus?
Ich schreibe gerade am zweiten Teil „Ein Autist wird erwachsen.“ Es soll zeigen,
dass es gut ist, Ziele zu haben und diese zu verwirklichen, aber auch, dass
nicht alles gelingt. Wer nichts wagt, wird nie wissen, wo seine Grenzen sind.
Auch wir müssen, wie alle anderen Menschen auch, mit Rückschlägen fertig
werden. Aber wir haben durch die Diagnose auch die Chance, das Beste aus uns
herauszuholen.
Ich will zeigen, dass schon etwas mehr Verständnis und ein wenig
Anerkennung helfen. Mein Hauptanliegen ist zu zeigen, dass wir nicht besser
und nicht schlechter sind als jeder andere auch.
Du schreibst, dass viele bei Autismus gleich an soziale Isolation statt an
selbstbestimmtes Leben denken, erklär mal genauer, was du damit meinst.
Das ist einfach zu erklären. Wir Autisten werden nicht verstanden, weil man
sich zu wenig mit Autismus beschäftigt. Die einen sagen, dass es eine
Modekrankheit ist, für andere sind wir geistig behindert.
Wir kommen im Regelschulsystem selten zurecht, statt uns zu fördern und
eine alternative Beschulung zu suchen, werden wir ausgeschult, einfach aus
dem Regelschulsystem ausgeschlossen, für unbeschulbar erklärt. Damit ist aber
unser Weg zu Ende, bevor wir angefangen haben zu leben. Andere bestimmen, was
aus uns wird und wir lassen es zu.
Das ist für mich Diskriminierung in Vollendung.
Weil statt Hilfen nur noch mehr Hürden in den Weg gestellt werden?
Schulen, die uns liegen und in denen wir erfolgreich sein könnten
(Internetschulen) werden uns verwehrt, weil wir dort sozial isoliert wären.
Das ist Quatsch, es geht bei diesen Entscheidungen nur um die anfallenden
Kosten. Wir haben aber nicht nur die Schulpflicht, wir haben auch das Recht
auf kostenlosen Zugang zu Bildung. Und das müssen wir uns holen, notfalls
einklagen.
Jeder Autist, der im Regelschulsystem überfordert wird, ist sozial
überfordert. Die Klassen sind zu voll, es gibt keine Ruhepole. Auf dem
Schulhof Massen, Lärm, Gerüche, Geräusche, alles, was uns überfordert.
Wir brauchen klare Ansagen ohne viel Trara, spezielle Lehrmaterialien, die
für uns verständlich sind, wir brauchen Rahmenbedingungen und die muss man
uns schaffen. Als Autist hast du Anspruch auf Nachteilsausgleich, um den zu
bekommen musst du gefördert werden. Das wird nicht einmal versucht.
Auch bei dir nicht?
Ich wurde nicht ein einziges Mal dem Förderdienst vorgestellt, aber
ausgeschult, weil mein Förderbedarf zu hoch war. Woher wollte man das
wissen?
Die Internetschule hat man mir aber versagt, weil ich dort zu sozial
isoliert sei, weil dort von zu Hause gelernt wird. Die Behörden haben weder
meine Diagnose begriffen noch sich mit der Schule beschäftigt. Sie haben auch
nicht begriffen, dass mich der Stress in der Schule kaputt gemacht hat.
Was muss da noch deutlicher werden?
Man muss begreifen, dass Autismus eine andere Form des Seins ist und man
uns nicht hinbiegen kann, bis wir in ein System passen.
Was aus uns wird, was wir wie lernen können, muss man mit, nicht über uns
entscheiden. Ich möchte bestimmen können, wie und wo ich lernen kann. Die
Alternative ist nicht Förderschule oder Schulausschluss, die Alternative ist
Autismus verstehen.
Wie sieht dein Alltag jetzt gerade aus?
Ich studiere mittlerweile im Fernstudium Betriebswirtschaft. Eine Art des
Studiums, die mir liegt und mit der ich gut zurechtkommen. Ich hab an der Webschule
gelernt, mich zu fokussieren, das hilft mir jetzt sehr.
Mein Alltag unterscheidet sich sicher in einigen Dingen von dem eines
Gleichaltrigen, was aber wieder nur das Miteinander betrifft. Ich bin mehr
der Einzelgänger, habe wenige, aber gute Freunde. Was man nicht kennt,
vermisst man nicht.
Ich brauch keine Partys, keine großen Gesellschaften. Meinen Alltag habe
ich so eingerichtet, wie er für mich passt. Für manch andere sicher gewöhnungsbedürftig,
aber ich lebe nicht das Leben der anderen, sondern meins und für mich ist es
perfekt. Ich kenne meine Schwächen und auf die achte ich besonders.
Stress überfordert dich und du brauchst recht feste Strukturen in deinem
Alltag. Was brauchst du noch, um dich sicher und gut zu fühlen?
Ja, mein Tag ist sehr strukturiert. Ich lege immer fest, wie meine Woche
aussehen soll und daran halte ich mich auch. Mir fällt es schwer, spontan zu
sein oder vom Plan abzuweichen, deshalb fühle ich mich in meinen festen
Strukturen wohl. Mein Umfeld versucht ebenfalls, meine Strukturen
einzuhalten, obwohl ich mittlerweile auch schon mit Veränderungen
zurechtkomme. Mein Zimmer ist meine Festung.
Hier habe ich die Rahmenbedingungen, die ich brauche. Ich hab feste Rituale
für meine Verpflichtungen, feste Zeiten, die sich alle bemühen einzuhalten,
so das auch das Zusammenleben klappt. Ich muss immer wissen, wer wo ist und
werde nervös, wenn ich das nicht weiß.
Ich habe gelernt, auf unverhoffte Situationen zu reagieren, habe aber auch
noch immer einige Eigenarten, die für Außenstehende schwer nachvollziehbar
sind. Ich habe die volle Unterstützung meiner Großeltern, die mich natürlich
besser kennen als jeder andere, die dafür sorgen, dass mich nichts so schnell
aus der Bahn wirft. Aber die schreiten auch ein, wenn ich mich in
Kleinigkeiten und Unwichtigkeiten verliere.
Ich habe andere Prioritäten bei Aufgaben, die zu erledigen sind, das bringt
oft Redebedarf mit sich. Aber wir arrangieren uns. Für mich ist es wichtig,
dass ich Ruhe habe. Lärm stresst mich noch immer und nimmt mir dann Kraft,
die ich für andere Dinge brauche.
Feste Strukturen und ein Wochenplan helfen mir, mich zu organisieren, das
brauche ich als Korsett, als Halt. Und es gibt bestimmte Dinge und Rituale,
die pedantisch wirken, für mich aber wichtig sind.
Wofür bist du in deinem Leben gerade besonders dankbar?
Am meisten bin ich meinen Großeltern dankbar, was sie für mich getan haben
und tun, ist mehr als normal. Sie haben mir geholfen, das zu werden, was ich
heute bin. Sie haben immer zu mir gestanden, mich erzogen immer ich selbst zu
sein, haben mir Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein vermittelt, mich stark
gemacht. Ohne sie, würde es mich heute nicht mehr geben.
In der schlimmsten Phase meines Lebens, als ich nicht mehr konnte, haben
sie gekämpft. Sie haben mich aus einer Schule genommen, die ich wegen
Mobbing, Diskriminierung, wegen Demütigungen und Gewalt fast nicht überlebt
hätte. Sie wussten zu diesem Zeitpunkt selbst nicht, wie es weitergehen soll,
aber sie waren da.
Sie haben gekämpft! Gegen Behörden und Ämter, die nicht sehen und mich in
ein System pressen wollten, in dem ich versagen musste. Durch drei
einstweilige Anordnungen und eine anschließende Klage vor dem
Verwaltungsgericht haben sie mir den Besuch der web-individualschule in
Bochum ermöglicht. Eine Schule, die mich gerettet hat.
Meine Großeltern waren und sind an meiner Seite und ich weiß, dass sie
immer für mich da sein werden, in guten und in schlechten Zeiten. Und ein
weiterer Dank geht an ebendiese Schule. Hier nimmt man Kindern wie mir die
Angst vor der Schule und die Angst vorm Leben. Die Lehrer zeigen dir, dass du
etwas wert bist, dass du etwas leisten kannst und vor allem zeigen sie dir,
dass du genauso wie du bist, gut bist. Die Chance an dieser Schule zu lernen,
war die größte Chance meines Lebens und ich würde sie jedem gönnen, der durch
die Raster des Regelschulsystems fällt.
Die web-individualschule mit einem Team von Lehrern, die ihren Beruf nicht
nur leben, sondern lieben, bedeutet gelebte Inklusion und ist meist die
letzte Rettung für geschundene Seelen.
In deinem Buch schreibst du: „Ich habe gelernt, meine Stärken gezielt
einzusetzen und meine Schwächen anzunehmen und dass diese Diagnose auch eine
Chance sein kann.“ Inwiefern?
Ich habe durch die Diagnose zu mir gefunden, mich erkannt. Ich kenne meine
Stärken und meine Schwächen. Und ich weiß, was dem Autismus geschuldet ist
und ich somit nicht ändern kann. Der Autismus hat aber auch Vorteile. Ich bin
zielstrebig, fokussiert, kann gut mit Zahlen umgehen, analytisch denken, ich
bin loyal, ehrlich und meist zuverlässig. Alles, was ich vorher nicht an mir
entdeckt habe. Meine Stärken lagen lange verborgen unter dem Wunsch, anders
zu sein.
Heute weiß ich, wer ich bin und was ich kann. Aber auch, was ich nicht
kann. Was ich kann, kann ich also gezielt und verstärkt einsetzen. An dem,
was ich nicht kann, kann ich arbeiten und wenn ich merke, dass es Dinge gibt,
die ich nicht erlernen kann, weil sie mich überfordern, akzeptiere ich
das.
Was möchtest du gern anderen Betroffenen und ihrem Umfeld noch mit auf den
Weg geben?
Betroffenen möchte ich mit auf den Weg geben, sich von der Diagnose nicht
unterkriegen zu lassen. Erst einmal tut das, was man erfährt, weh, weil man
es nicht versteht. Seht die Diagnose als das an, was sie ist: Ein Anfang auf
einem Weg, den du ab heute selbst bestimmst.
Versuche dich über Autismus zu informieren. Sortiere: Was trifft auf dich
zu, was auf keinen Fall? Ändere, was du ändern musst und kannst, aber
akzeptiere auch, was du nicht kannst.
Man darf nie vergessen, dass es bei Entscheidungen, die getroffen werden,
um einen selbst geht. Also entscheide mit und lass nicht andere entscheiden,
was gut für dich ist. Sei mutig und steh dazu, dass du anders bist, denn
anders ist nicht schlecht. Du allein entscheidest, wohin dein Weg dich führt,
kein anderer.
Ändere das, was du willst. Lass dich von niemanden aufhalten und gehe
deinen Weg. Du alleine bestimmst dein Tempo und dein Ziel. Suche dir
Menschen, denen du vertraust, gemeinsam geht es besser. Schäme dich nicht,
weil du autistisch bist. Sei stolz, anders zu sein, mache aus dir etwas
Besonderes.
Was wünschst du dir für deine Zukunft?
Mir wünsche ich zuallererst, dass meine Großeltern noch ein langes Stück
des Weges mit mir gemeinsam gehen.
Ich wünsche mir, dass ich mein Studium mit sehr guten Ergebnissen beende
und einen Arbeitgeber finde, dem egal ist, dass ich anders bin, anders als
der Durchschnitt. Einen, der in mir sieht, was ich bin: Ein junger Mann, der
sein Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen will. Ein Team, dass mich
annimmt und an dem ich wachsen kann. Eine eigene Familie, in der ich geborgen
bin und der ich alle meine Liebe und mein Vertrauen schenken kann.
Außerdem wünsche ich mir und allen Menschen, dass diese Pandemie bald
vorbei ist und wir wieder leben können, wie es uns gefällt. Vielleicht etwas
demütiger und nicht mehr so egoistisch. Geben wir dem Leben immer ein Stück
mehr als wir nehmen. Uns allen wünsche ich alles Glück dieser Welt.
Ich bedanke mich für dieses Interview.
Weitere Infos findet ihr bei Paul-Christian Mühlfeld auf der Website.
|
Autismus: "Ich bin nur so behindert, wie ich mich behindern
lasse" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-fuehre-eine-ehe-aber-ich-liebe-meinen-mann-nicht-mehr |
Liebe Lydia, Du bist seit 10 Jahren verheiratet, Ihr habt drei gemeinsame
Kinder. Du sagst, von außen sieht alles gut aus, aber innen stimmt gar nichts
mehr. Wie meinst du das?
Eigentlich ist es ganz einfach. Ich liebe meinen Mann nicht mehr. Und
dennoch schaffe ich es nicht, mich zu trennen. Weil diese Ehe den Kindern und
mir eben eine gewisse Sicherheit gibt.
Meinst du, dein Mann ahnt, dass du ihn nicht mehr liebst?
Ich habe ihm schon öfter gesagt, dass die Liebe weg ist. Denn natürlich
beschäftigt mich das Ganze sehr. Er nimmt mich – so scheint es – aber nicht
richtig ernst. Ich glaube, es ist leichter und bequemer für ihn, meine
Andeutungen zu ignorieren und zu tun als sei alles normal. Vor den Kindern
streiten wir auch nicht und machen auf heile Familie.
Sehr präsent ist auch noch Dein Ex…
Ja, manchmal taucht er einfach in meinen Träumen aus. Für mich
"erschreckend" ist, weil es meistens total zusammenhanglos ist. Es
sind selten die Tage, an denen ich intensiver an ihn gedacht habe, sondern
oft Tage, an denen ich nicht an ihn gedacht habe. Es sind oft ganz normale
Träume. Träume von Alltagssituationen, die sich total vertraut anfühlen.
Manchmal tauchen auch meine Kinder auf und es fühlt sich alles heil und
vertraut an. Träume, aus denen ich nicht aufwachen möchte, voller Gefühl von
Geborgenheit, Wärme und Harmonie. Morgens hängen mir dann diese Gedanken
nach. Ich wüsste gerne, wie es ihm geht und ich stelle mir auch die Frage,
wie mein Leben an seiner Seite verlaufen wäre.
Habt Ihr denn Kontakt?
Nein, das letzte Mal Kontakt hatten wir vor ca 6 Jahren per
SMS.
Für Dich ist das alles sehr belastend. Kannst Du mir jemandem darüber
reden?
Nicht so richtig. Mit meiner Nachbarin habe ich mal
darüber gesprochen, als sie mir erzählt hat, dass sie sich hat scheiden
lassen, um zu ihrer alten Liebe zurück zu kehren. Dass es mit meinem
Mann nicht so rosig ist, dass wissen schon meine engsten Vertrauten
(Eltern, Bruder und 2 Freundinnen), von den Gedanken an meinen Ex wissen
sie aber nichts
Warum ist das damals mit Deinem Ex auseinander gegangen?
Er hat damals auf Montage gearbeitet hat und ich hatte das Gefühl, immer
nur aufs Wochenende und auf ihn zu warten. Eines Tages hatte sein Bruder
einen schweren Unfall bei der Arbeit und ist dabei ums Leben gekommen. Ich
wollte für meinen damaligen Freund da sein, aber irgendwie haben wir es nicht
geschafft zu reden. In unserem Freundeskreis gab es damals immer mehr
Hochzeiten, ich wollte das auch, aber er zog nicht so richtig. Ich wollte,
dass das Leben vorwärts geht, ich hatte Pläne, wie mein Leben verlaufen
sollte. Heute ist mir klar, dass mir mehr Geduld so viel hätte geben
können.
Und wie kamst du dann mit deinem Mann zusammen und warum?
Mein Mann war zu der Zeit der beste Freund dieser besten Freudin. Wir
zogen alle in eine WG und stellten fest, dass wir uns mögen. Es ging alles so
schnell, er war sich total sicher und ich war auf einmal mittendrin. Er
wollte all das, was ich eigentlich auch wollte und so heirateten
wir.
Warum genau bleibst du bei ihm, wenn du ihn eigentlich nicht mehr
liebst?
Auf die Frage gibt es mehrere Antworten. Bequemlichkeit,
Sicherheit, Feigheit, Scham. Zum einen gibt es mir eine gewisse
Sicherheit bei ihm zu bleiben. Er hat einen Job (ich arbeite zur Zeit nur
im Mini-Job) und nimmt seine Aufgabe als "Versorger" ernst.
Wir haben 3 gemeinsame Kinder (8, 6 und 2), die ihren Vater brauchen und
natürlich will ich auch keine offiziell gescheiterte Ehe. Manchmal habe
ich auch die Hoffnung, dass sich mein Mann noch ein bißchen ändert und
diese Ehe/Familie schöner wird.
Wenn ich mich trennen würde, würde ich wohl mit den Kindern in die Nähe
meiner Eltern ziehen, die 500 km entfernt wohnen. Das würde aber auch
bedeuten, dass die Kinder ihren Vater nicht mehr so viel sehen, das will ich
ihnen nicht antun.
Wie stellst du dir die nächsten Jahre vor?
Die nächsten Jahre werde ich auf jeden Fall für meine Kinder da sein.
Wahrscheinlich werde ich dieses Leben weiter leben… meine ganze Kraft in
die Kinder investieren und versuchen, ihnen möglichst viel mit auf
den Weg zu geben. Ihnen die Möglichkeit geben "normal"
aufzuwachsen. Ich werde versuchen, nicht zu oft drüber nachdenken, ob es
mir besser gehen könnte.
|
Ich führe eine Ehe - aber ich liebe meinen Mann nicht mehr | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-glaube-nicht-mehr-an-das-maerchen-von-der-vereinbarkeit-gastbeitrag-von-christina |
Ich bin Mutter einer 5jährigen Tochter und berufstätig. Ich arbeite 40
Stunden die Woche, bin ehrenamtlich engagiert und alleinerziehend.
Lange Zeit habe ich an ein Märchen geglaubt. An das Märchen von der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
„Toll, wie du das schaffst!“ „Echt, du engagierst dich ehrenamtlich?“ „Ich
könnte das nicht“ Solche Sätze habe ich gehört. Von Freunden, von meinen
Netzwerkpartnern, von Kollegen. Der 45 Stunden Kitaplatz war da, aber er hat
nicht gereicht für die Abendtermine im Job, für die vielen Sitzungen und
Veranstaltungen. Harte Realität 1, ich 0.
In einem Jahr steht die Schule an. Mein Arbeitsplatz ist nicht weit weg.
15-20 Minuten. Die Schule ist direkt gegenüber. Langfristige Planung und
Organisation ist alles. Also nehme ich mit dem Jugendamt Kontakt auf. Frage
nach Randzeitenbetreuung. „Liebe Frau S., es ist toll, dass Sie sich jetzt
schon darum kümmern. Aber ich kann Ihnen leider wenig Hoffnung machen.
Versuchen Sie das doch über Ihren Freundes- und Bekanntenkreis zu regeln.“
Aha. Danke für die Info.
In meinem Kopf fängt die Rechnerei an. Wenn ich noch ein bisschen Pause
machen will, schaffe ich inkl. An- und Abfahrt vielleicht 32,5 Stunden die
Woche. Mehr geht nicht. Denn ich will ja zuhause sein, wenn meine Tochter
heimkommt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie es bei mir war, wenn ich aus
der Schule kam: Es gab Dinge, die wollte ich meiner Mutter erzählen. Sofort.
Wenn sie nicht da war, nicht ansprechbar war, habe ich diese Dinge nicht
erzählt. Auch nicht später.
Da ist sie wieder, die Realität. Realität 2, ich 0.
Und ich werde wütend. Wie kann es sein, dass meine Leistungsbereitschaft
von den Rahmenbedingungen gebremst wird? Wieso habe ich das Gefühl keine
Wahlmöglichkeiten zu haben?
Neben meinem Beruf habe ich mich in den letzten Jahren ehrenamtlich
engagiert, habe Verantwortung übernommen. Mit dem Ziel Einfluss zu gewinnen,
um Dinge verändern zu können. Ich wollte kämpfen, für die Frauen, für die
Vereinbarkeit. Fast sechs Jahre lang habe ich am Rand meiner Kräfte
gearbeitet. Habe alles gegeben. Habe mich engagiert, Impulse gegeben, straffe
Zeitpläne aufgestellt, Aufgaben jongliert. Und jetzt?
Die Realität zeigt mir, dass ich von manchen Dingen trotzdem ausgeschlossen
bleibe. Von bestimmten Netzwerken – weil ich eine Frau bin. Von sozialem
Leben – weil ich keinen Partner habe, der beim Pärchenabend seinen Mann steht.
Das fühlt sich an wie eine Sackgasse. Es schmerzt mich, das Gefühl zu haben,
dass all mein Engagement, all meine investierte Zeit und mein Input mich
letztlich nicht dahin führen, wo ich hin möchte.
In meinen schwachen Momenten frage ich mich dann, ob das nicht alles ein
bisschen viel verlangt ist. Ein Fehler im System sozusagen: Sei eine tolle
Mutter, sei beruflich erfolgreich, sei gesund und fit, tu was für die
Gemeinschaft, führe einen tollen Haushalt – ach und der Garten? Ja, der
sollte bitte auch aussehen wie ein Ausschnitt aus der Landlust.
Muss man denn, um erfolgreich zu sein und Teil der Gesellschaft zu sein,
unbedingt einen Partner haben? Und in welchem Jahrhundert leben wir denn,
wenn in manchen Regionen nicht eine einzige Frau in den letzten zwanzig
Jahren so viel erreicht hat, dass sie als Vorbild für andere Frauen mit
Ambitionen gelten kann?
Zufällig stolpere ich über ein Zitat aus einer Studie des BMAS von
2013:
„Alleinerziehende zeichnen sich häufig durch einen hohen Aufstiegswillen
aus, sie finden Erfüllung im beruflichen Erfolg, der ihnen im Vergleich zu
Müttern in Paarfamilien sogar wichtiger ist, sie betrachten Erwerbstätigkeit
als Teil ihrer Identität und sehen demzufolge ihr wirtschaftliches uns
soziales Fortkommen vor allem durch unzureichende Betreuungsmöglichkeiten
gefährdet.“
Das bringt meine Wahrnehmung gerade ziemlich auf den Punkt. Die
Rahmenbedingungen stimmen nicht. Die Realität, die mir so häufig zeigt, was
alles nicht geht, ist in der Gesellschaft und in der Politik noch nicht
angekommen. Nach wie vor gibt es erzkonservative Modelle wie das
Ehegattensplitting, während ich als Alleinerziehende von dieser Entlastung
nur träumen kann. Jede dritte Ehe wird geschieden, Witwen stehen mit Kindern,
Steuerklasse zwei und 60% des Rentenanspruches ihres Ehemannes da.
Wann kommt die Realität endlich auch dort an, wo sie am dringendsten
gebraucht wird? Wann ändern sich die Rahmenbedingungen in der Gesellschaft,
in der Politik und in den Köpfen?
Denn was häufig vergessen wird: der Durchschnittsbürger nimmt
Alleinerziehende oft als irgendwie gescheitert wahr. Zu Unrecht wie ich
finde. Klar, die permanente Belastung verändert einen. Pausenlos Hauptansprechpartner/in
für ein oder mehrere Kinder sein, Alleinverdiener/in, oft genug in
Unterhalts- oder Sorgerechtsstreiereien verwickelt und so gut wie keine Zeit
für sich selbst – so sieht für viele der Alltag aus.
Dennoch schaffen diese Frauen und
Männer extrem viel, sind in der Regel weit über das normale Maß hinaus
leistungsbereit und zudem auch bestens organisiert.
Aus meiner Sicht müssten solchen Menschen – mit und ohne Kinder – doch alle
Türen offen stehen. Oder?
|
Ich glaube nicht mehr an das Märchen von der Vereinbarkeit - Gastbeitrag
von Christina | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-habe-alles-verloren-warum-meine-kinder-nicht-mehr-bei-mir-leben-duerfen |
Ihr Lieben, in den Jahren, in
den wir euch hier bei Stadt Land Mama immer wieder Einblicke in die
verschiedensten Familien geben, erreichen uns immer wieder auch Schicksale,
die auch uns selbst noch Tage später beschäftigen. Weil sie so unbegreiflich
sind.
Die Geschichte von Viktoria ist so eine und deswegen möchten wir vor diesem
Text eine TRIGGERWARNUNG aussprechen.
Bitte lest nur weiter, wenn ihr euch zutraut, über väterliche Gewalt zu
lesen – Gewalt nicht nur gegen die eigene Frau, sondern auch gegen die
Kinder. Hier erzählt uns Viktoria aus ihrer Sicht, wie ihr Mann sich
veränderte und ihr gesamtes bisheriges Leben erschütterte. Ihr Ex-Mann sitzt
seither im Gefängnis.
Leider ist häusliche Gewalt auch heute noch ein großes Thema. Wenn ihr
selbst welche erlebt oder bei anderen davon mitbekommt: Die Nummer des
Hilfetelefons "Gewalt gegen Frauen" ist kostenlos – und 365 Tage im
jahr rund um die Uhr erreichbar: 08000 116 016.
Ihr könnt euch aber auch an die Opferhilfe-Organisation Weißer Ring wenden,
auch sie haben ein "Opfer-Telefon" eingerichtet, anonym und
kostenfrei, besetzt täglich von 7 bis 22 Uhr, die Nummer: 116 006. Das Wichtigste
ist. Holt euch Hilfe! Damit es nicht so weit kommen muss, wie es bei Viktoria
kam…
"Mein Name ist Viktoria, ich erzähle Euch heute, wie mein Leben aus
den Fugen geriet und ich den Traum von der heilen Familie begraben musste….
Als ich meinen heutigen Ex-Mann kennenlernte, dachte ich, ich hätte den
Jackpot geknackt. Er war kinderlieb, mochte Tiere, war freundlich und lieb zu
mir. Es fühlte sich perfekt an. Ich hatte keine schöne Kindheit, habe einige
Trauma erlitten und bin seit längerer Zeit in Therapie wegen Depressionen.
Doch nun schien mein Leben durch meinen Mann eine gute Wendung zu
nehmen.
Ich wurde schnell schwanger, bekam eine Tochter – und weil sich alles so
gut anfühlte, wurde ich bald darauf wieder schwanger. Erneut ein Mädchen. Ich
war so stolz und glücklich. Diese beiden Kinder waren für mich ein Wunder,
denn eigentlich hatten mir die Ärzte gesagt, dass es schwer für mich werden
würde, auf natürlichem Wege schwanger zu werden.
Doch mit der Geburt unserer zweiten Tochter veränderte sich mein Ex-Mann.
Er war traurig und schlecht gelaunt. Ich bohrte nach, fragte nach dem Grund
und er sagte, er wolle einen Sohn und sei enttäuscht über die zweite
Tochter.
Mich schockierte das. Er sagte, dass ich wieder schnell schwanger werden
sollte, damit wir endlich einen Sohn kriegen könnten. Ich sagte ihm, dass es
für mich undenkbar sei, sofort wieder schwanger zu werden. Doch mein Mann
ließ nicht locker. Immer wieder sprach er von einem Sohn. Er wurde
mürrischer.
Als das Baby zwei Monate alt war, wurde mein Ex ungeduldig und es kam zum
Sex – von meiner Seite aus nicht freiwillig. Danach war ich komplett unter
Schock. Wie hatte es soweit kommen können? Früher war er mir gegenüber nie
grob gewesen, nun war er es. Es war nicht das letzte Mal, dass das
passierte.
Wir stritten uns öfter. Er wurde immer wieder grob. Irgendwann habe ich
gesagt, dass ich mich trennen möchte, weil das so nicht mehr weiter gehen
kann. Nachdem ich meinen Trennungswunsch ausgeprochen hatte, legte sich ein
Schalter bei ihm um.
Er flippte komplett aus, schlug mich, unser Baby und unsere Tochter. Ich
versuchte, die Kinder zu schützen, schaffte es aber nicht. Seine Kräfte gegen
meine Kräfte. Ich konnte nur noch den Notarzt und die Polizei
alarmieren.
Wir kamen ins Krankenhaus, meine Töchter und ich. Wir wurden sofort
stationär aufgenommen, zwei Wochen mussten wir in der Klinik bleiben. In
dieser Zeit durfte ich die Kinder nur in Begleitung des Jugendamtes
sehen.
Für alle war ich die Mutter, die es nicht geschafft hatte, ihre Kinder von
einem gewalttätigen Mann zu schützen. Es war, als würden alle mit dem Finger
auf mich zeigen.
Meine Kinder wurden vom Krankenhaus in eine Pflegefamilie gebracht, wo sie
nun seit anderthalb Jahren leben. Das war meine Strafe dafür, dass ich sie
nicht hatte schützen können. Und das schmerzt mich bis heute mehr als die
körperlichen Blessuren, die mir mein Ex angetan hat.
Ich habe mich bemüht, die Kinder wieder zu mir zu holen. Ich habe mir so
sehr gewünscht, dass sie wieder bei mir leben. Gutachter und Experten sind
aber der Meinung, dass ich nicht erziehungsfähig bin. Sie sagen, ich sei
schwach und könnte meine Kinder nicht schützen. Dafür trage ich nun die
Konsequenzen.
Momentan kann ich meine Töchter alle zwei Wochen sehen. Manchmal habe ich
in den Besuchsterminen das Gefühl zu ersticken, weil mein Kind eine andere
Frau "Mama" nennt.
Es schnürt mir die Kehle zu und ich kann nicht glauben, dass diese
Situation nun für immer so bleiben soll. Manchmal denke ich, dass mein Leben
jetzt schon allen Sinn verloren hat und dass für mich nie wieder die Sonne
scheinen wird.
Meine Kinder wurden verletzt. Ich will nur das Beste für sie. Wenn alle
Gutachter und Experten zu dem Schluss kommen, dass ich meine Kinder nicht
großziehen kann, dann werde ich mich diesem Entschluss fügen.
Mein Ex-Mann ist zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Und ich? Ich wurde
nicht von einem Richter verurteilt, aber vom Leben. Ich werde wohl nie wieder
mit meinen Kindern zusammenleben. Ich habe Angst, dass ich mehr und mehr aus
ihrem Leben verschwinde und irgendwann gar nicht mehr daran teilnehme.
Der einzige Grund, warum ich morgens aufstehe, ist: Wenn die Mädchen groß
genug sind und wissen wollen, warum sie nicht bei mir groß werden konnten,
möchte ich da sein und ihnen Antworten geben. Bis dahin werde ich versuchen,
durchzuhalten. Für sie.
|
Ich habe alles verloren - warum meine Kinder nicht mehr bei mir leben
dürfen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-habe-das-turner-syndrom-und-bin-dank-eizellspende-mutter-geworden |
Liebe Claudia, Du hast das Tuner-Syndrom. Was genau ist das und was
bedeutet das für dein Leben?
Das Turner-Syndrom ist ein Chromosomenfehler. Normalerweise haben Menschen
ja in jeder Zelle 46 Chromosomen, Frauen 46 XX und Männer 46 XY. Bei
Turner-Syndrom ist das zweite X-Chromosom verändert oder fehlt. In der
klassischen Variante ist der Chromosomensatz also 45 X0.
Das Turner-Syndrom gilt rein genetisch als Intersexualität. Aber wirklich
nur, weil es eben eine Veränderung der Geschlechtschromosomen ist! Körperlich
ist man bei Turner-Syndrom komplett weiblich und kommt mit allen weiblichen
Organen zur Welt. Wie ich auch fühlen sich fast alle Betroffenen als
vollwertige Frauen und wollen auch so wahrgenommen werden.
Das Syndrom wirkt sich ganz unterschiedlich auf den Körper aus. Fast alle
von uns sind kleinwüchsig. Auch unfruchtbar sind wir fast alle, da die
Eierstöcke verkümmert sind. Viele von uns haben auch Herzfehler und
Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ 1 oder die
Hashimoto-Schilddrüsenentzündung. Ein gedrungener Körperbau mit kurzen Beinen
und eine flügelförmige Hautfalte an beiden Seiten des Halses gehören auch zu
den Symptomen. Aber damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende.
In meiner Kindheit waren definitiv mein angeborener Herzfehler, der zweimal
operiert werden musste, und der Kleinwuchs die vorherrschenden Themen. Zum
Kardiologen gehe ich auch heute noch mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle.
Außerdem habe ich auch Hashimoto, was regelmäßig kontrolliert werden muss um
die Medikamente anzupassen.
In der Pubertät war es das Erwachsenwerden und zu-einer-Frau-werden mit der
Hormontherapie und die Auseinandersetzung mit der Unfruchtbarkeit, die mir
schwerfielen.
Abgesehen von den Turner-typischen Wehwehchen lebe ich ein ganz normales
Leben mit Ausbildung, Beruf und Ehe. Auch mit ziemlich viel ganz normalem
Chaos. Und bis zur Schwangerschaft mit ziemlich viel Kampfsport und Musik. Im
Alltag schränkt es mich kaum ein.
Wann ist die Diagnose gestellt worden und wie hast du davon erfahren?
Die Diagnose wurde gestellt als ich ungefähr sieben Jahre alt war. Soweit
ich mich erinnere, haben meine Eltern mich damals mit in die Endokrinologie
genommen und mir wurde von dem Arzt dort im Aufklärungsgespräch alles
erklärt, was zu dem Syndrom dazugehört. Und zwar komplett ungefiltert! Ich
habe also im Alter von sieben Jahren gelernt, was Chromosomen sind und
erfahren, dass mir eines davon fehlt, dass ich deshalb kleinwüchsig bin und
den Herzfehler habe und dass ich unfruchtbar bin und Hormontherapien machen
muss.
Wie ging es dir damals mit dieser Diagnose?
Als ich die Diagnose bekommen habe fand ich das eigentlich nur spannend und
interessant. Das Herz war ja zu dem Zeitpunkt schon versorgt und der Rest kam
mir dann gar nicht so schlimm vor.
Man muss auch sagen, dass ich ja durch den Herzfehler immer schon eine
Sonderstellung hatte. Gesund und normal gibt es in meinem Leben ja praktisch
gar nicht und das vermisse ich auch nicht. Ich habe durch das Turner-Syndrom
ganz andere Erfahrungen gemacht als andere Menschen, die aber genauso
wertvoll sind. Außerdem habe ich einen ganz normalen Alltag zwischen Job und
Familie, wo sich das Turner-Syndrom so gut wie nie bemerkbar macht.
Andererseits verfluche ich das Syndrom natürlich schon manchmal. Man fragt
sich: Warum ausgerechnet ich? (Obwohl man weiß, dass diese Frage zu nichts
führt…) Die gesundheitlichen Probleme und Therapien zu managen ist manchmal,
wenn viele Arztbesuche anstehen, wirklich anstrengend. Vor allem die Zeit,
als ich am Herz operiert worden bin, war richtig hart. Genauso wie auch die
Zeit der Kinderwunschbehandlung. Und dann gibt es die nervigen Kleinigkeiten:
Ich bin nicht so sportlich wie andere, bin eben einfach klein, entspreche
nicht dem gängigen Schönheitsideal oder Frauenbild. Normale Dinge wie einfach
so oder mit etwas „Übung“ schwanger werden oder einfach so meine Tage
bekommen, an Verhütung denken müssen, gibt es in meinem Leben eben einfach
nicht. All diese Dinge, die man eigentlich erst im Vergleich mit anderen,
gesunden Frauen spürt, können einen schon manchmal zermürben.
Welche Therapien hast du bekommen und ab wann und warum?
Ziemlich schnell nach der Diagnose haben wir mit einer
Wachstumshormontherapie begonnen. Mit Turner-Syndrom wird man ohne Therapie
meistens nicht größer als 1,45 m. Es gibt eine Formel, mit der man die
erwartete Größe berechnen kann. Bei mir hat sie ca. 1,43 ergeben. Durch
Wachstumshormone bin ich jetzt 1,52 m „groß“.
Um die Pubertät auszulösen, gab es dann im Alter von 13 Östrogene und
Progesteron, ähnlich wie die Pille. Diese Hormone gibt man, um die
Entwicklung in Richtung Frau und die Gesundheit von Knochen und Blutgefäßen
zu fördern. Daher werde ich sie auch noch bis ins hohe Alter nehmen
müssen.
Ich nehme außerdem noch Schilddrüsenhormone, auch ungefähr seit meinem 13.
Lebensjahr, da damals auch die Hashimoto-Schilddrüsenentzündung akut
wurde.
Wie ist dein Partner damit umgegangen, dass du keine leiblichen Kinder
bekommen kannst?
Tatsächlich gab es in meinem Leben nur einen Partner: meinen Mann und Vater
meines Sohnes.
Er hatte schon lange, bevor er mich kennen gelernt hat, einen starken
Kinderwunsch, daher war er zu Beginn unserer Beziehung auch noch skeptisch.
Ich habe ihm schon gesagt, dass ich das Turner-Syndrom habe, als wir uns
gerade erst kennen gelernt hatten und noch lange kein Paar waren. Er hat
sich dann entschieden, den Weg der Eizellspende mit mir zu gehen.
Du hast die Eizellspende gerade erwähnt. Kannst du da mehr darüber
erzählen?
Als die Diagnose gestellt wurde, haben meine Eltern immer schon gesagt:
„Ach, wer weiß was die Medizin alles kann, wenn du in 20 Jahren mal Kinder
willst“ Und von daher war ich für
Kinderwunschbehandlungen auch immer offen. Natürlich wollte ich zuerst eine
fertige Ausbildung und einen Beruf haben, wie jeder andere auch, bevor ich
Mutter werde. Aber Mutter werden wollte ich auf jeden Fall irgendwann. Und
Eizellspende erschien mir da als die beste Möglichkeit. Eizellen aus Stammzellen
oder übrigem Eierstockgewebe zu gewinnen, ist leider noch nicht möglich bzw.
klappt nicht zuverlässig, und Adoption ist mit viel zu vielen bürokratischen
Hindernissen behaftet.
Wir haben uns letztendlich eine tschechische Klinik ausgesucht. Bei uns hat
es beim dritten Versuch geklappt, der erste Versuch endete leider in einer
frühen Fehlgeburt und der zweite war ein Negativ.
Das heißt, du bist Mutter. Was bedeutet diese Mutterschaft für dich?
Sie ist ein absolutes Geschenk! Wirklich, auch wenn es wie ein Klischee
klingt, es ist eine ganz neue Form von Liebe, die ich durch meinen Kleinen
kennen gelernt habe. Natürlich ist er manchmal anstrengend, wie jedes Kind.
Für mich ist auch manchmal die Verantwortung, die man für so einen kleinen
Wurm hat, unglaublich groß und erdrückend. Aber es ist so wahnsinnig schön zu
sehen, wie er sich entwickelt und jeden Tag lernt, die Ärmchen nach uns
ausstreckt und uns umarmt und all das tut, was Jungs in seinem Alter nun mal
tun.
Alles in Allem, obwohl ich meinen Sohn weder natürlich empfangen, noch
natürlich zur Welt bringen oder stillen durfte, bin ich einfach eine ganz
normale Mama. Auch wenn er aus einer Spendereizelle entstanden ist, würde ich
ihn niemals als fremd oder „nicht mein Kind“ empfinden. Ich bin der Spenderin
und den Ärzten an unserer Klinik einfach nur unglaublich dankbar, dass sie
sein Leben möglich gemacht haben!
Was hat dir in schweren Momenten, wenn du mit dem Schicksal gehadert hast,
geholfen?
In allererster Linie der Rückhalt durch meine Eltern und meinen Mann. Klar
gibt es auch bei uns Konflikte (ich bin ein riesengroßer Sturkopf) aber ich
weiß: Wenn ich meine Familie nicht hätte, wäre ich definitiv nicht dort, wo
ich heute bin. Wenn es darauf ankommt, sind sie alle für mich da.
Außerdem hilft mir immer der unerschütterliche Glaube an mich selbst und
meinen Körper. Durch die Erfahrungen in meiner Kindheit und den Kampfsport
weiß ich sehr genau, was mein Körper kann und was ich kann. Und ich weiß,
dass mich so schnell nichts aus der Bahn wirft.
Was rätst du anderen betroffenen Frauen?
Ich rate dazu, mit der Diagnose offen umzugehen und darüber zu reden. Es
bringt selten die oft befürchteten Nachteile und nur, wenn wir darüber
sprechen, kann man Vorurteile abbauen und auch Eltern und werdenden Eltern
von Turner-Mädchen Ängste nehmen.
Ich finde auch den Kontakt zu anderen Betroffenen ganz wichtig, denn die
haben dasselbe oder ähnliches durchgemacht wie man selbst und verstehen
einen.
Ich rate auch zu Kampfsport, denn dadurch entwickelt man ein ganz anderes
Selbstbewusstsein.
Außerdem: Sich niemals unterkriegen lassen oder erzählen lassen, dass man
eingeschränkt oder behindert wäre. Das Leben mit Turner-Syndrom ist genauso
wertvoll, wie ohne.
Embryonen mit Turner-Syndrom haben eine Wahrscheinlichkeit von nur 2 %, zu
überleben und es bis zur Geburt zu schaffen. Jede, die es geschafft hat, ist
ein Wunder. Was könnte uns da noch aufhalten?
|
Ich habe das Turner Syndrom und bin dank Eizellspende Mutter geworden |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-habe-meine-tochter-still-geboren-bericht-einer-sternenmama |
Ich habe lange überlegt, ob
ich diese Zeilen schreiben soll oder nicht. Zuerst zu uns: Wir sind eine
junge Familie, Paul 26 Jahre, unsere Kinder Marie 5, Tim 3 und ich ,27 Jahre
alt. Mein Mann und ich wollten unser kleine Familie wachsen lassen und
beschlossen, noch einmal schwanger zu werden.
Ich wurde sofort schwanger, aber die große Freude wollte sich irgendwie
nicht einstellen. Wir schoben es auf den Stress, der uns wegen des Umzugs von
einer Großstadt in ein kleines Dorf, bevorstand.
Bei den Kontrolluntersuchungen war immer alles prima, das Kind entwickelte
sich bestens, es war also eine ganz normale Schwangerschaft. Und doch ließ
mich dieses Gefühl, irgendwas würde nich stimmen, nicht los. Ich beruhigte
mich. Was solle denn denn nicht passen?
Und dennoch haben wir Freunden und auch unseren Kindern erst sehr spät von
der Schwangerschaft erzählt. Ich wollte abwarten, weil ich eben ständig
dieses Gefühl hatte…
Die Wochen vergingen, doch das Baby strampelte nie, so dass ich es gespürt
hätte. In der 20.Schwangerschaftswoche hatte ich einen Termin bei meiner
Hebamme. Ich fragte sie, ob das normal sei, dass ich nichts spüre. Sie
meinte: "Jaja kann sein, das wird bald kommen, dann spürst du das Baby
regelmäßig."
Trotz der beruhigenden Worte konnte ich ab da nicht mehr richtig schlafen.
Ich wusste einfach, dass was nicht stimmt. Auch mein Mann versuchte, mit Mut
zuzusprechen, mein komisches Gefühl blieb.
An einem Freitag in der 21. Schwangerschaftswoche hatte ich das Gefühl,
dass ich Fruchtwasser verliere. Aber noch immer nicht konnte ich oder wollte
nicht wahrhaben, dass etwas nicht stimmt. Samstag gingen wir noch auf eine
Familienfeier, dort fühlte ich mich so unwohl und musste mir eindlich
eingestehen, dass ich Fruchtwasser verliere.
Mein Mann und ich fuhren ins Krankenhaus. Die Ärztin machte einen
Ultraschall. Da war nichts. Kein Herzschlag, keine Bewegungen. Die Ärztin
sagte die Worte, die keine werdende Mutter hören möchte: Es tut mir leid, Ihr
Kind ist verstorben.
In diesem Moment wusste ich nicht, was passierte. Ich konnte nur an zwei
Dinge denken: Wie soll ich meinen Kindern sagen, dass ihre Schwester
gestorben ist? Und wie soll ich das Baby auf die Welt kriegen?
Es riss mir den Boden unter den Füßen weg, es war wie im Film, in einem
sehr schlechten Film. In meinem Kopf die Fragen: Warum? Warum wir? Warum
jetzt? Bin ich schuld an ihrem Tod? Wie soll es weiter gehen? Ich lag auf
dieser Liege undd verfluchte die Welt. Verfluchte das verdammte Schicksal.
Es wurde vereinbart, dass die Geburt zwei Tage später eingeleitet werden
sollte. Zuhause angekommen, ist mein Mann zusammen gebrochen. Er weinte so
sehr, wie ich es noch nie vorher gesehen hatte. Zusammen mit den Kindern
zündeten wir eine Kerze für unser verstorbenes Baby an und versuchten
kindgerecht zu erklären, was passiert ist, was passieren wird und warum Mama
und Papa so traurig sind. Das Wochenende verbrachten wir mit weinen,
lachen und trösten. Wir kuschelten zu fünft (Baby im Bauch) im Bett und
versuchten zu begreifen, was gerade mit uns passiert.
Dann wurde die Geburt eingeleitet, unter schmerzvollen Wehen und nach neun
Stunden wurde unsere Prinzessin geboren. Sie war einfach perfekt, perfekt für
uns. Wir machten viele Bilder von ihr, wir wickelten unser Baby in Tücher und
kuschelten mit ihr, flüsterten ihr Geheimnisse ins Ohr und streichelten sie.
Sie wurde gewogen und gemessen. Es stellte sich heraus, dass die Todesursache
eindeutig eine Nabelschnuranomalie war und das Baby dudurch untersorgt
wurde.
Die weltbeste Hebamme begleitete uns auf diesem besonderen Weg. Ein Weg der
Freude, ein Baby zu bekommen, aber auch die Gewissheit zu haben, dass wir
wieder alleine nach Hause gehen würden. Ich verbrachte noch eine Nacht in der
Klinik und wurde dann entlassen. Zu Hause verkrochen wir uns und weinten. Es
war so unwirklich, ich war so unendlich traurig, mein Herz war leer. Aber ich
musste auch stark sein für meine anderen Kinder und versuchte, trotzdem für
sie da zu sein.Sie haben mir gezeigt, dass das Leben trotzdem schön ist und
wie kindlich der Tod wahrgenommen werden kann.
Mein Mann und ich hat diese Zeit zusammen geschweißt. Wir fühlen uns vom
anderen noch mehr geliebt und halten fest zusammen. Wir schätzen einander und
wissen, dass wir jeden Berg gemeinsam besteigen können. Unsere Kinder haben
nun eine Schwester im Himmel, einen besonderen Stern, der über sie wacht. Ich
bin dankbar für jeden Tag, den ich mit meinen tollen Kindern und meinem
wunderbaren Mann erleben kann.
Wie geht es mir heute? Ich arbeite wieder, manchmal sitze ich einfach da
und weine und lass zu, dass ich unendlich traurig bin, dass dieses Kind nicht
bei uns nicht. Manchmal schaue ich verstohlen andere Babys an und beneide
schwangere Frauen um ihre gesunden Kind im Bauch. Die Frage nach dem Warum
ist geblieben. Manchmal denke ich, dass uns unser Sternenmädchen auserwählt
hat, weil wir die Kraft hatten, ein Kind zu Grabe zu tragen.
Vielleicht hat irgendwann noch ein viertes Kind Platz in unseren Herzen und
hier auf Erden und macht sich auf den Weg zu uns. Noch bin ich noch nicht
bereit für diesen Schritt, aber wer weiß, was das Leben noch so bringt…
Foto: unsplash
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Ich habe meine Tochter still geboren - Bericht einer Sternenmama | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-hatte-eine-fehlgeburt-und-helfe-nun-anderen-frauen-durch-diese-trauer |
Liebe Katrin, Du arbeitest als Trauerbegleiterin. Was genau tust Du als
Trauerbegleiterin und wer sind deine Patienten?
Zur Trauerbegleitung kommen Frauen und Paare, die schon länger an ihrem
unerfüllten Kinderwunsch leiden, Fehlgeburten hatten oder deren Baby rund um
den Zeitpunkt der Geburt gestorben ist. Manchmal passieren die Fehlgeburten
auch während einer Kinderwunschbehandlung, was für die Paare oft schwer
auszuhalten ist.
Es kommen aber auch Frauen, die sich aus verschiedenen Gründen für einen
Schwangerschaftsabbruch entschieden haben und diesen Schritt im Nachhinein
bereuen. In meiner Praxis bekommen die Betroffenen den Raum und die
Zeit, die sie brauchen, um sich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen,
genauso aber auch mal Abstand davon zu bekommen.
Bei mir dürfen sie sich so zeigen, wie sie sich gerade fühlen. Sie dürfen
traurig, wütend, erschöpft, aber auch fröhlich sein und sich dem Leben wieder
zuwenden, weil das alles dazu gehört. Ich begleite dabei den Weg durch die
Trauer mit ihren unterschiedlichen Phasen, halte die Gefühle mit aus, schaffe
die Möglichkeit, sie auszudrücken und gebe Impulse für die nächsten möglichen
Schritte. Als Heilpraktikerin kann ich den Prozess naturheilkundlich
unterstützen.
Zu Deinem Beruf bist Du durch deine persönliche Geschichte gekommen. Du
hattest selbst eine Fehlgeburt. Kannst Du uns hier davon erzählen?
Ja, ich habe von Anfang an offen über meine Fehlgeburt gesprochen. Sie ist
in den Sommerferien passiert und die Frage: "Wie war euer Urlaub?"
habe ich ehrlich beantwortet. Ich war völlig überrascht, wie viele Frauen
daraufhin von ihren Fehlgeburten erzählt haben.
Bei mir war es so, dass im Sommer 2016 innerhalb von sieben Wochen meine
beiden Hunde gestorben sind und ich dazwischen die Fehlgeburt hatte. Zu
diesem Zeitpunkt war ich hauptberuflich als Krankenschwester und
nebenberuflich in meiner Naturheilpraxis tätig. Ich hatte kurz vorher eine
neue Stelle als medizinischer Fachdienst in einer Behindertenwerkstatt
angetreten und wollte wegen des Infektionsrisikos nicht die üblichen zwölf
Wochen abwarten, um meinen Vorgesetzten über die Schwangerschaft zu
informieren. Schon gleich nach dem Gespräch hatte ich ein komisches
Gefühl.
Als hätte ich es geahnt, bekam ich am 12. August in der 9.SSW bei einer
Routineuntersuchung die Diagnose "Missed Abortion" von meiner
Frauenärztin mitgeteilt. Es war Freitagmittag und mit der Information, dass
der Embryo keinen Herzschlag mehr hat, bekam ich eine Überweisung zur
Ausschabung. Ich war völlig geschockt und konnte es nicht glauben. Meine
Frauenärztin bot mir an, nach dem Wochenende nochmal einen Ultraschall zu
machen, damit ich mir sicher sein kann.
Ich rief vom Auto aus weinend meinen Mann an und verbrachte ein
tränenreiches Wochenende. Ich stand wie unter Schock und hatte das starke
Bedürfnis, mich zurückzuziehen. Auch die Kontrolle am folgenden Montag
brachte das gleiche Ergebnis.
Du wolltest keine Ausschabung im Krankenhaus vornehmen lassen.
Ja, mir war schnell klar, dass ich auf einen natürlichen Abgang warten
würde. Ich habe versucht, die Hebammen, die mich bei Hausgeburt meiner ersten
Tochter begleitet haben, zu kontaktieren, aber sie waren beide nicht
erreichbar. Also habe ich mir selbst überlegt, was ich brauche, um die
Wartezeit und die kleine Geburt gut zu überstehen.
Meine Tochter Johanna hatte Kindergartenferien und wir hatten eigentlich
verschiedene Unternehmungen mit ihr geplant. Wir haben ihr erklärt, dass sie
leider doch kein Geschwisterkind bekommt, was sie gut aufgenommen hat. Sie
sah natürlich wie traurig ich bin, denn ich habe kein Geheimnis daraus
gemacht, schien aber nicht zu sehr zu leiden.
Ich habe mich selbst naturheilkundlich behandelt, um meine seelische
Balance wiederzufinden und um mich auf die kleinen Geburt und das kleine
Wochenbett vorzubereiten. Während dieser Zeit habe ich mich auch
besonders gut um meinen Körper gekümmert, habe mich gepflegt und eingecremt,
mir Pausen gegönnt, darauf geachtet, was ich wann brauche.
Mein Körper hat schnell gemerkt, dass die Schwangerschaft zu Ende geht und
so hatte ich schon ab Dienstag Blutungen. Trotz meiner Traurigkeit habe
ich beschlossen, die Zeit mit positiven Erlebnissen zu verbringen. Ich habe
mit meiner Tochter im Garten gespielt, bin am Mittwoch mit meiner besten
Freundin und unseren Kindern auf den Augustmarkt und Eis essen gegangen. Am
Donnerstag waren mein Mann und ich mit Johanna Tretbootfahren. Dabei habe ich
zunehmend Wehen bekommen, die sich aber mit Schmerztabletten gut aushalten
ließen.
Am Freitagabend, genau eine Woche nach der Diagnose war es soweit. Während
ich in der Küche Kartoffeln schälte, hat sich mein Sternenkind auf den Weg
gemacht und wurde geboren. Ganz unspektakulär. Für mich war der
natürliche Weg genau richtig, zu spüren und zu sehen, was passiert ist. Aber
ich verstehe es auch, wenn Frauen sich für einen Ausschabung
entscheiden.
Leider bekam ich von meiner
Frauenärztin keinerlei Informationen, wie so eine Fehlgeburt abläuft, dass
ich Anspruch auf Begleitung durch eine Hebamme habe oder wohin ich mich
wenden kann, wenn ich damit nicht klarkomme. Das hat mich dazu bewegt,
wenige Wochen später die Fortbildung zur Trauerbegleiterin bei Trauer in der
Kinderwunschzeit beim Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland BKiD zu beginnen.
Ich hatte ja schon meine Praxis und viele Jahre Erfahrung als
Krankenschwester im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie mit
Schwerpunkt Traumatherapie, so dass die Trauerbegleitung ergänzend dazu
kam.
Eine Fehlgeburt ist immer ein heftiger Schicksalsschlag. Wie bist du mit
deiner Trauer umgegangen und wer war dir in dieser Zeit eine Stütze?
Mir hat es geholfen, bewusst Abschied zu nehmen und auch den körperlichen
Prozess bewusst zu durchleben. Mein Mann, meine Familie und meine Freundinnen
haben mich in dieser Zeit unterstützt, indem sie präsent waren. Ich konnte
über meine Gefühle reden und wurde ernstgenommen.
Die Fortbildung zur Trauerbegleiterin half mir natürlich auch sehr, mich
intensiv mit meinem eigenen Verlust auseinanderzusetzen. Nach dem Tod
meines zweiten Hundes bin ich zur Krisenintervention zu einer meiner
Ausbilderinnen gegangen, weil mich die Summe der Verluste so aus der Bahn
geworfen hat. Auch TherapeutInnen müssen nicht alles allein bewältigen und
dürfen sich Hilfe holen.
Außerdem glaube an einen liebenden
Gott, der auch in schweren Zeiten für mich da ist. Das hat mich gestärkt. Und
ich sehe einen Sinn in meiner Geschichte. Ohne mein eigenes Erleben, wäre
Trauerbegleitung nicht Teil meiner Arbeit geworden.
Gab es auch Menschen, die gesagt haben: "Jetzt ist aber auch wieder
gut." und erwartetet haben, dass Du normal funktionierst?
Nein, weder in meinem privaten Umfeld noch auf der Arbeit. Von meinen
Patientinnen höre ich aber leider häufig, wie wenig mitfühlend und ungeduldig
ihre Familien, ihre Mütter und Großmütter mit ihnen umgehen.
Warum ist das Thema immer noch ein Tabu in unserer Gesellschaft?
Ich glaube, dass es grundsätzlich noch vielen Menschen schwerfällt, über
belastende Gefühle zu sprechen. Oft wollen die Betroffenen niemandem zur Last
fallen oder haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, sich zu öffnen. Viele
Frauen haben auch Angst, dass sie irgendetwas falsch gemacht haben und fühlen
sich schuldig an der Fehlgeburt.
Bei Paaren, die in Kinderwunschbehandlung sind, weiß oft nicht mal das nahe
Umfeld vom unerfüllten Kinderwunsch, weil das Thema Unfruchtbarkeit so
schambesetzt ist. Diese Frauen und Männer machen ganz viel mit sich selber
aus.
Viele Paare trauern unterschiedlich nach so einem Verlust – und geraten
darüber in eine Beziehungskrise. Wie war das bei Euch?
Mein Mann hat mir offen gesagt, dass es für ihn noch kein "richtiges
Kind" war und er noch keine Beziehung aufgebaut hat. Durch seine
Offenheit wusste ich, woran ich bin und was ich von ihm erwarten kann. Er hat
mich in jeder Phase meiner Trauer ernstgenommen und unterstützt.
Gibt es ein Muster, wie Männer eher trauern und wie Frauen? Was rätst Du
Paaren, die betroffen sind?
Ja, es gibt typische Reaktionsmuster, die aber nicht zwingend bei jedem
Paar zu 100 Prozent so auftreten müssen. Bei mir in der Praxis erlebe ich,
dass die Frauen eher die sind, die reden wollen und weinen und die Männer
sich eher zurückhalten. Manchmal, weil sie stark für ihre Frauen sein wollen
und sich bemühen optimistisch zu bleiben, manchmal, weil sie gut in der Lage
sind, sich den Verlust distanzierter anzuschauen und dann wieder wegzupacken,
um im Alltag und auf der Arbeit zu funktionieren. Manchmal leiden sie aber
auch so sehr, dass sie dem Schmerz nicht noch mehr Raum geben wollen.
Es gibt keine richtige oder falsche Trauer, jeder muss seinen individuellen
Weg finden, aber es kann Paaren helfen, sich über ihr Erleben und ihren
jeweiligen Umgang damit auszutauschen. Zu erfahren, warum der/ die Andere so
oder so reagiert ermöglicht realistische Erwartungen und kann das
gegenseitige Verständnis fördern.
Sich bewusst Zeit für die Trauer und für die Paarbeziehung zu nehmen ist
ganz wichtig. Das können die Paare zusammen gestalten, oder mit Hilfe einer
Trauerbegleitung, um einen festen Rahmen dafür zu haben und neue Impulse zu bekommen.
Wenn das Paar schon Kinder hat, bleibt im Alltag oft wenig Zeit dafür und
geht unter. Da hilft ein verbindlicher Termin mit einer dritten Person und
ein Babysitter.
Viele Menschen drücken den Schmerz einfach weg. warum ist es so wichtig,
über seine Gefühle zu reden?
Auch das Wegdrücken hat seine Berechtigung, zumindest zeitweise. Manchmal
ist der Schmerz so vernichtend, dass das Wegdrücken eine Überlebensstrategie
ist. Ich versuche mit meinen PatientInnen dosierte Ventile zu schaffen.
Ein Pendeln zwischen hinschauen, darüber reden und wieder Abstand nehmen und
entlasten.
Wenn reden schwerfällt, kann es auch helfen, die Gefühle in einem Bild oder
aus Ton darzustellen. Das macht die Vielfalt der Gefühle und das Unaussprechliche
im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar und sichtbar.
Gibt es einen Fall aus deiner Praxis, der dich ganz besonders bewegt
hat?
Mich bewegen alle Geschichten meiner PatientInnen, wobei ich darauf achte,
mitzufühlen statt mitzuleiden. Das ist ein großer Unterschied.
Aktuell bewegt mich der Fall von einem lesbischen Ehepaar, dessen Baby bei
der Geburt gestorben ist. Die beiden kamen zum ersten Termin gemeinsam und
dann die leibliche Mutter weiter zur Trauerbegleitung. Die Aufarbeitung der
Geburt, das Vermissen des Babys, aber auch die Lebensumstände und der Umgang
mit der eigenen Trauer und dem Umfeld waren Themen unserer Treffen. In den
letzten Monaten wurde der Kinderwunsch wieder stärker und die leibliche
Mutter fühlte sich bereit noch einmal schwanger zu werden. Nach mehreren
Versuchen mit Hilfe von Samenspende hat es geklappt und sie ist wieder
schwanger. Eine Schwangerschaft nach dem Verlust eines Kindes kann von sehr
gemischten Gefühlen und Ängsten geprägt sein. Auch in dieser Zeit stehe ich
begleitend zur Seite.
Was ist das Ziel Deiner Arbeit – wie willst du die Menschen, die zu Dir
kommen, entlassen?
Mein Anliegen ist es, die Trauernden in ihrem ganz persönlichen und
individuellen Prozess der Trauer zu unterstützen und mit ihnen einen
gangbaren Weg zu finden, das weitere Leben zu gestalten. Trauerarbeit
bedeutet nicht, dass die Trauer abgearbeitet wird und dann weg ist, sondern
zu lernen, damit umzugehen und sie ins Leben zu integrieren. Sie darf immer
wieder auftauchen, aber sie verändert sich, wird weniger schmerzhaft.
Auch das nicht lebende Kind bekommt seinen Platz und darf Teil der
Lebensgeschichte bleiben. Wenn die Trauernden sich wieder so gestärkt
fühlen, dass sie ihren Weg allein fortsetzen können, endet meine
Begleitung.
Wie geht es Dir momentan? Stimmt es, dass Zeit alle Wunden heilt?
Mir geht es sehr gut. 4 Monate nach der Fehlgeburt fühlte ich mich bereit
für ein neues Kind und wurde wieder schwanger. Meine Tochter Rebecca kam vor
fast 2 Jahren im Geburtshaus zur Welt.
Die Zeit allein heilt aus meiner
Sicht nicht alle Wunden. Aber es hilft, sich Zeit für die Heilung zu
nehmen.
—– Kontakt zu Kathrin findet Ihr über Ihre
Homepage: https://www.heilpraktikerin-wiesneth.de
|
Ich hatte eine Fehlgeburt und helfe nun anderen Frauen durch diese Trauer
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-hatte-noch-nie-so-viel-zeit-und-das-geniesse-ich-manuelas-alltag-in-der-corona-krise |
Ich heiße Manuela und ich möchte heute meine Gedanken mit Euch teilen. Ich
finde die aktuelle Situation sehr beängstigend und weiß, wie viel Arbeit
(unter erschwerten Bedingungen) die meisten aktuell leisten müssen und
wieviel Leid (in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens) dieser Virus
bringt. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich aktuell „nur“ in der Lage
bin, die Zeit zu Hause mit sozialer Isolation einigermaßen unbeschadet zu überstehen:
Ich bin mittlerweile 8 Wochen zu Hause und ich betone es gerne nochmals:
Nur zu Hause!
Ja, ich gebe zu: Am Anfang dachte ich noch die Krise würde mich in meine
persönliche tiefe Krise katapultieren. Doch irgendwie kam ziemlich zügig
alles anders. Ich bemerkte schnell wie gut uns diese Situation tut. Uns als
Familie, aber eben auch jedem Einzelnen.
Denn wir haben auf einmal etwas, was im täglichen Wahnsinn verloren geht.
Wir haben Zeit. Zeit miteinander und Zeit füreinander. Und zusätzlich hat
jeder noch Zeit für sich. Auch nicht zu verachten.
In meiner Familie gibt es seit Wochen kein Gehetze mehr. Alles läuft ruhig
und gelassen, das Tempo ist egal. Früher waren für uns Spaziergänge eine
Geduldsprobe, weil wir nur mit 1 km/h vorwärts kamen. Immer mussten wir
anhalten, weil gerade etwas erforscht werden musste oder ein Kind hatte keine
Lust mehr zu laufen.
Das ist mir nun egal. Ich habe ja Zeit. Sollen die Kinder doch
zum hundertsten Mal wegen eines Gänseblümchens stehen bleiben, ich schau mir
derweil die Wolken an und genieße die Ruhe. Ich habe ja auch keinen Stress.
Ich muss nicht zum nächsten Termin, zum Sport, oder sonst wo hin und zu mir
kommt auch keiner.
Es ist mir völlig egal, wann die Kinder ins Bett gehen und wann es
Abendessen gibt, weil am Morgen schließlich keiner super gestresst die Kinder
(meist gegen ihren Willen) fertig machen muss. Es ist egal, wer wann mittags
schläft. Es wird gegessen, wenn wir hungrig sind und es wird geschlafen, wenn
wir müde sind. Fertig. Kein Gehetze. Ist das nicht wahnsinnig positiv?!
Und wenn wir uns für Frühstück entschieden haben, das kleine Mädchen aber
vorher so gerne noch mit allen zusammen einen Stuhlkreis machen will…, ja
dann wird eben ein Stuhlkreis gemacht. Warum auch nicht?
Am Anfang hatte ich große Sorge, dass ich die Kinder nicht beschäftigen
könne. Was soll ich sagen? Sie beschäftigen sich selbst. Oder wir machen halt
einfach tolle Dinge zusammen.
Und weil der Mann sich zu Beginn der Krise als Ausgleich einen Bagger lieh,
um unseren Garten mit viel Spaß und zerstörerischer Wut vollends in sämtliche
Einzelteile zu zerlegen, sind wir nun zu viert damit beschäftigt uns ein
Paradies zu schaffen. Unser Paradies. (Noch ein Vorteil von Corona: Es kommt
einfach keiner in unseren Garten … ohhh! Das kann auch Entlastung sein…. Muss
man sich schließlich nicht für 1 Meter tiefe Baggerspuren schämen, sieht ja
keiner.)
Habe ich eigentlich erwähnt, dass ich auch so wahnsinnig viel Zeit habe,
weil ich mein Haus nur noch dann putze, wenn ich selbst Lust dazu habe!?
Allein dafür möchte ich der Krise einfach mal danken. Es kann einfach keiner
unangemeldet kommen und entlarven, wie es bei mir aussieht, wenn ich eben nicht
gerade geputzt habe.
Ich weiß ganz genau, dass die meisten Frauen auch nur putzen, weil sie
Angst haben, es könnte jemand unangemeldet kommen. Was das allein für einen
Stress auslöst ist unbeschreiblich. Zack. Corona. Stress weg… Kommt keiner.
Das Putzen kann mich mal. Es sei denn …ich habe Lust dazu.
Und heute Morgen erst: Ich war im Bad und wollte gerade ein bisschen
putzen… Da hörte ich den Rest der Familie singen: „Es regnet, es regnet, die
Erde wird nass!“ Kurz schien mir mein Putzen noch interessanter,
aber dann kam die kleine Dame in Gummistiefeln mit ausgeklapptem Regenschirm
bei mir angelaufen: „Mama? Wir feiern eine Regenparty. Kommst du
auch?“ Aus dem Hintergrund rief der Mann: „Sag Mama, dass sie
einen Regenschirm mitbringen muss.“ Ich fand das so süß, dass ich mein Putzen
sein ließ und mich auf den Weg ins Wohnzimmer machte und siehe da?! Da stand
sie, meine Familie mit ausgeklappten Regenschirmen und Gummistiefeln. Und so
machten wir unsere Regenparty… mitten am Morgen, im Haus, ohne Regen und
unsere kleine Tochter gab stets den Ton an, welche Lieder wir zu trällern
hatten und wie die Regenschirm-Choreografie dazu auszusehen
hatte.
So ist also MEIN Corona-Alltag. Ein Alltag, in dem die Zeit mehr im
Vordergrund steht als das Geld, ein Alltag in dem das Miteinander als Familie
so groß geschrieben wird wie vermutlich nie wieder. Ich muss sagen: so lange
ich gezwungen bin, tauche ich sehr gerne ab in diese sonderbare Corona-Welt.
Und schließlich versuche ich wie jeder auch aus dieser Krisen-Situation nur
das Beste zu machen
Mehr von Manuela ( unter anderem auch diesen Artikel in längerer Version)
könnt Ihr unter https://troesteschlalo.blogspot.com lesen.
|
Ich hatte noch nie so viel Zeit - und das genieße ich. Manuelas Alltag in
der Corona-Krise | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-kam-mit-lippen-kiefer-gaumen-spalte-zur-welt-ein-mutmacher-text-fuer-muetter |
Ihr Lieben, erinnert ihr euch noch an Pauk-Christian Mühlfeld, der uns hier
im Blog einen stolzen Gastbeitrag über sein Leben als Autist schrieb? Wir
erzählen hier so viel über Menschen, spannend ist es aber eben auch, sie
selbst zu Wort kommen zu lassen. Und so hat sich Nils Tauber für uns
hingesetzt und einen Brief an uns Mütter geschrieben. Er kam mit einer
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt und ist heute glücklicher Zweifachpapa.
Lest hier seinen Brief:
Liebe Mamas, jedes Kind ist einzigartig, das wisst ihr ja eh selbst. Aber
manche Kinder sind vielleicht noch etwas einzigartiger als andere. Es heißt
immer so schön: Hauptsache gesund! Aber was, wenn nicht? Wenn es
Auffälligkeiten im Ultraschall oder nach der Geburt gibt?
Wenn deinem Kind vielleicht eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte diagnostiziert
wird? Vermutlich ist das dann erstmal ein Schock für dich. Das ist nur
menschlich! Das ist vollkommen okay. Und es hat gar nichts mit der Liebe zu
deinem Kind zu tun – oder eben alles. Weil du willst, dass es ihm gut geht.
Dass es keine Probleme hat oder bekommt. Dass es nicht auffällt und sein
Leben so leben kann, wie es will. Vielleicht kreisen da auch Fragen in eurem
Kopf herum:
Wieso gerade unser Baby? Was habe ich falsch gemacht? Wie sollen wir das
hinbekommen? Wie wird mein Baby zu Beginn ernährt? Was für Operationsmethoden
gibt es, wo können diese Operationen durchgeführt werden? Wie soll das alles
funktionieren?
Meine Eltern haben sich diese Fragen mit Sicherheit auch gestellt, als sie
nach meiner Geburt feststellten, dass ihr Sohn mit einer
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt gekommen war. Sie wussten es vorher
nicht. Es war ein Schock für sie. Das war 1982. Ich war ein besonderes Kind.
Aber welches Kind ist das nicht? Und ja, meine Eltern sind an mir und meiner
Diagnose mit Sicherheit gewachsen, aber das sind sie an meinem Bruder ohne
Diagnose auch… Heute bin ich selbst Vater zweier Kinder.
Vor der Geburt der beiden habe ich mich intensiver mit meiner eigenen
Geschichte auseinandergesetzt und auch mir selbst Fragen gestellt: „Was, wenn
auch unser Kind mit einer Spalte zur Welt kommt?“. Meine Frau hat mir darauf
nur geantwortet: „Es ist ganz gleich, ob unsere Kinder mit einer Spalte zur
Welt kommen, du wirst sie doch eh in allem unterstützen. Du hast das doch
alles schon durchgemacht und weißt, was sie erwartet – schau, was aus dir
geworden ist“.
Und sie hatte so recht. Niemals hätte eine Diagnose meine Liebe geschmälert
und ja, ich hatte gute Vorbilder, nämlich meine Eltern. Natürlich lassen sich
Menschen und Situationen nie gut miteinander vergleichen, aber was ich an
ihnen wirklich schätzte, war, dass sie mich im Rückblick in meiner Kindheit
und Jugend immer völlig „normal“ behandelt haben. Das war auch meinem älteren
Bruder gegenüber sehr wichtig!
Essentiell ist es – und zwar egal, ob Kinder mit Sonderausstattung oder
nicht – den eigenen Kindern Selbstbewusstsein zu vermitteln und immer ein
offenes Ohr für ihre Anliegen zu haben. Ich habe immer versucht, meine
„Kämpfe“ alleine auszufechten und wollte meinen Eltern nicht noch mehr
aufbürden, sie hatten doch schon genug mit mir durchgemacht. Ich wollte sie
nicht mit meinen Problemen belasten.
Um ehrlich zu sein, hat aber doch wahrscheinlich jeder Jugendliche und
junge Mensch diese „Themen“, jedes Kind meint, nicht perfekt zu sein und
seine Macken zu haben, für die er sich vielleicht auch mal schämt. Somit war
ich wohl ein ganz „normales“ Kind.
Trotzdem gab es neben Höhen schon auch ordentlich Tiefen in meinem Leben.
Meine Arztbesuche und Operationen nahmen natürlich viel Zeit in Anspruch und
auch mein Selbstbewusstsein musste ich erstmal aufbauen.
Eines Tages auf der Heimfahrt saß ich etwa mit meinem Bruder vorn im Bus,
als aus den hinteren Reihen verletzende Bemerkungen zu meinem Aussehen kamen.
„Komm mal zu uns nach hinten Behindi“ oder „Spasti, willst du mich heute
Abend mal besuchen?“ Plötzlich stand ein Mädchen neben mir, kicherte blöd und
sagte dann: „Hey Plattnase hörst du mich nicht? Schau mich mal
an.“
Am liebsten wäre ich vor Scham im Boden versunken. Mein Bruder stieß mich
in die Seite und zischte: „Hör nicht auf den Scheiß“. Mühsam unterdrückte ich
meine Tränen. Zu Hause verkroch ich mich in mein Zimmer und gab mich meinem
Schmerz hin. Auch über diesen Vorfall habe ich nie mit meinen Eltern
gesprochen.
Oder an einem anderen Tag, mein Bruder und ich waren wieder auf dem
Heimweg, stiegen wir aus dem Bus und überquerten den Schulhof der
Grundschule, als ein Junge auf mich zugerannt kam und mir meine Tasche
entriss. Mein Bruder wurde stinksauer und holte sie für mich
zurück.
Mein damals noch mangelndes Selbstbewusstsein zeigt sich auch in folgender
Szene. Wir standen nach der Schule wieder einmal am Busparkplatz. Irgend so
ein Volltrottel aus der Hauptschule rempelte mich auf einmal an und rief:
„Hey du Vollassi, aus welcher Tonne haben sie dich denn geholt?“ Ich habe
mich nicht gewehrt und bin einfach in den Bus gestiegen. Da hat er an die
Scheibe geklopft, dumm gelacht und eine Fratze gezogen, die wohl mein Äußeres
widerspiegeln sollte.
Ich kann aber mittlerweile mit Stolz sagen: Meine Erfahrungen haben mich
gestärkt, ich habe eine sehr hohe Sozialkompetenz und habe eine starke
Resilienz entwickelt, die mir im heutigen Berufsleben zugutekommt. Ich halte
mich für extrem empathisch, wenn andere Menschen in meinem Umfeld nicht gut
behandelt werden oder wenn ich junge Menschen mit Einschränkungen – welcher
Art auch immer – sehe.
Heute bin ich bin ein glücklicher Ehemann und zweifacher Familienvater von
zwei kleinen Kindern. 2008 bin ich in die Schweiz ausgewandert, habe meine
Frau dort kennengelernt, im letzten Jahr meinen MBA abgeschlossen und bin nun
glücklich als Führungskraft in einem Unternehmen.
Dass das alles so gekommen ist, dass ich diese persönliche Entwicklung
durchmachen konnte, das habe ich unter anderem auch meinen Eltern zu
verdanken. Sie haben mich immer unterstützt, mir aber auch den nötigen
Freiraum gegeben, um mich frei zu entfalten.
Was ich damit sagen will, wenn ihr selbst eine überraschende Diagnose
erhalten solltet: Gemeinsam bekommt ihr das hin! Bedenkt dabei auch gern,
dass meine Geschichte im Jahr 1982 begann – und sich bis heute vieles
verändert und auch verbessert hat. In einem wertschätzenden und liebevollen
familiären Umfeld und mit den heutigen Möglichkeiten steht eurem Kind die
Welt offen! Ihr könnt so stolz auf euch und euer Kind sein – und glücklich
darüber, dass wir genau hier aufwachsen und leben dürfen.
Euer Nils Tauber
Mehr Informationen zu Nils Tauber auf seiner Website. Er hat auch ein Buch
geschrieben: Gespalten. zwischen Intoleranz und Akzeptanz. Weiterführende
Informationen zum Thema gibt es bei der Selbsthilfevereinigung für
Lippen-Gaumen-Fehlbildungen e.V..
|
"Ich kam mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-lass-mich-auf-einen-anderen-planeten-schiessen-wenn-die-hausaufgaben-explodieren |
Ihr Lieben, ich weiß nicht,
wie eure Nachmittag aussehen, aber hier, mit drei Kindern auf weiterführenden
Schulen, von denen zwei noch ganz neu in dieser Welt aus Raucherecken,
Bus-Schubsereien und zu tief hängenden Hosen mit
Unterhosenansatz-Blickfreigabe sind, explodiert es regelmäßig.
Und so gern ich mich manchmal per Beamer auf einen anderen Planeten
schießen lassen würde dann, so sehr kann ich es auch verstehen. Ich weiß noch,
wie furchtbar ich es früher fand, wenn meine Mutter mir etwas in Mathe
erklären wollte und "drei weniger eins" sagte, statt "drei
minus eins".
Ich weiß nicht, wieso, aber mir zieht sich noch heute alles zusammen, wenn
ich daran denke. Weil ich meine eigene Methode des Rechnens hatte vielleicht.
Oder weil die Lehrerin die Erste Vertrauensperson in Sachen Mathe war und
damit ein erster Abgrenzungsversuch zum Elternhaus. die Lehrerin sagte
"minus", also hieß es auch "minus. Punkt. Ich weiß nicht, was
dahinter steckt, aber meinen Kindern geht es mit mir oft genauso.
Wenn ich sage, dass sie für die Striche fürs schriftliche Subtrahieren oder
Multiplizieren ein Lineal nehmen sollen. Wenn ich auf das Datum und die
Aufgabe plus Seitenangabe am Rand bestehe. Wenn ich erkläre, dass das
Ergebnis der Textaufgabe nicht reicht, sondern dass auch der Rechenweg
aufgeschrieben werden muss.
Ich bin dann leider die blödste Mama der Welt. Und nein, das drücken sie
nicht so gepflegt aus wie ich es hier gerde tue… da entsteht eine Wut, die
ganz tief von innen kommt. Der Tag war lang, der Linienbus kam zu spät, es
ist ja auch viel für so junge Schüler an einer so großen neuen Schule. Aber
es liegt nicht nur daran, denn Mathe ist eben besonders.
Warum verursacht Mathe solche Wut? Ich kann mich ja selbst noch gut an
diese Faust in meinem Bauch erinnern, wenn ich Mathe nicht kapierte. Bei mir
war das stark Lehrerabhängig, ob mich Mathe zum Heulen oder zum Lachen
brachte.
Im Abi hatte ich den tollsten Mathelehrer, er hatte die richtigen Worte, um
mir alles zu erklären und unter der Mathe-Abiklausur stand eine Strebernote.
Ich weiß also: Mathe kann richtig Spaß machen. Ich würde meinen Kindern so
gern ein Stück von dieser Begeisterung mitgeben. Das funktioniert zur Zeit
jedoch nicht.
Ich sage: Der Rechenweg ist richtig, aber du müsstest es anders
hinschreiben, und ZACK, explodiert hier wieder ein kleines Bömbchen. Ich
versuche, ruhig zu bleiben, die Folge ist Verweigerung. Wir gehen
auseinander. Kommen wieder zusammen. Ich erkläre es noch einmal, ernte ein
"Was? Ich hab grad nicht zugehört", whrend jemand seinen Radiergummi
auseinanderknibbelt und frage mich, was ich hier eigentlich gerade
mache.
Und ja, dann kann ich auch nicht diplomatisch bleiben und sage Sachen wie:
"Wisst ihr was, es ist nicht meine Schullaufbahn, ICH hab schon Abi, es
ist euer Leben. Entweder ihr nehmt meine Hilfe an oder ihr lasst es und dann
seht ihr nachmittags halt, wie ihr allein klarkommt."
Ihr ahnt schon, was mir dabei durch den Kopf geht: Ich biete Hilfe an und
ernte dafür Verachtung. So fühlt sich das an.
Dass das ein persönlicher Konflikt ist, der da ausgetragen wird, dass es
vermutlich gar nicht um Mathe geht, sondern um die Machtverhältnisse zwischen
Mutter und Kindern geht – objektiv weiß ich das.
Aber ich bin ja auch nur ein Mensch und kann nicht jede Situation wie ein
Engel lösen und neutral von außen betrachten. Ich hab keine Supernanny im
Ohr, die mir immer wieder ein "Ruhig bleiben" ins Ohr flüstert.
Also kracht es hier regelmäßig bei den Hausaufgaben.
Und wenn sich dann alle wieder beruhigt haben, will auch keiner mehr
ausziehen, die Familie wechseln oder sich auf einen anderen Planeten schießen
lassen.
Im besten Fall lachen wir später drüber und nehmen uns vor, es am nächsten
Tag besser zu machen. Klappt manchmal. Aber eben nur bis zur nächsten
Explosion. Und die kommt bestimmt. Vielleicht gehört es auch einfach
dazu.
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"Ich lass mich auf einen anderen Planeten schießen": Wenn die
Hausaufgaben explodieren | STADT LAND MAMA |
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Liebe Alina, deine Tochter kam vor fünf Jahren blind zur Welt. Gab es
irgendwelche Anzeichen darauf in der Schwangerschaft?
Nein, während der Schwangerschaft mit meiner Tochter Hannah gab es keine
Anzeichen dafür, dass sie blind zur Welt kommen wird. Sie kam als süßes,
dickes Baby 11 Tage nach ET auf die Welt.
Wie wurde die Blindheit dann festgestellt?
Eine sichere Diagnose haben wir bekommen, als Hannah 10 Wochen alt war. Als
Erstes ist tatsächlich meiner Mutter aufgefallen. Sie bemerkte, dass Hannah
nie Blickkontakt suchte, wenn ich sie stillte und sowieso nur ganz selten die
Augen öffnete. Für mich war das
erstmal nicht weiter beunruhigend.
Wir haben es dann aber bei der nächsten U-Untersuchung angesprochen. Dort
hat sich gezeigt, dass ihre Pupillen nicht auf Licht reagierten. Zwei Wochen
später beim Augenarzt gab es das selbe Ergebnis. Dann sind wir nochmal zu
einem Spezialisten, der bestätigt hat, dass unsere Tochter blind ist.
Wie hast du dich zum Zeitpunkt der Diagnose gefühlt?
Um ehrlich zu sein, habe ich mich schon nach dem ersten Verdachtsmoment mit
dem Gedanken angefreundet, eventuell ein blindes Kind zu haben. Deswegen hat
es mich dann auch gar nicht mehr sooooo geschockt, als es dann bestätigt
wurde.
Natürlich war ich auch oft traurig und habe geweint. Das passiert mir auch
heute manchmal noch. Aber dann sehe ich, wie toll meine Tochter ihren Alltag
meistert und was sie für ein unglaublich fröhliches und glückliches Mädchen
ist.
Wie geht es deiner Tochter heute?
Hannah hat mit knapp 6 Monaten Frühförderung bekommen und wir mussten
einmal die Woche zur Physiotherapie. Mit 1 konnte sie krabbeln und mit 2 dann
alleine ohne Unterstützung laufen. Aufgrund ihrer Blindheit hat sie Probleme,
Dinge die sie nicht kennt, anzufassen. So kann sie bis heute weder Sand noch
Knete anfassen.
Auch was das Essen angeht, hat sie Schwierigkeiten Neues
auszuprobieren. Sie hat auch Probleme mit lauten, umbekannten
Geräuschen. Da kann sie einfach nicht filtern, wo sie herkommen.
Ansonsten ist sie ein ganz normales 5-jähriges Mädchen. Sie liebt Puppen,
spielt gerne mit ihren Barbies und hört Hörspiele. Seit Sommer 2019 geht sie
in einen regulären Kindergarten, hat dort viele Freunde gefunden und fühlt
sich super wohl. Dazu muss ich sagen, dass sich die Suche nach einem
Kindergarten als sehr schwierig erwiesen hat. Alle Kindergärten, die für uns
in Frage gekommen wären, sahen sich der Aufgabe leider nicht gewachsen,
Hannah zu betreuen. Bis auf den einen, in dem sie nun ist.
Jetzt ist sie ja in einem Alter, in
dem sie durchaus versteht, dass sie blind ist. Wie besprecht Ihr das
Thema?
Hannah weiß zwar, dass sie blind ist, das sagt sie auch immer wieder von
sich selbst. Aber der ganzen Tragweite ist sie sich noch nicht bewusst. So
versteht sie zum Beispiel nicht, dass sie auch als Erwachsene noch blind sein
wird. Oder dass sie ihr Leben lang einen Langstock benutzen muss.
Gab es von außen schon mal blöde Bemerkungen oder Vorurteile?
Wir haben bisher Gott sei Dank nur gute Erfahrungen gemacht. Natürlich
haben viele Menschen Mitleid und denken, dass Hannah unter ihrer Blindheit
leidet. Aber wer Hannah kennt weiß, dass das definitiv nicht der Fall ist.
Auch Vorurteile, dass sie für immer bei uns wohnen muss und niemals ein
selbstständiges Leben führen wird, stimmen einfach nicht. Ich und mein Mann
werden alles dafür tun, dass unsere Tochter so selbstständig wie möglich
wird.
Müsst Ihr auf irgendwas im Alltag besonders achten?
In unserem Alltag müssen wir eigentlich alles verbal begleiten. Zum
Beispiel, wenn etwas im Weg liegt, sie ihren Pullover falsch herum angezogen
hat oder beim spazieren gehen Menschen entgegen kommen. Wir müssen quasi
Hannahs Augen sein.
Was wünscht du dir für deine Tochter?
Für Hannah wünsche ich mir, dass sie ihr Leben genießt. Ich wünsche
ihr Mut, um all die Dinge zu erreichen, die sie sich vornimmt. Freunde, die
es ehrlich mit ihr meinen. Und vor allem ganz viel Vertrauen in sich selbst!
Ich als ihre Mama weiß, dass sie ganz viele Dinge schaffen wird. Dass sie
stark genug ist, auch mal Niederlagen einzustecken. Und ich wünsche mir, dass
sie das sieht und sich dessen immer sicher sein wird.
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Ich sehe für Hannah, denn meine Tochter kam blind zur Welt | |
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Liebe Anette, Du hast zwei Töchter – aber bevor Deine Töchter zur Welt
kamen, hast Du insgesamt fünf Kinder verloren. Kannst Du mehr darüber
erzählen?
Mein Mann und ich haben im Januar 2008 geheiratet, kurz darauf hielt ich
auch schon einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ich hatte die
ersten fünf Monate eine stark ausgeprägte Übelkeit, aber ich war absolut
sorglos, als das erste Trimester vorbei war.
In einer Nacht, Ende der 20. Schwangerschaftswoche, hatte ich plötzlich
starke Kopfschmerzen und Oberbauchschmerzen, musste mich mehrfach übergeben.
Morgens fuhr ich gleich zum Frauenarzt, . der stellte fest, dass der (sonst
immer sehr niedrige) Blutdruck erhöht war und dass vermehrt Eiweiß im Urin
war. Das sei aber kein Grund zur Sorge, hieß es. Und so vergingen die Wochen.
Es machte mich etwas stutzig, dass ich immer noch keine Kindsbewegungen
spürte. In der 23. Schwangerschaftswoche war dann Feindiagnostik, dort sagte
der Gynäkologe die unfassbar unsensiblen Worte: "Ich sehe hier nur noch
Knochensalat.."
Für uns brach eine Welt zusammen. Wir wurden ins Krankenhaus
überwiesen, wo man den Verdacht bestätigte – allerdigs deutlich sensibler.
Das Krankenhaus ging sehr gut mit uns um, die leitende Chefärztin war einfach
wundervoll. Ich bekam die Wehentabletten und einige Stunden später habe ich
meine Tochter still zur Welt gebracht. Bei der Nachuntersuchung hieß es,
unser Fall sei ein tragisches Unglück gewesen und wir könnten versuchen,
wieder schwanger zu werden, wenn wir uns bereit dafür fühlen. Und so wurde
ich zwei weitere Male schwanger, beide Babys gingen aber in der 6.
Schwangerschaftswoche ab. Ich war fix und fertig.
Du bist Anfang 2009 wieder schwanger geworden.
Ja, und diesmal hatte ich das Gefühl, dass es klappen könnte. Bis ich in
der 11. Schwangerschaftswoche wieder einen Gynäkologen-Termin hatte. An
diesem Tag wurde festgestellt, dass unser kleines Baby nicht mehr lebte. Ich
konnte meine Tränen nicht zurück halten. Und auch die Ärztin weinte mit. Sie
überwies mich ins Krankenhaus, wo die Ausschabung vorgenommen wurde. Mein
Mann und ich waren am Boden zerstört. Doch auch dieses Mal hieß es, man wisse
nicht, was die Ursache dafür sei und wir sollten einfach weiter
machen.
Und Ihr habt ja auch einen neuen Versuch gewagt….
Ja, Anfang 2010 war ich wieder schwanger. Als wir die ersten 12 Wochen
überstanden hatten, war ich schon erleichtert. Und als die 23. Woche vorbei
war, war ich richtig froh. Es hieß, alles sei in Ordnung, der Junge sei zwar
zierlich, aber wochengerecht entwickelt. Ich spürte Kindsbewegungen, alles
schien ok. In der 26. Schwangerschaftswoche bekam ich allerdings
Wassereinlagerungen und der Blutdruck stieg wieder. Da der Sommer sehr heiß
war, hieß es, das käme von den hohen Temperaturen.
Aufgrund unserer Geschichte hatten wir uns ein Gerät gekauft, mit dem man
die Herztöne seines Babys suchen und hören kann. Wann immer ich einen
Panikanfall bekam, legte ich das Gerät auf und vergewisserte mich, dass das
Baby noch lebt. In der 27. Schwangerschaftswoche konnte ich plötzlich keine
Herztöne mehr finden. Und auch die Hebamme, die ich alarmiert hatte, konnte
nichts mehr feststellen. Wir fuhren ins Krankenhaus und bekamen dort das
bestätigt, was wir längst wussten: Unser Sohn war tot. Einen Tag brachte ich
unseren Sohn zur Welt. Er wurde gewaschen, angezogen und wir hielten ihn
lange im Arm. Wir konnten uns würdevoll von ihm verabschieden.
Diesmal war aber klar, dass es nicht nur ein tragischer Einzelfall
ist..
Genau. Wir bekamen einen Termin beim Humangenetiker und erfuhren, dass es
ein Muster gab. Beide Plazenten waren durchzogen von Infarkten. Während
ich in der ersten Schwangerschaft wohl ein sogenanntes HELLP Syndrom hatte,
war es hier eine Präeklampsie mit akuter Plazentainsuffizienz. Man nahm mir
Blut ab, ein paar Wochen später teilte mir der Humangenetiker mit, dass ich
wohl eine Gerinnungsstörung, ein sogenanntes Anti-Phospholipid-Syndrom,
habe. Unbehandelt würden 90 Prozent der Schwangerschaften so enden wie meine.
Es tat gut, endlich einen Befund zu haben.
Nach all diesen Erlebnissen – woher hast Du noch die Kraft genommen und
weiterhin an ein Kind geglaubt?
Mein Mann und ich hatten einfach den tiefen Herzenswunsch nach einem Kind.
Und außerdem haben wir beide einen Dickkopf.
Wie ging es dann weiter?
2012 wurde ich wieder schwanger und seltsamer Weise kann ich keine Angst.
Ich schätze, ich habe mich einfach ein Stück abgekapselt. Wir haben jede
Stichwoche, also die 23. und die 27. überstanden, waren aber sehr viel in
ärztlicher Behandlung. In der 33. Schwangerschaftswoche wurde ich dann wegen
Bluthochdruck und Wassereinlagerungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte
machten schnell klar, dass wir kein Risiko eingehen würden, ich bekam die
Lungenreifespritzen. Eines Abends wurde das CTG schlecht und so wurde meine
Tochter in der 34. Schwangerschaftswoche per Notkaiserschnitt geholt. Ich war
aufgeregt, aber irgendwie auch erleichtert, dass sie nun raus kommt. Ich war
mir sicher, dass man sich "draußen" besser um sie kümmern kann. Und
so kam es auch. Heute ist meine Tochter kerngesund und wird dieses Jahr
eingeschult.
Du bist dann wieder schwanger geworden, aber auch die Schwangerschaft mit
Deiner kleinen Tochter war nicht ohne Komplikationen, oder?
Das stimmt, ich hatte eine Ringelrötel-Infektion und viele Wochen
Blutungen. Ich hatte ständig Angst, dieses Kind auch zu verlieren. Deshalb
habe ich mich für einen geplanten Kaiserschnitt mit anschließender
Sterilisation entschieden. Ich wollte nur noch unser 2. kleines Wunder
im Arm halten und dann nie wieder durch so eine belastende Schwangerschaft
gehen müssen. Im August 2018 wurde unsere Kleine dann auf die Welt
geholt.
Wie hat sich Eure Partnerschaft durch all diese Erlebnisse verändert?
Unsere Partnerschaft ist so tief – ich kenne keine tiefere. Wir spürten
schon immer eine tiefe Verbindung zueinander, aber mit jedem Schicksalsschlag
wurde diese Verbindung nur noch tiefer. Mir haben viele Männer gesagt, dass
sie das alles nicht mitgemacht hätten. Mein Mann ist geblieben. Und die Liebe
und Zuneigung ist größer denn je.
Was fühlst du heute, wenn du deine beiden Mädchen siehst?
Ich fühle bei dem Anblick meiner beiden Kinder eine tiefe Liebe. Wir haben
so hart gekämpft und wenn ich die beiden sehe, dann weiß ich, dass es richtig
war. Auch wenn uns viele hier in unserem kleinem Örtchen für verrückt
gehalten haben, weil wir nicht aufgegeben haben…
In der Zeit, in der Du die Fehlgeburten hattest, welche Sätze von
Außenstehenden haben dich da verletzt?
Es gab tatsächlich einige Menschen, von denen wir glaubten, sie seien
Freunde, die sich abgewendet haben. Ich habe natürlich auch einige der
typischen Sätze gehört:
"Es war doch noch kein richtiges Kind", "Seid froh, dass es
jetzt passiert ist und nicht später", "Dann macht ihr halt ein
neues Kind", "Ihr seid noch jung".
Dabei kann eben niemand DIESES Kind ersetzen und natürlich war dieses Kind
bereits UNSER Kind und für uns ein richtiges Kind. Mittlerweile bin ich nicht
mehr wütend über diese Sätze. Sie stammen von Unwissenden. Und niemand, der
nicht selbst sowas erlebt hat, kann den Schmerz nachvollziehen.
Was hast Du über Dich selbst in dieser schweren Zeit gelernt?
Ich weiß jetzt, wie stark ich sein kann. Ich hätte nie für möglich
gehalten, dass ich all das überstehen kann.
Wie würdest du dich selbst als Mutter beschreiben?
Ich liebe jede Sekunde mit den Kindern und koste sie aus. Wahrscheinlich lasse
ich auch ein paar Sachen mehr durchgehen, weil ich viele Jahre dachte, ich
würde solche Momente nie erleben dürfen. Ansonsten bin ich wahrscheinlich
eine eher ängstliche Mutter. Ich muss lernen loszulassen. Daran arbeite ich.
Ich war ein Jahr in einer Gesprächstherapie und dort ist mir vieles
bewusst geworden. Ich kann und werde meine Kinder natürlich immer
unterstützen und stärken. So wie jede liebende Mutter. In diesem Jahr steht
die Einschulung an. Ich bin etwas nervös, aber wir werden auch diese neue
Phase meistern.
Was möchtest du anderen Müttern, die Fehlgeburten hatten, sagen?
Es lohnt sich definitiv zu kämpfen. Wenn der tiefe Wunsch nach einem Kind
da ist, dann haltet daran fest. Informiert euch selbst, sucht euch gute
Ärzte, mit denen ihr auch offen über alles reden könnt, und die ihr
befragen könnt, wenn Unklarheiten bestehen. Und begreift, dass ihr nicht die
Schuld tragt für das, was passiert ist. Es war für mich ganz wichtig, das zu
erkennen.
Foto: Pixabay
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Ich verlor fünf Kinder, bevor ich endlich meine Tochter in die Arme
schließen konnte | STADT LAND MAMA |
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Liebe Sabrina, seit wann bist du alleinerziehend?
Ich bin alleinerziehend seit dem 4. Schwangerschaftsmonat. Der Vater hat
sich also bereits vor der Geburt getrennt.
Ich selbst bin bald 35 Jahre alt und gelernte Speditionskauffrau. Mein Sohn
ist achte Jahre alt und geht in die 2. Klasse. Ansonsten leben wir hier ganz
normal. Wir wohnen in einer kleinen Stadt in der Nähe von Frankfurt in einer
Vier-Zimmer-Wohnung. Ich gehe arbeiten und der Zwerg geht in die Schule.
Meine Mama wohnt im selben Ort und wir sehen uns recht häufig.
Wo siehst du
die größten Herausforderungen für dich als Alleinerziehende?
Die größte Herausforderung ist, glaube ich, die ständige Frage, ob man
seinem Kind genügend Aufmerksamkeit schenkt. Auch wenn ich nicht Vollzeit
arbeiten gehe, habe ich recht häufig das Gefühl, dass ich das nicht schaffe.
Man geht arbeiten, muss kochen, Hausaufgaben kontrollieren dann ist da noch
die Wäsche und der Haushalt… und irgendwann fällt man müde auf die Couch und
ist froh, wenn das Kind im Bett ist. Ich selbst bin ein Mensch, der hohe
Ansprüche an sich selbst stellt bzw. mag ich es gern, wenn etwas nach „Plan“
verläuft (ich weiß das ist schwierig mit Kind 🙂 ) Diese Anforderungen
an mich selbst runterzuschrauben ist auch noch eine große
Herausforderung.
Hat das
Alleinerziehendsein auch Vorteile für dich?
Hmm… Vorteile… schwierig zu sagen… ich habe den Vorteil, dass ich das
alleinige Sorgerecht habe und somit alle Entscheidungen alleine treffen kann…
das klingt jetzt sehr bürokratisch. Über andere Vorteile habe ich ehrlich
gesagt noch nicht nachgedacht…
Nun sagst du,
dass dich dein Umfeld ganz schön krass beäugt…
Es sind vor
allem die Blicke. Teilweise habe ich das Gefühl, dass ich selbst und auch
das
Kind von oben bis unten gemustert werden. Welche Klamotten man trägt, wie
die
Frisur sitzt. Sowas eben. So nach dem Motto: Alleinerziehend, kein Geld, ist
die vielleicht „assi“.
Wenn man dann erzählt, dass man 30 Stunden arbeiten geht die Woche, dann
werden die Blicke teilweise freundlicher. Vielleicht ist es alles nur
Einbildung, aber mich hat das lange traurig gemacht. Mittlerweile gebe ich da
nix mehr drauf. Es hat nur leider einen langen Moment gebraucht, bis ich zu
dieser Einstellung gekommen bin.
Was hat dir dabei geholfen?
Es ist schwierig zu sagen, was genau da hilft, Es sind mal Freunde und
Familie die helfen… dann ist es einfach nur ein guter Film, den man sich
anschaut und mal abschalten kann… oder es ist dein Kind selbst, das dich nach
einem anstrengenden Tag abends auf der Couch anschaut und sagt: Mama, ich hab
dich lieb.
Da es bestimmt
nicht nur dir so geht: Hast du Tipps, wie man zu dieser Einstellung
hinkommt?
Einen Tipp kann ich nicht wirklich geben… ich denke, bei jedem gibt es
irgendwann den Zeitpunkt, an dem es „klick“ macht… hat bei mir auch länger
gedauert… Was ich nur sagen kann: Schaut euch euer kleines Wunder an und seid
stolz darauf, was ihr erreicht habt. Das, was wirklich zählt ist, dass euch
nichts auf der Welt dieses Gefühl der Verbundenheit nehmen kann.
Wie kriegst du
denn sonst deinen Alltag mit Job und Kind gewuppt?
Unser Alltag ist eigentlich relativ normal und nichts Besonderes. Arbeit/Schule
danach einkaufen und nach Hause. Hin und wieder treffen wir uns mit Freunden,
was auch nicht immer einfach ist zu koordinieren (jeder hat ja selbst Termine
oder Hobbys der Kinder).
Mit der Arbeit kann ich auch alles super gestalten. Ich habe einen tollen
verständnisvollen Chef und eine super Kollegin die mich und meine Situation
unterstützen.
Gerade in unserer aktuellen Situation habe ich bislang nur Verständnis
entgegengebracht bekommen. Ich kann den Zwerg mit auf Arbeit nehmen oder auch
von zu Hause aus arbeiten.
Kommst du
finanziell gut über die Runden?
Finanziell geht es uns ok. Wir kommen gut über die Runden. Trotz allem
würde ich mich über mehr Geld nicht beschweren 😉 Um das Finanzielle
mache ich mir aber schon immer Gedanken. Es gibt immer wieder Dinge die
bezahlt werden müssen (Winterreifen, Auto-Inspektion etc.). Urlaub ist – wenn
überhaupt – nur einmal in Jahr möglich. Ich denke beim Einkaufen oft darüber
nach, ob ich das jetzt wirklich brauche. In vielen Fällen verkneife ich es
mir dann. Bei größeren Anschaffungen oder Luxusartikeln überlege ich oft sehr
lange.
Alles in allem geht es uns nicht schlecht, aber die finanzielle Sorge ist
doch immer auch unterschwellig präsent. Aktuell haben wir die Situation, dass
wir nach einer neuen Wohnung Ausschau halten, da das Haus in dem wir wohnen
verkauft wurde und der neue Vermieter eine Person ist, mit der man lieber
nichts zu tun haben möchte. Wir haben einen sehr günstigen Mietvertrag, der
auch dazu beiträgt das es uns finanziell ganz gut geht.
Bei der Suche nach einer neuen Wohnung hat es mir dann die Sprache
verschlagen, da die aktuellen Mietpreise einfach nicht zu bezahlen sind.
Falls wir also umziehen würden, würde sich unsere finanzielle Situation stark
verändern.
Inwiefern
kümmert sich dein Ex mit ums Kind?
Mein Ex kümmert sich alle zwei Wochen um den Zwerg. Die Ferien werden auch
geteilt. Mein Ex hat einen anderen Lebensstandard und ist z.B. letztes Jahr
ist mit unserem Sohn zweimal in den Urlaub geflogen. Ansonsten telefonieren
die beiden hin und wieder mal miteinander. Die Kommunikation zwischen mir und
meinem Ex hat sich gebessert, jedoch läuft vieles über WhatsApp.
Wer oder was hilft dir im Moment am meisten?
Momentan hilft mir meine Mutter am meisten. Sie passt hin und wieder auf
den Zwerg auf. Natürlich gibt es auch noch die restliche Familie und auch
Freunde, doch die eigene Mama ist halt einfach die erste Anlaufstelle.
😉
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"Ich werde als Alleinerziehende oft kritisch beäugt" | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-wollte-unbedingt-ein-kind-auch-ohne-passenden-partner-interview-mit-vera |
Liebe Vera, Dein Sohn ist
jetzt fast zwei Jahre alt und ist mit einer Samenspende gezeugt worden.
Erzähl mal wie es dazu kam.
Mein Leben lang spielten Kinder eine große Rolle für mich. Immer stand für
mich fest, dass ich irgendwann selbst Mutter sein möchte. Nach meinem Studium
lebte ich einige Zeit in Berlin, mein Kinderwunsch wurde stärker. Mit
Beziehungen tat ich mich allerdings immer schwer. Je älter ich wurde
umso schwieriger wurde das. Der Gedanke, ein Kind ohne Partner zu bekommen,
war für mich nie abwegig.
Und irgendwann stand fest: Ich mach das alleine. Ich zog zurück in das
Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Dort gibt es ein sicheres soziales Netz.
Nachdem ich beruflich hier wieder fest im Sattel saß, das war um meinen 30
Geburtstag herum, fing ich an zu recherchieren. In Deutschland ist es immer
noch nicht ganz einfach, als Single ein Kind zu bekommen. Ich musste einige
Entscheidungen treffen. Möchte ich einen bekannten oder anonymen privaten
Spender oder werde ich einen ganz offiziellen Weg über eine
Kinderwunschklinik und eine Samenbank gehen und so weiter und so weiter. Mir
war wichtig, dass mein engstes Umfeld wie meine Eltern und Familie und
Freunde eingeweiht sind und hinter mir und meiner Entscheidung stehen.
Was weißt Du über den Samenspender?
Letztendlich entschied ich mich dazu, mich an meine Frauenärztin und
darüber hinaus an eine Kinderwunschklinik zu wenden. Überall, wo ich meinen
Wunsch vorstellte, wurde ich ernst genommen und sehr nett und
verantwortungsvoll behandelt. Dafür bin ich unendlich dankbar. Den Samen
bezog ich aus Dänemark. Als Single ist es in Deutschland nicht möglich, Samen
von einer deutschen Samenbank zu kaufen. In Dänemark gilt der Samenspender
nicht als rechtlicher Vater. Schwanger wurde ich durch eine IVF
Behandlung.
Ich habe ein Babyfoto von dem Spender gesehen, seine Stimme gehört – durch
ein Audiointerview, eine Beschreibung der Mitarbeiter der Samenbank gelesen
und zig gesundheitliche Daten bekommen. Es war am Ende eine
Herzensentscheidung, sein Foto hat mich angesprochen und er sah aus, als
passe er in unsere Familie. Mir war wichtig, dass seine äußerlichen Merkmale
meinen ähneln. Man darf in Deutschland nur auf offene Spender zurückgreifen,
d.h. dass der Spender einverstanden sein muss, dass seine Daten gespeichert
werden. Die Kinder, die durch seinen Samen entstehen, haben die
Möglichkeit ihn zu kontaktieren, sobald sie alt genug sind. Das find ich auch
sehr wichtig.
Du warst ja praktisch von Anfang an alleinerziehend. Hattest Du jemals
Bammel davor?
Oh ja natürlich. Ich hatte sehr großen Respekt vor dieser Aufgabe und habe
ihn immer noch. Schaffe ich es, den Alltag mit einem Kind alleine zu wuppen?
Wie kann ich das finanziell schaffen? Was ist mit den großen Fragen: Wie
möchte ich mein Kind erziehen, in welchen Kindergarten soll es gehen, soll
ich impfen und stillen? Was ist, wenn meinem Kind der Vater fehlt? Wie kann
ich ihm trotzdem männliche Rollenvorbilder bieten… all das sind nur Beispiele
von dem, was mich beschäftigte – noch bevor ich überhaupt schwanger wurde.
Der große Vorteil bestand darin, dass bei mir ‚das alleinerziehend sein‘
geplant war und ich viele Dinge im Vorfeld regeln konnte. Außerdem hatte ich
nicht mit einer Trennung zu tun.
Bist Du offen damit umgegangen? Und wie waren die Reaktionen von Freunden
und Verwandten?
Ja, ich bin von Anfang an offen damit umgegangen. Meine Familie und Freunde
waren ja schon in die Entscheidung eingebunden. Mit ihnen habe ich von Anfang
an meine Sorgen, aber auch jede Hoffnung und Vorfreude
besprochen.
Als ich schwanger war habe ich immer offen darüber gesprochen, wie mein Sohn
entstanden ist. Mir war wichtig, dass niemand denkt, mein Kind sei ein
„Unfall“. Wir wohnen in einem kleinen Dorf in Ostwestfalen. Mein Weg
war sicher für den ein oder anderen befremdlich. Reaktionen, die mich
erreicht haben, waren aber ausnahmslos positiv.
Wie hast Du die Schwangerschaft und Geburt empfunden? Hast Du Dir da
manchmal gewünscht, es wäre jemand an deiner Seite?
Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern, insbesondere meine
Mutter war während der Schwangerschaft und auch während der Geburt an meiner
Seite. Die Schwangerschaft war nicht immer einfach. Natürlich wäre es schön
gewesen, diese Sorgen zu teilen aber auch dieses Wunder mit dem Vater
gemeinsam zu erleben. Aber ich habe mich nie alleine
gefühlt.
Mein Sohn wurde fünf Wochen zu früh geboren und war anfangs sehr schwer
krank. Es war nicht klar, ob er es schafft. Das war die schlimmste Zeit
meines Lebens, allerdings gleichzeitig die schönste, weil ich Mama dieses
wunderschönen Jungen sein darf.
Wie und wann wirst Du mit deinem Sohn über seinen Vater sprechen?
Mein Sohn wird von Anfang an Bescheid wissen. Bei uns wohnt eben kein Papa.
Das ist schade, das empfinde ich ehrlich so und auch mein Sohn soll das immer
sagen dürfen. Er darf alle Fragen stellen und bekommt sie wahrheitsgemäß,
aber kindgerecht beantwortet. Es gibt mittlerweile einige schöne Kinderbücher
zu dem Thema. Ich möchte, dass er immer das Gefühl hat und in dem Wissen
aufwächst, dass er unheimlich gewünscht und willkommen ist.
Was findest Du das Schwerste am Alleinerziehend sein?
Am schwierigsten ist, dass ich das Gefühl habe, immer 120 Prozent geben zu
müssen. Sowohl im Job als auch Zuhause. Ich arbeite als Schulsozialarbeiterin
und bin dort auch sehr gefordert. Außerdem habe ich oft Termine außerhalb
meiner regulären Arbeitszeit, für die ich Betreuung für meinen Sohn
organisieren muss. Außerdem ist es immer eine Herausforderung, wenn mein Sohn
z.B. krank ist oder eine andere unvorhergesehene Situation eintritt. Ohne
meine Familie würde das nicht gehen. Was bleibt, ist immer ein schlechtes
Gewissen, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Du hast gesagt, ein Kind sei dein sehnlichster Wunsch gewesen. Was findest
Du am Besten am Mama-Sein?
Die Liebe.
Was wünscht Du Dir für die Zukunft?
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der alle Formen der Familie gleich
angesehen und behandelt werden. Ich wünsche mir, dass Rahmenbedingungen
geschaffen werden, die es Eltern ermöglichen, Familie zu leben so wie es für
diese Familie richtig ist. Dass es Kindergärten gibt, in die man sein Kind
gerne und voller Vertrauen bringt und Schulen, die Kinder dazu anregen, ihre
Fähigkeiten zu entfalten und frei zu lernen.
Ich würde mir wünschen, dass mein Sohn glücklich, stark und lebensbejahend
bleibt. Dass er findet, was ihm fehlt und sich darüber freuen kann, was er
hat.
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"Ich wollte unbedingt ein Kind - auch ohne passenden Partner" -
Interview mit Vera | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ich-wuensche-mir-ein-zweites-kind-aber-mein-leider-mann-nicht |
Ihr Lieben, wir haben hier schon öfter über das Thema Kinderwunsch
geschrieben, dabei ging es aber bislang immer darum, dass ein Partner
vielleicht gar keine Kinder will – oder dass es körperlich einfach nicht
klappt mit dem Schwangerwerden. Bei Jessi und Ronny ist das anders.
Die beiden haben eine leibliche Tochter und einen angenommenen Pflegesohn.
Jessi sehnt sich schon länger nach einer weiteren Schwangerschaft… ihr Mann
allerdings nicht. Wie es ihr damit geht? Das erzählt sie uns heute.
Das Besondere an dieser Geschichte: Auch ihr Mann redet offen über die
Situation. Er wird morgen bei uns im Blog zu Wort kommen. Jetzt aber erstmal:
Jessi.
"Es gibt Tage, an denen ich weine – z. B., wenn in unserer ehemaligen
Krabbelgruppe oder in meinen Lieblingsblogs eine neue Schwangerschaft
verkündet wird. Ich freue mich für die Frauen. Gleichzeitig bin ich neidisch,
denn ich möchte auch so gern noch ein Baby. Aber mein Mann will nicht.
Die Sehnsucht kam schleichend, flüsterte mir erst leise, dann immer lauter
ins Ohr. Ließ mich in der Fantasie Tritte im Bauch spüren. Den Geruch eines
Babys, meines Babys noch mal riechen. Die vielen ersten Male mit ihm erleben.
Mittlerweile fühle ich mich ohne dieses Baby, als fehle mir ein Arm oder ein
Bein – einfach unvollständig.
Unser erstes Kind kam trotz Pille. Wir wollten eigentlich erst unser Haus
bauen. Nun kamen Hausbau und Kind zusammen. Ronny fragte, ob wir die Schwangerschaft
nicht „verschieben“ könnten. Ich redete drei Tage nicht mit ihm. Verschieben!
Doch als er die Herztöne unserer Tochter im Ultraschall sah, war er dann doch
sehr begeistert. Er hat es eben nicht so mit Veränderungen…
In der Schwangerschaft wurde ich krank, ich hatte starke Schmerzen.
Diagnose: Osteopenie. Meine Knochendichte gleicht der einer 70-jährigen. In
den ersten Jahren nach der Geburt fragten die Leute immer mal wieder: Und
wann kommt das Zweite? Ronny wollte eigentlich auch kein Einzelkind. Aber
nachdem er gesehen hat, was für Schmerzen ich habe, wollte er kein Kind
mehr.
Er macht sich Sorgen um meine Gesundheit, unser Haus, die Firma, unser
Auskommen. Er fürchtet auch, dass seine „Prinzessin“ zurückstecken müsste, wenn
noch ein Baby kommt. Das Schlimme ist: Ich kann diese Argumente sogar
nachvollziehen. Aber ich sehne mich trotzdem so sehr nach einem zweiten Kind.
Es gibt Situationen, da liege ich weinend im Bett und schicke ihn mit einem
„Lass mich in Ruhe“ raus.
Ich bin auch der festen Überzeugung, dass wir das mit einem zweiten Kind
schaffen würden. Und ich glaube, auch unsere Tochter würde von einem
Geschwisterchen profitieren. Manchmal fragt sie mich: „Mama, wann kriegen wir
ein neues Baby?“. Dann sage ich: „Das musst du Papa fragen.“ Ich weiß, dass
das gemein ist, aber es ist die Wahrheit. Ich habe noch so viel Liebe in
mir!
Ich glaube, Ronny denkt, mit einem zweiten Kind würde es doppelt
anstrengend. Er hat es gern aufgeräumt. Das würde natürlich erst mal
chaotischer, aber es spielt sich auch wieder ein. Und er ist so ein toller
Papa. Er sagt: „Mein schönstes Geschenk ist die Zeit mit meiner
Tochter.“
Meine Riesenangst ist, dass wir wirklich kein Kind mehr kriegen. Wenn wir
aber beide stur bleiben, kann es nur einen Verlierer geben: mich.“
MORGEN FOLGT DER ZWEITE TEIL DER GESCHICHTE, IN DER PAPA RONNY SEINE SICHT
AUF DIE LAGE SCHILDERT.
Diese Geschichte erschien ursprünglich in der Zeitschrift Eltern.
Protokoll: Lisa Harmann
Zum Weiterlesen bei Jessi von feiersun: Sehnsucht oder: Ich sage nichts,
aber ich fühle
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"Ich wünsche mir ein zweites Kind, aber mein leider Mann nicht"
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/impfneid-ausgangssperren-sind-die-braven-am-ende-die-doofen |
Ihr Lieben, ihr lebt ja vermutlich auch seit langem in Wellen. Mal zieht
euch eine runter, mal lässt euch eine mal wieder ein bisschen durchatmen,
vielleicht sogar ein bisschen Sonne genießen. Die Pandemie-Wellen schütteln
uns und unser Nervenkostüm jedenfalls kräftig durcheinander. Gerade im Moment
geht es bei mir wieder so einigermaßen, weil die Osterferien ohne
Homeschooling ganz guttaten, aber der Zustand kann sich wöchentlich, ach was,
täglich, wenn nicht gar stündlich ändern.
Soziale Kontakte pflegen per Telefon
Nun merke ich, dass ich wieder mehr telefoniere. Je länger ich mich nicht
wirklich verabreden oder mit echten Menschen treffen kann, desto mehr sehne
ich mich nach Gesprächen – im Notfall dann halt per Telefon. Ganz eigentlich
telefoniere ich nämlich gar nicht mehr so gern seit ich Kinder habe, denn ihr
kennt das ja selbst….
Sobald jemand in der Leitung ist und wir als Mama plötzlich nicht mehr so
geistig präsent im Alltag der Kinder, haben sie plötzlich Fragen oder
brauchen dringend was oder fangen genau dann an zu streiten. Also telefoniere
ich grad ganz gern, wenn ich spazieren gehe. Bisschen Natur drumherum und
keiner, auf den ich aufpassen oder um den ich mich kümmern muss.
Schwarzmarkt, um an Impfungen zu kommen?
Und so quatschte ich also neulich mit einer alten Freundin, die in einer
Großstadt lebt und es kam die Sprache auf die schleppenden Impfungen gegen
Corona. Da erzählte sie von einem „Schwarzmarkt der Impfungen“. Von
Schwangeren etwa, die die Berechtigung für die Impfung als „Begleitperson“
für 400 Euro anbieten. WIE BITTE?!
Das ist ja fast wie bei Konzerttickets, die dann unter der Hand für das
Doppelte und Dreifache verkauft werden. So weit ist es jetzt also schon
gekommen?! Zu THE GERMAN ANGST kommt jetzt also auch noch THE GERMAN
IMPFNEID.
Meine Freundin jedenfalls brachte das auf 180. Seit Monaten halte sie sich
an jede erdenkliche Regel, schränke sämtliche Aktivitäten und Kontakte ein,
beachte brav alle Vorgaben und hat plötzlich die Sorge, damit irgendwann
einfach nur noch doof dazustehen.
Sind die Braven die Letzten, die an eine Impfung kommen?
Zu den Letzten zu gehören, die dann irgendwann mal geimpft werden, weil sie
einfach wartet, bis sie dran ist, während sie jetzt von allen Ecken und Enden
hört, wie sich Impftermine erschlichen werden, weil irgendwer dann doch noch
einen Arzt kennt oder sich als Ehrenamtlicher durchmogelt oder vor einem
Impfzentrum vor Feierabend auf übrig gebliebene Dosen hofft. Oder sich eben
eine Berechtigung als Begleitperson erkauft…
Sie hat einfach die Sorge, mit ihrer Angepasstheit abgehängt zu werden,
irgendwann ausgelacht zu werden für ihre Untätigkeit, für ihre Konformität.
Für all den Verzicht, den sie geleistet hat, dann am Ende noch hämisch
angegrinst zu werden von den kleinen Pandemieteufelchen, die von Schulter zu
Schulter springen und unken: Hehehehe, guck mal, die Doofe hat´s halt nicht
gerafft. Wer nix wagt, der nix gewinnt.
Jede Impfung gegen Covid-19 bringt uns ein Stück weiter zurück zur
Normalität
Meine Freundin ging sogar noch weiter und meinte: Gerade diejenigen, die
das mit den Regeln nicht so genau nähmen – so ihr Gefühl – seien nämlich
jetzt plötzlich die Ersten, die irgendwie an eine Impfung gekommen sind. Weil
sie es ja bräuchten. Weil sie ja auch weiter nicht bereit seien, sich so
einzuschränken, wie es eigentlich angebracht wäre.
Junge Leute mitten im Leben, die schon geschützt seien, obwohl die eigene
Mama mit Mitte 60 und Vorerkrankungen noch nicht einmal einen Termin habe,
weil die Wartelisten einfach viel zu lang sind. Oder andere eben rein rechtlich
vorher dran sind.
Impfneid: Was wir daraus lernen
Fakt ist: Wenn es mehr Impfstoff gäbe, bräuchten wir uns solche Gedanken
nicht zu machen. Wir brauchen einfach jetzt mal eine ganz, ganz große Menge!
Fakt ist auch: Jeder und jede Geimpfte ist einer oder eine mehr auf dem Weg
zurück in eine neue Normalität. Fakt ist genauso: Wir wollten dieses doofe C
nie und wollen es jetzt so kurz vor einer möglichen Schutzimpfung auch
einfach nicht mehr bekommen. Wir wollen gesund bleiben! Und das ist gut so!
Trotzdem bleibt da ein fader Beigeschmack bei vielen. Kennt ihr solche
Gefühle? Ich glaube, die sind normal.
|
Impfneid, Ausgangssperren – sind die Braven am Ende die Doofen? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/in-der-18-schwangerschaftswoche-bekam-ich-die-diagnose-leukaemie-gastbeitrag-von-mareike |
Es klopft an der Tür zu
meinem Zimmer, Nr. 146, Station 9. "Frau Bothe, wir haben da etwas
gefunden…"
Der Rest des Satzes, den der Arzt, der am Morgen die Knochenmarkpunktion –
um Schlimmeres auszuschließen – durchgeführt hat, hört sich an als wäre ich
unter Wasser oder hätte Watte in den Ohren. Ich will noch nicht sterben. Ich
bin 24. Ich bin in der 18. Woche schwanger. Ich habe zwei kleine Jungs.
Gerade erst haben wir ihren ersten und zweiten Geburtstag gefeiert.
Akute Leukämie – AML M3. Aha. "Und wie lange habe ich noch?" Ich
bin so nüchtern und frage die Fakten ab, um irgendwie meine Gefühle in Schach
zu halten. "Morgen Frau Bothe, da geht's los! Leider dürfen Sie ihre
Kinder während der Chemotherapie nicht sehen. Ansteckungsgefahr zu groß. Sie
müssen sich morgen früh verabschieden." "Und wenn ich das nicht
überlebe? Und was ist mit dem Baby?" "Es gibt eine 50:50
Chance, es tut mir leid."
Diese Diagnose ist nun 5 Jahre her und wenn ich diese Zeilen schreibe,
fühlt es sich an wie die Geschichte einer anderen. Ich versuche Distanz zu
diesen Erinnerungen zu wahren. Doch ist das fast unmöglich, denn das
ungeborene Baby von damals schaut mich jeden Tag aus ihren wundervollen
wasserblauen Augen an. Gesund. Neugierig. Wunderhübsch und sooo unendlich
stark.
Bevor ich damals ins Krankenhaus kam, hatte ich kaum Anzeichen für
irgendeine Krankheit. Ich war müde… ja. Schwanger eben. Ich hatte ein paar
blaue Flecke mehr. Vom Toben mit den Jungs natürlich. Dann der Routine Check
bei meinem Gynäkologen: Blutwerte miserabel. Am nächsten Morgen direkt ins
Krankenhaus. Nach 14 Tagen diverse Verdachtsdiagnosen und zig Untersuchungen
dann die Diagnose Leukämie.
Die Therapie begann rasch. Es wurden Zugänge gelegt, ein spezieller Port
und ich bekam ein Zimmer auf der Isolations-Station. Aber halt, der Abschied
von den Kindern… es war grauenvoll. Mein Mann kam mit den Jungs ins
Krankenhaus und es war langweilig für die beiden. Sie trotzten, tobten und
waren einfach überdreht. Wir machten es daher kurz. Kurz – aber nicht
schmerzlos. Als sie den Flur hinuntergingen und ich da alleine stand,
zersprang mein Herz in 1000 Stücke. Es waren wirklich körperliche
Schmerzen.
Was mir unheimlich Kraft gab, war mein kleines Babymädchen in meinem Bauch.
Ich war nicht allein. Niemals. Ihr zu Liebe musste ich diesen ganzen Scheiß
durchstehen. Wir schaffen das, sagte ich, wir sind Powerfrauen. Insgesamt
drei Chemotherapiezyklen habe ich mit meiner Tochter im Bauch durchgestanden.
Ich habe 15 Kilo abgenommen. Ich habe geweint, ich habe mich aber auch
gefreut, als die Blutwerte besser wurden, wenn ich ein paar Tage nach Hause
durfte, wenn meine Kinder mich umarmten.
Als meine Tochter bei 36+1 per Kaiserschnitt geboren wurde und fest stand,
dass sie mit ihren 46 cm und 2560 Gramm ein topfites kleines Mädchen ist, war
ich so unendlich glücklich. Dieser ganze Kampf hatte sich gelohnt. Allein für
diesen einen ersten Moment mit diesem wundervollen Baby. Ein
Chemotherapiezyklus stand mir allerdings noch bevor. 10 Tage nach der
Entbindung sollte es losgehen, was hieß, dass ich mein 10 Tage altes Baby
lange nicht sehen würde. Nein, nein, nein – das durfte einfach nicht sein,
das konnte keiner von mir verlangen…
Zwei Tage bevor es im Krankenhaus wieder losgehen sollte, bekam ich einen
Anruf von meinem behandelnden Arzt. "Wir haben uns entschlossen,
aufgrund Ihrer immer recht stabilen Blutwerte und ihrer persönlichen Umstände
die letzte Chemotherapie ambulant durchzuführen", sagte er. Ich schätze,
der Arzt ist noch immer taub auf einem Ohr oder hat mindestens ein kleines
feines Dauerpiepen zurückbehalten von meinem Freudenschrei.
Im November 2012 erhielt ich also meine letzte Chemo – und befand mich dann
in kompletter molekulargenetischer Remission. Klingt super, ne?! War es auch.
Und ist es immernoch. Anschließend musste ich noch 1,5 Jahre lang Medikamente
nehmen und mir einmal wöchentlich eine Spritze abholen. Erhaltungstherapie.
Es ging mir gut während der Zeit. Erstaunlich gut. Ich war und bin immer
positiv und ich glaube ganz fest daran, dass das sehr hilft.
Heute habe ich noch zwei weitere kleine Wunder in meinen Armen. Während den
Schwangerschaften war meine Angst erneut zu erkranken immer da. Immer wieder
gibt es Momente, Dinge, Situationen, die mich zurückversetzen. Flashback.
Doch meine Tochter erinnert mich immer daran, wie stark ich war. Wie stark
sie war. Was für ein perfektes Team wir sind. Wir könnten gegen den Rest der
Welt bestehen. Sie ist meine Welt. Und ich bin ihre.
Chemotherapie und (erneute) Schwangerschaft – wie kann das funktionieren.
Vielleicht fragt sich das die ein oder andere nun. Ich möchte vorab
klarstellen, dass ich die folgenden Dinge nur betreffend für meinen
persönlichen Fall schreibe. Ich bin kein Professor und glänze daher nur mit
dem Wissen, was ich mir angeeignet habe und mit meiner Erfahrung. Jede
Krebserkrankung ist anders und jede Chemotherapie ebenso. Die Reaktion des
Körpers natürlich auch. Ich hatte Glück im Unglück. Gleich mehrfach. Meine
Form der Leukämie hat prognostisch günstige Aussichten. Sie betrifft
hauptsächlich das Gerinnungssystem. Die größte Gefahr sind spontan
auftretende Blutungen. Die Chemotherapie – für meinen Fall – war eine der
nicht hoch aggressiven und die Chancen, dass ein ungeborenes Baby das
übersteht, waren durchaus gegeben. Außerdem hatte ich das erste Trimester der
Schwangerschaft bereits hinter mir. Die Organe waren alle angelegt und die
kritische Zeit vorbei. Die Kleine war also ausgestattet mit allem, was sie
brauchte um mit mir in den Kampf zu ziehen. Ich wurde engmaschig
kontrolliert. Ultraschall, Abstriche, Organsscreenings… zu bestimmten Zeiten
alle zwei Tage.
Mein Baby war immer aktiv und es beruhigte mich ungemein sie zu spüren.
Vergleichbare Fälle gab es kaum bis gar nicht. Deshalb konnten auch die Ärzte
mir nicht sagen, wie es ausgeht, wann sie geholt werden muss, welches das
größere Risiko ist: eine frühe Frühgeburt oder die Gefahr der Chemotherapie
während sie in mir heranwächst. Da es ihr gut ging, ließ man sie so lange wie
möglich in meinem Bauch. Dennoch waren alle jederzeit darauf vorbereitet,
dass auch alles anders kommen könnte. Die Lungenreife bekam ich sehr zeitig.
Für den Falle eines Falles…
Die erneuten Schwangerschaften sind für mich nicht selbstverständlich und
ja, es gab auch kritische Stimmen. Meine Eizellen waren schließlich schon
während der Chemo in mir und keiner kann sagen, inwieweit mein Erbgut
eventuell geschädigt wurde. "Ihr seid leichtsinnig!" "Wieso
setzt du deine Gesundheit auf's Spiel?" Ja. Wieso? Es hat mir sehr
geholfen, diese eine Schwangerschaft zu verarbeiten. Ich habe mich während
dieser Zeit sehr mit meinen Ängsten beschäftigt und war mir zu jeder Zeit
bewusst was passieren kann, wenn eine meiner Eizellen nicht
"gesund" ist. Mir wurden alle möglichen und unmöglichen Vorsorgeuntersuchungen
angeboten. Die meisten habe ich abgelehnt. Was hätte es geändert? Nichts.
Mein Baby ist mein Baby. Und ja, sie sind beide gesund. Ja, wir hatten Glück.
Aber mal ehrlich: Das haben wir uns mehr als verdient.
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In der 18. Schwangerschaftswoche bekam ich die Diagnose Leukämie -
Gastbeitrag von Mareike | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/in-die-weite-welt-traeumen-gabriela-und-ihr-sohn-waren-schon-in-35-laendern-und-zeigen-uns-die-schoensten |
Ihr Lieben, Reisen waren wohl nie weiter entfernt von uns als jetzt gerade.
Aber eben darum freuen wir uns, dass Gabriela Urban von Mami bloggt uns mit
ihren Geschichten ein bisschen mitnimmt in die große weite Welt.
Mit ihrem fünfjährigen Sohn hat sie bereits 35 Länder bereist – und ist
noch lange nicht fertig. Sie hat nun auch einen Mutmacher für Reisen mit
Kindern geschrieben, der echt toll geworden ist: Wenn ich mal groß bin, werd
ich auch ein Machu Picchu (Affiliate Link).
Gabriela Urban: Wenn ich mal groß bin, werd ich auch ein Machu Picchu
(Affiliate Link).
Liebe Gabriela, du hast mit deinem Sohn in den letzten fünf Jahren 35
Länder bereist. Welche war deine liebste Reise und warum? Und welche war
seine liebste Reise und warum?
Gabriela Urban: Das ist eine sehr schwierige Frage, da für mich alle Reisen
besonders waren. Aber wenn ich mich ad hoc für eine entscheiden müsste, dann
würde ich wohl ganz spontan unsere Reise nach Rumänien sagen, die so ganz
anders verlaufen ist, als zuvor geplant …
Vieles ist auf unserer Reise damals schiefgelaufen, wir haben Begegnungen
gemacht, die nicht so schön waren und meine Nerven lagen irgendwann blank,
sodass ich ausgerechnet wegen einem Teller Spaghetti mitten im Restaurant in
Tränen ausgebrochen bin.
In jenem Moment ist mir bewusst geworden, dass ich meine Reisepläne ändern
musste und so kam es, dass wir ganz spontan aufs Land zu Bauern in eine
absolut nicht touristische Gegend „geflohen“ sind. Es war genau die richtige
Bauchentscheidung – und ein wundervolles Erlebnis. Warum genau? Das kannst du
in meinem Buch nachlesen.
Mein Sohn spricht noch heute sehr viel von unserer Reise durch Myanmar und
Laos (damals war er ca. 3,5 Jahre alt). Ich glaube, dass es für ihn die erste
Reise war, die er so richtig bewusst wahrgenommen hat – und sich noch an
zahlreiche Ereignisse, Eindrücke und Begegnungen erinnern kann.
Ich musste ihm tatsächlich erst vor Kurzem hoch und heilig versprechen,
dass wir irgendwann mal wieder nach Myanmar und auch zu seinem besten Freund
Jay in Laos fahren werden.
Malaysia.
Nun sind Kinder auf Reisen ja nicht dauerhaft gut gelaubt 😉 Wie
reagierst du auf einen Trotzanfall unter tropischen Palmen?
Erst mal tief ein- und ausatmen – und versuchen, mich nicht aus der
Fassung bringen zu lassen. Ich weiß, leichter gesagt als getan. Trotzanfälle
bei kleinen und auch größeren Kindern sind schon zuhause eine echte
Geduldsprobe, aber auf Reisen fordern sie uns Eltern noch um einiges mehr
heraus.
Denn in der Regel befinden wir uns in einer ungewohnten Umgebung, umzingelt
von fremden Menschen, die andere Sitten und Bräuche pflegen, erregen mit
unserer exotischen Präsenz eh schon viel Aufmerksamkeit, können uns eventuell
räumlich nicht zurückziehen, haben keine Privatsphäre, es ist heiß und
drückend, womöglich muss man auch noch das schwere Gepäck managen oder ein
Busticket kaufen, und Hunderte unbekannte Augenpaare scheinen einen zu
beobachten und gebannt darauf zu warten, wie man gleich auf das schreiende,
vielleicht sogar sich auf dem Boden wälzende Kind reagiert …
Puh, was für eine Herausforderung, in solchen Situationen die Nerven zu
bewahren! Dennoch sollten Eltern unbedingt die Ruhe bewahren, sich nicht in
die Auseinandersetzung begeben und lieber außen vor bleiben. Auch wenn einem
gerade sicherlich selber nach Schreien zumute ist. Denn man sollte bedenken,
dass in vielen Kulturkreisen eine unkontrollierte Gefühlshandlung von
Erwachsenen in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel lautes Schimpfen, als
befremdlich wirkt.
Weitere Tipps bei Trotzanfällen im Urlaub wären: Das Kind der
Aufmerksamkeit durch andere Schaulustige (und von denen gibt es auf Reisen
oft zu viele!) zu entziehen.
Und auch kurz aus dem Blickfeld des Kindes zu entschwinden kann oft ebenfalls
eine gute Maßnahme sein. Wenn sich das Kind wieder beruhigt hat und die
Familie später im eigenen Zimmer ist, sollte man auf jeden Fall noch mal die
Trotzattacke thematisieren und dem Kind im ruhigen Ton klarmachen, in welche
Schwierigkeiten der Gefühlsausbruch die Familie gebracht hat oder hätte
bringen können. Beispielsweise, dass man fast den Bus verpasst hat oder das
Kind hätte verlorengehen können, weil es weggerannt ist.
Südamerika vor kurzem.
Hast du als erfahrene Reisende gute Tipps
für lange Auto- oder Bahnfahrten oder Flüge mit Kindern?
Mein allererster Tipp ist: Mach dich im Vorfeld bloß nicht verrückt. Egal,
wie lang der Flug oder die Fahrt auch werden soll. Denn sind die Eltern
gestresst, sind es in der Regel die Kinder auch.
Nutze nach Möglichkeit bei kleinen Kindern das Mittagsschläfen, um die
Fahrtzeit zu verkürzen. Mach es deinem Kind und auch dir selber mit Kissen,
Decke & Co. gemütlich. Kleine Spielsachen und ausreichend Essensproviant
sollten auch griffbereit sein.
Und außerdem kann man als Familie lange Fahrten auch herrlich nutzen, um
miteinander zu reden, Ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst zu spielen, vorzulesen
und intensiv zu kuscheln.
Warum findest du, sollten wir auch mit
Kindern schon reisen, wenn es uns möglich ist?
Ganz einfach, weil Reisen ein wunderbares Abenteuer für die ganze Familie
sein kann – vor allem für unseren Nachwuchs. Man entdeckt gemeinsam in
kleinen Schritten fremde Länder, erlebt spannende Dinge, verbringt viel
intensive Zeit gemeinsam an schönen Orten – und außerdem schweißt eine Reise
auch zusammen.
Ich persönlich finde, dass es ein wunderbares Geschenk an unsere Kinder
ist, wenn sie auf Reisen ihren eigenen Horizont erweitern und neue Dinge
erfahren können, die sie so zuhause nicht lernen würden. Das beobachte ich
oft bei meinem eigenen Sohn.
Jedes Mal, wenn wir wieder nach Hause zurückkehren, habe ich – aber auch
unsere Familie und die Erzieher in der Kita – das Gefühl, dass er ein großes
Stück gewachsen ist. Nicht nur physisch, sondern insbesondere auf psychischer
Ebene. Uns allen kommt es dann vor, als ob er immense Sprünge in seiner
Entwicklung, Wahrnehmung und auch in seinem Selbstwertgefühl gemacht
hat.
Sri Lanka mit Baby.
Du reist ja oft allein mit Kind, woher
nimmst du den Mut und ist dir auch schon mal etwas passiert, dass dich vor
Ort
erstmal überfordert hat?
Ich finde, dass alleine reisen mit seinem Kind, nicht unbedingt etwas mit
außergewöhnlichem Mut zu tun hat. Klar erfordert es erstmal eine gute
Belastbarkeit und Organisation, aber im Grunde ist das alleine Reisen mit
seinem Kind, wie auf befristete Zeit alleinerziehend zu sein. Nur halt unter
Palmen oder an anderen schönen Orten.
Was ich persönlich als generelle Herausforderung empfinde, wenn ich alleine
mit meinem Sohn unterwegs bin, ist gleichzeitig das Gepäck und Kind zu
managen. Genau deswegen versuche ich, immer mit einem minimalistischen Gepäck
zu reisen. Und dann kommt natürlich die große Frage, was mache ich, wenn ich
selber auf Reisen krank werde?
In Myanmar zum Beispiel habe ich mir eine üble Magen-Darm-Geschichte auf
dem Nachtmarkt zugezogen und 1,5 Tage überwiegend vor der Kloschüssel
verbracht. Oder in Peru bin ich ganz unglücklich die Treppe runtergefallen
und ich war mir im ersten Moment so sicher, dass ich mir jetzt den Fuß
gebrochen habe, was zum Glück doch nicht der Fall war.
Aber diese Situationen haben mir gezeigt, dass es auch in äußerst
überforderten Reisesituationen Lösungen gibt. Außerdem habe ich einen
Masterplan für den Notfall im Kopf … Wie dieser aussieht, kann man in meinem
Ratgeber nachlesen.
In einem Tempel in Laos.
Wie bereitest du eure Reisen vor? Und wie
entscheidest du über die Ziele?
Die Entscheidungen treffe ich meistens aus dem Bauch heraus. Irgendwie
schwebt mir ein neues Reiseziel vor, bei besonders exotischen Ländern
informiere ich mich selbstverständlich vorab erstmal über Krankheitsrisiken,
politische Lage etc. und dann buche ich einfach den Flug. Mittlerweile darf
mein Sohn ebenfalls mitentscheiden, wohin es als Nächstes geht.
Unsere Reisen, insbesondere unsere Langzeitreisen, plane ich nie vorab.
Meine konkreten Reisevorbereitungen sehen unter anderem so aus: Facharzt oder
Tropeninstitut konsultieren, ggf. Impfungen vornehmen, Auslandskrankenschutz
abschließen, ggf. Visa beantragen oder andere notwendigen Dokumente besorgen
und Checklisten zum Packen schreiben.
Checklisten sind echt ein wahrer Segen vorm Urlaub. Denn sie bewahren einen
nicht nur davor, im Chaos zu versinken, sondern sie geben auch einem das
beruhigende Gefühl, dass man alles im Griff hat.
Wie hast du das vor mit deinem Sohn, wenn er
zur Schule geht?
Das wird definitiv sowohl für meinen Sohn als auch mich eine riesige
Umstellung sein. Dennoch bin ich mir sicher, dass auch wir uns daran gewöhnen
werden, halt nur noch in den Schulferien reisen zu können. Denn für mich ist
klar, mein Sohn wird ganz normal – wie seine Kitafreunde auch – in unserer
Heimat zur Schule gehen.
Mama und Sohn in Kambodscha.
Wo seid ihr gerade – und wo geht die
nächste Reise hin?
Wir sind gerade von unseren 4,5-monatigen Reise durch Südamerika
zurückgekommen. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise musste ich unseren
Armenien-Roadtrip im Mai absagen. Leider!
Doch ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir – bevor im Sommer 2021 die
Schulglocken für uns läuten –, noch eine Weltreise machen können. Gerade
träume ich unter anderem von Äthiopien, Madagaskar, Indien, Bhutan,
Usbekistan, Kirgistan, Kazachstan …
Ob ich diese Weltreise mit meinem Kind tatsächlich unternehmen kann, steht
aber natürlich noch in den Sternen.
Welche drei Reise-Ziele empfiehlst du für
welches Alter ganz besonders (mit Baby, mit Kleinkind, mit
Kitakind)?
Also ich
finde mit Baby oder Kleinkindern Bali, Thailand und Malaysia sehr gut.
Mit
Kitakindern ist ein Roadtrip gut geeignet, ich bin ja ein ganz großer Fan
von
Georgien und Albanien, insbesondere, wenn das Reiseziel touristisch nicht
so
überlaufen sein soll.
|
Reisen mit Kind: Gabriele war mit ihrem Sohn schon in 35 Ländern |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/insa-thiele-eich-ueber-astronautinnen-training-homeschooling-und-klimawandel |
Ach, so ein Blick über den Tellerrand ist doch immer toll, oder? Gerade
jetzt, da viele von uns viel mehr Zeit zu Hause verbringen als sonst, wo wir
nicht mehr reisen können, drehen wir uns ja doch oft (also wir zumindest)
auch um uns selbst.
Wie schön ist da ein Einblick in eine gnz andere Welt bzw. ins Weltall…
denn da will Dreifachmama Insa Thiele-Eich als erste deutsche Frau hin. Zur
ISS. Wie klappt das mit dem Raumfahrt-Training – so mitten in der Isolation?
Wir haben sie gefragt.
Liebe Insa, du steckst mitten im Astronautinnentraining, versuchst die
erste deutsche Frau auf der ISS zu werden: wie klappt das grad in der
Corona-Krise?
Insa Thiele-Eich: Anfang März hatten wir eine gemeinsame Trainingswoche in
Köln geplant, zu der meine Kollegin nicht mehr anreisen durfte. Deshalb haben
wir direkt vorsorglich besprochen, wie wir die nächsten Monate gestalten, und
eine Onlinevorlesung zu Raumfahrttechnik geplant, die wir bisher zeitlich nur
schlecht unterbekommen hatten.
Insa Thiele-Eich mit Claudia Kessler von „Die Astronautin“. Foto: Manfred
H. Vogel
Außerdem muss ich z.B. meinen Flugschein im Herbst erneuern, und benötige
dafür noch einiges an Flugzeit – das ist momentan noch möglich, solange ich
keinen Unterricht nehme. Das Tauchtraining ist dafür gerade ausgesetzt.
Insgesamt läuft es also anders als geplant, aber wir machen das Beste daraus
und kommen gut voran.
Anfang März ist auch unser Bildungsprojekt code4space, dass wir gemeinsam
mit der Fraunhofer-Initiative »Roberta® – Lernen mit Robotern« entwickelt
haben, gestartet: Grundschulkinder sollen in Teams mit dem Calliope ein
Experiment programmieren, eines davon nehmen wir mit auf die internationale
Raumstation.
Wir haben das Programm jetzt umgestellt, so dass auch von zu Hause aus
daran teilgenommen werden kann, und freuen uns sehr über Einsendungen! (In
NRW kann man gerade sogar 2000 Calliopes gewinnen)
Wie sehen deine Tage gerade konkret aus?
Insa Thiele-Eich: Das Vereinbaren von Arbeit der Erwachsenen, der Schule
bei zwei Kindern die jeweils eine 1:1 Betreuung erfordern, und ein 18 Monate
altes Kleinkind erfordert bei uns logistische Meisterleistungen.
Wenn wir einen Plan haben, läuft es relativ gut. Haben wir leider nicht
jeden Tag, dann wurschteln wir uns so gut es geht durch und probieren, den
Humor zu bewahren.
Mein Mann steht um 4 Uhr morgens auf. Die Kinder wachen gegen 9 Uhr auf,
ich betreue sie dann bis ca. 11 Uhr und übergebe dann ein Schulkind plus
Kleinkind an meinen Mann. Mittags probieren wir, kurz alle zusammenzusitzen,
dann schnell den Mittagsschlaf ausnutzen um weiterzuarbeiten.
Nachmittags arbeite ich weiter, tausche aber auch manchmal gegen einen
Waldspaziergang und hole die Stunden dann spätabends nach. Einmal pro Woche
gibt es einen Filmabend (für die Erwachsenen Pflichttermin), und vom gesparten
Urlaubsgeld beauftragen wir gerne mal den Lieferdienst – das machen wir sonst
nur selten.
Beim Tauch-Training für die Weltraum-Mission. Foto: Benjamin Schulze
Abends spielen wir seit ein paar Wochen oft Brettspiele, oder virtuell
Montagsmaler, Werwolf, und mal eine Runde Kniffel mit Oma und Opa. Langweilig
war uns noch nie, und gefühlt rast die Zeit so dahin. Ich kann ehrlich gesagt
nicht glauben, dass wir jetzt schon so viele Wochen hinter uns haben!
Eure Kinder sind 9, 6 und 1 Jahr(e) alt. Ihr arbeitet beide Vollzeit, bzw.
du 120% (bei zwei Arbeitgebern). Wie klappt es bei euch mit Home-schooling
undHhome-krippe-ing und Homofficing?
Insa Thiele-Eich: Für uns war besonders die Umstellung am Anfang enorm
anstrengend. Ich dachte: „Corona Pause! Alle Veranstaltungen abgesagt, Zeit,
um auf der Arbeit so richtig loszulegen!
Zu Hause endlich Zeit nur für uns und all meine
Selbstoptimierungs-Projekte! Wir kochen nur noch gesund! Wir machen jeden Tag
Yoga! Wir reflektieren Abends zusammen vor dem Kamin mit einem Obstteller den
Tag und gestalten dann gemeinsam die Fotobücher der letzten zehn Jahre!“
Tja.
Die Auswirkungen der Pandemie zu überblicken, sowohl finanziell als auch
besonders bei den Kindern emotional, hat mir enorm viel Energie abverlangt.
Leider ist zeitgleich eine sehr enge Verwandte in palliative Behandlung
gekommen – die sehr kurze Lebenserwartung in Kombination mit Corona
verschärft vieles.
Wir haben es bis zu den Osterferien geschafft, uns an die neue Situation zu
gewöhnen, nicht zuletzt dank meiner Cousine, die uns Ende Februar besucht hat
und dann nicht wieder nach Hause fahren konnte. Sie studiert zwar ebenfalls
mit ca. 30 Semesterwochenstunden und muss viel für die Uni tun, es hilft aber
enorm, wenn ein weiterer Erwachsener im Haus ist der im Notfall einfach noch
ein bisschen gute Laune verbreiten kann.
Dank diverser (weiterer) Privilegien wie z.B. einem Garten läuft es jetzt
bei den Kindern relativ rund, womit ich nur meine, dass wir nicht mehr jeden
Tag am Rande des Wahnsinns stehen.
Und meine Arbeit und das Training schaffe ich zwar, lange aber nur mit Müh
und Not. Erst jetzt nach sechs Wochen kommt langsam etwas Leichtigkeit dazu,
TROTZ aller Privilegien. Obstteller gibt es hin und wieder, alle zwei Tage
mal einen Sonnengruß, aber Fotobücher macht hier immer noch keiner.
Mich hat es zerrieben, dass diese Krise soziale Ungerechtigkeiten
verstärkt: fehlende Wahlmöglichkeiten für Familien, besonders Alleinerziehenden,
in Form eines Corona-Elterngeldes, das Wegbrechen von allen sozialen
Netzwerken für die 50.000 Familien mit Kindern, die der Hochrisikogruppe
angehören.
Beim Flug-Training – auch das gehört zur Ausbildung dazu.
Die schlechte Bezahlung in systemrelevanten Berufen in denen meist Frauen
arbeiten, dann noch Nachrichten wie drohende Zwangsverpflichtung von
Pflegekräften, Kurzarbeit und fehlende Tests in diesen Bereichen. Zeitgleich
sollen Fußballspieler natürlich getestet werden und hier in NRW öffnen die
Möbelhäuser, verkaufsoffene Sonntage waren in Planung…manches macht(e) mich
wirklich fassungslos.
Ich habe dann beschlossen, Mails und Briefe an unsere Abgeordneten zu
schreiben, um mich nicht nur passiv zu ärgern sondern aktiv zu werden. Die
Antworten sind bisher aber sehr unkonkret, also bleibe ich weiter dran.
Ihr seid ja bereits ein stark gleichberechtigtes Paar, gab es jetzt in der
Ausnahmesituation trotzdem Dinge, die nachjustiert werden mussten in Sachen
Mental Load?
Insa Thiele-Eich: Es läuft in vielen Dingen sehr gut, aber auch bei uns gab
es noch Potential, um es mal konstruktiv auszudrücken. Früher hat ein Blick
in den Google Kalender oft die Zuständigkeiten geklärt – wenn ich auf
Dienstreise bin, koche ich natürlich nicht.
Jetzt sind viel öfter Absprachen nötig, so dass wir in punkto Kommunikation
von dieser Krise ziemlich profitiert haben (oder haben werden – es ist ein
Prozess. 😉 )
Besonders mein Mann lebt gerne in den Tag hinein, und fängt an zu kochen
wenn er Hunger hat. Ich hätte am liebsten schon am Vorabend minutiös
aufgelistet, wer wann was macht. Wir mussten also eine gesunde Mischung von
beidem finden, und sind da auf einem guten Weg.
Die Paarbeziehung ist definitiv etwas, auf das wir in den nächsten Wochen
mehr Fokus legen müssen – bisher ist auch hier mehr Türklinke in die Hand
geben, und da mein Mann um 4 Uhr aufsteht um zu arbeiten, geht er oft mit den
Kindern ins Bett.
Tiger King versetzt zu schauen macht nicht ganz so viel Spaß. Da müssen wir
dringend schauen, wie wir mehr Paarzeit in den nächsten Wochen unterbekommen.
Die Kinder bleiben bei uns nämlich bis zu den Sommerferien den größten Teil
zu Hause.
Nun bist du ja auch Meteorologin: meinst du, diese Zeit hier kann zumindest
in Sachen Klimawandel etwas bewirken?
Insa Thiele-Eich: Das war einer meiner ersten Gedanken. Tatsächlich haben
Analysen gezeigt, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie global gesehen
zu ca. 5,5 Prozent weniger CO2 Emissionen führen wird.
Schwerelosigkeit üben. Foto: Markus M. Gloger/Space Affairs
Das ist natürlich toll, und ich würde mich sehr freuen wenn viele Maßnahmen
wie digitale Meetings oder auch mehr home office in Deutschland einziehen
würden – diese Zahl zeigt aber leider eines der Hauptprobleme: individuelle
Einschränkungen, wie momentan hauptsächlich im Verkehrssektor zu sehen,
KÖNNEN allein nicht genug ausrichten.
Wir bräuchten nämlich jedes (!) Jahr eine Verringerung um 7,6 Prozent. Hier
wird mehr als deutlich, dass es seitens der Politik ganz andere
Hebelwirkungen braucht.
Und das macht mir Sorge, besonders wenn ich sehe, wie renitent manche jetzt
schon den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegenüberstehen.
Wie sind denn jetzt deine weiteren Pläne in Sachen Weltall?
Insa Thiele-Eich: Es gab bei uns noch zwei große Fragezeichen: mit wem
starten wir, und wer zahlt den Start? Ein möglicher Anbieter, SpaceX, startet
am 27. Mai zum ersten Mal mit einem astronautischen Flug zur Raumstation –
wir sind also sehr gespannt!
Zur Finanzierung der Mission hatten wir sehr positive Gespräche mit der
Bundesregierung. Ich war ziemlich optimistisch, Antwort sollten wir im März
erhalten. Verständlicherweise wurden wir jetzt erstmal vertröstet, aber:
aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
|
Insa Thiele-Eich: Astronauten-Training, Homeschooling und Klimawandel |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/inside-impfzentrum-von-ruehrungstraenen-und-hoffnungsschimmer |
Ihr Lieben, unsere Leserin Andrea findet, es sei an der Zeit, mal über
tolle Erfahrungen in der Corona-Zeit zu berichten, denn während ihrer Arbeit
im Impfzentrum hat sie etliche rührende Dinge erlebt. „Diese Erfahrungen
haben mein Leben nachhaltig geändert“, sagt sie. „Ich werde sie immer im
Herzen tragen.“ Hier erzählt sie ihre Geschichte:
„Ich habe am 17.12. unerwartet meine bisherige Stelle als Arzthelferin verloren,
weil mein damaliger Arbeitgeber der Meinung war, ich wäre überbezahlt (weit
unter Tariflohn wohlgemerkt!) und somit war ich von heute auf morgen für fast
zwei Monate freigestellt.
Wie ich zu meiner Arbeit im Impfzentrum kam
Nach dem ersten Schock kam mir bei Facebook ein Stellenangebot für unser
Impfzentrum unter. Ich dachte mir: Zwei Monate bezahlt daheim sitzen (bis
mein Arbeitsvertrag beendet ist) oder bewerben und dabei sein? Ich habe mich
beworben und wurde sofort genommen! Mit meiner Ausbildung zur Arzthelferin
und 20 Jahren Berufserfahrung passte ich da perfekt rein. Eine Vollzeitstelle
mit etwas mehr als Tariflohn für Arzthelferinnen.
Anfangs – also noch im Dezember – gab es einiges im Zentrum zu organisieren
und ab 01.01.2021 ging es los mit dem Impfen. Zuerst war ich ca. sechs Wochen
mit einem Kollegen als mobiles Team in Senioreneinrichtungen im ganzen
Landkreis und auch in der nächstgelegenen Stadt unterwegs.
Ende der Einsamkeit: „Im Seniorenheim freuten sich alle so über ihre
Impfung“
Wir hatten wunderbare Erlebnisse mit den tollen Mitarbeitern der Heime, der
Heimleitung und den Bewohnern der Einrichtungen. ALLE haben sich so sehr
gefreut, jetzt endlich geimpft zu werden! Sie waren glücklich, dass wir kamen
und dass wir mit jeder Impfdosis mehr, die Hoffnung brachten, dass niemand
der Bewohner mehr würde einsam sterben oder leiden müssen. Es waren viele
lange Arbeitstage, die aber jede Minute wert waren.
Ich persönlich hatte in dieser Zeit keine Angst mich anzustecken. Alle
Hygienemaßnahmen wurden mehr als eingehalten und als Prio 1 geführte Mitarbeiter
eines Impfzentrums haben viele von uns Mitarbeitern sofort die erste Impfung
erhalten. Ich war wirklich jeden Tag stolz darauf, ein Teil des Ganzen zu
sein und in gewisser Weise zum Ende der Pandemie beitragen zu können.
Und dabei stimmte auch noch die Chemie! Ich habe ja schon in einigen Praxen
oder Kliniken gearbeitet, aber so ein tolles Team an Mitarbeitern und
beteiligten Ärzten habe ich noch NIE erlebt!!! Auch wenn es manchmal stressig
war und die bürokratischen Hürden uns teils in den Wahnsinn trieben: DIE
KOLLEGEN MACHTEN ES IMMER ZU EINEM TOLLEN TAG!
Tolles Teamwork: Vom mobilen Impfteam ins Impfzentrum
Nachdem alle Bewohner der Seniorenheime geimpft waren, ging es für mich
direkt im Impfzentrum vor Ort weiter. Die Menschen, die kamen, waren alle
froh, eine Impfung zu bekommen und somit meist gut gelaunt. Ich weiß nicht,
wie oft uns Menschen dankten, dass wir das machen – egal ob sonn- oder
feiertags.
So viel Dankbarkeit hab ich selten erlebt, es hatte etwas von einer
Aufbruchsstimmung in all der Erleichterung. Wir haben seit Beginn immer
sieben Tage die Woche geimpft, wenn Impfstoff da war. Und es wurde bei uns
NIE auch nur eine Dosis weggeschmissen entgegen mancher Pressemeldung!
Ein Ehepaar hat mich dabei ganz besonders berührt. Beide waren den Tränen
nah, als sie sagten: „Endlich können wir nach vielen Monaten wieder ohne
Gefahr unsere Kinder und Enkel treffen.“ Sie hatten sich so einsam gefühlt in
den Monaten zuvor, weil sie fast ausschließlich allein zu Hause geblieben
waren.
Schulkameraden, ehemalige Lehrer, Briefträger: Wiedersehen beim
Impfen
Daneben gab es aber viele weitere schöne Szenen… Ich hab alte
Schulkameraden nach Jahrzehnten beim Impfen wiedergesehen, ehemalige Lehrer…
Meinen Briefträger geimpft, damit meine nächsten Pakete sicher ankommen 🤣
Ach, irgendwie war einfach alles toll. Ganz besonders die großartigen
Kollegen, die wirklich zu Freunden wurden.
Natürlich gab es auch mal unschöne Momente, wir wollen hier ja nichts
romantisieren. Das ein oder andere Mal stand jemand am Einlass und tat
lautstark kund, dass er auf eine Impfung bestehe, auch wenn die Regierung mit
ihrer Priorisierung das anders sehe. Aber solche Szenen waren wirklich eher
die Ausnahme.
Ich habe mittlerweile jedenfalls große Hoffnung auf Normalität für uns
alle. Die Impfungen nehmen Fahrt auf, wir sind auf einem guten Weg. Und auch
für mich persönlich hat sich alles zum Guten gewendet. Seit April arbeite ich
jetzt wieder als Arzthelferin in einem Krankenhaus – und nebenher natürlich
noch im Impfzentrum. Auf 450-Euro-Basis. Weil es Sinn ergibt. Weil es mich
stolz und glücklich macht, was wir hier alle gemeinsam erreichen können. Auf
dass diese verdammte Pandemie bald mal ein Ende nimmt.
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Inside Impfzentrum: Von Rührungstränen und Hoffnungsschimmer |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/inside-notaufnahme-irina-erzaehlt-von-ihrem-harten-alltag-als-krankenschwester |
Liebe Irina, Du bist Krankenschwester in einer Notaufnahme in einem
Krankenhaus. Schätz mal ab, wie viele Patienten Du in einer Schicht so
betreust.
Genau, ich arbeite in einem Krankenhaus in einer Kleinstadt. Wir sind das
einzige Krankenhaus im Umkreis von etwa 60 Kilometern. Wir betreuen im Jahr
ca. 35000 Patienten im Durchschnitt, also ca. 100 Patienten pro Tag –
verteilt auf drei Schichten. Ich arbeite meist im Spätdienst und an Wochenenden,
dann ist am meisten los. Ich habe im Schnitt etwa 50 Patienten.
Und wie viele davon sind echte Notfälle? Und ab wann gilt man eigentlich
als Notfall?
Tja, die Definition "Notfall" ist schwierig. Klar ist, dass die
allerwenigsten Patienten in lebensbedrohlichen Zuständen sind, wenn sie
kommen. Aber: Wenn ich abends oder am Wochenende mit dem Fuß umknicke und
nicht mehr laufen kann, bin ich ja auch irgendwie ein Notfall, weil ich ja zu
dieser Tageszeit nirgends sonst hin kann…
Wir arbeiten mit dem Manchester Triage System. Das ist ein System, das uns
hilft die Patienten richtig einzuschätzen, d.h. wann sie spätestens ein Arzt
sehen muss. Alle Patienten werden von der Triageschwester angesehen und
befragt und die Vitalzeichen ermitteln. Dann wird der Patient in die Gruppen
eingeteilt:
Rot Sofort, Orange 10 Min, Gelb 30 Min, Grün 1 1/2 Stunden, Blau 2
Stunden.
Bei dem Beispiel mit dem verletzten Knöchel würde ich sagen Kategorie Gelb
oder Grün, je nachdem wie die Schmerzen sind. Wenn der Knöchel schon am
Vortag verstaucht wurde, eher Blau, weil die Schmerzen ja dann scheinbar
auszuhalten sind.
Ich muss dazu natürlich auch sagen: Auch das beste System kann nicht jeden
Menschen perfekt erfassen, deshalb machen wir auch mal Fehler.
Hast Du also auch den Eindruck, dass viele Menschen in die Notaufnahme
kommen, obwohl es eigentlich nicht dringend ist? Warum glaubst Du, ist das
so?
Ja, ich habe oft den Eindruck, dass viele zu uns kommen, obwohl sie kein
Notfall sind. Aber mal ehrlich: Wenn ich beim Hausarzt anrufe und keinen
Termin bekomme, dann kann ich das schon verstehen. Noch schlimmer ist es mit
Fachärzten, da wartet man ja oft drei Monate auf einen Termin. Also fährt man
in die Klinik, da wird man auf jeden Fall vom Arzt angesehen, vielleicht wird
man sogar stationär aufgenommen und es werden dann alle Untersuchungen
gemacht.
Manchmal wundere ich mich aber auch, wie hilflos viele junge Erwachsene
sind. Sie sind es gewohnt, immer alles sofort zu bekommen. Klappt ja bei
Amazon und Co auch – ich will etwas, google es, bestelle es und dann ist es
ganz schnell bei mir.
Und natürlich sind auch viele ältere Menschen bei uns, deren Kinder weit weg
leben und sich deshalb nicht kümmern können. Wenn sie stürzen, ist dann eben
keiner da, der sie umsorgt. Also kommen sie ins Krankenhaus.
Oft müssen die Menschen in der Notaufnahme stundenlang warten und werden
ungeduldig. Bist Du schon mal beschimpft worden und was musst Du Dir so
anhören?
Einmal? Es gab Zeiten, da bin ich in jeder Schicht beschimpft worden.
"Sie sind zu nichts fähig" oder "Sie Arschloch" und
"Das ist ein Saftladen, bewegen Sie Ihren Arsch", das sind dann
fast noch die netteren Kommentare. Mittlerweile wurde aber so viel über den
Zustand in den Notaufnahmen berichtet, dass fast alle Verständnis
haben.
Ich kann auch verstehen, dass man nach stundenlangem Warten ärgerlich wird
– aber ich kann es nicht ändern. Wir haben nur eine gewisse Anzahl an Räumen,
Personal und Ärzten – irgendwann kommt alles an seine Grenzen. Ich
mache mir immer klar, dass ich nur der Prellbock bin. Wir werden aber
mittlerweile auf Deeskalations-Fortbildungen geschickt, damit wir lernen, wie
wir uns richtig in solchen Situationen verhalten…
Dieser Stress macht Euch aber sicher auch zu schaffen.
Ja, absolut. Dieser Stress macht krank – viele Kollegen fallen deshalb aus.
Die letzte vollbesetzte Schicht hatten wir vor einem dreivierten Jahr. Früher
waren wir so gut besetzt, dass es nicht aufgefallen ist, wenn mal jemand
krank ist. Dann hat man das, was man an dem Tag nicht geschafft hat, einfach
am nächsten Tag nachgeholt. Heute sind wir aber statt vier Kollegen nur noch
zwei – und wenn der andere krank ist, dann ist nur noch Chaos. Dann arbeite
ich 8 Stunden im Dauermodus und hoffe einfach, dass ich nichts übersehe. Das
Telefon klingelt ständig, ich muss ständig in Schichten einspringen, weil
alle krank sind.
Ich sehe, dass viele Kollegen einfach kündigen und sich im Supermarkt an
die Kasse setzen. Da ist es wenigstens ruhiger.
Ich war ja gerade mit meiner kleinen Tochter im Krankenhaus. Von Betreten
des Krankenhauses bis Ankunft im Zimmer vergingen mehr als 5 Stunden. Drei
Ärzte haben sie – trotz eindeutiger Diagnose Gehirnerschütterung –
untersucht, wofür wir jedes Mal lange warten mussten. Diese Ärzte müssen ja
auch immer einen eigenen Bericht schreiben, das ist doch eine ungeheure
Bürokratie, oder?
Ja, aber so ist Deutschland! Wir schreiben uns zu Tode. Tatsächlich nimmt
die ganze Dokumentation viel mehr Zeit in Anspruch als die Arbeit am
Menschen. Denn die Angst, man könnte verklagt werden, weil man etwas
übersehen hat, ist groß. Kommt also ein Kind mit Gehirnerschüttertung zu uns,
schaut der Unfallchirurg, der Neurologe und der Kinderarzt drauf. Kommt eine
Dame mit Bauchschmerzen, wird der Internist, der Allgemeinchirurg, der Gynäkologe
und vielleicht sogar noch der Urologe hinzugezogen. Und das alles muss
dokumentiert werden.
Gibt es einen Fall, der Dich sehr berührt hat?
Puh, das ist eine schwere Frage. Man sieht in der Notaufnahme das
ganze Spektrum der Menschheit. Von der feinen Dame bis zum Obdachlosen ist
alles dabei: Der bärenstarke Rocker, dem man nachts nicht alleine begegnen
will, der aber vor der Spritze Angst hat. Der 5-jährige Junge, der vom Auto
erfasst wurde und uns unter den Händen wegstirbt. Der Mann, der sich zur
Befriedigung ein Glas in den After eingeführt hat oder einen Tannenzweig in
den Penis steckt. Kinder, die misshandelt wurden. Alkoholiker, die die ganze
Notaufnahme mit Gesang unterhalten. Obdachlose, die total verwahrlost sind.
Frauen, die Angst haben, ihre Frisur könnte vom Arzt berührt
werden.
Es gibt immer Geschichten, die einen freuen, die einen zum Lachen bringen,
berühren, aber auch anekeln. Es ist manchmal so, dass man ein Kind
reanimiert, dann verlässt man den Raum und wird von jemand angebrüllt, weil
er so lange warten muss. Ich versuche, das alles nicht so nah an mich
ranzulassen – aber das klappt nicht immer.
Was müsste sich Deiner Meinung nach sofort ändern, um die Situation in der
Notaufnahme zu verbessern?
Wir brauchen mehr Personal, das besser bezahlt wird. Außerdem mehr Räume
und bessere Arbeitszeiten. Außerdem glaube ich, dass ein Krankenhaus kein
Wirtschaftsunternehmen sein dürfe, denn dann wird immer gespart – und das am
falschen Ende – nämlich am Personal. Um der Personaluntergrenze zu entkommen
werden bei uns jetzt Zentren gebildet, d.h. aus rein internistischen und
chirurgischen Stationen werden gemischte Stationen gemacht. Das macht alles
noch schlimmer.
Foto: Pixabay
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Inside Notaufnahme: Irina erzählt von ihrem harten Alltag als
Krankenschwester | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/intensivkrankenschwester-auf-corona-station-frust-muedigkeit-und-schlechte-laune |
Ihr Lieben, unsere Leserin Heike ist 31 Jahre alt, hat zwei Kinder im Alter
von eins und vier und arbeitet seit fast zehn Jahren als Krankenschwester auf
Intensivstation.
Nach der Geburt ihres jüngsten Kindes war sie ein Jahr in Elternzeit und
begann dann vor einigen Monaten wieder, im Job einzusteigen. Nicht mit der
vollen Vollzeitstundenzahl, aber mit mehreren Diensten pro Woche. Deswegen
hält sie sich für „noch nicht so ausgelaugt“, wie ihre Kolleginnen und
Kollegen weltweit. Trotzdem ist sie praktisch von Null auf Hundert ins kalte
Wasser geschmissen worden, was das Arbeiten mit Corona angeht.
Heike, wie geht es Dir gerade als Person, Mensch und Frau?
Ich fühle mich aktuell noch nicht maßlos überfordert. Allgemein nerven mich
Corona und die damit verbundenen Einschränkungen aber sehr. Natürlich ist es
notwendig, aber es ist eben einfach auch sehr belastend. Als Ausgleich habe
ich schon immer Joggen genutzt. Das kann ich jetzt zum Glück auch noch
machen.
Wie viele Stunden die Woche bist Du außer Haus und wie ist die
Kinderbetreuung geregelt?
Wie oben schon erwähnt arbeite ich nur Teilzeit. Allerdings eben auch im
3-Schichtsystem. Also Früh-, Spät- und Nachtdienste. Wann in der Woche ich in
der Klinik bin, variiert, je nachdem wie mein Mann arbeitet.
Er arbeitet ebenfalls im Schichtdienst in einer anderen Branche. Allerdings
hat er einen festen Rhythmus. Um diesen herum werden meine Dienste geplant.
Die Kinderbetreuung teilen wir uns somit. Wir geben uns sprichwörtlich die
Klinke in die Hand.
Hast du Angst deine Familie anstecken zu können? Bekommt ihr genug
Tests?
Ich habe sogar sehr große Angst, Zuhause jemanden anzustecken. Ich bin
inzwischen doppelt geimpft, aber inwieweit ich das Virus weitergebe, ist ja
noch nicht ganz klar. Die dadurch entstehende Isolation ist natürlich sehr
belastend. Man soll ja sowieso so wenig wie möglich mit anderen Menschen
zusammenkommen, aber selbst meine Mutter (sie ist 72 Jahre alt) sehe ich kaum
noch, weil ich Angst habe, sie anzustecken. Darunter leiden vor allem die
Kinder. Sie hängen sehr an ihrer Oma!
Da vor einigen Wochen das Virus auch in unserem Team ankam, wurden wir die
letzten vier Wochen alle wöchentlich durchgetestet. Aber auch so steht es uns
frei, zweimal die Woche abgestrichen zu werden.
Wie hat sich dein Arbeiten verändert – im Vergleich zur Zeit vor Corona und
im Vergleich zum ersten Lockdown?
Wie schon gesagt, habe ich den ersten Lockdown nicht auf der Arbeit
miterlebt. Von Kollegen habe ich aber jetzt schon öfter erzählt bekommen,
dass sie ihn als nicht so krass empfunden haben wie die zweite Welle
jetzt!
Es sind viel mehr Patienten mit viel schwerwiegenden Verläufen. Und
ja, es gibt gravierende Veränderungen im Arbeiten, ich würde sogar sagen: Es
ist gar nichts mehr wie es war!
Arbeiten in voller Montur. Schutzkittel, doppelt Handschuhe, OP-Haube,
Schutzbrille und das Schlimmste… die FFP 3 Masken! Also kaum Luft. Aufgrund
der personellen Engpässe und hygienischen Vorschriften kommt es nicht
selten vor, dass man mal drei, vier oder mehr Stunden so am Patientenbett
steht. Da ist die Birne ,,luftleer“ und so fühlt man sich auch!
Mal davon abgesehen, dass wir angehalten sind, nicht mal mehr zusammen
Pause zu machen. Es ist einfach nichts mehr wie es mal war! Und so sind
natürlich auch meine Kollegen drauf: Frust, Müdigkeit und schlechte Laune
sind Dauerbegleiter.
Als Team, so wie es vor der Pandemie war, agieren wir nur noch selten. Man
ist eher Einzelkämpfer geworden. Klar gibt es Hilfen. Springer nennt sich
das. Sie helfen, Patienten zu betten oder reichen uns Utensilien ins Zimmer,
wenn wir sie benötigen, aber am Bett im Zimmer ist es sehr einsam
geworden.
Was war die emotionalste Situation, die Schönste und Traurigste?
Vieles lässt man nicht mehr an sich ran. In Bezug auf Corona finde ich es
eben besonders schlimm, dass der Kampf so aussichtslos ist. Vorher hat man
Patienten intubiert und maschinell beatmet, um ihnen Entlastung zu geben und
in den meisten Fällen führte das zu Linderung oder gar Genesung. Jetzt kommt
mit der Intubation viel zu oft der letzte Weg.
Was meinst du damit?
Leider sind bislang ohne Ausnahme alle Patienten verstorben, die ich bis
zur Intubation begleitet habe. Der Tod ist insofern trauriger bei uns auf der
Station, weil sie viel zu oft alleine bzw. ohne Angehörige
sterben…
Dürfen gar keine Angehörigen kommen?
Das ist ein schwieriges Thema. Eigentlich herrscht ja Besuchsverbot.
Allerdings gibt es hiervon natürlich auch immer wieder Ausnahmen. Gott sei
Dank!
Wenn es also einem Patienten sehr schlecht geht, dürfen natürlich auch die
Angehörigen kommen. Das muss nur gut kommuniziert und abgesprochen werden.
Man muss die Angehörigen auch sehr an die Hand nehmen.
Vorher konnten sie sich, wenn sie bekannt auf Station waren, auch frei mit
den Patienten in deren Zimmer bewegen, gehen wann sie wollten. Jetzt muss man
sie anleiten, wie sie sich anzuziehen haben – also die Schutzkleidung – oder
sie sind sehr unsicher im Umgang mit den Erkrankten, denen es ja nun so
schlecht geht und bei denen keiner weiß, wie es für sie weiter geht.
Habt ihr psychologische Hilfe, um all das zu verarbeiten?
Ja! Es gibt seit kurzem die Möglichkeit an Supervisionen teilzunehmen. Im
Team wird auch viel gesprochen.
Wie sieht denn so ein Tag bei dir im Dienst aus?
Umziehen in blaue Krankenhauskleidung, große Übergabe im Pausenraum, kleine
Übergabe am Bett bzw. wegen Corona vorm Zimmer an der Kurve, Platzcheck
(Geräte überprüfen, beim Patienten vorstellen, etc.) Medikamente geben,
Diagnostik, OP-Fahrten.
Es gibt auch kleine Unterschiede zwischen den Schichten: Im Frühdienst
kommt noch Waschen, Betten beziehen und Mobilisieren dazu, im Spätdienst
Systemwechsel an den Geräten.
Neben gewöhnlichen Aufnahmen kommen dann noch Notfälle dazu. Da gibt´s das
Notfalltelefon, das geht, wenn auf Normalstationen Patienten reanimiert
werden müssen. Da rufen sie dann uns als Notfallteam, dazu einen Arzt und
eine Pflegekraft.
Optimalerweise hat eine Pflegekraft zwei Patienten zu versorgen. Bei
speziellen Therapien wie ECMO (Lungenersatztherapie) hat man nur diesen einen
Patienten.
Man ist aber schon oft flott unterwegs, weil der Arbeitsauswand schon hoch
ist und häufig was dazwischenkommt. Es kommt auch häufig vor, dass wir dann doch
für drei oder vier Patienten zuständig sind.
Zwischen den Zimmern dürfen wir in Isolations-Kleidung hin- und herlaufen,
solange alle auch Covid haben. An die Schränke und zum Pausenraum hingegen
dürfen wir nur ohne Isokleidung.
Wenn du nach einer langen Schicht nach Hause kommst, sind da auch noch
Menschen, die Bedürfnisse haben. Wird dir das schnell zu viel oder tankst du
Kraft aus deiner Familie?
Nein, es ist mir gar nicht zu viel! Klar ist man müde, wenn der Dienst dann
endlich rum ist, aber ich freu mich, meine Kinder zu sehen. Sie sind noch so
unverdorben. Quatsch haben sie ohne Ende im Kopf, aber sie wissen noch nicht,
wie viel Schwieriges oder Trauriges da draußen herrscht. Das macht mich dann
ruhiger.
Allerdings ist es auch schwierig, die gute Laune mitzuleben. Eben weil
man den Tag über so viel Leid und Hoffnungslosigkeit sieht.
Was würde dir und deiner Branche gerade helfen? Fühlst du dich übersehen
oder zu wenig wertgeschätzt?
Also was ich zuerst zu dieser Frage sagen muss, ist, dass ich mich nicht
vorrangig über die Bezahlung beschwere! Das ist ja das, was man im Moment
vorherrschend hört! Zu wenig Geld, für eine zu hohe Belastung! Es mag zwar
schön sein, mehr Geld auf dem Konto zu haben, aber wenn man keine Zeit hat es
auszugeben, ist es auch doof. Ich habe mich damals für diesen Beruf
entschieden und wusst ja in etwa, was finanziell auf mich zukommt.
Ich denke aber, dass es unserer Branche guttun würde, wenn man bei der
Schichtgestaltung mehr Wert auf die Grundbedürfnisse von Menschen
legt. Schlaf, Essen, Familie, usw. Mehr Freizeitausgleich, andere
Schichtsetzung.
Nachtdienste später anfangen und dafür morgens etwas länger laufen lassen.
Dafür den Frühdienst nicht um 6 Uhr, sondern vielleicht erst gegen 7 oder 8
beginnen lassen und dann eben auch den Spätdienst mehr in den Mittag
hineinplanen. So könnte man evtl. mehr Zufriedenheit bei den Mitarbeitern
bewirken und damit vielleicht auch ein größeres Interesse am Job, weil es
einfach wieder mehr Spaß macht.
Meiner Meinung nach ist an der jetzigen Situation nichts groß zu ändern.
Man wird nicht in wenigen Wochen erfahrene Intensivfachkräfte aus dem Hut
zaubern. Das lernt man ja über Jahre. Ich denke, da müssen wir jetzt einfach
alle durch und für die Zukunft lernen.
Was gibt dir Kraft, wer gibt dir Anerkennung. Wer baut dich auf?
Ganz klar meine Familie! Besonders mein Mann. Wir führen eine sehr
temperamentvolle Ehe, wenn ich das mal so sagen darf. Wir streiten
leidenschaftlich und genauso schnell vertragen wir uns wieder. Aber wenn es
mir schlecht geht, ist ER immer für mich da. Er kann mich eben auch so gut
verstehen, wenn ich von dem Schichten genervt bin, weil er es ja selbst gut
kennt.
Was hat Corona mit dir als Mensch gemacht?
Ich bin noch vorsichtiger geworden. Also besonders als Privatperson. Man
hält halt einfach Abstand zu allem und jedem. Das wird auch nicht mehr so
schnell vorbei gehen. Bei vielen…
|
Intensiv-Krankenschwester auf Corona-Station: "Frust und
Müdigkeit" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-bettina-zimmermann-warum-sie-sich-gegen-tetanus-engagiert-und-was-sie-als-mutter-ueberrascht-hat |
Es gibt ja so Menschen, die
trifft man das erste Mal und trotzdem fühlt es sich so an, als würde man sich
schon länger kennen. Genau so ging mir das mit der Schauspielerin Bettina
Zimmermann. Das lag wahrscheinlich vor allem daran, dass die 42-Jährige
so unglaublich locker, freundlich und lustig ist.
Und: Sie ist emphatisch. Man merkt sofort, wie sehr sie ihre Reise nach
Haiti bewegt hat. Denn genau um diese Reise ging es, als ich Bettina
getroffen habe.
Als diesjährige Aktionsbotschafterin der Initiative von Pampers für UNICEF
„1 Packung = 1 lebens- rettende Impfdosis“ war sie im Sommer nach Haiti
gereist, um sich vor Ort ein Bild über den Kampf gegen Tetanus zu machen. Bereits
seit 12 Jahren unterstützt Pampers gemeinsam mit UNICEF im Kampf gegen
Tetanus. Über ihre Erfahrungen dort erzählt Bettina im Interview:
Haiti wird häufig von Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen und Erdbeben
heimgesucht, zuletzt 2016 vom Hurrikan Matthew. Welche Auswirkungen waren für
das Impfprogramm gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen spürbar?
Wir haben in Haiti eine Gesundheitsstation, ein Krankenhaus und einen
mobilen Impfposten besucht. Es war schön zu sehen, dass gerade das
Krankenhaus in der Stadt Jacmel einen sehr guten Standard hat.
Das heißt aber nicht, dass es mit europäischen Verhältnissen vergleichbar
wäre. Das Krankenhaus hat beispielsweise keinen Rettungswagen, sodass die
Patientinnen, etwa bei Komplikationen bei der Geburt, meist gar nicht
rechtzeitig eingeliefert werden können. Und auch die Infrastruktur selbst,
vor allem der Zustand der Straßen, bedeutet insbesondere auf dem Land
erschwerte Bedingungen für die Mütter, wenn es darum geht, ins Krankenhaus
oder in die Gesundheitsstation zu kommen.
Wie laufen die Impfungen in Haiti ab?
Das kommt ganz darauf an, wo sie durchgeführt werden. Im Krankenhaus und
der Gesundheitsstation laufen sie ähnlich ab, wie wir das vom Hausarzt
gewohnt sind. Wir haben allerdings auch einen mobilen Impfposten besucht, der
vor allem dazu dient, die Menschen in abgelegenen Gegenden zu informieren und
eben zu impfen. Die Information über die anstehenden Impfungen kann man sich
so vorstellen: Ein paar Tage, bevor die UNICEF-Helfer in den Ort kommen, geht
jemand durch den Ort und erklärt den Menschen dort, wann und wo sie sich ein
nden müssen. Am Tag der Impfung hat in unserem Fall eine Dame ihr
Gartengrundstück zur Verfügung gestellt. Dort hat sie mit Stühlen eine Art
Wartezimmer unter freiem Himmel aufgebaut, und die Menschen kamen nach und
nach dran.
Was genau ist der Hintergrund der Initiative von Pampers für
UNICEF?
Die Initiative der beiden Partner setzt sich bereits im zwölften Jahr für
die Eliminierung von Tetanus bei Müttern und Neugeborenen ein. Die
Infektionskrankheit, auch Wundstarrkrampf genannt, ist insbesondere direkt
nach der Geburt eine Gefahr für Mutter und Baby. Gerade wenn die Mütter zu
Hause gebären und beispielsweise die Nabelschnur mit einem nicht sterilen
Gegenstand durchtrennt wird. Mutter und Baby können vor dieser tödlichen
Gefahr bei der Geburt geschützt werden. Wenn die Mutter gegen Tetanus geimpft
ist, gibt sie diesen Schutz für die ersten zwei Monate auch an ihr Baby
weiter.
Ich selbst habe drei Kinder – Bettina und ihr Mann Kai Wiesinger haben
gemeinsam vier Kinder – für uns ist es kaum vorstellbar, dass weltweit immer
noch 53 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter und ihre noch ungeborenen
Kinder von Tetanus bedroht sind. Daher unterstützen wir aus vollem
Herzen die Initiative von Pampers für UNICEF „1 Packung = 1 lebens- rettende
Impfdosis“. Was bedeutet: Bis zum 31. Dezember unterstützt jeder Kauf von Pampers
Windeln die Aktion und rettet damit vielen Frauen und Kindern das
Leben.
Und Bettina ist nicht nur eine ganz wunderbare Aktionsbotschafterin –
sondern eben auch (wie oben schon gesagt) Mama. Und zwar eine wie Du und ich
– mit genau den gleichen Problemchen, wie sie im Interview
verrät:
Wann hatte ein Kind von Dir den letzten Tobsuchtsanfall?
Es ist Herbst – das heißt, die Diskussion „Zieh bitte eine
ordentliche Jacke an“ oder „Du brauchst eine Mütze“ ist wieder top aktuell
🙂
Mit was hättest Du nie gerechnet, bevor Du Mutter wurdest?
Dass man mit so wenig Schlaf auskommen kann.
Was wünscht Du Deinen Kindern?
Dass sie ihren eigenen Weg finden. Dass sie sich nicht von der Schnelllebigkeit
anstecken lassen, sondern dass sie sich Zeit nehmen, Dinge zu hinterfragen
und sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich hoffe, sie werden sich nie vom
Populismus anstecken lassen. Und natürlich ein gesundes, glückliches, langes
Leben.
|
Interview mit Bettina Zimmermann: Warum sie sich gegen Tetanus engagiert
und was sie als Mutter überrascht hat | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-celsy-kurz-nach-der-geburt-meines-babys-bekam-ich-die-krebsdiagnose |
Liebe Celsy, Dein zweites Kind war wenige Wochen alt, als Du eine
Krebsdiagnose erhalten hast. Dir ging es zuvor schon einige Zeit nicht
besonders gut, aber recht lange hatte keiner eine Diagnose. Kannst Du mal
erzählen, welche Anzeichen es gab und wer schließlich die Diagnose gestellt
hat?
Alles begann mit bleiernder Müdigkeit und Kreislaufproblemen. Zunächst
schoben wir es auf den niedrigen Hb, der bei der Entlassung nach dem
Kaiserschnitt schon nur bei 9,0 lag. Im Laufe der Zeit kamen aber auch
Magenkrämpfe, Durchfälle und Kurzatmigkeit über mehrere Wochen hinzu. Ich
hörte auf zu essen, weil sich mir beim Anblick von Essen der Hals zuschnürte.
Schließlich bekam ich regelmäßige Schmerzattacken, die sich vom Nacken über
die Wirbelsäule bis ins Becken zogen. Der Schmerz saß wirklich in den Knochen
und pulsierte mit meinem Herzschlag. Die Schmerzen waren so stark, dass ich
während dieser Attacken bewegungsunfähig war. Kurz vor Ostern stellte ich
fest, dass ein Lymphknoten am Hals deutlich geschwollen war. Aber wir schoben
das auf die ewigen Erkältungen, die ich hatte. Als ich anfing, sogar mitten
in Gesprächen einfach einzuschlafen, wussten wir, irgendwas muss passieren.
Nach der Nachsorge beim Gynäkologen, ich war ja noch im Wochenbett, wurde ich
zum Hausarzt geschickt. Die Blutwerte seien „irgendwie nicht in Ordnung“ und
ich solle das weiter kontrollieren lassen. Mein Hausarzt sah die Blutwerte,
hörte sich meine Probleme an und schickte mich ins Krankenhaus. Er war der
erste, der etwas Schlimmeres als eine bloße Wochenbettproblematik vermutete.
Bereits während der Schwangerschaft waren die Entzündungswerte und die Zahl
der Leukozyten, die für unsere Immunabwehr gebraucht werden, erhöht. Als ich
bei meinem Hausarzt saß, ging die Zahl geradezu durch die Decke.
Im Krankenhaus wurde ich direkt auf die Intensivstation verlegt, weil
sämtliche Blutwerte völlig im Keller waren und man jederzeit mit einem
Herz-Kreislauf-Stillstand rechnete. Ich mein, habt ihr schon mal Tütchen mit
Kalium nehmen müssen? Ich vorher auch nicht!
Nachdem das Krankenhaus in einem Zeitraum von 10 Tagen alle möglichen
Differenzialdiagnosen ausgeschlossen hatte, folgten zwei Lymphknotenentnahmen.
Mein Onkologe, zu dem ich bereits überwiesen wurde, teilte mir schließlich
mit, dass ich Lymphdrüsenkrebs, genauer Morbus Hodgkin Stadium IV B, habe.
Dies bedeutete, dass Lymphdrüsengewebe am Hals, im Nacken, unter den Armen,
im Brustraum, im Oberbauch und teilweise in der Leiste von Tumoren befallen
war. Außerdem war die Milz befallen und mein Knochenmark ebenso.
Wie ging es Dir in dem Moment der Diagnose? Und welche Prognosen haben die
Ärzte gestellt?
Ganz ehrlich? ich hatte mit der Diagnose tatsächlich gerechnet. Dass
Lymphdrüsenkrebs eine mögliche Option sein könnte, hatte man mir auf der
Intensivstation schon gesagt. Als die Diagnostik trotz zahlreicher Tests kein
Ergebnis brachte, wusste ich im Grunde schon, dass ich Krebs habe. Ich war
einfach realistisch. Trotzdem war ich natürlich völlig am Boden, als mein
Onkologe den Verdacht bestätigte. Ich hatte furchtbare Angst, dass ich meine
Kinder nicht aufwachsen sehe und fragte zu allererst genau danach: „Werde ich
meine Kinder aufwachsen sehen?“ Mein Onkologe gab keine Prognose, sagte aber,
dass Lymphdrüsenkrebs sehr gut heilbar ist und dass er stark davon ausgeht,
dass ich sogar noch meine Enkelkinder kennenlernen werde. Eine Info am Rande:
Ein guter Onkologe gibt niemals eine fixe Prognose. Dafür ist der
Behandlungsverlauf bei jedem Patienten viel zu individuell.
Wenn man sich aber an Fakten aufhalten will: Generell stehen die Chancen,
Morbus Hodgkin zu überleben, bei circa 85%. Bei meiner schweren Diagnose
spricht man von weniger als dem durchschnittlichen Satz, aber auch da stehen
die Chancen in meinem Alter recht gut.
Du musstest durch einige Chemoblöcke. Was was für Dich das Schwerste in
dieser Zeit?
Das Schwerste war, dass ich plötzlich so abhängig und wenig belastbar war.
Mir fehlte die Kraft für alles, greifen, laufen, stehen. Ich konnte mich
nicht alleine um die Kinder kümmern, konnte meine Tochter, die ja noch ein
Säugling war, nicht einmal alleine tragen. Zu Beginn habe ich teilweise 12
von 24 Stunden geschlafen, teilweise sogar länger. Außerdem habe ich am
Anfang der Chemotherapie kaum denken können. Gedanken begannen, verloren sich
dann aber, bevor ich sie zu Ende gedacht hatte. Gespräche zu führen war zu
Beginn kaum möglich. Für mich als Autorin war das der Alptraum. Außerdem
hatte ich immer wieder, bedingt durch den Krebs und dann die Medikamente,
schlimme, schlimme Schmerzen, die mich immer wieder in die Knie gezwungen
haben.
Gab es Tage, an denen Du keine Hoffnung mehr hattest?
Ja, die gab es. Wenn die Schmerzen besonders schlimm waren, war ich
durchaus hoffnungslos, dass das Ganze jemand enden würde. Aber wirklich kurz
vor dem Aufgeben stand ich Anfang November, am Ende des dritten Chemozyklus.
Die Blutwerte waren so schlecht, dass wir die Chemotherapie nicht fortsetzen
konnten. Außerdem hatte ich schlimme Schmerzen und war am Ende mit meinen
Kräften. Die Kombination aus den Schmerzen, der Schwäche und der
Perspektivlosigkeit, wann die Chemotherapie schließlich fortgesetzt und
beendet werden würde, nahm mir jeden Lebenswillen. An einem Wochenende Anfang
November wollte ich tatsächlich einfach sterben.
Du hast zwei kleine Kinder – wie sind sie damit umgegangen, dass Du krank
bist und inwieweit habt Ihr Ihnen von dem Krebs erzählt?
Erik war zu Beginn der Therapie fast 2 und Nova gerade einmal fünf Monate
alt. Viel erzählen brauchten wir ihnen also nicht, das Verständnis für solche
Dinge fehlt in dem Alter ja völlig. Alles, was Erik mitbekam, war, dass ich
zu Anfang und zwischendurch im Krankenhaus war und dass ich ansonsten mit dem
Taxi zum Arzt fahre. Das haben wir ihm auch erklärt, dass Mama krank ist,
sich deshalb viel ausruhen muss und zwischendurch mit dem Taxi zum Arzt
fährt, damit es ihr bald besser geht.
Man merkte schon, dass die Kinder gemerkt haben, dass es mir nicht gut
ging. Zu besonders schlimmen Zeiten haben sie sich ruhiger verhalten als
sonst. Gerade der Große schien an manchen Tagen besonders ruhig zu spielen,
um mich nicht allzu stören. Während ich im Krankenhaus lag, hat er unter
meiner Abwesenheit sehr gelitten, hat oft nach mir gefragt. Durch die Kita,
den Rückhalt der Familie und vor allem durch die liebevolle Zuwendung durch
meinen Mann haben die beiden Kids das aber ganz gut weggesteckt, glaube ich.
Hoffe ich.
Was war Deine allergrößte Angst in dieser Zeit?
Meine allergrößte Angst war, dass ich sterbe und meine Kinder mich einfach
vergessen. Einfach, weil sie noch so klein sind und ich ja nun weiß, dass sie
sich an diese frühen Jahre nicht erinnern werden. Für mich war es die
absolute Horrorvorstellung, dass ich den Krebs doch nicht besiege und meine
Kinder mich nur noch von Fotos kennen würden. Dass sie wohlmöglich eine neue
Frau meines Mannes (die ich ihm sehr gönnen würde, im Falle dessen) als
Mutter verstehen würden, weil sie sich an mich einfach ja nicht mehr erinnern
könnten.
Und was hat Dir Kraft gegeben?
Kraft gegeben haben mir diese ganz besonderen Menschen in meinem Leben, die
ich durch diese Zeit aber auch ganz neu in Ehren halte. Allen voran natürlich
mein Mann, der von der ersten Minute an alles mit mir durchgezogen hat und
nicht eine Minute daran gedacht hat, mich im Stich zu lassen. Egal wie sehr
ich gelitten, gekotzt und geschimpft habe, er war immer da und hat alles mit
mir getragen. Außerdem meine Schwiegerfamilie, vor allem meine
Schwiegermutter und meine Schwager und Schwägerinnen. Alle haben sich so, so,
so sehr dafür eingesetzt, dass wir alles hatten, was wir brauchten, dass ich
auch jetzt noch völlig überwältigt bin.
Außerhalb der Familie hat mir aber
auch meine beste Freundin Lisa-Marie so, so, so viel Kraft gegeben,
durchzuhalten. Was diese Frau sich den Allerwertesten für uns aufgerissen
hat, ist unfassbar! Sie hat uns einfach mit so viel Liebe und praktischer
Hilfe unterstützt. Ich liebe sie wirklich sehr dafür, dass sie mich auch in
der dunkelsten Sekunde im Arm gehalten und festgehalten hat.
Dein Mann war die ganze Zeit an Deiner Seite. Was bedeutet Dir das?
Ich liebe meinen Mann nach dieser ganzen Sache mehr als ich es jemals
gekonnt hätte. Das letzte Jahr war in unseren bald 13 gemeinsamen Jahren das
härteste und er hat das einfach wunderbar gemeistert. Ich bin bis heute
beeindruckt davon, wie er es geschafft hat, völlig selbstverständlich all das
zu leisten, was ich nicht leisten konnte. Vor allem aber bin ich sehr berührt
von dieser bedingungslosen Liebe, die er für mich hat. Selbst als ich von der
Chemo gezeichnet, ohne Haare, Wimpern, Augenbrauen und total aufgequollen vor
ihm stand, hat er mich nicht nur geliebt, sondern auch noch begehrt, WEIL er
mich so liebt. Er hat das ganze mit so viel Fassung getragen und sich so sehr
aufgeopfert, ohne auch nur eine Minute darüber zu klagen. Mein Mann ist mein
Held, so kitschig es klingt.
Wie geht es Dir momentan? Wie geht es weiter?
Momentan geht es mir gut. Seit Anfang Januar befinde ich mich offiziell in
Remission, bin also krebsfrei. Als gesund gelte ich allerdings erst nach fünf
Jahren ohne Rückfall. Momentan kämpfe ich noch mit Nebenwirkungen der
Chemotherapie. Ich bin wenig(er) belastbar, habe immer wieder gemeine
Schmerzen in den Knochen und Gelenken, phasenweise wird mir noch ein bisschen
übel und ich habe immer wieder Probleme mit dem Magen. Aber insgesamt fühle
ich mich gut, ich arbeite auch schon wieder als selbstständige Autorin und
Texterin.
Im März machen wir erstmal ein paar Tage Urlaub. Anschließend muss ich im
April zur ersten Nachsorgeuntersuchung, inklusive CT und Blutuntersuchungen.
Diese Nachsorgetermine stehen jetzt erstmal alle drei Monate an, weil die
Gefahr eines Rückfalls doch recht hoch ist, jedenfalls innerhalb der ersten
zwei Jahre.
Ansonsten kümmere ich mich gerade um
eine Psychotherapie sowie um Reha-Sport. Darüber hinaus versuchen wir, so
normal wie möglich weiterzuleben. Ich engagiere mich ehrenamtlich politisch
und verfolge verstärkt mein feministisches Engagement. Wir machen Ausflüge,
kümmern uns um das Haus, das wir 2017 gekauft haben und jonglieren mit dem
alltäglichen Wahnsinn.
Wenn Du etwas positives aus dem letzten Monaten ziehen willst – was wäre
das?
Die Menschen, die mir wirklich wichtig sind, sind mir noch näher. Uns als
Familie, auch im erweiterten Kreis der Schwiegerfamilie, hat das Ganze sehr
zusammengeschweißt. Auch meine beste Freundin und ich sind uns näher als je
zuvor.
Außerdem hat der Krebs meinem Mann
und mir gezeigt, wie sehr wir doch gleichberechtigt leben und erziehen
können, wenn wir uns nur trauen, alte Muster aufzubrechen. Durch die
Notwendigkeit heraus, haben wir alle Bereiche unseres gemeinsamen Lebens
wirklich gleichwertig verteilen können. Ich hätte mir gewünscht, dass wir
dazu keine Chemotherapie gebraucht hätten, aber im Endeffekt hat uns das
letzte Jahr beigebracht, uns gegenseitig wirklich in ALLEN Bereichen den Rücken
freizuhalten. Natürlich gibt es immer noch Reibungspunkte und Rückfälle in
alte Muster. Aber dadurch, dass wir beide so herausgefordert waren,
loszulassen und/oder Verantwortung zu übernehmen, sind wir unserem
gleichberechtigten Ideal näher als zuvor.
Wenn dieses Interview eine andere Mutter liest, die gerade in einer
ähnlichen Situation ist – was willst Du ihr sagen?
Ich bin kein Fan von diesen pauschalen Aussagen oder Szenarien. Gerade,
wenn man als Elternteil schwer krank wird, ist es so individuell, was gerade
hilfreich ist und was besser ungesagt bleibt. Nicht jeder gute Rat ist immer
auf jeden anwendbar und gut Gemeintes kann schnell belastend werden.
Allerdings kann ich allen nur dazu raten, sich Hilfe zu holen. Gerade in
solch einer Ausnahmesituation ist es ok, nicht alles allein stemmen zu
können. Ein Netzwerk, das einen auffängt, ist unbezahlbar!
Wer mehr über Celsy und ihr Leben erfahren möchte, kann ihr auf Instagram
folgen: https://www.instagram.com/idealistin_mit_dickkopf/
|
Interview mit Celsy: Kurz nach der Geburt meines Babys bekam ich die
Krebsdiagnose | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-dani-der-vater-meiner-kinder-ist-ein-schwuler-freund |
Ihr Lieben, es ist uns hier
bei STADTLANDMAMA meeeeega wichtig, zu zeigen, dass Familie heute viel mehr
bedeuten kann, als Vater, Mutter, Kind. Deshalb stellen wir Euch immer wieder
die verschiedensten Familien-Konstellationen vor. Heute erzählt uns Dani aus
Erding, wie sie als lesbische Mama von zwei Kindern lebt. Wir bedanken uns
für dieses schöne Interview und wünschen Deiner tollen, bunten Familie alles
Liebe!
Liebe Dani, erzähl erstmal: Wer gehört zu Deiner Familie?
Meine Kinder Valentin, gerade 6 Jahre geworden und Johanna, fast 5 Jahre.
Meine Partnerin Emilija, mein Dad, meine Mama, meine Brüder, viele Freunde
und natürlich der Papa meiner Kinder, Chris.
Du bist lesbisch. Wann hast Du Dich geoutet?
Als ich 28 Jahre war, habe ich es meiner Mama gesagt, sie sagte, dass sie
es schon geahnt hatte. Freunde wussten das schon sehr viel eher, ich habe das
auch offen gelebt, in einer Großstadt wie München war das kein Problem.
War Dir schon immer klar, dass Du Kinder haben möchtest?
Ja. Ich wollte schon immer Kinder haben und auch gleich 2 davon. Ich habe
selber Geschwister und fand es immer toll, dass ich kein Einzelkind
bin.
Welche Möglichkeiten hast Du gedanklich durchgespielt, um schwanger zu
werden? Wäre zb. ein anonymer Samenspender auch in Frage gekommen?
Ich hatte einen Freund gefragt, ob er sich das vorstellen könnte. Er sagte
damals nein. Als dann Valentin geboren war, sagt er, schade, dass er nicht
der Vater ist. Einen anonymen Spender wollte ich nicht, für mich war und ist
es wichtig, dass die Kinder Ihren Vater kennen. Und dass es eine männliche
Bezugsperson für sie gibt. Schließlich wachsen sie ja mit 2 Frauen auf.
Der Vater Deiner Kinder ist ein schwuler Freund. Wer von Euch hatte
die Idee, sich zusammen zu tun?
Chris ist mittlerweile ein sehr guter Freund geworden, kennengelernt haben
wir uns vor 7 Jahren über eine Anzeige im Internet, er suchte eine lesbische
Frau zum gemeinsamen Kind kriegen. Und da er auch in München wohnte haben wir
ein "Date" ausgemacht. Wir haben uns gesehen und innerhalb von
30sek. war uns beiden klar, dass es passt. Wir haben uns dann regelmäßig
getroffen, zusammen gekocht, die Freunde kennengelernt etc. und nach ca. 3
Monaten bin ich per Insemination sofort schwanger geworden.
Wie waren die Reaktionen Eurer anderen Freunde und Eurer Familie auf die
Pläne?
Erst als ich schwanger war haben wir es allen erzählt. Die Freunde fanden
es cool, meine Mama war im ersten Moment sehr sehr überrascht, sie fragte:
Wie geht denn sowas was?..muss ich heute noch lachen über diese Reaktion.
Aber im Nachhinein war sie dann doch glücklich, dass sie Oma wird.
Habt Ihr gemeinsam dann all die "Eltern"-Sachen gemacht?
Vorbereitungskurs, Erstausstattungskauf usw.? Gabs da mal doofe
Redaktionen?
Kinderwagenkauf, Babybett, Wickelkommode, Strampler, Windeln… all das habe
ich mit meiner Partnerin gekauft. Überhaupt haben wir das alles zusammen
gemacht, Chris war nur ab und an dabei. Komische Reaktionen gab es nicht. Die
Leute waren eher interessiert und haben gefragt. Ich habe mir immer gesagt,
wer was wissen soll, soll fragen. Je normaler darüber gesprochen wird, desto
normaler kommt das auch bei den Leuten an.
War der Vater auch bei der Geburt dabei?
Bei beiden Geburten war meine Partnerin dabei. Es waren spontane Geburten,
Valentin kam am Vatertag, Chris war zu diesem Zeitpunkt in Österreich und ist
dann gleich am nächsten Tag direkt ins KH gefahren. Johanna kam an meinem
Geburtstag, sehr überraschend. Auch hier war Chris dann 1 Tag später im
KH.
Wie ist das rechtlich zwischen Euch geregelt?
Chris ist eingetragener Vater und steht auch in der Geburtsurkunde. Das
wollten wir beide so. Er kann die Kinder jederzeit sehen. Und finanziell
haben wir uns auch geeinigt.
Und wie ganz praktisch? Wo wohnen die Kinder? Wie oft seht Ihr Euch?
Die Kinder wohnen bei mir, das ist auch DAS Zuhause. Alle 2 Wochen Dienstag
und Mittwoch werden sie vom Papa aus der KiTa abgeholt. Und 1x im Monat haben
sie ein langes Wochenende zusammen. Für mich und meine Partnerin auch ganz
schön, wenn wir mal ohne Kinder sind.
Wie erklärt Ihr den Kindern, dass Mama und Papa kein klassisches Elternpaar
sind?
Gar nicht, sie kennen es ja nicht anders. Sie spielen gerade sehr gerne
Rollenspiel: Mutter, Vater, Kind. Oder Mutter, Mutter, Kind. Oder Vater,
Vater, Kind. Ich finde es toll, dass sie jetzt schon so aufwachsen, dass es
viele Arten von Familie gibt. Johanna sagte kürzlich, wenn Sie groß ist
dann heiratet sie Isabell und sie bekommt dann das Baby. Daraufhin sagte
Valentin, 2 Mädchen können keine Kinder kriegen, da brauchst Du einen Mann.
Antwortet Johanna, na und, dann frage ich halt den Benjamin. (ein Junge aus
ihrer KiTa).
Was würdet Ihr Euch für Regenbogen-Familien wünschen?
Mehr Verständnis. Schließlich geht es hier um die Kinder. Und wenn diese
glücklich und viel Liebe groß werden dürfen, ist es doch ganz egal, wie die
Konstellationen sind. Und auch von anderen Regenbogen-Familien: Mutig
sein und Farbe bekennen. So wie es die Kinder mögen: Hauptsache bunt 😉Mehr
zu dem Thema, gibt es bei uns hier und hier
|
Interview mit Dani: Der Vater meiner Kinder ist ein schwuler Freund |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-danny-der-richtige-vater-muss-nicht-unbedingt-der-erzeuger-sein |
Liebe Danny, wir möchten über Deinen Vater sprechen. Zuerst einmal: Wer ist
dein leiblicher Vater und wie war Euer Verhältnis?
Mein leiblicher Vater war er mit uns Kinder sehr streng und wenig
liebevoll. Es gab viele Auseinandersetzungen – auch zwischen mir und meinen
Eltern. Meine Mutter hat sich schließlich von meinem Vater
getrennt.
Wie hast Du Dich nach der Trennung gefühlt?
Ehrlich gesagt war es eine Erleichterung. Er hat im Alltag auch nicht
gefehlt, weil er vorher auch kaum am Familienleben teilgenommen
hat.
Dann hat Deine Mutter einen neuen Partner gefunden…
Genau. Etwa ein Jahr nach der Trennung ist meine Mutter wieder öfter
ausgegangen und hat mir dann erzählt, dass die jemanden kennen gelernt hat.
Ich habe mich für sie gefreut und – wie man das als Teenager so macht – sie
auch ein bisschen damit aufgezogen. Als sie ihn uns nach einer Weile
vorstellte, war mir sofort klar, dass dieser Mann bei uns bleiben
wird.
Warum ? Was war so besonders an dem neuen Partner?
Er war so ruhig und verständnisvoll. Ich hatte sehr schnell Vertrauen zu
ihm. Meine kleine Schwester mochte ihn auch sofort und mein Bruder hatte den
selben Humor – das passte einfach. Das Wichtigste war aber: Er war präsent.
Er machte Familienausflüge mit, interessierte sich für uns, das kannten wir
so gar nicht. Auch meine Mutter veränderte sich durch ihn zum Positiven hin.
Er wurde für Dich die Vaterfigur.
Absolut. Er zog bei uns ein und war mehr Vater, als mein leiblicher Vater
es je war. Ich kann mich noch erinnern, wie wichtig es mir war, dass wir
Kinder ihm zum ersten Vatertag ein Geschenk besorgten. Es war einfach
wunderbar, ihn bei uns in der Familie zu haben. Als er und meine Mutter
schließlich heirateten, war ich sogar Trauzeugin.
Ihr habt sogar seinen Nachnamen angenommen.
Ja, mit der Geburt meiner Kinder wurde unsere Verbindung noch stärker. Er
ist ein wundervoller Opa und es war mir so wichtig, dass die Kinder und ich
seinen Nachnamen tragen und nicht den meines Erzeugers. Ich musste den
Richter davon überzeugen, wie ernst es mir war. Aber es hat geklappt und nun
tragen wir seinen Namen.
Es ging ja noch weiter.
Vor zwei Jahren hat mein Vater mich und meine Geschwister adoptiert – wir
sind nun offiziell SEINE Kinder. Es berührt mich immer noch total, wenn er
mich begrüßt und sagt: "Na, Kind, wie geht`s?" Das ist echt das
Größte. Wir wussten immer, dass wir ihm viel bedeuten, dass er uns aber
adoptiert hat, ist ein großer Schritt und für mich der größte
Liebesbeweis.
Was hast Du Deinem Vater zu verdanken?
Er hat mir zugehört, mir Ratschläge gegeben, mich aufgefangen. Er ist so
lustig und geduldig – und packt an, wenn es sein muss und quatscht nicht
nur. Er hat mir das Vertrauen an einen Vater zurück gegeben und dafür
bin ich unendich dankbar.
Foto: Pixabay
|
Interview mit Danny: Der richtige Vater muss nicht unbedingt der Erzeuger
sein | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-dini-ueber-die-schoensten-und-stressigsten-momente-mit-einer-grossfamilie |
Liebe Dini, wer gehört denn alles zu Eurer Familie und wie lebt
Ihr?
Wir sind: Axel (40), Dini (34), Elijah (11), Simin (8), Mio (4), Yari
(knapp 2) und Rumi (9 Wochen). Wir leben auf einem ehemaligem Bauernhof, den
wir zum Gnadenhof umfunktioniert haben. Dieser befindet sich mitten in einem
kleinen Dorf im vorderen Odenwald.
Fünf Kinder, da ist sicher einiges los. Wie sieht Euer typischer Alltag
aus?
Unter der Woche sind unsere Tage durch Schule, Kita und nachmittägliche
Termine relativ durchgeplant. Wir verbringen auch relativ viel Zeit im Auto,
um die Kinder zur Freien Schule zu bringen. Unsere beiden Großen besuchen
eine Waldorfschule mit alternativem Konzept, die wir mitgegründet haben und
die sich nun im zweiten Jahr ihrer Laufbahn befindet. Unser 4jähriger geht
auf eigenen Wunsch in einen kleinen, sehr familiären Kindergarten mit nur 14
Kindern und einem zugewandten und integrativen Konzept.
Mein Mann arbeitet als Lehrer für Kunst und Religion am Gymnasium und
leitet dort zusätzlich noch die Nachmittagsbetreuung. Ich bin mit den jeweils
kleinsten Kindern Zuhause, kümmere mich in den 3 Stunden am Vormittag um
Haushalt, Hof, Tiere und Garten, bereite das Mittagessen vor und bespaße
zwischendurch die Kinder bzw versuche, sie in meine Tätigkeiten
miteinzubeziehen.
Wolltet Ihr immer eine Großfamilie oder hat sich das eher so ergeben?
Ich komme selbst aus einer Großfamilie und bin die Älteste von insgesamt 8
Kindern. Für mich stand es schon immer fest, dass ich selbst einmal mehr als
die "klassischen" zwei Kinder möchte. Mein Mann hat nur einen
Bruder, konnte sich aber immer auch mehrere Kinder vorstellen. Ich
persönlich habe mich erst ab dem dritten Kind wie eine „richtige Familie“
gefühlt und dieses Gefühl verstärkt sich von Kind zu Kind.
Was sind für dich die schönsten und die stressigsten Momente des
Tages?
Das Stressigste sind die Zeit-und Terminvorgaben, die die Schulpflicht uns
auferlegt. Hier wird ja nicht nur massiv in den Biorhythmus unserer
Kinder eingegriffen, sondern auch die freie Zeit für die Familie beschnitten.
Morgens alleine fünf Kinder fertig zu machen, mit Essen, frischen Klamotten
zu versorgen und dabei Streitigkeiten aufgrund von Müdigkeit zu schlichten,
Demotivation ins Gegenteil zu verkehren und dann auch noch alle mit zig
Winterklamotten auszustaffieren und ins Auto zu bekommen…das bringt mich
definitiv an meine Grenzen. Ebenso empfinde ich die Abende als stressig –
aber nur, wenn wir uns selbst unter Druck setzen, die Kinder pünktlich wegen
des Frühen Aufstehens ins Bett zu bekommen.
Die schönsten Momente des Tages sind für mich, wenn wir alle gemeinsam am
Tisch sitzen und essen. Wenn ich mit allen Kindern auf dem Sofa liege, ein
Buch vorlese und dabei das Baby stille. Ebenso die Einschlafbegleitung
unserer ersten vier Kinder im Familienbett, das ist immer so ein heiliger
Moment für mich und wenn die ersten Kinder anfangen, in den Schlaf zu
gleiten, denke ich immer voller Demut und Dankbarkeit „Wow, das sind alles
meine“.
Nun hast Du uns gesagt, dass Du auch schon blöde Kommentare zu Euerer
Großfamilie gehört hast – welche waren das und wann?
Die Kommentare kommen meistens in den Schwangerschaften und werden von Kind
zu Kind extremer. Es geht von „Nicht schon wieder!“, „Oh Gott!“ Ausrufen (mit
Händen über den Kopf zusammenschagen) über Belehrungen wie „Jetzt reicht es
aber mal“ und „So vielen Kindern kannst du doch gar nicht gerecht werden“
bishin zu völliger Ignoranz meiner Verkündigung, bei der dann einfach nahtlos
in ein anderes Thema übergeleitet wird. Ebenso unverschämte Fragen wie „Hast
du denn sonst keine anderen Pläne mehr für dein Leben?“ oder „Sammelt ihr die
alle in ner Vitrine?“ oder „Braucht ihr nach dem nächsten Kind vielleicht mal
einen Fernseher?“
Was meinst Du – wie profitieren Eure Kids von so vielen Geschwistern?
Was wir immer wieder rückgemeldet bekommen ist, dass unsere Kinder eine
außergewöhnlich hohe Sozialkompetenz aufweisen, sehr empathisch auf die
Bedürfnisse anderer reagieren.Ich denke, da trägt die tägliche Interaktion
zwischen den Geschwistern bestimmt einen guten Teil dazu bei. Ebenso ist
immer mindestens ein Spielpartner vorhanden, es kommt also fast nie
Langeweile auf. Unsere Kinder sind alle stark verbunden und auch, wenn es
natürlich auch hier täglich Streitigkeiten gibt, überwiegt dennoch der
Zusammenhalt und Spaß, den sie miteinander haben.
Ich fand die Umstellung von zwei auf drei Kinder ganz schön heftig – was
war bei dir die heftigste Umstellung?
Ebenso die Umstellung von zwei auf drei Kinder. Hier haben wir auch den
größten Abstand von knapp vier Jahren und irgendwie hat es eine Weile
gebraucht, bis ich mich an das dritte bedürfnisstarke Baby gewöhnt hatte bzw
den Alltag nach 18 Monaten durchgängig fast schlaflosen Nächten, geregelt zu
bekommen.
Wo holst Du Dir im Alltag Auszeiten bzw Kraft?
Gute Frage. Wenn ich mit dem Baby auf dem Sofa sitze, stille ich manchmal
extra lang und bleibe so einfach noch ein Weilchen länger sitzen. Ebenso gehe
ich fast jeden Abend alleine in die Badewanne für 30 Minuten, das heiße
Wasser entspannt mich und gibt mir wieder neue Kraft.
Habt Ihr Unterstützung durch Großeltern oder Putzkraft?
Leider nein. Weder das eine noch das andere.
Was meinst Du, warum es heute einfach nicht mehr so viele Großfamilien
gibt?
Zum einen denke ich, dass vielleicht mangelnde Unterstützung dafür
verantwortlich ist. Uns allen fehlt ja eigentlich das Dorf, das es braucht,
ein Kind großzuziehen. Auf der anderen Seite empfinde ich es so, dass sich
das Bild einer kinderreichen Familie im gesellschaftlichen Kontext sehr stark
verändert hat. Heute empfinden viele Menschen es als Verzicht, sich mehrere
Jahre ihres Lebens den Kindern zu widmen und dabei nach ihrer Wahrnehmung,
Selbstverwirklichung, Emanzipation, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben,
oder Luxusgütern einzuschränken.
Wenn Du Dir eine Sache für Euren Alltag wünschen könntest, was wäre das?
Befreiung von der Schulpflicht und regelmäßige Unterstützung im
Haushalt.
|
Interview mit Dini: Über die schönsten und stressigsten Momente mit einer
Großfamilie | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-einem-reproduktions-mediziner-ueber-den-kinderwunsch-von-single-frauen-und-lesbischen-paaren |
Lieber Herr Dr. Puchta, Sie arbeiten seit über 20 Jahren als
Reproduktionsmediziner in einer Kinderwunschklinik und helfen Menschen, die
sich vergeblich Kinder wünschen. Inwieweit haben sich ihre Patienten in den
Jahren verändert?
Zu Beginn meiner Tätigkeit kamen vor allem heterosexuelle, verheiratete
Paare zu mir, bei denen es einfach nicht klappen wollte. Heute sind etwa die
Hälfte meiner Patienten lesbische Paare und Single-Frauen mit
Kinderwunsch.
Lassen Sie uns über die Single-Frauen sprechen.
Gerne. Ich stelle immer wieder fest, dass des in der Öffentlichkeit über
diese Frauen immer noch viele abwertende Klischees gibt. Es heißt dann oft:
„Ach, das sind dann die, die keinen Mann mehr abbekommen haben. Die
Hässlichen, die Übriggebliebenen.“
Was natürlich Quatsch ist.
Ja, sicher. Ich durfte durch meinen Beruf viele, viele Frauen treffen und
ich kann nur sagen, dass diese Single-Frauen ganz besonders starke, tolle
Frauen sind, die genau wissen, was sie wollen. Wenn sie zu mir kommen, ist
das: Ein Kind, auch ohne den passenden Partner.
Ich habe selbst vier Töchter und weiß, wie schwer es für die heutige
Frauengeneration ist. Ich finde es gut, dass die Frauen nicht auf den Prinzen
auf dem weißen Pferd warten, sondern ihr Leben selbstbestimmt in die Hand
nehmen.
Dennoch trauen sich viele Kinderwunsch-Kliniken nicht, Single-Frauen zu
behandeln…
Das stimmt. Singe-Frauen werden – außer in Bayern und Berlin – Probleme
haben, eine Kinderwunsch-Klinik zu finden.
Woran liegt das?
An dem Embryonenschutzgesetz, das es seit 1991 gibt. Dieses Gesetz muss man
aus unserem historischen Kontext betrachten. Das Gesetz wurde beschlossen, um
unter allen Umständen den Verdacht der Embryonen-Experimente zu vermeiden,
was wir ja aus einer sehr dunklen Zeit der deutschen Historie kennen. Das ist
natürlich wichtig – aber dennoch ist dieses Gesetz nun 30 Jahre alt und
unsere Gesellschaft hat sich verändert. Also sollten auch diese Gesetze
angepasst werden.
Viele Kollegen aus anderen Bundesländern haben schlicht Angst vor einer
Strafverfolgung. In Bayern und Berlin erlaubt die Rechtsprechung eine
Behandlung von Single-Frauen.
Woher stammen die Samen, mit denen die Befruchtungen durchgeführt
werden?
Wir arbeiten seit vielen Jahren mit einer großen dänischen Samenbank
zusammen. Ich sage zu den Frauen immer, dass sich das vielleicht ein bisschen
krass anhört, aber dass es wie beim Online-Shopping ist. Auf der
Internetseite kann man die äußeren Merkmale, also Größe, Augen-und Haarfarbe
des Spenders auswählen, außerdem bekommt man ein Babyfoto des Spenders. Wenn
man mehr Geld bezahlt, bekommt man auch ein Erwachsenen-Foto des Spenders.
Wenn die Frau sich einen Spender ausgewählt hat, kann es wenige Tage später
losgehen.
Aber natürlich ist die Frau nicht an diese Samenbank gebunden. Sie kann
frei wählen, woher der Samen stammt.
Welche Rechten und Pflichten haben eigentlich die Samenspender?
Sie sind aus jeder Versorgungsverpflichtung oder Erbfolge raus. Sie treten
alle Rechte – wie zum Beispiel bei der Erziehung- ab. Allerdings hat jedes
Kind das Recht, mit 16 Jahren den Samenspender zu kontaktieren.
Haben Sie auch Fälle, in denen zum Beispiel ein Freund einer Single-Frau
Samen spendet?
Ja, das gibt es auch und ist natürlich auch möglich – kommt aber eher
selten vor.
Wie hoch ist die Chance, durch eine Behandlung schwanger zu werden?
Das hängt natürlich vom Alter und der Gesundheit der Frau ab. Generell
würde ich sagen, pro Versuch liegt die Chance bei 35 Prozent. Wichtig ist
hier zu sagen, dass im Normalfall keine künstliche Befruchtung stattfindet
(IVF oder ICSI), sondern eine Insemination mit gewaschenen und aufbereiteten
Spermien im natürlichen Zyklus. Wir versuchen es so natürlich wie möglich,
ohne zusätzliche Hormone.
Und wenn das nicht klappt?
Bleiben drei Versuche erfolglos, kann man es mittels IVF/ICSI versuchen.
Dazu muss man aber sagen, dass sich auf diesem Gebiet sehr viel getan hat.
Früher waren diese künstlichen Befruchtungen sehr belastend für die Frauen.
Heute braucht es dazu nur noch eine einzige Spritze, die die Eierstöcke für
die nächsten zehn Tage automatisch steuert.
Gibt es Fälle aus Ihrer Praxis, die Sie besonders berührt haben?
Mich berühren Patientinnen, die durch ein Unglück ihr Leben komplett neu
sortieren müssen. Wenn Frauen zum Beispiel durch Krankheit oder einen Unfall
ihren Partner verloren haben, mit dem sie eigentlich eine Familie gründen
wollte. Und die dann die Kraft und den Mut haben, ihren Kinderwunsch alleine
zu verwirklichen.
Und ich hatte mal eine Patientin, die bereits 25 künstliche Befruchtungen
in anderen Kliniken hinter sich hatte. Eine Zahl, die für mich kaum zu
glauben war. Wir besprachen, dass wir noch einen einzigen Versuch starten
werden. Wir hatten unglaubliches Glück, dass es dieses Mal klappte und die
Frau endlich schwanger wurde.
Leider gibt es ja immer noch Menschen, die finden, dass Babys nur in eine
klassische Vater-Mutter-Konstallation geboren werden sollten und es falsch
finden, Single-Frauen oder lesbischen Paaren Familie zu ermöglichen. Was
sagen Sie diesen Menschen?
Dass das totaler Quatsch ist. Es gab auch in der Vergangenheit immer wieder
Zeiten, in denen Kinder ganz alleine von den Frauen erzogen wurden – zb. weil
die Männer im Krieg gefallen sind. Das Einzige, was wirklich zählt: Dass die
Kinder wirklich geliebt werden. Und ob sie das von einem heterosexuellen oder
homosexuellen Paar, von Mutter oder Mutter und Vater, von einer 18-jährigen
Frau oder einer 42-Jährigen, spielt keine Rolle. Kinder brauchen Liebe. Und
die Menschen, die sich bewusst für eine Kinderwunsch-Behandlung entscheiden,
haben immer eine Menge Liebe zu geben.
—- Dr. Jörg Puchta, Reproduktionsmediziner und Vorreiter des Social
Freezings, arbeitet am Kinderwunschzentrum an der Oper in München
|
Kinderwunsch-Behandlung für lesbische Paare und Single-Frauen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-eva-warum-wir-uns-ganz-bewusst-fuer-nur-ein-kind-entschieden-haben |
Liebe Eva, Ihr habt einen
Sohn. Wusstest Ihr schon immer, dass ihr "nur" ein Kind haben
möchtet oder hat sich das eher so ergeben?
Ja, wir haben uns bewusst für „nur“ ein Kind entschieden. Ein Kind war bei
uns lange Zeit gar kein Thema, wir haben erstmal unser Leben zu zweit
genossen. Als wir dann aber eine Familie gründen wollten, war dies eine sehr
bewusste Entscheidung.
Warum hast Du Dich nie mit mehreren Kindern gesehen?
Mit einem Kind ist alles einfach zu händeln, als mit zwei oder drei oder
vier. Unser Sohn wird bald 12 Jahre alt und er braucht uns nicht mehr jede
Minute. Er kann seine Wünsche klipp und klar äußern. Ich habe erst neulich zu
meinem Mann gesagt, wie toll entspannt jetzt alles ist.
Hast Du selbst Geschwister?
Ich hab einen 4 Jahre älteren Bruder, wir haben eine gute Beziehung
zueinander. Wir sehen uns öfter, weil unsere Mutter bei uns wohnt.
Wir hören immer wieder, dass sich Einzelkind-Eltern für Ihre Entscheidung
rechtfertigen müssen. Hast Du auch schon mal blöde Sprüche bekommen? Und wenn
ja, wie reagierst Du darauf?
Ja klar kennen wir solche Sprüche, aber die prallen einfach an uns ab. Wir
haben uns bewusst dafür entschieden und da hat sich niemand
einzumischen.
Warum glaubst Du, haben Einzelkinder teilweise so einen schlechten
Ruf?
Weil vielleicht einige oder viele Einzelkinder zu verwöhnt sind. Und damit
meine ich nicht nur im materiellen Sinn, sondern auch erzieherisch.
Es heißt ja immer, Einzelkinder hätten ein schlechteres Sozialverhalten.
Wie ist das bei Deinem Sohn?
Unser Sohn ist sehr hilfsbereit, hat eine sehr hohe soziale Kompetenz. Beim
Fußball zum Beispiel ist er der Erste, der zu einem Gefoulten rennt – egal ob
er in seinem Team spielt oder beim Gegner.Ich glaube, schlechtes
Sozialverhalten kommt überall vor -bei Einzelkindern und bei
Geschwisterkindern.
Was ist Dir generell in der Erziehung deines Sohnes wichtig?
Uns ist wichtig, dass er freundlich und höflich ist. Dass er sich gut
benimmt, dass er sachlich diskutiert und anderen Menschen Respekt zollt –
egal wie alt sie sind und woher sie kommen.
Hat sich dein Sohn jemals Geschwister gewünscht?
Loris wünscht sich meistens keine Geschwister. Manchmal, wenn er Streit mit
seinem Kumpel hat, hätte er gern nen Bruder, aber ansonsten ist er froh, dass
er allein ist.
Eine Freundin von mir ist Einzelkind, sie sagte mal zu mir: "Wenn eine
Eltern tot sind, habe ich keine Familie mehr." Wie geht es Dir, wenn Du
sowas hörst? Hast Du Angst, Dein Sohn könnte sich dann einsam fühlen?
Nein, das glaube ich nicht. Familie sind ja nicht nur Geschwister,
sondern auch Tante, Onkel und soweiter. Außerdem können auch Freunde wie
Familie sein – Familie hat unserer Meinung nicht nur was mit
Blutsverwandtschaft zu tun.
|
Interview mit Eva: Warum wir uns ganz bewusst für "nur" ein
Kind entschieden haben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-katha-warum-unser-sohn-wahrscheinlich-ein-einzelkind-bleiben-soll |
Liebe Katharina, wer gehört alles zu Deiner Familie?
Unsere Familie besteht aus meinem Mann Michael (30), unserem Sohn Raphael
(2) unserem Hund Benji (8) und mir (31). Mein Mann und ich lernten uns 2013
im Internet kennen und haben uns schnell verliebt. Kurze Zeit später kündigte
mir mein damaliger Arbeitgeber betriebsbedingt und ich beschloss aus Hamburg
zu meinem Mann in eine Kleinstadt in Niedersachsen nahe Soltau zu ziehen… War
das eine Umstellung! Aber er befand sich noch in der Ausbildung und so
erschien es mir sinnvoll. Im November 2016 kam unser Sohn zur Welt. Es hat
etwas über ein Jahr gedauert, bis ich endlich schwanger wurde.
Wie hast Du die erste Zeit mit Baby erlebt?
Die erste Zeit mit Baby war für mich wahnsinnig emotional! In allen
Facetten. Es war spannend und aufwühlend zugleich zu bemerken, wie sehr mein
Körper und meine Emotionen sich verändert haben. Und dann lag da dieses
Wunder in meinen Armen und ich wusste, dass es gar kein größeres Glück für
mich geben kann. Muttergefühle sind ein Bücher füllendes Thema…
Wie sieht Eure berufliche Situation aus?
Mein Mann arbeitet Vollzeit mit 44 Wochenstunden von Montag-Freitag als
KfZ-Mechatroniker, ich arbeite 30 Std. /Woche als Pflegehelferin in einem
Pflegewohnstift in Früh – und Spätschicht. In den Beruf bin ich allerdings
zufällig rein geschlittert. Eigentlich bin ich gelernte Kauffrau für
Bürokommunikation
Ihr habt "nur" ein Kind, wann hast Du das erste Mal gehört:
"Na, wann kommt das zweite Kind?"
Puh, das war recht früh! Ich hatte eine tolle Schwangerschaft und eine
wirklich unkomplizierte Entbindung. In der ersten Schwangerschaft haben wir
sogar schon über ein zweites Kind gesprochen. Doch als Raphael dann geboren
war, war dieser Wunsch plötzlich weg. Und er ist bis heute nicht zurück
gekommen. Ich mag die Frage nach dem zweiten Kind nicht, weil sie aussagt,
dass immer ein zweites Kind folgen muss, um als Familie komplett zu
sein.
Hast Du also das Gefühl, dass mindestens zwei Kinder erwartet werden?
Ja, dabei finde ich, dass man auch ohne Kinder eine Familie sein kann. Ich
finde, es ist egal, ob es null, ein oder mehrere Kinder sind – hauptsache
alle sind glücklich mit der Situation.
Nun habt Ihr ja beschlossen, dass Euer Kind ein Einzelkind bleiben soll.
Wie und warum habt Ihr so entschieden?
Weil es sich richtig und gut anfühlt, wie es momentan ist. Wir sind genau
so glücklich. Wir sehen bisher einfach keinen Anreiz etwas an unserer
Familiensituation zu ändern. Vielleicht überkommt es uns irgendwann nochmal,
aber momentan sind wir sehr happy so.
Meinst Du, Euer Kind hätte gerne Geschwister?
Das weiß ich nicht… Ich weiß auch nicht, ob man etwas, das man nicht kennt,
wirklich vermissen kann. Ich selbst habe einen jüngeren Bruder und würde
man mich fragen, ob ich gern mehr Geschwister gehabt hätte, würde ich sagen
"Keine Ahnung, ich weiß ja nicht, wie mein Leben dann gewesen
wäre!"
Einzelkinder haben keinen besonders guten Ruf. Ärgert dich das?
Ärgern ist übertrieben… Ich finde es sehr schade. Ein Mensch sollte als
Individuum gesehen werden, unabhängig davon, ob er Geschwister hat. Ob ein
Kind Geschwister hat oder nicht, sagt das für mich rein gar nix über seinen
Charakter oder seine soziale Kompetenz aus. Mal ehrlich: wenn ich jemanden
kenne lerne, dann frage ich auch nicht als erstes: "Hast du Geschwister,
oder bist du Einzelkind?". Das spielt ja keine Rolle. Ich kenne
Menschen, die in großen Familien aufgewachsen sind und sehr sozial agieren,
rücksichtsvoll sind und mehr geben als nehmen. Ich kenne aber auch Menschen
mit Geschwistern, die sehr egoistisch sind, ohne Rücksicht alles
beanspruchen, was sie wollen, weil sie vielleicht irgendwann gelernt haben,
sich gegen andere durchzusetzen. Und beide Seiten kenne ich auch von
Einzelkindern. Ich denke, es spielen einfach so viel mehr Faktoren für die
Entwicklung eines Kindes eine Rolle.
Wie reagieren die Menschen, wenn du offen sagst, dass Ihr kein zweites Kind
haben wollt?
Die meisten Menschen sind verwundert. Es passt irgendwie nicht ins gängige
Bild. Die Menschen haben permanent das Bedürfnis, einem dazu ungefragt ihre
Meinung oder Weisheiten aufzudrücken. Was das für einen Sinn ergibt, ist mir
schleierhaft, aber für mich gibt es da gar keinen Diskussionsbedarf. Diese
Entscheidung ist sehr persönlich, jede Familie muss diese für sich treffen.
Ich habe auch mal gehört: "Na ja, eins ist besser, als keins!" und
ich habe gedacht "Ne… Wenn jemand keins möchte und glücklich damit ist,
dann ist DAS besser!"
Was möchtest du deinem Kind an Werten mitgeben?
Oh, eine Menge! Ein großes Vorbild ist da für mich meine Mama, denn
sie hat meinen Bruder und mich zu rücksichtsvollen und hilfsbereiten Menschen
erzogen. Ihr war immer wichtig, dass wir niemanden, insbesondere alte
Menschen oder Menschen mit Behinderungen, vorverurteilen. Und das möchte ich
auch unserem Sohn mitgeben. Ich denke, es ist wichtig, zu hinterfragen. Egal,
worum es geht. Ehrlichkeit finde ich auch wichtig.
Außerdem möchte ich gern, dass er nie verlernt, auf seine Gefühle und
Bedürfnisse zu hören und diese zu formulieren. Und wenn es nur für sich
selbst ist. Er soll sich nie seiner selbst wegen schlecht fühlen. Ob man das
nun als klassischen "Wert" definiert, weiß ich nicht. Letztendlich
ist es am wichtigsten, dass er glücklich ist.
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Interview mit Katha: Warum unser Sohn wahrscheinlich ein Einzelkind
bleiben soll | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-katia-saalfrank-schlaege-hinterlassen-immer-fatale-folgen |
Ihr Lieben, ich bin sicher
nicht alleine mit meinem Geständnis, dass mich meine Kinder manchmal auf die
Palme bringen können. Früher hätte ich nie gedacht, dass mich so kleine
Menschen an meine Grenzen bringen können. Wenn ich merke, dass ich gleich
ausflippe, verlasse ich den Raum. Schließe mich ein paar Minuten im
Badezimmer ein und atme tief durch. Denn ich will nie nie nie in die
Situation kommen, in der mir die Hand ausrutscht. Doch ich weiß, dass viele
Eltern – obwohl sie es vielleicht nie wollten – doch mal einen Klaps auf den
Po oder die Hand geben. Und laut einer Studie geben mindestens 10 Prozent
aller Eltern ihren Kindern Ohrfeigen, 40 Prozent versohlen sogar den
Hintern. Das Thema Gewalt an Kindern ist ein Tabu-Thema, die Betroffenen
schämen sich. Oft entsteht ein Teufelskreis. Deshalb ist es umso wichtiger,
darüber zu sprechen.
Ich bin daher sehr glücklich, dass Katia Saalfrank heute die wichtigsten
Fragen zum Thema Gewalt beantwortet. Ich habe sie neulich auf einem Event
getroffen, kannte sie natürlich noch aus Supernanny-Zeiten. Sie erzählte mir
von ihrer Initiative "Kinder sind unschlagbar" und dass sie
sich wünscht, dass bei Eltern die Hemmschwelle sinkt, sich zu einer Beratung
zu trauen, wenn sie sich denken „mir rutscht gleich die Hand aus“ oder
„ich bin überfordert“. Katia ist eine Frau, zu der man ab der ersten
Sekunde Vertrauen hat und die eine unglaubliche Ruhe und Wärme ausstrahlt.
Katia hat ihre Familiensprechstunden-Praxis in Berlin, doch sie macht
auch deutschlandweit und im deutschsprachigen Ausland
Online-Beratungen. Die Beratungen sind natürlich vertraulich. Aktuelle
Kurse und Seminare finder Ihr im Anschluss an dieses Interview. Vielen Dank,
liebe Katia für die Beantwortung unserer Fragen und Deinen Einsatz gegen
Gewalt an Kindern!
Gibt es Schätzungen, wie viele Kinder zu Hause Gewalt erfahren?
Eine im Jahr 2012 vom Forsa-Institut im Auftrag der Zeitschrift Eltern erstellte
Studie offenbart dramatische Zahlen. 40 Prozent der Eltern gaben an,
ihre Kinder zu verprügeln („Hintern versohlen“), weitere 10 Prozent schlagen
ihre Kinder ins Gesicht („Ohrfeige“). Die Hälfte aller Eltern greift also zu
körperlicher Gewalt. Zu berücksichtigen ist bei diesen Angaben im Übrigen,
dass Gewalt ein schambesetztes Tabuthema ist. So wurden bei der Datenerhebung
nur Eltern berücksichtigt, die auch bereit waren, über ihr Gewaltverhalten
Auskunft zu erteilen. Es ist deshalb von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.
Gewalt findet hinter geschlossenen Türen statt, findet oft im Verborgenen und
nicht sichtbar statt und ist deshalb schwer zu schätzen. Deshalb müssen wir
genau hinschauen und dürfen nicht wegsehen. Übrigens: Im Schnitt kommen nach
Angaben der Kinderschutzorganisation „Deutsche Kinderhilfe“ „nach wie vor
mehr als drei Kinder pro Woche zu Tode“. Nicht jedes Kind, das Gewalt
erfährt, wird sichtbar verletzt oder kommt gleich zu Tode. Das ist jedoch kein
Grund, andere Formen der Gewalt zu verharmlosen.
Welche Spuren hinterlassen Schläge bei einem Kind?
Schläge hinterlassen fatale Spuren: Sie zerstören beim Säugling und
Kleinkind die unersetzliche Sicherheit, geliebt zu werden. Das Urvertrauen
ist gestört – wie man auch beim Erwachsenen später erleben kann, außerdem
erzeugen sie Ängste beim Kind: Die Erwartung der nächsten Strafe ist immerzu
präsent. Die Beziehung ist also nicht von Liebe und Vertrauen, sondern von
Angst geprägt.
Aber es gibt noch weitere fatale Auswirkungen auf Kinder. Wenn Kinder
Schläge erleben, wird bei ihnen das Mitgefühl und die Sensibilität für andere
und für sich selbst zerstört. Desensibilisierung ist die Folge. Die
Fähigkeit, sich einzufühlen, Empathie zu entwickeln, ist nicht gegeben oder
wird zerstört. Ein inneres Wachstum ist nicht oder nur begrenzt möglich, und
die Entwicklung des Kindes wird beeinträchtigt.Weiterhin werden durch
Schläge Ärger und Wut beim Kind und den Wunsch nach "Rache"
produziert und gespeichert. Der Wunsch, der oft zunächst noch unterdrückt
wird, richtet sich dann aber entweder gegen Geschwister oder auch gegen
andere Personen. Oft können auch diese unterdrückten Wutgefühle erst im
Erwachsenenalter ihren destruktiven Ausdruck finden, dann aber oft
heftig.Schläge "programmieren" außerdem das Kind, unlogische
Argumente zu akzeptieren: „Wenn ich dir weh tue, geschieht es zu deinem
Besten!“ So wird das Kind programmiert, den Schmerz der Demütigung als nicht
schmerzhaft zu registrieren. Es setzt eine gefährliche Desensibilisierung
beim Kind ein.
Wo fängt für Dich Gewalt an? Ist der Klaps auf die Finger noch ok?
Nein! Gewalt ist Gewalt. Die Botschaften an das Kind, die selbst durch
vermeintlich „leichte“ Schläge gesendet werden, sind – wie schon erläutert –
vielschichtig und fatal. Das Kind erfährt keinen Respekt und keine
Wertschätzung und wird in seinem Urvertrauen tief erschüttert. Es wird
fortan, wenn es auf die Eltern reagiert, häufig nur aus Angst handeln. Das
Kind lernt, dass es den eigenen Schmerz nicht fühlen darf, dass dieser
vielmehr ignoriert werden muss. Und: Das Kind erfährt keinen Respekt und
keine Wertschätzung, persönliche Grenzen werden so von uns Erwachsenen missachtet.
Die Botschaft ist: Du hast meine Grenze überschritten – Deine ist mir aber
nichts wert. Das ist elterlicher Machtmissbrauch. „Ein Klaps hat noch
keinem geschadet!“ Wer so etwas sagt, hat wahrscheinlich, physisch oder
psychisch, selbst gewaltvolle Erfahrungen gemacht – und beweist mit diesem
Satz das Gegenteil, nämlich, dass ein Klaps durchaus schaden kann.
Veränderung dauert. Sie dauert auch, weil wir als Gesellschaft nicht bereit
sind, das Wissen, das wir gewonnen haben, anzuwenden und Verantwortung zu
übernehmen. Verantwortung für unser Handeln und Tun den Kindern
gegenüber.
Wie erlebst Du Eltern, die ihre Kinder geschlagen haben?
Ich erlebe, dass es Eltern sehr schlecht geht. Sie sind traurig, sehr
enttäuscht von sich selbst und haben große Schuld- und Schamgefühle. Damit
gehen wir dann um und erarbeiten dann einerseits wie sie als Eltern
Verantwortung übernehmen und diese Situation in der Beziehung zum Kind gut
klären können und entwickeln andererseits auch neue Handlungsalternativen,
damit sie in Zukunft anders damit umgehen können.
Ganz praktisch: Wenn ich merke, dass meine Nerven so angespannt sind, dass
mir gleich die Hand ausrutscht – was kann ich unternehmen, dass es eben NICHT
passiert?
Man kann hier auf zwei Ebenen arbeiten: Einmal im Konfliktmoment und die
andere Ebene ist die Reflektion danach. In der konkreten Situation ist es
gut, sich so früh wie möglich selbst zu unterbrechen, sich herauszunehmen. Am
besten ist es, kurz aus dem Zimmer zu gehen oder die Situation zu verlassen,
durchzuatmen und sich zu beruhigen. Wenn dann die Anspannung und der Stress
etwas nachlassen, kann man besser mit der Situation umgehen. Die Reflektion
danach zeigt dann häufig, dass der Ärger und die Wut oft nicht nur durch das
Verhalten des Kindes, sondern durch verschiedene Faktoren ausgelöst wurden.
Deshalb ist es hilfreich neue Alternativen und die Reflektion gemeinsam und
im Austausch mit jemandem begleiten zu lassen. Wichtig ist, dass Eltern in
dieser Umbruchzeit möglichst viele gute Erfahrungen machen
können.
Wohin können sich Eltern wenden, wenn sie merken, dass die da in eine
Gewalt-Spirale reingerutscht sind?
Es gibt zahlreiche kostenlose Beratungsstellen. Zum Beispiel haben Eltern
die Möglichkeit sich anonym im Internet
unter www.buendnis-fuer-kinder.de oder www.elterntelefon.de Beratung
von erfahrenen Psychologen und Pädagogen zu holen.
Unter www.kinderundjugendtelefon.de findet man auch Kontakt-Telefonnummern
und Adressen für hilfesuchende Kinder und Eltern. Auch das zuständige
Jugendamt bietet natürlich kostenfreie Beratung und Unterstützung an. Oft ist
die Hemmschwelle für Beratung bei diesem heiklen Thema groß, da Eltern große
Angst vor Verurteilung haben oder auch Bedenken entstehen, sich einem Amt
gegenüber zu offenbaren, welches dann unter Umständen auch tätig wird und
Eltern unter Druck setzt. Mit dieser Sorge kommen Eltern dann oft zu mir und
entscheiden sich dann oft für eine private, aber dafür kostenpflichtige,
pädagogisch-psychologische Beratung ohne Anbindung an öffentliche
Stellen.
Warum schlagen Eltern überhaupt zu?
Nicht nur Kinder aus sogenannten bildungsfernen Schichten sind gefährdet.
Auslöser für Gewalt gegen Kinder sind Stress und Überforderung, und so
existiert Gewalt in allen Formen als ein gesamtgesellschaftliches
Phänomen. Eltern die ihre Kinder schlagen, sind meist selbst geschlagene
Kinder oder zumindest Kinder, die gestraft wurden. Sie haben einen ganz
bestimmten Mechanismus erlebt und sind von ihren Eltern nicht nur
in Bezug auf ihr kindliches „Fehlverhalten“ mit Vorwürfen und Drohungen,
sondern auch noch wegen der dann folgenden Tränen geschimpft und kritisiert
worden, ja vielleicht sogar gestraft oder geschlagen worden. Dies stellt dann
eine weitere Kränkung des Kindes dar. Es empfängt folgende Botschaft: Nicht
nur mein Verhalten war verkehrt und hat die Mutter/den Vater gekränkt, auch
mein Gefühl, die aufkommende Trauer, ist falsch und wird negativ bewertet.
Diese stark emotionalen Erfahrungen werden gespeichert, miteinander gekoppelt
und führen so im Gehirn zu bestimmten Vernetzungen, die die Betroffenen im
Erwachsenenalter dann die erlebte Gewalt weitergeben lassen werden. Diese
Mechanismen sind oft subtil und müssen sich nicht immer im sichtbaren
Ausagieren von Gewalt manifestieren. Eltern können ja mal bei sich selbst
schauen, denn manchmal verdrängen Betroffene die erlittenen Demütigungen und
Kränkungen sogar und glauben sich an eine gute Kindheit zu erinnern. Dennoch
bringen genau diese verdrängten Erfahrungen die Menschen dann später dazu,
eben jene Gewalt, die sie selbst erfahren haben, als Erziehungsmittel
einzusetzen. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um einen starren
Automatismus, sondern um ein erkennbares Muster. Wir sind unseren Erfahrungen
nicht hilflos ausgeliefert. Kommt ein innerer Prozess der Selbsterkenntnis in
Gang, haben wir die Chance, diese erlebten Muster zu unterbrechen. Dies kann
oft schon mit wenigen Beratungen erfolgen.
Eure Initiative „Kinder sind unschlagbar“ richtet sich gegen Gewalt an
Kindern. Seit wann engagierst Du Dich in dieser Initiative und was war der
Ausschlag dafür?
Unschlagbar ist eine Plattform gegen Gewalt an Kindern und für eine
gewaltfreie Beziehung zu Kindern. Diese Initiative gibt es jetzt seit März
2015. Ausschlag dafür war die Aussage des Papstes, der das Schlagen von
Kindern in der Erziehung befürwortet hat. Das hat mich so schockiert, dass
ich einen offenen Brief an den Papst geschrieben habe. Die vielen
Rückmeldungen haben mich bestärkt, noch mehr mit diesem Thema auch in die
Öffentlichkeit zu gehen und als Christian mich ansprach und fragte, ob wir
nicht gemeinsam etwas FÜR Kinder und GEGEN Gewalt an Kindern machen
wollen, war ich sofort begeistert und dann haben wir losgelegt:
Mit Unschlagbar bieten wir Eltern und Familien eine Platform um
sich auszutauschen, um Vorurteile zu beseitigen und wir wollen Hilfestellung
für alle geben, groß oder klein. Durch zahlreiche Unterstützung von Freunden,
unbekannten und bekannten Menschen wollen wir Sicherheit geben, dass Gewalt
keine Lösung ist und mit unserer Plattform einen Ort bieten an dem
gegenseitiger Austausch und Bestärkung dazu beitragen das Gewalt an
Kindern nicht als Bagatelle angesehen wird und letztenendes aus jedem
Familienleben verschwindet. Wir – das bin nicht nur ich, sondern auch
Christian Bahrmann (Vater, Schauspieler, Sänger, Moderator und Puppenspieler
– bekannt als der beste Freund von Kikaninchen aus dem gleichnamigen Format
KiKANiNCHEN auf KiKA von ARD und ZDF). Wir sagen : "Kinder sind
unschlagbar"
———————————-
Wer sich aktuell gestresst fühlt, nicht mehr weiter weiß, nicht mehr
richtig runter kommt, sollte es mal Hypnose versuchen. Damit kann in
wenigen Minuten eine effektive und effiziente körperliche Entspannung und
geistige Erholung innerhalb kürzester Zeit erreicht werden, die nachhaltig
und tiefenwirksam ist. Eltern können so leicht in ihrem stressigen Alltag für
sich und den Stressabbau sorgen. Hier findet Ihr Infos zu den Veranstaltungen
in Berlin am 27. und 28. Juli.
Und hier noch tolle Veranstaltungen im Herbst:
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-infoveranstaltung-hypnose-f%C3%BCr-m%C3%BCtter-und-v%C3%A4ter/
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-beziehung-statt-erziehung-1/
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-die-autonomieephase-bei-kindern/
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-strafen-regeln-konsequenzen/
http://www.katiasaalfrank.de/ausbildung-kurse/aktuell-auff%C3%A4lliges-verhalten-bei-kindern/
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Interview mit Katia Saalfrank: Schläge hinterlassen immer fatale Folgen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-katy-wie-ich-nach-dem-mord-an-meiner-schwester-zurueck-ins-leben-fand |
Ihr Lieben, manchmal ist die
Welt klein und Menschen finden über Umwege zueinander, weil man denken
könnte, sie müssten zueinander finden. Jedenfalls suchte in einem Forum für
Frauen eine Frau Unterstützung. Sie schrieb, sie habe eine Freundin, die gern
ein Buch veröffentlichen würde.
Ich meldete ich daraufhin bei ihr und erzählte, dass ich vielleicht helfen
könne, weil ich den ein oder anderen Kontakt in die Buchbranche hätte.
Sogleich vermittelte mir ebendiese Frau den Kontakt zu Katy. Wir
telefonierten – und verstanden uns gleich auf Anhieb. Und nicht nur das. Wir
stellten auch noch fest, dass wir sogar gemeinsame Bekannte haben.
Wir redeten über unsere Familien und ihre Geschichten. Und Katy hat eine
besonders bewegende zu erzählen, denn vor fünf Jahren – im Herbst 2013 –
wurde ihre damals 21 Jahre alte Schwester (im Foto links) ermordet. Seitdem
ist für Katy und ihre Familie nichts mehr, wie es war. Wie sie heute auch
Kraft aus der Trauer zieht, das hat sie uns in einem berührenden Interview
erzählt. Katy, danke vielmals für Dein Vertrauen!
Liebe Katy, Du beschreibst deine Schwester Larissa als Deinen
"Zwilling im Herzen". Ihr seht auf dem Bild so glücklich aus! Was
war sie für ein Mensch und was verband Euch besonders?
Hach was für eine tolle Frage,
endlich fragt mal jemand nach ihr und nicht immer nur wie war der Mörder…
Danke!
Sie war wohl einer der lebensfrohsten Menschen, die ich je gekannt habe.
Sie hat immer gelacht und war stets motiviert, all ihre Vorhaben anzugehen
und auch gut zu meistern. Sie hat das Leben mit einer bewundernswerten
Leichtigkeit gelebt und sich selten über Kleinigkeiten beschwert. Sie war
sportlich und liebte die Natur. Ihr Lebensmotto war Lebe.Lache.Liebe. Jeden
Tag. Ihr Herz war großzügig gegenüber Menschen, die es nicht leicht hatten
und daher half sie stets, so gut es ging.
Wir waren uns charakterlich sehr ähnlich und auch unsere Beziehung zu
unseren Eltern war ähnlich aufgebaut. Unsere Interessen waren fast immer
dieselben und sie erinnerte mich stets an mein jüngeres Ich. Eine ähnliche
Verbindung hatten meine anderen beiden Schwestern zueinander.
Larissa und ich verstanden uns blind und hatten den großen Traum, zusammen
nach Wien zu gehen, nachdem ich mein Studium in Innsbruck abschloss. Sie
wollte Technische Physik studieren, ich wollte weiter Archivwissenschaften
studieren.
2013, also vor fünf Jahren, wurde Deine Schwester ermordet. Was genau ist
passiert?
Ich veranstaltete eine Party bei mir zu Hause. Dorthin kamen auch Larissa
und ihre neue Bekanntschaft – ein Mann, den sie zwei Monate zuvor
kennengelernt hatte. Wir verbrachten eine lustige Partynacht und sie beide
gingen zu ihm nach Hause. Dort kam es zum Streit.
Er erwürgte Larissa anschließend und entsorgte sie im nahe gelegenen
Stadtfluss. Am nächsten Tag erzählte er mir, dass meine Schwester mitten in
der Nacht die Wohnung verlassen habe. Von da an begann die Suche nach ihr –
für zehn lange Tage. Auch er half bei der Suche mit.
Nach zehn Tagen kam die Wahrheit durch einen Fehler seinerseits ans Licht.
Er handelte scheinbar aus Eifersucht auf einen Freund von mir an jenem
Abend.
Hattet Ihr eine Vorahnung, dass so etwas passieren könnte?
Nein. Die beiden kannten sich gerade mal zwei Monate etwa. Ich lernte ihn
erst direkt bei der Feier kennen. Er war mir auf Anhieb sympathisch und nicht
auffallend. Kurz bevor sie nach Hause gegangen sind, war er kurz eifersüchtig
auf einen Freund von mir, aber solche Dinge passieren tagtäglich beim
Ausgehen und heißen nicht sofort, dass jemand einen Mord begeht.
Dennoch habe ich mir lange Vorwürfe gemacht. Auch wenn ich heute weiß, dass
ich sowas niemals hätte ahnen können.
Wie erinnerst Du Dich an diese Zeit
der Ungewissheit während der Suche?
Diese Zeit hat mich an meine körperlichen Grenzen gebracht. Jeden Tag diese
Ungewissheit zu haben, zwischen Hoffnung und Angst zu leben, war derart
belastend, dass mein Körper mit Haarausfall und Schwächeanfällen
reagierte.
Zudem musste ich permanent erreichbar sein für etwaige Hinweise und
telefonierte oder simste gefühlt 23 Stunden pro Tag mit diversen Suchleuten,
Unterstützern oder der Kripo. Wir haben täglich gesucht, um nicht nichts zu
tun und hatten sehr viele Helfer an unserer Seite.
Gegessen habe ich irgendwas, manchmal auch nichts, aber darauf habe ich
kaum geachtet. Schlafen konnte ich ebenso kaum. Geredet haben wir innerhalb
der Familie viel und haben uns alle möglichen Szenarien immer wieder durch
den Kopf gehen lassen.
Wann konnte Larissa beerdigt werden und wie habt ihr diesen letzten Weg
gestaltet?
Nachdem am 6. Oktober 2013 ihr Körper im Inn gefunden wurde, konnte die
Beerdigung etwa eine Woche später stattfinden. Ich habe dafür ein Video mit
ihren schönsten Momenten zusammengeschnitten, wir haben Luftballons zum
Himmel steigen lassen.
Ihre Lieblingsband „Bluatschink“ hat extra gespielt und im Anschluss gab es
eine Trauerfeier in einem örtlichen Lokal. Es war der einzige Abschied, den
wir hatten, denn sehen konnten wir sie nicht mehr. Diesen Tag mit so viel
anderen Menschen zu teilen, war einerseits schön… andererseits hätte ich mir
in dieser besonderen Situation mehr Intimität gewünscht.
Du bist in der Zeit der Trauer sehr nah zusammengerückt mit Deiner Familie,
mit deinen Eltern und mit Deinen weiteren beiden Schwestern. Was hat Dir das
in dieser Zeit bedeutet?
Das war nicht von Anfang an so. Erst
hat uns die Trauer weit auseinandergerissen, da jeder anders mit dem Verlust
umging und keiner wusste, wie er sich verhalten sollte. Viele Konflikte und
Streitigkeiten sind dadurch entstanden. Erst als wir uns damit beschäftigt
und offen miteinander geredet haben, konnten wir diese Konflikte überwinden
und daran wachsen.
Der Zusammenhalt bedeutet mir enorm viel, denn sie waren mein Grund,
weiterzuleben und weiterzukämpfen. Vor allem meine jüngeren Schwestern waren
teilweise meine Motivation, mich nicht gehen zu lassen und ein gutes Vorbild
zu sein.
Wann wurde aus dem Schockzustand Trauer, wann Wut – und wann und wie
konntest du Dich zurück ins Leben, in deine Zukunft wagen?
Ich finde – rückblickend betrachtet-, dass sich gleich nach der Beerdigung
der erste tiefe Trauer-Zusammenbruch breit machte und von da an all diese
Zustände immer wieder abwechselten. Das hing stark davon ab, welcher Tag war,
welches Ereignis, was wieder in den Medien stand und wie es meiner Familie
erging.
Bei mir kam noch dazu ganz viel Angst bis hin zu Panikattacken vor dem
Mörder. Ich hatte schwere Alpträume, die mir meine ganze Kraft
raubten.
Schritt für Schritt habe ich es immer wieder mal gewagt, Alltägliches zu
versuchen. Meistens endete es in einem Tränenmeer – egal ob beim Einkaufen,
Spazieren, Waschen, Kochen oder zur Uni gehen. Jede dieser alltäglichen
Handlungen hat mir bewusst gemacht, dass das Leben trotz dieses Schmerzes
weitergeht und das hat mich immer wieder neu überrollt.
Ich war noch nicht bereit dazu, dass es weitergehen sollte und doch musste ich
weitermachen, denn schließlich brauchte ich Geld, um zu leben. Deshalb
funktionierte ich irgendwie, sodass ich wenigstens noch meine Miete bezahlen
konnte. Dabei griff ich zu Beginn sehr oft zum Alkohol, mit dem ich glaubte,
besser durch den Alltag zu kommen. Allerdings hat er meinem Körper und meiner
Psyche mehr Schaden bereitet, als positive Entwicklungen.
Wer oder was hat Dir auf diesem Weg am meisten geholfen?
Meine Freunde waren sicherlich vor allem zu Beginn eine enorm wichtige Stütze,
gerade weil es innerhalb der Familie schwierig war. Von Beginn an hatte ich
zudem eine Therapeutin, die mir ebenfalls enorm geholfen hat. Was mir
allerdings wirklich das Leben gerettet hat, waren Bewegung und Sport.
Vor Larissas Tod hatte ich einen Ski-Unfall mit Kreuzbandriss als Folge.
Ich wurde operiert und bekam noch eine Thrombose dazu. Monate später war mein
Knie besser, aber noch lange nicht gut. Nachdem Larissa starb, hatte ich mich
nicht mehr um mein Knie gekümmert. Dadurch wurde es zunehmend
schlechter.
Anfang 2014 hatte ich einen Termin bei meinem Operateur. Dieser sagte mir,
dass ich anfangen solle meine Muskulatur aufzubauen, weil ich sonst niemals
wieder würde joggen können. Das war der erste Funke.
Meine Schwester war immer die Sportskanone und meine persönliche Motivation
zum Sport. Ich ging raus aus der Praxis und dachte: „Ich werde für dich
trainieren, kleine Schwester.“ Erst versuchte ich es in einem Fitnessstudio.
Das ließ sich aber mit meinen Heulkrämpfen nur schwer vereinbaren, weshalb
ich meine Übungen nach draußen verlegte. Dort fühlte ich mich frei und konnte
all meinen Gefühlen freien Lauf lassen.
Ich spürte, wie toll es sich anfühlte, meinen Körper wieder wahrzunehmen
und ihm die Kraft zurückzugeben, die er nun deutlich brauchte. Meine
körperliche Verfassung verbesserte sich und ich konnte auch wieder Freude und
Glück spüren. Seit diesem Tag trainiere ich regelmäßig – bis heute. Der Sport
ist mein Lebensinhalt geworden.
Dieses Training hat mich auch durch die Zeit der Verhandlung gebracht (der
Täter bekam 20 Jahre mit anschließender Sicherungsverwahrung), mir geholfen,
Entscheidungen für mich und meinen Körper zu treffen und auf mich zu
achten.
Du hast dann Seelensport gegründet, einen "bewegten Weg aus der
Trauer". Was genau bietest Du da an und was gibt Dir das auch für Dich
selbst?
Ich würde es eher so nennen: einen bewegten Weg für die Trauer. Denn meine
Trauer ist noch immer da. Sie hat sich verändert, wie sich alles im Leben
stetig verändert, aber sie ist ein täglicher Teil von mir, der meine Liebe zu
meiner Schwester zeigt.
Das Training nimmt mir die Trauer nicht und auch sonst keinem, vielmehr
geht es darum, durch die Bewegung einen Weg zu finden, mit ihr umzugehen –
und mit all den damit verbundenen Gefühlen. Es geht darum, den Körper als
Instrument zu nutzen, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und den Körper
gleichzeitig zu stärken.
Ich biete den Seelensport in ganz unterschiedlichen Formen an: Kurse vor
Ort in Innsbruck, eine Erholungswoche in den Bergen, Workshops in ganz
Deutschland und Österreich. Außerdem halte ich Vorträge zum Thema Trauer in
Bewegung, biete aber auch Online-Trainings an. Außerdem schreibe ich einen Blog
über Themen aus dem Bereich Trauer.
Das Gefühl, einen Teil meiner Schwester in der Form in die Welt
hinauszutragen und anderen trauernden Menschen Hoffnung zu machen, dass ein
Leben mit der Trauer möglich ist und auch mit einem Lächeln verbunden werden
darf, schenkt mir innere Zufriedenheit und einen Sinn in diesem neuen,
zweiten Leben, wie ich es nenne.
Fünf Jahre sind nun seit dem Mord an
Deiner Schwester vergangen. Ich habe Dich am Telefon als fröhlichen Menschen
empfunden, der jeden Tag nutzen möchte. Dein Leben scheint intensiver
geworden zu sein. Und zwar nicht nur im Schmerz, sondern auch in der
Dankbarkeit. Ist mein Eindruck richtig?
Ja, absolut. Als junger Mensch lebt man oft mit dem Gedanken, dass das
Leben unendlich sei und verschiebt gerne vieles nach hinten. Mir wurde
bewusst, dass wir alle sterblich sind und der Tod jeden Tag eintreffen kann.
Mit diesem Gedanken lebe ich Momente bewusster und intensiver, aber auch meine
Beziehungen. Ich verschwende keine Zeit mehr für Dinge, die mir nicht gut tun
oder mich belasten.
Was möchtest Du anderen Menschen gern mit auf den Weg geben, die mit
Schicksalsschlägen leben müssen?
Sich bewusst Zeit für sich und für seine Gefühle. Geduldig mit sich sein
und einen Schritt nach dem anderen gehen. Trauer braucht Zeit, Geduld und ein
liebevolles Umgehen. Wenn wir uns auf diese schmerzvolle Reise einlassen,
verbergen sich dahinter ganz viele schöne, bereichernde Momente, neben all
den Tränen. Sich dabei keinen Druck von außen geben zu lassen, sondern bei
sich zu bleiben, ist ganz wichtig.
Du musst gar nichts. Außer sein. Es ist deine Trauer, dein Schmerz, also
auch deine Regeln.
Das sind schöne Worte. Wie geht es jetzt in Deinem Leben weiter?
Derzeit bin ich auf der Suche nach einem Verlag, weil ich das Geschehene
bereits niedergeschrieben habe und gern veröffentlichen würde. Mit meiner
Geschichte möchte ich anderen Menschen Hoffnung
schenken, aber auch aufklären, was
ein Trauerweg nach einem Mord bedeutet und inwiefern wir alle hier
miteinspielen.
Außerdem startet ab Herbst 2019 mein Ausbildungsprogramm für
SeelenSport-TrainerInnen. Denn mein Wunsch und Ziel ist, dass für jeden
Trauernden dieser Kurs neben den Gesprächsgruppen in vielen Städten
zugänglich sein wird. Die Ausbildung richtet sich an TrauerbegleiterInnen,
TherapeutInnen und TrainerInnen.
Ansonsten lasse ich mich überraschen, denn am Ende weiß doch niemand, wie
es wirklich weitergeht im Leben.
Denn das findet genau Jetzt und Hier statt und darf gelebt werden!
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Interview mit Katy: Wie ich nach dem Mord an meiner Schwester zurück ins
Leben fand | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-nina-der-vater-meiner-kinder-ist-33-jahre-aelter-als-ich |
Ihr Lieben, neulich hat
unsere Leserin Eva ja von ihrer Beziehung mit ihrem 15 jahre jüngeren Freund
erzählt. Die Resonanz darauf war riesig, einige von Euch fragten sich aber,
wie sich so eine Beziehung anfühlt, wenn gemeinsame Kinder im Spiel
sind.
Ob es nicht komisch sei, wenn der Vater auch der Opa sein könnte. Genau
darüber haben wir mit Nina gesprochen, sie ist 33 jahre Jünger als ihr Mann –
sie haben drei gemeinsame Kinder. Tausend Dank für Deine Offenheit und alles
Liebe für Euch!
Liebe Nina, erzähl doch erst mal, wer alles zu deiner Familie gehört!
Zu meiner Familie gehört mein Mann Michael, der 68 Jahre alt ist, womit wir
direkt beim Thema wären! 😉 Ich bin 35, und wir haben gemeinsam 3
Kinder: Lena und Paul sind bald 4 Jahre alt, und Clara ist im August zur Welt
gekommen!
Der Altersunterschied zwischen dir und deinem Mann ist ja schon relativ
groß. Wie und wo habt ihr euch kennen gelernt und wusstest du von Beginn an,
wie alt er ist?
Schon bevor ich ihn kennenlernte, hatte ich von ihm gehört und wusste, wie
alt er ist! 😉 Ich war auf einem 60. Geburtstag eingeladen, habe mich
dort umgesehen und mir überlegt, mit wem es interessant sein könnte, sich zu
unterhalten… und da ist er mir direkt aufgefallen.
Er hat sich genau das Gleiche gedacht, und mich dann angesprochen. An dem
Abend gingen wir ohne die Nummer des jeweils anderen auseinander, die wir uns
dann beide auf ziemlich abenteuerliche, lustige und romantische Art und Weise
versucht haben, zu besorgen. Und 3 Monate nach unserem ersten Kennenlernen
rief er an. Danach folgte dann erst mal ein 3-jähriger lockerer Kontakt, zwar
konnten wir uns beide mehr vorstellen, aber waren zum einen in Beziehungen,
und haben zum anderen beide über den Altersunterschied nachgedacht… wir
hatten beide vorher noch nie deutlich jüngere bzw. deutlich ältere Partner!
Erst als ich fertig promoviert hatte, hat er sich dann ein Herz gefasst und wir
haben es probiert! 🙂
War der Altersunterschied je ein Thema zwischen euch. Und wenn ja, wer
hatte damit mehr Probleme?
Natürlich war das ein Thema! Bei 33 Jahren lässt er sich nicht
verheimlichen und wir haben jede Menge lustige Situationen erlebt… bis hin zu
Leuten, die mir gratuliert haben, dass ich mich für mein (vermeintlich hohes)
Alter aber hervorragend gehalten hätte!
Aber Probleme haben wir bisher beide keine, glaube ich! Wir haben es uns ja
gut überlegt, ob wir zusammen sein wollen, und haben uns von Anfang an so gut
verstanden, dass wir unsere Beziehung nie in Frage gestellt haben… im ersten
Jahr unserer Beziehung haben wir beide ein Sabbatical eingelegt und sind ein
halbes Jahr mit dem Rucksack um die Welt gereist, was uns auch noch mal sehr
zusammengeschweisst hat. Wir lieben uns und haben schon so viele tolle
Erlebnisse geteilt, das ist viel wichtiger als unser Alter.
Wie hat dein und auch sein Umfeld, also Eltern und Geschwister und
Freunde, auf eure Beziehung reagiert, als sie noch ganz frisch war?
Mein Umfeld ist von mir extravagante Ideen und unabhängige Entscheidungen
gewöhnt, von daher kann ich mich zwar an erstaunte Reaktionen erinnern, aber
ansonsten wurde unsere Beziehung in meinem Umfeld ganz schnell normal. In
Michaels Umfeld gab es ein paar Vorbehalte. Z.B. wurde ihm vorgeworfen, er
würde sich an mir vergreifen und seiner Verantwortung mir gegenüber nicht
gerecht werden… Das war schon übel, aber ob das überhaupt der wahre Grund für
die Vorbehalte war, wage ich mal zu bezweifeln. Jedenfalls haben wir solche
Dinge immer besprochen und nie mit uns alleine ausgemacht, und da doofe
Reaktionen nur sehr vereinzelt vorkamen, hat uns das nicht so wirklich
beeindruckt. Alles in allem hat unser Umfeld sehr gut reagiert, wir haben
ganz wenige Kontakte verloren – vielleicht nicht mehr, als andere Paare auch
verlieren, weil sie den neuen Partner einfach doof, nervig, arrogant, was
auch immer finden…? Zum Glück sind bei uns weitaus mehr neue Freunde
dazugekommen, die wir gemeinsam als Paar gefunden haben!
Waren gemeinsame Kinder sofort ein Thema? Oder habt ihr euch wegen
seines Alters doch Gedanken gemacht?
Beim ersten Date hat Michael mich nach Kindern gefragt, und ich hab'
gesagt, dass ich Kinder möchte – nicht sofort, aber irgendwann auf jeden
Fall. Für ihn war diese Idee erst mal neu, er hatte natürlich nicht konkret
geplant, sich eine junge Frau zu suchen und mit über 60 drei Kinder zu
bekommen. Aber irgendwie fand er diese Aussicht auch toll! Danach haben wir
ehrlich gesagt nie wieder daran gezweifelt, dass wir Kinder haben wollen, und
sind die Sache angegangen. Allerdings etwas früher, als ich es mit einem
gleich alten Mann getan hätte… da hätte ich vielleicht noch länger gewartet.
Aber so dachten wir, dass jedes Jahr früher den Kindern ein Jahr mehr mit
ihrem Papa schenkt.
Welche Vorteile hat ein älterer Vater gegenüber einem jüngeren Vater?
Ich habe ja nie Kinder mit einem jungen Vater gehabt, außerdem ist das
schwer und auch irgendwie müßig zu vergleichen… denn ich denke, jeder hat
seine ganz eigene Familienkonstellation, die Vorteile und Nachteile
beinhaltet! Unser großer Nachteil ist sicherlich, dass mein Mann unsere Kinder
nur für eine absehbare Zeit begleiten kann, und dass vielleicht Alter oder
Krankheit unser Familienleben mal belasten werden. Dagegen stehen aber so
viele Vorteile: Mein Mann bringt ganz viel Lebenserfahrung und Reife mit, was
ihm bzw. uns allen im Umgang mit den Kindern und auch in den Entscheidungen
rund um unsere Familie viel nützt. Er hat viel Zeit für die Kinder, denn der
Großteil seines Berufslebens liegt bereits hinter ihm, und momentan arbeiten
wir beide, teilweise zusammen, teilweise jeder für sich, freiberuflich. So
sind wir sehr flexibel. Außerdem bringen seine vielen Berufsjahre auch mit
sich, dass wir schon finanziell abgesichert sind und in dieser Hinsicht keine
Sorgen unser Familienleben belasten. Aber ganz ehrlich: diese Aspekte erfahre
ich jetzt, und freue mich daran, aber habe das so nicht abgesehen oder
geplant… der allergrößte Vorteil ist für mich, dass ich ihn liebe, dass er
mich liebt und dass wir unsere Kinder lieben… und das hat mit alt oder jung
gar nichts zu tun.
Gab es schon mal doofe Reaktionen im Kindergarten oder in der Schule?
Ganz am Anfang, als wir zusammen waren, hatten wir das Gefühl, dass wir
schon mal schief angeguckt werden oder mit dem üblichen Klischee
"Reicher, alter Mann sucht sich hübsches, junges Dummchen"
konfrontiert werden, obwohl wir dem gar nicht entsprechen: Wir sind beide
gleich gut ausgebildet, wir sind beide beruflich erfolgreich, mein Mann
braucht keine junge Frau als Schmuck, und ich brauche keinen alten Mann als
Versorger. Die Leute, die uns näher kennenlernen, merken das ziemlich
schnell, und so haben wir z.B. im letzten Jahr, in dem unsere Kinder in den
Kindergarten gehen, ganz viele nette Kontakte aufgebaut und sogar
Freundschaften geschlossen. Das einzige, was vielleicht besonders ist, ist
das große Interesse an uns – wir fallen halt auf und man erkennt uns viel
schneller wieder als andere Paare. Das macht mir aber nichts, ist auch nett,
in Restaurants und im Blumenladen schon ab dem 2. Besuch mit Namen begrüßt zu
werden! 😉
Interessanterweise gibt es seit ein paar Jahren gar keine doofen Reaktionen
auf unseren gemeinsamen Auftritt mehr… wir treten auch beruflich gemeinsam
als Paar auf, und bekommen beruflich wie privat so viel positives Feedback:
dass wir uns toll ergänzen würden, dass wir zusammen sehr sympathisch sind,
dass man uns anmerkt, dass wir eine gute Ehe führen. Ich glaube mittlerweile,
dass die Art, wie das Umfeld auf einen reagiert, viel mehr mit der
Selbstverständlichkeit, mit der man selbst auftritt, zu tun hat! Und am
Anfang waren wir selbst noch unsicherer, was unseren Altersunterschied
betrifft, und das hat doofe Reaktionen begünstigt.
Nehmen eure Kinder überhaupt wahr, dass ihr Vater so viel älter
ist als die Mutter?
Bisher nicht – für unsere Kinder sind alle Menschen über 20 alt, und da
machen sie keine weiteren Unterschiede. Trotzdem sind wir natürlich sensibel
für dieses Thema und haben auch im Kindergarten nachgefragt, ob unter den
Kindern das Alter unseres Papas eine Rolle spielt. Aber das ist bisher nicht
der Fall. Trotzdem haben wir Sorge, dass unsere Kinder irgendwann mal wegen
ihres alten Vaters gehänselt werden. Deswegen liegt meine Erklärung für
diesen Fall schon bereit: es gibt eben junge und alte Väter, gesunde und
kranke Väter, weisse und schwarze Väter, liebevolle und weniger liebevolle
Väter, Väter, die immer da sind und Väter, die nie da sind, Väter, die mit
der Familie zusammenwohnen und andere, die wo anders wohnen… Ich denke, jeder
Vater hat seine Vor- und Nachteile, und das Alter ist da ein ziemlich
untergeordneter Punkt. Und nimmt man alle Vor- und Nachteile zusammen, dann
haben unsere Kinder mit ihrem Papa ein ziemlich grosses Los gezogen!
🙂
Wie gehst du mit der Angst um, dass du vielleicht irgendwann
alleine mit den Kindern da stehen könntest?
Mir ist sehr bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich irgendwann
alleine mit den Kindern dastehe, für mich deutlich höher ist als für viele
andere Mütter. Aber ich denke, wenn das wirklich passieren sollte, kann ich
das schaffen. Zum einen treffen wir Vorkehrungen, dass in unserem Leben alles
gut organisiert ist, so dass ich es auch alleine managen könnte. Zum anderen
tun wir alles dafür, dass mein Mann lange gesund bleibt und lange lebt, und
nehmen gesundheitliche Themen sehr ernst, angefangen bei gesunder Ernährung
bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen und anderen Arztbesuchen. Und wir rauchen
nicht und trinken beide keinen Tropfen Alkohol! Das mit dem regelmässigen
Sport ist noch eine Baustelle… aber wir sind zumindest voller guter Vorsätze!
Damit fühle ich mich eigentlich ziemlich wohl… ist ja auch nicht so, dass
junge Väter nicht krank werden können oder sterben können – nur trifft es
diese Familien dann oft völlig unvorbereitet.
Wie bereichert der Altersunterschied eure Paarbeziehung?
Das ist schwer zu sagen… mein Mann als Mensch bereichert mich und er hat
wahnsinnig viele Stärken, für die ich ihn bewundere – wobei er mich genauso
bewundert für meine Stärken… Aber welche Stärken etwas mit seinem Alter oder
meiner Jugend zu tun haben, kann ich nicht sagen! Doch, eine Sache gibt es:
mein Mann hat ja schon 50 Jahre Beziehungserfahrung auf dem Buckel, und das
merkt man schon! Er ist extrem ausgleichend, vorausschauend, wertschätzend…
und wenn ich mal rummotze, nimmt er das überhaupt nicht ernst, sondern sagt
nur: "Du blöde Kuh, ich lieb' Dich trotzdem!" – und dann müssen wir
beide lachen. Mit meinen gleichalten Freunden haben sich Konflikte schneller
hochgeschaukelt. Aber auch hier kann ich mir letztendlich nicht sicher sein,
ob das an seinem Alter liegt, oder einfach an seinem Charakter.
Und wo merkst du doch, dass etliche Jahre zwischen euch liegen?
Es gibt so bestimmte Freizeitbeschäftigungen, die typisch sind für meine
Generation, glaube ich: DVD-Abende zum Beispiel! Versteht mein Mann gar
nicht, warum man einen Abend in bester Gesellschaft verplempern soll, ohne
sich zu unterhalten, sondern indem man in den Fernseher stiert. Er geht z.B.
lieber ins Theater. Aber ehrlich gesagt: ich auch!
Hattest du früher auch Beziehungen mit gleichaltrigen Männern? Und
wie waren die für dich?
Ich hatte bisher nur Beziehungen mit gleichaltrigen Männern, und mein Mann
hatte vor mir nur Beziehungen mit gleichaltrigen Frauen. Die waren auch gut,
aber letztendlich hat mich kein Mann so nachhaltig beeindruckt und fasziniert
wie er. Aber ich glaube auch hier, dass das viel mehr mit ihm als Person zu
tun hat als mit seinem Alter.
Wie geht dein Mann damit um, dass er wahrscheinlich nicht mehr erleben
wird, ob seine eigenen Kinder selbst einmal Kinder bekommen?
Das habe ich ihn gefragt, und er sagt: "Da hab' ich noch nie drüber
nachgedacht!" Ich glaube, wir sind (meistens) sehr lebenstüchtig und
denken über die Sachen, die wir nicht ändern können, nicht so viel nach. Mir
gibt es manchmal einen Stich, wenn ich denke, dass er unsere Töchter
wahrscheinlich nicht zum Altar wird führen können oder so was… aber dann
denke ich: so viele Bräute werden nicht von ihrem Vater zum Altar geführt…
z.B. weil sie mit ihrem Vater zerstritten sind oder weil die Eltern
zerstritten sind. Das stelle ich mir noch viel schlimmer vor als einen tollen
Vater und ein erfülltes Familienleben gehabt zu haben, nur eben nicht für
immer.
Was rätst du Paaren in einer ähnlichen Situation, die noch nicht
wissen, ob sie mit so einem Altersunterschied umgehen können?
Auch wenn ich von vielen Vorteilen unserer Situation berichten kann, würde
ich niemandem raten, in Herzensdinge auf die Ratschläge anderer zu vertrauen…
Man spürt, ob man mit jemandem unbedingt zusammen sein will! Wenn man
jemanden aufrichtig liebt, dann ist es egal, ob derjenige jung, alt, schwarz,
weiss, krank, gesund, arm oder reich ist, dann sollte man seinem Herzen
folgen. Und ansonsten gilt: "a maybe is always a no"! Für uns war
es nicht nur ein "vielleicht", und wir sind für unseren Mut,
unserem Herzen zu folgen, reich belohnt worden, und selbst wenn weniger
schöne Zeiten auf uns warten sollten: damit kann ich besser leben, als damit,
unser Glück gar nicht gelebt zu haben!
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Interview mit Nina: Der Vater meiner Kinder ist 33 Jahre älter als ich |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-regina-meine-leben-mit-bald-fuenf-soehnen |
Liebe Regina, du bist mit
deinem 5. Kind schwanger – es wird wieder Dein fünfter Junge. Verrate doch
mal, was du gedacht hast, als du das Geschlecht beim Frauenarzt erfahren
hast.
Ganz ehrlich: ich war total glücklich. Ich habe mir einen Jungen
gewünscht.´Mein Mann hat insgeheim auf eine Prinzessin gehofft ,aber ich
wollte nach 4 Jungs einfach kein Mädchen mehr.
Wolltet Ihr schon immer viele Kinder – oder hat sich die Großfamilie ergeben?
Wir wollten eigentlich immer 4 Kinder. Aber – so wie nach jeder Geburt –
hab ich auch nach Nr. 4 schon im Kreissaal zu meinem Mann gesagt: "Das
war nicht das letzte Kind!" Ich musste ihn allerdings schon etwas
überzeugen, noch ein fünftes Kind zu bekommen – vorallem musste ich ihm
versprechen, dass dann auch wirklich Schluss ist. Schauen wir mal, wie es
weiter geht 🙂
Was ist das schönste daran, eine Jungsmama zu sein?
Es gibt einfach viele schöne Momente mit meinem Jungs. Ich glaube auch,
dass mir einiges erspart bleibt – zb. die typischen Mädchenzickereien. Und
ich muss im Winter keine langen Haare föhnen. Ich werde mich nicht mit
Teenie-Töchtern ums Badezimmer streiten müssen. Ich finde Jungs einfach toll,
sie sind kleine Wirbelwinde und ich stehe gerne auf dem Fußballplatz.
Hand aufs Herz: Hast Du Dir auch mal ein Mädchen gewünscht?
Ja, als ich das zweite Mal schwanger war, habe ich mir ein Mädchen
gewünscht. Als ich erfahren habe, dass es wieder ein Junge wird, war ich
schrecklich enttäuscht. Als mit bewusst wurde, dass ich enttäuscht bin, war
das schlimmes Gefühl. Denn eigentlich war ja alles wunderbar – ich war mit
einem gesunden Jungen schwanger. Das schlechte Gewissen über die Enttäuschung
überwog alles – und danach habe ich mir nie wieder ein Geschlecht gewünscht.
Ich war einfach nur dankbar über gesunde und fröhliche Kinder.
Wie reagieren Fremde auf Eure Jungs-Truppe?
Die meisten bedauern mich. Viele Leute haben wohl die Vorstellung, dass man
mit so vielen Jungs regelmäßig grundsanieren muss. Aber es gibt auch Leute,
die uns ihre Bewunderung aussprechen.
Welchen Spruch kannst Du nicht mehr hören?
Da gibt es viele, aber am Schlimmsten finde ich: "Macht ihr jetzt so
lange weiter, bis ihr ein Mädchen bekommt?" oder "Schon wieder
schwanger? Das war aber doch jetzt bestimmt ein Unfall…"
Was ist Dir besonders wichtig bei der Erziehung deiner Söhne?
Besonders wichtig ist mir ihre Selbstständigkeit. Ich möchte keine
verwöhnten Muttersöhnchen, die von Hotel Mama direkt zur Freundin ziehen,
weil sie weder kochen noch Wäsche waschen oder putzen können. Die Erziehung
der Jungs ist in diesen Punkten aber nicht besonders schwer, weil ihr Papa
ihnen genau das vorlebt. Er putzt und kocht – genauso wie ich das mache. Also
sehen unsere Jungs, dass der Haushalt eben nicht reine Frauensache ist.
Außerdem möchten wir den Kindern Respekt vor anderen Menschen vermitteln und
dass alle Menschen gleich sind.
Was wünscht Du Dir für Deine Kinder?
Ich wünsche mir, dass sie glücklich werden. Dass sie einen Job haben, der
sie erfüllt und nicht nur zum Geldverdienen erledigt wird. Und natürlich, dass
sie einen Partner/in finden,mit dem sie glücklich sind. So glücklich wie ihr
Papa und ich es sind. Ohne seine Mithilfe wäre unsere Großfamilie nämlich
nicht möglich. Er kümmert sich sehr liebevoll um uns und ich bekomme
regelmäßig Auszeiten.
Wer oder was ist gerade total angesagt bei Deinen Jungs?
Bei Paul (10 Jahre) Dragons, Johannes (7 Jahre) Minions und Fussball, Noah
(2 Jahre) Bob der Baumeister, Cars, Feuerwehrmann Sam, bei Jona (1 Jahr)
Spielzeuge der großen Brüder klauen
Gibt es was, was du zum Thema Jungs-Mama schon immer mal los werden
wolltest?
Ich kann jede Mama verstehen, die sich ein Mädchen wünscht. Aber ganz
ehrlich: Jungs sind soooooo toll. Sie sind wild und frech aber auch so
sensibel und loyal. Sie sind so hilfsbereit, kümmern und beschützen sich
untereinander. Sie sind einfach super. Ich freue mich schon, wenn sie noch
älter sind und ihre Freundinnen mit nach Hause bringen. Aber bis dahin
genießen wir unsere Bande und leben im Hier und Jetzt.
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Interview mit Regina: Meine Leben mit (bald) fünf Söhnen | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-saskia-ich-bin-mit-16-jahren-mutter-geworden |
Liebe Saskia, Du bist sehr jung Mutter geworden. Hattest Du das Gefühl,
dass Du in deiner Schwangerschaft deshalb anders behandelt worden bist?
Das stimmt, ich bin mit 16 Jahren schwanger geworden. Aber nein, ich habe
keine negativen Erfahrungen gemacht. Ich hatte einen ganz tollen Gynäkologen,
der mich sehr ernst genommen hat. Und meine großartige Hebamme hat mich auch
von Beginn an unterstützt. Ob andere Leute komische Gedanken hatten, war mir
schlicht egal.
Wie verlief denn die Schwangerschaft?
Ich hatte mit Übelkeit zu kämpfen, aber generell verlief die
Schwangerschaft bis Mitte 7. Monat sehr gut. Ich bin weiterhin zur Schule
gegangen und hatte auch dort die vollste Unterstützung. Mein letzter
Untersuchungstermin endete jedoch damit, dass ich sofort ins Krankenhaus
musste, weil ich zu viel Eiweiß im Urin hatte und mein Blutdruck viel zu hoch
war. Es bestand der Verdacht auf Präeklampsie. Vier Tage später wurde meine
Püppi in der 30. SSW per Notkaiserschnitt geholt, weil ihre Herztöne zu
schwach waren.
War Deine Tochter ein Wunschkind?
Absolut. Auch von dem Vater meiner Tochter, der zu dem Zeitpunkt 19 Jahre
alt war.
Wenn man so jung schwanger wird, muss man sich doch sicher jede Menge
Fragen anhören. Welche störte Dich am meisten?
Ja, ich wurde oft gefragt, ob das Kind geplant war. Aber mich hat diese
Frage nicht gestört, denn meine Tochter war ein Wunschkind und ich war und
bin stolz darauf, dass ich mit 16 schon reif dafür war. Gestört hat mich eher
die Frage "Wie stellst du dir das alles vor? Ein Kind kann man nicht
einfach wieder abgeben!“ Als wäre mir das nicht klar gewesen. Es war nervig,
immer und immer wieder Rechenschaft abzulegen.
Wie lief der Alltag mit Baby dann ab?
Bei uns war es nach der Geburt nicht so einfach. Meine Tochter lag noch
drei Monate im Krankenhaus und hat gekämpft. Ich bin kurz nach ihrer Geburt
in eine Mutter-Kind-WG gezogen, weil ich ja noch minderjährig war. Das war
anfangs sehr hart, weil die Mamis da alle ihre Kinder bei sich hatten und ich
jeden Tag ins Krankenhaus fahren musste.
Als ich sie dann aber endlich nach Hause mitnehmen konnte, war es so schön!
Meine Kleine war ein sehr sehr einfaches Kind. Ich brauchte tatsächlich kaum
Hilfe, denn ich hatte durch jahrelanges Babysitten schon etwas
Erfahrung.
Es war eher so, dass meine Bezugsbetreuerin eines Tages meinte “Zwei
Stunden in der Woche nehme ich sie dir ab, damit du mal dein Ding machen
kannst!“ Das wollte ich zunächst nicht, weil ich immer bei meiner Tochter
sein wollte. Aber als ich mich dann mal durchgerungen habe, sie abzugeben,
konnte ich die Zeit für mich alleine auch genießen.
Nun ist es ja nicht bei einem Kind geblieben…
Ja, mittlerweile habe ich drei wundervolle Kinder im Alter von 8, fast 6
und 1,5 Jahren!
Ich habe mich, als meine erste Tochter ca 6 Monate alt war, zum dritten und
letzten mal von ihrem Erzeuger getrennt. Ursprünglich wollte ich sie alleine
groß ziehen. So hätte ich alles alleine entscheiden können und mir würde kein
Mann mehr auf die Nerven gehen.
Nur einen Monat später lernte ich jedoch meinen jetzigen Mann kennen…Zuerst
haben wir nur telefoniert, stundenlang. Ich wollte eigentlich keine neue
Beziehung, aber er ließ nicht locker. Nach ein paar Wochen hab ich ihn
dann von der Arbeit abgeholt und der Verrückte hat mich sofort geküsst. Ich
war total perplex, hab mir dann aber gedacht: “Gut, scheinbar weiß er was er
will, dann nagel ich ihn jetzt fest.“ Seitdem sind wir zusammen.
Nach 8 Monaten wurde ich, wieder geplant, direkt schwanger. Wir zogen um
und lebten unser Leben zum ersten mal ohne das Jugendamt im Nacken. Es war so
ungewohnt und doch so schön. Es lief alles perfekt. Im Januar 2016 guckte
mein Mann mich eines Morgens an und sagte: “Du bist schwanger!“
Eigentlich wollte ich kein drittes Kind mehr, aber ich war tatsächlich
wieder schwanger. Das hat mich zum ersten Mal ganz schön aus dem Latschen
gehauen. Die beiden Großen waren gerade aus dem Windel-Buggy-Alter raus und
wir Eltern hatten mal wieder etwas mehr Zeit für uns. Und dann sollte
plötzlich alles wieder von vorne los gehen?
Ich gebe zu, dass ich mich mmit em Gedanken ganz schön schwer getan habe,
auch, weil ich wieder arbeiten gehen wollte. Mein Mann aber sagte zu mir:
"Warte erst mal ab. Wenn du unseren Dicken erstmal auf dem Arm hälst,
änderst du deine Meinung sowieso.“ Er hatte Recht. Ich bin bis heute Zuhause
und habe jede einzelne Minute mit dem Kleinen genossen und könnte mich für
meine doofen Gedanken in der Schwangerschaft ohrfeigen. Trotzdem finde ich
jetzt, dass wir komplett sind!
In welchen Situationen merkst du heute noch, dass du sehr viel jünger bist
als die anderen?
Hm, da gibt es nur eine Situation, die ich aber eher lustig finde. Die
meisten Mütter aus der Klasse meiner Tochter sind im Alter meiner Mutter. Sie
fluchen dann immer, wie alt sie schon sind und ich bin ja erst 24. Ansonsten
gibt es eigentlich nichts. Für mich war mit 16 eben der richtige Moment,
Mutter zu werden.
Das heißt, Du würdest wieder so jung Mutter werden?
Ja, ganz klar ja! Ich liebe mein
Leben so wie es ist, sehr! Genau so habe ich mir mein Leben immer
vorgestellt (bis auf das dritte Kind). Und ich habe schon als kleines Mädchen
immer gesagt: “Ich werde ganz früh Mama!“
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Interview mit Saskia: "Ich bin mit 16 Jahren Mutter geworden" |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-schauspielerin-paula-schramm |
Ihr Lieben, am 5.1. startet die neue Staffel der „SOKO Hamburg“, Paula
Schramm spielt in der ZDF-Serie eine Kommissarin. Paula hat ein Kind und hat
uns verraten, wie sie durch die Corona-Krise gekommen ist und was sie am
meisten vermisst.
Liebe Paula, ein Schauspielerinnenleben ist aufregend, weil immer wieder
mit neuen Stoffen und neuen Teams gedreht wird, es ist aber auch immer
aufregend, weil nie klar ist, ob es nach dem aktuellen Projekt ein weiteres
gibt. Warst du deswegen vielleicht besser auf die unsichere Jobsituation in
Corona-Zeiten vorbereitet?
Ja, das ist ein interessanter Gedanke. So habe ich das noch gar nicht gesehen…
Aber es stimmt wohl: in meinem Beruf gibt es keine Sicherheiten. Nicht vor,
und nicht nach Corona. Es war für mich trotzdem ein gewisser Schock, da der
Lockdown ein paar Tage vor meinem ersten Drehtag bei der „Soko Hamburg“
begann.
Ich wusste zu der Zeit nicht, wie lange ich kein Geld verdienen werde. Wir
als Familie hatten fest mit der Gage gerechnet und brauchten diese auch sehr
dringend, da wir zuvor einen Monat in Costa Rica verbracht haben. Und das
hatte uns finanziell die Hosen ausgezogen. Aber ich sage mal so: Freiheit hat
ihren Preis. In vielerlei Hinsicht.
Als Schauspielerin gehst du mit offenen Augen durch die Welt, saugst Dinge
und Menschen in dich auf – fehlt dir das gerade durch die
Beschränkungen?
Ja und nein. Natürlich fehlt mir, wie wahrscheinlich allen, die engen
sozialen Kontakte, auch die körperlichen Berührungen zu meinen Freunden und
Familienmitgliedern.
Andererseits bin ich manchmal sehr zerstreut. Im ersten Lockdown hatte ich
sehr intensive Momente mit mir, meinen Gedanken, meiner Gefühlswelt, meinem
Humor. Trotz der Ängste gab es einen Moment der Besinnung oder zumindest der
Konfrontation mit mir selbst. Das konnte ich sehr wertschätzen und erlebte
eine gewisse kreative Bereicherung. Ein bisschen so, wie man sich Weihnachten
immer vorstellt – wie es aber selten wird, weil man anstatt nachzudenken eher
viele Geschenke in überfüllten Geschäften kauft, oder sich über die Macken
von Familienmitgliedern ärgert.
Nun bangen viele KünstlerInnen in diesen Zeiten um ihre eigene, aber auch
um die Zukunft ihrer Branche. Wie geht es dir aktuell und bekommst du das in
deinem Umfeld auch mit?
Ich bekomme das mit. Auf jeden Fall. Andererseits muss man sagen, es war
schon immer eine Branche, die viel aus eigener Kraft auf die Beine gestellt
hat. Ich denke, das wird weiter so sein. Es gibt einige Leute, die es gewohnt
sind kämpferisch kreativ und innovativ zu sein. Und Kreativität steht am
Anfang einer jeden Problembewältigung. Das haben die letzten Monate ja wohl
deutlich gezeigt.
Da kursiert ja auch gerade dieser furchtbare „Witz“ mit dem Arzt, der dem
Künstler sagt: „Sie haben noch sechs Monate zu leben“ und der ihm entgegnet
„Wovon denn?“ Neigst du in solchen Zeiten auch eher zu schwarzem Humor oder
findest du das eher geschmacklos?
Ich nehme es mit Humor. Ich bin aber von der Situation zunehmend genervt,
muss ich zugeben. Diese Sage vom armen Künstler, der sich irgendwie
durchschlägt, nervt. Wir sind alle arbeitende, steuerzahlende Menschen, die
auch Familien und Verantwortungen haben.
Was würdest du dir in diesen Zeiten zur Kulturförderung wünschen?
Gezielte Unterstützung. Gesehen werden. Und ganz speziell für mein
Department: finanzielle Unterstützung. Für Schauspieler gab es keine Hilfen.
Die meisten von uns haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das berühmte,
tolle Kurzarbeitergeld griff oft nicht. Ich habe zwar noch nie Hartz4 in
Anspruch genommen, aber ich bezweifle, dass ich davon überhaupt hätte Miete
zahlen können.
Du bist mit 25 Jahren Mutter geworden, dein Sohn ist jetzt 5, wie geht er
mit der Krise um und wie schaffst du Sicherheiten für ihn?
Ich schaffe Sicherheiten, indem ich einfach von Tag zu Tag lebe und mich
mehr auf das „Hier und Jetzt“ konzentriere als auf „hätte, könnte, werde“.
Das halte ich schon immer so. Sonst wäre der Beruf auch nichts für mich.
Zudem scheint mir einfach die Sonne aus dem Hintern. Ich liebe, es Mutter und
Mensch zu sein und für mich bringt jeder Tag das Potential, ein richtig guter
zu werden.
Ich nenne das Überlebensstrategie. Das Glas ist halb voll. Alles andere
macht für mich echt keinen Sinn. Und so gebe ich das auch an meinen Sohn
weiter. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal eine kleine Kreativwerksatt zu
Hause haben werde, obwohl ich zwei linke Hände habe.
Paula Schramm. Foto: Prepeek
Da auch ich bereits mit 24 Mutter wurde, interessiert mich: Würdest du
nochmal so jung Kinder bekommen?
UNBEDINGT! Das war eine so gute Entscheidung. Ich bequatsche auch alle
jüngeren Kolleginnen, die mich nach einem Rat fragen. Ich habe dieser
Entscheidung so viel zu verdanken. So viel Energie, Leichtigkeit,
Erwachsenwerden und gleichzeitig spielerisch die Welt wieder neu sehen.
Verantwortung tragen, aber nicht dogmatisch werden. Von Anderen lernen und
sich selbst dabei finden. Und am Liebsten: Von meinem Sohn lernen und lieber
mal hinhören, anstatt ihm meine Welt zu erklären.
Kinder bedeuten Einschränkungen. Eine Entscheidung FÜR etwas, ist auch
immer eine Entscheidung GEGEN etwas anderes. Man kann nicht alles
gleichzeitig haben, das ist ja klar. Aber dadurch, dass ich so jung war, habe
ich mir über vieles auch keine Gedanken gemacht. Wie lange ich nicht arbeite,
wer was über mich denkt, ob das der richtige Mann ist, wie ich danach
aussehe, ob ich danach noch besetzt werde… hat mich überhaupt nicht
interessiert. Jetzt hätte ich definitiv größere Zweifel und Ängste.
Nun bist du in deinem Leben viel und gern gereist, wie schaffst du es mit
der derzeitigen Unfreiheit umzugehen? Holst du dir die Welt vielleicht sogar
durch deine sagenumwobene vegetarische Küche ins Haus?
Danke, dass du meine Kochkünste so lobst. Ich werde das hier gleich mal so
weiterleiten. Also, mein Sohn und ich backen seit dem Lockdown jeden Samstag
einen anderen Kuchen. Letztens ist uns wirklich der weltbeste Schokokuchen
gelungen. Ansonsten koche ich sehr regional, mein Freund verwendet das als
Synonym für langweilig. Ich nenne das bewusst und gesund und smart.
Wir waren dieses Jahr sehr viel mit unserem Camper unterwegs. Da ist man
prima für sich. Sehr Corona-freundlich. Ich hab das sehr genossen. Es muss
nicht immer die weite Reise sein. Wobei man bei einer Autoreise auch mal
merkt, dass Sardinien auch nicht um die Ecke ist. Und man vielleicht länger
braucht als 45 Minuten in einem Billigflieger. Und man erlebt auch mehr. Aber
man braucht eben viel Zeit. Und die hat man natürlich nicht immer.
Aber ich vermisse die weiten Reisen schon auch. Ich weiß, fliegen ist
schlecht für die Umwelt, aber die Welt nicht zu entdecken ist ja auch keine
Lösung. Menschen, die etwas von der Welt gesehen haben, über den Tellerrand
hinausgeschaut haben, sind denke ich auch weniger anfällig für den ganzen
nationalistischen Quatsch, der hier gerade bedauerlicherweise erneut die
Runde macht.
Also wir brauchen Wasserstoffflugzeuge. Ganz flott. Das ist ja klar.
Siehst du Chancen in der Krise? Oder ziehst du für dich persönlich Lehren
daraus?
Meine Lehre: wir müssen den Kapitalismus ersetzen. Das fliegt uns sonst
allen gewaltig um die Ohren. Weniger ist mehr. Klingt so abgedroschen, stimmt
aber. Wir haben uns doch alle gefragt, was uns glücklich macht, oder wobei
wir uns wohlfühlen. Und ich tippe mal, dass wenige Antworten mit Konsum und
sich totarbeiten zu tun haben.
Außerdem habe ich viel zugehört in diesem Jahr. Und denke, das sollten wir
alle mehr. Zuhören und aushalten. Ist nicht einfach, ich weiß. Aber es hilft
ja nix.
Du hast schon als Siebenjährige vor der Kamera gestanden, hast für Kika
gespielt, für Soko Hamburg, aber auch schon Kinofilme. Welchen Dreh wirst du
nie vergessen und wieso?
Mein erster Kinofilm „Französisch für Anfänger“. Ich war 15 und kam zum
ersten Mal richtig mit der Arbeit an sich als Schauspielerin in Berührung. Da
ist die Liebe für den Beruf tatsächlich gesät worden. Und auch die
französische Idee vom Leben und Genuss ist mir bis heute geblieben. Ich wohne
jetzt in West-Berlin. An sich nicht so mein Fall. Aber die vielen französischen
Feinkostläden mit ihrem verbotenen schimmligen Käse…herrlich.
Außerdem haben mich auch die Umstände der Dreharbeiten sehr gefordert und
geprägt. Da mein Schul-Direktor mir nach diesem Dreh keine weiteren
Freistellungen geben wollte und er meinte, ich könne an seiner Schule nicht
das Abitur machen und parallel Schauspielerin werden, war mir klar, ich muss
mein heißgeliebtes Gymnasium verlassen. Und damit auch meine neuen Freunde.
Ich habe mein Abi dann an einer Privatschule gemacht. Das war irgendwie
einsam, aber eine Form von Unverständnis meinem frühen Berufswunsch
gegenüber, hatte mich schon seit meiner Kindheit begleitet.
Hilft dir dein Schauspieltalent in deiner Mutterschaft? Weil du immer auch
noch ein bisschen Kind geblieben bist und das Spielen liebst…. ?!
Haha. Bestimmt:) Und ich lese so gern vor. Ich kann mich nicht daran
erinnern, dass es mal einen Abend gab in den letzten fünf Jahren, an dem ich
kein Buch vorgelesen habe. Also mindestens eins. Das ist sicher auch eine
Berufskrankheit.
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Paula Schramm: Es ist super, jung Kinder zu bekommen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-simone-keine-frau-treibt-ein-kind-leichtfertig-ab |
Liebe Simone, Du hattest
einen Schwangerschaftsabbruch – in welchen Lebensumständen warst du
damals?
Ich hatte vor acht Jahren einen Abbruch, da war ich 29. Mein jetztiger Mann
und ich waren etwa vier Jahre zusammen – er studierte noch, ich hatte meinen
ersten Job im Handwerk. Geld gab es bei uns also immer zu wenig.
Wie hast Du Dich gefühlt, als Du von der Schwangerschaft erfahren
hast?
Es war der totale Schock. Wir hatten kurz vorher zufällig darüber
gesprochen, dass es kein guter Zeitpunkt wäre, um nun ein Kind zu bekommen.
Kurz darauf war ich schwanger und emotional meilenweit davon entfernt, Mutter
zu werden.
War dir also schnell klar, dass Du das Kind nicht bekommen möchtest?
Eigentlich ja. Beim Frauenarzt habe ich sofort geweint, weil mir klar war,
dass wir jetzt kein Kind wollen. Trotzdem hat die Frauenärztin mir sofort den
Mutterpass ausgestellt – da könnten ja dann auch die nächsten Schwangerschaften
eingetragen werden, meinte sie. Für mich war das ein Unding – die ganze
Sache ist auch ohne Mutterpass schon belastend genug…
Wem hast Du dich in dieser Zeit anvertraut? Und wie hat sich Dein Freund
verhalten?
Mein Freund steckte damals mitten in den Prüfungen, er war wie vor den Kopf
gestoßen. Wir haben uns dann nochmal beraten, uns dann aber gemeinsam für den
Abbruch entschieden. Zum Glück habe ich eine tolle Familie, die mich sehr
aufgefangen hat. Sie haben mich auch auf den Wegen zu Pro Familia
begleitet.
Wie hast Du dann den Tag des Abbruches erlebt?
Es fühlte sich so an, als sei das gar nicht ich, der das passiert. Es war
so, als würde ich einer anderen Frau zuschauen. Die OP selbst war ganz kurz
und die Mitarbeiter waren nett. Ich fühlte mich aber die ganze Zeit wie im
Nebel.
Und wie waren die Tage/Wochen danach?
Ich habe versucht, alles ganz tief in mir zu vergraben und das alles nicht
so an mich ranzulassen – obwohl meine Entscheidung richtig für mich war. Der
Abbruch wurde in der 7. SSW gemacht und natürlich habe ich in den Wochen
danach ständig nachgerechnet, wie weit ich jetzt wäre. Ein paar Tage nach dem
Abbruch bin ich wieder arbeiten gegangen und dachte, dass es mich ablenkt.
Das hat aber nicht funktioniert. Ich bin zusammengebrochen und habe mir Hilfe
bei Pro Familia geholt. Das war das Beste, was ich hätte machen können.
Ich bin dort an eine super tolle Sozialarbeiterin geraten, die mir
wahnsinnig geholfen hat – noch heute denke ich viel an sie. Und ich habe
Tagebuch geschrieben, schreiben hat mir geholfen. Ebenso wie der Austausch
mit einer netten Autorin, die ein Buch über ihren Abbruch geschrieben hat.
Ehrlich gesagt, ist mir die Zeit danach aber auch sehr schwammig in
Erinnerung…
Du hast allerdings dann ein schlimmes Erlebnis mit einer Therapeutin
gehabt.
Genau, nach der Pro Familia-Beratung habe ich mit noch eine Therapeutin
gesucht. Die sagte sofort zu mir: "Ja, sie haben ihr Kind getötet."
Ich kann nur sagen: Keine Frau macht leichtfertig einen
Schwangerschaftsabbruch. Und keine Frau braucht dann solche Sprüche. Ich bin
nie wieder zu der Therapeutin, sondern habe mit einem anderen Therapeuten
alles aufgearbeitet. Ich kann nur jedem empfehlen, sich Hilfe zu holen.
Niemand muss einen Abbruch alleine aufarbeiten.
Bist Du wegen deiner Entscheidung noch anderswo negativ beurteilt
worden?
Ja, einige Freunde, denen ich mich anvertraut haben, konnten mich nicht
verstehen und sagten: "Wie kann man sowas nur machen." Und als ich
nach dem Abbruch einen Arzt um eine Krankmeldung bat, sagte der: "Klar,
sie bereuen das jetzt also. Und deshalb geht´s ihnen
schlecht."
Mit dem Wissen von heute – würdest Du dich heute wieder so
entscheiden?
Puuh, schwere Frage. Vor einem Jahr habe ich nämlich ein Kind bekommen.
Damals war es die richtige richtige Entscheidung, ich habe mich damals nicht
als Mutter gesehen. Heute bin ich eine andere Frau – auch wegen des Abbruchs
vor vielen Jahren. Mit dem Wissen von heute würde ich keinen Abbruch mehr
machen – aber wie gesagt, damals war es eine andere Situation und ich stehe
zu meiner Entscheidung.
Wie geht es Dir heute?
Heute geht es mir gut. Der Abbruch gehört jetzt zu meinem Leben dazu. Es
ist gut, dass so viel Zeit zwischen dem Abbruch und der Geburt meines Sohnes
lag. So konnte ich alles in Ruhe verarbeiten, mir selbst vergeben. Denn durch
unbedachte Äußerungen haben es viele Menschen geschafft, in mir ein
Schuldgefühl zu erzeugen und das musste ich auch erstmal verarbeiten –
obwohl ich mir sicher bin, dass ich damals eine für mich richtige
Entscheidung getroffen habe. Aber die Sprüche der Leute, die brennen sich
ein, die vergisst man nicht.
Glücklicherweise hat meine Beziehung den Abbruch auch überstanden – es war
nicht leicht, aber heute sind wir eine glükliche Familie.
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Interview mit Simone: Keine Frau treibt ein Kind leichtfertig ab | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-sonja-kurz-nach-der-hochzeit-outete-sich-mein-mann-als-schwul |
Liebe Sonja, Deine erste Ehe ist auseinander gegangen, weil Dein Ex-Mann
sich irgendwann als schwul geoutet hat. Erzähl bitte mal ein bisschen was
über Eure Beziehung.
Wir waren insgesamt fünf Jahre zusammen, eineinhalb davon verheiratet. Wir
haben recht jung geheiratet, wir waren gerade mal 20 Jahre alt. Da wir beide
noch in der Ausbildung waren, waren Kinder zwar ein Thema, aber wir waren uns
einig, dass wir damit noch warten wollen.
Eigentlich war ich der Meinung, dass wir glücklich miteinander waren. Er
hat mir einen klassischen Heiratsantrag gemacht, wir konnten sehr gut
miteinander reden. Ich kam mit seiner Familie gut klar, die allerdings sehr
konservativ ist. Diese Einstellung ist vermutlich auch der Grund für seine
ganzen Heimlichkeiten.
Genau über diese Heimlichkeiten möchtest Du uns erzählen.
Nach der Hochzeit änderte sich plötzlich das Verhalten meines Exmannes.
Dazu muss man sagen, dass wir erst nach der Hochzeit unsere erste gemeinsame
Wohnung bezogen – vorher hatten wir in meiner kleinen Wohnung gelebt und er
hatte auch noch ein Zimmer bei seinen Eltern gehabt. In der neuen Wohnung
hatte er ein Büro, in das er sich oft zurück zog. Immer öfter war die Tür
verschlossen, wenn ich heim kam. Da wusste ich noch nicht, dass er in dieser
Zeit mit anderen Homosexuellen chattete.
Das heißt, Du hattest wirklich keine Ahnung, dass Dein Mann schwul
ist?
Nein. Er wurde jedoch immer abweisender, musste angeblich viel arbeiten und
verbrachte die Wochenenden mit Freunden. Wenn ich fragte welche Freunde es
seien, sagte er, es seien Arbeitskollegen, die ich nicht kennen würde. Und er
schlief immer häufiger auf dem Sofa.
Wie hast Du von seiner Homosexualität erfahren?
Es kam eher zufällig heraus. Eines Abends lag sein Handy auf dem
Küchentisch und eine SMS mit einer Adresse erschien auf dem Display. Von da
an nahm ich ihm nicht mehr ab, dass er so viel arbeiten muss. Aber ich sagte
noch nichts. Bis er ein ganzes Wochenende weg blieb und sein Handy in dieser
Zeit komplett ausgeschaltet war. Als er wieder nach Hause kam, fragte ihn
direkt, ob er mir vielleicht endlich etwas sagen solle. Da beichtete er, dass
er seit einem halben Jahr einen Mann kenne und eine Beziehung mit ihm führe.
Er brach vor mir zusammen und wir weinten und weinten.
Ich glaube, er war auch erleichtert, denn er gab zu, dass er sich seit dem
Teenageralter mehr zu Männern hingezogen fühlte, seine Familie aber nicht
„enttäuschen“ wollte. Für mich war das alles auch ganz schön viel und so zog
ich erstmal zu einer Freundin. Ich erzählte erstmal niemandem von dem wahren
Grund, denn ich wollte ihn ja nicht outen.
Betrogen werden ist immer hart. Macht es den Betrug für dich leichter oder
schwerer, dass du mit einem Mann betrogen wurdest?
Für mich war es tatsächlich leichter, weil es keine Suche nach dem
Schuldigen oder dem Auslöser gab. Mein Ex kann ja nichts für seine sexuelle
Neigung und es war für ihn sicherlich fürchterlich hart, diese so lange zu
verstecken. Aber trotzdem ist es natürlich nie schön, betrogen zu
werden.
Wie ging es weiter?
Wir haben uns nach ein paar Tagen zusammen gesetzt und waren uns schnell
einig, dass diese Ehe nicht mehr länger bestehen bleiben kann. Als er sich
vor seinen Eltern outete, war ich auch dabei. Diese Situation war mehr als
unschön, wir wurden beide praktisch hinausgeworfen. Ihm warfen sie vor, dass
Homosexualität nicht natürlich sei und mir, dass ich es ja schon länger
gewusst hätte und sie angelogen hätte. Seitdem habe ich keinen Kontakt mehr
zu seiner Familie.
Zwischen meinem Ex und mir lief es anfangs noch freundschaftlich, später
wurde es leider doch noch hässlich. Ich hatte durch meine Ausbildung Anspruch
auf Trennungsunterhalt. Den wollte er unter keinen Umständen zahlen und
obwohl wir vorher beide eine stressfreie Trennung wollten, arbeitete er
plötzlich dagegen – bis ich den Anspruch auf das Geld zurück nahm und
verzichtete.
Nach dem Scheidungstermin brachen wir den Kontakt ab. Es kam später noch
heraus, dass er mich nicht nur mit einem Mann betrogen hatte und es auch mit
der Verhütung nicht immer ganz genau genommen hatte. Das machte mich dann
schon sehr wütend.
Wie lebt Ihr beide heute?
Ich weiß, dass mein Ex mit dem Mann von damals auch heute noch eine offene
Beziehung führt. Ich selbst habe eine neue Beziehung und bin vor kurzem
Mutter geworden. Mein Ärger auf meinen Ex ist verflogen, ich habe Frieden
geschlossen.
Was hast du durch die ganze Geschichte über dich selbst gelernt?
Ich verurteile Menschen heute nicht mehr so schnell und denke: Jeder hat
sein Päckchen zu tragen und oft gibt es eine lange Geschichte dahinter, warum
ein Mensch so ist wie er ist.
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass niemand seine sexuellen Neigungen oder Wünsche
verheimlichen muss. Jeder sollte so leben können wie er es für richtig hält –
ohne Angst von der Familie abgelehnt zu werden.
Foto: Pixabay
|
Interview mit Sonja: Kurz nach der Hochzeit outete sich mein Mann als
schwul | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-so-kann-es-nicht-weitergehen-mit-alleinerziehenden-in-deutschland |
(Symbolbild)
Ihr Lieben, Unsere Leserin Katrin ist alleinerziehend und genervt davon,
dass getrennt lebenden Vätern immer mehr Rechte zugeschrieben werden – die
Pflichten dabei ber vergessen werden. Sie selbst kämpft zum Beispiel schon
lange darum, dass die Kinder mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen als nur
jedes zweite Wochenende. Sie bemängelt, dass es keinerlei Handhabe für
Alleinerziehende gibt, den anderen Elternteil mehr einzubinden, wenn dieser
nicht dazu bereit ist.
Liebe Katrin, du bist alleinerziehende Mutter zweier Söhne und findest die
Debatte um den Kindesunterhalt „unsäglich“. Erklär doch mal, was genau dich
so auf die Palme bringt…
Die Bundesfamilienministerin forciert Kinderarmut anstatt sie zu bekämpfen.
Für mich ist es unfassbar, dass die ohnehin laut aktuellem Armutsbericht der
Bundesregierung stark von Armut betroffene Gruppe der Alleinerziehenden durch
Reduzierungen der Unterhaltszahlungen weitere finanzielle Einbußen hinnehmen
soll. Übrigens wird auch der Unterhaltsvorschuss ab 1. Juli 2019 gekürzt! Das
Geld, das jenen Kindern zusteht, deren unterhaltspflichtige Elternteile nicht
zahlen!
Dies alles geht vor allem zu Lasten der Kinder, deren Möglichkeiten zur
Teilhabe weiter sinken und die – viel schlimmer noch – noch weniger
entspannte Zeit mit ihren doppelt und dreifach belasteten Eltern verbringen
können, die dann noch mehr finanzielle Sorgen durch weitere Arbeitsstunden
kompensieren müssen.
Dazu geht diese absurde Debatte davon aus, dass die Kosten für die Kinder
durch Tage beim anderen Elternteil spürbar sinken. Das ist kompletter Unsinn,
denn die Lebensmittel sind in der Regel der kleinste Teil, die Fixkosten für
Wohnung, Hort, Schulverpflegung und -material, Kleidung, Klassenreisen und
vieles mehr bleiben gleich.
Noch immer drücken sich viel zu viele Väter in Deutschland vor der
Unterhaltszahlung – laut einer Studie des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung Statistik sogar die Hälfte! Während ein Viertel nur
teilweise bezahlt… nur jeder vierte Unterhaltspflichtige zahlt danach den
vollen Betrag…
Nun ärgert dich besonders, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung und auch
in der Politik vor allem um mehr Rechte für getrennt lebende Väter geht, dass
dabei aber die Pflichten unter den Tisch fallen… was genau meinst du
damit?
… und zugleich sinkt der Unterhaltsvorschuss ab Juli. Der kleinste Teil der
nicht geleisteten Unterhaltszahlungen wird zurückgeholt. Das ist alles
unfassbar.
Zu den Pflichten: In meinem Freundeskreis von alleinerziehenden Frauen
kämpft der größte Teil mit dem Problem, dass Väter – insbesondere wenn die
Trennung schon etwas länger zurückliegt – das Interesse verlieren und sich
zunehmend zum Fun-Dad entwickeln oder langsam einfach immer weniger präsent
sind. Das klingt wie eine Beschreibung aus einer anderen Zeit, ist aber
leider weit verbreitete Realität.
Ich selbst kämpfe schon lange darum, dass die Kinder mehr Zeit mit ihrem
Vater verbringen als nur jedes zweite Wochenende. Der Vater ist aber nicht
bereit, beispielweise an einem Tag in der Woche, etwas weniger zu arbeiten,
so dass die Kinder dann bei ihm allein oder fremdbetreut wären. Selbst eine
Mediatorin beim Jugendamt hat ihm schon mitgeteilt, dass Umgang ohne seine
Anwesenheit keinen Sinn ergibt. Er bleibt aber dabei.
Ich kenne sogar Väter, die keine Ferienzeiten mit den Kindern verbringen
möchten. Vielleicht sind das Einzelfälle. Schaut man sich aber die Zahlen zu
den nicht geleisteten Unterhaltszahlungen aber an, sagt dies doch Einiges
über das „Stimmungsbild“ aus. Und wenn Unterhaltszahlungen für mehr Betreuung
reduziert werden sollen, dann müssen die Unterhaltspflichtigen zwingend an
den Fixkosten für Betreuung, Klassenreisen und Co. beteiligt werden.
Worum es mir aber ganz besonders geht, ist, dass es keinerlei Handhabe für
Alleinerziehende gibt, den anderen Elternteil mehr einzubinden, wenn dieser
nicht dazu bereit ist. Es kursiert immer noch das Bild von der gekränkten
Mutter, die dem Vater die Kinder aus purer Boshaftigkeit vorenthält und zu
faul zum Arbeiten ist. Oft ist es aber umgekehrt: Gerade bei den nicht so
schönen Dingen wie Krankheitstage, Arztbesuche und Elternabende kann sich der
andere Elternteil rausziehen, ohne irgendwelche Folgen. Alleinerziehende sind
dieser Willkür völlig ausgeliefert.
Es gibt keinerlei Verpflichtung für den anderen Elternteil kooperativ zu
sein. So kann ich mich nicht daran erinnern, dass der Vater meiner Kinder
sich in den 6,5 Jahren, in denen wir nun Schulkinder haben, Krankheitstage
übernommen hat. Und das ist kein extremer Fall, so läuft es in den meisten
Fällen. Meine Position im Job stärkt es übrigens auch nicht, wenn ich immer
wieder ausfalle, weil etwas mit den Kindern ist.
By the way … nach meiner Rückkehr in eine Unternehmensberatung für
politische Kommunikation aus meiner ersten Elternzeit von sechs Monaten
wurden mir alle Projektleitungen entzogen mit dem Hinweis, dass in Teilzeit
meine Ansprechbarkeit für die Kunden nicht gewährleistet sein. Das ist die
nächste Baustelle für Eltern insgesamt, denn damals war ich noch nicht
allein, aber für Alleinerziehende eben ganz besonders.
Was hältst du vom Wechselmodell, bei dem die Kinder dauerhaft zwischen den
zwei Elternteilen pendeln?
Schon aus Sicht der Kinder halte ich davon nichts, aus dem einfachen Grund,
dass ich auch nicht gern jede Woche woanders wohnen möchte. Aber das sollte
jede Familie selbst entscheiden und nicht – wie von der FDP jüngst gefordert
– vorgegeben werden. Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung brauchen die
Kinder ein „Nest“, also einen Hauptwohnort, um sich sicher und geborgen zu
fühlen. Die Kinder sind durch die Trennungen der Eltern ohnehin belastet. Ich
finde nicht, dass sie noch mehr auf sich nehmen sollten, weil ihre Eltern
diese Entscheidung getroffen haben.
Das Nestmodell, in dem es eine Kinderwohnung gibt in der die Eltern
wechselseitig mit den Kindern wohnen, könnte eine Alternative sein, aber ist
wohl in den wenigsten Fällen realisierbar. Wir könnten auf jeden Fall nicht
drei Wohnungen in Berlin finanzieren.
Ein anderer wichtiger Punkt schließt aber an das zuvor Gesagte an. Leider
ist es nach meiner Erfahrung so, dass Frauen nach wie vor den Löwenanteil der
so genannten Sorgearbeit leisten, egal in welchem Modell die Familien leben.
Das heißt, die Frauen machen die komplette Kinderorganisation: Sie kennen die
Kleidergrößen, die anstehenden Referatstermine, backen die Kuchen für die
Feste und besorgen den nächsten Termin zu Haare schneiden sowie die Geschenke
für die Einladungen zu Kindergeburtstagen. Die Liste ließe sich endlos
fortführen. In den mir bekannten Wechselmodellen, funktioniert das ebenso.
Der größte Teil der Sorgearbeit bleibt bei den Frauen.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Zumindest bei meinem Arbeitgeber wäre es
kaum möglich im Wochenwechsel mal voll und mal Teilzeit (ich arbeite 75%) zu
arbeiten. Ich gehe davon aus, dass das auch anderswo schwierig wäre. Das
heißt konkret, dass im Falle eines Wechselmodells der Vater meiner Kinder
nicht mehr unterhaltspflichtig wäre, ich dennoch eine große Wohnung von
meinem 75%-Gehalt finanzieren müsste und wohl weiterhin den größten Teil der
Familien-Organisation übernehmen würde. Nicht zuletzt sind unsere Kinder nun
11 und 13 Jahre alt und entscheiden auch manchmal selbst, wo sie ihre Zeit
verbringen. Das ist in der Regel bei mir.
Wie ist es denn bei dir und deinen alleinerziehenden Freundinnen? Teilt ihr
euch da mit euren ehemaligen Partnern die Kosten für Hort, Kita, Sportkurse,
Schulbücher, Hobby-Ausrüstung?
Nein, das ist Teil des Unterhalts und wir tragen alles darüber hinaus
allein.
Wir könnte denn für sich eine gute Lösung aussehen, bei der die Frauen
nicht zu kurz kommen?
Frau Giffrey kann ja gern finanzielle Anreize dafür schaffen, dass auch der
unterhaltspflichtige Elternteil mehr Verantwortung und Zeit für die Kinder
übernimmt. Aber bitte nicht finanziert von den alleinerziehenden
Elternteilen, die auch so schon jeden Cent umdrehen müssen. Wie bereits
gesagt, die Kosten sinken nur unwesentlich, wenn Kinder etwas mehr Zeit beim
anderen Elternteil verbringen. Das heißt der alleinerziehende Elternteil
müsste sich nach diesen Plänen noch mehr einschränken und das würde zu einem
weiteren Anstieg von Kinderarmut führen!
Wenn wir es uns leisten können den größten Teil der nicht gezahlten
Unterhalte nicht zurück zu holen, können wir wohl auch jene Familien von
staatlicher Seite finanziell unterstützen.
Interessant wäre allerdings – auch mit Blick auf die
Unterhaltszahlungsmoral – wie viele Familien überhaupt von Frau Giffreys Idee
betroffen wären und wie geprüft werden soll, welche Betreuungszeiten und
welche Anteile der Sorgearbeit die Elternteile übernehmen. Das klingt doch
alles sehr nach inhaltsleerer Symbolpolitik, die nicht zu Ende gedacht
wurde.
Insgesamt ist aber ein grundlegendes gesellschaftliches Umdenken ist nötig.
Hin zu der Wahrnehmung, dass Kinder ein ganz bedeutender Teil unserer
Gesellschaft sind für deren Wohlergehen wir alle gemeinsam Sorge tragen
sollten. In dieser Welt würde auch die Sorgearbeit entlohnt und wichtige
Meetings grundsätzlich nur vormittags stattfinden. Im Ernst: Auch steuerlich
werden Alleinerziehende gegenüber Ehepaaren benachteiligt.
Viele Alleinerziehende können nicht voll arbeiten und haben später
entsprechende Einbußen in der Altersvorsorge. Für vielleicht 16 Stunden
Arbeit pro Tag (was nicht übertrieben ist, wenn man noch kleine Kinder hat
und berufstätig ist), landet man relativ sicher in der Altersarmut. Es kann
nicht sein, dass die Teile der Gesellschaft, die sich mit aller Kraft um
Kinder kümmern, an allen Fronten benachteiligt und in die Armut gezwungen
werden. Diese andauernden Existenzängste spüren auch die Kinder.
Hinzu würden in dieser idealen Welt Unterhaltspflichtige diesen gern
zahlen, da sie verstanden haben, dass damit einen entscheidenden Beitrag für
das Wohlergehen ihrer Kinder leisten. Die Zahlen zu den nicht geleisteten
Unterhaltszahlungen sind haarsträubend. Das Absenken des
Unterhaltsvorschusses ist ein Skandal. Elternteile, die zu Krankheitstagen,
Elternabenden und Ferien keine Lust haben, sollten dazu verpflichtet werden,
aber natürlich nur, wenn das Kindeswohl nicht in Gefahr ist. In einer idealen
Welt würden Alleinerziehenden deutlich steuerlich entlastet und nicht
benachteiligt.
Ein weiterer Punkt übrigens: Arbeitgeber*innen und Kolleg*innen jubeln in
der Regel nicht auf, wenn sie hören, dass die Bewerber*innen alleinerziehend
sind. Im Berufsleben befinden wir uns in einer endlosen
Rechtfertigungsschleife. Ist mir gerade gestern passiert: Als ich um 15 Uhr
das Büro verließ, um mich um meine Kinder zu kümmern, kommentiert eine
Kollegin dies mit „Dein Leben möchte ich haben“ – da kann ich schon ganz
schön sauer werden manchmal.
Käme für dich auch eine Art Mütter-WG in Frage?
Selbst im Studium war ich nicht wirklich ein WG-Mensch. Aber für viele wäre
das bestimmt eine tolle Alternative. Fehlt bloß noch der bezahlbare Wohnraum
für Menschen mit geringem Einkommen…
Wie lautet dein Appell an all die Alleinerziehenden da draußen, denen nicht
die ihnen zustehende Unterstützung gewährt wird?
Bildet Banden!
Zum Weiterlesen empfehlen wir: Keine Auszeiten, etliche Pflichten: Wie
einsam es macht, alleinerziehend zu sein
Foto: Pixabay
|
Interview: So kann es nicht weitergehen mit Alleinerziehenden in
Deutschland | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-zum-thema-cyber-mobbing-wie-schuetze-ich-mein-kind-vor-angriffen-im-internet |
Ihr Lieben, es gab eine Zeit,
da war ich nicht besonders beliebt in der Klassengemeinschaft. Das war hart
und ich habe ganz schön darunter gelitten. Wie wir alle wissen, reichen oft
schon Kleinigkeiten, um sich "ins Aus" zu schießen.
Zu meiner Schulzeit hieß das, dass man alleine am Pausenhof rumstand –
heute hat sich das Mobbing verändert. Denn es spielt sich zum großen Teil im
Netz ab. Immer wieder hört man von Fällen, bei denen Jugendliche aufs
Gemeinste online schikaniert werden. Dass unangenehme Fotos verbreitet
werden, Whatsapp-Gruppen rein zum Lästern gegründet werden, dass es wüste
Beschimpfingen in den sozialen Netzwerken gibt.
Unsere Kinder wachsen alle ganz anders als wir mit dem Internet auf. Es
gehört für sie ganz natürlich dazu – und das ist auch gut so. Allerdings
müssen wir Eltern aufpassen, was und mit wem die Kinder im Netz
kommunizieren. Und wir müssen wachsam sein, um die ersten Anzeichen von Cyber-Mobbing
zu erkennen.
Wir haben mit Celina Kranich von der Telekom Computerhilfe über das Thema
Mobbing im Internet gesprochen. Celina Kranich und ihre Kollegen beraten
täglich Kunden bei Fragen rund um PC, Smartphone und Co., retten verloren
geglaubte Dateien, säubern virenverseuchte Rechner oder unterstützen aktiv
gegen Rufschädigung im Internet. Vielen Dank für die spannendenden
Antworten:
Cyber-Mobbing – ein relatives neues Phänomen. Aber deshalb nicht weniger
akut. Gibt es Zahlen, wieviele Kinder/Jugendliche davon betroffen sind?
Das Phänomen Cyber-Mobbing ist durch die Digitalisierung der Kommunikation
zu einem ernsten Problem geworden und erreicht vor allem bei Jugendlichen
eine neue Dimension. Kein Wunder – denn einen Großteil ihrer Freizeit
verbringen die Kids zunehmend interaktiv. Freundschaften und Beziehungen
werden heute ganz selbstverständlich per Handy gepflegt, ebenso Videos und
Fotos im Netz geteilt. Das hat aber auch seine Schattenseiten. Wir von der
Computerhilfe der Telekom haben dazu eine repräsentative Online-Umfrage unter
Eltern beauftragt. Das Ergebnis ist alarmierend: Jeder Vierte Befragte kennt
ein Opfer von Cyber-Mobbing im persönlichen Umfeld. Bei 7 Prozent waren sogar
die eigenen Kinder betroffen. Die Experten sind sich einig, dass uns das
Thema in den nächsten Jahren weiter begleiten wird und die Zahlen noch
steigen werden.
Wie kann ich als Eltern erste Anzeichen bei meinem Kind erkennen, dass es
Cyber-Mobbing erlebt?
Die Reaktionen der Kinder können sehr unterschiedlich sein. Vermehrte
gesundheitliche Probleme wie Bauchschmerzen oder Schlafstörungen können
ebenso ein Anzeichen sein wie plötzliche Verhaltensänderungen. Einige ziehen
sich zurück, um keine Angriffsfläche mehr zu bieten. Andere spielen die
Situation erst einmal herunter – hier sind Geduld und Gesprächsangebote der
Eltern gefragt.
Optimalerweise wissen Eltern, was die eigenen Kinder im Internet machen, in
welchen sozialen Medien sie sich bewegen und mit wem sie Kontakt haben.
Entscheidend ist dabei, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und Interesse zu
zeigen – nicht nur am realen Leben sondern eben auch an den digitalen
Gewohnheiten. Wie wäre es zum Beispiel, einmal gemeinsam im Internet nach
lustigen Videos zu suchen und diese zu „liken“ oder zu teilen? Dabei kann man
ganz nebenbei auf die Gefahren aus dem Netz aufmerksam machen. Auf einer
solchen Vertrauensbasis fällt es den Kindern leichter, eventuelle Probleme
anzusprechen.
Wo erfahren die meisten Kinder/Jugendliche Cyber-Mobbing und kann man
sagen, was die Haupt-Mobbing-Gründe sind?
Unsere Umfrage hat ergeben, dass Cyber-Mobbing hauptsächlich in sozialen
Netzwerken und Messenger-Diensten stattfindet. Die Auslöser dafür können
vielfältig sein. Der Übergang zwischen einem Scherz über das Aussehen bis hin
zu Bloßstellung und Beleidigung im Internet ist oft fließend. Was für den
einen ein vermeintlich harmloser Witz ist, bedeutet für den Betroffenen meist
psychische Qual. Oft geht dem Cyber-Mobbing eine lange Streitigkeit im realen
Leben voraus, in anderen Fällen passiert es aus heiterem Himmel. Konflikte in
der Klasse können sich zum Beispiel plötzlich ins Internet verlagern. Auch
wenn eine Freundschaft auseinanderbricht, kommt es häufig vor, dass intime
Geheimnisse oder persönliche Details, wie Fotos oder Videos, ungewollt
veröffentlicht werden.
Wie kann ich Mobbing im Netz vorbeugen?
Gemeinsam mit dem Kind sollten die Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook
& Co angepasst werden. So kann man verhindern, dass nicht alle Daten
automatisch für alle Nutzer sichtbar sind oder über die gängigen
Suchmaschinen gefunden werden können. Prüfen Sie auch, wer die Beiträge des
Kindes sehen und posten kann oder wer Ihr Kind auf Bildern markieren kann:
Nur ausgewählte Freunde oder die gesamte Öffentlichkeit? Ratsam ist es auch,
in regelmäßigen Abständen die Freundesliste zu aktualisieren und
gegebenenfalls einige Kontakte auszusortieren. Denn je überschaubarer die
Liste, umso einfacher ist es, die Kontrolle über die eigenen Daten zu
behalten.
Darüber hinaus gibt es ein paar Grundregeln, die man den eigenen Kindern
mit auf den Weg geben kann. Dazu gehört, niemals unüberlegt zu posten.
Sensibilisieren Sie Ihre Kinder für die Inhalte die es veröffentlicht. Der
Unterschied zwischen vertraulichen und öffentlichen Inhalten sollte bekannt
sein. Hilfreich ist es, einen gedanklichen Schulhof-Check zu machen und sich
zu fragen: Würde ich ein bestimmtes Foto oder eine Information auch auf dem
Schulhof herumerzählen? Denn wenn peinliche Texte oder Bilder erst einmal im
Netz sind, erreichen sie oft ein großes Publikum.
Was sollte ich als Erstes tun, wenn ich merke, dass mein Kind Cyber-Mobbing
ausgesetzt ist?
Unerwünschte Inhalte verbreiten sich im Netz extrem schnell. Daher ist es
wichtig, umgehend aktiv zu werden, um die Verbreitung einzudämmen. Konkret
heißt das, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen: Wer ist der Täter
oder sind es vielleicht sogar mehrere? Wo wird gemobbt? Worum geht es
konkret? Oft kennen sich Täter und Opfer von der Schule. Dann lohnt es sich
unbedingt, auch die Lehrer zu Rate zu ziehen. In jedem Fall kann der
Betreiber der Seite informiert werden, auf der das Cyber-Mobbing stattfindet.
So kann der Täter geblockt werden. Gleichzeitig sollten Screenshots von den
unerwünschten Inhalten gemacht werden, die als Beweismittel dienen können.
Denn manchmal sollten die Opfer eine Anzeige in Betracht ziehen.
Wie genau sieht die Computerhilfe Plus der Telekom aus?
Damit es erst gar nicht zu Cyber-Mobbing kommt, setzten wir einen
besonderen Schwerpunkt auf Vorbeugung und geben unseren Kunden Tipps und
Tricks für die sichere Nutzung sozialer Netzwerke. Denn wenn der Ernstfall
eintrifft und sich rufschädigende Inhalte erst einmal im Netz befinden, ist
es oft schwer, sie vollständig zu löschen. Mobber können hartnäckig sein,
indem sie Inhalte auf vielen verschiedenen Plattformen streuen. Auch einfache
Social-Media-Posts ziehen oft unüberschaubare Reaktionen auf anderen Kanälen
nach sich, was eine vollständige Löschung kompliziert macht. Wir von der
Telekom Computerhilfe Plus unterstützen Familien in solchen Fällen. Unsere
Experten gehen sofort gegen alle Formen von Cyber-Mobbing vor, ob
Beleidigungen, üble Nachrede oder diffamierende Fotos und Videos. Jeder Fall
wird individuell analysiert, um eine passende Strategie zu entwickeln und die
richtigen Maßnahmen umzusetzen. Bis die Löschung der relevanten Inhalte
erfolgt, müssen beispielsweise die richtigen Ansprechpartner und Kontakte
recherchiert werden, die Vermittlung zwischen den Konfliktparteien ins Rollen
gebracht, Gegendarstellungen verfasst und alle relevanten Kanäle beobachtet
werden. So können wir in enger Zusammenarbeit mit Eltern und Kindern den
guten Ruf der Betroffenen wiederherstellen. Alle Infos rund um die
Computerhilfe Plus der Telekom findet ihr unter
www.telekom.de/computerhilfe-plus
|
Interview zum Thema Cyber Mobbing - wie schütze ich mein Kind vor
Angriffen im Internet | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ist-mein-sohn-multimedia-suechtig |
Ich heiße Sabine und habe
einen 13-jährigen Sohn. Vor einigen Monaten ging mein Junior immer zu einem
Freund, um dort Playstation zu spielen. Schließlich kam er auf die Idee, dass
er sich Videos davon auf You Tube angucken kann. Weil der Bildschirm des
Handys so klein war, kam ich auf die Idee, ihm zu Weihnachten ein Tablett zu
schenken – ich dachte, dass er ja auch für die Hausaufgaben (Englisch
Übersetzungen ) nutzen könne.
Seitdem hängt er nur noch an diesem Teil. Nachdem die Noten schlechter
wurden, habe ich den Konsum auf 1 Stunde/Tag beschränkt. Während der Ferien
habe ich nun diese Beschränkung aufgehoben, weil ich die Hoffnung hatte, dass
es irgendwann doch langweilig werden würde und er es satt haben würde.
Aber nein – ,ch weiß gar nicht, wann er Abends ins Bett geht.Wenn er
morgens aufsteht, hat er das Teil in der Hand.Wenn sein Freund anruft, ob er
zum Fahrradfahren kommt, muß ich ihn zwingen raus zu gehen.
Mittlerweile weiß ich aber nicht mehr, ob das nicht schon Sucht ist – denn
wenn das Akku leer ist, holt er sich das Handy und spielt da weiter. Jetzt
weiß ich nicht mehr weiter. Kann man von einem 13 jährigen erwarten, dass er
den Spiele-Konsum selbst einschränkt? Oder soll ich handeln? Und wenn ja
wie?
|
Ist mein Sohn multimedia-süchtig? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/its-your-day-today-herzlichen-glueckwunsch-liebe-katharina |
Meine liebe Katharina,
heute hast du Geburtstag und wenn du nicht so bescheiden und unnarzisstisch
wärst, dann hättest du mir vermutlich seit Tagen durch die Blume gesagt, dass
ja jetzt auch noch dein Geburtstag ansteht.
Du weißt ja, ich liebe Geburtstage und hier stehen ja jetzt bei uns auch
wieder einige Geburtstag an… über die ich erzähle. Du aber fährst still und
heimlich einfach mal mit deiner Familie auf Tour und sagst keiner Menschenseele,
dass es heute so weit ist.
Heute vor 29 Jahren (und ein paar zerquetschten) kamst du als
Katharina-Baby auf die Welt und wenn das kein Grund zum Feiern ist, dann weiß
ich es auch nicht.
Seit vier Jahren bist du mein bloggerisches Puzzleteil, bist oft genug mein
Rückgrat und hast dich durch diesen täglichen Kontakt, den wir haben, sehr
tief in mein Herz geschlichen. Denn ich wüsste nicht ein Gespräch, das
eigentlich dienstlich sein sollte, in dem wir nicht doch noch auf das ein oder
andere Kind oder den ein oder anderen Ehemann (uups) oder die ein oder andere
familiäre Geduldsprobe gelenkt worden wäre.
Wie ähnlich wir in manchen Dingen ticken, hätte wohl keine von uns vor vier
Jahren erahnen können. Da war das Gefühl: das wäre gut mit der Frau. Aber es
war nicht abzusehen, wie wenig uns rosarote Elefäntchen interessieren, wie
sehr wir beide an der Realität hängen, wie ähnlich wir in gewissen
Herangehensweisen ans Leben ticken. Man könnte sagen, ist doch nicht so
wichtig, ihr seid halt Kollegen, aber das ist nicht so.
Wenn sich Arbeit nicht wie Arbeit anfühlt, weil die Kollegen stimmen. Wenn
man gemeinsam an einer guten Sache dran ist und um die Zielvorgabe nicht
streiten muss, dann ist das mehr als wir erwarten können. Und genau sowas
haben wir hier mit Stadt Land Mama.
Wir sehen uns nicht oft, Katharina, und dein Ehemann bleibt ein Phantom
(ich hab ihn wirklich noch nie gesehen!), aber wenn wir uns treffen ist es,
als säßen wir jeden Tag beim Kaffee zusammen.
Du bist energetisch, aber nie zweifellos, du bist erfolgreich und trotzdem
am Boden geblieben. Du wuppst drei Kinder und einen Job und ein Blog und ein
Haus und etliche Freunde und was sonst eben unseren Alltag in dieser Rushhour
des Lebens ausmacht. Und du verlierst dich dabei trotzdem nie selbst, auch
wenn sich das manchmal so anfühlt. Du verstehst es, dich zurückzuholen in den
Fokus und hörst dabei nie auf, mehr zu wollen.
Das ist etwas, das sehr, sehr wertvoll ist. Danke, dass ich das mit dir
teilen darf. Ich bin sehr froh, dich in meinem Leben zu haben!
HAPPY BIRTHDAY, KATHARINA
Zum Weiterlesen: Warum gerade Mütter ihren Geburtstag feiern sollten
|
It´s your day today... Herzlichen Glückwunsch, liebe Katharina! | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jacinta-nandi-ich-bin-die-schlechteste-hausfrau-der-welt |
Ihr Lieben, als meine Mutter neulich vor mir stand und mir erzählte, sie
habe bei frauTV einen Bericht über eine Frau aus Prenzlauer Berg gesehen, die
ein feministisches Pamphlet gegen Hausarbeit geschrieben hätte, dachte ich
erst: WIE BITTE? Denn sie sagte gleich auch den Namen des Buches, das sie
verfasst hatte: Die schlechteste Hausfrau der Welt (Affiliate link).
Als meine Mutter dann meinte, sie hätte ihren Freundinnen erzählt, dass sie
mir dieses Buch zu Weihnachten schnenken wolle, rieten ihr alle ab. Und das
fand ich gut, denn: EY! Was will man mir denn bitte damit sagen?
Am Ende hat sie es mir nicht zu Weihnachten geschenkt, sondern früher.
Irgendwie fand sie, ich solle es lesen. Und da ich leider auf den ersten 32
Seiten schon so laut gelacht habe über die Ehrlichkeit von Jacinta Nandi,
habe ich gleich ganz viele davon nachbestellt, um sie wiederum meinen
Freundinnen als Adventsüberraschung zu überreichen.
Zum Glück hat die Autorin sofort JA gesagt, als wir sie fragten, ob sie uns
ein Interview geben würde.
Jacinta Nandi: Die schlechteste Hausfrau der Welt (Affiliate link)
Liebe Jacinta, du bezeichnest dich als die schlechteste Hausfrau der Welt.
Womit hast du dir diesen Titel verdient?
Ich versuche immer, mein Bestes zu geben, aber es passieren mir immer so
viele Desaster und Katastrophen und Pannen und Unfälle. Manchmal denke ich,
ich bin verflucht. Waschmaschinen gehen kaputt, Flaschen von Rotwein
zerbrechen in der Einkaufstüte. Ich denke, ich bin die schlechteste Hausfrau
der Welt, obwohl ich das eigentlich nicht sein will… aber ich kann es halt
nicht besser!
Immerhin: Ich finde, dass ich ganz okay kochen kann. Jetzt habe ich eine
kleine Wohnung in Lichtenrade für mich und meine Jungs, und ich habe vor, ganz
viele Pies zu kochen. Mit Pies sollen wir durch den Lockdown-Winter kommen!
Also vielleicht verbessere ich mich doch?
Kannst du verstehen, dass ich etwas pikiert war, als meine eigene Mutter,
die Tür an Tür im gleichen Haus mit mir wohnt, mir dein Buch als Geschenk
mitgebracht hat?!
Es gibt eine Geschichte in unserer Familie, dass eine Tante einer Nichte
das Supernanny-Buch zu Weihnachten geschenkt hat – die Nichte hat sie
daraufhin bis Ostern nicht mehr besucht! Ich hoffe natürlich, dass ganz viele
Menschen den „schlechten Hausfrauen“ in ihrem Umfeld dieses Buch schenken –
aber es eignet sich eben schon auch sehr gut als passiv-aggressives
Geschenk.
Es ist schon belastend, das Gefühl zu haben, nicht gut genug, nicht
ordentlich genug zu sein. Ich muss einfach lernen, damit klarzukommen, denn
egal wie viele Stunden ich am Tag putzen würde – ich würde immer noch manche
Leute enttäuschen oder sogar anekeln. Und nicht nur Deutsche.
Meine Stiefmama, die nicht im Buch vorkommt, ist eine sehr ordentliche,
saubere Hausfrau. Sie staubsaugt jeden Tag und hat mich mal gefragt: „Wenn
man nicht jeden Tag staubsaugt, wie entscheidet man dann, welchen Tag man
wegfallen lässt?“ Und ich sagte ihr: „Du wirst überrascht sein, wie leicht es
ist, das zu entscheiden!“
Ich habe das Gefühl, ich lasse jeden Tag etwas wegfallen! Meine Mama war
auch eine schlechte Hausfrau. Meine Stiefmama bügelt die Bettlaken, aber
meine Mama hat entschieden, dass ich mein Schulhemd mit 5 Jahren selbst
bügeln soll. Ich habe es natürlich total vermasselt – braune verbrannte
Flecken überall. Dann sagte meine Mama: „Oh schade, du bist zu jung, um
selbst die Hemden zu bügeln, aber leider zu alt, dass ich das für dich mache,
wir müssen einfach die Hemden ganz schnell aufhängen, so dass sie ungebügelt
fast gebügelt aussehen. Wir haben keine andere Wahl!“
Du lebst als Engländerin in Deutschland, was kommt dir an uns und unserem
Leben am merkwürdigsten vor?
Ich bin gerade umgezogen und die Sache mit den Lampen und Lichtern ist mir
so rätselhaft. Zwanzig Jahren bin ich nun hier und verstehe es immer noch
nicht. Alle Menschen brauchen doch Licht, oder? Oder gibt es eine
Vampir-Community in Deutschland, von der ich nie gehört habe? Lasst doch die
Lichter drin in den Wohnungen, wenn ihr umzieht!
In deinem Buch nimmst du kein Blatt vor den Mund. Du nennst dein Söhnchen
gern auch mal kleines Arschloch und betonst, dass DU das darfst, weil du ihn
liebst wie niemand sonst, dass das aber sonst keiner sagen darf…
Mein Teenager hat neulich die Kapitel gelesen, wo ich ihn mit einem
gewalttätigen Ehemann aus einem Ken Loach Film vergleiche, er fand sie sehr
lustig, da war ich erleichtert, weil ich dachte, das könnte zu hart gewesen
sein. Und ich hatte ein schlechtes Gewissen, denn er hat sich zum
ordentlichste Teenager der Welt entwickelt.
Dein Buch ist auch ein bisschen ein feministisches Manifest geworden, weil
du sagst: NUR, weil ich hier vielleicht gerade zu Hause beim Kind und nicht
außerhalb des Hauses erwerbstätig bin, heißt das für meinen Typen noch lange
kein sauberes Haus…
Ich habe das Gefühl, dass man nicht über Hausarbeit redet, weil: Wenn man
das Thema verschweigt, können wir so tun, als ob wir gleichberechtigt seien.
Also redet man nicht drüber: Wie viel machst du, wie viel macht dein Mann?
Männer verdienen oft viel besser als Frauen – heißt das dann also zwingend,
dass ein Mann Feierabend hat, eine Frau aber nicht? Eine Frau, selbst wenn
sie arbeitet, dabei aber weniger verdient als ihr Mann, hat nie Feierabend,
und der Mann doch?
Ich erinnere mich noch daran, wie ich einmal sehr krank war und ich gerade
eine ganze Woche allein mit dem Baby hinter mir hatte und mein Ex sich aufs
Sofa legte, während ich noch putzte. Er war supersauer auf mich, weil da noch
Flecken auf dem Boden waren oder so was. Ich erinnere mich, wie ich mich
fragte, ob er sich nicht schämt. Sogar, wenn er mehr Geld verdiente, sogar,
wenn ich gar kein Geld verdienen würde? Wie kann er denken, dass er
Feierabend haben sollte, und ich nie? Ich verstehe das bis heute
nicht.
Für wie unterdrückt hältst du uns Frauen? Und für wie unterdrückt nochmal
Hausfrauen im ganz Besonderen?
Manchmal denke ich, dass sich nicht so viel geändert hat seit unseren
Mamas, die Hausfrauen waren, oder? Das Einzige, das sich geändert hat, ist,
dass man jetzt nicht mehr über Hausarbeit redet und so tut, als ob Männer und
Frauen gleichberechtigt sind.
Und manchmal denke ich dann doch wieder, dass sich viel geändert hat – mit
den neuen Vätern, die doch Elternzeit nehmen, die doch zum Spielplatz gehen,
die doch einsehen, dass Kindererziehung Arbeit ist und dass ihre Beziehungen
Team-Arbeit benötigen. Und ich denke mir manchmal, dass ich ein bisschen
einen verzerrten Blick habe, da ich mit jemandem zusammen war, der wirklich –
ohne es zu realisieren oder bewusst zu wissen – sehr sehr sehr altmodische
Ideen hatte.
Aber ich denke, die Zukunft wird den queeren Familien und den
Alleinerziehenden gehören. Und ich denke, die Alleinerziehenden müssen sich
zusammentun und neue Formen der Familien gründen. Das Jobcenter sollte es zum
Beispiel leichter machen, dass zwei Alleinerziehende in eine Mama-WG ziehen
können. Damit tun sie sich immer noch manchmal schwer wegen
Bedarfsgemeinschaft und so weiter. Aber es sollte normal und normaler sein,
dass Frauen zusammen mit anderen Frauen leben und ihre Kinder gleichzeitig
großziehen.
Die Wahrheit ist: Kinder zu kriegen und eine Familie zu haben, ist eine
Menge Arbeit – aber es ist eine so schöne Arbeit. Wenn man akzeptiert, dass
Kindererziehung erschöpfend, chaotisch und auch schmutzig ist, genießt man
dieses Leben sehr. Ich zumindest genieße es sehr. Und ich denke, viele Männer
genießen es auch, sie sind einfach nicht alle bereit, diese Aufopferung zu
bringen, die es aber eben auch braucht. Das finde ich schade für die Frauen,
die dadurch alleine die Belastung tragen müssen. Schade für die Kinder, die
dadurch eine viel müdere Mama erleben müssen – aber am Traurigsten ist es für
die Männer, oder? Sie erziehen ihre Kinder nicht. Die tun mir leid, ehrlich
gesagt!
„Niemals wischen“ war der Tipp einer feministischen Freundin auf einem
Netzwerktreffen von lauter kreativen Frauen, der sich für immer in mir
eingebrannt hat. Sie sagte: „Mädels, wenn ihr in einer Sitzung mit lauter
Anzugträgern sitzt und es fällt ein Glas um. Steht NIEMALS auf, um es
wegzuputzen. Ihr geratet SOFORT in die Rolle der Putzfrau. TUT es nicht, wenn
ihr ernstgenommen werden wollt…“ Ist das nicht krass? Dass sowas überhaupt
noch betont werden muss? Und wie ertappt man sich fühlt, weil das leider im
Leben immer noch so ist, dass die Frauen rennen, wenn es um solch „niedere“
Arbeiten geht?
Ja, ich denke, deswegen bin ich die schlechteste Hausfrau der Welt – weil
ich nicht merke, wenn was umfällt!!!
Ich habe mal gelesen, dass Jane Austen wahrscheinlich deswegen so schlecht
buchstabiert – sie war schlimmer als Agatha Christie – damit sie nicht als
Governess (Nachhilfelehrerin) arbeiten muss.
Und ich frage mich, ob ich nur deswegen so schlecht putze, damit ich
nicht putzen muss? Naja, eher denke ich, handelt es sich bei mir um
Talentmangel…
Nun bist du ja eine stolze Missy-Feministin, bist aber trotzdem irgendwie
zu Hause in eine Rolle geraten, in der der Herr von dir Ordnung und
Sauberkeit erwartet. Du darfst noch den Haushalt machen, während er längst
auf der Couch liegt. Was ist da schiefgelaufen? Und hat sich da was
verändert, seitdem er dein Buch gelesen hat?
Ich weiß echt nicht, was schiefgegangen ist, aber wir haben uns jetzt
getrennt. Nicht direkt wegen dem Buch muss ich sagen!
Du schreibst ja viel über dein Scheitern, darüber, dass es bei anderen
immer sauberer und ordentlicher ist (I feel you). Glaubst du, dass es Frauen
gibt, die da einfach weniger Talent haben? Oder ist es der fehlende Wille,
sich so abzurackern, wenn es doch kein Geld oder irgendwelche Anerkennung
dafür gibt?
Ich meine, ich bin auch sehr schlecht im Korrekturlesen. Wenn ich meine
eigenen Texte Korrektur lesen, kann ich die Worte nicht mehr lesen. Ich
denke, diese Unfähigkeit, auf Details zu achten, macht mich zu einer
untalentierten Hausfrau.
Ich höre auch nicht zu, wenn jemand mir erklärt, wo es lang geht, ich gucke
nur die Hände an und dann gehe ich los, in irgendeine Richtung!
In deinem Buch schreibst du: „Mit Hausarbeit kann man als Frau nie
gewinnen. Macht man sie nicht, ist man eine Schlampe. Macht man sie doch, ist
man eine dumme Schlampe, die sich ausbeuten lässt.“ Wie kommen wir da also
wieder raus? Was möchtest du uns wütenden Frauen Ermutigendes
entgegenrufen?
Man muss – oder Frau muss – gleichzeitig akzeptieren, dass es scheiße ist,
und es gleichzeitg einfach machen. Es ist so deprimierend, aber es geht nicht
anders. Ich glaube nicht, dass Frauen versuchen sollten, ihre Männer zu
überreden, mehr mitzumachen. Ich denke, viele Männer sollten lieber darüber
nachdenken, warum sie sich nicht als Team mit ihrer Partnerin sehen.
Und ansonsten? Kauft gern alle mein Buch als Weihnachtsgeschenk, dann werde
ich Millionärin und kann mir diese Robotor-Staubsauger kaufen! Oder
vielleicht einen echten Roboter? Wie viel würde so was kosten? Geht
doch!
|
Jacinta Nandi: „Ich bin die schlechteste Hausfrau der Welt“ | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jeden-donnerstag-sex-10-missverstaendnisse-im-liebesleben-von-baby-eltern |
Ihr Lieben, es gibt ja so Themen, die man eher weniger gern in großer Runde
bespricht, deswegen freuen wir uns heute umso mehr, dass uns unsere Kollegin
Verena Carl – Autorin des brandneuen Buches Eltern sein, Paar bleiben.
Besserer Austausch, mehr Selbstfürsorge, weniger Stress – uns diesen
Gastbeitrag zum Thema Sex im ersten Jahr mit Kind verfasst hat… Denn man
fragt sich ja schon, wie das gehen soll…. los geht´s. Viel Spaß beim Lesen.
Autorin Verena Carl. Foto: Silje Paul
„Ich weiß ja nicht, wie’s euch geht, aber in meiner ersten Zeit als Mutter
habe ich beim Anblick eines Bettes nur an das eine gedacht: schlafen. Lang,
tief und ungestört, am liebsten ganz für mich. Ich glaube, damit bin ich
nicht allein: Bei den meisten frischgebackenen Eltern kreisen die Gedanken ja
eher darum, ob das Baby einen wunden Po bekommt, wenn die Mutter Tomatensalat
isst oder wie man jetzt eine größere Wohnung findet, ohne sich dumm und
dämlich zu zahlen. Und nicht so sehr um neue Liebespositionen, Sextoys mit
Fernbedienung per App oder ob man sich einfach mal ein Hotelzimmer mieten
sollte und so tun, als wäre man einander nochmal völlig fremd. Schön wär’s,
aber geht ja eh nicht, wegen Corona.
„Ist das normal, dass so wenig läuft zwischen uns?“
Irgendwann, so zwischen sechs Wochen und sechs Monaten, kommt oft ein
weiterer Gedanke dazu: Ist das normal, dass (noch immer) so wenig läuft
zwischen uns, oder fangen wir demnächst an, uns mit »Mutti« und »Vati«
anzusprechen? Nicht immer geht es im Bett so einfach zurück auf Los, nur weil
körperlich nichts mehr dagegen spricht und das Kind nicht mehr in
Zwei-Stunden-Takt aufwacht. Was, wenn einer von beiden oder sogar beide die
Lust an der Lust verlieren, Gelegenheiten eher vermeiden als nutzen, sich
weder verführen lassen noch selbst aktiv werden – bis aus der vorübergehenden
Funkstille eine dauerhafte Sendepause wird? An wem von beiden liegt es, und
ist Sexflaute eher Ausdruck eines tiefer liegenden Beziehungsproblems, oder
ist umgekehrt erst die Lustlosigkeit da, und die seelischen Gewitterwolken
folgen?
Foto: pixabay
Sex ist nicht alles im Beziehungsleben. Aber was wir im Bett miteinander
tun, wie wir uns dabei berühren, ansehen, miteinander sprechen – das kann den
Ton setzen und die Stimmung für all das, was im Alltag vor und nachher
zwischen uns passiert. Schließlich machen wir uns nackt im wahrsten Sinn des
Wortes, sind empfänglicher, aber auch verletzlicher. Deshalb ist es
gefährlich, wenn sich in der ersten Zeit mit Baby Misstöne dort
einschleichen, die zu einer Entfremdung führen können.
Sollten wir uns zum Sex verabreden?
Als ich letztes Jahr anfing, ein Buch über Partnerschaft und Elternsein zu
schreiben, dachte ich bei diesem Thema an einen Ratschlag, den ich als junge
Mutter manchmal las: »Verabredet euch an einem festen Abend jede Woche zum
Liebemachen!« Schon klar, welcher Gedanke dahintersteckt: Gelegenheiten
schaffen, nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten. Trotzdem fand ich den
Gedanken unangenehm: Als wäre Sex so eine mechanische Angelegenheit: Rein,
raus, aus die Maus, Haken dran. Deshalb habe ich im Gespräch mit einer
Hebamme, einer Forscherin und einem Männer-Therapeuten und Psychologen eine
Reihe von typischen Missverständnissen zwischen Männern und Frauen zum Thema
Sex und Elternschaft gesammelt. Die Antworten sind überraschend und können
helfen, den Knoten aufzulösen. Ob Liebe nach Zeitplan auch dabei ist? Lasst
euch überraschen….
Eltern sein, Paar bleiben. Besserer Austausch, mehr Selbstfürsorge, weniger
Stress
ER SAGT: »Das Leben mit Baby ist schön, aber oft anstrengend – warum nutzen
wir nicht Sex zur Entspannung?«
»Die erste Zeit mit einem Kind wird oft als ausgesprochen fordernd
empfunden, das gilt für beide Seiten«, sagt die Schweizer Psychotherapeutin
und Forscherin Valentina Rauch-Anderegg. »Unterschiedlich ist aber, welchen
Einfluss das auf ihre Sexualität hat. Bei einem mittleren Stresslevel nutzen
Männer Sex tendenziell als Ventil – sie können sich dann besser entspannen,
abschalten, Kraft tanken. Bei Frauen bewirkt mittlerer Stress genau das
Gegenteil: Den meisten schlägt er auf die Libido.«
Denn einer der größten Stressfaktoren in dieser Zeit, der Schlafmangel, ist
auch noch ungleich verteilt. In den ersten drei Monaten nach der Geburt eines
Kindes schlafen Mütter im Schnitt etwa eine Stunde weniger pro Nacht, bei
Vätern sind es nur 13 Minuten, so eine Studie der Universität Warwick. Und
auch die Schlafzufriedenheit sinkt bei Frauen in dieser Zeit dramatischer.
Das heißt im Umkehrschluss: Ein Mann, der seine Frau in den Monaten nach der
Geburt verführen möchte, hat die besten Karten, je mehr er sich um das Baby
kümmert und dafür sorgt, dass sie mal richtig durch- und ausschlafen kann.
Candle-light-dinner, Blumenbouquets und edle Getränke können ja später wieder
zum Einsatz kommen….
SIE SAGT: »Kuscheln? Davon bekomme ich mehr als genug!«
Wickeln, streicheln, herumtragen, alle paar Stunden anlegen oder beim
Füttern im Arm halten – wenn junge Mütter jetzt eines im Überfluss haben,
dann ist es Körperkontakt. Nicht nur, weil es für das Baby überlebensnotwenig
ist, gehalten, berührt, gesehen zu werden, sondern auch weil es für beide
Seiten eine ganz besondere Erfahrung ist, wie die körperliche Nähe und
Verbundenheit über die Schwangerschaft hinaus andauert.
Dass in dieser Lebensphase Sex – und damit die Möglichkeit, erneut
schwanger zu werden – nicht im Vordergrund steht, weil jetzt das Baby alle
Nähe braucht, die es bekommen kann, das unterstützt die Natur durch einen
raffinierten Trick. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, das
uns liebevoll und bindungsbereit macht – nicht zufällig derselbe Stoff, der
auch bei einer sexuellen Begegnung den Körper überschwemmt.
Nicht von ungefähr kommt es, dass manche Mütter mit Befremden bemerken,
dass die Stillsituation in ihnen latente Lustgefühle weckt. Kein Grund zur
Sorge, das ist eine instinktive, körperliche Reaktion! Aber auch Mütter, die
das Stillen selbst als weniger lustvoll erleben oder ihr Baby mit dem
Fläschchen ernähren, fühlen sich in Sachen Zärtlichkeit oft richtiggehend
gesättigt und haben eher das Bedürfnis, ihren Körper auch einmal für sich zu
haben, statt den Körper ihres Partners zu spüren. Denn Hautkontakt und Nähe
teilt man eben jetzt auch mit einem weiteren, innig geliebten Menschen. Das
ist völlig normal und schon gar kein Grund zur Eifersucht – Bedürfnisse
ändern sich auch wieder.
ER SAGT/SIE SAGT: »Ich kann nicht, wenn das Baby zuschaut!«
Von der Liebeshöhle zum Kinderzimmer – diese Verwandlung machen jetzt die
meisten Elternschlafräume durch. Gut so, denn Experten wie die Mitglieder der
Deutschen Gesellschaft für Jugendmedizin raten: Ein Baby gehört ins eigene
Bett, aber in unmittelbare Nähe der Eltern. Das ist nicht nur einer der
besten Schutzfaktoren gegen den gefürchteten Plötzlichen Kindstod (SIDS),
sondern auch ganz praktisch: kein weiter Weg zum nächtlichen Füttern, und
manche Babys, die im Halbschlaf greinen, lassen sich schon dadurch beruhigen,
wenn man ihnen sanft zuspricht – schläft das Baby in einem eigenen Raum,
bekommen Eltern diese subtilen Signale oft gar nicht mit.
Einen großen Haken hat die neue Schlafsituation aber schon: sie wirkt auf
viele Paare als Liebestöter. Was, wenn das Kind etwas mitbekommt von dem, was
wir treiben – wird es davon nicht überfordert? Die Mainzer Hebamme und
Sexualberaterin Clara Eidt gibt Entwarnung: »Kleine Babys werden davon nicht
beunruhigt, denn sie können geistig gar nicht einordnen, was da passiert.
Außerdem waren sie ja auch während der Schwangerschaft nah dran.« Bleibt die
Hemmung trotzdem, ist die Lösung einfach: So lange nicht noch andere
Kleinkinder abends durch die Wohnung turnen, bietet sich das Wohnzimmersofa
oder eine Matratze an.
Oder steckt vielleicht ein größeres Problem hinter dem vordergründigen
Argument? Sprich: Nutzt sie (oder er) das schlafende Kind bewusst oder
unbewusst, um Sex aus dem Weg zu gehen? Dann lohnt es sich, dem auf den Grund
zu gehen: Fühlt er/fühlt sie sich nicht mehr wahrgenommen? Oder hat
vielleicht Lust auf Sex – aber nicht so, wie es der Partner oder die
Partnerin will?
SIE SAGT: »Findet er mich nicht mehr schön?«
Er will am liebsten sofort wieder, sie nicht. Er gibt Gas, sie bremst. Sie
gibt um des lieben Friedens willens nach, er will mehr. Ein typisches
Szenario im Schlafzimmer junger Eltern – aber es kann durchaus auch genau
anders herum sein. Vor allem bei solchen Paaren, die sich besonders aktiv um
Gleichberechtigung bemühen, bei denen sich die Väter mit derselben Hingabe
und Zeit um ihr Baby bemühen wie die Mütter oder, bei Rollentauschpaaren,
auch noch mehr. »Väter, die viel Körperkontakt mit ihren Babys haben, tragen,
wickeln, baden, haben häufig genau die gleichen Schwierigkeiten wie die
Mütter: umschalten von der Rolle des treusorgenden Elternteils auf die Rolle
des oder der feurigen Geliebten«, sagt der Bielefelder Männer-Psychotherapeut
Björn Süfke.
Dasselbe Bild, nur spiegelverkehrt: Sie würde ihm gern an die Wäsche gehen,
aber er mag nicht – oder sein Kopf mag, sein Körper verweigert sich. Süfke:
»Die männliche Sexualität wandelt sich vielleicht nicht so sehr wie die
weibliche nach einer Geburt, aber sie ist genauso Schwankungen unterworfen.
Die Potenz ändert sich, und ob ein Mann Lust hat oder nicht, ist sofort
sichtbar.« Das liegt dann aber meist weniger daran, dass sie noch ein paar
Kilo mehr auf den Hüften hat oder Dehnungsstreifen am Po und er deshalb
weniger angetörnt von ihr ist – auch wenn Frauen das befürchten. Sondern,
dass er gerade von Kopf bis Fuß auf Vaterliebe eingestellt ist. Versteht sie
das, versteht sie auch: Seine vorübergehende Unlust ist keine Zurückweisung
und bedeutet nicht, dass ich nicht mehr begehrenswert bin.
ER SAGT: »Wozu anfangen, wir werden ja doch wieder unterbrochen!«
Nicht ausgeschlossen. Die Schlafzyklen Neugeborener betragen gerade einmal
45 Minuten, und wenn Babys es im ersten Lebenshalbjahr schaffen, sechs
Stunden am Stück zu schlafen – also mehrere Zyklen miteinander zu verknüpfen
– spricht man bereits von Durchschlafen. Es ist also rein rechnerisch gut
möglich, dass Eltern auf den ein oder anderen Höhepunkt verzichten müssen,
weil sich das Kind im unpassendsten Moment meldet. Nur: Wer darauf wartet,
dass diese Phase vorbei geht, der kann sich auf eine lange, sexlose Zeit
einstellen. Da hilft nur eins: Mut, Abenteuerlust, und
Frustrationstoleranz.
SIE SAGT: »Nehme ich ihm eigentlich was weg, wenn ich mich erstmal um meine
eigene Lust kümmere?«
Sex in einer Partnerschaft ist eine Schnittmenge: Das, was jeder für sich
erotisch findet, und das, was beide miteinander teilen. Wenn sich zwei
Menschen finden und lieben, bleiben deshalb fast immer Bereiche außen vor,
die nur einem von beiden gehören: Meist hat jeder und jede eigene Bilder,
Erinnerungen, Phantasien, die zuverlässig für Erregung sorgen. Dass eine
Solo-Nummer kein kläglicher Ersatz für traurige Singles sein muss, sondern
das Liebesleben sogar bereichern kann – schließlich ist es leichter, die
eigenen Bedürfnisse zu benennen, wenn man sich mit dem eigenen Körper
auskennt -, das zeigt eine Studie der Uni Bonn: 90 Prozent aller Männer und
86 Prozent aller Frauen besorgen es sich (auch) selbst, wobei die Frauen
deutlich aufgeholt haben. Also auch Verliebte, Vergebene, Verheiratete. Was
auch ein guter Einstieg sein kann für das neue Sexleben nach der Geburt.
»Viele Frauen nutzen Selbstbefriedigung, ehe sie wieder mit dem Partner
schlafen, um herauszufinden: Was hat sich in meinem Körper verändert, fühlt
sich etwas anders an als zuvor?«, berichtet Hebamme Clara Eidt. Es gibt
Sicherheit, zu spüren: Auch wenn ich jetzt Mutter bin – ich bin noch immer
ein sexuelles Wesen, und meine eigene Lust bleibt vertrautes Terrain. Gerade
wenn sie eine größere Geburtsverletzung erlebt hat und Angst vor Schmerzen
bei der ersten Penetration, kann das eine schöne Spielart für den Neustart
sein: sich selbst neu kennen lernen, dann vielleicht den Partner Hand anlegen
oder zuschauen lassen, und umgekehrt. Sex ist schließlich viel mehr als das
Rein-Raus-Steckspiel!
ER SAGT: »Liebt sie mich nicht mehr, wenn sie weniger Lust hat? Oder war
ich am Ende nur ein besserer Samenspender für sie?«
»Lustlosigkeit ist oft nur ein Zeichen des eigenen Körpers«, sagt Hebamme
Clara Eidt: »Nicht »ich will gar keinen Sex«, sondern »diese Art von Sex
möchte ich (gerade) nicht.« Hört darauf, was euer Körper euch stattdessen
sagen möchte! Vielleicht ist gerade eine andere Form von Kontakt dran. Und
sei es, dass sie nichts lieber hätte, als dass er ihr zärtlich das Gesicht
streichelt oder ihr die Schultern massiert.
SIE SAGT: »Erotische Gedanken sind mir gerade fast wichtiger als Sex. Aber
das zählt nicht, oder?«
Sex ist immer auch Kopfsache: Findet da oben nichts statt, nützt die
tollste Technik in den tieferen Etagen nichts. Das heißt aber auch: Manchmal
ist es völlig ausreichend, wenn Erotik im Oberstübchen bleibt – und gerade in
der ersten Familienzeit ist das oft die beste Alternative zur Totalflaute.
Männertherapeut Björn Süfke: »Es geht nicht darum, so häufig wie möglich
miteinander zu schlafen, sondern sich einfach weiterhin mit dem Thema zu
beschäftigen. Und zwar, in dem beide Partner einander signalisieren: Ich sehe
dich immer noch als sexuelles Wesen. Sind die Kinder schon etwas größer, kann
das auch ein anzüglicher Insiderwitz sein, eine Bemerkung zwischen Tisch
abräumen und Zähne Nachputzen, die Kinder nicht verstehen, Eltern aber sehr
wohl: »Wenn wir jetzt allein wären, ich würde die Fischstäbchen vom Tisch
fegen und…. « So hält man die Anziehung lebendig, auch wenn man den Gedanken
nicht immer in die Tat umsetzen kann.«
ER SAGT: „Wenn wir uns jeden Donnerstag abend zum Sex verabreden und in
unseren Kalender eintragen, wird’s schon wieder rund gehen!«
Uff, denken jetzt vor allem die Mütter: Kennen wir das nicht schon aus der
Zeit, in der wir unsere Leidenschaft nach Eisprungkalender eingeteilt haben,
damit es bald klappt mit dem Wunschbaby? Der klassische Erotik-Tipp für junge
Eltern klingt nach einem ziemlichen Downer. Schließlich ist die Zeit mit
einem Baby ohnehin immer zu knapp, so manche Sportstunde oder Verabredung
muss dran glauben, weil das Kind in letzter Sekunde Hunger hat oder eine neue
Windel braucht, und jetzt erinnert auch noch jeden Donnerstag die
Kalender-App per Signalton: 21 Uhr, los, Liebe machen? Nein: so ist das nicht
gedacht.
Nicht als Druckmittel, schon gar nicht als einzuforderndes Recht, sondern
als Möglichkeitsfenster: Heute schaffen wir uns Raum für uns zu zweit, wie wir
ihn füllen, ist Stimmungssache. Jedenfalls erhöht das die Vorfreude sowie die
Chance, überhaupt mal wieder gemeinsam zur Sache zu kommen, ungemein. Denn
auf eine Gelegenheit, bei der alles stimmt – die eigene Laune, die freie
Zeit, frisch enthaarte Beine – können junge Eltern buchstäblich lange warten.
Wenn das Möglichkeitsfenster am Donnerstag abend zuklappt, weil das Baby
gerade heute besonders unruhig ist, dann keinen Stress machen: Lieber den
Paar-Abend verschieben oder zur Not ausfallen lassen, als gar nicht erst
ansetzen. So kann’s tatsächlich was werden mit dem Klassiker…
ER SAGT/SIE SAGT: »Ich bin einfach zu traurig für Sex. Wenn das vorbeigeht,
dann kommt die Lust sicher von selbst wieder.«
50 bis 70 Prozent aller Mütter erleben in den Tagen nach der Geburt den so
genannten »Baby Blues«, auch bekannt unter dem volkstümlichen Namen
»Heultage«: Egal wie groß das Glück, plötzlich ereilt sie ein Stimmungstief,
das auch mit Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit und anderen Begleitsymptomen
einher gehen kann. Dauert von wenigen Stunden bis zu maximal einer Woche, und
hat mit dem starken Absinken des Östrogen- und Progesteronspiegels nach der
Schwangerschaft zu tun – also eine Frage der Körperchemie, die sich in der
Regel von selbst wieder einpendelt, und damit auch die Stimmung. Ganz anders
bei der so genannten »postpartalen Depression«: eine behandlungsbedürftige,
psychische Krise, die schätzungsweise zehn bis 15 Prozent aller Mütter im
ersten Jahr nach der Geburt eines Kindes treffen kann. Auch Väter können
davon betroffen sein, diese allerdings eher gegen Ende des ersten
Lebensjahres.
Die Symptome sind unterschiedlich – nicht alle Frauen sind niedergeschlagen
und antriebslos, manche werden auch hyperaktiv und kommen kaum zur Ruhe, auch
nicht nachts. Bei den Männern äußert sich eine solche Depression eher in
Angstzuständen, Aggressionen oder Rückzug. Aber ob in der stillen oder der
agitierten Form, auch sexuelle Lustlosigkeit und eine Art Gefühlstaubheit
gegenüber dem Baby, aber auch dem Partner oder der Partnerin gehören zum
Bündel der verschiedenen Symptome. Deshalb können Probleme im Bett auch ein
Warnhinweis sein: Achtung, ich brauche Hilfe! Sprecht in einem solchen Fall
mit der Nachsorgehebamme, Gynäkologin oder Gynäkologen, Hausärztin, und sucht
euch weitere Informationen, z.B. hier.
Für weibliche Lustlosigkeit gibt es noch weitere psychische Gründe, die mit
den Umständen der Geburt zu tun haben können. Zum einen: verletzende
Bemerkungen, die sich tief ins Bewusstsein eingegraben haben. Hebammen
berichten, dass im Kreißsaal manchmal Sätze fallen, die keine Frau gerne
hören möchte: »Das sieht ja hier aus wie nach einem Bombenangriff« (ein Arzt
beim Nähen einer Dammverletzung). Zum anderen: Die Mutter hat das Gefühl,
dass über sie bestimmt wird, und ihre Bedürfnisse übersehen werden. Was als
entwürdigend, kränkend, übergriffig empfunden wird, ist dabei oft stark
subjektiv – in manchen Fällen, so schreibt etwa die Geburtshelferin Viresha
Bloemeke in ihrem Buch »Es war eine schwere Geburt« (Kösel Verlag), triggern
solche Erlebnisse auch frühere Erfahrungen sexueller Gewalt, häufig jene, die
der Frau gar nicht bewusst sind. Auch hier der dringende Rat: Holt euch die
Hilfe einer Therapeutin oder eines Therapeuten!“
Verena Carl ist Autorin und Journalistin mit Schwerpunkt Psychologie und
Gesellschaft. Sie hat zwei Kinder und schreibt unter anderem regelmäßig fürs
ELTERN-Magazin und die BRIGITTE.
Für weiterführende Infos zur Verarbeitung einer schweren Geburt oder
postpartaler Depression empfiehlt die Autorin den Verein Licht und Schatten.
|
Jeden Donnerstag Sex? 10 Missverständnisse im Babyeltern-Liebesleben |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jetzt-bin-ich-dran-wenn-das-leben-als-mama-ploetzlich-eine-ganz-neue-wendung-nimmt |
Ihr Lieben, das Leben als Mutter ist
oft turbulent. Und wenn die Kinder dann größer werden, dann ist es spannend,
was passiert, wenn sich Mütter plötzlich wieder mehr selbst wahrnehmen und in
sich selbst hineinhorchen: Was will ICH eigentlich vom Leben? Wo könnte MEIN
Weg jetzt hinführen? Die eine kauft sich dann ein Pferd oder eröffnet einen
Shop, eine andere merkt vielleicht: Nee, alles war gut so wie es ist und ich
mach das jetzt einfach so weiter wie vor den Kindern. Und wieder andere, wie
Dreifachmama Kristina, 33, aus Berlin, erleben nach langer Suche plötzlich
einen AHA-Moment in ihrem Leben. Einen, der alles verändert. Wir haben sie
dazu mal interviewt.
Liebe Kristina, in deinem Leben als Dreifachmutter gab es irgendwann einen
Punkt, an dem sich alles verändert hat. Magst du uns davon erzählen?
Ja, sehr gerne! Ich war einige Jahre in der Film- und Modebranche tätig und
bin gelernte Hutmacherin. Ein wunderschöner und sehr erfüllender Beruf. Es
hat mich immer sehr zufrieden gemacht, abends etwas in der Hand zu halten,
was erst nur eine Idee in meinem Kopf war und dann im Laufe der Stunden zu
etwas Reellem geworden ist.
Davor, dazwischen und danach hat mich aber auch immer wieder mein
vorheriger Beruf zu sich zurückgezogen. Ich hatte immer wieder verschiedene
organisatorische Positionen in der Film- bzw. Werbefilmbranche. Auch hier
fand ich es sehr befriedigend, wenn aus einer Idee durch viel Organisation
plötzlich etwas Reales wurde. Durch die Kinder haben sich meine Prioritäten
dann aber sehr verändert.
Ich hatte jedoch nie Zeit in all dem Trubel, der durch drei Kinder
entsteht, zu hinterfragen, was ich da eigentlich mache. Ich bin einfach
gerannt und gerannt und war, obwohl ich meine Höchstgeschwindigkeit konstant
gehalten habe, trotzdem gefühlt immer ein wenig zu langsam. Als ich plötzlich
durch glückliche Fügung ein wenig Abstand zu allem hatte war plötzlich glasklar,
dass ich das nicht mehr möchte.
Wie war das genau?
Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich mit ihr zu einem Yoga-Retreat nach
La Gomera kommen wollte. Wir kannten uns nicht gut, fast überhaupt nicht und
Yoga war bis dahin auch nicht so meins gewesen. Es war sehr untypisch für
mich, dass ich trotzdem sofort zugesagt habe. Noch untypischer war, dass dann
auch tatsächlich nichts dazwischen kam. Kein Kind wurde krank und kein
beruflicher Auftrag kam dazwischen, der ihrenVater daran gehindert hätte, die
Kinderbetreuung für eine Woche zu übernehmen. Plötzlich fand ich mich ALLEINE
mit einem Kaffee in der Hand in einem Flugzeug wieder.
Mir wurde klar, dass ich nicht mehr nur etwas machen wollte, was mich
zufrieden macht, sondern etwas, das mich glücklich macht. Und meine
glücklichsten Momente waren bisher immer jene, in denen ich für jemanden da
sein konnte, dem es nicht gut ging und dabei gespürt habe, dass meine Worte
oder Taten Positives bewirken konnten. Im ersten Moment dachte ich an eine
Aufgabe wie Trauerbegleiterin oder Ähnliches. Der Flug war aber nicht lang
genug, um das Thema abschließend zu klären. Ich war mir jedoch so sicher,
dass etwas Neues anstand, auch wenn sich dieses Neue gerade noch in Nebel
hüllte. Aber: Noch im Flugzeug tippte ich eine E-Mail, in der ich alle meine
künftigen beruflichen Vorhaben absagte. Und plötzlich war alles offen…
Inwiefern?
Ich hatte auf einmal – ohne dies bewusst zu planen oder mir darüber so
wirklich im Klaren zu sein – die Freiheit, alles neu zu arrangieren, alle
Steine neu zu platzieren. Es war eine wunderschöne Woche, in der sich soviel
bewegt hat und in der ich zwar nichts beschlossen habe – der Nebel blieb noch
eine ganze Weile -, aber in der sich die Weichen neu gestellt haben. Es
klingt kitschig aber es war, als hätte jemand vor meiner Nase die Tür zu
einer neuen Welt aufgestoßen.
Was ist das für eine Welt?
Also ich denke, bei mir kamen viele Komponente zusammen, es war nicht nur
das eine oder das andere, sondern tatsächlich die Mischung… Als erstes Mal
war ich total überrascht über den herzlichen und freundlichen Umgang
miteinander, dieses Gefühl der Gemeinschaft mit fremden Menschen, diese
vorbehaltlose Freundlichkeit, die mir entgegen gebracht wurde. Ich war davor
einige Jahre fast ausschließlich damit beschäftigt gewesen, die vielen
Verantwortlichkeiten, die auf meinen Schultern lagen, zu jonglieren…
Das hat mir das Gefühl gegeben, dass ich nur gut bin, wenn ich das alles schaffe
und plötzlich waren da Menschen, die es überhaupt nicht interessierte, was
ich geschafft und erledigt hatte, die mir einfach so die nettesten und
rührendsten Dinge sagten, die ich seit langem gehört hatte. Dazu Yoga und
Meditation, sich nur mit sich und den eigenen Themen beschäftigen,
Sonnenschein und Wellenrauschen, es war das Gesamtpaket. Aber ich will jetzt
nicht alles rosarot malen, es gab auch Tränen, herausfordernde Gespräche und
Momente, in denen ich als nicht Yoga-affiner Mensch diese Gruppe anstarrte
und dachte: Das ist jetzt nicht euer Ernst!
Die schönen Momente haben aber überwogen und für mich ist Yoga und
Meditation seitdem nicht nur Sport oder Teil eines Lifestyles, sondern eine
Art "Werkzeug", das Berge versetzen kann.
Wie meinst du das?
Es geht für mich nicht so sehr um das, was auf der Matte passiert,
akrobatische, anstrengende Positionen sind nicht so meins. Es geht mir mehr
um das Fühlen in das man kommt, wenn man eine ruhige, langsame Yogapraxis
hat. Das bleibt dann auch nicht auf der Matte, das trägt man mit sich in den
Supermarkt und zum Elternabend. Ich bin durch Yoga und Meditation z.B. sehr
viel verständnisvoller und herzlicher geworden, ich nehme Dinge weniger
persönlich und bin weniger subjektiv oder verurteilend. Wenn jetzt jemand
unfreundlich zu mir ist werde ich nicht sauer oder denke: was hab ich dir
denn getan? Ich denke: Ach Mensch, du hast es wohl gerade nicht so leicht.
Das wiederum entspannt mich. Eine Aufwärts-Spirale sozusagen.
Aber natürlich gibt es auch bei mir eine Lücke zwischen dem Wissen darüber,
was mir hilft und dessen Umsetzung. Wer jetzt denkt, ich sitze den ganzen Tag
meditierend und lächelnd auf einer flauschigen Wolke, der irrt sich gewaltig.
Da kommt auch bei mir oft zuviel Leben dazwischen und außerdem ist das auch
nicht mein Ziel. Oft haftet „Yoga-Leuten“ so ein Klischee vom politisch und
ökologisch korrekten Übermenschen an. Da will ich nicht hin. Aber es ist
schön zu wissen, was ich tun kann, wenn es mir nicht gut geht, ich feststecke
und Probleme gerade übergroß wirken.
Nichts geht über dieses herrliche, fast schon angetrunkene Gefühl, wenn man
aus einer guten Yogaklasse kommt. In so einem Moment ist es mir unmöglich,
destruktive Dinge zu denken oder zu tun und ich glaube, so geht es jedem
wirklich entspannten, glücklichen Menschen. Der Weg zum Entspannt- und
Glücklichsein führt für mich über Yoga, Meditation, Natur und gesunde
Ernährung. Das möchte ich teilen und deswegen sind genau das die Komponenten,
die ich zusammen mit Burnout-Therapie in meinen Retreats vereine.
Ach so, du gehst also nicht nur zum Yoga, sondern bietest auch eigene
Klassen an?
Ja, genau. Der Dalai Lama hat mal gesagt: Würden wir jedem 8-jährigen Kind
beibringen zu meditieren (und Yoga und Meditation gehören für mich hier
zusammen), könnten wir die Welt in einer Generation zu einer besseren machen.
Ich bin mir sicher, er hat recht und deswegen möchte ich meinen Beitrag dazu
leisten. Da Stress die Wurzel so vieler Übel ist, habe ich es mir deshalb zur
Aufgabe gemacht, Menschen bei Stressbewältigung und Burnout zu helfen und
ihnen Methoden an die Hand zu geben, die für mich Dinge bewirkt haben, die
mal unmöglich schienen und die meine Welt jeden Tag zu einer schöneren
machen!
Erzähl mal von deiner Ausbildung.
Als erstes habe ich viel gelesen und recherchiert, Google war eine Weile
mein bester Freund und ich habe einfach probiert, herauszufinden, was für
mich gute Bausteine sind. Als erstes habe ich dann an einer Schule in
Kalifornien die Methode der Achtsamkeit erlernt, danach habe mich in Indien
zur Yoga- und Meditationslehrerin und Reiki Meisterin ausbilden lassen.
Später habe ich in Berlin ein Ausbildung zur Burnout-Therapeutin gemacht.
Einmal im Monat bin ich in London, um dort alternative Heilmethoden zu
studieren.
Jetzt bietest du Retreats an der Ostsee, auf Bali in Indien usw. an. Wie
machst du das denn alles als Mutter dreier Kinder?
Der Vater der Drei ist Kameramann, er ist oft lange weg, um Spielfilme zu
drehen. Das hat mich lange Zeit in die klassische Rollenverteilung gedrängt.
Ich am Herd, er am Set. Das hat mich fast wahnsinnig und sehr sehr
unzufrieden gemacht. Ich bin einfach nicht der Typ dafür, was ich aber erst
nach und nach rausgefunden habe, also erst, als ich schon mittendrin gesteckt
habe. Ich finde es total toll, wenn Mütter sich ganz darauf einlassen können,
für ihre Kinder da zu sein. Ich bin auch für meine da, aber ich liebe sie ja
auch, wenn ich mal weg bin. Aber um wieder auf deine eigentliche Frage zurück
zu kommen, wir haben uns nach langen, zähen Verhandlungen darauf geeinigt,
dass ich jetzt auch mal dran bin, das zu machen, was viele Männer so
selbstverständlich tun: Einen Job zu haben und ohne schlechtes Gewissen
arbeiten zu gehen.
In der Zeit haben die Kinder entweder Papa-Zeit oder die Großeltern kommen.
Ich denke Kinder profitieren davon, viele Bezugspersonen zu haben. Ich mag
das, wenn ich nach Hause komme und sie sind „gewachsen“, weil jemand anderes
Dinge anders gemacht hat, als ich sie immer mache, sie sich darauf einstellen
und dabei Neues lernen. Manchmal benutzen sie dann auch neue Worte, die in
meinem Sprachschatz einfach nicht vorkommen. Meistens finde ich sie selig und
entspannt vor, wenn ich wiederkomme.
Natürlich vermissen sie mich ab und zu – und ich sie auch, aber sie machen
es mir tatsächlich sehr einfach, was glaube ich daran liegt, dass sie von
ihrem Vater von klein auf gewohnt sind, dass er mal eine Weile weg ist, aber
immer immer immer wieder zurückkommt. Ich glaube, das hat ihnen Vertrauen
geschenkt, dass alles gut ist, auch wenn wir mal nicht zusammen sind. Ich hab
tatsächlich noch nie ein "Mama, geh nicht" gehört. Vielleicht
dürfen sie, wenn ich nicht da bin, auch einfach viele tolle Dinge, die sie
bei mir nicht dürfen… Da müsste ich mal eine Befragung starten.
Nun hilfst du Menschen, die Burnout-gefährdet sind. Mütter geraten ja auch
immer wieder in Überforderungs-Situationen (also ich zumindest :-)) Hast Du
da einen Kniff, eine Art Erst-Hilfe-Maßnahme, die wir in unserem Alltag
anwenden könnten?
Oh ja, ich auch! Es gibt einfach keinen Job auf der Welt, der fordernder
ist. Erste Hilfe-Maßnahme, wenn gar nichts mehr geht: Kinder mal kurz vor den
Fernsehen, einen ruhigen Ort suchen, eine Kerze anmachen, sich auf den Boden
setzen und einfach nur atmen, an nichts denken und wenn das mit dem
an-nichts-denken nicht funktioniert, sich nicht dafür verurteilen. Wieder von
vorne anfangen und die Momente ausdehnen, in denen der Kopf mal kurz leer
ist. Freundlich und wohlwollend zu sich selber sein, ist tatsächlich auch
sehr hilfreich. Beides ist am Anfang nicht so einfach, ist aber wie die
meisten Dinge, eine Sache der Übung.
Mütter denken oft, sie haben versagt, wenn sie erschöpft sind. Es steht
ihnen nicht zu, denn schließlich haben sie ja „nur“ die Kinder. In unserer
Gesellschaft werden nach wie vor Dinge mehr wertgeschätzt, die einen ledernen
Sessel und einen Schreibtisch beinhalten. Ein Manager mit einem 10- bis
12-Stunden-Arbeitstag, freien Wochenenden und 25 Tagen bezahltem Urlaub im
Jahr, darf selbstverständlich erschöpft sein, jeder versteht das und zeigt
Mitgefühl. Mütter mit 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im
Jahr hören dagegen eher mal: Aber andere schafften das doch auch! Und die
anderen Mütter raunen sich zu: Die ist ja völlig überfordert.
Genau aus diesem Missstand heraus sind Mütter eine meiner liebsten
Zielgruppen. Im Sommer gibt es ein Retreat nur für Mütter, an einem Ort zu
dem man nicht zu lange fliegen muss, sich aber trotzdem weit weg von zuhause
fühlt! Oh da freue ich mich sehr drauf! Anfang des neuen Jahres werde ich das
auf meiner Facebook-Seite und auf meiner Homepage bekannt geben und ich würde
dann auch sehr gerne einen Platz für das Retreat unter den Stadt-Land-Mamas
verlosen!
Was würdest du Müttern empfehlen, die auch noch auf der Suche nach ihrer
Erfüllung sind?
Abstand zum Alltag schaffen, Ruhe finden, in sich hineinhorchen – was macht
mich glücklich, was möchte ich wirklich!?
Fragen wie: Wie ist das umsetzbar? Wie mache ich das mit den Kindern?, die
sollten erst danach kommen. Ich habe mir die Fragen lange Zeit in der
falschen Reihenfolge gestellt und dabei kam einfach gar nichts heraus. Wenn
man weiß, was man will, findet man auch einen Weg, es umzusetzen. Andersherum
jedoch, also etwas zu finden, was praktikabel und umsetzbar ist und mit dem
man es allen recht macht und einen trotzdem erfüllt – ist schwierig.
Liebe Kristina, danke für diese tollen Einblicke in dein Leben!
Und falls sich jemand angesprochen fühlt: Habt ihr auch mal so einen
Wendepunkt in eurem Leben als Mutter oder Vater gehabt? Dann meldet euch gern
bei uns für ein Interview oder Änliches. Wir finden das super-spannend.
Und: Wir sind für den Scoyo ELTERN!-Blogaward nominiert. Würden Ihr uns ein
Herzchen schenken? Das geht auch mehrfach… DANKE!
|
"Jetzt bin ich dran": Wenn das Leben als Mama plötzlich eine
ganz neue Wendung nimmt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jetzt-bist-du-erloest-katjas-brief-an-ihren-vater |
Ihr Lieben, es ist für uns
wunderbar, dass wir immer wieder Mails von Euch Lesern mit diesen berührenden
Texten bekommen. Wir danken Euch so sehr für Euer Vetrauen. Heute
veröffentlichen wir hier den Brief von Katja, die erst vor Kurzem ihren Vater
verloren hat:
"Lieber Papa, dein Leben war sehr bewegt. Ende der 50er Jahre bist du
mit deiner Mutter und deinen Schwestern aus Oberschlesien nach Deutschland
gekommen. Dein Vater hatte einen Antrag auf Familienzusammenführung gestellt.
Der Ort Gladenbach hat in deinem Leben eine zentrale Rolle gespielt. Hier
hast du beim Hausbau der Sudetenstraße 17 geholfen, deine geliebte Frau
Monika, unsere Mutter, kennen gelernt und mehrere Jahre deines Lebens
gewohnt.
Nach dem Umzug nach Mannheim im Jahr 1976 seid ihr mit uns in jeden
Sommerferien und zu allen Familienfesten nach Gladenbach gefahren. Aber du
hast dort nie Urlaub gemacht oder dich bedienen lassen, nein, du hast immer deine
Eltern und später deine Schwester Helga bei der Instandhaltung des Hauses
unterstützt. Dieses Haus hat dich immer begleitet, so dass ihr 2010 dort
wieder eingezogen seid. Aufgrund der Verschlechterung deines
Gesundheitszustandes musstet ihr leider 2015 wieder ausziehen. Mit dem Tod
deiner Schwester im letzten Jahr hast du sogar noch einen Teil des Hauses
geerbt.
Mit Monika hast du fünf Kinder erzogen und den schwersten Schicksalsschlag
einer Ehe erlebt. Der Tod von Nicole im April 1997 war eine harte Probe für
eure Beziehung. Aber ihr habt sie gemeistert und im Dezember 2016 Goldene
Hochzeit gefeiert. Wer kann schon von sich behaupten über 50 Jahre mit ein
und dem selben Menschen Tisch und Bett geteilt zu haben?! Das ist schon etwas
ganz Besonderes. Mama hat die Worte zur Hochzeit „In guten wie in schlechten
Zeiten“ ernst genommen und dir immer zur Seite gestanden. Auch als du krank
wurdest, hat sie die Herausforderung angenommen und dich mit Liebe und
Hingabe gepflegt. Bis zum Schluss.
Beruflich bist du 1976 deiner Berufung gefolgt und hauptamtlicher Mesner in
Maria Hilf, auf dem Mannheimer Almenhof, geworden. Über 40 Jahre deines
Lebens haben Mama und wir dich mit deiner geliebten Kirche teilen müssen.
Sogar im Ruhestand konntest du ohne deine Kirche nicht leben. Die Kündigung
von Seiten der katholischen Kirche im Jahr 2009 hat dir buchstäblich den
Boden unter den Füßen weggezogen und dich letztendlich krank gemacht. Demenz
ist eine furchtbare Krankheit und du hattest sie am wenigsten verdient. Was
sich der liebe Gott dabei gedacht hat, weiß ich bis heute nicht.
Als die Krankheit massiv in deinen Alltag eingegriffen hat und du sogar
irgendwann deine Kirchenlieder nicht mehr singen konntest, habe ich die Welt nicht
mehr verstanden. Die letzten Jahre waren für dich, Mama und uns nicht leicht.
Dir dabei zuschauen zu müssen, wie die Krankheit immer mehr Teile deines
Gehirns geschädigt und somit die Kontrolle über deinen Körper übernommen hat,
war hart und teilweise unerträglich.
Für Mama muss es noch unendlich schwerer gewesen sein als für uns. Ich
möchte mich auf diesem Wege im Namen von Papa bei dir, liebe Mama, bedanken,
dass du dein Leben erst für uns und dann für Papa zurück gestellt hast. Wir
lieben dich.
Als du, Papa, letzte Woche Montag nicht mehr auf eines deiner
Lieblingslieder, „Von guten Mächten“, reagiert hast, wusste ich, es ist Zeit
Abschied zu nehmen. Ich habe dich losgelassen und dir auch gesagt, das du
gehen darfst. Jetzt müssen wir uns von dir verabschieden, Papa. Du bist
erlöst und dir geht es gut. Pass bitte mit uns auf Mama auf, bis ihr euch
eines Tages wiederseht.
In ewiger Liebe deine Tochter Katja"
|
"Jetzt bist Du erlöst" -Katjas Brief an ihren Vater | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/katharina-soll-leben-diese-familie-sucht-einen-stammzellspender-fuer-ihr-baby |
Ihr Lieben, wenn man an
Stammzellspenden denken viele schnell an Leukämie, also Blutkrebs. Aber es
gibt auch andere Krankheiten, die eine solche Spende nötig machen – und so
ist die kleine Katharina mit ihren neun Monaten bereits auf der Suche nach
einem passenden Spender.
Katharina leidet an einer Septischen Granulomatose, einem seltenem
Gendefekt, der dafür sorgt, dass das kleine Mädchen keine Immunität hat. Ein
banaler Schnupfen kann für sie lebensgefährlich werden und für zwei Monate
Klinik sorgen, weil sich daraus schwere Erkankungen wie eine Lungeninfektion
entwickeln können.
Normalerweise sind nur Jungen betroffen, während Mädchen nur Träger des
Gens sind. Aber das Leben ist wie ein Lottospiel und so trat der seltene Fall
ein, dass ihre Tochter krank wurde. Nur 1 Prozent ihrer Immunzellen ist
intakt. Für ein „normales“ Leben reicht das leider nicht aus.
Katharina ist nun auf die Hilfe der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei,
angewiesen und sucht gemeinsam mit den Eltern einen passenden Fremdspender.
Wir haben mit Mama Anastasia über die schwierige Situation gesprochen.
Anastasia, ihr sucht für Eure Tochter Katharina einen Stammzellspender. Wie
geht es ihr aktuell?
Unserer Kleinen geht es gerade ganz gut, an sich ist sie ja gesund –
solange sie infektfrei ist.
Beschreib uns doch Eure Katharina mal. Was macht sie aus?
Sie ist ein sehr, sehr liebes Kind, weint kaum – und das ist nicht
übertrieben. Sie ist immer gut gelaunt, lächelt und lacht viel, ist
sehr neugierig. Wirklich wie ein Sonnenschein.
Man sieht ihr ihre schwere Krankheit nicht an. Und doch weißt du, wie es um
sie steht. Wie geht es Dir als Mama gerade?
Das ist schwer zu sagen. Wenn ich sage „ganz gut“, müsste ich lügen… Aber
ich versuche, es mir nicht anmerken zu lassen, zumindest tagsüber. Ich kann's
nicht ändern und schlechte Laune hilft uns auch nicht. Ich versuche den
Alltag so zu meistern, wie es auch schon immer war, mit gewissen
Einschränkungen natürlich! Aber die Erkrankung wird nicht in den Vordergrund
gerückt, das ist mir wichtig…
Und wenn die Kleine dann schläft?
Nachts sieht die Situation bei mir ganz anders aus, ich leide an
Schlaflosigkeit. Da kommen die ganzen Ängste und Sorgen raus, die ich
tagsüber nicht zeige.
Erinnerst du dich noch an den Moment der Diagnose?
An den Moment der Diagnose erinnere ich mich noch zu gut! Es war der 10.
Oktober. Wir wurden in der Dresdner Uniklinik stationär aufgenommen, da
die Kleine seit zwei Wochen hohes Fieber hatte und schlechte Blutwerte. Dort
wurde ihr nochmal Blut abgenommen für unterschiedliche Tests, u.a. wurde auch
routinemäßig auf Septische Granulomatose (CGD) getestet, obwohl das ja
eigentlich nicht sein konnte, denn bei Mädchen bricht die Krankheit ja
eigentlich nicht aus…
Und dann?
Keine zwei Stunden später kam die Ärztin mit der Diagnose. Meine Reaktion
dazu: hysterisch-erleichtert-geschockt. Hsyterisch, weil ich es nicht glauben
konnte, denn für mich wsr klar: Mädchen kriegen keine CGD, das ist
vererbungstechnisch doch gar nicht möglich. Erleichtert, weil es keine
Leukämie war, was ich insgeheim befürchtet hatte, geschockt, weil auch die
GGD tödlich enden kann.
Konnten die Ärzte das denn glauben?
Sie meinten, sie mussten den Test auch ein paar Mal wiederholen, um es
selbst glauben zu können. Unsere Kleine hat nur 1% der gesunden Immunzellen,
was für das Führen eines komplett normalen Lebens nicht ausreicht. Und da sie
keine Immunität hat, wurde aus einem banalen Schnupfen eine schwere
Lungeninfektion.
Nun ist Katharina ja noch klein und
versteht noch nicht, was mit ihr passiert. Ist das ein Vorteil oder eher ein
Nachteil, weil man ihr nicht erklären kann, warum es so wichtig ist, dass die
Ärzte sich kümmern?
Dass Katharina noch klein ist, hat nur Vorteile. Die günstigste Zeitspanne
für Transplantation ist bis 3,5 Jahre. Das Wichtigste ist aber: Sie wird
sich hoffentlich daran nicht erinnern! Nicht an die Chemo, nicht an damit
verbundenen Schmerzen, die Übelkeit und alles, was dazugehört. Ihre Psyche
bleibt heil, so unsere Hoffnung.
Was ist euer größter Wunsch?
Unser allergrößter Wunsch wäre, dass schnellstmöglich ein passender Spender
für unsere Tochter gefunden wird, damit wir sie aufwachsen sehen dürfen! Dass
wir unbeschwert mit ihr rausgehen können ohne an eine potenzielle Ansteckung
denken zu müssen! Einfach mal einen Spaziergang und überhaupt das Leben
genießen zu können! Wir geben die Hoffnung nicht auf!
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So könnt ihr euch bei der DKMS registrieren lassen:
Katharina kann nur mit einer Stammzellspende überleben. Katharinas Mama
hofft auf viele Menschen, die diesen Artikel lesen, teilen – und sich
vielleicht selbst registrieren lassen. Die Registrierung geht einfach und
schnell online unter https://www.dkms.de/gemeinsam-gegen-blutkrebs. Die DKMS
schickt ein Registrierungsset raus, man füllt eine Einverständniserklärung
aus und macht einen Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen. Dann
werden die Gewebemerkmale im Labor analysiert. Und dann heißt es: Hoffen,
dass ein Spender für die kleine Katharina gefunden wird.
|
Katharina soll leben! Diese Familie sucht einen Stammzellspender für ihr
Baby | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/katrin-gegen-den-wind-wie-ich-aus-einer-notlage-ploetzlich-ans-filmset-geriet |
Ihr Lieben, Katrin befand
sich in einer misslichen beruflichen Lage, als sich ihr plötzlich der Himmel
öffnete. Da war jemnd, der an sie glaubte. Und der ihr Verantwortung für ein
Projekt gab, von dem sie noch heute profitiert. Aus einer Notalge ans
Filmset. Hier erzählt unsere Leserin von ihrem ganz persönlichen kleinen
Wunder.
Liebe Katrin, dein Jahr begann mit einer fünfwöchigen Reha, in der du von
deiner Familie getrennt warst. Erzähl mal, wie das für dich war.
Eigentlich sollte diese Reha Klarheit in mein Leben bringen, doch ich kam
müde und kaputt zurück. Mir lief die Zeit davon, ich hatte keinen Job in
Aussicht, der sozialen Abstieg war vorprogrammiert…
Dank eines Bekannten meines Mannes fand ich einen Teilzeitjob auf
Steuerkarte! Meine Rettung! Aber das war noch nicht alles…
Erzähl!
Einen Monat später folgte dann das Highlight des Jahres! Ich bin seit
meiner Jugend ein großer Fan einer Serie, die in den 90er Jahren in
Schleswig-Holstein gedreht wurde und sehr beliebt war.
2015 war einer der Hauptdarsteller von damals hier an einer Freilichtbühne
in meinem Wohnort engagiert und so gründete ich eine Fan-Gruppe bei Facebook,
der mittlerweile über 500 Fans angehören. Eine Freundin animierte mich
damals, ein Meet & Greet zu organisieren, was auch tatsächlich stattfand.
So festigte sich der Kontakt zu dem bekannten Schauspieler immer mehr.
Es bildete sich eine Art Theaterclique und wir trafen uns immer wieder in
verschiedenen Theatern und zu unterschiedlichen Aufführungen. Anschließend
kam es oft zu einem netten Gespräch mit ihm. 🙂
Nun war ich bedingt durch die Reha bei einem Event nicht dabei und so
erfuhr er davon, was bei mir los war. Scheinbar hat ihn das berührt.
Und der bekam also etwas von deiner Situation mit?
Anfang April 2019 bei bestem Frühlingswetter saß ich bei einer Bekannten
mit ihm auf einer Bank im Garten. Die beiden hatten etwas ausbaldowert und
mich eingeladen.
Er fing an: „Du, ich mach’ Dir ein Angebot!“ Ich musste laut lachen und
wiederholte seinen Satz mit der Ergänzung „Na, hoffentlich kein
Unmoralisches!“
Er: „Ich plane einen Filmdreh und dafür bräuchte ich Komparsen, viele
Komparsen und Du würdest die betreuen! Hast Du Lust dazu?“
Nein zu sagen, war jetzt keine Option! Das war klar! Ich sagte natürlich
zu, ohne wirklich zu wissen, was da im nächsten halben Jahr auf mich zukommen
würde. Erstmal hieß es natürlich Stillschweigen, denn es sollte noch niemand
von dem Projekt etwas wissen.
Er zeigte mir auf seinem Laptop einen Teaser, denn er war schon im Ausland
aktiv gewesen und hatte Teile zum Film gedreht. Allein das war sehr
beeindruckend, die Aufnahmen und die Musik dazu.
Dann hörte ich eine lange Zeit nichts mehr von ihm und ich wusste nicht, ob
und wann das Projekt denn nun starten würde. Nur ein grober Zeitraum stand
fest. Ich verzichtete auf meinen Sommerurlaub, um ihn für dieses Projekt
aufzusparen.
Wie ging es weiter?
Im August kam dann ein Anruf, ich bekam das Drehbuch per Mail und hatte
erstmal gut was zu lesen. Dann trafen wir uns Ende August in Hamburg in einem
Café. Dort lernte ich auch sein Patenkind kennen, die die Produktionsleitung
für das Projekt übernahm.
Ein „Kronjuwel“ im Multitasking und wieder eine Person, die mich sehr
wertschätzte. Einfach irre!
Dann ging es Schlag auf Schlag, Urlaub vom Chef einholen, Ferienwohnung
über eine gute Bekannte buchen, Koffer packen und auf ins Abenteuer
„Filmdreh“!
Mitte September reiste ich dann für zwei Wochen an die Nordsee. Ich war die
„Komparserie-Chefin“ für einen Kinofilm, der 2020 rauskommen soll. Vor 24
Jahren stand ich selbst als Komparsin vor der Kamera – eine „tragende“ Rolle,
mit einem Surfbrett oder -segel im Hintergrund den Strand bunter
machen.
Nun hatte ich ein Filmhandy und einen Email-Account, damit die Leute mit
mir Kontakt aufnehmen konnten, wenn sie an einer Komparsen-Rolle interessiert
waren. Und das waren ziemlich viele!!!
Ich habe über 800 Mails beantwortet und auch im Social-Media-Bereich ging
die Post ab. Vor allem als ein Video-Aufruf gestartet wurde, von dem ich
nichts wusste. Es war an meinem Geburtstag, der sowieso schon durch die
ganzen Umstände sehr besonders war!
Von da an kam im Zwei-Minuten-Takt Anfragen per Mail. Zum Glück war ich
vorbereitet und konnte immer per copy & paste einen Vordruck mit Infos
versenden.
Ziel war es, für ein Wochenende gut 200 Personen zu finden, die im
Hintergrund Besucher eines Surf- und Kitecontest darstellen sollten. Das habe
ich geschafft, denn es waren viele Menschen dabei, die dieses Projekt
unterstützen wollten.
Man muss dazu sagen, dass es sich um eine Low-Budget-Produktion handelte.
Es gab ein kleines Goodie, aber keine Gage, wie sonst üblich.
Wow, das klingt so schön!
Ja, das ist es auch! Ich habe bei diesem Projekt so viel Wertschätzung
erfahren, wie noch in keinem anderen Job! Und das, obwohl ich null Erfahrung
in der Filmbranche hatte. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich
dafür bin, dass ich diese Chance bekommen habe.
Weiß der besagte Schauspieler davon?
Oh ja, das habe ich ihm mehrmals gesagt, was es für mich bedeutet, dass er
mir das ermöglicht hat…unglaublich!
Was hast du aus dieser Erfahrung mitgenommen, was hat es dich über das
Leben gelehrt?
Es geht immer irgendwie weiter, Aufgeben ist keine Option!
Wertschätzende Menschen sind war ganz Besonderes! Wertschätzung ist in
unserem hektischen und oberflächlichen Leben sehr verloren gegangen. Vor
allem im beruflichen sollten sich Vorgesetzte mehr vor Augen führen, wie
wichtig das ist, was Mitarbeiter täglich leisten.
Die Dreharbeiten zum Projekt sind jetzt zu Ende und der Alltag hat mich
wieder. 2020 folgt die Premiere und ich werde diesen Film aus einer ganz
anderen Perspektive sehen.
Viele Menschen, die im Hintergrund herumwuseln, kenne ich mit Namen! Das
wird sicher ganz lustig sein. Ich freue mich sehr darauf.
|
Katrin gegen den Wind: Wie ich aus einer Notlage plötzlich ans Filmset
geriet | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/katy-ueber-den-weg-aus-der-trauer-mich-hat-der-sport-gerettet |
Liebe Katy, wow, nach deinem beeindruckenden Buch Larissas Vermächtnis
legst du nun dein neues Werk „Seelensport“ nach. Wie schaffen wir es, mit der
Stärkung des Körpers auch die Seele zu stärken?
Unser Körper und unsere Seele sind im Grunde genommen eins. Das eine steht
mit dem anderen so stark in Verbindung, dass wir es nicht trennen können –
leider aber noch viel zu oft tun. Für mich ist die Seele nichts Spirituelles,
sondern eben unsere Hormonparty im Körper, die Gefühle mit sich bringt und
entstehen lässt.
Wenn wir einen gestärkten Körper durch Sport, ausreichend Pausen etc.
haben, dann geht das auf unser allgemeines Wohlbefinden über. Wir fühlen uns
dadurch ausgeglichener, können besser mit stressigen Situationen umgehen,
Dinge, die uns auch körperlich belasten besser „wegstecken“. Wir sind im
Grunde genommen einfach widerstandsfähiger, leistungsfähiger und gut
vorbereitet für die Herausforderungen im Leben.
Wie hat das ganz konkret in deiner Situation und nach dem Mord an deiner
kleinen Schwester geklappt?
Bevor ich mit dem Sport begonnen habe, trank ich beinahe jeden Tag viel
Alkohol, habe mich sehr ungesund ernährt und mich eben gar nicht bewegt. Als
ich dann damit anfing, spürte ich in den ersten Trainings schnell, wie
lebendig sich mein Körper plötzlich anfühlte. Ich spürte ihn plötzlich
wieder, im positiven Sinn, fühlte mich leichter und freier, kraftvoller und
stärker.
Ich konnte dadurch meinen Gefühlen Raum geben und ihnen einen Kanal
schenken, über den sie nach außen gelangen konnten. Den Alkohol ließ ich dann
auch ziemlich schnell weg und ernährte mich zunehmend ausgewogener. Mit den
ersten Wochen dann veränderte sich meine Haltung.. Ich war aufrechter, spürte
durch die zunehmende Muskulatur und Spannung in meinem Körper, dass noch viel
Kraft in mir verborgen lag.
Es machte mich selbstbewusster, zielstrebiger und ich erlangte ein gewisses
Vertrauen in meinen Körper zurück. Außerdem verbesserte sich meine
Konzentration, meine Schlafqualität, meine unkontrollierten emotionalen
Ausbrüche nahmen ab. Ich spürte, wie sich eine Sehnsucht nach Freude in mir
ausbreitete und im Training und auch nach dem Training durch die
Hormonausschüttung stattfand. Zuversicht, Hoffnung und Mut gewannen durch
mein Training wieder ihren Platz zurück. Das ging nicht von heute auf morgen,
und war ein intensiver Prozess, aber jede Bewegung half mir, mich selbst
wieder zu finden.
Der Sport hat dir etwas gegeben, das dir in der Trauer nichts anders geben
konnte. Was genau war das?
Die Möglichkeit meinen ganzen Körper in meinen Trauerprozess
miteinzubeziehen und meine eigene Kraft direkt spüren zu können. Ein
Freiheitsgefühl, das ich bei keinen anderen Angeboten sonst gefunden
habe.
Freunde können mal verreisen, Therapeuten mal im Urlaub sein, aber den
Sport, den können wir für uns überall mit hinnehmen.
Ist es auch diese Selbstwirksamkeit, die dir so geholfen hat?
Ja absolut! Dieses Gefühl der Unabhängigkeit und der Selbstbestimmtheit,
die den Sport so wertvoll für mich machten. Ich war dann ja auch viel
unterwegs, um immer wieder Abstand vom Alltag zu gewinnen. Egal ob es Sri
Lanka war, London oder Berlin, ich stand morgens auf suchte mir einen Strand
oder Park und trainierte einfach los. Freier konnte ich nicht sein.
Tränen nennst du im Seelensport „Gefühlsperlen“, das klingt so
wertvoll…
Ja, beim Sport schwitzt man ja ordentlich im Normalfall, beim SeelenSport
schwitzt man eben neben dem körperlichen Schweiß auch die Gefühle raus – und da kullern dann
die Gefühlsperlen hinunter
Trauer bringt viele Gefühle mit sich, Wut, Verzweiflung, Angst. Brauchst du
zu den unterschiedlichen Emotionen auch unterschiedliche Übungen?
Ja unbedingt. Wenn wir uns Wut vorstellen, dann sehen wir gleich Fäuste vor
uns und ein Stampfen, lautes Schreien. Da ist ganz viel Energie, die raus
möchte. Das braucht schnelle Bewegungen, ein Hauen und Boxen.
Wenn wir Angst spüren (aber nicht direkt in echter Gefahr sind), brauchen
wir ein Sicherheitsgefühl, das kann zum Beispiel sein, indem wir uns neigen
und den Arm über den Kopf ziehen und leise zu uns sagen: Ich bin sicher und
beschützt.
Oder wir möchten die Oberhand gewinnen und kämpfen gegen die Angst für
einen Moment, fühlen uns dadurch mächtiger und erlangen Kontrolle zurück über
unsere Gedanken. Wenn wir traurig sind, brauchen wir Ruhe, Nähe,
Geborgenheit, eine Umarmung. Dafür braucht es langsame, ruhige Bewegungen ,
die sich an mein Inneres richten.
Mit der Zeit hast du begriffen, wie sehr dich all diese Gefühle auch
weiterbringen, auch tragen, so schmerzhaft sie in dem Moment auch sein mögen.
Magst du uns zu diesem Annehmen, zu dieser Akzeptanz einmal mehr
erzählen?
Ja ich habe irgendwann verstanden, dass es nichts bringt den Gefühlen aus
dem Weg zu gehen, sie einzudämmen, zu unterdrücken oder ignorieren. Wir
glauben oft, wenn wir traurig sind und die Traurigkeit wegdrücken, dann wäre
die Traurigkeit fort. Aber so ist es nicht, sie schlummert und werkelt weiter
in uns und zeigt sich dann meist durch körperliche Reaktionen wie Schmerzen
und Verspannungen.
Wenn ich mir aber stattdessen Zeit und Raum gönne und dem Gefühl
Aufmerksamkeit und einen Ausdruck schenke, dann kann es rausfließen, belastet
nicht mehr. Seitdem ich das verstehe und so praktiziere, geht es mir
körperlich und seelisch so viel besser. Ich bin gelassener und lebe mit
meinen Gefühlen statt gegen sie. Ich höre ihnen zu, erkenne darin meine
Bedürfnisse und nehme sie an, wie sie nun mal gerade daherkommen.
Du möchtest auch andere bewegen. Nicht nur mit deiner Geschichte, sondern
wirklich auch körperlich bewegen. Du bietest Kurse an, wer besucht sie?
Es sind vor allem Menschen, die Verluste erlebt oder Lebenskrisen
durchgestanden haben. Sie kommen mit dem Wunsch, sich wieder zu spüren, sich
zu bewegen und mit ihren Gefühlen zu arbeiten. Die Jüngste war bisher 11, die
älteste Dame 74. Sie kommen aus allen Berufssparten und familiären
Konstellationen. Die meisten davon haben einen positiven Zugang zur Bewegung
bzw. den Wunsch danach. Außerdem sind es fast ausschließlich Frauen, die zu
mir kommen. Männer gehen eher zu den männlichen Trainern.
Neben den Kursen für Trauernde bietest du aber auch Lehrgänge für Menschen
an, die selbst Seelensport-Trainer werden wollen, was genau hat es damit auf
sich?
Die Nachfrage kam ziemlich schnell, ob ich mein Wissen und meine Übungen
nicht auch in einer Ausbildung anbieten könnte, denn Vielen wollten das
Konzept gerne in ihrem Ort mit ihren Kund*innen ausführen. Also habe ich das
umgesetzt und mittlerweile gibt es fast 30 Trainer*innen in Deutschland,
Belgien, Österreich und Italien. Es war immer mein Wunsch, dass Menschen die
Möglichkeit haben, zu einem Gesprächskreis zu gehen und/oder daneben einen
SeelenSport Kurs besuchen können. Für 2022 sind bald wieder neue Termine
offiziell draußen, voranmelden kann man sich dazu schon.
Nun warst du in letzter Zeit nicht nur mit deinem neuen Buch schwanger….
Erzähl mal, was dein Körper im Privaten grad mit dir macht….
Ich hab ja schon viel erlebt, auch körperlich, aber eine Schwangerschaft
war und ist wieder eine ganz neue Herausforderung. Mit den letzten Jahren
habe ich mich selbst und meinen Körper sehr gut kennengelernt und plötzlich
wurde er mir mit jedem Tag wieder fremder und ich erkannte mich selbst nicht
mehr. So vieles veränderte sich so schnell. Spannend, aber auch seltsam.
Mir war die ersten Wochen sehr übel, ich kämpfte mit Kopfschmerzen und
einer echt heftigen Erschöpfung. Ich konnte mich daher kaum noch sportlich
bewegen, ging aber viel spazieren. Mittlerweile hat mich leider eine
Symphysenlockerung erwischt, was ziemlich schmerzvoll ist und unangenehm.
Spazieren geht nun also auch nicht mehr, was wiederum für meine hohe
Thrombosegefahr gar nicht gut ist. Aber ich war noch nie so glücklich um mein
Trainingswissen, wie jetzt gerade. Das hilft mir sehr, weil ich mich nun doch
gut auskenne, was ich machen kann und schnell Alternativen finde.
Welche Rolle spielt deine Trauer in der Zeit der Schwangerschaft?
Ich dachte, sie würde eine viel größere spielen, als sie es gerade
tatsächlich tut. Vielleicht auch weil ich eben derart körperlich beschäftigt
mit mir war/bin. Aber es gab natürlich auch sehr emotionale Momente, in denen
ich Larissa nun besonders vermisse. Ich wünschte, ich könnte sie nun an meiner
Seite haben und mit ihr diese Erfahrungen teilen. Sie fehlt mir schon
besonders stark gerade und ich glaube, das wird noch mehr, wenn dann die
Geburt da war. Aber das ist okay so, ich gebe dem Ganzen dann seinen Raum und
dann passt es auch wieder. Die Trauer nimmt mich also nicht ein, sondern ist
eher wie eine liebevolle Begleiterin.
Schaust du in ruhigen Minuten manchmal staunend auf dein Leben und denkst:
Krass, nicht mal in einem Film würde der Regisseur so übertreiben?
Ohjaaaa, tatsächlich. Ich denke oft, wow, mein Leben bzw. die letzten Jahre
könnten eine Netflixserie sein. Ich glaube, einem Regisseur würden definitiv
die Augen aus dem Kopf fallen, wenn er das Drehbuch sehen würde. Sowas kann
niemand erfinden, solche Geschichten schreibt wirklich nur das Leben.
Wer noch mehr über Katy lesen will, wir hatten bereits zwei Interview mit
Ihr: Wie sie nach dem Mord an ihrer Schwester zurück ins Leben fand und über
ihr erstes Buch über den Umgang mit der Trauer
|
Katy über den Weg aus der Trauer: "Mich hat der Sport
gerettet!" | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kein-sex-steffi-trennte-sich-von-ihrem-mann-weil-im-bett-nichts-mehr-lief |
Liebe Steffi, erzähl erstmal,
wer zu Deiner Familie gehört.
Zu meiner Familie gehören meine 6 Kinder zwischen 19 und 7 Jahren und ich,
Steffi, fast 39 Jahre alt. Ich lebe mit meinen jüngsten Kindern in Berlin,
momentan bin ich nicht berufstätig.
Du hast Dich von Deinem Partner letztes Jahr getrennt. Wie lange wart Ihr
zusammen und wir würdest Du Eure Beziehung beschreiben?
Wir waren knapp 4 Jahre zusammen, er ist nicht der Vater meiner Kinder.
Anfangs war es wirklich schön, wir haben viel unternommen und uns gut
verstanden. Aber schnell wurden die Bemühungen um eine gute Partnerschaft
einseitig – alles Liebevolle ging nur noch von meiner Seite aus.
Bei Euch ging es bei der Trennung auch um das Thema Sex.
Ich würde sogar sagen, dass es bei der Trennung vorallem darum ging, dass
wir kaum Sex hatten. Was nicht an mir lag. Ich hätte gerne öfter mit ihm
geschlafen, aber mein Ex hatte einfach kein Interesse daran. Man muss dazu
sagen, dass wir nicht zusammen gelebt haben. Ich war meistens bei ihm, wenn
meine Kinder bei ihrem Vater waren, also am Wochenende.
Wir hätten dann jede Menge Zeit gehabt, aber auch dann hatten wir keinen
Sex. Er schob als Argument vor, dass wir uns ja nur so wenig sehen und dass
es dann auf Abruf passieren müsste und das wäre nichts für ihn. Dass ihn das
nur unter Druck setzen würde.
Wenn ihr dann doch mal miteinander geschlafen habt – wie war es
dann?
Wenn es zum Sex kam, dann immer nur nach meiner Initiative. Er hat sich
dann auch nicht besonders bemüht. Liebevoll auf mich eingehen, mich
streicheln, mich im Arm halten – das gab es nicht.
Du hast sicherlich mit ihm über Deine Wünsche gesprochen.
Ja, klar. Ich habe ihm gesagt, wie wichtig Sex und Nähe für mich ist. Mein
Ex-Partner sagte nur, er habe eben nicht so viel Lust, er fühle sich zu alt
für Bettsport- er ist ein Jahr älter als ich. Und er würde lieber nur ein
bisschen kuscheln. Anfangs habe ich schon überlegt, ob es an mir liegen
könnte. Ob er mich nicht sexy findet. Aber den Gedanken habe ich schnell
verworfen. Vielleicht auch, weil ich eine gute Beziehung zu meinem Körper
habe und im Großen und Ganzen zufrieden mit mir bin. Heute weiß ich: Ich
hätte mich viel früher deshalb trennen sollen. Aber ich hatte die Hoffnung,
dass wir daran arbeiten und es besser wird.
Warum ist dir Sex wichtig?
Sex ist für mich eine gute Gelegenheit, um vom Alltag zu entspannen. Es ist
zudem auch ein tolles Gefühl, wenn man spürt, dass man von seinem Partner
begehrt wird. Und dass man seinen Partner gerne anfasst. In meinen früheren
Beziehungen hatte ich immer ein gutes, erfüllendes Sexleben. Für mich gehört
Sex zu einer Beziehung, sonst könnte man ja auch einfach befreundet sein. Das
heißt nicht, dass man sich in jeder freien Sekunde die Kleider vom Leib
reißen muss – aber so 1 bis 2 mal die Woche wäre doch schön.
Du glaubst also nicht, dass eine Beziehung auch ohne Sex funktionieren
kann?
Auf Dauer sicherlich nicht. Jedenfalls nicht für mich.
Warum gerät das Thema Sex bei vielen Paaren irgendwann in den
Hintergrund?
Weil der Alltag einfach so herausfordernd ist. Kinder, Job, Haushalt. Klar
ist es da auch mal schön, nur auf der Couch zu liegen und TV zu schauen. Aber
wenn es nur noch so ist, läuft doch was falsch…
Was möchtest du anderen Frauen in deiner Situation raten?
Schämt Euch nicht für Eure sexuellen Bedürfnisse. Redet mit Euren Partnern,
wenn Ihr nicht glücklich mit Eurem Sexleben seid! Das Leben ist zu kurz für
schlechten Sex.
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Kein Sex: Steffi trennte sich von ihrem Mann, weil im Bett nichts mehr
lief | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/keine-auszeiten-etliche-pflichten-wie-einsam-es-macht-alleinerziehend-zu-sein |
Liebe Annette, wie alt sind
deine Kinder und seit wann bist du alleinerziehend?
Meine Kinder sind 11 und 13 und ich bin seit 7,5 Jahren alleine mit
ihnen.
Du gehst sehr ehrlich mit deiner Situation um. Was bedeutet es wirklich,
alleinerziehend zu sein?
Eigentlich ist es ganz simpel: Alleinerziehend ist einfach eine Familie,
die nur einen statt zwei Erwachsene hat. Den ganzen Alltag, die Schule, die
Kita, die Hobbys, die Krankheiten, die Ferien der Kinder allein
organisieren.
Jeden Großeinkauf, jedes Abendessen, jede einzelne Wäscheladung, jeden
Putztag selber machen. Jeden Wutanfall, jeden Geschwisterstreit, jede
Entscheidung, jeden Geburtstag, jeden Elternabend alleine lösen. Jeden Euro
selber verdienen, die Altersvorsorge selber finanzieren, nichts teilen und
nichts zusammenlegen können.
Jede Sorge alleine tragen, keinen Austausch haben und nie, wirklich nie zu
Hause einen erwachsenen Ansprechpartner haben. Niemals sagen können: kannst
Du mal übernehmen? Keine Alternative, kein Plan B.
Du hast dich nach einem Text bei uns gemeldet, in dem wir sagten: Mütter
brauchen Auszeiten – und sollten sich diese auch nehmen. Da sagtest du: Halt,
Stopp, so einfach ist das nicht! Bei uns jedenfalls nicht. Wie ist es bei
dir?
Der Text hat mich geärgert, weil es für mich danach klang, als ob eine
Auszeit zu nehmen die grandioseste Idee aller Zeiten wäre, nur wären die
anderen Mütter halt noch nicht darauf gekommen. Wäre es einfach ein
Erfahrungsbericht gewesen: ok. Aber er klang nach Ratschlag und Aufforderung:
nimm doch einfach mal eine Auszeit. Als ob das so einfach wäre, und als ob
ich nicht selber wüsste, wie gut so eine Auszeit täte.
(Das hier ist der Text zu Auszeit für Mütter, um den es geht.)
Wie ist es bei Dir?
Wenn ich Zeit für mich alleine haben will, müssen die Kinder woanders sein
und ich frei von Pflichten. Wenn ich dazu noch wegfahren will, muss ich es
bezahlen. Und da wären wir auch schon am Ende der Geschichte: selbst wenn die
Kinder beim Vater sind, habe ich keine Auszeiten, sondern jede Menge
Pflichten.
Was machst du dann?
Meistens arbeite ich schlichtweg durch, weil ich sonst mit den ganzen
üblichen kindbedingten Fehlzeiten niemals auf meine 100% käme. Wenn ich nicht
arbeite, räume ich die Wohnung auf, kaufe ein, mache die Wäsche. Wenn ich
auch das nicht mache, schlafe ich. Das ist meine Auszeit: Schlafen. So wie
mein Wellness: Duschen.
Triffst du auch mal Freunde dann?
Ich versuche, Freunde zu treffen, ohne mein wertvolles Kontingent an Zeit
für mich alleine anzuknabbern. Ein Balanceakt.
Welche Hilfen würdest du dir wünschen und von wem?
Ich würde mir mehr Unterstützung in meinem direkten Umfeld wünschen, und
ich würde mir wünschen, dass ab und zu mal jemand anruft und fragt, ob wir
was zusammen machen. Mit oder ohne Kinder.
Aber alle sind so sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, dass sie nicht
auf die Idee kommen, sich zu vernetzen oder einfach mal Freunde zu treffen.
Jede Kontaktaufnahme kommt von mir, und das ist unfassbar mühsam.
Wenn du einen Wunsch frei hättest, welchen würdest du dir erfüllen
wollen?
Ich wünsche mir mehr Zeit mit meinen Kindern und ich möchte mal von etwas
sehr Schönem überrascht werden.
Nun ist es ja nicht nur logistisch und finanziell schwierig, allein zu sein
mit den Kindern, sondern auch emotional. Wie verbringst du deine Abende?
An ein, zwei Abenden pro Woche bin ich gar nicht zu Hause, sondern ich
arbeite. An den anderen Abenden gehe ich mit meinen Kindern oder kurz nach
ihnen ins Bett. Sie sind groß und liegen gegen 21 / 21.30 Uhr im Bett, da
räume ich noch die Küche auf, versuche dieses Interview zu beantworten und
gehe schlafen.
Und mit welcher erwachsenen Person tauschst du dich aus?
Ich habe ein, zwei gute Freundinnen, die ich aber sehr selten treffe, unser
Alltag ist zu kompliziert für Überschneidungen. Im Alltag gibt es niemanden
für den Austausch, da brüte ich alles alleine aus.
Und das Bloggen als mutterseelesonnig?
Eine Zeitlang habe ich gebloggt, was einen tollen Austausch mit anderen
Frauen in ähnlichen Situationen ergeben hat. Aber es hat mich auch sehr in
eine virtuelle Welt geführt und mich immer mehr von meinem realen Leben
entfernt.
Hinzu kam, dass immer mehr Menschen zu viel von mir wussten. Die
Followerzahl wurde größer und irgendwie gruselt mich diese anonyme Masse, die
mein Leben verfolgt. Ich habe alles offline genommen und konzentriere mich
wieder auf mein analoges Leben.
Gibt es etwas, auf das du dich in der Zukunft sehr freust?
Mit meinen erwachsenen Kindern auf ihre hoffentlich schöne Kinderzeit
zurück blicken.
Was möchtest du anderen Alleinerziehenden gern mit auf den Weg geben?
Lasst Euch nicht bekloppt machen: es liegt nicht an Euch, wenn Ihr
erschöpft seid: das ist wirklich so anstrengend. Lasst Euch nicht erzählen,
Ihr müsstet Euch nur besser organisieren, Euch Netzwerke schaffen, Euch mal
'ne Auszeit nehmen oder mal in Kur fahren. Nein, Ihr wisst ganz genau, was
Ihr braucht, was Ihr könnt, was Euch gut tut, und was Euch fehlt.
Oft geht es einfach nicht anders, es ist jetzt halt so und vielen bleibt
nur, durchzuhalten und darauf zu hoffen, dass die Lage sich einigermaßen
entspannt, wenn die Kinder größer werden. Alleinerziehend zu sein ist nichts,
was ein normaler Mensch schaffen muss, und deshalb braucht sich keine
Alleinerziehende Vorwürfe zu machen, wenn sie nicht mehr kann. Sie soll und
sie darf laut jammern und diese Missstände anprangern, das ist
gerechtfertigt!
Zum Weiterlesen: Gastbeitrag – Ich bin alleinerziehend und am Ende meiner
Kräfte
|
Keine Auszeiten, etliche Pflichten: Wie einsam es macht, alleinerziehend
zu sein | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/keine-kraft-mehr-wegen-corona-habe-ich-meinen-job-gekuendigt |
Hallo ihr Lieben, mein Name ist Hanna, ich habe drei Kinder im Alter von
3,5 und 7 Jahren. Ich habe jahrelang als Erzieherin gearbeitet und habe nun
schweren Herzens meinen Job gekündigt. Warum?
Corona hat mich geschafft. Im letzten Jahr mussten die Kinder mehrfach in
Quarantäne, dazu kam das Distanzlernen des Schulkindes. Mein Mann ist
beruflich sehr eingespannt und um ehrlich zu sein, hat das mit ihm und Homeoffice
und dem Homeschooling auch nicht besonders gut funktioniert.
Ich habe mich lange aufgerieben, aber irgendwann was klar, dass es so nicht
weiter geht. Ich habe also gekündigt und kümmere mich nun wieder vollständig
um die Kinder. Das nimmt mir zwar Druck, macht mich aber auch sehr traurig.
Ich würde gerne erfahren, ob es noch mehr Eltern gibt, die ihren Job schon
gekündigt haben, weil einfach alles zu viel war. Danke für Eure Geschichten.
|
Keine Kraft mehr: Wegen Corona habe ich meinen Job gekündigt | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kind-mit-behinderung-hier-finden-eltern-digitale-unterstuetzung |
Ihr Lieben, diesen Blog hier macht vor allem der Austausch mit Euch so
wertvoll. Wir bekommen mittlerweile echt viele Leserfragen und sind immer
ganz gerührt, wie toll Ihr die anderen Mamas mit Ratschlägen versorgt. Es
braucht eben doch ein Dorf, um ein Kind groß zuziehen.
Ein anderes, besonderes digitales Dorf stellen wir Euch hier vor:
intakt.info. Es ist eine Plattform für Eltern mit behinderten Kindern. Judith,
einer der Frauen hinter der Plattform, hat uns folgende Zeilen dazu
geschrieben:
„Jede Mama kennt diesen Gedanken, ob während der Schwangerschaft oder auch
noch später: Was, wenn mein Kind nicht gesund ist? Was, wenn es durch eine
Behinderung ‚anders‘ ist, als die anderen Kinder?
Manche Eltern bekommen schon recht früh eine Diagnose, manche werden erst
im Laufe der Jahre damit überrascht. Egal wie – IMMER gibt es danach Fragen
und neue Herausforderungen.
Wir sind uns sicher: Jede Hürde kann überwunden werden. Oft braucht es nur
das richtige Wissen darüber. Sich dieses Wissen anzueignen ist aber extrem
anstrengend, vor allem weil viele Eltern erstmal voll damit beschäftigt sind,
den Schock der Diagnose zu verarbeiten.
Genauso ging es einer Mama vor über 20 Jahren. Ihr Kind bekam eine Diagnose
und sie fühlte sich sehr alleine damit. Also machte sie sich auf die Suche
nach anderen betroffenen Eltern und Kindern. Sie wollte zudem andere Familien
unterstützen und ihr Wissen weitergeben. So entstand intakt.info.
Es ist zwar richtig, dass jeder seinen Weg selbst gehen muss und die
Anforderungen und Herausforderungen jeder Familie sehr unterschiedlich sind.
Doch gewiss ist: Ihr seid nicht alleine.
Es gibt viele Eltern, die Ähnliches „durchmachen“ und die die emotionale
Lage der betroffenen Eltern aus ihrer eigenen Erfahrung heraus verstehen
können. Deshalb gibt es bei uns Eltern als Experten. Wenn eine Mama also eine
Frage ins Forum stellt, bekommt sie von einer anderen Mutter, die vielleicht
schon länger mit der Behinderung zu tun hat, eine Antwort.
Neben der Community, die Raum für alle Fragen und Anliegen der Ratsuchenden
bietet und von ehrenamtlichen ModeratorInnen begleitet wird, gibt es auch
Fachbeiträge mit verständlichen Informationen rund um das Thema Behinderung.
Erweitert wurde das Angebot durch Videos und Interviews mit Elternteilen und
Selbstbetroffenen, die individuelle Lebens- und Entscheidungswege aufzeigen
und so auch andere dabei unterstützen, ihren ganz eigenen Weg zu finden.
Intakt.info ist kostenfrei und wir hoffen, dass wir vielen Familien eine
Stütze sein können.
Mehr Infos unter www.intakt.infokontakt@intakt.infoInstagram: intakt.info,
Youtube: intakt-videos
|
Kind mit Behinderung - hier finden Eltern digitale Unterstützung | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kind-warum-bist-du-so-anstrengend-gastbeitrag-von-insa |
Du kleiner süßer Junge, so
klein bist du mittlerweile gar nicht mehr. Neun Jahre, das klingt viel. Deine
Schwester hat in dem Alter bereits ihren Koffer für die Ferien selbst
gepackt (und nichts vergessen). Du bist ganz anders. Unser Jüngster. Ein
Träumerle.
Manchmal würde wir gern in deinen Kopf kriechen, um zu schauen, wie deine
Welt von dort aus aussieht. Du kannst dich in Comics verkriechen, gedankenlos
vor dich hin zeichnen. Das ist wundervoll und du wirkst so zufrieden dann. Du
kannst dich stundenlang in Playmobil spielen vertiefen. Aber leider ist da ja
auch noch der Alltag. Und deine und diese Welt passen da so gar nicht
zusammen.
Du kannst Druck – besonders Zeitdruck – überhaupt nicht leiden. Überhaupt
spielt Zeit bei dir eine andere Rolle als bei anderen. Los, wir müssen in
zwei Minuten zur Schule fahren! Hopp, hopp. Und du? Machst Kleber auf und
versuchst noch etwas zu basteln.
Wenn du von der Schule kommst, wirfst du deine Jacke auf den Boden. Auch
wenn du sonst von draußen reinkommst – immer. Seit fünf Jahren predige ich
dir: Bitte hänge die Jacke an die Kinder-Garderobe. Das kommt bei dir nicht
an. Es ist dir einfach nicht wichtig. Manchmal habe ich das Gefühl, ich
klopfe bei dir gegen eine milchige Glasscheibe. Es dringt einfach nicht zu
dir durch.
Heute Morgen fragte ich, wo deine Brille sei. „Keine Ahnung“. Aber du musst
doch wissen, wo du sie zuletzt hingelegt hast? Wir haben zusammen gesucht –
und sie nicht gefunden. Du wirst sauer dann. Bist überfordert.
Dann schreist du: "Ein Schuh fehlt". Mit einem Schuh kann man
nicht zur Schule gehen. Der andere ist weg, weg, weg. Maaaamaaaa! Wo ist der
Schuh? Ich antworte dir, dass ich deinen zweiten Schuh nicht habe. Du
wirst wütend, weil: Wir haben den bestimmt versteckt. Du schaffst es einfach
nicht, deine Sachen beisammen zu halten. Du würdest manchmal sogar ohne
Schulranzen losziehen, wenn ich dich nicht fragen würde, ob du da nicht durch
Zufall etwas vergessen hast…
Jeden Abend diskutieren wir darüber, dass du Zähneputzen musst. Dich von
selbst einfach mal bettfertig machen? Tust du nicht. Du gehst ins Zimmer,
legst dich aufs Bett und wartest, bis wir sagen: Jetzt zieh mal dein Hose
aus, jetzt putz mal deine Zähne. Warum ist das so?
Deine Schwester macht das alles von selbst, an der Erziehung allein kann es
also nicht liegen. Welche Hilfestellungen brauchst du, damit du besser
klarkommst? Auf Dauer ist es für uns so anstrengend, immer und immer wieder
das Gleiche zu sagen.
Nichts geschieht einfach mal so – und das zieht so viel Energie. Und ja,
wir geraten dadurch auch oft aneinander. Kannst du das jetzt nicht einfach
mal machen? Dich morgens anziehen, damit wir pünktlich zur Schule kommen?
Warum fällt es dir so schwer, Verantwortung für dich selbst zu
übernehmen?
Dir ist es ja sogar zu anstrengend, dir neue Socken aus dem Kinderzimmer zu
holen… Manchmal glaube ich, dir ist die Welt einfach zu schnelllebig und
viel. Manchmal glaube ich auch, du wärst lieber Einzelkind geworden, hättest
deine Ruhe und könntest dich in deinen Fantasiewelten verlieren. Und Zeit
ohne Stress ohne Druck, einfach nur sein, in voller Harmonie.
Ich war so nicht, deine Schwester ist so nicht, deswegen ist es so schwer
für mich, dich zu verstehen. Und ich möchte dich so gern verstehen, weil du
ein toller Kerl bist. Klug, sensibel, ein treuer und loyaler Freund für deine
Kumpels. Du bist so gerne Kind, du spielst so ausgiebig, du könntest über ein
blinkendes Polizeiauto oder über eine fahrende Modelleisenbahn ausflippen vor
Begeisterung. Hast du vielleicht einfach keine Lust auf diese
Erwachsenenwelt?
Die Schule stört dich nur, „die sind das selber schuld, wenn sie den
Unterricht so früh beginnen lassen, dann bin ich halt müde“. Solche Sätze
sagst du.
Du könntest auch einfach immer zu Hause bleiben, glaub ich. Im Pyjama. Ohne
Stress. Mit Hörspielen, Comics und Stiften. Aber leider lässt sich das weder
mit unserem Alltag, noch mit der Schulpflicht in Deutschland
kombinieren.
Wenn es ein Sabbatical gäbe wie im Job – ich glaub, ich würde dir das für
die Schule nehmen. Dich einfach nochmal ein Jahr lang spielen lassen, bis dir
langweilig wird. Und vielleicht könntest du dann mit neuer Energie und ein
bisschen mehr Eigenverantwortung zurückkehren. Aber das ist Wunschdenken.
Stattdessen ziehst das alles grad so viel Energie. Erwarten wir zu viel von
Dir?
Foto: pixabay
|
"Kind, warum bist du so anstrengend?" Gastbeitrag von Insa |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kinderdemenz-sophie-16-hat-juvenile-ncl-wie-bewunderswert-ihre-familie-damit-umgeht |
Wenn wir an Demenz denken,
denken wir an alte Menschen. Dass auch Kinder dement werden, wissen viele
nicht. Auch Karen wusste darüber wenig. Bis ihre Tochter Sophie an juveniler
NCL erkrankte. Sie ist 16 und kann immer weniger.
NCL, das ist die Abkürzung für Neuronale Ceroid Lipofuszinose, eine
Stoffwechselkrankheit, die das zunehmende Absterben von Nervenzellen zur
Folge hat. NCL ist die häufigste Form von Kinderdemenz. JNCL wird durch einen
Fehler im Erbmaterial verursacht, der rezessiv vererbt wird. Die Zerstörung
der Neuronen führt bei den Betroffenen zu Erblindung, geistigem Abbau,
motorischen Störungen, Epilepsie und einem vorzeitigen Tod.
Sophie ist eines von rund 700 betroffenen Kindern und Jugendlichen in
Deutschland. Sie war von Anfang recht langsam in ihrem Denken. Mit vier bekam
sie ihre erste Brille, aber sie kam nicht richtig damit klar. Sie sah einfach
trotzdem nicht besser, hatte Probleme mit den Stufen der Treppe. Sie
besuchten diverse Augenärzte, viele sagten, die Eltern sollten nicht
überbesorgt sein. Das Kind habe ja schließlich 50 Prozent Sehkraft. 50
Prozent! „Wir sollten mal nicht den Teufel an die Wand malen, sagten sie,
manchmal seien Kinder halt langsamer“, erinnert sich Sophies Mutter. Doch sie
blieb dran.
Karen besuchte mit Sophie die Neuropädiatrie an der Medizinischen
Hochschule Hannover, beim ersten Besuch tappte man diagnostisch noch im
Dunkeln, beim zweiten Besuch zeigte Sophie als Symptom ein für JNCL typisches
Schielen und der Arzt wusste nun, in welcher Richtung er suchen musste und
schickte ihr Blut ans Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie blieb so lange dran,
bis festgestellt wurde: Sophie hat juvenile NCL.
Die Diagnose war ein Schock für ihre Mutter. Aber gleichzeitig auch eine
Erleichterung. Endlich musste sie nicht weiter suchen, was mit ihrem Kind los
war. Trotzdem rechnete sie nicht mit sowas – Kinderdemenz.
NCL ist eine Krankheit, die rein palliativ behandelt wird. Bei der
juvenilen Form kann man nichts tun, um die Kinder zu heilen. Trotzdem ist die
Lebenserwartung unterschiedlich. Manche Betroffene sterben mit 20, andere mit
30. Um weiter zu forschen und die Krankheit verstehen zu können, gibt es die
NCL-Stiftung, die sich hauptsächlich mit der juvenilen Form (JNCL)
beschäftigt, welche am häufigsten auftritt.
Sophie ist jetzt 16. Sie sieht nicht mehr, kann nur noch hell und dunkel
unterscheiden. Ihre Sprachfähigkeit lässt nach, man versteht sie immer
schlechter. „Das hält Sophie nicht davon ab, den ganzen Tag zu reden“,
lächelt die Mutter. „Aber man versteht sie eben nicht mehr wirklich gut“. Ihr
Gang wird schlechter, ihre Schritte langsamer, die Beine formen sich zu einem
X. Die Verschlechterungen kommen in Schüben.
Sophie selbst soll so lange wie möglich nichts davon erfahren, wie ihre
Krankheit ausgehen wird. Sie soll leben. Weiter Spaß haben auf ihrer
Blindenschule und sich an ihrem vierjährigen Bruder freuen – der gesund
ist.
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DREI FRAGEN AN DEN VORSTAND DER NCL-STIFTUNG, FRANK STEHR
Ist der Krankheitsverlauf von Sophie ein typischer?
Ja, es handelt sich hier um den typischen Verlauf der juvenilen NCL. Die
Kinder entwickeln sich bis zum Einschulalter ganz normal. Es treten keine
Auffälligkeiten auf. Wobei Sophie relativ früh schon Sehprobleme hatte. In
der Regel beginnen die im Alter von 5 bis 8 Jahren. Die betroffenen Kinder
erblinden dann innerhalb kürzester Zeit. Hier müssten dann die Augenärzte
hellhörig werden. Parallel fangen dann die schulischen Probleme an aufgrund
der einsetzenden Demenz. Mit ca. 10 bis 12 Jahren treten dann epileptische
Anfälle auf. Auch die Motorik und die Sprache leiden unter der Krankheit. Die
jungen Erwachsenen werden dann schwere Pflegefälle und kein Patient wird
selten älter als 30 Jahre.
Welche Hilfen gibt es für Familien wie die von Sophie?
Hier wäre an erster Stelle die NCL-Gruppe Deutschland zu nennen, eine
ehrenamtlich geführte Selbsthilfegruppe. Es haben sich betroffene Familien
organisiert, die einander helfen. Wichtige Themen, wie z.B. die
Trauerbegleitung, die Betreuung der gesunden Geschwisterkinder, der Umgang
mit den epileptischen Anfällen, werden im Rahmen von Jahres- und
Regionalgruppentreffen besprochen.
Die Unikliniken in Hamburg und Göttingen sind die klinischen NCL-Zentren in
Deutschland. Außerdem können Kinderhospize die Familien entlasten.
Die gemeinnützige NCL-Stiftung setzt sich indirekt für die NCL-Familien
ein. Die Stiftung setzt Forschungsimpulse, fördert internationale
Wissenschaftskooperationen und informiert Augen- und Kinderärzte, um eine
frühe Diagnose zu ermöglichen und den Eltern eine jahrelange Odyssee durch
Warte- und Sprechzimmer zu ersparen. Außerdem werden bereits SchülerInnen der
Biologie-Oberstufe im Rahmen von Lernpartnerschaften für seltene Krankheiten
sensibilisiert.
Warum wissen so wenige Menschen, dass es Kinderdemenz gibt?
Bei Kinderdemenz bzw. NCL handelt es sich um eine seltene Krankheit. Man
geht davon aus, dass es 5.000 bis 8.000 verschiedene seltene Erkrankungen
gibt. Die kann nicht jeder kennen, selbst die Fachleute nicht. Daher liegt es
an uns, die NCL-Stiftung, Kinderdemenz bekannter zu machen und die
Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit darauf zu lenken. Denn Kinderdemenz birgt
auch ein großes Forschungspotential. Medikamente, die für NCL entwickelt
werden, könnten möglicherweise auch bei den wesentlich häufiger vorkommenden
Demenzen des Alters, wie Alzheimer, helfen. Hier geht es darum, über den
Tellerrand zu schauen und auch die seltenen Erkrankungen nicht zu
vernachlässigen.
Info: Wer die Arbit der NCL-Stiftung untstertützen will, kann das sehr gern
mit einem Klick auf diesen Link tun und spenden.
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Kinderdemenz: Sophie, 16, hat juvenile NCL. Wie bewunderswert ihre
Familie damit umgeht | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kinderlos-nach-sechs-fehlgeburten-ich-verstehe-deinen-schmerz |
Ja, genau: Ich, Christina Diehl, schreibe einen Gastbeitrag für „Stadt Land
Mama“. Dabei bin ich gar keine Mama. Oder doch? Ich habe innerhalb von fünf
Jahren sechs Fehlgeburten gehabt. Manche sprechen in diesem Fall von mir als
sechsfache Sternenmama. Ich beschreibe mich heute als kinderlos und trotzdem
rundum glücklich!
Bis dahin war es ein langer Weg. Ich habe unendlich um meine Verluste
getrauert, war verzweifelt. In manchen Momenten verließ mich die Hoffnung,
jemals wieder einen fröhlichen Tag erleben zu dürfen.
Aber irgendwann konnte ich mein Schicksal akzeptieren, es loslassen und
schließlich in Stärke verwandeln! Meine letzte Schwangerschaft liegt fünf
Jahre zurück – heute nutze ich meine persönliche Geschichte, um anderen
Betroffenen Mut zu machen. Dafür schreibe ich Artikel, stelle mich als
Speakerin auf die Bühne und spreche – ganz aktuell – im Fernsehen über meine
Erfahrungen.
Meinen ersten Beitrag habe ich vor rund drei Jahren veröffentlicht. Die
positive Resonanz, die ich seither bekomme, versetzt mich immer wieder aufs
Neue ins Staunen. Als ich meine erste Fehlgeburt mit damals Mitte dreißig
erlebte, war ich fest davon überzeugt, als eine der ganz wenigen von diesem
Schlag getroffen worden zu sein. Heute schreiben mich im Schnitt zwei bis
drei Frauen pro Woche an, um mir von ähnlichen Erlebnissen zu berichten.
Viele bedanken sich dabei für meine Offenheit und bestätigen mir, sich
dadurch weniger allein gelassen zu fühlen.Und warum schreibe ich nun all das
in diesen Blog, in dem sich normalerweise über das Muttersein ausgetauscht
wird? Ganz einfach: Weil mich eben auch sehr viele Mütter zu diesem Thema
kontaktieren. Und meistens wiederholt sich sinngemäß in all diesen
Nachrichten folgender Satz: „Tut mir leid, dass ich Dir über meine Fehlgeburt
schreibe – immerhin habe ich bereits ein Kind und das Jammern steht mir
eigentlich gar nicht zu.“Wisst Ihr, der Grund, warum ich heute so positiv in
die Zukunft schauen kann, hat mit einem entscheidenden Faktor zu tun: Ich
habe mich im Laufe der Jahre mit so vielen Müttern ausgetauscht und gerade
sie machten mir klar, dass es auch in ihrem Alltag weiterhin gute und
schlechte Zeiten gibt. Das war unglaublich tröstlich für mich. Sie halfen mir
dabei, meine Perspektive zu wechseln: Sie hatten das Kind, das ich nicht
hatte – ich wiederum die Freiheit, nach der sie sich nicht selten sehnten.
Seit dieser Erfahrung würde mir keine einzige Erklärung einfallen, warum
wir Frauen uns aufgrund verschiedener Lebensmodelle voneinander entfernen
sollten. Ich weiß heute: JEDE Frau hat ihre ganz eigenen Schmerzpunkte – ob
nun mit Kind oder ohne! Deshalb hat auch jede Frau das Recht, um ihr
verlorenes Kind zu trauern. Ohne Wenn und Aber.Meine Antwort bleibt deshalb
für jede Betroffene gleich: „Ich verstehe Deinen Schmerz. Und ich schenke Dir
die Hoffnung, dass Du eines Tages wieder glücklich sein wirst – so wie ich es
heute bin!“
P.S. Ihr könnt Christina auch bei Instagram folgen.
|
Kinderlos nach sechs Fehlgeburten: Ich verstehe Deinen Schmerz! | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kinderwunsch-aus-maennlicher-sicht-meine-reise-vom-unerfuellten-kinderwunsch-zum-grossen-glueck-durch-adoption |
Bei Thorsten läuft alles bombig, er ist charmant, kommt gut an, arbeitet
„in den Medien“, geht auf Aftershowpartys, feiert gern und viel…. Schließlich
lernt er auch noch die Frau fürs Leben kennen – auf dem Weg zum Oktoberfest.
Eine Liebesgeschichte wie aus dem Buche:
Er sieht sie im Zug auf dem Weg nach München. Verliert sie aus den Augen.
Plötzlich steht sie in einem der Festzelte wieder genau vor ihm. Und bereits
an diesem Abend legen sie fest, wie sie ihre Tochter später einmal nennen
wollen.
„Wir wollen doch einfach nur ein Baby!“
Doch der Weg dahin wird steiniger als sie sich das je hätten vorstellen
können. Seine Freundin wird einfach nicht schwanger. Sie gehen am Ende sogar
zu Wahrsagern und Kräuterhexen, sie haben Sex nach Termin, kein Arzt findet
eine biologische Ursache.
Autor Thorsten Beyer
Am Ende versuchen sie es mit künstlicher Befruchtung, er muss in den
„Entnahmeraum“ mit Pornozeitschriften – macht erstmal Fotos davon, um sie
seinen Freunden zu schicken, weil er nicht glauben kann, dass das wirklich so
aussieht mit einlaminierten Bildchen zum Abwischen… puh.
Kinderwunschklinik: Bangen und Hoffen
Sieben Versuche scheitern (dargestellt in den sieben nicht ausgefüllten
Herzchen auf dem Cover des Buches). Immer die Hoffnung, dann die
Enttäuschung. Einmal wird seine Freundin tatsächlich schwanger (dargestellt
in dem ausgefüllten Herzchen auf dem Cover). An Weihnachten wollen sie die
frohe Botschaft verkünden. Doch beim Ultraschall in der zehnten Woche sieht
die Ärztin plötzlich keinen Herzschlag mehr. Die beiden brechen zusammen. Es
ist der Tiefpunkt ihrer Kinderwunsch-Geschichte.
Sie gehen unterschiedlich mit dem Schmerz um, das Baby muss unter
Vollnarkose „ausgeschabt“ werden. Danach scheitert die Beziehung fast. Seine
Freundin macht sich auf den Jakobsweg auf, um sich klarzuwerden, ob sie diese
kinderlose Beziehung noch will. Er bleibt zu Hause und hört kaum was von ihr,
macht sich verrückt.
Unerfüllter Kinderwunsch: Eine harte Probe für die Beziehung
Doch nach der Rückkehr entscheidet sie sich für ihn. Sie nehmen Abschied
von ihrem Wunsch nach einem leiblichen Kind. Feiern. Reisen. Melden sich bei
einer Adoptionsstelle. Müssen ein Wochenende mit anderen Adoptionsanwärtern
in einer Jugendherberge verbringen. Warten zwei Jahre.
Wollen sich einen Hundewelpen anschaffen, ein Zwergdackelbaby, sie haben
schon zugesagt. Doch dann verändert ein Anruf ihr Leben für immer. Ein Baby
ist geboren. Ein Mädchen. Ob sie es kennenlernen wollen?
Thorsten bricht weinend auf der Arbeit zusammen. Natürlich wollen sie es
sehen! Im Krankenhaus dann Liebe auf den ersten Blick. Die beiden haben 24
Stunden Zeit, Eltern zu werden, sich um Ausstattung zu kümmern, stehen vor
Drogerieregalen und wissen überhaupt nicht, was sie jetzt kaufen sollen, was
man für ein Baby braucht.
Das große Glück durch Adoption: Endlich Eltern!
Am nächsten Tag sind sie Eltern und nehmen eine kleine Babytochter mit nach
Hause. Sie bekommt den Namen, den die beiden Jahre zuvor auf dem Oktoberfest
bereits festgelegt hatten. Sie sagen beim Hundezüchter ab. Sie informieren
ihre Eltern und den Freundeskreis. Niemand kann es glauben. Es ist: das ganz
große Glück durch Adoption. Bis heute!
Thorsten hat nun ein Buch über ihre Geschichte geschrieben: Der neunte
Storch. Meine Reise vom unerfüllten Kinderwunsch zum großen Glück durch
Adoption. Er hat es im Eigenverlag rausgebracht, weil die Verlage nicht an
das Thema glaubten. Ein Mann mit Kinderwunsch? Wen sollte das interessieren?
UNS zum Beispiel. Weil wir finden, dass wir viel zu wenig auch über die
männliche Sicht auf die Familien-Dinge hören, auf Emotionales. Darum haben
wir ihn zum Interview gebeten.
Der neunte Storch. Meine Reise vom unerfüllten Kinderwunsch zum großen
Glück
Thorsten, eure Geschichte auf dem Weg zum eigenen Kind liest sich fast wie
eine Soap Opera – musst du dich selbst manchmal kneifen, weil du nicht
glauben kannst, was euch da alles passiert ist?
Im Nachhinein relativiert sich natürlich alles ein wenig. Die Zeit heilt
auch hier Wunden – zumindest die oberflächlichen. Die inneren Wunden
vernarben nach und nach, das Schreiben über die Vorkommnisse hat geholfen, aber
auch der enorme Zuspruch im Umfeld nach der Veröffentlichung.
Der Wunsch alles aufzuschreiben und in einem Buch festzuhalten kam mir
bereits vor geraumer Zeit – und zwar noch bevor uns der neunte Storch dann
doch noch wie aus dem Nichts mit einem Kind segnete. Wir haben über die Jahre
eine enorm große Menge an unterschiedlichen Erfahrungen gemacht, mit einer
Menge an Haupt- und Nebengeschichten sowie unterschiedlichen Sichtweisen auf
das Thema, wirklich fast wie in einer Soap. Skurrile Situationen, Trauer,
Freude, Beziehung, Freunde und vieles mehr. Nur leidenschaftliche Erotik war
nicht dabei 😉
Was waren die skurrilsten Situationen auf dem Weg zu eurem Kind?
Bei diesem Thema kommt es zwangsläufig zu skurrilen Situationen, das lässt
sich ja gar nicht vermeiden. Die einzige Lösung für uns lautete hier: Nehmt´s
mit Humor!
Es beginnt mit der Recherche im Internet, wo man bereits auf hunderte, gar
tausende Einträge zum Thema „Kinderwunsch“ stößt. Jeder Artikel wurde von
einem noch größeren Fachmann geschrieben. Die meisten haben jedoch einzig und
allein das Ziel, mit dem Leid anderer Menschen Profit zu machen. Leider
gerieten auch wir recht schnell in den Strudel der Ausweglosigkeit, so dass
man so einiges versuchte, um sein Problem zu lösen.
Es begann mit überteuerten Vitaminpillen, ging über Wahrsagerinnen und
endete im Entnahmeraum. Aber der größte Albtraum war ein Buch, welches mir
meine Frau eines Tages auf den Tisch legte: Ein Buch über eine „Massage für
die Fruchtbarkeit“. Unfassbar. Jemand wollte uns weismachen, dass eine
bestimmte Massagetechnik (am Rücken oder Bauch! 😊) die Empfängnis
steigern konnte. Ohne Worte…
Wie war das für dich als Mann, dass es mit dem Schwanger werden einfach
nicht klappen wollte?
Ehrlich gesagt habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, ob ich jetzt ein
Mann oder eine Frau bin, die mit diesem Problem zu kämpfen hatte. Es gab
keine biologische Ursache und somit war es unser gemeinsames Problem.
Glücklicherweise verspüre ich nicht diesen „Jäger und Sammler-Drang“ und sah
das Problem auch nicht als Schwäche eines Mannes an, sondern als eine Sache,
die uns als Menschen traurig und ratlos zurückließ. Das Geschlecht tat hier
nichts zur Sache.
Was hat die Kinderwunschphase mit eurer Beziehung gemacht?
Oft zollten uns die Leute Respekt, dass wir immer noch zusammen waren. Denn
so viele Beziehungen wären am unerfüllten Kinderwunsch gescheitert, erzählten
sie. Wenngleich es – wie oben im Einstiegstext erwähnt – eben auch eine Phase
von ungefähr zwei Wochen gab, wo meine Frau die Beziehung hinterfragte und
zur Entscheidungsfindung auf den Jakobsweg ging.
Am Ende hat uns das Thema aber eher noch enger zusammengeschweißt. Es gab
und gibt in einer solchen Situation keinen wichtigeren Menschen als seinen
Partner oder seine Partnerin. Man ist zusammen am Boden zerstört und dann
wieder himmelhochjauchzend. Das hat uns verbunden.
Ihr seid mit der Trauer unterschiedlich umgegangen – wie war es mit der
Freude, als ihr durch die Adoption endlich eure Tochter im Arm halten
durftet?
Nach den tiefsten Tiefen der Vergangenheit kam es drei Jahre später – wir
hatten das Thema „unerfüllter Kinderwunsch“ und die damit verbundenen dunklen
Wolken gerade beiseitegeschoben – an Tag X zu dem großen Moment, als das
Jugendamt anrief.
Meine Frau überlegte kurz, ob sie denn überhaupt noch ein Kind haben wolle,
denn wir waren doch eigentlich gerade zum ersten Mal seit Jahren wieder
glücklich. Nachdem wir unser Mädchen jedoch im Arm halten durften, brachen
alle Dämme. Das größte Glücksgefühl, das wir jemals erleben durften. Bei
meiner Frau und mir. Bis heute.
Ab welchem Moment war es EUER Kind?
Wir sagen es immer und immer wieder: Wir hätten sie selbst nicht besser
„machen“ können. Unsere Tochter ist ein absolutes Traumkind, so dass es
gefühlt vom ersten Moment an UNSER Kind war. Plötzlich lag sie da neben
unserem Bett im Beistellbett. Dort, wo nicht einmal 48 Stunden vorher noch
der Stuhl mit den hingeworfenen Klamotten stand. Und es fühlte sich normal
und richtig an.
Aber durch die verschiedenen, formalen Prozesse (die übrigens alle komplett
nachvollziehbar sind) mussten wir über ein Jahr lang warten, bis die Adoption
auch formal abgeschlossen war und sie unseren Nachnamen annahm, spätestens da
waren wir eine richtige Familie ohne Wenn und Aber.
Eure Tochter wird jetzt drei. Hört ihr auch Sprüche, wem die Kleine
ähnlichsieht? Wie reagiert ihr darauf?
Diese Sprüche hörten wir von Anfang an. Von der freundlichen Oma, die sich
über den Kinderwagen beugte, bis zu Bekannten, die wir zufällig auf der
Straße treffen. Vermutlich liegt es aber tatsächlich neben einer künstlichen
Freundlichkeit daran, dass sie vor Allem meiner Frau verdammt ähnlichsieht.
Man sagt ja auch, dass Babys eine gewisse Mimik von ihren Eltern annehmen.
Vielleicht liegt es aber auch nur an den blauen Augen und den blonden Haaren
von Tochter und meiner Frau😊
Was unterscheidet euer Leben mit Adoptivkind von einem Leben mit leiblichem
Kind?
Am Anfang war es ganz klar die Unsicherheit, ob die leiblichen Eltern das
Kind zurückhaben möchten. Erst vor dem Notar – frühestens acht Wochen nach
der Geburt kann eine Adoptionsabgabe notariell vollzogen werden – wurde sie
auch formal zur Adoption freigegeben.
Danach hatte unsere Tochter einen Vormund von der Stadt. Glücklicherweise
eine großartige Frau, die alle Entscheidungen traf und die uns unsere
Elternzeit im Ausland ermöglichte, wo wir als Familie zusammenwuchsen.
Zuletzt der andere Nachname bis zur formalen Adoption vor dem Familiengericht
ein Jahr später.
Jetzt liegen die Herausforderungen darin, unserer Tochter so früh wie
möglich zu erklären, dass sie nicht bei „Mama“ im Bauch war und sie somit
eine etwas andere Geschichte hat, als es andere Kinder haben. So viel wie
nötig, aber ohne sie damit zu überfordern. Später werden wir sie dabei
unterstützen ihre eigene, ganz persönliche Geschichte aufzuarbeiten.
Bedingungslos und ohne Einschränkungen unserseits.
Die glückliche Familie!
Wie geht es euch heute als Familie?
Es klingt vielleicht ausgelutscht, aber es stimmt wirklich: Wir freuen uns
jeden Tag über unser kleines, großes Glück. Wirklich jeden. Dieses kleine,
unser Mädchen, aufwachsen zu sehen ist das Beste, was uns passieren konnte.
Das Thema „Adoption“ gerät immer mehr in den Hintergrund.
Was möchtest du Kinderwunsch-Familien Mutmachendes mit auf den Weg geben –
die sich vielleicht grad noch im Tal befinden…
Wir waren zu Gast in den tiefsten Tälern, jetzt sind wir auf den höchsten
Höhen. Ich habe die enorme Leidenszeit jedoch nicht vergessen. Schon früh war
mir klar, dass ich all diejenigen unterstützen will, denen es ähnlich geht –
auch, um das Thema „Unerfüllter Kinderwunsch“ gesellschaftsfähiger zu
machen.
Die Betroffenen müssen merken, dass sie nicht alleine sind! Niemand darüber
spricht, vermutlich weil es eine „Schwäche“ zeigt. Deswegen wollte ich Farbe
bekennen und Gesicht zeigen. Schaut her, uns ging das ganz genauso. Darum
auch das Buch. Denn es betrifft nicht nur Herrn und Frau Mustermann aus
Musterstadt, sondern Deine besten Freunde, Deine Nachbarn und vielleicht
sogar Dich selbst.
Wer mehr zu Buch und Autor erfahren möchte… bei Instagram: https://www.instagram.com/derneuntestorch/
und bei Facebook: https://www.facebook.com/derneuntestorch/ Und wenn ihr die
Stimme des Autoren hören mögt, klickt euch gern mal in den Podcast mit ihm
von den Kollegen von Ich bin dein Vater.
|
Kinderwunsch: Ein Vater über Tiefpunkte und großes Glück durch Adoption |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kinderwunsch-wenn-ich-noch-eine-glueckliche-mama-sehe-muss-ich-kotzen |
Foto: Klaus Sick
Liebe Anna, du bezeichnest Kinderwunsch-Frauen als die „Spaßbremsen jeder
Party“. Erzähl uns doch mal von der letzten unangenehmen Situation auf einer
solchen Feier?
Da muss ich nicht lange überlegen – es war eine Hauseinweihungsparty in
einer Reihenhaussiedlung. Eine Dame hielt mich fälschlicherweise für eine
Nachbarin und fragte, auf welche Schule meine Kinder gehen. Ich sagte, dass
ich keine Kinder habe – sie fragte entsetzt zurück, warum ich denn dann hier
wohnen würde, oder ob ich nur einfach noch keine Kinder hätte? Ich habe ihr
erklärt, dass ich weder Nachbarin bin noch schwanger. „Aber Sie wollen schon
Kinder?“ vergewisserte sie sich. „Das Glück fällt nicht vom Himmel“, war
meine Antwort, und sie wurde dann ganz still und suchte eilig eine
Möglichkeit, von mir weg zu kommen.
Frauen sehen sich ja häufiger im Leben übergriffigen Fragen oder
Kommentaren ausgesetzt („Uiii, jetzt bist du aber zu dünn geworden“, „Oooh,
hast du denn da schon mal über eine Brustverkleinerung nachgedacht?“). Welche
Übergriffigkeiten nerven dich als Kinderwunsch-Frau am meisten?
Am meisten stört es mich, wenn Menschen ungeniert ganz direkt nachfragen:
„Kann Dein Mann nicht oder liegt es an Dir?“ Ich frage ja auch nicht, wenn
jemand zur Toilette geht, ob er mit Inkontinenz zu kämpfen hat. Das ist so
eine Frage, der man schlecht ausweichen kann, ohne den Fragesteller
anzugreifen. Wenn ich „das ist jetzt aber sehr persönlich gefragt, oder?“
entgegne, sind die Menschen oft beleidigt. Als wäre ich gezwungen, Auskunft
zu geben.
Bekommst du auch Tipps von fremden Leuten? Sind da auch esoterische dabei?
Erzähl mal von den skurrilsten.
Ich glaube, das schlimmste war die Frau, die mir riet, bei einem Gewitter
draußen schwimmen zu gehen, wenn ich gerade meinen Eisprung habe. Dann könnte
ich nämlich mit Glück durch einen Blitzeinschlag auf die Wasseroberfläche wie
eine seltene Amphibie mich selbst durch elektrische Impulse befruchten – so
sei das bei der heiligen Maria auch gewesen.
Besonders schön sind auch die Anhänger der Tensor-Bewegung: die möchte
nämlich, dass ich mein Essen vor dem Verzehr mit einem Metallteil „entstöre“,
um schlechte Schwingungen zu vermeiden.
Was macht das mit dir, wenn Leute so sind?
Wenn ich die Person sehr gut kenne, sage ich auch mal, dass das jetzt nicht
hilfreich ist oder nervt. Mag ich den Tippgeber nicht sonderlich, oder es ist
vollkommen abwegig, dann werde ich schnell sarkastisch, ironisch oder
reagiere mit albernen Rückfragen wie „Muss ich mich dann zum Meditieren auch
in einen Pentagondodekaeder setzen?!“
Innerlich bin ich etwas hin- und hergerissen. Eigentlich meint der Mensch
es ja gut, und daher ist es unhöflich und undankbar von mir, genervt zu sein.
Dann kommt zu dem unglücklich-sein noch ein schlechtes Gewissen hinzu.
Was ist denn schlimmer – ein mitleidiger Dackelblick, ein „Iss halt mehr
Gemüse“ oder ein „Naja, für irgendwas wird es schon gut sein“?
Am Schlimmsten ist ein: „Naja, Kinder sind ja auch nicht alles, da bleibt
Dir auch manches erspart.“ Mit einem Dackelblick kann ich umgehen, irrsinnige
Tipps kann ich wegbügeln, und „für irgendwas wird es schon gut sein“ ist zwar
nicht sehr empathisch, stimmt aber möglicherweise. Aber dieses „Ist doch
nicht so schlimm“ ist unsensibel.
Hast du dein Verhalten seitdem geändert? Sprichst du es manchmal dann
einfach gar nicht mehr an?
Ich suche das Gespräch darüber nicht. Wenn es entsteht, weiche ich aber
auch nicht aus. Mir ist daran gelegen, nur mit denen darüber zu sprechen, die
ein ernsthaftes Interesse haben. Es ist kein Thema für Smalltalk.
Du nennst Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch auch „Sehnsuchtsfrauen“. Was
genau braucht ihr?
Meiner Erfahrung nach brauchen wir aufrichtige Empathie. Oder überhaupt
Aufrichtigkeit. Wenn jemand mit dem Thema nichts anfangen kann, dann sollte
er lieber nichts sagen, anstatt austauschbare Allgemeinplätze auszuplaudern.
Wir brauchen jemanden, der uns verbal oder physisch in den Arm nimmt und
vielleicht sagt: „Stimmt, das ist wirklich traurig und es tut mir leid für
Dich.“
Wohin packst du deine Trauer, wenn es dich erwischt? Und in welchen Situationen
erwischt es dich?
Traurigkeit erwischt mich unvermittelt. Natürlich gibt es Situationen, die
Traurigkeit hervorrufen – aber ich muss ja nicht zwangsweise am
Einschulungstag vor einer Grundschule stehen um mich selbst runterzuziehen.
Wenn ich traurig bin, gehe ich mit dem Hund raus, mache Sport und nehme ein
spannendes Buch mit in die – kinderfreie – Sauna. Ich verdränge viel – wenn
es zu viel wird, muss ich schreiben und damit verarbeiten.
Dein Buchtitel ist bewusst provokant gewählt (wir lieben ihn!): „Wenn ich
noch eine glückliche Mami sehe, muss ich kotzen“. Ist da also auch Neid? Ja,
selbst Neid auf fettige Haare und erschöpfte Blicke?
Neid ist ja keine schöne Tugend. Also möchte ich eigentlich nicht neidisch
sein. Und im Prinzip bin ich auch kein neidiger oder missgönnender Mensch –
aber Wehmut ist da, Traurigkeit darüber, dass es bei mir nicht so ist, wie
bei anderen. Dass ich nicht eine Mutter bin, die in komischem Entsetzen im
Durcheinander-Zimmer ihres Teenager-Sohnes steht.
Was möchtest du anderen in deiner Lage noch mit auf den Weg geben?
In unserer Lage ist Traurigkeit ein Begleiter, mit dem jede von uns auf
ihre eigene Weise umgeht – schämt euch dessen nicht. Und mein persönlicher
Tipp, auf den ich in meinem Buch eingehe – entscheidet euch irgendwann, wie
weit ihr für euren Kinderwunsch gehen wollt. Eine Entscheidung macht vieles
einfacher.
Und hier vielleicht noch ein paar Worte für unbedarfte
Nicht-Betroffene…
Mein Buch hat eine Menge lustige Begebenheiten, die zwischen Betroffenen
und Nicht-Betroffenen entstehen können – mich überrascht es immer, wie
unterschiedlich wir einige Situationen wahrnehmen. Aber generell: Wenn ihr
uns versteht, tröstet uns, wenn ihr uns nicht versteht, dann lasst uns in
Ruhe. Wie Harry Rowohlt sagte: „Sagen, was man denkt. Und vorher was gedacht
haben.“
Anna Schatz: Wenn ich noch eine glückliche Mami sehe, muss ich kotzen -Mein
Leben mit einem unerfüllten Kinderwünsch (Affiliate Link)
|
Kinderwunsch: Wenn ich noch eine glückliche Mama sehe, muss ich kotzen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kita-nicht-mit-uns-warum-wir-unsere-kinder-nicht-in-den-kindergarten-schicken |
Es gibt Familien, die sich
bewusst gegen eine Betreuung ihrer Kinder im Kindergarten entscheiden. Was
sind das für Leute?
Das Haus, in dem Shirley, 41, und David, 46, mit ihren beiden Kindern Karlo,
6, und Rosa, 4, leben, steht am Stadtrand von Berlin und wirkt ein bisschen
wie die Villa Kunterbunt. Zwar gibt es keine Veranda mit Pferd, aber es ist
ein Ort voller bunter Wärme, ein bisschen anders als die anderen. An der
Küchenwand hängen Plakate mit Zahlen und Buchstaben, im Schlafzimmer steht
ein riesiges Familienbett. Und auf dem Parkett im Flur hat jemand aus bunten
Streifen Hüpfekästchen geklebt. Neben den zwei Kleinen wohnt seit einigen
Monaten auch noch Davids 17-jährige Tochter Lynn mit ihrem Freund Lucky bei
ihnen. Es ist ein Haus der offenen Tür.
Und es ist ein Haus voller Kinder, auch jetzt an einem ganz normalen
Vormittag unter der Woche. Denn Shirley und Davids Kinder wachsen kitafrei
auf. Sie sind in keine Krippe gegangen und gehen jetzt nicht in den
Kindergarten. Sie sind zu Hause bei Shirley. Sie ist eine
„Selbstbetreuerin“.
Die neue Generation Mütter, die ihre Kinder selber ,betreut‘
Ich stehe im Flur, als Rosa und Karlo (mit Kissen) um die Ecke kommen. Karlo
ruft: „Wer kann besser schmeißen?“ Rosa: „Ich!“ Karlo: „Angeber.“ Bevor ich
Shirley besuche, habe ich im Blog intuitiveeltern.de nachgelesen, was das
genau ist, eine Selbstbetreuerin. Dort steht: „Die neue Generation Mütter,
die ihre Kinder selber ,betreut‘, ist keine Generation der Muttis am Herd,
die den ganzen Tag nur kochen, backen, putzen und das Kind aufs Töpfchen
setzen.
Es sind Mamas und Papas, die es lieben, für ihre Kinder da zu sein, ihnen
Fragen zu beantworten und mit ihnen gemeinsam zu wachsen. Das ist
Selbstverwirklichung pur, ziemlich anspruchsvoll und alles andere als
eintönig. Es geht hier nicht um das bloße ,Betreuen‘, es geht um eine ganz
bindungsbewusste Lebensform – die immer mehr Eltern anstreben.“
Aber sind nicht auch Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten schicken,
für ihre Kinder da und beantworten ihre Fragen? Haben wir nicht gerade mit
dem Kita-Ausbau erreicht, dass wir auch als Mütter berufstätig sein können?
Und ist das nicht wahnsinnig anstrengend, wenn man 24 Stunden am Tag die
Kinder um sich hat? Als ich mich an den Küchentisch der Villa Kunterbunt
setze, habe ich viele Fragen. Shirley kocht uns einen Tee, stellt ein zweites
Frühstück auf den Tisch. Und die Art, wie sie das tut, mit ruhigen unaufgeregten
Bewegungen, beantwortet schon eine meiner Fragen: Nein, sie wirkt nicht
genervt, nicht angestrengt. Eher sehr entspannt.
Kein Hetzen, Kein Wecken, kein Groll – ein Leben ohne Kita
Später, als wir in unsere Brötchen beißen, erklärt sie, wie sehr sie es
schätzt, dass sie morgens nicht hetzen muss, die Kinder ausschlafen lassen
kann und dass sie dann gemeinsam in Ruhe frühstücken. Der Kindergarten, sagt
Shirley, sei für sie eine „künstlich erschaffene Welt mit homogener
Altersstruktur: Gleichaltrige spielen mit Gleichaltrigen.“ Ihre Kinder
hingegen hätten auch mit Älteren und Jüngeren zu tun, mit den Nachbarn, mit
Papas Arbeitskollegen, mit Freunden. „Deshalb ist es auch Quatsch, wenn die
Leute denken: Ohne Kita lernen die Kinder keine Sozialkompetenz.“
Außerdem, sagt Shirley, sei sie viel mit ihnen unterwegs. Im Dinopark, im
Museum, in der Musikstunde oder Bibliothek, im Wald oder am See. „Allerdings
legen wir nach einem Ausflugstag meist auch einen Ruhetag ein.“
Der 18-jährige Lucky kommt jetzt in die Küche, holt sich einen Apfel,
schält ihn. Er hat Karlo im Schlepptau und erklärt ihm nebenbei, was ein
Putsch ist: „Der König wird vom Thron gestoßen und dann …“. Karlo ist ganz
Ohr! „Wir haben es ja versucht mit einer Kita“, sagt Shirley. „Aber Karlo war
es dort zu laut, zu wild, zu wuselig. Die ganzen Regeln, zu festen Zeiten
essen, schlafen, rausgehen – er wollte viel lieber bei seiner Familie
bleiben.“
Happy daheim: „Das hier macht mich glücklicher“
Shirley, die damals als Kommunikationsberaterin in der Werbebranche
arbeitete, machte sich viele Gedanken: Würde sie das schaffen, zu Hause
bleiben, mit Kind, ohne eigenes Einkommen? Jetzt sagt sie: „Ja, es war
anfangs eine große Umstellung. Aber heute bin ich näher bei mir und beim
Menschsein als je zuvor. Ich fühle mich weder gestresst noch unterfordert. Im
Gegenteil: Wir entdecken gemeinsam die Welt. Und ich habe genug Erfahrungen
mit der Arbeitswelt gesammelt, um sagen zu können: Ja, das hier macht mich
glücklicher.“
„Komm wir marschieren, ich bin der Sheriff “, sagt Karlo, der jetzt einen
Hut aufgesetzt hat. Rosa marschiert hinterher: „Ich bin der Boss, ist das
klar?“ Fällt dir denn hier nie die Decke auf den Kopf, frage ich. Und Shirley
schüttelt den Kopf. Wenn sie Abwechslung brauche, gehe sie auf Messen, zu
Wochenend-Seminaren oder organisiere Arbeitsgruppen. David kümmere sich dann
um die Kinder. Allerdings: Zeit für sie beide bleibe dabei im Moment wenig.
Das ist aber auch der einzige Nachteil, der Shirley zum Leben als
Selbstbetreuerin einfällt.
Anerkennung? Braucht Shirley nicht von außen, nicht von einem Chef, die
holt sie sich aus ihrem Familienleben. Nicht alle in ihrem Umfeld akzeptieren
die Entscheidung, die Kinder selbst zu betreuen. Einige Freunde haben sich
zurückgezogen – weil sie als Familien ganz anders leben. „Oder vielleicht
auch, weil sie ihren eigenen Lebensentwurf infrage gestellt sehen“, sagt
Shirley. „Viele berufstätige Eltern sind ja gestresst. Wir aber haben keinen
Zeitdruck.
Kein schlechtes Gewissen, weil das Kind beim Abgeben weint. Keinen
Orga-Wahnsinn, wenn es krank wird … Das provoziert scheinbar.“
„Vorsicht Banküberfall! Bewegen Sie sich nicht! Schnell, betäubt ihn.“
Karlo und Rosa sind in Aktion. Jetzt spielen auch Lucky und Lynn mit. Für 13
Uhr haben sich Anja, Steffi und Alex mit ihren Kindern angekündigt – alle
Selbstbetreuerinnen. Sie verabreden sich oft – auch, weil es für ihre Kinder
sonst fast unmöglich wäre, bis zum Nachmittag Spielkameraden „in freier
Wildbahn“ zu treffen, denn die sind in der Kita. Konkurrenz unter den
Kindern? „Gibt es so gut wie nicht. Sie brauchen ja nicht dauernd die
Ellenbogen ausfahren, um ihren Platz zu sichern. Sie sind sicher“, meint Shirley.
Alex, 30, ist mit Johannes, 1, und Marie, 4, da. Eigentlich sollte Marie
spätestens mit drei in den Kindergarten, doch dann lernte Alex eine
Selbstbetreuerin kennen. Erst dachte sie: „Die spinnt ja, die Kinder brauchen
doch eine Kita zum Austoben! Und zum Freundefinden.“ Aber dann sah sie, wie
glücklich dieses andere Leben offenbar alle machte. Und es faszinierte sie
immer mehr. Das wollte sie irgendwann auch.
Ein Elternteil bleibt zu Hause? Das muss man sich leisten können
Um sich die Selbstbetreuung „leisten“ zu können – ein Gehalt fällt ja weg
–, haben Alex und ihr Mann das Auto abgeschafft. Alex weiß, dass viele
Selbstbetreuer mit Hartz IV aufstocken. Sie findet das okay: „Auch Eltern,
die ihre Kinder nicht selbst betreuen, nehmen ja Zuschüsse vom Staat für den
Kitaplatz in Anspruch.“
Alex hat auch die Internetseite kindergartenfrei.org ins Leben gerufen.
Dort können sich Selbstbetreuer vernetzen. Ungefähr 1600 aktive Mitglieder
hat das Netzwerk. Die meisten sind Mütter, aber Alex erzählt auch von einem
Papa, dessen Frau sagte: „Wenn du keine Kita für unser Kind willst, musst du
die Betreuung übernehmen.“ Und das tut er seither. Dass es bei den anderen
oft auf eine klassische Rollenteilung hinausliefe, habe damit zu tun, dass
die Männer leider immer noch oft mehr verdienten.
Kitafrei erzogen: Wie soll das später in der Schule werden?
„König Dustin, was wollen Sie von uns?“, ruft Karlo in die Küche und zieht
jetzt auch die dreijährige Johanna mit ins Spiel. Johanna ist die Tochter von
Anja, 34. Die ist ausgebildete Bühnentänzerin und stieß nach einer
missglückten Kita-Eingewöhnung auf das Kitafrei-Netzwerk. Wie sie alle sich
das später vorstellen mit der Schule, frage ich jetzt: „Da müssen die Kinder
sich ja an viele Zeitvorgaben und Regeln halten. Habt ihr keine Angst, dass
das schwierig wird?“
Haben die vier nicht. Viele Selbstbetreuer suchen sich später freie
Schulen, bei denen sie mitbestimmen können – erfahre ich. Manche wandern
sogar aus in Länder, wo man seine Kinder selbst und zu Hause unterrichten
darf. „Ich bin jetzt müde, ich will gehen“, sagt Johanna zu ihrer Mama. Die
fragt, ob sie sich kurz zusammen hinlegen können. „Kein Problem“, sagt
Shirley.
Ja, Selbstbestimmung spielt eine große Rolle in ihrem Leben. Sie und die
anderen Mütter haben sich entschieden, nicht mitzurennen in der Rushhour des
Lebens und phasenweise auszusteigen aus der modernen Leistungs- und
Effizienzgesellschaft. Das kann man mutig finden. Oder sogar besonders
emanzipiert. Aber auch kurzsichtig, naiv, rückständig: Shirley und die
anderen kennen diese Kritik.
Kritik von außen an den „Helikopter-Hippies“
Sie wissen, dass manche sie „Helikopter-Hippies“ nennen und ihnen eine
überbehütende Erziehung vorwerfen. Oder als Weibchen abstempeln, die keine
wirtschaftliche Verantwortung für sich übernehmen. Aber sie haben gelernt,
mit Gegenwind umzugehen.
„Ich weiß, wie Berufstätig-Sein geht – und ich werde es auch wieder sein,
wenn die Kinder größer sind“, sagt Shirley – und die anderen nicken. „Nur
eins“, sagt Anja, werde sie niemals begreifen: „Warum Kita-Fans immer meinen,
andere Leute könnten unsere Kinder besser erziehen als wir Eltern, die sie
lieben.“
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Infobox: DAS SAGT DIE WISSENSCHAFT! In einer Zwillingsstudie mit 1200
Kindern fand der amerikanische Psychologe Elliott M. Tucker-Drob heraus:
Kinder, die bis zur Einschulung zu Hause betreut wurden, waren genauso fit
wie Kita-Kinder – wenn sie aus bildungsnahen Haushalten kamen. Kinder aus
bildungsfernen Familien hingegen wiesen gegenüber Kita-Kindern häufiger
Defizite auf.
Dieser Report erschien zuerst in der Zeitschrift Eltern Family.
|
Kita? Nicht mit uns: Warum wir unsere Kinder nicht in den Kindergarten
schicken | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kitastreiks-schulschliessungen-bitte-nehmt-uns-eltern-das-neue-stueckchen-normalitaet-nicht-direkt-wieder |
Ihr Lieben, Katharina und ich müssen uns immer noch manchmal vormittags
kneifen, wenn wirklich mal alle drei Kinder aus dem Haus sind und sich mit
anderen Kindern treffen und wir mal ganz kurz ungestört IRGENDWAS machen
können – und sei es die Steuer oder schnell solche Texte wie diesen hier
verfassen – ohne dass dabei etwas umkippt, jemand auf Toilette muss, Hunger
hat oder auch mal „an der Tastatur“ schreiben will.
Ehrlich: Das, was vor Corona normal war, ist es nun nicht mehr.
Und wenn das mal klappt, dass wirklich keiner Schnupfen hat und alle
Familienmitglieder ihrer Wege gehen können, dann fühlt sich das für uns grad
an wie auf Wolken. Nicht, weil wir unsere Kinder nicht leiden können, sondern
einfach, weil dieses 24-Stunden-Aufeinanderhocken auch einfach nicht gesund
ist.
Weil wir merken, wie ausgeglichen unsere Kinder sind, weil sie endlich
wieder Gleichaltrige treffen können (und nicht immer nur die eigenen
Geschwister zum Streiten vor sich haben, hehe).
Nun sieht es aber ja so aus, als könnte es wieder zu Einschränkungen
kommen… München wird nun strenger und auch Berlin steht auf zwei Warn-Ampeln
bereits auf gelb… nun denn. Gerade meldete sich eine Mutter mit folgender
ängstlicher Anfrage an uns:
„Liebe StadtLandMamas, ich lese gerade die Ankündigung von Streiks in den
Kitas… Und ich kriege die Panik. Jetzt sind gerade eben die Eingewöhnungen
gewesen und alles ist noch ganz sensibel für die Kleinsten.
Ein Streik und damit mehrere Tage – wie viele ist ja nicht klar – würden
für uns und andere bedeuten, dass wir wieder eine Unterbrechung haben, wieder
die Krisen bei dem Einstieg in den Kitaalltag.
Ehrlich gesagt haben wir persönlich mit zwei Kindern in Schule und Kita mit
mehrerlei Infekten schon fünf Wochen in der Kita zur Eingewöhnung gebraucht.
Ich bin gerade so dankbar für diese Phase des
„EndlichmalwiederDingeschaffens“, der physischen Regeneration und des
Ankommens in der Kita. Sorry, wenn ich Euch damit so den Frust auf den
Schreibtisch kippe.
Aber wie seht ihr das? Wie geht ihr mit der Sorge um, dass alles wieder
schließen könnte? Wie mit der ständigen Planungsunsicherheit? Plant ihr
Aktionen, damit Familien besser durch die nächste Zeit kommen? Gibt es
irgendetwas, mit dem wir uns gegenseitig unterstützen könnten?“
|
Schulschließung wegen Corona & Kitastreik: Nehmt Eltern die neue
Normalität nicht wieder! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/koennen-sie-bitte-dafuer-sorgen-dass-mein-dackel-erschossen-und-mit-mir-eingeaeschert-wird-aus-dem-leben-einer-mama-und-bestatterin |
Ihr Lieben, wir finden es ja immer wieder faszinierend, hinter verschiedene
Vorhänge zu schauen. Heute öffnet uns unsere Leserin Janina die Pforte zu
ihrem Leben als Mutter und Bestatterin…
Liebe Janina, wenn dich deine Kinder fragen, als was du arbeitest, was
sagst du ihnen dann?
Unsere Große ist bereits 11. Sie weiß, was ich beruflich mache und ist
damit groß geworden. Wenn sie Fragen dazu hat, beantworte ich diese immer
wahrheitsgemäß. Unsere Kleine ist grade zwei geworden, spricht noch nicht und
stellt demnach auch keine Fragen, aber wenn sie damit anfängt, wird auch sie
stets möglichst ehrliche Antworten von uns bekommen.
Wie kam es dazu, dass du Bestatterin wurdest, war das schon immer dein
Traum?
Als ich aus der Schule kam, hatte ich noch keinerlei Kontakt mit dem Tod
und dem Sterben. Ich bin fast sicher, dass ich nicht mal wusste, dass es den
Beruf des Bestatters gibt. Eine offizielle Berufsbezeichnung gibt es erst
seit 2003, die staatlich anerkannte Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist
erst seit 2007 möglich.
Vor dieser Zeit wurden Bestattungen meist von Handwerksbetrieben wie
Tischlereien mit ausgeübt und genau in einen solchen Betrieb habe ich
eingeheiratet, nicht wissend, worauf ich mich einlasse. Als meine
Schwiegermutter in Rente gehen wollte, war es unsere freie Entscheidung, ob
wir das Unternehmen weiterführen wollen oder eben nicht.
Wir haben uns dafür entschieden und es nie bereut. Ich bin beruflich
angekommen und sehr froh, diesen Beruf ausüben zu dürfen – mit allen Vor- und
Nachteilen. Ich bin Bestatterin mit Herz und Überzeugung. Daran halte ich
fest.
Was muss man als guter Bestatter mitbringen neben Empathie, Flexibilität,
Kreativität und Organisationstalent?
Empathie ist definitiv das A und O. Man muss Nähe zulassen, aber auch
Distanz wahren… eine schwierige Gradwanderung. Emotionale Stabilität ist
daher unabdingbar.
Kann man sagen, ihr seid so eine Art Weddingplaner, nur eben für den
Abschied?
Schön ausgedrückt und ja, irgendwie schon, nur anders herum, weniger lustig
und die Organisation ist zeitlich natürlich sehr begrenzt.
Was wir tun: Wir begleiten die Angehörigen auf ihrem schweren Weg und
sorgen dafür, dass Sie Zeit und Raum für sich und ihre Trauer haben. Unser
Ziel ist es, dass Angehörige fähige Unterstützung finden und in angemessener
Form Abschied nehmen können.
Die Aufgaben sind dabei vielseitig, wir beraten, begleiten, organisieren
und gestalten. Wir sind 24 Stunden am Tag erreichbar und unsere Arbeit
beginnt mit dem Klingeln des Telefons. In der Regel findet als Erstes das
Trauergespräch statt, wir führen dies meist in den Räumlichkeiten des
Verstorbenen oder der Angehörigen. Das persönliche Umfeld gibt in diesem
Moment eine gewisse Sicherheit und die Familien fühlen sich zu Hause einfach
besser.
Ich lasse die Angehörigen immer erstmal erzählen, die meisten sind dabei
sehr offen, beschreiben die letzte Zeit, was genau passiert ist. Ob es zu
erwarten war oder ob jemand plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, ist dabei
nebensächlich, es tut immer weh und man ist nie darauf vorbereitet. Erst wenn
diese Last der Trauer ein wenig gesackt ist, fange ich mit meiner
„To-do-Liste“ an.
Ich benötige für die Erledigung der Formalitäten ein paar Dinge des
Verstorbenen, z.B. das Stammbuch (falls vorhanden), Geburtsurkunde,
Meldebescheinigung etc., das variiert ein wenig, je nach dem, wer gestorben
ist. Ich erkundige mich nach Rentenkasse(n), Krankenversicherung(en),
Versicherungen im Allgemeinen und Kirchenzugehörigkeit.
Dann geht es um die Bestattungsart, den Bestattungsort und den
Bestattungstag, die Überführung, Ankleiden und Einbetten, Aufbahrung und
Abschied am offenen Sarg, die Auswahl des Sarges und der Urne, um Musik,
Bilder, Erinnerungen, freie Trauerredner, Fotografen, Auswahl des Floristen
für den Blumenschmuck, Lokalität für eine Kaffeetafel, besondere
Dekorationen, gestalten der Traueranzeigen und Trauerkarten. Ich informiere
die Pastorin, den Organisten, die Küsterin, die Friedhofsverwaltung, den
Gärtner und organisiere Sargträger (falls benötigt).
Ich kontaktiere Krankenhäuser, Standesämter, Ordnungsämter, involvierte
Polizei, Krankenkassen und Rentenkassen. Ich spreche mit Vereinen, z.B.
Schützen, Feuerwehr oder Jägerschaft. Ich gebe Traueranzeigen auf und drucke
die Trauerkarten selbst. Ich koordiniere Termine, vermittle an den Steinmetz,
beantrage Sondergenehmigungen und erfülle Sonderwünsche.
Am Tag der Bestattung sorge ich für einen reibungslosen Ablauf, reserviere
Kirchenbänke und Parkplätze für die Familie, dekoriere, fotografiere, führe
Kondolenzlisten, nehme Trauerbriefe entgegen, verteile Liederzettel (falls
vorhanden), spiele im richtigen Moment Musik ein und leite die Sargträger und
die Trauergemeinde aus der Kirche bis zum Grab.
Ich bin mir sicher, dass ich bestimmt etwas vergessen habe, aber im Großen
und Ganzen besteht mein Job aus diesen oben erwähnten Dingen.
Abwechslungsreich und weitreichend.
Nimmst du die Trauer der Menschen, denen du begegnest manchmal auch mit
nach Hause?
Das bleibt leider nicht aus, auch wenn ich stets versuche, es nicht mit
nach Hause zu nehmen. Viele der Verstorbenen kannte ich persönlich. Ich kenne
die Familien und die Hintergründe, all die Schicksale – oft unfair und
überraschend. Das kann ich nicht vor der Haustür abschütteln. Aber ich habe
einen großartigen Mann, der mich in schwierigen Situationen immer wieder
auffängt.
Erzählst du dann auch den Kindern davon?
Natürlich. Wenn ich bedrückt bin –
oder gar weine – merken sie das ja eh. Ich denke, ich würde ihnen eher
Angst machen, wenn ich meine Gefühle vor ihnen verstecken würde. Kinder
können im Grunde sehr gut mit diesem Thema umgehen, weit besser als
Erwachsene und wenn wir erreichen wollen, dass dies kein Tabu-Thema mehr ist,
dürfen wir unsere Kinder nicht ausschließen.
Wie hat sich dein Bild vom Tod gewandelt, seit du damit beruflich zu tun
hast?
Mein Bild hat sich in dem Sinne gewandelt, dass ich jetzt überhaupt eines
habe. Ich habe mich vorher nie damit beschäftigt. Der Tod ist manchmal sehr
„dreckig“. Er bringt vielerlei Wahrheiten ans Licht und hat furchtbare
Eigenschaften im Gepäck.
Wenn ich das sage, dann meine ich nicht den Verstorbenen selbst, sondern die
Umstände drumherum. Ich erlebe immer wieder, dass Familien bereits beim
Trauergespräch über das eventuelle Erbe streiten, die Verantwortung von einem
zum anderen schieben und laut darüber diskutiert wird, wer die Kosten trägt,
anstatt gemeinsam zu entscheiden und eine Lösung zu finden. Daraus entsteht
dann Streit, dieser führt zu Hass, Neid und Gier. Das macht mich traurig, ich
finde, es sollte in solchen Momenten nicht um Geld gehen.
Im Todesfall sollte eine Familie sich halten und füreinander da sein, der
Verlust ist schlimm genug, da braucht keiner diese zusätzliche Belastung. Ich
finde für jede Familie den richtigen Weg und auch mit wenigen Mitteln kann
eine wunderschöne und würdevolle Trauerfeier gestaltet werden.
Natürlich gibt es viele Familien die in schweren Zeiten zusammenhalten und
es ist wunderbar zu beobachten, wie diese durch traurige Ereignisse noch
fester zusammenwachsen. Und selbstverständlich gibt es auch positive Seiten.
In vielen Fällen, vor allem wenn der Verstorbene schwer krank war, kann ich
ganz klar sagen, dass der Tod hier eine Erlösung war und das kann man auch
ganz deutlich in den Gesichtern dieser Menschen sehen.
Gerade nach schwerer Krankheit rate ich dringend dazu am offenem Sarg
Abschied zunehmen. Bei Kerzenschein und leiser Musik fällt es auch den
Angehörigen leichter die „Erlösung“ zu sehen und zu spüren. Das hilft enorm
bei der Trauerbewältigung. Manchmal, das finde ich sehr interessant, sterben
Witwer oder Witwen, vor allem wenn sie sehr lange zusammen waren, in kurzer
Zeit hintereinander, so, als könnten sie nicht ohne den anderen. Oft fällt
der Todestag auf den Hochzeitstag oder ein für sie besonderes Datum.
Andere sterben, wenn ein neues Familienmitglied unterwegs ist. Das mag
alles Zufall sein, vielleicht aber auch nicht. Aber ich will auch ehrlich
sein, bei Unfallopfern oder Kindern (auch schwer erkrankt) kann ich keine positiven
Seiten finden. Auch Familien, die ich in den letzten Jahren öfter besucht
habe, können meist nichts Positives daran finden. Viele verabschieden mich
mit Worten wie: „Wir mögen dich ja wirklich gerne, aber…!“ Das ist ok für
mich.
Was war der prägendste Arbeitstag, den du je hattest?
Das ist gar nicht so leicht, es gibt einige. In den meisten Fällen habe ich
meine Gefühle voll und ganz unter Kontrolle, zumindest für den Moment, aber Ausnahmen
bestätigen die Regel. Ich bin ein Mensch mit Gefühlen und wenn ein 4-jähriger
in der Kirche ruft: „Ich will meinen Papa zurück!“, gehe auch ich weinend und
allen voran zum Friedhof.
Wir haben das Gefühl, dass alle gerührt „Ohhhh“ rufen, wenn eine Frau sagt,
sie ist Hebamme. Wie reagiert denn dein Umfeld, wenn du sagst, dass du
täglich mit dem Tod zu tun hast?
Das „Ohhh“ kommt mir bekannt vor, aber dann kommt meistens Stille. Der Stille
folgen dann aber durchaus pikante und teils lustige Fragen, wie: Kann ich
meinen Sarg selber bauen? Liegen auf dem Meeresgrund hunderte von Urnen?
Brechen Sie den Verstorbenen beim Ankleiden die Knochen? Die sind dann ja
ganz steif! Sprechen Sie mit den Verstorbenen? Kann ich die Asche mit nach
Hause nehmen? Werden die Verstorbenen von Würmern durchlöchert?Aber das
skurrilste was ich tatsächlich mal gefragt wurde war… Können Sie bitte dafür
sorgen, dass mein Dackel erschossen wird, damit er mit mir eingeäschert
werden kann?!
Was meinst du, warum das Sterben immer noch ein solch großes Tabu in
unserer Gesellschaft ist?
Angst. Jeder für sich. Jeder auf seine eigene Weise. Sie ist überall. Einzig
die Angst macht aus dem Tod und dem Sterben ein Tabu-Thema.
Tagtäglich mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert zu sein: Was gibt dir
das für dein Leben?
„Keiner von uns kommt ihr lebend raus. Also hört auf, euch wie Andenken zu
behandeln. Esst leckeres Essen. Spaziert in der Sonne. Springt ins Meer. Sagt
die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich.
Seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit“, sagt Anthony Hopkins. Ich denke,
das trifft es ganz gut.
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Bestatterin: Wie ich als Mutter mit dem Tod im Beruf umgehe |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/konfetti-und-liebe-die-ehe-fuer-alle-ist-da-hier-die-schoensten-tweets-zum-thema |
Ihr Lieben, der Bundestag
hat es soeben beschlossen! Die Ehe für alle kommt. Und weil die Emotionen
gerade im Netz so hochkochen, wollten wir euch an dieser Freude heute einfach
malteilhaben lassen. Viel Spaß damit an diesem historischen Tag!
Die Sendung mit der Maus freut sich
Mehr Liebe!#Ehefueralle pic.twitter.com/K9ezof1DY5
— Sendung mit der Maus (@DieMaus) 30. Juni 2017
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Beatrice von Storch freut sich nicht
Die Fahrkarte zum Bundestag: 2,70€
Der Cappuccino im Besucher-Café: 3,50€
Das Gesicht von Beatrix zur #Ehefüralle Abstimmung: unbezahlbar
pic.twitter.com/hjLLJSw7wg
— thore (@thorekau) 30. Juni 2017
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Teresa Bücker von der Edition F ist happy
.@volker_beck weint und ich weine mit. Danke an alle, die so lange für
diesen Tag gekämpft haben! #ehefueralle
— teresa bücker (@fraeulein_tessa) 30. Juni 2017
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Die heute-show lässt nach Fehlern suchen
Wir leben jetzt in einem völlig anderen Land#Ehefueralle #Bundestag
pic.twitter.com/PEqplEPZRg
— ZDF heute-show (@heuteshow) 30. Juni 2017
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Mami Huntzefuntz kann ihr Glück kaum fassen
Bald kann ich auf die Frage, ob ich verheiratet sei, einfach Ja
antworten.
Statt "ich lebe in einer eingetragenn Lebenspartnerschaft".
— Mami Huntzefuntz (@krispels) 30. Juni 2017
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Auch Suse ist gerührt
Die #EheFüralle macht Hoffnung, dass noch viel mehr möglich ist in diesem
Land:In Richtung #Menschlichkeit , #Toleranz und #Inklusion
— Suse Bauer (@revoluzZza) 30. Juni 2017
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Selbst Spongebob zeichnet Regenbögen
pic.twitter.com/jlwNm9bvdK
— (((Joshi Fischer))) (@thetruemilhouse) 30. Juni 2017
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Und Jenny macht sich gleich auf den Weg
Mit Regenbogenfahne#aufdemweg durch den #bundestag So ein schöner
besonderer Tag. #ehefueralle
— Jenny (@fasthase) 30. Juni 2017
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Das Familienministerium ist erleichtert
Der Deutsche Bundestag hat heute die Öffnung der Ehe für
gleichgeschlechtliche Partnerschaften beschlossen. #Ehefüralle
pic.twitter.com/DLTXnTMszZ
— BMFSFJ (@BMFSFJ) 30. Juni 2017
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Während Schnorri auch nachdenkliche Töne anstimmt
Dieser Tag gehört denen, die ihr Leben lang im Geheimen liebten. Die vor
dem Gesetz niemals Witwer waren. Nie zusammen beerdigt. #EhefürAlle
—Schnorri (@spektrallinie) 30. Juni 2017
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Zum Mitweinen ist auch dieses Video von Buzzfeed aus dem Zuschauerraum des
Bundestags. Wenn Bilder mehr sagen, als Worte <3
JA! #EheFürAlle pic.twitter.com/LumsyqtbwA
— BuzzFeedNewsDE (@BuzzFeedNewsDE) 30. Juni 2017
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Jane jubelt mit einer animierten Kinderzeichnung
#ehefueralle #loveislove pic.twitter.com/VOTDxOfhGk
— Jane Regenbogenmutti (@Regenbogenmutti) 30. Juni 2017
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Jens bringt die vielen frei gesetzten Emotionen sachlich auf den
Punkt
Ein schöner Moment von Demokratie.
— Jens Stoewhase (@Stoewhase) 30. Juni 2017
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Böhmi nimmt es selbstverständlich mit Humor
Die Väter (und vier Mütter) des Grundgesetzes kannten kein Internet.
Darum wollen 226 CDU/CSU-Abgeordnete das Internet nicht.
— Jan Böhmermann (@janboehm) 30. Juni 2017
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Und Sonja merkt man ihre Freude in jedem Wort an
Freude, Rührung. Hoffnung für den Weg zu mehr Gerechtigkeit.
#ehefüralle
— Sonja (@Mama_notes) 30. Juni 2017
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Alle Welt schaut grad auf uns
Germany voted for same-sex-marriage today! I could get used to my social
media timelines full of love and celebration about politics.
— Christoph Rauscher (@christowski) 30. Juni 2017
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Und selbst GOTT äußert sich 😉
Die Welt versinkt im #Hass & Deutschland setzt ein Zeichen für die #Liebe.
#EheFürAlle
— Gott (@GottesGetweete) 30. Juni 2017
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Elly findet die beste Verknüpfung zum Berliner Wetter
Heute der Regen. Morgen der Regenbogen.
— Elly Abendstern (@ellyabendstern) 29. Juni 2017
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An dieser Stelle denkt jemand an unserer aller Zukunft 😉
Ich bin für die Ehe für alle und für Junggesell*innenabschiede für
niemand.
— Was soll das alles (@C_Holler) 29. Juni 2017
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Wie das alles in der Praxis umzusetzen ist? Das fragt sich der Vater von
Hatice Akyün…
Mein Vater fragt, wer denn jetzt bei wessen Eltern um die Hand anhalten
muss. #Ehefüralle
— Hatice Akyün (@HaticeAkyuen) 30. Juni 2017
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Und Ruthe braucht jetzt leider Kopfhörer
Die negative Seite der #EheFuerAlle :Bei meinen lesbischen Nachbarn läuft
grade zum 8. mal in voller Lautstärke Campino mit TAGE WIE DIESE.
— Ralph Ruthe (@ralphruthe) 30. Juni 2017
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Zu guter Letzt nur ein Wort von der großen Ninia
Finally.
— Ninia LaGrande (@NiniaLaGrande) 30. Juni 2017
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Foto: pixabay
Zum Weiterlesen:
"Mama, ich bin lesbisch!" Wie sich das Outing des eigenen Kindes
anfühlt
Warum wir den Begriff Regenbogenfamilie nicht mögen
|
Konfetti und Liebe: Die Ehe für alle ist da! Hier die schönsten Tweets
zum Thema | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kontakabbruch-der-tochter-meine-mutter-und-ich-wir-passen-einfach-nicht-zusammen |
Es gibt Eltern, die den
Kontakt zu ihren Kindern abbrechen. Und es gibt Kinder, die den Kontakt zu
ihren Eltern abbrechen. Neulich haben wir diesen Text zum Thema erneut auf
unserer Facebookseite verlinkt. Eine Leserin fragte, ob es möglicherweise
auch Kinder gibt, die den Kontakt abbrechen, ohne Misshandlungen erlebt zu
haben. Und daraufhin meldete sich Annika, die sofort bereit war, uns ein
Interview zu geben. Allerdings nicht unter ihrem echten Namen.
Annika, Du hast vor drei Jahren den Kontakt zu deiner Mutter abgebrochen.
War das ein Abschied mit Knall oder eher ein leises Verschwinden?
Es gab immer wieder mal Funkstille zwischen uns und jede wurde mit einem
sehr lauten Knall eingeleitet. Der Auslöser war jedes Mal, dass ich nicht
mehr nach ihrer Pfeife getanzt habe.
Was gab den Auslöser für die endgültige Trennung?
Im Dezember vor drei Jahren habe ich das letzte Mal mit meiner Mutter
gesprochen. Der große Knall war eigentlich seit Monaten überfällig. Meine
Zwillinge waren gerade zehn Monate alt und wir wollten über Weihnachten zu
den Eltern meines Freundes. Seit drei Jahren war er an Weihnachten nicht mehr
bei ihnen. Meine Mutter hatte andere Pläne. Sie ließ auch nicht mit sich
reden und warf mir vor, nur an mich zu denken. Meine letzten Worte an sie
waren nicht sonderlich nett, denn ich war sehr wütend.
Du sagst, deine Mutter und du, ihr hättet nie zusammen gepasst. Wie äußerte
sich das in der Kindheit?
Meine Eltern waren immer viel arbeiten. Meine Mutter war Krankenschwester
im 3-Schicht-System und war entweder auf Arbeit oder schlief.
Die guten Zeiten erlebte ich fast ausschließlich mit meiner Oma. Das
änderte sich, als ich acht Jahre alt wurde und wir 300 Kilometer weit weg
zogen, mitten in die Stadt. Meine Mutter hatte sofort einen Job und so blieb
nur mein Stiefvater als Verbündeter. Doch vier Jahre später trennten sie sich
und ich blieb mit meinem Bruder allein bei meiner Mutter. Nun war ich die
"Große" und musste mich kümmern.
Und dann?
Sie arbeitete und ich versorgte meinen Bruder. Ich hatte nie das Gefühl,
dass ich mit meiner Mutter reden konnte. Darüber, was mich interessierte, was
in meinem Leben vor sich ging, welche Boygroup ich aus welchen Gründen gut
fand und welche nicht, ob ich verknallt war. Einige Male habe ich es
versucht, aber es hat sie nicht interessiert. Sie hat mir nicht zugehört und
so ließ ich es und telefonierte lieber stundenlang mit meiner besten
Freundin.
Wie ging es dann weiter?
Als ich 16 war, zog sie mit meinem Bruder zu ihrem Freund (200 Kilometer
weg) und ließ mir die Wahl, ob ich mit wollte. Ich wollte nicht! Die Wohnung
wollte sie sowieso behalten, also hatte ich weiterhin ein Dach über dem
Kopf.
Drei Jahre später kam sie zurück. Ohne meinen Bruder (der war zu seinem
Vater gezogen) dafür mit meiner zwei Jahre alten Schwester. Sie hatte einen
neuen Job als Krankenschwester und ich hatte ein neues Ziehkind.
Wie klappte das?
Ab da fing es immer öfter an, richtig zwischen meiner Mutter und mir zu
knallen. Wegen jeder Kleinigkeit wurde sie laut und drohte mir mit
Rausschmiss. Ich fing an, mir heimlich eine Wohnung zu suchen und meinen
Auszug vorzubereiten.
Als ich die Zusage für die Wohnung hatte, musste ich nicht lange auf den
nächsten Knall warten. Es war wiedermal eine Kleinigkeit. Ich tanzte nicht
nach ihrer Pfeife. Sie wurde laut, sagte, ich solle gefälligst verschwinden
und ging. Ich tat ihr den Gefallen und war bei ihrer Rückkehr nicht mehr da.
Mein Schlüssel lag im Briefkasten.
Und dann war erstmal Funkstille?
Es dauerte Monate, bis meine Oma mich überredet hatte, wieder den Kontakt
zu suchen. Ich machte es für meine Oma und wegen meiner Schwester. Von meiner
Mutter kamen nur Vorwürfe. Die Schuld lag natürlich allein bei mir. Aber ich
war ein prima Babysitter.
Mit 23 Jahren wurde ich dann selbst schwanger. Der Moment, als ich
meiner Mutter davon erzählte, war schrecklich. Sie versuchte mich zwei
Stunden davon zu überzeugen, dass es falsch sei.
Oh weh…
…meine Oma hingegen freute sich so sehr. Ihr erstes Urenkelchen war
unterwegs.
Meine Mutter gewöhnte sich an den Gedanken, Oma zu werden und freute sich
dann sogar darauf. Meine Beziehung zum Kindesvater ging kurz nach der Geburt
in die Brüche und meine Mutter unterstützte mich die ersten Monate.
Ein Jahr später starb meine Oma. Wir fuhren zur Beerdigung und weinten am
Grab. Aber darüber geredet haben wir nie.
Wann kam der nächste Knall?
Meine Tochter wurde drei Jahre alt, als der nächste Knall kam. Ich hatte
eine Geburtstagsparty geplant. Da ich Leute eingeladen hatte, die meine
Mutter nicht mochte, sollte ich die Party doch bitte verschieben. Ich sagte
nein und hörte Monate lang nichts mehr von ihr.
Kurz vor Weihnachten rief sie an, ich ging nicht dran und erfuhr dann von
einem Bekannten (der mich anrufen sollte), wie krank sie sei und dass sie keinen
hatte, der sich kümmerte. Das kümmerte mich dann aber nicht. Ich hatte meine
eigenen Sorgen.
Aber ihr hattet dann nochmal Kontakt?!
Weitere Monate vergingen und meine Tochter wurde vier. Von Oma hörte sie
nichts. Zwei Monate später haben wir meiner Schwester ein Päckchen zum
Geburtstag geschickt und so schlich sich der Kontakt wieder ein. Natürlich
lag die Schuld ein weiteres Mal allein bei mir.
Die nächsten vier Jahre liefen ziemlich gut. Ich hatte gehofft, dass sie
mich endlich als erwachsene Frau und Mutter anerkannt hatte. Dann lernte ich
meinen jetzigen Freund kennen und hatte nicht mehr so viel Zeit. Die
Unstimmigkeiten wurden wieder mehr.
Auch deine Lebenslage veränderte sich nochmal…
Ja, zwei Jahre später wurde ich wieder schwanger – mit Zwillingen. Meine
Mutter freute sich sehr. Doch diese Freude half nichts. Als ich im Supermarkt
an der Kasse stand und ihr am Telefon vergebens erklärte, dass ich grad nicht
telefonieren kann und auflegte, war es wieder soweit. Ich hatte sie
verärgert. Als ich zurückrief ging sie nicht mehr ran.
Aber dann kam nochmal eine Annäherung!?
Nach einer Vorsorgeuntersuchung in der 21. Schwangerschaftswoche kam ich
mit dem RTW ins Krankenhaus und sollte operiert werden. Mein Freund drängte
mich dazu, meine Mutter anzurufen. Sie war sehr reserviert und kühl. Sieben
Tage war ich im Krankenhaus und sie rief regelmäßig an und auch danach war
alles wieder entspannter. Sie plante sogar ihren Urlaub zur Geburt der Zwillinge
ein.
Weihnachten verbrachte ich ruhig mit meiner Tochter, meinem Freund und dem
dicken Babybauch zu Hause und auch Sylvester war schonen angesagt. Mitte
Januar war ich dann wieder im Krankenhaus und nach einer Woche wurde spontan
ein Notkaiserschnitt angeordnet. Mein Freund musste auf meine Tochter warten
und schaffte es nicht mehr zum Kaiserschnitt. Meine Mutter aber ließ alles
stehen und liegen und fuhr mit dem Taxi durch die halbe Stadt, um bei mir im
Kreissaal zu sein.
Und dann krachte es endgültig?
Ja, denn auch diese gute Phase hielt nicht lange. Nur zehn Monate waren die
Kleinen als der schon erwähnte letzte Knall zum endgültigen Kontaktabbruch
führte. Meine Mutter meint, ich halte mich für etwas Besseres. In ihrer Welt
steht sie an erster Stelle. Andere Meinungen sind nicht gefragt.
Wie ging es Dir in der Zeit nach dieser letzten Trennung – fühltest du dich
erlöst oder bedrückt?
Ich fühlte und fühle mich befreit. Ich muss mir nicht mehr überlegen, ob
ich meiner Mutter alles recht mache, ob es Streit gibt wenn ich Nein sage. 34
Jahre habe ich mich immer wieder untergeordnet und klein gemacht. Das ist
vorbei.
Menschen brauchen Wurzeln, heißt es. Hast du das Gefühl, dass dir eine
Basis fehlt – oder hast du dir eine eigene andere Basis erschaffen, die dir
Halt gibt?
Meine Verbündete war immer meine Oma. Sie hat schon an der Art, wie ich ans
Telefon ging, gehört, wie es mir geht. Zu ihr hatte ich immer vollstes
Vertrauen und konnte mich immer an sie wenden. Und dann kam meine Tochter zur
Welt. Meine eigene kleine Familie.
Hast du irgendwelche Hilfe, um mit der Trennung klarzukommen? Oder hattest
du Hilfe, um dir überhaupt bewusst zu werden, dass es besser wäre, den
Kontakt ganz abzubrechen?
Ich brauchte keine Hilfe, denn die Trennung war für mich eine
Erleichterung. Vor dem Kontaktabbruch rief meine Mutter jeden Tag an. Sie
wollte über Belangloses reden und selbst wenn die Zwillinge vor Hunger
schrien, sie redete einfach weiter. Es war ihr einfach egal, dass ich keine
Zeit hatte. Sie wollte reden also hatte ich mir Zeit zu nehmen. Ging ich
nicht ans Telefon klingelte sie ewig weiter. Das war kein Zustand und ich war
wirklich froh und erleichtert, dass dieser Terror aufhörte.
Fragst du dich manchmal, wie es ihr geht, was sie gerade macht?
Nein. Ich höre aber manchmal von meinen Geschwistern wenn was passiert ist.
Ich könnte aber auch damit leben, wenn ich nichts erfahre.
Fürchtest Du Dich, ihr einmal aus Versehen zu begegnen?
Sie wohnt nicht in der Nähe und verlässt kaum ihre Wohnung. Also bin ich
sehr sicher, dass das nicht passieren wird.
Nun bist du selbst Mutter. Wie hat eine Mutterschaft deine Sicht auf die
Dinge (in Bezug auf die eigene Mutter) verändert?
Ich nehme sie als Negativbeispiel und stelle mir des Öfteren die Frage, wie
sie auf gewisse Situationen reagiert hätte und hat und mache es dann anders.
Ich will, dass meine Kinder zu jederzeit zu mir kommen können und sich
geliebt fühlen.
Möchtest du es mit deinen Kindern durch deine Geschichte gerade anders
machen?
Auf jeden Fall. Meine Kids sollen später sagen können, dass sie eine tolle
Kindheit hatten und mich zu einer glücklichen Oma machen, die ihre vielen
Enkel oft und gern zu Besuch hat.
Zum Weiterlesen: Interview mit einer "verlassenen" Mutter
Fotoquelle: pixabay
|
Kontakabbruch der Tochter: "Meine Mutter und ich - wir passen
einfach nicht zusammen" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kooperation-mit-axa-warum-vertrauen-so-wichtig-und-loslassen-so-schwer-ist |
Es war ungefähr ein halbes
Jahr, bevor ich zum ersten Mal schwanger wurde. Ich saß mit meiner Freundin,
die bereits eine kleine Tochter hatte auf einem Spielplatz im hippen Berlin
Prenzlauer Berg. Seit meine Freundin Mutter war, waren unsere Mädels-Abende
selten geworden und ich dachte, wir könnten uns nun einen schönen
Quatsch-Nachmittag machen, während das Kind im Sand buddelt.
Ich fing gerade an vom neusten Büro-Klatsch zu erzählen, da sprang meine
Freundin auf und sagte: „Clara, geh da vom Gebüsch weg. Da ist es dreckig.“
Dann setzte sie sich wieder. Ich erzählte weiter. Bis meine Freundin
aufsprang und rief: „Clara, Vorsicht, das Holz ist nass. Nicht, dass Du beim
Balancieren abrutschst.“ Ich war irritiert, setze meine Geschichte aber
fort. „Süße, geh nicht zu nah an die Schaukeln, da sind andere Kinder drauf,
die Dich treffen könnten.“ Ich merkte, dass ich meiner Freundin auch erzählen
könnte, ich sei gerade von einer Nordpol-Expedition zurück gekehrt – sie
hatte eh nur Augen und Ohren für ihr Kind. Die Rutsche war zu nass, das
Klettergerüst zu hoch, die anderen Kinder zu wild. Nach einer Stunde
verabschiedete ich mich und schnaubte wütend an der nächsten Ecke: „So werde
ich nie als Mutter sein.“
Ach ja, ich war die perfekte Mutter – bis ich selbst Kinder bekam.
Denn als meine Tochter dann im selben Alter war wie Clara damals, konnte
ich meine Freundin plötzlich ziemlich gut verstehen. Wir Mütter haben unsere
Antennen nonstop aufgestellt. Wo könnte dem Kind was passieren? Geht es ihm
gut? Ist ihm kalt oder zu warm? Hunger? Durst? Müde?
Und trotzdem ist mir diese Spielplatz-Szene mit Clara niemals aus dem Kopf
gegangen. Ich habe mich von Beginn meiner Mutterschaft gezwungen, meinen
Kindern etwas zuzutrauen. Wenn die Rutsche nass ist, spürt das Kind das recht
schnell selbst. Wenn es beim Klettern an seine Grenzen kommt, wird es mich
rufen. Wenn es Hunger hat, wird es sich melden. Das Gute: Immer, wenn ich versucht
war, in das Übermutter-Schema zu rutschen, rückte mir mein Mann den Kopf
zurecht. Väter sind generell einfach lässiger mit Herausforderungen. Er sagte
oft zu mir: „Sie kann das allein“, wenn ich schon aufspringen wollte, um zu
helfen.
„Ich kann das schon alleine“– ein Satz, den jede Mutter toll findet –
und zugleich erschreckend. Denn es fordert uns persönlich heraus. Wieviel
trauen wir unserem Kind wirklich zu? Ich bin überzeugt, dass ein Großteil der
Eltern folgende Sätze viel häufiger sagen sollte:
1. Du kannst das!
2. Versuch es gleich noch mal!
3. Trau Dich!
Doch bei allem Zutrauen – natürlich müssen wir ständig abwägen, wo wir uns
fahrlässig verhalten. Wann ist das Kind vielleicht übermütig und will zu
schnell zu hoch hinaus? Wann müssen wir die Hand hinhalten? Und wann können
wir tatsächlich mal entspannt auf einer Bank sitzen und einfach nur
zuschauen?
Wie immer ist es wohl das berühmte Bauchgefühl, auf dass es ankommt. Ihr
kennt Euer Kind am besten. Ist es ein kleiner Draufgänger, der mit dem Kopf
durch die Wand will und nur ungern nach Hilfe fragt?
Oder ist es ein schüchternes Pflänzchen, das viel Ermutigung braucht und
Zuspruch?
Ich bin nun seit fast sechs Jahren Mutter und meilenweit davon entfernt,
perfekt zu sein. Aber ich glaube daran, dass Kinder Erfolgserlebnisse
brauchen, um stark und selbstbewusst zu werden. Dass Ermutigung immer der
bessere Weg ist.
Manchmal ist es schwer für uns Mütter auszuhalten, wenn Kinder Dinge
plötzlich alleine können. Denn das heißt ja, dass sie groß werden.
Eigenständig. Und uns vielleicht irgendwann nicht mehr brauchen.
Dann tut es vielleicht gut, eine andere Bezugsperson dazu zuholen – den
Vater, die Patin, die Oma, und diese nach ihrere Einschätzung zu fragen. Oft
ist ein Blick von außen heilsam und rückt unsere Bedenken wieder
zurecht.
„Ich kann das schon alleine“ – ist eigentlich ein wunderbarer Ausspruch
eines Kindes. Weil er zeigt, dass das Kind sich etwas zutraut, dass es ein
Ziel hat und an sich glaubt. Was können wir uns Schöneres wünschen?
PS: Natürlich gibt es auch einen Moment, an dem ich „Ich kann das alleine“,
so gar nicht gerne höre… Und zwar Montagmorgen, wenn wir eigentlich schon
längst unterwegs sein müssten und das Söhnchen darauf besteht, sich in aller
Ruhe die Schuhe alleine anzuziehen 🙂
——–
Diesen Text haben wir im Rahmen einer Kooperation mit der
Kindersicherheitsinitiative von AXA verfasst. Was die Initiative
erreichen will, erklärt jetzt Anja Barghoorn, Sprecherin der AXA
Kindersicherheitsinitiative:
Ihr stellt den Satz „Ich kann das schon alleine!“ in den Mittelpunkt einer
Kampagne. Warum?
Kannst Du zählen, wie häufig Du „Ich kann das schon alleine!“ von
Deinen Kindern gehört hast? Es ist total toll, wenn Kinder ihre
Eigenständigkeit entdecken. Aber im Alltag kann einen das auch ganz schön
fordern, weil man entscheiden muss: Traue ich das meinem Kind zu? Was kann
passieren? Ist das Risiko vertretbar?
Die meisten Eltern sind sich einig, dass es weder gut ist, sein Kind in
Watte zu packen, noch das Gegenteil. Aber wie findet man das richtige Maß? In
Interviews, die wir für unsere Studie, den AXA Kindersicherheitsreport,
geführt haben, hat sich gezeigt, dass das echt ein Thema ist. Manche Eltern
hat es regelrecht verunsichert. Deswegen widmen wir dem jetzt eine Kampagne.
Weil wir uns wünschen, dass Eltern bewusst und selbstbewusst entscheiden. Wer
kennt denn ein Kind schon besser als Mutter oder Vater? Wer seinen Nachwuchs
im Alltag beobachtet, kann in der Regel auch gut einschätzen, was man ihm
zutrauen kann ‒ mit gesundem Elternverstand sozusagen.
Und was macht man mit seinen Ängsten?
Gerade aus dem Sicherheitsgedanken heraus ist es wichtig, dass Kinder
eigene Erfahrungen machen und lernen, auf ihr Bauchgefühl zu hören. Die
Eltern spannen das Sicherheitsnetz, aber das darf nicht so eng sein, dass
Kinder sich darin nicht mehr frei bewegen können. Sie sollten ihre Grenzen
austesten dürfen und dazu gehört auch, sich mal eine Schramme zu holen. Dafür
gibt es Kinderpflaster mit Piraten und Prinzessinnen und die tröstenden Arme
von Mama oder Papa. Es bringt nichts, die eigenen Ängste auf sein Kind zu übertragen.
Manchmal ist es besser, sie mit sich auszumachen und zu lernen, dem eigenen
Kind zu vertrauen.
Ihr beschäftigt Euch täglich mit Kindersicherheitsthemen, Kinderunfällen
und Gefahren. Beeinflusst Euch das?
Ja, klar, aber positiv. Man ist den Gefahren ja nicht einfach ausgeliefert.
Ganz im Gegenteil: ein Großteil der Kinderunfälle ist vermeidbar. Man schätzt
sogar bis zu 60 Prozent. Und es braucht manchmal nicht viel, um Unfälle zu
verhindern. Sensibilisiert zu sein, reicht oft schon aus.
Mit der AXA Kindersicherheitsinitiative wollen wir genau das erreichen:
Eltern für Gefahren im Alltag sensibilisieren, damit sie bewusst entscheiden
können, wie sie ihnen begegnen. Ich weiß zum Beispiel, dass in unserem Garten
ein paar Pflanzen wachsen, die meine Töchter nicht essen sollten, aber sie
sind auch nicht so giftig, dass sie beim ersten Blatt oder bei der ersten
Beere gleich umfallen würden. Das Risiko kann ich vertreten. Unsere
Putzmittel stehen aber in einer verschlossenen Kammer und nicht unter der
Spüle. Denn kindersichere Verschlüsse halten nicht das, was ihr Name
verspricht, und Unfälle mit Reinigungsmitteln können wirklich übel
ausgehen.
Ihr sagt, Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Andererseits soll man ihnen
was zutrauen. Wie passt das zusammen?
Kinder können oft mehr schaffen als man denkt. Und es ist wichtig, dass sie
den Freiraum bekommen, sich auszutesten. Aber trotzdem bleiben sie Kinder und
sie haben nicht dieselben Fähigkeiten wie wir Erwachsene. Erkennen Deine
Kinder zum Beispiel, von wo Du rufst, wenn sie Dich nicht sehen?
Kinder sehen und hören die Welt anders als wir. Hören, aus welcher Richtung
ein Geräusch kommt, ein Hupen aus dem Wust an Geräuschen auf der Straße
herausfiltern oder erkennen, wie schnell sich ein Auto auf sie zubewegt ‒ das
sind Beispiele für Fähigkeiten, die Kinder erst entwickeln müssen. Wenn man
das weiß, versteht man auch, warum sie erst gegen Ende der Grundschulzeit
alleine mit dem Rad auf die Straße sollen. Und genauso haben sie zwar früh
ein Bauchgefühl, aber echte Risikokompetenz entwickeln sie erst später.
Alle Infos zu der Initiative und viele spannende Texte gibt es HIER. Es
lohnt sich!!!
|
Kooperation mit AXA: Warum Vertrauen so wichtig und Loslassen so schwer
ist | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kooperation-schafft-ihr-es-noch-gemeinsam-zu-fruehstuecken-der-groupon-familienguide-gibt-tipps |
Ihr Lieben, als wir neulich
im Zuge unseres Relaunches (bald, bald – sehr bald, wird diese Seite etwas
erwachsener werden, wir sind in den letzten Zügen) fragten, was Ihr Euch
wünschen würdet, da schrieben einige, dass sie gern auch mehr über ältere
Kinder lesen würden.
Deswegen haben wir zugesagt, als Groupon uns fragte, ob wir nicht ihren
Familienzeit-Guide vorstellen können. In dem Guide geht es um Tipps für
Alltag und Freizeit mit Kindern zwischen zehn und 16 Jahren. Und das
ist auch schon die Krux, denn welches Kind hat in diesem Alter noch Lust auf
einen sonntäglichen Spaziergang mit Mama und Papa? Tja.
Der Freundeskreis wird spannender. Das Handy. Man kann es sich denken… Groupon
wollte also wissen, wie Familien mit dieser Herausforderung umgehen und hat
1200 Eltern befragt – dazu, wie sie ihre Zeit einteilen, wie sie sich
organisieren, welche Rituale sie haben. Aus diesen Ergebnissen entstand dann
der Familienguide – entwickelt zusammen mit dem Familienforscher Bernhard
Heinzlmaier.
Die Studie bestätigt: Je älter die Kinder werden, desto knapper, teurer und
schlechter planbar wird die Familienzeit. Weil die Kids sich vom Elternhaus
ablösen wollen oder auch weil die Eltern ihnen in der wenigen gemeinsamen
Zeit gern etwas ganz Besonderes bieten wollen. Was die Studie noch
hervorbrachte? Wir haben einmal einige spannende Erkenntnisse
rausgesucht und persönlich- ehrlich kommentiert:
Je größer der Stress im Alltag, desto größer der Druck, die Familienzeit
optimal zu nutzen. Das sagte mehr als die Hälfte der Befragten.
Könnt Ihr das nachempfinden? Noch sehe ich meine Kinder so oft, dass ich
mich nicht wirklich reinfühlen kann. Aber wenn ich mir anschaue, wie der Papa
am Wochenende drauf ist, der die Kinder in der Woche weniger sieht… Doch, er
hat schon immer Lust, auch etwas zu unternehmen und nicht nur zu Hause
rumzusitzen. Wir waren allein an den letzten Wochenende auf einem Bauernhof
mit Pferden und Kutschfahrt, im Panorama-Park und verreist zu den
Schwiegereltern…
Weniger als ein Drittel der Befragten pflegt feste Rituale für die
Familienzeit. Viele nehmen zum Beispiel das Frühstück nicht gemeinsam
ein.
Tja, also wenn ich ehrlich bin… wir sind relativ wenig ritualisierte
Menschen, das waren wir auch schon vor den Kindern. In der Woche schaffen wir
es tatsächlich oft nicht gemeinsam zu frühstücken. Da isst die Tochter schon,
während ich den Söhnen beim Anziehen helfe. Am Wochenende kommt es aber schon
mal vor, dass wir gemeinsam frühstücken… würden die Kids nicht dauernd
aufstehen und schon mal spielen MÜSSEN 😉
Die Unternehmungen werden mit zunehmendem Alter der Kinder teurer. 69% der
Eltern mit Kindern zwischen 10 und 16 Jahren bestätigten, dass gemeinsame
Unternehmungen mit zunehmendem Alter der Kinder teurer werden und 42% finden,
dass auch das Angebot an Aktivitäten weniger wird.
Nun, ich finde auch den Zoo schon unheimlich teuer, da werden wir mit fünf
Personen locker 80 Euro los. Aber es stimmt schon. Neulich haben wir uns mal
überlegt, in einen Klettergarten zu fahren – und haben es dann gelassen, weil
die Preise astronomisch waren. Vielleicht sollten wir unseren Kindern das
Angeln schmackhaft machen? Wäre günstiger… aber Spaß beiseite. Ich kann mir
schon vorstellen, dass es eher teurer wird.
Eltern fällt es oft schwerer als ihren Kindern, das Smartphone vom
Küchentisch zu verbannen.
Ah, jetzt fühle ich mich ertappt. Ich finde das ja selbst schlimm. Und ich
lege das doofe Ding ab heute immer ins Nebenzimmer. Aber zum Nachtisch einmal
kurz draufschauen… wenn die Kids eh schon aufstehen… das Essen ist als Eltern
ja schließlich oft die erste (oder einzige) Gelegenheit am Tag, mal kurz zu
sitzen…
Zum Schluss: Die Einführung einer digitalen Etikette ist übrigens auch
einer von vielen Tipps von Eltern für Eltern im Groupon Familienzeit-Guide.
Und kostenlos ist er auch. Nur so als Hinweis zum Ende 😉
Wie sieht es bei Euch aus? Wie verbringt Ihr Eure Familienzeit am liebsten?
Und klappt das dann auch?
Transparenzbalken: Für diesen Beitrag haben wir ein Honorar erhalten.
|
Kooperation: Schafft Ihr es noch, gemeinsam zu frühstücken? Der
Groupon-Familienguide gibt Tipps | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kranke-kinder-und-job-wie-macht-ihr-das |
Claudia aus Leizig hat zwei
Kinder – von denen irgendwie in letzter Zeit immer eins krank war. Schlimm
für die Kids, schlimm für Mama – und auch doof für den Chef. Kennt Ihr Ihre
Gedanken und könnt ihr Mut machen?
"Es ist kurz nach 6.00 Uhr und das große Kind (6 Jahre) jault im
Kinderzimmer auf. Völlig verbimmelt springe ich aus dem Bett und eile hin.
Ein Wort kann tatsächlich auslösen, dass ich mich hinsetzen und weinen
möchte. Ohrenschmerzen. Das allein ist zwar für das Kind nicht schön, aber
dem voraus ging bei uns im Juni: eine Woche Bindehautentzündung beim kleinen
Kind (5 Jahre), danach eine Woche Magen-Darm-Infekt beim großen Kind, zwei
Wochen Virus-Infekt bei der Mama, plötzliches Fieber und Schüttelfrost beim
Papa und dann diese OHRENSCHMERZEN.
Ich gebe zu, mein erster Gedanke war nicht, mein armes Kind, sondern, wie
bringe ich meinem Chef bloß bei, dass ich schon wieder nicht anwesend sein
werde und mit diesem traurigen, betreuungsintensiven Kind auch kein Home
Office drin ist. Der pure Stress bricht da aus.
Ich arbeite schon Teilzeit, um sowohl für Familie als auch eigene Projekte
genug Zeit zu haben, aber wenn man es selbst für 10 Stunden in der Woche nicht
schafft, zuverlässig verfügbar zu sein, ist das mehr als ernüchternd. Ich
frage mich immer häufiger, ob ich nicht lieber „nur“ Hausfrau sein sollte, um
mich nicht so zerteilen zu müssen. Um diesem permanenten schlechten Gewissen
ausweichen zu können. Die Arbeit daheim ist ja nicht weniger, jede Frau weiß
das. Vielleicht ist nur die Zerrissenheit kleiner.
Mein Mann hilft, wo er kann. Aber in seinem Job sind die Arbeitszeiten eher
kundenfreundlich, als familienfreundlich.
Wie machen andere Mütter das? Also nicht nur ganz praktisch gesehen,
sondern gewissensmäßig? Seid Ihr da entspannter? "
|
Kranke Kinder und Job - wie macht Ihr das? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/krankheit-versetzung-geburt-alles-zu-viel-mein-mama-akku-ist-grad-einfach-leer |
Ihr Lieben, ihr kennt das, in
manchen Zeiten ist einfach der Wurm drin. Für Sabrina liegt gerade ein
solches Jahr hinter ihr. Sie fühlt sich so müde. Gerade als sie denkt, dass
nun alles normaler und entspannter werden könnte, steht schon wieder eine
Versetzung ihres Mannes an. Diese Unstetigkeit während man fürs Kind stetig
da sein muss… das kann auf Dauer schon schlauchen. Gerade, wenn man eh schon
so viel duch hat, wie unsere Leserin…
Liebe Sabrina, dein Mann ist Soldat – was genau bedeutet das für euer
Familienleben generell?
Als wir uns kennenlernten, warnte er mich. Er ist Marine-Soldat. Er fährt
zur See, mit großer Leidenschaft. Es ist keine Planung möglich. Er ist nie
da. Wollte sein Haus nicht für einen Umzug aufgeben.
Ich fand das perfekt. Ich war gern allein, aber genauso gern auch in der
Weltgeschichte unterwegs. Doch immer loyal und treu. Für mich war das die
perfekte Konstellation einer Beziehung. Anfangs bedeutete es: Keinen
Nachwuchs. Und dann war ich doch unerwartet schwanger. Die Freude war
riesig.
Für uns stand schnell fest, wir werden eine kleine Familie – Papa, Mama,
Kind. Spontane romantische Hochzeit zu zweit vor der nächsten Seefahrt, die
erst kurz vor der Geburt enden sollte. Aber generell sollte die Seefahrt noch
einige Jahre andauern und erst später sollte ein Posten an Land angestrebt
werden.
Und was bedeutet sein Job jetzt aktuell grad ganz konkret für euch?
Wir zwei Mädels sind von Sonntagabend bis Freitagnachmittag mit unseren
Hunden in unserem Zuhause auf dem Land, während mein Mann 500 km entfernt in
einer Großstadt arbeitet und eine kleine Wohnung hat. Planungssicherheit in
den kommenden Jahren? Nein. Die gibt es nicht.
Wir wissen aktuell nur, welches Bundesland es wohl in gut zwei Jahren
werden wird. Wir könnten hier alles aufgeben und mitziehen, aber wie oft? Wie
oft soll unsere Tochter die Schule wechseln? Wir hatten gehofft, dass wir
diesen Schritt zum Wechsel an die weiterführende Schule machen können, aber
wohin? Welcher Stützpunkt wird es werden? Und wie lange?
Ihr führt also – mal wieder – eine Fernbeziehung jetzt? Wie fühlst du dich
damit, wenn du an die nächsten drei Jahre denkst?
Wenn man nur die Beziehung zwischen meinem Mann und mir betrachtet,
empfinde ich die Fernbeziehung eher als Gewinn. Für mich fühlt es sich ein
bisschen wie unser Anfang an. Damals konnten wir, wenn er zur See fuhr, nur
alle drei Wochen miteinander telefonieren, täglich eine Mail versenden, wenn
überhaupt.
Jetzt sitzen wir an den Wochenenden lange zusammen, besprechen Dinge,
tauschen Banalitäten der Woche aus, schmieden Pläne. Wir telefonieren nicht
täglich, schicken uns aber jeden Morgen und Abend einen Kussmund zu. Gibt es
wichtige Dinge zu besprechen, die nicht bis zum Wochenende warten können,
nehmen wir uns die Zeit am Telefon.
Unsere Tochter ruft ihren Papa an, wenn sie es möchte. Ich fordere sie
nicht auf. Manchmal plaudern die beiden Ewigkeiten, an anderen Tagen werfen
sie sich nur Doppelküsse durchs Telefon und an manchmal möchte sie lieber
lesen statt zu telefonieren.
Neben der alleinigen Alltags-Organisation – fehlt dir auch die
Körperlichkeit, das Nahsein?
Wenn mein Mann früher von Seefahrten nach Hause kam, wurden sämtliche
körperliche Verzichte der vergangenen Wochen oder Monate sofort nachgeholt.
Heute ist das anders. Da brauche ich am Freitagnachmittag erstmal eine ganz
lange Umarmung, einen Kuss auf die Stirn. Ich denke, da unterscheiden wir uns
kaum von anderen Paaren, die viele Jahre zusammen sind und im Hintergrund
Kinder haben.
Dein Mann erkrankte dann im Jahr der Geburt recht schlimm… was war los und
wie ging es dir damit?
Ja, wir haben 2010 als miesestes Jahr unseres Lebens auserkoren. Ich war
zuvor von der Großstadt zu ihm in die Provinz gezogen. Habe meinen guten
Konzernjob gegen eine Minifirma getauscht.
Im Spätsommer legte sein Schiff ab. Kurz zuvor erfuhren wir, dass wir
Mädchen-Eltern werden. Zwei Wochen vor dem Geburtstermin sollte es wieder
einlaufen. Ich hatte nie Angst, dass das schief gehen würde. Im
Gegenteil.
Wochenlang überlegt ich, was ich wohl anziehen könnte, damit der Babybauch
gut zur Geltung kommen würde. Überlegte, wie ich ihm per Mail meine Gefühle
zu diesem kleinen Mädchen in meinem Bauch erklären kann.
Seine Mails wurden irgendwann kurz angebunden. Er erzählte von
Bauchschmerzen, Sättigkeitsgefühl, Übelkeit. Klar gab es ein Arzt an Bord.
Und dann kam der Anruf aus dem Ausland…
„Dein Mann ist im Krankenhaus. Er wurde sediert und abtransportiert. Man
weiß noch nichts.“ Absolute Ohnmacht. Da dachte ich, ich halte es nicht aus.
Aber das war noch nichts gegen das, was noch auf uns wartete.
Zwei Tage später wurde er nach Deutschland eingeflogen. Nachts. Die
Untersuchungen ergaben einen Blinddarmdurchbruch. Aber nicht frisch. Nein. Es
war Tage her. Not-Operationen. Aufatmen. Die nächste Not-OP. Aufatmen. Wieder
eine Not-Operation. Aufatmen… Und so ging es weiter.
Er wurde ins Koma versetzt und ich saß da. Im 8. Monat schwanger. Hilflos
und voller Angst, was das Leben da gerade mit mir macht. Viele Wochen bangte
ich um sein Leben. Habe im Schwesternwohnheim des Krankenhauses übernachtet,
da ich mir die Zugfahrten raus aufs Land nicht mehr zutraute und Angst hatte,
nicht rechtszeitig bei ihm sein zu können, wenn es notwendig war.
Meine Schwangerschaft rückte nach hinten. Alles drehte sich um Infusionen,
Därme, Vormundschaften, Lungenembolie, künstliche Möglichkeiten seinen Körper
zu stabilisieren. Er war nur noch ein Bündel Elend. Körperlich, seelisch. Und
mir ging es nicht besser.
Um die Zeit des Geburtstermines ging es ihm erstaunlich gut. Zumindest für
seine Verhältnisse. Er hatte 50 kg in kurzer Zeit verloren (er ist fast 2m
groß, kam mit 120kg in die Klinik, drei Monate später hatte er nur noch 73kg)
konnte sich nicht aufrecht halten, hatte einen künstlichen Darmausgang, aber
er war anwesend.
Zwei Tage nach Stichtag ließ ich die Geburt einleiten. Ich wünschte mir so
sehr, dass er die Geburt miterlebte. Ich wollte, dass er für das, was er da
sah, weiter kämpfte. Unsere Tochter wurde geboren.
Notkaiserschnitt. Warum auch immer. Ich kann mich nicht erinnern. Ich kann
mich an fast gar nichts erinnern. Nur an die dünnen, blassen Hände meines
Mannes. Die Wochen nach der Geburt? Keine Ahnung. Ich weiß fast nichts
mehr.
Sie war perfekt. So unglaublich perfekt. Doch sie weinte. Immerzu. Ich
legte sie schlafend in die Arme meines Mannes. Er konnte sie immer nur kurz
halten. Ständig wurde sie weggelegt. Mein Mann brauchte ja Hilfe.
So ging es über Wochen, Monate. Ein kaputter Mann, ein ständig weinendes
Baby. Ich konnte nicht schlafen. Ich konnte nicht stillen. Da war nichts. Die
Hebamme meinte, das ist nicht schlimm. Doch, das war schlimm!
Dieses kleine Wesen hatte doch schon keine normale Geburt, keine 100 %-ige
Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Keinen starken Papa. Eine schwache Mama. Lief
ich mit ihr durch unser Haus, um sie in den Schlaf zu wiegen, liefen mir die
Tränen stumm im Gesicht herunter. Vor Liebe, vor Kummer, vor
Selbstmitleid.
Dann kam der Nachmittag, an dem er sagte, dass er so nicht leben will. Mit
diesem künstlichen Ausgang, mit dieser Schwäche. Ich habe meinen Mann
einweisen lassen. Wieder eine Operation. Doch dieses Mal mit dem Wissen, dass
es schief gehen kann. Ja, ich habe das Leben meines Mannes riskiert. Aber für
sein Leben. Es ging gut. Warum auch nicht?
Wir waren doch eigentlich frisch verheiratet, verliebt, plötzlich Eltern.
Nach einem guten Jahr Krankenhaus, Reha, Geburt, Medikamente, Zusammenbrüche
und so vielen Menschen, die für uns da waren, ging es bergauf.
Was für ein Auf und Ab. Du warst damals auch noch frisch von der Großstadt
in die Provinz gezogen – und hast es bis heute schwer damit, stimmt´s? Was
genau macht das Leben dort schwer und was vermisst du aus der Stadt?
Bist du nicht im Schützenverein, hast du verloren. Und ich bin nicht im
Schützenverein. Auch nicht bei der freiwilligen Feuerwehr. Somit wirst du
nicht integriert. Du bist immer die Zugezogene.
Die Zugezogene, die manchmal zu offen ihre Meinung vertritt, deren Mann ja
nur am Wochenende da ist, die bestimmt eine Affäre hat. Ja, ich vermisse die
Anonymität der Stadt oder die Möglichkeit, eine Schule für unsere Tochter
wählen zu können.
Nun hast du im Januar einen tollen neuen Job gefunden, in dem du sich sehr
engagierst. Jetzt bricht dir eine weitere Versetzung deines Mannes grad das
Rückgrat…
Genau, im Januar habe ich in einen neuen Job gewechselt. Abwerbung in ein
Start Up. Ich arbeite sehr gern. 30 Stunden die Woche. Eine 8-Jährige und
zwei Hunde bilden das Nachmittagsprogramm. Die Versetzung meines Mannes kam
zu April. 500 km Entfernung für drei Jahre. Ich schaff das schon. Klar. Ich
schaffe sonst auch alles.
Du hattest gedacht, du schaffst das schon. Jetzt hat sich die Realität
eingeholt. Wie genau geht es dir jetzt gerade?
Leider muss ich mir momentan eingestehen: Ich schaffe gerade gar nichts.
Mich überfordert das, was neben dem Alltag kommt. Ein Kieferorthopäde, der
mir vormittags einen Termin für ein Schulkind anbietet. 72km Fahrerei
zwischen Wohnort, Arzt, Wohnort, Arbeit, Wohnort. Ja, keinen Urlaubstag
nehmen.
Was ist, wenn man den für einen Notfall braucht, denn jetzt muss ich den
Notfall alleine regeln. 500 km sind zu viel für den Notfall.
Ein Handballspiel der 8-Jährigen am Sonntagmorgen und dann darf sie nicht
mal aufs Feld. Ein Tierarzt, der plötzlich keine Kleintiere mehr behandelt.
WhatsApp-Gruppen, in denen permanent Unnützes geäußert wird.
Lehrkräfte einer Grundschule, die nicht kommunizieren wollen oder können
und so eingefahren sind. Die Blicke der Dorfprominenz beim Einkauf.
Entscheiden, welche Tapete gekauft werden soll oder was die Familie sich
Weihnachten auf den Tellern wünscht. Plötzlich stehe ich da und weine…
Wie geht es deinem Mann damit?
Mein Mann konnte es anfangs nicht deuten. Er fühlte sich wohl hilflos.
Seine Frau, ich, funktionierte einfach nicht mehr. Ich bin müde vom Alltag.
Nein, irgendwie auch nicht. Müde vom Alltag, den ich irgendwie alleine wuppen
muss.
Kann mich kaum entscheiden, ob ich nur Sofa und Kuscheldecke möchte oder
ein Treffen mit meinen Mädels aus der großen Stadt. Auszeit. Kurz mal Urlaub
von den Verpflichtungen, von den WhatsApp Gruppen, von den Blicken, von der
Dorfschule, vom Job.
Nur noch ein paar Tage durchhalten. Dann ist 2020.
Was wünschst du dir fürs nächste Jahr?
Es wird eine Auszeit kommen. Das weiß ich. Das hoffe ich.
Foto: pixabay
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Krankheit, Versetzung, Geburt: Alles zu viel! Mein Mama-Akku ist grad
einfach leer | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kuckuckskind-mein-leiblicher-vater-weiss-nichts-von-mir |
Liebe Karo, es gibt eine Geschichte zu deinem Lebensbeginn, die unser
Mutterherz zusammenziehen lässt, denn dir wurde irgendwann erzählt, deine
Mutter habe nach deiner Geburt vier Stunden lang geweint, weil du angeblich
„das hässlichste Baby“ bist. Wer hat dir das erzählt, wie hast du darauf
reagiert?
Tja, so genau weiß ich das nicht mehr, wer mir das gesagt hat. Das ist zu
lange her. An was ich mich aber erinnern kann, ist das Gefühl, das ich nach
diesem Ausspruch hatte. Ich war wie betäubt. Kein Kind will als hässlich
gelten und die eigene Mutter zum Weinen bringen….
Kannst du dir erklären, was da bei einer Mutter los gewesen sein
könnte?
Mittlerweile bin ich 38 und selbst Mutter von zwei Kindern. Bei jeder
Geburt sahen meine Kinder aus wie mein Mann, deswegen weiß ich, warum sie
geweint hat…
Wie meinst du das?
Ich war ein Kuckuckskind – und weiß bis heute nicht genau, wer mein Vater
ist. Ich glaube also, dass sie bei meinem Anblick an meinen Erzeuger denken
musste…
Meine Mutter hatte nie ein glückliches Händchen, wenn es um Männer ging.
Sie erzählte mir mal, dass sie selbst bei 50:50-Entscheidungen stets die
falsche Wahl treffen würde.
Ich wuchs bei meiner Mutter und meinem Stiefvater auf. Mein Stiefvater kann
charmant sein, wenn er möchte. Aber er hatte auch ein Alkoholproblem und war
gewalttätig. Ich vermute, dass meine Mama Angst hatte, dass er merkt, dass
ich nicht sein Kind bin. Die Angst war unbegründet, denn er hält bis heute
daran fest, dass ich seine Tochter bin.
Seit wann bist du denn sicher, dass du ein Kuckuckskind bist – dass dein
vermeintlicher Vater gar nicht dein Erzeuger ist?
Das Ganze ist rausgekommen, als ich 20 war und das erste Mal Blut gespendet
habe. Meine Mutter hatte B und mein Stiefvater 0. Ich habe AB. Geahnt hatte
ich aber schon länger etwas, weil ich meinen Impfausweis gefunden hatte und
dort noch der Familienname des Exmannes meiner Mutter stand. Ich wusste
relativ früh, dass mein Stiefvater mich wohl adoptiert hat.
Als ich meinen Verdacht äußerte, wurde mir erklärt, dass dies damals so war
bzw. dem Ganzen ein Übersetzungsfehler vorausging. Meine Mutter war kurz vor
dem Kalten Krieg als Parteilose aus dem kommunistischen Polen geflohen.
Wie hast du reagiert, als du dann Gewissheit hattest?
Die Gewissheit war eine Erleichterung, dass ich mir das alles nicht
eingebildet hatte. Ich war ganz ruhig und habe meine Mutter alles erzählen
lassen. Endlich hatte ich für Vieles eine Erklärung. Meine beiden Schwestern
sind beide dunkel mit braunen Augen, meine Mama auch. Meine Nichten, mein
Großvater – alle hatten dunkle Augen. Mein Stiefvater hat graue und meine
sind blau.
Als Kind hab ich mich oft gefragt, ob ich vertauscht worden bin. Die
Erklärung mit einem anderen biologischen Erzeuger war einleuchtender und
erklärte auch die Tränen-Geschichte bei der Geburt.
Hat deine Mutter dir gesagt, wer dein Erzeuger ist?
Ich denke, ich habe leider damals die falschen Fragen gestellt. Ich wollte
wissen, wie er war und nicht, wer er ist. Ich kenne bis heute nur seinen
Vornamen, seinen Beruf, wo er ungefähr gearbeitet hat, dass er einen Sohn
hat, aber leider nicht, wie er mit Nachnamen heißt.
Nach dem Tod meiner Mutter war ich bei ihrer besten Freundin, aber sie
hatte meiner Mutter geschworen, es nicht zu verraten. Ich habe jahrelang nach
ihm gesucht, mittlerweile lasse ich es. Er weiß nichts von mir und ich will
sein Leben auch nicht durcheinanderbringen.
Konnten dir deine Schwestern bei der Suche helfen?
Meine jüngere Schwester weiß gar nichts. Meine ältere Schwester hat
Erinnerungen an einen Mann, der mein Vater sein könnte. Sie sagt, wenn ich
lache, sehe ich aus wie er. Sie hat mir alles erzählt, woran sie sich
erinnern kann und hat mir auch beim Suchen geholfen, aber an seinen Nachnamen
kann sie sich nicht erinnern.
Mittlerweile habe ich den Personenkreis ziemlich eingrenzen können und bin
mir fast sicher, dass er es ist. Aber wie gesagt, ich will ihn gar nicht mehr
kontaktieren. Ich bin auch ein verdammter Angsthase und habe Sorge, dass er
nichts von mir wissen will.
Woher kommt diese Angst?
Ich habe einfach Angst, zurückgewiesen zu werden. Ich rede mir ein, dass
ich stark genug wäre, damit umzugehen. Aber ich zweifle sehr oft daran.
Was denkst du heute über deine Mutter?
Sie war eine gute Frau, sie hat sich in den 70er Jahren scheiden lassen,
das war absolut nicht üblich damals und erforderte viel Mut. Allerdings kann
ich nicht verstehen, warum sie meinen Stiefvater nicht verlassen hat. Er war
nie ein guter Vater, auch nicht zu seinen leiblichen Töchtern. Ich glaube,
meine Mutter hatte es allen in allem nicht leicht…
Und was hast du dir im Umgang mit deinen Kindern am meisten
vorgenommen?
Meine Kinder sollten den besten Vater der Welt haben, jemanden, der für sie
immer da ist und auch ihr bester Freund ist. Mit ihnen spielt und ihnen
zuhört. Das habe ich geschafft. Wir sind immer füreinander da. Unsere beiden
Kinder stehen immer an erster Stelle für uns beide, das war mir immer sehr
wichtig.
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Kuckuckskind: „Mein leiblicher Vater weiß nichts von mir...“ | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/kurz-nach-der-hochzeit-hatte-mein-mann-eine-affaere-wie-wir-unsere-ehe-gerettet-haben |
Ihr Lieben, vor ein paar Tagen haben wir über unsere Facebook-Seite
gefragt, wer durch eine Paartherapie einen echten Neustart geschafft hat und
uns davon erzählen würde. Wir haben soooo viele Mails erhalten, einige
Geschichten werden wir Euch hier nach und nach erzählen. Den Anfang macht
Anna – vielen Dank für dein Vertrauen und den Mut, Euren Weg mit uns zu
teilen!
Liebe Anna, Du hast im Jahr 2016 deinen Mann geheiratet und hattest bereits
ein Kind mit ihm. Wie würdest du zu diesem Zeitpunkt eure Beziehung
beschreiben?
Genau, wir haben 2016 standesamtlich geheiratet, damals war unser Sohn
gerade sieben Wochen alt. Im Jahr darauf folgte dann die kirchliche Hochzeit
mit großer Feier. Die Hochzeit war toll und ich war sehr glücklich, auch wenn
das härteste Jahr unseres Lebens hinter uns lag – unser Sohn war das, was man
als „Schreikind“ bezeichnet und hat insbesondere mich an die Grenzen meiner
Belastbarkeit und darüber hinaus gebracht.
Zeitgleich sind wir von einem Bundesland in ein anderes umgezogen, haben
ein Haus saniert und derweil sechs Monate aus zehn Umzugskartons in einer
Ferienwohnung gewohnt, bis das Haus fertig war. Parallel habe ich noch
versucht mich selbstständig zu machen…
Wir waren zum Zeitpunkt unserer Hochzeit bereits seit mehr als zehn Jahren
zusammen, hatten Höhen und Tiefen gemeinsam erlebt und gemeistert, aber ich
würde sagen, bis dahin nichts außergewöhnliches. Und mein Mann war in diesem
ersten Jahr mit Kind und auch davor immer mein Anker, der sprichwörtliche
Fels in der Brandung – ich hab immer gedacht: Solange er an meiner Seite ist,
kann mir nichts passieren.
Dann ging es zur gemeinsamen Elternzeit ins Ausland. Da hast du
herausgefunden, dass dein Mann eine Affäre hat. Wie hast du es
rausgefunden?
Die Hochzeit war im Frühling 2017, im November 2018 gingen wir für vier
Wochen nach Neuseeland, gemeinsame Elternzeit „genießen“, im April 2018 war
unser zweiter Sohn geboren. Noch auf dem Hinflug habe ich mir Gedanken
darüber gemacht, dass die Zärtlichkeiten zwischen uns merklich abgenommen
hatten und hatte das auch im Vorfeld schon ein paar Mal angesprochen, er hat
es aber immer abgeblockt bzw. verleugnet.
Vor Ort wurde es dann immer merkwürdiger und ich hatte das Gefühl, er geht
mir regelrecht aus dem Weg. Zwei Tage nach unserer Ankunft ließ mir das keine
Ruhe mehr, nachts um 2 weckte ich ihn und bat ihn, mit mir aufzustehen. Die
Kinder schliefen im Elternbett und wir gingen in das Kinderzimmer der
Ferienwohnung, wo ich ihn mit meinen Beobachtungen konfrontierte. Ich fragte
ihn, ob er mich noch lieben würde und er sagte, er wisse es nicht.
Erst auf eine weitere Nachfrage hin gestand er mir die Affäre. Seitdem weiß
ich, was es mit diesem Sprichwort auf sich hat: Den Boden unter den Füßen
verlieren. Ich fühlte mich tatsächlich wie im freien Fall, nahm kaum noch
wahr, was er sagte -nämlich, dass er mich auf keinen Fall verlassen wolle, er
hätte die andere Frau schon seit einem halben Jahr nicht mehr getroffen usw.
Im Nachhinein kann ich ganz klar sagen, er wollte, dass ich es herausfinde,
war zu feige, es von sich aus zu sagen.
Die Affäre begann kurz nach Eurer Hochzeit und dauerte über die Schwangerschaft
und Geburt Deines zweiten Kindes an, war das dann besonders schmerzhaft für
Dich?
Ja, das herauszufinden, war hart. Tatsächlich lernte er die Frau wenige
Monate nach unserer Hochzeit kennen und für mich waren damit viele
Erinnerungen vergiftet – auch die Geburt unseres zweiten Kindes. Immer wieder
habe ich mich gefragt, in welchen für mich wichtigen Situationen er wohl mit
den Gedanken bei seiner Affäre war. Das ist letztendlich aber nur Folter und
ändert für niemanden etwas.
Fast noch schmerzhafter als die Affäre war für mich aber die Erkenntnis,
dass er sich seiner Liebe zu mir nicht mehr sicher war. Mir war klar, dass
wir eine Zeit hinter uns hatten, die für uns als Paar nicht gerade wohltuend
war, aber mit sowas hatte ich in keinster Weise gerechnet.
Hast du an Trennung gedacht oder war euch schnell klar, dass ihr kämpfen
wollt?
Ich hab natürlich über Trennung nachgedacht, während er ja immer
wiederholte, er wolle sich auf keinen Fall trennen. Aber ich wollte auch
nicht die bemitleidenswerte Mutti sein, die nur wegen der Kinder nicht
verlassen wird. Meine innere Stimme Pro-Trennung war also nur mein Stolz und
vielleicht ein bisschen ein Gefühl von „man muss sich trennen, wenn einer
eine Affäre hat“.
Dagegen sprach, dass sich an meiner Liebe zu ihm ja nichts geändert hatte
und ich natürlich mir selbst aber vor allem auch den Kindern dieses Drama
ersparen wollte. Ich war deshalb relativ schnell bereit, uns noch eine Chance
zu geben.
Nach der Rückkehr habt Ihr eine Paartherapie gemacht. War das deine
Voraussetzung, dass es nochmal was wird? Und gab es noch andere
Voraussetzungen?
Genau, noch in dieser ersten Nacht habe ich angefangen, Paartherapeuten zu
suchen und hab ihn auch gar nicht danach gefragt, was er davon hält. Zum
Glück hat er das auch nie in Frage gestellt. Mir war klar, wenn das nicht
nochmal passieren soll, muss sich etwas ändern und das werden wir alleine nur
sehr schwer oder vielleicht auch gar nicht schaffen. Deshalb wollte ich die
Therapie auch direkt nach unserer Rückkehr.
Eine weitere Voraussetzung – wenn man es so nennen kann – war für mich,
dass er mir (zu gegebener Zeit) ehrlich sagt, ob er die Liebe zu mir wieder
„gefunden“ hat oder nicht.
Welche Gründe hat dein Mann für die Affäre angegeben?
Wie schon beschrieben hatten wir eine sehr stressige Zeit hinter uns, in
der in erster Linie unsere Beziehung als Paar auf der Strecke blieb. Er
fühlte sich von mir nicht verstanden und zum Teil auch bevormundet, aber der
Hauptgrund war wohl einfach die Gelegenheit. Wären wir zu dem Zeitpunkt in
einer entspannteren Phase als Paar gewesen, hätte er die Gelegenheit einfach
nicht erkannt oder verstreichen lassen, aber so war er empfänglich und was
als harmloser Flirt begann, war plötzlich eine Affäre.
Was habt Ihr in der Therapie gelernt?
Wir haben gelernt besser zu kommunizieren – den anderen oder das, was er
sagt, nicht sofort zu deuten, sondern erstmal anzunehmen und versuchen zu
verstehen. Also vermutlich das, was man in den meisten Therapien lernt.
Gab es besonders schmerzhafte Momente in der Therapie?
Ich habe mich bewusst für eine Form der Paartherapie entschieden, die sich
sehr wenig mit Vergangenem beschäftigt, sondern vor allem in die Zukunft
blickt. Das Ziel war, uns Handwerkszeug in Form von Kommunikationsmodellen an
die Hand zu geben, die uns helfen, künftige Konflikte als solche zu erkennen,
auszutragen und zu lösen.
Natürlich kamen wir trotzdem nicht an einer „Bestandsaufnahme“ vorbei, aber
die fiel eher kurz aus. Was mich dennoch getroffen hat: Mein Mann hat als
Grund für seine Unzufriedenheit u.a. angegeben, dass er mich nur noch in der
Mutterrolle gesehen hat und nicht mehr als (Ehe)Frau. Das fand ich sehr hart,
denn das war genau, was ich nicht wollte und wo ich immer versucht habe
gegenzusteuern.
Aber unser erstes Kind war so fordernd, dass es für mich kaum Gelegenheiten
gab, die Mutterrolle abzulegen, auch wenn ich mich sehr danach gesehnt
habe.
Was hast du über dich selbst dort gelernt?
Dass ich mich am Ende des Tages doch nur auf mich selbst verlassen kann.
Ich hab früher oft nicht verstehen können, wenn jemand gesagt hat „ich habe
nichts geahnt“. Hätte mich vor drei Jahren jemand gefragt, ob ich mal die
betrogene Ehefrau sein würde, ich hätte meinen Arm darauf verwettet, dass das
nicht passiert. Das hat mein Urvertrauen erschüttert und mich auch sehr an
mir zweifeln lassen.
Wann war der Punkt, an dem du dachtest: Jetzt packen wir einen
Neustart!
Die ersten Tage und Wochen waren natürlich hart – uns kam zu Gute, dass wir
allein als Familie im Ausland waren und uns erstmal nur mit uns beschäftigen
konnten. Deshalb wussten auch nur sehr wenige Menschen, was passiert ist. Auch
als wir wieder in Deutschland waren, gab es viele Situationen, die das
Gedankenkarussell angeschmissen haben. Immer wieder hat mich eine tiefe
Traurigkeit gepackt und später auch Wut.
Aber insgesamt wurden diese Phasen weniger und kürzer und inzwischen – 1,5
Jahre nach besagter Elternzeit – führen wir eine erfüllte und glückliche
Beziehung, das kann ich ganz klar so sagen. Es gab also nicht den einen,
eindeutigen Wendepunkt, sondern es war ein langer und steiniger Weg.
Was habt ihr konkret verändert und wie geht es euch heute?
Zunächst mal haben wir unfassbar viel gesprochen. Es ist nicht so, als
hätten wir uns vorher angeschwiegen, aber nachdem die Affäre auf dem Tisch
war, haben wir plötzlich über ganz andere Dinge gesprochen und in der
Paartherapie dann auch gelernt, wie das ohne Vorwürfe und möglichst wertfrei
gelingen kann.Dann haben wir angefangen uns zu schreiben – das ging von mir
aus, weil ich anfangs häufig das Gefühl hatte, mein Mann geht schon wieder
zur Tagesordnung über, während ich noch gegen das Ertrinken kämpfe. Also habe
ich ihm das alles aufgeschrieben, weil es mir einfach zu viel war für ein
Gespräch.
Außerdem haben wir uns feste Zeiten vorgenommen, in denen wir uns nur mit
uns beschäftigen. Dazu gehört eine Date-Night auswärts pro Monat (mein Mann
ist beruflich sehr viel unterwegs, deshalb stellt uns monatlich z.T. schon
vor Herausforderungen). Dazu gehört aber auch, dass wir uns jeden Tag die
Zeit nehmen wollen, den anderen zu fragen, wie es ihm wirklich geht. Solche
und andere Dinge, die nach Banalitäten klingen, für uns aber notwendig waren,
damit wir nicht wieder im alten Trott landen und nur damit beschäftigt sind,
das Leben rund um Kinder, Jobs, Haus und andere Hobbies oder Verpflichtungen
zu organisieren.
|
Kurz nach der Hochzeit hatte mein Mann eine Affäre - wie wir unsere Ehe
gerettet haben | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lasst-uns-ueber-geld-reden-wie-koennen-wir-frauen-uns-bloss-gut-absichern-fuer-spaeter |
Ihr Lieben, ich weiß nicht, wie das
in euren Familien so war und ist, aber soweit ich das überblicken kann, reden
wir hierzulande nicht wirklich über Geld. Fast so, als wäre es das letzte
Tabu. Warum eigentlich?
Wir wissen doch nur zu gut, wie schwierig das mal für uns – besonders für
uns als Frauen und Mütter, die kurz- oder langfristig aus dem Job ausscheiden
oder die Erwerbsarbeitszeit reduzieren – werden kann.
Der Begriff Altersarmut mag uns jetzt noch fremd vorkommen, aber was, wenn
wir unser Leben lang alles gegeben haben und dann am Ende mit leeren Händen
dastehen?
Über Geld reden! Wie war das damals bei uns in der Familie?
Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke, wurde über Geld nicht viel
geredet. Ich habe nie gewusst, was meine Eltern verdienen, ich weiß das bis
heute nicht. Es hat mich auch nie wirklich interessiert. Und auch von
Freunden und deren Eltern wusste ich das nicht. Es war einfach kein
Thema.
Zeichnung: Stephan Andreae
Was ich mitbekommen habe, war, dass weder mein Vater noch meine Mutter
jemals ungern zur Arbeit gingen. Nie hab ich sie mal stöhnen gehört, sie
machten gern, was sie taten. Sie waren mir da ein wirklich tolles Vorbild,
denn ich wusste: Ich möchte auch mal einen Job, der mich erfüllt und mit dem
ich ohne großes Stöhnen auch ein Leben mit Kindern finanziert bekomme – wie
meine Eltern eben.
Sorg für dich selbst! Der beste Tipp, den meine Mutter mir geben
konnte
Meine Eltern waren keine Menschen, die mir permanent Tipps gaben, eher
lebten sie mir einfach etwas vor, von dem ich viel für mich und mein Leben
mitnehmen konnte. Trotzdem gibt es da diesen einen Satz, den meine Mutter
vermutlich nicht einmal mehr erinnert, der mich aber bis heute prägt – und
den ich auch meiner Tochter mit auf den Weg gegeben habe.
„Mach dich nicht abhängig. Leg dir immer ein bisschen Weglauf-Geld zur
Seite, von dem nur du weißt.“
Weglauf-Geld! Ist das nicht ein schönes Wort?! Ob man mit dem Ersparten
später doch den Familienurlaub bezahlt oder einen längeren
Krankenhausaufenthalt kompensiert ist am Ende ja egal. Aber es macht frei, zu
wissen, dass da immer ein bisschen Geld auf der hohen Kante liegt, mit dem
man sich selbst oder seine Liebsten im Zweifel retten kann.
Die Mütter-Falle: Wie wir uns absichern können, wenn wir weniger
verdienen
Nun begeben sich viele von uns als Mütter natürlich doch übergangsweise
auch mal in Abhängigkeiten. Das lässt sich ja oft gar nicht vermeiden.
Trotzdem kann man natürlich so vorsorgen, dass es nicht nur bei der
Haushaltsführung oder der Kinderbetreuung gleichberechtigt zugeht – sondern
auch finanziell!
Im Schnitt verdienen Frauen nun einmal weniger als Männer. Das ist Fakt!
Und sie gehen öfter und länger in Eltern- oder Teilzeit. Dadurch entstehen
Lohnunterschiede, es gibt Lücken im Lebenslauf (also nicht im Sinne von
Freizeitvergnügen, sondern im Sinne von bezahlter Arbeit) und so sammeln wir
Frauen also weniger Rentenpunkte und stehen im Alter einfach nicht gut
da.
Laut OECD (2019) liegt die Rente bei heutigen über 65-jährigen 46 Prozent
niedriger als bei gleichaltrigen Männern. Das ist ECHT viel!
Drohende Altersarmut: Wie wir mit Union Investment dagegen steuern
können
Und wenn ihr euch jetzt fragt, wann ihr euch zwischen Kinderhusten, Job und
Haushalt im Vereinbarkeitskarussell nun auch noch Gedanken zu Anlage-Sparen,
Fonds und Rentenmodellen machen sollt, dann können wir euch beruhigen.
Denn wir haben einfach mal im Sinne von uns ALLEN mal Expertin Kerstin
Knoefel, Leiterin Vertriebs- & Vermarktungsmanagement von Union
Investment gefragt, was wir – die wir im Alltag alles geben, damit es allen
gutgeht – tun können, um für UNS und UNSER Alter vorzusorgen.
Eine Umfrage von Union Investment in privaten Haushalten ergab, dass trotz
der schlechten Zinsen immer noch viele Frauen am klassischen Sparbuch
festhalten. Welche guten Alternativen haben wir da?
Kerstin Knoefel: Tatsächlich ist es so, dass sich beinahe zwei Drittel der
Frauen (63 Prozent) zwar über das gegenwärtige Zinsniveau ärgern.
Andererseits zeigen sie aber nur wenig Bereitschaft überhaupt zu handeln.
Wenn sie dann aktiv werden, bevorzugen sie eher risikoarme Anlagen.
Das Problem dabei ist nur, dass heutzutage, beim aktuellen Zinsumfeld
Sicherheit zum Risiko geworden ist, da man unter dem Strich Geld verliert.
Unsere Befragungen haben ergeben, dass trotzdem allerdings nur 28 Prozent
der Sparerinnen bereit wären, ihr Geld in etwas anderes als verzinsliche
Anlagen wie Tages- oder Festgeld zu investieren. Und das, obwohl sie es
eigentlich besser wissen. Denn drei Viertel aller Frauen (75 Prozent) wissen,
dass man mit einem Fondssparplan bei regelmäßigen Einzahlungen die höchsten
Erträge erzielt.
Damit sind wir auch schon bei den Alternativen: Denn Fondssparpläne bieten
attraktive Ertragschancen und sind gleichzeitig bequem und flexibel.
Insbesondere Sparerinnen, die noch keine Erfahrung mit Fonds besitzen,
erleichtern sie mit kleineren Sparraten ab 25 Euro monatlich den
Einstieg.
Ihre Forschungen ergaben auch, dass Frauen zu weniger Risiko in Geldanlagen
neigen als Männer. Wie kann denn da ein guter Kompromiss gefunden
werden?
Kerstin Knoefel: Wichtiger als ein Kompromiss ist es, eine Struktur für das
Vermögen herzustellen, die Stabilität mit Renditeaussichten verbindet. Eine
solche Struktur ist vergleichbar mit der Statik eines Hauses, das auf
mehreren Säulen basiert.
Dazu gehören neben liquiden Geldern, also einem schnell verfügbaren
‚Notgroschen‘, auch Geldwerte (beispielsweise verzinsliche Wertpapiere),
Substanzwerte (zum Beispiel Aktien) und Sachwerte wie Immobilien.
Im Ergebnis bedeutet dies für die Geldanlage: mehr Chancen auf Erträge
gepaart mit Risiken, die überschaubar bleiben. Wie eine solche
Vermögensstruktur konkret aussehen kann, hängt auch von den ganz eigenen
Zielen und persönlichen Anforderungen ab.
Doch mit Produkten wie Investmentfonds lassen sich Chancen und Risiken
selbst für vorsichtige Anlegerinnen gut in Einklang bringen.
In Geld- Dingen setzen Frauen eher auf Expertenwissen als Männer, sie gehen
sachlicher an das Thema heran. Was halten Sie also zum Beispiel von der Idee,
Eltern im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes einen
Pflicht-Finanzberatungstermin einzuräumen, damit gar nicht erst ein
finanzielles Ungleichgewicht innerhalb der Familie entsteht?
Kerstin Knoefel: Tatsächlich ist es natürlich wichtig, sich regelmäßig mit
seiner Geldanlage, der Altersvorsorge und den hier möglicherweise bestehenden
oder entstehenden Lücken zu beschäftigen. Um sich entsprechendes
Expertenwissen einzuholen, ist eine Beratung in einer Bank sicherlich sehr zu
empfehlen.
Ein Anlass für ein solches Beratungsgespräch könnte sicherlich die Geburt
eines Kindes sein. Genauso wichtig ist es aber auch, sich beispielsweise
bereits zum Berufsstart mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen –
Stichwort vermögenswirksame Leistungen.
Es gibt also viele einschneidende Momente im Leben, die man als Anlass
nehmen kann, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Dies aber verpflichtend zu
einem einzelnen Lebensereignis einzuführen, scheint mir persönlich nicht
unbedingt zielführend. Vielmehr ist der regelmäßige Blick auf mein Geld
ausschlaggebend.
Nun haben Ihre Umfragen auch ergeben, dass sich viele Frauen nicht so gern
mit Finanzthemen auseinandersetzen, weil es ihnen als „zu kompliziert“
erscheint. Können Sie uns denn den ultimativen Tipp geben, den wir als Frauen
und Mütter befolgen sollten, um im Alter gut abgesichert zu sein?
Kerstin Knoefel: Mein Tipp wäre, alle drei Säulen der Altersvorsorge zu
nutzen. Denn die gesetzliche Rente ist ja nur ein Baustein, auf den wir für
später setzen. Hinzu kommt die zweite Säule der betrieblichen
Altersvorsorge.
Die dritte Säule ist die geförderte und die ungeförderte Vorsorge. Hiermit
meine ich insbesondere die Riester-Rente. Denn gerade für Frauen mit Kindern
ist die Riester-Rente mit ihren Zulagen und überschaubaren monatlichen
Einzahlungen eine gute Möglichkeit, die Säulen eins und zwei zu ergänzen.
So muss zum Beispiel eine Frau mit zwei Kindern nur mindestens 60 Euro im
Jahr einzahlen, um vom Staat eine Förderung in Höhe von 756 Euro pro Jahr zu
erhalten.
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Lasst uns über Geld reden! Wie können wir Frauen uns bloß gut absichern
für später? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lasst-uns-wieder-gnaediger-mit-uns-selbst-sein |
Wir Frauen – und vielleicht
besonders wir Mütter – haben einen hohen Anspruch an uns selbst. Im Job
wollen wir erfolgreich sein, nebenbei zuckersüße, liebenswerte Kinder
großziehen, ihnen ein schönes Heim bieten, den Liebsten glücklich machen,
unsere Freundschaften pflegen, regelmäßig Sport machen, über das
Weltgeschehen informiert bleiben, ein Amt in der Elternvertretung wahrnehmen
und und und. Diese Liste ist schier endlos.
Lustigerweise haben wir diese absurden Ansprüche nur an uns selbst. Mit
anderen sind wir sehr viel gnädiger.
Das fällt mir immer auf, wenn ich mit Lisa spreche. Wenn sie mir erzählt,
was sie gerade alles so macht, bleibt mir die Spucke weg. „Du bist so
fleißig. Du bist echt eine Heldin“, sagte ich ihr. Dass sich bei ihr die
Wäsche im Keller stapelt, finde ich nicht schlimm. Die kann sie ja nicht auch
noch schaffen. Ist doch klar.
Wäre es meine Wäsche, würde ich mir schon wieder einen tadelnden Blick zu
werfen. Bei Lisa schaffe ich zu sehen, was sie alles schafft. Und lege nicht
den Finger in die Wunde, was sie nicht schafft.
Oder meine andere Freundin. Die sieht schon morgens immer so toll aus.
Während ich oft wie ein zerrupftes Huhn in der Kita auftauche, ist sie wohl
nach dem ersten Kaffee in einen Jungbrunnen gefallen. Außerdem macht sie
wahnsinnig viel ehrenamtlich und ihr Haus ist ein Traum. Immer frische
Blumen, immer sauber. Als ich ihr neulich meine Bewunderung ausspreche, lacht
sie und sagt: „Ich hätte lieber Deinen Job. Bei meiner Halbtagsstelle sitze
ich nur die Zeit ab und recherchiere im Internet nach den neusten Wohntrends.
Nur deshalb sieht meine Bude so gut aus.“
Ich wusste, dass sie keinen Wahnsinns-Job hat – gestört hat es mich nie.
Würde ich auf ihrem Bürostuhl sitzen, würde ich mich wahrscheinlich ständig
fragen, wie ich mich beruflich verändern könnte.
Wieso können wir bei Freundinnen und generell oft bei anderen Frauen über
all die kleinen Unperfektheiten hinweg sehen? Sie sogar charmant finden,
niedlich, angenehm. Und uns selbst ständig antreiben, ALLES zu sein, ALLES zu
können. Das ist doch komplett irre.
Das wäre doch ein schöner Vorsatz für die nächsten Wochen und Monate.
Lasst uns gnädiger zu uns selbst sein. Lasst uns öfter über uns selbst
lächeln.
Loben wir uns wieder mehr und klopfen uns mal anerkennend auf die
Schulter.
Ich bin mir sicher, jede Einzelne von uns hat es mehr als verdient.
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Lasst uns wieder gnädiger mit uns selbst sein! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leben-am-existenzminimum-angi-war-noch-nie-mit-den-kindern-im-urlaub |
Liebe Angi, beschreib mal, wie Ihr als Familie gerade lebt.
Ich bin 41 Jahre alt und lebe in Gelsenkirchen. Ich bin gelernte
Altenpflegerin. Bis Mitte April habe ich als Haushaltshilfe bei einem
ambulanten Pflegedienst gearbeitet, dann kam Corona und ich habe meinen Job
verloren. Ich lebe mit meinen beiden
Töchtern (16 und 6 Jahre) in einer 3 1/2 Zimmer Wohnung (knapp 70
Quadratmeter)
Die Kleine schläft bei dir im Schlafzimmer, fehlt Dir manchmal ein
Rückzugsort?
Ja, absolut. Und meiner Tochter fehlt er auch. Die Große hat ihr eigenes
Zimmer, aber aufgrund der 10 Jahre Altersunterschied kann sich die Kleine
nicht mit der Großen das Zimmer teilen. Mit 16 braucht man einfach Raum für
sich…Deshalb ist es nun eben so wie es ist.
Du hast dich auf einen Artikel gemeldet, in dem eine Mutter davon schreibt,
wie es ist „arm“ zu sein. Würdest du Euch auch als arm bezeichnen?
Arm-sein ist schon ein heftiger Begriff. Sagen wir es mal so: Selbst als
ich noch meinen Job als Haushaltshilfe hatte, musste ich mit Arbeitslosengeld
2 aufstocken. Das Geld reicht bei uns zum Leben, ich kann aber nichts sparen.
Und Extraausgaben sind auch nicht drin. Ich kann mit den Kinder nicht ins
Kino oder in einen Freizeitpark. Für Geburtstagsgeschenke muss ich an anderer
Stelle sparen. Wünscht sich ein Kind mal ein etwas größeres Geschenk, kann
ich das nicht erfüllen.
Ihr habt zum Beispiel noch nie Urlaub gemacht. Ist das Thema bei Euch zu
Hause? Und wie sähe dein Traumurlaub aus?
Oh ja, es ist oft ein Thema. Die Freunde meiner Kinder fahren fast jedes
Jahr in den Urlaub und nach den Ferien erzählen alle Kinder in der Klasse von
ihren Urlaubserlebnissen. Das ist für meine Kinder schon schwer.
Die Große würde so gerne mal nach Italien, der Kleinen ist das Ziel egal,
Hauptsache sie kann mal das Meer sehen. Und ich würde super gerne mal nach
Norwegen.
Du bist nach dem Wegfall deines Jobs nun ganz auf staatliche Unterstützung
angewiesen…
Ja, ich bekomme Kindergeld und Arbeitslosengeld. Außerdem bekomme ich auch
Unterhaltsvorschuss, da der Vater der Kinder keinen Unterhalt zahlt. Er hat
seit Jahren keinen Kontakt zu den Kindern und will nicht zahlen…
Was ist dir in deiner Familie besonders wichtig?
Meine Kinder sind für mich das größte Glück und ich möchte, dass sie
glücklich sind – auch wenn wir nicht viel Materielles besitzen. Sie wissen,
dass wir immer zusammen halten, auch wenn es schwer ist und dass ich immer
für sie da bin. Ich glaube, das ist auch sehr sehr wertvoll….
|
Leben am Existenzminimum: Angi war noch nie mit den Kindern im Urlaub | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leben-mit-teenagern-noe-keinen-bock |
Ihr Lieben, ich weiß nicht, wie eure Kinder in den Sommerferien drauf sind
und auch bei uns gab es ja mal andere Zeiten, aber mit zwei Fast-12jährigen
und einer Vierzehnjährigen sind die Urlaubszeiten einfach andere geworden als
damals.
Ich bemerke, wie es mich ab und zu piekst, wenn Katharina erzählt, wie viel
Zeit sie mit den Kindern draußen verbringt, einfach im Wald, ein bisschen
spazierengehen (früher war das bei uns ja auch noch möglich…). Ich traue mich
mittlerweile aber schon gar nicht mehr, das Wort Spaziergang überhaupt in den
Mund zu nehmen, denn ich kenne die Reaktion bereits: Nö, keinen Bock.
Wollen wir denn heut vielleicht mal einen Ausflug machen? Nö, keinen
Bock.
Kommt schon, vielleicht mal aufs Riesenrad, bisschen Nervenkitzel? Nö,
keinen Bock, hab Höhenangst.
Wollen wir mal Freunde besuchen? Nö, keinen Bock. Jetzt chill doch
mal.
Okay, dann lasst uns heut Mittag doch wenigstens mal Pizza essen gehen. Nö,
keinen Bock. Bestell doch was und hol uns das her.
Es scheint Pattex an unserer Couch zu kleben. Sie wollen sich da nicht mehr
wegbewegen. Ihr Traumleben bestünde derzeit aus Netflix und TikTok, gepaart
mit Chips, Schoko-Rosinen und Kinderschokolade.
Mein Essen schmeckt schon lang nicht mehr, am besten würde es jeden Tag
einfach nur Kaiserschmarrn geben. Und während wir uns damals früh um 5 Uhr
mit drei Kleinkindern, die schon die ganze Nacht kaum geschlafen hatten,
wünschten, sie würden irgendwann ausschlafen, haben sie nun Aufstehzeiten
zwischen 8.15h und 13.30h (kein Witz, in diesen Ferien auch schon
vorgekommen). Der erste Weg führt dann nach dem Aufwachen – ihr könnt es
ahnen – auf die Couch.
Wie wärs denn mit ner Hose? Nö, keinen Bock.
Zähneputzen? Maaamaaaaa.
Okay, kommt, dann spielen wir jetzt ein Spiel. Und uuuuuuuuuups, einer holt
wirklich eins. Jetzt wird´s spannend. Der Tisch steht noch voll vom
Frühstück. Der Spielholer sagt zum Bruder: Ey, räum das mal frei. Der Bruder
hat aber keinen Bock auf Kommandos. Also Handgemenge, Beschimpfungen. Kein
Spiel. Keinen Bock mehr.Puh.
Ihr könntet jetzt sagen: Okay, lass sie halt. Liegen sie eben den ganzen
Tag auf der Couch. Lass dir davon deinen Tag nicht diktieren. Gelingt mir
auch manchmal, aber nicht immer. Weil ich weiß, dass sofort wieder alle Augen
an irgendwelchen Medien hängen, wenn ich mich nicht kümmere. Und weil das
doch auch MEIN Sommer ist. Und so laufe ich halt weiter gegen Wände.
Versuche, zu animieren, mir Aktionen wie das perfekte Dinner (jedes Kind
kocht mal) auszudenken, um die Kids wenigstens ein paar Minuten am Tag von
der Couch zu locken.
Und okay, ihre Hobbys haben sie ja auch noch. Fünf Mal die Woche bewegen
sie sich also für mehrere Stunden. Und dann schau ich vom Rand zu und
genieße, dass ich mal kurz nicht gegen Couch und Medienkonsum ankämpfen muss,
dass ich mich mal kurz nicht eingesperrt fühle im eigenen Zuhause, weil
niemand rauszulocken ist (und ich fahr doch auch nicht alleine Riesenrad,
während ich weiß, dass sie ihre Zeit zu Hause vergeuden!) und denke, hach,
ist das schön, wie groß und selbständig sie schon sind und dass sie überhaupt
noch zu irgendwas Bock haben, wenigstens aufs Hobby.
Und später lese ich mich durch Twitter-Timelines und merke: Puh, es geht ja
gar nicht nur mir so. Es ist einfach das Alter der Kinder!!! (Und trotzdem
brauch ich, glaub ich, dringend mal das neue Buch von Inke Hummel,
Miteinander durch die Pubertät!)
Vielleicht liegt es ja auch ein bisschen an der coronabedingten
Strukturlosigkeit der Tage, an der dadurch entstehenden Trägheit und daran,
dass wir hier seit über vier Monaten so nah aufeinanderhocken. Wer will das
schon mitten im Abgrenzungsalter. Wobei: Sie KÖNNTEN ja mehr weg von mir. Das
wäre dann aber ja unlustig, weil da dann keine Wand mehr wäre, die man
einrennen könnte… und die scheint grad sehr wichtig zu sein. Hoch 3!
Dann rennt mal alle schön weiter dagegen. Ich brauch dann halt nur ab und
zu mal einen Schreiner aka Freundin, die mich als Wand wieder schleift,
aufbaut und mir neuen Putz verleiht… 😉
|
Leben mit Teenagern: Nö, keinen Bock | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lesefrage-von-svenja-welche-anzeichen-hatten-eure-adhs-kinder |
Ich heiße Svenja und ich habe
neulich bei Euch das Interview zum Thema ADHS gelesen und genau deshalb melde
ich mich heute.
Es geht um meinen 3-jährigen Sohn. Er ist ein normal entwickeltes,
aufgewecktes und liebes Kind. Wir haben sehr viel Freude an ihm.
Eine Sacher aber bereitet mit Kopfzerbrechen: Mein Sohn ist sehr wild.
Nicht mit anderen Kindern, da ist er wirklich rücksichtsvoll. Nein, ich
meine, er macht einfach sehr viel Quatsch, quasselt ununterbrochen, ist
nonstop in Bewegung, hüpft und rennt durch die Wohnung. Und das, obwohl wir
viel draußen sind und er sich eigentlich dort genug bewegt. Seine
Tagesmutter findet ihn auch lebhaft, aber nicht auffällig.
Und obwohl er so voller Energie ist, kann er sich sehr lange auf Sachen
konzentrieren. Er guckt zum Beispiel fast eine Stunde lang Bücher an oder
spielt Gesellschaftsspiele. Er merkt sich sehr viel, kennt alle möglichen
Tiere, weiß wo sie leben und was sie essen. Er interessiert sich bereits für
Zahlen. Das alles zeigt mir, dass er sich konzentrieren kann, wenn er
will.
Trotzdem gibt es Situationen, die mich nachdenklich machen. Wenn er müde
oder unsicher ist, dreht er auf und ist kaum noch zu halten. Mir gelingt es
dann kaum noch, ihn runterzubringen.
Ich weiß, dass es sowieso zu früh für eine Diagnose ist, aber ich würde
gerne von Müttern mit Kindern mit ADHS wissen:
Gab es im Kleinkindalter schon erste Hinweise auf ADHS?
Wie zeigte es sich?
Und konnten eure Kinder mit ADHS sich auch auf Sachen längere Zeit
konzentrieren z.b auch im Spiel versinken,Bücher angucken oder puzzeln?
Ich würde mich freuen, wenn ich viele Rückmeldungen bekomme
|
Lesefrage von Svenja: Welche Anzeichen hatten Eure ADHS-Kinder? | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-ab-wann-duerfen-eure-kinder-mit-barbies-spielen |
Mein Name ist Paula und meine
Tochter ist gerade 5 Jahre alt geworden. Ich bin kein großer Fan von
Barbie-Puppen, mich schreckt Ihr Äußeres mit diesen riesigen Brüsten und der
schmalen Taille ab und bisher gab es deshalb auch noch keine Barbies bei uns
zu Hause. Meine Tochter spielt ab und zu bei ihrer Cousine mit Barbies und
wünscht sich nun auch eine.
Bisher habe ich immer ihren kleinen Bruder als Ausrede vorgeschoben, weil
der ja die kleinen Schuhe, Ringe und Kronen in den Mund stecken könnte. Jetzt
zieht diese Ausrede aber nicht mehr.
Ich frage mich: Sind Barbies wirklich schon etwas für Fünfjährige? Ab wann
haben denn Eure Kinder mit diesen Puppen gespielt? Bin ich zu empfindlich
oder könnt Ihr verstehen, dass ich keine Barbies mag….
|
Leserfrage: Ab wann dürfen Eure Kinder mit Barbies spielen? | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-eileiter-durchtrennen-als-verhuetung-hat-jemand-erfahrung-mit-der-sterilisation-der-frau |
Ihr Lieben, ich bin 39 und
mein Mann acht Jahre älter. Wir haben ein Kind in der dritten Klasse und ein
Kind, das 16 Monate alt ist. Das Thema Familienplanung ist für uns – ohne
viel Diskussion, sondern in vielen guten Gesprächen – abgeschlossen.
Zufällig begegnete ich neulich auf der Straße meiner Hebamme, die mich bei
meinem jüngsten Kind betreut hat. Wir quatschten ein wenig und das Thema
Verhütung kam auf.
Die Hebamme nannte die Sterilisation für Mann oder Frau als Alternative,
wenn der Kinderwunsch WIRKLICH WIRKLICH WIRKLICH abgeschlossen sei.
Bislang war das für mich gar kein Thema, mich sterilisieren zu lassen. Das
Thema war eher, ob mein Mann es machen lässt und wenn nicht, welches
Verhütungsmittel dann für uns in Frage käme.
Nun frage ich mich: Hat hier eine Leserin Erfahrung mit der Durchtrennung
ihrer Eileiter und könnte darüber berichten? Könnt ihr das empfehlen?
Das würde uns sehr helfen!
Foto: pixabay
|
Leserfrage: Eileiter durchtrennen als Verhütung? Hat jemand Erfahrung mit
der Sterilisation der Frau? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-gibt-es-unterstuetzung-fuer-auslandsaufenthalte-von-kindern |
Ihr Lieben, ich weiß gar
nicht, ob mein Anliegen bei euch richtig ist, aber ihr seid deutlich besser
vernetzt als ich und könnt mir vielleicht sagen, an wen wir uns wenden
können.
Eine Freundin von mir, die verwitwet ist und drei Töchter hat, möchte ihrer
ältesten Tochter gerne ein Auslandsjahr in den USA ermöglichen.
Das Ganze sollte durch ein Teilstipendium finanziert werden, nun erhielt
die Tochter aber leider nach vielen Wochen des Hoffens und Bangens die
Absage… es werden zwar immerhin 1000 Euro Zuschuss gewährt, aber dann fehlen
immer noch 10.000 Euro.
Es wäre nach der schweren Zeit des Verlustes wirklich ihr Lebenstraum,
dieses Auslandsjahr zu absolvieren. Sie ist eine sehr gute Schülerin und
hatdas Gefühl, dass ihr das wirklich etwas bringen würde.
Weiß hier jemand durch Zufall, ob es staatliche Unterstützung geben kann?
Ob es Stipendien gibt? Ob es Organisationen gibt, die helfen? Oder könnte man
damit auch ein Crowdfunding starten – falls ja, welche Plattform würdet ihr
da empfehlen?
Wenn ihr da helfen könntet, würden wir uns riesig freuen.
DANKE und ganz viele liebe Grüße!
|
Leserfrage: Gibt es Unterstützung für Auslandsaufenthalte von Kindern? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-kann-ein-vater-nach-jahrelanger-funkstille-wieder-eine-bindung-aufbauen |
Mein Name ist Monique, es geht heute um den Sohn meines Mannes aus einer
anderen Beziehung. Als der Junge drei Jahre alt war, ging diese Beziehung
auseinander. Heute ist er 18 Jahre alt. Kurz nach der Trennung damals hat
mein Mann viel unternommen, um den Jungen zu sehen. Er hat Karten
geschrieben, Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten geschickt – alles
kam ungeöffnet zurück. Er wollte den Jungen auch immer sehen, aber die Mutter
hat das damals boykottiert. Irgendwann hat mein Mann aufgegeben, er wollte
auch nicht an dem Jungen zerren. All die Jahre hat er Unterhalt gezahlt und
seinen Sohn vermisst.
Nun gab es einen Gerichtstermin, wie es mit dem Unterhalt weitergeht, weil
der Junge ja volljährig ist. Dort haben sich Vater und Sohn also nach langer
Zeit wiedergesehen und der Sohn wirkte nicht abgeneigt, seinen Vater endlich
wieder kennen zu lernen. Mein Mann hat seinem Sohn danach sofort einen Brief
geschrieben, auf den es aber keine Reaktion gab.
Nun fragt er sich, ob er nach dem Motto "Steter Tropfen hölt den
Stein" weitermachen soll, also immer schreiben und hoffen, dass
irgendwann eine Antwort kommt – oder ob der Zug einfach nach all den Jahren
abgefahren ist.
Uns hat das Thema all die Jahre begleitet und wir sind sehr traurig
darüber, dass wir den Sohn nicht begleiten konnten. Ich bin mir sicher, er
hatte es gut bei einer Mutter und da ich ihre Seite nicht kenne, kann ich ihr
auch nichts vorwerfen. Dennoch ist es eben so, dass mein Mann keinen Kontakt
zu seinem Sohn hatte, obwohl er ihn gerne gehabt hätte.
Meine Frage: Gibt es da draußen ähnliche Fälle? Hat jemand Kontakt zu
seinem Vater/seiner Mutter nach langen Jahren der Funkstille? Ich würde mich
sehr über Eure Erfahrungen freuen.
|
Leserfrage: Kann ein Vater nach jahrelanger Funkstille wieder eine
Bindung aufbauen? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-mein-kind-zieht-sich-mehr-und-mehr-zurueck-was-soll-ich-tun |
"Ich heiße Valentina und
habe zwei Kinder. Meine Große ist 12 Jahre alt, meine Kleine 8. Es geht hier
um die Situation mit meiner Großen. Ich weiß, es ist ein schwieriges Alter,
aber ich mache mir Sorgen. Denn sie kapselt sich mehr und mehr ab. Sie kommt
von der Schule, isst wortkarg ihr Mittagessen und verschwindet dann in ihrem
Zimmer. Bis zum Abendessen.
Sie hat auf nichts Lust, erzählt nichts, unternimmt nichts mit uns. Sie
will immer nur ihre Ruhe und sitzt stundenlang auf ihrem Bett.
Ich weiß, dass Freundinnen nun wichtiger sind als ich. Aber ich möchte den
Anschluss nicht völlig verpassen. Ich weiß nicht mehr, was sie bewegt, von
was sie träumt, mit wem sie befreundet ist.
Die Schule läuft soweit ok, da kann ich nicht klagen. Aber mir fehlt
einfach die Nähe zu meinem Kind. Ich habe es auch schon direkt angesprochen,
aber dann sagt sie nur: "Ach, Mama, ich will lieber meine
Ruhe."
Wer hat diese Phase mit einem angehenden Teenie-Kind schon durchgestanden
und hat Tipps, wie ich mich verhalten kann?"
Foto: Pixabay
|
Leserfrage: Mein Kind zieht sich mehr und mehr zurück - was soll ich tun?
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-mein-mann-will-sich-nicht-auf-corona-testen-lassen |
Hallo Ihr Lieben, wie löse ich den Konflikt, wenn mein Mann von den Regeln
zur Vermeidung der Ansteckung mit Corona gar nichts hält? Seine Argumente
sind ganz lapidar: „Es nervt“ und „Was für einen Sinn hat das?“
Er möchte sich auch nicht testen, wenn wir nächste Woche meine Eltern
besuchen fahren. Ich teste mich regelmäßig auf der Arbeit und werde mich auch
vor dem Besuch testen. Auch ein Teil seiner Familie möchte sich nicht testen,
obwohl allesamt im Hochinzidenz-Gebiet wohnen.
Was soll ich tun? Ich habe alles versucht, habe erklärt, gezeigt,
vorgemacht. Nichts scheint zu fruchten. Kennt jemand das und hat Tipps? Ich
kann ihm ja auch nicht aus dem Weg gehen, wir wohnen schließlich zusammen…
|
Leserfrage: "Mein Mann will sich nicht auf Corona testen
lassen" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-soll-ich-die-befoerderung-annehmen |
Ich heiße Marina, ich bin 29 Jahre alt, habe zwei Kinder (1 und 4) und
einen ganz wunderbaren Ehemann. Ich arbeite seit 9 Jahren mehr oder weniger
in derselben Richtung gearbeitet, allerdings immer als Angestellte ohne
Leitungsfunktion. Vor kurzem kam ein Headhunter auf mich zu – mit einem
konkreten Angebot, einen Managerposten zu übernehmen. Dieser beinhaltet die
Führung eines Teams und weitere "höhere" Tätigkeiten. Obwohl sich
das spannend anhört, zögere ich. Warum?
Zum einen habe ich ein bisschen Angst, meine bisherigen sicheren Hafen,
also meinen Job, aufzugeben. Im neuen Job kämen ganz neue Herausforderungen
auf mich zu, ich müsste ein Team führen. Ich frage mich zudem, ob ich dann
noch genug Zeit für die beiden Kids habe, die ja doch noch recht klein
sind.
Bisher läuft es zwischen meinem Mann und mir eigentlich sehr
gleichberechtigt – wir teilen und zum Beispiel die Kinderkrankheitstage 50/50
auf und auch übernimmt er viele Aktivitäten und Pflichten. Ich weiß also,
dass mein Mann mich unterstützen würde in dem neuen Job und trotzdem habe ich
Bammel.
Daher würde ich gerne hier Fragen, ob es andere Mamas gibt, die einen
ähnlichen Karrieresprung mit zwei kleinen Kindern gewagt haben und mir
berichten, wie es geklappt hat. Darüber würde ich mich sehr
freuen.
Foto: Pixabay
|
Leserfrage: Soll ich die Beförderung annehmen? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-soll-ich-ihm-den-seitensprung-verzeihen-der-kinder-zuliebe |
"Mein Name ist Julia,
ich bin 35 Jahre alt, seit 6 Jahren verheiratet. Ich habe bereits einen Sohn
aus einer anderen Beziehung, er ist 10 Jahre alt, die gemeinsame Tochter von
meinem Mann und mir ist jetzt 4.
Die Beziehung, aus der mein Sohn entstand, ist sehr unschön zu Ende
gegangen. Der Vater hat kein Interesse mehr an seinem Jungen und hat uns
Knall auf Fall verlassen. Mein Sohn hat sehr stark darunter gelitten – tut es
auch heute noch. Verständlich – wie willst Du einem damals Vierjährigen
erklären, dass es nicht seine Schuld ist, dass Papa sich nicht
kümmert.
Mein jetziger Mann hat meinen Sohn immer sehr gut behandelt und ihm den
Vater ersetzt. Auch, wenn ich glaube, dass mein Sohn nie wirklich über den
Verlust seines leiblichen Vaters hinwegkommt, so hat mein jetziger Mann doch
wirklich sehr viel Gutes bewirkt…
Bis vor zwei Monaten dachte ich, wir seien eine glückliche Familie. Ja, es
lief gerade nicht zu 100 Prozent gut, aber wo ist das schon der Fall? Durch
einen dummen Zufall kam ich aber vor zwei Monaten dahinter, dass mein Mann
eine Affäre mit einer Kollegin hat. Meine Welt brach zusammen. Er hat sofort
alles zugegeben und gesagt, dass er die Affäre beendet.
Er möchte, dass ich ihm verzeihe – ich bin aber so gekränkt und verletzt,
dass ich ihn am Liebsten vor die Tür setzen würde. Was ich auch sicher getan
hätte, wären da nicht die Kinder. Wie soll ich meinem Sohn erklären, dass ihn
bereits zum zweiten Mal der wichtigste Mann in seinem Leben verlässt? Und
will ich meiner Tochter wirklich das gleiche zumuten wie das, was mein Sohn
durchgemacht hat?
Also schweige ich und leide. Und spiele vor den Kindern heile Welt. Aber es
macht mich krank. Ich habe Angst, dass er wieder fremd gehen könnte. Ich bin
so unglaublich verletzt.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter…was würdet Ihr in der Situation
tun?"
|
Leserfrage: Soll ich ihm den Seitensprung verzeihen - der Kinder zuliebe?
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-sollen-unsere-kinder-jetzt-mehr-oder-weniger-medien-konsumieren |
Ihr Lieben, unsere Leserin Marit fragt sich, warum alle bislang Medien
verteufelt haben – und nun im Homeschooling plötzlich alles anders sein soll.
Sie schreibt: Homeschooling zum xten Mal. Aber ich stehe hier derzeit vor
Fragen, die mich echt wahnsinnig machen. Es hat etwas von Asterix und dem
Haus, das Verrückte macht.Überall wird darüber gesprochen, dass wir Kinder
vor zu viel Medienkonsum schützen sollen. Wir Eltern sollen es vorleben, wir
Eltern müssen das kontrollieren. Es gibt Apps zur Kontrolle, es gibt Youtube
Kids, es gibt dies und das. Und bitte, ganz wichtig, die Kinder sollen
draußen spielen.
Kinder sollen raus vor die Tür – es sei denn, sie stören die Nachbarn
Nun ist es bei uns im Ort schon sehr anstrengend, die eigenen Kinder raus
zu lassen, denn irgendein Bürger stört sich immer. Ja, es sind Jungs.
Sie spielen im Bach und bauen einen Staudamm aus Blättern und Zweigen… es
stört. Sie klettern auf einen Glascontainer und sitzen einfach nur cool oben
drauf, es stört. Sie spielen auf einem Kinderspielplatz und auch dies stört.
Wo die Kinder hingehen werden sie verjagt. Ständig wird ihnen mit der Polizei
gedroht.
Und bevor es nun heißt, dass ich dann wohl sehr freche Kinder habe, nein.
Das habe ich nicht. Eins meiner Kinder hat sogar selektiven Mutismus. Es ist
fast stumm. Es ist nicht frech. Aber ja, es sind Jungs. Es sind männliche
Ronja Räubertöchter.
Sollen Kinder also doch lieber vor die digitalen Medien?
Ich dachte, das soll man so machen? So soll es doch sein? Aber halt nicht
vor der eigenen Tür. Da stört es die Gesellschaft dann doch. Also traut man
sich nicht mehr, seine Kinder raus zu lassen und setzt sie doch vor die
Switch? Aber bitte nur mit Zeitbegrenzung und Überwachungs-App!Und nun kommt
Homeschooling. Meine Kinder sind in der 2. und 3. Klasse. Sie sind 8 und 9
Jahre alt. Sie können auf Bäume klettern, sie können rückwärts laufen, sie
können schwimmen und vom Beckenrand springen. Sie können Radfahren und
balancieren. Aber sie können nicht ein Dokument einscannen, abspeichern, und
dann in dieser Moodle Plattform wieder hochladen. Das können sie nicht, denn
sie sollen doch den Medien fern bleiben. … oder jetzt etwa doch nicht?
Ist Kinderschutz im Medien-Dschungel nicht mehr möglich?
Jetzt sollen sie das können und alleine machen? Und wenn man als Mutter
hilft, dann ist man eine Helikoptermutter? Und oben drauf, während die
Laptops meiner Jungs absolut auf Kinder und ihr Alter eingerichtet sind, mit
eingeschränkter Zeit, gesperrten Websiten etc, sollen sie nun von der
Grundschule aus Videos angucken, die eben – warum auch immer – bei Youtube
Kids gesperrt sind. Ernsthaft?
Jetzt sind diese Sicherheiten, die uns bereits im Kindergarten 1x jährlich
um die Ohren gehauen wurden, ja sogar einen dicken Umschlag vom Land Hessen
bekommt man als Eltern – nun ist das alles nicht mehr so wichtig, es ist
Schall und Rauch?
Ich habe auch keine Lösung für das Homeschooling-Problem als solches. Aber
dieses hier treibt mich wirklich in den Wahnsinn.
Wie handhabt denn ihr das?
|
Sollen unsere Kinder jetzt mehr oder weniger Medien konsumieren? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-von-hannah-wie-klappt-das-stillen-als-berufstaetige-mutter |
Ich heiße Hannah und ich
bekomme bald mein drittes Kind. Ich möchte es gerne stillen. Allerdings
übernimmt mein Mann die komplette Elternzeit, ich werde acht Wochen nach der
Geburt wieder arbeiten gehen. Ich habe einen tollen Job, der mich sehr
glücklich macht und ich bin mir sicher, dass mein Mann das wundervoll zu
Hause meistern wird. Wäre da eben nur nicht sie Sache mit dem
Stillen.
Ich wüsste gerne, ob es hier Mamas gibt, die in einer ähnlichen Situation
waren. Wie geht Stillen als berufstätige Mutter? Habt Ihr einfach immer
abgepumpt? Und wie machen das die Männer – kann man die Muttermilch unterwegs
gut aufwärmen? Wie geht das im Alltag, wenn die Brust nicht ständig verfügbar
ist?
Ich freue mich über Eure Erfahrungen.
Foto: Pixabay
|
Leserfrage von Hannah: Wie klappt das Stillen als berufstätige Mutter |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-von-julia-wie-geht-ihr-mit-eifersucht-auf-den-mann-um |
"Mein Name ist Julia,
ich bin seit einem halben Jahr mit Kind Nr. 2 zu Hause. Unser Großer Sohn ist
drei und geht in die Kita. Bevor ich Mutter wurde, habe ich als Peronalerin
gearbeitet. Ich hatte jetzt nicht die mega Karriere, aber hatte einen tollen
Job und liebe Kollegen.
Der Deal zwischen meinem Mann und mir war und ist, dass ich zwei Jahre zu
Hause bleibe, damit wir die Kids nicht zu früh fremdbetreuen lassen müssen.
Nun merke ich aber: Ich bin nicht so glücklich mit der Situation. Denn ich
entwickle Neid auf meinen Mann – was mir echt peinlich ist.
Ich bin neidisch darauf, dass er Lunch-Dates mit Kollegen hat. Dass er
während Dienstreisen im Hotel schlafen kann. Dass er auf Weihnachtsfeiern
eingeladen ist. Dass er Bestätigung bekommt durch seinen Job.
Ja, ich weiß, das hört sich schrecklich kindisch an. Und es wird noch
schlimmer: Ich beneide ihn, dass er einen Grund hat, sich morgens gut
anzuziehen.
Ich fühle mich so hausmütterlich, so "nutzlos", obwohl ich ja
weiß, dass mein Beitrag, den ich leiste, wichtig ist. Ich erziehe ja die
Kinder, biete ein Heim, kümmer mich um alles, was eben so ansteht. Und
trotzdem sehne ich mich nach mehr. Nach rauskommen. Nach
Nicht-nur-Mutter-sein.
Mein Mann ist wirklich toll und er sagt immer, wie stolz er auf mich ist.
Aber ich merke, wie meine seltsame Stimmung unser Verhältnis
belastet.
Wer hat einen guten Tipp für mich? Soll ich doch wieder früher anfangen zu
arbeiten? Wäre das aber nicht wahnsinnig egoistisch gegenüber meinem kleinen
Kind?"
Foto: Pixabay
|
Leserfrage von Julia: Wie geht Ihr mit Eifersucht auf den Mann um? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-von-nadja-warum-provoziert-mein-sohn-die-ganze-familie |
Mein Name ist Nadja, wir
haben vier Kinder im Alter von 15,12, 8 und 4 Jahren. Mein Mann arbeitet an
vier Tagen pro Woche im Außendienst und ist in dieser Zeit nicht zu Hause.
Wir sind eine "normale" Familie, die schon einige Höhen und Tiefen
gemeinsam durchgestanden hat.
Heute möchte ich Euch von meinem achtjährigen Sohn berichten, der mir seit
der Einschulung Sorgen bereitet. Er ist ein fröhliches, sensibles Kind,
meiner Einschätzung nach bekommt er von allen Kindern die meiste
Aufmerksamkeit. Seine großen Geschwister beschäftigen sich gerne mit ihm und
wenn wir Eltern beide arbeiten müssen, kümmern sich Oma und Opa sehr
liebevoll um ihn.
Generell versuche ich, jedem Kind exklusive Zeit mit mir zu geben. Auch,
wenn es manchmal nur ein paar Minuten sind, in denen man gemeinsam auf dem
Bett sitzt und den Tag bespricht. Ich höre zu, wenn sie mir von ihren
Problemen berichten und wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu
finden.
Zurück zu meinem Sohn: In der Schule hat er intellektuell keine Probleme,
obwohl er der Jüngste in seiner Klasse ist. Er hat Freunde und kommt gut mit
den anderen Kindern klar.
Allerdings hat er mit den Lehrerinnen Probleme. Er beschreibt sie als sehr
ungeduldig und schnell genervt. Er sagt, die Lehrerinnen würden schnell laut
werden. Und so kommt es nun oft vor, dass er morgens vorgibt, krank u sein.
Mal hat er Bauchweh, mal tut ihm der Kopf weh…
Und auch sonst verändert er sich. Er schreit seine Geschwister an, heult,
provoziert, meckert und motzt an allem herum. Er sucht richtig Streit, bis
einer der Größeren darauf einsteigt und zurück schreit. Er rudert dann nicht
zurück oder entschuldigt sich, sondern wird albern, quatscht überdreht herum,
bis die ganze Familie genervt ist.
Häufig endet es damit, dass ich Verbote und Strafen verhänge, ihn ins
Zimmer schicke. Und ja, manchmal platzt mir auch der Kragen und ich brülle
rum. Das alles macht nicht nur ihn traurig, es ist für uns alle so
unglaublich frustrierend.
Ich möchte nicht diese Schreimutter sein, die völlig genervt alles
verbietet. In diesen Momenten kann ich weder ihn noch mich selbst
leiden.
Aber irgendwie sind wir in so einem Studel und ich weiß nicht, wie wir da
wieder heraus kommen. Ich möchte einen entspannten Alltag. Was soll ich tun?
Wer kennt solche Situationen und kann mir Tipps geben?
—ZUM WEITERLESEN: Wie mich die Wut zu einer Mama macht, die ich nie sein
wollte
|
Leserfrage von Nadja: Warum provoziert mein Sohn die ganze Familie? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wann-faengt-fuer-euch-fremdgehen-an |
Ihr Lieben, ich heiße Melli,
bin 39 Jahre und habe drei Söhne (21, 12 und 10 Jahre alt). In den letzten
Tagen habe ich bei Euch mit großem Interesse die Beiträge zum Thema
Fremdgehen gelesen. Und ich bin ins Grübeln gekommen und brauche mal andere
Meinungen.
Mein Lebensgefährte uns ich sind seit drei Jahren zusammen, seit einem Jahr
wohnen wir mit meinen beiden kleinen Kindern zusammen. Mein Freund ist öfter
mal im Internet unterwegs und hat dort eine Frau kennen gelernt, mit der er
sich gut versteht. Rein freundschaftlich, wie er sagt. Neulich hat er sie
sogar mal zum Abendessen getroffen. Es kriselt etwas bei uns und er sagte, es
hätte ihmmal gut getan, mit jemand über unsere Probleme zu reden.
Ich glaube ihm das nicht so richtig und sagte, er könne mir ja dann die SMS
zwischen den beiden zeigen. Das wollte er aber nicht und sagte, er würde sich
nicht kontrollieren lassen und ich sei einfach nur übetrieben eifersüchtig.
Ich finde: Wenn man nichts zu verbergen hat, kann man es auch zeigen, oder?
Ich finde auch irgendwie, dass er mich schon betrogen hat – selbst wenn er
keinen Sex mit ihr hatte. Er hat mich doch hintergangen, oder?
Oder steigere ich mich in etwas rein? Wie würdet Ihr reagieren?
|
Leserfrage: Wann fängt für Euch Fremdgehen an? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-was-hilft-bei-neurodermitis |
"Mein Name ist Anna und
mein Sohn (3) hat heute die Diagnose Neurodermitis bekommen! Er hatte
in den letzten 3 Monaten zwei akute Schübe und hat sich teilweise blutig
gekratzt.
Da ich selber Krankenschwester bin und mein Mann Arzt, stehen wir auf
"Kriegsfuß" mit Kortison bei Kindern! Also behandeln wir ihn im
Moment bei starken Juckreiz mit Cetirizinsaft und cremen ihn zweimal täglich
mit 5% Ureasalbe ein.
Mich würde es sehr interessieren, ob andere Eltern Erfahrungen mit
alternativen Therapien bei Kindern gemacht haben! Ich freue mich sehr über
Eure Antwort"
|
Leserfrage: Was hilft bei Neurodermitis? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-was-schenke-ich-einer-frischgebackenen-mama-zu-weihnachten |
Hallo Ihr lieben
Stadt-Land-Mama-Leser. Ich heiße Alina, bin 20 Jahre alt, habe noch keine
Kinder – und deshalb brauche ich Eure Hilfe. Ich bin nämlich an
Weihnachten bei der Schwester meines Freundes eingeladen – und die hat Anfang
November ein Baby bekommen. Für den Kleinen hab ich schon ein Geschenk – aber
der frischgebackenen Mama möchte ich auch was mitbringen – ich weiß nur nicht
genau was.
Daher meine Frage: Was brauchen Mamas in der ersten Zeit wirklich? Ich bin
total dankbar für alle Tipps!
|
Leserfrage: Was schenke ich einer frischgebackenen Mama zu Weihnachten? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-was-wenn-ich-noch-ein-baby-will-er-aber-nicht |
"Ihr Lieben, ich brauche
Euren Rat, denn ich weiß nicht so richtig weiter. Ich heisse Sabine und habe
bereits zwei Kinder (10 und 12) – vom Vater bin ich getrennt. Seit zwei
Jahren habe ich einen neuen Partner und natürlich haben wir über das
Thema "ein eigenes Baby" gesprochen.
Leider gehen hier unsere Meinungen komplett auseinander. Ich hätte gerne
noch ein Kind – er ist komplett dagegen. Ich bin schon 36 und kann keine 5
Jahre mehr warten, daher kommt das Thema regelmäßig auf den
Tisch.
Ich kann sehr schlecht damit umgehen, dass er kein Kind will und wir
streiten uns immer wieder deswegen.
Ich habe das Bedürfnis mich auszutauschen zu diesem Thema. War jemand in
einer ähnlichen Situation?"
|
Leserfrage: Was, wenn ich noch ein Baby will - er aber nicht? | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wer-verbringt-die-ferien-bewusst-und-freiwillig-zu-hause |
Mein Name ist Anni und ich
wüsste nämlich gerne, ob es Familien gibt, die ganz bewusst in den
Sommerferien nicht verreisen, sondern zu Hause bleiben. Weil es vielleicht
günstiger, erholsamer, ökologischer oder stressfreier ist.
Bislang wäre es für mich undenkbar gewesen, im Sommer oder in den Ferien
mehrheitlich generell nicht zu verreisen. Diese Sommerferien empfinde ich
aber als extrem durchgeplant und getaktet mit Feriencamps und Betreuung für
die Kinder, während wir Eltern noch arbeiten. Dann stehen zwei Wochen
Familienurlaub an – zugegeben an einem tollen Ort.
Aber irgendwie fehlt mir die Zeit für etwas Leerlauf. Bei den Kindern ist
die Luft raus. Die möchten so lang es geht im Schlafanzug gammeln und
nachmittags vielleicht Freunde treffen (sofern diese nicht verreist sind)
oder ins Schwimmbad gehen. Aber dann ist auch gut. Ich überlege ernsthaft die
nächsten Sommerferien 3 Wochen einfach nur zu Hause zu bleiben. Vielleicht
machen wir ein bisschen Programm; aber vielleicht leben wir auch einfach nur
so in den Tag hinein. Wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, könnten wir
immer noch die Verwandtschaft in der alten Heimat besuchen. Das ist günstig
und ja auch irgendwie schön. Gefühlt wird man ja immer ganz mitleidig
angeschaut, wenn man sagt, man bleibt in den Ferien zu Hause! Ich glaube, da
würde ich mittlerweile drüber stehen!
Ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen! Wer hats ausprobiert und
verbringt seine Ferien bewusst und freiwillig zu Hause?
|
Leserfrage: Wer verbringt die Ferien bewusst und freiwillig zu Hause? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-erklaere-ich-den-kindern-dass-sich-oma-und-opa-ungluecklich-getrennt-haben |
Liebe Stadt Land Mamas, ich folge eurem Blog schon länger und finde immer
wieder spannende und vor allem lebensnahe Beiträge, in denen ich mich oft
wiederfinde. Das gibt mir als stolze 2-fach Mama Kraft und Verständnis für
meine eigenen Gefühle. Im Moment weiß ich in einer Situation aber nicht
weiter, denn meine Eltern haben sich getrennt.
Vor drei Jahren hat mein Vater meine Mutter für eine andere Frau verlassen.
Ich gebe zu: Ich bin zwar schon erwachsen, aber es tat höllisch weh…
Meine eigentliche Sorge aber sind die Kinder und der Umgang mit ihren
unglücklich getrennten Großeltern. Das bereitet mir jedes Mal Kopfschmerzen,
denn ich kann mich in meinem Umfeld darüber nicht wirklich austauschen. Ich
finde es schwierig an Geburtstagen, Feiertagen, an den Wochenenden….
Ich würde mich auf ein Paar Tipps riesig freuen, wie andere Mamas in
ähnlicher Situation damit umgehen. Wie kann man den Kindern einen normalen,
unbeschwerten Umgang mit den Großeltern gewährleisten, ohne in den Konflikt
der beiden mit einbezogen zu werden? Denn dieser scheint nicht so einfach aus
unserem gemeinsamen Leben verschwinden zu können.
Vielen Dank noch Mal für eure Mühe und Arbeit
|
Wie erkläre ich den Enkeln, dass sich Oma und Opa getrennt haben? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-helfe-ich-meinem-kind-bei-der-trauerarbeit |
Mein Name ist Marietta, meine
Kinder sind sechs und vier Jahre alt. Wir wohnen in einem
Mehrgenerationenhaus, also in der Wohnung im Erdgeschoss leben meine Eltern.
Meine Mutter ist an Krebs erkrankt und wird bald sterben. Meine Kinder sehen
natürlich, wie Oma abbaut und ich versuche, sie langsam auf den Abschied
vorzubereiten.
Besonders mein Großer hängt sehr an der Oma, er ist zudem sehr sensibel.
Schon jetzt wacht er häufig nachts auf und weint, er sagt dann, dass er nicht
will, dass Oma stirbt.
Hat jemand von Euch Ähnliches erlebt und kann mir gute Tipps geben, wie ich
meine Kinder im Fall des Falles auffange?
|
Leserfrage: Wie helfe ich meinem Kind bei der Trauerarbeit? | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-ueberstehe-ich-diese-herbstnachmittage |
Ich heisste Bettina, ich habe
drei Kinder und gehe halbtags arbeiten. Ich hole alle drei Jungs um 14.30 Uhr
aus der Schule/Kindergarten ab. Im Sommer gehen wir dann viel raus, die Jungs
spielen Fußball auf der Strasse oder fahren Rad.
Nun steht aber die nasse, dunkle Jahreszeit an und wir können nicht mehr so
viel raus. Das Problem: Drinnen gibt es nach kurzer Zeit Streit. Das macht
die Nachmittags zäh und unschön.
Daher: Wie macht Ihr das? Streiten sich Eure Kinder drinnen auch so viel
mehr als draußen? Und wie beschäftigt Ihr die Kinder jetzt im Herbst? Danke
für Eure Tipps.
|
Leserfrage: Wie überstehe ich diese Herbstnachmittage? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserfrage-wie-wuppen-andere-mamas-ihre-selbststaendigkeit |
Mein Name ist Janina, ich habe 2012 meine Ausbildung zur Immobilienkauffrau
begonnen, zu diesem Zeitpunkt war mein großer Sohn 1 ½ Jahre alt und ich
alleinerziehend. Während der Ausbildung war mir sehr schnell klar, dass ich
im Vertrieb – also als Immobilienmaklerin – arbeiten möchte. Das ist aber zu
90 % nur als selbstständige Beraterin in Franchiseunternehmen möglich. Da ich
keinen Sinn in einer Selbststsändigkeit sah, bei der man wöchentlich seiner
übergeordneten Geschäftsstelle, Zahlen, Daten und Fakten liefern soll, habe
ich mich 2015 kurz nach dem Ende meiner Ausbildung selbstständig
gemacht.
Nun war ich junge Mutter, alleinerziehend und selbstständig. Während der
Anfangsphase habe ich mich in verschiedenen Bereichen weitergebildet, damit
ich meinen Kunden mehr bieten kann. Heute verkaufe ich nicht nur Immobilien,
sondern biete auch Home-Staging und Energietarifberatung an.
2016 habe ich meinen neuen Partner und Vater meines zweiten Sohnes
kennengelernt. Im August 2018 kam unser Sohn per geplantem Kaiserschnitt zur
Welt, ein Tag davor hatte ich noch eine Besichtigung und drei Wochen später
stand ich auch wieder in der Immobilie, um sie meinen Kunden zu zeigen. Mein
Sohn war dabei, er ist noch heute dabei, wenn ich Kundentermine innerhalb der
Arbeitszeit meines Partners habe. Oft bekomme ich positives Feedback, doch
langsam ist er zu mobil und möchte seine Umwelt erkunden. Das heißt, ich muss
immer abschätzen, ob der Kunde mit einem Kleinkind im Schlepptau klarkommt
oder ob es besser ist den Termin auf den frühen Abend oder das Wochenende zu
legen.
Nun möchten mein Partner und ich noch ein Kind. Der Zeitpunkt ist gut, denn
ich bin momentan noch am Windeln wechseln, alle Klamotten, der Kinderwagen,
die Wiege – es ist alles noch da.
Meine Selbstständigkeit ist aber
auch da und ich bin im Markt noch nicht so angekommen, dass mir die
Immobilien von allein zufliegen, ich muss dafür arbeiten, Zeit haben,
Feingefühl für Kunden haben und Ideen haben wie meine nächste Marketingaktion
aussieht.
Ich habe mir momentan die Grenze von drei Immobilien parallel gesetzt,
damit ich weder Arbeit noch Kinder vernachlässige – das klappt gut. Hinzu
kommt, dass es sein kann, dass ich die Möglichkeit bekomme eine von mir seit
Kindesbeinen an geliebte Immobilie zu pachten, um darin ein Kreativ- und
Veranstaltungszentrum ins Leben zu rufen – also viel Arbeit, aber auch ein
absoluter Herzenswunsch.
Ich persönlich denke, ich bekomme das schon gewuppt – ich wuppe immer alles
irgendwie und versuche mich selbst dabei nicht zu vergessen – aber es wäre
schön von anderen Mamas zu hören, die bereits Erfahrung haben, vielleicht
auch Mamas die all das schon geschafft haben, weil die Kindern nun groß sind
und die Firma läuft oder einfach nur zu hören, auf was man achtgeben
sollte.
Ich freue mich auf Antworten.
|
Leserfrage: Wie wuppen andere Mamas ihre Selbstständigkeit? | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserinnen-erzaehlen-seit-ich-die-pille-nehme-habe-ich-keine-lust-mehr-auf-sex |
Ihr Lieben, neulich haben wir
auf unserer Facebook-Seite einen Artikel geteilt, in dem es über die
Nebenwirkungen der Pille geht. Ganz viele von Euch haben uns daraufhin
geschrieben und gesagt; "Ja, uns geht es nicht gut, seitdem wir
hormonell verhüten." Heute erzählen uns Maja und Iris ihre
Geschichten:
Liebe Maja, in welchem Alter hast Du begonnen, die Pille zu nehmen und wie
lange hast Du sie genommen?
Als ich 16 war habe ich mit der Pille angefangen und ab da viele Jahre
lang. Es gab einige Pausen – 5 Jahre lang hatte ich die Spirale und 2 Jahre
war ich mit einem Mann zusammen, der sterilisiert war. Und natürlich während
der Schwangerschaften war ich pillenfrei. Sonst allerdings immer. Heute bin
ich 43 Jahre alt.
Wie hat sich Dein Körper dadurch verändert?
Rein äusserlich hat sich mein Körper nicht verändert.
Wo hast Du dann Veränderungen gespürt?
Ich hatte ganz klar weniger Lust auf Sex, wenn ich die Pille genommen habe.
Immer wenn ich eine Pause hatte, kam meine Lust zurück. Das war schon enormer
Unterschied. Mit Pille hatten wir maximal einmal die Woche Sex.
War das auch Thema in Eurer Beziehung?
Mein Mann hat es so hingenommen. Es war mir auch nicht bewusst, dass die
Pille daran Schuld ist. Ich dachte, ich sei einfach müde vom Alltag. Erst,
als ich die Pille jetzt wieder abgesetzt habe, ist mir bewusst geworden, wie
die Hormone all die Jahre meine Lust gedrosselt haben.
Warum hast Du die Pille denn abgesetzt.
Ich habe mich wieder für die Spirale entschieden. Ich wollte einfach keine
Pille mehr nehmen.
Wie hat sich Euer Sexleben verändert, seit du die Pille abgesetzt hast?
Ich fühle mich attraktiver und wohler in meiner Haut. Wir haben viel mehr
Sex, meist jeden zweiten Tag. Und der Sex ist auch einfach besser geworden,
er fühlt sich viel freier an.
—-
Liebe Iris, seit wann nimmst Du die Pille?
Seit Januar 2017, vorher hatte ich 5 Jahre lang die Kupferspirale. Ich
konnte sie nicht weiter nehmen, da ich sehr starke Blutungen hatte und
deshalb regelmäßig Eiseninfusionen gebraucht habe. Das wollte ich einfach
nicht mehr. Meine Ärztin wollte mir dann Hormon-Spirale einsetzen. Ich habe
aber Migräne und die Hormonspirale kann das noch verstärken. Aso blieb für
mich nur die Pille.
Wie hat sich Dein Körper und Deine Psyche verändert, seit Du die Pille
nimmst?
Körperlich hat sich nicht viel verändert. Aber ich fühle mich
unausgeglichener und gehe schneller an die Decke – leider.
Was hat die Pille mir Deiner Libido gemacht?
Meine Libido ist irgendwo – aber leider nur nicht bei mir. Ich muss mich
wirklich aufraffen, um Sex zu haben. Wenn es dann zu Sex kommt, ist er sehr
schön, aber es kommt eher selten dazu, weil ich schlicht kein Bedürfnis nach
Sex habe.
Hast Du schon mal über andere hormonfreie Verhütungsmethoden
nachgedacht?
Kondome mochten mein Mann und ich noch nie. Ich mag den Geruch und die
Haptik nicht und mich nervt auch dieses Gefummel, um das Kondom
drüberzuziehen. Temperatur-messen habe ich benutzt, um schwanger zu werden.
Daher ist es für mich mental zu behaftet, um es als Verhütungsmittel zu
nutzen. Ich will auf gar keinen Fall nochmal schwanger werden, daher ist mir
Temperatur-messen irgendwie zu unsicher, obwohl ich weiß, dass es bei vielen
Frauen super klappt.
Dein Mann möchte sich im August sterilisieren lassen. Wer hatte die
Idee dazu? Und was erhofft Ihr Euch von diesem Schritt?
Die Idee kam eigentlich von uns beiden. Wir sind jetzt 14 Jahre zusammen,
unsere Familienplanung ist nach zwei Kindern abgeschlossen. Eine
Sterilisation für mich wäre viel komplizierter gewesen und teurer, daher wird
mein Mann jetzt diesen Weg gehen. Wir freuen uns, dass alles danach
unkomplizierter wird und ich wirklich keine Angst mehr vor einer
Schwangerschaft haben muss. Ich bin sehr froh, dass ich nun bald keine Hormone
mehr nehmen muss. Manchmal fühlt es sich nämlich so an, als würde ich meinen
Körper damit vergiften.
Wie wichtig ist Euch generell das Thema Sex in der Beziehung?
Sehr wichtig! Vor der Pille hatten wir sehr oft Sex, jetzt kaum noch. Ich
hoffe, dass meine Libido sich wieder erholt. Wir sind noch jung und wollen
unsere Beziehung in jeder Hinsicht genießen.
Foto: Pixabay
|
Leserinnen erzählen: "Seit ich die Pille nehme, habe ich keine Lust
mehr auf Sex" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/leserinnen-frage-muss-man-alleinerziehend-anders-erziehen |
Liebe Stadt-Land-Mamas, mir
geht seit dem Urlaub ein Thema durch den Kopf: Muss man alleinerziehend
anders erziehen? Oder funktioniert Erziehung und Zusammenleben anders?
Meine Tochter ist drei und wir sind seit über einem Jahr nur noch zu zweit.
Im Urlaub waren wir zu Besuch bei Freunden und dort habe ich gemerkt, wie
anders eine 4-köpfige Familie tickt. Die Fronten Eltern – Kinder waren klar.
Die Kinder machten zusammen alles viel schneller (Gruppenzwang?) und meine
Tochter hat fast nie mit mir diskutiert.
Ich habe das Gefühl, dass sie uns beide zu Hause eher als Partner sieht. Am
liebsten hätte sie das Sagen und nimmt Ansagen von mir nie hin. Sie hat immer
das letzte Wort.
Als wir dort anderthalb Wochen bei der anderen Familie waren, nicht. Da hat
sie auf mich gehört und mich nicht ständig in Frage gestellt. Vielleicht fiel
es ihr dort leichter, sich einzuordnen. Oder sie hat sich weniger getraut
aufzumucken. Auf jeden Fall hat sie sich noch nie so schnell angezogen, die
Zähne geputzt etc. wie dort.
Nun meine Frage: Kennen andere Alleinerziehende das auch? Und falls ja, wie
geht Ihr damit um?
|
Leserinnen-Frage: Muss man alleinerziehend anders erziehen? | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lieblings-kinderbuch-wie-uns-carina-und-peter-wohlleben-von-ihrem-kleinen-eichhoernchen-piet-ueberzeugten |
Ihr Lieben, wusstet ihr, dass Mückenbabys mit dem Po atmen oder dass
Salamander Sonnenbrand bekommen können? Ha, seht ihr! Ich wusste das als
Landmama nämlich auch noch nicht! Und obwohl das supersüße Kinderbuch Kühle
Pfötchen für Piet (Affiliate Link) von Bestseller-Autor Peter Wohlleben und
seiner Tochter Carina eigentlich für Zweijährige wie meine kleine Nichte
gedacht ist, lernen so auch die vorlesenden Cousins und Cousinen im Buch noch
etwas, nämlich meine Kinder. So ist das Buch nicht nur als familiäres
Gemeinschaftswerk entstanden, sondern wird bei uns auch so vorgelesen… ist
das schön, dass das hier jetzt die Teenies übernehmen!
Denn was HABE ich unseren Kindern früher viel vorgelesen (am besten IMMER
und IMMER wieder dasselbe Buch, phasenweise konnte ich die Texte auswendig…),
nun sucht in diesem wirklich toll illustrierten Wunderwerk das kleine
Eichhörnchen Piet ein kühles Plätzchen im warmen Sommer. Doof nur, dass
Eichhörnchen kein Eis essen dürfen, wie es Förster Peter zur Abkühlung tut.
Es kann sich auch nicht – wie es die Biene tut – einfach unter ein Blatt
setzen, da passt nämlich gerade mal sein Öhrchen drunter und in den Teich zu
den Fröschen kann es ja auch nicht springen, weil Piet als Eichhörnchen nun
mal nicht schwimmen kann. Tja.
Wie Piet es dann doch noch schafft, sich zu erfrischen und den heißen Tag
kühl über die Bühne zu bringen, lest ihr im Buch dann einfach selbst. Denn
das lohnt sich nicht nur aufgrund der süßen Geschichte, sondern auch für die
vielen Kläppchen, die auf den Buchseiten aufgeklappt werden können und unter
denen sich wertvolle Sachinfos befinden, zum Beispiel zum Lieblingsessen von
Maulwürfen (psssst, das sind Regenwürmer….) und mit Einblicken in das Innere
eines Ameisenhügels….
Schaut mal, letzte Woche entdeckten wir einen echten Ameisenhügel im
Wald.
Und wenn es schon im Inneren des Buches um unsere Umwelt geht, dachte sich
der Verlag Oetinger, dass das doch auch fürs Äußere ganz wunderbar wäre. Also
wurde das Buch umweltfreundlich, schadstofffrei und klimabewusst hergestellt
– das Verfahren nennt sich Cradle to Cradle.
Durch den matten Umschlag fasst es sich auch einfach viel besser an. Wir
können die Kühlen Pfötchen für Piet also nur wärmstens und von Herzen
empfehlen. Sei es für die eigenen Kinder beim Picknick unter einem Apfelbaum,
für die Nichten und Neffen, wenn die eigenen Kinder schon größer sind oder,
nun ja, für die Mamas und Papas oder Omas und Opas, die einfach auch selbst
nochmal ein tolles Bilderbuch in der Hand halten und über Mückenpopos
schmunzeln wollen… Große Lese-Empfehlung jedenfalls von uns für
euch!
|
Bestes umweltfreundliches Kinderbuch: Kühle Pfötchen für Piet |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lockdown-bockdown-keine-ahnung-obs-mir-gut-geht |
Ihr Lieben, seit gestern sitzen wir nun also im Lockdown light. Tun wieder
einen Schritt zurück, wo wir doch grad wieder behutsam begannen, am Leben zu
schnuppern. Die Kinder durften nach den fünf Monaten zwischen März und August
endlich wieder zum Sport. Eine gewisse Normalität setzte wieder ein. Ein
bisschen Frieden fürs Gehirn, ein Instagramfilter über den Sorgen, die dieses
Virus mit sich bringt. Leider mehr Schein als Sein, denn die Sorgen waren ja
nie weg und nun treten sie wieder ungefiltert in unser Leben.
Lockdown light: Was machen wir nun mit dem November?
Das Wetter wird schlechter. Die Tage beginnen nebelig. Geburtstage werden
nicht mehr gefeiert, Gastwirte, Theaterschauspieler und Hoteliers haben
Zwangsurlaub. Wir liegen wie in Lauerhaltung in dieser Schlacht, immer
wartend, dass was passiert. Quarantäne für die Kids, eine Ansteckung,
irgendwelche Hiobsbotschaften ja, wir rechnen irgendwie damit.
Ich kenn uns so gar nicht. Wir, die wir sonst so optimistisch durchs Leben
gegangen sind, alles wird schon gut werden. Freude und Leichtigkeit. Nun gibt
es im Draußen kaum noch etwas, auf das wir uns freuen können. Ich habe da
keine Lust drauf, niemand hat da Lust drauf, aus dem Lockdown wird ein
Bockdown. Ich bin so down, ich hab keinen Bock. Wir brauchen doch
Lichtblicke. Etwas, das uns aus dem grauen NO-vember, aus dem Alltagstrott
holt, also müssen wir die Freude im Innern finden.
Halloween, Karneval am 11.11., Geburtstage: Klein zu Hause
Wie viele Bilder von Verkleidungen und Gruseltagen ich am Wochenende
gesehen habe. „Dann machen wir es uns halt zu Hause schaurig-schön“ haben
viele an Halloween wohl gedacht. Oder die vielen schönen Waldbilder im bunten
Herbstlaub. Ein bisschen Leichtigkeit und Spaß für die Kinder – so, so
wichtig.
Trotzdem: Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, kann ich nur noch sagen:
Gerade gut. Oder: Gerade nicht so doll. Weil es zwei Stunden später schon
wieder ganz anders aussehen kann. Ich bin stimmungsschwankiger geworden durch
Corona, dünnhäutiger, manchmal verstehe ich mich selbst und meine Launen
nicht.
Sehnsucht! Was mir fehlt, seit Corona in unser Leben platzte:
Vorfreude
Ich liebe Reisen, aber das geht ja nun nicht mehr, die Vorfreude fällt weg.
Ich liebe Karneval, aber das geht ja nun nicht mehr, die Vorfreude fällt weg.
Ich liebe Freundetreffen, geselliges Beisammensein, festes Drücken, aber das
geht ja nun nicht mehr. Ich liebe Abwechslung, ich liebe es, außer Haus zu
sein, ich liebe Sport oder den Kindern beim Sport zuzusehen. Hm. Das macht
mich melancholisch. Das macht mich stimmungsschwankig, aber das ist ja okay.
Da kommen wir schon durch.
Ich mag aber auch, wenn es anderen gut geht. Manchmal kommt dann der Weltschmerz.
Was ist mit den Pflegenden, die gerade über ihre Grenzen gehen? Was ist mit
den Intubierten, die das Virus erwischt hat, mit den Trauernden, die nicht
mehr alle zur Beerdigung dürfen. Was ist mit den Obdachlosen, die keine
„Laufkundschaft“ mehr haben. Mit denen, die wirklich um ihre
Existenzgrundlage fürchten, was ist mit der Veranstaltungsbranche, wir können
doch ohne Kultur nicht leben!
Allen soll es gut gehen! Vom Weltschmerz auf unseren Schultern
Ich fühl da so mit, es zieht mich so runter. Diese Warterei, dieses
zermürbende Nicht-Wissen, wie es weitergeht. Dieses permanente Gefühl, nun
kommt der nächste Hammer.
Ich esse viel mehr. Für ein paar Glücksgefühle zwischendurch. Ich
telefoniere viel mehr. Statt persönlichere Kontakte. Ich zweifele mehr. Ich
rede mehr in Luftblasen. Was wäre, wenn. Hätte, wäre, könnte. Wie viel
Gehirnkapazität das fordert. Ich muss mir wieder aktiv „coronafreie Kopfzeiten“
gönnen.
Mini-Highlights im Alltag: Sich über die kleinen Dinge freuen
Mich freuen, dass die Kinder gesund sind. Dass sie zumindest in der Schule
heute ihre Freunde sehen können. Im Hier und Jetzt leben. Was morgen ist,
sehen wir dann. Nur von morgens bis mittags planen und von mittags bis
abends. Fragen beantworten. Sorgen wegstreicheln, denn auch an den Kindern
geht das alles nicht einfach so vorüber.
Damit rechnen, dass Trump wiedergewählt wird, damit man morgen bei der Wahl
nicht so enttäuscht ist. Abwarten und schauen, statt zu sehr mitzufühlen.
Nicht in Emotionen verlieren für Sachen, die wir nicht ändern können. Gutes
tun, weil es selbst so gut tut. Einfach mal Postkarten verschicken oder
Pralinen.
Es gibt sie, die Lichtblicke. Wir müssen nur genau hinschauen
Für Mini-Highlights im Alltag sorgen, wenn die nächste Zeit doch so
highlightarm werden wird, ohne Weihnachtsmärkte, ohne Adventsbasare, ohne
ausartenede Weihnachtsfeiern. Sich über und auf Kleines freuen. Sich bewusst
mit Sachen beschäftigen, die Spaß machen, Dinge in den Kopf holen, die
glücklich machen.
Sich freuen, dass in Berlin Kinder unter 12 doch noch kontaktlos Sport
machen dürfen. Sich über Babyfotos der neuen Nichte freuen, die man zwar gern
näher kennenlernen würde, deren Bilder aber eben auch schon glücklich machen.
Sich über Verbündete im Job und Freundeskreis freuen, bei denen man sich mal
auskotzen kann, sich freuen, dass die ersten Amazon-Rezensionen für unser
Buch eintrudeln, sich über ein leckeres Essen hermachen oder einen lieben
Gruß verschicken.
Machen wir das Beste draus: Alle zusammen!
Machen wir das Beste draus. Schließlich betrifft es uns ja alle. Und auch
das kann ja tröstlich sein. Außerdem haben wir ja uns hier. Meldet euch, wenn
ihr Hilfe brauchen solltet. Wenn ihr mal Frust loswerden wollt oder Lob.
Lasst uns hier einen kleinen Wohlfühlplatz schaffen für die nächste Zeit. Wir
schippern ja doch alle gemeinsam durch dieses Meer der Elternschaft.
P.S. Tipp von meinen Mädels: Einfach liebevoll von CORONALE statt von
anstrengendem Lockdown sprechen, dann klingt es wie ein cooles Festival und
nimmt dem Ganzen das Dunkle (hilft wirklich, oder?)
|
Bockdown im Corona-Lockdown: Keine Ahnung, ob´s mir gut geht |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lockdown-so-geht-es-uns-gerade |
LISA: Ja, es war keine Überraschung, dass aus dem Lockdown light ein harter
werden würde und dennoch füllten sich bei mir während der Pressekonferenz
wieder die Tränendrüsen. Weil es für mich gefühlt schon seit Wochen ein
Zu-wenig an allem war. Zu wenig Freunde, zu wenig Zeit für mich, zu wenig
Abschalten, zu wenig Ablenkung, zu wenig Leichtigkeit. Und jetzt sollte es
also wieder NOCH mehr Einschränkungen geben? Noch weniger Ich in all dem Wir?
Ich war mir am Sonntag nicht sicher, das noch einmal packen zu können. Noch
einen harten Lockdown, noch einmal zurückgeworfen, alleingelassen mit all den
Anforderungen und Aufgaben. Die vielen Schulmails, die vielen Unsicherheiten,
kein ungestörtes Arbeiten mehr, nicht mehr aus dem Haus können. Aus dem
Zuhause, das mir eh schon so aus dem Hals raushängt, weil ich immer im
Homeoffice arbeite, aber sonst auch mal eine Dienstreise oder ein
Reportagetermin außerhalb möglich waren oder einfach den Kindern beim
Fußballspielen zuschauen.
Zuhause, das ist für mich immer auch Arbeit. Für den Job, den Haushalt oder
die Kinder. Andere können sich zu Hause hervorragend entspannen. Ich kann das
vor allem außerhalb meines Zuhauses. Wenn ich mal was anderes erlebe…
…Ich erlebe aber nichts anderes mehr.
Wir haben uns auch in den letzten Wochen schon unglaublich eingeschränkt.
Kein Sport mehr, kein Hobby, keine Abendessen oder Freundetreffen in größeren
Gruppen. Wenn ich rausgehe, gehe ich allein durch den Wald. Mir reicht das
auf Dauer aber nicht. Zurück zu Hause dann Kinder- und
Geschwisterexplosionen, manchmal erinnert das hier an ein Nahkampfgebiet.
Dreimal Pubertät heißt eben auch: Dreimal sich lösen wollen. Und das aber
grad nicht können. Weil Freunde nicht mehr erlaubt sind. Alles wird
diskutiert. Mit uns. Miteinander. Es schlaucht. Bei aller Liebe erschöpft das
eben auch.
Es mutet an, als müssten wir als Eltern immerzu funktionieren, immer Gas
geben auf allen Ebenen, aber es fehlt eben an Tankstellen! Da sind keine
Highlights wie Hochzeiten oder Geburtstage oder Urlaube. Da sind keine
Abwechslungen, nur zermürbende Routine und Hamsterrad. Und wann das alles
vorbei sein soll ist ungewiss.
Ich glaube mittlerweile nicht mehr an Termine. An 11. Januare. Ich kann mir
nicht vorstellen, dass die Kinder Mitte Januar wieder zur Schule gehen. Ich
weiß nicht, wann wir dann Geld verdienen sollen. Ich weiß aber auch nicht,
wann wir dann Kraft tanken sollen. Wir alle, die wir alle unterschiedliche
Päckchen zu tragen haben, aber alle zusammen in dieser Pandemie festsitzen.
Ich hab einfach keinen Bock mehr auf Corona. Ich will jetzt gern mein altes
Leben zurück. Für mich. Und für alle anderen.
KATHARINA: Das Dèjá-vu trifft mich mit dem Vorschlaghammer auf dem
Kitaflur. Ich schiebe meine kleine Tochter in den Gruppenraum, murmle etwas
in meine Maske, dann verlasse ich das Gebäude fluchtartig, weil mir die
Tränen in die Augen schießen.
„Wer weiß, wann wir uns dann wieder sehen“, hatte die andere Mutter auf dem
Flur gesagt und das war mein Knackpunkt. Diesen Satz hatte ich am letzten Tag
vor dem ersten Lockdown so oft gehört. Damals war ich noch voller Hoffnung,
dass der ganze Spuk vorbei nach Ostern ist.
Heute, Monate später, bin ich schlauer. Nichts ist vorbei. Wir stecken bis
zum Hals drin. Dass am 10.1. wieder Normalität einkehrt, glaube ich nicht.
Ich bin nicht mehr nur hoffnungsvoll, sondern realistisch..
Auch die Kinder haben dazu gelernt. Sie wissen, dass sie in den nächsten
Wochen wieder nicht zur Schule, zu den Hobbys, zu ihren Freunden dürfen. Sie
wissen, was auf sie zukommt. Sie schlucken die Enttäuschung darüber runter
runter und sind tapfer. Wie so oft im letzten Jahr.
Gestern hatte meine Große Geburtstag. Ihr größter Wusch war, dass sie da
noch zur Schule gehen und Muffins an ihre Freunde verteilen kann. Wir freuen
uns alle sehr, dass das noch geklappt hat. Es war ein anderer
Geburtstag. Aber er war auch sehr schön.
Wie ich mich fühle? Nach der Kita habe ich im Auto schlimm geheult. Dann
gings wieder. Manchmal erwische ich mich, dass ich denke: Was, wenn das alles
nie vorbei geht? Was, wenn meine Kinder so aufwachsen müssen?
Ich denke viel über mich und meine Erwartungen nach. Über Dinge, die ich
für selbstverständlich gehalten habe. Darüber, was für mich wirklich wichtig
ist. Darüber, was bei uns in der Familie gut läuft und wo die Punkte sind,
über die wir immer wieder stolpern.
Am Abend lesen wir „Weihnachten im Mövenweg“. Die Kinder dort gehen auf
einen Weihnachtsmarkt, haben Adventsfeiern in den Schulen und Musikvorspiele.
Krass, denke ich, all das fällt dieses Jahr aus. Alles nicht lebensnotwendig,
aber es hat vielen Leuten viel Licht und Freude gebracht. Also doch sehr
wichtig.
Im Frühjahr haben alle Bananenbrot auf Instagram gebacken, jetzt werden
Kerzen gefärbt und Wichteltüren angebracht. Wir essen nur Plätzchen und ich
trinke zu viel Rotwein.
Auch diese Zeit wird vorbei gehen. Das hoffe ich. Und irgendwann werden wir
zusammen sitzen, von diesem seltsamen Jahr erzählen, von dem Weihnachten, das
so anders war. Und dann wird es sich anfühlen, als sei es nur ein schlechter
Traum gewesen. Weil die Welt dann wieder eine andere ist.
Bis dahin, Kopf einziehen und durchhalten, die Maßnahmen sind wichtig und
richtig.
Ihr seid nicht allein. Wir sind da.
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Lockdown: So geht es uns gerade | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/lynn-andersen-wie-aus-unserem-daenemark-urlaub-ein-thriller-entstand |
Ihr Lieben, ich weiß nicht, ob ihr auch Familien habt, mit denen ihr gern
in den Urlaub fahrt – das funktioniert ja auch nicht mit allen. Aber wir
haben da so eine Familie, mit der wir gern wegfahren, weil nicht nur wir
Erwachsenen uns super verstehen – sondern auch die Kinder. Weil wir fast
identische Ansichten zu Sightseeingfrequenz und Entspannungsetappen haben und
wir ähnlich locker mit unseren Urlaubskindern umgehen.
Zusammen verbrachten wir also mal zwei wirklich wundervolle
Wochen in Dänemark. Wir hatten zwei recht günstige Ferienhäuschen am
Strand, so
dass wir uns gegenseitig besuchen konnten. Und vor allem die Kids
immer
entweder in ihrem oder in unserem Garten spielten.
Es war das erste Mal in meiner gesamten Mutterkarriere, dass ich fünf
Bücher in zwei Wochen Ferien verschlang. Einfach, weil die Kinder ja sich
hatten. Da auch das Wetter noch so wunderbar mitspielte, war das echt rundum
perfekt.
Aber der Urlaub hatte Nachwirkungen. Lynn Andersen, die Mama der anderen
Familie, zog sich danach nämlich zurück in ihr Kämmerlein – und was dort
entstand, räusper, macht mir jetzt zugegebenermaßen doch ein bisschen Angst.
Denn sie schrieb einen Thriller. Einen Roman, der genau dort spielt, wo wir
zusammen waren: Dänische Dämmerung (Affiliate Link).
Und – HILFE! – es wird ein deutsches Ehepaar ermordet
aufgefunden. In einem Sommerhaus an der dänischen Nordseeküste. Ähem.
Nun.
Also. Ich gehe mal fest davon aus, dass das… – also zum Glück lebe ich ja
noch!
Fiktion, Fiktion, der Roman ist natürlich ausgedacht. Ich bin trotzdem
stolz,
dass dieser Urlaub Lynn mit zu diesem Werk inspiriert hat. Ich wollte
doch
jetzt nochmal genauer nachfragen…
Autorin Lynn Andersen.
Liebe Lynn, unser gemeinsames Urlaubsdorf ist nun Kulisse
deines Thrillers „Dänische Dämmerung“ geworden. Wer genau stand denn
nun
eigentlich Pate für das ermordete deutsche Ehepaar, ähäm?!
Lynn Andersen: Ein sehr sympathisches Ehepaar. Aber auch wenn ihr ebenfalls
sehr sympathisch, seid, dir und deinem Mann würde ich niemals etwas zu Leide
tun. Nicht mal schriftlich.
Nun ist das Buch ja tatsächlich etwas für Thriller-Fans…
dass nur der kleine Sohn des Ehepaars übrig bleibt, macht mir ein
bisschen
Angst, es komplett zu lesen. Schafft man das als Mutter, du hast ja
schließlich
selbst zwei Kinder…?
Lynn Andersen: Frag mal wie es mir ging, das nicht nur zu lesen, sondern
selbst aufzuschreiben. Aber manchmal muss eine Autorin tun, was eine Autorin
tun muss. Für die Spannung geht man dann auch mal an die Grenzen.
Aber ganz ehrlich: Man kann das Buch gerade gut als Mutter oder Vater
lesen. Es geht darin nämlich auch viel um Beziehungsthemen, das Scheitern am
Anspruch eine perfekte Familie sein zu wollen und um wahre Liebe.
Du bist ähnlich wie ich irgendwann, von Berlin aufs Land
rausgezogen. Kommen dir in der Einsamkeit und Stille die besseren Ideen?
Oder
woher nimmst du die Fälle, die dann den Weg in deine Bücher
schaffen?
Lynn Andersen: Sie kommen immer dann, wenn ich mich frage: Was könntest du
denn als nächstes schreiben? Wo und wann das ist, bestimme ich ganz allein.
Das Landleben hilft natürlich ein bisschen dabei. Denn dort kann man super
beim Spaziergang oder beim Joggen nachdenken. Aber auf der Zugfahrt in meine
alte Heimat Berlin sind mir auch schon richtig gute Ideen gekommen – und da
befindet man sich ja genau zwischen Stadt und Land.
Im Buch verschwindet irgendwann auch die Ehefrau des
Kommissars, der Fall wird immer verworrener. Wie machst du das beim
Bücherschreiben, sprichst du dann mit echten Kommissaren, fährst du
zum
Recherchieren raus?
Lynn Andersen: Da ich ja auch Journalistin bin, könnte ich niemals etwas
schreiben, das total unwahrscheinlich ist. Deshalb habe ich für dieses Buch
tatsächlich mit dem Pressesprecher der Polizei Osnabrück gesprochen. Ich
wollte, dass mein Protagonist, Daniel Konermann, einen Lebenslauf hat, der
realistisch ist und seinem Alter entspricht.
Für meinen zweiten Roman Luderplatz (Affiliate Link) habe ich mich sehr
lange mit einer Rechtsmedizinerin unterhalten, die wirklich einen schönen
schwarzen Humor hatte. Oder ich habe mit der Berliner Feuerwehr über die
Bergung von Wasserleichen gesprochen. Meistens fließt dann etwas aus diesen
Gesprächen mit in die Geschichte ein.
Ach ja, in unserem Dänemarkurlaub bin ich über den örtlichen Friedhof
geschlendert und habe mir typisch dänische Namen von Grabsteinen
aufgeschrieben und in unserer Ferienhaussiedlung habe ich mir Straßen- und
die Kosenamen der kleinen Häuser notiert.
Mein Onkel ist Arzt, er gab mir mal einen Tipp für einen fast perfekten
Mord und ein Freund ist Segler, der konnte mir was zu einem bestimmten Sturm
sagen, der auch in der Dänischen Dämmerung über das Land fegt.
Und wie denkst du dir die Handlung aus? Wirklich an einem
großen Tapetenblatt, auf dem die Handlung aufgemalt wird, so wie man sich
das
so vorstellt?
Lynn Andersen: Ne, bei mir beginnt alles ein paar Nummern kleiner. Mit
einem Notizbuch, das ich immer bei mir habe und in dem auch mal
Einkaufslisten zu finden sind und die nächsten Netflix-Serien stehen, die ich
noch gucken muss. Da kommt alles rein, was ich mir zu einer Geschichte
überlege. Stichworte, erste Handlungsstränge, mögliche Namen, Orte, Mordmethoden.
Von da geht es dann später in ein erstes Word-Dokument, dass dann „Notizen
und Ideen“ heißt. Und irgendwann wird daraus ein Exposé, also eine
Handlungszusammenfassung, die dann mein Agent zu sehen bekommt. Sagt er, das
ist gut, mache ich weiter mit den Probeseiten.
Allerdings hatte ich dieses Mal tatsächlich vor, mir einen Ablaufplan an
die Wand zu hängen, aber irgendwie hat es nicht geklappt. Stattdessen
schreibe ich Veränderungen lieber ins Notizbuch. Manchmal muss ich auch
richtig rechnen, wenn die Handlung in mehreren Zeitebenen stattfindet zum
Beispiel.
Und ich brainstorme zwischendurch mit einer Freundin, die auch Autorin ist
und die die Namen meiner Protagonisten besser im Kopf hat als ich. Die findet
jeden logischen Fehler und hilft auch dabei sie aufzulösen!
Nach einigen Krimis ist dies nun dein erster Thriller.
Warum war dir das mal ein Bedürfnis? Und zu allerletzt. Warum spielt er
genau
dort, wo wir zusammen mit den Kids einen der entspanntesten Urlaube
ever
verbrachten 😉?
Lynn Andersen: Spannende Geschichten zu erzählen, das ist mein Bedürfnis.
Ob dann am Ende ein Krimi oder Thriller daraus wird, eine Liebesgeschichte
oder eine Komödie, ist für mich eigentlich nebensächlich. Dass es jetzt
ausgerechnet Dänemark sein musste, lag genau an dieser Entspanntheit, die wir
dort alle erlebt haben.
Alle Türen sind offen, jeder fühlt sich absolut sicher, die Menschen sind
freundlich, das Dosenbier schmeckt und die Hot-Dogs sowieso. Und genau dann,
wenn alles perfekt ist, also an so wunderbar unschuldigen Orten und in den
schönsten Momenten, stelle ich mir eigentlich immer die Frage: Was wäre,
wenn…
Und, schwupps, befinde ich mit mitten in einem Mord-Szenario. Ich schätze,
das ist eine Art Berufskrankheit von mir.
Lynn Andersen: Dänische Dämmerung. Emons. (Affiliate Link)
|
Dänische Dämmerung: Lynn Andersen schreibt ihr Thriller-Debut |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/macht-euch-nicht-abhaengig-so-koennen-sich-frauen-absichern-die-zu-hause-bei-den-kindern-bleiben |
Ihr Lieben, ihr kennt das
sicherlich, immerzu wird uns suggeriert, dass wir nach der Geburt schnell
zurück in den Job sollen. Was, wenn ich das als Mutter gar nicht will? Wenn
ich zu Hause bei den Kindern bleiben möchte?
Dann ist das vollkommen okay, sagt Vereinbarkeitsexpertin Nicole
Beste-Fopma („Beruf und Familie – Passt!“, Affiliate Link), allerdings nur,
wenn sie sich dann auch entsprechend absichern. Mit diesem Vertrag kann das
gelingen. Danke für diesen wertvollen Gastbeitrag!
"Wollen wir nicht alle ein zufriedenes, selbstbestimmtes Leben leben?
Wir bekommen Kinder oder auch nicht. Wir bekommen ein Kind oder gleich einen
ganzen Stall voll. Wir sind erwerbstätig oder auch nicht. Wir üben unseren
Job für wenige Stunden aus oder ganz viele. Wir lassen die Kinder in der Kita
betreuen oder von den Großeltern oder von jemand anderem, dem wir
vertrauen.
Doch egal was und wie wir es machen, wir machen es in den Augen einiger
immer falsch. Warum nicht jede nach ihrer Fasson? Warum berichten wir in den
Zeitungen, Zeitschriften und im Internet nicht vorurteilsfrei von allen
Möglichkeiten und weisen lediglich auf die jeweiligen Herausforderungen
hin?
Es lässt sich auch heute noch beobachten, dass Paare, sobald das Kind da
ist, in das traditionelle Familienmodell zurückfallen. Wenn auch nicht
vollends, dann doch zumindest in ein Modell, in dem der Mann der
Hauptverdiener ist und die Frau dazu verdient. Und das ist ok! Kinder wachsen
nicht von alleine auf und nicht jede*r will den Nachwuchs schon mit wenigen
Monaten in die Hände einer Kinderbetreuer*in geben, damit beide Vollzeit
erwerbstätig sein können.
Die Frau macht sich damit aber abhängig. Selbst dann, wenn sie
dazuverdient. Denn von dem, was sie verdient, kann sie im Fall der Fälle –
Scheidung – nicht leben. Zwar ist es heute sicherlich einfacher, wieder in
den Job einzusteigen. Es gibt viele tolle Beispiele von, in erster Linie,
Frauen, die mit 40 wieder eingestiegen und sogar noch mal so richtig
durchgestartet sind. Aber darauf sollte man sich nicht verlassen.
Deshalb bin ich der Meinung, dass man mit dem Partner einen Vertrag
abschließen sollte. Und zwar genau dann, wenn man gemeinsam beschließt, dass
einer von beiden Stunden drastisch reduzieren oder gar ganz zuhause bleiben
wird. Der Vertrag sollte dann folgende Punkte beinhalten:
Entgangener Gewinn: Das Elternteil, das zukünftig nur wenig bzw. nichts
verdient, erhält im Fall einer Scheidung die Hälfte des während der Zeit der
Kinderbetreuung erwirtschafteten Gewinns. Wer in einer Gütergemeinschaft
lebt, erhält das auch ohne Vertrag. Dieser Passus ist also nur wichtig für
Paare, die eine Gütertrennung vereinbart haben.
Lohnausgleichszahlung: Wer lange Zeit nicht erwerbstätig war, wird nicht so
viel verdienen, wie eine Arbeitskraft, die immer im Job war. Daher sollte für
einen bestimmten Zeitraum eine Ausgleichszahlung vereinbart werden.
Wiedereinstieg: Nicht immer gelingt der Wiedereinstieg so schnell und
reibungslos wie man/frau es sich wünscht. Hier sind beide Parteien gefragt.
Die eine muss sich dazu verpflichten, intensiv nach einem Job zu suchen. Die
andere verpflichtet sich dazu, für einen Zeitraum x finanziell zu
unterstützen. Legt einen monatlichen Betrag fest und vergesst nicht, dass das
Leben jedes Jahr teurer wird!
Betreuungsbonus: Lebt das Kind die meiste Zeit bei einem Elternteil, muss
dieser auch immer für die Betreuung aufkommen. Abends mal einen Babysitter
holen, um auch mal wieder „unter Leute“ zu kommen. Teuer! Über den gesetzlich
geregelten Unterhalt hinaus, sollte auch hier mindestens einen Abend pro
Woche Geld für einen Babysitter verhandelt werden.
Rentenausgleich: Last but not least, muss auch an der Alter gedacht werden.
Altersarmut ist weiblich. Muss aber nicht sein. Vieles ist schon im Gesetz
geregelt, aber nicht, dass auch der gesetzliche und betriebliche
Rentenanspruch fifty-fifty geteilt werden muss.
In diesem Sinne: Wenn ihr Euch gegen den Job und für die Kinder
entscheidet, macht das! Aber sichert Euch ab!"
Die Autorin dieses Beitrages, Nicole Beste-Fopma, hat ein sehr
empfehlenswertes Buch zum Thema geschrieben: "Beruf und Familie –
Passt!" (Affiliate Link). Für alle, die sich noch eingehender mit dem
Thema Vereinbarkeit beschäftigen wollen.
|
Macht euch nicht abhängig! So können sich Frauen absichern, die zu Hause
bei den Kindern bleiben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-glueck-gemischte-gefuehle-nach-der-geburt-sind-vollkommen-normal |
Unsere Leserin hat ihre Drillinge kerngesund zur Welt gebracht. Alle Welt
freute sich so über die Geburt und die kleinen Wunder. Doch Mama haderte.
Damit, dass andere sich nachts um ihre Kleinen kümmerten. Sie erkannte sich
selbst nicht wieder.
Dass solche großen, ambivalenten Gefühle nach der Geburt vollkommen normal
sind, wusste sie da noch nicht. Mi ihrem Text möchte sie all jenen Mut
machen, die sich wie sie nicht getraut haben, darüber zu sprechen, dass neben
dem großen Glück auch ganz schön viele Ängste und Sorgen mit im
Gefühlscocktail auftauchten.
"Als unsere Kinder vor einigen Jahren in der 32. Schwangerschaftswoche
zur Welt kamen, hatte ich schon viereinhalb Wochen im Krankenhaus verbracht.
Mit Hilfe von Wehenhemmern, einem wunderbaren Arzt und meinem sozialen
Umfeld, das mich umsorgt und in allem bestärkt hat, konnten wir es schaffen,
die Geburt bis zur 32. Woche hinauszuzögern.
Nun war also der große Tag gekommen und unsere Drillinge erblickten –
zwar noch klein, aber kerngesund – das Licht der Welt. Trotzdem würde es noch
sieben Wochen dauern, bis wir unsere Mädchen mit nach Hause würden nehmen
können.
Nach einigen Tagen hatte ich jedoch das Gefühl, dass sich bei mir im
Gegensatz zu allen anderen das Gefühl des Glücks einfach nicht einstellen
wollte. So viele Menschen traf ich in den Tagen nach der Geburt, alle mit
einem strahlenden Gesicht und den Worten, wie toll doch alles verlaufen sei.
Objektiv war mir völlig klar, dass all diese Menschen Recht hatten. Die
Kinder und ich wurden bestens medizinisch versorgt und die Krankenschwestern
und Ärzte waren alle sehr nett… und doch schmerzte mein Herz jeden Abend
unglaublich.
Ohne meine Kinder nach Hause gehen zu müssen, das fühlte sich nach einer
völlig falschen Situation an. Ich fühlte mich sehr verloren und ja, auch
undankbar – schließlich ging es uns doch allen gut. Warum also konnte
ausgerechnet ich mich dem Glück nicht anschließen?
Wenn ich morgens in die Klinik kam und eine Schwester mir sagte: "XY
hatte eine sehr unruhige Nacht aber ich habe viel mit ihr gekuschelt und dann
ging es ihr besser", konnte ich das kaum aushalten. Ein fremder Mensch
tröstet mein Kind und ich sollte auch noch dankbar dafür sein?
Ich weiß, wie ungerecht mein Gefühl gegenüber den vielen Menschen war, die
für uns immer nur das Beste wollten… aber in dem Moment konnte ich einfach
nicht anders. Einmal sagte ein Arzt zu mir „Fahren sie doch nochmal ein
Wochenende in den Urlaub ihren Kindern geht es hier doch gut“. Für mich war
das vollkommen unvorstellbar. Ich wollte doch gerade bei meinen Kindern
sein!
Diese Mischung aus Neid auf das Glück der Anderen und Überforderung mit
dieser völlig neuen Situation machte mich fertig. Zumal dies überhaupt nicht
meinem Wesen entsprach! Ich versuchte doch eigentlich immer allen wohlwollend
gegenüberzutreten.
Mir ging es emotional sehr schlecht, doch ich traute mich einfach nicht,
das auch klar zu äußern. Ich ließ nichts von diesen Gefühlen nach außen
dringen, sondern blieb damit völlig für mich allein, weil ich nicht den Mut
hatte, darüber zu reden. Alle Welt war doch so glücklich und ich sollte ihnen
jetzt sagen, dass mir ständig zum Heulen zumute war? Ich habe sehr lange
gebraucht, diese Zeit anzunehmen und zu verarbeiten und noch heute verspüre
ich manchmal Schmerz, wenn ich daran denke.
Als die Kinder etwa anderthalb Jahre alt waren, hatte ich das Gefühl ich
müsste etwas tun, um dieses Thema endlich abzuschließen und meine Gedanken an
diese Zeit in eine andere Richtung zu lenken. Den Schmerz, den diese Zeit
verursacht hatte, konnte und wollte ich annehmen, um damit abzuschließen oder
zumindest meinen Frieden zu schließen.
Ich habe damals viel gelesen und regelmäßige Sitzungen bei einem
Mentalcoach wahrgenommen, um mit ihm zu ergründen, was eigentlich mit mir los
war und wie ich diese Zeit anders einordnen kann. Ich hätte mir rund um die
Geburt gewünscht, dass mich jemand gefragt hätte, wie es mir eigentlich geht,
jeden Abend ohne meine Kinder nach Hause gehen zu müssen. Wie sich das
anfühlt, diese kleinen Menschen für eine sehr lange Zeit in sich zu tragen
und von einem Tag auf den anderen dann auch noch räumlich getrennt sein zu
müssen.
Diese damit verbundene Ohnmacht nicht in sich zu tragen, sondern offen
damit umzugehen, hätte mir sicher sehr geholfen. Ich möchte jedem, der sich
in diesem Text wieder erkennt, Mut machen, darüber zu reden. Anzunehmen, dass
es okay ist, wenn man in Ausnahmesituationen neben Glück noch Gefühle wie
Überforderung, Verlorenheit und Unsicherheit spürt.
Als ich mich neulich mit einer Zwillingsmama unterhielt, kamen wir auf
dieses Thema zu sprechen. Sie sagte dann irgendwann „Du bist die Erste, die
mich versteht“. Ihr war es genauso ergangen und seitdem lässt mir das keine
Ruhe.
Es ist so wichtig, zu wissen, dass eine Situation, die für andere objektiv
mehr als in Ordnung ist, sich für einen selbst alles andere als in Ordnung
anfühlen kann. Alle Menschen, die mich damals umgaben, wollten ja immer nur
das Beste. Wenn man nicht selbst in dieser Situation ist, ist es sehr
schwierig dies nachzuvollziehen.
Darum finde ich es wichtig, ohne Scham darüber zu reden, dass diese erste
neue Familienzeit unter besonderen Voraussetzungen mehr Aufmerksamkeit
benötig als "nur" die medizinische Betreuung."
Wenn ihr Kontakt zu unserer Gastautorin aufnehmen wollt, schreibt uns
einfach eine kurze Nachricht. Wir vermitteln dann gern.
Hilfe für Betroffene:
In Köln begleitet Nicole Ebrecht-Fuß Frauen, denen es ähnlich ergangen ist.
Sie bietet auch die deutschlandweit einzige Selbsthilfegruppe für Frauen nach
traumatisch erlebter Geburt an: Winyan.
Außerdem bietet der Verein Schatten und Licht Hilfen bei Krisen rund um die
Geburt.
Zum Weiterlesen:
Von der Angst, keine gute Mutter zu sein (Spiegel Online)
Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche? Eine sehr persönliche
Buchrezension
Wie Ulrike nach einer postpartalen Depression noch ein Kind bekam
|
Mama-Glück?: Gemischte Gefühle nach der Geburt sind vollkommen normal |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-kannst-du-mal-aufhoeren-zu-motzen |
Ihr Lieben, wer mich kennt,
weiß, dass ich ganz gerne gute Laune habe. Umso mehr fällt es wohl auch bei
den Kindern ins Gewicht, wenn es bei uns zeitweise mal ein bisschen motziger
zugeht.
Das kann zum Beispiel in Stoßzeiten wie in der Phase kurz nach den
Sommerferien so sein, wenn plötzlich alle wieder Schulbrote brauchen, alle
wieder ins Büro müssen, nachmittags wieder Hausaufgaben auf dem Programm
stehen und abends möglichst pünktlich das Licht ausgehen soll, damit man am
Morgen durch die Müdigkeit nicht noch motziger ist.
Nun, so eine Phase ist das hier gerade. Alle leicht überfordert (schön, das
einfach mal aufzuschreiben, denn ja, es ist ganz normal, als Mama oder Papa
auch mal überfordert zu sein), alle irgendwie aufgescheucht und
durcheinander. Wer braucht wann welches Sportzeug und wer hat den Elternbrief
wieder nicht abgegeben und wer hat jetzt nochmal den Wandertag oder braucht
eine Unterschrift? Dazu diese elende Müdigkeit, denn wir selbst müssen uns ja
auch erst wieder an das frühe Aufstehen zwischen 6 und 7 Uhr gewöhnen.
Nun kam ich heute nach der Arbeit nach Hause, hatte kurz Zeit, den Jungs
Hallo zu sagen und einen Kaffee zu trinken und musste dann los, unsere
Tochter von ihrem Lang-Tag an der Schule abzuholen. Als wir beide zurück zu
Hause waren, kamen wir nicht rein. Die Türklinke war mit Tape-Band zugeklebt
und unten war das Sicherheitskettchen vorgeschoben.
"KÖNNT ihr uns mal bitte reinlassen?" "Höhö,
nöö."
"Jungs, echt jetzt, was soll das? Kann man euch nicht EINMAL zu Hause
lassen, ohne dass ihr irgendwelchen Quatsch macht?" "Mann Mama,
jetzt motz doch nicht schon wieder. War doch nur ein Scherz…"
Sind sie nicht süß? Ja, okay, am Ende lacht man drüber, aber nach einem
langen Tag ist einem eben nicht dauernd zum Lachen zumute. Besonders nicht,
wenn man dann reinkommt und sie SCHON WIEDER ihre Jacken einfach auf den
Fußboden geworfen haben, obwohl ich ihnen in diesem Jahr schon Trölfmillionen
Mal gesagt habe, dass sie dafür eine Extra-Kindergarderobe haben. Und wenn
ich dann sage, dass sie jetzt bitte Hausaufgaben machen sollen. Nö. Und
erwähne, dass nachher auch noch Training ist. Nö. Und dass sie ihre
Joghurt-Deckel bitte vom Sofa kratzen sollen. Nö.
Wuhäääääääääää. Buhuuuu.
Verdammte Hacke, jetzt macht doch mal IRGENDWAS, das ich sage!!!
„Boah, Mama, kannst du auch mal EINEN Tag hinkriegen, an dem Du nicht motzt?“
Und das kommt dann in dem gleichen Motzton, den ich nach acht verweigerten
Handlungsanweisungen an den Tag lege. Meine Kinder! So süß.
Und morgen versuche ICH dann einfach mal zu allem Nö zu sagen. Aber ohne
Motzen. Das dürfen sie dann übernehmen. So ein Rollentausch müsste doch
eigentlich Wunder bewirken, oder??? Und nächste Woche sind wir dann ja
hoffentlich eh wieder eingegroovt. Bis zu den nächsten Ferien, wenn wieder
alles außer Rand und Band gerät. Bestimmt. Ich kenn doch meine Pappenheimer…
Bitte lest dazu auch diesen Beitrag
von uns: "Rollentausch: Wie das wäre, wenn ich mich als Mama einen Tag
lang wie mein Kind verhalten würde"
—––IN EIGENER SACHE: Wir sind mit diesem Text für den Scoyo Eltern Blog
Award nominiert. HIER könnt Ihr uns Eure Stimme schenken, wir
würden uns sehr darüber freuen!
|
"Mama, kannst du mal aufhören zu motzen?" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-meeting-am-weltfrauentag-muetter-vernetzt-euch |
Ihr Lieben, wir haben es bereits in unserem Beitrag „Frauen vereinigt euch“
erwähnt: Wir brauchen einander! Wir brauchen ein Netzwerk. Wir müssen
miteinander arbeiten, uns gegenseitig aufhelfen, wenn wir gestolpert sind,
uns anfeuern, wenn es grad gut läuft.
Morgen ist Weltfrauentag und für uns ist dieses Miteinander DAS Motto
schlechthin dafür. Wir dürfen uns nicht gegenseitig ausbremsen, wir sollten
neugierig, nicht wertend mit unterschiedlichen Lebensmodellen umgehen. Gerade
unter uns Frauen! Wir brauchen Zusammenhalt und Solidarität!
Und weil uns dieser Netzwerk-Gedanke so gefällt, haben wir Juliane
Schreiber und Sarah Drücker von Mama Meeting aus Anlass des Weltfrauentags um
einen Gastbeitrag für uns gebeten.
MÜTTER VERNETZT EUCH!
„Einmal Vereinbarkeit, bitte, auf die Hand, also To-Go, oder meinetwegen,
packen Sie’s ein, aber nicht in Plastik!“ Es wäre so schön, könnte ich die
Lösung für Kind, Karriere, Life itself als Mensch und Mama einfach irgendwo
kaufen.
Denselben Wunsch haben viele Unternehmen und bauen den Kickertisch zum Wickeltisch
um, planen Sommerfeste für die ganze Familie und hoffen, dass die Working Mom
im Notfall nicht nur dem Kind, sondern auch ihrer Company zur Seite steht.
Es gibt heute gar nicht mehr so viele Unternehmen, die nichts für die
Familienfreundlichkeit tun wollen. Laut Studie des Bundesministeriums für
Familie halten sich schon 44 Prozent der ArbeitgeberInnen für sehr
familienfreundlich. Aber nur 24 Prozent der ArbeitnehmerInnen finden, dass
ihr Arbeitsplatz ihre Ansprüche an Familienfreundlichkeit erfüllt.
Die Bedürfnisse von Eltern sind
so fluide wie Babyspeichel
Und genau diese Ansprüche sind das Problem. Die sind nämlich völlig
individuell, Lebensphasenabhängig und ändern sich manchmal über Nacht,
insbesondere wenn die Nacht wegen des Dreitage-Fiebers schlaflos für die
ganze Familie war. Darum predigen die einen Vereinbarkeitsgurus Flexibilität
sei der Schlüssel.
Andere sagen, gerade klare Strukturen geben den Eltern zumindest im
Arbeitskontext Halt und Sicherheit. Fakt ist: Wir haben keine Vereinbarkeit,
weil es sie so als fertiges Ding in der Dose, in kleinen und großen
Portionen, nicht gibt.
Wir haben alle individuelle Baustellen. Wir brauchen heute dies und morgen
das. Unsere Ansprüche sind so fluide, wie der Sabber, der unseren Babys
über‘s Kinn auf den Pulli tropft.
Hinter jeder starken Mama
steckt ein ganzes Netzwerk für den Support in unterschiedlichen
Bereichen
Vielleicht ist Vereinbarkeit darum eigentlich ein Netz, mit vielen Punkten,
die wir zu unterschiedlichen Zeiten ansteuern und nutzen. Und diese
Verknüpfungen sind Menschen, die mich und meine Familie in unterschiedlichen
Situationen begleiteten, unterstützen oder mir einfach nur die Augen öffnen
für Lösungen, die ich bisher übersehen habe.
Was wir bei Moms, die es scheinbar easy schaffen Kind und Karriere zusammen
zu bringen, nämlich häufig nicht sehen, ist das Netzwerk in ihrem Rücken.
„Behind every great women, there is a shit ton of other dope ass women”.
Mit diesem Satz auf einem Protestplakat hat eine Referentin beim Mama Meeting
mal ihren sehr beeindruckenden Vortrag begonnen.
Die richtige Information zur
richtigen Zeit kann für die Vereinbarkeit Gold wert sein
Wir, das sind Sarah Drücker und Juliane Schreiber, haben „Mama Meetings“
ins Leben gerufen zum Weiterbilden mit anderen Working Moms, zu ganz
unterschiedlichen Karrierethemen (Gehaltsverhandlungen, Work-Life-Coachings,
Unternehmensgründung, uvm).
Spannend wurde es aber meist auch abseits des Vortragsthemas, wenn Nummern
und Tipps ausgetauscht wurden. Denn da erzählte eine, wie sie ihr
Familienchaos mit der Scrum-Methode in den Griff bekommen hat.
Eine andere bekam einen wertvollen Pressebeitrag für ihre Petition. Die
nächste bekam die Nummer eines guten Coaches für die berufliche
Umorientierung. Und die, die langsam verzweifelte weil sie zwischen
Kita-Absagen und Wiedereinstieg hing, erfuhr, wie sie ihren Anspruch
einklagen konnte.
Ein digitaler Business-Club für
berufstätige Mütter
Um diese Synergien immer verfügbar zu machen, haben wir 2020 den ersten
digitalen, branchenübergreifenden Business Club für Working Moms gegründet.
Wir fänden es super, wenn wir Vereinbarkeit auch einfach irgendwann online
bestellen könnten, mit Klima-neutralem Versand (!). Bis dahin geben wir uns
als Mitglieder dieses Mama-Clubs gegenseitig Rückendeckung, Ratschläge und
Kontakte weiter, um durch die Herausforderungen eines Alltags, der jeden Tag
anders ist, zu navigieren.
Denn dank dieser wertvollen Kontakte, verkürzen sich die Momente, in denen
wir nicht weiter wissen oder fürchten unter zu gehen, auf wenige Minuten und
bewahren uns so davor für Tage, Wochen oder sogar Monate an uns und der Welt
zu zweifeln.
Man braucht nicht nur ein Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Auch wir Großen
brauchen dieses Dorf, für alle Lebensbereiche und können es uns oft einfach
über ein „Hallo, ich hab mal eine Frage“ aufbauen.
Zu Mama Meeting:
Mama Meeting GbR – Seit 2018 bringt Mama Meetings Working Moms
zusammen, um sich zu beruflichen Themen weiterzubilden und zu networken.
2019 erschien „MOMTASTIC: Frau sein, Mama werden, cool bleiben“ (Affiliate
Link), das Buch der Mama Meeting Gründerinnen, Sarah Drücker und Juliane
Schreiber, rund um modernes Muttersein.
Mit dem Launch des ersten digitalen, überregionalen Business Clubs bringt
Mama Meeting Working Moms in ganz Deutschland zusammen, um ein verlässliches
und für alle Mitglieder wertvolles Netzwerk zu bilden.
|
Mama Meeting: Ein Business Club für Mütter im Job |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mama-mutig-mittendrin-wie-zur-hoelle-machen-das-andere-muetter-bloss |
Ihr Lieben, heut schreibt euch Corinna Mamok. Die Zweifachmama hat sich im
letzten Jahr einfach mit Mann und zwei Kindern ins Auto gesetzt und einen
deutschlandweiten Roadtrip durchgezogen. Um Mütter zu treffen und zu
erfahren, wie sie das hinkriegen mit Kindern und Job und Vereinbarkeit und
Leben. Drei von ihnen stellt sie uns in diesem Beitrag vor…
Das Ergebnis von Corinnas Roadtrip. Ihr Buch: Mama, mutig, mittendrin
„Wie zur Hölle machen das andere Mütter bloß?“ Diese Frage hat mich letzten
Sommer dazu gebracht, innerhalb von acht Tagen mit meiner Familie über 3000
km in einem Polo quer durch Deutschland zu fahren. Klingt im ersten Moment
ziemlich crazy und eher nach einem Horrortrip, als nach einer Tour für eine
Familie mit zwei Kindern. Doch ganz ehrlich: es war eine unglaublich coole
Reise, die mir zeigte, dass unser Familienmodell flexibler ist als ich
dachte!
Unser Roadtrip mit zwei Kindern durch Deutschland
Es war die letzte Recherche-Tour für mein Buch „Mama, mutig, mittendrin“
und gleichzeitig die erste mit der gesamten Familie. Durch die Pandemie musste
ich meine Termine für die letzten Interviews immer wieder nach hinten
verschieben und irgendwann blieb tatsächlich nur diese eine Woche in den
Sommerferien übrig. Anstatt die Sommerferien getrennt von meiner Familie zu
verbringen, packte ich alle ein und wir machten unseren ersten Roadtrip durch
Deutschland. Acht Tage, acht Termine und fast jeden Tag in einer anderen
Stadt aufwachen. Das war der Plan.
Ich muss sagen, ich hatte wirklich einen unglaublichen Respekt vor dieser
Reise. Die möglichen Horrorszenarien malte ich mir in den buntesten Farben
aus. Die Top drei bestand aus: kilometerlangen Staus, quengelnden oder
kranken Kindern. Keine Ahnung, warum ich so ein Kopfkino hatte. Ich glaube es
waren die harten Fakten, die mich so nervös gemacht hatten. Manchmal ist es
schon schwer, seine Kinder für eine einstündige Autofahrt zu begeistern, wie
sollten über 3000km in aaacht Tagen funktionieren?
Die Familie als Stütze auf der Deinstreise
Ehrlich gesagt weiß ich nicht wie, aber wir haben diese Strecke tatsächlich
ohne Stau, ohne Regen und ohne Gemecker zurückgelegt. Die Einzige die mal
gemeckert hatte, war ich selbst, als ich nach vier Tagen ein kleines Erschöpfungstief
hatte. Doch das hielt zum Glück nicht lange an. Vor allem weil ich meine
Familie dabei hatte. Aus der befürchteten Belastung wurde eine unglaublich
große Stütze.
Corinna Mamok. Foto: Ulrike Pager
Am coolsten fand ich allerdings, dass mein Mann und ich die Rollen während
dieser Tour getauscht hatten. Ich arbeitete und er übernahm die komplette
Care-Arbeit. Ich weiß nicht in wie vielen Zoos die drei waren. Sie hatten
jedenfalls sehr viel Spaß und unser Rollentausch wurde erstaunlich schnell
akzeptiert.
Papa übernimmt, wenn Mama arbeitet
So kam es irgendwo auf der Autobahn zwischen Berlin und Stralsund dazu,
dass die Kinder zum ersten Mal „PAPA ich habe Hunger“ gesagt haben. Das war
echt ein Moment in dem ich die Engelchen in meinem Kopf singen hörte. Denn
auch wenn mein Mann und ich versuchen, uns die Carearbeit gerecht
aufzuteilen, sieht unser Alltag oft anders aus. Meist landen wir unter der
Woche bei 75/25. Aus diesem Grund habe ich diese acht Tage unglaublich
genossen. Es war plötzlich so unfassbar leise in meinem Kopf… der
Wahnsinn.
Doch zurück zur Anfangsfrage: „Wie machen das andere Mütter bloß?“ Diese
Frage kläre ich in meinem Buch „Mama, mutig, mittendrin“. Während meiner
Buchrecherche habe ich mit über 50 Frauen über Vereinbarkeit von Beruf und
Familie, Mama und Frausein gesprochen. Drei dieser Frauen, möchte ich dir hier
vorstellen und dir erzählen, was genau mich an ihnen so fasziniert hat.
Mélissa, 37 Jahre, Zwillingsmama, verheiratet, selbstständig
Mélissa bei einem Workshop. Foto: Corinna Mamok
Mélissa ist eine dieser Frauen, die in einen Raum kommen und plötzlich
erscheint alles viel heller als zuvor. Sie hat diesen unbeschreiblichen Drive
und diese unbändige Fröhlichkeit. Als Diplomatentochter hat sie schon die
ganze Welt bereist und schließlich in Deutschland ein Zuhause gefunden. Heute
sagt sie, sie liebt Deutschland. Auch wenn der Weg dorthin nicht immer
einfach für sie war. Denn auch wenn sie zuvor in vielen unterschiedlichen
Ländern gelebt hat, sah sie sich in Deutschland erstmals mit dem Gefühl
konfrontiert, eine Migrantin zu sein.
Mélissa. Foto: Corinna Mamok
Das Wort an sich bedeutet ja nichts anderes als dass eine Frau in ein
anderes Land zieht um dort zu leben und zu arbeiten. Mélissa kam nach
Deutschland um hier zu studieren, doch die äußeren Einflüsse, das Gefühl
fremd zu sein und die Sprachbarriere nagten an ihrem Selbstbewusstsein.
Schließlich schaffte sie es aber dennoch, Fuß zu fassen und und unterstützt
heute andere Migrantinnen dabei, ihren Weg zu finden.
Wenn man sie heute anschaut, scheinen diese Herausforderungen Dämonen der
Vergangenheit zu sein. Ich habe sie als eine starke und unabhängige Frau, mit
einem unglaublichen Urvertrauen kennengelernt, die ihren Zwillingen genau das
auch mitgibt.
Nora, 28 Jahre, 1 Kind, verheiratet, selbstständig
Nora in ihrem Goldschmiede-Element. Foto: Corinna Mamok
Nora hat mich mit ihrem unbändigen Gleichberechtigungssinn begeistert. Sie
ist wie eine feinfühlige Amazone, man muss sie einfach erlebt haben. Nora
selbst wurde schon in einem (für diese Generation) sehr fortschrittlichen
Rollenmodell großgezogen. Denn während ihre Mutter ihre Selbstständigkeit
rockte übernahm ihr Papa die Mittagsschicht mit den Kindern und betreute sie.
Und so ähnlich macht sie es auch bei ihrem eigenen Kind.
Nora mit ihrer Familie. Foto: Corinna Mamok
Ihr Mann Ben und sie teilen sich die Care-Arbeit auf, wobei er in
Elternzeit ist und sie weiter in ihrer eigenen Goldschmiede arbeitet. Nora
hat mir gezeigt, dass „Mama werden“ nicht zwangsläufig bedeutet, dass man
beruflich eine Pause machen muss.
Katrin, 45 Jahre, 2 Kinder, verheiratet, 10 Jahre Elternzeit
Katrin. Foto: Corinna Mamok
Katrin umgibt eine unfassbare Aura. Sie hat mich von der ersten Sekunde an
in ihren Bann gezogen. Vor allem, weil sie so viele Dinge so anders macht wie
ich. Während die meisten meiner Tage unglaublich straff getaktet sind, lässt
sich Katrin bei allem was sie tut Zeit. Nach eigener Aussage, macht sie alle
Aufgaben gerne, so lange sie genug Zeit für die Dinge hat.
Als ich sie für ein Interview anfragte, sagte sie: „Eigentlich würde ich
viel lieber meine Wäsche zusammenlegen“. Ich war zugegebenermaßen stark
irritiert, doch zum Glück hat sie Ja gesagt. Denn wenn ich Katrin nicht
getroffen hätte, hätte ich ganz viel verpasst. Während ich nach der Geburt
schon mit den Hufen gescharrt habe, um weiter zu studieren, hat Katrin
mittlerweile schon mehr als zehn Jahre Elternzeit hinter sich. Ihre
Sichtweise aufs Muttersein und aufs Leben zu erfahren war unfassbar
bereichernd.
Katrin an einem ihrer Lieblingsplätze. Auch sie ist Goldschmiedin. Foto:
Corinna Mamok
Die ganze Geschichte dieser Frauen und das was ich von ihnen gelernt habe
erfährst du in meinem Buch „Mama, mutig, mittendrin“. Wenn du auch deinen
eigenen Weg als Mutter finden möchtest und du dafür noch ein bisschen Mut und
Inspiration brauchst, kann ich dir mein Buch nur ans Herz legen. Denn die 30
unterschiedlichen Frauen zeigen dir, dass es nicht den einen Weg gibt um Mama
zu sein, sondern immer nur den eigenen. Ich habe diese Frauen mit der
Intention „Was kann ich von dir lernen?“ interviewt und genauso habe ich auch
dieses Buch geschrieben. Mit „Mama, mutig, mittendrin“ will ich meine
Erkenntnisse an meine Leserinnen weitergeben. Ich möchte zeigen, dass Familie
bunt ist.
Danke Katharina und Lisa, dass ihr mir hier eure Bühne zur Verfügung
gestellt habt und so schön, dass wir alle für die gleiche Sache kämpfen! Von
Herzen Danke.
Eure Corinna
Wenn du Fragen an mich hast, schreib mir gerne über Instagram oder auf
meiner Website, ansonsten geht es hier zum Buch.
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Mama, mutig, mittendrin: „Wie zur Hölle machen das andere Mütter bloß?“ |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mann-weg-job-weg-wie-sabrina-ihr-ganzes-leben-umkrempeln-musste |
Liebe Sabrina, am Valentinstag vor 5 Jahren hat Dich dein Mann nach 10
Jahren verlassen. Kam das für dich überraschend oder hattet ihr schon länger
Probleme?
Verrückt, dass es schon so lange her ist. Aber ja, es war genau am
Valentinstag vor 5 Jahren. Am Morgen kaufte mir mein Exmann noch Blumen und
am Abend gestand er mir dann, dass er mich nicht mehr liebt und sich in der
Ehe schon länger nicht mehr wohl fühlt. Am Tag danach ist er ausgezogen.
Für mich kam das tatsächlich sehr überraschend. Wir hatten 2009 ein
Haus gekauft und gründlich saniert und uns einen Hund angeschafft. 2012 und
2014 kamen dann unsere Wunschkinder zur Welt. Mit rundem Kugelbauch haben wir
eine wunderschöne Hochzeit gefeiert. Eine absolute Bilderbuchfamilie, so wie
zumindest ich es mir immer gewünscht habe. Mein Exmann war nicht nur
mein Mann, er war mein Vertrauter und bester Freund in allen Lebenslagen.
Woran lag es dann, dass sie Ehe auseinander gegangen ist?
Jedes Problem, jede Freude, jeden
Urlaub und eigentlich jeden Tag haben wir 10 Jahre lang vollständig
miteinander geteilt. Wenn er auf der Arbeit war hat er mehrmals angerufen.
Vielleicht war das im Nachhinein alles zu viel für ihn. Ich weiß es
nicht, darüber geredet hat er nicht. Ich hab noch versucht, ihn von einer
Paartherapie zu überzeugen aber er hatte eigentlich schon alles mit sich
selber ausgemacht. Klar hatten wir, vor allem nach dem zweiten Kind (die
beiden sind genau 2 Jahre auseinander), kaum Zweisamkeit mehr und auch große
gemeinsame Unternehmungen als Paar blieben aus.
Für mich war das alles aber auch nicht unnormal, denn der Kleine war ja
grade 14 Monate alt, wurde noch voll gestillt, schlief bei uns im Bett und
hat zudem das gesamte erste Jahr fast ausschließlich geweint. Aber ich wusste
immer, dass diese Phase vorbei gehen würde und dann auch in unsere
Paarbeziehung wieder „Normalität“ kommen würde. Jetzt grade standen die
Bedürfnisse der kleinen an erster Stelle. Er sah das anders. Natürlich habe
ich versucht, ihn davon zu überzeugen. Aber er blieb bei seiner Entscheidung,
die ich nun eben mittragen musste.
Wie ging es dir in den Wochen nach der Trennung?
Ich habe danach ziemlich abgebaut. Nächtelang ausschließlich geweint, bin
zu Freundinnen gefahren, konnte nicht alleine sein. Ich hab aufgehört zu
essen, in kürzester Zeit 15kg abgenommen und natürlich dadurch auch keine
Milch mehr für meinen Sohn gehabt. Ich war zu dem Zeitpunkt noch in
Elternzeit – wir hatten sogar immer mal über ein drittes Kind gesprochen –
daher hätte ich auch so schnell noch nicht wieder arbeiten müssen. Ich hatte
plötzlich unglaubliche Existenzängste. Ich wusste, ich kann in meinen Job als
Bankkauffrau alleinerziehend nicht zurückkehren. In der Privatkundenbetreuung
hätte ich von 8-20 Uhr flexibel arbeiten müssen. Vorausgesetzt ich hätte
Vollzeit wieder angefangen. Meine Kinder so lange fremdbetreuen zu lassen,
kam für mich absolut überhaupt nicht in Frage… Teilzeit wäre aber finanziell
undenkbar gewesen. Kurzum, ich hatte einfach eine riesige Angst vor der
Zukunft. Zumal der Mann mit dem ich bis zu diesem Zeitpunkt ja immer
sämtliche Ängste und Sorgen geteilt und besprochen hatte, plötzlich einfach
nicht mehr da war….
Wie seid Ihr miteinander umgegangen?
Eigentlich sind wir also gar nicht miteinander umgegangen. Haben weder
gestritten noch sonst was. Ich glaube, er hatte einfach ein unglaublich schlechtes
Gewissen, wollte aber mir gegenüber auch keinesfalls irgendeinen Hauch einer
Chance vermitteln. Statt dessen ist er mir eher aus dem Weg gegangen und hat
mir dazu geraten, eine Therapie zu beginnen. Ich habe mich aber statt
dessen für eine Mutter-Kind-Kur entschieden. Einfach um raus zu kommen. Und
die war gut. Ich hab Abstand bekommen und da dort ja immer auch
Gesprächstherapien dazugehören, habe ich das Angebot gerne angenommen. Die
Therapeutin hat aber eigentlich nur einen Satz zu mir gesagt: „Sie brauchen
keine Therapie. Sie sind einfach unglaublich traurig und das ist grade auch
Ihr gutes Recht. Geben Sie sich Zeit.“
Und so konnte ich die Zeit im Allgäu mit meinen Kindern sogar ein bisschen
genießen. Ein Teil von Deutschland, den ich übrigens noch gar nicht
kannte.
Wie haben deine Kids die Trennung erlebt?
Für die Kinder, die zu dem Zeitpunkt ja wirklich noch ganz klein waren, hat
mein Exmann sich zweimal in der Woche einen Nachmittag frei gehalten und sie
abgeholt, um mit ihnen etwas zu unternehmen. Anfangs hat er sie abends wieder
zu mir gebracht aber als sie dann älter wurden, haben sie auch bei ihm
übernachtet. So ist es bis heute geblieben, auch wenn er mittlerweile eine
neue Familie hat. Die Wochenenden verbringen sie immer bei mir. Anfangs war
das für meine Tochter nicht so leicht. Sie wollte nicht mit ihm fahren und
lieber Zuhause bleiben. Aber mittlerweile sind sie beide gerne bei ihm und
freuen sich auf die Papatage. Er ist nach wie vor ein großer Teil ihres
Lebens und das ist für uns alle sehr wichtig.
Du hast dann tatsächlich auch noch deinen alten Job gekündigt. Warum?
Mich beruflich umorientieren zu müssen war eigentlich ein Gedanke, den ich
von Anfang an im Kopf hatte. Ich wollte keinesfalls ein Leben lang abhängig
sein von meinem Exmann. Aber wie eben schon geschrieben, hätte sich mein
Job bei der Sparkasse keinesfalls mit der Kinderbetreuung vereinbaren lassen.
Weder zeitlich noch finanziell. Auch wenn wir uns auch ums Geld nie
gestritten haben, so wusste ich doch, dass ich irgendwann wieder
Vollzeit arbeiten muss. Also habe ich einen Termin bei
der Arbeitsagentur gemacht.
Relativ schnell hat sich da rausgestellt, dass ich Anspruch auf eine
Umschulung habe. Ich war zwar nach wie vor unbefristet angestellt, aber auch
mein Arbeitgeber sowie auch die Agentur haben gesehen, dass sich meine
Kinder nicht mit dem Job vereinbaren lassen. In der Arbeitsagentur
hat man es mir dann so erklärt, dass ich ja pro Kind zwei Jahre Elternzeit
hatte, also seit vier Jahren aus meinem Job quasi raus war. Somit galt ich
auf dem Arbeitsmarkt im kaufmännischen Bereich als schwer vermittelbar. Mein
ganz großes Glück, wie sich dann heraus gestellt hat.
Wie sah dein neuer beruflicher Weg aus?
So richtig wusste ich anfangs nicht, wo die Reise hingehen konnte. Die
Arbeitsagentur hat mir dann einen Termin vermittelt bei einer Organisation,
die Frauen helfen, sich weiterzuentwickeln oder eben auch nach der
Elternzeit wieder einzusteigen. Das hat mir sehr geholfen. Wichtig war mir
nach wie vor, dass sich der neue Job mit meinen Kinder vereinbaren lässt.
Also dass ich uns finanziell über Wasser halten kann und auch nicht zu weit
pendeln muss. Wir haben dann gemeinsam nach meinen Talenten, Stärken und
Interessen gesucht und ziemlich schnell gemerkt, dass es eigentlich nur den
einen Weg geben kann. Erzieherin. Diese werden hier in NRW händeringend
gesucht, die Bezahlung ist gut, die Arbeitsplätze mehr als sicher. In
den letzten Wochen hatte sich außerdem herausgestellt, dass ich ziemlich
belastbar war. Eine gute Voraussetzung für den Erzieherberuf
😉
Aber auch meine weiteren Qualifikationen passten. Ich hab 2003 vor meiner Ausbildung
zur Bankkauffrau Abitur gemacht. Mir fehlten also nur noch die 900
Stunden Berufserfahrung in einer Kita. Auf die Suche nach einer
Praktikumsstelle habe ich mich dann sofort gemacht. Auch hier hatte ich
schnell großes Glück und bin an die Leiterin einer ganz kleinen Kita geraten,
in der ich selber schon als Kind gewesen bin. Die liebe Uta hat sofort
eingewilligt. Eine Woche später durfte ich anfangen
Meine Arbeitszeiten konnte ich aufgrund meiner tollen Chefin so
legen, dass ich immer an den Tagen bis 16:30Uhr arbeiten musste, an denen die
Kinder sowieso bei ihrem Papa waren. Die anderen Nachmittage hatte ich
für meine Kinder frei.Nach den 900 Stunden durfte ich dann die richtige schulische
Ausbildung beginnen. Unterrichtszeiten waren von 7:50-14-30 Uhr. Danach war
lernen angesagt. Ganze 2 Jahre durch. Darauf folgte das Anerkennungsjahr in
der Kita. Dieses war in Vollzeit. Also 39 Wochenstunden, danach noch die
Berichte, Bildungsdokus usw. zuhause. Ja, das war anstrengend. Aber mir fiel
es relativ leicht da ich wusste, wofür ich alles mache. Die Ausbildung hab
ich mit fast nur „sehr gut“ abgeschlossen auch wenn in den 3,5 Jahren
wirklich meine gesamte Freizeit dafür drauf gegangen ist. Mein Wecker hat
jeden Morgen um 4:30 Uhr geklingelt, abends bin ich nie nach 21 Uhr ins Bett
gegangen. Haushalt, Garten, Hund und Co. wollten ja nebenbei auch noch von
mir versorgt werden. Zwischendurch bin ich echt auf dem Zahnfleisch gegangen.
Aber der Wille war immer da.
Und so konnte ich im letzten Sommer in einem tollen Familienzentrum im
Nachbarort beginnen. Mit 30 Wochenstunden, auch so flexibel dass ich die
Arbeit gut mit meinen Kindern vereinbaren kann. Und auch die Bezahlung
ist sehr viel besser als bei der Sparkasse.
Beschreib mal, wie du dich gefühlt hat, als du bemerkt hast: ich schaffe
das alles aus meiner Kraft heraus!
Ich wusste nicht, ob ich es schaffe. Aber ich wollte. Meine Kinder haben
mir von Anfang an die Kraft dazu gegeben. Sie waren immer mein Antrieb.
Natürlich bin ich anfangs von vielen belächelt worden. „Wie kannst du
deinen „guten“ Job aufgeben?“ Aber irgendwie wollte ich es genau
denen zeigen. Ich hatte zu Beginn Angst, nicht lernen zu können. Ich war
immer eine Durchschnittsschülerin, hab mein Abi knapp mit 2,9 gemacht. Ich
hab es gehasst lange Texte zu lesen, war schon immer eher der praktische Typ.
Aber genau das war plötzlich auch gefragt. Mitdenken, selber machen,
Dinge anders angehen als andere.
Der Abteilungsleiter unserer Erzieherschule hat zu Beginn der Ausbildung zu
uns gesagt. „Die Mütter unter Ihnen werden ihre gesamte Freizeit dieser
Ausbildung opfern. Es reicht, wenn Sie sie nachher mit „ausreichend“
bestehen.“Aber genau das wollte ich nicht. Ich hatte so einen unglaublichen
Dämpfer durch die Trennung meines Exmannes erlebt, mich von jetzt auf gleich
wertlos gefühlt, dass ich es eben genau anders machen wollte. Und genau das
hat sehr geholfen. Ich bekam ein „sehr gut“ nach dem nächsten. In
meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viel Lob bekommen wie in dieser Zeit.
Das hat so unglaublich gut getan, dass ich irgendwann das Gefühl hatte,
alles schaffen zu können. Und so war es dann ja auch.
Was hast du in all der Zeit über dich und das Leben gelernt?
Gelernt habe ich definitiv, dass das Leben manchmal anders kommt, als man
es plant. Und eben dass man dann nicht den Kopf in den Sand stecken darf,
sondern für seine Ziele einstehen muss auch wenn sie
zunächst unerreichbar scheinen. Manchmal darf man auch einfach
nicht so viel nachdenken und muss einfach mal beginnen. Rückblickend war es
wirklich ganz schön mutig diesen Weg zu gehen. Aber er war so richtig.
🙂
Viele Dinge fügen sich erst im Nachhinein. Ich
hab einfach Vertrauen gehabt. In mich, in das Leben, in die
Zufälle und vor allem auch in meine Kinder. Das habe ich von meiner Oma
gelernt. Die einzige Erwachsene, die mich die ganze Zeit unterstützt und
bestärkt hat. Die, die immer an mich geglaubt hat. Jetzt im Februar, nachdem
sie wusste, dass ich es geschafft habe und meinen Weg nun alleine weiter
gehen kann, ist sie friedlich neben mir eingeschlafen.
Mein Exmann und ich sind mittlerweile geschieden. Es ist die ganze Zeit
friedlich abgelaufen zwischen uns. Wohl vor allem, weil ich dem ganzen nicht
besonders viel an Bedeutung gegeben habe, sondern mich auf mich und
die Kinder konzentriert hab. Für einen Rosenkrieg hatte ich weder Kraft
noch Lust noch Zeit. Unser Haus mit meinem traumhaft großen Garten
konnte ich aber behalten. Ich hab einfach einen Teil des Hauses
untervermietet. So klappts auch finanziell. Der Garten macht natürlich
viel Arbeit aber er ist auch der Ausgleich zu meinem stressigen Alltag.
|
Mann weg, Job weg - wie Sabrina ihr ganzes Leben umkrempeln musste | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/marlene-hellene-mutterschaft-ist-eben-nicht-nur-erdbeereis-mit-sahne-sondern-manchmal-einfach-ziemlich-ranzige-milch |
Ihr Lieben, heute haben wir Marlene Hellene hier bei uns im Blog zu Gast.
Ihr kennt sie vielleicht von Twitter oder aus dem Blog von tollabea, wo sie
mit ihrem trockenen und manchmal derben Humor ganze Menschenmengen im
Internet begeistert.
Nun hat sie ein neues Buch geschrieben, das uns vor lauter Lachen wirklich
zum Hghlight in der Corona-Krise wurde: Marlene Hellene: Zu groß für die
Babyklappe. Geschichten aus dem Müttergenesungswerk. (Affiliate Link). Ob das
wohl ein Witz sein soll?! Wir haben die Zweifachmutter gefragt…
Marlene Hellene hat sogar schon zwei Bücher geschrieben. „Man bekommt ja so
viel zurück“ und „Zu groß für die Babyklappe“.
Liebe Marlene, dein Buch heißt „Zu groß für die Babyklappe“, was genau
meinst du damit, willst du uns etwa direkt auf dem Titel mitteilen, dass du
eine verdammte Rabenmutter bist, die ihre Kinder am liebsten wieder hergeben
würde? 😉
Ja, genau das. Nächste Frage.
… Nein, natürlich nicht. Aber wir kennen sie doch alle, die Momente, in
denen wir die motzige Siebenjährige oder den bockigen Fünfjährigen am
liebsten mal klein gefaltet in die nächste Babyklappe stopfen oder dem Storch
wieder auf den Rücken schnallen möchten.
Mutterschaft ist eben nicht nur Erdbeereis mit Sahne, sondern manchmal
einfach ziemlich ranzige Milch. Ich bin häufig müde, genervt, angepisst
(nicht nur im übertragenen Sinne) und habe die Schnauze gestrichen voll. Das
ist normal und muss auch völlig ok sein.
Ich bin Mensch, keine Mama-Maschine, die ständig lächelnd den lieben
Kleinen hinterher räumt. Und trotzdem liebe ich meine Kinder bis zum
Umfallen. Und trotzdem will ich sie keine Sekunde missen. Das eine schließt
das andere nicht aus.
Nun bist du Shitstorms gewöhnt… bei welchen Textstellen im Buch grummelt
dir der Magen, wo hast du gedacht: Au weia, ob ich das so schreiben
kann?
Schon beim Titel 🙂 Natürlich beschreibe ich Begebenheiten oft recht
überzogen und mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors. Das stößt manchen
Menschen auf. Mir wird vorgeworfen, ich jammere zu viel, ich wisse mein
Mutterglück nicht zu schätzen und meine Kinder seien arme ungewollte Wesen.
Aber das ist völlig in Ordnung.
Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, allen gefallen zu wollen. Mit meinen
Kindern habe ich den Titel des Buches sogar besprochen. Sie haben gelacht und
sind sich meiner Liebe gewiss. Das ist die Hauptsache.
Ich musste ja mehrfach laut schallend loslachen (sorry, dass ich euch
geweckt hab, Kids….) zum Beispiel, als du als ausgewiesene Heidin beim
Einschulungsgottesdienst deiner Tochter extra weit hinten und nah an der Tür
Platz nimmst und dich dein Vierjähriger fragt, wer von den beiden
ökumenischen Herren da vorn denn nun Gott sei… musstest du an einigen Stellen
eigentlich selbst lachen?
Ich habe das Buch bereits im November letzten Jahres fertig geschrieben.
Als es jetzt vor wenigen Tagen fix und fertig in meinem Briefkasten lag, habe
ich nochmal mit Abstand darin gelesen und konnte über meine eigenen
Geschichten lachen. Bei jedem zweitem Satz dachte ich „Oh, das habe ich
geschrieben? Ich war ja richtig lustig.“
Kaum noch halten konnte ich mich ja bei der Frage deiner Kids, wie sie
eigentlich in deinen Bauch gekommen sind und du auf die Frage „Hast du uns
verschluckt?“ am liebsten mit einem „Eben nicht!“ geantwortet hättest…
(hahahahahaha!) Erzähl uns doch gern mal noch ein paar peinliche Geschichten
aus deinem Alltag…
Ach, hier passiert das Übliche. Kinder nehmen einfach kein Blatt vor den
Mund. Da wird im Kindergarten jedem erzählt, wo Mama sich überall Haare
abrasiert oder der Postbote wird gefragt, ob er gut pupsen kann. Ich habe da
mittlerweile ein dickes Fell und amüsiere mich über die schamesroten
Gesichter der anderen.
In deinem Buch geht es um den Wahnsinn des Schulranzenkaufs genauso wie um
den nahezu zum Scheitern verurteilten Versuch, als Familie nachhaltig zu
leben, sowie um merkwürdige Eltern, die ihre Kinder so aufklären wie die
deiner Freundin, bei der zu Scheide immer „Katharina“ gesagt wurde und die heute
immer losprusten muss, sobald sich jemand mit „Hallo, ich heißt Katharina“
vorstellt… das ist doch ausgedacht, oder?
Okay, vielleicht übertreibe ich manchmal. ABER: Die Katharina Geschichte
ist absolut wahr. Beweis anbei:
Nun ist dein Buch in der großen weiten Welt da draußen. Welche größten
Freude und welche größten Ängste verbindest du mit dem
Erscheinen?
Das Schönste ist wirklich, wenn ich meine Leser mit meinen Texte berühre.
Das klingt so abgedroschen. Aber das ist echt so. Es ist toll, wenn man
Menschen zum Lachen bringen kann.
Und Ängste. Naja, ich habe schon Angst davor, dass niemand das Buch mag und
es ein Ladenhüter wird, der irgendwann auf dem Wühltisch landet und nur noch
als Unterlage für wackelige Regale taugt. Schließlich steckt in diesem Buch
viel Arbeit und Herzblut und ich glaube wirklich, dass ich vielen Eltern
damit Freude bereiten kann.
Zu guter Letzt: Wie kann man bitte so lustig und dabei so sympathisch sein
wie du?
Oh, ich bin voll oft voll unsympathisch. Also manchmal. Wenn ich Hunger
habe zum Beispiel. Dann werde ich echt zum Monster. Mein Mann kann ein Lied
davon singen.
Außerdem glotze ich ständig und überall mit starrer Miene in mein Handy.
Das wirkt bestimmt auch nicht immer sehr liebreizend. Und wenn es sein muss,
sage ich meine Meinung sehr deutlich und in strengem (naja) Ton.
Puh, dann sind wir beruhigt. Danke, Marlene! Für das Buch, für deinen Humor
– und dafür, dass es dich gibt!
Marlene Hellene: zu groß für die Babyklappe. Geschichten aus dem
Müttergenesungswerk. (Affiliate Link).
|
Marlene Hellene über ihre Kinder: Zu groß für die Babyklappe. |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mastektomie-ich-habe-mir-die-brueste-vorsorglich-entfernen-lassen |
Liebe Caroline, Deine Mama ist vor 4,5 Jahren an Brustkrebs gestorben. Sie
war gerade mal 48 Jahre alt. Kannst du uns mehr über deine Mama erzählen?
Meine Mutter war bei der ersten Erkrankung 35 Jahre jung. Diagnostiziert
wurde der Brustkrebs jedoch erst 2 Jahre später. Die Ärztin schickte sie beim
ersten Mal wieder weg und faselte etwas von „Sie sind so dünn, da merkt man
halt jeden Knochen“.
Als der Tumor dann schon von außen sichtbar war, ging sie 2005 wieder zur
Untersuchung. Da war er natürlich schon ziemlich groß. Es war ein sehr
aggressiver Tumor. Meine Mutter war eine sehr rationale Frau. Gefühle wurden
nicht wirklich gezeigt, zumindest uns Kindern gegenüber nicht. Sie wollte den
Krebs besiegen und hat gekämpft.
Welche Therapien hat deine Mutter dann bekommen?
Sie bekam damals die klassische Chemo. Zum Glück ambulant. Aller 2-3
Wochen, wenn ich mich richtig erinnere. Danach ging es ihr immer ein paar
Tage ziemlich schlecht. Nach ein paar Monaten wurde der restliche Tumor
operativ entfernt und die anschließende Bestrahlung begann. Kurz vor meinem
Abi 2006 war sie dann tumorfrei.
Leider kam der Krebs 2012 zurück. Ich war gerade mit dem Studium fertig und
für mein Referendariat nach Ludwigsburg gezogen (6 Autostunden von meinen
Eltern entfernt). Diesen Tumor (es war wohl wieder diese Art Tumor,
allerdings im Knochen hinter der Brust) konnte man wohl nicht mehr mit
derselben Chemo bekämpfen. Sie bekam eine Therapie, die diesen Tumor
einkapseln sollte, sodass er nichts „anstellen“ konnte, also weder wachsen,
noch strahlen und somit keine lebensnotwendigen Organe beschädigen.
Dies ging ein paar Jahre gut. 2014 dann wieder eine Schockdiagnose. Der
Tumor hatte gestreut. Meine Mutter bekam wieder eine Chemotherapie, die sie
gut vertrug.
Im selben Jahr wurde ich schwanger. Dies war das größte Glück für sie. Sie
hatte immer Angst davor, dass sie ihre Enkelkinder nicht mehr kennenlernen
würde. Ihre Enkeltochter gab ihr viel Kraft. Wir wohnten damals in München
und versuchten uns so oft wie möglich zu sehen.
Wann war klar, dass deine Mutter sterben wird?
Irgendwann schlugen die Therapien nicht mehr wie erhofft an. Der Krebs
streute auf die Leber. Meinem Vater war Ende 2015 klar, dass meine Mutter nur
noch ein paar Monate haben wird. Er fragte einen Arzt dann auch ganz
direkt.
Wie bereits erwähnt, standen Gefühle in unserer Familie nicht so im
Vordergrund und somit wurde auch nicht wirklich über den Tod gesprochen.
Jeder hoffte nur das Beste und redete sich auch dieses ein.
Im April 2016 heirateten wir standesamtlich bei München. Da war meine
Mutter noch dabei. Diese Reise war jedoch ein riesiger Kraftakt für sie. Als
sie schon direkt nach der Hochzeit abreisen und nicht mehr zum 1. Geburtstag
ihrer Enkeltochter bleiben wollte, wurde mir innerlich klar, dass es nicht
mehr lang gehen wird. Ich habe es aber weggeschoben.
Anfang Mai wollten wir meine Familie besuchen fahren. Da meinte mein Vater
am Telefon, dass ich mehr Sachen einpacken sollte. Damit sagte er mir durch
die Blume, dass es bald passieren würde.Tatsächlich ging es dann auch
ziemlich schnell, was gut für meine Mutter war. Sie wollte nicht lange
leiden, sie wollte nicht zum Pflegefall werden, sie wollte nur noch erlöst
werden. Am 12. Mai ging sie dann von uns. Sie starb zu Hause in ihrem Bett.
Wir konnten sie alle noch einmal sehen.
Du hast das Gen für Brustkrebs geerbt. Seit wann ist das klar und wie wurde
das festgestellt?
Als ich nach München zog, schickte mich meine neue Gynäkologin auf Grund
meiner Familiengeschichte in die Uni um untersuchen zu lassen, ob der Tumor
meiner Mutter genetisch bedingt ist. Dort wurde mir nach der Untersuchung
gesagt, dass ich in 5 Jahren nochmal kommen solle. Das verstand ich alles
nicht so richtig.
2019 erkrankte eine Schulfreundin von mir mit gerade mal 30 Jahren an
Brustkrebs. Da erinnerte ich mich an diese Fünf-Jahres-Aussage und machte
einen Termin. Ich ging hin und dachte: Was soll sich schon geändert haben?
Die Ärztin klärte mich aber darüber auf, dass man 2013 nur 2 Gene kannte,
die für Brustkrebs verantwortlich sein könnten. 2019 waren es schon 18
bekannte Gene. Das war schockierend und doch dachte ich, dass ich schon keins
davon haben werde.
Was leider nicht stimmte….
Genau. Ich habe das Palb2-Gen von meiner Mutter geerbt.
Was bedeutet das genau? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du auch
erkrankst?
Das Palb2-Gen hängt wohl ganz stark mit den bekannten BRCA1 und 2 Genen
zusammen, weshalb ich zu einer 70%igen Wahrscheinlichkeit noch in den 30ern
an Brustkrebs erkranken könnte (ich bin jetzt 34). Außerdem bringen diese
Gene häufig den aggressivsten Tumor mit sich, der dann ganz schnell
wächst.
Puh, wie hast du das aufgenommen?
Ich war natürlich total durcheinander und konnte es gar nicht glauben, dass
es MICH getroffen hat. Wir sind glücklicherweise 2 Tage nach der Diagnose für
10 Tage mit unseren beiden Töchtern nach Mallorca in den Urlaub geflogen.
Dort konnte ich abschalten und meine Gedanken und Gefühle ordnen. Ich hatte
mir (und auch allen anderen) immer gesagt, dass ich mir die Brüste abnehmen
lassen würde, wenn sich herausstellt, dass ich so ein Gen in mir trage. Doch
es ist die eine Sache, sich das theoretisch vorzunehmen. Wenn es dann soweit
ist, ist der Schritt dann doch ganz schön heftig.
Wie hast du dich dann schlussendlich entschieden?
Auf Grund der Palb2-Diagnose wurde ich nach dem Urlaub ins MRT geschoben.
Dabei fand man einen Knoten. Ich musste zur Biopsie. Diese Tage des Wartens
und der Ungewissheit haben mich psychisch extrem belastet und stärkten meinen
Entschluss zur Mastektomie. Der Knoten war gutartig, meine Nerven waren
dennoch am Ende. Da war ich mir sicher, dass ich diesen Weg gehen muss.
Kann man sich auf diese Operation irgendwie mental vorbereiten? Wie ging es
dir mental nach der Op?
Ich habe mir eigentlich immer nur gesagt, dass ich es meinen beiden Mädels
und meinem Mann schuldig bin. Und natürlich auch mir selbst. Und vielleicht
auch ein wenig meiner Mutter. Hätte sie damals gewusst, dass ihr Tumor
genetisch bedingt war, hätte sie wahrscheinlich genauso entschieden und, wer
weiß, wohlmöglich würde sie noch leben.
Nach der OP ging es mir mental sehr gut. Ich hatte 2 Kinder gestillt und
war körperliche Veränderungen gewohnt. Außderdem habe ich in der Woche in der
Klinik so viele tragische Schicksale gesehen, dass ich nie daran zweifelte,
ob es die richtige Entscheidung gewesen ist.
Und wie ging es dir körperlich?
Oh, das war schon ziemlich heftig. Vorher verglich ich die OP immer mit
meinen beiden (nicht ganz komplikationsfreien Geburten) und die hatte ich ja
auch geschafft. Aber es war dann doch sehr anders und viel viel
schmerzhafter.
Die erste Woche im Krankenhaus konnte ich meinen Oberkörper kaum bewegen
und war auf viel Hilfe angewiesen. Auch die Wochen darauf. Wir hatten
glücklicherweise Unterstützung von der Lebensgefährtin meines Vaters
bekommen. Meine jüngste Tochter war damals erst 1,5 Jahre alt und ich durfte
(und konnte) nicht schwer heben. Es wurde aber von Woche zu Woche besser.
Es gibt ja die Möglichkeit, die Brust mit Implantaten wieder
aufzubauen. Was denkst du darüber?
Das habe ich selbstverständlich machen lassen. Wenn man die Möglichkeit
hat, warum nicht. Das wird alles innerhalb einer OP gemacht, also Mastektomie
mit anschließendem Wiederaufbau. Man hat also „nur“ einmal Schmerzen. Und
meine Krankenkasse hat alles bezahlt.
Wie geht es Dir heute? Und wie ist deine Familie mit all dem
umgegangen?
Mir geht es heute (es ist nun fast ein Jahr her) sehr gut. Ich bin so froh,
dass es zeitlich gerade so passte. Früher wäre es auf Grund des Stillens
nicht möglich gewesen (es müssen zwischen letztem Stillvorgang und OP
mindestens 6 Monate liegen) und kurz darauf hätte man mich coronabedingt
nicht mehr operiert.
Meine Familie war eine sehr große Unterstützung für mich. Mein Mann stand
voll und ganz hinter meiner Entscheidung. Am schwierigsten war es für meine
große Tochter. Sie hatte große Angst um mich. Sie kann sich zwar nicht mehr
an ihre Oma erinnern, jedoch sprechen wir sehr oft mit ihr über sie.
Im Kindergarten erzählte sie, dass Mama die Brüste abgeschnitten werden und
es nun neue aus Plastik geben würde. Wir erklärten ihr, dass ich das mache,
damit ich nicht die doofe Krankheit bekommen würde, an der Oma sterben
musste.
Was möchtest du noch zu dem Thema sagen?
Mir ist es ganz wichtig, dass viele von meiner Geschichte lesen. Das Thema
wird, meiner Meinung nach, viel zu wenig publik gemacht. Vor Jahren hörte man
mal von Angelina Jolie, jedoch dachte ich immer, dass sich solch OPs nur
Promis und Superreiche leisten könnten. Kaum einer weiß, dass die
meisten Krankenkassen heutzutage dafür aufkommen. Hätte ich meine
Frauenärztin nicht gehabt, hätte ich mich höchstwahrscheinlich auch nicht
testen lassen.
Jede Frau mit einer ähnlichen Familiengeschichte sollte sich darüber
Gedanken machen, wie sie mit dem Wissen darüber, ein Krebs-Gen in sich zu
tragen, umgehen würde. Einige Frauen wollen es gar nicht wissen, weil eine OP
nicht in Frage käme. Allerdings ist es wichtig zu wissen, dass einer
Frau mit einem dieser Gene mehr Vorsorgeuntersuchungen zustehen würden.Ich
konnte mein Risiko durch die OP von ca. 70% auf etwa 3%
minimieren.
Abschließend möchte ich Euch noch eine ganz tolle Serie empfehlen. „The
Bold Type“ beschäftigt sich auch sehr intensiv mit diesem Thema. „Sex and the
City“-like mit mehr Tiefgang. Wirklich sehr sehenswert!
|
Mastektomie - Ich habe mir die Brüste vorsorglich entfernen lassen | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mehr-medienzeit-im-lockdown-fuer-die-kinder-schon-aber-bei-disney-immerhin-mit-kindersicherung |
Ihr Lieben, das letzte Jahr war für uns alle sehr intensiv. Viele von uns
mussten jeden Tag zwischen mehreren Rollen hin-und herspringen: die
Schulkinder beschulen, Kitakinder bespaßen, den eigenen Job schaffen und und
und. Aber: Neben all diesen neuen Herausforderungen gab es auch etwas sehr
Positives: Nämlich so viel Zeit als Familie wie nie zuvor.
Wie wir diese genutzt haben? Wir waren sehr viel in der Natur, waren
spazieren, Rad fahren, Fussball spielen. Wir haben viele Ausflüge
gemacht, die nahe Umgebung erkundet.
Und auch Indoor haben wir viel unternommen. Die Kinder haben sehr viel
gemalt und gebastelt, außerdem wurden riesige Landschaften und Städte mit
Lego erbaut. Wenn man die Kinder fragen würde, was ihnen am Besten in all der
Zeit gefallen hat, wäre das sicher: Der Kinoabend am Freitagabend. Ja, immer,
wenn wir eine Woche geschafft hatten, wurde das mit einem schönen Film und
Popcorn gefeiert. Da wir drei Kinder in unterschiedlichem Alter haben, war es
dann immer die große Aufgabe, einen Film zu finden, der allen Kindern
gefällt. Die Lösung kam eigentlich immer von Disney+. Denn Klassiker wie „Das
Dschungelbuch“ oder „Susi und Strolch“ kann man einfach immer wieder schauen
und dort gibt es auch jede Menge neuere Filme wie „Die Unglaublichen“ oder
„Vaiana“.
Natürlich wollten meine Kinder aber auch mal etwas alleine schauen, meine
10-Jährige hat sich für „Burg Schreckenstein“ entschieden, mein Sohn für die
„Lego Star Wars“ Serie und unsere Jüngste guckte „Mickey-Maus
Wunderhaus“.
Wie in jeder Familie aber auch, musste Disney+ auch mal herhalten, wenn
mein Mann und ich gleichzeitig wichtige Telefonate hatten, für die wir
wirklich Ruhe brauchten. Genau für den Fall duften die Kinder die wunderbaren
Tierreportagen von National Geographic schauen – auch eine Art von
Homeschooling 🙂 Ich glaube, es gibt kaum eine Familie, in der die
Medienzeit nicht ausgedehnt wurde. Genau darüber haben wir mit dem
Medienexperten Dr. Thomas Feibel gesprochen:
Lieber Herr Feibel, durch den Lockdown haben viele Kinder mehr Zeit vor den
neuen Medien verbracht als normalerweise. Wie sehen sie die Auswirkungen so
einer kurzfristigen Mehrnutzung?
Natürlich verbringen Kinder in dieser schwierigen Phase mehr Zeit mit
digitalen Geräten. Wenn ihnen aber verschiedene Studien eine Sucht
attestieren, finde ich das falsch und ungerecht. Was sollen denn Kinder
machen, wenn sie im Lockdown keinen persönlichen Kontakt mehr zu anderen
Freundinnen und Freunden und Mitschüler und Mitschülerinnen haben dürfen?
Dann kann z.B. das Smartphone einen rettenden Nutzen haben. Ich würde aber
die Nutzungszeit aufteilen wollen: So müsste die Bildschirmzeit für
Homeschooling und Freizeit voneinander abgekoppelt werden. Die Lockdown-Zeit
ist in Sachen Neue Medien eine Ausnahmezeit. Danach sollten Eltern jedoch die
Nutzungszeiten wieder in geregelte und vernünftigere Bahnen lenken.
Viele Eltern sind sich unsicher, wieviel Medien denn nun okay sind. Haben
Sie da eine Faustregel?
Als Orientierung können die Empfehlungszeiten der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung herangezogen werden. Allerdings ist jedes Kind
anders, jedes Kind reagiert anders – es kommt eben immer auf die jeweilige
Reife des Kindes an. Ich halte es für empfehlenswert, wenn Kindern eine fest
vereinbarte Bildschirmzeit zur Verfügung steht. Dann können sie es sich
selbst einteilen, ob sie lieber gamen oder streamen wollen. Seit aber Kinder
ein eigenes Smartphone haben, ist die Kontrolle, was sie und wann sie damit
etwas machen, schwieriger geworden. Darum lautet meine Regel: Es muss in der
Familie handyfreie Zeiten geben – für Kinder und Eltern. Also beim Essen zum
Beispiel, aber auch keine digitalen Geräte über Nacht im Kinderzimmer.
Worauf sollten Eltern achten, wenn sie dem Kind das Tablet in die Hand
drücken?
Das kommt auf das jeweilige Alter an, aber auf jeden Fall sollten Kinder
erstmal einen Medienführerschein machen, um Chancen nutzen und Gefahren
einschätzen zu können. Eltern sollten die Kaufmöglichkeiten einschränken und
die Jugendschutzeinstellungen nutzen. Das klappt bei jungen Kindern sehr gut,
im Teenageralter wird es knifflig. Ich kenne Jugendliche, die ihr Handy
einfach zurücksetzen, wenn die Eltern bestimmte Einstellungen darauf
vorgenommen haben. Darum rate ich dazu mit Kindern gemeinsam einen
Mediennutzungsvertrag (www.mediennutzungsvertrag.de)) abzuschließen, die
sämtliche Rechte und Pflichten festhalten. Aber auch das muss kontrolliert
werden.
Inwiefern können Kinder von guten Medieninhalten profitieren?
Das funktioniert nur erfolgreich, wenn ihnen ihrem Alter entsprechende
Medien zur Verfügung stehen, die sie nicht überfordern oder Angst machen. Mit
der richtigen Auswahl vermögen anspruchsvolle Medieninhalte die Fantasie und
Kreativität anzuregen und auch informativ oder lehrreich zu sein. Sie können
Kindern neue Dinge, fremde Welten und Phänomene zugänglich machen und ihr
Interesse wecken. Darum sollten Eltern mit jungen Kindern gemeinsam die
Auswahl treffen.
Klar ist also, dass es am meisten darauf ankommt, welche Inhalte Kinder
nutzen. Und dass Eltern mit ihren Kinder besprechen, welche Inhalte für ihr
Alter geeignet sind. Bei Disney+ gibt es dazu eine seit dem 23.2 Star, eine
verbesserte Kindersicherung. Eltern haben die Möglichkeit, den Zugang zu
Inhalten für bestimmte Profile zu sperren, also somit sicher zu stellen, dass
die Kinder nur altersgerechte Formate sehen. Wir haben das natürlich auch
ausprobiert – und es ist wirklich sehr leicht zu installieren. Denn sobald
man Disney+ aufruft, wird man gebeten, die Kindersicherung zu aktivieren,
also Altersbeschränkungen zu zustimmen und das Ganze per PIN abzusichern. Der
ganze Vorgang dauert keine Minute und man kann nichts falsch
machen.
Bei uns bedeutete die Kindersicherung beispielsweise, dass mein Sohn die
Lego Star Wars Serie gucken kann, die „echten“ Filme aber nicht. Die
erweiterte Kindersicherung sorgt einfach für ein besseres Gefühl, denn so
kann verhindert werden, dass Kinder zufällig auf Inhalte stoßen, die noch
nicht für sie geeignet sind. Gerade für Kinder, die sich mit den Tablets auch
gerne mal in die eigenen Zimmer zurück ziehen, ist das sehr
wichtig.
Wir können Disney+ wirklich sehr empfehlen. Ich liebe den Mix aus neuen
Inhalten und den Klassikern. Viele Charaktere kennt man noch aus seiner
eigenen Kindheit und auch für uns Erwachsene waren die Kinoabende am Freitag
immer ein Wochenhighlight. Und die Kids – na, die lieben das Programm
sowieso!
|
Mehr Medienzeit im Lockdown für die Kinder? Schon... Aber bei Disney+ mit
Kindersicherung! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-bruder-war-drogensuechtig-da-nahmen-wir-seine-tochter-auf-gastbeitrag-von-cindy |
„Ich bin Cindy, 35 Jahre alt.
Mein Mann Benjamin ist 37 und unsere Kinder heissen Cedrik (18) Lara Belana
(14) und Samantha (6). Wir leben in einer großen Wohnung in Berlin und
hier herrscht immer ein gemütliches Chaos. Ich möchte Euch heute unsere
Familien-Geschichte erzählen.
Meinen Sohn bekam ich mit 16 Jahren, es war Liebe auf den ersten Blick –
die Beziehung zu seinem Vater hielt aber nicht. Mit 19 bin ich nach Berlin
gezogen, lernte dort den Vater meiner mittleren Tochter kennen und lieben.
Diese Beziehung hielt 7 Jahre, dann trennten wir uns.
Und so war ich alleinerziehend mit zwei Kindern. Bis ich Benjamin kennen
lernte. Erst wollte ich keine neue Beziehung, ich hatte Angst, wieder
verletzt zu werden. Doch er ließ nicht locker.
Meine Kinder mochten Benjamin von Beginn an, Cedrik stellte ihm nach 3
Monaten ein Ultimatum: „Wenn Du jetzt bleibst, bleibst du für immer. Wenn Du
Dir nicht sicher bist, dann musst Du jetzt gehen.“ Unglaubliche Worte
für einen 10-Jährigen.
Benjamin nahm meinen Sohn in den Arm und sagte: „Ich bleibe für immer,
versprochen!“
Seitdem sind wir eine sehr glückliche Familie – und Benjamin und ich
wünschten uns ein gemeinsames Kind. Leider klappte es nicht. Wir
beschlossen, keine aufwendigen Test zu machen und fanden uns einfach damit
ab, schließlich hatten wir ja schon zwei tolle Kinder.
Zur gleichen Zeit wurde die Freundin meines Bruders schwanger. Ich möchte nicht
zu sehr ins Detail gehen, nur soviel: Die beiden hatten Probleme mit Drogen
und Alkohol….
Ich war frustiert, denn beide wollten das Kind gar nicht wirklich – während
wir uns nach einem Kind sehnten.
Als das Baby geboren wurde, halfen und unterstützen wir sie, so gut wir
konnten. Aber mein Bruder und seine Freundin bauten einfach keine Bindung zu
dem Baby auf, das Jugendamt schaltete sich ein. Die Kleine musste ins
Krankenhaus, denn sie hatte durch den Drogenkonsum ihrer Mutter Entzugserscheinungen
und leider wurde auch das FAS-Syndrom (Fetales Alkoholsyndrom)
festgestellt.
Wir boten an, die Kleine zu uns zu nehmen, bis die leiblichen Eltern dazu
fähig sein würden. Aber mein Bruder und seine Freundin wollten das
nicht.
Doch ganz plötzlich stand eines Tages doch die Kindsmutter mit der Kleinen
(gerade mal sechs Monate alt) vor unserer Tür. Sie sagte: „Willst Du sie noch
haben? Dann nimm sie, sonst kommt sie zu Pflegeeltern.“
Für mich war sofort alles klar. Natürlich würden wir dieses Mädchen bei uns
aufnehmen. Ich rief meinen Mann an und sagte, er solle Windeln und
Babynahrung mitbringen. Auch er freute sich sofort riesig.
Wie unsere großen Kinder auf den unerwarteten Zuwachs reagierten? Wir haben
ihnen die ganze Situation erklärt und beide waren sofort damit einverstanden,
dass die kleine Sam bei uns bleibt.
Es folgte eine schwere Zeit. Denn das Jugendamt wollte, dass Sam zu
einer für sie wohl schon vorher ausgesuchten Pflegefamilie kommt. Es
hieß außerdem, wir könnten mit Sams Besonderheiten (also den Folgen des
Alkohol-und Drogenkonsums der Mutter) nicht gut genug umgehem.
Glücklicherweise widerlegte das das Familiengericht und wir bekamen das
alleinige Sorgerecht für Sam.
Vor drei Jahren hat sich mein Bruder, Sams Vater, das Leben genommen. Er
fehlt mir sehr, denn ich habe ihn sehr geliebt – auch, wenn wir viele
Differenzen hatten.
Sams leibliche Mutter hat einen neuen Partner, alle paar Monate meldet sie
sich per Mail und fragt nach, wie es Sam geht.
Samantha kennt ihre Geschichte, sie weiß wer und wo ihre leiblichen Eltern
sind. Natürlich immer nur soweit, wie es altersgerecht und unserer Meinung
nach für Sie ok ist. Sie ist ein tapferes Mädchen und geht damit sehr gut um.
Uns war es wichtig, dass wir sie nie anlügen. Und wenn sie ihre leibliche
Mutter sehen möchte, würden wir ihren Wunsch unterstützen.
Samantha erzählt jedem, dass sie uns als ihre Eltern ausgesucht hat und
dass das was Besonders sei – schließlich könnten das nicht alle Kinder.
Ja, bei uns ist immer was los. Wir sind keine 0815-Familie, aber wir halten
zusammen und für mich ist meine Familie genauso perfekt.
Mein größter Dank gilt meinem Mann. Ohne ihn wäre das alles nicht möglich.
Es ist nicht selbstverständlich, wie er alle Kinder annimmt. Ich liebe ihn
dafür unendlich.“
|
"Mein Bruder war drogensüchtig, da nahmen wir seine Tochter
auf" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-freund-hat-sich-das-leben-genommen-interview-mit-janine |
Liebe Janine, Dein
Lebensgefährte hat vor 13 Jahren sich das Leben genommen. Kannst Du uns von
dem Tag erzählen?
Es war ein Freitag im August 2004, es war mein letzter Arbeitstag vor
unserem Urlaub. Mein Lebensgefährte wollte mit Freunden auf ein Konzert und
erst am nächsten Tag wieder heimkommen. Er stieg richtig glücklich auf sein
Motorrad, wsr voller Vorfreude. Nachts um 2 Uhr bekam ich eine SMS mit den
Worten: "Ich liebe dich".
Das war das letzte Lebenszeichen, er kam nicht mehr nach Hause. Es dauerte
eine Woche bis die Bereitschaftspolizei ihn fand. Ich wusste von Beginn an,
dass etwas Schlimmes passiert ist. Dass er einfach abgehauen ist, kam nicht
in Frage. Doch die Ungewissheit, was genau passiert ist, war
schrecklich.
Als die beiden Kripobeamten am Fundtag bei mir klingelten, wusste ich, dass
sie haben ihn tot gefunden. Meine erste Frage lautete dennoch: "Ist er
tot?" Und die zweite Frage: "War er es selbst?"
Es klingt blöd, aber es war mir wichtig, dass er es selbst getan hat und
nicht Opfer eines Verbrechens wurde. Es hat mir in meiner Trauer irgendwie
geholfen zu wissen, dass es wohl sein Wunsch war zu sterben. Man möchte für
diejenigen, die man liebt, das Beste. Und wenn es für ihn so das Beste war,
dann soll es auch für mich ok sein – das sagte ich mir immer wieder wie ein
Mantra vor. Denn natürlich ist mein Leben ist in diesem Moment wie ein
Kartenhaus eingestürzt.
Kam der Suizid für Dich überraschend oder gab es vorher Anzeichen?
Er litt an Depressionen, war auch in psychologischer Behandlung. Die
letzten 8 Monate ging es ihm viel besser. Er lachte viel und hatte wieder
Ziele und neue Projekte, hatte sich beruflich verändert. Ich dachte, wir
hätten es geschafft.
Es klingt komisch, aber irgendwie habe ich immer gefühlt, dass ein Suizid
passieren könnte. Nur nicht zu diesem Zeitpunkt.
Wie hast Du die ersten Wochen und Monate nach dem Tod erlebt?
Ich war innerlich gebrochen. Ich hab nur noch funktioniert, wie ein
Roboter. Mein alter Hund hat mich am Leben gehalten, um ihn musste ich mich
kümmern, ihn versorgen.
Ich hatte dann einen unglaublichen Drang, unser Zuhause zu verändern.
Kleiderschrank ausräumen, neue Möbel, ausmisten. Ich wollte alles verändern,
um den Schmerz dadurch weniger zu spüren. Bloß nicht nachdenken über das
Geschehene.
Nach meinem Urlaub ging ich wieder arbeiten – so als wäre nie was gewesen.
Einerseits hat es gut getan, dass der Rest in meinem Leben noch stabil war,
aber andererseits war meine Leistungsfähigkeit sehr reduziert, so dass ich
auch am Wochenende arbeiten musste, um mein Pensum zu schaffen.
Während mein Freund verschwunden war, gab es Suchmeldungen in den örtlichen
Zeitungen – jeder wusste also, was los war. Für mich war das Leben dann wie
ein Spießrutenlauf, ich wurde beim Einkaufen oder Spazierengehen angestarrt
oder fremde Menschen sprachen mich einfach an – mitunter sehr
taktlos.
Wie sind Bekannte und Freunde mit Dir umgegangen?
Meine engen Freunde waren in dieser Zeit immer für mich da. Meine beste
Freundin hat auch in der Zeit der "Suche" bei mir geschlafen.
Meinen Freunden bin ich immer noch von Herzen dankbar. Bekannte haben so
getan, als sei nichts passiert oder haben mich vollgejammert, dass sie
einfach nicht verstehen, wie er sowas tun konnte.
Was hat Dir in dieser Zeit geholfen?
Meine Freunde, vor allem meine beste Freundin und mein Hund. Und meine
Arbeit.
Was waren besonders harte Momente in dieser Zeit?
Über die eigenen Kräfte zu gehen. Meine ganze Kraft hatte ich in der
Suchzeit verloren. Ich hatte meinen Selbstwert verloren.
Die Beerdigung war hart, ebenso wie die Fundstelle zu sehen. Ich war mit
vielem überfordert. Dabei habe ich auch meine Eltern oft vor den Kopf
gestoßen, ich konnte mit ihrer Liebe und ihrer Bemutterung nichts anfangen,
es hat mir die Luft abgedrückt. Das tut mir heute sehr leid.
Suizid ist immer noch ein Tabu-Thema. Warum ist das so?
Ich denke, dass Angehörige sich dafür schämen – zumindest war es bei mir
so. Es ist kein natürlicher Tod. Und damit kommen Menschen bzw die
Mitmenschen nur schwer klar. Generell haben die meisten Menschen Angst vor
dem Tod, da redet man ungern darüber.
Und zusätzlich ist dem "gesunden" Menschenverstand unbegreiflich,
wie man Suizid begehen kann. Ich selbst habe von klein auf im
Religionsuntersicht gelernt: "Du darfst nicht töten, auch nicht
dich selbst."
Was möchtest Du Menschen sagen, die gerade ähnliches erlebt haben wie Du
damals?
Macht euch keine Vorwürfe, dass ihr zu wenig getan oder geholfen habt.
Derjenige sah den Freitod als Erlösung, als Ausweg für sich selbst. Es
hat mit Euch persönlich gar nichts zu tun. Es ist eine Kurzschlussreaktion
oder manchmal auch geplant. Die Frage nach dem Warum, wird bei den meisten
bleiben, aber tief in eurem Herzen kennt ihr die Antwort, nur kann man die
rational sehr schwer nachempfinden. Fühlt euch alle umarmt.
WICHIGE INFO: Sollten Sie selbst Hilfe brauchen: Bei der Telefonseelsorge
erhalten Sie rund um die Uhr Hilfe – und zwar unter der kostenlosen Rufnummer
0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222.
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"Mein Freund hat sich das Leben genommen" - Interview mit
Janine | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-jahr-als-au-pair-kaum-wertschaetzung-als-rund-um-die-uhr-kindermaedchen |
Mein Name ist Rahna und ich bin in Bulgarien geboren. Ich bin als Au-pair
Mädchen nach Deutschland gekommen und hier geblieben. Heute habe ich selbst
Kinder und sehe meine Zeit als Au-pair sehr kritisch. Zumal ich mit vielen
ehemaligen Au-pairs Kontakt habe, die noch weit Schlimmeres in ihrer Zeit
erlebt haben. Ich hatte wohl noch Glück mit der Familie, für die ich
gearbeitet habe, ich betrachte meinen Fall eher als eine moderate, aber
kontinuierliche Form von Ausbeutung.
Als ich Bulgarien verlassen wollte, befand sich das Land in einer tiefen
wirtschaftlichten Krise. Viele junge Menschen hatten Angst um ihre Zukunft
und wollten nur noch weg. Es gab nur wenige Möglichkeiten, legal ins Ausland
zu gehen. Meine Freunde bewarben sich an Unis oder für Greencards.
Ich bewarb mich nach dem Abitur an verschiedenen Hochschulen, schrieb eine
Bewerbung nach der anderen, aber es geschah einfach nichts. Keiner wollte
mich haben. Ich verzweifelte zunehmend. Wenn ich die Nachrichten im Fernsehen
sah, wurde mir bange. Ich wusste, dass ich in Bulgarien keine Zukunft haben
würde.
Au-pair Mädchen: Meine Chance auf Arbeit in Deutschland
Meine Mutter arbeitete in der Vertretung einer großen deutschen Firma in
Sofia, und sie hatte viele Kontakte ins Ausland. Der Cousin eines
Arbeitskollegen, selbst ein Bulgare, lebte seit über 20 Jahren in
Deutschland, arbeitete als HNO-Arzt und plastischer Chirurg. Er suchte
dringend ein bulgarisches Au-pair Mädchen, das seinen Kindern Bulgarisch
beibringen sollte. Ich wusste: Das ist meine Chance.
Wir trafen uns im Büro meiner Mutter. Ich hatte mich so gut wie möglich auf
das Kennenlernen vorbereitet, war aber unglaublich nervös. Ich brauchte
diesen Job so dringend… Der Mann saß bereits im Büro als ich kam. Hellblaues
akkurat gebügeltes Hemd, braune Cordhose und Ledersegelschuhe. Er hatte
graumeliertes Haar und sah sehr sympathisch aus. Wir sprachen sehr kurz
miteinander, was mich ziemlich überraschte, denn es ging schließlich darum,
dass ich mich um seine Kinder kümmern sollte. Er stellte mir nur wenige
Fragen, die in meinen Augen völlig irrelevant für den Job waren. Wie auch
immer – ich bekam den Job.
Den frostigen Februar verbrachte ich in Warteschlangen vor der deutschen
Botschaft in Sofia. Anfang März hielt ich meinen Reisepass mit dem
Dreimonats-Visum wie eine teure/kostbare Trophäe in den Händen. Meine Mutter
erzählt mir heute noch, dass sie mich zu Hause glücklich tanzend vorfand. Ich
war überglücklich – in einer Zeit, in der es in Bulgarien nichts gab, worüber
man glücklich sein konnte. Es war 1997.
Deutschland schien zunächst das Paradies zu sein
Ich kam am 15. März in einer kleinen Stadt im Süden Deutschlands an. Nach
35-stündiger, anstrengender Busfahrt mit langen Wartezeiten an den Grenzen,
zusammengepfercht zwischen Männern, die nachts ihre Schuhe auszogen und nach
einer Mischung aus Alkohol, Zigaretten und billiger Knoblauchwurst aus dem
Mund rochen. Das Wetter bei der Abfahrt am Busbahnhof Sofia war kalt, der
Schneeregen vermischte sich mit den Tränen meiner Mutter, und alles rund um
uns war braungrau von den Autoabgasen.
In dem deutschen Städchen erwartete mich das Paradies auf Erden. Die
Magnolien blühten, der Himmel war irgendwie übertrieben blau, hier und da
tanzten weiße Wölkchen zwischen den schönen Fassaden der Häuser. Menschen
fuhren auf Fahrrädern, die Wege waren sauber. Ich bekam ein eigenes Zimmer,
frisch gestrichen und neu möbliert. Mein Monatslohn betrug 350 D-Mark, wobei
der Vater beschlossen hatte, mir 300 davon auszuzahlen und 50 davon für die
Zeit danach ansparte. Eine Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel
bekam ich nicht, sondern ein Kinderfahrrad. Damit fuhr ich bei jedem
Wetter.
Die ersten Wochen waren sehr hart. Das Heimweh erschlug mich, und ich
wusste nicht recht, wie ich mich verhalten sollte, was von mir erwartet wird,
und vor allem wusste ich wenig über den Alltag in Deutschland mit Kindern.
Mir war gar nicht klar, welche Aufgaben ich demnächst haben werde. Ich wusste
nichts über meine Rechte und Pflichten und auch nicht, dass mir ein
Sprachkurs zustand, dass ich ein Recht auf freie Zeit hatte. Das alles erfuhr
ich erst viel später.
Die Ausbeutung begann: Ich arbeitete rund um die Uhr
Und so stand ich der Familie sieben Tage in der Woche zur Verfügung. Ich
kümmerte mich um die Kinder, brachte sie zur Kita und holte sie ab. Kümmerte
mich um die Wäscheberge, kaufte ein und kochte. Putzen gehörte zu den
Aufgaben einer Putzfrau aus Bosnien. Der Au-pair Mutter war es besonders
wichtig, dass ihre hochwertigen Kochtöpfe richtig per Hand gespült werden.
Auch ihre Unterwäsche bedurfte eines besonderen Umgangs. Das fiel dann wieder
in meinen Aufgaben-Bereich.
Im April bekam ich eine starke Erkältung und merkte schnell, dass Kranksein
und besonders Arztbesuche unerwünscht waren. Ich musste in dem ganzen Jahr
zwei Mal zum Arzt, und das bekam ich richtig zu spüren. Nachdem die
Arztrechnung ins Haus geflattert war, verschlechterte sich die Stimmung
enorm.
Ab Mai kamen beide Kinder morgens früh direkt nach dem Aufwachen zu mir ins
Bett, um zu kuscheln, wir malten viel und lasen Bilderbücher. Sie halfen mir
beim Einkaufen und Kochen, hingen gemeinsam mit mir die Wäsche auf. Zudem
lernten die Kinder sehr schnell bulgarisch, was toll war. Beide hatten sehr
viele Verkleidungskostüme in einer Truhe im Kinderzimmer, ich fand sie zu
schön, um sie nur einmal im Jahr anzuziehen, also gingen wir immer öfter als
Pikachu, Marsupilami oder Rotkäppchen zum Bäcker.
Im Juni ließ ich mir einen Bibliotheksausweis ausstellen, auch, weil er für
Au-pairs kostenlos ist. Ich hatte inzwischen ein Arbeitsvisum für ein Jahr
bekommen. Wenn wir am Wochenende zum Markt gingen, stellten mich die Kinder
den Verkäufern als ihre Mutter vor. Die Verkäufer staunten, wie unterschiedlich
wir doch aussahen.
Ich gab mein Bestes, wurde aber immer einsamer
An den Abenden, an denen es nicht so viel zu bügeln gab und die Kinder
bereits in ihren Betten schliefen, setzte ich mich in meinem Zimmer in den
Sessel und starrte die Orchidee auf der Fensterbank an. Ich war sehr einsam.
Ich schrieb in dieser Zeit ständig Briefe und Tagebuch. Wenn ich es mir
leisten konnte, kaufte ich mir eine Telefonkarte für 12 Mark und bei Aldi Süßigkeiten
und rief aus einer stinkenden Telefonzelle meine Eltern an. Zwischen Tränen,
Satzteilen und Schokolade schmolz mein Guthaben, und meine Traurigkeit wuchs.
Meine sozialen Kontakte beschränkten sich auf Gespräche in der Familie oder
auf ein paar Sätze mit anderen Eltern beim Abholen der Kinder. Die
Gast-Eltern arbeiteten viel, und wenn sie zu Hause waren, schloss sich jeder
in sein Arbeitszimmer ein. Manchmal kam der Vater spät abends leicht
angetrunken nach Hause. Er weckte den Jungen, um mit ihm Fußball im Flur zu
spielen, weil er ihn den ganzen Tag nicht gesehen hatte. Die Mutter sagte
dazu nichts und tat so, als ob sie schlafen würde.
Ab September kochte ich fast täglich typisch bulgarische Küche wie gefüllte
Paprika, Pansensuppe oder Banitza. Es kam öfter vor, dass der Vater abends
nach dem Essen, bevor er seine obligatorische Gauloises rauchte und ein Glas
Rotwein trank, zum Telefon griff, um seinen Cousin in Sofia anzurufen und ihn
voller Begeisterung zu fragen: „Rate mal was ich gerade gegessen habe?“ Die
Mutter machte einmal wöchentlich Salzkartoffeln mit Fischstäbchen und grünem
Salat. Als mein Vertrag zu Ende ging, ersetzte sie mich durch einen Thermomix
und schenkte mir als Abschiedsgeschenk ein Kochbuch für Anfänger.
Ich sehnte das Ende des Au-pair-Jahres herbei
Das Jahr lief weiter, Tag für Tag. Ich musste alle Ausgaben in ein Heft
eintragen und penibel jeden Kassenzettel aufbewahren und vorlegen als
Nachweis. Wenn mein Haushaltsgeld erschöpft war, setzten wir uns zusammen und
gingen Punkt für Punkt alle Ausgaben durch. Weil ich den Kindern auf dem
Markt Bratwurst im Brötchen gekauft hatte statt Brote von zu Hause
mitzunehmen, gab es riesigen Ärger. Also kaufte ich den Kindern Eis von meinem Gehalt.
Im Dezember freute ich mich schon riesig auf Weihnachten und Silvester.
Meine ältere Schwester studierte damals in Berlin, und ich durfte sie dort
über die Feiertage besuchen. Meine Mutter sollte aus Sofia einfliegen, damit
wir ihren 60. Geburtstag zusammen feiern konnten. Da ich mir keine
Bahnfahrkarte leisten, konnte fand ich eine Mitfahrgelegenheit in der
kostenlosen Stadtzeitschrift. Als ich den Gast-Vater nach meinem Lohn fragte,
um für meine Mutter und meine Schwester Geschenke kaufen zu können,
behauptete er, dass er mir bereits den Monatslohn für Dezember ausgezahlt
hätte. Eine glatte Lüge und der wohl schlimmste Moment in diesem Jahr für
mich. Ab dann zählte ich nur noch die Tage bis zum Ende meiner
Au-pair-Zeit.
Warum ich das erzähle? Ich weiß, damals war es noch eine andere Zeit, aber
auch heute gibt es viele Au-pairs, die nicht gut in ihren Familien behandelt
werden. Schaut hin, wenn Euch etwas auffällt und sprecht diese Frauen an.
Vielleicht helft Ihr damit jemandem in Not.
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Au-pair: Kaum Wertschätzung als Rund-um-die-Uhr-Kindermädchen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-hat-angst-was-kann-ich-tun |
Mein Name ist Marion, ich habe eine fast fünfjährige Tochter. Meine Tochter
hat Ängste, ich weiß weiß weder, woher sie kommen, noch wie ich damit umgehen
soll.
Sie bleibt zum Beispiel nie alleine in einem Raum, nicht mal kurz. Zudem
kommt nahezu panische Angst im Dunkeln.
Es gab kein traumatisches Ereignis und sie kann auch nicht benennen, warum
sie Angst hat. Fakt ist, dass ich as Gefühl habe, dass die Ängste schlimmer
werden.
Gibt es hier Mamas, die Erfahrungen damit haben? Wie habt Ihr Eure Kids
gestärkt?
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Mein Kind hat Angst. Was kann ich tun? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-haut-und-beisst-wie-sich-das-fuer-die-eltern-anfuehlt |
Ihr Lieben, Was, wenn das
eigene Kind zum "Täter" wird, wenn es andere haut, beißt und
ärgert? Wenn es sich damit selbst ins Abseits katapultiert, weil es nicht
mehr zu Kindergeburtstagen eingeladen wird? Wenn es irgendwann einfach in der
Schublade "laut und ruppig" steckt – und da nicht mehr wirklich
rauskommt? Wir haben mit einer Mama gesprochen, die ein solches Kind
hat.
Liebe Kristin, Du hast uns erzählt, dass Dein Kind ein anderes Kind mobbt.
Erzähl uns erstmal ein bisschen mehr über Dein Kind.
Zu unserer Familie gehören mein Mann, ich, mein Sohn Jonas (bald 6) und
meine Tochter Lene (bald 2). Jonas war ein absolutes Wunschkind, auf das wir
fast zwei Jahre gewartet haben. Er liebt alles, was mit der Feuerwehr zu tun
hat. Wahrscheinlich hat er das von seinem Papa, Opa und Onkeln. Ebenso liebt
er das Handwerk. Es kam schon sehr oft vor, dass er Sachen
auseinanderschraubt, um zu sehen, wie sie funktionieren.
Wann hast Du das erste Mal davon gehört, dass Jonas andere Kinder ärgert?
Das erste Mal, dass Eltern und Erzieher mich ansprachen war, als er zwei
Jahre alt war. Er fiel vor allem durch Beißen auf. Er schubste aber auch
größere und ältere Kinder einfach um und ließ sich nichts sagen. Eine Phase,
dachten wir, doch es steigerte sich von Jahr zu Jahr. Beißen tut er zwar
nicht mehr, doch er ärgert und setzt andere Kinder so unter Druck, dass diese
mittlerweile nicht mehr in den Kindergarten wollen.
Wie genau sieht dieses Unter-Druck-setzen aus?
Er wendet sich hauptsächlich an "schwächere" Kinder, die nicht
viel Selbstvertrauen haben. Er "entzieht" ihnen die Spielerlaubniss
in seiner Gruppe und schließt sie aus, wenn sie nicht das machen, was er
möchte.
Aber er kann auch schnell aus der
Haut fahren und schlägt dann auch Kinder.
Du hast sicher nach dem ersten Vorfall sofort mit deinem Kind
gesprochen.
Ja, natürlich. Wir haben sehr viel darüber gesprochen und er weiß auch,
dass es falsch ist. Dennoch hat er keine Empathie für das betroffene Kind.
Generell fehlt es ihm an Empathie, auch uns gegenüber. Ich gehe mittlerweile
jeden Tag mit einem beklemmenden Gefühl zur Kita. Es ist eigentlich schon
Alltag, dass entweder eine Erzieherin oder eine andere Mutter zu mir kommt
und wieder etwas berichtet, was Jonas einem anderen Kind angetan
hat.
Wie gehen denn die anderen Eltern mit Euch um?
Meistens wurden wir persöhnlich von anderen Eltern angesprochen. Da wir
eher ländlich wohnen, macht es jedoch immer ziemlich schnell die Runde, wenn
wieder etwas vorgefallen ist. Oft bekomme ich dann böse Blicke und Ablehnung.
Jonas wird fast zu gar keinem Geburtstag eingeladen und auch
Spieleverabredungen werden dankend abgelehnt. Selbst wenn er sich jetzt um
180 Grad ändern würde, steckt er bereits in dieser
Schublade…
Wie geht Ihr damit um?
Natürlich haben wir immer wieder nach Fehlern in unserer Erziehung gesucht.
Ich habe mir sogar Hilfe bei der Kinder- und Jugendberatung geholt. Diese
waren mit seinem Verhalten jedoch so sehr überfordert, dass sie uns auch
nicht weiterhelfen konnten. Sie und der Kindergarten haben uns dann gebeten,
ihn mal beim Arzt vorzustellen. Dass es vielleicht gar nicht an uns liegen
könnte, habe ich vorher gar nicht in Betracht gezogen.
Inweiweit unterstützt Euch die Kita?
Vorweg muss ich sagen, dass wir einen super Kindergarten haben, der uns
mega unterstützt. Wir arbeiten eng zusammen und probieren oft neue Dinge aus.
Sie schreiben sehr oft Beobachtungsbögen, die sie mir für die ärtzliche
Behandlung geben. Da er sich auch mit der Feinmotorik schwer tut, fordern sie
ihn da besonders. Jonas Ergotherapeutin kommt regelmäßig in die Kita und
bespricht neue Übungen mit der Kita.
Wie ist die Situation jetzt?
Zur Zeit sind wir immer noch bei der Ergotherapie. Auch im SPZ
(sozial-pädriatisches Zentrum) sind wir wieder in Behandlung. Fest steht,
dass Jonas eine Tiefensensible Wahrnehmungsstörung hat. Konzentration,
Ausdauer und Wahrnehmung (vor allem Druck und Schmerz) sind absolut im
Keller. Es steht der Verdacht von ADS im Raum. Dies kann unser SPZ aber erst
testen, wenn er in die Schule gekommen ist. Bis dahin bleibt uns nur die Ergo
und viel Geduld.
Was möchtest du unbedingt zu dem Thema noch los werden?
Es ist noch nicht lange her, dass es einen Vorfall auf dem Spielplatz gab.
Ich habe versucht, der Mutter zu erklären, dass es bei ihm dieses Problem
gibt. Sie entgegnete mir nur, dass ich "dann nicht mit so einem Kind auf
den Spielplatz gehen sollte, er wäre eine Gefahr für alle". Ich wünsche
mir so sehr, dass man nicht nur denkt, dass die Eltern ihre Kinder nicht
unter Kontrolle haben oder nicht erziehen. Manchmal steckt so viel mehr
dahinter, wenn ein Kind sich anders benimmt.
Foto: pixabay
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Mein Kind haut und beißt: Wie sich das für die Eltern anfühlt | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-kommt-in-die-schule-was-wir-als-eltern-beachten-sollten |
Ihr Lieben, die Sommerferien sind ja nicht nur eine Zeit der Erhoung,
sondern für viele auch eine Zeit der Umstellung, der Abschiede und
Neuanfänge. Dann zum Beispiel, wenn die Kitazeit vorbei ist und nun bald die
Schule anfangen wird. Da sind nicht nur die Kinder aufgeregt (verständlich!),
sondern auch die Erwachsenen (ebenso verständlich!). Schön, wenn wir da
einige Tipps mit an die Hand bekommen, von Menschen wie Viola, die nicht nur
selbst vier Kinder hat, sondern auch Grundschullehrerin ist und das Buch Mein
Kind wird Schulkind. Was Eltern zum Schulbeginn wissen müssen. Insider Tipps
einer Lehrerin und Mutter. (Affiliate Link) geschrieben hat.
Liebe Viola, wenn Eltern eines wollen, dann ist es, dass es ihrem Kind gut
gehen möge. Wie können wir ihm einen sanften Start in die Schulzeit
ermöglichen?
Indem wir unser Kind stärken und ihm das Gefühl geben, jederzeit liebevoll
an seiner Seite zu stehen. Natürlich sind dafür auch die Jahre vor dem
Schulstart entscheidend. Unser Kind sollte sich seiner Stärken bewusst sein
und mit Freude und Zuversicht seine Schullaufbahn beginnen. Eltern können ihr
Kind dabei unterstützen, indem sie im Vorfeld eventuelle Sorgen gemeinsam
besprechen und dem Kind versichern, dass sie fest an seine Fähigkeiten
glauben. Ebenso gibt es tolle Bücher, die Kindern den neuen Lebensabschnitt
Schule erklären und die Vorfreude auf die Einschulung wecken.
Zudem sollten Eltern gerade zu Beginn der Schulzeit keine Erwartungen an
das Kind formulieren oder Druck ausüben. Kinder brauchen Zeit, um sich in
ihrem neuen Umfeld zu orientieren und einzuleben. Diese Herausforderungen müssen
Kinder in den ersten Wochen und Monaten für sich bewältigen. Zusätzlicher
Druck von außen blockiert da nur.
Du bist Grundschullehrerin, hast aber auch selbst vier Kinder. Ist die
Einschulung für jedes Kind nicht ganz individuell besonders?
Ja, absolut. Jede Einschulung ist emotional, denn auch ich als Mama muss
mein Kind loslassen. Ich muss akzeptieren, dass mein Kind neue Wege
beschreitet und sich meine Rolle als Mutter Schritt für Schritt verändern
wird. Das fällt Müttern wie Vätern oft schwer, denn man fragt sich
unweigerlich, wo die Zeit geblieben ist. Gefühlt wurde der Nachwuchs doch
gerade erst entbunden – und schon steht er vor einem mit einer Schultasche
auf dem Rücken.
Der erste große Lebensabschnitt ist nun vorbei und ein neuer beginnt. Von
daher ist die Einschulung sicher für jede Familie ein emotionales und
einschneidendes Ereignis.
Wie können Eltern ihre Kinder jetzt in den Ferien auf den ersten Schultag
vorbereiten?
Mein liebster Tipp ist tatsächlich: Geht mit euren Kindern draußen spielen!
Wer schaukeln kann, wird Subtraktion leichter verstehen. Wer mutig in die
Höhe klettert, wird Perspektiven besser einordnen können. Es gibt unzählige
Beispiele dafür, wie wichtig kreatives Spiel im Freien ist. Somit ist jeder
Spielplatzbesuch ein kleines Puzzleteil im großen Ganzen, das später zum
Schulerfolg beiträgt. Versucht doch mal, euer Kind zu neuen Spielen oder
anderen Klettergeräten zu animieren. Dabei lernen Kinder oft viel mehr, als
wir Erwachsene wahrnehmen können.
Wer gerne mit seinem Kind konkrete Lerninhalte üben will, dem empfehle ich
einen gemeinsamen Besuch im örtlichen Buchladen. Übungsmaterialien sollten
auf jeden Fall mit dem Kind zusammen gekauft werden, damit es das Heft
anfassen, anschauen und durchblättern kann. Schließlich wird es die Aufgabe
des zukünftigen Schulkindes sein, die Seiten mit Leben zu füllen. Und das
geht viel leichter, wenn das Übungsheft Spaß macht und das Kind durch sein
Layout motiviert.
Und wenn der große Tag gekommen ist. Was sollten wir beachten?
Das Schulkind sollte im Mittelpunkt stehen und nicht die Feier. Viele
Eltern sind sehr darauf bedacht, ein großes Fest für die Freunde und Familie
abzuhalten. Das ist natürlich gut gemeint, doch häufig arten die Vorbereitungen
in Stress aus und der große Tag kann gar nicht richtig genossen werden.
Dabei ist es viel wichtiger, geistig und emotional bei seinem Schulanfänger
zu sein, der diesen Tag nie vergessen wird. Wirklich Anteil zu nehmen an dem
Moment, in dem der Name des eigenen Kindes erklingt, es die Stufen auf die
Bühne hinaufeilt und mit einem großen Strahlen im Gesicht von seiner
KlassenlehrerIn begrüßt wird. Das ist viel wichtiger als die tollste
Dekoration oder die größte Foto-Torte bei der anschließenden Feier
präsentieren zu können.
Falls ich ein recht schüchternes Kind habe, sollte ich dieses nochmal ganz
besonders vorbereiten und bestärken?
Auf jeden Fall. Bei sehr schüchternen Kindern empfehle ich Eltern zudem,
vorher Kontakt zum KlassenlehrerIn zu suchen und mit ihm/ihr über das
Verhalten des Kindes und die damit verbundenen Ängste zu sprechen. Einige
Kinder sind eher laut und forsch, andere leise und zurückhaltend. Das ist in
einer Schulklasse mit durchschnittlich 26 Kindern ganz normal und kein Lehrer
wird solch ein Elterngespräch als merkwürdig empfinden. Im Gegenteil. In
einem direkten Gespräch können Eltern ihre Sorgen darlegen und der Lehrer
kann sich bereits zum Schulanfang individueller auf dieses Kind einstellen.
Das ist ein Vorteil für beide Seiten.
Häufig bestätigen sich Befürchtungen der Eltern bzgl. bestimmter
Verhaltensweisen ihrer Kinder in der Unterrichtspraxis übrigens nicht. Einige
Kinder blühen nach einigen Wochen in der ersten Klasse regelrecht auf. Sie
merken, dass ihnen neue Dinge zugetraut werden und sie diese
Herausforderungen meistern können. Dadurch erfährt ihr Selbstbewusstsein
einen großen Schub und sie wachsen kontinuierlich an ihren
Anforderungen.
Um diese positive Entwicklung konstant und sicher leiten zu können, sollten
weiterhin regelmäßig Gespräche mit dem Klassenlehrer geführt werden. So wird
gewährleistet, dass das Kind sich souverän in seinem Umfeld bewegt und seine
Schüchternheit Schritt für Schritt überwindet.
Viola Herrmann: Mein Kind wird Schulkind. Was Eltern zum Schulbeginn wissen
müssen. Insider Tipps einer Lehrerin und Mutter.
Was, wenn ich selbst vielleicht früher nicht ganz so gute Erfahrungen mit
der Schule gemacht habe… sollte ich das thematisieren oder auf keinen Fall?
Nein, bitte lasst euer Kind seine eigenen Erfahrungen machen! Nur weil
Eltern die Schulzeit als nicht so schön erlebt haben, bedeutet das noch lange
nichts für die Wahrnehmung des Kindes. Jedes Kind verdient die Chance, völlig
unbelastet seinen eigenen schulischen Weg zu gehen und seine eigenen
Erfahrungen dabei zu sammeln. Diese werden absolut individuell sein, denn
jeder Mensch erlebt sein Umfeld auf ganz unterschiedliche Art und
Weise.
Prinzipiell sollten Eltern auf sämtliche negative Prophezeiungen verzichten
– das gilt nicht nur für die Schule. Kinder werden durch solche Aussagen nur
emotional beschwert und sind in ihrer Sichtweise dann nicht mehr frei. Dabei
sollten wir unsere Kinder viel eher dazu anregen, neuen Lebenssituationen
unvoreingenommen zu begegnen.
Vielleicht ist mein Kind anfangs noch recht motiviert, verliert dann aber
die Lust und wirkt gereizt. Wie kann ich darauf reagieren?
Zunächst würde ich das Gespräch mit meinem Kind suchen und versuchen
herauszufinden, was es bedrückt. So ein Verhalten entsteht ja nicht ohne
Grund und diesen gilt es herauszufinden.
Sofern das Kind keine Auskunft geben kann oder möchte – und der Zustand
längere Zeit anhält – rate ich dazu, den KlassenleiterIn zu kontaktieren.
Vielleicht gab es in der Schule eine Situation, die mein Kind als sehr
unangenehm empfunden hat? Oder es gibt neue schulische Inhalte, von denen
mein Kind sich überfordert fühlt? Darüber kann der KlassenlehrerIn gezielt
Auskunft geben, denn er hat täglich mehre Stunden intensiven Kontakt zu
meinem Kind.
Meistens lassen sich diese Probleme durch gemeinsame Gespräche sehr gut in
den Griff bekommen. Wichtig ist auch die Rückmeldung an das Kind, dass seine
Sorgen ernst genommen werden und sich eine Lösung sicher finden lassen
wird.
Nun heißt es: Der Ernst des Lebens beginnt. Wie schätzt du diesen Satz ganz
persönlich ein?
Ich persönlich mag diesen Satz überhaupt nicht und ich habe ihn auch noch
nie zu einem Kind gesagt. Er impliziert ja, dass alles Positive im Leben
eines Kindes mit dem Tag der Einschulung endet: Kein Spaß mehr, keine Freude
und gespielt wird am besten auch nicht mehr. Dabei trifft all das überhaupt
nicht zu.
Natürlich gehen Kinder primär in die Schule, um zu lernen. Doch Schulleben
ist viel mehr als Fachunterricht und auch der kann – mit dem richtigen Lehrer
– sehr viel Spaß machen. Schule ist soziales Leben, denn hier werden
Freundschaften fürs Leben geschlossen. Schule ist wertvolle Lebenszeit, denn
diese wird hier Zuhauf verbracht. Schule bedeutet Emotionen, denn hier wird
geweint, gelacht, gestritten, vertragen und gerne auch verliebt. Schule ist
nicht der Ernst des Lebens. Schule ist das pralle Leben mit all seinen Höhen
und Tiefen – immer wieder neu und aufregend.
Was möchtest du allen I-Dötzchen, I-Männchen und wie sie noch genannt
werden mit auf den Weg geben?
Ich möchte ihnen sagen, dass sie an sich glauben sollen. Sie dürfen auf
sich vertrauen, denn alles, was sie für ein erfolgreiches (Schul-)leben
benötigen, tragen sie bereits in sich. Es muss nur noch reifen.
Sie sollen mutig sein und ihren eigenen Weg gehen. Nicht immer ist dabei
der kürzeste Weg der beste. Manchmal dauert es, bis man sein Ziel (z.B. eine
gute Note oder neue Freunde) erreicht. Wichtig ist nur, dass man mutig den
ersten Schritt macht und darauf vertraut, dass man sicher am Ziel ankommen
wird.
Ich wünsche allen zukünftigen Schulkindern von Herzen, dass sie
aufgeschlossenen Lehrern begegnen, die ihre ganz speziellen Fähigkeiten
erkennen und fördern. Und ich wünsche ihnen Eltern, die jederzeit liebevoll
an ihrer Seite stehen, ohne ihnen dabei alle Herausforderungen des Lebens
abzunehmen.
|
Mein Kind kommt in die Schule: Was wir als Eltern beachten sollten |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-sitzt-im-rollstuhl-und-das-hat-unser-aller-leben-sehr-veraendert |
Liebe Nicole, heute geht es um dein drittes Kind, das im Rollstuhl sitzt
und entwicklungsverzögert ist. Wann ist Euch zum ersten Mal aufgefallen, dass
er sich anders entwickelt, als andere Kinder?
Mir ist es schon sehr früh aufgefallen, etwa im Alter von 3
Monaten.
Was ist die genaue Diagnose und wie lang hat es gedauert, bis Ihr sie
hattet?
Unser Jüngster kam in der 29.SSW zur Welt und hat am 3. Lebenstag eine
Hirnblutung erlitten, eine recht häufige Komplikation bei so kleinen
Frühchen. Eine richtige Diagnose, wie wir sie heute auf Rezepten stehen
haben, haben wir nie ins Gesicht gesagt bekommen. Im Prinzip sind wir in die
Diagnose irgendwie reingewachsen. Schwierig zu beschreiben, da
Entwicklungsverzögerungen aufgrund von Hirnblutungen so vielfältig
sind.
Erzähl uns gerne mehr über deinen Sohn.
Unser Kind ist heute 7 Jahre alt und motorisch auf dem Stand eines 10
Monate alten Kindes, sprich er kann krabbeln und mittlerweile auch kurz frei
sitzen (er fällt leider irgendwann um).
Er kann sich wahnsinnig gut mit seinem Rollstuhl bewegen. Da wo andere
Kinder in Pfützen springen, fährt unser Kind mit einem Affenzahn durch,
blockiert die Räder, dreht sich im Kreis und hat einfach so richtig viel Spaß
dabei. Sein größter Traum ist es, einmal beim WCMX mitzumachen (skaten im
Rollstuhl).
Er ist jetzt 7 und die Schere zu anderen Kindern in seinem Altern klafft
immer weiter auseinander. Er kann mittlerweile gut sprechen, aber Gespräche
mit ihm sind sehr schwer, da er sich fast gar nicht konzentrieren kann und
die Frage quasi sofort wieder vergessen hat. Nichtsdestotrotz schnattert er
den ganzen Tag und dafür bin ich (meistens 😊 ) sehr dankbar. Er hat
in den letzten Jahren wirklich tolle Fortschritte gemacht, was wir anfangs
nie gedacht hätten.
Wie war die Erkenntnis für dich, dass dieses Kind immer mehr Betreuung
brauchen wird, als die Großen?
Das wird uns erst im Laufe der Jahre bewusst. Es ist ein Prozess, der nicht
endet. Und dieser Prozess ist anstrengend. Er ist sehr anstrengend. Es ist
traurig, es macht Angst. Angst vor der Zukunft. Was ist, wenn wir nicht mehr
sind. Was ist nach der Schule. Was ist, wenn…
Ja, ich habe auch öfter mit der Entscheidung, ein 3. Kind bekommen zu
haben, gehadert. Wir lieben dieses Kind alle von ganzem Herzen, aber es ist
einfach verdammt anstrengend. Durch so eine Behinderung wird das ganze Leben
wie man es kannte, auf den Kopf gestellt und wir sind alle seitdem
eingeschränkt.
Seid Ihr unterschiedlich mit dieser Erkenntnis umgegangen?
Wir haben in den letzten 7 Jahren viele, sehr viele Federn gelassen. Mein
Mann hat deutlich länger gebraucht, um die Behinderung unseres Kindes
annehmen zu können. Jeder geht einfach
anders mir sowas um und einige brauchen auch professionelle Hilfe.
Als Paar gab es uns lange nicht. Wir haben lange Zeit nur funktioniert.
Während ich das schreibe, kullert so mache Träne, weil es einfach weh tut,
das zuzugeben.
Gerade sind wir dabei uns als Paar wiederzufinden. Ich hoffe sehr, dass wir
es schaffen zwischen Pflege, Schulkindern, Arbeit. Seit Corona sind wir sehr
auf uns alleine gestellt. Vorher hatten wir mal Zeit Luft zu holen, wenn
Therapien anstand oder die Schule. Nun ist vieles nicht mehr möglich, wie
sind alle ständig zu Hause, das zehrt sehr an uns.
Wie gehen die großen Geschwister mit dem kleinen Bruder um?
Unsere Mittlere liebt ihren kleinen Bruder sehr. Unser großes Kind
(Teenager) ist oft unsicher und auch genervt, da unser Jüngster wirklich sehr
fordernd und laut ist. Nichtsdestotrotz sind alle 3 toll zusammen und ohne
seine großen Geschwister wäre unser Kind heute nicht da wo er ist.
Geschwister können sehr motivierend sein.
Welche Förderungen bekommt Euer Kind normalerweise?
Er bekommt Physio, Logo und Ergo. Da er eine Förderschule besucht, hat er
sogar die Möglichkeit dort 2x/Monat Schwimm- und Reittherapie zu
bekommen.
Momentan pausieren alle Therapien in der Schule und das merken wir leider
enorm an seinen Beinen. Seit einer Woche machen wieder Physio in einer
externen Praxis, da es ohne Therapien einfach nicht geht. Seine Spastik in
den Beinen hat sich in den letzten Wochen enorm verschlechtert.
Inwieweit beeinflusst das alles Euren Familienalltag?
Die Behinderung unseres Kindes beeinflusst unseren Familienalltag enorm.
Unser ganzes Leben ist auf das Leben mit einem Kind im Rollstuhl
ausgerichtet. Im letzten Jahr haben wir ein barrierefreies Haus gebaut, da
wir in unserer kleinen Wohnung nicht bleiben konnten. Barrierefreie Wohnungen
für 5 Leute? Gibt es quasi nicht.
In den Urlaub fahren oder Ausflüge machen? Wir sind eine recht sportliche
Familie (gewesen) und wir lieben wandern, lange Fahrradtouren, Skifahren –
aber mit einem Kind im Rollstuhl? Wir machen viel möglich und sind vor 2
Jahren durch den Harz gewandert, stoßen aber nun an unsere Grenzen. 30kg Kind
plus Rollstuhl bekommt man eben nicht mehr einfach so den Berg hochgeschoben.
Fahrradtouren? Müssen wir immer genauestens planen, da Berge einfach schwierig
zu erfahren sind, genauso wie Waldwege.
Die Realität sieht so aus, dass mein Mann (wenn möglich) mit den 2 großen
Kindern allein in den Skiurlaub, zum Skifahren fährt oder Radtouren macht und
ich mit dem Kleinen eben daheim bin.
Vielleicht hat ja hier jemand DIE Idee für uns? Das belastet uns schon sehr
und ich habe oft ein schlechtes Gewissen den großen Kindern gegenüber, da wir
manchmal nichts gemeinsam unternehmen können, was sie sich wünschen, da es
eben unmöglich mit Kind im Rollstuhl ist oder sich das Programm am Rollikind
orientiert.
Was würdest du dir für dein Kind wünschen?
Mein größter Wunsch ist es, dass er weiterhin so selbstbewusst mit seinem
Rolli durchs Leben rollt, wie er es jetzt macht und wir ihm dafür das nötige
Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben können.
Was möchtest du anderen Eltern mit auf den Weg geben?
Eigentlich hört bzw. liest man ja dann meist, man wächst mit seinen
Aufgaben und das wird schon. Aber nein, es wird nicht und es muss nicht
werden. Man darf weinen, schreien, wütend sein. Man darf zweifeln und
trauern. Trauern um das unbeschwerte Leben, das man sich ausgemalt hat. Man
darf wütend sein auf alles und jeden. Man darf seinen gesamten Frust
rausschreien und mit dem Leben hadern. Das mache ich oft, auch noch nach über
7 Jahren.
Aber danach sollte man wieder voller Dankbarkeit auf das Zurückschauen, was
man schon geschafft hat. Welche Herzen und Menschen man bewegt hat. Dass man
tolle Kinder hat. Dass das Leben auch mit behindertem Kind sehr lebenswert
und wertvoll sein kann. Und das Zweifeln normal ist.
Ja, das mag ich gern mit auf den Weg geben. Du musst nicht immer stark
sein. Schwäche ist natürlich, authentisch, menschlich und gehört einfach zum
Leben dazu.
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Mein Kind sitzt im Rollstuhl und das hat unser aller Leben sehr verändert
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-spricht-nicht-wer-hat-tipps |
Ich heiße Franziska und es geht um meinen Sohn, der drei Jahre ist. Ich
brauche dringend Tipps und Erfahrungen von anderen Mamas.
Mein Sohn spricht nämlich nicht, also so gut wie nicht. Nur ganz wenige
Wörter. Im Kindergarten haben die Erzieher schon gesagt, dass er eine
Entwicklungsverzögerung auf Grund der fehlenden Verständigung habe. Ich
finde, er ist eigentlich ein sehr aufgewecktes Kind, puzzelt gerne, fährt
gerne Rad, liebt es im Wasser zu platschen. Aber spricht eben nicht. Der HNO
bestätigt, dass er eine Hörleistung auf beiden Ohren von 100 Prozent hat und
es gibt auch keine Paukenergüsse. Das ist also als Grund ausgeschlossen.
Unser Kinderarzt meint, mein Sohne brauche einfach noch etwas Zeit. Ich habe
aber Angst, dass wir zu spät reagieren. Logopädie sei noch zu früh, sagte der
Kinderarzt.
Das Ganze beschäftigt mich sehr und ich weine auch oft deshalb, weil ich
nicht weiß, was ich machen kann. Gibt es hier Mamas, die ähnliches erlebt
haben und mir sagen können, wie sich Ihre Kinder entwickelt haben?
Foto: Pixabay
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Mein Kind spricht nicht - wer hat Tipps? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-kind-wird-operiert-und-ich-darf-nicht-bei-ihm-bleiben |
Mein Name ist Silke und mein vierjähriger Sohn muss nächste Woche am Herzen
operiert werden. Die neuen
Corona-Regeln sehen vor, dass wie bisher nur ein Elternteil mit ins
Krankenhaus darf – ich aber nicht mehr über Nacht bleiben darf.
Das ist das ganze Prozedere: Man wird vorher mittels PCR- Test getestet,
außerdem alle zwei Tage mit einem Schnelltest. Man muss den ganzen Tag eine
Maske tragen, muss aber nachts das Krankenhaus verlassen. Diese Logik
erschließt sich mir nicht.
Es kann doch niemals sicherer sein, die Mütter abends nach Hause zu
schicken. Dort haben sie sicherlich mehr Kontakte – und was ist, wenn sie
vielleicht die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen müssen, um ins Krankenhaus
zu kommen? Da ist doch viel mehr „Bewegung“ drin, als wenn alle bei ihren
Kindern bleiben.
Das heißt, dass mein Vierjähriger alleine im Krankenhaus übernachten muss.
Sollte hier nicht das Sicherheitsgefühl des Kindes schwerer wiegen? Dazu
kommt die enorme emotionale und organisatorische Belastung für mich. Ich
wohne fast 1 Stunde von diesem Spezialkrankenhaus weg, dh. ich muss morgens
um fünf Uhr los, um da zu sein, wenn mein Kind aufwacht. Und abends um 20 Uhr
muss ich wieder zurück. Den ganzen Tag steht mir übrigens auch keine
Essensversorgung zu. Das raubt einem doch komplett die Kräfte.
Das Ronald McDonald Haus nebenan nimmt nur Eltern auf, die nicht in der
Stadt wohnen. Für Eltern, die hier in der Stadt leben, gibt es eine lange
Warteliste. Ich hatte nun das Glück, dass ich für ein paar Nächte ein
Hotelzimmer bekommen habe. Die restliche Zeit werde ich wahrscheinlich in
meinem Büro auf dem Fußboden schlafen, da mein Büro nicht ganz so weit weg
ist vom Krankenhaus.
Ich finde das ganze wirklich Ungeheuerlich. Meine Frage ist: Hat hier eine
andere Mama Erfahrungen mit Kindern im Krankenhaus während der Corona-Zeit?
Wie ging es Euren Kindern damit? Und
wie ging es Euch damit?
|
Mein Kind wird operiert - und ich darf nicht bei ihm bleiben | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-mann-hat-krebs-viola-ueber-2020-voller-hoehen-und-tiefen |
Es gibt Geschichten, die uns sehr berühren und an die wir immer wieder
denken. Oft fragen wir nach einigen Monaten dann nach, wie es den Beteiligten
geht und freuen uns, wenn wir Euch hier auch ein Update geben dürfen.
Viola haben wir im Januar diesen Jahres interviewt, ihr Mann hatte eine
aggressive und unheilbare Krebsform und es sah alles nicht gut aus. (HIER das
Interview) Dementsprechend bereitete ich mich innerlich auf schlechte
Nachrichten vor, als ich Viola nun erneut anmailte. Aber: Es gibt gute
Neuigkeiten und wir freuen uns sehr sehr mit Viola und ihrer Familie. Hier
also das Update, das sie uns geschickt hat :
„Die Zeit zwischen Januar 2020 und August 2020 war unfassbar hart, einfach
nur schlimm und traurig, denn es ging meinem Mann immer schlechter. Die
Therapie war so aggressiv, dass er am Ende zu schwach zum laufen war. Dazu
kam eine plötzliche Schwerhörigkeit, die sich niemand erklären konnte. Anfang
März erwischte ihn noch eine Lungenentzündung, da wurde die ganze Situation
wirklich richtig kritisch.
„Wirklich kritisch“, diese Worte belauschten meine Kinder einmal in einem
Gespräch von mir mit einer Freundin. Sie fragten danach: „Mama, was heißt
wirklich kritisch? Heißt das, dass Papa stirbt?“ Dieses Gespräch mit den
Kindern war sehr sehr hart für uns alle.
Doch mein Mann erholte sich.
Aufgrund von Corona musste seine Stammzellentransplantation mehrmals
verschoben werden, das zerrte sehr an unseren Nerven. Ich hatte ständig das
Gefühl, dass uns die wenige Zeit, die uns bleibt, zwischen den Finger
zerrinnt. Im Juni/Juli bekam er dann eine Hochdosis-Chemo mit anschließender
Stammzellentransplantation.
Dieser Vorgang war sehr heftig. Zu sehen, was diese Therapie mit meinem
Mann macht – und ihm nichts von dem Leid abnehmen zu können, brachte mich an
meine Grenzen. Dazu kamen auch noch die sehr eingeschränkten
Besuchsmöglichkeiten. Vier Wochen lang bangten wir erneut, denn mein Mann war
einfach nur schwach, es ging ihm richtig schlecht.
Doch auch hier kämpfte er sich zurück. Zu Hause ging es wieder bergauf. Ich
weiß noch, dass ich es kaum glauben konnte, als er eines Tages plötzlich
wieder die Kraft hatte, den Geschirrspüler auszuräumen.
Doch es gab plötzlich neue Herausforderungen. Die Jungs hatten sich daran
gewöhnt, dass ich ihre Ansprechpartnerin und Bezugsperson war und ich hatte
mich daran gewöhnt, für alles zuständig zu sein. Plötzlich war mein Mann
„wieder da“ und wollte einbezogen werden. Diese Neuaufteilung verlief nicht
reibungslos.
Momentan ist mein Mann tatsächlich krebsfrei – damit hätte niemand
gerechnet. Wir wissen nicht, wie lange das so bleibt. Wir wissen ja aus
Erfahrung, dass der Krebs jederzeit zurück kommen kann. Mein Mann wird
engmaschig betreut und will Anfang 2021 wieder anfangen zu arbeiten.
Wie kann man weiterleben, wenn man weiß, dass dieser Krebs meinen Mann
irgendwann töten wird? Tja, man lernt einfach damit zu leben. Man muss es
lernen. Der Krebs begleitet uns wie eine kleine Regenwolken, er ist irgendwie
immer da – aber eher hinter uns als über uns. Und man lernt damit zu
leben.
Ich bin einfach nur unendlich dankbar für die Zeit, die wir zu viert
erleben dürfen. Durch Corona waren wir noch enger als je zuvor zusammen – und
das hat uns gut getan. Ich bin seit Mai in therapeutischer Behandlung, was
mir sehr gut tut. Die letzten zwei Jahre waren schlimm und ich bin permanent
über meine Grenzen hinweggegangen. Nun suche ich die Scherben wieder zusammen
und setze sie wieder zusammen.
Ich bin noch dankbarer für all die schönen Kleinigkeiten des Alltags, für
jeden Tag ohne den Krebs. Und ich weiß, wie stark ich bin. Das macht mir für
all das, was kommen mag, Mut.
HIER NOCHMAL DAS ERSTE INTERVIEW MIT VIOLA:
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/uns-bleibt-nicht-mehr-viel-zeit-violas-mann-ist-unheilbar-an-krebs-erkrankt
|
Mein Mann hat Krebs - Viola über 2020 voller Höhen und Tiefen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-onkel-ist-ein-grapscher-was-soll-ich-tun |
Ich bin 34 Jahre, Mama von 3 Kindern im Alter zwischen 4 und 8 Jahren. Ich
wohne mit Mann und Kinder in einem schönen Häuschen auf dem Land.
Ich habe eine sehr liebe Patentante, sie ist die Schwester meiner Mutter.
Sie hat selber Familie und drei erwachsene Kinder. Ich war als Kind sehr
oft bei ihr und komme jetzt auch mit meinen eigenen Kindern gerne vorbei.
Eigentlich… Denn der Mann meiner Patentante ist ein Grapscher.
Letztes Jahr im Februar ging ich mit meiner Patentante, ihrem Mann und noch
einer Tante von mir zum Karneval. Mein Mann konnte an diesem Abend leider
nicht mit, weil er krank wurde.An diesem Abend fasste der Mann meiner
Patentante mich unsittlich an. Er streichelte meinen Oberschenkel (unbemerkt
von anderen, wir saßen am Tisch, ich neben ihm, die zwei Tanten gegenüber).
Zuerst dachte ich, es sei nur ein Versehen gewesen. Aber als er dann mit
seiner Hand immer weiter nach oben streichelte, stand ich schlagartig auf und
fuhr mit einem kurzen Tschüss nach Hause. Es war schon spät und daher dachten
sich meine wohl Tanten nichts dabei.
Im Sommer besuchte ich meine Patentante und ihre Familie, sie hatte
Geburtstag. Da drängte ihr Mann sich sehr nah neben mich auf die Bank. Ich
sagte gleich, ich müsse auf Toilette und ging dann mit meinen Kindern in
Garten und fuhr relativ bald nach Hause.
Durch Corona haben wir alle uns nun relativ lange nicht mehr gesehen.
Letzte Woche musste ich für meine Mutter etwas bei meiner Tante abholen. Kaum
schaute sie nicht hin, fasste er mir an den Hintern. Ich war geschockt.
Meiner Mutter hab ich es erzählt, sie meinte aber, ich solle nichts sagen,
denn so was würde die Familie kaputt machen. Er habe ja auch nichts wirklich
Schlimmes getan.Mein Mann weiß es auch und er wird den Onkel das nächste Mal
zur Rede stellen. Ich habe aber Angst, dass die Situation eskaliert und ich
dann den Kontakt zu meiner Patentante zerstöre… Ich weiß einfach nicht, wie
ich mich verhalten soll. Es ist alles sehr unangenehm für mich.
Was würdet Ihr machen?
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Mein Onkel ist ein Grapscher. Was soll ich tun? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-partner-schaut-durch-mich-als-frau-hindurch-seit-unsere-tochter-da-ist |
Mein Freund und ich (beide 37) sind seit sieben Jahren ein Paar. Vor vier
Jahren kam unsere Tochter zur Welt, ein absolutes Wunschkind. Dass er kein
„klassischer Gentleman“ ist, wusste ich schon immer. Gestört hat es mich nie,
selbst ist die Frau und gleichberechtigt sowieso. Mir waren andere Dinge an
ihm wichtiger: Verlässlichkeit, Witz, Spontanität und ein Blick für das
Schöne im Leben.
Doch gerade nach der Geburt eines Kindes wünscht sich jede Frau doch
Unterstützung und Wertschätzung von ihrem Partner. Das Gegenteil war der
Fall: Ich konnte dabei zusehen, wie er mich immer weniger als Frau und
Partnerin wahrnahm. Ich fühlte und fühle mich zur Mutter und Alltagsmanagerin
„degradiert“. Das geht nun seit vier Jahren so. Er ist ein guter Vater, hat
ein halbes Jahr Elternzeit genommen und arbeitet wie ich bis heute Teilzeit,
um sich ebenso um unsere Tochter zu kümmern. Mein Herz geht auf, wenn ich ihn
im Umgang mit der Kleinen sehe. Er lässt mir Freiräume und Zeit für meine
Hobbies. Aber ich als Frau mit Wünschen und Bedürfnissen existiere für ihn
kaum noch. Eifersucht gegenüber meiner Tochter verspüre ich nicht, ich bin
eher froh, dass die zwei sich so gut verstehen. Und trotzdem: Wo bleibe
ich?
Gesehen werde ich, bzw. mein Tagewerk dann, wenn der Alltag nicht „läuft“:
Wenn keine saubere Wäsche mehr im Schrank oder das Kind krank ist,
Reparaturen am Haus fällig sind, die Frage nach dem Mittagessen ungeklärt
oder das Toilettenpapier aus ist. Am schlimmsten ist für mich die
Ablehnung in körperlichen Dingen. Sex findet seit Jahren nur wenige Male im
Jahr statt, und dann auch nur auf meine Initiative. Nähe und Bestätigung
sucht er dann, wenn er Sorgen hat, Sex aber nicht. Ich kann nicht mehr
zählen, wie oft ich mir „einen Korb“ geholt habe.
Dabei lasse ich mich nicht gehen, ich bin wieder in Topform, gehe
regelmäßig zum Sport und zum Friseur und kleide mich nach wie vor weiblich
und attraktiv. Dennoch habe ich das Gefühl, er schaut einfach durch mich
hindurch. Auf meine Frage nach dem Warum bekomme ich Vorwände: müde, zu wenig
Zeit, Kopfweh, Kind könnte wach werden,… Fragen meinerseits nach dem, was er
sich wünscht lässt er unbeantwortet.
Noch nie in meinem Leben habe ich mich so unattraktiv gefühlt wie in den
letzten Jahren an seiner Seite, obwohl ich das wohl objektiv gesehen nicht
bin. Aber dieses Gefühl als Frau und sexuelles Wesen, für den eigenen Partner
unsichtbar zu sein, macht mich so unendlich traurig und vergiftet so langsam
unser Zusammenleben.
Für mich gehört ein gemeinsames erfülltes Sexualleben einfach zu einer
guten Partnerschaft dazu. Ich habe ihm gesagt, dass meine Liebe zu ihm
irgendwann sterben wird, wenn das Körperliche fehlt. Darauf beteuert er
stets, dass sich etwas ändern wird und er es ja auch will. Geändert hat sich
nichts.
Eine Paartherapie hat er abgebrochen, als der Therapeut ihm gesagt hat, er
müsse sich erst einmal selbst darüber klar werden, was er will. Eine andere
Frau schließe ich aus, ich wüsste nicht wann und wie da eine andere im Spiel
sein könnte. Ich spüre wie die einstige Liebe, die mich mit ihm verband,
jeden Tag ein bisschen mehr verschwindet.
Mein Wunsch war lange, dass er mich wieder als die Frau wahrnimmt, mit der
er einst gern geschlafen hat. Inzwischen ist das anders: Wenn mich die Kraft
verlässt, weiter für unsere Familie zu kämpfen, dann wünsche ich mir nur noch
eines: Dass er der fürsorgliche Vater für unser gemeinsames Kind bleibt, der
er heute ist.
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Mein Partner schaut durch mich als Frau hindurch, seit unsere Tochter da
ist | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-sohn-passt-in-kein-system-von-wutanfaellen-und-dem-ewigen-kampf-in-der-schule |
Liebe Jasmin, erzähl erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört
Zu meiner Familie gehören meine 17jährige Tochter, mein 15 jähriger Sohn,
mein 13 jähriger Sohn und ich.
Heute geht es um dein drittes Kind, das Dich besonders fordert. Wann ist
Dir das erste Mal bewusst geworden, dass dieses Kind anders ist?
Bereits im Kleinkindalter war er deutlich komplizierter als seine
Geschwister. Er hatte täglich mehrmals Wutanfälle, deren Ursachen oft nur
schwer nachvollziehbar waren. Er schlief sehr schlecht und wachte immer
wieder schreiend auf. Er war dann völlig abwesend. Der Kinderarzt vermutete
den Nachtschreck als Ursache. Auch nässte er nachts noch sehr lange ein.
Vom Körperbau her war er schon recht früh eher atlethisch – schlank und
muskulös. Er hatte einen sehr starken Bewegungsdrang, war quasi immer mit
Vollgas unterwegs, was ihm diverse Unfälle bescherte. Trotzdem hatte er ein
unglaubliches Körpergefühl, lernte blitzschnell Fahrradfahren, Inlineskating
und kletterte sehr sicher.
Es gab immer Dinge,die mit ihm schnell zum Problem werden konnten.
Angefangen bei der falschen Reihenfolge beim Anziehen. Wurden seine Routinen
unterbrochen war der Tag voller Wutanfälle. Große Menschenansammlungen konnte
er nicht verarbeiten, dann trotze und bockte er.
Wie seid ihr damit umgegangen?
Als ich mich von seinem Vater trennte, war er gerade ein Jahr alt. Ich war
also auf mich allein gestellt und kam oft an meine Grenzen – physisch sowie
psychisch. Es war teilweise wirklich unglaubllich, welche Kräfte er in seiner
Wut entwickeln konnte. Eine zeitlang habe ich gehofft, dass das nur eine
Phase wäre, die ich nun eben aushalten musste. Aushalten war dann das
Stichwort für einige schwere Jahre.
Relativ früh nach der Trennung habe ich das Jugendamt um Hilfe gebeten, da
die Situation – plötzlich alleinerziehend mit 3 Kleinkindern – nicht leicht
war. Ich bekam eine Familienhilfe, die uns 2 Jahre begleitete. Es half mir
sehr, mit ihr manche Situationen zu reflektieren, Strategien zu entwickeln
und zu hören, dass ich nicht alles falsch machte, dass ich eine gute Mutter
war. Am Verhalten meines Sohnes änderte das jedoch nichts.
Als er dann in den Kindergarten kam wurde es nochmal schlimmer. Hinzu kam,
dass ich kurz nach der Eingewöhnung wieder arbeiten gehen musste. Es verging
kein Tag, an dem mein Sohn nicht schrie und weinte, wenn ich ihn im
Kindergarten ließ.Im Kindergarten selbst hatte er nie eine feste
Bezugsperson, das Personal wechselte und dann wurde das Konzept in offene
Gruppen geändert.
Welche Auswirkungen hatte das auf ihn?
Häufig wurde er wegen Kleinigkeiten wütend, warf Gegenstände, schlug und
beleidigte andere Kinder und Erzieher, lief einmal sogar davon, indem er aus
dem Fenster kletterte.Seltsamerweise wurde er zu einem anderen Kind, wenn er
dann zur Strafe ins Büro der Kindergartenleitung musste. Dort war er ruhig,
spielte und malte. Er verbrachte dort viel Zeit und es gefiel ihm besser, als
in der Gruppe mit den anderen Kindern.An manchen Tagen waren seine Wutanfälle
so heftig, dass er auf dem Schoß fixiert und gehalten werden musste, um ihn
und andere zu schützen. Besonders häufig war dies der Fall, wenn im
Kindergarten etwas besonderes anstand, z.B. Karneval, Geburtstage,
Sommerfeste etc.
Am Anfang war das für mich völlig unverständlich. Erst mit der Zeit
verstand ich, dass sowas einfach zuviel für ihn war, es wich vom gewohnten
Tagesablauf ab. Es gab zuviele Eindrücke, die er nicht verarbeiten konnte.
Die fehlende feste Bezugsperson machte es ihm nicht leichter, sich in dem
Chaos sicher zu fühlen.Wenn es ganz schlimm war, verletzte er sich selbst.
Schlug den Kopf auf den Boden und sagte, er hasse sein Leben. Damit umzugehen
war wohl in all den Jahren für mich das Schlimmste, es brach mir das Herz
mein Kind so zu sehen.
Was genau sind denn heute die härtesten Momente mit ihm?
Mittlerweile ist er 13 Jahre alt und es ist deutlich leichter geworden. Die
Wutausbrüche sind sehr viel seltener. Was jedoch nach wie vor zu ihm gehört
ist, dass er nichts tut, was für ihn keinen Sinn macht. Das größte Problem
dabei sind Hausaufgaben. Die ganze Grundschulzeit war was das angeht ein
einziger Kampf. Stundenlanges Geschrei und Getobe, Verweigern bis hin zu
weglaufen. Zeitweise war ich so am Ende meiner Kräfte, dass ich seine
Hausaufgaben, machte um den Diskussionen mit ihm und den Lehrern zu entgehen.
Ich schrieb mit links, damit es nicht auffiel.
Mein Sohn sieht in Hausaufgaben keinen Sinn, in Gesprächen darüber, warum
er sich so weigert sagt er :“ Mama, wenn du Feierabend hast, bringst du auch
keine Gäste mehr mit nach Hause. Wenn ich aus der Schule komme, dann habe ich
Freizeit. Lernen soll ich in der Schule.“
In der weiterführenden Schule habe ich aufgehört, seine Hausaufgaben zu
machen und ihm gesagt, dass er von nun an die Konsequenzen tragen muss. Wenn
er sich weigert. Jeden Tag biete ich ihm 3 Chancen, mit mir gemeinsam
Hausaufgaben zu machen – nicht einen Tag ist er bereit dazu. In regelmäßigen
Abständen werde ich daher zum Gespräch in der Schule gebeten. Irgendwann
wollte die Schule, dass er mittags dort bleibt um seine Aufgaben in der
Betreuung zu machen. Es wurde davon ausgegangen, dass ich einfach nicht in
der Lage war, mit ihm Hausaufgaben zu machen. Man steckte mich in die Schublade:
jung, alleinerziehend, überfordert.
Nach einem Halbjahr wurde dieser Versuch beendet, da mein Sohn sich auch
dort weigerte. Es ist nicht so, dass er den Stoff nicht kann, aber durch das
unflexible System führt allein die Verweigerung der Hausaufgaben zu
schlechten Noten – 3x die Aufgaben vergessen und es gibt ein ungenügend.
Da kommen in einem Schuljahr natürlich einige ungenügend zusammen. Aber
genauso konsequent, wie die Schule auf ihren Ablauf besteht, genauso
konsequent verweigert mein Kind die Hausaufgaben. Mit allen
Konsequenzen.Ansonsten ist er mittlerweile ganz gut lenkbar, wenn man ihm die
Dinge erklärt und ihm Zeit und Raum gibt. Unternehmungen sind immer noch
schwierig mit ihm.
Ihr habt Euren Sohn auf alles mögliche testen lassen. Auf was genau und was
kam dabei raus?
Bereits auf Anraten des Kindergartens wurde mein Sohn psychologisch
begutachten. Im SPZ wurden diverse Tests durchgeführt u.a. auf ADHS und
andere Verhaltensstörungen. Ein Intelligenztest sollte zeigen, ob er
hochbegabt sei. Er hatte weder ADHS, noch war er hochbegabt. Eine Psychologin
diagnostizierte nach einigen Terminen eine oppositionell aufsässige
Verhaltensstörung mit Anpassungsstörung. Daraufhin folgten Psychotherapie,
Ergotherapie, Traumatherapie (es wurde vermutet, dass er die Trennung nicht
verarbeitet hatte) und Frühförderung. Teilweise schien es, als wüssten die
Ärzte selbst nicht, was ihm helfen würde. Medikamente kamen für mich nicht in
Frage, so lange man mir nicht sagen konnte, welche Ursache man damit
behandeln wollte. Unter gar keinen Umständen wollte ich ihn lediglich ruhig
stellen.
Zwei Jahre ging das so, abgesagte oder kurzfristig frei gewordene Termine,
neue Therapien oder Therapeuten – auf all das reagierte mein Kind mit
Überforderung. Während ich auf der einen Seite damit kämpfte, meinen Sohn von
Termin zu Termin zu bringen, kämpfte ich auf der anderen Seite mit Erziehern
und Lehrern darum, Raum für die besonderen Bedürfnisse meines Sohnes zu
schaffen. Bis ich irgendwann an einen Punkt kam, an dem ich nicht mehr
konnte. Von da an begann ich zu verstehen, dass nicht mein Sohn das Problem war,
sondern das System. Alle Versuche, meinen Sohn in das Schema zu pressen
waren, fehlgeschlagen, weil sich an den Rahmenbedingungen nichts änderte.
Also beschloß ich, die Strategie zu ändern. Ich beendete alle Therapien und
begann, meinen Sohn zu akzeptieren, wie er war.
Wie gehen seine Geschwister damit um?
Seine Geschwister kennen es im Grunde ja gar nicht anders, für sie ist das
normal. Natürlich gibt es auch mal Tage, an denen jemand seinen Unmut äußert.
Aber im Großen und Ganzen denke ich, habe ich eine gute Balance gefunden,
allen dreien gerecht zu werden.Meine Tochter ist vor zwei Jahren an JIA
(juvenile idiopathische Arthritis) erkrankt, das hat den Fokus ein wenig
verschoben. Erstaunlicherweise kommt mein jüngster Sohn damit sehr gut
zurecht, dass in gewissen Zeiten seine Schwester mehr Aufmerksamkeit
bekommt.
Wie geht es Deinem Sohn aktuell?
Aktuell würde ich sagen, er ist auf einem guten Weg. In der Klasse haben
seine Mitschüler ihn akzeptiert, wie er eben ist. Er hat Freunde, jedoch sind
diese Freundschaften anders, als die seiner Geschwister. Nur selten möchte er
irgendwohin zum Spielen oder lädt Freunde ein. Auch Geburtstage sind nicht
seine Welt.Hobbies haben wir einige ausprobiert: Fußball, Kartfahren,
Jugendrotkreuz. Lange dabei geblieben ist er nie. Er kocht sehr gerne
gemeinsam mit mir zusammen oder spielt online mit seinen Freunden.
Schulisch ist es nach wie vor schwierig. Er ist intelligent und lernt
schnell was ihn interessiert – die Noten sind jedoch durch die fehlenden
Hausaufgaben und die Fächer bzw. Themen, die ihn nicht interessieren
teilweise sehr schlecht.
Was wünscht du dir für dein Kind?
Ich wünsche mir, dass er seinen Weg findet und ich es geschafft habe, ihm
zu vermitteln, dass er wundervoll ist. Ich wünsche ihm, dass er sich nicht
ständig verteidigen muß und akzeptiert wird, wie er ist. Ich möchte einfach,
dass er glücklich wird und ein zufriedenes Leben führt – also genau wie jede
andere Mutter wünsche ich meinem Kind das Beste. Ich hoffe, dass irgendwann
jemand sein Potential entdeckt und nutzt.
Foto: Pixabay
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Mein Sohn passt in kein System. Von Wutanfällen und dem ewigen Kampf in
der Schule | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-vater-ist-obdachlos-wie-ich-ihn-durch-eine-twitter-suche-wiederfand |
Ihr Lieben, ich weiß nich, wie es euch geht, aber wenn ich im TV
Familienzusammenführungen sehe, muss ich immer mitweinen. Norman Wolf hat
auch so eine erlebt – aber ohne Fernsehkameras. Seit er zwölf war hatte er
keinen Kontakt mehr zu seinem Vater gehabt – bis er sich irgendwann via
Twitter auf die Suche machte. Und ihn fand.
Lieber Norman, 2018 wurde dein Name bei Twitter (@deintherapeut) öfter
genannt als der von Jan Böhmermann – und zwar auch durch deine öffentliche
Suche nach deinem Vater…
Verrückt, oder? Ich versuche mal, in Kürze zu erklären, wie es dazu
kam:
Mein Papa ist aus meinem Leben verschwunden, als ich zwölf war. Nach
einigen
Jahren schloss ich in meinem Kopf mit ihm ab, redete mir selbst ein, dass
er
tot ist.
Elf Jahre später – ich war dreiundzwanzig – erhielt ich ein Foto,
das
meinen Vater zeigte. Er sah gealtert aus, ungepflegt, irgendwie krank –
aber er
war am Leben.
Der Fremde, der mir das Foto geschickt hatte, erklärte mir, dass er in
Hamburg lebe und ein obdachloser Mann ihn angesprochen habe. Er suche nach
seinen Söhnen. Der Fremde habe beschlossen, ihm zu helfen, und mich
schließlich über Facebook gefunden.
Ich war verwirrt und überfordert, aber fest entschlossen, mit Papa
zu
sprechen. Doch der Fremde antwortete nicht mehr auf meine Nachrichten. Auch
die
Polizei konnte mir nicht helfen und ich hatte bereits meine Koffer für
ein
Au-pair-Jahr in den USA gepackt.
Je länger ich dort war, desto mehr rückte der Gedanke an meinen
Papa
in den Hintergrund. Bis Weihnachten kam und ich es nicht mehr
aushielt.
Irgendwas musste ich tun. Und dann dachte ich: Es gibt doch immer wieder
Leute,
die Twitter nutzen, um nach Jobs oder Wohnungen zu suchen. Könnte
ich
Twitter nutzen, um nach meinem Papa zu suchen? Also setzte ich kurzerhand
einen
Tweet auf, hängte das Foto an, das ich bekommen hatte, und drückte
auf “Senden”.
Was dann passierte, war ein kleines Wunder. Innerhalb weniger
Stunden
wurde der Tweet tausende Male geteilt. Fremde Menschen sprachen mir Mut
zu,
gaben mir Tipps, hielten die Augen offen.
Und tatsächlich: Nur zwei Tage später war Papa gefunden. Und
bereits
im Januar flog ich nach Hamburg und schloss ihn in die Arme – zum ersten
Mal
nach zwölf Jahren.
Norman als Kleinkind mit seinem Vater.
Du hast deinen Vater gesucht, gefunden, wieder gesucht… wann hast du
ihn
zuletzt gesehen, wann hattet ihr zuletzt Kontakt?
Vor ein paar Wochen. Da bin ich mit meiner besten Freundin nach
Hamburg
gefahren, um ihn zu treffen. Beim letzten Mal hatte das nicht geklappt,
da
hatten wir die ganze Stadt nach ihm abgeklappert – aber keine Chance.
Dieses Mal hatten wir mehr Glück. Das liegt auch daran, dass ich inzwischen
ganz gut abschätzen kann, wann er sich wo aufhält. Mit vielen der Menschen,
die
ihn kennen und täglich sehen, bin ich inzwischen vernetzt.
Ein- bis zweimal pro Woche bekomme ich eine Nachricht wie diese: “Hi
Norman, habe eben deinen Papa gesehen. Ihm geht’s okay, hat eine neue
Jacke.
Ich soll dich grüßen!“
Wie kam es überhaupt zu dem Kontaktabbruch damals?
Als ich elf war, verlor Papa seine Arbeit. Am gleichen Abend kam er
sturzbetrunken aus der Kneipe nach Hause. Ich weiß noch, dass Mama da
schon schlief. Und wie verzweifelt ich war, als ich versuchte, ihm die Treppe
hochzuhelfen.
Seitdem wurde es nur schlimmer. Er fand keine neue Arbeit, wir
bekamen
Geldprobleme, er verbrachte immer mehr Zeit in der Kneipe. Irgendwann
stolperte
er betrunken auf die Straße und wurde von einem Auto erwischt. Das war
der
Moment, als meine Mutter sagte: “Es geht nicht mehr, ich kann nicht
mehr.”
Ich sah ihn nicht mehr oft, nachdem er ausgezogen war. Irgendwann
verklagte
Mama ihn auf den Unterhalt, den er uns schuldig blieb. Doch die
Staatsanwaltschaft
fand nur noch eine leere Wohnung vor.
Nun werfen dir einige Medien Sensationsgier vor, bezichtigen dich der
Lüge,
vieles an deiner Geschichte sei fragwürdig, ein Therapeut seist du schon
gar
nicht, es gab einen Shitstorm bei Twitter, der Verlag, den du
eigentlich
angedacht hattest, wollte das Buch, das du über dich und deinen Vater
plantest
nicht mehr veröffentlichen…
Ich glaube, viele Menschen sind einfach misstrauisch – gerade im
Internet. Für mich war es ärgerlich, immer wieder zu lesen, dass
meine
Geschichte “fake” sei. Weißt du: Ich muss seit fünfzehn Jahren mit
dieser
Geschichte leben. Und als ich mich dann endlich traue, darüber
zu
sprechen, werde ich der Lüge bezichtigt. Das tut weh.
Das Buch vorerst auf Eis zu legen, war schließlich
eine gemeinsame
Entscheidung des Verlags und mir. Wir hielten es nicht für den
richtigen
Zeitpunkt. Also habe ich mir Zeit genommen, meine Geschichte in
Ruhe
aufzuschreiben und sie mit einer sehr feinfühligen Lektorin
auszuarbeiten.
Dafür bin ich heute sehr dankbar.
Normans Buch: „Die Fische schlafen noch„ (Affiliate Link)
Trotzdem haben mich die vielen negativen Kommentare belastet. Ich bin
leider niemand, der ein besonders dickes Fell hat.
Man denkt immer: Dann mach das Handy doch einfach aus. Aber
irgendwann
hilft auch das nicht mehr. Stell dir mal vor: Einer der Hater hat
die
E-Mail-Adresse meines Gastvaters herausgefunden und ihm eine gehässige
E-Mail
über mich geschrieben. Ob er denn wirklich wolle, dass “jemand wie
Norman”
auf seine Kinder aufpasse?
Am schlimmsten Tag, als ich tatsächlich eine Morddrohung bekommen hatte,
fuhr ich mit dem Auto ans Meer und drehte die Musik so laut auf,
bis
es mir in den Ohren wehtat. Musik tröstet mich oft. Ein bisschen so, wie
der
Alkohol früher meinen Papa getröstet hat.
Wie geht es dir denn heute?
Besser. Seit ich das Buch geschrieben habe und die Geschichte geordnet
auf
Papier steht, spukt sie nicht mehr so penetrant in meinem Kopf herum. Und
auch,
wenn mein Papa noch immer auf der Straße lebt, hat sich trotzdem
einiges
verbessert: Ich weiß, dass er lebt und wo er sich ungefähr aufhält. Und
er
weiß, dass es da draußen immer noch Menschen gibt, die sich um ihn sorgen
und
ihn liebhaben. Das ist viel wert, glaube ich. Und auch privat hat sich da
etwas
Wunderbares ergeben…
Du bist also frisch verliebt?
Ja! Und so glücklich, oh man. Ich habe Niklas kurz vor Veröffentlichung
meines Buches kennengelernt. Als dann der ganze PR-Kram anstand, hat mir
das
super viel Kraft gegeben. Er ist zum Beispiel die ganze Nacht aufgeblieben,
um
mich im Frühstücksfernsehen zu sehen und kam am selben Tag noch zu meiner
Lesung.
Nun warst du ja bis vor kurzem noch in den USA als Aupair. Wie war das
und
was hat dir das gegeben?
Was mir das gegeben hat? Eine zweite Familie, würde ich sagen. Ich
vermisse
die Kids jeden Tag. Wir skypen oft. Gerade dem Großen bedeutet das viel –
er
quietscht vor Freude, wenn er mich auf dem Bildschirm sieht, und sagt
immer
wieder, dass ich “nach Hause kommen“ soll. Das bricht mir jedes Mal das
Herz.
Im Mai komme ich sie besuchen. Aber nichts verraten, das wird eine
Überraschung!
Welche Konsequenzen ziehst du aus deiner Geschichte?
Das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Je mehr Leute dich kennen,
desto
mehr Leute sind dabei, die dich nicht leiden können und dich das wissen
lassen.
Inzwischen kann ich besser mit solchen Kommentaren umgehen.
Das sind Leute, die kennen mich nicht, die haben nicht erlebt, was
ich
erlebt habe. Sollen sie doch urteilen. Ich habe meine Familie, meine
beste
Freundin und meinen Freund, die mich alle großartig unterstützen.
Falls du mal selbst Kinder haben solltest: wie und in welcher Welt
sollen
sie groß werden?
In einer Welt, die ohne Vorurteile auskommt. Die nicht rassistisch ist
und
nicht homophob. Die Menschen mit Behinderung genauso inkludiert wie
Obdachlose.
Meine Kinder sollen mal nicht über Menschen richten, deren Geschichte sie
nicht kennen. Das wäre mir wichtig, so möchte ich sie erziehen. Ein Vorurteil
kann ich ihnen da recht schnell nehmen – schließlich werden sie zwei Papas
haben.
Wenn ihr mehr über Normans Geschichte erfahren wollt, sei euch sein Buch
empfohlen: Die Fische schlafen noch – Wie ich meinen Vater an den Alkohol
verlor und ihn auf der Straße
wiederfand (Affiliate Link).
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Mein Vater ist obdachlos: Wie ich ihn durch eine Twitter-Suche wiederfand
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-vater-war-alkoholiker-meine-mutter-spielsuechtig-interview-mit-julia |
Ihr Lieben, vor ein paar
Tagen hatten wir hier den Gastbeitrag von Yasmin, die über ihre Kindheit
voller Gewalt berichtet hat. Die Reaktionen darauf waren unglaublich – viele
von Euch haben ganz Ähnliches erlebt und wollten davon erzählen. So auch auch
Julia, die wir heute im Interview haben:
Liebe Julia, Du hast Gewalt in Deiner Kindheit erleiden müssen. Wer hat sie
Dir angetan und wann fing es an?
Mein Vater war ein prügelnder Alkoholiker, meine Mutter war spielsüchtig
und hat nach der Scheidung von meinem Vater auch oft zugeschlagen. Gerne mit
dem Kleiderbügel oder Holzkochlöffel.
Es begann sehr früh in meiner Kindheit, ich muss etwa zwei Jahre alt
gewesen sein. Damals gab es noch keine Fernbedienungen für den Fernseher und
ich war dafür zuständig, die Programme umzuschalten, wenn mein Vater TV
guckte. Wenn ich es wagte, umzuschalten, ohne dass er es sagte, schlug mein
Vater zu. Als ich vier oder fünf Jahre alt war, schlug mein Vater einmal so
heftig zu. dass ich durch das Badezimmer flog. Ich schlug zwischen Klo und
Badewanne auf, mien Vater ließ mich einfach liegen. Wenn mein Vater getrunken
hatte, war er sehr gewaltbereit.
Hattest Du auch mal das Gefühl, geliebt zu werden?
Ich war ein Unfall, das wurde mir ständig gesagt. Vor mir hat meine Mutter
ein Kind abgetrieben, nach mir zwei Kinder. Sie sagte mir oft, es wäre besser
gewesen, wenn sie mich auch abgetrieben hätte. Ich hörte ständig Sachen wie:
"Wenn DU nicht gewesen wärst, hätte ich meinen tollen Job nicht aufgeben
müssen. Wenn DU nicht gewesen wärst, hätte ich deinen Vater nicht heiraten
müssen. Ohne DICH wäre mein Leben so viel einfacher gewesen!' Sie hat mir
also quasi ständig meine Existenz zum Vorwurf gemacht, obwohl ich da ja nun
am wenigsten für konnte.
Wie haben sich Deine Eltern verhalten, nachdem sie Dich geschlagen
haben?
Sie haben sich nie entschuldigt., Ich war immer die Böse und ich war immer schuld
an den Schlägen. Mit meinem Vater habe ich keinen Kontakt mehr, mit meiner
Mutter schon. Wenn ich sie später damit konfrontiert habe, machte sie sich
lächerlich, sagte: "Jaja, ich war ja soooo eine schlechte Mutter."
Meine Mutter ist ebenfalls von ihrem Vater geschlagen worden, sie kennt es
nicht anders.
Wie hast Du Dich nach den Übergriffen gefühlt?
Einfach nur klein und schlecht.
Sind die Übergriffe jemand aufgefallen?
Nein, nicht wirklich. Als meine Eltern sich getrennt haben, hat mein Vater
schnell wieder geheiratet. Meine Stiefmutter hat die Schläge natürlich
gesehen, sie hat aber ebenfalls viel getrunken und nicht
eingegriffen.
Hast Du Dich jemand anvertraut?
Nein, ich habe mich geschämt. Meine Oma, die Mutter meiner Mutter, wusste
aber, wie es mit geht. Sie habe ich auch immer angerufen, wenn meine Mutter
mal wieder in der Spielhalle und ich abends alleine war.
Du bist dann in eine Pflegefamilie gekommen. Wann war das?
Mit 12 Jahren. Meine Mutter spielte nur noch und ich war einfach zu viel
alleine. Bekannte von meiner Mutter, die ebenfalls zwei Teenager-Töchter
hatten, haben mich aufgenommen. Ich habe dort auch keine große Liebe
erfahren. Ich war eben da, meist alleine in meinem Zimmer oder bei
Freunden.
Du hast versucht, Dir das Leben zu nehmen.
Ja, drei mal. Das letzte Mal war es auch ganz schön knapp…Meine Couisine
hat mich damals im Krankenhaus besucht und sagte nur: "Weißt Du
eigentlich, was Du Deiner armen Mutter damit antust?" Niemand fragte
nach den Gründen für meinen Suizidversuch. Meine Mutter holte mich irgendwann
ab und wir sprachen nie ein Wort darüber.
Wann hast Du damit begonnen, Deine Erlebnisse professionell
aufzuarbeiten?
Mit 24 oder 25 Jahren hatte ich wieder eine Phase, in der es mir psychisch
sehr schlecht ging. Ich hatte wieder Suizid-Gedanken und zog die Reißleine.
Ich ging zweimal die Woche in die Therapie, das hat mich gerettet. Die
Therapeutin sagte zu mir: "Es ist ein Wunder, dass Sie diese Kindheit
überlebt haben."
Wie hat die Gewalt in Deiner Kindheit Dich geprägt?
Ich habe bis heute Albträume. Außerdem habe ich mir lange Partner gesucht,
die mich ebenfalls schlecht behandelten. Dieses unterbewusste Muster habe ich
dank Therapie durchbrochen, bin heute glücklich verheiratet und habe zwei
tolle Töchter.
Was ist Dir in ihrer Erziehung besonders wichtig?
Ich möchte, dass sie so viel Geborgenheit wie möglich erfahren und ganz
viel Liebe bekommen. Das heißt nicht, dass ich nicht auch konsequent oder
auch mal streng bin. Aber ich schreie nicht rum und ich würde sie niemals
schlagen.
Du hast heute noch Kontakt zu Deiner Mutter – warum?
Ich wollte meiner Mutter die Chance geben, eine gute Oma zu sein. Ich habe
ihr mehr als nachdrücklich deutlich gemacht habe, dass sie ihre Enkelkinder
nie wieder sehen wird, wenn sie mit ihnen auch nur ansatzweise das macht, was
sie mit mir als Kind getan hat. Ich liebe meine Mutter nicht. Ich nenne sie
nicht Mama oder Mutti. Ich nenne sie Oma. Ich habe eine gewisse Art von
Mitleid für meine Mutter, weil sie selbst als Kind geschlagen wurde und es
vielleicht einfach nicht anders kannte…
Was möchtest Du unbedingt noch sagen zu dem Thema?
Das ist ganz einfach: Man darf Kindern niemals Gewalt antun. Keine
körperliche und keine Seelische. Denn das werden sie ihr ganzes Leben nie
wieder los.
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"Mein Vater war Alkoholiker, meine Mutter spielsüchtig" -
Interview mit Julia | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mein-vater-war-ein-uneheliches-kind-und-wuchs-deshalb-bei-der-tante-auf |
Liebe Christina, heute geht es um deinen Vater. Genauer gesagt um die
Kindheit deines Vaters.
Genau, mein Papa wurde im Sommer 1946 geboren. Er ist das Kind eines
B-Soldaten, also eines Reservisten, der für Verwaltungsarbeiten auf dem Hof,
auf dem seine Mutter lebte, stationiert war. Der eigentliche Mann
seiner Mutter war im 2. Weltkrieg gefallen. Sie war also alleinstehend bzw.
verwitwet.
Weißt Du, wie deine Großmutter auf diese Schwangerschaft reagiert hat?
Ich gehe davon aus, dass sie sehr verzweifelt gewesen ist. Ein uneheliches
Kind war in dieser Zeit ja noch eine völlig andere Nummer als heute. Sie
stand unter enormen Druck des Hofherren, auf dessen Hof ihre Familie lebte
und arbeitete. Auf einem angesehenen Hof durfte so etwas nicht passieren.
Gleichzeitig wollte sie unter keinen Umständen, dass mein Vater in einem
Heim groß wird. Zum Glück war das Verhältnis zu ihrer Schwester sehr
liebevoll und innig. Meine Großmutter hat bei ihrer Schwester meinen Vater
entbunden und ist dann ohne das Baby zurück auf den Hof. Mein Vater ist also
bei seiner Tante groß geworden, die etwa 100 km von seiner Mutter entfernt
wohnte.
Hat dein Vater noch Geschwister oder Halbgeschwister?
Die Mutter meines Papas hat drei Kinder. Die Tante, bei der er aufwuchs,
zwei. Sein Vater hat auch ein weiteres Kind. Mein Vater hatte aber weder zu
diesem Geschwister noch zu sein Vater Zu ihm oder zu dem Kind bestand aber
nie Kontakt. Mein Papa hat erst bei seiner Hochzeit den Namen seines Vaters auf der
Heiratsurkunde erfahren.
Wie war die Beziehung zwischen deinem Vater und seiner leiblichen
Mutter?
Papa verbrachte jedes Jahr die Sommerferien auf dem Hof seiner leiblichen
Mutter. Bis zu seinem 7. Lebensjahr wusste er aber nicht, dass sie seine
Mutter ist. Er hat sie einige Male mit Mama angesprochen, das wurde aber
vehement abgelehnt und fühlte sich für ihn auch falsch an.
Das heißt, seine Tante war für ihn die Mama.
Ja, und für mich ist es die Großmutti.
Glaubst du, das wäre heutzutage alles anders gelaufen, weil der
gesellschaftliche Druck der heilen Kleinfamilie nicht mehr so hoch ist?
Die Welt in der Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg war eine andere als
heute. Mittlerweile gibt es so viele verschiedene Familienstrukturen neben
der Vater-Mutter-Kind-Konstellation und alle funktionieren irgendwie. Ich bin
mir sehr sicher, dass es in heutiger Zeit anders gelaufen wäre.
Hatte dein Vater trotz allem eine schöne Kindheit?
Meine Großmutti war eine sehr liebevolle Mutter und Großmutter. Ich glaube,
dass Papa die schönste Kindheit hatte, die er hätte haben können. Und auch
der der Hof auf dem seine leibliche Mutter gelebt hat, ist sehr schön. Direkt
an einem Fluss liegend mit integrierter Mühle. Ich glaube, dass er in seinen
Sommerferien hier mit seinen Halbgeschwistern viele Abenteuer erlebt
hat.
Gab es jemals eine Aussprache zwischen allen Parteien? Gab es Vorwürfe, die
offen oder unterschwellig immer wieder hochkamen?
Das ist ein bisschen schwierig zu beantworten. Papa ist nach meinem
Empfinden ein Kind zweiter Klasse. Bei seinen Halbgeschwistern war er immer
nur der „Jürgen“, aber nie ein gleichwertiges Geschwisterkind. Ähnlich
verhielt es sich bei seinen „Geschwistern“ von seiner Tante.
Hast du deine leibliche Oma denn mal kennen gelernt?
Papas leibliche Mutter ist leider schon lange vor meiner Geburt gestorben.
Was macht die ganze Geschichte mit dir und mit deiner Mutterschaft?
Ich wusste lange nichts von dieser Seite meiner Familiengeschichte. Erst
mit 16/17 habe ich überhaupt davon erfahren. Für mich war das ok, da zur
Familie meines Papas eh nie viel
Kontakt bestand – außer zu der Großmutti.
Mein Papa war immer sehr liebevoll zu mir und meinen Geschwistern und sehr
kreativ was seine Spielideen anging. Das hat er eindeutig von Großmutti. Die
konnte sowas auch gut. Ich versuche meinen Sohn auch auf ähnlich kreative Art
und Weise in Haushaltsführung und an verschiedene Aufgaben ran zu
führen.
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Mein Vater war ein uneheliches Kind- und wuchs deshalb bei der Tante auf |
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Ich heiße Finja und ich möchte euch einmal einen Einblick in meinen
Corona-Alltag mit 3 kleinen Kindern geben ( Hilda 9 Monate, Paul 2,5 Jahre
und Jonas 5 Jahre).
Ich bin 34 Jahre alt und befinde mich derzeit in Elternzeit. Mein Mann Olli
ist in Vollzeit berufstätig und verlässt früh morgens das Haus.
Ich schlafe bei meinem mittleren Sohn. Ich werde vom Babyphone geweckt, das
mein Mann beim Gehen vor die Zimmertür gestellt hat. Ich versuche leise
aufzustehen, und schleiche ins obere Stockwerk, um Hilda aus dem Bett zu
nehmen.
Natürlich ist ein 9 Monate altes Kind nicht leise, wenn es die Mutter
erspäht. Ich werde lautstark und freudestrahlend begrüßt, deshalb wacht kurz
darauf Paul auf. Er ist stinkesauer darüber, dass Mama nicht mehr neben ihm
liegt. Er meckert darüber so sehr, dass auch Jonas schläfrig aus seinem
Zimmer kommt. Der wiederum ist nun traurig, dass er nicht der Erste war, der
wachgeworden ist.
In Unterhose, Top und zotteligen Haaren stehe ich in der Küche und mache
mir mit Baby auf dem Arm einen Kaffee. Absetzen ist gerade nicht drin, bei
Hilda kommen die Zähne.
Die Kinder wollen fernsehen. Ich bin müde und sage ja. Nachdem geklärt ist,
ob zuerst ein Bagger auf der Baustelle angeschaut wird oder doch lieber einen
Folge Ninjago, ist mein Kaffee fertig. Ich setze mich auf den Fußboden. Sofas
und Stühle werden absolut überbewertet und so trinke ich meinen ersten
Schluck Kaffee, in der Hoffnung, auch diesen Tag gut rumzubekommen.
Der Blick auf die Uhr: Es ist 7.15 Uhr.
Der zweite Schluck Kaffee. Dann die Frage der Jungs nach Frühstück. Einer
möchte Müsli, der andere Brot. Ich mache das Essen fertig, inzwischen steckt
sich das Baby alle, wirklich alle Krümel auf dem Boden in den
Mund.
Das Brot ist geschmiert. Tränenausbruch bei Paul. Ich habe
fälschlicherweise das Brot zusammengeklappt. Schokoaufstrich und Frischkäse
fügen sich harmonisch zusammen. Aber halt! Genau SO soll es ja nicht sein!
Bei dem hektischen Versuch, die totale Verschmelzung aufzuhalten, immer
wieder die Schritte und Blicke zu Hilda.
Frühstück ist geschafft. Fernsehgucken beendet. Hilda weint. Nun muss eine
Flasche her. Die Windel könnte auch neu gemacht werden.
Paul hingegen zieht sich die Windel selber aus und möchte auch keine Neue
umgewickelt bekommen. Er ist ja schließlich schon ein großer Junge.
Jetzt soll geknetet werden. Stellt sich die Frage: Erst Knete
holen oder erst die Windel und die Flasche? Erst Knete. Aber wohin
damit? Auf dem Fußboden geht nicht, Hilda isst ja alles. Also ab auf das Sofa
mit Unterlage und Knete, egal, dass das eigentlich nicht erlaubt ist. Die
Jungs kneten und ich gehe ich die Küche, um eine Flasche zu machen,
Aus dem Augenwinkel sehe ich Paul aufstehen und innehalten. Eine Pipipfütze
ist entstanden. Der Weg zum Töpfchen war wohl zu weit. Ich lege also Hilda
auf den Teppich. Suche einen Lappen und flitze zum Pipisee. Während ich
wische, höre ich es in der Küche rascheln. Hilda hat den Papiermüll entdeckt.
Also mit Pipilappen schnell Hilda geschnappt. Pipilappen entsorgen und
sichergehen, dass Hilda nichts verschluckt hat. Zeitgleich bekommt Jonas eine
Knetkrise, es läuft einfach nicht so, wie er will.
Der Blick auf die Uhr: Es ist 10 Uhr.
Mein Kind ist nicht am Papier erstickt, die Knetkrise überwunden und Paul saß
auf dem Töpfchen.
Mein Herz rast. Mir ist unfassbar warm. Ich steh im Wohnzimmer und führe
die Diskussion, ob man jetzt schon Süßigkeiten essen darf.
Es ist 11 Uhr. Jonas Freund Hanno aus unserer Coronagemeinschaft kommt zu
uns. Sie verschwinden oben im Kinderzimmer. Kurze Zeit später wird auch dort
nach Legobauhilfe verlangt. Also Treppe rauf, Treppe runter mit Hilda auf dem
Arm.
Fast 13 Uhr. Essen machen. Wir sitzen alle am Tisch. Die Kinder sind guter
Laune. Alle reden lustig durcheinander. Während ich Hildas Brei zubereite,
hat sie sich, schon am Tisch sitzend, die Gabel von rechts und mit Pech das
Glas von links geschnappt. Mit viel Liebe und Hingabe versucht Paul Hilda
etwas Essen abzugeben. Natürlich viel zu große Stücke. Jetzt heißt es Ruhe
bewahren, Pauls Bemühungen wertschätzen, aber auch Hilda vor einer viel zu
großen Nudel retten.
Zwischen den lustigen „Kacka-pups-Gesprächen“ der Großen höre ich die
Waschmaschine im Keller und den Geschirrspüler im Rücken piepen. Ich
ignoriere es einfach, denn wann soll ich das bitte noch machen?
Das Essen ist beendet. Die Großen gehen spielen und Hilda macht
Mittagsschlaf. Weil Paul bei seinem Bruder und dessen Freund nicht so richtig
mitspielen kann, nehme ich mir jetzt die Zeit nur für ihn. Ich schmeiße mich
also zu ihm auf den Fußboden, aber Paul ist nicht so richtig zufrieden mit
mir: ich stelle die Autos immer falsch hin, baue an den falschen Orten
falsche Sachen und sage auch nie das Richtige.
14.30 Uhr. Hilda ist wieder wach. Die Kinder müssen jetzt an die Luft. Die
Großen wollen auf Tempo Strecke fahren, Paul wiederum schmeißt bei jedem
Käfer und jeder Blume das Laufrad auf den Boden und geht auf Entdeckungstour.
Hilda will eigentlich auch nicht mehr im Kinderwagen sitzen, sondern lieber
krabbeln….
Hatte ich schon erwähnt, dass gerade unsere Hausfassade renoviert wird? Das
Haus eingerahmt von Gerüsten, die Fenster sind quasi blickdicht zugeklebt.
Gutes Timing.
16 Uhr. Wir sind alle gemeinsam draußen gewesen und heil wieder zu Hause angekommen.
Ich bin total erschöpft.
Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meine Kinder über alles. Aber
unterschiedliche Altersstufen bedeutet auch unterschiedlichen Bedürfnissen
gerecht werden….
Ich kann den Satz: „Wie gut, dass du noch in Elternzeit bist!“ nicht mehr
hören. Ähhhhh…ja. Habe ich es deshalb einfacher? Nein!
Genau so sehr hasse ich den Satz: „Du hast es dir mit 3 Kindern ja
selber so ausgesucht.“ Ja, aber unter
anderen Voraussetzungen als sie derzeit gegeben sind. In einem System, wo ich
mit jedem Kind das erste Lebensjahr intensiv bis 14 Uhr allein zu Hause
verbringe, meine 2 Großen gut untergebracht sind und ich mich auf einen
gemeinsamen Nachmittag mit ihnen freue. Wenn es System Kita und Schule nicht
geben würde, hätte ich vielleicht keine 3 Kinder und sicherlich nicht in
solch geringem Altersabstand bekommen.
Jeder Tag ist eine Herausforderung. Und ich träume mich manchmal in die
Zukunft, wenn ich wieder arbeiten werde. Einfach mal raus. Allein mit dem
Auto oder dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Einfach mal anderen Stress
erleben. Allein einen Kaffee trinken. In der Mittagspause ins Brot
beißen…
Für mich klatscht abends keiner. Es wird höchstens noch geschimpft, weil
jetzt Zähne geputzt werden soll.
Es ist 20.30 Uhr. Ich sitze auf dem Sofa und trinke ein Glas Wein. Mein
Mann und ich unterhalten uns noch ein wenig, dann schlafe ich auf dem Sofa
ein.
Irgendwann schleppe ich mich ins Kinderzimmer und schlafe dort. Bis das
Babyphone sich meldet. Ich mache vorsichtig die Augen auf. Paul liegt neben
mir.Es beginnt ein neuer Tag…
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Meine Elternzeit während der Corona-Krise: So ist der Alltag mit drei
kleinen Kindern | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-mutter-hat-mich-vernachlaessigt-ich-leide-bis-heute-darunter |
Liebe Nora, du hattest keine schöne Kindheit. Wie bist du aufgewachsen?
Ich bin in einer kleinen Stadt am Niederrhein aufgewachsen – mit meinen
Eltern und zwei Geschwistern. Mein Vater war berufstätig, meine Mutter
Hausfrau. Damals war schon das Verhältnis in der Familie (Onkel/Tante,
Großeltern mütterlicherseits) sehr schwierig, es gab also erstmal nur unsere
„Kernfamilie“. Als mittleres „Sandwich“-Kind hatte ich immer das Gefühl
unterzugehen, nicht wichtig zu sein.
Wie war dein Verhältnis zu deiner Mutter?
Meine Mutter war permanent überfordert und hatte selten Zeit, uns WIRKLICH
zuzuhören. Wenn ich zum Beispiel von der Schule kam, fragte sie zwar, wie es
war – ging dann aber in den Keller, um die Wäsche zu holen, ohne meine
Antwort abzuwarten. Sie wollte oft ihre Ruhe haben und schickte uns Kinder zu
Freunden. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie schon meine bloße Anwesenheit
stört. Das hat mich nachhaltig geprägt und ich habe immer mehr versucht, mich
unsichtbar zu machen.
Wir Kinder hatten auch kein Recht auf eine Meinung. Gab es Streit und wir
haben uns verteidigt, schmiss meine Mutter Sachen durch die Gegend oder es
gab Ohrfeigen.
Das Schlimmste für mich aber war, dass ich zunächst nicht aufs Gymnasium
durfte – weil meine Schwester es nicht geschafft hatte und nach einem Jahr
abgehen musste. Erst in der 10. Klasse durfte ich endlich aufs Gymnasium
wechseln.
Du sagst auch, dass Deine Mutter Euch nie unterstützt hat.
Ja, als ich meinen Führerschein bestanden habe, hat sie sich nicht mal
gefreut oder mir gratuliert. Um den Führerschein abzuholen, bin ich 6
Kilometer gelaufen, weil mein Schülerticket nicht für diese Strecke galt und
meine Mutter keine Lust hatte, mich zu fahren.
Fürs Abi habe nie zu Hause gelernt, weil meine Mutter lieber wollte, dass
ich im Haushalt helfen. Ich würde sagen, wir wurden psychisch vernachlässigt.
Nach einem Streit gab es keine Entschuldigung oder Versöhnung. Sie sagte
immer, es gäbe nichts mehr zu reden und wir wurden weggeschickt.
Ich glaube, mit 14 habe ich das erste Mal daran gedacht wegzulaufen. Aber
mir war klar, dass ich nirgendwo hin konnte und auf der Straße leben wollte
ich nicht.
Hattest du Freunde oder Verwandte, denen du dich anvertrauen
konntest?
Für Außenstehende war alles vollkommen normal. Meine Mutter prahlte auf
Geburtstagen/vor Freunden damit, wie sie dies oder das uns gegenüber durchgesetzt
hatte und bei Kindern alles nur ein Machtkampf sei. Darunter habe ich sehr
gelitten und mich immer mehr zurückgezogen.
Wie ist er Kontakt heute zu deiner Mutter?
Heute ist der Kontakt oberflächlich. Über die Jahre gab es immer mal wieder
Kontaktabbrüche von 1-2 Jahren meinerseits. Wenn es meinen Sohn nicht gäbe,
würde ich sie gar nicht sehen. Mischt sie sich in die Art, wie ich mit meinem
Kind umgehe ein, weise ich sie sehr bestimmt ab und dann ist auch erstmal
wieder Ruhe.
Diese Kindheits-Erfahrungen haben dich natürlich geprägt. Wie ist deine
eigene Mutterschaft?
Als mein Sohn geboren wurde, war ich überglücklich. Er war kein geplantes
Kind und der Papa hatte trotz Heirat noch kein Visum erhalten – kurz vor der
Geburt kam er für 14 Tage, er lebte im Balkan. Ich war furchtbar einsam, ein
frühzeitiges Beschäftigungsverbot hat mich vorzeitig sozial lahm gelegt. Mein
Sohn war ein absolutes Schreikind und ich alleine und vollkommen überfordert.
Ich habe nachts kaum geschlafen, sondern den Haushalt nachgeholt, den ich
tagsüber nicht schaffte. Wenn ich überfordert war, habe ich mein Kind auf dem
Boden abgelegt und bin aus dem Zimmer gegangen. Manchmal habe ich das
Waschbecken volllaufen lassen, den Kopf untergetaucht und meine Verzweiflung
und Schmerz ins Wasser geschrien.
Mein Mann kam nach drei Monaten dauerhaft nach Deutschland. In der ersten
gemeinsamen Zeit wurde uns schnell klar, dass es mir sehr schlecht ging:
Panikattacken, schlaflose Nächte und Zwangshandlungen. Ich konnte zB keinen
Krümel am Kind dulden – die abendliche Waschroutine durfte nicht ein bisschen
abweichen, sonst bin ich zusammen gebrochen. Und immer öfter brach ich
scheinbar grundlos in Tränen aus.
Im Sommer bin ich immer erst abends raus, weil ich dachte, die Sonne könnte
dem Kind schaden. Ich wollte unbedingt
alles richtig machen.
Und eines Morgens wachte ich auf, sah mein Kind an und fühlte nichts mehr.
Die Liebe, die da war, dieser Drang zu schützen, waren einfach weg. Ich hatte
den Gedanken, dass mein Mann und Sohn ohne mich besser dran wären.
Da wusstest du, dass du dir Hilfe holen musst….
Ja, ich habe mit meiner Hebamme aus dem Rückbildungskurs gesprochen und
parallel über Postnatale Depression gegoogelt. Ich habe einen Selbsttest zur
Ersteinschätzung gemacht – so ungefähr mit voller Punktzahl. Die Kontakte der
Hebamme führten mich dann zu einer Therapeutin der ProFamilia, die mich ohne
Entgelt und Wartezeit sofort einlud. Die Diagnose: Postnatale Depression
gepaart mit BurnOut. Die Lösung: Zeit für mich, Ruhe durchatmen, verzeihen.
Es hat etwas über ein Jahr gedauert, bis ich sagen konnte, dass es mir
besser ging. Mein Mann war und ist mein Fels in der Brandung, er hat mich
immer unterstützt. Ohne ihn hätte ich es nicht so gut geschafft und er trägt
einen großen Teil der Verantwortung, dass ich heute bin wo ich bin.
Während dieser zwei Jahre Therapie habe ich viel gelernt. Über meine
Stillgruppe bin ich an die Autoren wie Nora Imlau, Jesper Juul, und
Renz-Polster gelangt. Die diversen Bücher und Blogbeiträge haben mir sehr
geholfen, zu verstehen, warum ich so bin wie ich bin.
Was hast du konkret erkannt?
Ich kann mich in einer Diskussion nicht durchsetzen. Wenn mich jemand grob
anspricht oder anschreit, wird mein Kopf leer und ich kann nicht mehr
sprechen. Es formen sich einfach keine Worte mehr. Ich habe große
Schwierigkeiten damit, meine Gefühle zu zeigen. Zärtlichkeiten im Alltag muss
ich planen, ich muss mich immer wieder daran erinnern und es kostet mich
unglaublich viel Kraft. All die Jahre des Unsichtbar-Seins haben sich sehr
stark in meinem Verhalten fest gesetzt.
Wie geht es dir heute?
Mittlerweile weiß ich, dass Mutter-sein nicht perfekt-sein bedeutet. Und
ich kann sehen, dass meine Mutter getan hat, was sie konnte. Dass sie ihr
Bestes gegeben hat. Aber es hat einfach nicht gereicht, doch das ist nicht
unbedingt ihre Schuld. Ein bisschen kann ich meinen Frieden damit machen,
auch wenn ich weiß, dass es niemals ein klärendes Gespräch geben kann. Sie
würde es nicht verstehen und wenn, könnte sie nicht damit umgehen.
Ich habe eine neue Therapie begonnen und arbeite nun an meinem
Selbstbewusstsein und meiner Beziehungsunfähigkeit. Vieles holpert in meiner
Ehe, aber wir sind auf einem guten Weg und ich möchte unbedingt eine
Veränderung bewirken. Mein Sohn geht 35 Stunden die Woche in den
Kindergarten, ich habe eine 30 Stunden Arbeit. Für mich ist klar, dass ich
nicht nur Hausfrau und Mutter sein kann. Auch wenn die viele Arbeit manchmal
schwer ist und nicht immer meinen früheren Vorstellungen entspricht, ist das
für alle die beste Entscheidung. Die Kita hat ein unglaublich tolles Konzept
und ich bin einfach nicht in der Lage, mein Kind über längere Zeit intensiv
so zu betreuen, wie ich es gern zu würde.
Ich bin lieber voll da, wenn ich da bin – als mich wegzuwünschen, weil mich
die Wutanfälle emotional herausfordern. Wir leben bedürfnisorientiert, mein
Sohn darf mir immer alles sagen und mich auch anschreien – auch wenn gerade
das für mich sehr schwer ist. Aber er soll lernen, dass alle Gefühle in
Ordnung und richtig sind und wir lernen zusammen, mit allen Gefühlen
umzugehen.
Im Dezember kommt ein Geschwisterchen. Ich habe furchtbare Angst, in der
Elternzeit zu vereinsamen, deshalb kümmere ich mich um eine stundenweise
Betreuung ab dem 6. Monat für mein zweites Baby. Dank meines Therapeuten weiß
ich, dass ich bei depressiven Verstimmungen gut aufgefangen werde und ich
habe eine wundervolle Hebamme. Heute weiß ich, dass ich viele Fehler gemacht
habe – den größten zu glauben, ich könnte perfekt sein. Aber da das nicht
möglich ist, beschränke ich mich darauf, die Mutter zu sein, die mein Kind
braucht.
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Meine Mutter hat mich vernachlässigt - ich leide bis heute darunter | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-nerven-sind-einfach-durch-marieke-ueber-die-sorge-die-beherrschung-zu-verlieren |
Mein Name ist Marieke, ich bin alleinerziehende Mama von zwei Jungs im
Alter von 9 und 6 Jahren. Die beiden sind sehr laut, sehr wild und manchmal
denke ich: Komplett unerzogen. Leider nehmen die beiden sehr wenig Rücksicht
auf mich. Wenn ich sie bitte, mal leiser zu spielen, weil ich arbeiten muss,
klappt das nie. Sie schmeißen Dinge durch die Gegend, streiten am laufenden
Band. Das ist nicht erst seit Corona so…
Zudem wird auch nie gemacht, was ich sage. Bis die beiden sich abends
bettfertig gemacht haben, dauert es ewig. Meisten klappt es erst, wenn ich
richtig laut werde.
Und da sind wir schon bei dem Problem. Ich merke, dass ich zunehmend
hilflos werde. Da alles Reden und Bitten nichts bringt, schreie ich viel
mehr, als ich jemals wollte. Und leider erwische ich mich auch immer wieder
dabei, dass ich die Kinder am Liebsten schütteln würde – oder noch schlimmer,
dass ich ihnen am liebsten eine kleben würde.
Ich bin noch nie handgreiflich geworden und möchte das auch nicht. Aber
immer öfter muss ich sofort den Raum verlassen, damit ich das nicht tue.
Ich brauche keine Verurteilung, sondern Rat. Was macht Ihr, wenn Ihr so
richtig wütend werdet? Und wenn ihr merkt, dass Ihr dabei seid, die
Beherrschung zu verlieren? Ich freue mich über Eure unterstützenden Tipps.
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Meine Nerven sind einfach durch - Marieke über die Sorge, die
Beherrschung zu verlieren | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-schwiegermutter-ist-eher-das-model-schwiegermonster-gastbeitrag-von-steffi |
Kennt Ihr auch dieses
Klischee von der nervigen Schwiegermutter, oder wie es in einem Filmtitel
heißt „Schwiegermonster“? Ich mag eigentlich keine Klischees. Und bis zu
einem bestimmten Zeitpunk, konnte ich dieses Klischee von dem
Schwiegermonster nicht nachvollziehen. Ich hatte mit meinen vorherigen
Schwiegermüttern in spe eigentlich nie Probleme. Das mag auch daran liegen,
dass ich ein extrem harmoniebedürftiger Mensch bin und ich mich recht gut an
andere Menschen anpassen kann. Ich bin offen und freundlich.
Und dann kam der Tag, der alles änderte. Ich war erst wenige Tage mit
meinem jetzigen Lebensgefährten zusammen, da stellte er mich schon seiner
Mama vor. Schon beim ersten Betreten der Wohnung dachte ich: „Ohje!“ Und das
lag jetzt nicht nur daran, dass die Wohnung komplett mit Zigarettenrauch und
Raumspray benebelt war. Es lag vielmehr an der großen Frau mit den
hellblonden Haaren und grellrot geschminkten Lippen.
Man konnte schon aus der Entfernung erkennen, dass sie der Karrieretyp a la
"Ich weiß alles besser und kann alles besser und der Rest der Welt ist
eh zu blöd"- Typ ist. Aber hey, ich wollte ja nicht mit ihr,
sondern mit ihrem Sohn eine Beziehung eingehen. Ich lächelte also und hielt
Smalltalk. Da mein Lebensgefährte sehr an seiner Mama hängt, hatte ich nun
jedes Wochenende das Vergnügen in einer verräucherten Wohnung Smalltalk zu
üben. Aber es wollte sich zwischen ihr und mir kein positives Gefühl einstellen.
Ihr ständiges Geschimpfe über die Unfähigkeit anderer Menschen, insbesondere
die ihres Noch-Ehemannes und seiner neuen Freundin, zehrte stark an meinen
Nerven. Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich ging mit ihr sogar shoppen und
Kaffeetrinken (der Horrortrip meines Lebens). Aber es half nichts.
Ich hatte aber einen Hoffnungsschimmer, als ich schwanger wurde. Denn –
Achtung, noch ein Klischee – Babys erweichen doch die Gemüter von fast jedem!
Nun, was soll ich sagen. Als sie die frohe Botschaft erfuhr, weinte sie vor
Freude und meinte, jetzt hätte sie endlich wieder ein Sinn in ihrem Leben.
Wenig später schlug das aber um in: "Ich hätte so gerne auch noch ein
Baby, am liebsten mit meinem Ex." Ich hatte große Mühe nur innerlich die
Augen zu rollen und mir auch nur innerlich die flache Hand an die Stirn zu
schlagen.
In der Schwangerschaft war ich nur ungern bei ihr in der Wohnung. Einfach
weil mir immer übel von dem ganzen Zigarettenqualm war und auch, weil ich
genervt war, weil sie trotz meiner Schwangerschaft direkt neben mir
rauchte.
Und dann kam der Tag der Tage. Ihr lieben Mamas, ihr kennt das bestimmt
selber. Die Hormone in der Schwangerschaft lassen uns Dinge tun und sagen,
die wir sonst nie machen würden. Wir waren wieder mal in ihrer Wohnung und
mir war total übel. Also schlug ich vor, dass wir uns doch beim nächsten Mal
woanders treffen könnten, da mir von dem Rauch einfach schlecht wird. Ihre
Antwort war nur, dass ich mich nicht so haben soll. Ich explodierte
innerlich! Und sagte dann: „Wenn das Baby da ist und du weiterhin in der
Wohnung rauchst, wirst du uns hier eh nie wieder sehen.“ Oh oh! Schwerer
Fehler! Ausgelegt wurde mir diese „Entgleisung“, dass ich ihr das
Enkelkind vorenthalten wollte!
Nach der Geburt besuchte sie uns regelmäßig. Wir waren aber kaum bei ihr,
da sie in einem Umzug steckte (ich hatte die blödsinnige Hoffnung, dass ihre
Wohnung dann rauchfrei würde, da sie ja dann einen Balkon hatte – wie gesagt,
blödsinnig). Als alle Umzüge überstanden waren, ging es aber los! Ich war mit
meinem ersten Baby total unsicher und befolgte daher gerne die Tipps der
einschlägigen Ratgeber. Von Schwiegermutter bekam ich da zu hören, ich solle
mich mal locker machen.
Bei einem Familienfest zeigte sie mir dann, was sie von meinen Wünschen und
meiner Erziehung hielt. Unsere Maus war knapp 7 Monate alt und hatte auch
schon vier Zähnchen. Was meine Schwiegermutter dazu verleitete, ihr eine
Krokette in den Mund zu schieben. Ich sagte ihr, dass ich das nicht möchte,
da die Empfehlung ist, so kleinen Kindern noch kein gewürztes und fritiertes
Essen zu geben. Sie lächelte mich an und nickte. Wenig später verließ ich
kurz den Tisch und als ich wieder kam, grinste sie ganz komisch. Und nur
wenig später sollte ich erfahren warum. Die kleine Maus spuckte nämlich eine
Krokette aus! Ich war innerlich mal wieder auf 180!
15 Monate nach der ersten Geburt bekam ich unsere zweite Tochter. Wir
fanden es eine gute Idee, als Schwiegermutter uns anbot, doch ein paar Tage
bei uns zu wohnen, um uns zu helfen. Wir willigten ein (wie schon erwähnt,
ich bin harmoniebedürftig und gebe nie die Hoffnung auf).
Aus den paar Tagen wurden letztendlich fast 6 Wochen. Ja, sie half mir.
Aber es war furchtbar. Sie gab mir ständig das Gefühl, alles falsch zu
machen. Sie war ständig am aufräumen bzw umsortieren, da es so, wie ich es
gemacht habe, einfach nicht richtig oder gemütlich aussah. Aber das für mich
Schlimmste war das Verwöhnen ihres Sohnes. „So ein großer Mann braucht
täglich ein gutes, frisch zubereitetes Abendbrot! Er hat den ganzen Tag
gearbeitet, da muss er nicht auch noch im Haushalt helfen, er sollte sich
vielmehr vor dem Fernseher entspannen!“
Ja klar, ich kümmere mich also um zwei kleine Kinder, gehe nach der
Elternzeit wieder arbeiten und abends koche ich dann noch groß und wenn er
dann auf dem Sofa entspannt, schmeiße ich auch noch den Haushalt. Er fand die
Idee toll. Streit war also vorprogrammiert.
Auch bis zum nächsten Zoff mit meiner Schwiegermutter brauchte es nicht
allzu lange. Als die Kinder 3 und 2 Jahre alt waren, sollten sie bei Oma
übernachten. Ich sagte ihr noch, dass die Kinder gerne etwas Fernsehen
dürfen, aber nur so was wie Winnie Puuh oder ähnlich harmloses.
Sie nickte. Als wir die Kinder wieder abholten, erzählte uns die Große
stolz, dass sie Dornröschen von Walt Disney geschaut haben. DORNRÖSCHEN!!!
Kennt ihr den Film? ICH bin erwachsen und finde den schon gruselig. Ich sagte
meinem Lebensgefährten, dass ich das nicht gut finde. Er meinte nur, ich
solle mich nicht so haben, er hätte schließlich auch schon Schneewittchen mit
Ihnen geschaut, als ich mal am Wochenende Dienst hatte. Wie ich wenig später
erfahren musste, hatten meine Kinder schon so gut wie alle Filme von Disney
gesehen. Ich war sprachlos!
Ein weiterer Streitpunkt war und ist die Schlafgewohnheit unserer Kinder.
Ich blieb gerne bei Ihnen bis sie schliefen, da ich es einfach nicht ertragen
konnte, wenn sie weinten. Meine Schwiegermutter war der Meinung, dass ich
komplett übertreibe und einfach rausgehen soll. So würden sie am schnellsten
lernen, alleine einzuschlafen. Achtung Spoiler: Ihr könnt euch sicher denken,
wie sie unser Familienbett nach der Geburt unseres dritten Kindes findet.
Jedesmal, wenn die Mädchen bei ihr geschlafen haben, kam die Große ängstlich
zu mir und fragte: Müssen wir wirklich bald alleine in unseren Zimmern
schlafen?
Und da bin ich schon bei meinem nächsten Erlebnis mit Kleinkind und Essen.
Wir haben zu fünft Oma und inzwischen ihren neuen Lebensgefährten besucht. In
der Nähe ist ein großes Outlet Zentrum und mein Lebensgefährte wollte da
unbedingt hin. Oma und der neue Opa boten sich an, dass wir die Kinder ruhig
bei ihnen lassen können und wir in Ruhe mal shoppen könnten. Ich ging mit
einem unguten Gefühl. Als wir alle wieder zu Hause waren, wurde mein Gefühl
bestätigt. Die Große erzählte nämlich, wie Oma ihrem gerade mal 6 Monate
alten Enkel ein Gummibärchen in den Mund gesteckt hat und es dann schnell
wieder herausfischen musste, weil der Kleine sich fast daran verschluckt
hätte. Wie Bitte?!?!?!?
Und jetzt kommt für mich der Höhepunkt! Letzten Herbst kam sie mit der
Bitte, dass sie mit den großen Mädchen nächstes Jahr gerne Urlaub machen
möchte und zwar im Ausland. Innerlich schrie ich sofort NEIN!!!. Mein
Lebensgefährte sagte sofort, dass er kein Problem hat, wenn Oma und Opa mit
den Mädchen Urlaub machen möchten, aber die Idee mit dem Ausland gefiele ihm
nicht. Gott sei Dank, waren wir uns da einig…
Aber meine Schwiegermutter legte es natürlich so aus, dass nur ich die
Spaßbremse sei. Sogar der gemietete Weihnachtsmann sagte (geimpft von meiner
Schwiegermutter): Ich solle im nächsten Jahr ruhig die Zügel bei den Kindern
loslassen und mehr Vertrauen haben. Und immer wieder bekomme ich so kleine
Seitenhiebe, weil ich, und nur ich, nicht möchte, dass Oma und Opa mit den
Mädels wegfliegen. Aber etwas Positives hat die letzte Geschichte doch noch.
Der „neue“ Opa ergriff nämlich ein klein wenig für mich Partei. Er sagte mal
zu meiner Schwiegermutter: „Regeln sind Regeln, egal ob wir sie verstehen
oder nicht. Ich bin einfach froh, dass wir überhaupt mit den Mädels Urlaub
machen können.“ Seitdem kam nichts mehr von Schwiegermama, aber ich bin mir
sicher, es wird nicht lange auf sich warten lassen…
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Meine Schwiegermutter ist eher das Model Schwiegermonster - Gastbeitrag
von Steffi | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-tochter-ist-einsam-wie-der-lockdown-freundschaften-veraendert |
Liebe Mamas, heute hatte ich ein Gespräch mit meiner Tochter, das mich sehr
erschütterte. Und ich weiß gar nicht mehr, wie ich reagieren soll oder wie
ich ihr irgendwie helfen kann. Die seelische Belastung für die Kinder ist ja
in dieser Zeit sowieso schon enorm. Um was geht es?
In der Klasse meiner Tochter (9) sind drei Mädchen, mit denen sie in der
Pause spielt und mit denen sie gemeinsam zur Schule läuft. Mit zweien davon
trifft sie sich normalerweise auch nachmittags. Diese beiden Mädchen kennen
sich von klein auf und ihre Mütter sind eng befreundet.
Das dritte Mädchen im Bunde ist sehr dominant. Beim letzten Geburtstag meiner
Tochter kam sie beispielsweise nicht gut damit zurecht, dass sie nicht im
Mittelpunkt steht und hat die Feier beinahe gesprengt. Nach dem Geburtstag
hat sie angefangen, die beiden anderen Mädchen gegen meine Tochter
anzustacheln. Sie sollten die Straßenseite wechseln, wenn meine Tochter auf
dem Schulweg dazukommt oder sollten sagen, dass meine Tochter in den Pausen
nicht mitspielen darf.
Meine Tochter litt darunter, aber wir suchten immer wieder einen Weg, damit
sie sich damit arrangiert. Dann kam der November-Lockdown. Wir haben uns sehr
strikt daran gehalten. Anfang 2021 habe ich dann die Mutter eines der Mädchen
gefragt, ob meine Tochter mit ihrer Tochter draußen spielen könnte. Meine
Tochter hatte bis dahin keinen anderen Kinderkontakt.
Daraufhin erklärte die andere Mutter mir, dass ihre sich Tochter bereits
mit den beiden anderen Mädchen trifft. Das hätten sie vor einiger Zeit
so entschieden und sie könnten da nichts für meine Tochter tun. Das war
natürlich ein harter Schlag. Meine Tochter wollte dann wenigstens mit den
Mädchen telefonieren, aber es hieß immer, sie hätten keine Zeit.
Meine Tochter mag die beiden Mädchen total gerne – und ist nun völlig
isoliert, während die anderen drei Mädchen eine noch stärkere Verbindung
aufbauen. Heute beim Videotreffen der Klasse berichten die Mädels
freudestrahlend, was sie alles zusammen machen. Meine Tochter hat danach nur
geheult. Sie war den ganzen Tag völlig frustriert.
Jetzt fragt Ihr, was mit den anderen Kindern in der Klasse ist. Es gibt nur
noch vier weitere Mädchen. Entweder habe ich kein Vertrauen in die Eltern in
Sachen Umgang mit Corona oder meine Tochter hat keine Beziehung zu ihnen. Die
Jungs haben gerade ganz andere Interessen, da ist leider auch kein Freund
dabei.
Nächste Woche beginnt der Wechselunterricht. Mir graut jetzt schon vor dem
Schulweg, da die anderen Mädels bestimmt ganz dicke miteinander sind. Ich
ahne jetzt schon, dass dieses eine Mädchen meine Tochter bei den anderen
beiden schlecht macht.
Ich habe es bei den Müttern angesprochen, aber kein Feedback dazu bekommen.
Die Mädchen haben noch anderthalb Schuljahre miteinander. Jetzt kommt ihre
Lieblingslehrerin auch nicht mehr in den Präsenzunterricht, weil sie
schwanger ist. Neben all dem ganzen Corona-Kummer kommt das jetzt auch noch
hinzu.
Wie kann ich meiner Tochter helfen mit dieser Situation umzugehen? Sie hat
gerade nichts mehr, worauf sie sich freuen kann… Danke für Eure Tipps, Eure
Ute.
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Meine Tochter ist einsam - wie der Lockdown Freundschaften verändert | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-tochter-ist-so-aengstlich-wer-weiss-rat |
Mein Name ist Lilli und ich habe eine 6-jährige Tochter. Sie ist sehr
ängstlich, traut sich ganz viele Sachen nicht. Ich würde sie gerne
unterstützen und bin auf der Suche nach Büchern zu dem Thema Mutig-sein. Toll
wäre, wenn es ein Mädchen in der Hauptrolle ist. Außerdem suche ich Bücher
zum Schulstart -also wie ist es, eingeschult zu werden. Denn auch davor hat
meine Tochter etwas Bammel….
Ich freue mich über Buchtipps und auch sonst über Eure Erfahrungen, wie man
ängstliche Kinder stärken kann.
Foto: Pixabay
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Meine Tochter ist so ängstlich. Wer weiß Rat? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/meine-tochter-will-sich-mit-11-schon-schminken-wie-kann-ich-reagieren |
Ihr Lieben, meine Tochter ist 11 Jahre alt. Insgesamt würde ich sie
überhaupt nicht als frühreif bezeichnen, aber ihr Umfeld – viele circa ein
Jahr ältere Freundinnen und TikTok – führt dazu, dass sie im tiefsten Winter
bauchfrei durch die Gegend rennt und sie, wenn ich sie ließe, mit
pinkfarbenem Lipgloss raus ginge.
Ihre Freundinnen (11 bis 12 Jahre alt) schminken sich teilweise schon. Wir
reden aber nicht über ein bisschen Schminke, sondern über das volle Programm
mit Foundation, Rouge, Wimperntusche, Lidschatten und Highlighter (hab ich
noch nie im Leben benutzt).
Ganz generell habe ich nichts gegen Schminken, und vermutlich sind die
Mädels heutzutage generell etwas früher dran als wir damals. Aber
Schminken mit 11? Muss das sein?
Es fällt mir sehr schwer, da gut zu argumentieren. Von Lolita hat meine
Tochter vermutlich nie etwas gehört. Das einzige Argument ist derzeit, dass
ich das nicht will und es ihr nicht erlaube. Auch den Umgang mit den
Freundinnen will ich natürlich nicht verbieten.
Aber ich habe schon etwas Sorge, dass die älteren Mädels einen
schlechten Einfluss auf sie haben könnten. Könnt ihr dazu mal was
schreiben oder fragen, wie andere in ähnlichen Situationen – vor allem in
Bezug auf Schminke in so jungem Alter – agieren?
|
Meine Tochter will sich mit 11 schon schminken. Wie kann ich reagieren? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mexikanische-tradition-wie-wir-dem-tod-auf-einmal-froehlich-begegneten |
Ihr Lieben, wir leben ja
hier in der Großfamilie und in einem offenen Haus mit vielen verschiedenen
Menschen – sogar aus verschiedenen Nationen! Und so kommen wir immer mal
wieder in den Genuss anderer Traditionen. Am Dienstag war ja Allerheiligen,
in Mexiko heißt dieser Tag „Día de los muertos“. UND DER WIRD GEFEIERT!
Die Menschen stellen Fotos ihrer Verstorbenen auf, sie bauen eine Art Altar
oder Erinnerungstisch. Es braucht bunte Wimpel und Blumen. Außerdem stellen
sie die Lieblingsspeisen und Getränke ihrer verstorbenen Liebsten auf. Da
gibt es für den Opa ein Gläschen Whiskey, für die Oma ein Stück Avocado – und
für den verstorbenen Hund natürlich Leckerli. Was ist denn das bitteschön für
eine schöne Tradition?
Es geht darum, die Toten wieder zu sich zu holen, sich nicht nur an sie zu
erinnern, sondern sie einzuladen zu sich nach Hause. Ihre Seelen sollen in
der Nacht vorbeikommen, für sie steht auf dem Altar extra ein Spiegel bereit,
damit sie sich anschauen können. Neben dem Spiegel liegt ein kleines Handtuch
und eine Waschschüssel mit Wasser, damit sollen sie sich frisch machen
können.
Alles auf den Altären hat seine Geschichte, die Beigaben stellen die vier grundlegenden
Elemente der Natur dar. Früchte als Symbol des Elements Erde,
Scherenschnittbilder aus Seidenpapier (oben) stehen für die Luft bzw. den
Wind, die Getränke stehen für das Wasser und die Kerzen für´s Feuer.
Am Abend werden nämlich Kerzen und Räucherstäbchen entzündet – und es
braucht selbstverständlich Tequila! Denn nein, an diesen Tagen wird nicht
geweint! An diesen Tag wird gefeiert – und WIE! Die Freude über die tollen
Personen, die mal zu unserem Leben gehörten, die wird betanzt und betrunken.
Die Freude darüber, dass sie mal da gewesen sind übertrumpft an diesem Tag
die Trauer, dass sie nicht mehr bei uns sind. Ein buntes, fröhliches Fest –
und einer der wichtigsten Feiertage der Mexikanern! Selbst die UNESCO weiß
das zu schätzen und hat den Brauch 2003 zum Meisterwerk des mündlichen und
immateriellen Erbes der Menschheit ernannt…
Ich kann nur sagen: Mir gefällt diese Lebensfreude, ich mag diese
Tradition. Wir haben vorgestern auf Opa und Oma getrunken, auf die verstorbenen
Tanten und Onkel und auf alle, die wir vermissen. Wir haben lustige Anekdoten
erzählt. Und wisst ihr was? Die Kinder waren dabei, es war ein fröhlicher
Abend und irgendwann haben sie mit ihrer Saftschorle mit uns angestoßen. Auf
alle, die nicht mehr bei uns sind, die uns aber zu dem gemacht haben, was wir
sind.
Lese-Tipp: Auch Spiegel Online hat vorgestern einen schönen Beitrag über
das mexikanische Fest geschrieben. Witzig, ich hatte vorher noch nie davon
gehört…
|
Mexikanische Tradition: Wie wir dem Tod auf einmal fröhlich begegneten |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/michael-hat-adhs-und-wird-oft-gehaenselt-nun-hat-er-endlich-einen-freund |
Liebe Sandra, dein siebenjähriger Sohn hat ADHS. Beschreib mal, was ihn so
besonders macht.
Ich habe zwei Jungs, 17 und 7 Jahre alt. Beide haben ADHS. Da ich ADHS vom
Großen schon kannte, habe ich bei meinem kleineren Sohn Michael früh gespürt,
dass auch er anders ist.
Ich bin mit ihm zur Heilpraktikerin, war beim Osteopathen, um ihm gut auf
seinem Weg zu unterstützen. Das 1.Schuljahr war geprägt von Gesprächen mit
der Lehrerin, da Michael seine Emotionen nicht gut in den Griff bekam.
Michael ist jedoch sehr hilfsbereit, er hilft Kindern, die in Schwierigkeiten
sind. Er ist höflich und freundlich, hat feine Antennen!
Oft erfahren solche Kinder Ausgrenzung durch andere Kinder. Wie war das bei
deinem Sohn?
Michael hat kaum Freunde und wird beim Spielen in der Schulpause
ausgegrenzt. Er fragt oft andere Kinder, ob er mitspielen darf, aber die
lehnen ihn dann ab. Zudem ist Michael relativ kräftig und wird daher oft
gehänselt. Mir zerreißt es das Herz, wenn ich das mitbekomme – Michaels
großer Bruder Tom wird dann richtig wütend auf die anderen Kinder.
Doch nun hat Michael einen tollen neuen Freund gefunden. Erzähl mal…
Ja, Gott sei Dank gibt es Jonas! Er ist nun Michaels bester Freund! Sie
kennen sich noch aus dem Kindergarten und Jonas ist hochsensibel. Er kann es
nicht ertragen, wenn ihn andere anfassen und er mag auch keine größeren
Menschenansammlungen. Aber: Er mag meinen Sohn und will ganz viel mit ihm
spielen.
Wie reagiert dein Sohn auf diese Freundschaft?
Die beiden Kinder haben ein tolles Gefühl füreinander und verstehen sich –
ohne sich zu verurteilen! Jonas sagt, dass er versteht, dass Michael manchmal
so wütend ist. Und für Michael ist es kein Problem, wenn sich Jonas nicht
anfassen lässt, sich mal zurück zieht und mal nichts braucht! Sie lassen sich
einfach so, wie sie sind und nörgeln nicht am anderen rum. Es ist so
wunderbar zu sehen, wie glücklich beide sind.
Und wie fühlst du dich damit?
Uns als Familie macht es sehr glücklich zu sehen, das Michael nicht mehr
allein ist. Dass er endlich einen besten Freund gefunden hat, der für ihn
einsteht und sagt: Wenn Michael nicht
mit spielen darf, spiele ich auch nicht mit!
Immer noch gibt es viele Vorurteile in Bezug auf ADHS. Was ist dir ganz
wichtig dazu zu sagen?
ADHS Kinder sind genauso besonders wie Kinder, die ohne ADHS aufwachsen.
Sie haben andere Fähigkeiten, aber unser Schulsystem ist nicht bereit für
Kinder, die nicht der Norm entsprechen….
Und was würdest du Eltern raten, die gerade ganz frisch die Diagnose
bekommen haben?
Diese Diagnose ist eine Hilfe, denn
nun wisst Ihr, was Sache ist und könnt Eure Kinder dementsprechend
unterstützend. Es ist viel möglich, über Ernährung, strenge Struktur,
Heilpraktiker. Ich verspreche Euch: Jeder Kampf, jede Träne, jede Bemühung
sind unsere Kinder wert!
|
Michael hat ADHS und wird oft gehänselt. Nun hat er endlich einen
Freund.... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mit-meiner-dunklen-haut-gehoerte-ich-nie-dazu-wie-ich-meine-familie-suchte-und-liebe-fand |
Ich bin bei meiner Mutter
aufgewachsen, meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Bis hierhin gleicht
diese Geschichte wahrscheinlich 10.000 anderen.
Meine Mutter und ich haben aus diversen Gründen leider keinen guten Kontakt
zueinander, sie wollte mir auch deshalb nie erzählen, wer mein Vater war.
Meine Mutter kommt aus Bayern – und zwar aus einem kleinen Dorf mit einer
ausschließlich weißen Gesellschaft.
Ich bin nicht weiß.
Bis vor zwei Jahren war das alles, was ich über meine ethnische Identität
wusste.
Klar, ich habe im Spiegel gesehen, dass ich dunklere Haut habe und konnte
mir denken, dass mein Vater wohl nur mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit
deutsch war.
Noch dazu komme ich aus einer Großfamilie mit sehr vielen, sehr deutsch
aussehenden Geschwistern. Acht, um genau zu sein. Meine Geschwister sind
weiß. Überwiegend blond. Blauäugig. Es gibt nichts, was wir – rein äußerlich
– gemein hätten.
Mein ganzes Leben lang habe ich mich falsch gefühlt. Ich war zu dunkel, zu
kräftig, hatte zu breite Hüften.
In der Pubertät begann ich schließlich, mich zu vergleichen. Ich denke, so
gut wie alle Mädchen tun das. Ich habe mich natürlich – auch weil es in meiner
Umgebung niemanden gab, der aussah wie ich – immer mit europäischen Mädchen
verglichen… und da war die Unzufriedenheit vorprogrammiert.
Nie würde ich so schmal sein wie sie, meine Oberschenkel waren so breit wie
deren zwei Beine.
Meine Haare waren nicht zu bändigen und außerdem schnitt sie mir meine
Mutter selbst. Ich habe Afrohaar, eine natürliche Krause, und fühlte mich
ehrlich gesagt schrecklich aussehend.
Wenn man es zusammenfassen möchte, habe ich meine komplette Kindheit und
Jugend damit verbracht, so weiß zu sein wie nur möglich. Und einem Idealbild
von Frau hinterherzurennen, das ich unmöglich je erreichen konnte.
Ich fühlte mich falsch. Und dieses Gefühl habe ich auch in mein
Erwachsenenleben mitgenommen.
Ich bin irgendwann eben älter geworden, hab geheiratet, ein Kind bekommen,
mich scheiden lassen – und zum zweiten Mal geheiratet. Mein jetziger Ehemann
ist mein Seelenverwandter, mein bester Freund und einer der wenigen Menschen,
die wussten, wie sehr es mich verletzte, nicht zu wissen, woher mein Vater
kam und warum ich so anders bin als andere…
Oft haben wir gerätselt, welcher Ethnie „mein Braun“ wohl ähneln würde,
aber ich wusste nichts.
Und dann wurde meine Tochter älter. Und ich habe die Anzeichen gesehen:
Einmal wollte sie sich ihre braune Haut abwaschen. Dann nichts mehr essen,
damit sie so dünn wird wie ihre Freundinnen. Sie wurde in der Grundschule von
Mitschülern rassistisch beleidigt, man sagte ihr „sie solle dahin gehen,
woher sie kommt“.
Und dann kam die Frage, vor der ich mich gefürchtet habe: „Mama – woher
kommt unsere Hautfarbe eigentlich?“
Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich gelitten habe, ihr auf diese Frage
keine Antworten geben zu können.
Mein Mann hat beobachtet, wie sehr mich dieses Thema belastet hat und
schenkte mir im Frühjahr 2018 einen DNA-Test von einem dieser
Internetportale. Ich glaube, bis zur Auswertung waren es die sechs längsten
Wochen meines Lebens.
Ich habe nicht viel erwartet. Man weiß ja auch vorher nicht, was da dann
wirklich rauskommt. Nach sechs Wochen kamen die Ergebnisse…
Über 3.000 DNA Matches, und endlich Antworten.
Meine ethnische Herkunft ist Puerto Rico, eine kleine Insel in der Karibik,
die amerikanisches Hoheitsgebiet ist. Und es kam noch viel besser!
Da ich nicht wirklich wusste, was ich jetzt tun sollte, sendete ich meine
Geschichte an die Menschen, die am nächsten mit mir verwandt schienen.
Cousinen dritten Grades zum Beispiel. Und tatsächlich: Es kamen Antworten.
Und es kam Hilfe.
Eine meiner Cousinen betreibt schon lange Ahnenforschung und meldete sich
umgehend zurück. Heute weiß ich, dass sie es auf den ersten Blick erkannt
haben muss. Ich sehe meiner amerikanischen Familie unfassbar ähnlich.
Berührt von meiner Suche und der Geschichte half sie mir in monatelanger
nächtlicher Recherche zuerst herauszufinden, wie wir miteinander verwandt
sind, und wie ich da einzusortieren bin (ihre Großmutter und mein Großvater
waren Halbgeschwister). Sie richtete eine Facebook-Gruppe ein. Sie lud jeden
ein, mit dem sie verwandt ist und erzählte jedem meine Geschichte.
Sie animierte so viele Verwandte wie möglich, sich einen DANN-Test zu
kaufen und plötzlich hatten wir eine Cousine zweiten Grades gefunden. Dann
passierte erst mal lange nichts.
Als ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben hatte und dachte, näher als
Cousinen würde ich meiner Familie nie kommen, bekam ich eines Morgens eine
Nachricht über Facebook.
Eine Frau schrieb mir, dass sie meinte, dass es möglich sei, dass wir
Schwestern wären. Sie erzählte mir, dass ich ihrem Vater unwahrscheinlich
ähnlichsehen würde, dass er sich auch im Zeitraum meiner Zeugung in
Deutschland aufgehalten hat.
Wenn man solange nach seiner Familie gesucht hat wie ich, möchte man so
etwas nicht glauben, wenn man es liest. Zu viel Hoffnung und zu viel
Enttäuschung hängen an so einer Nachricht.
So sah er aus. Ein Foto von Tinas Papa
Vicky – so heißt meine Schwester – überzeugte ihren Bruder, seine DNA
testen zu lassen. Männliche DNA-Treffer sind zuverlässiger. Und tatsächlich
stellte sich heraus, dass es sich bei den beiden um meine Halbgeschwister
handelte.
Leider erfuhr ich in diesem Moment auch, dass mein Vater schon sein einigen
Jahren verstorben war.
In einem völlig verrückten 4-tägigen Roadtrip machte ich mich Anfang des
Jahres mit meiner besten Freundin auf nach Texas, um meine Geschwister kennen
zu lernen – und ja, es war genau so emotional, wie man es sich aus den
bekannten TV-Formaten vorstellt.
Ich habe so gezittert und bin mit so viel Liebe empfangen worden! Meine
Schwester und mein Bruder sind mir charakterlich so ähnlich… Wenn ich mit beiden
zusammen bin, erkenne ich mich in ihnen wieder, viel mehr als in meinen
deutschen Halbgeschwistern. Wir haben so viele ähnliche Interessen – von
äußerlichen Dingen mal ganz abgesehen.
Ich glaube nicht, dass jemand, der nicht in so einer Situation ist,
begreifen kann, was es für jemanden wie mich bedeutet: Zum ersten Mal in
seinem Leben von Menschen umgeben zu sein, die aussehen wie man selbst.
24 Stunden in Amerika haben
gereicht, um dieses Gefühl des Falschseins in Nichts aufzulösen.
Als ich zurückkam, war mir bewusst, dass das genau das ist, was meine
Tochter benötigt. Ihr diese Perspektive zu zeigen, war 2019 mein einzig
wirklich wichtiges Ziel.
Zehn Monate habe ich alles zusammengespart, was ich finden konnte, um uns
das zu ermöglichen und mit ihr und meinem Mann nach Amerika zu fliegen, bevor
ihre Pubertät vollständig eingesetzt hat.
Sie ist gerade 11 geworden und man merkt den Teenager schon… Ich wollte,
dass sie aus ihrer weißen Blase herauskommt, und viel früher als ich
begreifen kann, dass nichts an ihr falsch ist, sondern sie einfach aussieht
und ist, wie es ihrer ethnischen Herkunft entspricht.
Noch nie habe ich mein Kind so entspannt, so ausgeglichen erlebt, wie in
den zwei Wochen, die wir in Amerika verbracht haben.
Sie mit ihre Cousinen und Cousins spielen zu sehen, eine Möglichkeit, die
sie hier nie hätte, von allen zu hören, wie hübsch sie eigentlich ist,
Komplimente von anderen 11jährigen Jungs auf der Straße zu bekommen und mit
dieser alles umfassenden puerto-rikanischen Familienliebe überschüttet zu
werden, war genau das, was sie benötigt hat.
Als wir zurückkamen, hatte ich den amerikanischen Teenager praktisch im
Gepäck. Natürlich hat sich seit diesen Tagen alles verändert in meinem
Leben.
Wie ich mich selbst in dieser Gesellschaft wahrnehme, welche Möglichkeiten
uns als Familie plötzlich offenstehen, der unwahrscheinliche Stolz, von einem
der schönsten Flecken der Erde zu kommen. Ohne Vorbehalt in eine Familie
aufgenommen worden zu sein, die größer ist, als alles was ich mir je hätte
vorstellen können.
Leider hatte ich nicht mehr die Möglichkeit, ein Gespräch mit meinem Vater
zu führen, was ich bis heute sehr bedaure.
Doch seine Schwester – meine Tante – seine Cousins und Cousinen, seine
Neffen und Nichten, haben nie nach den Umständen gefragt, wie ich in ihre
Familie gekommen bin.
Das Einzige, was für diese Menschen zählt, ist dass ich die Tochter meines
Vaters bin und mit ihnen verwandt bin. Allein das genügt, um mich in eine
Blase aus Liebe einzuhüllen und mir das Gefühl zu geben, endlich eine Heimat
gefunden zu haben.
Nichts ist falsch. Ich bin einfach eine Rodriguez – und es gibt nichts, auf
was ich stolzer wäre.
Edit: Tina versucht gerade, die amerikanische Staatsbürgerschaft zu
bekommen, um vielleicht irgendwann mal für einige Zeit „rüber“zugehen und mit
der Familie zu leben, die ihr so gefehlt hat.
|
Mit meiner dunklen Haut gehörte ich nie dazu: Wie ich meine Familie
suchte - und Liebe fand | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mitarbeiterin-im-jugendamt-welchen-druck-es-bedeutet-entscheiungen-fuer-familien-zu-treffen |
Mein Name ist Yasmin und ich
wollte schon immer im Jugendamt arbeiten. Während meines Studiums der
Sozialarbeit habe ich dort ein Praktikum gemacht und wusste: Das ist es. Das
willst du machen!
Warum? Ich hatte die Hoffnung, dort etwas bewegen zu können. Entscheiden zu
können, verändern zu können. Tief in mir gab es auch den Wunsch, Kinder zu
retten. Die Welt ein bisschen besser zu machen.
Nach ein paar Jahren im Jugendamt habe ich nun gelernt, dass dieser Job vor
allem eins ist: eine permanente Herausforderung. Ich trage eine riesige
Verantwortung, denn durch mein Handeln nimmt das Leben anderer Menschen
manchmal eine Wende, die es ohne mich nicht gegeben hätte. Das kann gut oder
schlecht sein.
Meine Arbeit ist oft ein Spannungsfeld aus völlig unterschiedlichen
Interessen. Zum einen haben die Eltern Anspruch auf Hilfe zur Erziehung oder
Beratung, zum anderen muss ich den Schutz von Minderjährigen sicherstellen –
und auch gegen den Willen der Eltern und Kinder entscheiden. Diese
Entscheidungen sind oft hart und setzen mich unter Druck. Druck, den ich
alleine nicht verarbeiten könnte. Zum Glück habe ich fähige KollegInnen, die
mich unterstützen und mit denen ich mich gut austauschen kann.
Auf mir lasten viele Erwartungen. Die Mutter wünscht sich, dass ich auf
ihrer Seite bin. Der Vater hofft auf meine Hilfe, weil er seine Kinder seit
Monaten nicht mehr gesehen hat. Dann gibt es die Kinder, die große Angst haben,
ins Heim zu müssen und denen die Eltern erzählt haben, dass ich sie nur
abhole, weil sie nicht lieb waren. Jeden Tag erlebe ich eine Fülle von
Emotionen, die ich auch erstmal verarbeiten muss. Eins ist mir aber auch
wichtig: Es gibt in meinem Job auch viele sehr schöne Emotionen.
Denn oft sind die Menschen, mit denen ich arbeite dankbar und sehen mich
als Bereicherung. Wenn wir zusammen Lösungen finden ist das wunderbar.
Manchmal ist es aber auch ganz anders. Dann sage ich den Familien: „Nun haben
Sie das Jugendamt im Haus und ich weiß, dass sie das nicht wollen. Lassen Sie
uns gemeinsam überlegen, wie Sie mich schnell wieder loswerden.“
Denn darauf läuft alles hinaus – ich kann keine Kinder retten ohne die
Eltern. Wenn es allerdings zur Unterbringung kommt, gibt es oft kein Happy
End mehr. Wenn das Sorgerecht auf nur ein Elternteil übertragen und der
andere Elternteil vom Umgang ausgeschlossen wird, entsteht Leid.
Ich habe in den letzten Jahren oft erlebt, dass Kinder – ganz egal, was
ihnen angetan wurde – immer bei beiden Eltern sein wollen. Für mich ist das
manchmal nur schwer zu ertragen, aber deshalb tue ich bis zu einem bestimmten
Punkt alles dafür, mit den Eltern zusammenzuarbeiten. Manche Eltern aber
machen nicht mit, sie streiten weiter bis aufs Übelste, sie sind weiter nicht
in der Lage, den Kindern ein angemessenes Zuhause zu bieten und jeder
Versuch, es gemeinsam zu erarbeiten, scheitert.
Ich erinnere mich an jeden Fall.
An jedes einzelne Kind.
Ich erinnere mich an den kurz vor Weihnachten geborenen kleinen Jungen,
dessen Mutter eine leichte geistige Behinderung und einen gewalttätigen Vater
hatte. Ich konnte das Baby bei der Tante unterbringen, es war eine Nacht und
Nebel-Aktion und ich kannte die Tante nicht. Ich musste mich auf mein
Bauchgefühl verlassen und sehr spontan eine Entscheidung treffen.
Anschließend unterstützten wir die Mutter bei der Trennung vom Kindsvater,
sie zog in ein Wohnheim für Menschen mit Behinderungen – nicht weit von der
Tante entfernt. So konnte sie ihren Sohn immer besuchen, musste die
Verantwortung aber nicht allein übernehmen. Dem Vater wurde das Sorgerecht
entzogen und der Umgang verwehrt. Es war unglaublich emotional und auch
angsteinflössend, denn der Mann bedrohte auch uns.
Heute, vier Jahre später, ist es immer noch ganz offensichtlich die
richtige Entscheidung für alle Beteiligten gewesen. Tatsächlich so etwas wie
ein Happy End – trotz Trennung von Mutter und Kind.
Ich erinnere mich aber auch an die alleinerziehende Mutter, die es drei
Jahre lang geschafft hat, ihre Alkoholsucht und körperliche und
emotionale Gewalt an den beiden Kindern trotz ständiger Familienhelferin vor
mir zu verheimlichen. An das Gefühl, versagt zu haben, als sich der Verdacht
schließlich doch bestätigte. An die für immer schwer gestörten und
geschädigten Kinder, für deren Geschichte ich mich wohl immer ein Stück
mitverantwortlich fühlen werde.
Das, was ich so sehr an meiner Arbeit liebe, nämlich den
unterschiedlichsten Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten so nahe
zu kommen, ist gleichzeitig auch das anstrengende. Auch auf meiner Seite
entsteht Frust über Menschen, die sich nicht verändern. Nicht bereit sind,
ihr Handeln zu hinterfragen.
Genau so ist es auch auf der Gegenseite. Einige Menschen fühlen sich
machtlos gegenüber dem Jugendamt und unverstanden. Oft ist es wohl auch
leichter, die Schuld auf uns zu übertragen, als sich selbst in die
Verantwortung zu nehmen. Man liest von all den schrecklichen Dingen, die das
Jugendamt tut. Entweder machen wir nichts und Kinder sterben obwohl wir von
Missständen wussten oder wir nehmen völlig grundlos Kinder in Obhut, so die
Vorurteile.
Und so liest man in der Öffentlichkeit quasi nie von der guten Arbeit, die
wir machen. Von der Nähe, die entsteht und der Verbesserung, die erzielt
wird. Von den MitarbeiterInnen, die täglich ihr Bestes zu geben, um Wege zu
finden, damit Familien wieder besser funktionieren können.
|
Jugendamt: Eine Mitarbeiterin erzählt von ihrem Alltag |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mobbing-update-so-geht-es-lilly-nach-dem-schulwechsel |
Liebe Julia, vor zwei Jahren hast du bei uns sehr eindrücklich und
emotional beschrieben, wir Mobbing Deiner Tochter Lilli das Leben zur Hölle
gemacht hat und wie Euer ganzes Familienleben darunter gelitten hat. Deine
Tochter hat dann die Schule gewechselt. Wie ist sie in der neuen Klasse
zurecht gekommen?
Lilly war natürlich unheimlich aufgeregt am Anfang und auch etwas ängstlich.
Nach den ersten Wochen hat die Schule festgestellt, dass Lilly erhebliche
Lernstandsdifferenzen zu ihren MitschülerInnen hat. Gemeinsam haben wir dann
beschlossen, sie eine Klassenstufe tiefer „einzuschulen“. In dieser Klasse dann fand sie recht
schnell Anschluss zu den Kindern, war jedoch noch lange sehr unsicher. Wurde
gelacht oder getuschelt, bezog sie dies anfangs noch lange auf sich. Dank
vieler guter Gespräche mit den LehrerInnen und der Sozialpädagogin gab sich
das mit der Zeit.
Nach etwa einem Schuljahr war sie fester Bestandteil der Klasse und nicht
mehr wegzudenken. Sie identifizierte sich zu 100% mit ihrer Klasse, die
untereinander stark verbunden sind. Lilly war dort sehr sehr glücklich.
Wie geht es Ihr heute, ganz aktuell? Beschreib mal die Veränderungen
an ihr im Vergleich zu vor zwei Jahren.
Vor einer Woche begann Lillys neue Ära in der weiterführenden Schule, was
bedeutet, dass sie ihre Grundschulzeit hinter sich lassen musste. Lilly war
sehr traurig, aber gleichzeitig war da auch große Vorfreude.
Lilly ist jetzt in einer kleinen, einzügigen Oberschule und lernt gerade
ihre neuen KlassenkameradInnen kennen. Zwei SchülerInnen aus ihrer alten
Klasse sind mitgekommen. Ich glaube, sie ist sehr glücklich dort und hoffe,
dass das auch so bleibt. Auf jeden Fall hat sie aus der Erfahrung
mitgenommen, sehr auf die Stimmung unter ihren Mitmenschen zu achten, zu
intervenieren, wenn sie denkt, es sei nötig und auch wehrhaft zu sein, wenn
es angebracht ist.
Nach wie vor ist sie sehr auf Harmonie bedacht. Im Vergleich zu 2016 – 2018
ist sie deutlich selbstbewusster, sehr strebsam und ordentlich geworden. Und
sehr reif, sie schätzt ihre richtigen Freundschaften wirklich sehr.
Welche Spuren hat die diese schwere Zeit hinterlassen?
Lilly denkt natürlich sehr ungern an die schlimme Zeit zurück.
Insgesamt ist Lilly sensibilisiert
dafür, nicht noch einmal in eine solche Situation zu kommen. Dies führt
mitunter dazu, dass sie Dinge tut oder bestimmte Kleidung anzieht, weil es
gerade „in“ ist. Sie möchte also sehr angepasst sein. Was ein bisschen schade
ist, da Individualität in meinen Augen viel mehr ausmacht als einzelne
Meinungen.
Habt Ihr die Kinder, die Lilli damals gemobbt haben, noch
einmal getroffen? Gab es da irgendeine Einsicht?
Nein. Mit dem Schulwechsel war keine Kontaktaufnahme mehr möglich oder auch
gewünscht. Über Dritte haben wir jedoch mitbekommen, dass erstaunlich viele
Kinder der Klasse die Situation nicht so dramatisch erlebt haben und über
Lillys scheinbar plötzlichen Weggang ziemlich erstaunt waren.
Außerdem soll es anschließend einfach das nächste Opfer gegeben haben. Was
mir sehr wichtig ist hier klarzustellen, wie gut die Beziehung zu ihrer
damaligen Lehrerin eigentlich war. Sie war ja in der damaligen Zeit erkrankt
und über viele Monate nicht im Dienst. Lilly war sehr traurig, dass sie sich
nicht verabschieden konnte.
Im Winter waren wir auf Lillys
Wunsch noch einmal zum Tag der offenen Tür in ihrer alten Grundschule und
ihre Lehrerin war auch wieder da. Die beiden haben sich gesehen, in den Arm
genommen und ganz lange gehalten. Ich glaube, das war für beide ein ganz
wichtiger Abschluss der Geschichte.
Als wir neulich deinen Text nochmal über unsere Facebook-Seite gepostet
haben, war die Resonanz wieder enorm. So viele Eltern erzählten uns davon.
dass es auch ihren Kindern nicht gut geht. Was würdest du betroffenen Eltern
raten?
Erstens: Traut eurem Kind, damit es euch vertrauen kann! Es ist keine
Kleinigkeit, wenn die MitschülerInnen Gemeinheiten sagen oder die Eigentümer
ungefragt nehmen oder, oder, oder. Euer Kind muss das unbedingte Gefühl
haben, bei euch sicher zu sein, alles erzählen zu dürfen und diese
Erzählungen dürfen nicht infrage gestellt oder verlacht werden.
„‚Ach, das war doch nichts!“ oder „Das ist doch nicht so schlimm gewesen!“
geht vielen Eltern schnell über die Lippen, verunsichert das Kind aber enorm.
Lilly hat damals gesagt, ihre Sorgen kämen ihr so unwichtig vor gegenüber
unseren Sorgen. Daran knabbern mein Mann und ich heute noch.
Zweitens: Folgt eurem Bauchgefühl, es ist da, auch wenn ihr es manchmal
vielleicht nicht wahrnehmen könnt. Viele Leute werden Euch Ratschläge geben
oder denken, es besser zu wissen. Wichtig ist aber nur, was ihr mit euren
Kindern gemeinsam entscheidet. Die „Anderen“ müssen nicht mit den
Konsequenzen eures Handelns oder Unterlassens leben. Nur ihr und euer Kind.
Warum sollte viel mehr über Mobbing gesprochen werde bzw warum ist das
immer noch ein Tabu-Thema?
Zum Einen möchte keine Schule gern zugeben, dass Mobbing bei ihnen
existiert. Zum Anderen fehlt in den Schulen massiv Aufklärungsarbeit. Die
Lehrkräfte sind aus meiner Sicht nur sehr unzulänglich auf diese Situationen
vorbereitet, da muss unbedingt mehr passieren.
Außerdem habe ich die Erfahrung machen müssen, dass es in der Gesellschaft
angesehen ist, wenn man „Ellenbogen“ hat, sich wehren kann und sich nicht die
Butter vom Brot nehmen lässt. Egoismus ist in gewisser Weise schon in den
Grundschulen wichtig.
Ich war sehr erschrocken darüber, wie unbarmherzig schon die Kleinsten
miteinander umgehen. Ich frage mich dann auch, wieviel Elternarbeit nötig
ist. Ich selbst musste mich ja auch erst umfänglich belesen, bevor ich
wusste, wie ich mit Lilly weitermachen möchte. Ich weiß nicht, ob es
vielleicht Möglichkeiten gäbe, Eltern schon im letzten Kitajahr mitzunehmen
und in dieser Richtung zu sensibilisieren. Ich fühlte mich jedenfalls
abgrundtief hilflos.
Was ist das Wichtigste, was Eltern ihren Kindern sagen können, wenn sie
gemobbt werden? Wie kann man Kinder da aufbauen?
Lilly sagte einmal, dass es ihr sehr gut getan hat, dass wir sie ernst
genommen haben, ihr zugehört und jeden Tag gefragt haben, wie ihr Tag war.
Darauf legt sie auch heute noch wert. Ich glaube, für Lilly war es das
Wichtigste, dass wir ihr immer wieder gesagt haben, dass wir für sie da sind
und dass es nichts gibt, was wichtiger ist, als sie und ihr Bruder.
Ihr Selbstwertgefühl war am Boden und das wieder aufzubauen, ist – so
glaube ich – das Wichtigste gewesen. Die Stärken des Kindes stärken. Und
notfalls keine Scheu haben, einen Kinderpsychologen aufzusuchen. Lilly hatte
auch einige Stunden Verarbeitungstherapie.
Was wünscht Du Dir für die Zukunft von Lilli?
Ich wünsche mir, dass sie ihren Weg findet und verfolgt. Wir unterstützen
sie in jeder ihrer Entscheidungen so gut wir es können. Es wäre schön, wenn
sie ihre Träume und Ziele verwirklichen kann, dabei gesund und lebendig
bleibt und hin und wieder ihre Eltern besucht 😉 .
HIER KÖNNT IHR DAS ERSTE INTERVIEW MIT JULIA LESEN:
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/gastbeitrag-wie-mobbing-meiner-tochter-das-leben-zur-hoelle-machte
|
Mobbing-Update: So geht es Lilly nach dem Schulwechsel | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/moderatorin-und-zwillingsmutter-laura-karasek-ueber-sexismus-schoenheitswahn-dicpics-weibliche-lust-und-fremdgehen |
Ihr Lieben, Laura Karasek ist Juristin, Moderatorin und Autorin – und sie
lässt sich in keine Schublade stecken. Nicht in die der Mama von
Zwillingsfrühchen, die 2015 zu früh ins Leben starteten, nicht in die der
Tochter des namhaften Literaturkritikers Hellmuth Karasek, nicht in die der
„Barbie“, der wortgewandten und intellektuellen Schriftstellerin oder der
Karrierefrau im Businessoutfit. Sie will das alles sein, sie ist das alles –
und polarisiert und magnetisiert damit gleichermaßen.
In unserem Gespräch stellen wir etliche Parallelen fest, nicht nur lärmen
all unsere Zwillinge im Hintergrund, während wir telefonieren – und haben
Hunger! – sondern auch sie wurde geprägt von einem immer über den Tellerrand
denkenden Vater, auch sie ging früh, mit 16, ins Ausland, auch sie ist
irgendwie rastlos, will nicht auf der Stelle stehen bleiben und das Leben in
großen Löffeln zu sich nehmen. Auf unsere Buchempfehlungen meldet sie sich
mit den Worten: „Wow, was Romane angeht haben wir echt denselben
Literatugeschmack.“ Und als ich schließlich google, wann Laura denn geboren
ist, stelle ich fest, dass wir im selben Jahr unter demselben Sternzeichen
und mit nur vier Tagen Unterschied geboren sind…
Nicht nur hat Laura meinen absoluten Lieblingsroman des Jahres 2020
geschrieben („Drei Wünsche*“) und wird durch ihre ZDFneo-Sendung „Laura
Karasek – Zart am Limit“ immer bekannter, wird am 1.1.2021, zu Neujahr, mit
Florian Silbereisen auf dem traumschiff durch die Idylle schippern, nein, sie
hat auch einen wundervollen Gastbeitrag für unser neues Buch („Wow Mom*“)
geschrieben und wir durften sie nun auch noch zum Interview bitten. Lehnt
euch zurück, das wird eine wilde, spannende Reise durch die Themen, die uns
Frauen heutzutage so beschäftigen. (*Affiliate Links)
Dieser Blick! Foto: David Straßburger
Liebe Laura, ich muss einfach mit diesem Zitat beginnen, mit dem wir auch
deinen Text in unserem Buch betitelt haben: „Für eine Mutter siehst du echt
noch ganz gut aus“. Wie oft hörst du das und was entgegnest du?
Es ist jetzt nicht so, dass ich das dauernd höre, aber ein paar Mal ist es
schon passiert, wenn ich abends rausgegangen bin und gesagt habe, dass ich
übrigens schon Mutter bin. Und dann sagen die echt: „Uh, das sieht man dir
gar nicht an.“ Das ist so ein vergiftetes Kompliment, weißt du. Das ist so
ein Kompliment, das meint: „Ach so, ja daaafür ist es ja noch ganz okay…“
Oder „Du siehst gar nicht aus wie eine Anwältin.“ Aha, wie sieht eine
Anwältin denn aus? Klüger, vornehmer, biederer?
Ich wusste nicht, dass da an Mütter andere Maßstäbe angelegt werden. Und
ich Idiotin reagiere dann auch noch meistens mit einem: „Oh, voll nett,
vielen Dank“ und ärgere mich dann, weil ich eigentlich denke: „Was für ein
Arschloch“. Sowas kommt ja häufiger von Männern, würde ich sagen. Von Frauen
kommen andere spitze Bemerkungen.
Zum Beispiel?
Ach, neulich war ich etwa in der Uniklinik für eine Untersuchung und da
sagt ernsthaft die Ärztin so zu mir: „Wieso hatten Sie denn einen
Kaiserschnitt?“ Und ich sag: „Ja, ich hab Zwillinge.“ Und sie so: „Ja, aber
das muss man ja nicht.“ Also richtig vorwurfsvoll, wo ich so dachte: Warum
muss ich mich jetzt vor irgendeiner fremden Ärztin dafür rechtfertigen, dass
ich einen Kaiserschnitt hatte?!
Und dann hat man natürlich auch so ein paar Mädels im Bekanntenkreis, die
dann – weil ich ja arbeite, wie du weißt – sowas sagen wie: „Laura, das ist
ja so witzig, deine Kinderfrau und deine Kinder sehe ich immer auf dem
Spielplatz, aber deinen Mann oder dich sehe ich da nie…“
Haha. Deinen Mann also auch nicht? Tsss. Lass uns aber doch direkt mal bei
ihm und den Klischeefragen bleiben: Also stört ihn das denn gar nicht, dass
du so viel arbeitest?
Doch natürlich, total, da rastet er regelmäßig aus, aber ich finde, ich hab
die Prügel dann auch verdient. (lacht) Nein, Spaß beiseite. Er hat mich ja so
kennengelernt, ich war damals noch Anwältin in einer Großkanzlei, wo man
jetzt auch nicht wenig arbeitet… Und ich muss sagen, mein Mann ist einfach so
cool. Ich find es total geil, dass ich dieses Thema mit dem Mental Load zum
Beispiel gar nicht allein bei mir habe, weil mein Mann mir wirklich sehr
viel… NEIN. Ich finde das blöd zu sagen, er nimmt mir so viel ab. Er nimmt
mir nicht viel ab, es ist einfach genauso seine Aufgabe wie meine und er ist
genauso gerne mit den Kindern zusammen und wirklich genauso viel mit den
Kindern zusammen wie ich. Ich sehe da wirklich keinen Unterschied in unserer
Beziehung, obwohl er auch Vollzeit und sehr viel arbeitet.
Ich finde das wirklich immer blöd, wenn Frauen – wie ich grad fast! –
sagen: „Da unterstützt er mich“, denn das suggeriert ja, dass es primär die
Aufgabe der Frau ist, irgendwie die Einkäufe zu machen und – was weiß ich –
zur Drogerie zu gehen oder so. Ich finde, es gibt halt Sachen, die macht er
lieber und da ist er auch besser drin, etwa bei den ganzen blöden Ablagen und
Steuern und Rechnungen. Und ich mach dann halt die Fotoalben 😉 Das
ist schon in Ordnung. Aber als Frau wird man immer gefragt „Wer ist denn bei
den Kindern, wenn Du auf Geschäftsreise bist?“ Männer werden das nicht
gefragt. Oder wie man das alles unter einen „Hut“ bekommt.
Cilling. Foto: Gaby Gerster
Jetzt beschreibst du in deinem Roman „Drei Wünsche“ ja ziemlich
detailgetreu eine Frau, die mit einem älteren Herrn fremdgeht. Wie fand er
das denn?
Ähm, das fand er gut, weil er weiß, dass ich einen sehr feministischen
Blick oder einen weiblichen Blick auf Lust und auf weibliche Sexualität ganz
wichtig finde. Mir ging einfach dieses Klischee auf den Geist, dass immer nur
die Männer fremdgehen. Naja, ich lebe hier halt auch in Frankfurt und hier
sind viele Bänker und viel Geld… ich hatte es einfach satt, immer nur von
Männern zu lesen, die ´ne Geliebte haben. Und weißt du, es muss doch genauso
viele Frauen geben, die fremdgehen!
Ich bin in einer früheren Beziehung auch mal fremdgegangen und fand das
durchaus aufregend. Das war sicherlich nicht das Klügste von mir, wobei ich
auch unglücklich war in der Beziehung und so, aber ich glaube, auch Frauen
haben manchmal das Bedürfnis nach Leidenschaft und neuer Lust und Sex mit
jemand anderem. Wie sie das dann ausleben ist ihre Entscheidung. Natürlich
sollte man das, wenn man Treue in seiner Beziehung vereinbart hat, nicht
machen.
Ich kenne aber auch viele Leute, die eine offene Ehe führen und damit sehr
gut fahren. Ich glaube aber, dass es ein Klischee ist, dass nur Männer eine
Libido haben. Wir haben auch eine Libido!
Du sagst ja auch oft, du probierst total gern verschiedene Versionen von
dir selbst aus. Welche davon ist dir denn am sympathischsten und welche magst
du weniger?
Oh, da hat Benjamin von Stuckrad-Barre mal den schönen Satz gesagt: „Stell
dich hinten an in der Reihe aller, die mich doof finden: die ersten 120 bin
ich selbst.“ Ich glaube, das kennt jeder. Und auch ich selbst schwanke immer
sehr zwischen Hybris und Selbstzweifel und Selbstverzweiflung. Ich kann jeder
Version was abgewinnen. Niemand sollte in einer Version als Geisel verhaftet
bleiben. Lieber Dinge ausprobieren! Die Welt ist so reichhaltig.
Ich mag durchaus die laute, lebhafte Laura, die sehr gesellig ist und die
sehr viel Exzess braucht und Adrenalin. Ich mag aber auch die andere, die ich
sein kann. Die etwas Schwermütigere, die Melancholischere, die Einsame, die
man beim Schreiben manchmal ist, das weißt du ja selber. Weil man beim
Schreiben ja eher alleine ist und man auch mal tiefer graben muss in seinen
Erinnerungen und in seiner Seele.
Die mag ich auch, aber die kennen einfach weniger Leute, glaube ich. Jeder
Mensch hat doch verschiedene Versionen von sich selbst, sowohl charakterlich
als auch beruflich. Ich bin als Moderatorin anders als als Schriftstellerin
und ich war auch als Rechtsanwältin anders. Das Wesen bleibt natürlich. Ich
hab leider kein Schauspieltalent, deswegen bin ich nicht Schauspielerin
geworden, aber ich mag das auch. Man kennt das ja auch von Freundinnen!
Mit meinen Mütter-Freundinnen rede ich zum Beispiel anders als mit meinen
Single-Freundinnen. Mit denen rede ich total gern über Männer, über Ghosting,
über toxische Beziehungen, weil ich das ja auch alles schon erlebt habe und
noch kenne. Mich interessiert das auch immer noch und weiterhin. Nur, weil
ich Mutter bin und verheiratet, heißt das ja nicht, dass diese Themen für
mich keine Rolle mehr spielen.
Du lässt dich also nicht auf eine Rolle allein beschränken?
Der Mensch ist doch so ein wundervoll widersprüchliches Wesen! Ich finde
das immer so schade, dass man denkt, nein, jetzt bin ich aber Anwältin oder
jetzt bin ich aber Mutter, jetzt darf ich nicht mehr so und so sein. Oder
jetzt rede ich nur noch über Babybrei und Klamotten aus Hafer und Hirse,
nein! Mich interessieren immer noch Themen wie Gesellschaft, Liebe, Dating,
Sexismus.
Auch wenn ich keine Ehe führe, in der eben diese Klischees, über die wir
vorhin gesprochen haben, eine Rolle spielen. Ich habe Probleme wie
Ungleichberechtigung in meiner Ehe wirklich nicht, ich sehe aber Freundinnen
– Frauen und Bekannte – die darunter leiden, dass die Männer sich andere
Sachen rausnehmen als sie ihren Frauen genehmigen. Wo die Frauen zu Hause
wirklich so ein bisschen abgestellt werden. Und deswegen ist es mir wichtig,
das anzusprechen. Für die Gesellschaft und für andere Frauen, weil ich finde,
wenn man so eine Reichweite hat oder eben wie wir in der Literaturbranche
arbeitet oder in der Medienbranche und die Möglichkeit hat, auf diese Themen
Aufmerksamkeit zu richten, dann sollte man das tun.
Du lässt dich da ja überhaupt nicht in irgendeine Schublade stecken, ich
hab mir mal aufgeschrieben, weil ich mit meiner Tochter jetzt wieder Chemie
lernen musste: Öl und Wasser stoßen sich ab und du kannst sie verbinden… Ist
das bei dir Selbstbewusstsein oder ist es Selbstschutz?
Definitiv Selbstschutz! Ich bin gar nicht besonders selbstbewusst. Ich hab
zwei Kritiker als Eltern gehabt, ich bin Kritik also gewohnt. Auch von mir
selber. Ich kann mich schon gut zerfleischen.
Wenn wir jetzt mal im Klischee zu bleiben, haben ja eher Frauen die
„Begabung“, an sich herumzumäkeln oder immer zu denken, sie müssten einem
Bild entsprechen oder jemandem etwas beweisen. Ich schütze mich davor, indem
ich sage: Wenn du mich ´ne Tussi nennst oder ´ne Barbie, dann erfüll ich das
jetzt auch. Dann setz ich mich hier halt hin mit ´nem pinken Lipgloss. Und
wenn mir dann jemand sagt: „Du siehst gar nicht so aus wie ne Autorin“, denn
das betrifft ja nicht nur meine Rolle als Mutter und dann weiter meint „Ich
hätte gedacht, du bist ´ne Spielerfrau“, dann hau ich das nochmal extra
drauf. Weil ich denke, wenn ich jetzt anfange, mich so zu geben oder so
anzuziehen, wie andere es von mir erwarten, dann knick ich ja ein, dann geb´
ich ja nach.
Dann ist das also eine klassische Trotzreaktion mit deinem Äußeren?
Genau, ich bin eigentlich noch ein 13jähriges trotziges Mädchen. Ich suche
nicht mein inneres Kind, ich versuche, meinen inneren Teenager zu
umarmen.
Hockst du so rum. Foto: privat
Jetzt hast du ja neulich bei Instagram erwähnt – das haben wir ja auch auf
unserer Stadt Land Mama-Facebookseite geteilt und wurde ziemlich stark
diskutiert – dass es viele Frauen gibt, die für mehr Schönheit ein paar
IQ-Punkte hergeben würden. Gilt das auch für dich, würdest du das tun?
Ich finde das ne interessante Frage. Ich finde diese Statistik spannend,
ich habe ne ganze Sendung zum Thema Sexismus gemacht und eine Sendung zum
Thema Schönheit und Schönheitswahn und Selbstoptimierung für ZDFneo. Ich war
auch gestern in Stuttgart bei einer Konferenz, wo es um weibliche
Rollenbilder in den sozialen Medien ging und auf dieser Konferenz wurde eben
auch diskutiert, warum viele besonders erfolgreiche Influencerinnen eben doch
wieder sehr klassische tradierte Rollenbilder besetzen. Die Frage war, ob sie
mit den Themen wie Make-up, Beauty und Fashion Rollenbilder verfestigen, dass
Frauen schön zu sein haben.
Und ja, natürlich sag ich mal so: Es gibt auch dazu Studien, dass schöne
Menschen erfolgreicher sind. Da heißt es aber eben auch, wenn man zu schön
ist, will einen auch wieder keiner einstellen. Ok, das Problem hab ich nicht
(lacht). Aber ich glaube schon, dass das Thema Optik durch Social Media
wieder wahnsinnig groß geworden ist.
Man kann auch sexy sein, wenn man Mutter ist. Man darf auch attraktiv sein,
wenn man eine intellektuelle Schriftstellerin ist. Ich glaube, man darf auch
widersprüchlich sein und kann sagen: Ja, ich interessiere mich halt genauso
dafür, mal auf ne Party zu gehen und da nen Minirock anzuziehen und da
einfach nur zu tanzen und Spaß zu haben, wie ich es auch genießen kann, zu
Hause auf dem Sofa zu liegen und irgendwie Gedichte von Rilke oder Brecht zu
lesen. Ich finde, das schließt sich einfach nicht aus!
Und ich glaube: Ja, ich wäre wahrscheinlich bereit, IQ-Punkte abzugeben, um
einen Makel auszugleichen – vielleicht, weil ich vermessenerweise denke, dass
da noch genügend übrigblieben. Aber vielleicht irre ich mich da auch.
Trotzdem erwähnst du ja manchmal in Social Media auch, wie unwichtig
Schönheit eigentlich ist. Das finde ich jetzt spannend…
Ja, ich finde es schade, darauf reduziert zu werden. Als Frauen stehen wir
ja unter genug Druck! Du musst ne gute Mutter sein und ne tolle Karriere
machen und du musst ne tolle Ehefrau ein und ne tolle Freundin und ne tolle
Tochter für deine Eltern und du sollst dies und das… Und dabei sollst du aber
bitte auch noch aussehen, als würdest du gleich noch einen Victorias Secret
Angel-Auftritt haben.
Natürlich ist das jetzt sehr hochgegriffen, aber bei Männern ist das immer
okay, wie die aussehen. Bei Politikern wird das Äußere einfach nicht so
häufig kommentiert wie bei Politikerinnen und das nervt mich. Und leider
machen das auch zum Teil Frauen, dass egal, was ich anhabe oder wie mein Look
ist, dass sie dann erstmal sagen: „Ähhh, die hat zu viel Make-up. Ohh, da
zeigt sie wieder zu viel Haut!“ Ich finde, das sollte viel egaler sein. Wenn
das für mich so okay ist, wie ich rumlaufe, dann ist es doch nichts, worauf
man ständig bei anderen Frauen auf ihrer Optik rumhacken sollte! Das hat sich
in der Gesellschaft auch verändert.
Inwiefern hat sich das verändert?
Ich bin inzwischen so, dass ich Menschen darauf aufmerksam mache, wenn sie
sagen: „Guck mal, wie sieht die denn aus!“ Oder: „Uh, guck mal, die, die hat
nen viel zu fetten Arsch für die Hose“. Dann sage ich: „Entschuldige, lass
das bitte.“ Das sage ich auch zu anderen Frauen, weil das einfach nicht geht.
„Lass die doch die Hose tragen! Warum stört es dich? Warum tangiert es dich,
wie diese andere Frau aussieht. Es hat nichts mit dir zu tun, lass es doch
einfach.“ Das, glaub ich, meine ich damit, dass das nicht so wichtig sein
sollte.
Also sollten wir uns weniger miteinander abgleichen, meinst du?
Ja! Dieser Vergleich macht doch todunglücklich! Mich macht ja schon der
Vergleich mit mir selbst unglücklich, wenn ich Fotos von mir angucke, wo ich
noch 25 war, da wird man auch sentimental und denkt: Aww, da war noch alles
möglich, und jetzt mit Corona: Oh, da war noch alles schöner! Und wir sollten
eben auch nicht dauernd auf andere Frauen gucken mit so nem Negativblick. Man
könnte doch eher sagen: „Wow toll, wie schafft die das?“
Ich mein, ich hab auch ne Freundin, die Model ist und die sagt: „Ey, das
ist auch krass harte Arbeit, so auszusehen, das ist ja kein Geschenk Gottes.
Ich ess wenig, Ich mach jeden Tag mindestens zwei Stunden Sport.“ Das ist ja
jetzt nicht so, dass das jedem einfach so zufällt. Was mich belustigt, ist,
wenn total schöne Frauen behaupten: „Ach, ich mache gar nix dafür, ich seh
einfach nur so aus von Wasser und Spinat. Ich mach nie Sport. Und ich kann
essen, was ich will.“ Also ICH kann nicht essen, was ich will. Schön
wärs.
Lass uns trotzdem nochmal weg von den Frauen und hin zu den Männern gehen.
Wie ist das? Bekommst du da sexistische Sprüche oder bekommst du da täglich
oder minütlich Dicpics? Wie ist das da?
Nein, die Dicpics haben etwas nachgelassen in letzter Zeit, seit es da so
viele Aktionen gab, wo Frauen das dann öffentlich gemacht haben. Ich hab
schon Dicpics bekommen, auch schon ganze Fotolovestorys, so richtig mit Hand
an der Hose, steifem Penis und Ejakulat.
Wie reagierst du darauf? Anzeige? Auch öffentlich machen?
Mal so, mal so. Entweder ignorier ichs. Oder ich machs auch mal öffentlich,
wenn es besonders dreist ist. Wie neulich, da hat mir wieder einer
geschrieben in so ner Direct Message. Sogar siezend! „Ja, Frau Karasek, ich
bin bestimmt nicht der Einzige, aber ich muss gestehen, ich hole mir jedes
Mal einen runter, wenn ich Sie im Fernsehen sehe.“ Das hab ich dann
anonymisiert und in meiner Story geteilt. Darauf gab es viele Reaktionen von
Frauen.
Zum Teil sind ja auch so lächerliche Dinge dabei wie: „Ich biete Ihnen 500
Euro, wenn Sie mir Ihre getragenen Schuhe schicken.“ Es sind viele
Fußfetischisten unterwegs und ich weiß von anderen Moderatorinnen, dass sie
auch diese Anfragen bekommen. Es gibt offenbar sehr viele Leute, die auf Füße
sehr abgehen. Die dann auch Geld dafür zahlen wollen, um ein Foto von Füßen
zu bekommen. Viele wollen auch ein Foto von meiner Achselhöhle haben, das ist
mir auch neu. Dass man damit richtig Geld machen kann… haha. Neulich schrieb
auch einer „Bitte schicken Sie mjr ein Foto in Strapse! Fassen Sie sich ein
Herz!“ Ach so, stimmt, es ist ja kurz vor Weihnachten, haha – na dann erbarme
ich mich natürlich…
White lady. Foto: privat
Was macht das mit dir? Hast du dadurch einen anderen Blick auf
Männer?
Ich glaube, es ist total individuell, ich kann das ganz gut ab, weil ich
damit auch irgendwie – so schlimm es klingt – ein bisschen groß geworden
wird. Ich hab als Frau auch einfach schon sehr viele übergriffige Männer im
echten Leben erlebt. Ich kenne ja auch noch ne Zeit vor Social Media, genau
wie du, und ich kenn auch noch ne Jugend ohne Handys und da gabs auch schon
eklige Situationen.
Im Ansatz gibt es ja sowas auch in meinem Roman „Drei Wünsche“, wo ein Typ
der einen Figur aufs Klo folgt und ihr von hinten in der Kabine die Hand in
ihr Röckchen und in ihre Strumpfhose steckt. Ich hab auch neulich wieder so
ne Situation gehabt, wo mir (vor Corona) vier Typen im Hotel in den Aufzug
gefolgt sind, mich dort bedrängt haben und dann in meinem Flur auch
ausgestiegen sind. Die kamen bis zur Zimmertür mit…. das macht mir dann schon
Angst. Ich bin als Teenager auch belästigt worden, begrapscht, bedrängt. Auch
von Taxifahrern. Das Virtuelle macht mir nicht so Angst. Weil ich das Gefühl
hab, das sind so Trolle, die da irgendwie so rumsurfen und ich kann das
ab.
Das heißt aber nicht, dass ich das okay finde oder meine, andere Frauen
müssten das auch aushalten. Niemand muss das. Weißt du, ich glaube, jede muss
individuell schauen, wo ihre Grenzen überschritten sind. Die Eine fühlt sich
belästigt, wenn einer sagt „Na, du Hübsche“ oder wenn ein Bauarbeiter
hinterherpfeift und eine andere sagt, mir macht das nichts, aber deswegen
macht das die Aktion der Männer nicht in Ordnung. Nur weil ich gewisse
Sprüche halt schon so lange kenne, macht das die Sprüche ja nicht okay.
Hat das irgendwas mit deinem Feminismus gemacht?
(denkt nach) Ja. Also ich hab doch erst sehr spät begriffen, dass ich
überhaupt Feministin bin…
Hatte das durch Zufall auch mit deiner Mutterschaft zu tun?
Ja.
Bei mir auch. Bis dahin dachte ich, ich sei gleichberechtigt…
Ja, oder? Also bei mir ging das los (spricht mit ihrer Tochter, die sich
beschwert, dass sie in ihrem Kinderzimmer telefoniert, worauf sie ins Büro
wechselt), als ich Anwältin wurde. Da hab ich schnell begriffen: Oh, hier
gelten irgendwie andere Regeln und jede Woche wird mein Outfit kommentiert.
Man ist da natürlich auch in so ner Männerwelt und das hat ja auch durchaus
seinen Reiz, weil man immer so ein bisschen ein Alleinstellungsmerkmal hat.
Und ich hab das durchaus auch genossen aber gleichzeitig gemerkt: Ja, das hat
was Positives, aber dieses Alleinstellungsmerkmal ist eben auch lästig, wenn
man in einem Meeting eben auch mal „Blondie“ genannt wird vor anderen
Anwälten. Ein Kanzlei-Partner sagte mal zu mir: „Ja, Blondie, wir haben
verstanden.“ Und natürlich die ewigen Kommentare, dass man zu laut ist oder
zu emotional oder ob man seine Tage hat.
Oder wenn du als Frau nicht eingeladen wirst, weil die Männer alle zum
Eintracht-Spiel gehen und du denkst: Geil, jetzt gehen die Chefs alle mit den
jungen Anwälten Gokart fahren oder ins Stadion und ich hab jetzt vielleicht
berufliche Nachteile, weil ich nicht dabei bin als Frau. Und dann wurde ich
Mutter und da hat es bei mir wie bei dir auch Klick gemacht und ich dachte:
Krass, da gelten ja echt andere Bewertungsmaßstäbe. Für die Männer ändert
sich nichts. Also schon in der Schwangerschaft ist das ja naturgegeben so,
aber auch danach! Da habe ich gemerkt, dass man sich dauernd rechtfertigen
muss, dass es abfällige Kommentare gibt, egal wie mans macht.
Wo kommt dieser Druck her, was ist da los?
Wir leben im Patriarchat. Selbst von Frauen kommen ja Kommentare wie:
„Vermisst du deine Kinder nicht, wenn du so viel arbeitest?“ Ich glaube, die
meinen das gar nicht so. Ihnen wurde das einfach von Anfang an so eingebläut.
Die Frau ist halt für die Kinder da. Dazu wird uns noch immer beigebracht und
vorgelebt: Es gibt nicht genug Platz für euch alle. Es ist nur die eine Frau
da im Vorstand. Oder es gibt nur die eine Frau auf dem und dem Posten und
deswegen ist da eine große Verunsicherung. Ich war halt auch oft auf Panels
oder in Shows die Quotenfrau.
Ich glaube, viele Menschen sehen in dem Lebensentwurf, den ich habe, einen
Angriff auf den eigenen Lebensentwurf. Im Sinne von „Ah die macht es anders
als ich, damit muss die ja meinen, dass ich es falsche mache.“ Aber
Vielfältigkeit ist kein Angriff! Nie! Es braucht keine Rechtfertigung.
Wenn eine Freundin von mir keiner Erwerbsarbeit nachgeht, verurteile ich
sie genauso wenig wie eine Freundin von mir, die sagt: Ich will keine Kinder.
Ich verurteile auch nicht meine Freundin, die ein ganz, ganz umtriebiges
Sexleben hat. Warum sollte ich? Ich finde das geil! Also meine Mädels wissen
auch, dass sie damit immer zu mir kommen können, wenn sie erzählen wollen,
was sie mit Männern grad erleben. Ich freu mich, gib mir Details! Erzähl mir
alles, kann ich Fotos sehen? Ich liebe das.
Ich erinnere mich ja auch selbst an meine wilden Jahre und ich beschäftige
mich halt auch gern mit Sex, mit Lust und Dating und finde das alles
hochinteressant. Und Monogamie oder nicht, ich finde das spannend und
verstehe nicht, warum Leute da so moralisch werden, weil: Es wird ja niemand
vor Gericht gezerrt, der sagt: Ich hab mich für ein Leben ohne Kinder oder
ohne Mann oder mit tausend Männern entscheiden oder ich fahre fünfgleisig.“
Ist mir doch egal, also mach es doch! Leben und leben lassen. Und da erwarte
ich aber auch, dass mir die gleiche Toleranz und Großzügigkeit
entgegengebracht wird: „Ich tu dir doch gar nichts. Ich nehm dir nichts weg,
ich WILL dir auch gar nichts wegnehmen. Ich will nur mein Leben so leben, wie
ich möchte.“ Wir wollen doch alle nur glücklich sein.
Pretty in pink (and black). Foto: privat
Das klingt auch sehr weise. Dafür muss man ja auch bei sich sehr angekommen
sein, um diese Größe zu haben alle so sein lassen zu können wie sie sind.
Haben dich deine Kinder vielleicht auch so ein bisschen dahingeführt? Du
warst ja auch länger mit ihnen als Frühchen auf der Intensivstation, hat das
deine Prioritäten schon nochmal verändert und dir gezeigt, was eigentlich
wirklich wichtig ist und dass das eben kein Lipgloss ist, sondern dass die
Kleinen überleben.
Total. Also die Intensivstation und in der Zeit ist ja auch noch mein Vater
gestorben, das steht ja nun auch alles sehr autobiographisch in „Drei
Wünsche“. Das hat mich sehr demütig gemacht. Es hat mir gezeigt, wie
belastbar mein Mann, wie belastbar wir als Team sind. Das werde ich ihm nie
vergessen, wie er zu mir damals war, wie wir da zusammen in diesem
Krankenhaus gewohnt haben, wochenlang und einfach nur wollten, dass die
Kinder von diesen Schläuchen wegkommen und von diesen piepsenden Geräten. Und
da hab ich auch gedacht: Mir kann wirklich keiner vorschreiben, wie ich meine
Kinder erziehen, wie ich sie lieben, wie ich als Mutter zu sein habe. ICH war
da mit denen. Ich liebe sie über alles, das kann keiner bewerten, der da
nicht selbst durchgegangen ist und ich brauche mich überhaupt nicht vor
irgendjemanden zu rechtfertigen.
Das Wichtigste war einfach, dass die beiden nach Hause kommen und dass wir
meinen Vater noch einmal sehen konnten. Den haben wir noch einmal besucht,
bevor er starb, deswegen hab ich immer gehofft, dass wir entlassen werden,
damit ich eben diese Reise noch antreten kann nach Hamburg, weil wir ja in
Frankfurt leben und mein Vater auch nicht mehr reisefähig war, er konnte
nicht zu uns. Ich wiederum konnte nicht weg von den Neugeborenen und wollte
auch nicht weg. Aber es hat dann noch geklappt, wir konnten ihn noch einmal
besuchen. Das war alles schmerzhaft. Da hab ich irgendwie so gedacht: Man
braucht so viel mehr Nachgiebigkeit auch mit anderen Menschen und wir
brauchen auch mehr Fehlerfreundlichkeit und viel mehr Mut zur Schwäche. Jeder
Mensch hat so seine Kämpfe und seine Sorgen.
Gilt das nicht auch für uns selbst? Müssen wir das alles nicht auch auf uns
selbst anwenden und gnädiger mit uns sein?
Natürlich! Viel gnädiger sogar. Wir sind viel zu oft viel zu hart mit uns.
Und damit meine ich nicht, uns selbst den ganzen Tag zu sagen, wie geil wir
sind, wir sind ja nicht die Trumps. Aber mal zuzugeben: Das habe ich falsch
gemacht. Ja, gut. Aber ich lebe ja auch zum ersten Mal und übe noch. Wir
könnten ja viel liebevoller zu uns sein. Ohne Schuldgefühle. Wir sind ja
keine Monster, hoffentlich!
Hast du noch Sehnsüchte? Fühlst du dich angekommen?
Nie! Ich bin der sehnsüchtigste Mensch, den ich kenne. Ich liebe das Wort
Sehnsucht, das Gefühl. Ich beneide da auch manche für ihre Zufriedenheit. Und
staune, dass ihnen das reicht. Das soll gar nicht arrogant klingen, ich finde
das wirklich faszinierend. Meinem rastlosten, getriebenen Wesen entspricht
dieses Ankommen nämlich irgendwie gar nicht, ich habe viele Wünsche. Ich will
immer noch mehr.
|
Laura Karasek über Sexismus, Schönheitswahn und weibliche Lust |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/momshaming-warum-sich-frauen-gegenseitig-das-leben-schwer-machen |
Liebe Frau Pommer, Sie sind Fünffachmutter und haben nun ein Buch über
Momshaming geschrieben. In welcher Situation wurden Sie denn selbst mal so
„geshamt“, dass sie es bis heute nicht vergessen haben?
Als ich mit 18 Jahren schwanger wurde, ging ich noch zur Schule, damals in
Österreich aufs Gymnasium. Mein Matheprofessor meinte zu mir: „Eine
Mutter macht bei mir keine Matura“. Das war für mich krasses Momshaming,
denn in Folge ließ er mich erst bei der mündlichen Matheprüfung bestehen, als
der damalige Direktor aufstand und sagte: „Lass sie doch in Ruhe, das
ist doch Mobbing.“ Damals habe ich auch gemerkt, wie wichtig es ist,
Fürsprecher zu haben.
Die größte Feindin ist die andere Mutter, diesen Satz hört man immer
wieder. Erleben Sie das auch selbst so? Und welche Geschichten bekommen Sie
denn da in ihrer Praxis als Familientherapeutin zu hören?
Vielen Frauen, die in meine Praxis kommen, ist das Phänomen
„Stutenbissigkeit“ unter Frauen natürlich ein Begriff und das betrifft nicht
nur die Mutterschaft, sondern auch den beruflichen oder familiären und
freundschaftlichen Alltag. Einige von ihnen machten auch Erfahrungen, die sie
ein Leben lang prägten.
Beispielsweise, wenn die Schwiegermutter die erzieherischen Fähigkeiten der
Schwiegertochter mehrfach bei ihrem Sohn in Frage stellt und dadurch einen
Keil zwischen die beiden bringt. Oder aber wenn die Working Moms sich im
Kindergarten gegen die „@home Moms“ verbünden – da kann es emotional schon
mal recht unangenehm werden. Meist spielen Neid, Eifersucht oder eigene
innere Unsicherheit eine große Rolle, sobald Frauen untereinander auf sich
losgehen.
Aber auch die eigene unverarbeitete Biografie, die uns schnell mal
unerledigte Themen auf andere projizieren lässt, spielt eine große Rolle.
Natürlich gibt es auch wunderbare Frauenkreise und hilfreiche Mütter, die
verstanden haben, dass es in der heutigen Zeit, in der wir an so vielen
unterschiedlichen Orten leistungsmässig sehr gefordert sind, nur dann eine
wirklich erfüllende Mutterschaft gegeben kann, wenn wir einander hilfreich
die Hand reichen und das ganze Thema Kinder und Beruf unter dem Motto:
Miteinander statt gegeneinander läuft.
Es ist schon erstaunlich, wie unglaublich hilfreich und unterstützend Mamas
sein können, aber auch wie garstig und abwertend sie an der ein oder anderen
Stelle miteinander umgehen.
Was sind denn die häufige Bashing-Sätze?
„Hast du schon gesehen, die hat schon das dritte Kind mit Kaiserschnitt
bekommen und stillt nicht einmal?“
„Also wenn ich so viel arbeiten würde wie sie, hätte ich keine Kinder in
die Welt gesetzt.“
„Hab gehört, sie kann nicht kochen, nur ihr Mann, vermutlich sind ihre
Kinder deshalb so schmal und kränklich.“
Vorurteile, Misstrauen und eigene Inkompetenz wird oftmals damit
kompensiert, indem andere abgewertet werden, das ist ein grundsätzliches
gesellschaftliches Problem und betrifft nicht nur Mütter.
Wir hier bei Stadt Land Mama setzen ja sehr auf die Solidarität unter
Müttern und tun das auch in unseren Wow Mom-Büchern. Uns geht es immer um
Bestärkung, Wertschätzung, Anerkennung. Warum fällt das aber offenbar so
vielen schwer?
Bestärkung, Wertschätzung und Anerkennung sind unglaublich wichtige Werte
und Säulen für ein angenehmes. und respektvolles Miteinander, somit
unerlässlich. Allerdings treten sie oft im Alltagsstress, vor allem dann,
wenn großer Druck auf den eigenen Schultern lastet, in den Hintergrund.
Meiner Erfahrung nach stehen gerade Frauen, die Mütter werden wollen oder
bereits, sind unter großem Druck. Je nach sozialem und kulturellem
Hintergrund ist es einerseits völlig normal Kinder in die Welt zu setzen,
arbeiten zu gehen, Karriere zu machen. Vielfach sind die Anforderungen an
Frauen enorm hoch. Man soll top gestylt in den super Job gehen und dort Vollgas
geben, zu Hause dann kochen, den Haushalt und die Kinder managen, Sport
machen, tolle Freunde haben, sich um die Eltern kümmern und womöglich auch
noch irgendetwas anderes Besonderes leisten, indem man sich sozial
engagiert.
Katharina Pommer: Stop Momshamig – Miteinander statt Gegeneinander
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Nennen wir mal nur ein paar Begriffe, die zu Shaming führen können:
Impfung, Familienbett, Langzeitstillen, Kitafreie Erziehung, Attachment
Parenting usw. Liegt das Shaming vielleicht auch daran, dass wir heute als
Mütter so viele Freiheiten haben, dass wir auf so viele unterschiedliche
Arten und Weisen Mütter sein können?
Als ich vor knapp 21 Jahren zum ersten Mal Mama wurde, gab es weder Social
Media, noch Foren, Gruppen, Blogs, noch gehörte es zur täglichen Routine, bei
Fragen auf „Dr. Google“ zurück zu greifen. Wir konnten die Menschen fragen,
die uns unserem unmittelbaren Umfeld lebten und auf ihren Rat hören oder eben
unseren eigenen Weg finden. Nun reicht eine Frage in einer Social Media
Mamagruppe und es kommen schnell mal 300 Kommentare von unterschiedlichen
Frauen, aus unterschiedlichen sozialen, gesellschaftlichen oder kulturellen
Hintergründen zusammen. Darüber hinaus gibt es eine Vielfalt an
Erziehungsratgebern, die allesamt für unterschiedliche Richtungen plädieren.
Einerseits ja gut, dass man an viele Infos ran kommen kann andererseits
aber auch eine Überforderung, die schnell auch zu einer Überlastung führen
kann. Viele Mütter berichten in Folge, dass sie gar nicht mehr wüssten, was
denn nun „das richtige“ sei und verlassen sich entweder auf ihre intuitive
Kompetenz oder eben ausschließlich auf die Stimme Dritter, die meist auch
dazu führen kann, dass Mama das Gefühl hat: „die Verbindung zu ihrem Kind und
zu sich selbst, der Mutter und Elternschaft zu verlieren.“
Wie können wir denn gut auf Angriffe wie „Naja, musst du ja selbst wissen,
ob du deinem Kind eine Vollzeit-Fremdbetreuung zumuten willst“
reagieren?
Im Grunde, indem wir uns selbst eine gewisse Resilienz und ausreichende
Portion Selbstvertrauen zulegen. Je selbstsicherer wir in dem sind, wie wir
unser Mamaleben gestalten wollen und je klarer wir das kommunizieren, umso
wahrscheinlicher ist es auch, dass wir Grenzen ziehen können und entspannt
auf Angriffe reagieren können. In dem Beispiel von oben wäre die Antwort:
„Gut, dass du es sagst, ja genau ich weiß, was das Beste für uns ist, danke.“
Meist ist es ja so, wenn wir uns etwas zu Herzen nehmen, dann fühlen wir uns
schneller verletzlicher und werden dadurch auch angreifbarer.
Nochmal zurück zu den Ursachen für Momshaming. Tun viele Mütter das nicht
vielleicht auch aus der puren Überforderung heraus? Nach dem Motto: Wenn alle
rotieren, um irgendwie zu überleben, beißen sie irgendwann um sich.
Natürlich, das ist ein großes Thema, wenn nicht eines der Hauptthemen. Aus
diesem Grund bezeichne ich Momshaming generell als gesellschaftliches Thema.
Es muss sich hier generell etwas verändern und Müttern deutlich mehr
Unterstützung zukommen, als bisher. Schauen wir bitte mal die Zahlen der
Alleinerziehenden Mütter an, mehr als die Hälfte lebt unter der Armutsgrenze,
oder Frauen, die ihr Arbeitsleben gegen die Erziehung der Kinder eintauschten
und in Folge auf Rentenpunkte verzichten müssen und auch nicht wenige an Altersarmut
leiden.
Oder schauen wir auf große Firmen, die ihren weiblichen Mitarbeitern
anbieten, die Eizellen einfrieren zu lassen, damit diese zuerst Karriere
machen können, um auch noch gegen die 50 nicht auf die Mutterschaft zu
verzichten. DAs sind Themen über die öffentlich debattiert werden muss und es
kann nicht sein, dass es das stets heißt: „Sie hätten ja keine Kinder
bekommen müssen, selber schuld.“ oder „Da werden jetzt auf Muss Minderheiten
gefunden, um wieder Aufmerksamkeit zu erhaschen, den Frauen gehts doch
gut!“
Wir sind der festen Überzeugung, dass Frauen nicht von Natur aus zickig
sind. Sondern, dass sich viel zu viele in einer Notlage befinden und dann aus
dieser Situation heraus kritisch beäugen. Wenn wir selbst genug Kraft und
Liebe haben, können wir die auch nach außen geben. Was meinen Sie dazu?
Als Frau, Therapeutin und Mutter von fünf Kindern, darunter drei Töchtern
kann ich das natürlich nur bestätigen.
Ein Mensch wird dann aggressiv, unruhig oder gar depressiv, wenn er unter
Stress und Druck steht und dies oftmals nicht verbalisieren kann oder eben
keine für ihn angemessene Hilfe bekommt. Sobald wir eine Mit-Mutter sehen,
die gestresst scheint, sollten wir ihr, sofern es die eigenen Ressourcen
erlauben, hilfreich die Hand reichen. Zum Beispiel sehen wir eine Mama an der
Supermarktkasse die Lebensmittel aufs Band legen, ihr Zweijähriger liegt brüllend
auf dem Boden neben ihr, weil er das zweite Überraschungsei nicht bekommen
hat, trotzt also dem Alter entsprechend.
Ihr vierjähriger Sohn läuft schon mal zum Ausgang und sagt selbstbewusst:
„Ich warte im Auto, Mama.“ Panik steigt in ihrem Gesicht auf und sie braucht
sichtlich Hilfe. Anstatt sich hinten in der Schlange über das Gebrüll und die
Wartezeit zu ärgern, sollten wir ihr im besten Fall anbieten, die Ware für
sie weiter aufs Band zu legen, sodass sie ihren Vierjährigen zurück holen
kann.
Gehen wir noch einen Schritt weiter: Das Problem „Momshaming“ liegt unseres
Erachtens nicht an den Frauen selbst, sondern am System, das sie
benachteiligt. Und das ihnen zudem noch alles abverlangt. Gerade in einem
Jahr wie diesem, in dem Mütter so sehr allein gelassen und nicht gesehen
wurden… sehen Sie das ähnlich?
Selbstverständlich. Der Corona Lockdown fordert vorwiegend Mütter, das
belegen auch neueste Studienergebnisse. Sie balancieren zwischen Home Office,
dem plötzlichen Lehrerinnendasein, Haushalt und der 24/7 Kinderbetreuung und
das ohne Hilfe! Ich habe bereits im April ein Schreiben an die Regierung
verfasst, dass es dringend finanzielle Unterstützung oder Sondereinrichtungen
für Mütter und ihre Kinder geben muss. Dies wurde ja größtenteils in Folge
auch umgesetzt.
Was ich aber auch feststellte ist, dass die ganze Welt nun hoffentlich die
womöglich zuvor romantisierte Vorstellung von: “ Du bist ja nur zu Hause, wie
schön“ auf Eis gelegt hat. Es ist alles andere als „nur schön“ stets zu Hause
zu sein, wie viele Mütter, es vor allem aus den ersten Wochen mit einem
Neugeborenen kennen. Da kann man nicht einfach mal eben ins Theater, Kino
oder ins Restaurant gehen, auch viele weitere gesellschaftliche Ereignisse
liegen erstmal still, von den finanziellen Einbußen wollen wir gar nicht erst
sprechen. Vielen Frauen ist es nach der Elternzeit nämlich nicht mehr möglich
in den alten Job, für den sie vielleicht lange gearbeitet und studiert
hatten, zurück zu kehren. Der „Mütter Lockdown“ (Wochenbett) in dem
sich jede frisch gebackene Mama erstmal befindet, sobald sie ein Baby
bekommt, wurde mir persönlich viel zu selbstverständlich gesehen und stellt
für die meisten Mütter eine enorme Belastung dar. Wie wir nun auch an den
weltweiten Reaktionen sehen. Auch hier reicht die sich einfach machende
Aussage: „Hätten sie halt keine Kinder bekommen“ nicht aus! Es muss sich in
der gesellschaftlichen Haltung Müttern gegenüber radikal etwas ändern.
Wertschätzung, Achtung und Anerkennung sind die wichtigsten Pfeiler.
Auch in Ihrem Buch geht es ja nicht nur um das Shaming von Müttern
untereinander, sondern um das gesellschaftliche Shaming („Frauen können nicht
parken!), das finanzielle Shaming durch den Gender Pay Gap und das
Arbeitgebershaming durch Bewerbungsfragen nach dem Kinderwunsch, die Männern
so gut wie nie gestellt werden… Was würden Sie sich künftig für uns Mütter in
Deutschland wünschen?
Das Mütter deutlich mehr wahrgenommen werden indem was sie leisten, worauf
sie verzichten und klare gemeinschaftliche Unterstützung und Anerkennung
erhalten. Beispielsweise auch kostenfreie Elternkurse oder Programme, wie
sich Familie und Beruf vereinbaren lassen, ohne dabei auszubrennen. Ich würde
mich hier gern auch an Richard David Prechts Vorschlag des
bedingungslosen Grundeinkommens halten und dieses zuerst für Mütter in den
Raum werfen, vor allem die Alleinerziehenden, die sich wirklich im Alltag oft
damit abstrampeln, für ihre Kinder vorbildlich da zu sein und auch arbeiten
zu gehen. Das darf man den vielen fleißigen Frauen, die die Kinder in die
Welt setzen, die zukünftig unser aller Rente zahlen, durchaus
gemeinschaftlich anerkennen.
|
Momshaming: Warum sich Frauen gegenseitig das Leben schwer machen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muetter-wg-wir-haben-uns-als-alleinerziehende-einfach-zusammengetan |
Liebe Annika, ihr seid zwei
Muttis, drei Kinder zwischen fünf und sechszehn, zwei Hunde und zwei Katzen
und wohnt in einer Frauen-WG. Wie kam es dazu?
Steffi und ich waren quasi zeitgleich durch mit unseren Beziehungen und
mussten nicht lange überlegen, ob wir uns einfach zusammen tun. Der Beschluss
stand Anfang des Jahres und im Mai bin ich mit meiner Tochter (6) und meinem
Hund Wassily zu Steffi gezogen. Sie hat eine fünfjährige Tochter, einen
sechzehnjährigen Sohn, den Hund Grayson und die Katzen Lily und Socke.
Ihr lebt in Nürnberg, wie genau lebt ihr da?
Wir wohnen am Stadtrand in einem Haus aus den 60ern – noch so nah an der
Stadt, dass man immerhin die Burg sieht. Das Haus hat sogar einen großen
Garten mit Obstbäumen und eine Terrasse, auf der wir übersommert haben,
allmählich ziehen wir uns nach drinnen zurück. Auf zwei Etagen verteilt hat
jedes WG-Familienmitglied sein eigenes Zimmer und wir teilen uns ein großes
Wohnzimmer, die Küche und ein Bad.
Nun ist es ja schon schwierig, eine Familie zu finden, mit der man mal
zusammen in den Urlaub fahren kann, weil es andere Essensgewohnheiten, andere
Schlafrhythmen, andere Erziehungsmethoden gibt. Weil sich die Kinder
vielleicht nicht so gut verstehen wie die Eltern und so weiter… wie klappt
das bei euch?
Wir sind beide nicht sonderlich starr bei Regeln und eher flexibel. Es ist
auch für uns beide völlig ok, dass es eben nicht immer alles gleich sein kann
– das lernen die Kinder auch nach und nach immer besser. Und wenn es ganz arg
ist, die Kinderzimmer sind auf unterschiedlichen Etagen und dann können sich
beide auch mal zurückziehen. Feste Regeln gibt es eh bloß so, dass sie für
die Kinder nachvollziehbar sind und sich an den Bedürfnissen von allen
orientieren. Wir Muttis sind uns da aber auch einfach extrem ähnlich – wir
haben ähnliche Werte, Vorstellungen und Erwartungen.
Letztes Jahr waren wir tatsächlich sogar zwei Mal zusammen im Urlaub –
einmal "mit allen" (Hund, Väter, großes Kind, Gepäck ohne Ende).
Und einmal nur wir zwei mit unseren kleinen Mädels, haben uns sogar ein
Hotelzimmer geteilt und hatten es paradiesisch miteinander. Uns war damals
schon klar, dass wir am liebsten in einer Kommune wohnen würden, allein die
Vorstellung, abends immer noch mal zusammen sitzen zu können – wir haben uns
im letzten Jahre eigentlich jeden Abend geschrieben, wie gern wir jetzt noch
einen Wein zusammen trinken würden.
Worüber gab es zuletzt Streit bei euch im Haus?
Richtigen Streit gab es bei uns bisher nicht. Ab und zu kriege ich einen
kleinen Ausblick auf die Zeit mit einem pubertierenden Kind. Der Bub ist aber
umgänglich und wenn es kein Geschirr mehr gibt, weil er es in seinem Zimmer
hortet, mach ich kurz das WLan aus und schon ist es wieder da – bisher alles
ganz entspannt…
Wie unterstützt ihr euch gegenseitig im Alltag?
Bis zu den Sommerferien waren beide Kinder noch im gleichen Kinderladen –
da hat immer eine die Kinder gebracht und eine sie abgeholt. Jetzt geht meine
Tochter in die Schule und wir sind jetzt morgens immer etwas früher dran, da
gibt es kein gemeinsames Bringen mehr. Alltagssachen wie Kaffee kochen und
Einkaufen macht immer nur eine, wir essen auch alle zusammen und so teilen
wir uns alles immer irgendwie auf – superlange Absprachen und Pläne gibt es
nicht, klappt auch so mit zwischendurch planen und überlegen gut.
Das Schönste ist natürlich, dass unsere Hunde auch ein Herz und eine Seele
sind und man die beiden auch gut zusammen versorgen kann. Keine von uns hätte
weiter arbeiten, allein mit Kind sein und ihren Hund behalten können. So geht
halt eine spazieren und eine bleibt bei den Kindern oder eine kommt mittags
heim und geht mit den beiden raus. Außerdem sind die Papas auch voll
involviert und wir schauen alle immer, dass möglichst beide Mädels parallel
bei uns bzw. bei ihnen sind, wir wollen alle, dass die beiden viel Zeit
miteinander verbringen können und auch die Väter machen gern Ausflüge zu
viert. Die Papas sind auch jederzeit willkommen und kommen mal zum Abendessen
und bleiben mindestens auf einen Kaffee, wenn sie die Mädchen bringen oder
holen.
Ist es ein Glücksfall, dass ihr euch gefunden habt und es so gut
funktioniert oder glaubst du, das kann ein Modell für viele sein, wenn sie
nur gewisse Voraussetzungen erfüllen?
Ich glaube, es ist in jeder Hinsicht ein Glücksfall für uns beide, dass wir
uns haben – denn wir sind einfach sehr gute Freundinnen und dadurch ist das
Zusammenleben einfach schon herrlich, weil ich mich jeden Morgen freue, sie
zu sehen. Man muss aber definitiv ein WG-Typ sein, ich glaub, nicht jeder mag
das unbedingt, auch wenn man in unserem großen Haus mit den vielen kindfreien
Zeiten echt Raum für Rückzug hat. Wir machen natürlich auch nicht alles
zusammen, aber wir verbringen einfach gerne Zeit miteinander, gehen zusammen
aus, gammeln zusammen unseren Kater weg und reden über alles. Aber ich
glaube, wenn noch andere involviert sind, die man so zum Zusammenwohnen
"zwingt", muss es zwischen allen schon gut passen. Zum Glück
verstehen sich alle Kinder auch sehr gut und vermissen sich richtig, wenn sie
sich ein paar Tage nicht sehen. Diese Form des Wohnens ist so noch ziemlich
unbekannt.
Offenbar ist es auch schwierig, Förderungen dafür zu bekommen, weil es
„dafür kein Formular gibt“… welche Hürden musstet ihr nehmen?
Unsere Hürde war ganz anderer Art – wir haben sehr nette Vermieter, die
allerdings etwas weiter weg wohnen. Dadurch, dass das Haus schon etwas älter
ist und sie es ziemlich günstig vermieten, war eine Bedingung des Mietens,
dass man kleine handwerkliche Dinge selbst erledigt. Da mussten wir selbst
erstmal überlegen, ob wir uns das zutrauen und haben dann versichert, dass
wir genug Hilfe haben und manche Sachen auch selbst erledigen können.
Was meinst du, warum sich nicht viel mehr Alleinerziehende zusammen tun, um
sich gegenseitig zu unterstützen, Kosten zu sparen und sich zusammenzutun?
Ich weiß sowieso nicht, warum sich Mütter überhaupt nicht mehr zusammen
tun. Seit meine Tochter in die Krippe geht, habe ich mich mit anderen Müttern
(unter anderem Steffi) zusammen getan und wir haben an festen Nachmittagen
gegenseitig unsere Kinder mitgenommen und uns dann abends getroffen und für
einander gekocht. Die Kinder profitieren meiner Meinung nach wahnsinnig
davon, Spielpartner zu haben mit denen sie gemeinsam wachsen können und
einfach auch andere Familien kennen zu lernen.
Ich habe keine Familie hier und diese Nachmittagsverabredungen waren und
sind für mich und die anderen Mütter das Highlight der Woche! Man hat einen
Nachmittag, an dem man länger arbeiten kann oder den man für sich nutzen
kann, abends nette Gesellschaft und Zeit, sich auszutauschen, Tipps zu holen
und dadurch, dass die Kinder miteinander spielen, ist es meistens super
entspannt. Außerdem sitzt jemand am Tisch, der sich freut, weil jemand
anderes gekocht hat und mäkelt garantiert nicht am Essen rum. Das kann sehr
schön sein…
Dann geht man mit seinem satten Kind nach Hause, ist beseelt von einem
netten Plausch und das Kind ist ausgeglichen, weil es den ganzen Nachmittag
gespielt hat. Vielleicht hatte ich immer Glück und hab nur nette Mütter und
nette Kinder kennen gelernt? Aber das war und ist für mich Gold wert. Und
dadurch, dass das eigene Kind den anderen Haushalt so gut kennt, sind wir
auch irgendwann dazu übergegangen, Übernachtungen der Kinder beieinander zu
organisieren.
Dann kann die Partymutti ausschlafen, zum (späten) Frühstück kommen und es
ist für alle wahnsinnig entspannt. Und wenn es nicht entspannt ist, wirft man
die Glotze an und damit kommen wir alle klar, weil wir alle wissen, wie es
ist. An einem Nachmittag hat man Lust, zehn Runden UNO zu spielen und erträgt
Knete oder Wasserfarbe überall und manchmal halt nicht.
Auch wenn man nicht alleinerziehend ist, Mutter sein kann einfach mega
anstrengend sein und Kind sein sowieso – da braucht man unbedingt gute
Freunde, die einen verstehen und mit denen man ehrlich über alles reden kann
und einfach sein kann wie man ist.
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Mütter-WG: Wir haben uns als Alleinerziehende einfach zusammengetan |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muss-ich-meinem-chef-vom-kinderwunsch-erzaehlen |
Ich heiße Lara und bin seit fast einem Jahr stolze Mama einer kleiner
Tochter. Ich bin noch bis zu ihrem ersten Geburtstag in Elternzeit. Schon
während der Schwangerschaft war mir eigentlich klar, dass ich nicht an meinen
alten Arbeitsplatz zurück will. Ich war über Jahre nicht glücklich dort.
Ich arbeite in einer großen Firma und habe mich intern beworben.
Tatsächlich hat es geklappt und durch den internen Wechsel hätte ich keine
Probezeit und der Vertrag ist unbefristet.
Nun kommt allerdings der Haken: Ich kann zunächst Teilzeit einsteigen, aber
spätestens im Herbst möchte mein Chef, dass ich Vollzeit arbeite. Das war so
abgemacht, aber nun kann mir keiner sagen, ob das mit dem Krippenplatz für
unser Kind im Herbst auch wirklich klappt.
Die Kitas können uns keine feste Zusage mehr geben. Deshalb stehen wir
nun auch bei einer Tagesmutter auf der Warteliste. Meine Mutter wohnt zwar in
der Nähe, aber es kann keine Lösung sein, unser Kind monatelang von ihr
betreuen zu lassen.
Jetzt bekomme ich also echt etwas Magendrücken, weil ich nicht weiß, wann
wir einen Platz bekommen und wie kooperativ der Chef ist, wenn ich ihm sage,
dass ich nicht Vollzeit arbeiten kann…
Und Haken Nummer 2:Mein Chef hat indirekt gesagt, er bräuchte jemanden
verlässlich für ca. 3 Jahre. Versteht mich nicht falsch, aber wir wünschen
uns auch noch ein 2. Kind. Ich bin schon Mitte 30 und werde nicht jünger. Ich
will nicht jetzt sofort schwanger werden, aber in so einem Jahr oder 1,5
Jahren wäre es schon schön (vorausgesetzt es klappt dann auch!)
Ist das dann unverschämt gegenüber dem Chef? Müsste ich dann ein schlechtes
Gewissen haben? Ich freue mich auf eure Antworten!
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Muss ich meinem Chef vom Kinderwunsch erzählen? | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mut-zum-traurigsein-geht-es-eigentlich-allen-anderen-immer-besser |
Ihr Lieben, manche Tage sind
einfach zum Wegwerfen. Das ist einfach so, wir können nicht immer fröhlich
sein, nicht immer voller Power. Natürlich zeigen wir das nicht so gerne. Wir
posten Fotos, wenn wir gerade happy sind. Wenn wir im Urlaub sind. Wenn wir
auf einem tollen Konzert sind.
Wir posten eher kein Foto, wenn wir mit den Kindern motzen, wenn wir mit
einer Tafel Schokolade unter der Bettdecke liegen, wenn wir vor dem Spiegel
stehen und denken: Was guckst DU mich heute eigentlich so doof und blass und
pickelig an? Ist was?
Aber ganz ehrlich, solche Tagen gehören eben auch dazu. Und es gehört auch
dazu, sich zu fragen, ob das Gras auf der anderen Seite des Zaunes vielleicht
grüner ist. Und es gehört auch dazu, sich mal so zu fühlen, als würden alle
es irgendwie alles hinkriegen, NUR MAN SELBST NICHT.
In solchen Fällen braucht es eine Freundin, die man anrufen kann. Eine, der
man sagt: Bah, iih, alles kacke heut, die Welt ist so UNGERECHT und ich will
aufn Arm und ne Runde Mitleid und Kopfkraulen. Ich fühl mich so einsam und
ich arbeite so viel und nichts läuft nach Plan und alles ist so: bäh und
klebrig.
So ein Tag kann ein Montag sein, ein Dienstag, der kann im Sommer oder im
Winter sein. Ganz egal. Er ist jedenfalls zum Heulen.
Die Kinder, die Karriere, die Gleichberechtigung, die Auftragslage, der
Haushalt, die Steuer – whatever, es braucht meist gar keine Gründe, wir
suchen sie uns dann halt einfach. Gründe, um sich mal so richtig schlecht zu
fühlen. Denn ganz sicher: Wir werden IMMER etwas finden, dass uns grad ärgert
oder schlechte Laune beschert. Und wisst ihr was? So unangenehm das auch ist,
es ist auch wichtig, solche Gefühle mal zuzulassen.
Erst nach Regen fühlt sich doch der Sonnenschein so richtig schön und
wärmend an. Erst nach einem kalten Winter wissen wir den Frühling so richtig
zu schätzen. Erst wer sich mal kurz klebrig gefühlt hat, kann auch die Dusche
und die anschließende Frische genießen.
Keiner Frau der Welt strahlt den ganzen Tag die Sonne aus dem Hintern. Die
Kinder können sich nicht den ganzen Tag vertragen, die Babysitter können uns
nicht jede Party ermöglichen und nein, es kann auch einfach nicht jeder Auftrag
glücken.
Dass wir das gern hätten, zeigt aber ja auch nur, wie ambitioniert wir
sind. Wie sehr wir uns wünschen, alles gut zu machen. Wie viel Energie wir
haben.
Denn es ist uns nicht egal, wie es unseren Kindern geht, wir leiden mit, wenn
sie ihre Problemchen mit nach Hause bringen. Es ist uns nicht egal, wenn wir
unsere Freunde nicht mehr oft genug sehen, weil sie uns wichtig sind und weil
wir für sie wichtig sind. Und es ist uns auch nicht egal, wenn es auf der
Arbeit nicht rund läuft, weil wir gern von ganzen Herzen dabei sind.
Wenn ihr also demnächst mal wieder einen schlechten Tag habt, dann denkt
genau daran: Dass der nur so schlecht ist, weil ihr es so gut machen wollt.
Dass ihr vielleicht nur so drauf seid, weil ihr gerne alles gebt. Und wenn
das dann auch nicht hilft – dann hilft vielleicht eben doch mal die Tafel
Schokolade unter der Decke. Morgen kommt bestimmt ein neuer Tag.
Und vielleicht postet ihr dann nicht nur Fotos davon, sondern auch vom
Klebrig-Zustand davor… denn selbst das Liken eines fröhlichen Sonnenfotos
macht mehr Spaß, wenn wir zuvor das Schokobild zu Gesicht bekommen haben.
Ganz nach dem Motto: Lebe lieber unperfekt. Wir sind doch alle nur Menschen…
😉
|
Mut zum Traurigsein: Geht es eigentlich allen anderen immer besser? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mutter-vater-kind-und-jobs-wie-wir-versuchen-als-ganz-normale-familie-gleichberechtigt-zu-leben |
Ihr Lieben, Kind und Beruf stressfrei zu vereinen, das ist manchmal gar
nicht so leicht. Vor allem, wenn das Kind noch klein ist. Wie dieser
Spagattrotzdem gelingen kann, darüber haben wir – Julia und Adam Meine– nun
ein Buch verfasst, das wir selbst gern gehabt hätten, als wir Eltern wurden
und uns die Betreuung unseres Kindes gleichberechtigt aufteilen wollten:
Abenteuer Kind und Karriere: Wie berufstätige Eltern das Baby- und
Kleinkindalter gelassen erleben können.“ (Affiliate Link) Wir wollen damit
Eltern Mut machen, denn was man sich in der Therorie so einfach vorstellt,
ist ja in der Praxis dann doch manchmal eine Herausforderung.
Eltern müssen ihr Leben nicht komplett aufgeben
Natürlich ändert sich alles im Leben, wenn man ein Kind bekommt. Was wir
aber gemerkt haben, ist, dass Eltern ihr bisheriges Leben deshalb natürlich
trotzdem nicht vollständig aufgeben müssen. Julia ist Vertriebsleiterin bei
einem großen Unternehmen… und glückliche Mama. Ich bin Ingenieur… und ein
totaler Familienmensch. Ich genieße mein Vaterdasein, die Zeit mit Lukas,
gemeinsames Fußballspielen und Fahrradtouren. Unser Sohn ist mittlerweile
sechs Jahre alt und wenn man eins sagen kann, dann… dass es nie langweilig
wird mit ihm 😉
Langweilig, ja, das war es auch nicht, als Lukas noch klein war. Denn
Juliaund ich waren uns schon vor der geplanten Schwangerschafteinig, dass
keiner von uns beiden komplett aus seinem Beruf aussteigen wollte. Wir
planten, Lukas gemeinsam beim Heranwachsen zu begleiten und trotzdem weiter
unseren Jobs nachzugehen – ein Wunsch, den ja viele haben. Wir haben beide
lange studiert und uns im Berufsleben etwas aufgebaut. Das sollte nicht einer
von uns aufgeben müssen, fanden wir.
Vater uns Mutter sollten gleich viel Zeit für Kind und Karriere haben
Denn dann hätte einer von uns beiden viel mehr Zeit mit ihm verbringen
dürfen als der andere. Das wäre auch nicht gerecht. Deshalb haben wir sehr
viel miteinander gesprochen. Abgewägt, wer was möchte und versucht, eine
gemeinsame und für alle Beteiligten passende Basis zu finden. Eine Basis, die
vor allem Lukas gegenüber voller Liebe, Respekt und Verantwortung ist. Bei
der Mama und Papa gleichermaßen für ihn da sein können.
Dass dieses Vorhaben nicht immer leicht umzusetzen war, können sich wohl alle
Eltern vorstellen. Es sind auch Tränen geflossen und manchmal wussten wir
nicht, wo uns der Kopf steht. Aber wir haben es geschafft. Gemeinsam haben
wir einen guten Weg gefunden, um unser Familien- und Arbeitsleben miteinander
zu verbinden.
Und wir haben dadurch so viel gewonnen: Liebe, Zeit und Freiheit! Aus
unseren Erfahrungen haben wir mal 5+1 Tipps für berufstätige Eltern mit
Kindern im Baby- und Kleinkindalter verfasst:
1. Perfektionismus adé
Beginnen wir mit einem Geheimnis, das keines sein sollte: Die
perfektenEltern gibt es nicht. Ihr seid für euer Kind perfekt, egal ob euer
Bauchstraff, die Windel gekonnt gewickelt oder auf dem Spucktuch ein Fleck
ist.Und ihr handelt perfekt als Eltern, wenn ihr immer zum Wohle euresKindes
entscheidet. Elternschaft ist kein Wettkampf! Was macht schon einFleck auf
dem Hemd oder der Bluse? Hauptsache, ihr seid glücklich!
2. Plant euren Tag
Eltern kennen das: Heute Nachmittag ist das Fest im Kindergarten
undnatürlich hat wieder keiner an den Kuchen gedacht. Ganz ehrlich, es
istauch nicht immer leicht in dem Wust aus Terminen den Überblick zubehalten.
Vielleicht nutzt ihr einfach einen Familienplaner oder besser noch eine
Familienplaner-App, auf die ihr von überall zugreifen könnt. Tragt alle
Termine ein und vor allem: Sprecht euch ab, wer was übernimmt! So habt ihr
den Kopf frei für Familie und berufliche Verpflichtungen.
3. Home-Office
Nicht erst seit Corona ist das Arbeiten im Home-Office eine
wahreBereicherung für Eltern, vor allem, wenn sie einen langen Fahrtweghaben.
Vor allem aber könnt ihr nach eurem Rhythmus und in eurer Zeiteinteilung
arbeiten. Und wenn ihr die E-Mails erst abends beantwortet, wenn das Kind
schläft, ist das auch ok (aber bitte nur im Notfall – Feierabend ist
wichtig).
4. Pareto-Prinzip – oder 80 ist das neue 100
Es gibt Menschen, die scheinbar mühelos Familie, Partnerschaft, Beruf
undHobbys managen. Diese Menschen verwenden – bewusst oder unbewusst– oft das
Pareto-Prinzip. Was eigentlich aus dem Zeitmanagementstammt, verhilft euch zu
einem stressfreien Familienleben als berufstätigeEltern. Denn es besagt, dass
ihr mit einem Einsatz von 20 Prozent eurerZeit bereits 80 Prozent aller zu
erledigenden Aufgaben schaffen könnt,privat wie beruflich.
Ein Beispiel: Nachdem euer dreijähriges Kind im Kinderzimmer gespielt und
alle Kisten ausgekippt hat, habt ihr zwei Möglichkeiten. A.: Alle Spielzeuge
werden nach und nach zeitaufwändig in die entsprechenden Kisten sortiert. B.:
Ihr handelt nach dem ParetoPrinzip und legt die großen und gerne genutzten
Spielzeuge zurück an ihren Platz und sortiert die anderen nur grob in Kisten.
Dass dann mal ein Baustein bei den Autos landet, kann passieren. Dafür seid
ihr schneller fertig. Das Kinderzimmer sieht auf den ersten Blick wieder gut
aus. Und ihr könnt die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen und zum Beispiel
gemeinsam ein Eis essen gehen.
5. Vier-Tage-Woche
Wer träumt nicht davon, nur vier Tage in der Woche zu arbeiten? Wirhaben
unsere Arbeitswoche durch die Pareto-Regel verkürzt. Um jeweilseinen freien
Tag in der Woche zu genießen, haben wir beide unsereArbeitszeiten auf 80 %
reduziert. Obwohl wir weniger arbeiten, erledigenwir in etwa genau so viele
Aufgaben wie zuvor. Dies ist besondersinteressant, wenn sich beide
Elternteile für eine Vier-Tage-Wocheentscheiden und so das Potenzial
besonders gut ausgeschöpft werdenkann.
Und weil uns bewusst ist, dass diese Regelung leider nicht in jedem
Berufumsetzbar ist, gibt es noch einen letzten Tipp:
5. + 1 Gemeinsam seid ihr stark!
Ein Kind zu bekommen und beim Heranwachsen zu begleiten, ist ausunserer
Sicht das Schönste, das wir erlebt haben. Leider sind die damitverbundenen
Herausforderungen nicht immer leicht zu meistern. Gut,dass ihr das nicht
alleine machen müsst. Tauscht euch aus unterPartnern, Freunden, Familie.
Sucht euch Unterstützung, nehmtHilfsangebote an – das ist keine Schwäche.
Menschen leben seit Urzeitenin einer Gemeinschaft. Nutzt diese, denn nur
zusammen seid ihr stark!
Wenn ihr mögt: Weitere Tipps und Tricks, wie ihr Kind, Familie und Job
stressfrei miteinander vereinbaren könnt, erhaltet in dem neuen Buch von
Julia und Adam Meine: „Abenteuer Kind und Karriere: Wie berufstätige Eltern
das Baby- und Kleinkindalter gelassen erleben können.“ (Affiliate Link)
|
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Wie wir als ganz normale Familie
gleichberechtigt leben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muttergefuehle-wie-sich-mein-autistischer-sohn-zum-ersten-mal-verliebte |
Ihr Lieben, wie fühlt sich das an, wenn dem eigenen Kind das Herz gebrochen
wird? Wir haben eine Mama gefragt, die gern anonym bleiben würde. Hier
erzählt sie vom ersten Herzflimmern ihres Teenagers…
„Wir haben zwei Söhne und eine Tochter. Unsere Jungs sind fast drei Jahre
auseinander. Inzwischen sind sie schon 20 und 18 Jahre alt. Doch ich kann
mich noch gut erinnern, als sie das erste Mal verliebt waren. Dies war
ausgerechnet fast zur gleichen Zeit. Der „Kleine“ war 14, fast 15. Er ist
Asperger Autist und ich erkannte ihn gar nicht wieder.
Er hatte dieses Mädchen beim Football Training gesehen. Sie war eigentlich
wegen einem anderen Jungen dort, doch hatte offensichtlich Interesse an
meinem Sohn gefunden. Mein Kind lief mit einem Dauergrinsen und
Herzchen-Augen durch die Welt. Plötzlich waren Gespräche möglich, die er
sonst abblockte.
Unser Sohn hat sich verliebt
Er machte Witze mit und über seinen Bruder. Beim Abendessen beteiligte er
sich an Gesprächen, die er sonst zwar wahrnahm, sich jedoch kaum beteiligte.
Man könnte sagen, er blühte auf. Sein Kontakt zu diesem Mädchen war zunächst
ausschließlich über verschiedene soziale Medien. Jedoch kam sie häufiger zum
Training und zu dem ein oder anderen Spiel.
Mein Mann und ich bemerkten seine Veränderung und sprachen mit ihm darüber.
Er schwärmte ein bisschen von ihr und als sie zu einem Training kam, zeigte
er sie mir. Natürlich so, dass es niemand mitbekam. Ich sollte sofort sagen,
was ich von ihr hielt. Es schien ihm wichtig zu sein.
Ich erklärte ihm, dass sie ganz nett ausschaut. Aber ohne mit ihr zu
sprechen, es mir unmöglich ist, zu sagen, was ich von ihr halte. So kam es,
dass sie an einem Nachmittag zu uns kam. Unser Sohn hatte zwei Nachmittage
sein Zimmer aufgeräumt, umgestellt, die Fenster geputzt, das Bett frisch
bezogen, gesaugt und gewischt. Er war stolz wie Bolle und nervös.
Der erste Besuch des Mädchens
Als sie hereinkam, stellte sie sich kurz vor und die zwei verschwanden eine
Etage höher in seinem Zimmer. Zwei Stunden später wurde sie abgeholt. Die
zwei mochten sich nicht wirklich voneinander trennen und so kam es, dass mein
Kind nur noch mit Kopfhörern auf den Ohren herumlief, weil die zwei dauernd
via sozialer Medien telefonierten. Am Wochenende haben es die zwei geschafft,
12 Stunden online zu telefonieren, dass sie darüber eingeschlafen sind. So
wie in dieser Werbung.
Ich fand es schön, wie sehr verliebt mein Kind doch sein kann. Nachdem wir
so einiges an Erfahrung machen mussten und er so viel lernen musste, was für
andere Menschen ganz normal ist. Blickkontakt, Körperkontakt, Nähe zulassen.
Mit ihr fiel es ihm so leicht und ich hatte richtig Freude daran, es zu
beobachten. Sie war gerne bei uns gesehen, fühlte sich bei uns wohl und auch
mein Kind war gerne bei ihr.
Die Beziehung bröckelt
Irgendwann erzählte mir mein Sohn dann, dass sein Mädchen einen besten
Freund habe. Er würde diesen Jungen aber nicht als Konkurrenten sehen,
Freunde kann ja jeder haben, aber irgendwie passte da was nicht in ihre
Erzählungen.
Mein Kind beschrieb mir, welche Situationen er komisch findet und ich
erklärte ihm, wie Freundschaft und Beziehung halt auch unterschiedlich sein
können. Mein Rat war, offen mit ihr zu sprechen. Leider war hier das soziale
Netzwerk schneller. Freunde von ihr schrieben meinen Sohn an, dass sein
Mädchen ihren besten Freund geküsst habe…. Und das Schicksal nahm seinen
Lauf.
So schnell, wie die neuen Medien sind, so schnell konnte ich ihn gar nicht
auffangen. Chatverläufe, Beschimpfungen, Blockierungen, Fotos gingen hin und
her.
Liebeskummer und Enttäuschung
Irgendwann riefen uns die Eltern an, verbaten unserem Sohn den Kontakt zur
Tochter. Ich fragte, ob ich die Situation aus unserer Sicht erzählen dürfe.
Der Vater war ganz Ohr und wurde in seiner Emotionalität wieder etwas
nüchterner, konnte ich doch glaubhaft versichern, dass mein Kind nur auf die
Dinge reagiert hat, die ihm zugetragen wurden und niemals seine Freundin
derart angreifen wollte.
Ich hatte am Küchentisch ein Häufchen Elend sitzen. Er weinte, zeterte und
war von aller Welt maßlos enttäuscht. Nie mehr würde er sich verlieben. Nie
mehr würde er sein Herz verschenken. Nie mehr würde er sich trauen sich zu
öffnen. Er hatte das Gefühl, jeder trampelte auf ihm herum. Mein Mann und ich
hörten zu, hielten ihn im Arm, trockneten Tränen und verschwiegen sämtliche
klugen Ratschläge, die er eh nicht hören wollte.
Enttäuschte Liebe: Wie geht es weiter?
Seither hat er es noch ein paar Mal mit den Mädchen probiert, vorsichtig,
so gut wie möglich nichts von sich preisgebend. Die nächste hatte einen
Ex-Freund der meinem Sohn mit Freunden ständig auflauerte und drohte. Da hat
er aufgegeben und das Mädchen in die Wüste geschickt und ich habe meinem Kind
„verboten“, sich mit Mädchen einzulassen, bevor er 18 Jahre alt ist.
Zunächst war das als Scherz gemeint, doch es entwickelte sich, dass es für
meinen Sohn einfacher war, mit der Situation umzugehen. So konnte er, wenn es
nicht gleich passte, sich darauf beziehen, nicht zu dürfen und die Sache war
geritzt. Ich bin mir sicher, wenn es in der Zeit heftig gefunkt hätte, hätte
er sich auch auf das Mädchen eingelassen und ich hätte einen Kopfstand machen
können, es wäre ihm egal gewesen. Was absolut berechnet von mir war.
„Sein Mädchen ist da draußen“, ist sich die Mama sicher
Inzwischen ist er 18. An seinem Geburtstag ist er offiziell einer
Singlebörse beigetreten. Auch hier hat er sich mit einigen „Matches“
getroffen. Doch das ist nix für ihn. So erklärte er mir. Er möchte nicht mehr
suchen, konzentriert sich auf seine Ausbildung und meint, dass SEIN Mädchen erst
noch gebacken werden muss. Es mangelt ihm nicht an Interessierten, er will
einfach nicht, sagt er.
Als Mama sage ich: sein Mädchen läuft da draußen herum. Er wird sie finden,
wenn es aufgehört hat nach ihr zu suchen. Ich freue mich darauf, ihn wieder
mit Dauergrinsen und Herzchen-Augen zu sehen.“
Mögt ihr auch noch die Liebesgeschichte ihres zweiten Sohnes lesen? Dann
schreibt uns in den Kommentaren und wir setzen uns ran…
|
Muttergefühle: "Wie sich mein autistischer Sohn zum ersten Mal
verliebte" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/mutterschaft-ist-nicht-gleich-mutterschaft-ich-wuenschte-meine-kinder-wuerden-nicht-immerzu-streiten |
Ich heiße Judith, bin 37 Jahre alt und habe drei Kinder (3, 7, 9 Jahre
alt). Meine Kinder sind toll. Lustig, klug, lieb und emphatisch – wenn sie
jeweils mit mir alleine sind. Sobald aber ein Geschwisterkind dazu kommt,
verändert sich die Dynamik komplett. Sie streiten sich jeden Tag, nutzen jede
Chance, den anderen zu ärgern. Sie vergleichen sich nonstop und gönnen sich
nicht die Butter auf dem Brot. Und das macht unser Familienleben verdammt
anstrengend.
Meine Hauptaufgabe ist es, die Emotionen der Kinder abzufangen und
irgendwie umzuleiten. Ich stehe den ganzen Tag unter Spannung, immer in
Angst, dass gleich der nächste Konflikt anfängt. Wie ein lauerndes Tier, das
der Ruhe nicht traut, weil es weiß, dass es gleich wieder rund geht.
Unser Leben könnte so schön sein – ohne Geschwisterstreit
Ich erkläre, beschwichtige, versuche den Kindern klar zu machen, dass
dieser ganze Zoff nichts bringt, außer schlechte Laune. Dass unser aller
Leben so viel schöner sein könnte, wenn sie freundlicher zueinander wären.
Diese Gespräche bringen… nichts. Rein gar nichts. Jeden Tag aufs Neue hoffe
ich, dass mein Gerede fruchtet. Und jeden Tag aufs Neue zeigen die Kinder
mir, dass meine Hoffnung – zumindest kurzfristig – umsonst war. Ich frage
mich oft: Was haben wir falsch gemacht? Warum gehen die Kinder so miteinander
um?
Am Wochenende sind mein Mann und ich ständig damit beschäftigt, die Kinder
voneinander zu trennen. Wir unternehmen mit jedem Kind einzeln etwas, damit
die Reibereien gar nicht erst entstehen. Doch jede Mahlzeit wird zur
Belastungsprobe. „Was schaust du so blöd?“, ruft der eine und tritt den
anderen unter dem Tisch. Und schon gehts wieder los…
Der doofe Vergleich: Die Kinder meiner Freundin streiten nie
Wenn ich meine Freundin, die auch drei Kinder hat (die sich immer wunderbar
verstehen), frage, wie ihr Wochenende war, sagt sie: „Toll, die Kinder haben
bis 14 Uhr so schön im Schlafanzug gespielt.“ Wenn ihre Kinder zur gleichen
Zeit ein Hörspiel hören wollen, einigen sie sich auf ein gemeinsames. Sie
reißen sich nicht einfach das Buch aus der Hand, sondern fragen: „Kann ich
das Buch haben, wenn du fertig bist?“ Sie boxen sich nicht darum, wer wo im
Auto sitzen darf. Meine Freundin kennt dieses Gefühl im Magen nicht, wenn der
nächste Geschwisterzoff anschwillt.
Mutterschaft ist nicht gleich Mutterschaft: Von unterschiedlichen
Herausforderungen
Warum ich das erzähle? Weil ich dadurch gemerkt habe, dass Mutterschaft
nicht gleich Mutterschaft ist. Eltern, deren Kinder sich nie oder nur kaum
streiten, können nicht verstehen, wie mürbe das macht. Wie müdemachend und
enttäuschend die Tage sein können. Sie verstehen die Verzweiflung nicht, die
ich spüre, weil der Streit sowas von dämlich ist. Und weil er schon morgens
mit dem Aufwachen beginnt und erst mit dem Schlafen endet.
Meine Freundin kann am Sonntagvormittag in Ruhe Kaffee trinken und Zeitung
lesen. Wir müssen um neun Uhr mit den Kindern raus, weil sie uns sonst die
Bude auseinandernehmen. Meine Freundin sagt: „Schade, dass das Wochenende
schon vorbei ist“, ich denke nur: „Zum Glück ist heute wieder Schule!“
Und wenn Mutterschaft nicht gleich Mutterschaft ist, heißt das auch, dass
nicht jede Mutter gleich viel schaffen kann. Meine Freundin schafft es
vielleicht, nach einem herrlich entspannten Sonntagmorgen die ganze Wäsche
wegzubügeln, während ich am Sonntagabend völlig fertig vor dem TV einschlafe.
Urlaub = Streiten an einem anderen Ort
Und wenn meine Freundin den gemeinsamen Familien-Urlaub genießt, bin ich
vielleicht nur froh, wenn der Alltag wieder anfängt, weil Urlaub für uns
„Streiten an einem anderen Ort“ bedeutet.
Mutterschaft ist nicht gleich Mutterschaft. In jeder Familie gibt es andere
Hürden, andere Minenfelder. Aber: In manchen Familien gibt es ganz generell
weniger Minenfelder. In manchen Familien läuft der Alltag einfach
geschmeidiger. In manchen Familien ist einfach mehr Harmonie. Ich würde
lügen, wenn ich mir das nicht auch wünschen würde. Ich würde lügen, wenn ich
behaupten würde, dass ich darauf vorbereitet gewesen wäre…
Jetzt interessiert mich: Kennt Ihr diese Gefühle? Und wie schafft Ihr es,
die Nerven zu behalten? Ich danke Euch für den Austausch!
Zum Weiterlesen…. Nicola Schmidt: Warum streiten Geschwister so viel und
wie können sie zu einem Team werden?
|
Geschwisterstreit: Ich wünschte, meine Kinder würden nicht immerzu
streiten. | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/muttersein-bedeutet-loslassen |
Liebe Lisa, hach, ich bin
immer noch ganz glücklich über einen tollen Konzertabend bei Fanta 4. War das
cool! Mein Mann und ich haben getanzt, Flaschenbier getrunken und uns
kurzzeitig gefühlt wie mit 16. Ein wunderbarer Abend. Als wir dann wieder zu
Hause waren, ging mir der NIDO-Artikel durch den Kopf, in dem stand, dass 30
Prozent aller Eltern überhaupt nicht mehr zu zweit ausgehen. Diese Zahl macht
mich wirklich nachdenklich. Wieso fällt es so vielen Eltern schwer, sich Zeit
für einander zu nehmen, mal wieder Paar zu sein?
Ich erinnere mich an meinen Rückbildungskurs mit meiner großen Tochter. Da
sagte die Kursleiterin in die Runde: „Bildet Euch nicht ein, Ihr wärt der
Sonnenkönig. Eure Kinder werden auch überleben, wenn Ihr Euch mal einen
Babysitter nehmt. Gönnt Euch ab und zu ne Pause.“ Dieser Spruch – auch wenn
er nur so dahin gesagt war – hat mich schon damals ins Nachdenken gebracht.
Zu dieser Zeit konnte ich mir kaum vorstellen, dass irgendwer außer mir
jemals auf mein Baby aufpassen könnte. Aber ganz tief in meinem Herzen wusste
ich, dass Muttersein auch Loslassen bedeutet. Und umso früher ich Menschen
finde, denen ich vertraue, desto leichter würde ich loslassen können.
Aber wie sieht der perfekte Babysitter aus? Er sollte in einem früheren Leben
möglichst Notarzt gewesen sein, außerdem sollte er/sie gerne singen und
basteln, spazieren gehen, sich in Erziehungsfragen auskennen, ausgewogen
kochen, die Kinder niemals fernsehen lassen. Das ist natürlich Quatsch. Am
Allerallerwichtigsten ist, dass er/sie lieb ist, liebevoll mit den Kindern
umgeht und dass man von der ersten Sekunde an ein gutes Bauchgefühl
hat.
Wir hatten das Glück, so einen einen Babysitter-Engel zu finden. Trotzdem
waren die ersten Male (ich gebe es ja zu) nicht entspannt, wenn wir
ausgegangen sind. Teilweise rannte ich die letzten Meter nach Hause, weil ich
einfach nur noch zu meinem Baby wollte. Oder ich hatte mitten im Restaurant
Schweißausbrüche, weil ich dachte, die Babysitterin könnte womöglich doch
eine international gesuchte Irre sein, die mir mein Baby klauen will. Was
natürlich auch alles Quatsch war.
Also sind wir regelmäßig ausgegangen und es wurde von Mal zu Mal leichter.
Manchmal musste ich mich regelrecht zwingen, weil ich mir einredete, auf dem
Sofa sei es genau so schön und da hätte ich das Baby wenigstens im Blick. Uns
hat bestimmt geholfen, dass wir zu der Zeit noch eine Menge kinderloser
Freunde hatten, bei denen wir oft zum Abendessen eingeladen waren und denen
ich zeigen wollte, dass man trotz Kindern noch ausgehen kann. Und jedes Mal,
wenn wir wieder nach Hause kamen, war ich froh, dass ich meinen Hintern vom
Sofa gekriegt hatte. Denn ein Abend nur unter Erwachsenen tut Hirn und Herz
wirklich gut.
Als das zweite Kind geboren wurde, hatte ich wieder Bedenken. Was, wenn
eins aufwacht und das andere weckt? Kann die Babysitterin zwei Kinder
beruhigen? . Nur vier Wochen nach der Geburt meines Sohnes hatten wir Hochzeitstag
und ich habe mich abermals dazu gezwungen, diesen besonderen Tag nicht
einfach ausfallen zu lassen. Wir sind in ein Restaurant nicht weit von der
Wohnung entfernt gegangen und ich habe sehr sehr oft auf mein Handy geguckt –
und trotzdem war es ganz anders, als sich zu Hause bei Kerzenschein einen
schönen Abend zu machen.
Mit dem Umzug in einen anderen Kiez verloren wir unseren Babysitter-Engel.
Also habe ich mich erneut auf die Suche gemacht. Glücklicherweise wohnen hier
um die Ecke zwei Teenager, die sich um Babysitter-Jobs reißen. Die eine hat
sogar einen Babysitter-Führerschein beim Jugendamt gemacht. Also haben wir es
wieder gewagt. Und es klappt ganz ganz toll. Auch, weil ich mir immer wieder
sage: Wenn irgendwas ist, bin ich in spätestens 25 Minuten zu Hause.
Mein Mann und ich haben uns fest vorgenommen, mindestens einmal im Monat
etwas allein zu machen (besser alle 14 Tage). Ich gestehe, ich genieße es,
essen zu gehen, ohne, dass ich darauf achten muss, ob jemand den Brotkorb
runter reißt oder ein Glas umwirft. Ohne dass jemand auf Toilette muss,
sobald mein Essen vor mir steht. Dass wir in Ruhe reden können. Dafür
investiere ich gerne ein paar Euro, die ich eben an anderer Stelle
spare.
Aber vor allem merke ich, dass dieses Alleine-Ausgehen eine wichtige
Lektion für mich als Mutter ist. Dass ich übe, loszulassen. Dass ich für
meine Kinder auch andere Vertrauenspersonen schaffe. Dass ich mir klar mache,
dass nicht nur die Kinder Pflege brauchen sondern auch meine Ehe.
Passend dazu erschien gerade auf Spiegel Online dieser Artikel.
So, Lisa, und jetzt möchte ich natürlich gerne wissen: Wann warst Du das
letzte Mal mit Deinem Mann alleine aus?
P.S. Ich sehe gerade: Lisa war ohne Kinder mit ihrem Mann in London. Hier
schreibt sie darüber.
|
Muttersein bedeutet Loslassen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/na-kriegst-du-deine-tage-oder-was-nataly-bleuel-erklaert-warum-die-hormone-eben-nicht-alles-schuld-sind |
Ihr Lieben, wie wenig wir über uns und unsere Körper wissen, fällt mir
nicht nur bei den Bio-Hausaufgaben meiner Teenies auf. Auch Journalistin
Nataly Bleuel wollte mehr über sich als Frau und über Hormone erfahren, die
doch immer wieder gerade mit uns und unseren Launen in Verbindung gebracht
werden.
Klingt erstmal fad in deinen Ohren? Dann lest mal, wie Nataly Bleuel dazu
schreibt – und vor allem WAS. Ihr Buch Das sind die Hormone. Wie sie uns
durchs Leben dirigieren, wie sie Stimmung machen und wie wir damit umgehen
(Affiliate Link) kann ich euch nur von Herzen empfehlen. Das Interview hier
ist aber auch schon mal ziemlich toll…
as sind die Hormone. Wie sie uns
durchs Leben dirigieren, wie sie Stimmung machen und wie wir damit umgehen.
(Affiliate Link)
„Na, du hast wohl mal wieder deine Tage, oder?“ Ich weiß nicht, wie oft ich
diesen Spruch gehört hab, wenn ich mal etwas launischer war als sonst. Frau
Bleuel, können wir wirklich jede unserer Launen guten Gewissens auf unsere
Hormone schieben?
Natay Bleuel:
Nee, die armen Hormone sind nicht an allem schuld. Sie sind
biochemische
Botenstoffe, also übermitteln sie Informationen wie beispielsweise: Mein
Körper
ist grad mit sich beschäftigt, das fordert Energie, also schone mich grad
mal
bisschen mit all den Anforderungen, die ein Alltag als berufstätige Mutter
mit
sich bringt: BIN IM STRESS!
Aber nicht
(nur), weil grad die Biochemie die Kontrolle übernommen hat, über mein
Fühlen,
Denken und Handeln. Als wär ich eine Maschine. Oder eine Monade. Nee, ich
bin
ein Mensch.
In einer
Umwelt, die seine hormonellen Stimmungen und prickelnde wie schlechte
Launen
mitbeeinflussen kann (Stress, Wonnemonat Mai). Und im Körper drin hab
ich
außerdem noch Nerven, ein Immunsystem, Herz, Bauch, Organe und, hey,
einen
Verstand! Der auch ein bisschen auf Launen einwirken kann. Das Gleiche
betrifft
übrigens auch Männer. Die sind auch nicht nur schwanz-, äh,
testosterongesteuert.
Was meinen
Sie, warum wir so wenig über diese kleinen Viecher namens Hormone
wissen?
Hormone sind
Chemie, da hatte ich in der Schule auch schon eine 5. Leider. Denn erst mit
50
hab ich mich zu trauen gefragt: Wie kann es sein, dass Chemie meine
Gefühle
macht? Kann das wahr sein? Ist es wirklich so?
Das
Hormonsystem ist total komplex und sensibel. Es gibt an die 1000 Hormone,
von
denen selbst Endokrinolog*innen längst nicht alles wissen. Und es zu
erklären,
beispielsweise Leuten wie mir, ist ja auch schon meinen Chemielehrern
nicht
geglückt. Das ist aber eigentlich ein Skandal. Denn es geht hier um
unseren
Körper und um unser Leben und um Klischées, die immer wieder mit
angeblichen
hormonellen Unterschieden begründet werden: Frauen sind so, Männer so.
Und ‚die’
Hormone steuern das angeblich alles, nebenbei noch andere wesentliche
Dinge
wie: Lust, Kinderkriegen, Altern, Scheißstimmungen, Unlust oder Krankheiten
wie
Diabetes, Depressionen, Endometriose, Schilddrüsenunterfunktionen, Demenz
und
viele schreckliche und schöne Dinge mehr. Da wüsste man doch mal gern
genauer,
was stimmt. Und was die Forschung so weiß und behauptet. Und dann merkt
man:
erschreckend wenig – und einiges ist auch noch falsch.
Nun kennen
wir als Frauen ja wirklich zum Teil heftigste prämenstruelle
Ausnahmezustände.
Ich könnte ein paar Tage vor der Regel zum Teil die Wände hochgehen, zum
Teil
falle ich aber auch in ein ziemlich depressiv wirkendes dunkles Loch.
Und
OBWOHL ich weiß, dass das hormonell bedingt sein müsste, kann ich mich
nicht
dagegen wehren. Wieso lassen uns die Hormone so irrational werden?
Genau das
war, als ich anfing mit meinen Recherchen, eine meiner beiden
dringlichsten
Fragen: 1. (Wie) kann Chemie Gefühle machen? 2. Warum lande ich immer
wieder in
dieser furchtbar paradoxen Situation: Ich bin total gereizt, aber wehe,
jemand
sagt: Hast wohl deine Tage?
Das macht
mich dann extrem wütend, a) weil ich nicht reduziert werden will auf
ein
deterministisches Phänomen wie ‚hysterische Zicke, die gerade ihre Tage
hat‘;
weil b) das gerade total ernst ist: Ich bin am Anschlag, ich bin
todtraurig,
ich bin schwach. Nimm mich ernst! Mach dich nicht über mich lustig!
Stempel
mich nicht als tierischen Trottel ab!
Und dann –
es ist ein paradoxer Irrsinn –, wenn es vorbei ist, am Tag danach, schlag
ich
mir selbst an die Stirn und sag mir: Ach so, war ja nur das PMS, der
Milcheinschuss, die Wechseljahresgereiztheit, der Testosteronüberschuss,
das
Pubertier!
Jetzt, nach
den Recherchen würde ich provokant sagen: Es ist gar nicht so irrational.
Es
ist auch manchmal folgerichtig. Weil das Leben manchmal zum Wändehochgehen
und
zum Heulen oder Überschnappen ist. Und ich persönlich finde, das kann
ruhig
auch mal zum Ausdruck gebracht werden, das ist Punk. Sind aber nicht all
die
vielen Frauen und Männer, mit denen ich für das Buch gesprochen habe,
meiner
Meinung.
© Julia Sellmann
Nun lebe ich hier mit drei pubertierenden Kindern äh Jugendlichen in einem
Haushalt (man muss ja in ihrer Hormonlage sehr vorsichtig sein mit dem, was
man über sie sagt), wie genau schafft der Körper es denn, genau pünktlich im
Jugendalter die Pubertät vorbeizuschicken?
Flapsig
gesagt, der Körper ist ja nicht dumm, nein, er ist sogar oft sehr viel
schlauer
als wir, und irgendwann möcht er halt mal Lust haben, Sex und vielleicht
sogar
Nachwuchs und von den Jugendlichen in meinem Umfeld weiß ich, dass man
äußerst
gespannt auf Busen, Behaarung und die ersten Bacio („Bussi“) hoffen kann.
Und dann
kommt, zack, ein hormoneller Startschuss in die Pubertät: Es ist der
Moment, ab
dem die Hormonkaskade zu sprudeln beginnt und dafür verantwortlich ist,
das
sagen einige Endokrinolog*innen, ein Eiweiß-Hormon mit dem hübschen Namen
Kisspeptin.
Der Mensch wird, so kann man es umschreiben, quasi vom Hormon geküsst in
die
Geschlechtsreife hineingeschubst. Wie genau das geht, braucht etwas mehr
Platz
und deshalb steht es im Buch.
Gleichzeitig
wird mir Angst gemacht: Wenn erstmal die Wechseljahre bei dir einsetzen,
dann
hast du keine Lust mehr auf Sex, wirst unten trocken wie Sand usw. – was
können
Sie uns in solchen Momenten als Expertin Schlagfertiges an die Hand
geben?
Oh oh oh, so
ein Schmarrn. Da müsste ich jetzt echt ausholen, denn über die
Wechseljahre
lässt sich sehr viel sagen, sehr viel Überraschendes, Unterschiedliches
und
total Gegensätzliches, daher: Buch!
Eins nur: Ich habe von vielen Frauen gehört, dass sie nie zuvor so tollen
Sex hatten und auch ich persönlich war selten so ausgelassen und gechillt mit
meinem Körper und meinem Leben wie in diesem Alter. Obwohl ich nicht zu den
etwa fünf Prozent Frauen gehöre, die die Wechseljahre gar nicht zu spüren
bekommen.
Ein Drittel,
sagt die Gynäkologin und Vorsitzende der Menopausen-Gesellschaft
Kathrin
Schaudig, hätten kaum Symptome, ein Drittel so, dass sie damit leben
können,
und nur ein Drittel litten so darunter, dass sie etwas dagegen tun wollen
(und
können).
Zu den
Wechseljahren wie zu anderen hormonellen Phasen versuche ich, eine
eigene
Haltung zu bewahren: Sie gehören zu mir, lassen mich lernen, reifen und
altern –
und das ist gut so! Jetzt kommen vielleicht noch mal 30 Jahre, mit denen
ich,
so lebenserfahren, souverän und weise, wie man da nun mal sein kann, was
Cooles
anfangen kann: Freiheit, die ich mir nehme!
Heißt: Es
ist auch meine Einstellung zum Leben, die es schön und gut machen kann.
Quasi
kurz vor der Erleuchtung.
Was hat Sie
selbst bei der Recherche zu diesem Buch am meisten überrascht?
Dass der
menschliche Körper ein derart euphorisierendes Wunder ist! Dass man von
der
Wissenschaft so viel lernen kann, zum Beispiel auch, dass ihre Hypothesen
und
Studien – sehr viel öfter als wir sie nachplappern – gar nicht haltbar
sind;
beispielsweise haben auch Frauen Testosteron und auch Männer Östrogen.
Und dass es
unglaublich tolle neue Forschungsrichtungen gibt wie die ‚soziale
Neuroendokrinologie‘, die den Menschen als Ganzes sieht, mit Körper, Geist
und
Umwelt, und damit quasi ganzheitlich denkt. Für philosophisch
angehauchte
Soziologinnen wie mich eine Revolution.
Vor allem
anderen aber: die Gespräche mit den Frauen (und Männern), die ja die
Grundlage
des Buches sind. Die Menschen können so schlau und daher schön sein. Und
bei
diesem Thema hat mich das überwältigt: Wirf den Begriff HORMONE in eine
Runde,
vor allem von Frauen, und es geht sofort aufs Ganze.
Wer bin ich?
Wie fühle ich? Was denken die anderen über mich? Wie soll ich sein? Und wie
und
was und wann will ich’s eigentlich selbst? Über Hormone lassen sich nicht
nur
Menschen, sondern ganze Kulturen und Gesellschaften hinterfragen.
|
Hormone: Nataly Bleuel erklärt wie sie unsere Körper steuern |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nach-12-jahren-kinderlosigkeit-wurden-wir-durch-eine-adoption-endlich-eltern |
Liebe Katrin, erzähl doch
mal, wer zu Deiner Familie gehört.
Zu unsere Familie gehören aktuell, außer mir selbst (37 Jahre alt): mein
Mann Denis (46 Jahre alt), unser kleiner Sohn Aaron (18 Monate alt) und nicht
zu vergessen unser Familienkater Bernhard (10 Jahre).
Aaron ist adoptiert. Kannst Du erzählen, warum Ihr keine leiblichen Kinder
habt?
Wir haben 2004 beschlossen, ein Kind zu bekommen. Nach 2 Jahren Übung waren
wir leider immer noch nicht Eltern, also suchten wir medizinische Hilfe.
Dabei stellte sich heraus, dass ich eine Hormonstörung habe und mein Mann an
Azoospermie leidet. Für uns kam damit nur eine ICSI in Frage, die erste
ließen wir im März 2007 durchführen. Es folgten im Lauf der nächsten 7 Jahre
noch 4 weitere ICSI und diverse Kryo-Versuche, die, bis auf eine sehr frühe
Fehlgeburt, ohne Ergebnis blieben.
Wann hattet Ihr das erste Mal den Gedanken an eine Adoption?
Mein Mann hatte den Gedanken schon gleich nach unseren Diagnosen, ich
selbst war damals ja erst 26 Jahre alt und konnte mich damit überhaupt nicht
anfreunden, solange die Ärzte uns Hoffnung auf ein leibliches Kind machten.
Erst als Bekannte von uns Anfang 2015 adoptierten, kam das Thema wieder auf.
Und zu dem Zeitpunkt war ich dann auch bereit, zumindest darüber nachzudenken
und mich näher zu informieren.
Hattet Ihr auch Bedenken? Und wenn ja welche?
Ich hatte jede Menge Bedenken. Was ist, wenn das Adoptivkind mit 16 total
schrecklich ist? Werde ich dann denken: Wenn es mein eigenes wäre, wäre es
total anders?! Und auch das Verfahren hat uns Angst gemacht. Man muss sich
schon ziemlich „nackig“ machen vor dem Jugendamt.
Wie seid Ihr dann vorgegangen und wie lange hat das Prozedere
gedauert?
Der erste Schritt war ein persönlicher Termin bei der
Adoptionsvermittlungsstelle unseres Landratsamtes Anfang April 2015. Die
zuständige Bearbeiterin war uns beiden auch wirklich auf Anhieb sympathisch,
hat alles ganz wunderbar erklärt, was auf uns zukommen wird und uns nach 2
Stunden Gespräch erst einmal wieder nach Hause geschickt, mit der Aufgabe
alles sacken zu lassen und eine Nacht darüber zu schlafen.
Am nächsten Tag waren wir sicher, diesen Weg gehen zu wollen und haben
unseren Antrag angefordert. Um den Antrag in Gänze auszufüllen, haben wir
etwa 6 Monate benötigt. Keine Angst, so lange brauchen nicht alle – ich habe
im Juli 2015 einen neuen Job begonnen, da lag das Projekt Adoption ein wenig
auf Eis. Zum Antrag gehörten Fragen zu unseren Lebensumständen, unserer
finanziellen und familiären Situation, wir mussten Meldebescheinigungen, ein
erweitertes Führungszeugnis und ein ärztliches Attest einreichen, in dem uns
bescheinigt wird, dass wir keine lebensverkürzenden oder psychischen
Krankheiten haben, die uns in der Erziehung eines Kindes beeinträchtigen.
Außerdem wird von jedem Partner ein handgeschriebener Lebensbericht (von
Geburt bis jetzt) erwartet, sowie ein gemeinsamer Lebensbericht ab dem Start
der Beziehung.
Im Oktober 2015 besuchte uns unsere Adoptionsvermittlerin zu Hause um unser
Wohnumfeld kennenzulernen und lud uns bei der Gelegenheit zu 4 Seminaren im
Rahmen des Bewerbungsverfahrens ein. Nach Abschluss der Seminare (Mitte April
2016), die sich um ungewollte Kinderlosigkeit, Bindung und Wurzelsuche
drehten und uns gut auf alles kommende vorbereitet haben, sollte Mitte Juni
2016 unser Abschlussgespräch im Adoptivbewerberprozess stattfinden. Im Rahmen
des Abschlussgespräches wird noch einmal über das Bewerbungsverfahren
gesprochen, ob man bei seiner Entscheidung bleibt, vielleicht nicht nur
Adoptiv-, sondern Pflegeeltern werden möchte. Im Anschluss erfolgt eine
abschließende Prüfung durch das Jugendamt und der Prozess endet mit der
Zuteilung einer Bewerbernummer, mit der man auf der Warteliste geführt
wird.
Wie und wann war der Moment, als Ihr erfahren habt, dass Ihr Eltern
werdet?
Unfassbar aufwühlend. Denn so früh (Ende April 2016) hatten wir nicht mit
einer positiven Nachricht gerechnet. Ursprünglich hieß es, dass das
Adoptionsbewerbungsverfahren etwa 2 Jahre in Anspruch nimmt und man dann auf
der Warteliste ist und es keine Garantie dafür gibt, wie lange es dauert, bis
ein Kind Eltern sucht.
Wir waren also völlig überrascht, als 2 Wochen nach unserem letzten Seminar
ein Anruf vom Jugendamt kam (Freitag). Ich habe in meiner Mittagspause
zurückgerufen, weil ich dachte, wir bräuchten noch Unterlagen für das
Abschlussgespräch oder es würde noch irgendetwas für den Antrag fehlen. Doch
am anderen Ende der Leitung hieß es plötzlich: „Ich weiß, es ist sehr
ungewöhnlich und schnell, aber am 02. Juni kommt ein Kind zur Welt, das zu
Ihnen passen würde.“
Mir zittern jetzt noch die Hände, wenn ich das schreibe. Ich bekam ein paar
Informationen zur abgebenden Mama und dass es ein Junge wird und sollte mit
meinem Mann übers Wochenende nachdenken, ob wir dieses Baby aufnehmen wollen.
Wenn wir uns dafür entscheiden, würde uns die abgebende Mama gern kennenlernen
um ihrerseits zu entscheiden, ob wir passen würden. Gleich nach dem Auflegen
rief ich völlig aufgewühlt Denis an und erwischte ihn auch in der
Mittagspause beim Einkaufen. Ich glaube, er musste seinen Kollegen bezahlen
lassen, weil er auch total überwältigt war. Wir wussten aber sofort:
Natürlich wollten wir dieses Baby!!! Also riefen wir montags auf dem
Jugendamt an und sagten zu. 11 Tage nach dem Anruf trafen wir uns auf dem
Jugendamt mit unserer abgebenden Mama. Am nächsten Tag (Freitag der 13.)
erhielten wir den erlösenden Anruf: „Ihr dürft Euch jetzt 3 Wochen schwanger
fühlen!“
Wie und wo habt Ihr Euer Kind das erste Mal gesehen?
Am 3. Juni wurde unser Sohn um 14:59 Uhr per Kaiserschnitt geboren. Wir
erhielten den Anruf um 18:30 Uhr und sind sofort losgefahren, 100 km bis in
die Geburtsklinik. Dort trafen wir unsere Bearbeiterin vom Jugendamt und die
zuständige Kollegin aus der Stadt, in der Aaron zur Welt kam. Um 20 Uhr haben
wir ihn das erste Mal auf der Neointensiv besuchen können und in den Arm
nehmen dürfen. Ein perfekter Moment. Die Welt stand ganz kurz still für uns.
Nach 12 Jahren KiWu war es nun endlich geschafft – wir waren eine
Familie.
Wer sich über die zeitliche Differenz wundert: nach dem KS musste erst gewartet
werden, bis die Mama aus der Narkose erwacht war, um zu fragen, ob sie bei
ihrer Entscheidung, ihr Kind zur Adoption frei zu geben, bleiben möchte. Erst
nach ihrem O.K. wurden wir informiert.
Was wisst Ihr über Aarons Ursprungsfamilie?
Wie oben schon beschrieben, haben wir im Vorfeld schon Kontakt zur
abgebenden Mama gehabt, den abgebenden Papa haben wir nur kurz im KH zu
Gesicht bekommen. Wir wissen, dass es bei beiden eine Suchtproblematik gab
bzw. gibt, da unser Sohn einen Entzug nach der Geburt durchlebt hat.
Im Vorfeld war klar, dass die Mama ihr Leben nicht wirklich im Griff hat,
das hat sie uns gegenüber auch so erklärt. Sie hat selbst als Kind zeitweise
im Kinderheim gelebt, weil ihre Mutter erkrankt war und wollte das für ihr
Kind nicht. Sie wirkte in unserem Gespräch sehr klar und reflektiert und ich
habe den allerhöchsten Respekt vor ihrer Entscheidung Aaron abzugeben. Als
Mama hat sie wirklich im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht, für ihr Kind
das Beste zu tun. Und das verdient unsere Hochachtung.
Wir haben eine Regelung getroffen für künftige Kontakte: wir schreiben
gegen Weihnachten einen Brief, sie antwortet und im Sommer treffen wir uns.
Das Alles wird allerdings vom Jugendamt begleitet.
Wie war das Gefühl, als Ihr Aaron mit nach Hause genommen habt?
Er hat 11 Tage auf der Neointensiv verbracht und wir haben ihn jeden Tag
dort besucht. Ich konnte nicht dort bleiben, es gibt nur ein
Familienzimmer, das natürlich stillenden Müttern vorbehalten ist. Also war
das nach Hause kommen einerseits sehr aufregend und andererseits wirklich
lang ersehnt, nachdem wir jeden Tag knapp 3 Stunden Fahrt hinter uns hatten.
Und dann war alles total tiefenentspannt. So wie in der Klinik schon. Er
schlief, er futterte, wir kuschelten ganz viel und waren einfach glücklich
miteinander.
Wie ging es danach weiter? War das Adoptionsverfahren schon
abgeschlossen?
Die ersten 8 Wochen mussten wir noch ein bißchen bangen, ob die abgebenden
Eltern wirklich den Notartermin wahrnehmen und von ihrer Elternschaft
‚abtreten‘. Nach 10 Wochen war es dann soweit, Aaron bekam einen amtlich
bestellten Vormund und sie besuchte uns regelmäßig bis zu unserem Notartermin
im März 2017, bei dem wir notariell beglaubigen ließen, dass wir Aaron an
Kindestatt annehmen wollen. Im Juli 2017 mussten wir 3 zum zuständigen
Familiengericht und dort wurde entschieden, dass das Adoptionsverfahren
abgeschlossen ist, Aaron jetzt unseren Nachnamen tragen darf und eine neue
Geburtsurkunde bekommt, in der wir als seine Eltern eingetragen sind.
Was hättest Du nie so vermutet, bevor Du Mutter wurdest?
Dass ein Kind tatsächlich alles verändert. Die Welt dreht sich nur noch um
den kleinen Zwerg, der Garten, das Haus – egal, wenn es unordentlich und
ungeputzt aussieht, Hauptsache der Mini ist glücklich und zufrieden.
Wie waren die Reaktionen aus dem Umfeld auf die Adoption?
Durchweg positiv. Da wir sehr offen mit unserem Kinderwunsch umgegangen
sind, hat sich wirklich jeder im Umfeld mit uns gefreut. Alle waren sehr
überrascht, denn wir hatten von den Adoptionsplänen nur ganz engen Freunden
erzählt, damit wir nicht ständig gefragt werden, wann wir endlich dran sind.
Und überwältigend, wie viele Glückwünsche und Geschenke von Freunden,
Bekannten, Nachbarn und Kollegen uns erreichten. Das rührt mich heute
noch.
Was möchtest Du anderen ungewollt kinderlosen Paaren sagen, die über eine
Adoption nachdenken und nicht wissen, ob das was für sie ist.
Hört auf Euer Bauchgefühl. Und informiert Euch am besten nicht nur im
Internet, sondern wirklich vor Ort bei Eurem zuständigen Jugendamt. Nehmt
Euch Zeit für diese Entscheidung und trefft sie nicht leichtfertig, aber habt
auch keine Angst. Es ist nur halb so schlimm, wie ich am Anfang dachte und
das Ergebnis entschädigt für all die Hürden die man überwinden muss.
Wie hat sich Euer Leben verändert, seit Euer Sohn bei Euch ist?
Wir sind eine Familie geworden. Das ist die wichtigste Änderung. Bald geht
unser Sohnemann in den Kindergarten, das wird auch nochmal viel verändern,
bisher waren wir 18 Monate zusammen zu Hause und haben die Zeit genossen. Er
kann laufen und fängt inzwischen an, alles nachzubrabbeln, liebt Traktoren,
Bagger, Laster, alles was groß ist und Krach macht. Die Prioritäten
verschieben sich eben, wenn man Eltern wird. Aber das kennt Ihr doch sicher
alle.
Wie und wann werdet Ihr Aaron sagen, dass Ihr nicht die leiblichen Eltern
seid?
So früh wie möglich. Das haben wir auch in den Seminaren so gelernt. Wenn
man kein großes Geheimnis darum macht, können die Kids es für gewöhnlich
besser verarbeiten. Bestes Beispiel ist mein Neffe (bei Aarons Geburt 5 3/4
Jahre alt und 6 Wochen vorher nochmal großer Bruder geworden): am 4.6. waren
wir schnell bei meinem Bruder, bevor wir ins KH fahren wollten. Er fragte
ganz aufgeregt, wo denn mein Baby sei. „Im KH, dein Brüderchen musste doch
auch noch ein paar Tage im KH bleiben.“ Nächste Frage: „Aber du warst doch
gar nicht schwanger?!“ Schlaues Kerlchen…
Ich habe ihm dann erklärt, dass eine andere Frau Aaron geboren hat, sich
aber nicht um ihn kümmern kann und ihm eine andere Familie gesucht hat, die
ihn aufnehmen kann. Und dass wir Aaron genauso lieb haben und er genauso zur
Familie gehört, wie sein neues kleines Brüderchen. Und am Sonntag, als meine
Eltern aus dem Urlaub kamen, ist er ganz aufgeregt zu meiner Mama geflitzt:
„Oma, Katrin hat ein Baby bekommen, das hat aber eine andere Frau geboren.
Und wir haben Aaron genauso lieb wie meinen kleinen Bruder!“ Er hat
bisher noch nicht wieder nachgefragt. Ähnlich werden wir es mit Aaron
halten.
Foto: http://www.photolo.de
|
Kinderwunsch: Nach 12 Jahren wurden wir durch Adoption endlich Eltern |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nach-fruchtwasserembolie-mit-amputationen-ich-wollte-unbedingt-eine-mutter-fuer-meine-kinder-sein |
Ihr Lieben, mein Name ist Andrea, ich bin 41 Jahre alt, meine große Tochter
ist acht und die „Kleine“ wird am Sonntag fünf. Mein Mann und ich sind immer
noch glücklich verheiratet.
Wenn mich jemand fragt, was ich mir wünschen würde, fällt mir immer zuerst
ein, dass ich gerne meine Hände und Füße wieder hätte… 😉 Nachdem das
leider kein realistischer Wunsch ist, würde ich mir für uns alle gerne die
Normalität und Selbstverständlichkeit von „Vor Corona“ zurückwünschen. Mal
sehen, ob dieser Wunsch realistischer ist. Ansonsten bin ich rundum
glücklich. Ich habe eine tolle Family mit Hund und drei Katzen.
„Sport, Natur und die Berge waren früher mein Leben“
Geboren bin ich 1979, ich war immer sehr sportlich, immer in der Natur
unterwegs, habe getanzt, bin viel geritten und in den Bergen unterwegs
gewesen, von Wandern bis Klettern.
Andrea Dahm mit ihrem Mann Roland
2013 kam unsere erste Tochter Annika gesund zur Welt, am 14.3.2016 kam
unsere zweite Tochter Charlotte mit einem medizinisch notwendigen
Kaiserschnitt gesund zur Welt. Beim Lösen der Plazenta erlitt ich über eine
Monitorlänge einen Herzstillstand, mein Herz fing aber wieder selbständig an
zu schlagen.
Nach der Geburt begannen die Blutungen
Daraufhin kam ich für zwei Stunden zur Überwachung und durfte erst danach
zu meiner Tochter. Während dieser zwei Stunden hätte eigentlich ein Sandsack
auf meinen Bauch gehört, da ich verhältnismäßig stark geblutet hatte, es aber
wohl im ganzen Krankenhaus keinen verfügbaren gab!Nach weiteren zwei Stunden
auf der Normalstation und nicht endenden Blutungen wurde ich wieder in den OP
gebracht. Man wollte die Kaiserschnittnarbe nochmal anschauen. Ich warf
meinem Mann, Charlotte und einer Freundin noch eine Kusshand zu und sagte,
dass sie gut auf Charlotte aufpassen sollen. Wer konnte ahnen, dass ich erst
wieder am 2.12.2016, nach 263 Tagen Krankenhaus nach Hause kommen
würde?
263 Tage Krankenhaus nach der Entbindung der zweiten Tochter
Aber zurück zur OP, ich wurde dort in Vollnarkose gelegt. Mein Herz hat
noch anderthalb Stunden durchgehalten, dann hat es aufgehört zu schlagen. Sie
konnten den Blutungsgrund nicht finden, zweieinhalb Stunden wurde ich händisch
mit Herzdruckmassage reanimiert. Ich hatte eine fulminante Lungenembolie.Der
Rettungshubschrauber aus dem Klinikum Großhadern kam und ich wurde unter
laufender Reanimation an die ECMO (Herzlungenmaschine) angeschlossen. Zu
diesem Zeitpunkt wurde klar, dass ich bei der Entbindung eine
Fruchtwasserembolie erlitten hatte, bei der Fruchtwasser ins Blut gerät und
einen Schock auslöst.
(Anmerkung der Redaktion: Diese Komplikation tritt laut Wikipedia in
Industrieländern nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 80.000 bis 1 zu
120.000 auf.)
Fruchtwasserembolie: Sehr seltene Form der Geburtskomplikation
Die Folgen sind kaum kontrollierbare Gerinnungsstörungen. Auf der einen
Seite läuft das Blut einfach aus dir raus, auf der anderen Seite bilden sich
zig Thromben und verstopfen Herz, Lunge, Gefäße etc. Ein Teufelskreislauf,
den 90% der Betroffenen nicht überleben.
Ich habe es überlebt, aber mit gravierenden Folgen: Ich lag vier Wochen im
Koma, habe über 40 Blutkonserven erhalten, zig Operationen und aufgrund der
kreislaufstabilisierenden Medikamente (um die Versorgung der
lebensnotwendigen Organe zu gewähren) sind die körperentferntesten Glieder
(Hände und Füße) abgestorben. Durch die Reanimationsverletzungen sind
außerdem der Dickdarm und Teile meiner Bauchmuskeln abgestorben.
Unterarm, Unterschenkel, Füße, Hände: Amputationen bei der Mama
Drei Monate später waren meine Füße und Hände kohlrabenschwarz, eine
erhoffte Rettung unmöglich. Somit wurden mir am 17.06.2016 beide
Unterschenkel und am 21.06.2016 der rechte Unterarm, sowie die linke Hand
amputiert.
In den nächsten sechs Monaten habe ich mich Schritt für Schritt zurück ins
Leben gekämpft. Ich wollte unbedingt eine Mutter für meine Kinder sein und
möglichst nahe an mein altes Leben anknüpfen. Als ich entlassen wurde, habe
ich bei 1,72 m nur noch 45 kg gewogen und konnte nichts alleine.
Zurück ins Leben: „Die Zeit nach der Klinik war brutal hart“
Die nächsten 14 Monate waren brutal hart: Charlotte musste erst verstehen,
dass ich ihre Mama bin, ich musste auch alles neu lernen. Charlotte hatte mit
ihren damals neun Monaten wahnsinnige Probleme mit den Prothesen, gerade mit
der Handprothese. (Ich trage nur rechts eine Prothese).
Sie musste beim Laufenlernen lernen, dass Mama sie nicht festhalten kann,
sondern sie sich an der Mama. Dass das Wickeln mit Mama zig Mal länger
dauert, Socken anziehen ganz anders funktioniert, Brei füttern… aber wir
haben es gemeistert 🙂 Von 2017 bis 2020 hatten wir viel Unterstützung
im Haushalt und beim Kochen. Mittlerweile schaffen wir es als Familie
größtenteils alleine.
Was ich aus der Zeit mitgenommen habe: Es gibt keine Grenzen!
Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe? „Es gibt keine Grenzen, die
Grenzen setzen wir uns ganz alleine im Kopf!“ und „Jeden Tag einen Schritt
mehr, der Glaube versetzt nämlich Berge – im Positiven wie Negativem.“ Mit
den Prothesen komme ich sehr gut klar, sie sind ein Teil von mir und werden
nur zum Schlafen abgelegt. Einen Rollstuhl benutzte ich nicht mehr.
Im September 2020 habe ich mir meinen Traum erfüllt und bin mit meinem Mann
Roland, unserem Hund Felikes und zwei Freunden zur Höllentalangerhütte am
Fuße der Zugspitze gewandert. 12 Kilometer und 1.300 Höhenmeter. Nichts ist
unmöglich… oder fast nichts.
„Was ich wirklich vermisse: Händchen halten“
Es gibt Dinge, die ich mit dem heutigen Stand der Technik oder mit meinen
Prothesen nicht kann. Ich werde nie wieder klettern, mit meinen Prothesen
kann ich nicht rennen oder joggen. Und die Hände? Das ist der viel größere,
viel schwerer zu ersetzende Verlust. Nie mehr so spüren wie früher, kein
„Händchen halten“ mehr. Oder die praktischen Dinge: Ein Pferdeschwanz für die
Kinder – unmöglich. Mir die Augenbrauen zupfen? Unmöglich.
Eigentlich ist alles unmöglich, wofür man zwei Hände braucht, manches Essen
geht auch nur geschnitten, z.B. Spaghetti, ansonsten – unmöglich.
Andrea mit Mann und Hund beim Wandern in den Bergen.
Kleine Erfolge für die Selbständigkeit gibt es aber: Hosenknöpfe selber zu
machen, BH an- und ausziehen. Alles bedarf viel Übung, viel mehr Zeit als
normal und wehe eine Prothese hat einen technischen Defekt!
„Viele Leute merken gar nicht, dass ich vierfach amputiert bin“
Ich gehe sehr offen mit meiner Geschichte um und finde es immer wieder
faszinierend, dass viele Leute gar nicht merken, dass ich 4-fach amputiert
bin. Am meisten fällt allerdings die linke Hand ohne Prothese auf.Ich fahre
wieder Auto und Fahrrad; auch wenn es ein Dreirad ist, wir machen tolle
Urlaube in Kanada, Schweden, Dänemark. Mein Mann kann wieder Vollzeit
arbeiten, eigentlich sind wir eine ganz normale Familie!
Natürlich vermisse ich ab und zu mein altes Leben, es ist für mich vieles
einfach komplizierter und zeitaufwändiger. Alles muss gut geplant und
durchdacht sein, keine Spontanität – sogar Duschen ist zeitaufwändiger, da
ich alle Prothesen aufwändig in Badeprothesen wechseln muss.
Keine Spontanität mehr: Alles muss gut geplant und durchdacht sein
Auch Kleidungwechseln geht nicht immer ohne Hilfe, ich musste mich von
allen bisherigen Schuhen verabschieden und auch kleidungstechnisch musste ich
mich umstellen.Ich werde oft gefragt, woher ich meine Stärke und Positivität
habe. Da kann ich nur antworten: Ich war schon immer so, ich glaube daran,
dass alles seinen Sinn hat, schaue nach vorne und verliere nie mein Ziel aus
den Augen.
Andrea mit ihren zwei Töchtern am Strand.
Am Sonntag wird unsere kleine Maus 5. Wir feiern einen ganz normalen
Geburtstag, Wehmut oder Schwermut ist mit diesem Tag nicht verbunden! Unsere
Große, Annika hilft mir schon in vielen Dingen ganz zauberhaft und
spielerisch, wie Kuchen backen, Salat waschen, Dressing machen…
Wenn Schicksalsschläge Dankbarkeit lehren
Ich kann allen nur raten, nicht so auf Äußerlichkeiten zu achten, das Leben
ist viel zu kurz und viel zu schön, um sich permanent Gedanken darüber zu
machen, wie man aussieht, ob man der augenscheinlichen Norm entspricht.
Ich habe wunderbare Menschen, Freunde, Familie um mich und da hat sich
zwischen damals und jetzt nichts geändert. Warum auch? Als Mensch habe ich
mich nicht verändert, nur körperlich, ein bisschen mehr Terminator
🙂
Ich bin unendlich dankbar, dass ich meine Kinder aufwachsen sehen darf, so
viel Selbständigkeit zurückbekommen habe und genieße jeden Tag mit meinem
Mann und Kindern.
Anmerkung der Redaktion: Wir können kaum in Worte fassen, wie sehr du uns
mit deiner Lebenseinstellung beeindruckst, Andrea. Wir wünschen dir, deiner
Tochter Charlotte, deiner Familie einen wunderbaren fünften Geburtstag am
Sonntag. Fünf Jahre neues Leben! Wow, Wahnsinn!
|
Fruchtwasserembolie: Sie verlor Hände & Füße – die Lebensfreude blieb |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/narben-der-vergangenheit-wie-erklaere-ich-sie-meinen-kindern |
+++ Triggerwarnung: Sexualisierte Gewalt in der Kindheit +++
Ich heiße Sandra, bin 30 Jahre alt und Mama von zwei Kindern (5 und 6 Jahre
alt). In meiner Kindheit habe ich sexuellen Missbrauch erlitten, weshalb ich
mit 11 Jahren anfing, mich selbst zu verletzten.
Mich zu ritzen erschien mir das einzig Richtige. Jeder Schnitt fühlte sich
an wie der einzige Weg, um meine Verzweiflung loszuwerden. Später habe ich
zweimal versucht, mir das Leben zu nehmen.
Heute, 19 Jahre später, geht es mir seelisch besser, ich bin reifer und
selbstbewusster geworden. Doch mein Körper ist von Narben überzogen. Ich verstecke
die Spuren der Vergangenheit unter langer Kleidung und habe gelernt, mit
meinen Verletzungen zu leben.
Und nun kommt das große ABER: Ich habe keine Ahnung, wie ich diese Narben
meinen Kindern erklären soll. Eines Tages werde ich ihnen wohl Rede und
Antwort stehen müssen. Vielleicht gibt es hier ja andere Mamas mit einem
ähnlichen Schicksal, die mir ein paar Jahre voraus sind. Wie bespricht man
das Unaussprechliche mit seinen Kindern? Ich bin sehr dankbar für Hilfe von
Euch!
|
Narben der Vergangenheit: Wie erkläre ich sie meinen Kindern? | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nein-danke-ich-trinke-nicht-wie-ich-meine-kindheit-mit-einem-alkoholkranken-vater-erlebte-und-ueberwand |
Ihr Lieben, diesen
Gastbeitrag einer Leserin müssen wir behutsam ankündigen, denn Sabines Vater
war nicht nur alkoholkrank, sondern kam ihr auch zu nah. Der Beitrag
beinhaltet keine Details, aber wem sich jetzt schon die Nackenhaare sträuben,
der möge an dieser Stelle selbst entscheiden können, ob er weiterlesen mag.
Danke für euer Verständnis. Und Sabine: Danke für dein Vertrauen.
Eigentlich spielt es in meinem alltäglichen Leben schon lange keine Rolle
mehr. Und doch…
…plötzlich ist alles wieder da.
Ausgelöst durch den süßlichen Bier-Atem eines Fremden, die „netten“
Geschichten von damals, die von meinem Vater erzählen, der „ja schon immer
gerne gefeiert und getrunken hat“ oder auch „ja, nach 1-2 Bierchen war er
charmant und anhänglich“. Charme ist nicht alles, und ein betrunkener Vater
(oder eine betrunkene Mutter) gibt keinem Kind das Gefühl von Vertrauen,
Verlässlichkeit und Geborgenheit.
„Wir trinken doch alle mal was, aber gleich von ,Alkoholiker` zu reden, –
also wirklich – das geht doch zu weit. Respektloses Gör!“ Ich war gerade 15
Jahre alt, als ich begann, mich aus diesem Sumpf zu lösen. Ich kannte den
Unterschied zwischen etwas trinken und Alkoholismus leider nur zu gut.
Ja, mein Vater war Alkoholiker. ,War´ nicht etwa, weil er den Absprung und
Entzug geschafft hätte, sondern weil er sich vor über fünf Jahren mit
multiplem Organversagen zu Tode gesoffen hat. Das hört sich hart an und genau
das war es auch, vor allem für meine Mutter, meinen Bruder und mich.
Was mir an seinem frühen Tod leid tut? Das ist schnell beantwortet:
Ich bedauere meine Oma zutiefst, da sie ihre beiden Kinder überlebt hat
(meine Tante starb vor vielen Jahren) und an diesem Schmerz schier zerbrochen
ist.
Und ich trauere um den Vater, den ich nicht hatte, sowie die Möglichkeit,
„reinen Tisch“ mit ihm machen zu können. Er starb relativ überraschend, so
dass ich mich nie mit ihm aussprechen, ihn konfrontieren konnte, all das, was
unausgesprochen blieb.
Denn mit dem Alkohol in seinem Leben fingen auch die „Besuche“ in
Badezimmer und meinem Kinderzimmer an. Über Jahre hinweg war ich die
gefügige, süße Zweit-Frau meines Vaters ohne Wissen meiner Mutter.
Wie ich das verkraftet habe? Ich weiß es nicht. Bis ich Mitte 20 war,
existierte dieser Teil meiner Kindheit nicht oder nur bruchstückhaft in
meinem Gedächtnis. Aber zumindest eines habe ich mittlerweile begriffen:
Irgendwann holt es dich ein. Irgendwann funktionieren die besten
Verdrängungsmechanismen nicht mehr.
Da sehe ich meine damals 5-jährige Tochter auf den Opa zulaufen und alles
in mir schreit „Nein, komm` zurück, fass` sie nicht an“. Und da sind sie, von
einer Sekunde auf die andere, die Erinnerung, die Angst, die Übelkeit, die
Scham. Jahrelang in die dunkelsten Winkel meines Gehirns und meiner Seele
gestopft und zugeschüttet.
Mit voller Wucht hat es mich da gepackt. Und trotz wunderbarer Menschen wie
meinem Mann oder meiner besten Freundin schlitterte ich ohne Umwege in eine
Depression.
Mein Vater war keiner, dem man seine Sucht sofort angesehen hätte. Der
schöne Schein, die Fassade blieb lange intakt. Nur die Abstürze am
Wochenende, die das Pegeltrinken unter der Woche oft nach sich zog, kamen in
immer kürzeren Abständen. Doch im Alltag funktionierten wir alle und wahrten
den Schein von der ach so perfekten Familie. Offensichtlicher waren die
Geldprobleme, die Schulden, die Zwangsversteigerung des selbst erbauten
Hauses. Einer geregelten Arbeit konnte mein Vater bald nicht mehr nachgehen.
Er hangelte sich von einer selbständigen Beschäftigung zur nächsten, bis er
zuletzt nur noch zu Hause saß, trank und sich bemitleidete.
Sein Tod war ein Schlusspunkt und zugleich ein Anfang.
Heute geht es mir gut. Ich habe einen tollen Ehemann, zwei bezaubernde
Kinder und einen kleinen, aber feinen Freundeskreis von Menschen, die mir am
Herzen liegen. Ich habe mir Hilfe gesucht und eine Therapie gemacht.
Mein nächstes Umfeld kennt meine Geschichte und hat Verständnis, wenn ich mal
eine schlechtere Zeit durchmache.
Die „netten Geschichten von damals“ treffen mich nicht mehr. Und die
Einladung zu einem Drink kontere ich mittlerweile gelassen. Nein, Danke, ich
trinke nicht.
Zum Weiterlesen: Auch Leserin Julia hat uns von ihrer Kindheit mit einem
alkoholkranken Vater erzählt. Und Nahla erzählt, wie sie ihre eigenen Kinder
erzieht, wo ihr ein eigenes Eltervorbild fehlt.
Fotohinweis
|
"Nein danke, ich trinke nicht": Wie ich meine Kindheit mit
einem alkoholkranken Vater erlebte - und überwand | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nein-mama-ist-eben-nicht-immer-das-maedchen-fuer-alles-findet-laura-froehlich |
Ihr Lieben, als wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal von dem Begriff
Mental Load hörten, ging uns ECHT ein Licht auf. Endlich gab es eine
Begründung dafür, warum wir permanent kurz vor dem Hirninfarkt standen, weil
sich so viele To do´s in unserem Kopf tummelten: Die mentale Last.
Dass diese für Familien vor allem von Müttern getragen wird, geht natürlich
nicht. Und deshalb setzt sich unsere Kollegin Laura, die ihr aus der
Müttersprechstunde kennt oder durch ihren letzten Gastbeitrag oder weil sie
auch Teil des Blogfamilia-Teams ist, tagtäglich dafür ein, dass das Gewicht
unter Paaren besser verteilt wird!
Nun legt die Dreifachmama sogar ein ganzes Buch zum Thema vor: Laura
Fröhlich: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles!: Was Eltern
gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen (Affiliate Link). Ihr könnt es am
Ende des Beitrags sogar gewinnen. Aber lest erstmal:
Liebe Laura, die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles – so heißt
dein neues Buch. Fühlst du dich trotzdem manchmal so?
Mittlerweile fühle ich mich sehr selten mental belastet, und weiß, wie ich
die Reißleine ziehen kann. Aber ich kenne das Problem natürlich ganz genau.
Eine lange Zeit hatte ich das Gefühl, zu Hause für alles verantwortlich zu
sein, was die Familienorganisation betrifft. Wo sind die Wintersachen, wo
liegt der Haustürschlüssel? Wann muss das Kind zum Kinderarzt und was wünscht
sich die Schwiegermutter zum Geburtstag? Was muss auf den
Einkaufszettel?
„Wenn ich nicht dran denke, tut es keiner“, das fasst das Dilemma vieler
Mütter ganz gut zusammen. Im Buch erzähle ich anfangs, wie schlecht es mir
damals ging und wie viele Konflikte mein Mann und ich austrugen. „Du kümmerst
dich um nichts!“, hab ich ihm vorgeworfen. Er dagegen sagte mir, dass ich
ständig an ihm rummeckere und er es mir nie recht machen könne. Solche
Diskussionen führen Tausende von Paaren zu Hause.
Wir seid ihr mit euren drei Kindern durch die Corona-Zeit geschliddert?
Wurde die Rollenverteilung klassischer oder konntet ihr die mentale Last der
Familienorganisation dennoch gut aufteilen?
Mein Mann und ich haben vor einem Jahr begonnen, die gesamte
Familienorganisation sowie die Denk- und Kümmer-Arbeit neu aufzuteilen. Mittlerweile
sind wir darin geübt und das hat uns durch die Corona-Krise gerettet. Wäre
sie zwei Jahre vorher gekommen, säße ich jetzt mit Nervenzusammenbruch beim
Arzt.
Ich weiß, wie schwer es für viele Eltern war, Homeschooling,
Kinderbetreuung und Job zu schultern und sich dabei nicht in die Haare
darüber zu kriegen, wer wie viel macht. Mein Mann und ich haben gelernt,
Erwerbstätigkeit und die unsichtbare Care-Arbeit gleichwertig zu betrachten,
und die Familie gemeinsam zu organisieren. Das war auch für uns ein langer
und auch anstrengender Prozess, der sicher niemals abgeschlossen sein
wird.
Wenn du jemanden den Begriff Mental Load in drei Sätzen erklären müsstest,
welche Worte würdest du wählen?
Mental Load ist die mentale Belastung, die vor allem entsteht, wenn sich
Menschen umeinander kümmern, so wie Eltern um ihre Kindern. Viele hunderte
Aufgaben fallen an, an die gedacht, die organisiert und ausgeführt werden
müssen, und sie werden zu einem großen Berg an Arbeit, die jedoch unsichtbar
bleibt. Die Person, die diese Kopf-Arbeit hauptsächlich oder ganz alleine
tut, ist mental stark belastet, weil sie nie aufhört, kein Geld und kaum
Anerkennung bringt.
Wann und wie kamst du denn selbst in Kontakt mit dem Phänomen – und: hat es
dir die Augen geöffnet?
Ich selber bin über die Jahre in eine starke mentale Belastung
geschlittert, weil ich von mir als Mutter erwartet habe, mich um alles zu
kümmern. Diese eigene Erwartung entsteht durch den Eindruck von außen, dass
die Mutter für alles zuständig ist, was Haushalt und Kinderbetreuung
betrifft. Da ich nach der Geburt der Kinder jeweils ein Jahr Elternzeit
genommen habe und danach in Teilzeit eingestiegen bin, war ich viel öfter
zuhause als mein Mann und habe fast die gesamte Familienorganisation
übernommen. Zeitweise war ich dadurch fix und fertig, hatte Rückenschmerzen
und konnte überhaupt nicht mehr abschalten. Erst als ich das Konzept von
Mental Load kennengelernt habe, ist mir ein Licht aufgegangen.
Die Augen geöffnet hat mir auch die Beschäftigung mit den stereotypen
Geschlechterrollen: „Männer sind für das Geldverdienen zuständig, Frauen für
das Kümmern.“ Auch mein Mann und ich haben seinem Beruf viel mehr Bedeutung
beigemessen und uns keine Gedanken über die Alternative gemacht, dass auch er
länger in Elternzeit gehen könnte als die gewöhnlichen acht Wochen. Zudem
habe ich von klein auf gelernt, dass es die Frauen sind, die sich zu Hause um
alles kümmern, und diesen Anspruch übernommen. Wir wollen heute alle Rollen
erfüllen: die liebevolle Mutter, die gute Hausfrau und die erfolgreiche und
moderne Frau. Und so versuchen wir, alle Ansprüche zu erfüllen, und komme
nicht mehr raus aus dem Hamsterrad.
Nun verziehen viele Männer schon allein bei dem Begriff Mental Load die
Augen, wie können wir trotzdem mit ihnen ins Gespräch darüber kommen?
Wenn Männer sich mit dieser Problematik konfrontiert sehen, haben sie oft
das Gefühl, dass wir ihnen allein die Schuld dafür geben. Dabei haben sich
sicherlich die wenigsten Männer bewusst dazu entschlossen, die
Familienorganisation an die Partnerin abzudrücken. Wir leben in einem
patriarchalen System, indem Frauen als Geberinnen sozialisiert werden. Manche
Männer finden das bequem, andere leiden darunter, dass ihnen ihre Kümmer- und
Organisations-Kompetenz abgesprochen wird. Viele von uns Frauen meinen, die
Familienorganisation und die Kinderbetreuung besser zu bewältigen, dabei ist
das keine Frage des Geschlechts, sondern der Übung.
Männer können übrigens nur gewinnen, wenn sie sich mit Mental Load
beschäftigen und einen Teil der Last übernehmen. Kein Genörgel mehr, jeder
weiß, was es konkret zu tun gibt, sie können das eigene Zuhause endlich
selbst mitgestalten und haben eine entspannte Partnerin.
Was erwartet uns denn in deinem Buch ganz genau?
Im Buch habe ich meine eigene Geschichte beschrieben, die aber die
Geschichte vieler Frauen sein könnte. Wie ist es mir gelungen, die mentale
Belastung zu überwinden? Wie sind mein Mann und ich über Mental Load ins
Gespräch gekommen und welche Lösungen haben wir für den Alltag
entwickelt?
Ich habe mich auf die Spur begeben und herausgefunden, warum wir Frauen uns
verantwortlich fühlen, und warum Männer nicht genug Chancen bekommen, um sich
als kompetente Väter und Kümmerer zu beweisen. Zusätzlich kommt eine
Psychiaterin zu Wort, die Experten-Tipps gibt. Im dritten Teil lernen Eltern,
wie sie das Problem mit der mentalen Last zuhause lösen können. Übrigens gibt
es zusätzlich für alle die ultimative Aufgabenliste mit Auswertungsfunktion,
die man sich kostenlos auf meinem Blog www.heuteistmusik.de herunterladen
kann. Eltern können sich diese Liste anpassen und wie das geht, erfahren sie
in einem dazugehörigen Video.Ich möchte Frauen außerdem Mut machen, sich auf
sich zu konzentrieren und selbst Erwartungen stellen zu dürfen. Frauen lernen
von klein auf, sich um andere zu kümmern und die Gefühle der anderen zu
regulieren. Was sie nicht lernen, ist sich um sich selbst zu kümmern.
Und: Hat sich durch das Schreiben deines Buches an deiner Privatsituation
etwas geändert? Konntest du deine guten Tipps also direkt auch zu Hause bei
euch anwenden ;-)?
Die Beschäftigung mit dem Thema hat mein Leben und das meiner Familie sehr
bereichert. Ich habe das Abgeben erlernt und mein Mann ist mittlerweile ein
richtiges Organisationstalent geworden. Wir streiten nicht mehr über
alltägliche Kleinigkeiten, sondern besprechen einmal die Woche, was es zu tun
gibt und wer was übernehmen kann. Dabei gibt es keine starren Rollen, sondern
wir achten darauf, wie es uns beiden geht, oder ob einer gerade akut
gestresst ist.
Zu guter Letzt: Wann, meinst du, erscheint das erste Buch über Mental Load
aus der Feder eines Mannes?!
Ja, darauf bin ich auch gespannt. Natürlich gibt es auch mental belastete
Väter, aber ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass es im Großen und
Ganzen ein Frauenproblem ist, das durch unsere Sozialisierung und das
patriarchale System entsteht. Dennoch brauchen wir bei dieser Diskussion die
Männer unbedingt an Bord, und es ist wichtig, ihre Perspektive zu betrachten,
denn genau das hilft uns, das Problem zu lösen. Richtig toll finde ich das
Buch von Nils Pickert, „Prinzessinnenjungs“, in dem er darstellt, wie
problematisch die Sozialisierung von Jungen ist. Er kommt auch in meinem Buch
zu Wort.
Wir können das Problem nur gemeinsam bewältigen und das ist auch ein Grund,
warum es besonders für Alleinerziehende schwierig ist. Darüber müsste ich
eigentlich noch ein zweites Buch schreiben.
Und jetzt könnt ihr das Buch auch noch gewinnen! Was ihr dafür tun müsst?
Bitte streikt doch mal einen Tag lang und kümmert euch um NICHTS, um euch
mental zu entlasten. 😉 Zudem dürft ihr uns hier einfach einen Kommentar
hinterlassen, ob oder warum ihr es gern haben möchtet! Wir drücken die
Daumen!!!
|
Mental Load: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles! |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nein-wir-muetter-sind-nicht-immer-an-allem-schuld |
Neulich traf ich eine
Bekannte beim Einkaufen. Meine kleinste Tochter saß im Kinderwagen und war
äußerst schlecht gelaunt. Sie nölte, wollte nicht im Wagen bleiben und
irgendwie war einfach alles blöd. Auf die Frage, wie es uns denn so gehen
würde, sagte ich: "Ach eigentlich ganz gut, aber die Kleine ist gerade
irgendwie schlecht drauf." Meine Bekannte nickte, sagte, sie kenne das
und fragte: "Hast Du gerade schlimm Stress, so dass die Kleine Dich
spiegelt?"
Ich weiß, meine Bekannte meinte das nicht böse, ganz sicher nicht. Sie
wollte wahrscheinlich einfach nur helfen. Umso länger ich aber über diese
Frage nachdenke, desto mehr ärgere ich mich über sie. Denn eigentlich heißt
das mal wieder (überspitzt ausgedrückt): Du als Mutter bist wahrscheinlich
schuld daran, dass das Kind schlecht drauf ist.
Und dem möchte ich jetzt einfach mal ein lautes "NEIN, wir Mütter sind
nicht an allem Schuld" entgegen rufen.
Meine Tochter war schlecht drauf, weil ihr seit Wochen die Nase läuft und
sie vielleicht einfach auch schon müde war. Und nicht, weil mir ein
Abgabetermin im Nacken hängt.
Ich bin da jetzt einfach mal so vehement, weil mir – wenn ich darüber
nachdenke – ganz viele Szenen einfallen, in denen wir Mütter für alles
verantwortlich gemacht werden.
Fremdelt das Kind, liegt es wohl daran, dass die Mutter so schnell wieder
arbeiten gegangen ist und das Kind dann umso mehr an der Mütter hängt, wenn
sie da ist
Fremdelt das Kind, liegt es wohl daran, dass die Mutter sich entschieden
hat, drei Jahre zu Hause zu bleiben und das Kind verzieht
Schreit das Baby am Anfang viel, ist die Mutter wohl unentspannt
Wirft sich das Kind wütend auf den Boden, liegt es wohl daran, dass die
Mutter keine klaren Ansagen macht
Schläft das Kind nicht alleine ein, liegt es wohl daran, dass sie Mutter es
nicht von Anfang an probiert hat
Isst das Kind nur ungern Gemüse, hätte die Mutter vielleicht früher mit
Fingerfood anfangen sollen
Ist das Kind schlecht in der Schule, übt die Mutter wohl nicht genug Mathe
mit ihm
Streiten sich die Geschwister, verteilt die Mutter vielleicht die Aufmerksamkeit
nicht gerecht genug
Mich nervt das. Wie wäre es mit:
Fremdelt das Kind, liegt es vielleicht daran, dass das Kind einfach etwas
schüchtern ist
Wirft sich das Kind wütend auf den Boden, macht es das vielleicht, weil es
in der Trotzphase ist und es einfach gerade zu der Entwicklung
dazugehört
Schreit das Baby am Anfang viel, kann es vielleicht einfach nicht anders
und ist ein High-Need-Baby
Schläft das Kind nicht alleine ein, ist es vielleicht einfach noch nicht so
weit
Isst das Kind nur ungern Gemüse, wird es auch so groß werden und
Geschmäcker entwickeln sich ja noch
Ist das Kind schlecht in der Schule, liegt seine Begabung vielleicht eher
im Lesen als in Mathe
Streiten sich die Geschwister, liegt es vielleicht daran, dass sie sich
einfach gerade doof finden
Jeder unterschreibt sofort, dass unsere Kinder eigene Charaktere sind. Wir
beziehen sie früh mit ein, wollen ihnen nichts überstülpen und glauben, dass
sie ihre eigene Meinung haben. Wenn es aber mal schlecht läuft, sind sie
plötzlich ferngesteuerte Wesen, die nur unser Verhalten spiegeln?
Keine Frage: Natürlich hat es eine Auswirkung, wie wir als Eltern uns
verhalten. Natürlich überträgt sich manchmal die Anspannung der Eltern auf
die Kinder. Natürlich entwickeln sich Kinder aus einem liebevollen Umfeld
anders als Kinder, die unterdrückt werden oder für die Eltern nie Zeit oder
ein nettes Wort haben. Aber der absolute Großteil von uns gibt doch jeden Tag
sein Bestes und unseren Kindern fehlt es an nicht Grundlegendem.
Also vielleicht haben die Kinder eben einfach auch mal einen miesen Tag,
eine blöde Phase – ohne dass wir Eltern daran schuld sind.
Wobei – eigentlich wird die Verantwortung oft eher nur an die Mütter
abgegeben. Jedenfalls hat mich noch nie jemand gefragt: "Ist die Kleine
vielleicht schlecht drauf, weil der Papa gerade Stress im Job
hat..?"
|
Nein! Wir Mütter sind nicht immer an allem schuld! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nervige-schwiegereltern-wenn-opa-und-oma-sich-in-alles-einmischen |
Liebe Juliane, erzähl uns
mal, wie und wo Du deinen Mann kennengelernt hast.
Ich kenne meinen Mann schon seit der Schulzeit, da fanden wir uns auch
schon gut. Nach der Schule verloren wir uns aber erstmal aus den Augen. Als
ich ihn dann etwas später auf einem Jahrmarkt wieder sah, nahm ich all meinen
Mut zusammen, habe meine Handynummer auf einen Zettel geschrieben, ihm
gegeben und gesagt: Ruf mich an.
Noch am gleichen Abend schrieb er eine SMS – und so nahm das Ganze seinen
Lauf. Wir sind bis heute sehr glücklich miteinander und haben einen
achtjährigen Sohn, der unser ganzer Stolz ist.
Heute geht es auch um deine Schwiegereltern, zu denen du kein unbelastetes
Verhältnis hast. Wie war denn Euer erstes Kennenlernen?
Das war schrecklich und komisch zugleich. Mein Mann und ich wollten ins
Kino fahren ,aber Mann merkte, dass er die Autopapiere zu Hause vergessen
hatte. Also fuhren wir nochmal zum Haus seiner Eltern, wo er auch noch
wohnte. Es war kurz vor 17 Uhr und der Vater meines Mannes machte im
Schlafanzug die Tür auf und sagte nur: „Hallo.“ Es war eine seltsame
Sitiation.
Wann hast Du das erste Mal bemerkt, dass sie sich gerne
einmischen?
Die erste Situation war harmlos, aber irgendwie bezeichnend. Immer, wenn
ich bei meinem Mann war, legte ich mein Handy, meinen Schlüssel auf ein
kleines Schränkchen am Eingang. Wenn ich wieder gehen wollte, lagen die
Sachen in meiner Tasche. Klar ist das kein riesen Ding, aber irgendwie fand
ich es komisch, dass sie einfach so meine Sachen umräumen.
Mit der Zeit mischten sie sich in viele Themen ein, vorallem in unsere
Finanzen.
Seit Euer Sohn auf der Welt ist, empfindest du die Einmischung als
besonders anstrengend, richtig?
Ja, manchmal denke ich, sie seien die Eltern. Sie mischen sich ständig in
alles sein. Warum unser Sohn diesen Pulli an hat und nicht einen anderen, der
doch viel schöner ist. Warum der Junge schon wieder spielen darf, es gäbe
doch sicher noch Hausaufgaben. Warum der Junge jetzt Gummibärchen essen darf,
Obst sei doch gesünder.
Sie kaufen ihm ständig Klamotten, die ich aber nicht mag oder die nicht
passen. Wenn man sie zurück gibt, sind sie total beleidigt. Und wenn unser
Sohn mal bei ihnen zu Hause ist, dann darf er plötzlich ganz lange fernsehen,
was ich gar nicht gut finde.
Sie mischen sich auch in unseren Alltag ein. Gerade erst musste ich mir
eine Predigt anhören, warum ich in den normalen Supermarkt gehe und nicht zum
Discounter – da sei doch alles so viel günstiger und ich solle aufs Geld
achten.
Wie reagierst du auf das Verhalten deiner Schwiegereltern?
Ich lasse mir das nicht gefallen und spreche sie direkt darauf an. Leider
endet das dann oft im Streit, weil sie mich einfach nicht verstehen. Wenn der
Ton dann lauter wird, packe ich unseren Sohn ein und fahre nach Hause.
Was sicherlich nicht für gute Stimmung sorgt….
Ganz und gar nicht. Meine Schwiegereltern haben mir auch schon gesagt, sie
hätten sich beim Jugendamt erkundigt, dass es auch für Großeltern
Umgangsrecht gäbe und dass sie dieses Recht unter allen Umständen wahrnehmen
würden.
Für deinen Mann ist die Situation sicherlich auch nicht leicht.
Ja, für ihn ist das sehr belastend, immerhin sind es seine Eltern. Aber: Er
steht voll hinter mir und sagt seinen Eltern immer, wenn sie eine Grenze
überschreiten.
Welches Verhältnis würdest du dir zu den Schwiegereltern wünschen?
Ich wünsche mir, dass sie nicht ständig Unruhe in unser Familienleben
bringen. Dass wir uns unterstützen anstatt uns gegenseitig das Leben schwer
zu machen. Aber ehrlich gesagt habe ich da wenig Hoffnung. Die
Schwiegereltern sind beide Rentner und haben den ganzen Tag nichts zu tun –
außer sich in unser Leben einzumischen. Ich fürchte, das wird irgendwann mit
einem riesen Knall enden.
|
Nervige Schwiegereltern - wenn Opa und Oma sich in alles einmischen... |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neu-in-kita-oder-schule-umarmt-eure-kinder-wenn-sie-durchdrehen |
Ihr Lieben, wenn umwälzende
Erfahrungen im Leben unserer Kinder passieren, dann geschieht das manchmal
auf eine Art, die wir nicht erwarten. Zum Glück weiß ich das mittlerweile,
immerhin bin ich seit mittlerweile zwölf Jahren Mama. Aber manchmal ist es
eben ein Spagat.
Ob das Kind neu in der Kita ist, neu in der Grundschule, neu an der
weiterführenden Schule. Ob vielleicht ein neuer Partner dazugekommen ist oder
ein Umzug oder ob es sonst eine grundlegende Veränderung gegeben hat – so
etwas lässt unsere Kinder nicht kalt.
Manche Kinder reagieren still, andere überfordert, wieder andere mit
Ablehnung oder sogar Aggression. Jedes Kind verarbeitet solch neue
Situationen auf irgendeine Weise.
Da kann das Nicht-Auffinden eines zweiten Sockens zum tränenreichen Drama
werden – ja, auch bei zehnjährigen Kindern oder noch älteren. Da kann das
Einschlafen abends wegen der Nervosität vor der neuen Situation auch mal
wieder Stunden dauern. Da kann sich alles falsch anfühlen, was sonst Routine
ist.
Für alle Eltern, deren Kinder gerade in einer solchen Situation stecken:
Ich wünsche euch Geduld und starke Nerven! Aber seid nachsichtig mit euren
Kindern. Sie können ihre Emotionen noch nicht so gut formulieren wie wir,
wissen vielleicht selbst nicht, was mit ihnen los ist.
Es ist immer ein Spagat in der Erziehung. Wann muss Stopp auch mal Stopp
heißen? Wann kann ich nachgiebiger sein? Wann brauchen die Kinder abends
wirklich noch ein Kapitel aus dem Buch, um runterzukommen und wann möchten
sie einfach nur das Licht ausschalten um ein paar Minuten nach hinten
verzögern…
Es ist September. Viele von euch, unseren Leserinnen, werden im Moment
Kinder haben, die neu in Kita, Grundschule oder weiterführender Schule
unterwegs sind. Die ersten Tage waren die Kinder vielleicht euphorisch, ihr
Eltern wart stolz und im Zwiespalt zwischen: Oh Gott, mein Kind, es ist doch
grad erst geboren! Und: Wow, mein kleines Kind ist schon soooo groß, wie
stolz ich bin.
Und diesen Zwiespalt der Gefühle machen eure Kinder auch grad durch! Im
einen Moment sind sie mutig und trauen sich was. Sie wirken fast „erwachsen“.
Und im nächsten Moment sind sie wieder wie „Babys“, brauchen eine Umarmung
und eine ganz große Portion Liebe.
Diesen Spagat hinzubekommen, das ist nicht leicht. Sie ernst zu nehmen,
ihnen etwas zuzutrauen und dann aber auch wieder weich zu sein, ihnen Halt
geben und Fürsorge. Ein Kind, das uns grad noch angebrüllt hat, dann
plötzlich wieder liebevoll zu umarmen. Das klingt paradox und viellicht fühlt
es sich auch so an. Aber ich sag euch etwas aus meiner Erfahrung: Ich glaube,
genau das kann in solchen Momenten Gold wert sein. Einfach die Mama zu sein.
Der Papa. Der Wohlfühl-Anker.
Fragt euch, woher dieser Vulkanausbruch der Emotionen gerade herkam. Für
euch mag es so wirken, als sei er aus dem Nichts gekommen, aber irgendwas
scheint in euren Kindern zu brodeln. Ein „So, Ihr Süßen, so langsam machen
wir uns mal bettfertig“ kann dann zu Schreien führen, zu Wutschnauben, zu
Türen knallen, Treppen trampeln, Wäscheberge zertreten, was auch immer – und
ihr steht davor und denkt: Ist er oder sie jetzt verrückt geworden?
Es ist okay, das zu denken! Aber seid euch sicher: Eure Kinder tun das
nicht, um euch zu ärgern. Oder weil sie plötzlich alles, was bislang da war,
in Frage stellen. Sondern einfach, weil sie gerade überfordert sind mit der
Situation. Weil ins Bett gehen für sie vielleicht gerade bedeutet, gleich in
den Tunnel zu gleiten, der sie direkt auf diesen Pausenhof führt, der ihnen
mit alle den fremden Kindern vielleicht noch Angst macht. Weil es bedeutet,
dass morgen vielleicht zum ersten Mal ein neuer Lehrer kommt oder eine
Bastelarbeit ansteht, von der sie glauben, sie nicht zu schaffen.
Ihr seid in diesen Momenten ihr Blitzableiter. Alles muss raus. Ich glaube,
es bringt nichts, dann Strenge walten zu lassen. Ich glaube, es bringt etwas,
dann zu versuchen, der Fels in der Brandung zu sein. Tief Luft zu holen.
Ruhig zu bleiben. Abzuwarten, bis der Gewittersturm vorübergezogen ist und
man das Kind wieder mit Worten erreicht. Manchmal kann es helfen, dann eine
Umarmung anzubieten. Kann es sein, dass es dir grad nicht gut geht? Wird dir
grad alles zu viel? Kann ich dir irgendwie helfen?
Und dann kann es passieren, dass das coole Kind von gerade, das plötzlich
den Schulweg allein meistert oder sonstige vermeintlich erwachsene oder große
Aufgaben übernimmt, plötzlich wieder ganz klein wird. Sich ankuschelt.
Seufzt. Und vielleicht sogar vor Erleichterung weint.
Probiert es mal aus. Ich schaff das auch nicht immer. Aber wenn, dann endet
es meist in ganz viel Liebe und Wärme.
Foto: pixabay
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Neu in Kita oder Schule: Umarmt eure Kinder, wenn sie durchdrehen | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neue-beziehung-als-getrennte-eltern-wir-haben-das-gut-hingekriegt-mit-der-trennung |
Ihr Lieben, wie oft hören wir von Trennungen, in denen die einstige Liebe
zu einem Kampf wird, sich die Elternteile in ihrem Schmerz verlieren und
nicht mehr rational handeln können. Bei Tina, 47, Papa Frank, 47, und ihren
Jungs Moritz, 11, und Fabian, 9, ist das anders gelaufen. Die Eltern sind
zwar kein Paar mehr, aber zusammen mit ihren Kindern immer noch eine Familie.
Wie ist ihnen das gelungen?
Liebe Tina, du bist nicht mehr mit dem Papa deiner Kinder zusammen, seit
wann seid ihr getrennt und wie kam es dazu?
Wir haben uns 2017 getrennt, nachdem wir drei Jahre darum gerungen haben,
ob wir unsere Ehe wieder hinkriegen können. Es lag schon vorher manches im
Argen. Ich war nach Fabians Geburt länger krank und nach und nach hat sich
unsere Beziehung in etwas sehr Schweres entwickelt – über das Elternwerden,
die Verantwortung (auch die wirtschaftliche), das Reinfallen in traditionelle
Rollenverteilung, weil es beruflich für Frank in seinem Job keine Alternative
zu geben schien…
Irgendwie funktionierten wir nur noch als Elternteam, aber als Liebespaar
hatten wir trotz Unterstützung der Großeltern und regelmäßiger Paargespräche
einfach kein Tanzparkett mehr. Keine Leichtigkeit. Keinen Spaß. Obwohl wir
uns wirklich bemüht haben. Wie es dann so klassisch geht, habe ich mich auch
noch verliebt. Auch wenn mit diesem Mann keine neue Beziehung entstanden ist:
Drei Paartherapien später war klar, dass unsere Ehe nicht mehr wird.
Hast du schon während der Trennung gemerkt, dass das bei euch besser
klappen könnte als bei anderen oder war da doch erstmal auch viel Schmerz?
Da war ganz viel Schmerz. Aber wir hatten das Glück, einen Therapeuten zu
treffen, der uns da gemeinsam durchbegleitet hat. Die Methode heißt
Imago-Therapie und wir haben das als etwas sehr Besonderes empfunden, wie
diese Gespräche unsere emotionale Verbindung am Leben gehalten haben. So
haben wir beide relativ schnell geschafft, über Schuldzuweisungen
hinauszukommen und zu schauen: Was hab ich selbst dazu beigetragen und wofür
kann eben einfach keiner was. Statt den anderen für den eigenen Schmerz
verantwortlich zu machen.
Woran man es vielleicht schon gemerkt hat, dass wir eine gute Chance haben,
das hinzubekommen, war, dass es unter allem Schmerz auch ein großes
Wohlwollen gab zwischen uns. Ich glaube, jeder hat dem anderen zugestanden,
dass man es eben so gut gemacht hat, wie man konnte.
Wie habt ihr dann den Kindern erzählt, dass Mama und Papa nicht
zusammenbleiben?
Das war ein schrecklicher Tag. Wir waren schon eine ganze Zeit drumrum
geeiert und Moritz ist ein sehr aufmerksames Kind. Er hatte einfach gespürt,
dass etwas wirklich nicht stimmt. Als er mich ganz konkret gefragt hat:
„Mama, ihr trennt euch aber nicht?!“, da konnte ich ihn nicht mehr anlügen
oder mit Ausflüchten abfüttern. Er war 8 und das Ganze hing schon über ein
Jahr wie ein Damoklesschwert über seinem Kopf.
Auch wenn das überhaupt nicht so geplant war und Frank es auch gar nicht
gut fand, dass ich allein mit Moritz drüber geredet habe – es hatte auch
Vorteile, dass unser Großer sich nach vielen lauten Tränen erstmal wieder ein
bisschen stabilisieren konnte. Am nächsten Tag haben wir uns zu viert
zusammengesetzt, die Taufkerzen der Kinder angezündet, uns an den Händen
gehalten und versprochen, dass wir das zusammen gut hinkriegen und eine
Familie bleiben.
Das ist soweit schon ganz gut gelaufen. Trotzdem war es für den 5-jährigen
Fabian die totale Überforderung. Erst zwei Jahre später hat er erzählt, dass
ihm das alles viel, viel zu schnell gegangen ist. Schon zwei Wochen später
ist Frank in eine Übergangswohnung gezogen. Für ihn musste das sein, damit er
unter dem Schmerz nicht zusammenklappt. Für unseren Kleinen war es nicht gut.
Aber an dieser Stelle war klar: Wir Eltern müssen sehen, dass wir stabil
bleiben (oder werden), damit wir für die Kinder da sein können.
Nun werden ja viele Schauergeschichten zu Trennungen erzählt, hattest du
auch Angst, dass es bei euch so werden könnte, dass ihr irgendwann nur noch
über eure AnwältInnen miteinander kommuniziert?
Nein. Es hat in dem Prozess ein paar wirklich kritische Momente gegeben, wo
einer von uns angefangen hat, aus der eigenen Verletzung um sich zu schießen.
Aber glücklicherweise hat es dann immer der oder die andere geschafft zu
sagen: „Du, das wird jetzt hässlich. Das wollen wir nicht. Ich geh jetzt raus
und wir reden ein andermal weiter“. Darüber bin ich sehr dankbar. Wenn man
einen solchen Weg weitergeht und beide nur noch im Modus „Angriff oder
Verteidigung“ sind, entstehen ganz schnell Verletzungen, die bleiben und
Gräben durch die Elternbeziehung ziehen.
Was hat sich für euch zunächst geändert?
Wir wollten, dass die Kinder nicht noch ihr gewohntes Zuhause, Freunde, den
bekannten Schulweg verlieren. Und außerdem die Beziehungen zu beiden Eltern
bestehen bleiben. Darum zog Frank in eine möblierte Wohnung und kam zweimal
die Woche, die Kinder ins Bett zu bringen und nahm sie einen Tag am
Wochenende. So sahen sie sich fast alle zwei Tage. Im Lauf der Jahre haben
wir das immer wieder modifiziert, sodass ich auch abends mal länger wegkonnte
oder jeder von uns auch mal ein ganzes Wochenende off hatte. Mittlerweile
wohnen wir nur 200 Meter voneinander entfernt und die Jungs können sehr
unkompliziert wechseln. Das schätzen wir alle sehr.
Nun sagst du, dass ihr das richtig gut hinbekommen habt, aus dem Paar das
ihr mal wart, eine Verbindung auf Augenhöhe hinzubekommen. Woran genau machst
du das fest?
In diesem Prozess der Trennungsbegleitung mit dem Paartherapeuten hat es
eine Stunde gegeben, wo wir beschreiben sollten, was wir uns für unsere „neue
Beziehung“ als getrennte Eltern wünschen. Da hat sich gezeigt, dass uns
beiden am wichtigsten ist, sich darauf verlassen zu können, dass der andere
es gut mit einem meint. Wenn ich darauf vertrauen kann (und das liegt ja
nicht nur am Verhalten des anderen), ist eigentlich jeder Konflikt nur noch
eine schlichte Meinungs- oder Bedürfnisverschiedenheit. Nichts, woraus man
ein Drama machen muss. Und das merken wir beide sehr im Alltag. Da gibt es
viel „Nee du, hätte mir auch passieren können“ und „Kann ich verstehen, war
blöd, aber ja keine Absicht“.
So wie wir das machen, das muss man auch abkönnen. Wir kommunizieren zum
Teil deutlich mehr als früher. Ich glaube, das geht gar nicht anders, wenn
man wirklich die ganzen vielen Themen gemeinsam „beeltert“. Aber unser Modell
ist auch sehr flexibel und so haben wir beide genug Freiraum für die
Beziehung mit den Kindern und andererseits für viele andere Dinge, die wir
gern ohne sie tun.
Wie habt ihr es ganz konkret geschafft, als Nicht-Mehr-Paar die Kinder
nicht aus den Augen zu verlieren, nicht in einen Rosenkrieg zu geraten?
Die wichtigsten Werkzeuge dafür habe ich vielleicht aus zwei Büchern
mitgenommen. Die „Glücklichen Scheidungskinder“ von Remo Largo und das andere
heißt „Als Paar getrennt, als Eltern zusammen“. Geblieben sind daraus zwei
Aufträge: 1. Egal, was ihr entscheidet, stellt das Wohl der Kinder an oberste
Stelle, denn die können gar nichts dafür, und 2. Vermeidet, dass sie
Bindungsabbrüche erfahren und in Loyalitätskonflikte geraten, denn die sind
toxisch.
So, und damit ist man ganz schön krass an die Leine genommen. Denn wenn das
Wohl der Kinder obenan steht, muss ich auf den anderen Elternteil (wenn da
eine gesunde Beziehung besteht) einfach gut aufpassen. Und auch mal meinen
ersten Impuls von „Ungerecht!“ oder „Nicht mit mir!“ in Ruhe überdenken. Also
war zum Beispiel klar, die Jungs feiern weiter Weihnachten bei meinen Eltern
– weil das für sie Stabilität und Weihnachtszauber ist. Und Frank hat 2017
tapfer den Abend anders verbracht. Mittlerweile feiern wir wieder alle
zusammen.
Das so vernünftig zu regeln ist schwierig, wenn es an existenzielle Dinge
wie finanzielle Versorgung, Wohnen oder Arbeitenmüssen geht. Wir hatten viele
Gespräche nach dem Motto: „Bei dem Gedanken geht es mir echt ganz schlecht,
da krieg ich Panik, da bräuchte ich …“. Für mich war ganz toll, dass Frank in
Momenten, wo ich echt am Boden war, immer gesagt hat: „Hey Tina, wir sitzen
in einem Boot, ich bin immer noch an deiner Seite, wir kriegen das zusammen
hin.“
Das ist glaube ich zentral: dass man es schafft, sich einen Kern von
Loyalität zu bewahren für die Familie, die man mal gemeinsam gegründet hat.
Das geht nur, wenn beide mitmachen.
Würdest du eine Trennung manchmal auch als Chance bezeichnen?
Ich will das nicht hochjubeln. Es ist nicht unbedingt ein leichter Weg.
Auch wenn man sich als Eltern gut versteht, fehlen viele Momente der gegenseitigen
Entlastung, Unterstützung und des Teilens. Aber ja, die Chance ist, dass
bestimmte Kränkbarkeiten, die einen in der Beziehung unentspannt machen, aus
der Elternbeziehung „rauswachsen“. Wir hatten früher ganz ungute Diskussionen
über Erziehung, wo immer mitschwang: „Du findest, ich mache es nicht gut
genug“. Heute sind wir da viel konstruktiver und können auch hinnehmen, dass
wir zu manchem eben verschiedene Ansichten haben.
Und bei uns hat die räumliche Nähe und gerade auch Corona und die
Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten dazu geführt, dass die viel
beschworene „Mental Load“ nochmal fairer aufgeteilt werden konnte. Jetzt weiß
der Vater genau, was die Kinder in ihrer Freizeit tun, wann der
Gitarrenunterricht per Skype ist, wie die Klassenleitung heißt und wann die
Akut-Sprechstunde beim Kinderarzt ist. Die Trennung sorgt vielleicht für die
Möglichkeit zu überprüfen: Wie viel Alltagsverbindung will ich zu meinem
Kindern? Das klappt natürlich nur, wenn sich beide Elternteile einigermaßen
einig sind, wie sie sich das wünschen. Da haben wir einfach Glück. Aber
innerhalb der Ehe wäre das so nicht gelungen.
Hast du Tipps oder Mutmacher für Frauen, die sich grad in der Trennungsphase
befinden – oder gerade überlegen, den Schritt zu wagen?
Ich hab die Erfahrung gemacht: Jede ungute Diskussion, jeder Streit birgt
auch immer die Chance, es diesmal anders zu machen und mehr Wohlwollen und
Verständnis in die Beziehung zu bringen. Das ist eine bewusste Entscheidung:
anzuerkennen, dass der oder die andere es so gut macht, wie es eben geht. Und
auch: dass die Liebesbeziehung, die man sich gemeinsam gewünscht hat, nicht
gelungen ist. Darüber dürfen beide trauern – und manchen fällt es leichter,
wütend als traurig zu sein.
Aber eine Trennung ist umgekehrt auch eine Auffoderung, für sich selbst und
die eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Anfangs denkt man vielleicht, oh Gott, es
geht nur ums Überleben, weiter funktionieren. Aber wenn sich die eigenen
Gefühle wieder beruhigen, wird es wirklich einfacher. Und es gibt gute
Unterstützung: Beratungsstellen wie pro familia, der VAMV (Verein
alleinerziehender Männer und Frauen), Facebookgruppen für getrennte Eltern
oder eben auch Trennungsbegleitung – sorgt gut für euch, dann könnt ihr auch
für eure Kinder besser sorgen.
Zum Weiterlesen:
Eltern bleiben nach der Trennung: Ein Guide für den Umgang mit
Ex-Partnern
Trennung – Und jetzt? Wo finde ich Hilfen, was muss ich als Frau und Mutter
jetzt beachten?
Buchtipps:
Remo Largo, Monika Czernin: Glückliche Scheidungskinder: Was Kinder nach
der Trennung brauchen
J. Willems, B. Appeldoorn, M. Goyens: ls Paar getrennt, als Eltern
zusammen: Wie eine gemeinsame Erziehung nach der Trennnung gelingt
Marianne Nolde: Eltern bleiben nach der Trennung: Was Ex-Partner für sich
uns ihre Kinder wissen sollten
Eltern bleiben nach der Trennung: Ein Guide für den Umgang mit
Ex-Partnern
|
Gute Trennung als Eltern: „Wir sind auch weiterhin eine Familie" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neue-liebe-ich-lernte-meinen-mann-in-einer-seitensprung-app-kennen |
Liebe Saskia, du hast deinen Mann auf einer
Seitensprung-App kennengelernt. Erzähl doch mal, wie es dazu kam, dass du
dich
da überhaupt angemeldet hast…
Ja, ich habe meinen jetzigen Lebensgefährten über diese App kennengelernt.
Allerdings muss ich gestehen: Ich war damals in meiner Ehe auch schon da
angemeldet…
Warum?
Hmm, ich habe eine Werbung gesehen und ich dachte „Och, meld dich da mal an
und schau was da kommt.“ Im Nachhinein weiß ich, dass mir in meiner Ehe etwas
gefehlt hat. Das war mir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht so richtig klar.
Ja, und dann kamen die ersten Anfragen. Manche haben nett geschrieben manche
ziemlich plump.
Warum hast du dich gerade dort angemeldet und nicht in
einer üblichen Dating-App? Hattest du vielleicht auch Lust, jemanden
kennenzulernen,
der vielleicht vergeben ist – und der nicht gleich Beziehungsansprüche
anmeldet?
Ich glaube, ich habe mich dort einfach aus Neugier
angemeldet. Und ich denke, ich wollte keine neue Beziehung, sondern eher
ein
Abenteuer. Ehrlich gesagt habe ich mir aber überhaupt keine Gedanken
drüber
gemacht, was da auf mich zu kommt!
Ich wollte einfach mal wieder begehrt werden und mal wieder spüren, dass
sich jemand nur für mich interessiert – als Frau. Ich war in einer Beziehung
und habe drei Kinder. Ich war Ehefrau, Mutter und Kümmerer, aber Zeit für
mich und meine Person war da wenig. Mein Interesse, mal zu sehen, wie meine
Marktchancen so standen, war also groß. Denn ich fragte mich schon, wer noch
Interesse an einer 37jährigen mit drei Kindern hat.
Du hast einige Dinge in dieser App erlebt, das hast du schon angedeutet.
Besonders bezeichnend fandest du, dass die meisten Männer schrieben, sie
hätten sowas NOCH NIE gemacht… und dass sie eigentlich treu sind.
Anfangs war das eher lustig und interessant, was die Männer so alles
schreiben, um eine Frau zum Date zu bekommen. Und genau, was mich zum
Schmunzeln brachte war, dass die meisten schrieben, dass sie sowas noch nie
gemacht hätten und vor allem immer treu gewesen seien. Naja, bei den ersten
glaubst du das, aber irgendwann zweifelst du auch daran.
Manche schrieben wirklich nett und fielen nicht gerade mit der Tür ins
Haus. Aber manche haben direkt gesagt, was sie wollten und das war meistens
nicht reden. 😉
Aber es gab auch wirklich sehr nette. Und ich habe
mich auch mit Zweien getroffen. Einer kam von weiter her und wir haben
lange
geschrieben und uns dann in einem Hotel verabredet, das auf der Mitte
zwischen
unseren Wohnorten lag.
Das war ziemlich aufregend und im Nachhinein auch irgendwie unsicher. Er hätte
ja auch sonst was mit mir anstellen können… Ich hatte aber zumindest eine
Freundin eingeweiht, wo ich bin und dass wir abends noch in Kontakt bleiben.
Einfach zur Sicherheit.
Die Sorge blieb unbegründet. Es war ein sehr schöner Tag und eine
aufregende Nacht. Ich muss aber gestehen: So würde ich das nicht noch einmal
machen.
Und deine zweite Begegnung?
Der andere Mann kam aus meiner Nähe. Und wir sind anfangs immer nur
spazieren gegangen und haben geredet, das war sehr schön. Irgendwie wie eine
Insel, die ich mir geschaffen habe, um aus meinem Alltag rauszukommen.
Irgendwann aber haben wir uns dann auch bei ihm
getroffen, er war Single. Und da kam es natürlich auch zu mehr. Und auch
das
war sehr schön und irgendwie vertraut. Ein sehr netter Mann, auch mit
seiner
Geschichte hintendran. Das Ganze lief so circa drei Monate lang.
Wir haben dann festgestellt, dass es zu eng wurde und wir
wollten beide nicht weitergehen. Ich sehe ihn heute manchmal noch zufällig
in
der Stadt oder wir schreiben kurz, wie es dem anderen geht, da ich ihn
als
Person mag. Aber mehr wird da auch nicht mehr sein.
Während der Zeit war ich noch mit meinem Exmann
zusammen. Allerdings steuerte die Ehe in dieser Zeit bereits dem Ende
entgegen.
Ich fragte mich in dieser Zeit oft und viel, warum ich mich mit anderen
treffen
und mit ihnen auch intim werden wollte.
In meinen Augen gibt es immer einen Grund, warum man
sich auf sowas einlässt. Meistens würde ich sagen, dass in der Beziehung
einfach der eine nicht mehr die Wünsche und Sehnsüchte des Partners
erkennen
kann. So etwas entsteht natürlich schon weit bevor es zu einem
Seitensprung
kommt.
Du sagst, viele in der App wollten dir auch einfach nur ihre Fantasien
mitteilen…
Ja, ein Mann zum Beispiel wollte nur schreiben und Geschichten, die er sich
vorstellt, mit mir teilen. Zum Beispiel: Wir kannten uns nicht und trafen uns
zufällig. Blicke wurden ausgetauscht und es funkte direkt zwischen uns, wir
wussten genau, worauf es hinauslaufen sollte. Wir gingen gleichzeitig aus dem
Raum und trafen uns draußen. Und so weiter…
Es waren viele Geschichten, die ich so gar nicht mehr alle wiedergeben
kann, er hat mir auch von seiner Frau erzählt und dass er sie liebt und er
glaubt, dass sie eine Affäre hat. Er hat mich gefragt, wie ich manche Dinge
sehen würde. Ich habe versucht, ihm den Blick seiner Frau wiederzugeben. Das
war, als rede man halt mit einer Freundin darüber.
Wir haben auch telefoniert und es war einfach nur schön mit ihm zu sprechen
und auch die Ansichten zu manchen Themen von einem Mann zu bekommen.
Und dann kam plötzlich der Mann, mit dem du heute zusammen bist. Wusstest
du sofort, dass dieser hier anders ist als der andere?
In der Zwischenzeit war ich getrennt von meinem Exmann und hatte mit den
Kindern meine eigene Wohnung bezogen. Während der Zeit hatte ich mich
abgemeldet von der App. Als ich jedoch dann quasi frei war, dachte ich: Komm,
melde dich nochmal an, du darfst es ja jetzt.
Und ja, da kamen natürlich auch wieder Anfragen von Männern. Und da war
dann eine Anfrage von einem Mann. Profil ohne Bild. Nur eine Frage stellte er
mir: Lust auf Frühstück in Lübeck? Irgendwas hat mich denken lassen: Warum
nicht?!
Wir tauschten Nummern aus und so fingen wir an zu schreiben. Natürlich habe
ich dann direkt ein paar Bilder bekommen. Und fand ihn nett. Da sein Wohnort
circa 300 km von meinem entfernt war, dachte ich mir nichts Großes dabei. Wir
schrieben und telefonierten drei Wochen täglich mit Bild. Und was soll ich
sagen: Er hatte sich irgendwie in mein Herz geschlichen, bzw. die Neugier
geweckt.
Also trafen wir uns nach drei Wochen das erste Mal
persönlich. Er kam zu mir und wir gingen in ein Lokal. Ich hatte natürlich
auch
wieder eine Freundin eingeweiht und einen Zeitpunkt ausgemacht, zu dem
wir
telefonieren. Sicherheit geht vor!
Es war total aufregend, ich habe mich gefühlt wie ein
Kind, das sich auf etwas ganz Besonderes freut. Wir unterhielten uns den
ganzen
Abend und dann entschied ich mich, ihn mit nach Hause zu nehmen. (Die
Kinder
waren nicht da) Wir tranken noch einen Wein und redeten ziemlich viel.
Und dann kam es zu mehr. Er fuhr dann am nächsten Tag wieder heim. Wir
schrieben immer noch täglich und telefonierten weiterhin. Ich dachte, ich
lasse mich darauf mal ein, es ist ja ne Fernbeziehung und wer weiß wie lange
so was hält.
Wieso hatte er sich im Seitensprung-Portal angemeldet?
Muss ich ihn mal fragen!
Ihr habt euch sozusagen schreibend kennengelernt. Schreibt ihr euch auch
heute noch viel, gehört das zu eurer Beziehung dazu?
Ja, das Schreiben und Telefonieren ist ein Bestandteil unserer Beziehung.
Wir haben nun zwei Jahre eine Fernbeziehung geführt und uns fast jedes
Wochenende gesehen. Entweder kam er zu mir oder ich fuhr an den kinderfreien
Wochenenden zu ihm. Freitags nach der Arbeit. Und sonntags wieder zurück. Und
seit drei Monaten wohnen wir tatsächlich hier in meinem Wohnort zusammen in
einem Mietshaus – gemeinsam mit meinen Kindern. Er hat seine Wohnung
aufgegeben.
Es war einfach praktischer so herum. Ich hatte gerade erst eine neue
Arbeitsstelle gefunden, die Kinder sollten ja auch nicht zu weit weg von
ihrem Vater. außerdem brauche ich meine Familie im Hintergrund. Er hingegen
arbeitet immer noch von Montag bis Donnerstag in seinem Heimatort und kommt
dann donnerstags nach Hause zu uns. Also ist das Schreiben und
Videotelefonieren weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer Beziehung.
Wie würdest du reagieren, wenn du erfahren würdest, dass er auch heute noch
die App auf seinem Handy hat?
Ich glaube, ich wäre sauer und enttäuscht, wenn er die App noch auf dem
Handy hätte. Und auch mit Frauen schreiben würden. Gerade, weil ich durch
meine eigene Geschichte ja weiß, dass einem irgendwas fehlt in der Beziehung,
wenn man sowas macht. Ich würde es ansprechen und würde versuchen, die Kurve
zu bekommen, dass wir wieder zusammenfinden.
Was schätzt du am meisten an eurer Beziehung?
Ich schätze sehr an unserer Beziehung, dass wir beide unsere Freiräume
haben, allein schon durch die halbe Fernbeziehung. Wir können gut miteinander
reden, lachen und auch ernste Gespräche führen. Das klingt jetzt blöd, aber
er ist mein Mann!
Der, der mich hält, wenn es mir nicht gut geht und der mir auch mal meine
Ruhe lässt, wenn ich zickig bin. Oder mir einen blöden Spruch gibt, wenn ich
mich in etwas reinsteigere. Er stand mir in den letzten zwei Jahren – die
wirklich einige Hürden brachten – immer bei. Und auch wenn er manchmal nicht
persönlich da war, um mich in den Arm zu nehmen.
Wir nutzen unsere gemeinsame Zeit gerade auch an den Kinderfreien
Wochenenden für uns und unsere Liebe. Das ist mir sehr wichtig. Er sieht mich
nicht als Mama und Haushälterin – sondern als Frau. Wenn er mich anschaut,
weiß ich, dass er mich sieht.
Ach, ja ganz wichtig noch: Er versteht sich mit den Kindern und will auch
nicht der Vater sein, sondern ein Freund. Klar sagt er auch mal was, wenn es
zu doll wird. Aber im Großen und Ganzen unterstützt er mich und gibt mir
einfach ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit.
Vielleicht zum Schluss noch: Ich finde, dass man auch
als Mutter von Kindern eine attraktive und liebenswerte Frau sein kann
und
manche Männer die Eigenschaften einer Frau, die Kinder hat, gar nicht zu
schätzen
wissen.
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Neue Liebe: "Ich lernte meinen Mann in einer Seitensprung-App
kennen" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neue-serie-so-tapfer-sind-fruechchen-und-ihre-familien-folge-1-ilva-kam-mit-835-gramm-zur-welt |
Ihr Lieben, eigentlich
sollten die ersten Tage und Wochen mit einem Neugeborenen rosa-wonnig-weich
sein. Man sollte gemeinsam im Bett kuscheln, jeden Augenblick genießen und
sich langsam kennenlernen. Doch für manche Familien sieht die erste Zeit nach
der Geburt ganz anders aus. Wenn Kinder so früh auf die Welt kommen, dass sie
tage-oder wochenlang im Krankenhaus bleiben müssen. Wenn die Babys so klein
sind, dass sie nicht alleine atmen und trinken können. Wenn Eltern wochenlang
darauf warten müssen, endlich mit ihren Kindern zu schmusen. Wir haben hier
im Blog immer wieder über Frühchen und ihre Familien berichtet – Ihr und wir
waren jedes Mal ganz gerührt von den kleinen Kämpfern. Und umarmen alle
Eltern, die diese Situation erlebt haben – oder gerade erleben. Wir wissen,
dass dies eine harte Zeit ist.
Doch es ist wichtig, dass wir über Frühchen berichten und allen Eltern Mut
machen. Genau das wollen wir in den nächsten Wochen. Gemeinsam mit der
Pampers Frühcheninitiative im Rahmen von „Deutschland wird Kinderland“
erzählen wir hier vier Geschichten von Frühchen-Familien. Von ihren Kämpfen,
ihren Hoffnungen, ihren Tränen und Träumen – und davon, wie es ihnen heute
geht. Mit der Initiative „Deutschland wird Kinderland“ möchte
Pampers allen Familien zur Seite stehen – auch und besonders Frühchen-Eltern.
Deshalb hat Pampers nun gemeinsam mit Kinderkrankenschwestern und
-pflegern von Neugeborenen- Stationen eine extrakleine Windel für
Frühgeborene entwickelt. Die neue Größe P-3 wurde für die ganz kleinen
Frühchen (kleiner als 800 g) entwickelt, sie zeichnet sich durch einen
besonders schmalen Windelkern aus der extra an die Größe der kleinsten
Frühchen angepasst wurde, um den Babys eine optimale Hüftposition zu
ermöglichen. Ab Oktober kommt die kleinste Frühchenwindel sowie eine
weitere Größe (P-1 für Frühchen unter 2.300 Gramm) in den Krankenhäusern zum
Einsatz.
Ilva, die zweite Tochter von Elina, war so ein frühes Früchchen und wog bei
ihrer Geburt gerade mal 835 Gramm. Heute erzählt uns ihre Mutter die ganze
Geschichte im Interview:
Liebe Elina, Deine Tochter Ilva ist Dein zweites Kind und kam in 27+0 SSW
zur Welt. Hatte sich die Frühgeburt angekündigt oder war es eine bis dahin
völlig normale Schwangerschaft?
Ilva war ein absolutes Wunschkind und ich bin schnell schwanger geworden.
Leider hat mein Ex-Mann dann beschlossen, dass er nicht mehr länger zur
Familie gehören möchte und hat mich verlassen. Trotzdem verlief die
Schwangerschaft gut, meine Freude auf das Baby war durch die Trennung nicht
getrübt. in der 26+0 Schwangerschaftswoche bin ich an einem Montag ganz früh
aufgewacht und habe gleich gemerkt, dass irgendwas anders ist. Als ich
aufgestanden bin, lief mir das Blut schon die Beine runter.
Bist Du ruhig geblieben oder warst Du panisch?
Ich hatte keine Schmerzen und ich habe Kindsbewegungen gespürt, das hat
mich etwas beruhigt. Außerdem hatte ich ja noch meinen Sohn zu Hause, der zu
dem Zeitpunkt noch nicht mal zwei Jahre alt war. Vor ihm konnte ich ja nicht
panisch sein. Ich habe also meinen Ex verständigt, wir haben unseren Sohn zur
Tante gebracht und sind dann ins Krankenhaus.
Was haben die Ärzte dort festgestellt?
Dass es dem Kind gut geht, dass es lebt. Ilva bekam dann die erste
Lungenreife-Spritze. Die Ärzte entschlossen sich aber, uns mit Blaulicht ins
nächst größere Krankenhaus zu bringen. Da war mir dann schon klar, dass nicht
alles ok ist. In dem anderen Krankenhaus haben sie dann erstmals eine
Vermutung ausgesprochen. Sie sagten, es könne sein, dass meine Fruchtblase
gerissen ist. Mir war wichtig, dass alle von Anfang an mit mir Klartext
sprechen. Ich bin Physiotherapeutin, kenne mich also auch mit medizinischen
Begriffen aus. Es war mir wichtig, dass ich weiß, was mit mir passiert. Ilva
bekam die zweite Lungenreifenspritze und wurde auf 620 Gramm
geschätzt.
Wie ging es weiter?
Ich musste im Krankenhaus bleiben, hatte immer wieder mal Wehen und bekam
Wehenhemmer. Außerdem wurden die Blutwerte immer schlechter und mir war klar,
dass eine Geburt näher rückte. Der Oberarzt sagte mir ganz klar: Kinder unter
1000 Gramm haben eine 50/50 Chance.
Wann kam Ilva dann zur Welt?
Genau eine Woche später, also und er 27+0 Schwangerschaftswoche. Ich hatte
gerade Mittaggegessen, da kam die Krankenschwester rein und sagte, die
Blutwerte seien nun so schlecht, dass sie die Kleine nun holen würden. Ich
wusste, dass der Start für sie hart werden könnte. Doch dann hörte ich sie
schreien – und ab dieser Sekunde habe ich nicht mehr daran gezweifelt, dass
sie es schaffen würde. Ilva wog 835 Gramm, war 34 Zentimeter groß und hatte
einen Kopfumfang von 23 Zentimetern.
Wann durftest Du sie sehen?
Etwa zwei bis drei Stunden nach dem Kaiserschnitt. Sie lag in dem Raum für
die ganz frühen Frühchen und sah aus wie ein kleiner Vogel, der aus dem Nest
gefallen war. Natürlich war sie voller Kabel und es gab nur eine
winzige Stelle am Oberarm war frei – da habe ich meinen Finger hingelegt –
das war der einzige Hautkontakt der möglich war.
Wie haben die Ärzte ihren Zustand beurteilt?
Sie wollten sich natürlich nicht festlegen, weil man nie sicher sein kann,
was der nächste Tag bringt oder ob es Schäden im Hirn gab. Allerdings war
ihre Sauerstoffsättigung im Blut ungewöhnlich gut, das hat alle
überrascht.
Gab es bange Momente?
Natürlich. An einem Tag war der Bauch total aufgebläht und keiner wusste
warum. Ilva bekam einen Einlauf, aber es wurde nicht besser. Die Ärzte
sprachen schon von einer Darm-OP. Da habe ich ihr vorsichtig den Bauch
massiert und ihr gesagt, dass sie mir jetzt keinen Schrecken einjagen soll.
Kurz darauf entleerte sich der Darm komplett und das Problem war
gelöst.
Wie ging es Dir in der ganzen Zeit?
Ich hatte ja schon ein Kind, mein Ex kümmerte sich in dieser Zeit viel um
ihn. Trotzdem wollte er ja auch Mama-Zeit und die wollte ich ihm auch geben.
Und ich wollte so viel wie möglich Zeit bei Ilva verbringen – das war
mitunter schon viel. Aber ich wusste ja, wofür ich kämpfe. Mein Ziel war es,
dass wir Weihnachten zu Hause feiern können.
Hat es geklappt?
Wir wurden am 2.12. entlassen – einen Monat vor dem errechneten
Geburtstermin. Ilva wog 2200 Gramm und war 42 Zentimeter groß.
Wie war es für Dich nach Hause zu kommen?
Einfach nur wunderbar. Endlich vereint mit meinen zwei Kindern. Ich war so
glücklich.
Wie sind andere Menschen mit Dir umgegangen?
Was mich wirklich traurig gemacht hat, war, dass ich so gut wie keine
Glückwunschkarten oder kleine Geschenke zur Geburt bekommen habe. So, als gratuliere
man nicht zu „so einem Kind.“ Generell waren viele wohl mit der Situation
überfordert. Eine Bekannte wollte ein Foto von Ilva aus dem Krankenhaus
sehen. Da habe ich ihr eins gezeigt und sie sagte: „Oh, ist das süß.“ Da habe
ich mich doch sehr gewundert. Wie kann man zu einem voll verkabelten Frühchen
„süß“ sagen?
Wie hat Ilva sich entwickelt?
Das erste Jahr war sie ganz klar entwicklungsverzögert. Zu ihrem zweiten
Geburtstag hatten sich jedoch bereits alle Unterschiede zu Gleichaltrigen
verwachsen.
Was ist Ilva für ein Kind?
Man merkt ihr an, dass sie schon früh kämpfen musste. Sie weiß genau, was
sie will und was sie nicht will. Und auf der anderen Seite ist sie sehr
einfühlsam und emphatisch. Sie ist ein ganz besonders Kind.
Du hast nach Ilva noch ein Kind bekommen. Konntest Du diese Schwangerschaft
nach den Erlebnissen überhaupt noch genießen?
Ich habe einen neuen Partner gefunden und wir haben uns noch ein
gemeinsames Kind gewünscht. Ganz unbelastet war diese Schwangerschaft nicht,
aber es ist alles gut gegangen.
Wie hat Dich Ilvas Geburt verändert?
Ich genieße die Zeit mit den Kindern mehr. Und ich weiß, wie glücklich ich
sein kann, drei gesunde Kinder zu haben.
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Neue Serie: So tapfer sind Früchchen und ihre Familien. Folge 1: Ilva kam
mit 835 Gramm zur Welt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neues-zuhause-gesucht-wer-kann-steffi-helfen |
Ihr Lieben, weil wir ja seit Samstag einer Welle der Hilfebereitschaft
surfen, hoffen wir für Steffi nun auch auf ein Weihnachtswunder. Steffi hat
uns diese Nachricht geschrieben:
Ich bin alleinerziehende Mutter von 3 Kindern, fast 10, fast 17 und 18. Wir
wohnen in Hürth bei Köln in einem Haus. Dieses ist jetzt zu groß für uns,
weil meine Ehe im letzten Jahr kaputt gegangen ist und ich die Miete alleine
nicht bezahlen kann. Ich suche also für uns vier eine Wohnung mit vier
Zimmern, maximal Miete 1250 Euro, in oder nahe Hürth.
Ich bin schon lange auf der Suche, finde aber nichts und stehe im März mit
den Kindern auf der Straße….Wer etwas weiß, bitte mail an
info@stadtlandmama.de
Vielen Dank, Eure Steffi
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Neues Zuhause gesucht: Wer kann Steffi helfen? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/neurofibromatose-typ-1-wie-ein-chromosomenfehler-unser-familienleben-beeinflusst |
Liebe Evelyn, Dein Sohn ist 10 Jahre alt und hat eine genetische
Erkrankung. Bitte erzähl uns, welche genau und wie sie sich
äußert.
Mein Sohn leidet an Neurofibromatose Typ 1. Auch Morbus Recklinghausen
genannt. Obwohl es eine genetische Erkrankung ist, kann sie auch spontan
auftreten, also auch ohne dass ein Elternteil betroffen ist. Es ist ein
neurokutanes Syndrom, das heißt, dass sowohl das Nervensystem als auch die
Haut betroffen ist. Der Fehler liegt auf Chromosom 17. Er verhindert,
dass der Eiweißstoff Neurofibrom gebildet wird. Was genau das für
Auswirkungen hat, ist noch nicht komplett erforscht. Unter anderem ist
Neurofibromin aber ein Tumorsuppressor, verhindert also das Wachstum von
Tumoren.
Da es bei NF1 Patienten nicht oder nicht richtig funktioniert, kann es zu
einem vermehrten Tumorwachstum bei den Betroffenen kommen. Im Normalfall sind
es zwar gutartige Tumore, sie können aber entarten. Es gibt recht
klare Symptome wie hellbraune flache Pigmentflecken auf der Haut –
Café-au-lait Flecken genannt, sommersprossenartige Pigmentierung in Achsel
und/oder Leiste, Lisch Knötchen (Hamartome) der Iris, Neurofibrome
(Nerventumore), Optikusgliom (Sehnervtumor), Knochenveränderungen wie
Tibiadysplasie, Keilbeindysplasie oder Skoliose.
Trotzdem ist es oft nicht einfach eine Diagnose zu stellen. Wahrscheinlich
auch deshalb, weil die Krankheit immer noch zu wenig bekannt ist. Abgesehen
von den Symptomen können noch verschiedenste Begleiterkrankungen auftreten.
Wahrnehmungsstörungen, Lernstörungen, Aufmerksamkeitsstörung mit oder ohne
Hyperaktivität, Autismusspektrumstörung, motorische Störungen,
Sprachentwicklungsverzögerungen… Alles kann, nichts muss. Die Ausprägungen
sind von Patient zu Patient sehr unterschiedlich und es kann nicht
vorhergesagt werden, wie die Krankheit verläuft. Ich finde, diese
Ungewissheit ist das Schlimmste an NF1.
Ihr habt die Diagnose erst seit 1,5 Jahren – warum erst so spät und was
waren die Vermutungen zuvor?
Mein Sohn kam nach einer schwierigen Schwangerschaft auf den ersten Blick
gesund zur Welt. Allerdings gab es Anpassungsstörungen. Monatelang war er ein
schwacher Trinker, schlief kaum, schrie viel. Seine motorische Entwicklung
verlief langsamer als die seines älteren Bruders, war aber noch einigermaßen
in der Norm. Später schickte uns die Pädagogin in der Krippe erstmal zur
Ergotherapie. Aufgrund seiner Entwicklungsmerkmale und fehlender NF1 Diagnose
gab es verschiedene Ansätze. Zum Beispiel Sensorische Integrationstherapie.
Später machten wir noch eine psychologische Entwicklungsdiagnostik und
Visualtraining wegen der visuellen Wahrnehmungsstörung.
Auf meiner Liste stand noch ein Hörtraining aufgrund der auditiven
Wahrnehmungsschwierigkeiten und natürlich Legasthenietraining auf Anraten der
Psychologin. Wegen seiner Aufmerksamkeitsstörung suchten wir auch noch nach
einem Psychotherapie Platz…
All das war keineswegs falsch und hat ihm und uns auch geholfen. Zumindest
teilweise. Denn mein Sohn beschloss irgendwann einfach nicht mehr
mitzumachen. Im Nachhinein versteh ich ihn total. Aber mein Förderwahn
veranlasste mich dazu, alles Menschenmögliche zu versuchen.
Ständig schienen sich neue Baustellen aufzutun. Ob und wie sie
zusammenhingen war nicht immer klar. Ich war verzweifelt.
Wie ging es dann weiter?
Im Herbst 2018 hörte ich in einem Seminar das erste Mal etwas von
Neurofibromatose. Da machte es Klick. Plötzlich ergaben die Puzzleteile ein
vollständiges Bild. Auch das Rätsel um seine Pigmentflecke schien gelöst.
Gleichzeitig war ich aber natürlich schockiert und wollte es nicht
wahrhaben.
Ich vereinbarte einen Termin bei einem Hautarzt, erzählte aber nichts von
meiner Vermutung. Er diagnostizierte einen Hautpilz und schickte uns mit
Cremen und Co nach Hause. Die Flecken verschwanden dadurch natürlich
nicht.
Monate später konnte ich mich dazu durchringen einen Termin beim Kinderarzt
zu machen. Wieder wollte ich nichts von meiner Vermutung sagen. Schließlich
wollte ich nicht, dass er mich für eine paranoide Mutter hält… Ich versuchte
ihn dezent auf die Flecken hinzuweisen und er ging darauf ein. Zwar tat er es
als recht unwahrscheinlich ab und verharmloste die Krankheit, veranlasste
aber einen Gen-Test. In derselben Woche kontaktierte mich die Schulärztin,
wies mich auf die Flecken hin, fragte, ob wir sie schon hatten untersuchen
lassen und bestätigte somit meine Befürchtung. Da war es Juni. Im August
erhielten wir das Ergebnis der humangenetischen Untersuchung. Befund:
pathologisch.
Wie stark ist Dein Sohn davon beeinträchtigt? Gibt es
Behandlung/Therapien dagegen?
Im Vergleich zu anderen Betroffenen ist mein Sohn im Moment relativ wenig
davon beeinträchtigt. Wie oben beschrieben hat er einige Baustellen.
Lese-Rechtschreib-Störung, ADS, diverse Wahrnehmungsstörungen und
Schwierigkeiten in der emotionalen Regulation, motorische
Koordinationsstörung, muskuläre Hypotonie. Wie bei jedem anderen Kind ohne zu
Grunde liegenden Gen-Defekt kann man an diesen Dingen arbeiten.
Eine Heilung für die Neurofibromatose gibt es aber nicht. Man kann nur
versuchen durch gezielte, regelmäßige Arzttermine ein möglichst aktuelles
Bild über mögliche Begleiterkrankungen zu bekommen. Je nach Befund mindestens
1x jährlich Schädel MRT, Organultraschall und Augenuntersuchungen, um Tumore
rechtzeitig zu erkennen. Ebenso Untersuchungen beim Hautarzt wegen der
kutanen und subkutanen Neurofibrome und Check-ups beim Orthopäden um mögliche
Knochendeformitäten frühestmöglich erkennen und behandeln zu
können.
Wie geht dein Sohn psychisch damit um? Ist es eine Belastung für ihn?
Ich denke, vieles kann er noch gar nicht richtig erfassen. Zum Beispiel was
die Krankheit alles mit sich bringen und was medizinisch auf ihn zukommen
könnte. Allerdings ist mein Sohn auch ein Verdrängungskünstler. Er flüchtet
sich gerne in seine eigene Welt. Die Untersuchungen holen ihn jedoch
regelmäßig in die Realität zurück. So fragte er mich im vergangenen
Sommer: Mama, wann muss ich wieder in die Röhre (MRT)?– In einem Monat
ungefähr.Wie oft muss ich noch in die Röhre?– Schatz, dein ganzes Leben lang
immer wieder.Auch noch wenn ich schon 12 bin?– Auch wenn du 12 bist, wenn du
30 bist, wenn du 60 bist…Wenn ich 60 bin, dann bist du ungefähr 90. Lebst du
dann noch?– Hm, ich weiß nicht. Es ist schon möglich, dass ich dann noch
lebe.Mama, kommst du dann auch noch mit mir mit zum MRT wenn ich schon 60
bin?
Er möchte nicht, dass jemand von seinen Freunden etwas von der Krankheit
weiß und spricht nicht gern darüber.
Hat die Erkrankung Eures Sohnes Auswirkungen auf die anderen Kinder?
Ja, da bin ich ziemlich sicher. Mein Großer musste von Anfang an ziemlich
zurückstecken. Sobald der Mittlere geboren war, verlangte er den Großteil
meiner Aufmerksamkeit. Erst aufgrund des exzessiven Schreiens und der
schlaflosen Nächte, später aufgrund der vielen Therapiemaßnahmen.
Mittlerweile sind sie ja zu dritt und natürlich kosten die Arzt- und
Therapietermine nach wie vor viel Zeit und Energie.
Die Kleine versuche ich währenddessen bei den Großeltern oder Freunden unterzubringen,
aber oft muss sie auch mit, was ihr natürlich nicht immer Spaß macht. Den
Großen kann ich schon mal allein zu Hause lassen. Immer wieder mal bekomme
ich zu hören, dass ich mich ständig nur um den Mittleren kümmere. Genauso
wirft mit den Mittlere aber auch vor, dass ich dauernd nur was mit der
Kleinen mache, oder der Große immer alles darf…
Zum Glück sind der Große und die Kleine sehr selbständig was die
Schulaufgaben betriff, denn der Mittlere braucht auch hier viel
Aufmerksamkeit und Begleitung. Worunter die Geschwister noch leiden, sind die
emotionalen Ausbrüche ihres Bruders. Er ist leicht ablenkbar und
oft am Limit, weil ihn vieles, was für andere Kinder ganz normal ist, jede
Menge Energie kostet. Das hat dann schon mal zur Folge, dass er aufgrund der
Überforderung schreit und tobt und diverse Gegenstände durchs Zimmer fliegen.
Ich versuche sie und uns davor zu schützen, indem ich zum Beispiel präventiv
bei Hausübungen eine möglichst ablenkungsfreie Umgebung schaffe, die Aufgaben
in kleine Portionen aufteile und ihm so viel Gestaltungsfreiraum wie möglich
verschaffe. Es klappt nicht immer. Dann müssen wir schon mal in Deckung gehen
und dann und wann hat auch schon ein Möbelstück dran glauben müssen…
Wo hast du dich informiert bzw. wo können andere betroffene Menschen Hilfe
finden?
In Deutschland gibt es den Bundesverband Neurofibromatose und in Österreich
den Verein NF Kinder. Das sind Patientenorganisationen, die sich um die
Anliegen der Betroffenen kümmern und versuchen die Forschung voranzutreiben,
sodass es hoffentlich irgendwann eine Heilung gibt.
Was wünscht du dir für eure Zukunft?
Ich wünsche mir, dass mein Sohn zumindest einen guten Freund hat
und immer liebevolle Menschen an seiner Seite sind, die ihn
begleiten. Dass er sein Potenzial entfalten kann. Er ist so ein kreativer,
umsichtiger, empathischer Junge, hat tolle Ideen und kann richtig mit
anpacken. Beim Kochen und Holzhacken zum Beispiel. Er freut sich über so
viele kleine Dinge und man kann super mit ihm Spaß haben.
Ich wünsche mir, dass ihn andere auch so sehen können und ihn einfach
annehmen, wie er ist. Natürlich wünsche ich mir auch, dass er nie gegen einen
bösartigen Tumor kämpfen muss und es bald eine Heilung für NF gibt.
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Neurofibromatose Typ 1 - so lebt unser Sohn damit |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nicht-mehr-klein-und-noch-nicht-gross-haben-die-kinder-jetzt-das-schoenste-alter |
Gestern saß ich auf dem Spielplatz, zwei Kinder kletterten, eins buddelte.
Es war friedlich und ich konnte einfach auf der Bank sitzen und in den Himmel
schauen. Kurz nach uns kam eine Mama, die ein Baby in der Babytrage hatte und
ein Zweijähriges an der Hand. Sie konnte nicht eine Sekunde sitzen, sondern
hopste nonstop von einem Bein auf das andere, damit das Baby nicht aufwacht –
während sie gleichzeitig dem Kleinkind beim Klettern und Rutschen half. Ich
dachte nur: WOW, was die Frau da leistet und: Wieviele Jahre war ich genau
wie diese Mutter, immer in Bewegung, immer dabei, weil jemand stürzen könnte
oder Hilfe brauchte.
Meine Kinder sind drei, sechs und neun – ich wickel nicht mehr, schlafe
nachts (meistens) durch, die Kinder spielen miteinander oder verabreden sich,
können sagen, wenn ihnen was weh tut. Es ist tatsächlich möglich, dass ich
mich mittags mal hinlege, während die Kinder alle in ihren Zimmern sind und
CD hören.
Meine Kinder sind nicht mehr klein – aber eben auch noch nicht so groß wie
Lisas. Noch finden sie uns Eltern nicht peinlich, noch haben sie Lust, Dinge
mit uns zu unternehmen, noch kuscheln sie gerne mit uns. Noch sind wir Eltern
für sie die Helden, ohne große Fehler, unantastbar auf Platz eins der
wichtigsten Menschen. Noch denken sie, wir hätten für jedes Problem eine
Lösung.
Wir kämpfen noch nicht gegen die Gunst der Freunde an, streiten noch nicht
wegen der Verlockungen von Handys und Playstations. Wenn ich sage: „Wir gehen
heute ins Freibad“ brechen alle noch in Jubelgeschrei aus – niemand sagt:
„Nö, keinen Bock.“
Neulich sagte meine Freundin: „Das hier sind die goldenen Jahre. Die Kinder
brauchen uns nicht mehr nonstop, aber sind noch nicht so weit, dass sie sich
von uns abgrenzen. Das sind wirklich nur ein paar Jahre – und die müssen wir
genießen.“
Irgendwie hallen diese Worte bei mir gewaltig nach.
Denn ich habe ein bisschen Angst, dass sie stimmen könnten. Dass wir jetzt
die schönsten Jahre mit den Kindern haben. Das soll nicht heißen, dass es bei
uns zu Hause manchmal nicht SAUANSTRENGEND ist. Täglich gibt es hier
Geschwisterstreit und drei sehr unterschiedliche Charaktere mit
unterschiedlichen Temperament. Und dennoch: Eigentlich ist das Alter der
Kinder jetzt wirklich schön.
Wie geht es anderen Mamas da draußen? Habt Ihr die Babyzeit ganz besonders
genossen? Oder findet ihr es jetzt toll mit Teenagern? Ich freue mich sehr,
wenn Ihr mir verratet, welche Phase für Euch besonders schön war!
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Nicht mehr klein und noch nicht groß: Haben die Kinder jetzt das schönste
Alter? | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/nicola-schmidt-ueber-fehler-in-der-erziehung-und-warum-kinder-nie-schuld-sind |
Ihr Lieben, in Zeiten der Emotionalität mag das vielleicht erstmal nicht so
hip klingen: Ein faktenbasiertes Buch über Erziehung, den Elternkompass. In
dem die bindungsorientierte Erziehungs-Expertin Nicola Schmidt fragt, was
wirklich gut für unsere Kinder ist. ABER!
Nicola Schmidt wäre nicht Nicola Schmidt, wenn sie daraus nicht abermals
ein Wunderwerk macht. Denn sie hat sich zwar beim Schreiben auf Studien und
handfeste Beweise bezogen, aber sie hat das Buch aufgebaut wie ein Krimi.
Nicht trocken geschrieben, sondern voller Spannung.
Sie hat sich bei den Themen vor allem gefragt: Wo kommt das her, dass wir
so handeln? Wo führt das hin? Und: Wollen wir das so weitermachen? Und oft
war die Antwort einfach: Nein, das wollen wir nicht!
Kinder als Tyrannen ansehen zum Beispiel: „Wenn der zu viel Aufmerksamkeit
kriegt, nutzt der das nur aus“ hören wir da zum Beispiel. Die Familie als
Machtsystem statt als Bindungssystem, – aber das macht keinen Sinn, denn
Kinder sollten nie als Feinde betrachtet werden, deren Verhaltensweisen
bekämpft werden müssen. Wie kam es trotzdem zeitweise dazu? Wer kam auf die Idee,
das als gute Idee der Erziehung zu propagieren. All diese Fragen stellt sich
Bestseller-Autorin und Wissenschaftsjournalistin Nicola Schmidt in ihrem
neuen Buch. Wir durften sie zum Interview bitten.
Liebe Nicola, Eltern haben heute im Grunde alle Freiheiten, sie dürfen
gebären wie und wo sie wollen, dürfen ihre Kinder antiautoritär, frei,
geborgen, bindungsorientiert oder ganz anders erziehen dürfen in Patchwork
und Großfamilien in Communitys oder Queerfamilien aufwachsen und eigentlich
sollte damit doch alles gut sein. Trotzdem hat man das Gefühl, die
Verunsicherung wächst. Wie kommt das? Oder wächst sie gerade durch die vielen
Freiheiten?
Ja, ich denke, sie wächst wegen der vielen Freiheiten. Und weißt du was?
Ich finde das wunderbar! Es wird ja oft bemängelt, dass Eltern unsicher sind.
Aber ich möchte jedem Elternteil danken, das unsicher ist, das sagt: „Ich
brauche Hilfe, ich weiß nicht, wie es geht oder wie ich es anders oder besser
machen kann“. Denn die Zeiten, in denen Eltern sich 100%ig sicher waren… puh,
das waren selten kluge, menschenfreundliche Sicherheiten des „So macht man
das halt“. Ich bin dankbar für jeden und jede, die den Mut hat, neue Wege zu
gehen.
Wir hatten zu viele Sicherheiten aus Ideologie und Politik statt aus
Entwicklungspsychologie und Medizin. Zu diesen ideologisch-politischen
Sicherheiten möchte ich persönlich wirklich nicht zurück. Also ist die
Unsicherheit heutiger Eltern ein gutes Zeichen. Ein Zeichen des Aufbruchs.
Ich verneige mich vor ihnen!
Nun hast du als Orientierung einen Eltern-Kompass geschrieben – wie kamst
du auf die Idee?
Ehrlich gesagt kam die Idee von meinen LeserInnen. Immer wieder fragten sie
mich nach meinen Vorträgen oder Ausbildungskursen, auf welche Fakten ich mich
beziehe, wo die Studie dazu steht und welche Wissenschaft dem Gesagten
zugrunde liegt. Ich habe schon als Kind gelernt: Schau nach der Quelle! Und
dann nach einer Gegenquelle! Und dann bilde dir erst eine Meinung. Und jetzt
gibt´s im Elternkompass allein 508 Fußnoten 😉 – und ich bin sicher,
dass da nicht die Wahrheit drinsteht, aber der Stand dessen, was wir heute
sicher wissen. Und das lohnt sich, anzuschauen, es waren eine Menge
Überraschungen dabei, sogar für mich!
Du hast selbst Kinder und lebst in einer Patchwork-Familie. Welche
Ratschläge in Sachen Erziehung haben dir persönlich wirklich geholfen?
Bei ganz kleinen Kindern hat mir geholfen, zu erfahren, dass Frust erlaubt
ist. Ich dachte immer, ich müsste meine Kinder möglichst ohne Frust und
Trauer durch ihr Leben lotsen. Dabei müssen sie ja erleben dürfen, dass das
Leben nicht immer nur Freude ist. Durch diesen Frust aber – und das dürfen
und sollten wir ihnen zeigen – müssen sie nicht allein durch.
Wunderbare Augenöffner, für die ich sehr dankbar bin, waren für mich
Autoren wir Laura Markham, Lienhard Valentin, Rick Hanson, Daniel Siegel und
Tyna Bryson. Sie haben mir zum Beispiel gezeigt, dass ich andere Menschen
runterregeln kann, wenn ich meinen eigenen Atem beruhige und ganz in meinem
Körper ankomme. Klingt verrückt?! Klappt aber!
Mit angehaltenem Atem und rasendem Herzschlag hingegen kann ich mein Kind
nicht beruhigen – dann bin ich ja selbst völlig dysreguliert. Und unsere
Kinder spiegeln uns. Als ich das verstanden hatte, konnte ich meinen Kindern
von einem Moment auf den anderen viel besser helfen. Das funktioniert
wirklich ein bisschen wie eine Fernbedienung – und nicht nur im Gespräch mit
den Kindern, sondern auch mit Erwachsenen, im Straßenverkehr, bei
Geschäftsverhandlungen. (In „Erziehen ohne Schimpfen“ erkläre ich, wie das
geht.)
Und welche Tipps waren eher kontraproduktiv?
Nicht geholfen hat mir, wenn jemand sieben Wochen nach der Geburt meinte,
das Kind bräuchte jetzt aber mal Zeit für sich alleine. Mit sieben Wochen?
Und außerdem sprach man mir jede Kompetenz ab: „Der Kleine muss aber jetzt
auch mal langsam in die Betreuung, weil du ja gar nicht ausgebildet bist
dafür.“ Als würde ich ohne Ausbildung nicht wissen, wann mein Kind Hunger hat
oder müde ist. Oder man sagte mir, dass ich mir mit Sicherheit nur einbilde,
was mein Kind braucht – es aber eigentlich nicht wissen kann. Da war ich
wirklich verunsichert. Heute weiß ich: Alles Unsinn. Aber als junge Mutter
traf mich das tief, im Elternkompass erzähle ich die Geschichte dazu. Aber
Studien zeigen ganz klar: Ein Baby und Kleinkind kann zu Hause genauso alles
fürs Leben lernen wie in einer Einrichtung.
Elternkompass: Was ist wirklich gut für mein Kind? Alle wissenschaftlichen
Studien ausgewertet
Im Untertitel deines neuen Buches fragst du „Was ist wirklich gut für mein
Kind?“ Kannst du das in drei Sätzen beantworten?
Ein positives Menschenbild der ElternFriedliche Eltern: Peaceful parents –
happy kids.Eltern, die Nein sagen können – und zwar nicht zum Kind, sondern
zum Druck von außen. Das geht ja schon mit der Geburt los:Nein, ich will
keinen vorsorglichen Intravenösen Zugang zur Geburt gelegt bekommenNein, Sie
nehmen das Kind nicht ohne mich mit in ein anderes Zimmer
Diese Überkonformität, die wir gelernt haben führt oft zu schlechten
Entscheidungen – vor allem gegenüber unseren Kindern. Und die haben nun mal
keine Lobby, um sich zu wehren. Wir sagen viel zu oft Nein zu Kindern statt
zu anderen, die vermeintlich Druck auf uns ausüben – oft meinen sie es ja nur
„gut“, aber es hilft uns nicht. „Emotional discomfort“ nennt man das. Dieses
doofe Gefühl gegenüber anderen, für das wir dann lieber unser Kind opfern
bzw. den Druck an die Kinder weitergeben statt diesem Gefühl standzuhalten.
„Wenn du jetzt nicht still bist, gehen wir nie wieder in den Zoo!!“ Statt
dass wir verstehen, dass es halb sechs ist, das Kind müde und durch und dass
es jetzt tatsächlich ein Eis und einen Arm braucht – und nächstes Mal gehen
wir halt ne Stunde früher schon nach Hause, bevor alles eskaliert…
Nun raten ja auch viele, aufs Bauchgefühl zu hören. Danielle Graf vom
Gewünschtesten Wunschkind aller Zeiten gibt in unserem eigenen Buch
allerdings zu bedenken, dass ihr das Bauchgefühl allein niemals gereicht
hätte, um zu verstehen, dass ein Baby zum Beispiel durch Pucken, als festes
Einwickeln, zu beruhigen ist. Sie sagt: Ein Mix aus Bauchgefühl und guten
Ratschlägen ist wichtig. Wie stehst du dazu?
Ich stehe dem Thema Bauchgefühl sehr skeptisch gegenüber. Was die Leute
damit ja eigentlich meinen, ist ihre Intuition, also das Bauchgehirn, das
über Wiederholung und Erfahrung funktioniert. Was aber, wenn meine Erfahrung
ist, dass ich als Kind von meinen Eltern eher als Feind denn als Freund
angesehen wurde? Wenn ich dann in Stress gerate, ruft mein Bauchgehirn
automatisch diese Erfahrungen ab – ungefiltert vom Neokortex. Hier ist es
dann essentiell wichtig, eben nicht nur aufs Bauchgefühl zu achten, sondern
rational zu handeln und nachzudenken, was das Beste sein könnte.
Insofern sollten im Grunde nur diejenigen ungefiltert auf ihr Bauchgefühl
hören, die eine fantastische Kindheit hatten. Mit einer aktiven, gesunden
Empathie geht das. Was sich falsch anfühlt, ist dann in der Regel auch
falsch. Was sich richtig anfühlt, ist aber nicht unbedingt richtig. Ich
empfehle also generell allen Eltern lieber eine Mischung aus Intellekt und
Bauchgefühl.
Wissenschaftler würden Babys immer trösten, sagst du und belegst das auch
in deinem Buch. Erzähl mal mehr dazu.
Naja, warum trösten wir Babys nicht? Weil wir glauben, die testen uns aus,
die wollen die Macht übernehmen. Ein verrückter Gedanken, denn dazu ist das
Babygehirn noch gar nicht in der Lage. Oder vielleicht weil wir denken, sie
müssten das jetzt lernen mit der Selbstberuhigung. Können Sie aber auch noch
nicht – auch das kann ihr Gehirn noch nicht. Ein schreiendes Baby hat Stress.
Und unter Stress lernt kein homo sapiens. Eher Programmieren wir damit ihr
Gehirn auf „Die Welt ist gefährlich, ich bin hier allein.“
Die Folge: Entweder sie schreien dann noch mehr als zuvor oder wenden
autoaggressive Energien – nach innen. Und das ist später schwer zu
therapieren, weil es präverbal geschieht. Weil ein Baby noch keine Worte für
das Erlebte hat und es dann auch später in der Aufarbeitung schwierig ist,
das Unbehagen aus dieser Anfangszeit mit Worten zu benennen. Diese eigenartige
Vorstellung von „Strenge“ oder „Stärke“ ist meines Erachtens der häufigste
Erziehungsfehler in Deutschland: Wenn wir das einmal machen, müssen wir das
immer weiter machen – totaler Quatsch. Ein Kind zu beruhigen ist genau das
Gegenteil, wir bringen ihm dadurch bei, wie man sich beruhigt und dann kann
es erst lernen, das später selbst zu schaffen.
Woher kommt die Idee des Schreienlassens also?
Genau das hab ich mich fürs Buch auch gefragt – und herausgefunden, dass es
sich an das Training von Zirkustieren und an die Behandlung von
Angststörungen anlehnt. Und allein das zeigt ja schon, wie wenig es zu
kleinen Menschenkindern passt.
Wie lautet denn die beste Lösung für diese Herausforderung?
Konsequent sein. Und zwar in dem Sinne, dass ich mich konsequent nach der
Verfassung meines Kindes richte. Ist mein Kind in guter Verfassung, kann ich
meine Regeln durchziehen. Ist es in keiner guten Verfassung kann ich Fünfe
gerade sein lassen. Und für Babys gilt nunmal, dass wir sie zu 100%
ko-regulieren, da stellt sich die Frage gar nicht. Erst im zweiten Lebensjahr
fangen wir überhaupt damit an – das reicht noch allemal. Können müssen sie es
übrigens erst, wenn sie 16 sind!
Warum machen wir das? Wenn es in guter Verfassung ist fällt es unserem
Kleinkind leicht, sich an soziale Vorgaben zu halten. Denken wir doch mal an
uns: Wenn es mir gut geht, kann ich meinen Diätplan strikt durchziehen. Wenn
nicht, brauch ich aber meine Trostschokolade. Denn wenn zu den schlechten
Tagen auch noch Druck kommt, kann das nicht gut funktionieren. Das macht uns
nicht zu schlechten Menschen! Wir lernen einfach besser, wenn es uns gut geht
– aber lernen tun wir es ganz sicher!
Was heißt das für unsere Erziehung?
Nachsichtige Eltern haben kooperative Kinder. Nein, diese Kinder fangen
nicht an, uns auf der Nase rumzutanzen. Dazu vielleicht ein Beispiel aus der
Praxis: Der Sohn, sechs Jahre alt, kommt zu mir. Ich hatte versprochen, dass
wir am Abend einen Film zusammen schauen. Ich bin aber hundemüde heut, hatte
einen anstrengenden Tag und sage das auch ganz offen. Mein Kind quengelt dann
nicht. Es sagt ann: „Das verstehe ich, dann lass uns den Film morgen
schauen.“ – ein kooperatives Kind.
Wenn er von mir allerdings gelernt hätte, dass wir Dinge auf Teufel komm
raus durchziehen, egal was ist und wie es allen geht, dann hätte er mir
vermutlich in dieser Situation auch eine Szene gemacht. Es lohnt sich also
auf Dauer, hier zu investieren (ich neige zur Faulheit – auch in
Erziehungsdingen, deswegen liebe ich nachhaltige Lösungen, auch wenn sie am
Anfang mehr Arbeit machen)
Es gibt ja auch viele – besonders Erstkind-Eltern –, die Rituale sehr ernst
nehmen und glauben, wenn sie auch nur EINE Ausnahme machen, seien sofort alle
Mühen dahin. Ist das wirklich so?
Ohhhh! Und dann sagen die Leute: „Tja, selbst schuld.“ Das Schuldsystem in
Deutschland ist einfach sehr stark ausgeprägt. Und wird weitergegeben an die
Kinder. Das ist natürlich Quatsch. Siehe oben. Wenn ein Kind in guter
Verfassung ist: wunderbar. Wenn nicht, darf es Ausnahmen geben. Und auch an
Weihnachten oder andern besonderen Tagen. Unsere Kinder sind keine
programmierbaren Maschinen. Das ist ein absoluter Irrglaube, dem aber sehr
viele aufsitzen. Sie dürfen uns als fehlbare und flexible Menschen erleben
und wir dürfen ihnen beibringen, dass man nachsichtig mit sich und anderen
sein kann. Freuen wir uns – wenn wir alt sind und unsere Suppe aufs die
Strickjacke kleckern, werden sie auch nachsichtig mit uns sein!
Du schreibst, dass „kleine Hausaufgabenhasser besser als ihr Ruf“ sind. Ist
das so? Ja? Ja? Es würde mich persönlich seeehr interessieren….
Hausaufgaben sind nach Studienlage nicht zielführend. Ein Elternvertreter
sagt mal öffentlich, dass Hausaufgaben eigentlich Hausfriedensbruch seien,
das fand ich sehr passend. Denn das Schulsystem greift an dieser Stelle ja in
das Familienleben ein – die Schulzeit ist vorbei und trotzdem müssen wir uns
noch nach ihren Regeln richten. Warum sollten wir das tun? Viele glauben,
dass die Kinder da was lernen würden, aber Studien zeigen, dass das gar nicht
der Fall ist. Es verschärft nur soziale Unterschiede. Denn die meisten Kinder
können die Aufgaben nicht alle selbständig erledigen – und so fallen
schwächere Kinder, denen keiner hilft, viel zu schnell hintenüber. Das
zementiert soziale Ungleichheit. Das merken wir ja auch jetzt im
Homeschooling bzw. Distanzunterricht wieder ganz besonders deutlich. Für mich
eine sozialpolitische Katastrophe.
Du sagst auch, dass schon eine Stunde mehr Schlaf die Lernfreude unserer
Kinder steigern kann. Das ist ja vielleicht gerade jetzt in Lockdownzeiten
auch ein wichtiges Thema, wenn dann doch öfter mal ein Auge zugedrückt wird
bei den Zu-Bett-Geh-Zeiten am Abend (räusper…)
Grundschüler stehen noch relativ leicht morgens früh auf, das belegen
Studien. Aber schon Kinder stehen in der Schulzeit so gegen 6.30 Uhr auf,
doch ihre gehirngerechte Zeit startet erst so gegen 8.30 Uhr würde ich sagen.
Bei Teenagern ab 12 etwa verschiebt sich der Biorhythmus schon allein
körperlich weiter um mindestens eine, wenn nicht gar zwei Stunden nach
hinten. Lehrer sagen mir dazu: Das weiß doch jeder! Bis 10 Uhr kann ich
Schüler dieses Alters im Grunde nur bei Laune halten, erst dann kann man mit
ihnen arbeiten.
Im Projektmanagement größerer Firmen wird ja häufig gefragt: Wann und zu
welcher Zeit arbeiten Sie am effektivsten? Für Schüler höheren Alters hieße
das also: Einen späteren Schulstart. Eine Studie hat hier gezeigt, dass schon
ein eine Stunde späterer Schulbeginn Effekte hat: weniger Streit, weniger
Aggressionen. Die Lebenszufriedenheit steigt schon bei einer viertel Stunde
später beginnendem Unterricht. Das muss man sich mal vorstellen! Und es
geht noch weiter: Sogar die Suizidneigung unter Schülern im Teenager-Alter in
den USA sank in einer Studie, wenn sie erst um 9 Uhr in die Schule
müssen.
Die Evidenz ist also eindeutig, in den USA hat die Kinderärztevereinigung
sogar schon öffentlich an die Regierung appelliert, es zu ändern – aber es
passiert nichts. Es gibt in Deutschland erste Schulen, die darauf reagieren
und das ist gut – denn es gibt überhaupt keinen Grund, daran festzuhalten
außer der Trägheit des Systems.
Wenn wir mal wieder nicht so ruhig bleiben konnten, wie wir wollten, denken
viele von uns Eltern ja schnell: Oh je, ob ich jetzt wohl dauerhaft was
kaputt gemacht habe in der Seele meines Kindes? Kannst du sagen, wie schnell
wir wirklich was kaputtmachen bzw. wie robust unsere Kinder dann doch
sind?
Nein, das kann ich nicht. Da gibt es keine Studie, die besagt: Ab ein,
zwei, drei Mal schreien geht etwas kaputt. Man könnte aber auf jeden Fall
sagen: Die Dosis macht das Gift. Eine einzige stark demütigende Erfahrung
kann sich ein Leben lang einbrennen – fragt mal in eurem Bekanntenkreis,
jeder kann so eine Geschichte erzählen. Aber zur Beruhigung: Es gibt kaum
etwas, dass wir nicht mit Liebe wieder heilen könnten.
Wie? Indem wir anerkennen, dass das nicht okay war, dass es nichts mit dem
Kind zu tun hatte und dass wir uns ändern wollen. Und natürlich, indem wir
etwas ändern, damit es nicht wieder dazu kommt. Indem wir unserem Kind die
glasklare Message aussenden: „Du bist nicht schuld.“ Nicht sagen: „Wenn DU
dich nicht so danebenbenommen hättest, müsste ich nicht…“ Bitte nicht!
Sondern: „Egal, was Du getan hast, es rechtfertigt mein Verhalten nicht. Es
ist allein meine Verantwortung, wie ich darauf reagiert habe. Du bist nicht
schuld.“ Auch dann nicht, wenn wir mal denken: Na, aber heut war er oder sie
es DOCH schuld. Ich kenne diesen Gedanken auch. Aber wenn ich dann wieder bei
Verstand bin, wird mir immer klar: Nein, die Kinder sind niemals schuld.
Jesper Juul sagt: für die Stimmung in der Familie sind einzig und allein die
Eltern verantwortlich. Nicht schön. Aber wahr.
Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät, sagst du. Heißt das, wir
haben doch jeden Tag die Chance, nochmal zu versuchen, es besser zu machen?
Sogar für uns selbst! Wenn ich eine schlechte Kindheit hatte, kann sich
meine Struktur im Gehirn durch Achtsamkeit und Selbstliebe so verändern, dass
das in einem Gehirnscreen sogar sichtbar wird, so dass nachher kein
Unterschied mehr zu Gehirnen von Menschen mit glücklicher Kindheit mehr
festzustellen ist. Wir können das verändern! Eine tolle Technik dafür ist
eine wissenschaftlich anerkannte Methode namens Mind Based Stress Reduction.
Die bieten sogar viele Krankenkassen an, ich kann das nur empfehlen, es kann
unser ganzes Leben verändern.
Was meinst du, brauchen unsere Kinder, um gut für die Zukunft gewappnet zu
sein?
Glaube. Liebe. Hoffnung. Das Einzige, das sie aus meiner Sicht wirklich
lernen müssen bis sie sechs sind, ist: Ich bin gut.
Wir müssen ihnen Resilienz vorleben und beibringen. Wie steht man wieder
auf, wenn etwas schief gegangen ist? Wie entschuldigt man sich? Wie pflegt
man Beziehungen? Wie macht man etwas wieder gut? Und wie bleibe ich stark,
auch wenn es gerade viel ist? Sie brauchen auch Empathie und
Bindungsfähigkeit, anderen Menschen, aber auch unserem Planeten gegenüber.
Sie werden als Menschheit die Probleme lösen müssen, die wir ihnen
hinterlassen haben. Nicht allein, nicht mit „Ich, ich, ich“ – auch wenn das
im Kapitalismus schwer zu vermitteln ist – sondern mit der Kraft des Wir. Und
sie können das schaffen – so viele Eltern gehen jetzt schon die richtigen
Schritte und wir übergeben dann den Stab an starke Kinder. Ich bin sicher,
dass alles gut wird.
Hier geht´s zum Buch: Nicola Schmidt: Elternkompass: Was ist wirklich gut
für mein Kind? Alle wissenschaftlichen Studien ausgewertet
|
Nicola Schmidt: Fehler in der Erziehung und warum Kinder nie schuld sind |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/niemals-haette-ich-gedacht-dass-ich-mich-in-einen-anderen-mann-verliebe |
Mein Name ist Wiebke, ich bin 30 Jahre alt und seit 10 Jahren mit meinem
Mann zusammen. Unser gemeinsames Kind wird demnächst 4 Jahre alt.
Seit zwei Monaten steht meine Welt Kopf. Ich habe mich tatsächlich in einen
jüngeren Mann verliebt. Er ist ein Kollege und 18 Jahre alt.
Vor zwei Monaten kam er neu zu uns in die Firma, wir wurden uns vorgestellt
und sind uns ab dann regelmäßig (aber immer nur kurz) begegnet. Immer wenn
ich ihn gesehen habe, spürte ich danach „Schmetterling im Bauch.“ Zunächst
wollte ich es nicht wahrhaben, schob das alles weg – aber es kam immer wieder
und immer deutlicher. Sobald ich nur an ihn dachte, wurde mir ganz warm und
alles kribbelte. Einfach ein wunderbares Gefühl.
Gleichzeitig schäme ich mich, schließlich bin ich verheiratet. Momentan
verhalte ich mich wie ein verknallter Teenie. Ich schaue ständig nach, wann
wir das nächste Mal Dienst zusammen haben, suche ihn in den sozialen
Netzwerken und starre seine Bilder an. Ich kann nicht mal genau sagen, was
mir so gut an ihm gefällt – aber er bringt mich echt um den Verstand.
Neulich kam es zu einer zufälligen kleinen Berührung, die mich komplett
elektrisiert hat. Den restlichen Tag musste ich darauf achten, nicht völlig
verteilt und verliebt durch die Gänge zu schweben.
Ich denke viel an ihn, stelle mir vor, wie wir uns küssen, uns näher
kommen, wie wir Zeit miteinander verbringen, Händchen halten und lachen.
Niemand weiß von meiner Gefühlsachterbahn. Keine Kollegin, keine Freundin,
kein Familienmitglied. Was sollte ich auch darüber berichten? Dass ich völlig
verknallt in einen 18-Jährigen bin?
Auch mein Mann merkt nichts davon, ich kann meine Gefühle vor ihm gut
verstecken. Und natürlich weiß auch mein Kollege nichts von meinen Träumen.
Ich reiße mich zusammen.
Vor einigen Tagen habe ich erfahren, dass er wohl in eine andere Stadt
versetzt wird. Das heißt, dass wir uns bald nicht mehr sehen werden. Zum
einen macht mich das sehr traurig – zum anderen hoffe ich einfach, dass dann
auch diese Gefühle verschwinden und ich wieder voll bei meiner Familie sein
kann.
Niemals hätte ich gedacht, dass ICH mich in einen anderen Mann verliebe.
Seit ich mit meinem Mann zusammen bin, war nie ein anderer Mann Thema. Ich
frage mich: Warum hat es mich jetzt erwischt und was soll mir das sagen? Eine
verrückte Zeit liegt hinter mir und ein bitter-süßer Abschied vor mir…
.
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Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich in einen anderen Mann verliebe |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/oh-wie-schoen-ist-brandenburg-unsere-top-10-ausflug-tipps |
Um ehrlich zu sein, war ich ganz schön voller Vorurteile, als ich vor 15
Jahren nach Berlin gezogen bin. Wenn ich auf die Landkarte schaute, war alles
ringsum die Hauptstadt für mich Niemandsland. Ich hatte keine Ahnung, wo die
Uckermark liegt, wo die Havel – und daran änderte sich auch erst Jahre später
etwas – nämlich mit der Geburt meiner Kinder.
Wie wir alle wissen, verändert sich die Freizeitgestaltung mit Familie
sehr. Kinos, Bars und Restaurants sind plötzlich nicht mehr so wichtig. Dafür
wächst die Sehnsucht nach Ruhe, Weite und Natur. Und davon gibt es im
Berliner Umland mehr als genug. Ja, wie schön Brandenburg ist, wusste ich
lange nicht – umso begeisterter bin ich heute.
Ich möchte Euch heute meine 10 Lieblingsziele in Brandenburg vorstellen.
Vielleicht plant Ihr ja die Sommerferien in diesem schönen Bundesland oder
möchtet von Berlin aus einen Kurztrip starten? Es gibt soooo viel zu
entdecken.
Die Seen in der Uckermark
Nicht umsonst wird die Uckermark auch „Klein-Schweden“ genannt. Mehr als
500 Seen gibt es in der Heimat unserer Kanzlerin. Und das Gute: Im Gegensatz
zu den Berliner Stadtseen sind die auch im Sommer nicht überfüllt. Es gibt
genügend Pensionen und Hotels für jeden Geldbeutel, so dass einem langen
Wochenende nichts im Wege steht.
Der Barfuß-Pfad
Über Stock und Stein, durch Matsch und Kies, Wasser und Stroh – der
Barfuß-Pfad Beelitz-Heilstätten ist ein tolles Erlebnis für die ganze
Familie. Mit allen Sinnen wird hier Natur erlebt – ganz wunderbar. Infos
unter: https://derbarfusspark.de
Dinopark Germendorf
Mehr als 650 Tiere zum Angucken, Füttern und Streicheln – plus der
Urzeitpark mit den riesigen Dinos – das ist ja wohl ein Kinderparadies. Und
die Eltern können auf dem riesigen Gelände gut spazierengehen oder sich bei
einem Picknick erholen. Infos unter:
http://www.freizeitpark-germendorf.de
Ziegeleipark Mildenberg
Ein Industriemuseum unter freiem Himmel, bei dem Groß und Klein ganz viel
lernen können. Es gibt übrigens auch einen außergewöhnlich coolen Spielplatz
auf dem Gelände. Infos unter: https://www.ziegeleipark.de
Gut Boltenhof
Vor etwas mehr als einem Jahr waren wir selbst ein paar Tage dort und total
begeistert. Die Ferienwohnungen sind gemütlich und die Kinder dürfen beim
Tiere füttern und Gänse treiben helfen. Ringsum herrscht Ruhe und eigentlich
will man gar nicht mehr weg. Hier gibt es den ausführlichen Bericht
dazu. Und hier noch mehr Infos: https://gutboltenhof.de
Der Spreewald
Nicht nur wegen der sauren Gurken zu empfehlen 🙂 Quer durch den
Spreewald gibt es tolle Paddel-Kanäle, immer wieder kann man halten, um eine
Kleinigkeit zu essen oder zu verschnaufen. Für alle, die einen aktiven Urlaub
möchten, ideal. Die Kinder werden es lieben. Infos unter:
https://www.spreewald.de
Baumhaushotels
Zugegeben – wir selbst haben es noch nicht ausprobiert, aber viele Freunde
von uns. Und da alle begeistert waren, steht eine Übernachtung in der
Baumkrone bei uns ganz oben auf der Liste. In Brandenburg gibt es dazu mehr
als genug Möglichkeiten. Infos:
https://www.baumhaushotel-uckermark.de
Draisine fahren
Ideal für alle kleinen Eisenbahn-Fans. Vom Bahnhof Zossen und von den
Draisinenstationen Templin und Fürstenberg nördlich Berlins starten die so
genannten Draisinentouren auf stillgelegten Bahnschienen. Macht total
Spaß. Infos unter: https://erlebnisbahn.de/draisine_angebote.html
Das Kloster Chorin
Es gibt ja so Orte, die eine ganz spezielle Magie haben. Die ehemalige
gotische Zisterzienserabtei gehört für mich dazu. Im Sommer gibt es dort
unter freiem Himmel klassische Konzerte und wechselnde
Ausstellungen. Infos: https://www.kloster-chorin.org
Stechlinsee
Mit 70 Metern Tiefe der tiefste See Brandenburgs mit herrlich klarem Wasser
und flachen Stränden. Ideal für Familien und Tauchfans. Und man kann
natürlich auch herrlich Spazierengehen dort.
FAZIT: Durch die Pandemie haben wir wohl alle wieder mal gemerkt, wie schön
es in Deutschland ist und dass man gar nicht immer die große Fernreise buchen
muss. Es gibt so viel vor Ort zu erkunden. Brandenburg bietet so viel
Abwechslung – es gibt schicke Wellnesshotels, günstige Unterkünfte,
Sportaktivitäten, Entspannung, Kultur und Natur. Ein wunderschönes
Bundesland, das es absolut verdient hat, erobert zu werden!
Für mehr Infos, einfach HIER klicken!
Fotoquellen: Bild: Ziegeleipark Mildenberg, TMB Fotoarchiv/Julia
Nimke/TMB_Fotoarchiv:René Pätznick Bild: Stechlinsee, TMB-Fotarchiv_Steffen
Lehmann
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Oh, wie schön ist Brandenburg! Unsere Top 10 Ausflug-Tipps | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/operationen-statt-kuscheln-unsere-tochter-kam-schwerkrank-zur-welt |
Liebe Christine, Euer erstes Kind kam im Juni 2013 zu Welt. Wie war die
Schwangerschaft?
Die Schwangerschaft war sehr schön und völlig komplikationslos. Es gab nie
den Verdacht, dass etwas nicht stimmen könnte. Ich war so richtig gerne
schwanger. Wir haben uns entschieden, nur die normalen
Ulltraschalluntersuchungen zu machen – also keine Nackenfaltenmessung oder
ähnliches. Unser Kind sollte in einer Geburtsklinik zur Welt kommen, die
keine Neugeborenenintenivstation hatte. Es war also klar, dass das Baby
verlegt werden muss, wenn was sein sollte.
Neele kam am 3.6.2013 reif geboren, zwei Tage über Termin, zur
Welt.
Beschreib mal das Gefühl, das Du deine Tochter zum ersten Mal gesehen
hast.
Ich konnte es kaum fassen, dass unser Mädchen nun wirklich da war. Mutter
zu sein, war ein großer Traum von mir – und der war nun in Erfüllung
gegangen. Ich war einfach nur voller Liebe und Glückshormone.
Zunächst sah auch alles gut aus – doch einen Tag nach der Geburt bekam sie
leichtes Fieber…
Da ich viel Blut verloren hatte, blieben wir lange im Kreißsaal. Erst
abends gegen 20 Uhr bezogen wir unser Zimmer. Neele spuckte viel, sie hatte
wohl viel Fruchtwasser geschluckt. Das Stillen klappte auch nicht so richtig,
Neele schlief lieber.
Mein Kreislauf machte Probleme und die Krankenschwestern wollten Neele zur
Beobachtung mit ins Schwesternzimmer nehmen. Um 5 Uhr morgens kam Neele zu
mir zurück, wir kuschelten ganz viel, um 8 Uhr kam mein Mann.
Um 9 Uhr wurde Neele dann nochmal untersucht und da hieß es dann, sie hätte
Temperatur und sie würde nicht gut aussehen. Der Kinderarzt sagte, er wolle
Neele ins Kinderkrankenhaus verlegen. Kurz darauf kamen eine Kinderärztin und
zwei Sanitäter und holten Neele ab. Mein Mann und ich waren total geschockt.
Die Gesundheit unseres Kindes stand aber natürlich im Vordergrund. Ich konnte
nicht mit ins Kinderkrankenhaus, weil ich aufgrund des Blutverlustes und der
Kreislaufprobleme nicht auf die Beine kam.
Wie ging es dann weiter?
Wie sich später herausstellte, hatte die Kinderärztin Probleme Neele
transportfähig zu bekommen. Als sie endlich stabil war, sind sie in größter
Eile nach Hannover ins Krankenhaus, dort kam Neele mit einer
Sauerstoffsättigung von 30 % an. Der Plan war, dass mein Mann erst noch ein
paar Dinge für mich von zu Hause abholt und dann zu Neele fährt. Als er weg
war, kam die Gynäkologin und sagte mir, dass Neele nun in der MHH sei, sie
einen Herzfehler habe und operiert werden müsse. Ich solle meinen Mann
anrufen, damit er nach Hannover fährt und diverse Unterschriften leistet.
Diesen Anruf konnte ich nicht mehr tätigen, so geschockt war ich. Die Ärztin
rief meinen Mann dann an, der sofort nach Hannover fuhr.
Es stellte sich heraus, dass deine Tochter einen schweren Herzfehler hatte.
Was genau hatte sie und war das während der Schwangerschaft je ein Thema
gewesen?
Nein, das war in der Schwangerschaft nie ein Thema gewesen. Neele hat eine
Transposition der großen Arterien. Normalerweise funktioniert der
Blutkreislauf wie eine Acht. Bei Neele war es nicht so, ihre Organe wurden
deshalb nicht mit Sauerstoff versorgt. Sie hatte das Glück, dass ihr Ductus
sich nicht sofort schloss und sie ein Loch im Herzen hatte, so dass doch noch
ein bisschen Sauerstoff ankam.
Beschreib mal, wie es Dir/Euch nach dieser Diagnose ging.
Ich bzw. wir bin/sind in ein tiefes Loch gefallen. Wir haben die Welt
nicht verstanden. Wir haben uns ganz oft gefragt, warum es uns trifft. Was
wir verbrochen haben, dass das Schicksal uns so trifft. Wir waren in einer
absoluten Abwärtsspirale.
Wie verlief die OP dann?
Neele wurde am 7. Lebenstsg am offenen Herzen operiert. Es wurden die
großen Arterien und die Herzkranzgefäße getauscht. Da wir nun täglich auf der
Intensivstation waren, haben wir genug andere tragische Situationen
mitbekommen. Man weiß nie, ob die Kinder überleben. Dafür gibt es keine
Garantie. Die Kinder hängen an der Herzlungenmaschine und man weiß nie, wie
es ausgeht…
Schlussendlich hat Neele wahnsinnig viel Glück gehabt und auch sehr
gekämpft. Es hieß anfangs, das wir von 6 bis 8 Wochen Krankenhausaufenthalt
ausgehen sollen. Neele war nach 3 Wochen zu Hause.
Wie hat sich deine Tochter nach diesen Strapazen erholt?
Wir waren so froh, nach den 3 Wochen endlich zu Hause sein. Neele bekam im
Krankenhaus die Flasche mit abgepumpter Muttermilch und zu Hause haben wir es
dank unserer Hebamme tatsächlich geschafft zu stillen. Dafür war im
Krankenhaus leider keine Zeit.
Neele musste zu regelmäßigen Kontrollen beim Kardiologen, zum Augenarzt und
ins sozialpädiatrische Zentrum. Schlussendlich war klar, dass sie es
alleine schaffen kann, sich ganz normal zu entwickeln. Ihre Augen haben
nichts abbekommen und sie trug auch keine Hirnschäden davon.
Wie geht es deiner Tochter heute?
Neele geht es sehr gut, sie muss keine Medikamente nehmen. Sie wird zwar
keine Profisportlerin werden, aer sie wird ganz normal ihren Weg gehen
dürfen. Sie geht zum Schwimmen und zum Tanzen. Sie ist eine wahre
Kämpferin.
Woraus hast du in dieser schweren Zeit Kraft gezogen?
Schwierige Frage. Mein Mann hat abends immer die Großeltern angerufen und
hat von den Fortschritten berichtet. Er war so oft mein Sprachrohr, da ich zu
viel auch mit mir und meinen Hormonen beschäftigt war. Es blieb kaum Zeit zum
Nachdenken. Man war ja die meiste Zeit beim Baby und genoss jede Minute, wenn
man es sehen oder auf dem Arm halten konnte. Ich war so dankbar, dass mein
Mann mit vor Ort sein konnte und auf mich und unsere Tochter aufpasste. Ich
denke, wir konnten uns gegenseitig gut auffangen und
unterstützen.
Znser Freundeskreis und auch unsere Hebamme waren in dieser schweren Zeit
immer für uns da. Auch nach Neeles Op und der Zeit im Krankenhaus haben sie
zu uns gehalten und uns zugehört.
Du hast noch ein weiteres Kind bekommen – wie hast du diese Schwangerschaft
und Geburt erlebt?
Wir waren uns lange nicht sicher, ob wir es uns trauen, noch mal ein Kind
zu bekommen. Die zweite Schwangerschaft war dann leider auch gar nicht
unbeschwert. Wir haben alle für uns wichtigen Untersuchungen
durchgeführt, um diesmal vorab informiert zu sein. Wäre diesmal wieder etwas
mit dem Herzchen gewesen, hätten wir uns für eine andere Geburtsklinik
entschieden.
Alles in allem sind wir aber sehr dankbar, zweifache Eltern sein zu
dürfen.
Wenn man in dem Ganzen etwas positives sehen will – was wäre das für
dich?
Ich weiß, dass mein Mann und ich alles schaffen können, dass wir alle
Probleme gemeinsam meistern können. Wir sind ein super Team.
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Operationen statt Kuscheln - unsere Tochter kam schwerkrank zur Welt |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/pandemuede-andere-spruehen-vor-motivation-ich-bin-einfach-nur-muede |
Ich scrolle durch Instagram und sehe Menschen, die vor Motivation strotzen.
Sie gründen Startups, bauen Lauben um, streichen Küchen, halten Vorträge. Sie
sind geschminkt, haben richtige Outfits an. Sie haben Ideen im Kopf, über die
sie leider noch nicht sprechen können und dann posten sie ein Mittagsmenü,
das ich im Leben nicht nachkochen könnte. An ihnen scheinen diese
Pandemie-Monate abzuperlen, sie sind immer noch leistungsfähig und gut gelaunt
und nicht wie ich einfach sehr sehr sehr müde.
Ich mache Instagram zu und fühle mich schlecht. Weil mein Tagesziel oft nur
ist, dass abends alle gesund und satt im Bett liegen. Weil ich keine Energie
mehr habe, in Hochbeeten Gemüse anzupflanzen und weil mein Pulli, den ich
gerade trage, eigentlich schon gestern in die Wäsche gehört hätte.
Aber dann erinnere ich mich: Hey, wir leben gerade in einer weltweiten
Pandemie. Es ist ok, erschöpft zu sein. Es ist ok, dass die Kraft schwindet.
Es gibt Tage, die richtig gute laufen und Tage, die einfach für die Tonne
sind. So ist das eben. Eigentlich was es schon immer so.
Und die anderen, denen immer alles gelingt, die zeigen auch nur Ausschnitte
aus ihrem Leben. Auch sie sitzen ganz sicher oft abends auf dem
Badewannenrand und kämpfen mit den Tränen. Auch sie stellen abends fest:
Huch, keine Milch mehr. Und in der Waschmaschine liegt seit zwei Tagen nasse
Wäsche.
Und selbst wenn ihnen tatsächlich all das nicht auch passiert: Das ist auch
ok. Jeder geht auf einem anderen Pfad durch diese Zeit. Jeder meistert diese
Monate anders. Jeder hat andere Lebensumstände und andere Hilfen im
Background.
Es ist ok, dass du dich fühlst wie du fühlst. Nichts von dem, was wir
gerade erleben, konnten wir planen. Wichtig ist nur, dass wir alle da
irgendwie durchkommen, mental und körperlich. Alles andere hat keine
Bedeutung.
Und – daran glaube ich fest – es wird alles auch wieder leichter werden.
Ich freu mich schon so drauf.
|
Pandemüde: "Andere sprühen vor Motivation, ich bin einfach nur
müde" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/papi-papa-kind-wie-wir-durch-altruistische-leihmutterschaft-eltern-wurden |
Ihr Lieben, als wir die Geschichte von Alessandro, seinem Mann und der
gemeinsamen kleinen Tochter Sofia zum ersten mal hörten, wollten wir sofort
mehr wissen. Wie war das damals mit dem Kennenlernen, wann kam der
Kinderwunsch auf, wie habt ihr euch schließlich für den Weg entschieden, den
ihr gegangen seid.
Dabei ist uns bewusst, dass der Weg der Leihmutterschaft durchaus auch
kritisch betrachtet wird, wir würden euch trotzdem bitten, dieser
individuellen Familiengeschichte eine unvoreingenommene Chance zu geben. Weil
sie für die Beteiligten augenscheinlich das ganz große Glück bedeutet…
Lieber Alessandro, erzähl doch erst einmal zum Einstieg, wer alles zu eurer
Familie gehört.
Wir sind eine kleine, aber sehr glückliche Familie. In unserer Familie gibt
es einen Papi – das ist mein Mann–, einen Papá – der bin ich – eine
wunderschöne Tochter, sie heißt Sofia und dazu natürlich auch unser kleiner
Hund Max.
Wie habt ihr Zwei euch kennen- und lieben gelernt – und war von Anfang an
klar, dass ihr auch einen Kinderwunsch habt?
Ich habe meinen Partner vor zehn Jahren im Urlaub kennengelernt. Das war
sehr witzig, weil wir erst jeweils mit mehreren Leuten dort waren – Fabian
für die Hochzeit seiner Schwester, ich mit Freunden. Wir haben uns am Strand
zum ersten Mal gesehen, ich war 31 und war sofort total fasziniert von seinen
wunderschönen blauen Augen. Wir haben sofort begonnen zu quatschen, damals
erstmal auf Englisch, ich konnte da noch gar kein Deutsch, ich komme aus
Italien. Tja, und nun bin ich durch ihn seit neun Jahren in Deutschland.
Du bist zu ihm gezogen?
Nicht direkt, erst einmal sind wir zwischen Köln, wo Fabian lebte und
Florenz, wo ich wohnte, gependelt. Eine klassische Fernbeziehung.
Ursprünglich komme ich aus Modena, einer kleinen Stadt in Nord-Italien, wo
Ferrari, Balsamico und Tortellini herkommen 😉 Ich bin dann nach
Florenz gegangen, wo ich zwölf Jahre lebte. Nachdem ich Fabian kennengelernt
hatte war ich dann jedes zweite Wochenende in Köln. Nach einem Jahr
Fernbeziehung hab ich mich dann aber entschieden, ein Sabbatical vom Job zu
nehmen, um zu schauen, wie das klappt, wenn wir ein halbes Jahr zusammen in
der gleichen Wohnung wohnen.
Und?
Ja, was soll ich sagen? Es hat mega gut geklappt! Bei uns waren auch die
Themen Familie und Kind fast ab sofort ein Thema. Der einzige Nachteil, den
ich damals für mich als schwuler Mann empfand, war nämlich im Grunde, nicht
Vater werden zu können. Ich liebe Kinder und für mich bedeutet Familie eben
auch ein Leben mit Kindern. Wir haben dann recht schnell angefangen, die
unterschiedlichsten Lösungen für uns zu recherchieren.
Wie seid ihr das Thema Elternwerden dann ganz konkret angegangen?
Bevor wir wirklich konkret in die Planung in Sachen Kinderwunsch gingen,
hat es dann doch noch etwas gedauert. Ab 2015 haben wir ernsthaft darüber
gesprochen. Wir haben über Adoption nachgedacht, das nach einem zweiten
Gespräch aber dann doch für uns ausgeschlossen. Wir wären recht weit hinten
in einer langen Reihe von Wartenden gewesen und vielleicht hätte es auch nie
geklappt. Auf ein Kind kommen statistisch 20 Eltern, die voller Hoffnung
warten.
Wie ging es dann weiter?
Schließlich war auch das Thema Pflegekind ein Thema. Letztlich haben wir
uns auch dagegen entschieden. Vor allem wegen der emotionalen Bindung, die
man über die Jahre aufbaut, um es dann doch eventuell wieder in die
Ursprungsfamilie zurückgeben zu müssen. Das war einfach keine
vorstellbare Option für uns. Da gibst du so viel Liebe, baust so eine tiefe
Verbindung auf – und musst dann doch wieder loslassen. Puh.
Später hat uns das Thema Leihmutterschaft viel Energie gekostet. Wir haben
unheimlich viel Zeit darein investiert, weil es zwar viele verschiedene
Möglichkeiten gibt, für uns aber auch ethische Fragen im Raum standen. Wäre
das vertretbar? Für uns wäre es im Falle einer Leihmutterschaft wichtig, dass
sie nicht genetisch involviert ist. Dass sie also nicht ihr leibliches Kind
austrägt, sondern ein Kind mit anderen genetischen Wurzeln. Tatsächlich
haben wir das dann geschafft.
Was bedeutet das konkret?
Das heißt: Es gibt eine Frau, die die Eizelle spendet und eine Frau, die
das Kind als Leihmutter austrägt, mit dem Kind aber nicht blutsverwandt ist.
Es gibt also keine genetische Verbindung.
Wie habt ihr das geschafft?
Wir haben es in Kanada mit der Hilfe von einer Klinik in San Diego,
Kalifornien, geschafft. Die Frau, die die Eizelle gespendet hat, kommt aus
Kalifornien und die Leitmutter kommt aus Kanada. Warum Kanada? Kanada ist
eines der wenigen Länder, das nur die Altruistische Leihmutterschaft erlaubt
(Anm. d. Red.: das heißt, die Frau bekommt kein Geld für das Austragen des Kindes,
sondern lediglich eine Kostenerstattung für die anfallenden Kosten).
Insgesamt sind es nur drei Länder weltweit, in denen ausschließlich diese
Möglichkeit erlaubt ist. Aus diesem und einigen weiteren Gründen haben wir
uns entschieden, Kanada zu wählen.
Das Land hat seit vielen Jahren Erfahrung mit Leihmutterschaft und seit
2004 gibt es einen rechtssicheren Weg dank des Assisted Human Reproduction
Act. So ist es Frauen, die aus altruistischen Motiven Paaren helfen möchten,
ein Kind zu bekommen, nicht nur möglich gemacht worden, sondern es wird auch
gesellschaftlich total akzeptiert. Um auszuschließen, dass die Frauen es nur
aus Geld-Gründen machen, bekommen sie keine finanzielle Kompensation dafür.
Das hat uns beeindruckt, wir wollten nämlich kein ausnutzendes System von
kommerzieller Leihmutterschaft unterstützen, sondern wirklich sichergehen,
dass die Frau das aus freien Stücken tut. Kosten, die entstehen, sind
pränatale Vitamine, benötigte Medikamente im Verfahren und in der
Schwangerschaft, Umstandskleidung, Reisekosten zu Arztterminen.
Das hat uns sehr zugesagt und die Vorstellung, dass wir auf diese Weise mit
einer eigenen Samenspende ein leibliches Kind bekommen könnten, hat uns
gefallen. Es schafft ja durchaus eine emotionale Verbindung, wenn man etwas
von sich selbst im eigenen Kind wiedersieht – im Gesicht, in seinem
Verhalten. Also entschieden wir uns schlussendlich für diesen Weg.
Wie funktionierte dieser Weg ganz konkret?
Auf dem Weg zu unserem Wunschkind haben wir viel Unterstützung von einem
Freund von uns bekommen, der für eine Klinik in San Diego arbeitet. Er hat
uns geholfen die Kontakte mit einer Agentur in Kanada zu knüpfen, um dann die
Möglichkeit zu bekommen, eine Leihmutter kennenzulernen. Nicht wir haben die
Leihmutter ausgewählt, sondern genau andersrum. Sie hat unser Profil entdeckt
und wollte uns kennenlernen.
Wie war das Kennenlernen?
Das erste Kennenlernen war per Skype und für uns war es sofort Liebe. Wir
sind heute noch in Kontakt mit „Laura“, sie ist uns eine echte Freundin
geworden, wir nennen sie nicht Leihmutter, weil sie einfach viel mehr für uns
geworden ist.
Werdet ihr eurem Kind davon erzählen?
Natürlich. Für uns ist Transparenz für unsere Tochter sehr wichtig. Sie
kennt „Laura“ und wir skypen alle zwei Wochen. Sie hat auch selbst einen
Sohn, der acht Jahre alt ist.
Habt ihr die Leihmutter persönlich getroffen? Wie war das beim ersten
Kennenlernen?
Wir kennen die ganze Familie von „Laura“, denn bevor unsere Tochter Sofia
auf die Welt kam, haben wir die ganze Familie und ihre Freunde in Kanada
besucht und kennengelernt. Wir waren vier Wochen vor der Geburt da und
sind auch bis vier Wochen nach der Geburt dortgeblieben.
Wie war das?
Es war wunderschön zu sehen, wie offen und tolerant die kanadische Kultur
ist und dass es der Familie gut geht. Wir sahen: „Laura“ hatte einen Job,
eine tolle Wohnung, ein wunderschönes Auto, ihr Vater hat ein Unternehmen,
ihre Freundinnen sind tolle Menschen und sie haben keine Not oder Ähnliches.
Das heißt: Sie brauchten kein Geld, sie wollten einfach helfen.
Wow!
Ja! Dazu kommt, dass „Laura“ lange einen Kinderwunsch hatte, bevor sie
schwanger wurde und sie hat die Schwangerschaft mit ihrem Sohn dann so
genossen, dass sie das gern noch einmal erleben wollte. Sie hatte einfach
sehr schöne Erinnerungen daran. Sie wollte ein Stück von ihrem Glück
weiterzugeben, einem Paar wie uns den Traum vom eigenen Kind erfüllen helfen,
darum hat sich sich in der Agentur listen lassen. Wichtig dabei: Die Frau
sucht sich das Paar aus, bei sie sich vorstellen kann, die Leihmutter zu
werden. Sie hat also letztelich uns ausgewählt, nicht wir sie, weil sie
unsere Geschichte so spannend fand. Für sie kam es tatsächlich aber auch nur
in Frage, wenn unser Kind nicht ihre genetische Tochter wäre.
Und das habt ihr dann genau so gemacht?
Ja, ganz genauso. „Laura“ hat immer betont, wie wunderschön es wäre, zu
sehen, dass Sofia in unserer Familie mit so viel Liebe aufwächst. Das hat sie
super glücklich gemacht und das macht es sie heute noch. Sie hatte auch kein
Problem damit, Sofia nach der Geburt abzugeben, weil ja von Beginn der
Schwangerschaft an klar war, dass sie unser Baby austrägt und es bei uns
aufwachsen würde.
Wie habt ihr euch geeinigt, wer der leibliche Vater sein wird?
Für uns war nicht wichtig, wer der Vater genetisch wird, uns war einfach
nur wichtig, eine Familie zu gründen. Vom ersten Moment seit Sofia auf der
Welt war, war sie unsere Tochter. Es gibt keine leibliche Verbindung, die bei
uns einen Unterschied machen könnte. Aus diesem Grund sagen wir auf die Frage
nach der Vaterschaft immer nur: Sie ist unsere Tochter. Wichtig ist nicht der
genetische Aspekt, sondern unsere Liebe und Erziehung, die sie
prägen.
Welche Emotionen gingen dir durch den Kopf, als der Schwangerschaftstest
positiv war? Wie habt ihr reagiert?
Als wir das Ergebnis bekamen, dass unsere Freundin schwanger war? Das war
WOW, wie ein Feuerwerk im Bauch. Das ist etwas, das du nie konkretisieren
konntest und dann passiert es wirklich und du weißt, dass in neun Monaten ein
Kind euer Leben komplett umkrempeln würde. Das war für uns wunderschön.
Wart ihr dann neun Monate lang mit schwanger?
Wir waren auf jeden Fall mit schwanger, ich habe 12 Kilo zugenommen!
😉 Das ist die psychische Schwangerschaft, wir haben jede Woche mit „Laura“
geskypt und engen Kontakt gehabt. Später sind wir hingeflogen und es war für
uns so schön, diesen Bauch anzufassen, dieses Herz zu spüren. Wir haben die
ganzen Untersuchungen mitbekommen, sie hat uns per Skype „mitgenommen“. So
konnten wir immer die Entwicklung von unserem süßen Engel sehen. Am Ende war
es wunderschön, auch zur Geburt vor Ort zu sein. Es war wohl die schnellste
Geburt, die man je hätte erleben können, ich glaube, es waren 26 Minuten.
Dann war Sofia da.
Erzähl mal von diesem ersten Moment….
Als Erstes wurde sie mir auf den Arm gelegt. Zweieinhalb Stunden
hatte ich sie so, hab ihr die erste Milch gegeben und allein dieses kleine
Wesen von Auge zu Auge zu sehen…. Für mich war das einfach der schönste und
emotionalste Moment in meinem Leben. Das Stärkste, was ich je erlebt
habe.
Wie waren die ersten Wochen? Euphorisch? Völlig fertig? Emotional
überfordernd? Mit Babyblues?
Wir sind dann noch vier Wochen in Kanada geblieben und waren sehr, sehr
glücklich. Müde auch, Sofia war alle anderthalb Stunden wach. Aber wenn die
Kleine auch nur ein Geräusch machte oder wenn dich ein Blick von ihr traf,
war alle Müdigkeit vergessen.
Heute seid ihr glücklich zu dritt. Würdet ihr alles wieder so machen?
Heute sind wir zu dritt und ich kann dir sagen, ich würde das eine Milliarde
Mal wieder machen. Weil es ein Wunder war, eine wunderschöne Reise. Was ein
Baby als neues Familienmitglied mitbringen kann, ist unbeschreiblich. Und
unbeschreiblich ist auch die Art von Liebe, die man entwickelt. Sie ist mit
nichts vergleichbar, nicht mit einer Beziehung oder mit einer Liebe, die man
für die eigenen Eltern oder für Freunde oder Freundinnen empfindet.
Es ist einfach so anders, so viel tiefer. Du hast diese große
Verantwortung, die gleichzeitig ein bisschen Druck macht, weil du natürlich
immer auch ein paar Ängste hast, dass etwas passieren könnte. Die Gesundheit,
die Umwelt, jetzt Corona….
Was hat sich verändert?
Diese große Liebe verändert ja auch dich selbst ganz stark. Wir zwei sind
viel ruhiger geworden. Wir überlegen gemeinsam, wie wir am besten mit ihr
umgehen können, wie wir sie erziehen können. Wir lesen viel darüber.
Versuchen aber gleichzeitig, auch ein bisschen verrückt zu bleiben und auch
spielerisch mit ihr umzugehen, ganz toll zusammen zu singen, Klavier zu
spielen. Wir sind definitiv eine sehr musikalische Familie und auch Sofia
liebt Musik. Wir freuen uns immer, wenn wir zusammen singen und
Klavierspielen können. Ein Kind zu bekommen, war einfach die genau richtige
Entscheidung für uns.
Das klingt alles fast zu schön, um wahr zu sein.
Ach was, natürlich ist es mit einem Kind nicht immer einfach und schön,
manchmal ist das auch schwierig und problematisch. Aber diese Probleme und
Schwierigkeiten als Familie zusammen zu meistern, während alle
Familienmitglieder das gleiche Ziel haben – also zusammenbleiben und über
Probleme zu sprechen und sie zu lösen – dann ist das kein Problem, sondern
einfach das Leben.
Es existiert kein Leben ohne Herausforderungen. Aber es macht jeden Tag
Spaß aufzustehen, diese kleine Maus zu sehen, wie sie sich entwickelt und wie
die Kleine neue Worte oder neue Bewegungen lebt, Sofia ist jetzt zwei und das
ist einfach auch ein super witziges Alter.
Was möchtest du anderen Familien mit Kinderwunsch mit auf den Weg
geben?
Was ich Familien rate oder wünsche, egal ob hetero oder gay, man muss
einfach versuchen, das als positive Erfahrung zu nehmen, man muss das
wirklich wollen. Kinder sind kein Spielzeug, das man sich anschafft und
wieder weglegt. Es ist wichtig, man selbst zu bleiben und möglichst diesem
Wesen viel Liebe zu geben. Kinder brauchen kaum materielle Dinge, sie
brauchen keine Statussymbole, sie sind pure Menschen und brauchen Präsenz,
Liebe und viel Geduld.
Sie müssen die Welt entdecken und das ist manchmal gar nicht so leicht. Und
in diesen Momenten müssen wir dableiben, ruhig bleiben und den kleinen
Menschen begleiten.
Für uns als schwules Paar oder für schwule Paare, die Eltern werden
möchten, ist es noch schwieriger wegen des ganzen Prozesses, aber wenn man es
wirklich will, findet sich ein Weg. Und ja, so ein Kind verändert im Alltag
und für die Beziehung vieles, es wird auch ein bisschen Leichtigkeit nehmen,
darüber sollte man sich im Klaren sein. So eine Entscheidung sollte dringend
mit Herz, Bauch und Leidenschaft getroffen werden.
Neben der Euphorie und Vorfreude ist es wichtig, sich zu fragen, ob das mit
Kind zu schaffen ist, wie Freunde und Bekannte das erleben, die schon Kinder
haben. Und wenn man sich darüber dann im Klaren ist, wenn dann alles geregelt
ist und es losgehen kann…. Dann wird es einfach wunderschön.
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Schwules Paar: "Wir wurden Eltern dank Leihmutterschaft" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/peggy-ich-dachte-solche-liebesgeschichten-gibts-nur-im-film |
Mein Name ist Peggy, ich bin 36 Jahre alt und für mich war 2020 das Jahr,
in dem ich zum ersten Mal tiefe, richtige Liebe kennengelernt habe.
Zuvor war ich zwölf Jahre mit einem Mann verheiratet, mit dem ich zwei
Kinder habe. Für diese zwei wundervollen Kinder werde ich diesem Mann für
immer dankbar sein. Es sind UNSERE Kinder und das werden sie auch immer
bleiben. Aber ich war in unserer Ehe unglücklich, denn es war eine
Zweckgemeinschaft.
Aus Bequemlichkeit blieben wir zusammen
Sehr viele Jahre lang war ich nur noch aus Bequemlichkeit mit ihm zusammen
und weil ich den Kindern keine Trennung antun wollte. Und auch, weil ich auch
dachte, eine Ehe fühle sich eben so an. Geborgenheit, Zuneigung, Begehren –
all das gab es nie zwischen uns.
Mitte 2019 war ich aber an einem Punkt, an dem ich so nicht mehr leben
wollte, nicht in dieser Konstellation. Ich nahm all meinen Mut zusammen
trennte und mich von meinem Mann.
Diese Trennung war das Beste, was mir passieren konnte. Ich spürte, dass da
noch viel mehr auf mich wartet. Ich blühte auf – was sich auch auf die Kinder
auswirkte. Es war so, als käme bei uns allen die Leichtigkeit und das Glück
zurück.
Ich suchte das Glück auf einer Dating-Plattform
Ich meldete mich auf einer Partnerschafts-Plattform an und lernte dort auch
einen anderen Mann kennen. Nach einiger Zeit beschlossen wir, uns zu treffen.
Auf dem Weg zu dem Treffpunkt war ich mehrmals drauf und dran, umzukehren.
„Was machst du da eigentlich? Du bist doch kein Teenager mehr“, dachte ich.
Aber dann sammelte ich wieder allen Mut zusammen und erschien an dem
Treffpunkt.
Wir trafen uns auf dem Parkplatz vor einem Restaurant – und als ich ihn
sah, setzte mein Herz aus. Ich habe nie an Liebe auf den ersten Blick
geglaubt, aber genau das passierte mir. Dieser Mann strahlte von der ersten
Sekunde so viel Herzlichkeit und Ehrlichkeit aus, dass ich völlig überwältigt
war.
Aus dem ersten Prickeln wurde Liebe
Wir gingen ins Restaurant, setzten uns gegenüber und alles war sofort
vertraut. Er erzählte mir aus seinem Leben, auch von all den Schwierigkeiten,
die er bisher bewältigen musste. Ich war von so viel Selbstverständlichkeit
und Selbstbewusstsein beeindruckt. In mir schlichen die Selbstzweifel hoch,
ob das wirklich was werden könnte – ich hatte nicht gerade das größte
Selbstbewusstsein und außerdem: Wer wollte schon eine Zweifach-Mama?
Wir redeten und redeten – bis das Restaurant zumachte. Es war ein
unglaublich schöner Abend. Ich war verliebt – und er auch.
Bereits am folgenden Wochenende trafen wir uns in einem Hotel. Diese Tage
hauten mich um. Er gab mir das Gefühl, etwas wert zu sein, schön zu sein,
wichtig und besonders zu sein. Er hörte mir zu, sah mich an – ich musste mich
nicht verstellen, sondern war gut so wie ich war. Wir konnten nicht genug
voneinander bekommen. Irgendwann wurde uns klar, dass es diese Liebe nicht
nur in Büchern oder Filmen gibt – nein, dass wir sie gerade erleben.
Das große Liebesglück: Happy End mit tollem Ausgang
Wir sind nun seit einem Jahr zusammen, haben dieses verrückte Jahr 2020
gemeinsam überstanden. Er ist sogar zu uns gezogen, versteht sich super mit
den Kindern. Wir sind immer noch so verliebt wie am Anfang, er ist
aufmerksam, liebevoll und ehrlich. Für 2021 wünschen wir uns ein gemeinsames
Kind. Drückt uns die Daumen, dass dieser Wunsch wahr wird…
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Peggy: "Ich dachte, solche Liebesgeschichten gibt´s nur im
Film" | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/pflegekinder-wir-haben-mehr-als-30-kindern-ein-zuhause-gegeben |
Liebe Juliane, Deine Mutter hat – also du noch ein Kind warst – immer
wieder Pflegekinder aufgenommen. Erzähl doch mal ein bisschen was über deine
Mama.
Meine Mama ist für mich das größte Vorbild, denn sie setzt sich schon ein
Leben lang für andere Menschen ein. Und dabei stellt sie sich selbst,
eigentlich seit ich denken kann, hinten an. Für andere mag das vielleicht
nicht richtig klingen…nie Zeit für sich haben, kaum bestandsfähige
Freundschaften zu anderen pflegen, keine Reise, kein Ausflug, keine
Verabredung ohne Kinder und das über viele, viele Jahre hinweg. Aber genau
das hat meine Mutter gewählt und zwar aus voller Überzeugung und mit ganzem
Herzen.
Wie sieht Eure Ursprungsfamilie aus?
Ich bin das jüngste von drei leiblichen Kindern meiner Mama. Als meine
Mutter 28 Jahre alt war, bekam sie Krebs. Den besiegte sie, aber sie war für
sieben Jahre erwerbsunfähig. Neben unserer Erziehung, dem Haushalt, dem
Alltag suchte sie aber noch nach einer Aufgabe, die sie komplett erfüllte und
ihr Freude machte.
In der Nachbarschaft ergab es sich, dass sie immer wieder mal ein Kind
betreute und als „Tagesmutter“ fungierte. Anfang der 90er Jahre fand sie dann
in der Tageszeitung einen Artikel, der sie sehr bewegte und letztendlich zu
dem Entschluss brachte, ihr „Hobby“ zum Beruf zu machen.
Das Jugendamt suchte dringend Eltern, die sich vorstellen könnten, Kinder
bei sich aufzunehmen, die nicht in ihrer Herkunftsfamilie bleiben konnten.
Sie stellte sich daraufhin dort vor und informierte sich ausführlich. Nachdem
sie dann auch zu Hause mit uns darüber sprach und ein „OK“ von uns bekam, war
ihr klar, dass das ihre neue Aufgabe im Leben sein würde.
Im weiteren Verlauf gab es viele Beratungsgespräche, Tests und Hausbesuche,
bei denen mit uns allen gesprochen wurde. Als alles Formelle endlich
abgeschlossen war und wir die Prüfung zur Pflegefamilie bestanden hatten, zog
das erste Pflegekind bei uns ein. Zu dem Zeitpunkt waren meine Geschwister 13
und 11 und ich 3 Jahre alt. Ich bin damit also aufgewachsen.
Kannst du dich noch an dieses erste Pflegekind erinnern?
Mein 1. Herzgeschwisterchen war ein kleiner Junge, nur wenige Monate alt,
misshandelt und verwahrlost. Bei uns fand er ein liebevolles zu Hause auf
Zeit. Und wir alle taten unser Bestes, ihn fühlen zu lassen, was die Liebe
einer Familie bedeutet. Knappe 2 Jahre hat der kleine Mann unsere Familie
bereichert.
Wieviele Kinder waren insgesamt bei Euch?
Es waren mehr als 30 Kinder. Die Gründe, warum ein Kind ein „Pflegekind“
wird, sind zahlreich. Misshandlung, Drogenkonsum der Eltern, Verwahrlosung,
Obdachlosigkeit, vorrübergehende oder dauerhafte psychische Probleme der Mutter
oder auch die bewusste Entscheidung gegen das Kind. Allerdings waren die Kinder, die zu uns
kamen, immer erste wenige Wochen bis Monate alt.
Da ich ja damals selbst noch sehr klein war und auch meine Geschwister noch
nicht komplett selbstständig waren, wollte meine Mutter bewusst keine älteren
Kinder aufnehmen. Der ständige Wechsel und die damit einhergehende,
emotionale Belastung für die eigene Familie, wäre bei älteren Kindern
wesentlich größer gewesen als bei Säuglingen. Meist blieben die Kinder nur
einige Monate in Kurzzeitpflege bei uns. In einigen Fällen aber auch bis zu 2
Jahre, bevor sie meist in Dauerpflege- oder Adoptivfamilien weitervermittelt
wurden. Manche Kinder konnten aber auch in ihre Herkunftsfamilien zurück
geführt werden.
Gab es ein ganz besonderes Geschwisterlichen für dich?
Ja, ein Kind ging einen anderen Weg, es blieb in unserer Familie. Der
kleine Mann hatte damals keinerlei Perspektive, zurück in seine
Herkunftsfamilie zu kommen oder in eine fremde Familie zu kommen. Er war ein
Frühchen und kam zu uns, als er 4 Wochen alt war. 4 Wochen, die er allein in
einem Inkubator auf der Frühgeborenenstation verbringen musste.
Seine Mutter war abhängig von Alkohol und Schlaftabletten. Und die
Auswirkungen ihres Drogenkonsums verfolgten ihn und uns während seiner
gesamten Kindheit und auch noch bis heute. Trotz all der Schwierigkeiten
haben wir uns dieser Aufgabe aber angenommen, ihn als Sohn und Bruder in
unsere Familie aufgenommen und versucht, alle Höhen und Tiefen mit ihm zu
meistern. Es gab wundervolle Zeiten mit ihm und wir freuten uns über jeden
Fortschritt, den er machte. Aber es gab auch Zeiten, die vor allem meine
Mutter an ihre äußersten Grenzen brachte.
Heute ist er 23 und frischgebackener Papa. Aber auch, wenn unser Verhältnis
nicht so innig ist wie bei anderen Geschwistern, so kann er sich doch immer
auf mich verlassen. Er hat es auch heute noch nicht leicht im Leben, denn
auch eine liebevolle Kindheit können seine Herkunft und die Zeit der
Schwangerschaft leider nicht komplett kompensieren. Meine Mama und auch wir
Geschwister unterstützen ihn aber so gut es möglich ist. Und sein kleiner
Sohn ist für mich mein Neffe und so werde ich auch für ihn da sein, wenn er
mich braucht.
Gab es auch mal Eifersucht zwischen den Geschwistern?
Dadurch, dass ja schon seit ich denken kann, immer Pflegekinder da waren,
war es für mich eigentlich nie komisch oder befremdlich. Ich kannte es ja gar
nicht anders. Die Freude, wenn ein Anruf kam und ein neues Kind bei uns
einziehen sollte, war immer groß. Jedes Mal bereiteten wir zu Hause alles
gemeinsam vor. So wie man das eben macht, wenn ein neues Familienmitglied auf
dem Weg ist. Das Bettchen wurde frisch bezogen, die Kleider in der passenden
Größe in die Kommode geräumt, Kinderwagen und Babyschale bereit gestellt und
die Wickeltasche gepackt. Die Freude bei meiner Mama war ihr immer
anzumerken. Es war toll, immer ein Baby im Haus zu haben. Statt einer Puppe,
konnte ich ein echtes Baby wickeln und spazieren fahren.
Für uns Geschwisterkinder war es selbstverständlich, unsere Herzgeschwister
in unseren Alltag zu integrieren. Sie waren einfach da und bekamen genau die
Aufmerksamkeit, Kuscheleinheiten und Liebe, wie wir. Sicher hat meine Mama
uns auf eine andere Art geliebt und in ihrem Herzen waren wir immer auf Platz
1. Das hat sie unsere Herzgeschwister aber nie spüren lassen.
An Eifersucht und negative Gedanken in Bezug auf die Pflegekinder, kann ich
mich erst erinnern, als ich schon älter war. Es gab immer mal wieder Zeiten,
in denen ich mir wünschte, meine Mama hätte einen „normalen“ Job. Nach
Feierabend heim kommen und Zeit für mich haben. Frei haben an den
Wochenenden. Manchmal wollte ich einfach nur das jüngste Kind sein, das
Nesthäkchen, das nicht immer Rücksicht auf die ständig wechselnden, jüngeren
Geschwister nehmen muss, die doch eigentlich nur Gäste bei uns waren. Die
Freude bei der Ankunft eines neuen Herzgeschwisterchens blieb trotzdem immer.
Und je älter ich wurde, desto mehr verstand ich, wie sehr diese kleinen
Menschen uns brauchten und wie gut es uns dreien ging, weil wir in einer
„normalen“ Familie aufwuchsen durften.
Wie hast du die Abschiede von den Herzgeschwistern erlebt?
Abschiede waren immer schwer. An die Zeit, in der ich noch kleiner war,
kann ich mich natürlich nicht mehr wirklich erinnern. Aber später war es
immer sehr traurig. Mehrere Monate oder gar Jahre jemanden bei sich
aufnehmen, ihn zum Teil der Familie machen und ihn lieb gewinnen. Und dann
muss er plötzlich wieder gehen. Und vermutlich sieht man ihn auch niemals
wieder.
Aber genau wie die Vorbereitung auf ein neues Pflegekind, ist der Abschied
immer ein wichtiger Bestandteil mit festen Ritualen gewesen. Auch heute noch,
schreibt meine Mama für jedes Kind ein kleines Büchlein über die Zeit bei
uns/ihr und persönliche Gewohnheiten. Dazu gestaltet sie ein Fotobuch und oft
auch eine Erinnerungskiste. Liebevoll packt sie jedes einzelne Mal
persönliche Dinge zusammen, wie Lieblingsspielsachen, Fläschchen und
Pflegeprodukte und Kleidung. Meine Herzgeschwister hatten bei ihrer Ankunft
oft nicht einmal eigene Kleidung und sie gingen meist mit einem ganzen
Umzugskarton an persönlichen Sachen.
Die Gefühle beim Abschied waren aber unterschiedlich intensiv. Es gab
Kinder, die man mehr ins Herz geschlossen hat als andere. Meist waren es die,
die es besonders schwer hatten oder aus sehr schweren Verhältnissen kamen.
Und eine Rolle spielte natürlich auch, welchen Weg die Zukunft für das
jeweilige Kind nahm.
Für Außenstehende mag es vielleicht befremdlich klingen, aber es war sehr
viel schwieriger, Kinder gehen zu lassen, die zurück in ihre Herkunftsfamilie
kamen (denn sie waren ja nicht ohne Grund bei uns), als solche, die eine neue
Familie bekamen (denn dort konnte man sich sicher sein, dass alles nur
Mögliche getan wurde, dass es dem Kind an nichts fehlte). Die meisten Kinder
wechselten von der Kurzzeitpflege bei uns zu einer Dauerpflegefamilie, hin
und wieder auch mit Aussicht auf Adoption.
Habt Ihr heute noch zu einigen Kindern Kontakt?
Zu einigen ehemaligen Pflegekindern und deren Familien hat meine Mutter bis
heute den Kontakt gehalten. Die Kinder wissen dann auch, dass sie einige Zeit
ihres Lebens bei ihr/uns verbracht haben. Für sie ist es sehr schön zu sehen,
was aus ihren einstigen, kleinen Sorgenkindern geworden ist. Zum Teil sind
die Pflegekinder von damals heute schon selbst Eltern geworden.
Ich bin heute 34 nun schon seit 7 Jahren selbst Mutter. Die Pflegekinder,
die meine Mutter heute aufnimmt, haben nicht mehr den Charakter eines
Geschwisterkindes für mich. Dennoch ist es für mich und meine Familie immer
schön, wenn ein Herzkind bei meiner Mama lebt. Und auch über die Entfernung
versuchen wir, ein Stück Familie oder auch Freunde für das jeweilige Kind zu
sein.
Wenn Hilfe nötig ist, sind wir jederzeit da, zu Geburtstagen der Kinder
feiern wir zusammen und für mich ist es selbstverständlich, dass es an Weihnachten
und Ostern auch für diese kleinen Menschlein ein Geschenk gibt. Solange sie
bei meiner Mama leben, sind sie Teil der Familie. Und so wird es immer
sein.
Gab es Herzgeschwister, die Die besonders im Gedächtnis geblieben sind?
Es gibt nicht DAS Kind, was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist.
Vielmehr sind es die Gründe, warum sie zu uns kamen. Ich kann mich nicht mehr
an jede Geschichte erinnern, aber vieles vergisst man natürlich nicht. Gerade
seit ich selber Mutter bin, muss ich sehr oft darüber nachdenken, dass nicht
jedes Kind einen so positiven Start ins Leben hat,wie meine eigenen.
Ich erinnere mich z.B. an ein Kind, das nicht einmal einen Namen von seiner
Mutter bekam. Es hatte also keine Identität. Die Schwestern im Krankenhaus
gaben ihm dann seinen Vornamen. Oder der kleine Junge, der zu uns kam, in
schmutzigen und übel riechenden Sachen, der außer drei nach Zigarettenrauch
riechender Schlafanzüge rein gar nichts besaß.
Oder das Mädchen, das viele, viele Monate brauchte, um Vertrauen zu anderen
Menschen zu fassen, weil es völlig verängstigt war. Es gab Babys, die bereits
einen Drogenentzug hinter sich hatten und solche, die bitterlich weinten,
wenn sie bei einem Besuchskontakt ihre leiblichen Eltern sahen.
So viele Geschichten, so viele verschiedene Schicksale. Und die damit
verbunden Mütter, die ihre Kinder nicht behalten konnten, nicht behalten
durften, nicht behalten wollten. Mütter, die alles taten, um ihre Kinder
wieder zu bekommen, Mütter, die zu keinem Besuchskontakt erschienen, Mütter
die ihre Kinder freiwillig her gaben, Mütter, denen ihre Kinder genommen
worden oder werden mussten. Mütter die erst ihr eigenes Leben bereinigen
mussten oder solche, die jenes beenden wollten.
Was hast du durch diese Geschichten für dich gelernt?
Ich habe von klein auf vieles miterlebt. Viele Facetten des Lebens habe ich
gesehen. Und daraus habe ich vor allem gelernt, meinen eigenen Kinder immer
die beste Mutter zu sein, die ich irgendwie sein kann. Und in dieser
Einstellung ähnele ich meiner Mama, worauf ich sehr stolz bin. Sie hat so
viel Gutes getan mit ihrer Arbeit und tut es noch immer. Im nächsten Monat
wird sie 60 Jahre alt und ein Ende ihrer Arbeit ist noch lange nicht in
Sicht. Denn ohne diese Kinder würde sie wohl ihren Lebensinhalt
verlieren.
Könntest du dir auch vorstellen, ein Pflegekind aufzunehmen?
In die Fußstapfen meiner Mama zu treten, kann ich mir durchaus vorstellen.
Das ist sogar immer mal wieder Thema in meiner Familie. Allerdings würde das
erst in Frage kommen, wenn meine Kinder älter sind. Mit 7, 3 und 1 Jahr sind
sie in meinen Augen noch viel zu jung, denn sie nehmen mich 24/7 voll und
ganz in Anspruch. Sie müssen ihre Eltern ja schon mit ihren Geschwistern
teilen. Noch mehr „Konkurrenz“ muss nicht sein. Außerdem bin ich mit den
Dreien absolut ausgelastet und könnte einem kleinen Herzkind derzeit
überhaupt nicht gerecht werden.
Wenn sie aber alle 3 Schulkinder sind, weiß ich schon jetzt, wird sehr
wahrscheinlich auch bei mir eine Leere entstehen. Vielleicht ist es dann an
der Zeit, einem kleinen Herzkind ein Zuhause auf Zeit in unserer Familie zu
geben.
Was braucht man deiner Meinung nach, um ein Pflegekind aufzunehmen?
Vor allem das Bewusstsein, dass das ganze zeitlich begrenzt ist. Nicht
jeder schafft es, ein fremdes Kind in sein Leben und vor allem in sein Herz
zu lassen, es zu behandeln, wie sein eigenes und es dann wieder loszulassen,
ohne daran zu zerbrechen. Ein schmaler Grad.
Man muss außerdem bedenken, dass die Kinder, wie jung sie auch sein mögen,
alle ihr „Päckchen“ mitbringen. Ob auf Drogenentzug, oder psychisch/physisch
beeinträchtigt, alles kann dabei sein. Damit muss man umgehen können. Und
damit verbunden sind auch viele Verpflichtungen, wie Arztbesuche oder
Therapien, Gespräche mit dem Jugendamt und auch meist regelmäßige
Besuchskontakte mit den leiblichen oder zukünftigen Eltern. Das alles ist
nicht einfach, vor allem, weil man auch nirgendwo ein wirkliches
Mitspracherecht hat.
Man sollte also emotional gefestigt sein und ein möglichst sicheres,
familiäres Umfeld haben. Auch die finanziellen Möglichkeiten sollten gegeben
sein. Ein Vollzeitjob oder überhaupt ein Job ist als Pflegemutter (zumindest
von sehr kleinen Kindern) kaum möglich. Also sollte der (Ehe)Partner ein
ausreichendes Einkommen haben. Ein Gehalt gibt es als Pflegemutter nicht.
Eher eine Aufwandsentschädigung. Das sollte meiner Meinung nach anders laufen
(aber das ist hier nicht das Thema…)
Abschließend kann man sagen, dass Pflegemutter/vater zu sein schon eher
eine Berufung ist, als ein Beruf. Pflegemutter/vater sein heißt, alles zu
geben für ein Kind – vor allem Gefühle, Nähe und Verständnis.
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Pflegekinder: Wir haben mehr als 30 Kindern ein Zuhause gegeben | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/pinterest-so-werdet-ihr-erfolgreich-mit-pinterest |
Ihr Lieben, wer von Euch
nutzt Pinterest? Wir wetten, sehr viele von Euch. Sei es zur Inspiration,
wenn das Kinderzimmer umgestaltet werden soll oder wenn Ihr originelle
Rezepte für Geburtstagskuchen sucht. Pinterest ist DIE Online-Pinnwand – mehr
als 322 Millionen Menschen nutzen Pinterest derzeit weltweit.
Aber Pinterest ist nicht nur zum „Schöne-Bilder-gucken da“, es kann auch
für Selbstständige unglaublich wertvoll sein. Wir wissen, dass viele von Euch
nach der Geburt ihres Kindes/der Kinder nicht mehr zurück in den alten Job
sind und nun selbstständig arbeiten.
Für genau die und alle, die es noch vorhaben, gibt es heute einen Kracher:
Gemeinsam mit Andrea und Julia von marketingmagie bieten wir Euch einen
KOMPLETT KOSTENLOSEN Pinterest-Einsteiger-Kurs an. Ihr könnt in
Online-Seminaren alles über Pinterest lernen, wie man Pins erstellt, auf was
man achten muss und und und.
Dazu müsst Ihr nur hier klicken: https://marketingmagie.de/pinterest-starterkurs-anmelden und
Euch anmelden, am 17.2. geht es dann los. Zuerst einmal aber stellen
wir Euch Julia und Andrea vor:
Liebe Andrea, liebe Julia, heute geht es um das Thema Vereinbarkeit von
Familie und Beruf – und wie Pinterest dabei helfen kann. Erzählt doch mal, wo
und wie Ihr gearbeitet habt, bevor Ihr Kinder bekommen habt.
Andrea: Ich war in einer großen PR-Agentur tätig, die auf den Kultursektor
spezialisiert ist. Als Leiterin der Berliner Niederlassung habe ich
Kommunikationsstrategien für Museen, Stiftungen, Festivals aber auch für das
kulturelle und soziale Engagement internationaler Konzerne entwickelt und
gesteuert. Das war eine spannende Zeit, in der ich viel herumgekommen bin und
großartige Menschen kennengelernt habe. Aber natürlich war da an 9 to 5 auch
nicht zu denken.
Julia: Ich habe über 10 Jahre als Texterin und Konzepterin beim Radio, in
Agenturen und bei Start-ups gearbeitet und in dieser Zeit hunderte Texte,
Beiträge und Marketing-Konzepte entwickelt. Was mir daran gefallen hat, war,
dass jeder Tag anders war.
Dann seid Ihr Mütter geworden. Vor welchen Problemen standet Ihr da
plötzlich?
Andrea: Für mich hatte meine Tochter absolute Priorität vor der Karriere.
Für sie wollte ich da sein. Das hieß: 1 Jahr Elternzeit und nur noch halbtags
im Job. Nicht zu arbeiten kam nicht in Frage. Ich liebe, was ich mache. Aber
ein Büro in Teilzeit zu leiten, war eine wirkliche Herausforderung. Da kamen
Anrufe rein, wenn ich gerade auf dem Spielplatz war. Das war ein ständiger
Spagat, es allen Recht zu machen.
Dann habt Ihr beschlossen, Euch selbstständig zu machen. Ein großer
Schritt. Was waren Eure größten Ängste?
Julia: Ich habe meine Selbstständigkeit Schritt für Schritt neben dem Job
aufgebaut, 2 Jahre lang. Dann hatte ich genug feste Kund*innen, um “Tschüß”
zum Angestelltendasein zu sagen. Angst hatte ich deswegen keine.
Andrea: Ich bin da ganz naiv reingegangen, die Selbstständigkeit
entwickelte sich ganz langsam während der dritten Schwangerschaft und
Elternzeit. Aber dann wollte ich mehr. Vor allem mehr Sicherheit, dass immer
genug reinkommt. Kaum war etwas weniger zu tun, hatte ich schubweise Angst zu
scheitern.
Wie beeinflusst die Selbstständigkeit Euren Alltag mit Kindern?
Andrea: Meine Selbstständigkeit entspannt unseren Alltag immens. Ich
entscheide, wann und wo ich arbeite. Ich bring die Jüngste ohne Gehetze in
die Kita. Und bin da, wenn die Großen aus der Schule kommen. Und wenn mal ein
Kind krank ist, muss ich nicht – am besten schon am Abend vorher – panisch
die Großeltern als Babysitter sichern. Schulferien, Stundenausfall, Kita zu –
kann ich auffangen. Dinge, die nicht liegenbleiben dürfen, schiebe ich dann
auch mal in den Abend. Natürlich ist das nicht alles eitel Sonnenschein. Aber
der Stress bleibt bei mir und meinem Mann. Die Kinder bekommen ihn (kaum) zu
spüren.
Ihr arbeitet als Texterinnen, Online-Strateginnen und Beraterinnen für Pinterest-Marketing.
Pinterest wird für Selbstständige immer wichtiger – warum?
Julia: Viele Selbstständige wissen (noch) gar nicht, dass sie Pinterest für
ihr Business nutzen können. Pinterest ist mehr als schöne Bildchen. Pinterest
ist eine echte Geheimwaffe, wenn es um dauerhafte Reichweite für
Blogger*innen, Unternehmer*innen und Kreative geht. Mit der richtigen
Pinterest-Strategie können sie neue Kund*innen und Käufer*innen für ihr
Produkt oder ihre Dienstleistung finden. Deshalb machen wir gerade viel
Aufklärungsarbeit, weil so immens viel Potenzial in Pinterest steckt
🙂
Andrea: Pinterest eignet sich gerade für kleine Unternehmen und
Selbstständige ohne großes Marketing-Budget, um Wunschkunden auf die Seite zu
bekommen. Dazu kommt, dass es planbar ist und – einmal gut angelegt – nur 1-2
Stunden Arbeit pro Woche verlangt. Anders als Social Media Kanäle, wo ständig
Posts und Stories gefragt sind. Das war perfekt für uns beide und sicherlich
auch für viele andere Mamas.
Viele meinen ja, sie könnten das mit den Sozialen Netzwerken und
Marketing-Plattformen schon irgendwie alleine – und verschenken so aber viel
Potenzial.
Andrea: Stimmt, denn oft fehlt eine individuelle Strategie. Die ist vor
allem bei Pinterest super wichtig. Aber woran die meisten scheitern, das
sind: Geduld, Experimentierfreude und das falsche Verständnis von Pinterest.
Denn Pinterest tickt einfach ganz anders als Facebook, Instagram,
Youtube.
Julia: Meiner Erfahrung nach versuchen viele Selbstständige überall präsent
zu sein und merken dann, dass das viel Zeit und Energie einfordert. Oft zu
viel. Besser ist es, sich auf wenige(re) Kanäle zu fokussieren und dann dort
nicht halbherzig, sondern mit voller Power zu posten und zu pinnen. Eine
tolle Kombination ist zum Beispiel Instagram und Pinterest, oder Facebook und
Pinterest. Pinterest sorgt langfristig und kontinuierlich für immer neue
Blog-Leserinnen, Kund*innen und Leads. Instagram bzw. Facebook sind
großartig, um eine Community aufzubauen, sich auszutauschen und auch
Persönliches zu zeigen.
Ihr bietet unseren Lesern ja einen ganz tollen Pinterest-Kurs an. Was sind
die Inhalte und wie lange geht das?
Julia: Ja, über diese exklusive Kooperation freuen wir uns sehr! Wir sind
ja selber StadtLandMama-Fans und dürfen seit Dezember 2019 auch eure
Pinterest-Strategie für euren Blog genauer unter die Lupe nehmen.
Andrea: Dabei kam uns die Idee zum Pinterest-Kurs. Uns war schnell klar:
Die StadtLandMama-Leserinnen sind doch genau diejenigen, für die Pinterest
perfekt ist: Mamas, die einen eigenen Blog haben, die vielleicht neu anfangen
und ein Herzensbusiness starten möchten, aber wie wir kein Geld in Marketing
investieren wollen, das nur kurzfristige Effekte ausspuckt – und die zudem
wenig Zeit haben (wie so viele Mamas).
Julia: Der Kurs motiviert alle Leserinnen endlich auf Pinterest loszulegen!
Wir zeigen ihnen, wie sie Pinterest für ihr Business oder ihren Blog nutzen
können, um über Monate und Jahre hinweg (neue) Blog-Leser*innen, Leads und
Verkäufe auf Autopilot zu generieren. In unserem kostenlosen 4 Wochen-Kurs
erklären wir den Teilnehmerinnen, alles was sie über einen erfolgreichen
Pinterest-Start wissen müssen und zwar simpel und strukturiert. Wir starten
dann Schritt für Schritt direkt in die Umsetzung, alle zusammen. Am
17..02.2020 gehts los.
Was sind die Voraussetzungen, dass ich daran teilnehmen kann?
Andrea: Gute Frage! Spaß daran, etwas Neues zu lernen. Der Kurs ist perfekt
für alle, die mit ihrem Business oder ihrem Blog nicht weiterkommen und sich
neue Leser*innen oder Kund*innen wünschen. Wir zeigen allen, die Pinterest
noch nie für ihr Business genutzt haben oder mit ihren ersten beruflichen
Schritten auf Pinterest nicht zufrieden sind, wie sie bei Pinterest in 2020
so richtig durchzustarten.
Julia: Idealerweise bringt man etwa 2 Stunden pro Woche Zeit mit (die sich
alle Teilnehmerinnen frei einteilen können) – und hat bereits einen Blog oder
eine Website, die über Pinterest groß rausgebracht werden soll.
Was sind die Ziele des Kurses?
Andrea: Die Teilnehmerinnen werden endlich verstehen, wie Pinterest tickt
und bereits erste Schritte mit uns gemeinsam auf der Plattform machen. Wir
sind über die ganzen 4 Wochen mit Feedback, Motivation und Tipps an ihrer
Seite.
Julia: Wer Pinterest effektiv einsetzt, macht sich nicht nur ein
wirkungsvolles Marketing-Tool zunutze. Am Ende bringt es den Teilnehmerinnen
auch mehr (freie) Zeit, mehr finanzielle Sicherheit und Selbstbestimmtheit.
Und darum lieben wir Pinterest auch so!
Und hier nochmal der Link für den kostenlosen Starter-Kurs:
https://marketingmagie.de/pinterest-starterkurs-anmelden
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Kostenloser Pinterest Kurs: Wir schenken Euch einen Einsteiger-Kurs! |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ploetzlicher-kindstod-ich-habe-zum-zweiten-mal-ein-kind-verloren |
Liebe Renate, wir hatten 2019 ein Interview mit Dir, in dem Du über Euren
Abschied von Elian erzählt hast. Dieses Interview hat viele Menschen berührt.
Du bist danach erneut schwanger geworden. Wie verlief diese Schwangerschaft?
Ja, 2019 war ein ganz besonderes Jahr. Wir bekamen die Zwillinge Emily und
Elian. Elian musste wegen den Folgen eines E.Coli Keimes zu den Sternen
reisen. Das war Anfang April 2019. Anfang September 2019 fuhren
wir dann nach Kroatien in den Urlaub. Wir brauchten Abstand vom Alltag, denn
das Leben verlief nach Elians Beerdigung wieder ziemlich „normal“. Im Urlaub
dann, wobei…auch schon vorher, waren wir uns einig: Wir wünschen uns
definitiv noch ein Kind – liebevoll Regenbogenbaby genannt.
Tatsächlich wurde ich wieder sehr schnell schwanger. Alles war gut, die
Übelkeit nicht so ausgeprägt wie bei den Zwillingen. Es war ein Moment der
Freude, als wir den positiven Test in der Hand hielten. Wir wussten, dass
nichts schief gehen wird, denn Elian hat uns ein Regenbogenbaby geschickt.
Oft wurden wir gefragt, warum wir ein fünftes (sechstes) Kind wollten. Ob es
ein Ersatz für Elian sein sollte…
Was es natürlich nicht war.
Nein. Ganz und gar nicht. Wir haben uns eigentlich gesagt, dass nach vier
Kindern Schluss ist. Dann schummelte sich jedoch ein Kind dazu und wir
bekamen Zwillinge. Das Schicksal entschied, dass wir fünf Kinder haben
sollten. Und der Wunsch nach dem fünften Kind war danach einfach da. Nicht
als Ersatz für Elian. Aber als fünftes gewünschtes Kind an der
Hand.
Wie verlief denn die Schwangerschaft mit Samu?
Die Schwangerschaft an sich verlief total komplikationslos. Es war eine der
schönsten Schwangerschaften. Samu war das aktivste Kind in meinem Bauch.
Immer wenn ich Sorge hatte, hat er sich bemerkbar gemacht. Manchmal so sehr,
dass mein Mann und ich richtig herzlich lachen mussten. Wir haben Scherze
gemacht, dass dieses Kind das erste Kind der Welt sein wird, dass aus der
Bauchdecke gekrochen kommt. Auch die Kinder konnten sehr viel Kontakt zu Samu
aufnehmen. Vor allem unser Ältester war begeistert davon. Fast täglich
streichelten meine Großen den Bauch und sagten ihm, wie sehr sie sich freuen,
große Geschwister zu werden.
Dann kam der Tag der Geburt….
Ja, Samu kam ziemlich schnell im Geburtspool zur Welt. Die großen Kinder
haben während der Geburt im Kinderzimmer „Die Eiskönigin“ geschaut. Samu
hatte ein Glückshäubchen. Die Fruchtblase platzte erst, während seine Schultern
geboren wurden. Ich legte ihn auf meine Brust und mein Mann rief die
Geschwister.
Wir waren alle überglücklich. Die drei Großen schauten sich Samu ganz genau
an und streichelten über seine Wange. Es war einfach alles perfekt. Unsere
Glücksblase konnte nichts zerstören. Dachten wir…
Leider habt Ihr Samu verloren. Kannst du uns mehr darüber
erzählen?
Samu ging es sehr gut. Und er war unfassbar hübsch! Am Morgen kamen die
großen Geschwister zu uns ins Bett und wir kuschelten als Großfamilie alle
zusammen. Die Kinder zogen sich an, Samu bekam eine frische Windel und wir
gingen alle gemeinsam runter.
Wir frühstücken gemeinsam. Samu trank noch eine Flasche, denn irgendwie
wollte er nicht an meine Brust. Aber dabei dachte ich mir nichts. Meine
Hebamme war für 10 Uhr angekündigt, die kann mir bestimmt weiterhelfen –
dachte ich.
Um 9:45 sahen wir die Hebamme vorfahren. Also brachten wir schnell die
Großen nach oben, damit ich in Ruhe mit der Hebamme reden kann. Und in dieser
Zeit passierte das Unfassbare.
Ich ließ meine Hebamme rein. Klein Samu war keine 5 Minuten unbeobachtet
gewesen. Ich begrüßte die Hebamme, sie schimpfte mit mir, warum ich denn auf
den Beinen bin und fröhlich im Haus rum hüpfe. Ich sei im Wochenbett.
Wir gingen zu Samu – und er war blass. Sie schaute mich an und sagte:
„Seine Farbe gefällt mir nicht.“ „Mir auch nicht“, sagte ich. Sie nahm den
Kleinen hoch und stimulierte ihn am Rücken, er spuckte ein klein wenig Milch.
Sie legte ihn sofort auf unseren Wohnzimmertisch und fing an unseren kleinen
Engel zu reanimieren.
Ich rief auf Anweisung den Rettungsdienst, die auch sehr schnell kamen. Als
die Rettungskräfte übernahmen, brach ich weinend in den Armen meiner Hebamme
zusammen.
Mein Mann war bei den Kindern oben im Kinderzimmer, damit sie nichts
mitbekommen. Samu wurde in den Inkubator gelegt und in den Rettungswagen
gebracht. Meine Hebamme und ich wurden auch mitgenommen.
Im Krankenhaus angekommen schickte man uns auf die Station, dann sollten
wir zum Oberarzt. Ich sah meine Hebamme an und sagte: „Wenn es ein Gespräch
mit dem Oberarzt gibt, dann hat Samu es nicht geschafft.“ Kurz darauf teilte
uns der Oberarzt mit, dass Samu gestorben sei.
Hast du Samu nochmal gesehen?
Ja, ich durfte ich noch ein Mal zu ihm. Er sah so friedlich aus. Nicht
gequält. Ich habe ihn nochmal in den Arm genommen, bevor ihn die Kripo
„beschlagnahmt“ hat. Ja, die Kripo kam und hat mich befragt. „War das
Kind gewünscht?“ und „Wie viel hat der Kleine getrunken?“Nach dem „Verhör“
durfte ich nach Hause. Mein Mann hat den großen Jungs schon erklärt was
passiert ist. Er nahm mich einfach nur in den Arm. Kaum angekommen, war die Kripo auch schon
bei uns zu Hause. Sie wollten sich ein Bild von unserem Zuhause machen und ob
wir auf das Baby gut vorbereitet waren. Sie fotografierten Samus
Kleiderschrank, die Windeln, seine Flaschen, die er getrunken hatte, seine
Kleidung, einfach alles.
Wie habt Ihr Euch da gefühlt?
Wir fühlten uns wie Verbrecher. Natürlich suchten wir den Fehler auch bei
uns. Hatten wir was übersehen? Hätten wir anders handeln können? Nach 3
langen Tagen kam der Anruf der Kripo. Ich wusste, dass wir nichts falsch
gemacht haben, trotzdem zitterte ich am ganzen Körper. Der wirklich nette Kripobeamte
sagte uns, dass wir keine Schuld an Samus Tod haben. Todesursache:
„Plötzlicher Kindstod“. Einerseits fiel eine große Last von uns ab. Auf
der anderen Seite kam natürlich die Frage nach dem Warum. Warum schon wieder
wir?
Wie schafft man, an diesen zwei Verlusten nicht zu zerbrechen?
Darauf kann ich keine richtige Antwort geben. Mein Mann und ich sind immer
füreinander da gewesen. Egal ob bei Elian oder bei Samu. Wir hören uns zu, verstehen uns, reden
viel, schweigen zusammen. Und dann haben wir noch unsere vier wundervollen
Kinder an der Hand, die uns immer gezeigt haben, wie schön es ist, eine
Familie zu sein. Sie sind unser Lebenselixier. Mein Mann sagt so schön: Wir
leben für das Leben und nicht für den Tod. Und Leben haben wir wirklich viel
im Haus.
Wie gehen die Kinder damit um?
Die zwei Mädels haben nicht viel mitbekommen. Ich denke, unser 3 Jähriger
auch nicht so wirklich. Also ja, er hat mitbekommen, dass wir sehr traurig
sind, denn Tränen haben wir nicht vor ihm verborgen. Aber den Grund hat er
nicht wirklich verstanden. Da war jemand, der nun nicht mehr da ist. Und das
ist okay für ihn.
Unser 4 1/2 Jähriger hatte deutlich mehr daran zu knabbern. Er tat uns so
leid. Tagsüber war er abgelenkt. Abends, wenn wir ihn ins Bett brachten fing
er an bitterlich zu weinen. Er vermisst Samu. Wir hatten ihm ja versprochen,
dass er ihn jeden Tag kuscheln und streicheln darf. Wir erklärten ihm, was
passiert ist. Jeden Tag aufs Neue. Es flossen unfassbar viele Tränen. Bei
unserem Großen und bei uns. Es war nicht einfach „stark“ zu sein, wenn man
sein Kind so sehr leiden sieht.
Wir beschlossen, dass wir einen Seelentröster brauchen. Also zog ein
kleiner Kater ein und brachte tatsächlich wieder ein wenig Freude ins Haus.
Ihm tat der Kater unfassbar gut. Er tröstete uns alle auf eine besondere
Art und Weise.
Was hat Dir geholfen, wenn die Trauer übermächtig wurde?
Was mir persönlich sehr geholfen ha bzw hilft: An die Öffentlichkeit zu
gehen. Ich habe einen Instagram-Account eröffnet und unsere Geschichte
geteilt. Mittlerweile zeigt dieser Account aber unseren Alltag als
Großfamilie und nicht „nur“ die tragische Geschichte. Zudem haben wir
bei einem WDR Beitrag zum Thema Sternenkinder mitgewirkt. Es ist so wichtig,
dass Sternenkinder – egal wann sie gestorben sind – kein Tabu-Thema mehr
sind. Und ich habe angefangen, ehrenamtlich bei „Dein Sternenkind“ als
Koordinatorin zu arbeiten.
Du hast Dir dann tatsächlich einen beruflichen Traum erfüllt. Erzähl
mal.
Ich bin Gesundheits–und Krankenpflegerin und habe auf einer
interdisziplinären Intensivstation gearbeitet. Ein toller Job. Aber mit den
Schwangerschaften wurde der Wunsch immer größer, Hebamme zu
werden.
Also habe ich mich trotz Schwangerschaft auf die Hebammenausbildung sowie
das Studium beworben und tatsächlich einen Platz bekommen. Ich wusste, dass
ich genügend Menschen um mich habe, die mich dabei unterstützen. Und so
habe ich im Oktober begonnen, meinen Traum zu erfüllen. Ich werde
Hebamme!!!
——
Hier unser erstes Interview mit Renate über den Verlust von Elian
Wer Renate auf Instagram folgen möchte, kann das hier tun:
https://www.instagram.com/mom_midwifetobe_sternenmama
|
Plötzlicher Kindstod: Ich habe zum zweiten Mal ein Kind verloren | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/polifidelity-wir-sind-vier-frauen-die-zusammen-leben-und-sich-lieben |
Ihr Lieben, Stadt Land Mama ist bunt! Wir stellen hier immer wieder
unterschiedliche Erziehungsstile, Lebensmodelle und Partnerschaften vor.
Diese Vielfalt finden wir ganz großartig und empfinden es als großes
Geschenk, dass Ihr Eure Geschichten mit uns teilt. Heute geht es um eine
Beziehung von vier Frauen. Vielen Dank für Eure Offenheit und dieses tolle
Interview!
Liebe Elena, bitte sag doch erst mal, wer alles zu Eurer Familie
gehört.
Zu meiner Familie gehören Julia (Mama), Viviane (Mami), ich (Mammina Ella),
Lara (Mum Lavi) und die Kinder Leyla (7), Helena (3) und Johann (1). Außerdem
haben wir noch 4 Katzen – 2 äußerst pelzige Selkirk Rex und zwei nackige
Sphynx Katzen. Bei uns ist also Full House 🙂
Wir haben hier schon öfter über polyamore Beziehungen berichtet – Ihr
selbst bezeichnet Euch als „Polifidelity“. Was genau bedeutet das?
Polyfidelity bedeutet, dass wir keine weiteren Partner haben. Weder auf
emotionaler, noch sexueller Ebene. Wir bilden ein sogenanntes geschlossenes
Quad. Also kurz gesagt: wir vier sind zusammen und wir sind uns vieren
untereinander treu.
Du bist mit Lara verheiratet und Julia mit Viviane. Kannst du uns mal
erzählen, wie Ihr Euch als Paare gefunden habt?
Genau, ich bin mit Lara verheiratet seit Dezember 2020 und Viviane und
Julia sind seit April 2016 verheiratet. Julia hat Lara und mir über Instagram
eine Nachricht geschickt. „Ich wollte auch mal liebe Grüße da lassen“,
schrieb sie uns – und das war der Anfang. Seit diesem Tag schrieben wir hin
und her, es wurde schnell ein enger Kontakt. Uns fiel auf, dass wir
wahnsinnig viele Parallelen in unseren Geschichten hatten. Unser Kontakt war
ohne Hintergedanken, dass wir den das andere Paar Daten wollten, es war rein
freundschaftlich. Aber wie das Leben eben so spielt, kam alles anders als
gedacht.
Wer von Euch hat dann das erste Mal gespürt, dass da mehr Gefühle im Spiel
sind?
Julia meinte irgendwann, ob wir uns nicht mal treffen wollen. Wir hatten
auch Lust darauf und so kamen Julia und Viviane und die Kinder zu uns. Es war
von der ersten Sekunde total familiär und als die fünf sich verabschiedet
haben, waren wir richtig traurig.
Sobald die Tür geschlossen war, schaute Lara mich an und meine „Ohje … Ich
glaube, da sind Schmetterlinge in meinem Bauch.“ Meine Reaktion war: „Puh,
gut, dass du das sagst. Mir geht es genauso.“ Tatsächlich hat es dann auch
Viviane bald thematisiert, dass da mehr ist, als ursprünglich geplant
war….
Wie steht Ihr zum Thema Eifersucht?
Eifersucht war früher innerhalb unserer Beziehung definitiv ein größeres
Thema als heute. Als alles noch neu und irgendwie unsicher war. Je länger wir
letztendlich auch zusammen sind, desto mehr nimmt die Eifersucht ab. Einfach
auch, weil man eine ganz andere Vertrauensbasis zueinander hat. Das A und O
ist die Kommunikation! Ohne geht es nicht, denn niemand kann dem anderen in
den Kopf schauen. Es ist einfach wichtig, Bedürfnisse, Wünsche und Ängste
offen und ehrlich zu kommunizieren. So können wir uns alle schnell und
gemeinsam darum kümmern.
Mal ganz praktisch: Seid Ihr alle vier völlig „gleichberechtigt“ oder
sind die jeweiligen Ehepaare doch noch stärker miteinander verbunden?
Es gibt sicherlich vereinzelt mal Punkte, wo man als Ehepaar noch enger
miteinander verbunden ist. Wir haben ja als „Einzelpaare“ auch eine
Vorgeschichte und daher gibt es auch Themen, die man doch zuerst mit dem
Ehepartner bespricht und ggf. dann nochmal mit allen. Aber insgesamt würde
ich schon sagen, dass wir „gleichberechtigt“ sind, gerade – wenn es uns eben
auch alle vier (sieben) betrifft.
Was ist die größte Bereicherung für Dich durch Euer Lebensmodell?
Durch zwei weitere Menschen erweitert sich einfach der Horizont sehr. Man
beschäftigt sich nochmal mit ganz anderen Themen und Ansichten. Außerdem gibt
es nochmal zwei Menschen mehr, die die eigenen Bedürfnisse befriedigen, sei
es körperlich oder thematisch. Zum Beispiel: Ich habe keinen Spaß am Sport,
die anderen aber schon. Ich freuen mich dann, wenn die anderen das zusammen
genießen können. Auf der anderen Seite habe ich Interessen, die nicht alle,
sondern eben vielleicht nur eine andere teilt.
Was auch super ist: Wir teilen uns alle Care-Arbeit zu viert. Jeder macht
das, was er gerne macht, die eine kocht gerne, die andere macht lieber
Wäsche, die andere bespaßt in der Zeit die Kids. So bleibt übrigens auch für
jeden mehr Me-Time, weil die Pflichten einfach durch vier geteilt werden.
Und was ist die größte Herausforderung? Wo knallt es am häufigsten?
Ganz klar die Koordination unserer Terminkalender. Wir arbeiten alle vier
und da braucht es viel Organisation. Und natürlich ist das Thema
„Besitzansprüche“ immer wieder ein Thema. Da lernen wir stetig dazu, es ist
ein Prozess.
Wie thematisiert ihr Eure Lebenssituation mit den Kindern? Ist es für sie
schwer verständlich, dass Ihr nicht das klassische Modell lebt?
Wir thematisieren das nicht explizit. Wir wollen den Kindern Normalität
vermitteln. Andere Eltern thematisieren mit ihren Kindern auch nicht, dass
sie zu zweit in ihrer sind Partnerschaft und warum. das so ist. Wenn Fragen
aufkommen, antworten wir altersgerecht und ehrlich. Wir lieben uns und sind
zusammen. Mehr muss man da eigentlich nicht thematisieren. Die Kinder wachsen
damit auf, dass sie lieben dürfen wen sie wollen und nicht eingeschränkt sind
im Geschlecht oder auch Anzahl der Partner.
Wie haben Eure Familien auf Euer Modell reagiert?
Unsere Familien waren überrascht, allerdings letztendlich positiv gestimmt.
Wir haben ihnen erzählt, wie es uns geht und dann sagten sie „Wo die Liebe
hinfällt“ – und dann war das Thema gegessen. Seitdem wird einfach „kein Ding“
mehr daraus gemacht.
Über welche Vorurteile ärger Ihr Euch?10. Was meint Ihr, wie Ihr in 5
Jahren lebt?
Toi, Toi, Toi, wir haben bisher sehr wenig Negatives abbekommen. Also
wirklich geärgert hat uns bisher nichts. Wir werden oft gefragt, wie es sein
kann, dass man wirklich alle gleich liebt. Unsere Antwort darauf ist, dass
man doch auch alle seine Kinder liebt. Liebe ist doch letztendlich das
Einzige, was nicht weniger wird, wenn man es teilt…
Wie stellt Ihr Euch Euer Leben in ein paar Jahren vor?
Hoffentlich leben wir dann mit 4 oder vielleicht auch 5 Kindern in unserem
Dreiseiten-Hof. Mit Hund und Gemüsegarten und sowas. Okay, das ist
tatsächlich ganz schönes Wunschdenken, aber die Bestellung ans Universum ist
raus. Bis dahin lässt es sich auch wunderbar in unserer neuen Wohnung
aushalten – auch mit Hof und Garten und Platz für Nachwachs :-))
Wer mehr über diese vier tollen Frauen erfahren will, kann ihnen auf
Instagram folgen: https://www.instagram.com/happypolyfamily/
|
Polifidelity: Wir sind vier Frauen, die zusammen leben und sich lieben | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/politiker-privat-jagen-mit-philipp-amthor-und-porsche-fahren-mit-christian-lindner-sie-sind-auch-nur-menschen |
Ihr Lieben, auch hier in unserem Blog haben wir uns in letzter Zeit
häufiger mal an „die Politik“ gewandt – weil wir uns als Eltern nicht so
gesehen fühlten, wie wir uns das gewünscht hätten oder weil wir Maßnahmen für
gut oder weniger gut hielten.
Was Politiker und Politikerinnen in Zeiten von Social Media aushalten
müssen, ist schon enorm. Was wir dabei viel zu oft vergessen: Sie sind auch
nur Menschen. Solche, die sich entschieden haben, sich für uns und uner Land
einzusetzen. Und eben auch Leute, die ein Privatleben haben – mit Hobbys und
Leidenschaften.
Spiegel-Journalist Marc Hujer hat einige von ihnen – vor Corona – für sein
Buch AUCH NUR EIN MENSCH: Politiker und ihre Leidenschaften – und was sie uns
über sie verraten begleitet und echt gute Anekdoten mitgebracht.
Autor Marc Hujer. Foto: Peter Rigaud
Lieber Herr Hujer, Politiker und Politikerinnen sind auch nur Menschen, das
besagt bereits ihr Buchtitel. Aber wie zeigte sich das vor allem während
Ihrer Arbeit am Buch?
Ich habe Politiker jenseits ihres politischen Alltags begleitet, in
Situationen also, in denen sie nicht Profis sind, und da passiert schon mal
die ein oder andere kleine Panne, mit der sie zurechtkommen müssen: Julia
Klöckner kippt mit ihrer Vespa um, mit Anton Hofreiter gerate ich in einen
Stau, Christian Lindner wird auf der Autobahn überholt.
Was hat Sie veranlasst, auch mal hinter die Kulissen der PolitkerInnen zu
schauen? Was war die Idee dahinter?
Normalerweise erleben wir Politiker auf Parteitagen, bei Wahlkampfreden, im
Deutschen Bundestag, in Situationen also, die sie schon tausendmal erlebt und
einstudiert haben. Da sind sie dann in gewisser Weise wie Schauspieler, die
nicht nur eine bestimmte Rolle spielen, sondern auch einen bestimmten Sprechtext
haben, an den sie sich halten können.
Ich habe nun versucht, Politiker anders zu erleben, ihnen bei ihren Hobbies
oder Leidenschaften jenseits der Politik oder wie man das sonst nennen will,
zuzusehen. Ich glaube, dass man ihnen so ein Stück näher kommt, gerade weil
sie dann meist sehr bemüht sind, sich besonders gut darzustellen.
AUCH NUR EIN MENSCH: Politiker und ihre Leidenschaften – und was sie uns
über sie verraten
Wunderschön ist ja Ihre Beobachtungsgabe und Ihr Blick fürs Detail. So
entstehen Gespräche, z.B. mit Christian Wulff, die Erinnerung bleiben. Ich
zitiere: „Schröder war der, der am Gitter des Kanzleramts gerüttelt hat“, sagt
Wulff, „ich war der, der nach den Öffnungszeiten gefragt hätte.“ Ein
exemplarisches Beispiel, wie sich Charaktereigenschaften auch in der Politik
widerspiegeln. Müssen wir die Personen erstmal in Gänze begreifen, bevor wir
ihre Politik verstehen und bewerten können?
Ich glaube jedenfalls, dass es hilft. Es ist doch so, dass viele Menschen
gar nicht mehr bereit sind, sich andere Meinungen anzuhören, schon gar nicht
von Politikern, die sie angeblich sowieso nicht leiden können. Es muss sich
wieder mehr zugehört werden und dazu gehört auch, dass man sich zunächst
einmal auf eine Politikerin oder einen Politiker einlässt, statt sie oder ihn
zu verteufeln. Dann kann man sich seine Meinung bilden.
Nun sind wir ein Magazin für Eltern, es viel auch um Vereinbarkeit und
darum wie politisch das Private ist. Welche Meinung haben Sie dazu – und hat
sich diese Meinung nach all Ihren Begegnungen verändert?
Politiker vertreten nicht nur bestimmte politische Meinungen, sie sind auch
Vorbilder. In diesem Sinne spielt es natürlich auch eine Rolle wie sie in
ihrem Leben mit bestimmten Fragen umgehen, dazu gehört meines Erachtens auch,
dass es ein Leben jenseits der Politik geben muss. In meinem Buch geht es
zwar nicht um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Anhand der Art und
Weise aber, wie die von mir porträtierten Politikerinnen oder Politiker ihr
Leben jenseits der Politik vorgeführt haben, bekommt man schon eine Ahnung
davon, wieviel da tatsächlich dran ist oder ob alles nur eine Show ist.
Anton Hofreiter macht Pralinen. Foto: Sonja Och
Was meinen Sie – haben sich die ProtagonistInnen bei Ihren Besuchen für Ihr
Buch wirklich ehrlich gezeigt oder war auch Ihre Begleitung bei vermeintlich
Privatem das eher ein Teil ihrer öffentlichen Aufgabe?
Politiker sind natürlich Profis der Öffentlichkeitsarbeit, sie stehen unter
Dauerbeobachtung und natürlich ist sich jede der von mir porträtierten
Personen bewusst, dass sie etwas vorführen und natürlich bemüht, sich in
bestem Licht darzustellen. Aber genau das macht ja den Reiz aus: das Bemühen
zu beobachten, sich ins rechte Licht zu rücken. Das fängt ja schon bei der
Auswahl an: Beim Pralinen selber machen? Auf der Vespa? Oder auf der
Großwildjagd? Ich finde, schon allein das sagt viel über eine Person aus,
eben gerade weil sie sich da bewusst zu inszenieren versucht.
Welche Person und welche Situation haben Sie bei der Begleitung der
politischen Akteure am meisten überrascht?
Eindeutig Anton Hofreiter, weil ich geglaubt hatte, er sei ein zwar sympathischer,
aber verschrobener Nerd, der ein bisschen lebensfremd ist. Dann habe ich ihn
erlebt als dem Leben äußerst zugewandt. Auf einer gemeinsamen Bergwanderung
wollte er nicht wandern, sondern nur essen. Wir haben praktisch jedes
Gasthaus, das auf dem Weg lag, besucht, eines sogar zweimal, auf dem Hin- und
auf dem Rückweg.
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kloeckner (CDU). Foto: Sonja
Och
Wir alle haben ein Bild von DEM Herrn Söder, von DER Julia Klöckner, Frau
Wagenknecht oder Herrn Lindner. Auch Sie haben ja ein solches. Stimmt es bei
den meisten mit dem überein, was sie in der Freizeit mit ihnen erlebt haben?
Ich versuche mich in meinen Porträts so weit wie möglich zurückzuhalten mit
einem Urteil. Ich beschreibe zum Beispiel wie mich Christian Lindner in
seinem Porsche mit auf die Autobahn nimmt, ob das nun einem bestimmten Bild
von ihm entspricht, soll jeder selber entscheiden.
Ist er der Yuppie, ein Karrierist ohne echte Leidenschaften, den sicher
viele in ihm sehen? Oder ist er ein Mann, der für seine Überzeugungen steht,
weil er ein Hobby vorführt, das viele Menschen wahrscheinlich nicht so
sympathisch finden wie Pralinen selber machen?
Und was Markus Söder betrifft: In meinem Porträt geht es weniger um die
Frage, ob Markus Söder ein harter Hund ist oder nicht. Es beschreibt viel
mehr, wie gerne er ein harter Hund sein will. Und da kann man das ein oder
andere Mal über ihn lachen. Ob man ihn deshalb aber sympathisch finden mag,
muss jeder selber entscheiden.
Was uns als Journalistinnen natürlich interessiert: Wie haben Sie die
AkteurInnen überzeugen könne, bei ihrem Projekt mitzumachen?
Ich habe Ihnen gesagt, dass es eine Chance sein könnte, dass Menschen, die
ihnen gewöhnlich nicht zuhören würden, weil sie in der falschen Partei sind
oder die falsche Meinung vertreten, ihnen vielleicht einen Moment ihre
Aufmerksamkeit schenken.
Mit wem würden Sie sich – fern der politischen und journalistischen Bühne –
auch privat mal auf ein Getränk treffen und warum?
Mit Christian Wulff. Er ist ein feiner Mensch.
Und zu guter Letzt: Was war krasser – Jagen mit Philipp Amthor oder
Autofahren mit Christian Lindner?
Eindeutig Jagen mit Philipp Amthor. Christian Lindner fährt mit seinem
Porsche nämlich gar nicht so schnell.
|
Auch nur ein Mensch: Politiker Philipp Amthor und Christian Lindner
privat |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/polyamore-liebe-morgens-kuscheln-sich-die-kinder-halt-zu-vier-erwachsenen-ins-bett |
Liebe Vicky, erzähl doch mal, wie das ist, wenn eins deiner drei Kind
morgens ins Schlafzimmer kommt und sich zwischen vier Menschen zu Papa
kuschelt…
Am Anfang war es sehr ungewohnt. Wir wussten nicht genau, wie die Kinder
reagieren. Die ersten Male waren sie sich unsicher, ob sie sich ins Bett
trauen sollten. Manchmal habe ich das Gefühl für Kinder sind Erwachsene im
Bett irgendwie anders als außerhalb des Bettes. Erwachsene im Bett sind
irgendwie fremd und ungewohnt.
Ich weiß, dass uns immer wieder enge Freunde und Verwandte berichteten,
dass unsere Kinder sich nicht so recht in die Nähe ihres Bettes trauten, wenn
sie zum Übernachtungsbesuch waren.
So nahm ich es auch jetzt wahr. Glücklicherweise kann Ungewohntes vertraut
werden. Nach einiger Zeit also sind sie wie früher zu uns ins Bett
gekommen. Mal kuscheln sie sich dazu
und wählen dafür zielstrebig mich oder meinen Mann aus, mal kommen sie zum
Toben, das geht mit allen 4 Erwachsenen gut, mal lesen wir gemeinsam oder es
gibt wilde Diskussionen über den Frühstücksstart, während sie auf uns
herumhopsen.
Grundsätzlich genieße ich es, dass es irgendwie in den Situationen morgens
inzwischen normal ist und ich mir keine Gedanken mache, ob unsere Kinder sich
wohl fühlen, da ich sehe, dass es so ist. Ich finde sogar schön, dass sie
sehen, dass mein Mann zu anderen Menschen nah ist oder ich und es uns allen
damit gut geht.
Wie handhabt ihr eure offene Beziehung? Seid ihr ein Viererpärchen, lebt
ihr zusammen oder trefft ihr euch ab und zu?
Es hat sich alles entwickelt, wie so vieles im Leben und wir hatten zu
keinem Zeitpunkt im Vorhinein den Plan, dass wir einmal diesen Weg gehen
wollen. Hätte mir jemand vor ein paar Jahren mein heutiges Leben beschrieben,
hätte ich nur lachend den Kopf geschüttelt.
Begonnen hat alles, als wir uns mit dem Thema gewaltfreie Kommunikation
auseinander gesetzt haben. Wir haben viel darüber gesprochen, was wir
brauchen und wünschen und was diese Wünsche beim anderen auslösen.
Wir lernten uns gegenseitig und an manchen Stellen auch uns selber die
Wahrheit zuzumuten. Vor allem ich merkte, dass ich mir vorher Gedanken und
Gefühle unbewusst verbot, weil sie nicht in das Bild von einem „normalen
Leben“ passten.
Letzten Herbst wurden wir von Freunden inspiriert, uns Fragen zu stellen,
wie: „Was wäre, wenn eine*r von uns beiden zu einem anderen Menschen
hingezogen fühlt? Diese Frage war spannend und darüber lernte ich auch meinen
Mann völlig neu kennen. Es gab so viele Fragen, die mich interessierten und
die ich von ihm wissen wollte. Es gab so vieles, was mich neugierig machte
und was ich von ihm noch nicht wusste.
Irgendwann waren wir an dem Punkt, dass wir verstehen und nachvollziehen
konnten, dass wir beide neugierig auf Nähe zu anderen Menschen waren und
gleichzeitig wussten wir nicht, wie wir uns in beiden Rollen in einer
konkreten Situation fühlen würden. Wir wünschten uns sehr, uns gegenseitig
den Freiraum schenken zu können und hatten auch Sorge uns zu überlasten und
zu sehr mit unseren Ängsten konfrontiert zu werden.
Wie ging es dann weiter?
Wir vereinbarten miteinander zu reden, wenn einer von uns einen konkreten
Wunsch hatte. Irgendwann sagte ich zu meinem Mann, dass ich gerne einer Frau
nah wäre und mein Mann sagte dann, dass ihm das wahrscheinlich leichter
fallen würde zu akzeptieren.
Eine Woche später auf einer Party knutschte ich auf einer Party mit einer
Frau. Ein Gefühlschaos begann und wir redeten und redeten und redeten. Wie
ging es uns? Wie fühlten wir uns? Mein Mann suchte Sicherheit und hatte viele
Fragen. Ich hatte Durcheinander und viele Emotionen und zum ersten Mal die
klare Erfahrung, dass das, was ich gerade mit der Frau erlebte, nichts an
meinen Gefühlen zu meinem Mann änderte. Die vielen Gespräche brachten uns
einander sehr nah. Wir waren so nah, wie wir es zuvor noch nie waren.
In dieser ersten Zeit war es so, dass ich mich regelmäßig mit der Frau
traf. Ich traf sie nur alleine und meist abends, wenn die Kinder bereits
schliefen und nur bei ihr oder irgendwo draußen. Vor und nach jedem Treffen
sprachen wir viel. Manchmal war es leicht, manchmal war es schwer. Wir
durchliefen einen Prozess und entwickelten uns gemeinsam und jede*r für sich.
Etwa drei Monate später merkte ich, dass mich der Gedanke mehr und mehr
beschäftigte, wie es für mich wäre, wenn mein Mann auch einem anderen
Menschen nah wäre. Ich vermutete, dass ich mehr Schwierigkeiten mit einer
solchen Situation hatte. Ich hatte Angst, wie es für mich wäre und
gleichzeitig wünschte ich mir die Chance mich entwickeln zu können und eben
die wunderbare Freiheit, die ich gerade genoss, meinem Mann auch zu
schenken.
Hat dein Mann sich diese Freiheit dann auch genommen?
Ja, und es war entlastend zu merken, dass ich die Situation total entspannt
beobachten konnte und mich wohl fühlte, ihn nah und eng umschlungen mit ihr
tanzen zu sehen.
Nach dem Abend befanden wir uns neu in einem großen Gefühlschaos und in
einem Raum voller Fragen? Wer sind wir beide jetzt? Was sind unsere Gedanken
und Gefühle? Was sind meine Ängste und was erfüllt sich für meinen Mann, wenn
er mit einem anderen Menschen so nah ist? Warum ist es aufregend und was ist,
wenn daraus verliebt sein oder Liebe wird? Wir setzten uns wieder mit
Grundsatzfragen auseinander und fragten uns Dinge, wie: Glauben wir daran,
dass Liebe nur für einen Menschen reicht in Bezug auf eine*n Partner*in oder
ist es wie mit Freunden und Kindern? Können wir da nicht auch viele Menschen
lieben und mit ihnen verschiedene Beziehungen führen?
Und was waren die Antworten?
Dass wir neugierig sind. Mein Mann, die Frau, die er mochte und ihr Partner
haben dann irgendwann vorgeschlagen, dass wir uns ja auch zu viert nah sein
könnten. Mein Mann und ich waren erst etwas unsicher, aber dann siegte die
Neugier.
Zurzeit verbringen wir also gemeinsame Zeit zu viert und sind uns auch nur
sexuell nah, wenn wir alle da sind. Wir sitzen oft an gemeinsamen Abenden
zusammen und fragen uns, wo wir stehen, was wir uns wünschen und was uns
Angst macht.
Im Alltag leben wir als Familie zu fünft in einer Wohnung und dann
versuchen wir mit all unseren unterschiedlichen Zeitfenstern und auch noch
der Situation, dass wir in unterschiedlichen Städten wohnen möglichst häufig
Treffen zu siebt zu machen oder auch mal zu viert, wenn die Kinder bei den
Großeltern sind.
Wie geht ihr mit Eifersucht um, gibt es feste Termine und Aufteilungen, wer
wann mit wem?
Eifersucht ist ein sehr spannendes Thema. Ich für mich war zu Beginn meiner
Beziehung mit meinem Mann sehr eifersüchtig. Selbst wenn er mit meinem
kleinen Bruder Fifa spielen wollte, zweifelte ich an seiner Liebe zu mir.
Mit den Jahren lernte ich zu vertrauen und auch anzunehmen, dass mich
Kontrolle und Unsicherheit nicht glücklich machte. Es war wichtig mir zu
vertrauen immer wieder zu mir zu finden, anstatt mich komplett abhängig von
dem Handeln, der Gedanken und der Gefühle eines anderen Menschen zu machen.
Ich glaube inzwischen, dass, sollten wir uns irgendwann trennen, ich darüber
unendlich traurig wäre, da wir einfach bereits so viel Schönes miteinander
teilen und mein Mann ein Mensch ist, den ich unglaublich liebe, der mir sehr
wichtig ist und der mich so gut kennt, wie sonst kein anderer Mensch.
Gleichzeitig bin ich mir inzwischen auch sicher, dass ich wieder glücklich
werden würde, auch wenn sich unsere Wege in Hinsicht einer Liebesbeziehung
trennen würden. Diese Veränderung hilft mir, dass ein Teil in mir sich
entspannt und auch bereit ist, viel zu lernen. Ich wünsche mir sehr, dass
mein Mann glücklich wird.
Spannend finde ich, dass ich Eifersucht sehr unterschiedlich wahrnehme.
Jetzt in der Viererkonstellation bin ich nur auf die Frau eifersüchtig, wenn
sie meinem Mann nah ist. In allen anderen Varianten empfinde ich kein
bisschen Eifersucht. Und ob ich auf die Frau eifersüchtig bin, ist auch sehr
von der Situation und vor allem davon abhängig, wie gut es mir grundsätzlich
in diesem Moment geht.
Wie alt sind die Kinder und haben sie es jemals anders erlebt oder ist es
für sie Normalität?
Unsere Kinder sind 8, 5 und 3. Bis vor einem Jahr haben wir einer rein
monogame Beziehung gelebt und waren damit auch mit gewöhnlichen Höhen und
Tiefen sehr zufrieden und glücklich. Glücklicherweise kennen wir eine andere
Familie im Freundeskreis, die ebenfalls eine offene Beziehung führt. Somit
ist es nicht nur bei unseren Kindern ein bisschen anders als gewöhnlich.
Wissen die Freunde eurer Kinder, deren Eltern, die Erzieher oder Lehrer
eurer Kinder Bescheid, damit sie im Falle von Nachfragen gewappnet
sind?
Nein, bisher nicht. Wir fragen uns in letzter Zeit öfters, wann wohl der
richtige Zeitpunkt dafür ist. Grundsätzlich haben wir nicht das Bedürfnis mit
der Klassenlehrerin darüber zu sprechen und gleichzeitig ist uns wichtig,
dass unser Kind nicht in eine blöde Situation kommt.
Ich glaube auch, dass es mit meiner Familie nicht leicht wird, darüber zu
sprechen. Sie wollten sicher ein anderes Leben für mich und würden sich
sicher Sorgen machen. Meine Eltern sind getrennt und ich bin mir sicher, dass
unser Modell sie triggern würde.
Hast du das Gefühl, eure Kinder mit eurem Lebensmodell in Konflikte zu
bringen? Wie erklärt ihr ihnen, dass das bei euch ein bisschen anders als bei
den meisten ist?
Ich habe Sorge, dass sie irgendwann das Gefühl haben, dass wir zu anders
sind und sie sich wünschen einfach in einer normalen Familie groß zu werden.
Das wünschen sich viele Kinder und gleichzeitig habe ich das Gefühl mit
unserem Lebensstil eine Steilvorlage zu bieten.
Meine größte Sorge ist, dass unsere Kinder Menschen begegnen, die unser
Lebensmodell in Schubladen stecken und verurteilen und das nicht von unseren
Kindern trennen können.
Grundsätzlich fahren wir das Modell, das wir Fragen, die die Kinder haben
ehrlich beantworten. Wir erklären ihnen zurzeit unser Lebensmodell nicht, da
es sie nicht zu beschäftigen scheint. Vermutlich erklären auch selten Eltern
ihren Kindern, warum sie nur mit einem Menschen nahe sind. Alles was sie
wissen wollen, versuchen wir altersentsprechend zu erklären.
Könntest du dir ein anderes Leben überhaupt noch vorstellen?
Also manchmal, wenn es schwer ist, denke ich, es war auch schön, mich mit
all den Sorgen und Ängsten und vor allem mit mir selber nicht so sehr
auseinander zu setzen. Dann denke ich, dass wir doch einfach wieder monogam
leben könnten. Aber dann wird mir klar, dass ich die Zeit jetzt sehr
bereichernd finde. Ich habe so viel gelernt, bin gewachsen und führe ein
emotionales und lebendiges Leben.
Ich bin einfach gerade sehr dankbar für drei so wunderbare Menschen in
meinem Leben, denen ich auf körperlicher und emotionaler Ebene nah sein darf.
Hand aufs Herz: Ist es manchmal auch anstrengend, so viele Herzen unter
einen Hut zu bekommen?
Ja, das ist es auf jeden Fall. Wir sind alle unterschiedliche Charaktere
und haben unterschiedliche Lebensgeschichten. Es gibt immer wieder
Situationen, die eine Person von uns triggert, wo wir anderen ganz entspannt
sind. Ich denke, es ist in Ordnung,
wenn wir auch immer mal wieder mit unangenehmen Gefühlen in Kontakt kommen.
Mir selber Schwäche einzugestehen und mir Zeit zu lassen, fällt mir schwer.
Rücksicht auf mich selber zu nehmen lerne ich gerade sehr.
Und noch einen Mutmacher zum Schluss: Was rätst du Menschen, die auch
ausbrechen und einfach mal machen wollen, was sie wollen?
Mhh gute Frage! Ich glaube mein Rat ist: Trau dich, dass was du eben gerade
noch so kannst. Spiele deine Ideen mal ganz frei in deiner Phantasie aus, und
gucke was die Phantasiewelt mit dir macht. Ich denke manchmal, ich fände
schön in einer großen WG zu wohnen mit den drei Menschen, die ich gerne mag
und den Kindern, die da sind und allen, die noch dazu kommen. Was daraus
wird? Keine Ahnung und die Idee ist jetzt einfach mal eine Phantasie und
bereichernd und erfüllend.
Hinterher fühlt sich das Verlassen der Komfortzone meistens bereichernd an,
auch wenn vielleicht schwere Phasen dazu gehören. Es findet eigentlich immer
Wachstum statt, da du dich auf etwas Neues einlässt. Versuch dabei möglichst
ehrlich mit dir selber zu sein und mit deinen Mitmenschen, die dir wichtig
sind. Reden, reden und mehr reden.
Ein Gedankentipp, der mir oft hilft: Gesellschaft prägt uns sehr und
Gesellschaft verändert sich. Wir sind genauso wie wir fühlen und denken
richtig. Lebensmodelle, die vor 100 Jahren richtig waren, sind es 50 Jahre
später nicht mehr und heute gibt es wieder neue Modelle. Wir dürfen
Gesellschaft mitgestalten und zur Veränderung beitragen, wenn wir uns damit
wohlfühlen und Lust haben ein bisschen mutig zu sein.
|
Polyamore Liebe: Morgens kuscheln sich die Kinder halt zu vier
Erwachsenen ins Bett | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/postnatale-depression-mein-mann-verliess-mich-als-es-mir-schlecht-ging |
Liebe Sylvia, nach der Geburt deines zweiten Kindes ging es dir nicht gut.
Kannst du erzählen, was los war?
Ich hatte bereits nach der Geburt des ersten Kindes mit postnatalen
Depressionen zu kämpfen. Leider äußerte sich diese beim zweiten Mal ganz
anders, so dass ich erst relativ spät verstand, was mit mir los war.
Der Vater der Kinder ging schnell wieder arbeiten, ich war alleine mit den
beiden Kindern. Ich war absolut überfordert, weil mein großes Kind auch
hochsensibel ist.
Leider hast du keine Unterstützung durch deinen Mann erfahren. Du sagst, er
hatte kein Verständnis. Wie genau hat sich das geäußert?
Wie gesagt ging mein Ex-Mann schnell wieder arbeiten und ich war emotional
komplett alleine. Die zweite Geburt war sehr heftig, das habe ich nie
verarbeitet. Ich hatte einfach keinen, mit dem ich darüber sprechen konnte.
Wenn ich versuchte, dieses Trauma mit meinem Ex zu besprechen, sagte er nur,
ich sollte es nun ruhen lassen, schließlich sei ja auch alles gut
ausgegangen. Was diese schlimme Erfahrung mit mir machte, interessierte ihn
nicht.
Er ging seinem normalen Alltag nach, ich fühlte mich einsam und
eingesperrt. Es war schrecklich.
Hast du generell das Gefühl, dass viele Menschen immer noch denken, dass
eine Depression eben nur „schlecht drauf“ ist?
Ja, definitiv! Besonders, wenn man gerade ein Kind bekommen hat. Mein
Umfeld hat erwartet, dass ich mich gefälligst darüber freue, ein Kind
bekommen zu haben. Dass die Geburt tragisch verlaufen ist, sollte ich nicht
thematisieren. Ich sollte mich nicht so anstellen. Ich sollte die gut
gelaunten Mama sein. Ich fühlte mich komplett unverstanden.
Eure Ehe hat nicht gehalten. Wie ist die Trennung abgelaufen?
Ich muss sagen, dass ich natürlich weiß, dass die Zeit nicht leicht war und
dass es auch kriselte. Aber ich war der festen Überzeugung, dass wir diese
Zeit gemeinsam überstehen können.
Dann sagte er mir, dass es da eine andere Frau gibt, mit der er so gut über
alles sprechen kann und die ihm gut tut. Für mich ist eine Welt zusammen
gebrochen. Ich habe versucht, zu kämpfen und habe alles gegeben. Ich wollte
so dringend gefallen, wieder gut genug sein, dass ich irgendwann gar nicht
mehr ich selbst war…
Nach sehr schmerzhaften sechs Monaten habe ich gemerkt, dass das alles
nichts bringt. Ich habe angefangen, mir eine Wohnung zu suchen, habe mir
genau überlegt, wie ich mein Leben finanzieren kann und alle Existenzsorgen
zur Seite geschoben. Dann habe ich allen Mut zusammen genommen, habe eine
Wohnung gemietet und bin mit den Kindern ausgezogen.
Wie ist seitdem der Kontakt zwischen Euch?
Er ist ein guter Papa. Die Kinder lieben ihn und er liebt sie. Er holt sie
so oft wie möglich ab. Zwischen uns gibt es einen schrecklichen
Nervenkrieg unter dem ich sehr leide.
Nach über 13 Jahren wieder alleine zu sein – kannst du uns von der ersten
Nacht nach der Trennung erzählen?
Es war Befreiung pur. Die letzten Tage und Nächte in der gemeinsamen
Wohnung waren schrecklich. Ich hatte das Gefühl, nun langsam wieder zu
mir selbst zurück kehren zu können. Und doch habe ich sehr lange gebraucht,
um mich von dem Bild der heilen Traumfamilie verabschieden zu können.
Für die Kinder war es nicht so leicht.
Aber mit vielen Gesprächen, Erklärungen und auch Hilfe von außen haben
wir es ganz gut in den Griff bekommen.
Wie geht es dir heute?
Gut, ich bin gefestigt in meiner Rolle als alleinerziehende Mama, auch wenn
ich natürlich auch viele schlechte Tage habe. Letztes Jahr war ich sehr
stolz, dass ich mir den Kinder alleine in den Urlaub fahren konnte. Vieles im
Alltag ist definitiv anstrengend, dass man immer alles allein machen
muss….Aber ich spüre auch, wie stark mich die letzte Zeit gemacht hat.
Könntest du dir wieder eine Beziehung vorstellen?
Ja, langsam kommt dieser Gedanke wieder auf. Aber wirklich nur sehr langsam
und vorsichtig…
Foto: Pixabay
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Postpartale Depression: Mein Mann verließ mich, als es mir schlecht ging
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| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/priska-lachmann-ich-bin-eine-schlechte-mutter-von-wegen |
Ihr Lieben, Priska ist 3fache Mädchenmama und hat sich nach ihrem
Theologiestudium entschieden, doch lieber Autorin statt Pfarrerin zu werden.
Ihre Kinder sind 3, 7 und 11 Jahre alt. Ihr Buch „Mama. Frau. Königstochter“
(Affiliate Link) schrieb sie für all die Verzweiflungsmomente, die man als
Mama erlebt…
„Ich bin nicht gut genug“, „Ich bin eine schlechte Mutter“, „Meine Träume
sind ausgeträumt“. Das Buch soll in diesen Momenten wie eine gute Freundin
sein und zeigen, dass man nicht alleine ist. Wir dürfen dieses Kapitel aus
dem Buch hier exklusiv zeigen.
„Wir leben in einer Welt, in einem Zeitalter der scheinbaren Perfektion.
Auf Instagram werden unsere Fotos gefiltert und vermitteln so genau den
Eindruck, den wir von uns preisgeben wollen. Wir wollen den Erwartungen
entsprechen, die diese „perfekte Welt“ an uns hat.
Wir sind einer permanenten Flut an perfekten Bildern ausgesetzt, von
perfekten Frauen und Müttern und vielen anderen glücklichen, erfolgreichen
Menschen. Alles ist voller Lachen und Glückseligkeit. Noch dazu sind wir
überflutet von unterschiedlichen Nachrichten, Meinungen und Überzeugungen,
die jeden Tag auf uns einströmen und uns sagen, wie wir leben und uns
optimieren sollen. Wir sitzen währenddessen aber in unserem realen Leben.
Als Mama können wir nicht rund um die Uhr glückselig sein
Zwischen angebrannten Töpfen mit Essensresten, vollgespuckten Mullwindeln
und ungewaschenen Vorhängen, und haben noch dazu immer zu wenig Geld auf dem
Konto. Wir spüren manchmal wenig von dieser Glückseligkeit, die wir
vermittelt bekommen, und die ganzen Meinungen, wie wir zu leben haben und was
wir zu denken haben, können uns leicht überfordern. Kennst du diese
Verzweiflungsmomente, wenn du dir sehnlichst nur mal fünf Minuten für dich
wünschst und dich im Bad einschließt?
Weißt du, wovon ich spreche, wenn ich dir erzähle, dass ich manchmal im Bad
dann heimlich weinen muss, weil ich so erschöpft und müde bin? So frustriert
vom Alltag? So genervt von den Streitereien oder manchmal auch einfach nur so
traurig?
Alle möglichen Gedanken schießen mir in diesen Momenten durch den Kopf und
machen mir das Leben zusätzlich schwer. Lügen, die sich in meinem Herz
festsetzen wollen, negative Überzeugungen, die mich zusätzlich runterziehen.
Alles, was ich dann brauche, ist jemand, der diesen Stimmen die Wahrheit über
mich entgegensetzt, der mir Worte des Trostes und Mitgefühls schenkt, Worte
der Wertschätzung. Jemand, der mir sagt: „Du bist gut genug“.
„Du rockst das. Du machst das fantastisch. Du bist genug.“
Genau diese Person möchte ich für dich in solchen Momenten sein. Deshalb
schreibe ich dieses Buch. Ich will dich mit den unterschiedlichen
Kapitelüberschriften bei deinen vertrauten Gedanken abholen, und dir dann
zusprechen: „Du rockst das. Du machst das fantastisch. Du bist genug. Gut
genug. Und sogar mehr als das: Du bist eine unendlich geliebte, wundervolle
Mama, Frau und Königstochter!“
Mutter zu sein fühlt sich oft an wie eine wilde Achterbahnfahrt. Und je
älter die Kinder werden, desto gefährlicher wird die Achterbahn. Wir fangen
an mit der harmlosen Raupenbahn, dann fahren wir mit einer Wichtelbahn durch
einen Zauberwald voller Einhörner und steigen irgendwann auf die
Ritterachterbahn um. Bei dieser geht es auch schon mal richtig steil nach
oben und unten und scharf um die Kurve, und es kitzelt im Bauch. Dann folgt
die Wildwasserbahn. Hier kann es manchmal nass und rutschig werden, aber
richtig krass wird es erst danach, in der abgefahrenen Hurrikanbahn mit
Loopings, 90GradSteigung und einer Fahrtgeschwindigkeit, dass man kaum noch
denken kann. Dann ist alles, was zählt, einfach im Wagen sitzen zu bleiben.
Augen zu und durch.
Die gute Nachricht ist: Mamasein ist keine Mathearbeit
Die gute Nachricht ist: Mamasein ist keine Mathearbeit. Unsere Kinder sind
uns nicht anvertraut worden, um zu testen, ob wir es mit ihnen schaffen oder
versagen. Note 1 oder Note 6, die gibt es hier nicht. Das sollten wir uns
immer wieder vor Augen halten. Du hast den „Muttertest“ schon bestanden,
indem du dich dafür entschieden hast, ein neues Leben auf dieser Welt
willkommen zu heißen. Bei allen anderen Aufgaben geht es nicht ums Bestehen,
sondern nur noch darum, an ihnen zu wachsen.
Das nächste Mal, wenn jemand im Supermarkt zu dir sagt: „Oh, warten Sie nur,
bis Ihre Kinder Teenager sind!“ und alles, was du tun möchtest, weinen ist,
wenn du später zu Hause ankommst und siehst, dass dein zweijähriges Kind
wieder alles ausgeräumt hat, was du gerade erst weggeräumt hast, weil du dir
denkst: „Wirklich? Ich soll diese Situation jetzt mehr genießen, weil es
später nur noch schlimmer wird?“, dann stell dir vor, ich würde meinen Arm um
dich legen, dich anlächeln und sagen:
„Entspann dich. Du bist müde? Ich auch. Du bist erschöpft und du kannst
keinen klaren Gedanken mehr fassen? Ich auch. Wir versagen alle. Und wir
machen alle einen fantastischen Job!“
Es ist längst offensichtlich, warum es Frauen in unserer Generation so
schwerfällt, Mutter zu sein: Sie fühlen sich hin- und hergerissen zwischen
den verschiedenen Leitbildern, die die Gesellschaft ihnen suggeriert. Die
gute Mutter einerseits, die Karrierefrau andererseits. Frauen tragen ihr
schlechtes Gewissen jeden Tag mit sich herum. Das Ideal der Mutter, die immer
für ihr Kind da ist, konkurriert mit dem der Businessfrau, die finanziell
unabhängig ist, oder mit dem der idealen Partnerin, die trotz ihres Kindes
immer genug Kraft und Zeit in ihre Partnerschaft investiert.
Gute Eltern sind keine professionellen Erzieher, sondern Menschen, die ihre
Kinder aus ganzem Herzen lieben.
„Pflichtbewusstsein, das Streben nach Perfektion und übersteigerte Qualitätsansprüche,
so die Forscher, belasten Eltern heute so sehr, dass diese an die Grenzen
ihrer Leistungsfähigkeit gerieten und in ihrer eigenen Lebensgestaltung
stark eingeschränkt seien.“ Vielleicht sind es auch Schuldgefühle, die Mütter
von außen übergestülpt bekommen. Von anderen Frauen, die uns sagen, wie wir
stillen, schlafen und erziehen sollen.
Wer kennt sie nicht, diese Kommentare: „Was? Dein Kind hat Saugverwirrung?
Du solltest ihm wirklich keinen Schnuller mehr geben!“; „Oh, dein Kind
schreit die ganze Zeit? Hast du es nicht mit dem Schnuller versucht?“;
„Bitte, warum willst du schon abstillen?“; „Was, du stillst immer noch?“;
„Also, Plastikspielzeug gibt es bei uns ja gar nicht.“; „Elena Marie wird
ja im Montessori Stil erzogen, das solltest du auch mal probieren.“ Und so
weiter. Es nimmt kein Ende. Es geht in der Schwangerschaft los und endet
irgendwann, wenn die Kinder erwachsen sind.
Gemeinsam Zeit zu verbringen muss nicht anstrengend sein, sondern darf auch
einfach Freude bereiten
Aber wir müssen uns in solchen Situationen immer wieder vor Augen halten:
Gute Eltern sind keine professionellen Erzieher, sondern Menschen, die ihre
Kinder aus ganzem Herzen lieben. Gute Eltern sind vor allem authentisch und
nehmen die Bedürfnisse ihrer Kinder wahr und ernst. Sie geben ihnen Raum, um
sich zu entwickeln und ihre Gaben zu entfalten. Sie merken, wenn es ihrem
Kind schlecht geht und können es trösten. Gute Eltern holen sich
Unterstützung und Hilfe und entschuldigen sich bei ihren Kindern, wenn sie
Fehler gemacht haben. Wichtiger als Perfektion ist es ohnehin, den eigenen
Kindern die Welt zu zeigen.
Matschen, Käfer anschauen, gemeinsames Kochen, Pilze suchen, Ball spielen,
Geschichten lesen – mit den Kindern darf man all das machen, was einem
selbst auch Spaß macht. Gemeinsam Zeit zu verbringen muss nicht immer
anstrengend sein, sondern darf auch einfach Freude bereiten. Wenn dein Mann
gern angelt, darf das Kind mit. Liebt der Papa Musikmachen, darf das Kind
dabei sitzen und zuhören.
„Die Kindheit ist die wichtigste Lebenszeit, die genossen werden
sollte“
Mama näht gern? Das Kind darf es lernen. Wir müssen außerdem keine
24/7Animateure für unsere Kinder sein. Auch Langeweile kann manchmal gut und
sogar förderlich für die Kreativitätsentwicklung unserer Kinder sein. Die
Kindheit ist nicht die Zeitspanne im Leben unserer Kinder, in der wir sie
möglichst „optimieren“ müssen, damit sie später die besten Jobs bekommen. Die
Kindheit ist die wichtigste Lebenszeit, die genossen werden sollte – von den
Kindern genauso wie von den Eltern.
Wenn Muttersein keine Klassenarbeit und Durchfallen demnach nicht möglich
ist, klingt das für mich wie eine Einladung, die kleine Stimme in unserem
Kopf, die uns sagt, dass wir schlechte Mütter sind und immer wieder versagen,
mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen zu überhören. Wenn du deine Kinder
liebst, machst du alles richtig.
„Du darfst Fehler in der Erziehung machen, Hauptsache, du liebst deine
Kinder.„
Vielleicht hilft dir auch die Erinnerung daran, dass du nicht allein dafür
verantwortlich bist, dass deine Kinder „gelingen“. Sie sind kein
unbeschriebenes Blatt, sondern Gott selbst hat den Anfang ihrer Geschichte
bereits geschrieben, und er wird sie weiterschreiben – selbst wenn du ein
paar „Rechtschreibfehler“ einbauen solltest.
Du darfst Fehler in der Erziehung machen, Hauptsache, du liebst deine
Kinder. Und wenn du versuchst, deine Kinder selbst an den Tagen gern zu
haben, an denen sie die schlimmsten Kinder auf der ganzen Welt waren, dann
bist du eine wirklich gute Mutter. Also, lass dich einfach darauf ein und
genieß die aufregende Achterbahnfahrt ohne Leistungsdruck.“
|
Priska Lachmann: "Ich bin eine schlechte Mutter? Von wegen!" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/produkte-zum-ueberleben-der-ferienzeit |
Ihr Lieben, in NRW sind sie
schon fast geschafft, in Berlin stehen sie noch an: Die Herbstferien. Fast
zwei Wochen Schulfrei liegen bereits hinter Lisa und ihren Kindern und weil
es jetzt öfter mal Anfragen gab, wie wir diese Zeit meistern, haben wir uns
überlegt, hier einmal nach und nach Produkte aufzulisten, die uns die Zeit
erleichtert haben. Extra Produkte und keine Veranstaltungen, da diese ja
schon vergangen wären. Extra keine Waldaktivitäten, weil nicht alle einen
Wald vor der Tür haben.
Falls Ihr auch noch Ideen habt, schickt uns gern ein Foto mit einem kleinen
Text.
Liebe Grüße und viel Spaß mit dieser losen Serie!
Los geht´s jetzt gleich mit
Produkt Nummer 1, einem Zeichenbuch, von dem auch Mama profitiert.
Produkt Nummer 2, einem Gesellschaftsspiel bei dem auch die Eltern nicht
vor Langeweile im Boden versinken müssen.
Weitere folgen. Morgen.
|
Produkte zum Überleben der Ferienzeit | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/psychische-gesundheit-von-kindern-wir-muessen-viel-mehr-dafuer-tun |
Ihr Lieben, 2020 war für uns alle ein krasses Jahr. Jede Familie ist anders
mit den neuen Herausforderungen umgegangen und jede Familie steckt sie auch
anders weg. Einige fanden diese Zeit schon entschleunigend, andere einfach
nur schrecklich. Und immer wieder erreichen uns auch Nachrichten von Müttern,
die sich Sorgen um ihre Kinder machen, weil diese sich in diesem Jahr
komplett verändert hätten. Psychische Gesundheit bei Kindern – ein Thema, das
noch viel zu wenig Beachtung findet. Wir haben mit Tilman, einem der Gründer
von Aumio – einer Achtsamkeits-App für Kinder, genau darüber unterhalten:
27 Prozent aller Schulkinder zeigen psychische Auffälligkeiten, schreibt
Ihr auf Eurer Internetseite. Was meint Ihr: Inwieweit hat die Corona-Pandemie
Einfluss auf diese Zahl?
Enge, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und kaum soziale Kontakte zu
Gleichaltrigen und Verwandten: All dies sind einschneidende Veränderungen im
täglichen Leben von Kindern. Das macht vielen zu schaffen. Schlafstörungen,
Stress und Konzentrationsprobleme sind häufig die Folge. In einer Studie des
Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gaben zwei Drittel der befragten
Kinder eine verminderte Lebensqualität und ein geringeres psychisches
Wohlbefinden an. Besonders schwierig für Kinder ist die Unsicherheit und die
fehlende Aussicht auf ein baldiges Ende der Einschränkungen. In einer solchen
Situation braucht es Geduld, Verständnis und Akzeptanz. Und genau dabei kann
Achtsamkeit helfen, auch den Jüngsten unter uns.
Wir Eltern gehen mit den Kindern regelmäßig zum Arzt, um die körperliche
Entwicklung zu untersuchen – wird Eurer Meinung nach die mentale Gesundheit
bei Kindern vernachlässigt?
Die psychische Gesundheit erhält in unserer Gesellschaft insgesamt noch
nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Besonders im Kindesalter findet
das Thema häufig kaum Beachtung. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass
ein Großteil aller psychischen Probleme ihren Ursprung früh im Leben haben –
50% aller psychischen Probleme entstehen vor dem 14 Lebensjahr. Viele
Probleme, die sich erst später im Leben manifestieren, könnten durch einfach
präventive Maßnahmen verhindert werden.
Gute Ernährung und Sport gehören heute genauso zum Alltag der meisten
Kinder wie das regelmäßige Zähneputzen – warum nicht auch öfter mal auf die
geistige Hygiene achten? Mit kleinen Übungen kann die mentale Gesundheit von
Kindern gezielt gefördert werden. Das fördert nicht nur das Wohlbefinden im
Hier und Jetzt, sondern hilft den Kindern dabei, Stärke und Resilienz zu
entwickeln, wovon sie ihr Leben lang profitieren werden.
Welche psychischen Auffälligkeiten sind denn am häufigsten?
Das ist je nach Altersgruppe unterschiedlich, die meisten Auffälligkeiten zeigen sich
aber bei Kindern zwischen 9 und 11 Jahren. Bei jüngeren Kinder um die 6, 7
Jahre sind die häufigsten Auffälligkeiten Sprachentwicklungsprobleme, denen
häufig auch soziale Angst zugrunde liegt.
Danach folgt ADHS in verschiedenen Ausprägungsformen, die gekennzeichnet
sind durch Aufmerksamkeitsprobleme, einen übermäßiger Bewegungsdrang oder
häufige Wutanfälle. Doch auch emotionale Störungen, also stark ausgeprägte
Schüchternheit, Angst und Nervosität oder Depressionen spielen bei jüngeren
Kindern schon eine Rolle. Hier nehmen die Auffälligkeiten ab 9, 10 Jahren
stetig zu und werden über die Jugend immer ausgeprägter.
Ihr empfehlt schon für Kinder Meditation und Achtsamkeits-Training. Was
soll das bewirken?
Achtsamkeit beschreibt die Fähigkeit, bewusst und aufmerksam im Moment zu
sein. Viele Kinder sind von Natur aus erstmal sehr neugierig und so meistens
schon sehr achtsam. Die vielen Unruhen und Reizüberflutung des Alltags führen
jedoch auch bei ihnen dazu, dass sich der Autopilot einstellt und sie
beginnen unbewusst, gestresst und in Gedanken verloren durch das Leben zu
fliegen.
Durch regelmäßiges Einüben von Achtsamkeit, beispielsweise durch
Meditation, lässt sich das Gedankenkarussell leichter stoppen. Und Stress und
Sorgen lassen sich auch mal abschalten. Das bewusste Wahrnehmen der eigenen
Gefühle hilft zudem dabei, Mitgefühl zu entwickeln – für andere, aber auch
für sich selbst. All diese Eigenschaften wirken sich bei Kindern positiv auf
die unterschiedlichsten Lebensbereiche aus.
Ihr habt Aumio entwickelt – was genau ist das?
Aumio ist eine App mit Meditationen und Geschichten für Kinder ab 6 Jahren,
die wir gemeinsam mit Expert*innen an der Freien Universität Berlin
entwickelt haben. Das Ziel der App ist es, Übungen zur Achtsamkeit
kindgerecht in spielerische Kurse zu verpacken und ihnen Tools an die Hand zu
geben, die ihnen im Alltag helfen können.
Neben Kursen zu Themen wie Konzentration oder Entspannung gibt daher es nun
auch einen Kurs, der speziell für die Corona-Situation entwickelt wurde und
der Kindern dabei helfen soll mit den aktuellen Schwierigkeiten besser
umzugehen. Außerdem werden Kinder-Yoga Videos und Schlafgeschichten
angeboten, die den Alltag in den eigenen vier Wänden erleichtern
sollen.
Wie wirkt sich Aumio auf Kinder aus?
Aumio hilft Kindern in erster Linie dabei sich besser zu konzentrieren oder
sich zu entspannen. Wir beobachten dass die Übungen insbesondere die
Konzentration und Aufmerksamkeit stärken. Kindern hilft ein Training mit
Aumio dabei, sich weniger ablenken zu lassen und beim Lernen fokussiert zu
bleiben – ob zuhause oder in der Schule.
Durch zu viele Reize finden viele Kinder oft abends außerdem nicht die Ruhe
abzuschalten und einzuschlafen. Wir bieten Meditationen, Entspannungsübungen
und Traumreisen, die dabei helfen, schneller ein- und erholsamer
durchzuschlafen. Außerdem bieten wir Kinder-Yoga Videos und
Entspannungsgeschichten, die Kindern dabei helfen herunterzufahren.
Zudem lernen Kinder in den Geschichten bei Aumio wertvolle Kompetenzen für
ihr Leben. Und sie verstehen: ich bin nicht allein. Auch andere Kinder haben
Ängste, Sorgen oder können manchmal mit ihrer Wut nicht umgehen. Was das
überhaupt ist – Angst und Wut – das erfahren Kinder in Aumios Abenteuern und
erfahren dann, wie sie im Alltag mit diesen starken Gefühlen umgehen
können.
Viele Eltern wollen die Kinder ja eher weg vom Smartphone holen – warum ist
Eure App etwas Sinnvolles auf dem Handy?
Wir sehen in Studien, dass Kinder sich in der Corona Zeit häufig an das
Smartphone gewendet haben, um dem Alltag zu entfliehen und Ablenkung zu
finden. Natürlich ist es schöner, wenn sie dafür auch andere Möglichkeiten
haben. Früher oder später werden Kinder jedoch den verantwortungsvollen
Umgang mit digitalen Geräten lernen müssen.
Es kommt dann vor allem darauf an, auf die Qualität der Inhalte zu achten,
welche Kinder auf Smartphone oder Tablet anschauen und ihnen einen bewussten
Umgang damit beizubringen. Youtube und viele Spiel-Apps sind hier oft keine
gute Wahl: Sie sind darauf ausgerichtet die Kinder so lange wie möglich vor
dem Bildschirm zu halten. Mit Aumio haben wir eine App geschaffen, mit der
Kinder auf eine achtsame Art und Weise interagieren können. Dabei wird das
Smartphone auch mal weggelegt, wenn es an eine bewegte Übung geht. Bei
anderen Übungen werden die Augen geschlossen und es wird einer Meditation
oder Traumreise gelauscht.
Was ist Euer persönlicher Hintergrund und warum was das Thema ein Anliegen
für Euch?
Die Idee für Aumio stammt von unserem Gründer Jean Ochel (Psychologe und
Achtsamkeitstrainer), der Aumio vor dem Hintergrund einer persönlichen
Leidensgeschichte entwickelt hat. Jean: “Als Kind und Jugendlicher war ich
selbst von ADHS und Angstproblemen betroffen. Das machte das Heranwachsen mal
mehr, mal weniger herausfordernd. Im Umgang mit anderen war es teilweise
schwierig, das meiste Leid steckte jedoch in mir drin und machte ich mit mir
selbst aus. Daher konnten meine Eltern auch nicht wissen, dass ich vielleicht
zusätzliche Unterstützung gebraucht hätte. Und tatsächlich ist das bei den
meisten Kindern mit psychischen Schwierigkeiten noch heute so. Viele leiden
im Stillen. Im Psychologiestudium habe ich dann Achtsamkeitsübungen und
Meditation als wirksame Technik entdeckt – das hat mir damals sehr geholfen.
Ich hatte auf einmal nicht mehr diese impulsiven Wut-Momente, konnte mich
beim Lernen deutlich besser konzentrieren und wurde vor allem nicht mehr von
so vielen zweifelnden Gedanken geplagt. Ich war rundum zufriedener und dachte
mir: warum konnte ich das nicht schon eher haben?”
Wer möchte, kann sich HIER noch mehr Infos über Aumio holen. Wir finden:
Aumio ist eine tolle Idee, unsere Kinder mental zu unterstützen. Um alle
Familien schnell und unkompliziert zu unterstützen, hat sich das Team von
Aumio (siehe Foto unten) entschlossen, die App bis zum Ende des Jahres
kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Probiert es doch einfach mal aus!
Und: Zur Weihnachtszeit veranstaltet Aumio eine „Achtsamkeits-Challenge“
mit einem besonderen Gewinnspiel: Pro abgeschlossener Achtsamkeitsübung
(Dauer 5 Min.), sammelt man Abzeichen in Form von Sternen, die im
persönlichen “Reisepass” in der App angezeigt werden. Bei 4 Sternen erhält
jede*s Kind ein Aumio-Stickeralbum von uns geschenkt. Zusätzlich verlost
Aumio unter allen Einreichungen drei Tonie-Figuren, die mit Aumio Geschichten
bespielt sind. Mitmachen kann jede*r – einfach einen Screenshot mit den 4
Sterne machen und an info@aumio.de senden.
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Psychische Gesundheit von Kindern - wir müssen viel mehr dafür tun! | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/pubertaet-in-der-pandemie-wie-koennen-wir-unseren-teenagern-helfen |
Ihr Lieben, gerade erreichen uns besonders viele Anfragen zum Thema Teenie
und Pandemie. Eigentlich wäre es die Zeit der Abgrenzung unserer Kinder, nun
sitzen wir aber im Lockdown und merken, wie sehr die Situation unseren
Teenies mittlerweile zusetzt.
Wie sagte der Schulleiter unserer Großen neulich noch so schön? „Neunte
Klasse und Corona – schlimmer geht´s ja eigentlich nicht.“ Die Kinder wollen
raus, sie wollen Zeit mit ihren Freunden, Abenteuer, eigene Erfahrungen
sammeln, wollen in den Pausen giggeln, ihre Eltern peinlich finden.
Stattdessen sehen sie grad: Nur ihre Eltern und ihre „meganervigen“
Geschwister.
Hilefruf einer Mutter: Meine Teenager-Tochter fühlt sich leer
Bei Instagram haben wir gestern den Hilferuf einer Mutter geteilt, weil
ihre 15jährige Tochter ihr eröffnet habe, dass sie sich nur noch leer fühlt –
und irgendwie „unnütz“. Ihr Leben bestehe nur noch aus ihrem Zimmer, Zoom und
Schulaufgaben. Nach draußen gehe sie kaum noch, was sollte sie da auch? Sie
habe Angst, bei all den Verboten und Untersagungen und Regeln irgendwas
falsch zu machen.
Und noch eine Leserin schrieb uns folgendes: „Ich habe gerade euren Text
von der Schulsozialarbeiterin gelesen und für mich schließt sich da jetzt
eine Frage an – vielleicht mögt ihr die mal an die Community
weitergeben?
Wie können wir unsere Teenager aus dem Corona-Tief holen?
Wie kann ich meine pubertierenden Teenager gerade am besten unterstützen?
Also nicht beim „Schuldesaster“, sondern in ihrer aktuellen Lebensphase unter
Coronabedingungen!
Wie geht man am besten mit den Launen und Ausbrüchen, aber auch mit dem
Zurückziehen um? Wann muss man sich Sorgen machen? Was kann man ihnen gutes
tun? Welche Zugeständnisse sollte/ muss man machen?“
Wie können wir unseren Teenagern also helfen? Wäre es eine Möglichkeit, sie
doch Freunde und Freundinnen treffen zu lassen, wenn sich alle vorher testen?
Mit negativen Schnelltests wäre ja vielleicht sogar vielleicht mal ein
Übernachtungsdate mit dem oder der BFF (best friend forever) möglich – für
ein paar Lachkrämpfe und ein bisschen Leichtigkeit zwischendurch.
Hoffnung geben, kleine, sichere Schritte wagen
Vielleicht hilft es auch, alte Fotoalben rauszukramen, das Zimmer neu zu
gestalten oder Bucket Lists zu schreiben, welche Urlaube man im Leben noch
erleben will. Oder man plant/erträumt einen längeren Auslandsaufenthalt, um
mal auf andere Gedanken zu kommen, um mal wieder Highlights zu schaffen im
doch sehr monotonen Alltag grad…
Oder man lässt sich mal einen Shoppingtermin geben oder bedient sich in der
Schmink-Abteilung des Drogeriemarktes, um sich mal richtig das Gesicht zu
verunstalten. Alles natürlich nur Tropfen auf den heißen Stein, aber
vielleicht Mini-Schritte raus aus der Lethargie!?
Habt ihr noch gute Ideen? Wie macht ihr das mit euren Teenies? Lasst uns
mal austauschen und schauen, wie wir unsere Kinder gemeinsam aus diesem Loch
ziehen können! Mit Communitypower! Damit es am Ende allen wieder besser
geht.
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Pubertät in der Pandemie: Wie können wir unseren Teenagern helfen? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/raus-und-machen-dieser-vater-erklaert-warum-urlaub-mit-kindern-nichts-kosten-muss |
Ihr Lieben, manchmal können
Dinge viel einfacher sein, als wir sie uns vorstellen. Wenn von Abenteuern
die Rede ist, dann denken viele an Fernreisen, an wilde Segeltrips, an teure
Investitionen. Christo Förster denkt da anders. Der Zweifachvater sagt: Wieso
weit weg fahren, wenn das Abenteuer doch gleich vor der Tür stattfinden kann?
Wieso viel Geld in die Hand nehmen, wenn Erlebnisse auch direkt vor unserer
Nase möglich sind?
"Als ich eines Nachmittags kurzerhand mit dem Fahrrad aufbrach, um
über Nacht von Hamburg nach Berlin zu fahren, hatte ich keine Ahnung, dass
diese Aktion mein Leben völlig auf den Kopf stellen sollte. Die Abenteuer,
die oft so weit weg schienen, lagen auf einmal überall herum. Ich musste sie
nur machen", schreibt Christo in seinem neuen Buch Mikroabenteuer
(Affiliate Link). Motto des Werkes: Raus und machen!
Wir finden: Das ist eine großartige Philosophie – besonders im Leben mit
Kindern. Denn der Entdeckerdrang wird ihnen ja qua Haus mitgeliefert.
Deswegen fragt Christo zurecht: "Warum warten bis du genug Geld, genug
Urlaub, genug Mut hast? Time is now." Für uns erzählt er hier von einem
Wochenende mit seinen Kindern – und ohne Zelt. DANKE DAFÜR, CHRISTO. Los
geht´s:
Wenn es um Abenteuer geht, können wir alles von unseren Kindern lernen: die
Neugier, das Entdecken, die Achtsamkeit. Deshalb lohnt es sich extrem, nicht
die Kinder mit auf ein Abenteuer zu nehmen, sondern uns von ihnen mitnehmen
zu lassen. Keine Kilometervorgaben, keine Etappenziele, einfach raus und
sein!
Als meine Frau mit einer Freundin für ein paar Tage in die Sonne fliegt,
entscheiden meine Tochter und mein Sohn, dass wir mal wieder ans Meer müssen.
Ich schlage Fehmarn vor, eine Nacht am wilden Strand mit unendlich vielen
Steinen – und habe Glück: Vorschlag gekauft.
Am nächsten Morgen steigen wir mittags in Hamburg-Altona in den Zug und
fahren zwei Stunden bis nach Burg auf Fehmarn. Von dort sind es nur noch ein
paar Kilometer mit dem Bus bis an die Steilküste Katharinenhof. Es regnet,
aber immerhin ist es windstill (was auf Fehmarn eher selten vorkommt).
Das Schöne am trüben Wetter ist ja immer, dass draußen nicht viel los ist.
Genauso ist es auch hier und heute. Kaum sind wir unten am Wasser, sind die
Kinder nicht mehr zu halten. Regen? Völlig egal! Wir klettern über
umgestürzte Bäume, hüpfen von Stein zu Stein, sammeln Muscheln und
„Donnerkeile”, die versteinerten Schalenteile urzeitlicher Tintenfische.
Irgendwo zwischen Katharinenhof und Staberhuk schlagen wir unser Nachtlager
auf. Isomatten, Schlafsäcke, Biwaksäcke und ein Tarp als Regenschutz, mehr
haben und brauchen wir nicht. Brotzeit, flüchtiges Zähneputzen und eine lange
Geschichte von Möwe Jonathan zum Einschlafen. Als es in den frühen
Morgenstunden doch kälter wird als gedacht, rücken wir noch enger zusammen.
Wir schlafen bis 8 Uhr, länger als zu Hause, machen uns ein einfaches
Frühstück und ziehen dann weiter den Strand hinunter. Zwei Angler sind die
einzigen Menschen, die wir treffen. Jetzt blinzelt sogar die Sonne etwas
hinter den Wolken hervor.
Die Kinder entdecken einen kleinen Wasserfall, in dem ein totes Reh liegt,
ein altes Boot und sind vor allem spürbar stolz, dass sie tatsächlich die
Nacht draußen verbracht haben. Mein Sohn läuft alleine Hundert Meter voraus,
meine Tochter fachsimpelt mit mir darüber, welche Steine sich als
Perlenschmuck eignen.
Bei Staberhuk verlassen wir den Strand und wandern noch ein paar Kilometer
landeinwärts nach Staberdorf. Busse fahren hier heute nicht, also halten wir
die Daumen raus. Mit zwei Kindern ist das easy – gleich das erste Auto hält
an und macht sogar einen Umweg, um uns direkt in eine Pizzeria nach Burg zu
fahren. Erst Spaghetti in echt, dann als Eis, so habe ich es versprochen.
Während wir uns den Bauch vollschlagen, beginnt es draußen wieder zu
regnen. Macht uns immer noch nichts. Als wir am Abend in Hamburg wieder aus
dem Zug steigen, fühlt es sich an, als wären wir eine ganze Woche weg
gewesen. So viel haben wir gar nicht gemacht, aber wir haben großartige,
simple Erinnerungen im Gepäck. Neben mehreren Kilo ganz besonderer Steine
natürlich.
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Raus und machen! Dieser Vater erklärt, warum Urlaub mit Kindern nichts
kosten muss | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/regenbogen-familie-wichtig-ist-liebe-nicht-blutsverwandtschaft |
Liebe Nicole, wer gehört alles zu deiner Familie?
Zur Familie gehören meine Frau und ich – Alter so in den späten 30ern bzw.
frühen 40ern, beide tätig im sozialen Bereich, wohnhaft in Süddeutschland in
einer größeren Stadt, dabei mitten in dieser ohne Garten, aber immerhin mit
Balkon etc. in einer „Durchschnittsmietwohnung“.
Dann K1 – 8 Jahre alt, besucht die 2. Klasse der Grundschule, falls diese
gerade geöffnet hat, leibliches Kind aus der früheren (Hetero-)Ehe meiner
Frau und damit mein Stiefkind – hat aber auch noch einen Vater, den es
regelmäßig sieht.
K2 – 2 Jahre alt, besucht theoretisch eine Kita, war praktisch nun aber
seit Mitte März nicht mehr dort. Unser gemeinsames Kind, ausgetragen von mir.
Hat einen „Gefrierpapa“ in Dänemark, den es kennenlernen kann, wenn es
volljährig ist. Wurde von meiner Frau mit einem knappen Jahr als Stiefkind adoptiert.
Außerdem haben wir zwei Sternenkinder, wovon wir eines auch in unser
Stammbuch eintragen ließen, da es bereits als kleiner Mensch mit Herzaktion
im Ultraschall sichtbar war. Ein paar Haustiere wuseln auch noch mit
rum.
Wo habt Ihr Euch kennen und lieben gelernt?
Wir haben uns tatsächlich (so unwahrscheinlich das für Andere klingt) auf
der Arbeit kennengelernt. Meine Frau lebte damals noch mit ihrem jetzigen
Ex-Mann zusammen. Deswegen hatte ich nicht auf dem Schirm, dass sie sich
überhaupt für mich interessieren könnte, aber sie war hartnäckig. Schließlich
hat sie sich von ihrem Ex-Mann getrennt und danach begann unsere Beziehung.
Das ist mittlerweile 6 Jahre her.
Du hattest ja auch zwei Fehlgeburten. Kannst du mehr darüber erzählen?
Die Fehlgeburten erfolgten kurz nacheinander und liegen nun ca. 3,5 Jahre
zurück. Ich habe damals sehr darunter gelitten, auch heute denke ich noch oft
an die beiden kurzen Schwangerschaften zurück. Ich bin traurig darüber, dass
ich diese Kinder nie kennenlernen werde. Da es meine beiden ersten
Schwangerschaften waren, habe ich damals total an mir und meinem Körper
gezweifelt und weil mein Kinderwunsch übermächtig war, war meine größte
Angst, dass ich nie ein leibliches Kind haben werde.
Dabei ging es mir weniger um den Aspekt, ein „eigenes“ Kind zu bekommen,
als um die Erfahrung, das Kind austragen und von Anfang an begleiten zu
dürfen. Auch körperlich ging es mir länger nicht gut, ich hatte kurz
hintereinander zwei Ausschabungen und die plötzlichen Hormonumstellungen
waren heftig.
Das dritte Mal hat es aber dann geklappt!
Genau, die Schwangerschaft mit K2 war dann meine dritte und verlief zum
Glück sehr unkompliziert, das hat mich in gewisser Weise „entschädigt“ und
ich habe auch das Vertrauen in mich zurückgewonnen. Die Fehlgeburten haben
unsere Paarbeziehung damals sehr belastet, weil wir sehr unterschiedlich mit
den Verlusten umgegangen sind und meine Frau auch an einen Punkt kam, an dem
sie die Kinderwunschbehandlung nicht mehr fortsetzen wollte.
Das war für mich aber völlig undenkbar. Wir hätten uns in dieser Zeit sogar
fast getrennt, weil die Positionen unvereinbar schienen. Schlussendlich hat
sie sich dann darauf eingelassen, nach einer längeren Behandlungspause einen
letzten Versuch zu wagen und ich mich darauf, dass wir nicht weitermachen
würden, wenn es erneut zu einer Fehlgeburt käme. Zum Glück ging dann alles
gut.
Wir denken ja immer, dass unsere Gesellschaft mittlerweile so weit ist,
dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften völlig normal sind. Erlebst du das
so oder gab es für euch auch schon mal blöde Situationen?
Wir haben nie offene Diskriminierung oder Abwertung erlebt. Insgesamt empfand
und empfinde ich die gesamte „Elternwelt“ aber schon noch als sehr
(cis-)heteronormativ. Nur als kleine Beispiele, im Geburtsvorbereitungskurs
wurde ständig von „den Männern“ oder „den Papas“ gesprochen, obwohl die
Hebamme wusste, dass ich mit einer Frau zusammen bin.
Oder ich wurde in Mamatreffs etc. grundsätzlich nach „meinem Freund/Mann“
gefragt, konnte mir dann immer überlegen, ob ich es jetzt einfach so stehen
lasse oder mich erkläre. Oft kamen auch Fragen, die ich als distanzlos
empfand, z. B. danach, wie unser Kind entstanden ist, welche Kriterien wir
bei der Auswahl des Spenders angelegt hätten etc.
Ich bin grundsätzlich ein offener Mensch und ich trage auch gerne zur Aufklärung
anderer bei. Aber von wildfremden Menschen recht intime Dinge gefragt zu
werden oder immer wieder erklären zu müssen, dass ich nicht heterosexuell
bin, das finde ich anstrengend. Ich gehe davon aus, dass das in den
allermeisten Fällen nicht böse gemeint ist von den Gesprächspartner*innen.
Vielleicht steckt auch teilweise nur die fehlende Übung in inklusiver Sprache
dahinter.
Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Regenbogenfamilien ganz
selbstverständlich mitgedacht und mitbenannt werden, genauso wie
alleinerziehende Elternteile, Pflege- und Adoptiveltern etc. und da ist schon
noch ein Stück Weg zu gehen aus meiner Sicht.
Wie erleben das Eure Kinder, dass die nicht in einer klassischen
Vater-Mutter-Kind-Konstellation groß werden?
Wir sind ja schon eine etwas spezielle Konstellation, mit Regenbogen und
Patchwork – zudem dass unsere Kinder verschiedene leibliche Mütter haben. K2
ist aktuell noch zu klein, um da etwas zu sagen zu können. Es weiß, dass K1
einen Papa hat, den es auch kennt. Das wird mit zunehmendem Alter denke ich
noch interessant. Für K1 spielt der leibliche Vater eine wichtige Rolle, ich
bin eher eine zusätzliche Bezugsperson als „Elternersatz“.
Die Kinder nehmen – denke ich – das als selbstverständlich hin, was sie
erleben und wir ermöglichen ihnen auch Kontakte zu anderen Familien, die
nicht „dem Standard“ entsprechen, um vorzubeugen, dass sie sich irgendwie
„unnormal“ fühlen.
Was bedeutet Familie für Euch? Welche Werte sind Euch wichtig?
„Love makes a family“ ist etwas, was viele Familien eint, die vom
„Standardmodell“ abweichen. Für uns ist nicht wichtig, wer mit wem (nicht)
blutsverwandt ist, sondern dass wir zusammen leben und uns lieben. Für unsere
Kinder ist es uns wichtig, sie zu selbstständigen, eigenständig denkenden
Menschen zu erziehen, die anderen Menschen und deren Themen offen begegnen,
diese aber auch kritisch hinterfragen können.
Wir versuchen ihnen vorzuleben, dass wir Geschlechterstereotype zwar
kennen, ihnen aber nur bedingt folgen und wir möchten sie ermächtigen, sich
frei zu entscheiden, ob sie eine Sache mögen, unabhängig davon, ob sie
geschlechtstypisch ist oder nicht (das ist im Übrigen gar nicht so einfach
und wir tappen auch in die eine oder andere Falle dabei). Wir vermitteln
ihnen, dass alle Menschen gleich viel wert sind, unabhängig von
Äußerlichkeiten und Gruppenzugehörigkeiten. Ansonsten sind uns denke ich die
Dinge wichtig, die anderen Familien auch wichtig sind – zusammen leben,
lachen, streiten, sich wieder versöhnen, irgendwie gut durch die Schulzeit
kommen etc….
Wenn Du eine Sache für Eure Familie ändern könntest, was wäre
das?
Über diese Frage habe ich jetzt lange nachgedacht und tatsächlich fällt mir
nichts ein. Vielleicht finden wir irgendwann ein bezahlbares Haus mit Garten,
das wäre schön, aber wenn nicht, ist auch alles gut so, wie es ist
🙂
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Regenbogen-Familie: Wichtig ist Liebe, nicht Blutsverwandtschaft | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/reportage-aus-dem-kinderhospiz-solange-marie-lacht |
Marie Richter ist 13 Jahre alt und gilt als „schwerst mehrfach behindert“.
Was das bedeutet, was ihre Drillingsgeschwister dazu sagen und warum sie sich
im Kinderhospiz wohlfühlt, das erzählen wir in dieser Geschichte.
Von Lisa Harmann und Annette Etges
Maries Lachen ist ansteckend. Wenn sie lacht, wackelt ihr ganzer Körper und
alle Menschen um sie herum lachen mit. Marie ist ein ganz besonderer Mensch,
sie braucht rund um die Uhr Hilfe von anderen. Sie sitzt in einem Rollstuhl
auf dessen Rädern Chamäleons kleben. Dadurch, dass sie kaum sehen kann, hört
sie aber besonders gut. Wenn ihr Vater oder ihre Mutter ihren Namen sagen,
lächelt sie fröhlich.
Wir treffen Marie mit ihren Geschwistern und ihren Eltern Ines und Uwe im
Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe. Ein Kinderhospiz ist ein Ort, an
den Familien kommen, die ein schwer krankes Kind haben. So wie die Familie
von Marie. Immerhin 4000 Kinder in Deutschland erkranken pro Jahr unheilbar.
Einige von ihnen werden im Kinderhospiz Balthasar betreut.
Lisa-Marie Scherer vom Balthasar mit Marie
Vom Eingang aus blickt man auf eine bunte Wand aus roten, blauen, gelben
Handabdrücken. Als Marie zum allerersten Mal im Balthasar war, durfte auch
sie sich auf der Wand verewigen. Jedes Kind, das hierher kommt, darf das.
„Die bunte Hände-Wand ist unser Gästebuch“, sagt Lisa-Marie Scherer, die im
Hospiz arbeitet.
Ein Hospiz ist ein trauriger Ort? Aber doch nicht immer!
Manche Menschen glauben, dass ein Hospiz ein trauriger Ort sei, weil dort
auch manchmal Menschen sterben. Aber wer einmal in einem Kinderhospiz zu Gast
war, der weiß, dass dies ein Ort ist, an dem besonders viel gelacht wird,
deswegen fühlt sich Marie hier auch so wohl. Ins Kinderhopsiz kommen
Klinikclowns, um den Kindern eine Freude zu machen, außerdem hängen bunte
Bilder an den Wänden und es gibt ganz viele tolle Spiele. Denn wenn ein Kind
schon so krank ist, dass es vielleicht früher sterben wird als andere, dann
soll es hier jeden Tag so richtig genießen können. Zum Beispiel im
Snoezelen-Raum.
Marie liebt den Raum. Ihr Vater hebt sie aus ihrem Rollstuhl auf das
Wasserbett in der Mitte des Raumes. Sie liegt in seinen Armen. Theresa und
Lukas, ihre Drillingsgeschwister, die zu Besuch sind, legen sich dazu und
„chillen“. Ein bisschen fühlt man sich in dem Raum wie in einem
Raumschiff-Film. An der Decke hängt eine Discokugel, die bunte Punkte an die
Wände wirft, am Eingang blubbert eine Lavalampe in gedämpften Farben, das
Licht ist gedimmt. Marie und ihr Papa genießen das Schwappen des warmen
Wassers unter ihnen. Und auch die Geschwister entspannen: Das Tolle am
Kinderhospiz ist, dass sich hier nicht nur die kranken Kinder wohl fühlen,
sondern auch die gesunden, so wie Theresa und Lukas.
Die ganze Familie zusammen im Snoezelen-Raum
Nach dem Besuch im Snoezelen-Raum darf Marie noch in den Spielraum. „Papa“,
sagt sie und der hebt sie vorsichtig in das Klangbett. Das ist eine Art
Holzwippe, an der links und rechts Musik gemacht werden kann. Auf der einen
Seite kann man mit den Händen trommeln, auf der anderen Seite sind Saiten
befestigt, die klingen, wie eine Gitarre. Das Schöne daran: Marie spürt die
Klangwellen durch das Holz, auf dem sie liegt und entspannt dadurch ihre
Muskeln. Ihre lackierten Finger strecken sich ganz lang, sind nicht mehr zur
Faust geballt. Die Entspannung dauert allerdings nur so lang an, bis der Papa
seinen Schlüssel fallen lässt. Marie hört das und fängt laut an zu lachen.
Alle im Raum lachen mit. Maries Lachen kommt ganz tief aus ihr raus.
Marie ist anders als andere Kinder, sie lebt mit einer Behinderung
Maries Gehirn funktioniert nicht so wie das anderer Kinder. Eigentlich
könnte sie gar nicht sprechen, trotzdem sagt sie „Mama“ und „Papa“ – und
„Mimi“, so nennt sie sich selbst. Oder hebt ihre Hand, um damit zu
signalisieren, dass sie jetzt gern kuscheln möchte. Marie kuschelt unheimlich
gern. Und ihre Geschwister und Eltern nehmen das an.
Um den Alltag zu Hause zu erleichtern, hilft ein Aufzug für Marie
Vier Wochen im Jahr darf Marie ins Kinderhospiz kommen, mal mit ihrer
Familie, mal ohne. Sie kann nicht essen und bekommt ihre Nahrung über einen
Schlauch, der direkt in ihren Bauch führt. Wenn sie morgens zur Schule geht –
denn ja, auch Marie geht zur Schule – dann begleitet sie eine Pflegerin.
Marie braucht auch oft Medikamente, Tag und Nacht, so dass immer jemand wach
sein muss, um auf sie aufzupassen. Deswegen hilft ihren Eltern zu Hause ein
Pflegedienst. Da kommt eine Krankenschwester ins Haus und hilft Marie, damit
auch ihre Eltern mal schlafen können. Um die 15 bis 17 Waschmaschinen pro
Woche kümmern sich die Eltern trotzdem selbst.
Die beste Therapie sind ihre Drillingsgeschwister
„Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen“, sagt der Vater und
berührt Maries Finger. Sie tut dabei, was sie am liebsten tut: sie lacht.
Neben ihr hüpft eine andere kleine Hospizbewohnerin umher und aus ihrem
kleinen Tablet schallt ein Lied: „Vielen Dank, für die Blumen, vielen Dank,
wie liebt von Dir“.
„Die beste Therapie ist, dass unsere Kinder Drillinge sind“, sagt Ines.
Marie lebt mittendrin in einer großen Familie und hat durch Theresa und Lukas
so oft das Wort „Papa“ und „Mama“ gehört, dass sie es einfach auch sprechen
kann, obwohl die Ärzte das eigentlich für unmöglich halten. Welche Krankheit
sie eigentlich hat, das hat bislang noch niemand herausgefunden.
Strahlendes Relaxen: Theresa ist Maries Drillingssschwester und kommt gern
mit ins Balthasar
Marie und ihre Geschwister kamen zu früh zur Welt, in der 30.
Schwangerschaftswoche, also zehn Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin.
Lukas wog 1400 Gramm, etwas mehr als eine Milchtüte also. Theresa wog 1600
Gramm. Und Marie als Dritte wog nur 790 Gramm, weniger als eine Ravioli-Dose.
Zunächst war sie die fitteste von den Dreien. Mit etwa sechs Monaten zeigte
sich aber, dass Marie eine schwere Hirnschädigung und starke Epilepsie hat.
Die Ärzte stellten fest: Marie würde nie laufen lernen, immer Windeln
brauchen. Vielleicht würde sie auch nicht so alt werden wie ihre
Geschwister.
"Alle drei sind ganz toll"
„Geschenke muss man nehmen, wie sie kommen. Auch wenn vielleicht eine Ecke
fehlt“, sagt Mama Ines und meint ihre Kinder. „Alle drei sind ganz
toll.“ Marie kann zwar nicht laufen oder essen. Dafür hat sie ein ganz
besonderes Gespür für Situationen. Sie merkt sofort, wenn etwas nicht stimmt.
Oder wenn die Stimmung gut ist. „Wir brauchen wirklich kein Mitleid!“, sagt
die Mama. Sie nennt Marie „Engelchen“ oder „Schlingel.“ Das Engelchen mag
nicht, wenn Mama telefoniert, dann wird es zum Schlingel und protestiert
lautstark.
Solange sie lacht: Marie genießt ihre Zeit mit der Familie im Hospiz
Lukas will später gern Insektologe werden. Theresa möchte gern in einem
integrativen Kindergarten, also einer Einrichtung mit behinderten Kindern,
arbeiten. Ihre Schwester hat sie geprägt. Und die? Die möchte einfach leben!
Und weiter lachen. Denn solange Marie lacht, lächeln alle Menschen in ihrer
Umgebung.
Infokasten: Ein Kinderhospiz ist ein Ort der Begegnung. Hier werden
unheilbar kranke Kinder betreut. Der Unterschied zu einem Erwachsenen-Hospiz
ist, dass hier nicht nur Menschen in der Phase kurz vor ihrem Tod betreut
werden, sondern schon viel früher. Ein Kinderhospiz ist dafür da, dass die
ganze Familie Kraft schöpfen kann, denn das Leben mit einem schwer kranken
Kind ist nicht immer einfach. Aufgenommen werden können Familien mit Kindern,
die eine unheilbare Krankheit haben, die lebensverkürzend ist. Im
Kinderhospiz arbeiten Kinderkrankenschwestern und -pfleger, Pädagogen und
Trauerbegleiter. Außerdem kommen bei Bedarf Physiotherapeuten und
Ergotherapeuten ins Haus.
Das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe wurde 1998 als erstes
Kinderhospiz Deutschlands eröffnet, viele, die dort waren, bezeichnen das
Haus als „zweites Zuhause“. Im Balthasar gibt es acht Plätze im Kinderhospiz
und vier im Jugendhospiz. 28 Tage pro Jahr stehen Familien mit schwer kranken
Kindern im Kinderhospiz zu. Alles darüber hinaus wird über Spenden
finanziert. Der Kostenträger übernimmt etwa 30 Prozent der Kosten. 70
Prozent, das sind mehr als 1,2 Millionen Euro pro Jahr, müssen über Spenden
finanziert werden. Eltern können auch nach dem Tod ihres Kindes noch vorbei
kommen.
Spendenkonto des Kinderhospizes Balthasar:
Kinder- und Jugendhospizstiftung
Konto 190 11
Pax Bank Köln
BLZ 370 601 93
BIC: GENODED1PAX
IBAN: DE 23 3706 0193 0000 0190
11
Bitte schreibt Eure vollständige Adresse in den Verwendungszweck, damit
eine Spendenquittung zugestellt werden kann.
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Reportage aus dem Kinderhospiz: Solange Marie lacht... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/reportage-wie-ulrike-nach-einer-postpartalen-depression-noch-ein-kind-bekam |
Ulrike Schrimpf hat sich
noch einmal getraut. Nachdem sie nach der Geburt ihres zweiten Kindes an
einer postpartalen Depression erkrankte, hat sie nun noch ein Baby bekommen –
und ist nicht wieder erkrankt. Ein Happy End? Ja. Aber eins, um das sie
kämpfen musste
Von Lisa Harmann
Bist du verrückt? Wieso denn noch ein Kind? Baby Felix gluckst und greift
nach den Haaren seiner Mama. Dass es ihn gibt, ist nicht verrückt – wohl aber
mutig. Seine Mama Ulrike Schrimpf, 40, erkrankte nach der Geburt von Felix’
großem Bruder Michael, 5, an einer postpartalen Depression. Es traf sie so
schwer, dass sie zeitweise nicht sicher war, ob sie weiterleben wollte. Und
trotzdem hat sie es noch einmal gewagt: Sie hat ein drittes Kind bekommen,
Felix. Er ist jetzt sieben Monate alt.
Das Schreiben hat Ulrike aus dem Tal geholfen
In ihrer Wohnung hängen Bilder von Zara, Ulrikes Kinderbuch-Heldin. Zara,
die fiktive Hauptfigur, hat Ulrike rausgeholt aus der Krise, die sie als
„einen der schlimmsten Zustände, die einer Mutter widerfahren können“
bezeichnet. Als sie in der Psychiatrie lag, hatte ihr erster Sohn Johannes,
10, sie gebeten, ihm eine Geschichte zu schreiben – und beim Verfassen empfand
Ulrike zum ersten Mal wieder so etwas wie Freude. Ablenkung. Selbstheilung.
Seither arbeitet sie als Autorin. Neben den drei Zara-Romanen für Kinder hat
sie ein eindrucksvolles Buch über ihre Erkrankung geschrieben: „Wie kann ich
dich halten, wenn ich selbst zerbreche?*“.
Die Geister kamen meist nachts. „Meine Nächte sind grellweiß,
Zwangsgespenster“, schreibt Ulrike in ihrem Buch. „Ich zittere, meine Zähne
klappern. Meine Haare und mein Gesicht sind schweißnass. Die Angst schüttelt
mich. Mir wird schlecht. Mein Sohn wacht auf, er saugt entschlossen und
tapfer – er rührt mich so tief! Meine Tränen tropfen auf sein Gesicht, seine
Ärmchen, seinen weichen Haarflaum. Plötzlich weiß ich: Nichts ist gut. Ich
brauche Hilfe!“
Es war November, als Ulrike ihr zweites Kind bekam, draußen war es kalt,
dunkel, frostig. In ihr drin auch. Anders als andere Mütter entwickelte
Ulrike in ihrer Krankheit keine Bindungsstörung zu ihrem Kind. Ein gängiges
Vorurteil ist, dass Mütter mit einer postpartalen Depression ihre Kinder
nicht lieben können. De facto betrifft das aber nur 30 Prozent der Mütter,
die erkranken. Bei Ulrike war es eher das Gegenteil. Sie liebte ihr Kind so
sehr, dass sie irrationale Sorgen entwickelte.
Panikattacken und Angst – wenn die Depression nach dir greift
Ulrike hatte Angst. Angst, ihren Kindern keine gute Mutter zu sein. Angst,
ihre Beziehung zu ruinieren. Angst, nie mehr etwas Herausforderndes,
Interessantes in ihrem Leben zu machen. Sie hatte Angst vor dem Schlafen und
Angst vor dem Leben. Sie traute sich nicht mehr, mit Baby im Arm die Treppe
runterzugehen, also ließ sie sich im Sitzen Stufe für Stufe hinabgleiten. „Du
und depressiv? Da lachen ja die Hühner“, hatte ihre Zwillingsschwester am
Telefon gesagt. Niemand hätte damit gerechnet. Vor allem nicht sie
selbst.
„Aber du wolltest das Kind doch“, hieß es. Eben. Und trotzdem ging es ihr
nicht gut. Wie eine Naturgewalt brach die Krankheit über sie herein. Ihr
zweites Kind war zehn Wochen alt, als sich Ulrike einweisen ließ. Sie hatte
Schlafstörungen, Herzrasen, Panikattacken, Schweißausbrüche. Und sie hatte
Schuldgefühle. Was bin ich nur für eine Mutter?
Drei Wochen verbrachte sie in der Klinik. „In einer Depression erlebt man
die negativen Dinge intensiver, die positiven nimmt man gar nicht mehr wahr“,
sagt Ulrike. Doch die Behandlung half ihr. Bald wurde sie entlassen. Nach
vier Monaten: ein Rückfall. Heftig, aber kurz. Was sie da noch nicht wusste:
Der Heilungsprozess einer Depression verläuft nicht linear, sondern eher so,
wie sich ein Delfin im Wasser bewegt. In Kurven nach oben. Nach dem Rückfall
ging es endgültig bergauf.
Wer erkrankt an einer postpartalen Depression?
Die Geburt eines Kindes ist ein Ereignis, das zu sogenannten
Schwellenerlebnissen im Leben eines Menschen gehört, in denen Abschied und
Neubeginn ineinandergreifen. Etwa 19 Prozent aller Mütter entwickeln nach der
Geburt depressive Symptome, sieben Prozent von ihnen bekommen eine schwere,
behandlungsbedürftige Depression. Meist erkranken Frauen sechs bis acht
Wochen nach der Geburt.
„60 Prozent der Frauen, die zu mir kommen, sind Akademikerinnen zwischen 30
und 40 Jahren“, sagt Dr. Claudia Reiner-Lawugger. Die Ärztin leitet seit 15
Jahren die Spezialambulanz für perinatale Psychiatrie in Wien. Frauen wie
Ulrike. Nachdem sie jahrelang ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben
geführt haben, sitzen sie plötzlich mit ihrem Baby in einer Wohnung weit weg
von ihrem Büro und den Freunden. Nichts ist mehr geordnet und verlässlich,
wie sie es kennen. „Für mich war am anstrengendsten, dass ich mich für alles
verantwortlich fühlte, für jede Missstimmung und jeden Konflikt“, sagt
Ulrike. Aber nicht ein Symptom allein führt zur Depression. Bei Ulrike kamen
mehrere Dinge hinzu. Eine gescheiterte Beziehung – die zum Vater ihres ersten
Sohnes. Ein Umzug von Berlin nach Wien. Eine Fehlgeburt. Die Erkrankung ihres
Vaters.
Die Heilungschancen bei einer postpartalen Depression sind groß, wenn sich
Frauen helfen lassen. Schon drei bis vier Wochen nach Behandlungsbeginn tritt
in den meisten Fällen eine enorme Verbesserung ein, sagt die Ärztin. So war
es auch bei Ulrike. Sie wurde psychotherapeutisch begleitet und bekam
Antidepressiva.
Ulrike hatte sich immer drei Kinder gewünscht. Mit jedem Tag, der seit der
Krankheit verging, rückte der Kinderwunsch näher an Ulrike heran. „Mit der
Krankheit ist es wie mit einer Geburt. Je länger sie zurückliegt, desto mehr
verdrängt man den Schmerz.“ Ihr Mann war nicht direkt überzeugt von der Idee
eines dritten Kindes: „Es ist doch gerade alles so schön, wie es ist“, sagte
er.
Sollte sie wegen der Depression auf weitere Kinder verzichten?
Sollte sie auf weitere Kinder verzichten, aus Furcht, sie könnte mal wieder
in eine Krise stürzen? Ulrike spürte: Sie würde es immer bereuen, kein
drittes Kind bekommen zu haben. „Ich wollte noch ein Baby. Aber ich wollte
nie wieder an einer Depression erkranken“,sagt Ulrike. Ihre Ärztin sagte:
„Dann setz die Antidepressiva erst gar nicht ab.“ Ulrike nahm weiter
Medikamente, gering dosiert, aber dennoch. Nicht absetzen? Auch in der
Schwangerschaft nicht? Dr. Reiner-Lawugger sagt: „Es gibt Antidepressiva, die
auch in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden können.“
Ulrike hielt sich an ihren Rat und nimmt auch heute noch Antidepressiva,
wenn auch gering dosiert: „Bei einer Herzkrankheit sagt ja auch keiner, geh
einfach mal an die frische Luft.“ Sie erinnert sich noch, wie ihr die
Medikamente damals geholfen hatten, wie langsam die alte Ulrike
zurückkam.
„Ich war lebensmüde, ich wollte so nicht weiterleben. Das war ein
traumatisches Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Ich hatte keine
Gedanken, wie ich konkret meinem Leben ein Ende setzen kann. Aber da war das
passive Gefühl, wie praktisch es doch wäre, wenn jetzt ein Auto käme, dann
wäre der Schmerz vorbei.“
Wenn Ulrike jetzt darüber spricht, kann sie das nicht mehr nachvollziehen.
„Weil ich mein Leben jetzt so toll finde.“ Sie muss daran denken, wie ihre
Ärztin während ihrer Krankheit zu ihrem Mann gesagt hatte: „Sie können diese
Krankheit nicht verstehen.“
Ulrike wurde mit dem dritten Kind schwanger, als die Krankheit vier Jahre
zurücklag. Im vierten Monat bekam sie eine Panikattacke. „Da lag ich wach und
dachte: Wie konnte ich nur vergessen, wie schrecklich sich das anfühlt? Das
schaff ich nicht noch mal.“ Sosehr sie sich ein Kind wünschte – sie fragte
sich, wieso sie das Schicksal noch einmal herausfordern musste.
Oh nein, kommt die Depression wieder?
Zwei Wochen lang dauerte dieser Zustand an, dann legten sich die Sorgen
wieder. Bis zur Geburt blieb es ruhig. Dann kam Felix. Sein Name bedeutet
„der Glückliche“. In der ersten Nacht nach der Entbindung schlief Ulrike
nicht gut. Da war kurz die Angst, sich wieder reinzuschrauben in den düsteren
Teufelskreis. Aber gleichzeitig traute Ulrike sich, darauf zu vertrauen, dass
alles gut werden wird. Und es wurde gut.
In den ersten vier Lebensmonaten wunderte sie sich oft: Huch, mir geht es
ja gut. Seitdem hat sie das Vertrauen, dass es nicht noch mal passieren wird.
Und es passierte nicht wieder. Nach Felix’ Geburt blieb Ulrike gesund.
Felix lacht durch das Babyphon. Ulrike holt ihn aus dem Vormittagsschlaf,
er trägt eine Sternchenstrumpfhose. Wir essen Croissants und Topfengolatschen
(Blätterteig-Quarktaschen). Ulrike steht kurz auf und kratzt eine grüne
Glibberhand von der Tapete. Sie lacht. „Meine Jungs!“ Dann brechen wir auf
zur Spezialambulanz von Claudia Reiner-Lawugger. Unregelmäßig besucht Ulrike
sie noch.
Die Psychiatrie: Ort der Angst – und der Rettung
Die Bäume, die den Park vor der Psychiatrie an diesem Tag wie einen
Schlossgarten wirken lassen, machten Ulrike damals Angst. Ihre Schatten
hingen schwer auf ihr, als sie das erste Mal den Anstieg Richtung Ambulanz
emporging. Damals war es Winter, und die Bäume wirkten beängstigend wie
Gerippe, deren Äste nach ihr greifen könnten. Jetzt bin ich endgültig
verrückt, dachte Ulrike. Heute, im Schein der Sonne, werfen die Blätter und
Äste angenehm kühle Schatten, wir gehen bergauf. Nichts deutet auf das dunkle
Tal hin, das Ulrike durchschritt.
Wir setzen uns ins Wartezimmer. An den Wänden hängen bunte Bilder mit
Süßigkeiten-Nahaufnahmen. Die Balkone des Gebäudes sind vergittert –
Vorsichtsmaßnahme. Eine Frau mit Kopftuch und einem etwa acht Monate alten
Baby spricht Ulrike an: Sind Sie nicht die Frau, die das Buch geschrieben
hat? Und jetzt haben Sie noch ein Kind? Meinen Sie, ich schaffe das
auch?
Viele betroffene Frauen fragen sich das. Ulrike macht der Mutter Mut, so
wie es gute Therapeuten machen würden: „SO wird Ihnen das nicht noch einmal
passieren.“ Genauso wird es nämlich nicht mehr. Vielleicht ähnlich, aber
nicht mehr so. Denn wer einmal erkrankte, hat sich bereits ein Netz aus
Ärzten und Menschen aufgebaut, die ihnen guttun. Das schafft
Sicherheit.
Alle sollten doch glücklich sein, wenn ein Kind kommt…?!
Wir dürfen ins Behandlungszimmer. Schräg über der Ärztin hängen
Geburtskarten an der Wand, fröhliche Grüße zum Willkommen auf dieser Welt.
Alle sollen doch so glücklich sein, wenn ein Kind kommt. Claudia
Reiner-Lawugger sitzt uns gegenüber. Ulrike küsst Felix’ Stirn: „Es ist
natürlich nicht immer alles leicht mit dem dritten Kind, aber es ist gut. Ich
würde mich immer wieder für Felix entscheiden.“ „Schau“, sagt sie zur Ärztin,
„der Felix sieht dich an, als wüsste er, dass es ihn ohne dich nicht gäbe.“
ADRESSEN, AN DIE SICH BETROFFENE WENDEN KÖNNEN:
Marcé-Gesellschaft für Peripartale Psychische Erkrankungen: Marcé
Gesellschaft
Schatten & Licht e.V.: Initiative peripartale psychische Erkrankungen:
Verein Schatten und Licht
ZUM WEITERLESEN:
"Wie kann ich dich halten, wenn ich selbst zerbreche?": Eine sehr
persönliche Buchrezension
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Foto Ulrike Schrimpf: Natascha Unkart
Foto Babywiege: Pixabay
|
Reportage: Wie Ulrike nach einer postpartalen Depression noch ein Kind
bekam | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/revenge-bedtime-prokastination-warum-wir-uns-abends-noch-trash-tv-und-insta-reinballern-statt-einfach-zu-schlafen |
Ihr Lieben, wir sind ja sonst weit weg vom Ratgebertum, wir können kaum
Tipps geben, weil wir uns ja selbst nur so durchwurschteln durchs Leben,
unsere Bücher sind darum auch kein Service-Journalismus, wir bieten kein
Infotainment, sondern Emotainment. Also emotionale Unterhaltung.
Wir können Identifikationsfläche bieten und von uns oder von anderen
erzählen, aber eben keine Allheilmittel oder Praxis-Tipps wie das
WissenschaftlerInnen können, die jahrelang zu ihren Themen forschen (wobei
wir hier bei Stadt Land Mama im Kontakt mit euch ja eigentlich auch schon so
ne Art jahrelanger Forschungserfahrung haben, oder?).
Revenge Bedtime Prokrastination: Ein Name für unsere Müdigkeit!
Und trotzdem wollen wir heute mal eine Ausnahme machen und ein bisschen
Bildungsexpertinnen spielen, denn wir haben einen neuen Begriff gelernt, den
wir euch heute dringend erklären möchten. Er heißt: Revenge Bedtime
Prokrastination. Und wir lieben diesen Begriff!
Im Einzelnen bedeuten die Worte: Rache. Zu-Bett-Geh-Zeit. Prokrastinieren
(also Dinge aufschieben). Bei dem Begriff geht es um ein Phänomen, von dem
wir vermutlich ALLE grad betroffen sind. Es geht um die Zeit, wenn die Kinder
im Bett sind, wir schon todmüde – und uns dann trotzdem nicht schlafen legen
oder zur Ruhe kommen! Ihr kennt das soch auch, ODER?! Endlich gibt es einen
Namen für dieses Phänomen!
Abends rumdaddeln statt schlafen: Zeit, die wir selbst gestalten
Weil das – gerade jetzt, in dieser krassen Zeit ohne externe
Kinderbetreuung – für viele von uns einfach die erste Zeit am Tag ist, die
wir SELBST gestalten können. In der wir wieder Herr bzw. Herrin über unser
Tun sind. In dem wir SELBST entscheiden können. In der uns niemand anspricht,
niemand braucht, niemand uns unterbricht.
Von dem Phänomen sind nämlich vor allem Menschen betroffen, die tagsüber
einen viel zu straffen Zeitplan hatten. Die Zeit wird dann leider aber nicht
sinnvoll genutzt, sondern oft mit viel zu viel Instagram oder Trash-TV.
Einfach, weil für echte Hobbys die Kraft fehlt. Fühlt ihr euch jetzt etwa
ertappt? Also ich schon. Und wie!
Wir schieben also das Schlafengehen (bedtime) für quasi Sinnloses auf
(prokrastinieren) – als Rache (revenge) für den viel zu vollen Tag. Voilà:
Revenge Bedtime Prokrastination. WIE TOLL IST BITTE DIESER BEGRIFF?!
Und wisst ihr, wann und wo ich ihn zu hören bekam? Abends um 22.55Uhr, als
ich schon komplett übermüdet nach einem Homeschool-Tag im Bett lag und „nur
noch mal eben“ in dieser neuen App „Clubhouse“ vorbeischauen wollte. Also
exakt in dem Moment, als ich grad selbst vom Phänomen betroffen war und mich
einfach nur noch kurz vom Schlafen abhalten wollte.
Dort diskutierten nämlich grad Susanne Mierau und ihr Mann Clemens unter
dem Titel „CoronaElternSelbsthilfegruppe“ unter anderem mit Bloggerin Sonja
Lehnert und Hebamme Anja Constanze Gaca. Diskussionsteilnehmer Ben Gross
schaltete sich dann in die Diskussion ein und erzählte von der Revenge
Bedtime Prokrastination.
Trash-TV und Insta geben uns die Kontrolle über unser Leben zurück
Es war für alle Zuhörenden ein so schönes Aha-Erlebnis, dass wir dann doch
noch was gelernt hatten in der Zeit des Prokrastinierens, das dazu dienen
sollte, die Kontrolle über unser Leben zurückzuerlangen. Ich dachte, das
müsste ich mit euch teilen.
Denn wenn ihr das nächste Mal wieder abends den Dreh zum Einschlafen nicht
findet, wie ihr euch noch mit medialem Schutt zuballert, dann denkt dran: Ihr
seid einfach nur Teil eines wissenschaftlichen Phänomens. Und das ist doch
auch schon mehr als nichts 😉
Wenn ihr mehr zum Thema erfahren mögt, schaut gern mal bei unserer Kollegin
Tollabea vorbei: Warum ist uns der Schlaf so unwichtig?
|
Revenge Bedtime Prokrastination: Warum wir abends nicht einfach schlafen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rock-den-himmel-mein-held-der-krebs-nahm-dieser-familie-den-papa-nicht-aber-die-wuerde |
Ihr Lieben, wir haben durch
dieses Blog so viel mit Menschen zu tun, mit unterschiedlichen Lebensweisen,
mit verschiedensten Herausforderungen und tatsächlich wird es nie
langweilig.
Wir sprechen mit LeserInnen, KollegInnen, AutorInnen, ExpertInnen,
Widersachern und Unterstützern. Ines Gillmeister ist eine Blogger-Kollegin
von uns, sie schreibt auf „Cancer is an asshole“ über die Geschichte ihrer
Familie. Ines ist aber nun auch Buchautorin – und obwohl wir ihren Texten im
Netz schon solange folgen, hat uns ihr Buch umgehauen – und zwar vor
Begeisterung. Rock den Himmel, mein Held (Affiliate Link) heißt es.
Ines hat im letzten Jahr – sechs Jahre nach der Diagnose – ihren Mann an
den Krebs verloren. Ach, was sag ich. Ines beschreibt das selbst viel
schöner. Sie nennt es: Simon hat über Kunibert gesiegt. Kunibert, so nannten
sie den Krebs vor den Kindern, denn sowohl Ines als auch ihrem Mann Simon war
es unheimlich wichtig, dass die Kinder weiter in ihrer unbeschwerten
Kinderwelt leben konnten. Kunibert, die Krabbe, knabberte also an Papas
Knochen, das tat weh und macht ihn mitunter schwach.
Eine kleine Abenteuergeschichte tobte da durch Papas Körper. Die Ritter
(aka Chemo), die gegen die Krabbe ankämpften, sorgten dafür, dass seine Haare
ausfielen. Das war ein Zeichen dafür, dass die Ritter besonders stark
kämpften. So erzählt es ihnen ihre Mama. Was Ines in dieser Zeit geleistet
hat, ist unvergleichlich.
Nicht nur stellte sie Wahnsinns-Registrierungskationen für die DKMS auf die
Beine, nein, sie kümmerte sich nachts um ihren immer schwächer werdenden Mann
und tagsüber um die zwei Kinder, heute fünf und zehn Jahre alt. Und das
immerzu voller Liebe und Verständnis und Lebensfreude.
Nutze den Tag! Jeder ist wertvoll! Das Buch ist – auch für Nicht-Betroffene
– ein Lehrstück in Sachen Demut und Dankbarkeit. Ich konnte es nach der
ersten Seite nicht mehr weglegen. Ich habe es am Wochenende komplett
durchgelesen. Die letzte Seite gestern, am Weltkrebstag.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich muss auch bei Büchern, die
rührend geschrieben sind, immer wieder weinen. Ich musste es, als Ines
darüber schrieb, wie sie ihre Tochter Emma zum zehnten Geburtstag überraschten.
Beim Heiratsantrag, der zwei Tage vor der Hochzeit so überraschend kam – denn
gerade wenn eine Situation so schwer erscheint, sind es bei mir die
fröhlichen Momente, die mir die Tränen in die Augen treiben.
Ein so berührendes, mutmachendes, bewundernswertes Buch: unglaublich. Von
der ersten bis zur letzten Zeile mitreißend. Dankbar machend. Beeindruckend,
vor allem, wie gesagt, wie den Kindern hier ein Recht auf Schatzsuchen und
Seifenblasen und Freude und Leichtigkeit ermöglicht wird in einer solchen
Ausnahmesituation. Meinen allergrößten Respekt!
Wir können Ines nur Danke sagen. Danke, dass sie uns Leser auf diese, ihre
Heldenreise mitnimmt. Dass sie nicht müde wird, sich für die DKMS zu
engagieren und Leben zu retten. Dass sie einen für ihre Familie so guten und
richtigen Weg eingeschlagen hat.
Danke für ihre Liebe und Großherzigkeit, die durch jede Zeile dieses
besonderen Buches fließt…
Und hier kommt unser Interview mit Ines. Nur falls ihr euch wundert: Die
Fragen an Ines hatte ich bereits vor dem Lesen des Buches verfasst.
Liebe Ines, wir folgen dir schon so lang. Im letzten Jahr ist dein Mann
gestorben. Nun hast du tatsächlich eure Geschichte zwischen zwei Buchdeckeln
unterbringen können, wie fühlt sich das für dich gerade an?
Ich habe das ehrlich gesagt noch gar nicht realisiert. Es fühlt sich toll
an und gleichzeitig absolut unecht. Simon hatte diese Idee schon so viel
länger als ich und ich hätte nie gedacht, diese auch tatsächlich umsetzen zu
können. Immerhin habe ich gar keine Ahnung, vom Buch schreiben und ehrlich
gesagt auch nicht wirklich vom bloggen. Ich schreibe einfach nur…
Ist das Buch ein bisschen auch eine Liebesgeschichte geworden?
Ja, allerdings. Ich hoffe, dass das Buch es schafft, die Liebe zwischen
Simon und mir zu zeigen. Vor allem aber die Liebe zum Leben.
Ich finde immer wieder faszinierend, wie viel Kraft aus Trauer wachsen
kann, wie viel Energie da plötzlich ist. Auch bei dir habe ich dieses Gefühl.
Ich mein, ein ganzes Buch schreiben, ein Blog füllen, sich um seine Kinder
kümmern… Wird dir nicht auch manchmal schwindelig?
Ich bin müde, sehr so gar. Für viele Dinge brauche ich länger als noch vor
einem Jahr. Manche Dinge klappen gar nicht. Vor allem die letzten Monate mit
Simon zollen nun ihren Tribut. Ich bin nicht stark, ich mache nur das, was
ich kann. Ich schütze meine Lieblingsmenschen und versuche, unseren Kindern
ein Netz zu bieten, in dem sie sich fallenlassen können. Das Buch schrieb
sich fast von allein, in zehn Tagen. Es war alles in meinem Kopf und musste
raus. Es half mir, zu realisieren, was da eigentlich geschehen ist.
Du gehst mit deiner Trauer offen um, nimmst deine LeserInnen mit auf diesem
Weg. Hast du auch schon mal an diesem Weg gezweifelt?
Ja, oft. Trauer bedeutet für viele Menschen schwarze Kleidung, das Verbot
zu lachen und Kinder, die in ihrer Verzweiflung untergehen. Trauer und Tod
scheinen nach wie vor Tabuthemen zu sein. Weil diese Themen Angst machen.
Weil sie bedrückend sind. Weil sie vor Augen führen, dass das Leben endlich
ist. Darum schreibe ich darüber. Es ist schlimm, Trauer zu leben, und diese
Trauer ist nicht immer schwarz. Bunt geht auch. Oder mit Glitzer. Oder mit
Eis und vielen bunten Streuseln.
Ich habe versucht, die Kinder in viele Dinge mit einzubeziehen; Sarg
anmalen, den Baum im Friedwald aussuchen. An Simons Geburtstag am 30.12. sind
wir zu seinem Baum in den Friedwald gefahren. Mit seinem Lieblingskuchen,
Luftschlangen und Musik. Die Kinder bastelten eine Geburtstagskrone für ihn
und wir alle haben Happy Birthday gesungen. Trauer kann lebendig sein. Trauer
sollte lebendig sein. Ich möchte zeigen, dass besonders Kinder von dieser Art
der Trauer profitieren. Ich möchte zeigen, dass es okay ist, nicht okay zu
sein.
Meinst du, Trauer ist noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft?
Gibt es also auch Menschen, die euch aus dem Weg gehen?
Definitiv ja. Trauer kann das Umfeld sprachlos machen. Unser Sohn geht sehr
offensiv mit dem Tod unseres Helden um. Er erzählt es jedem. Das überfordert.
Ich verstehe das. Ich verstehe die Sprachlosigkeit.
Dein neues Leben, das Leben danach, besteht aus vielen Emotionen. Bei
welchen Gedanken an Simon musst du denn auch heute noch immer grinsen?
Immer wenn wir Auto gefahren sind, war ich Beifahrer. Ich hab doch keinen
Führerschein. Immer wenn Simon bremsen musste (sachte bremsen, an einer roten
Ampel, keine Vollbremsung) hielt er seinen rechten Arm vor meine Brust, als
würde ich sonst durch die Windschutzscheibe fliegen. Wenn ich heute bei
irgendwem mitfahre und diese Person muss bremsen, dann vermisse ich diesen
Arm und muss gleichzeitig lächeln.
Ich muss besonders doll grinsen, wenn ich daran denke, was Simons erste
Worte waren, als wir in unser neues Zuhause gezogen waren. Wir haben einen
Garten vor der Tür und unser Held sagte, dass da auf gar keinen Fall
irgendwelche Spielgeräte hineinkommen. AUF GAR KEINEN FALL. Und Haustiere
werden wir uns auch nicht anschaffen. Drei Monate später zog der erste Hund
bei uns ein. Das Schaukelgerüst stand fast zeitgleich im Garten. Etwas später
gesellte sich ein riesiger Sandkasten dazu und am Ende noch ein Trampolin.
2016 zog Hund Nummer Zwei bei uns ein. Und letztes Jahr die Schildkröten
unserer Tochter. Naja…
Was können wir von den Kindern in Sachen Trauer und den Umgang damit
lernen?
Erwachsene tendieren dazu, im See der Trauer zu ertrinken. Kinder hingegen
springen durch Pfützen. In einer Minute sind sie tief traurig, weinen,
schreien und fluchen. Einige Minuten später aber springen sie wieder lachend
durch die Gegend und erzählen davon, wie schön die Zeit mit dem Verstorbenen
war. Als ich mit unserem Sohn den Sarg angemalt hatte, war das für mich sehr
beklemmend. Leo aber fand das toll. Er war glücklich darüber, Simon solch ein
Geschenk machen zu können.
In der einen Hand hielt er den Pinsel, mit dem er gemalt hatte. In der
anderen Hand einen rosa Donut, der wohl sehr lecker gewesen war. Er hüpfte um
den Sarg herum, malte ihn auch von innen an, damit Simon etwas „zum Angucken“
hat. Leo sang dabei die ganze Zeit. Kinder sind unbefangener, sie
realisieren. Sie leiden. Aber sie vergessen trotzdem nicht, dass das Leben
lebendig ist. Zumindest dann nicht, wenn sie Erwachsene an der Seite haben,
die in der Lage sind, sie zu tragen.
Die Frage "Wie geht es dir?" ist für viele Trauernde schwierig zu
beantworten, denn wie soll es einem nach einem solche Verlust schon gehen…
Trauerbegleiter empfehlen, lieber andere Fragen zu stellen, z.B.:
"Mensch, wie kommst du grad durch den Alltag?" Kannst du das
bestätigen?
Wie geht es Dir? Das ist tatsächlich die Frage, die ich am schwierigsten
beantworten kann. Ich glaube, dass besonders am Anfang Fragen jeglicher Art
schwierig zu beantworten sind. Besser sind Dinge wie „Ich komme morgen mal
auf einen Kaffee vorbei“ oder „wir fahren in den Zoo und würden gern Deine
Kinder mitnehmen“. Klare Aussagen statt Fragen funktionieren am Anfang
einfach besser. Und dann einfach da sein, auch wenn nicht geredet wird. Das
waren mir die liebsten Menschen. Die, die da waren ohne Erwartungen an ein
Gespräch zu knüpfen. Wenn der Trauernde dann sprechen will, dann wird er es
tun. Aber nur dann, wenn einfach jemand da ist. Nur so.
Vermutlich erreichen dich durch deinen offenen Umgang mit dem Thema viele
Nachrichten von Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Tut dir das gut, weil
du so siehst, dass du nicht allein damit bist oder überfordert dich das auch
manchmal?
Mir tut das gut, weil ich daher merke, dass meine Worte dort ankommen. Ein
Austausch mit „Gleichgesinnten“ tut gut, weil ich dann merke, dass manche
Gewohnheiten, die ich so entwickelt habe, ganz normal sind.
Nun hast du deine Buchpremiere genutzt, um weitere Spender für die DKMS zu
gewinnen…
Ja, weil es wichtig ist. Weil ich damit nicht aufhören werde. Weil Simon zu
den 10% der Patienten gehört hatte, die ihren Spender nicht gefunden haben.
10% sind zu viel.
Was möchtest du Menschen sagen, die gerade in einer ähnlichen Situation
stecken wie du?
Macht das, was Euch gut tut. Umgebt Euch mit Menschen, die Euch gut tun.
Wenn ihr Euch lieber im Bett vergraben wollt, dann tut das. Aber gebt nicht
auf. Sollten Kommentare kommen, wie „Ist es immer noch nicht besser“ oder „So
langsam müsste es doch besser werden“ oder auch „Wie, du bist darum
krankgeschrieben?“", ignoriert diese. Ihr steckt in einer
Ausnahmesituation, alles ist erlaubt. Auch lachen und weggehen!
|
Rock den Himmel, mein Held: Der Krebs nahm dieser Familie den Papa -
nicht aber die Würde | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rollentausch-im-social-web-wenn-euer-mann-ploetzlich-dauernd-herzchen-postet |
Ihr Lieben, neulich fiel mir
auf, wie oft ich Herzchen-Emoticons verschicke. Wer bei uns auf der
Facebook-Seite kommentiert, bekommt als Antwort auch oft ein Herzchen. Und da
wir ja Frauen sind, die sich oft und gern mit Gleichberechtigung
auseinandersetzen, die es doof finden, wenn es in Mädchenabteilungen keine
Dino-Shits gibt oder in Jungs-Abteilungen nur Spielzeug mit Baggern, hab ich
mal überlegt, was ich da eigentlich tue mit meinen ganzen Herzchen
😉
Und dann musste ich mal ganz kurz sehr laut auflachen, als ich mir
vorstellte, dass mein Mann plötzlich immerzu in Herzchen antworten
würde.
Schließt am besten mal kurz die Augen und stellt euch euren Partner dabei
vor, wie er – GENAU WIE IHR – durch die sozialen Medien wandelt.
Wie er auf ein Katzenvideo „Awwwwww“ schreibt.
Wie er ein Foto von sich sieht und drunter schreibt: "Oh danke, dass
du das Bild genommen hast, auf dem meine Beine ein bisschen schlanker wirken.
Küsschen"
Wie er ein Foto in einem zu großen grauen Flauschpulli postet und an seinem
Kaffee schnuppert.
Wie er auf eine Einladung zum Abend mit einem Flamenco-Tanz-Emoticon
reagiert.
Wie er sein Facebook-Status-Update mit einem Blümchen und dem Gemütszustand
"hoffnungsvoll" garniert.
Wie er auf einem Foto genussvoll an seinem Hugo nippt und seinen knackigen
Salatteller dippt.
Wie er beschreibt, dass er sich jetzt erstmal ein bisschen vitalisierendes
Obst schnippelt nach dem anstrengenden Tag.
Ja, ja, ja, KLISCHEE! Aber ich hab mich mit meiner ganzen
Herzchen-Verschickerei eben selbst ertappt gefühlt. Achtet mal drauf! Und
schickt uns bitte gern noch eure weiteren Klischee-Ideen, dann erweitern wir
die Liste…!
Fotoquelle: pixabay
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Rollentausch im Social Web: Wenn euer Mann plötzlich dauernd Herzchen
postet | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rollentausch-ist-cool-hausmann-arne-erzaehlt-uns-von-seinem-alltag |
"Guten Tag, ich heiße Arne Ulbricht und werde bald Vater…“
„Herzlichen Glückwunsch“, sagt die
freundliche Dame in der zuständigen Behörde in Berlin.
„Danke, ich wollte wissen, ob ich,
der VATER, auch zwölf Monate in Elternzeit gehen darf.“
Schweigen. Dann: „Ähhh… ja…
natürlich.“
Das war im Jahr 2007. In diesem Jahr ist die Elternzeit eingeführt worden:
Wer zwölf Monate nach der Geburt des eigenen Kindes zu Hause bleibt, bezieht
in der Elternzeit 67% seines Einkommens. Und, so hieß es in den Medien, wenn
auch der Mann zwei Monate nehme, dann könne ein Paar sogar 14 Monate in
Anspruch nehmen. Diese zwei Monate wurden gefühlt in allen Medien als
VÄTERmonate bezeichnet. Ich hatte so oft davon gelesen, dass ich wirklich
nicht wusste, ob denn auch ICH die zwölf Monate in Elternzeit gehen dürfe.
Deshalb, siehe oben, informierte ich mich an offizieller Stelle.
Nachdem ich mich auch schon viel um meinen Sohn (geb. 2003) gekümmert hatte
– die letzten Monate vor dem Umzug nach Berlin lebte ich mit ihm allein in
Hamburg – tauschten meine Frau und ich im Jahr 2007 mit Beginn meiner
Elternzeit komplett die klassischen Rollen. Und natürlich fragte ich
mich: Schaffe ich „das“? Klappt es, abgepumpte Milch aufzuwärmen? Würden
mich die Mütter akzeptieren? Und warum bin eigentlich ausgerechnet ich zu
einem der ersten Elternzeitpioniere geworden?
Rückblick:
Ich habe meine Frau in der Disko
kennengelernt und wollte zugegebenermaßen nur Sex mit ihr. Dann habe ich mich
aber in sie verliebt und sie sich praktischerweise auch in mich und nach und
nach merkte ich, dass sie…
… ein deutlich besseres Abitur
hatte.
… im Studium ständig Höchstnoten
bekam (im Gegensatz zu mir).
… beruflich konkrete Vorstellungen
hatte, während ich davon träumte Starschriftsteller zu werden und nicht
vorhatte, als Lehrer jemals voll zu arbeiten. (Und an diesen Vorsatz habe ich
mich gehalten: Ich habe bis heute nie mehr als 50% unterrichtet.)
„Na, bei uns wirst du dich später
vermutlich um die Kinder kümmern!“, sagte sie irgendwann.
„Na klar!“, sagte ich.
Allerdings sagte ich das auch, weil meine Devise damals lautete: Kinder?
Wenn überhaupt eins… oder keins! Und dann wurden es zwei, und erst für das
zweite Kind, das in meinem Lebensplan gar nicht vorgesehen war, übernahm ich
komplett die "Mutterrolle."
Die Elternzeit fand ich, als die ersten Wochen vorbei waren und ich mich an
alles gewöhnt hatte, richtig cool! (Die Kinder waren und blieben gesund; wie
cool ich es sonst gefunden hätte, weiß ich nicht.) Ich meldete mich gleich im
PEKIP-Kurs an, wo ich erstens akzeptiert wurde, und ich zweitens eine Mutter
kennenlernte, die meine erste Mutterfreundin wurde.
Ihr schickte ich eine Kurzgeschichte, in der es, nun ja, um einen Vater in
Elternzeit ging, der Mütter kennenlernen will, um mit möglichst vielen von
ihnen ins Bett zu gehen. Typisch männliche Phantasien? Ein bisschen abartig?
Ja, wahrscheinlich, denn meine Mutterfreundin war… entsetzt! Natürlich gab es
für sie keine Zweifel: Ich war dieser unmögliche Vater! Monate später
versöhnten wir uns wieder, und sie gehörte im Jahr 2018 zu den Erstleserinnen
meines Erzählbands Vatertag.
Viele Jahre lang habe ich quasi nur mit Müttern kommuniziert. Meine Frau
hat durchaus anerkennend von meinem „Mütternetzwerk“ gesprochen. In meinem
Tastenhandy waren die Nummern eingespeichert, und wenn mal eine Mutter aufs
Festnetz anrief und meine Frau den Anruf entgegennahm, sagte
sie: „Warte, ich gebe dir mal meinen Mann!“
Dann zogen wir nach Wuppertal, und auch in Wuppertal war mein erster Freund
eine Mutter. Sollte meine Frau irgendwann eifersüchtig gewesen sein, hat sie
es mich nie spüren lassen. Dabei war es zu keinem Zeitpunkt so, dass wir uns
nicht auch viel zankten, vor allem über viel Alltägliches. Aber
wahrscheinlich waren ihr meine Mütterkontakte wirklich egal. Denn dass ich
mit den Kindern zum Arzt gehe, hat sie auch nie gestört, so wie es mich nie
gestört hat, dass sie im Restaurant die Rechnungen bezahlt. Der ganze
Rollentausch war zu unserem Leben geworden. Das waren wir, und wenn wir uns
in schwierigen Phasen noch mehr zankten als üblich, so blieb das unser
Konsens.
Mich störten in meiner Hardcorevaterphase zwischen 2007 und 2018 (die
Hardcorephase endet gerade, weil die Kinder fast alles allein machen) andere
Dinge. Vor allem störte es mich, nie mit Männern reden zu können, die
ebenfalls ihre Frauen arbeiten ließen und sich mit größter
Selbstverständlichkeit um die Kinder kümmerten und sich im Notfall am
Muttertag als einziger Vater in die Kita setzten, um sich von der Tochter
bedienen zu lassen. (Meine Frau war auf Dienstreise.)
Ach… wie gern hätte ich mich mit echten Vollzeitvätern über… Mütter
unterhalten. Und mich störte, wenn ich gefragt worden bin: „Vermisst
deine Frau denn die Kinder nicht?“ O Mann! Ist so eine bescheuerte Frage
eigentlich jemals einem Vater, der arbeitet, gestellt worden? Oder setzt man
voraus, dass ein Vater sein Kind eh nicht vermisst?
Mich störte, dass meine Frau bei einer Bewerbung gefragt worden ist:
"Wie schaffen Sie das denn mit den Kindern?" Mein Bruder, der sechs
Kinder hat und Professor ist, hat sich eine solche Frage niemals stellen
müssen. Warum eigentlich nicht? Ach ja, logisch: Man setzt voraus, dass die
Mütter sich ja eh um die Kinder kümmern und nie auf die Idee kämen, trotz
Kinder eine berufliche Karriere (was auch immer das im Einzelfall ist)
anzustreben. Als gäbe es Väter, die einen Bezug zu ihren Kindern haben UND
sich liebend gern um sie kümmern, nicht.
Mich störte, als meine Tochter auf meinem Arm schrie und sich eine Frau
jenseits der sechzig zu uns umdrehte und meine Tochter (zu dem Zeitpunkt ein
Jahr alt) fragte: „Na, fehlt dir deine Mutter?“ Als fehlten all den
brüllenden Kindern auf den Armen der Mütter der Vater.
Rollentausch ist super spannend. Und vor dem Hintergrund, dass viel mehr
Mädchen Abitur machen als Jungs und dass inzwischen viel mehr Frauen als
Männer Medizin und Jura studieren und damit wahrscheinlich oft mindestens
genauso viel oder mehr verdienen könnten als die Männer, sollten viel mehr
Paare einen Rollentausch wagen. Ich finde, er bietet sich übrigens immer als
Option an, wenn man dadurch keine erheblichen finanziellen Nachteile
hat.
Denn ein Rollentausch hat einen unschlagbaren Vorteil: Die Mutter, in
dessen Bauch das Baby rumgeschwommen ist, bleibt IMMER eine superenge
Bezugsperson. Diese Nähe kann ihr der Vater gar nicht streitig machen. Wenn
ein Vater sich von Beginn an ums Kind kümmert, wird auch er sehr schnell zu
einer superengen Bezugsperson. Dann können Mutter und Vater das Baby ins Bett
bringen und beruhigen usw., und das ist einfach etwas Wunderbares.
Ich bin 46 und bereue einiges, was ich in den letzten Jahrzehnten gemacht
habe. Der Rollentausch gehört nicht dazu.
–—–Mehr über Arne findet Ihr auf seiner Homepage www.arneulbricht.de. Sein
neustes Buch Vatertag erzählt die Geschichten von Vätern, die alleinerziehend
sind, gar nicht erziehend, verzweifelt, verstört, frustriert, fassungslos,
überfordert, gefordert, genervt, alkoholisiert oder gar traumatisiert.
Defintiv ein spannendes Buch für jeden Vater! Deshalb verlosen wir hier auch
zwei Exemplare. Schreibt uns einfach in die Kommentare, was für Euch ein
guter Vater ist.
Foto von Daniel Schmitt www.spitzlicht.de
|
Rollentausch ist cool - Hausmann Arne erzählt uns von seinem Alltag |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/rosa-hellblau-falle-darf-man-sich-ein-maedchen-oder-einen-jungen-wuenschen |
Ihr Lieben, wir haben
neulich bei uns im Blog eine Mutter interviewt, die gern ein drittes Kind
hätte. Sie würde das Kind aber nur wollen, wenn sie wüsste, dass es ein
Mädchen wird. Daraufhin meldete sich eine Leserin bei uns und schrieb: „Ein
Interview mit kritischen Stimmen gegenüber übertriebenen Rollenklischees und
deren Gefahren, zum Beispiel mit Almut Schnerring und Sascha Verlan von der
„Rosa-Hellblau-Falle“, würde ich zur Vervollständigung der Debatte sehr
begrüßen.“ Das fanden wir eine gute Idee.
Die Rosa-Hellblau-Falle Die Rosa-Hellblau-Falle ist ein Aufruf zum
Widerstand. Sie widmet sich einer Kindheit ohne Rollenklischees. Denn im
Alltag geraten wir immer wieder in die Genderfalle. Almut Schnerring und
Sascha Verlan, die auch ganz wunderbar-wichtige Dinge in ihrem Blog
besprechen, legen den Finger in die Wunde und fragen: Was soll diese
zweigeteilte Welt? Sie haben auch ein Buch zum Thema geschrieben: Die
Rosa-Hellblau-Falle – für eine Kindheit ohne Rollenklischees
(Amazon-Partnerlink). Hier unser Interview.
Was haltet ihr denn von dem Wunsch nach dem einen oder anderen Geschlecht
in der Schwangerschaft?
Der ist einfach bei vielen Eltern da und zunächst spricht ja nichts gegen
den Wunsch an sich, das kann man ja ohne Wertung erstmal wahrnehmen. Es lässt
sich ja auch nichts daran ändern, beziehungsweise er verschwindet nicht, wenn
man sich oder andere dafür abstraft. Die spannendere Frage ist ja mehr, wie
damit umgegangen wird.
Was meint ihr, woher dieser Wunsch nach einem Mädchen oder Jungen kommt?
Geht es da nur um Rollenbilder, um Klischees?
Das hängt sicher sehr vom Individuum ab und mag unterschiedliche Gründe
haben, die in der eigenen Biografie liegen, mit eigenen Erfahrungen
zusammenhängen. Manche meinen, sich mit einem Kind des eigenen Geschlechts
besser identifizieren zu können, andere interessiert es genau deshalb nicht.
Viele haben eine ganz bestimmte Vorstellung, wofür sich ein Mädchen
beziehungsweise ein Junge wohl interessieren wird und hoffen auf
Überschneidungen. Damit weisen sie aber dem biologischen Geschlecht einen
derart hohen Stellenwert zu, den hat es gar nicht verdient, schon gleich gar
nicht, wenn es um Interessen geht.
Welche Gefahren birgt denn eurer Meinung nach ein übertriebenes
Rollenklischee?
Je enger die Vorstellungen von einem Kind aufgrund des Geschlechtes sind,
umso schwieriger wird es für die Eltern und damit eben auch fürs Kind, sich
davon zu lösen, wenn die Realität nicht mit dem Wunschbild übereinstimmt. Das
Kind bringt natürlich eigene, individuelle Züge mit sich, aber ob es die
ausleben darf, ob es sich gegen die Erwartungen der Erwachsenen entwickeln
kann oder ob es ihm näher liegt, sich an das vorgegebene Bild anzupassen, das
hängt vom Selbstbewusstsein des Kindes ab und von den Freiheiten, die ihm
seine Umgebung lässt.
Meint ihr, so ein rosa oder hellblau gestrichenes Zimmer vor der Geburt
soll bereits das Kind in eine Richtung lenken bzw. diesem kleinen Menschen,
den man noch nicht kennt, in gewisser Weise schon mal einen Rahmen
geben?
Ach, das ist bestimmt sehr lieb und gut gemeint, das ist ja klar, dass
Eltern sich Mühe geben, wenn sie ein Kinderzimmer einrichten. Aber es wäre
toll, wenn mehr Erwachsenen bewusst wäre, wie sehr sie mit dem biologischen
Geschlecht nicht nur Farben, sondern auch Verhaltensweisen und
Interessensgebiete verknüpfen. Und wie sehr das innerhalb eines streng
binären Musters geschieht, das eben nur Blau oder Rosa, wild oder ruhig,
Dinos oder Herzchen vorsieht. Und das, obwohl sich ja die meisten einig sind,
wenn es um Erwachsene geht, dass durchaus alle Interessen und
Verhaltensweisen bei allen Menschen auftreten – ganz unabhängig vom Geschlecht.
Unsere Leserin schrieb: „Ich wäre dafür, dass
ein "Family-Balancing" erlaubt wird. Also dass man, wenn man
bereits einen Jungen hat, ein Mädchen möglich machen kann – und umgekehrt.
Man kann heute ja schon so viel beeinflussen, zB. durch die ganzen
Gendefekt-Untersuchungen – da ist die Geschlechterwahl nicht mehr weit
weg.“
Das halte ich für bedenklich. Schon der Begriff „Familiy-Balancing“
erinnert mich an einen Ernährungsplan, an Design und Kontrolle mehr als an
das Zusammenleben von Menschen, das ja genau dann gut gelingt, wenn
Wertschätzung und Anerkennung eben NICHT von Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft
oder Religion abhängen. Und betrachten wir es einmal von der anderen Seite:
sind Familien mit beispielsweise drei oder vier gleichgeschlechtlichen
Kindern etwa unausgewogen, also defizitär?
Nun kennt man ja nicht bei allen die Vorgeschichte. Vielleicht hat der ein
oder andere schlechte Erfahrungen in der Kindheit gemacht und will gerade
deshalb lieber nicht, dass das Kind das eigene Geschlecht hat. Haltet ihr es
dann für legitim?
Damit lässt sich der Wunsch vielleicht erklären, trotzdem muss ich ja nicht
danach handeln. Und wenn diese Erfahrungen schwerwiegend sind, dann vermute
ich, wird sich das Problem nicht mit einem Kind des einen Geschlechts
einstellen und mit dem anderen auflösen. Das Kind ist weder in der
Verantwortung noch in der Lage dieses Problem zu lösen, egal welches
Geschlecht es hat. Eben weil Menschen viel komplexer sind und sich nicht
derart binär in zwei Typen einordnen lassen.
Warum meint ihr, ist das Geschlecht ein so großes Thema? Warum können wir
nicht zuallererst den Menschen in unserem Kind sehen?
Das fragen wir uns oft. Es leuchtet zwar ein, dass wir Kategorien brauchen,
um Wahrnehmungen schnell zu ordnen, aber warum grade das Geschlecht einen
derart hohen Stellenwert hat, dass wir es über Alter, Größe, Herkunft
stellen, ist doch erstaunlich. Allerdings hat es eine jahrhundertealte
Tradition, und die lässt sich nicht innerhalb einer Generation ablegen, schon
gar nicht, weil ja Machtstrukturen und Hierarchien damit verbunden
sind.
Nun glauben wir ja, dass der Wunsch nach dem ein oder anderen Geschlecht
gar nicht so selten ist. Ich zum Beispiel habe immer gesagt: Die Reihenfolge
ist mir egal, aber ich würde so so so gern beide Geschlechter beim Aufwachsen
begleiten. Weil ich gespannt war, ob es Unterschiede gibt, weil ich neugierig
war, weil ich gern Dinge in allen Facetten erlebe. Ich kenne wirklich einige,
denen es so geht. Und da geht es nicht um den Rosa-Hellblau-Unterschied, um
Kleidchen vs. Baggypants, um Dinos vs. Lillifee, um Seiltanz vs.
Aufgeschürfte Knie. Sondern um die unterschiedlichen Menschen und
Erfahrungen. Könnt ihr das nachvollziehen?
Ja.
Dann danken wir Euch für die spannenden Antworten!
Zum Weiterlesen:
Jungsmutter: "Ich wünschte ich hätte eine Tochter" – Gastbeitrag
über ein verpöntes Gefühl
Verrücktes Frauenbild. Warum unsere Mädchen keinen Schutz, sondern
Selbstbewusstsein brauchen
Was wird es denn? Das große Rätselraten um unser drittes Kind
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Rosa-Hellblau-Falle: Darf man sich ein Mädchen oder einen Jungen
wünschen? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/saetze-die-unsere-kinder-viel-oefter-hoeren-sollten-mit-gewinnspiel |
Ihr Lieben, ja, in der doch
etwas stressigeren Adventszeit ist es wichtig, auch ab und zu einfach mal
innezuhalten und sich vor Augen zu führen, welch großes Glück unsere Kinder
sind. Da kommt uns das Plakat unserer lieben Bloggerkollegin Lena von Mini
& Mami gerade recht.
Ja, wir verschenken die Plakate tatsächlich auch an einige Patenkinder zu
Weihnachten…. Wenn ihr da auch Interesse dran habt, haben wir richtig gute
News für euch.
Wir verlosen hier nämlich eins der Plakate! Sagt uns dazu einfach in den
Kommentaren, wem ihr das Plakat schenken würdet. Wer nicht auf die Glücksfee
hoffen will, kann sich aber auch schon an unserem Rabattcode erfreuen, der da
lautet: stadtlandmama15 und der bis Dienstag, 17.12.19, 22 Uhr gilt! Es gibt
keinen Mindestbestellwert – die Versandkosten sind im Preis jeweils schon
enthalten.
Und weil uns so gut gefällt, was auf den postern steht, zeigen wir euch
hier mal die Sätze, die wir unseren Kindern nicht nur in der Adventszeit doch
immer mal wieder sagen sollten….
Wollen wir noch ein bisschen
kuscheln?
Wir müssen uns nicht hetzen. Lass dir
Zeit.
Ich lasse dir soviel Zeit, wie du
brauchst.
Du bist toll.
Das hast du super gemacht.
Ich bin da.
Schön, dass es dich gibt.
Mit dir ist jeder Tag der
Schönste.
Danke.
Du bist etwas ganz besonderes.
Komm in meine Arme.
Ich bin stolz auf dich.
Heute entscheidest du.
Du bist perfekt, so wie du
bist.
Ich wische dir jedes noch so kleine
Tränchen weg.
Wie war dein Tag?
Ich hab dich vermisst.
Ich freue mich, dass du wieder da
bist.
Du hast mir gefehlt.
Ich hab mich sehr auf dich
gefreut.
Ich hab dich lieb. Du musst dich
nicht verändern.
Du bist gut, so wie du bist.
Dein Lachen ist das Schönste der
Welt.
Wenn du so strahlst, scheint die
Sonne für mich. Ich genieße die Zeit mit dir.
Du schaffst das.
Danke, dass du mir hilfst.
Das kannst du richtig gut.
Du bist so wertvoll.
Ich glaube an dich.
Du bist du und ich bin ich, und das
ist gut so.
Ich werde immer für dich da
sein.
Du bist mir wichtig.
Du musst das nicht alleine
schaffen.
Ich kann dir helfen, wenn du
möchtest.
Ich bin dankbar für jede Minute, die
ich mit dir verbringen kann.
Du bist hier immer willkommen.
Wollen wir gemeinsam
spielen/basteln/lesen?
Lass uns gemeinsam die Welt
entdecken.
Schau dir die Welt an. Es tut mir
leid.
Weißt du eigentlich, wie lieb ich
dich hab?
Du siehst sehr hübsch aus.
Du hast Recht.
Heute machen wir es so, wie du
möchtest.
Ich glaube dir.
Erklärst du es mir?
Ich weiß es nicht.
Wollen wir es gemeinsam
versuchen?
Ich sehe dich.
Meine Aufmerksamkeit gehört ganz
dir.
Du bist das größte Glück.
Ich trage Dich.
Ich tröste dich.
Du darfst deine Gefühle offen
zeigen, ganz egal welche es sind.
Es gibt nichts, wofür du dich
schämen musst.
Ich vertraue dir.
Ich liebe dich.
|
Sätze, die unsere Kinder viel öfter hören sollten - mit Gewinnspiel |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schlaf-baby-schlaf-tipps-fuer-ruhigere-naechte-vom-schlafcoach |
Mein Name ist Nicole, ich bin
Schlafcoach für Babys und Kleinkinder und mit diesem Text möchte ich allen
frischgebackenen Mamas Mut machen und ein paar Tipps zum Thema Schlafen
geben.
Gehört Ihr auch zu diesen werdenden Eltern, die voller Vorfreude das
Kinderzimmer ausstatten? Es wird ein süßes Bettchen gekauft, mit einem
wunderschönen Betthimmel oder ein Beistellbett, in dem das Baby dann
friedlich schlummernd seine Nächte verbringen soll. Nur leider sieht die
Realität etwas anders aus….
Eigentlich sind alle Eltern im
ersten Jahr dauermüde, die Nächte sind nicht wirklich erholsam. Aber wenn man
versteht, wie und warum das Schlafverhalten unserer Kinder so ist wie es ist,
dann kann man diese besondere Zeit besser aushalten.
Ein Neugeborenes will in den ersten Wochen nichts lieber machen als
stillen, pupsen und schlafen – und das am liebsten auf Mama. Und das hat die
Natur auch genau richtig so eingerichtet, denn für die Mama-Kind-Bindung gibt
es nichts schöneres, als zu kuscheln und nach Bedarf des Kindes zu stillen.
Lass dir nicht einreden, du würdest zu viel stillen oder das Kind verwöhnen.
Hör auf Dich und Dein Herz.
Der Tag-/Nachtrhythmus stellt sich bei Babys etwa um die achte Lebenswoche
ein, wenn der Körper das Schlafhormon Melatonin bilden kann. Melatonin lässt
uns müde werden, Dunkelheit fördert die Ausschüttung des Hormons, Helligkeit
hemmt es. Das Baby hält seine Schläfchen nun also überwiegend in der
Nacht, am Tag wird es immer aufmerksamer. In der Nacht ist es völlig normal,
wenn das Kind alle 2-3 Stunden gestillt werden möchte oder die Flasche
verlangt. Ihr könnt Euren Babys bei der Unterscheidung von Tag und Nacht
helfen, wenn es bei den Tagesschläfchen etwas hell im Zimmer ist, in der
Nacht sollte höchstens ein kleines Nachtlicht eingeschaltet werden.
Die meisten Kinder profitieren von einem geregelten Tagesablauf. Die
Aufstehzeit und das erste Tagschläfchen sollten daher immer etwa um die
gleiche Zeit sein. Wie oben schon gesagt, sollte nach Bedarf gestillt werden,
meistens ergeben sich hier aber automatisch Abstände von 2-3 Stunden. Sobald
das Kind Beikost bekommt, sollte es feste Zeiten dafür geben. Wichtig: Diese
Routine sollte auch am Wochenende stattfinden, denn kein Kind versteht den
Unterschied zwischen Wochentags und Wochenende…
Auch eine regelmäßige Abendroutine erleichtert dem Kind das Einschlafen. Es
kann sich darauf vorbereiten, den Tag hinter sich zu lassen und sich auf die
anstehende Erholung freuen. Wie kann so eine Routine ablaufen? Sie sollte
jeden Tag möglichst zur selben Zeit mit dem Abendessen beginnen. Anschließend
darf gerne noch etwas gespielt werden, zum Abschluss möglichst etwas ruhiges
– quasi als „cool-down-Phase“. Anschließend geht es zum Waschen, Zähne putzen
und Wickeln/Töpfchen. Es folgt noch ein Abendritual, wie z.B. eine Gute
Nacht-Geschichte oder ein Schlaflied. Um das oben genannte Hormon Melatonin
nicht zu unterdrücken, sollte hier auf weißes Licht von Handy, Tablet &
Co. verzichtet werden.
Ich empfehle, dass nur ein Elternteil das Kind bettfertig macht. Das bringt
oft mehr Ruhe rein, als wenn zwei Erwachsene sich um ein Kind kümmern. Aber
natürlich kann an einem Abend Mama das machen und am anderen Abend der Papa.
Übrigens: Das Bett sollte nur als Schlafplatz dienen und nicht als Laufstall
eingesetzt werden. Spielzeug hat hier nichts zu suchen, das Bett soll einfach
nur zum Schlummern einladen.
Im ersten Lebensjahr stehen drei Schlafregressionen an, die selbst das
beste Schlafverhalten auf den Kopf stellen können.
– Um den vierten Monat herum ähnelt
das Schlafverhalten immer mehr dem Erwachsenen, die gedankliche Verknüpfung
mit dem Schlafen entsteht. Von nun an sind die Anforderungen an die
Schlafgegebenheiten, besonders in Bezug auf die Umgebungsgeräusche und die
Helligkeit, höher. Ein Nickerchen beim Einkaufsbummel klappt nun noch eher
selten.
– Um den achten Monat herum steigt der Bewegungsdrang, das Krabbeln oder
Hochziehen wird geübt. Im Bett klappt das natürlich am besten.In dieser Zeit
kann es auch zu Trennungsängsten kommen und das nächtliche Aufwachen kann
häufiger sein. Viele Kinder stellen sich in dieser Zeit von drei auf zwei
Tagschläfchen um.
– Um den elften Monat herum ziehen sich die Tagschläfchen in der Regel zu
einem zentralen Mittagsschlaf zusammen. Da kann es zu schwankenden Schlafenszeiten
oder unregelmäßig langen Schläfchen kommen. Evtl. wird auch mal ein
Nickerchen komplett verweigert. Nicht selten sind da nachts auch mal ein paar
Stunden Wachzeit möglich. Diese Phase geht meistens mit dem Laufen-lernen
einher.
Die meisten Kinder finden leichter in den Schlaf, wenn sie noch nicht zu
müde sind. Das Schlaffenster eines Kindes ist recht klein – reibt sich ein
Kind die Augen kann es schon zu spät sein. Alle Eltern kennen es, dass die
müden Kinder trotzdem wach und überdreht sind. Das liegt daran, dass – sobald
das Schlaffenster überschritten ist – das Stresshormon Cortisol ansteigt und
das Einschlafen dadurch schwerer fällt. Bis das Kind dann wieder bereit ist
schlafen zu wollen, kann es durchaus ein bis zwei Schlafzyklen dauern.
Was ist denn überhaupt ein
Schlafzyklus? Der Schlafzyklus eines sechs Monate jungen Babys dauert etwa
30-35 Minuten. Bei einem einjährigen Kleinkind etwa 40-45 Minuten. Nach
dieser Zeit wacht das Kind leicht auf und checkt die Lage. Genau so wie wir
es auch tun – wenn auch häufig unterbewusst. Wenn das Baby es keinen
Hunger/Durst hat, es nicht zu kalt/zu warm ist und sonst alles in Ordnung
ist, kann es direkt weiterschlafen und damit ohne Unterbrechung den nächsten
Schlafzyklus beginnen. Das viel diskutierte Wort „durchschlafen“ ist also
eine Abfolge von Schlafzyklen und das Kind ist durchaus mal wach, wenn auch
nicht vollständig.
Wichtig ist, dass die möglichen Durchschlafzeiten altersabhängig sind. Bei
einem sechs Monate jungen Baby spricht man ab 5 Stunden vom Durchschlafen,
bei einem einjährigen Kind sind es 10 Stunden.
Viele Eltern fragen: Kann ich meinem Kind überhaupt zu einem besseren
Schlaf verhelfen? Ich sage: Ja, durchaus. Wir unterstützen unsere Kinder doch
auch beim Erlernen vom Laufen und Essen. Wir helfen ihnen das Sprechen zu
lernen. Und auch beim Schlafen können wir helfen – zum Beispiel mit einem
liebevollen Schlafcoaching.
Ist das Schlafcoaching mit einem Schlaftraining zu vergleichen? Nein,
hier geht es nicht darum, dem Kind etwas anzutrainieren, sondern dem Kind zu
helfen, den Genuss am Schlafen zu finden. Jedes Kind ist individuell – Gott
sein Dank! – und dem entsprechend ist auch jeder Weg ein anderer.Die
0815-Ratgeber, wie „Lass dein Kind schreien, es wird es lernen!“ sind etwas
ganz anderes, unnatürliches. In einem Coaching wird individuell auf jedes
Kind eingegangen. Es wird ein liebevoller Weg gewählt, der genau zu den Bedürfnissen
des Kindes passt, um selbstständig und altersgerecht ein- und durchschlafen
zu können.
Den WICHTIGSTEN Tipp, den ich dir mit auf den Weg geben möchte: „Hör
auf deinen Mama-Instinkt!“ Jedes Kind ist anders, jede Mama ist anders und
jede Gesamtsituation ist anders. Wenn dir die Oma sagt, wir haben früher dies
und jenes gemacht, dann war das auch richtig. Sie konnte ihr Kind beruhigen –
mit ihrem Mama-Instinkt, der auf ihr Kind und ihre damalige Situation
ausgerichtet war. Heute bist Du die Mama und weißt was für dein Kind gut
ist!
Solange dein Kind gut drauf ist, sich gut entwickelt und ihr als kleine
Familie zufrieden mit eurer Schlafsituation seid, ist auch alles super. Wenn
ihr aber merkt, dass ihr ausgebrannt seid und euer Haussegen so langsam
schief hängt, dann ist es nichts verwerfliches sich einzugestehen, dass man
etwas verändern möchte. Liebevoll und bedürfnisorientiert – so wie es zu
eurem kleinen Schatz und zu eurer Familie passt.
Wenn Du noch mehr Tipps rund um den Baby- und Kleinkindschlaf hören magst,
folge mir gerne bei Facebook oder Instagram.
Herzliche Grüße, Nicole
|
Schlaf, Baby, Schlaf: Tipps für ruhigere Nächte vom Schlafcoach | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schmetterlingskind-die-haut-unserer-tochter-ist-so-duenn-wie-ein-fluegelchen |
Ihr Lieben, wir sind immer wieder beeindruckt von der Stärke unserer
Leserinnen. Klar, jede Familie hat ihr Päckchen zu tragen, aber einige
Familien sind von sehr seltenen Krankheiten betroffen, was den Alltag
zusätzlich beschwert. Heute erzählt uns Aline von der seltenen Hauterkrankung
ihrer jüngsten Tochter.
Meine zweite Schwangerschaft war komplett unauffällig und die Geburt ging
schnell und ohne Komplikationen. Sobald unser zweites Mädchen auf der Welt
war, wussten wir, dass unser Leben sich ab sofort radikal ändern würde. Es
war sofort klar: Dieses Baby ist anders. Ihre Füße und ihr Ohr hatten keine
Haut. Es handelt sich hierbei um einen Gendefekt. Unser Baby war ein
Schmetterlingskind – seine Haut ist so sensibel wie die Flügel eines
Schmetterlings.
Diagnose Epidermolysis bullosa: Unser Kind hat einen Gendefekt
„Epidermolysis bullosa (kurz EB) ist eine angeborene, folgenschwere und
derzeit noch nicht heilbare Hauterkrankung. Bei den so genannten
„Schmetterlingskindern“ ist eine Genveränderung Ursache für die extrem
verletzliche Haut. Schon geringste mechanische Belastungen führen zur Blasenbildung.
Der Alltag der großen und kleinen PatientInnen ist von Blasen, Wunden und
Schmerzen geprägt. Wunden treten auch an Schleimhäuten, in Mund, Augen,
Speiseröhre und im Magen-Darm-Trakt auf. Bei EB handelt es sich um eine
Multisystemerkrankung, das heißt je nach Schweregrad der Erkrankung können
neben der Haut viele andere Organe betroffen sein. Bei schweren Formen von EB
ist die Lebenserwartung verkürzt.“* So die offizielle Beschreibung der
Erkrankung.
Die nächsten Wochen und Monate war ich in einem Hamsterrad aus 3x
wöchentlichen Verbandswechsel in der Kinderklinik und Betreuung meiner
größeren Tochter. Der Spagat zwischen einem Baby mit vielen offenen Wunden
und einer Tochter mit ganz normalen Bedürfnissen hat mich oftmals ans Limit
gebracht. Die Verbandswechsel waren immer wie ein Blick in die Hölle – danach
bin ich in den Supermarkt gefahren, um mich wieder zu erden.
Ich erinnere mich, wie unsere kleine M. nach einem kleinen Unfall vor
Schmerzen brüllte und eine große offene Wunde hatte und unsere große Tochter
nach mehr Ketchup für ihr Mittagessen schrie! Wie krass – größer konnte der
Alltagsspagat eigentlich nicht sein. Panik, Versorgen, Verarzten, Trösten auf
der einen Seite, ganz normales Mama-sein auf der anderen Seite.
Das Leben sollte so normal wie möglich sein
Von Anfang an waren wir uns aber sicher, dass wir das schaffen (wollen).
Das erste Lebensjahr von M. haben wir ganz normal weitergelebt. Wir hatten
viele Gäste, sind mit M. rausgegangen, in den Urlaub gefahren und wollten uns
unbedingt beweisen, dass unser Leben so weitergehen kann wie bisher. Nach
einem Jahr haben wir uns in die Augen geschaut und gesehen, dass wir
vielleicht auch mal einen Gang runterschalten müssen. Das Leben mit einem
EB-Kind ist einfach sehr sehr anstrengend.
Dazu kam, dass die Krabbel- und Lauflernphase natürlich mit vielen Unfällen
einhergegangen ist. Wo andere Kinder wieder aufstehen, sich abklopfen, 1x
Heile Heile Segen hören, war bei uns einfach die ganze Haut weg! Es folgte
dann ein langwieriger Verbandsprozess, gefolgt von einem Heilungsprozess,
Juckreiz… Außerdem führte der Juckreiz und die Schmerzen aus den Wunden dazu,
dass M. und damit auch ich über Monate nie länger als eine Stunde am Stück
schlafen konnten. Trotzdem wollte unsere große Tochter natürlich den ganzen
Tag Action und zum Flöten, Schwimm- oder Ballettunterricht gebracht
werden.
Dann kam Corona – für uns eine Entschleunigung
Beide Kinder haben es verdient, ein glückliches und erfülltes Leben zu
leben! Wir geben unser Bestes ihnen das zu ermöglichen. Mit dem ersten
Lockdown waren wir – zum Glück endlich in einem größeren behindertengerechten
Haus – zusammen als Familie zu Hause. Während andere über den Lockdown
klagten, machte sich in mir eine große Entspannung breit – obwohl wir jetzt
alle Pflegemaßnahmen, Krankengymnastik und vieles mehr zu Hause alleine
machten. Ich habe mich lange gefragt, warum mich das trotzdem entlastete. Bis
mir klar wurde, dass mich die ständigen Blicke, Kommentare, das Wegrücken in
der Eisdiele (nach dem Motto „Pass auf – die ist vielleicht ansteckend“)
unbewusst unglaublich belastet haben…
Diese Blicke tun weh, dennoch werden wir wieder rausgehen! Die Blicke der
anderen ignorieren wir einfach und auch einige Unfälle nehmen wir in Kauf,
damit M. ihre Erfahrungen machen kann. Aber wir wissen heute, dass wir auch
unsere Grenzen respektieren müssen!
Was mich glücklich macht? Es gibt einen ganz kleinen Hoffnungsschimmer am
Horizont! Die Forschung macht gerade enorme Fortschritte. Nicht auszudenken,
wenn das klappen würde! Wer die Chancen auf die Heilung unterstützen möchte,
kann sehr gerne spenden: am besten an die Debra Austria!
|
Schmetterlingskind: Die Haut meines Kindes ist dünn wie ein Flügelchen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schoene-traeume-mit-diesen-gute-nacht-geschichten-garantiert |
Gute Bücher kann man nie genug haben – an diesen Satz glaube ich zu 100
Prozent. Ich selbst bin ein absoluter Bücherwurm – war es schon immer. Ich
kann richtig tief in Geschichten eintauchen – so sehr, dass ich es kaum
erwarten kann, wie es weiter geht, wenn ich das Buch nachts aus der Hand
legen muss.
Gute Geschichten schaffen es, uns in völlig neue Welten zu entführen. Sie
zeigen uns neue Eigenschaften, lassen uns Abenteuer erleben und kurbeln
unsere Fantasie an, erweitern unseren Horizont.
Wie wichtig vorlesen für Kinder ist, ist wissenschaftlich längst erwiesen.
Durch das Vorlesen vergrößert sich der Wortschatz enorme, die entwicklen ein
besseres Sprachgefühl, was sich später natürlich positiv aufs
Selbst-Lesen-Lernen ausübt. Und natürlich ist regelmäßiges Vorlesen auch
einfach gemütlich und fördert die Eltern-Kind-Bindung.
Nach einem langen, anstrengenden Tag gibt es kaum etwas Beruhigenderes als
sich zusammen ins Bett zu kuscheln und eine schöne Gute-Nacht-Geschichte zu
hören. Da ist es auch fast egal, wie alt die Kinder sind – bei uns kommen
dann alle Kinder zusammen (meine Jüngste ist 4, die Älteste schon 10). Ich
selbst lese sehr gerne vor, habe Spaß daran, in die verschiedenen Rollen zu
schlüpfen.
Heute möchte ich Euch sehr schönes Buch mit 22 Gute-Nacht-Geschichten zum
Vorlesen vorstellen: „Der Schöne-Träume-Laden“ von Sandra Grimm, erschienen
im Arena-Verlag. Worum gehts? Hier ein Auszug aus dem Vorwort:
„In einer bezaubernden kleinen Stadt ganz in deiner Nähe und doch unendlich
weit weg liegt der wunderbare Schöne-Träume-Laden. An seinen dunkelblauen
Fenstern mit den goldenen Sternen ranken sich unzählige Efeublätter empor und
bilden einen märchenhaften Bogen über der alten Holztür mit dem goldenen
Mondknauf. Öffnest du die Ladentür , ertönt das entzückende Ping Ping Ping
Ping! Der kleinen Türglöckchen, und drei neugierige Augenpaare sehen dir
entgegen. Das sind Anna Zaubermond, die Besitzerin, ihr kleiner, frecher
Wecker Ticktack und das mutige Mauselinchen.“
Die 22 Geschichten spielen also rund und um den Schöne-Träume-Laden, Anna,
den Wecker und Mauselinchen – und noch weitere niedliche Gasthelden. Die
Geschichten haben genau die richtige Länge – nicht zu kurz und nicht zu lang
(man kann also nach „Biiitteeeeeee Mama, nur noch ein Kapitel“ ruhig ja sagen
:-))
Besonders hübsch sind die Illustrationen von Julia Bierkandt, alle
Charaktere des Buches versprühen einen kindlichen Charme und sind einfach
schön anzuschauen, Besonders gut gefällt mir auch die Art, wie Bierkandt
Tiere zeichnet. Durch das dunkle Cover wird gleich klar, dass es ein
Gute-Nacht-Buch ist, sehr niedlich sind hier auch die silbernen Glitzersterne
als Veredelung.
Mein Fazit: „Der Schöne-Träume-Laden“ ist ein sehr schönes
Gute-Nacht-Geschichten-Buch für Kinder ab 4 Jahren. Es besticht durch seine
Phantasie, die lieben Helden und die wunderschönen Bilder. Wir sind uns
sicher, dass Eure Kinder sehr gerne mit Euch in diese Abenteuer-Welt
eintauchen und Ihr eine schöne, kuschelige Vorlese-Zeit erleben werdet.
Deshalb freuen wir uns auch sehr, dass wir zwei Exemplare an Euch verlosen
dürfen. Schreibt uns einfach in die Kommentare, wovon Ihr gerade träumt, das
Los entscheidet dann. Viel Glück!
|
Schöne Träume - sind mit diesen Gute-Nacht-Geschichten garantiert! | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schule-in-corona-zeiten-am-besten-waere-ein-schichtsystem |
Liebe Sabrina – du bist seit 15 Jahren Grundschullehrerin. Erzähl mal was
über Deine Schule.
Ich unterrichte an einer Grundschule eines Dorfes im Hamburger
Speckgürtel, wir haben knapp 300 Schüler, die meisten aus „gut
situierten“ Elternhäusern. Unsere Schule besuchen nur wenige Kinder mit
Migrationshintergrund
Für Dich als Lehrerin hatten die Corona-Maßnahmen positive Auswirkungen.
Wie genau sah das aus?
Als nach dem Lockdown der Schulbetrieb langsam wieder aufgenommen wurde,
kam ein Drittel der Schüler (das waren 8 Kinder bei mir) für 2 Stunden in der
Woche. In diesen 2 Stunden haben wir ganz intensiv gearbeitet
(Deutsch/Mathe), ich hatte genügend Zeit, mich wirklich und intensiv mit
jedem einzelnen Kind zu befassen. Das trug unheimlich zur Ruhe und
Gelassenheit bei mir und den Kinden bei.
So lief es 2 Wochen, dann wurden wir quasi „über Nacht“ damit überrollt,
dass plötzlich alles wieder in voller Klassenstärke und mit nahezu vollem
Stundenplan laufen sollte – und das 3 Wochen vor den Ferien. Alle hatten ein
mulmiges Gefühl und einige Eltern haben ihre Kinder nicht in die Schule
geschickt, weil sie es zu gefährlich fanden.
Wie haben sich die Kinder durch die neuen Situationen
verändert?
Ich hatte nicht den Eindruck, dass der Lockdown gravierende Spuren bei den
Kindern hinterlassen hat. Viele Familien berichteten mir am Telefon (ich habe
mich regelmäßig bei allen gemeldet), dass sie die gemeinsame Zeit ohne
Termine genießen. Das fällt sicher leichter, wenn man große Häuser und Gärten
hat, wie es bei den meisten Kindern hier der Fall ist.
Die Kinder haben nichtsdestotrotz ihre Mitschüler und auch mich vermisst,
das haben sie mir in den Videokonferenzen erzählt.
Wie hast du persönlich die Zeit mit den kleineren Gruppen
erlebt?
In der Zeit der kleinen Lerngruppen war es für mich fast wie eine
Erleuchtung: ich war so zufrieden wie lange nicht mehr, weil ich mir Zeit
nehmen konnte für jedes Kind und weil ich viel weniger gehetzt und gestresst
war. Ich kam echt ins Träumen, was man alles erreichen könnte, wenn nicht 25,
sonder vielleicht nur 15-18 Kinder in der Klasse wären.
Ich bin mir sicher, dass viele soziale Probleme nicht auftreten würden,
weil diese Enge, die Lärmbelastung und die fehlende Aufmerksamkeit viel
geringer wäre als bei 25 Kindern in meistens viel zu kleinen Räumen. Ich kann
verstehen, dass manche Kinder hoch belastet sind durch die Enge und die
Lautstärke und das manchmal vergebliche Warten auf Zuwendung.
Wie hast du jetzt die Wochen vor den Herbstferien empfunden?
Ich hatte anfangs großen Respekt, was alles auf uns zukommt. Wir arbeiten
in voller Klassenstärke und mit normalem Stundenplan. Jeder Jahrgang ist eine
Kohorte und in den Pausen voneinander getrennt, was bedeutet, dass wir mehr
als doppelt soviele Pausenaufsichten brauchen. Das belastet uns Lehrer enorm,
ebenso wie all die Hygienevorschriften wie Händewaschen und Maskenpflicht
überwachen, bei kranken Kinder Entscheidungen treffen etc.
Diese deutlich höhere Arbeitsbelastung ist nicht das ganze Schuljahr
durchzuhalten, aber momentan will ich nicht darauf hoffen, dass in naher
Zukunft Lockerungen eingeführt werden…Ich fürchte, dass uns in den nächsten
Wochen viele Krankmeldungen erwarten, bei Lehrern und Schülern. Die
Erkältunszeit wird bestimmt nochmal befeuert durch das ständige
Lüften
Das stimmt. Alle blicken mit Sorgen auf die Schulen im Herbst/Winter. Hast
du einen Vorschlag, wie es weitergehen könnte?
Am besten wäre Hybridunterricht, eine halbe Klasse kommt in der einen Woche
(und der Abstand wird eingehalten), die andere in der nächsten. Für die
Kinder, die zuhause sind, gibt es Wiederholungs- und Festigungaufgaben, die
sie möglichst alleine erledigen können. Und der Schwerpunkt liegt auf Deutsch
und Mathe, andere Fächer müssen dann in diesem Jahr ein wenig zurückstecken
(das sag ich für die Grundschule, an den weiterführenden Schulen ist es
sicher anders).
Allerdings weiß ich auch, dass dieses Wechselmodell eine Katastrophe für
viele berufstätige Eltern ist. Da hoffe ich, dass die Wirtschaft flexibler
wird und dass es in den Schulen eine Notbetreuung gibt. Bei komplettem
Homeschooling hat unsere Schule bereits ein Konzept erarbeitet, wie die
Kinder unterrichtet werden. Mit Material, das die Schule zur Verfügung
stellt, mit Videokonferenzen und Telefonaten. Das ganze natürlich nicht mit
Dienst-Laptops (haha!), sondern auf eigenen Geräten und mit hoffentlich
stabilem Wlan zuhause.
Bisher hast du den Eindruck, dass deine Schüler den Lockdown und die Zeit
danach gut verarbeitet haben. Wie sähe das bei einer erneuten Schulschließung
aus?
Ich denke, es hängt davon ab, wie lange der Lockdown dauern würde, 3-4
Wochen können wir auffangen und mit Inhalten füllen. Ich glaube, meine
Schüler sind emotional gut gefestigt und meistens in stabilen
Familienverhältnissen, so dass ein paar Wochen zuhause keinen großen Schaden
anrichten, hoffentlich!
Ich weiß aber, dass es viele Kinder gibt, die hart getroffen werden, weil
sich niemand um sie kümmert und sie alleine gelassen werden…
Wenn du dir 3 Dinge fürs Schulsystem wünschen dürfest, welche wären
das?
1. Kleinere Lerngruppen (maximal 20 Kinder)
2. bessere digitale Ausstattung (in unserer Schule wünsche ich mir stabiles
Wlan, Smartboards und Ipads für alle Kinder, falls mal eine gute Fee vorbei
kommt)
3. Kooperation und Kommunikation der Ministerien mit der Basis (oft hat man
den Eindruck, die Entscheidungsträger haben seit Jahren keinen Unterricht
mehr gesehen geschweige denn sebst unterrichtet)
Foto: Pixabay Symbolbild
|
Schule in Corona-Zeiten: Am Besten wäre ein Schichtsystem | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schule-in-corona-zeiten-es-geht-also-doch-dieses-gymnasium-bietet-digitalen-unterricht-nach-lehrplan-an |
Ihr Lieben, während viele Mütter und Väter derzeit im
Homeschooling-Wahnsinn fast untergehen und kaum noch Zeit haben, selbst zu
arbeiten, gibt es doch immer wieder Positivbeispiele, die zeigen, wie es eben
auch laufen kann.
Wir haben dazu bereits die Schulleiterin der web-individualschule
interviewt, die auch in Nicht-Corona-Zeiten auf digitalen Unterricht setzt.
Heute stellen wir euch aber ein Städtisches Gymnasium vor, an dem ganz
regulär Unterricht stattfindet. Nach Lehrplan. Zu Hause.
Schulleiterinnen Beate Nordmann und Verena Verspohl
Liebe Frau Nordmann, Sie sind Schulleiterin am Städtischen Gymnasium
Laurentianum in Arnsberg und der Unterricht für Ihre SchülerInnen läuft
derzeit komplett digital und nach Stundenplan ab. Stimmt das?
Beate Nordmann: Ja, das stimmt. Wir hatten uns im
letzten Schuljahr dafür entschieden, eine SchulApp mit deutschem
Server
einzukaufen, die hilft, die riesigen Mengen an Papier mit
Elterninformationen
etc., die letztendlich oft in den Taschen der Kinder verschwanden, zu
minimieren.
Ebenso war ich die ständigen Whatsapp-Probleme leid und die
Oberstufe wünschte sich, den Vertretungsplan für die erste Stunde nicht
erst in
der Schule ansehen zu müssen. Das alles bietet die App und das kommt uns
jetzt
zugute.
Außerdem bin ich schon lange ein Fan von Webinaren, und habe zusammen mit
Frau Verena Verspohl, meiner Stellvertreterin, im Februar überlegt, dass wir
uns in eine Plattform (mit deutschem Server) einkaufen, um Konferenzen oder
Fortbildungen besonders auch für unsere Mütter und Väter im Kollegium besser
handhabbar zu machen und eben Unterricht digital mit persönlichem Kontakt
möglich zu machen, falls die Schulen schließen sollten.
Wichtig ist für uns zur Zeit, die Kinder und Eltern dadurch zu
unterstützen, dass die Schule eine gewohnte Struktur bietet, es eine
verlässliche Konstante gibt, den Unterricht. Dies ist gerade auch für die Q2
so kurz vor dem Abitur ganz wichtig.
Was machen Sie anders als andere Schulen, warum funktioniert das bei Ihnen
(waren Sie schon früher digitaler aufgestellt als andere?)?
Nein, wir sind digital (Ausstattung mit Endgeräten für SuS)
nicht herausragend aufgestellt, es gibt keine Tabletklassen etc. Das
ist
generell nicht unsere Ausrichtung. Der Umgang mit diesen Medien, die
sinnvolle
Nutzung, das steht bei uns im Vordergrund und darin schulen wir die Kinder.
Ich glaube, wir haben einfach früh weit gedacht. Da G9 die digitale Bildung
groß schreibt, machen wir seit dem letzten Jahr schon Fortbildungen für das
Kollegium in diesem Bereich.
Wie funktioniert das technisch? Hatten
LehrerInnen und SchülerInnen Schulungen?
Schüler*innen und Eltern waren im Umgang mit der SchulApp schon trainiert,
sie ist sehr einfach zu nutzen. Wie das mit den Webinaren funktioniert, haben
die Kinder ruckzuck herausgefunden. Das Kollegium haben wir zwei Wochen lang
nachmittags geschult.
Was ist mit SchülerInnen, die keinen
eigenen Computer haben?
Grundsätzlich funktioniert beides über das Handy. Wir haben
aber das Glück, dass die Familien einen PC o.ä. zuhause haben.
Wir haben aber von Anfang an auch Projekte mit einfließen lassen, wo in
den
Stunden die Fachlehrer*innen für Fragen zur Verfügung stehen, aber dies
kein
Muss ist. So entlasten wir die häusliche Computermehrfachnutzung.
Außerdem nähen zur Zeit viele Masken für die Arnsberger Sozialstation, dann
meldet man sich eben vom Unterricht ab. Es geht jetzt nicht darum, den
Unterricht, bis auf die Q2, eins zu eins umzusetzen, sondern zu wiederholen,
Projekte anzubieten, die Kinder Projektideen selbst entwickeln zu
lassen.
Wie läuft so ein typischer digitaler Schultag bei Ihnen ab?
Das Unterrichtsangebot beginnt um
7.40 Uhr, Pausenzeiten bleiben und es geht dann bis 16.00 Uhr. Es ist eine
Mischung aus SchulApp-Begleitung, Webinaren und Projektarbeit.
Wo sehen Sie die größten
Herausforderungen, wo die größten Chancen im digitalen Schulalltag?
Die größte Herausforderung ist, die Lust am Lernen bei den Kindern
aufrechtzuerhalten, die größte Chance ist die Erfahrung von
Selbstständigkeit, Freiheit in der Auswahl des Lernstoffes und das eigene
Lerntempo haben zu dürfen.
Welche Rückmeldungen bekommen Sie aus dem
Kollegium, aus der Schülerschaft und aus der Elternschaft?
Dem Kollegium verlangen wir gerade viel ab, da dort ja auch
Mütter und Väter sind und einigen diese neue Art des Zugangs noch
nicht
vertraut ist. Eltern und Schüler*innen sind begeistert.
|
Schule in Corona-Zeiten: Digitaler Unterricht nach Lehrplan |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwanger-hoert-auf-mir-mit-euren-ratschlaegen-angst-zu-machen |
„Schlaf besser schon mal
vor“, meinte eine Bekannte, die ich neulich bei einem meiner letzten
Spaziergänge traf. „Genieß die Ruhe. Die wirst du nie. Wieder. Haben.“
Ja, super – denke ich. Danke fürs gute Zureden. Überhaupt bekomme ich sehr
viele Tipps, seit ich schwanger bin. Und zwar in der Regel ungefragt. Die
meisten davon finde ich nicht nur anmaßend und übergriffig, sondern fast ein
bisschen doof. Denn wie soll ich denn bitte vorschlafen?! Als wenn es ein
Schlafkonto geben würde, dass ich jetzt fleißig auffüllen und dann später
nach Bedarf aufbrauchen könnte. Wäre ja geil. Ist aber nicht so. Auch das mit
dem Ruhe-Genießen empfinde ich als überflüssigen Hinweis. Ich bin absolut
nicht der Typ für Ruhe. Mich stresst es regelrecht, dass mein körperlicher
Zustand mich aktuell dazu zwingt, einen Gang herunterzuschalten und nur
herumzuliegen.
Was soll das bitte?!
Aber was noch viel schlimmer ist: Manche von den „gut gemeinten Ratschlägen“
machen mir regelrecht Angst. Zum Beispiel, wenn wieder einmal eine Mutter
(ja, meistens sind es tatsächlich die Frauen) mich mitleidig anschaut und mir
versichert, dass sich jetzt mein ganzes Leben verändert und nichts mehr so
sein wird, wie es war. Natürlich wird sich mein Leben verändern. Denken die
denn, dass man mir das sagen muss? Dass ich unter Schlafentzug leiden werde,
fremdbestimmt bin, meine Brüste wie zeitgesteuerte Rasensprenger werden und
ich mir beim Niesen unter Umständen in die Hose pinkle? Und dann erst diese
schmerzhafte Geburt, bei der ich im Zweifelsfall vor den Augen anderer
Menschen quasi öffentlich kacken werde. Wusste ich das schon? Ja, wusste ich.
Danke.
Bitte mehr Zuspruch!
Was ich hingegen wesentlich seltener erlebe, ist positives Zureden. Und ich
frage mich wirklich, warum das so ist. Denn wenn jemand einen schmerzhaften
Eingriff beim Zahnarzt vor sich hat, sagt doch auch niemand: Uuuuh, das wird
bestimmt richtig heftig! Ich könnte mir vorstellen, dass man sich viel besser
fühlen würde mit Sätzen wie: Ach, das wird bestimmt gar nicht so schlimm. Und
im Notfall gibt’s doch auch eine Betäubung!“
Was das Ganze aus meiner Sicht noch ad absurdum führt, sind die Fragen, die
nahezu im selben Atemzug gestellt werden. „Du freust dich bestimmt schon
riesig, oder?“ Wie jetzt: Ich soll mich darauf freuen, dass es super
schmerzhaft wird, ich quasi mein eigenes Leben an den Nagel hängen und nie
wieder schlafen kann?! Leuchtet mir nicht ein. Entscheidet euch bitte, ob ich
nun Angst haben soll oder mich gefälligst freuen muss.
Wie es auch anders gehen könnte
Um jetzt nicht nur zu motzen, sondern auch etwas Konstruktives zu sagen:
Was mir geholfen hat, war, wenn mein Gegenüber ganz bei sich geblieben ist.
Denn Erfahrungsaustausch tut gut und ist wichtig – gerade beim ersten Kind.
Doch es ist ein maßgeblicher Unterschied, ob jemand aus der Ich-Perspektive
die subjektiven Eindrücke des Kinderkriegens schildert – oder ob mich
jemand darüber belehrt, wie es für mich sein wird. Denn am Ende kann das doch
keiner wissen. Jede Geburt, jedes Kind, jede Mutter ist anders. Was die eine
toll findet, ist für die andere der Horror. Das eine Kind dreht fünf
Extrarunden, das andere flutscht nur so heraus. Und wie das am Ende nun alles
für mich sein wird, das werde ich sehen. Und sonst niemand.
—–
Über die Autorin: Christina Rüschhoff aus Hamburg ist 36, freie
Journalistin (www.einfrauunternehmen.de) und schreibt unter anderem Artikel
für BILD der FRAU und Welt am Sonntag. 2019 hat sie gemeinsam mit einer
Freundin das Start-up „Einhorn-Coaching“ gegründet. Ende September kam ihr
erstes Kind zur Welt. (Und nein, ihr Leben ist nun nicht vorbei)
|
Schwanger: Hört auf, mir mit euren Ratschlägen Angst zu machen! | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwanger-im-ausland-nadine-kaempfte-fuer-eine-selbstbestimmte-geburt |
Das ist hier aber nicht legal“, sagte meine Hebamme sanft.„Wie? Dann dürfte
ich mein Baby nicht zuhause auf die Welt bringen? Dann müsste ich ins
Krankenhaus?!“ fragte ich geschockt.Ihre Antwort ließ meine Augen noch größer
werden. „Nicht nur das, auch im Krankenhaus ist die natürliche Geburt einer
Beckenendlage nicht legal, sondern sofortiger Grund für einen
Kaiserschnitt.„Da lag ich also. Auf einer winzigen Insel in einem großen
Meer. Ich war in der 36. Schwangerschaftswoche, kugelrund und trotzdem platt.
Was mache ich denn nur, wenn sich mein Baby nicht wieder zurückdreht, mit dem
Kopf nach unten? Ein Kaiserschnitt kommt für mich nicht in Frage. Nicht ohne
triftigen medizinischen Grund.
Seit ein paar Monaten wohne ich zusammen mit meinem Mann Konstantin und
meiner Tochter auf der kanarischen Insel La Palma. Noa habe ich vor 4 Jahren
in unserem Wohnzimmer in München zur Welt gebracht. Eine schmerzfreie (nicht
leise), selbstbestimmte Hausgeburt. Mehrere Monate hatte es gedauert um mein
damaliges Bild von einer Geburt zu verändern. Weg von den dramatischen Szenen
aus Hollywood hin zu friedlichen, kraftvollen Gebären. Ein Erlebnis, das der
werdende Mutter zeigt wie stark sie ist und das sie ihr Leben lang positiv in
Erinnerung behält. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich damals eine so
wundervolle Geburt erleben durfte. Und jetzt? Ich fühle mich jeglicher
Freiheit über mich und meinen Bauchzwerg zu entscheiden beraubt. Ich, die
Mutter, die in der Regel intuitiv am besten weiß, welche Art der Geburt am
besten für sie ist.
Eine selbstbestimmte Geburt – das wünsche ich mir
Dieses Gefühl der Freiheit, der Selbstbestimmung sowie das Selbstvertrauen
in die eigene Intuition hatte ich vor meiner ersten Geburt für lange Zeit
verloren. Erst als Mama auf Weltreise, die wir gestartet haben als Noa 1,5
Jahre alt war, habe ich wieder meine Kraft gefunden. Ich musste weit reisen,
um wieder zu mir zurückzufinden. Um zu wissen, wie und wo ich eigentlich
leben möchte, was mir gut tut und wie ich zusammen mit meiner Familie unser
Leben gestalten möchte. Genau deshalb ist eine Sache für mich auch ganz klar:
ich bringe auch mein zweites Baby defintiv nicht im Krankenhaus zur Welt. No
way!Konstantin und ich haben schon Mitte der Schwangerschaft ein Buch über
Alleingeburten gelesen. Nur für den Fall, dass es vielleicht sehr schnell
geht oder die Hebamme keine Zeit hat zu uns zu kommen. Mir war es wichtig gut
vorbereitet zu sein. Auf La Palma gibt es nämlich nur eine ausgebildete
Hebamme, die Hausgeburten betreut. Sie selbst hat aber auch Kinder und
arbeitet hauptberuflich im Kreißsaal des einzigen Krankenhauses. Sie ist also
nicht in der Lage 24/7 Zeit rufbereit zu sein. So ist das aber, wenn man
auswandert. Andere Länder, andere Sitten, andere Gesetze.
Ich beginne sofort verzweifelt nach Alternativen zu suchen. Angeblich gibt
es auf Gran Canaria ein Geburtshaus, wo eine Geburt in Beckenendlage erlaubt
ist. Aber könnten wir uns das leisten? Für ein paar Wochen auf eine andere
Insel ziehen und trotzdem Miete auf La Palma bezahlen? Zurück nach
Deutschland? Wir haben gerade erst den strengen Lockdown in Spanien hinter
uns. Der steckt uns noch in den Knochen und eine Flugreise ist das Letzte,
das ich gerade bewältigen könnte. Das sind alles keine realistischen Optionen
und ich fühle mich auf der Insel wie gefangen.
Die Lösung – eine Hausgeburt?
Nach ein paar Nächten voller Sorgen und einem aufmunternden Gespräch mit
einer Freundin beschließe ich, mich auf das zu konzentrieren, was ich
wirklich in der Hand habe. Ich spreche jeden Tag mit meinem Baby im Bauch.
Erkläre ihm, warum es mir wichtig ist, dass es sich rechtzeitig dreht. Ich
stelle mir jeden Tag unsere Hausgeburt auf La Palma vor und so langsam finde
ich mein Selbstvertrauen wieder. Es dauert gar nicht so lange und ich erhalte
die ersehnte Nachricht: ready to homebirth. Puh, was für eine
Erleichterung.
Es vergehen noch 3 Wochen gefüllt mit Geburtsvorbereitungen und den ersten
Senkwehen. Um so näher die Geburt rückt, desto anstrengender empfinde ich die
fremde Sprache und das mir unbekannte Gesundheitssystem, mit dem ich sowieso
so wenig wie möglich in Kontakt sein möchte. Versteht mich nicht falsch, ich
bin keine Gegnerin von Krankenhausgeburten und Kaiserschnitten. Ich bin eine
Befürworterin für die Selbstbestimmung von Frauen. Jede Frau soll sich frei
entscheiden dürfen. Unabhängig von den Meinungen, Aengsten und Vorgaben von
anderen.
Unser Baby kommt im Geburtspool zur Welt
Am ET watschel ich mit einem Stück Kuchen über den Strand. Die
Geburtstagsfeier meiner Freundin soll mein vorerst letzter Strandbesuch
werden. Noch in der Nacht spüre ich sanfte Wehen. Geht es los? Hoffentlich.
Am Nachmittag des nächsten Tages ist es glasklar. Die Hebamme wird gerufen
und nach wenigen Stunden intensiver Wehen, diesmal leider nicht schmerzfrei,
erblickt unser zweites Babymädchen im Geburtspool das Licht der Welt. Unsere
kleine Palmerita wird lautstark und friedlich zugleich in meine Hände
geboren. Ich finde keine Worte, dieses Gefühl zu beschreiben. Ich weiß nur
eines. Ich wünsche jeder werden Mama aus tiefstem Herzen, dass auch sie es
erleben darf. Ganz egal wo und wie.Diese Geburt fühlt sich an wie der
Abschluss eines ganz besonderen Lebensabschnitts für uns. Weltreise,
Auswanderung und Hausgeburt. Mit unserem Film „Wild & Wundervoll“ möchten
Konstantin und ich diesen feiern. Wir hoffen sehr, dass der Film nicht nur
viele Zuschauer unterhält, sondern auch inspiriert ihre eigene, individuelle
Freiheit zu suchen und zu leben. In Sachen Schwangerschaft, Geburt und
mehr.
Wer Nadines und Konstantins Filmprojekt unterstützen möchte, kann dies hier
tun:
https://www.startnext.com/wild-wundervoll
Hier gibt es viele Einblicke in das Leben der beiden:
https://www.youtube.com/user/Bienlerich
Immer wieder kommt die Frage auf, warum Nadine und Konstantin das überhaupt
machen und wie sie den Mut gefunden haben, das deutsche Sicherheitsnetz zu
verlassen… ohne Millionäre zu sein. Dieser Beitrag ist die Antwort darauf:
https://www.instagram.com/tv/CIiqJUoKlxZ/?utm_source=ig_web_copy_link
|
Schwanger im Ausland: Nadine kämpfte für eine selbstbestimmte Geburt | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwanger-mehr-muesst-ihr-nicht-wissen-die-schoensten-szenen-aus-hilfe-ich-werde-papa |
Ihr Lieben, ihr kennt ja mit
Sicherheit unseren Blog-Kollegen Christian Hanne vom Familienbetrieb. Jaaaa,
das ist der, dessen Familien-Tweets wir hier immer freitags fröhlich
teilen.
Und er hat zwar schon ein paar Bücher geschrieben, aber das hier ist
einfach der Knaller und zwar NICHT nur für werdende Väter, sondern auch für
schon seiende Väter. UND Mütter.
Es geht um: Hilfe, ich werde Papa – Überlebenstipps für werdene Väter (und
Mütter, auch später noch mit Lachern lesbar! Affiliate Link, wir kriegen also
ein paar Cent, wenn ihr über diesen Link kauft, das wäre toll)
Ich hätte fast meinen Kaffee durch die Nase wieder rausgeprustet, als ich
das Buch neulich mit in die Badewanne nahm, statt mit den Kindern
Hausaufgaben zu machen. (Oh. Ihr wisst schon: Ich hatte ja
Erziehungsurlaub).
Ich hab dann auch gleich für euch ne Verlosung klargemacht, hüpft gern noch
mit in den Lostopf bei Instagram oder Facebook, wir geben heute Abend den
oder die Gewinnerin bekannt.
Jedenfalls ist das Buch das beste und witzigste und treffendste, was ich
bislang zum Thema gelesen habe, es ist klein, abwaschbar und passt kompakt in
jede Wickeltasche. Und es ist nicht nur herrlich-ehrlich, sondern auch
einfach wahnsinnig witzig.
Deswegen wollten wir UNBEDINGT vorab noch ein paar Textstellen
veröffentlichen (Danke für die freundliche Genehmigung!), damit ihr wisst,
was ihr jedem Vater und jeder Mutter den oder die ihr kennt zum nächsten
Kaffee oder Bierchen mitbringen könnt! Los geht´s:
1. Bei der werdenden Mama schießen die Hormone nun tsunamiartig durch den
Körper. Daher kommt es mitunter zu „leichten“ Stimmungsschwankungen, gegen
die Klaus Kinski wie ein mental stabiler Zeitgenosse erscheint.
2. Mittlerweile kann das Kind hell und dunkel unterscheiden. Eine wichtige
Fähigkeit, damit es später weiß, wann Nacht ist und es die Eltern stündlich
aus dem Schlaf reißen muss. Der Fötus nimmt nun stetig zu, alleine in den
letzten fünf Wochen der Schwangerschaft circa ein Drittel seines
Körpergewichts. Sie kennen das sicherlich aus der Advents- und
Weihnachtszeit.
Parallel nimmt auch Ihre Partnerin weiter zu, ihre Verdauung spielt
wahrscheinlich verrückt und die Schweißdrüsen laufen auf Hochtouren. In der
Endphase der Schwangerschaft wird sie sich nicht gerade wie eine
Disney-Prinzessin fühlen, sondern eher wie ein dauerschwitzendes Nilpferd mit
Blähungen. (Bitte schwärzen Sie diese Textstelle, sollten Sie das Buch der
zukünftigen Mutter zum Lesen geben.)
3. Der Mutterpass hat allerdings einen großen Nachteil: Er ist vollgepackt
mit medizinischen Fachbegriffen und Abkürzungen. Das macht ihn so
verständlich wie die Bedienungsanleitung eines Toasters, die von einem
dreijährigen Kind aus einem isländischen Fischerdorf getextet und dann mit
einer Übersetzungsmaschine ins Deutsche übertragen wurde.
4. Geben Sie sich in Babymärkten niemals als Erstlingseltern zu erkennen.
Wirklich niemals! Sonst sind Sie für die Verkäuferinnen und Verkäufer eine
leichtere Beute als ein altersschwaches Gnu in der Serengeti für ein Rudel
Löwen. Das merken Sie spätestens an der Kasse, wenn Sie einen Betrag bezahlen
müssen, der ungefähr dem griechischen Staatsdefizit entspricht.
5. Vor allem sollten Sie sich zu keinem Zeitpunkt über irgendetwas
beklagen. Bei der Entbindung geht es in erster Linie um die Mutter und das
Kind, nicht um Sie. Falls Sie das unfair finden, stellen Sie sich vor, wie
Sie eine Honigmelone durch eine Körperöffnung mit dem Umfang einer
Konservendose pressen. Dann geht es wieder.
6. Seien Sie aber in der Zeit des Wochenbetts nicht zu hart mit sich. Für
die Einkäufe gibt es Lieferdienste, Wäsche muss nicht unbedingt gebügelt
werden, und Ihre Wohnung muss auch nicht blinken und blitzen, als wäre
Meister Proper Ihre Haushaltshilfe. Wenn Sie beim Heimkommen allerdings
fröhlich von Ihrem Flokatiteppich begrüßt werden, sollten Sie doch mal wieder
durchwischen. (Vor allem, wenn Sie gar keinen Flokatiteppich haben.)
7. Hat Ihr Baby irgendwann endlich die Augen zugemacht, dürfen Sie sich
aber nicht in falscher Sicherheit wiegen. Bis das Kind die Tiefschlafphase
erreicht, dauert es ungefähr 20 Minuten, und bis dahin reicht es aus, wenn im
brasilianischen Regenwald ein Ozelot pupst, damit das Baby wieder
aufwacht.
Sie werden auf einmal feststellen, wie unfassbar laut Ihre Wohnung ist. Die
Dielen knarzen, die Türscharniere quietschen, der Kühlschrank brummt. Aber
das mit Abstand lauteste Geräusch ist das Knacken Ihrer Gelenke, wenn Sie
sich auf Zehenspitzen rausschleichen. Da könnten Sie auch gleich ein Dutzend
Chinaknaller in den Raum werfen.
8. Heutzutage ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn Männer Elternzeit
nehmen. Vielleicht ist es für Sie eine Option, mehr als die typischen zwei
Väter-Monate zu nehmen. Sie befürchten dadurch einen Karriereknick? Nun, Ihre
Partnerin in ihrem Job wahrscheinlich auch. Und haben Sie keine Angst davor,
dass die kinderlosen Kollegen Sie auf der Karriereleiter überholen: Man kann
auch ohne Kinder keine Karriere machen!
9. Wenn Sie und Ihre Partnerin als Team gut funktionieren, dann werden Sie
sich nicht von schlaflosen Nächten, der dauernden Müdigkeit oder
zahnbedingten Schreiattacken unterkriegen lassen. Versuchen Sie, in der
Schwangerschaft und als Eltern nicht perfekt zu sein, und hören Sie nicht zu
viel auf andere (vor allem nicht auf Ratgeber-Autoren), die wissen es
meistens auch nicht besser (vor allem Ratgeber-Autoren!).
|
Schwanger? Mehr müsst ihr nicht wissen! Die schönsten Szenen aus „Hilfe,
ich werde Papa“ | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/schwangerschaft-so-wichtig-ist-selen |
Als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, überkamen
mich zwei Erkenntnisse:
Wir werden jetzt echt eine Familie. Ich werde Mutter!Ich bin jetzt nicht
mehr nur für mich selbst verantwortlich, sondern eben noch für dieses kleine
Wesen in mir drin.
Dass ich von Sekunde eins alles für mein Kind tun würde, war mir sofort
klar. Dazu gehörte eben auch, keinen Alkohol mehr zu trinken, regelmäßig zu
Vorsorge-Untersuchungen zu gehen, mich regelmäßig zu bewegen und bewusst zu
ernähren. Da ich mich überwiegend vegetarisch ernähre, habe ich auch zu
Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen – die meisten von Euch haben sicher schon
von Produkten mit Folsäure, Jod und Eisen gehört. Was aber weniger bekannt
ist: Ein Mangel an Selen während der Schwangerschaft kann Komplikationen
hervorrufen.
Was ist Selen? Selen ist ein Spurenelement, das man für
Stoffwechselprozesse im Körper braucht, es unterstützt eine normale Funktion
der Schilddrüse und des Immunsystems. Außerdem trägt es dazu bei, die Zellen
vor oxidativem Stress zu schützen.
Leider ist dieses unterschätzte Spurenelement nur selten in Gemüse zu
finden, weil unsere Böden in Deutschland selenarm sind. Selen findet man vor
allem in Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Eiern und Getreide. Die Deutsche
Gesellschaft für Gesundheit und Ernährung rät dazu, 60 bis 70 Mikrogramm des
Spurenelements täglich aufzunehmen – viele Menschen nehmen aber nur 40 bis 50
Mikrogramm zu sich. Sie haben einen Mangel und merken es häufig gar
nicht.
Warum ist es gerade für Schwangere so wichtig, ausreichend Selen zu sich zu
nehmen?
Selenmangel kann unter anderem eine Ursache für postnatale Depression sein,
wie in dieser Studie aufgezeigt wurde. Übrigens: Etwa bis zu 20 Prozent der
frischgebackenen Mütter leiden an postnatalen Depressionen.
Zu wenig Selen begünstigt eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Folge: Mütter
können sich müde fühlen, frieren schnell, fühlen sich matt, ausgelaugt oder
haben sogar depressive Verstimmungen.
Im Laufe der Schwangerschaft steigen Stoffwechselumsatz und
Sauerstoffbedarf im Gewebe an – der oxidative Stress erhöht sich. Weil der
Fötus sehr anfällig für oxidativen Stress ist, wächst gleichzeitig auch der
Bedarf an Antioxidantien.
Eine weitere mögliche Auswirkung eines Selenmangels auf die Mutter: Das
Risiko für eine Präeklampsie kann steigen.
Die sogenannte „Schwangerschaftsvergiftung“ ist eine
Bluthochdruckerkrankung, die Symptome wie Benommenheit, Schwindel,
Sehstörungen und Augenflimmern, starke Kopfschmerzen und allgemeines
Unwohlsein durch Übelkeit oder Erbrechen verursacht. Unbehandelt kann diese
Erkrankung Krampfanfälle auslösen, die für Mutter und Baby lebensbedrohlich
sind, außerdem kann es zu einer Mangelversorgung des Kindes führen und zu
einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta.
Daher ist es ratsam, mit seiner Frauenärztin oder seinem Frauenarzt das
Thema Selenmangel zu besprechen oder auch den Selen-Status im Blut checken zu
lassen. Liegt ein Selenmangel vor oder ist die Ernährung beispielweise durch
eine vegetarische oder vegane Lebensweise eingeschränkt, kann man Selen
während der Schwangerschaft beispielsweise mit selenase 100 XL
ergänzen.
Wichtig ist während der Schwangerschaft, auf eine gesunde und
abwechslungsreiche Ernährung zu achten. Und: Auf unser Bauchgefühl, um diese
besondere Zeit zu genießen, in freudiger Erwartung auf dieses ganz große
Wunder.
|
Schwangerschaft: So wichtig ist das Spurenelement Selen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sechs-dinge-die-mich-als-dreifachmama-momentan-staerken |
Ihr Lieben, wir haben hier einen Gastbeitrag von unserer Leserin Anne
Siedentopf von Herzensbande, die nicht nur Mutter dreier Kinder, sondern auch
Familienberaterin ist – und uns hier erzählt, wie sie es schafft, dass es ihr
in diesem Lockdown besser geht als im letzten.
„Ich spüre wie mein Puls rast, ich versuche Mehreres parallel abzuarbeiten,
ich spüre wie mein Körper sich erschöpft hinlegen möchte und wie sich mein
neuer Alltagsbegleiter – der Kopfschmerz – zurückmeldet.
Schon vor Corona war mein Leben als Mama ein Dauerlauf. Klar, die Zwillinge
waren gerade zwei als der erste Lockdown begann und die Große am Beginn der
Wackelzahnpubertät stand. Das letzte Jahr hat mich, wie viele andere auch
ausgebremst und noch ganz paar Päckchen draufgesetzt.
Eine Einschränkung nach der nächsten, die Hoffnung auf mehr Freiheit und
Durchatmen nach der Zwillingsbabyzeit dahin und mit den AHA-Regeln auch fast
jede Unterstützung. Mit jeder Lockdownwoche sanken meine Energiereserven und
ich war keine acht Monate nach meiner Mutter-Kind-Kur erneut
burnoutnah.
Jetzt, fast ein Jahr nachdem Corona in Deutschland richtig los ging, fühle
ich mich trotz zweitem Lockdown wesentlich besser. Ich bin noch nicht da, wo
ich selbst gern mit meinem Akku und meiner Selbstfürsorge wäre, aber auf
einem guten Weg.
Als Mama und auch bei meiner Arbeit als Familienberaterin merke ich
täglich, dass es ganz Vielen ähnlich geht und so versuche ich meine eigenen
Tipps und Tools weiterzugeben. Ich denke, wir können alle etwas Mut dafür
gebrauchen, dass wir trotz Stress und Riesenbelastung mit kleinen Änderungen
für uns sorgen können.
Dabei motiviere ich mich selbst damit am meisten, dass ich nicht wie am
Ende des ersten Lockdowns ein meckerndes Wrack sein will. Nein, ich möchte
meinen Kindern in der für sie ähnlich besch… Situation ein Fels und ein
Leuchtturm sein: zugewandt, liebevoll und Halt gebend.
Hier meine 6 Punkte, die ich für mich und meine Arbeit mit Mamas entdeckt habe
und die dabei helfen unabhängig von Zeit und Unterstützung das eigene
Stresslevel zu senken.
Natur und Bewegung
Bereits nach meiner Mutter-Kind-Kur habe ich mir das Ziel gesetzt, jede
Woche einmal mit den Kindern in die Natur zu fahren. Trotz und dank Corona
ist das inzwischen wirklich ein fester Bestandteil unserer Woche und ich
merke, wie wir alle von den ruhigen Einflüssen profitieren.
Positive Affirmationen
Apropos positiv! Um mich in meiner Selbstständigkeit zu unterstützen und
mich zum Beispiel zu trauen neue Kooperationspartner anzusprechen, habe ich
angefangen mit ermutigenden Sätzen zu arbeiten. Mit der Zeit habe ich diese
dann auch immer mehr in meinem Umgang mit mir selbst und meinen Kindern
eingebaut und so ganz bewusst fröhliche, aufbauende Gedanken den schweren
entgegenzusetzen. Immer wenn diese auftauchen, rufe ich meine zuvor
überlegten positiven Sätze ab und fülle damit Stück für Stück mein Leben mit
Leichtigkeit.
Meditation
Jetzt denkst du beim Lesen bestimmt gleich: „Ich habe echt keine Zeit für
Meditation. Ich weiß eh schon nicht, wie ich alles schaffen soll.“ Diesen
Gedanken kenne ich sehr gut und ich gebe mir selbst und meinen Kundinnen
keine unrealistischen Empfehlungen mit auf den Weg. Nein, ich mache
regelmäßige (meist alle zwei Tage) kurze Meditationen. Dabei reicht es
wirklich 3 bis 5 Minuten zu entspannen und durch die Wiederkehr und die Übung
des Loslassens echte Effekte auf das Stresslevel zu erreichen.
Gedankenkarussell stoppen
Sehr hilfreich, um überhaupt an die Umsetzung von positiven Affirmationen
oder Meditation zu denken, ist es das eigene Gedankenkarussell im Kopf zu
stoppen. Viele sind besonders jetzt von Sorgen, Ängsten und
Überforderungsgedanken betroffen und diese drehen sich scheinbar endlos in
unserem Kopf. Wenn das passiert, dann rufe ich mir (leise oder laut) das Wort
STOPP zu.
Das Gute daran: das irritiert nachweislich das Gehirn und verschafft mir
Zeit. Zeit, mir einen aufbauenden Satz zu sagen oder Zeit, mit einer Meditation
zu beginnen. Zudem kann man dieses Grübeln auch mit Terminen zum Sorgenmachen
außer Kraft setzen. Wie das? Als mein Mann und ich im zweiten Lockdown durch
unsere Selbstständigkeit ins Rudern kamen, haben wir begonnen uns Termine zum
Sorgenbesprechen zu vereinbaren. Das tat total gut, weil wir wussten, wann
wir uns damit auseinandersetzen werden und somit gleichzeitig wieder Kraft
und Energie für Anderes frei wurde, was letztlich schon allein für eine
Lösung gesorgt hat.
Highlights einbauen
Highlights einbauen – das klingt im Lockdown schon etwas merkwürdig, denn
eigentlich ist fast nichts erlaubt. Durch meine Herangehensweise mit den
bewussten positiven Gedanken, wollte ich auch hier nicht im
Es-geht-nicht-Modus stecken bleiben. Regelmäßig habe ich überlegt, wie wir
Höhepunkte in den Alltag einbauen können. Bisher haben ich neben Ausflügen,
Schatzsuchen in der Wohnung, den Nachbarn etwas Gebasteltes vor die Tür zu
legen oder die Schuleinführung beginnen zu planen, vor allem auch immer
wieder neue Projekte auf Arbeit gestartet um mich selbst als wirksam zu
erleben. Auf diese Weise habe ich nicht das Gefühl stehen zu bleiben und
minimiere die Zeit mich von den täglichen Nachrichten frustrieren zu
lassen.
Ankerpunkte setzen
Diesen Punkt mag ich auch sehr gerne, weil er ebenfalls so einfach
umsetzbar ist. Für mich heißt Ankerpunkte im Alltag zu setzen – und das hat
mir besonders im strengen Lockdownteil sehr gut geholfen – mehrere
Lichtblicke am Tag zu haben. Ich warte also nicht mehr auf die große Ruhe,
die mit drei Kindern und Arbeit eh nicht eintritt, sondern baue mir öfter am
Tag kleine Momente ein.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese 1-5 Minuten für mich haben werde ist
hoch. Am Morgen öffne ich zum Beispiel beim Frühstück vorbereiten immer erst
einmal die Balkontür, trete hinaus und atme dreimal ein- und aus – nur für
mich und genieße die Ruhe. Das kann natürlich genauso ein Tanz zum
Lieblingslied oder ein Kaffee sein.
Nach dem einen Moment freue ich mich auf den nächsten und komme so viel
besser durch den Tag als auf das Ende oder die große Erlösung zu warten.
Zudem habe ich mir einen Ankerpunkt gesetzt. Dies könnte eine Tür, ein
Spiegel, die Blume auf dem Tisch sein und immer wenn ich den Ankerpunkt sehe,
frage ich mich, wie es mir geht. In meiner Arbeit merke ich das auch sehr
deutlich: wir Mamas sind so im Arbeitsmodus, wir fühlen uns noch weniger.
Mit dem Ankerpunkt können wir wieder bei unseren Gefühlen andocken und dann
nach und nach wahrnehmen, welches Bedürfnis hinter dem Stress, der Wut oder
der Genervtheit steckt. Und nur wenn wir das Gefühl wahrnehmen, können wir
auch beginnen das Bedürfnis dahinter zu erfüllen.“
Etwas weiterzugeben war mein Bedürfnis mit diesem Text und vielleicht
bietet er den ein oder anderen Anstoß für mehr Kraft und Leichtigkeit genau
in dieser Situation.
|
Sechs Dinge, die mich als Dreifachmama im Lockdown stärken |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sehr-gerne-mama-du-arschbombe-eine-buch-empfehlung-mit-lach-garantie |
Ach ist das schön, Patricias
Buch ist da. Ihr kennt Patricia bestimmt allesamt als Autorin des Blogs
dasnuf.de. Nun also. Ein Buch. Ich liebe Bücher, wisst Ihr ja. Und fast so
schön, wie selbst Bücher schreiben, ist, wenn Menschen, die man mag, Bücher
schreiben. Hach.
Allein der Beschreibungstext: „Bastelmuttihölle, Erledigungen,
die vier Stunden mit Kind statt eine Stunde ohne dauern, die
Fensterbank voller Raupenkacke und das Wort „Arschbombe“ 100-mal am Tag
– das Leben mit Kindern kann ganz schön anstrengend oder nervig sein.
Wie man trotz allem den Humor nicht verliert und eine entspannte Haltung
im Leben mit Kindern behält, verrät Patricia Cammarata warmherzig mit viel
Selbstironie in diesem Buch.“
Nun habe ich allerdings einen – nein, mehrere – Fehler begangen. Weil das
Buch erst seit 13. August auf dem Markt ist dachte ich, ich hätte Zeit, es
mir gemütlich durchzulesen, um dann eine fachmännische Kritik loszuwerden.
Dies ist mir nun aber nicht mehr möglich.
Zum Einen: Ich besitze das Buch nicht mehr. Es wurde mir aus den Händen
gerissen. Ich hatte es nur kurz im Flur der Schwiegereltern liegen lassen,
zack, weg. Meine Schwägerin amüsiert sich also jetzt Abend für Abend! Es sei
ihr vergönnt, ich kauf mir das Buch einfach neu. Wie geht nicht? Ach was,
schon alle ausverkauft? Gut, warte ich eben, bis es neu gedruckt ist. Will ja
auch mal was zu lachen haben.
Zum Anderen: Leser der Arschbombe scheinen zum Inhalieren des Buches zu
neigen, denn: Es gibt bereits jetzt sooo viele tolle Rezensionen, dass Ihr
meine persönliche Einschätzung gar nicht mehr braucht. Ich fasse einfach die
lustigsten Buchbesprechungen zusammen. Auf geht´s:
Autorin Patricia Cammarata. Foto: Eva Stolz
Creadienstag schreibt:
„Es ist echt (arsch-)bombig. Ich habe schon lange nicht mehr ein sooooo
witziges Buch gelesen. Man kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus und will
auch permanent: GENAU SO IST ES !!!111!! rufen. […] Zu empfehlen für
Eltern und solche, die es werden wollen. :-)“
_________________
Verflixter Alltag schreibt:
„Das meistgetwittertste Wort in meiner Timeline war die letzte Woche wohl
#Arschbombe. Und nein, das liegt nicht daran, dass meine gesamte Timeline
Baden geht, sie reden über das Buch von Patricia Cammarata alias „das Nuf„,
eine Bloggerin, die ihre jahrelange Erfahrung als Mutter in einem höchst
amüsanten Buch zusammengefasst hat. […] Und eines habe ich gelernt: mit
schlafendem Baby auf dem Arm sollte man das Buch nicht lesen, erst recht
nicht, wenn man Husten hat. Der Lach- und unmittelbar darauf folgende
Hustenanfall sind dieser Idylle nicht zuträglich!
_________________
Die BrigitteMOM druckt gleich einen ganzen Auszug:
„Alle Kinder wollen Haustiere. Auch die der Autorin Patricia Cammarata.
Achtmal hat sie „Nein“ gesagt, nach der neunten Frage hatte sie zwei
Wasserschnecken als Mitbewohner. Mit tragischem Ausgang.“ Weiterlesen…
_________________
MamaHoch² schreibt:
„Ich verstehe das Buch nicht als Ratgeber, sondern als eine Aufmunterung
für alle Eltern. Es ist so witzig zu lesen und sich immer wieder selbst dabei
zu ertappen, wie man eventuell ähnlich reagiert in bestimmten Situationen.
Beim Lesen musste ich schon am Anfang ganz oft echt laut auflachen, weil ich
immer wieder dachte: „Ja, genauso ist Louisa auch gerade.“ oder „Gott sei
Dank, ergeht es auch anderen Müttern so.“ Perfekt auch zum Lesen für
Zwischendrin oder unterwegs.“
_________________
Tollabea schreibt:
„Ich schreibe diesen Blogpost, weil ich das Buch richtig klasse finde und
Patricia’s Humor für einen der grandiosesten in der ganzen Mama-Blogger- und
Twitterszene halte: Sie ist eine feinfühlige Beobachterin und kann uns
Situationskomik und Alltags-Fettnäpchen so witzig servieren, dass wir uns die
Speckröllchen vor Lachzittern festhalten müssen, um nicht
Bauchtänzerinnengeld zugesteckt zu bekommen. Ääähm…
Okay… ich gebe es zu… ich habe gerade hier versucht, so lustig zu sein wie
sie und es gelingt mir nicht so gut. Aber ihr versteht mich, ODER?“
_________________
Marmeladenschuh schreibt:
Warum sollte man Kinder bekommen? Der ganze Stress, die Elternabende, die
Pflichten, die Opfer… Weil es sooo witzig ist, nie langweilig wird und ganz
offensichtlich die Fantasie beflügelt! Endlich ein Buch das dem
gesellschaflichen und medialen Gejammer über das angeblich schwierige Leben
mit Kindern entgegenwirkt!
_________________
Mama notes schreibt:
Ich habe mehrmals laut gelacht und zwar egal wo. Auf dem Spielplatz, im
Park und auf dem Sofa. Beinahe hätte ich fremden Eltern im Sandkasten daraus
vorgelesen, aber dazu war ich zu schüchtern.
_________________
Mama on thr rocks schreibt:
Das Spezielle an ihrem Buch aber ist, dass (meines Wissens zum ersten Mal)
die besten Texte eines Eltern-BLOGS, nämlichvon Das Nuf, zu einem Buch
zusammengefasst wurden. Kein Wunder also, dass wir alle jubeln. Und die isz
wohl der zweite Grund für die La-Ola-Welle: Eine Branche feiert sich selbst.
„Das könnten wir sein!“
_________________
glücklich scheitern schreibt bei Twitter, dass die #arschbombe die beste
Klolektüre ever ist (wo soll Mutti schließlich sonst lesen?)
_________________
DIE BESTE REZENSION EVER gab´s vom Familienbetrieb. ZUM SCHREIEN! Selbst
Patricia als Autorin befand, dass diese Rezension sogar noch besser als ihr eigenes
Buch sei.
„Die Texte sind mit so viel Wortwitz und scharfem Blick für die
Absurditäten des Alltags geschrieben, als sei Patricia Cammarata einer
außerehelichen Liaison Vicco von Bülows mit Ephraim Kishon entsprungen. Ein
biologisch-genetisch fragwürdiger und auch ansonsten unangemessen
despektierlicher Vergleich, der aber sehr treffend die Eloquenz, die
scharfsinnige Beobachtungsgabe und das Talent zur satirischen Übertreibung
von Patricia Cammarata zum Ausdruck bringt. Als umsichtige Mutter hat
Patricia Cammarata dafür gesorgt, dass Buchdeckel und –rücken abwaschbar
sind. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil in Haushalten mit Kindern oder
motorisch minderbegabten Erwachsenen.“
_________________
GEWINNSPIEL:
Falls wir Euch jetzt überzeugt haben sollten vom Patricias Erstlingswerk:
Ihr könnt hier bei uns jetzt ein Exemplar gewinnen! Schreibt uns einfach die
witzigste Anekdote im Leben mit Euren Kindern in die Kommentare rein.
Falls Ihr das nicht tun wollt, steht Euch natürlich auch der Buchhandel zur
Verfügung. Dazu ein kleiner Hinweis: Seid doch so lieb und kauft es in Eurer
lokalen Buchhandlung. Ich glaube, das wäre der Autorin sehr sehr recht! Viel
Spaß beim Lachen!
|
„Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“ - eine Buch-Empfehlung mit
Lach-Garantie | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/selbst-optimierung-zwischen-saftkur-und-pilates-ich-mach-da-nicht-mit |
Meine Freundin M. macht gerade wieder eine Saft-Fastenkur. Kollegin P. isst
seit Wochen noch noch 6 Stunden am Tag, was waaaaaahhhnnnnssssiiinnniiiiig
gesund ist und ihr total viel Energie gibt. Meine Cousine hat Alkohol und
weißes Mehl komplett vom Menü-Plan verbannt, die Nachbarin hat dem Zucker für
immer abgeschworen – was gar nicht so leicht ist, „weil man sich ja gar nicht
vorstellen kann, wo überall Zucker drin ist. SO krass, echt!“
Freundin H. trainiert für einen Halbmarathon, den will sie noch laufen,
bevor sie nächstes Jahr 40 wird. Und die Mutter aus der Kita formt ihren Body
jetzt in so einem hippen Barre-Studio. Barre, das ist ein Mix aus Ballett,
Yoga und Pilates – wie, das hast du noch nie gehört? Macht doch jetzt jeder,
weil es lange Muskeln macht. Und die will jetzt jeder.
Wann ist es eigentlich uncool geworden, abends mit Freundinnen ein paar
Gläser Rotwein zu trinken?
Freundin W. sitzt abends nicht einfach so auf der Couch. Während sie TV
schaut, bearbeitet sie nebenbei ihre Faszien mit einer Rolle. Und natürlich
steht sie derzeit um 5:30 Uhr morgens auf – das ist gerade eine Challenge auf
Instagram. Dann trinkt sie einen Ingwer-Shot und meditiert eine halbe Stunde.
Jetzt mal ganz im Ernst: Wir sind alle Frauen um die 40 – wann ist es
eigentlich uncool geworden, abends mit Freundinnen ein paar Gläser Rotwein zu
trinken, um sich gemeinsam vor dem Sport zu drücken? Als wir alle
frischgebackene Mamas waren, war es normal, dass wir uns mal eben an der
Tanke ein Snickers geholt haben, weil das so gut tat. Da war es das Schönste,
im Jogging-Anzug Serie zu gucken.
Faszien-Fasten-Faszination: Selbst-Optimierungswahn deluxe
Jetzt sind die Kinder größer und alle verfallen in den
Selbst-Optimierungswahn. Yoga-Hosen gelten als normales Kleidungsstück, mit
Collagen-Masken sollen unsere Falten verschwinden und dreimal die Woche
Workout muss schon drin sein – neben den Kindern und dem Job. Und wer bei der
Frühaufsteh-Challenge nicht mitmacht, verpasst ja so viel! (Und ist stinkig
faul!)
Ist das anstrengend! Ich mach da nicht mit. Ich gehe gerne spazieren, fahre
Rad. Ich gehe gerne zum Friseur und freue mich, wenn ich eine neue tolle
Bodylotion habe. Ich achte auch auf
mich, aber ich bin doch keine zwanzigjährige Hupfdohle.
Mein Köper, mein Äußeres muss nicht optimiert werden durch Saftkuren,
Essenspausen oder Ballettstangen. Mein Körper wird geliebt, geachtet, nicht
geknechtet. Wenn er Ruhe braucht, dann bekommt er die. Wenn er nach
Schokolade schreit, dann kriegt er die. Wenn er sich nach einer Massage
sehnt, dann buche ich diese. Aber ich kämpfe nicht gegen jede Rolle, jede
Falte, jeden Pickel. Ich bleibe morgens gerne so lange wie möglich im Bett
und freue mich, dass das ENDLICH wieder möglich ist, jetzt, wo die Kids
größer sind.
Und wieder dem nächsten heißen Hype hinterher: Puh, mir ist das alles zu
anstrgend
Meine Freundinnen, die sich nur nur flüssig oder weizenfrei ernähren,
sagen: „Ich mach das nur für mich. Ich hab mich noch nie so fit gefühlt.“
Ja, ich fühle mich nicht immer fit. Weil ichs nicht bin. Weil ich abends zu
lange mit einer Freundin telefoniert habe oder das letzte Glas Wein zu viel
war. Aber das sind dann meisten die Momente, bei denen ich sage: „Ich mach
das für mich. Ich habe schon lange nicht mehr so gelacht/so ein tolles
Gespräch geführt.“ Sollte es in unserem Leben nicht viel viel mehr genau
darum gehen?
Dieser Gastbeitrag stammt von unserer Leserin Pia. Sie ist 39 Jahre alt,
lebt in Berlin und hat zwei Kinder.
|
Selbst-Optimierung zwischen Saftkur und Pilates: Ich mach da nicht mit! | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sexy-mama-wie-sich-frauen-heute-zwischen-kinderstress-und-fuckability-zwang-aufreiben-muessen |
Ihr Lieben, es wird ja heute
viel gesprochen über die etlichen Anforderungen an Mütter. Sie sollen
möglichst super kochen, toll basteln, geduldig sein, dabei noch Karriere
machen, Zeit für ihre Freunde und Hobbys haben UND dabei bitte noch gut
aussehen. Das ist natürlich Quatsch und vielleicht sollten wir darüber
einfach müde lächeln, aber wer kann sich schon von all dem gänzlich
freimachen? Na eben!
Katja Grach, die sich als ausgebildete Sexualpädagogin schon in ihrem Blog
Krachbumm viel mit dem Thema Elternsex und Fuckability-Zwang von Müttern
auseinandersetzt, hat nun ein Buch zum Thema geschrieben: Die
MILFmädchenrechnung (Affiliate Link). MILF, das heißt übersetzt: Mother I´d
like to fuck.
Im Buch geht es um den Begriff der MILF als kulturelles Gütezeichen, aber
eben auch ganz praktisch darum, wo sich Grenzen zwischen Pop- und Pornokultur
vermischen – und wo für Frauen heute gesellschaftlicher Zwang beginnt und
persönliche Freiheit endet. Wir hatten dazu ein paar Fragen an sie.
Katja, du bist Sexualpädagogin und hast ein Buch darüber geschrieben, wie
sich Frauen heute zwischen "Fuckability-Zwang und Kinderstress"
aufreiben. Wie kamst du auf die Idee?
Gute Frage. Auf den Titel kam eigentlich mein Literaturagent und ich dachte
mir nur: DAS schreib ich! Aber viel vorher hatte ich schon eine Masterarbeit
über die Kulturgeschichte der "bösen" Mädchen geschrieben, in der
ganz viel vom Siegeszug der Fuckability steckte. Gleichzeitig hab ich mich
als frischgebackene Mutter von unglaublich vielen Erwartungen an meine
Mutterrolle bombardiert gefühlt, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Und
irgendwie fanden diese beiden Stränge dann immer mehr in der medialen
Inszenierung der MILF zusammen.
Was meinst du denn damit konkret, wenn du sagst, auch Mütter müssten heute
"fuckable" sein?
Es ist auffällig, dass die Mutter, die kultur- und religionsgeschichtlich
als asexuelles Wesen galt und immer so einen Gegenpol darstellte ("Alles
Schlampen außer Mutti") seit gut 10 Jahren als eines der beliebtesten
Porno-Genres herumgeistert. Gleichzeitig wird medial fleißig darüber
diskutiert, wer wie lange gebraucht hat, den Babyspeck der Schwangerschaft
wieder wegzubekommen. An den Geburten von Herzogin Kate und ihren
Fotoshootings danach, lässt sich das gut nachvollziehen. Im Zeitalter der
Selbstoptimierung macht der Druck fit, gesund, leistungsfähig,
durchorganisiert und sexuell attraktiv zu sein auch nicht mehr vor Müttern
halt. Abgesehen davon spielt die Schönheitsindustrie mit unseren
Unsicherheiten bzgl. unserer sich ständig verändernden Körper. Insofern sind
Mütter eine große Zielgruppe.
Hast du selbst auch das Gefühl, eine MILF (Mother I´d like tu fuck")
sein zu müssen?
Jein. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass ich meinen Körper so wie
er ist sieben Tage die Woche toll finde und nichts dran ändern würde. Aber
mittlerweile habe ich mir eine Haltung erarbeitet (die meistens für mich
funktioniert), dass die Gesellschaft lernen muss, dass es auch Menschen mit
Körpern wie meinem gibt und ich es niemandem schulde, etwaiges Bauchfett zu
kaschieren. Wenn ich Lust habe mich sexy zu stylen, dann mach ich das. Wenn
ich keinen Bock drauf hab, dann müssen andere auch mit der unbearbeiteten
Version von mir leben. Menschen sind vielfältig. Das darf gesehen
werden.
Aber was mir persönlich schräg
aufgefallen ist, dass ich just in dem Moment, ab dem der Babybauch wuchs,
nicht mehr in der Art und Weise von Männern auf der Straße wahrgenommen wurde
wie vor der Schwangerschaft. Als wär ich plötzlich unsichtbar. Und dann, als
das Kind draußen war, stellte sich das wieder um und ich spürte wieder die
Blicke. Und gerade in dem Moment, wo dein Busen durchs Stillen total
verändert ist und deine Bauchdecke plötzlich ganz anders aussieht, wünscht du
dir natürlich, nicht wie eine ausrangierte Milchstation auszusehen sondern
wie ein heißer Photoshop-Feger, der dir aus Instagram entgegen lacht.
Ist das denn generell wirklich ein Status, den es heute zu erreichen
gilt?
Ich glaube, es ist eher ein Status, den es nicht zu verlieren gilt. Gerade
durch diesen gesellschaftlichen Trend, der uns suggeriert, dass alles machbar
und schaffbar ist, dass du nur ein paar Blogposts mit zehn Tricks zu einem
tollen Hintern, mehr Happyness und einer besseren Work-Life-Balance lesen
musst und deinen Smoothie morgens nach dem Sonnengruß trinken brauchst, ist
es nur logisch wenn sich diese Machbarkeit auch auf das Thema Sexualität
ausweitet. Und das tut es. Das sehe ich als Sexualpädagogin und als
aufmerksame Leserin von klassischen Männer- und Frauenzeitschriften, wie sehr
der Leistungsgedanke in unsere Schlafzimmer geschlüpft ist. Und das ist auch
an dem Druck und der Ablehnung spürbar der in einer unglaublichen
Emotionalität sichtbar wird, wenn sich eine Frau im Internet erlaubt, ihre
Achselhaare zu zeigen oder wenn über Intimbehaarung "diskutiert"
wird. Da gibt es kein "Geschmäcker sind verschieden", sondern
unglaublich viele Menschen fühlen sich bemüßigt für andere zu entscheiden,
wie diese ihre Körper zu bearbeiten zu haben. So als müssten alle einem
gewissen "Standard" entsprechen, um im Falle eines One-Night-Stands
keine "bösen" Überraschungen erleben zu müssen. Das ist doch
verrückt.
Das ist es in der Tat. Offenbar gibt es da ein vorgefertigtes Bild, dem es
zu entsprechen gilt… Das gibt es ja auch bei harmloseren Themen. Zum Beispiel
bei einem: "Ach, du siehst ja gar nicht aus wie ne Dreifachmutter."
Da fragen wir uns schon, welche Bilder Menschen zu Dreifachmüttern im Kopf
haben. Was meinst du, woher die Vorurteile kommen?
Einerseits, wie gesagt, hängt da sicherlich vieles im kollektiven
Bewusstsein zur asexuellen Mutterfigur. Das ist aber sicherlich auch
vermischt mit den Bildern, die wir zu Fruchtbarkeitsgöttinnen im Kopf haben
oder zur Venus von Willendorf. Auch in meinem Kopf ist so eine klassische
Mutterfigur eine Frau mit einem dicken runden Bauch und großen Brüsten. Im
Real Life assoziieren deshalb vermutlich auch viele Mehrfachmütter mit
solchen Körperformen oder auch mit dem Gedanken, dass mehr das Häusliche und
vermutlich damit nicht mehr das sexuell Aktive im Vordergrund steht. Es wird
vergessen, dass Mutter zu sein, eine Rolle ist, ein Verwandtschaftsgrad, und
die Person, die diese Rolle ausfüllt, viel komplexer ist und ihre Figur oder
ihr Kleidungsstil noch lange nicht auf ein Klischee reduzierbar sind.
Ein Satz in deinem Buch heißt: "Eine MILF gebiert und zieht Kinder
groß, während sie trotzdem das versaute Luder bleibt, das sie schon immer
war. Von "Alles Schlampen außer Mutti" zu "Alles Schlampen,
auch Mutti" – wollen wir das?" Wie fällt deine Antwort aus?
Nein, wollen wir nicht. Sowohl die Zuschreibungen und alles was dranhängt
an der Schlampe (Hure) als auch der Mutter (Heilige) engt uns ein. Wir sollen
alles sein dürfen, was wir wollen. Vor allem wir selbst. In allen Facetten –
und wenn's jeden Tag ne andre oder auch immer dieselbe ist. Wir verdienen
Respekt und Grenzen des Zumutbaren.
Nun habe ich das Gefühl, dass es doch große Unterschiede zwischen Stadt und
Land gibt. Im Babyboom-Viertel Prenzlauer Berg ist es vermutlich etwas anderes
als in einem kleinen Dorf im Nirgendwo. Oder meinst du nicht?
Ich bin keine Expertin für den Prenzlauer Berg. Ich lebe in Österreich. Da
wäre alles außer Wien im Vergleich mit Berlin quasi Land. Abgesehen davon bin
ich ein Dorfkind. Als Sexualpädagogin bin ich in Schulen sowohl dort als auch
da unterwegs. Es gibt zwar manchmal Unterschiede, aber der Druck und die
Fragen sind überall dieselben. Ich denke, dass ich auch bei Erwachsenen nicht
anders. Das Internet hört nicht an der Stadtgrenze auf. Mediale Bilder, die
uns Druck machen, Fotofilter am Handy, die uns noch während dem Knipsen die
Haut glätten und die Augen vergrößern gibt es dort und da. Meinen Sohn hab
ich in einem Krankenhaus im Land zur Welt gebracht. Ob meine Beine da super
glatt waren, war mir bei Entbindung ziemlich egal. Als ich aber all die
andren Mütter ringsum perfekt gewachst und teils auch noch im fancy Negliee
im Zimmer sitzen saß, war ich ziemlich irritiert.
In deinem Blog
Krachbumm schreibst du ja auch viel über elterliche Sexualität. Wo siehst du
die größten Herausforderungen?
Müdigkeit, Zeit, Gelegenheit, Elternthemen. Ich lebe vom Vater meines
Kindes getrennt und wir teilen uns die Elternzeit auf. Das ist ein
unglaublicher Luxus für mein Beziehungsleben. Viele Konflikte, die sich durch
einen gemeinsamen Haushalt und gemeinsame Obhut der Kinder ergeben, habe ich
in dieser Form nicht mehr. Die Mischung aus Zeitmangel und Müdigkeit finde
ich bei Eltern wirklich eine große Herausforderung und viele stellen ihre
eigenen Bedürfnisse und die als Paar viel zu weit zurück. Aber es ist auch
verrückt. In Babyratgebern steht alles Mögliche, wie das Kind im ersten Jahr
gut begleitet werden soll, aber die Beziehung der Eltern, die soll einfach so
per Zauberhand gelingen. Dabei ist das ja eine komplette Umstellung der
Lebensrealität. Gleichzeitig fehlt mir in Beziehungs- und Sexratgebern der
Bezug auf die Lebensrealität der Eltern. Kein Wunder, dass es ein Wort wie
"Elternsex" gibt. Es muss schon was ganz Exotisches sein, wenn das
Thema überall, wo es Platz haben sollte, einfach vergessen wird.
Hast du Tipps für Paare,
bei denen durch die Kinder die Leidenschaft ein bisschen eingeschlafen ist?
Das ist eine gefährliche Frage, weil es kein Patentrezept für jede Art von
Beziehung gibt und manchen Paaren passt das auch so. Die Verknüpfung von
sexueller Leidenschaft, romantischer Liebe und Familienleben ist historisch
etwas total Neues. Das gab es mit diesem Anspruch noch nie vorher in der
Geschichte. Das waren drei total unterschiedliche Konzepte. Insofern denke
ich, müssen wir auch nicht so streng mit uns selbst sein. Außer natürlich, es
ist uns wichtig, das Feuer wieder zum Lodern zu bringen. Grundsätzlich würde
ich dafür vor allem bewusste fixe Zeitfenster empfehlen, um sich wieder
einmal als Paar zu erleben. Sich diese Zeit zu nehmen und nicht darauf zu
verzichten, weil irgendwas anderes wieder "wichtiger" ist, ist gar
nicht so leicht. Aber wenn eine Beziehung leben soll, muss man ihr auch Platz
zum Leben einräumen. Und sonst: TedTalks von Esther Perel. Empfehle ich
uneingeschränkt.
|
Sexy Mama? Wie sich Frauen heute zwischen Kinderstress und
Fuckability-Zwang aufreiben (müssen) | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sicher-durch-die-dunkle-jahreszeit-gewinnt-leuchten-von-sigma |
Ihr Lieben, wir stecken mitten drin in der dunklen Jahreszeit. Leider
leider heißt Winter bei uns ja eher: Grau und schmuddelig und nicht: weiß und
weihnachtlich.
In Berlin geht derzeit noch vor 16 Uhr die Sonne unter – langsam aber
sicher werden zwar die Tage länger, aber bis es bis spät abends hell ist,
wird es noch einige Zeit dauern.
Ich habe Kinder, die gerne und viel draußen unterwegs sind. Gerade jetzt in
den Ferien machen wir lange Spaziergänge und Radtouren. Da wir nahe am
Grunewald wohnen, geht mein Mann oft mit den Größeren auf
Mountainbike-Touren, sie nehmen Picknick mit und fahren kreuz und quer durch
den Wald.
Aber Ihr kennt das sicherlich auch: Gerade ist es noch hell und man denkt
sich, man hat ja noch etwas Zeit, radelt noch ein bisschen weiter – und
innerhalb der nächsten viertel Stunde ist es dunkel. Dass unsere Kinder und
wir sicher auf den Rädern unterwegs sind, hat für uns absolute Priorität.
Daher sind neben Helmen auch gute Lichter Pflicht. Auch, weil die Berliner
nicht gerade bekannt sind für ihre rücksichtsvolle Art im
Straßenverkehr.
Ich möchte Euch heute von Herzen die Fahrrad-Leuchten von Sigma empfehlen.
Ganz neu gibt es nun die Aura 30, die ideale Leuchte für Kinder. Die
Frontleuchte ist relativ klein, hat aber eine Leuchtweite von 40 Metern und
eine Leuchtdauer von 15 Stunden. Da sie so kompakt ist, passt sie an jeden
noch so kleinen Fahrrad-Lenker (wichtig für uns, wenn unsere Kleinste ist mit
ihren 4 Jahren auch schon eine fleißige Radlerin).
Die passende Rückleuchte Curve hat eine Brenndauer von 29 Stunden und die
Reichweite von 400 Metern sorgt für Sichtbarkeit und Sicherheit im
Straßenverkehr. Die Rückleuchte verfügt über einen Batterieindikator, der
zuverlässig anzeigt, wenn die Power der Batterien zur Neige geht. Alle
Lichter verfügen natürlich über eine StVZO-Zulassung.
Für uns ideal: Die Lampen lassen sich alle ohne Werkzeug anbringen. Durch
die flexiblen Silikonbänder sind die ruckzuck und kinderleicht an-und
abgemacht. Das ist besonders für Familien mit mehreren Kindern wichtig, falls
die Lampen geteilt werden sollen oder wenn Kinder mehr als ein Gefährt haben.
Wir benutzen die Lampen jetzt übrigens auch als Taschenlampen-Ersatz, wenn
wir abends nochmal um den Block gehen, um die Kinder auszulüften.
Für alle, die es noch eine Spur heller brauchen, gibt es die Aura 60, eine
wiederaufladbare Fahrradleuchte, mit einer Leuchtweite von 70 Metern. An der
Frontleuchte gibt es sogar noch kleine Seitenleuchten, um noch auffälliger zu
sein. Die Aura 60 hat sich direkt mein Mann geschnappt, der leider auf einer
vielbefahrenen Straße zur Arbeit radeln muss….
Die Leuchten von Sigma verfügen natürlich über eine StVZO-Zulassung und
sind regelmäßig Testsieger bei Stiftung Warentest. Perfekt also für alle,
deren Schulkinder morgens zur Schule radeln oder am späten Nachmittag von
Freunden zurück fahren (gerade ist ja alles ein bisschen anders, aber wir
sind uns sicher, dass wir auf bessere Zeiten hinsteuern…)
Und weil wir so überzeugt sind, freuen wir uns ganz besonders, dass
wir drei Sigma-Produkt-Pakete an Euch verlosen dürfen. Kommentiert uns hier
einfach, warum Ihr die Leuchten unbedingt braucht. Das Los entscheidet dann.
Viel Glück! (Hier nochmal mehr Infos zu den Leuchten:
https://www.sigmasport.com/de/produkte/licht-systeme?)
|
Sicher durch die dunkle Jahreszeit: Gewinnt Leuchten von Sigma | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sie-kloppen-sich-schon-wieder-warum-sich-manche-geschwister-einfach-nicht-leiden-koennen |
Ihr Lieben, ihr kennt sie ja sicherlich alle, die Sterne am
Elternfirmament: Katja Seide und Danielle Graf, die zwei Frauen hinter „Das
gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“, die einer
ganzen Müttergeneration aus der Seele sprechen. „Ich hoffe, Danielle und
Katja wissen, wie vielen Kindern sie bereits bessere Eltern ermöglichen“,
schrieb Ebenfalls-Bestseller-Autorin Rike Drust von
Muttergefühle.Gesamtausgabe* über sie. Und hat recht!
Über 400.000 Exemplare ihrer ersten zwei Bücher zum entspannten Weg durch
die Trotzphase* und zum gelassenen Durchkommen durch die Kinderjahre zwischen
dem 5. und dem 10. Geburtstag* gingen über den Ladentisch. Drei Jahre lang
standen sie auf der Spiegel Bestsellerliste. Kein Wunder, dass ihre Fans auf
ihr neues Buch warten – und nun ist es endlich, endlich da. Und dann auch
noch zu einem Thema, das uns selbst so sehr beschäftigt: Ein Geschwisterbuch
(Alle Links hier: Affiliate Links)!
Danielle Graf und Katja Seide.
Ihr Lieben, fallen wir mal direkt mit der Tür ins Haus: Gibt es
Geschwisterkinder, die sich wirklich einfach nicht mögen?
Es gibt durchaus Kinder, bei denen die natürliche Kompatibilität nicht
harmoniert. Darauf haben Eltern auch keinen Einfluss. Das ist aber eher
selten. Vielmehr steckt hinter Geschwisterkindern, die sich scheinbar nicht
leiden können oder die häufig streiten oft eine nicht gut begleitete
nachgeburtliche Geschwisterkrise.
Das heißt, das oder die Erstgeborene/n werden mit ihren widersprüchlichen
Gefühlen im ersten Jahr nach der Geburt des Geschwisterkindes zu stark allein
gelassen. Das passiert vor allem, weil Eltern häufig nicht klar ist, wie
einschneidend so eine Geburt für die Geschwister sein kann. Denn das Baby
nimmt unseren Erstgeborenen ja ziemlich viel weg. Auf jeden Fall Aufmerksamkeit
und Zeit der Eltern.
Es fühlt sich ein bisschen so an, als würden die Eltern das ältere Kind mit
dem Baby betrügen. Und jeder, der selbst schon einmal von einem Liebespartner
betrogen wurde, weiß, wie wertlos man sich plötzlich fühlt. So, als wäre man
all die Jahre nicht „genug“ gewesen. Jemand, der gerade betrogen wurde,
versucht vielleicht zunächst, sich besonders anzustrengen. Besonders
attraktiv zu sein, unterhaltsam, entspannt, um den Partner oder die Partnerin
zurückzugewinnen. Das machen unsere Erstgeborenen auch.
Sie sind leise, lieb und versuchen, sich zurückzunehmen, oder besonders
herzig zu sein, um die Liebe der Eltern zurückzugewinnen. Doch das halten sie
nicht lange durch, und dann kommen häufig negative Verhaltensweisen hinzu.
Sie werden aggressiv dem Baby oder den Eltern gegenüber, oder tun so, als
wären sie selbst noch ein Baby, oder sie zerstören Dinge, um die
Aufmerksamkeit der Eltern zurückzugewinnen. Das kennt man auch von betrogenen
Erwachsenen – irgendwann bricht es aus einem heraus und man sendet fiese
Spitzen in Richtung des Partners oder der Partnerin, obwohl man weiß, dass
man sie damit verletzt und vielleicht sogar in die Arme des Nebenbuhlers oder
der Nebenbuhlerin treibt.
Aber kann man den Drang, zu verletzen, wie man selbst verletzt wurde,
unterdrücken? Nein. Es platzt einfach aus einem heraus. Nun, so geht es auch
unseren Kindern. Und deshalb sollten die Eltern diese negativen
Verhaltensweisen in der nachgeburtlichen Geschwisterkrise auch nicht
bestrafen. Sie sollten nachsichtig sein. Ihr Kind hat ein gebrochenes
Herz.
Der Schlüssel zum Glück könnte Zuhören heißen. Hört euren Kindern zu, wenn
sie sich über ihr Geschwisterchen aufregen. Wiederholt ruhig, worüber sie
sich beschweren, zeigt Interesse. Das ist eine Taktik, die ich aus eurem Buch
entnehme. Was genau bringt sie?
Das, was du da beschreibst, nennt sich Aktives Zuhören nach Thomas Gordon.
Kinder müssen wissen, dass auch ihre dunkelsten Wünsche ausgesprochen werden
dürfen, ohne dafür von den Eltern verbal eins mit der moralischen Keule
übergebraten zu bekommen. Beim Aktiven Zuhören bemühen sich die Eltern, nicht
mit typischen Phrasen zu antworten. Wenn das Kind also z.B. sagt: „Ich hasse
mein Geschwister!“, dann würden die Eltern statt des typischen „Ach, das
sagst du jetzt, aber morgen seid ihr wieder dicke Freunde…“ eher antworten
mit „Wow, das klingt, als könntest du ihn gerade echt nicht leiden?“.
Die typische Antwort ist nämlich ein klassischer Gesprächsabschneider. Man
sagt damit aus: „Ich glaube nicht, dass deine Gefühle so sind“ und damit
signalisiert man dem Kind, das man nicht daran interessiert ist, mehr zu
hören. Beim Aktiven Zuhören versucht man, die Aussagen des Kindes neutral zu
übersetzen. Wirklich ohne Wertung, selbst, wenn das Kind schockierende
Aussagen macht. So bleibt man einerseits im Gespräch, und andererseits
erkennt das Kind selbst, was sein Problem ist und wie die Lösung aussehen
könnte. Das ist der Zauber des Aktiven Zuhörens – ich kann das echt jedem
empfehlen.
Im Durchschnitt streiten drei- bis siebenjährige Geschwister alle 17
Minuten miteinander, scheibt ihr. Nun bin ich eine sehr mitfühlende Mama und
ich kann nicht gut Streit aushalten. Besonders nicht, wenn dann eines meiner
Kinder verletzt wird. Wie können wir damit umgehen (wirklich nachher beide umarmen?)?
Es ist wichtig, unterscheiden zu lernen, was für eine Art Streit deine
Kinder gerade miteinander haben. Es gibt nämlich Streite, die sind total
wichtig, um soziales Miteinander zu lernen und zu erkennen, wann man zu weit
gegangen ist, wann man den anderen mit Worten oder Taten verletzt hat. Da
wäre es kontraproduktiv, einzugreifen, denn dann würden wir unseren Kindern
diese Lernchance nehmen.
Wir haben deshalb im Buch viele, viele Seiten dem Thema Streit gewidmet –
worum der Streit augenscheinlich geht, was wirklich meist dahintersteckt, und
wie Eltern reagieren sollten. Wir haben sogar ein Fließdiagram erstellt, an
welchem Eltern innerhalb von Minuten abchecken können, ob sie eingreifen
müssen, oder nicht. Wenn deine Kinder viel körperlich streiten, dann musst du
zunächst schauen, ob es ein langfristiges Ungleichgewicht bezüglich der
Kräfteverteilung gibt. Ist ein Kind immerzu der oder die Schwächere, müssen
Eltern selbstverständlich die Streite moderieren. In anderen Fällen nicht
unbedingt. Doch sobald einer oder beide weinen, sollte man Trost anbieten.
Auch dem Kind, das gehauen hat!
Geschwister in „Täter“ und „Opfer“ zu unterteilen, und nur das
vermeintliche Opfer zu trösten, schadet nur der Geschwisterbeziehung. Wir
wissen nie genau, wer angefangen hat, oder was vorher vorgefallen ist etc.,
dementsprechend sollten wir nicht versuchen, den Schiedsrichter zu spielen.
Das kann nur schief gehen. Ein Kind fühlt sich dann mindestens unverstanden
und ungerecht behandelt. Und an wem wird es das auslassen? Genau, am
Geschwister. Lassen wir das Urteilen also, und nehmen nach dem Streit lieber
beide Kinder in den Arm.
Woher kommt eigentlich dieses „Ich kann das aber besser, ich bau aber
höhere Türme“? Geht es da um Liebe? Um Anerkennung der Eltern? Und warum
kommt dann bei ihnen nicht an, wenn wir sagen: Hey, egal wie groß der Turm
ist, den du baust, du bist wunderbar und toll? Oder kommt das auf Dauer doch
irgendwie bei den Kindern an?
Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Oft beginnt das „Ich bin der
Erste, Schnellste, Beste“ in der nachgeburtlichen Geschwisterkrise. Es ist
eine Strategie der Psyche, mit der sie das angeknackste Selbstwertgefühl des
Erstgeborenen zu stabilisieren versucht. Leider wird das häufig auch noch von
außen verstärkt, wenn gut meinende Eltern, Großeltern oder Bekannte
versuchen, dem Kind das Baby schmackhaft zu machen, indem sie Vergleiche à la
„Du bist schon ein großes Kind und kannst das ganz toll! Das Baby kann
ja noch gar nichts…“ anstellen.
Das soll das große Kind eigentlich stolz auf sich selbst machen und sein
Selbstwert und Selbstbewusstsein verbessern, aber eigentlich erreichen solche
Bemerkungen nur, dass von Anfang an eine Konkurrenz zwischen den Kindern
forciert wird. Das große Kind nimmt aus solchen Worten die unterschwellige
Aussage mit, dass es irgendwie wichtig scheint, dass es in allem besser als
das kleine Geschwister ist. So wird die Grundlage für eine lebenslange
Konkurrenz geschaffen.
Das Geschwisterbuch, das schon vor dem Erscheinungstermin in die zweite
Auflage ging.
Später kann so eine unterschwellige Konkurrenz auch einfach so auftreten.
Das hat dann viel mit der elterlichen Ressource „Aufmerksamkeit“ zu tun.
Eltern haben unendlich viel Liebe für alle Kinder übrig, aber leider nicht
unendlich viel Zeit und Kraft für Aufmerksamkeit. Und dann versuchen Kinder
manchmal, sich diese Aufmerksamkeit durch besondere Leistungen zu sichern:
„Ich bin die Beste in Mathe!“ „Ich kann die höchsten Türme bauen!“ „Ich bin
besonders brav und liebreizend!“. Das sollten Eltern im Auge behalten.
Ein bisschen Konkurrenz spornt an, aber zu viel davon macht krank und
drückt die Kinder auch zu stark in Nischen. Denn wenn ich immer die Brave und
Liebreizende bin, was wird dann aus meinen anderen Charakteranteilen? Was
wird mit meiner Wut, meiner Kraft, meinem Egoismus? Oder was passiert, wenn
ich mich immer darüber definiere, dass ich ein Genie in Mathe bin, und dann
macht es bei meiner Schwester Klick im Gehirn und sie ist plötzlich genauso
gut oder sogar besser als ich?
Wie können wir denn Vergleiche vermeiden? Ich denke da zum Beispiel an
unsere Zwillinge, die dann ihre Zeugnisse nebeneinanderlegen, was immer zu
wahnsinnigem Frust führt…
Es gibt ein paar Kniffe für den Alltag, den Eltern beachten können und die
wir sehr ausführlich im Buch ausgearbeitet haben. Zunächst einmal sollten
Eltern natürlich vermeiden, selbst zu vergleichen oder ihre Kinder in Nischen
zu drücken. Dieses klassische „Dein Bruder ist immer so positiv und hat so
viele Freunde, nimm dir doch mal ein Beispiel an ihm!“ sollte uns Eltern
nicht mehr über die Lippen kommen.
Erstens hat noch kein Kind angefangen, fröhlicher zu sein oder mehr
Freundschaften zu schließen, weil das Geschwister das so gut macht und
zweitens könnte es sein, dass das Kind aus der Aussage herausliest, dass es
nicht genügt. Dass wir es lieber hätten, wenn es anders wäre. Wir wollen doch
aber all unsere Kinder bedingungslos lieben!
Auch das klassische „Wettbewerb als Erziehungsmittel“ hat heutzutage
ausgedient. Es mag für kurze Zeit den Alltag erleichtern, wenn man als Eltern
darauf zurückgreift, morgens zu rufen „Wer von euch ist als Erster
angezogen?“, die Langzeitfolgen sind aber unangenehm – nämlich permanenter
Wettbewerb zwischen den Geschwistern und demzufolge oft Streit und Frust.
Also lieber andere Taktiken suchen, morgens schnell los zu kommen.
Das Gleiche gilt fürs Abzählen von Dingen: Es mag im stressigen Alltag
zunächst einfacher erscheinen, die Cornflakes morgens abzuzählen, damit alle
Kinder genau gleich viel haben und Streit darum vermieden wird. Ich verstehe
total gut, dass Eltern das tun. Aber letztendlich suggeriert es den Kindern,
dass Cornflakes, Legosteine oder der Füllstand des Cola-Glases tatsächlich
wert sind, umkämpft zu werden. Und dann wird man für sehr, sehr, lange Zeit
des lieben Friends willen als Elternteil Dinge abzählen müssen.
Stattdessen sollten wir gleich am Anfang klar machen, dass wir bei solchem
Pillepalle nicht auf absolute Gerechtigkeit achten können, sondern auf
individuelle Bedürfnisse: „Es ist egal, wie viele Cornflakes dein Bruder in
seiner Schüssel hat. Iss erstmal deine auf. Hast du danach noch Hunger,
bekommst du gerne mehr.“ Das führt am Anfang zu Geschrei, das stimmt, aber es
ist es wert, Stellung zu beziehen, weil man damit eben sofort klar macht,
dass Gleichbehandlung nicht automatisch Gerechtigkeit ist.
Mit Zwillingen hast du es natürlich etwas schwerer, weil Kinder, die sich
alterstechnisch nah sind, besonders oft in Konkurrenz gehen. Da muss man noch
stärker darauf achten, nicht zu vergleichen und man muss ihnen die
Gelegenheit geben, sich abseits vom Geschwister entwickeln zu können.
Verschiedene Klassen, verschiedene Vereine usw. helfen dabei ein wenig. Und
eben die Grundhaltung in der Familie, dass es immer um Bedürfnisse geht und
Bedürfnisse individuell sind.
Ihr schreibt im Buch von einem 15jährigen, der seine 12jährige Schwester
wirklich hasst. Er hasst wie sie geht, wie sie steht, ja, sogar wie sie
atmet. Und teilt ihr das auch mit. Wie kann die Mutter hier reagieren?
Echter Geschwisterhass entsteht nicht von heute auf morgen. Hass entsteht
aus verfaulten Gefühlen, aus verfaulter Liebe und aus Eifersucht. Die Mutter
in unserem Beispiel hat ihren Sohn vor zwölf Jahren in der nachgeburtlichen
Geschwisterkrise nicht aufgefangen. Sie dachte, sie müsse streng zu dem
Kleinen sein, weil er ungebührliches Verhalten zeigte. Er war ja erst drei
Jahre alt, aber sie dachte eben, wenn sie nicht schon jetzt mit Strenge
darauf reagiert, wenn er Spielzeuge kaputt macht oder die Wand anmalt, dann
würde das dazu führen, dass er auch später nicht auf sie hört. Aber er zeigte
diese Verhaltensweisen natürlich aus Traurigkeit und Eifersucht. Das wurde
durch die „logischen Konsequenzen“, auf die seine Eltern bestanden, nicht
besser. Er fühlte sich eher noch stärker abgelehnt.
Seine Eltern haben ihn natürlich sehr wohl geliebt und all die Strafen
waren eher zu seinem Besten gedacht. Ihnen war nicht klar, dass sie so die
Beziehung zu ihm und vor allem die Beziehung zwischen ihm und seiner
Babyschwester nachhaltig störten. So blieb also die Schwester sein Leben lang
ein Dorn in seinem Auge und er fing an, alles an ihr unerträglich zu finden
und ihr das immer wieder zu zeigen. Kurz, dieser Stachel in seinem Herzen
brachte ihn dazu, sie zu mobben. Und das dürfen Eltern, bei allem Verständnis
für den Grund, nicht zulassen.
Deshalb haben wir in unserem Buch nicht nur Fragen herausgearbeitet mit
denen Eltern eruieren können, ob es sich bei dem permanenten Streit zwischen
ihren Kindern um Geschwisterhass handelt, sondern auch klare
Handlungsanweisungen gegeben, wie man beziehungsorientiert, aber tough gegen
Mobbing vorgeht. Das ist nicht ganz leicht, weil man ein Unterstützernetz
braucht und mit seinen Schwierigkeiten innerhalb der Familie quasi an die
Öffentlichkeit muss, aber es ist extrem wichtig. Nicht nur für das gemobbte
Kind, sondern auch für das mobbende.
Ihr beiden, vielen Dank für dieses Interview!
Baby ist da. Ein Pappbilderbuch für Kinder, die ein Geschwisterchen
bekommen.
Zu guter Letzt: Danielle und Katja haben neben dem Geschwisterbuch
zeitgleich auch noch ein Kinderbuch mit herausgebracht, in dem es um die
Entthronung des großen Geschwisters geht: Baby ist da. Die Zeichnungen sind
so wunderbar echt, mit Chaos ums Familienbett herum und eben genauso wie es
eben in den meisten Familien mit zwei Kindern aussieht. Dazu ist nicht klar,
ob das Kind, um das es geht, ein Mädchen oder Junge ist, es heißt einfach
Toni und so können sich wirklich alle Kinder mit der Hauptfigur identifizieren.
Wir können euch auch dieses Buch einfach nur ans Herz legen, weil es so toll
ist, dass wir wünschten, wir hätten es selbst geschrieben. Danke Danielle und
Katja für eure so wertvolle Arbeit für Familien – und insbesondere für die
Kinder, denn die profitieren wohl am meisten von euren immer praxisnahen und
hilfreichen Ratschlägen und Tipps.
|
Geschwisterbuch: Danielle Graf und Katja Seide mit Lösungen für Konflikte |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/silvester-feuerwerk-fuers-leben-eine-letzte-gute-tat-in-diesem-jahr-fuer-die-dkms |
Ihr Lieben, nun melden wir
uns doch nochmal ganz kurz aus dem Blog-Urlaub zurück – und zwar für eine
richtig gute Sache.
Es geht um Silvester! Wenn wir zum Jahreswechsel auf unserer Wiese stehen,
dann blicken wir auf einen dicht bewohnten Berg und uns wird ein buntes,
farbiges Panorama geliefert. Es knallt, es leuchtet, es ist jedes Mal wieder
unvergleichlich. Alle feiern in diesem Moment. Und ich liebe das. Es hat
wirklich etwas von einem Abschied UND vorn einem Neuanfang. Ich mag diese
aufgeladene Stimmung und dieses Gefühl, das sich wie eine Gänsehaut über den
ganzen Körper legt. Was war im letzten Jahr los? Was wird das nächste Jahr
wohl bringen?
In dieser Woche wird wieder Silvester-Feuerwerk verkauft, am Sonntag wird
geböllert. Im Schnitt gibt jeder Deutsche 37 Euro dafür aus. Das ist mehr,
als eine Registrierung bei der Deutschen Knochenmarkspende-Datei kostet – da
sind es 35 Euro. Mit diesen 35 Euro können Leben gerettet werden. Denn die
DKMS finanziert sich auch über Spenden. Jede einzelne kostet. Es braucht also
nicht nur Menschen, die sich selbstregistrieren lassen, sondern vor allem
auch Geldgeber. Ob mit einer Spende, mit einer Registrierung – oder beidem.
Auf jeden Fall kann damit Menschen geholfen werden, die auf Hilfe angewiesen
sind. Wir finden: Da lohnt sich jede Mühe!
Wie wäre es also mit einer letzten guten Tat in diesem Jahr? Wir mögen
Feuerwerk, doch das „Feuerwerk fürs Leben“ bedeutet noch so viel mehr. Und
deswegen sagen wir: Man muss ja nicht auf Raketen und bunte Lichter
verzichten, aber wir wünschen uns, dass mindestens genauso viel Geld
gespendet wird wie ins Silvesterfeuerwerk fließt. Daher sind wir gern dabei
und freuen uns, wenn ihr es auch seid.“
Hier könnt ihr helfen!
|
Silvester-Feuerwerk fürs Leben! Eine letzte gute Tat in diesem Jahr – für
die DKMS | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sind-wir-genervt-ja-sind-wir-gluecklich-auf-jeden-fall-milena-ueber-ihren-corona-alltag-mit-5-kindern |
In der Regel fängt mein Tag wie folgt an. Sanft werde ich von der
Morgensonne wachgeküsst. Ich stehe in aller Ruhe auf, schaue auf mein Handy –
nur Corona, sonst keine weiteren Nachrichten – wundervoll.
In der Küche wartet der reichlich gedeckte Frühstückstisch auf mich und
meine fünf Kinder sitzen Mux-Mäuschen-still mit frisch aufgebackenen Brötchen
am Tisch und lassen mich meinen Latte Macchiato genießen, bis sie mir
nacheinander und der Reihe nach ihre Tagesziele vortragen. Nach dem Frühstück
übernehmen die Großen die Küche und ich kann mich mit meinem Mann
beratschlagen, was an Projekten ansteht, während wir nach unserem frisch
ausgesäten Rasen schauen. Herrlich, wie er sprießt und die Kinder genau
wissen, dass sie im Moment nur über bestimmte Wege ins Trampolin dürfen.
Die kleinen drei Kinder malen in der Zwischenzeit oder spielen mit ihren
Autos auf der Couch. Danach gehen die Großen beiden selbstständig zu ihrem
Schulalltag über und … AM ARSCH!
Ich bin Milena, 33 Jahre jung, Mama von 5 Jungs im Alter von 1 bis 14
Jahren. Ich habe 2 Schulkinder, 2 Kindergartenkinder und leider noch keinen Betreuungsplatz
für unseren Kleinsten bekommen – Selbständigkeit ist „ja keine so richtige
Arbeit“.
Apropos Arbeit: mit meinem Mann habe ich eine kleine Medienagentur, bin
Country Leader eines Kinder- und Erwachsenenturnkonzeptes „Wobbelturnen“ in
mehreren Ländern und „nebenbei“ habe ich in den letzten Jahren noch meine
eigene kleine Fitness Marke aufgebaut.
NATÜRLICH sieht mein Morgen keineswegs so aus wie ich ihn oben beschrieben
habe.
Unsere Kinder rauben uns viele Nerven und manchmal geben sie auch ein paar
davon wieder zurück. Während ich täglich meine Online-Kurse in unserem wegen
Corona umgebauten Esszimmer gebe, verbringt mein Mann Zeit mit den Jungs und
wenn er an immer wieder neuen kreativen Ideen arbeitet, kümmere ich mich um
Haushalt, Homeschooling, rege zum Spielen an und fahre zum Mittagsschläfchen
mit dem Kinderwagen die Straße hoch und runter.
Und ganz nebenbei sammle ich Ideen für unsere Social-Media-Accounts und
Abends, wenn die Kids schlummern, wird mit Netflix am Laptop gearbeitet.
Zwischendurch kochen wir mal zusammen oder wir grillen im Garten und dann
geht der Spaß von vorne los.
Corona hat vieles verändert, einiges ist anstrengender geworden, anderes
einfacher und unseren Tagesablauf gestalten wir spontan. Sind wir genervt? Ab
und zu. Sind wir demotiviert? Nein. Sind wir glücklich? Auf jeden Fall. „Auf
jeden Fall“ – Das hat mein Mann vor bald 9 Jahren übrigens auch am Traualtar
zu mir gesagt hat, auf die Frage, ob er mich denn heiraten wolle.
Unser chaotisches Wohnzimmer liebe ich genauso wie meine Kinder, die jeden
Tag auf „Zerstörungsmission“ in unserem Garten oder im Haus unterwegs sind.
Erst gestern haben sie einen Permanent-Marker aus dem Büroschrank stibitzt
und siehe da – der Klodeckel eignet sich hervorragend zum Bemalen, wenn kein
Blatt Papier in der Nähe liegt. Der Rasen – oder zumindest das was
stellenweise vom vielen Fußballspielen noch übrig geblieben ist – hat genauso
gelitten, wie Spielzeug, das Trampolin oder der Tiefkühlschrank, der täglich
heimlich nach Eis durchsucht wird. Homeschooling läuft mal besser, mal schlechter
aber hey es läuft.
Ich liebe meinen Zirkus, meine Affen und mein Glück. Corona ist beruflich
und privat eine Herausforderung, lässt uns als Ehepaar noch weiter
zusammenrücken und aus jeder Krise können wir stärker hervortreten.
Wir haben neue Perspektiven, neue Ideen und sind in unserem neuen Alltag
zusammengewachsen. Davon möchte ich „zurück“ in der Realität vieles
beibehalten. Wir vermissen Freunde, Verwandte, Veranstaltungen und auch eine
Hochzeit in meinem Heimatland Polen im Sommer steht auf wackeligen Beinen.
Meine liebste Oma, die in Polen lebt, ist nicht mehr die Jüngste und ich
hoffe, sie übersteht diese gante Zeit und ich darf sie wiedersehen. Wir
machen das Beste daraus und hoffen auf baldige Besserung.
Was ich sagen will: Feiert eure Wäscheberge, lasst den Abwasch stehen, legt
2x mehr die Beine hoch, schlaft erschöpft von Abenteuern mit euren Kids ein,
drückt und knutscht euren Partner und bleibt positiv. Und wenn gar nichts
mehr geht dreht die Musik auf und rockt mit den Kids ab, das weckt
Glückshormone. Ich schicke Euch ganz viele virtuelle Umarmungen!
|
Sind wir genervt? Ja! Sind wir glücklich? Auf jeden Fall! Milena über
ihren Corona-Alltag mit 5 Kindern | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/skifahren-mit-kindern-10-tipps-fuer-einen-schoenen-winterurlaub |
Ihr Lieben, nichts – aber
auch wirklich nichts – rückt meine Welt so zurecht wie ein paar Tage in den
Bergen. Ich liebe die Weite, die Stille. Wenn ich auf einer Wiese stehe, die
Berggipfel sehe – relativiert sich meine eigene Größe ganz schnell – und mit
ihr die Problemchen, über die ich mir viel zu oft Gedanken mache.
Seit ich denken kann, habe ich Urlaub in den Bergen gemacht. Im Frühling
waren wir wandern, Sommer plantschten wir im nahegelegenen Stausee, im Herbst
gingen meine geliebten Großeltern mit uns stundenlang durch den Wald auf der
Suche nach Pfifferlingen. Und im Winter standen wir den ganzen Tag auf
Skiern. Bereits im zwarten Alter von zwei Jahren schnallte mir ein Opa die
Ski unter die Füße, denn wer laufen kann, kann auch skifahren, sagte
er.
Ich bin also Wintersport-Fan seit jüngsten Jahren – und so ist es kein
Wunder, dass meine beiden Großen auch schon begeisterte Skifahrer sind. Da in
Berlin demnächst Skiferien anstehen und viele von Euch nochmal in den Schnee
düsen, schreibe ich hier mal 10 Tipps für den Skiurlaub mit Kindern
auf:
1. Anreise: Wir fahren immer nachts. Der Weg ist weit und wenn man Samstag
der „Bettenwechsel“ in den Hotels ansteht, staut es sich auf der Autobahn.
Deshalb setzen wir die Kinder abends ins Auto und fahren in die Nacht. Klar
ist das anstrengend, aber das Gefühl, am nächsten Morgen in den Bergen
aufzuwachen und den ganzen Tag vor sich zu haben, ist unbezahlbar.
2. Im ersten Jahr, als meine Große Skifahren lernen wollte, habe ich selbst
den Skilehrer gespielt. Mit der Folge, dass es gekracht hat. Sie beschwerte
sich, dass ich nicht gut erkläre, ich war zu ungeduldig -kurz: Es endete in
Tränen. Daher mein Rat, die Kinder in einen Skikurs zu geben. Die Lehrer dort
sind Profis, tausend mal geduldiger als wir Eltern und die Kinder finden dort
schnell Freunde. Was meine Kinder in kurzer Zeit im Kurs gelernt haben, fand
ich großartig. Und außerdem beschert so ein Skikurs auch ein paar ruhige
Stunden für die Eltern.
3. In den Jahren, in denen Kinder noch ständig wachsen, hat es eigentlich
keinen Sinn, Skier und Skischuhe für Kinder zu kaufen. Daher leihe ich die
Ausrüstung vor Ort. Erspart auch jede Menge Gepäck.
4. In gute Skiklamotten investiere ich dagegen – nichts ist Schlimmer, als
wenn Kinder frierend und nass am Berg sind. Ich kaufe alles in Unisex-Farben,
so dass die Kinder die Sachen nacheinander auftragen können. Die Kitakinder
tragen ihre Schneeanzüge übrigens auch oft hier in Berlin, wenn es richtig
kalt ist.
5. Skifahren ist teuer, das kann man nicht wegdiskutieren. Ausrüstung,
Liftkarten – da kommt ganz schön was zusammen. Bei uns schenken die Großeltern
immer einen Teil der Skikurse/Liftkarten zu Weihnachten – das finde ich
sinnvoller als das 1000ste Spielzeug und entlastet unsere
Urlaubskasse.
6. Viele Skischulen bieten an, die Kinder auch über Mittag zu betreeuen und
mit ihnen Mittag zu essen. Was natürlich extra kostet. Daher haben wir –
gerade am Anfang – die Kinder für die Mittagspause nach Hause geholt, dort
gekocht. Das ist zum einen günstiger und zum anderen können die Kinder sich
dann auch nochmal aufs Sofa legen und ausruhen – Skifahren ist nämlich echt
anstrengend.
7. Die meisten Skikurse enden um 15 Uhr – unsere Kinder waren dann immer
total groggy. Deshalb die Faustregel: Erstmal nach Hause, was essen,
ausruhen. Und dann gegebenfalls nochmal los. Nie direkt nach dem
Abholen!
8. Mein Sohn ist eine kleine Pistensau – das hießt, am Liebsten fährt er
Schuss. Manchmal kann ich kaum hinschauen, aber ich glaube tatsächlich, dass
Kinder beim Skifahren sehr schnell lernen, wie weit und wie schnell sie
fahren können. Dazu gehört auch, dass sie den ein oder anderen Sturz
verkraften müssen. Das gehört aber dazu und schult die Kinder enorm in ihrer
Selbsteinschätzung. Dass Helme Pflicht sind, muss ich wohl nicht extra
erwähnen.
9. Bei der Wahl des Skiortes wäre mir wichtig, dass die Lifte relativ
leicht erreichbar sind – sich morgens schon eine Stunde lang in einen
überfüllten Skibus zu quetschen, wäre gar nicht meins…
10. Ein gutes Alter für den ersten Skikurs ist 4 Jahre – viele Schischulen
nehmen mittlerweile gar keine jüngeren Kinder mehr. Die Skischuhe sind
relativ schwer, da müssen die Kinder aussreichend Kraft in den Beinen haben.
Im Zweifel würde ich immer ein Jahr länger warten, als das Kind zu früh in
einen Skikurs zu geben – so vermeidet man Misserfolge und blöde
Einstiegs-Erlebnisse.—–
Bei der Anreise unseres diesjährigen Skiurlaubs über Silvester wurden wir
von VOLVO unterstützt. Da wir in Berlin nur ein kleines, sehr altes Auto
besitzen, das so eine weite Strecke niemals schaffen würde, durften wir den
VOLVO XC 90 testen. Für mich ist es das ideale Auto für eine Familie mit
mehreren Kindern, die auf eine weitere Reise gehen möchte. Im Kofferraum
lässt sich eine dritte Sitzreihe ausklappen – meine Tochter fand das natürlich
mega cool und richtete sich hinten ihr gemütliches Eck ein. Die Mittelreihe
ist groß, dass ich Bedarf bequem in der Mitte zwischen zwei Kindersitzen
sitze kann. Der Kofferraum ist riesig, wir hatten kein Problem, unser Gepäck
für fünf Leute unterzubringen.
Der Volvo XC 90 ist von innen unglaublich hochwertig, die Lederausstattung
sehr schick und das Navigationssystem einfach zu bedienen. Das Auto
beschleunigt von o auf 100 in 7,6 Sekunden und verbraucht auf 100 Kilometer
zwischen 6,4 und 7,5 Liter. Wir hatten zu jeder Zeit ein extrem hohes Gefühl
an Sicherheit, ganz besonders auf den kurvenreichen Bergstraßen und auch, als
wir in einen Platzregen auf der Autobahn gekommen sind. Ein besonderes
Fahrerlebnis mit sehr sehr viel Komfort auf so langer Strecke.
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Skifahren mit Kindern - 10 Tipps für einen schönen Winterurlaub | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-hat-das-jugendamt-mir-geholfen-leserinnen-erzaehlen |
Ihr Lieben, könnt Ihr Euch
noch an unserer Interview mit einer Jugendamtsmitarbeiterin erinnern (HIER
der Link). Den Artikel haben wir neulich auf unserer Facebook-Seite nochmal
gepostet und gefragt, wer sich auch schon mal Unterstützung vom Jugendamt
geholt hat. So viele Mütter haben uns geschrieben und uns ihre Geschichten
erzählt. Vielen Dank dafür. Hier kommen ein paar kleine Einblicke in das
Leben unserer Leserinnen.
Liebe Martina, erzähl mal, wann und warum Du Dir Unterstützung vom
Jugendamt geholt hast.
Es ging damals um die Unterhaltszahlungen von meinem Ex, das war vor sechs
Jahren. Meine Tochter war damals 2,5 Jahre alt und die Scheidung endlich
rechtskräfrig. Ich bekam den vorgeschriebenen Unterhalt (ca. 250 Euro) und
habe versucht, mit der neuen Situation Fuß umzugehen. Nach gut einem Jahr
wurde der Vater meiner Tochter arbeitslos und der Unterhalt wurde
herabgesetzt (ca 170 Euro). Da ich keine Energie mehr für Streitereien hatte
und ich das riesen Glück hatte, dass meine Eltern mich etwas finanziell
unterstützten, stimmte ich der Herabsetzung zu – in der Hoffnung, dass mein
Ex schnell wieder einen Job findet. Dem war auch so. Nach einem halben Jahr
verkündete mir der Kindesvater, dass er wieder einen Job habe und dass ich
wieder mehr Unterhalt bekomme. Das war im Sommer 2014.
Aus eigenem Wunsch (der Job hat ihm nicht zugesagt) hat er das
Dienstverhältnis wieder gelöst. Das habe ich durch eine Vorladung beim
Bezirksgericht erfahren. Die Rechtspflegerin hat mir geraten, dass ich mich
mit dem Jugendamt in Verbindung setze, da die aktuellen Zahlungen schon unter
dem Regelbedarfssatz waren. Ich habe damals dem Kindesvater gemailt, dass ich
es sehr traurig finde, diese Informationen vom Gericht zu erhalten.
Er hat mir dann vorgeschlagen, eine außergerichtliche Einigung zu treffen
und sagte mir 100 Euro im Monat zu. DAS war für mich der Zeitpunkt, an dem
ich genug hatte. Vorallem weil ich wusste, dass ER gekündigt hatte (im Wissen
kein Arbeitslosengeld zu bekommen) und nicht unverschuldet arbeitslos war.
Ich machte also einen Termin beim Jugendamt bei der zuständigen
Rechtsberatung aus und übertrug die Rechtsvertretung in Sachen Unterhalt an das
Jugendamt.
Da ich die alleinige Sorgerecht habe, war mir das ohne Zustimmung des
Kindesvaters möglich. WARUM ich das gemacht habe? Um Energie zu sparen. Und
weil ich es meiner Tochter schuldig bin, dass sie bekommt, was ihr zusteht.
Ich darf ja gar nicht auf Unterhalt verzichten. Beim ersten Mal habe ich noch
"zugesehen", beim zweiten Mal wusste ich, es ändert sich nicht,
wenn ich nichts tue. Beim Jugendamt sitzen Profis, die diese Fälle behandeln
ohne so emotional zu werden wie ich es werde. Ich bin sehr dankbar, dass es
dieses kostenlose Service gibt und dafür zahle ich auch gerne Steuern.
War der Schritt, um Hilfe zu bitten, schwer für Dich?
Nein, die Zeit war einfach reif dafür.
Wie hast Du die Menschen im Jugendamt erlebt?
Die für mich zuständige Dame war äußerst einfühlsam und freundlich. Schon
am Telefon und dann auch beim persönlichen Gespräch. In der Zwischenzeit ist
die Akte weitergewandert, ab und zu telefoniere ich noch mit den Sachbearbeitern.
Alle sind sehr freundlich. Ich denke aber auch: So wie man in den Wald
reinruft, hallt es auch heraus.
Was war die größte Erleichterung, die Dir diese Unterstützung gegeben
hat?
Die größte Erleichterung war sicher, dass ich wusste, mein Kind bekommt
finanziell, was ihm zusteht. Da der Kindesvater in Deutschland lebt und ich
in Österreich, sind die Amtswege etwas komplizierter und langwieriger. Und,
wie schon erwähnt, ich muss dafür keine Energie vergeuden. Es gibt keine
überraschenden Briefe mit Vorladung vom Gericht, sondern nur Informationen
über neue Rechtsbescheide. Ich wollte diese Anspannung nicht weitere 14 Jahre
bis zur Volljährigkeit haben, daher bin ich sehr dankbar für diese
Hilfe.
Wie ist die Situation mit dem Unterhalt heute?
Ich erhalte regelmäßig den Unterhalt direkt vom Jugendamt, der Kindesvater
zahlt regelmäßig. Da er wieder einen Job gefunden hat, haben sich die
Zahlungen erhöht, auch aufgrund des fortschreitenden Alters meiner
Tochter.
Was würdest Du Frauen raten, die sich noch nicht sicher sind, wie sie das
mit dem Unterhalt regeln?
Ich würde ihnen von meiner Erfahrung berichten und ihnen raten, sich gut zu
informieren. Es geht um das Recht der Kinder. Und wir Mamas haben genug andere
Aufgaben, die wirklich WIR übernehmen sollten. Wenn ich etwas in der Zeit als
Alleinerziehende gelernt habe: Man muss auch mal Aufgaben abgeben an Leute,
die in den Bereichen qualifizierter sind als man selbst.
—–
Liebe Sabrina, wann und warum hast Du Dir damals Unterstützung beim
Jugendamt geholt?
Ich habe mir bereits während der Schwangerschaft Hilfe geholt, weil der
Kindsvater damals einfach das Land verlassen hat und klar war, dass er sich
um alle Pflichten drücken möchte.
Was das ein schwerer Schritt für Dich?
Ehrlich gesagt nicht. Ich selbst bin Pädagogin und arbeite regelmäßig mit
dem Jugendamt zusammen. Ich weiß, dass die Beamten dort eigentlich alle einen
guten Job machen.
Wie hast Du die Sachbearbeiter damals erlebt?
Leider war die erste Sachbearbeiterin schlecht, irgendwie unmotiviert und
inkompetent! Dann bekam ein anderer Sachbearbeiter meinen Fall und der hat
sich richtig reingehängt. Das war großartig!
Wie ist die Situation mit dem Kindsvater und dem Unterhalt
heute?
Dank der Hilfe des Jugendamtes zahlt er heute Unterhalt. Aber er möchte
weiterhin keinen Kontakt zu seinem Kind.
Jugendämter haben oft keinen guten Ruf. Woran könnte das, deiner Meinung
nach liegen?
Wie in allen sozialen Berufen sind die Rahmenbedingungen auch im Jugendamt
nicht ideal. Es gibt zu wenig Personal. Zudem gibt es bei uns im Kreis gerade
auch ganz neue Herausforderungen – das Amt muss sich um die vielen
unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kümmern – was ich extrem wichtig
finde. Aber das ist natürlich noch mehr Arbei für die Beamten. Für den ein
oder anderen ist das vielleicht zu viel.
—–ZUM WEITERLESEN: Das Jugendamt hat meine Tochter in Obhut genommen
|
So hat das Jugendamt mir geholfen - Leserinnen erzählen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-hat-die-geburt-der-kinder-unser-sexleben-veraendert-drei-leserinnen-erzaehlen |
Ihr Lieben, vor ein paar
Tagen haben wir hier die Lesefrage von Hanna veröffentlicht. Sie wollte
wissen, wann es "normal" ist, nach einer Geburt wieder Sex zu
haben. Es gab viele Zuschriften und viele Meinungen. So unterschiedlich wir
Mütter sind, so unterschiedlich ist auch die Lust auf Sex. Einige Frauen
waren monatelang zu müde und kaputt für Zärtlichkeiten mit dem Partner,
einige Frauen hatten schon nach kurzer Zeit wieder Lust. Heute gibt es Teil 1
der Interviews mit einigen unserer Leserinnen zu dem Thema:
Liebe Ute, wann hattest du das erste Mal nach der Geburt Sex? Und wie war
es für dich?
Ganz genau wann weiß ich nicht mehr, es war auf jeden Fall nach dem Wochenfluss.
Ich weiß auch noch, dass ich von ärztlicher Seite aus für die ersten 6 Wochen
nach der Geburt "Sexverbot" hatte. Ich glaube es war so 8–10 Wochen
nach der Geburt.
Wie es war … also rein körperlich war es nicht wirklich gut. Es war ein
wenig schmerzhaft und auch ein bisschen seltsam, weil mein Körper sich durch
Schwangerschaft, Geburt und Stillen schon auch anders angefühlt hat. Trotzdem
habe ich die Nähe und das Begehrtwerden sehr genossen und es war auch ein
tolles Gefühl, mich selber zu spüren und mal wieder was "für mich"
zu tun. Ich habe meinen Körper damit zurück erobert. Während der
Schwangerschaft und des Stillens ist der Körper ja doch sehr fremdbestimmt
und irgendwie zweckgebunden an die Versorgung des Kindes. Für mein Gefühl für
mich selber war es also sehr wichtig und gut. Und ich war letztendlich sehr
froh, dieses "erste Mal" aus dem Weg geräumt zu haben. Danach war
es wieder ganz normal, Sex zu haben.
Wie wichtig ist Sex generell in eurer Beziehung?
Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten. Das ändert sich ja auch
phasenweise. Am Anfang war es natürlich sehr wichtig und auch sehr häufig.
Das hat sich dann mit den Jahren etwas beruhigt. Wichtig finde ich nach wie
vor, dass es für beide Seiten zufriedenstellend ist und wir Spaß dran haben.
Grundsätzlich mögen wir beide sehr gerne Sex.
Kannst du dir vorstellen, Monate oder gar Jahre ohne Sex zu leben?
Ja. Zum einen hatte ich solche Phasen schon (innerhalb und außerhalb einer
Partnerschaft) und zum anderen finde ich es ganz normal. Es gibt ja auch
Situationen (Krankheiten, seelisches Ungleichgewicht etc.) in denen man
vielleicht Rücksicht nehmen muss, wenn der Partner gerade nicht so will.
Solange man drüber sprechen kann und eine Lösung findet, kann eine
Partnerschaft das aushalten. Solange man Single ist, ist es meiner Ansicht
nach auch eher normal, dass man wenig oder gar keinen Sex hat. Und hey, es
gibt auch wirklich tolle Spielzeuge, man braucht nicht immer unbedingt einen
Partner .
Warum haben Frauen oft weniger Lust als Männer?
Ich halte das für ein Klischee. Ich selber kenne das nicht so. Mittlerweile
denke ich, dass es einfach Menschen gibt, die mehr Spaß am Sex haben und
andere, denen das nicht so wichtig ist. (Und es ändert sich wirklich auch im
Laufe des Lebens.) Was meiner Meinung nach eher stimmt, ist, dass Frauen oft
mehr Probleme (als Männer) damit haben, wirklich für sie befriedigenden Sex
zu haben. Sei es, weil sie sich nicht wohl in ihrem Körper fühlen (Stichwort
Schlankheitswahn) oder sei es, weil sie sich nicht so leicht fallen lassen
können. Viele Mädchen werden ja z. B. auch so erzogen, dass Sex ein Tabu ist
und man das nur macht, weil der Mann das will. Dazu kommt, dass Frauen
einfach auch ein bisschen komplizierter gebaut sind und es vielleicht nicht
ganz so selbstverständlich ist, Spaß am Sex zu haben. Viele Frauen können nur
schwer zum Höhepunkt kommen, Männer tun sich da leichter. Und scheinbar ist
es für viele immer noch ein Problem, zu kommunizieren, was ihnen gefällt oder
was sie brauchen. Viele Frauen wissen es glaube ich auch selber gar
nicht.
Hast du einen guten Tipp für mehr Lust?
Also was mir (und uns) immer gut tut, ist, Zeit als Paar zu verbringen, in
der man sich wirklich um die Beziehung kümmert. Essen gehen, Kino, Therme,
die klassischen Date-Unternehmungen. Oder ein Kurzurlaub. Kinderfreie Zeit.
Dann kommt man schnell wieder auf eine Ebene, wo man auch Lust aufeinander
hat. Ein bisschen Alkohol schadet nie. Letztendlich kann es, glaube ich,
keine universellen Tipps geben, weil doch jede(r) sehr unterschiedlich ist.
Es könnte auch helfen, lustvolle oder erotische Situationen, die man bereits
miteinander erlebt hat, wieder zu visualisieren. Oder einfach mal knutschen.
Ich finde, eine Partnerschaft muss auch den Vertrauensrahmen bieten, dass man
sagen kann: Du, ich habe grad keine Lust auf Sex, vielleicht kannst du mir
helfen, das zu ändern. Und natürlich darf der andere nicht drängeln oder Sex
einfordern, das geht gar nicht. Aus Erfahrung kann ich aber auch sagen, dass
der Appetit auch mit dem Essen kommt. Vielleicht mehr machen, weniger
denken.
Wie hat sich dein Körpergefühl verändert seit du Mutter bist?
Ich habe ein Kind, das per Kaiserschnitt zur Welt kam. Und ich glaube, dass
das tatsächlich einen Riesenunterschied für das Körpergefühl macht im
Vergleich zu einer normalen Geburt. Das Kinderhaben hat meine
Körperwahrnehmung kaum beeinflusst. Mein Körpergefühl hat sich eher
dahingehend verändert, dass ich viel milder geworden bin mit mir selber. Ich
habe schon immer einige Kilos zuviel gehabt (nur während der Stillzeit war
ich echt schön schlank…) und heute sehe ich das nicht mehr so eng. Ich trage
z. B. zwar keinen Bikini, aber ich gehe ins Schwimmbad und mache mir da auch
keinen Kopf drüber. Ich fühle mich sehr wohl in meinem Körper – aber ich
glaube das hat auch was mit dem Alter und der damit erlangten Reife zu tun.
Schön finde ich zum Beispiel, dass Kinder es eigentlich sehr gerne mögen,
wenn sie an einem weichen Bauch schwabbeln dürfen. Die sehen das mit ganz
anderen Augen und dieser Blick tut einem sehr gut.
——-
Liebe Jessi, wann hattest Du das erste Mal nach der Geburt wieder
Sex?
Nach etwa 8 Wochen
Und wie war das?
Nicht schön, ich hatte eine Notsectio und hatte deshalb zwar keine
klassischen Geburtsverletzungen – aber ich habe nichts beim Sex
empfunden
Habt Ihr offen darüber gesprochen, wie sich Eure Bedürfnisse verändert
haben?
Meinem Partner habe ich von Anfang an gesagt, wie sich der Sex sich für
mich anfühlt und dass ich auch nicht wirklich das Bedürfniss danach
habe
Wie ist Dein Mann mit der Situation umgegangen?
Er hat mir immer Verständnis signalisiert (auch wenn ich mir vorstellen
kann, dass er es nicht immer hat/hatte). Man kann ja auch ohne Verkehr
zärtlichkeiten austauschen
Auf was führst Du die Lustlosigkeit zurück?
Am Anfang dachte ich, es liegt am Stillen, also an den Hormonen. Aber ich
glaube nicht, dass das der Hauptauslöser ist. Der Alltag mit Baby/Kleinkind
fordert manchmal soviel von mir, dass ich dann abends Ruhe ist, nichts
mehr hören und nichts mehr sehen möchte. Ich möchte dann einfach mal für mich
alleine sein.
Hast Du Dich deswegen auch mal schlecht/schuldig gefühlt?
Manchmal tat mein Partner mir leid. Aber ich bin der Meinung, dass wir
keine Tiere sind und uns einfach mal eine Zeitlang damit arrangieren können
sollten.
Wie war Euer Sexleben vor der Geburt?
Wundervoll! Und manchmal finde ich es auch schade, dass der Sex nicht mehr
so ist. Aber da hatten wir auch ein ganz anderes Leben. Alles war freier und
spontaner.
Glaubst Du, dass eine Ehe auch mit langen Sexflauten funktionieren
kann?
Ja, wenn man ehrlich zueinander ist geht das. Und später, wenn wir in Rente
sind, können wir die verpassten Liebesstunden alle nachholen.
——
Liebe Katja, Du hattest relativ früh nach der Geburt wieder Lust auf Sex –
wann genau und wie war das erste Mal?
Ich habe drei Söhne und hatte relativ schnell wieder Lust auf Sex mit
meinem Partner. Jeweils nach 3, 2,5 und nach 2Wochen, obowohl ich alle voll
stillte. Das erste Mal war schon komisch, da ja noch etwas Wochenfluss da
war, die Brust Milch bildete, die Geburtsverletzung noch vorhanden war und
der Körper eben noch sehr weich war. Trotzdem freute ich mich darüber, dass
die Bewegung wieder möglich war und der beim Sex störende Bauch
weg.
Wie wichtig ist Sex in Eurer Beziehung generell?
Sex ist in unserer Beziehung sehr wichtig. Schon früher haben wir viel
ausprobiert und tun es immer noch, wir sind da sehr offen. In den
Schwangerschaften hatten wir ehrlich gesagt sehr wenig Sex. Ich gehöre zwar
zu den Frauen, die während der Schwangerschaft eine unbändige Lust haben –
aber der Körper einer Schwangeren bringen mein Mann und ich wenig mit Erotik
in Verbindung. Schwangersein finde ich nicht sexy oder erotisch sondern eher
weiblich, mütterlich, warm, herzhaft, süß. Daher hatten wir sobald der Bauch
groß erschien eher wenig bis keinen Sex mehr. Aber ich habe dafür, weil meine
Lust so groß war, fast jeden Tag mastubiert und hatte einen Orgasmus, was
sogar die Geburt erleichtern soll – denn ein trainierter Muskel arbeitet
besser als ein untrainierter. Und die Gebärmutter ist ein Muskel.
Hat sich der Sex durch die Kinder verändert?
Zum Teil. Der Sex ist intensiver geworden und für mich befriedigender.
Früher hatte ich das Gefühl, sehr eng zu sein. Nun bin ich zwangsläufig durch
drei Geburten etwas weiter geworden. Und ich finde irgendwie je älter man
wird, umso mehr entspannter ist der Sex. Das Einzige, was sich geändert hat
ist, dass wir durch Arbeit (wir arbeiten beide – er voll, ich dreiviertel),
Haushalt und Kinder sehr müde sind und nicht mehr so häufig Sex haben. Aber
die Lust und die Offenheit ist immer noch da.
Warum haben so viele Frauen nach den Geburten so wenig Lust?
Das hat wohl viele, unterschiedliche Gründe. Wenn Frauen voll stillen,
haben sie genügend Kuschelhormon in sich, dass ihnen die Nähe und das Stillen
des Babys völlig ausreiche., Schlafmangel, neue Situation, hormonelle
Umstellung führen ebenfalls dazu, dass die Frauen weniger Lust haben. Und für
viele Frauen sind auch der Wochenfluss, der weiche, veränderte Körper, die
Sorge, dass beim Sex die Nähte der Geburtsverletzungen nicht halten,
Faktoren.
Könntest Du Dir vorstellen, mehrere Monate oder gar Jahre auf Sex zu
verzichten?
Nein, niemals. Monate vielleicht, wenn ich daran denke, dass wir in den
letzten drei Monaten der Schwangerschaft nur einmal Sex hatten. Aber Jahre?
Das ist für mich total unvorstellbar. Sex gehört für mich in einer guten
Beziehung dazu.
Viele Frauen haben auch Schwierigkeiten, die körperlichen Veränderungen zu
akzeptieren. Kannst Du das verstehen und was möchtest Du diesen Frauen
sagen?
Ja, die körperlichen Veränderungen, die eine Schwangerschaft mit sich
bringt, sind häufig sehr enorm. Aber nicht bei jeder Frau gleich- es
gibt Frauen, die sehr straffes Bindegewebe haben und nach wenigen Wochen
schon wieder annährend ihren alten Körper haben. Und bei vielen anderen sind
ganz typisch die Brüste, der Bauch, die Vagina, der Beckenboden, das
Bindegewebe /die Haut so verändert, dass es ihnen schwer fällt, ihren Körper
so zu akzeptieren. Sie schämen sich dafür – obwohl sie ja nichts dafür
können. Sie erleben sich als unattraktiv, trauern ihren alten wohlgeformten
Körper hinterher. Das ist sehr hinderlich für guten Sex mit dem Partner.
Männer haben wohl meist nicht dieses Problem, können es nicht
nachvollziehen.
Ich kann solche Gedanken sehr gut verstehen, da ich selber auch einen sehr
veränderten Körper habe. Ich bin zum Beispiel mit meinem Bauch nicht
zufrieden- er ist weich geblieben, hat einige Schwangerschaftsstreifen und
etwas überschüssige Haut am Unterbauch- für mich manchmal beim Sex auch etwas
hemmend- aber je älter ich werde (ich bin 34Jahre) akzeptiere ich mich mehr
und mein Mann berührt ihn einfach und mag ihn.
Ich habe drei Kinder geboren, drei mal war mein Bauch maximal gedehnt und
diese Leistung ist so unglaublich. Ich kann mich nicht vergleichen mit Frauen,
die 10 Jahre jünger sind oder gleich alt und keine Kinder haben. Das was ich
getan habe- drei mal Marathon und wieder zurück – muss man mir erstmal
nachmachen. Irgendwann muss man sich entscheiden: Möchte ich mich schämen
über Jahre, eine schwierige Beziehung, in der Sex einfach wegfällt und es
deshalb zu Problemen kommt – oder möchte ich mich einigermaßen akzpetieren,
auf guten Sex mit dem Partner nicht verzichten und begreifen, dass es beim
Sex völlig egal ist, ob man einen straffen oder einen weichen Bauch, feste
straffe Brüste oder etwas weichere, hängende Brüste hat. Das sind zumindest
beim Sex keine Kriterien für Qualität.
|
So hat die Geburt der Kinder unser Sexleben verändert - drei Leserinnen
erzählen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-reagieren-maenner-unter-wehen-ein-augen-und-ohrenschmaus-fuer-jede-die-schon-mal-entbunden-hat |
Liebe Caro, mensch nach
diesen aufregenden letzten Tagen wird es jetzt mal wieder Zeit, zurück zum
Tagesgeschäft zu kommen, oder? Hast Du Dich nicht auch schon mal gefragt,
warum wir uns das mit dem Kinderkriegen nicht auch partnerschaftlich und
gleichberechtigt teilen können? Du ein Kind, ich ein Kind? Dass also Mutter
UND Vater schwanger werden können, im Wechsel, fifty fifty?
Ich habe mir das besonders kurz nach der Geburt im Krankenhaus gewünscht,
als mein Mann gut gelaunt und intakt seine Freunde anrufen und sich als Vater
feiern lassen konnte, während ich noch mit Rückbildung und Milchspendereflex
beschäftigt war. Klar empfinde ich es als Privileg, ein Kind unter dem Herzen
getragen haben zu dürfen, aber es wäre schon auch schön, das nicht immer
selbst machen zu müssen. Findest Du nicht auch?
Umso lustiger finde ich dieses Video hier, das mir heute morgen eine
Freundin zugeschickt hat und in dem zwei Männer es mal so richtig wissen
wollen. Wie fühlen sich eigentlich Wehen an? Mit Elektroden dürfen sie
nachempfinden, was Frauen während der Geburt so alles spüren und erleben.
Dass das Video nicht auf deutsch ist, stört dabei nicht, die Bilder und das
Stöhnen sprechen für sich. Ein Genuss für jede, die schon mal entbunden hat,
findet Ihr nicht?
P.S. Das Video dauert ein bisschen, also am besten erst schauen, wenn Ihr
eine kleine Pause habt 😉
|
So reagieren Männer unter Wehen. Ein Augen- und Ohrenschmaus für jede,
die schon mal entbunden hat... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/so-schoen-dass-du-geboren-bist-katharina-mein-puzzleteil |
Liebe Katharina, ich weiß
gar nicht, ob du weißt, dass ich uns wie Puzzleteile sehe. Das eine
funktioniert ohne das andere nicht, erst gemeinsam wird aus uns ein Ganzes –
zumindest gilt das für unser gemeinsames Unternehmen Stadt Land Mama.
…Wenn ich an Buchtexten grübele, machst du die nächste Kooperation
klar.
… Wenn ich mich noch mit Gedanken im Bett wälze, schaltest du frühmorgens
schon Beiträge frei.
…Wenn ich auf Events gehe, hältst du die Social-Media-Kanäle am
Laufen.
…Wenn ich mit Experten telefonieren, redigierst du Gastbeiträge. Und dafür
gibt es kein Aufrechnen.
Stattdessen gibt es den stolzen Blick auf die gemeinsame Sache, die so
niemals laufen würde, wenn wir uns nicht hätten. Und wenn uns mal nichts mehr
einfällt, bleibt uns immer noch der Griff zum Hörer, um uns anzurufen.
Stadt Land Mama ist längst kein Schlauchboot mit Paddel mehr, sondern ein
Dampfer, den es zu warten und zu steuern gilt und auf dem immer neue Ideen
willkommen sind und durchgesetzt werden.
Wir sind hier viele, ich bin nicht die einzige, die sich freut, dass du
meine bessere Hälfte hier bei uns bist.
So viele, die deine Texte inhalieren, die dir Rückmeldungen geben, deren
emotionalen Nerv du mit denen Worten triffst…
Und als Sahnehäubchen nun WOW MOM, unser erstes gemeinsames Buch, das uns
schon jetzt vor dem Erscheinen so viele glückliche Momente beschert hat, dass
wir zum Teil kreischend am Telefon hingen – zuletzt übrigens auch ein paar
Rührungstränchen darüber, wie viele LeserInnen bereit sind, unsere Postkarten
zu verteilen und für uns die Werbetrommel zu rühren. Wie toll ist das
eigentlich?!
Das ist in Geld wirklich nicht zu bezahlen, ihr gebt uns diesen
Vertrauensvorschuss ohne das Buch je gelesen zu haben, weil es sich noch im
Druck befindet.
Ihr seid wirklich die Allergrößten. Und welch schöneres Geschenk kann man
sich zum Geburtstag wünschen?
Das ist alles aus Stadt Land Mama gewachsen und das wird uns immer
verbinden. Ich freu mich so darüber und wünsche dir heute einen fantastischen
Tag mit sehr viel Glück, Liebe, Anerkennung, Wertschätzung, Blumen,
Schokolade und Bier und Wein.
…Denn was man nach außen nicht sieht, das ist, wie wir hier manchmal auch
im Wahnsinn mit drei Kindern und unseren Jobs versinken. Wie besonders
Katharina grad dauerhaft mit kranken Kindern zu kämpfen hat, die sämtliche
Pläne (und Nerven!) über den Haufen werfen und einfach Sorgenfalten auf die
Stirn werfen, weil wir uns doch nichts mehr wünschen als glückliche und
gesunde Kinder.
Dass wir trotzdem so gut funktionieren, spricht Bände. Mehr kann ich dazu
gar nicht sagen.
So schön, dass du geboren bist, Katharina, mein Puzzleteil!
HAPPY BIRTHDAY, DU HERZSTÜCK!
Fotos: Charles Yunck
|
So schön, dass du geboren bist, Katharina, mein Puzzleteil! | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sofatutor-erfahrungen-mit-dem-lernen-auf-dem-sofa-ganz-ohne-mama-und-papa |
Ob als Alternative zur klassischen Nachhilfe oder weil die Kinder neben dem
Homeschooling Hilfe benötigen, die nicht von den Eltern kommt… in diesem Text
geht es um unsere Sofatutor Erfahrungen, unsere Sofatutor Bewertung und am
Ende bekommt ihr sogar noch einen Rabattcode für 60 Prozent Rabatt auf euer
gewähltes Paket auf der Online-Lernplattform.
Ihr Lieben, unsere Kinder wachsen mit den neuen Medien auf, sie sind die
wahren Digital Natives. Die Zeit im Distanzunterricht hat uns alle geprägt –
in Sachen Medienkompetenz können die Kinder mittlerweile MIR schon einige
Dinge erklären, die ich bislang noch nicht wusste. Kein Witz! Sie bewegen
sich fast schon natürlich durch ihre Schulsysteme.
Und trotzdem kamen wir bei drei Kindern auf weiterführenden Schulen
inhaltlich des Öfteren an unsere Grenzen, haben uns mühsam Erklärvideos
zusammengesucht und Lösungen recherchiert. Ich durfte mich nochmal in die
binomischen Formeln reinknien, die ich zugegeben nicht mehr wirklich auf dem
Schirm hatte 😉
Sofatutor als Alternative zur klassischen Nachhilfe
Links geht es zu den Lernvideos, Wissenstests und Arbeitsblättern, rechts
zu Pinguin Pommes für ein bisschen Ablenkung und Erholung.
Auf die Studentin, die unseren Kindern sonst schon mal öfter am Nachmittag
mit den schwereren Aufgaben geholfen hat, haben wir aus Gründen der
Kontaktbeschränkung verzichtet. Eine Nachhilfe außer Haus kam für uns schon
gar nicht in Frage in diesen Zeiten. Und an dieser Stelle kommen unsere
Sofatutor Erfahrungen ins Spiel!
Über 10.000 Lernvideos stehen auf der Online-Lernplattform bereit, um
unseren Kindern ihre Fächer und die Welt zu erklären. Ehrlich gesagt habe ich
mich im Eltern-Profil gerade im Lernvideo über Argentinien festgeguckt.
Wusstet ihr, dass das lateinamerikanische Land so groß ist wie Deutschland,
Frankreich, Italien, Portugal, Finnland, Österreich, Belgien, Griechenland,
Spanien, Rumänien und Großbritannien zusammen? Aber wir kommen vom Thema
ab…
Bei Sofatutor gibt es Videos, Übungen, Arbeitsblätter und Material für
LehrerInnen.
Unser Sofatutor Test: Wie schön kann freiwilliges Lernen sein!?
Nicht nur ich bin ziemlich angetan von der Plattform, auch unsere Kinder
testen Sofatutor mit Freude. (Böse Zungen könnten behaupten: Hauptsache
Medienzeit, aber da kann ich nur widersprechen, sie lernen hier wirklich und
verstehen, der Sofatutor Test zeigt also alle Wirkung…)
Bei der Anmeldung auf Sofatutor wird erstmal angefragt, ob ihr SchülerInnen
oder Eltern seid.
Ich bin nämlich zum Beispiel nun wirklich kein Geometrie-Ass, ich brauche
es ihnen dank der zahlreichen Lernvideos, der über 40.000 Übungen und über
38.000 herunterladbaren Arbeitsblätter mit Lösungen nicht mehr erklären.
Hinzu kommt eine 24h-Stunden-Hilfe durch die Lehrerbox und den
Hausaufgaben-Chat. Eine Win-win-Situation also.
Verlosung: Gewinnt einen Sofatutor Premium Zugang für 12 Monate
Und bevor ihr jetzt denkt: SCHÖN für euch, was hab denn ICH nun davon: Wir
haben nicht nur Sofatutor getestet – nein, wir dürfen euch die Sofatutor Erfahrung
am Ende dieses Beitrags auch noch selbst gönnen – wir verlosen nämlich einen
Sofatutor Premium Zugang für 12 Monate an euch.
Zu jedem Thema lassen sich verschiedene Unterpunkte wählen. Hier bei
Geometrie in Mathe.
Kommentiert dafür gern nachher unter diesem Beitrag, bis dahin schaut aber
gern nochmal, für wen sich Sofatutor eignet, wie es funktioniert und welche
Fächer und Klassen angeboten werden.
Sofatutor Bewertung: Für wen eignet sich die Online-Lernplattform?
Zunächst einmal: Es gibt eine Sofatutor App, die Plattform lässt sich aber
auch ganz einfach über unseren Internetbrowser aufrufen. Egal ob vom
stationären Computer, vom Laptop, vom Handy oder Tablet. Für jüngere Kinder
ist es vermutlich am Tablet oder Handy einfacher zu bedienen, aber das könnt
ihr für eure Kinder am besten selbst beurteilen. Unsere Kinder haben erst
jetzt im Lockdown zum ersten Mal eigene Geräte – und können deswegen nun auch
vom Laptop aus rein und ihre eigenen Sofatutor Erfahrungen sammeln.
Ein Sofatutor Erklärvideo zwischen zwei Homeschooling Digitalstunden.
Einfach, um das Thema nochmal zu vertiefen und besser zu verstehen.
Die Lern-Inhalte richten sich an Kinder von Klasse 1 bis Klasse 13, sie
orientieren sich an den Lehrplänen von Deutschland, Österreich und der
Schweiz. Sie sind dabei auch altersgerecht aufbereitet. Am Anfang helfen noch
animierte Elefanten bei der Lern-Motivation, für die älteren Jahrgänge kommen
dann auch mal dokumentarische Videos zu Entwicklungsländern hinzu.
Barrierefreier Zugang: Was uns von Sofatutor überzeugt hat
Ob unsere Kinder nun schlicht Hilfe bei den Hausaufgaben benötigen, ob sie
Lern-Inhalte nochmal tiefergehend verstehen wollen, Hilfe beim Homeschooling
benötigen, sich auf Tests oder Klassenarbeiten vorbereiten oder Nachhilfe
brauchen – sie alle sind bei Sofatutor richtig. Ehrlich gesagt hilft es mir
auch als Mutter, einfach zu bestimmten Themen nochmal einen anderen Input zu
bekommen. Denn ja, manchmal setz ich mich dann doch noch dazu – bei den
Kleineren. Die Größere würde das schon gar nicht mehr erlauben
😉
Bei Chemie bin ich als Mama raus. Bei Sofatutor wird es anschaulich und
altersentsprechend erklärt.
Was ich wirklich im Vergleich zur klassischen Nachhilfe toll finde ist,
dass die Kinder sich nicht nur gezielt zu bestimmten Fächern und Inhalten
eigenständig Hilfe holen können, sondern dass sie räumlich und zeitlich
flexibel agieren können – quasi barrierefrei. Denn es ist ja auch außerhalb
von Coronazeiten nicht jedem Kind oder Elternteil möglich, Nachhilfetermine
wahrzunehmen. Zumal die Kosten dann auch oft höher sind als die von
Sofatutor.
Sofatutor Meinungen: Was die Lernplattform so besonders macht!
Was uns zusätzlich überzeugt, ist, von wie vielen LehrerInnen wir
mittlerweile hören, dass sie nach eigenenen Sofatutor Erfahrungen die
Plattform nicht nur ihren SchülerInnen empfehlen, sondern auch selbst
Arbeitsblätter und Lernvideos für sich und ihren Unterricht nutzen!
Kurze Sofa-Pause doppelt gut genutzt. Mit Messi und Maradona als Helden von
Argentinien.
Supersüß ist übrigens auch die Möglichkeit, in einem sogenannten Sofatutor
Lernabenteuer mit dem Pinguin „Pommes“ Münzen sammeln zu können, die sie dann
in kurzen Pausen zwischendurch für Mini-Spiele einsetzen können. Denn das
alles hier soll schließlich Spaß machen! Spielerisch lernen – damit die
Inhalte auch wirklich sitzenbleiben. Es sind diese kleinen Details, dieses
Alles-Mitgedacht-Haben, was diese Lernplattform so besonders und unsere
Sofatutor Meinung so exzellent werden lässt.
Gerade, weil sich die Kinder quasi selbstbestimmt auf der Plattform
„bewegen“ können, es erklärt sich im Grunde von selbst. Und als Eltern können
wir sehen, wie viele Lernvideos sich unsere Kinder angeschaut, wie viele
Übungen sie gemacht haben. Das erleichtert am Ende auch das Gewissen, wenn
wir wissen, dass sie ihre „Freizeit“ für etwas Sinnvolles wie Sofatutor
nutzen.
Im Elternbereich von Sofatutor gibt es einen Überblick über die
Lernaktivität unseres Kindes.
Sofatutor Rabattcode: 60 Prozent Rabatt auf das gewählte Paket
So! Genug erzählt, kommen wir nun zu den noch größeren Freuden. Wenn euch
gefallen hat, was wir über unsere Sofatutor Erfahrungen erzählt haben und ihr
es jetzt einmal selbst ausprobieren wollt, habt ihr jetzt drei Möglichkeiten.
1.) Ihr besorgt euch ganz regulär einen Zugang. 2.) Ihr testet Sofatutor erst
einmal unkompliziert mit einem kostenlosen Test-Abo für 30 Tage. 3.) Ihr
nehmt an unserer Verlosung teil! Da diese bereits abgelaufen ist und die
Gewinnerin bereits informiert, bieten wir euch an dieser Stelle nun noch
einen Rabattcode für Sofatutor an!
Unser Sofatutor Rabattcode für euch: Alle Leser/-innen, welche sich über
diesen Sofatutor-Rabattcode-Link anmelden, erhalten 60% Rabatt auf das
gewählte Paket. Natürlich inklusive unserer 30-tägigen kostenlosen
Testphase!
Für das Gewinnspiel hatten wir euch gebeten, hier unter dem Beitrag zu
kommentieren, in welchem Fach IHR früher selbst gern Hilfe von Sofatutor
gehabt hättet. Eine Leserin hatte so das Glück, ein Sofatutor Premium Abo für
zwölf Monate zu gewinnen. Erstmal: Weiter viel Erfolg an der Schule für eure
Kinder!
|
Sofatutor: Erfahrungen mit dem Lernen auf dem Sofa – ohne Eltern! |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sommer-themen-wie-schuetze-ich-die-haut-meines-babys-und-der-schwimmwindel-test-von-pampers |
Ihr Lieben, endlich endlich endlich ist es warm – zumindest für ein paar
Tage! Es wurde auch Zeit nach diesem verregneten Frühling. Ich liebe die
Sonne und die Wärme, kann es jedes Jahr kaum erwarten, die Socken im Schrank
zu lassen, barfuß zu laufen und abends noch lange draußen zu
sitzen.
Alles ist im Sommer leichter. Man muss die Kinder nicht mehr mit Mütze und
Schal einmummeln, einfach T-Shirt und Shorts an und los geht es. Und während
sich Regentage manchmal wie Kaugummi ziehen können, verfliegen Sommertage
luftig leicht im Nu: Wir sind nonstop draußen, picknicken auf Decken, machen
Wasserschlachten oder gehen zum Badesee.
Nun ist dies der erste Sommer meiner kleinsten Tochter – und so wie das nun
mal für Drittgeborene ist, wird die kleine Maus einfach überall mit
hingenommen, wo ihre großen Geschwister hin wollen.
Und das ist bei uns im Sommer immer der nahegelegene See.
Im letzten Jahr habe ich die Großen oft mit dem Lastend von der Kita
abgeholt, die Badetasche hatte ich schon dabei – und dann haben wir die
Nachmittage am Wasser verbracht. Manchmal nur wir drei, manchmal mit Freunden
– aber immer mit viel Spaß.
Für meine Kinder gibt es nichts Schöneres, als im Sand zu buddeln oder im
Wasser herum zuplantschen.
Da ich ja jetzt wieder ein Baby dabei habe, ist auch wieder Wickeln ein
Thema – und jeder, der schon mal am Badesee mit einem Baby war, kennt die kleinen
Problemchen, die man dann so hat: Ganz ohne Windel kann und möchte man das
Baby nicht die ganze Zeit lassen, die normalen Windeln aber saugen sich beim
Planschen zu schnell mit Wasser voll und quellen auf. Die Lösung:
Schwimmwindeln. Wie man hier auf den Fotos sieht, trägt meine Kleine die
Splashers Schwimmwindeln von Pampers. Ich finde es super praktisch, dass es
eine Höschenwindel ist, das Kind also reinschlüpfen kann – somit muss man das
Kind zum Wickeln nicht in den Sand oder das eigentlich immer sandige Handtuch
legen.
Möchte man die Windel entfernen, kann man sie an den Seiten ganz leicht
aufreißen und abmachen. Gerade für ältere Kinder ist es ja super wichtig,
dass das Wickeln sie nicht ständig im Spiel stört, da ist diese Art die
Windel zu wechseln, ideal.
Die Windel hat eine gute Passform und bleibt trotz Nässe (von innen und
außen) formstabil und quillt nicht auf. Ein super Begleiter auf Ausflügen zum
Badesee oder ins Freibad.
Doch auf was muss man überhaupt achten, wenn man mit Babys ins Wasser geht?
Dr. Barbara Kunz – Pampers Expertin und Kinderdermatologin beantwortet die
Fragen:
Der Sommer steht vor der Tür und damit die Saison von Freibad und Badesee.
Wie können Eltern die Haut ihres Babys schützen, wenn sie Sonne und Wasser
ausgesetzt ist?
Wichtig ist, Babys unter einem Jahr dürfen nicht der direkten Sonne
ausgesetzt werden. Auch bei Kleinkindern sollten Eltern immer für Schatten
sorgen, gerade in den Mittagsstunden, wenn die Sonne am stärksten brennt.
Gute Lösungen sind ein Sonnenschirm oder eine Strandmuschel.
Auch später im Kleinkindalter ist Sonnenschutz genauso bedeutend. Neben
Schatten schützt Kleidung auch vor Sonnenbrand. Eltern sollten ihre Kinder
nicht nackt in der Sonne spielen lassen und lieber anziehen. Spezielle
Lichtschutztextilien bieten den besten Schutz. Am besten ein T-Shirt, eine
bequeme, nicht zu eng anliegende Hose, einen Hut mit Krempe und Nackenschutz,
in die Badetasche einpacken.
Sonnenschutz darf natürlich auch nicht fehlen. Meine Empfehlung, mindestens
LSF 30 und bei sehr hellhäutigen, blonden oder rothaarigen Kindern sogar LSF
50. Die Kindersonnencreme sollte in ausreichender Menge auf die nackten Hautpartien
aufgetragen und vor allem regelmäßig wieder aufgetragen werden. Das gilt auch
bei wasserfester Sonnencreme. Besonders nach dem Baden, auf nasser Haut
besteht erhöhte Sonnenbrandgefahr, deshalb sollten Babys nach dem Schwimmen
sofort abgetrocknet und wieder eingecremt werden.
Welche Wirkung hat Salzwasser im Unterschied zu Chlor- oder Süßwasser auf
empfindliche Babyhaut?
Egal ob Süß-, Salz- oder Chlorwasser, alle drei trocknen die Haut aus.
Pauschal kann man nicht festlegen, welcher Wassertyp am besten verträglich
ist. Es kommt vielmehr auf die Zusammensetzung an. Stark kalkhaltiges
Süßwasser, sogenanntes hartes Wasser, kann insbesondere zusammen mit Seife zu
Hautreizungen führen und das Ekzemrisiko erhöhen. Salzwasser wiederum, von
dem viele denken, es trocknet die Haut besonders aus, wird erfolgreich zur
Behandlung von Neurodermitis eingesetzt. Wasser mit hoher Chlorkonzentration
kann hautreizend wirken. In Schwimmbecken ist das zugesetzte Chlor aber stark
genug verdünnt, damit es auch für Babyhaut gut verträglich ist.
Wenn ich meinem Baby beim Plantschen eine Schwimmwindel anziehe, worauf
muss ich achten?
Genauso wie bei normalen Windeln gilt auch bei Schwimmwindeln – regelmäßig
kontrollieren, ob sie voll sind. Bei einer vollen Windel geht es zurück „an
Land“, um sie dort zu wechseln. Wenn ihr Baby aus dem Wasser kommt, sollten
Eltern die Windel sofort ausziehen. Danach den Babypo mit klarem Wasser
abspülen, trocken tupfen und zum Spielen auf der Wiese eine normale Windel
anziehen. Außerdem sitzen Schwimmwindeln enger am Körper. Eltern
sollten darauf, dass keine Scheuerstellen entstehen. Gerade feuchte Haut ist
empfindlicher für Scheuerstellen.
Gibt es besondere Pflegetipps für den Windelbereich während der
Badesaison?
Im Schatten können Eltern bei sommerlichen Temperaturen ihr Baby auch mal
ohne Windel strampeln oder krabbeln lassen. Als Pflege sollten sie besonders
im Windelbereich keine zu fetten Salben verwenden.
|
Sommer-Themen: Wie schütze ich die Haut meines Babys und der
Schwimmwindel-Test von Pampers | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sommerferien-in-corona-zeiten-die-ruhe-nach-dem-sturm |
Ihr Lieben, geht es euch auch so? Irgendwie fühlt sich das Leben gerade an
wie in Zeitlupe. Die große Corona-Aufregung und -Unsicherheit hat sich
gelegt, niemand hängt mehr am Liveticker, um zu schauen, wie sich die Lage
verändert, auf die anfängliche gesamtgesellschaftliche Hysterie hat sich ein
Normalitäts-Schleier gelegt. Unsere neue Realität.
Überall im Haus und im Auto und in Hand- und Hosentasche haben wir Masken
herumfliegen, um jederzeit eine griffbereit zu haben. Fast normal geworden.
Wenn wir Bekannte oder Freunde treffen, umarmen wir sie nicht mehr
intuitiv, wir winken vielleicht oder machen den Corona-Ellbogen-Check oder
schauen uns fragend an, ob wir uns vielleicht doch drücken könnten. Dieser
Checkerblick bei Begegnungen. Fast normal geworden.
Wenn wir Halskratzen oder Husten bei uns oder einem der Kinder bemerken,
rattert sofort das Gehirn, was jetzt als Nächstes zu tun sein könnte, ist es
möglicherweise das Virus oder einfach nur ein kleiner Infekt? Diese
Aufmerksamkeit, diese Fragezeichen. Fast normal geworden.
Handdesinfektionen an öffentlichen Stellen, Menschen mit Helmen und
Ladentheken hinter Plexiglas. Fast normal geworden.
Wir Menschen sind Gewohnheitstiere, aber wir können uns eben auch an Neues
gewöhnen. Viele sind gerade im Urlaub, der Sommer bringt ein bisschen Ruhe in
den aufgebrachten Wespenschwarm, in den Corona mit voller Wucht geschlagen
hat, um alle wild herumfliegen und -wirbeln zu lassen. Ja, dabei gab es auch
ein paar wütende Stiche.
Die Kulrurbetriebe und Künstler ächzen nach wie vor unter der Krise, die
ersten im Verwandtschafts-, Freunde- und Bekanntenkreis bekommen Kündigungen,
es ist nicht klar, wie es weitergeht. Aber erstmal jetzt: der Sommer.
Viele urlauben einfach in Deutschland, entdecken ihr eigenes Land neu,
schicken Fotos von Badeseen durch die Timelines ihrer Freunde. Da ist eine
neue Akzeptanz. Es ist halt jetzt so, wie es ist.
Es fühlt sich gerade an wie die große Ruhe nach dem Sturm. Selbst die
Kinder kommen runter, da ist grad kein Homeschooling mehr, kein Druck, da
sind keine so großen Sorgenfalten mehr auf der Mama- und Papastirn mehr,
weniger Überforderung, mehr Zeit, mehr Annehmen.
Da ist ein Ein-igeln, ein Durchatmen, dass es unser Land nicht allzu
schlimm getroffen hat durch all die Maßnahmen, aber da ist auch weiter
Vorsicht. Wir haben uns fast gewöhnt, nur noch wenige Leute zu treffen, nicht
mehr richtig auszugehen, mit weniger auszukommen. Entschleunigung. Fast
normal geworden.
Das Hamsterrad dreht sich gerade langsamer und zumindest an mir selbst
merke ich gerade, dass ich auch derzeit gar nicht schneller will, keinen
Anschwung bruache. Jeder Vorstoß von außen, mein Rad wieder schneller laufen
zu lassen, wird abgefedert. Nach dem großen Rennen brauchen wir jetzt auch
einfach mal wieder ein bisschen Pause und Zeit, einfach nur aus dem Fenster
zu schauen. Verarbeiten, was passiert ist. Den großen Stress der letzten
Monate wegdenken, Revue passieren lassen, durchatmen. Manchmal wird da sogar
schon ein Einkauf im Supermarkt zu viel…
Bermekt ihr sie auch, diese größere Ruhe, dieses Ankommen in der neuen
Realität, dieses Akzeptieren der Dinge, die nicht zu ändern sind?
|
Sommerferien in Corona-Zeiten: Die Ruhe nach dem Sturm | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/spitzenvater-des-jahres-2019-was-astronautin-insa-thiele-eich-zur-umstrittenen-auszeichnung-fuer-ihren-mann-sagt |
Foto:
Mestemacher/SweetNorth
Ihr Lieben, es gibt gerade sehr viel Aufregung im Netz, weil ein Preis für
den „Spitzenvater 2019“ verliehen wurde. Gewinner ist Daniel Eich aus
Königswinter, dessen Frau 2020 als erste weibliche Deutsche als Astronautin
ins All fliegen soll. Das Paar hat drei Kinder.
Der große Shitstorm in den sozialen Medien begann mit einem Artikel des
WDR, in dem stand, dass Dr. Insa Thiele-Eich nur ins All fliegen kann, weil
ihr Mann Elternzeit genommen habe. Klar, dass so etwas aufregt. Denn
natürlich kann diese Frau nicht nur ins All fliegen, weil ihr Mann Elternzeit
genommen hat, sondern weil sie in einem jahrelangen aufwändigen Verfahren
bewiesen hat, dass sie die Richtige für den Job ist. Das bezweifelt also auch
keiner.
Trotzdem wird jetzt nicht gegen die Berichterstattung geschossen, sondern
gegen den Preis an sich – und ja, leider auch gegen das Paar selbst. So
funktioniert das im zur Hysterie neigenden Internet nun einmal. Da werden
Screenshots ohne Quellenangaben geteilt und am Ende schreiben alle: Ey, boah,
ey, sind hier eigentlich alle bekloppt?!
Auch hier bei Stadt Land Mama – und das müssen wir uns selbstkritisch
eingestehen – wurde der Artikel ohne kritisches Hinterfragen auf Facebook
geteilt und schließlich – wie zu erwarten – auf herbste und deftigste Weise
kommentiert. Katharina und ich haben darüber telefoniert und festgestellt,
dass wir in solchen Fällen lieber mal bei den Betroffenen selbst nachfragen,
wie wir das ja auch in der Vergangenheit schon oft getan haben.
Denn die große Aufregung über diesen Preis bzw. über die Berichterstattung
darüber zeigt ja eben gerade, dass es wichtig ist, weiter öffentlich über
Gleichberechtigung zu reden! Denn jetzt sagt mal ganz ehrlich: Wer von euch
Frauen, die hier mitlesen, geht seit der Geburt Vollzeit arbeiten, weil der
Mann sich freiwillig bereit erklärt hat, ein Jahr Elternzeit zu nehmen?
Alle Statistiken beweisen, dass das in den wenigsten Familien vorkommt. Bei
den Eichs aber wird genau das gelebt. Ich kann mir da tatsächlich ein Urteil
erlauben, denn ich kenne die Familie persönlich und konnte, nachdem Katharina
den Beitrag auf unserer Facebookseite geteilt hatte, mit Insa Thiele-Eich
über den Preis und die Reaktionen darauf am Telefon
sprechen.
Sie hat mir gesagt, dass sie tatsächlich zusammen mit ihrer Familie im
Vorfeld sehr genau überlegt hat, ob sie diesen „Familienpreis“, wie sie ihn
nennen, annehmen. Nicht, weil Väter, die sich engagieren, Preise verdient
haben (Jede Mutter, die den Laden zu Hause hauptsächlich schmeißt hat ja
genauso Preise verdient, da sind wir uns alle einig!), sondern weil es mehr
Vorbilder braucht – damit auch Frauen endlich tun und lassen können, was sie
wollen. Damit wirklich Wahlfreiheit in Familien entsteht.
Es war ein Cousin der Familie, der 2007 nach der Einführung des
Elterngeldes ein ganzes Jahr Elternzeit nahm und der den Eichs überhaupt erst
den Weg für ihr Modell ebnete. Einfach, weil er tat, was er tat. Stimmt ja,
jetzt kann ja auch der Mann zu Hause bleiben!
Also nahm Daniel auch schon beim ersten Kind ein Jahr Elternzeit. Obwohl er
in dieser Zeit besser verdiente – und obwohl Insa zu dieser Zeit noch nicht
Astronauten-Anwärterin war, sondern einfach Doktorandin an der Uni.
In ihrem Umfeld sind sie damit noch immer Exoten. Es ging bei der Annahme
des Preises also vor allem darum, dass sie wollten, dass auch weitere Väter
darin ein Beispiel sehen, wie es gehen kann. Eben weil es noch nicht
selbstverständlich ist in Deutschland im Jahr 2019.
„Auf jeder Veranstaltung werde ich gefragt, wo denn das Baby sei“, erzählt
mir Insa Thiele-Eich am Telefon. Bei Oma? Beim Babysitter? Nein, beim Papa!
Und solange das so ist, werden sie auch öffentlich darüber reden. Denn sie
wollen genau das Gleiche wie all die Leute, die jetzt gegen sie und den Preis
hetzen: Sie wollen, dass es gleichberechtigter zugeht in deutschen Familien.
„Warum werde ich als erste deutsche Frau, die ins All will, betitelt?“,
fragt sie provokant? Weil es eben noch nie eine deutsche Frau gab, die als
Astronautin zur ISS flog. Sie würde auf dieses Label liebend gern verzichten,
solange aber nicht gleich viele Frauen wie Männer ins All fliegen, spielt es
eben doch eine Rolle.
Und der Preis? Tja. Der kriegt natürlich sein Fett weiter weg. Kritik ist
gut und wichtig und auch Katharina und ich sind uns nach wie vor nicht einig,
wie wir ihn finden. Einig sind wir uns aber darin, dass wir finden, dass wir
die Aufregung darüber nutzen sollten. Dafür, zu erkennen, dass noch immer
viel zu tun ist in Sachen Gleichberechtigung.
Und statt uns auf dem Weg dahin gegenseitig auf die Füße zu treten – wie
wär´s, wenn wir alle zusammen für die gute Sache einstehen? Dafür, dass
Familien wirklich frei entscheiden können, wer wann wie lange arbeiten oder
Elternzeit nehmen kann?! Wir finden: Yes.
Lasst uns solche Krisen nutzen. Wenn Insa ins All kann, dann können wir
auch überall hin. Irgendwann bestimmt auch ohne Preise für Väter, weil sie
dann einfach nicht mehr nötig sind. Aber mit ganz viel gleichberechtigter
Power im Gepäck.
Für alle, die sich für den Preis interessieren, gibt es hier die Begründung
der Jury für Daniel Eich als Preisträger.
Und hier unser großer Beitrag über Insa Thiele-Eich.
|
Spitzenvater des Jahres 2019: Was Astronautin Insa Thiele-Eich zur
umstrittenen Auszeichnung für ihren Mann sagt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stadtkinder-gluecklich-als-familie-in-berlin |
Ihr Lieben, Katharina lebt seit fast 15 Jahren in Berlin und auch Lisa hat
hier viele Jahre gelebt (erst zur Einschulung ihrer Großen ist sie zurück in
die Heimat nahe Köln gezogen!) Alle sechs Stadt-Land-Mama-Kinder sind
waschechte Berliner und entgegen aller Behauptungen ist die deutsche
Hauptstadt auch gar nicht so kinderunfreundlich.
Es gibt in Berlin jede Menge zu entdecken – ob Museen, Spielplätze, Kinderzirkusse,
Theater – für jeden ist was dabei. Und auch das Berliner Umland hat viel zu
bieten: Pferdehöfe, Baumwipfelpfade, Paddelrouten.
Manchmal ist es bei uns so, dass wir trotzdem gar nicht wissen, wo was
geboten ist. Dann schnappen wir uns „Familie in Berlin – das Handbuch für
glückliche Stadtkinder“ von tipBerlin. In der Ausgabe für 2021 stehen mehr
als 700 Adressen und Tipps für den Alltag mit Kindern, dazu tolle Reportagen
über Leihomas oder Elterninitiativ-Kitas.
Alle Tipps sind übersichtlich geordnet, zb. gibt es die Rubrik “
Sportvereine“ oder „Kunst+Kultur selber machen“ oder „Bewegung draußen“. Dazu
gibt es jede Menge tolle Büchertipps für Kids in jedem Alter.
Ein Highlight im Buch ist für mich das Interview mit Bestseller-Autorin
Nicola Schmidt zum Thema Geschwisterstreit (zu dem Thema haben wir Nicola ja
auch in unserem Buch „WOW MOM – der Mama-Mutmacher für mehr ICH in all dem
Wir!) und ein Artikel über Elternzeit in Neuseeland (danach schlimmer
Fernweh-Alarm!)
Wir können das „Familie in Berlin – Handbuch für glückliche Stadtkinder“
absolut empfehlen und freuen uns, dass wir zwei Exemplare an Euch verlosen
dürfen. Kommentiert uns dazu einfach, warum Ihr Berlin toll findet. Das Los
entscheidet dann. VIEL GLÜCK.
Noch mehr Infos zu dem Heft unter: https://shop.tip-berlin.de/editionen/626-familie-in-berlin.html
|
Stadtkinder: Glücklich als Familie in Berlin | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/staedte-neu-erkunden-mit-tollen-rallyes-und-fuehrungen-von-lialo |
Ihr Lieben, na, heute schon spazieren gewesen? Jetzt mal ehrlich: Ich kenne
langsam jeden Baum, jede Wurzel und jedes Blatt hier in der Umgebung. Wir
waren noch nie so viel spazieren wie im letzten Jahr – was natürlich toll
ist, aber nun doch etwas öde wird. Auch für die Kinder. Wir versuchen
deshalb, immer wieder mal ein Highlight einzubauen – wir fahren also mal in
einen anderen Stadtteil oder schauen uns Sehenswürdigkeiten an, nehmen Picknick
mit oder die Räder – wir brauchen alle etwas Abwechslung.
Wir Berliner haben ja das Glück, in einer Stadt zu leben, in der es so viel
Geschichte gibt. Eigentlich gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken. Das
gilt für viele Städte – oft weiß man es nur nicht. Genau hierfür gibt es
lialo.com – eine App für Stadtführungen und Stadtrallyes. Sie führt Euch an
Orte, die Ihr so noch nicht kanntet, vermittelt Euch Hintergrundwissen,
lustige Fakten und schenkt Euch Quality-Time, denn es gibt Aufgaben, die
gemeinsam gelöst werden müssen.
Neben diesen tollen Stadttouren kann man mit lialo.com auch selbst Touren
erstellen – moderne Schnitzeljagden also. Auf den Kindergeburtstagen meiner
Kids dürfen ja Schnitzeljagden nie fehlen – mit lialo geht das auch und sorgt
für jede Menge Spaß. Wir wollten wissen: Wie kommt man auf so eine coole Idee
und haben mit dem Kopf hinter lialo gesprochen.
Lieber Andree, Du bist Geschäftsführer von lialo. Wie kamt Ihr auf die Idee
für eine Web-App für Stadtführung, Schnitzeljagd & Stadtrallyes?
Angefangen hat es, indem wir uns mit unseren Familien im Urlaub
Geschichten, Spiele und Schnitzeljagden für die Kinder ausgedacht haben. Wir
wollten neue Orte und die Geschichten dazu entdecken – Kinder haben auch
daran Spaß, wenn man es ein bisschen spannend gestaltet.
Später, als unsere Kinder etwas größer wurden, haben sie dann tatsächlich
Spiele und Touren für uns Erwachsene organisiert. Wir waren total überrascht,
wieviel Liebe und Aufwand sie darein gesteckt haben. Und dann kam uns die
Idee, dass man diese Touren auch Freunden und Bekannten zur Verfügung stellen
könnte – und wir entschlossen, eine App daraus zu machen.
Erklär mal, wie die App funktioniert.
Über allem steht die spielerische Idee, ein klar strukturiertes Spiel- und
Tourkonzept umzusetzen, das noch Freiraum für eigene kreative Ideen lässt.
Eine Tour besteht aus einer Einleitung, Wegbeschreibungen, vielen Aufgaben
und Informationen.
Bei der App-Entwicklung haben Kinder und Erwachsene mitgeholfen, indem sie
die App und die ersten Touren immer wieder für uns getestet haben. So ist
eine App entstanden, die einfach zu bedienen ist und ohne Anmeldung direkt im
Browser, also ohne Download aus einem App Store, genutzt werden kann. Die App
ist zudem kostenlos.
Man kann einerseits fertige Touren spielen, das geht jetzt schon in vielen
Städten Deutschlands – und man kann selbst eine Tour erstellen und Andere auf
Entdeckungstour schicken. Ideal für Kindergeburtstage, zum Beispiel.
Auf der Tour muss man ja auch Fragen beantworten…
Genau, diese Fragen beziehen sich immer auf den Ort, an dem man sich gerade
befindet. Aber keine Angst, wir fragen kein Schulwissen ab. Die Fragen sollen
die Aufmerksamkeit auf etwas Unscheinbares, vielleicht auch Unbedeutendes,
aber oft überraschendes Detail lenken. Die Antwort kann man nicht immer
wissen – das ist auch total ok. Daher geben wir auch oft Antwortmöglichkeiten
vor, die mitunter skurril sind. Häufig muss dann geraten werden, das macht
wirklich Spaß.
Durch Corona kann man ja gerade keine großen Reisen unternehmen – liegt ihr
da also voll im Trend, die eigene Stadt nochmal neu zu entdecken?
Mit der Entwicklung der App haben wir bereits im Sommer 2019 begonnen –
also noch vor Corona. Und ja – wir wollten mit lialo Einwohnern und Besuchern
von Städten die Möglichkeit geben, ihre Stadt zu entdecken. Das gelingt uns
ziemlich gut, wenn die lialo-Touren zeigen viele wunderbare Orte mit
wunderbaren Geschichten, oft abseits der üblichen Touristenwege.
Eignet sich lialo auch mit Kindern?
Aber ja. Natürlich gibt es auch Touren speziell für Kinder, aber die
meisten Touren können sowieso wunderbar mit der ganzen Familie gespielt
werden. Wenn man den Kindern das Handy gibt und sie die Wegbeschreibung lesen
lässt, werden sie zum Stadtführer. An den Tourstopps warten dann die
Aufgaben, die man zusammen lösen muss.
Außerdem ist lialo ja auch ideal, um eigene Touren zu erstellen – zum Beispiel für den Kindergeburtstag.
Mal was Persönliches: Was ist deine Lieblingsstadt?
Ganz klar Erfurt. Ich habe vor ein paar Jahren bei YouTube mal ein Konzert
von Clueso auf dem Domplatz in Erfurt gesehen. Clueso kommt aus Erfurt und
die Stimmung während des Konzerts hat mich umgehauen. Daraufhin bin ich dann
mit meiner Familie mal hingefahren. So eine schöne Stadt – in der es
tatsächlich noch keine lialo Tour gibt. Hat jemand Interesse eine zu
schreiben?
Und wen würdest du gerne mal auf
einen Stadtspaziergang treffen?
Passend zur Lieblingsstadt: Clueso. Super Sänger und ein sympathischer Typ.
Unser Fazit: lialo.com ist ideal für alle, die etwas mehr Abwechslung
brauchen und die Lust haben, ihre Umgebung mal durch ganz andere Augen zu
sehen. Ein wunderbares Erlebnis für die ganze Familie.
|
Städte neu erkunden: Mit tollen Rallyes und Führungen von lialo | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/steffi-ewald-nach-16-chemotherapien-bin-ich-krebsfrei |
Ihr Lieben, wir begleiten die Familie Ewald ja schon eine ganze Weile und
haben hier schon mehrfach über sie berichtet. Und auch Ihr habt immer große
Anteilnahme gezeigt. Nachdem Steffi im letzten Jahr das Schlimmste erlebt
hat, was man sich nur vorstellen kann – sie hat ihren Mann und ihren Sohn an
den Krebs verloren und ist dann auch selbst an Brustkrebs erkrankt – gibt es
heute endlich einmal gute Nachrichten. Wir freuen uns sehr sehr mir Dir,
liebe Steffi. Du bist eine Heldin – und deine Mädchen auch!
Liebe Steffi, 16 Chemotherapie-Blöcke liegen seit März hinter Dir, dann
folgte die beidseitige Mastektomie, also die beidseitige Brustabnahme…
Ja, nachdem ich erkältungsfrei durch die Chemo-Zeit gekommen bin, hatte ich
mir tatsächlich doch noch eine Erkältung eingefangen, so dass die Mastektomie
auf Ende September verschoben werden musste. Meine Schwester kam dafür extra
aus Amerika, um rund um die Uhr auf meine beiden Töchter aufzupassen. Sie ist
aktuell auch immer noch ein paar Wochen bei uns, weil ich aufgrund der
beidseitigen Brustabnahmen nicht schwer heben darf und generell körperlich
noch eingeschränkter bin.
Ich war für die Brustabnahme eine Woche im Krankenhaus und das war auch das
erste Mal, dass ich so lange von meinen beiden Mädels getrennt war. Die
Mädchen durften mich auch aufgrund Corona nicht besuchen.
Was die ganze Sache sicher noch schwerer machte…
Ja, wir haben ihr versucht zu erklären, dass Mama ins Krankenhaus muss und
auch wiederkommt. Denn Papa und Jonas sind ja nicht wieder lebend aus dem
Krankenhaus gekommen….
Im Dezember 2019 hast du deinen Sohn Jonas an Krebs verloren, wenige Monate
später deinen Mann Basti. Du bist durch die Hölle gegangen – jetzt endlich
gibt es gute Neuigkeiten. Erzähl bitte davon.
Letzte Woche hatte ich dann meine OP-Nachkontrolle und als ich in das
Ärztezimmer kam, lachte der Arzt mich direkt an und meinte, er hätte
wahnsinnig tolle Neuigkeiten für mich. Eigentlich sind wir davon ausgegangen,
dass die Ergebnisse erst die Woche darauf da sind – aber sie lagen schon vor.
Tatsächlich konnten keine Krebszellen im Tumor mehr gefunden werden, das
heißt es wurde eine Komplettremission erreicht.
Was bedeutet das genau?
Diese Komplettrenission ist zwar keine Garantie für einen Rückfall oder
Metastasen, jedoch ist eine pCR (so wird dies genannt) die beste
Ausgangslage. Ich brauche nun keine Chemo oder Bestrahlung mehr. Es folgt nun
eine Bisphosphonate- Therapie, die die Knochen stärken soll und sich als
vorbeugend für Knochenmetastasen bewiesen hat.
Wichtig ist natürlich weiterhin eine engmaschige Vorsorge, denn auch meine
Mutter hat, nach einer Brustabnahme und einer Zeit ohne Metastasen, ihren
Kampf gegen den Brustkrebs am Ende verloren. Leider haben wir nun auch
erfahren, dass auch meine Schwester das Brac1 Gen vererbt bekommen hat und
sie steht nun vor der Entscheidung einer prophylaktischen Mastektomie.
Auch deine Tochter Neele hat bereits gegen den Krebs gekämpft. Wie geht es
ihr gerade?
Neele hatte letzte Woche selbst wieder ihre Li-Fraumeni-Syndrom Vorsorge
-wir hoffen, dass auch da alles gut sein wird. Die Angst schwingt bei uns ja
leider trotzdem immer weiter mit, da sowohl bei Neeles Li Fraumeni Syndrom
als auch meinen Brustkrebs Erkennung man nie mehr als geheilt gilt.
Wie hast du es all die Monate geschafft, weiter zu kämpfen?
Meine beiden Töchter geben mir Kraft jeden Tag aufzustehen und sind mein
Grund warum ich nicht aufgebe. Ich will, dass sie trotz aller Verluste und
Ängste eine schöne Kindheit haben und gebe ihnen so viel Liebe wie nur
möglich.
Außerdem treibt mich jeden Tag mein Versprechen an Basti und Jonas – ich
habe ihnen versprochen, dass wir hier auf Erden mit ihnen im Herzen
weiterleben. Sie sind in unseren Erinnerungen und Gedanken immer dabei.
Unendlich dankbar bin ich aber auch meiner Familie und Freunden, die uns zu
jeder Tages- und Nachtzeit bedingungslos zur Seite standen und einfach immer
für uns da sind. Wir hoffen sehr, dass wir nun endlich einmal durchatmen
dürfen und die Katastrophen ganz lange – am Besten für immer – Pause machen.
Du hast deinen Mann und deinen Sohn verloren, die Mädchen ihren Papa und
ihren Bruder. Wie geht Ihr im Alltag damit um?
Wir sprechen und denken täglich an unsere verstorbenen Männer. Neele malt
sehr viel und verarbeitet damit die Verluste. Auch bei Lenja sind die beiden
sehr präsent und sie singt jeden Abend Papa und Jonas hinterm Mond ein Gute
Nacht Lied und erzählt ihnen vom Tag. Neele sagt, dass sie keine Angst
vor dem Tod hat, da Papa und Jonas ja auf uns warten – aber sie wünscht sich,
dass sie mit Lenja und mir und ihren Freunden noch ganz viel erleben
darf. Wir würden gerne eine Reha mit Schwerpunkt Trauer machen. Dies
gestaltet sich derzeit aufgrund Corona sehr schwierig, da Kinder unter 3
Jahre nicht/ kaum aufgenommen werden… Hoffentlich klappt es trotzdem.
Wir gehen auch zu einer Trauergruppe und der Austausch tut uns
gut. Jetzt stehen uns nochmal schwere Wochen bevor- mein erster
Geburtstag nächste Woche ohne Basti und Jonas, dann die Weihnachtszeit ohne
die beiden und Erinnerungen an letztes Jahr, wie beide ins Krankenhaus kamen
und im Dezember steht schon der erste Todestag von Jonas an.
Was wünscht Du Dir für die nächste Zeit?
Ich traue mich nicht mehr weit in die Zukunft zu planen- das Schicksal hat
uns so oft gezeigt, dass alles anders kommt – daher sind wir gerade einfach
dankbar. Dankbar, dass wir gerade krebsfrei sind und dass wir drei Mädels uns
haben.
Unsere anderen Artikel über die Familie Ewald: Mein Leben zwischen Chemo,
Kita und Friedhof,
Chemo für Steffi mitten in der Corona-Krise ,
Abschied von Jonas und auch Papa Basti tritt die letzte Reise an,
Ich weiß nicht, ob wir uns nochmal wieder sehen
|
Steffi Ewald: Nach 16 Chemotherapien bin ich krebsfrei! | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stiefkindadoption-nach-der-geburt-muss-meine-frau-unser-kind-adoptieren |
Ihr Lieben, die Stiefkindadoption ist nach wie vor die einzige Möglichkeit
für Zwei-Mütter-Familien, mit der es möglich wird, dass beide Frauen auch
rechtlich die Eltern des gemeinsamen Kindes sind.
Seit Jahren fordert der Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) eine Reform
des Abstammungsrechts und die Gleichstellung von Regenbogenfamilien.
Lange Zeit sah es so aus, als ob endlich ein entsprechender Gesetzesentwurf
der Bundesregierung kommen würde. Denn im März 2019 gab es einen
Diskussionsentwurf aus dem Bundesjustizministerium. Doch seitdem gibt es
keine Neuigkeiten.
Die neue Justizministerin Lambrecht hat sich noch nicht dazu geäußert und
laut Justizministerium gibt es wohl noch nicht einmal einen Zeitplan. Die
Zeit drängt aber. Denn nun wird mit dem Adoptionshilfegesetz auch die
Stiefkindadoption neu geregelt. Es wird eine verpflichtende Beratung
hinzukommen, ohne die kein Antrag auf Adoption gestellt werden darf.
Weiterhin sollen nicht mehr das Jugendamt, sondern
Adoptionsvermittlungsstellen zuständig sein.
Die Befürchtung ist, dass es hier ebenfalls längere Wartezeiten geben wird.
Es sieht also im Moment so aus, als würde sich die Situation für
Regenbogenfamilien nochmal verschlechtern. Und das zum 01.07.2020!
Der LSVD hat deswegen nun eine Petition ins Leben gerufen, die sich an die
Justizministerin richtet und fordert, endlich die Reform im Abstammungsrecht
anzugehen.
Jede Stimme zählt hier! Und damit ihr wisst, warum es sich lohnt, hier zu
unterschreiben, haben wir Anja und Anne interviewt, die gerade ihr drittes
Kind erwarten.
Liebe Anne, liebe Anja, ihr habt bereits zwei Kinder und erwartet nun im
April noch ein Baby. Rein rechtlich wird erstmal nur eine von euch die Mutter
sein, stimmt´s?
Ja, das stimmt. In der Geburtsurkunde wird erstmal nur Anja
stehen.
Das heißt, eine von euch ist die leibliche Mutter und die andere adoptiert
das Kind dann?
Genau.
Klärt uns mal auf: Was genau bedeutet die Verschärfung des
Adoptionsrechts?
Wir haben davon auch erst vor einigen Tagen über einen Verteiler des LSVD
erfahren, deshalb wissen wir im Detail noch nicht sehr viel.
Hauptsächlich geht es um ein verpflichtendes Beratungsgespräch bei der
zuständigen Adoptionsvermittlungsstelle, bei der alle Beteiligten (wir beide
sowie der Samenspender) anwesend sein müssten. Ohne diese Beratung kann der
Adoptionsantrag nicht gestellt werden. Diese Regelung soll ab Juli 2020 in
Kraft treten und würde den Aufwand der ohnehin aufwendigen Stiefkindadoption
nochmals erhöhen.
Für wen ist denn die so genannte Stiefkind-Adoption eigentlich gedacht?
In erster Linie nicht für Familien wie uns. Hier geht es darum, dass nach
einer Trennung der/die neue/r Partner/in die Elternschaft übernimmt und der
„alte“ Elternteil seine Elternschaft zumindest rein rechtlich gesehen
verliert. In diesem Fall macht eine solche Beratung in unseren Augen durchaus
Sinn.
In unserem Fall jedoch wird das Kind, für das wir BEIDE uns aktiv
entschieden haben, in unsere Ehe hineingeboren – und ist erstmal in vielerlei
Hinsicht (z.B. im Falle von Trennung oder Tod eines Elternteils) nicht
abgesichert.
In eurem Falle gab es eine private Samenspende, da gibt es keine
Möglichkeit, Dinge wie Verzicht auf Unterhalts- oder Sorgerechtsansprüche
rechtlich verbindlich zu klären.
Genau, das birgt ein Risiko für spätere Rechtsstreitigkeiten. Es sollte die
Möglichkeit geben das im Vorfeld verbindlich zu klären – dann gerne auch mit
Beratungsgespräch.
Aber jetzt an dieser Stelle sind die Entscheidungen schon getroffen, das
Kind ist unterwegs und wir müssen alle darauf vertrauen, dass sich jeder von
uns an die vorher getroffenen Vereinbarungen hält. Wir halten es daher für
bedenklich und nicht zielführend wenn sich zu diesem Zeitpunkt Dritte in
zuvor einvernehmliche Absprachen einmischen. Schlimmstenfalls führt dies nur
zu Konflikten, die letztendlich dem Kindeswohl nicht dienlich sind.
Außerdem würde ein verpflichtendes Beratungsgespräch das
Adoptionsverfahren unnötig weiter in die Länge ziehen. Wir mussten bei
unseren
vorangegangenen Adoptionen teilweise monatelang auf die nötigen Termine
beim
Jugendamt warten.
Ihr habt erzählt, dass ihr schon zwei Stiefkindadoptionen mit euren ersten
Kindern hinter euch habt. Die eine lief wunderbar – die andere jedoch
katastrophal – erzählt mal.
Oh je, das wird lange dauern…
Wir hatten uns schon früh intensiv mit dem Thema Familie auseinandergesetzt
und uns für eine private Samenspende entschieden. Uns war wichtig, zu wissen
wer der Vater unserer Kinder ist, zu wissen, ob er uns sympathisch ist und
dass unsere Kinder die Möglichkeit haben, von Anfang an Kontakt zu ihrem
Vater zu haben.
Wie schon gesagt ist hierbei das große Problem, dass es rechtlich keine
eindeutige Regelung für diese Familienkonstellation gibt.
Die einzige Orientierung die wir hierfür hatten, waren vorangegangene
Gerichtsurteile.
Wie lief es bei euch konkret?
Der Vater von unserem Sohn J. wollte vor den Behörden anonym bleiben, u.a.
weil die rechtliche Situation so undurchsichtig ist. Wir haben ein
Gerichtsurteil zu einem ähnlichen Fall gefunden und wissen auch von anderen
Familien, die das so gelöst hatten. Wir dachten, wir könnten ihm diese
Anonymität zusichern. Uns war in erster Linie wichtig, jemanden gefunden zu
haben, der uns sympathisch ist und Bereitschaft zeigt Kontakt zu uns bzw. dem
Kind zu halten.
Das hat sich aber dann als großes Problem erwiesen: Der Richter hat uns bei
der ersten Anhörung unterstellt, Anne hätte einem Mann eine Beziehung
vorgaukeln können, um ihn dann um seine Vaterschaft zu prellen.
Wir haben uns dann – auf seinen Vorschlag hin – darauf geeinigt, dass J.’s
Vater zu einer weiteren Anhörung kommt, um sein Einverständnis zur Adoption
zu geben – ohne seinen Namen zu nennen.
Und dann?
Während des Termins hat der Richter versucht, dem Vater ins Gewissen zu
reden und ihm davon abgeraten der Adoption zuzustimmen. Nachdem J.’s Vater
aber dennoch zugestimmt hatte, schien alles erstmal in Ordnung zu sein.
Jetzt fehlte „nur“ noch die Stellungnahme vom Jugendamt. Dieses wollte aber
zunächst, dass wir ein Adoptionspflegejahr einhalten, weil vorher angeblich
keine Aussage darüber getroffen werden könne, ob sich eine Bindung zwischen
J. und Anja, seiner nicht-leiblichen Mutter, entwickelt hat.
Gegen diesen Unsinn konnten wir uns unter Bezug auf entsprechende
vorangegangene Gerichtsurteile wehren. Trotzdem mussten wir monatelang auf
unsere Termine warten; zunächst einen Termin im Jugendamt und schließlich
auch einen bei uns zu Hause, damit sich die zwei Sachbearbeiterinnen „ein
Bild von unserer Lebenssituation machen können“.
Und dann musstet ihr euch sozusagen „nackig“ machen?
Anja musste ein Gesundheits- und Führungszeugnis sowie Gehaltsnachweise
vorlegen. Außerdem mussten wir beide (!) jeweils einen „Lebensbericht“ über
uns verfassen und sollten darin doch bitte auch auf eventuell aufgetretene
Probleme aus unserer eigenen Kindheit eingehen. Dann wollten sie uns noch
mehrmals dazu überreden, ein Bild von J.’s Vater im Kinderzimmer aufzuhängen.
Nach 9 Monaten war dann die Stellungnahme fertig und die Adoption wurde
seitens des Jugendamtes befürwortet. Soweit so gut… hätte es sich der Richter
zwichenzeitlich nicht anders überlegt. Er war nun der Auffassung „es obliege
nur unserer Willkür, ob J. jemals die Möglichkeit hätte, seinen Vater
kennenzulernen“ und er könne die Adoption daher nicht befürworten – als ob
die Ablehnung der Adoption an dieser Unterstellung etwas ändern würde.
Ihr habt euch dann einen Anwalt
genommen…
Ja, das haben wir. Trotzdem hat sich
der Richter bei der Anhörung zunächst
nicht von seinem Standpunkt abbringen lassen: Er sagte uns, er will die Adoption nicht befürworten und er
habe „ein schlechtes Gefühl“. So wurde
uns vom Gericht ein Verfahrensbeistand für unseren Sohn zugeteilt (…)
Wie war das?
Beim ersten Termin mit ihr eröffnete sie das Gespräch indem sie uns
mitteilte, sie habe von der Thematik bislang keine Ahnung… jedoch gestern
Abend dann „mal gegoogelt“. Dabei ist sie auf eine Internetseite gestoßen,
auf welcher gefordert wird, keine anonymen Samenspenden mehr zuzulassen. Dort
ging es jedoch um Kinder aus heterosexuellen Partnerschaften, die z.T erst im
jugendlichen Alter oder weitaus später erfahren hatten, dass sie eigentlich
durch eine Samenspende entstanden sind.
Auf dieser Internetseite wird die Enttäuschung und Frustration der
betroffenen Kinder deutlich. Die Dame in unserem Wohnzimmer hatte daraus
geschlossen, dass J. ein ähnliches Schicksal widerfahren könnte. Ungeachtet
der Tatsache, dass wir ihm seine Entstehung durch eine Samenspende als
gleichgeschlechtliches Paar schlecht verheimlichen können und dass rein
praktisch sogar Kontakt zum Vater bestand.
Oh je…
Am Ende konnten wir sie jedoch davon überzeugen, dass es für J.’s Wohl
wichtiger ist, ein gutes und vetrauenvolles Verhältnis zu seinem Vater zu
bewahren, anstatt gegen seinen Willen seine Identität preiszugeben. Besonders
schmerzhaft war, dass uns die ganze Zeit über vermittelt wurde, dass nur der
Kontakt zum leiblichen Vater für das Kindeswohl entscheidend sei.
Anja wurde – als nicht-leibliche Mutter – während dieser ganzen Zeit von allen
Beteiligten und insbesondere vom Richter wie ein Elternteil zweiter Klasse
behandelt. Die gesamte Adoption zog sich über 16 Monate.
Wie lief es dann bei eurem zweiten Kind?
Nach einem Jobwechsel hat es uns dann in eine andere Stadt verschlagen.
Hier kam unsere Tochter zur Welt und wir waren auf das Schlimmste gefasst.
Überraschenderweise lief hier jedoch alles reibungslos. Wir mussten zwar
die unzähligen formalen Schritte alle erneut durchlaufen, hatten dabei jedoch
durchweg gute Erfahrungen mit den jeweiligen Sachbearbeitern sowie dem
zuständigen Gericht. Die Richterin ließ unseren Sohn und nun stolzen großen
Bruder, neben sich auf der Richterbank sitzen und verabschiedete sich mit den
Worten, dass wir gerne wiederkommen können.
Nach fünf Monaten war alles geschafft.
Bekommen die Kinder etwas mit von all dem Behörden-Irrsinn?
Nicht direkt. Wir erklären ihnen natürlich, warum wir den einen oder
anderen Termin wahrnehmen oder uns um Papierkram kümmern müssen. Möglichst
neutral, aber natürlich spüren sie auch, ob dies bei uns Stress
verursacht.
Entwickelt ihr da mit der Zeit auch eine Art Galgenhumor, um nicht
durchzudrehen?
Ohne geht es wahrscheinlich nicht 😉
Was müsste sich denn konkret ändern und wie können wir dabei helfen?
Es müsste eine Reform im Abstammungsrecht geben. Trotz der „Ehe für alle“
gibt es für uns noch keine Möglichkeit, von Geburt an beide als rechtliche
Eltern anerkannt zu werden.
Vor allem in konservativen Kreisen geht die politische Diskussion auch noch
viel zu sehr in die Richtung ob es Familienformen wie unsere überhaupt geben
sollte, anstatt für die Familien die es ja bereits zahlreich gibt, einen
rechtlichen Rahmen und mehr Sicherheit zu schaffen.
Wir würden uns wünschen, dass es rechtliche Möglichkeiten gibt, die
Gestaltung der Elternschaft im Vorfeld verbindlich festzulegen, sodass beide
Mütter für ein in ihre Ehe geborenes Kind von Geburt an gleichberechtigte
Elternteile sein können. Eine Reform des Abstammungsrecht ist zwar geplant,
aber bisher tut sich nicht viel. Deshalb hat der LSVD eine Petition
gestartet, die eine sofortige Reform des Abstammungsrechts fordert. Ihr könnt
alle mithelfen, indem ihr die Petition unterschreibt.
Habt ihr auch sonst das Gefühl, viel kämpfen zu müssen oder klappt das im
Alltag und im Umgang mit eurem Umfeld alles ganz gut?
Bis auf die Stiefkindadoptionen haben wir im Alltag
eigentlich noch keine nennenswerte Form der Diskriminierung erfahren.
Wir
versuchen möglichst offen und selbstverständlich damit umzugehen, sodass
die
Tatsache, dass wir zwei Frauen sind meist gar kein Thema ist.
Wir haben bei manchen eher konservativen Bekannten sogar
erlebt, dass diese durch den Kontakt mir uns vorher gehegte Vorurteile
sogar
abgebaut haben und offener wurden.
Wechselt ihr euch mit den Schwangerschaften ab oder wie regelt ihr das
Kinderkriegen in der Praxis?
Ja, wir wollten beide die Erfahrung machen. Die ersten
beiden Kinder hat Anne bekommen und jetzt ist Anja schwanger.
Mit welchen Gefühlen blickt ihr der Geburt eures dritten Babys
entgegen?
Anne: Ich mache mir schon Gedanken, wie ich mich als
Begleitung im Kreißsaal schlagen werde, so ganz ohne eigene
Schwangerschaftshormone
😉
Aber ich freue mich auf das Baby und finde es spannend, diese Erfahrung aus
der anderen Perspektive zu erleben. Den Gedanken an die Adoption versuche ich
noch so weit wie möglich zu verdrängen. Für mich ist es genauso mein Kind,
wie die beiden anderen.
Anja: Für mich waren Annes Schwangerschaften eine sehr schöne Zeit und ich
genieße es nun auch selbst schwanger sein zu können. Irgendwie fühlt es sich
auch so an, als wäre es schon meine dritte Schwangerschaft, da wir diese
Erfahrungen so intensiv miteinander teilen und nun auch beide die jeweils
andere Perspektive kennen. Der Geburt sehe ich daher gelassen entgegen.
Die erneut bevorstehende Adoption ist eine andere Sache. Ich hoffe, dass
wir diese schnellstmöglich hinter uns bringen können und dass uns dieses Mal
keine neuen Absurditäten erwarten. Die Verschärfung des Adoptionsrechts ist
für mich – nach all unseren Erfahrungen – ein Zeichen dafür, dass die Politik
sich nach wie vor nicht ausreichend mit der Lebensrealität der betroffenen
Familien auseinandersetzt und sich auf Grundlage falscher Annahmen und
Vorurteile leiten lässt.
Mehr Hintergründe könnt ihr auch hier erfahren:
Petition unterschreiben: Abstammungsrecht endlich reformieren! bzw.
Diskriminierung von lesbischen Familien könnte sich durch Adoptionshilfegesetz
verschärfen.
|
Stiefkindadoption: Nach der Geburt muss meine Frau unser Kind adoptieren
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stille-geburt-so-nahm-ich-abschied-von-unserem-baby |
Ich sitze hier und fühle mich leer. Gerade noch hatte ich eine Kugel, ich
trug mein Baby in mir. Und nun? Nun ist er ein kleiner Engel und ich werde
ihn nie mehr in die Arme nehmen können oder ihm meine Liebe schenken können.
Sein Papa und seine Brüder konnten ihn nicht einmal sehen….
Die letzten Wochen waren der blanke Horror für uns als Familie. Ein
ständiges Auf und Ab. Positive Neuigkeiten und dann gab es wieder
Rückschläge. Irgendwann haben wir uns nicht mehr getraut, uns über die
positiven Nachrichten zu freuen.
In der 17. Schwangerschaftswoche veränderte sich plötzlich alles
Dabei hatte es doch eigentlich alles gut ausgesehen. Nachdem ich 2018 schon
mal eine Fehlgeburt hatte, schien es jetzt alles gut zu laufen. Der positive
Schwangerschaftstest, der Wahnsinn. Der erste Ultraschall – unglaublich. Da
war er, der kleine Mann. Winzig klein, wie eine Erbse. Doch er wuchs und
wuchs. Und unsere beiden großen Jungs freuten sich wie verrückt auf einen
kleinen Bruder.
In der 17. Schwangerschaftswoche dann wurde eine Infektion in meiner
Gebärmutter festgestellt. Mit Verdacht auf einen Spätabort wurde ich ins
Krankenhaus aufgenommen. Die Ärzte sagten: Wir wissen nicht, ob sie das
Krankenhaus mit Baby im Bauch verlassen werden.
3 x am Tag bekam ich eine Dosis Antibiotika über die Vene. Ich hatte
nonstop Angst. Angst, den Kleinen wegen der Infektion zu verlieren. Angst,
den Kleinen wegen der hohen Antibiotika-Dosis zu verlieren. Angst, was noch
eventuell auf mich und meine Familie zukommen wird.
Nach den 5 Tagen wurde ich dann mit angeblich stabilen Blutwerden wieder
nach Hause geschickt und sollte eine Woche später ganz normal zur Kontrolle
zu meiner Frauenärztin. Mir ging es gut und ich war glücklich. Vielleicht
hatte ich diesmal Glück? Beim Kontrolltermin bei der Ärztin schien alles
okay, doch einen Tag später waren die Blutergebnisse da und ich musste ins
Krankenhaus.
Im Krankenhaus sagten die Ärzte, dass meine Entzündungswerte viel zu hoch
seien und dass sie sich nicht nur um Baby sorgen würden, sondern auch sehr um
mich.
Die Ärzte sagten, dass das Kind nicht überleben kann
Ich wurde untersucht und dann der Schock: Mein Fruchtwasser war fast weg.
Die Ärzte sagten, dass das Kind wohl deshalb in den nächsten 24 Stunden auf
die Welt kommen würde, denn tatsächlich hatte ich auch bereits leichte Wehen.
Es war klar, dass unser Kind nicht überleben würde, da die Lungen nicht
ausgereift waren und die Schwangerschaftswoche noch viel zu früh war. Die
Ärztin sprach mit mir über Sternenkinder, die Möglichkeit, unser Sternenkind
fotografieren und bestatten zu lassen.
Die Wehen stoppten, ich blieb im Krankenhaus. Ich war die ganze Zeit
alleine, aufgrund von Corona durfte ich keinen Besuch empfangen. Es war
einfach nur schrecklich. Die Tage vergingen, dem Kleinen ging es erstaunlich
gut. Nach elf Tagen im Krankenhaus durfte ich sogar nochmal nach Hause. Die
Ärzte machten uns klar, dass jeder Tag wertvoll ist. Denn jeder Tag brachte
uns näher an die Lungenreifespritzen.
Nach drei Tagen zu Hausen spürte ich, dass etwas nicht stimmt. Ich
verdrängte das Gefühl, aber als die Großen dann im Kindergarten waren, rief
ich meine Hebamme an und sagte, sie solle vorbei kommen. Sie brachte zwei
Geräte mit, konnte aber keinen Herzschlag mehr finden. Ich fuhr zur
Frauenärztin, sie setzte das Ultraschallgerät an und sehr schnell war klar,
dass das Herz aufgehört hatte zu schlagen.
Am nächsten Tag bekam ich einen Termin für die stille Geburt
Warum schon wieder wir, dachte ich und fing an zu weinen. Die Ärztin klärte
mich auf, dass die Geburt nun eingeleitet würde und ich unseren kleinen
Jungen auf die Welt bringen würde. Diese Vorstellung zerriss mir das Herz.
Ich bekam einen Termin für den nächsten Tag. Abends legte ich mich in mein
Bett zu Hause, sah das Stillkissen, das ich nun nicht brauchen würde. Ich lag
im Bett und wusste, dass dies die
letzte Nacht mit Babybauch sein würde – dass ich aber nicht mit einem Kind
nach Hause kommen würde.
Am nächsten Morgen packte ich meine Tasche und fuhr ins Krankenhaus. Auf
dem Weg dorthin bekam ich Wehen und es ging plötzlich alles ganz schnell. Nur
wenige Minuten, nachdem ich im Krankenhaus angekommen war, wurde unser Sohn
geboren. Die Hebamme legte ihn mir in die Arme. Ein ganz normales Kind, nur
viel zu klein. Er sah friedlich aus und sehr süß. Ich hatte ihn mehrere
Stunden bei mir. Dann verabschiedete ich mich, küsste diesen kleinen Engel
und fuhr zu meiner Familie nach Hause.
Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an mein Baby denke und ich hoffe,
dass die Zeit meine Wunden heilt.
.
|
Stille Geburt: So nahm ich Abschied von unserem Baby | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stille-geburt-unsere-lange-reise-zurueck-zum-glueck |
Liebe Ina, Euer drittes Kind kam in der 21. SSW still zur Welt. War das
überraschend oder wie verlief die Schwangerschaft bis dahin?
Als wir von der ungeplanten Schwangerschaft erfuhren, war es erst einmal
ein großer Schock. Unsere zweite Tochter war gerade einmal 7 Monate alt und
wir hatten beide das Gefühl einem dritten Kind gar noch nicht gewachsen zu
sein. Die Zeit zu viert war bis dahin mitunter von Kämpfen,
Aushandlungsprozessen und Neufindungen geprägt gewesen. Unsere Älteste,
damals 3 1/2 Jahre alt, brachte sehr deutlich zum Ausdruck, dass ein
Geschwisterchen eine enorm große Veränderung für sie bedeutet und ich hatte
diese Entwicklung im Vorfeld schlicht unterschätzt.
Wir starteten also mit sehr gemischten Gefühlen in eine weitere
Schwangerschaft. Wobei mein Mann von Vorneherein eher zuversichtlich war und
versuchte mir Mut zu machen.
Die Schwangerschaft verlief zunächst problemlos, mir ging es körperlich
sogar besser als in den beiden vorherigen Schwangerschaften.
Kannst du erzählen, wie es weiter ging?
Ab der 16./ 17. SSW hatte ich allmählich ein mulmiges Gefühl. Ich spürte
das Kind noch nicht und wartete täglich darauf, erste Bewegungen
wahrzunehmen. Ich räumte diesem Gefühl nicht viel Platz ein, dennoch schien
etwas in mir bereits Alarm zu schlagen.
Ein Tag vor der nächsten Routineuntersuchung beim Frauenarzt, in der 21.
SSW, bekam ich nachts Schmerzen und am nächsten Morgen starke Blutungen. Mein
Mann und ich fuhren ins Krankenhaus, es dauerte einige Zeit, bis wir
behandelt wurden. Nach einem gefühlt endlos langen Ultraschall wurde das
Alarmsignal zu trauriger Gewissheit und der Arzt sprach das Unfassbare aus:
unser Kind lebte nicht mehr. Die Ärzte nahmen an, dass es möglicherweise
schon einige Wochen nicht mehr am Leben war, da die Entwicklung auf Stand
eines ca. 16 Wochen alten Fötus war.
Die Geburt musste eingeleitet werden und mein Mann und ich befanden uns
plötzlich an einem Abgrund, der tiefer für uns nicht hätte sein können.
Wie lief die Geburt ab?
Die Tatsache ein totes Kind auf die Welt bringen zu müssen, hat mich schier
um den Verstand gebracht. Wir waren in einem separaten Zimmer, weit ab von
der Geburtsstation untergebracht und warteten auf den Beginn der Geburt. Nach
zwei sehr schönen Geburten wussten wir einerseits was auf uns zukommt,
andererseits hatten wir große Angst vor dem, was danach kommen würde. Das
Gefühl glich bei mir einer Todesangst. Ich war zu diesem Zeitpunkt der
Überzeugung, ich würde seelisch daran zerbrechen.
Ca. 12 h später war es dann so weit. Ich spürte wie sich die Plazenta löste
und wir wurden in den Kreißsaal gebracht. Wir waren ab diesem Zeitpunkt sehr
einfühlsam von einer Hebamme betreut und kurze Zeit nach Ankunft im
Kreißsaal, fand auch schon die Geburt statt. Es kostete mich große
Überwindung loszulassen, um das Kind tatsächlich zu gebären. Wieder war es
mein Mann, der mir Mut machte und bis dahin wie ein Fels an meiner Seite
stand. Unser Kind wurde schließlich in der Fruchtblase geboren. Ich fühlte
mich auf einmal erleichtert und wollte unser Kind unbedingt sehen und
anfassen. Mein Mann hatte plötzlich große Angst und musste zunächst den
Kreißsaal verlassen, um sich wieder zu sammeln.
Nach einiger Zeit kam mein Mann zurück und wir durften noch lange Zeit mit
unserem Sohn verbringen, haben ihm einen Namen gegeben, die Hebamme
fotografierte ihn und wir versuchten diesen ersten und letzten Moment mit
unserem Kind so intensiv wie möglich zu erleben. Wir entschieden uns dafür
die Nacht auf Station mit dem Kind zwischen uns liegend zu verbringen. Am
nächsten Morgen verabschiedeten wir uns und fuhren ohne Kind und nicht mehr
schwanger nach Hause zu unseren Töchtern.
So einen Verlust kann man nicht in Worte fassen. Kannst du trotzdem
versuchen zu beschreiben, wie es Dir in den ersten Tagen, Wochen danach
ging?
Ich habe täglich und jede Nacht versucht dem Abgrund zu entfliehen, der
sich mit der stillen Geburt unseres Sohnes aufgetan hatte. Ich war bereits
Mutter von zwei Kindern, die mich brauchten. Das forderte ungefragt eine
Routine, einen Ablauf, ein Funktionieren, was in solch einer Lage sicherlich
hilfreich ist, um sich in der Trauer und Ohnmacht nicht zu verlieren.
Gleichzeitig brach ich immer wieder innerlich zusammen, konnte das Geschehene
und die Wucht der Gefühle kaum ertragen und wusste nicht mehr weiter. Mein Körper
war mir fremd, ich kämpfte mit meiner Körpermitte, den auf Stillen
ausgelegten Brüsten (trotz abstillender Medikamente), den Blutungen, die mich
tagtäglich an die Geburt meines toten Kindes erinnerten. Ich war geplagt von
Schuldgefühlen und Ängsten aller Art.
Größere Ansammlungen von Menschen waren plötzlich zur Bedrohung geworden,
immer wieder überkam mich im Alltag der Geruch von Blut und das Weitermachen,
sich jeden Tag neu dafür zu entscheiden aufzustehen, kostete mich unglaublich
viel Kraft. Mit der Zeit wurden diese emotionalen Stürme weniger, verloren
jedoch erst einmal kaum an Heftigkeit.
Ihr habt ja auch noch zwei größere Kinder – wie erklärt man denen so eine
Situation?
Unsere große Tochter hat bereits sehr deutlich wahrgenommen, dass etwas
Schreckliches geschehen war. Wir entschieden uns bewusst, sie mit zur
Beerdigung zu nehmen und sind auch sonst sehr offen in dieser Situation mit
ihr umgegangen. Wir haben versucht, ihr kindgerecht zu erklären, was
geschehen war. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ihr kleiner Bruder nun
einen Platz als Stern im Himmel hat. Dieses Bild ist bis heute geblieben.
Unsere jüngere Tochter war noch zu jung, um sie aktiv in den Trauerprozess
miteinbeziehen zu können. Dennoch glaube ich, dass sie unsere Trauer und die
veränderte Situation deutlich wahrgenommen hat. Bis heute sprechen wir immer
wieder von ihrem Bruder, sodass er unvergessen bleibt und auch sie ein
Bewusstsein dafür entwickeln kann, dass sich kurz nach ihrer Geburt ein
weiteres Kind den Weg in unsere Leben gebahnt hatte.
Du hast uns geschrieben, dass dein Mann und du sehr unterschiedlich
getrauert habt. Wo waren die Unterschiede?
In den ersten Tagen waren wir in unserer Trauer sehr ähnlich. Wir haben
viel geweint, das Gespräch innerhalb der Familie gesucht und dem Verlust
unseres Kindes einen großen Platz eingeräumt.
Mein Mann versuchte nach wenigen Wochen immer konkreter zur Tagesordnung
überzugehen. Sicherlich hat ihm dabei geholfen, dass er wieder arbeiten ging.
Er kümmerte sich viel um die Kinder und war im Alltag aktiv, wo er nur
konnte.
Ich war zunächst noch in Elternzeit und einigermaßen in der Lage den Alltag
zu bewältigen. Allerdings war ich sehr dünnhäutig, hatte meinen Humor
verloren und war nervlich unter Dauerstrom. Viele Tage quälte ich mich bis
zum Abend, um dann weinend ins Bett zu fallen. Manchmal fühlte ich mich wie
betäubt, unfähig zu mir und den Eigenschaften, die mich ausmachen,
zurückzukehren.
Je mehr Zeit verstrich, desto weniger schien mein Mann aushalten zu können,
dass ich weiterhin offensichtlich trauerte und nicht mehr dieselbe war. Ich
wiederum machte ihm zum Vorwurf, dass er so tat, als wäre alles wieder beim
alten.
Was hat diese Unterschiedlichkeit mit Eurer Beziehung gemacht?
Aufgrund meine Dünnhäutigkeit kam es sicherlich zum mehr Konflikten im
Alltag. Da das auch die Kinder betraf, war mein Mann darauf ausgerichtet, die
Wogen zu glätten und das Familienleben emotional stabil zu halten. Dabei
fühlte ich mich jedoch nicht gesehen und es kam immer wieder zu
Auseinandersetzungen über die Frage, wer wie um den Verlust unseres Sohnes
trauert.
Darüber hinaus war unsere Kommunikation beschränkt auf das Wesentliche und
wir hatten wenig Zugang zum anderen. Wir trieben eine ganze Weile im offenen
Meer nebeneinander her, ohne uns gegenseitig retten zu können.
Dabei versuchte ich auch immer wieder mich an ihm zu orientieren und
tatsächlich zur Tagesordnung überzugehen, dabei scheiterte ich jedoch
kläglich mit emotionalen Einbrüchen und dem Gefühl von Überforderung.
Gab es einen Punkt, an dem ihr beschlossen habt, dass es nun Hilfe von außen
braucht?
Zunächst hatte ich den Eindruck, dass ich allein Hilfe benötige. Ich habe
mich auf die Suche nach Unterstützung begeben. Von einer Bekannten, die einen
ähnlichen Verlust erlitten hatte, bekam ich eine in diesem Bereich sehr
erfahrene Therapeutin empfohlen. Ich erfuhr, dass diese auch Paargespräche
anbot und erinnere mich noch genau, dass ich meinen Mann eines Abends beim
Zähneputzen vorsichtig fragte, ob er sich vorstellen könnte, mit mir zu einem
solchen Gesprächstermin zu gehen. Ich hatte mit Ablehnung gerechnet.
Stattdessen erklärte er sich sofort bereit, mir zuliebe mitzukommen.
Wie genau sah diese Hilfe aus? Was habt Ihr dort über Euch gelernt?
Insgesamt haben wir drei Gespräche geführt. Dabei ging es vor allem darum,
das Erlebte noch einmal von Anfang an und schrittweise aus unserer jeweiligen
Perspektive zu schildern.
Die Therapeutin unterstützte uns dabei uns gegenseitig genau zuzuhören, die
Gefühle, Ängste und Gedanken zu formulieren und all dem Raum zu geben. So
gelangten wir nach und nach auf eine gemeinsame Ebene des gegenseitigen
Verständnisses. Wir konnten das Verhalten des anderen nachvollziehen und
Irrtümer, welche sich durch falsche Interpretation ergeben hatten,
ausräumen.
Wir konnten während dieser Termine ausschließlich uns als Paar und unseren
persönlichen Gefühlen, Gedanken und Themen Zeit widmen. Danach sind wir auch
nie nach Hause, sondern in unserer Stammkneipe gegangen, um das Gespräch
ausklingen zu lassen.
Wir haben gelernt, dass wir ins unserer Gefühlswelt nicht sehr weit
voneinander entfernt gewesen waren, jedoch unterschiedlich damit umgegangen
sind, was letztlich zur Entfernung im Alltag beigetragen hatte. Ich war
beeindruckt von der Offenheit meines Mannes über das Geschehene und die
eigenen Empfindungen dabei zu sprechen. Bereits nach dem ersten Gespräch gestand
er mir erkannt zu haben, dass diese Termine nicht nur mir, sondern auch ihm
und uns gut tun würden.
Wir machten ein Code-Wort aus, um dem anderen bei Bedarf unkompliziert zu
verdeutlichen was gerade los ist, ohne viel erklären zu müssen. Wir lernten
vor allem, uns gegenseitig zu stützen und über schwierige Gefühle miteinander
zu sprechen.
Durch wenige, aber intensive Gespräche fanden wir wieder zueinander. Das
Gefühl der Entfremdung verlor sich und wir hatten wieder eine gemeinsame
Sprache über das Geschehene gefunden.
Und was hast du über dich selbst gelernt?
Letztlich wohl vor allem die Erkenntnis, dass das Leben weiter geht, selbst
wenn der Abgrund unendlich tief ist und, dass ich in der Lage bin, aus einer
solchen Tiefe wieder hervorzusteigen. Ich bin persönlich gestärkter und
gefestigter. Ich weiß, dass es wichtig ist auf meine innere Stimme zu hören
und vor allem gegenüber meinem Mann möglichst offen zu kommunizieren, wenn es
uns als Paar betrifft. Voreilige Schlüsse sind selten richtig, wenn sie sich
auch noch so richtig anfühlen.
Wie geht es Euch heute?
Heute, 3 ½ Jahre später, sind wir glücklich zu fünft! Nach einer langen
Reise der Trauerbewältigung, welche vor allem für mich noch einige Zeit nach
der Gesprächstherapie weiterging, haben wir uns gemeinsam für ein weiteres
Kind entschieden. Wir durften eine weitere gesunde Schwangerschaft und
glückliche Geburt erleben. Unsere jüngste Tochter ist nun ein Jahr alt und
wir fühlen uns komplett – mit Stern am Himmel.
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Stille Geburt: Unsere lange Reise zurück zum Glück | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/stillen-ist-liebe-flasche-geben-auch-jede-entscheidung-ist-individuell |
Eine Sache, über die sich Katharina vor der Geburt ihres ersten Kindes
keine Gedanken gemacht hat, war das Stillen. Warum auch? Stillen ist die
natürlichste Sache der Welt. Kind kommt, Kind hat Hunger, Mutter stillt Kind,
Kind satt. So einfach, dachte sie.
Dann wurde ihre Tochter geboren und ganz so einfach war es dann doch nicht.
Katharina hatte sehr, sehr viel Milch – was einerseits natürlich toll ist,
weil sie ihr Kind satt bekam, auf der anderen Seite führte das bei ihr aber
auch dazu, dass sie permanent gegen einen Milchstau ankämpfen musste. Und das
ist wirklich sehr, sehr unangenehm. Katharina hielt trotz Schmerzen durch,
weil sie überzeugt war, dass Stillen gerade in den ersten sechs Monaten das
Beste für das Baby ist. Nach sechs Monaten fütterte sie Flaschennahrung und
stillte zügig ab.
Bei Lisa dagegen lief es ganz anders, hatte es bei ihrem ersten Kind noch
ab und zu geruckelt beim Stillbeginn, hatte sie bei den Zwillingen nie
Probleme mit dem Stillen. Ihre zwei Jungs stillte sie 16 Monate lang und ist
bis heute sehr dankbar für diese Erfahrung. Weil die Jungs als Babys öfter
ins Krankenhaus mussten, war es für Lisa besonders wichtig, ihnen so viel
Nähe zu geben – und es war auch schlicht das Praktischste.
Zwei Frauen, zwei Stillgeschichten – das macht klar: Es gibt nicht die eine
Stillbeziehung, es gibt nicht den einen richtigen Weg. Klar ist aber auch:
Noch immer setzen sich viele Frauen unter Druck, ihr Baby zu stillen – selbst
wenn sie sich damit nicht gut fühlen. Warum das so ist, haben wir Hebamme
Kathi (sie ist seit 20 Jahren Expertin für Säuglings- und Kleinkindernährung,
selber 2-fache Mama, Ökotrophologin und Beikost Coach für Eltern)
gefragt.
Liebe Kathi, Stillen ist eine tolle Sache. Doch nicht bei allen Frauen
klappt das Stillen problemlos. Welche Ursachen kann es haben, wenn es nicht
richtig klappt mit dem Stillen?
Stillen beruht auf einer hochkomplexen Interaktion zwischen Mutter und
Kind, die sehr empfindlich gegenüber Störfaktoren ist. Zu Beginn kann durch
eine ungünstige Krankenhausroutine das Stillen erschwert werden oder auch
bestimmte Medikamente während der Geburt können dazu führen, dass der
Anfang schwierig verläuft.
Das richtige Anlegen eines Babys zum Stillen ist alles andere als trivial.
Wir müssen es gezeigt bekommen und einüben, leider erhalten frischgebackenen
Mamas oft nicht die notwendige Unterstützung, die sie bräuchten oder sie
trauen sich nicht die gestressten Schwestern zu stören, da diese ohnehin
unter Zeitdruck stehen und sehr viele Patienten in kurzer Zeit betreuen
müssen.
Es kann aber auch einfach sein, dass eine Mutter gar nicht stillen möchte
und es deshalb auch nur halbherzig versucht, weil sie von außen dazu gedrängt
wird. Manche Frauen können aber auch einfach aus physiologischen oder
psychologischen Gründen nicht stillen.
Wir wissen, dass viele Frauen sich dann richtig unter Druck setzen und sich
auch schlecht fühlen, wenn es nicht so gut klappt. Woher kommt dieser
Druck?
Die jungen Mütter stehen heute unter vielerlei Druck. Eben waren die Frauen
noch im Vollzeit-Job tätig und nach der Geburt des Kindes sollen sie alle
Anforderung einer vermeintlichen „Super-Mum“ erfüllen. Dazu kommen
Schlafmangel und gut gemeinte Ratschläge aus jeder Ecke. Die sozialen Medien
tragen dazu ebenfalls zur Verunsicherung und Druckaufbau bei. Dort
präsentieren sich die „Super-Mums“ top gestylt mit ihren
Sprösslingen.
Das baut schon enorm Druck auf. Auch das „Wochenbett“ wird heute
leider nicht mehr als solches zelebriert. Junge Mütter zeigen sich stolz
direkt nach der Geburt, was sie schon wieder alles erledigen können, sind oft
nach wenigen Tagen schon mit dem Baby stolz unterwegs. Ein richtiges Ankommen
und in der neuen Rolle einfinden ist so oft gar nicht möglich. Die Folgen
sind Überlastung und Orientierungslosigkeit in einer Welt, in der den
Menschen Informationen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Ich merke das
ganz stark in meinen Beikost- und Kleinkindernährungskursen. Es herrscht
allgemein sehr große Verunsicherung, da einfach sehr viele unterschiedliche
Informationen auf die Frauen einprasseln.
Wie kann es gelingen, sich von diesem Druck zu lösen?
Es ist schon erstaunlich, wie oft Frauen ihr Selbstbewusstsein und ihre
Durchsetzungskraft mit Beginn der Schwangerschaft ablegen. Eben noch
selbstbewusst im Job, herrscht nun große Verunsicherung in der
Mutterrolle. Die Mütter möchten in der Regel alles 1000% machen und sind
einer enormen Informationsflut ausgesetzt. Mütter in den 1950er-1980er Jahren
waren weitaus entspannter, obwohl sie oftmals gerade nur einen Ratgeber
im Schrank hatten. Ich empfehle an dieser Stelle immer auf sein
Bauchgefühl zu hören, das ist in Kinderfragen oft sehr verlässlich. Statt
stundenlang in Mamaforen zu stöbern, rate ich den Frauen, sich professionelle
Ratschläge bei einem Experten zu holen. Wenn ich über eine Sache informiert
bin, kann ich mit mehr Selbstbewusstsein meine Ansichten vertreten. Und bin
insgesamt auch entspannter.
Worauf sollte man achten, wenn man dem Baby das erste Mal zufüttert?
Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten ist empfohlen, aber es
kann durchaus Situationen geben, in denen ein Zufüttern erforderlich ist. Es
ist vollkommen in Ordnung, wenn zugefüttert wird. Es sollte deshalb keine
Mutter ein schlechtes Gewissen haben. Das Zufüttern kann eine angespannte
Situation immens entspannen. Das überträgt sich auch auf die Mutter. Wenn die
Mama entspannt ist, kann der Milcheinschuss besser in Gang kommen. Oftmals
ist das Zufüttern über einen längeren Zeitraum auch gar nicht notwendig und
es kann nach einer gewissen Zeit wieder voll gestillt werden.
Wenn ich das Kind schon länger stille, klappt das Zufüttern oft besser,
wenn eine andere Person, z.B. der Papa das übernimmt. Die Flasche wird meist
von der Mutter nicht so gut akzeptiert.
Was ist eigentlich dran am Mythos, dass Kinder, die zugefüttert werden,
eher durchschlafen?
Stillkinder kommen in der Regel in der Nacht häufiger. Da sie zum einen oft
keinen Schnuller haben und mit dem Stillen Nähe und kuscheln verbinden. Die
Brust ist auch gerne mal der Schnullerersatz. Dass Flaschenmilch mehr sättigt
und dadurch die Säuglinge besser schlafen ist ein Mythos,
denn „durchschlafen“ ist keine Frage der Ernährung, sondern
eine Frage der Gehirnentwicklung.
In den siebziger / achtziger Jahren gehörte es fast zur Routine, dass
Mütter die Säuglingsnahrung mit Schmelzflocken oder 1-2 Löffelchen mehr
angereichert haben. Oder sogar dünnflüssigeren Brei in der Flasche angeboten
haben. Das führte oft dazu, dass die Kinder wie in
ein „Koma“ fielen und dann vermeintlich auch in der Wahrnehmung der
Mütter besser schliefen. Ich denke, dieser Mythos hält sich immer noch,
obwohl es heutzutage keine gängige Praxis mehr sein sollte Säuglingsnahrung
anzureichern.Mittlerweile haben die Hersteller ihre Rezepturen auch soweit im
Eiweißgehalt und im Kaloriengehalt heruntergefahren, dass
ein „Überfüttern“ nicht mehr möglich ist, wenn man sich an die
Zubereitungshinweise der Hersteller hält. Die Kinder kommen also
natürlicherweise alle paar Stunden genauso wie es unter Muttermilch-Ernährung
auch passiert. Es sei denn, der Säugling hat einen Schnuller, der auch zur
Beruhigung beitragen kann. Der Magen der Säuglinge ist noch relativ klein, so
dass sie darauf angewiesen sind alle paar Stunden Nahrung zu bekommen.
Warum können Sie Milupa Simply A2-Protein Folgemilch empfehlen?
Kuhmilch ist unter anderem wegen ihres Eiweißgehalts so wertvoll. Dabei
unterscheidet man zwei Haupt-Eiweißgruppen: einmal die Molken-Eiweiße und
einmal die Caseine. Innerhalb der Gruppe der Caseine gibt es das sogenannte
Beta-Casein. Das kann unterschiedlich zusammengesetzt sein. Zwei solcher
Varianten sind das A1- und das A2- Beta-Casein. Welche der Varianten, also A1
oder A2 oder eine Mischung aus beiden, in der Milch vorkommen, hängt von der
Rasse ab. Denn nicht alle Kühe geben die gleiche Milch. A2-Protein Milch
stammt von Kühen, die ausschließlich das A2-Beta-Casein und kein
A1-Beta-Casein bilden. Im Laufe der Evolution haben sich verschiedene
Rinderrassen entwickelt. Das schwarz-weiße Holstein-Rind zum Beispiel gibt
Milch, die ein Gemisch aus A1 und A2 enthält oder auch nur A1. Rinder der
Rasse Guernsey und Fleckvieh geben häufig reine A2-Protein Milch. Es kommt
also auf die Rasse und auf die Züchtung an. Milupa gibt mit der Milupa
Simply Folgemilch die Antwort auf die weltweit wachsende Nachfrage der
Verbraucher nach A2-Protein Milch und möchte den Eltern damit eine größere
Auswahl an Säuglingsnahrung anbieten.
*Wichtiger Hinweis: Stillen ist die beste Ernährung für dein Baby. Sprich
zu Säuglingsnahrung bitte mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt.
FAZIT: Für Babys ist Stillen natürlich die beste Ernährung. Stillen ist
Liebe – Flasche geben aber auch. So einfach ist das. Mutterschaft ist kein
Wettbewerb, jeder macht es so gut er kann. Wer nicht stillen kann oder möchte,
braucht kein schlechtes Gewissen zu haben. Am besten Ihr informiert Euch über
die verschiedenen Möglichkeiten und besprecht das mit Eurer Hebamme.
Katharina selbst hat ebenfalls unter anderem Folgemilch von Milupa verwendet
und war sehr zufrieden. Traut Euch Euren eigenen Weg zu gehen – denn der ist
genau der richtige für Euch!
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Stillen ist Liebe, Flaschegeben auch: Die Milupa Simply Folgemilch im
Check |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/sumblox-so-lernen-kinder-spielerisch-mathe-mit-gewinnspiel |
Ihr Lieben, wir sind ja
allen Dingen aufgeschlossen, die versprechen, dass sie unseren Kindern das
Lernen vereinfachen können. Nun gibt es hier eine Idee, wie Kinder
spielerisch an die Mathematik herangeführt werden können. Mit Zahlen aus
Holz, die unterschiedlich groß und schwer sind und damit direkt von Anfang an
und schon den Kleinsten zeigen, dass eine Drei größer und schwerer als eine
Zwei ist. Wir haben mal nachgefragt, was es mit dieser Idee auf sich
hat…
Ihr Lieben, die Idee hinter SumBlox wirkt so einfach, man fragt sich fast,
wieso noch niemand vorher darauf gekommen ist, Mathematik für Kinder so
greifbar zu machen… erzählt doch mal, was es mit SumBlox auf dich
hat.
Mit den SumBlox lernen Kinder beim Spielen und Türme bauen Zählen und
Rechnen. Ganz nebenbei und eigenständig. SumBlox sind Bausteine in Form von
Zahlen. Je größer die Zahl, desto höher der Baustein. Ganz egal wie man auch
stapelt, sind die Stapel gleich hoch, stimmen auch ihre Werte überein. Kinder
lernen ganz automatisch Zahlen und Rechnen beim Spielen. Und da alle Kinder
es lieben, mit Bauklötzen zu stapeln, werden die SumBlox auch nie langweilig.
Darüber hinaus gibt es für SumBlox diverse Spiele, die man allein und mit
mehreren gemeinsam spielen kann.
Die Kinder können mathematische Werte also im Grunde erfühlen?
Mit den Zahlenbausteinen erleben Kinder mathematische Konzepte sehr
plastisch. Die Form einer Zahl wird nicht mehr nur auf einem Papier
erkennbar, sondern kann angefasst werden. Außerdem wird es für Kinder sehr
viel schnell klarer, dass eine Drei mehr Wert ist als eine Zwei – sie ist ja
auch höher. Das sehen Kinder sofort und es findet von Anfang an eine
Verknüpfung des plastischen (Höhe der Zahl) und des Abstrakten (Form und Wert
der Zahl) statt.
Verstehen wir das richtig? Eine Zwei und eine Drei übereinander gestapelt,
sind genauso hoch wie die Fünf?
Ganz, genau! Egal welche, Kombinationen man bildet: Stimmen die Werte
überein, sind die Türme gleich hoch. Das geht theoretisch bis ins große
Einmaleins. Voraussetzung ist, dass genügend Bausteine vorhanden sind.
Kann diese Form des Lernens denn auch Kindern mit Dyskalkulie helfen?
Sehr gut sogar! Uns erreichen immer mehr Rückmeldungen von Dyskalkulie
Therapeuten, dass Kinder, denen der Zugang zur Zahlenwelt schwer fällt, mit
den SumBlox ein viel tieferes Verständnis erlangen können. Das Wichtigste
dabei ist, dass Kinder die SumBlox möglichst eigenständig nutzen dürfen und
sie nicht nur auf Zahlen und Rechnen reduziert werden. Als Erwachsener
verfällt man immer sehr schnell in Korrekturen und Vorgaben. Lasst die Kinder
einfach mal losbauen, auch wenn es sich um kreatives Bauen handelt, wo Zahlen
vielleicht falsch herum verwendet werden. Völlig okay! Später einfach mal
mitspielen und vormachen, die Kinder gucken sich dann einfach bestimmte Dinge
ab und lernen Zahlen und Zahlenwertigkeiten von ganz allein.
Welches Feedback bekommt ihr von Lehrern und Eltern?
Das Feedback ist bisher durchweg positiv. Sowohl Eltern und Lehrer sind
begeistert. Manche Eltern haben bedenken, dass Kinder die Zahlen „falsch“
lernen, wenn Sie sie beim Spielen falsch herum stapeln – dieses Feedback
haben wir jedoch noch nie von Eltern und Pädagogen gehört, die die SumBlox
bereits einsetzen. Das was viele Lehrer begeistert, ist dass mit den SumBlox
nicht nur mathematische Fähigkeiten, sondern auch Teamfähigkeit,
Problemlösekompetenz und eigenständiges Lernen gefördert werden.
Und ihr konntet bei uns ein Set SUMBLOX gewinnen! Dafür musstet ihr einfach
hier bei uns im Blog kommentieren, für wen ihr das Set gern hättet! Oder wie
ihr euch damals in Mathe geschlagen habt… 😉 Die Losfee hat aber
bereits entschieden. Wir haben da trotzdem noch was für Euch:
Denn psssssst…. Mit dem Gutscheincode "stadtlandmama" bekommt ihr
10€ Rabatt auf euer Set!
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SumBlox: So lernen Kinder spielerisch Mathe - mit Gewinnspiel | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/super-elternzeit-gewinn-land-brandenburg-schenkt-drei-familien-vier-wochen-auszeit |
Nichts, aber auch wirklich nichts, stellt das Leben so auf den Kopf wie die
Geburt eines Kindes. Dabei ist es egal, ob es das erste, das zweite oder das
fünfte Kind ist. Ich habe mal den schönen Spruch gelesen: „Familie ist wie
ein Mobilé. Und jedes neue Mitglied bringt das Mobilé erstmal ins Wanken. Es
dauert eben ein Weilchen, bis alles wieder im Gleichgewicht ist.“
Ich kann das aus meiner Erfahrung nur bestätigen. Während man in den ersten
Wochen meint, im Chaos zu versinken, merkt man irgendwann, dass sich doch
alles zurecht geruckelt hat. Es braucht nur Zeit – am besten viel gemeinsame
Zeit, in der die Eltern und das Kind oder die Kinder neu zusammenwachsen
können, um dann diese Einheit zu werden, die alles überstehen kann.
Für uns war die gemeinsame Elternzeit deshalb unglaublich wertvoll. Wir
konnten einander genießen, ohne, dass berufliche Termine anstanden, ohne dass
irgendwer ständig wegmusste. Wir konnten uns auf uns konzentrieren, uns
gegenseitig entlasten, das Neugeborene richtig kennenlernen. Bei meiner
großen Tochter sind wir damals sogar zusammen verreist, haben das gewohnte
Umfeld ganz bewusst hinter uns gelassen und die Chance genutzt, gemeinsam
etwas Neues kennen zu lernen. Eine wunderbare Erfahrung, die wir niemals
vergessen werden.
Wir wissen, dass viele frischgebackene Eltern davon träumen, als Familie
eine Auszeit zu nehmen. Und genau deshalb stellen wir Euch heute die
Wettbewerbsaktion „Elternzeit. Es kann so einfach sein.“ vor. Denn hier
sollen Familien im Rahmen der Landesmarketingkampagne Brandenburgs die
wunderbare Möglichkeit bekommen, vier Wochen lang etwas Besonderes zu
erleben, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren – und das in einer tollen
Umgebung: In Brandenburg.
Brandenburg liegt ja quasi vor meiner Berliner Haustüre, wir selbst nutzen
die vielen Seen, die Wälder und hübschen kleinen Dörfer Brandenburgs oft als
Wochenendausflugs-Ziel. Wenn uns der Großstadttrubel zu viel wird, finden wir
in der Natur dort Ruhe und Ausgleich – die Kinder lieben es und uns Eltern
bietet es Entschleunigung pur.
Ich finde, mit Kindern steigt das Bedürfnis nach mehr Ruhe und Natur enorm.
Immer mehr junge Familien möchten nicht mehr mitten in der Stadt leben. Die
Kinder sollen erleben dürfen, wie es sich anfühlt, barfuß auf einer Wiese zu
laufen. Sie sollen mit Stöcken bewaffnet durch den Wald rennen können, sie
sollen Pflanzen und Käfer beobachten können. Das alles kann man in Brandenburg
– und noch viel mehr.
Und nun kommt es: Das Land Brandenburg möchte drei Familien für vier Wochen
einladen. Es wurden dafür bereits drei außergewöhnliche Unterkünfte
ausgesucht – eine restaurierte Mühle in der Märkischen Heide, ein umgebauter
Bahnhof bei Nauen und ein Schlossflügel bei Bernau -, in der die Familien
kostenfrei wohnen können. Außerdem gibt es tolles Rahmenprogramm, damit die
Familien Brandenburg kennenlernen können.Na, hört sich das nicht super an?
Hier kommen alle Infos rund um die Elternzeit in Brandenburg:
Mitmachen können Familien ab zwei und bis acht Personen aus ganz
Deutschland.
Es ist egal, ob Du alleinerziehend bist, ob ihr eine Patchwork-Familie
seid, ob ihr in generationsübergreifenden Familienkonstellationen lebt.
Es spielt keine Rolle, ob Ihr Euch in der Phase der staatlichen Elternzeit
befindet, oder ob Ihr einfach so eine Auszeit mit der Familie nehmen
möchtet
Ihr werdet vom 15.6. bis 15.7. in Brandenburg sein (juhuuu, im Sommer ist
es absolut mega toll da!)
Während der vier Wochen solltet Ihr ein kleines Videotagebuch führen, das
dann über die Website und die Social Media-Kanäle der Kampagne „Brandenburg –
es kann so einfach sein“ geteilt wird
Alle Infos und Teilnahmebedingungen findet Ihr auf dieser
Website: https://www.es-kann-so-einfach-sein.de/elternzeit
Und falls Ihr jetzt denkt, dass IHR die idealen Kandidaten seid, dann dreht
ein kurzes Video (max. 1,5 Minuten), stellt Eure Familie vor und beantwortet
die Bewerbungsfrage: „Nennt uns 5 Dinge, die ihr/du mit eurem/deinem Kind
schon immer mal machen wolltet/wolltest, aber bei euch/dir zuhause nicht
könnt/kannst.“
Das Video schickt Ihr dann bis zum 1. Mai an elternzeit@eskannsoeinfachsein.de
. Wir drücken Euch die Daumen, dass IHR bald eine Arschbombe in einen
Brandenburger See machen könnt, IHR vier Wochen in einer wunderschönen
Umgebung und in einer tollen Immobilie leben könnt. Das könnte der Sommer
Eures Lebens werden. VIEL GLÜCK!!!
Foto: Susanne Losert-Behr
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Super-Elternzeit-Gewinn! Land Brandenburg schenkt drei Familien vier
Wochen Auszeit | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/systemsprenger-wie-mein-sohn-mit-seinen-unkontrollierten-ausrastern-unseren-alltag-bestimmt |
Ihr Lieben, heute läuft in den Kinos der deutsche Film
"Systemsprenger" an, in dem die Geschichte der neunjährigen Benni
erzählt wird, die von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht wird. Das
System ist überfordert mit dem Mädchen, das alle von sich stößt und durch
alle vorgegebenen Raster fällt. Wir haben neulich ein Interview mit der
Filmemacherin auf unserer Facebook-Seite gepostet, daraufhin meldet sich
Viola. Sie schrieb uns, dass ihr Sohn auch ein "Systemsprenger" sei
und dass die uns gerne von ihrer Situation erzählen möchte. Wir bedanken uns
sehr für das Vertrauen.
Liebe Viola, wir wollen heute über Deinen Sohn sprechen. Erzähl uns doch
erstmal ein bisschen was über ihn.
Unser Sohn ist acht Jahre alt und ein Vulkan, der jederzeit ausbrechen
kann. In den Zeiten ohne Ausbruch ist er das verständigste und netteste Kind,
das sich wunderbar allein und in der Gruppe beschäftigen kann. Er malt und zeichnet
wie ein Weltmeister, liebt Lego und Hörspiele, hat eine Wahnsinnsfantasie,
außerdem bastelt und werkelt er gern drinnen und draußen. Er lebt mit uns und
unserem zweiten Sohn, seinem kleinen Bruder (fast 3), zusammen in einer
schönen Wohnung in einer großen Stadt. Schwangerschaft und Geburt verliefen
traumhaft und komplikationslos, er wurde voll gestillt und viel
getragen.
Unser Sohn ist an wenigen Stellen das, was man „normal“ einstufen würde: Er
ist kleiner als seine Altersgenossen. Aktuell ist er größenmäßig drei Jahre
zurück, selbst auf einer individuellen Perzentile, die anhand meiner und der
Daten meines Mannes erstellt wurden. Der Grund ist nicht bekannt und er ist
auch nicht krank, aber wir müssen mit ihm zweimal jährlich zu einer
umfassenden Untersuchung.
Außerdem ist er hochgradig allergisch auf ein Nahrungsmittel, was ihn schon
des öfteren ins Krankenhaus befördert und vermutlich auch ein Trauma
verursacht hat. Dass er auch regelmäßig zum Augenarzt muss aufgrund einer Muskelschwäche,
fällt schon kaum noch ins Gewicht angesichts der nächsten größten
Herausforderung: Er ist höchstbegabt (sein IQ liegt über 145) und
hochsensibel. Das führt zu einer ständigen Reizüberflutung einerseits – er
kann nichts filtern und erlebt jeden Impuls, jedes Geräusch, jeden optischen
Reiz und kann nichts ausblenden.
AD(H)S wurde bei ihm jedoch ausgeschlossen. Er ist ständig angespannt und
unter Stress. Und sobald das Fass voll ist, reicht der minimalste Anlass, um
ihn zum Ausrasten zu bringen: Schreien, um sich schlagen und treten, auf dem
Boden liegen, eine regelrechter Ausbruch eben. Je nach Situation geht er
dabei auch auf andere los, schreit die schlimmsten Wörter in die Welt oder
läuft unkontrolliert davon. Er agiert extrem impulsgesteuert und hat eine
sehr niedrige Frustrationstoleranz. Andererseits langweilt er sich dermaßen
schnell und durchschaut auch komplexe Sachverhalte so mühelos, dass immer
geistiges Futter nachgeschoben werden muss. Dieser Spagat zwischen Reizarmut und
nötigem Input ist extrem schwierig.
Das ist sicher besonders in der Schule ein Problem….
Ja, seit er zur Schule geht häufen sich bei uns die Probleme, obwohl wir
die Schule mit viel Bedacht ausgewählt haben. Das erste halbe Jahr lief gut:
Sein Klassenlehrerin war auf Begabtenförderung spezialisiert und konnte seine
Bedürfnisse recht gut auffangen. Leider verließ sie nach einem halben Jahr
die Schule und seit dem Lehrerwechsel ist es eine einzige Katastrophe. Unser
Sohn tut sich extrem schwer mit Veränderungen, lässt bis heute keine
Beziehung zum neuen Lehrer zu und sprengt so gut wie jeden Unterricht.
Noch schlimmer ist es in der Nachmittagsbetreuung: Kaum ein Tag vergeht,
ohne dass wir ihn früher abholen müssen, weil er Streit oder eine
gewalttätige Auseinandersetzung hat. Er hat sogar schon eine Erzieherin
gebissen. Mittlerweile haben wir ihn dort herausgenommen, worunter unsere
beiden Jobs leiden, da wir weder Verwandte haben, die ihn betreuen können,
noch einen Babysitter gefunden haben, der dieser Herausforderung gewachsen
ist. Ich habe meine Stunden reduziert, aber er ist trotzdem täglich nach der
Schule eine halbe Stunde allein zu Hause, anders geht es nicht. Besonders
schwierig sind Übergangssituationen: Alles muss lang im Voraus angekündigt
werden („Bald müssen wir los…“) und auch dann kann er sich, wenn er in seine
aktuelle Tätigkeit versunken ist, nur extrem schwer lösen. Ein normaler
Fächer- oder Lehrerwechsel im Stundenplan ist für ihn bereits ein enormes
Hindernis.
Wann hat es angefangen, dass Dein Sohn nicht richtig ins System gepasst
hat?
Eigentlich hat das alles bereits im Kleinkindalter angefangen. Er war
seinen Altersgenossen in Sachen Feinmotorik und Sprache schon immer voraus
und hat deshalb quasi nie auf Augenhöhe mit anderen Kindern kommuniziert.
Wenn ein Kind im Sandkasten in seinen Augen „falsch“ spielte, gab es eins mit
der Schaufel. Wir haben ihm nie Gewalt vorgelebt, auch nicht verbal, und
konnten den Grund für solche körperlichen Aggressionen nicht finden.
Im Kindergarten setzte es sich fort: Er baute stundenlang einen Bauernhof
auf und wenn ein anderes Kind dann auch nur eine Kuh verrückte, zog das einen
halbstündigen Ausbruch nach sich. Mit dem Lehrerwechsel hat es sich potenziert,
mittlerweile ist sein einziges Lernziel „Ich tue heute niemandem weh“. Von
damals bis heute gibt es keine wirksame Maßnahme dagegen: Reden, Erklären
oder Schimpfen, weder von uns noch von anderen, hat etwas verändert.
Eine traurige Folge ist, dass Kinder, auch wenn sie ihn mögen, sich nicht
trauen, ihn zum Geburtstag einzuladen, weil sie Angst haben, dass er dort
einen Ausraster bekommt. Auch wir sind mittlerweile dauerhaft angespannt und
wittern ständig Gefahr, was sicherlich nicht zur Besserung beiträgt.
Merkt er das selbst und wie geht der damit um?
Für ihn ist das alles eine Höllenqual. Er will um keinen Preis anders sein
als andere Kinder und lehnt jedes Angebot ab. Auf Expertenrat haben wir es
mit einem Instrument, Kampfsport, Tanzen und etlichem mehr versucht, nichts
hat geholfen oder ihm Freude bereitet. Sobald seine Wut verraucht und wieder
Ruhe eingekehrt ist, kann unser Sohn übrigens alles total präzise
reflektieren. Er ist dann wie ausgewechselt und sehr verständig. Im Moment
des Ausbruchs selbst allerdings dringt nichts und niemand zu ihm durch.
Wie gehen Lehrer und Mitschüler mit ihm um?
Interessanterweise ist er in seiner Klasse beliebt und die Kinder können
seine Ausbrüche ziemlich gut einordnen. Was allerdings ein Problem ist:
Mittlerweile hat er so oft Mist gebaut, dass er automatisch für alles
verantwortlich gemacht wird. Sein überhöhtes Gerechtigkeitsempfinden zieht
dann den nächsten Anfall nach sich und somit gerät er immer tiefer in die
Abwärtsspirale. Das nutzen einige Kinder aus, indem sie ihn zu Blödsinn
anstacheln oder ihn gezielt (und heimlich) ärgern, um einen Wutausbruch zu
provozieren.
Die Lehrer haben dann gar keine Chance, zu verstehen, was der Anlass war,
da der Ausbruch so viel Raum einnimmt und der Auslöser in den Hintergrund
rückt bzw. z.T. auch verharmlost wird. Wir können das Thema Mobbing
allerdings schwer thematisieren – als Eltern des gefürchteten Arschlochkindes
ist man da in einer blöden Position. Einen Schulwechsel oder das Überspringen
einer Klasse haben wir mehrfach angedacht, aber mittlerweile wurde so viel an
ihm herumgedoktert, dass er bei dem Thema komplett dichtmacht. Wir sind
gerade froh, dass er überhaupt zur Schule geht.
Wie bringt Euer Sohn Deinen Mann und Dich an Eure Grenzen?
Die Ausbrüche gibt es auch bei uns zu Hause, mittlerweile täglich. Da muss
nur die falsche Gabel neben seinem Teller liegen oder der Käse alle sein. Und
auch hier sind es besonders die Übergangssituationen, selbst wenn es nur ums
Anziehen geht: Wenn man nicht zu ihm geht, ihn zum Kleiderschrank begleitet,
neben ihm stehenbleibt und immer wieder daran erinnert, was er gerade tun
soll, Kleidungsstück für Kleidungsstück, friert er quasi ein, so sehr verliert
er sich in seinen Gedanken. Auch wenn man es nicht glauben mag: Er kann es
nicht allein.
Darunter leidet das Familienleben enorm, schließlich gibt es auch noch uns
und seinen kleinen Bruder. Wir stecken alle drei zurück, weil er so viel Zuwendung
braucht. Immer häufiger platzt uns allerdings auch der Kragen und es gibt
Geschrei. Manchmal müssen wir ihn auch körperlich bändigen, damit er sich
nicht aus Versehen selbst verletzt. Wir halten ihn dann fest umklammert, um
ihm im wahrsten Sinne des Wortes Halt zu geben, weil er so außer sich ist.
Das ist wahnsinnig anstrengend. Ein weiteres Thema ist sein Schlafdefizit.
Seine innere Unruhe lässt ihn manchmal morgens um vier aufstehen und z.B. ein
riesiges Bastelprojekt starten. Wenn wir dann aufwachen, hat er noch nichts
gegessen oder getrunken, ist unterzuckert, schlechtgelaunt und müde. Auch
dagegen haben wir noch kein Mittel gefunden.
Habt Ihr Hilfe?
Bei der normalen Erziehungsberatung konnte uns niemand helfen, weil wir
alle vorgeschlagenen Maßnahmen schon selbst durch hatten und wirklich nichts
Veränderung brachte, nicht einmal mittelfristig. Auch Osteopathie haben wir
versucht. Er geht seit der Kindergartenzeit zur Ergotherapie und hat gerade
seine zweite Kinderpsychotherapie begonnen. Allerdings kommt bei ihm so viel
zusammen, dass uns schon angekündigt wurde, dass es ein langwieriger und
schwieriger Prozess wird.
Wir haben wahrscheinlich fast alles zum Thema veröffentlichte
gelesen, aber der Knoten ist einfach zu dick. Unsere größte Aufgabe ist es,
ihm zu zeigen, dass wir ihn lieben und ihn nicht aufgeben. Das klingt wie
eine Selbstverständlichkeit, aber wir bekommen täglich Meldungen und werden,
genau wie er, von allen Seiten mit Kritik bombardiert. Erwachsene nimmt er
eigentlich nur noch als Kritiker wahr – uns eingeschlossen. Da ist es extrem
wichtig, ihm zu versichern, dass er ein tolles Kind ist. Denn das ist
er!
Was ist Deine größte Angst, wenn du an seine Zukunft denkst?
Neben der Angst, dass er, wenn er so blind vor Wut, sich selbst oder
anderen einen schlimmen, vielleicht sogar bleibenden Schaden zufügt, ist
meine große Angst, dass er später kriminell wird oder einfach allein nicht
lebensfähig ist. Auf der anderen Seite stelle ich mir auch manchmal vor, dass
er als durchgeknallter Künstler oder ähnliches seinen Weg findet.
Wenn du eine Sache an seiner Situation ändern würdest, was wäre das?
Ich würde ihm ein Netzwerk wünschen, das ihn halten kann und das uns als
Familie Raum gestattet, nicht ständig in Alarmbereitschaft zu sein. Ich
wünsche mir, dass wir mit ihm endlich ein Ventil finden, das ihm dabei hilft,
seine geistige und emotionale Power auszuleben und zu kanalisieren. Mein
größter Wunsch aber ist, ihn endlich mal wieder glücklich zu erleben.
Was möchtest du unbedingt noch dazu sagen?
Was ich noch sagen möchte: Die meisten Menschen neigen bei solchen Kindern
dazu, die Eltern als „asi“ einzustufen und ihnen die Schuld dafür zu geben,
dass das Kind verzogen sei und nur mal ne klare Ansage bräuchte. Glaubt mir:
Das ist nicht so! Es wäre schön, wenn solche Kinder weniger verurteilt,
abgestempelt oder ausgeschlossen werden. Ein Mädchen aus seiner Klasse, das
mit ihm befreundet ist, sagte neulich: „Ich weiß nicht, wie man ihm bei so
einem Wutanfall helfen kann, aber ich weiß, dass es irgendwann einfach wieder
aufhört.“ Das fand ich sehr klar und stark.
Foto: Pixabay
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Systemsprenger! Wie mein Sohn mit seinen unkontrollierten Ausrastern
unseren Alltag bestimmt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tablet-tv-totalalarm-kinder-jetzt-legt-doch-mal-die-verdammten-handys-weg |
Ihr Lieben, ich habe mal
darüber geschrieben, wie das war, als unsere Große ein Handy bekam. Ich habe
auch neulich mal darüber nachgedacht, wie schön das war, als sich die Jungs
ein selbsterlegtes Tabletverbot für Montag-bis Freitag aussprachen. Da staunt
ihr?
Ja, ich habe auch gestaunt. Und leider hat diese Regel auch nicht lang
angehalten. Das ist hier ähnlich wie in der Politik. Erstmal lässt man es auf
Freiwilligkeit basieren, bis man merkt: Hm, klappt ja irgendwie gar nicht.
Und dann gibt es feste Regeln und Frust. Und ja, noch mehr Frust. Frust,
Frust, Frust.
Während ich diesen Text hier tippe, streiten sich gerade die Söhne über den
nächsten Transfer für ihr Fußballspiel auf dem Ipad. Wir haben nur eins, sie
müssen sich also nicht nur das Ding teilen (wenn sie es mal haben dürfen),
sondern dann eben auch die strategischen Entscheidungen für ihre digitale
Fußballkarriere.
Ja, es ist kein Ballerspiel, sondern ein Ballspiel, das freut mich. Aber
nur ein bisschen. Denn der Suchtfaktor ist trotzdem immens.
Die meisten Spiele, die schon für Kinder gemacht sind, sind genau so
konzipiert, dass sie immer wieder dran müssen, um am Ball zu bleiben. „Nur
noch das eine Spiel, Mama“. „Noch eben bis zum Abpfiff“, „Darf ich nochmal
GANZ kurz ran, ich muss da nochmal ein Ergebnis checken“. Wer größere Kinder
hat, wird das kennen und auf Dauer macht es einfach nur noch mürbe.
Und dabei bin ich überhaupt kein Verteufler der neuen Medien! Ich liebe das
Internet. Ich hab schon an vielen Orten gewohnt und halte sehr gern Kontakt
zu Menschen. Ich kann übers Netz Kontakt halten zu Freunden aus Berlin,
Bogotá oder auf den Bahamas.
Ich bin selbst unglaublich viel am Laptop oder Handy, das Netz ermöglicht
es mir, überhaupt so viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, weil sich
vieles in meinem Job dadurch von zu Hause erledigen lässt.
Ich bin FÜR einen guten Umgang von Kindern mit Medien, ich will, dass sie
sich damit auskennen, ich bin stolz, wenn sie ein Musikvideo drehen und es
danach mit einer App schneiden – das konnte ich mit neun Jahren noch nicht!
Ich bin glücklich, wenn sie etwas über Vulkane wissen wollen – und sich dann
bei Youtube eine Doku dazu anschauen. Aber alles hat seine Grenzen. Manchmal
könnte ich verzweifeln.
Wenn sie morgens nach dem Aufwachen direkt dran wollen. Wenn sie grad
daddeln und quasi nicht ansprechbar sind.
Es ist ja auch fast unmöglich, sich dem Ding zu entziehen. Gut, sie haben
ihre Handys erst seit fünf Wochen, weil sie demnächst mit dem Linienbus zur
Schule und zurück fahren werden. Da ist also noch die Faszination des Neuen.
Aber ich habe das Gefühl, die große Begeisterung, dieses magnetische
Hingezogenfühlen wird sich auch nach Monaten nicht ändern, denn das Ding ist
ja multifunktional!
„Wir wollen draußen ein Wettrennen machen, dürfen wir das Handy mitnehmen,
um die Zeit zu stoppen?“
„Wir wollen den Einkaufszettel nachrechnen, dürfen wir das Handy eben für
die Taschenrechner-App haben?“
„Wir wollen gar nicht zocken, wir wollen nur eben ein Hörspiel über Spotify
hören“
Ja, wie soll man da argumentieren? Es ist eine Wahnsinns-Herausforderung!
Ein täglicher Drahtseilakt, eine Kraftanstrengung. Weil wir selbst nicht mit
den Dingern aufgewachsen sind, weil wir nur ahnen können, was es mit ihnen
macht, wenn sie ständig an den Dingern rumhängen.
Weil wir doch alle irgendwie noch Bullerbü im Kopf haben und wollen, dass
sie draußen sind, dass mit aufgeschürften Knien nach Hause kommen, dass sie
in Pfützen hüpfen, dass sie im Wald Räuber und Gendarm spielen, dass sie
Eichhörnchen beim Nussknacken zusehen, dass sie sich mit Blättern bewerfen,
dass sie mit den Nachbarskindern auf dem Bolzplatz kicken.
Und wenn das Handy dann weg ist, sitzen sie da wie amputiert. Kein
lachender Flummi hüpft da durch den Raum, der Frösche fressen muss und damit
Punkte sammeln kann, die zu einem direkten Erfolgserlebnis führen.
Es gibt keine Siegeshymnen oder Punkte oder Geldausschüttungen, wenn die
Spülmaschine adäquat eingeräumt wurde. Und dementsprechend langweilig
gestaltet sich eben auch all der analoge Alltag, der neben der Daddelei eben
auch noch ansteht. „Was sollen wir denn jetzt machen?“ Meist endet das dann
auch noch im Geschwisterstreit, weil der Frust zu groß ist, weil die
angestaute Energie raus muss, die auf dem Sofa sitzend eben nicht gefordert
wird.
Verpassen sie ihre Kindheit? Oder ist unser Bild von Kindheit einfach
überholt? Ist es gerade diese Kombination aus Schule, Hobby und Zocken, die
eben heute normal ist – und nicht zu gravierenden Spätfolgen, sondern zu
einem abwechslungsreichen Leben führt? Wie kann man für den richtigen Umgang
mit den Dingern sorgen, wenn die Kinder ihn selbst nicht finden? Darüber
müssen Eltern, müssen wir alle heute täglich nachdenken.
Es ist eine eigene Welt, die sie sich unsere Kinder da erschließen, das ist
gar nicht so leicht auszuhalten, weil wir das selbst so nie erlebt haben.
In Momenten, in denen ich darüber explodieren könnte, denke ich dran, dass
auch Bücher und Hörspiele mal als Alltagsflucht verteufelt wurden. Dass auch
Eltern früher über den TV-Konsum ihrer Kinder verzweifelt sind. Und irgendwie
ist die Welt dadurch ja trotzdem nicht stehen geblieben. Versuchen wir also,
optimistisch zu bleiben.
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Tablet, TV, Totalalarm: Kinder, jetzt legt doch mal die verdammten Handys
weg!!! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tabu-thema-untreue-hier-erzaehlen-zwei-frauen-von-ihren-erfahrungen |
Ihr Lieben, neulich haben wir über unserer Facebook-Seite den Artikel von
Pia geteilt, in dem sie uns erzählt, dass sie die Geliebte eines
verheirateten Mannes ist. Der Beitrag sorgte für viele Kommentare, für
Unverständnis und und erreichten unfassbar viele Nachrichten. Viele Frauen
erzählten uns, dass sie betrogen wurden, aber viele wollten davon berichten,
dass auch sie eine Affäre haben. Es hat uns total überrascht, wie hoch die
Resonanz auf dieses Thema war, deshalb haben wir uns entschlossen, hier
nochmal zwei Geschichten aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen…
Liebe Melli, Dein Ex-Mann führte eineinhalb Jahren ein Doppelleben. Kannst
Du erstmal etwas über eine Beziehung erzählen?
Unsere Beziehung lief eigentlich gut, wir hatten eine hübsche Wohnung und
einen süßen Sohn. Finanziell ging es uns nicht besonders gut, weil nur ich
einen Job hatte, er war vier Jahre lang arbeitslos. Viele Freunde und meine
Familie sagten deshalb immer, er würde mich nur ausnutzen, aber ich glaubte
das nicht. Ich liebte ihn eben.
Gab es keine Hinweise, dass Dein Mann noch eine andere Frau hat?
Nein. Er war abends zwar oft unterwegs, sagte aber dann immer, er würde
sich mit Kumpels treffen und an Autos rumschrauben. Deshalb wunderte ich mich
auch gar nicht, dass er immer duschen ging, wenn er wieder kam. Ich dachte:
Klar, er ist dreckig vom Auto-Basteln. Als unser Sohn knapp zwei Jahre war,
sagte er, er würde mit ihm auf den Spielplatz gehen oder einkaufen fahren.
Das fand ich natürlich super, weil ich dadurch auch mal ein bisschen Freizeit
hatte.
Doch er war nicht nur mit Eurem Sohn unterwegs…
Nein, leider. Irgendwann rief mich eine Bekannte an und fragte, ob ich
eigentlich von meinem Mann getrennt sei. Ich verneinte natürlich. Meine
Freundin erzählte mir dann, sie habe ihn mit einer anderen Frau und unserem
Sohn gesehen. Da war ich erstmal baff.
Du hast ihn sicher damit konfrontiert.
Klar, aber er sagte, es sei nur eine Bekannte – und ich glaubte ihm. Er
sagte, er würde mich lieben und mich niemals aufgeben wollen. Ich hatte die
rosarote Brille auf, auch als er abends immer öfter weg war – und auch mal
über Nacht weg blieb. Angeblich war er bei einem Kumpel eingeschlafen. Doch
dann bekam ich wieder eine Nachricht, dass jemand ihn mit einer anderen Frau
gesehen habe – und diese Frau kannte ich.
Wie ging es weiter?
Ich sprach ihn wieder darauf an und sagte ihm, dass ich ihm nun nicht mehr
glauben könnte. Da gestand er und sagte, dass er mich lieben würde – die
andere aber auch. Ich war am Boden zerstört und unglaublich sauer auf mich
selbst. Dass ich so lange gutgläubig gewesen war. Er war aber einfach der
perfekte Lügner gewesen…
Du hast Dich mit der anderen Frau getroffen…
Ja, und sie war auch geschockt. Denn ihr hatte er erzählt, dass wir uns ein
Jahr nach der Geburt getrennt hätten. Und so stellte sich heraus, dass er
fast eineinhalb Jahre zwei Beziehungen gehabt hatte.
Wie bist Du mit diesem Betrug umgegangen?
Ich kam mir so dämlich vor. Die Geschichte verbreitete sich wie ein
Lauffeuer im Ort und ich schämte mich, unter Leute zu gehen. Ich war für
viele das dumme Mädchen, das nichts gecheckt hatte. Ein dummes Mädchen, das
blind gewesen war vor Liebe. Früher hatte ich immer gedacht, dass es
unmöglich sei, sowas NICHT zu merken, und nun war genau das mir
passiert.
Und wie hat er sich verhalten?
Er sagte, er habe solche Angst uns zu verlieren – dabei hatte er uns schon
verloren, als er zum ersten Mal die andere Frau traf. Ich merkte, dass ich
ihn richtig zu hassen begann. Wie konnte er das mir nur antun? Ich hatte doch
alles gegeben. Ich ging arbeiten, bezahlte die Miete, füllte den Kühlschrank,
war verständnisvoll, ich war die Mutter seines Kindes. Und er – er stieg
einfach zu einer anderen ins Bett…
In Diskussionen hielt er mir immer wieder vor, ich würde unserem Sohn die
Sicherheit nehmen, wenn ich mich trennen würde. Er machte mir ein schlechtes
Gewissen, sagte, ich sei eine schlechte Mutter, wenn ich gehen würde. Aber
ich ging. Ich habe ihn verlassen. Ich suchte mir eine Wohnung und zog
zusammen mit meinem Jungen aus.
Wie geht es Dir heute?
Sehr gut. Mein Sohn und ich kamen gut alleine klar. Nach einiger Zeit
lernte ich meinen jetzigen Mann kennen. Er ist mein Seelenverwandter und ich
könnte nicht glücklicher sein.
——-
Liebe Katja, Du bist verheiratet und hast eine Affäre. Beschreib doch mal
Deine Ehe – was findest du da gut und was fehlt Dir?
Ich kann von mir behaupten, dass ich meinen besten Freund geheiratet habe.
Wir kennen uns viele Jahre, haben ein gemeinsames Kind (3) und vor kurzem geheiratet.
Es scheint also alles perfekt, aber ich habe gewisse sexuelle Vorlieben, die
ich mit meinem Mann nicht ausleben kann. Es interessiert ihn einfach nicht
und ich dachte zunächst, ich könnte darauf verzichten. Aber ich habe gemerkt,
dass ich es nicht kann.
Deshalb die Affäre?
Ja, ich habe den Mann über eine einschläge Internetseite kennen gelernt und
treffe ihn seit ein paar Monaten.
Wie war das erste Treffen mit dem anderen Mann? Wie ging es Dir
danach?
Das erste Treffen war super entspannt und ich hatte das Gefühl, diesen Mann
schon ewig zu kennen. Wir haben ein wenig geknutscht und sind später beide
nach Hause. Im Auto war ich einfach geflasht. Zuhause plagte mich kurz das
schlechte Gewissen. Es ist so: Ich liebe meinen Mann und meine Familie über
alles. Das schlechte Gewissen hält beim nach Hause kommen kurz an,
verschwindet dann aber. Früher habe ich immer fest an Monogamie und ewige
Treue geglaubt. Heute bin ich der Meinung, dass eine Affäre eine Ehe, in der
sonst alles super ist, auch retten kann.
Wie oft siehst du den anderen Mann und habt Ihr dann nur Sex oder geht ihr
auch mal ins Kino oder essen?
Wir sehen uns alle paar Wochen rein sexuell. Ab und an skypen wir oder
treffen uns selten mal auf einen Kaffee.
Dein Mann weiß aber davon nichts.
Nein und auch die Frau meiner Affäre nicht. Das nagt ab und an sehr an mir.
Gerne würde ich es offener gestalten.
Hast du dir überlegt, wie lange das weitergehen soll? Wärst du bereit, für
deinen Mann deine Affäre aufzugeben?
Wie lange es gehen wird, wird sich zeigen. Sollte mein Mann davon erfahren,
gäbe es Gesprächsbedarf und wir müssten eine Lösung finden. Weder meine
Affäre noch ich wollten unsere Familien aufgeben. Es ist nur leider so, dass
dieser andere Mann einen Teil meiner Sexualität befriedigt und mich das eine
Zeit lang zutiefst ausfüllt und ausgleicht.
Was hast Du über dich gelernt durch diese ganze Sache?
Ich habe gelernt, wie sich meine Ansicht über Liebe und Treue wandeln kann.
Dass man Sex ohne Liebe haben kann, weiß ich schon länger. Dass Treue für
mich mehr ist als sexuell fremd zu gehen und wie sehr ich meinen Mann und
unser Kind tatsächlich liebe.
——-
Foto: Pixabay
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Tabu-Thema Untreue: Hier erzählen zwei Frauen von ihren Erfahrungen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tabuthema-armut-so-leben-wir-als-familie-mit-hartz-4 |
Ihr Lieben, in der letzten Zeit hatten wir mehrere Beiträge zum Thema
Kinderarmut, darunter das Interview mit Ella, die nach der Trennung in
finanzielle Not geriet und der Gastbeitrag einer Jobcenter-Mitarbeiterin, der
für viele Diskussion sorgte. Es gaben sich sehr viele Mütter bei uns
gemeldet, die aktuell von Hartz 4 leben oder in der Vergangenheit Leistungen
bezogen haben. Einige haben wir interviewt und sind sehr dankbar für ihr
Vertrauen und ihre Offenheit. Heute gibt es hier also 4 Geschichten rund um
Familien und Hartz 4:
—-
Mein Name ist Judith und ich habe auch einige Monate Hartz 4 bezogen. Ja,
wenn man Hartz 4 bezieht, ist das Geld knapp. Aber ich habe mich streng an
eine Prioritäten-Liste gehalten, wenn ich Geld ausgegeben habe – ich habe
mich also immer gefragt: Ist diese Ausgabe wirklich wichtig? Ich habe mir
Umschläge mit Geld für jede Woche gemacht, damit ich auch wirklich nicht mehr
ausgebe. Somit konnte ich sicherstellen, dass meine Kinder genug zu essen
haben, ordentlich angezogen waren und alle Schulmaterialien hatten. Alle
Kostenfresser wie Handy, Genussmittel und kostenpflichtiges TV habe reduziert
oder abgeschafft. In unserem Haus wohnt eine alleinerziehende Mutter mit drei
Kindern, die auch Hartz 4 beziehen und bei denen es offensichtlich anders
läuft. Die Kinder gehen nur unregelmäßig zur Schule und langweilen sich im
Hof. Die Mutter sitzt eigentlich nur rauchend auf dem Balkon. Das macht mich
traurig, weil ich das Gefühl habe, dass diese Kinder jetzt schon in der
Armutsspirale festsitzen.
—
Liebe Sonja, erzähl uns mal von deiner aktuellen
Lebenssituation.
Wir sind 32 und 36 Jahre alt. Unsere Großen sind 13 und 10, gehen in die
Schule, die beiden Kleinen sind knapp 3 Jahre und 9 Monate alt und werden zu
Hause von uns betreut.
Wie und wann seid ihr in Hartz 4 gerutscht?
Mein Mann und ich haben beide in der Gastronomie gearbeitet. Ich war bereits
saisonbedingt arbeitslos, als mein Freund morgens mit Taubheitsgefühl im Arm
wach wurde. Noch nie dagewesene Schmerzen im Nacken kamen hinzu. "Nur
verlegen." war unsere Annahme. Doch Schmerzen und Taubheit gingen nicht
weg, sie wurden zum ständigen Begleiter. Krankschreibungen folgten. Wochen,
Monate. Als er sich gezwungenermaßen wieder gesund schreiben ließ, wusste
immer noch niemand, was er hat. Es folgte die Kündigung des
Arbeitsverhältnisses. Nach einiger Zeit hatte er einen neuen Job, aber es
ging von vorne los. Mit hohen Schmerzmitteldosen schleppte er sich zur
Arbeit. Er konnte nichts tragen, nichts halten, alles fiel runter. Wieder
Krankschreibungen. Wieder Rätselraten. Bis der Verdacht auf einen
Bandscheibenvorfall kam. So war es dann auch. Seitdem schlugen unzählige
Therapien fehl, Schmerzmittel aus dem Bereich der Opioide halfen kurzzeitig,
aber besser wurde es nicht. Irgendwann wollte die Krankenkasse kein
Krankengeld mehr zahlen und schickte ihn zum Jobcenter. So weit war es also
schon. Ich hatte zwar zwischenzeitlich wieder einen Job, jedoch immer nur zur
Saison und ein Monatsgehalt von knapp 1000€ netto reichte einfach nicht für
uns. Somit wurden wir "Aufstocker". Das ist nun 4 Jahre her.
Wie fühlt sich ein Leben mit Hartz 4 an?
Es war schon sehr demütigend, ins Jobcenter zu gehen, sich quasi finanziell
"nackig zu machen". Man fühlt sich ganz unten angekommen und wird
teilweise auch so behandelt. Auch heute noch wissen weder die Krankenkasse,
noch die Rentenversicherung, noch das Jobcenter, was sie mit uns machen
sollen. Die eine Behörde wälzt es auf die andere ab, die es wiederum
weiterreichen will, weil sie sich nicht zuständig fühlt. Es existieren
unzählige Gutachten über den Gesundheitszustand, jedes sagt etwas anderes.
Zahlen will keiner, aber einer muss.
Nur eure engsten Vertrauten wissen, dass Ihr Hartz 4 bezieht. Warum?
Weil es doch sehr unangenehm ist. Dank diverser TV-Serien hat die
Allgemeinheit schon ein recht einseitiges Bild davon, wie ein Hartz IV
Empfänger zu sein hat. Erst recht noch, wenn mehr als 2 Kinder vorhanden
sind. Ich möchte einfach nicht, dass wir "weniger wert" sind als
vorher, nur weil es bei uns eben nicht immer super lief. Es sind diese
Blicke, die einen durchbohren, wenn man sagt, wovon man lebt.
Wo fehlt Euch das Geld gerade am dringendsten?
Ich tue alles dafür, dass man uns unsere finanzielle Lage nicht ansieht.
Ich achte auf ordentliche Klamotten und frisches Essen. Wir unternehmen auch
oft Dinge, aber natürlich ist ein Schwimmbadbesuch für 6 Personen nur ganz
selten drin. Wir kompensieren das dann mit einem Spaziergang im Wald, gehen
auf Spielplätze oder machen gemeinsam Gartenarbeit. Wir rauchen beide nicht,
trinken nicht, stecken viel zurück, um den Kindern mehr zu
ermöglichen.
Wo es wirklich auffällt, ist, wenn ein Geburtstag ansteht. Es müssen
Geschenke gekauft werden, es soll gefeiert werden. Dafür muss dann echt die
eine oder andere Rechnung hinten anstehen. Manchmal zu lange und dann muss
man in Raten alles abzahlen. Es ist sicher nicht einfach, aber machbar. Wir
sind dankbar, dass es diese Unterstützung gibt.
Wie geht es für Euch weiter?
Ich arbeite ab Dezember wieder, vorerst auf 30 Stunden. Solange wir nicht
wissen, wie es mit meinem Partner weitergehen wird, betreut er dann die
beiden Kleinsten in der Zeit, in der ich nicht da bin. Wenn alles gut läuft,
dann werde ich ab Sommer 2020 auch noch einen Minijob dazu nehmen.
—–
Mein Name ist Verena, es ist jetzt 1,5 Jahre her, dass wir als vierköpfige
Familie zehn Monate lang von ALG 2 leben mussten. Zu dieser Zeit hatte mein
Mann neben seinem Vollzeitstudium im Master Informatik noch einen 400 Euro
Job. Der Studienkredit war aufgebracht und einen neuen wagten wir nicht
aufzunehmen, wir hatten ja schon genug Schulden. Ich studierte
Politikwissenschaft in Teilzeit und betreute nach der Uni meine Kinder, zu
diesem Zeitpunkt 2 und 4 Jahre alt. Mein Mann hatte keinen Anspruch auf ALG 2
, aber ich und die Kinder. Das waren zehn sehr harte Monate, in dem wir jeden
Cent beiseite legten, damit wir den Kindern Musikkurse, Theaterbesuche und
Strandausflüge mit Eis ermöglichen konnten. Mittlerweile arbeitet mein Mann,
wir kommen gut über die Runden und zahlen die Kredite zurück. Ich finde es
wichtig zu sagen, dass es nicht DEN Hartz 4- Empfänger gibt, sondern dass
jede Geschichte einzigartig ist.
—-
Liebe Ramona, Du lebst von Hartz 4. Erzähl mal ein bisschen was von deiner
aktuellen Lebenssituation.
Ich bin 30 Jahre alt und habe 3 Kinder. Ich lebe seit 2014 von Hartz
4. Ich bin Altenpflegerin und hatte immer gute Jobs, musste aufgrund der
Erkrankung meines ältesten Kindes aufhören zu arbeiten. Meine Tochter
hat inzwischen Pflegegrad 4, weshalb es für mich nicht möglich ist wieder zu
arbeiten. Es ist für mich ganz schrecklich, dass ich auf staatliche
Leistungen angewiesen bin – obwohl ich ja weiß, dass ich nicht faul bin und
nur zu Hause sitze.
Wie gut fühst du dich beim Jobcenter betreut?
Überwiegend gut. Allerdings hatte ich auch schon Mitarbeiterinnen, die mich
schlecht behandelt haben,
Wo fehlt Euch das Geld am dringensten?
Wir würden gerne mal in den Urlaub fahren, se es nur eine Woche. Aber das
ist absolut nicht machbar. Zweimal bin ich mit den Kindern dann zu Verwandten
gefahren, damit wir einfach mal "raus" kommen. Das Wichtigste ist,
dass man genau überlegt, für was man sein Geld ausgibt. Bei mir stehen die
Kinder ganz vorne an, ich schaffe es, ihnen Hobbies zu ermöglichen und achte
auf ordentliche Kleidung und dass alles für die Schule da ist. Meine
Bedürfnisse allerdings stelle ich dafür weit hinten an.
Foto:Pixabay
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Tabuthema Armut: So leben wir als Familie mit Hartz 4 | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tabuthema-mama-burnout-wenn-mama-nicht-mehr-kann |
Kind, Beruf, Haushalt, Partner: Muttersein ist ein Fulltime-Job. Mama sein
etwas ganz Wunderbares, kurz gesagt das schönste Gefühl und gleichzeitig die
größte Herausforderung im Leben. Denn neben all der Liebe und Fürsorge für
die eigenen Kinder ist es nicht immer leicht, die eigenen Bedürfnisse
im Blick zu behalten. Ich habe mir vor drei Jahren zunehmend die Frage
gestellt, wer ich eigentlich bin, also abseits des Mama Daseins. Innerlich
fühlte mich überfordert, kraftlos und leer. Doch was soll man tun, wenn alles
zu viel wird und die Erschöpfungsspirale stetig nach unten läuft?
Fakt ist: Burnout kann jeden Menschen treffen, der unter Dauerstress steht.
Lange galt Burnout irrtümlich als klassische Managerkrankheit. Doch auch
Mütter – die oft die Familienmanager sind – leiden am Zustand innerer
Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Die Gründe dafür sind vielfältig: oftmals
hoher Leistungs- und ständiger Zeitdruck bei gleichzeitig fehlenden
Ruhepausen. Und das geschieht nicht nur, sofern Frau neben der Rolle als
Mama, Ehefrau und Haushälterin auch noch ihrem Beruf mit all seinen
Herausforderungen nachgeht. Selbst als „Nur-Hausfrau“ können einem die
Erwartungen, die andere und man selbst an sich stellen, nach und nach in die
Knie zwingen.
Ein Erfahrungsbericht: Mama sein ist die größte Herausforderung
Als ich Anfang 2017 meine ersten Burnout-Symptome wahrnahm, traf es mich
nicht aus heiterem Himmel. Ich hatte mich bereits seit mehreren Jahren mit
Stress und Burnout beschäftigt. Mein Sohn war 2007 direkt nach der Geburt an
schwerer Neurodermitis erkrankt, und recht schnell begriff ich, dass die
Krankheit bei uns vor allem stressbedingt war. Er spiegelte meinen Stress
wider. Ich wusste das, aber ich konnte es zum damaligen Zeitpunkt nicht
ändern. Mein Leben war einfach so.
Ich war Mutter, Hausfrau, Ehefrau und daneben auch noch Unternehmerin mit
mehreren Angestellten. Ich war erfolgreich – jedenfalls von außen betrachtet.
Ich hatte es „geschafft“. Aber innerlich war ich leer und fühlte mich
ausgebrannt. Nichts interessierte mich mehr wirklich, nichts machte mir mehr
Freude. Ich funktionierte nur noch. Selbst meine Hobbys, für die ich mir
weiterhin Zeit nahm, waren nur noch ein weiterer Punkt auf meiner
To-do-Liste. Es war schrecklich und schmerzhaft zugleich, denn die
Lebensfreude sank damit. Gleichzeitig nahm der innere Druck zu, glücklich zu
sein und keine Anzeichen von Schwäche zu zeigen. Denn eigentlich hatte ich
alles, wovon ich immer träumte: eine eigene Familie.
Erste Lektion: „Du musst nicht immer perfekt sein!“
Burnout ist eine tiefe emotionale, mentale und oft auch körperliche
Erschöpfung. Die Erschöpfungsdepression ist nicht lustig, weder für die
Betroffene noch für ihr Umfeld. Aber sie kommt auch nie grundlos und
unangekündigt. Meist liegt eine Historie an Ereignissen zurück, die wir
schlichtweg ignorierten und nicht wahrnehmen konnten oder wollten. Das
Burnout schickt viele Signale voraus, bei mir waren es Schlafstörungen,
häufige Erkältungen, Gereiztheit, das Gefühl, ständig überall sein zu müssen,
Vergesslichkeit, häufige Müdigkeit und Lustlosigkeit.
Als Burnout-Prävention wird oft empfohlen, dir Zeit für dich selbst zu
nehmen. Spazierengehen, ein Bad einlassen, lesen. Bei mir hat das nicht
funktioniert. In meinem Kopf tobte ein ständig schlechtes Gewissen wegen
allem, was in dieser Zeit liegen blieb. Durch die „freigeschaufelte“ Zeit
empfand ich nur noch mehr Stress und Druck. Ich musste noch einen Schritt
weiter gehen.
Burnout als Mutter: Es darf kein Tabu-Thema mehr sein
Was mir half, um aus der Spirale auszusteigen, war Selbstrespekt. Der
Respekt vor meinen Bedürfnissen (schlafen, essen, trinken, Ruhe), vor meinen
Wünschen (Nein, ich will heute keine Wäsche waschen! Ich will malen!) und vor
meinen Werten (Was will ich wirklich im Leben? Was ist wirklich wichtig?).
Und der Respekt vor meinen Grenzen (Ich schaffe das heute nicht). Letztlich
geht es um eine genügende Selbstfürsorge neben der bedingungslosen Liebe und
Fürsorge für die eigenen Kinder.
Die Praxis: Erste Schritte raus aus dem Mama-Burnout
Schau dir an, was du alles schon geschafft hast in deinem Leben. Und dann
respektiere dich selbst, mit all deinen Bedürfnissen, Schwächen und Ängsten.
Erlaube dir, egoistisch zu sein! Gib dir dabei Zeit. Die meisten von uns
haben nicht gelernt, auf sich selbst zu achten. Das braucht manchmal Übung
und Geduld.
Versteck dich nicht. Das Gefühl, nicht mehr im vollen Umfang zu
funktionieren, kann zu tiefer Verunsicherung bis zu Versagensängsten führen.
Wir sind dann geneigt, unser Leiden für uns zu behalten und nach außen hin so
zu tun, als sei alles gut. Doch das macht alles nur noch schlimmer!
Zeig den Menschen ehrlich, wie es dir wirklich geht. Denn es ist nicht nur
für dich anstrengend, dich zu verstellen. Die anderen merken das auch auf
einer unbewussten Ebene. Und außerdem gibst du auch anderen Menschen die
Erlaubnis, auch mal schwach sein zu dürfen, wenn du es dir selbst erlaubst.
Das schafft Vertrauen
Wenn du dir zugestehst, Fehler zu machen und nicht alles zu schaffen, bist
du ein gutes Vorbild für deine Kinder. Deine Gesundheit wird es dir
danken.
Über die Autorin: Bettina Ramm, geboren 1977 in Bernau bei Berlin, ist
Unternehmerin, Ehefrau und zweifache Mutter. Zwischen all dem Trubel,
Pflichten und der schweren Neurodermitis ihres Sohnes wurde ihr vor einigen
Jahren alles zu viel. Sie sehnte sich danach, das Leben wieder mehr zu
spüren, mehr zu erleben und wieder freier, leichter und mit mehr Freude zu
leben. Hinschmeißen war verlockend, aber keine Option, also machte sie sich
auf die Suche. Ramm lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Berlin. Mehr zur
Person unter www.bettinaramm.com. Ihr Buch heißt: „Das muss doch auch anders
gehen“
|
Tabuthema Mama-Burnout – wenn Mama nicht mehr kann | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tagebuch-meiner-uroma-von-1919-witze-und-drollige-einfaelle-aus-der-kinderzeit |
Ihr Lieben, ich wohne ja in dem
Haus, das bereits meine Urgroßeltern – damals noch als Bauernhof – kauften
und schließlich umbauten. Irgendwann zog mein Großvater mit Familie hier ein
und später kamen auch wir alle dazu.
In meiner Kindheit lebten links im Haus meine Tante und mein Onkel mit zwei
Kindern, daneben meine Großeltern, in der Wohnung weiter Tanze und Onkel mit
drei Kindern und den Abschluss machten dann wir. Die Türen waren nie
abgeschlossen. Jeder konnte zu jedem rüber, wann er wollte.
Über dem alten Kuhstall existierte ein Familienarchiv, eine Art Museum mit
etlichen Dingen meiner Urahnen. An der schrägen Holzwand hing unser Stammbaum,
hinter einer Ecke lag eine riesige Bibel mit Holzwurm-Löchern im Umschlag,
die so schwer war, dass wir Kinder sie nicht hochheben konnten.
Ganz besonders erinnere ich eine rote 70er-Jahre-Lampe, deren Knopf man
immer zweimal drücken musste, damit sie anging. Ich weiß nicht, wie oft ich
diesen Knopf gedrückt habe 😉
Einige der Schätze, die in diesem Familienarchiv aufbewahrt wurden,
landeten im Stadtarchiv, ja, leider in dem Stadtarchiv von Köln, das dann
einstürzte, so dass der Großteil unserer Familiengeschichte Verschütt
ging.
Aber ein paar wenige Schätze haben wir eben doch noch – und nun tauchte
doch tatsächlich ein Büchlein mit goldenem Seitenrand und vergilbten Seiten
auf, in dem meine Uroma die Lustigkeiten ihrer vier Kinder – darunter mein
Opa Fritz – festhielt.
Wenn also noch irgendwer von euch denkt, früher sei alles besser gewesen
und die Kinder disziplinierter, dann lehne der sich jetzt bitte mal zurück.
Denn Kinder haben auch 1919 schon Flausen im Kopf gehabt…
Das Buch ist überschrieben mit: Witze und drollige Einfälle aus der
Kinderzeit von Hilde, Doris, Fritz, Margarete.
„Hilde, Doris und Fritzchen wurden im Oktober 1918 photographiert. Das
4monatealte Jüngelchen sah im langen Tragkleid sehr staats aus. Kurz vor der
Abfahrt zum Photographen musste Hilde ein neues Schnürband für ihre Schuhe
haben, währenddessen beaufsichtigte Doris das Brüderchen. Wir wunderten uns
über die Stille, die zwischen Bruder und Schwester herrschte, aber plötzlich
– oh Entsetzen! – sah man man den verschlissenen, schmutzigen Schuhbündel im
Mündchen von Fritzemännchen, den Doris ihm um die Hand gewickelt hatte und an
dem es seelenvergnügt saugte. Das Staatskleid war dahin und es musste in viel
weniger schönem Kleid zum Photographen.“
„Im Frühjahr 1919 sass Fritzchen an einem schönen Frühlingsmorgen auf dem
Töpfchen. Doris wurde beauftragt aufzupassen, dass der kleine Kerl von einem
Jahr nicht vom Throne fiel, während „Sasa“ die Flasche wärmte. Am Waschtisch
hing ein Körbchen mit ausgekämmten Haaren, die zu Löckchen gerollt waren. Als
die Flasche gebracht wurde, bot sich uns ein höchst komisches Bild,
Fritzemann thronte seelenvergnügt auf seinem Sitz und in seinen hellblonden
Löckchen steckten Claras viele schrarge (?) Röllchen, mit denen Doris das
Brüderchen geschmückt hatte.“
„Mit vier Jahren leistete sich Margretchen sich folgendes Witzchen: Papa
bemerkte bei Tisch, dass Hilde, Doris und Fritz husteten, worauf Margretchen
auf Papas Frage, dass ihr wohl nichts fehle trocken sagte: „Ich habe uns
Läuse“ (Die Tiere hatte Hilde ihr aus der Schule mitgebracht.)“
„Als Margretchen im September 1919 geboren wurde, durften die drei Kinder
sie nach 2 Stunden zum ersten Mal sehen. Doris hatte nichts Eiligeres zu tun,
als dem winzigen Würmchen ihren schmutzigen Finger in den Mund zu stecken, in
unbeachtetem Augenblick. Plötzlich ertönte von der Wiege her: „Was kann die
schon gut lutschen.““
Und nicht frech und witzig, aber bezeichnend: „Als Hilde 3 Jahre alt war
und der Papa zum ersten Mal im Jahr 1915 im Monat August aus dem Krieg in
Urlaub kam, begrüsste Hildchen den ganz fremden Vater frühmorgens wie er im
Bett lag; sehr schnell lief sie wieder ins Kinderzimmer zurück und sagte ganz
enttäuscht: „Der Soldat liegt unten im Bett.““
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Tagebuch meiner Uroma von 1919: Witze und drollige Einfälle aus der
Kinderzeit | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tagsueber-zirkus-abends-theater-ich-bin-eher-so-der-hsv-der-muetter-liga |
Jipppieh, Claudia Haessy ist wieder da! Ihr kennt sie sicher alle noch von
„Wenn ich die wahl habe zwischen Kind und Karriere, nehme ich das Sofa„. Mit
ihrem gewohnt scharfen Humor und ihrer wahnsinnig guten Beobachtungsgabe
liefert sie uns ein neues Werk voller Wahrheiten über das Leben als Mutter,
als Familie, als Mensch: Tagsüber Zirkus, abends Theater.
Claudia Haessy: Tagsüber Zirkus, abends Theater
Liebe Claudia, dein neuer „Roman“ ist da und – lustig! – wieder heißt die
Protagonistin in deinem Buch Claudia, also genau wie du. Was für ein Zufall!
Die Buch-Claudia sagt: „Ich bin quasi der HSV der Mütter-Liga: Ich bin zwar
mit von der Partie, aber keiner weiß genau, wieso.“ Was meint sie
damit?
Es soll ja durchaus Mütter geben, die seit ihrem 14. Lebensjahr, oder dem
Moment, in dem ihr fortpflanzungswütiger Hormonhaushalt zum Leben erwacht,
und sie ab da von nichts anderem mehr träumen, die schlicht seit Ewigkeiten
wissen, dass sie die geborenen Muttertiere sein werden, dass sie von Natur
aus einfach alles mitbringen, was eine Mutter ausmachen sollte. Und dann gibt
es Mütter wie mich. Die das nie geplant haben, die reingeschmissen wurden in
dieses famos chaotische Abenteuer und primär jeden Tag nur hoffen, dass
niemanden auffällt, dass sie eigentlich null Plan haben, was sie da
eigentlich machen oder was genau sie zur Teilnahme dieses Abenteuers
qualifiziert.
Ich weiß noch ganz genau, wie ich damals mit dem Lütten aus dem Krankenhaus
nach Hause bin und dachte: „Krass. Die lassen mich den jetzt einfach so
mitnehmen.“ Dieses Gefühl besteht im Grunde bis heute.
Nun fühlt sich die Roman-Claudia in Hamburg Eppendorf „wie ein Alien“
zwischen all den Latte-Macchiato-Müttern. Was bräuchte sie denn stattdessen?
Welche Mit-Aliens der Mutterschaft wären ihr sympathischer?
Mütter, die auch mal laut fluchen, weil sie zum vierten Mal die
Klassenkasse vergessen haben, und Flecken ohne Herkunftsnachweis auf den
Klamotten spazierentragen. Die zur Kita-Party einfach einen Kuchen aus einer
Backmischung mitbringen statt Fingerfood mit Feigen und Roquefort oder eine
vegane Pastete mit Walnüssen. Mütter, die einem das Gefühl vermitteln, man
sei nicht die Einzige, die vor Müdigkeit und Überlastung einfach mal eine
halbe Stunde im Badezimmer heult – am besten mit Licht aus, damit man sich
nicht vor seinem eigenen Spiegelbild erschreckt und schön ins Handtuch rein,
damit die Kinder nicht denken, Mama knallt jetzt komplett durch. Sowas wäre
schön.
Selbstzweifel als Mutter, das Gefühl nicht wirklich begabt in dem Job zu
sein, irgendwie nicht dazuzugehören – kennt das nur die Buch-Claudia oder
auch du als Verfasserin?
Ich stelle die tollkühne Behauptung auf, dass 75% aller realen und fiktiven
Mütter das zumindest zeitweise kennen.
Werden an Mütter heute gesellschaftlich zu hohe Anforderungen
gestellt?
Ich glaube, an Frauen werden per se sehr hohe Anforderungen gestellt,
beziehungsweise jeder Aspekt unseres Lebens inklusive unserer Körper wird ja
ständig ungefragt bewertet. Das schlaucht. Und bei Müttern ist das noch
extremer.
Es gibt diesen Aphorismus, der das perfekt zusammenfasst: „We expect women
to work like they don‘t have children and raise children as if they don‘t
work.“ Vor allem Alleinerziehende oder berufstätige Mütter laufen häufig
Gefahr, an dem Druck, den sie sich permanent und überall ausgesetzt sehen, zu
zerbrechen. Darüber müssen wir offen sprechen. Ohne zu bewerten.
Nun gleicht die Beziehung der Buch-Claudia zu ihrem Mann eher einem Kampf,
sein Familien-Engagement tendiert gegen Null. Für wie sexy hältst du spülmaschineausräumende
Männer?
Ich halte spülmaschinenausräumende Männer für genauso sexy wie
spülmaschinenausräumende Frauen. Ich feiere Männer nicht dafür, wenn sie
Dinge tun, die normal sein sollten. Ich feiere aber Menschen, die mitdenken,
die reflektieren und sich generell nicht wie der letzte Arsch benehmen. Hin
und wieder finde ich solche Menschen dann sogar sehr sexy.
Nun hast du ja selbst schon einige Jahre der Mutterschaft miterlebt,
inwiefern hat sie dich dann auch positiv überrascht?
Ich bin fast auf wöchentlicher Basis überrascht, wie sich mein Sohn
entwickelt, wie viele Eigenschaften er von mir und wie viele er von seinem
Vater geerbt hat. Das ist inzwischen ein richtiger kleiner Mensch mit
verdammt eigenen Vorstellungen, ganz speziellen Interessen und Sichtweisen.
Und der ist aus mir rausgekommen!
Was hat das Buch mit dir gemacht? War das ein Reinschreiben, hast du danach
Erleichterung empfunden? Und: Was möchtest du damit erreichen: Mit-Aliens die
Last von der Schulter nehmen?
Ich bin ganz ehrlich: Ich hatte mittendrin eine recht ungeile Depression
und musste pausieren, weil sich lustige Bücher nicht so einfach
schreiben, wenn man damit beschäftigt ist, sein Gehirn davon abzuhalten,
einen umzubringen. Da war nichts mit Reinschreiben, einfach runterschreiben
oder Erleichterung. Die Erleichterung kommt erst, wenn ich wie nach dem
ersten Buch – hoffentlich – das Feedback der Leser*innen bekomme, dass ich
ihnen aus der Seele geschrieben habe.
Mir wird häufig gesagt, ich soll nicht so viel Privates preisgeben oder
über dieses oder jenes nicht sprechen, weil „was sollen denn die Leute
denken?“ Mir sind „Leute“ relativ egal. Ich will, dass Mütter, die ständig an
sich zweifeln und glauben, mit niemanden darüber sprechen zu können, die so
dauermüde sind, dass sie bei dem durchgenudelten Begriff der
Selbstoptimierung fast heulen möchten, die glauben, dass sie nicht reichen,
nicht gut genug sind, wissen, dass sie nicht alleine sind. Wir sind viele.
Und wir sind alle sehr, sehr müde. Und es ist okay, das laut zu sagen. Vor
allem mit dieser Pandemie und der ganzen, aktuellen Ausnahmesituation im
Nacken. Wenn ich nur ein paar Müttern dieses Gefühl geben kann, bin ich
happy.
Glück gibt´s nur, wenn man ehrlich zu sich selbst ist – auch wenn´s weh
tut, heißt es im Roman. Wie glücklich bist du grad und warum?
Sagen wir so: Ich arbeite zwar weiterhin zu viel, aber ich habe famose
Freunde, eine Familie, die ich sehr liebe, mehrere Hunde, und besitze eine
maximal bequeme Schwangerschafts-Jogginghose und einen wirklich sehr guten
Vibrator. Jeder Teil davon sorgt auf recht unterschiedliche Weise dafür, dass
ich mich aktuell ziemlich glücklich schätzen kann. Wenn wir auch noch alle
diesen Sommer eng nebeneinander auf Picknickdecken in Parks sitzen und
grillen können, wäre das vermutlich die Kirsche auf der
Sahnetorte.
|
Morgens Theater, abends Zirkus: "Ich bin eher so der HSV der
Mütter-Liga" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tiefenentspannt-durch-den-mediendschungel-wie-lang-darf-mein-kind-in-zeiten-von-corona-ans-handy |
Ihr Lieben, es ist doch vermutlich bei uns allen dasselbe – gerade jetzt,
da wir so viel Zeit zu Hause verbringen wollen zumindest die größeren Kinder
am liebsten dauernd ans Handy, Tablet oder an die Konsole.
Sie wollen sich rausträumen aus dem eigenen Zimmer, sich virtuell mit
Freunden treffen, ja, auch Abstand gewinnen von den Eltern. Raus aus der
Langeweile. „Nur noch EINE FOLGE“ gucken 😉
Neulich las ich sinngemäß etwas wie das hier bei Twitter über Eltern: Woche
1: „Ja, okay, Kind, noch eine Folge der Serie“. Woche 2 der Ausgangssperre:
„Ja, okay, aber nur noch eine Staffel.“ Woche 3: „Ach, egal, guck halt den
ganzen Tag.“ Vielleicht fühlen sich hier einige ertappt…
Aber wie viel Medienkonsum ist wirklich gut in welchem Alter? Was können
wir erlauben, was sollten wir unbedingt verbieten? Wir haben mit
Diplom-Pädagogin und Medienexpertin Patricia Cammarata (ihr kennt sie
bestimmt durch ihr Blog dasnuf oder weil wir hier schon einmal über ihr Buch
„Sehr gerne, Mama, du Arschbombe“ darüber gesprochen.
In ihrem Podcast „Nur 30 Min“ nur30min.de spricht sie regelmäßig und
erfolgreich mit ihrem Kollegen Marcus Richter über Kinder und digitale
Medien, hält Vorträge (z.B. auch beim Digitalkompass für Eltern von
Blogfamilia), außerdem hat sie gerade das sehr empfehlenswerte Buch: „Dreißig
Minuten, dann ist aber Schluss“ geschrieben.
Liebe Patricia,
viele Eltern größerer Kinder geraten gerade an den Rand des Wahnsinns,
weil
ihre Kinder am liebsten rund um die Uhr an Handy, Tablet, Spielkonsole
oder
internetfähigem TV-Gerät sitzen würden. Was rätst du all den
Verzweifelten
(denn ja, auch ich gehöre mit drei Teenies dazu…)?
Patricia Cammarata: Zu allererst: Kinder verstehen durchaus, dass wir
im
Ausnahmezustand leben und jetzt andere Regeln gelten als sonst. Das würde
ich
auch kommunizieren.
Wenn es irgendwann zurück in den normalen Alltag geht, wird es eine
Übergangsphase geben, aber das kennen wir auch von den Ferien, wo die
Kinder
lange aufbleiben können, lange schlafen und jeden Tag zwei Eis essen und
dann
in den Schulalltag zurückfinden müssen. Das klappt nach ein paar Tagen
auch
wieder.
In erster Linie gilt es jetzt gut durch die schweren Zeiten zu
kommen.
Ich würde es nicht anders handhaben als sonst: Besprecht, wie die
Prioritäten sind. Erst Schule, dann Bewegung, dann Freizeit und zur
Freizeit
können auch die digitalen Geräte gehören.
Kein Handy vor und während der Schule. Endgeräte um 21 Uhr aus dem
Zimmer
(je nach Alter früher).
Eltern sollten auch prüfen, mit was sie sich gut fühlen. Wollen sie,
dass
die Kinder produzierend statt konsumierend unterwegs sind, müssen sie
entsprechende Angebote suchen. Dasselbe gilt aber auch für Serienkonsum
und
Videospiele. Es gibt altersgemäße Inhalte und solche, die es nicht sind.
Es
gibt Computerspiele wie Zelda, die eine gute Spielmechanik haben und
andere,
die diese nicht haben.
Wenn sie wollen, dass die Kinder was anderes machen, müssen sie
Alternativen bieten. Die Bibliotheken sind gerade geschlossen, da muss man
eben
ein paar Bücher mehr als sonst kaufen oder auf das kostenlose Angebot
der
Onlinebibliotheken zurückgreifen.
Nun hältst du generell nichts von Medienzeitbegrenzungen – warum nicht?
Ich halte nichts von Medienzeitbegrenzungen per se. Ich halte schon
etwas
von Inhaltsauswahl und Alltagsprioritäten (s.o.).
D.h. wenn mein Kind einen ganzen Tag einen Calliope programmieren mag,
hab
ich damit kein Problem. Will es stundenlang Katzenvideos schauen, verstehe
ich
das nicht unbedingt, halte das aber für unbedenklich. Will es ein
Spiel
spielen, dass ihm ein schlechtes Gefühl macht und es sehr unter Druck
setzt,
würde ich das schon gerne diskutieren wollen und nach Alternativen
schauen.
Es geht grundsätzlich viel mehr um das Was als um das wie lange.
In mir löst das dauernde Medienkonsumverhalten der Kinder zum Teil wirklich
Aggressionen aus, dabei arbeite ich ja selbst hauptsächlich digital – wie
erklärst du dir das?
Da müssten wir jetzt direkt miteinander reden. Was genau macht dich
aggressiv? Fühlst du dich zurückgesetzt? Bist Du genervt, weil ihr
einen
großzügigen Rahmen setzt und der ständig überschritten wird? Bist du
gereizt,
weil deine Kinder durch den Konsum gereizt sind und du eigentlich die
Erwartung
hast, dass sie danach entspannt und fröhlich sein müssten? Bist du von
der
Begeisterung, die zuweilen fast in Besessenheit kippt überfordert, weil
dich
die Themen vielleicht gar nicht so interessieren?
Es ist immer ganz wichtig dem eigenen Gefühl nachzugehen und es ganz
konkret zu machen. Es nicht so verwaschen und unklar lassen. Denn dann hast
du
keinen Hebel was zu ändern und deine Kinder auch nicht.
Mich macht es z.B. manchmal verrückt, dass ich die Spielminuten eins
zu
eins nacherzählt bekomme und doch nur Bahnhof verstehe. Dann bitte ich
darum,
dass wir erstmal ein anderes Thema anschlagen, eines, das uns beide
interessiert und vertage das Gespräch auf einen Zeitpunkt, bei dem ich den
Kopf
frei habe, um dann auch ein paar Gegenfragen zu stellen, um so die
Begeisterung
meines Kindes zu verstehen.
Autorin Patricia Cammarata. Foto: Marcus Richter
Nun reden in
Zeiten des Homeschoolings aber viele von Struktur und Tagesplänen und
Regeln.
Wie können wir Eltern ein gutes mediales Gleichgewicht hinkriegen (auch
wenn
wir es zB schwer haben mit Strukturen – und wir zwar keine festen
Medienzeitbegrenzungen haben, aber das Gefühl, sie sitzen viel zu lang dran
und
vernachlässigen all den Rest?)
Manchmal helfen Oma-Sprüche wie „Erst die Pflicht, dann das
Vergnügen“.
Motivational ist das auch nachvollziehbar. Umgekehrt hat man doch keinen
Bock.
Wenn man das macht, das einem echt Spaß macht und das soll man
unterbrechen, um
etwas zu machen, auf das man keine Lust hat. Das haut nicht hin.
Deswegen gilt das bei uns so. Erst wenn die Schulsachen erledigt
sind,
kommt die Freizeit. Die Kinder müssen nicht um 6.15 Uhr wie sonst aufstehen,
aber um 8 gibt es Frühstück und um 9 geht es allerspätestens los mit
Schule.
Auch Bewegung kommt für uns alle gerade zu kurz. Deswegen richte ich
mir
nach Möglichkeit eine lange Mittagspause ein und gehe dann mit den
Kindern
zusammen raus. Sie dürfen auch gerne schlecht gelaunt hinter mir
hertrotten.
Ich hab zur Beteiligung an Hausarbeit mal gelesen: „Kinder müssen helfen,
sie
müssen nicht dabei lächeln.“ Das gilt auch hier.
So handhaben wir das die Tage. Weil der Alltag kaum Bewegung bietet,
ist
das Pflichtprogramm.
Sie können höchstens wählen, ob sie morgens mit Joggen gehen (oder Roller
nebenher fahren) oder Mittags bzw. abends mit zum Spazieren kommen.
Gibt es Spiele,
bei denen du sagst, sie eignen sich für Kinder gar nicht?
Na klar gibt es die.
Ich finde die USK geben da schon eine gute Richtschnur weil sie
prüfen:
Sind die Inhalte und die Spielmechaniken altersgemäß. Dabei richten die
sich
nach durchschnittlichen Entwicklungsständen. Da kann es schon sein, dass
ein
Kind mit 14 durchaus schon ein Spiel ab 16 spielen kann.
Generell sollte man als Eltern auch das Drumherum im Auge haben.
Viele
Spiele haben eine Chatfunktion über die grauenhafte Kommunikation auf das
Kind
einfällt. Da kann von Fäkalsprache bis Nazijargon alles dabei sein.
Manche Spiele werden mit anderen zusammen gespielt und können Druck
ausüben, weil die Gruppe zu einem festen Zeitpunkt aktiv werden muss. Wenn
da
bei einem gerade selbst Abendessenszeit ist, hat man ein sehr angespanntes
Kind
am Tisch. Manche Spiele sind so programmiert, dass ab einem gewissen Level
ein
Weiterkommen nur über den Zukauf irgendeiner Währung funktioniert. Das
ist
alles nicht so wünschenswert.
Am besten man liest sich deswegen durch die Rezensionen bei
Spielbar.de und https://www.spieleratgeber-nrw.de
Diagramm: Katja Berlin.
Welche Regeln für das Digitale dürfen in keinem Kinderzimmer fehlen?
Überwachungsgeräte wie Alexa und Co. gehören in kein Kinderzimmer
(eigentlich auch in keine Küche, aber das ist ein anderes Thema).
Inhalte müssen dem Alter und Entwicklungsstand entsprechen.
Spiele mit In-App-Käufen, die den Taschengeldrahmen um ein Vielfaches
überschreiten, sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.
V.a. bei jüngeren Kindern sollte so etwas wie Autoplay deaktiviert
sein.
Und Kinder sollten sehr gut wissen: Es gibt Menschen, die Böses wollen
und
sich deswegen als Kinder ausgeben. Am besten deswegen bei jüngeren
Kindern
direkte Kontaktmöglichkeiten in den Apps unterbinden und später
sicherstellen,
dass nur man nur Kontakte annimmt, bei denen man sicher sein kann, dass es
die
Personen sind, für die sie sich ausgeben.
Ganz am Ende sollte das Kind aber wissen: Egal was schief geht, sie
können
sich an die Eltern wenden und die bemühen sich erstmal um Lösungen.
Du sagst, wir
Eltern sollten uns für das interessieren, was unsere Kinder im Netz
erleben,
für sie ist es das, was wir früher im Wald an Abenteuern erlebten… wie
können
wir also Teil des Ganzen werden?
Ganz banal: Zuhören, die Gesprächsangebote annehmen, Nachfragen und
dann
auch zusammen erleben. Spiele zusammen spielen, Erlebnisse teilen (und dann
am
besten nicht in der Königsdisziplin der Kinder, das könnte eine sehr
frustrierende Erfahrung werden. Sucht euch lieber Spiele, die man ohne
viel
Erfahrung spielen kann und Spaß dabei haben kann.).
Erzähl uns bei
all der Verteufelung doch mal, wie wir alle – aber vor allem unsere Kinder
–
von all den Medienmöglichkeiten profitieren können.
Wir können zeit- und raumunabhängig Kontakt zu unseren Freundinnen
und
Freunden haben. Wir können in neue Welten schauen und dazulernen. Und
wir
können sehr, sehr viel lachen. Denkt doch mal an die ganzen Klopapier-Mems,
die
es gerade gibt.
|
Medienexpertin Patricia Cammarata: Wie lang darf mein Kind ans Handy? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tierisch-suesse-weihnachtsgruesse |
Ihr Lieben, nachdem ich meine Weihnachtskarten vorgestern alle in die Post
gesteckt habe, kann ich sie jetzt auch öffentlich posten, ohne, dass die
Überraschung verloren geht. Für mich sind Weihnachtskarten so wie
Kartoffelpuffer (Reibekuchen, Reiberdatschi). Es ist anstrengend, sie
herzustellen, aber selbstgemacht sind sie einfach soooo wundervoll. Deshalb
setze ich mich jedes Jahr kurz vor dem 1. Advent hin und fange an,
Weihnachtskarten zu basteln und zu schreiben. Auch, weil ich mir sicher bin,
dass sich jeder freut, wenn er mal was anderes in seinem Postkasten hat als
Rechnungen und Werbung. Falls jemand meine Weihnachtskarten nachmachen
möchte – es geht ganz einfach (ich bin nämlich absolut keine DIY-Queen!) und
kostet fast nichts:
Weiße Postkarten (gibt’s z.B. bei McPaper für 1,99/150 Stück)
goldene Stempelkissen
Grüne/rote/schwarze Stifte
Jedes Familienmitglied drückt seinen Daumen in das Stempelkissen und danach
auf die Postkarte. Mit einem roten Stift die Nase, mit einem schwarzen die
Augen, Ohren und das Geweih aufmalen, mit einem grünen Stift: „Frohe
Weihnachten“ drunter schreiben – und fertig.
Ich will mich ja nicht selbst loben (ach, obwohl…doch!), aber wir haben 70
(!) Karten gemacht. Danach hatten wir alle platte Daumen!
„Dass Du Dir immer für so was Zeit nimmst“, höre ich oft von Freundinnen,
wenn sie die Karten bekommen. Ja, irgendwie ist mir diese Tradition wichtig.
Ich finde es schön, Weihnachtsgrüße zu verschicken. Und zwar mal wieder ganz
traditionell mit der Hand geschrieben. In diesem Sinne: Frohes Basteln!
|
Tierisch süße Weihnachtsgrüße | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tiktok-snapchat-und-instagram-wie-rasten-wir-als-eltern-nicht-aus-darueber |
Ihr Lieben, alle Studien bestätigen es: Der Medienkonsum unserer Kinder
ging – oh, Wunder! – durch die Pandemie extrem in die Höhe. Es ist ja nicht
so, dass Eltern größerer Kinder nicht schon vorher oft mit dem „Kampf ums
Gerät“ zu tun hatten, nun spitzt sich die Lage aber nochmal zu.
Wie also können wir unsere Kinder sicher durch die sozialen Medien und all
die neuen Plattformen begleiten, in denen wir selbst nicht unbedingt
unterwegs sind? Wir haben mit Tobias Bücklein von @dieserdad darüber
gesprochen, dessen neustes Buch „Der Elternratgeber: TikTok, Snapchat und
Instagram“ gerade bei der Stiftung Warentest erschienen ist.
Autor und Medien-Experte Tobias Bücklein. Foto: privat
Lieber Herr Bücklein, Ihr Sohn ist selbst ein bekannter Youtuber, wie ging
das bei ihm los und welche Einstellung hatten Sie zu Anfang zu seiner
„Netz-Karriere“?
Gute Frage … Oskar war so jung als er anfing, dass ich mich kaum erinnern
kann. Aber ein wesentlicher Punkt war, dass wir eine Bildschirmzeit
vereinbart hatten und dann zwischen „produktiver Zeit“ und Medienkonsum
unterschieden haben. Da fing er dann an, selbst Videos zu drehen und zu
schneiden und sich die nötigen Skills bei mir abzuschauen oder durch
YouTube-Videos anzueignen. Insofern sah ich vor allem eine Möglichkeit darin,
dass er sich kreativ ausleben konnte und eigenmotiviert Dinge lernte. Am
Anfang hat er seine Videos ja gar nicht veröffentlicht, und bis er wirklich
nennenswerte Zuschauerzahlen hatte, hat es Jahre gedauert.
Der Elternratgeber: TikTok, Snapchat und Instagram
Wie hat sich diese Einstellung im Laufe der letzten Jahre bei Ihnen als
Vater verändert?
Gerade für junge Creator ist der Druck durch die Erwartungshaltung der
Zuschauer und die Funktionsweise der Plattformen schwer auszuhalten. Ich
merke das bei meinem @dieserdad-Kanal auch selbst: Man muss schon sehr
aufpassen, dass man sich inhaltlich nicht komplett danach richtet, was Klicks
und Likes bringt. Wenn man mal was Neues ausprobiert, sinken die
Zuschauerzahlen, und das tut weh. Aber wer immer nur das gleiche macht, wird
auch unglücklich. Insofern sehe ich das „Creator-Leben“ durchaus auch
kritisch. Für Entwicklung, ein entspanntes Wochenende oder gar mal drei
Wochen Pause ist eigentlich kein Raum auf den Plattformen, wenn man
erfolgreich sein will.
Inwiefern sehen Sie soziale Medien wie TikTok und Youtube als Segen und
inwiefern als Fluch an?
Als Segen, weil Heranwachsende Chancen der kreativen Selbstentfaltung
und Kommunikation haben, die ich mir in meiner Kindheit gewünscht hätte. Es
gibt heute so viele Möglichkeiten, Freunde zu finden, sich weiter zu
entwickeln und Wertschätzung zu erfahren! Und gleichzeitig steckt hinter den
Plattformen ein hochgradig kommerzielles Prinzip. Das ist der Fluch, weil
durch die perfekte Abstimmung der Inhalte an den Geschmack jedes Einzelnen
ein unaufhörlicher Strom von angenehmer Berieselung erzeugt wird. Und ohne
Regeln oder Selbstdisziplin verliert man leicht Stunde um Stunde Lebenszeit
in diesem „süßen Brei“.
Der Elternratgeber: TikTok, Snapchat und Instagram
Haben Sie nicht auch das Gefühl, dass all die Fotos und Videos eine ganze
Generation verändern? Klar, zu Medienprofis…. aber auch vielleicht –
überspitzt gesagt – zu Opfern der Schönheitsindustrie? Weil eben doch nur
Ausschnitte gezeigt werden, Filter drübergelegt werden und viele sich im
Vergleich mit den vermeintlich Perfekten verlieren?
Absolut. Das sehe ich genauso. Die Gefahr ist umso größer, weil sich ja
auch Eltern, Medien, Schule, Gesellschaft in erster Linie nach Kategorien wie
Erfolg, Reichtum, Schönheit, Konsum und Macht ausrichten. Die Glitzerwelten
der Sozialen Medien sind ja nur eine perfekt auf Jugendliche angepasste Form
derselben Denkweisen, die auch Großteile der Erwachsenenwelt beherrschen.
Anders gesagt: Wenn Eltern die Werte auf den Social Media beklagen, müssen
sie andere Werte vorleben. Tun wir das?
Sie haben selbst 150.000 Follower auf TikTok, Youtube und Instagram – was
gibt Ihnen das?
Haha, ja das ist praktisch, weil man das bei einem Buch über Social
Media in den Lebenslauf schreiben kann… Nein, im Ernst. Ich finde den
Austausch mit der Community sehr bereichernd. Da kommen gute Fragen, die ich
z.B. in Videos beantworte. Auch meine Bücher sind voller solcher Fragen und
Antworten, die im Austausch mit den Followers entstanden sind. Und es ist
natürlich schön, dass sich Menschen z.B. für meine Videos über
Elektromobilität, Nachhaltigkeit und die Energiewende interessieren, weil das
sinnvolle Themen sind.
Sind Ihnen oder Ihrem Sohn auch schon mal unschöne Dinge passiert? Meine
Söhne zum Beispiel haben mal „aus Versehen“ durch in-App-Käufe 500 Euro für
virtuelles Heu ausgegeben, um ihre Bauernhof-Tiere zu versorgen… auch wurden
sie in einem Chat schon mal gefragt, ob sie nicht ihre Hände mal unter die
Bettdecke legen könnten. Das ist schon gruselig und ich bin froh, dass sie so
etwas dann sofort sagen…
Für mich war auch das Entscheidende, dass meine Kinder solche Sachen immer
mit uns geteilt und sich nicht geschämt oder es verschwiegen haben. Ja, Oskar
hat natürlich auch komische Sachen erlebt. Einmal schickte ein älterer Mann
ein Päckchen mit schwarzer Bettwäsche. Und es gab eine Zeitlang so viel Hate
und schlimme Kommentare, dass wir ihn die gar nicht mehr haben lesen lassen.
Was ich ebenfalls gelernt habe, ist dass man sich auf den Sozialen Medien
nicht mit nackten Füßen zeigt, weil es Leute gibt, die auf so etwas
abfahren.
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Was halten Sie von fest abgemachten Medienzeiten?
Sehr viel. Ich denke, es ist absolut wichtig, den Strom von Zerstreuung und
letztlich kommerziell orientierten Einflüssen in irgendeiner Weise inhaltlich
wie zeitlich zu begrenzen. Von selbst würden die Kinder kaum ausschalten,
auch die Peergroup will sich ja über die aktuellen Trends unterhalten und
erzeugt entsprechend Druck. Die Werbeindustrie will gerne endlos Werbung
schalten und die Plattformen leben davon. Niemand außer den Eltern kann also
ein Interesse daran haben, das zu regulieren. Also sollten sie es tun.
Meine Hauptregel hier bei uns lautet: Nimm keine Freundschaftsanfragen von
Leuten an, die du noch nie in echt gesehen hast, nein, auch nicht von Manuel
Neuer, denn den hast du noch nie gesehen und du weißt nicht, ob sich dahinter
nicht doch jemand ganz anderes verbirgt… wie lautet Ihre?
Das ist auf jeden Fall eine sehr gute Regel, die ich genau so teilen würde.
Vielleicht würde ich noch ergänzen, dass es bei Kontakten eher um die
Qualität als die Quantität geht, oder dass sich Kinder zumindest bewusst
machen, dass „viele Freunde“ nicht unbedingt „gute Freunde“ sein müssen. Und
dass sie sich z.B. von Snapchat nicht vorschreiben lassen, dass täglicher
Kontakt besonders wertvoll (Flammen) sein muss.
Welche Grundwerte möchten Sie Eltern und Kindern in ihrem Medienkonsum
vermitteln?
Ich habe Werte. Aber im Ratgeber vermittle ich sie höchstens zwischen den
Zeilen. Ich versuche Eltern und Kinder dazu anzuregen, dass sie darüber
nachdenken, was sie in sich hineinlassen, warum sie das tun und vor allem,
dass sie selbstwirksam und selbstbewusst entscheiden, was ihre Gedankenwelt
prägen soll. Niemand sollte sich das von der Medienwelt, Algorithmen oder
Mitschülerinnen diktieren lassen. Selbst-Bewusstsein und Reflektiertheit
wären also wichtige Werte. Und dann sind mir ganz persönlich Gewaltfreiheit
(auch verbale), Menschenfreundlichkeit, Gelassenheit und Optimismus wichtig –
auch bei der Mediennutzung.
Können Sie verstehen, dass Eltern all die Regeln, Datenschutzrichtlinien
und Co. allmählich über den Kopf wachsen? Was ist zum Beispiel, wenn ich
mitkriege, dass mein Kind Fußballszenen aus der Bundesliga zu Videos
schneidet, deren Bildrechte es nicht besitzt, dann aber mindestens 150 andere
Accounts aufzählt, in denen das Gleiche getan wird. Wer haftet da? Wer kann
Eltern bei solchen Fällen rechtlich beraten?
Das kommt auch ein bisschen darauf an, wie alt die Kinder sind und wie
kommerziell erfolgreich der Kanal ist. Ein paar Hinweise dazu gibt der
Ratgeber auch. Bei der Frage nach rechtlicher Beratung (vor allem
kostenloser, das ist glaub ich gemeint), muss ich passen. Ich frage immer bei
Christian Solmecke von der auch im Internet bekannten Kanzlei WBS in Köln
nach oder suche auf seinen Kanälen nach Antwort.
Vater und Sohn: Tobias und Oskar. Foto: Chris Danneffel
Wie viel Vertrauen, wie viele Kontrollen sind gut?
Vertrauen entsteht für mich dann, wenn der andere zeigt, dass er den Sinn
eines von mir erwünschten Verhaltens verstanden hat, und es deshalb
selbsttätig umsetzt. Wenn ich eine Regel aufstelle, muss sie deshalb erst
einmal nachvollziehbar und sinnvoll sein: „Lege bitte abends um 21.00 Uhr
deine Geräte aus dem Zimmer, damit du langsam zur Ruhe kommst und für die
Schule ausgeschlafen bist.“ Wenn ich nun jeden Abend um 21.00 Uhr vor der Tür
stehe und warte, kann kein Vertrauen entstehen, weil ich ja ständig
kontrolliere. Wenn ich aber tagelang dulde, dass mein Kind bis in die Nacht
am Handy hängt, entsteht auch kein Vertrauen. Ich drücke mich dann lediglich
um die unangenehme Aufgabe, die Regel einzufordern. Die logische Konsequenz
ist, dass mein Kind sie dann doch nicht für so sinnvoll oder nötig hält. Ich
bin also ein Fan von angemessener Kontrolle. Gleichzeitig finde ich ein
bedingungsloses Grundvertrauen wichtig, dass mein Kind an und für sich ein
toller Mensch ist und keine bösen Absichten hat. Das sollte auch bei aller
Kontrolle immer zum Ausdruck kommen.
Zu guter Letzt: Was wünschen Sie uns Eltern und unseren Kindern in Bezug
auf unseren Medienkonsum?
Wenn Eltern ihren Kindern den Weg durch „Neuland“ (mein vorheriges Buch
heißt „Willkommen in Neuland“) zeigen oder sie darin begleiten wollen, dann
sollten sie wenigstens selbst mal dort gewesen sein. Es ist hilfreich, die
Faszination von Spielen, Apps, auch den Spaß wenigstens mal zu erfahren, auch
die Gefahren mit eigenen Augen zu sehen. „Keine Ahnung“ ist für mich keine
Option. Ich wünsche Eltern und Kindern also eine gemeinsame, spannende Reise.
Und ich wünsche ihnen vor allem viele Begegnungen und Erlebnisse außerhalb
der Medienwelten. Ich frage immer: Welches Gefühl möchte ich mit dieser
Sendung, dieser App, diesem Film eigentlich erreichen und warum? Und wie
könnte ich das durch ein reales Erleben erfahren? Analoge Erlebnisse haben
für mich persönlich nach wie vor immer noch den Vorzug.
|
TikTok, Snapchat, Instagram: Wie rasten wir als Eltern nicht aus darüber? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-fuer-weniger-plastik-im-alltag-so-einfach-ist-das |
Ihr Lieben, noch ist das neue Jahr recht frisch und einige von Euch haben
sich sicher auch gute Vorsätze überlegt. Nie wieder Schokolade, jeden Tag
Sport, nie wieder eine Flugreise – solche Vorsätze sind zum Scheitern
verurteilt.
Viel besser, weil realistischer, sind kleine Ziele. Nicht jeder muss sofort
die ganze Welt retten, wenn jeder bewusster lebt und viele, kleine
Veränderungen vornimmt, ist das schon eine ganze Menge.
In meiner Familie versuchen wir seit längerer Zeit, Plastik stark zu
reduzieren. Wie groß das Plastik-Problem ist, war mir lange Zeit nicht so
bewusst. Wenn man etwas recherchiert, erhält man allerdings wirklich
alarmierende Fakten:
In unseren unseren Meeren schwimmen bereits mehr als fünf Billionen
Plastikteile73 % des weltweiten Mülls an Stränden besteht aus PlastikIm Jahr
2050 wird praktisch jede Meeresvogelart der Welt Plastik fressen.Bis 2015
haben wir mehr als 6,9 Milliarden Tonnen Plastikmüll erzeugt. Etwa 9 % davon
wurden recycelt, 12 % wurden verbrannt und 79 % landeten in Deponien oder in
der UmweltWeltweit werden pro Minute fast eine Million Getränkeflaschen aus
Kunststoff verkauft
Wir alle haben die Pflicht, uns hier zu engagieren, damit unsere Kinder und
Enkel in einer lebenswerten Welt leben können. Und wie schon gesagt: Viele
kleine Schritte können ganz viel bewegen.
Tatsächlich ist es, wenn man sich etwas Mühe gibt, gar nicht so schwer,
Plastik zu vermeiden. Hier ein paar Tipps für den Alltag:
Beim Einkauf immer mit Stoffbeuteln und Rucksack losziehenObst und Gemüse
immer lose kaufen (besonders absurd finde ich zb. Bananen in
Plastikverpackungen)für unterwegs niemals Plastikflaschen kaufen, sondern zu
Hause Trinkflaschen mit Leitungswasser auffüllenPlastikzahnbürsten gegen
Holzzahnbürsten tauschenDuschgel und Shampoo in festen Stücken verwendenwenn
es spezielle „Unverpackt“-Läden bei Euch in der Umgebung gibt: Tolle
Sache!Brotboxen für die Kinder aus Edelstahl benutzen
Besonders wichtig finde ich, dass man den Kindern von klein auf bewusst
man, wie schädlich Plastik für die Natur ist. Eine Freundin von mir hat
deshalb mal eine Aufräum-Aktion gestartet. Da sind die Kinder und wir mit
Greifzangen bewaffnet durch den Wald gezogen und haben den Müll aufgesammelt,
der einfach in der Natur entsorgt wurde. Wir alle waren (nicht positiv)
überrascht, wieviel da zusammen kam….
Ich habe das Gefühl, dass viele von uns durch die Pandemie sowieso schon
ihr Konsumverhalten überprüft haben. Lasst uns diese guten Veränderungen also
mit in 2021 und darüber hinaus nehmen. Für die Umwelt. Und uns. Und unsere
Kinder.
|
Tipps für weniger Plastik im Alltag - so einfach ist das! | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-und-tricks-wie-eure-kinder-zu-meister-detektiven-wie-sherlock-gnomes-werden |
Hey, Ihr Lieben, Kinder lieben ja
bekanntlich Rollenspiele (also unsere zumindest) und da dachten wir uns: Wie
wäre es denn mal mit einem Detektiv-Nachmittag? Anlass ist ein Film, der am
3. Mai in die deutschen Kinos kommt und der vermutlich auch in euren Kindern
eine gewisse Spürnasen-Affinität zu Tage bringen wird … schaut mal in den
Trailer rein – und versucht, bei der Pups-Szene in der Pfütze nicht zu lachen
…
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Wie ihr seht: Es geht um Sherlock
Gnomes, den Beschützer aller Gartenzwerge. Zwei von ihnen, Gnomeo und Julia,
ziehen nach ihrer Hochzeit gemeinsam mit ihren Familien in einen neuen Garten
mitten in London … Doch die Idylle gerät ins Wanken, denn plötzlich
verschwinden in ganz London Gartenzwerge spurlos.
Da kann nur Meister-Detektiv Sherlock Gnomes helfen (dessen Stimme im
Original übrigens von keinem Geringeren als Johnny Depp gesprochen wird). Wie
er das tut? Da können wir noch von ihm lernen. Hier seine ultimativen
Detektiv-Tipps. Vorab aber noch: Für einen echten Detektiv-Nachmittag mit den
Kindern braucht ihr: eine Lupe, einen Hut, einen Mantel (am besten von Mama
oder Papa, damit er schön lang ist) und ihr braucht einen Block und einen
Stift (der dann im Mundwinkel hängt, wenn ein Fall gelöst werden muss). Eine
Uhr wird auch noch benötigt.
Und dann gebt ihr – ähnlich einer Schnitzeljagd – Aufgaben aus. Zum
Beispiel: Geht zum umgefallenen Baum am Gartenzaun und findet heraus, wie
viele Jahre er alt wurde. Dann können die Kinder mit der Lupe die Jahresringe
zählen. Oder: Beobachte, wie oft der Eingang vom Vogelhäuschen innerhalb von
drei Minuten genutzt wird. Die Beobachtungen werden dann im Notizblock
notiert.
Hier nun die wichtigsten Tipps, die von allen echten Detektiven unbedingt
berücksichtigt werden müssen:
1. Gnombinationsfähigkeit
Sherlock Gnomes unterscheidet von anderen Detektiven, dass er eine
ausgeprägte Gnombinationsfähigkeit besitzt. Daher sollten Spürnasen wie er
besonders aufmerksam sein und beobachten, ob irgendeine Kleinigkeit nicht ins
Gesamtbild passt. Denn nur wer auf die Details achtet, hat die Möglichkeit,
Verbrechen aufzuklären und Schurken zu schnappen.
2. Augen und Ohren auf!
Sherlock Gnomes hat zwar nur Porzellan-Ohren, trotzdem beobachtet er sehr
genau und hört gut zu. Wichtige Informationen gibt es ja auch gern mal bei
einem Gespräch am Nebentisch… doch auch wenn das Belauschen anderer nicht die
feine englische Art ist, gehört das zum Detektiv-Job eben
doch dazu. Auch ein Fernglas kann
sehr nützlich sein…
3. Immer schön unauffällig verdeckt ermitteln
Sherlock Gnomes möchte natürlich nicht auffallen, wenn er etwas Geheimes
herausfinden möchte. Ja, er versteckt sich kurz sogar mal in einem
Eichhörnchen-Kostüm, das er aber bald wieder auszieht, denn … manchmal ist
weniger Tarnung einfach mehr… und ein angeklebter Schnurrbart besser als ein
aufwendiges Kostüm…
4. Das passende Zubehör
Ein Detektiv ohne Mantel ist kein Detektiv, oder? Sherlock Gnomes ist mit
seinem Outfit jedenfalls bestens vorbereitet. Mantel und Hut schützen ihn vor
schlechtem Wetter, seine Taschenuhr zeigt ihm die Zeit – und mit seiner Lupe
kann er gleich vor Ort Dinge herausbekommen.
5. Sucht euch einen Partner
Vier Augen sehen mehr als zwei! Das gilt auch für Meister-Detektive wie
Sherlock Gnomes. Auch er kommt beim gemeinsamen Knobeln eher auf eine Lösung
als alleine. Knifflige Fälle, schwierige Rätsel oder sogar Verbrechen lassen
sich zusammen einfach besser lösen oder aufklären.
Die beste Vorbereitung auf den
Detektivjob ist aber wohl der Film, von dem wir hier erzählen. Nicht nur für
Fans von Elton John (der für den Soundtrack verantwortlich ist), sondern eben
vor allem für alle, die gern ihre Lachmuskeln beanspruchen – und sich für
Zwerge und Detektive interessieren.
Ab dem 3.5. läuft Sherlock Gnomes in den Kinos. Und damit ihr dafür bestens
ausgerüstet seid, könnt ihr hier je ein Set bestehen aus Plüschfigur und
Schlüsselanhänger von Gnomeo, Julia und Sherlock Gnomes gewinnen. Erzählt uns
dafür einfach in den Kommentaren, mit wem ihr den Film gern sehen
würdet!
Wir wünschen Euch viel Glück!
Sherlock Gnomes
|
Tipps und Tricks wie eure Kinder zu Meister-Detektiven wie Sherlock
Gnomes werden | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-von-der-expertin-so-foerderst-du-die-sprachentwicklung-deines-kindes |
Könnt Ihr Euch noch an das erste „Dada“ Eures Kindes erinnern? An das erste
Gebrabbel, das so unglaublich niedlich war und das das Mutterherz vor Stolz
zum Anschwellen brachte? Wisst ihr noch, wie es war, als Euer Kind plötzlich
auf einen Hund zeigte und „WauWau“ sagte? Für mich war das wirklich ein
Wunder. Monatelang hatte das „nur“ Kind zugehört, meiner Stimme gelauscht,
alles aufgesogen – und von einem Tag auf den anderen fing es nun langsam an
zu sprechen. Mich hat das total fasziniert.
Sehr schnell bemerkt man dann: Alle Kinder haben beim Sprechen-lernen ihr
eigenes Tempo.
Während die einen schon drei-Wort-Sätze bilden können, gucken die anderen
noch stumm durch die Gegend. Meine Oma sagte mal: „Entweder die Kinder können
früh laufen oder früh sprechen. Beides geht nicht früh.“ Ob das wirklich
stimmt, sei mal dahin gestellt, aber was alle Eltern wirklich wissen sollten:
Kein Kind ist wie das andere. Vergleichen bringt also nichts.
Und dennoch kann man mit einigen Tricks die Sprachentwicklung von Kindern
fördern. Sprachspiele für Kids im Alter von 0 bis 6 Jahren gibt es nun in dem
tollen Buch „Jetzt lerne ich sprechen“ von Ursula Günster-Schönig, das im
Dudenverlag erschienen ist. Die Autorin ist Erzieherin und Sozialfachwirtin
mit über 30 Jahren Berufserfahrung und diplomierte Legasthenie-und
Dsykalkulietrainerin. Ursula Günster-Schöning weiß also, von was sie
spricht.
Mir gefällt, wie spielerisch das Buch aufgebaut ist. Man findet keinen
erhobenen Zeigefinger.
Im Gegenteil Schon im Vorwort schreibt die Autorin: Lies dieses Buch bitte
nicht als Ratgeber nach dem Motto: So und so musst du es machen, dann
funktioniert es garantiert. Wenn ich also schreibe: Sing deinem Kind etwas
vor, das jedoch nicht zu dir passt, dann lass es einfach. Sei authentisch.
Die Aktionen, Ideen und Spiele müssen sich für dich gut anfühlen, sie sollen
dir Spaß machen.“ Das finde ich super, denn es lässt den Eltern selbst
die Freiheit, zu entscheiden, was sich gut anfühlt und was eher
nicht.
Das Buch ist in drei Haupt-Teile aufgeteilt. Teil 1: Die Sprachwelt der
0-3-Jährigen. Teil 2: Die Sprachwelt der 3-5-Jährigen. Teil 3: Die Sprachwelt
der 5-6-Jährigen. Diese drei Teile haben jeweils mehrere Unterkapitel, in
denen es darum geht, zu verstehen, wo das Kind sprachlich gerade steht, wie
sich Sprache überhaupt entwickelt, welche Meilensteine in dieser Zeit
anstehen und natürlich gibt es jede Menge Anregungen für Sprachspiele. Diese
reichen von Übungen für Sprachmotorik (zb. Verschiedenes Pusten und Blasen)
über Fingerspiele und erste Anleitungen zum Namenschreiben für die
Vorschulkinder.
Toll finde ich auch, dass sich Themen wie Schimpfwörter ,Mehrsprachigkeit
oder Stottern angenommen wird. So ist „Jetzt lerne ich sprechen“ ein rundes
Werk mit jeder Menge Tipps, Anregungen, Checklisten und weiterführenden Infos
rund um die kindliche Sprache. Einfach verständlich, alltagsnah und ohne
Druck. Dieses Buch empfehlen wir sehr gerne weiter!
Jetzt lerne ich sprechen! ISBN: 978-3-411-75654-4,
https://shop.duden.de/products/jetzt-lerne-ich-sprechen
|
Expertentipps: So förderst du die Sprachentwicklung deines Kindes |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/tipps-von-mamour-die-besten-buecher-fuer-schwangerschaft-geburt-und-erstes-jahr-mit-kind |
Schwangerschaftsratgeber,
Bücher zur Geburt, Babybücher, . . . als Buchhändlerin ist Janine in ihrer
eigenen Schwangerschaft aufgefallen, wie unglaublich viel Auswahl es bei den
Büchern für Schwangere und junge Eltern gibt. Auf ihrer neuen Website mamour
bietet sie deshalb jetzt Orientierung bei der Büchersuche. Für uns hat sie
mal ihre persönlichen Lesetipps für die Schwangerschaft zusammengestellt. Und
weil wir gerade fertig geworden sind mit dem Möhrchenmassaker von Berit
Hullmann, möchten wir Euch das Buch vorab als Stadt Land Mama-Tipp noch mit
auf den Weg geben. wir versprechen: JEDE Mutter wird sich darin
wiedererkennen. Super geschenk auch zur Schwangerschaft oder Geburt. Und
fehlen darf in unserer Empfehlung natürlich auch nicht Lisas und Caros Ich
glaub mich tritt ein Kind für die Schwangerschaft, in dem die schwangere Caro
Lisa als Dreifachmutter ausquetscht…. Jetzt aber, die Tipps von
Mamour!
Die Basis: ein Schwangerschaftsratgeber
Von mehreren großen Verlagen gibt es tolle Nachschlagewerke rund um die
Schwangerschaft, zum Beispiel unterteilt in die 40 Wochen der
Schwangerschaft. Meine Empfehlung: „Das große Buch zur Schwangerschaft.
Umfassender Rat für jede Woche“ aus dem GU Verlag. Wie ernährt man sich in
der Schwangerschaft gesund, was hilft gegen Übelkeit, wozu dient eine
Fruchtwasseruntersuchung?
Gerade in der ersten (aber natürlich auch in jeder weiteren)
Schwangerschaft möchte man als Eltern möglichst zu jedem Zeitpunkt wissen,
was im Mutterleib passiert, welche Entwicklungsschritte das Baby gerade
vollzieht, wie es aussieht, welche Veränderungen der Körper der Mutter
durchmacht. Dieses Buch liefert dazu viele Infos, Bilder und Tipps für jede
Schwangerschaftswoche bis hin zu den ersten Wochen mit Baby. Hier findest du
weitere gute Schwangerschaftsratgeber.
Kurz und knapp: ein Handbuch
Während die klassischen Schwangerschaftsratgeber eher als dicke Wälzer
daherkommen, gibt es auch praktische Handbücher für werdende Eltern.
Besonders gut gelungen ist „Mami to go: Die wichtigsten Checklisten für
Schwangerschaft, Geburt, Babyzeit“. In übersichtlichen Checklisten lässt sich
hier alles ganz einfach nachschlagen und nachlesen – ohne von zu vielen
Informationen erdrückt zu werden. Das handliche Taschenbuch ist deshalb eine
tolle Ergänzung zum großen Ratgeber – und der Titel trügt etwas: gerade durch
die kompakte Struktur des Buches und Kapitel wie „Papa bei der Geburt“ ist es
auch etwas für den werdenden Vater.
Für die Seele: Das Mami Buch
Neben den rein informativen Büchern habe ich während meiner Schwangerschaft
sehr gerne im „Mami Buch“ von Katja Kessler gestöbert. Das Buch begleitet
eine Schwangere durch alle Höhen und Tiefen der 40 besonderen Wochen. Ein
Buch für die Seele, eine Art Wohlfühl-Ratgeber, schön zu lesen und
informativ, unterteilt in die Monate der Schwangerschaft, mit vielen schönen
Bildern, fiktiven Tagebucheinträgen und herausnehmbaren Extras wie Checklisten,
Mini-Postern und dem Buch auf DVD. Als Zusatz zu einem klassischen
Schwangerschaftsratgeber ist dieses Buch wunderbar – und auch ein tolles
Geschenk für werdende Mütter.
Max oder Moritz: ein Vornamenbuch
Bei vielen werdenden Eltern beginnt schon früh in der Schwangerschaft (wenn
nicht davor) die Suche nach dem Vornamen. Ist ja auch nicht so einfach
heutzutage: Mama und Papa müssen sich einigen, Familie und Freunden soll er
gefallen, das Kind soll ihn früh aussprechen können, in der Krabbelgruppe
sollen nicht drei andere Babys den gleichen Namen tragen, zu exotisch und
gewagt soll es aber auch nicht sein . . . Bei der Suche hilft heute
natürlich das Internet, ich persönlich finde es aber noch immer schöner, in
einem klassischen Vornamenbuch zu blättern.
Das „Große Vornamenlexikon“ aus dem DUDEN-Verlag erklärt Herkunft und
Bedeutung von 8000 Vornamen, darunter zahlreiche noch weitgehend unbekannte
Namen aus dem arabischen, asiatischen und afrikanischen Kulturkreis. Es informiert
über Namensmoden und Modenamen und enthält viel Wissenswertes zu Namenswahl,
standesamtlichen Bestimmungen und Namensschreibweisen.
Für die Erinnerung: ein Tagebuch
Viele Schwangere haben den Wunsch, diese besondere Zeit ihres Lebens
festzuhalten – in Form schöner Bilder, Gipsabdrücke des Bauches oder eines
Tagebuchs. Letzteres ist natürlich mit jedem ganz normalen Tagebuch möglich –
clever wie die Verlage sind, gibt es aber auch spezielle
Schwangerschafts-Tagebücher. Und darunter gibt es wirklich schöne, zum
Beispiel: „So schön schwanger. Mein Schwangerschafts-Tagebuch“.
Dieses nett gestaltete Album mit Illustrationen von Silke Schmidt bietet
Anregungen und jede Menge Platz, um Erinnerungen an die besondere Zeit der
Schwangerschaft festzuhalten. Es ist gegliedert in großzügige
Wochengruppierungen und bietet sowohl vorgefertigte Fragen als auch Platz für
eigene Eintragungen. Außerdem gibt es Platz zum Einkleben von
Ultraschallbildern und Fotos des wachsenden Bauches, von Glückwunschkarten
und anderen Dokumenten, die man gerne für später aufbewahren möchte.
Für jeden Tag: ein Schwangerschaftskalender
Eine tolle Idee sind Schwangerschaftskalender, die Tag für Tag etwas
Schönes rund um die Schwangerschaft bieten und einen wie ein Countdown bis
zum großen Tag der Geburt begleiten. Gut gefällt mir zum Beispiel der
Aufstellkalender „Deine Schwangerschaft – Tag für Tag“. Hier kann man
für jeden Tag der Schwangerschaft ein neues Kalenderblatt umdrehen und wird
mit Informationen, wertvollen Ratschlägen, Checklisten und kreativen
Inspirationen versorgt – ein toller Begleiter vom ersten bis zum letzten Tag
der Schwangerschaft!
Aller Anfang muss nicht schwer sein: ein Buch für die Babyzeit
Gerade in der ersten Schwangerschaft beschäftigen sich viele Eltern auch
schon mit der ersten Zeit mit dem Baby. Viele Fragen tauchen auf, die ein
gutes Babybuch als Starthilfe beantworten kann. „Das große GU Babybuch“
informiert ausführlich über alles Wissenswerte in Babys erstem Jahr. Das Buch
ist eingeteilt in die Monate mit jeweils einem Abschnitt zu Entwicklung und
spielerischer Förderung – wobei hier die Übergänge in den Monaten und
Entwicklungsschritten natürlich fließend sind. Besonders gut ist das Kapitel
zum Wochenbett inklusive Tipps zu Wochenbett- und
Rückbildungsgymnastik.
Plötzlich Eltern: ein Buch über Erziehung
Für junge Eltern bedeutet ein eigenes Kind eine ganz neue Verantwortung.
Ein guter Erziehungsratgeber kann beim Ausfüllen der neuen Aufgabe eine
Stütze sein. „Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren“
ist der Klassiker unter den Erziehungsbüchern. Der bekannte und erfahrene
Kinderarzt Remo H. Largo hat mit dem vollständig überarbeiteten Ratgeber ein
Erziehungsbuch ganz anderer Art geschrieben: Er geht nicht von einer idealen
Entwicklung oder festen Erziehungsprinzipien aus, sondern sieht das Kind so,
wie es ist. Vor allem will er bei Eltern und Erziehern Verständnis wecken für
die biologischen Voraussetzungen und die Vielfalt kindlichen
Verhaltens.
Durch die Gliederung in Themen (u. a. Beziehungsverhalten, Motorik,
Schlafverhalten, Sprachentwicklung etc.) kann man sich gut in die einzelnen
Entwicklungsschritte einlesen. Innerhalb der Themen sind die Altersstufen so
großzügig eingeteilt, dass man nicht unter Druck gerät, wenn das eigene Kind
bestimmte Dinge noch nicht kann – denn jedes Kind ist anders und entwickelt
sich individuell!
Fürs Herz: ein schöner Roman
In den letzten Wochen der Schwangerschaft drehen sich alle Gedanken um
Geburt und Baby – da tut es gut, auch einfach mal mit einem schönen Roman
abzuschalten, die „Ruhe vor dem Sturm“ zu genießen und noch mal richtig zu
schmökern <3.
Mein Lesetipp: „Die Landkarte der Liebe“ von Lucy Clarke. Mitten in der
Nacht erfährt Katie, dass ihre jüngere Schwester Mia in Bali von einer Klippe
gestürzt ist – und alles auf Selbstmord hindeutet. Katie mag das nicht
glauben und begibt sich auf die Spuren ihrer Schwester, festgehalten in deren
Reisetagebuch: San Francisco, Maui, Australien und schließlich Bali. Seite
für Seite des Tagesbuchs lernt Katie ihre Schwester endlich wirklich kennen
und löst auch das Rätsel um ihren Tod.
Das Buch ist schon etwas älter (2012), aber es ist sehr ergreifend und ich
wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr taucht man ein in die
Geschichte der beiden Schwestern. Schwestern sind ja oft sehr unterschiedlich
und doch eng miteinander verbunden, und gerade wenn man selber eine Schwester
hat, kann man nachvollziehen, dass Katie gar nicht anders konnte, als den
Spuren ihrer Schwester anhand des Reisetagesbuchs zu folgen. Absolut
lesenswert!
Wir danken MAMOUR für diese tollen Empfehlungen! Gern stellen wir Euch auch
mal unsere ganz eigenen Lieblingsbücher zu Schwangerschaft. Geburt und erstem
Lebensjahr vor. Wenn Ihr mögt! ein tolles Wochenende Euch!
|
Tipps von Mamour: Die besten Bücher für Schwangerschaft, Geburt und
erstes Jahr mit Kind | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/togetherapart-mit-star-stable-in-diesem-spiel-treffen-sich-pferdebegeisterte-auch-in-zeiten-von-corona-und-erleben-abenteuer |
Ihr Lieben, manchmal verlangt das Leben Entscheidungen von uns, die unsere
Zukunft für immer verändern. Du wählst deinen eigenen Weg im Leben. Du
gestaltest dein eigenes Schicksal. Aber manchmal entscheidet auch das
Schicksal für dich. Es ist die Rede von einem Mädchen, das auf dem Rücken
eines Pferdes die Welt retten wird. Ihr Licht und ihre Weisheit werden die
Dunkelheit vertreiben und das Chaos wieder in Ordnung bringen. Bist du dieses
Mädchen?
So beginnt das Buch zum mega-erfolgreichen Abenteuer- und Multiplayer-Spiel
Star Stable, in dem es um Pferde, Abenteuer und Freundschaft geht (und in dem
eine Lisa vorkommt, die ihre Eltern liebt und Pferde, diese Parallelen zu
meinem wahren Teenager-Ich aber nur am Rande 😉).
Buch und Game richten sich dabei explizit an Mädchen und Teenagerinnen, die
beim gemeinsamen Gamen ihre Schwesternschaft feiern. Selbstverständlich
dürfen aber auch alle anderen, die Lust dazu haben, das Spiel spielen. Hier
bei uns gibt es schließlich auch männliche Pferdefans, die uns einmal im Jahr
– freiwillig übrigens! – aufs Ponyhof-Wochenende begleiten.
Ein crossmediales Erlebnis, das alle Sinne anspricht!
Das Schöne ist, dass die SpielerInnen nach der Lektüre des Buches dann im
Onlinespiel – das übrigens bis zum fünften Leven gratis ist – selbst Teil der
Geschichte werden können! Ein crossmediales Erlebnis also, dass gleichzeitig
mehrere Ebenen bedient und Sinne anspricht!
Ein Allround-Erlebnis sozusagen! Eine Plattform zum Treffen und für gemeinsame
Erlebnisse – eben auch und gerade in Zeiten von Corona oder Sommerferien oder
beidem…
Worum geht es also im Spiel? Die SpielerInnen entdecken reitend die
magische Insel Jorvik. Vom Pferderücken aus erleben sie eine Reise durch
fantastische Welten und schaffen besondere Verbindungen zu ihren vierbeinigen
Freunden. Sie durchqueren Seen, feiern Feste und sitzen im Schatten einer
Burg am Lagerfeuer.
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Das Spiel beginnt in einem Vierkant-Pferdehof. Du darfst dir selbst einen
Namen geben – der sich aus drei Worten zusammenstellt – ich habe mich für
Tindra Mountainburn entschieden. Fragt nicht! Und es geht darum, die schöne
Insel, auf der die Abenteuer spielen, zu retten. Dabei hab ich mich schon
nach zehn Minuten gefragt:
Wer braucht noch Hollywood, wenn es Star Stable gibt? Die Musik ist
dramatisch wie in einem Film, die Figuren sind ganz wunderbar animiert und die
Pferde würde man gleich am liebsten alle im eigenen Garten stehen
haben.
Und dazu ist es noch ein Spiel, das mit Büchern, Musik und
Audio-Storytelling alle Sinne ansprechen will. So dass das schlechte
Online-Gewissen der Eltern nicht ganz so in Anspruch genommen wird! Ihr wisst
schon, was ich meine!
Die Macher von Star Stable: Frauenförderung hinter den Kulissen
Dabei lohnt es sich zudem, hinter die Kulissen des Spiels und der Firma zu
schauen, denn hier wird Frauenförderung gelebt. Untypisch in der Spielbranche
ist hier nämlich, dass weibliche Mitarbeiterinnen 55 Prozent der Belegschaft
ausmachen und etliche in Führungspositionen sitzen.
Ihr hört schon, wir sind da ziemlich begeistert – von vorne bis hinten und
zurück…. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, euch das Spiel mal näher anzusehen
– so wie Millionen von Spielerinnen vor euch, die bereits Erfahrungen mit dem
Treffen, Quatschen und digitalem „unter Leute kommen“ bei Star Stable
gesammelt haben?
Exklusive Mitglieder erhalten dabei Zugriff auf tausende Quests, können
zwischen verschiedenen Pferderassen wählen und alte und neue Freunde in der
Community treffen. Dazu gibt es jeden Mittwoch Updates und neue Features fürs
Spiel.
Nur für euch konnte wir außerdem eine Woche gratis Star Rider Zeit für Star
Stable Online klarmachen. Klickt einfach hier auf den Link, wenn ihr mögt und
dann links oben auf den Button, der „Freunde von Stadt Land Mama
einlädt.
Und dann berichtet uns doch gern mal von euren eigenen Pferdeerfahrungen im
Leben. Hättet ihr in eurer Kindheit nicht auch gern so ein Spiel gehabt? Also
wir schon. Wie schön, dass unsere Kinder nun von dieser modernen und
innovativen Welt profitieren können … und ganz vielleicht darf Mama ja auch
mal mitspielen…
|
Star Stable: Das kann das Online-Spiel für Pferdebegeisterte | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/total-cool-neue-spielideen-gegen-den-lockdown-koller |
Ihr Lieben, kurz vor Ostern haben wir Euch ja mal tolle Spiel-Ideen für die
Ferien vorgestellt. Nachdem diese blöde Pandemie leider nicht morgen wieder
einfach so verschwindet, werden wir wohl noch eine Weile viele
Einschränkungen in der Freizeitgestaltung haben. Wir wissen daher, dass sich
wohl alle von Euch über neue Ideen für die Kids freuen.
Das Tolle an diesen Spielen von AMIGO ist, dass sie alle leicht
verständlich und ohne große Vorbereitung zu spielen sind. Mich persönlich
schrecken Spiele ja ab, die sehr kompliziert sind und mehrere Stunden dauern
können.
Ich finde es auch toll, wenn die Kinder die Spiele auch gut alleine spielen
können und ich somit etwas ungestörte Zeit geschenkt bekomme (ist ja gerade
einfach der größte Luxus von für uns Eltern, oder?)
Daher freuen wir uns, dass wir Euch erneut Spiele von AMIGO vorstellen dürfen.
Und da das Wetter ja jetzt immer besser wird, steht einem Spielenachmittag
auf der Picknick-Decke im Park oder Garten auch nichts mehr im Wege. Los
gehts:
SPIELE FÜR KINDER AB 4 JAHREN
Regenbogen-Schlange
Das neue Lieblingsspiel von Katharinas Jüngster. Hier geht es darum, Farben
zu erkennen und richtig zuzuordnen (die Kinder lernen also spielerisch auch
eine Menge). Jeder Spieler hat die Aufgabe, eine bunte Schlange zu bauen. Die
längste Schlange gewinnt. Easy zu verstehen und mit jeder Menge
Spaß-Potential.
Der Plumpsack geht um
Den Plumpsack kennt wohl jeder noch aus seiner eigenen Kindheit. Dieses
Spiel greift die Idee auf, erfordert aber auch ganz schöne Konzentration. Man
muss sich nämlich die Gegenstände auf den Karten genau einprägen, die
Spielrichtung kann sich ständig ändern. Eignet sich auch für alle Eltern, die
mal wieder ihre grauen Zellen trainieren wollen :.-)
Rinks & Lechts
Auch hier macht das Spiel nicht nur Spaß, es wird auch dabei das logische
Denken und das Rechts-Links-Verständnis trainiert. Sieben Polizistenkarten
liegen dabei kreisförmifg aus, manche sieht man von vorne, manche von hinten.
Dann wird eine Aufgabenkarte aufgedeckt, darauf stehen drei Bewegungen, die
von einem Polizisten ausgeführt werden müssen. Dabei muss natürlich beachtet
werden, wo für den Polizisten recht und links ist. Sehr lustig und eine tolle
Übung für die Kids.
L.A.M.A … nimm´s lässig
Lama steht hier für „Leg alle Minuspunkte ab.“ Jeder Spieler erhält
sechs Handkarten, die er so schnell wie möglich loswerden will, denn für
übriggebliebene Handkarten drohen Minuspunkte. Eine Lama-Karte gibt sogar 10
Minuspunkte. Dieses Spiel fördert das logische und taktische Denken und hat
das Zeug zum Klassiker.
SPIELE FÜR KINDER AB 8 JAHREN
Artischocken – ein „herzloses“ Kartenspiel
Wir haben schon über den Titel des Spiels gelacht. Ziel ist es, alle
Artischocken auf den Kompost zu befördern. Dazu muss man seine eigenen
Artischocken-Karten loswerden und seinen Vorrat mit anderen Gemüsesorten
auffüllen. Neben jeder Menge Fun lernen so die Kids auch noch was über die
Vielfalt im Gemüsebeet.
Silent Planet
Hach, diese Ruhe, himmlisch! Bei Silent Planet dürfen die Spieler nämlich
nicht miteinander sprechen. Es geht also um nonverbale Kommunikation und
darum, aus Aliens Teams zu bilden. Mal ein Spiel von einer ganz anderen
Welt…
„Ich glaub`, es hackt“: Bohnanza
Hier lernen die Kinder schon mal das Verhandeln in der Marktwirtschaft. Bei
‚Bohnanza‘ bauen die Spieler Bohnen auf ihren Feldern an, verhandelt mit
ihren Spielern über die gehaltvollsten Bohnensorten. Wenn das gut geht,
gewinnt man. Wenn nicht, muss man sein Feld verkaufen und die ganze Arbeit
war umsonst…
Wizard
Dieses Spiel gehört zu den meist verkauftesten Kartenspielen von AMIGO. Das
liegt wahrscheinlich daran, dass es ideal für alle kleinen Zauberlehrlinge
ist. Es geht um mystische Symbole, die Gabe der Vorhersehung und magische
Rituale in Stonehenge. Ein tolles Spiel für mehr Phantasie und Magie in
unserem Alltag.
FAZIT: Es gibt also jede Menge tollen Spiele-Nachschub jetzt im Frühling,
für jedes Alter und jedes Interesse. Wir freuen uns, wenn wir Euch damit
inspirieren konnten und wünschen Euch viel Spaß beim Nachspielen!
|
Total cool: Neue Spielideen gegen den Lockdown-Koller | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/transsexualitaet-meine-tochter-will-ein-junge-sein |
Ich heiße Maya und bin Mama von 5 zauberhaften Kindern. Corona, Lockdown,
geschlossene Kitas und Schulen machen unser Leben gerade nicht besonders
easy. Das kennt ihr selbst.
Allerdings mache ich mir gerade um meine Große, 11 Jahre, aus anderen
Gründen Sorgen. Sie war schon immer ein bisschen anders als andere Mädchen.
Sie zog nie Kleider an, mochte kein pink, interessierte sich nicht fürs
Tanzen oder Ballett, sie wollte immer nur mit den Jungs Fussball spielen.
Das war für uns total okay und sie durfte sich immer anziehen und jedes
Hobby machen, wie sie wollte. Sie besucht die 6. Klasse eines Gymnasiums und
meistert das alles hervorragend.
Vor ein paar Tagen, sie lag im Bett, ich habe ihre kleinen Brüder ins Bett
gebracht, schrieb sie mir per WhatsApp „Ich möchte ein Junge sein“.
Ich konnte damit erstmal nichts anfangen und habe erstmal verdattert „Aha“
geantwortet. Heute schrieb sie nochmal, dass sie das ernst meine. Ich
antwortete, dass es gar nicht so leicht sei, jetzt plötzlich ein Junge zu
sein und ob sie schon mal was von Transsexualität gehört habe.
Nach ein paar Minuten bin ich dann zu ihr ins Zimmer und habe versucht, mit
ihr zu reden. Ich fürchte, ich war dabei nicht so geschickt. Ich wusste
einfach nicht genau, was ich sagen soll und war generell irgendwie überrumpelt.
Jetzt meine Fragen an Euch: Ist es vielleicht auch nur eine vorpubertäre
Verwirrung? Was muss ich tun?
Ich gebe zu, tief in meinem Inneren möchte ich das alles nicht. Ich habe
gerade auch keine Reserven für sowas. Im Moment geht’s mehr ums Funktionieren
und alles unter einen Hut zu bekommen. Ich bin von so einer riesen Baustelle
schlicht überfordert. Aber natürlich will ich sie nicht alleine lassen und
will sie unterstützen.
Hat jemand von Euch Tipps, wie ich vorgehen könnte? Ich bin für jeden Rat
dankbar.
Foto: Pixabay
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Transsexualität? Meine Tochter will ein Junge sein | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trauer-um-paul-seit-er-nicht-mehr-da-ist-weiss-ich-kaum-noch-etwas-mir-mir-anzufangen |
Liebe Jill, wir haben im November 2017 schon mal ein Interview mit dir über
deinen schwer behinderten Sohn geführt. Paul ist letztes Jahr verstorben.
Kannst du uns davon erzählen?
Mein Sohn Paul ist am 03.09.2019 überraschend verstorben. Er war unruhig an
dem Abend, hat dann auch schlecht geschlafen und ich hab noch bis 3 Uhr
morgens an seinem Bett gesessen. Ich war so müde, dass ich ihm dann gesagt
habe, dass ich jetzt auch ins Bett gehen würde und ihn lieb habe. Kurz darauf
muss er gestorben sein.
Als ich morgens um halb sieben in sein Zimmer gekommen bin, lag er in
seinem Bett und hat nicht geatmet. Ich war völlig kopflos, habe meinen
jüngeren Sohn durch Schreien geweckt und den Notarzt gerufen. Bis dieser da
war, habe ich versucht, Paul zu reanimieren. Sobald der Notarzt da war, hat
er es weiter versucht – fast eine Stunde lang, weil ich gebettelt habe, dass
sie nicht aufhören sollen.
Irgendwann kam der Notarzt aus dem Zimmer und sagte mir, dass sie jetzt
aufhören müssten, weil es aus ärztlicher Sicht nicht mehr vertretbar sei
weiter zu machen.
Kannst du sagen, was da in deinem Kopf vor sich ging?
Mein erster Gedanke war, dass ich auch nicht mehr leben möchte. Aber dann
kam auch schnell der Gedanke, dass ich ja noch ein Kind habe, das mich
braucht.
Wir haben den Hausarzt gerufen, der den Totenschein ausfüllen muss. Da Paul
ja durch einen Behandlungsfehler schwer behindert war, wurde als Todesursache
„unklar“ eingetragen. Somit kam dann auch die Kriminalpolizei und Pauls
Zimmer wurde erstmal zu einem potentiellen Tatort.
Ich durfte nicht mehr ohne Begleitung zu ihm. Sein Bruder und ich haben bei
ihm am Bett gestanden und ihn gestreichelt und mit ihm geredet. Es war alles
so unwirklich. Ich habe die Familie angerufen und seine Schulbetreuer. Alle
sind gekommen, um sich von ihm zu verabschieden. Dann wurde Paul in die
Gerichtsmedizin überstellt. Leider haben sie sich mit der Autopsie so lange
Zeit gelassen, so dass ich meinen Sohn vor der Beisetzung nicht noch mal
sehen durfte. Das macht mich unendlich traurig.
Wie war Pauls Beerdigung?
Ich hatte mir nie einen Plan für Pauls Beerdigung gemacht, Paul sollte ja
nicht vor mir sterben. Und mit Paul konnte man nicht darüber sprechen, was er
sich für diesen Fall wünscht.
Pauls Bruder hat viele Entscheidungen getroffen. Obwohl er erst 13 Jahre
alt war, war er sehr klar in seinen Gedanken und Wünschen für seinen Bruder.
Ich dachte zum Beispiel an eine Waldbestattung, aber sein Bruder sagte, dass
Paul nicht in der Erde eingesperrt sein soll. Schließlich sei er 18 lange
lang in seinem Körper eingesperrt gewesen und nun solle er endlich frei sein.
Er wünschte sich eine Seebestattung für seinen Bruder.
Das passte: Paul ist Sternzeichen Krebs und Krebse gehören ins Wasser. Paul wurde dann im Oktober bei uns im Meer
beigesetzt. In der Nähe eines Leuchturms. Die Musik hat sein Bruder
ausgesucht, wir haben die Urne zusammen bemalt und Steine aus dem Garten mit
Wünschen. Als wir auf dem Meer waren, war der Himmel sehr grau und bewölkt,
aber als der Kapitän die Urne zu Wasser gelassen hat, riss die Wolkendecke
auf und durch eine kleine Lücke schien die Sonne und eine Möwe tauchte am
Horizont auf. Das war wie ein letzter Gruß.
Du hast Paul 18 Jahre lang gepflegt. Kannst du nochmal sagen, wo er wegen
seiner Behinderung überall Hilfe gebraucht hat?
Paul war mit seinen 18 Jahren auf dem Stand eines wenige Tagen alten
Säuglings. Er hatte keine Kopf- Rumpfkontrolle, konnte nicht fixieren,
greifen oder reden. Er brauchte 24/7 Betreuung und Pflege. Durch die
Hirnschädigung hat er ein multifokales therapieresistentes Anfallsleiden
entwickelt. An schlechten Tagen hatten wir 120 Anfälle oder auch einen
Epilepsie Status. Die Anfälle waren für mich besonders schlimm, weil ich
nur dabei stehen und nicht helfen konnte.
Das war 18 Jahre lang ein Fulltime-Job, der nun plötzlich wegfällt. Wie ist
das für dich?
Paul war meine Lebensaufgabe und mein Lebensmittelpunkt. Ich hatte immer
Angst um ihn – auch, weil er mir ja nicht sagen konnte, was er möchte, ob ihm
was weh tut. Dazu kam das permanent schlechte Gewissen nicht genug zu tun,
ihn nicht beschützt zu haben vor dem Behandlungsfehler, der aus einem
gesunden Kind einen schwerst mehrfach behinderten Jungen gemacht hat. Ich
hatte auch seinem Bruder gegenüber immer ein schlechtes Gewissen, dass er zu
kurz kommt.
Jetzt, wo mein Pauli nicht mehr da ist und ich soviel „ Freizeit“ habe,
weiß ich nichts mit mir anzufangen, es fühlt sich auch alles falsch an. Warum
sollte ich lachen, wenn mein Sohn nicht mehr lachen kann? Warum schöne Dinge
unternehmen, wenn mein Sohn nicht da ist und sie auch erleben kann?
Ich war als Mutter nicht da, als er gestorben ist, ich habe es nicht
verhindert. Sein Bruder sagt immer, ich soll daran denken, dass Paul 18 Jahre
gekämpft hat, um bei uns zu sein – und dass man mit 18 selbst entscheiden
kann, so wie man vielleicht in eine eigene Wohnung ziehen würde.
Die Trauer kommt erst jetzt richtig bei mir durch, vorher musste ich ja
funktionieren und so viele Dinge erledigen. Am meisten nervt es mich, dass
manche Menschen der Meinung sind, ich könnte mich mal zusammenreißen oder ich
soll mir eine Ablenkung suchen.
Wir haben neulich eine Reportage über Eltern von pflegebedürftigen Kindern
geteilt, die zeigt, wie schwer es ist, die Beziehung aufrechtzuerhalten.
Auch Pauls Vater und du, ihr habt euch getrennt. Was sind die größten
Herausforderungen für Eltern von Kindern mit Behinderung?
Ich glaube die größte Herausforderung ist allem gerecht zu werden. Ein
behindertes Kind ist zeitintensiv, mit vielen Sorgen und Ängsten verbunden.
Man hat viele Termine, man ist nicht mehr spontan, alles muss sekundengenau
geplant werden. Meist muss einer seinen Job aufgeben, Sozialkontakte gehen
gegen Null und auch der Freundeskreis wird schnell sehr überschaulich.
Dazu kommt, dass viele Väter ganz anders mit der Behinderung umgehen als
Mütter. Es folgen Frust, Streit und Vorwürfe. Wie soll man sich auf einen
Partner konzentrieren, wenn man kaum noch Zeit für sich selber hat? Wenn der
Partner keine Stütze ist, sondern zur zusätzlichen Belastung wird… ich kenne
sehr wenige Paare, die nicht daran zerbrochen sind.
Eine Mutter sagt in der Reportage, dass sie sowieso keinen anderen Partner
mehr findet, weil sich niemand eine Partnerin mit einem
pflegebedürftigen Kind aussucht. Würdest du dem zustimmen?
Ja, absolut. Ich glaube nicht, dass man mit einem behinderten Kind gut
einen neuen Partner findet – wo sollte man den auch finden? Man kommt nicht
so raus wie mit gesunden Kindern und den meisten ist die Verantwortung dafür
zu viel. Die meisten Mütter, die ich kenne, sind so stark geworden. Frauen,
die genau wissen was sie wollen – das
kann auch abschreckend sein…
Was tust du, wenn die Trauer um Paul zu groß wird?
Ja die Trauer… wenn es dafür bloß ein Patentrezept gäbe. Ich weine viel,
ich rede mit Paul und ich schreibe meine Gedanken und Gefühle auf. Ich
versuche, das alleine mit mir auszumachen. Ich möchte nicht, dass mein
anderer Sohn das mitbekommt – er musste genug erleben, er soll nicht noch
ständig eine traurige Mutter vor sich haben.
Ich habe versucht, eine Trauergruppe zu finden, leider ohne Erfolg. In den
meisten geht es um Lebenspartner, da ist der Schwerpunkt ganz anders. Und die
Gruppe für verwaiste Eltern und Geschwisterkinder ist leider voll.
Was wünscht du dir für dich und dein Leben?
Weniger Schuldgefühle, ein wenig Unbeschwertheit. Dass ich es schaffe,
meinem verbleibenden Sohn ein schönes Leben zu bereiten und ich Paul eines
Tages wiedersehen darf.
HIER könnt Ihr das erste Interview mit Jill aus dem Jahr 2017 lesen:
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/irreparabler-hirnschaden-unser-sohn-kam-gesund-zur-welt-dann-uebersahen-die-aerzte-etwas-wichtiges
|
Sohn mit Behinderung: Wie ich als Mutter nach seinem Tod trauere |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trennung-aus-sicht-eines-vaters-ich-hatte-grosse-angst-die-kinder-zu-verlieren |
Lieber Daniel, Du warst 3 Jahre lang verheiratet, Ihr habt zwei gemeinsame
Kinder. Vor 1,5 Jahren hat sich deine Frau von dir getrennt. Kam das
überraschend für dich oder hat sich das angedeutet?
Das war etwas komplizierter. Wir hatten vorher schon seltsame Phasen, haben
z.B. eine Paartherapie in unserer letzten Heimatstadt angefangen, aber nicht
beendet, weil meine Ex-Frau nicht der „Therapie-Typ“ ist und nach der dritten
Sitzung meinte unser Problem identifiziert zu haben.
Dann lief es aus meiner Sicht gut – mit einer zeitweise beruflich bedingten
Fernbeziehung, dem zweiten Kind und einer unbefriediegenden Jobsituation war
nicht alles immer Sonnenschein, aber ich hielt uns für ein unschlagbares
Team.
In einer Kur hat meine Ex-Frau dann wieder Kontakt zu einem Ex-Partner
aufgebaut, was ich nicht wusste und ab da ging es bergab. Ich war außen vor,
er wurde eine Art Lichtgestalt und am
Ende hat Affäre gegen Beziehung gewonnen. Ja, ich war überrascht, als die
Beziehung in die Brüche ging und obwohl wir noch fast 1,5 Jahre versucht
haben, alles zu kitten (Paartherapie, Urlaub, getrennte Wohnung), hatte
unsere fast 11 Jährige Beziehung das Nachsehen.
Das hat mich verletzt, da ich gekämpft habe, aber wenn der Andere innerlich
weitergezogen ist, kämpft man gegen Windmühlen.
In der Therapie habt Ihr sicher auch über die Gründe ihres Fremdgehens
gesprochen. Was hat deiner Ex in der Beziehung gefehlt?
Ihr fehlte das Wilde, was eine Beziehung anfangs ausmacht. Sogar die
Ungewissheit, das Zurückgewiesen werden und Erobern müssen. Sie hat sich
gelangweilt, weil unser Leben mehr aus Pflichten (Kinder, Haushalt, Steuer,
Rechnungen) als aus Abenteuern bestanden. Ich habe uns als Familie
verstanden, sie uns als Einschränkung der persönlichen Entwicklung. Meine Ex
hatte schon immer einen großen Freiheitsdrang.
Wie habt Ihr den Kindern von der Trennung erzählt und wie haben sie es
aufgenommen?
Wir haben uns zwei Mal getrennt und es dazwischen noch mal versucht. Beim
ersten Mal haben wir den Kindern erzählt, ich wäre beruflich sehr
eingespannt, beim zweiten Mal waren wir dann ehrlich. Ein klares Gespräch mit
dem Inhalt „Mama und Papa haben sich nicht mehr lieb, lieben euch aber umso
mehr!“. So was in der Art.
Wir haben die neue Wohnung meiner Ex-Frau gezeigt und die Kinder schnell
auch den neuen Partner meiner Ex-Frau kennen gelernt. Ich glaube, die Kinder
haben es damals sehr gut aufgenommen, aber man merkt auch heute beim Kleinen,
dass er die Endgültigkeit nicht ganz begriffen hat.
Auf welches Modell habt Ihr Euch geeinigt und wart Ihr Euch da schnell
einig?
Vor der Geburt des Großen haben wir eine Eintragung der Vaterschaft
vorgenommen und gesetzlich geklärt, dass wir immer eine 50:50 Betreuung haben
werden. Ich habe das damals, weil wir nie vorhatten zu heiraten, als einen
absoluten Liebes- und Vertrauensbeweis empfunden und bin heute sehr froh,
dass das so ist.
Letztlich ist meine Ex ausgezogen, weil ich nach all den Kämpfen und meiner
Trauer nicht eingesehen habe, auch hier das Nachsehen zu haben.
Du hast gesagt, dass du seit 1,5 Jahren den Kindern zu Liebe, deine
persönlichen Empfindungen komplett zurückstellst und eigentlich nie Zeit und
Raum für Trauer und Wut hattest. Wie genau meinst du das?
Als ich von meinem „Nebenbuhler“ erfahren habe, war ich traurig und
schockiert. Und ja, auch sehr wütend. Ich bin nicht gewalttätig – war
ich nie. Aber da war ein Feindbild, dem ich nicht viel Gutes gewünscht habe.
Aber es hieß, das sei etwas einmaliges und ich habe das schnell „verziehen“,
da ich auch bei mir Fehler gesucht und gefunden habe.
Als er dann doch wieder aktuell wurde und eine Stellung bekam, die über
meiner als Vater, Freund, Ehemann, Partner und Vertrautem stand, war ich
unglaublich getroffen. Ein paar schöne Worte, ein selbstgeschriebenes
Liebeslied, ein heimliches Treffen – und unsere Partnerschaft, unser
gemeinsames Leben waren obsolet. So kam es zumindest mir vor.
Ich habe versucht durch mehr Aufmerksamkeit und Verständnis zu beweisen,
dass unsere Beziehung das übertrifft – und mich geiirt. In unserer Therapie
wurde mir von ihr klar gesagt, dass ich die Nummer 2 im emotionalen Haushalt
meiner Ex-Frau spielen würde. Ich sollte mich mit der Rolle als Vater und
Ehemann zufrieden geben und akzeptieren, dass die Romantik, Erotik und
Vertrautheit jemand anderem gehören würde. Da hätte ich begreifen müssen,
dass es kein WIR mehr gibt….
Aber du hast noch nicht aufgegeben….
Nein, ich war verliebt, dachte an die Familie, die Kinder und war naiv
genug zu glauben, dass man so etwas reparieren kann. Ich habe Freiräume
eingeräumt und dabei vergessen, dass eine Beziehung nicht glücklich ist, wenn
einer unglücklich ist. Ich hätte es beenden sollen. Es hätte uns eine Menge
Zeit und mir sehr viel Schmerz erspart.
Es gab dann nochmal einen Neuanfang mit Umzug, Jobwechsel etc. Mir sagte
sie, sie wolle die Beziehung und wisse, was sie an uns und der Familie habe,
dass wir arbeiten müssten und achtsam sein sollten. Ich glaube wir haben uns
damals beide etwas vorgemacht. Der neue Mann hatte schon so viel Raum
eingenommen, dass ich dann das Feld geräumt habe, um Frieden zu finden.
Wir hatten schon zahlreiche Interviews mit Müttern nach einer Trennung. Wie
fühlst du dich als Vater nach diesem Einschnitt?
Es ist eine seltsame Erfahrung. In der ersten Woche nach ihrem Auszug, als
die Kinder bei mir waren, dachte ich: „Das schaffe ich nicht. Ich bin ein
lausiger Vater und komplett überfordert!“ Ich habe am Abend geweint und
dachte, dass wenn ich das nicht hinbekomme ich am Ende auch die Kinder
verliere. Es ist aber erstaunlich, wie schnell es sich dann doch alles
einspielt.
Natürlich ist es schwierig, wenn z. B. Freizeit gestaltet werden soll und
man am Ende beide Kinder in einen Kompromiss zwingt, weil man alleine nicht
zwei Dinge leisten kann. Oder das Gefühl der Überforderung, weil man
Haushalt, Job und Kinder unter einen Hut bringt. Ich denke, dass jede
alleinerziehende Mutter jetzt wissend lächelt.
Wobei ich sagen muss, dass ich gegenüber alleinerziehenden Müttern
natürlich zwei große Vorteile habe: 1. ist es so, dass man als Vater in
dieser Rolle automatisch mehr Anerkennung bekommt, weil viele es immer noch
außergewöhnlich finden, wenn ein Vater aktiv seine Rolle leben will. Und 2.
habe ich ja immer wieder Zeit, um Kraft zu sammeln, wenn die Kinder bei der
Mutter sind.
Wie ist denn die Zeit für dich, wenn die Kinder nicht bei dir sind? Was
vermisst du am Meisten?
Die Nähe und das Erleben, wie sie sich entwickeln. Banal ausgedrückt: das
Kuscheln und die Gespräche. Ich hatte kurz Phasen, wo ich mir gewünscht habe,
meine Ex solle einfach ihr Leben mit dem Neuen und dessen Kind leben – und
unsere Kinder würden ganz bei mir bleiben. Das war extrem egoistisch, denn
die Kinder lieben und brauchen uns beide.
Es zerreißt mich aber immer, wenn sie gehen. Meine Ex und ich haben den
Deal, dass die Kinder anrufen können, wenn sie uns vermissen und diese
Anrufe, die sehr selten sind, sind immer wie ein Lichtblick. Und wir schicken
uns immer Fotos der Kinder, das hilft auch.
Wie ist das Verhältnis zu deiner Ex momentan?
Recht entspannt. Wir tauschen uns aus, wichtige Entscheidungen treffen wir
gemeinsam. Da wir beide nicht unterhaltspflichtig sind, gibt es auf diesem
Gebiet keine Streitpunkte. Die persönliche Erlebnisse und mein angeknackstes
Ego mache ich mit mir aus.
Fü mich ist es das Wichtigste, dass die Kinder sich glücklich entwickeln.
Da spricht man über den neuen Partner auch mal positiv, obwohl es tief
drinnen etwas anders aussieht.
Ich gebe zu, mein größtes Problem war mein eigenes Ego, der Gedanke, dass
man jetzt „nur“ noch der Vater der Kinder ist, obwohl man selbst von einem
„und glücklich bis ans Lebensende“ ausgegangen ist.
Viele Mütter sagen, dass die Kinder ein Hinderungsgrund sind, einen neuen
Partner kennen zu lernen. Wie ist das bei Vätern?
Ich kann da natürlich nur für mich sprechen und ja – wenn man bei einem
Date über die Kinder spricht, ist das ein entscheidendes Kriterium.
Andererseits bin ich in einem Alter, in dem es nicht ungewöhnlich ist, Vater
zu sein.
Was viele Frauen irritiert hat, war dass ich nicht das bekannte System des
„jedes 2. Wochenende sehen“ fahre, also sehr viel mehr Vater als „freier
Partner“ bin.
Du hast auch wieder eine neue Partnerin…
Ja, und es war schon so, dass es für sie anfangs nicht so leicht war. Denn Kinder
sind ja für immer die Verbindung mit dem Ex-Partner. Aber sie hat sich
schnell an diese Situation gewöhnt, sie mag die Kinder sehr und umgekehrt
ebenso.
Könntest du dir vorstellen, mit einer neuen Partnerin nochmal ein Kind zu
bekommen?
Ich schließe das keinesfalls aus. Ich wollte immer gerne drei Kinder haben,
aber mich schreckt der Gedanke etwas ab, dass meine beiden Kinder dann nur
wochenweise da wären und evtl. glauben weniger geliebt zu sein als das Kind,
das immer anwesend wäre. Zudem entsteht natürlich ein extremer
Altersunterschied, der Große ist bald 9, auch der Kleine wird bald 6. Aber
wenn unsere Beziehung weiterhin so gut läuft, wüsste ich neben diesen
Bedenken nichts, was dagegen spräche. Ich bin gerne Vater und war auch gerne
Baby-Vater mit allem was dazugehört.
Was hast du durch diese ganze Geschichte der Trennung gelernt?
Ich glaube, wenn ich es zusammenfassen müsste, dass man Reisende nicht
aufhalten kann. Ich bereue diesen einen Moment, als klar war, dass ich gegen
meinen Nebenbuhler verloren hatte – dass ich damals nicht den Mut und den
Selbstrespekt hatte aufzustehen und klar zu sagen „damit hast Du eine
Entscheidung getroffen und Du wirst mit den Konsequenzen zu leben haben.“
Stattdessen habe ich auf meine Bedürfnisse verzichtet und somit ein totes
Pferd geritten.
Im Bezug auf die Kinder habe ich
gelernt, dass man mit klaren Worten, Verständnis und Respekt mehr erreicht,
als mit Schutzmaßnahmen und Flunkereien. Ich denke ich bin als Mensch und
Vater gewachsen, als Partner weiß ich es nicht. Ich habe nicht vor, jetzt ein
eifersüchtiger, mißtrauischer Mensch zu sein und glaube das gelingt mir, aber
ich würde nicht mehr so viele Kompromisse machen. Und ich bin weniger
„flexibel“ geworden, wenn es um Vertrauensbrüche geht.
Noch immer tut es mit um unsere Familie leid, aber die Kinder haben zwei
tolle Eltern und neue Einflüsse durch die neuen Partner. Ich hoffe, am Ende
wird sich zeigen, dass es für etwas gut war.
|
Trennung aus Vätersicht: Über die Angst, die Kinder zu verlieren |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trennung-und-jetzt-wo-finde-ich-hilfen-was-muss-ich-als-frau-und-mutter-beachten |
Kaum etwas stellt das Leben so auf den Kopf wie eine Trennung. Christina
Rinkl hat sich vor drei Jahren von ihrem langjährigen Partner getrennt, ihr
Sohn war damals 5. Heute gibt sie ihre Erfahrung als Trennungs-Coach an
Mütter und Väter weiter (www.trennungs-coach.de). Wie wir mit den Kindern
umgehen sollten, wenn die Eltern audeinander gehen, hatte sie uns hier
bereits erklärt. Im Interview erzählt sie nun, was nach einer Trennung die
ersten Schritte sind – und was dabei unbedingt zu beachten ist.
Liebe Christina, du coachst Eltern, die sich kurz vor, mitten in oder nach
einer Trennung befinden. Wo siehst du die Haupt-Herausforderungen, vor denen
sie stehen?
Christina Rinkl: Jede Trennung ist anders und jede Geschichte individuell.
Aber alle Mütter und Väter haben gemeinsam, dass sie nach ihrer Trennung eine
neue Perspektive entwickeln müssen. Egal ob sie verlassen wurden oder sich
getrennt haben.
Im Kern geht es um die Fragen: Wie kann und will ich zukünftig mit meinen
Kindern gut leben? Wie kann ich mein Leben neu ausrichten? Was ist mir
wirklich wichtig? Daher bietet jede Trennung, so traurig sie auch ist,
gleichzeitig immer eine große Chance auf persönliche Weiterentwicklung.
Meinst du, es ist auf dem Land schwieriger als in der Stadt, gute
Anlaufstellen und Hilfen zu finden?
Das kommt immer auf die jeweilige Gemeinde an. Was auf dem Land ganz klar
wegfällt, ist die Anonymität. Hier herrscht eindeutig mehr soziale Kontrolle.
Viele meiner Kundinnen haben mir berichtet, dass sie sich als getrennte
Mutter auf dem Land oft abgewertet und ausgegrenzt fühlen.
In einem kleinen Dorf mit fast nur „heilen“ Familien ist die Situation sich
getrennt zu haben eine ganz andere als in einer Großstadt mit vielen
Alleinerziehenden.
Okay, stellen wir uns vor, die Beziehung ist gescheitert, eine Frau – sagen
wir mit zwei Kindern – will sich trennen, ausziehen und ein eigenes Leben
aufbauen.
Ich mag den Begriff „gescheitert“ im Zusammenhang mit Beziehungen nicht.
Ich zum Beispiel war 14 Jahre mit meinem Ex-Partner zusammen, wir haben ein
wunderbares Kind – warum sollen wir persönlich gescheitert sein, nur weil
unsere Beziehung nicht mehr funktioniert hat?
Genau diese Begrifflichkeiten sind es, die es vielen Getrennten immer noch
sehr schwer machen. Sie verbinden ihre Trennung mit einem riesigen Makel und
stecken fest in Selbstzweifeln und Schuldgefühlen. Genau daran arbeite ich
dann in meinen Coachings.
Alles klar, das verstehe ich. Was ist nach einer Trennung als Erstes zu tun
und wer kann der Betroffenen dabei helfen?
Wenn die Entscheidung feststeht, ist es gut, zügig zum Anwalt zu gehen.
Auch um sich erstmal nur zu informieren. Und wer nicht in der gemeinsamen
Wohnung bleiben will, muss sich eine neue suchen. Das ist nicht leicht und es
kann dauern, aber es ist möglich.
Mein Tipp: Checke nicht nur die üblichen Anbieter im Netz, schau in die
Zeitung, frag Bekannte, schau auf Facebook. Viele Wohnungen werden unter der
Hand vergeben. Und nimm jede Hilfe an, die du kriegen kannst: Von Eltern,
Freunden, Bekannten, Kollegen. Niemand muss alles alleine schaffen in dieser
Situation.
Wohnungen sind teuer, gerade in der Stadt. Welche Zuschüsse gibt es
möglicherweise?
Es macht Sinn, sich über Wohngeld und Kinderzuschlag zu informieren. Wenn
das Geld knapp ist, sollten sich Alleinerziehende nicht scheuen, diese Hilfen
in Anspruch zu nehmen. Jede Trennung geht mit finanziellen Einbußen einher.
Aus meiner Erfahrung ist es aber trotzdem zu schaffen, auch mit weniger Geld.
Die Trennung zeigt uns, was im Leben wirklich wichtig ist. Zeit mit unseren
Kindern ist viel mehr wert als das neueste Smartphone. Kinder brauchen auch
keine Luxus-Wohnung. Sondern Eltern, die auch nach einer Trennung für sie da
sind und ihre Bedürfnisse im Blick haben.
Wie findet man denn einen guten Anwalt – und was, wenn die Frau den erstmal
gar nicht bezahlen kann?
Er oder sie sollte Fachanwalt für Familienrecht sein, kein Feld-, Wald- und
Wiesenanwalt. Viele kommen über Empfehlungen zu ihrem Anwalt oder ihrer
Anwältin. Letztendlich muss es auch menschlich passen. Und wenn das Geld
nicht reicht, ist es möglich, Verfahrenskostenhilfe zu beantragen.
Steht Frauen Unterhalt auch schon im Trennungsjahr zu? Falls ja, wie kommen
sie daran?
Ja, auf jeden Fall. Sie müssen den Unterhalt bei ihrem Ex-Partner geltend
machen. Hier muss der Anwalt individuell beraten.
Nun legt nicht jeder Ex gern seine Finanzen offen, kann eine Frau das alles
gerichtlich erwirken?
Theoretisch ja. In der Praxis braucht man dafür oft einen langen Atem. Ich
rate immer dazu: Nimm dir eine Wohnung, die du mit deinem eigenen Geld
bezahlen kannst. Auch ich bin damals von einem Einfamilienhaus mit meinem
Sohn in eine Zwei-Zimmer-Wohnung gezogen.
Sieh es als Übergangslösung: Das alles muss nicht für immer sein. Es geht
darum, sich in dieser Situation die richtigen Fragen zu stellen, das
vermittele ich auch in meinen Coachings.
Nicht: Wo werde ich für den Rest meines Lebens wohnen? Sondern: Wo finden
meine Kinder und ich für die nächste Zeit einen guten Platz und Ruhe für uns?
Das kann auch in einer WG mit anderen Getrennt-Erziehenden sein.
Was kann eine Frau tun, wenn der Ex keinen Unterhalt zahlt?
Wenn das Thema mit ihm nicht zu klären ist, gibt es die Möglichkeit,
Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt zu beantragen. Dann wird zumindest ein
Mindestunterhalt gezahlt. Wenn das Ganze aber schon gerichtlich anhängig ist,
besprich dich bitte vorher mit deinem Anwalt. Das sollte man bei Fragen dieser
Art sowieso immer tun.
Was möchtest du Frauen in dieser Lage gern mit auf den Weg geben, nachdem
du das selbst alles durchgemacht hast?
Dass ein gutes Leben nach einer Trennung möglich ist, auch wenn das alles
kein Spaziergang ist. Wichtig ist, immer die Kinder im Blick zu haben und nie
schlecht vor ihnen über den Ex-Partner zu reden. Kinder lieben immer beide
Eltern, sie sind ein Teil von beiden. Eine Trennung ist nicht schön für alle
Beteiligten – und gleichzeitig eine große Chance, persönlich zu wachsen.
In meinen Coachings vermittele ich, dass du selbst der wichtigste Partner
in deinem Leben bist. Das ist für viele Mütter und Väter ein komplett neuer
Gedanke. Und das hat gar nichts mit Egoismus zu tun, sondern viel mit
gesunder Selbstfürsorge. Genau die kommt nämlich auch wieder deinen Kindern
zu Gute.
Ein Partner kann immer nur das Sahnehäubchen sein, nie der Lebensinhalt.
Oder der, der dich glücklich macht. Dafür bist du schon selbst
zuständig.
|
Trennung: Wo finde ich als Frau Hilfen und Anlaufstellen? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trennungs-coach-die-kinder-sollten-sich-in-beiden-welten-wohlfuehlen |
Ihr Lieben, Christina hat
sich vor zwei Jahren von ihrem Mann getrennt. Ihr Sohn war damals 5. Hier
schreibt sie, wie sie es geschafft hat, diese Lebenskrise für sich und ihr
Kind zu nutzen und welche Tipps sie Müttern in Trennung gibt.
„Niemand steigt morgens am Tag seiner Hochzeit in ein wunderschönes weißes
Kleid und ahnt, dass sieben Jahre später alles vorbei sein wird. Doch genau
so war es bei mir.
Ich glaube, dass keine Mutter sich leichtfertig trennt und auch ich habe
mir diese Entscheidung damals sehr schwer gemacht. Denn ich weiß selbst, was
es bedeutet, ein Scheidungskind zu sein. Ich war vier als sich meine Eltern
getrennt haben. Mein Sohn war bei unserer Trennung nur ein Jahr älter.
Immer irgendwie zwischen den Stühlen zu stehen und es beiden Eltern, die
sich nicht mehr lieben, recht machen zu wollen, dieses Gefühl kenne ich sehr
gut aus meiner Kindheit. Ich wollte es meinem Sohn ersparen. Um jeden
Preis.
Aber irgendwann ging es leider nicht mehr anders, weil einfach zu viel
vorgefallen war. Und dann bin ich mit meinem Kind aus unserem Einfamilienhaus
ausgezogen. In eine Zwei-Zimmer-Wohnung im selben Ort. Denn mir war wichtig,
dass mein Sohn keinen Kindergartenwechsel verkraften muss in dieser
turbulenten Zeit, dass er weiter mit seinen Freunden spielen
kann.
Es ist kein schöner Moment, seine Umzugskisten aus dem Haus zu tragen, in
dem man als Paar zu einer Familie geworden ist. Und das Kinderzimmer des
Sohnes, das man selbst so liebevoll eingerichtet hat, wahrscheinlich nie
wieder zu sehen.
Damals hatte ich viel Unterstützung beim Umzug von meiner Familie und von
Freunden, das hat mir viel bedeutet. Und trotzdem. Es war eine harte Zeit.
Auch für meinen Sohn war es anfangs ungewohnt in der neuen Wohnung. Heute
hat er sich an das Leben in zwei verschiedenen Haushalten gewöhnt. Es folgten
Termine beim Anwalt, Jugendamt und Familiengericht … das volle
Programm.
Solch eine Trennung ist kein Spaß und ich rate jedem Paar: wenn es noch
einen Funken Hoffnung plus Gefühle gibt: Versucht es bitte nochmal. Auch in
Beziehungen gibt es dunkle Zeiten. Und gerade wenn die Kinder klein sind, ist
der Stress oft groß.
Doch wenn es zwischen den Eltern langfristig gar nicht mehr passt, die
Zeiten nur noch dunkel sind und keine Chance auf Veränderung in Sicht, dann
muss man irgendwann eine Entscheidung treffen. Auch wenn es extrem
schmerzhaft ist.
Ein Kind braucht beide Eltern – aber vor allem braucht es Eltern, denen es
gut geht. Deswegen rate ich allen Alleinerziehenden: Verbringt viel Zeit mit
eurem Kind, aber vergesst nicht, auch für euch selbst gut zu sorgen. Nur so
könnt ihr euer Kind am besten stabilisieren.
Ich weiß, dass das für viele Frauen nicht einfach ist. Viele
Alleinerziehende, die ich in den letzten zwei Jahren kennengelernt habe,
haben so gut wie nie einen freien Abend. Weil der Kindsvater keine
Verantwortung übernimmt. Alles alleine stemmen zu müssen, das schlaucht
extrem. Ich habe großen Respekt davor.
Andere Mütter wie ich leben im Wechselmodell und sehen ihr Kind oft viele
Tage am Stück nicht. Ihre langen freien Abende können sie dann oft auch nicht
wirklich genießen. Beide Situationen sind nicht einfach. Aber ich habe in den
letzten Jahren gelernt, das Beste daraus zu machen. Auch wenn ich meinen Sohn
jedes Mal aufs Neue vermisse, wenn er mehrere Tage bei seinem Vater
ist.
Wichtig finde ich, dass es ihm gut geht. In beiden Welten.
Eine Trennung von einem langjährigen Partner ist ein riesiger Sprung aus
der Komfortzone. Das ganze Leben dreht sich plötzlich komplett auf links.
Doch ich habe gelernt, dass sich gleichzeitig auch viele neue Chancen bieten,
wenn man sie ergreift. Ich habe im vergangenen Jahr meinen Blog
getrenntmitkind.de für getrennt erziehende Eltern gestartet und gemeinsam mit
einer anderen Bloggerin einen regelmäßigen Stammtisch in Köln
gegründet.
Diese Treffen sind immer sehr nett, wir frühstücken gemeinsam mit unseren
Kindern und lachen viel. Die Frauen, die zu uns kommen, haben mit dem
Klischee der typischen Alleinerziehenden nicht viel zu tun: Es sind kluge,
starke und positive Mütter, die ihr Leben in die Hand nehmen und nach vorne schauen.
Von der Ärztin bis zur Verkäuferin sind wir ein buntgemischter Haufen. Jede
Trennungsgeschichte ist anders und doch irgendwo gleich.
Inzwischen biete ich auch Online-Coachings für Mütter in Trennung an. Dort
gebe ich anderen Frauen die Tipps und Erfahrungen weiter, die ich damals in
meiner Trennungszeit gerne selbst gehabt hätte. Denn so heftig und aufwühlend
solch eine Lebenskrise auch ist: sie ist gleichzeitig ein Motor für
Veränderung und inneres Wachstum.
Ich habe mich in den vergangenen Jahren viel mit persönlicher
Weiterentwicklung beschäftigt und gelernt, aus dieser Zeit für mich und mein
Kind das Beste zu machen. Auf meinem Weg habe ich viele neue Menschen
kennengelernt und manche sind inzwischen zu sehr guten Freundinnen und
Freunden geworden.
Wichtig finde ich, das Erlebte aufzuarbeiten. Sonst holt einen die
Erfahrung irgendwann ein. Eine Trennung ist die beste Chance, sich mit den
Themen zu beschäftigen, die einem das Leben immer wieder vor die Füße wirft.
Wenn man bereit ist, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, bietet das
Aus einer langjährigen Beziehung große Chancen. Genau wie jeder andere große
Umbruch im Leben auch.
Denn wir Getrennterziehende haben die Chance, unser Leben noch einmal
komplett neu auszurichten. Und einzurichten. Nicht nur mit neuen Ikea-Möbeln
und Schätzen vom Flohmarkt, sondern mit den Dingen und Menschen, die uns
wirklich gut tun. So als ob man noch einmal den Reset-Knopf des Lebens für
sich selbst drücken dürfte.
Damit will ich aber nichts beschönigen. Denn Traurigkeit, Frust und Sorge
ums Kind gehören genauso dazu. Doch auch wenn man sich das anfangs gar nicht
vorstellen kann: Heute weiß ich, dass auch nach einer Trennung das Leben
wieder gut werden kann. Sehr gut sogar. Für das Kind. Und für uns Mütter.
Wenn es richtig gut läuft, wird es sogar noch viel besser als vorher.“
Hier sind meine drei Tipps für Mütter in Trennung:
– Sprich niemals
schlecht über deinen Ex-Partner wenn deine Kinder in Hörweite sind. Rolle
auch nicht mit den Augen, wenn deine Kinder das sehen. Auch wenn es dir
schwer fällt. Sie leiden sonst.
– Sorge gut für dich
und gönn dir regelmäßig Auszeiten. Nimm jede Hilfe an, die du kriegen kannst.
Du darfst das.
– Schreib dir jeden
Tag drei Dinge auf, für die du in deinem Leben dankbar bist und fokussiere
dich auf das Gute in deinem Leben. Mindestens einen Grund gibt es immer: dein
Kind.
|
Trennungs-Coach: Die Kinder sollten sich in beiden Welten wohlfühlen |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/trinkflaschen-fuer-kinder-gewinnt-die-nachhaltigen-schicken-flaschen-von-emil |
„Große Veränderungen fangen im Kleinen an“ – diesen Spruch habe ich neulich
mal gelesen und nehme ihn mir seitdem zu Herzen. Das bedeutet für mich auch,
dass niemand überall perfekt sein muss, sondern dass wir einfach unser Bestes
und Möglichstes geben sollen.
Und so haben wir in den letzten Jahren Schritt für Schritt unsere
Gewohnheiten umgestellt. Wir fahren viel mehr mit dem Rad, essen kaum noch
Fleisch und achten sehr darauf, so wenig wie möglich Plastik zu verwenden. Es
ist wunderbar, wie meine Kinder mit diesem neuen Bewusstsein aufwachsen und
wie selbstverständlich es für sie ist, möglichst umweltschonend zu
leben.
Mein Sohn wurde ja gerade eingeschult, im Zuge dessen sollte es eine neue
Brotbox und eine Trinkflasche geben. Dass beides nicht aus Plastik sein
würde, war uns klar.
Glücklicherweise achten viele Eltern heute vermehrt darauf, Kindern
nachhaltig mit diesen Dingen auszustatten und greifen daher auf Produkte aus
Edelstahl oder Glas zurück. Vielleicht zucken jetzt einige zusammen und
denken: Glas? Für ein Kitakind oder einen Schulanfänger?
Tatsächlich sind diese Bedenken absolut unbegründet – wir selbst nutzen die
tollen Glasflaschen von Emil, die ich Euch hier heute vorstellen möchte (und
Ihr könnt auch welche gewinnen!!!). Ich kann sie wirklich von Herzen
weiterempfehlen – gerade jetzt, wo viele von Euch noch auf der Suche nach
einem schönen, sinnvollen Geschenk für den Schulstart sind.
Warum also sind die Emil-Flaschen super Begleiter für Eure Kids?
Sie sind schadstofffrei und zu 100 Prozent recycelbarSie sind
geschmacksneutral, lassen sich einfach reinigen und sind daher hygienisch
top Sie sind (obwohl sie aus Glas sind) stabil. Denn die Flasche ist
durch einen stabilen und komplett recycelbaren Thermobecher geschützt. Da
bricht nichts, auch wenn der Rucksack mal mit Schwung abgestellt wird oder
aus der Hand rutschtSie sind zeitlos, denn der Thermobecher ist noch in einem
schicken, waschbaren Flaschenbeutel aus BIO-Baumwolle oder Oeko-Tex
zertifiziertem Stoff verpackt. Dieser lässt sich jederzeit abnehmen und gegen
ein neues Motiv austauschen, wenn sich der Geschmack der Kids ändert. So
muss man nicht in regelmäßigen Abständen neue Flaschen kaufen, weil die alten
„uncool“ sind. Das spart jede Menge Müll und schont die Umwelt. Sie sind
vielfältig. Es gibt über 40 Designs und auch die Größen und Trinköffnungen
der Flaschen variieren, so dass jedes Kind genau die Passende für sich finden
kann. Sie sind in Deutschland hergestellt. Das Familienunternehmen im
bayerischen Landkreis Rottal-Inn produziert und vertreibt die Flaschen seit
1991. Ich finde, es ist ein gutes Gefühl, ein Produkt zu kaufen, das nach
deutschen Qualitätsmaßstäben und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt
wird.
Wir haben mit dem Chef der Emil Vertriebs-GmbH gesprochen:
Lieber Andreas, warum liegt dir das Thema Nachhaltigkeit ganz
besonders am Herzen?
Ich gehöre zwar nicht zur Friday for Future Generation, aber auch bei uns
Millennials sind Umweltthemen bereits tief verankert.
Zum einen muss man sich nur die ganzen knallharten Fakten ansehen, mit
denen unsere Welt heute konfrontiert ist. Egal ob CO2-Ausstoß, steigende
Meeresspiegel, Klimaerwärmung, Massenproduktion und -konsum und die damit
verbundenen Probleme, an vielen Ecken wird klar, dass ein „Weiter so“, keine
Option mehr darstellt und es Alternativen und eine andere Art von Konsum
braucht.
Zusätzlich ist mir die Notwendigkeit nachhaltigen Denkens und Handelns
aufgrund meiner Leidenschaft zu Bergen und alpinem Sport praktisch täglich
bewusst. Wenn ich einmalige Natur und intakte Lebensräume bewundern darf,
wird mir auch ganz deutlich, wie wichtig es ist, diese zu schützen und zu
erhalten.
Wenn du Emil mit drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?
Öko-Pionier. Beständig. Gesund.
Du hast das Unternehmen von deiner Mutter übernommen – der schon vor 30
Jahren Nachhaltigkeit wichtig war und damals die Idee zu „Emil“ hatte. Erzähl
uns doch ein bisschen was zu der Geschichte dahinter.
Die Erfindung der Emil-Flasche ist die Gründerstory einer absoluten
Quereinsteigerin. Meine Mutter ist gelernte Tischlermeisterin, mit eigener
Schreinerei. Sie hat diesen Beruf immer mit Leidenschaft betrieben,
weil der Bezug zum natürlichen Material Holz, kreatives Arbeiten an Möbeln
und der direkte Kontakt zu den Kunden, wesentliche Elemente einer wertvollen
Arbeit für sie waren.
Gleichzeitig war sie Mutter und hatte Anfang der Neunziger, als ich und
meine Schwester die Schule begonnen hatten, schnell die riesigen Müllberge,
die an Schulen und Kindergärten in der Pause produziert werden, mit Argwohn
betrachtet. Den Pausenhof von den riesigen Müllbergen aus
Einweggetränkeverpackungen zu befreien und eine wiederbefüllbare Flasche zu
entwickeln, die hygienisch ist und der Umwelt nicht schadet, war also die
Idee hinter und die Geburtsstunde von Emil.
Es war dann recht schnell klar, dass Schreinerei und Emil nebenher nicht
mehr zu bewältigen sind. Und so wurden in den Hallen Hobelbank, Kreissäge und
Co. durch die Emil-Produktion ersetzt. Das war kein leichter Schritt und
natürlich mit ordentlich Risiko behaftet. Aber die anfänglich positive
Resonanz auf Emil hat sich immer weiter fortgesetzt und so wurde schnell
klar: Es war die richtige Entscheidung!
Wir finden, dass jeder, der die Plastikflasche durch eine nachhaltige
Alternative ersetzt, einen Schritt in die richtige Richtung setzt. Daher
freuen wir uns, dass wir 3 mal 2 Flaschen an Euch verlosen dürfen. Geht dazu
bitte auf https://www.emil-die-flasche.de, sucht Euch Eure zwei Wunschgrößen
und Wunschdesigns heraus und schreibt uns diese in die Kommentare. Das Los
entscheidet dann, wer seinen Kindern mit diesen tollen Flaschen eine große
Freude machen und gleichzeitig einen wichtigen Umweltbeitrag leisten
kann. VIEL GLÜCK.
|
Trinkflaschen für Kinder: Diese sind nachhaltig, schick und robust |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/typisch-junge-wie-tolerant-sind-wir-wirklich |
"Es gibt keine Mädchen
-und Jungsfarben."
"Es gibts nichts, was Mädchen nicht können, aber Jungs."
"Ihr könnt alles machen, alles anziehen, alles werden."
Das sind Sätze, die ich so oder so ähnlich schon oft gesagt habe. Meist zu
meiner Tochter. Ich kaufe ihr blaue Jacken und rote Mützen und achte darauf,
dass wir nicht in die bling-bling-pinke Ecke abdriften. Das hat prima
geklappt. Meine Tochter spielt Badminton (und geht nicht zum Ballett), ihre
Lieblingsfarbe ist blau (und nicht rosa), sie spielt gerne mit Schleich und
Playmobil (mit der Ritterburg genauso gerne wie mit dem Ponyhof).
Ich stärke meine Töchter jeden Tag und mache ihnen klar, dass Mädchen all
das machen können, was Jungs auch machen.
Aber wie ist es umgekehrt?
Neulich kam mein Sohn und fragte, ob er Nagellack haben dürfte, und zwar
auf den kleinen Finger. Ich gebe zu, ich habe kurz gezögert. Mein Sohn, der
gerne mit Schwertern kämpft und alles über Spiderman weiß, will lackierte
Nägel?
Ich dachte daran, was die anderen Jungs aus seiner Kita sagen würden.
Würden sie lachen? "Das ist doch nur was für Mädchen", sagte
neulich ein Junge, als mein Sohn mit einem Anna-und-Elsa-Pflaster
ankam.
Natürlich habe ich ihm wie gewünscht den kleinen Fingernagel rot lackiert.
Denn ganz ehrlich: Scheiß drauf, was die anderen sagen.
Andere Situation: An Silvester hatten wir Freunde da, insgesamt 10 Kinder
tobten durch unsere Bude. Plötzlich kam mein Sohn rein und trug ein
Glitzerkleid. Er drehte sich im Kreis und freute sich, dass der Rock so schön
schwingt. Ich fand ihn unfassbar cool – vielleicht, weil er sonst so gar
keinen Hang zu Röcken und Kleidern hat. Doch an diesem Abend wollte er im
Glitzerkleid tanzen.
Oder: Als mein Sohn neulich beim Kieferorthopäden gefragt wurde, welche
Farbe die Zahnspange haben soll und er "Pink" sagte, wollte das da
niemand richtig glauben. Kein Blau?
Manchmal bemerke ich: Wenn ein Junge vermeintlichen "Mädchenkram"
macht, halten die Erwachsenen den Atem an. Wir wollen taffe Mädels, aber
wollen wir auch weiche Jungs? Eine Bekannte erzählte mir, ihr Mann habe mal
gesagt: "Nicht, dass er schwul wird", als ihr dreijähriger Sohn
sich eine Frozen-DVD wünschte.
Gilt der Spruch "Mädchen und Jungs können alles machen, was sie
wollen" wirklich in beide Richtungen? Und warum herrscht bei manchen
Erwachsenen dann doch so eine unterschwellige Homophobie, die mich ganz irre
macht? Warum sollte ein Junge, der sich gerne Anna und Elsa ansieht, schwul
werden? Und was zur Hölle wäre schlimm daran, wenn er schwul wäre? Betonen
nicht alle Eltern immer wieder, sie wünschen sich, dass ihr Kind glücklich
wird und seinen eigenen Weg findet?
Ist es nicht viel eher so, dass wir Erwachsenen Blockaden und Schubalden im
Kopf haben, die Kinder überhaupt nicht haben?
Kinder sind Kinder – mal sind Einhörner angesagt, mal Dinos. Mal sind die
taff, mal ganz weich. Sie kennen keine Klischees. Unsere Aufgabe besteht
darin, ihnen Mut zu machen, zu sich selbst zu stehen und wirklich die Dinge
zu machen, die sie lieben. Von mir aus kann mein Sohn mit lackierten
Fingernägeln Ritter spielen. Denn es macht ihn fröhlich. Er hatte die ganze
Zeit strahlende Augen. Das ist alles, was mir wichtig ist.
|
Typisch Junge - wie tolerant sind wir wirklich? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-den-schmerz-dass-wir-keine-vater-mutter-kind-familie-sind-gastbeitrag-von-mandy |
Es ist Freitagabend. Mein
Sohn schläft heute bei seinem Vater und ich sitze in meinem kuscheligen
Sessel unter einer ebenso kuscheligen Decke – und ja, ich gebe es offen zu:
Mir fehlt jemand zum Kuscheln. Oder, wie ich neulich in einem Songtext
schrieb: "Irgendjemand, der mir das Gefühl gibt, nicht irgendjemand zu
sein."
Ein Partner, der für mich da ist, mich fragt, wie mein Tag war und der mit
mir zusammen Quatsch im Fernsehen schaut. Ein Partner, der mir etwas abnimmt,
wenn ich krank bin oder eine Auszeit brauche. Ein Partner, der mit meinem
Sohn spielt, damit ich in Ruhe den Haushalt machen kann. Ein Partner, der die
finanzielle Last mit mir zusammen trägt, der mit plant und mitdenkt. Der mich
in den Arm nimmt und sagt, dass ich das alles gut mache und überhaupt, dass
alles gut werden wird.
Ich könnte jetzt abschalten, den Rest des Abends genießen, aber diese Angst
kriecht in mir hoch. Und sie flüstert mir in's Ohr: "Du wirst nie
erfahren, wie es ist, dieses klassische Familienleben. Wie es sich anfühlt,
dieses "Mutter-Vater-Kind(er)". Zusammenhalt, gemeinsame
Unternehmungen, Besuche bei den Großeltern. Das, was deine Freunde haben. Du
wirst es nie erfahren."
Und ja, das ist die Realität, die ich endlich mal anerkennen und annehmen
muss.
Im Grunde kann ich das auch. Unter der Woche, wenn sowieso alle total
beschäftigt sind und es nicht auffällt, wer allein ist und wer nicht. Wenn
ich von 7 bis 22 Uhr zu tun habe und ich gar keine Zeit habe, unsere
Situation zu reflektieren. Aber sonntags fällt es auf. Dann bin ich oft mit
meinem Sohn unterwegs. Er hat das Asperger-Syndrom und möchte am liebsten den
ganzen Tag mit der S-Bahn umherfahren. Also tun wir das so oft wie möglich.
Wir setzen uns in die S-Bahn und machen einen Ausflug- Schwimmbad,
Indoor-Spielpark, Zoo, Flughafen, Freunde besuchen zum Beispiel.
Und dann geht es los. Ich spüre, dass sich etwas in mir zusammenzieht und
mir ein Stück weit den Atem nimmt. Es ist ein Schmerz oder ein Druck, so als
würde jemand auf meinem Brustkorb sitzen.
Ich versuche auszublenden, dass die meisten nicht allein sondern als
Mutter-Vater-Kind Kombi unterwegs sind. Ich versuche, es wegzuschieben und
mich auf meinen Sohn zu konzentrieren. Es klappt eine Weile, bis ich wieder
anfange, zu zählen. Ich zähle diejenigen, von denen ich meine, dass sie
Alleinerziehende sind. Ihr Anteil scheint so gering zu sein, dass mich das
nur weiter runterzieht. Also höre ich auf damit. Lächle. Bin stark.
Funktioniere. Kämpfe. Für meinen Sohn. Ich erinnere mich an das, was wir
haben und an das, was wir schon geschafft haben.
Ich habe so unfassbar viel gelernt in den letzten 3 Jahren. Mein Sohn war
11 Monate alt, als sein Vater und ich uns trennten. Nun ist er 4 und ein ganz
wunderbarer kleiner Junge. Er wird geliebt und er ist fröhlich und
willensstark. Und wenn er morgen Abend wieder neben mir liegt und selig
schlummert, dann weiß ich: Eigentlich ist alles ganz ok so unserer
klitzekleinen Familie.
—-ZUM WEITERLESEN:
So geht es Alleinerziehenden wirklich
Interview mit einer Alleinerziehenden, die wirklich ganz alleine
erzieht
Wie eine Alleinerziehende eine neue Liebe fand
|
Über den Schmerz, dass wir keine Vater-Mutter-Kind-Familie sind -
Gastbeitrag von Mandy | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-die-angst-jemanden-zu-verlieren |
Liebe Lisa, da saß ich
gestern morgen am Küchentisch, meinen Sohn auf dem Schoß und heulte Rotz und
Wasser. Grund ist dieses Video.
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/**/
Eine Frau dokumentiert mit der Kamera, wie sie die Menschen sucht und
findet, die vor zehn Jahren das Leben ihres 14 Wochen alten Sohnes gerettet
haben. Der kleine Junge und sein Vater verunglückten mit dem Auto, der Vater
war sofort tot, das Baby überlebte dank schneller medizinischer Hilfe.
Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber wenn ich so ein Video sehe, weine ich
natürlich mit der Familie. Aber ganz tief in meinem Herzen sitzt da noch ein
anderes Gefühl. Die Angst. Wenn ich solche Videos sehe oder ähnliche
Geschichten höre, frage ich mich immer: Wie könnte ich weiterleben, wenn
meinem Mann oder einem meiner Kinder etwas passieren würde? Könnte ich
überhaupt weiterleben? Müsste ich weiterleben?
Manchmal kommen mir solche Gedanken auch nachts im Bett. Da stelle ich mir
vor, was wäre, wäre meine Tochter zum Beispiel plötzlich verschwinden würde,
wie die kleine Maddie McCann. Oder wenn abends die Polizei bei mir vor der
Tür stände und sagen würde, dass meinem Mann etwas passiert ist. Oder dass
mein Sohn morgens nichts mehr aufwacht, plötzlicher Kindstod. Dann fange ich
an zu schwitzen, kriege sogar Atemnot, verkrampfe total. Ich habe plötzlich
unfassbare Angst.
Vielleicht klingt das alles etwas verrückt – und rational kann ich mir auch
prima erklären, dass diese Angst gar nichts bringt. Denn ich werde nie immer
überall sein können und alles kontrollieren können. Ja, solche Dinge
passieren im Leben. Und ich habe Glück, dass ich bisher davon verschont
wurde.
Diese Wahnsinns-Angst ist definitiv eins der heftigsten Gefühle, die man
dazubekommt, sobald man eine Familie gründet. Sie bedeutet ja eigentlich nur,
dass man sich bewusst ist, dass man etwas Wertvolles hat, was man unbedingt
beschützt wissen möchte.
Wenn mich solche Gedanken nachts überkommen, stehe ich meistens noch mal
auf, mache mir einen Tee und beruhige mich. Manchmal wecke ich meinen Mann,
der mich einfach in den Arm nimmt .
Sag, Lisa, kennst Du diese Gedanken?
|
Über die Angst, jemanden zu verlieren.... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-die-erste-date-night-nach-der-geburt |
Es regnete stark an diesem
Tag, Hamburg lag grau in grau vor uns. Wie stiegen in den alten Golf, ich
guckte ihn an und fragte: "Wie fühlst Du Dich?". Er sagte nichts.
Ich glaube, er war schlicht zu nervös. Eins Stunde später waren wir Mann und
Frau.
Das war genau heute vor 9 Jahren. Wenn ich mir die Bilder von damals
ansehe, sehe ich zwei sehr junge, sehr glückliche Menschen. Glücklich sind
wir heute noch, aber wir haben mehr graue Haare und Fältchen. Und wir haben
mehr Erfahrung. Sind gemeinsam auch durch Täler gegangen, haben uns gezofft,
vertragen, neu sortiert, hinterfragt, neu entdeckt, drei Kinder bekommen.
Heute ist genauso viel Liebe wie vor neun Jahren, aber sie ist tiefer
geworden.
Weil mein Mann heute auf Dienstreise ist, haben wir gestern vorgefeiert.
Die erste Date-Night seit unsere kleine Tochter auf der Welt ist.
Nur wir zwei, wunderbares Essen, Kerzenlicht. Wir haben uns an den Händen
gehalten.
Als wir danach wieder vor der Haustür standen, sagte ich: "Kannst Du
glauben, dass wir da drin zwei Töchter und einen Sohn
haben?"
Und er sagte nur: "Wir sind solche Glücks-Kinder!" Und damit hat
er so verdammt recht.
|
Über die erste Date-Night nach der Geburt... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-diese-anstrengende-pandemie-jahr-das-nun-tribut-zollt |
Der Morgen war wieder sehr durchwachsen gewesen. Das eine Kind hatte das
andere schief angeschaut, die Kleinste tobte derweil mit einem Wutanfall über
die falsche Jacke im Flur. Ich suchte wie eine Irre alle Masken, die Uhrzeit
im Nacken, weil wir spät dran waren.
Im Auto schaltete ich das Radio ein, damit ich das Gemecker von der
Rückbank nicht hören muss. Und als alle drei Kinder in Schule und Kita waren
und ich zurück im Auto, saß ich ein paar Minuten einfach stumm da, irgendwo
zwischen Losheulen und Fluchtgedanken.
Es ist anstrengend gerade. Die Kinder, die Zeit, der Job. Mir fehlt der
Lichtblick, die Woche rasen so vor sich hin und wir sind voll drin im
Alltagsstrudel.
Die Pandemie macht mich mürbe. Ich halte mich so gut es geht an alle
Vorgaben und all die Monate fiel es mir gar so nicht schwer, auf Dinge zu
verzichten. Doch langsam wird die Liste der Dinge, die abgesagt werden und
wurden, sehr lang. Mein 20-jähriges Abitreffen, der Dänemark-Urlaub von
Ostern wurde zunächst auf die Herbstferien und nun nochmal ins nächste Jahr
verschoben. Ein Städtetrip mit meinen Geschwistern abgesagt, die Auszeit mit
meinem Mann fiel weg, genau wie diverse Job-Events.
Kein Kino, keine Kneipen, immer die Kinder: Mürbemachende Routine
Seit März kein Kino, keine Kneipe, nur eine Handvoll Treffen mit Freunden
im Biergarten. Und die Aussicht, dass all das noch Monate lang so weiter
gehen wird. Ich bin erschöpft davon, mir fehlt die Leichtigkeit. Ich weiß,
alles first world problems, und dennoch – gerade ist die Luft raus. Mein
Energielevel ist runter, am liebsten würde ich mir die Bettdecke über den
Kopf ziehen und einfach bessere Zeiten abwarten.
Dazu immer im Hinterkopf die Angst, dass es Infektionen innerhalb der
Schule oder Kita geben könnte und wir wieder alle zu Hause sitzen. Ich will
dieses Virus auch einfach nicht haben, deshalb ist weiterhin Vorsicht
angesagt. Und da ist auch noch die ständige Sorge, wie ich beruflich durch
das Jahr komme.
Vielleicht ist es der Herbst-Blues, der mich gerade erwischt, vielleicht
ist es auch einfach dieses anstrengende Jahr, das nun Tribut zollt. Es ist
seltsame Tage gerade, die ich nicht so richtig einordnen kann.
2020 hat viele von uns so gefordert wie noch nie. Deshalb versuche ich
gnädig mit mir zu sein und die seltsamen Tage einfach anzunehmen. Und mir
klar zu machen, dass 2020 auch für die Kinder anstrengend war. Vielleicht
erleben sie deshalb gerade alle Emotionen intensiver? Vielleicht brauchen sie
deshalb gerade viel mehr Aufmerksamkeit und Begleitung?
Was mich tröstet: Um mich herum sind viele tolle Mütter, die mich
auffangen. Bei denen ich Dampf ablassen kann, die mich verstehen und
bestärken. 2020 hat gezeigt, was wir alles leisten. Was wir alles schultern
und wie stark wir sind. Eins ist klar: Dieses Jahr werden wir alle nie
vergessen….
Foto: Cindy & Kay Familienfotografie
|
2020 und Coronavirus: Ein anstrengendes Jahr zollt Tribut | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ueber-eine-missglueckte-kitaeingewoehnung-interview-mit-nadine |
Liebe Nadine, erzähl doch
erstmal, wer alles zu Deiner Familie gehört!
Zu meiner Familie gehören mein Mann, mein erster Sohn (3,5 Jahre), der seit
Geburt auf einem Ohr taub ist, mein zweiter Sohn (8 Monate) , unsere Katze
und ich.
Wie war bisher die Betreuungssituation?
Unser großer Sohn geht seit seit September 17 in eine heilpadagogische
Tageseinrichtung, das ist eine Einrichtung für Kinder mit mehr
Förderbedarf.
Nun hast Du diesen Betreuungsplatz gekündigt. Warum?
Die Eingewöhnung lief mehr als schief. Ich bin selbst gelernte
Kinderpflegerin, kenne mich also etwas aus. Ich habe darauf bestanden, dass
die Eingewöhnung so abläuft, wie in jeder normalen Kita auch. Also dass das
Kind jeden Tag ein bisschen länger bleibt. Allerdings war es so, dass ich nie
dabei sein durfte.
Vor vier Wochen habe ich nun gekündigt. Mein Sohn hatte sich total
verändert, ich erkannte ihn an manchen Tagen kaum wieder. Er hat schlechter
geschlafen, wurde aggressiv. Außerdem war er ständig krank. Wenn er dann ein
paar Tage zu Hause war, merkte ich, wie etwas von ihm "abfiel" und
er wieder zu dem Kind wurde, das ich kannte.
Wie lange hast Du überlegt, ob Du den Platz kündigst?
Ich hatte bereits nach den ersten zwei Tagen so eine Wut im Bauch, dass die
Erzieher die Eingewöhnung so hart durchziehen wollten. Da habe ich schon zu
meinem Mann gesagt: Wenn das so weiter geht, nehme ich das Kind wieder
raus.
Aber man will ja dann auch nicht hysterisch sein und alle anderen meinten,
dass das schon wird. Und tatsächlich sah es dann eine Weile so aus, als ob
mein Sohn gerne dort hingeht. Doch dann fing er an, sich zu verändern. Im
Dezember dann wurden die Gedanken zur Kündigung konkret.
Hast Du mal mit den Erziehern über Deine Beobachtungen und Sorgen
gesprochen?
Ja, aber sie sind nicht auf mich eingegangen. Als Eltern hat man dort auch
nicht viele Möglichkeiten, sich einzubringen, es gibt zum Beispiel nicht mal
einen Elternbeirat. Auf mich macht die Einrichtung heute irgendwie einen
kalten, abgeschotteten Eindruck.
Und wie hat sich Dein Sohn über die Stimmung geäußert?
Er sagte, dass dort viel geschimpft wird.
Du hast gekündigt, aber Dein Sohn muss immer noch in die Einrichtung. Warum
lässt Du ihn nicht einfach zu Haus?
Ja, es sieht so aus, als müsse er noch bis Ende März dorthin. Zuerst muss
geregelt werden, welches Kind ihm nachfolgt. Ein Platz in
einer heilpadagogische Tageseinrichtung wird vom Bezirk finanziert.
Würde ich mein Kind unentschuldigt rausnehmen, muss ich 130 Euro pro Tag
Ausfall zahlen. Der Bezirk zahlt den Platz nämlich nur, wenn das Kind da ist
oder von einem Arzt krank geschrieben wird.
Weisst Du schon, wie es weitergehen wird?
Ich möchte meinen Sohn wieder zu Hause betreuen, ihm eine Auszeit gönnen.
Im September beginnen wir dann in einer anderen Einrichtung neu.
Was möchtest Du Eltern sagen, die ein ähnlich ungutes Gefühl mit der
Betreeung ihres Kindes haben?
Dass es ganz egal ist, was alle anderen sagen. Man sollte nur auf sein
Bauchgefühl achten und darauf, wie das Kind sich verhält. Ich bin froh, dass
ich das durch diese Situation gelernt habe. Wer – wenn nicht ich – gibt
meinem Kind eine Stimme?
|
Über eine missglückte Kitaeingewöhnung - Interview mit Nadine | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unbedingt-ein-maedchen-warum-darf-mein-drittes-wunder-nicht-einfach-ein-kind-werden |
Ihr Lieben, ich bin 30 Jahre alt und Mama von zwei wundervollen Kindern.
Mir war immer klar, dass ich gerne Kinder haben möchte – am liebsten mehrere,
auf jeden Fall niemals ein Einzelkind, wie ich selbst eines bin.
Nach unserer Hochzeit wollten mein Mann und ich nun Eltern werden. Nach
einem halben Jahr hat sich dann unser erstes Wunschkind angekündigt. Wir
haben uns wahnsinnig gefreut und auch unsere Familie, sowie der Freundeskreis
waren begeistert. Mein Mann und ich haben uns Namen für beide Geschlechter
überlegt und waren sehr gespannt, endlich zu erfahren, ob wir nun einen
Jungen oder ein Mädchen erwarten.
Schwanger: Wir erwarten einen Jungen!
Sehr früh war dann klar, dass wir uns über einen Jungen freuen dürfen. Es
war einfach schön, nun das Geschlecht zu wissen, da die Schwangerschaft und
die kommende Zeit viel realistischer geworden sind. Unser Baby hatte einen
Namen, mit dem ich es ansprechen konnte, wir haben erste Sachen besorgt und
uns einfach auf unser Wunschkind gefreut. Im Herbst 2015 wurde unser Sohn
dann geboren und machte uns zu stolzen Eltern.
Mein Mann hat drei Geschwister und auch er hat sich immer mehrere Kinder
gewünscht, aus seiner eigenen Erfahrung heraus am liebsten mit geringem
Altersabstand.
Zwei Kinder: Wir wünschten uns bald ein weiteres Baby
Wir haben uns also entschieden, unsere Familie zu vergrößern, als unser
Sohn 20 Monate alt war. Zu unserer Überraschung war ich auch sofort schwanger
und wir glücklich über unser zweites Wunder. Während der Schwangerschaft
kamen jedoch immer häufiger Aussagen wie: „Jetzt könnte es ja ruhig ein
Mädchen sein“.
Etwa in der Mitte der Schwangerschaft haben wir erfahren, dass unser
ungeborenes Baby ein Junge ist. Ein kerngesunder Junge.
Ein zweiter Junge, wie schön! Oder?
Ich fuhr nach Hause und habe meinem Mann das Geschlecht verkündet. Wir
haben uns gefreut und unserem ersten Sohn erzählt, dass er bald einen Bruder
bekommt. Schnell wurde mir bewusst, dass einige Menschen es offensichtlich
sehr schade finden, dass wir einen zweiten Jungen bekommen.
Am Prägnantesten war für mich ein zufälliges Aufeinandertreffen mit einer
Freundin meiner Mutter. Sie fragte, ob wir das Geschlecht schon wissen. Als
ich sagte, dass wir einen weiteren Jungen bekommen, folgte die ernüchternde
Antwort „Oh, naja, ist ja auch schön“.
Mädchen? Junge? Hauptsache Kind!
Ich war irgendwie überfordert damit und konnte nichts sagen. An diesem
Abend habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen. Ich habe ihn gefragt, ob
er sich ein Mädchen gewünscht hätte. Er sagte, dass er sich ein weiteres Kind
gewünscht hat.
Er hätte sich über ein Mädchen, genauso wie über unseren Jungen gefreut.
Wir haben darüber gesprochen, was Vor- und Nachteile wären und waren uns
irgendwann an diesem Abend einig, dass es für uns ganz egal ist. Wir haben
uns Kinder gewünscht. Bestenfalls gesunde Kinder, die glückliche Menschen
werden. Und diese beiden Wunder haben wir heute.
Zwei Jungs, aber total unterschiedlich
Unser zweiter Sohn wurde im Frühling 2018 geboren und wir sind stolze
Eltern von zwei wunderbaren Kindern, die das gleiche Geschlecht haben, aber
ansonsten absolut unterschiedliche Kinder sind. Sie ähneln sich weder in
ihrem Wesen, noch optisch – beides Jungs, die wir mehr lieben als alles
andere.
Als unser zweiter Sohn knapp zwei Jahre alt war, wurde der Wunsch nach dem
dritten Kind immer größer. Wenn das Thema irgendwo aufkam, wurde ich manchmal
direkt gefragt, ob wir ein drittes Kind wollen, damit es endlich ein Mädchen
wird. Ich habe immer erklärt, dass wir uns nach einem weiteren Kind sehnen
und nicht nach einem bestimmten Geschlecht. Ich habe aber bemerkt, dass mein
Gegenüber mich meist nicht verstand.
Ein drittes Kind! Wir wissen das Geschlecht noch nicht
Auch dieses Mal wurde ich schnell wieder schwanger. Aktuell nähern wir uns
der Mitte der Schwangerschaft und wir kennen das Geschlecht unseres dritten
Wunschkindes noch nicht. Die Reaktionen unseres Umfelds sind für mich aber
teilweise schwer hinzunehmen.
Zunächst einmal verstehen einige den Wunsch nach einem dritten Kind bereits
nicht. Zwei Kinder reichen doch heutzutage! Und dann diese vielen Fragen und
Wünsche bzgl. des Geschlechts…
Geschlechterfrage: Warum mischen sich so viele ein?
Ich frage mich sowieso grundsätzlich, warum es Menschen gibt, die sich so
gerne ins Leben anderer einmischen. Mir persönlich würde nie einfallen,
darüber zu urteilen, ob jemand eines oder fünf Kinder bekommt, sich Mädchen
oder Jungen wünscht. Kann man sich denn nicht einfach freuen, dass ein Kind
geboren wird?
Ich verstehe die Reaktionen tatsächlich nicht und bin es leid, mich zu
erklären, was ich ja prinzipiell auch nicht muss, aber in der Situation
rutscht man einfach manchmal in diese Rechtfertigungsposition.
„Mädchen kannst du so schön anziehen“
Mittlerweile bin ich dazu übergangen, zu fragen, warum die jeweilige Person
uns so sehr ein Mädchen wünscht. Ich bekam Antworten wie„Mädchen kannst du so
schön anziehen und endlich mal Puppen kaufen“„Ein Mädchen hat im Erwachsenenalter
eine viel engere Beziehung zu dir“„Eine Tochter bringt auch die Enkelkinder
zu dir“„Mädchen kämpfen nicht ständig wie die Jungs“„Töchter kümmern sich im
Alter um dich und begleiten dich zum Arzt“
Wenn ich an dieses ungeborene Wesen schon verschiedenste Erwartungen habe,
kann das doch keine gute Voraussetzung für eine glückliche Kindheit sein, in
der sich ein Kind frei entwickeln kann. Ich möchte ein Kind, das möglichst
ohne Erwartungen meinerseits groß wird. Ich möchte dieses kleine Wunder
kennenlernen, begleiten und unterstützen und zwar auf seinem Weg. Nicht auf
dem Weg, den mein Mann oder ich für es vorsehen.
Der Wunsch nach einem Mädchen scheint riesig zu sein
Der Gipfel kam für mich vor einer Woche. Meine Tante hat ein graues
Jäckchen für unser Baby gestrickt. Ich hatte es mir extra in einem neutralen
Grau gewünscht, sie aber wünscht sich offenbar so sehr, dass es ein Mädchen
wird, dass sie rosafarbene Knöpfe drangenäht hatte. Ich habe eigentlich keine
Worte dafür.
Ich bemerke momentan, dass ich bereits die Ellbogen ausfahre, wenn dieses
Thema aufkommt. Ich freue mich so sehr auf unser drittes Kind und kann aktuell
nur schwer damit umgehen, dass andere sich nicht einfach auf dieses Kind
freuen. So wie es bei unserem ersten Kind der Fall war und es auch dieses
Kind verdient hätte. Es fühlt sich einfach so ungerecht dem Kind gegenüber
an. Mein Mann ist wie immer gelassener und lässt die anderen einfach reden.
Ich hingegen habe das Gefühl, mein Baby schützen und verteidigen zu
müssen.
Ich freue mich einfach auf mein Kind – egal ob Mädchen oder Junge
Ich versuche mich auf unsere kleine Familie zu besinnen und mich einfach
auf unser Kind zu freuen, das nochmal ein ganz anderer kleiner Mensch sein
wird als seine Brüder – ganz egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Es
gibt viele Menschen, die wahnsinnig glücklich wären, überhaupt ein Kind zu
bekommen, unabhängig vom Geschlecht. Oder Eltern, die alles dafür geben
würden ein gesundes Kind heranwachsen zu sehen. Genauso gibt es aber wohl die
Menschen, für die das Geschlecht eine unglaublich wichtige Rolle spielt. Für
uns glücklicherweise nicht.
Wir erwarten unser drittes Kind diesen Sommer und sind sehr gespannt,
welches Wunder uns dieses Mal erwartet.
|
Schwanger nach zwei Jungs: Alle erwarten jetzt ein Mädchen! |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-bei-anna-und-bjoern-die-das-leben-sooo-positiv-begreifen |
In unserer „Und Ihr
so?“-Fragereihe geht es uns darum verschiedene Familien mit verschiedenen
Lebensmodellen und verschiedenen Ansichten und verschiedenen Vorlieben
vorzustellen. Wie leben andere, wie denken sie?
Wer seid Ihr?
Wir sind drei Vagabunden, eine Patchwork-Familie, die sich gefunden hat.
Anna (38), Björn (38) und Mark (5). Wir leben im Schwarzwald, verbringen
unsere Freizeit möglichst gerne an neuen Orten. Ob Naturcampingplatz um die
Ecke, Festivals in den Schweizer Bergen oder Überwintern in Asien oder
Mexico. Glücklich machen uns sonnige Tage in der Natur. Freunde und Musik
dürfen in unserem Leben auch nicht fehlen.
Was heißt für Euch Heimat?
Ein Ort, an dem wir zusammen sein können und uns alle wohlfühlen. Von der
geografischen Lage erst mal unabhängig. Dieses wird sich im Laufe unseres
Lebens hoffentlich immer wieder ändern.
Wie wohnt Ihr?
Wir sind eine recht junge Familie, haben im Dezember 2015 geheiratet. Ein
Jahr nach unserer ersten Begegnung. Aktuell sind wir auf der Suche nach einem
Häuschen mit Garten auf der badischen Seite des Schwarzwaldes. Garten,
lichtdurchflutete Räume zum Leben, Toben und Arbeiten. Es soll ausreichend
Platz sein, um Ideen, die in unseren Köpfen rumgeistern, Raum zu geben. Ob
Bongos spielen oder Freiraum für 5-Rhythmus-Tanz mit Gleichgesinnten und
Freunden.
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt?
Wir sind mehr an einen Ort gebunden. Mark geht in die Kita, wird nächstes
Jahr eingeschult. Unsere winterlichen Auszeiten in der Sonne werden dann ein
Ende haben. Allerdings gibt es auch da Impulse, wie wir trotzdem immer wieder
die Welt ein bisschen mehr entdecken können.
Was tut Ihr vormittags?
Mark geht bis 15 Uhr in die Kita. Diese Zeit nutzen wir, um unsere Projekte
voranzutreiben und Aufgaben, die Konzentration erfordern, zu erledigen. Anna
ist Gründerin des Stillmode-Labels Mania, einer Firma, die Kleidungsstücke
anbietet, die aus Eigenbedarf während ihrer eigenen Stillzeit entstanden
sind. Björn arbeitet als Freelancer im Technologietransfer. Aktuell an einem
grünen Projekt, welches die Einsatzfelder von Lastenfahrrädern durch Wasserstofftechnologie
vorantreibt.
Und nachmittags?
Nachdem wir Mark aus der Kita geholt haben, heißt es für uns Zeit draußen
zu verbringen. Wir machen Runden mit dem Fahrrad, gehen auf Spielplätze oder
in den Wald, um Stockbrot zu machen. Manchmal setzen wir uns einfach nur in
ein Café und lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen. Von fixen
Freizeitterminen für Mark haben wir Abstand genommen. Wir entscheiden spontan
und nach Lust und Laune, was wir wann machen. Demokratisches Stimmrecht vorausgesetzt
;o)
Vereinbarkeit: Wie glücklich seid Ihr mit der Situation?
Wir leben einen nahezu optimalen Spagat zwischen Zeit für die Familie haben
und trotzdem berufliche Projekte voran treiben zu können. Das wissen wir auch
wirklich zu schätzen! So großartig diese Selbstbestimmtheit und zeitliche
Flexibilität ist, so hat sie aber auch ihre Tücken. Sobald Mark im Bett ist
und Ruhe einkehrt, entwickelt sich regelmäßig diese enorme Kraft, die uns
jeweils an den Computer zieht. Wir sind beide ehrgeizig und unsere Köpfe
voller Ideen. Und dann wird es schnell 23.00 Uhr. Auch am Wochenende können
wir uns oftmals dieser Anziehung nicht widersetzen. Gemütliche Abende und
Zeit für Zweisamkeit bleiben dann manchmal auf der Strecke.
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich?
Die Integrität des anderen zu wahren. Jeder von uns drei hat eigene Ideale,
Werte und Wünsche und möchte diese mit dem realen Leben unter einen Hut
bringen. Dabei unterstützen wir uns gegenseitig so gut wir können und
versuchen durch offene und tabulose Kommunikation eine möglichst faire
Ausbeute für jeden von uns zu erzielen. Wir üben uns täglich darin die Brille
des Anderen aufzuziehen und das Leben aus seiner Perspektive zu betrachten.
Meistens klappt es ganz gut! ;o)
Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter/Vater wurdest?
Anna: Mark hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt! Nichts ist mehr
so, wie es vorher war. Und das ist verdammt schön so! Er bringt soviel Sonne
in mein Leben, ist mit seiner Fröhlichkeit und Lebensneugier ein großer
Lehrer. Durch ihn wurde ich aber auch an meine körperlichen und psychischen
Grenzen gebracht. Chronischer Schlafmangel über 2,5 Jahre ist eine Erfahrung
für sich. Diese Zeit liegt zum Glück schon lange hinter uns! Durch Mark lerne
ich täglich das Leben durch Kinderaugen zu betrachten. Auf Dinge mit
Spontanität und vollem mit ganz viel Begeisterung zu reagieren. Das Planen
und Festhalten sein zu lassen. Und dann die ganzen Veränderungen. Aus
Frankfurt wurde Freudenstadt. Aus meiner Festeinstellung Selbständigkeit.
Anstatt Mitarbeiter zu rekrutieren und zu entwicklen, kreiere ich heute Mode
für stillende Frauen (siehe unten). Mark war dafür meine Muse ;o)
Björn: Als Mark geboren wurde, lebte ich in Genf und kannte meine künftige
Familie noch gar nicht. Drei Jahre später veränderte der kleine Knopf mein
Leben dann doch ziemlich. Allerdings nicht so, wie ich es mir dachte. Der
Gedanke an ein Leben mit Kind ging bei mir immer mit dem Gedanken an Opfer
einher. Durchweg eingeschränkt und fremdbestimmt zu sein – egal ob bei den
Freizeitaktivitäten, bei der Art des Reisens oder in der Gestaltung des
Alltags. Faktisch musste ich mir aber eingestehen, dass Einschränkungen hauptsächlich
im Kopf geschehen. Kaum kannten wir uns zwei Monate, gingen wir für mehrere
Wochen nach Asien. Und es war toll! Nach einem aktiven Nachmittag mit dem
Energiebündel bin ich selbst so ausgepowert, dass ich mich auf nichts
sehnsüchtiger freue, als auf eine heiße Badewanne. Ein Leben mit Kind
verändert – auch die eigenen Wünsche und Bedürfnisse.
Inwiefern würdet Ihr Euer Leben optimieren, wenn Ihr könntet?
Optimieren wollen wir nur bedingt! Unsere Wohnsituation zum Beispiel, aber
auch hier ist unser Leidensdruck nur mäßig hoch. Ansonsten ist das Optimieren
aus unserer Erfahrung der schnellste Weg, um sich unglücklich zu machen.
Viele Dinge dürfen ruhig unperfekt sein und bleiben, wenn wir auf der anderen
Seite Lebensqualität und Zeit für uns gewinnen, ist das ein fairer
Deal.
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig?
Unseren individuellen Lebensplan zu leben und uns von Konventionen
möglichst wenig beeindrucken zu lassen!
P.S.
Die stillfrreundliche Mode von Anna ist übrigens der Knaller. Schaut echt
mal vorbei. Das ist genau das, wonach ich damals gesucht habe… Es gibt
stillkompatible Kleider, Oberteile, Schals – praktisch und schön…
|
„Und Ihr so?“: Heute bei Anna und Björn, die das Leben sooo positiv
begreifen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-bei-corina |
Stellt Euch doch erst mal
vor, wer seid Ihr?
Mein Mann Jochen (36) und ich, Corina, (33) sind seit 6 Jahren verheiratet,
sind aber schon seit 20 Jahren ein Paar. Wir haben einen 3jährigen Sohn.
Unser zweites „Baby“ ist der milquino, ein Fläschchenvollautomat, der
Babyflaschen schnell, einfach und hygienisch zubereitet. Mit dieser Idee hat
sich mein Mann vor gut 1 Jahr selbstständig gemacht.
Was heißt für Euch Heimat?
Heimat ist da, wo die Familie ist. Ohne unsere Familien könnten wir uns
nicht zuhause fühlen.
Wie wohnt Ihr?
Wir wohnen in einem Einfamilienhaus mit großem Garten in einem ruhigen
Wohngebiet in einer Kleinstadt. So wie es ist, ist es perfekt! Wir würden
nicht tauschen wollen.
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt?
Gar nicht, außer dass wir die ruhige Lage noch mehr zu schätzen gelernt
haben. Unser Sohn kann draußen mit seinen Freunden spielen und der
Kindergarten ist sozusagen vor der Haustüre. Hinter unserem Grundstück ist
eine freie Wiese mit einem tollen Dreckberg zum Picknick machen im Sommer
oder im Winter zum Schlitten fahren.
Was tut Ihr vormittags?
Unser Sohn geht bis mittags in den Kindergarten und wir arbeiten von
zuhause aus in unserem Büro. Seit sich mein Mann letztes Jahr mit seiner
eigenen Firma selbstständig gemacht hat, arbeite ich mit und habe mich von
meinem Job als Grundschullehrerin erst Mal beurlauben lassen.
Und nachmittags?
Nachmittags läuft es bei uns ganz klassisch ab: Der Papa arbeitet, Mama und
Kind haben Spaß. Wir treffen uns mit Freunden, gehen viel nach draußen oder
besuchen die Omas. Feste Termine sind mindestens 1-2 Treffen in der Woche mit
meiner Schwägerin und meinem Neffen, denn die beiden Cousins, die Mamas und
die Papas sind beste Freunde.
Stichwort Vereinbarkeit: Wie glücklich seid Ihr mit der
Situation?
JA, wir sind sehr glücklich mit der Situation! Am Anfang hatte ich schon
Bedenken, v.a. weil das Büro zuhause ist. Unser Sohn profitiert sehr stark
von der neuen beruflichen Situation: er kann mittags mit Mama und Papa
gemeinsam essen und nach dem Essen geht Papa wieder in die Arbeit. Ich würde
mich auf jeden Fall wieder genauso entscheiden!
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich?
Gleiche Chancen, aber dann auch gleiche Pflichten für alle!
Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter
wurdest?
Wie schnell man erkennt, wer einem wichtig ist, bzw. wem man wichtig
ist.
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig?
Zeit miteinander verbringen, etwas erleben und Erinnerungen schaffen.
—— Hintergrundinfo: Corina schreibt ja über ihr "zweites Baby",
den Milquino. Hier gibt es noch Infos dazu: Der Vollautomat für
Babymilchzubereitung sterilisiert Leitungswasser und dosiert Wasser und
Milchpulver in der richtigen Trinktemperatur in das Fläschchen. Es kann jedes
handelsübliche Milchpulver verwendet werden und ein Abkochen des Wassers ist
nicht nötig! Das Gerät ist absolut hygienisch, da Wasser und Milchpulver
getrennt voneinander direkt in das Fläschchen dosiert werden. Somit befindet
sich in den Leitungen im Gerät nur Wasser und es kann zu keinen
Verunreinigungen oder Schimmelbildung kommen.
(Das ist kein bezahlter Werbebeitrag, wir geben in unserer "Und Ihr
so" -Reihe jungen Unternehmern die Chance ihr Projekt
vorzustellen!)
|
Und Ihr so? Heute bei: Corina | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-bei-sarah-und-julius |
Ihr Lieben, heute stellen wir
Euch eine tolle, engagierte Familie vor. Sarah und Julius aus Berlin sind
nicht nur privat ein Paar, sie haben auch zusammen ein gemeinnütziges
Unternehmen gegründet, dessen Ziel es ist, dafür zu sorgen, dass Kinder aus
sozial und finanziell benachteiligten Verhältnissen keine Bildungsverlierer
mehr sind. Alle Infos zu diesem großartigen Projekt findet Ihr im Anschluss
an unseren Fragebogen. Los geht´s!
Wer seid Ihr?
Wir sind Sarah (27), Julius (31), Mathilda (fast 4) und Magnus (2).
Was heißt für Euch Heimat?
Heimat bedeutet für uns, zu Hause zu sein. Der Begriff Heimat hat sich für
mich verwandelt. Bevor ich Kinder hatte, war meine Heimat, der Ort in dem ich
groß geworden bin und wo meine Eltern auch heute noch leben. Das wird
sicherlich auch irgendwie immer meine Heimat bleiben. Jetzt ist meine neue
Heimat allerdings mit meinem Freund und meinen Kindern in Berlin.
Wie wohnt Ihr?
Wir wohnen in Berlin Tempelhof. Das ist nicht im Zentrum und auch nicht da,
wo es hipp ist. Es ist auch nicht am Stadtrand. Es ist noch relativ weit in
der Stadt. Wir fühlen uns wohl in Tempelhof. Wir haben viele Parks,
Spielplätze und Eisläden ganz in der Nähe. Unsere Wohnung ist hell und groß –
im Gegensatz zu solchen Wohnungen in vielen anderen Stadtteilen – ist unsere
noch bezahlbar. Wir mögen unsere Einrichtung. Es ist genau unser Stil. Eine
Mischung aus alten antiken Möbeln und modernen Ikea Möbeln. Im Hinterhof
haben wir einen Gemeinschaftsgarten. Die Wohnung ist nicht so, dass wir für
immer hier bleiben wollen. Wir planen sogar umzuziehen. Wir finden nur nicht
die richtige Wohnung bzw. Haus. Wir können uns auch nicht entscheiden. Mal
soll unsere neue Wohnung einfach nur zusätzlich einen Balkon haben, mal einen
großen Garten, mal träumen wir von einem Haus und ein anderes Mal wollen wir
in eine klitze, kleine Wohnung ziehen um unser Geld zu sparen und mehr zu
reisen. Eigentlich ist mein Traum nämlich in Australien zu leben.
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt?
Wir haben ohne Kinder erst in einer WG in Friedrichshain gewohnt und dann
in einem 90 qm2 großen Loft, auch in Tempelhof. Wir haben unser Loft geliebt.
Es hatte allerdings nur 1 Zimmer und war in der 5. Etage ohne Fahrstuhl. Als
Mathilda 3 Monate alt war sind wir dann umgezogen in unsere jetzige
Wohnung.
Was tut Ihr vormittags?
Wir gehen beide Arbeiten. Die Kinder gehen ca. 8.30 – 16.30 Uhr in die
Kita.
Und nachmittags?
Ab 16.30 Uhr verbringen wir abwechselnd die Zeit mit den Kindern. An 3
Tagen hole ich die Kinder aus der Kita ab und an 2 Tagen Julius. Wir genießen
dann die Zeit mit den Kindern. Wir picknicken, malen, basteln, kochen,
backen, gärtnern, spielen, singen, tanzen, lesen – je nachdem, worauf wir
Lust haben. Ca. 18.30 Uhr sitzen wir dann am Tisch und essen Abendbrot.
Danach räumen wir den Tisch ab, gehen Zähne putzen, schauen eine Folge Lauras
Stern oder Caillou, schauen uns 2 Bücher an und dann gehen die Kinder
schlafen.
Dienstag und Mittwoch ist nur einer von und beiden da. Julius hat Dienstags
Band-Probe und kommt erst sehr spät nach Hause und Mittwochs bin ich beim
Yoga.
Bis vor einem halben Jahr war ich täglich 18-21.30 Uhr in der Uni. Ich habe
ein Abendstudium gemacht. Julius war für beide Kinder von Anfang an immer da.
Wie eine zweite Mama.
Was bedeutet Vereinbarkeit für Euch?
Sarah: An guten Tagen, bin ich glücklich über meine Power und stolz
darauf, dass ich es schaffe Kind und Karriere zu vereinbaren. An schlechten,
bin ich überfordert und traurig. Ich arrangiere mich mit der Situation und
möchte auch nichts daran ändern. Ich kann meine Kinder nicht zurück zaubern –
will ich natürlich auch nicht und ich möchte auch nicht aufhören zu arbeiten.
Also: C´est la vie! Es wäre schöner, wenn Büro und zu Hause etwas näher
beieinander wären. Dann würde die lästige Fahrt durch die halbe Stadt
wegfallen.
Julius: Besser geht bestimmt immer – irgendwie. Aber ich finde, dass
wir das beide schon ziemlich gut hinbekommen. Wir machen viel mit den Kindern
und geben aber auch volle Power, wenn es um unsere Firmen geht. Und irgendwie
schaffen wir es auch noch unseren Hobbies nachzugehen, Zeit miteinander zu
verbringen, zu lesen und unsere Freunde zu treffen. Liest sich verrückt, ist
es irgendwie auch. Das Einzige, was immer zu kurz kommt, ist Zeit zum
Schlafen.
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich?
Mann und Frau sind gleichwertig – in jeder Hinsicht. 50 / 50 Arbeitsteilung
und auch Kinderteilung.
Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter wurdest?
Das die Zeit so schnell vergeht. Schneller als vorher.
Inwiefern würdet Ihr Euer Leben optimieren, wenn Ihr könntet?
Großeltern, die schon Rentner sind in Berlin haben – das wäre ein
Traum.
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig?
Vertrauen und Liebe
—————————————————————–
Nach Librileo haben Sarah und Julius spezielle Bücherboxen entwickelt.
Alle drei Monate erhalten Familien diese Boxen kostenlos. Die Bücherboxen
sind thematisch auf des Alter der Kinder abgestimmt.
Sie bestehen immer aus "3 B´s".
Bildung – ein Informationsflyer für die Eltern, der den Eltern die
Wichtigkeit des Themas vermittelt. Er ist so erarbeitet, dass Eltern Spaß
daran haben das Wissen aufzusaugen.
Buch – durch Bücher erlangt das Kind den Zugang zur Bildung
Bindung – unsere verbindendes Element sind selbstkonzipierte Spiele.
Dieses Spiel aktiviert Eltern und Kind und verbindet die Elemente Buch und
Bildung.
Seit dem 4. Mai gibt es eine Online-Spendenkampagne
auf betterplace.org – außerdem gibt es ein Infovideo. Bitte helft,
dieses tolle Projekt zu unterstützen!
|
"Und Ihr so?" Heute bei: SARAH und JULIUS | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ihr-so-heute-mit-gwen-und-ihren-drei-kindern-die-in-london-leben |
Wer seid Ihr? Wir sind eine britisch-deutsche Familie und leben in der
Mitte von London. Gwendi und Aroon, beide vierzig (ich bin ein paar Monate
älter als mein Mann) und die Kids Alena 7, Alexi 5, und Nina fast 3.
Was heißt für Euch Heimat? Ich bin schon immer viel herumgekommen und
bin von Herzen Nomadin. Deshalb trage ich die Heimat mit mir. Sobald ich
einen Koffer in die Ecke stellen kann, fühle ich mich wirklich wohl. Mein
Mann ist da bodenständiger, er ist hier in London geboren und aufgewachsen
und kann sich eigentlich keinen anderen Lebensort vorstellen.
Wie wohnt Ihr? Oha. Ein Londoner Lieblingsthema! Wir wohnen hoch über
King’s Cross und St Pancras Bahnhof. Man kann schon sagen: Da unten steppt
der Bär. Und das lieben wir. Unsere Wohnung hat einen sehr schönen Balkon mit
Sonnenblumen, Kunstrasen, Sandkasten und ein bisschen Platz zum Fußball
spielen, aber richtig viel Raum oder gar einen Garten haben wir leider nicht
für die Kinder.
Wie hat sich Eure Wohnsituation verändert seit Ihr Kinder habt? Nicht
besonders viel. Wir haben uns einfach eine größere Wohnung um die Ecke
gemietet und sind von einer eher gammeligen Bude (fünfter Stock ohne
Fahrstuhl) in eine schicke Wohnung (fünfter Stock mit Fahrstuhl) gezogen.
Nennen wir es ein Apartment-Upgrade!
Was tut Ihr vormittags und nachmittags? Ich bin selbständige
Grafikerin und Illustratorin und teile mir meine Zeit selber ein. Der Vorteil
ist, dass ich so immer Zeit für Kinderveranstaltungen unter der Woche habe.
Der Nachteil ist, dass ich ein strenger Boss sein kann und mir selber einen
Haufen Arbeit aufhalse!
Ich habe zum Beispiel gerade eine Kinder-App herausgebracht, die Kindern
eine Zubettgehroutine schmackhaft macht.
Durch wiederholtes Spielen üben Kinder so die Schritte einer Abendroutine
ein und werden selbständiger, wenn es ins Bett gehen soll. Ausserdem
wollte ich das Lebensgefühl der Kinderprogramme aus den 60er und 70ern ins
Computerzeitalter holen. Ich habe also in nächtelanger
Kleinstarbeit die Bühnenbilder dieser App alle aus Pappe und Papier
gebaut, und das war eine unheimliche Herausforderung! Was aus
dieser handgemachten interaktiven Welt geworden ist kannst du dir
gerne im App Store anschauen.
Die Kinder schlüpfen morgens in ihre Schuluniform und sind bis vier, fünf
Uhr aus dem Haus. Daher machen sie unter der Woche meistens nicht mehr viel,
wenn sie nach Hause kommen. Ich weiß, ich befinde mich da im Gegensatz zu
vielen anderen Eltern hier, die ihre Kinder permanent fördern. Ich persönlich
finde, dass Kinder auch mal einfach abhängen sollten, so wie wir früher als
Kinder.
Mein Mann hat gerade ein paar Monate frei gemacht, fängt aber bald wieder
an in der City zu arbeiten, dann ist er meist von 7-18.30 Uhr aus dem Haus.
Unser Leben dreht sich also vollständig um Arbeit und Kinder, man kann es
nicht anders sagen. Wir versuchen aber ab und zu alleine in den Urlaub zu
fahren, dann bleiben die Kinder in London und wir schalten mal für drei Tage
ab.
Was bedeutet Gleichberechtigung für Dich? Gleichberechtigung ist für
mich im Idealfall eine Beziehung, in der beide Partner unabhängig sind, sich
die Familienarbeit teilen und beide zum Familieneinkommen beitragen. Mein
Mann war in den letzten Monaten zuhause und das war richtig gut für die
Familie. Es hatte sich vorher schon eine klassische Rollenteilung
eingeschlichen, die für uns nicht wirklich perfekt war. Die Zeichen änderten
sich aber schon vor zwei Jahren als ich anfing bei Central Saint Martins in
Abendkursen zu unterrichten. Mein Mann musste schlagartig lernen, drei Kinder
ins Bett zu bringen. Auch er kann jetzt den Laden hier schmeißen.
Was ist etwas, mit dem Du nie gerechnet hast bevor Du Mutter/Vater
wurdest? Ich war eigentlich auf alles gefasst. Einen kleinen Schrecken
bekam ich aber, als mir klar wurde, dass die Kinder hier zwanzig Wochen im
Jahr Schulferien haben. Also besuche ich meine Familie in Deutschland
ziemlich oft und ansonsten machen wir hier in London sehr viele Ausflüge, das
macht schon Spass.
Inwiefern würdet Ihr Euer Leben optimieren, wenn Ihr könntet? Naja,
man könnte jetzt auf die Idee kommen sich ein grosses Haus mit Garten zu
wünschen, aber wir sind auch so zufrieden. Ich spiele manchmal mit dem
Gedanken nach Deutschland zu ziehen, die Lebensqualität ist schon besser,
aber da muss ich erst noch an meinem Mann arbeiten.
Was ist Euch als Familie wirklich wichtig? Da kann ich nur ein paar
nette Kinder wiederholen, mit denen ich mich letztens darüber unterhielt, was
im Leben wichtig sei. Ich: „Come as you are“, Alena:„It’s important to have a
kind heart“, Maira „Und es ist wichtig, gute Freunde zu haben“.
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"Und Ihr so?" Heute mit Gwen und ihren drei Kindern, die in
London leben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-niemals-wuerde-ich-abtreiben |
Mein Name ist Doreen und das Jahr 2016 war das Jahr, in dem sich mein
ganzes Leben dramatisch änderte und auch mich grundlegend veränderte.
Kurz zu mir: Ich bin die Älteste von drei Kindern. Mit 11 Jahren saß ich
auf dem Küchenboden in dem Haus meiner Eltern, als meiner Mutter zu mir
sagte: „Du musst ab jetzt groß und stark sein – Mama wird sich von Papa
trennen“. Vermutlich hat sie das gesagt, weil sie ahnte, wie schlimm die
nächsten Wochen werden würden.
Schlimm war es schon immer, denn bei uns war häusliche Gewalt täglich ein
Thema. Nach der Trennung spitzte sich alles noch zu – es gab Morddrohungen
und auch -versuche. Meine Mutter war am psychisch am Ende und hat sich
deshalb entschieden, meine zwei jüngeren Brüder in die Obhut des Jugendamtes
zu geben. Ich bin also in einem familiären und sozialen Umfeld aufgewachsen,
das von Gewalt, Angst, aber auch Drogen und Alkohol geprägt war.
Nach der Realschule machte ich eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und
lernte meinen damaligen Freund kennengelernt. Mein Leben entwickelte sich
gut, auch wenn wir uns nach sechs Jahren Beziehung trennten. schließlich
lernte ich einen Mann kennen, der nach sechs Monaten bei mir einzog. Es lief
ganz gut, Kinder waren kein Thema, ich verhütete mit dem Verhütungsring.
Einmal sagte ich zu ihm: Ich liebe Kinder und ich will später unbedingt
Kinder. Falls ich ungeplant schwanger werde, würde ich niemals abtreiben.“ Da
stöhnte er nur und meinte: „Darüber sprechen wir dann, wenn es passieren
sollte“.
Die Schwangerschaft schockierte mich
Im Januar 2016 war es dann soweit. Unsere Beziehung kriselte schon etwas,
ich wollte es nur noch nicht wahrhaben. Ich wünschte mir sehr eine stabile
Beziehung. Eines Morgens, meine Periode war eine Woche überfällig, stand ich
vor dem Spiegel und sah mich an. Mein Körper sah schon irgendwie anders aus
und ich wusste, dass ich schwanger bin.
Die Schwangerschaft wurde kurz darauf von meiner Ärztin bestätigt. Auf der
einen Seite freute ich mich, auf der anderen Seite war ich schockiert, denn
es wurde mit schlagartig klar, dass dieser Mann nicht der Vater meiner Kinder
sein sollte und wollte.
Draußen auf dem Flur des Arzthauses bin ich in der Ecke zusammengebrochen
und habe geweint – bitterlich geweint, weil ich wusste, dass dieser Mann
niemals dieses Kind haben wollen würde. Als ich mich beruhigt hatte, ging ich
einen Gedanken. Vielleicht könnte ich ihn ja doch noch überzeugen. Ich ging
also los und kaufte ein paar Babysachen.
Zu Hause legte ich ein Mätzchen, Babysocken und ein kleines Halstuch in
eine Kiste und schrieb dazu: „Viel braucht es für die Zukunft mit einem Baby,
doch das Wichtigste ist die Liebe, die wir unserem Baby geben können“.
Als mein Freund dann kam, habe ich ihm die Kiste gegeben. Bevor er etwas
sagen konnte, habe ich es schon in seinen Augen gesehen. Er wollte das Baby
nicht. Und das sagte er dann auch. Er habe keine Lust, Zeit und Geld für
dieses Kind zu opfern…
Da stand ich also…26 Jahre jung und in einem 40 Stunden Vollzeitjob und
gerade mitten im berufsbegleitenden Studium. Die letzten Jahre war ich damit
beschäftigt gewesen, meine eigene Lebensgeschichte aufzuarbeiten und hatte
endlich Frieden damit geschlossen. Ich hatte mich, seit ich 11 Jahre alt war,
alleine durchgeschlagen. Hatte mir selbst beigebracht, wie man soziale
Kontakte knüpft, wie man lernt (ich habe das Fachabi nachgeholt), wie man
sich in einer fremden Stadt zurecht finden, wie man Konflikte ohne Gewalt
löst. All das habe ich geschafft, aber es hat auch viel Kraft gekostet.
Alleinerziehend – das war zu viel für mich
Und da stand ich nun, schwanger und wusste: Das schaffe ich nicht allein.
Das ist zu viel.
Ich hatte keinerlei Unterstützung durch Familie, wollte studieren, weiter
arbeiten, um finanzielle Sicherheit zu haben. Während ich einen Tag zuvor
noch meine Hand auf den Bauch gelegt und gedacht hatte „Du und ich wir
schaffen das. Wir sind jetzt ein Team.“, hatte ich nun nur noch Angst.
Ich hatte unendliche Angst vor der Zukunft, vor einem wachsenden Bauch, den
niemand in liebevoller Vorfreude streicheln wird. Den niemand anfassen
möchte, wenn das kleine Wunder sich bewegen wird. An den niemand seinen Kopf
halten möchte, um zu hören, ob man(n) was hört. Und ich hatte Angst vor einem
Baby, das nie einen (biologischen) Vater hat, der es lieben wird.
Diese Vorstellung war für mich unerträglich. Und so wurde aus „Ich würde
niemals abtreiben“ ein „Ich werde abtreiben.“
Ich nahm schließlich die Abtreibungspillen und kurz darauf bekam ich die
Blutung und sah die Zellklumpen in der Toilette. Ich stand vor der Toilette
und konnte es nicht runterspülen. Ich legte mich einfach nur ins Bett und
weinte bitterlich.
Die ganzen nächsten Tage heulte ich durch und meine Gedanken waren geprägt
von Selbsthass und Verachtung. Als ich spürte, dass ich mich selbstverletzen
möchte, wusste ich, dass ich mir Hilfe suchen musste.
Ich musste lernen, mir zu verzeihen
Ich habe ein halbes Jahr gebraucht, um den Alltag wieder bewältigen zu
können und arbeiten zu gehen. Immer wieder habe ich mir gesagt: DU bist
schuld, dass dieses Kind nicht leben darf. Ich hatte niemandem zum reden,
hatte Angst vor Verurteilung und Sätzen wie „Das war doch noch kein richtiges
Baby.“ Das halbe Jahr habe ich auch gebraucht, um meinen Freund
rauszuschmeißen. Danach war ich lange alleine.
Heute geht es mir gut. Ich habe vor einem Monat geheiratet und mein Mann
wünscht sich ebenfalls Kinder. Heute kann ich sagen, dass ich dieses erste
Baby immer noch liebe, aber dass es wohl doch die richtige Entscheidung war.
Ich schaue oft in den Himmel und spüre, dass dieses Kind mir verziehen hat.
Jetzt muss ich nur noch lernen, mir selbst zu verzeihen. Ich habe lange
gedacht, ich habe kein Recht mehr darauf glücklich zu sein oder nochmal ein
Kind zu bekommen. Heute weiß ich, dass das nicht stimmt. Und deshalb freue
ich mich wieder auf meine Zukunft und darauf, dass mein Mann und ich eine
Familie werden
Foto: Pixabay
|
"Und niemals würde ich abtreiben…" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/und-ploetzlich-bin-ich-wieder-kind |
Liebe Lisa, ich bin 33
Jahre alt, habe zwei Kinder, bin verheiratet und berufstätig. Ich meistere
meinen Alltag (meistens) ganz gut, bin halbswegs erwachsen. Aber es gibt
einen Ort, an dem ich plötzlich wieder fühle, als sei ich 12 Jahre alt. An
dem ich wieder Kind bin und keine organisierende Mami. Dieser Ort ist das
Haus meiner Mutter.
Wenn ich ankomme, sind die Betten bereits überzogen und frische Handtücher
liegen im Bad. Das Haus ist je nach Jahreszeit dekoriert. Ich koche nicht,
sondern habe den wunderbaren Luxus, bekocht zu werden. Ich muss keine Wäsche
waschen, sondern darf meine Sachen vor die Waschmaschine schmeißen. Ich gehe
nicht einkaufen, weil der Kühlschrank wie durch Zauberhand immer voll ist.
Ich werde gefragt "Hast Du Hunger?" oder "Bist Du auch
satt?" – Fragen, die ich normalerweise meinen Kindern stelle. Abends
darf ich mich auf dem Sofa auststrecken, bekomme sogar ab und zu eine
Fußmassage.
Es ist eine Reise zurück in die Zeit, in der mich Alltagskram nicht
interessierte. In dem ich keinen Zeitdruck kannte, keine
Supermarkt-Öffnungszeiten, in dem ich nicht wusste, was eine 40 Grad Wäsche
ist. Ich darf runter fahren, mich mal verwöhnen lassen, schutzbedürftig sein,
ja, vielleicht sogar ein wenig schwach. Wenn ich bei meiner Mutter bin, reden
wir manchmal bis spät in die Nacht. Und manchmal einen halben Tag gar nichts.
Was herrscht, ist das tiefe Gefühl der Verbundenheit, der Heimat. Nichts
vorspielen, nichts sein-müssen, nicht stark sein.
Auch wir hatten Zeiten, in denen die Kommunikation schwer war, die
Lebenswirklichkeiten unterschiedlich, die Vorstellungen konträr. Seit ich
selbst Kinder habe, habe ich für vieles Verständnis, was mir früher an ihr
fremd war. Ich weiß ihre Leistung, fünf Kinder groß zuziehen, heute zu
würdigen. Ich kann verstehen, warum sie früher nicht schlafen konnte, bevor
wir alle zu Hause waren. Ich kann nachvollziehen, warum ich als Teenie nicht
bis in die Nacht weg bleiben durfte. Ich weiß jetzt, wie anstrengend die Tage
sein können, wie dünn der Geduldsfaden. Umso mehr bewundere ich es, wie gut
sie es gemeistert hat.
Und ich wünsche mir, dass meine Tochter später genauso gerne zu mir kommt.
Dass wir bis spät in die Nacht reden. Und gemeinsam schweigen können. Ich
werde sie bekochen. Ich werde ihre Füße massieren. Und hoffen, dass sie
ähnlich gute Gedanken über mich hat, wie ich heute über meine Mama.
|
Und plötzlich bin ich wieder Kind... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/ungeplant-schwanger-ich-wollte-eigentlich-immer-nur-ein-kind |
Liebe Julia, Du bist selbst ein Einzelkind und hast das in deiner Kindheit
total genossen. Erzähl mal warum.
Meine Eltern sind selbstständig, führen ein Hotel mit Restaurant. Sie
hatten immer viel zu tun, waren aber immer ansprechbar. Ich hatte die volle
Aufmerksamkeit, Liebe und Zuneigung für mich, was ich sehr genossen habe. Mir
hat es nicht gefehlt, ein Geschwisterchen zu haben.
Zimmer teilen? Mama teilen? Ich habe nie verstanden, warum sich das Kinder
wünschten. Auf die Frage „Hättest du gern einen Bruder oder eine Schwester?“
war meine Antwort: „Ich hätte lieber ein Pony.“
Außerdem hatte ich ja meine beste Freundin, die eine Straße weiter wohnte
und konnte mich gut selbst beschäftigen.
Über Einzelkinder gibt es ja viele Vorurteile. Wie findet du die und
musstest du dir das früher auch oft anhören?
Vorurteile a la „Einzelkinder sind ja alle verwöhnt und egoistisch!“, höre
ich mir bis heute an. Ich antworte dann darauf: „Lieber ein Kind verwöhnen,
als zwei vernachlässigen.“
Ich teile gern- achte aber darauf, dass ich meinen Teil vom Kuchen
abbekomme. Ich fordere mein Recht ein. Wobei ich nicht glaube, dass das am
Einzelkind-sein liegt, sondern an meiner Erziehung.
Ich habe auch nie verstanden, was schlimm daran sein soll, jemanden zu
verwöhnen. Wir erwachsenen finden es auch toll, von unserem Partner mit Liebe
verwöhnt zu werden, oder?
Dir war immer klar, dass du selbst auch nur ein Kind haben willst.
Warum?
Weil ich es so schön fand, meine Eltern für mich zu haben. Weil ich dann
immer beide Arme um mein Kind schlingen könnte, ohne die Sorge, dass das
andere Kind vielleicht zu kurz kommen könnte.
Was haben Freunde/Verwandte dazu gesagt?
Meine Mutter hat mich darin immer bestärkt. Meine Schwiegermutter hat drei
Kinder und betonte immer, dass es mit drei Kindern zwar nicht leicht, aber
trotzdem toll ist. Alle anderen haben sich da rausgehalten.
Und nun bist du doch zum zweiten Mal schwanger. War das eine
Überraschung?
Eine absolute Überraschung. Nach der Geburt meines Sohnes habe ich mir die
Kupferspirale einsetzen lassen. Im Frühjahrslockdown waren meine Tage dann
plötzlich überfällig. Nachdem positiven Schwangerschaftstest spätabends
konnte ich erst am frühen Morgen einschlafen…
Wie ging es dir mit dem positiven Test? Konntest du dich gleich freuen?
Hast du Bammel?
Ich konnte mich direkt freuen – und stand gleichzeitig unter Schock. Ich
mag die Ironie des Schicksals. Aber so sehr ich mich von Anfang an gefreut
habe, ich habe trotzdem sehr lange gebraucht um die Schwangerschaft wirklich
voll und ganz anzunehmen „Ich habe mir das nicht ausgesucht!“, habe ich sehr
oft gesagt.Angst und Bammel hatte ich immer wieder in der Schwangerschaft:
Geht es dem Baby trotz der Kupferspirale in mir gut? Wie soll ich eine weitere
Geburt überstehen (die erste Geburt war kein Zuckerschlecken)? Was macht ein
weiteres Kind mit unserer Beziehung?
Was sagt dein erstes Kind zu dem Geschwisterchen?
Er freut sich, kuschelt und küsst den Bauch, hat dem Baby schon einen
Spitznamen gegeben. Jetzt, wo es auf die Geburt zu geht, will er andauernd
das „Babybuch“ lesen, in dem erklärt wird, wie es so mit einem Baby zuhause
ist. Dass wir ihm relativ früh in der Schwangerschaft erklärt haben,
dass seine Schwester sich so auf ihn freut, dass sie ihm eine große
Playmobilritterburg mitbringen wird, ist vielleicht Bestechung… trägt aber
auch einen Teil zur Vorfreude bei.
Wie erlebst du diese zweite Schwangerschaft im Vergleich zur ersten?
Heilend. Meinem Mann ging es in der ersten Schwangerschaft nicht gut, ich
war ebenfalls überfordert. Niemand in meinem Freundeskreis hatte schon ein
Kind, einen richtigen Draht zu anderen Müttern fand ich nicht. Jetzt
habe ich ein kleines Netzwerk. Ich habe meine wunderbare Doula an meiner
Seite, die für alle Sorgen und Nöte da ist. Die Ängste in dieser
Schwangerschaft sind zwar ernster, aber weniger diffus, sodass ich mich
besser damit auseinander setzen kann. Ich weiß, wie Geburt sein kann- und
dass ich es so nie wieder erleben will. Und so habe ich alles dafür getan,
dass es mir und meiner Tochter während der Entbindung gut gehen
wird.
Jetzt mal frech gefragt: Gibts eine Chance auf weiteren
Familienzuwachs?
Geplant wird hier nichts mehr. Wenn es nach meinem Mann ginge, könnte
wahrscheinlich eine halbe Fußballmannschaft folgen. Ich werde es so machen
wie bisher: Verhüten und schauen, was mein Körper daraus macht.
Wer mehr über Julia erfahren will, kann das hier:
https://www.instagram.com/wunderkind.trotzspirale/
|
Ungeplant schwanger: Ich wollte eigentlich immer nur ein Kind |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/uns-bleibt-nicht-mehr-viel-zeit-violas-mann-ist-unheilbar-an-krebs-erkrankt |
Liebe Viola, dein Mann, der Vater deiner Kinder ist 49 und an einem
unheilbaren Krebs erkrankt. Seit wann habt ihr die Diagnose?
Mein Mann hat eine Blutkrebsform, genannt Multiples Myelom. Letztes Jahr im
Oktober (an seinem 48 Geburtstag) ist er beim Tragen einer Feuerschale im
Garten zusammengebrochen und mit unfassbaren Schmerzen ins Krankenhaus
gebracht worden. Er wurde dann erstmal auf eingeklemmten Nerv bzw
Bandscheibenvorfall behandelt. Ein MRT Ende November 2018 zeigte dann, dass
ihm ein Wirbel eingebrochen war, weil dort irgendetwas wuchs, was zunächst
nicht genauer bestimmt werden konnte. Ein Krebsverdacht stand sofort im Raum,
es gab aber immer wieder vorläufige Entwarnungen (das ist es nicht, das ist
es auch nicht…).
Kurz vor Weihnachten waren seine Schmerzen so schlimm, dass nichts mehr
half und er nicht mehr selbstständig laufen konnte. Es folgte einige Tage vor
Weihnachten eine schwere Wirbelsäulen-OP, bei der der Wirbel
aufgerichtet und mit Beton aufgefüllt wurde. Die Substanz, von der zu dem
Zeitpunkt immer noch keiner so genau wusste, was es war, wurde abgesaugt.
Nach der OP ging es ihm etwas besser, er konnte nach einer Weile auch wieder
laufen.
Anfang Januar 2019 erhielten wir dann die Diagnose: Plasmozythom bzw
Multiples Myelom, eine unheilbare Blutkrebsform. Es folgten diverse
Untersuchungen und eine heftige Bestrahlung. Bei den Untersuchungen entstand
plötzlich Unsicherheiten bezüglich der Diagnose und Mitte Februar erhielten
wir die Nachricht, dass es extrem selten vorkäme, mein Mann aber keinen
Nachweis des Krebses mehr in sich trage und er somit vom Prinzip als geheilt
galt.
Es war ein schreckliches Auf und Ab der Gefühle. Es hat einige Wochen
gedauert, bis ich den Gedanken „geheilt, alles wird gut“ wirklich denken und
glauben konnte. Aber dann irgendwann konnte ich es und war überzeugt, dass
alles wieder gut ist.
Doch es war nicht alles gut…
Im September hatte mein Mann dann wieder starke Schmerzen im Nacken und war
sich sofort sicher, dass der Krebs zurück war. Und so war es auch. Ein sehr
großer Tumor an den oberen Halswirbeln, ein großer im Brustwirbelbereich und
70 bis 80 weitere in fast allen möglichen Knochen. Es hat mir den Boden unter
den Füßen weggezogen. Dieses Mal ist klar, dass es keine Heilung gibt. Dass
eine furchtbar harte Zeit auf uns wartet, eine aggressive Behandlung,
außerdem immer wieder starke Schmerzen bis zur Besinnungslosigkeit, immer
erneute Frakturen der angemessenen Knochen.
Wie seid Ihr mit dieser Diagnose umgegangen?
Wir waren am Anfang beide total geschockt. Ich hatte und habe das dringende
Bedürfnis, mit ihm und mit meinem Umfeld über diese Diagnose und den Konsequenzen,
die diese Krankheit mit sich bringt, über meine Ängste und Sorgen zu
sprechen. Mein Mann hingegen ist schnell zur Tagesordnung übergegangen und
versucht, denn Alltag zu gut es eben geht, normal zu gestalten. Er igelt sich
sehr ein und möchte eigentlich mit niemanden sprechen und niemanden außer uns
sehen.
Verzweifelt sind wir beide. Wir haben im September nach der erneuten
Diagnose, als es ihm noch ziemlich gut ging, über viele Dinge sprechen und
einige Sachen regeln könne. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament,
„Wünsche“ bezüglich einer Beerdigung. Damals war der Krebs noch recht
abstrakt und solche Gespräche gingen noch ganz gut. Jetzt hat sich das leider
geändert, weil das Thema Tod bedrohlich konkret geworden ist.
Eure Kinder sind 9 und 11 Jahre alt, wie habt ihr ihnen von Papas
Erkrankung erzählt? Und wissen sie, dass es unheilbar ist?
Nachdem wir im Januar die Diagnose bekommen haben, haben wir gemeinsam
überlegt, wie und was wir den Kindern sagen. Mein Mann wollte es ihnen am
liebsten gar nicht sagen, mir war es aber sehr wichtig, ihnen zumindest einen
kindgerechten Teil der Wahrheit zu erzählen. Der Meinung war auch der
Onkologe. Kinder spüren sowieso, dass irgendetwas anders ist, bemerken die Sorgen,
die Angespanntheit und auch die Traurigkeit, egal wie sehr man sich
anstrengt, es sie nicht merken zu lassen. Die Ungewissheit ist für die Kinder
viel schlimmer als die Wahrheit.
An einem regnerischen Samstagmorgen, drei Tage nachdem wir die Diagnose
erfahren haben, sagten wir es den Jungs. Wir sagten ihnen, dass Papa Krebs
hat, dass jetzt eine Behandlung starten wird und dass er in Zukunft häufig
ins Krankenhaus muss.
Es war schlimm. Wir haben alle viel geweint. Ein guter Freund von uns ist
vor ein paar Jahren an Krebs gestorben und seine Tochter hat nun keinen Papa
mehr. Das war meinen Jungs sofort im Kopf.
Wir haben sie ermutigt, ihre Fragen und Ängste auszusprechen. Das haben sie
auch gemacht. Ob Papa sterben muss. Ob der Krebs ansteckend sei. Ob ich Papas
Auto behalte, wenn er tot ist.
Es war ein furchtbar trauriges Wochenende für uns alle. Und gleichzeitig
waren wir uns so nah. Die Welt da draußen existierte in dem Moment nicht für
uns. Nur wir vier, wie in einem Kokon.
Wir haben das Wort „unheilbar“ den Kindern gegenüber nie in den Mund
genommen. Wir haben ihnen gesagt, dass wir hoffen, dass es Papa bald besser
geht und die Ärzte ihr Bestes dafür geben. Dass wir aber nicht wissen, ob
Papa daran sterben wird, es aber leider sein kann.
Als dann ein paar Wochen später die Ärzte sagten, mein Mann sei „geheilt“,
haben wir den Kindern nichts weiter gesagt, da sie ja von der Diagnose
„unheilbar“ auch nichts wussten.
Im September, nach der erneuten Diagnose, haben wir ihnen gesagt, dass der
Krebs leider wieder da ist. Über das Ausmaß der Krankheit haben wir mit ihnen
nicht gesprochen. Wir wollten ihnen nicht unnötig Angst machen. Fragen
versuche ich nach wie vor so ehrlich wie möglich zu beantworten. Natürlich
kindgerecht.
Ich habe außerdem ihre Lehrerinnen und die Eltern ihrer engsten Freunde
informiert. Zum einen, damit diese Menschen meine Kinder ein wenig beobachten
können und mich informieren können, falls es zu Veränderungen in ihrem
Verhalten kommt, zum anderen, um es meinen Kindern leichter zu machen, wenn
sie über Papas Krankheit sprechen möchten.
Diese endgültige Diagnose verändert das bisherige Leben komplett…
Ja, nichts ist mehr so wie vorher. Selbst Dinge, die normal erscheinen,
sind es nicht mehr, mit dem Wissen, dass er so krank ist und wir nicht
wissen, wie viel Zeit uns noch bleibt. Mir ist bewusst, dass niemand weiß,
was der Tag bringt und niemand weiß, wie viel Zeit ihm bleibt. Aber bei uns
ist das Ende einfach sehr absehbar und der Weg dorthin wahrscheinlich sehr
schwer.
Ich bemühe mich für die Jungs, dass möglichst viel normal weiterläuft:
Verabredungen, Schulfeste, Zahnarzttermine, Besuche auf dem Weihnachtsmarkt.
Das alles fällt mir unglaublich schwer, weil ich so traurig bin und mich am
liebsten nur in meinem Bett verkriechen möchte.
Früher haben mein Mann und ich uns alle Verpflichtungen geteilt oder
gemeinsam gemacht, jetzt hängt alles an mir. Das strengt mich sehr an und ich
versuche, uns alle zu entlasten, wo es geht. Wenn wir müde sind oder keine
Lust auf Sport, Schwimmen, Musikschule haben, dann lassen wir es eben an dem
Tag ausfallen.
Wir sind leider noch nicht soweit, dass wir den Gedanken „Wir haben nicht
mehr so viel Zeit, lass sie uns so gut wie möglich nutzen“ zulassen können.
Wir organisieren den Alltag und sind ansonsten viel für uns zu viert.
Möglichst entspannt und kuschelig. Es gibt gerade zu viel Medien-Zeit für die
Jungs, zu wenig Bewegung für uns alle und zu viel ungesundes Essen. Aber das
ist nun mal gerade so, es wird bestimmt wieder besser, wenn ich wieder mehr
Kraft habe und sich alles wieder besser sortiert hat.
Du musst als Frau und Mutter gerade die Starke sein und alle um dich herum
trösten und ihnen Mut machen. Wo und wie schöpfst du Kraft? Hast du auch
Menschen, die dich und deine Gefühle aushalten und zulassen, die zuhören,
deine Ängste ernst nehmen?
Ich versuche mich nicht mehr so unter Druck zu setzen. Wir haben einen
tollen Freundeskreis, der uns/mich unterstützt, wo er kann. Hilfsangebote
gibt es viele, sie anzunehmen fällt mir immer noch nicht leicht. Aber ich
werde besser!
Ich rede mit Freunden und Familie viel über unsere Situation, meine Sorgen
und Ängste und habe viele sehr liebe Menschen um mich, die mich sehr
unterstützen und immer für mich da sind. Darüber bin ich sehr, sehr
froh! Ich versuche immer mal wieder, kleine Auszeiten für mich zu
schaffen. Kino, Essen gehen oder tanzen. So sammel ich wieder neue
Kraft.
Was hat dieser Ausnahmezustand mit euch als Familie gemacht?
Grundsätzlich haben wir alle gerade ein großes Ruhebedürfnis und das
Bedürfnis, Zuhause zu sein, möglichst wenn alle da sind. Es ist sehr ruhig um
uns herum geworden. Die Jungs streiten immer noch genauso viel wie vorher.
Das ist aber auch ok – alles andere würde mich eher beunruhigen.
Welche sind deine größten Ängste, wenn du in die Zukunft schaust?
Meine größte Angst ist die, dass ich alleine mit den Jungs dastehe. Dass
sie viel zu früh ihren Papa verlieren und was das mit ihnen macht. Und ich
habe wahnsinnige Angst davor, was mein Mann bis zum Ende noch für Schmerzen
haben wird. Diese Schmerzen als Partner mitzuerleben und nichts tun zu
können, ist unglaublich schlimm.
Für welche Dinge und Momente bist du am dankbarsten gerade?
Ich bin dankbar für die Zeiten, die mein Mann einigermaßen schmerzfrei ist.
Für die Momente, die „normal“ erscheinen, zum Beispiel zusammen einkaufen.
Besonders dankbar bin ich für diese vielen lieben Menschen, die Anteil an
unserem Schicksal nehmen und die für uns da sind. Für die kleinen und großen
Zeichen der Anteilnahme, wie das geschickte Herz per whatsapp, die Postkarte,
die Umarmung, den Topf Suppe. Es tut so gut zu wissen, dass wir nicht alleine
sind.
Erzähl uns doch noch etwas dazu, wie ihr euch kennengelernt habt und was du
besonders liebst an deinem Mann…
Mein Mann und ich haben uns vor 16 Jahren auf dem Maschseefest über Freunde
kennengelernt. Es hat sofort gefunkt, aber doch noch ein halbes Jahr
gedauert, bis wir zusammen waren. Zwei Jahre später haben wir geheiratet,
obwohl er das eigentlich nie wollte.
Er ist mein Fels in der Brandung. Wir sind ein tolles Team und ergänzen uns
in so vielen Punkten. Ich weiß, dass ich mich immer auf ihn verlassen kann
und dass ich mit ihm an meiner Seite alles schaffen kann.
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Uns bleibt nicht mehr viel Zeit - Violas Mann ist unheilbar an Krebs
erkrankt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-elfjaehriger-hat-eine-kriminal-geschichte-geschrieben-was-meint-ihr-soll-er-sie-weiterschreiben |
Ihr Lieben, wenn eins feststeht in der Elternschaft, dann ist es doch wohl,
dass uns die Kinder immer wieder überraschen, oder? Und so kam gestern der
Sohn aufgeregt aus der Schule, denn er hatte in einer Vertretungsstunde
seinen Collegeblock rausgeholt und losgeschrieben. Eine Geschichte, die ihm
schon morgens im Bus in den Kopf gekommen war und… nun ja, sie ist noch nicht
fertig, aber was meint ihr? Soll er sie weiterschreiben?
Kurze Info vorab: Ich weiß nicht, wie schreibfaul oder -fleißig eure
Sechstklässler sind, aber ich war wirklich überrascht über diesen spontanen
Output. Am Text habe ich lediglich ab und zu den Tempus angepasst (statt
„sagte“, „sagt“) und einige Groß- und Kleinschreibungen korrigiert (auf
seinen Wunsch hin). Inhalt, Story, Aufbau – stammt alles aus seiner
Feder.
Es ist Samstag. Melissa Springfield, eine bildschöne Frau, tritt ins
Polizeirevier 56. Am Empfang steht eine Anfang 60jährige gelangweilte Frau,
die ihren Kopf auf ihren Arm stützt. Ihr Name ist Wendy Sullivan.
Überall laufen Polizisten herum und Melissa tritt an den Tresen. Wendy
richtet sich auf und fragt: „Was kann ich für Sie tun?“ Melissa erwidert:
„Hallo, ich bin von der 36 und wurde auf diese Wache versetzt, ich bin in der
Spezialeinheit“. „Oh“, sagt Wendy gelangweilt, „da müssen Sie hoch und dann
die erste Tür links.“ „Danke“, sagt sie. Also geht sie hoch.
Die Einheit ist gerade in eine Besprechung. Da kommt sie rein und es sind
drei Männer: Hadi Nasralla, Luis Sprad und der Chef der Einheit, Sergeant
Hank Brown. Sie begrüßen sich freundlich und Sprad verzieht sich in die
eigene Kantine und trinkt einen Kaffee.
Melissa Springfield kommt rein und Sprad erklärt ihr alles über die Einheit
– doch mittendrin kommt Brown rein und sagt: „Zwei Tote an einer Schule, wir
müssen los!“
Mit zwei zivilen Polizeiautos fahren sie zum Tatort. Es sind bereits
mehrere Polizeiwagen dort, als sie eintreffen. Überall stehen Schaulustige
und mehrere Polizisten sind damit beschäftigt, sie alle hinter der Absperrung
zu parken.
Ein Polizist erklärt ihnen, was wohl vorgefallen ist: „Es gab
wahrscheinlich nur einen Schützen, vom Dach dort oben….“ – er zeigt auf ein
Nachbardach der Schule – „…hat er geschossen und den Sohn vom deutschen
Botschafter getroffen…“
Brown unterbricht ihn: „Warten Sie, was? Der Sohn vom deutschen Botschafter
wurde getroffen? Wieso sagt mir das keiner?“ „Das weiß ich nicht, Sir“,
entgegnet er eingeschüchtert. „Ein Securitybeamter muss das wohl gesehen
haben und ist aufs Dach gerannt, dort wurde er mit einem Schuss in den Kopf,
einem in die Schulter und einem in den Hals ermordet“, erklärt er
weiter.
„Augenzeugenberichten nach ist er in einem dunkelgrünen Range Rover
geflüchtet.“ Sprad erwidert: „Ohne Kennzeichen?“
Der Polizist nickt.
FORTSETZUNG:
Zurück auf der Wache besprechen sie die Fakten. Hank Brown steht ganz vorn
und fragt in die Runde: „Warum sollte jemand so etwas tun?“ Vielleicht hat er
es ja auch für jemand anderen getan“, erwidert Springfield. „Guter Einfall!“,
sagt Brown siegessicher.
Plötzlich kommt Sullivan herein und meint: „30 Ecke Lincoln Road, ein
dunkelgrüner Range Rover ohne Kennzeichen wurde geblitzt. Brown entgegnen:
„Nur leider bringt uns das nichts!“ „Naja, doch, denn am Steuer sitzt kein
Unbekannter für die Polizei.“ „Wer?“, fragte Brown wütend.
„Pablo Garcia, polizeibekannt wegen zahlreicher Drogendelikte und einem
Mord. Er saß vier Jahre im Staatsgefängnis. Und vor … 14 Tagen wurde er
entlassen. Seine Adresse lautet: „118 West Park Street.“
Sie stürmen das Gebäude und finden Garcia, an einem Stuhl gefesselt und mit
einem Schuss im Kopf.
„Scheiße“, sagt Brown.
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Unser Elfjähriger hat eine Kriminal-Geschichte geschrieben – was meint
ihr, soll er sie weiterschreiben? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-kind-ist-ein-papa-kind-und-mama-oft-ganz-schoen-abgeschrieben |
Vater-Mutter-Kind = Familienglück zu gleichen Teilen. So zumindest in der
Theorie. Als Eltern eines Jungen, der im Februar 2018 geboren wurde, ist
unser Familienmittelpunkt natürlich ganz klar: unser Sohn Hugo.
Und wie jedes Paar, das zum ersten Mal Eltern wird, malt sich ein jedes
Elternteil selbstverständlich die Zukunft mit Kind ganz genau aus.
Stereotypisch wahrscheinlich so, dass die Mama viel mit ihrem Baby kuschelt,
während der Papa schon ein paar Jahre weiterdenkt, zusammen beim Kicken auf
dem Bolzplatz. Aber was, wenn es ganz anders kommt?
Wenn der Mittelpunkt des Kindes sich nicht gleichermaßen auf Mama und Papa
aufteilt? Wenn der kleine Wonneproppen von Geburt an ein Papa-Kind ist und
dies auch unmissverständlich kommuniziert? Wie gehe ich damit als Vater um,
sehe ich doch, wie schmerzvoll es für meine Frau ist, wenn unser Sohn bei
Freude oder Tränen mich als erste Bezugsperson ansieht?
Papa-Kind – von Beginn an
Um vielleicht ein bisschen besser nachvollziehen zu können, wie es zu
unserer engen Vater-Sohn Bindung gekommen ist, musst Du zwei Dinge wissen:
Ich wurde zu meiner Geburt zur Adoption freigegeben. Meine Mutter war
damals 19 Jahre, hatte einen Freund und eins kam zum anderen. Dieses
traumatische Erlebnis und die Tatsache, meine biologischen Eltern, speziell
meinen Vater, höchstwahrscheinlich nie kennenzulernen, begleiten mich seitdem
ein Leben lang. Viel positives sowie negatives, was die Bindung und
Beziehungstauglichkeit eines Menschen beeinflusst, passiert grade von Geburt
an. Dementsprechend groß ist meine Wertschätzung, Vater zu sein und dabei
eine liebevolle, fürsorgliche und auf Augenhöhe befindliche Beziehung zu
meinem Sohn aufzubauen und stetig zu fördern.Hugo kam per Kaiserschnitt auf
die Welt, in dessen Folge ich die Möglichkeit bekam, die ersten Minuten des
Bondings erleben zu dürfen. Ich bin überzeugt, dass dieser ganz spezielle
Moment, unter diesen Umständen, etwas sehr intensives und bleibendes zwischen
uns beiden geschafft hat. Eine Geburt, die nicht durch das Baby initiiert
wird, verlangt nach Liebe und Geborgenheit. Dies konnte ich Hugo unmittelbar
nach seiner Entbindung geben.
Aber ich bin auch überzeugt, dass meine Rolle als werdender Vater, der sich
mit seiner schwangeren Partnerin auseinandersetzt, alle Frauenarzt-Besuche
begleitet & an der Entwicklung des Ungeborenen schon im Mutterleib
intensiv teilnimmt, eine große Rolle in der weiteren Bindung spielt.
Mir ist es wichtig, Zeit für mein Kind zu haben. Mich für ihn zu interessieren
und da zu sein.
Und das ist auch möglich, wenn man Vollzeit arbeitet, so wie ich. Ich habe
z.B. von Anfang an die Abendroutine und das zu Bett bringen übernommen. Wir
haben Vater-Sohn Kurse zusammen besucht, die auch auf eine intakte,
liebevolle Bindung einzahlen. Ich habe aber auch bewusst meine „Freizeit“ in
den ersten Jahren reduziert, um seine Entwicklungsphasen so intensiv wie
möglich gemeinsam mit ihm erleben zu können.Dass ein Kind entweder Mama- oder
Papa-Kind ist, finde ich ganz normal. Bei allem, was ein Kind beschäftigt,
benötigt es auch eine Bezugsperson. Beim Spielen, wenn etwas neues klappt
oder ausprobiert wird, muss die freudige Nachricht natürlich gleich Mama oder
Papa gezeigt werden. Es kann sich nicht zweiteilen.Wenn das Kind hinfällt und
sich wehtut, möchte es hingegen Fürsorge und Geborgenheit. Auch hier muss es
sich immer entscheiden. Gehe ich zu Papa oder gehe ich zu Mama und suche
Trost?
Bei Hugo kann man sagen, dass er hier von Anfang an sehr auf mich
fokussiert war. Da hilft auch jedes Zureden oder Überzeugen nicht. Bei
sehr vielen Dingen im Familienalltag ist Mama abgeschrieben. Gefällt mir das?
Natürlich! Was gibt es Schöneres für ein Elternteil? Belastet es mich?
Absolut!
Oftmals fühle ich mich in solchen Momenten hin- und hergerissen. Mein Kind
fordert meine ganze Aufmerksamkeit und gleichzeitig merke ich, wie verletzt
meine Frau ist. Das tut mir gleichermaßen im Herzen weh. Kinder tragen diese
uneingeschränkte Ehrlichkeit in sich, die nur zu gut durchaus sehr
verletzend sein kann. Dann gehört es zu meinen Aufgaben, mich zweizuteilen
und im besten Fall, uns alle drei im Anschluss an einen Papa-Moment wieder
zusammenzuführen.
Ich fange allerdings auch langsam an, besser nachvollziehen zu können, wie
es ist, nicht ein bestimmtes Bedürfnis in einer bestimmten Situation des
eigenen Kindes erfüllen zu können. Wenn immer öfter konsequent nach Mama
gefragt wird. Hugo ist inzwischen fast 2 1/2 Jahre und es mehren sich die
Momente, in denen es Mama sein muss, die da ist. Abends beim ins Bett gehen
ist dies inzwischen der Fall. Lange Zeit mein Territorium, mittlerweile immer
häufiger ein Mama-Sohn Ding.
Und das ist auch mein Tipp, wenn Du so willst: ist Dein Kind ein Mama- oder
Papa-Kind, dann hab Geduld. Dein Kind durchläuft so viele Phasen in den
ersten Lebensjahren, da kommen die Situationen, in denen nur Du zählst, ganz
von alleine.Aber das heißt auch noch lange nicht, dass der Partner/die
Partnerin keine Rolle spielt oder weniger wichtig ist. Ganz im Gegenteil!
Durch das Verhalten der Eltern in diesen Situationen, lernt ein Kind auch
vieles dazu. Wie verhält sich Mama, wenn ich sie abweise. Ist sie traurig?
Wütend oder ignorant? Zeigt sie Verständnis und kommuniziert mit mir? Ist sie
vielleicht sogar eifersüchtig?
Papa-Kind hin oder her – am Ende des Tages zählt die Familie
Bei einer unverhältnismäßigen Tendenz Deines Kindes zu Dir oder Deinem
Partner/Partnerin habe ich die Erfahrung gemacht, dass es das Wichtigste ist,
sich als Paar treu zu bleiben. Darüber zu sprechen und sowohl das Wohl und
die Entwicklung des Kindes im Auge zu haben, als auch seine eigenen
Bedürfnisse. Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, selber aktiv
Mutter-Kind (oder Vater-Kind) Momente, abseits des Familienalltags, zu
kreieren. Ein gemeinsames Hobby, ein Kurs oder regelmäßige Ausflüge, die die
Bindung stärken. Nicht zuletzt kommt das auch dem Gegenpart zugute, der dann
Zeit hat, seine Hobbys wiederum zu verfolgen. Bei uns ist es so, dass wir
offen damit umgehen, uns Freiräume lassen, was sich auch mit der Zeit auf ein
ausgeglichenes Papa-Kind bzw. Mama-Kind Verhältnis positiv auswirkt.
—Mehr von Richard könnt Ihr hier lesen: papammunity.de
|
Unser Kind ist ein Papa-Kind - und Mama oft ganz schön abgeschrieben | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-leben-mit-einem-behinderten-und-einem-gesunden-kind |
Liebe Sylvia, Dein erstes Kind hat eine Behinderung. Bitte erzähl uns von
deiner Tochter.
Paula wurde im Dezember 2015 geboren. Während der Schwangerschaft sind wir
davon ausgegangen, dass wir ein kerngesundes Mädchen auf die Welt bringen
werden. Dieser Eindruck hielt auch während ihrer ersten Lebensmonate an. Als
Paula knapp ein halbes Jahr alt war, und sich ihr langes anhaltendes Weinen
und Brüllen nicht besserte, sind wir zur Schreiberatung gegangen. Zu diesem
Zeitpunkt konnte Paula ihre Hände nicht öffnen und nicht gezielt greifen.
Unsere Hebamme hielt das für normal, sagte, ich solle sie dann eben nochmal
baden oder noch mehr Spazierengehen.
Erst die Dame bei der Schreiberatung hat gemerkt, dass etwas mit dem Kind
nicht stimmt und uns zur Kinderärztin geschickt, wo der Verdacht auf eine
Bewegungsstörung geäußert wurde. Im sozialpädiatrischen Zentrum bekamen wir
dann mit 8 Monaten die Diagnose „Dystonie / Bewegungsstörung“
Welche Prognose gaben die Ärzte?
Niemand wusste, woher diese Dystonie kommt, es scheint einfach eine Laune
der Natur zu sein. Auch heute wissen wir – trotz etlicher Tests – nicht viel
mehr.
Mit eineinhalb Jahren waren Paulas Hände immer noch größtenteils Fäuste,
ihr Körper steif wie ein Brett und sie schrie weiterhin von 0 auf 100
unkontrolliert los – das hat uns wirklich an den Rande der Belastbarkeit
gebracht.
Es wurden Tabletten ausprobiert, die ihr anfangs halfen, aber nach knapp 10
Monaten ihre Wirkung verloren. Sie wurde wieder steif wie ein Brett, hat
sich in die Backen gebissen, unkontrolliert nach hinten geschmissen und war
teilweise richtig zornig. Sie hat sich auch oft selbst verletzt, anfangs die
Haare ausgerissen, dann in dem Arm gebissen und zum Schluss hat sie sich
einen Zahn ausgerissen. Die Ärzte bei uns im Ort waren ratlos und haben uns
an eine spezielle Klinik am Chiemsee verwiesen.
Diese Klinik hat Paula sozusagen auf den Kopf gestellt: Tabletten
abgesetzt, neue gesucht, ein dreistündiges Mrt gemacht, täglich Therapien,
Hilfsmittel kontrolliert, neue getestet und verordnet und mir einen
Psychologen an die Seite gestellt. Erneut sind wir mit einem ganz anderem
Mädel aus der Klinik raus und haben sie durch die Klinik besser kennen und
verstehen gelernt. Die Klinik hat uns aber auch versucht, deutlich zu machen,
dass Paula nie ohne Hilfsmittel sitzen, stehen und gehen können wird. Ob sie
jemals sprechen lernt, ist fraglich.
Wie geht es Paula gerade?
Sie hat mittlerweile einen Rolli bekommen und kann ihn „selbst“ fahren. Man
darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass sie gezielt durch die
Landschaft gondelt, aber sie weiß, dass sich der Stuhl bewegt, wenn sie die
Räder dreht und ist stolz auf jede Drehung und jeden Meter vor und zurück und
sei er auch in die falsche Richtung. Das ist ein großer Schritt zu einem
kleinen Stück Selbstständigkeit.
Sie sagt zum Glück immer noch Mama und Papa. Durch ihren kleinen Bruder hat
sie außerdem gelernt, auf Dinge zu zeigen. Sie kann sogar ein Croissant
halten und selber essen. Das Esszimmer sieht zwar aus wie Sau und es liegt
mehr Essen auf dem Boden als in ihrem Mund, aber ich bin darüber einfach nur
glücklich und stolz.
Kannst du beschreiben, wie es sich angefühlt hat, als du realisiert hast,
das Paula nicht gesund ist?
Ich bin morgens aufgewacht und hab mich immer wieder gefragt, ob der
Alptraum nun ein Ende hat. Ich konnte einige Zeit keine Eltern mit
kleinen Kindern sehen. Ich hab nicht mehr verstanden, was vor sich ging. Es
tat unendlich weh, dass jeder, der davon erfuhr, besser wusste, was Paula gut
tut oder was sie später mal können wird oder nicht. Oft waren Ratschläge zwar
gut gemeint, aber für uns als Eltern sehr verletzend.
Als mir irgendwann klar wurde, dass nicht einfach alles wieder gut wird,
bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Es hat lang gedauert, bis ich die Kraft
hatte, mir Hilfe zu holen. Ich hatte Glück und habe eine wunderbare
Therapeutin gefunden. Sie hat mich einfach nur verstanden und hat mir
geholfen.
Wie ging es Deinem Mann mit der ganzen Situation?
Mein Mann konnte mit all dem besser umgehen als ich. Sein erster Kommentar
zur Diagnose Schwerbehinderung war, dass das alles nicht so wichtig ist.
Wichtig sei nur, dass Paula glücklich wird.
Seitdem ist er mit seiner anderen Sicht auf die Dinge oft ein rettender
Anker für mich. Er musste einige Termine für mich übernehmen, die ich
psychisch nicht mehr geschafft habe.
Was ihn jedoch wahnsinnig gemacht hat und woran er immer noch zu knabbern
hat, ist Paulas Gebrüll. Diese Hilflosigkeit, dass niemand wusste, woran es
lag und dass er seinem Kind beim Schreien zuschauen muss.
Trotz der schweren Zeiten gab es den Wunsch nach einem zweiten Kind…
Ja, den Wunsch gab es. Aber wir
wollten ausschließen, dass die Behinderung durch uns übertragen wird.
Deswegen haben auch wir unsere Gene testen lassen, das Ergebnis sagte, dass
wir keine genetische Vorbelastung haben und die Chance auf ein gesundes Kind
genauso hoch ist wie bei anderen Eltern auch.
Ich war darüber sehr glücklich und hatte auch keine Angst, obwohl ich
wusste, dass es eine enorme Herausforderung werden würde. Erst als ich
wirklich schwanger war, stieg eine leise Panik in mir, auf die von Monat zu
Monat immer schlimmer wurde. Es war teilweise unerträglich. Ich konnte mir
bis zum siebten Monat nicht sagen lassen, welches Geschlecht das Kind haben
wird.
Als ich am Ende der Schwangerschaft in den Kreißsaal zur Anmeldung ging,
kam alles wieder hoch und ich bin in Tränen ausgebrochen. Ich hab die erste
wirklich schöne Geburt, aber auch all den folgenden Seelenschmerz komplett
wie in einem Film erneut erlebt. Es war unerträglich und die Zeit bis zum
Geburtstermin im Mai 2018 war eine enorme psychische Belastung.
Als wir Oskar dann nach der Geburt zum ersten Mal gesehen haben, wussten
wir das er gesund ist. Die Gliedmaßen waren einfach zart und weich. Er hat
seine Hände gleich geöffnet, die Finger in den Mund genommen und fest
gesaugt.
Wie erlebst du die Mutterschaft mit Oskar?
Alles ist ganz anders, ihn trennen Welten von Paula. Oscar lernt ganz
schnell und es ist unglaublich, was er alles schon kann. Ich erlebe, wie
„einfach“ es sein kann, ein Kind zu haben. Er setzt sich hin, wenn wir ihm
die Schuhe anziehen. Ich kann ihn einfach in einen Autositz setzen. Er kann
alleine die Treppe hochgehen, kann selbstständig aus einem Glas trinken. All
diese Kleinigkeiten, die für andere Eltern so selbstverständlich sind, nehme
ich ganz extrem wahr.
Oskar hat mir einen ganz großen Teil meines Lebens zurückgegeben. Vorher
hat sich alles nur noch um den Stress mit Behinderung, Pflegegrad,
Hilfsmittelanträgen gedreht. Jetzt dreht sich unser Leben aber auch um „Wir
gehen jetzt Matschepfützen hüpfen“. Ohne Oskar wäre unser Leben sehr viel
leiser. Paula spricht ja nicht, ruft nicht „WOW“, wenn ein Bagger vorbei
fährt, singt nicht, blödelt nicht. Dass sie das alles nicht kann, macht mich
sehr traurig.
Wie gehen die Geschwister miteinander um?
Anfangs war Paula rasend eifersüchtig, nur ich durfte sie ins Bett bringen
– war ihr Bruder dabei, fing sie an zu schreien.
Oskar dagegen hat schon mit wenigen Monaten immer dann aufgehört zu weinen,
wenn Paula geschrien hat. Ich glaube, er hatte da schon verstanden, dass sie
anders ist und deshalb viel Rücksicht genommen. .
Mittlerweile sind die beiden ein tolles Team. Er freut sich, wenn sie vom
Kindergarten nach Hause kommt und dann bringt er ihr gleich sein Spielzeug.
Wenn wir mal mit Oskar schimpfen, fängt Paula auch an zu weinen, weil sie
nicht will, dass jemand mit ihrem Bruder meckert….
Was hast du durch deine beiden Kinder gelernt?
Das Leben zu genießen. Dass man sich nicht über Kleinigkeiten aufregen
sollte. Dass man das Leben nicht planen kann, dass Geld mir wirklich völlig
egal ist, weil alles, was WIRKLICH wichtig ist, nich käuflich ist.
Und dass ich mir immer wieder ganz bewusste Auszeiten und vieles einfach
mit Humor nehmen muss.
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Ich wünsch unseren beiden Kindern, dass sie glücklich sind und sein dürfen
wie sie sind.
Außerdem wünsche ich mir, dass wir als Eltern noch lange die Kraft haben,
das alles zu meistern und dass Paula in guten Händen ist, wenn mein Mann und
ich mal nicht mehr sind.
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Unser Leben mit einem behinderten und einem gesunden Kind | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sohn-hasst-seine-zwaenge-und-tics-vom-leben-mit-einem-kind-mit-tourette-syndrom |
Liebe Inga, Dein neunjähriger
Sohn hat das Tourette-Syndrom und mehrere Zwänge. Kannst Du mal beschreiben,
wie sich das genau äußert?
Tourette besteht immer aus mindestens einem vokalen Tic und zwei
motorischen Tics, die mindestens ein Jahr anhalten. Bei meinem Sohn äußert
sich der vokale Tic durch Pfeifen, Räuspern, Summen, Pusten, künstliches
Husten, Rülpsen – manchmal schreit er plötzlich JA. Zusätzlich wiederholt er
Wörter von anderen Personen, redet also nach – das wird Echolalie genannt.
Die vokalen Tics wechseln sich ab, das Pusten und Summen ist allerdings
dauerhaft da.
Motorisch zwinkert er, er rümpft die Nase, zieht Grimassen, streckt sich,
beißt oder zwickt sich. Er streckt die Arme durch oder hüpft. Das hört sich
jetzt sehr heftig an, ist bei einem Kind aber relativ unauffällig und noch
recht milde.
Die Zwänge sind oft mit den Tics verbunden – eine Art Zwic, also eine
Mischung aus Zwang und Tic. Manchmal muss er zum Beispiel immer wieder
Buchstaben oder Zahlen mit den Fingern nachfahren oder Wörter mehrmals lesen.
Sein Mäppchen muss eine ganz bestimmte Ordnung haben. Er MUSS zur Schule
rennen, zählt immer bestimmte Dinge ab. In der Schule ist es für ihn nicht
leicht, das Klassenzimmer zu wechseln. Er hat immer Angst, zu spät zu
kommen.
Wann ist Dir zum ersten Mal aufgefallen, dass Dein Sohn „anders“ ist als
andere Kinder?
In der Zeit rund um seinen ersten Geburtstag. Er hatte damals immer
zur selben Uhrzeit einen „Ausflipper“, er rannte dann immer durch die Gegend
und tat sich und anderen schon mal weh. Später fiel auf, dass er nur das
Nötigste sprach und nicht mehr laufen wollte. Dann gab es eine Phase, die für
mich eine echte Belastungsprobe war. Er roch ständig an mir, inhalierte mich
förmlich. Das Riechen wurde immer schlimmer, so dass er ständig an allem
roch. Berührte man ihn, musste er sofort an dieser Stelle riechen. Das war
richtig zwanghaft und kommt auch heute phasenweise, wenn er Stress hat,
wieder hervor. Später wollte er von keinem Fremden mehr angefasst werden, nur
noch zu Hause auf die Toilette gehen.
Motorisch fiel uns auf, dass er mit etwa vier Jahren immer die Arme extrem
durchdrückte, später auch die Beine, was beim Laufen oder Radfahren richtig
gefährlich wurde.
Du warst bestimmt total verunsichert. Wo hast Du Hilfe gefunden?
Als dieses extreme Durchdrücken der Arme und Beine anfing, waren wir bei
einer Psychiaterin, die sein Verhalten als Ausdruck von Geschwisterrivalität
abstempelte, was wir für sehr unwahrscheinlich hielten. Wir baten den
Kinderarzt um Rat und probierten alles durch: Orthopäden, Rheumatests,
Krankengymnastik.
Und wann hattet Ihr dann eine Diagnose?
Irgendwann gab uns unser Kinderarzt einen Infozettel, den wir in Ruhe lesen
sollten und uns – wenn wir Ähnlichkeiten feststellen sollten – sofort wieder
melden sollten. Ich las die Broschüre und war fassungslos. Alles, was dort
beschrieben stand, passte auf meinen Sohn. Also meldeten wir es unserem
Kinderarzt, der uns an Fachleute weiterleitete. Ende 2015, da war unser Sohn
sechs Jahre alt, bekamen wir von Spezialisten die Diagnose Tourette,
zusätzlich wurde eine Impulskontrollstörung festgestellt. Später kamen noch
die Zwänge und ADHS als Diagnose dazu, vor ein paar Wochen nun auch
autistische Züge.
Wie ging es Euch nach der Diagnose?
Wir hatten endlich einen Namen für das, was mit unserem Sohn passierte und
konnten alles zuordnen. Wir konnten uns informieren und ich fand Hilfe in
einer WhatsApp-Gruppe von Müttern mit Tourette betroffenen Kindern! Den
Frauen dort bin ich sehr dankbar.
Wie geht Dein Sohn mit dem Tourette und den Zwängen um?
Er hasst es und fragt uns oft, warum er es hat und warum es nicht einfach
weggeht. Umso älter er wird, desto bewusster wird ihm, dass er anders ist.
Deshalb versucht er, die Tics und Zwänge zu unterdrücken oder zu
verstecken.
Kinder können untereinander ganz schön gemein sein… Wird dein Sohn
ausgegrenzt?
Manche Kinder lachen ihn aus oder ärgern ihn und das macht ihn wütend und
traurig. Generell hat mein Sohn leider nicht viele Freunde. Die Kinder sagen,
dass er sie nervt und stört – und auch viele Erwachsene lassen ihn das
spüren. Bisher wollte mein Sohn nicht, dass wir seine Tics und Zwänge in der
Klasse thematisieren, er wollte, dass so wenig wie möglich Leute davon
wissen. Diese Meinung hat sich nun verändert. Deshalb werden die Lehrerin und
die Sonderpädagogin in den nächsten Wochen das Thema in der Klasse aufgreifen
und die Kinder Stück für Stück aufklären. Wichtig ist dabei, dass mein Sohn
in diese Vorgänge einbezogen ist und er immer genau weiß, was wann besprochen
wird.
Wie geht es Deinem Sohn momentan?
Das kann von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Manchmal laufen die Tics so
nebenbei und stören nicht groß. Dann gibt es aber Tage, an denen er gestresst
ist und dann tict er sich zu Hause aus. Meist ist das an den Tagen, an denen
er es in der Schule versteckt hat. Zu Hause entlädt sich dann diese Spannung
und er kann vor Tics kaum noch reden und ist sehr traurig.
Generell möchte er eigentlich so wenig wie möglich auffallen, einfach ein
normaler Junge sein. Seine Zwänge machen ihn wütend.
Sicher ist das für Eure Familie eine Herausforderung…
Tatsächlich ist es für uns Routine geworden, wir kennen ihn nicht anders.
Wir finden es nicht schlimm, aber natürlich mache ich mir Sorgen, ob die Tics
und Zwänge stärker werden und wie er damit in der Gesellschaft zurechtkommen
wird. Manchmal habe ich auch einen schlechten Tag und bin nicht so geduldig,
was mir später leidtut. Das Thema Hausaufgaben ist auch bei uns belastet,
denn sie können auch mal Stunden dauern oder er will sie gar nicht machen.
Und ehrlich gesagt, manchen mich diese ständigen Termine müde und mürbe.
Wir müssen oft hunderte Kilometer zu Fachleuten fahren, haben Termine bei
Psychologen. Ich arbeite ja auch, muss den Haushalt machen und mich noch mein
anderes Kind kümmern. Das ist schon echt viel. Mein Mann arbeitet Vollzeit,
hilft mir aber so gut er kann.
Lass uns nochmal beim Thema Schule bleiben.
Ja, das ist natürlich auch nicht alles einfach. Ich bekomme oft Anrufe von
der Schule und höre dann, dass er frech war oder den Unterricht gestört hat.
Das höre ich seit dem Kindergarten und kann es manchmal einfach nicht mehr
hören. Ich habe oft schon in der Schule gesessen und geweint. Mein Sohn ist
schlau, er schreibt gute Noten. Und trotzdem frage ich mich, ob ein Gymnasium
wirklich gut für ihn ist oder ob der Druck dort zu groß ist. Aber ihn trotz
Einsen und Zweien nicht aufs Gymnasium zu schicken, kann doch eigentlich auch
nicht richtig sein.
Wie gehen denn Lehrer und früher die Kitaerzieher mit ihm um?
Im Kindergarten und auch in der ersten und zweiten Klasse war es sehr
schwer. Unser Sohn eckte durch die Zwänge und Tics oft an und obwohl die
Schule von den Ausmaßen der Diagnose wusste, gab es relativ wenig
Verständnis. Unser Sohn störte oft und sorgte für zusätzliche Arbeit, dadurch
nervte er und wurde auch als schwer erziehbar hingestellt.
Jetzt ist er in der dritten Klasse und seine neue Klassenlehrerin bemüht
sich sehr. Sie hat sich gut informiert und hält oft Rücksprache mit uns. Mein
Sohn hat sonderpädagogische Stunden und einen Nachteilsausgleich. Er nimmt
mittlerweile Medikamente und hat gute Noten, weil er sich regelmäßig Pausen
nehmen und Arbeiten in zwei Schichten schreiben darf. Ich hoffe, dass nun die
Aufklärung seiner Klassenkameraden die Situation weiter verbessern
wird.
Was wünscht Du Dir für die Zukunft von Deinem Kind?
Ich hoffe, dass er weiter auf einer normalen Schule bleiben kann. Er möchte
unbedingt aufs Gymnasium und später studieren. Ich wünsche mir, dass seine
Tics nicht schlimmer werden und dass sein Umfeld ihn akzeptiert, wie er
ist.
Was möchtest Du Familien in ähnlichen Situationen auf den Weg geben?
Steht zu der Krankheit und zu eurem Kind. Unterstützt es, kämpft für
Inklusion. Redet mit Lehrern und holt Euch Hilfe von Fachkräften. Vergesst
nicht, dass Ihr auch nur Menschen seid und lasst Schwächen zu, wenn Euch
danach ist. Fragt Euch nicht, warum Euer Kind betroffen ist und ob es jemals
weggeht. Diese Fragen kann Euch niemand beantworten und sie entziehen Euch
nur Kraft. Lernt mit der Diagnose zu leben. Redet offen darüber, informiert
Euch und zeigt Eurem Kind, dass Ihr es liebt, wie es ist. Jedes Kind ist
besonders!
Foto: Pixabay
|
Leben mit Tourette-Syndrom: Unser Sohn hasst seine Zwänge und Tics |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sohn-lehnt-gerade-den-papa-ab-was-sollen-wir-tun |
Ich heiße Maria und unser Sohn ist 3 Jahre alt. Er ist gerade sehr
Mama-fixiert und lehnt meinen Mann ab. Papa darf ihm zum Beispiel keinen Kuss
mehr geben, weil mein Sohn findet, dass der Bart kratzt. Das akzeptieren wir
natürlich.
Aber es tut schon weh, wenn unser Sohn sagt: „Ich finde Papa blöd“ oder
„Ich finde es doof, wenn Papa zu Hause ist.“ Wir würden gerne verstehen,
warum unser Sohn sowas sagt.
Interessanterweise gibt es kein Theater, wenn ich nicht da bin und Papa und
Sohn alleine sind. Doch kaum bin ich da, wird mein Mann abgelehnt. Dabei bin
ich eigentlich die Strengere von uns beiden, die viel öfter mal eine Ansage
macht…
Wir würden uns freuen, wenn es hier Familien gibt, in denen es mal ähnlich
war. Gibt es vielleicht gute Bücher zu dem Thema? Soll man es einfach
aussitzen oder können wir irgendwas tun? Ich freue mich über Eure
Erfahrungen.
|
Unser Sohn lehnt gerade den Papa ab. Was sollen wir tun? | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sohn-starb-an-einer-neurodegenerativen-stoffwechselerkrankung |
Liebe Miriam, dein Sohn hatte eine neurodegenerative
Stoffwechselerkrankung, Stück für Stück verlor er alle Fähigkeiten: sprechen,
laufen, schlucken – das alles bei vollem Bewusstsein. Wann habt ihr zum
ersten Mal bemerkt: Irgendwas stimmt da nicht?
Um seinen vierten Geburtstag herum begann er, sich merkwürdig zu benehmen.
Er nahm alles Mögliche in den Mund und es drang gar nicht zu ihm durch, wenn
man ihm erklärte, dass das nicht in Ordnung ist. Außerdem wirkte er stiller, sprach weniger
und war gleichzeitig manchmal so unruhig. Allerdings gab es zu der gleichen
Zeit in seinem Kindergarten einen ganz großen Personalengpass, die Kinder
wurden nur beaufsichtigt – wenn überhaupt. Sein verändertes Verhalten führten
wir also darauf zurück, dass er sich im Kindergarten unwohl fühlt und haben
uns um einen anderen Platz gekümmert.
Ein komisches Gefühl blieb dennoch. Im neuen Kindergarten wurde es auch
nicht besser und eines Tages suchte er nach Worten, um mir etwas zu erzählen
und fand sie nicht. Abends saß er in seinem Bett, klopfte auf seinen Kopf und
sagte: mein dummer Kopf, mein dummer, dummer Kopf! Und wirkte so
unglücklich.
Dann wussten wir, dass wir schnell Hilfe brauchten. Unsere Kinderärztin hat
uns zu einem Neuropädiater geschickt und nach einer Woche im Krankenhaus mit
vielen Untersuchungen hatten wir die Diagnose. Wegen der diffusen Symptome
hatten wir großes Glück, dass man uns so schnell überall ernst genommen
hat.
Wie hast du dich nach der Diagnose gefühlt?
Es war natürlich ein riesengroßer Schock. Ich erinnere mich noch genau,
dass der Neuropädiater sehr behutsam versuchte, uns die Diagnose und die
schlimme Prognose zu erklären. Unsere Tochter war dabei und sang
währenddessen Sankt-Martins-Lieder – das war vollkommen surreal und es ist
eine Welt zusammengebrochen. Natürlich wissen wir alle, dass es schlimme und
tödliche Krankheiten gibt, aber irgendwie nimmt man ja auch immer für sich
unterbewusst in Anspruch, dass es einen nicht selber trifft. Und auf einmal
waren wir eine Familie mit dem todkranken Kind.
Aber die Diagnose war auch ein Stück weit eine Erleichterung, wir wussten
endlich was los war, die Sache hatte nun einen Namen und wir konnten wieder
handeln.
Ihr hattet dann noch ein Jahr zusammen. Bitte erzähl uns von dieser Zeit.
Wir wollten die letzte Zeit, die uns zu viert blieb, so gut es geht
genießen und haben versucht, den Kindern ein möglichst normales Leben zu
ermöglichen – mit Kindergarten und Krippe, Urlaub, Freunde treffen und
Ausflügen.
Deswegen waren wir sehr froh von einem ambulanten Kinderpalliativteam
unterstützt zu werden. So konnte fast alles an notwendiger medizinischer
Betreuung zu Hause stattfinden und wir haben auch psychologische
Unterstützung bekommen, die sehr wertvoll war.
Aber es gab auch viele Kämpfe – zum Beispiel mit Behörden, Versicherungen.
Es war manchmal wirklich absurd, zum Beispiel wurde ihm kein Rollstuhl
bewilligt, obwohl er nicht laufen konnte. Ich habe dann irgendwann nochmal
Elternzeit genommen und nur noch wenige Stunden von zu Hause gearbeitet. So
hatte ich mehr Zeit für all das Organisatorische und auch für die immer umfangreichere
Pflege unseres Sohnes. Außerdem haben wir dann noch Unterstützung durch einen
Pflegedienst bekommen, die mich abends beim ins Bett bringen der Kinder
unterstützt haben.
Wie verlief der Abschied von eurem Sohn?
Auch hier hat das Kinderpalliativteam sehr geholfen. Irgendwann haben wir
gemerkt, dass unser Sohn seine Lebensfreude, die er trotz aller
Einschränkungen noch hatte, verlor und uns war klar dass das bedeutet, dass
die letzte Etappe bevorsteht. Wir wollten gerne, dass er zu Hause sterben
kann in seiner gewohnten Umgebung und das hat dann auch geklappt.
Es war ein eisiger Wintertag und in dem Moment, in dem er starb kam die
Sonne heraus und schien in sein Zimmer. Das war tröstlich. Wir durften ihn
dann noch einen Tag bei uns behalten, was besonders für unsere Tochter
wichtig war. Sie konnte fühlen, dass
ihr Bruder kalt wurde, nicht mehr atmete und auch dass das Herz nicht mehr
schlug. Als schließlich die Bestatter
kamen um ihn abzuholen, waren wir auch dazu bereit.
Wir haben dann noch seinen Sarg bemalt- eigentlich dachten wir, es sei
wichtig für unsere Tochter. Aber für meinen Mann und mich war es total
wichtig, so etwas Praktisches tun zu können.
Der Leichnam unseres Sohnes war im Nebenraum aufgebahrt und auch es
war schön, so noch einmal Abschied nehmen zu können.
Hat euch die Trauer zusammengeschweißt?
Unterm Strich hat uns das alles zusammengeschweißt. Aber es gab auch
schwierige Phasen. Da war die psychologische Begleitung sehr wertvoll. Aber
wenn es drauf ankam, waren wir immer einer Meinung und haben alle
Entscheidungen gemeinsam getroffen und getragen.
Habt Ihr unterschiedlich getrauert?
Unsere Trauer war auf jeden Fall unterschiedlich: ich war unendlich
müde, wollte mich aber so gut wie
möglich um unsere Tochter kümmern, damit sie möglichst unbeschadet daraus
hervorgeht.
Mein Mann hat angefangen ein großes Bauprojekt an unserem Haus umzusetzen
und mit einem Bagger selbst unsere Garage abgerissen. Wir haben das
besprochen, ich habe gesagt „Du kannst das jetzt machen, wenn dir das hilft,
ich kann das jetzt gerade nicht“ und das hat sehr gut funktioniert.
Später haben wir dann noch eine Reha für verwaiste Familien gemacht. In
erster Linie sind wir darauf gekommen, weil unsere Tochter immer gesagt hat,
sie möchte Kinder treffen, die etwas Ähnliches wie sie erlebt haben. Das hat
auch nochmal sehr gutgetan.
Eure Tochter hat das alles ja mitbekommen. Wie ist sie damit umgegangen und
wie geht es ihr heute?
Sie und ihr Bruder hatten eine sehr enge Verbindung und so schmerzte sie
der Verlust auch sehr, tut es bis heute. Sie war gerade drei als ihr Bruder
starb und kann sich an vieles nur vage erinnern, das macht sie manchmal
traurig. Wir haben viele Fotos und Videos gemacht aus der gemeinsamen Zeit,
das schaut sie sich gerne an.
Wir sind immer mit allem sehr offen umgegangen, kindgerecht natürlich, aber
es gab keine Geheimnisse oder Tabus. So ist ihr noch so viel Unbeschwertheit
wie möglich geblieben. Ansonsten ist ihr Bruder immer präsent in unserem
Leben, ganz selbstverständlich.
Wisst ihr, ob sie auch von der Krankheit betroffen ist?
Nein, das wissen wir nicht und möchten das mit ihr gemeinsam entscheiden, ob
sie es wissen möchte oder nicht. Es gibt ja auch ein Recht auf Nichtwissen…
Mädchen können die Krankheit in sich tragen und ggfs. weitergeben, eventuell
auch an einer leichten Form erkranken, aber nicht daran sterben.
Du bist selbst Trägerin des Gens, wie und wann hast du das erfahren?
Als wir von der Erkrankung unseres Sohnes erfahren haben, habe ich mich
testen lassen, weil wir uns noch weitere Kinder gewünscht hatten.
Ihr habt dann noch einmal ein Baby bekommen…
Ja, und wir haben sehr gehofft, dass es ein Mädchen ist. Einfach, weil die
Krankheit bei Jungs viel schlimmer ablaufen kann. Ich habe aber recht schnell
gespürt, dass es ein Junge ist. Wir haben daraufhin einen Gentest machen
lassen.
Wie war eure Reaktion, als ihr erfuhrt, dass der Kleine das Gen nicht in
sich trägt?
Unendliche Erleichterung! Erst dann haben wir richtig gespürt, wie groß die
Anspannung bis dahin war. Wir haben unserer Tochter auch erst dann erzählt,
dass sie einen kleinen Bruder bekommt.
Wie geht es euch allen heute?
Gut! Wir genießen unser Leben als kleine Familie. Die Lücke, die unser Sohn
hinterlassen hat, bleibt und manchmal tut es
auch weh, den Kleinen anzuschauen und an den Großen zu denken. Die
Trauer gehört zu unserem Leben- aber sie hindert uns nicht daran, das Leben
zu genießen und glücklich zu sein.
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Unser Sohn starb an einer Neurodegenerativen Stoffwechselerkrankung | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unser-sommerferienauftakt-in-rothenburg-ob-der-tauber-mit-volvo-xc60-im-test |
Ihr Lieben, wir haben ein
paar echt emotionale Tage hinter uns. Erst war ich in Berlin, um mit dem Team
rund um die Bloggerkonferenz Blogfamilia Zukunftsideen zu entwickeln, dann
kam ich wieder und hatte zeitweise vier Kinder, weil ich meine kleine vier
Monate alte Nichte mit hüten durfte (wie die duftet!).
Am Freitag stand dann der Grundschulabschied an, außerdem Zeugnisse und der
Geburtstag des Papas. Nach der Schule fuhren wir dann mit unserem mega Volvo
XC60 (Danke, Volvo für zwei Wochen mit diesem Prachtauto, aber dazu später
mehr!) zu den Frankenfestspielen nach Röttingen in Unterfranken, wo die
Patentante unserer Großen eine Hauptrolle im Weißen Rössl spielt.
Ihr hättet die Kinder sehen sollen, wie fasziniert sie in Burghof des
OpenAir-Theaters saßen. Dabei begann die Vorstellung erst um 20.30 Uhr… In
der Pause durften sie backstage die Darsteller kennenlernen, durften aus dem
Kulissenfenster schauen, sich die MakeUp-Berge anschauen und kamen völlig
euphorisch wieder.
„Boah, der Bart vom Kaiser, der ist aus Ochsenhaar, kein Witz“, erzählten
sie und unterhielten damit alle anderen Zuschauer noch mit. Tolle
Exklusiv-Infos hatte sie da und so fiel es ihnen tatsächlich nicht schwer,
auch bis zum Vorstellungsende um 23.30 Uhr durchzuhalten. Was für ein toller
Sommerferien-Auftakt.
Am nächsten Tag machten wir uns auf in das fabelhafte Örtchen Rothenburg ob
der Tauber. Schon nach den ersten Schritten in dieser
verwinkelt-wunderschönen Stadt hatten wir alle denselben Gedanken: Wow, so
schöne Orte gibt´s in unserem eigenen Land? Urlaub in Deutschland müsste man
mal machen…
Nun spielte natürlich auch das Wetter so schön mit, dass man genauso gut auf
dem Petersplatz in Dom hätte stehen können. Es war heiß und es wurde jede
Sprache dieser Welt gesprochen. Besonders amerikanisches Englisch – und
Japanisch. Offenbar kommt kein amerikanischer oder japanischer Reiseführer
ohne dieses zauberhafte Örtchen aus.
Wir besuchten mit den Kindern das Kriminalmuseum, ließen den
Weihnachtsladen von Käthe Wohlfahrt dann aber doch bei über 30 Grad links
liegen und schlenderten einfach durch die Gassen. Das gefiel uns Erwachsenen
selbstverständlich besser, als den Kindern, von denen immer mindestens eins
„Langweilig“ oder „Wann fahren wir endlich nach Hause?“ rief 😉
Toll für uns alle war dann aber die Besteigung des Kirchturms – nichts für
Höhenängstliche übrigens. Die letzten Schritte führen über eine Holzleiter
nach oben und eines unserer Kinder steckte nur kurz die Nase oben raus und
entschied sich dann doch dazu, schnell wieder kerht zu machen. Das war ihm
nicht geheuer.
Wir hingegen standen oben, ein Lüftchen wehte uns durchs Haar und unten auf
dem großen Platz hatte sich ein riesiges amerikanisches Jugend-Orchester
positioniert und begann gerade zu blasen und die Pauken zu schlagen, als wir
dort oben die Aussicht über die Stadt genossen. Das war tatsächlich magisch!
Da wir selbst wussten, dass es schöner wohl nicht werden würde, ließen wir
uns daraufhin dann auch auf den Wunsch der Kinder ein, doch den Weg nach
Hause anzutreten. Immerhin war das einer der letzten Tage mit unserem
Volvo-Testwagen – und den wollten wir nochmal in vollen Zügen genießen.
Der Volvo XC60 ist nicht der größte SUV von Volvo – und das kam mir doch
sehr entgegen, wenn ich an die schmalen Sträßchen bei uns im Bergischen denke
😉 An den Spur-Assistenten auf der Autobahn musste ich mich denn aber
doch erstmal gewöhnen. Da ist nichts mehr mit einfach mal die Fahrbahn
wechseln ohne zu blinken. Das Auto hält dich quasi wie ein Magnet in der
Spur.
Besonders zu schätzen lernte ich neben dem Bluetooth-Zugang, um meine
eigene Musik hören zu könne, aber auch die kleinen „Regenwürmer“ im
Seitenspiegel, kleine blinkende Leuchten. Die zeigten mir nämlich an, ob ich
links oder rechts überholt werde – und so wusste ich immer, wann ich
ausschwenken kann oder nicht.
Das Navi erklärte sich auch für Techniklaien wie mich komplett von selbst
und dass die Klimaanlage über einen Touchscreen bedient wurde, war natürlich
herrlich. Das Sahnehäubchen war aber auch das Panoramafenster über uns – und
dass wir keine Kindersitze brauchten, weil Sitzerhöhungen einfach aufgeklappt
werden können auf der Rückbank.
Niemand beschwerte sich auf der Fahrt jedenfalls über Stau, weil wir uns
alle einfach so erhaben vorkamen in diesem Luxus-Auto der Extraklasse. Unseren
Ferienauftakt hat es uns jedenfalls versüßt. Hoffen wir mal, dass der Rest
des Urlaubs genauso schön wird 😉
|
Unser Sommerferienauftakt in Rothenburg ob der Tauber – mit Volvo-XC60 im
Test! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unsere-tochter-hat-einen-kaum-erforschten-gendefekt |
Ihr Lieben, mein Name ist Carina und ich möchte ich Euch einen kleinen
Einblick in unser Leben geben. Was es für uns bedeutet, ein Kleinkind mit
Handicap zu haben.
Während meiner unkomplizierten Schwangerschaft waren wir voller Vorfreude,
schmiedeten Pläne über unser Leben zu dritt.
Zwei Tage nach der Geburt unserer kleinen Tochter fingen die Pläne an
zu wanken. Wir wurden auf die Intensivstation verlegt, da unser Kind nicht
trank, und Gelbsucht bekam. Nach dem Besuch des Kardiologen stand fest, dass
sie am offenen Herzen operiert werden muss, da die 3 Löcher nicht von allein
zuwachsen würden. Was für ein Schock.
Wir waren rund um die Uhr bei unserer Tochter und als wir sie nach Hause
holen durften, päppelten wir sie weiter auf, bis sie über die Gewichtsgrenze
kam, um zur Herzoperation zugelassen zu werden.
Die Operation verlief komplikationslos und schon neun Tage später durften
wir das Klinikum wieder verlassen. Wir waren sehr glücklich, diese emotionale
Startzeit gut überstanden zu haben und genossen unsere kleine Familie.
Doch da war dieses komische Gefühl…
Bald merkten wir, dass unsere Tochter in ihrer Entwicklung hinterher hinkt,
aber die Ärzte schoben das auf ihr Herz. Wir wollten dennoch einen Gentest
machen lassen, wir hatten da so ein komisches Bauchgefühl.
Man sollte öfter auf seine innere Stimme hören, denn diese trügt meist
nicht. Unsere Ärztin teilte uns kurz darauf fest, dass ein Teil eins
Chromosom fehlt. Das nennt sich „Phelan-McDermid-Syndrom“ und ist ein
seltener, noch ziemlich unerforschter Gendefekt. Mit diesem Gendefekt können
unter anderem geistige Behinderungen, fehlende Sprachentwicklung und
Hypotonie einhergehen.
Als wir das hörten, fühlte ich mich komplett hilflos – ja an diesem Tag ist
etwas in mir zerbrochen. Es hat etwas gedauert, bis wir die innerlichen
Scherben zusammen gekehrt und den Glauben an uns wieder gefunden haben.
Seitdem tun wir alles, was möglich ist, um unserer Tochter zu helfen. Fördern
ohne zu überfordern, so ist unser Motto.
Ob ich mich seit der Diagnose verändert habe? Definitiv. Ich sehe die
Gesellschaft um uns herum nun mit anderen Augen. Ich wurde quasi dazu
gezwungen meinen Blickwinkel zu erweitern. Natürlich ist jeder für Inklusion,
wenn es dich aber dann selbst betrifft, weißt du eigentlich erst, was es
tatsächlich bedeutet.
Wir haben Glück, dass unsere Familie und Freunde unsere Tochter so behandeln
wie jedes andere Kind auch. Sie hat viele Freunde, mit denen sie spielt. Es ist bemerkenswert, was unsere Tochter
von anderen Kindern lernt. Sie saugt das auf, was sie sieht. Learning by watching sozusagen.
Jeder Fortschritt ist ein Meilenstein
Wir feiern jeden kleinen Fortschritt, den unsere Tochter macht. Das machen
Eltern mit gesunden Kindern sicher auch – aber irgendwie doch anders, weil
sie gewohnt sind, dass alles so abläuft wie aus den Ratgebern.
Unsere Tochter läuft seit sie drei Jahre alt ist. Lange traute man sich gar
nicht zu hoffen, dass sie das lernt. Als sie ihre ersten Schritte tat, sind
wir vor Glück geplatzt. Motorisch und geistig ist sie mit ihren 3,5 Jahren
auf dem Stand eines 1,5-jährigen Kindes. Sie kann noch nicht selbstständig
essen, nicht malen, ist nicht trocken. Sie kann Vieles noch nicht, aber wir
üben fleißig weiter.
Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, wie sie sich entwickeln wird und
ob sie jemals alleine leben können wird.
Dazu ist das Syndrom noch zu unerforscht und jeder Betroffene
entwickelt sich zudem anders.
Manchmal fühlt sich unser Leben an wie ein Hamsterrad: Es dreht sich und
dreht sich und sobald du stehen bleibst, wirft es dich um. Stehen bleiben ist
aber eh keine Option für uns, solange es Hoffnung gibt. Aber ab und zu laufen
wir langsamer, um wieder neue Kraft zu schöpfen. Glücklicherweise haben uns
die letzten Jahre als Paar noch näher gebracht, wir wissen, wie gut wir uns
aufeinander verlassen können. Ja, ich kann sagen, dass ich wirklich stolz auf
uns drei bin.
Wer mehr über Carina lesen will, kann das auf Carinas Blog tun:
www.kleeblog.de
|
Unsere Tochter hat einen kaum erforschten Gendefekt | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/unternehmerin-verena-pausder-zu-digitalisierung-wir-duerfen-unsere-kinder-nicht-zu-passiven-konsumenten-degradieren |
Sie ist Unternehmerin, fördert StartUpper, engagiert sich politisch, setzt
sich für Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Mädchenförderung und Frauenquote
ein, hat vier Kinder – und nun auch noch einen SPIEGEL Bestseller
geschrieben: Das neue Land. Wie es jetzt weitergeht! (Affiliate Link).
Verena Pausder scheint nie die Puste auszugehen, sie fasziniert und bringt
wichtige EntscheiderInnen zum Nachdenken. Wir haben sie gefragt, welche Ideen
sie zum Vorantreiben der Digitalisierung in Deutschland hat, wie wir es
schaffen, vor unseren Computern nicht sozial zu vereinsamen – und welches von
ihr geförderte StartUp sie zuletzte am meisten berührt hat.
Liebe Verena, offenbar wird es einen Impfstoff gegen Corona geben, noch
bevor unsere Kinder flächendeckend digital beschult werden können. Was sagt
das über unser Bildungsland aus?
Verena Pausder: Das zeigt, dass wir in Bezug auf digitale Infrastrukturen,
Ausstattung an unseren Schulen – also mit Geräten und digitalen Inhalten und
Lehrerfortbildungen – einfach noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind.
Deswegen haben wir jetzt auch so große Angst vor dem Hybrid-Unterricht (Anm.
d. Red. also einem Wechsel aus Präsenzunterricht und digitaler Beschulung).
Deswegen tun wir uns jetzt so schwer mit Schülerinnen und Schülern, die in
Quarantäne sind, dass sie anständig am Unterricht teilnehmen können.
Da ich aber nicht immer nur Missstände bemängeln möchte, sehe ich Corona
jetzt eben auch als große Chance – besonders, wenn es bald einen Impfstoff
gibt –, das Thema Digitalisierung der Schulen nicht mehr von der Agenda zu
nehmen und endlich umzusetzen.
Was genau bräuchte es, damit auch unsere Kinder von der Digitalisierung
profitieren könnten? Woran fehlt es? An Mitteln oder an dem unbedingten
Willen aller?
Verena Pausder: An Mitteln fehlt es eigentlich nicht, denn von 5 Milliarden
im Digitalpakt ist erst ein Bruchteil abgerufen worden. Der Digitalpakt ist
für WLAN-Verkabelung und zu 20 Prozent für SchülerInnnen-Geräte gedacht,
jetzt wurden in Corona-Zeiten nochmal 500 Millionen Euro nachgenehmigt für
Lehrkraft-Geräte, die zunächst im Digitalpakt nicht vorgesehen waren. Und
zusätzlich gab es 500 Millionen für Inhalte und eine Plattform, auf der die
Inhalte zugänglich gemacht werden können.
An Geld mangelt es also nicht. Bis Corona kam, mangelte es aber sicherlich
am Willen aller, weil man das Gefühl hatte, die Kinder säßen doch schon genug
vor den Geräten. „Die daddeln doch schon genug! Das ist doch eher ein
Gameboy! Das wollen wir jetzt nicht auch noch in der Schule haben!“ Und
deswegen geht es jetzt darum, einen Schalter im Kopf umzulegen, dass es an
den Schulen, an denen wir alle Kinder erreichen, darum gehen muss, sie zu
GestalterInnen der Zukunft auszubilden.
Nach Monaten mit Homeoffice und Zoomkonferenzen, merke ich an mir selbst,
dass mir der persönliche Kontakt fehlt. Das ginge ja auch unseren Kindern so,
wenn sie nun auch alle individuell und zu Hause beschult würden über Rechner,
Tablets, Smartphones. Welcher Mittelweg aus digitaler Bildung und echter
sozialer Begegnung hältst du für den besten?
Verena Pausder: Ich glaube, das ist ganz wichtig. Mein Zielbild von der
Zukunft der Schule ist keines, bei dem jedes Kind allein und einzeln vor dem
Rechner sitzt. Bei dem digital beschult wird und ansonsten kein Kontakt zur
Außenwelt besteht. Nein, digitale Bildung erfüllt sein Versprechen erst dann,
wenn mehr individueller Unterricht, mehr Unterricht entlang des Lern- und
Sprachstands, entlang der Entwicklung des Kindes möglich ist und die
LehrerInnen entlastet werden. Dann bleibt wieder mehr Zeit für soziale
Interaktion!
Und ich bin auch ein großer Fan von „pair programming“, also von einem
Modell, bei dem zwei oder drei Kinder zusammen vor einem Gerät sitzen und
sich gegenseitig helfen, miteinander reden und dann gemeinsam die beste
Lösung suchen. Das ist meiner Ansicht nach eine digital wünschenswerte
Zukunft. Dass wir digitale Geräte nutzen, um kreative Inhalte zu erschaffen
und durch sie zu lernen und zu gestalten. Aber nicht einsam, sondern in
Zusammenarbeit oder Kooperation mit anderen.
Verena Pausder: Das neue Land. Wie es jetzt weitergeht! (Affiliate
Link)
Ich zitiere dich einmal, du hast gesagt: „Es ist an der Zeit, ein
Zukunftsversprechen an unsere Kinder abzugeben – dass wir sie zu Gestaltern
der Welt von morgen ausbilden und nicht zu digitalen Konsumenten
degradieren.“ Was genau meintest du damit?
Verena Pausder: Ich meine damit, dass wir das Versprechen, dass wir unsere
Kinder zu mündigen BürgerInnen von morgen ausbilden und sie nicht zu
digitalen KonsumentInnen degradieren, ein Versprechen unabhängig von
politischen Konstellationen sein muss – egal, wer dieses Land regiert und in
welcher Koalition!
Das Kernversprechen muss Bildung sein, wenn wir wollen, dass unsere Kinder
in Zukunft Demokratie verstehen können, dass sie medienkompetent sind und
digital in der Art geschult sind, dass sie Jobs von morgen ergreifen können.
Denn laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums werden 65 % der heutigen
GrundschülerInnen später in Jobs arbeiten, die es heute noch gar nicht gibt.
Genau dafür müssen wir sie ausbilden! Für diese Unsicherheit, für das
Noch-nicht-Wissen, wohin die Reise geht.
Wir müssen den Wandel als Chance begreifen, denn wenn wir das nicht tun und
denken, sie seien doch ohnehin Digital Natives, dann sind sie eben nur
digitale KonsumentInnen, die wenig über das wissen, was sie da anwenden, aber
nicht in der Lage sind, hinter die Fassade zu gucken und die Produkte,
Dienstleistungen und Lösungen von morgen zu entwickeln.
Ich mag ja deine Ungeduld in allem. Du verkörperst für mich das Modell des
Einfach-Machens. Du sagst: Deutschland braucht für alles zu lange. Wir
könnten schon JETZT Zukunft gestalten. Wie könnten wir denn Prozesse
beschleunigen?
Verena Pausder: Ich glaube, wir könnten Prozesse dahingehend beschleunigen,
dass wir uns mehr trauen, Dinge nochmal neu zu denken, sie auf die grüne
Wiese zu heben und auf den Prüfstand zu stellen. Wir dürfen hinterfragen,
warum eine Kultusminister-Konferenz so aufgestellt sein muss, wie sie ist.
Warum können wir die nicht reformieren und nochmal neu denken? Denn die wird
im 21. Jahrhundert sicherlich eine andere Aufgabe und Struktur brauchen als
es im 20. Jahrhundert der Fall war.
Warum ist es gegeben, dass wir bei den Vorwahlen zur Bundestagswahl keine
direkte Demokratie haben? Ich meine die Direktmandats-KandidatInnen, die in
den Wahlkreisen aufgestellt werden: Warum stellen Parteien die auf, warum
können nicht Bürgerinnen und Bürger sie wählen? Damit hätte man viel mehr
repräsentative Demokratie und es würden die KandidatInnen nach oben kommen,
die das Volk möchte. Man wäre nicht ganz so abhängig von den Parteien und dem
Dickicht ihrer Strukturen.
Diese beiden Beispiele sollen einfach zeigen: Wenn wir auf die Frage, wie
wir schneller und besser werden können, immer antworten, dass das nicht geht,
weil wir das ja schließlich immer so gemacht haben; es nicht geht, weil wir
dann die Verfassung ändern müssten; es nicht geht, weil das föderal geregelt
ist, dann manövrieren wir uns in mentale Sackgassen. Einfach mit gestrigen
Ausreden zu reagieren ist das Gegenteil von Innovationsfreundlichkeit und
Zukunftsorientierung.
Wir müssten uns viel öfter fragen, wie wir etwas neu denken könnten, aber
dafür müssen wir bereit sein, Besitzstand zu opfern und Menschen auch mal
Zuständigkeit oder Verantwortung wieder wegzunehmen. Damit tun wir uns sehr
schwer in Deutschland.
In deinem Buch „Das neue Land“ zeichnest du ein Zukunftsmodell, in dem wir
digitaler, innovativer, flexibler, neugieriger, mutiger und menschlicher
werden müssen. Wie kann uns das gelingen?
Verena Pausder: Bildung ist das Fundament von allem. Wenn wir unsere Kinder
für die Zukunft ausbilden, dann ist das chancengerecht, denn dann können sie
theoretisch alles werden. Und dieses alles entscheidet dann über die Zukunft
und wie sie sein wird.
Dafür muss aber eben auch Unternehmertum in den Unterricht, denn das ist
aus meiner Sicht die Demokratisierung von Chancen: Wenn jede/r in der Lage
ist, seine Idee in die Tat umzusetzen, Geld dafür zu bekommen von
InvestorInnen und/oder MentorInnen, dann ist es keine Frage des Elternhauses
mehr, ob du ein eigenes Unternehmen haben kannst. Ob du an der Zukunft
teilhaben und deine eigenen Ideen in die Tat umsetzen kannst.
Die Zukunft wird sehr stark von der Digitalisierung abhängen und dafür
brauchen wir die Infrastruktur, damit digitale Geschäftsmodelle überhaupt in
Europa entstehen können und nicht anderswo gebaut werden. Nachhaltigkeit und
Klimaschutz spielen dabei natürlich eine große Rolle.
Wie können wir also von Anfang an Unternehmen so aufstellen, dass sie
nachhaltig agieren? Da habe ich in meinem Buch die nGmbH vorgeschlagen, also
die nachhaltige GmbH, die CO²- Reduktion, Mitarbeiterbeteiligung und Spenden
an soziale Einrichtungen gleich mitdenkt in der Gründungsphase.
Als letzten Punkt sollten wir die Gleichberechtigung feiern. Wir wissen
schon so lange, dass diverse Teams die besten Antworten geben. Also führen
wir jetzt die Frauenquote ein und nutzen unsere Energie, Nachwuchsförderung
zu betreiben, mehr Frauen für MINT (Anm. d. Red.: Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaft und Technik.) zu begeistern und nicht unsere
Zeit zu verschwenden, indem wir hoffen, dass sich das Thema alleine
löst.
Verena Pausder. Foto: Patrycia Lukas
Du baust auch sehr auf junge Menschen, setzt dich für Chancengleichheit und
Mädchenförderung ein, für ein Wahlrecht ab 16, steckst aber auch viel
Herzblut in die Unterstützung junger StartUpper, welche Idee hat dich da
zuletzt am meisten berührt?
Verena Pausder: Das ist tatsächlich ein Team gewesen, dass auch in unserem
StartupTeens Finale 2019 war. StartupTeens ist eine Non-Profit-Organisation,
die wir gegründet haben, um Unternehmertum zu fördern. Die drei Gründer
hatten sich eine App ausgedacht, die Exclamo hieß, eine Anti-Mobbing-App, mit
der Schülerinnen und Schüler Mobbing an ihrer Schule anzeigen können.
Als dann Corona kam und die Kinder im Lockdown saßen und Mobbing gar nicht
mehr das Hauptproblem war, haben sie sich überlegt, ihre App in krisenchat.de
umzuwidmen. Sie wollten damit den Schülerinnen und Schülern zu Hause eine
Stimme geben. Jenen, bei denen kein Lernen ankam, die vielleicht bedroht
waren durch häusliche Gewalt, die vereinsamten, um die sich keiner gekümmert
hat. Und damit haben mich die drei Jungs mit ihren 20 Jahren mit ihrer
Empathie, Schnelligkeit und Flexibilität in der Corona-Situation schwer
beeindruckt.
Du setzt dich sehr für Innovation und Digitalisierung ein, deine eigenen
vier Kinder haben aber sehr begrenzte Medienzeit pro Tag, wie erklärst du
ihnen diese Regeln?
Verena Pausder: Gerade weil ich mich so dafür einsetze, haben sie begrenzte
Konsumzeit pro Tag, aber nicht begrenzte Gestaltungszeit. Das heißt ich
differenziere und sage: Wenn ihr eine bestimmte Zeit daddeln wollt –
Fortnite, Among us, was auch immer gerade angesagt ist – dürft ihr das nur
für eine bestimmte Zeit pro Woche. Nicht einmal jeden Tag.
Wenn ihr aber darüber hinaus etwas auf euren Geräten gestalten wollt, mit
der App Klavierlernen, was programmieren, ein EBook erstellen, einen
Stop-Motion-Film drehen, ein Gedicht schreiben, dann dürft ihr das Gerät
natürlich darüber hinaus nutzen. Da möchte ich einfach nur das Ergebnis
sehen. Und ich glaube, auf die Art fördere ich ihr Bewusstsein dafür, was man
mit diesen Geräten eigentlich alles erstellen und kreieren kann, fern ab vom
puren Konsumieren.
Nun hast du selbst deine Kindheit nicht-digital verbracht – was sind denn
deine schönsten Erinnerungen, wenn du zurückdenkst?
Verena Pausder: Oh, ich bin ein ganz großer Familienmensch und die
Familienfeste bei meinen Großeltern und auch bei uns zu Hause gehören
sicherlich zu meinen schönsten Erinnerungen. Wenn das Haus voll ist bin ich
glücklich – bis heute! Deswegen ist Corona da für mich auch echt ein
Schicksal. Das fällt mir gar nicht so leicht, dass wir nicht mehr so viele
Leute sehen können, Freunde und Familie weniger um uns haben.
Aber zurück zu meiner Kindheit, denn obwohl die nicht digital war, gehört
zu meinen Erinnerungen ebenfalls, dass ich recht früh einen Computer hatte.
Und da gab’s damals natürlich noch völlig unspannende Programme und meine
Eltern hatten da auch noch ein besonders Unspannendes für mich ausgesucht, wo
man Anonyme und Synonyme suchen musste, ein Langenscheidt-Programm. Und
obwohl das eigentlich nicht besonders spaßig war und man nur mit so einem
Pacman da rumlief und die richtigen Worte suchte, hat mich das schwer
fasziniert. Das war eine meiner ersten digitalen Erfahrungen.
Als dritter Punkt: Ich liebe Sport und habe mich wahnsinnig viel bewegt,
wenn ich an meine Kindheit zurückdenke. Ich habe viel Fußball gespielt, viel
Leichtathletik gemacht, bin überall hingerannt statt gegangen und habe auf
Bäumen gesessen, bin hochgeklettert und wieder runtergesprungen. Deswegen
gibt es auch bis heute keinen Waldspaziergang mit meinen Kindern, bei dem wir
nicht mindestens dreimal um die Wette laufen.
|
Verena Pausder: "Kinder nicht zu digitalen Konsumenten
degradieren" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-so-geht-es-julia-mit-dem-seltenen-angelman-syndrom |
Liebe Melanie, unser letztes Interview ist 2,5 Jahre her. Du hast uns
geschrieben, das letzte Interview liege gefühlte Lichtjahre zurück – wie geht
es Euch heute?
Ich glaube, in keiner Familie kann man absehen, was sich innerhalb von zwei
Jahren alles verändern wird. Das ist auch gut so, finde ich. Ich habe meine
Antworten vom letzten Interview durchgelesen und bin stolz, was wir in den
letzten Jahren geschafft haben. Trotz Julia. Oder viel besser formuliert
"mit Julia".
Wenn man im Familienalltag mit einem Kind mit einer schweren Behinderung
drinsteckt, hat man oft das Gefühl nicht vorwärts zu kommen. Das Hamsterrad
dreht sich ständig und man läuft und läuft und läuft. Rückblickend aber sehe
ich die kleinen Meilensteine. Es gibt sie. Man muss sich nur etwas Zeit
nehmen, um sie auch zu sehen.
Wie hat sich Julia, die das seltene Angelman-Sydrom hat, in den letzten
Jahren entwickelt?
Julia ist durch die beginnende Pubertät etwas ruhiger geworden. Ihre
Hyperaktivität ist nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Sie kann auch mal auf
dem Sofa "chillen" und sich im geschützten Rahmen länger mit etwas
beschäftigen, das sie interessiert. Julia macht in ihrem Tempo kleine
Fortschritte. Auch wenn sie weiterhin in allen Lebensbereichen auf ständige
Hilfe angewiesen ist.
Sie wurde aber auch bockiger, wehrt sich vehement mit aller Kraft, wenn ihr
etwas nicht passt. Dies macht es sehr viel schwieriger als es früher war. Ich
kann sie beispielsweise nicht mehr hochheben, wenn sie sich auf der Strasse
hinsetzt und nicht mehr weiter will. Unsere bald 13-jährige Tochter wiegt
bald 40 Kilo und wenn sie sich wehrt, wiegt sie noch viel mehr. Ihre Kraft
stellt mich immer wieder vor grosse Herausforderungen.
Beschreib uns bitte nochmal, wie sich das Angelman-Syndrom
äußert.
Das Angelman-Syndrom ist die Folge einer seltenen Genbesonderheit auf dem
Chromosom 15. Charakteristisch für das Angelman-Syndrom sind eine starke
Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung und das Ausbleiben der
Sprache.
Typisch Angelman-Syndrom ist:
● nicht sprechen zu können ●
motorische Schwierigkeiten zu haben ● sich nur unkoordiniert bewegen zu
können ● die Umwelt mit dem Mund zu erkunden (andauernde orale Phase) ●
Plastik und alles, was knistert, zu mögen ● an epileptischen Krampfanfällen
zu leiden ● eine besondere Vorliebe für Wasser zu haben ● teilweise unter
schweren Schlafstörungen und oft an Hyperaktivität zu leiden ● sehr fröhlich
zu sein.
Es müssen zur Diagnosestellung nicht
alle Merkmale zutreffen.
Julia spricht ja nicht. Wie verständigt Ihr Euch?
Julia hat ein grosses Sprachverständnis, vorallem bei sich wiederholenden
Abläufen und bei immer wiederkehrenden Ritualen. Selber sprechen kann sie
aber kein Wort. Auch nein und ja ausdrücken ist ihr noch immer nicht möglich.
Wenn sie weint, ist das für uns besonders schlimm. Sie kann uns dann nicht
erzählen, was passiert ist und ob sie Schmerzen hat.
Wir versuchen es zu erahnen, indem wir Sachen ausschliessen. Eine Sache
nach der anderen, bis wir glauben, den Grund für ihr Unwohlsein gefunden zu
haben. Ob das aber dann wirklich so ist, wissen wir nie mit
Gewissheit. Für die Alltagswünsche wie Essen, Spielsachen und um nach
Personen zu fragen, nutzt sie ihren Talker. Ein Kommunkationsgerät, das nach
Antippen des Fotos für sie das Wort ausspricht. Das ist ein wertvoller
Meilenstein für ein bisschen Selbstbestimmung in ihrem Leben.
Uns hat Deine Stärke damals sehr beeindruckt. Aber ganz sicher kommst du
auch oft an Deine Grenzen. Wann passiert das?
Definitiv komme ich oft an meine Grenzen. Zum Beispiel, wenn Julia
stundenlang nicht einschläft oder sie um 0300 Uhr nachts schon wieder wach
ist. Wenn sie weint und schreit und wir nicht herausfinden warum. Wenn wir,
wie aktuell, seit mehr als einem halben Jahr kein passendes Medikament
finden, das die Epilepsie von Julia zum einen eindämmt, zum anderen aber
nicht ihr Wesen und ihr Verhalten komplett verändern.
Ich komme immer wieder an meine Grenzen, da ich seit mehr als zwölf Jahren
unsere Tochter pflege und betreue. Aufgeben ist trotzdem keine Option. Ich
habe mal den Satz gehört: "Geduld beginnt dann, wenn Du denkst Du hast
keine mehr." Und daran erinnere ich mich, wenn ich glaube, nicht mehr zu
können.
Wo holst du dir dann Kraft und Auszeiten?
Meine Kraft hole ich mir beim Schreiben. Seit unserem letzten Interview hat
sich auch da viel getan. Noch immer blogge ich auf
http://www.facebook.com/JuliaderWeg über unseren herausfordernden Alltag.
Mehrere tausend Leser/innen begleiten uns auf diese Weise auf unserem Weg.
Durchs Texten meiner Blogbeiträge fühlen sich meine Sorgen und Ängste danach
oft nicht mehr ganz so schlimm an. Auch die vielen positiven Kommentare sind
für mich eine grosse Kraftquelle
Vor zwei Jahren habe ich mein Buch "Ohne Liebe ist es nicht zu
schaffen!" herausgegeben und dieses mittlerweile bereits mehr als 2000
Mal verkauft. Alles in Eigenregie und im Selbstverlag. Es ist beim Angelman
Verein Schweiz, unter http://www.angelman.ch/marktplatz erhältlich.
Zwei mal im Jahr nehmen wir uns dann ganz bewusst eine Auszeit. Dank einem
langjährig aufgebauten Betreuungsteam reisen wir mit unserem Sohn jedes Jahr
im Frühling in den Europapark und in gemeinsame Sommerferien. Ohne Julia. In
dieser Zeit geniessen wir unbeschwerte, unkomplizierte und spontane Stunden,
die so mit Julia nie möglich sind.
Du hast beim letzten Interview erzählt, dass Ihr als Paar weiter zusammen
gewachsen ist – wie geht es Euch heute als Ehepaar?
Roman ist noch immer meine grosse Liebe. Ohne ihn wär ich oft verloren.
Seine Arme fangen mit auf, wenn ich nicht mehr kann. Wir trösten uns
gegenseitig, wenn uns die Zukunftssorgen und Ängste überkommen. Wir schauen
in dieselbe Richtung und halten unser gemeinsames Glück fest. Sind achtsam
und voller Respekt. Es ist nicht einfach, unsere Liebe nicht zu
vernachlässigen. Wir versuchen uns Zweisamkeit zu schaffen. Ermöglichen
uns ein gemeinsames Abendessen in einem Restaurant. Gehen beide Kompromisse
ein, um einander Auszeiten zu ermöglichen.
Eine gute Beziehung zu führen, ist generell eine große Herausforderung.
Wenn man ein behindertes Kind hat, kommen noch mehr Faktoren dazu, die ein
Zusammenleben belasten. Uns ist es aber sehr sehr wichtig, dass wir uns als
Paar nicht verlieren.
Julia hat ja auch einen Bruder – der jetzt ja mitten in der Pubertät
stecken dürfte. Wie geht es ihm?
Julias Bruder wird im Sommer 15 Jahre alt. Und ja! Er ist mitten in der
Pubertät angekommen. Wir Eltern werden komisch ;-).
Er geht in die 2. Oberstufe und ist im Berufswahljahr. Seine grosse
Geschwisterliebe zu seiner "Tschuli" ist geblieben und er übernimmt
sogar auf eigenen Wunsch seit Kurzem einzelne Betreuungsstunden.
Das Thema Eifersucht blieb komplett aus. Mit zunehmenden Alter prägte sich
sein bereits von klein an vorhandenes, grosses soziales Wesen immer mehr aus.
Mittlerweile hat er damit auch seine Freunde angesteckt und sie
solidarisieren sich mit ihm und allen Menschen mit Angelman-Syndrom. Die
Jungs tragen im Sportverein als Zeichen der Verbundenheit unsere Angelman
Verein Schweiz Sportshirt und machen somit auf den seltenen Gendefekt von
Julia aufmerksam. Dies ist unendlich berührend für uns alle.
Wenn Du auf das Jahr 2020 schaust, was steht da für Euch an?
Das Jahr 2020 wird vorallem in Bezug auf unseren Sohn wichtig. Er beendet
die Schule. Ob er danach eher in eine handwerkliche Richtung geht oder doch
eher Menschen mit einer Behinderung betreeuen möchte, wird sich zeigen. Wir
sind überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird.
Julia darf noch in der Schule bleiben, in der sie jetzt ist, bis sie 18
Jahre alt ist. Dann wird es uns aber auch beschäftigen, wie es für sie weiter
geht.
Für mich hoffe ich, dass ich mit dem Angelman Verein weiterhin viel für
andere betroffene Familien erreichen kann. Dies ist für mich immer noch ein
wichtiges Anliegen, das ich auch im Jahr 2020 versuchen werde umzusetzen.
Was wünscht Du Dir für Deine Familie?
Ich wünsche mir, dass wir weiterhin so ein gutes Team sind. Uns ergänzen,
uns stärken und uns auffangen.
Ich wünsche mir, dass unsere Liebe
zueinander uns weiterhin helfen wird, schwierige Situationen zu überstehen
und wir uns genügend Auszeiten ermöglichen, um unseren Alltag weiterhin zu
meistern. Und ich wünsche mir, dass wir nicht vergessen uns immer wieder zu
sagen, wie gut wir das alle machen!
—-ZUM WEITERLESEN: Unser erstes Interview mit Melanie über die Behinderung
ihrer Tochter
|
Update: So geht es Julia mit dem seltenen Angelman-Syndrom | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-der-grossfamilie-kehmeier-so-klappt-unser-leben-mit-sieben-kindern |
Lieber Sven, das letzte Interview ist nun fast ein Jahr her. Damals habt
Ihr uns erzählt, dass Baby Nr. 7 unterwegs ist. Nun ist Klaas schon wieder
fast 6 Monate alt. Wie waren denn die Geburt und die ersten Wochen zu
neunt?
Ja die Zeit vergeht wie im Flug. Die Geburt war wieder ein Kaiserschnitt,
aber trotzdem wunderschön. Klaas war gleich topfit und Arthy ging es auch
recht schnell wieder gut. Zu der Zeit steckten wir noch mitten im Umbau
unseren Hauses – das war wirklich für alle eine riesen Herausforderung. Arthy
sollte eigentlich ein schönes, ruhiges Wochenbett haben – das aber leider
nicht richtig geklappt hat. Daher war diese Zeit für sie sicher am
anstrengendesten.
Da Klaas ist in den Sommerferien geboren wurde, hatten die anderen Kinder
viel Zeit, ihren Bruder kennen zu lernen. Das war ganz toll.
Mal ganz ehrlich: Gibt es bei Baby Nr. 7 noch Überraschungen oder habt Ihr
einfach echt schon alles erlebt?
Jedes Kind hält Überraschungen bereit. Klaas hat uns als Erster so richtig
gezeigt, was schlaflose Nächte sind. Das kannten wir von den Anderen so noch
nicht….
Was für ein Kerlchen ist Klaas denn?
Die ersten Wochen war es nicht so entspannt mit Klaas. Er hat einige Zeit
gebraucht, um im Leben anzukommen. Wir haben ihn viel getragen und Arthy hat
kaum etwas anderes getan als stillen. Dafür ist er jetzt recht entspannt, er
scheint „angekommen“ zu sein. Und er wickelt mit seinem Charme alle um den
Finger.
Wie gehen die Geschwister mit ihm um?
Die Geschwister lieben ihn. Sie kuscheln und spielen ganz viel mit ihm.
Bislang gibt es keine Eifersucht. Bei Klara – die ja bisher die Jüngste war –
hatten wir etwas Bedenken, wie sie den kleinen Bruder wohl finden wird. Aber
auch sie liebt Klaas sehr.
Was sind momentan die anstrengendsten Momente des Tages?
Ganz klar die Mittagszeit, wenn alle Hausaufgaben erledigt werden müssen
und wir all die Nachmittags-Termine koordinieren müssen.
Und was die schönsten Momente?
Wenn sich mal keiner streitet. Bei vielen Geschwistern wird sich schon oft
gefetzt, da genießen wir die Momente der Harmonie umso mehr.
Sieben Kinder – gab es in letzter Zeit mal blöde Kommentare deshalb?
Eigentlich nicht. Oder wir überhören sie einfach.
Was meinst Du – was lernen Eure Kinder durch die vielen Geschwister fürs
Leben?
Auf jeden Fall sich mit vielen verschiedenen Charakteren auseinandersetzen
zu müssen. Sie lernen Rücksicht zu nehmen und in einer Gemeinschaft zu leben.
Und sie spüren, von vielen geliebt und behütet zu werden. Ich glaube, dass
ist das höchste Gut an einer großen Familie.
Und wünscht sich eins der Kinder eigentlich auch mal, Einzelkind zu
sein?
Oh ja! Wir unternehmen ja häufig auch mal Sachen mit jedem Kind alleine.
Das genießen sie sehr. Aber: Freuen sich dann aber auch wieder auf die
Geschwister.
Was steht in 2020 aufregendes an?
Ja wir wollen im Sommer vier Wochen Urlaub machen. Campen, Hotels, ein Mix
aus verschiedenen Sachen. Wir wollen uns ohne große Planung einfach treiben
lassen.
Und zu guter letzt – auch ein bisschen frech: ist die Familienplanung jetzt
eigentlich abgeschlossen?
Das werden wir natürlich häufig gefragt und bleibt unser Geheimnis. Ganz
nach dem Motto: Sag niemals nie.
—-ZUM WEITERLESEN: Hier verkünden Sven und Arthy Baby NR. 7 und Hier
erzählen sie aus dem Alltag einer Großfamilie. Noch mehr Infos zu der
Großfamilie findet ihr unter: https://svenkehmeier.com
|
Update von der Großfamilie Kehmeier: So klappt unser Leben mit sieben
Kindern | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-dreifachmama-zu-dreifachmama-ist-der-stress-und-das-chaos-weniger-geworden |
Liebe Andrea, unser letztes Interview ist nun ein halbes Jahr her. Im
Januar war Dein drittes Kind gerade mal vier Monate alt und Du warst
ganz schön erschöpft. Wie geht es Dir gerade?
Ich bin immernoch erschöpft. Irgendwie anders, aber doch gleich. Die Kinder
werden ja älter, sind jetzt fünf und drei Jahre, das Baby zehn Monate. Und
sehr agil. War er früher größtenteils dabei, aber auf dem Arm, ist er jetzt
eben mittendrin. Man hört ja immer, dass die dritten Kindern bei allem eher
schnell sind. Also für uns kann ich das bestätigen. Unser Baby steht zwischen
seinen Geschwistern, klettert ÜBERALL hoch und wir müssen noch mehr
aufpassen. Und die Größeren entdecken mehr und mehr ihren Willen, ihre
Selbstständigkeit. Alle drei merken, dass die Ressource "Eltern"
begrenzt ist, was zu Streitigkeiten führt. Das alles erschöpft mich
sehr.
Was hat sich seit dem letzten Gespräch geändert?
Mein Mann ist in Elternzeit. Und wir haben eine Babysitterin, die einmal
die Woche die Kinder von der Kita abholt und mit ihnen auf den Spielplatz
geht. Ansonsten wuppen wir das Chaos aber nach wie vor komplett allein und
ich frage mich oft, wie andere Familien das alles schaffen. Wir können ja
nicht die Einzigen sein, die ohne Familie im Hintergrund drei Kinder
großziehen.
Du hattest Dir besonders von der Elternzeit deines Mannes Entlastung
erhofft…
Ja, das hatte ich wirklich gehofft. Ich hatte geglaubt, dass alles
einfacher wird, wenn wir zu zweit sind. Stattdessen habe ich unterschätzt,
dass ich eben keine Elternzeit mehr habe. Ich bin zwar selbstständig und
deswegen die meiste Zeit im Home-Office. Aber das verwechseln irgendwie alle
anderen Familienmitglieder sehr oft mit "Mama ist Zuhause".
Ich schreibe also meine Artikel zwischen Kindergeschrei, Babychaos und
Orgakram und habe an schlechten Tagen das Gefühl, komplett überfordert zu
sein. In der Elternzeit muss man sich weniger um seinen Beruf sorgen, da ist
man in erster Linie eben fürs Kind da. Und alle Beteiligten wissen das. Wenn
ein Elternteil in Elternzeit ist und der andere im Home-Office werden oft
Grenzen verschoben. Klar will ich an warmen Sommertagen auch lieber mit
meiner Familie an den See. Und abends merke ich dann, dass ich dafür doppelt
soviel Arbeit auf dem Tisch habe. Es ist ein Balanceakt und ich schaffe es
nicht immer, alle Bälle in der Luft zu halten.
Davon abgesehen, mein Mann fragte erst neulich, wann er denn mal Urlaub von
der Elternzeit haben darf. Denn auch für ihn ist es natürlich stressig die
Kinder immer zu beschäftigen, wenn ich zwar Zuhause, aber nicht erreichbar
für sie bin. Ein externes Büro bedeutet aber zusätzliche Kosten, die im
Moment einfach nicht drin sind.
Du hattest Dir das letzte Mal vorgenommen, Dir auch wieder mehr Zeit
für Dich ganz alleine zu nehmen – hat das geklappt?
Äh… nein. Bei der Frage muss ich tatsächlich lachen. Ich bin mir sehr
sicher, dass ich das genau so gesagt habe. Aber da war wohl der Wunsch Vater
des Gedanken. Im letzten halben Jahr hatte ich, glaube ich, zwei Stunden, an
denen ich mich mal ohne Baby oder Kinder mit einer Freundin getroffen habe.
Das Baby kann besonders abends nicht ohne mich sein, er schläft auch nie
alleine sondern nur auf mir gekuschelt. Also bleibe ich abends zuhause,
während mein Mann schon mal unterwegs auf Konzerten ist oder sich mit
Freunden trifft.
Andere Eltern sind da sicher anders und denken mehr an sich. Wenn ich so
darüber nachdenke, dann glaube ich, dass der Fehler bei mir liegt. Aber dann
wieder denke ich: Ist es denn falsch meinem Baby die Sicherheit zu geben, die
es braucht? Meine Zeit wird kommen. Und bis dahin fragt ihr mich einfach in
regelmäßigen Abständen nach meiner Zeit für mich, so dass ich es nicht ganz
vergesse, ok?
Du bist damals sehr offen damit umgegangen, dass Du am Rande
deiner Belastbarkeit angekommen bist – welche Reaktionen gab es
darauf?
Von euren Leser_innen habe ich in der Tat sehr sehr viel Zuspruch erhalten.
Die allermeisten Reaktionen auf den Artikel waren total positiv. Ich habe so
so viele Mails und Nachrichten bekommen, dass es tatsächlich drei Monate
gedauert hat, bis ich die meisten beantwortet hatte. Viele Frauen haben mir
von ähnlichen Erfahrungen berichtet. Das freut mich einerseits, weil ich ja
wirklich dachte, ich sei ganz allein damit – es macht mich andererseits aber
auch traurig, weil es ja zeigt, dass diese Erschöpfung eher ein strukturelles
Problem ist.
Meinen Artikel haben fast 200.000 Menschen gelesen, da ist auch klar, dass
nicht alle Kommentare positiv sind. Das, was mir am meisten in Erinnerung
blieb, war der öfter geäußerte Vorwurf, dass ich ja selbst schuld daran bin.
Weil mich ja niemand gezwungen hat, drei Kinder zu bekommen. Und auch über
den geringen Altersabstand zwischen den Kindern wurde viel gesprochen, es sei
halt falsch Kinder so nah beieinander zu bekommen. Diese Kommentare machen
mich schon auch traurig, weil sie mir sagen "Du bist das Problem! Jammer
nicht, mecker nicht, beschwer dich nicht, Du bist Schuld". Klar waren
die Kinder meine Entscheidung. Aber woher weiß man denn vorher wie dieses
ganze Familiending laufen wird?
Wie hat sich Deine Partnerschaft in den letzten Monaten durch
die Belastung verändert?
Wir zoffen uns öfter. Ich glaube auch, weil mein Mann eben in Elternzeit
ist und wir mehr aufeinander hocken. Weil auch er mehr an seine Grenzen
kommt. Gleichzeitig sind wir in vielem aber auch gelassener und lachen öfter
miteinander. Weil das irgendwie hilft dem ganzen Stress besser Stand zu
halten. Und es hat uns tatsächlich auch noch mehr zusammengeschweißt. Weil
wir eben wissen: Wir Zwei, wir schaffen das zusammen.
Erzähl uns mal von dem letzten richtig richtig schönen
Familienmoment.
Mir fallen auf Anhieb ganz viele ein. Wie die Größeren sich ums Baby
kümmern, wenn ich gerade noch irgendwas schnell fertig machen muss. Wie mein
Dreijähriger aus dem Gebüsch einen riesigen Strauch zerrt, um dem Baby
Schatten zu spenden.
Oder aber, wie wir mit der Bahn fahren, abends, alle schon müde. Und die
Kinder so absurd laut sind, dass ALLE in der Bahn uns anstarren. Die Kinder
reden irgendeinen Quatsch, ich versuche mehrfach sie dazu zu bewegen etwas
leiser zu sein. Ich verstehe das ja, meine Kinder sind laut und nicht jeder
möchte seinen Feierabend mit aufgeregtem Kindergeplapper verbringen.
Jedenfalls müssen mein Mann und ich gleichzeitig aber auch lachen, weil die
Kinder so fröhlich sind und soviel Quatsch im Kopf haben und irgendwie auch
ziemlich niedlich sind. Ab und zu erhasche ich auch amüsierte Blicke der
anderen Mitreisenden. Wir stehen auf, unsere Haltestelle ist die nächste und
ich wende mich an die Menschen um mich. "So, nun freuen Sie sich, der
Zirkus verlässt die Bahn, ich wünsche Ihnen einen ruhigen Abend. Genießen Sie
die Ruhe, wir können das leider nicht." Und 10 Leute um uns herum fangen
laut an zu lachen und versichern uns, dass sie großen Spaß mit uns als
Familie hatten und die Kinder schon ganz richtig sind, so wie sie sind. Da
denke ich gern dran zurück, weil ich zum einen dachte: Ach komm, du kannst
deinen Kindern auch nicht immer sagen, dass sie leise sein sollen, und
andererseits fremde Menschen meinen Kindern die Rückmeldung gaben, dass sie
genauso wie sie sind, sie vollkommen in Ordnung sind. Das stärkt irgendwie
Eltern und Kinder, oder?
Und was war der letzte "Hier ist Voll-Chaos"-Moment?
Eigentlich immer. Vor ein paar Tagen regnete es ziemlich heftig, wir
mussten aber zu einem Termin. Ich bat die Kinder Gummistiefel anzuziehen, gab
jedem einen Schirm, zog mir Gummistiefel an. Mein Mann weigerte sich, was
dazu führte, dass er zum einen nasse Füße bekam, zum anderen aber dafür
sorgte, dass mein Sohn ihm und mir bestimmt 30 mal (!) erklärte, dass er ja
auf mich hätte hören sollen und einfach auch die Stiefel hätte anziehen
können. Am Ende, als wir alle wieder zuhause waren dachte ich: Andrea, sei
stolz auf dich. Nicht nur, dass alle fünf Familienmitglieder wieder
einigermaßen trocken zuhause angekommen sind, nein, du hast es auch geschafft
alle vier Schirme wieder mitzubringen. Es sind die kleinen Dinge, oder?
Du arbeitest ja auch als freiberufliche Journalistin – gibt Dir
das Kraft oder ist es für Dich gerade nur noch mehr Druck?
Irgendwie beides. Einerseits setzt es mich wahnsinnig unter Druck, weil
eben das Haushaltseinkommen zum größten Teil aus meiner Selbstständigkeit
bestritten wird. Ich muss also Artikel schreiben, Aufträge finden, gut
vernetzt sein und immer am Ball bleiben. Das ist wahnsinnig herausfordernd,
wenn gleichzeitig ein 10-Monatsbaby an einem hängt und lieber Mama als Papa
will. Mein Sohn wird noch voll gestillt, an Essen hat er wenig Interesse,
weswegen mein Mann in seiner Elternzeit eben auch nicht stundenlang mit ihm
unterwegs sein kann. Irgendwie beide Aufgaben inne zu haben. Geld verdienen
UND Kinder großziehen, das ist viel.
Andererseits freue ich mich, dass es
einige Auftraggeber gibt, die seit drei Kindern immer wieder darauf warten,
dass ich mit ihnen zusammenarbeite. Die meine Arbeit schätzen.
Klar wäre es einfacher, hätte ich
einen 9to5 Job, bei dem ich regelmäßig mein Gehalt bekomme. Aber dann würde
mir vermutlich auch die Freiheit fehlen im Sommer eben doch spontan an den
See zu fahren.
Ich sag mal so: Wenn jemand auf der
Suche nach einer Journalistin (für Familienthemen) ist, meldet euch
gern.
Was wünscht Du Dir für das nächste halbe Jahr?
Urlaub. Also im Ernst, die Elternzeit meines Mannes geht noch bis November.
Und die wollen wir zum Reisen nutzen. Es ist das letzte Jahr bevor meine
Tochter in die Schule kommt und sich sowieso wieder alles ändert. Also werden
wir, wenn alles gut läuft, in den nächsten Monaten noch etwas reisen. Abgesehen
davon wünsche ich mir, dass die stressigen Momente weniger werden. Dass ich
es schaffe innezuhalten und nicht immer nur von Aufgabe zu Aufgabe zu Aufgabe
zu springen.
— Wer mehr von Andrea lesen möchte, kann dies auf ihrem Blog Runzelfüßchen
tun!
|
Update von Dreifachmama zu Dreifachmama: Ist der Stress und das Chaos
weniger geworden? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-katja-meine-tochter-hat-den-selektiven-mutismus-ueberwunden |
Liebe Katja, es ist nun über ein Jahr her, dass wir über Deine Tochter, die
selektiv mutistisch ist, berichtet haben. Erklär doch nochmal kurz, was
damals das Problem war.
Meine Tochter sprach außerhalb der Kernfamilie lange nur mit ausgewählten
Personen. Prinzipiell kann man sagen, dass es ihr bei Kindern leichter fiel
als bei Erwachsenen und bei Fremden besser klappte als bei bekannten Menschen
(Lehrern, Ärzten etc.). Oft ging dieses „Nicht-Sprechen“ auch mit
körperlichen Symptomen einher: sie vermied Blickkontakt, die Mimik war wie
versteinert, sie hat nicht gelacht, geweint, gehustet…Jetzt zum Schluss
sprach sie mit Omas & Opas, entfernteren Verwandten/Bekannten/Nachbarn, sowie
mit etwa 10 Kindern in ihrer Klasse relativ problemlos. Nicht jedoch mit den
Lehrern, mit ihrem Therapeuten oder Ärzten.
Doch nun gibt es tolle Neuigkeiten….
Jaaaaaa! Seit den Herbstferien 2018 spricht meine Tochter mit allen! In der
Schule mit allen Kindern und allen Lehrern. Und mit ihrem Therapeuten. Sie
hat direkt mal eine der Hauptrollen im St. Martins Theaterstück übernommen
und mit Mikrofon vor fast 400 Kindern und Lehrern gesprochen. Der
Sonderförderbedarf ist mittlerweile aufgehoben und das hat uns ganz neue
Möglichkeiten bei der Wahl der weiterführenden Schule eröffnet. In NRW ist
es nämlich so, dass die Eltern dieser Kinder kein freies Schulwahlrecht
haben; das Schulamt entscheidet, welche Schule das Kind besuchen wird.
Kam die Veränderung Schritt für Schritt oder passierte alles auf
einmal?
Natürlich war das schon eine langsame Entwicklung über Jahre hinweg, aber
der letzte Schritt war jetzt schon ein einmaliger und unerwarteter
Sprung!
Meine Tochter hat das zusammen mit
einer Freundin ausbaldowert und dann hat sie sich einfach vor die Klasse
gestellt und hat verkündet, dass sie ab sofort mit allen spricht. Keiner
wusste davon – auch nicht der Klassenlehrer.Als ich sie dann nachmittags
abgeholt habe, hüpfte sie wie ein Gummiball um mich herum und meinte, sie
müsse mir unbedingt was Tolles erzählen. Ehrlich gesagt, hab ich das erst
gar nicht glauben können, Ich hab immer wieder nachgefragt, ob das auch
wirklich stimmt und sie meinte, ich solle doch den Lehrer anrufen und
nachfragen. Das habe ich dann auch gemacht und er hat mir alles
bestätigt.
Welche Therapien hatte Deine Tochter in der letzten Zeit?
Vor einem Jahr, als wir das letzte Mal gesprochen haben, hatten wir ja
gerade die logopädische Therapie, die uns über Jahre begleitet hat, beendet
und waren zum Kinderpsychologen gewechselt.
Hier waren wir jetzt aber noch in
der Kennenlernphase: es gab Fortschritte bei kleineren Übungen, gesprochen
hat meine Tochter dort aber nicht.
Wie hat sich Deine Tochter dadurch verändert, dass sie nun mit allen
spricht?
Unsere Ansprechpartnerin an der TU Dortmund hat immer prophezeit, dass
meine Tochter nicht mehr zu bremsen sein wird, wenn sie einmal die „Mauer des
Schweigens“ überwunden hat – doch so ist es (leider?) nicht gekommen: sie ist
nun erstaunlicherweise oftmals schüchterner im Umgang mit Fremden, als sie es
vorher war.
Nichts desto trotz ist das natürlich
ein unglaublicher Erfolg und wird ihr in der Zukunft Türen öffnen, die sonst
verschlossen geblieben wären.
Was sagen Ärzte/Therapeuten zu dem Erfolg?
Die waren natürlich auch alle total geflasht und haben sich für meine
Tochter sehr gefreut. Wir konnten auch relativ zeitnah die Therapie beim
Kinderpsychologen beenden und ihr damit nochmal signalisieren: du hast es
geschafft!!!
Wie geht es Dir nun damit?
Dieses „mir fällt ein Stein vom Herz“ Gefühl, das ich eigentlich erwartet
hatte, hat sich irgendwie nicht eingestellt. Das liegt zum einen vielleicht
daran, dass sie ja in der Familie schon immer ganz normal gesprochen hat. Zum
anderen kann man es nach so langer Zeit irgendwie gar nicht richtig glauben
und ist immer noch ein bisschen in Habachtstellung…
Was möchtest du allen anderen Eltern sagen, die in ähnlichen Situationen
stecken?
Wenn der Verdacht auf Mutismus besteht – auch wenn man unsicher ist, ob es
sich nur um Schüchternheit oder wirklich Mutismus handelt – sollte man eine
Diagnose nicht auf die lange Bank schieben.Mutismus wächst sich nicht aus!
Und je eher mit einer Therapie begonnen wird, desto größer sind die
Erfolgschancen. Da Mutismus immer noch recht unbekannt ist und von
Kinderärzten, Erziehern und Lehrern oft verharmlost, als Schüchternheit oder
Trotz abgetan wird, empfiehlt es sich, direkt Hilfe von Fachleuten in
Anspruch zu nehmen.Ich kann hier nur nochmal jedem die TU Dortmund ans Herz
legen.
Und nochmal ganz deutlich: Wo ist der Unterschied zwischen Schüchternheit
und Mutismus?
Schüchterne Kinder versuchen zwar auch, sich gegenüber Fremden oder in
ungewohnten, unsicheren Situationen, verbal zu entziehen. Sie antworten
jedoch, wenn auch gehemmt, sobald sie angesprochen werden. Bei einem
mutistischen Kind würde genau das jedoch nicht passieren, denn diese Kinder
entscheiden nicht bewusst darüber, ob sie schweigen oder reden, sondern die
Situation "selektiert" darüber, ob der Sprechantrieb oder die
Sprechangst die Oberhand behält.
HIER DAS ERSTE INTERVIEW MIT KATJA
|
Update von Katja: Meine Tochter hat den selektiven Mutismus überwunden! |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-nadine-so-schaffte-ich-es-mich-von-meinem-mann-zu-loesen |
Ihr Lieben, ich heiße Nadine und viele von Euch haben schon meinen ersten
Beitrag hier gelesen. Vor vier Jahren habe ich darüber geschrieben, dass
meinem Mann seine Freiheit wichtiger ist als seine Tochter und ich (HIER
KLICKEN für den Artikel).
Vor ein paar Tagen habe ich gesehen, dass mein Artikel nochmal über
Facebook geteilt wurde und viele von Euch fragten, wie es mir heute geht. Und
genau das will ich Euch jetzt erzählen.
Im August 2016 steckte ich voll drin in der Enttäuschung. Wie Ihr wisst,
fuhr mein Mann zu der Zeit oft alleine weg, nahm sich Auszeiten und
unterstütze mich null. Eines Tages packte ich unsere Tochter und fuhr mit ihr
zu meinen Eltern. Ich konnte einfach nicht mehr.
Ich hoffte sehr, dass mein Mann durch meine plötzliche Abreise
wachgerüttelt wird, dass er anruft, uns abholen wird. Aber es verging ein
Tag, es vergingen zwei Tage, es verging eine Woche – ohne dass wir was von
ihm hörten.
Ich habe mich nachts in den Schlaf geheult und es einfach nicht verstanden.
Nach zwölf (!!!) Tagen Funkstille war mir klar, dass ich ausziehen muss. Es
war ohnehin immer SEIN Haus gewesen, nie unseres. Glücklicherweise fand ich
schnell eine Bleibe und tatsächlich ging es uns gut dort. Ich genoss unsere
Mädchen-Wohnung und kam endlich zur Ruhe. Mein Mann holte die Kleine alle
zwei Wochen für ein paar Stunden ab.
Dann kam Weihnachten und wir verbrachten die Feiertage wegen unserer
Tochter zusammen. Plötzlich war er wie verwandelt und sagte, dass er uns
vermisse, nicht ohne uns sein könnte. Da waren sie, die magischen Wörter und
all die Liebesbekundungen, auf die ich so lange gewartete hatte. Ich
vermisste ihn ja auch – oder vermisste ich nur die Vorstellung einer heilen
Familie, ich weiß es nicht…
Die Wochen danach vergingen, ich blieb mit unserem Kind in der Wohnung,
verbrachten aber viel Zeit mit meinem Mann. Im Frühjahr fuhren wir sogar ein
paar Tage gemeinsam an der Ostsee. Auf der Heimreise bat er mich, wieder zu
ihm zu ziehen. Ich drehte mich im Auto um, da saß unsere gemeinsame Tochter und
schlief. Ich dachte: Versuch es einfach nochmal. Kämpfe nochmal um Eure
Familie. Du hast schließlich versprochen: In guten wie in schlechten
Zeiten…
Also kündigte ich die Wohnung und zog wieder bei ihm ein. Es war tatsächlich
eine gute Zeit, wir rauften uns zusammen und gaben uns Mühe. Ja, ich war
glücklich und dankbar, dass wir diese zweite Chance genutzt hatten.
Im Januar 2018 wurde ich schwanger. Ich war überglücklich – und hatte Bedenken,
wie mein Mann reagieren würde. Ich behielt die Schwangerschaft erst mal für
mich, als ich in der sechsten Woche dann das Herzchen schlagen sah, rief ich
meinen Mann an und sagte, ich müsse mit ihm reden. „Sag mir nicht, dass du
schwanger bist“, polterte er am Telefon. Ich sagte: „Doch, bin ich.“ Da legte
er erstmal auf.
Der Tag zog sich wie Kaugummi, mein Mann kam erst heim, als unsere Tochter
schon im Bett war. Mein Mann war sehr ärgerlich und fragte, was ich denn jetzt
vor hätte. Ich sagte ihm, dass zu einer Schwangerschaft ja immer zwei
gehörten und wo genau das Problem sei. Aber er beruhige sich nicht.
In den nächsten Wochen sprach er kaum ein Wort mit mir. Das
Ultraschallbild, das ich ihm auf den Tisch gelegt hatte, nahm er nie in die
Hand. Ich war verzweifelt, lag wieder abends weinend im Bett, versprach
meinem Baby aber, dass alles gut werden würde
Der Arzttermin in der 11. Woche verlief gut, zu Hause war die Stimmung
einfach nur noch schrecklich. Aber ich begann mich über den wachsenden Bauch
zu freuen. Beim nächsten Kontrolltermin sagte der Arzt, dass er keinen
Herzschlag mehr sehen könne. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben, ich
dachte, der Boden würde mir unter den Füßen weg gerissen.
Ich rief meine Mama an und sagte, sie solle meine Tochter übers Wochenende
abholen. Denn ich wusste, dass ich zur Ausschabung ins Krankenhaus muss. Mein
Mann hat mich dahin begleitet. Als ich aus der OP aufwachte, war da einfach
nur eine große Leere. Ich hab mich zwei Tage ins Bett verkrochen, nur
geschlafen und geweint.
Ich war so unendlich traurig. Mein Mann hat meinen Schmerz nicht verstanden.
Er sagte: „Du bist nicht die einzige, der sowas passiert“ und damit war die
Sache erledigt.
Im September, das wäre der Geburtsmonat des zweiten Babys gewesen, bin ich
mit unserer Tochter in den Urlaub gefahren – mal wieder alleine. Dieser
Urlaub tat uns so gut und ich merkte, dass ich nicht so weitermachen will.
Dass ich es verdiene glücklich zu sein.
An Weihnachten zog ich wieder aus. Und wie beim letzten Mal fing er nach
wenigen Wochen wieder an, mir zu erzählen, wie sehr er uns vermissen und
lieben würde. Ich ließ mich wieder auf Ausflüge zu dritt ein, aber ich fragte
mich danach: „Wo ist bloß dein Stolz? Wo ist deine Selbstliebe? Warum lässt
du diesen Mann wieder in dein Leben?“ Ich musste feststellen, dass ich keinen
Stolz und auch keine Selbstliebe mehr hatte.
Im neuen Jahr verschwand er wieder von der Bildfläche, ließ uns hängen,
ging tagelang nicht an Telefon. Ich war verzweifelt. Eines Abends lag ich mit
meiner Tochter im Bett und da sagte sie: „Mama, ich liebe dich soooo sehr. Du
und ich sind eine Familie.“ Da machte es klick. Sie hatte so recht. Es ging
um uns zwei. Ich stand danach im Bad vor dem Spiegel und schrie mich an:
„Bist du das, Nadine? Was ist von dir noch übrig?“
Die nächsten Wochen waren hart, aber ich hatte beschlossen, dass wir es
ohne ihn schaffen werden. Und dann kam Corona. Mein Mann meldet sich nicht.
Er fragte nicht nach, wie wir durch den Lockdown kamen und ob wir gesund
seien. Meine Tochter hatte ebenfalls kein Bedürfnis nach Kontakt.
Irgendwann bekam ich Post von seiner Anwältin, spöter auch vom Jugendamt.
Dort mussten wir vorsprechen, er erzählte seine Version, ich meine. Ich ging
zur Erziehungsberatung, weil ich durchaus dafür war, dass unsere Tochter
Kontakt mit ihm hat. Er stichelte nonstop und meinte, dass unsere
psychologische Hilfe braucht. Glücklicherweise war die Sozialpädagogin
anderer Meinung und hat mir gut durch diese Anfeindungen geholfen.
Nach diesen Jugendamtsterminen tauchte er wieder ab, mittlerweile haben wir
15 Wochen nichts gehört. Und mit jeder Woche merke ich, wie gut mit der
Abstand gut. Ich werde stärker und unabhängiger. Ich glaube, ich kann mich
nun endlich von ihm lösen. Ich habe erkannt, dass meine Tochter und ich auch
ohne ihn eine Familie sind. Es geht um uns, dass wir glücklich sind. Ich
denke viel über mich nach, wer ich bin und warum ich so lange um seine Liebe
und Anerkennung gebettelt habe. Es wird noch ein langer Weg, aber ich merke,
dass ich ihn gehen will.
Vielleicht lerne ich ja irgendwann nochmal einen Mann kennen und vielleicht
wächst unsere Familie dann auch nochmal. Wer weiß schon, was das Leben noch
bringt. Aber bis dahin konzentriere ich mich ganz auf mich und meine Tochter.
Ich will, dass sie eine glückliche Kindheit hat und dass ich zu alter Stärke
komme.
Vielleicht kann ich mit meiner Geschichte anderen Mamas Mut machen, sich
aus ungesunden Beziehungen zu lösen. Ich wünsche Euch alles Gute!
|
Update von Nadine: So schaffte ich es, mich von meinem Mann zu lösen | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-sam-so-geht-es-dem-maedchen-mit-dem-fas-syndrom |
Liebe Cindy, liebe Sam, Eure Geschichte hat unsere Leser stark berührt. Sam
ist eigentlich die Tochter von Cindy Bruder. Er und die Kindesmutter konnten
sich aufgrund einer Drogensucht und anderen Problemen nicht um das Kind
kümmern, so dass Ihr Sam mit sechs Monaten bei Euch aufgenommen habt. Jetzt
wird Sam bald 9 Jahre alt – wie geht es Euch?
Sam: Mir geht es gut. Wir haben Anfang des Jahres eine Katze bekommen. Sie
heisst Maja und ist eine Perserkatze. Seitdem sie da ist, geht es mir viel
besser. Wenn ich traurig bin, kommt Maja immer zu mir und tröstet
mich.Wenn ich wütend bin, dann kommt Maja und streicht mir immer wieder ihren
Schwanz ins Gesicht und meckert, damit ich aufhöre.
Cindy: Ja, das stimmt alles. Sam hat aufgrund des FAS immer wieder
Wutausbrüche. Diese sind in den letzten Jahren heftiger und häufiger
geworden. Maja hilft Sam, sich nach Wutausbrüchen schneller zu beruhigen.
FAS – Fetales Alkoholsydrom. Sam hat es, weil die Kindesmutter in der
Schwangerschaft Alkohol getrunken hat. Außer den Wutausbrüchen – wie äußert
es sich sonst noch?
Cindy: Sam fehlt das natürliche Empathie-Gefühl. Das, was wir Empathie
nennen, haben wir ihr beigebracht. Das heißt: Für Sam ist erstmal nur Sam
wichtig. Dann kommt die Katze – und dann wir. Das heißt nicht, dass sie uns
nicht liebt. Es ist nicht einfach zu beschreiben. Ein Beispiel: Ich habe eine
Autoimmunkrankheit und manchmal will mein Körper nicht so, wie ich es will.
Wir waren einkaufen, meine Beine haben aufgrund der Krankheit nachgegeben und
ich bin hingefallen. Sam dreht sich um und sagt: „Ach, bist du hingefallen?
Ich geh schon mal nach Hause.“ Für Aussenstehende ist das sehr komisch, aber
für mich normal. Sam versteht nicht, das ich vielleicht Hilfe
brauche.
Ausserdem ist es für sie sehr wichtig, dass ihr Alltag nach einem
bestimmten Plan abläuft. Kommt es anders als erwartet, wird sie sehr wütend
und kann diese Wut schwer kontrollieren. Sie merkt natürlich auch, dass ich
gesundheitlich angeschlagen bin. Das macht Sam große Angst und diese Angst
wandelt sich manchmal auch in Wut.
Aber Sam geht seit 3 Jahren zur Therapie und sie mag ihre Therapeutin sehr
gerne. Sie wird auch dieses Jahr stationär für ein paar Wochen in eine Klinik
gehen. Am Anfang habe ich gedacht, ich bin eine schlechte Mutter, wenn ich
nicht alles alleine schaffe. Ich gehe zur gleichen Zeit auch in eine Klinik
gehen, somit wird uns beiden geholfen. Sam weiß, dass es nur darum geht, dass
sie besser mit ihrer Wut umgehen kann. Ich bin so froh, dass sie
einverstanden ist, das macht es mir/uns auch viel leichter.
Wie ist er Kontakt zur Kindsmutter heute?
Sam: Sie spielt in meiner Welt keine Rolle. Sie interessiert mich
nicht.
Cindy: Tja, damit ist wohl alles gesagt. Sie meldet sich ca. 1 Mal im Jahr
und fragt wie es uns geht – mehr nicht. Aber das ist ok. Sam und sie hatten
nie eine Bindung zueinander. Vielleicht wird sich das später ändern. Sollte
es das, werden wir Sam natürlich unterstützen.
Dein Bruder hat sich leider das Leben genommen – weiß Sam über ihre
leiblichen Eltern bescheid und wie geht sie damit um?
Cindy: Ja, sie weiss darüber Bescheid. Wir haben ihr immer alle Fragen
kindgerecht erklärt und sie hat ein Baby -Album, in dem ihre leiblichen
Eltern und ein paar Geschwister mit Fotos zu sehen sind. Die restlichen
Geschwister haben ich mit Namen und Geburtsdatum eingeschrieben, damit sie
irgendwann alle finden kann.
Sam: Ich kenne meinen Bruder L. , wir haben uns schon getroffen. Meine
anderen Geschwister kenne ich noch nicht, aber ich möchte sie irgendwann alle
zusammen treffen. Ich weiss, dass mein Papa im Himmel ist, weil er sehr krank
war. Wir haben einen Engel für ihn hier stehen und machen oft eine Kerze an.
Ich hab ihn sehr lieb und sage ihm oft gute Nacht. Ich hab also Glück, weil
ich 2 Papas habe und viele Geschwister.
Cindy, Du hast ja noch zwei ältere Kinder – wie geht es ihnen und wie ist
die Bindung zwischen den Geschwistern?
Sam: Gut, ich hab meine Geschwister sehr lieb.
Cindy: Ja die beiden Großen sind zwar schon um einiges älter (21 und bald
18), aber sie haben trotzdem eine enge Beziehung zueinander.
Unser Sohn ist letztes Jahr ausgezogen, er baut sich gerade eine
eigene Firma auf, die bald 18-Jährige wohnt noch zu Hause, sie leidet unter
Depressionen und macht deshalb erst später eine Ausbildung zur
Sozialassistentin. Denn die Gesundheit geht immer vor!
Für Euch war es damals gar keine Frage, dass Ihr Sam aufnehmt. Gab es
damals von außen Unverständnis?
Cindy: Nein, kein einziges Mal. Jeder hat sich gefreut und jeder der davon
erfährt, bewundert uns. Obwohl wir das als total normal ansehen, denn Sam
gehört ja einfach zur Familie. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was wäre,
wenn sie in die „falsche“ Pflegefamilie gekommen wäre. Wir haben Pflege
damals sofort ausgeschlossen, weil wir wollten, dass sie mit allem, also auch
rechtlich gesehen, unsere Tochter ist.
Wie bereichert Sam Euer Leben?
Cindy: Auf jeden Fall ist hier immer was los! Sam bringt uns oft an
Grenzen, aber auch im positiven Sinne. Sie ist auch ein Sonnenschein und hat
so viele tolle Ideen, was man alles machen kann. Sie freut sich über die
kleinen Dinge im Leben, liebt die Natur und ist einfach zufrieden und
glücklich.Und sie ist so intelligent, es ist manchmal erschreckend, woher sie
so viele Dinge weiß und uns damit auch noch etwas bei bringt!
Rückblickend – was waren die schönsten und die anstrengendsten Momente mit
Sam?
Cindy: Die schönsten Momente sind, wenn wir mit Sam in der Natur sind. Ich
fahre jedes Jahr mit meinen Töchtern in ein Frauencamp in Brandenburg und Sam
ist dort wie ausgewechselt. Sie ist so entspannt und ausgeglichen.Auch sonst
versuche ich mit Sam viel am Wasser zu sein, denn das tut ihr und mir gut.
Ich freue mich jeden Mal zu sehen, wie sie den Blumen „Guten Morgen“ sagt und
den ganzen Tag einfach unbeschwert ist. Diese Tage im Jahr sind so wertvoll
und ich tanke viel Kraft.
Anstrengend ist jeder Wutausbruch. Manchmal sind es mehrere am Tag, dann
wieder nur 1 Mal in der Woche. Man weiß nie, was der Tag bringt. Ich gebe zu,
manchmal bin total gelassen und lasse sie einfach machen, aber oft schaffe
ich es nicht, ruhig und gelassen zu sein und dann brüllen wir uns einfach nur
an. Aber danach ist dann auch erst mal wieder gut und wir umarmen uns und
versuchen, es beim nächsten Mal besser hinzubekommen.
Du hast zwei leibliche Kinder und ein angenommenes – spürst du da noch
irgendeinen Unterschied?
Cindy: Nein, es gibt für mich keinerlei Unterschiede. Ich liebe Sam von
Herzen und würde mein Leben für sie geben, genau wie bei meinen anderen
Kindern. Mir war es schon immer egal, ob ich leibliche Kinder oder adoptierte
Kinder haben werde. Ich wollte nur immer schon mindestens 3
Kinder.
Was wünscht Du dir für Sams Zukunft?
Cindy: Ich wünsche mir, dass Sam alles schafft, was sie sich vorstellt. Sie
ist so stark, kreativ und lässt sich kaum was gefallen. Ich denke, sie kann
alles erreichen!
Als sie noch kleiner war, hab ich mir Berichte über FAS-Kinder angeschaut
und ich hatte große Angst, das sie irgendwann in einem Heim landet. Heute
weiß ich, dass alles gut wird und dass wir noch viel Zeit haben, mit ihr an
unseren Problemen zu arbeiten.
|
FAS-Syndrom: Vor acht Jahren adoptierte Cindy ihre Nichte |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/update-von-ute-mein-mann-war-24-monate-in-haft-jetzt-ist-er-wieder-da |
Liebe Ute, im letzten Jahr hast Du uns von Deiner Familiensituation
berichtet. Dein Mann war für 24 Monate in Haft. Er sollte im Januar 2019
entlassen werden. Jetzt hast du uns erzählt, dass er bereits an Weihnachten
wieder bei Euch war. Wie kam es dazu und wie war der Tag, als er entlassen
wurde?
Durch "Freistellungstage", die sich mein Mann durch die Arbeit
verdient hatte, und die Umstände, dass zwischen den Jahren keine Entlassungen
stattfinden, durfte er einige Tage vor Weihnachten bereits nach Hause
kommen.
Da der genaue Tag erst einen Tag vor Entlassung feststand, und es die
letzte Schulwoche war, haben wir den Kindern nichts gesagt. Mein Mann
und ich hatten beschlossen, dass er mit dem Zug kommt und wir ihn vom Bahnhof
abholen. Ein neutraler Ort, wo Ankommen, Verabschieden und Begrüßen
hingehört. Wir dachten, die Kinder könnten mit einer langen Autofahrt, wenn
sie ihn mit abgeholt hätten, überfordert sein. Und wir wollten sie auch nicht
bei Oma warten lassen, wenn ich ihn alleine abgeholt hätte.
Ich habe die Kinder mittags von Schule und Kindergarten abgeholt und ihnen
gesagt, dass wir bald zum Bahnhof fahren und den Papa holen. So konnten sie
sich noch darauf vorbereiten, mussten aber nicht den ganzen Morgen in der
Schule mit diesem Wissen ausharren.
Es war ein sehr schönes Begrüßen! Wir sind anschließend nach Hause
gefahren, haben etwas gegessen und Papa kurz die wichtigsten Veränderungen im
Haus gezeigt. Dann war allerdings Alltag mit Hausaufgaben und
Nachmittagsaktivitäten der Kinder dran, das hatte sich mein Mann so
gewünscht. Abends gab es ein Wunschessen, Papa war beim Vorlesen dabei
und es war friedlich und harmonisch, ein bisschen kitschig.
Du hattest ja die Befürchtung, dass das Gefängnis deinen Mann verändert
haben könnte, weil er zum Beispiel lärmempfindlicher ist und einen ganz
anderen Tagesablauf hat. Wie ist es nun – wie hat er sich wirklich verändert?
Mein Mann konnte sich relativ schnell wieder an alles gewöhnen. Er hatte ja
auch im Gefängnis einen festen Tagesablauf und hat versucht, sich an unsere
Schlafenszeiten zu halten, so dass die Umstellung gar nicht so groß war. Er
sagte, der Lärm der Kinder sei für ihn viel angenehmer und schöner als all
die Geräusche im Gefängnis, wie das regelmäßige Drehen der
Überwachungskameras, das Surren der Belüftung oder das Gebrüll der anderen
Häftlinge.
Wie sind die Kinder damit umgegangen, dass der Papa wieder da ist?
Die Kinder haben den Papa sofort wieder als Familienmitglied in alles
einbezogen, er hat Fahrten zur Schule übernommen, die Freizeitaktivitäten
begleitet, war und ist ganz viel da. Er hat sich immer wieder einzeln mit den
Kindern beschäftigt, so dass jeder seine Kuschel- und Sonderzeiten
hatte.
Ihr hattet ja auch vor, eine Paarberatung aufzusuchen. Habt Ihr das gemacht
und was lernt Ihr dort?
Wir haben eine gute Beratung gefunden, in der wir Probleme ansprechen und
gemeinsam lösen. Wir haben gelernt, dass es schon hilft, etwas auszusprechen
und nicht für sich zu behalten. Die Anwendung fällt mir noch etwas schwer,
aber wir sind auf einem guten Weg.
Mich hat in unserem letzten Gespräch sehr beeindruckt, dass du keinerlei
Wut auf deinen Mann verspürst. Du hast gesagt, Wut würde Dir nichts bringen,
weil du diese Wut ja nicht kanalisieren könntest. Wie sieht es jetzt damit
aus?
Wut hat sich nach wie vor nicht wirklich entwickelt, aber ich merke schon,
dass ich bei Streit "Jetzt lass mir meine Meinung, ich habe doch so viel
durchgemacht!" denke. Aber wir sprechen dann darüber und dann stelle ich
fest, dass ich eben auch nicht immer recht habe. Das Wichtigste ist wirklich:
Reden, reden, reden!
Du hast monatelang alles allein geregelt – fällt es dir nun leicht, wieder
Verantwortung abzugeben?
Das war anfangs tatsächlich schwer. Wir haben um Kompetenzen gerungen und
ich habe mich auch schnell angegriffen gefühlt, wenn er sich
"eingemischt" hat. Aber auch das hat sich relativ schnell wieder
eingespielt. Das Einzige, was ich bis jetzt komplett übernommen habe, ist das
Thema Finanzen. Und das klappt super.
Spürt Ihr irgendwelche Vorbehalte Deinem Mann gegenüber aus Eurem
Umfeld?
Fast gar nicht. Unser direktes Umfeld hat sich sehr gefreut, dass er wieder
da ist. Sie haben erlebt, wie glücklich die Kinder sind und auch, dass ich
viel entspannter bin und die Verantwortung für alles nicht mehr so auf mir
lastet. Natürlich gab es Menschen, die meinen Mann beiseite genommen haben
und ihm sagten, dass sein Verhalten damals nicht korrekt war und er seine
Familie in ziemlichen Schlamassel gebracht hat. Aber diese Personen hatten ja
recht.
Was ist für dich das Schönste daran, dass Dein Mann wieder bei Euch
ist?
Ich fühle mich wieder vollständig! Mein Mann ist die Liebe meines Lebens.
In den zwei Jahren Haft habe ich den Austausch mit ihm so sehr vermisst. Wir
haben unzählige Briefe geschrieben, aber das ist nicht dasselbe, als wenn man
persönlich miteinander spricht. Seit mein Mann entlassen ist, schreibt er mir
ständig Whatsapp Nachrichten – einfach, weil er es genießt, dass es möglich
ist und dass er mir wieder sagen kann, was er gerade erlebt und macht. Das
ist ein so schönes Gefühl.
Ich bin auch so froh, dass meine Kinder das Ganze so gut verarbeiten.
Einige Menschen hatten mich gewarnt, die Kinder könnten mit ihrem Vater
fremdeln, wir hatten uns auch darauf vorbereitet. Aber dem war nicht so und
das freut mich.
Wisst Ihr schon, wie es beruflich für Deinen Mann weiter geht?
Ich bin stolz und überglücklich, dass mein Mann seit Anfang April wieder
arbeitet. Er hat eine Stelle gefunden, die anders ist als das, was er vorher
gemacht hat. Zwar in seinem Bereich, aber quasi ein Seitenwechsel. Er hat es
bewusst gemacht, um nicht so weiter zu machen, wie er aufgehört hat. Er will
einen Neuanfang.
Was wünschst Du Dir für 2019?
Dass unsere finanzielle Lage weiterhin aufwärts geht. Und dass wir uns
einfach genießen. Wir sind endlich zur Ruhe gekommen und einfach nur
zufrieden.
HIER ist der Link zu dem ersten Interview mit UTE
Foto: Pixabay
|
Update von Ute: Mein Mann war 24 Monate in Haft - jetzt ist er wieder da!
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/urlaub-und-weiterbildung-fuer-familien-die-schaefchen-academy-sucht-noch-dozentinnen |
Ihr Lieben, ich bin Petra Rolfs (Mutter von 4 Kindern) und lebe und arbeite
mit meiner Familie auf einem großen Landwirtschaftlichen Betrieb mit
Schäferei direkt an der Nordsee.
Seit über 30 Jahren bin ich Gastgeberin in einem inzwischen zum kleinen
Dorf herangewachsenen Ferienbetrieb mit Gastronomie, einer Ponyreitschule und
einer Jahreszeiten-Werkstatt.
Die Nordsee direkt vor der Tür und eine immer mehr ansteigende Nachfrage
nach speziellen Angeboten auch in den Wintermonaten lässt mich über neue
Konzepte nachdenken.
Ich wollte etwas für mich tun – auch als die Kinder klein waren
Ich habe die Zeit, in der die Kinder klein waren, noch gut in Erinnerung
und mein Wunsch, auch zu diesem Zeitpunkt etwas für mich zu tun war immer
groß. Ich wollte Dinge lernen und trotzdem für die Kinder da sein.
Bestenfalls noch Dinge gemeinsam erleben und etwas mitnehmen. Der Wunsch,
alles unter einen Hut zu bekommen, hat mich jetzt die SchäfchenAcademy
entwickeln lassen .
Spezialisiert auf Familien mit kleinen Kindern würde ich gerne im
Winterhalbjahr Urlaub mit Mehrwert anbieten. In Workshops zeitrelevante
Themen anbieten wie z.B. Resilienz für Mütter in diesen Zeiten, genauso wie
für Kinder im Kindergartenalter, wieder fit mit Baby u.s.w..
Auch Nathalie Klüver von Eine ganz normale Mama wird an drei Tagen einen
Workshop über die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein halten.
Es gibt eine solche Fülle an Themen die mir speziell für diese Zielgruppe
einfallen.
Coaches gesucht, die tolle Weiterbildungen für Mütter anbieten!
Dafür suche ich TrainerInnen oder Coaches, die in meinem Hause mit 10-15
TeilnehmerInnen einen 3-4-Tage-Workshop thematisch gut strukturiert abhalten
und eine journalistische Begleitung.
In der Zeit von Anfang November bis 1. März in der Woche. Also montags
Anreise, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag Workshop und freitags nach dem
Frühstück Abreise.
Schöne Wohnungen, ein gastronomisches Konzept und gute Arbeitsmöglichkeiten
wären vorhanden. Vielleicht habt ihr eine Idee oder wisst vielleicht
jemanden?
Ich freue mich sehr von euch zu hören,
Eure Petra Rolfs
|
Urlaub UND Weiterbildung für Familien: Die Schäfchen Academy sucht noch
DozentInnen! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vaeter-im-ersten-jahr-mit-kind-glueckshormone-fliessen-wie-bier-auf-dem-oktoberfest |
Ihr Lieben, so viel Mann war noch nie! In dieser Woche könnten wir uns
glatt in Stadt Land Papa umbenennen. Erst meldet sich ein Trennungsvater,
dann ein narzisisstisches Arschloch – und nun auch noch der Hanne. Willkommen
in der Quotenwoche der Männer hier im Blog. Muss ja auch mal sein, oder? Ist
ja auch nicht leicht, diese ganze Unterrepräsentation…
Nun ist Christian Hanne vom Familienbetrieb aber ein Phänomen, denn er
schreibt zwar Väterbücher, diese werden aber hauptsächlich eben von Frauen
gekauft. Von Ehefrauen (also nicht nur seinen eigenen, ist klar, ne),
Geliebten, Schwiegermüttern (bitte dringend das Komma vor diesem Wort
beachten), Omas – und na klar: auch von Hanne-Fangirls.
Humor in der Elternschaft – so wichtig!
Von solchen, die erstmal selbst ein bisschen lachen wollen, bevor sie das
neuste Werk weitergeben an den Liebsten. Ihr merkt schon, ich will heut
lustig sein. Ich kann das aber gar nicht. Und deswegen ist es gut, dass es
den Christian gibt, der das für uns übernimmt.
Er hat nach seinem Mega-Bestseller-Erfolg „Hilfe, ich werde Papa*“ nun
jedenfalls chronologisch korrekt sein Werk – und insgesamt viertes Buch –
„Papa braucht ein Fläschchen*“ mit „Überlebenstipps für das erste Jahr als
Vater“ nachgelegt. Hurrrrra, das Vaterbuch des Jahres ist da!
Erstes Jahr mit Kind: Mut für Väter UND Mütter
Und sollte jemand von euch jemals unser Buch WOW MOM* als Mutmacher fürs
erste Mamajahr gekauft haben, so braucht es nun also dringend auch noch das
Pendant dazu, den neuen Hanne-Klassiker! Das gilt natürlich auch für künftige
Käufe, bitte kauft und bestellt uns aus Gleichberechtigungsgründen doch
fortan im Doppelpack.
So haben Mama UND Papa was zum Schmökern und ums Kind kümmert sich dann…
nun, ach, am Anfang schlafen die süßen Engelchen ja auch noch so viel, oder?
Kniep, kniep, zwinker, zwinker… ihr wollt eine Kostprobe? Ihr bekommt eine
Kostprobe:
Christian Hanne: Papa braucht ein Fläschchen*: Überlebenstipps für das
erste Jahr als Vater
Versagen wie Ben Affleck als Batman
„Sie sehnen sich nach dem Gefühl, einmal ein totaler Versager zu sein, der
nichts auf die Reihe bekommt? Dann war die Entscheidung, ein Kind zu bekommen
und Vater zu werden, genau richtig. […] Ihre Partnerin ist vermutlich ähnlich
überfordert und manchmal denken Sie beide, das Baby hätte größere
Überlebenschancen, würde es von einer Gruppe Gorillas adoptiert.“
Das Leben ist (k)ein Ponyhof
„Ich kann Ihnen nur einen ehrlichen Blick auf das Leben als Papa anbieten.
Ohne Filter, Weichzeichner und Puderzucker. Das Vaterleben ist nämlich kein
Ponyhof. Oder vielleicht doch? Dann allerdings ein Ponyhof, bei dem Sie
keinen blassen Schimmer von Pferden haben, die Ponys Sie andauernd nachts aus
dem Schlaf wiehern, weil sie fressen wollen und dann alles vollkacken, sodass
Sie vollkommen übermüdet den Stall ausmisten müssen. Dafür haben Sie aber
wenigstens ein niedliches Pony.“
Zusammenhalt wie bei Frodo und Sam
„Weil Ihnen die Maiers und Müllers keine Hilfe sind, ist es umso wichtiger,
dass Sie und Ihre Partnerin sich gegenseitig unterstützen. Frodo musste ja
auch nicht alleine den Ring nach Mordor bringen. Er hatte seinen Freund Sam
als Gefährten an seiner Seite. Der trug den vollkommen erschöpften Frodo
sogar die letzten Meter den Schicksalsberg hinauf, damit der Ring zerstört
werden konnte. Halten Sie zusammen, machen Sie sich gegenseitig Mut und
stehen Sie sich bei, wenn einen von Ihnen die Kräfte verlassen. Werfen Sie
das Baby aber nicht in einen Abgrund mit glühender Lava!“
Boah, Alter!
„Die ehemalige ZDF-Journalistin Petra Gerster hat in einem ihrer Bücher
geschrieben, Kinder seien das beste Anti-Aging-Programm. Ich habe da meine
Zweifel. Ich glaube eher, dass das erste Babyjahr in etwa 30 Elternjahren
entspricht. Ich zumindest bin im jeweils ersten Jahr mit meinen Kindern so
rapide gealtert, dass ich seitdem nicht selten für den älteren Bruder meines
Vaters gehalten werde.“
Love is in the air
„Ist Ihr Baby etwas älter, können Sie ab und an einen Babysitter
engagieren. Also, falls Sie im Lotto gewonnen oder reich geerbt haben. Ganz
billig wird das nämlich nicht. […] Außerdem gönnen Sie sich den Luxus eines
Kinobesuchs, wo Sie Eintrittskarten im Wert eines Mittelklassewagens erstehen
und – jetzt ist ohnehin alles egal – die XXL-Tonne Popcorn und den Eimer Cola
im Maxi-Super-Spar-Menü nehmen.
Ihnen und Ihrer Partnerin wird diese gemeinsame Zeit guttun, auch wenn Sie,
um das alles zu bezahlen, möglicherweise eine Niere auf dem Schwarzmarkt
verkaufen müssen. Dafür haben Sie dann im Krankenhaus noch ein wenig Me-Time
für sich. Die ist ja auch wichtig.“
(*alles Affiliate Links)
|
Väter: Überlebenstipps für das erste Jahr als Vater von Bestsellerautor
Christian Hanne | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vergroesserte-nackenfalte-alle-dachten-unser-kind-waere-schwer-behindert |
Ich heiße Vera und möchte
Euch heute die Geschichte meines Löwenmädchens erzählen. Alles begann in der
11. Schwangerschaftswoche, ich fuhr mit meinem Mann zu dem ersten großen
Vorsorgetermin. Angst hatte ich keine, es war mein erstes Kind und ich wusste
weder etwas über zusätzliche Untersuchungen noch über mögliche
Komplikationen, die in so einer Schwangerschaft auftreten können. Einige
Freundinnen hatten bereits Kinder und nie war irgendetwas Auffälliges gewesen
– warum sollte es bei mir anders sein?
Also saßen wir naiv und aufgeregt im Behandlungszimmer. Nie werde ich das
entsetzte Gesicht des Arztes vergessen. Ich wusste sofort, dass irgendwas
nicht stimmt. Es war, als würde sich ein Nebel um mich legen und meine
Unbeschwertheit für immer mitnehmen.
Mein Baby hatte eine Nackenfalte von 10,4m, das entsprach der vierfachen
Abweichung vom Toleranzbereich. Sofort war die Rede vom Down Syndrom,
Trisomie 13 oder Trisomie 18. Der Arzt sagte, das Kind würde wohl noch in
meinem Bauch sterben. Ich schaute auf das Ultraschall-Bild, was ich sah,
erinnerte mich an einen überdimensionalen Rucksack. Da war dieser kleine,
noch nicht vollständig ausgeformte Körper und trug auf seinem Rücken eine gigantische
Blase, die fast so groß war wie der Körper selbst.
Mir wurde Blut abgenommen, um die Biochemie zu ermitteln, dann fuhren wir
weinend nach Hause. Auch mein Mann, der Kerl mit den breiten Schultern, der
sonst mit Gefühlsregungen geizt, weinte.
Vor uns lag ein schreckliches
Wochenende mit vielen Tränen. Ich recherchierte im Internet, fand aber keine
vergleichbaren Fälle.
Am Mittwoch lagen die Ergebnisse vor. Alles sei in Ordnung – wir verstanden
die Welt nicht mehr. Zwei Tage später dann wieder ein Anruf. Dem Labor sei
ein Fehler unterlaufen, man habe sich verrechnet. Ich solle umgehend in die
Praxis kommen, dort erfuhr ich, dass die Wahrscheinlichkeit auf ein stark
behindertes Kind bei 1:2 lag.
Zur Absicherung des Ergebnisses wurde eine Chorionzottenbiopsie
durchgeführt. Dabei wird über eine lange Nadel in die Gebärmutter gestochen,
um Plazentagewebe zu entnehmen und auf genetische Zusammensetzung zu
überprüfen. Bei der Biopsie waren drei erfahrene Oberärzte anwesend – eine so
große Nackenfalte war so selten, das wollten sich die Ärzte alle selbst
ansehen. Alle waren sich sicher: Dieses Kind kann nicht gesund sein.
Wir dachten langsam darüber nach, ob wir die Schwangerschaft abbrechen
sollten. Zu schlimm waren die Visionen, die alle zeichneten. Eine Woche
später dann die Ergebnisse: Das Kind ist ein Mädchen und hat keine Trisomie.
Alle waren ratlos. Es standen viele Vermutungen im Raum, was das Kind haben
könnte, alles wurde getestet.
Wir durchlebten die Hölle und ließen uns noch von einer
Fruchtwasserpunktion überzeugen. Bei diesem Termin zur Punktion traf ich
meine persönliche Heldin, meine Susanna, die Ärztin, die jetzt und später
noch zwei Mal meiner Tochter das Leben rettete. Die Ergebnisse der
Fruchtwasserpunktion brachten die gleichen Ergebnisse, also schlug sie vor,
wir sollten ein genetisches Detailbild machen und plötzlich fand man etwas,
konnte es aber nicht deuten.
Wir gingen mit diesen Ergebnissen zur humangenetischen Beratung, dort sagte
man uns, das Baby weise genetisch Auffälligkeiten auf, die aber nicht
vollständig erforscht seien. Bei männlichen Babys könnte diese Konstellation
zur Blindheit, Taubheit, psychosozialen Störungen, Autismus & Co
führen – da wir aber ein Mädchen erwarteten, wusste man nicht, wie sich
die Auffälligkeiten ausprägen würden. Man nahm uns Eltern Blut ab, um zu
überprüfen, ob wir dieses genetisch-auffällige Bild vererbt hätten und
versprach uns ein Ergebnis in 5 Tagen.
Wir waren psychisch am Ende. Ich war total überfordert und dachte erneut
über einen Spätabbruch nach. Das besprach ich mit Susanna, sie sprach sehr
eindringlich mit mir und sagte, ich solle nochmal einen anderen Experten auf
dem Pränatalgebiet aufsuchen. Dieser Experte lebt 300 Kilometer entfernt,
aber wir sind hingefahren. Er untersuchte uns lange und gründlich und sagte
dann, er glaube, dass es sich um ein absolut gesundes Kind handle und er
könne auch keine genetische Erkrankung feststellen.
Kurz darauf meldete sich auch das Labor nochmal, es habe Probleme mit dem
Messgerät gegeben. Das Baby habe zwar eine genetische Auffälligkeit, aber
nicht so schlimm wie vermutet und da es von mir als Mutter vererbt wurde,
gehe man von keinerlei Einschränkungen aus. Die Nackenfalte würde sich wohl
verwachsen.
Plötzlich sah alles anders aus. Zum allerersten Mal schickte ich meinem
Papa ein Ultraschall-Bild mit dem Wortlaut „deine hübsche Enkelin“ – bis dato
hielt ich emotional alles fern von mir, das Kind war zwar in mir, aber ich
hielt jegliche Gefühle verschlossen. Wir fuhren heim und bestellten einen
Kinderwagen.
Entbunden habe ich vier Wochen später, in der 31.SSW. Unser Mädchen war
unterversorgt, nicht viel größer als ein halbes Hähnchen, wie wir liebevoll
sagten. Mein Körper hatte eine Präeklampsie entwickelt, die Plazenta wies
nachgeburtlich mehrere Infarkte auf, mein Baby war um drei Wochen
wachstumsretardiert. Es war nicht einfach, es war nicht der beste Start ins
Leben. Aber mein Löwenmädchen kämpfte. Nach sieben Wochen im Krankenhaus
konnten wir endlich nach Hause und kamen zur Ruhe. Bis heute wissen wir
nicht, warum die Nackenfalte so vergrößert war, es gibt keine
Erklärung.
Wie es unserer Tochter heute geht? Sie eine trotzende, lustige, sehr
lebhafte 3-jährige mit einer bemerkenswerten musikalischen Intelligenz und am
Allerwichtigsten: sie ist kerngesund. Sie ist mein Wunder der Natur.
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Vergrößerte Nackenfalte: Alle dachten, unser Kind wäre schwer behindert |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/verrueckte-familie-individualisierte-comic-portraets-der-liebsten |
Ihr Lieben, was ist DAS bitte für eine super Idee?! Als Geschenk für
Weihnachten, zum Geburtstag oder einfach mal so zur Überraschung? Man könnte
es gar zu einem Abendessen mitnehmen, indem man die besuchten Bekannten
einfach bei Verrückte Familie nachstellt.
Wir hatten auf jeden Fall alle zusammen schon meeeeega Spaß beim Kreieren
unserer Familie. Du wählst zunächst mal aus, ob es sich um Eltern,
Großeltern, Jugendliche, Kinder, Kleinkinder oder Babys handelt. Dann geht´s
an die Haarfarbe, die Augenfarbe. Sogar der Hintergrund lässt sich mit
Herzen, beschriebener Tafel oder Strand wählen. Ich hätte für uns ja die
Tafel am schönste gefunden, aber der Strandsohn hat sich durchgesetzt
😉
Lisa und Katharina in Original-Arbeits-Position 😉 Auf
LEINWAND.
Abschließend können den Kindern noch Kappen auf den Kopf gesetzt und
Skatboards in die Hände gedrückt werden, auch die Eltern variieren stark in
Frisuren, Haarfarben, Oberteilen – hier kann nach Sport oder Beruf oder
anderem gewählt werden – und ja, selbst Haustiere können mit aufs Bild!
So entsteht DEINE ganz persönliche Figur. Kinderleicht.
Wir hatten tatsächlich kurz unser Kaninchen Steffi mit auf dem Bild, haben
uns dann aber doch für das rein menschliche Bild entschieden… Am Ende haben
wir dem Papa doch noch den Dreitagebart wieder entfernt, weil der so
schnurrbartig aussah, dass es dann doch nicht so aussah wie in echt. Rasur in
drei Sekunden – auch mal schön. Er wird sich vermutlich auch über das
Deutschlandtrikot aufregen – aber Werder Bremen gab´s halt nicht, hehehe –
und Fußball ist ja schon unser Leben.
Es lassen sich unter anderem verschiedene Sporttypen definieren.
Bei den Zwillingen ist aber vor allem unser Bungsi extrem gut getroffen,
jeder wird ihn darauf erkennen. Wir zeigen ihn ja eigentlich hier nicht, aber
auf diesem Bild kriegt ihr eine SEHR gute Vorstellung davon, wie er in
Wahrheit aussieht.
Wir sind auf jeden Fall begeistert von diesem französischen Unternehmen,
das nun auch den deutschen markt erobert. Ihr könnt zwischen einem Holrahmen
für euer Familienbild und einer Leinwand wählen. Auch das gebt ihr einfach
per klick an. Es ist echt super easy zu bedienen. Und wenn man an die Lacher
denkt, die es beim Auspacken des Bildes geben wird – lohnt sich das doch
allemal.
Probiert es mal aus: Unter https://www.verruecktefamilie.de. Das Coolste:
Ihr bekommt das Bild eurer Familie dann auch als jpg per Mail, damit ihr es
zum Beispiel als Facebook-Profilbild verwenden könnt. Wir dürfen euch dazu
auch noch einen Rabatt anbieten: Mit dem Promo-Code MAMA10 bekommt ihr
10 Prozent Rabatt auf eure Bestellung!
Hier mein kostenloses Facebook-Cover-Bild als Beispiel 😉
Hier geht´s direkt zum Website Konfigurator: Konfigurator für euer eigenes
Bild oder schaut auch gern mal bei Facebook, Instagram oder Youtube
vorbei.
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Verrückte Familie: Individualisierte Comic-Porträts der Liebsten | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vertragt-euch-doch-mal-fuenf-minuten |
Liebe Lisa, als ich mit
meinem zweiten Kind schwanger war, schloss ich manchmal die Augen und stellte
mir vor, wie die Geschwister wohl sein würden. Ich sah sie lachend zwischen
Spielzeugbergen sitzen. Hand in Hand über Wiesen spazieren. Ich sah, wie
meine Tochter sich schützend vor ihren Bruder stellen würde. Ich sah sie
immer nur glücklich, einander zu haben. Was für dumme Gedanken – ich müsste
es doch selbst besser wissen, schließlich habe ich selbst vier Geschwister
und weiß, dass es bei uns auch Zoff gab.
Stichwort Zoff. Gestern war wieder so ein Tag, an dem ich den beiden am
liebsten ein Köfferchen in die Hand gedrückt und ihnen gesagt hätte: „Schöne
Wanderschaft, wir sehen uns dann in 4 bis 6 Monaten wieder.“ Denn seit dem
Moment, an dem sie sich morgens das erste Mal sahen, zofften sie sich
ununterbrochen.
Wer har mehr Saft?
Wer hat mehr Müsli in seiner Schale? Wer hat mehr Saft? Warum darf immer er
an Deine Hand? Ich will aber jetzt mit dem Auto spielen! Er hat mein
Bügelperlen-Bild kaputt gemacht. Ich will den Stift. Er hat mich gehauen. Er
hat mich gekniffen. Er hat aber zuerst meinen Lego-Turm kaputt gemacht. Das
ist seine Schuld. Ich war das aber nicht. Du bist blöd. Du bist kaka. Geh
weg. Lass mich in Ruhe. Maaaaamaaaaaa. Er nimmt mir immer meine Puppe weg.
Maaaamaaaaaa.
Zuerst versuchte ich zu schlichten, doch ich wurde immer genervter. Sagte
„Wie kann es sein, dass Ihr Euch nicht fünf Minuten vertragen könnt?“ oder
„Das ganze Zimmer ist voller Spielsachen, warum wollt Ihr jetzt ausgerechnet
BEIDE diesem STIFT spielen?“ Es kam nicht an, ich hätte genauso gut
japanische Grammatik erklären können. Kaum drehte ich mich um, schupste der
Kleine die Große. Oder die Große kniff den Kleinen. Und immer wieder diesen
durchdringende „Maaaamaaaaaa!“
Plötzlich war Ruhe
Irgendwann habe ich die beiden tatsächlich rausgeschmissen. Drückte ihnen
im Garten zwei Rechen in die Hand und sagte: „Ihr fegt jetzt hier die Blätter
zusammen.“ Und tatsächlich – plötzlich war Ruhe. Das Klingeln in meinen Ohren
ließ nach. Die Sonne schien vom Himmel, ihre bunten Mützen leuchteten. Sie
rechten das Laub, sammelten die schönsten Blätter heraus, lachten und
verstanden sich. Ich atmete tief durch. Ja, genau so hatte ich mir das immer
vorgestellt zwischen meinen Kindern. Maaaamaaaaa. Der Kleine hat den Stock
der Großen durchgebrochen. Sie heulte und schubste ihn in einen
Blätterhaufen. Ich seufzte. Heute ist der Wurm drin.
Zurück drinnen versuchte ich, den Tag zu retten. Spielte Schule mit der
Großen, während ich für den Kleinen die Eisenbahn aufbaute. Schrieb meinem
Mann zwischendurch SMS mit: „Hier ist es eine Katastrophe. Miese Laune alle“.
Dann trampelte die Große über die Schienen, der Kleine zog ihr dafür an den
Haaren. Alle heulten, ich war kurz davor.
Letzte Rettung
Letzte Rettung Fernseher. Scheiss auf Vorsätze. So schaffte ich mir 40
Minuten Ruhe, bevor der Mann nach Hause kam. Als er die Tür aufschloss, lagen
die beiden händchenhaltend und selig vor der Glotze. „Ich weiß gar nicht was
Du hast, die sind doch völlig friedlich“, sagte der Mann. Da war ich kurz
davor, mein Köfferchen zu packen und zu sagen: „Wie sehen uns in vier bis
sechs Monaten wieder.“ Stattdessen habe ich abends mal wieder eine Zigarette
geraucht und ein großes Bier getrunken. Das half tatsächlich. Denn als ich
vor dem Schlafen in die Betten der Kinder guckte, fand ich, ich hätte die
süßesten Streithähne der Welt.
Foto: itlookslikemaik / photocase.de
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"Vertragt Euch doch mal fünf Minuten!" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/verzweiflung-pur-mein-baby-schrie-wochenlang-durch |
Ich glaube, ich war in meinem Leben noch nie so verzweifelt, wie in den
Tagen und Nächten mit meinen drei schreienden Kindern. Weil gefühlt nichts
half, weil ich nichts anderes hörte als Geschrei. Tagaus, tagein, ohne jeden
ersichtlichen Grund.
In den ersten Wochen dachte ich noch, dass das alles normal sei, Babys
weinen halt. Aber mit der Zeit ging mir das Weinen an die Substanz. Weil ich
nichts mehr machen konnte, ohne dass mich jemand anschrie. Ich wollte
Freundinnen anrufen und musste auflegen, weil mir ins Ohr gebrüllt wurde.
Ich wollte mich mit Menschen zum Spazierengehen treffen und sagte ab, weil
meine Kinder schon zuhause so brüllten, dass ich mich gar nicht traute, mit
ihnen rauszugehen. Egal, was ich auch versuchte, alles wurde mit Schreien
quittiert.
Nie war ich gut genug, nie war das, was ich tat, gut genug.
Oft fragte ich meine Kinder, mehr oder weniger laut, was ich denn bitte
noch für sie machen sollte. Ich täte ja schon alles, wieso das nicht genüge.
Quittiert wurde dies, natürlich, mit noch mehr Geschrei. Warum kann ich mein
Kind nicht beruhigen? Ich las in Büchern, Zeitschriften, Blogs und verstand
nicht, warum mir nicht gelang, was da stand: die Bedürfnisse des Babys
erkennen, adäquat befriedigen und zufrieden miteinander wachsen. Davon war
ich kilometerweit entfernt.
Woran ich nie gedacht hatte: All diese Ratgeber und Hinweise beziehen sich
nicht auf untröstlich weinende Kinder. Weil ich meinen Denkfehler an der
Stelle aber nicht erkannte, machte ich mir selbst einen enormen Druck, das
vermeintlich Richtige zu tun. Und das war, laut diesen Büchern und
Zeitschriften, das Baby schnell zu beruhigen. Was Quatsch ist, weil »schnell«
mit einem viel weinenden Baby gar nichts funktioniert.
Ich glaubte irgendwann nicht mehr, dass diese Zeit je enden würde.
Ich war der festen Überzeugung, dass mich meine Kinder für den Rest unseres
Lebens anbrüllen würden. Jeder Tag war so unglaublich belastend, dass ich gar
nicht weiter als bis zum nächsten Morgen denken konnte. Wenn man die
Erfahrung noch nie gemacht hat, dass das Schreien tatsächlich irgendwann
aufhört (und das tut es, glaube mir), dann ist es schwer, nicht zu
verzweifeln.
Erst beim dritten Kind hatte ich die Gewissheit, dass ich nicht mehr tun
konnte als das, was ich tat. Die Verzweiflung wurde kleiner, aber in vielen
Situationen war ich doch angespannt und ängstlich. Ich merkte, dass ich im
Kopf die Tage zähle. Nur noch fünf Tage, dann sind wir in Woche sieben, alle
Ratgeber sagen, dann wird es besser. Nur noch 10 Tage, dann sind drei Monate
um, dann wird es besser. Nur noch 25 Tage, dann sind sechs Monate um, dann
hört es bestimmt auf. So rettete ich mich von imaginärer Frist zu imaginärer
Frist.
Und immer, wenn das nächste »Datum« bevorstand, war ich ganz euphorisch,
weil meine Vorfreude, dass es jetzt besser werden würde, so groß war. Das
Loch, in das ich anschließend fiel, weil sich nichts änderte, wurde mit jedem
Mal tiefer.
Ich glaube, auch weil die Gesellschaft das Leben mit Kindern, die Babyzeit,
so besonders glorifiziert, weil es abgetan wird als etwas, das uns allen
total leichtfallen sollte, ist es umso härter für uns, wenn dem nicht so ist.
Wie oft versuchst du, den Schein zu wahren, dass bei dir zuhause alles
klappt?
Wenn mich jemand gefragt hat, wie es mir geht, dann habe ich schon von
Müdigkeit erzählt und davon, dass ich das alles nicht so gut hinbekomme. Aber
meist wurde das abgebügelt als Probleme der Anfangszeit. Wie verzweifelt ich
wirklich war, das wussten nur sehr wenige Menschen. Auch, weil ich es gewohnt
war, zu funktionieren. Eine gute Mutter beschwert sich nicht, sie findet
Lösungen.
Was für ein Blödsinn. Es gibt schließlich nicht die eine Lösung, auch, weil
dein Kind kein Problem ist. Such dir Unterstützung!
Was in der Tat ein Problem ist, ist fehlende Unterstützung.
Vielleicht hat dir auch schon jemand gesagt, dass es früher keine viel
weinenden Babys gab, dass Mütter früher nicht so ausgebrannt und verzweifelt
waren. An der letzten Erkenntnis ist viel Wahres dran, die ersteist absoluter
Blödsinn. Wie ist das bei dir? Hast du andere Menschen um dich herum, die dir
dein Baby mal abnehmen, damit du zur Ruhe kommst?
Ich hatte das nicht, es gab nur meinen Mann und mich. Ich fühlte mich wie
die furchtbarste Mutter der Welt, weil mir scheinbar nichts gelingen wollte.
Weil ich so viel Angst davor hatte, dass mein Kind entweder in der
Öffentlichkeit unstillbar weinte und ich es nicht trösten konnte, oder aber
dass mich alle für eine unfähige Mutter hielten, ging ich immer seltener
raus. Ich limitierte meine Kontakte und kämpfte mich mehr oder weniger allein
durch diese Zeit.
Oft wanderte ich nachts mit dem weinenden Baby auf dem Arm durch unsere
Wohnung und ließ meinen Tränen freien Lauf.
Ich kam mir vor wie der einsamste Mensch auf der Welt.
Einsam und unfähig, denn andere Kinder weinten nicht so viel wie
meine.Diese Mischung aus negativen Gedanken brachte mich an meine Grenzen.
Und dagegen half nur: Reden, mit Menschen, denen ich vertraue.
Du musst das nicht allein schaffen. Du musst vielleicht dein Baby allein
versorgen, aber du musst die Last nicht allein tragen. Vertraue dich jemandem
an, das ist keine Schande. Und wenn du in deinem Familien- und Bekanntenkreis
niemanden findest, dann hol dir fachliche Unterstützung.
Es ist normal, dass du verzweifelst. Dass du an dir zweifelst,
vielleichtauch daran, dass du eine gute Mutter bist. Mit diesen Sorgen bist
du nicht allein. Aber lass dir von mir eines sagen: Eine gute Mutter erkennt
man nicht daran, dass sie alles mit einem Lächeln hinbekommt, sondern daran,
dass sie ehrlich zu sich selbst ist und zu ihren Gefühlen steht. Ein
untröstlich weinendes Baby ist eine enorme Belastung. Wenig oder keine Hilfe
zu haben, ist traurig und unfair. Um Hilfe zu bitten ist keine Schande. Und
an der momentanen Situation zu verzweifeln, ist total nachvollziehbar.
Wichtig ist, dass du auf dich achtgibst und dir Hilfe suchst, bevor dir
oder deinem Baby etwas passiert.
Dieser Text stammt aus dem Buch „Wie Du dein Schreibaby beruhigst“ von
Andrea Zschocher. Die dreifache Mama ist eine liebe Bloggerkollegin von uns,
wir empfehlen ihre Bücher und ihren Blog Runzelfüßchen sehr gerne.
„Wie du dein Schreibaby beruhigst“ kannst du HIER bestellen
|
Verzweiflung pur: Mein Baby schrie wochenlang durch | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vielen-dank-fuer-die-blumen-10-dinge-zu-denen-ich-mich-am-muttertag-selbst-beglueckwuensche |
Ihr Lieben, wir hoffen, Ihr habt heute einen schönen Tag! Kolumnistin
Caroline Rosales (sie hat vor Kurzem das dritte Kind bekommen) gratuliert ich
hier mal selbst zum Muttertag:
Herzlichen Glückwunsch, dass Du auch an diesem schönen Muttertag die Nerven
behalten wirst, wenn deine Kinder versuchen, Dir den Tag zu versüßen. Das
heißt, Dich im Bett mit kochend heißem Kaffee verbrühen werden, die
Aufback-Croissants nur noch Kohle und die Bastelarbeiten aus Ton oder Filz,
nun ja, Geschmackssache sind. Ich danke Dir, dass Du auch dann noch
geduldig bleiben wirst, wenn die guten Muttertagsvorsätze Deiner Kinder
bereits um 9.30 Uhr wieder verflogen sind und Du die Spülmaschine wie gewohnt
gelangweilt selbst ausräumst. Ich danke Dir, dass Du daraufhin in der
Lage bist, Deiner gesunden Wut Ausdruck zu verleihen und dem Papi sagst, dass
er jetzt seinen *** her bewegen soll, weil Du sonst auf Totalverweigerungsmodus
wechselst. Sofort. Und für immer. Ich danke Dir, dass Du mittlerweile
die Gelassenheit besitzt, Duschen zu gehen, auch wenn Dich dabei, das Baby in
seiner Wippe durch die Scheibe der Duschkabine wütend und mitleidig
anschaut. Ich gratuliere Dir, dass Du als Mutter von drei Kindern
mittlerweile gelernt hast, Dir auch mal Zeit für Dich zu nehmen. Das gelingt
Dir tatsächlich jeden Tag von 21 bis 21.13 Uhr. Ich bewundere Dich, wie
Du Deinen Liebsten in den vergangenen Tagen auf subtile Art klargemacht hast,
dass Du findest, dass „Aqua Allegoria Orange“ von Guerlain atemberaubend
duftet, aber als Muttertagsgeschenk sicherlich zu teuer ist. Ich ziehe
den Hut vor Dir, dass Du einfach weghören kannst, wenn Dich eine der Mütter vor
der Schule mal wieder fragt, wo Dein zwei Monate altes Baby ist und ob man so
ein kleines Kind schon mit der Großmutter alleine lassen sollte. Ich
finde es großartig, mit welcher Souveränität Du Deinen Kindern Trockenobst
und zuckerfreie Gummibärchen als „böse Süßigkeiten“ verkaufst. Einen
Beifall verdienst Du auch für Deine Stringenz unter dem Jammern Deiner
älteren Kinder immer Deine Filme im Fernsehen durchzusetzen. Fazit: Wer die
Entertainment-Box zahlt, hält die Fernbedienung. Ich freue mich immer
wieder zu sehen, wie Du nach Wochen der Isolation, seelisch unbeschädigt
geblieben bist. Selbstlob hat sicherlich dazu beigetragen.
Über Caroline Rosales: Caro war früher mal die Stadt-Mama bei
Stadtlandmama, heute schreibt sie Bücher, ist bei FUNKE Redakteurin und
Autorin bei ZEIT Online, der NZZ und der NEUEN PRESSE in
Österreich.
|
„Vielen Dank für die Blumen“ – 10 Dinge, zu denen ich mich am Muttertag
selbst beglückwünsche | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vier-frauen-ueber-ihre-ganz-persoenliche-mutterschafts-ueberforderung-und-was-ihnen-aus-dem-hamsterrad-half |
Ihr Lieben, insgesamt haben sie 16 Kinder, die vier Damen vom Grill von
MutterKutter, dem Magzin für Eltern, das vor allem auch auf Bewegtbild setzt
(siehe Video am Ende dieses Interviews…. mega)!
Nun haben die Vier ein Buch geschrieben: Den Survival Guide für Mamas mit
den besten Überlebensstrategien für den Familienalltag (Affiliate Link). Und
wer könnte uns dazu Besseres erzählen, als Kerstin, Judith, Doro und Isabel –
die eine Hebamme und Siebenfachmama, die andere Mamapsychologin, die andere
TV-Reporterin und die nächste Frauenärztin (und Model, pssst!) mit fünf
(z.Tl. Patchwork-)Töchtern. Wir haben die Damen zum Interview gebeten…
Die MutterKutter-Crew. Illustrationen: Verena Potthast,
www.rundfux.de
Liebe Doro, ihr habt einen „Survival-Guide“ für Mamas geschrieben, fragen
wir mal ganz provokativ: Hast du manchmal das Gefühl, deinen Familienalltag
und alles, was dazu gehört, wirklich nicht zu überleben?
Doro: Ja, das hatte ich. Im Winter 2019 bin ich auf Notstromaggregat
gelaufen. Ich hatte wenig Kraft und habe mich ständig überfordert gefühlt.
Ich war unzufrieden, habe oft meine Familie angemault, was mich wiederum noch
unzufriedener gemacht hat. Ich war mental gefangen im Mama-Hamsterrad.
Meine eigenen Bedürfnisse, wie Sport, mal ein Buch lesen oder Freundinnen
alleine (ohne Kinder) treffen – die blieben auf der Strecke. Ich hatte das
Gefühl, nur noch gegen die Uhr zu arbeiten und habe versucht, alle Aufgaben
vormittags unter einen Hut zu kriegen (Job, Haushalt, Familienorganisation),
was ja kaum möglich ist. Und wenn ich dann aus Zeitmangel mal eben schnell
„nur runde Ecken gesaugt“ habe, bin ich in Tränen ausgebrochen. Dazu hatte
ich das Gefühl, weder meiner Rolle als Mutter noch als Partnerin gerecht zu
werden – weil ich so unentspannt war.
Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen kann und ich hatte Sorge, dass
ich krank werde, wenn ich nichts ändere. Aus dieser Situation heraus habe ich
einen Reporterbeitrag fürs Fernsehen produziert, in dem ich ehrlich aus
meinem Alltag erzählt habe. Und der war wiederum mein #kickintheass für
Veränderungen. Geholfen hat mir dabei unsere Isabel als Psychologin – mit
ihrer Hilfe habe ich erst einmal mental entschleunigt und mir bewusst
gemacht, was ich persönlich eigentlich brauche für meinen Alltag, um
glücklich zu sein. Dazu gehören unter anderem Yoga, Fitness und mehr Schlaf
(z.B. Handy abends aus machen, 30 Minuten früher ins Bett).
Kurz und knapp: I survived. Und manchmal sind es nur die kleinen Dinge, wie
15 Minuten spazieren gehen alleine, die mir Kraft geben. Und natürlich gibt
es auch heute immer mal wieder Phasen, in denen ich denke: F***, das ist zu
viel, das schaffe ich kaum und total nervös werde. Ich schmeiße dann ständig
Sachen um, stolpere, verletze meine Zehen oder verpeile irgendwas (z.B. gebe
ich dann meinen Bankpin bis zur Sperrung falsch ein). Dann rufe ich gerne
unsere Kerstin an, die ja mit sieben Kindern alle Situationen durch hat, und
die bringt mich dann zum Lachen. Heißt: Ich habe meinen Telefonjoker für
meine nervösen Notfälle gefunden!
Dorothee Dahinden, Zweifachmama, TV-Reporterin und Herausgeberin von
MutterKutter. Foto: Anne Seliger Fotografie
Nun geht es ja um einen entspannteren Umgang mit unserem viel zu voll
gepackten Terminplan… Wie soll das gehen, wenn wir dann neben all den
Gefühlsausbrüchen der Kinder auch noch Jobs haben und Elternabende und Hobbys
der Kinder und und und?
Doro: In unserem Familienalltag heizen wir ja oft gefühlt mit 250 Sachen
über die Aufgabenautobahn, um all die Dinge zu schaffen, die anstehen. Wir
jonglieren uns zurecht, haben den Fokus auf den To Dos anstatt auf uns
selbst. Ich glaube, dass es wichtig ist, im ersten Schritt einmal die mentale
Bremse zu drücken, die Vogelperspektive einzunehmen und die Situation von
Außen zu betrachten. Wir können uns an dieser Stelle – so paradox es
vielleicht erst einmal klingen mag – fragen:
Was brauche ich eigentlich, um gesund durch den Familienalltag zu kommen?
Wie kann ich mir mit kleinen Schritten gerecht werden? Wo kann ich mir
Freiräume nehmen? Und: Wie kann ich meine Aufgaben entschlacken,
entschleunigen und delegieren? An dieser Stelle möchte ich an unsere Kerstin
übergeben, denn die ist quasi unser Profi im Delegieren und eben „nicht
perfekt machen“. Von ihr habe auch ich viel gelernt.
Kerstin Lüking, Siebenfachmama, Hebamme und Buchautorin. Foto: Dorothee
Dahinden
Kerstin: Mein Mann hat mir mal vor vielen Jahren den Satz gesagt: „Sag, was
du willst, dann bekommst du, was du willst“. Mir ist das wirklich in Fleisch
und Blut übergegangen! Ich war lange eine von den Frauen, die gedacht hat,
dass man ihr doch alles von der Stirn ablesen müsste, was noch alles erledigt
werden muss. Irgendwann war ich nur noch frustriert und schnell auf
„Betriebstemperatur“, was das „verbale Zusammenfalten“ meiner Familie
anbelangt hat.
Nachdem ich meinen Konversationsstil geändert und klar und deutlich
geäußert habe, was ich von wem möchte, ging plötzlich alles viel besser und
ich war irgendwie befreiter. Dazu habe ich ganz klar in einigen Bereichen die
Perfektionistin in mir abgelegt. Ich bin auch eine tolle Mutter, wenn ich zum
Kindergeburtstag einfach nur eine Spielzeugkiste auf dem Rasen auskippe und
dem bunten Treiben von außen zuschaue.
Auch da war eine Begegnung mit einem Geburtstagsgastkind meines Sohnes
prägend! Als das Kind nämlich von seiner Mutter abgeholt wurde, sagte es zu
dieser: „Mama, das war der tollste Kindergeburtstag, den ich besucht habe.
Wir durften einfach mal nur spielen und selbst entscheiden, was wir machen
wollen!“ „Peng“, das war der Startschuss für den Mondaufenthalt meiner
Perfektionistin, die mir jahrelang im Nacken saß.
Hast du manchmal das Gefühl, in all dem Wust an Anforderungen selbst auf
der Strecke zu bleiben und welche sind deine ganz persönlichen Strategien, um
dabei nicht durchzudrehen?
Doro: Es ist viel besser geworden. Ich habe heute akzeptiert, dass es auch
mal eine Woche oder zwei gibt, in denen ich nicht so viel Raum habe, wie ich
bräuchte – der Unterschied zu früher ist, dass ich gelernt habe, meine
Bedürfnisse im Blick zu behalten und aufzuschreien, bevor ich aus den
Latschen kippe. Ich habe – wie die meisten Mütter – eben nicht dieses familiäre
Dorf vor Ort. Aber ich habe gelernt, meine FreundInnen oder andere Mamas um
Hilfe zu bitten, wenn es brennt und ich eine Betreuung oder einen anderen
Service brauche, um den Alltagsaufgaben gerecht zu werden.
Dazu hat sich ein Wort von unserer Judith eingebrannt – sie schreibt mir in
Stresssituationen gerne: Atme, Doro! Das hilft mir. Ich setze mich hin, atme
tief durch und sortiere mich einmal innerlich. Genauso mein Sport, den ich –
komme, was wolle – inzwischen regelmäßig mache. Corona hat uns da natürlich
alle nach hinten geschleudert und in eine Extremsituation gebracht – seitdem
habe ich mir angewöhnt, meine Tochter beim Laufen mitzunehmen. Sie fährt
Fahrrad, ich muss los, weil ich es gesagt habe – und ich laufe auch keine
Abkürzungen mehr, weil ich sonst höre „Mama, nun komm!“.
Der Survival Guide für Mamas. (Affiliate Link)
Nun gebt ihr – ihr habt das Buch ja als MutterKutter-Crew geschrieben –
auch richtig konkrete Servicetipps. Zum Beispiel, wie wir unseren Haushalt
mit fünf einfachen Handgriffen wieder in den Griff kriegen – könntest du mir
die (unter der Hand und für mich ganz persönlich) eventuell schon mal
verraten?
Doro: Ha, unsere Haushaltsdompteurin ist ganz klar unsere Kerstin. Sie ist
unter Woche mit sechs Kindern alleine (ohne ihren Mann) und hat super Tricks
im Gepäck…
Kerstin: Wir sind der festen Überzeugung, dass es wichtig ist, sich eine
gewisse Tagesstruktur zurechtzulegen. Das fängt eigentlich schon morgens
gleich nach dem Aufstehen an. Um noch ein wenig mehr „Me-Time“ zu haben, wird
der Wecker einfach etwas früher gestellt, damit der erste Kaffee noch in Ruhe
und ohne Familienmitglieder getrunken werden kann. Danach laufen viele Dinge
schon parallel: bevor man die Schulbrote schmiert, wird schon die
Waschmaschine gefüttert.
Die Einkäufe werden gleich erledigt, sobald die Kindergarten-oder
Schulkinder abgeliefert hat. Supermärkte haben in der Regel schon ab 7/ 7.30
Uhr geöffnet. Dann bin ich mit diesem Punkt meiner To-Do-Liste um 8.15 Uhr
schon fertig. Die Waschmaschine übrigens auch. Um 9 Uhr beginnt zum Beispiel
mein Arbeitstag, bis dahin habe ich schon eine ganze Menge erledigt und bin
schon mal zufrieden. Als Grundregel kann man, davon bin ich überzeugt, sagen,
dass alles, was man vor 9 Uhr nicht schafft, an diesem Tag auch nicht mehr
wirklich stressfrei nachgeholt werden kann. Es gehört ein wenig
Selbstdisziplin dazu, aber es läuft dann irgendwann richtig gut.
In unserem Buch hacken wir außerdem sehr beharrlich auf dem Thema
„Netzwerken“ rum. Wir geben ganz konkrete Tipps, wie man sich sein
persönliches Dorf aufbaut, auf welches man im Notfall und bei Bedarf immer
zurückgreifen kann. Wir möchten den Müttern Mut machen, Hilfe anzunehmen ohne
ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Denn eins ist klar, wir müssen als
Mütter nicht immer alles alleine machen. Wäscheberge können auch gerne von
einer ambitionierten Oma übernommen werden.
Und was mach ich, wenn mein Kind bei den Hausaufgaben – und vor allem im
Homeschooling – komplett dicht macht, mich anpflaumt und ausnahmslos
unkooperativ ist? Kennt ihr das selbst?
Dr. Judith Bildau, Frauenärztin,
Medizinjournalistin, Model und Fünffachmädchenmama. Foto: Dorothee
Dahinden
Judith: Natürlich kennen wir das! Und diese Situationen können einen in die
schiere Verzweiflung treiben. Das Problem ist meist der Teufelskreis, der
genau in diesen Momenten losgeht: Kind lustlos, wir genervt, Kind macht
komplett dicht, wir werden hektisch, Kind wird noch unkooperativer. Am Ende
gibt es nicht selten Geschrei und Tränen- auf beiden Seiten.
Wichtig ist es hier, gleich ganz am Anfang einzuhaken und nicht in
altbekannte Muster zu verfallen. Ganz ehrlich: Homeschooling ist eine krasse
Nummer für viele unserer Kinder. Sie vermissen ihre Freunde, den Austausch,
die ganze Gemeinschaftsatmosphäre der Schule und Unterricht mit der eigenen
Mama ist dazu auch noch wahnsinnig anstrengend.
Schauen wir Eltern also genau in diesem Moment mit einem liebevollen und
verständnisvollen Blick auf unsere Kinder, ist schon viel gewonnen. Und dann
macht es Sinn, immer ‚kleine‘ Ziele zu stecken. „Nach Mathe machen wir
zusammen Pancakes, dann werden wir wieder wacher, dann geht’s weiter mit
Deutsch!‘. Klar ist das auch für uns anstrengend, aber leider ist die
Situation gerade vielerorts so wie sie ist und deswegen bedarf es gerade
kreativer Lösungen.
Kerstin: Ich habe mir abgewöhnt, mich darüber aufzuregen. Es ist alles
Energieverschwendung. Wenn ein Kind der Meinung ist, gerade keine Lust zu
haben, wird eine Pause gemacht. Dann wird erst gespielt oder im Garten
geturnt. Ich weiß, dass ich mich immer 100 Prozent auf meine Kinder verlassen
kann, und dass am Abend alles erledigt ist. Die Kinder haben eben alle einen
unterschiedlichen Rhythmus. Der eine lernt besser am Morgen, der andere
besser am Abend. Darauf muss man sich ein wenig einstellen. Dann klappt der
Rest ganz von alleine.
Isabel Huttarsch, Mütterpsychologin und Zweifachmama. Foto: Dorothee
Dahinden
Isabel: Auch auf die Gefahr hin, dass meine Antwort jetzt nur ein müdes Lächeln
hervorruft: Pause. Atmen & annehmen. Wenn dein Kind dicht macht, hat es
seinen ganz individuellen Grund dafür – auch, wenn du ihn gerade vielleicht
nicht sehen kannst. Das Wertvollste, was du in frustrierenden Situationen wie
diesen tun kannst – und zwar für dein Kind und für dich selbst – ist
Erwartungen loslassen.
Dabei kommt einer der wenigen Vorteile beim Homeschooling zum Tragen: wir
müssen uns nicht zwingend an ein vorgegebenes Stundenraster halten, sondern
können unseren Tagesablauf an einigen Stellen flexibel an unsere Bedürfnisse
anpassen – und zwar an die unserer Kinder und unsere eigenen. Lasst uns
darüber hinaus nicht vergessen, dass die aktuelle Homeschooling-Situation
nach wie vor eine herausfordernde Ausnahmesituation ist, die unfassbar viel
von uns fordert. Weder wir noch unsere Kinder konnten sich darauf vorbereiten
geschweige denn mitentscheiden in diesem Prozess.
Kaum jemand von uns hat sich freiwillig auf diese Situation eingelassen.
Und so ist es auf allen Seiten mehr als menschlich, wenn es zu Frust und
Unlust bekommt. Also: Nimm den Druck raus. Geh in die Vogelperspektive und
mach dir klar, dass unsere Kinder von Natur aus kooperative Wesen sind.
Manchmal braucht das nur ein bisschen mehr Raum, Zeit und Ruhe als
sonst.
Ihr weist auch auf Sex als Auszeit hin – nun wird da ja mit größeren
Kindern nicht einfacher, weil sie länger wach bleiben und man ihnen im Falle
des Erwischtwerdens auch nichts mehr von „Papa musste mal pusten, weil Mama
Aua hat“ – erzählen kann. Erzählt doch mal… gibt ́s da gute Strategien?
Judith: Also, einer meiner Lieblingssprüche ist ja „Kinder haben ein Recht
auf glückliche Eltern“. Ich persönlich kenne kein Elternpaar, dass glücklich
damit ist, wenn es ohne Pause, rund um die Uhr und ständig die eigenen Kinder
umsorgt. Klar, die Kinder sind immer das Wichtigste und meist machen sie uns
Eltern grundsätzlich glücklich, aber es ist eben wichtig, dass wir auch
Bereiche nur für uns haben, nur für uns Erwachsene, wo wir unsere Energie
auftanken, und fallenlassen und auch mal gehen lassen können.
Ein Beispiel dafür ist auch: Platz und Zeit für ein ungestörtes Sexleben.
Und das macht im Zweifel nur halb so viel Spaß, wenn ständig die Sorge
besteht, dass eins der Kinder reinkommt. Also müssen sich bewusst Freiräume
geschaffen werden, damit auch unsere elterlichen Bedürfnisse gestillt werden,
zum Beispiel eine Übernachtung bei Oma und Opa oder Freunden, ein
‚Mittagsschlaf‘ für Mama und Papa Sonntagnachmittag, währenddessen die Kinder
ein bisschen Fernsehen schauen dürfen, immer mal wieder eine kleine
elterliche Auszeit übers Wochenende ohne die Kinder.
Kinder möchten glückliche Eltern, deswegen brauchen wir auch überhaupt kein
schlechtes Gewissen haben, wenn wir uns regelmäßig Qualitytime nur für uns
nehmen und das, gerade wenn die Kinder schon etwas größer sind, auch
erklären.
Kerstin: Ich finde, wir müssen als Eltern auch nicht immer eine offene
Schlafzimmertür haben. Da darf man ruhig gelegentlich abschließen, was für
größere Kinder auch ein Zeichen dafür sein sollte, dass man jetzt gerade
nicht gestört werden möchte. Dieses Recht dürfen wir uns ruhig herausnehmen,
da wir nicht immer 24/7 für alle parat sein müssen. Ein kleiner Geheim-Tipp
von uns ist Sex am frühen Morgen, gemäß dem Motto: „Der frühe Vogel…“. Gerade
Teenie-Eltern werden ihre Ruhe haben, da am gerade Wochenende die eigene Brut
oft eher Langschläfer-Qualitäten aufweist. Danach noch einen Kaffee im Bett,
bevor der Alltags-Wahnsinn wieder losgeht! Herrlich entspannend.
Wie kamt ihr auf die Idee zum Buch – ist das auch aus dem eigenen Bedarf
nach etwas mehr Ruhe und Entschleunigung entstanden – und gab es dann auf dem
Weg bis zum fertigen Werk Erkenntnisse, bei denen ihr dachtet: Wow, da hab
ich jetzt selbst noch was gelernt?
Doro: Wir wollten unsere Erfahrungen und Lösungsstrategien, die wir
gefunden haben, gerne weitergeben. Dazu hatten wir den Traum, etwas neben dem
Online-Magazin in der „Hand zu halten“. Die Idee kam uns kurz nach dem TV-Beitrag
– und da lag ein Überlebenshandbuch nahe. Wir wissen ja nicht nur durch
unsere Arbeit auf MutterKutter, sondern auch durch unsere Jobs als
TV-Reporterin, Hebamme, Frauenärztin und Mamapsychologin, dass es anderen
Müttern ähnlich geht.
Und, ja: Ich habe tatsächlich bei den Texten der Mädels einiges
dazugelernt, zum Beispiel wie ich eine innere Inventur mache, wie ich gut
delegiere oder mein schlechtes Gewissen ablege. Richtig verinnerlicht habe
ich Kerstins Kommunikationstipp: „Sag, was du willst, dann bekommst du, was
du willst“ – darin habe ich mich regelrecht geübt und wende es nun privat und
beruflich an. Klappt super!
Judith: Natürlich kennen wir alle diese Momente, wenn nichts mehr zu gehen
scheint. Wir rennen im Hamsterrad und es ist einfach zu viel. Es brennt an
allen Ecken und Enden. Wir wissen, wie sich das anfühlt. Und genau deshalb
haben wir dieses Buch geschrieben. Für alle Mamas da draußen – und auch für
uns. Der Austausch untereinander, während wir geschrieben haben, war Gold
wert und hat uns natürlich auch viele Dinge vor Augen geführt. Am Ende ist
dieses Buch entstanden und wir sind wahnsinnig stolz drauf, weil es eben
neben persönlichen Erfahrungen auch viel fachliche Hilfen bietet. Wir
wünschen uns sehr, dass es ganz viele Mamas erreicht, ja, und vielleicht auch
gewisse Bereiche des Lebens verändern kann.
Isabel: Ich glaube, das Bedürfnis nach Ruhe und Entschleunigung liegt tief
in uns allen und geht natürlich auch an uns Mutterkutter-Autorinnen nicht
vorbei. Manchmal fühlt sich mein Alltag jedoch eher an wie eine
abenteuerliche Suche nach einer kleinen Ruheinsel, die, tief im Ozean des
ganz normalen Chaos verborgen, von unzähligen Anforderungen umspült wird und
unerreichbar ist. Die wohl wichtigste Erkenntnis, die ich persönlich aus dem
Schreibprozess mitnehmen konnte, ist folgende: Egal, wie hoch die Wogen
gerade sind: gemeinsam geht es so viel leichter als alleine. Das gilt nicht
nur für das Schreiben an sich, sondern natürlich auch für den Alltag als
Familie. Keine wirklich neue Erkenntnis, aber eine wichtige, die mir in
dieser Zeit noch einmal ganz bewusst geworden ist. Dorf ahoi!
Kerstin: Meine persönlichen „Waterloos“ hatte ich schon viele Jahre, bevor
das Buch entstanden ist. Begriffen habe ich die Wichtigkeit der
Entschleunigung und Ruhe nach einem Hörsturz und Burnout. Mit viel Kraft habe
ich mich wieder in die Spur gebracht und fühle mich heute viel besser, da ich
mehr auf mich achte. Heute sage ich ganz klar: Nein, nö, nöhöööö! Ich will
das jetzt nicht! Auch das ist ein Thema im Buch. Es ist mir ein persönliches
Anliegen, den Frauen das näher zu bringen. Ihnen zu sagen, wir haben nur ein
Leben und eine Gesundheit.
Passt auf euch auf, regt euch nicht über jeden Mist auf und reibt euch
nicht für andere Leute auf, die euch eigentlich den Buckel runterrutschen
können. Insofern habe ich für meinen Teil viele meiner Erfahrungen
aufgeschrieben und habe mir dabei aber die Wichtigkeit nochmal besser
verinnerlichen können.
https://www.facebook.com/watch/?v=229991808404559&extid=iTL6Fs6rsS9NrxNC
|
Vier Mütter über ihre Überforderung im Familienalltag - und was ihnen
hilft |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vier-jungs-ein-maedchen-wir-bekamen-fuenf-kinder-in-neun-jahren |
Liebe Eva, du hast fünf Kinder – in welchem Abstand hast du sie bekommen –
wie alt sind sie jetzt?
Wir haben in neun Jahren fünf Kinder bekommen. Daniel ist jetzt 9, David 7,
Dinah – unser einziges Mädchen – ist jetzt 5. Manuel ist 3 und Benjamin jetzt
6 Monate alt. Mein Mann und ich sind 33, wir haben relativ früh angefangen
und sind mit dieser Entscheidung sehr glücklich.
Wie sind denn die Reaktionen in eurem Umfeld, wenn ihr mit fünf Kindern
auftaucht?
Ich muss sagen, dass wir eigentlich kaum negative Reaktionen bekommen. In
unserem näheren Umfeld kennen uns die Menschen ja und reagieren eigentlich
sehr nett. Viele fragen nach, wie das bei uns alles so läuft, aber eher, weil
sie es toll finden oder es sich nicht vorstellen können. Natürlich wird man
oft angeguckt, wenn man mit der ganzen Familie unterwegs ist und die Leute
fragen auch schon mal nach, ob das alles unsere Kinder sind.
Blöde Sprüche habe ich bisher nur vereinzelt gehört. Das ist mir dann aber
auch ziemlich egal. Besonders ältere Menschen freuen sich häufig sehr, wenn
sie uns sehen und erzählen von ihrer eigenen Familie. Früher war es eben
normal in einer großen Familie aufzuwachsen. Von vielen Müttern höre ich
auch, dass sie eigentlich gerne noch weitere Kinder gehabt hätten.
Nun haben es ja in Städten sogar
schon Familien mit drei Kindern schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden –
wie
macht ihr das? Wie lebt ihr und klappt das gut?
Ja, das Thema Wohnraum für Großfamilien ist leider schwierig. Ich lese
immer wieder von Familien, die jahrelang auf der Suche sind. Wir wohnen eher
ländlich, zwischen Köln und Bonn. Aufgrund der Nähe zu diesen zwei beliebten
Städten, die beide Universitätsstädte sind, ist auch hier der Wohnraum nicht
günstig.
Wir haben vor ein paar Jahren ein
Einfamilienhaus mit Garten gekauft. Mittlerweile wird es auch bei uns
etwas
eng, sodass wir in der nächsten Zeit anbauen werden. Momentan möchten
die
Kinder noch keine eigenen Kinderzimmer und teilen sich jeweils zu zweit
ein
Zimmer. Wenn der Anbau fertig ist, wird jedes Kind ein eigenes Zimmer
haben. Sobald
ein bestimmtes Alter erreicht ist, finde ich es wichtig, dass jeder einen
Rückzugsort
für sich hat.
Wer hilft dir und deinem Mann im
Alltag. Wenn ich mir allein die Wäscheberge und Essensportionen
vorstelle,
könnt ich schon vor Respekt vor dir in die Knie gehen…
Unseren Alltag stemmen wir unter der
Woche allein. An den Wochenenden hilft häufig meine Mutter bei der
Kinderbetreuung, da die zwei großen Jungs Fußball spielen. Das ist mit
vielen
Terminen und Fahrerei verbunden und nicht immer haben die kleinen
Geschwister
Lust mitzukommen. Für diese Hilfe sind wir sehr dankbar und die Kinder
lieben
es, Zeit mit Oma zu verbringen.
Die Wäscheberge sind mein persönlicher Endgegner 😉 Das kann ganz
schön frustrierend sein, wenn man mehrere Maschinen pro Tag wäscht und der
Berg abends wieder fast genauso groß ist. Aber es gibt Schlimmeres und das
gehört eben dazu, wenn man einen großen Haushalt hat.
Unter der Woche essen die Kinder in der Schule und im Kindergarten. Wir
essen immer gemeinsam zu Abend und legen viel Wert darauf, an den Wochenenden
gemeinsam zu Mittag zu essen. An die Portionen gewöhnt man sich schnell.
Allerdings frage ich mich jetzt schon, wie das wird, wenn alle in der
Pubertät sind…
Du hast deine Kinder im Studium bekommen. Wie gut hat das funktioniert und
könntest du das weiterempfehlen?
Ja, ich bin nach dem ersten Semester
mit meinem ersten Kind schwanger geworden und stand bei der Examensprüfung
kurz
vor der Geburt von Nummer vier. Danach habe ich das Referendariat begonnen
und
bin in dieser Zeit mit Kind fünf schwanger geworden.
Für mich war es definitiv die richtige Entscheidung, da ich mich nicht
zwischen Familie und Beruf entscheiden wollte. Ich hatte damals schon einen
starken Kinderwunsch. Es war jedoch eine sehr anstrengende Zeit und ich habe
natürlich auf viele Dinge verzichtet, die das Studentenleben bereithält. Wenn
andere nach den Vorlesungen noch gemeinsam losgezogen sind, musste ich
schnell weg, um die Kinder abzuholen. Abends hatte ich dann auch keine Zeit
für Verabredungen, weil ich erst lernen konnte, wenn die Kinder schlafen.
Aber das war für mich in Ordnung, ich habe es mir ja selbst so
ausgesucht.
Ob ich das weiterempfehlen kann? Das kann man so pauschal nicht sagen. Ich
hatte das Glück, dass mein Mann schon Geld verdient hat. Wenn beide Eltern
studieren ist die Situation sicher schwieriger. Wenn man es wirklich will,
sind Organisation, ein gutes Betreuungsnetz für die Kinder und ein gewisses
Maß an Selbstdisziplin schon mal die halbe Miete. Es gibt immer einen
Weg…
Du arbeitest heute als
Sonderpädagogin an einer Grundschule. Du kümmerst dich also AUCH NOCH
beruflich
um Kinder. Was geben sie dir?
Richtig. Ich habe mein Referendariat an einer Förderschule für Kinder mit
geistiger Behinderung gemacht und bin dann anschließend an eine Grundschule
gegangen. Zurzeit bin ich in Elternzeit. Meine Schüler geben mir sehr viel.
Ich habe diesen Beruf gewählt, da es mir am Herzen liegt, dass die Kinder,
die es in der Schule nicht so leicht haben, nicht untergehen. Es ist toll zu
sehen, wenn ein Kind Fortschritte macht. Oft arbeitet man lange an einem
Thema und der Moment, in dem das Kind plötzlich versteht und seinen eigenen
Erfolg wahrnimmt, erfüllt mich einfach mit Freude. Das ist so wichtig für die
Kinder und stärkt deren Selbstbewusstsein.
Wenn wir das richtig gelesen haben,
ist deine Familienplanung mit fünf Kindern noch nicht abgeschlossen….
Ich könnte mir durchaus noch ein bis
zwei weitere Kinder vorstellen. Jetzt steht aber erstmal unser Bauprojekt
an.
Ich bin auch Pflegekindern gegenüber nicht abgeneigt. Mal sehen, was das
Leben
für uns noch bereithält. Ich vertraue da auf Gott und dass er uns schon
den
richtigen Weg zeigen wird…
Was schätzt du am meisten an deiner
Familie?
Hier kann jeder so sein, wie er ist und man ist niemals allein. Jeder ist
für jeden da und wir unterstützen uns gegenseitig. Ich bin selbst ohne
Geschwister aufgewachsen. Umso mehr genieße ich das wuselige Leben in einer
großen Familie.
|
Großfamilie: Wie klappt das Leben mit fünf Kindern? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vier-jungs-und-ein-traumhaus-am-deich-interview-mit-claudia-von-was-fuer-mich |
Liebe Claudi, wer dir auf Instagram folgt oder deinen Blog „was für mich“
liest, kennt Deine wunderschönenFamilien-Fotos. Darauf sieht immer alles sehr
harmonisch aus – bitte sag uns, dass bei Euch auch manchmal das Chaos und der
Geschwister-Zoff tobt!
Na klar gibt’s auch bei uns Streit, alles ganz normal hier. Vor allem gibt
es Zoff um Kleinigkeiten: Wer darf jetzt gerade die Schere, wer bekommt den
Lieblingsbecher, wer deckt den Tisch? Klar denke ich oft: „Ach kommt, ist
doch total egal!“ Aber das ist es für sie eben nicht. Nachdem ich im Urlaub
gut Kraft getankt und es echt derzeit wirklich genieße, dass der Alltag
läuft, stecke ich meine Kraft unter anderem darin, mit ihnen Streiten zu
üben, Kompromisse zu finden, lernen zu sagen, was man möchte und wie man sich
fühlt. Das eigentliche Problem ist ja oft gesehen werden zu
wollen.
Du hast vier Jungs – was ist das Tollste an dieser Rasselbande?
Zu sehen, wie unterschiedlich sie sind: ein Geschlecht, eine Familie und
dennoch so verschieden. Das ist so toll.
Ihr wohnt traumhaft gleich hinter dem Elbdeich. Warum seid ihr von Hamburg
raus aufs Land gezogen?Wir sehnten uns nach Platz und nach Freiheit. Ich
liebe es, dass die Kinder sich frei bewegen können, während ich andere Dinge
tue.
Für uns uns Eltern waren die letzten Monate eine ganz schöne
Herausforderung. Was hat Dich in der ganzen Corona-Zeit an deine Grenzen
gebracht und was hast du aber auch dadurch gelernt?Meine Kinder selbst
unterrichten war schwer. Ich hatte da vorher eine sehr rosige Vorstellung
von, habe aber gemerkt, dass das für uns gar nichts ist. Ich fand den Spagat
zwischen Familie und Job wirklich hart – gleichzeitig hat mir die Zeit
gezeigt, wie sehr ich meine kreative Arbeit liebe: mein Blogazin, meine
Buchartikel – das ist nicht nur meine Arbeit, sondern auch wirklich „was für
mich!“
Jetzt gibt es auch eine berufliche Neuigkeit von dir – du hast „Hip Hip
Hurra – Mein Geburtstagsbuch“ herausgebracht. Erzähl mal, was es damit auf
sich hat.
Wie sicher viele Eltern hatte ich mir immer vorgenommen, wunderschöne
Erinnerungsalben für meine Kinder anzulegen. Ich legte mit regelmäßig
Blankobücher auf den Nachttisch, hochmotiviert sie auszufüllen. Und dann war
ich abends doch so müde. Wochen später fand ich sie unbeschrieben unter einem
Haufen Zeitschriften, Kuscheltieren und auf links gezogenen
Schlafanzughosen.
Vor allem an den Geburtstagen meiner Kinder wurde ich dann immer sentimental:
schon wieder ein Jahr rum. Irgendwann war die Idee da, für ein
Erinnerungsbuch, das man nur einmal im Jahr, immer rund um den Geburtstag
ausfüllt. Gern als Ritual mit dem Kind zusammen. Es gibt darin Fragen zum
Geburtstag und der Feier – aber auch lustige, nachdenkliche und vor allem
kreative Fragen zum restlichen Lebensjahr. Außerdem gibt es für jedes
Lebensjahr eine Bastelidee – von 0 bis zum 18. Geburtstag. Wenn es fertig
ist, ist es ein Gesamtkunstwerk und das ohne, dass man besonders bastelbegabt
sein muss. Es ist echt ein Herzensprojekt. Letztes Jahr ist ja auch
dein Kochbuch „Barfuß in der Küche“ erschienen. Und da wir ja immer auf der
Suche nach tollen Familienrezepten sind: Was ist dein absolutes
Lieblingsessen und welches das von deinen Kids?
Wir sind immer noch hin und weg über diesen Erfolg. Dass wir es als
minikleiner Verlag schaffen, so viele Bücher zu verkaufen und dass das Buch
so gut ankommt, dass hätten wir nie zu träumen gewagt. Es ist allerdings
schwierig, ein Lieblingsrezept rauszusuchen, denn das ganze Buch steckt ja
voll davon. Gestern gab es bei uns auf jeden die Zimtschnecken aus unserm
Buch. Und die Kinder fragen vielleicht am Häufigsten nach den Spaghetti mit
Fleischklößchen. Es blubbert jedes Mal noch aufgeregt in meinem Bauch, wenn
ich in meinem eigenen Kochbuch nach Rezepten suche.
Und weil wir „Hipp, hipp, Hurra“ so toll finden, dürfen wir drei Exemplare
an Euch verlosen. Schreibt uns einfach in die Kommentare, wann Ihr das letzte
Mal HURRAAAAA gerufen habt :-). Das Los entscheidet dann!
|
Interview mit Claudia von "was für mich": Ihr neues
Geburtstagserinnerungsbuch | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vom-gefuehl-keine-kontrolle-mehr-zu-haben |
Dieses Jahr hat es in sich. Blödes Corona, blöder Lockdown, blödes
Homeschooling, blöde Reisewarnung, blöder R-Wert, blödes 2020.
Ja, so ist die Stimmung bei uns an manchen Tagen. Und immer wieder fragen
wir uns – oder werden wir gefragt – was wir aus diesem Jahr an Erkenntnissen
mitnehmen.
Bei mir stellt sich dieses Jahr heraus, wie schwer ich ich damit tue, die
Kontrolle abzugeben. Dabei dachte ich bisher gar nicht, dass ich so ein
Kontroll-Freak bin, fand mich eigentlich recht spontan und gechillt.
Um ehrlich zu sein, stimmt das nicht so ganz. Das Schwerste an dieser Zeit
ist für mich die Unsicherheit. Wie geht alles weiter? Was darf ich wann noch?
Ist diese Reise noch möglich? Sind die Kinder dann noch in der Schule?
Immer wieder habe ich in diesem Jahr Pläne verwerfen müssen, konnte meine
Geschwister nicht sehen, mein heiß ersehntes Yoga-Wochenende nicht antreten,
unser Dänemark-Urlaub musste zweimal abgesagt werden, eine Taufe konnte nicht
stattfinden, ebensowenig wie mein Abitreffen und viele viele berufliche
Termine.
Klar, das sind alles keine Dinge, die lebensnotwendig sind, aber sie halten
uns psychisch gesund. Weil wir Kontakt zu anderen Menschen brauchen, weil wir
von Zusammentreffen zehren, weil sie uns stark machen und uns Halt geben.
Ich fand es besonders schwer, nichts daran ändern zu können. Wir Mütter
sind ja gewöhnt, immer agieren zu können, Lösungen zu finden. Dieses „Du
musst es nur richtig wollen, dann klappt das auch“ kennen ja viele von uns.
Wir sind es gewohnt, jeden Tag so viele verschiedene Dinge zu organisieren,
zu planen, zu schaffen.
Doch diesmal war es anders. Wir sind gezwungen, unser Leben den äußeren
Umständen anzupassen und haben ganz viel eben NICHT selbst in der Hand.
Ich tue mich unheimlich schwer damit, diese Kontrolle loszulassen. Zu
sagen: Es kommt, wie es kommt und ich kann nichts daran ändern.
Vielleicht ist das meine Erkenntnis des Jahres und mein Learning.
Loslassen. Nicht immer alles beeinflussen wollen.
Und jetzt interessiert mich: Was habt Ihr in den letzten Monaten gelernt
über Euch selbst gelernt?
|
Corona-Jahr: Vom Gefühl, keine Kontrolle mehr zu haben |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vom-richtigen-blick-auf-die-dinge |
Liebe Lisa, wir hatten
bisher keine besonders gute Woche. Alle verschnupft, mit dickem Kopp, genervt
vom Wetter und irgendwie unzufrieden. Die Kinder waren unausgelastet und
nölig – schon das letzte Wochenende zog sich wie Kaugummi. Gestern Abend, als
beide Kids in der Badewanne saßen, hockte ich erschöpft auf einem
Hockerchen davor und überlegt mir, ob ich die Streithähne einfach mit dem
Badewasser den Abfluss runter spülen könnte. „Für dieses Dauer-Gezeter habe
ich also mein schönes altes Leben aufgegeben“, maulte ich innerlich. „Ich
will ins Bett, an meiner fiesen Erkältung rumleiden, Serien gucken und mir
die Decke über den Kopf ziehen.“ Kurz: Ich fand alle und alles blöd.
Dann klingelte das Telefon. Eine Freundin von mir war dran. Sie ist in der
12. Schwangerschaftswoche und in den nächsten Tagend steht die
Nackenfaltenmessung bevor. Und meine Freundin hat Angst. Erstens ist sie
„schon“ 37 und zweitens trägt sie eine ordentliche Last auf ihren Schultern.
Sie hat bereits einen 5-jährigen Sohn und wünschte sich immer ein zweites
Kind. Doch sie wurde und wurde nicht schwanger. Mit hormoneller Unterstützung
klappte es irgendwann doch, aber sie verlor das Baby in der 8.SSW. Und kurz
darauf noch eins in der 10. SSW. Diese Schicksalsschläge hat sie bis heute
nicht ganz überwunden- verständlicherweise. Wichtig sei es jetzt, positiv zu
bleiben, machen wir uns nun Mut und wir sind sicher, dass diesmal alles gut
gehen wird.
Und als sie mir dann erzählte, dass es ihr größter Wunsch sei, zu sehen,
wie ihre zwei Kinder miteinander spielen, guckte ich in die Wanne, wo meine
beiden saßen. Und fühlte mich schäbig. Was hatte ich für ein Glück, zweimal
schnell schwanger geworden zu sein und niemals einen Abgang oder eine
Fehlgeburt erleben zu müssen. Was habe ich für ein Glück, dass meine Kinder
ein Geschwisterchen haben, das sie (wenn alles gut geht) ein Leben lang
begleitet.
Als meine Freundin aufgelegt hatte, machte ich meine beiden Mäuse
bettfertig, wir kuschelten noch eine Weile, dann brachte ich sie in die Koje.
Ich empfand die letzten Tage immer noch als irre anstrengend und ich war froh
über ein paar ruhige Minuten alleine auf dem Sofa.
Aber meine Sicht auf die Dinge war wieder gerade gerückt, die
Verhältnissmäßigkeiten wieder geklärt.
Manchmal, da klingelt das Telefon wirklich zum richtigen
Augenblick.
|
Vom richtigen Blick auf die Dinge... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-geburt-an-taub-wir-sind-eine-gehoerlose-familie |
Liebe Christine, Du bist zweifache Mama und seit Geburt gehörlos. Wie war
es für dich, gehörlos aufzuwachsen?
Ich bin glückliche Mama von zwei tollen Kindern, die ebenfalls gehörlos
sind. Die deutsche Gebärdensprache ist also meine Muttersprache.
Wie ich aufgewachsen bin? Ganz normal. Ich habe nie gehört und kenne es
nicht anders. Genau das gilt auch für meine Kinder.
Dein Mann ist auch gehörlos. Wie hast du ihn kennengelernt?
Meinen Mann habe ich das erste Mal auf einem Fußballplatz gesehen. Damals
war ich aber noch mit meinem Ex-Freund zusammen. Es hat noch ein Jahr
gedauert, bis ich wieder Single war. Dann hat mein Mann mich sofort
kontaktiert – und was soll ich sagen – es hat sofort gefunkt. Es ist bei uns
alles genauso wie bei anderen Paaren, nur dass wir mit Gebärdensprache
kommunizieren.
Deine Tochter ist 7, dein Sohn 1 – was sind gerade die stressigsten Momente
bei euch im Alltag?
Auch das unterscheidet sich wahrscheinlich wenig von anderen Familien. Die
Zeit gerade ist ja für alle anstrengend. Unsere Tochter muss im Homeschooling
betreut werden, außerdem geht sie dreimal pro Woche zur Logopädie. Einmal in
der Woche kommt eine Frühfördung für meinen Sohn. Zweimal im Monat gehe ich
mit ihm zur Cochlea Implantat Reha.
Wie verständigst Du Dich mit den Kindern?
Mit meinen Kindern verständige ich mich mit Gebärdensprache. Wobei meine
Tochter bilingual aufgewachsen ist: Sie kann die deutsche Lautsprache und
Gebärdensprache. Natürlich ist meine Tochter mittlerweile alt genug zu
verstehen, dass wir taub sind. An manchen Tagen trage ich kein CI, wenn sie
mich dann ruft, höre ich sie natürlich nicht. Dann muss sie immer ankommen
und mir zeigen, was sie möchte.
Hatte deine Tochter je Probleme mit Mitschülern aufgrund der Taubheit?
Gar nicht, bis jetzt haben wir immer nir nette und positive Kommentare
bekommen. Ich habe auch guten Kontakt zu den hörenden Müttern von
Mitschülern, teilweise kennen sie sich auch schon gut aus im Umgang mit
Gehörlosigkeit.
Und wie ist das mit Fremden?
Ja manchmal, da wir ja mit unseren Händen kommunizieren, fallen wir
natürlich auf und die Leute gucken. Das ist auch okay, aber an manchen Tagen
stört es mich dann doch, wenn uns die Leute anstarren.
Was wünscht du dir für das neue Jahr?
Wir sind auf der Suche nach einem Haus. Mein größter Wunsch wäre, dass wir
da dieses Jahr etwas Passendes finden…
—–Wer mehr von Christine lesen will, kann dies auf Ihrem Instagram-Account
tun
|
Von Geburt an taub. Wir sind eine gehörlose Familie | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-jetzt-auf-glueck-warum-wir-uns-vor-unangenehmen-nicht-druecken-sondern-einfach-mal-machen-sollten |
Ihr Lieben, lasst uns heute doch mal über Glück reden. Über was Positives.
Mal ausbrechen aus dem Alltagstrott, aus den Verpflichtungen, mal wieder
darüber nachdenken, was auf der Haben-Seite zu verbuchen ist statt auf die
Soll-Seite zu blicken.
Denn ja, trotz Corona-Einschränkungen ist uns vieles geblieben, wenn wir
mal genau hinschauen. Ziemlich gut dazu passt das neue Buch von Nicole
Staudinger, die ihr vielleicht am Montag auf Vox in der Show „Stars gegen
Krebs“ habt tanzen sehen, es heißt: Von jetzt auf Glück. Es soll uns helfen,
wiederzufinden, „was so nah“ liegt.
Ein Buch über Glück, das mitten im Lockdown entstand
Nicole Staudinger: Von jetzt auf Glück. Knaur
Ist euch alles zu theoretisch? Dann mal rein in die Praxis. Die Autorin,
die bereits zweimal gegen Krebs kämpfte (langjährige Leserinnen kennen ihre
Geschichte, wir haben sie eng begleitet und sind auch persönlich befreundet)
schreibt also mitten im Lockdown, in dem all ihre Auftritte abgesagt werden
und der auch noch mit ihrer Scheidung einhergeht, ein Buch über Glück.
Im Grunde könnte man denken: nichts läge ferner. Aber genau das macht den
Zauber des Buches aus, denn wir verstehen: Wenn sogar sie es in dieser
Situation schafft, das Glück wiederzufinden, dann könnte das wohl recht
vielen von uns gelingen… wenn wir denn willens sind, auch mal unter den
Einbauschränken zu wischen, statt den „Dreck“ einfach nur wegzukehren….
😉
„Keine Zeit“ zählt als Argument nicht. Es geht immer um Motivation
Jetzt aber mal wirklich in die Praxis: Wie reagiert ihr, wenn jemand anruft
und sagt: „Herzlichen Glückwunsch, sie haben ein Auto gewonnen, Sie müssten
es nur bitte jetzt direkt abholen!“? Ihr lasst alles stehen und liegen,
organisiert in Windeseile einen Babysitter, sagt alles andere ab und macht
euch auf den Weg. Oder?
Wie sieht es nun mit der Krimskrams-Schublade in eurer Küche aus, die euch
schon seit Monaten ein Dorn im Auge ist? Schon lange habt ihr den Plan, da
endlich mal Ordnung reinzubringen, aber jedes Mal kommt – komisch! – etwas
dazwischen. (Leider fühle ich mich hier persönlich ertappt)
Rein ins Glück! Wir müssen den inneren Schweinehund überlisten
Oder anderes Beispiel: Sport. Wie oft sagen wir: „Ach, ich würd ja so gern
mal Sport machen, aber ich hab leider, leider nie Zeit.“ Wer jetzt erwartet,
dass Nicole uns in ihrem Buch die Absolution erteilt und sagt: Kinders, wenn
ihr keinen Bock habt, dann geht halt nicht zum Sport!, dann muss ich euch
leider enttäuschen.
Denn sie weiß ja, dass wir eigentlich gern würde, aber mit dem inneren
Schweinehund kämpfen. Sie weiß, dass es uns viel besser ginge, wenn wir das
endlich mal machen würde. Egal ob Schublade aufräumen oder Sport.
Schlagfertigkeits-Coach und Bestseller-Autorin Nicole Staudinger. Foto:
Stolli/Raschke Entertainment
Let´s do it! Manchmal müssen wir uns einfach auch mal überwinden
Und deswegen sagt sie: Let´s do it. „Keine Zeit“ gibt´s nicht, das lässt
sie leider nicht gelten. Wer Zeit hat, spontan zu einem Auto-Gewinn zu fahren
und einen ganzen Tag dafür unterwegs zu sein, der hat auch Zeit für eine
kleine Sport oder Aufräum-Einheit.
Ja, dann muss Instagram am Abend mal wegfallen – oder Netflix. Aber allein
wie viel Zeit wir da verdaddeln, wenn wir nicht Bundeskanzlerin sind (und
wirklich keine Zeit haben), sägt das Keine-Zeit-Argument ja komplett ab.
(Natürlich nur, so lange alle in der Familie gesund ist, es gibt natürlich
mehr Gründe, keine Zeit zu haben, als Deutschland zu regieren)
Wie beruhigend, dass wir ein Stück vom Glück selbst in der Hand haben
Wir lernen: Keine Zeit gibt´s nicht. Es liegt meist einfach an der
Motivation. Und das ist eben nur ein Punkt von vielen, die wir aus dem Buch
Von jetzt auf Glück mitnehmen können. Mir tat es gut, mal so unsanft und
ehrlich serviert zu bekommen, dass ich es manchmal dann doch auch selbst in
der Hand hab, wie glücklich (oder nicht) ich bin. Was für ein Glück!
Uns geht es besser, wenn wir das, was wir gern geändert hätten oder gern
machen würden, auch einfach irgendwann tun. Das klingt wie eine
Binsenweisheit, aber manchmal ist es echt so einfach.
Wenn wir unglücklich sind, sollten wir etwas ändern
Ich hab mir früher auch nie Zeit für Sport genommen – wann sollte ich das
denn AUCH noch machen mit drei Mini-Kindern zu Hause? Und ja, damals ging das
wirklich nicht, weil ich noch zwei Babys stillte oder weil ich nicht genug
Hilfe und Unterstützung hatte. Heute geht das aber.
Und heute nehme ich mir die Zeit, weil ich – gerade jetzt im Lockdown –
frische Luft und Bewegung auf meiner Prioritätenliste recht weit nach oben
gesetzt habe. Weiter oben als die Küchenschublade jedenfalls. Die ist leider
immer noch unaufgeräumt. Aber ich sollte mich so langsam mal aufraffen, sonst
ist der Lockdown nachher noch vorbei, ohne dass ich mich von dieser Last
befreit hätte! Und das ginge ja wohl gar nicht 😉
|
Nicole Staudinger: Von jetzt auf Glück! Überlisten wir den Schweinehund! |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-machtspielen-und-nein-sagern-im-familien-alltag-wir-koennen-es-nicht-immer-allen-recht-machen |
Ihr Lieben, wir sind viele. Fünf Personen in unserer Kleinfamilie. Und drum
herum noch die Großfamilie. Es ist so, das weiß ich nach Jahren der
Erfahrung: Es gibt keinen einzigen Tag, an dem ich es allen recht machen
kann. Wir Eltern verhandeln, diskutieren, argumentieren – und am Ende ist
doch immer irgendwer beleidigt.
Wollen wir in den Wald?
Nein.
Wollen wir auf den Drachenfels wandern mit Eis hinterher?
Nein. Ich gehe niemals-nirgendwohin heute, ich bleibe zu Hause.
Wollen wir zu Hause bleiben?
Nein, das ist total langweilig.
Wollen wir im Garten arbeiten?
Nein. Nein. Nein.
Dabei will der andere doch so gern auf den Drachenfels, freut sich die
Hausgemeinschaft doch so sehr, wenn wir im Garten helfen, würde einer doch so
gern in den Wald. In der Familie leben heißt: Kompromisse leben. Ohne
Kompromisse kommen wir nicht weiter. Das gilt nicht nur in Familien, das gilt
auch in der Politik. Die Kunst ist, die Waage zu halten zwischen den eigenen
und den Bedürfnissen der anderen. Sich selbst nicht zu verlieren (ja, auch
das gilt für Politiker). Seine Linie trotzdem grob beizubehalten, indem man
sich immer mal wieder zurücklehnt und die Situation von außen betrachtet. Mal
machen wir das, was sich Papa wünscht, mal das, was Mama mag, mal trennen wir
uns auch, dann können die ohne Lust zu Hause bleiben und die mit Lust
mitfahren. Aber immer trennen ist uns auch zu doof.
Und gerade jetzt, da bei einem unserer Kinder die längst überwunden
geglaubte Nein-Phase wieder in seiner autoritärsten Form auftaucht, ist das
manchmal gar nicht so leicht. Wir können nicht alle Unternehmungen abblasen,
weil einer nie mit will.
Doof ist auch, wenn sich einer aus der Familie dann zwischen den Stühlen
wiederfindet. Wenn einer es dem Nein-Sager recht machen möchte. Aber auch dem
Wünscher. Dann ist er nämlich selbst schnell frustriert. Können wir mal
irgendwas machen oder nicht machen ohne dass sich jemand wahnsinnig darüber
aufregt? Wir machen uns hier doch Gedanken, damit es euch allen gut geht.
Warum können wir nicht einmal die Woche etwas finden, dass allen gleichzeitig
Spaß macht?
Mitgehangen, mitgefangen. Und am Ende war dann die Radtour, auf die das
Kind auf keinen Fall mitwollte, auch gar nicht so schlimm. Wenn man ganz
ehrlich ist, war sie dann sogar richtig schön, besonders die Rast an der
Bäckerei im Nachbarort. Ja, es braucht manchmal diplomatisches Geschick als
Eltern. Oft.
Und viel Geduld. Immer.
So, dass der Familienfrieden erhalten bleibt und trotzdem alle auf ihre
Kosten kommen. Wir können nicht immer gerecht sein. Aber wir können
versuchen, die Waage zu halten. So dass am Ende alle sagen: Es ist okay so
wie es ist. Selbst wenn man mal ein Machtspielchen verliert… 😉
|
Von Machtspielen und Nein-Sagern im Familien-Alltag: "Wir können es
nicht immer allen recht machen" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-meinen-erfahrungen-als-mutter-in-einer-dating-app-mit-happy-end |
Liebe Jule, du hast dich eine Zeitlang auf Dating-Apps getummelt. Was
passierte in den meisten Fällen, wenn du deinem Chatpartner erzähltest, dass
du Mutter bist?
Manche haben
sich auf einmal gar nicht gemeldet, andere schrieben, dass sie Kinder
gerne
mögen und selbst gerne eines hätten. Ich suchte aber keinen Ersatzpapa
und
sowas hat mich eher abgeschreckt.
Du hast nicht nur das erlebt, sondern auch ungefragt Nacktfotos zugeschickt
bekommen. Wie hast du darauf reagiert? Und was meinst du, was sich die Männer
davon erhoffen?
Ich war beim
ersten Foto wirklich geschockt und hab es sofort gelöscht, weil ich so
perplex
war. Meistens kam dann noch ein Satz mit „Du hast ein Foto von mir
bekommen,
bekomm ich auch eines von dir“? Ich hab dann einfach „Nope“ geschrieben und
den
Typen blockiert.
Mit einigen Männern hast du dich dann ja auch in echt getroffen. Stimmt es,
dass sich die meisten auf den Fotos viel schöner machen und es beim richtigen
Treffen dann auch schon mal enttäuschend ist?
Ja, einige
sind im Internet wirklich schöner und im echten Leben eher so „Naja, dich
hätte
ich auf der Straße jetzt nicht angesprochen“. Ohne, dass das jetzt
oberflächlich klingen soll, aber jeder hat so seine Vorstellung von einem
Typ Mann
und der war es dann in echt halt oft nicht.
Würdest du sagen, dass es in solchen Apps mehr verrückte Typen gibt als
aufrichtige?
Ja, ich
würde schon sagen. Vielleicht nicht verrückt, sondern eher schon sehr
verzweifelt, und dann texten sie einen zu, wenn man längst nicht mehr
schreiben
mag. Oder werden dann wirklich wütend, weil man sich nicht meldet.
Ein paar Aufrichtige
gibt´s zwar, aber die sind eher rar. Viele schreiben auch das, was man
gerne
lesen will, um einen um den Finger zu wickeln.
Andere sind nur auf einen One-Night-Stand aus und schreiben das auch gleich,
dass sie jetzt gerne jemanden fürs Bett hätten und welche Vorlieben sie
haben. Das war mir dann auch zu verrückt und die hab ich auch
blockiert.
Irgendwann
schrieb dich ein ganz bestimmter Mann an… bei dem du dich dann erst zwei
Tage
später zurückmeldetest…
Ja, der schrieb mich an. Mein Handy spielte irgendwie verrückt und ich
dachte es sei die App. Also löschte ich sie und schrieb nicht zurück. Ein
paar Tage später ging mir das Bild von ihm aber immer noch nicht aus dem Kopf
und ich lud die App wieder runter und suchte so lange, bis ich ihn
wiederfand. Ich antwortete ihm und erklärte, warum ich erst jetzt schreibe.
Und so ging alles los…
Du sagst,
auch er sei auf den Fotos hübscher gewesen, als beim ersten Blind
Date…
wolltest du da schon umdrehen und wieder nach Hause gehen?
Beim ersten Date holte er mich zu Hause ab. Ich konnte also nicht flüchten
. Er war etwas dicker als auf den Fotos und seine Stimme kannte ich nicht,
die war am Anfang auch etwas gewöhnungsbedürftig für mich (er hat eine etwas
nasale Stimme) aber ich hatte das Date geplant und dachte mir: Ich hab ja
kindfrei und da mach ich mir halt nen schönen Nachmittag mit Uno spielen und
Dosencola. Was soll schon passieren? Und so verbrachten wir einen echt
schönen und lustigen Nachmittag, der mir wirklich gut gefiel. Und aus einem
Date wurden dann immer mehr…
Was sagt denn dein heutiger Partner dazu, wenn du das so erzählst?
Heute lacht
er über das, was ich ihm so erzähle. Eine Dating-App ist halt wie ein Griff
in
die Pralinenschachtel, man weiß nicht, was man bekommt.
Wenn ich ihm sage, dass er am Anfang doch etwas anders aussah als auf dem
Foto und ich doch echt eine andere Vorstellung von ihm gehabt hatte, sagt er
nur: „Na siehste – und du hast mich trotzdem genommen“. Und das stimmt ja
auch!
Diese Apps machen furchtbar oberflächlich, man sieht halt einfach nur ein
Bild. Beim Schreiben ist es das Gleiche. Ich finde, man sollte sich wirklich
kennenlernen – auch wenn ein Mann oder eine Frau kleine Makel hat, die einem
auf den ersten Blick vielleicht erstmal nicht so gut gefallen. Irgendwann
sieht man die nämlich nicht mehr.
Mich stört
sein Bäuchlein nicht mehr, mich stört die Stimme nicht mehr.
Ich hab einen tollen Mann kennengelernt, der für mich da ist und für mein
Kind. Und mittlerweile sind wir seit bald drei Jahren zusammen, ein tolles
Vierer-Patchwork-Gespann und verlobt.
Foto: pixabay
|
Partnersuche als Mutter: Von meinen Erfahrungen in einer Dating-App |
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Rückblick: Am 13. März 2020, 3 Wochen vor den Osterferien schließen unter
anderem Schulen und Kitas. Von Freitag bis Sonntag haben alle Familien Zeit
Ihren neuen „Alltag“ zu organisieren.
Unsere beiden Jungs sind zu diesem Zeitpunkt 14 und 10 Jahre
alt. Ich gehe Montag, den 16. März 2020, ganz normal arbeiten, in dem
Glauben, dass meine Kinder alt genug sind, den Tag alleine zu bewältigen.
Ich fange morgens ganz früh an und bin entsprechend früh zurück. So der naive
Plan…
Nachdem die erste Woche geschafft ist, merken wir, dass es so nicht weiter
geht. Das Loch in das die Kinder gefallen sind, ist zu groß oder zu tief oder
beides.
Wir gehören zu den Familien, deren Terminkalender vor Corona sicher immer
zu voll war, mit ganz viel Sport und Wochenenden auf dem Fußballplatz.
Uns wird schmerzlich bewusst, dass den Kindern alles fehlt, was ihren
Alltag ausgemacht hat: der Sport, die Freunde, die Großeltern, die Schule.
Der neue Alltag besteht aus unendlich langen, langweiligen Tagen, die Kinder
streiten sich oft, die Stimmung ist schon nach der 1. Woche gekippt.
Ich bitte daher meinen Arbeitgeber Überstunden abbauen zu dürfen, um zu
Hause bleiben zu können.
Zwischenzeitlich wird klar, dass vor den Osterferien kein Unterricht mehr
stattfinden wird, das erscheint auch vernünftig. Wir retten uns also bis in
die Osterferien, strukturieren den Alltag der Kinder und unserer Familie
neu, nehmen uns viele Dinge vor, für die sonst keine Zeit war, versuchen die
Kinder weiter zum Sport treiben zu animieren, packen die Brettspiele aus,
halten die Spielekonsole der Jungs in Schach. Ostern 2020 ist anders als die
Jahre davor. Alles ist anders, am meisten fehlt den Kindern ihr heiß
geliebter Fußball, aber wir sind uns sicher, es wird nicht mehr lange
dauern.
Kurz vor Ende der Osterferien erfahren wir, dass unsere Kinder auch nach
den Ferien nicht in die Schule gehen werden. Wir sind ganz schön geschockt,
das erste Mal macht sich Skepsis breit, wie soll das funktionieren!?
Ah…digitale Beschulung ist die Lösung…Ich darf zum Glück im Homeoffice
arbeiten und die Kinder?
Digitaler Unterricht, weiterhin Fehlanzeige.
Vor den Osterferien hatten wir Verständnis dafür, aber jetzt?? Die
technischen Voraussetzungen waren nicht vorhanden, der Schulserver
schaffte es nicht, alles scheinbar unlösbare Probleme. Die Schule ist
auf Tauchstation, ab und zu wird ein Arbeitsblatt geschickt. Im Fach
Kunst soll mein Fünftklässler jetzt Figuren aus Seife schnitzen. Aha.
Jeder Tag ist ein Kampf um Struktur, um die Erledigung von Aufgaben. Jeden
Tag versuchen wir als Eltern Dinge und Erlebnisse zu ersetzen, die wir gar
nicht ersetzen können. Erstmals ernsthafte Sorgen mache ich mir,
als mein 14-Jähriger zu mir sagt, er wisse gar nicht mehr, wozu er morgens
aufstehen soll.
Im Mai 2020 ein erster Lichtblick: die Vereine holen die Kinder ins Training
zurück, zum kontaktlosen Fußballtraining. Kontaktlos? Egal, alles macht
Freude, was man gemeinsam mit Gleichaltrigen machen und erleben kann. Wir
atmen auf und sind den ehrenamtlichen Trainern unendlich dankbar, sie leisten
tolle Arbeit, stampfen Hygienekonzepte aus dem Boden, gestalten kontaktlose
Trainingseinheiten! Gleichzeitig fragen wir uns, warum die Vereine
schneller agieren als die Schulen…
Unsere Schule war zu diesem Zeitpunkt immer noch untergetaucht, digital und
analog. Es hieß, dass das Kultusministerium seinen Aufgaben nicht nachkommt,
auch Lehrer und Schulleiter scheinen frustriert. Manche Schulen finden
bessere Lösungen, manche schlechtere. Unsere Kinder gingen
jedenfalls bis zum Beginn der Sommerferien noch ganze 5 Tage in die
Schule, zum Glück wussten wir das im März 2020 noch nicht.
Wir blieben in den Sommerferien 2020 natürlich zu Hause, wollten weiterhin
Solidarität mit den vulnerablen Gruppen üben und nichts riskieren für den
Start ins neue Schuljahr. Reiserückkehrer bereiteten da bereits erste Sorgen,
wird das Virus wieder eingeschleppt? Aus heutiger Sicht denke ich manchmal:
Wir hätten damals in den Urlaub fahren sollen, hätten Kraft tanken sollen,
für das, was dann kam.
Nach den Sommerferien starteten die Schulen mit Hygieneauflagen in den
Regelbetrieb.
Das erschien uns als Eltern mutig, war aber sicher aufgrund (weiterhin) mangelnder
digitaler Möglichkeiten alternativlos. Bis zu den Herbstferien hielt
man durch, danach wurde der Präsenzunterricht ab Klasse 7 bereits wieder
beendet, man ging über zum Wechselunterricht. Ich habe nachgerechnet, für
meinen älteren Sohn gab es von März-Dezember 2020 lediglich 60 Tage
Präsenzunterricht.
Ende Oktober 2020 mussten die Vereine den Spiel- und Trainingsbetrieb
einstellen, der erste schmerzhafte Rückschlag für die Kinder. Am 16.
Dezember 2020 schlossen die Schulen komplett. Das Weihnachtsfest 2020 verlief
ähnlich wie das Osterfest 2020, ein wenig trostlos und natürlich kontaktarm,
Brettspiele waren inzwischen auch nicht mehr angesagt. Wir sehnten den
Jahreswechsel herbei, 2021 konnte ja nur besser werden.
Im Januar 2021, nach Beendigung der Winterferien, hatten wir dann
große Hoffnungen in den, von der Schulleitung angekündigten, verbesserten
digitalen Unterricht. Den Eltern wurde mitgeteilt, dass die Kinder zwar nicht
in die Schule zurückkehren könnten, aber nun (wenigstens) die Hauptfächer
digital –nach Stundenplan- unterrichtet würden. Die
Erleichterung war groß, kündigte sich doch eine gewisse Struktur für die
Kinder und Entlastung für die Eltern an, wenn endlich Mathe, Deutsch und
Englisch digital nach Stundenplan unterrichtet würden. Die sogenannten
Nebenfächer würden wir dann weiterhin „nebenbei“ erledigen.
Leider lief es aber nicht wie angekündigt, Onlineunterricht gab es
nicht im Umfang des Stundenplanes, so wurden z.B. 5 Wochenstunden
Englischunterricht gekürzt auf 20 Minuten Onlineunterricht
wöchentlich.
Leider ist Bildung bzw. Unterricht in der Pandemie Glückssache.
Abhängig vom Engagement der Schule, vom Engagement des einzelnen
Lehrers, der Inzidenzzahl am Wohnort, dem Alter des Kindes,
den Möglichkeiten der Eltern, bei den Aufgaben zu helfen.
Wir haben jetzt April 2021. Die analogen Schultage im Jahr 2021 beschränken
sich bei meinen Kindern bis heute auf 0 bzw. 15 Tage
bei meinem jüngeren Sohn.
Wie soll das Schuljahr nun weiter gehen!?
Vom hessischen Kultusministerium wurde am 29.03.2021 ein Brief verfasst,
der sich an alle Schülerinnen und Schüler der hessischen Schulen richtet. Wir
Eltern hatten uns erhofft, diesem Schreiben entnehmen zu können, wie es nach
den Osterferien weiter gehen soll. Dem war aber leider nicht so. In dem
Schreiben heißt es unter anderem:
„Diese ständigen Änderungen und Ungewissheiten darüber, was gerade
eigentlich passiert, sorgen bei einigen für Stress, Angst, Unsicherheit oder
schlechte Stimmung. Vielleicht geht es auch Dir so.“
Ehrlich!? Nach einem Jahr Pandemie fällt es dem Kultusministerium
auf, dass es einigen Kindern psychisch schlecht gehen könnte, das ist
wohl eher ein schlechter Witz. Im weiteren Verlauf des Briefes werden
etliche Anlaufstellen benannt, bei denen sich die Schüler
psychologische Hilfe holen können. Kaum ein Kind oder Jugendlicher wird sich
wohl hier melden.
Man verabschiedet sich mit folgenden Sätzen:
„Unsere psychische Gesundheit sollten wir nicht vernachlässigen, denn wie körperliche
Krankheiten können sich auch psychische Erkrankungen mit der Zeit
verschlimmern und den gesamten Alltag beeinträchtigen. Gemeinsam mit Dir
hoffen wir, dass die alltäglichen persönlichen Begegnungen in Schule und
Freizeit bald wieder möglich sein werden. Bis dahin brauchen wir noch etwas
Geduld.“
Geduld!? Nach einem Jahr, Ostern 2020 bis Ostern 2021!? Ist Hoffnung ein
Plan? Wir können doch nicht weiter nach dem Prinzip Hoffnung leben, vor allem
die Kinder nicht, das macht sie doch erst Recht mürbe. Es ist nicht
Aufgabe des Kultusministeriums Hoffnung zu verbreiten, darum bemühen sich
bereits täglich viele Eltern und es wird zunehmend schwerer. Das
Kultusministerium muss für qualitativ und quantitativ besseren digitalen
Unterricht sorgen und dafür, dass wieder alle Kinder, zumindest im
Wechselmodell regelmäßig zur Schule gehen können. Dann gibt es auch
wieder Hoffnung. Momentan ist das Glas nämlich weder halb voll noch
halb leer, man kann sich vielleicht um die Interpretation des zum
Viertel gefüllten Glases streiten.
So wie es jetzt aussieht bleibt es also bei dem zermürbenden „ Denn sie
wissen nicht was sie tun“ (sollen)!? Wieder wissen Eltern und Kinder
nicht, wie es nach den Ferien weitergeht, auch Ostern 2021 nicht.
Es wird dringend Zeit für bessere Lösungen! Teilhabe an
Bildung und Sport für Kinder und Jugendliche darf nicht dann erst
wieder möglich sein, wenn die Pandemie vorbei ist – denn
keiner weiß, wann das der Fall sein wird!
Und es braucht dringend mehr Erwachsene und Politiker,
die sich für die Probleme von Kindern und Jugendlichen in der
Pandemie interessieren und sich zeitnah für deren Lösung stark
machen!
|
Von Ostern zu Ostern - Annett erzählt uns von ihrem Pandemie-Jahr | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-streitenden-geschwistern-und-genervten-eltern-eine-ehrliche-urlaubsgeschichte |
Ich glaube, es war der dritte
oder vierte Urlaubsabend, die Wärme hing zwischen den alten Häusern, vor uns
stand eine Pizza, ich spürte noch das Salzwasser auf meiner Haut, da schlug
der Gatte mit der Faust auf den Tisch und rief: „Jetzt ist Schluss. Ich hab
die Schnauze voll von Eurem Gestreite.“
Die anderen Gäste guckten irritiert an unseren Tisch, der Kleine fing an zu
heulen, die Große schob bockig die Unterlippe hervor. Herr, schick mir ein
großes Glas Rotwein, dachte ich. Oder ein Loch, in dem ich verschwinden kann.
Aber der liebe Gott ließ mich da sitzen, in Süditalien an dem Tisch mit den
rotkarrierten Tischdecken und schüttete schlechte Stimmung über uns
aus.
„Kennst Du diese Tage, an denen man sich als Paar anguckt und sich denkt,
dass man als Eltern alles falsch gemacht hat?“, schrieb ich Lisa, nachdem ich
die Kinder nach einer wortlosen Autofahrt ins Bett gebracht hatte. „Ja, kenne
ich. Natürlich. Wird aber wieder besser“, antwortete sie nur wenig
später.
Na hoffentlich.
Also, was war los? Warum brüllte der Mann herum und ich schrieb
verzweifelte SMS? Sollten wir nicht im Urlaub dauergrinsen? Händchenhaltend
durch alte Städte laufen, mit den Kindern Eis essen, am Strand ein Buch
lesen?
Ja, so war der Plan für den langersehnten Italienurlaub. Aber es
kommt ja immer anders, als man denkt…
Wir hatten schon Urlaube, in denen es unglaublich harmonisch zuging, zum
Beispiel unseren Skiurlaub dieses Jahr.
Aber diesmal war (zumindest am Anfang) der Wurm drin. Dabei hatten wir uns
alle so darauf gefreut.
Doch die Kinder zankten sich nur. Es fing an, sobald der eine aufwachte und
dem anderen das Kuscheltier wegnahm. Sie schubsten einander, zwickten sich,
gönnten sich nicht die Butter auf dem Brot (geschwiege denn das tägliche
Eis).
Wir versuchten unser Bestes – kauften zwei Eimer, zwei Schippen, jedem zwei
Förmchen. Achteten darauf, dass die Portionen Orangensaft am Morgen exakt
gleich groß waren, teilten die Schokolade milimetergenau, aber stets
beschwerte sich einer über irgendeine schreckliche Ungerechtigkeit.
Am kilometerlangen Sandstrand wollten sie auf dem gleichen Quadratmeter
buddeln und keinen Zentimeter zur Seite rutschen.
Sie nahmen einander die Sachen weg, zerstörten die Sandburgen, kniffen
sich, streckten sich die Zungen raus, ärgerten sich so lange, bis einer
heulte.
Und wir immer wieder als Vermittler, mal mehr, mal weniger geduldig.
Dazu kam, dass der Kleine überhaupt nicht mehr hörte. Wann immer ich ihm
den Rücken zudrehte, rannte er im Appartement ins Bad und drehte die
Wasserhähne auf. Oder rollte das Toilettenpapier komplett ab.
Oder schmiss die Terrassentür mit so einer Kraft zu, dass das Glas fast
zersprang.
Ich erklärte, ich schimpfte, ich bat, ich mahnte – ohne Erfolg.
Und die Große vermisste ihre Freunde. "Ich will heim. Ich will in die
Kita!", heulte sie. Ich gestehe, dass mir "so eine
Undankbarkeit" durch den Kopf schoss. Da fliegt man nach Italien, an die
herrlichsten Strände, die Sonne scheint, die Unterkünfte sind schön, es gibt
einen Pool, jeden Tag Pasta (auch ohne Sauce) und das Kind will nach Berlin
in die Kita. Mmpf. Und dann dachte ich wieder: "Sie ist ja erst fünf.
Und irgendwie ist es ja süß, dass sie ihre Freunde so
vermisst."
"Wer hat noch mal gesagt, dass ein drittes Kind eine gute Idee ist?“,
fragte mein Mann mich irgendwann total entnervt. Ich schluckte.
An einem Morgen habe ich heimlich im Bad geheult, weil die Kinder sich
wieder nur zankten. Beim Versuch, die auseinander zu halten, riss mein
Armband. So viel zur schönsten Zeit des Jahres.
An Tag fünf sagte ich, dass es so nicht weiter geht. Dass der Urlaub so
niemandem Spaß macht. Der Gatte und ich beschlossen eine
Taktikänderung.
Wir beschlossen, unsere Bedürfnisse noch weiter zurück zu stellen.
Irgendwas wollten die Kinder ja mit ihrer Zankerei bewirken. Aufmerksamkeit
höchstwahrscheinlich, als Ausgleich für die höchst stressigen Wochen vor dem
Urlaub.
Wir beschlossen, dass es wichtiger ist, mit den Kindern am Strand Muscheln
zu suchen, als in Ruhe ein Buch zu lesen.
Dass es sinnvoller ist, ihnen eine lange Siesta zu gönnen, als sie durch
sehenswerte Altstädte zu schleifen.
Dass es entspannter ist, im Appartement zu kochen und auf der Terrasse zu
essen, als in einem Restaurant, das erst um acht Uhr öffnet (und damit viel
zu spät für deutsche Kindermägen).
Wir beschlossen, uns voll auf sie einzulassen und zu akzeptieren, dass es
kein easy peasy Urlaub wird. Und dass er anders wird als wir ihn uns
vorgestellt haben.
Ab dann wurde es besser. Nicht wonne-wattig-rosarot, aber besser. Und die
letzten Tage sogar richtig schön. Die Kinder plantschen auch mal ganz
alleine, spielten miteinander, wir Eltern konnten gedankenverloren aufs Meer
starren. Es wurde alles ruhiger. Wir beruhigten uns. Wir hatten uns eingegroovt.
Vielleicht war das mal wieder eine Lektion für uns. Dass Kinder nicht dazu
da sind, in Schemata gepresst zu werden. Dass sie oft nicht unsere
Erwartungen erfüllen, was schmerzlich ist, aber wiederum auch heilsam.
Seit Samstag Nacht sind wir zurück. Wir sind braun gebrannt, sehen erholt
aus, sagen die Nachbarn. Alles in allem wars doch echt super schön, sagte
mein Mann, als wir im Flieger zurück saßen.
Ich nahm seine Hand und drückte diese. Das ist doch das, was Familie
ausmacht.
Auch, wenn es nicht alles perfekt läuft, hat man sich lieb. Auch, wenn man
höchst genervt war, verzeiht man ganz schnell. Auch, wenn es anders
läuft als gedacht, schließt man seinen Frieden damit.
Familie heißt Kompromisse eingehen, aufeinander achten, ab und zu seine
Bedürfnisse komplett zurück stellen, geduldig sein, sich aufeinander
einstellen.
Das gelingt uns nicht immer. Wenn man es schafft, wird einiges leichter und
man darf man sich ruhig mit einem großen Eis belohnen…
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Von streitenden Geschwistern und genervten Eltern - Eine ehrliche
Urlaubsgeschichte | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/von-wachteleiern-und-gruenen-wiesen-wie-wir-als-familie-gut-durch-die-allergie-zeit-kommen |
Ihr Lieben, ich glaube, so viel draußen wie in den letzten Corona-Wochen
war ich sonst nur in den Ferien oder im Urlaub. Das hat vor allem damit zu
tun, dass wir nach den langen Homeschool-Sessions am Morgen ECHT
Bewegungsdrang haben. Und raus wollen. Und Luft brauchen.
Okay, die Kinder wollen auch manchmal einfach nur vors Tablet, aber wenn
ich so auf meinen eigenen Schrittzähler auf dem Handy schaue, war das eine
der sportlichsten Zeiten meines Lebens. Raus in die Natur, in den Wald, auf
Wiesen, um sprichwörtlich mal wieder Luft zu holen, durchzuatmen in dieser
neuen, merkwürdigen Situation.
Nun habe ich neuerdings und jetzt im Frühling aber ein paar Jungs an meiner
Seite, die permanent niesen. Deren Augen ab und zu sogar tränen, wenn sie mit
mir draußen sind. Sie niesen (natürlich in die Armbeuge!) dann auch nicht nur
einmal, sondern so oft, dass mir bald klar war, dass sie wohl auch Allergiker
sind.
In unserer Familie gibt es viele Allergiker
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie das leider Gottes von mir geerbt
haben. Denn mein Vater ist starker Allergiker mit Heuschnupfen. Und ich fühle
mich leider immer gleich wie schwer erkältet, wenn ich in Wohnungen mit alten
Möbeln komme.
Ich niese bei den Schwiegereltern, ich niese in Hotelzimmern. Nicht, weil
die Hygiene nicht stimmen würde, sondern einfach, weil sich Hausstaubmilben
gern in Stoffen verstecken, die schon öfter von verschiedenen Menschen
gebraucht wurden. Ich habe es mal mit einer Hyposensibilisierung versucht,
das aber irgendwann durch einen Umzug leider nicht fortgeführt. Ich lebe also
damit.
Es bestimmt nicht meinen Alltag und wenn es mal zu schlimm ist, hatte ich
bislang für den Notfall immer ein Medikament dabei, das ich aber nicht gern
nahm, weil es mich müde und meinen Mund trocken machte.
Was hilft bei akuten Allergie-Anfällen?
Nun stellt euch aber mal vor, ich würde mir und meinen Kindern bei akuten
Allergieanfällen erstmal ein Wachtelei köpfen und roh runterschlürfen,
hahaha, um keine härteren Medikamente nehmen zu müssen. Denn Wachteleier
helfen nun mal bei Allergien, das ist schon seit der Antike bekannt (ok, das
musste ich nachschlagen, aber jetzt wisst ihr´s!).
Sie enthalten jedenfalls spezielle Eiweiße, auch Ovomucoide genannt, und
die wiederum können die Aktivität bestimmter Allergene blockieren und so
dafür sorgen, dass wir nicht so viel Histamin ausschütten. Dazu enthalten Sie
auch noch sieben Mal mehr Eisen, sechsmal mehr Vitamin B1 und 15 Mal mehr
Vitamin B12 als Hühnereier. Lange Rede, kurzer Sinn. Schlürfen wollen wir sie
trotzdem nicht, oder?
Sehr gut also, dass es da jetzt eine Alternative von Emsan gibt, nämlich
die AllBlock Lutschtabletten, die sich sogar schon für Kinder ab vier Jahren
eignen und nicht nur Wachtelei in Form von Pulver enthalten, sondern auch
Zink. Das wiederum ist wichtig für ein intaktes Immunsystem. Schmecken tut
das Ganze auch noch, denn es kommt mit einem Vanillearoma daher. Außerdem ist
es frei im Handel erhältlich und nicht apothekenpflichtig.
Lutschtabletten und Nasenspray gegen Allergien
Neben den Lutschtabletten bietet Emsan nun aber auch noch ein
Allergenblocker Nasenspray für Kinder an. Das Beste daran: Es gibt keinerlei
Gewöhnungseffekte und es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Wie toll wäre es,
damit den Bedarf an Antihistaminika zu vermindern?
Gerade für Allergiker wie mich, deren Tagesablauf von der Allergie nicht
bestimmt wird, bei denen die Symptome der Allergie aber einfach tierisch
nerven? Geeignet ist es sogar schon für Kinder ab 12 Jahren. Ab dem
Grundschulalter kann also die ganze Familie davon profitieren, wenn Allergien
auftauchen.
Das Spray bildet innerhalb weniger Minuten (ja, ihr müsst es nicht schon
Stunden vor der geplanten Wald-und-Wiesen-Wanderung einnehmen, ihr könnt es
einfach dabeihaben) einen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut, befeuchtet und
beruhigt sie und vermindert den allergischen Schnupfen. Auch das nicht
apothekenpflichtig und selbst für Kinder einfach und leicht
einzunehmen.
Ausflüge ohne Niesen und tränende Augen
Ich finde es eine echte Erleichterung und Lebensqualitätssteigerung, wenn
ich weiß, dass ich jederzeit von einem Helferlein begleitet werde – ganz ohne
in die harte Medizinkiste zu greifen. Noch froher bin ich, dass wir das
Wachtelei nicht selbst ausschlürfen müssen, um unsere Wanderungen ungestört
zu genießen!
Kommt gut durch diese Zeit! Der Frühling ist viel zu schön, um ihn nicht
draußen und im Freien zu genießen…
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Allergie bei Kindern: Wie wir als Familie trotzdem viel rausgehen können |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vor-einem-jahr-starb-papa-ich-bin-froh-dass-wir-das-atmen-nicht-verlernt-haben |
Ihr Lieben, im Februar
dieses Jahres haben wir Ines schon einmal interviewt, damals hatte sie gerade
ihr fantastisch-rührendes Buch Rock den Himmel, mein Held (Affiliate Link)
herausgebracht, das zum Bestseller wurde. Darin erzählt sie mutmachend von
der Krebserkrankung und dem Tod ihres Mannes – von ihrem "Helden"
Simon. Und der bleibt auch nach seinem Tod ein Held, wie uns Ines heute in
ihrem Update-Interview mit uns erzählt. Wie geht es ihr und den Kindern
heute, ein Jahr nach der Beerdigung? Wir haben mit ihr gesprochen – und es
gibt sehr, sehr schöne News…
Liebe Ines, wie geht es dir eigentlich heute?
Das ist eine Frage, die ich immer
noch schwer beantworten kann. Es gibt gute und weniger gute Tage. Aber in
Summe denke ich, dass es mir ganz gut geht.
In der letzten Woche hattest du mal
wieder einen Wahnsinns-Grund zur Freude. Erzähl doch mal.
Letzte Woche habe ich von zwei
tollen Menschen eine E-Mail bekommen. Sie haben aufgrund unseres Blogs und
unseres Buches von Simons Geschichte erfahren. Daraufhin ließen sie sich bei
der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) als potentielle Stammzellspender
registrieren.
Eine von ihnen hat inzwischen ihre Stammzellen spenden dürfen, an einen
Patienten in den USA. Der andere Held wird seine Stammzellen im Oktober
spenden dürfen. Damit sorgte Simons Geschichte inzwischen für 14 Menschen,
die ihre Stammzellen auch tatsächlich spenden konnten. 14 Mal die Chance auf
ein gesünderes Leben.
Die Neu-Registrierungen bei der DKMS, die wir durch Simon erreichen konnte,
schätze ich auf einen zweistelligen Tausenderbereich, wenn nicht sogar höher.
Daher hoffe ich, dass es eventuell sogar noch mehr als diese 14 Menschen
gibt, die tatsächlich gespendet und Leben gerettet haben. Grandios,
oder?
Wie ging es dir letztes Jahr um
diese Zeit?
Nicht so gut. Letztes Jahr um diese
Zeit war mein Mann, unser Held Simon, noch keine zwei Monate tot. Ich war
gefangen im Bürokratie-Wahnsinn und versuchte, unsere Kinder
aufzufangen.
Ich überlegte mir zig Rituale, die
es unseren Kindern möglich machen sollten, mit dem Verlust ihres Vaters
umzugehen. Wir alle waren unter einer Glocke, fern jeglicher Realität und
versuchten zu realisieren, was da eigentlich geschehen war.
Alle Mütter erleben Höhen und Tiefen
in ihrem Alltag, in ihrem Leben. Deine Höhen und Tiefen sind aber krasser als
andere. Wie gehst du mit dieser Gefühls-Achterbahn um?
Ich glaube nicht, dass meine
Achterbahn "krasser" ist, nur anders. Jeder fährt auf seiner ganz
persönlichen Achterbahn und findet diese manchmal extrem anstrengend. Ich
glaube nicht, dass es Päckchen gibt, die schwerer als andere zu tragen
sind.
Jeder empfindet seines subjektiv als schwer, daran ist nicht zu rütteln.
Ich versuche, mich auf diese Achterbahn einzulassen, denn zum Verarbeiten
gehört auch das Erleben jeglicher Gefühle. Manchmal bade ich in
Selbstmitleid. Ich brauche das, weil ich erst danach wieder richtig am Leben
teilhaben kann.
Ich versuche, nicht ständig über Dinge nachzudenken, die ich sowieso nicht
ändern kann, denn dann werde ich blind für Dinge, die trotz allem noch gut
funktionieren oder einfach nur schön sind.
Wie begleitest du die Kinder durch
diese Phasen?
Für die Kinder gilt das Gleiche wie
für mich. Alle Gefühle sind okay, es gibt da keine Verbote. Unser Sohn fängt
an zu vergessen wie Simon gerochen hat oder wie sich seine Stimme anhörte.
Dann hören wir meine Mailbox mit Nachrichten von ihm ab oder schütten sein
Duschgel in die Dusche. Dann riecht das Haus wieder ein bisschen nach
ihm.
Noch immer schicken wir Luftballons mit Briefen in den Himmel, manchmal,
wenn eines der Kinder Geburtstag hat, oder wie jetzt die Einschulung feierte,
hingen wir ein Säckchen mit Kuchenkrümeln an den Luftballon. Damit Simon auch
etwas abbekommen kann. Wir haben außerdem ein Papaglas, in dem wir Dinge
sammeln, die wir mit zu unserem Helden in den Friedwald nehmen wollen.
Unsere Kinder dürfen schreien, wütend sein aber auch lachen bis sie
Bauchweh haben. Wenn es ganz schlimm ist, gehen wir auf ein Feld in unserer
Nähe und schreien laut. Oder wir gehen bei Regen raus und springen barfuß
durch die Pfützen, um nicht zu vergessen, dass alles was passiert zwei Seiten
hat.
Wie integriert ihr Simon in euren
neuen Alltag?
Hauptsächlich dadurch, dass wir oft über ihn reden. Diese Gespräche sind
manchmal traurig und manchmal wirklich witzig. Als wir diesen Sommer das
erste Mal zu Dritt im Urlaub waren, haben wir ein Kuscheltier mitgenommen,
das aus seinen Klamotten genäht worden ist.
Außerdem gibt es da noch unsere Bucket List die wir zusammen mit unserem
Helden geschrieben haben. Simon und ich hatten uns versprochen, dass die
Kinder und ich die Liste auf jeden Fall noch zu Ende „abarbeiten“
werden.
Dazu gehörte zum Beispiel unsere „Silberhochzeit“, die wir feiern wollten.
Wir feierten unsere Hochzeitstage monatlich; zwölf zusammen, die letzten 13
feierte ich allein.
Immer wenn wir einen Punkt abhaken konnten, schickten wir einen Luftballon
mit Brief in den Himmel. An Simons 38. Geburtstag im Dezember sind wir in den
Friedwald zu seinem Zauberbaum gefahren. Dort haben wir seine Geburtstagskrone
hingestellt, Luftschlangen gepustet und Simons Lieblingskuchen
gegessen.
Am Morgen laufen die Kinder oft nach draußen und rufen „Guten Morgen“ in
den Himmel. Simon ist eigentlich nie wirklich weg gewesen, nur können wir ihn
nicht mehr sehen.
Nun wurde euer Kleiner gerade
eingeschult – euer Ziel als Paar nach der Diagnose war es eigentlich, die
Einschulung noch zu schaffen. Dafür hat es nicht gereicht. Wie habt ihr den
Tag erlebt?
Der Tag der Einschulung fiel
zeitgleich auf den ersten Jahrestag von Simons Beisetzung. Ich hatte Angst,
dass dadurch ein fader Beigeschmack entstehen und diesen besonderen Tag
unseres Sohnes verdunkeln könnte.
Während der Einschulung in der
Schule sah unser Sohn viele Kinder mit ihren Vätern. Die meisten trugen die
Schultüten, so wie es auch mein Mann vorgehabt hatte.
Das machte unseren Sohn im ersten Moment wirklich traurig und er empfand es
als ungerecht, dass sein Papa nicht die coole Batman-Schultüte tragen konnte.
Dann aber ist ihm eingefallen, dass ich in den letzten Monaten sowieso die
Stärkere gewesen war und Leo drückte mir seine Schultüte in die Hand.
Traurig war er dennoch, allerdings konnte er den Tag immer mehr genießen.
Er freute sich im Mittelpunkt zu stehen und war sich sicher, dass Simon uns
von seiner Wolke zusieht. Meine Angst vor diesem Tag war am Ende größer als
es nötig gewesen wäre. Dieser Tag war so ganz anders als gedacht und erhofft.
Aber schön war er trotzdem.
Dankbarkeit ist ein Begriff, den du
in der letzten Zeit zum Leben erweckt hast. Wenn du das letzte Jahr Revue
passieren lässt: Was sind die Dinge, für die du in dieser Zeit am dankbarsten
warst?
Am dankbarsten bin ich dafür, dass wir das Atmen nicht verlernt haben. Eine
gute Freundin von Simon meinte zu mir: „Setzt einfach einen Fuß vor den
anderen“ und im Grunde hatte sie recht damit.
Ich bin dankbar dafür, dass sich die Welt einfach weitergedreht hat, auch
wenn ich bis heute nicht immer Schritt halten kann. Ich bin dankbar, erkannt
zu haben, wer meine wirklich guten Freunde sind und auch wenn nur wenige
übrig geblieben sind… ich weiß jetzt, auf wen ich mich immer verlassen
kann.
Ich bin dankbar für meine offenen Augen, die mir zeigen, dass Eis mit
bunten Streuseln immer noch lecker schmeckt.
Ich bin dankbar dafür, dass unsere Kinder über Ressourcen verfügen, die sie
das letzte Jahr gut meistern ließen.
Und vor allem bin ich dankbar für das grenzenlose Vertrauen, dass mir mein
Mann vor seinem Tod entgegengebracht hat. Für die zehn Jahre mit ihm, auch
wenn wir sechs davon mit Krabbe Kunibert teilen mussten.
Diese Zeit hat aus mir einen anderen Menschen gemacht, skeptischer
irgendwie aber auch wissend, wozu ich in der Lage bin. Ich glaubte zuvor,
meine Grenzen zu kennen, weiß aber jetzt, dass sie viel höher gesteckt sind.
Ich bin dankbar für die wahnsinnige
Anteilnahme, die plötzlich online herrschte, über die zahlreiche
Bereitschaft, sich bei der DKMS zu registrieren damit es anderen Familien
besser ergeht.
Wenn du die Augen zukniepst und dich
mal in die Zukunft denkst: Was siehst du da für dich und deine Kinder?
Ich hoffe, dass wir wieder ankommen.
Noch sind wir auf den Weg ins Leben 2.0. Ich hoffe, dass wir weiterhin
lernen, ohne Simon zu leben und nicht nur überleben zu können.
Ich glaube, dass das Leben noch einige Dinge für uns bereithalten wird und
hoffe fest darauf, dass wir die Lust an all dem Neuen nicht verlieren bzw.
zunächst wieder finden werden.
Unsere Zukunft soll vor allem bunt sein, mit bunten Streuseln, Glitzer und
all dem, was es erst wirklich schön macht. Ich denke, dass wir irgendwann
Frieden schließen werden mit dem Tod, der uns Simon genommen hat, mit der
Blutkrebserkrankung, die sechs Jahre lang unser Leben bestimmen wollte – und
es auch irgendwie natürlich noch immer tut, wenn auch anders.
Rock den Himmel, mein Held (Affiliate Link)
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Vor einem Jahr starb Papa: Ich bin froh, dass wir das Atmen nicht
verlernt haben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/vor-lauter-stress-bekomme-ich-fress-attacken-wer-kann-mir-helfen |
Mein Name ist Hanne, ich bin 37 Jahre, verheiratet seit 7 Jahren und Mutter
von drei Söhnen (3.5, 8 und 12).
Ich bin Ergotherapeutin und habe bislang mit alt gewordenen Menschen
gearbeitet. Seit September arbeite ich in einer integrativen
Kindertagesstätte, in der ich berufsbegleitend die Ausbildung zur Erzieherin
begonnen habe.
Irgendwie dachte ich, es sei schon immer mein Traumberuf, doch nun stehe
ich vor einem Problem. Ich habe die berufsbegleitende Ausbildung auf
Bachelor-Niveau unterschätzt. Oft habe ich das Gefühl, dass ich nie richtig
Feierabend habe. Nach 7-8 Stunden Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder
in meiner Kita, erfolgt das Gleiche zu Hause mit meinem drei Söhnen. Dazu
kommt das gesamte Lernpensum der Ausbildung.
Mein Mann arbeitet im 3 – Schicht System und ist vor allem durch die
Nachtdienste oft sehr erschöpft und wenig belastbar. Unser ältester Sohn hat
große Schwierigkeiten auf dem Gymnasium und benötigt mehr Unterstützung, vor
allem coronabedingt, als wir dachten.
Mein Mann hat dafür wenig Geduld und Kraft – und ich auch nicht so wirklich.
Wir reiben uns mittlerweile nur noch wegen Kleinigkeiten auf und haben trotz
vielen offenen Gesprächen noch kein stimmiges Konzept gefunden, dass wir da
alle gut durchkommen.
Ich habe mittlerweile psychische Probleme, die sich in Fressattacken mit
deutlicher Gewichtszunahme äußern. Ich weiß, dass mein Körper mir so zeigt,
dass ich einen Kontrollverlust verspüre.
Ich bin kurz davor, meiner Familie, meiner Gesundheit zuliebe, die Ausbildung
abzubrechen und in meinem alten Job weiterzuarbeiten. Ich frage mich nur:
Gebe ich zu schnell auf? Oder höre ich wirklich auf meinen Körper? Ich weiß
nicht, ob ich das für vier Jahre lang schaffe….
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Vor lauter Stress bekomme ich Fress-Attacken. Wer kann mir helfen? | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wann-ist-der-richtige-zeitpunkt-wieder-schwanger-zu-werden |
Liebe Lisa, eine Freundin von
mir hat ein 10-Monate altes Mädchen und als wir uns das letzte Mal sahen,
sagte sie zu mir: „Du, ich glaub, ich will jetzt wieder schwanger werden.“
Mir klappte die Kinnlade runter. Ihre Tochter krabbelte um unsere Beine
herum, war ja selbst noch so mini und meine Freundin wollte schon wieder
nachlegen?
Du hast Deine Kinder ja auch mit sehr kurzem Abstand bekommen – und das ist
etwas, das für mich nie zur Debatte stand. Ich weiß, es gibt viele Vorteile,
die Kinder schnell hintereinander zu bekommen, z.B. dass sie dann gut
miteinander spielen können. Meine Kinder sind drei Jahre und einen Monat
auseinander und für mich ist das der ideale Abstand.
Ich wollte niemals niemals niemals zwei Kinder gleichzeitig wickeln
Ich wollte meinem Körper Zeit geben, sich zu erholen
Ich wollte zwischen den Kindern wieder durchschlafen
Ich wollte wieder arbeiten gehen
Ich konnte mich mit Freundinnen abends treffen, ein paar Drinks nehmen,
auch mal in den Mädels-Urlaub fahren
Als mein Sohn dann auf die Welt kam, war meine Tochter schon soweit, dass
sie tatsächlich verstehen konnte, dass sie mal fünf Minuten warten muss, weil
das Baby gerade gestillt werden muss. Wie willst Du das einem 1,5 jährigen
Kind klarmachen? Das stelle ich mir unglaublich stressig vor, wenn dein
„Großer“ heult und nicht versteht, warum Mama gerade nicht vom Kleinen weg
kann.
Meine Große habe ich damals schon richtig mit einbezogen, sie durfte
wickeln helfen, Klamotten aussuchen, das Baby halten. Ich konnte mit ihr
schon richtig reden und sie um Verständnis bitten, wenn sie mal warten
musste. Allerdings war der Abstand von drei Jahren nicht sooooooo groß, dass
die Umstellung auf ein Geschwisterchen zu schwer gewesen wäre. Letztens sagte
sie zu mir: „Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie das war, als
mein Bruder noch nicht geboren war.“
Ich bewundere ja all die Mütter, die es schaffen, zwei richtig kleine
Kinder zu versorgen. Ich glaube, ich hätte nicht die Nerven dazu gehabt. Im
Rückblick: War es für Dich nicht unfassbar anstrengend, DREI Minis zu
haben?
|
Wann ist der richtige Zeitpunkt, wieder schwanger zu werden? | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-2019-ein-jahr-der-wunder-fuer-unsere-zwilllings-fruehchen-war |
Mein Name ist Sabine, ich bin 37 Jahre alt und habe vierjährige
Zwillingsmädchen. 2019 war für uns ein super gutes Jahr. Warum? Unsere
Tochter Sarah war kein einziges Mal im Krankenhaus – und das ist für uns
absolut keine Selbstverständlichkeit.
Lasst mich unsere Geschichte von vorne erzählen: Die Mädels sind im Juli
2015 geboren – eigentlich wären es Oktober-Kinder gewesen. Die
Schwangerschaft verlief absolut unauffällig – bis zur 23. Woche. In dieser
Woche stellten die Ärzte fest, dass Sarah eine Fehlbildung im Gehirn hat. Die
Ärzte sprachen von einem Hydrocephalus, besser bekannt als Wasserkopf. Für
uns ein absoluter Schock, wir wollten einfach nicht glauben, dass unser Kind krank
sein könnte. Gerade noch schien alles perfekt, plötzlich stand eine schwere
Behinderung im Raum. Auch das Thema Spätabbruch wurde mit uns
besprochen.
Ich hatte zudem eine Gebärmutterhalsverkürzung, wurde stationär im
Krankenhaus aufgenommen. Nach zwei Wochen dort wurden die Mädchen geboren.
Mit so einer frühen Geburt hatte niemand gerechnet. Sarah und Hanna waren nur
880 und 950 Gramm schwer.
Der Hydrocephalus von Sarah bestätigte sich nach der Geburt. Deshalb musste
sie drei Mal am Gehirn operiert werden. Sie hat nun Shunt, ein
Implantat, im Kopf, was das überschüssige Hirnwasser in den Bauchraum
leitet.
Die Prognosen der Ärzte damals waren nicht besonders gut. Es hieß, es sei
nicht sicher, ob Sarah jemals laufen und sprechen kann. Und so bestimmten die
ersten zwei Jahre Arzttermine, Physiotherapie unseren Alltag. Wir wussten,
dass Sarah eine Kämpferin ist und wollten alles für die tun.
Kurz vor ihrem zweiten Geburtstag dann ein Rückschlag: Sarah bekam Epilepsie.
Woher die kam, konnte keiner sagen. Vielleicht Spätfolgen der Gehirn-OPs,
vielleicht aber auch nicht. Seitdem habe ich immer ein Notfallmedikament in
der Tasche. Die Epilepsie hat uns schwer zu schaffen gemacht und während ich
immer vollstes Vertrauen in Sarahs gesunde Schwester Hanna hatte, merkte ich,
dass ich für Sarah mein Grundvertrauen verloren hatte. Sobald ein Infekt
rumgeht, war ich nervlich am Ende, denn Sarah krampfte bei Fieber immer
heftig.
Sarah hat ein ganz schönes Päkchen zu tragen, sie hat neben der Epliepsie
auch eine Spastik im rechten Bein. Auch hier hieß es, dass das das Gehen noch
erschweren würde. Doch Sarah hat alle überrascht, denn mit 26 Monaten fing
sie an zu laufen. Die Spastik macht es ihr tatsächlich schwer, sie muss sich
für alles viel mehr anstrengen als ihre Schwester, aber Sarah haut uns immer
wieder mit ihrem Kämpfergeist um. Sie ist so ein pfiffiges Mädchen, das
ständig neue Dinge lernen wíll.
2019 war für uns deshalb so wunderbar, weil Sarah keinen einzigen Anfall
hatte – und sie tatsächlich Radfahren gelernt hat. Das war im September. Sie
ist einfach so drauf losgeradelt und liebt es seitdem heiß und innig. Das
Radfahren ist für sie eine tolle Alternative zum Laufen, das sie wegen der
Spastik schnell müde macht.
Als ich meine beiden Mädels auf ihren Rädern sah, war ich einfach nur stolz
und glücklich. Sie haben beide die Frühchenzeit hinter sich gelassen und
wollen ihr Leben leben. Nach all den bangen Monaten mit Anfällen und
Therapien war das Radfahren im September wie ein Wunder. Ich hoffe, dass 2020
ähnlich gut für uns wird und freue mich auf viele wunderschöne Momente mit
den Mädchen.
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Warum 2019 ein Jahr der Wunder für unsere Zwilllings-Frühchen war | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-es-toll-ist-grosse-kinder-zu-haben |
Ihr Lieben, in den letzten
Wochen sind in meinem Bekanntenkreis mehrere Babys zur Welt gekommen. Kleine
süß duftende Menschen mit Eltern voller Hoffnung. Bei mir liegt das
Wochenbett schon wirklich lang zurück und manchmal denke ich neidisch
„Hach!“. Ich habe ja gar keine Babys mehr. Und dann denke ich aber nach und
mir fallen so viele Dinge ein, warum es so toll ist, auch schon größere
Kinder zu haben. Hier sind einige davon.
Sie können Dir sagen, was ihnen fehlt, wenn es ihnen nicht gut geht.
Schluss mit der Rätselraterei, die unser Leben bestimmte, als die Kinder noch
klein waren und nur schreien konnten, um auf sich aufmerksam zu machen.
Sie zeigen Dir, wie vielfältig sie sein können, obwohl sie aus einer
Familie kommen. Das eine Kind näht gern, das andere interessiert sich für
Mode, das andere träumt sich gern in Fantasiewelten.
Gemeinsame Restaurantbesuche werden wieder möglich, ohne dass Du eine ganze
Tasche voller Rasseln und Ablenkspielzeug mitnimmst.
Sie können ihre eigenen Wünsche äußern und Dir abends sagen, was sie gut
fanden an diesem Tagen – und was nicht so gut.
Sie werden zu eigenen Persönlichkeiten, lassen sich zu Klassensprechern
wählen und sitzen damit in den Gremien, die für die Festlegung Schulhofregeln
zuständig sind.
Sie hören Dir knappe 350 Seiten lang gebannt und gespannt vor, wenn Du
ihnen das erste Band von Harry Potter vorliest.
Sie schreiben kleine Tagebücher, wenn sie mit Dir auf Reisen sind.
Manchmal schreiben sie heimlich Zettel. Wie neulich. Da kam die Oma zu uns
und sagte, auf ihrem Tisch hätte ein Korb Äpfel aus dem Garten gestanden,
dazu ein Brief: „Liebe Oma, kannst Du mir daraus Apfelkuchen machen?“ Mein
Jüngster <3
Sie können Dir plötzlich den Unterschied zwischen Tannen und Fichten
zwischen Linden und Erlen erklären.
Sie erinnern sich an Deine eigenen Grenzen, wenn sie von Dir wissen wollen,
ob nun der Urknall oder der liebe Gott für die Entstehung unserer Erde
verantwortlich ist.
Sie sind die tollste Rechtfertigung dafür, auch deine eigenen
Kindheitsträume wiederzubeleben. Den größten Spaß auf unseren
Ponyhof-Wochenenden habe nämlich ich 😉
Sie lassen Dich an Dinge erinnern, die auch Du erlebt hast. Die erste
Grundschul-Liebe zum Beispiel. Ich weiß noch genau, wen ich damals
anhimmelte. Und nun himmelt mein Kind ein Kind an. Wie sich das bemerkbar
macht? „Na mit Kribbeln im Bauch, Mama.“
Ist es nicht toll, große Kinder zu haben? Und jetzt kommt mir nicht mit dem
Satz: Wart mal ab, bis sie in die Pubertät kommen. Den kann ich nämlich nicht
leiden. Das beginnt doch schon mit der Schwangerschaft: Wart mal ab, bis Dir
schlecht wird. Bis Du Deine Schnürsenkel nicht mehr sehen kannst. Wart mal
ab, wie das mit der Geburt wird. Wart mal ab, bis Dein Baby in die Trotzphase
kommt. Ich sag Euch was: Diese Sprüche bringen gar nichts. Abwarten ist nicht
meins, ich genieße lieber den Moment.
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Warum es toll ist, große Kinder zu haben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-es-toll-ist-grosse-kinder-zu-haben-2 |
Ihr Lieben, in letzter Zeit hatte ich öfter mal Freundinnen am Telefon, die
mich fragten, wie es mir grad geht und wie es mit den Kindern klappt – und
ich da ja gerne ehrlich bin… habe ich eben auch viel über die
Herausforderungen größerer Kinder erzählt. Ich sag nur: Teller und
Bananenschalen unterm Bett, Endlos-Diskussionen, Peinlichkeiten… oder
Ähnliches.
Dabei kommt aber oft einfach zu kurz, wie toll das auch ist, wenn die
Kinder größer werden. Richtig MEGA ist das nämlich aus folgenden Gründen:
Weil sie uns nachts nicht mehr dauernd wecken, um zu essen
Weil wir allein in den Supermarkt fahren können
Weil sie sich (wie jetzt gerade in diesem Moment) selbst Käsetoast in der
Pfanne braten können (fragt nicht, warum!)
Weil sie abends selbst in den Schlaf finden (ja, kuscheln ist schön, aber
Jahrzehnte der Einschlafbegleitung haben uns geprägt)
Weil sie so kluge Fragen stellen
Weil sie versuchen, auf Augenhöge mit dir zu diskutieren
Weil sie Geschirrspüler und Waschmaschinen nicht mehr nur als
Entertainmentprogramm der Mama ansehen 😉
Weil du jeden Tag siehst, welche Wunder du als Eltern vollbracht hast
Weil du mit all dem dauernd an deine eigene Jugend erinnert wirst
Weil sie alles noch vor sich haben – und du das miterleben darfst
Weil sie auch mal allein oder mit dem Bus von A nach B kommen
Weil du für Elternabende, Restaurantbesuche oder Kino keinen Babysitter
mehr brauchst
Weil sie Konflikte nicht mehr so oft körperlich, sondern immer öfter verbal
lösen
Weil da auch plötzlich wieder Zeit für DICH ist
Weil du dich in ihnen wiedererkennst, sie aber auch trotzdem so viel
Eigenes mitbringen
Weil sie auch von ihrem Umfeld und nicht nur von dir allein geliebt
werden
Weil du ihnen beim Gespräch in die Augen schauen kannst, weil sie plötzlich
so groß sind wie du
Weil sie ihren eigenen Geschmack entwickeln
Weil du plötzlich einen echten eigenen Charakter durchblitzen sehen
kannst
Weil sie ein Eigenleben entwickeln und nicht mehr so abhängig von dir
sind
Weil da wieder mehr Zeit für Partnerschaft ist
Weil sie dich dauernd mit neuen Ideen überraschen
Weil du dir so langsam vorstellen kannst, wie sie als Erwachsene wohl
werden und aussehen
Welche Gründe sind es bei euch? Aus welchen Gründen genießt ihre eure
größeren Kinder? Erzählt mal…
|
Warum es toll ist, große Kinder zu haben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-familie-heute-mehr-als-vater-mutter-kind-ist-ein-plaedoyer-fuer-mehr-vielfalt |
Ihr Lieben, gestern spülte
Facebook ein Video in meine Timeline, das mich echt aufregt. Es handelt sich
um ein Video der Initiative „Vater, Mutter, Kind“.
Hedwig Freifrau von Beverfoerde, die Koordinatoren der kirchlichen
Initiative, erklärt in zweieinhalb Minuten, warum der Begriff Familie
ausschließlich der traditionellen Konstellation „Vater, Mutter, Kind“
vorbehalten sein sollte.
Ihre Worte:
„Mächtige Lobbygruppen der Gender-Und Homosexuellenbewegung arbeiten daran,
die Begriffe Ehe und Familie radikal neu zu definieren und damit
auszuhöhlen.“
„Dabei ist klar: Wer den Ehebegriff für eine bestimmte Gruppe öffnet, kann
ihn anderen nicht verwehren. Wer die Ehe für alle fordert, bereitet den Weg –
ob er will oder nicht – auch den Boden für die Gesetze des
fundamentalistischen Islam – das heißt für Vielehe oder
Kinderehe.“
„Die Ehe ist der Liebesbund zwischen einem Mann und einer Frau und die
Familie gründet sich auf Ehe bzw Abstammung.“
Wie schon oben erwähnt ist Frau von Beverfoerde wohl eine bekennende
Christin – umso sprachloser macht mich das alles.
Denn wie passt das zu meinem Verständnis vom Christentum?
Ich würde mich durchaus aus gläubig bezeichnen. Ich war auf einer
christlichen Schule, meine Kinder sind getauft und ich glaube fest an christliche
Werte wie Nächstenliebe, Fürsorge, Hilfsbereitschaft,
Barmherzigkeit.
Genau deshalb finde ich dieses Video so unerträglich.
Denn die Dame sagt ja eigentlich folgendes: Wer zwei lesbischen Frauen mit
Kind zugesteht, dass auch sie eine Familie sind, macht die Kinderehe in
Deutschland möglich.
Wer einem schwulen Paar erlaubt, zu heiraten und endlich alle Pflichten und
Rechte füreinander wahrzunehmen, ist letztenendes für Polygamie.
Durch unsere Arbeit hier im Blog haben wir so viel gelernt – vor allem
aber, wie unterschiedlich Familien sind. Wie unterschiedlich Erziehungsstile
sind, wie unterschiedlich Bedürfnisse, wie unterschiedlich Kinder und
Eltern.
Familie ist heute bunt, lebendig – es gibt das klassische Modell,
Alleinerziehende, Patchwork -und Regenbogenfamilien.
Ich frage mich, wie anmaßend man sein muss, um das traditionelle Bild über
all die anderen Lebensformen zu stellen. Heißt Familie denn nicht vorallem:
Geborgenheit, Nestwärme, Liebe, Unterstützung, Förderung?
Und seit wann können das zwei Frauen nicht genauso gut vermitteln wie eine
Frau und ein Mann?
Warum haben einige Vertreter des klassischen Modells so eine Angst vor
Veränderung? Haben sie die Befürchtung, sie selbst könnten durch die
Gleichstellung anderer benachteiligt werden?
Was ändert sich also für eine Vater-Mutter-Kind-Familie, wenn in
Berlin-Schöneberg ein schwules Paar heiratet? Wie gefährdet eine
Regenbogen-Familie aus Köln eine Großfamilie aus Hamburg?
Naaaaa? Genau: Gar nicht! Für klassische Familien ändert sich rein gar
nichts. Sie haben nicht den minimalsten Nachteil dadurch, dass Schwule und
Lesben heiraten dürfen. Niemand wirft ihnen vor, dass ihr klassisches Modell
spießig ist, niemand sagt, Vater-Mutter-Kind sei nun keine richtige Familie
mehr. Niemand nimmt einer klassischen Familie Rechte weg oder ihre
Daseins-Berechtigung.
Warum nicht also einfach die Liebe anderer in ihrer Vielfalt
annehmen?
Dass diese Initiative die Gender-und Homosexuellenbewegung als Wegbereiter
für religiöse Fundamentalisten darstellt, macht mich wütend.
Kinderehe als logische Folge von gleichgeschlechtlichen Ehen zu sehen, ist
schlicht krank.
Kinderehen sind natürlich ein Verbrechen – zwei Frauen, die sich lieben und
entscheiden, füreinander Verantwortung zu übernehmen und heiraten zu wollen,
ist etwas Wunderschönes.
Wer sind wir, um darüber zu richten, wer sich in wen verlieben darf? Wer
ist diese Frau in dem Video, um zu meinen, dass ihre Auffassung von Beziehung
die Richtige und damit schützenswerter ist als andere Formen?
Das alles hat für mich nichts mit christlicher Auffassung zu tun. Das ist
für mich engstirnig, angstbeladen, homophob.
Es gibt dieses Zitat von Richard von Weizsäcker, dem nichts mehr zuzufügen
ist. Denn ja, Glück wird größer, wenn man es teilt. Und zwar mit denen, die
man liebt:
„Die Familie ist immer wieder schweren Belastungen ausgesetzt. Und doch
erweist sie sich stets von neuem als wichtigste Quelle unserer Kraft. In ihr
lernen wir die Probe des Lebens bestehen. Daraus kann menschliches Glück
erwachsen. Es wird größer, wenn man es mit anderen teilt.“
Foto: Pixabay
|
Warum Familie heute mehr als Vater-Mutter-Kind ist - ein Plädoyer für
mehr Vielfalt | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-ich-das-familienbett-praktiziere-und-katharina-trotzdem-nett-finde |
Liebe Katharina,
das war schon eine skurrile Situation, als ich da gestern Abend in meinem
Bett lag, einen Sechsjährigen auf mir drauf liegend, meine Achtjährige neben
mir an der Hand und in der anderen Hand mein Handy, auf dem ich die
Kommentare zu Deinem Familienbett-Artikel las, während meine Kinder
seelenruhig neben mir und um mich herum einschliefen…
Unsere Kinder schlafen nicht alleine ein. Und wie Du schon in Deinem
Beitrag erwähntest: Was das Familienbett angeht, sind wir arg anderer
Meinung. (Und trotzdem sind wir Freundinnen, wahnsinn, oder?)
Ich erinnere mich selbst vielleicht einfach noch zu gut an die Abende in
meinem Zimmer damals, als ich klein war. Ich hatte eine schräge Wand und
darin ein Fenster, im ersten Stock und ich weiß, dass ich Angst hatte, dass
durch dieses Fenster mal jemand kommen würde, um mich zu holen. Kinderängste
halt. Nicht allmächtig, aber doch da und unangenehm. Also brannte in dem
Zimmer vor meinem Zimmer abends immer Licht. Bei Licht konnte ich schlafen
und hatte keine Angst. Toll, oder?
Meine eigenen Kinder haben auch Angst. Manchmal. Sie haben aber abends auch
einfach Nähebedarf und ich kann nicht ganz abstreiten, dass auch ich abends
Nähebedarf habe. Ja, auch ich bin ja Teil des Ganzen, sonst würde ich es
vielleicht anders machen.
Für unsere Familie hat sich das so eingespielt. Denn nein, es gab nie einen
Plan oder eine Liste, an dem oder der ich meine Vorhaben abarbeitete: Wir
werden ein Familienbett haben. Check. Häkchen dran, nächster
Tagesordnungspunkt. Nein, natürlich ist es so nicht.
Wir lassen das einfach so kommen in unserer Familie. Und die perfekte
Lösung gibt es wohl nicht. Mein Mann zum Beispiel würde mich auch abends gern
mal vor neun zu Gesicht bekommen. Bis dahin liege ich aber meist noch bei den
Kindern, bis sie ruhig atmen.
Auch ich träume manchmal davon, einen Abend Im Hellen zu verbringen (also
unten, in der Küche oder im Wohnzimmer) oder mal Freunde zum Abendessen
einzuladen. Aber Gewohnheiten lassen sich nicht so leicht durchbrechen und so
ist es für uns der größte gemeinsame Nenner, wie wir es im Moment
praktizieren.
Ich liebe ja den Spruch: Es ist nur eine Phase. Und ja, am Ende, mit ein
bisschen Abstand, ist auch das nur eine Phase. Unsere Kinder werden gerade
groß, sie werden bald nicht mehr das Bedürfnis nach dieser (körerplichen)
Nähe haben, genauso wie die Windelzeit nur eine Phase war, obwohl ich bei ca.
90 Windeln pro Woche bei drei Wickelkindern damals auch dachte, in meinem
Leben wird es nie etwas anderes mehr geben, außer Wickeln. Mit ein bisschen
Abstand lächelt man irgendwann darüber. War ja alles nur eine Phase.
Wenn unsere Kinder schlafen, tragen
wir sie in ihre Betten. Und nicht selten tapst irgendwann in der Nacht wieder
jemand zu uns zurück und kuschelt sich mit seinen Armen Armen und Beinen
zwischen uns. Ich mnag das – zumindest wenn nicht alle drei gleichzeitig
kommen und uns selbst aus dem Bett drängen. Für den Fall haben wir allerdings
für die Kinderbetten sehr tolle Matratzen angeschafft, so dasss wir, wenn wir
schon aus dem eigenen Schlafzimmer ausziehen müssen, weil es überbevölkert
wird, zumindest weich und gemütlich liegen 😉 Vor unserem Bett liegt
außerdem eine Besuchermatratze. Und ja, es sieht aus wie eine kleine Höhle
bei uns und nie durchgestylt und aufgeräumt wie in einem Möbelkatalog – dafür
sprürt man eben die familiäre Wärme durch alle Ritzen kriechen.
Kleiner Nachtrag: Das ist meine Geschichte zum Schlaf unserer Kinder. Wir
machen das so und jeder andere kann das auch machen, wie er möchte. Trotzdem
möchte ich noch auf die aufgeworfenen Fragen von Dir, Katharina, eingehen.
Nein, ich fühle mich nicht als Sklave, was natürlich sowieso überspitzt
formuliert war, aber doch fühle ich mich manchmal ordentlich fremdbestimmt.
Und das war es wohl, was Du meintest. Genauso oft genieße ich aber eben auch
die innige Stunde am Abend.
Und ja, ich opfere mich auch schon mal auf für meine Kinder. Weil sie meine
Kinder sind und das mein Naturell. Das tue ich allerdings nicht, um anderen
zu sagen, was ich für ne Supermama bin. Der wahre Grund ist, dass ich einfach
so bin, wie ich bin. Du sagst, wir sollten unsere Kinder stark machen. Und
ja, das mache ich. Tagsüber sind sie schon so richtig groß. Und abends, in
ihrem geschützten Raum, werden sie halt wieder zu meinen kleinen
schutzbedürftigen Kindern. Und diesen Schutz bekommen sie.
Was das Sexleben der Eltern angeht hast Du aber natürlich ein bisschen weit
in die Klischeekiste gegriffen 😉 Wer sagt denn, dass immer die Frau
sich vor dem Sex drücken will? Also ich kenn da Familien, bei denen es
andersrum ist. Und finde die Vorstellung sehr sehr cool, dass sich ein Vater
ins Familienbett zurückzieht, um sich vor seiner wilden Frau zu retten…
hehe.
Wann meine Kinder in den eigenen Betten und ohne mich einschlafen werden,
weiß ich natürlich nicht. Aber ich denke, spätestens, wenn sie mit 16 ihren
ersten Freund oder ihre erste Freundin mit nach Hause bringen, wird sich das
gelegt haben. Und wenn nicht… zieh ich aus.
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Warum ich das Familienbett praktiziere - und Katharina trotzdem nett
finde | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-ich-nicht-mit-der-kaiserschnitt-geburt-hadere-gastbeitrag-von-svenja |
Heute habe ich auf der
Facebook Seite von StadtLandMama den Bericht von Ninia LaGrande über ihrem
Notkaiserschnitt gelesen. Häufig liest man solche Geschichten und ebenso
häufig geht es den Müttern ähnlich wie Ninia LaGrande. Sie kommen nicht gut
damit zurecht, können Geschichten über „normale“, natürliche Geburten schwer
ertragen und über ihr Erlebtes schwer oder gar nicht sprechen –
jedenfalls nicht ohne sich dabei schlecht zu fühlen oder zumindest
unangenehm berührt zu sein. Ich verstehe das – absolut! Menschen sind
unterschiedlich. Können verschiedene Situationen unterschiedlich
wegstecken.
Trotzdem ist es irgendwie ein Bedürfnis, mal zu äußern, dass es auch Frauen
gibt, die das als völlig ok ansehen, wie es gelaufen ist – auch wenn es nicht
perfekt war, und dass es auch gut funktionieren kann, den Gang der Dinge
einfach so zu akzeptieren, wie er eben war. Bei mir war das so: Der
errechnete Geburtstermin war Ende Mai. Nachdem ich selbständig bin, gab es so
etwas wie Mutterschutz nicht. An einem Vormittag Anfang Mai hatte ich noch
einem geschäftlichen Termin. Mir ging es – wie während der gesamten
Schwangerschaft – immer noch bestens. Ich kam nach dem Termin zurück nach
Hause und setzte mich an den Schreibtisch. Um 12:00 Uhr mittags kam die erste
Wehe. „Ich glaub ich hatte gerade eine kleine Wehe“ rief ich meinem Mann zu,
der wie ich von zuhause aus arbeitet. „Ach was…?!", kam zurück. „Jetzt
schon? Ist das normal?“ Genau wusste ich es selbst nicht, aber ich sagte ihm,
dass ich durchaus schon mehrfach von sogenannten „Vorwehen“ oder auch
„Senkwehen“ gehört hatte.
Naja, wird schon normal sein, dachte ich bei mir. Zehn Minuten später
folgte die zweite Wehe. Hmmmm…Zufall?! Weitere zehn Minuten später die dritte
Wehe. Ok. Ruhig bleiben. „Schatz, ich leg mich mal in die Wanne, ok?! Mal
sehen, ob es dann besser wird.“ Der Mann wurde nervös. „Ok…“ hörte ich seine
unsichere Stimme und verschwand im Bad. Doch die Wehen wurden stärker,
heftiger und kamen bereits nach dieser ersten halben Stunde in noch kürzeren
Abständen. Nach wenigen Minuten stieg ich also wieder aus der Wanne und sagte
meinem Mann, dass wir jetzt wohl zumindest mal ins Krankenhaus würden fahren
müssen. Mal nachsehen, was da los ist.
Also fuhren wir – dreieinhalb Wochen zu früh. Im Untersuchungszimmer
eröffnete mir eine nette Krankenschwester, dass man bereits das Köpfchen
fühlen könne, es würde sicherlich gleich „ernst“ werden. Ich erwiderte, dass
es offensichtlich bereits sehr ernst war, denn mein Kind lag – wie ich wusste
– falsch herum. Was sie spürte, war also wohl der Po. Ich sagte ihr auch,
dass ich am darauffolgenden Dienstag einen Termin beim Chefarzt gehabt hätte
– Beratung zur Steißlagengeburt bei Erstgebärenden. Jetzt wurde sie nervös.
So richtig. Sie holte sofort eine Ärztin, die mir binnen Minuten eröffnete,
dass das Kind jetzt sofort per Kaiserschnitt geholt werden würde. Die Geburt
sei nicht mehr aufzuhalten und eine Steißlagengeburt dürfe ohne die
erforderliche Beratung nicht durchgeführt werden.
Mein Mann war noch nicht da, er meldete mich noch im Krankenhaus an. Als er
zurückkam, erklärte ich ihm, dass das Kind geholt werden würde –
heute…gleich…also eigentlich JETZT. Er wurde blass und schien leicht zu
schwanken. Ich kann mich heute nicht mehr daran erinnern, ob sie mir zu
diesem Zeitpunkt bereits irgendwas gegeben hatten. Ein Beruhigungsmittel oder
sonst irgendwas. Vielleicht waren es auch einfach die Hormone, denn faktisch
befand ich mich ja bereits kurz vor den Presswehen. Jedenfalls war ich die
Ruhe selbst. Ängste hatte ich überhaupt nicht. Mein Kind würde gleich kommen
– wie toll!
Kein Warten mehr, kein weiteres Zunehmen, kein Wasser in den Beinen und
heute schon den Wurm kennenlernen. Für mich war das in diesem Moment alles
super. Ich bat zunächst die Krankenschwester, sich doch mal um den werdenden
Papa zu kümmern. Der war so blass und sah völlig überfordert aus. Es
amüsierte mich schon fast, dass nun das eingetreten war, was man so oft
hörte: die Mutter die Ruhe selbst und der Vater ein Häufchen Elend. Den Ernst
der Lage habe ich nicht erkannt. Nicht hinterfragt, warum ich so früh schon
Wehen bekommen hatte. Dass etwas nicht in Ordnung sein könnte, blendete ich
völlig aus. Die Rückenmarkspritze war schmerzhaft und auch riskant. Durch die
starken Wehen fiel es mir unglaublich schwer, stillzuhalten. Aber es ging
alles gut und ich beobachtete wie in Trance, wie man meine Beine, die mir
nicht mehr zu gehören schienen, hin und her wuchtete, um mich von A nach B zu
transportieren. Dann erinnere ich mich nur noch dunkel… Viele Menschen, ein
grünes Tuch, das mir die Sicht auf meinen Bauch versperrte und ein netter
Mann, der hinter mir stand, und auf mich einredete. Und da war ja auch mein
Mann! Toll. Ich fragte ihn, ob er es aushalten würde. Er hatte in etwa
dieselbe Farbe wie das Tuch vor meinem Bauch.
Irgendjemand sagte, das Baby sei da. 15:01 Uhr, wie ich später erfuhr. Ich
bekam ihn für Sekunden zu Gesicht und in die Arme. Eine kurze Welle der
überwältigendsten Liebe, die man sich nur vorstellen kann. Dann war er weg.
Mein Mann sah aus, als würde er gleich ohnmächtig werden. Also bat ich den
netten Herrn neben mir, ihn doch raus zu begleiten, was er auch tat. Und dann
lag ich da. „Wir nähen sie nur noch kurz zu.“ – „Äh ja, klar..machen sie
mal.“ Danach Aufwachraum. Allein. Naja, nicht ganz allein. Neben mir
schnarchten diejenigen, die irgendeine OP in Vollnarkose hinter sich gebracht
hatten. Ich verstand nicht, weshalb ich dort liegen musste. Versuchte, dem
anwesenden Krankenpfleger zu erklären, dass ich ja wach sei. Ich hätte gerade
ein Kind bekommen und würde gerne zu ihm. Er lächelte freundlich und sagte
mir, ich dürfe hier raus, sobald ich meine Füße würde bewegen können. Ich
kämpfte wie ein Löwe. Versuchte quasi durch Telekinese meine Zehen zum Zucken
zu bringen – vergeblich. Da ließ sich nichts machen. Es dauerte fast
eineinhalb Stunden, die mir wie ein halber Tag vorkamen.
Danach wurde ich zunächst in den Kreißsaal gebracht und mein Mann kam nach
wenigen Minuten dazu. Er war die ganze Zeit bei unserem Süßen gewesen. Ich
wollte nichts mehr, als meinen Sohn halten, aber dann erfuhr ich, dass dies
zunächst nicht möglich sein würde. Er lag auf der Kinderstation. In einem
Wärmebett. Angeschlossen an verschiedene Geräte, die den Herzschlag und die
Blutsättigung kontrollieren sollten. Außerdem erhielt er ein Antibiotikum
über eine Kanüle in der Hand. Er hatte Fruchtwasser geschluckt und dadurch
eine Lungenentzündung erlitten.
Trotzdem durfte ich meinen Sohn besuchen. Mein Mann brachte mich im
Rollstuhl zu ihm. Das Wärmebett musste geschlossen bleiben. Nur ansehen war
also erlaubt. Kein Halten, kein Küssen, kein Stillen. Erstmal abwarten. Das
war schlimm, aber ich hatte die Geburt hinter mich gebracht und der Kleine
auch. Wie man mir später sagte, hatte er sich bereits in meinem Körper eine
Infektion eingefangen, was man anhand der stark erhöhten Anzahl an weißen
Blutkörperchen feststellen konnte. Mutter Natur hat das schon gut
eingerichtet. Wenn das Kind merkt, dass es krank wird und niemand es
rechtzeitig realisieren würde, drängt es eben nach draußen. Nach einer Woche
Antibiotikum und etwas nervenaufreibenden Diskussionen mit Ärzten und
Schwestern, weil ich eine Magensonde verhindern wollte, konnten wir mit
unserem dann kerngesunden Kleinen nach Hause.
Nun war es also keine „normale“ Geburt geworden, aber ich fühlte mich keine
Sekunde wie eine Frau, die es nicht geschafft hatte, oder der es nicht
vergönnt war, ihren Sohn auf natürlichem Weg zur Welt zu bringen. Der
Kaiserschnitt belastete mich nicht und wirkte sich nach meiner Überzeugung
auch auf die Bindung zu meinem Kind nicht aus. Es war nur schlimm, dass ich ihn
nicht einfach von Anfang an hatte bei mir haben können. Aber das war seiner
Krankheit geschuldet und nicht der Art, wie er auf die Welt gekommen war; es
hing nur irgendwie Beides zusammen. Die Schmerzen nach dem Kaiserschnitt
waren nicht schön, aber – für mich – erträglich. Natürlich ist es kein
Zuckerschlecken und am ersten Tag und in der ersten Nacht war das Aufstehen
nicht leicht, Lachen und Husten ein Alptraum. Aber auch nach einer
natürlichen Geburt haben viele Frauen mit starken Schmerzen zu kämpfen,
können schwer laufen oder auf die Toilette gehen. Ich empfand das subjektiv
nicht als schlimm(er).
Ich trauerte auch der natürlichen Geburt kein Stück nach. Denn auch davon
liest man ja hin und wieder Horrorgeschichten mit Saugnapf, Zange,
Sauerstoffmangel, etc. Ich hätte mich bei der ersten Geburt ganz sicher nicht
für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden, aber nun war es eben so und es
fällt mir nicht schwer, darüber zu sprechen, wenn mich Jemand fragt, wie die
Geburt verlaufen ist. Meine beste Freundin hatte zwei tolle Geburten, die sie
ganz bewusst erleben durfte. Mit PDA und wenigen Schmerzen. Ich konnte mich
in beiden Fällen sehr für sie freuen, aber wer weiß denn schon, ob es bei mir
auch so unkompliziert geworden wäre?
Ich kann Ninia LaGrande wirklich verstehen und kenne auch selbst Frauen,
die mit einem (Not-)Kaiserschnitt nicht gut umgehen konnten oder können. Es
war mir nur wichtig auch mal auszusprechen, dass das auch anders sein kann
und darf.
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Warum ich nicht mit der Kaiserschnitt-Geburt hadere - Gastbeitrag von
Svenja | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-kranksein-auch-immer-was-positives-hat |
Es heißt ja immer, man soll
auch in schwierigen Situationen versuchen, das Gute zu erkennen. Und
schwierige Situationen, die hatten wir in der letzten Woche genug.
Es fing letztes Wochenende an. In der Nacht von Sonntag zu Montag, es war
kurz vor 4 Uhr morgens, als meine Tochter bei mir am Bett stand und sagte,
ihr sei übel. Ich ging mit ihr ins Bad und merkte, dass sie zudem noch ganz
heiß war. Das Kind hatte hoch Fieber und starke Bauchschmerzen. Der Gatte
wurde also ausquartiert und ich streichelte meine Tochter wieder in den
Schlaf. Die restliche Nacht haben wir nicht viel geschlafen. Immer wieder
schreckte sie im Fieberwahn hoch oder musste sich übergeben. Montag zeigte
das Thermometer immer um die 40 Grad an, wenn sie sich zu sehr quälte, gab
ich ihr fiebersenkende Mittel und machte Wadenwickel. Mit mäßigem
Erfolg.
Leider musste mein Mann dann auf Dienstreise und das hieß, dass ich bis
Freitag alleine mit den Kindern sein würde. Die Große kam überhaupt nicht
mehr aus dem Bett. Weil sie keinen Appetit hatte und nichts essen wollte,
wurde sie auch immer schwächer. Und mir gings ähnlich. Mein Magen war flau
und ich hätte mich am Liebsten unter einer Bettdecke verkrochen. Der Kleine,
putzmunter, nahm mir währenddessen die Bude auseinander.
Wenn man alleine mit zwei Kindern ist und eins davon krank ist, werden auch
plötzlich die alltäglichsten Dinge schwierig zu organisieren. Wer bringt den
Kleinen zur Kita und holt ihn ab? Die Große wollte ich nicht mitnehmen, das
hätte sie einfach nicht geschafft. Den Kleinen zu Hause lassen, wollte ich
auch nicht, weil die Pflege meiner Tochter doch recht intensiv war. Zum Glück
sprangen einige liebe Freundinnen ein und übernahmen die Bringdienste!
Manchmal ging das Fieber meiner Tochter runter auf 38,2 – um dann nach
einem Schlaf wieder bei 40,2 zu sein. Dazu immer wieder Bauchkrämpfe.
Meistens lag ich neben ihr, streichelte sie, redete beruhigend auf sie ein.
Wir verließen das Haus nicht mehr, Nachbarn versorgten mich mit Essen. Obwohl
ich so Mitleid mit meiner Tochter hatte, stand ich kurz vor dem Budenkoller.
Deshalb bat eine Freundin mir an, für eine halbe Stunde auf die Kinder
aufzupassen, damit ich mal eine Runde spazieren gehen kann, frische Luft in
den Kopf bekomme.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag weckte sie mich, weil sie Nase
putzen wollte. Ich knipste die kleine Lampe neben dem Bett an und erschrak
fast zu Tode. Überall Blut. Das Kind hatte furchtbares Nasenbluten, es
dauerte, bis wir das gestillt hatten. Anschließend musste ich die Betten
frisch beziehen. Das Fieber war auch wieder hoch und die restliche Nacht
wieder unruhig.
Ich hatte schon fast wieder vergessen, wie mürbe Schlafentzug macht. Fünf
Nächte mit wenig Schlaf, und schon bin ich ein Wrack.
Am Donnerstag dann wieder solche Bauchkrämpfe und plötzlich Halsweh. Ich
packte sie ein und wir fuhren zum Kinderarzt. Diagnose: Influenza. Therapie:
Bettruhe.
Bis heute liegt meine Kleine mal mit mehr, mal mit weniger Fieber im Bett.
Das ist echt heftig diesmal.
Wenn ich auf die letzte Woche blicke, fallen mir natürlich erst mal nur die
negativen Dinge ein. Krankes Kind, abgesagte Job-Termine, wenig Schlaf, null
soziale Kontakte, Tränen meinerseits.
Doch es war ganz sicher auch die körperlich innigste Woche zwischen meiner
Tochter und mir seit langer Zeit. Stundenlang lagen wir zusammen im Bett. Ich
habe sie ins Bad getragen und zurück, gewiegt wie ein Baby, gehalten und
umarmt. Ich war wieder auf absolutem Muttertier-Modus. Wenn sie sich neben
mit im Bett umdreht hat, war ich hellwach. Alle Sensoren auf Hochtouren. Ich
habe meine Tochter lange nicht mehr so bemuttert, weil sie ja eigentlich
meine Große ist (und dabei eigentlich noch so klein ist). Wir hatten lange
nicht mehr so viel Zeit alleine. Wenn mich also jemand nach etwas Positiven
in dieser Woche fragt, dann würde ich sagen: Diese Krankheit hat uns noch
näher gebracht, mein kleines, großes, wunderbares Mädchen und
mich.
PS: Nachtrag: Dieser Beitrag entstand am Samstag mittag – am Sonntag
abend fing jetzt auch das Söhnchen an zu fieber. Bitte drückt die Daumen,
dass er jetzt nicht auch durch die Grippe gehen muss…
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Warum Kranksein auch immer was Positives hat | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-sind-wir-so-schadenfroh-wenn-eine-promi-ehe-in-die-brueche-geht |
Noch größer als das Interesse
war die Häme, die über Brad Pitt und Angelina Jolie ausgeschüttet wurde, als
die Trennung der beiden vorletzte Woche bekannt wurde. Das Internet war
plötzlich voll von Bildern einer lachenden Jennifer Aniston (Brads Ex),
Firmen nutzten die Gelegenheit, um billige Flüge nach Los Angeles anzubieten.
Ja, Mädels, ab nach Hollywood, vielleicht kann sich ja eine den Neu-Single
Brad abgreifen.
Überall wurde über die möglichen Trennungsgründe spekuliert, jeden Tag
gibt`s nun neue schmutzige Details. Im TV analysieren selbsternannte
Promi-Experten die Situation, Magazine füllen ihre Seiten damit: Lags an
Brads Gekiffe? Oder an Angelinas unmöglichem Erziehungsstil? Und überhaupt,
eigentlich war die Beziehung doch schon seit langem nicht mehr das Wahre,
oder?
Mich widert das an. Denn hier geht es nicht um zwei seelenlose Wesen,
sondern um zwei Menschen, deren Traum von einer intakten Familie gerade
platzt. Denn genau das wollten sie sein – eine große, bunte, heile
Familie.
Und lange Zeit machten sie das doch wirklich gut. Man kann davon halten,
was man will, dass die beiden mit den Kids samt einer Horde Nannys durch die
Welt jetteten. Aber Jolie und Pitt waren immerhin 12 Jahre lang ein Paar
(und führten damit sicher länger eine Beziehung als so mancher lästernder
Promi-Experte).
Brad Pitt adoptierte die bereits vorhandenen Kinder und zeigte doch damit:
Ich will Dich UND die Kinder. Das Paar bekam drei leibliche Kinder, sie
standen schwere Zeiten durch (die Brustamputation von Angelina Jolie und den
Tod einiger naher Verwandter.)
Klar gibt es dann immer welche, die sagen: "Die haben es so viel
leichter, weil sie mega viel Kohle haben." Aber ist das wirklich so? In
manchen Dingen mag das stimmen. Natürlich können Hollywood-Stars sich die
besten Ärzte leisten und eine Horde von Babysittern. Aber darum geht es doch
nicht in einer Ehe. Das hält doch eine Ehe nicht zusammen.
Wie man ja jetzt auch sieht, denn die beiden sind gescheitert – so wie
Millionen anderer Menschen auch. Wie ein Herr Müller oder eine Frau Schulz
müssen sie nun Kindertränen trocknen und erklären, warum Mama und Papa sich
nicht mehr lieb haben. Das ist hart. Das tut weh, egal ob man Millionär ist
oder Busfahrer.
Und vorallem: Eine Trennung tut den Kindern weh. Ich bin auch ein
Scheidungkind – ich weiß, wovon ich rede.
Deshalb wäre ich dafür, weniger sensationsgeil und hämisch zu sein – die
meisten sollten mal lieber vor ihrer eigenen Tür kehren…
Foto: Pixabay
|
Warum sind wir so schadenfroh, wenn eine Promi-Ehe in die Brüche geht? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-streiten-geschwister-so-viel-und-wie-koennen-sie-zum-team-werden |
Ihr Lieben, wir wissen
nicht, wie es bei Euch zu Hause läuft, aber bei uns gibt es enormes
Verbesserungspotential in Sachen Geschwisterstreit. Hier fliegen mehr als
einmal am Tag die Fetzen.
Darum waren wir so froh, als wir endlich Nicola Schmidts neues Werk
"Geschwister als Team – Ideen für eine starke Familie" (Affiliate
Link) auf dem Tisch liegen hatten. Wir haben der Autorin, die ihr vielleicht
durch ihr artgerecht-Projekt kennt, einmal unsere drängendsten Fragen
geschickt, weil wir wirklich mal wissen wollten, was wir als Eltern tun
können, damit die Geschwister nicht mehr gegeneinander, sondern als Team
zusammenarbeiten.
Liebe Nicola, wir haben jeweils drei Kinder, schon oft haben wir gehört,
eine gerade Zahl wäre besser, weil bei Dreien immer Zwei gegen Einen kämpfen.
Was würdest Du auf einen solchen Satz antworten?
Ja, das hört man oft, aber nach meinen Recherchen ist die Sache klar: ob
gerade oder ungerade – das spielt am Ende kaum eine Rolle. Wir hören von
Eltern in jeder Konstellation, dass Geschwister sich verstehen oder streiten.
Nach Studienlage ist viel wichtiger, wie wir miteinander umgehen, wie wir
kommunizieren. Ob wir dann zwei, drei oder sieben Kinder haben, ist eher
nebensächlich. Allerdings steigt natürlich mit jedem Kinder der
„Trubelfaktor“, aber auch die Zahl an Spielkameraden.
Manchmal haben wir das Gefühl, dass Geschwisterstreit in unseren Familien
das große beherrschende Thema ist. Und manchmal denken wir: Hach, wie schön
alles sein könnte, wenn einfach alle miteinander spielen würden statt sich
gegenseitig die Butter auf dem Brot nicht zu gönnen…
Oh, wie gut ich das verstehe! Die Statistik zählt unter Geschwistern bis
etwa sechs Streitereien pro Stunde – bei uns zu Hause waren es mindestens so
viele. Bei uns änderte sich das schlagartig, als ich im Zuge von „Geschwister
als Team“ gelernt habe, Streit ganz neu zu sehen. Streit ist nämlich vor
allem Verhandlungstraining. Er bereitet uns auf die Konflikte im Leben vor.
Wenn ich mit meinen Geschwistern lerne, unterschiedliche Interessen
auszugleichen, meinen Standpunkt zu vertreten, Lösungen zu finden, dann kann
ich das ein Leben lang.
Meine Kinder sind darin mittlerweile richtig gut und wir haben deutlich
weniger Auseinandersetzungen. Ich hingegen bin Einzelkind und musste das erst
in Seminaren lernen. Seit ich Streit als Training fürs Leben sehe, hat er
einen Platz und einen Sinn. Das ändert aber nichts daran, dass auch meine
Kinder manchmal hören: „Hey, ich will einfach nur in Ruhe kochen, hört
einfach auf zu streiten!“ – ich glaube, das gehört dazu.
„Der hat aber angefangen“ oder „Das war ich aber nicht“, diese Sätze kennen
wir wohl alle. Wie können wir als Eltern gut darauf reagieren? Immerhin
können wir nie herausfinden, wer nun zu streiten begonnen hat oder wer die
Nutella an die Wand geschmiert hat. Oder ist das am Ende vielleicht auch gar
nicht so wichtig?
Genau so ist es. Wenn wir als Eltern anfangen, uns wie Schiedsrichter oder
Detektive zu benehmen, haben wir schon verloren. Und mal ehrlich: Haben wir
dazu Lust? Und sind wir vor Gericht? Geht es wirklich darum, wer angefangen
hat? Eigentlich geht es doch darum zu fragen: Was ist hier los? Woher kommt
der Druck? Was brauchen wir, um friedlich zusammen zu leben?
Ich frage meine Kinder daher schon lange nicht mehr „Wer war das?“ Ich sage
grundsätzlich: „Mir ist egal, wer das war, aber ich will nicht, dass das passiert.
Wir machen es jetzt gemeinsam weg und überlegen, was hier eigentlich los
ist.“ Meine Kinder finden das nicht immer lustig – auch für sie wäre ein
Streit darum, wer es war, einfacher und angenehmer.
Aber oft steckt hinter Streit ja etwas ganz anderes als die blaue Tasse.
Besonders bei größeren Kindern. Ein Beispiel aus unserem Alltag: Meine
Tochter (6) hatte ihren Bruder (9) tagelang gepiesackt. Natürlich wurde er am
Ende aggressiv, aber wer war jetzt schuld? Wer hatte angefangen?
Ich setzte mich mit den beiden hin und versuchte mit ihnen herauszufinden,
was wirklich los war. Meine Tochter sagte am Ende des Gespräches unter Tränen
ihrem großen Bruder: „Ich würde so gerne mehr mit dir spielen, aber du willst
immer nicht! Dann bin ich sauer! Ich fühle mich wie Luft, wenn du nicht mit
mir spielst!“ und sie weinte herzzerreißend. Mein Sohn war erst irritiert,
aber dann nahm er sie gerührt in den Arm und sagte: "Hey, das wusste ich
gar nicht. Okay, ich will zwar nicht immer mit dir spielen, aber wie wäre es
jetzt? Zehn Minuten?" Aus zehn Minuten wurden ein ganzer Abend und sie
waren beide glücklich.
Und manchmal merke ich, dass es auch unter Erwachsenen gut tut, wenn wir
nicht „wer war das?“ fragen, sondern über das reden, worum es wirklich
geht…
Warum streiten Geschwister denn überhaupt so viel?
Wir sollten nie vergessen: Geschwister sind Menschen, die unsere Kinder
sich nicht ausgesucht haben. Aber sie müssen mit ihnen unser kostbarstes Gut
teilen, nämlich die Aufmerksamkeit der Eltern. Stellen wir uns das mal als
Erwachsene vor – wir müssen in einer WG mit jemandem leben, den wir total
anstrengend finden und dann sagt unser Partner auch noch: „Nun stell dich
nicht so an, sie ist doch total nett, natürlich darf sie deinen Laptop
ausleihen!“
Es kommt außerdem auch auf das Alter an: Kleine Kinder, besonders Kinder
unter drei, streiten um Ressourcen – Eltern und Spielzeug. Das eskaliert
schnell, weil sie ihre Bedürfnisse nicht aufschieben können und weil sie sich
nur schlecht in jemand anderen hineinversetzen können. Wir haben dann zwei –
oder mehr – sehr junge Menschen, die noch nicht die gleiche Sprache sprechen.
Deshalb brauchen sie unbedingt unsere Hilfe.
Außerdem ist für kleine Kinder ja alles absolut – wenn die blaue Tasse weg
ist, geht die Welt unter. Dass das nicht so ist, müssen Kinder erst lernen.
Später geht es dann um Aufmerksamkeit, um Freiräume und um Rollen in der
Familie.
Wie kann aus Geschwistern, die sich dauernd ärgern („Du bist erst auf Seite
11? Ich bin schon auf Seite 16, boah bist du dumm!“) ein Team werden?
Das ist in der Tat knifflig, ich schreibe im Kapitel über Rollen und
Talente darüber, was wir tun müssen. Da hilft nach aller Forschung nämlich
vor allem Prävention. Kinder spiegeln uns und die Werte, die wir ihnen
vorleben.
Fragen wir uns also: Ist es wichtig, dass man schnell liest? Vergleichen
wir die Kinder? Loben wir Kinder dafür, dass sie schneller als andere sind? Dann
müssen wir uns nicht wundern. Wenn wir aber vorleben, dass es nicht um
Leistung geht, sondern dass hier jeder liebenswert ist, egal was er leistet,
ist der wichtigste Schritt schon getan.
Konkret heißt das: Wir sollten nicht sagen „Dein Bruder hat schon seine
Schuhe an, warum kannst du das nicht?“ „Schau mal, wie schön eine Schwester
aufgeräumt hat!“ „Lisa ist schon fertig, warum bist du nur so langsam?“ Auch
Spiele wie „Wer zuerst am Auto ist“ sind witzig, solange wir ein Kind haben –
ab zwei Kindern fördern solche Spiele eher die Konkurrenz.
Was können wir sonst sagen? Wir können wertschätzen was ist, ohne
Bewertung: „Hey, du bist schon auf Seite elf, und du auf Seite 16, wie schön,
dass meine Kinder so gerne lesen!“ oder „Jeder hier hat seine Qualitäten,
einer macht alles schnell, einer lieber ruhiger und beides brauchen wir in
der Familie – ich bin froh, dass ich so wundervolle, unterschiedliche Kinder
habe!“
Sobald wir vorleben Leistung nicht das wichtigste Kriterium ist – dann
übernehmen die Kinder das. Natürlich sehen sie in der Schule und an anderen
Orten das Leistungsprinzip, dann sage ich größeren Kindern auch schonmal,
dass hier bei uns „zu Hause“ das nicht gilt und jeder seinen Platz hat. Wenn
ich die Kinder motivieren will, dann tue ich das niemals mit Vergleichen,
sondern immer mit konkretem Lob: „Wow, du hast echt lange geübt, jetzt kannst
du das Klavierstück, spiel es nochmal!"
In manchen Familien verstehen sich die Geschwister wunderbar, in anderen
gar nicht. Da wird gehauen, gekratzt, geboxt – und das täglich. Ist das alles
Erziehungssache oder gibt es auch einfach streitlustigere Kinder?
Ja, es gibt Konstellationen, in denen Kinder sich deutlich mehr streiten.
Das hängt von vielen Faktoren ab: Vom Geschlecht, vom Alter, vom Abstand und
vom Temperament. Aber was daraus wird, hängt am Ende immer an uns Eltern – so
unangenehm diese Erkenntnis ist. Ich würde daher eher sagen: Manche
Geschwister muss man mehr begleiten, andere weniger. Von alleine läuft es nur
ganz ganz selten.
Und wir sollten froh sein, wenn unsere Kinder streiten – denn nur wenn
Kinder nicht sicher sind, dann stehen sie einander kompromisslos bei. Wenn
meine zwei aufeinander los gehen, genehmige ich mir daher manchmal einen
Moment von: „Wie schön, dass ihr euch so sicher fühlt, dass ihr eure
Konflikte austragen könnt!“ – und dann erkläre ich, dass ich jetzt aber bitte
in Ruhe kochen will.
Du gibst drei Tipps in Deinem Buch: Vergleichen Sie Ihre Kinder nicht,
ergreifen Sie niemals Partei, rasten Sie nie aus. Ich möchte mich in dieser
Causa schuldig bekennen. Ich glaube, ich müsste ein Übermensch sein, um das
nie zu tun.
Weißt du was – es geht mir genauso! Daher gilt für mich der Slogan aus meinem
Buch "Slow Family" (mit Julia Dibbern): Jeden Tag ein
bisschen.
Und wirklich, das reicht. Wenn wir einmal nicht vergleichen, einmal nicht
ausrasten, sondern ruhig bleiben, einmal nicht Partei ergreifen, sondern in
Ruhe beide Seiten anhören, dann ist viel gewonnen. Wir lernen alle noch! Und
Kinder sind unglaublich nachsichtig mit uns Erwachsenen, wie es Antoine de
St. Exupéry in „Der kleine Prinz“ formuliert.
Nun gibt es bei uns noch die Konstellation der eineiigen Zwillinge, die
sehr ähnlich aussehen, sehr ähnlich stark sind und die im Grunde jeden Tag
aufs Neue schauen wollen, wer nun heute am stärksten ist – und die sich auch
untereinander vergleichen…
Ja, Zwillinge sind eine sehr schwierige Konstellation, dazu gibt es im Buch
ein extra Kapitel. Wir müssen bei Zwillingen als Eltern ganz besonders darauf
achten, dass wir deutlich machen: Jeder hat seinen Platz. Ihr müsst nicht
gleich sein. Ihr müsst euch nicht messen – es sei denn, ihr habt beide Spaß
daran. Jeder Mensch ist mal stark, mal schwach, mal schnell, mal langsam, mal
ordentlich, mal unordentlich. Ich finde es wichtig, dass wir immer wieder
vorleben, dass das sein darf.
Erst dann kann jeder sein volles Potenzial entfalten. Wenn die Kinder hingegen
beide Spaß am Wettbewerb haben, dann sollten wir sie nicht aufhalten. Die
Frage muss ja immer lauten: „Wer braucht gerade was? Und wie können wir das
hinkriegen?“
Du sprichst in Deinem Buch auch von der einen Sache, die alle Eltern tun
sollten. Welche ist das?
„Bleiben Sie in Kontakt. Sagen Sie ihrem Kind mit allen, was Sie tun, aus
ganzem Herzen: „Ich bin für dich da“. Das ist schon alles. Manchmal macht man
innerlich die Tür zu. Man kann es nicht mehr hören, es ist alles zu viel.
Aber wir dürfen unser Herz nicht verschließen, es sind Kinder, sie brauchen
uns. Wir müssen da bleiben – anwesend sein, zuhören, wirklich verstehen
wollen.
Wir sollten sehen, wie zerbrechlich diese kleinen Seelen sind und wie sehr
sie uns brauchen. Auch und gerade wenn sie uns fürchterlich auf die Nerven
gehen. Dann brauchen sie uns nämlich ganz besonders. Kinder wollen Teil einer
glücklichen Familie sein. Dazu gehört auch, dass sie lernen dürfen, wie man
Konflikte austrägt, wie man gemeinsam Veränderungen meistert und wie man
immer wieder zusammenfindet und sich sagt: Hey, ich hab dich von Herzen
lieb.
Fotos: Pixabay, David Carlson, Kösel
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Warum streiten Geschwister so viel und wie können sie zum Team werden? |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/warum-streiten-sich-geschwister-so-viel-vom-hauen-und-stechen-und-lieben |
Ihr Lieben, jedes Alter der
Kinder bringt so seine Herausforderungen mit sich, heißt es doch immer so
schön, oder? Von Sprüchen wie „Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder,
große Sorgen“, halte ich aber trotzdem nichts. Die Erziehung ist eine so
große Herausforderung, dass sie sich nicht mit einem solch platten Sprichwort
wegbügeln lässt.
Ich mache mir nicht nur heute, mit drei Schulkindern, manchmal Sorgen. Ich
hatte auch Sorgen um mein Baby, als es allabendlich von 18h bis 0 Uhr schrie,
als habe es Schmerzen. Es konnte mir nicht sagen, was es bedrückte, da waren
die Sorgen ganz andere als heute, ja. Heute sagt das Kind: Mama, ich hab
Bauchweh, ich lege mich hin. Das finde ich in diesem Fall leichter. Dafür
streiten wir uns um Hausaufgaben, um Aufräumen, um Tablet-Konsum. Ob die
Sorgen größer oder kleiner sind, lässt sich nicht sagen. Es sind halt
andere.
Die Kinder werden größer, der Charakter kommt zum Vorschein
Vielleicht meint das Sprichwort ja aber auch einfach nur, dass uns der
Babyspeck mit einigem versöhnt, weil die Kinder ja so niedlich sind. Und nur
da hat es vielleicht seine Berechtigung, denn -ja! – einem Neun- oder
Elfjährigen möchte man nicht mehr alle fünf Minuten in die Wange kneifen,
weil man nicht glauben kann, wie süß er gerade guckt 😉
Die Herausforderungen werden aber auch deswegen anders, weil sich der
eigene Charakter der Kinder mit wachsendem Alter herauskristallisiert. In ein
Baby kann man noch herrlich viel hineininterpretieren („Schau mal, wie es
guckt, ich glaub, das versteht schon wie sehr wir es lieben!), das wird mit
dem Alter weniger. Mit dem ersten „Nein“ äußert es seinen Willen – und wir
als Eltern merken, dass wir nicht alles steuern können.
Mit weiteren Geburtstagen kommt in Mehrkindfamilien noch ein zusätzlicher
Faktor hinzu: Die Konstellation in der Familie. Zunächst spielen Kinder ja
noch vor allem mit sich allein, aber später werden auch die Geschwister mit
einbezogen – und hier zeigt sich doch sehr genau, wie sich Rollen entwickeln.
Das eine Kind ist zugewandt und ordentlich, das andere chaotisch und wild,
das nächste sensibel und gerechtigkeitsfanatisch oder dominant und
uneinsichtig. Ob das zusammenpasst, kann keiner voraussagen.
Koflikte: Seit wann streiten sich unsere Kinder?
Ich weiß nicht, seit wann unsere Kinder sich streiten. Ich glaube, die
Zwillinge begannen im Alter von vier oder fünf Jahren. Es geht ihnen
vermutlich nicht darum, den anderen fertig zu machen, vielmehr ist es
vermutlich ein Buhlen um Aufmerksamkeit, ein Ausbaldowern der Positionen in
der Familie.
Und es ist bestimmt auch nicht leicht, dauernd jemanden vor sich sitzen zu
haben, der gleich groß, gleich stark und gleich schwer ist. Die Hierarchie
fehlt. Bei normalen Geschwistern gibt es zumindest die Alters-Hiercharchie:
Das große Kind ist schon „groß“, das darf noch ein bisschen länger
aufbleiben. Das kleine Kind ist noch „klein“, das darf nochmal schnell auf
Mamas Arm, wenn es nicht mehr laufen will.
Bei Zwillingen fehlt diese Hierarchie und manchmal stehen wir als Eltern
davor und fragen uns wirklich: Machen wir etwas falsch? Oder sind sie einfach
so? In dem einzigen Zwillingsbuch, das ich damals in der Schwangerschaft las,
stand, dass sich männliche Zwillinge mehr streiten als weibliche. Und dass
sich eineiige mehr streiten als zweieiige. Wir haben mit unseren eineiigen
Jungs also den Sechser im Lotto gezogen, wenn wir dem glauben. Aber wir
wollen ja nicht auf Pauschalisierungen reinfallen – siehe oben.
Muss dieser Streit sein?
Wenn ich den Erzählungen meiner Freundinnen lausche, höre ich denn auch
raus, dass es auch Mädchen und Jungen gibt, die sich viel streiten. Selbst
wenn sie nicht gleich alt sind. Es ist also vermutlich Glück oder Pech, ob
sich Geschwister verstehen, egal, ob sie zwei Minuten (wie unsere), zwei
Jahre oder ein ganzes Jahrzehnt auseinander sind. Von vielen Freundinnen und
Freunden weiß ich, dass sie sich als Kinder auch viel gestritten haben („ICH
kann das besser“, „Nein ICH“) und sich heute im Erwachsenenalter wunderbar
verstehen. Und auch mein Bruder und ich waren als Kinder nicht immer auf
einer Wellenlänge – und sind nachher sogar zusammen in eine WG gezogen. Muss
dieser Streit also sein?
Ich merke an den Kindern, dass sie sich streiten, wenn sie sich sicher
fühlen. Lass ich sie mal kurz allein zu Hause, um die große Schwester am Bus
abzuholen, dann halten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Ist einer krank –
und plötzlich eine Hierarchie da (er schwach, ich stark), kümmern sie sich
rührend. Als sich der eine den Arm brach, sagte der andere auf dem Weg in die
Klinik, er würde all seine Spielsachen dafür hergeben, damit es seinem Bruder
besser geht. Da ist also etwas. Aber sobald der Gips dran und die Tränen
getrocknet waren, ging es weiter. „Du kannst ja gar nicht singen.“ „Kann ich
wohl.“ Warum?, frage ich mich dann immer. Was bringt dieses
Den-anderen-klein-machen? Das Leben könnte doch so einfach sein, wenn wir in
eine Spirale der Nettigkeiten geräten – und nicht immer wieder in diesen
Teufelskreis aus: Ich hau den, weil der geärgert hat. Ich hau zurück, weil
der gehauen hat. Ich sag Kackamann zu ihm, weil er grad Idiot gesagt hat. Und
immer so weiter.
Werden sich unsere Kinder irgendwann nicht mehr streiten?
Über den Satz „„Lieber wäre es mir, wenn mein Bruder/meine Schwester tot
wären““ haben Danielle und Katja von Gewünschtetes Wunschkind neulich
geschrieben. Sie sagen, wir dürften das als Eltern nicht wörtlich nehmen.
Aber das ist doch schwer! Wenn eins meiner Kinder sein Geschwisterkind haut,
dann sage ich oft: „Niemand schlägt ein Kind von mir – auch du nicht, obwohl
du selbst mein Kind bist“. Und ich baue ja auch darauf, dass es mit
wachsendem Alter und Empathievermögen ruhiger wird, um uns am Ende von
unserer Geduld belohnen zu lassen…
So wie gestern Abend, als ich zwei unserer drei Kinder ins Bett brachte,
während nebenan einer unserer Jungs noch mit Papa diskutierte. Seine Stimme
klang traurig, was unsere Große nicht schlafen ließ. Sie fragte, ob sie
nochmal eben zu ihm rüber dürfe. Sie umarmte ihn dann – und er ließ es
geschehen.
Wer weiß, wie sehr genervt die Kinder hier manchmal voneinander sind, wird
verstehen, warum uns fast ein Tränchen der Rührung die Wange runtergelaufen
wäre. Unsere Kinder lassen sich gern umarmen. Von uns. Aber nicht von ihren
Geschwistern. Sie vermuten hinter jeder lieb gemeinten Geste eine Finte,
einen Trick, einen Versuch, zu ärgern. Dass sich der Kleine hier kurz seiner
Schwester gegenüber fallen lassen konnte, zeigte mir, dass da doch etwas
heranwächst zwischen ihnen. Vertrauen.
Erziehung ist harte Arbeit – wir müssen geduldig sein
Wir müssen geduldig sein, so schwer das auch manchmal ist. Erziehung ist
harte Arbeit, hab ich neulich in einem Buch gelesen und dieser Satz fällt mir
täglich wieder ein, wenn ich zum zehnten Mal sage, dass eine Jacke an den
Garderobenhaken gehört – und nicht in den Eingang auf den Fußboden. Erziehung
ist harte Arbeit. Aber es ist eine, die sich lohnt, denn wer geduldig bleibt,
erntet irgendwann Momente wie den am gestrigen Abend.
Fotoquelle: pixabay
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Warum streiten sich Geschwister so viel? Vom Hauen und Stechen – und
Lieben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-du-bist-wenn-du-mama-bist |
…Du bist 300 mal Köpfchen
streicheln.
…Du bist 500 wichtige Entscheidungen treffen. Pro Tag.
…Du bist 700facher Motivationstrainer. Steh auf, versuch es einfach
nochmal.
…Du bist 1000 Nächte-Wach-Lieger.
…Du bist 2000 automatische Schuckel-Bewegungen-Vollzieher.
…Du bist 5000 mal Retter aus doofen Situationen.
…Du bist 8000 mal Geister-Verjager.
…Du bist 10.000 mal die Ruhe-Bewahrer. Geduld. Geduld.
…Du bist 15.000 mal in die Tisch-Kante-Beißer. Einfach ruhig bleiben, es
ist ein Kind.
…Du bist 25.000 mal Buchvorleser und Hörspiel-Anschalter.
…Du bist 50.000 Warum-Fragen-Beantworter und Welterklärer.
…Du bist 100.000 Küsse, die Du Deinen Kindern gibst. Und ihrem Papa.
…Du bist 300.000 Wunden pusten, wenn Dein Kind fällt.
…Du bist 500.000 Dankeschöns, die Du sagst, dafür, dass es sie gibt, deine
Kinder
…Das ist schön.
…Du bist schön.
Foto: Pixabay
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Was Du bist... wenn Du Mama bist | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-ich-mir-in-meiner-aktuellen-beziehung-wuensche-liste-zum-ausdrucken-und-ankreuzen |
Ihr Lieben, die ihr noch mit dem
Partner zusammen seid, mit dem ihr Kinder habt: Manchmal geht die Liebe im
Alltagschaos vielleicht ein bisschen unter. Manchmal braucht es aber gar
keinen Paartherapeuten, um das Feuer wieder ein bisschen zu beheizen.
Überlegt euch einfach mal, was euch im Moment fehlt. Und was vielleicht gar
nicht fehlt. Dann sagt eurem Partner das auch gern: Weißt du, worüber ich
mich freue? Dass du mir immer noch Herzchen per WhatsApp schickst, statt
immer nur noch Einkaufslisten.
Ja, das klingt jetzt banal, aber in einer mehrjährigen Beziehung, in der
auch Kinder den Alltag mitbestimmen, da kann so eine Botschaft helfen. Denn
sie heißt: Hey Schatz, ich sehe dich noch! Und zwar auch noch als Partner und
nicht nur als Kindertaxi, Haushaltsmanager oder Arbeitnehmer, sondern auch
noch als die Person, in die ich mich mal verliebt habe.
Deswegen haben wir hier mal eine Liste zusammengestellt – mit winzig
kleinen Denkanstößen. Ihr könnt sie ausdrucken ankreuzen und eurem Partner
vorlegen. Oder euch springt besonders ein Punkt ins Auge, bei dem ihr denkt:
Stimmt, das werde ich heute gleich mal angehen.
Wie auch immer: Nehmt eure Liebsten in den Arm und seht sie nicht als
selbstverständlich an. Denn ihr habt zusammen eine Familie gegründet. Und was
gibt es Schöneres?
Wunschliste für die
Beziehung:
Mehr Händchenhalten
Mehr flüchtige Berührungen im Vorbeigehen
Mehr Flirterei mal zwischendurch
Mehr lächelnde Blicke
Mehr Sex
Weniger Sex
Mehr Zeit zu zweit
Mehr Experimentierfreude
Mehr Freiheiten
Weniger Streit
Mehr Küsse
Mehr Hilfe im Haushalt
Mehr Verständnis für die eigenen Hobbys und Auszeiten
Mehr Hilfe mit den Kids
Mehr kleine Liebesbotschaften auf Post it-Zetteln
Mehr Überraschungen
Mehr Blumen
Mehr Fürsorge, wenn es mir nicht gut geht
Mehr süße Handy-Nachrichten, wenn man sich tagsüber nicht sieht
Weniger Kontrolle
Mehr Vertrauen
Mehr Zärtlichkeit außerhalb von Sex
Mehr liebe Worte
Mehr Loyalität vor Freunden
Mehr Anerkennung für alles, was ich leiste
Mehr Kopfkraulen
Mehr Kümmern
Mehr Zusammensitzen bei Kerzenlicht
Weniger gemeinsames Glotzen und Fernsehschlafen
Mehr Lachen über Albernheiten
Weniger Schnarchen
Mehr gemeinsame Mahlzeiten
Mehr Pralinen
Mehr Interesse – "wie war dein Tag?"
Mehr Zuhören
Weniger aufs Handy-Schauen
Mehr abends mal essen gehen
Mehr Kissenschlachten, wenn die Kinder schlafen
Mehr Urlaub mit Dir
|
Was ich mir in meiner aktuellen Beziehung wünsche - Liste zum Ausdrucken
und Ankreuzen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-nur-eltern-wissen-die-entbindung-endet-nicht-mit-der-geburt |
Ich
bin zurück aus London und freue mich
über Deinen vorletzten Beitrag. Denn ja: Klar, kenn ich das. Loslassen muss
man ja erst mal lernen! Denn die Entbindung endet ja nicht mit der Geburt,
die geht ja immer weiter. Je enger wir uns an unsere Kinder binden, desto
intensivere Arbeit haben wir auch mit dem Entbinden, mit dem Gehenlassen, mit
dem Verantwortung-mal-in-andere-Hände-geben, auch mit dem Vertrauen in den
kleinen Menschen selbst. Es ist sicherlich bei jedem anders, aber bei mir gab
es da auch unterschiedliche Phasen. Chronolgisch in der Erinnerung in etwa
so:
Mama, MaPa, Mama.
Mama, Papa, Mama.
Mama, PaMa, Papa.
Mama, PaMa, Oma.
Naja, und in der ersten Zeit nach
dem Stillen, war es mir eigentlich das Liebste, wenn ich eine Oma da hatte
und ihr die Betreuung anvertrauen konnte und trotzdem dabeibleiben,
beobachten, ein Schatten sein, mein Kind mal aus einer anderen Perspektive
sehen. Das war ein riesiges Glück, wie ich es auch hier sehr emotional schon
einmal beschrieben habe… Die Verantwortung mal kurz schleifen lassen und
trotzdem dabei sein und miterleben und als "Außenstehende" zu
betrachten. Einfach nur zu schauen. Mit der Zeit wagte ich mich auch mal aus
dem Haus. Dann sehr viel später auch mal eine Nacht ohne Kinder, aber nur mit
Sehnsucht.
Am Wochenende also zwei Nächte. Mit
Flieger, mit Hotel, mit Mann. Und als wir wiederkamen, gab es keine Vorwürfe,
wie sonst. Die Kinder waren begeistert von der Oma, die ihnen ein
Matratzenlager gebaut hatte, die ihnen zum Aufwachen Nutella-Brote ins Bett
gebracht hatte, die so toll war, dass die Kinder am liebsten noch eine Nacht
dort verbracht hätten. "Na, seid Ihr denn gar nicht auch ein bisschen
froh, dass wir wieder da sind?" Mindestens zwei Kinder antworteten:
"Och, eine Nacht hättet Ihr ruhig noch bleiben können". Auch das:
Eine Entbindung. Keine sonderlich schmerzhafte, trotz der Worte, weil ich ja
gesehen hatte, wie sie uns begrüßt hatten, als wir wiederkamen. Stürmisch
nämlich. Fröhlich.
Aber für alle Beteiligten ein tolles Erlebnis. Für die Kids, für die Oma,
für uns. Eines, aus dem wir alle gestärkt hervorgehen, weil wir die Sehnsucht
mal gespürt haben und weil die Vorfreude auf das Wiedersehen wunderschön war.
Eines, das uns noch enger verbindet, obwohl wir alle einmal losgelassen
haben.
|
Was nur Eltern wissen: Die Entbindung endet nicht mit der Geburt | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-uns-der-pflanzenbasierten-nagellack-von-gitti-ueber-unsere-natuerliche-schoenheit-verraet-mit-rabattcode |
Ihr Lieben, wenn ich eins am Muttersein liebe, dann ist es, wie viel man
auch über sich selbst, über die eigenen Werte und Einstellungen lernt. Weil
man sie plötzlich den eigenen Kindern vorlebt, sie erklärt – und später
vielleicht auch rechtfertigt, wenn die Kinder ihre eigene Stimme erheben und
auch mal in Frage stellen, was du sagt 😊 Ich spreche aus Erfahrung,
als Dreifach-Teenie-Mama ist das grad mein täglich Brot.
Und so merke ich da auch grad ein paar Veränderungen im Umgang mit dem
Thema „Beauty“ bei mir. Ich mag das Wort nicht. Es klingt so künstlich. So
unecht. Einmal fragte mich die liebe Frau Mutter mal zu einem
Beauty-Interview bei ihr im Blog an, ich sagte ab. „Nee, nicht mein Thema.“
Und so gab ich es auch an meine Kinder weiter: Ihr müsst von innen strahlen,
dann seid ihr schön!
Schönheit kommt von innen. Oder?
Es geht im Leben nicht um gerade Nasen, makellose Körper! Bildet euch
weiter, seid gute Gesprächspartner, seid authentisch, strahlt etwas Positives
aus. Das sage ich ihnen so natürlich nicht zum Frühstück ins Gesicht, aber
ich hab das Gefühl: So lebe ich das vor. Das gebe ich weiter.
Aber! Und jetzt kommt das große Aber. Unsere Kinder wachsen in einer
anderen Generation auf als wir. Ich habe das Gefühl, wir hatten damals in der
Unterstufe alle noch bunte, ausgewaschene Schlabberpullis an, während sich
heute auch schon in diesem Alter gestylt wird. TikTok und Instagram sei Dank
(ja, ich denke, es hat viel damit zu tun). Nun wird meine Tochter dieses Jahr
15 und natürlich ist das Äußere ein Thema!
Welche Beautyprodukte sind gut und nachhaltig?
Die Jeansmode ist eine ganz andere als bei uns damals. Buchfreie Shirts
sind wieder in. Influencerinnen mit riesigen Reichweiten geben öffentlich
Tipps für weniger Pickel oder geben zu, dass sie sich die Brüste mit Silikon
haben aufpeppen lassen. Wir diskutieren, ob sie ihre Vorbildfunktion für so
viele junge Menschen nicht anders nutzen könnten. Und wir besprechen, was
okay und nachhaltig ist – und was für uns ein No go.
Denn ich finde es ja auch schön, wenn wir uns schön herrichten! Dann aber
doch bitte nicht mit giftigen Inhaltsstoffen, die unsere Gesundheit angreifen
und die Umwelt belasten. Wenig, dafür aber Gutes, auf dieses Motto können
meine Tochter und ich uns einigen. Und deswegen haben wir uns für diese
Kooperation zusammengetan und gemeinsam den fabelhaften Nagellack von gitti
conscious beauty getestet, wo sogar die Schachtel, in der er verschickt wird,
biologisch abbaubar und recycelbar ist….
Und weil wir so begeistert sind, dürfen wir an dieser Stelle auch gleich
erwähnen, dass wir euch einen Rabatt von 20 Prozent anbieten dürfen, der Code
ist ganz einfach: stadtlandmama
gitti conscious beauty Nagellack: Was kann er, was andere nicht
können?
Was kann gitti also, was andere nicht können? Da holen wir doch gern mal
ein bisschen weiter aus. Als Jenni, die Macherin von gitti, sich nämlich
eines Tages fragte, was sie machen würde, wenn sie keine Angst hätte, kam ihr
sofort eines in den Sinn: Nagellack.
Das klingt erstmal komisch? Na gut, mag sein, aber wusstet ihr, dass ein
Großteil der Nagellacke am Markt gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe
enthält, die sich oft schon kurz nach dem Auftragen in unserem Körper
nachweisen lassen? Bei den meisten riecht man es halt auch direkt. Uns wird
ja nicht umsonst schwindelig bei dem Geruch… sie stammen zum Teil aus der
Autolack-Industrie. Und dabei schmückt Nagellack doch so herrlich einfach und
wunderbar. Was also tun?
Innovativer, nachhaltiger Nagellack
Jennis Mission war klar: Sie wollte bessere Produkte herstellen.
Innovative. Nachhaltige. Mit besseren Inhaltsstoffen – von der Verpackung bis
zur Produktion. Für äußere Schönheit, aber inneres Wohlbefinden. Das Beste
aus beiden Welten eben, innen wie außen. Für authentische und natürliche
Schönheit, wie ich sie auch meinen Kindern gern vorleben möchte. Wir sollten
uns einfach wohl in unserer Haut fühlen! Beauty, die Spaß macht halt.
Allein damit, dass gitti neue, natürlich und nachhaltige Beauty-Produkte
anbietet, könnte ich meine Tochter aber vermutlich noch nicht überzeugen. Sie
müssen natürlich auch schön sein… Und das sind sie! Sie passen perfekt, es
gibt knalligere (für mich!) und gedecktere (für die Tochter!), schaut euch am
besten selbst auf der gitti Seite mal um.
Dort findet ihr verschiedene Innovationen, die wir euch hier gern noch kurz
vorstellen (könnt ihr noch oder habt ihr bereits unseren Code angewandt und
wart shoppen?! 😉 Auch okay!):
gitti Innovation No. 1: water-based vegan nail color
Hier geht es um einen Nagellack auf Wasserbasis, 100 Prozent vegan und ohne
giftige oder umweltschädliche Inhaltsstoffe. Nachhaltig produziert, lange
haltbar, schnell trocknend und mit echt hoher Deckkraft, während er sich
trotzdem total geschmeidig auftragen lässt.
Das Beste: Er ist geruchsneutral! Und kommt ohne chemische Lösungsmittel
daher. Das ist toll, wir wollen aber ehrlich sein: Noch (!) kann diese
Nagellack-Variante nicht in Gänze mit herkömmlichen Nagellacken mithalten
durch die wasserbasierte Formel. Probiert es gern mal aus und überzeugt euch
selbst, ob das in Frage kommt. Wenn nicht, schaut euch gern auch mal
Innovation Zwei an.
gitti Innovation No. 2: plant-based vegan nail color
Hier geht es um pflanzenbasierte Nagelfarben, die – wir haben es
ausprobiert und können das bestätigen! – herkömmlichen Lacken in Sachen
Haltbarkeit und Farbbrillanz in Nichts nachstehen. Dazu basieren sie zu 82%
auf pflanzlichen Inhaltsstoffen (und ich bin 1982 geboren, wenn das kein
Zeichen ist! 😉) ! Dabei ersetzt gitti nicht nur potentiell schädliche
Stoffe, sondern setzt den größtmöglichen Anteil von pflanzlichen, natürlich
gewonnenen Alternativen wie Maniok, Zuckerrohr, Mais und Weizen ein. Das
Ergebnis: Echt intensive Farben, die lang halten.
gitti Innovation No. 3: natural remover
Zu guter Letzt gibt es von gitti auch noch einen natürlichen
Nagellackentferner, den „natural remover“: 100% natürlich und vegan. Die
komplett natürlichen Inhaltsstoffe wie Jojoba, Argan und Lavendelöl sind
supersanft zu den Fingernägeln und pflegen sie dabei auch noch. Und zwar OHNE
unangenehmen Geruch! DAS, liebe Leute, ist mal eine echte Sensation.
Ihr seht schon, auch in der Pubertät können sich Mutter und Tochter mal
einig sein. Weil wahre Schönheit eben auch anders geht. Weil Nagellack
schmückt, aber nicht giftig sein oder die Umwelt schädigen muss. Beauty mit
gutem Gewissen halt. So gut, dass sogar das kleine Cousinchen ohne schlechtes
Gewissen ein paar Farben auf die kleinen Fingernägelchen bekommen durfte. Ein
Highlight, endlich wie die Großen rumzulaufen! Weil Schönes einfach schön
sein kann.
P.S. Rabattcode! Wie oben schon gesagt. Wenn ihr euch selbst überzeugen
mögt, dann bekommt ihr mit dem Prome-Code stadtlandmama 20 Prozent auf das
gesamte Sortiment von gitti. Der Code gilt dauerhaft und hat kein
Ablaufdatum. Probiert es gern aus und überzeugt euch selbst!
|
gitti Nagellack: Was er uns über natürliche Schönheit verrät |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/was-wolltest-du-deiner-frau-schon-immer-mal-sagen-interview-mit-dreifachvater-florian |
Lieber Florian, Hand aufs
Herz: Was war Dein erster Gedanke, als Deine Liebste sagte: ich bin
schwanger?
Bei Ben: Oh mein Gott, du wirst
Papa. Mit nem riesigen Grinsen im Gesicht – und Tränchen im Auge
Bei Ida: Nachdem ich von meiner Frau
einen kleinen Brief bekommen habe, sind mir Tränen in die Augen geschossen
vor Freude. Glück pur. Stolz.
Bei Luise: Der Gedanke, ein drittes
Kind zu bekommen war in unserem Kopf und kaum war er zu Ende gedacht, waren
wir mit Luise schwanger. Ida war damals fünf Monate alt. Ich hab mich sofort
sehr gefreut.
Wie hast Du Nina während der
Schwangerschaft erlebt?
Bei Ben noch nervös und hibbelig.
Mit allen weiblichen Höhen und Tiefen.
Bei Ida viel entspannter.
Bei Luise tiefenentspannt.
Warst Du bei der Geburt dabei und
hattest Du vorher eine Vorstellung, was eine Frau da leistet?
Wir hatten einen ungeplanten und
zwei geplante Kaiserschnitte. Die Geburt von Ben war turbulent da er fünf
Wochen zu früh kam und ich aufgrund von Komplikationen nicht dabei sein konnte.
Das war sehr traurig und wir mussten beide die Geburt und diese Hilflosigkeit
erstmal verdauen.
Ich bin sehr stolz auf meine Frau,
dass sie sich nach dieser Geburt nochmal getraut hat.
Bei Ida war ich dabei und es war
traumhaft. Dieser Moment, als das Fruchtwasser abgesaugt wurde und man
wusste: Gleich schreit sie. Und als es dann soweit war, flossen die Tränen.
Wir haben sie gleich sofort zum Bonding zu uns bekommen.
Die Geburt von Luise haben wir sehr
intensiv miterlebt. Wir wussten genau, was auf uns zukommt, was uns erwartet.
Diesmal hab ich sie sofort nach der Geburt in die Arme bekommen.
Beschreib mal Deine Gefühle, als Du
Ben das erste Mal im Arm hattest.
Überwältigend. Es hat sich angefühlt
wie im Traum. Ich war dankbar, dass er trotz der fünf Wochen, die er zu früh
kam, gesund ist.
Wusstet Ihr immer, dass Ihr mehrere
Kinder haben möchtet?
Wir haben nichts geplant. Als wir
Ben bekommen haben, war uns nach einem Jahr klar: Wir wünschen uns ein
Geschwisterchen. Nach Idas Geburt waren wir uns ebenso schnell einig: Das
kann’s noch nicht gewesen sein. Der Satz war kaum zu Ende gedacht, da waren
wir schwanger mit Luise.
Hast Du Elternzeit genommen?
Nein, das ist aufgrund meiner
Selbstständigkeit leider nicht möglich. Nach jeder Geburt habe ich mir Zeit
genommen und war zuhause, solange bis sich alles wieder halbwegs eingependelt
hatte.
Dafür kann ich mir oft die Zeiten
einrichten und bei wichtigen Terminen (Vorsorgeuntersuchungen beim
Frauenarzt, U-Untersuchungen, Bens erster Zahnarztbesuch usw.) dabei sein.
Das ist mir sehr viel wert!
Wie genau läuft bei Euch heute die
Aufteilung? Alles 50/50? Oder gibt es bestimmte Bereiche?
Wir haben keinen bestimmten Plan
aufgestellt. Wir sind in der glücklichen Situation, dass meine Frau mit den
Kindern die ersten drei Jahre zuhause bleiben kann und sich tagsüber um
Kinder und Haushalt kümmert.
Alles was aber nicht zu schaffen
ist, machen wir abends gemeinsam. Anders geht es auch mit drei so kleinen
Kindern nicht.
Ich übernehme morgens das Aufstehen
mit Ben und Ida. Wir frühstücken und danach bringe ich Ben in den
Kindergarten. Nina arbeitet mir auch – wenn es die Zeit zulässt –
geschäftlich zu. Termine, die abends anstehen, übernehmen wir gemeinsam.
Sobald ich von der Arbeit nach Hause komme, kümmere ich mich mit um unsere
drei Kinder wie es meine Frau auch tut. Auszeiten haben wir derzeit nicht
viele. Wenn, dann geht es oft nur getrennt oder wir sind froh, wenn wir
abends auf dem Sofa sitzen und genießen dann auch einmal die Ruhe. Auch
nachts stehen wir beide für die Kinder auf. Ich bringe die Kinder genauso mit
ins Bett, wickle sie, bade sie, füttere sie, gehe mit ihnen einkaufen.
Was, meinst Du, ist die größte
Herausforderung für Väter in unserer Generation?
Kinder zu bekommen ist einfach. Aber
wenn man sich dazu entschließt, Kinder in die Welt zu setzen, sollte man sich
auch bewusst sein, dass es zu Entbehrungen kommt. Nicht nur
mütterlicherseits.
Auch als Vater sollte man nicht
denken „Mein Leben geht genauso weiter wie vorher“. Wichtig ist vor allem
auch, mit dem Partner zu sprechen, über Erwartungen und Gefühle, nichts als
selbstverständlich zu sehen nach dem Motto „….meine Frau wird das schon
machen!“.
Wenn man sich auf die Veränderungen
einlässt und bereit ist, bekommt man es doppelt und dreifach von den Kindern
zurück. Und eine glückliche Ehefrau ist auch viel wert.
Was ist Dir bei der Erziehung
besonders wichtig?
Ich glaube bei uns trifft der Satz
"Beziehung statt Erziehung" ganz gut zu. Uns ist wichtig, dass die
Kinder glücklich sind und so viel Liebe wie möglich spüren von Mama und Papa.
Wir erziehen unsere Kinder nicht nach Schema F. Jedes unserer drei Kinder ist
so unterschiedlich. Und auf jedes Kind müssen wir uns einstellen.
Man gibt sein Bestes, jeden Tag.
Aber genauso wie unsere Kinder, haben auch wir mal einen schlechten Tag.
Unsere Kinder dürfen Kind sein. Wir verlangen oder erwarten nichts von ihnen,
wir entdecken die Welt spielerisch und bringen sie – so glaube ich – auf
einen ganz guten Weg.
Nach Bens Geburt haben wir am
allermeisten gelernt: Immer auf den Bauch hören. Nicht auf Außenstehende,
Medien oder sonstiges. Das eigene Bauchgefühl hat uns schon immer weiter
geholfen. Wir leben unseren Kindern Werte vor: respektvoller Umgang, Liebe,
geben und nehmen, Streit, vertragen, helfen, teilen und vieles mehr…
Gibt es etwas, was Du Deiner Frau
unbedingt mal sagen willst?
…. ich bin bereit für Kind Nummer 4 😉
Ich bin wirklich sehr stolz, wie wir
das meistern mit drei so kleinen Kindern. Ich bin mir sicher, dass ich mit
dieser Frau an meiner Seite alles meistern werde! Ich bin wirklich sehr stolz
auf sie!
|
"Was wolltest Du Deiner Frau schon immer mal sagen?" Interview
mit Dreifachvater Florian | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wechselmodell-fuer-uns-war-das-nach-der-trennung-die-beste-loesung |
Liebe Antje, heute geht es um das Wechselmodell. Erzähl mal, seit wann lebt
Ihr in welcher Konstellation?
Mein Exmann und ich haben 2 gemeinsame Kinder. Die Jungs sind jetzt 7 und
11 Jahre alt. Vor 3 Jahren haben wir uns getrennt. Wir haben jeweils neue
Partner, mit denen wir auch zusammen leben. Wir wohnen auf dem Dorf und
wollten wegen der Kinder auch nicht weit voneinander entfernt ziehen. Mein
Exmann hat das ehemalige, gemeinsame Haus behalten – mein Partner und ich
haben neu gebaut. Die Kinder pendeln wochenweise. Immer am Montag
Nachmittag ist „Übergabetag“.
War für Euch schnell klar, dass Ihr das Wechselmodell leben möchtet?
Uns war von Anfang an klar, dass es das Wechselmodell wird. Es kam einfach
nichts anderes in Frage. Ich denke, im damaligen Trennungsstress wollte auch
keiner weniger Zeit mit den Kindern verbringen als der andere. Wir persönlich
fanden, dass es die gerechteste Sache überhaupt ist. Außerdem fällt das Hin
und Her mit dem Unterhalt für uns weg. Was die Kinder betrifft: Sie
lieben Papa und Mama gleich und hätten nicht verstanden, warum sie Einen
weniger sehen sollten, als den Anderen.
Wie ist das Verhältnis zu Deinem Ex-Mann?
Mein Exmann und ich haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Ebenso
schließt das unsere jeweiligen Partner ein. Feste, wie die Geburtstage der
Kinder, feiern wir gemeinsam. Die ganz wichtigen Dinge werden
untereinander besprochen, beispielsweise Schulthemen, gemeinsame Geschenke
oder auch wenn etwas in der Erziehung aus dem Ruder läuft. Ansonsten gilt:
Papa macht in seiner Woche, was er für richtig hält und ich in meiner.
Hierbei reden wir uns nicht rein, auch wenn es manchmal Sachen sind, die der
andere Part ganz anders machen würde.
Was meinst du sind die Voraussetzungen dafür, dass das Wechselmodell gut
gelingt?
Die Kommunikation zwischen den ehemaligen Partnern muss stimmen und das
Verständnis, dass Kinder immer Papa und Mama brauchen. Meine ganz
persönliche Meinung ist, dass Mütter sich häufig für unersetzlich halten.
Alles was die Mama kann, kann der Papa letztendlich auch und umgekehrt.
Wie geht es den Kindern damit, zwischen den Eltern zu pendeln?
Unsere Kinder wünschen sich nichts anderes als diese Woche / Woche
Regelung. Sie freuen sich genauso auf Papa wie auf Mama. Wir fragen sie
regelmäßig, ob sie eigene / andere Wünsche haben. Dies war bisher nicht der
Fall. Sie wissen, dass es in beiden Haushalten unterschiedliche Regeln gibt.
Das ist völlig in Ordnung. Keines der Kinder hatte auffällig mit der Trennung
zu kämpfen, da es auch keinen Elternteil lange vermissen muss. Die große
Reisetasche wird hier allerdings nicht gepackt. Alle Sachen sind doppelt
vorhanden. Jeder besorgt für die Kinder, was er für notwendig hält. Am
Montag, nach der Schule wird einfach der Ranzen mitgenommen – das
wars.
Wie geht es dir in der Zeit, in der die Kinder nicht da sind?
In der kinderfreien Woche arbeite ich meistens länger, da ich nicht
pünktlich im Hort sein muss. Mein Partner und ich machen dann gemeinsam
Dinge, die wir mit Kindern nicht machen würden, zum Beispiel im Bett liegen
und Pizza futtern. Wir sind auch schon häufiger mehrere Tage weggefahren. Wir
machen gern Städtetrips, die für die Kinder eher langweilig wären oder gehen
Abends aus. Vermissen, in dem Sinne, tu ich die Kinder in der Papawoche
nicht, da ich weiß, dass es ihnen beim Papa und seiner Freundin sehr, sehr
gut geht.
Wie werden Feiertage, also Geburtstage und Weihnachten und Ferien,
verbracht?
Geburtstage der Kinder feiern wir alle grundsätzlich zusammen. Die
Feiertage werden bei dem Elternteil gefeiert, in dessen Woche sie zufällig
fallen. Ausnahme ist Weihnachten: hier machen wir gemeinsam die
Bescherung. Die Ferien werden genau zur Hälfte geteilt. In den
Sommerferien sind die Kinder 3 Wochen bei Papa und 3 Wochen bei
Mama.
Hast du schon mal negative Reaktionen a la „Also ich könnte ja nicht so
lange ohne meine Kinder“ gehört?
Ja, diese Kommentare kommen aber in der Regel nur von Frauen, weil Väter
häufig gar nicht gefragt werden. Besser wäre es, dass in diesen Fällen
grundsätzlich die Trennungskinder gefragt werden, ob sie selbst so lange ohne
den Vater leben möchten. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber ich vermute,
in den meisten Fällen möchten Kinder auch ihren Vater mehr als nur wenige
Tage im Monat haben.
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Die Kinder werden älter. Ich wünsche mir, dass sie in ein paar Jahren
einfach nach Lust und Laune zwischen ihren Eltern pendeln und selbst
entscheiden, wo wer gerade, wie lange bleiben möchte. Ich würde mich
freuen, wenn mehr Eltern dieses Modell zukünftig in Erwägung ziehen um ihren
Kindern zu zeigen, dass jederzeit auf Papa und auf Mama Verlass ist und dass
man auch trotz Trennung eine Familie bleiben kann
|
Wechselmodell: Für uns war das nach der Trennung die beste Lösung | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wechselmodell-warum-klappt-das-in-einigen-familien-und-in-anderen-nicht |
Bei wem bleiben die Kinder? Diese Frage beschäftigt alle Paare nach einer
Trennung. Das Wechselmodell ist emotional sehr aufgeladen, einige schwören
darauf, andere fürchten, die Kinder könnten Schaden davon tragen.
Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig ist Professorin für Empirische
Sozialforschung und Soziologie in Dresden. Seit vielen Jahren forscht sie
über die unterschiedlichen Familienmodelle. Das Interesse am Wechselmodell
kam dann aus ihrer eigenen Biografie, denn nach der Trennung von dem Vater
ihrer Kinder war klar, dass auch sie das Wechselmodell probieren wollen. Über
ihre persönlichen Erfahrungen und neueste Studie zu dem Thema, erzählt sie
uns im Interview.
Liebe Nina, Deine Kinder leben im Wechselmodell und Du sagst, dass das sehr
gut klappt. Warum habt Ihr Euch für diesen Weg entschieden?
Als klar war, dass mein Exmann und ich uns trennen werden, hat mein Exmann
sofort deutlich gemacht, dass er kein Wochenendpapa sein möchte und ich hätte
ihm diese Rolle auch nie zugewiesen. Wir hatten uns in unserer Ehe immer
gleichberechtigt um die Kinder gekümmert, unsere Erwerbstätigkeiten um die
Kinderbetreuung herumgebaut.
Das war vielleicht ein Vorteil für das spätere Wechselmodell, denn ich war
in meiner Berufstätigkeit häufig weg, mein Exmann war ehrenamtlich sehr
engagiert, d.h. die Kinder waren es gewohnt, die Woche über oft mit nur einem
Elternteil zu verbringen. Dazu kam, dass die Kinder keinerlei Entscheidung
treffen wollten, bei wem sie mehr Zeit verbringen. Sie wollten Mama und Papa
zu gleichen Teilen. Das war von Anfang an klar, es gab überhaupt keine andere
Option für sie.
Wir haben als Eltern sofort erkannt, dass wir hier auf zwei Ebenen denken
müssen: als Paar waren wir gescheitert, als Eltern wollten wir den
Bedürfnissen unserer Kinder weiterhin gerecht werden. Unsere Kinder waren bei
der Trennung 5 Jahre und 9 Jahre alt, also auch ein Alter wo dogmatische
Regelungen nicht möglich sind.
Dementsprechend haben wir auch nie gesagt, „ihr seid jetzt eine Woche fest
bei Mama und eine Woche fest bei Papa und in dieser Zeit habt ihr dann auch
keinen Kontakt zum anderen Elternteil“. Einzig fest waren unsere beruflichen
Termine und ansonsten haben wir versucht viel auf die Kinder einzugehen.
Gerade am Anfang haben auch nicht beide Kinder immer gleich gewechselt. Meine
Tochter war noch klein und wollte mehr Zeit bei mir haben, mein Sohn als
größeres Kind auch mal alleine Zeit mit dem Papa verbringen
Was meinst du: Was sind die Gründe dafür, dass es bei Euch gut
klappt?
Wir setzen bis heute auf eine ausgewogene Kommunikation und Einbeziehung
der Kinder in alle Absprachen und fahren gut damit. Die Kinder werden älter
und artikulieren selbstbewusst, was sie möchten. Zum Beispiel haben sie die
Wechseltaktung verändert. Waren zu Beginn kurze Wechseltakte gewollt (also
alle drei Tage, damit die Sehnsucht nach dem anderen Elternteil nicht zu groß
wird), möchten sie heute längere Zeit am Stück bei einem Elternteil sein.
Wichtig ist vielleicht auch: wir haben als ehemalige Partner nie aufgehört,
miteinander zu kommunizieren über die Kinder. Anfangs war das schwierig, denn
eigentlich wollte man eine emotionale Distanz, um die gescheiterte Ehe auch
verarbeiten zu können. Das geht aber nur bedingt, wenn man gemeinsam Eltern
bleiben möchte. Bei uns hat es auch immer wieder geknallt und es gab immer
wieder Streitigkeiten.
Aber: wir haben uns gegenseitig erinnert, dass wir beide die Eltern sind
und es unsere Pflicht ist, unsere Kinder bestmöglich durchs Leben zu
begleiten. Jetzt nach fünf Jahren sind wir Freunde geworden und ich würde
sagen, wir sind durch das Wechselmodell Freunde geworden, denn wir erleben
unsere Kinder zufrieden und können beide Anteil nehmen an ihrer Entwicklung.
Wir haben vor kurzem die Konfirmation unseres Sohnes gefeiert und das war
trotz aller Corona-Beschränkungen eine tolle Erfahrung, denn wir waren als
Patchworkfamilie vereint und haben uns super verstanden: mein Exmann, ich,
meine Kinder, meine zwei Bonuskinder, mein Lebensgefährte.
Du hast einen neuen Partner. Bei ihm und seiner Ex-Frau war ebenfalls das
Wechselmodell vereinbart, doch das hat nicht hingehauen. Was war los?
Ich tue mich immer schwer damit für andere zu sprechen und möchte niemandem
zu nahetreten. Aber gerade die Kommunikation und Offenheit auf die Bedarfe
der Kinder einzugehen und stark zu differenzieren zwischen der gescheiterten
Ehe und der Verpflichtung als Elternteile gleichermaßen im Leben präsent zu
bleiben, hat hier nicht geklappt.
Stattdessen gab es gerichtliche Auseinandersetzungen und irgendwann haben
wir dann mal die Reißleine gezogen: wir saßen daheim, mein Lebensgefährte war
am Ende seiner Kräfte und ich habe die Frage aufgeworfen, ob die ständigen
Streitigkeiten gut für die Entwicklung der Kinder seien. Es gab folglich
einen Übergang zu einem erweiterten Residenzmodell. Das war für uns traurig,
aber wir haben es geschafft, dass die Kinder mehr Ruhe bekommen haben und das
ist wichtig.
Das Wechselmodell klappt dann, das zeigen auch unsere wissenschaftlichen
Untersuchungen, wenn Eltern die persönlich-emotionale Ebene der gescheiterten
Beziehung ausblenden können und sich wirklich auf die Kinder fokussieren. Da
darf man sich aber nichts vormachen: ein Ehe-Aus hinterlässt Spuren und
Wunden und manchmal schaffen es Eltern nicht, diese zu verarbeiten. Da fehlt
es in Deutschland auch an einer Begleitung und Mediation. Wenn Gefühle wie
Rache oder Enttäuschung auch nach jahrelanger Trennung noch präsent sind,
dann wird es nicht gelingen ein stabiles Kommunikations- und
Organisationssystem aufzubauen. Genau das braucht es aber für das
Wechselmodell.
Oft heißt es ja, das Wechselmodell sei zwar für die Eltern gerecht, die
Kinder seien aber ständig hin und hergerissen. Wie siehst du das?
Ich würde hier gerne auf die Ergebnisse unserer Interviews mit Jugendlichen
im Wechselmodell verweisen. Es gibt für die Jugendlichen bestimmte
Gelingensfaktoren und Hemmfaktoren. Ein zentraler Gelingensfaktor ist die Art
und Weise, wie Kinder und Jugendliche in die Wahl des Modells mit einbezogen
werden. Natürlich ist das abhängig vom Alter, aber allein die Möglichkeit
sagen zu dürfen, dass man mit einem Modell unzufrieden ist, erscheint den
befragten Jugendlichen sehr wichtig zu sein.
Für die befragten Jugendlichen ist das aber eine Herkulesaufgabe: man will
niemanden verletzen, merkt, dass die Eltern ohnehin emotional angegriffen
sind. Wie also die eigene Position deutlich machen? Auch für die Kinder in
solchen aufreibenden Wechselmodellsituationen bräuchte es eine
kontinuierliche, professionelle Begleitung. Eine Person, der man sich
anvertrauen kann, ohne Angst zu haben, dass die Äußerungen
verletzen.
Eine Entscheidung für ein Modell, egal ob Residenz- oder Wechselmodell,
wird aber oft ohne die Kinder getroffen und auch als in Stein gemeißelt
dargestellt. Aus Sicht der Jugendlichen darf das nicht sein. Modelle müssen
sich verändern können und müssen individuell auf die Kinder zugeschnitten
sein. Für Jugendliche, die vorher keine ähnliche gute Bindung zu beiden
Elternteilen hatten, ist es schwer, den Übergang in ein Wechselmodell gut
meistern zu können. Da wird das Wechseln dann auch als Belastung empfunden.
In den Interviews wurde deutlich, dass das Wechseln dann als
unproblematisch empfunden wird, wenn man sich auch tatsächlich bei beiden
Elternteilen zu Hause fühlen darf. Wenn man weiß, dass es durchaus
Unterschiede in den Haushalten gibt, aber man dort ein fester Bestandteil ist
und aus Sicht beider Elternteile auch sein darf. Und das scheint keine
Selbstverständlichkeit zu sein! Manche Jugendliche haben beschrieben, dass
ihnen gesagt wurde, sie dürften nur ein wirkliches Zuhause haben. Sofort
fühlt man sich also wieder im Zwiespalt und einer inneren Zerreißprobe
ausgesetzt. Wechseln gelingt folglich dort besonders gut, wo die Elternteile
akzeptieren, dass die Kinder zwei Zuhause haben, die durchaus sehr
unterschiedlich sein können. Und die Kinder auch ermutigen, dies als
Bereicherung zu sehen und nicht als negative Folge der elterlichen Trennung.
Wo Jugendliche sich sicher waren, dass sie sich auf beide Elternteile
verlassen konnten, dass sie miteinbezogen werden in die Planungen und auch
offen sagen dürfen, was ihnen nicht gefällt, da wurde der Wechsel überhaupt
nicht problematisiert. Die Jugendlichen gingen da zum Teil auch sehr
pragmatisch vor: sie fragten sich, was besser sei: einen Elternteil deutlich
weniger sehen zu können oder einen Wechsel in Kauf zu nehmen. Und einen
Elternteil deutlich weniger sehen zu können, konnten sich nur sehr wenige
Jugendliche vorstellen.
Du hast dich als Wissenschaftlerin mit dem Wechselmodell beschäftigt und
für eine Studie auch viele Väter dazu befragt. Was sind die Ergebnisse?
Ja, das stimmt wir haben bundesweit über 50 biographische Interviews mit
Vätern geführt, jedes Interview zwischen zwei und drei Stunden lang, da ist
also einiges an Material zusammengekommen. Wir haben mit Vätern gesprochen.
die das Wechselmodell erfolgreich praktizieren und auch mit Vätern, die
mittlerweile keinerlei Kontakt mehr zu ihren Kindern haben. Kein Vater hat
dabei den Kontakt von sich aus abgebrochen, in den meisten Fällen wurde
tatsächlich von einem Parental Allienation Syndrom berichtet. Das Kind wird
also hier so gegen den Elternteil (in den meisten Fällen gegen den Vater)
beeinflusst, dass es keinen Kontakt mehr möchte, also den Kontakt komplett
verweigert.
Interessant an den Väterinterviews waren für mich natürlich die Gründe,
warum die Väter ein Wechselmodell wollten. Kritiker*innen des Wechselmodells
geben hier nämlich stets an, dass die Väter nur keinen Unterhalt zahlen
wollten und deshalb das Wechselmodell präferieren würden. Dies war aber in
keinem Interview der Fall, d.h. die finanziellen Regelungen waren kein
handlungsleitendes Motiv.
Sondern?
Vielmehr liegt es tatsächlich in der Biographie der Väter begründet (meist
hatten sie einen Vater der in ihrem Leben überhaupt nicht präsent war als
verlässliche Beziehungsfigur und möchten dementsprechend für ihre Kinder ein
wichtiger Bestandteil des Lebens sein) und auch in der Art und Weise, wie sie
sich in der funktionierenden Beziehung um die Kinder gekümmert haben. Die
meisten Väter haben von Grund auf viel Zeit mit ihren Kindern verbracht, viele
haben Elternzeit genommen, das egalitär-partnerschaftliche Modell hat immer
dominiert. Die Väter waren also in der funktionierenden Beziehung in den
Alltag der Kinder eingebunden und möchten dies auch nach der Trennung in
möglichst umfänglicher Form sein.
In allen Interviews wurde eine große Kluft deutlich: während die
Partnerinnen in der Beziehung das egalitär-partnerschaftliche Modell
geschätzt haben, war es für die meisten Mütter bei der Trennung schon so,
dass sie erst einmal sich als Mütter einen stärkeren Anspruch an die Kinder
zugeschrieben haben und von Egalität erst einmal keine Rede mehr war. Die
Väter mussten also für sich einen Weg finden, die Form einer
gleichberechtigten Elternschaft nach der Trennung zu platzieren. Bei vielen
ging dies über die Gerichte und hat Wunden bei allen Beteiligten
hinterlassen. Die Väter befinden sich insgesamt in einem großen Dilemma: sie
wollen das Wechselmodell, weil es ihnen ermöglicht ein Alltagsbestandteil
ihrer Kinder zu bleiben nach der Trennung. Sie nehmen aber durchaus wahr,
dass rechtliche Auseinandersetzungen dazu führen, dass die Kinder in eine
unfreiwillige Zerrissenheit gelangen oder auch Situationen ausgesetzt werden,
die man ihnen als Elternteil ersparen möchte. Dieses Dilemma bereitet vielen
Vätern schlaflose Nächte.
Insgesamt konnten wir anhand aller Studienbestandteile sehen, wie groß die
Bandbreite der Entwicklungen nach der Trennung von Eltern sind. In wenigen
Fällen klappt es sofort problemlos, es braucht oft eine kräftezehrende
Anlaufphase. Was uns wirklich negativ beeindruckt hat war, dass die
wirklichen Probleme des Wechselmodells erst nach einem Zeitraum von ein bis
zwei Jahren auftauchen bzw. ein Elternteil dann merkt, dass er das Modell
nicht gut findet. Und dann kommt es zu wirklich schwerwiegenden Vorfällen:
Kinder werden dann in die Mitte des Geschehens gerückt und manipuliert. Und
auch hier: es gibt in Deutschland bisher keine Anlaufstellen außerhalb des
Jugendamtes. Das Jugendamt ist für viele Eltern, gerade Trennungseltern aber
ein rotes Tuch. Vielmehr müsste eine kontinuierliche Begleitung von Eltern im
Wechselmodell bei sozialen Trägern angesiedelt sein mit multiprofessionellen
Teams, die Hilfe und Unterstützung gewährleisten. Dann könnte man aus
wissenschaftlicher Sicht sehr früh die Schieflage in der Beziehung getrennter
Eltern erkennen und die Kinder weitgehend aus diesem Prozess
herausnehmen.
Und wie stehen Mütter im Durchschnitt zu diesem Modell?
Wir haben eine anonyme Online-Befragung gemacht, an der Mütter- und Väter
etwa im selben Verhältnis teilgenommen haben. Insgesamt stehen die
teilnehmenden Mütter dem Wechselmodell hier kritischer gegenüber. Zwei Gründe
konnten wir herausarbeiten: zum einen befürchten die Mütter mehr als die
Väter, dass die Kinder mit den Wechselprozessen nicht klarkommen,
insbesondere bei kleineren Kindern und geben auch sehr viel mehr Beeinträchtigungen
des kindlichen Wohlbefindens an, als Väter.
Diesem Punkt müssen wir in erweiterten Forschungsmodulen nachgehen. Derzeit
gibt es keine verlässlichen Daten darüber, ob Kinder durch das Wechselmodell
wirklich vermehrt Verhaltensauffälligkeiten oder psychische Auffälligkeiten
zeigen. Gut dokumentiert ist hingegen gerade auch durch internationale
Studien, was in der Entwicklung von Kindern passiert, wenn ein Elternteil gar
nicht greifbar ist oder ihnen der Kontakt zu einem Elternteil vorenthalten
wird.
Zum anderen müsste man untersuchen, ob die Ängste der Mütter nicht auch
etwas mit der Mutter-Kind-Bindung zu tun haben, die ja auch hormonell bedingt
ist und in der Evolution durchaus sinnhaft ist. Das Loslassen Können, das
beim Wechselmodell ja vorhanden sein muss (definitiv ist man eine bestimmte
Zeit ohne Kind) hat nicht nur etwas mit dem Kopf zu tun, sondern hier
überbräuchte es eine interdisziplinäre Forschung (biologisch, neurologisch,
psychologisch, soziologisch).
Zum anderen gaben die Mütter in der Befragung deutlich häufiger als Väter
an, unter einer gesellschaftlichen Stigmatisierung zu leiden, weil sie das
Wechselmodell betreiben.
Was heißt das genau?
Weniger aus dem Freundeskreis, dafür verstärkt aus dem Familienkreis gibt
es an die Mütter sehr viel mehr Vorwürfe, wenn sie sich für das Wechselmodell
entscheiden. Auch die Frage, ob man sich als vollwertige Mutter aufgrund des
Wechselmodells fühle, wurde von den weiblichen Befragten sehr viel öfter
verneint. Hier liegt aus meiner Sicht die größte Crux: während die
Gesellschaft es toll findet, wenn Väter das Wechselmodell wollen, wird
Müttern vorgehalten, dass sie dann nicht mehr vollwertig seien. Eine Mutter
beschreibt es in einer offenen Frage so: „mir wird vorgehalten, dass ich ja
gar nicht wirklich Mutter sei. Ich hätte ja immer wieder freie Phasen ohne
Kinder und könne dann tun und lassen was ich wolle. Vorgehalten wird mir das
überwiegend von Frauen, von anderen Müttern“.
Genau das ist der Knackpunkt: das Frauen-Bashing, das wir Frauen
untereinander führen, führt dazu, dass Mütter sich aus Angst vor
gesellschaftlicher Ablehnung gegen das Wechselmodell stellen. Da muss sich
auf gesellschaftlicher Ebene noch einiges bewegen. Die Akzeptanz der
Lebensentwürfe von Nachtrennungsfamilien muss genauso ausgeprägt sein wie die
Akzeptanz der unterschiedlichen Familienmodelle, die wir mittlerweile
haben.
Nachtrag zu der Studie, weil es Stimmen gab, die behauptet haben, die
Studie sei nur mit Männern aus Väter-Lobbys durchgeführt worden. Das ist
NICHT richtig. Nina sagt dazu: Wir sind nach wissenschaftlichen Kriterien
vorgegangen, nach der Methode des theoretical sampling in der qualitativen
Sozialforschung. Wir haben möglichst kontrastierende Fälle gesucht. Väter mit
kleinen, mit großen Kindern, Väter mit Kindern von unterschiedlichen Müttern,
Vätern mit Kontakt und noch im Wechselmodell, Väter ohne Kontakt weil das
Wechselmodell gescheitert ist. Junge Väter, ältere Väter, Väter mit sehr
gutem Kontakt zur Mutter, Väter mit schlechtem Kontakt zur Mutter.
Ausdrücklich haben wir darauf geachtet, Väter, die eine starke Nähe zu
Lobbyorganisationen haben, nicht zu befragen. Da gab es viele, die sich
bereit erklärt hätten, da wir aber objektive Aussagen treffen wollten, haben
wir solchen Vätern abgesagt. Unsere Kriterien entsprechen allen
wissenschaftlichen Vorgehensweisen, sind überprüfbar und objektiv. Sonst
würde eine solche Studie ja auch keinen Sinn machen, wir wollen die
Ergebnisse ja in internationalen Fachjournals veröffentlichen und die schauen
sich die Auswahlkriterien ganz genau an. Im übrigen habe ich die Studie
gerade weil das Thema emotional so stark behaftet ist auch von niemandem
finanzieren lassen. Auch dies sichert absolute Objektivität.
|
Wechselmodell: Warum klappt das in einigen Familien und in anderen nicht? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wege-durch-die-krise-so-schaffen-wir-es-im-lockdown-nicht-durchzudrehen |
Ihr Lieben, es gibt nur eine Person, die sowohl in Wow Mom 1* als auch in
Wow Mom 2* zu Wort kommt, weil sie den Gedanken des Mütter-Entlastens
einfach so verinnerlicht hat, wie wir
es uns das mit unseren Büchern auch wünschen. Es geht um die Kölner
Kinderärztin Dr. Karella Easwaran, die nicht nur ihre kleinen Patienten im
Blick hat – sondern auch das Wohl ihrer Eltern. Mit ihrem Buch Das Geheimnis
ausgeglichener Mütter* legt sie einen
weiteren Bestseller vor, der konkrete Hilfen für ein besseres Leben bietet.
Wir haben sie für den ernueten Lockdon nun um Rat für uns alle gebeten.
(*Affiliate Links)
Dr. Karella Easwaran: Das Geheimnis ausgeglichener Mütter*
Liebe Frau Dr. Easwaran, nun kommt also – wie viele befürchtet hatten – ein
neuer harter Lockdown. Wie geht es den Müttern, die gerade in Ihre Praxis
kommen?
Für viele Familien war das Jahr sehr anstrengend. Sie sind jetzt froh, dass
das Jahr zu Ende neigt und hoffen auf bessere Zeiten.
Die meisten finden die Planungsunsicherheit am schlimmsten. Diese führt zur
Angst und Orientierungslosigkeit. Wie soll ich die Zeit einplanen? Wer darf
kommen und wen können wir besuchen? Kann ich die Großeltern besuchen oder
sind wir eine Gefahr für sie? Wie sollen wir die Feiertage planen? Was ist
mit Heiligabend? Wer mit wem und wie? Vorher auf das Corona Virus testen
lassen oder nicht? Und die Oma im Heim, was machen wir da…. so viele Fragen,
und keine eindeutigen Antworten.
Das was einen fertig macht und zermürbt ist dieses Unwissen, nicht in der
Lage sein, Dinge klar einzuschätzen und zu entscheiden – und die ewige
Unklarheit und Planungsunfähigkeit.
Wie haben Sie die Nachricht über den erneuten Lockdown aufgenommen?
Auch ich muss sagen, als es am Sonntag dann offiziell wurde, dass wir uns
wirklich NOCHmal mehr einschränken müssen, hat sich bei mir erstmal wieder
ein Loch aufgetan. Ich bin ein so geselliger Mensch, ich musste erstmal
weinen… immer und immer wieder diese „Rückschläge“ dieses Jahr, die Angst um
die Liebsten, die Geduld, die Unplanbarkeit – vor allem für uns Eltern. Was
macht das mit uns?
Am Ende können wir selbst entscheiden, ob wir es zulassen, dass die
Einschränkungen uns fertig machen oder nicht. Und mein Vorschlag ist es, die
Dinge immer in eine für uns und unsere Mitmenschen und Umwelt vorteilhaftere
Richtung zu drehen. Das können wir lernen und üben.
Wie denn?
Ich habe dafür eine Methode entwickelt, die ich „Beneficial thinking“
nenne. Bevor ich in einer Verzweiflung lande, atme ich tief Luft ein und
denke. Das bedeutet in diesem Fall zu denken: Die Einschränkungen richten
sich nicht gegen uns. Sie sind für uns gemacht. Sie beschützen uns und
helfen, gesund zu bleiben und uns nicht anzustecken. Wenn wir das akzeptiert
haben, wirken die Umstände weniger bedrückend.
Dr .Karella Easwaran. Foto: Amanda Dahms
Bei mir sitzt auch die große Überforderung des Homeschoolings dreier Kinder
an weiterführenden Schulen während ich auch arbeiten musste aus dem ersten
Lockdown noch in den Knochen, ich reagiere fast körperlich, wenn ich jetzt
wieder Schulmails im gleichen Duktus und in den gleichen Farben (die
Überschriften sind blau und rot) bekomme. Manchmal habe ich richtige
Fluchtgedanken. Wie komm ich denn da raus aus der Spirale?
Das kann ich so gut nachvollziehen! Wir Mütter fürchten immer den Anruf
oder die Mails aus der Schule, denn die bedeuten selten gute Nachrichten. Wir
kommen aus der Spirale, indem wir uns klar machen, dass die Schule nicht das
Virus ist, Hausaufgaben bzw. Homeschool-Aufgaben sind nicht lebensgefährlich,
das Virus aber schon.
Wir können die negativen Gedanken aus dem Kopf stoßen, indem wir uns vorher
einen Plan schmieden. Was mache ich, wenn die Schule anruft, was mache ich,
wenn ich zwei Wochen mit meinen Kindern in die Quarantäne muss? Wie gestalte
ich dann den Tag? Und was tue ich, wenn doch wieder Homeschooling angekündigt
wird? Denn Stress kommt häufig durch die Orientierungslosigkeit. Und
natürlich durch die Angst die daraus entsteht. Dann geraten wir in Panik, zum
Beispiel wenn wir die Mails oder Anrufe bekommen.
Es hilft immer, wenn Sie sich gerade in diesen Situationen klarmachen, dass
Sie handlungsfähig sind, ihren Alltag gestalten können und nicht von der
Schule oder sogar Covid-19 fremdbestimmt sind.
Stellen Sie sich vor, wie viel schlimmer es wäre, wenn Sie oder ihre
Liebsten jetzt im Krankenhaus liegen würden. Allein diese Vorstellung hilft,
eine persönliche Referenz zu haben, oder eine Messlatte zu entwickeln, die
mir dann zeigt, dass die Dinge nicht so schlimm sind, wie sie eigentlich noch
seien könnten.
Entlastung ist hier das Stichwort. Gedankliche Entlastung. Sie haben auch ein
Buch zum Geheimnis ausgeglichener Mütter geschrieben, mögen Sie uns
vielleicht das Geheimnis verraten bzw. hier schon mal andeuten?
Eine innere Ausgeglichenheit führt zur weniger Stress und mehr
Gelassenheit, und das Geheimnis liegt im Gehirn. Es liegt in die Art und
Weise, wie wir bewusst mit unser Gedanken umgehen. Hier liegt die
Möglichkeit, unsere Zukunft zu gestalten.
Es sind nie die Zustände, die unser Stress System anregen, sondern immer
unsere Gedanken und unsere Bewertung der jeweiligen Situation. Das ist ein
wichtiger Punkt, weil wir dadurch lernen können, unseren Stress im Griff zu
halten. Denn jedes Mal, wenn wir Stress empfinden, schütten wir Stresshormone
in unserem Körper aus.
Diese Wirkstoffe sind ungesund und haben viele Nebenwirkungen. Sie
„vergiften“ uns langfristig. Das führt dann zu stressbedingten
Krankheiten wie Herzkreislauf-Erkrankungen, Erschöpfungssyndromen und/oder
Burnout.
Wenn ich diesen Vorgang verstehe, kann ich mich viel besser auf stressige
Situationen einstellen. In meinem Buch zeige ich, wie wir kurzfristig aber
auch langfristig unsere Gedanken und unsere Persönlichkeit weiter in eine
gute Richtung entwickeln können.
Sie bauen sehr auf Zuversicht und Solidarität. Kann man Resilienz – also
das Immer-wieder-Aufstehen nach Rückschlägen – denn lernen?
Resilienz bedeutet „Ein gesunder innerer Widerstand“. Den kann und sollte
jeder von uns anstreben. Zuversicht und Hoffnung sind kein Traum, sondern
Realität. Denn wir müssen Zuversicht haben, um uns auf die Zukunft
einzustellen und uns weiterzuentwickeln. Ohne Hoffnung auf Verbesserung und
Zuversicht wird eine weitere Entwicklung nur schwer möglich, weil wir den
Stress nicht loswerden. Und das kann jeder lernen.
Die hektische Vorweihnachtszeit strengt viele Familien eh schon an, nun
kommen also die neuen Regelungen noch hinzu. Das macht Menschen teils auch
aggressiv oder verständnislos, das merken Sie in Ihrer Praxis deutlich.
Deswegen appellieren Sie an alle: „Wir dürfen uns nicht gegenseitig
bekämpfen, sondern müssen zusammen gegen das Virus halten. Habt Respekt,
Zuversicht und Vertrauen, dass alles mit der Zeit ein Ende findet.“ Wie
erklären Sie sich das Phänomen des Um-sich-Beißens-in-Notsituationen? Und wie
können wir das ändern?
Verständnislosigkeit kommt von Unwissen, weshalb manche Menschen nicht
nachvollziehen können, warum manche Regelungen so beschlossen werden. Das ist
häufig so. Dagegen hilft Aufklärung. Aggression ist wiederum eine
Kampfreaktion und führt nicht zur Verbesserung der Situation, sondern nur zur
Verschlechterung.
Wir schaffen es nur, wenn wir zusammenhalten im Kampf gegen dieses Virus,
wenn wir gemeinsam agieren statt gegeneinander. Denn nicht die Regierung, die
Schulen, oder die Mitmenschen sind das Grundproblem, sondern allein das
Corona-Virus. Und das besiegen wir nur, wenn wir zusammenhalten.
Auch wenn es schwer zu glauben ist, jeder hat die Fähigkeit sich zu
beruhigen und seine Anstrengung im Griff zu halten. Die Regelungen dienen am
Ende unsere Gesundheit, sie sind dafür da, dass wir gesund aus der Pandemie
rauskommen, dass unsere Liebsten und Mitmenschen geschont bleiben. Das müssen
wir einfach verstehen. Und das ist nur möglich mit gewissen Einschränkungen.
Zum Thema Zusammenhalt können wir auch eine schöne Anekdote aus der Krise
beisteuern. Wir haben hier bei „Stadt Land Mama“ eine Spendenaktion für
Mütter gestartet, die grad Hilfe mit Kinderkleidung und Spielzeug brauchen können
– und eine nie dagewesene Hilfsbereitschaft erfahren dürfen. Sind das Dinge,
die Sie meinen, wenn Sie sagen, Gutes tun tut gut? Überlisten wir damit unser
Gehirn, indem wir etwas Positives mit der Krise verbinden?
Oh ja!!! Was für eine tolle Tat! Wir können kollektive Spenden einsammeln
oder direkt unseren Mitmenschen helfen. Diese Pandemie hat viele Familien
richtig hart getroffen. Wer nicht betroffen ist und die Möglichkeit hat,
etwas abzugeben, sollte dies tun, weil es nicht nur den Beschenkten guttut,
sondern auch den Schenkern.
Krisen zwingen uns zur Veränderung, ja, aber das muss nicht immer schlecht
sein. Als Familie verbringen wir viel Zeit miteinander – viel mehr als vor
der Krise. Da sollten wir uns beim Abendessen fragen: Was ist dadurch denn
vielleicht besser geworden? Und die Dinge auch mal auflisten. Es ist
erstaunlich, was alles aufgeschrieben werden kann. Trotz oder gerade wegen
der aktuellen Umstände. Versuchen Sie es einmal.
Welche konkreten Tipps haben Sie für uns Mütter nun für den erneuten
Lockdown? Wenn wir merken, unsere Nerven brennen durch? Oder vielleicht schon
davor?
Tipp Nummer Eins lautet „SADH“: Stopp, Atmen, Denken, Handeln. Diese
Abfolge sollte zur Gewohnheit werden. Es hilft mir, die Kontrolle nicht zu
verlieren und mich menschlicher zu verhalten, wenn die Nerven blank liegen.
Stopp, Atmen, Denken, Handeln.
Tipp Nummer Zwei ist der „Notfall-Gedanke“: Denken Sie an Kaiserschmarrn
oder Linsensuppe – wie bereiten wir diese Speisen vor? Oder denken Sie als
Frau ans Reifenwechseln, wie geht das denn eigentlich? Das klingt jetzt
vielleicht witzig, aber es hilft immer in Stress-Situationen! Diese
Notgedanken lenken mich ab und reduzieren die Stresshormonausschüttung. Dann
fühle ich mich etwas weniger gestresst und bin lösungsorientierter und
weniger kampfbereit.
Vergessen Sie nicht: Stress führt zu Kampf- oder Fluchtreaktionen und in
der Regel führt das immer zu einem Verlust. Wenn wir lernen zu denken statt
uns zu ärgern oder uns Sorgen zu machen, ist das so, als ob wir ein Licht
einschalten. Ein Licht, mit dem wir den Weg nach vorn beleuchten. Wir finden
gute Lösungen und entwickeln Spaß am Leben, selbst wenn es immer wieder
herausfordernde Situationen für uns bereithält.
Bleiben Sie gesund!
Zum Weiterlesen! Dr. Karella Easwaran: „Ich sehe seit Jahren Mütter, die
sich in der Liebe zu ihren Kindern selbst vergessen.“
|
Karella Easwaran: So schaffen wir es, im Lockdown nicht durchzudrehen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wegen-corona-ich-habe-meine-tochter-ein-jahr-lang-nicht-gesehen |
Ihr Lieben, für uns ist es immer besonders schön, wenn wir mit den Frauen,
die uns hier ihre Geschichten erzählen, länger Kontakt halten. Wenn wir
mitbekommen, wie sich Situationen weiterentwickelt haben, wie Frauen ihren
Weg gefunden haben.
Im Oktober 2018 hatten wir ein Interview mit Meike, die mit ihrem neuen
Mann in den USA lebte, ihre siebenjährige Tochter blieb beim Vater in
Deutschland. Ihre Tochter hatte sich damals entschieden, in Bayern zu bleiben
– eine Entscheidung, die Meike nachvollziehen konnte, ihr aber sehr weh tat.
Im Interview erzählte sie davon, wie es sich anfühlt, das eigene Kind länger
nicht zu sehen und wie das Umfeld darauf reagiert, wenn eine Mutter das Kind
beim Vater lässt.
Nun sind zwei Jahre vergangen, deshalb haben wir mal wieder bei Meike
angeklopft und um ein Update gebeten.
Liebe Meike, wir haben ja schon einmal über dich berichtet. Damals hast du
uns erzählt, warum du in Amerika lebst und deine Tochter in Deutschland. Ihr
habt Euch ja immer regelmäßig besucht, aber dann kam Corona. Wie lange
konntet Ihr Euch nun nicht sehen?
Wir haben uns nun über ein Jahr nicht gesehen
Wie gehts Dir und Deiner Tochter damit?
Wir vermissen uns sehr. Und mir tut es sehr leid, dass sie ihre kleine
Schwester erst zwei Mal gesehen hat, als die noch ein Baby war. Aber durch
den Lockdown in Deutschland geht meine Tochter im Moment nicht zur Schule,
wodurch wir wesentlich öfter skypen.
Wie haltet Ihr Kontakt?
Meine Tochter hat inzwischen ihr eigenes Tablet bekommen, somit skypen wir
regelmäßig und schreiben uns auch so zwischendurch oft. Manchmal machen wir
beim skypen zusammen ein Projekt – ich habe uns beiden zum Beispiel das selbe
Bastelset bestellt und das machen wir zusammen.
Was hat sich seit dem letzten Interview bei Euch getan?
Wir haben 2019 noch ein kleines Mädchen bekommen. Ich war allerdings mit
den Kindern fast ein Jahr alleine in den USA, weil mein Mann, der beim
Militär ist, nach Korea musste. Ich habe lange überlegt, ob wir mit ihm
gehen, habe mich dann aber anders entschieden. Ich hätte wahrscheinlich meine
Green Card verloren, wenn ich die USA so lange verlassen hätte und außerdem
ist die Luftverschmutzung in Korea nicht gut für mein Asthma.
Aber ich war in der Zeit immerhin in Deutschland zu Besuch und hatte meiner
Tochter vorher nichts davon gesagt.
Das war also eine mega Überraschung.
Im letzten Herbst sind wir innerhalb der USA zu einer neuen
Militärinstallation umgezogen. Ich habe auch erfolgreich die Beibehaltung
meiner deutschen Staatsangehörigkeit beantragt und den Antrag auf
amerikanische Staatsbürgerschaft eingereicht. Damit wird es in der Zukunft
dann wesentlich einfacher, für längere Zeit die USA zu verlassen, ohne Sorge
zu haben, mein Visum zu verlieren
Es gibt ja Pläne, auch wieder ganz nach Deutschland zu gehen..
Mein Mann würde sich nochmal für einige Jahre im Militär verpflichten unter
der Bedingung, dass er als Nächstes in Deutschland stationiert wird. Er hat
eine enge Beziehung zu meiner großen Tochter und wünscht sich, dass wir alle
näher bei ihr sind.
Für unsere zwei jüngeren Kinder wäre es auch toll, weil sie dann besser
Deutsch lernen würden. Ich spreche zwar ausschließlich Deutsch mit ihnen,
aber das ganze Umfeld ist natürlich englisch.
Nun wohnst du ja schon einige Zeit nicht mehr bei deiner großen Tochter.
Wie würdest du Eure Beziehung beschreiben?
Nach wie vor eng und innig. Sie erzählt mir, wenn sie traurig oder
aufgebracht ist, wenn sie mit ihrem Papa streitet oder mich vermisst, wenn
sie Stress mit ihren Freundinnen hat oder einfach, wenn sie eine Frage hat.
Gab es in letzter Zeit ein Ereignis mit ihr, bei dem Du so gerne dabei
gewesen wärst, aber es nicht warst?
Meine Tochter macht Taekwondo und hatte eine Gurtprüfung. Da wäre ich gern
dabeigewesen. Hoffentlich habe ich in der Zukunft Gelegenheit dazu. Und
natürlich wäre ich gern zu ihrem Geburtstag da gewesen.
Was wünscht du dir für 2021?
Dass sich die Situation mit der Pandemie soweit entspannt, dass wir uns
wieder in den Arm nehmen können, ohne Angst haben zu müssen, einander
anzustecken. Dass sie ihre verrückte kleine Schwester live erleben kann, die
ist jetzt anderthalb Jahre alt und das ist ja doch was ganz anderes als ein
kleines Baby. Dass wir uns einfach alle wiedersehen können, denn wir
vermissen uns sehr.
——- Hier könnt ihr das erste Interview lesen:
https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-muetter-ihre-kinder-zuruecklassen-meike-lebt-nun-ohne-ihrer-tochter
Foto: Symbolbild Pixabay
|
Wegen Corona: Ich habe meine Tochter ein Jahr lang nicht gesehen | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weihnachtskarten-verdammte-scheisse-warum-kriegen-wir-so-etwas-nie-auf-die-reihe |
Wir sind zu Besuch bei Freunden. Meine gute Freundin drückt mir beim
Abschied fast beiläufig ein Kuvert in die Hand: „Ach, das wollte ich dir auch
noch geben“. Zu Hause öffne ich das Kuvert. Es ist der 2. Dezember. Es ist
eine Weihnachtskarte. Es ist eine professionell gestaltete Weihnachtskarte.
Farbdruck, doppelseitig, Hochglanz. Ein Fotograf hat wunderschöne Fotos von
den 4 Kindern und den gutaussehenden Eltern gemacht. Sie wünschen uns Love,
Peace and Happiness. „Wie schön“, sagt mein Mann. „Ja, schon“, sage ich.
Vielleicht hätte ich lieber gesagt: „Verdammte Scheiße, warum kriegen wir so
etwas nie auf die Reihe?“
Aber, ich merke zuerst ja gar nicht, dass meine gute Laune verschwunden
ist. Ich merke gar nicht, dass ich einen kleinen Stein im Bauch habe. Ich
merke auch nicht, dass ich den übrigen Tag damit verbringe, mir selbst auf
die Finger zu schauen. Ich notiere, dass ich vergessen habe, die
Taschentücher zu kaufen, dass ich den Text in meinem Kopf noch immer nicht
geschrieben habe, und dass der Große nur noch ein T-Shirt im Schrank hat, das
passt, weil er über Nacht 10 Zentimeter gewachsen ist. Ich merke nur, dass
meine Laune immer schlechter wird.
Ende November, Anfang Dezember könnte man auf unsere Familie Wetten
abschließen. „Wetten, dass ein, zwei oder drei Kinder krank sind?“ Oder:
„Wetten, dass gerade dann der Mann im Ausland ist?“. Oder: „Wetten, dass die
Mutter sich nur noch mit Aspirin-Complex auf den Beinen hält?“. Man könnte
hohe Summen Geld mit uns verdienen. Lustig sind wir gerade gar nicht.
Die Freundin, die mit dem Kuvert, hat 4 Kinder, die gar nicht, bis selten
krank sind, und wenn, nur einen Tag. Die Kinder sind sehr ruhig und
ausgeglichen. Ich habe noch nie ein Kind schreien oder mit einem
Geschwisterkind streiten gesehen. Sie hat zwei Jobs, die sie glücklich und
erfolgreich machen. Der ebenso erfolgreiche Vater ist bei allen
Kindergartenwandertagen dabei. Sie haben ein tolles Haus, und eine Katze, die
nicht in den Garten will um Mäuse zu fangen, die sie dann auf den Kopfpolster
legen könnte.
Ich habe kein Kuvert. Unsere Kinder sind rund ums Jahr gut verteilt krank.
Unsere Kinder sind sehr temperamentvoll, phantasievoll und schreien und
streiten jeden Tag. Ich mache meine Jobs und erscheine meistens gehetzt und
alleine bei Kindergartenwandertagen. Wir hatten ein tolles Haus, jetzt sind
die Wände voller Tapser, die Böden haben Kratzer, auf der Terrasse steht ein
eingefrorener Bananenbaum. Unser Hund ist alt und inkontinent, wir verbringen
viel Zeit im Wald.
Ob ich vergessen habe, dass Vergleiche unglücklich machen und nur ins
Verderben führen? Ob ich nicht gelernt habe, die Erfolge und das Glück der
anderen wohlwollend anzuerkennen? Ob ich nicht meine Zeit mit anderen Dingen
ausfüllen will, als mit mir und meiner Performance zu hadern? Fragt mein
Mann. Nach ein, zwei Tagen lichtet sich langsam mein innerer Nebel. Die
Kinder sind noch immer krank, mein Tempo ist gedrosselt.
Ich schaue mich wachsam im Bekanntenkreis und Freundeskreis um. So viele
Frauen sind Super-Performerinnen. Einige sind Over-Performerinnen. Will ich
dazugehören? Will ich meine Tage auch vollstopfen, bis nichts mehr
hineinpasst? Will ich mein Leben durchstylen, bis ich mich selbst nicht mehr
darin erkenne? Will ich auf Schlaf verzichten, freie Vormittage opfern und
mein Leben der Jagd nach Erfolgen widmen? Will ich vor anderen Eindruck
schinden? Will ich alles perfekt machen? Keine Angriffsflächen bieten? Ja,
nein, ja, nein, die Antworten verändern sich nach Tageszeit und
Stimmung.
Was ich sicher weiß, ist, dass ich Mensch bleiben will. Ich möchte sagen,
dass ich müde bin. Ich möchte sagen, dass ein freier Vormittag am Berg meine
Seele nährt. Ich möchte gestehen, dass mir Dinge zu Herzen gehen, und ich
Zeit dafür brauche, sie zu verstehen und zu bewältigen. Ich möchte meinen
Kindern zugestehen, dass auch sie Mensch sein können. Dass sie mit Halsweh zu
Hause bleiben können. Dass sie traurig, langsam, laut und verschreckt sein
dürfen.
Die Kinder werden gesund, der Alltag nimmt wieder Fahrt auf. Ich freue
mich, dass auch bei uns die Tage wieder locker dahinfließen, wir Erfolge
einfahren und zufrieden sind. Die innere Stimme ist leiser geworden. Sie hat
eine Nuance Mitgefühl für die, die sich zu viel auferlegen und die leise Idee
keimt, dass auch ich für andere eine Super-Performerin sein könnte.
Doch diesen Verdacht widerlege ich sehr gerne mit einem ehrlichen
Eingestehen von Schwächen, mit meinem Humor für unsere Fehltritte und unserem
Mut, auch ohne Weihnachtskarte das Haus zu verlassen!
—-Über die Autorin: Mirijam Bräuer ist in Steiermark geboren und
aufgewachsen. Nach vielen Wanderjahren lebt sie heute mit ihrer Familie in
Graz. Die Autorin ist Romanistin, Pädagogin und Lehrende für Deutsch als
Zweit-und Fremdsprache. Das Schreiben bildet den Rahmen all ihrer
Tätigkeiten: durch ihr Werk zieht sich ein humanistisches Menschenbild und
die tiefe Überzeugung, dass Worte Menschen bewegen und berühren können. Zu
ihrem Werk zählen unter anderem ein Kinderbuch, ein Familien-Erzählband und
ein Ratgeber für ein erfülltes Frauenleben. In ihrem Blog „Mann hoch Vier“
erzählt sie regelmäßig aus ihrem bewegten Leben mit 4 Männern (1 großer Mann,
3 kleine Männer).
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Weihnachtskarten? Verdammte Scheiße, warum kriegen wir so etwas nie auf
die Reihe? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weihnachtswunder-gesucht-sauerstoffmangel-unter-der-geburt-wer-kann-tammis-therapie-unterstuetzen |
Ihr Lieben, manchmal schlägt
das Leben andere Bahnen ein und dann ist es schön, zu wissen, dass man nicht
alleine ist. Und dass andere einen unterstützen. Kirsten möchte nur das Beste
für ihr zweites Kind. Sie ist eine tolle Frau, aber leider lassen ihre
Finanzen es nicht zu, dass sie ihrer Tammi die Therapie finanzieren kann, die
sie ihr von Herzen wünscht. Darum erzählt sie hier ihre Geschichte. Wer mag,
findet am Ende des Beitrages alle Spendendetails. Zusammen könnten wir es
schaffen…
Ich war auf dem sprichwörtlichen Höhepunkt meines Lebens: Mitte dreißig,
geschieden, alleinerziehende Mutter und freiberufliche Hebamme mit eigener
Praxis. Dann traf ich den Mann meines Lebens, verliebte mich und wurde zügig
schwanger. Wir freuten uns wie verrückt, alles lief wie im Traum. Unsere
Tochter sollte nach Weihnachten in unseren eigenen vier Wänden zur Welt
kommen; wir waren gut vorbereitet und hatten eine tolle Hebamme an unserer
Seite. Doch dann zog mir jemand den Boden unter den Füßen weg.
Heiliger Abend, kurz vor der Bescherung. Mir lief unvermittelt Blut die
Beine hinab und ich wusste, die Plazenta meiner Tochter löste sich in diesem
Moment. Ich funktionierte nur noch, Notruf, RTW, Anruf in der Klinik. Es
folgten Notkaiserschnitt, Reanimation meiner Tochter und Blutkonserven für
mich.
Direkt nach dem Aufwachen aus der Vollnarkose wusste ich, nichts ist mehr
so, wie es war.
Tammi hatte einen schweren Sauerstoffmangel erlitten und eine
Hirnschädigung davon getragen. Sie lag auf der Intensivstation und erfuhr die
bestmögliche medizinische Versorgung, lag im künstlichen Koma.
Aus beruflicher Sicht war dies der Super-GAU. Für mich als Mutter ein wahr
gewordener Albtraum.
Die nächsten Monate waren wie im Nebel, wir funktionierten nur, weil wir
mussten. Unendliche Traurigkeit und die Frage nach dem „Warum?“ bestimmten
unsere Tage. Tammi schrie, Tag und Nacht, monatelang. Niemand hatte eine
Lösung! Schulterzucken und der Hinweis „Naja, Hirnschädigung…“
Eine harte Bewährungsprobe für unsere noch junge Paarbeziehung und die neue
Konstellation als Patchwork-Familie. Mehr als einmal fragte ich mich, ob ich
das kann. Mich um ein schwerstbehindertes Kind kümmern. Niemand bereitet Dich
darauf vor.
Und dann schaut Dir Deine Tochter in die Augen, lächelt Dich an und Du
weißt, Du kannst.
Da war sie – die Mutterliebe, die Kräfte in Dir freisetzt; Dich
weitermachen lässt, obwohl Du eigentlich nicht mehr kannst.
Und plötzlich setzte ein Umdenken ein: Kein „Warum?“ beherrschte mehr die
Tage, sondern die Suche nach Menschen, die Tammi und uns helfen konnten. Ich
las viel, suchte andere Familien mit ähnlichen Schicksalen und tauschte mich
aus. Hoffnung keimte auf. Man konnte etwas tun.
Hirnschädigung bedeutete nun nicht mehr das Ende der Welt. Wir begannen zu
akzeptieren, dass dies ein Kapitel in unserem Leben ist, und Resignation die
Situation nicht ändern würde.
Wir entwickelten endlich ein Gefühl für unsere Tochter, fingen an, sie zu
verstehen. Merkten, was gut für sie war, und was nicht. Wir änderten ihr
Therapie-Konzept, wagten uns an Neues. Und Tammi gab uns recht: Sie hörte auf
zu schreien, wurde zugänglicher, wacher und aufmerksamer. Und sie lachte!
Laut und viel!
Genau diesen Antrieb hatten wir gebraucht. Wir fanden Menschen, die schon
viele Jahre mit hirngeschädigten Kindern arbeiteten und uns erklärten, wie
wir Tammi helfen können, sich bestmöglich zu entwickeln. Wir verstanden, dass
ein harter, aber lohnender Weg vor uns und Tammi liegt.
Zum Hintergrund: Tammi ist ein sogenanntes Asphxyie-Kämpferlein. Durch den
Sauerstoffmangel unter der Geburt entwickelt sie sich langsamer und anders
als Gleichaltrige. Offiziell wird das Cerebralparese genannt. Bislang hat
keine Therapie wirklich geholfen. Nun gibt es in Philadelphia, USA, eine
Klinik, die schon sehr viele hirngeschädigte Kinder betreut hat. Und den
meisten von ihnen geht es jetzt sehr viel besser.
Das Tolle daran: Hier werden die Eltern ausgebildet, um ihrem Kind am
besten im Alltag helfen zu können. Der Ansatz ist, dass man das Gehirn durch
bestimmte Reize (z.B. Sinnesreize oder auch bestimmte Bewegungsmuster) so
stimuliert, dass gesunde Areale die Aufgaben der geschädigten Bereiche
übernehmen. Dadurch können sich viele Kinder besser und häufig „normal“
entwickeln. Das Programm ist sehr umfangreich und wird zu Hause durchgeführt.
Meist dauert es mehrere Jahre.
Wir erhoffen uns davon, dass Tammi lernt zu greifen oder vielleicht sogar
zu krabbeln. Viele Kinder haben sich auch sozial und kognitiv enorm
weiterentwickelt, so dass wir die Hoffnung haben, dass Tammi sprechen lernen
wird. Da die Krankenkasse dieses Förderkonzept im Ausland leider nicht
übernimmt, haben wir einen Spendenaufruf gestartet.
Wer mehr über Tammi und unser Vorhaben erfahren möchte, kann das hier tun:
www.tammis-welt.de
Vielen lieben Dank!
Wir danken auch Lisa und Katharina für das Angebot, einen Gastbeitrag auf
ihrem tollen Blog zu schreiben! Und wir wünschen allen Lesern und deren
Familien eine wundervolle Weihnachtszeit!
Kirsten mit Tammi und Familie
Wer direkt spenden möchte, kann das auch tun. Jeder Cent hilft.
Paypal: post@tammis-welt.de
Banküberweisung: Tammi Hermanns
IBAN DE30370502993311095455
Kreissparkasse Köln
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Weihnachtswunder gesucht! Sauerstoffmangel unter der Geburt: Wer kann
Tammis Therapie unterstützen? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weil-ich-mehr-verdiene-ist-mein-mann-bei-den-kindern-geblieben-interview-mit-conny |
Liebe Conny, Du bist die
Hauptverdienerin in Eurer Familie! Was macht Ihr beruflich und war es schon
immer so, dass Du mehr verdient hast als dein Mann?
Mein Mann arbeitet beim größten deutschen Baumaschinenverleih. Er ist
gelernter Baumaschinist, kann seinen Beruf aufgrund einer Erkrankung jedoch
nicht mehr ausüben. Ich bin Polizeibeamtin und arbeite bei der
Kriminalpolizei. Ja, ich verdiene seit Beendigung meiner Ausbildung mehr als
mein Mann. Das ist für ihn jedoch kein Problem. Im Gegenteil. Ich glaube, er
ist schon etwas stolz auf mich. Und er profitiert ja auch genau wie ich von
meinem Einkommen. Und da sowieso alles in einen Topf geschmissen wird, ist
doch nur wichtig, was am Ende unterm Strich rauskommt.
Nach welchen Kriterien habt Ihr nach den Geburten der Kinder entschieden,
wer wie lange zu Hause bleibt?
Da gab es keine Kriterien. Es war klar, dass ich das erste Jahr zu Hause
bleibe. Als unser erster Sohn 1999 geboren wurde, gab es auch noch keine
Elternzeit für Väter. Nach dem Erziehungsjahr wurde mein Mann jedoch
arbeitslos und unser Sohn war in dieser Zeit sehr viel krank. So konnte mein
Mann ihn noch fast ein weiteres Jahr zu Hause betreuen. Vor der Geburt unseres
2. und 3. Kindes war mein Mann in die Selbstständigkeit gegangen. Da stellte
sich die Frage ebenso wenig. Da das Geld knapp war, mit 460 Euro
Erziehungsgeld war keine Familie zu ernähren, musste ich nach 7 Monaten
wieder arbeiten gehen. Die Kinder wurden in der Krippe betreut. Natürlich
schmerzte da mein Mutterherz, aber die beiden haben das wirklich toll
gemeistert. Mittlerweile sind sie 15 und 10 Jahre alt. Kind Nr. 3 war 2015
unser Überraschungsei. Mein Mann wurde während meiner Schwangerschaft krank
und so konnten wir das erste Lebensjahr unseres Sohnes gemeinsam genießen. Er
war mir wirklich eine große Hilfe. Ich konnte mich komplett auf das Baby
konzentrieren, mein Mann schmiss den Haushalt. Nach 13 Monaten ging ich dann
wieder arbeiten. Erstmal 35h/Woche, denn ich nahm Stillzeit in Anspruch. Nach
ein paar Wochen ging ich dann wieder vollzeit arbeiten. Mein Mann machte
weiter den Haushalt, versorgte morgens die Kinder und brachte den Kleinen für
ein paar Stunden in die Krippe. Wenn wir uns dieses Modell hätten langfristig
leisten können, hätten wir es gern so beibehalten. Mittlerweile arbeitet mein
Mann wieder und ich ebenfalls 40h/ Woche. Aufgrund von Überstunden kann ich
momentan etwas weniger arbeiten, so dass ich spätestens 15:30 Uhr in der Kita
bin.
Obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie, ist es doch oft so,
dass der Mann besser verdient. Musste sich Dein Mann jemals dumme Kommentare
deshalb anhören oder hatte er mal selbst ein Problem damit?
Nein absolut nicht. Ganz im Gegenteil. Das spielt hier bzw. im Freundes-
und Bekanntenkreis überhaupt keine Rolle. Und man geht ja mit seinem
Einkommen auch nicht hausieren.
Hast Du je dumme Sprüche kassiert, weil Du als Mutter schnell wieder viel
gearbeitet hast?
Nein. Das liegt wohl daran, dass es hier in den neuen Bundesländern ganz
normal ist, dass die Mama nach 1 Jahr Elternzeit wieder arbeiten geht. Ich
persönlich kenne keine (erwerbstätigen ) Mütter, die länger als ein Jahr zu
Hause geblieben sind. Es können sich schlichtweg die wenigsten Familien
leisten.
Angenommen, Ihr würdet gleich viel verdienen – wie sähe dann Euer Modell
aus?
Wenn mein Mann das gleiche Gehalt hätte, würde ich auf 30h/ Woche
verkürzen.
Gibt es Zeiten, in denen Du Eure Rollenaufteilung blöd findest? Und gibt es
auch welche, in denen du es besonders gut findest oder fandest?
Die Zeit, in der mein Mann noch zu Hause sein konnte, fand ich toll. Mir
wurde wirklich viel Arbeit abgenommen. Darum leisten wir uns jetzt, wo wir
beide wieder arbeiten, eine Putzperle. Das erleichtert den Feierabend
wirklich sehr und wir haben viel mehr Zeit für die Kinder.
Was möchtest Du Müttern raten, die nach einer Geburt wieder in den Job
einsteigen wollen?
Viele Ratschläge kann ich gar nicht geben, denn jede Familie ist anders
organisiert bzw. bringt andere Voraussetzungen mit. Wenn es mit der Familie
vereinbar ist, macht es. Wenn auch ein wenig Unterstützung aus dem
Familienkreis kommt, sollte es kein Problem sein.
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"Weil ich mehr verdiene, ist mein Mann bei den Kindern
geblieben" - Interview mit Conny | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/welt-down-syndrom-tag-dein-kind-wird-dein-leben-bereichern-auch-wenn-du-dir-das-jetzt-noch-nicht-vorstellen-kannst |
Liebe Vanessa, dein zweiter Sohn Julian hat das Down-Syndrom. Erzähl doch
mal, wie du seine Schwangerschaft erlebt hast.
Die Schwangerschaft mit Julian verlief bis zur 35. Schwangerschaftswoche
komplikationsfrei: ich hatte ein bisschen mit Übelkeit und Sodbrennen zu
kämpfen und damit, dass man die ganzen Tipps hinsichtlich Ausruhen und Füße
hochlegen aus Schwangerschaftsratgebern beim zweiten Kind vergessen kann. Ich
habe meine zweite Schwangerschaft dementsprechend als anstrengender
empfunden, was aber definitiv nichts mit dem Down-Syndrom zu tun hatte.
Julian war unheimlich aktiv und hat in meinem Bauch wilde Purzelbäume
geschlagen, solange genug Platz dafür war. Beim Babybauch-Shooting hat mein
Mann mir Boxhandschuhe auf den Bauch gemalt. Dass Julian das Down-Syndrom
hat, wussten wir in der Schwangerschaft noch nicht. Mein Mann und ich hatten
uns bewusst und aus Überzeugung gegen zusätzliche Untersuchungen entschieden
und nur die üblichen Vorsorge-Untersuchungen gemacht. Ganz ehrlich haben wir
trotzdem nicht ernsthaft damit gerechnet, dass wir ein Kind mit Down-Syndrom
bekommen.
Die erste Auffälligkeit, die allerdings nicht typischerweise auf das Down-Syndrom
hindeutet, war ein Fruchtwassermangel, der in der 35. SSW per Zufall
diagnostiziert wurde. Ich wurde notfallmaßig in die Klinik eingewiesen, wo
die Schwangerschaft engmaschig kontrolliert wurde. Julian kam dann etwas
früher als geplant bei 36+4 nach mehrtägiger Einleitung zur Welt. Er brachte
immerhin stolze 3.120 g auf die Waage und hatte keine
Anpassungsschwierigkeiten.
Wie und wann hast du die Diagnose Down-Syndrom bekommen und kannst du dich
an deine ersten Gedanken und Gefühle erinnern?
Die Verdachtsdiagnose bekamen wir noch im Kreißsaal bei der U1. Die
Kinderärztin übergab uns unser Baby mit den Worten: „Wundern Sie sich nicht,
wenn morgen nochmal der Oberarzt vorbeikommt. Ich habe den Verdacht auf
Trisomie 21, aber er hat ein besseres Auge dafür“ – und dann war sie weg. Das
fühlte sich schon wie ein Schlag mit dem Holzhammer an! Ich weiß noch, wie
mein Mann und ich uns und unser Baby völlig ungläubig ansahen. Das kann nicht
wahr sein! An den nächsten beiden Tagen folgten verschiedene Untersuchungen –
meistens mit mehreren Medizinstudenten im Schlepptau, die noch kein
Neugeborenes mit Verdacht auf Down-Syndrom gesehen hatten.
Bei mir hat das sofort den Löwenmutterinstinkt geweckt! Ich hatte das
Gefühl, ich muss mein Baby beschützen und verteidigen. Mein Bett war quasi
eine Stillkissen-Festung.
Richtig den Boden unter den Füßen weggezogen hat uns dann die Diagnose,
dass Julian einen angeborenen Herzfehler hat. Auch die Erläuterung des
Kinderkardiologen, dass ein VSD (Ventrikelseptumdefekt = Loch in der
Herzscheidewand zwischen den beiden Hauptkammern) ein recht häufiger und gut
zu operierender Herzfehler sei, konnte uns in der Situation nicht wirklich
beruhigen. Rückblickend gesehen, hatte er Recht: Julians VSD konnte im Alter
von fünf Monaten von den Spezialisten im HDZ NRW in Bad Oeynhausen sogar per
Herzkatheter korrigiert werden, wofür wir sehr dankbar sind!
Das hört sich nicht so an, als sei besonders empathisch mit Euch umgegangen
worden….
Ja, ich plädiere nach unserer Erfahrung dafür, dass eine empathische
Diagnosevermittlung einen höheren Stellenwert in der Medizinerausbildung
bekommen!
Nachdem die Diagnose „freie Trisomie 21“ nach ein paar Tagen wirklich
in meinem Kopf angekommen war und durch einen humangenetischen Test bestätigt
worden war, habe ich mir viele Sorgen um die Zukunft gemacht. Gut informiert
war ich zu dem Zeitpunkt keineswegs und hatte auch keine Kontakte zu
Familien, die ein Kind mit Down-Syndrom haben. Beides habe ich schnell
geändert!
Es ist völlig unnatürlich, ein Neugeborenes auf dem Arm zu haben und sich
Gedanken über eine mögliche Berufswahl dieses Kindes zu machen oder sich
vorzustellen, wie das eigene Kind als Erwachsener aussieht. Bei meinem ersten
Kind habe ich jedenfalls im Wochenbett keinen Gedanken daran verschwendet. In
dem Moment, wo es mir gelang, diese Gedankengänge abzustellen und mich auf
das Hier und Jetzt zu konzentrieren bzw. auf den jeweils nächsten Schritt,
ging es mir besser. Denn damit stand nicht mehr eine abstrakte Diagnose im
Vordergrund, sondern UNSER geliebtes Kind, ein einzigartiges, perfektes
Individuum.
Wie waren die Reaktionen des Umfelds auf die Diagnose?
Im engeren Familien- und Freundeskreis war es uns sehr wichtig, dass jeder
die Chance hat, Julian unvoreingenommen kennenzulernen. Wir haben also am
Anfang keine Rundmail geschrieben, sondern die Neuigkeit persönlich erzählt,
während Oma, Opa, Onkel oder Patentante Julian im Arm hielten. Danach sind
wir aber sehr offen mit der Diagnose umgegangen. Als ich wenige Wochen nach
der Geburt von meinen Arbeitskollegen, die ich bis dahin noch nicht
informiert hatte, gebeten wurde, ein Bild von Julian und ein paar persönliche
Worte für den internen Mitarbeiter-Newsletter beizusteuern, habe ich auch ein
paar Worte zum Welt-Down-Syndrom-Tag und die Parabel „Willkommen in Holland“
beigefügt.
Negative Reaktionen gab es in unserem Umfeld nicht, allerdings tatsächlich
ein paar unbeholfene. Das ist aber menschlich und nicht schlimm! Was mich
hingegen sehr schmerzt: Wenn schwangere Frauen, die Julian kennen, mir
ungefragt auf die Nase binden, dass bei ihnen demnächst Pränataldiagnostik
ansteht. Das fühlt sich für mich so an, als ob die Person ausschließen
möchte, dass ihr Kind so wird wie meines. Dabei kennen diese Frauen unsere
Familie und dürften keine irrationalen Ängste vor einem Leben mit einem Kind
mit Down-Syndrom haben.
Natürlich muss jede Frau für sich selbst entscheiden, welchen Anteil
Pränataldiagnostik (mit nur vermeintlicher Sicherheit) und welchen Anteil
„guter Hoffnung“ sie in der Schwangerschaft haben möchte, aber ich finde das
schon sehr unsensibel. Noch viel unsensibler ist es allerdings, wenn mir eine
Frau ungefragt offenbart, dass sie ein Kind mit dem Verdacht auf Down-Syndrom
abgetrieben hat – auch wenn sie dies heute bereut. Ich bin nicht diejenige
die Absolution erteilen kann, ich möchte auch nicht missionieren – aber ich
möchte aufklären und ich möchte Respekt für mein Kind und für mich!
Heute ist Julian zwei Jahre alt – was waren die schönsten und auch die
schwersten Momente in den letzten zwei Jahren mit ihm?
Die schönen Momente überwiegen ganz klar! Wir freuen uns über jeden kleinen
Fortschritt, den Julian macht. Entwicklungsschritte, die wir bei unserem
älteren Sohn als selbstverständlich hingenommen oder sogar überhaupt nicht
wahrgenommen haben, werden richtiggehend gefeiert. Ein absolutes Highlight
war als Julian mit 23 Monaten kurz vor Weihnachten seine ersten freien
Schritte gemacht hat! Was wir auch sehr genießen, ist die wunderbar innige
Geschwisterbeziehung, die unsere beiden Kinder miteinander haben.
Der schwerste Moment war definitiv als wir Julian zur Korrektur seines Herzfehlers
dem Ärzteteam im HDZ NRW übergeben haben. Was dann folgte waren mit
Sicherheit die längsten sechs Stunden meines Lebens. In so einer Situation
werden viele andere Dinge plötzlich völlig belanglos – und auch das
Down-Syndrom gerät in den Hintergrund.
War etwas ganz anders, als du es erwartet hast?
Ich habe mir anfangs wirklich viel zu viele Sorgen gemacht: Werde ich
Julian stillen können? Wie wird Julian sich entwickeln? Wird er glücklich
werden? Werde ich für Julian eine genauso tiefe Liebe empfinden wie für
seinen älteren Bruder? Bin ich der Aufgabe gewachsen und werde ich eine gute
Mutter sein? Werde ich wieder arbeiten gehen und meine Karriere wieder
aufnehmen können?
Natürlich mache ich mir nach wie vor Gedanken über Julians Zukunft und
versuche ihn in seiner Entwicklung zu fördern – genauso geht es mir aber bei
seinem großen Bruder ohne Down-Syndrom auch. Über die anderen Fragen mache
ich mir aktuell keine Gedanken mehr. Ich konnte Julian problemlos stillen.
Julian ist ein glückliches Kind und ich bin sicher, er hat gute Chancen, ein
glücklicher Erwachsener zu werden.
Die Liebe hat sich von alleine eingestellt und in die Aufgabe wachse ich
hinein – Tag für Tag. Ich bin keine perfekte Mutter, aber ich gebe mein
Bestes – für beide Kinder. Und ich habe wie vor der Geburt geplant nach einem
Jahr Elternzeit meine berufliche Tätigkeit als Marketingleiterin in Teilzeit
wieder aufgenommen.
Was hast du erst durch Julian gelernt?
Ich bin ein Mensch, der gerne akribisch plant. Manche Dinge im Leben lassen
sich nicht planen. Das war direkt die erste „Lektion“. Des Weiteren bin ich
überzeugt: Die Angst, sein eigenes Kind zu verlieren, verändert einen
Menschen. Auch wenn während Julians Herzkathetereingriff objektiv nur ein
relatives Risiko bestand, war diese Erfahrung eine persönliche Zäsur. Für
mich haben sich dadurch Prioritäten in meinem eigenen Leben nachhaltig
verschoben.
Über viele Dinge, die mich früher gestört hätten, kann ich mich heute nicht
mehr aufregen. Ich merke, dass dieser Zuwachs an Gelassenheit mir selbst gut
tut und auch meine Kinder profitieren davon: nicht nur Julian darf sein
eigenes Entwicklungstempo haben – auch sein großer Bruder, der im letzten
Jahr in die Schule gekommen ist.
Darüber hinaus habe ich zwangläufig etwas medizinisches, pädagogisches,
psychologisches und sozialrechtliches Fachwissen aufgeschnappt. Und ich habe
gelernt, meinem Instinkt zu vertrauen und die Interessen meines Kindes im
Dialog mit Ärzten und Therapeuten sowie gegenüber der Krankenkasse und
Behörden selbstbewusst zu vertreten.
Schließlich habe ich auch viele bereichernde Bekanntschaften gemacht und
interessante Menschen kennengelernt, die ich ohne Julian niemals getroffen
hätte. Dazu gehören auch meine beiden Mit-Initiatoren des Song- und
Video-Projekts „Du bist so“: Thorsten Klein und Elvira Tindara
Cusmà-Sternhagen.
Hast du das Gefühl, dass die Gesellschaft immer noch Probleme mit Kindern
mit Down-Syndrom hat? Oder wie erlebst du andere Menschen im Alltag?
Ja, auch wenn ich das im Alltag selten erlebe, bin ich sicher, dass unsere
Leistungsgesellschaft ein Problem mit Menschen mit Down-Syndrom hat. Das
zeigt sich schon alleine daran, dass so viel im Bereich der
Pränataldiagnostik geforscht wird, um das vorgeburtliche Screening auf
Trisomie 21 immer weiter zu verbessern, anstatt die Gelder zum Beispiel in
die Forschung zu Förderkonzepten oder in die Inklusion zu investieren.
Schätzungen zufolge werden in Deutschland 90% aller ungeborenen Babys, bei
denen die Diagnose Trisomie 21 in der Schwangerschaft gestellt wurde,
abgetrieben. Wenn der neue Bluttest zur Regelleistung in der Schwangerschaft
wird, wird diese Quote bestimmt nicht sinken.
Ich kann verstehen, dass sich Frauen, die die Diagnose Trisomie 21 in der
Schwangerschaft bekommen, in einer sehr belastenden Konfliktsituation
befinden, sofern sie sich nicht bereits vorher mit dem Thema beschäftigt
haben und die Frage für sich beantwortet haben: Was wäre wenn?
Ich glaube jedoch, dass die meisten Frauen ihr Baby nicht leichtfertig
abtreiben, sondern dass der Druck des persönlichen Umfelds und auch der
Gesellschaft insgesamt eine ganz entscheidende Rolle spielen. Frauen haben
die begründete Angst, für ihre Entscheidung, einem Kind mit Down-Syndrom das
Leben zu schenken, verurteilt zu werden: „Das hätte man doch verhindern
können!“ Hinzu kommen diffuse Ängste, schlechte und einseitige Beratung,
veraltete Informationen und falsche Vorurteile!
Der andere Aspekt ist die Inklusion. Es wird viel darüber geredet und in
den Medien berichtet, aber gerade im Hinblick auf eine erfolgreiche
schulische Inklusion haben wir in Deutschland noch einen weiten Weg vor uns.
Das liegt einerseits sicherlich an fehlenden Konzepten, fehlendem Know-how
und fehlenden finanziellen Mitteln, andererseits aber – zumindest in Teilen –
auch an einer mangelnden Bereitschaft aller Beteiligten.
Mein Sohn hat seit seinem ersten Geburtstag einen Platz bei einer
Tagesmutter, wird dort liebevoll betreut und die anderen Eltern finden das
völlig in Ordnung. Ich bekomme aber durchaus von anderen Familien mit, dass
sich das „Klima“ ganz schnell ändern kann, wenn die Kinder ins Schulalter
kommen. Da muss man auch durchaus mit „Gegenwind“ von den Eltern der
Regelkinder rechnen, die dem Thema Inklusion plötzlich nicht mehr so viel
abgewinnen können.
Nun habt ihr einen Song aufgenommen. Erzähl doch mal ein bisschen was
dazu.
Am 21.03. ist Welt-Down-Syndrom-Tag (WDST). Im letzten Jahr wurde
anlässlich dieses Tages ein ganz berührendes Video von der Elterninitiative
„Wouldn’t Change a Think“ aus UK veröffentlicht, welches sich unheimlich
erfolgreich über Facebook und Youtube verbreitet hat und bis heute mehr als
330 Millionen Aufrufe verzeichnet. Damit hat das Video garantiert auch
Menschen erreicht, die sonst keine Berührungspunkte zu Menschen mit
Down-Syndrom haben. Das Video zeigt wirklich schöne und emotionale Aufnahmen
von Kindern mit Down-Syndrom und ihren Müttern und hat auf diese Weise mit
Sicherheit dazu beigetragen, die Bilder in den Köpfen der Menschen zu
verändern.
Dieses Video war die Inspiration für unser Projekt. Ziel war es, zum WDST
2019 ein deutschsprachiges Musikvideo zu produzieren, mit dem es ebenfalls
gelingt, die Bilder in den Köpfen der Menschen zu verändern und zu zeigen,
dass das Familienleben mit einem Kind mit Down-Syndrom alles andere als
traurig und bemitleidenswert ist, sondern bunt, bereichernd, glücklich und
irgendwie völlig normal.
Der eigentliche Start war die Zusage der Band KrAWAllo
Familien-Rock’n’Roll, einen Song für das Projekt zu schreiben. Das war im
Oktober letzten Jahres. Danach wurde das Projekt fast zu einem Selbstläufer:
Mit Artland Studios fanden wir eine Video-Agentur, die mit uns das Konzept
für das Musikvideo entwickelte. Wir erstellten eine Facebook-Gruppe, in der
wir – zunächst mit einem überschaubaren Kreis von Eltern – Ideen entwickelten
und das Projekt planten.
Kurz vor Weihnachten war dann auch die Finanzierung der professionellen
Produktion von Song und Video mithilfe unserer Sponsoren Deutsche Stiftung
für Menschen mit Down-Syndrom und Radio Herford (Aktion „Mützen die nützen“)
gesichert. Im neuen Jahr nahm das Projekt dann nochmal richtig Dynamik auf,
als es KrAWAllo gelang, über das Netzwerk „kindermusik.de“ sechs weitere
Kinderliedermacher aus ganz Deutschland für das Projekt zu begeistern und
auch der Video-Dreh mit mehr als 130 Kindern mit und ohne Down-Syndrom
plötzlich viel größer wurde als ursprünglich geplant.
Wir entwickelten eine eigenes Logo für das Projekt und fanden auch noch
weitere Unterstützer, wie beispielsweise die Shirtinator AG, die uns für den
Video-Dreh T-Shirts mit dem Projekt-Logo für alle Kinder zur Verfügung
stellte.
Wir hatten einen Traum, aber wir haben anfangs nicht damit gerechnet, dass
das Projekt so groß und so toll wird. Ein ganz entscheidender Faktor hierfür
war, dass der Song „Du bist so“ musikalisch und inhaltlich so grandios
geworden ist! Wir sind regelrecht begeistert und allen beteiligten Musikern
wahnsinnig dankbar.
Jetzt hoffen wir natürlich, dass dieser Funke überspringt und sich die
Botschaft des Songs und des Videos tatsächlich viral verbreiten: „Du bist so
und ich bin anders“ und „wir sind schön und gut und richtig wie wir
sind“!
Mit dem Laden des Videos
akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video
laden YouTube immer entsperren /**/
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/**/
Wenn dieses Interview eine Mama liest, die gerade die Diagnose Down-Syndrom
für ihr Kind bekommen hat – was möchtest du ihr sagen?
Erstmal möchte ich sagen: Herzlichen Glückwunsch zu deinem Kind! Du hast
nicht in erster Linie eine Diagnose bekommen, sondern du hast ein Kind
bekommen oder erwartest eines.
Wenn du schwanger bist: Falls deine
Entscheidung nicht schon feststeht, informiere dich, nimm Kontakt zu einer
Elterngruppe in deiner Nähe auf und lerne eine Familie und ihr Kind mit
Down-Syndrom kennen. Lass dir mit deiner Entscheidung Zeit.
Wenn du gerade dein Kind bekommen hast: Konzentriere dich darauf, dein Kind
kennenzulernen und eine Bindung aufzubauen, denke nicht in die ferne Zukunft,
sondern lebe im Hier und Jetzt. Und nimm dir Zeit, dich auf die Planänderung
in deinem Leben einzustellen.
Es ist normal und in Ordnung, dass du Angst hast und dir Sorgen machst. Du
kannst aber sicher sein, dass dieser Zustand nicht von Dauer ist. Viele
Ängste und Sorgen sind unbegründet. Ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen ist
kein Weltuntergang. Dein Kind mit Down-Syndrom wird dein Leben bereichern –
auch wenn du dir das jetzt gerade noch nicht vorstellen kannst.
Und dann empfehle ich noch die bereits erwähnte Parabel „Willkommen in
Holland“ von Emily Perl Kingsley…
Fotos: Dilek Paul
|
Welt-Down-Syndrom-Tag: Dein Kind wird dein Leben bereichern, auch wenn du
dir das jetzt noch nicht vorstellen kannst | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weltall-ist-nur-was-fuer-maenner-astronautin-insa-thiele-eich-ueber-gleichberechtigung-im-weltall |
Ihr Lieben, heute haben wir Dr. Insa Thiele-Eich zu Gast. Die
Dreifachmutter, die frecherweise nicht mal 40 ist, hat mit uns bereits über
Homeschooling und Klimawandel gesprochen und darüber, wie überrascht sie ist,
dass es überhaupt noch möglich ist, die erste deutsche Frau im All zu sein.
Nun macht sie grad nicht nur Karriere auf TicToc, wo Jugendliche sie
bejubeln, sie hat nun auch – zusammen mit ihrere Astranautinnen-Anwärterinnen-Kollegin
(richtig gegendert?!) – ein Kinderbuch geschrieben. Damit nicht weiterhin
jedes Weltall-Buch männlich dominiert ist…
Liebe Insa, zusammen mit deiner Kollegin Suzanna Randall befindest du dich
im Astronautinnen-Training, euren Pilotenschein habt ihr bereits in der
Tasche, was trainiert ihr grad aktuell?
2020 waren wir unter anderem in der Zentrifuge und haben dort simuliert,
welche Kräfte bei einem Raketenstart auf den Körper wirken. Durch die vielen
abgesagten Veranstaltungen hatten wir auch genug Zeit, um den theoretischen
Teil unseres Trainings abzuschließen, so dass wir Ende November das
Basistraining abgeschlossen haben. Dieses Jahr soll es zum Höhlentraining
gehen, frei nach dem Motto: Bevor es nach oben geht, gehts erstmal nach
unten!
Foto: Markus M. Gloger/Space Affairs
Elf deutsche Männer waren bisher im Weltall. Jetzt ist endlich eine Frau an
der Reihe, findet ihr. Warum, was würde uns das vor allem auch
wissenschaftlich bringen, endlich eine deutsche Frau ins All schicken zu
können?
Wir werden unter anderem das Verhalten des weiblichen Körpers in der Schwerelosigkeit
erforschen. Einen Gender Gap gibt es in der Medizin auch im All, und da die
Daten international nicht geteilt werden, liegen in Europa entsprechend kaum
Datensätze zu Frauen vor. Dabei gibt es interessante Unterschiede: man hat
beobachtet, dass ca. 30% der Astronauten signifikante Änderungen der Sehkraft
verzeichnet – bei Astronautinnen tritt dieser Effekt scheinbar nicht auf.
Ziel ist es, den Körper hinsichtlich der Sehorgane, aber auch mit Bezug auf
das Gleichgewichtssystems und die Hormone zu untersuchen: wir hoffen, dass
wir aus diesen Experimenten Erkenntnisse für die Medizin auf der Erde
gewinnen können.
Abgesehen davon haben astronautische Missionen immer auch einen sehr großen
kulturellen und symbolischen Charakter: das hat man ja bei Alexander Gerst
schon gesehen. Ganz klar möchten wir mit der Mission also Kinder für die Welt
der Luft- und Raumfahrt begeistern! Wir finden, in dieser Hinsicht würde eine
Frau dem Männerteam der deutschen Astronauten ganz gut tun – und wenn die
erste geflogen ist, kann auch die zweite, dritte usw. fliegen. Jungen und
Mädchen zu zeigen, dass Frauen in der Welt der Naturwissenschaften genauso zu
Hause sind wie Männer ist also ein wichtiger Bestandteil unserer Mission.
Du hast selbst drei Kinder im Alter zwischen 2 und 10, was finden sie am
spannendsten, wenn es um deine Astronautinnen-Ambitionen geht?
Ich habe sie öfter zum Flugtraining mitgenommen, und was finden sie am
spannendsten? Den Süßigkeitenautomaten für hungrige Pilot:innen.
Tauchtraining in Marseille? Das Highlight ist Kirschkernspucken mit meiner
Chefin und die streunende Katze auf dem Trainingsgelände. Aber: das ist auch
gut so, ich bin ja in erster Linie ihre Mama.
Gerade die Große kriegt aber auch mit, wie manchmal bei Social Media mit
mir als Frau und Mutter umgegangen wird, das sind dann Diskussionen auf einem
ganz anderen Niveau. Mich macht das traurig, ihr zu erklären wieso es so
viele Menschen gibt, die Frauen und besonders Mütter permanent kritisieren.
Aber auch das hat etwas Positives, sie nimmt mich mit meinen feministischen
Bestrebungen gerne auf den Arm.
Letztens hat sie mir ganz nebenbei erzählt, dass ihre Lehrerin gesagt hat,
den Zettel sollen doch bitte die Mütter unterschreiben. Die Väter hätten ja
alle so viel auf der Arbeit zu tun, und die Mütter seien ja eh zu Hause. Ich
stand schon kurz vor der Explosion („Mama, sieh das doch positiv, sie weiß
halt, dass ihr Euch in echt viel mehr kümmert!“), da musste sie lachen. War
natürlich nur ein Scherz.
Dein Vater war selbst früher im All, was findet denn er am spannendsten an
deinem Training und an deiner Ambition, die erste deutsche Frau im All zu
werden?
Beim Training selbst hat sich gar nicht so viel verändert – es ist total
schön, teilweise sogar mit den gleichen Trainern zu arbeiten, die auch ihn
begleitet haben und Ähnliches zu erleben wie er. Gleichzeitig bin ich aber
bei einem kommerziellen Raumfahrtunternehmen, das gab es damals noch gar
nicht: wir tauschen uns viel dazu aus, was die Welt der Raumfahrt in Zukunft
so bringen kann und wird, und sind beide international mit anderen zu diesem
Thema vernetzt. Mit dem eigenen Vater so zusammen zu arbeiten ist definitiv
spannend!
Zurück zu den Kindern, zusammen mit Suzanna Randall hast du nun ein Buch
für Erstlesende ab 7 Jahren geschrieben, um was geht es euch da und was
erwartet uns darin?
„Unser Weg ins Weltall“ ist der 1. Band einer Reihe, die uns bei unserem
Flug ins All begleiten soll. Wir erzählen, wieso wir als Kinder Astronautin
werden wollten, wie das Auswahlverfahren war, und was uns im Training bisher
erwartet hat. Hinten gibt es noch ein paar liebevoll vorbereitete Rätsel zum
Buch, die – ich verspreche es! – mindestens 30 Minuten Pause für die Eltern
kaufen. Es wurde von Petra Eimer total wunderbar illustriert, und wir sind
wirklich stolz auf unser Buch-Baby. Nummer 2 ist schon unterwegs!
Ist das auch eine feministische Aufgabe für euch, kleinen Mädchen ein
Vorbild im MINT-Bereich zu sein? Ihnen zu zeigen, dass sie alles werden
können, wenn sie nur wollen?
Tatsächlich kam die Anfrage von Oetinger aus genau diesem Grund: ein
Weltraumbuch mit Frauen auf dem Cover. Es gibt zwar einige
Weltraum-Buchreihen für Kinder, in denen in späteren Bänden auch Mädchen eine
Rolle spielen, aber die Cover sind schon sehr jungslastig – teilweise fehlen
Frauen in den Büchern komplett. Insofern haben wir uns total über die
Möglichkeit gefreut, hier nachzubessern. Mir ist es total wichtig, dass
Kinder wissen, dass „Astronaut:in“ kein geschlechterspezifischer Beruf
ist.
Auch bei TicToc feierst du als @insainsall unglaubliche Erfolge, da
erklärst du kindgerecht Themen wie Sexismus… weil dir z.B. in der
Schwangerschaft mit dem dritten Kind unterstellt wurde, deine Gehirnleistung
wäre kleiner geworden…
Bei TikTok erzähle ich von unserem Training, aber habe auch angefangen von
den etwas befremdlicheren Situationen zu berichten. Tatsächlich überrascht es
mich oft selbst, welchen Vorurteilen man so begegnen kann. So auch der eine
Herr (oberes Management, großes Unternehmen), der mir während der dritten
Schwangerschaft erklärte, dass ich gar nicht mehr trainieren könne, denn bei
Frauen würde der IQ während jeder Schwangerschaft deutlich abnehmen.
Die Studie, aus der er diese Erkenntnis hatte, haben wir aber leider online
gar nicht mehr wiedergefunden, und er hat sich sogar hinterher per Mail
nochmal entschuldigt. Nur: wieviele seiner Kolleginnen durften das schon
ausbaden?
Foto: Manfred H. Vogel
Was war denn dein Traumberuf als Kind. Und von welchen Berufen träumen
deine Kids?
Mein erster Berufswunsch als Kind war „Hausfrau und Mutter“, ich erinnere
mich noch genau, dass ich das immer in die Poesiealben meiner Freund:innen
geschrieben habe. Leider musste ich feststellen, dass mir für „Hausfrau“ ein
paar Kernkompetenzen fehlen – deshalb bin ich jetzt glückliche Meteorologin.
Dass ich Mutter sein darf, macht mich aber (meistens 😉) sehr dankbar.
Astronautin kam erst viel später dazu.
Meine Kinder wollen – gerade kurz gefragt – Reitlehrerin und Tierärztin
werden. Wobei meine Älteste aber auch schon seufzend festgestellt hat, dass
sowohl Opa als auch Mama die Erstgeborenen in der Familie sind, und es da
scheinbar eine gewisse Tradition gibt. Ich hoffe aber sehr, dass mein Mann
und ich es schaffen, unsere Kinder frei von solchen Erwartungen
großzuziehen!
|
Nur für Männer? Astronautin Thiele-Eich über Gleichberechtigung im All |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weltreise-mit-baby-raus-aus-dem-hamsterrad-rein-ins-abenteuer |
Wann, wenn nicht jetzt?!,
dachten Stefanie und Stefan, als ihr Baby Finn in ihr Leben trat. Sie wollten
nicht weiter im Job-Hamsterrrad sitzen, so dass ein Elternteil quasi das
erste Lebensjahr des Kindes verpasst. Wie das klappt, was das mit der
wunderbaren Hausgeburt von Finn zu tun hat – und welches nächste Ziel die
kleine Familie anstrebt.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen, mit Baby auf Weltreise zu gehen?
Ehrlich gesagt, sind wir nicht auf die Idee gekommen ‚mit‘ Baby zu reisen,
sondern ‚wegen‘ unseres Babys wollten wir reisen.
Wir sind im November 2017 Eltern eines wunderbaren Jungen geworden.
Mama-sein und die dazugehörige Elternzeit hat mich so erfüllt und ich liebe die
gemeinsame Zeit mit meinem Kind. Aber irgendwie hat es mich traurig gemacht,
dass mein Mann und ich uns ja dazu entschieden haben, eine Familie zu sein
und dann doch im Alltag, von Montag bis Freitag, unsere Familie nur aus Finn
und mir bestand.
Ich fand es so schade für Stefan, dass er von der Arbeit nach Hause kam,
wir noch schnell zusammen zu Abend gegessen haben und Finn dann schon seinen
Nachtschlaf angetreten hat. Also hatten wir nur an den Wochenenden so
wirklich Zeit als Familie. Und selbst da musste dann Zeit für Freunde,
Verwandtschaftsbesuche, Sportplatz, Geburtstage, Einkaufen, Kochen, Putzen,
Waschen etc. eingebracht werden. Das haben wir uns irgendwie nicht unter
Familie vorgestellt.
Wenn ich dann so von Montag bis Freitag ohne Stefan zu Hause war, kam immer
wieder der Wunsch der Weltreise hoch. Wir sind schon immer gerne gereist und
schon seit so vielen Jahren haben wir gesagt, irgendwann… irgendwann machen
wir mal eine Weltreise.
Und irgendwann war also klar, jetzt ist irgendwann. Jetzt ist unser Kind
noch klein. Jetzt wünscht sich unser Sohn Nähe und Zeit. Jetzt möchte er Zeit
mit seinem Papa haben. Mit 18 möchte Finn selbst losziehen, da braucht er uns
nicht mehr.
Im November 2017 kam unser Kind auf die Welt, im Januar 2018 wurde der
Wunsch der Weltreise immer konkreter und im April 2018 haben wir unsere
Round-the-World-Tickets gebucht! Im September ging es mit unserem zehn Monate
alten Baby dann auch schon los.
Welche Hürden musstet ihr nehmen?
Also Stefans größte Hürde war es natürlich, seinem Arbeitgeber mitzuteilen,
dass wir mindestens sieben Monate unterwegs sein werden. Aber auch hier haben
wir wieder gelernt, manchmal fügen sich die Dinge einfach. Stefan hätte für die
Weltkreise seinen Job gekündigt, aber sein Arbeitgeber hat ihm unbezahlten
Urlaub angeboten. Das war natürlich perfekt. Ich habe meine Elternzeit von
Beginn an auf zwei Jahre gelegt, also war das für mich schon mal kein
Problem.
Wir wollten unsere Eigentumswohnung möbliert untervermieten. Wir wohnen in
einer Studentenstadt, da wäre das sicherlich kein Problem gewesen. Aber
irgendwie hat das Bauchgefühl nicht gestimmt. Unser Sohn wurde in unserer
Wohnung im Badezimmer geboren und diese Wohnung wird daher immer etwas ganz
besonders für uns sein. Sie steht die sieben Monate einfach leer.
Mittlerweile sind wir auch sehr froh über diese Entscheidung. Erstens hätten
wir es zeitlich wohl gar nicht mehr geschafft, die komplette Wohnung leer zu
räumen und passende Mieter zu finden, zweitens ist es schön, nach Hause zu
kommen und seine gewohnten vier Wände wieder zu haben.
Strom, Internet, Telefonanbieter haben wir gekündigt, Sparraten minimiert
und die passende Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Die Handyverträge
haben wir angepasst, sodass wir unsere Rufnummern behalten konnten.
Außerdem haben wir uns noch um die Anmeldung eines Kleingewerbes und alles
was dazu gehört gekümmert, denn wir hatten schon vor der Reise geplant, Mamakompass
zu gründen.
Wie haben eure Freunde und Familienmitglieder reagiert?
Unsere Freunde waren natürlich begeistert. Unter ihnen sind selbst viele
Reisefans, zwar ohne Kinder, aber sie wussten alle, dass es absolut zu uns
passt. Unsere Familien hatten gemischte Gefühle, obwohl sie sogar gar nicht
mal so überrascht waren, weil wir wohl schon so lange diesen Traum unbewusst
vermittelt haben. Natürlich waren sie traurig, dass sie ihr Enkelkind so
lange nicht sehen werden und so große Entwicklungsschritte verpassen, aber
wir sind jetzt eine eigene Familie, das mussten wir auch erst mal dazu
lernen.
Stefans Papa ist einen Monat vor der Reise an Krebs verstorben. Klar, der
Gedanke, ob wir seine Mutter zu Hause nicht unterstützen müssten,
beschäftigte uns recht lange und wir haben uns die Frage gestellt, ob wir
überhaupt losfahren können. Aber Stefans Papa hat uns am Sterbebett noch
gesagt, dass wir unbedingt diese Reise machen sollen. Er war selbst auf allen
Kontinenten dieser Welt und weiß, wie bereichernd solch eine Reise ist.
Und auch hier hat sich gezeigt, dass die Bedenken unbegründet waren.
Stefans Mama kommt super zu Hause zurecht und freut sich mit uns. Außerdem
telefonieren wir regelmäßig mit unseren Familien und schreiben von unseren
Erlebnissen auf Instagram. So erreichen wir alle und halten unsere Freunde
auf dem Laufenden.
Aus dem erweiterten Umfeld haben wir natürlich auch negative Stimmen
gehört, wie, es sei unverantwortlich mit Baby zu reisen, aber das wird es
wohl immer geben und wir wussten damit umzugehen.
Was habt ihr eingepackt? Nicht viel vermutlich, oder?
Also für eine lange Reise für zwei Personen und Baby zu packen und nur zwei
Backpacks zur Verfügung zu haben, sind Packlisten ein Muss! Wir haben erst
einmal ALLES, was uns wichtig schien, gesammelt, dann in verschiedene
Kategorien gelistet, von den Listen wieder gestrichen was nicht zwingend
notwendig ist und dann wirklich nur anhand dieser Packlisten gepackt.
Das war wirklich Gold wert, weil ich häufig in der Euphorie dann doch noch
den Kuschelpulli und die andere tolle Shorts einpacke. Es war eine
Herausforderung für mich, das erste Mal wirklich bei jedem Kleidungsstück zu
überlegen, wie praktisch und notwendig es ist. Stefan ist da schon immer viel
minimalistischer als ich. Bisher sind wir absolut begeistert, wie wir gepackt
haben, es ist minimalistisch geworden und wir haben tatsächlich alles, was
wir dabei haben in Benutzung.
Wir haben unsere Packlisten auf unserem Blog auf mamakompass.de
veröffentlicht und hoffen, sie helfen vielen anderen Reisefamilien auch noch
weiter, wenn es darum geht, was braucht eine Familie auf Weltreise
wirklich.
Wart ihr sehr aufgeregt? Gab es Momente, in denen ihr dachtet: Sind wir
eigentlich bescheuert?
Irgendwie ist der Gedanke so lange im Kopf gereift und wenn es dann mal
Klick gemacht hat, gibt es kein Zurück mehr. Dann will man das jetzt
unbedingt. Und deshalb kam dieser Moment "Sind wir eigentlich
bescheuert?" nie wirklich auf. Ich war wegen Finn ja eh schon seit fast
einem Jahr in Elternzeit. Aber für Stefan war es dann wirklich aufregend, als
er seinen letzten Arbeitstag hatte. Es ist ja schon etwas Besonderes und
irgendwie auch echt verrückt, wenn der Mann ab da dann wirklich für eine
lange Zeit von Montag bis Sonntag bei seiner Familie ist.
Als wir unsere Familien am Flughafen verabschiedet haben, waren wir auch
nochmal ziemlich aufgeregt und ein paar Tränen flossen. Puh, das war echt
nicht einfach 🙂
Wohin seid ihr zuerst gefahren?
Unsere erste Station war Südafrika. Es war schon immer ein Wunschziel von
uns und wir haben uns auf die afrikanische Kultur gefreut. Stefans Eltern
sind vor ein paar Jahren zu ihrer Silberhochzeit bereits ans Kap der guten
Hoffnung gereist und das war dann wirklich ein schöner Moment, genau an der
gleichen Stelle, wie sie damals zu stehen.
Wir haben uns eine Wohnung außerhalb von Kapstadt gemietet und von da aus
ganz unterschiedliche Tagestrips gemacht. Die erste Zeit wollten wir einfach
ruhiger angehen und Finn die Zeit geben, sich an den neuen Alltag zu
gewöhnen. Und wir wollten uns vom aufregenden Sommer in der Heimat ein
bisschen erholen. Wir haben auch an unserer eigenen Homepage gearbeitet und
die Videos für meinen Schwangerenbetreuungskurs aufgenommen.
Wie lang seid ihr jetzt unterwegs und welcher Ort/Moment war bislang der
schönste?
Wir befinden uns aktuell in Woche 11 unserer Reise und Südafrika und Borneo
(Malaysia) haben wir bereits abgehakt.
Wir hatten schon unbeschreiblich viele schöne Momente, aber ein Tag war
ganz besonders. In Kommetjie, in dem Ort, in dem wir bei Kapstadt gewohnt
haben, fand ab 10 Uhr morgens ein Festival statt. Los ging’s mit einem
Surfcontest der vielen braungebrannten Surfer-Typen, an der Halfpipe war
parallel ein Skateboard-Wettbewerb der Kids, alle Mädels sind in Bikins und
coolen Shorts rumgelaufen, am Abend trafen sich alle im Garten einer Kneipe
und eine junge, lokale Band hat so schöne Musik gespielt.
Die Familien haben es sich mit Picknickdecke und Korb am Strand gemütlich
gemacht, sie haben Frisbee gespielt und als es Dunkel war, gab es eine
Lasershow. Es waren nur gut gelaunte Menschen um uns herum, es wurde getanzt
und alle hatten ein Strahlen im Gesicht. Und als wir da mitten unter den
ganzen Surfern standen haben wir uns beide angeschaut und konnten es
irgendwie nicht glauben, weil wir uns wie in der Serie ‚O.C. California‘
gefühlt haben. Allein, wenn wir jetzt wieder daran denken, bekommen wir
gleich Gänsehaut.
Wie macht euer Baby das mit?
Finn hat sich als ein absolutes Reisebaby entpuppt. Eigentlich ist alles so
gekommen wie wir es uns insgeheim gewünscht haben. Wir haben uns gedacht, was
braucht unser Finn schon in den ersten Jahren? Liebe und Zeit. Und das
bekommt er gerade hier und jetzt unendlich viel von uns, weil wir nicht mit
irgendwelchem Alltagskram abgelenkt sind. Das heißt, wir merken, unser Kind
ist glücklich, egal wo wir sind. Hauptsache wir sind da und bauen so viele
Sandburgen, wie es nur geht mit ihm.
Er hat so viele verschiedene Kinder um sich herum zum Spielen und der
Strand ist sein Kinderzimmer geworden. Dass er beim Abflug in Frankfurt am
Main dann aber tatsächlich schon auf dem Rollfeld eingeschlafen ist und er
den ersten Flug komplett verschlafen hat… so einfach haben wir es uns dann
doch nicht vorgestellt. Hier gleich noch ein Tipp an alle Eltern: Mit Kind
sind Nachtflüge wirklich praktisch.
Habt ihr auch Ängste?
Stefan ist von Grund auf wenig ängstlich. Dafür bin ich es umso mehr! Ach,
ich könnte jetzt tausend Ängste aufzählen. Meine größten Ängste sind die, vor
dem Fliegen und den giftigen Tieren. Aber ich habe festgestellt, dass sich
meine Ängste auch schon ziemlich gewandelt haben. Ich merke, dass viele
Ängste nur in meinem Kopf existieren und es in Wahrheit überall auf der Welt
irgendwelche Gefahren gibt, denen man nie zu 100% aus dem Weg gehen kann. Auf
Borneo ist es der Skorpion und in Deutschland die Autobahn. So sehe ich das
zumindest mittlerweile.
Natürlich kommen auf Reisen genauso immer mal wieder Ängste hoch, wie zu
Hause halt auch. Aber wir erinnern uns dann immer wieder daran, die Ängste
gar nicht groß zu bewerten, einfach in den Tag zu leben, die Freiheit zu
genießen und als Familie glücklich zu sein.
Wir lang wollt ihr unterwegs sein?
Geplant ist unsere Reise erst einmal bis Ende April. Denn dann stehen wieder
Hochzeiten von meinem Bruder und Freunden an, die wir auf keinen Fall
verpassen wollen. In wenigen Tagen fliegen wir schon weiter nach Australien.
Dort geht für uns ein absoluter Traum in Erfüllung: Wir fahren mit einem
Camper die Ostküste entlang! Wenn wir in Melbourne angekommen sind, arbeiten
wir Work-and-Travel mäßig auf einer Freiland-Hühnerfarm. Da sind wir schon
richtig gespannt drauf, die Hühner werden Finn sicherlich gefallen.
🙂
Durch Kontakt zu anderen Weltreisefamilien kommen aber gerade noch einige
andere Länder auf unserer Bucket-List dazu. Wir sind selbst gespannt, wie es
dann im April um unser Fernweh steht und wann und wie es mit den anderen
Ländern weiter geht.
Wie finanziert ihr euch?
Also vorab möchten wir schon mal sagen, dass eine Reise tatsächlich halb so
teuer ist, wie viele immer erwarten. Wir finanzieren unsere Reise über
mehrere Wege. Zum einen ganz klassisch durch Erspartes. Dann nutzen wir eine
Plattform für Work an Travel. Das heißt, wir helfen für einen bestimmten
Zeitraum bei verschieden Projekten und Familien mit und dürfen dafür
kostenlos bei ihnen wohnen und essen. Das ist auch mit Kind super möglich.
Und zusätzlich bauen wir gerade einen Online-Kurs auf.
Ich bin ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsberaterin und nur wenige
Monate nach der Geburt unseres Kindes habe ich mich als
HypnoBirthing-Kursleiterin ausbilden lassen. Ich wünsche mir, dass so viele
werdende Mamas wie möglich die Geburt ihres Kindes selbstbestimmt und
angstfrei erleben.
Eine entspannte Mama und ein ruhiges Umfeld sind die wichtigsten Faktoren
für eine natürliche Geburt – völlig unabhängig vom gewählten Geburtsort, ob
zu Hause, im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Deshalb habe ich HypnoBirthing,
Schwangerschaftsyoga und Naturheilkunde vereint und den Intensivkurs
"Mamaglück" erstellt.
Ich möchte Frauen dabei helfen, sich mit den richtigen Atemtechniken,
gezielten Körperübungen und gesunder Ernährung bestmöglich auf die Geburt
ihres Kindes vorzubereiten. Denn für eine schöne Geburtsreise braucht es
mindestens genauso viel Vorbereitung, wie für eine Weltreise. Da schließt
sich also der Kreis. Das ist meine absolute Herzensangelegenheit und es macht
so Spaß, daran auch auf Reisen zu arbeiten und der Welt etwas zurück zu
geben.
Das heißt, du hattest eine tolle Geburt?
Ja. Wir denken so gerne an die Geburt zurück. Sie war wirklich wunderschön
und wir sind dankbar für dieses Erlebnis. 2016 haben wir zwei Fehlgeburten
hintereinander erleben müssen und so sind wir schon ganz anders in diese
dritte Schwangerschaft gestartet. Ich habe mich intensiv mit Schwangerschaft
und Geburt beschäftigt und für die Geburt unseres Kindes war der sicherste
und entspannteste Ort dann tatsächlich unsere heimelige Wohnung.
Also kam unser Kind ganz einfach, ganz reibungslos und mit zwei Hebammen
begleitet im Badezimmer bei uns zu Hause auf die Welt. Es ist schade, dass
eine schöne, selbstbestimmte Geburt zur Seltenheit geworden ist und traurig,
dass so viele Frauen die Geburt ihres Kindes als sehr schmerzvoll empfinden
und einige sogar ein Geburtstrauma erleiden.
Hat diese Geburt euch auch gezeigt, wie viel eigenständige Kraft ihr habt
und euch denn auch irgendwie zur Weltreise ermutigt, nach dem Motto: Wenn wir
das schaffen, schaffen wir das auch…
Absolut! Vor allem weil wir mit der Hausgeburt natürlich auch auf viel
Widerstand gestoßen sind. So eine Welle an Widerstand gab es dann ja auch,
als das weitere Umfeld erfahren hat, dass wir mit Baby auf Weltreise gehen.
Die Geburt hat uns als Paar und als Familie für immer gestärkt.
Wir wissen seitdem, unserem Bauchgefühl zu vertrauen und hören auf unsere
innere Stimme. Sie zeigt uns ganz genau die Richtung, die richtig für uns als
Familie ist und in die wir gehen sollen. Durch die Geburt haben wir gelernt,
uns von den Meinungen anderer frei zu machen. Und wir fühlen uns leichter und
glücklicher als jemals zuvor.
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Weltreise mit Baby: Raus aus dem Hamsterrad, rein ins Abenteuer! | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/weniger-plastik-so-kaufst-du-nachhaltig-online-ein |
Ihr Lieben, was zieht Ihr Positives aus 2020? Bei uns hat sich definitiv
etwas im Kaufverhalten geändert. Früher gab es schon den ein oder anderen
Langeweile-Kauf zwischendurch. Ein hübsches Oberteil da, eine neue Hose dort
– ja, leider auch zu viel Fast Fashion. Das haben wir fast komplett
abgestellt. Viele von Euch haben ja auch die viele Zeit zu Hause dafür
genutzt, auszumisten. Was kann weg, was sollte vielleicht sogar endlich mal
weg? Wir haben viele Rückmeldungen von Euch bekommen, dass das Bewusstsein
für Natur-und Umweltschutz nochmal gestiegen ist. Daher stellen wir Euch
heute lessplastic, einen tollen Online-Shop vor, der es sich zum Ziel gemacht
hat, Plastik zu vermeiden.
Und am Ende des Interviews könnt Ihr noch ganz tolle Hamam-Tücher gewinnen
– ideal fürs Badezimmer oder den nächsten Ausflug in die Sauna oder ins
Schwimmbad (wenn das alles wieder offen hat..).
Aber hier erstmal unser Interview mit Dirk, dem Gründer von lessplastic:
Lieber Dirk, wir stecken in einer weltweiten Pandemie. Viele Menschen haben
in den letzten Monaten ihr Konsumverhalten überdacht und auch umgestellt.
Ging das Dir auch so?
Bei mir hat das tatsächlich schon früher begonnen. Im Studium habe ich mich
viel mit gesunder Ernährung beschäftigt und gemerkt, wie viele Produkte aus
Kunststoffen in unserem Haushalt und in der Küche mit unseren Lebensmitteln
in Berührung kommen – obwohl sie dafür gar nicht geeignet sind. Das
Bewusstsein für die Folgen von Plastikmüll und wie dieser sich in unsere
Umwelt- und Nahrungskreisläufe „einschleicht“ , kam erst danach.
Als dann vor 15 Jahren meine Tochter zur Welt kam, war das der schönste
Grund, noch mehr verändern zu wollen. Ich wollte zum Beispiel vermeiden, dass
das Kinderzimmer mit lautem, billigen Spielzeug überquillt, dass dann eh nur
im Müll landet. Man kann seinen eigenen Haushalt relativ leicht auf
plastikfrei umstellen, aber das löst natürlich nicht das generelle Problem,
weil einfach zu viele Plastikprodukte im Umlauf sind. Und so entstand das
Bedürfnis, aktiv etwas gegen Plastik zu tun.
Deshalb hast du dann „less plastic“ gegründet – eine Seite für mindful online shopping.
Was unterscheidet deinen Shop von anderen Online-Shops?
Bei less plastic kommen nur Produkte ins Sortiment, die ohne Plastik
auskommen oder, dort wo das (noch) nicht möglich ist, mit einem Mindestmaß an
Plastik hergestellt werden können.
Unsere Produktkategorien und die Produkte sollen Leute, die Veränderung in
ihrem Konsumverhalten wollen, inspirieren. Und alle, die ihren Haushalt
bereits umgestellt haben, finden bei uns alles, was sie noch brauchen.
Außerdem haben wir ein spezielles Verpackungskonzept für plastikfreien
E-Commerce. Ein weiterer Punkt für das mindful online shopping Konzept von
less plastic ist der faire Umgang mit allen Partnern sowie die Transparenz
für die Kunden.
Less plastic, also weniger Plastik – das ist deine Vision.
Absolut, es geht auch nicht nur um
das Plastik, das im Müll landet – im Müll wird es zumindest noch einigermaßen
kontrolliert und dauerhaft aus dem Naturkreislauf entfernt. Es gibt daneben
ja noch so viel Plastik, das aus verschiedenen Gründen an
Recyclingkreisläufen vorbei direkt im Boden, Grundwasser und/oder Meer
landet. Wir können das nur verhindern, wenn wir bereits in unserem Konsum bei
Gebrauchs- und Verbrauchsartikeln Plastik vermeiden. Eine andere Chance sehe
ich nicht.
Für die Zukunft wünsche ich mir Meldungen wie: „Nach Angaben des
statistischen Bundesamtes ist im Jahr 2030 die weltweite Kunststoffproduktion,
wie schon im Vorjahr, um weitere 5 Prozent gesunken. Tendenz weiter
sinkend.“
In Deinem Online-Shop ist ein sehr breites Themenspektrum abgedeckt – von
Kinderspielzeug bis Küchengeschirr. Gibt es ein Produkt, das du allen Eltern
empfehlen kannst bzw. das du besonders magst?
Ich mag wirklich alle Produkte gleichermaßen, da sie alle Bausteine zur
Erreichung des Zieles „drastische Reduktion von unnötigem Plastik“ sind.
Allen Eltern, Großeltern, Verwandten und Bekannten von Familien mit Kindern
möchte ich empfehlen, generell auf natürliche Materialien und Verpackungen zu
achten, wenn es um Produkte für Kinder geht – und damit meine ich nicht nur
Spielsachen.
Und weil wir die Produkte auf lessplastic einfach wunderschön finden,
verlosen wir zwei Hamam-Tücher an Euch. Diese tollen Tochter gibt es in 21
Farben – deshalb bitte hüpft rüber zu lessplastic (HIER DRAUFKLICKEN), sucht
Euch Eure Lieblingsfarbe aus und schreibt uns diese in die Kommentare. Das
Los entscheidet dann. Viel Glück!
|
Weniger Plastik: So kaufst du nachhaltig im Internet ein | STADT LAND
MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-die-kinder-erwachsen-sind-hoert-das-mit-den-sorgen-eigentlich-irgendwann-auf |
Ihr Lieben, die Kinder von Claudia Manakas sind schon groß, sie ist uns
also einen Schritt voraus und kann uns einen kleinen Blick in die zukunft
gewähren. Uns hat sie erzählt, wie sich das so anfühlt nach all den Jahren
der intensiven Zeit mit den Kindern zu Hause – und wenn dann alle ausgeflogen
sind. Heute arbeitet sie als Elternberaterin für eine achtsame und bewusste
Elternschaft.
Liebe Claudia, du bist 55 Jahre alt und hast drei Söhne, 31, 28 und 25
Jahre alt: Verrat uns Frauen mit jüngeren Kindern doch bitte mal: Hört das
mit der großen Sorge um die eigenen Kinder irgendwann auf?
Oh, da muss ich erstmal schmunzeln, denn die Frage zeigt, dass die Sorge um
die Kinder wirklich ein gewichtiges Feld in der Erziehung ist. Tja, ob diese
Sorgen irgendwann aufhören, liegt wirklich daran, ob wir lernen loszulassen –
die Kinder und die Sorgen um die Kinder.
Aus Erfahrung kann ich sagen: Jeder Entwicklung-Step macht uns Eltern stolz
und wehmütig zugleich. Einerseits freuen wir uns über die Unabhängigkeit,
andererseits erkennen wir, wie schwierig es ist, die Kinder in die eigene
Verantwortung zu entlassen.
Wie klappt das Loslassen denn bei Dir?
Inzwischen klappt das gut. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mir ab und zu
ganz schön auf die Zunge beißen muss, wenn ich glaube, dass sich einer meiner
Söhne in die falsche Richtung bewegt. Ich glaube, das Loslassen bleibt für
Mütter eine lebenslange Übung. Wenn man echtes Vertrauen in sein Kind hat,
erleichtert es die Sache.
Erzählt ihr als Familie oft von früher
– und lacht über witzige Anekdoten oder Fotos?
Oh ja! Das macht so viel Spaß und oft erfahre ich da auch noch Neues – und
bin froh, dass ich damals nicht davon wusste 🙂
Außerdem sprechen wir manchmal auch über Situationen von früher – und wie
die Kinder sie erlebt haben und wie wir Eltern. Das ist sehr interessant,
denn des zeigt, wie unterschiedlich die gleiche Situation von Kindern und Erwachsenen
wahrgenommen wurde. Auch im Nachhinein kann so übrigens noch gegenseitiges
Verständnis aufgebaut werden.
Verklärt sich am Ende wirklich vieles und man denkt: Hach, als sie noch
klein waren, das war schön…?
Ich habe Freundinnen, die das so empfinden. Ich fühle das ehrlich gesagt
nicht so. Ich finde es schon wirklich toll, dass meine Kinder nun erwachsen
sind und ich nicht mehr verantwortlich. Ich genieße es schon sehr, wieder
unabhängig zu sein und über mich und meine Zeit weitgehend selbst entscheiden
zu können.
Ich genieße es sehr, erwachsene Kinder zu haben, mit denen ich mich
austauschen kann, zu sehen und mitzuerleben, wie sie sich entwickelt haben
und weiter entwickeln und für was sie sich begeistern.
Also gar keine Wehmut?
Nein, eigentlich nicht. Dazu vielleicht noch eine veranschaulichende
Geschichte:
Mein mittlerer und mein ältester Sohn sind fast zeitgleich zu Hause
ausgezogen. Als sie weg waren, bin ich in ihre Zimmer und musste erst einmal
fürchterlich weinen. Ich wusste: Jetzt ist etwas zu Ende und das war sehr
traurig.
Aber schon wenige Tage später erkannte ich auch die Vorteile des Auszuges:
Keine Wäscheberge mehr, weniger Essen kochen, weniger Chaos, weniger
Lautstärke 🙂
Du bist zertifizierte Elternbegleiterin. Die Sorgen der Mütter von heute:
Sind das andere als die, die du und deine Müttergeneration früher
hatte?
Das ist eine interessante und sehr weitreichende Frage. Ja und Nein, würde
ich antworten.
Ich sehe hier zwei Bereiche: Erziehung ist ja einerseits geprägt durch die
Persönlichkeit der jeweiligen Eltern, also durch deren Vorstellungen,
Haltung, Erwartungen, die Kultur, Moral. Zeitgleich wird sie jedoch immer
auch von der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung beeinflusst, die unter
Umständen die Erziehung entscheidend mitbestimmt.
Was Eure und meine Müttergeneration eint: Wir woll(t)en es besser machen
als unsere Eltern.
Was jede Generation unterscheidet ist: Die Lebensrealität.
Wie war Eure Lebensrealität?
Ich kam Mitte der 60er Jahre zur Welt. Meine Eltern, die beide während des
Krieges geboren und aufgewachsen sind, waren dementsprechend traumatisiert.
Eltern dieser Generation waren mit ihrer eigenen Geschichte schon
überfordert. Das gesamtgesellschaftliche, legitime Erziehungsmittel war
damals körperliche Gewalt und Demütigung.
Dadurch erklären sich die Schwerpunkte in der Erziehung meiner Generation.
Wir wollten: Kindern mit Respekt und Wertschätzung begegnen, Kinder
gewaltfrei erziehen, Vertrauen schaffen und Freiheit und Selbstbestimmung.
Mein erstes Kind kam 1989 auf die Welt, das Jahr des Mauerfalls. In meiner
Generation gab es vielerlei politische und gesellschaftliche Umbrüche.
Erziehung war ein Teil davon. Wir haben uns insgesamt für Veränderung
engagiert, haben uns jedoch nicht auf dieselbe Weise persönlich unter Druck
gesetzt, wie ich es heute bei vielen Müttern erlebe.
Wo erlebst du uns unter Druck?
Die jetzige Generation hat durch die Entwicklung des Internets und die
neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse mehr theoretisches Wissen zur
Verfügung. Ich erlebe jedoch, dass die Gesamtbelastung, der Druck, der auf
Eltern lastet und die (eigenen) Erwartungen und Ansprüche, das Leben von
vielen Eltern mehr belastet als früher.
Durch die PISA Studien zum Beispiel gab es viele Ängste rund um das Thema
Bildung. Eltern spürten den Druck, die Kinder von Beginn an richtig zu
fördern und da ja nichts falsch zu machen.
Auch die sozialen Medien sind heute eine Herausforderung, die es früher
schlicht nicht gab. Viele sind davon überfordert, all die Vergleiche aber
auch durch Themen wie Cybermobbing.
Zudem begegnen mir viele Mütter, die ständig weit über ihre eigenen Grenzen
hinaus gehen und dadurch in große Not geraten und sich erst sehr spät Hilfe
holen. Dieses „über die eigenen Grenzen hinaus gehen“ hat meiner Erfahrung
nach enorm zugenommen. Ich erlebe, dass es sehr vielen Eltern schwer fällt,
ihrem Kind etwas abzuschlagen, klar zu sein und sich dabei wohl zu
fühlen. Mütter übernehmen auch heutzutage noch immer den Hauptanteil der
Erziehungsaufgaben – zusätzlich zu ihren Jobs und dem Haushalt.
Müttern wird auch noch immer ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn sie ihr
Kind in Fremdbetreuung abgeben. Das Jonglieren mit Jobs, Kita & Schule
wird schnell zu einer enormen logistischen Anstrengung, die es permanent in
Balance zu halten gilt
Ein sehr wichtiges persönliches Thema ist also meiner Erfahrung nach
unbedingt die „Selbstfürsorge“ für Mütter:
Nun habt ihr eure Freiheiten nach dem Auszug der Kinder ja wirklich
genutzt. Vor zwei Jahren habt ihr – dein Mann und du – alle Zelte
abgebrochen, die sicheren Jobs gekündigt und seid um die Welt gereist. Wie
kamt ihr auf die Idee?
Das war schon seit Längerem ein Traum von uns. Und plötzlich musste wir
erleben, dass Freunde in unserem Alter erkrankten und starben. Da wurde uns
klar, dass wir diesen Traum nicht weiter verschieben wollen.
Wir sind beide sehr offen für neue Herausforderungen und waren bereit unser
Leben noch einmal völlig auf den Kopf zu stellen und uns in Unsicherheit zu
begeben. Das klingt aufregend, aber einige haben uns dafür auch für verrückt
erklärt. Wir wollten aber aus dem sicheren, sehr bequemen Trott heraus und
das Leben noch einmal anders auskosten.
Entsprach diese Reise denn dann euren – vermutlich ziemlich hohen –
Erwartungen?
Ich habe mich darüber mit meinem Mann ausgetauscht. Wir hatten
seltsamerweise beide keine Erwartungen, was die Reise an sich betraf. Wir
freuten uns einfach auf viel Natur und Zeit. Und auf eine Menge an frei
verfügbarer Zeit, ohne Verpflichtungen.
Deshalb haben wir die Reise auch day by day entschieden, haben keine Pläne
gemacht. Wir wussten am Morgen nicht, wo wir am Abend sein werden. Darauf
haben wir uns eingelassen und das war sehr befreiend.
Wir waren fast immer in einer unbeschreiblich wilden, atemberaubenden Natur
(wir waren u.a. lange in Kanada, Australien und Alaska) Durch die Stille, die
Präsenz und die fehlenden Verpflichtungen, bekommt das Leben einen anderen
Rhythmus. Das ermöglicht, dass eigene Fragen in einer Tiefe bearbeitet
werden, die im Alltag so nie möglich war. Es gibt kein Ausweichen, weil es
keine Ablenkung gibt.
Nun seid ihr zurück. Was habt ihr an Erfahrung mitgebracht und wie schmeckt
euch der alte, neue Alltag?
Wir haben uns noch während der Reise dagegen entschieden in unser altes
Leben zurück zu kehren. Wir haben im Ausland so viele Menschen getroffen, die
immer wieder große Veränderungen und Wagnisse in ihrem Leben zugelassen
haben, dass ich darüber ebenfalls den Mut fand, mich noch mit 54 Jahren
selbstständig zu machen. Mein Mann war schon immer selbstständig, hat aber
ebenfalls in einer ganz neuen Branche begonnen. Mit 58 Jahren. Ja, manchmal
erschrecken wir über unseren Mut, aber es fühlt sich wirklich gut an.
Ihr mögt mehr über Claudia Manakas erfahren? Dann schaut gern mal hier
vorbei: www.mariaclaudiamanakas.de und
www.instagram.com/kinderhochdrei.de/
|
Wenn die Kinder erwachsen sind: Hört das mit den Sorgen eigentlich
irgendwann auf? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-ein-kind-schwer-erkrankt-wir-helfen-nicht-nur-den-kleinen-patienten-sondern-der-gesamten-familie |
Ihr Lieben, wir berichten
hier immer wieder von Familien, die gegen den Krebs kämpfen. Von Kindern, die
schon früh, von dieser Krankheit betroffen sind und von Eltern, die alles
darum geben, trotz der Diagnose weiterleben zu können.
Im Zuge dessen kam die Deutsche Kinderkrebsnachsorge auf uns zu und
erzählte uns von ihrer Arbeit. Wie wichtig Unterstützung war, haben uns
unsere Interviewpartner immer wieder erzählt. Und genau um diese Unterstützung
geht es bei der Deutschen Kinderkrebsnachsorge. Über ihre unglaublich
wichtige Arbeit haben wir mit Stefanie Rothmund gesprochen.
Seit wann arbeiten Sie für die Deutsche Kinderkrebsnachsorge und sind Sie
da "so reingerutscht" oder wussten Sie schon immer, dass Sie in
diesem Bereich arbeiten wollten?
Rothmund: Seit April 2018 bin ich bei der Deutschen Kinderkrebsnachsorge
beschäftigt. Meine persönliche Verbindung zur Stiftung entwickelte sich aber
bereits vor zehn Jahren.
Ich war damals gerade in Elternzeit und hatte mich entschlossen, nebenbei
im Therapiestall der Nachsorgeklinik Tannheim zu arbeiten. Meine Erlebnisse
dort und der Kontakt zu den Kindern haben mich darin bestärkt, mich bei der
Deutschen Kinderkrebsnachsorge zu bewerben, sobald eine passende Stelle für
mich frei würde. Seit 2019 bin ich Leiterin der Geschäftsstelle.
Die Arbeit mit kranken Kindern ist sicher immer sehr emotional – gab es
aber vielleicht einen Fall, der Sie besonders bewegt hat?
Zu viele. Spontan fällt mir aber das Beispiel eines kleinen Mädchens ein,
das ich betreut habe. Sie ging noch in den Kindergarten, war also noch keine
sechs Jahre alt. An einem besonders schönen Tag habe ich sie auf ein Pony gesetzt
und sie über unser Gelände geführt. Wir haben zusammen das Lied von Pippi
Langstrumpf gesungen, sie hat viel von sich erzählt und wir haben beide sehr
viel gelacht.
Monate nach dem Ende ihrer Reha bekam ich einen Brief von den Eltern des Mädchens.
Darin waren Fotos von unserem gemeinsamen Ausritt und eine Notiz, dass ihr
Kind vor Kurzem gestorben sei. Das war damals ein sehr emotionaler und
schwieriger Moment für mich, der mir auch heute noch sehr nahe geht.
Was haben Sie ganz generell von den Kindern für Ihr Leben gelernt?
Vor allen Dingen habe ich gelernt, dass die unbeschwerten und glücklichen
Momente im Leben sehr kostbar sind und dass man jeden einzelnen davon
genießen sollte. Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit – das ist mir
durch meine Arbeit mit den Kindern bewusst geworden. Ich denke, für die
Gesundheit meiner eigenen Familie bin ich heute sehr viel dankbarer als
früher.
Sie haben ja selbst auch Kinder – wie schwer fällt es Ihnen, die
beruflichen Geschichten nicht mit nach Hause zu nehmen? Wie schalten Sie
ab?
Das ist in der Tat manchmal schwierig. Aber ich weiß, dass ich mit meiner
Arbeit den Kindern und ihren Familien helfen kann, in unseren
Rehabilitationseinrichtungen neue Kraft und neuen Mut zu schöpfen. Mir ist
bewusst, dass ich damit etwas bewirken kann, dass ich etwas Wichtiges und
Sinnvolles tue. Jeden Tag beobachte ich, wie die Krankheit eines Kindes die
ganze Familie belasten kann. Mit meinem Job tue ich etwas um zu helfen – das spornt
mich an. Aber wenn ich einmal wirklich abschalten und den Kopf frei bekommen
möchte, mache ich Sport. Ich reite sehr gern.
Für alle Eltern bricht eine Welt zusammen, wenn das Kind eine Krebsdiagnose
erhält. Was raten Sie diesen Eltern?
Es ist wichtig, dass sich die ganze Familie gemeinsam Hilfe sucht. Nicht
nur während des Klinikaufenthalts ihres Kindes ist Unterstützung wichtig,
sondern vor allem auch im Anschluss daran. Sich in unseren
Rehabilitationseinrichtungen an unser verständnisvolles und einfühlsames
Fachpersonal zu wenden und um Hilfe zu bitten, ist da der beste Weg, um in
einer unvergleichlich schwierigen Lebenssituation jemanden zu haben, der
einem helfend zur Seite steht.
Wenn unsere Leser die Deutsche Kinderkrebsnachsorge unterstützen möchten:
Wofür werden die Spenden verwendet?
Als Stiftung ist es unsere Hauptaufgabe, die dringend benötigten
Behandlungs- und Therapieplätze weiter auszubauen, um mehr kranken Kindern
helfen zu können. Dafür brauchen wir gutes Fachpersonal und moderne
medizinische Geräte auf dem neuesten Stand der Technik. Die Finanzierung über
Krankenkassen und Rentenversicherungen reicht dafür bei Weitem nicht aus,
deshalb sind wir in unserer Arbeit auf Spendengelder angewiesen.
Jede noch so kleine Spende geht direkt an die Nachsorgeklinik in Tannheim
und die Kindernachsorgeklinik Berlin-Brandenburg und werden dort sinnvoll
investiert. Ein schönes Beispiel dafür ist die Reittherapie – ein tolles
Angebot, für das wir von den Krankenkassen und Rentenversicherung kein Geld
bekommen. Dass es die Reittherapie gibt, ist deshalb allein unseren
Spenderinnen und Spendern zu verdanken. Wer konkrete Vorstellungen hat und
unsere Stiftung ganz gezielt unterstützen möchte, kann uns den gewünschten
Verwendungszweck seiner Spende mitteilen – dann setzen wir das Geld auch
genau dort ein.
An wen richtet sich die Deutsche Kinderkrebsnachsorge ganz generell?
Die Deutsche Kinderkrebsnachsorge setzt sich in erster Linie für krebs-,
herz- und mukoviszidosekranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene
ein. Aber natürlich auch für deren Angehörige oder Familien, die ihr Kind
gerade an eine schwere chronische Krankheit verloren haben.
In der Familienorientierten Rehabilitation geht es darum, nicht nur das
erkrankte Kind, sondern auch dessen Eltern, Geschwister und andere Angehörige
in den Behandlungsprozess zu integrieren und allen die Unterstützung zu
geben, die sie brauchen. Man kann also sagen: Unser Patient ist immer die
gesamte Familie.
Wer spenden möchte kann dies hier tun:
Deutsche Kinderkrebsnachsorge, IBAN
DE41694500650000005000, Spendenstichwort: An der Seite kranker
Kinder
|
Wenn ein Kind schwer erkrankt: "Wir helfen nicht nur den kleinen
Patienten, sondern der gesamten Familie" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-ich-corona-koenigin-von-deutschland-waer |
…dann würd ich jeden Mittwochmorgen um 10 Uhr eine Ansprache für die Kinder
halten. Im TV und im Radio, damit auch alle Zugang haben. Ich würde ihnen
sagen, wie toll sie das alles meistern und manchmal auch ne rote Nase über
die Maske setzen.
…dann würd ich allen ErzieherInnen Impfpriorität geben, damit sie wieder
ohne Gefahr unsere Kinder drücken und mit ihnen sorgenlose Zeit verbringen
können.
…dann würd ich das Schulsystem wirklich digitalisieren. Nicht das Analoge
einfach nach Hause bringen, sondern das Digitale als
Lernbegeisterungs-Instrument nutzen. Mit Podcasts und Filmen und
Schneideprogrammen.
…dann würde ich jetzt den Lehrplan entschlacken, damit sich die Kinder vor
allem auf die Hauptfächer konzentrieren können.
…dann würde ich die Lerninhalte der aktuellen Zeit anpassen und den Kindern
nicht hauptsächlich die Materialien geben, die ich schon vor 20 Jahren
bekam.
…dann würden Schulen so viel Geld zur Verfügung haben, dass sie gutes
Internet und gute Voraussetzungen haben, um im 21. Jahrhundert
anzukommen.
…dann würde ich den Notendruck aus den Leistungen der Kinder
rausnehmen.
…dann würde Pflegepersonal so viel verdienen wie Managerinnen in der freien
Wirtschaft.
…dann gäbe es ein Corona-Elterngeld für alle, die sich nicht mehr im Spagat
zwischen Job und Kindern zerreißen wollen.
…dann gäbe es für alle Eltern, Pflegende, ÄrztInnen, LehrerInnen und
ErzieherInnen drei Wochen Urlaub in der Karibik, sobald das hier überstanden
ist.
…dann gäbe es gratis psychologische Dienste oder rechtliche Hilfen für
Menschen, die durch die Krise ihren Job, ihre Wohnung oder ihre Liebe
verloren haben.
…dann gäbe es Applaus für alle, die derzeit über ihre Grenzen gehen. Und
schließlich Entlastung.
…dann gäbe es Gratis-FFP2-Masken für alle Risikogruppen und
Bedürftige.
…dann gäbe es Schlösser, in die ich Alleinerziehende und Eltern von
pflegebedürftigen Kindern einladen würde, um sich mal richtig zu
entspannen.
…dann gäbe es für alle Kindern Gratis-Zugang zu Hobbys und Freizeitparks,
sobald die Ansteckungsgefahr gebannt ist.
…dann würde ich versuchen, keine Menschengruppe zu übersehen und allen die
nötige Anerkennung und Wertschätzung zuteil werden zu lassen.
…dann würde ich eine Elternzeitverlängerung für alle gestatten, die sie
durch Corona gar nicht wirklich warhnehmen konnten.
…dann würde ich versuchen, jede Kneipe, jedes Hotel, jeden Friseursalon,
jede Beleuchtungs- und Eventbranche, jedes Theater, jedes Dienstleistungsbusiness
zu retten.
…dann würde ich für alle, die die viele Zeit mit der Familie genießen oder
einfach mal auf Weltreise wollen auch nach Corona noch Homeschooling bzw.
Distanzunterricht ermöglichen.
…dann würde ich einen Zaubertrankbottich voller Impfstoff in meinen
Einhorngarten stellen, damit jeder und jede, der oder die möchte, zugreifen
kann. Und zwar sofort.
Was meint ihr dazu? Und was würdet ihr tun, wenn ihr Königin von
Deutschland wärt?
|
Wenn ich Corona-Königin von Deutschland wär… | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-mama-oder-papa-krebs-haben-wie-wir-mit-unseren-kindern-darueber-sprechen-koennen |
Ihr Lieben, wir möchten
unsere Kinder beschützen, sie behüten, ihnen am liebsten alles Böse dieser
Welt ersparen. Leider geht das aber nicht immer. Denn sie leben nicht auf
einer Insel der Glückseligen – und sie spüren sehr genau, wenn etwas nicht in
Ordnung ist.
Wenn Mama oder Papa an Krebs erkranken, dann macht das etwas mit der ganzen
Familie. So gern wir unsere Kinder davor schützen möchten, ihnen die Wahrheit
zu sagen: sie bekommen viel mehr mit als wir manchmal denken.
Kinder fragen sich: Was ist nur los?
Bevor Kinder durch die neuen Schwingungen in der Familie beunruhigt werden,
nicht wissen, warum sie sich unwohl fühlen, keine Worte finden, für das, was
sie belastet – ist es besser, ganz offen das Gespräch mit ihnen zu
suchen.
Das sehen nicht nur wir so, so hat es auch Nicole Staudinger in ihrem
Beitrag „Mama hat Brustkrebs“ beschrieben – und so empfiehlt es auch die
Krebsgesellschaft NRW, die sich seit mehr als 65 Jahren um die Verbesserung
der Versorgung von krebskranken Menschen bei uns im Land kümmert – und dabei
nie die Angehörigen von Erkrankten aus dem Blick verliert.
Die Krebs-Erkrankung der Eltern betrifft die gesamte Familie
150.000 bis 200.000 Kinder und Jugendliche unter 18 werden laut Schätzungen
des Robert-Koch-Instituts pro Jahr mit der Diagnose Krebs bei Papa oder Mama
konfrontiert. Und die Krankheit betrifft die ganze Familie! Es beeinflusst
alle Beteiligten. Werden die Sorgen der Kinder hier unterschätzt, kann das zu
Schlafproblemen, Essstörungen, Unruhe führen.
inder, die nicht wissen, was los ist, entwickeln oft überschäumende, Furcht
erregende Phantasien und leiden unter diffusen Ängsten, auf die sie mit
aggressivem Verhalten reagieren. Andere Kinder werden immer stiller und
ziehen sich mehr und mehr zurück.
Redet mit den Kindern!
Sie suchen die Schuld für das veränderte Verhalten oft bei sich selbst. Sie
stellen sich Fragen wie: „Ist Mama oder Papa jetzt so komisch, weil ich mein
Zimmer wieder nicht aufgeräumt habe?“. Kinder beruhigt es, wenn sie von ihren
Eltern erfahren, dass sie nicht der Auslöser für deren Anspannung sind.
Darum ist es so wichtig, nichts unter den Tisch zu kehren. Nur: Wie spricht
man es an, ohne zu viel Angst zu machen? In ihrem Leitfaden „Was Kindern und
Jugendlichen hilft, wenn Eltern an Krebs erkranken“ gibt die
Krebsgesellschaft NRW hierzu ganz konkrete Tipps, wie wir als Eltern das
Gespräch suchen können.
Mama oder Papa ist krank: So könnt ihr es ansprechen
In der Regel verursacht die Krankheit eines Elternteils viele Änderungen im
Familienalltag. Es ist nicht zu vermeiden, dass Krankenhausaufenthalte,
Therapien und häufige Arztbesuche sich auch auf den Alltag der Kinder
auswirken. Spätestens dann wird es Zeit, die Kinder über den Krebs zu
informieren. Hier die Empfehlungen der Krebsgesellschaft NRW:
„Setzen Sie sich als Eltern nicht unter Druck, in einem ersten Gespräch
alles umfassend erklären zu müssen. Dazu ist auch später noch Gelegenheit.
Wichtig ist es, einen Anfang zu machen. Sagen Sie klar, dass Mama oder Papa
Krebs hat. Kleinkindern reicht die Erklärung, Mama oder Papa habe ein Aua und
müsse deshalb ins Krankenhaus. Ab Kindergartenalter sollten Eltern konkret
benennen, dass es Krebs ist. Vermeiden Sie diffuse Beschreibungen wie „eine
schlimme Krankheit“ oder den Begriff „Tumor“. Diese führen oft zu
Missverständnissen, da Kinder damit wenig anfangen können.
Kinder fragen: „Ist Krebs ein Tier?“
Kleine Kinder vermuten oft, Krebs bedeute, dass jetzt im Bauch der Mutter
ein Tier (eben ein Krebs) wohnt. Das sollten Eltern richtigstellen. Oft ist
es hilfreich, durch Malen oder mit einem Bilderbuch vom Körper darzustellen,
wo der Krebs im Körper sitzt. Auch an einer Puppe können Eltern das gut
demonstrieren.
Erklären Sie, dass Krebs keine
ansteckende Krankheit ist. Das ist wichtig, denn viele Kinder vermeiden aus
Angst vor Ansteckung die Nähe zum Kranken. Sagen Sie, dass mit der kranken
Mama oder dem kranken Papa weiterhin gekuschelt werden kann – das ist für das
Kind wie für den Elternteil gleichermaßen wohltuend.
Günstig ist es, wenn Eltern gemeinsam ihr Kind über die Erkrankung
informieren. Einen pauschal „richtigen“ Zeitpunkt für das Gespräch gibt es
nicht. Am wichtigsten ist es, dass Sie ehrlich sind und sich genügend Zeit
für aufkommende Gefühle und Fragen nehmen.
Weinen ist erlaubt!
Es ist völlig normal, in diesem Gespräch auch zu weinen – das gilt auch für
die Eltern. Versuchen Eltern ihre Kinder zu schonen, indem sie die eigene
Betroffenheit verheimlichen, so vermitteln sie auch ohne Worte: „Wir müssen
stark und tapfer sein!“ Zeigen Eltern hingegen ihre Gefühle, so ist dies für
Kinder eine Einladung, auch eigene Emotionen auszudrücken.
Kinder können am besten über ihre Gefühle reden, wenn Eltern ihnen das
vorleben. Geben Sie Ihrem Kind die Bestätigung, dass alle Gefühle jetzt in
Ordnung sind und sein dürfen. Verlangen Sie weder von sich noch von Ihrem
Kind, jetzt tapfer sein zu müssen. Doch achten Sie darauf, Ihr Kind nicht mit
den eigenen Ängsten zu überschütten; bei allen Emotionen, die Sie äußern,
muss ein für das Kind erträgliches Maß gewahrt bleiben.
Auch Nachfragen der Kinder ernstnehmen
Alle aufkommenden Fragen der Kinder müssen ernst genommen und beantwortet
werden. Auf einige Fragen werden Sie vermutlich so schnell keine Antwort
finden. Doch auch die Aussage „Ich weiß es auch noch nicht so genau“ hilft
einem Kind weiter und ist besser als eine wohlgemeinte Lüge.
Wenn Kinder sich wieder ihrem Spiel zuwenden oder das Thema wechseln, dann
sind das deutliche Zeichen, dass es für heute genug ist und diese Signale sollten
Sie ernst nehmen. Ermutigen Sie Ihr Kind nachzufragen, wenn es mehr wissen
möchte.
„Mein Vater hat mir erklärt, was ein Hirntumor ist und was er mit meiner
Mutter anstellt, auch, dass sie wahrscheinlich frühzeitig sterben wird. Das
war sehr wichtig für mich. Viele denken, Kinder kriegen das nicht mit oder
verstehen das nicht, aber es ist sehr wichtig, darüber zu sprechen, auch wenn
es Überwindung kostet, denn ich habe es einfach gemerkt, dass irgendwas nicht
stimmt.“ (Alexander, 13 Jahre)*
Wird Mama oder Papa sterben?
Manche Kinder wollen gleich konkret wissen, ob Mama oder Papa jetzt am
Krebs sterben wird. Eine solche Frage ist für Eltern oft schwer auszuhalten.
Doch bitte widerstehen Sie der Versuchung zu beteuern, das könne auf gar
keinen Fall passieren. Besser ist eine ehrliche Antwort, zum Beispiel: „Ja,
manche Menschen, die Krebs haben, sterben auch daran. Wir wissen noch nicht,
ob der Papa wieder ganz gesund werden wird, aber die Ärzte tun alles
dafür.“
Auch Jugendliche machen sich von Anfang an viele Gedanken darum, was die
Diagnose für den Kranken und die Familie bedeutet. Je mehr ehrliche
Informationen sie bekommen, desto kleiner ist ihr Bedarf, selbst im Internet
zu suchen und auf ungefilterte und oft erschreckende Informationen und
Statistiken zu stoßen. Jugendliche wollen sich keinen falschen Illusionen
hingeben, sie schätzen ehrliche Antworten ihrer Eltern.“
________________________
"Was Kinder und Jugendlichen hilft, wenn Eltern an Krebs
erkranken": Die Broschüre der Krebsgesellschaft NRW kann unter dem Link
kostenlos bestellt werden. Zum direkten Download gibt es sie hier.
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Wenn Mama oder Papa Krebs haben – wie wir mit unseren Kindern darüber
sprechen können | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-mama-trinkt-wie-kathi-es-geschafft-hat-ihre-alkoholsucht-zu-ueberwinden |
Liebe Kathi, Du bist Alkoholikerin. Kannst Du uns sagen, wann Deine Sucht
begonnen hat und wie viel Du getrunken hast?
Meine Sucht begann irgendwann am Ende der Pubertät, ich würde sagen mit
18/19 Jahren wurde es dann grenzwertig. Aber der „ Einstieg“ war der
Klassiker – ich habe getrunken, wenn ich am Wochenende mit Freunden unterwegs
war. Am Anfang nur Bier, später auch mal Wein oder die
"In-Getränke" – damals war das roter Wodka/Apfelsaft.
Ich bemerkte nach und nach die wunderbar „betäubende“ Wirkung des Alkohols.
Ich bin mit 11 Jahren von heute auf morgen Halbwaise geworden, weil meine
Mutter gestorben ist. Meine Trauer, meine Wut, meine Einsamkeit konnte ich
mit dem Rausch einfach ertränken und ausschalten.
Wann hast Du Dir das erste Mal eingestanden, dass Du krank bist?
Ich war 22 Jahre alt, als ich mich das erste mal selbstkritisch
hinterfragte. Denn ich wollte eigentlich mal eine längere Zeit nichts trinken
– schaffte es aber nicht. Hinzu kam, dass ich richtige Filmrisse nach dem
Trinken hatte. In dieser Zeit hatte ich einen Freund, der noch verheiratet
war. Das hat mich sehr belastet. Mit 23 Jahren bin ich dann in meine erste
Langzeit-Therapie, da habe ich dann zu ihm gesagt: Entweder ich oder Deine
Frau.
Er trennte sich kurz darauf tatsächlich von seiner Frau und und zog bei mir
ein. Ich dachte, wir seien auf einem guten Weg und kurz vor dem Ende meiner
Therapie merkte ich, dass ich schwanger war. Wir freuten uns beide sehr und
ich war mir sicher das jetzt alles gut werden würde. Unser Sohn wurde 2002
geboren. Ich war überglücklich, dass er nach 5 Jahren „Schattenfrau-Dasein“
zu mir und zu unserer Familie stand. Ich redete mir ein, dass es doch Happy
Ends geben kann und dass ich nach meiner bescheidenen Jugend nun auch endlich
mal „Glück“ haben durfte.
Unser Sohn war vielleicht 6 Wochen alt, da meinte mein Mann beim
Abendessen, ich könne doch ein Glas Wein mit ihm trinken, schließlich habe
ich ja jetzt schon so lange nicht mehr getrunken und überhaupt habe ich ja
jetzt keinen Grund mehr mich „zu besaufen“. Anfangs gelang mir das
kontrollierte Trinken auch. Nach und nach wurde es aber wieder mehr, ich
rutschte wieder in die Sucht ab.
Unsere Ehe veränderte sich, mein Mann wurde handgreiflich. Immer wenn ich
ihn verlassen wollte, sagte er: "Geh ruhig, aber das Kind bleibt hier.
Oder glaubst Du, eine Säuferin bekommt das Sorgerecht?" Es war für mich
ein Totschlagargument und so packte ich meine Koffer jedes Mal wieder
aus.
Wie konntest Du den Alltag mit Deinem Sohn meistern?
Mein Sohn war damals knappe drei Jahre alt. Ich habe nur nachts getrunken,
dann zwei bis drei Stunden geschlafen, meinen Sohn in die Kita gebracht und
mich dann wieder hingelegt und meinen Rausch ausgeschlafen. Mein Sohn hatte
bis dahin glücklicherweise also wenig von meiner Sucht mitbekommen. Doch dann
gab es einen fürchterlichen Streit im Dezember 2005 zwischen meinem Mann und
mir – ich habe mich danach so abgeschossen, dass ich mich bis heute kaum noch
an diesen Tag erinnere. An was ich mich aber erinnere, war mein Gesicht am
nächsten Morgen. Ich war einfach nur fertig. Ich rief meine Tante an und bat
sie, sich um meinen Sohn zu kümmern, während ich entgifte. Sie war 20 Minuten
später da und versprach mir, alles für uns zu tun.
Ich habe mich als Notfall in der Psychiatrischen Klinik in unserer
Kreisstadt eingewiesen. Innerhalb von zwei Stunden war ich dort und die
übliche Prozedur lief an, Entgiften in der geschlossenen Abteilung der
Psychiatrie, psychologische Gespräche, Antrag für die stationäre
Langzeittherapie. Meinen Sohn wusste ich gut versorgt und so konnte ich 12
Tage nach Einweisung meine zweite Therapie starten.
Wie ging es mit Deiner Ehe weiter?
Meine Ehe hat nicht gehalten. Zwei Tage, nachdem ich in der stationären
Langzeittherapie angekommen war, habe ich mich von meinem Mann getrennt. Ich
wusste, dass ich diese Trennung nur trocken und nüchtern überstehen kann,
weil ich viel dafür organisieren musste. Das Wichtigste: Ich wollte für
meinen Sohn gesund werden, er hat eine gesunde Mama einfach
verdient.
Du hast dann einen Entzug gemacht. Wie erging es Dir da?
Der Entzug war die Hölle. Insgesamt ging er über 16 Wochen. Ich habe die
ersten Tage viel geweint, aus Scham, aus Wut aus Trauer. Ich fühlte mich als
Versager, ich konnte meinem Kind nicht die Familie bieten, die es verdient hat.
Das hat sehr lange an mir genagt. Selbstzweifel und Selbstkritik, wie es denn
soweit kommen konnt, gehörten zur Tagesordnung. In der Therapie sollten wir
so eine Art Tagebuch schreiben, dadurch wurden mir so viele Dinge klar, die
ich vorher gar nicht so gesehen hatte. Und ich verstand endlich, dass
Alkoholismus genau so eine Erkrankung ist wie zum Beispiel Asthma – man kann
sich seine Erkrankung nicht "aussuchen".
Ich hatte im Vorfeld ja abgeklärt, dass mein Sohn an den Wochenenden zu mir
in die Klinik kann. Unter der Woche war er bei meiner Tante, sie hat ein Kind
im gleichen Alter hatte und somit war mein kleiner Schatz etwas abgelenkt.
Wir telefonierten jeden Abend, diese Telefonate waren jedes Mal für mich sehr
hart. Mein kleiner Junge war von Anfang an so tapfer und stark, er hat nie
geweint und mir immer gesagt, wie sehr er sich freut, dass ich bald wieder
gesund sei.
Er war erst dreieinhalb Jahre und schon so verständnisvoll und stark. Ich
glaube, diese Stärke hat sich irgendwann auf mich übertragen. Ich arbeitete
verdammt hart an mir, ging sehr hart mit meiner Ursprungsfamilie ins Gericht,
vor allem mit meinem Vater. Ich trieb wie besessen Sport, achtete auf meine
Ernährung. Ich musste ja so viel wie möglich in 16 Wochen schaffen.
Ich merkte, wie ich stärker wurde. Die Elterngruppe in der Klinik gab mir
sehr viel Halt, so dass mich nicht mal mehr die Angriffe meines Expartners
umwarfen. Mein Selbstbewusstsein kam langsam wieder zurück.
Wie geht es dir heute?
Ich bin trocken und verdammt stolz darauf!! Es hat sich alles gelohnt, für
mich selbst, aber auch für meinen Sohn. Ich weiß nich,t ob ich die
Trennung und das Trocken-bleiben ohne ihn so geschafft hätte. In der ersten Nacht,
die wir nach dem Entzug zu zweit wieder in der Wohnung waren, sagte mein Sohn
zu mir: "Mama, seit du im Krankenhaus warst, riechst du gar nicht mehr
so komisch." Diese Aussage hat sich so tief beimir eingebrannt und ich
habe ihm versprochen, dass ich NIE wieder so komisch riechen
werde.
Und Du hast wieder jemanden kennen gelernt…
Genau, 2013 habe ich über eine Freundin meinen jetzigen Partner
kennengelernt. Er war damals frisch getrennt und hat aus seiner damaligen Ehe
zwei Kinder. 2014 sind wir zusammengezogen, seine Tochter blieb nach der
Trennung bei ihm und der Sohn ist erst mal mit der Mutter ausgezogen, kam
dann später aber doch noch zu uns. Ich hatte ja sechs Jahre mit meinem Sohn
alleine gelebt, daher war das schon erstmal eine riesige Umstellung. Ich tat
mir sehr schwer am Anfang in der neuen Rolle als „Stiefmutter“. Wobei ich
sagen muss, der Begriff Stiefmutter gefällt mir nicht, ich habe von Anfang an
klar gemacht, das die beiden eine Mama haben, ich eher so eine Art
„Bonusmama“ bin und die beiden für mich auch „Bonuskinder“ sind. Heute hat
sich aber alles gut eingespielt und wir haben noch ein gemeinsames Kind
bekommen. Ja, bei uns wird es wirklich nie langweilig.
Was wünscht du dir für die Zukunft?
Für meine Zukunft wünsche ich mir, dass wir alle gesund bleiben, wir
weiterhin offen miteinander umgehen, füreinander da sind und einfach nur
glücklich bleiben.Natürlich wird es mal laut und turbulent, es gibt nicht
immer nur Sonnenschein. Aber am Ende des Tages möchte ich jedem das Gefühl
geben, dass er so ok ist wie er ist und dass er geliebt wird. Das ist mir
unendlich wichtig.
Foto: Pixabay
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Wenn Mama trinkt - wie Kathi es geschafft hat, ihre Alkoholsucht zu
überwinden | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-mama-und-papa-schlechte-laune-haben-erklaert-es-eures-kids |
Ich erinnere mich gut. Als alle drei Kinder noch zur Schule gingen, hatte
ich manchmal genau einen Gedanken im Kopf, wenn ich selbst nach einem
Arbeitstag nach Hause fuhr: Hoffentlich ist noch keiner da!
Dies – und das muss ich betonen – dachte eine Mutter, die ihre Kinder bis
zum heutigen Tag inniglich liebt und sehr gerne um sich hat. Der Grund für
den wenig freundlichen Gedanken: In mir war noch so viel Anspannung, dass ich
weder Nerven für Geplapper, noch für Fragen, noch für Klagen hatte.
Entsprechend gereizt ging es dann manchmal zu. „Wieso bist du so
unfreundlich? Ich hab dir gar nichts getan.“ Da hatten sie recht.
Aus ihrer eigenen Sicht kamen meine Kinder selbst gerade von einer harten
Sache zurück. Wie mein Vormittag möglicherweise gewesen war, hatten sie nicht
auf dem Schirm. Weil sie es nicht auf dem Schirm haben konnten. Woher sollten
sie wissen, wie sich das berufliche Leben ihrer Mutter gelegentlich anfühlte.
Natürlich hatten sie schon unzähligen Lehrkräften beim Unterrichten
zugesehen, aber wie es in deren Innerem aussah und vor allem, wie es im
Inneren ihrer eigenen Mutter aussah, konnten sie beim besten Willen nicht
wissen.
Wenn ich es ihnen nicht sagte. Das wurde mir irgendwann klar.
Ich will nicht behaupten, dass ich jedes Mal, wenn ich ihnen schlecht
gelaunt gegenübertrat, einen genauen Rapport über meine Erlebnisse und
Befindlichkeiten lieferte. Aber ich habe ihnen tatsächlich immer wieder mal
berichtet, was mir die Laune soeben verhagelt hatte und warum sich das für
mich belastend anfühlte. Selbstverständlich nicht nur, wenn es um meinen
Beruf ging. Und wenn es um ihn ging, selbstverständlich, ohne Interna
auszuplaudern oder Namen zu nennen.
Kinder sind nicht zu klein, um Emotionen zu verstehen
Ich kann nur sagen: Es hat sich bewährt!
Ja, ich weiß: Manche Eltern denken, dass die Kids noch zu klein sind, dass
sie „das“ noch nicht verstehen, dass man sie nur überfordert und unnötig
belastet. Andere denken, dass „das“ die Kinder nichts angeht. Sie wollen sich
vielleicht auch keine Blöße vor ihren Kindern geben. Wieder andere lassen es
einfach, weil sie keine Lust haben, über Belastendes zu reden. Und schon gar
nicht mit den eigenen Kindern!
Dabei steckt darin eine so große Chance: Wenn wir Eltern unsere Kinder an
unseren Gedanken und Gefühlen teilhaben lassen, verstehen sie uns und unser
Handeln viel besser. Ehrlichkeit und Transparenz schaffen Nähe. Gleichzeitig
werden Perspektivwechsel und Empathie geübt. Ach, so hat die Mama das erlebt!
Ach, jetzt kann ich verstehen, dass sie traurig war!
Natürlich müssen wir dabei auf das Alter der Kinder achten. Natürlich
dürfen wir nicht unseren Seelenmüll auf ihnen abladen. Aber unseren Unmut,
unsere Gereiztheit, unser Überforderungsverhalten müssen sie ja ohnehin
aushalten. Da ist es eine Entlastung, wenn sie erfahren, dass Mama heute
schlecht drauf ist, weil es in der Arbeit schwierig war oder weil ihr der
Rücken vom vielen Sitzen wehtut. Selbst wenn sie zugibt, dass eine
Auseinandersetzung mit der Nachbarin der Grund für ihr verkniffenes Gesicht
ist, ist das besser, als wenn die Kinder im Ungewissen bleiben. Zu leicht
denken sie ja: Bestimmt bin ich schuld, dass es Mama nicht gut geht. Das mit
der Auseinandersetzung gilt auch für den eigenen Partner. Solange man nicht
über ihn herzieht, kann man auch das den Kindern offen sagen: „Wir haben uns
gerade gestritten. Das ist nicht schlimm. Aber ich brauch ein bisschen Zeit,
um mich zu beruhigen. Das kennst du doch von dir selber auch, wenn du dich
streitest.“
Das Reden war wie eine Erlösung für uns alle
Ich selbst hatte mal eine miese Phase. Die gute Laune wollte nicht wiederkommen.
Meine Kinder spürten, dass etwas in mir nicht in Ordnung war. Als ich endlich
den Mut fand, mit ihnen – in diesem Fall mit jedem Kind einzeln – zu reden,
war das wie eine Erlösung. Für uns alle. Ich war überwältigt von ihrer
Solidarität und ihrem Verständnis für meine Situation und zeigte ihnen, wie
gut mir ihr Mitfühlen tat. Sie waren spürbar erleichtert, weil sie nun nicht
mehr im Ungewissen waren. Tatsächlich wurde alles besser.
Die Kinder lernen so: Negative Gefühle sind normal. Auch Mama und/oder Papa
ärgern sich, fühlen sich ungerecht behandelt, könnten vor Wut platzen, sind
niedergeschlagen … Und was die Kinder dabei auch erleben: Das kann man lösen.
Das geht wieder vorbei.
Nicht zu unterschätzen: Die Kinder lernen am Vorbild. Ah, Papa hat mir
erzählt, dass er heute gewaltig Stress hatte. Es ist also in Ordnung, dass
man über so etwas mit den Menschen redet, die einem wichtig sind.
Und schließlich fühlen sich die Kinder aufgewertet und ernst genommen, wenn
Eltern sie an ihrem Innenleben teilhaben lassen.
Ich habe bis heute das Gefühl, dass unsere Familie und die gegenseitigen
Beziehungen von dieser Offenheit und Transparenz profitiert haben. Dass den
Kindern Ehrlichkeit in Bezug auf unangenehme Situationen und Gefühle – uns
Eltern gegenüber – dadurch leichter fiel. Und ich wage zu hoffen, dass unsere
Kinder etwas Positives mit in ihre eigenen Erwachsenen-Beziehungen genommen
haben.
Wir lieben unsere Kinder immer, auch mit schlechter Laune
Den Anfang kann man übrigens schon mit kleinen Kindern machen. Ihnen
erklären, dass es nicht immer etwas mit ihnen zu tun hat, wenn Mama böse
schaut. Und dass auch das Böse-Schauen nichts mit dem Liebhaben zu tun hat,
sondern mit Druck, mit Angst, mit Enttäuschung, mit Ärger und manchmal
auch mit körperlichem Unwohlsein.
Gerade jetzt in diesen harten Zeiten, wo Familien so nah aufeinanderhocken
und vieles so schwierig, ja belastend ist, kann diese Offenheit geradezu
laune- und friedensrettend sein, davon bin ich überzeugt.
Als ich das Bilderbuch „Und trotzdem hab ich dich immer lieb“ geschrieben
habe, wollte ich den Kindern das sichere Gefühl vermitteln, dass Missstimmung
zwischen Eltern und Kind nichts mit dem Liebhaben zu tun hat. Was ich aber
auch zeigen wollte: Mama/Papa und Kind können miteinander darüber reden,
warum nicht immer Sonnenschein herrscht, ja herrschen kann. Wichtig finde
ich, dass sie dies nicht auf einer streng sachlichen Ebene tun, sondern
kombiniert mit großer, auch körperlicher Nähe. So hat das Kind beides –
Informationen, die ihm helfen, die Welt besser zu verstehen, und gleichzeitig
– dank dieser Nähe und des Kuschelns – die Sicherheit einer tiefen
Bindung.
—-Heidemarie Brosche, Autorin dieses Textes ist dreifache Mama und
Lehrerin. Wir haben schon mehrere Beiträge von und mit ihr hier
veröffentlicht. Wer weiterlesen möchte:
– Mein Kind ist genau richtig wie es ist
– Sind Jungs unbeliebter als Mädchen?
– Es gibt keine perfekten Eltern
Und trotzdem habe ich dich immer lieb!
|
Wenn Mama und Papa schlechte Laune haben - erklärt es Euren Kids! | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-papa-ploetzlich-ein-promi-ist-wie-lassen-sich-miljoe-tourleben-und-familie-vereinbaren |
Ihr Lieben, manchmal
geschehen uns mit Stadt Land Mama hinter den Kulissen ganz wunderbare
Geschichten. So waren wir etwa an einem Sonntag auf Einladung von Emsan auf
dem Wivafest Familyfest am Kölner Tanzbrunnen.
Klar wollten wir dort auch den Auftritt von Max Giesinger nicht verpassen,
aber wer mich kennt, weiß ja, wie hoch mein Karnevalsherz schlägt und so
freute ich mich viel mehr auf den Auftritt der Kölner Karnevalsband Miljö,
die in den letzten Jahren hier im Rheinland so richtig durch die Decke ging
und aus dem Kölner Karneval – und von jeder rheinisch-motivierten Party –
nicht mehr wegzudenken ist.
Die Hits „Su lang die Leechter noch brenne“, „Wolkeplatz“ oder mittlerweile
auch "Schöckelpääd“ können sogar Kitakinder schon mitsingen (das letzte
Lied ist beim Joggen mein größter Motivator). Nun kam es, dass ich Videos vom
Auftritt in den Stadt Land Mama-Instastories hochlud und uns daraufhin eine
persönliche Nachricht erreichte: "Wie lustig, ich folge euch schon ne
Weile und jetzt postet ihr hier ein Video von meinem Mann, dem Sänger".
Ist das nicht schön?
Die Welt ist doch manchmal ein Dorf und so kam es, dass wir Sadja, die
Ehefrau des Miljö-Sängers Mike Kremer fragten, ob sie sich ein Interview mit
uns vorstellen könne. Die beiden haben zwei Kinder, zwei und vier Jahre alt –
wie lässt sich so ein Band-Leben denn eigentlich mit dem Familienleben
vereinbaren? Sadja sagte zu und so können wir euch heute heute einen kleinen
– zum Teil echt romantischen – Einblick in das Leben als Paar und Musiker und
Eltern gewähren.
Liebe Sadja, du bist schon lange mit deinem Mann zusammen, nun hat er als
Musiker vor vier Jahren mit seiner Band den so genannten großen Durchbruch
geschafft – und ist, ja, lass es uns doch so nennen, eine Art Promi hier im
Rheinland. Wie hat das euer Leben ganz konkret im Alltag verändert?
Am stärksten hat sich der Rhythmus unseres Familienlebens verändert. Mike
ist am Wochenende meistens ab nachmittags bis spät am Abend mit Miljö
unterwegs. Aber auch unter der Woche haben die Termine in den letzten Jahren
zugenommen. Die Karnevalssession ab dem 11.11. ist für uns als Familie die
anstrengendste Zeit. Da ist er quasi nur zum Essen und Schlafen zu
Hause.
Wir versuchen dann die Kinder immer möglichst früh aus dem Kindergarten
abzuholen, damit sie den Papa nahmittags noch kurz sehen können, bevor er
wieder losmuss.
So ein Musikerleben stellt man sich als Außenstehender schon toll vor. Auf
der Bühne stehen, die Menge jubelt einem zu, singt die Lieder mit. Dazu
Partys im Tourbus – vermutlich ist das Leben aber in Wahrheit gar nicht so
wild wie man sich das vorstellt, weil ja auch Studiozeiten dabei sind… oder?
Als besonders wild würde ich es auch nicht bezeichnen. Vor Miljö konnten
wir auf jeden Fall mehr Karneval feiern 🙂 Genau, Studiozeiten zum
Beispiel. Aber bevor die anfangen müssen die Lieder ja auch noch geschrieben
und geprobt werden. Die Auftritte sind nur ein kleiner Teil der ganzen
Arbeit, die dahintersteckt.
Wir stellen uns vor, dass nach dem großen Kick auf der Bühne der Alltag zu
Hause bei der Familie ganz schön erden kann. Müsst ihr da viel
auffangen?
Ja, besonders nach der Karnevalssession braucht es auch immer ein bisschen
Zeit, bis wir uns wieder zu viert eingegroovt haben. Und klar, jedes Jahr
einen neuen Karnevalshit zu schreiben setzt auf jeden Fall unter Druck, das
geht auch nicht an uns vorbei.
Wir versuchen bewusst immer feste Familienzeiten in die Woche einzubauen
und sei es nur, dass wir die Kinder gemeinsam vom Kindergarten abholen oder
zusammen für zwei Stunden ins Schwimmbad fahren. Außerdem geben uns
gemeinsame Urlaube sehr wichtig. Da tanken wir alle auf.
Hat es euch vielleicht auch Türen geöffnet? Wenn ja, welche?
Die Kinder und ich haben schon immer den "Gästelistenbonus" bei
Konzerten, das nutzen wir auch häufig. Wir können uns dann auch im Backstage
aufhalten und die ein oder andere Fassbrause trinken. Kurz nach der Geburt
unserer kleinen Tochter hatte Miljö einen Auftritt bei einem Autohaus und
Mike bekam dann dort ein Bobbycar für die Kleine geschenkt. Sowas ist
natürlich supernett und die Kinder haben sich gefreut.
Ansonsten mussten wir uns aber für unsere Kindergartenplätze ganz normal
bewerben, falls du solche "Türen" meinst. Da hilft der
"Miljöbonus" dann nichts, was ich auch nur gerecht finde.
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Hat sich dein Mann verändert, seit es so gut läuft?
Eigentlich nicht, er ist sehr bodenständig und für ihn ist es absolut keine
Selbstverständlichkeit, dass er plötzlich mit seiner Leidenschaft, der Musik,
erfolgreich ist. Er schätzt das sehr. Aus meiner Sicht hat ihn das Vater
werden und -sein stärker verändert.
Wann habt ihr als Paar begriffen, dass da jetzt neue Zeiten auf euch zukommen,
dass da jetzt wirklich Autogramme geschrieben werden, dass man deinen Mann
vielleicht sogar auf der Straße erkennt?
Bei mir gab es letztens so einen Moment, als wir mit den Kindern ganz
privat auf einer Gartenparty in der Nachbarschaft eingeladen waren und Mike
dort plötzlich von einem Fan erkannt wurde, der dann auch ein Selfie mit ihm
machen wollte. Für mich war es in dem Augenblick total absurd, warum man ein
Selfie mit meinem Mann haben möchte.
Wie war es denn für dich, zum ersten Mal ein Lied deines Mannes zu hören,
als du mal selbst Karneval feiern warst?
Ich weiß noch, dass ich damals in mehreren Kneipen zum DJ gegangen bin und
mir Miljö gewünscht habe. Einige haben mich nur fragend angeguckt, weil sie
das Lied nicht kannten.
Ab und zu hatte ich Glück und wenn dann tatsächlich "Dat hätt de Welt
noch nit jesinn" gespielt wurde, haben wir das auf der Tanzfläche mega
abgefeiert.
Meine Kinder würden ja auch sehr gern wissen, wie das für eure Kinder ist,
den Papa da auf der Bühne zu sehen? Bestimmt habt ihr ja auch dauernd
Anfragen für Geburtstags- oder Kitafeste, oder?
Die Kinder sind total stolz auf den Papa und natürlich seine größten Fans.
Die kleine konnte mit 1,5 Jahren schon Teile der Refrains mitsingen und bei
Konzerten stehen sie auch immer in der ersten Reihe und klatschen fleißig
mit.
Wenn es nach der Großen ginge, würde sie ihr Miljö-T-Shirt gar nicht mehr
ausziehen. Für sie war es das Größte, als Mike bei ihrem letzten Kindergeburtstag
auf einmal die Gitarre rausgeholt hat und sie mit ihren Freundinnen zu
"Wolkeplatz" durchs Wohnzimmer hüpfen konnte.
Unser Kindergarten hat auch schon mal angefragt, ja, aber da mittlerweile
die meisten Mitglieder von Miljö Kinder haben, wären dass das einige
Kindergärten, bei denen sie spielen müssten. Deswegen hat das bisher noch
nicht stattgefunden.
Was hat dieser Karriereboost deines Mannes mit dir als Frau und Partnerin
gemacht? Ist da mehr Stolz als vorher? Vielleicht aber auch mehr Eifersucht,
weil so viele ihn als Sänger auf der Bühne anhimmeln?
Wir kennen uns schon seit der Grundschule und sind seit der Mittelstufe im
gleichen Freundeskreis, zu dem auch die anderen Jungs von Miljö gehören. Ich
habe den gesamten Werdegang der Band sehr nah miterlebt. So manches Mal habe
ich mitgefiebert und Daumen gedrückt. Stolz bin ich auf jeden Fall.
Mike hatte schon immer Bands und stand auf der Bühne, Fans gehören da
natürlich dazu. Ich glaube es ist für uns als Paar ein großer Vorteil, dass
wir schon lange vor Miljö zusammen waren. Wir haben einfach eine solide Basis
und es herrscht ein großes Vertrauen zwischen uns.
Wie steht es um eure Vereinbarkeit? Ist das noch möglich?
Durch Mikes sehr unregelmäßige Arbeitszeiten ist es eine große
Herausforderung alles unter einen Hut zu bekommen. Neben Miljö arbeitet er
auch noch freiberuflich als Produzent und Songwriter. Ich arbeite in Teilzeit
als Sonderpädagogin an einer Förderschule.
Das wäre ohne meine Mutter, die uns tatkräftig unterstützt nicht machbar.
Weil Mike häufig erst spät ins Bett kommt und ich früh zur Schule muss,
übernimmt sie oft das Bringen in den Kindergarten. An meinen langen
Arbeitstagen übernimmt sie auch nachmittags das Kinderprogramm, wenn Mike im
Musikstudio arbeitet.
Und zu guter Letzt noch ein bisschen was für die Romantik: Hat er dir auch
schon mal ein Lied geschrieben?
Nicht nur eins 🙂 Das erst hat er mir geschrieben, als wir in der
Oberstufe zusammengekommen sind. Und letztens hat er eher beiläufig mal
erwähnt, dass das Lied "einer, dä dich leev hät" schon auch mit mir
in Zusammenhang steht. Ich habe das Lied auch bevor ich das wusste schon sehr
gemocht, aber jetzt natürlich noch viel mehr.
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Wenn Papa plötzlich ein Promi ist: Wie lassen sich Miljö-Tourleben und
Familie vereinbaren? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wenn-papa-ploetzlich-stirbt-wie-seine-tochter-mit-der-trauer-umgeht-gastbeitrag-von-caro |
Ihr Lieben, wir haben heute
ein ganz besonderes Stück füre Euch. Caro ist 24 und hat ihren Vater 2012
sehr plötzlich verloren. Wie sie die Liebe und die Trauer in Worte packt, ist
bewunderswert. Sie hat für uns aufgeschrieben, wie sie die Jahrestage begeht.
Jahr um Jahr. Und es ist uns eine große Ehre, ihren Text heute hier als
Gastbeitrag veröffentlichen zu dürfen. In einer Zeit, in der wir unseren
Liebsten ganz besonders nah sind – oder sein wollen. Danke Caro für dieses
Stück und Dein Vertrauen.
2013, 8. März
Warum fürchtet man sich eigentlich so sehr vor Zahlen? Oder anders gesagt,
vor Daten. Wir schreiben das Jahr 2013. Freitag, 8. März. Wieso habe ich so
sehr Angst davor, wie dieser Tag wird? Was ich an diesem Tag durchleben muss?
Nur weil sich der Tod heute zum ersten Mal jährt? Aber abgesehen davon, ist
der Tod und der Schmerz nicht an allen Tagen genauso schlimm und
unerträglich? Irgendwie nicht. Heute ist alles besonders präsent. Ich
erinnere mich an diesen Tag vor einem Jahr nur verschleiert. Alles ist
irgendwie verzerrt.
Ich wache auf, trau mich aber nicht die Augen auf zu machen. Öffne ich sie,
wird es real. Aber ich höre von unten schon Stimmen und weiß, dass im
Wohnzimmer Menschen sitzen, mit nur einem Thema im Kopf: Tod. Der Tod. Warum
holt er einen so geliebten Menschen? Warum nimmt er uns einfach einen
Menschen weg, den wir aber doch brauchen und lieben und der jetzt nicht
einfach so tot sein kann? Tot. Tot. Ein Mensch ist tot.
Wie gelähmt stehe ich auf. Ich bin wie betäubt, weiß nicht, was ich denken
soll, weiß nicht, was ich sagen soll, alles, was ich weiß, ist, dass jetzt
alles anders ist. Und es niemals mehr so sein wird, wie es früher einmal
war.
Die Anwesenheit des Todes ist überall zu spüren, egal wohin ich gehe. Sie
legt sich wie ein dunkler Schleier über mich und umhüllt alles. Aber dennoch
kann der Tod noch nicht richtig ins Bewusstsein gerückt werden. Irreal, nicht
wirklich, ich komme mir vor wie in einem falschen Film. Ein wahr gewordener
Alptraum, das ist es.
Mir ist nicht viel von dem Tag in Erinnerung. Nur, dass man irgendwie
funktioniert hat. Man konnte irgendwie, trotz des Gefühls der Lähmung, einen
Fuß vor den anderen setzen. Aber das war es dann auch.
Ich weiß noch, dass ich spazieren war. Ich weiß, dass ich geredet habe,
darüber reden konnte, obwohl jedes Wort aus meinem Mund unwirklich war. Ich
redete und redete, aber konnte es selbst nicht so richtig glauben. Manche
Menschen können nicht schlafen, wachen ständig auf. Aber bei mir war das
anders. Ich hätte die ganze Zeit schlafen können. Im Schlaf fühlt man nichts,
spürt keinen Schmerz, kann sich vor der Wirklichkeit verstecken.
Und heute? Ich habe das Gefühl nicht atmen zu können. Es tut weh,
irgendetwas, tief in mir, was ich in letzter Zeit ganz gut verdrängen konnte,
tut so sehr weh. So, dass ich nicht richtig atmen kann. Der Schmerz schnürt
mir die Kehle zu. Mir ist richtig schlecht. Und das, aufgrund von Zahlen,
Daten, weil auf einmal wieder alles so präsent ist. Ich erlebe diesen Tag im
letzten Jahr noch einmal auf Zeitraffer.
Schon die Tage vor dem Todestag- ich bin in die Vergangenheit zurück
versetzt: Der Weg zum Notarzt. Die Notaufnahme im Krankenhaus. Die besorgten
Blicke der Ärzte. Mein unbekümmertes Gefühl, dass alles nicht so schlimm ist.
Dann, dass er dort bleiben muss. Meine beruhigenden Worte zu meiner Familie.
Das Hoffen auf eine schnelle Genesung. Das Einpflanzen von Blumen. Ein
schöner Garten erfüllt mit Träumen. Ein Gespräch im Krankenzimmer. Das
Problem mit dem Sauerstoff. Das Atemzelt. Das künstliche Koma. Die Frage, was
da zur Hölle eigentlich gerade passiert. Ganz viel Leere. Ein Krankenhausbett.
Ein Mensch, der bald zur Leiche wird.
Ein Mensch, der nicht mehr von alleine atmen kann. Werte, die immer weiter
sinken. Schläuche. Masken. Steriler Krankenhausgeruch. Eine versagende Lunge.
Ein Herz, was ganz bald aufhören wird, zu schlagen. Ein Krankenpfleger, auf
den ich am liebsten losgehen würde. Seine Worte, was passieren wird. Stille.
Unerträgliche Stille. Ich kriege keine Luft. Ich muss hier raus.
Ich renne nach draußen, um wieder atmen zu können. Hier bin ich allein.
Hier kann ich schreien, fluchen, weg von der unerträglichen Stille am
Krankenbett. Ich schreie zu Gott. Ich kann nicht glauben, was gerade
passiert. Ich bete und schreie und weine und fluche. Ich kann keinen klaren
Gedanken fassen. Ich renne wieder hoch, durchs Treppenhaus, mein Ziel ist
nicht die Intensivstation, sondern die Kapelle. Sie ist zu. Ich breche im
Treppenhaus zusammen und bitte Gott um ein Wunder, darum, dass er seine
Allmacht zeigen soll. Aber er hört mich nicht, er reagiert nicht auf mich.
Ich gehe wieder zurück auf die Intensivstation. Jetzt ist es amtlich: Wir
warten auf den Tod. Das kann aber noch dauern. Ich nehme die Hand von meinem
Vater und bitte ihn, wach zu werden. Er darf nicht aufgeben, er soll kämpfen.
Er darf uns nicht alleine lassen. Aber auch er hört mich nicht.
Ich fahre mit meiner Schwester nach Hause, weil es noch die ganze Nacht
oder auch Tage dauern kann, bis alle Organe versagen. Aber dann ging es ganz
schnell. Nach einer Stunde der Anruf, dass wir zurückkommen können, um
Abschied zu nehmen.
Von einer Leiche, die nicht mehr mein Vater ist, sondern ein lebloser
Körper, der unglaublich schnell kalt und gelb wird, wie man es sich niemals
ausgemalt hätte. Von den Medikamenten aufgedunsen, und ohne Bart und Brille
kann man ihn kaum wiedererkennen. Und von da an Leere. Ich bin betäubt,
gelähmt und kann nichts mehr denken. Das ist jetzt ein Jahr her. Und jetzt
sitze ich hier und kann nur schwer atmen. Es ist immer noch so verdammt
unrealistisch.
2014, 8. März
Wir fahren heute zum See. Letztes Jahr an Papas Todestag waren wir auch
dort. Ich weiß mir ging es an diesem Tag schlecht, der Tod war immer noch so
furchtbar unwirklich. Aber irgendwie tat es gut, dort zu sein. Ich erinnere
mich, dass ich mich ihm dort sehr nah gefühlt habe.
Früher war der See ein beliebtes Ausflugsziel der ganzen Familie. Am
Wochenende, als man als Kind noch alle Zeit der Welt hatte, sind wir dort
spazieren gegangen, Tretboot gefahren, haben Eis gegessen und waren
unbekümmert und glücklich. Jedenfalls ist das in meiner Erinnerung so.
Als ich älter und älter wurde, haben wir immer weniger solcher Ausflüge
gemacht. Oder anders gesagt: Meine Eltern haben sie ohne uns Kinder
unternommen, denn als Jugendliche oder im jungen Erwachsenenalter hat man
kaum Zeit für solche Sachen. Solche Sachen? Wie idiotisch es mir jetzt, all
die Jahre später vorkommt, Besseres zu tun gehabt zu haben als solche Sachen.
Denn schlicht und einfach war damit gemeint, sich glücklich und geliebt zu
fühlen, frei und unbekümmert, von der Familie umgeben.
Es ist traurig, dass einem viele Dinge erst später bewusst werden und man
dann erst merkt, was für ein Glück man doch hatte. Wäre mir damals klar
gewesen, dass mein Vater eines Tages sterben würde, ich hätte am liebsten
jeden Tag mit meiner Familie am See verbracht. Aber einige Dinge weiß man
scheinbar erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat.
Mit diesem Wissen und unseren Erinnerungen fahren wir heute wieder zum See
und genießen unseren Familientag.
2015, 8. März
Papa,
heute ist es drei Jahre her. Es kommt mir seltsam vor. Wir hatten heute
einen wunderschönen Tag am See, die Sonne hat zum ersten Mal in diesem Jahr
wieder richtig warm geschienen. Ich war glücklich. An einem Tag, der vor drei
Jahren der Schlimmste in meinem Leben war. Heute aber habe ich mir gedacht,
wir feiern diesen Tag dir zu Ehren. Wir feiern dich, dass du da warst, dass
du gelebt hast. Und auch, weil wir uns einen schönen Tag verdient haben, denn
immerhin war dieser Tag vor drei Jahren das Schlimmste, was uns je passiert
ist.
Also sind wir zum See gefahren, wo wir auch kurz nach deinem Tod waren, wo
wir schon letztes Jahr waren und das Jahr zuvor, wo wir jedes Jahr zu deinem
Geburtstag waren, wo du immer gerne warst. Ich glaube du hättest das gemocht.
Wir haben in der Sonne ein Picknick gemacht, mit Blick auf den See. Ich
hoffe, du hast das alles irgendwie mitbekommen. Und warst irgendwie mit uns
dort.
Ich habe heute viel gelacht, und will nicht, dass du denkst, dass es mir
egal war, was für ein Tag heute ist. Ich habe heute auch geweint; als der Tag
dann fast vorbei war, ich meine erste ruhige Minute alleine hatte. Ich habe
im Radio den Sender umgeschaltet, und auf einmal kam „Der Weg“. Ich habe
dieses Lied so oft gehört und dabei an dich gedacht und dabei geweint und
dabei gewütet. Ja, alles. Es ruft in mir direkt Emotionen hervor. Und so ist
es vorhin, als es auf einmal im Radio kam, direkt über mich hinein gebrochen:
dass du tot bist. Dass du nicht mehr hier bist. Und mir blieb der Atem
stocken. Ich fand es so unfassbar!! Und das jetzt schon drei ganze Jahre!
Einfach unfassbar. Drei Jahre lebe ich jetzt schon ohne dich.
Einerseits ist die Zeit wie im Flug vergangen, und andererseits ist es
jetzt schon so lange her. Ich habe damals noch nicht mal studiert. Jonte gab
es noch lange nicht. Und so viele Sachen, die jetzt da sind, und bei denen
ich mich nicht mehr erinnern kann, wie es ohne sie war. Aber du warst damals
da. Und jetzt nicht mehr. Und wenn ich daran so denke, kommt es mir vor, als
wäre es erst gestern gewesen, als ich dich ins Krankenhaus gebracht habe.
Andererseits weiß ich überhaupt gar nicht, wie mein Leben jetzt aussehen
würde, wenn du noch da wärst. Ich kann es nicht erahnen, es wird mir immer
ein Rätsel bleiben. Und das meine ich in keiner Weise wertend. Die Zeit ist
verrückt. Und der Tod auch. Und erst recht das Leben.
Ich liebe und vermisse dich.
Bis Bald!
2016, 8. März
Heute war ein schöner Tag. Wie jedes Jahr an deinem Tag hat heute die Sonne
geschienen. Es sind immer die ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres und es
ist irgendwie verrückt, dass sie immer an deinem Tag fallen, so früh im März.
Aber vielleicht kommt es auch nur mir so vor. Und vielleicht bin ich die
Einzige, die die Sonnenstrahlen am achten März so wahrnimmt. Und vielleicht
bist es auch einfach nur du, der mich mit Wärme umgibt. Vielleicht willst du
mir somit zeigen, dass du bei mir bist, und das an diesem Tag des Jahres,
deinen Tag, ganz besonders.
Ich habe heute mit Jonte am Wasser gespielt, wir haben viele Fotos gemacht
und waren alle fröhlich. Ich genieße es immer so sehr mit der ganzen Familie
am See zu sein- so wie früher. Ich bin dankbar, dass wir als Familie diese
neue Tradition gefunden haben.
Sie ist für mich ganz wertvoll und besonders- weil du zwar tot aber
trotzdem da bist.
Caro wurde in der Zeit der Trauer begleitet vom Verein Lavia für
Familientrauerbegleitung. Wenn ihr selbst trauert – oder eure Kinder: Schaut,
dass ihr solche Hilfe in Anspruch nehmt. Es ist Gold wert, in solch
schwierigen Zeiten jemanden an seiner Seite zu haben.
|
Wenn Papa plötzlich stirbt: Wie seine Tochter mit der Trauer umgeht -
Gastbeitrag von Caro | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/werde-ich-wirklich-nie-mehr-ein-baby-bekommen-ueber-einen-anflug-von-wehmut |
Ihr Lieben, am letzten
Wochenende hatte ich Besuch von einer ganz lieben Freundin, die in der 29.
Schwangerschaftswoche mit ihrem zweiten Baby ist. Sie ist so eine
wunderschöne Schwangere mit einem ganz wunderschönen Kugelbauch.
Als ich sie so sah, wurde ich auf einmal wehmütig. Denn: Ich werde wohl nie
wieder schwanger sein.
Ich sagte zu ihr: "Ich habe schon vergessen, wie es sich anfühlt, wenn
man von innen getreten wird."
Und es ist wahr. Obwohl meine Tochter erst zwei Monate alt ist, kann ich
mir absolut nicht mehr vorstellen, dass ich auch mal so einen Bauch hatte.
Dass ich auch diesen Watschelgang drauf hatte.
Es ist ja nicht so, dass ich jetzt schon wieder gerne schwanger wäre. Nein,
ich bin voller Freude darüber, dass unsere Tochter nun auf der Welt ist. Dass
die Rückenschmerzen, verursacht durch den Babybauch, weg sind. Dass ich jeden
Tag beobachten kann, wie mein Baby sich entwickelt.
Und doch mischt sich hier und da Wehmut unter mein Glück. Es ist, als sei
ein Kapitel meines Frauenlebens abgeschlossen. Ich sagte zu meiner Freundin:
"Es ist vielleicht ein ähnliches Gefühl wie das, was Frauen spüren, wenn
sie in die Wechseljahre kommen." Denn dann ist das Kapitel
"Kinderkriegen" auch biologisch abgeschlossen – bei mir ist es das
jetzt ja nur rational/emotional.
Wir sprachen darüber, dass es immer weh tut, wenn ein Lebensabschnitt
vorbei ist. Dass wir geweint haben, als wir das Abi in der Tasche hatten.
Dass es seltsam war, als das Studium vorbei war. Dass wir auch mal tief durch
atmen mussten, als man sich klar gemacht hat, dass man nun verheiratet ist
und das wilde Single Leben zu Ende ist.
Und jetzt also ein Kloß im Hals darüber, dass ich wohl nie mehr den
Herzschlag meine Babys am CTG hören werde. Nie wieder eine Geburt erleben
werde. Nie wieder mein Neugeborenes auf meiner Brust liegen haben werde. Nie
wieder Strampler in Größe 56 brauchen werde.
Ein seltsames Gefühl. Ich möchte es nicht wegdrücken, mich aber auch nicht
darin verlieren. Daher lasse ich es einfach zu und beobachte.
Als ich meinem Mann davon erzähle, sagt er, dass er es total toll fände, dass
die Kinder größer werden. Ist es ja auch. Man kann ganz andere Sachen mit
ihnen machen, anders mit ihnen umgehen – das wird alles noch super spannend
und toll.
Und trotzdem habe ich gerade das Befürfnis, die Babyzeit anzuhalten. Sie
total aufzusaugen. Weil es eben wohl das letzte Mal ist.
Und so schiebe ich voller Stolz und Dankbarkeit mein kleines Mädchen durch
die Gegend. Und flüstere ihr manchmal zu: "Werde Du ja nicht so schnell
groß!"
PS: Das Foto oben entstand am Wochenende auf einem See im Berliner
Südwesten. Der See war zugefroren und wir konnten darauf spazierengehen! So
so herrlich"
—- Zum Weiterlesen:
– Gibt es sowas wie Gebär-Neid unter Frauen?
– Wie ich meine Schwangerschaft hier verkündet habe
– Worauf ich mich freute, wenn ich nicht mehr schwanger bin
– 10 Tipps für Erstschwangere
|
Werde ich wirklich nie mehr ein Baby bekommen? Über einen Anflug von
Wehmut | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-bereite-ich-mein-kind-auf-einen-umzug-vor |
Mein Name ist Michelle und wir planen gerade unseren berufsbedingten Umzug
von Hamburg nach NRW. Unserer kleinen Tochter (7 Monate) ist das natürlich
völlig egal, aber um unsere 3,5-Jährige mache ich mir Gedanken.
Unsere Große ist hier so glücklich: Sie ist in einer ganz tollen Kita mit
großen, neuen Räumen und einem riesigen Außengelände. Sie hat viele
Freundinnen, mit denen sie wirklich jeden Tag spielt und einem Turnverein,
bei dem sie jede Woche vor Freude ausflippt, wenn ich ihr sage, dass heute
Kindertunen ist.
Ich weiß, dass Kinder in dem Alter schnell neue Bindungen aufbauen, aber
ich habe das Gefühl, dass sie wirklich viel zurücklässt. Wie bereitet man
Kinder auf so eine große Umstellung vor? Klar, darüber reden hilft, aber kann
man noch mehr machen? Gibt es empfehlenswerte Bücher (ich dachte erst an
„Conni zieht um“, aber die zieht ja nicht sonderlich weit weg und wir brechen
wirklich alle Zelte ab). Könnt ihr mir da weiterhelfen?
|
Umzug: Wie bereite ich mein Kind auf einen Umzug vor? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-bleiben-eltern-ein-glueckliches-paar-interview-mit-anja-und-christian-von-von-guten-eltern |
Liebe Anja, Du bist Hebamme,
Autorin, Bloggerin und Mutter von 4 Kindern. Mal ganz ehrlich: Gibt oder gab
es Zeiten, in denen ganz schön wenig Raum für die Beziehung übrig blieb? Und
wenn ja – wir habt Ihr Euch in dieser Zeit gefühlt?
Ja, natürlich. Auch unser Tag hat ja nur 24 Stunden. Gerade beim ersten
Kind haben wir uns mit Hebammenpraxis, Studium und Job gleichzeitig
phasenweise ganz schön übernommen. Das fühlte sich nicht gut an und den Stress
bekam dann auch der Partner ab. Aber da wir beide eher nicht dazu neigen,
allzu lange still vor uns hinzuleiden, kamen die Probleme auf den Tisch. Und
es war klar, dass wir hier und da Dinge verändern mussten, damit es sich für
alle in der Familie wieder gut anfühlt. Und solche Phasen gibt es immer
wieder. Aber mit jedem Kind mehr sind wir auch ein bisschen besser im
Prioritäten setzen geworden. Deshalb kommt es uns jetzt mit vier Kindern wohl
fast ein bisschen „einfacher“ vor als damals mit ein oder zwei Kindern.
Statistiken zufolge scheitern viele Beziehungen innerhalb des ersten Jahres
nach der Geburt eines Kindes. Warum ist das so? Du erlebst sowas ja auch
sicher oft als Hebamme…
Als Hebamme darf ich ja Familien in einer Lebensphase begleiten, in der
alles im Wandel ist. Es ist immer wieder spannend, die Paare zunächst in der
Schwangerschaft zu erleben und dann viele Monate nach der Geburt. Gerade beim
ersten Kind bauen sich Eltern oft ein Idealbild auf, das letztlich nicht so
mit der Realität hinterher übereinstimmt. So sind Enttäuschungen
vorprogrammiert.
Diese vermeintlichen Ideale werden medial auch noch gerne genährt, wenn man
sich zum Beispiel die Werbebilder im Kontext Familie anschaut. Oft trauen
sich Paare nicht auszusprechen, was sie stört oder was ihnen fehlt. Gerade
wir Mütter empfinden es oft als Scheitern, wenn wir erkennen müssen, dass wir
doch nicht alles auf einmal hinbekommen. Zumindest nicht so, dass es uns
selbst auch noch gut dabei geht. Aber ohne eine klare Kommunikation wird der
Elternalltag wirklich schwierig. Oft ist die Erwartung da, dass der Partner
doch sehen müsse, wie es mir gerade geht oder was fehlt. Aber für beide
Eltern verschiebt sich die Aufmerksamkeit nach der Geburt. Und so gut wir
vielleicht darin sind, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen, so schlecht
sind wir oft darin, die eigenen Bedürfnisse noch ausreichend wahrzunehmen und
zu kommunizieren.
Das erste Jahr mit Baby ist wirklich eine Herausforderung für eine
Beziehung. Es zeigt sich letztlich in den anstrengenden Momenten, wie gut die
Basis der Partnerschaft ist oder wo es wirkliche Baustellen gibt. Die
Psychologin Barbara Reichle sagt sehr passend, dass Paare sich eine Art
„Unverwundbarkeitsillusion“ aufbauen, damit sie sich überhaupt trauen, eine
Familie zu gründen. Das Elternsein lernt man auf dem Weg – es gibt keine
wirklich Vorbereitung, egal wie viele Kurse wir besuchen oder Bücher wir
lesen. Die Kurse und die Bücher sind zwar vielleicht trotzdem sinnvoll, weil
man eine Idee davon bekommt. Aber wie sich das Elternsein wirklich anfühlt,
weiß man erst, wenn man bereits mittendrin ist.
Was sind die größten Herausforderungen für Mütter heute?
Wahrscheinlich ein viel zu hoher Perfektionsanspruch. Der beginnt schon in
der Schwangerschaft. Da wird zum Beispiel das Ablehnen mancher Untersuchungen
fast schon als fahrlässig dargestellt. Die gesellschaftliche Erwartung ist
doch, dass die perfekte Mutter auch das perfekte Kind bekommt. Dass wir
letztlich so viele Dinge trotz aller medizinischen und technischen
Möglichkeiten gar nicht in der Hand haben, wird oft vergessen. Einfach „nur“
guter Hoffnung zu sein, wird den Müttern immer schwerer gemacht. Schon in der
Schwangerschaft erleben sie, dass andere und nicht sie selbst die Experten
für ihr Kind sind. Und das setzt sich über die Geburt, das Wochenbett und so
weiter fort. Ganz ehrlich bewirkt der Satz „Du bist eine wunderbare Mutter
und machst das gerade ganz großartig“ in der Regel oft wesentlich mehr als
jedes Mittelchen in meinem Hebammenkoffer. Stattdessen hagelt es aber oft
Kritik von allen Seiten. In keinem anderen Bereich wird man so sehr
beobachtet und wird sich so sehr von außen eingemischt. Als Mutter kann man
es eigentlich nur falsch machen. Dabei ist gerade Familie mit all den damit
verknüpften Entscheidungen etwas höchst Individuelles.
Und für Väter?
Die meisten heutigen Väter haben selbst noch ein ganz andere Väterbild
kennengelernt. Die Rollenverteilung war viel klassischer und gleichzeitig
wird heute erwartet, dass sie sich genauso viel einbringen wie die Mutter. Es
fehlen aber oft auch Vorbilder zur Orientierung, gerade wenn man vielleicht
der erste im Freundeskreis ist, der Vater wird. Und genau wie die Mütter
stehen auch die Väter gesellschaftlich unter Beobachtung. Wer keine
Elternzeit nimmt, kümmert sich nicht, so die Denke. Wer zu lange Elternzeit
nimmt, ist ein wickelndes Weichei. Und so weiter. Auch die Männer können es
nicht wirklich richtig machen. Und dass sie ihre Sache gut machen, bekommen
sie auch nur sehr selten zu hören.
Wie und wann kam Euch die Idee für Euer Buch "Von guten Eltern und
glücklichen Paaren" und wie war die Zusammenarbeit mit Christian?
Genau kann ich das gar nicht mehr sagen und herleiten. Aber das Thema
beschäftigt uns ja auf unserem Blog "Von guten Eltern" schon lange.
Und der Verlag sah auf alle Fälle einen Bedarf, weil viele Elternratgeber
doch primär das Kind im Fokus haben. „Von guten Eltern und glücklichen
Paaren“ war eigentlich nur der Arbeitstitel, aber irgendwann unterwegs
merkten wir, dass es gut passt, weil es ja genau darum geht. Es als Eltern
irgendwie gut hinzukriegen und auch als Paar glücklich zu sein. Die
Zusammenarbeit lief gut, was sicherlich aber auch daran liegt, dass wir das
Blog seit über vier Jahren gemeinsam schreiben und uns auch da über alle
Texte intensiv austauschen.
Wie nehmt Ihr beide Euch immer wieder Auszeiten füreinander?
Aktuell ist unser jüngstes Kind gerade sieben Monate alt. Das heißt, dass
die Abende gerade meistens nicht unsere Paarzeit sind, weil Dauerstillen oder
selber Schlafen Priorität haben. Also versuchen wir am Tag, wenn die drei
Großen in der Schule und im Kinderladen sind und das Baby im Tragetuch oder
Kinderwagen (okay, das eher selten) schläft, gemeinsam spazieren oder einen
Kaffee trinken zu gehen. Das klappt gut und regelmäßig. Dafür stapelt sich
dann vielleicht die Wäsche etwas mehr oder E-Mails werden etwas später
beantwortet. Aber diese Zeit ist wichtig. Denn mit vier Kindern kommt man
doch selten dazu, Gespräche in vollständigen Sätzen zu führen, weil immer
irgendwer was möchte. Da wir die Babyphase bereits zum vierten Mal erleben,
wissen wir auch, dass die Zeit exklusiv zu zweit relativ schnell wieder
kommt. Und von der großen Tochter gibt es bereits die Angebote zum
Babysitten.
Oft haben Vater und Mutter unterschiedliche Meinungen, wenn es um die
Kindererziehung geht. Einer sagt Hü, der andere Hott. Hast Du einen guten
Tipp, wie man auf einen gemeinsamen Nenner kommt?
Reden, reden, reden. Und fast noch wichtiger: zuhören. Auch wenn ich
vielleicht selbst anderer Meinung bin, sollte ich mir die Argumente meines
Partners anhören. Es gibt ja in der Regel immer einen Grund, weshalb dem
einen dies und dem anderen jenes wichtig ist. Wir schicken uns hier auch
immer mal interessante Links zu einem Thema zu, über das wir dann sprechen.
Genauso wichtig ist auch der Austausch mit anderen Freunden, die Eltern sind.
Das erweitert auch oft den Horizont. Generell hilft es, flexibel zu bleiben
und sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen. Und sich auch manchmal
einfach mit dem für Eltern wohl unerlässlichen Humor eingestehen, dass man
bisweilen scheitert mit seinen Ideen. Natürlich ist es schon gut, wenn man
die prinzipielle Idee davon teilt, wie man mit seinen Kindern zusammen leben
möchte. Aber die Details kann kann man auf dem Weg finden und immer wieder so
anpassen, dass es sich für alle in der Familie stimmig anfühlt.
Ihr habt vier gemeinsame Kinder – wie habt Ihr Euch als Paar in dieser Zeit
verändert?
Die Prioritäten haben sich verändert. Die Familie kommt ganz klar vor allen
anderen Dingen. Wir arbeiten beide sehr gerne und mit Passion, aber nicht um
jeden Preis. Und gemeinsame Zeit ist für uns wertvoller als Geld oder der
damit verbundene Konsum. Vor den Kindern hat jeder doch mehr sein Ding
gemacht und dann haben wir den Beziehungsalltag entsprechend angepasst. Zum
Beispiel, als wir aufgrund beruflicher Entscheidungen in verschiedenen
Städten lebten. Jetzt wird allerdings einfach mehr gemeinsam entschieden. Das
gegenseitige Vertrauen ist auch noch mal definitiv mit der Familiengründung
gewachsen. Wir haben gerade in anstrengenden Zeiten gemerkt, dass wir uns
wirklich aufeinander verlassen können. Außerdem ist es ziemlich schön, seinen
Partner als Vater oder Mutter zu erleben. Und ein bisschen älter geworden
sind wir natürlich auch in dieser Zeit.
Was schätzt Du besonders an Christian?
Ich kann das eigentlich nur schwer auf zwei, drei Charaktereigenschaften
oder Fähigkeiten runter reduzieren. Wenn, dann sind das Vertrauen,
Verlässlichkeit, Humor… oder kurz gesagt: Es passt einfach. Und ich bin auch
nach so vielen Jahren wirklich immer noch richtig gerne mit ihm
zusammen.
Und Christian: was schätzt Du besonders an Anja?
Ich vertraue ihr absolut. Und sie ist gnadenlos ehrlich. Das ist nicht
immer einfach, aber es sorgt dafür, dass Konflikte immer ihren Raum finden
und sich bei uns nie lange negative Energie aufstaut. Das hat uns über die
Jahre übrigens immer sehr geholfen.
Wenn ein Elternpaar gerade irgendwie den Draht zueinander verloren hat –
wie kannst Du ihnen Mut machen?
Wahrzunehmen, dass es gerade so ist, ist schon mal ein erster Schritt, dann
auch etwas daran zu verändern können. Die Frage ist nun, warum man sich als
Paar so aus den Augen verloren hat. Liegt es daran, dass Babybedürfnisse,
Schlafmangel und zeitweilige Überforderung kaum Raum für anderes lassen? Dann
sind die Chancen auf gemeinsame bessere Zeiten relativ gut. Denn das Leben
mit Kind ändert sich ständig. So sehr uns dieses kleine Kind vielleicht
gerade braucht und beschäftigt, so wird es nicht bleiben. Auch wenn man
vielleicht gerade aufgrund der persönlichen Umstände nicht wirklich viel an
der Situation ändern kann, sollte man nicht vergessen, miteinander zu reden.
Und gemeinsam ein paar Pläne schmieden, was man macht, wenn mal wieder mehr
Zeit da ist.
—– Und weil wir finden, dass Anja und Christian ein ganz wunderbares Buch
geschrieben haben, verlosen wir zwei Exemplare an Euch. Schreibt uns einfach,
was Ihr an Eurem Partner besonders toll findet – das Los entscheidet
dann!
Foto: Leni Moretti
|
Wie bleiben Eltern ein glückliches Paar? Interview mit Anja und Christian
von "Von guten Eltern" | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-es-mir-gerade-geht-ueber-gemischte-gefuehle-und-pandemie-muedigkeit |
„Und wie gehts Dir?“, fragt mich eine andere Kitamutter, als wir im
Berliner Nieselregen stehen, um unsere beiden Kitakinder abzuholen. Ich gucke
sie an und weiß keine Antwort. Ich suche das richtige Wort, aber ich kann
nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Ich fühle gerade gar nichts. Und
dann wieder ganz viel.
Ich bin müde. Müde von diesen immer gleichen Tagen ohne Abwechslung, ohne
Highlights. Ich bin müde von diesem Trott, alles verschwimmt, Tage, Wochen.
Wir haben einen Mittwoch, Mitte März. Aha, gut zu wissen. Die Wochen beginnen
wie sie enden. Alles Einheitsbrei – unterbrochen vom Summen des Druckers,
wenn wir neue Arbeitsblätter für die Kinder ausdrucken müssen.
Homeschooling, Distanzunterricht, Präsenzpflicht. Ich wünsche mir so sehr,
dass die Kinder zur Schule gehen können, aber gleichzeitig schicke ich sie
mit mulmigem Gefühl. Auf der einen Seite will ich, dass sie alles miterleben,
was gerade möglich ist, weil ich immer damit rechne, dass wir bald wieder im
Lockdown sitzen. Auf der anderen Seite gucke ich auf die steigenden Zahlen
und denke: Das kann nicht gut gehen. Ich habe meinen inneren Kompass verloren,
der mich sonst sehr stark leitet. Ich bin hin-und hergerissen, was sich nicht
gut anfühlt.
Von Beginn an ist diese Zeit der Pandemie wie eine Achterbahn-Fahrt für
mich. Es gibt Wochen, in denen es mir gut geht. Wirklich gut. Da denke ich:
Das geht schon alles. Da ist mir bewusst, wie glücklich ich mich schätzen
kann, dass wir einen Garten haben. Dass ich von zu Hause arbeiten kann und
dass wir alle gesund geblieben sind. Und dann gibt es die Tiefen, diese
Phasen, in denen ich den Optimismus verliere. In denen ich spüre, wie sehr
das alles an mir zehrt. Dann will ich nur noch alleine sein, breche oft in
Tränen aus, bin dünnhäutig, gereizt, müde, kaputt. Dann zweifle ich an mir,
denke, ich kriege gar nichts hin. Diese Tiefs dauerten letztes Jahr nur ein
paar Stunden, jetzt sind die Tiefs tiefer und ich brauche länger, um aus
ihnen herauszukrabbeln.
Mir fehlt der Lichtblick, die Perspektive. Würde einer sagen: „Komm,
durchhalten, bis Mai noch, dann ist es vorbei.“ – ich wäre die Erste, die
motiviert einen Endspurt hinlegt. Aber das sagt niemand. Ständig neue
schlechte Nachrichten. Impf-Stopps, fehlende Tests, steigende Zahlen,
Schließungs-Forderungen. Manchmal verursachen diese Nachrichten bei mir Wut
und Sorge, immer öfter aber stehe ich ihnen gleichgültig gegenüber. Ich
stumpfe ab. Und das ist nicht gut.
Ich vermisse meine Freunde und meine Familie so sehr. Zoom und Facetime
können die Lücken längst nicht mehr schließen. Ich brauche die echte Nähe,
damit Herzens-Nähe entstehen kann.
Ich habe es so satt, dass ich seit einem Jahr mein Bestes gebe. Ich
zerreiße mich zwischen meinem Job, den Kindern, der Schule, der Betreuung,
der seelischen Begleitung der Kids, dem Haushalt, ich habe meine Kontakte
krass reduziert, habe alles akzeptiert und mitgetragen – und nichts ändert
sich. Ich begreife: So sehr ich mich auch anstrengen mag, ich habe es nicht
in der Hand, wie es weiter geht.
Wie es mir also geht? Dafür gibt es keinen Begriff. Ich weiß aber, dass
ganz viele da draußen ähnlich fühlen. Zwischen Mutlosigkeit, Resignation und
dem unbedingten Willen, sich nicht geschlagen zu geben.
Während wir am Anfang alle noch Regenbögen in die Fenster gemalt und uns
gegenseitig angefeuert haben, ist der Ton online und offline nun rauer. „Am
Ende dieser Pandemie werden wir alle viel haben, was wir uns gegenseitig
verzeihen müssen“, habe ich neulich irgendwo gelesen. Das stimmt. Viele von
uns beißen mittlerweile um sich, aus Überforderung und Angst. Das macht was
mit uns.
Das Gute ist: Vor meiner Haustür blühen die Krokusse. Immer dann, wenn ich
traurig und hoffnungslos bin, setze ich mich auf die Stufen, schaue die
Blumen an und denke: Es gibt Farbe. Es gibt Freude. Es gibt einen Neuanfang.
So wie der Krokus kommt all das von tief unten und muss sich erst
durchkämpfen. Doch dann ist es zu sehen. Für uns und alle, die es sehen
wollen. Es geht vorbei. Es geht vorbei. Nicht heute. Nicht morgen. Aber es
geht vorbei.
|
Wie es mir gerade geht? Über gemischte Gefühle und Pandemie-Müdigkeit |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-hoert-sich-der-soundtrack-deines-leben-an-coach-johanna-ueber-mehr-selbstbestimmung |
Heute ist wieder so ein Tag, wir haben es gerade so in die Kita geschafft,
ich lasse mich erschöpft auf den Autositz fallen und habe das Gefühl, es
müsste bereits neun Uhr am Abend sein. Dabei geht die tägliche
„Work-Life-Challenge“ ja jetzt erst richtig los. Ich will hier gar nicht ins
Detail gehen, ihr kennt das Spiel: die „Rushhour“ des Lebens. Hier muss uns
alles gelingen: Karriere, Kinder, Partnerschaft und immer ganz wichtig:
Selbstverwirklichung!
Dabei will ich das gar nicht verspotten, im Gegenteil: Das Bedürfnis nach
Selbstverwirklichung bzw. nach selbstbestimmter Lebensgestaltung ist ein
Grundbedürfnis und hat erwiesenermaßen entscheidenden Einfluss auf unsere
Lebenszufriedenheit. Nur, was will ich denn überhaupt verwirklichen? Was ist
mir wirklich wichtig? Und wann hatte ich zuletzt überhaupt Gelegenheit wieder
einmal darüber nachzudenken?
Im allgemeinen Alltagswahnsinn sind wir mitunter so fremdgesteuert, dass
diese Fragen komplett in den Hintergrund treten. Was bleibt, ist häufig ein
diffuses Gefühl der Unzufriedenheit. Denn es gibt sie ja noch, diese leise
innere Stimme, die uns sagt: Da muss aber noch was kommen. Das kann es jetzt
nicht gewesen sein.
Angefacht wird dieser Gedanke auch durch die allgegenwärtigen sozialen
Vergleiche. Jede von uns hat sicherlich Freunde oder Bekannte, die weiterhin
auf dem Karrieretrack sind oder weiterhin durch die Welt tingeln und einem
vor Augen führen, was man selbst aufgegeben oder zumindest „on hold“ gesetzt
hat. Nebenbei bemerkt, hier tappen wir immer wieder schön in dieselbe Falle:
wir vergleichen unsere innere Realität mit den äußeren Highlights der
anderen. Und natürlich stimmt uns das unzufrieden.
Die einzige Möglichkeit, sich gedanklich davon frei zu machen ist, unsere
eigene innere Realität immer wieder zu reflektieren und selbst zu gestalten.
Doch dafür braucht es zunächst persönliche Antworten auf ganz
richtungsweisende Fragen, wie:
Was ist mir wirklich wichtig in meiner aktuellen Lebensphase?Welche Werte
vertrete ich?Wo liegen meine Ressourcen und Potenziale?Welchen Beitrag möchte
ich in meinem direkten Umfeld und in der Welt leisten?Welche
Gestaltungsspielräume kann ich mir ganz konkret eröffnen?
Es geht also darum, wieder in einen inneren Dialog mit uns selbst zu kommen
und zu spüren, wo unsere Bedürfnisse liegen und was uns mit Sinn (Purpose)
erfüllt. So wird unser persönlicher Purpose zum inneren Kompass, der uns
dabei hilft, unser Leben passend zu gestalten.
Und hier können wir mit ganz kleinen Dingen anfangen, die unseren Alltag
bereichern und uns wieder selbstbestimmter leben lassen. Bei mir war es
beispielsweise die Wiederentdeckung meiner Leidenschaft aus Kindertagen, dem
Malen. Um dieses Hobby wieder in meinen Alltag zu integrieren, habe ich mir
vor einigen Jahren einen Malkurs gesucht, den ich an meinen arbeitsfreien
Freitagen besuchen kann.
So verbringe ich meine kostbare freie Zeit ganz bewusst nicht nur mit den
notwendigen Haushaltserledigungen, sondern widme auch 2 Stunden ganz mir
selbst. Das ist für mich zu einer großen Energiequelle geworden und trägt
wesentlich zu meiner inneren Balance bei, die mir dabei hilft, mein Leben
selbstbestimmter und sinnorientierter zu gestalten.
Ein guter Startpunkt sich mit den eigenen Bedürfnissen und seinem
Sinnerleben auseinanderzusetzen ist es, erst einmal den persönlichen Standort
zu bestimmen. In meinen Coaching Prozessen nutze ich dafür gern den
„Soundcheck meines Lebens“, weil er über die kognitive Ebene hinausgeht und
uns einlädt, unseren Gefühlen Raum zu geben:
Im ersten Schritt geht es darum, überhaupt erst einmal die 5-6
Lebensbereiche zu identifizieren, die dir am wichtigsten sind und deine Lebenszufriedenheit
beeinflussen. Das können Bereiche wie Familie, soziale Kontakte, Karriere,
Finanzen, Gesundheit, etc. sein.
Markiere für jeden der definierten Lebensbereiche deine aktuelle
Zufriedenheit auf einer Skala zwischen 1 und 10. Das sind deine
„Soundregler“. Gehe dabei möglichst intuitiv vor, also gar nicht lange
nachdenken. Um noch ein Stück tiefer ins Gefühl zu kommen, verbinde jetzt die
einzelnen Skalenpunkte zu einer dynamischen Linie, schließe die Augen und
höre in dich hinein. Wie klingt der Sound deines aktuellen Lebens? Vielleicht
nimmst du eine konkrete Melodie wahr, vielleicht auch nur
Lautstärke-Variationen oder harmonische und disharmonische Töne. Alles ist
erlaubt. Es geht darum, ein erstes Gefühl davon zu bekommen, wie stimmig sich
dein aktueller „Lebenssound“ anhört.
Im nächsten Schritt definierst du den Idealzustand deiner einzelnen
Lebensbereiche. Also markiere, wieder ganz intuitiv, wo du liegen möchtest.
In meinen Coachings erlebe ich dabei immer wieder einen allgemeinen
Optimierungsdrang, d.h. alle Lebensbereiche werden nach oben reguliert.
Nun versetze dich aber tatsächlich einmal in die Lage eines DJs. Würdest du
dann alle Soundregler gleichzeitig nach oben drehen? Wohl kaum. Denn eine
gute Melodie entsteht aus Dynamik. Übertragen auf uns heißt das: Es ist nicht
realistisch in allen Lebensbereichen eine Schüppe drauf zu legen, das
übersteigt unsere Kapazitätsgrenzen. Also kann es nur darum gehen,
Prioritäten zu setzen: Welche Lebensbereiche liegen dir aktuell besonders am
Herzen und in welchen Bereichen bist du im Gegenzug gewillt
zurückzuschrauben? Ich spreche hier bewusst von aktuell, denn es handelt sich
immer um eine Lebensphasenbetrachtung, die sich naturgemäß verändert. Und
gerade diese Dynamik ermöglicht es uns ja, uns weiterzuentwickeln.
Versuche jetzt, dich in den neuen Sound deines Lebens einzufühlen. Was hat
sich verändert? Wie sieht die neue Soundkurve insgesamt aus, ist genügend
Dynamik im Spiel? Interessant ist es auch, die beiden Soundkurven zu
vergleichen: Wo kommt deine aktuelle Lebenssituation deinem Ideal schon sehr
nahe? Also was sind, anders ausgedrückt, auch die Ressourcen, die dir zur
Verfügung stehen? Wo liegen die größten Diskrepanzen? Was kannst du ganz
konkret tun, um diese Diskrepanzen Schritt für Schritt zu schließen? Das sind
die ersten Aktivitäten, mit denen du dir sofort neuen Gestaltungsspielraum in
deinem Alltag schaffen kannst. Gleichzeitig richtest du so deinen Fokus auf
das, was im tiefergehenden Purpose-Prozess entdeckt werden will.
Kommen wir noch einmal zurück auf die eingangs beschriebene Situation. Die
„Work-Life-Challenge“ wird natürlich nicht weg gehen. Aber wir können ihr
selbstbestimmter begegnen und dadurch eine höhere Lebensqualität erreichen,
denn ich bin überzeugt: Wir sind nur dann wirklich glücklich und erfolgreich,
wenn wir in der Mitte unserer Ressourcen und Werte stehen.
Johanna Finke ist Psychologin, Personalentwicklerin (Dax-30) und
freiberuflicher Career & Life / Purpose Coach. On- und offline begleitet
sie ihre Kunden in ihren persönlichen und beruflichen Veränderungsprozessen.
Johanna lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Düsseldorf. Mehr
Infos auf www.johannafinke.com.
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Selbstbestimmung: Wie hört sich der Soundtrack deines Lebens an? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-als-kind-den-tod-meines-bruders-erlebte-gastbeitrag-von-natalia |
Das Mädchen steht vor dem
Kleiderschrank und weiß nicht, was es anziehen soll. Ein warmer Sommertag in
Deutschland vor vielen Jahren. Es entscheidet sich für eine graue Hose und
ein T-Shirt, über das es eine dunkelblaue Trachtenjacke zieht. Die liebt sie
besonders. Sie ist eine Erinnerung an einen schönen Familienurlaub in Tirol
im vergangenen Jahr. Auf die Jacke sind rosa Blumen gestickt. Das Mädchen
überlegt noch, ob es sie vielleicht abtrennen sollte, doch sie bringt es
nicht über’s Herz. Sie weiß genau, dass alle schwarz angezogen sein
werden. Und doch hat sich niemand Gedanken darüber gemacht, was die beiden
Schwestern anziehen werden. Dabei ist doch gleich die Beerdigung.
Gestern wäre der dritte Geburtstag des Bruders gewesen. Das Mädchen ist
neun Jahre alt. Das Mädchen bin ich.
Wenn ein Kind in der Familie stirbt, ist das für mich noch immer das
Schlimmste und Unvorstellbarste, was einem im Leben zustoßen kann.
Erst, seitdem ich selbst Mutter bin erahne ich, WAS meine Eltern
durchgemacht haben.
Erst seitdem ich Mutter bin, kann ich nachvollziehen, dass der Tod eines
Kindes für manche Eltern das Ende der Beziehung, das Ende der Familie,
vielleicht sogar das Ende von sich selbst bedeuten kann.
Mein Bruder starb überraschend während einer Urlaubsreise nach Frankreich.
Was meine Eltern immer und immer wieder gesagt haben: „wir wären doch niemals
mit einem kranken Kind verreist.“
Mein Bruder war gesund und wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich ihn
und mich, im Meer spielen. Eine Landzunge hatte einen kleinen See gebildet
und ich zog ihn in einem Schlauchboot. Und er kreischte vor
Freude.
Gleich am zweiten Tag bekam er starke Bauchschmerzen, die nicht aufhörten,
so dass meine Eltern schnell einen Kinderarzt aufsuchten. Ich erinnere mich
an die Hitze im Wartezimmer. Ich erinnere mich auch, wie sehr mich sein
Weinen und Jammern genervt hat.
Es hat mich Jahre gekostet um mich von diversen Schuldgefühlen zu befreien.
Und ich glaube, dass das Schicksal der Geschwisterkinder ist. Du hast keine
Schuld, aber du fühlst sie.
Momente in denen ich mich schuldig fühlte:
dass ich das rote Rosenherz am Fuße des Sarges so schön fand.
dass ich so gerne die Hand meines Vaters gehalten hätte, er aber den Sarg
seines Sohnes trug.
dass ich die Lieder blöd fand.
dass wir nach der Beerdigung gefragt haben, ob wir „Heidi“ im Fernsehen
schauen dürften, weil der Tag so lang war.
dass ich in der Schule nicht mein schönstes Ferien-Erlebnis malen konnte.
Nicht nur, weil ich keines hatte. Ich war auch so wütend auf die Lehrerin.
dass ich nicht immer weinen konnte.
dass ich nicht immer an ihn dachte.
dass ich schlecht in der Schule wurde.
dass nicht ich an seiner Stelle gestorben bin.
Mein Bruder wurde schnell in die Uni-Kinderklinik nach Bordeaux verlegt, wo
er innerhalb einer Woche starb. Eine Sepsis hat ihm das Leben gekostet. Es
war medizinisch nichts zu machen und bis heute ist unklar, woran er
eigentlich erkrankte.
Woran ich mich erinnere:
als wir den Sarg ausgesucht haben. Uns Mädchen war es wichtig, dass die
Kissen schön weich und kuschelig waren.
dass wir sein Lieblingsauto, sein Kuscheltier und sein Schlafsäckchen
rausgesucht haben. Das, was bei ihm bleiben sollte.
an meinen Vater, der immer und immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt
wird.
an meinen Bruder, den wir noch einmal sehen durften. Der so friedlich da
lag. Schlafend. Und doch hob sich die Bauchdecke nicht.
an meine Mama.
dass ich mir jahrelang das Weinen verboten hatte aus der Sorge, dass der
Schmerz nachlässt und die Vergessenheit siegen könnte.
dass wir mit einem leeren Kindersitz nach Hause gefahren sind. Eine
endlose Fahrt. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir eine Pause gemacht
haben. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich mich getraut hätte nach einer
Pause zu fragen.
Woran ich mich nicht erinnere:
dass sich ein Erwachsener überhaupt mal nach uns Kindern erkundigt hat. Und
damit
meine ich nicht: meine Eltern. Sie haben das gegeben, was sie geben
konnten. In ihrem
Schmerz..
Heute gibt es wunderbare Begleitungen für Geschwisterkinder. Damals gab es
das so noch nicht. Oder vielleicht auch: gar nicht.
Als ich vor zwei Jahren die Sendung 37 Grad mit dem Thema „Das Zimmer
meines Bruders sah“ weinte ich die ganze Nacht durch. Nicht wegen meines
Bruders. Sondern wegen mir. Und wegen meiner Schwester. Denn auch, wenn wir
beide Kinder doch da waren, teilten wir das Erlebte nicht. Sprachen wir
niemals davon. Nicht über unsere Traurigkeit. Über unsere Ohnmacht. Über
unsere Angst. Über unsere Überforderung.
Ich habe bis heut nicht verstanden warum. Es war wie ein stilles Abkommen.
Die Trauer der Eltern, die Tränen, die Stille waren schon kaum zu ertragen.
Die eigene Trauer auch. Vielleicht spürten wir, dass wir keine Kraft mehr
hatten, auch noch uns gegenseitig eine Stütze zu sein.
Wenn ein Geschwisterkind stirbt, dann ist es ganz klar: „hier geht es nicht
um dich.“ Das muss gar nicht ausgesprochen werden. Das ist ein
allgegenwärtiges Gefühl. Eines, dass für sehr lange Zeit bleibt. Für mich war
es das Gefühl, was es mir mit am schwersten gemacht hat, gut zu mir zu sein.
Es ging einfach nicht um mich. Ich habe das als Kind gespürt, aber erst Mitte
Zwanzig hat es mich so richtig von den Füßen geholt. Ich kam nicht mit dem
Leben klar. Ich konnte mich nicht abgrenzen. Ich konnte mich nicht spüren. Ich
war stark und überspielte alles mit Leichtigkeit und
Fröhlichkeit.
Bis ich es wagte, das "schwarze Meer der Traurigkeit" in mir
anzublicken und darüber zu weinen, vergingen Jahre. Zu groß war die Angst,
dem Schmerz ins Gesicht zu sehen. Zu groß die Angst, dass ich keinerlei
Handlungsmuster hatte mit meinem Schmerz umzugehen. Und sie war sehr
berechtigt. Ich hatte es als Kind nicht gelernt. Niemand hat mir geholfen.
Niemand, von den Erwachsenen, der den Mut hatte, hinzusehen. Sicherlich nicht
aus Gedankenlosigkeit. Sondern auch aus Angst. Aus Angst etwas Falsches zu
sagen, zu machen, zu tun.
Vor einigen Jahren bat ich meine Eltern, dass ich die Trauerkarten einmal
lesen dürfte. Es waren sehr viel. Und in nur einer einzigen fand ich eine
Anrede, die uns beiden Mädchen bedachte.
In nur einer einzigen.
In diesem Jahr bin ich 40 geworden. Ich bin so alt wie meine Mutter, als
mein Bruder starb. Meine älteste Tochter ist so alt, wie ich damals war. Es
ist 30 Jahre her. Und ich bin dankbar, dass mein Bruder Raphael ein Teil von
mir ist. Ich bin dankbar, dass ich heute die bin, die ich bin. Es war ein
steiniger Weg. Manchmal muss ich noch immer sehr darüber weinen. Darüber, was
das mit mir, mit uns gemacht hat. Aber es ist nicht mehr existentiell. Ich
bin dankbar dafür, dass das Meer in mir heute blau ist. Ich betrachte das
nicht als Selbstverständlichkeit.
Ich möchte euch Geschwistern Mut machen: Du kannst das Geschehene nicht ungeschehen
machen. Du bist nicht schuld. Du hast ein Recht darauf zu leben. Ein Recht
darauf glücklich zu sein.
Wenn du jemanden verloren hast, ein Elternteil. Ein Kind. Einen Freund.
Dann möchte ich dir sagen: du hast ein Recht darauf wieder glücklich zu sein.
Du darfst Freude empfinden. Resilienz ist ein Muskel, den man trainieren
kann. Aber DU bist dafür verantwortlich, dass er wächst. Suche dir
Wegbegleiter und Unterstützer.
Und suche sie auch und unbedingt für deine Kinder. Du musst das gerade
nicht alles alleine schaffen und machen. Aber es ist, auch in großer Trauer,
doch deine Verantwortung als Vater und Mutter deine anderen Kinder, die dich
lieben und brauchen, eine Hilfe an die Seite zu stellen. Die für einen Teil
des Weges den Teil übernimmt, den du gerade nicht geben kannst. Und DAS ist
absolut ok.
Und für alle Außenstehenden: lasst die Menschen in ihrer Trauer nicht
allein. Du musst keine Worte finden, wo du keine hast. Es reicht, wenn du da
bist. Ganz ehrlich. Das reicht aus.
—–Die liebe Natalia hat schon einmal einen wunderbaren Gastbeitrag über
ihre Tochter bei uns veröffentlicht, HIER könnt Ihr ihn lesen. Wer mehr von
Natalia erfahren möchte, kann HIER auf ihre Homepage gehen, ihre
Texte sind wunderbar und sie bietet auch Coachings an.
|
"Wie ich als Kind den Tod meines Bruders erlebte" - Gastbeitrag
von Natalia | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-meine-tochter-an-einen-loverboy-verlor-und-wiederbekam |
Ihr Lieben, neulich teilten
wir auf unserer Facebookseite den Spielfilm "Ich gehöre ihm" von
Thomas Durchschlag (noch bis zum 24.12. in der Mediathek) und zwar mit dem
Zusatz, dass man diesen Film als Eltern einer Tochter kaum aushält.
Es geht um das Drama eines Mädchens, das an einen so genannten
"Loverboy" gerät. Nachdem wir den Link geteilt hatten, nahm Carola,
die eigentlich anders heißt, Kontakt zu uns auf. Wir telefonierten lang. Aus
diesem Gespräch entstand der folgende Text, der auch von ihrer Tochter so
abgenommen wurde…
_____________
Als Carola bemerkt, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmt, ist diese
schon ausgezogen. Sie hatte immer einen guten Draht zu ihrem zweiten Kind.
Die beiden telefonieren nach ihrem Auszug viel und sehen sich häufig, weil
sie weiter in der gleichen Stadt wohnen. Sie ist 19, bereit fürs Leben.
Doch Carola ist beunruhigt. Sie spürt, dass ihrer Tochter – nennen wir sie
Sabrina – etwas auf der Seele liegt. Sie ist schweigsamer als sonst, lässt
sich in Gesprächen immerzu von Nachrichten auf ihrem Handy ablenken. Hier
stimmt doch etwas nicht, ahnt die Mama. Und sie soll Recht behalten…
Hörig, abhängig: In den Fängen eines "Loverboys"
Denn was sie da noch nicht weißt, ist, dass Sabrina in die Fänge eines
genannten Loverboys geraten ist. An einen Typen Anfang oder Mitte 20, der
aussieht wie ein Topmodel. Ein Schönling, der ihr den Himmel auf Erden
verspricht. Und der irgendwann sagt, er brauche dringend 10.000 Euro.
Es sind die kleinen Dinge, die der Mutter Sorgen machen. Wenn Sabrina bei
ihr ist, zieht sie auf dem Sofa die Beine an sich, wie in
Embryohaltung.
Carola sagt ihr immer wieder: Sabrina, ich bin für dich da. Wenn du Hilfe
brauchst, sag Bescheid. Bis Sabrina irgendwann in Tränen ausbricht. Danke,
Mama. Danke. Aber ich kann dir leider noch nicht sagen, was los ist.
Was Mama nicht weiß: Ihre Kind geht anschaffen
Zehn Freier bedient ihre Tochter in der Anfangszeit. Pro Tag! Später sind
es drei oder vier, je nach Auftragslage.
Sabrina ist ihrem Loverboy, der ihr immer mal wieder andere Namen und
Geburtsdaten auftischt, verfallen. Wenn sie äußert, dass sie aussteigen will,
schlägt er sie, sie hat blaue Flecken am ganzen Körper. Er braucht das Geld.
Das Geld, das sie ihm liefert!
Bewusst verschuldet er Sabrina. Mit Handyverträgen oder teuren
Bestellungen, die sie „abbezahlen“ muss. Er droht, ihren kleinen Geschwistern
oder ihrer Mutter etwas anzutun, wenn sie etwas sagt.
Sie liebt ihn. Sie kann nicht ohne ihn.
Carolas Tochter verändert sich, lächelt nicht mehr
Wenn Sabrina ihre Mutter besucht, geht sie erstmal ins Bad. Sie fühlt sich
dreckig. Einmal kommt sie kaum ohne Hilfe aus der Dusche raus, nicht nur ihre
Seele leidet. Auch ihr Körper.
Die Freier sind eher gut betuchte Männer. Irgendwann kann sie wählerischer
werden, bald lässt sie nicht mehr jeden in ihre kleine Wohnung. Denn dort
geschieht es. Sie will da raus. Aber sie schafft es nicht.
Ich bin für dich da. Als Carola endlich von Sabrina erfährt was los ist,
bricht für sie eine Welt zusammen. Sabrina behauptet, das alles freiwillig zu
tun. Für ihn. Aus Liebe. Es sei ja nur Sex und schnell verdientes Geld. Sie
sei so verliebt. Sie habe Angst, dass Carola sie jetzt verstoße. Ich bin für
dich da.
Mama macht gute Miene zum bösen Spiel
Ihrer Mama kommt fast die Galle hoch, wenn sie an ihn denkt. An diesen
Typen, der noch mit ihnen Weihnachten gefeiert hatte. Von dem sie nicht
wissen durfte, was er ihrer Tochter antat. Sie musste gute Miene zum bösen
Spiel machen, sie durfte nichts sagen, obwohl sie es wusste. Es wäre
gefährlich geworden. Für sie. Für ihre Tochter.
Er habe gut geschauspielert, sagt Carola, sei höflich in der Ansprache
gewesen und habe sich sogar geduldig mit Sabrinas Geschwistern gezeigt. Sie
musste mit ansehen, wie ihre Tochter ihn anhimmelte, wie sie ihm Parfum geschenkt
hatte, das sie sich eigentlich nicht hätte leisten können… knutschen, turteln
– das ganze Programm. „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schwer das
war!“, sagt sie.
Mittlerweile hat sie eine Erklärung für Sabrinas verloren gegangenes
Lächeln. Auch ihr eigenes friert ein. Mehr noch. Sie weiß alles und darf doch
nichts wissen. Sie weint an den unmöglichsten Orten, in der Bahn auf dem
Nachhauseweg, im Supermarkt. Wie kann sie ihrer Tochter helfen?
Eine Mutter kämpft um ihr Kind
Carola wird zur Löwenmama. Sie schmiedet Fluchtpläne für Sabrina, freundet
sich mit Mädchen und Jungen aus der Szene an, von denen sie sich Hilfe
erhofft. Spricht mit Opfern und deren Müttern, bringt sich selbst in
Gefahr.
Sie liest das Buch „Und plötzlich gehörst du ihm – Gefangen im Netz eines
Loverboys*“. Sie will immer einen Schritt weiter sein, um handeln zu können,
um ihre Tochter aus der Schusslinie zu nehmen.
Im Hintergrund telefoniert sie Beratungsstellen ab, wendet sich ans
Jugendamt. Aber ohne echten Namen kommt sie nicht weiter, so richtig fühlt
sich niemand zuständig. Außerdem ist ihre Tochter volljährig. Und: Sie gibt
vor, das alles freiwillig zu tun.
„Ich bin durch die Hölle gegangen“, sagt Carola. „Aber für mich war immer
klar, ich halte zu meinem Kind.“ In ihrer Verzweiflung will sie stark sein.
Stark für ihr Kind. Und ihre bedingungslose Loyalität zahlt sich aus. Ihre
Tochter zeigt ihr einige Mails, gibt ihr Kontaktdaten von Freiern.
Mit einem nimmt sie Kontakt auf, er könne evtl. beim Ausstieg helfen, sagt
er. Doch bei einem ersten Treffen stellt er Bedingungen: Ich habe deine
Tochter gevögelt. Jetzt will ich noch dich. Eine Farce.
"Es war schlimmer als ein Albtraum."
Schlimmer als ein Albtraum, nennt Carola das heute. „In mir ist so viel
kaputt gegangen.“ Wenn dein Kind die Hilfe nicht will, sind uns die Hände
gebunden, sagen die Beratungsstellen. Sie kämpft allein.
Immer wieder verbietet der Loverboy ihrer Tochter den Kontakt zu ihr.
Währenddessen zieht er sein Spielchen mit weiteren Frauen durch. Sabrina mag
seine „Hauptfrau“ sein, mit ihr macht er das meiste Geld, aber sie ist nicht
die einzige, die ihm hörig ist, die er manipuliert, bis sie alles macht, was
er von ihr verlangt.
Die wie fremdgesteuert für ihn funktioniert, die er immer weiter in seine
Abhängigkeit manövriert. Die für ihn anschaffen geht. Angeblich aus
Liebe.
Vier Jahre lang dauert ihr Martyrium aus Prostitution und Hörigkeit.
Drei Mal geht Carola mit ihrer Tochter zum LKA, dreimal bricht sie das
Gespräch ab und läuft weg. Zurück in seine Arme. Sie kommt nicht los. Jetzt
noch nicht.
Dann schafft sie den Absprung.
Endlich: Sabrina schafft den Absprung
Am Ende ist es ihr Körper, der sie zum letzten Schritt zwingt, er nimmt
kaum noch Nahrung an. Mehrmals bricht sie auf der Straße zusammen, wird ins
Krankenhaus eingeliefert. Sie fängt eine Therapie an, besucht Ärzte. Hält
sich kaum noch in ihrer Wohnung auf, um nicht von ihm abgefangen zu
werden.
Anfangs terrorisiert er sie, ruft immer wieder an, droht. Doch am Ende
haben sie so viel gegen ihn in der Hand, dass sein echter Name polizeibekannt
wird und er sich zurückziehen muss. Sabrina beginnt einen Job, vor allem zur
Ablenkung.
Bei manchen Gerüchen auf der Straße wird Sabrina immer noch schlecht, dann
erlebt sie Flashbacks in die schlimme Zeit. Überall im Alltag lauern
Geruchs-Trigger, Betroffene haben oft jahrelang damit zu kämpfen. Da kommt
plötzlich Hass und Wut hoch, viele richten diese auch gegen sich selbst,
erzählt Carola.
Selbst die Umarmung eines vertrauten Menschen kann Erstickungsgefühle
hervorrufen. Nähe zuzulassen fällt nicht mehr leicht. Familien zerbrechen daran.
Die meisten brauchen jahrelange Therapien, um halbwegs zurückzufinden in
einen geregelten Alltag.
Vier Jahre sind seit Sabrinas Absprung vergangen, die Fassade wirkt
unauffällig. Heute ist sie verheiratet und Mama geworden.
Nichts ist mehr wie es war: Für immer verändert
Carola hat die Sorge um ihr Kind gebrochen, sie hat es schwer, Männern zu
vertrauen, ihre Grundfeste sind erschüttert. Aber sie hat keinen Hass mehr.
Sie hat ihre Tochter wieder. Und das ist mehr als sie erwarten konnte. Nie
wieder aber, das glaubt sie fest, werden sie zurückfinden in die
Unbeschwertheit von damals.
Wirklich geholfen hat ihr am Ende der Kontakt zu einer anderen betroffenen
Mutter, die ihr die Beratungsstelle Eilod vermittelt hat (der Verein
übrigens, der ihr in der Zeit am meisten geholfen hat) und mit der sie noch
heute freundschaftlich verbunden ist. Weil niemand sonst wirklich
nachvollziehen kann, was sie da durchgemacht haben. Und was es bedeutet, wenn
sich das eigene Kind ins Unglück stürzt.
Sabrina wird nie wieder dieselbe sein wird wie vorher. Und ihre Mama eben
auch nicht.
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Foto (Symbolbild): pixabay
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Wie ich meine Tochter an einen Loverboy verlor – und wiederbekam | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-meinen-mann-an-den-alkohol-verlor-und-niemanden-mehr-so-lieben-konnte-wie-ihn |
Mein Name ist Heike und ich
möchte Euch heute von Sascha erzählen. Unsere Geschichte beginnt an einem
kalten November Abend, ich war gerade mal 19 Jahre alt und mit meinen Mädels
in unserer Lieblingsdisko – wie jeden Samstag. Wir feierten ausgelassen,
tanzten wild. Plötzlich bemerkte ich, dass mich ein Typ beobachtete. Er saß
mit seinen Freunden am Tisch und guckte immer rüber. Er gefiel mir, aber ich
war auch zu schüchtern, ihn anzusprechen.
Irgendwann kam einer seiner Freunde, zog mich an den Tisch und stellte uns
einander vor. Der Typ mit dem süßen Grinsen hieß Sascha, war 23 Jahre alt.
Tja, was soll ich sagen: Es war Liebe auf den ersten Blick – auf beiden
Seiten! Ab diesem Abend waren wir praktisch unzertrennlich. Er wurde nicht
nur mein Partner, sondern auch mein bester Freund, mein Seelenverwandter. Wir
genossen die Zeit so sehr, es gab nie Streit und schon nach drei Monaten
machte er mir einen romantischen Heiratsantrag. Ich sagte ja – und war
überglücklich.
Kurz darauf wurde ich schwanger. Seine Familie war nicht gerade begeistert,
was ich verstehen kann. Sascha studierte und ich war noch in der Ausbildung.
Aber wir freuten uns, Abtreibung kam für uns nie in Frage. Wir waren uns
sicher, dass wir alles zusammen schaffen können. Im Januar 2000 kam unser
kleines Wunder zur Welt. Wir waren verzaubert und endlich eine Familie.
Sascha war der liebevollste Papa, den man sich vorstellen kann und auch für
mich ein sehr fürsorglicher und liebender Partner.
Doch als unser Sohn zwei Jahre alt war, veränderte sich Sascha. Er war
seltener zu Hause, sagte, er wäre bei seinen Eltern, um dort in Ruhe zu
lernen. Er wollte ja endlich sein Studium abschließen. Mir leuchtete das ein,
aber irgendwie spürte ich, dass etwas faul war. Wenn er zu Hause war, schlief
er viel, wirkte abwesend und war nicht mehr zugänglich. Ich wusste nicht, was
mit Sascha los war, versuchte geduldig zu sein, schob es lange auf den
Lernstress.
Eines Tages kam dann eine Nachbarin auf mich zu. Sie erzählte mir, dass sie
Sascha gesehen hatte, wie er heimlich trank, abends und tagsüber. Ich konnte
es zunächst kaum glauben, musste dann aber einsehen, dass Alkohol eine
Erklärung für Saschas Verhalten sein könnte. Ich sprach ihn darauf an, er
gestand sofort alles. Wir weinten und redeten und er versprach, mit dem
Trinken aufzuhören. Ich glaubte ihm, damals war ich noch so naiv, dass ich
glaubte, man könne einfach so mit dem Trinken aufhören….
In den nächsten Wochen stritten wir oft, Sascha war ständig gereizt und
fühlte sich durch alles angegriffen. Natürlich hörte er auch nicht „einfach
mal“ mit dem Trinken auf. Die Situation spitzte sich zu und da ich meinen
Sohn schützen wollte, setzte ich Sascha irgendwann vor die Tür. Ich sagte
ihm, er solle seine Sucht in den Griff bekommen, dann wäre ich für einen
Neustart bereit.
Eine Woche hörte ich nichts von ihm, es war die Hölle für mich – doch dann
rief Sascha mich unter Tränen an und sagte, er wolle zurück zu mir. Er sagte,
er würde mich und den Kleinen so sehr vermissen und er wolle alles dafür tun,
dass es wieder wie früher wird. Er willigte ein, einen Entzug zu machen –
allerdings sagte er, er wolle nicht in eine Klinik.
Wir besprachen, dass er bei uns zu Hause entziehen sollte. Ich brachte den
Kleinen am Freitagmorgen zu meinen Eltern, um das ganze Wochenende voll für
Sascha da zu sein. Ich hätte nie gedacht, wie heftig dieser Entzug werden
würde. Sascha hatte Schweißausbrüche, zitterte, wütete – es war einfach
schrecklich.
Am Sonntag nachmittag schien es überstanden. Er war vollkommen nüchtern,
zitterte nicht mehr. Wir waren beide erschöpft, lagen auf der Couch, hielten
uns fest und redeten. Ich spürte, dass ich meinen Sascha wieder hatte. Er
sagte, dass er angefangen hatte zu trinken, weil er mit dem Druck nicht mehr
zurecht kam – Studium, die Verantwortung für uns, fianzielle Sorgen. Er
sagte, durch das Trinken habe er kurz seine Sorgen vergessen – doch er hätte
schnell mehr und mehr Alkohol gebraucht… .Ich hörte ihm einfach nur zu und
wir waren uns sicher, dass wir diese Krise zusammen durchstehen.
Abends holte ich unseren Sohn ab. Wir aßen gemeinsam zu Abend, brachten
unser Kind ins Bett, redeten weiter. Gegen Mitternacht legten wir uns
schlafen. Er hielt meine Hand und sagte, wie froh er sei, mich zu haben.
Gegen drei Uhr morgens weinte unser Sohn. Ich stand auf und sah, dass Sascha
nicht mehr neben mir lag. Ich beruhigte unseren Sohn und ging dann ins
Wohnzimmer, um nach Sascha zu schauen. Sascha lag auf der Couch und erkannte
sofort, dass etwas nicht stimmte. Er war verkrampft und schon blau
angelaufen. Ich rief sofort die Polizei, die samt Notarzt kam.
Sascha ist in dieser Nacht gestorben. Sein Herz hat plötzlich
versagt.
Die nächsten Wochen und Monate war ich nicht mehr ich selbst. Ich hatte
meinen kompletten Lebensmut verloren, weinte nur noch, konnte nichts mehr
essen. Meine Mutter nahm den Kleinen und mich auf und kümmerte sich um alles.
Ohne sie hätte ich diese Phase wohl nicht überstanden.
Eines Morgens wachte ich dann auf, weil ich mein Kind reden hörte. Ich ging
zu ihm und fragte: „Mit wem sprichst du?“ Er sagte: „Na, mit Papa natürlich!“
Ich fing bitterlich zu weinen, aber mir wurde gleichzeitig auch klar, dass
ich mich zurück ins Leben kämpfen musste – für unseren Sohn.
Das alles ist mittlerweile 17 Jahre her, bis heute habe ich Saschas Tod nicht
komplett verarbeitet. Er fehlt mir bis heute und manchmal kommen mir noch die
Tränen, wenn ich an ihn denke. Er war einfach die Liebe meines Lebens. Ich
habe nie wieder so geliebt, meine späteren Partnerschaften gingen nicht gut.
Saschas und mein Sohn ist heute 19 Jahre alt, er ist ein toller Kerl und ich
liebe ihn und seine beiden Halbgeschwister sehr.
Ich weiß, dass es da draußen viele andere Frauen mit heftigen Schicksalen
gibt. Denen möchte ich sagen: Bleibt stark, ihr seid nicht alleine. Vertraut
Euch anderen Menschen an, auch Ihr braucht Unterstützung. Kaum ein Leben
verläuft ohne Tiefen. Aber auch nach den tiefsten Tiefen kommen Hochs – und
die machen das Leben wieder lebenswert.
Foto: Pixabay
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Wie ich meinen Mann an den Alkohol verlor - und niemanden mehr so lieben
konnte wie ihn | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ich-mich-im-baby-alltag-verlor-und-jetzt-besser-auf-mich-aufpasse |
Ihr Lieben, nach unserer
Frage bei Facebook, was ihr als das Krasseste in der Elternschaft empfindet
erreichten uns zahlreiche unterschiedliche Zuschriften mit ganz verschiedenen
Themen.
Auch Julia meldete sich bei uns, sie schrieb: „Die plötzliche
Fremdbestimmung und der Versuch dabei selbst nicht verloren zu gehen. Aber
auch die überwältigende Liebe und oft damit verbundene Ängste um das Kind.
Das kann man sich vorher nicht vorstellen.“
Wir haben dann einmal nachgehorcht und wollten wissen, wie sie es schafft,
in alle dem Familientrubel selbst nicht unterzugehen. Und hier schreibt sie
sehr ehrlich von ihrem Tiefpunkt – und ihren Inseln und Oasen.
Als alles zu viel wurde
„Ich muss vielleicht ein wenig ausholen. Ich hatte in der Schwangerschaft
wirklich keine rosa Brille auf, was das Leben mit Kindern betrifft. Und
trotzdem hat mich die Realtität eiskalt erwischt und umgehauen.
Ich war immer ein Mensch, der auch sehr gerne mal für sich war, ich konnte
als Kind schon einfach alleine in meinem Zimmer spielen. Und auch später war
ich gerne mal mit mir allein. Plötzlich war das vorbei, da war dieser kleine
Mensch, der einfach alles, aber wirklich ALLES bestimmte.
Ich entwickelte leider schnell eine Wochenbettdepression, die aber lange
unerkannt blieb. Ich sah immer die anderen Mütter, die scheinbar alles
problemlos mit Kind auf dem Arm wuppten und glücklich damit schienen.
Heute weiß ich, dass das nur Schein ist, aber damals hatte ich das Gefühl,
nicht zu genügen. Ich gab alles, trug meinen Sohn die ersten sechs Monate
ständig am Körper, da er sich nicht ablegen lies, stillte die Nächte durch
und wollte die Dinge von meinem Mann fernhalten, da er ja arbeitn ging und
ich zuhause war.
Irgendwann kam aber die große Erkenntnis, dass es so nicht weiter gehen
kann, dass ich nicht glücklich bin und meine Auszeiten brauche. Da genügte
halt nicht einfach mal eine Tasse Kaffee in Ruhe, das musste für mich mehr
sein. Also spannte ich meinen Mann mehr ein, auch die Großeltern mussten
ran.
Wir haben mittlerweile feste (halbe) Tage eingeführt, an denen mein Sohn
bei den Großeltern ist. In dieser Zeit mache ich keinen Haushalt und auch
keine Einkäufe, sondern tue nur das, auf was ich Lust habe. Anfangs hatte ich
dabei ein schlechtes Gewissen, aber ich sehe selbst, wie gut es mir tut.
Danach habe ich viel mehr Energie für mein Kind.
Ich glaube das berühmt berüchtigte „Dorf“, das es brauch um Kinder zu
erziehen, ist ganz wichtig und jeder sollte versuchen, sich das aufzubauen.
Ich weiß, dass ich priviligiert bin, weil die Großeltern in der Nähe sind und
Zeit haben, das hat nicht jeder. Aber wäre das nicht so, würde mein Sohn zu
einer Tagesmutter oder in eine Krippe gehen.
Kein schlechtes Gewissen haben!
Man darf auch kein schlechtes Gewissen haben, den Mann einzuspannen. Ich
denke manchmal, sogar an meinem Arbeitsplatz war ich weniger fremdbestimmt
als an einem Tag zuhause mit Kleinkind oder Baby.
Ich nehme mir bewusst Zeit für mein Hobby (ich nähe gerne), nehme mir
bewusst Zeit mit meinen Freundinnen und bespreche diese Zeiten halt vorher
mit meinem Mann. Der arbeitet Schicht, ist also auch nicht immer einfach verfügbar,
aber es klappt wunderbar, wenn man miteinander spricht.
Wir erwarten bald unser zweites Kind und ein wenig Angst habe ich schon,
dass die zurück gewonnenen Freiheiten dann wieder verloren gehen. Aber dieses
Mal weiß ich, auf was ich achten muss, damit es mir besser geht.“
Foto: pixabay
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Überfordert: Wie ich mich als Mutter im Alltag mit Baby selbst verlor |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ist-das-leben-eigentlich-so-mit-drei-kindern |
Neulich traf ich jemand, dem
ich schon lange nicht mehr über den Weg gelaufen war. Sie fragte mich:
"Und? Wie ist das Leben mit drei Kindern so?" Ich lachte und sagte:
"Auf jeden Fall nicht langweilig." Für den kurzen Small-Talk
reichte die Antwort, zu Hause dachte ich aber nochmal über die Frage nach.
Wie ist mein Leben mit drei Kindern?
Es ist laut. Wirklich laut. Die Feuerwehrmann-Sam CD läuft, während
meine Tochter Flöte übt. Die Kleine ruft: "Buuuuccccchhhh!", die
Spülmaschine piepst, dass sie ausgeräumt werden möchte. Das Telefon klingelt,
Lisa muss noch was mit mir besprechen. Der Fußball knallt ans Garagentor, das
Bobbycar schrubbt die Straße runter. Die Kinder spielen fangen, streiten, die
Kleine fällt hin und heult. "Ihhhh, das Essen ist eklig."
"Maaaamaaaaa, ich bin fertig!" "Maaaaamaaaaa, wo sind meine
Sportsachen?".
Es ist anstrengend. Weil ein Kind die beste Planung über den Haufen
schmeißen kann. Drei Kinder schmeißen sie ganz sicher um. Gerade haben wir
wieder eine zehntägige Krankheitswelle hinter uns. Hand-Mund-Fuß, Magen-Darm
und Fieber. Da geht es nicht mehr um Feinheiten, da geht es nur noch ums
Überstehen. Da bin ich meilenweit davon entfernt, ordentlich angezogen zu
sein, da stopfe ich mir schnell ein Stück trockenes Brot in den Mund, bevor
ich wieder mal Fiebersaft verabreiche. Da ist bei uns nichts
instagram-tauglich, wir halten einfach irgendwie durch.
Es ist aufregend. Nie hätte ich gedacht, dass ich vor einer
Einschulung so aufgeregt sein könnte. Nie hätte ich gedacht, dass ich beim
Fußball-Training mitfiebere. Dass ich stolz bin, wenn das Kind das erste Mal
woanders übernachtet. Dass mein Herz aufgeht, wenn die Große der Kleinen
etwas vorliest. Dass es drei Mal einem Wunder gleicht, wenn das Baby
plötzlich aufsteht und die ersten Schritte macht. Dass so viel Freunde macht,
dabei zuzusehen, wie sie größer werden.
Es ist nervenaufreibend. Diese ständigen Diskussionen. Stell die
Schuhe ordentlich hin. Bitte nicht durch die Pfütze laufen. Nein, heute kein
Ipad. Nur weil alle anderen Kinder ein Handy haben, brauchst Du noch lange
keins. Ja, Zähneputzen ist Pflicht. Du darfst Deiner Schwester nicht einfach
den CD Player wegnehmen. Bitte schmeißt die Socken in die Wäsche.
Es ist wärmend. Die Nähe, die Liebe – mehr geht nicht. Das Gefühl,
gebraucht zu werden. Der sichere Hafen zu sein, die Retterin, die, die das
Aua wegpusten kann. Die, deren Hand gebraucht wird, um einschlafen zu können.
Die Monster unter dem Bett verjagen kann. Die Tränen trocknet und
wegstreichelt. Die am Besten vorlesen kann und wie eine Löwin für sie kämpfen
würde.
Es macht schlau. Vieles kann man theoretisch tausendmal durchdenken –
wenn man aber dann in der Situation steckt, ist alles anders. Mutterschaft
hat mich so viel klüger gemacht, ich habe so viel gelernt. Darüber, wie
Kinder sind, was sie brauchen, dass jedes Kind anders sind, jede Familie. Ich
finde, Kinder zu haben, macht im besten Fall toleranter.
Es macht müde. Weil die wenigsten Kinder schnell durchschlafen. Es gab
Tage, da bin ich im Auto auf dem Supermarktparkplatz eingeschlafen. Die erste
Zeit ist einfach hart, sauhart. Das Gute: Es wird besser. Echt!
Es macht glücklich. Nicht immer. Aber oft. Und dieses Glück hat dann
eine ganz besondere Tiefe.
Es ist so viel mehr als mit zwei Kindern. Von Anfang an galt der
Spruch "Das Dritte läuft einfach so mit" bei uns nicht. Bei uns
sind es drei starke Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und
die alle Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld brauchen. Der Sprung von zwei auf
drei war für mich definitiv der heftigste.
Es macht belastbarer. Ich hätte vor den Kindern nie gedacht, dass ich
so viel an einem Tag schaffen kann, dass ich so multitaskting-fähig sein
könnte. Mit einem Kind dachte ich, ich würde nie ein zweites schaffen. Mit
zwei Kindern dachte ich, ein drittes wäre nicht machbar. Aber: Man wächst mit
seinen Aufgaben.
Es macht dankbar. Für ein wames Zuhause, für Gesundheit, für Freunde,
für Großeltern, für eine stabile Partnerschaft.
Es macht faltig. Wenig Schlaf, viel Geschwistergestreite – an mir
gehen die Jahre nicht spurlos vorbei.
Es macht weicher. Ich heule bei emotionalen Videos oder Werbungen, mir
schnürt es die Kehle zu, wenn ich Kinder in Kriegsgebieten sehe, ich kann
nicht mitansehen, wenn ein Kind weint. Elternschaft macht
verletzlich.
Es macht Spaß. Es gibt einfach ganz großartige Tage mit Kindern. Es
macht Spaß mit ihnen über Felsen zu klettern. Es macht Spaß mit ihnen im Wald
spazieren zu gehen. Es macht Spaß mit ihnen ein Heimkino zu veranstalten. Es
macht Spaß gemeinsam den weltgrößten Legoturm zu bauen.
Kinder machen mehr aus meinem Leben. Mehr aus allem. Mehr Freude, mehr
Frust, mehr Tränen, mehr Lachen, mehr Träume und mehr zerplatzte
Vorstellungen. Sie sind die größte Bereicherung in meinem Leben. Sie sind so
wie das Leben selbst – wild, bunt, aufregend, anstrengend, sonnig, schwer,
leicht – und in jeden Fall nicht langweilig.
Foto: Leni Moretti
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Wie ist das Leben eigentlich so mit drei Kindern? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-ist-das-mutter-sein-in-israel-ein-interview-ueber-religiositaet-hebammen-und-heimweh |
Liebe Judith, Du hast uns geschrieben, dass Du in Isreal lebst, Stadt Land
Mama aber sowas wie eine Nabelschnur für Dich nach Deutschland ist. Das freut
uns soooo. Erzäh mal, seit wann lebst du in Israel und wie kam das?
Ich bin vor über 3 Jahren für einen Job nach (West-)Jerusalem gezogen. Ich
habe damals die Projektleitung einer politischen Kooperation von
israelischen, palaestinenischen und deutschen AktivistInnen übernommen und
dachte, dies sei einfach ein Schritt auf der Karriereleiter und ich würde
nach 2 Jahren einfach mein Berliner Leben wieder aufnehmen. Wie das Leben so
spielt, war meine Wohnung in der Nachbarschaft von einem ehemaligen
Urlaubsflirt von mir, wir hatten die gleiche Stammkneipe und ganz viel Chemie
zwischen uns. So lebe ich heute immer noch hier und habe inzwischen eine
deutsch-israelische Familie.
Du bist vor einem Jahr Mutter geworden. Wie hast Du die Schwangerschaft und
Geburt in Israel erlebt?
Die Schwangerschaft war für mich ein ständiger Kampf zwischen meinen
deutschen Vorstellungen und der israelischen Realitaet. Es gibt keine
Hebammen, keinen Mutterpass und vor allem nicht die vielen verschiedenen
Lebensmittel aus meiner Kindheit, nach denen es mich plötzlich gelüstet hat.
Ich stand mehrmals weinend im Supermarkt, weil ich unbedingt diesen einen
Joghurt haben wollte und sowieso alles einfach falsch war. Zum Beispiel habe
ich mir Stillen ganz unromantisch durch Youtube-Videos beigebracht.
Die Versorgung während der Geburt hat mich allerdings versöhnt. Ich hatte
eine Risikoschwangerschaft und die Geburt wurde vier Wochen zu früh
eingeleitet. Weil die Geburt so schwierig war, wurde mir die gesamte Zeit
eine eigene Krankenschwester an die Seite gestellt. Nach 18 Stunden Wehen
konnte ich nicht mehr und wollte einfach nur einen Kaiserschnitt haben, damit
die Schmerzen endlich vorbei sind. Da kam eine Aerztin, hat sich neben mich
gesetzt, meine Hand genommen und gesagt: Hey, das schaffst du. Das ist
medizinisch nicht notwendig, du hast ausserdem genügend Kraft in dir und wir
schauen jetzt mal, wie wir dich weiter unterstützen können. Nach insgesamt 24
Stunden kam der Kleine dann in der Tat natürlich auf die Welt und ich bin heute
sehr dankbar für dieses Vertrauen in meine eigene Kraft.
Du bist nach drei Monaten wieder Vollzeit in den Job eingestiegen? Wie ging
es Dir damit und wie machen das die meisten anderen Mütter in Israel?
Es gibt einen gesetzlichen Mutterschutz von drei Monaten in Israel. Danach
gehen die meisten Frauen wieder arbeiten, das Leben ist hier wahnsinnig teuer
und ein einziges Gehalt reicht meist nicht aus. Zum Glück haben wir tolle
Grosseltern in der Nähe und mein Mann und ich können uns unsere Arbeit recht
flexibel einteilen, so haben wir die Fremdbetreuung vermieden. Viele Mütter
haben aber nicht dieses Glück, es gibt also viele sehr kleine Babys in
israelischen Kindergärten.
Es war wichtig und gut für mich, wieder mehr geistigen Input zu haben. Die
Eintönigkeit und Mischung aus Langeweile und Überforderung während des
Mutterschutzes haben mich ganz schön geschafft. Auf der anderen Seite war es
körperlich grade am Anfang wahnsinnig hart, ich weiss nicht wie oft ich vor
Müdigkeit unter der Dusche geweint habe oder auf wie vielen
Autobahnraststaetten ich zwischen zwei Meetings Milch abgepumpt habe. Aber
mit viel Pragmatismus, Mut zur Lücke und tollen Kolleginnen ging das
irgendwie.
Was hast Du durch Deinen Sohn über Dich selbst gelernt?
Dass ich meinen eigenen Instinkten als Mutter vertrauen kann.
Was war am Schwersten für dich im letzten Jahr?
Wir haben hier keine engen Freunde mit Kindern und ich habe schlicht keine
Zeit und Kraft für Krabbelgruppen. Ausserdem ist der israelische Teil
Jerusalems sehr stark von Religion geprägt. Das heisst, auf unserem
Spielplatz bin ich immer die einzige nicht-religiöse Mutter, deren
Sommerkleid immer ein wenig zu kurz ist und ganz offensichtlich nicht Teil
der Gemeinschaft ist. Ich fühle mich also manchmal alleine und isoliert in
meinem Mama-sein.
Was vermisst Du an Deutschland?
Meine Freunde, bezahlbaren Käse und Wein und dass Leute in Warteschlangen
anstehen.
Was findest du in Israel besser geregelt als in Deutschland?
Kinder gehören hier zur Normalität und zum Alltag dazu, sie sind gewünscht
und dürfen Kinder sein. Wir nehmen den Kleinen überall mit hin, so wird er
sogar in (rauchfreien) Restaurants und Kneipen stets mit einem Lächeln und
einem Gläschchen Milch begrüßt. Jedes Mal in Deutschland bin ich geschockt
über den Unterschied, den ich im öffentlichen Umgang mit Kindern
wahrnehme.
Gibt es Pläne, wie es bei Euch weitergeht?
Wir ziehen im September nach Deutschland um zu testen, wie es uns dort
geht. Das Leben ist einfacher und günstiger in Deutschland, aber ich bin mir
nicht sicher, ob wir uns zu Hause fühlen werden. Dies herauszufinden ist
unser nächstes Ziel.
Wie hat sich Eure Partnerschaft durch das Kind verändert?
Ganz zu Beginn der Mutterschaft hatte ich so eine Art feministischen
Schock. Ich habe meinen Mann darum beneidet, noch eigene Bedürfnisse
wahrnehmen zu können. Und mein Mann war frustriert, weil er mir meine
Überforderung oft nicht nehmen konnte und auch noch selber in die neue
Lebenssituation finden musste. Aber die Elternschaft hat auch eine ganz
neue Intimitaet und Verbindlichkeit entstehen lassen, so dass wir mit viel
Ehrlichkeit und Humor an unseren Themen arbeiten. Ich finde uns als Team
schon ziemlich toll.
Wenn Du eine Sache an Eurer Situation optimieren könntest – was wäre
das?
Ich würde gerne wissen, in welchem Land und vielleicht sogar in welcher
Stadt wir in den nächsten 5 Jahren leben werden. Oh, und mehr Schlaf wäre
auch mehr als okay für mich!
|
Wie ist das Mutter-sein in Israel? Ein Interview über Religiosität,
Hebammen und Heimweh | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-kann-ich-mein-kind-auffangen-wenn-der-vater-sich-von-seiner-neuen-frau-trennt |
Ihr Lieben, ich bin in
zweiter Ehe verheiratet. Mein Exmann hat ebenfalls nochmal geheiratet. Jetzt
ist es so, dass seine zweite Ehefrau eine Woche vor Weihnachten ausgezogen
und die Ehe nach nicht mal drei Jahren gescheitert ist. Für unseren
gemeinsamen Sohn heißt das, dass er schon wieder eine Trennung durchmachen
muss.
Ich weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll. Vielleicht gibt es
Leserinnen in ähnlicher Situation? Was hat den Kindern geholfen und wie haben
sie sich davon distanziert?
Es gibt zwischen Ehefrau Nr. 2 und mir leider keinen Kontakt…. sie wollte
sich nie mal mit uns an einen Tisch setzen. Auch nicht, als wir sie einluden,
mal gemeinsam zu überlegen, welche Schule für unseren Großen am besten passen
könnte.
Ich merke, wie mein Sohn (Grundschüler) an der schon wieder neuen Situation
zu knabbern hat. Auch, weil mit der neuen Stiefmutter ebenfalls der Hund
ausgezogen ist.
Wer kennt das und könnte mir und uns durch diese schwierige Phase
helfen?
Foto: pixabay
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Wie kann ich mein Kind auffangen, wenn der Vater sich von seiner neuen
Frau trennt? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-lilli-nach-dem-tod-ihres-mannes-durch-bouranis-musik-zurueck-ins-leben-fand |
Es hätte eine besonders glückliche Phase ihres Lebens sein können: Lilli
und ihr Mann hatten gerade ein Haus gebaut, beruflich lief es gut, ihre
Tochter würde bald zwei werden – und sie waren immer noch verliebt. In diese
Idylle platzte die Diagnose für ihren Mann: Leukämie.
Ein Dreivierteljahr zerriss sich Lilli zwischen ihm und ihrer kleinen
Tochter, zwischen Krankenhaus und Kita. Dann starb ihr Mann mit 39. Lilli
fühlte sich taub, konnte keine Musik mehr ertragen. Bis sie im Sommer des
Jahres nach seinem Tod ein Stück von Bourani hörte, das ihrer Trauer eine
neue Richtung gab. Daraufhin schrieb sie dem Musiker diesen Brief.
Ein Brief als Dank an Andreas Bourani
Lieber Andreas Bourani,ich möchte mich bei Dir bedanken. Deine Musik hat
mich ein stückweit zurück ins Leben geholt.Bis vor zwei Jahren war immer mein
Mann unser DJ im Haus gewesen. Ich kannte kaum einen Interpreten mit Namen,
sondern nur die Lieder – vom Hören. Er brachte immer wieder neue mit, ich
brauchte mich nicht zu kümmern. Seitdem mein Mann die Diagnose Leukämie
bekam, habe ich keine Musik mehr gehört. Jedes Lied erinnerte mich an einen
bestimmten Urlaub, bestimmte Momente mit ihm und unserer kleinen Tochter.
Nicht einmal mehr im Auto konnte ich das Radio anstellen. Nicht in dem
schlimmen Dreivierteljahr vor seinem Tod, in dem ich mich zerriss, zwischen
Krankenhausbesuchen, unserer zweijährigen Tochter, meiner Arbeit, dem Haus
und allem, was erledigt werden musste. Und auch nicht in dem traurigen Jahr
nach seinem Tod. Er starb im Februar.Ich stand unter Schock. Eigentlich seit
diesem Tag, denke ich im Rückblick. Ich versuchte zu funktionieren, für meine
Tochter da zu sein. Fröhlich mit ihr zu spielen, auch wenn mir nach Heulen
zumute war. Ich wollte alles schaffen, alles gut machen, Kind, Arbeit,
Papierkram, Haus und Garten unter einen Hut bringen. Ich verdrängte alles
durch Aktionismus. War ständig unterwegs, machte weite Reisen, verabredete
uns fast täglich. Im Mai dieses Jahres konnte ich nicht mehr so weiter
machen. Meine Kraft war endgültig verbraucht. Und dann hörte ich dein Lied
„Hey!“ im Radio. Und irgendetwas passierte mit mir. Ich begann
runterzufahren. Loszulassen. Ich konnte wieder Musik hören, Emotionen
zulassen. Und da ist auch ab und zu wieder etwas Lebensfreude. Wieder am
Leben! Ich höre das Album seitdem, wann immer es geht. Meine Tochter singt
auch schon mit. Sie ist gerade 4 geworden und versteht nicht, was sie da
singt. Aber sie will jetzt immer den Mann hören, „der springt“ (weil du auf
dem Coverfoto deines Albums in die Luft springst).Danke für deine wundervolle
Musik, Lilli
Was dem Brief voranging – die ganze Geschichte
Der Anruf kam an einem warmen Nachmittag, Mitte Mai. Unsere Tochter hatte
ihre erste Bindehautentzündung und ich wartete auf einen Rückruf des
Kinderarztes. Doch dann war es mein Mann, der mich anrief. Ich konnte kaum
verstehen, was er sagte. Dann kam der eine Satz: „Ich habe Leukämie!“
Ich stand im Flur im Keller. Alles war wie in Trance. Soeben zersprang mein
wunderbares Leben in viele tausend Teile. Es riss mir den Boden unter den
Füßen weg. Leukämie. Krebs. Blutkrebs.
Wenn der Sinn von allem sich nicht zeigt, sich tarnt bis zur
Unkenntlichkeit, wenn etwas hilft mit Sicherheit, dann Zeit. Es geht vorbei,
es geht vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“
„Aber das kann doch nicht sein!“, sagte ich. Es werde gerade geklärt, in
welches Krankenhaus er käme, antwortete er. „Komm sofort.“ Ich ging aus dem
Keller hoch, unsere Tochter lief irgendwie hinter mir her. Sie holte
Klopapier für mich. „Hier Mama“, sie streckte ihre Hände zu mir aus. Ich
hatte gar nicht gemerkt, wie sehr mir die Tränen liefen. Ich brachte meine
Kleine zu den Nachbarn, sie weinte, ich musste los. Sie war bis dahin kaum
einmal von mir getrennt gewesen. Mein Mann. Der Papa. Aber heute Morgen war
doch noch alles gut!
Papa hat Leukämie? „Heute Morgen war dann noch alles gut!“
Er würde das packen! Ich machte mir Mut, machte ihm Mut. Nach außen stark.
So war es schon immer bei uns, er eher pessimistisch, ich optimistischer. Du
schaffst das. WIR schaffen das.
Musik bringt so viele Gefühle zutage. Foto: pixabay
Irgendwie hatte er sich matt gefühlt in den letzten Wochen, hatte blaue
Flecken ohne sich gestoßen zu haben. Wahrscheinlich überarbeitet, dachten
wir. Vielleicht ein Infekt. Er ging zum Arzt, danach zur Arbeit und erfuhr in
seinem Büro am Telefon, dass sich sein Leben jetzt ändern würde. Es war ein
Freitag. Am Sonntag begann die Chemo. Er war 38, wir waren erst knappe drei
Jahre verheiratet, unsere Tochter noch nicht ganz zwei Jahre alt.
Die Diagnose Krebs kam, als gerade alles perfekt zu sein schien
Wir verbrachten soeben den ersten Frühling in unserem eigenen Haus in
Berlin. Er hatte sich damit seinen Lebenstraum erfüllt. Er hatte solchen Spaß
gehabt, Bauherr zu spielen und täglich nach dem Fortschritt zu schauen. Erst
einen Sommer her und doch ein ganzes Leben. Krebs.
Wenn das Leben grad zu allem schweigt, dir noch eine Antwort schuldig
bleibt, dir nichts anderes zuzurufen scheint als Nein – es geht
vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“
Die ersten Chemos liefen nicht gut, brachten nicht den erhofften Erfolg.
Und ohne wirkungsvolle Chemo war keine Stammzelltransplantation möglich. Mit
jeder neuen Behandlung schöpften wir Hoffnung und wurden doch immer wieder
enttäuscht.
Die Chemos waren furchtbar, mein Mann, der Macher, sah nicht mehr richtig,
er hatte Schmerzen in den Füßen, ihm war schlecht. Bald, bald würde es ihm
bestimmt besser gehen. Ganz sicher. Wir würden ein neues Leben beginnen!
Bewusster leben, mehr Zeit nutzen, genießen.
Spagat zwischen Kita, Arbeit und Krankenhaus
Ich lebte in einem Spagat zwischen Kita, Arbeit und Krankenhaus. Ich aß nur
noch im Laufen, hetzte von 6 bis 24 Uhr durch den Tag. Ich fühlte mich, als
sei ich nirgendwo gut genug. Beide brauchten mich mehr, als ich für sie da
sein konnte.
Mein Mädchen brauchte plötzlich einen Schnuller, den es vorher nie wollte.
Es weinte, weil es seine Mama zu wenig sah. Wachte nachts ständig auf und
klammerte sich im Schlaf an mich. Als ich mal an einem Samstagnachmittag
nicht im Krankenhaus war, kuschelte sie sich nach dem Mittagsschlaf auf
meinen Schoß. Wir blieben regungslos so sitzen. 1 ½ Stunden.
Trotzanfälle und Todesangst: Zerrissen zwischen den Welten
Sie trotzte die gesamte Zeit und oft war es so absurd. Ich kam aus dem
Krankenhaus, mal wieder gab es schlechte Nachrichten. Und sie bekam einen
Schreianfall, weil die Butter nicht richtig auf ihr Brot geschmiert worden
war.
Hey, sei nicht so hart zu dir selbst, es ist ok, wenn du fällst. Auch wenn
alles zerbricht geht es weiter für dich.Andreas Bourani in seinem Lied
„Hey“
Manchmal weinte auch er, wenn ich ihn im Krankenhaus zurücklassen musste.
Ich machte allen Mut. Redete der Verwandtschaft gut zu. Ich funktionierte.
Meine Bedürfnisse – mich – gab es nicht mehr. Ohne meine vielen treuen Helfer
und meine aufopferungsvollen Eltern hätte ich diese Zeit nicht
durchgestanden.
„Papa wohnt jetzt im Krankenhaus“
Diese Krankheit platzte mitten rein in unser Leben. Mitten rein in unser
Glück. „Papa wohnt jetzt im Krankenhaus“, sagte unsere Tochter. Zu Beginn
schickten wir uns noch viele Videos hin und her und skypten. „Schau mal,
unsere Kleine singt jetzt immer, wenn sie isst.“ Später konnte er die Bilder
und Videos nicht mehr ertragen, zu sehr schmerzte es ihn, nicht dabei sein zu
können. Er war so gerne Papa, wirklich stolz auf unsere kleine Große. Ihren
zweiten Geburtstag verpasste er, er lag in der Klinik.
Wenn die Angst dich in die Enge treibt, es fürs Gegenhalten nicht mehr
reicht. Du es einfach grad nicht besser weißt – dann sei. Es geht vorbei. Es
geht vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“
Nach drei Monaten endlich die richtige Chemo! Eine Transplantation wurde
möglich. Die würde helfen, ganz bestimmt. Die DKMS fand einen Spender in den
USA, die Stammzellen wurden über Washington nach Berlin-Tegel geflogen. Ich
war bei ihm, während die neuen Zellen in seinen Körper flossen. Wir schickten
Fotos an Freunde. Seht her, jetzt wird alles wieder gut!
Endlich Hoffnung: Eine Stammzellspende aus den USA
Sein Körper nahm die Spende an, die Werte waren so gut wie nur möglich.
Endlich durften wir aufatmen. Zu Nikolaus kam er nach Hause, da lag die
Diagnose bereits ein halbes Jahr zurück. Es war schön, ihn wieder bei uns zu
haben, auch wenn es eine Herausforderung für mich war, ein Kitakind mit einem
immungeschwächten Papa unter einen Hut zu bringen.
Extreme Hygiene, Hände desinfizieren, bloß keine Krankheiten. Außerdem
wollte er, dass ich lang an seinem Bett saß – so wie im Krankenhaus. Sie
wollte spielen – und mit Papa toben. Der aber war zu schwach. Er konnte kaum
allein die Treppe hoch. Aber für Musik sorgte er wieder. Wir hörten „Another
love“ von Tom Odell. Oft. Wir waren auf dem richtigen Weg. So dachten
wir.
Die Behandlung verläuft ungewöhnlich: keine guten Zeichen
Doch die Blutwerte wurden einfach nicht besser. Alle drei Tage brauchte er
Transfusionen. Das war ungewöhnlich. Es ging ihm immer schlechter. Er ahnte
die böse Nachricht, die ich nie wahrhaben wollte. Mitte Januar war die
Leukämie zurück. Es hatte alles nichts genützt. Die endlosen Qualen. Die
Krankheit war stärker.
Wenn jeder Tag dem andern gleicht und ein Feuer der Gewohnheit weicht. Wenn
lieben grade kämpfen heißt. Dann bleib. Es geht vorbei, es geht
vorbei.Andreas Bourani in seinem Lied „Hey“
Eine weitere Behandlung. Erfolglos. Dann noch eine andere Chemo. Sie
verlief gut, er durfte sogar danach nach Hause. Doch schon wenige Tage später
ging es ihm schlechter. Wieder musste er ins Krankenhaus. Nachmittags
war ich noch bei ihm. Nachts eine letzte SMS.
Geht es zu Ende? Alles wie im Film
Morgens um 6 Uhr klingelte mein Telefon. Das Krankenhaus. Intensivstation.
Kommen Sie bitte sofort.
Eine Lungenentzündung, ein Dreivierteljahr nach der Diagnose. Sein
Immunsystem war heruntergefahren. Sein Körper würde nicht mehr dagegen
ankommen. Er wird die Nacht wohl nicht mehr schaffen, sagten die Ärzte.
Seine Familie reiste an. Freunde kamen. Unsere Tochter sagte „Tschüss,
Papa“.
Am nächsten Morgen tat er seinen letzten Atemzug. Ich war bei ihm. Hand in
Hand.
Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt
nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, lass dich fallen. Halt nicht
fest, lass dich fallen. Halt nicht fest, halt nicht fest.Andreas Bourani in
seinem Lied „Hey“
Bei seiner Beerdigung spielten wir Tom Odells „Another Love“, es war das
letzte Lied, das er sich bei Itunes heruntergeladen hatte, es war das Lied,
das er rund um Weihnachten zu Hause so oft aufgelegt hatte. Für mich war es
das letzte Lied, das ich hörte, bevor ich ein stilles Jahr später Bourani für
mich entdeckte.
Dreieinhalb Jahre nach der Hochzeit müssen wir Abschied nehmen
Dreieinhalb Jahre war es erst her, dass unsere Familien und Freunde
zusammengekommen waren, um unsere Liebe, unser Glück, unsere Hochzeit zu
feiern. Nun standen wir wieder zusammen, zwei Wochen nach seinem Tod. Diesmal
am Grab.
Ein neues Leben begann. Aber nur für mich und unsere Tochter. Das hatten
wir anders geplant.
Trauerbegleitung: In Zeiten von Abschied und Trauer ist Unterstützung
wichtig. Trauerbegleitung ist ein Stück Lebenshilfe für betroffene Menschen.
Diese Hilfen bietet zum Beispiel das Lavia Institut für Familientrauerbegleitung.
Auch eine Kur kann Betroffenen helfen, zurück ins Leben zu finden, zum
Beispiel in der Klinik Sellin, die spezielle Trauerbegleitung für Mütter und
Väter nach dem Verlust ihres Partners bietet. Austauschen können sich
Betroffene auf der Seite www.verwitwet.de.
Dieser Text erschien zuerst in der Zeitschrift Eltern. Die Namen sind zum
Schutz der Privatsphäre der Beteiligten verfremdet.
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Musik in der Trauer: Wie Lilli nach dem Tod ihres Mannes zurück ins Leben
fand |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-mache-ich-mein-kind-mit-dem-neuen-mann-bekannt |
Ihr Lieben, ich bin seit der
Geburt alleinerziehende Mama eines fünfjährigen Sohnes. Dieser hat (auf
Wunsch des Vaters) keinerlei Kontakt zu seinem zweiten Elternteil. In
besagten Jahren kümmerte ich mich ausschließlich um mein Kind und
verschwendete keinen Gedanken an Männer.
Jedoch kommt unverhofft anscheinend oft: Es gibt einen neuen Mann in meinem
Leben, den ich in den letzten Monaten auf Herz und Nieren geprüft habe und
nun meinem Sohn vorstellen möchte.
Allerdings bin ich ratlos, wie ich
das Ganze angehen soll. Habt ihr Tipps für mich?
Foto: pixabay
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Wie mache ich mein Kind mit dem neuen Mann bekannt? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-macht-ihr-das-mit-der-vereinbarkeit-heute-bei-barbara-aus-muenchen-deren-mann-nun-seine-stundenzahl-reduziert |
Ihr Lieben, wir möchen hier
gern in loser Reihenfolge Familien und ihr Konzept der Vereinbarkeit
vorstellen. Wie machen das andere mit dem Alltag und den Kindern und dem Job?
Wie organisiert wer was? Den Anfang macht heute Barbara aus München. Sie hat
zwei Kinder, ist verheiratet, geht arbeiten – und ihr Mann wird nun seine
Stundenzahl im Job reduzieren, damit alles besser klappt. Denn Barbara kennt
ihre Grenzen ganz genau.
„Manchmal dauert es am Morgen auch schon mal anderthalb Stunden, bis wir
loskommen. Die Ferien liegen noch nicht lange zurück – und es wirkt, als
hätten die Kinder alles vergessen, was vorher war, als sei ihnen der Alltag
aus dem Kopf gefallen. Schuhe anziehen, solche Sachen, die können grad viel
Zeit in Anspruch nehmen.“
Barbara ist Redakteurin beim Magazin „Süddeutsche Zeitung Familie“ in
München, ihr Mann hat eine Führungsposition. Die beiden haben zwei Kinder,
die Große ist sieben und geht in die zweite Klasse, der dreijährige Sohn geht
in den Kindergarten. Barbara arbeitet 28 Stunden, ihr Mann in Vollzeit. Das
wird sich aber bald ändern -denn so wie es jetzt ist, ist es zu viel.
Vereinbarkeit und Gleichberechtigung: Es braucht Gespräche!
Barbara und ihr Mann haben viel diskutiert, lange gesprochen. Sie teilen
sich die Nicht-Erwerbsarbeit, die Care-Arbeit zu Hause, das Einkaufen,
Waschen, Kochen, Aufräumen ziemlich gerecht auf. Nicht halbe-halbe, aber
fast. Die einzige Aufgabe, bei der Barbara klar die Nase vorn hat, ist die
Kindebetreuung. Sie holt dreimal die Woche ab, einmal übernehmen es Oma und
Opa, einmal Papa. Somit hat sie die Kinder etwa 10 Stunden mehr pro Woche als
ihr Mann und erledigt in dieser Zeit natürlich auch mal Einkäufe oder einen
Kinderarzttermin. Aber alles andere teilen sie sich auf. „Ich würde das auch
gar nicht schaffen, die Care-Arbeit alleine zu übernehmen“, sagt Barbara,
„meine Belastbarkeit ist begrenzt“. Die ihres Mannes allerdings auch, wie er
die vergangenen Jahre feststellen musste. Deswegen reduziert er jetzt auf 90
Prozent.
Care-Arbeit, das ist etwas, über das sich Paare kaum Gedanken machen – bis
Kinder kommen. Kinder maximieren den Betreuungsaufwand, den Putzbedarf, die
Wäscheberge. Und damit auch die Diskussionen über das Wer-macht-was (Mental
Load) und nicht selten steckt schließlich ein Partner zurück. Oft sind das
die Frauen, auch heute noch. In den Köpfen mag die Gleichberechtigung schon
recht weit sein, in der Umsetzung ist sie das in vielen Familien noch
nicht.
Mama in Teilzeit? Das ist für sie kein Zurückstecken
In Barbaras Familie funktioniert es – zumindest fast. Denn für sie ist ihr
Teilzeitjob kein Zurückstecken den Kindern zuliebe, sie hat schon die Jahre
zuvor nicht Vollzeit gearbeitet. Das liegt daran, dass sie einfach „nicht so
fit ist“, wie sie sagt. Denn Barbara hat Depressionen. Im Grunde schon immer,
wie sie in einem beeindruckenden Brief an ihre Tochter im aktuellen Magazin
SZ Familie schreibt. Sie nimmt Medikamente, lässt sich helfen, achtet ihre
Grenzen. Mittwochs zum Beispiel ist Barbara-Tag. Da hat sie frei und Zeit für
Yoga, Besorgungen, Kaffeetrinken, Einkaufen oder Arztbesuche. Eine akute
depressive Phase hatte sie schon länger nicht mehr. Sie wartet auch nicht
mehr darauf, irgendwann ganz gesund zu werden, sondern hat gelernt, damit zu
leben. Auch mit der Migräne, die sie immer wieder für mehrere Stunden oder
gar Tage außer Gefecht setzt.
Jede Familie hat ihre eigenen Herausforderungen. Jeder Part der Familie
seine eigenen Grenzen. Hilfe bekommen sie von ihren Eltern, es gibt einen
festen Oma- und Opatag pro Woche, die Großeltern wohnen in der Nähe. Außerdem
gibt es eine tolle Nachbarschaft mit einer WhatsApp-Gruppe, in der immer mal
wieder ein „Kannst du mir heute die Kinder mitbringen?“ versendet wird.
So klappt das mit der Vereinbarkeit. Beim ersten Kind nahm Barbaras Mann
fünf Monate Elternzeit, beim zweiten Kind sechs. Wenn der Papa mal ein
Wochenende allein mit den Kindern ist, braucht Barbara vorher keine Listen
aufzuhängen, was wann wie zu tun ist. Dafür hat er einfach auch im Alltag
genug Verantwortung.
Die Mutterschaft hat sie vieles gelehrt – auch für den Job
Ihre Mutterschaft habe ihr neue Skills verliehen, sagt Barbara, die ihr
auch auf der Arbeit helfen. Mit vielen kleinen Dingen gleichzeitig
klarzukommen zum Beispiel. Oder wenn es mal unangenehmen Aufgaben gibt, dann
macht sie sie einfach, statt sie vor sich herzuschieben, statt lang nachzudenken.
„Vollgepinkelte Betten, Kotzerei – da nicht lange zu fackeln, sondern das
Problem einfach anzugehen, das lernt man als Mutter“, sagt sie.
Wenn sie etwas ändern dürfte, wenn sie einen Wunsch frei hätte, wüsste sie
eigentlich gar nicht, was sie da sagen würde. Vielleicht etwas weniger häufig
Migräne und nie mehr eine depressive Phase. Vielleicht ein bisschen mehr
Alltag wieder in der verlorengegangenen Morgenroutine. Ansonsten sagt sie,
passe eigentlich alles ganz gut.
Sehr ans Herz legen möchten wir euch Barbaras Familiennewsletter, der uns
immer wieder positiv überrascht. Kostet nichts und bringt einfach nur guten
Input.
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Wie macht ihr das mit der Vereinbarkeit? Heute bei Barbara aus München,
deren Mann nun seine Stundenzahl reduziert | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-mich-die-angst-um-ploetzlichen-kindstod-als-neugeborene-mutter-fast-irre-gemacht-haette-2 |
Hallo Ihr Lieben!
Nein, heute keine Lisa, denn das hier geht uns alle was an. Ich habe
nämlich gestern über zwei Sachen nachgedacht. Wofür sind Mütterblogs
tatsächlich da und wie kann ich anderen Mamas durch die Öffentlichkeit, die
wir haben durch unsere durchlebten Erfahrungen sinnvoll das Leben
erleichtern?
Und deshalb schreibe ich heute den Text, den ich gerne gelesen hätte als
ich vor über 18 Monaten über Nacht Mutter eines, meines neugeborenen kleinen
Maximes wurde. Um es kurz zu machen, ich war vor Glück und Liebe überwältigt,
aber leider auch sehr ängstlich, hatte ich in der Schwangerschaft doch leider
etwas zu viele Foren zum Thema Plötzlicher Kindstod gelesen. Als Schwangere
tut man das natürlich nicht automatisch, nein, aber just zu dem Zeitpunkt als
ich im 8. Monat war, titelte die „Bunte“ groß, dass das Kind von Schauspieler
Hardy Krüger Jr. daran verstorben war. Naja, leider hatte ich dann etwas zu
viel Zeit bei der Arbeit in der Mittagspause im Internet zu recherchieren,
nun, und man sah das Ergebnis wenig später sehr genau.
Es gab Tage, zugegeben, mit Maxime, gerade in ersten zwei Wochen, an denen
ich nachts quasi an nichts anderes denken konnte, es sei denn ich stillte
gerade, schlief oder lag wach neben ihm und hielt seine kleine Hand. Mir war
klar: Ich würde viel durchmachen: Die Kinderkrankheiten, die (hoffentlich
kleinen) Unfälle, aber das, das mit SIDS wie der Fachbegriff heißt, würde ich
mit allem was mir möglich war, verhindern wollen. Diesen Schockmoment, das
Dein Kind…ich kann den Gedanken nicht einmal bis heute zuende denken. Was
soll ich sagen: Bereits vor der Geburt von Maxime fing ich deshalb an, mit
meiner irrational großen Angst umzugehen, sie in den Griff zu kriegen. Ich
kaufte einen Kopfpositionierer (BLOSS NICHT NACHKAUFEN. Die Dinger sind wie
ich heute weiß sogar gefährlich!), ein Raumthermometer für unser Schlafzimmer
und für über 100 Euro eine Sensormatratze… Ich sagte ja schon für alle, die
jetzt mit den Augen rollen: Meine Angst war irrational groß. Aber ich finde
bis heute, dass es keine andere Möglichkeit gibt, sich sonst in solchen
Situationen zu beruhigen.
Wie auch immer. Die ersten Monate waren verwirrend für mich. Ich habe in
der Charité in Berlin entbunden, wo die strenge Regel herrscht, aus Vorsicht
vor eben dem Plötzlichen Kindstod, dass Mutter und Neugeborenes nicht in
einem Bett schlafen dürfen. Das endete dann so absurd, dass Maxime eine Viertelstunde
nach seiner Geburt fertig gewickelt und angezogen in seinem kleinen Bettchen
lag mit der Ansage der Schwester, er müsse jetzt schlafen. Und ich die
Mutter, die gerade noch etwas überrumpelt von ihrer ersten Entbindung war,
ihn die ganze Nacht anstarrte und dachte: „Naja, die Schwester wird es schon
wissen“.
In der zweiten Nacht hielt ich es dann allerdings nicht mehr aus. Es war
drei Uhr nachts, ich war noch wach als eine andere Schwester reinkam. „Ich
will mein Baby“, sagte ich ihr. Und auch Maximes ließ sich kaum mehr
beruhigen, weinte, weil er sich offensichtlich unwohl fühlte. Da nickte die
Schwester, legte ihn mir den Arm und sagte sie würde alle halbe Stunde mal
nach uns schauen. Oh, Mann: Das, sprich die nächsten Stunden, wurden unsere
persönliche Mutter-Kind-Erlösung. Wir kuschelten die ganze Nacht und holten
das nach, was Fachleute wohl als erstes Bonding beschreiben würden. Für alle,
die jetzt interpretieren wollen: Ich habe daraufhin fast acht Monate
gestillt, sechs Monate voll und bis heute sind Maxime und ich nie mehr als
fünf Stunden täglich getrennt, was mein größter Luxus ist, weil es weniger
Geld für uns alle heißt…
Aber weiter im Text: Wieder zu Hause aus dem Krankenhaus mit Baby war ich
wie erwähnt ängstlich. So ängstlich, dass ich in den Schlafphasen meines
Babys alles zum Thema Plötzlicher Kindstod auf dem Handy las, was das
Internet ausspuckte. Am Ende setzte ich sogar Mails an die Verfasser dieser
Texte dort ab.
Hier habe ich mal eine Mail rausgesucht, die so lautete:
Sehr geehrter Herr XXX,
mein Name ist Caroline Rosales und ich schreibe Ihnen als interessierte
Mutter. Ich habe mich ausführlich zu Ihren Thesen eingelesen und nun folgende
Rückfragen:
1. Im Bezug auf die Gefährdung durch die Matratze: Würde es nicht reichen,
wenn ich die Schaumstoffmatratze von meinem Baby jede Woche bei 60 Grad oder
bei 40 Grad mit einem Hygienespüler wasche, um alle möglichen Bakterien und
Pilze abzutöten?
2. Wird die so wichtige Luftzirkulation durch gasdichte Matratzenbezüge wie
die von XXX nicht behindert?
Ich danke Ihnen vielmals im voraus für die Beantwortung meiner
Fragen.
Herzlichst,
Caroline Rosales
———
Ganz schön irre, was? Oder normal? Im Grunde endete meine Geschichte so,
dass ich das erste Baby-Jahr, solange die Gefahr des Plötzlichen Kindstod ja
latent ist, kaum schlief, wenn Maxime schlief und mich tagsüber erst heute
wieder ganz gut entspannen kann. Und sogar in Maximes Kita ist heute noch
meine Ansage: Er schläft im Schlafsack und NIE mit Decke.
Ja, das mag für viele verrückt klingen und vielleicht etwas hysterisch,
aber so war und ist das eben. Bis heute bewundere ich alle meine Freundinnen,
die cool genug für das Familienbett waren, ich hätte es gerne gehabt, würde
mich aber selbst heute beim vielleicht nächsten Kind nie trauen…
Im Grunde ist es für mich wichtig, dass alles aufzuschreiben. Ich bin heute
über meine Angst hinweg (zumindest bis zum nächsten Neugeborenen), aber
damals hätte ich gerne mal so einen Text gelesen, der mir sagt als Botschaft:
Andere haben auch Angst und tue alles, was Du tun musst, um das in den Griff
zu kriegen. Bis heute bin ich zum Beispiel auch Fan dieser Sensormatratzen,
obwohl unsere durch die Gewalteinwirkung meines Sohnemanns an der
Fernbedinung kaputt gegangen ist…
Trotzdem in diesem Sinne. Genießt die erste Zeit mit Euren Babys, macht
Euch keine Sorgen und lacht über die hysterische Caro, die Euch nur zu gut
verstehen kann :-)! Alles Liebe Euch!
|
Wie mich die Angst um Plötzlichen Kindstod als neugeborene Mutter fast
irre gemacht hätte! | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-und-was-essen-eure-babys-gewinnt-ein-paket-bio-nahrung-von-pumpkin-organics |
Ihr Lieben, als ich mein erstes Kind abstillte dachte ich kurzfristig, ich
müsste Ernährungswissenschaften studiert haben, um ja nichts falsch zu
machen. Denn machen wir uns nichts vor: Die Gesundheit unserer Kinder liegt
uns nunmal einfach sehr am Herzen. Mit dem, was wir tun – oder nicht tun –
legen wir den Grundstein für ihr weiteres Leben. Und das spüren wir in jeder
Faser. Wenn wir doch schon so vieles nicht wissen, in dieser ersten Zeit des
neuen Lebens, dann wissen wir das doch nun wirklich ganz genau. Wir sind uns
sicher!
Gesunde Beikost: Muss ich dafür Ernährungswissenschaften studiert
haben?
Was also, wenn wir es schaffen, dass unsere Kinder sich in Gemüse
verlieben? So sehr, dass sie auch im späteren Leben von dieser Vorliebe
profitieren? Von gesunder Ernährung, die ihnen einfach ganz gewiss ein
besseres Leben schenken wird?
Lisa, damals noch in Berlin, zu Besuch in ihrem alten Büro. Mit Baby und
Brei.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass einige Wissenschaftler davon ausgehen, dass
Geschmack und – damit einhergehend – unsere späteren Essgewohnheiten
besonders in den ersten 1000 Tagen unseres Lebens geprägt werden?
Von Anfang an gesunde Ernährung für Babys und Kleinkinder
Und das Schöne ist ja: Wenn wir unsere Kinder von Anfang an an gesunde
Ernährung gewöhnen, vermissen sie die fette Kalorienbombe aus Eis oder Schoki
oder Limonaden auch nicht! Wir können ihnen zeigen, dass nicht alles, was
lecker ist, voller Zucker sein muss! Das heißt nicht, dass es nie Ausnahmen
geben darf, wo kämen wir da hin. Aber wir können – und sollten (!) – als
Eltern gute Grundlagen legen.
Hmmm, Möhre schmeckt auch bei Oma gut.
Aber im Leben mit Baby – und das zeigen wir ja auch ungeschönt und ehrlich
in unserem ersten Buch WOW MOM, der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind –
bleibt eben auch bei vielen nicht täglich Zeit und Kraft, immer frisch zu
kochen, immer etwas Frisches zur Hand zu haben, wenn es nach draußen
geht…
Pumpkin Organics: Gemüsebasierte, zuckerarme und richtig leckere
Bio-Nahrung
Ihr kennt uns: Wir neigen da sehr zum Pragmatismus. Ich jedenfalls habe es
damals mit Schreibaby und ordentlicher Erstkind-Überforderung jeden Brei
selbst zu kochen. Und hier kommt Pumpkin Organics ins Spiel.
Denn Pumpkin Organics verbindet beides: Elternunterstützung UND gesunde
Kost! Wer es nicht immer selbst schafft – wo wie ich damals – hat hier eine
fabelhafte, gesunde Alternative: gemüsebasiert, zuckerarm und bio!
Babynahrung mit Sinn sozusagen.
Wenn Babys Gemüse lieben lernen
Egal ob Kürbis und Karotte aus dem Quetschie, ob Bio-Linsen Puffs (so
knusprig wie Erdnussflips, kein Witz! Gibt´s u.a. bei dm, Rossmann, Rewe…)
auf der Hand oder ein Hafer-Dattel-Kokosnuss-Riegel für unterwegs… alle
Produkte haben einen besonders hohen Gemüseanteil. Nicht nur für die
wertvollen Nähstoffe, sondern auch, damit unsere Kinder die vielen
Geschmacksrichtungen von Gemüse lieben lernen können.
Und wer jetzt ruft: Uhh, uh, so viel Verpackungsmaterial, dem sei gesagt:
Pumpkin Organics versucht nicht nur, noch im ersten Halbjahr dieses Jahres
klimaneutral zu werden. Nein, sie verwenden für die Quetschies etwa auch
jetzt schon ein System (Terra Cycle), das die Verpackung recycel- und
wiederverwertbar macht.
Gewinnspiel: Ein großes Paket Pumpkin Organics für euch uns eure
Babys
Damit auch ihr euch von der hohen Qualität der Bio-Baby-Nahrung überzeugen
könnt, bieten wir euch hier nun auch ein fettes Verlosungspaket von Pumpkin
Organics an. Erzählt uns doch einfach, wie ihr das mit der Ernährung eurer
Babys handhabt. Kocht ihr alles selbst oder nehmt ihr auf Ausflügen auch
schon mal etwas Fertiges mit? Und: Was schmeckt euren Kids da am
besten?
Schreibt uns das hier im Blog in die Kommentare und mit etwas Glück zieht
euch die Losfee in Gestalt unserer Zwillinge, um euch mit einem gesunden
Paket zu überraschen! Lasst uns wohlüberlegte Wurzeln legen, damit unseren
Kindern bald Flügel wachsen können – in ein möglichst gesundes
Leben!
P.S. Ihr mögt noch mehr zu Pumpkin Organics lesen? Das könnt ihr hier bei
Nathalie Klüver über das Ding mit dem Fruchtzucker, bei Patricia über die
Sinnhaftigkeit zuckerarme Ernährung, bei Anne-Luise alles zu gesunden Snacks
und Dips oder bei Nina Massek, wie auf der Basis von gesunder Baby-Nahrung
aus unseren Kindern gute Esser werden.
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Zuckeram, gemüsebasiert: Bio-Nahrung für Babys von Pumpkin Organics |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-werden-wir-uns-an-2020-erinnern |
Hallo, ich bin Anni. Mein Mann und ich leben mit unseren 4 Kindern in der
Schweiz in einem kleinen Dorf. Wir sagen immer, es gäbe bei unseren Kindern
reichlich «Bonusmaterial», denn 13 Monate nach unserem ersten Sohn (*2013)
kam schon unser zweiter Sohn (*2014). Ja, und eigentlich wünschten wir uns
noch ein drittes Kind und tadadah, so kamen 2015 unsere Zwillingsmädchen auf
die Welt. Wir waren also in kürzester Zeit reich beschenkt an süssen Babies,
Unmengen von Windeln und Milchflaschen, unfassbar wenig Schlaf und der
Erkenntnis, dass Ohrenstöpsel in gewissen Rushhours am Abend durchaus Sinn
machen, wenn man sich die eigene Gesundheit etwas erhalten möchte.
Das Leben am Limit hielt 3 Jahre an, denn in der Schweiz gibt es wenig
bezahlbare Angebote der Kinderbetreuung, die Grosseltern waren weit weg und
der reguläre Kindergarten beginnt erst mit 4-5 Jahren.
Ende 2019 begann ich wieder Teilzeit zu arbeiten und es sah so aus, als
würden wir langsam wieder einen Rhythmus erreichen, der einem einigermassen
ausbalancierten Alltag glich. Die berühmten ca. 100 Infekte pro Kind bis zum
Erreichen eines guten Immunsystems schienen endlich durch, die Kinder recht
selbständig und einigermassen froh in Schule und Kindergarten. Und dann kam
der Lockdown.
Und die ersten Wochen der Gedanken-Karussellfahrten, der Versuch sich durch
Zeitungen, Nachrichten und Telefonate ein Bild zu machen. Die Entscheidung
vor der Grenzschliessung nochmals die Grosseltern zu besuchen oder eben
nicht.
Wo sind die Chancen in dieser Pandemie?
In diesen ersten Tagen habe ich für mich, unsere Kinder und Freunde die
Geschichte «Vinz und das Jahr der Affen – Was man so macht, wenn die Welt auf
dem Kopf steht» geschrieben. Meine Freundin aus der Schulzeit, die
mittlerweile selbständige Creativ Direktorin ist, war auch sofort begeistert.
Wir kanalisierten also erstmal alles in dieses Projekt- und hatten eine
Riesen Freude daran. Ich merkte, dass bei mir Unsicherheit ein enormer
Antrieb ist, um die Ecke zu denken.
Ich sehe tatsächlich mehr Chancen als Mauern und bin meiner Familie
unendlich dankbar, dass ich durch unser buntes Zusammenleben in den letzten 7
Jahren offensichtlich genau diese Fähigkeit perfektionieren durfte. Die Kunst
der Improvisation, das Entscheiden auf Basis einer unvollständigen
Wissensgrundlage, das Schaffen von neuen Formaten.
Mein grosses Ziel war es für 2020 für uns und die Kinder besonders gute
Erinnerungen zu schaffen. Wir hatten die Chance unsere eigene Version des
Jahres zu gestalten, in dem wir den Schwerpunkt neu setzten. Den Ausschlag
dazu gab ein Ereignis, dass sich schon viel früher abgespielt hatte. Meine
Kühltruhe hatte, randvoll, einfach so den Geist aufgegeben. Abends natürlich,
im April, als es schon nicht mehr kalt war. Ich huschte also panisch wie ein
Eichhörnchen von einem Nachbarn zum anderen, um wenigstens die grössten
Kostbarkeiten «durchzubringen». Es blieben reichlich Eis, Fritten, gefrorene
Früchte u.ä. auf der Strecke. Bis heute zählt dieses Ereignis zu den
Lieblingserinnerungen meiner Kinder, genannt Kühltruhen Party. Was für mich
eine grosse Sauerei, teuer und nervig war, ist für sie: Wisst ihr noch, als
wir einen Abend lang nur Eis und Fritten essen durften?
Ich will nicht nur das Negative sehen
Was bedeutet das für 2020 und 2021? Man könnte sich also nur daran
erinnern, dass mein Mann und ich kaum mehr schliefen, da wir nachts
arbeiteten, dass Haus in Dreck und Chaos versank und es ja noch so etwas
Lustiges wie Homeschooling gab. Und Tränen darüber, was alles nicht ging und
die Angst.
Stattdessen führten wir einen Haufen neue Formate ein- wie Garagen Disco,
Frühstück zum Abendessen, Affen jagen und … wir starteten ein grosses
Projekt.
Denn im Kindergarten wäre geplant gewesen, Hühnereier auszubrüten und so
übernahmen wir kurzerhand diese Aufgabe zu Hause. 21 Tage erscheinen wirklich
unendlich lang, ja, ich bin kaum geduldiger als meine Kinder. Es wurde nicht
aus allen Eiern etwas und die ersten Wochen lebten die kleinen Küken bei uns
im Keller, der dementsprechend aussah. Aber der Sommer, in dem wir sie
aufziehen durften, bevor unser 3 Hähne einen tollen Platz auf einem
Biobauernhof fanden (ja, das war von Anfang an so geplant, da die Geduld
unserer Nachbarn nicht überstrapaziert werden sollte) ist für alle einfach
unvergesslich.
Wir könnten uns also nur an den Streit, die Überforderung, meinen
Jobverlust und Krankheit erinnern. Oder aber an das Spazieren rennen am
Morgen, die Erkenntnis, dass Schlafanzüge und Badehosen durchaus auch als
normale Kleidung durchgehen.
Wir könnten uns an die Menschen erinnern, die wir nun ewig nicht mehr
gesehen haben oder stattdessen an die tolle Idee meiner Freundin Melanie, im
grossen Kreis am Samstagabend «Vorlese-Zoom» mit mehreren Familien zu machen.
Wir sind jedes Mal sehr aufgeregt, es gibt einen Grund aufzuräumen und man
bekommt mindestens 6 Geschichten vorgelesen, statt nur eine von den eigenen
müden Eltern.
Die kleine Frage: Was brauchst du gerade? hat sich dabei als extrem
hilfreich erwiesen, für uns Eltern und auch für die Kinder. Die Antwort
lautet meist nicht ein Glitzer Pony oder einen Flug in die Karibik, sondern
sie ist sehr viel einfacher: Durchatmen, eine kurze Auszeit, etwas zu essen
oder einfach eine Umarmung. Meine Kinder wissen jetzt ziemlich genau, ob sie
gerade von einem kleinen Affen gebissen wurden, oder wirklich ein Problem
haben, bei dem sie Hilfe brauchen.
Wir müssen die Komfortzone verlassen
Ich selbst könnte also irre traurig sein, dass ich seit Monaten einen Job
suche und dabei wirklich viele Absagen bekommen habe. Aber ehrlich gesagt,
denke ich aber viel mehr darüber nach, was ich mich alles getraut habe. Wo
ich meine Komfortzone verlassen und entschieden habe, es neu und anders zu
versuchen und dabei umzudenken. Ja, schön ist es wirklich nicht immer. Aber
ich selbst setze die Akzente meiner Erinnerung.
Deshalb ist mein Kinderbuch nun im Selfpublishing erschienen. Es ist sehr
aufregend, denn ich habe eine riesen Freude daran, es Euch nun hier
vorzustellen. Wenn Ihr auch gerne die Perspektive auf den Alltag wechseln
möchtet, wenn Ihr mit Euren Kindern ins Gespräch kommen möchtet, darüber
woran sie sich erinnern oder, wenn Ihr einfach mal ein bisschen lachen wollt.
Trotz allem – vor allem aber, mit Vinz und seiner Familie.
Da ich klein anfange, ist das Buch derzeit noch nicht auf Lager, aber es
ist bestellbar und BoD Publishing tut sein Bestes. Falls der Versand also
etwas dauern sollte, bitte ich Euch um Geduld! Ich freue mich, wenn viele von
Euch bestellen! Alles Gute für Euch, Eure Anna
Hier klicken für eine Leseprobe zum Buch
Mehr über die Autorin Anna findet Ihr hier:
https://www.annibaboum.com
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Wie werden wir uns an 2020 erinnern? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wie-wir-nach-dem-verlust-unseres-kindes-mit-zwillingen-beschenkt-wurden |
Mein Name ist Nina. Im Juli 2017 ist unsere Tochter sehr unerwartet in der
21. Schwangerschaftswoche verstorben.
Mein Mann und ich haben danach sehr lange überlegt, ob wir nochmal eine
Schwangerschaft wagen sollen. Zum einen wegen des schmerzvollen Verlustes
unserer Tochter, zum anderen, weil wir bereits zwei größere Kinder haben. Wir
wollten keinen zu großen Altersunterschied…
Ich war eigentlich ganz zufrieden mit der Situation. Ich hatte eine tolle
Arbeit im Behindertenbereich als Krankenschwester, wohnte endlich in der Nähe
meiner Eltern, meine Familie war gesund. Nur manchmal kam der Wunsch nach
einem Baby wieder hoch. Doch der Gedanke, dass das Baby wieder sterben
könnte, war zu beängstigend für mich. Ich wusste, dass ich diesen Schmerz
kein zweites Mal aushalten könnte… Aber mein Mann ließ nicht locker. Er sagte
immer, er fühle, dass wir noch nicht komplett seien.
Im Januar 2019 hielt ich dann plötzlich den positiven Schwangerschaftstest
in der Hand. Plötzlich war nur noch Freude über dieses kleine Wesen in mir.
In der achten Woche hatte ich den ersten Frauenarzt-Termin. Die Ärztin machte
einen Ultraschall und zack, ich sah es sofort – da waren zwei kleine Punkte.
Zwillinge. Und beide Herzen schlugen kräftig.
Mir verschlug es erstmal die Sprache. Gerade war ich noch voller Freude
gewesen, plötzlich mischte ich Angst dazu. Unser Haus war zu klein für zwei
weitere Kinder. Unser Auto auch. Wie sollte ich es schaffen, zwei Kinder
gleichzeitig zu versorgen und den beiden Großen auch noch gerecht zu werden?
Würden wir das alles schaffen? Emotional, finanziell? Und vorallem: Würden
die Babys gesund sein?
Mein Mann nahm die Nachricht deutlich entspannter auf. Er freute sich und
steckte mich dann auch wieder mit seiner Freude an. Dann bekamen wir die
Nachricht, dass wir einen Jungen und ein Mädchen erwarteten – ich hätte nicht
glücklicher sein können.
In der 20 Woche war ich im Krankenhaus zum Organscreening. Dort sagte mir ein nicht sehr feinfühliger Arzt, dass
das eine Baby viel zu klein und vorallem zu leicht sei und er nicht wisse, ob
es überleben werde. Diese Aussage riß mir den Boden unter den Füßen weg. Ich
fiel in ein tiefes Loch, denn meine größte Angst kroch hervor: Würde ich
wieder ein Baby verlieren? Wieso ging es meinem kleinen Mädchen nicht gut?
Warum wuchs es nicht ordentlich? Die Sorge war fast unerträglich.
Ab diesem Zeitpunkt musste ich wöchentlich zu Wachstumskontrollen. Und
siehe da, das Mädchen wurde immer kräftiger. Die Kontrollen machten mir Mut,
aber noch immer lag ich nachts wach und hoffte, dass mir nicht noch ein Kind
genommen werden würde.
Die Wochen vergingen und die Kinder entwickelten sich gut. Die Ärzte waren
mittlerweile auch zuversichtlich. Die Angst aber ließ mich nicht los.
Manchmal konnte ich kaum atmen und ich war wie gelähmt.
An einem verregneten Oktobertag kamen schließlich unsere Zwillinge per
geplanten Kaiserschnitt zu Welt. Die Tränen flossen und ich konnte mein Glück
kaum fassen, dass ich nach so vielen Monaten voller Angst und Ungewissheit
endlich unsere Babys im Arm halten durfte. Beide Babys waren gesund.
Das ist nun einige Monate her. Unser Leben ist so bunt, so schön, so
chaotisch. Ich bin bis heute unendlich dankbar. Wir sind jetzt komplett, mit
vier Kindern an der Hand und einem im Himmel.
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Wie wir nach dem Verlust unseres Kindes mit Zwillingen beschenkt wurden | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wild-child-wie-wir-es-schaffen-unsere-kinder-so-zu-nehmen-wie-sie-sind |
Ihr Lieben, manchmal wünschen wir uns in schwierigen Situationen mit den
Kindern eine Stimme im Ohr, die uns zuflüstert, wie wir uns als Eltern
richtig verhalten können. Die Autorinnen von Wild Child: Entwicklung
verstehen, Kleinkinder gelassen erziehen, Konflikte liebevoll lösen sind eine
solche Stimme. Eliane Retz und Christiane Stella Bongertz beschreiben darin
den Weg der autoritativen Erziehung und zeigen, wie es funktioniert, unsere
Kinder zu umarmen, wenn unser Impuls eigentlich eher ein Ausraster
wäre…
Wild Child: Entwicklung verstehen, Kleinkinder gelassen erziehen, Konflikte
liebevoll lösen
Wie schaffen wir es, auch in angespannten Konfliktsituationen („Wir müssen
los!“ „Wir kommen zu spät!“) zu sehen, dass mein Kind sein Verhalten niemals
gegen mich richtet, dass es kein Gegner ist, sondern einfach grad selbst in
Schwierigkeiten steckt?
Eliane: Gerade solche sogenannten Übergangssituationen von einem
Lebensbereich in den anderen sind oft schwierig für Kinder. Sie aktivieren
das kindliche Bindungssystem. Das Kleinkind ist vielleicht eingewöhnt in der
Kita, aber trotzdem aufgeregt am Morgen. Es muss dann noch einmal richtig
seinen „Bindungstank“ aufladen und klebt an den Eltern. Weiß man das, wird
schnell deutlich, dass es weder um fehlende „Erziehungskompetenzen“ der
Eltern noch um bockige Kinder geht, die ihre Eltern tyrannisieren wollen.
Nun muss ich aber pünktlich zu einem Termin und genau in diesem Moment
beginnt mein Kind zu „bocken“. Wie kann ich adäquat darauf reagieren?
Eliane: Eltern können den kindlichen Bindungswunsch oft nicht gut
beantworten, wenn sie selbst im Stress sind, möglicherweise noch im
Schlafanzug durch die Wohnung rennen und es drunter und drüber geht. Hier ist
es erst mal wichtig, dass sich die Bindungsperson selbst beruhigt und für
Klarheit und Orientierung sorgt, denn dann kann sich diese innere Ruhe aufs
Kind übertragen. Das bedeutet, dass eine gute Planung wirklich das A und O
ist, denn Zeitdruck ist leider sehr dysfunktional, wenn man kleine Kinder
hat.
Angenommen, ich habe gut geplant, aber trotzdem stellt sich mein Kind quer
…
Eliane: Das passiert, auch die beste Planung ist natürlich keine
Garantie, dass alles reibungslos klappt. Jetzt ist es sehr wichtig, klar zu
sein und das Kind liebevoll durch die Situation zu coachen. Anstatt mit dem
Kind zu schimpfen, ist es besser, es in den Arm zu nehmen und zu sagen: „Ich
weiß, das ist schwer für dich, ich kann dich verstehen.“
Dann kann man versuchen, die kindliche Kooperation zu gewinnen. Zum
Beispiel, indem man vorschlägt: „Während wir uns die Jacke und die Schuhe
anziehen, erzähle ich dir eine spannende Geschichte und du bestimmst, um was
es gehen soll.“ Selbst etwas bestimmen zu können, kann Kindern helfen, es
muss nämlich nicht immer nur ein aktiviertes kindliches Bindungssystem sein,
was das Loskommen erschwert.
Kinder in der Autonomiephase sind auf dem Weg, eine eigene Identität zu
entwickeln und denken darum häufig: „Bloß, weil du etwas willst, will
ich das aber nicht unbedingt!“ Dann ist elterliches Nachdenken und Empathie
gefragt: Wie schaffen wir es dennoch, friedlich zusammen das Haus zu
verlassen? Geliebte Stofftiere oder Handpuppen können hier gute Moderatoren
sein und vermitteln. Kinder kooperieren gerne, wenn Eltern mit ihnen spielen
und diese Ebene ansprechen, anstatt im Befehlston zu sagen: „Los, jetzt mach
endlich.“ Wir möchten ja auch nicht, dass andere Menschen so mit uns
sprechen!
Autorin Christiane Stella Bongertz Foto: Johan Bävman
Ihr zeigt durch Forschungsergebnisse, dass Eltern mit einem „autoritativen“
Erziehungsstil ganz gut fahren. Was genau meint ihr damit?
Stella: Zumindest solche Eltern fahren damit gut, die bereit sind, sich mit
ihren Kindern auseinanderzusetzen, was auch schon mal ziemlich anstrengend
sein kann. Aber sie tun das, weil sie wollen, dass ihre Kinder später zu
ebenso selbständigen wie empathischen, bindungs- und teamfähigen Erwachsenen
werden, die kein Problem haben, selbstbewusst für sich und ihre Bedürfnisse
einzustehen. All diese tollen Eigenschaften trainieren Kinder und auch die
Eltern nämlich nachweislich, wenn die Familie einen autoritativen
Erziehungsstil lebt. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass ein Erziehungsstil
keine Methode ist, sondern eine grundsätzliche Haltung.
Und welche Haltung ist das in diesem Fall?
Eliane: Eine, in der die kindlichen Bedürfnisse eine wichtige Rolle
spielen, aber die Eltern gleichzeitig entwicklungsförderliche Anforderungen
an die Kinder stellen. Das heißt, auch bei einem autoritativen Erziehungsstil
geht es immer noch um Erziehung, also auch bei der bindungs- und
bedürfnisorientierten Erziehung, um die sich unser Buch dreht. Sie hat nichts
mit Gewährenlassen zu tun und auch nichts mit der Unerzogen-Bewegung. Aber
eben auch nichts mit der autoritären Erziehung früherer Generationen.
Wie hätten Eltern denn früher reagiert, wenn das Kind, sagen wir, nicht die
Zähne putzen will und was tun bindungsorientierte Eltern?
Stella: Früher hätte man vielleicht gedroht: „Du machst jetzt den Mund auf,
sonst setz’s was.“ Das hat erst mal in dem Sinne funktioniert, dass das Kind
den Mund öffnet. Allerdings aus Angst, nicht, weil es freiwillig kooperiert.
Was ein Kind da vor allem mitnimmt, ist: Was ich will, zählt nicht. Für die
schnell gesäuberten Zähne wurden mal eben die Bindung und das kindliche
Selbstwertgefühl beschädigt.
Eltern, die bindungsorientiert erziehen, möchten natürlich auch, dass ihr
Kind gesunde Zähne hat, sie übernehmen hier Verantwortung. Aber sie versetzen
sich in die Lage des Kindes: Es ist unangenehm, wenn jemand anders im eigenen
Mund herumfuhrwerkt, das kennen wir doch alle vom Zahnarzt. Natürlich
begreift ein Zweijähriges noch nichts von Bakterien. Aber es lohnt sich, wenn
die Eltern sich die Mühe machen, eine kindgerechte Erklärung zu finden, warum
Zähne geputzt werden müssen.
Etwa: Die Kariestrolle haben sich eingeschlichen und mit der Zahnbürste
putzen wir sie jetzt weg. Wenn das Kind dann noch einbezogen wird, indem es
zum Beispiel die Zahnbürste und den Ort des Zähneputzens wählen darf und
vielleicht auch mal Papas Zähne schrubben darf, lernt es: Es gibt einen
wichtigen Grund fürs Zähneputzen, aber ich darf mitbestimmen, wie das gemacht
wird, ich bin auch wichtig. Der Aufwand für Mama und Papa ist zwischendurch
schon mal hoch, die Anstrengung zahlt sich aber langfristig aus. Und mit der
Zeit wird es auch leichter, weil das Kind irgendwann aus freien Stücken
kooperiert.
Euer Buch heißt „Wild Child“. Was genau ist denn ein Wild Child, ein wildes
Kind?
Stella: Wir fanden, dass der Begriff toll auf kleine Kinder passt, denn die
sind von Natur aus wild, lebensfroh und wollen die Welt kennenlernen und
entdecken. Oder besser gesagt: Sie müssen es sogar, denn es ist ja kein
Zufall, dass alle kleinen Kinder plötzlich in die Autonomiephase kommen und
beginnen, sich von den Eltern zu lösen. Das ist das Programm, das ihnen die
Evolution mitgegeben hat. Dabei verstehen wir „wild“ im Sinne von
ursprünglich und unverfälscht, ein Wild Child folgt seinen Gefühlen. Das
bedeutet aber nicht, dass ein Wild Child unbedingt ein besonders lautes oder
extrovertiertes Kind sein muss oder eines, das besonders auf Konfrontation
aus ist. Ein Reh ist ja auch genauso wild wie ein Puma.
Ist „Wild Child“ also nicht gleichbedeutend mit einem gefühlsstarken
Kind?
Stella: So, wie der Begriff „gefühlsstark“ meistens benutzt wird, also für
Kinder, die ihre Emotionen eher heftig nach außen tragen: nein. Jedenfalls
sind mit Wild Child nicht nur diese Kinder gemeint. Wobei ich davon überzeugt
bin, dass auch die stilleren Kinder starke und große Gefühle haben. Sie haben
nur nicht diesen Impuls, sie so unmittelbar und sichtbar in die Welt zu
tragen, sondern brüten darüber vielleicht erst mal eine Weile. Aber auch ein
introvertiertes Kind ist ein Wild Child.
Eliane Retz Foto: privat
Euer Buch landete sofort auf der Spiegel Bestsellerliste – hättet ihr damit
gerechnet? Und welche Rückmeldungen erhaltet ihr zum Inhalt?
Eliane: Das hat uns total überrascht. Aber es freut uns natürlich, weil wir
dann viele Menschen erreichen. Wir wollen Eltern dabei unterstützen, eine
möglichst sichere Bindung zu ihren Kindern aufzubauen. Wie möchten, dass
möglichst viele Kinder bindungssicher groß werden, das wird auch unserer
Gesellschaft später einmal zugute kommen. Es ist ein schöner Erfolg, aber
nicht entscheidend dafür, dass wir uns weiterhin für diese Themen engagieren.
Die Rückmeldungen sind sehr positiv und, ja, wir freuen uns wirklich über
jede Nachricht, die wir dazu erhalten.
Stella: Wenn ich höre, wie das Buch den Eltern in konkreten Situationen
richtig hilft, denke ich immer: Yeah, so war das auch gedacht!
Ihr führt uns im Buch auch auf eine Reise zurück in unsere eigene
Vergangenheit und haltet uns an, einmal unsere eigene Bindungsgeschichte
anzuschauen. Warum genau und was sagt uns das?
Stella: Weil wir das Verhalten unserer Eltern fast immer unbewusst
kopieren, wenn wir darüber nicht reflektieren. So werden sichere, aber eben
auch ungünstige Bindungs- und Verhaltensmuster von einer Generation an die
nächste weitergegeben. Sobald wir uns aber wenig förderliche
Verhaltensweisen, die wir als Kind erlebt haben, bewusst machen, haben wir es
in der Hand, einen Teufelskreis zu durchbrechen.
Ein persönliches Beispiel: Als ich klein war, war mein Vater sehr krank und
ist gestorben, als ich gerade sechs war. Meine Mutter stand damals enorm
unter Druck und ich habe gemerkt, wie meine Bedürfnisse sie oft überfordern,
obwohl sie ein sehr liebevoller Mensch ist. Wenn sie mit mir gespielt hat,
hat sie oft geseufzt: „Na gut, wenn’s sein muss!“ Wahrscheinlich habe ich
deshalb noch heute häufig die Sorge, anderen „lästig“ zu sein – aber
nur, bis ich mir in Erinnerung rufe, woher es kommt.
Hätte sie gewusst, wie ihr Verhalten auf mich wirkt, hätte sie es sicher so
gemacht wie ich heute mit meiner Tochter: Ich versuche, möglichst klar in der
Kommunikation zu sein. Will sie mit mir spielen, habe ich im stressigen
Alltag natürlich auch den Impuls „Oh Mann, ausgerechnet jetzt.“ Aber meistens
gelingt es mir schnell, mich zu erinnern, dass ich meinem Kind nicht das
Gefühl geben will, ein Opfer für es zu bringen, für das es sich am Ende
wahrscheinlich schuldig fühlt. Spiele ich also mit, lasse ich mich so gut es
geht drauf ein und genieße die Zeit mit ihr. Ansonsten mache ich klar, warum
es gerade nicht geht oder ich nicht spielen will und sage zum Beispiel:
„Nein, tut mir leid, jetzt bin ich zu müde.“ So lernt sie, dass es in Ordnung
ist, für eigene Bedürfnisse einzustehen.
Nehmen Sie Ihr Kind immer ernst, ist einer der Sätze, der sich bei mir bei
der Lektüre besonders eingeprägt hat. Welche weiteren Schlüssel für eine gute
Eltern-Kind-Beziehung und Bindung könnt ihr dazu nennen?
Eliane: Die bedingungslose Annahme eines Kindes ist für die Entstehung
einer sicheren Bindung zentral. Eltern reagieren dann gelassener und
versuchen ihr Kind zu verstehen. Bedingungslose Liebe ist eine Haltung. Dazu
gehört der bewusste Verzicht auf Strafen oder Liebesentzug im Anschluss an
Situationen, die nicht ideal verlaufen sind. Zu dieser inneren Haltung gehört
auch, dass die untröstlichen Momente sein dürfen – das ist einfacher, wenn
man weiß, dass sie normal sind und nichts darüber aussagen, ob man kompetent
in der Elternrolle ist oder nicht.
Bedingungslose Liebe bedeutet etwa, dass Eltern ihr kleines Kind, das
gerade wegen einer „Kleinigkeit“ getobt hat, ohne Zögern in den Arm nehmen,
wenn es Trost sucht.
Bedingungslose Liebe bedeutet, dass man Kinder um ihrer selbst willen
liebt, auch dann, wenn sie wütend und stürmisch sind und sich abzeichnet,
dass es noch dauern wird, bis Empathie und Impulskontrolle reifen. Dann zu sagen:
Ich lasse dich damit nicht alleine, sondern unterstützte dich auf deinem
Entwicklungsweg.
Bedingungslose Liebe bedeutet nicht, dass jeder Wunsch des Kindes erfüllt
wird. In sicheren Bindungsbeziehungen darf und sollte ein „Nein“ kommuniziert
werden. Eine meiner Lieblingsstellen im Buch ist in diesem Zusammenhang: „Es
ist leicht, ein Kind zu lieben, das sich kooperativ verhält und den
elterlichen Erwartungen und Wünschen entspricht. Es ist aber besonders
wichtig, gerade in den schwierigen Momenten miteinander in Verbindung zu
bleiben und dem Kind hier die Sicherheit zu geben: ,Ich hab dich lieb. Immer
und bedingungslos!‘
|
Wild Child: Wie wir es schaffen, unsere Kinder so zu nehmen, wie sie sind |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-bleiben-immer-mama-vom-unfall-meines-sohnes-und-seinem-weg-zurueck-ins-leben |
„Bitte legen Sie nicht auf“,
ruft jemand hastig in das Telefon, „sind Sie die Mutter von Caspar?“ Es ist
fünf Uhr morgens, mein Herz schlägt bis zum Hals, ich bin hellwach und sofort
im Alarmmodus.
„Ja, ich bin Caspars Mutter, was gibt es?“
„Mein Name ist auch Caspar, ich bin ein Freund Ihres Sohnes. Wir studieren
gemeinsam an der ESADE. Ich bin in Barcelona im Krankenhaus. Caspar hat heute
Nacht einen Unfall gehabt. Die Ärzte hier sagen, dass seine Eltern sofort
kommen sollen …
Ich stehe auf, gehe zu meinem Schreibtisch, nehme einen Stift und frage
mich, ob ich alles richtig verstanden habe. Ich bitte diesen Caspar Zwo, mir
noch mal langsam und ganz genau zu berichten, was er weiß.
Was sich hier ankündigt, ist nicht weniger als der absolute
Eltern-Alptraum. Weit weg von zu Hause, in einer Umgebung, deren Sprache ich
nicht spreche, liegt mein 26jähriger Sohn in einem Krankenhaus,
augenscheinlich nicht in der Lage, mich selbst zu benachrichtigen.
Ich muss nach Barcelona! So schnell wie es geht! Ich muss mich
konzentrieren und fasse nochmal zusammen. Ich weiß nicht, was passiert ist,
aber es führt dazu, dass Caspar in einer Klinik liegt. Ich höre sofort auf zu
spekulieren, zu mutmaßen und versuche, die Bilder in meinem Kopf zurück zu
drängen. Bloß kein Kopfkino!
Annunziata Hoensbroech
Die Familie informieren, packen, Flug buchen. Auf der Fahrt zum Flughafen
verteile ich ein paar Aufgaben, bitte Freunde, einen Dolmetscher für mich in
Barcelona zu suchen.
Verursache ich zu viel Wirbel?, frage ich mich. Es muss ja nicht immer das
Schlimmste passiert sein! Sollte dies der Fall sein, bitte ich meine Freunde
lieber schon jetzt einmal um Entschuldigung: „Ihr kennt mich, ich bin
es, die Chaos-Tante, die immer mit zwei Rädern gerade noch durch die Kurve
kommt. Es tut mir leid!“
Ich bin mir im Unklaren darüber, was für eine Situation ich in Barcelona
vorfinden werde und stehe allem, was nun folgt, völlig unvorbereitet
gegenüber, in diesem Fall ist es die Tür zur Intensivstation der Uniklinik in
Barcelona. Eigentlich wollte Caspar nur ein Jahr lang seinen Master hier
machen, Studentenleben im Ausland, nochmal rauskommen…
Dann bin ich endich in Barcelona. Mein Herz rast und ich atme schneller und
denke, dass es also doch die Intensivstation ist und versuche, mich mit dem
nächsten tiefen Atemzug innerlich zu wappnen, bevor ich hineingelassen werde.
Jedoch: Gegen eine solche Darstellung kann man sich nicht wappnen. Der
Monolog der Ärzte, was meinem Kind widerfahren ist, trifft mich mit voller
Härte.
Caspar wurde mit hoher Geschwindigkeit von einem Taxi angefahren, zu Boden
geschleudert und mitgerissen. Ich bin entsetzt über das, was mir die Ärzte
sagen, und verzweifelt über das, was sie nicht sagen. Die Liste der
Knochenbrüche, der inneren Verletzungen ist schier endlos und die Antwort auf
die Frage, ob mein Sohn diesen Unfall überleben kann, steht als bedrohliche
Stille im Raum.
Wie sieht man Chancen, wo auf den ersten Blick keine da sind? Das ist für
mich das „Eltern-Privileg“! Wie oft sehen wir in unseren Kindern viel mehr
als den laufenden Meter mit der Rotznase, der gerade vor uns steht! Wir haben
keine Zweifel daran, dass dieses Kind es schaffen wird, ein fröhliches,
selbstbestimmtes Leben zu führen, dass es sich seinen Platz im Leben erobert,
Freunde findet und in eine verheißungsvolle Zukunft geht.
Wenn wir Eltern nicht an unser Kind glauben, wer soll es dann tun?
So sitze ich am Krankenbett meines Sohnes, den ich kaum wieder erkenne,
weil er so verbunden und verkabelt ist, dass er darunter beinah verschwindet.
Nur seine wiederspänstige Locke nicht.
Diese Locke, die ihm schon als kleiner Junge immer frech in die Stirne
hing, sich unter jeder Mütze hervorgeschummelt hat, nicht in den ersten
Fahradhelm wollte, die Caspar von seinem Zwillingsbruder Jacob unterscheidet,
und die nun die Hirndrucksonde kaum verbergen kann.
„Ich glaube an Dich“ flüstere ich ihm ins Ohr und tauche ein in seinen
Geruch den ich sofort erkenne und der dieses unwirkliche Szenario unmittelbar
in die Realität katapulitiert.
Bin ich alleine? Gibt es jemanden, der gerne mit mir tauschen
würde? Es gibt einige Situationen, in denen ich mir diese Fragen stelle,
um innerlich einen Schritt zurückzugehen, um meine Schwierigkeiten zu
relativieren. So lange ich in meinen Gedanken jemanden finde, der gerne mit
mir tauschen würde, so lange kann es nicht allzu schlimm um mich und mein
Problem bestellt sein.
Also: Finde ich jemanden, der jetzt gerade gerne mit mir tauschen würde?
Ja!
Meine Gedanken gehen zu Freunden, die ihren Sohn durch einen Verkehrsunfall
verloren haben. Die keine Chance hatten, an seinem Bett zu sitzen und an ihn
zu glauben. Die keine Chance hatten, ihm zu versprechen, die nächsten zwei
Tage mit ihm auszuharren, mit ihm von Stunde zu Stunde in Richtung Leben zu
gehen.
So werde ich dankbar.
Dankbarkeit ist ein guter Motor. Ich bin dankbar, überhaupt eine Chance zum
Kämpfen zu haben. Und so nehme ich und nehmen wir – Caspars Zwillingsbruder
Jacob, seine Schwester Chiara, sein Bruder Titus und unsere ganze Familie –
den Kampf auf!
Caspar, Jacob, Chiara und Titus
Nach über einer Woche mit Tränen und Schlafmangel, mit Hoffen und Bangen,
mit Ausharren und dem sturen Willen, nicht weiter als die nächste Stunde in
die Zukunft zu denken, fängt Caspar spontan an zu atmen. Flach, zaghaft aber
kontinuierlich. Die Monitore zeigen es. Kleine scharf gezackte Tannenzapfen
zwischen den regelmäßig auf und absteigeneden Suaerstoffwellen der
Beatmungsmaschine.
Es ist ein unglaublicher Durchbruch und die größte Freude! Caspar wird
überleben. Aber mit jeder positiven Nachricht, jedesmal wenn wir so
unbeschreiblich erleichtert sind, kommt die nächste Sorge. Überleben reicht
auf einmal nicht mehr, es ist die Fage: Wie wird er leben?
Caspar kommt nicht zu sich. Seite einigen Tagen bekommt er keine sedierenen
Medikamente mehr. „Er hätte längst sein Bewußtsein zurückerlangen sollen“,
sagt uns der diensthabende Arzt. „Wir gehen auch davon aus, dass er es leider
nicht mehr zurück erlangen wird“. Überleben, um Jahr um Jahr als Komapatient
dahinzudämmern? Es war alles umsonst!
Caspars Geschwister, wir alle sind wie erstarrt!
Wer überlebt denn, um so zu enden? Das kann doch nicht Gottes Plan mit
meinem Kind gewesen sein! Aber wer kennt schon Gottes Pläne? Ich nicht und
die Ärzte auch nicht. Wenn für Gott alles möglich ist, dann ist auch das Gute
möglich.
So bleibt alles offen und wir weichen nicht von Caspars Seite, lassen nicht
nach, ihn zu überzeugen, bei uns zu bleiben. Machen ihm Mut in seinen
geschundenen Körper zurückzukommen, weil wir ihn brauchen und weil er noch so
viel Schönes in seinem Leben zu erwarten hat.
Und Caspar kommt zurück und kommuniziert mit uns. Anders als gedacht, aber
für uns unmißverständlich.
Sein Herz schlägt schneller, wenn wir bei ihm sitzen. Alle Vitalwerte
werden lebhaft und tanzen auf den Monitoren in die Höhe, wenn wir ihn
berühren, durch seine Haare streicheln. Sind es Reflexe? Für uns ist das
Caspar!
Und die Bestätigung kommt wieder nach vielen, langen Tagen und ganz unerwartet.
Wie ein Wimpernschlag – so sacht beginnt Caspar mit seinem Daumen die Hand
seiner Schwester zu berühren. Ein so sanfter Druck, dass sie sich fragt, ob
er es ist, oder ob sie es sich so sehr wünscht, er möge es sein.
„Caspar, bist Du das?“ Wieder die Andeutung eines Drucks mit seinem rechten
Daumen. Caspar ist da, er ist bei uns, und er weiß, dass er nicht alleine
ist.
Wie auf einer Parabel werden wir von unserer Freude ganz weit nach oben
getragen, auf den Höhepunkt der Kurve, nur um im nächsten Augenblick im
freien Fall der nächsten Angst entgegenzustürzen.
Caspar ist da, aber wer wird er sein, wenn er nach vielen Wochen des Komas
wieder zu sich kommt? Wird es Wesensveränderungen geben? Wird die Zukunft für
ihn der Rollstuhl sein, oder wird er laufen können? Ganz langsam lösen sich
diese Fragen. Er findet seine Sprache wieder, seine Erinnerungen und seinen
Humor.
Nach Monaten steht er aus dem Rollstuhl auf und geht seine ersten Schritte.
Intensive Rehabilitation, mit sturem Blick nach vorne, kämpft er sich zurück
in sein altes Leben. Keine Sekunde ließ er einen Zweifel daran, dass er sich
nicht mit weniger zufrieden geben würde.
Caspar
In diesem ersten Jahr von Caspars Rehabilitation spannt sich der Bogen von
unseren ersten Überlegungen darüber, was eine Woche, ein Tag und eine Stunde
ist – bis hin zu seinen Fragen darüber, wie er an der Uni seine nächste
Präsentation halten kann.
Es ist nun drei Jahre her, seid wir den Kampf um und für Caspar aufgenommen
haben. Caspar hat seinen Universitätsabschluß gemacht und geht die ersten
Schritte in sein berufliches Leben – und immer noch arbeitet er hart an sich
und seiner völligen Rehabilitation.
Verändert haben wir uns alle. Wir wissen um unsere innere Stärke. Unsere
Großfamilie hat sich als festes Fundament bewiesen, für das ich es immer
hielt.
Caspar und seine Geschwister haben sich in einer besonderen Weise bewährt.
Auch wenn die gemachten Erfahrungen, die sie kaum mit ihren Altersgenossen
teilen können, sie ein Stück weit von ihrem alten Leben separiert
haben.
Vielleicht, weil sie den „Aufreger-des-Tages“ nicht mehr teilen können.
Vielleicht, weil sie um die Zerbrechlichkeit des Lebens wissen in einem
Alter, in dem sie eigentlich die Könige er Landstraße sein sollten, mutig
ihre Welt erobernd, frei und unsterblich!
________________________________________
Die ganze Geschichte vom Unfall und was er sie und ihre Familie gelehrt
hat, hat die Mama für sich, die Geschwister, aber auch für Caspar
aufgeschrieben. Denn während er um sein Überleben kämpfte, veränderte sich
seine Familie nachhaltig. Die Dankbarkeit hält bis heute an: Annunziata
Hoensbroech: Schicksalsschlag. Der Weg zurück ist kein Spaziergang. Herder.
(Affiliate Link).
|
Wir bleiben immer Mama: Vom Unfall meines Sohnes und seinem Weg zurück
ins Leben | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-brauchen-respekt-von-allen-seiten-heute-ist-weltfluechtlingstag |
Ihr Lieben, heute ist der
von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Weltflüchtlingstag. Die Lage in
Deutschland hat sich gefühlt stark verändert.
Der Stern titelt in seiner aktuellen Ausgabe mit unserem "zerrissenen
Land", das sich aus denen zusammensetzt, die damals mit
Willkommensschildern an den Bahnhöfen standen und sich noch heute engagieren
– und denen, die damals wie heute von Angst getrieben "Ausländer
raus" rufen.
Das ist natürlich bewusst überspitzt formuliert. Es gibt nicht nur
schwarz-weiß. Das wissen wir alle. Was es aber gibt, das sind Menschen, denen
es noch heute nicht um Hautfarbe, Herkunft oder Staatsbürgerschaft geht,
sondern um Menschlichkeit.
Dorota Hegerath vom Fachdienst für Integration und Migration der Caritas
Sozialdienste Rhein-Kreis Neuss ist so jemand. Wir haben mit ihr über die
aktuelle Lage gesprochen – aber auch darüber, welch emotionale Aufgabe sie da
hat – und wie ein Miteinander aller gelingen kann.
Foto: © Thilo
Zimmermann/Kirchenzeitung
Liebe Hegerath, Sie engagieren sich seit drei Jahren für Geflüchtete. Wie
fing das damals alles für Sie an?
Als ich im April 2015 mit der Koordinierungsaufgabe der ehrenamtlichen
Flüchtlingshilfe seitens der Aktion Neue Nachbarn beauftragt wurde, gab es
weder im Rhein-Kreis Neuss noch in den Nachbarkommunen Kenntnisse oder
Erfahrungen im Umgang mit dieser Aufgabe. Frei nach dem Sprichwort „neue
Schwierigkeiten schaffen neue Möglichkeiten“, ist es uns gelungen, schon in
der Anfangsphase eine grobe Ordnung und Systematik einzuführen.
Was waren die größten Hürden in den letzten Jahren?
Es galt, viele Hürden zu überwinden. Eine besondere Herausforderung hierbei
war, das überwältigende Engagement der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und
Helfer sinnvoll zu koordinieren.
Stimmt, auch Helfer machen natürlich Arbeit. Was waren denn die größten
Freuden in dieser Zeit?
Die positiven Rückmeldungen der Ehrenamtlichen, die ich im Gespräch auf der
Straße, am Telefon oder in den vielen sozialen Einrichtungen bekomme,
bedeuten mir sehr viel und bestätigen mich in meiner Überzeugung, dass in
unserer Gesellschaft ein irres Potential an Hilfsbereitschaft vorhanden
ist.
Das klingt doch sehr schön. Wie hat sich Ihr Leben durch die Arbeit
verändert?
Die Arbeit entwickelte sich zu einer Mammutaufgabe. Ein geregelter
Arbeitsablauf war nicht mehr möglich, da an vielen Stellen das Rad neu
erfunden werden musste. Heute drehen sich die Räder dank der Synergieeffekte,
die vielerorts durch eine gute Vernetzung möglich sind, viel effektiver und
schneller.
Am Anfang stand das große Willkommen. Heute wirkt das Land ziemlich
gespalten. Wie merken Sie das in Ihrer Arbeit? Ist der Ton rauer geworden,
weil die Skepsis größer wird – oder ist es umgekehrt und für die Menschen ist
es normaler geworden, dass wir Menschen aus Krisenregionen aufnehmen und
ihnen helfen?
Selbstverständlich war die Willkommenskultur ein Ergebnis der
Anfangseuphorie, aber es ist einfach auch ein so hohes Maß an
Hilfsbereitschaft vorhanden, dass ich mich immer aufs Neue sehr berührt.
Leider ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein anderes Bild vorhanden.
Wir selbst haben damals auch eine Flüchtlingsfamilie bei uns aufgenommen,
mittlerweile hat sie eine kleine Wohnung – und alle sprechen mittlerweile
Deutsch. Wir sind noch viel in Kontakt. Wir könnten wunderbare Geschichten
von gelungener Integration erzählen. Warum, meinen Sie, kommen solche
Geschichten aber kaum in den Medien vor?
Diese Frage beschäftigt mich auch. Im meinem privaten Umfeld stellen wir
uns seit Jahren erfolglos diese Frage.
Was müsste sich Ihrer Meinung nach für ein gutes Miteinander aller in
Deutschland ändern?
Meine Antwort an dieser Stelle lautet Respekt, Respekt und nochmals
Respekt.
Bitte schaut euch dazu auch unbedingt diese wunderbaren kleinen Spot
an.
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/**/
Foto oben: pixabay
|
"Wir brauchen Respekt von allen Seiten": Heute ist
Weltflüchtlingstag | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-erfuellten-uns-den-traum-eines-lebens-in-der-amerikanischen-wildnis-bis-alles-anders-kam-als-gedacht |
Das Landleben ist in der Realität nicht so idyllisch, wie man sich das so
ausmalt… Als Zweifachmutter Claudia Heuermann genug von Smog, Stress und
Stadtleben hat, wagt sie den Ausstieg – und zwar richtig! Sie kehrt der
Zivilisation den Rücken und zieht mit ihrem Mann und den zwei kleinen Söhnen
in die tiefen Wälder der amerikanischen Catskill Mountains.
In der Wildnis richtet sich die Familie zusammen mit Ziegen und Hühnern auf
einer 200 Jahre alten Farm ein, und der Traum vom unabhängigen
Selbstversorgerleben scheint in Erfüllung zu gehen. Tapfer stellt sich
Claudia der pausenlosen Knochenarbeit auf der Farm – tagein, tagaus, sieben
Jahre lang, bis die Familie auf die Probe ihres Lebens gestellt wird.
Zum Erscheinen ihres Buches Land oder Leben: Wie unser Traum von einer Farm
in der amerikanischen Wildnis endete (Affiliate Link)erzählt sie uns mehr zu
ihren sieben Jahren in der Wildnis. Und warum sie zurückkehrten.
Ach, wie viele träumen davon, irgendwann mal auszuwandern, sich selbst zu
versorgen, auf einem Hof mit Weitblick und Tieren und … nun, ihr habt euch
diesen Traum erfüllt. Erzähl mal, wie es zu der Entscheidung kam.
Ich habe schon als Kind davon geträumt, in die nordamerikanischen Wälder zu
ziehen, denn ich liebte den Roman „Ruf der Wildnis“ von Jack London über
alles. Später verschlug es mich dann beruflich immer wieder nach New York, da
rückten die wilden Wälder buchstäblich in greifbare Nähe. Doch letztendlich
waren meine Kinder der Grund und der Auslöser dafür, dass der Traum Realität
wurde. Die Stadt kam mir plötzlich zu eng, zu laut, zu giftig vor, ich
wünschte mir für meine beiden Söhne ein naturnahes Leben und eine Umgebung,
in der sie gesund und natürlich aufwachsen können.
Nun ist man ja oft in der Theorie mutiger als in der Praxis. Hattest du
kurz vorher auch manchmal Muffensausen und das Gefühl, doch nochmal anders zu
entscheiden?
Nein, eigentlich nicht. Ich war zu dem Zeitpunkt wirklich besessen davon,
den Giften, der Stadtluft, den Lebensmittelskandalen zu entfliehen. Zu teuer
für uns als Familie wurde das Stadtleben außerdem, da lag es also nahe, die
Möglichkeit zu ergreifen und den Traum vom Leben in der Wildnis wahr zu
machen! Am Ende passte dann auch alles wunderbar zusammen: Wir fanden das
Haus genau zur richtigen Zeit und es gefiel uns so gut, dass es überhaupt
keine Zweifel gab.
Wie waren dann die ersten Wochen auf der Farm? Für euch, aber auch für die
Kinder? So schön, wie in eurer Vorstellung?
Ich glaube, die ersten Wochen waren tatsächlich die allerschönsten….
der zermürbende Farmalltag hatte ja noch nicht eingesetzt. Da war
dieses unglaubliche Gefühl der Freiheit, des Abenteuers, aber auch der
Triumph: Wir haben es getan, wir haben es geschafft! Und für die Kinder war
es das Paradies. Da gab es Wälder zu erforschen, Bäume zu beklettern, Seen
und Bäche, an denen sie Staudämme bauen konnten … da wurden Kinderträume
wahr!
Aus der Idylle wurde dann schnell harte Arbeit. Wildnis bedeutet nämlich
auch: gefährliche Tiere, Naturgewalten, heimtückische Plagen…
Genau! Da gab es zuerst einmal die Schwarzbären…. Natürlich wussten wir,
dass es die dort gab, und ich fand das zuerst auch sehr aufregend und
spannend. Aber als sie dann unsere Hühner fraßen, sah das natürlich anders
aus. Womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten war die Zeckenplage. Die
Biester konnten einem wirklich alles vermiesen. Und dann gab es
Ziegenparasiten, von denen ich noch nie gehört hatte. Überhaupt war der
Farmalltag viel härter, als ich es mir vorgestellt hatte. Und die extremen
Winter und heftigen Stürme halfen da auch nicht unbedingt… Tatsächlich habe
ich jetzt einen riesengroßen, neuen Respekt vor der Landwirtschaft!
Später wurdet ihr dann auf die Probe eures Lebens gestellt – magst du mehr
dazu erzählen?
Es kamen in Wirklichkeit gleich mehrere Lebensproben zusammen… Auch hier
waren wieder die Kinder vorrangig, und ich merkte, dass das Landleben nicht
mehr das Richtige für sie war. Die Pubertät hat uns da auf eine echte Probe
gestellt, und gleichzeitig überdauerte meine Partnerschaft die Härte des
Wildnislebens nicht. Und inmitten dieser persönlichen Umwälzungen zerlegte
dann ein Bär das Hühnerhaus. Da wurde klar, dass eine große Entscheidung
anstand, dass eine neue Lebensphase beginnen würde ….
Heute seid ihr zurück in München, die Miete ist teuer, die Sehnsucht nach
den guten Seiten des wilden Lebens, das zurückliegt ist da. Aber auch viel
Erleichterung, oder?
Ja. Zuerst einmal hat sich herausgestellt, dass die Kinder, die ja jetzt
Teenager sind, das Stadtleben lieben. Für die beiden war es auf jeden Fall
die richtige Entscheidung, sie gehören hierhin, mitten ins Leben, sie wollen
nirgendwo anders sein. Und ich? Ich fühle mich hier auch wohl – im Moment
jedenfalls. Die vielen Vorteile einer deutschen Großstadt weiß ich erst jetzt
richtig zu schätzen. Und ein bisschen Wildnis kann man ja auch in der Stadt
finden….
Was plant ihr denn als Nächstes?
Tatsächlich träume ich jetzt schon wieder davon, später mal ein kleines
Häuschen irgendwo in den Bergen zu besitzen, vielleicht nicht ganz so
abgeschieden und abenteuerlich, aber mit einem Garten und ein paar Hühnern…
und bis dahin werden wir zahlreiche Touren in die Alpen unternehmen. Und ich
werde sicher mein nächstes Buch schreiben!
Land oder Leben: Wie unser Traum von einer Farm in der amerikanischen
Wildnis endete (Affiliate Link)
|
Auswandern in die USA und zurück: Der geplatzte Traum von der Wildnis |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-haben-zu-frueh-geheiratet-eine-paartherapie-rettete-unsere-ehe |
Liebe Nadine, du und dein Mann, ihr seid seit 2007 ein Paar, habt 2010
geheiratet. Wie würdest du Eure Beziehung zum Zeitpunkt der Hochzeit
beschreiben?
Ich glaube, ich muss dazu etwas ausholen. Als wir uns kennenlernten, waren
wir sehr jung. Mein Mann war 17, ich gerade 18 geworden. Mit 19 (ich hatte
noch meine mündliche Abiturprüfung vor mir) wurde ich ungeplant schwanger.
Abtreibung kam für uns nicht in Frage und so zogen wir 3 Monate vor der
Geburt zusammen in eine kleine Wohnung.
Allerdings gab es damals schon ein paar Probleme, mein Mann war
onlinespiel-süchtig und darüber alles andere vernachlässigt. Er begann
während der Schwangerschaft eine Therapie, dank der er bis heute seine Sucht
im Griff hat.
Im Januar 2010 kam dann unsere Tochter zur Welt und ich hatte sehr mit der
neuen Situation zu kämpfen. Mein Mann unterstützte mich so gut er konnte und
so beschlossen wir, im Sommer zu heiraten. Wir wussten, dass wir gemeinsam
unser Leben führen möchten und hatten ja auch schon viel miteinander
durchgestanden.
Was allerdings nie gut zwischen uns lief war die Kommunikation. Wenn wir
uns stritten, war das nie konstruktiv. Wir warfen uns fiese Sachen an den
Kopf mit dem Ziel, den anderen zu verletzen. Das verursachte so viel Wut und
wurde immer schlimmer. Wir merkten, dass wir da alleine nicht wieder raus
kommen…
Deshalb seid Ihr 2011 seid ihr dann in eine Paarberatung.
Genau, dort wurde uns beiden erst einmal klar, dass wir in vielen
Situationen nicht erwachsen waren und eigentlich zuerst mit uns selbst
klarkommen müssten. Die Schwangerschaft und die Probleme, die wir schon zu
bewältigen hatten, hatten viel aufgewirbelt und uns fehlte dadurch die Zeit,
selbst zu reifen und erwachsen zu werden.
Das könnten auch die Gründe für die fehlende Streitkultur gewesen sein.
Absolut. Es ging uns nicht darum, den Konflikt zu lösen, sondern Recht zu
haben. Wir wollten den anderen davon zu überzeugen, es so zu machen, wie man
selbst es wollte – ohne die Bereitschaft, Kompromisse zu finden. Meistens
haben wir gestritten, bis einer weinte und der andere wütend ging – und beide
tief verletzt waren.
Wie hat sich das auf Eure gesamte Beziehung ausgewirkt?
Wenn wir nicht stritten, konnten wir gut miteinander reden. Aber wir haben
uns einfach zu oft verbal verletzt. Ich hatte den Anspruch, nicht im Streit
ins Bett zu gehen, was manchmal zu wirklich langen Diskussionen führte und
die Situation am Ende nicht besser machte.
Dadurch waren wir am nächsten Tag beide völlig übermüdet und natürlich noch
schneller reizbar und genervt…
Was habt Ihr in der Beratung übereinander gelernt?
In der Beratung hatten wir eine kompetente und wirklich nette Therapeutin,
die sich zunächst Zeit nahm und sich unsere Geschichte anhörte. Sie zeigte
Verständnis und half uns dadurch anzunehmen, dass wir nicht perfekt sein
müssen.
Wir merkten, dass wir Zeit für uns brauchen, um erwachsen zu werden. Und
wir lernten, miteinander zu streiten, ohne uns gegenseitig zu verletzen. Dass
es nicht darum geht, recht zu haben, sondern einen Konflikt zu lösen, um das
Miteinanderleben einfacher zu machen.
Dass der eine den Müll vergisst rauszubringen und das nicht mit Absicht
macht, um den anderen zu ärgern. Wir lernten, wie wichtig ICH-Botschaften
sind und dass es hilft, Gefühle zu benennen. Dadurch konnten wir aufhören,
dem anderen zu unterstellen, alles in böswilliger Absicht zu tun (oder eben
nicht zu tun).
Was hast du über dich selbst gelernt?
Ich habe gelernt, dass ich viele meiner Gefühle auf meinen Mann projeziert
habe, obwohl er nichts dafür konnte. Ich war oft überfordert mit Haushalt und
Kleinkind und Studium und diese Überforderung habe ich meinem Mann zum
Vorwurf gemacht. Er würde sich nicht genug kümmern, er wäre nicht oft genug
zu Hause… In der Beratung merkte ich, daß er sehr viel machte und mir viel
half – ich das jedoch nicht sehen konnte.
Andersrum war es ähnlich. Mein Mann war genervt, weil ich ständig meckerte,
wenn er einmal abends mal weg wollte. Egal was, er konnte es mir nicht recht
machen. Dadurch wurde er immer genervter und zog sich zurück. Durch die
Beratung kamen wir dahinter, was wirklich lief und konnten uns so neu aufeinander
einlassen und Verständnis füreinander entwickeln.
Was habt Ihr konkret geändert?
Nach der Beratung nahmen wir uns bewusst Zeit, um miteinander zu reden. Zu
erfahren, wie es dem anderen geht, was ihn beschäftigt oder auch stört, was
er gut findet. Dadurch konnten wir nach und nach mehr Verständnis entwickeln
und Lösungen für den Alltag finden, die für beide ok waren.
Wir nahmen uns konkrete Auszeiten, ohne Kinder und fanden auch gemeinsame
Hobbys, denen wir bis heute nachgehen.
Wie geht es euch heute?
Uns geht es heute sehr gut. Wir sind beide im fest im Berufsleben angekommen,
haben 2013 noch eine zweite Tochter bekommen und feiern in wenigen Tagen
unseren 10. Hochzeitstag. Ich glaube es hat uns sehr geholfen, dass wir über
die Zeit miteinander erwachsen werden konnten. Die Beratung damals hat den
Grundstein für unsere Kommunikation gelegt.
Noch heute ist es Tradition, dass wir gemeinsam einen Kaffee trinken, wenn
wir beide von der Arbeit kommen, kurz bevor die Kinder aus dem Hort kommen.
Diese 20 Minuten sind uns sehr wichtig. Wir besprechen den Tag und erzählen
uns wie es uns geht. Und natürlich haben wir auch immer wieder gemeinsame
Ehezeit, ohne Kinder. Wir gehen gern gemeinsam zum Fußball, essen oder zum
Wellness. Und wir geben uns Freiraum, um alleine etwas zu machen, sei es Sport,
Freunde treffen oder einfach mal eine Auszeit von allem zu haben.
Wir wollen gemeinsam leben und nicht nebeneinander her. Und so kann ich
sagen, dass unsere Ehe immer besser geworden ist und ich mich auf viele weitere
gemeinsame Jahre mit meinem wundervollen Ehemann und unseren tollen Kindern
freue.
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Paartherapie: Ein Jahr nach der Hochzeit rettete eine Beratung unsere Ehe |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-leben-in-der-sperrzone-magdalena-ueber-die-isolation-in-italien |
Mein Name ist Magdalena, ich lebe mit meinem Mann und meinen drei Kindern
(6, 4 und fast 8 Monate) in der Nähe von Venedig. Seit fünf Wochen leben wir
praktisch total abgeschottet von der Außenwelt.
Vor knapp einem Jahr sind wir nach Italien gezogen, mein Mann hat dort
einen neuen Job angenommen. Er ist Schwede und arbeitet dort für eine
schwedische Firma. Er darf mit einer Sondergenehmigung noch täglich zur Arbeit
fahren – die Kinder und ich müssen zu Hause bleiben.
Wir haben das Glück, dass wir in einem Haus mit Garten leben – aber ehrlich
gesagt, nach fünf Wochen alleine zu Hause ist das alles nicht mehr lustig.
Das Schlimmste ist: Wir wissen alle nicht, wie lange wir noch so leben
werden.
Meine Kinder vermissen ihre Freunde so, ich sehne mich nach Ausgehen, nach
unbeschwertem Zusammensein. Am Anfang haben meine Kinder noch gefragt: Wann
gehen wir auf den Spielplatz, wann gehen wir wieder in die Kita? Wann treffen
wir Freunde? Jetzt fragen sie kaum noch danach…
Ich versuche, die Tage mit den Kindern positiv zu gestalten und gut zu
strukturieren. Ich glaube, anders hält man die Wochen nicht durch.
Diese Isolation ist für uns alle schlimm. Ich schreibe mit Freunden und
Bekannten per WhatsApp, aber dass wir uns nicht persönlich sehen können,
macht uns irre.
Ich glaube, viele Italiener haben den Virus lange nicht ernst genommen.
Schon als es hieß, man solle weniger rausgehen, waren die Eisdielen und
Restaurants noch gut besucht. Meinen Mann und mich hat das geschockt. Mein
Mann hat relativ früh begriffen, was da auf uns zu kommt – wir sind gut
versorgt mit Lebensmitteln und allem, was wir brauchen. Mein Mann ist auch
derjenige, der einkaufen geht. Obwohl wir in der Sperrzone leben, gibt es
genug Lebensmittel. Da gibt es also keine Engpässe.
Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sind die Straßen leer. Kein Verkehr,
keine Menschen. Ab und zu hören wir den Krankenwagen. Das ist eine sehr
seltsame Stimmung.
Ich habe keine Angst vor dem Virus. Wir sind jung und gesund und ohne
Vorerkrankungen – dafür bin ich sehr dankbar. Aber dieses Alleinsein – das
zehrt an uns allen….
Ich hoffe, dass wir alle diese Zeiten gut überstehen und bald Normalität
eintritt.
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Wir leben in der Sperrzone: Magdalena über die Isolation in Italien | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-lehrer-haben-keinen-einfachen-job-interview-mit-mona |
Liebe Mona, Du bist Lehrerin
und arbeitest in Teilzeit. Kannst Du mal aufschreiben, wie ein ganz normaler
Tag bei Dir aussieht?
Der Tag beginnt mit dem Fertig-machen der Kinder. Mein Mann ist auch
Lehrer, allerdings mit langem Anfahrtsweg per Zug, das heißt, er ist schon
weg, wenn die zwei Kinder und ich aufstehen. Jede Mama weiß, wie das
morgendliche Gehetze mit Kindern sein kann. Man findet es selbst
fürchterlich, aber man muss eben pünktlich im Klassenzimmer stehen.
Sind die Kinder dann endlich angezogen, haben gefrühstückt, sind die
Brotdosen gefüllt, fahren wir zur Kita. Ich habe das Glück, keine langen
Szenen des Abschiedsschmerz von meinen Kindern zu bekommen, somit
verabschieden wir uns recht schnell und ich renne ins Auto und fahre zügig
zur Schule.
Dort habe ich dann leider keine 5 Minuten Ankunftszeit, sondern werde meist
schon von meinen "Kindern" erwartet und der Unterricht beginnt. Es
passiert mir übrigens sehr häufig, dass ich meine Schüler "Muki"
oder "Mäusi" nenne. So ganz umschalten geht eben doch nicht.
In meinem Schulalltag gibt es auch wenig Pausen. Zwischen den Stunden
kopiere ich, führe Gespräche über Schüler. Das kann ich so gut wie nie in
Ruhe nach der Schule erledigten, denn nach der 5.Stunde hetze ich zurück zur
Kita. Dann sind meine Kinder dran und zwar kompromisslos. Wenn die Kids im
Bett sind bereite ich Unterricht oder Elterngespräche vor und korrigiere
ARbeiten. In der Zeugnisphase komme ich manchmal erst um 2 Uhr morgens ins
Bett.
Es gibt ja das Vorurteil, dass Lehrer generell nur einen Halbtagsjob haben.
Ärgert Dich das?
Ja, das ärgert mich sehr. Einfach, weil es mich immer wieder traurig macht.
dass so wenig Leute sehen, wie hart wir Lehrer arbeiten. Was für eine
wahnsinnige Belastung dieser Job ist. Ich sage einem Physiotherapeuten ja
auch nicht, dass er abends immer so faul auf dem Sofa sitzt während ich am
Schreibtisch hocke. Ich liebe meinen Beruf, ich verdiene gut. Ich finde aber
auch, dass es unserem Job angemessen ist.
Natürlich höre ich oft, dass wir ja so viel frei haben. Das stimmt schon –
die Ferien sind vorallem für die Kinder gemacht, die brauchen die Auszeiten ungemein.
Ich bin ehrlich, die Sommerferien sind für mich schon eine lange Zeit, ich
nutze nur die letzten zwei Wochen zur Vorbereitung.
Hast Du auch schon mal blöde Sprüche gedrückt bekommen? Wenn ja, welche und
von wem?
Im Moment herrscht ja fast überall ein großer Lehrermangel. Ihr glaubt gar
nicht, wie häufig ich zu hören kriege "Vielleicht sattel ich auch
nochmal um und werde Lehrer." Das ärgert mich, weil es mir das Gefühl
gibt, dass viele Leute denken, Lehrer sein kann ja jeder. Wenn ich dann aber
sage "Ja komm mach doch mal", meinen die meisten "Oh Gott,
nein. Das könnte ich nicht"
Lehrer sagen ja oft, sie hätten einfach generell zu wenig Zeit für alles.
Für was ganz konkret hättest Du im Schulalltag gerne mehr Zeit?
Diese Frage kann ich ganz klar beantworten: Für die Kinder.
Warum bist Du eigentlich Lehrerin geworde?
Auch ganz klar: Ich liebe Kinder.
Hast Du im Laufe der Jahre gemerkt, dass der Job ganz anders ist als
gedacht?
Ja, schon. ich war aber gar nicht so bestürzt darüber, da es trotzdem so
viele Momente gab und gibt, die mich immer wieder darin bestärken, warum ich
diesen Job mache. Was mich anfangs aber schon leicht überfordert hat, war die
unfassbar große Spanne der Fähigkeiten, mit denen die Kinder zu uns kommen.
Die Heterogenität. Einige konnten schon Wörter schreiben, manche hatten noch
nie ein Buch in der Hand, manche kamen gerade aus dem Krieg nach
Deutschland.
Mal ganz ehrlich: Gibt es wirklich so viele schreckliche Eltern, die
über jede 2 minus ihres Kindes diskutieren wollen?
Leider ja. Es gibt leider auch immer mehr Kinder, die sehr unsozial und
überhaupt nicht empathisch sind. Viele Eltern sehen nur ihr eigenes Kind und
das lässt Kinder leider häufig egoistisch werden.
Was war der letzte richtig schöne Lehrermoment für Dich?
Als ich in meiner Elternzeit meine Schule besucht habe und ein Schüler, der
sonst immer recht schwierig war und gern provoziert hat, mir entgegen rannte,
mich umarmte und aus tiefstem Herzen sagte " Frau F. , ich habe Sie so
vermisst".
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"Wir Lehrer haben keinen einfachen Job!" Interview mit Mona |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-testen-die-frucht-quetschies-von-humana-und-ihr-koennt-tolle-produkt-pakete-gewinnen |
Es gibt ja tausend Sachen, die mit Kindern ganz anders laufen, als geplant.
Ich finde das – meist – ganz wunderbar. Weil es uns nämlich flexibel macht
und uns zwingt, unsere Denk- und Verhaltensmuster immer wieder zu überdenken.
Kinder sind eben keine kleinen Roboter, die so funktionieren, wie wir
Erwachsene uns das ausgedacht haben.
Natürlich läuft auch bei uns zu Hause ganz viel anders, als ich mir das,
damals hochschwanger mit Kind Nr. 1, so überlegt hatte. Eins davon ist, wie
meine Kinder sich ernähren.
Wenn es nach meiner Tochter und meinem Sohn gehen würde, dann würden sie
die Wüsten-Diät halten, wie ich es nenne. Was das ist? Ausschließlich
Trockenes, wie die Wüste eben. Nudeln ohne Sauce, Brot, Pfannkuchen ohne
alles, Grießbrei, Brezen, Reiswaffeln.
Und vor allem: Kein Obst (bis auf Mandarinen, Erdbeeren und Blaubeeren),
kein Gemüse (außer Spinat – das soll mal einer verstehen). Leider haben beide
Kinder zudem eine ausgeprägte Abneigung gegen Saucen – das heißt, der Trick,
das Gemüse ganz einfach zu pürieren und ihnen so als Nudelsauce
unterzujubeln, fällt bei uns auch flach.
Tipps wie: Lass sie mit beim Kochen helfen, habe ich natürlich probiert.
Sie haben gerne geholfen, gegessen haben sie es aber nicht.
Wie also sieht ein typischer Speiseplan im Hause der Stadt-Mama aus?
MORGENS: Die Kinder essen Haferflocken und Dinkelflakes mit Milch. Ich
ebenfalls, schneide mir aber immer noch einen Apfel/Birne rein. Was meine
Kinder nicht essen würden, deshalb rühre ich etwas Obstmus
hinein.
MITTAGS: Unter der Woche essen die Kinder in der Kita. Am Wochenende gibt
es bei uns oft typisches Kinderessen, wie Reis, Spinat und Fischstäbchen,
Nudeln, Grießbrei, Pfannkuchen, selbstgebackene Pizza.
NACHMITTAGS: Kleine Snacks wie Frucht-Quetschies, Fruchtriegel,
Reiswaffeln
ABENDS: Brotzeit
Wie Ihr seht – es ist wirklich nicht so einfach, Obst und Gemüse in meine
Kinder zu bekommen. Tatsächlich gibt es aber eben eine Sache, die als Trick
funktioniert – und das sind die Frucht-Quetschies. Für mich eine rettende,
geniale Erfindung. Für Zwischendurch, Unterwegs und auch als Ersatz, wenn die
großen Obstmus-Gläser mal wieder leer sind.
Deshalb habe ich auch gleich zugesagt, als Humana uns fragte, ob wir mal
deren Frucht-Quetschies testen wollen. Ich bin happy über jeden neuen Input,
Gesundes in meine Kids zu bekommen.
Was also steckt drin? 100 % Bio – Schon mal super. Keine Zusätze wie Zucker
oder Aromen- ganz wichtig. Es gibt sie in drei leckeren Geschmackssorten
(Apfel & Banane, Pfirsich & Mango in Apfel, Erdbeer & Birne in
Apfel) – so ist für Abwechslung gesorgt. 100 % Rückverfolgbarkeit der Zutaten
– damit die Qualität stets gesichert ist.
Soweit die Theorie, der Praxistest ist ganz einfach. Ich hole meinen Sohn,
zeige ihm ein Frucht-Quetschie. Er will sofort probieren, schlabbert alles
aus und ruft: LECKER. Und auch meine Tochter schnappt sich im Vorbeigehen ein
Tütchen, bringt ihrer Freundin gleich ins mit. Praxistest also bestanden –
die Frucht-Quetschie gehören voll zu unserem Alltag.
Außerdem stecken in unserem Testpaket auch noch einige Obst-Gläschen,
teilweise mit Getreide. Da das Thema Beikost ja auch in einigen Monaten
wieder bei uns ein Thema wird, passen auch die Produkte gut zu uns. Denn ich
war und bin wohl eher die Gläschen-Mama. Ich weiß, dass viele Mamas
überzeugte Selbst-Kocher sind, ich bin es nicht.
Ich finde und fand Gläschen schon immer wahnsinnig praktisch. Meine Kinder
haben sie immer gerne gegessen und tun es auch heute noch. Vor allem die mit
Frucht & Getreide sind eine tolle Zwischenmahlzeit, weil sie nicht nur
die Obstzufuhr sichern, sondern durch die Ballaststoffe eben auch
sättigen.
Und auch bei den Humana-Gläschen gilt: 100 % Bio. Beim Blick auf die
Zutaten auch die Bestätigung: Da ist nichts drin, was nicht reingehört.
FAZIT des Testes: Die Humana-Produkte erfüllen meine wichtigsten Kriterien
( Bio-Zutaten, kein Zucker, keine Aromen), sie schmecken den Kids und geben
ihnen das Obst, das sie leider sonst verweigern. Die Humana Beikost
Produkte gibt es bei real, Globus sowie online z.B.
bei 123-babybrei.de und windeln.de. Weitere Infos findet
Ihr HIER
Und weil wir wollen, dass auch Ihr Euch ein Bild von den Produkten machen
könnt, verlosen wir 3 Humana-Pakete mit Frucht-Quetschies. Kommentiert
einfach hier im Blog, mit welchen Tricks Ihr Euren Kindern Obst und Gemüse
schmackhaft macht! VIEL GLÜCK!
|
Wir testen die Frucht-Quetschies von Humana - und Ihr könnt tolle
Produkt-Pakete gewinnen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-waren-jung-und-motiviert-dann-kam-die-armut-mein-resuemee-als-alleinerziehende |
Wir sind die Kinder der
goldenen 90er. Wir waren jung, qualifiziert und motiviert. Mit Plänen und
guten Jobs. Alles schien möglich. Politik war kein Thema für mich. Mit
Gerichten und dem Staat an sich hatte ich keine weitere Erfahrung gemacht,
aber ich fühlte mich sicher und gut aufgehoben hier in Deutschland.
Dann kamen die Kinder.
Das zweite Gehalt blieb aus in der
Elternzeit.
In Folge: Armut, Hartz 4,
Existenzängste.
Damit hatte ich nicht
gerechnet.
Statt Markenklamotten – Flicken auf
kaputten H&M Jeans. Angst vor defekten Geräten, weil sonst das Essen für
die Kinder fehlt. Das Gefühl, das man hat, wenn man das erste Mal beim
Jobcenter in der Schlange steht und im Heer von leeren Gesichtern merkt: „Du
bist jetzt ganz schön weit unten angekommen.“
Und nicht, weil wir uns haben gehen
lassen oder faul waren. Nein: unverschuldet durch Kinder. Ich hatte zuvor nie
einen Cent vom Staat genommen. Oder uns ein Jahr die Welt angeschaut
(rückblickend hätten wir es mal lieber gemacht.) Schule, Studium,
Arbeit.
Und dann als Mutter…
Weihnachtsessen mit Kollegen? „Ach,
ich hab gar keinen Hunger heute.“ Teilhabe war quasi nicht vorhanden, wenn
man nur noch 2 Euro in der Tasche hat und sich das Busticket nicht mehr
leisten kann. Und irgendwann bleibt man lieber ganz zu Hause statt sich die
nächste Ausrede einfallen zu lassen und wieder hungrig irgendwo dabei zu
sitzen – in einer Welt in der man sowieso nicht mehr vorkommt.
Erst habe ich gedacht, ich bin ein
trauriges Einzelschicksal. Bis ich entdeckte, dass es so viele von uns gibt.
Mütter mit Studium oder ehemals guten Jobs – Armutsfalle.
Von Männern und Vätern haben wir nie
erwartet, dass sie uns aushalten oder dass wir als Hausfrauen „auf ihre
Kosten leben“. Klar: wir sind ja emanzipiert.
Als die Trennung kam, dachte ich,
ich wäre irgendwie wenigstens in Ansätzen abgesichert gegen noch schlimmere
Armut. Ein Irrglaube.
Aus Gesprächen mit Nachbarinnen,
ehemaligen Kolleginnen und anderen Mamas hörte ich immer mehr
Horrorgeschichten.
Die begnadete Designerin, deren Ex
noch etliche Verträge hinterrücks abgeschlossen hatte um sich dann ins
Ausland abzusetzen. Oder die Firmeninhaberin, die bis vor Kurzem die
Privatinsolvenz der gemeinsamen Company abgewickelt hat, weil sich der Ex
nicht beteiligte an dem Schuldenabbau. Die Frau aus dem Bundestag, die wegen
fehlender Einwilligung des Vaters zu einer Hortbetreuung beinahe ihren Job
verloren hätte. Oder ich, die dem Ex noch die wenigen Rentenpunkte
überschreiben musste, weil er nach der Trennung freiwillig auf Hartz 4
war.
Hinterlassen haben uns diese Männer
Schulden. Sie kassierten unsere Rentenpunkte, übernahmen keine Verantwortung.
Statt Unterhalt zu zahlen, leben sie lieber freiwillig von Hartz 4.
Verwickeln uns in unzählige Gerichtsverfahren, die uns wieder Anwalts- und
Gerichtskosten bescheren.
Und genau diese Mütter, die ich
getroffen habe kämpfen wie Löwinnen für die Kinder, stehen immer wieder
auf.
Von Gerichten und Gesetzen vergessen
und noch benachteiligt.Von Verfahrensbeteiligten noch den Rest bekommen.
Gemeinsame Sorge und Zwangswechselmodelle, die unsere Selbstbestimmung
kosten. Aber erwarten können wir nichts.
Im stetigen Kampfmodus. Und selbst,
wenn es vorbei ist: das Trauma bleibt. Lebenslang vermutlich. Genau wie die
unendliche Wut. Auf den Staat, die Gerichte und die Gesellschaft.
Und wenn ich meine Kinder im Arm
habe, hoffe ich, dass ihnen all das erspart bleiben wird.
Ich habe viele Jahre ehrenamtlich
für die Verbesserung unserer Situation gearbeitet. Und mittlerweile gibt es
einige vielversprechende Initiativen von Müttern, die zusammen neben Job und
Kindern Konzepte erarbeiten. Sehr interessant finde ich die MIA
Mütterinitiative bei der sich nicht nur bekannte alleinerziehende Frauen wie
Carola Fuchs ("Mama zwischen Sorge und Recht"* Affiliate Link)
austauschen, sondern ebenso Werbekonzepterinnen, Juristinnen, Lehrerinnen,
Designerinnen und viele andere starke Frauen. Die möchte ich Euch gerne ans
Herz legen um nicht nur mit einem Wutposting zu enden.
#miakaempft
Fotoquelle: pixaxbay
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„Wir waren jung und motiviert, dann kam die Armut“ - Mein Resümee als
Alleinerziehende | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wir-wuenschen-uns-noch-ganz-viel-zeit-mit-unserem-sonnenschein-mieke |
Ihr Lieben, hier schreibt euch Anne. Ich bin 38 und zu meiner Familie
gehören mein Mann Sebastian (40), unser Sohn Moritz (seit wenigen Tagen
stolze 3 Jahre alt) und Mieke (10 Monate alt). Wir leben mitten im
Ruhrgebiet.
In meiner zweiten Schwangerschaft, also mit Mieke, am Ende der
berühmt-berüchtigten 13. Schwangerschaftswoche ging unser Ab-jetzt-ist-alles
anders los.
In der zweiten Schwangerschaft war klar: Ab jetzt ist alles anders
Wir fühlten uns auf der sicheren Seite, es sah bisher ja alles bestens aus
bei den Ultraschalluntersuchungen. Wir hatten schon so viel geplant. Und dann
kam da plötzlich ein Anruf von meinem Frauenarzt. Morgens – mitten in seiner
Sprechstunde.
Ich sah den verpassten Anruf als ich gerade selig grinsend auf der Couch im
Lehrerzimmer saß (ich bin Lehrerin am Berufskolleg) – ich wusste sofort, dass
da was nicht stimmt. Ich rief also zurück.
Trisomie 18? Mein Kind im Bauch?
„Es täte ihm sehr leid, der Praenatest habe eine Trisomie 18 ergeben. Die
Tests seien sehr sicher, allerdings müsste das Ergebnis noch durch eine
invasive Untersuchung bestätigt werden. Wir könnten gern in der Mittagspause
in die Praxis kommen, er würde dann alles erklären und besprechen.
Mieke wie sie lacht und lebt.
Über mir brach die Welt zusammen. Ich hatte bei Trisomie 18 nur „nicht
lebensfähig“ im Kopf und das passte gar nicht zu dem, wie ich unser Mädchen,
wie ich nun wusste, bisher erlebt hatte. Ihr könnt es mir glauben oder nicht,
aber ich habe schon sehr früh in der 10. Schwangerschaftswoche Freundinnen
geschrieben, dass ich dieses „Seifenblasen-Platzen-Gefühl“ schon habe. Das
konnte doch nicht sein!
Die Welt bricht zusammen: Nach der Diagnose waren wir wie in Trance
Mein Mann holte mich ab. Wir waren wie in Trance. Irgendwie schafften wir
es zur Praxis. Mein Frauenarzt machte nochmal einen Ultraschall und sah auch
dort wieder nur ein quietschfideles Baby mit keinerlei Auffälligkeiten.
Er machte uns Hoffnung. Es gäbe nichts, was es nicht gäbe. Manchmal seien
solche Tests auch falsch, auch wenn das sehr selten wäre. Wir sollten den
Termin bei der Pränataldiagnostik abwarten. So oder so müsse das keinen
Abbruch bedeuten, es gäbe durchaus andere Möglichkeiten.
Ultraschalluntersuchung: War die Diagnose vielleicht doch falsch?
Dieser Termin hat mir so viel Hoffnung gegeben. Und so schafften wir es bis
zum nächsten Termin am Montag. Dort wurde zuerst ausgiebig geschallt. Alles
war unauffällig bis auf eine grenzwertig große Harnblase.
Wir entschieden uns gegen eine Chorionzottenbiopsie und für die spätere
Fruchtwasseruntersuchung in der 15. Schwangerschaftswoche, falls später
weiterhin Auffälligkeiten im Ultraschall zu sehen seien. Ausreichend Zeit, um
sich Gedanken zu machen. Zu lernen, dass Trisomie 18 nicht gleich „nicht
lebensfähig“ heißt und das Weitertragen eine Option ist.
Kleinere Auffälligkeiten in der Schwangerschaft
Mieke entwickelte sich prächtig, nur die zu große Harnblase blieb, weshalb
uns die Ärztin dann doch zur Fruchtwasseruntersuchung riet, da sie zwar noch
nie so ein gut entwickeltes, winkendes, fideles Baby mit einer Trisomie 18
gesehen hätte, aber ihr das mit der Harnblase nicht gefiele.
Mieke und Mama Anne.
Die Fruchtwasseruntersuchung an sich war überhaupt nicht schlimm, aber das
„Danach“ war für mich der reinste Horror. Ich hatte so Angst davor, dass wir
hier gerade unser eventuell doch gesundes Baby gefährdet hatten…
Die Fruchtwasseruntersuchung ergibt: Keine Trisomie 18
Mieke machte sich übrigens am Tag selbst noch so stark bemerkbar, dass mein
Mann es von außen sehen und fühlen konnte. Das war völlig irre. Zwei Tage
später kam das vorläufige Ergebnis vom Schnelltest: KEINE TRISOMIE 18.
Für eine kurze Zeit konnten wir aufatmen und die Schwangerschaft genießen.
Das ging allerdings leider immer nur bis zum nächsten Termin. Durch Corona
musste ich ab diesem Zeitpunkt alle Termin immer allein durchstehen. Die
Blase wurde immer größer. Die Diagnose LUTO wurde gestellt, eine seltene
angeborene Fehlbildung, die vor allem Jungen betrifft (1 von 5000-8000). Die
Sterblichkeit wird in der Literatur mit bis zu 45% angegeben.
Hatte unser Baby im Mutterleib eine extrem seltene Erkrankung?
Bei Mädchen ist es wirklich extrem selten und der Experte warnte uns schon,
dass nur bei circa 15% der Mädchen eine „harmlose“ Ursache vorliegt.
Gefühlsmäßig war es dann immer ein Auf und Ab. Wir hofften sehr auf eine
harmlose Ursache, wer täte das nicht.
Doch bei jedem Termin wurde die Blase größer und größer. Immer wieder
musste mein Frauenarzt mit der Pränataldiagnostikerin sprechen. Kurz vor dem
Termin, an dem entschieden werden sollte, ob sie eher geholt werden müsste,
fielen beim CTG die Herztöne ab.
„Versuchen Sie doch eine natürliche Geburt“, bestärkte die Ärztin
Da am nächsten Tag Feiertag (1. Mai) war, sollte ich ins Krankenhaus zur
Abklärung am nächsten Tag. Hier war alles wieder in Ordnung, aber die
Wehentätigkeit wurde stärker. Auch wenn man mich gern dabehalten hätte,
machten wir aus, dass wir am Tag selbst noch einmal kämen und am nächsten Tag
für ein erneutes CTG. Da traf ich dann auf eine tolle Ärztin, die mich darin
bestärkte, eine normale Geburt zu versuchen.
Mieke „spielt“ auf ihrer Krabbeldecke.
Und so kam es dann eben auch einen Tag später. Die Wehen wurden stärker und
sehr regelmäßig. Da ich einen blockierten Brustwirbel hatte, ging ich
tatsächlich noch zur Osteopathin. Danach entschied ich mich aber doch, lieber
in die Klinik zu fahren.
Mieke kommt zur Welt! Unser Baby ist da
Die erste Hebamme dort ließ mich deutlich spüren, dass sie glaubte, es sei
falscher Alarm. Nach dem CTG sah es dann anders aus. Mein Mann durfte
dazukommen und es hieß, dass in wenigen Stunden unsere Tochter da sei.
Die Geburt war schnell und ohne Komplikationen. Wir durften zwei Stunden
kuscheln und dann wurde Mieke abgeholt. Ja und ab da verlief wohl nichts mehr
so, wie wir es erwartet hatten. Die Nacht musste ich ohne mein Baby
verbringen. Das fühlte sich so verdammt falsch an. Noch falscher war dann,
dass ich sie am nächsten Morgen auf der Neonatologie besuchen wollte und
entgegen der Aussage des Arztes am Abend vorher, ich nicht jederzeit zu
meiner Tochter konnte, sondern mich zweimal am Tag für ein kurzes Zeitfenster
eintragen konnte.
Unser Baby auf der Neonatologie: es fühlte sich falsch an
Dank des sehr netten Paares, dessen Kind mit unserer Tochter auf dem Zimmer
lag, konnte ich zumindest einen kurzen Blick auf Mieke werfen. Es zerbrach
mir mein Herz und es war so schlimm, wieder direkt gehen zu müssen.
Nachmittags kam ich dann zu „unserem“ Termin an und da hieß es, man habe
Mieke auf die chirurgische Intensiv verlegt.
Dort wurde ich dann hingebracht und konnte auch endlich meine Tochter sehen
und noch einmal stillen. Sie hat das so großartig gemacht. Leider blieb es
das letzte Mal. Ab sofort hagelte es Hiobsbotschaften: die rechte Niere sei
stark gestaut, man müsse operieren, um sie zu entlasten.
Ab der Geburt nur noch Hiobsbotschaften
Mieke habe kein Mekonium abgesetzt. Man glaubte anfangs noch, dass Blase
und Niere auf den Darm drückten. Es folgten mehrere OPs, mehrere
Teildiagnosen bis irgendwann der Verdacht MMIHS aufkam. Die Bestätigung dafür
erhielten wir erst sehr spät.
Mieke. So ein Sonnenschein.
Ihr seht, eigentlich begann es recht früh in der Schwangerschaft, aber wie
sehr aber alles anders werden würde, haben wir erst ein paar Tage nach Geburt
absehen können.
Mieke hat MMiHS: Megazystis-Mikrokolon-intestinale
Hypoperistaltik-Syndrom
MMiHS ist ein extrem seltenes Syndrom. Die Abkürzung bedeutet
Megazystis-Mikrokolon-intestinale Hypoperistaltik-Syndrom – für Laien: eine
zu große Harnblase, ein zu kleiner Dickdarm, und eine verminderte bis
fehlende Peristaltik des Darms – sprich die Darmbewegungen sind vermindert
oder fehlen ganz und somit ist der Darm quasi funktionslos. Mieke hat deshalb
sehr früh in zwei OPs jeweils zwei künstliche Darmausgänge angelegt bekommen.
Da der erste von den vieren sehr weit oben ist, ist eine natürliche
Nährstoffaufnahme quasi ausgeschlossen.
Seit den 70er Jahren sind weltweit nur ca. 230 Fälle mit dieser Diagnose
bekannt geworden, das ist sehr sehr wenig. Forschung gibt es in diesem
Bereich weitgehend nicht. Zumindest nicht soweit ich weiß. Inzwischen sind
einige Genmutationen bekannt, die das Syndrom auslösen. Auch das ist ja
Forschung. Die MMIHS Foundation will in Zukunft mit Spenden die Forschung
vorantreiben, aber sie ist noch jung und es fehlt einfach an Reichweite.
Es gibt keine Medikamente für Patienten mit MMiHS
Medikamente in dem Sinne gibt es nicht. Fast alle Kinder sind auf eine
parenterale Ernährung angewiesen – manche zu 100%, manche in Teilen. Mieke
zum Beispiel hängt 24h/7 an der Infusion. Andere Kinder haben in dem Alter
auch eine Pause von ein paar Stunden. Ältere Kinder/junge Erwachsene brauchen
sie häufig nur über Nacht. Alle Nährstoffe und Vitamine kommen also über
einen Katheter über eine Infusion direkt ins Blut.
Die Behandlung ist rein palliativ. Die Lebenserwartung von Mieke gilt als
kurz – genauere Angaben hat bei uns bisher kein Arzt gemacht. Die Fälle sind
einfach zu unterschiedlich. Manche versterben früh im ersten Lebensjahr,
einige wenige erreichen sogar das Erwachsenenalter. Das hat uns immer Mut
gemacht.
„Vermutlich bleiben uns nur noch Monate mit unserer Mieke“
Leider ist Mieke sehr schwer getroffen und die Leber spielt nicht mehr mit.
Bei der aktuellen Entwicklung bleiben uns nur noch Monate zusammen.
So richtig arbeiten kann gerade weder mein Mann noch ich. Ich bin offiziell
in Elternzeit. Mein Mann hat seine ebenfalls immer wieder verlängert und nur
Teilzeit gearbeitet, aber selbst die paar Stunden waren oft unmöglich.
Allein, um Miekes Infusion vorzubereiten und anzuschließen braucht es viel
Zeit, da hier absolut steril gearbeitet werden muss.
Zum Anschluss muss man dann auch zwingend zu zweit sein. Das bedeutet
gerade am Wochenende, wenn der Pflegedienst nicht da ist, dass der Große
leider häufiger als uns lieb ist, Bildschirmzeit hat. Das alles sind die
geplanten Dinge, leider läuft eher selten was nach Plan. Blutungen und eine
undichte Platte vom Stomasystem (quasi eine ausgelaufene Stuhlwindel) und
damit ein Wechsel von Verbänden und eventuell Pflasterwechsel am Katheter
sind die häufigsten „Unfälle“. Mieke zahnt ansonsten gefühlt seit
Ewigkeiten und hier ist es auch extrem schwierig zu unterscheiden, woher die
Schmerzen dann kommen.
Ein Pflegedienst für Mieke, um uns als Familie zu unterstützen
Zur Unterstützung haben wir unter der Woche für 6 Stunden einen Pflegedienst
hier, das ist aber ehrlich gesagt nur ein Tropfen auf den heißen Stein und
man schafft in der Zeit gerade so das Nötigste. Wir sind privat versichert
und das bedeutet sehr viel Papierkram. Alle Rechnungen gehen über uns und
müssen überwiesen und bei Krankenkasse und Beihilfe wieder eingefordert
werden. Zum Kontrollieren, ob wir auch wirklich die richtigen Summen
zurückbekommen, kommt hier keiner.
Seit September versuchen wir für Mieke ein Kinderpflegebett zu bekommen und
im Januar ist es tatsächlich nach einigen Briefwechsel und Telefonaten in der
abgespeckten Version endlich genehmigt worden. Jetzt warten wir darauf, dass
es ankommt. Auch jetzt stapeln sich wieder Rechnungen und Anträge neben mir.
Alleine das wäre vermutlich mindestens ein Halbtagsjob.
„Wir stehen immer mit einem Bein im Krankenhaus“
Und man steht gefühlt immer mit einem Bein im Krankenhaus. Mieke hat ihre
ersten viereinhalb Monate dort verbracht und war dieses Jahr auch schon
wieder fünf Wochen dort und wir haben gerade Anfang März. Gerade kommen wir
um einen Krankenhausaufenthalt herum, weil wir die Behandlung hier
durchführen. Mieke hat durch das Leberversagen sehr viel „Bauchwasser“ und
muss jetzt noch eine Infusion erhalten zum Ausschwemmen. Das machen wir nun
hier zuhause und hoffen sehr, dass es ihr dann besser geht.
Mama Anne, Papa Sebastian und Baby Mieke.
Als Eltern stellen wir uns einfach zurück, man funktioniert. Man tut doch
alles für seine Kinder. Ich glaube, dass die meisten in so einer Situation
ähnlich damit umgehen würden. Außerdem gibt einem jedes Lächeln und Lachen so
viel Kraft und Mieke lacht wirklich sehr viel.
Und da ist ja auch noch Miekes großer Bruder…
Und da ist ja auch schließlich noch der große Bruder, der nach Möglichkeit
nicht zu kurz kommen sollte und den wir natürlich möglichst „heil“ durch die
ganze Situation begleiten wollen. Er musste schon so sehr leiden und das tut
mir in der Seele weh.
Wir haben Angst. Angst um Mieke, Angst vor dem Verlust, Angst, die nächste
Zeit nicht zu schaffen. Meistens schiebt man diese Angst weit von sich weg.
Aber sie kommt immer häufiger durch.
„Unsere Familien kennen Mieke kaum“
Ständig wird man vor Entscheidungen gestellt, die man nicht treffen müssen
sollte, aber eben leider wichtig sind. Das alles während einer Pandemie, in
der man als zweiter Elternteil nicht ins Krankenhaus und zu Untersuchungen
darf. Unsere Familien kennen Mieke kaum. Unsere Freunde noch gar nicht. Das
macht mich unendlich traurig und wir ändern das jetzt.
Ich habe so eine Angst, dass Mieke unbemerkt von vielen diese Welt wieder
verlassen muss, dass Krankenschwestern sie besser kennen als unsere besten
Freunde und Familie, dass sie für unser Umfeld einfach nicht existiert haben
wird. Irgendwie egoistisch, oder?
„Mieke zeigt uns, was wirklich wichtig ist im Leben“
Andererseits wird einem eben bewusst, was wirklich wichtig ist im Leben.
Das Ganze hat unseren Blickwinkel sehr gerade gerückt. Das tut vielleicht
gerade zu Pandemiezeiten ganz gut. Ich kann über Leute, die sich in ihren
Grundrechten eingeschränkt fühlen, weil sie gerade keine Party feiern können,
wirklich nur müde lächeln.
Unsere einzige Hoffnung für Mieke ist momentan eine
Multiorgantransplantation. Mieke ist seit ein paar Tagen gelistet. Allerdings
sind Spender in der Gewichtsklasse extrem selten, weil (Gott sei Dank) nur
sehr wenige Kinder so früh sterben müssen. Wir hoffen darauf, dass wir mit
Mieke noch eine wunderschöne Zeit zu Hause haben können und natürlich hoffen
wir auch, dass wenn tatsächlich ein Kind sterben muss, das als Spender in
Frage käme, die Eltern, die für uns richtige Entscheidung treffen und Mieke
somit die Chance auf Leben geben.
Sonnenschein Mieke: Nur eine Multiorgantransplantation könnte ihr noch
helfen
Sie war schon immer so ein Sonnenschein. Sie hat in ihrem kurzen Leben
bereits so viele OPs und Behandlungen über sich ergehen lassen müssen und
trotzdem ist sie so fröhlich und steckt alle damit an. Sie kämpft sich durch
alles durch. Dieser Lebenswille ist Wahnsinn.
Das ging ja bereits im Bauch los, als sie sich so dermaßen bemerkbar
gemacht hat, um uns zu zeigen: „Heeey, ich bin da. Ich will leben!“. Auch
jetzt mit ihrem riesig aufgeblähten Bauch lässt sie sich nicht aufhalten und
kugelt sich trotzdem (mit wesentlich mehr Anstrengung) durch die
Gegend.
Von diesem kleinen Mädchen können wir alle was lernen. Abgesehen davon ist
sie einfach das süßeste Mädchen der Welt, wenn sie einen frech angrinst. Ich will
sie nicht verlieren.
|
MMIHS: "Als würde Mieke gegen ihre geringe Lebenserwartung
anlächeln" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wo-bekommt-meine-freundin-in-quarantaene-hilfe |
Mein Name ist Ute, ich habe eine alleinerziehende Freundin mit zwei
Kindern. Der Große ist acht, der Kleine ist zwei und hat eine starke
Entwicklungsverzögerung (Pflegestufe 3).
Für sie ist der normale Alltag schon nicht so leicht.
Nun wurde meine Freundin allerdings positiv auf Corona getestet und ist mit
beiden Kindern in Quarantäne. Wir Freunde versorgen sie mit Lebensmitteln und
Einkäufen, aber ich mache mir Sorgend um meine Freundin. Sie ist mit ihrer
Kraft komplett am Ende.
Bei jeder anderen Krankheit kann man ja externe Hilfe beantragen, wenn man
die Kinder nicht mehr versorgen kann. Aber wie ist das nun bei Corona? Gibt
es da überhaupt eine Möglichkeit, Unterstützung im Haushalt und bei der
Kinderversorgung zu beantragen? Ich glaube wirklich, dass meine Freundin das
nicht mehr schafft.
Hat jemand einen Tipp für mich? Wie und wo kann ich helfen oder wen schalte
ich ein, wenn die Kindesversorgung nicht mehr gewährleistet werden
kann?
|
Wo bekommt meine Freundin in Quarantäne Hilfe? | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wo-die-liebe-hinfaellt-rosi-ist-69-und-ihr-mann-44-sie-sind-seit-23-jahren-gluecklich |
„Ein herzliches Dankeschön an alle, die an uns geglaubt haben und allen
Skeptikern zum Trotz, feiern wir unseren ersten Jahrestag.“ Diesen Text
hatten Rosi und Tino nach dem ersten Jahr ihrer Beziehung auf
selbstgestalteten Postkarten verschickt. Mit einem Foto von ihnen. Die Karten
wurden an all ihre Bekannten und Freunde geschickt. Ja, auch an die, die
nicht verstehen konnten, wie man „sowas nur machen kann“. Denn Rosi ist 25
Jahre älter als ihr Mann. Er war 21, als sie sich kennenlernten, sie 46. Ihr
eigener Sohn war 19, nur zwei Jahre jünger als Tino.
Ein Computer hatte Tino und Rosi zusammengebracht. Sie hatte nur wenig
Erfahrung mit einem PC. Ihr Sohn brauchte gerade einen für die
Berufsausbildung und so kaufte sie einen. Learning by doing war ihre Devise.
So geriet sie per Zufall in einen Chatroom. Es war der 11.06.98,
Fronleichnam, das weiß sie noch so genau, weil das der Tag war, der ihr Leben
verändern sollte.
Kennelernen im Chatroom: „Ich war nicht auf der Suche“
Im Chatroom schaute Rosi vorsichtig und gespannt auf das, was die Leute so
schrieben und ihr fielen die Worte einer Frau ins Auge, die schrieb: „Mein
Mann hat mich für eine Asiatin verlassen.“ Rosi fühlte sich sofort
angesprochen, denn genau das Gleiche war ihr ja selbst passiert. Nach 25
Jahren hatte ihr erster Mann sie für eine Frau aus China verlassen. Rosi und
die Chatpartnerin kamen ins Gespräch und irgendwann schaltete sich eine
männliche Person dazu und gab einen Kommentar dazu ab. Rosi fragte sich
zunächst, was der Typ nun in diesem Frauengespräch zu suchen habe. Doch die
Art und Weise wie er sich ausdrückte, brachte sie zum Schmunzeln. Und so
schrieben sie weiter, auch als die andere Frau längst aus dem Chat raus
war.
Es war die erste virtuelle Begegnung mit Tino. 23 Jahre ist das nun her.
Rosi hatte eigentlich ihre Ruhe haben wollen nach der Ehe, die ihr nicht
gutgetan hatte. Erstmal durchatmen, sie war absolut nicht auf der Suche. Doch
dieser Chat mit dem Fremden faszinierte sie. Manchmal lachte sie laut auf, so
sehr passte ihr Humor. Als Tino dann irgendwann fragte, was ihr Hobby sei,
schrieb sie ohne zu überlegen, „ich koche gern“. Sie weiß bis heute nicht,
wieso diese Antwort kam, denn sie hat zwar viele Hobbys, aber Kochen gehört
nicht unbedingt dazu. „Okay, dann komme ich nächste Woche zum Essen bei dir
vorbei“, schrieb er. Sie in Bayern, er in Hamburg. Ob er das ernst meinte?
Und ob!
Altersunterschied: „Darf ich fragen, welcher Jahrgang du bist?“
„Darf ich fragen, wie alt du bist?“, tippte Rosi in den Rechner. „Ich bin
Jahrgang 77“. Schnappatmung. Uuups. Ok. Ach, ist ja nur Joking, was wir hier
machen. Warum nicht mal ein Abenteuer wagen? Und wenn es nur ein witziges
Wochenende wird und daraus vielleicht nur eine nette Freundschaft entsteht,
dachte sie. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Er war halt einfach so
wahnsinnig witzig, ein klasse Typ. Als er schließlich nach ihrem Alter
fragte, antwortete sie: „Och, ein paar Tage älter als du bin ich
schon…“
Tino und Rosi in München vor vier Jahren
Es interessierte ihn nicht. Es ging ihm um die Person, nicht um einen
Geburtsjahrgang. Sie tauschten Telefonnummern und hörten kaum noch auf zu
reden. Schon am nächsten Tag telefonierten sie von 17 Uhr nachmittags bis
morgens um 6 Uhr. Rosi war wie beflügelt nach all dem Mist mit ihrem Ex. In
diesen Tagen tat sich etwas auf, dass sie in den letzten 25 Jahren nicht mehr
erlebt hatte. Rosi wusste gar nicht mehr wie ihr geschah. Genau so erzählte
sie es auch einer Freundin. Und die bestärkte sie: „Das ist genau das, was du
jetzt brauchst.“
Frisch verliebt und aufgeregt wie eine Teenagerin
Wie ein 14jähriger Teenager hatte sich Rosi in dieser Woche gefühlt. Sie
hatte diesen Mann noch nie gesehen, sie wusste nicht mal, wie er auf einem
Foto aussah, denn das Verschicken war damals noch nicht so einfach. Auch
Rosis Sohn bemerkte die Veränderung seiner Mutter und sie gestand ihm, dass
es da jemandem gäbe, der allerdings nur zwei Jahre älter sei als er. „Pass
mal auf, Mom,“, hatte er erwidert, „mir ist es lieber, du hast jemanden, der
jung ist, als einer, der meint, sich als mein neuer Vater aufspielen zu
müssen.“ „Ach“, wiegelte sie ab, „ich weiß ja auch noch gar nicht, was draus
wird. Oder ob überhaupt was draus wird.“ Auch wenn sie sich schon jetzt
fühlte, als habe sich ihr Leben um 180 Grad gedreht. Da war plötzlich so viel
Leichtigkeit.
Und dann war es soweit, eine Woche später saß er im Flieger. Rosi war so
aufgeregt wie noch nie zuvor. Als er sich meldete, dass er gerade am Airport
in München früher gelandet sei als geplant, war sie noch nicht einmal
losgefahren. 80km waren es bis zum Airport. „Ich bin wie vom Teufel verfolgt
über die Autobahn geheizt“, erinnert sie sich. Wie sollten sie sich erkennen?
Das wird schon klappen, hatte sie gesagt. Zwei Sektflöten und eine Flasche
Champagner würde sie mitbringen, so war es abgemacht. Und er sollte bitte auf
der langen Bank am Ausgang der Airline warten. Rosi kam voller Adrenalin am
Airport an, suchte aus den Augenwinkeln die besagte Bank ab, aber da saß
niemand, der es hätte sein können. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Wo war
er?
Das erste Treffen: Was, wenn er ganz anders ist?
Bei einem Telefonat hatte er einmal erwähnt, dass er durch einen Unfall
zwei Narben am Hinterkopf habe. Und plötzlich fiel ihr Blick auf eine Person,
die mit dem Rücken zu ihr an einem Papierkorb stand. Auf dem Hinterkopf sah
sie zwei Narben. Da wusste sie: Das IST er. Das ist Tino! Wie mach ich mich
jetzt bemerkbar? Ohne nachzudenken trat sie hinter ihn, in jeder Hand ein
Sektglas. Über seine Schultern hinweg kreuzte sie die Hände vor seinem
Gesicht. Was sie in diesem Moment hörte, war ein tiefer Seufzer. Wie in
Zeitlupe drehte er sich um. Und dann es hat „ZUMMM“ gemacht. In den Augen des
Anderen versunken überreichte er ihr die Rose, die er gerade noch für sie
ausgepackt hatte.
Frisch verliebt: Auf diesem Fotos aus dem Jahr 2000 ist Rosi 48 und Tino
23
Sie hatte sich ihn etwas anders vorgestellt, aber das hatte keine Bedeutung
mehr, da sie sich während der Telefongespräche schon in ihn verliebt hatte.
In sein Wesen, in ihre gemeinsame Art der Kommunikation. Und nun stand er vor
ihr und sie wusste: Ja, das ist er. „Wir haben uns umarmt und sofort
geküsst“, erinnert sich Rosi. Dann setzten sie sich auf eine Bank im
Terminal. Ach ja, frische Erdbeeren zum Champagner gab es auch noch und dann
stießen sie an. Als sie dann am Abend an einem Tisch beim Mexikaner saßen,
wunderte sich die Bedienung, dass die beiden kein Essen anrührten. Mehr als
Schmetterlinge passten an diesem Abend einfach nicht in den Bauch…
Das erste gemeinsame Wochenende für Rosi und Tino
Am nächsten Tag gab es ein Stadtfest, bei dem Tino etwas machte, was schon
lange niemand mehr mit ihr gemacht hatte. Er umarmte sie von hinten und hielt
sie einfach nur fest. „Ich weiß nicht, wann ich mich zuletzt so geborgen
gefühlt hatte“, sagt Rosi, „einfach irre, was dieser Mann aus mir gemacht
hat!“
Das war ihr Kennenlernen. Das Wochenende ging vorüber, doch die Liebe
blieb. Zwei Wochen später besuchte sie ihn in Hamburg. Sie war seine erste
richtige Freundin. Zum ersten Mal hatte sich der eher introvertierte Tino getraut,
über sich hinauszuwachsen, indem er in den Flieger gestiegen war, um eine ihm
bis dahin unbekannte Frau zu treffen. Einen Kinderwunsch hatte er nie gehabt,
ein Halli-Galli-Typ, der Disco und Co. brauchte, war er auch nicht. Es passte
einfach.
25 Jahre Altersunterschied? Nicht alle verstehen es
Doch so offen und tolerant wie ihr Sohn, ihre Familie und ihre beste
Freundin, reagierten nicht alle auf das ungleiche Paar. Eine Frau, die 25
Jahre älter ist als der Mann? Umgekehrt kennt man das ja und da ist das „noch
okay„. Aber so? Es gab ja damals noch keinen Präsidenten Macron, der sich
ebenfalls in eine ältere Frau verliebt hat – übrigens lustigerweise fast auf
den Jahrgang genau wie Rosi und Tino… Es fehlten die „Vorbilder“ – und so
wurde gelästert. „Mein Gott“, fragten einige Rosi, „hast du das wirklich
nötig?“ Oder „Hat der nen Mutterkomplex?“, fragten sie bei Tino. Ob er es
nötig habe, „sich von einer alten Frau aushalten zu lassen“. Ein
Spießrutenlauf begann.
Tino und Rosi auf einer Bootstour 2016
Und in ihnen wuchs der Widerstand. „Ich will überhaupt niemanden etwas
beweisen, dass ist halt einfach so passiert! Ich kann ja nichts dafür, dass
er 25 Jahre jünger ist…“ Rosi ist auch zwei Jahre älter als Tinos Mutter.
„Natürlich mag das erstmal komisch wirken“, sagt Rosi. Aber wenn man doch
sieht, wie glücklich wir sind?!
Maximale Offenheit: Hauptsache, wir sind glücklich
So kam ihnen die Idee mit den Postkarten. Sie verschickten eine zum ersten
Jahrestag ihrer Beziehung und es kamen noch weitere vier Jahrestagkarten
dazu. Nach fünf Jahren heirateten die beiden standesamtlich in ganz kleinem
Kreis. Ihr Sohn wurde Tinos Trauzeuge, ihre beste Freundin ihre. Tino nahm
sogar Rosis Nachnamen an. Auch das fand nicht bei allen Anklang. Aber das
musste es ja auch nicht. Reichte es nicht, dass sie sich lieben?
Und das tun sie auch heute noch. 23 Jahre nachdem sie sich durch Zufall in
einem Chat kennengelernt hatten. Noch immer liebt Rosi die Art und Weise, wie
Tino mit ihr umgeht. Den gegenseitigen Respekt, die Augenhöhe, auf der sie
sich trotz des Altersunterschieds begegnen. Streiten tun sie nie, denn beide
sind harmoniesüchtig. Meinungsverschiedenheiten werden ausdiskutiert.
Zusammenhalten: Rosi und Tino im März 2000
Jeden Tag bekommt sie eine Nachricht von ihm, egal wo er sich gerade
befindet. Viele Herzchen kommen dann oder ein „Ich liebe dich“. Es gibt so
viele Gesten, Überraschungen aller Art. Manchmal klingelt ein Bote an der Tür
und bringt Blumen immer mit einer Karte und einem selbstverfassten Gedicht.
Einfach so. Auch an der Tafel in der Küche stehen immer neue Botschaften:
„Wie schön, dass es dich gibt“, oder „Ich liebe dich, aber sowas von“.
Glücklich auch nach 23 Jahren noch!
Manchmal beneiden ihre Freundinnen Rosi um diesen Mann. Natürlich macht der
sich auch mal Gedanken über Rosis Alter. Sie wird nächstes Jahr 70. Ein Leben
ohne sie kann er sich nicht vorstellen. Er wird dann melancholisch, während
sie ganz realistisch bleibt und sagt: „Irgendwann ist´s halt vorbei.“ Und
trotzdem sagt sie ihm mit einem Zwinkern in den Augen: „Ich versuche, gesund
zu bleiben, um dir so lang wie möglich auf die Nerven zu gehen“.
Das mag sich kitschig anhören, erzählt aber einfach nur die Geschichte von
einem Mann und einer Frau, die sich nicht gesucht, aber gefunden haben.
Niemals hätte Rosi sich das erträumen lassen. Anderen Frauen in dieser
Situation rät sie einfach nur, sich nicht unterkriegen zu lassen von den
Widerständen und Sticheleien von außen. Weil es sich lohnt, für das zu
kämpfen, was wirklich zählt: die Liebe. Und die macht nun mal wahrlich keinen
Halt vor dem Alter….
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Rosi ist 69 und ihr Mann 44 – sie sind seit 23 Jahren glücklich! |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wo-sind-all-die-grossen-gefuehle-hin-habe-ich-mich-verloren |
Ich heiße Juliane und bin 34 Jahre alt. Ich habe drei Kinder, bin glücklich verheiratet und berufstätig. Ich
bin zufrieden mit meinem Leben, wirklich. Wir haben keine finanziellen
Sorgen, die Kinder sind gesund, mein Mann und ich verstehen uns nach 11
gemeinsamen Jahren wirklich noch gut. Und doch fehlt mir was. Und das sind
diese großen Emotionen.
Lasst mich das genauer erklären: Neulich war ich bei mit den Kindern bei
meiner Mutter zu Besuch. Sie räumt gerade den Keller aus und da fielen mir
meine alten Tagebücher in die Hände. Ich setzte mich auf den staubigen
Kellerboden und tauchte für zwei Stunden ganz tief in meine eigene
Vergangenheit ein.
Ich kann es nicht anders beschreiben, als: Es haute mich um. Es haute mich
komplett um, wie leidenschaftlich und tief ich mit 14/15/16 Jahren gefühlt
habe. Jeder Streit mit Freundinnen sorgte für schlaflose Nächte. Die Art, wie
ich über Jungs schrieb, so ausführlich, so genau, so ausufernd. Die
Diskussionen mit meinen Eltern, meine Gedanken zur Schule, meine Träume – all
das steht da und ist so lebendig beschrieben, dass mein heutiges Leben mir einfach
nur langweilig vor kommt.
Früher habe ich in meinen Emotionen gebadet, alles genau erlebt und gespürt
– heute bin ich so rational, kühl und auch oft einfach im Funktionier-Modus.
Neulich zum Beispiel bekam ich die Bestätigung, dass ich eine Weiterbildung
mit Auszeichnung abgeschlossen hatte. Ich las das, freute mich kurz und ging
die Kinder baden. Früher feierte ich eine gute Note und freute mich wirklich
von Herzen.
Oder: Eine Mutter eines Kitafreundes meines Sohnes und ich haben in den
letzten Jahren viel Zeit zusammen verbracht. Wir hatten uns richtig gerne,
waren Freunde. Dann wurde ihr Mann nach Süddeutschland versetzt und der
Kontakt bracht ab – obwohl wir uns natürlich versprochen hatten, dass dies
nicht passiert. Als ich realisierte, dass meine einstige Vertraute nun
einfach aus meinem Leben verschwunden ist, dachte ich: „Ja, so ist das
leider. Lebensabschnittsgefährtinnen eben.“
In meinem Tagebuch dagegen heulte ich 24 Seiten darüber, als meine Freundin
Hanna in der 10.Klasse ein Jahr in die USA ging. Wir schrieben uns Briefe,
vermissten uns, die Trennung schien mir unerträglich.
Natürlich gab es auch in jüngerer Vergangenheit emotionale Highlights – die
Geburten der Kinder zum Beispiel. Oder die Einschulung des Ältesten. Wobei
wir da schon beim Problem sind. Alle emotionalen Highlights standen im
Zusammenhang mit den Kindern. Was mich selbst betrifft, bin ich irgendwie
fast…abgestumpft.
Ich mache mir viel zu wenig Gedanken darum, wie ICH mich fühle, wie ICH
Dinge sehe, was ICH vermissen, was ICH toll finde, was ICH noch erleben will.
Mein Tagebuch von damals ist schrecklich egoistisch, wenn man es nüchtern
beobachtet. Ich beschäftigte mich fast ausschließlich mit mir selbst, meinen
Gefühlen, meinen Wünschen, meinem Leben. Alles dramatisch, alles emotional –
so wie das eben als Teenager ist.
Und natürlich weiß ich, dass auch das nicht „gesund“ wäre, würde ich mit 34
genauso nur um mich selbst kreisen wie damals. Aber ich frage mich schon: Wo
sind all diese tiefen Gefühle hin? Wo ist Lust, Vermissen, Verzweiflung,
Freude, Trauer, Wut – wo ist das alles hin und wann?
Warum ist momentan alles so seicht, so gleich, so ohne große Tiefe?
Nochmal: Ich bin nicht unglücklich, aber so richtig richtig glücklich aus
tiefstem Herzen wohl auch nicht.
Ich würde so gerne wissen: Wie geht es anderen Frauen in meinem Alter und
meinen Lebensumständen? Könnt Ihr nachvollziehen, was ich versuche zu
beschreiben? Oder haltet Ihr mich jetzt für überzogen? Ich freue mich auf
Austausch.
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Emotionale Leere: Wo sind all die großen Gefühle hin? |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wochenbett-corona-edition-oder-ein-plaedoyer-fuer-die-abgeschiedenheit |
Ihr Lieben, es gibt sie auch, die schönen Corona-Geschichten. Hier schreibt
Jasmin über ihre ganz eigene, individuelle:
„Genießt das Kennenlernen!“ Ich habe wohl keinen anderen Satz häufiger zur
Geburt unserer Tochter gehört als diesen. Charlie ist im September 2020 zur
Welt gekommen – zu einer Zeit also, in der er noch eine ganz andere Dimension
bekommt. Und ich gestehe: Ich HABE es genossen. Trotz (oder gerade wegen?!)
Corona.
Wenn das Leben Kopf steht
Die Welt da draußen steht Kopf, aber nicht nur die. Auch die kleine,
abgeschiedene Welt in unseren vier Wänden. Plötzlich ist da ein neuer Mensch,
der volle Aufmerksamkeit braucht. Und ich kann nun sagen: Selten tut einem
Abgeschiedenheit besser als in diesen wertvollen ersten Lebenstagen, in denen
man gerade erst lernt, die Signale des neuen Mitbewohners zu entschlüsseln.
Windel voll? Hunger? Kuscheln? Corona hat uns gezwungen oder ermöglicht, je
nach Blickwinkel, all das wirklich in Ruhe und nur im Kreise unserer neuen
kleine Familie zu erleben und zu genießen.
Allein ist nicht gleich einsam
Allein haben wir uns dabei zu keiner Zeit gefühlt. Eher stark. Glücklich.
Und irgendwie „fokussiert“ auf uns, auf diese neue WG mit dem so
schutzbedürftigen Mitbewohner.
Du bekommst auch bald ein Kind und hast Angst, dass Familie und Freunde Dir
fehlen werden? Klar ist Besuch von den Liebsten schön. Aber glaub mir, die
ersten Wochen vergehen so schnell, dass Du wenig Zeit haben wirst, das
überhaupt zu bemerken.
Im Gegenteil, ich möchte Euch sogar ermutigen, auch in einer Zeit nach
Corona, Euch diese Auszeit bewusst zu nehmen. Bittet Besuch darum, erst nach
2 (oder 3 oder 4 …) Wochen zu kommen, ganz so wie Ihr Euch fühlt, denn so
cheesy es auch klingt: Diese Zeit kommt nicht wieder.
All die vielen ersten Male sind noch viel schöner, wenn Ihr sie nicht
zwischen „Schnell anziehen, gleich kommt Oma!“ und „Huch, da klingelt es
schon wieder!“ erlebt.
Keine Angst, etwas zu verpassen
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber generell hat die durch das Virus
erzwungene Entschleunigung um uns herum mich teilweise sogar beruhigt. The fear
of missing out – die Angst, etwas zu verpassen – war weder während der
Schwangerschaft noch in der Zeit nach der Geburt ein Thema.
Natürlich freuen auch wir uns wie verrückt darauf, Charlie irgendwann auf
Opas Schoß Hoppe Hoppe Reiter spielen zu lassen oder laute und chaotische
Playdates mit befreundeten Eltern auszumachen. Aber bis dahin genießen wir
die Ruhe und nutzen die Zeit, um unsere Eltern-Kind-Bindung so sehr zu
stärken, wie es uns ohne diese gesellschaftliche Auszeit und Arbeiten im
Home-Office wohl nicht möglich gewesen wäre.
Macht Euch das Wochenbett schmackhaft
Übrigens: Ein Wochenbett ohne Besuch hat natürlich auch Nachteile. Die
Wochenbettvisiten mit Essen (oberste Wochenbettregel!) entfallen leider. Mein
Tipp daher, wenn Ihr es nicht sowieso vorhabt: vorkochen und vorbacken!
Ich habe im Mutterschutz 40 Muffins am Stück gebacken und portionsweise
eingefroren. Beste. Entscheidung. Ever. Und vielleicht reichen sie sogar, bis
irgendwann wieder ein Kaffeekränzchen mit Familie und Freunden möglich
ist …
PS: Ja, tatsächlich haben wir – ganz persönlich – diese Zeit so empfunden.
Es ist klar, dass das Wochenbett nicht immer so entspannt und harmonisch
abläuft, sei es, weil es schon ein Geschwisterkind gibt, die Eltern
wirtschaftliche Sorgen haben, unter der coronabedingten Trennung von lieben
Menschen leiden oder aus sonstigen persönlichen Gründen! Dennoch möchte ich
mit unserer Geschichte gerne den Frauen Mut machen, die sich Sorgen über das
anstehende Wochenbett machen. Es möge sich bitte niemand auf den Schlips
getreten fühlen <3.
|
Wochenbett in Corona-Zeiten: Ein Plädoyer für die Abgeschiedenheit |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wolke-hegenbarth-uebers-muttersein-nie-ist-man-perfekt-das-finde-ich-sehr-sehr-anstrengend |
Ihr Lieben, als wir neulich fragten, welche Promi-Mütter wir mal hier bei
uns im Blog interviewen sollten, fiel nicht nur einmal ihr Name: Wolke
Hegenbarth.
Vielleicht kennt ihr die Schauspielerin aus „Mein Leben & ich“ oder aus
einer der zahlreichen anderen Produktionen, für die die gerade 40-jährige
leidenschaftlich dreht. Da wir durch Zufall sogar auf die gleiche Schule in
Köln gingen (ja, okay, sie in der coolen Jahrgangsstufe drüber!) haben wir
sie einfach mal nach ihrer noch recht jungen Mutterschaft gefragt.
Liebe Wolke, du warst vor Corona für längere Zeit mit Kind in Südafrika,
was hat sich – ganz ehrlich, bitte! – an den Ferien verändert, seit du Mama
bist? Ist es auch bei euch einfach nur eine Verlagerung des Arbeitsplatzes?
Oder siehst du es anders und sagst: Früh aufstehen muss ich eh, so hab ich
wenigstens dabei einen Blick aufs Meer?
Mein Urlaub hat sich als Mutter natürlich komplett verändert. Ich kann
nicht mehr einfach machen, worauf ich Lust habe. Oder meine Tage so planen
kann, wie ich sie planen würde, wenn wir ohne Kind unterwegs wären. Ich muss
mich komplett nach Avi richten, vor allem nach seinem Rhythmus und seinen
Bedürfnissen. Sprich, ich würde jetzt nicht auf irgendeine Party gehen mit
lauter Musik oder in gewisse Restaurants, in denen vielleicht keine Kinder
erwünscht sind.
Das war schon eine große Umstellung zu der Art, wie wir vorher gereist
sind. Da haben wir immer sehr viel Kulinarik und Kultur gemacht und natürlich
auch Nachtleben. Das ist jetzt komplett weggefallen, wobei mich das nicht
stört. Ich bin grundsätzlich jemand, der lieber tagsüber unterwegs ist.
Du setzt dich sehr fürs Stillen in der Öffentlichkeit ein – als völlig
normale Nahrungsaufnahme. Wie kam es dazu, wie kommst du dazu und warum ist
das heute überhaupt noch nötig.
Fürs Stillen in der Öffentlichkeit wollte ich mich eigentlich gar nicht
einsetzen. Ich dachte nämlich, das sei normal. Ich meine, wir sind im Jahr
2020. Ich wusste gar nicht, dass man noch darüber reden muss. Das ist ehrlich
gesagt auf mich zugekommen, als ich ein lustiges Foto gepostet hab, in dem
ich vorm Weinregal gestillt habe und mir dann Hunderte Frauen schrieben, wie
toll das sei, dass ich mich dafür einsetze.
Ich kann nur müde darüber lächeln, wenn Menschen mir Stillknigge schicken
oder sagen, ich soll mir dafür einen dunklen Raum in einer Ecke suchen.
Deswegen dachte ich: Gut, dann stell ich mich dahin für die Frauen, die
jemanden brauchen können, der sich dafür stark macht. Scheinbar gibt’s da
extrem viel Druck auf Mütter – immer in der einen oder anderen Art: nie ist
man perfekt. Das finde ich sehr, sehr anstrengend. Und dafür lohnt es sich
allein schon, sich öffentlich einzusetzen.
In der Yellow Press lasen wir einen Artikel darüber, dass Avi – euer Sohn –
vermutlich Einzelkind bleibt, weil du deinen Job als Schauspielerin so sehr
liebst. Stimmt das? Und wenn ja: Was gibt dir die Coolness, dich selbst über
das Kind nicht zu verlieren (Wow, dafür haben wir echt länger gebraucht
;-))?
Natürlich will man erstmal warten, bis das Kind da ist, bevor man eine
solche Entscheidung fällt, vorher kann man das ja nicht beurteilen. So haben
wir uns das offengelassen. Ich habe gesagt, ein, maximal zwei Kinder, könnt
ich mir vorstellen.
Für Oliver waren es immer zwei Kinder. Er hat eine Schwester, die er sehr
liebt und sie sind sich auch heute sehr nah. Das wünscht er sich eigentlich
auch für Avi. Wir konnten aber feststellen, dass das mit unserem Lebensstil
mit den ganzen Wünschen, Ansprüchen, Karrieren, Ideen und Reisewünschen, die
wir noch haben, fast gar nicht umsetzbar ist. Oder wir auch gar nicht bereit
sind für so viele Jahre so viele Kompromisse einzugehen. Man kann das sicher
machen, aber man muss das auch wollen – und wir wollen das eben nicht.
Foto: Jan Niklas Berg
Ich habe auch einen Beruf, den ich sehr liebe. Ich brauche ihn, um glücklich
zu sein. Jetzt mal ein, zwei Jahre kürzer zu treten finde ich völlig easy,
aber das Ganze dann nochmal zu machen, das kann ich mir nicht vorstellen.
Zudem ist mein Beruf durch das ganze Reisen auch immer ein logistischer
Aufwand. Das ist mit einem Kind, dass man damit im Zweifel auch immer wieder
entwurzelt, eine ganz andere Hausnummer.
Gibt es Dinge, die du in deiner eigenen Kindheit erinnerst – und die du dir
auch für Avi dringend wünschen würdest?
Vor allem eines: Ich habe nie das Gefühl gehabt, meine Eltern zu stören.
Meine Eltern waren immer ansprechbar und ich hatte nie das Gefühl, dass ich
nerve. Und ich weiß, dass Kinder manchmal auch sehr renitent und nervig sind
in ihren eigenen Bedürfnissen und dass die nicht immer zu den Bedürfnissen
der Eltern passen… aber, dass man sich das erhält, dass man dieses Gefühl
nicht vermittelt, find ich total großartig und ganz viel wert. Meine Eltern
haben sich angeguckt, was für ein Kind ich bin, was ich brauche und mein
Umfeld so gestaltet, dass ich mich frei entfalten konnte. Das ist auch mein
oberstes Ziel für Avi, dass er sich nicht mir anpassen muss, sondern ich mich
ihm anpasse.
Was hat dich am Mutterwerden und Muttersein am meisten überrascht?
Ich bin aber schon überrascht, mit wie wenig Schlaf man noch überlebt. Das
ist wirklich eine ernst gemeinte Feststellung. Und dass man es dann noch
schafft, eine weitere Person zu versorgen, das finde ich schon
erstaunlich.
Als Mutter wächst man auch physisch nochmal über sich hinaus. Das hat die
Natur wahrscheinlich einfach so eingerichtet. Aber davon abgesehen gab es
keine Überraschungen für mich.
Wenn du mal 20 Jahre in die Zukunft schaust: Wie möchtest du Avi dann gern
sehen? Und wo siehst du dich?
In die Zukunft schauen möchte ich grundsätzlich nicht, das habe ich mir
noch nie gewünscht. Ich bin jemand, der total im Jetzt lebt. Ich
versuche, mich gar nicht mit der Vergangenheit zu beschäftigen, was mir auch
meistens gut gelingt. Und auch nicht mit der Zukunft, weil ich glaube, dass
wir eben nur dieses Jetzt haben, im Jetzt muss es gut sein.
Meine Eltern hatten auch keinerlei Pläne für mich, ich hätte Tischlerin,
Anwältin, Ärztin oder auch Weltenbummlerin werden können. The sky the limit
ist, hauptsache ich bin glücklich. Das wünsche ich mir auch für Avi. Wenn ich
es schaffe, dass es da keine Vorprägung meinerseits gibt, dann bin ich so
richtig stolz auf mich.
Hier haben wir noch weitere Promi-Interviews: z.B. Daniela Katzenberger über ihre
Schwangerschaftskilos
(https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/daniela-katzenberger-im-interview-ich-sah-aus-wie-ne-tonne)
oder Smudo über Feminismus
(https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/interview-mit-smudo-ist-feminismus-heute-noch-wichtig-und-bist-du-deinen-toechtern-peinlich)
oder Jana Ina Zarrella über ihre Kinder
(https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/jana-ina-zarrella-ich-moechte-dass-meine-kinder-wissen-wie-wichtig-familie-ist)
|
Wolke Hegenbarth übers Muttersein: „Nie ist man perfekt.“ |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wollen-wir-wissen-ob-du-behindert-bist-dennis-schreibt-an-sein-ungeborenes-kind |
Mein liebes Kind, es gibt Fragen, die kann man erst aufrichtig
beantworten, wenn sie das eigene Leben betreffen.
Etwa diese: Was würdest du tun, wenn du in der Lotterie zehn Millionen Euro
gewinnst? Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass deine Tochter ein
Verbrechen begangen hat: Würdest du sie verraten? Und würdest du eingreifen,
wenn ein Mann von einer Gang verprügelt wird?
Wir wussten, dass auch wir uns eines Tages mit einer derart weitreichenden
Frage auseinandersetzen müssen, und doch schoben wir sie vor uns her wie die
jährliche Steuererklärung. Nun steht diese Frage seit unserem Besuch bei der
Frauenärztin aber unausweichlich im Raum. Wir müssen uns entscheiden. Die
Frage lautet: Wollen wir wissen, ob du behindert bist?
Die moderne Medizin ermöglicht es, mit hoher Wahrscheinlichkeit
herauszufinden, ob du anders bist als andere ungeborene Babys. Es ist so:
Jede Zelle deines Körpers hat 46 Chromosomen. Ist ein Chromosom zu viel oder
zu wenig, dessen Struktur oder einzelne Gene verändert, wirst du behindert
zur Welt kommen. Dann könntest du an Trisomie (zu viel) oder an Monosomie (zu
wenig) leiden, am Wolf-Hirschhorn-Syndrom (Veränderung der Struktur) oder
einer RotGrün-Schwäche (Genveränderung).
Um festzustellen, ob mit deinen Chromosomen etwas nicht stimmt oder du
einen offenen Rücken oder Infektionen hast, muss zwischen der 14. und
20. Schwangerschaftswoche eine sogenannte Fruchtwasseruntersuchung
durchgeführt werden. Dabei wird eine Hohlnadel in die Fruchtblase eingebracht
und Fruchtwasser entnommen. Diese Methode ist eine unschätzbare
Errungenschaft der Forschung. Sie gibt uns Eltern die Möglichkeit, selbst zu
entscheiden, ob wir ein behindertes Kind großziehen wollen oder nicht –
oder uns zumindest besser darauf vorbereiten zu können.
Gleichzeitig ist sie nicht ungefährlich: Die Zahl der Fehlgeburten liegt
nach einer solchen Untersuchung bis zu zwei Prozent höher als bei
Frauen, die darauf verzichtet haben. Das Entscheidende aber ist: Eine
Behinderung kann dabei zwar erkannt, aber nicht geheilt werden. Die Frage ist
also nicht: »Wollen wir wissen, ob du behindert bist?«, sondern: »Würden wir
dich abtreiben, wenn du behindert bist?«
Lautet die Antwort »Nein«, müssen wir das Risiko einer Untersuchung doch
auch gar nicht erst eingehen. Natürlich habe ich Bilder im Kopf, wenn ich an
dich denke: Wie du krabbeln und später laufen lernst, wie du deine Schultüte
wie eine Trophäe vor dir herträgst und im Freibad vom Dreimeterbrett
springst, Bilder eines normalen Lebens.
Dabei weiß ich sehr wohl, dass nicht immer alles normal läuft. Ich habe
meinen Zivildienst in einer Schule für geistig behinderte Kinder absolviert
und Kinder mit Down-Syndrom, Autismus oder einer
Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, kurz ADHS, betreut. Dort
begegnete ich Sebastian, einem hübschen Jungen mit semmelblonden Haaren, der
unter Autismus litt. Wobei ich gar nicht so genau weiß, ob er tatsächlich
litt, denn Sebastian war ein fröhlicher Kerl, der in seiner eigenen Welt
lebte – und von der man glauben konnte, dass sie friedlicher ist als
unsere.
Jedenfalls lächelte Sebastian unentwegt. Wenn er sich freute, unterlegte er
sein Lachen mit einem lauten, herausgepressten Stöhnen, seine Augen strahlten
dann hinter den dicken Brillengläsern. Sprechen konnte er nicht, und auch
eine besondere Begabung wie der von Dustin Hoffman gespielte Autist in Rain
Man suchte man bei ihm vergeblich. Er ließ niemanden an sich heran, außer
seine Schulbegleiterin. Sie war die Einzige, die sein Vertrauen genoss, nur
sie durfte ihn berühren.
Wenn sich Sebastian aufregte, rannte er einfach weg und legte dabei ein
derart hohes Tempo vor, dass man sich selbst sputen musste, um ihn wieder
einzufangen. Ich mochte Sebastian vom ersten Moment an. Vielleicht weil er so
natürlich war, weil doch jeder von uns am liebsten wegrennen würde, wenn
große Wut oder Angst in einem aufsteigt. Vielleicht weil das Lachen eines
Menschen, der aus unserer Sicht nicht glücklich sein kann, so viel wertvoller
ist als das eines gesunden Menschen. Vielleicht aber auch, weil er mich
anders ansah als die anderen, wie einen, dem er eine Chance geben will.
Glück, mein liebes Kind, ist manchmal auch, die Chance zu bekommen, einen
besonderen Menschen kennenzulernen. Nach wenigen Wochen reagierte Sebastian
auf meine Worte. Weitere Wochen später lachte er, wenn ich lachte oder
alberne Grimassen zog. Nach zwei Monaten ließ er sich von mir im Gesicht
streicheln und die Brille abnehmen. Und nach drei Monaten ließ er sich
von mir wickeln, ohne dass seine Schulbegleiterin dabei war. Das Herz eines
Menschen zu erobern ist ein wundervolles Gefühl. Sebastians Herz zu erobern
war doppelt so groß, weil es Welten verband, die einander sonst nie
begegnen.
Man darf das aber auch nicht kleinreden. Ein behindertes Kind kostet mehr
Zeit, mehr Geld und ganz sicher sehr viel mehr Kraft. Jedes Kind stellt das
Leben seiner Eltern anfangs auf den Kopf, doch ein behindertes Kind hört nie
wieder damit auf. Das muss nicht schlecht sein, es ist nur anders –
anders als »normal«. Würden wir dich töten, wenn du mit einem Jahr einen
Unfall hast und querschnittsgelähmt bist? Würden wir dich abgeben, wenn du
von einer Zecke gebissen wirst und dich eine Hirnhautentzündung zu einem
Pflegefall macht? Würden wir nur eine Sekunde darüber nachdenken, dich zur
Adoption freizugeben, wenn du an Kinderdemenz erkrankst und nur mit unserer
Unterstützung weiterleben könntest?
Nein, nein, nein. Warum also sollten wir dich gar nicht erst bekommen, wenn
mit dir etwas nicht in Ordnung ist? Wir wollen dich so, wie du bist. Wir
wollen dich nicht nur lieb haben, weil du gesund bist und unseren
Vorstellungen entsprichst, wir wollen dich lieb haben, weil du so geworden
bist, wie es dein persönlicher Plan war, nicht unserer.
Ob mit einer Hakennase, mit O-Beinen oder eben einer Behinderung,
schielend, lispelnd oder stotternd. Wir wollen nur, dass du glücklich wirst.
Und ich kann dir sagen: Sebastian war sehr glücklich. Deine Mama sieht das
zum Glück auch so. Deswegen haben wir die Frage schnell beantwortet. Wir
lassen die Untersuchung weg – und freuen uns auf dich, wie auch immer du
sein wirst. Denn ein besonderes Kind wirst du so oder so.
Dein Papa
—-Dieser Brief stammt aus dem Buch "MIT DIR WIRD ALLES ANDERS, BABY.
Briefe eines werdenden Vaters an sein Kind" (Affiliate Link)
von Dennis Betzholz. Wir verlosen zwei Exemplare dieses schönen Buches,
kommentiert dazu einfach, was Ihr durch Eure Kinder gelernt habt. Das Los
entscheidet dann. VIEL GLÜCK
|
Wollen wir wissen, ob Du behindert bist? Dennis schreibt an sein
ungeborenes Kind | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/world-for-kids-was-macht-eine-reisefamilie-zu-corona-zeiten |
Ihr Lieben, wir schränken also nun wieder unsere Kontakte ein, auch Britta
Schmidt von Groeling natürlich, Inhaberin des Kinderbuchverlags „World for
kids“. Wie geht es ihr mit den Beschränkungen – und wie kann sie uns alle ein
bisschen mitnehmen in die Welt – zumindest durch Fotos? So!
Britta, Du bezeichnest Deine Familie als eine echte Reisefamilie. Was
meinst Du damit?
BSVG: Bei uns in der Familie dreht sich ganz viel ums Reisen. Schon allein
beruflich. Zum einen betreibt mein Mann das Hostelschiff „Eastern Comfort“,
das mitten in Berlin auf der Spree liegt und natürlich ganz viele deutsche
und internationale Reisende beherbergt. Und das Motto meines
Kinderbuchverlags ist eben auch „Reisen mit Kindern“. Wir machen Reiseführer
für Kinder, Romane für Kinder, die meist mit einer Reise zu tun haben oder in
einem anderen Land spielen. Auch Familienreiseblogger haben für uns
geschrieben, dabei sind tolle Ratgeber für Familien herausgekommen.
Kommt man bei all dem überhaupt noch dazu, selbst zu reisen?
BSVG: Ja natürlich. All die Kindereiseführer wären nie entstanden, wenn wir
nicht selbst so viel unterwegs gewesen wären. Bevor die Kinder in die Schule
kamen, sind wir hauptsächlich im hiesigen Winter gereist. Da konnten wir
einfach besser weg. Ein Hostel auf einem Schiff ist natürlich im Sommer
stärker frequentiert. Obwohl ich es im Winter ja fast noch toller finde: Die
Nähe zur Natur mitten in der Stadt, das Plätschern der Wellen, das hat schon
was. Auch für die Kinder ist es ein toller Ort.
Wer im Winter reist ist entweder begeisterter Skifahrer oder muss auf die
andere Seite der Erdkugel, um ins Warme zu kommen. Wozu zählt Ihr Euch?
Wir sind fürs Warme, Skifahren war bei uns nie Thema. Daher waren bei uns
asiatische und afrikanische Länder im Fokus. Wir sind bereits vor der Geburt
unserer beiden Kinder viel in Afrika gereist, da mein Mann dort aufgewachsen
ist und noch viele Verbindungen dorthin existieren. Als die Kinder kamen,
wollten wir ihnen diesen faszinierenden Kontinent eben auch zeigen. Unsere
Tochter ist schon mit 9 Monaten unter dem Geländewagen im sambischen Busch
herumgekrabbelt.
Sambia mit Kleinkind – das ist ja ein eher ungewöhnliches Urlaubsland.
Würdest Du das jeder Familie empfehlen?
Wer zum ersten Mal ins südliche Afrika reist, sollte vielleicht nicht
direkt so anfangen. Aber wir hatten schon sehr viel Reiseerfahrung in Afrika
und haben uns daher zugetraut, die Herausforderung, die das mit sich bringt,
zu meistern. Und wir haben sehr schöne Erfahrungen gemacht. Die Leute dort
haben natürlich viel Kontakt zu Weißen, aber weiße, blonde Kleinkinder sind
dann eben doch nicht alltäglich. Die Aufmerksamkeit, die unsere Tochter
erregt hat, war aber durchweg positiv. Und noch etwas war sehr schön: Die
Begegnung mit den Leuten vor Ort fand auf einer neuen Ebene statt. Man stand
sich nicht mehr als Tourist – Einheimischer gegenüber, sondern als Eltern.
Das hat vieles erleichtert und zu schönen Gesprächen geführt.
Wie reist man da? Von Hotel zu Hotel oder in einer Gruppe?
BSVG: Wir sind allein mit einem Geländewagen unterwegs gewesen, auf dem es
ein Dachzelt gab. Das hat den Vorteil, dass man nachts in sicherer Höhe
schläft – es gibt ja doch recht viel Getier. Außerdem hatten wir einen
Kindersitz montiert und für Moskitonetze gesorgt. Malaria ist in Sambia immer
noch ein Thema. Man kann natürlich auch von Hotel zu Hotel reisen, wir
wollten jedoch unabhängig sein. Diese Art zu reisen kann man in vielen
Ländern des südlichen Afrikas praktizieren. Wir waren mit den Kindern auch
schon in Namibia, Südafrika, Zimbabwe, Tansania und Kenia.
Habt ihr eine Altersempfehlung für diese Art zu reisen?
BSVG: Ja. Ich würde das „Toddler-Alter“ aussparen. Das Alter, in dem Kinder
eigentlich nur auf dem Boden herumpusseln wollen, alles in den Mund nehmen,
überall hochklettern, einfach losrennen, weil sie es nun endlich können. Da
ist es weder für Eltern noch für die Kinder selbst ein Vergnügen, lange
Autostrecken zu fahren oder auf Insekten und Dornen auf der Erde achten zu
müssen. Ganz kleine Kinder sind da noch genügsam und schlafen auch viel. Dann
beginnt es ab Schulalter wieder, Spaß zu machen.
Echte Löwenspuren!
Und dann bleiben nur noch die Schulferien.
BSVG: Wir haben unsere Kinder schon zwei Mal von der Schule befreien lassen
und waren jeweils 2 Monate mit ihnen im südlichen Afrika. Unsere Schule
gestattet solche Reisen, weil sie auf dem Standpunkt steht, dass solche
Reisen bilden. Das sehen wir auch so. Kindern kann man nicht früh genug
vermitteln, wie wichtig es ist, über den Tellerrand zu schauen. Und wir liegen
bei diesen Reisen nicht 8 Wochen am Strand, sondern reisen durch die
jeweiligen Länder und zeigen den Kindern, dass es auch möglich ist, anders zu
leben als daheim. Und dass das nicht besser oder schlechter ist, sondern
einfach nur eine andere Art.
Musstet Ihr die Kinder denn unterrichten?
BSVG: Ja. Wir haben von der Schule das Pensum mitbekommen, was zu lernen
war. Und das hieß dann eben auch, jeden Tag etwas dafür zu tun, damit den
Kindern keine Nachteile aus der Reise erwachsen. Allein deshalb ist es schon
kein richtiger Urlaub, man hat auch Alltag und muss sich organisieren. Aber
es ist natürlich fantastisch, wenn man den Kindern sagen kann: Mach Deine
Matheaufgaben und dann kannst du Seeigel im Meer beobachten gehen.
Und aus diesen Erfahrungen ist die Idee entstanden, Reiseführer für Kinder
zu machen?
BSVG: Genau. Und zwar Reiseführer, die nicht im herkömmlichen Sinne
Hoteltipps und Sehenswürdigkeiten aufzählen, sondern die die Themen der
Kinder behandeln: Welche Tiere gibt es? Was essen die Leute da? Wie begrüßt
man sich? Was für Pflanzen wachsen dort und was kann man damit machen? Was
sind die lustigen Geschichten, welches die Geheimnisse? Ein bißchen
Geschichte des Landes ist auch dabei, ein Spiel, eine Vorlesegeschichte. Eben
ein Buch, das man zu Hause lesen kann, um sich schon einmal hinzuträumen ins
Land und das man mit auf die Reise nehmen kann als Begleiter. Es bleibt aber
auch nach der Reise ein tolles Erinnerungsstück, denn die Kinder dürfen darin
auch malen und kleben und so ihre ganz persönlichen Eindrücke
festhalten.
Im Moment bleiben die meisten von uns ja zuhause und reisen eher nicht. Was
macht eine Reisefamilie in Zeiten von Corona?
BSVG: Wir reisen natürlich auch nicht – zumindest fast: Wir waren im Sommer
für ein paar Tage in Venedig. Die Chance, die Stadt in dieser Ruhe zu
erleben, wollte ich mir nicht entgehen lassen, auch wenn natürlich der
Hintergrund nicht schön ist. Ansonsten sind wir in Berlin und Umgebung. Und
wir schmökern trotzdem in Reisebüchern, denn wegträumen ist fast so schön wie
selber reisen. Und unsere Reiseführer kann man auch zuhause lesen und etwas
Spannendes über andere Länder erfahren.
UND JETZT DÜRFEN WIR EUCH AUCH NOCH MIT EINEM GEWINNSPIEL ÜBERRASCHEN. Wir
verlosen je einen der Kinder-Reiseführer aus Brittas Verlag „World for kids“.
Schreibt uns in den Kommentaren hier im Blog bitte einfach, welches der
Bücher ihr gewinnen mögt! Das Los entscheidet dann und wir informieren euch
per Mail. VIEL GLÜCK!
|
World for kids: Was macht eine Reisefamilie zu Corona-Zeiten? | STADT
LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wow-mom-und-waterwipes-gemeinsam-fuer-ehrliche-elternschaft |
Ihr Lieben, wir werden ja oft gefragt, für was wir bei Stadt Land Mama
stehen, was wir vermitteln wollen, für was wir stehen. Unsere Antwort lautet
dann: Für ehrliche Elternschaft.
Bei uns gibt es keine Ton-in-Ton angezogenen Kinder, in unseren Kellern
stapelt sich die Wäsche und im Wohnzimmer liegen Krümel. Bei uns streiten
sich die Geschwister, halten aber dann natürlich gegen uns Eltern zusammen. Bei
uns gibt es auch mal Tiefkühlpizza und TV am Vormittag.
Wir als Eltern sind nicht immer perfekt, aber wir geben unser Bestes. Wir
wollen unsere Kinder stark für dieses Leben machen, ihnen Empathie und
Mitgefühl vorleben. Und das geht nur, wenn wir begreifen, dass ALLE Emotionen
erlaubt sind.
Wir wollen vor allem Mut machen und entlasten
Um diese Emotionsachterbahn, in der man als Eltern eben sitzt, geht es auch
in unseren WOW MOM Büchern. Wir wollen mit unseren Büchern Eltern entlasten,
indem wir ihnen zeigen: Es ist normal, dass dir nicht 24/7 die Sonne aus dem
Popo scheint.
Wir wollen mit unseren Büchern Mut machen, dass die meisten Phasen auch
einfach wieder vorbei gehen und dass man ganz sicher nicht alleine ist mit
all seinen Gefühlen.
Als wir unser erstes Buch „WOW MOM – der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit
Kind“ geschrieben haben, hat Lisa einmal gesagt: „Wenn wir nur einer Mama mit
diesem Buch helfen können, dann hat sich die ganze Arbeit gelohnt.“ Ihr könnt
Euch gar nicht vorstellen, WIE glücklich wir sind, dass wir nicht nur einer
Mama mit diesem Buch helfen konnten, sondern vielen vielen mehr. Unser Buch
ist hat mittlerweile über 600 Bewertungen bei Amazon, die neuste Rezension
liest sich so: „Das Buch ist einfach unglaublich und so angenehm zum Lesen
beim Stillen. Es zeigt, dass sowohl gute als auch schlechte Emotionen und
Erfahrungen mit der Mutterschaft einfach dazu gehören. Man fühlt sich einfach
leichter. Es ist genau das, was eine frische Mutter braucht.“ Solche
Nachrichten sind es, die unser Herz vor Stolz und Freude anschwellen lassen,
vielen vielen Dank dafür. Wir freuen uns, wenn Ihr unser Buch weiterhin an
Eure Freundinnen verschenkt und weiterempfehlt.
Unser Buch geht in die 4. Auflage
Gerade wird ein neuer Schwung Bücher gedruckt (4. Auflage!!!!) und wir
wollten unsere Message nochmal lauter in die Welt rufen und haben uns deshalb
einen starken Partner an die Seite geholt: WaterWipes. Viele von Euch kennen
sicher schon diese großartigen Feuchttücher, die zu 99,9 % aus Wasser und
einem Tropfen Fruchtextrakt bestehen.
Uns hat überzeugt, dass WaterWipes – genau wie wir – für eine ehrliche
Darstellung des Elternlebens in der Gesellschaft, in Medien und in Social-Media-Kanälen
steht. Deshalb haben sie das Projekt #Elternsein ins Leben gerufen, das auf
einer weltweiten Studie basiert, für die über 13.000 Eltern mit Kindern unter
drei Jahren befragt wurden. Außerdem gehören eine 16-minütige Dokumentation,
12 Kurzfilme und eine großangelegte Fotoserie dazu. Eltern aus der ganzen
Welt haben offen und ehrlich ihre Erfahrungen aus dem Alltag mit WaterWipes
geteilt. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass das Bild über das Leben
mit Babys und Kleinkindern so gemeinsam verändert werden kann und Eltern wird
ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen in sich selbst vermittelt. Mehr
Informationen findet Ihr auch hier:
https://www.waterwipes.com/de/de/gemeinschaft/erziehung
Und weil wir das einfach toll finden, findet Ihr nun in den neusten WOW MOM
Büchern Lesezeichen von Waterewipes – und umgekehrt liegen Leseproben von
WOWMOM in den WaterWipes Hebammenboxen, die die Hebammen an die
frischgebackenen Eltern verteilen. Außerdem wird es im nächsten Jahr immer
wieder mal tolle Beiträge von und mit WaterWipes bei uns im Blog
geben.
Und weil so eine schöne Zusammenarbeit gefeiert werden muss, verlosen wir
an Euch ein WaterWipes Überraschungspaket sowie die DidyKlick
Silber-Tage von Didymos – ein super Teil, ohne das man bald gar nicht mehr
sein will!
Schreibt uns dazu einfach in die Kommentare, was Ihr als Eltern gemacht
habt, obwohl Ihr Euch noch kinderlos immer darüber gewundert habt. Das Los
entscheidet dann. VIEL GLÜCK.
|
WOW MOM und WaterWipes: Gemeinsam für ehrliche Elternschaft | |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/wut-und-trotz-und-trauer-nach-suizid-des-partners-ich-wollte-mir-und-unserem-kind-das-leben-zurueckholen |
Ihr Lieben, wir erzählen hier bei Stadt Land Mama nicht nur von den
unteschiedlichsten Familien- und Lebensgeschichten, sondern auch von
Schicksalen. In diesem Fall interessierte uns vor allem, wie es nach dem
Schicksalsschlag weitergeht. Unsere Leserin Nicole hat vor fünf Jahren ihren
Mann verloren. Ihre gemeinsame Tochter war damals drei. Wie hat sie es
geschafft, weiterzumachen? Darüber erzählt sie uns hier.
Triggerwarnung: In diesem Text geht es um Suizid und Depressionen, die
tödlich endeten. Solltest du selbst erkrankt sein oder in irgendeiner Weise
Hilfe in Bezug auf Depressionen benötigen: Die Nummer der Telefonseelsorge
ist rund um die Uhr Stunden erreichbar: 0800 1110111. Du kannst dich auch an
die Stiftung Deutsche Depressionshilfe wenden.
Liebe Nicole, vor 5 Jahren hat sich dein Mann das Leben genommen. Erzähl
doch mal, in welchen Lebensumständen ihr damals wart.
Als Markus – so hieß mein Mann – Suizid beging, waren wir fast 18 Jahre
verheiratet und kannten uns über zwanzig Jahre. Unsere Tochter war drei Jahre
alt. Wir hatten seit fast zehn Jahren zusammen eine psychologische Beratungsstelle.
Alles ziemlich gesettelt. Eigentlich hatte ich sogar den Eindruck, dass wir
zum ersten Mal in unserem Leben eine gewisse Stabilität gewonnen hatten. Aber
Markus ging es seit einem Jahr seelisch immer schlechter.
Genau ein Jahr vor seinem Suizid hatte sich sein Motorradunfall zum
zwanzigsten Mal gejährt. Markus war deshalb seit 1995 querschnittsgelähmt und
hatte immer mal wieder mit einer „Anpassungsstörung“ zu kämpfen – also mit
dem Hadern mit der Situation, behindert zu werden. Ich sage das bewusst so,
weil es nur zum einen Teil die körperliche Einschränkung selbst war. Die
gesellschaftlichen Einschränkungen haben ihn zusätzlich mürbe gemacht.
Was hat deinen Mann ganz besonders gemacht, was hast du besonders an ihm
geliebt?
Das ist im Nachhinein schwer zu sagen, denn die Depression hat mir in den
letzten Jahren vor seinem Suizid immer mehr von ihm genommen. Wer Depressionen
hat oder Menschen liebt, die Depressionen haben, kennt das: Die Depression
übernimmt immer mehr oder immer wieder das Ruder und frisst Stück für Stück
die Lebensfreude auf. Da bleibt von der Grundpersönlichkeit oft kaum noch was
übrig bei einem depressiven Schub. Und die gab es in seiner letzten Zeit fast
dauerhaft.
Dabei war es eigentlich das, was ich an Markus am meisten geliebt hatte:
seinen manchmal etwas schrägen Humor. Er konnte unglaublich lustig und albern
sein. Auch noch nach seinem Unfall war er viele Jahre lang ein Kämpfer und
von der Persönlichkeit her sowohl tiefgründig und emotional, aber auch
vielseitig interessiert – und einfach verdammt witzig.
Kannst du uns vom Tag des Suizids erzählen?
Der Tag, an dem Markus verschwand, war ein sonniger Tag im Sommer. So ein
Klassiker mit Vogelzwitschern und lauer Brise und Alltag. Ich habe mich mit
einer Freundin getroffen, die mich gecoacht hat, weil Markus und ich überlegt
hatten, die Arbeit der Beratungsstelle umzustrukturieren – eben, weil es ihm
zunehmend schlechter ging.
Das war kein Geheimnis, wir gingen davon aus, dass er ein Burnout hatte,
vielleicht auch eine schwerere depressive Episode. Wir waren ja „vom Fach“
und hatten daher überlegt, wie wir Druck rausnehmen konnten aus unserem
Leben. Einen Suizid habe ich aber nie für möglich gehalten, weil er sich
schon durch so viel in seinem Leben durchgekämpft hatte. Aber genau da war
der wunde Punkt: Er hatte zu viel gekämpft.
Unsere Tochter ging noch nicht in die Kita, wir wechselten uns mit der
Betreuung ab, jeder von uns arbeitete halbtags und der andere betreute unser
Kind. Eine Woche später wollte Markus eigentlich mit ihr die Eingewöhnung
starten. Weil Markus sich Urlaub genommen hatte, fuhr er am Nachmittag ins
Fitnessstudio. Körperlicher Ausgleich tat ihm sonst immer gut; den Teil des
Körpers zu spüren, der noch etwas empfand. Allerdings ist er da nie
hingefahren. Er kam nicht mehr zurück. Er ist einfach verschwunden.
Und das war eigentlich das Schlimmste. Von jetzt auf gleich verlassen zu
werden. Und nicht zu wissen: Was ist passiert? Gott sei Dank hat die
Polizei ihn nach einem Tag gefunden. In einem Auto auf einem Rastplatz. Dort
fand man dann auch einen Abschiedsbrief – und eine Entschuldigung an
denjenigen, der ihn finden musste.
Wie hat eure Tochter vom Tod des Vaters erfahren?
Unsere Tochter hat gleich am Tag seines Verschwindens gespürt, dass etwas
nicht stimmte – weil Papa ja nicht wie sonst nach Hause kam. Es war ein
Kraftakt, sie an diesem Abend ins Bett zu bringen. Ich war aber immer –
kindgerecht – ehrlich zu ihr und habe auf ihre Fragen, wo Papa sei, auch
genauso geantwortet: Dass ich es nicht wüsste.
Als sie am nächsten Tag aufgewacht ist, habe ich ihr gesagt, dass gleich
die Polizei kommen würde, um noch einige Fragen zu klären, weil sie Papa
suchen würden. Ich habe ihr aber da schon gesagt, dass es sein kann, dass
Papa nicht zurückkommt. Weil ich es wusste. Ganz instinktiv. Vom Tod haben
wir dann gemeinsam erfahren – die Polizei kam mit dem Pfarrer des Orts, um es
uns mitzuteilen.
Wer war in dieser ersten Zeit deine Stütze, wer hat dir Kraft
gegeben?
Niemand. In so einer Situation gibt es keine „richtige“ Stütze. Man fällt.
Da ist nicht viel mit Kraft. Im Gegenteil. Um durch so etwas durchzukommen,
muss man sich eingestehen, dass das jetzt eine harte Zeit wird und man
schwach ist. Um dann achtsam von Moment zu Moment zu überlegen: Was brauche
ich jetzt? Wer kann mir vielleicht helfen? Mein Vorteil war, dass ich mich
quasi selbst coachen konnte. Natürlich geht das nicht wirklich, aber ich habe
mich teilweise von außen betrachtet und überlegt: Was würde ich mich jetzt
fragen, wenn ich meine eigene Klientin wäre?
Und ich kannte meine Freunde und Familie ziemlich gut. In Lebenskrisen
merkt man ja oft erst, wer die wahren Freunde sind. Ich hatte schon vorher
ein paar Lebenskrisen erlebt; ich wusste, wo die Stärken und Grenzen meiner
Freunde waren. Eine Freundin hat mir bei den Finanzen geholfen, eine andere
hat sich um meine Tochter gekümmert, wieder eine andere ist mit mir zum
Bestatter gefahren, und so weiter. Aber ich habe auch auf ihre Grenzen
geachtet. In solchen Situationen kommen oft Hilfsangebote, weil alle so
betroffen sind – aber nur ein Bruchteil davon ist realistisch, weil Freunde
und Familie oft aus Liebe über ihre eigenen Grenzen gehen würden, um zu
helfen. Das hilft aber auf Dauer niemandem weiter. Deshalb musste ich auch
Vieles filtern und aus dem Bauch heraus entscheiden.
Überhaupt hat mir mein Bauchgefühl am meisten geholfen. Ich habe
Entscheidungen getroffen, die nicht allen gefallen haben, und auch ein, zwei
Freunde dadurch verloren. Aber ich war ganz bei mir und habe uns nur deswegen
da durchgeschifft. Denn das war mein Ziel: Das zu überleben – auch für meine
Tochter.
Die einzige Konstante, die es für mich dabei gab und immer noch gibt, ist
mein Glaube. Obwohl ich das so auch nicht sagen kann, denn ich bin nicht
religiös und gehöre schon seit Jahren nicht mehr zu einer Kirchengemeinde.
Aber ich glaube an einen lebendigen, liebevollen Gott. Der sich nicht
verändert, auch wenn die Welt Kopf steht. Dieser persönliche Gott hat mir
sehr geholfen. Zu wissen, dass ich da immer andocken kann.
Neben all der Trauer – gab es da auch noch andere Gefühle?
Meine Fresse, war ich wütend! Bin ich manchmal immer noch. Wut und Angst,
aber auch Schuldgefühle gehören beim Suizid zum Trauern dazu. Weil immer
diese Frage bleibt: Was wäre, wenn? Wenn ich XY anders gemacht hätte? Denn im
Nachhinein fallen einem natürlich immer Anzeichen auf. Aber das ist Blödsinn.
Der Mensch, der Suizid begeht, trifft diese Entscheidung ganz allein bzw.
seine Krankheit. Egal, welchen Auslöser es letztendlich dafür gab. Trotzdem
müssen wir Hinterbliebene da durch, durch dieses Schuldthema, und das neu
einordnen, neu bewerten. Das erschwert die Trauer oft.
Bei mir kam aber noch hinzu, dass Markus wegen der Anpassungsstörung zur
Kompensation scheinbar in den Jahren davor eine Art heimliche Kaufsucht
entwickelt hatte und mich und meine Tochter mit horrenden Schulden verlassen
hat, von denen ich keine Ahnung hatte. Ich wusste fast ein Jahr lang nicht,
ob ich unser Haus noch behalten kann oder nicht. Es war der reinste Horror.
Und deshalb auch doppelte Wut. Weil zum Verlassenwerden noch Betrug kam. Und
ich das nicht mehr mit ihm klären konnte.
Diese Wut hatte aber auch Vorteile. Weil sie bei mir Trotz ausgelöst hat.
Und den Willen, das alles aufzuräumen und mir und meinem Kind ein Leben
zurückzuholen. Da hatte Ohnmacht kaum eine Chance. Auch wenn ich besonders am
Anfang wegen dieses riesigen Trümmerhaufens natürlich oft gedacht habe: Wie
um Gottes Willen soll ich den ganzen Scheiß nur wuppen?
Ich habe schon oft gelesen, dass von den Hinterbliebenen irgendwann
erwartet wird, dass sie wieder funktionieren. Hast du diesen Erwartungsdruck
auch gespürt?
Jein. Meine Freunde, die ganz nah an mir dran sind, haben das lange mit mir
durchgestanden. Eigentlich bis heute. Aber ich merke schon, dass besonders
nach den ersten zwei Jahren Leute allgemein eher genervt sind, wenn ich schon
wieder mit diesem Thema um die Ecke komme. Vor allem, weil ich mich ja jetzt
auch für andere Suizidhinterbliebene einsetze.
Ich kann das zum Teil auch verstehen: Weil das Leben schon oft genug schwer
ist. Weil wir alle uns mehr Leichtigkeit wünschen. Dann über Suizid und
Trauer zu reden ist emotional so, als würde man im Urlaub statt am Strand
einen Eisbecher zu essen, in eine Tsunamiwelle geraten. Etwas drastisch
ausgedrückt. Das ändert aber nichts an der Realität. Dass Trauer Raum
braucht. Und Zeit. Und dass Trauer nach einem Suizid einfach härter ist,
länger dauert und auch traumatisieren kann.
Ich glaube, dass dieses „nach dem ersten Trauerjahr muss spätestens alles
wieder gut sein“ eine tief in unserer deutschen Kultur verankertes
Gedankengut ist. Zurückzuführen auf die NS-Zeit. Denn da waren Gefühle wie
Trauer die reinste Schwäche. Und Schwäche war nicht Führerkonform. Wir haben
eine große Tendenz zur Verdrängung von Schmerz und zum Arbeiten bis zum
Umfallen. Nach dem Krieg ging das auch gar nicht anders. Damit haben wir als
Nachfolgegenerationen aber immer noch zu kämpfen.
Für gelebte Trauer, einen offenen Umgang damit – nicht nur symbolisch durch
Kranzniederlegungen und dann ist wieder gut – fehlt uns der Erfahrungsschatz.
Das sieht man jetzt auch wieder in der Pandemie. Aber es ist auch eine
Chance, es neu zu lernen, eine liebevollere Trauerkultur zu etablieren.
Wie hat sich in den letzten 5 Jahren deine Trauer verändert und wie präsent
ist dein Mann in eurem Alltag heute?
Für mich fühlt sich die Trauer wie Wellen an. Und die sind im Laufe der
Jahre immer mehr abgeflacht. Anfangs war es tatsächlich ein Tsunami. Jetzt
ist es eher so wie an einem See, an dem manchmal der Wind etwas größere
Wellen über meine Zehen spült, aber grundsätzlich ist es ein sanftes,
beständiges Wellenkringeln, mit dem es sich gut leben lässt.
Ich habe mich mit Markus ausgesöhnt. Manchmal frage ich ihn, was er von xy
hält und bitte ihn, bei Gott ein gutes Wort für mich und uns einzulegen, wenn
es besonders harte Zeiten sind. Ich erinnere mich auch mehr an die schönen
und lustigen Momente. Und ich nehme ganz bewusst Wertvolles mit in mein
Leben, was ich mit und von ihm gelernt habe.
Bis vor einiger Zeit hatte ich in unserer Familiengalerie auch noch ein
Foto von ihm hängen. Jetzt haben wir unser Haus saniert und sind zwei Mal
darin umgezogen und die Fotos sind eingelagert. Ob das von ihm wieder an die
Wand kommt, weiß ich noch nicht.
Gab es einen Zeitpunkt, an dem du gespürt hast, dass du dein Leben wieder
„im Griff hast?“
Ich denke grundsätzlich, dass wir unser Leben nicht im Griff haben. Das ist
etwas, was wir uns wünschen, aber spätestens die Pandemie zeigt uns allen
sehr deutlich, dass unsere Vorstellung von Sicherheit nicht das ist, was
unser Leben sicher macht. Aber es gab ein Gefühl von: „Jetzt bin ich wieder
ich oder ein neues Ich.“ Das war letztes Jahr an meinem Geburtstag. Fast vier
Jahre nach seinem Suizid.
Ich habe mit meinem Geburtstag nach seinem Tod immer gehadert, weil er
meinen letzten Geburtstag drei Wochen vor seinem Tod eigentlich heimlich
dafür genutzt hat, um sich von meinen Freunden zu verabschieden. Seitdem
mochte ich ihn nicht mehr feiern. Letztes Jahr konnte ich das zum ersten Mal
wieder. Und dieses Jahr würde ich am liebsten eine riesige Party schmeißen.
Wird aber wohl nix wegen Corona. Aber dann eben: Innerlich.
Bist du schon wieder so weit, an eine neue Beziehung zu denken?
Ich hätte gedacht, dass ich nie wieder eine Beziehung eingehen könnte.
Allein schon wegen des Vertrauensbruchs. Aber hier hat sich das Klischee
bewahrheitet, dass man oft gerade dann jemanden trifft, wenn man am wenigsten
damit rechnet. Bei mir war das mehr als überraschend. Auch weil es relativ
zeitnah nach Markus´ Tod war.
Eine Internetbekanntschaft kam zu Besuch, um zu helfen. Wir kannten uns bis
dahin nur online und er wollte mich unterstützen, damit ich diesen ganzen
Papierkram nach dem Suizid bewältigen kann. Wir kannten uns virtuell recht
gut und hatten viele Überschneidungspunkte, wollten aber beide ums Verrecken
keine Beziehung und uns gegenseitig als Freunde unterstützen – er wollte
eigentlich in die Niederlande zurückziehen und hatte da gerade ein
Bewerbungsgespräch für seinen Traumjob gehabt.
Tja. Und dann stand er vor der Tür. Und dann ist etwas passiert, was ich
nie, wirklich nie für möglich gehalten hätte: Da war es tatsächlich, dieses
Hollywoodklischee von der Liebe auf den ersten Blick. Es war total
verrückt.
Aus der Sicht der Beraterin habe ich mich erst dagegen gewehrt, weil ich
dachte, dass ich das vielleicht nur aus Trauer empfinde und Angst hatte
allein zu sein. Aber das war nicht so. Ich wollte allein sein. Ich wollte
nicht mehr vertrauen müssen – und dann wieder betrogen werden. Oder verlassen
werden. Ich wollte das auf keinen Fall. Aber wie das mit der Liebe so ist:
Die lässt sich nicht einfach so abstellen. Weder nach dem Tod noch im
Leben.
Von außen betrachtet wird das ja manchmal verurteilt. Weil man angeblich
einfach so den Partner wechseln würde. Für mich war es das genaue Gegenteil.
Ich habe beide gleichzeitig geliebt. Tue ich noch immer. Und das war nicht
einfach nur Friede, Freude, Eierkuchen. Es war schwer. Weil für Leichtigkeit
in der Liebe kaum Raum war. Weil da gleichzeitig immer diese Schwere der Trauer
war. Und das Misstrauen, die Angst, dass mir das wieder passiert. Ich hätte
mir gewünscht, wir hätten uns zu einem anderen Zeitpunkt
getroffen.
Andererseits wären wir jetzt nicht da, wo wir heute sind: Ich habe das Haus
behalten können. Gemeinsam haben wir es saniert. Dass eine Pandemie kommen
würde und wir mittendrin auf einer Baustelle leben würden, konnten wir nicht
ahnen – aber hey; immerhin gehen wir zusammen durch die Pandemie. Auch wenn
die Angst, dass meine Tochter wieder eine Vaterfigur verliert, seitdem
ständig mitschwingt. Aber immerhin hat sie eine!
Mehr über Nicole und ihren Verein könnt Ihr hier erfahren:
https://blattwenden.eu. Hier gibt es einen Erste-Hilfe-Guide für Betroffene:
https://blattwenden.eu/wp-content/uploads/2020/11/Erste-Hilfe-in-Zeiten-des-Grauens-1.pdf
|
Nach Suizid: "Ich wollte mir und unserem Kind das Leben
zurückholen" |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zdf-hebamme-lena-lorenz-schauspielerin-judith-hoersch-ueber-wunder-und-die-geburt-ihrer-tochter |
Ihr Lieben, Judith Hoersch ist Schauspielerin, Musikerin, Schriftstellerin
– und nun auch seit einem Jahr Mutter. In der gleichnamigen ZDF-Serie Lena
Lorenz spielt sie als Hebamme die Hauptrolle – auch in diesem Monat dreht sie
wieder in den Bergen. Mit am Start: natürlich ihre kleine Tochter… der liest
sie nun ab und zu auch aus ihrem eigenen Buch vor – ihrem ersten Roman Juno
und die Reise zu den Wundern. Eine fabelhafte Geschichte (Affiliate
Link).
Vielleicht noch zu Beginn eine kurze Anmerkung, warum wir uns duzen: Judith
und ich haben im Abi zusammen in Köln die Schulbank gedrückt und unseren
Deutschlehrer dazu überredet, statt Goethes Faust lieber die Übersetzung von
„The Beach“ zu lesen, weil wir dann einfach den Film mit Leonardo Di Caprio
anschauen konnten… SO werden Autorinnen geboren, liebe Leute 😉
Juno und die Reise zu den Wundern. Eine fabelhafte Geschichte (Affiliate
Link)
Liebe Judith, wo bist du gerade und wie geht es dir im Lockdown light
derzeit?
Ich bin derzeit noch im Berchtesgadener Land und drehe noch bis Ende
November die ZDF-Reihe Lena Lorenz. Dann kann ich endlich wieder nach Berlin.
5 Monate ist eine lange Zeit. Aber ich liebe die Berge und das
Landleben.
Du bist vor einem Jahr Mutter geworden, was genau hat dich am Mutterwerden
und in diesem ersten Jahr am meisten überrascht?
Mich hat überrascht wie unsicher ich am Anfang war, wenn es nicht glatt
lief. Egal wie gut man vorbereitet ist oder wird, alles ist neu und man hat
halt keine Ahnung. Mutter im ersten Semester ist eine spannende
Angelegenheit. Aber das waren vor allem die ersten Lebenswochen und ich bin
froh, dass ich meinem Freund hatte, mit dem ich das teilen konnte.
Mich hat überrascht, wie viel Freude es mir macht mich komplett auf meine
Familie zu fokussieren, denn ich habe mich vorher am meisten über mein
künstlerisches Schaffen definiert. Außerdem finde ich es toll, wie sehr ich
bereit bin zu improvisieren und wieviel flexibler ich geworden bin.
Perfektion war gestern, mein Kind lehr mich Leben im Jetzt. Und ja die Liebe…
Mein Herz ist einfach größer geworden.
Als Kreative lässt du dich mit Sicherheit nicht gern in Routinen drängen,
nun sagt man ja aber Kindern nach, dass sie doch so ein paar Rituale
brauchen… wie kriegst du das in deinem bewegten Leben hin?
Ich liebe Rituale und bin ein total ritualisierter Mensch. Ich habe von
Anfang an Rituale (Schlafen zum Beispiel) eingeführt und sowohl wir Großen
als auch unserer Tochter kommt damit super zurecht. Aber es ist eben immer
das Maß an Routine und Flexibilität. Ich würde sagen: Ich bin eher
geschmeidiger geworden, wo ich vorher zu fest war.
Wo knirscht es denn noch in Sachen Gleichberechtigung – und wie läuft das
im Filmgeschäft als Mutter?
Es gibt – soweit ich weiß – keine einzige Männertoilette mit Wickeltisch.
Darüber hinaus haben Frauen im Filmgeschäft Angst davor, dass sie nicht mehr
’stattfinden’. Ist man nicht mehr sexy genug für die Liebhaberin? Denken dann
alle das ich für immer schwanger bin? Bekomme ich danach nochmal eine Rolle?
All diese Fragen bewegen viele Frauen, die vor der Kamera stehen. Viele
verheimlichen, dass sie Mutter geworden sind – schlimm finde ich das! Ich
würde mir wünschen, dass Kunst und Kind zusammengehören. Man wird außerdem
ein besserer Künstler durch das Muttersein, denn man ist gehäuteter –
sensibler und feiner. Jedenfalls ist das meine Erfahrung.
Nun hast du lange bevor du selbst Mutter wurdest oder mit Geburten zu tun
hattest als Lena Lorenz eine Hebamme gespielt – schaust du nun, da du selbst
ein Kind hast, anders auf deine Rolle?
Meine Rolle die Lene Lorenz wurde ja auch Mutter. Meine Schwangerschaft
wurde in die Rolle eingearbeitet. Das ist sicherlich eine sehr komfortable
Rolle. Aber ich habe viel Kontakt mit ‚echten‘ Hebammen und sie haben genau
die gleichen Unsicherheiten am Anfang ihrer Mutterschaft. Nur, weil man
Kindern auf die Welt helfen kann, ist man als Mutter dennoch neu. Somit hat
meine Rolle der Lena nun auch noch eine Komponente mehr: Sie ist nicht nur
Hebamme, sondern auch Mama. Aber im Drehprozess macht es vieles einfacher.
Unsere Fachberaterin (eine tolle Hebamme) witzelt immer, das wenn ich mal
aufhöre als Schauspielerin zu arbeiten, dass ich bei ihr im Kreißsaal
anfangen soll. 🙂 Hebamme ist ein toller Beruf und da ich natürlich
jetzt so viel mehr weiß, sieht man das sicher auch in den Filmen: Wickeln,
Babys hochnehmen, tragen, stillen, beruhigen – all das ist keine Theorie
mehr, sondern gelebte Erfahrung geworden.
Was genau fasziniert dich an der Arbeit von Hebammen am meisten?
Sie sind die, die das Leben in Empfang nehmen, ein total magischer Moment.
Man ist den Müttern sehr nah, man ist sozusagen oft näher als so manches
Familienmitglied. Hebammen sind liebevoll, aber eben auch praktisch. Es ist
so urweiblich und ein wunderbarer Beruf. Ich habe bei einer Geburt zur
Vorbereitung im Kreißsaal hospitiert und muss sagen: Das war eines der
irrsten Erlebnisse überhaupt. Ich war richtig high danach.
Nun hast du mit dickem Neun-Monats-Bauch auch noch ein Buch zur Abgabe
gebracht, das sehr fantasievoll ist, es kommen sogar Nixen darin vor, hast du
das Gefühl, dass dich deine Schwangerschaft nochmal anders kreativ gemacht
hat?
Anders kreativ würde ich nicht unbedingt sagen, aber es gab eben eine klare
Deadline. Das hat den Schreibprozess intensiviert. Ich wusste: So ungestört
und ganztägig werde ich sobald nicht wieder schreiben und ich spürte,
dass sich die Kleine bald auf den Weg machen würde. Als der hohe Feiertag –
der ‚Tag der deutschen Einheit‘ – kam, sprach ich mit meiner Literaturagentin
und wir entschlossen uns, trotz des Feiertages durchzuarbeiten. Am Abend vor
der Geburt wurde das Buch dann fertig. Kein Scherz. Keine 24 Stunden später
war meine Tochter geboren.
Punktlandung, würden wir sagen 😉 Nun möchtest mit deinem Buch Jungs
und Alt zum Träumen bringen. Worum geht es im Inhalt genau?
Juno ist eine schüchterne junge Frau und sie verträumt ihr Leben mehr, als
dass sie es wirklich lebt. Sie ist eine sehr besondere Figur und wir erleben
sie als Kind, das Eltern hat, die mit ihren ganz eigenen Lebensproblemen so
überfordert sind, das Juno sich sehr alleine fühlt. Als sie erwachsen wird,
geht sie in die schielende Stadt, dort trifft sie auf ihren ersten Freund und
Mentor, den alten Mr. James.
Sie verbringt viel Zeit mit ihm und er lehrt sie viel über das Leben,
ermahnt sie aber auch, dass sie ihr Leben mutig leben soll. Irgendwann (ich
will ja nicht zu viel verraten!) bricht sie auf zu einer wundersamen Reise
rund um den Globus und bekommt dort zehn Lebensweisheiten gelehrt. Es ist ein
Märchen für Erwachsene und trägt viele spirituelle Botschaften ohne zu sehr
ins Sachbuch abzudriften. Ich würde sagen, es ist für alle etwas, die ‚Die
fabelhafte Welt der Amelie‘ lieben, oder ‚Die Möwe Jonathan‘.
Was mich als Autorin interessiert: Kam die Geschichte zu dir oder du zu
ihr?
Gute Frage und das können auch nur Autoren fragen, denn die wissen, dass
beide Wege möglich sind. 😉 Juno kam tatsächlich zu mir. Sie war
eines Tages einfach da. Sie war auch schon recht vollständig, das war das
Verrückte. Aber ihre Geschichten entfalteten sich immer mehr. Es hat
gedauert und es war nicht so, dass ich in der Absicht, ein Buch zu schreiben,
an den Schreibtisch gegangen bin.
Sicherlich hat es der Geschichte auch gutgetan, das sie immer wieder in der
Schublade verschwunden ist und ich selber als Mensch gewachsen bin. Denn
Junos Reise ist ja auch aus den Erfahrungen erwachsen, die ich selber auf den
vielen Reisen meines Lebens erlebt und erfahren habe. Irgendwann Anfang 2019
gab es dann ein erstes Manuskript, das man vorzeigen konnte und ich habe
damit eine Literaturagentur gefunden. Sie war sofort angetan, hatte aber eine
viel größere Vision zu meinem Buch. Also setzte ich mich nochmal hin und eine
sehr intensive Schreibphase begann in mehreren Etappen, die letzte eben wie
gesagt bis einen Tag vor der Geburt meiner Tochter.
Aber schreiben ist ja vor allem auch eine Sache der Hartnäckigkeit und
Disziplin und man ist permanent mit unsichtbaren Menschen zusammen. Ich liebe
es!
Warum ist es dir ein so großes Bedürfnis, uns Menschen – besonders auch uns
Großen – die eigene Fantasie zuzugestehen, ja, uns sogar zum Träumen zu
ermutigen? Verlernen wir irgendwann das Fantastische? Wird es und mit dem
Alter abtrainiert?
Ich denke schon. Schon als Kind wurde ich ermahnt, ich solle nicht so viel
Tagträumen. In meinem Buch verschwimmt Traum, Wunsch und Wirklichkeit. Es
bleibt Raum für den Leser und für seine Fantasie. Wir leben in einer
Leistungsgesellschaft. Wir müssen immer etwas tun und effizient sein. Juno
ist anders. Sie ist das verkörperte innere Kind, das staunt. Das können wir
von Juno lernen: Staunen über die kleinen Dinge, über die Wunder des
Alltags.
Wir Großen sollten uns mit unseren Träumen und Wünschen verbinden. Wir
sollten in der Idee leben, dass wir uns nicht zwischen ’Entweder oder’
entscheiden müssen, sondern ein ‚Sowohl als auch‘ leben können. Das Leben ist
voller irrwitziger Widersprüche, wieso dürfen wir das nicht auch sein? Das
möchte ich meiner Tochter mitgeben: Eine gute Portion Disziplin und einen
festen Glauben an ihre Träume und Wünsche.
Und was möchtest du deinen LeserInnen mithilfe von Juno mit auf den Weg geben?
Dass sie wieder ihre Träume und die kleinen Dinge des Alltags sehen. Dass
sie mutig in die Welt gehen, dass sie sich auf den Weg machen zu ihren
Wundern. Ich glaube wirklich, alles ist mit allem in Verbindung und es ist
eine lebenslange Aufgabe, sich selbst in Verbindung mit allem zu erforschen.
Es ist eine spannende Reise, die wir hier als Menschen machen, wir sollten
sie genießen und neugierig sein.
In “Juno und die Reise zu den Wundern“ (Affiliate Link) steckt all das
spirituelle Wissen drin, das ich über die Jahrzehnte von meinen Lehrern und
durch die Beschäftigung mit Yoga, Meditation und spirituellen Lebensformen
gelernt habe. Auch durch das Reisen (besonders alleine). Aber man muss nicht
weit reisen, um die Schönheit unserer Welt zu sehen. Man braucht nur den
richtigen Blick. Aber wir können auch viel über das Leben lernen, durch die
10 Lektionen, die Juno erlebt, denn das Leben ist Schwingung und wenn wir ihr
nicht im Weg stehen, kommen die Dinge sowieso zu uns.
An was denkst du zuerst, wenn du an deine eigene Kindheit
zurückdenkst?
Ich denke an meine Träume, an den Geruch von Herbstlaub, an warme
Pferdemäuler, an traurige Tage – denn nicht alles war rosig in meiner
Kindheit, an Blätter und Bäume, in denen der Wind rauscht. Und an mein
Kinderzimmer, das mir damals so groß vorkam…
Weitere Informationen zu Judith Hoersch: Instagram:
@judith_hoersch_official Facebook:
@judithhoersch Website: www.judith-hoersch.de Und hier könnt
ihr noch an einem Gewinnspiel des Verlags teilnehmen, das bis 16.12.2020
läuft: Ihr könnt hier eine Ballonfahrt gewinnen.
|
ZDF-Hebamme Lena Lorenz: Judith Hoersch über die Geburt ihrer Tochter |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zoom-party-warum-ich-fuer-video-konferenzen-nicht-gemacht-bin |
„Komm, lass uns ne Zoom-Party veranstalten“, hieß es am Anfang der Pandemie
noch so oft. Mitten in der ersten Welle. Und ich immer so: Och, nöööö.
Mittlerweile ist der Hype etwas abgeflacht, vermutlich, weil einfach viel zu
viele Videokonferenzen unseren Alltag bestimmen. Privat und nach Feierabend
dann auch noch vor dem Rechner hocken? Muss ja nicht sein. So jedenfalls nahm
ich das in der zweiten Welle wahr.
Nun sitzen wir mitten in der dritten Welle. Und ich hab das Gefühl: Das
kommt jetzt wieder mit den Videokonferenzen. Weil wir uns eben auch nach über
einem Jahr noch nicht so wirklich in echt treffen dürfen oder wollen. Und
weil wir jetzt das Gefühl haben, uns in dieser Pandemie einrichten zu müssen,
nicht mehr zu warten, bis alles vorbei ist, sondern den Zustand akzeptieren
und damit umgehen müssen. Weil niemand weiß, ob, wie, wann das hier wieder
normaler wird in unserem Leben.
Ich bin für Zoom-Konferenzen einfach nicht gemacht
Ich habe aber ein Problem mit Zoom (oder Teams oder wie sie alle heißen).
Ich weiß überhaupt nicht wieso, aber diese Scheibe zwischen mir und meinen
Freunden, dieses Sich-Nicht-Wirklich-Gegenübersitzen, nicht drücken können,
nicht die Gesichtszüge des anderen Eins zu Eins lesen zu können, das ist für
mich einfach NULL vergleichbar mit einem echten Treffen.
By the way: Einer unserer reichweitenstärksten Posts auf Instagram ist
übrigens kein hübsches Bildchen von einem liebevollen gedeckten
Frühstückstisch, sondern der Screenshot eines Chatverlaufs zwischen Katharina
und mir. Darin schreiben wir uns: „Ist das morgen mit Video?“ „Ja .“ „Oh.
Dann duschen 😉.“ „Ich hasse das mit Video.“ „Ich auch.“ „Ääätzend –
ich seh immer nur, wie scheiße ich ausseh und kann mich gar nicht mehr aufs
Gespräch konzentrieren.“
Online-Journalistinnen mit Video-Schwäche
Nun würde man ja meinen, wir Zwei, Katharina und ich, die hier im Digitalen
ihre berufliche Heimat gefunden haben, müssten das doch irgendwie
akzeptieren, damit klarkommen. Aber nein, das tun wir einfach nicht.
Ich hatte genau zwei private Zoom-Konferenzen an Abenden seit Beginn der
Pandemie. Das eine Mal war es der Ehemann einer Freundin, der sie zum 40. mit
einer Leinwand überraschen wollte, auf der alle ihre Liebsten für sie Happy
Birthday sangen. Das war tatsächlich ganz schön, weil es eben nicht anders
ging. Aber nach einer Stunde kann ich dann einfach nicht mehr. Ich fühle mich
beobachtet, unbeteiligt, nicht als Teil des Ganzen, versuche die ganze Zeit
kein doofes Gesicht zu machen. Mich lenkt das ab, mich strengt das an.
Nun hab ich mich aber trotzdem nochmal drauf eingelassen, wir wollten das
Buch-Erscheinen einer Freundin und Journalistenkollegin feiern, wenigstens
mal kurz anstoßen. Ich hab mich den ganzen Tag drauf gefreut. Hab mir Snacks
zurechtgestellt, ne Erinnerung ins Handy gepackt. Aber man ist ja schon
vorher angespannt, ob das technisch alles so hinhaut. Ob unser Land-WLAN
funktioniert. Ob ich das hinkrieg als Host (ja, ich Technik-Genie, es war
mein erstes Mal als Host, weil ich durch die Kids die App auf dem Handy
hab).
Video-Telefonie: Wie sitzt man denn vernünftig?
Und dann geht´s los. Man sieht erstmal immer nur sich selbst. Oder nur eine
Person, dabei wollten wir doch zu dritt zusammensitzen. Du wischst wild auf
dem Handy rum, statt mal fröhlich Hallo zu sagen. Dann ist es zu laut, dann
leise, dann muss der Kopfhörer ab, weil du was trinken willst, dann hörst du
wieder plötzlich nichts und dann weiß man ja auch gar nicht, wie man sitzen
soll! Wie man das Handy hält, damit man nicht gleich von unten aufs
Doppelkinn filmt.
Dazu die wirklich essentiellen Fragen: Beine anwinkeln, liegen, Hocke,
Schneidersitz? Und dann finde ich es auch wahnsinnig schwierig, einander
nicht dauernd ins Wort zu fallen. Am Ende sag ich dann viel weniger als im
echten Leben und bin danach vollkommen geschlaucht. Welcome to my life, ich
häng zwar viel am Rechner, aber irgendwie bin ich dann doch kein Nerd
😉
Lieber Live-Partys als Bildschirm-Distanz
Was ich eigentlich sagen wollte: Ich will meine Freunde lieber live sehen
als mit Spuckschutz oder Bildschirm dazwischen. Ich fühl mich überfordert von
dem Zwischending und werde es wohl in Zukunft wieder so machen, wie die
vierte Freundin, die eigentlich noch zu unserer Booklaunch-Zoomparty
dazukommen sollte. Sie meinte: Seid mir nicht böse, aber wenn ich auch noch
privat zoome, machts bald Zoom in meinem Kopf.
Vielleicht greifen wir bald einfach mal wieder zum Hörer und telefonieren
ganz oldschoolig miteinander. Ohne Bild und einfach mit Worten. Jedenfalls so
lange uns die Live-Alternative fehlt… 😉 Denn die vermisse ich
wirklich arg. Sobald DIE wieder drin ist, macht´s dann wohl wirklich Zoom.
Aber nicht am Bildschirm – sondern im Herzen (und in den Beinen, denn ich
brauche mal wieder TANZ!)
P.S. Meinen beiden Gesprächspartnerinnen scheint es nicht so zu gehen. Sie
haben insgesamt 5 Stunden Zoom geschafft, während ich mich nach zweien
ausgeklinkt hatte, um die Kids ins Bett zu bringen 😉
|
Zoom-Party: Warum ich für Video-Konferenzen nicht gemacht bin |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zu-viel-besuch-zu-viel-unruhe-zu-viel-stress-meine-fehler-im-wochenbett |
Vor ein paar Tagen flatterte
hier das neue Buch von Hebamme und Bloggerkollegin Anja Constance Gaca ins
Haus. Der Titel: „Das Wochenbett – alles über diesen wunderbaren
Ausnahmezustand“ (morgen gibt es bei uns ein Interview mit Anja zum
Thema Wochenbett!!!!)
Nun bin ich in der 21. Schwangerschaftswoche, habe also noch ein paar
Wochen bis das Baby kommt – aber als ich das Buch in den Händen hielt,
dachte ich an diese besondere Zeit nach meinen bisherigen Geburten – und muss
eingestehen, dass ich es beide Male nicht besonders gut hinbekommen habe (das
Foto zeigt meine Tochter schlafend in unserem Bett…hach, das ist lang
her…)
Ein Rückblick:
Wochenbett 1
Eigentlich müsste man meinen, beim ersten Kind könnten die meisten Mütter
das Wochenbett voll genießen. Schließlich gibt es noch kein Geschwisterkind,
das auch umsorgt werden will. Man könnte also einfach im Bett bleiben,
schlafen, wenn das Baby schläft, sich umsorgen lassen, das Wunder bewusst
genießen.
Nicht so ich. Ich hatte irgendwie ein komisches Bild im Kopf. Von Müttern,
die kurz nach der Geburt wieder fit waren und so aussahen, als sei nichts
gewesen. Und vor allem wollte ich kein Muttchen sein, über das meine
kinderlosen Freundinnen sagen, sie käme nicht mehr aus dem Jogging-Anzug. Ich
wollte allen beweisen, dass mein Leben genauso weiter geht, trotz Kind.
Also entschlossen wir uns, unser dreieinhalb Wochen altes Baby den
Großeltern in Bayern vorzuführen. Fünf Stunden Autofahrt hin, drei Tage dort,
fünf Stunden zurück. Anfang Januar, bei minus 20 Grad. Als ich meiner Hebamme
davon erzählte, guckte sie mich an, als hätte ich meinem Kind ein Bein
abgebissen und sagte: „Du wirst mit einem Milchstau zurück kommen. Das ist
viel zu viel für Dich.“ Ich so: „Nö. Alles easy. Mir geht’s gut.“
Die Hinfahrt lief prima, ich war ja so stolz auf uns als coole Eltern. Doch
dann ging der Besucherstress los. Jeden Tag zwei, drei Dates mit Omas, Opas,
Tanten, Uroma, alten Schulfreunden. Mein Kind wurde herumgereicht, viele
fragten noch nicht mal, es wurde mir praktisch aus den Armen gerissen. Ich
sagte nichts, denn ich wollte ja auch keine sein, die das Baby nicht
abgibt. Doch ich schrie innerlich: „Warum tascht Ihr alle meine Tochter an?“
Es war alles laut, es war trubelig, ich hatte keine Ruhe zum Stillen. Ich
fühlte mich plötzlich nur noch überfordert und wollte nach Hause.
In der Nacht vor der Abfahrt wurde meine Brust ganz heiß, ich konnte das
Baby nicht mehr anlegen, alles tat weh.Am nächsten Morgen fuhr ich mit
Dolly-Buster-Busen zur Notapotheke und lieh mir eine Milchpumpe. Ich sahs
weinend im Hinterzimmer der Apotheke, neben mir brüllte das hungrige Kind.
Wir beschlossen, nach Hause zu fliehen und fuhren los. Meine Brust wurde
wieder hart und heiss. Irgendwo, auf einer Autobahnraststätte in Thüringen,
legte ich meine Tochter an. Die Standheizung lief, ich flehte sie an, mich
leer zu trinken, wir würden auch nie wieder so einen Scheiss-Ausflug machen.
Und dann trank sie. Beide Brüste leer. Ich heulte auf der Rückbank, mein Mann
ging zu McDonalds und holte Pommes. Zurück in Berlin war ich zwei Wochen
damit beschäftigt, mein Stillproblem wieder in den Griff zu bekommen…Meine
Hebamme verkniff sich jede Bemerkung, nur einmal zog sie die Augenbrauen
hoch. „Ich weeeeeeiß!“, rief ich. Und schwor, beim nächsten Kind alles anders
zu machen.
Wochenbett 2
Von Sekunde eins hatte ich ein schlechtes Gewissen meiner Großen gegenüber.
Sie sollte auf keinen Fall zu kurz kommen, sie sollte sich weiterhin mehr als
geliebt fühlen. Das machte mir aber unheimlichen Stress. Ohne Großeltern in
der Nähe und weil mein Mann wenige Wochen vorher einen neuen Job begonnen
hatte und deshalb nicht lange frei nehmen konnte, war ich 8 Tage nach der
Geburt auf mich allein gestellt. Und wollte – mal wieder –
funktionieren.
Ich hatte eine Geburtsverletzung und starke Schmerzen mein Laufen. Dennoch
war es mir unheimlich wichtig, dass ich meine Große zur Kita bringe. Ich
wollte ihr damit zeigen, wie wichtig sie mir ist. Also ließ ich den Kleinen
bei Nachbarn und stapfte im Januar mit der Großen zur Kita. Auf dem Rückweg
machte ich noch schnell den Einkauf und ich dachte dabei jedes Mal, dass ich
gleich zusammen klappe. Außerdem wollte ich, dass meine Große nicht auf ihre
Nachmittagsgestaltung verzichten muss und saß mit dem Baby im kalten Flur der
Musikschule oder brachte die Große zu Spielverabredungen bei Freunden. Obwohl
mir Hilfe angeboten wurde, habe ich diese oft abgelehnt. Weil ich wieder
andere Frauen im Kopf hatte, die doch scheinbar alles immer spielend
schaffen. Und wieder war es meine Hebamme, die mich rettete. Sie redete mir
ins Gewissen, sprach mit meiner Frauenärztin und setzte sich auch bei meiner
Krankenkasse für mich ein, so dass ich für drei Wochen eine Haushalts-Hilfe
gestellt bekam. Die kam jeden Tag drei Stunden, saugte, bügelte und ging für
mich einkaufen. Ich konnte unterdessen einfach im Bett liegen und schwor mir,
beim nächsten Kind alles anders zu machen.
Ausblick Wochenbett 3
Wenn alles gut geht, kommt das Baby Ende November/Anfang Dezember. Ich habe
bereits einigen Freundinnen gesagt, dass ich mir von ihnen zur Geburt
wünsche, dass sie für mich kochen. Dass sie mir mal die Wäsche machen. Oder
mal mit den beiden Großen auf den Spielplatz gehen. Ich will es diesmal
besser machen. Ich habe bereits alle Fehler gemacht, das war vielleicht nicht
besonders klug, aber richtig dumm wäre es, sie ein zweites Mal zu machen.
Mein Mann wird wahrscheinlich erst über Weihnachten frei bekommen, ich hoffe,
meine Mutter kann ein paar Tage davor einspringen. Das Wichtigste aber
ist, dass ich begriffen habe, dass ich nicht funktionieren muss. Dass ich mir
Zeit lassen kann, dass ich die Ruhe genießen darf. Dass meine anderen beiden
Kinder keinen Schaden nehmen, wenn sie mal eine halbe Stunde vor dem
Fernseher ruhig gestellt werden, weil ich das Baby in Ruhe stillen will. Ich
hoffe, ich erinnere mich an meine guten Vorsätze, wenn es soweit ist. Und für
alle Fälle werde ich werde Lisa bitten, mich daran zu erinnern…
DAS SCHÖNSTE GESCHENK ZUR GEBURT: WOW MOM (Affiliate Link)
Harmann/Nachtsheim: WOW MOM – der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind.
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Zu viel Besuch, zu viel Unruhe, zu viel Stress - Meine Fehler im
Wochenbett | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zum-muttertag-so-erlebe-ich-die-mutterschaft |
Mama sein ist für mich…
eine sich schleichend entwickelnde Koffein-Intoleranz auf Grund von
übermäßigem Kaffeekonsum kuscheln, kuscheln, kuschelndie größte Herausforderung
meines Lebensmich über einen vorzeitigen Feierabend zu freuen, wenn der
4-Jährige versuchen will, alleine einzuschlafenmich noch mehr zu freuen,
wenn’s dann doch heißt: „Mama, ich brauch dich“den ganzen Tag Gefühle zu
regulieren, entweder die eigenen oder die der Kinderein warmer, weicher
Körper neben mir im BettMillionen von Büchern vorlesen, spannende Geschichten
ausdenken und unzählige Rollenspiele spielenabfeiern, wenn ich meinen Kaffee
mal warm trinken kannmit der Frauenärztin darüber zu scherzen, dass die
Kinder das aktuelle Verhütungsmittel sind, es aber nicht als Scherz zu
meinenweg zu wollen, nur um nach kürzester Zeit wieder Sehnsucht zu
habenwunde Brustwarzendas erste Mal wirklich Respekt davor zu haben, was die
eigene Mutter geleistet hatohne Schminke und mit ungewaschenen Haaren das
Haus zu verlassen, und das regelmäßigdann einen guten Tag zu haben, wenn das
Kind einen guten Tag hatRuhe haben zu wollen, egal bei was – beim Schlafen,
beim Essen, auf der Toilette, beim Einkaufen, einfach mal einen kurzen Moment
der RUHEzu wissen: Wenn ich nichts mehr vom Kind höre, ist das ein ganz, ganz
schlechtes Zeichenständige Wechsel zwischen überschäumendem Glück und
rasender Wut, manchmal innerhalb von Sekunden (sowohl beim Kind als auch bei
mir)mich wie Chuck Norris zu fühlen, wenn ich es geschafft habe, dem Kind
Fingernägel UND Fußnägel zu schneiden – BÄM!wickeln, wickeln, wickelndas
erste Mal die Nummer vom Giftnotruf zu wählender Wunsch nach einem völlig
anderen Lebendie Dankbarkeit für genau dieses Lebendass mir das Herz warm
wird, wenn das Kind „tropsdem“ sagt oder „Torbart“ oder „Du bist das Beste
der Welt“ mir über Themen wie Lebensrisikoversicherung und Stellplätze
vor der Haustür Gedanken zu machenein Leben im Schatten, obwohl man früher
jedem Sonnenstrahl nachgejagt ist die wichtigste Aufgabe meines
Lebensdie größte Konfrontation mit mir selbsteine Liebe zu spüren, die größer
ist als alles andere, was ich bisher erlebt habeermüdend und
frustrierendzutiefst dankbar dafür zu sein, dass alle gesund sindsehr, sehr
viel Zeit damit zu verbringen, den Kindern in den Schlaf zu
helfenzwischendurch zu denken „Wir müssen auch irgendwann mal wieder was aufs
Beziehungskonto einzahlen, nicht nur abbuchen“, und sich dann im Stress doch
wieder gegenseitig anzufahrendie größte Verantwortung meines Lebensweniger
spaßig, als ich gedacht hättemit allen in der Küche zu den Backstreet Boys
abzuspackenmich von der ein oder anderen Freundschaft zu verabschieden,
während sich gleichzeitig neue bildenKacke aus den Fugen des Dielenbodens zu
kratzen, weil die volle Windel runtergefallen istPilzsalbe, Zahnungsgel und
Fieberzäpfchenmir ständig vorzunehmen, abends früher ins Bett zu gehen, und
dann doch vorm Fernseher oder am Handy hängenzubleibendie Vorfreude auf und
die Angst vor dem Moment, wo alle ausgezogen sind und es hier plötzlich still
wirdein wehmütiger Seufzer beim Blick in den Spiegelmanchmal ziemlich einsam
– weil entweder die kinderlosen Freunde einen völlig anderen Rhythmus haben
(„Ich kann ab 21 Uhr“) oder auch die befreundeten Familien („Ihr seid jetzt
draußen? Wir sind schon wieder zu Hause“), oder weil ständig alle der Reihe
nach krank sinddie unmögliche Aufgabe, einem 4-jährigen das Brot auf die
richtige Weise zu schmierenbeängstigend, weil man so viel verbocken kann und
die Welt voller Gefahren ist„die Räder vom Bus“ in Dauerschleife statt „Deine
Eltern sind auf einem Tennisturnier…“ein Jonglieren zwischen den eigenen
Bedürfnissen und den Bedürfnissen der anderenFreude daran, was mein Kind
täglich Neues lernt und wie es die Welt für sich entdecktzu begreifen, was
der Beckenboden ist und dass es eigentlich ganz schön war, ihn zu habender
Versuch, jeden Tag mein Bestes zu geben
Über die Autorin: Ann-Katrin ist 36 Jahre alt und Mutter von drei Kindern,
einem 4-Jährigern und einjährigen Zwillingen.Sie bloggt
unter inspiriermich.de und hat das E-Book „Herz im Bauch – wie du mich
zur Mutter gemacht hast“ geschrieben. Und sie hat uns sehrrrrrrrrr
sympathisch auch noch ein Foto ihrer Küche mitgeschickt:
|
Zum Muttertag: So erlebe ich die Mutterschaft | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zum-weltfrauen-tag-was-ich-meinen-toechtern-mit-auf-den-weg-geben-will |
Meine beiden wundervollen
Töchter, ich schreibe Euch heute voller Stolz, Liebe und Dankbarkeit. Ihr
beide seid schon jetzt wunderbare Persönlichkeiten – mutige Mädchen, die ganz
sicher zu starken und liebevollen Frauen heranwachsen werden.
Für Euer Frauenleben wünsche ich Euch, dass Ihr stets für die Dinge
eintretet, die Euch wichtig sind. Lasst Euch nicht einreden, dass
Beharrlichkeit zickig ist. Lasst Euch nicht ausbremsen durch die ewigen Nörgler,
die meinen, es sei zu gefährlich oder unnötig oder anstrengend. Für seine
Überzeugungen einzutreten, lohnt sich immer.
Ich wünsche Euch, dass Ihr einen Beruf findet, der Euch glücklich macht.
Ihr müsst keinen Nobelpreis gewinnen oder sechsstellig verdienen – darauf
kommt es nicht an. Euer Beruf sollte Euch erfüllen, Eurem Leben einen Sinn
geben. Natürlich wird es Tage geben, an denen Ihr lieber am Strand sitzen
würdet. Aber wer eine grundsätzliche Leidenschaft für seinen Job hat, wird
immer wieder Kraft aus ihm ziehen.
Ich wünsche Euch, dass Ihr einen Partner fürs Leben findet. Ein Mensch, der
mit Euch durch dick und dünn geht, der Euch zur Seite steht, Euch ermutigt,
Euch unterstützt. Ein guter Partner wird Euch niemals klein machen, Euch
niemals das Gefühl geben, nicht gut genug zu sein. Ich wünsche Euch, dass Ihr
Euren Weg findet. Dass Ihr herausfindet, ob und wen Ihr heiraten wollt. Ob
Ihr eine Familie gründen wollt, wo Ihr leben möchtet.
Ich wünsche Euch, dass Ihr Eure Schönheit sehen könnt. Sich und seinen
Körper zu lieben, hat nichts mit Selbstverliebtheit oder Arroganz zu tun. Es
ist die Basis für eine gesunde Selbst-Fürsorge. Ihr habt nur diesen einen
Körper – seid gut zu ihm. Aber Schönheit ist noch so viel mehr als ein
strahlendes Lächeln oder volles Haar – Ihr seid einzigartig, seit dem Tag
Euer Geburt, mit all Euren Begabungen, Schwächen, Vorlieben, Eigenheiten. Ihr
seid genau so gut wie Ihr seid.
Ich wünsche Euch, dass Euer Herz immer offen bleibt für all die, denen es
nicht so gut geht wie uns. Bleibt empathisch und liebevoll, großzügig und
nachsichtig. Ich glaube fest daran, dass ein Lächeln viel mehr bewirken kann
als harte Worte.
Ich wünsche Euch, dass Ihr weiterhin träumen könnt. Dass Ihr nicht zu
harten Realisten oder gar Zynikern werdet. Davon gibt es genug auf der Welt.
Es braucht Träumer, die an sich und andere glauben. Ihr könnt alles
erreichen.
Ich wünsche Euch, dass Ihr andere Frauen findet, die Euch inspirieren und
weiterbringen. Dass Ihr einander unterstützt und als Schwestern immer
verbunden bleibt.
Ich wünsche mir, dass ich auf diesem Weg an Eurer Seite sein darf, Eure
Hand halten kann, wenn Ihr mich braucht. Ich wünsche mir, dass ich Euch
loslassen kann, wenn es nötig ist und dass Ihr zurückkommt, wenn die Zeit
dafür reif ist. Ich möchte Euch nicht meine Vorstellungen aufdrücken – Ihr
könnt nur glücklich werden, wenn Ihr Euren eigenen Weg findet. Und genau das
wünsche ich Euch am meisten: Dass Ihr glücklich werdet.
Damit meine ich nicht dieses kurzzeitige Glücksgefühl, wenn man eine Bluse
im Sale shoppt oder man einen herrlichen Urlaub genießt. Ich wünsche Euch
tiefes Glück, weil Ihr Vertrauen in Euch habt, wisst, wer Ihr seid und was
Ihr könnt.
Ich habe dieses Vertrauen in Euch. Jetzt schon. Und für immer.
|
Zum Weltfrauen-Tag: Was ich meinen Töchtern mit auf den Weg geben will |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zum-weltfruehgeborenentag-kein-besuch-auf-der-intensivstation-dann-kommen-wir-eben-per-video-zu-dir |
Ihr Lieben, unsere Leserin Susanne Bürger setzt sich sehr für Eltern ein,
deren Kinder als Frühchen weit vor dem Termin auf die Welt kamen und die sich
plötzlich und unerwartet auf einer Kinder-Intensivstation wiederfinden. Sie
hat nicht nur selbst eine Frühgeburt erlebt und viel Klinikerfahrungen
gesammelt, sondern auch ein Buch geschrieben und eine Videoreihe zum Thema
entwickelt. Vor allem möchte sie Mut machen. Hier kommt ihr Gastbeitrag:
Es gibt Worte, die gab es in deinem, in meinem, in unserem Leben bisher
vielleicht nicht.
Dieses Jahr ist vieles anders und nochmal besonders anders, wenn du Mama
wirst und dein Baby einfach länger in einer Klinik bleiben muss als
vorgesehen. Die Gründe dafür sind so verschieden wie wir Menschen selbst.
Jeder Start ins Leben ist einzigartig. Es gibt Babys, die lassen sich Zeit,
werden im Ärztedeutsch „übertragen“ und dann gibt’s genauso die frühen
Kämpfer oder Babys mit einer Diagnose in der Schwangerschaft.
Weltfrühchentag: Eltern gehen durch alle Emotionen
Am heutigen Weltfrühchentag, dem 17. November, wird gerade diesen besonderen
kleinen Kämpfern durch eine wunderbare Aktion gedacht. Überall werden Gebäude
in schönstem „Purple“ angestrahlt. Was jedoch die Farbe nicht ausdrücken
kann, sind die Emotionen, die für die Eltern damit einhergehen.
Was ein solch früher Start für Eltern, Kind und Umfeld wirklich bedeutet,
kann man nur erahnen, wenn man/frau noch nie eine Kinder-Intensivstation von
innen gesehen hat.
Frühchen: Wenn das Leben auf der Intensivstation beginnt
Meistens ist damit ein längerer Aufenthalt in einer Kinderklinik verbunden.
Ob mit oder ohne Operation – die Babys starten intensiv. Das heißt immer
einen anfänglichen Kampf zwischen den Welten, Fortschritte, am nächsten Tag
ein Rückschritt und wieder von vorne….
Das komplette Spektrum der Gefühle habe ich selbst 2014 durchlebt, da mein
zweiter Sohn aufgrund einer super seltenen Grunderkrankung ebenfalls zu früh
geboren wurde.
Frühgeburt und Kinderklinik: Alles so anders als gedacht
Angst, Sorge, Trauer um den fehlenden Babymoon, alles war da. Das ist der
Grund, warum es seit 2018 das Elternbegleitbuch „Wenn das Leben intensiv
beginnt“ bei deinem Buchhändler des Vertrauens gibt. Mit wertvollen
Informationen, Erfahrungen von Betroffenen und Fachleuten, sowie hilfreichen
Tipps möchte ich Eltern in dieser Situation einen Weg ermöglichen, der nicht
nur von Hilflosigkeit und Angst geprägt ist, sondern vom Vertrauen in die
eigene Kraft und Handlungsfähigkeit.
Das Buch liegt mittlerweile in sehr vielen Elternbibliotheken in
deutschsprachigen Kinderkliniken auf der Kinderintensivstation oder
Frühchenstation. Genau dort muss es stehen. Aufgrund der jetzt wieder stärker
verhängten Kontaktverbote und eingeschränkten Besuchszeiten entstand mit ganz
vielen Eltern und Fachleuten die ergänzende Videoreihe. Wir kommen zu dir in
die Klinik – direkt aufs Handy mit der knapp 7-stündigen Videoreihe, die in
44 kurze mutmachende Interviews aufgeteilt ist mit Botschaften aus dem
Herzen.
Wir kommen zu dir. Grade in diesen Zeiten braucht es neue Wege und
Lösungen.
Eltern, die die Gefühle und die Situation selbst schon hinter sich haben
oder teilweise auch immer wieder vor sich sehen, teilen praxiserprobten und
alltagstauglichen Best Practise. Was hat ihnen selbst in dieser Zeit
geholfen, wovon würden sie mehr machen und was würden sie vielleicht auch
lassen, damit diese intensive Zeit für aller leichter fällt?
Thematisch wird vom Stillen in der Kinderklinik, der Vorbereitung auf
Operationen bis hin zur Betreuung von Geschwisterkindern und zur
Schlafsituation der Eltern alles abgedeckt.
Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, dem es helfen würde.
Hier geht es zu unserem Instagramkanal „Wenn das Leben intensiv beginnt“ oder
zu unserem Buch: Susanne Bürger: Wenn das Leben intensiv beginnt (Affiliate
Link).
|
Weltfrühgeborenentag: Mut und Unterstützung für Eltern von Frühchen |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zusammenhalt-und-solidaritaet-unser-rant-zum-aus-der-deutschen-bei-der-wm |
Ihr Lieben, gestern ist
Deutschland bei der WM in Russland ausgeschieden. Mal ganz ehrlich, wir haben
damit alle nicht wirklich gerechnet. Was für eine Überraschung. Und einfach:
so schade.
Für mich ist die Weltmeisterschaft tatsächlich ein ziemlich emotional
besetztes Thema. Nicht nur, weil ich einfach Fußballfan bin. Nein, auch weil
ich unglaublich schöne Momente mit den letzten Weltmeisterschaften
verbinde.
Beim Sommermärchen 2006 war ich hochschwanger mit meinem ersten Kind. Ich
sah jedes Spiel der Deutschen an einer anderen Location in Berlin, das hatte
ich mir zum Sport gemacht. Die WM im eigenen Land, ich durfte sogar einmal
ins Stadion. Ich war sehr verliebt, frisch verheiratet, in freudigster
Erwartung auf das Töchterchen – die Sonne strahlte. Es war einfach ein
wundervoller Sommer. Und eine Woche nach dem Finale, an einem Sonntag, kam
dann unser kleines WM-Mädchen zur Welt.
Ihr merkt schon, ich hole weit aus. Ich lass das jetzt mal. Nur eins noch:
Bei der letzten Weltmeisterschaft waren unsere Jungs 5. Für sie war diese
Weltmeisterschaft einschneidend, denn seitdem konnte sie fußballerisch nichts
mehr halten. Sie spielen seitdem im Verein, sie lieben und leben Fußball und
können uns zu jedem einzelnen Spieler jeder einzelnen Mannschaft jedes
einzelne Detail raussprudeln, weil sie ihre Panini-Karten nicht nur
einkleben, sondern wirklich auch studieren.
Nun ist dies die erste von ihnen bewusst erlebte WM, bei der sie nicht
Weltmeister werden (auch lustig, oder?). Sie saßen noch lange ungläubig vor
dem aufgebauten Beamer und konnten nicht fassen, was da grad passiert war.
Ihre kleine Fußballwelt blieb plötzlich stehen.
Und ja, es gibt Wichtigeres im Leben als Fußball, falls jetzt wieder jemand
mit diesem Spruch kommt. Aber hier, an diesem Beispiel, üben sie grad fürs
Leben: Frustrationstoleranz. In ihrer noch übersichtlichen Welt war das
gestern ein Einschnitt. Wie Liebeskummer. Mit in-den-Schlaf weinen.
Enttäuschung. Das gehört eben im Leben dazu. Die Lektion haben sie
gelernt.
Und ja, ich habe gerade mit Katharina geschrieben und wir sind auch beide
traurig. Traurig, weil jetzt schon wieder die ersten rassistischen Kommentare
durchs Netz geistern. Zu wenig Nationalstolz. Zu wenig Hymne mitgesungen. Zu
erdogan-beeinflusst. Pfui Teufel. Ein glückliches Kullerballtor der Deutschen
– und alles wäre anders gewesen. Es sollte eben gestern nicht sein. Und ja,
das war ein wirklich schlechter Kick, die Pässe kamen nicht an, da war kein
Feuer. Nur: das entschuldigt weder rassistische Auswüchse noch das mediale
Nachtreten m heutigen Tage.
Die Satirewebsite Postillon zeigte gestern schon nach Abpfiff die deutsche
Mannschaft, alle mit Balken vor den Augen und der Nachricht: Diese 22
deutschen Männer beantragen nun Asyl in Russland, um sich vor medialer
Verfolgung im eigenen Land zu schützen.
Diese ganze Schadenfreude. Dieses Ganze: Wir haben das doch gewusst. Dieses
Meckern auf höchstem Niveau. Dieses „Tut-doch-mal-was-für eure-Millionen“.
Boah, wie mich das nervt.
Trauerprozess. #diemannschaft #niemalsgehtmansoganz
Ein Beitrag geteilt von Lisa Harmann
(@lisaharmann) am
Jun 27, 2018 um 9:13 PDT
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/**/
Ich bin einfach nur traurig. Traurig für die Jungs, die da angetreten
sind, um Fußball zu spielen und weiterzukommen. Traurig für meine Jungs, die
nun mit ihrem Fußballfrust klarkommen müssen. Und traurig um die vielen
schönen Nachmittage, die wir zusammen mit Freunden unsere Mannschaft
angefeuert hätten. Denn wenn die WM für mich eins ist, dann ist es ein
Spektakel der Gemeinschaft und Gemeinsamkeit.
Ich mag das Gefühl, dass die Autobahnen leer sind, weil wir alle zusammen,
das ganze Land der einen guten Sache entgegenfiebert. Ich mag, dass ich weiß,
dass jetzt in der jeder Ecke des Landes Schlauberger das Spielgeschehen
kommentieren. Dass bei Toren gemeinsam gejubelt wird. Überhaupt ist es doch
so schön, den Tagesablauf mal durch diese schöne Nebensache strukturiert zu
bekommen. Ich mag die WM. Weil ich Gemeinschaft mag. Es wäre so schön, wenn
es da auch in der Niederlage Zusammenhalt gäbe. Lasst uns das doch einfach
versuchen.
|
Zusammenhalt und Solidarität! Unser Rant zum Aus der Deutschen bei der WM
| STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwei-herzen-in-einer-brust-ueber-das-vorstadt-leben-gastbeitrag-von-sophia |
Ich habe einen Kater. Ein
wunderschöner, feuchtfröhlicher Abend mit ganz unterschiedlichen Frauen liegt
hinter mir. Im einzigen Mexikaner weit und breit trafen wir uns zum
jährlichen „Mama-Abend“ der örtlichen Kinderkrippe. Wir sprachen über Kinder,
Arbeit und Männer, lachten und tranken. Irgendwann kam die Frage auf:
„Und, wie bist du eigentlich hier gelandet?“
Der Ort, in dem wir leben, gehört zu den hässlichsten Gemeinden, die ich
kenne. Er liegt 20 Kilometer von München entfernt, besteht aus zwei
Hauptstraßen und langweiligen Wohngebieten mit Reihenhäusern und Vorgärten.
Es gibt hier nichts Besonderes zu sehen. Die Busanbindung zur S-Bahn-Station
ist lückenhaft, sonntags fährt er gar nicht. So läuft man die lange
Bahnhofstraße entlang, vorbei am einzigen Metzger, dem einzigen Feinkostladen
und dem einzigen Biergarten. Bis man endlich eine der drei S-Bahnen pro
Stunden erreicht, um in die rettende Großstadt zu entfliehen.
Wie also, bin ich bloß hier gelandet?
Fünf Jahre lang lebte ich mit meinem Partner glücklich in einer
Dreizimmerwohnung am Englischen Garten direkt an der Tramstation. Wir liebten
unsere Jobs, nach der Arbeit trafen wir uns mit Freunden, um in der Isar zu
schwimmen, ins Café zu gehen oder den neuesten Kinofilm anzuschauen.
Dann heirateten wir und ich wurde schwanger. Plötzlich änderte sich mein
Blick auf unser Zuhause. Wo würde unser Kind draußen spielen – auf einem der
überfüllten Spielplätze? Wo könnten wir Gemüse anpflanzen, ein Haustier
halten, einen Sandkasten aufbauen – auf dem Dreiquadratmeter-Balkon? Wo
sollten die Großeltern schlafen, wenn sie uns besuchen kamen – im Durchgangszimmer
auf der Couch? Sie wohnten alle mehrere Stunden entfernt. Ich konnte mir
nicht vorstellen, hier ein Kind großzuziehen, ich wollte eine große Wohnung
mit Garten. Ich wollte, dass unser Kind so aufwächst, wie ich selbst es
erleben durfte. Mit Natur, Freiheiten und Platz.
Wir fingen an zu suchen. Und waren dabei nicht die einzigen. Hatten wir
einen Besichtigungstermin ergattert, konkurrierten wir mit 20 anderen Paaren.
Es waren enge Wohnungen mit winzigen Gärten, viele hundert Meter vom nächsten
Grün entfernt. Den Zuschlag bekamen wir nie. Also inserierten wir in der
Regionalzeitung. Auch dort: 20 Inserate, die genauso klangen wie unseres:
„Junges Paar, bald zu dritt, sucht große Wohnung mit Garten“.
Doch dann, zwei Tage später, erhielten wir genau einen Anruf. Den Ort
hatten wir noch nie gehört, wir mussten googlen. Eine mittelgroße Gemeinde an
eine der S-Bahnlinien. Mein Mann sagte sofort: in den S-Bahn-Bereich ziehe
ich nicht! Viel zu weit draußen. Doch ich wollte es mir wenigstens Mal
anschauen. Es war ein Reihenhaus. Mit spießigem Vorgarten. Ein Steinlöwe mit
bayerischem Wappen wachte auf dem Zaunpfosten.
Die Nachbarin reinigte ihre
Steinplatten mit dem Hochdruckgerät. Fürchterlich! Innen angekommen staunten
wir: so viele Zimmer! Und ein schnuckeliger Garten nur für uns. Um die Ecke
begann das Feld, der Blick reichte weit: viele Felder, der Olympiaturm,
dahinter die Alpen. Zwei Wochen hatten wir Zeit, es uns zu überlegen, dann
würde das Haus anderweitig vergeben. Ich machte eine Pro-Kontra-Liste:
Gästezimmer, Gemüsebeet und Pendeln versus Kulturangebot, Radfahren und hoher
Miete. Die Argumente wogen sich genau auf.
Was also, sollten wir tun?
Aus dem Bauch heraus entschieden wir uns für ja. Beim Umzug war ich im
siebten Monat schwanger und heulte wie ein Schlosshund, als ich unsere
geliebte Stadtwohnung für die Übergabe putzte. „Merk dir genau, was du in der
ersten Nacht träumst!“ sagten meine Freundinnen. Ich konnte mich nicht daran
erinnern. Ängstlich achtete ich auf jedes negative Detail der neuen Umgebung.
War nicht doch der störende Lärm der nahen Autobahn zu hören? War das
Erdgeschoss nicht etwas zu dunkel? Die Nachbarn zu spießig? Die Natur gar
keine Natur, sondern Monokultur?
Bis zur Geburt funktionierte ich, pendelte tapfer und umständlich zur
Arbeit und versuchte, die positiven Seiten zu finden. Der nahegelegene
Vogelbeobachtungsturm, der nette Besitzer des Asia-Ladens, die tollen
Angebote für Kinder. Als es wärmer wurde, verbrachte ich viel Zeit im Garten.
Der Blick endete an der Stellwand zum Nachbargarten. Was für ein trostloses
Leben!
Nach der Geburt unseres Kindes hatte ich viel Zeit. Ich schob den
Kinderwagen durch den Ort, vorbei an den immer gleichen Häusern und Gärten
und langweilte mich. Der Versuch, Kontakt zu anderen Müttern aufzubauen,
fruchtete nicht. Im Rückbildungskurs konnte ich mir mit keiner der Frauen
vorstellen, befreundet zu sein. Sie redeten andauernd nur von ihren Kindern,
Männern, Haustieren und Gärten.
Immer öfter nahm ich den Bus zur S-Bahn und fuhr in die Stadt, um meine
alten Freundinnen zu treffen. Dort konnte ich es nicht fassen, dass ich
dieses fantastische, bunte Stadtleben eingetauscht hatte gegen ein fades
Dasein in der Vorstadt. War ich von allen guten Geistern verlassen
gewesen?
Kinder sind dort glücklich, wo ihre Eltern glücklich sind. Sie brauchen
weder Garten noch ein Gästezimmer für die Großeltern. Sie brauchen eine
zufriedene Mama. Und das hatte unser Kind nicht. Ich war todunglücklich.
Fragte Google: „Was tun, wenn man die falsche Entscheidung getroffen hat?“
und spielte mit dem Gedanken, meinen Mann zu überreden, wieder
zurückzuziehen.
Warum bin ich also immer noch hier und betrinke mich mit anderen Mamis beim
Mexikaner?
Weil ich erstmal einfach nur durchgehalten habe. Ich wollte dem Ort eine
Chance geben. Also ging ich in die Offensive: ich sprach jede Mutter an, die
einen Kinderwagen schob. Sechs gaben mir ihre Nummer, mit dreien kam ich gut
aus. Ich meldete mich bei Kursen an: Babymassage, Pekip, Babyschwimmen. Aus
jedem Kurs entstand ein Kontakt. Die Kontakte sammelte ich in einer
WhatsApp-Gruppe, vernetzte die Frauen untereinander. Wir trafen uns spontan
im einzigen Café, einem der Spielplätze oder am Baggersee. Gemeinsam
schrieben wir eine Liste mit Verbesserungsvorschlägen für den Ort, eine
überbrachte sie dem Bürgermeister persönlich. Ich forderte mehr Blumenwiesen
als Gegenpol zu den Maisfeldern. Zwei Monate später wurden sie gesät. Ich
sah: manchmal ist es auch gut, in einem kleineren Ort zu wohnen, hier kann
man viel mitgestalten.
Fünf Monate nach der Geburt fing ich wieder an zu arbeiten, von zu Hause
aus, 10 Stunden die Woche. Weitere acht Monate später dann 30 Stunden, zum
Teil im Münchner Büro, zum Teil Zuhause. Ich ging wieder in mein altes
Orchester, auch wenn ich dafür jeden Dienstag 50 Kilometer mit dem Auto
fahren musste. Es war wie eine Befreiung. Stück für Stück eroberte ich mir
mein Leben zurück. Mir war nicht mehr langweilig!
Je älter unser Kind wurde, desto mehr sah ich die positiven Seiten des
Ortes. Hier bekam jedes Kind einen Platz in der einzigen Krippe, sie reichten
einfach aus. Die Spielplätze waren nie überfüllt. In der Bücherei ging es
gemütlich zu. Auf unserer Spielstraße ließ es sich wunderbar Puky fahren. Die
Kinder in der Reihenhaussiedlung besuchten sich gegenseitig in den Gärten
oder spielten im Hof. Wir Eltern übernahmen abwechselnd die Aufsicht oder
trafen uns gemeinsam auf der Bank mit einem kühlen Radler.
Wir luden uns spontan zum Grillen ein, borgten uns Werkzeug aus und halfen
beim Baumschnitt. Es war immer was los, so konnte es bleiben.
Nach wöchentlichen Kinoabenden, einer Auswahl an Cafés und dem überfüllten
Englischen Garten sehnte ich mich immer weniger. Einladungen in die Stadt
nahm ich jedoch stets an. Was für ein Genuss, auf einer WG-Party zu tanzen,
mit Freunden ein Konzert zu genießen oder ein Museum zu besichtigen! Das
alles war nur 25 Autominuten entfernt. Es schlugen nun zwei Herzen in meiner
Brust. Ich nahm die Vorteile der Großstadt viel intensiver wahr, freute mich
jedoch danach auf Zuhause. Hier konnte sich mein Blick am Horizont ausruhen
und meine Seele bei der Gartenarbeit Kraft tanken. Hier warteten neue
Menschen, die ich liebgewonnen hatte, auf mich. Hier war mein Herz. In der
hässlichsten Gemeinde, die ich kenne, aber auch der herzlichsten.
Home is where your heart is – ob in der Stadt, der Vorstadt oder auf dem
Land – für mich ist das vollkommen egal. Ich bin fest davon überzeugt, dass
man überall glücklich sein kann, wo man seinen Interessen nachgehen kann und
die richtigen Menschen um einen herum sind. So wie die lustigen Frauen vom gestrigen
Mama-Abend. Ich freue mich schon auf die nächste Cocktailrunde beim einzigen
Mexikaner!
|
Zwei Herzen in einer Brust. Über das Vorstadt-Leben - Gastbeitrag von
Sophia | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwei-papas-ja-okay-ach-waeren-doch-alle-so-unverkrampft-wie-unsere-kinder |
Liebe Caro,
ich habe gerade den Artikel zur Stärkung des Adoptionsrechts für
Homosexuelle gelesen, während meine Kinder drumherum saßen. Ihnen fiel sofort
das Foto auf.
„Sind das zwei Väter, Mama?“
„Ja, dieses Kind hat zwei Väter.“
„Wie heißt denn das Kind? Ach nee, der eine hat doch Absätze unter den
Schuhen, das ist ne Frau. Achso, nee, das ist doch ein Mann, der
Mantel.“
„Wie das Kind heißt, weiß ich nicht. Aber es hat zwei Väter an der Hand.
Und weil zwei Männer, wenn sie verliebt sind, keine Kinder bekommen können,
können sie ein Kind adoptieren.“
„Was ist das, adoptieren?“
„Na, wenn ein Kind zum Beispiel keine Eltern mehr hat, dann darf es in einer
anderen, in einer Adoptivfamilie, aufwachsen. Hättet Ihr auch gern zwei
Papas?“
„Hm, nee, dann würden die ja beide immer arbeiten gehen und wer passt dann
auf uns auf?“
„Naja, einer würde dann schon immer auf euch aufpassen wie ich das hier bei
Euch mache und der andere würde dann halt arbeiten gehen.“
„Ja dann ist das okay. Wo gehen die denn eigentlich gerade hin auf dem
Bild?“
Der Name des Kindes, zwei Papas an seiner Hand, das Ziel seines Weges.
Alles gleich spannend in der Welt von Kindern. Ganz ohne ideologische
Überfrachtung. Toll!
Und hier noch ein ganz toller Artikel aus dem SZ-Magazin, in dem
Jugendliche erzählen, wie es sich anfühlt, wenn die Eltern schwul oder
lesbisch sind.
|
"Zwei Papas? Ja, okay!" Ach, wären doch alle so unverkrampft
wie unsere Kinder... | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwillinge-erst-sorgten-sie-sich-um-emily-dann-mussten-sie-elian-gehen-lassen |
Liebe Renate, erzähl doch erstmal ein bisschen was über Eure Familie.
Wir kommen aus Köln, ich bin 29, verheiratet und habe vier Kinder im Alter
von 8 Monaten bis 4 Jahren, 1 Sternenkind und zwei Hunde. Von Beruf bin ich
Intensivschwester
Deine beiden jüngsten Kinder sind Zwillinge, die allerdings viel zu früh
auf die Welt gekommen sind. Wie waren Schwangerschaft und Geburt?
Emily und Elian kamen in der 29+5 nach einem Blasensprung zur Welt. Die
Schwangerschaft war durchwachsen. In der 20. Woche gingen wir zur
Pränantaldiagnostik. Da hieß es, Emily habe zu wenig Fruchtwasser, ihr
Oberschenkelknochen wäre zu kurz, sie sei zu leicht, schlecht entwickelt und
all sowas. Es stand eine Trisomie im Raum. Elian hingegen machte keine
Sorgen, da schien alles in Ordnung.
Die Ärzte waren über Emily so beunruhigt, dass ich wöchentlich zur
Kontrolle musste. Heute sehe ich das kritisch und würde mich nicht mehr so
verückt machen lassen. Am 26.3. hatte ich ein komisches Gefühl und fragte die
Ärzte nach einer Lungenreife-Spritze. Diese wurde abgelehnt, weil nichts auf
eine nahe Geburt deuten würde.
Mein komisches Gefühl blieb. Am Tag drauf sagte ich zu meinem Mann, er
solle erreichbar bleiben, um 16 Uhr platzte die Fruchtblase. Ich rief die
Hebamme an, die das bestätigte. Also kam der Rettungswagen, während der Fahrt
bekam ich Wehen.
Die Geburt stand also an..
Ja, mein Mann fuhr auch sofort in die Klinik. Dort wollte man mich für
einen Kaiserschnitt vorbereiten. Aber ich wollte eine vaginale Geburt und
nachdem mich die Oberärztin untersucht hatte, stimmte sie meinem Wunsch zu.
Ich hatte erst Angst "loszulassen", aber meine Hebamme unterstützte
mich und Emily wurde schnell geboren. Ich hörte, wie sie schrie und war
erleichtert.
Kurz darauf wurde auch Elian geboren. Auch er schrie und ich war erstmal
nur glücklich.
Doch dann änderte sich die Situation.
Die Kinder wurden an einem Mittwoch geboren, am Freitagabend musste Elian
plötzlich intubiert werden. Er ist septisch geworden und keiner wusste, woher
es kam. Doch die Ärzte schienen die Situation in den Griff zu bekommen. Am
Sonntagmittag sagten sie noch, dass es ganz danach aussehe, dass Elian das
Klinikum als gesundes Kind verlässt.
Am Montagmorgen wurde sein Kopf geschallt. Plötzlich hieß es, er habe eine
kleine Läsion im Hirn, nichts Großes oder Besorgniserregendes, aber an einer
unüblichen Stelle. Am nächsten Tag aber bekamen wir die Nachricht, dass die
E.Coli Sepsis seine Hirnstrukturen komplett zerstört hätten.
Wie ging es weiter?
Innerhalb von zwei Tagen verwandelte es sich von "Ihr Kind geht gesund
nach Hause" zu "Das Hirn ist komplett zerstört." Am Mittwoch
drauf saßen wir mit allen Ärzten und dem Chefarzt zusammen und besprachen die
Lage. Daraufhin entschieden wir uns gegen die lebenserhaltenden Maßnahmen.
Die schwerste Entscheidung unseres Lebens.
Elian wurde am Donnerstag extubiert. Nahrung, Flüssigkeit und Medikamente
gegen Krampfanfälle wurden weitergegeben. Wir kuschelten die ganze Zeit mit
ihm, er lag sogar noch mit seiner Zwillingsschwester im Wärmebettchen.
Am 8.4. frühmorgens kam dann der Anruf, dass wir bitte in die Klinik kommen
sollen. Elian habe immer mehr Anzeichen, dass er gehen möchte. Wir sind
natürlich sofort in die Klinik und hatten ihn bis zu seinem letzten Atemzug
im Arm. Wir waren sehr froh, dass wir in dem Moment, in dem er für immer
eingeschlafen ist, da sein konnten. Er sollte nicht alleine gehen
müssen…
Wie habt Ihr Abschied von Eurem Sohn genommen?
Wir hatten eine Fotografin von "Dein Sternenkind", die uns ab dem
Tag der Extubation begleitet hat. Somit haben wir gemeinsame Bilder von
unseren Zwillingen lebend und von unserem verstorbenen Sohn. Wir haben seinen
Sarg bemalt und von ihm in einer wunderschönen, würdevollen Beerdigung
Abschied genommen.
Wie hat dieser Verlust Euch als Familie und als Paar verändert?
Als Paar sind wir noch mehr zusammengewachsen und halten noch stärker
zueinander. Der Verlust von Elian hat uns und unserer Familie gezeigt, dass
uns wirklich nicht mal das Schlimmste auseinanderbringen kann.
Wie hast du es geschafft, nicht komplett in ein dunkles Loch zu
fallen?
Ich habe noch vier Kinder, einen Mann und eine liebevolle, sehr
verständnisvolle Familie und einige gute Freunde. Das gibt mir viel Kraft.
Wichtig war für mich auch, dass wir Elian nie verheimlicht haben oder
totgeschwiegen. Wir reden über ihn, er gehört zu uns.
Gibt es dennoch Momente, in denen die Trauer übermächtig wird?
Natürlich. Zum Beispiel, wenn ich Emily manchmal ansehe. Dann male ich mir
aus, wie es wäre, wenn da jetzt zwei Kinder wären. Was Elian jetzt schon
alles können würde, was für ein kleiner Kerl er wäre. All das werden wir nie
erleben und das ist einfach nur unfassbar traurig.
Wie präsent ist Elian im Alltag?
Elians Fotos stehen bei den übrigen Familienfotos. Er gehört zu uns,
wie jedes unserer anderen Kinder auch. Nur hat er keinen Erdenplatz mehr,
sondern einen Sternenplatz.
Mein Großer erzählt immer wieder, dass er nun einen Bruder hat, der mit
seinen riesigen Engelsflügeln auf uns alle aufpasst. Manchmal möchte er ihn
im Himmel besuchen, aber er weiß auch, dass es nicht geht. Denn Engel kann
man nicht sehen, sondern nur "fühlen".
Wenn man irgendetwas Positives sehen will: Was hast du gelernt in dieser
schweren Zeit?
Tatsächlich kann ich viel Positves sehen. Wir haben gelernt, wer unsere
Freunde sind und wie stark diese Freundschaften sind. Wir haben gelernt, dass
das Leben manchmal auch wahnsinnig traurig ist, dass das aber auch okay
ist.
Wir haben gelernt, wie stark die Liebe ist und dass Familie wirklich das
Allerwichtigste ist.
|
Zwillinge: Erst sorgten sie sich um Emily, dann mussten sie Elian gehen
lassen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwillinge-mit-cerebralparese-zwei-frohnaturen-die-gern-laufen-wuerden |
Liebe Stephanie, vor drei Jahren wurden Eure Zwillinge zehn Wochen zu früh
geboren. Beide haben eine Cerebralparese. Erklär mal bitte, was das genau ist
und wie das die Zwillinge beeinflusst.
Cerebralparese ist eine Bewegungsstörung, deren Ursache in einer Schädigung
des Gehirns durch eine mangelnde Sauerstoffversorgung liegt. Eine
Cerebralparese kann sich in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern. In
unserem Fall haben die Zwillinge eine Muskelhypertonie in unterschiedlicher
Intensität – d.h. eine hohe Spannung, vor allem in den Beinen, auch die Arme
und Hände sind betroffen.
Diese erhöhte Spannung, auch als Spastik bekannt, führt bei unseren
Zwillingen dazu, dass sie bis heute noch nicht frei stehen und auch
nicht laufen können. Das Sitzen, z.B. in der Badewanne oder am Esstisch, ist
teilweise noch instabil, daher muss man sie dabei begleiten und immer in der Nähe
sein. Auch ihre Feinmotorik ist noch eingeschränkt – die beiden brauchen
dadurch beim Essen oder z.B. auch beim Malen oft noch mehr Unterstützung als
Gleichaltrige.
Es hat zwei Jahre gedauert, bis Ihr wusstet, was die Kinder haben. Warum
hat das so lange gedauert?
Die Zwillinge sind zwar zehn Wochen zu früh gekommen, jedoch konnten in den
Untersuchungen im Krankenhaus, vor allem den Ultraschalluntersuchungen vom
Kopf, keine Auffälligkeiten wie z.B. Blutungen festgestellt werden. Deshalb
sind wir erst einmal davon ausgegangen, dass sie zwar in ihrer Entwicklung
das ein oder andere aufzuholen haben, was bei Frühchen ja oft der Fall und
normal ist. Insgesamt schien erst einmal alles in Ordnung zu sein.
Dass etwas nicht stimmt, zeigte sich das erste Mal gegen Ende ihres 1.
Lebensjahres. Beide kamen viel später ins Sitzen und dann auch nur sehr
instabil. Auch das Krabbeln setzte deutlich später ein, erst mit ca. 15
Monaten. Aber auch da haben wir und die Ärzte uns noch damit beruhigt, dass
sich jedes Kind für die einzelnen Entwicklungsschritte unterschiedlich viel
Zeit lässt. Es gibt natürlich definierte Zeiträume, aber Frühchen
gibt man noch einmal mehr Zeit.
Mit circa 1,5 Jahren kam dann der Verdacht auf, dass es
doch eine Schädigung im Gehirn nach der Geburt gegeben haben muss.
Die Therapie, die in einem solchen Fall gemacht wird (insbesondere
Physiotherapie), haben wir glücklicherweise schon seit dem 4. Monat
mitgemacht, einfach weil sie Frühchen waren. Im letzten Jahr haben wir dann
ein MRT machen lassen, das uns dann endgültig die Diagnose bestätigt
hat.
Wie seid Ihr als Eltern mit dieser Diagnose umgegangen?
Für meinen Mann und mich war es anfangs unglaublich schwer. Rückblickend
gesehen denke ich, dass wir wahrscheinlich in dem vollgepackten Alltag für
eine Weile diese Tatsache auch verdrängt haben. Wir waren rund um die Uhr
damit beschäftigt, zwischen den Therapien, zahlreichen Untersuchungen,
den üblichen Kinderkrankheiten und dem Berufsleben mit den drei Kindern
irgendwie zurecht zu kommen. An einem Abend saßen wir dann abends auf
dem Sofa und es hat uns emotional überrollt. Das schlimmste Gefühl war, dass
wir die Einschränkungen für unsere Jungs nicht „wegzaubern“ können. Und was
uns so traurig gemacht hat war die Ungewissheit darüber, ob sie irgendwann
werden laufen können oder ob sie noch weitere (kognitive)
Einschränkungen haben, die man erst später feststellen kann.
Das war sicher eine schwere Zeit…
Ja, mir als derjenigen, die die Kinder zur Welt gebracht hat, kam dazu
immer wieder die Frage in den Kopf, was ich hätte tun können, um die
Frühgeburt zu verhindern. Viele andere Zwillingsmamas haben es schließlich
auch viel weiter geschafft, dachte ich….Mittlerweile hat sich durch und mit
unseren Kindern alles etwas„zurecht geruckelt“.
Unsere Zwillinge sind solche Sonnenscheine, die Tag für Tag so unglaublich
viel Spaß haben. Es beschäftigt sie natürlich immer wieder, dass andere Kinder
laufen, rennen oder Roller fahren, und sie äußern den Wunsch, das auch tun zu
wollen. Das tut uns in diesen Momenten dann sehr weh. Aber wir haben
gelernt, dass ihr Glücklichsein nicht davon abhängt, ob sie laufen werden
oder nicht.
Die Zwillinge zu fördern und zu unterstützen kostet viel Zeit und Kraft.
Deshalb hast du im letzten Jahr deinen Job aufgegeben. Das war sicherlich
nicht leicht… Erzähl mal, warum Ihr Euch so entschieden habt.
Vor der Geburt der Zwillinge hatte ich fest vor, nach einer längeren Pause
wieder in meinen Job zurückzukehren. Es war mir immer wichtig, berufstätig zu
bleiben.
Mit den Entwicklungsverzögerungen und letztendlich den Diagnosen war
irgendwann klar, dass eine Rückkehr in meinen Job nicht möglich ist.
Zumindest glaube ich, dass es zu Lasten der Kinder gehen würde, wenn ich
arbeiten würde. Sie haben mehrmals in der Woche Therapien und immer
wiederkehrende, feste Untersuchungstermine. Zudem habe ich im letzten Jahr
eine knapp sechswöchige Reha mit den beiden gemacht, von der wir hoffen, sie
jährlich wiederholen zu können. Sie haben jetzt, wo sie noch so klein sind,
die besten Chancen kognitiv umzulernen. Und nicht zuletzt ist unser großer
Sohn im Sommer eingeschult worden, so dass er uns jetzt auch noch mehr
braucht und wir für ihn dasein möchten.
Ich könnte mir vorstellen, dass dir diese Entscheidung auch viel Druck
genommen hat. Stimmt das?
Ja, absolut. Es war eine Erleichterung zu wissen, dass ich mich voll und
ganz auf die Kinder konzentrieren kann. Wir haben Glück, dass das bei uns
überhaupt machbar ist. Nicht bei jeder Familie reicht ein Einkommen
aus.
Und dennoch war es schwer für mich, in die vollständige finanzielle
Abhängigkeit von meinem Mann zu gehen. Obwohl wir eine Partnerschaft absolut
auf Augenhöhe haben und er sehr gut einschätzen kann, was ein Tag mit drei
Kindern bedeutet, war es für mich kein leichter Schritt. Meine Arbeit
vermisse ich nach wie vor, auch wenn es für mich die einzig richtige
Entscheidung in unserer Situation war, weil unsere Kinder diese Zeit und
Aufmerksamkeit genau jetzt unbedingt brauchen. In Momenten, wenn ich sehe,
wie wir vier die gemeinsame Zeit genießen und welche Fortschritte die
Zwillinge machen, bin ich glücklich!
Was vermisst du am meisten an deinem alten Alltag?
Was ich besonders vermisse ist der Austausch mit den Kollegen, sich
inhaltlich mit (auf eine andere Weise) anspruchsvollen Themen zu
beschäftigen, zu beraten, zu coachen und, um ehrlich zu sein, auch die damit
verbundene Wertschätzung. Eben nicht „nur“ Mama zu sein. Es gibt noch viele
weitere Seiten und Leidenschaften, die zu mir gehören, die auch „mitleben“
wollen und gerade keinen Platz haben.
Du kümmerst dich sehr intensiv um die Kinder. Was machst du, damit Dir die
Kraft nicht ausgeht? Wo holst du dir neue Kraft?
Bis vor einem Jahr bin ich sehr gerne regelmäßig zum Yoga gegangen. Im
letzten Jahr ist es dann leider ziemlich eingeschlafen. Seit ein paar Wochen
mache ich hin und wieder ein paar Online-Sessions, einfach weil ich sonst
durch das ständige Tragen der Zwillinge Rückenprobleme bekomme. Was
immer sehr gut tut, besonders in Situationen, in denen nichts mehr geht, ist,
die Kopfhörer aufzusetzen und in voller Lautstärke Musik zu hören. Und
mich abends mit Freundinnen zu treffen oder telefonieren. Im Sommer
waren wir oft lange draußen im Wald oder sind über Wiesen spazieren gegangen
und hatten im Rucksack zwei Gläser und ein paar Snacks dabei.
Herrlich.
Wenn du dir eine Sache wünschen könntest, die dich entlastet – was wäre
das?
Eine längere Zeit fehlte mir jemand, der mich besonders an den Nachmittagen
und am Abend beim Spielen, Essen zubereiten, auf dem Spielplatz etc.
unterstützt. Es ist oft eine große Herausforderung, allen Bedürfnissen
gleichzeitig gerecht zu werden. Unser großer Sohn hat mit 6 Jahren oft ganz
andere Interessen und ich möchte ihm auch Zeit widmen. Wir haben jetzt wieder
eine Unterstützung gefunden, die zweimal in der Woche fest zu uns kommt. Wir
haben aber auch großes Glück mit unseren Familien, die uns oft
unterstützen!
Was uns zusätzlich sehr geholfen hätte, wäre eine Art zentrale
Anlaufstelle, die Familien wie uns ganzheitlich zu Themen wie
Therapiemöglichkeiten, Pflege, Schwerbehinderung, Reha usw. berät. Vieles
haben wir glücklicherweise durch den Austausch mit anderen Eltern, die in
einer ähnlichen Situation sind, in der Reha erfahren und durch die
Sozialberaterin dort vor Ort. Vielleicht gibt es auch etwas in dieser Art
schon und uns ist es nur noch nicht bekannt.
Gibt es Prognosen, wie sich die Jungs entwickeln? Was wünscht du dir für
sie?
Inzwischen gehen die Therapeuten und Ärzte davon aus, dass der Ältere von
beiden irgendwann ohne Hilfsmittel laufen können wird. Bei unserem zweiten
Zwilling ist das noch nicht klar. Mit einem sogenannten Walker – ihr könnt
euch das wie eine Art Rollator vorstellen, den man hinter sich herzieht –
können die beiden schon jetzt die Welt aus einer anderen Perspektive
entdecken Für die beiden ist das aber auch sehr anstrengend und sie
schaffen immer nur ein paar Minuten am Stück.
Für die beiden wünschen wir uns einfach, dass sie ihre
Frohnaturen behalten und ihnen in ihrem Leben Menschen begegnen, die es
gut mit ihnen meinen!
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Zwillinge mit Cerebralparese: Zwei Frohnaturen, die gern laufen würden |
STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwillinge-sind-zwillinge-nicht-zu-vergleichen-mit-zwei-dicht-aufeinander-folgenden-kindern |
Ihr Lieben, immer mal wieder
hört man den Spruch: Ach, meine Kinder sind altersmäßig so dicht beieinander,
im Grunde wachsen sie wie Zwillinge auf. Ich möchte diesem Glauben heute mal
öffentlich widersprechen, denn nein, zwei dicht aufeinander folgende Kinder
sind nicht wie Zwillinge. Nur Zwillinge sind wie Zwillinge. Und gerade, wenn
sie wie bei uns eineiig sind, sehe ich da noch einmal eine Steigerung. Denn
sie sind gleich groß, gleich schwer, gleich alt – und sehen sich auch noch
unglaublich ähnlich.
Das hat zur Folge, dass es da also keinerlei Altershierarchie zwischen den
beiden gibt. Kein, geh du schon mal vor ins Bett, ich bring schon mal den
kleinen Bruder zum Schlafen. Kein Jahr zwischen der Kitaeingewöhnung oder
Einschulung. Nein, es passiert alles gleichzeitig. Habt ihr schon mal zwei
Kinder zur selben Zeit gestillt? Es ist etwas anderes als mit zwei Kindern,
die dicht aufeinander geboren wurden. Und es gibt noch so viel mehr Punkte.
Bei Zwillingen kann nicht einer schon mal an einer Brezel mümmeln, während
der andere noch Milch trinkt – nein, beide trinken Milch, weil beide gleich
alt sind.
Die Zähne kommen zur gleichen Zeit oder noch besser: Wenn sie bei dem einen
durch sind, geht´s beim nächsten Los, also beginnt eine Endlosschleife aus
roten Bäckchen und Zahnschmerzen und wenig Schlaf.
Zwillinge trotzen zu zweit, wenn sie
zwei sind und nehmen keine Rücksicht darauf, ob der eine sich nun auch grad
auf den Boden wirft, weil er Mamas Autoschlüssel haben will.
Die gleiche Größe der Kinder führt auch zu mehr Beulen, denn wenn sie
ineinander rennen (bei uns regelmäßig passiert), dann treffen sie sich Kopf
an Kopf – nicht Kopf an Bauch wie bei zwei unterschiedlich großen
Kindern.
Der eine kann noch nicht alleine sitzen, wenn der andere ein Baby ist, um
mal kurz die Hand für den Kleineren frei zu haben.
Und wenn sie dann erstmal größer sind, dann geht das Gebuhle um die
Aufmerksamkeit los. Weil beide das mit der Geduld noch nicht so draufhaben,
fühlt sich immer einer zurückgesetzt. Ich will aber als Erstes
erzählen.
Die Kitaeingewöhnung findet parallel
statt, beide brauchen Trost und Nähe, bei zwei nicht gleichalten Kindern
verteilt sich das auf zwei aufeinanderfolgende Jahre.
Dazu die Überlegung, gleicher Sportverein? Gleiche Kitagruppe? Gleiche
Schulklasse? Wie viel Individualität ist wichtig, wie viel
Zusammenhalt?
Dazu das permanente Vergleichen. Ich bin grad einen Zentimeter größer, war
grad eine Minute schneller, konnte einen Tag vor dir schwimmen, bin bei X zum
Geburtstag eingeladen und du nicht…
Die gleichen Entwicklungsphasen, unterschiedliche Erfolge, Stärken,
Schwächen, der direkte Vergleich.
In meinem Zwillingsbuch, das ich mir in der Schwangerschaft kaufte stand,
dass Zwillinge für Eltern viel schwieriger zu erreichen sind, weil sie ja
sich haben. Wenn der eine Idee hat, ist der andere da, um sie umzusetzen. Die
Rede war von einer Katze und einer Badewanne, die Szene hat sich mir
eingeprägt, damals lachte ich noch darüber und dachte: süß… heute kratze ich
Karnevalschminke-Reste von Wänden und aus Kopfkissen. Aus zweien
gleichzeitig, um ehrlich zu sein 😉 Sie sind partner in crime, da
passt keine Handbreit dazwischen. Sie haben ja sich!
Ich las auch, dass Zwillingseltern ein fünfmal so hohes Scheidungsrisiko
haben. Als wir unseren Beiden neulich schmunzelnd davon erzählten, sagten
wir: Und jetzt ihr! Ihr könnt doch jetzt Prozente ausrechnen…
Wenn eh ein Drittel aller Ehen
geschieden wird und sich Zwillingseltern fünfmal so oft trennen, wie viel
Prozent der Zwillingseltern trennen sich dann? Sie kamen auf 150 Prozent.
Hahaha. Mit Humor, das kann ich sagen, kommt man schon durch. Aber es ist und
bleibt schon auch eine Herausforderung.
Zweimal neue weiterführende Schule, neue Lehrer, neue Umgebung, plötzlich
Tests und Prüfungen. Das kann ja schon bei einem Kind viel aufzufangen sein,
aber bei zweien? Wir fragen nacheinander Vokabeln ab, nur, wenn der andere
nicht im Raum ist, weil sonst immer einer vorher dazwischenruft. Ich bin kein
Zwilling, ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, sich permanent zu messen. Ich
kann nur sagen: Wenn zwei Kinder nicht gleichzeitig zur Welt kommen, ist es
etwas anderes.
Unsere vor den Zwillingen geborene Tochter jedenfalls führt ein ganz
anderes Leben. Ihre Entwicklungsphase. Ihr Ding. Sie kann am Nachmittag mit
Freundinnen ins Kino gehen. Sie muss sich diese Erfahrung und diese
Freundinnen nicht teilen. Sie muss sich nicht abgleichen mit einem
gleichaltrigen Gegenüber. Aber während sie danach allein im Linienbus nach
Hause fährt, haben die Jungs natürlich immer sich…
Ihr seht, es hat alles seine Vor- und Nachteile und jedes Leben ist eben
anders. Wir versuchen, alle Bedürfnisse im Auge zu behalten, schauen, dass
der etwas ruhigere Zwilling nicht vom etwas aufgeweckteren überquatscht wird,
geben Acht, dass niemand zu kurz kommt und alle gesehen und gehört werden, so
wie sie es brauchen. Dass die Große auch noch beachtet wird, wenn die
gleichaussehenden Zwillis auftauchen, die oft allein durch ihr gleiches
Äußeres Aufmerksamkeit auf ich ziehen.
Ob das immer gerecht zugeht? Bestimmt nicht! Ob es anders wäre, wenn nicht
zwei das gleiche Alter hätten? Ganz sicher. Aber am Ende wachsen sie ja alle
in dieser bekloppt-humorvollen Atmosphäre auf, die ihnen immer wieder
signalisiert, dass jeder sein darf wie er will – und dabei zu jederzeit von
ganzem Herzen geliebt wird. Und zwar nicht nur von den Eltern… sondern auch
von den gleich und ähnlichen altern Geschwistern.
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Zwillinge sind Zwillinge! Nicht zu vergleichen mit zwei dicht aufeinander
folgenden Kindern… | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwillinge-stillen-lisa-erinnert-sich-in-der-weltstillwoche-an-ihre-16-monate-doppel-stillen |
Ihr Lieben, wir befinden uns in der Weltstillwoche und da ich immer wieder
gefragt werde, ob ich meine Zwillinge denn wohl gestillt habe, dachte ich,
wäre es doch ganz schön, mal über unsere eigene Still-Geschichte zu
schreiben, die ganz anders verlief als ursprünglich geplant.
Nun habe ich den wunderbaren Damen von Maternita Schwangerschaftsconcierge
und Babyplaner – wenn ihr in Berlin mal Hilfe in Schwangerschaft oder mit
Baby benötigt, können wir euch Inga und Ulli nur wärmstens empfehlen! – im
letzten Jahr ein ausführliches Interview zum Thema Zwillinge stillen gegeben,
das wir hier nun auch bei uns veröffentlichen dürfen.
Das vielleicht noch als Basis-Info: Unsere eineiigen Zwillingsjungs kamen
im Herbst 2008 zur Welt, nur zwei Wochen vor dem errechneten
Entbindungstermin mit je knapp unter und knapp über drei Kilogramm. Ihre
Tochter war zur Geburt der zwei Geschwister zwei Jahre, zwei Monate und zwei
Wochen alt (kein Witz ;-).
Liebe Lisa, wie war Euer Stillstart und wurdest Du bei Deinem Stillwunsch
von Deiner Familie und Freunde, der Hebamme, dem Krankenhaus, etc.
unterstützt und wenn ja wie?
Ich war in der glücklichen Lage, dass ich schon einmal an einem „Einling“
das Stillen üben konnte. Zwei Jahre vor der Zwillingsgeburt hatte ich schon
eine Tochter bekommen und deswegen wusste ich bei der Zwillingsgeburt schon
recht genau, was ich wollte – und was nicht.
Nachdem es beim ersten Kind zum Teil recht schmerzhaft war zu Beginn, habe
ich bei den Zwillingen gleich gesagt, dass ich sie mit erst einmal mit
Stillhütchen stillen werde. Man sagte mir, ich solle das nicht länger als
eine oder zwei Wochen tun, das war mir aber egal. Ich hatte keine Lust auf
wunde Brustwarzen und hatte auch keine Sorge um Stillirritationen. Der Start
verlief damit dann auch einwandfrei.
Ich habe die beiden in einem von der WHO zertifizierten Babyfreundliches
Krankenhaus in Berlin bekommen, dort wurde ich unglaublich gut motiviert. Die
Schwestern auf der Wöchnerinnenstation waren allesamt gut gelaunt, was für
mich sehr wichtig war in dieser Ausnahmesituation. Immer wieder kam jemand
rein und sagte: „Mensch, Sie sind aber ein Naturtalent“. Oder: „Darf ich Ihnen
noch mehr zu trinken bringen?“
Das war unglaublich schön und das hatte ich nach der ersten Geburt in einem
anderen Krankenhaus ganz anders erlebt. Deswegen wusste ich das auch schon in
diesem Moment so sehr zu schätzen. Es gab dann auch tatsächlich überhaupt
keine Probleme mit der Stillerei. Nach etwa vier Monaten ließ ich die
Stillhütchen dann übrigens komplett weg und auch das funktionierte
wunderbar.
Hast Du Deine Zwillinge parallel oder nacheinander gestillt? Und welche
Herausforderungen hattet Ihr damit?
Tatsächlich hatte ich mich vor der Geburt auch gefragt, wie das bitteschön
gehen soll – zwei Kinder stillen. Aber wenn die Situation dann da ist, geht
das ja dann doch alles irgendwie instinktiv. Ich habe die beiden Kerlchen
nach Bedarf gestillt und deswegen eben mal einzeln und mal gemeinsam.
Wenn ich beide auf dem Stillkissen liegen hatte (das war übrigens ein extra
Zwillingsstillkissen, kann ich sehr empfehlen), dann wusste unsere
Zweijährige genau, dass ich nicht aufstehen kann – und malte die Wände an
oder machte Blödsinn. Das war im Grunde die größte Herausforderung.
Na und, dass ich im Grunde eigentlich immer irgendwen bei mir ernährte,
dadurch blieb natürlich viel Haushalt liegen. Das war mir in dem Moment aber
ehrlich gesagt ziemlich egal, das Ernähren der Kinder war in dem Moment
einfach viel wichtiger. Na gut, und die Nächte waren auch eine
Herausforderung, weil eigentlich permanent jemand trank.
Wir haben die beiden einfach gemeinsam in ein Kinderbett gelegt, in dem wir
eine Seite zu meinem Bett hin öffnen konnten. Wer Hunger hatte, den zog ich
einfach im Schlaf an mich ran und dann konnte ich weiterschlafen.
Wann warst Du das erste Mal mit den Zwillingen unterwegs und hast Du in der
Öffentlichkeit gestillt? Wenn ja wie bist Du das praktisch angegangen?
Ehrlich gesagt relativ früh, denn unsere Große musste ja auch in die Kita
und mein Mann hatte nur eine teilweise Elternzeit, musste also tageweise
immer mal wieder weg. Ich habe auf vielen Parkbänken und auf vielen
Spielplätzen und vor vielen Eisdielen gesessen und gestillt.
Ich erinnere mich noch an eine Situation, da hatte ich mir ein Baby
umgebunden, eines in den Zwillingswagen gelegt und die Große dazu gesetzt, da
begannen auf dem Weg von der Kita nach Hause alle Drei gleichzeitig zu
schreien. Ein Passant schaute mich ganz mitleidig an und fragte, ob er helfen
könne.
Ich fand das sooo süß. Ich hab mich dann einfach hingesetzt und einen nach
dem anderen beruhigt. Kurze Wege konnten schon mal sehr lang dauern
😉
Wie lange hast Du Deine Zwillinge gestillt? Konntest Du vollstillen
/pumpstillen oder musstest/ wolltest Du teilweise zufüttern?
Insgesamt habe ich die beiden 16 Monate lang gestillt, davon die ersten
sechs Monate voll. Mein erstes Kind hatte ich nach sechs Monaten abgestillt,
bei den Zwillingen gestaltete sich das schwieriger, weil sie zwischen ihrem
sechsten und 18. Lebensmonat fünfmal stationär ins Krankenhaus mussten und
ich dann das Stillen auch ganz wunderbar als Trost für sie nutzen
konnte.
Und für mich vielleicht auch ein bisschen… es war nie etwas Schlimmes, aber
das hat uns alle schon extrem geschlaucht, deswegen hat sich das Abstillen
immer wieder nach hinten verschoben – was aber für uns alle irgendwie einfach
das Richtige war.
Abgepumpt habe ich in dieser Zeit kein einziges Mal. Beim ersten Kind hatte
man mich im Krankenhaus dazu verdonnert, mich in einem Stillraum an so eine
Maschine zu setzen und ich weiß nicht, ob ich mich jemals so entwürdigt
gefühlt habe.
Zu Hause hatte ich dann auch ein paar Mal versucht abzupumpen, damit auch
mein Mann mal Milch geben konnte, aber das funktionierte einfach nicht. Ich
hab für ganz wenig so lang gebraucht und hab mich so unwohl damit gefühlt,
dass ich mir irgendwann schwor: Nie wieder, das ist einfach nichts für mich.
Und bei den Zwillingen war es dann auch zum Glück nie nötig.
Was war für Dich für das Stillen unverzichtbar?
Man braucht Zeit und Wasser zum Stillen. Wasser in der ganzen Wohnung
verteilt, um immerzu und an jedem Ort trinken zu können. Ich hab mir auch
manchmal Bücher oder Zeitschriften zum Lesen dazugelegt – ich hatte damals,
2008, nämlich noch nicht mal ein internetfähiges Handy. Unglaublich
heute.
Geholfen hat mir, dass ich vorher schon Übung hatte und dass ich so
motivierende Begleiter an der Seite hatte. Ich fand es auch einfach
praktisch, nicht andauernd Fläschchen zubereiten und desinfizieren zu müssen
und immerzu füttern zu können, wenn es den Kindern danach war. Geholfen oder
bestärkt hat mich auch das Buch „Zwillinge stillen“ von Susanne Wittmair
(Affiliate Link).
Was hättest Du gerne vorab zum Thema Zwillinge stillen gewusst und möchtest
Du werdenden Zwillingseltern gerne Bestärkendes bzw. Wissenswertes
mitgeben?
Wie gesagt, ich wusste vorab, dass ich von Anfang an Stillhütchen will, um
möglichen Entzündungen vorzubeugen. Ich wusste, dass sich der Milcheinschuss
anfühlt, als wären Ziegelsteine in die Oberweite eingezogen. Ich wusste aber
auch: Ich kann ein Kind ernähren. Das hat mir Mut gemacht. Zu wissen, ich
schaffe das. Und wenn ich eins schaffe, dann schaffe ich auch zwei.
Ich fand das Stillen insofern praktisch, als dass ich immer alles dabei
hatte – und das auch noch in der richtigen Temperatur. Egal ob auf dem
Kitafest, im öffentlichen Nahverkehr oder auf dem Spielplatz. Außerdem konnte
ich über die Körpernähe sehr guten Kontakt zu meinen Kindern aufnehmen,
konnte sie trösten und hatte eben auch mal exklusive Momente mit jedem
einzelnen Kind. Das kommt ja bei Mehrlingen oft zu kurz.
Bestärken kann ich da nicht, ich halte es nicht für die einzig wahre
Lösung, nur weil es bei mir gut funktioniert hat. Wenn es nicht geht und zu
anstrengend wird, dann gibt es zum Glück ja auch andere Optionen. Und da
sollten wir ganz unideologisch rangehen und jede Frau ihren eigenen Weg gehen
lassen. Mein Spruch mit den drei Kindern innerhalb von zwei Jahren war immer:
Hauptsache überleben!
Ich glaube, dieser Spruch hat uns oft gerettet, weil er die Prioritäten so
schön zurechtrückt. Alles andere ist in so einer Phase nämlich nebensächlich.
Also macht, was machbar ist und euch am Ende das Leben in irgendeiner Weise
erleichtert.
Was möchtest Du gerne dem Fachpersonal rund um die Schwangerschaft, Geburt,
Stillzeit im Interesse werdender Zwillingseltern mit auf den Weg geben?
Oh, da fällt mir vieles ein. Nehmt die Mütter ernst, in dem, was sie sich
wünschen und in dem, was sie zu sagen haben. Beim ersten Kind wusste ich
leider nicht, wie anspruchsvoll Stillen auch sein kann. Die eine Schwester
erzählte mir, ich solle nicht im Liegen stillen, die andere sagte, ich solle
nur im Stillzimmer stillen, wieder andere sagten, ich solle das Kind dauernd
wecken.
Alle sagten etwas anderes, am Ende tat mir alles weh, das Kind schrie und
alle waren überfordert. Erst als ich zu Hause war und in Ruhe ausprobieren
konnte, was sich denn für mich richtig anfühlt, wurde alles besser.
Beim nächsten Mal war ich in einer anderen Klinik und wurde motiviert.
Nicht einmal hatte ich Probleme oder Schmerzen, die Psyche ist da einfach
nicht zu unterschätzen. Eine freundliche Ansprache, ein Auf-Augenhöhe-Begegnen,
ein Nicht-unter-Druck-setzen – das ist es, was Frauen in dieser emotionalen
Ausnahmesituation brauchen.
Kein „Du machst das ja schon wieder alles falsch, dein Kind verhungert
noch“ von der Schwester. Und auch kein „Ich füttere dem Kind jetzt heimlich
im Babyzimmer mal ein bisschen Premilch, damit es mal satt wird.“ Solche
Dinge passieren tatsächlich immer noch. Hoffentlich Ausnahmen, das darf
nämlich nicht sein.
Wir brauchen Respekt und Anerkennung. Denn was kaum einer ahnt: Stillen ist
ein Marathon. Stillen kann schmerzhaft sein. Stillen erfordert
Durchhaltevermögen. Und Stillen fordert von bis dahin unabhängigen Frauen
einiges ab, denn niemand kann sie ersetzen. Sie sind die einzigen, die das
Kind ernähren können. Da lastet ein großer Druck und eine Verantwortung auf
ihnen.
Sie bekommen zeitweise wenig Schlaf, weil sie die einzigen sind, die nachts
einspringen können. Sie verzichten auf blähendes Essen und das leckere
Weinchen am Abend, während der Partner ebenso ein Kind bekommen hat, aber
nicht verzichten muss. Das kann zu Neid führen. All das sollte mitgedacht
werden im Umgang mit Stillenden. Sie sind Königinnen. Und so sollten sie auch
behandelt werden.
Zum Weiterlesen:
Ein Kind und dann Zwillinge! Wird
das irgendwann besser? Und ob!
Herzgeschichte: Wie wir unsere
Zwillinge einmal trennten – und sie sich vermissten
Eineiige Zwillinge: Mit welchen
Tricks sie uns einmal veräppeln werden
Der Beitrag erschien ursprünglich bei Maternita
|
Zwillinge stillen: Lisa erinnert sich in der Weltstillwoche an ihre 16
Monate Doppel-Stillen | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwillingsmutter-mary-in-der-corona-krise-die-groesste-ueberforderung-ist-zum-glueck-vorbei |
Liebe Mary, Du bist Mama von dreijährigen Zwillingsjungs und
alleinerziehend. Vor vier Wochen gab es einen ARD-Beitrag über Dich, wie
du die Doppelbelastung Kinderbetreuung und Home-Office durchhälst. Für alle,
die den Beitrag nicht gesehen habe: Wie ging es dir in dieser Zeit?
Genau. Zum Zeitpunkt des Drehs war ich bereits seit 6 Wochen mit den Jungs
im Homeoffice und habe versucht sowohl meinen Job, als auch die Betreuung der
Kinder so gut wie möglich hin zubekommen. Das hat von mir verlangt, einige
meiner eigentlichen Prinzipien über Board zu werfen, die Kinder durften sehr
viel TV gucken und es gab öfter mal Fast Food.
Ich habe nachts gearbeitet, um das nachzuholen, das ich tagsüber nicht
geschafft habe. In der ganzen Zeit war ich vorallem müde. Aber auch
unzufrieden. Ich habe ja Kinder, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Doch
während der 6 Wochen musste ich meine Jungs so oft abweisen, vertrösten,
enttäuschen, wegschicken und ihre Geduld strapazieren, dass ich ernsthaft
Sorgen hatte, dass sie das nachhaltig schaden könnte.
Mich hat es innerlich zerrissen, denn ich wusste, dass ich uns ernähren
muss, aber eben auch eine Führsorgepflicht habe. Diesen Spagat kann man über
eine solche Dauer nicht stemmen, ohne selbst hinten runter zu fallen. Ich
konnte mich zum Ende nicht mehr selbst spüren, hab mich nicht mehr im Spiegel
gesehen und habe nur noch funktioniert. Selbst das am Ende nicht mal mehr
gut. Ich hatte furchtbare Angst um uns.
Wie sah ein typischer Tag aus?
Mein Wecker klingelte um 06:00 Uhr morgens, extra nur mit Vibration, ohne
Ton, in der Hoffnung, dass die Jungs weiterschlafen und ich ein paar Minuten
Vorlauf bekomme.
Das hat natürlich nicht funktioniert, wir schlafen im Familienbett, also
sind wir gemeinsam aufgestanden. Ich habe den PC hochgefahren, den Kindern
was zum Frühstück gemacht, schnell ein paar Mails sortiert und mir einen
groben Überblick verschafft. Dann ging es ins Bad und ich habe vor dem PC
Frühstück gegessen. Für die Jungs habe ich verschiedene Beschäftigung
geplant, also Basteln, Malen und Co.
Je nach Meeting-Aufkommen lief der Fernseher. Die Jungs sind gerade erst 3
geworden und nicht gut darin, sich selbst zu beschäftigen. Der PC lief den
ganzen Tag, und wann immer es ging, hab ich versucht zu arbeiten. Natürlich
ging das nicht hochkonzentriert, denn jedes „Mama, schau mal“ riss mich aus
meinen Gedanken und ich musste von vorn anfangen.
Zwischen 10:30 Uhr und 11:00 Uhr hab ich angefangen, Mittagessen zu kochen.
Neben mir oft den Rechner, um keinen Anruf zu verpassen. Die Kinder mussten
sowohl Frühstück als auch Mittag sehr oft alleine essen, was mich sehr
geschmerzt hat, aber die „Ruhe“ musste ich nutzen, um was wegarbeiten zu
können. Dann gab es einen Mittagschlaf für die Jungs. Eine Stunde, in der ich
konzentriert arbeiten konnte.
Sobald die Kinder ausgeschlafen haben, habe ich mit der Arbeit pausiert, um
mich zu 100% auf die Kinder zu konzentrieren. Der Nachmittag gehörte uns.
Anfänglich sind wir in der Zeit für eine Stunde spazieren gegangen, die Jungs
haben Radfahren gelernt, was mich sehr stolz macht.
Um 18 Uhr gab es dann Abendessen, die einzige Mahlzeit am Tag, die wir
gemeinsam einnehmen konnten. Dann durften / mussten sie TV schauen und ich
habe gearbeitet.
Um 20 Uhr habe ich die beiden dann ins Bett gebracht und anschließend
erneut gearbeitet ,so lang wie es nötig war. Gegen 23 Uhr bin ich zu den
Jungs ins Bett gekrochen.
Wie ging es deinen Zwillingen zu dieser Zeit?
Die beiden haben eigentlich am allermeisten gelitten. Sie waren für ihre 3
Jahre absolut und maximal verständnisvoll. Wie es Dreijährige eben sein
können. Ich liebe sie so sehr.
Beide mussten lernen. sich alleine / gemeinsam zu beschäftigen. Sie waren
absolut unterfordert. Ich meine, wir sind totale Draußen-Menschen. Wir
spielen nur dann drinnen, wenn es absolut nicht anders geht. Die Kinder
wollten raus, wollten klettern, springen, rutschen, wandern und rennen. Die
körperliche Unterforderung war wirklich das Schlimmste. Ich habe ihnen recht
schnell ein kleines Trambolin und einen Sandkasten für den Balkon gekauft,
damit konnten wir ein wenig kompensieren.
Dennoch wurden sie von Woche zu Woche unzufriedener, trauriger und auch
wütender. Wir wohnen auf 70qm, hier kann man sich schlecht zurück ziehen,
also hat jeder alles abbekommen. Ich habe an mir bemerkt, dass ich viel
schneller wütend wurde und mehr geschimpft habe.
Das kennen wir nur zu gut.…
Noch heute ist vor allem mein Erstgeborener sehr anhänglich. Er kann
schlecht ohne mich sein und weint morgens, wenn ich ihn in die Kita bringe.
Sobald ich den Raum verlasse, kommt er nach. Er ruft mich, wenn er mich nicht
mehr sehen kann, auch wenn ich ihm sage, dass ich kurz ins Bad gehe- Mein
Zweitgeborener vermisst sein geliebtes Schwimmbad so sehr, dass er „abhauen“
will, sobald das olle Virus weg ist. Das sagt er fast täglich.
Es war so unendlich schwer neben der Arbeit und dem Haushalt, die Gefühle
der Kleinen aufzufangen und auf beide gleichzeitig einzugehen. Der eine war
wütend und wollte gehalten werden und der andere hat sich den Kopf gestoßen
und brauchte Trost. Natürlich passierte das auch vor Corona schon, ABER da
hatte ich die innerliche Augeglichenheit, um das auffangen zu können.
Ich meine, man tröstet gerade das eine Kind, dessen Brot „falsch“
durchgeschnitten wurde, hat währenddessen eine eine Telefonkonferenz und dann
stößt sich das zweite Kind den Kopf am Türrahmen. Die Schmerzgrenze war in
den Wochen auch ungemein niedrig, es wurde einfach ALLES beweint und
bejammert.
Nun dürfen Kinder von Alleinerziehenden wieder in die Kita. Wie hat
sich dadurch Eure Situation verändert?
GOTT SEI DANK!!! Meine Kinder gehen seit 4 Wochen wieder in die Kita. Ich
schicke sie vormittags und hole sie gleich nach dem Vesper wieder ab. Das
deckt nicht meine gesamte Arbeitszeit, aber es handelt sich um eine
Notbetreuung und ich möchte sie nicht überstrapazieren. Was ich am Vormittag
nicht schaffe, arbeite ich abends nach. Für uns ist durch die Notbetreuung
fast wieder Normalzustand eingekehrt. Es hat eine Weile gedauert bis wir eine
neue Struktur gefunden haben, aber jetzt läuft alles richtig gut. Sie gehen
wieder gerne, auch wenn sie durch die kleinen Gruppen nicht mit allen
Freunden spielen können. Ich kann konzentriert arbeiten und bin das Gefühl
endlich los, meinem Job nicht mehr gerecht werden zu können.
Wie hast du dich noch verändert?
Nachdem die Kinder wieder in die Kita durften, hab ich bemerkt, wie der
Stress langsam von mir abfiel. Ich konnte mir wieder Sachen merken, hab das
Gefühl wiedergewonnen, etwas wert zu sein und nicht nur zu versagen. Bis die
Energie wiederkam, vergingen allerdings 2-3 Wochen.
Du bist alleinerziehend. Hast Du sonst im Alltag Unterstützung durch zb.
Großeltern oder den Kindsvater?
Leider nicht. Zu Beginn des Lockdown habe ich versucht, ein Netzwerk
aufzubauen von Freunden und Bekannten. Das hat sich sehr schnell zerschlagen,
weil es ja das Kontaktverbot gab. Meine jüngere Schwester arbeitet als
Krankenschwester auf der Pandemiestation, mein Bruder ist Handwerker und
selbst frischgebackener Papa, meine ältere Schwester ist Schulsekretärin.
Meine Mutter hat Krebs im Endstadium und mein Papa hat schweres Asthma.
Um einmal die Woche einkaufen gehen zu können, kam die Nachbarstochter, um
eine Stunde auf meine Kinder aufzupassen. Das war die einzige Unterstützung,
die ich bekommen habe. Alle anderen, die gern helfen wollten, durften
nicht.
Wenn Du dir eine Sachen wünschen könnest, die Dir sofort den Alltag
erleichtern würde, was wäre das?
Im Moment wünschen wir drei uns eigentlich nur endlich in den Urlaub fahren
zu können. Wir leiden sehr unter dem Gefühl des Lagerkollers. Das Eingesperrt
sein der ersten 6 Wochen und das begrenzte Draußensein nagt sehr an uns. Wir
waren es einfach nicht gewohnt. Ich wünsche mir nichts mehr als glückliche
und gesunde Kinder. Ich würde auch alles nochmal genauso machen. Ich habe
gelernt, dass Prinzipien durchaus über Board geworfen werden sollten, um sich
das Leben ein wenig zu erleichtern und dass es nicht schlimm ist und man
jederzeit wieder zur „Normalität“ zurück kann.
Hast du dich als Alleinerziehende in der Corona-Krise besonders allein
gelassen gefühlt?
Oh ja!! Sehr sogar. Vor allem als Alleinerziehende mit der Option auf
Homeoffice. Denn mit dieser Option gab es für mich keine Ersatzleistung vom
Staat. Ich hatte nur die Option zu arbeiten oder arbeitslos zu sein. Dieser
Druck war kaum zu ertragen. Finanzielle Sicherheit mit einer gestressten Mama
und sich selbst überlassenen Kleinkindern – oder pleite mit glücklichen
Kindern und einer weniger gestressten Mama…
Als ich keinen Ausweg mehr gesehen habe, kam ich auf die Idee einen offenen
Brief an die Bundesregierung, dem regierenden Bürgermeister von Berlin und an
Herrn Spahn zu schicken. Den habe ich auf Facebook veröffentlicht, und so
wurde das ARD auf mich aufmerksam. Ich finde generell, dass Alleinerziehende
in unserer Gesellschaft „vergessen“ werden. Sie sind sich selbst überlassen
und fallen im System leider immer hinten runter.
Was wünscht Du Dir für die nächsten Wochen?
Normalität!!! Mehr nicht. Wir waren (und sind) eine glückliche kleine
Familie, die Pläne und Ideen hatte. Wir hatten Reisen geplant und haben
unsere „Freiheit“ genossen. Es wäre schön, wenn wir nicht ständig das Wort
„Corona“ hören müssten, sondern irgendwann auch wieder gute Nachrichten
hören. Es wäre so schön, wenn wir wieder Zeit mit unserer Familie verbringen
könnten, vor allem mit meiner kranken Mama. Wir wollen wieder leichtfüßig
durchs Leben tanzen, ohne auf Abstand achten zu müssen.
Ihr könnt Mary auch auf https://www.facebook.com/zwillingsmama.maryb
folgen
|
Zwillingsmutter Mary in der Corona-Krise: Die größte Überforderung ist
zum Glück vorbei | STADT LAND MAMA |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwischenruf-von-marlene-hellene-happy-birthday-corona-wird-eins-sonst-aendert-sich-nichts |
Der erste Geburtstag steht an. Ein Jahr Corona. Happy Birthday to you.
Marmelade im Schuh. Oder vielleicht eher in der Jogginghose. Schuhe trage ich
nur noch selten. Mein Leben spielt sich zuhause ab. Spielen tun allerdings
nur die Kinder. Am liebsten mit mir. Oder auf mir. Während ich meiner
Erwerbsarbeit nachkomme. Korrektur: Während ich versuche, meiner
Erwerbsarbeit nachzukommen.
Chancengleichheit? Vertrauen in öffentliche Institutionen?
Ich bin Mutter geworden, mit dem Vertrauen auf öffentliche Instituionen wie
Schulen und Kindergärten, die mir erlauben Elternschaft und Erwerbsabeit zu
vereinbaren. Auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums heißt
es:
Die frühe Förderung von Kindern leistet einen wichtigen Beitrag zur
Chancengleichheit. Darüber hinaus unterstützt eine gute Kinderbetreuung
Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Hello Pandemie! Hätte jemand etwas ahnen können?
Schöne Worte an die ich geglaubt habe. Und auf die ich meines Erachtens
auch vertrauen durfte. Auf die ich mich verlassen habe. Unter deren
Voraussetzungen ich Mutter geworden bin. Ihr werdet jetzt vielleicht sagen,
dass kein Mensch mit Corona rechnen konnte. Dass niemand hätte Schul- und
Kitaschließungen vorhersehen können.
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Lasst mich Euch mit einem lauten DOCH UNBEDINGT SOGAR! antworten.
Epidemien, Pandemien, Seuchen und Krankheiten sind keine Unbekannten. Die gab
es schon immer. Schon oft erlebt. Es ist nicht plötzlich ein UFO gelandet und
kleine grüne Männchen haben die Weltherrschaft an sich gerissen. Das wäre
überraschend. Aber eine Pandemie ist es nicht. Für mich schon. Für Euch auch.
Natürlich. Aber doch bitteschön nicht für die Regierung.
Geld für Flieger und Fußballer: Wer rettet uns Familien?
Warum fallen die denn so aus allen Wolken? Warum verfallen sie in
Schockstarre? Warum haben sie keine Krisen-, Katastrophen- oder sonstigen
Pläne für so ein Szenario? Gut, ich will nicht unfair sein. Teilweise
existieren solche Pläne offensichtlich. Denn plötzlich sind enorme Gelder für
Fluggesellschaften und Möbelhausketten da. Schnell und unbürokratisch. Die
Fußballbundesliga bekommt Ausnahmegenehmigungen und Karstadt wird gerettet.
Aber wer rettet uns?
Wer rettet Familien? Familien, die völlig ausgelaugt sind. Eltern, die am
Stock gehen, weil erwartet wird, dass sie doch einfach im Homeoffice arbeiten
und die lieben Kleinen betreuen können. Dass sie Erdkunde unterrichten und im
selben Moment an der Supermarktkasse sitzen, dass sie lesen lehren und
gleichzeitig Zähne ziehen können.
Brüllende Grundschüler in den Bundestag schleusen
Diese dreiste Selbstverständlichkeit mit der angenommen wird, dass das
möglich sei, macht mich dermaßen wütend. So wütend, dass ich kreischende
Kindergartenkinder in den Ministerien freilassen möchte. Ich will das
Alphabet brüllende Grundschüler in den Bundestag schleusen und muffelige,
matheverweigernde Teenies das Kanzleramt besetzen lassen.
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Und dann sollen die Herrschaften und Damschaften mir doch bitte mal zeigen,
wie das so funktioniert. Englischvokabeln neben Parlamentsbeschlüssen und
Windelwechseln auf dem Rednerpult. Und dazwischen sollen sie Essen kochen und
gelangweilte Kinder bespaßen. Sie sollen Spielkamerad*in sein. Lehrperson und
Pädagog*in. Sie sollen trösten und motivieren. Sie sollen geduldig sein und
Geld verdienen.
Besuch bei Tante Angela und Onkel Armin
Echt, ey. Vielleicht ist das die einzige Möglichkeit. Vielleicht sollten
wir alle unsere Kinder an die Hand nehmen und sie einen Vormittag zu Tante
Angela bringen. Oder zu Onkel Armin. Als kleinen Realitätscheck.
Möglicherweise käme dann Bewegung ins Spiel. Es müssen ja nicht gleich
massenhaft Gelder an Familien fließen. Ich erwarte auch nicht, dass alle
Kitas und Schulen Luftfilteranlagen und Corona-Schnelltests bekommen. Auch
die Bereitsstellung von genügend Impfstoff für alle Impfwilligen fordere ich
nicht. Ich bin schließlich Realistin. Ich weiß, wo die Grenzen des Möglichen
sind.
Lösung aller probleme: Warum Eltern nicht einfach klonen?
Mir würde ja schon ein bisschen Unterstütung aus Forschung und Wissenschaft
genügen. Bereits im Jahr 1996 hat das mit Schaf Dolly doch schon wunderbar
geklappt. Da wird es im Jahr 2021 doch ein Leichtes sein, Eltern zu klonen.
Ein Klon für die Carearbeit, einen für die Erwerbsarbeit und einen, der
dauerhaft in der Badewanne liegt, Kuchen isst und Serien glotzt. Der bin dann
ich.
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Zwischenruf von Marlene Hellene: Corona wird 1, sonst ändert sich nichts |
| https://www.stadtlandmama.seotechlove.de/content/zwischenruf-zum-thema-impfung-von-katharina-und-lisa |
Ihr Lieben, vielen Dank für Eure vielen Kommentare zum Thema Impfen!
Da nach dem Text der Impf-Skeptikerin der Ruf nach einem Kommentar von uns
laut wurde: Wir haben im Hintergrund kräftig geweirbelt und einen Gastbeitrag
einer Impf-Befürworterin und Fachärztin veranlasst.
Dieser kleine Zwischenruf hat zwei Intentionen. Zum einen eine Bitte:
Versucht weiter sachlich zu bleiben, greift Euch bitte nicht gegenseitig an,
sondern argumentiert und tauscht Euch aus. Wir wissen, wie schwer das bei
diesem Thema ist, aber wir hoffen sehr, dass Ihr es trotzdem versucht.
Und zum anderen möchten wir diese wichtigen Links mit Euch teilen. Wir
empfehlen Euch diesen wertvollen Kommentar zur Masern-Impfung von Heike Le
Ker bei Spiegel Online. Und diese Antworten vom Robert-Koch-Institut auf die
20 häufigsten Einwände gegen das Impfen.
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Zwischenruf zum Thema Impfung von Katharina und Lisa | STADT LAND MAMA |
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